Nr. 134. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Breisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwürts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für dte fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Mittwoch, den 12. Juni 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. gehendem Kredit hervorrufen. Weiter ist es richtig, daß gelder und Erbantheile; viele haben als in der SchutzDer Bauer iff Trumpf. unter derartigen Kalamitäten in erster Linie der zoll- Aera die Grundrente schwindelhaft in die Höhe In dem kaleidoskopischen Wechsel der Erscheinungen, bäuerliche Besiß zu leiden hat, und da der bäuerliche Be- schnellte, viel zu theuer gekauft 2c. 2c. Dazu kommt der wie sie auf der politischen Schaubühne der Zickzack- Kurs fiber sich im wesentlichen auf private Geldverleiher hin- Einfluß der noblen Passionen. hervorbrachte, hat nur die einseitige Bevorzugung der noth- gewiesen sieht, sich daraus ein geradezu wucherischer Kredit Nicht blos die Kellner des Café National lernen leidenden Landwirthschaft Stand gehalten. Beginnend mit entwickelte. Schließlich ist es auch richtig, daß zur Deckung die nothleidenden Junker kennen, wenn sie ihre Agrarder Steuerreform in Preußen, die auf eine Begünstigung derartiger vorübergehender Ausgaben oft der Realkredit in versammlungen abhalten. Die theuren Garderegimenter, des Grundbesizes, speziell des landwirthschaftlichen Groß- Anspruch genommen und der landwirthschaftliche Besit so die Pferderennen, die Wetten und das Spiel- Wein und grundbefizes, gegenüber anderen Steuerzahlern hinauslief, zum Schaden seiner Leistungsfähigkeit" dauernd belastet Weiber nicht zu vergessen ruiniren die Söhne der hat Herr Dr. Miquel feine Gelegenheit vorübergehen wurde. Junker, steigern die Hypothekenlast der Rittergüter. Lassen, unter dem tönenden Worte:" Der Bauernstand muß Schon nicht mehr richtig aber ist es, daß unter dem Aber noch herrscht der Junker in Preußen, seine polierhalten werden", dem Großgrundbesitzer fette Brocken zu Anwachsen der Hypothekenschulden in erster Linie der tische Macht wird nicht blos durch Liebesgaben und Schutzzuwerfen. Mit dem Gesezentwurse über die Landwirth- bäuerliche Besitz zu leiden habe. Schon die Miquel'sche zölle geschützt, sondern ebenso start durch den Einfluß des schaftskammern, von den neuen Zucker- und Spiritus Statistik, die am 23. April 1894 vorgetragen wurde, persönlichen Regimentes, der ihm Aemter und Würden, Liebesgaben ganz zu schweigen, fand die Position der beweist das Gegentheil, denn nach dieser ergiebt sich, daß Pfründen, Offizierspatente und Hoffinekuren verschafft; kein Agrarier eine weitere Befestigung und eine neue Stüge der oftelbische Grundbesitz weit mehr verschuldet ist Wunder, daß unter sothanen Umständen ein Finanzerhält sie durch die damals schon avisirte Einbringung eines als der Besitz westlich der Elbe, einschließlich minister, der das Gras in höheren Regionen Gesetzentwurfs betreffend„ Errichtung einer Kredit- Schleswig, wo die bäuerlichen Anwesen weit stärker wachsen hört, nun auch durch Hebung des Personalkredites anstalt zur Förderung des genossenschaft- vertreten sind als in Ostelbien.*) Noch deutlicher ergiebt die wackelige Position des Junkerthumes neu zu stützen lichen Personalkredits", der dieser Tage dem sich dies aus einer seit 1888 fortgeführten Subhastations- sucht. Es ist doch weit angenehmer, zu drei bis vier Perzent preußischen Abgeordnetenhause zugegangen ist. Die neu ge- Statistik des Deutschen Dekonomist", die weit reichhaltiger bei einer Genossenschaft die Auslagen für eine Badereise, plante Kreditaustalt hat den Zweck: als die offizielle preußische Statistik ist. für ein Brillanten- Collier oder zur Deckung von Spielschulden geliehen zu erhalten als von Treuherz und Genossen zu 40-50 pCt., und was thut man nicht alles der festesten Säule des preußischen Staates, den ostelbischen Junkern zu Liebe! " Nach dieser Statistik kamen nämlich zur Subhastation: 30-100 ha unter 30 ha Grundstücke 1888 ,, 1. zinsbare Darlehne zu gewähren an a) solche Vereinigungen und Verbandskassen eingetragener Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften( Reichsgesetz vom 1. Mai 1889 R.-G.-B. S. 55-), welche unter ihrem Namen vor Gericht flagen und verklagt werden können, b) die für die Förderung des Personalkredits bestimmten landschaftlichen( ritterschaftlichen) Darlehnstafsen, c) die von den Provinzen( Landeskommunal Durchschnittliche Größe verbänden) errichteten gleichartigen Institute; 2. von den unter 1 gedachten Vereinigungen 2c. Gelder verzinslich anzunehmen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben( 1 und 2) ist die Anstalt außerdem befugt, 4. Spareinlagen anzunehmen; Zahl Größe Grundsteuer- Reinertrag Grundsteuer- Reinertrag per ha 1893 von 100 ha und mehr 247 440 80 763 327,0 583 653 22 602 51,4 226 122 7,2 10,0 5621 25214 4,5 278 216 11,0 3.. sonstige Gelder im Depositen- und Checkverkehr anzuzahl. nehmen; 178 Größe Durchschnittliche Größe Grundsteuer- Reinertrag per ha 68 645 385,6 513 160 7,5 345 17 923 51,9 181 238 10,1 5900 20 834 3,5 240 181 5. Rassenbestände im Wechsel-, Lombard- und Effektengeschäft Grundsteuer- Reinertrag nukbar zu machen; 6. Wechsel zu verkaufen und zu akzeptiren; 7. Darlehne aufzunehmen; Taufen." 11,5 = Neben diesem offenbaren Hauptzweck rangirt der eigentliche Bauer nur als Dekorationsstück, denn es ist ja ohne weiteres flar, daß der schneidig auftretende Rittergutsbefizer von seinen Standesgenossen weit leichter Bürgschaften und von der Genossenschaft dann Kredit erhält, als der simple Bauer, der auf seinen mißtrauischen Nachbar als Bürgen angewiesen ist. Nun soll ja die neue Kreditanstalt aber neben dem Bauer auch dem gewerblichen Mittelstand zu Hilfe kommen, und Schulze- Delitzsch, dessen Denkmal in Berlin noch immer heimathslos umherirrt, findet neben Raiffeisen doch wenigstens in den Motiven eine Anerkennungsmedaille; 8. für fremde Rechnung Effekten zu kaufen und zu vermittelgroße Besitz zu leiden, jener Besitzstand, unter dem die Kreditgenossenschaften und Darlehnskaffen das feſte RückUnter der Realverschuldung hatte also weit mehr der die Kreditanstalt soll den bisher ins Leben getretenen Die dem Gesezentwurfe beigegebenen Motive sind nichts Ritt ergüter überwiegen, als der rein bäuerliche Besiz. Der grat leihen, damit diese in ihrer segensreichen Thätiganderes als eine Variation der Reden Miquel's im preußi- not hleidende Bauer", der hier gemeint wird, ist eben nie- keit, die wucherische Ausbeutung wucherische Ausbeutung im Handwerk зи schen Abgeordneten hause vom 23. und 24. April 1894. man d anderes als der oftelbische Junker. beseitigen, fortfahren tönnen". Unseren Segen Man wird deshalb bei der recherche de la paternité nicht Die Gründe für die Ueberschuldung des ostelbischen haben sie dazu, da aber der rapide Verfall des fehlgehen, wenn man Herrn Dr. Miquel als höchst perjön Junkerthums sind ja bekannt: Belastung durch Resikauf- gewerblichen Wittelstandes nicht auf das Konto der wuches lichen Vater auch dieses Gesetzentwurfes bezeichnet. rischen Ausbeutung durch Darlehnsgeber zu setzen ist, * Jm Regierungsbezirk Königsberg sind nach Miquel ab- sondern ganz andere, hundertmal hervorgehobene Gründe gerechnet vom Ertrage 51 pCt. Schuldzinsen, in Gumbinnen hat, so nüßt eine solche Zentralausgleichsstelle", wie es 44 pCt., Danzig 48 pet., Marienwerder 58 pet., Berlin 53 pet., die neue Kreditanstalt werden soll, so gut wie gar nichts. Potsdam 58 pet., Frankfurt 48 pCt., Stettin 48 pet., Köslin Dazu kommt noch, daß später wie jetzt auch schon die 65 pt., Stralsund 50 pCt., Breslau 44 pCt., Liegnig 50 pet., Genossenschaften sich hüten werden, Wechsel von solchen 27 pct., Schleswig 25 pCt., Hannover 20 pCt., Hildesheim 20 pCt., find, obwohl diese den Kredit gerade in allererster Linie Oppeln 48 pCt., Magdeburg 23 pCt., Merseburg 28 pet, Erfurt Genossenschaftsmitgliedern zu diskontiren, die nicht ganz sicher Lüneburg 20 pCt., Stade 21 pCt., Osnabrück 14 pCt., Aurich 17 pct., Münster 18 pct., Minden 22 pCt., Arnsberg 27 pct., brauchen. Beim Grundbesitzer liegt die Sache doch wesentlich Staffel 23 pCt., Wiesbaden 20 pCt., Koblenz 19 pCt., Düsseldorf anders. Wenn es sich auch nur um die Gewährung von 26 pSt., Köln 19 pCt., Trier 16 pCt., Aachen 14 pбt. Personal kredit handelt, so bietet das Anwesen des Anscheinend soll durch die neue Kreditanstalt, der der Staat als Betriebskapital eine Einlage von 5 Millionen Mark in dreiprozentigen Schuldverschreibungen gewährt, der Personalkredit des gesammten Mittelstandes, des gewerb lichen sowohl als des bäuerlichen, gefördert werden, aber wir sind der Ansicht, daß dies weder die Absicht des Gesetz entwurfes ist, noch auch dessen Wirkung sein wird. Gewiß haben die Motive darin recht, daß die in der Landwirthschaft häufig eintretenden Kalamitäten, wie Mißernte, Viehsterben u. s. w. das Bedürfniß nach vorüberFeuilleton. ( Machbruck verboten.] Berliner Märztage. 35 " 1 " Vertrauen des würdigen Herrn Ludwig Immanuel zu„ Nanu, das war doch sonst nicht?" meinte eine der erwerben. Herr von Pilgram war anfangs nur als Kunde" Kolleginnen, bist doch sonst immer auf'm Posten, wenn um Doras willen gekommen. Er hatte im ganzen vielleicht Ayel sich zeigt?" ein viertel Dutzend Handschuhe gekauft. Was aber Herr" Haft Dich wohl mit Eurem Schneider Meck- Meck verLeckner in diesem Falle höher schäßte, als den lobt, der Dich immer abholt?" höhnte eine zweite, indem materiellen Gewinn, daß war die äußerst entgegenkommende fie auf Schnick anspielte, der bisweilen des Abends Dora Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. Art des Lieutenants, die der Geschäftsmann bei den übrigen aus dem Geschäft abholte. Von dem stammit wohl auch Der Arbeitsgelegenheiten für junge Mädchen waren zu Herrn Offizieren seiner Person gegenüber vermißte. Es der Ring da mit dem blauen Stein?" jener Zeit in Berlin nicht viele, und so war das Angebot währte keine acht Tage, als Herr Leckner den schneidigen Der Ring, Hartung's Geschenk, hatte bereits den Neid an Kräften immer ein so großes, daß Herr Leckner stets die jungen Herrn bereits in seinem kleinen Komptoir empfing und Verdacht der jungen Mädchen erregt. Auswahl hatte. Dora Wernicke, die von ihrer Schwester und Arel von Pilgram als einer der besonders ausgezeichneten Was Ihr wohl denkt die will höher hinaus!" lediglich zur Erlernung der Handschuhnäherei in dem Ge- Gäste im Laden ein- und ausging. lästerte eine dritte. Glaubt Ihr denn, sie thut umsonst so schäfte untergebracht worden war, hatte Herrn Leckner so- Die jungen Mädchen flüsterten es sich heimlich zu, daß spröde?" gleich in die Augen gestochen. Er verstand es, durch eine man bisweilen, wenn Herr Arel da war, Thalerstücke in Was sich liebt, das neckt sich das ist meine fleine Lohnzulage das junge Mädchen für den Ladendienst dem kleinen Komptoir flingen hörte, als ob da irgend Meinung," begann die erste von neuem, und indem zu gewinnen, und so war denn Dora seit vierzehn Tagen welche Finanzgeschäfte erledigt würden. Eins diefer kleinen sie den vorüberschreitenden Axel verschmitt anblinzelte, als Verkäuferin im Geschäfte thätig. Lästermäuler glaubte sogar vernommen zu haben, daß Herr fragte sie mit vielsagender Miene:" Nicht wahr, Herr von Pilgram dem Chef seine Dienste zur Erlangung Lieutenant?" " Sie hatte sich als ein frischer zugkräftiger Magnet er wiesen, der durch seine Sprödigkeit den Appetit der jungen des langersehnten Hoflieferantentitels angeboten habe. Arel lächelte nur und ging, ganz gegen seine Gewohns " Löwen" ganz besonders reizte. Die Karnevalssaison war Man weiß indessen, wie leicht sich derartiger Klatsch heit, mit raschem Gruße an den jungen Mädchen vorüber. vorzüglich ausgefallen, und Herr Leckner war einer von den an den Namen jener braven Geschäftsleute hängt, Er pflegte sonst den Dämchen mit seichten kleinen Scherzen wenigen Berliner Geschäftsleuten, die über die schlechten die nach der Anerkennung ihrer Verdienste um das seine Aufmerksamkeit zu eriveisen. Zu nicht geringer VerZeiten nicht zu flagen hatten. vaterländische Gewerbsleben streben und diese Anerkennung wunderung der jungen Schönen ging er heute sogleich auf " Ja, wenn man mit der vornehmen Welt arbeitet!" in dem Geheimrathsdiplom" des Geschäftsmannes, der Hof Herrn Leckner's Komptoir zu. fagte er oftmals schmunzelnd zu sich selbst, und nur der lieferantenwürde, erblicken. Muß der aber heut klamm" sein!" meinte die eine Gedanke an sein vergoldetes Ladenschild, das noch immer Als Arel von Pilgram jetzt den Laden betrat, bemäch der Mamsells. Don feinem töniglichen oder prinzlichen Wappenthier geziert tigte sich der jungen Mädchen hinter den Ladentischen so- Oder er bringt den Hoflieferanten," versette eine war, stimmte ihn dann traurig. gleich eine gewisse Erregung. Unter Kichern und Scherzen zweite. Aber auch in dieser Hinsicht war wieder ein leiser suchten sie die sich gewaltsam sträubende Dora in den Vorder- Ach wat, die ha'm heit an wat anderes zu denken im Hoffnungsschimmer am Himmel seiner Zukunft erschienen. grund zu schieben. Schloffe," bele hrte sie ein feuerrother Lockenkopf mit blendend Unter den Verehrern seines neuen Sterns war einer der Ich bitte, daß Ihr mich in Ruhe laßt," sagte Dora weißem Taint, eine Maurerstochter aus der Brunnenstraße, feurigsten Lieutenant Arel von Pilgram. Dieser äußerst in entschiedenem Tone, während sie die Zudringlichen abzu- die Herr Leckner um des Farbenkontrastes willen engagirt liebenswürdige Kavalier hatte es rasch verstanden, sich das wehren fuchte. hatte und im übrigen zu den niedrigsten Verrichtungen im Beigers doch eine ganz andere Sicherheit für die Bezahlung| nicht zu Ende, als schon, eskortirt von einem Schwarm Geheim-| Genoffe hielt eine furze czechische, ein anderer eine solche des Darlehns als die paar Werkzeuge oder das" Lager" polizisten, die ihre Abzeichen nicht aufgesteckt haben, Kommissar deutsche Rede, die begeistert aktlamirt wurden. Nach etwa des kleinen Handwerkers. Bichler zitternd und bebend im Lokal erscheint, auf Genossen einstündigem Aufenthalt und nach Abfingung des Liedes der Beachtet man dann noch, daß von den 640 000 Mit- Bretschneider zutritt und ihn auffordert, das Reden sofort ein- Arbeit wurde aufgebrochen und gemeinsam durch die Hauptgliedern preußischer Kreditgenossenschaften bereits heut zustellen, da er sonst mit der Auflösung der Versammlung" vor allee der Praterstraße zumarschirt. Die Ruhe, mit der die gliedern preußischer Kreditgenossenschaften bereits heut gehen müßte. Ein Ruf:„ Wir haben keine Versammlung!" Ge- Genossen im dritten Kaffeehause demonstriren konnten, zeigt 310 000 Landwirthe sind, daß die Motive zu dem neuen noffe Bretschneider( zum" Kommiffär): Die Statthalterei hätte deutlich, wer schuld trägt an den sogenannten„ Szenen" von Gesetze es aber außerordentlich beklagen, daß die unseren Refurs erledigen sollen, dann wären wir nicht hier!" gestern, und wer die Ruheftörer waren. Kreditgenossenschaften gerade im Osten der Monarchie Abgeordneter Pernerstorfer steigt auf einen Tisch und ruft: nur sehr wenig entwickelt find und daß es Wir protestiren dagegen, daß man uns die kümmerlichen die Aufgabe der Staatsregierung sein müsse, die Kredit- Reste unserer Rechte nehmen will..." Die weiteren Worte des genossenschaften hier zu voller Entwickelung zu bringen, so Abgeordneten gehen in dem allgemeinen Lärm verloren. Kom fann es gar feinem Zweifel unterliegen, daß es sich mit missär Pichler( schreiend):" Sie sehen, es wird schon wieder gediesem Gesetzentwurf eben nur wieder um eine neue ein- sprochen." Stürmische Rufe:" Das ist doch der Abgeordnete Ein Abgeordneter wird doch reden dürfen!" seitige Unterstützung der Agrarier, speziell der ostelbischen Kommissär Pichler:" Im Sinne des§ 13 des VersammlungsJunker handelt. gesetzes erfläre ich die Versammlung für aufgelöst." " Im selben Moment dringen, während der Kommissär sich vorn durch den Garten entfernt, von rückwärts etwa hundert Wachleute in das Lokal und beginnen unter Stößen und Büffen die taftvolle Räumungsarbeit. Dabei verstellen sie zu gleich den Ausgang, und es fommt so weit, daß Genosse Bret schneider die Wache apostrophiren muß, sie möge doch den Eingang freigeben, da sonst die Genoffen nicht fortgehen uns fönnten. Db dadurch aber der„ chronische Fäulnißprozeß in der Landwirthschaft", den nach May Weber's Ausspruch das ostelbische Junterthum repräsentirt, aufgehoben werden wird? Wir wagen das billig zu bezweifeln. Wenn Kredit leicht und billig zu beschaffen ist, wird eben mehr ge pumpt werden, als menn man Wucherer in Anspruch nehmen und hohe Zinsen zahlen muß; soll das ganz recht sein, wir haben keinen Anlaß, den besagten Fäulnißprozeß aufzuhalten, nm dadurch der Macht stellung der junkerlichen Reaktion in Preußen das Rückgrat noch zu stützen. Wir hoffen vielmehr, daß hier wie überall, wenn man der gesellschaftlichen Entwickelung eine gebundene Marschroute vorschreiben will, diese Versuche auf das Gegentheil der Absicht hinauslaufen: nicht blos dadurch, daß man dem Kleinbauer über die einseitige Bevorzugung der Junker die Augen öffnet, sondern auch dadurch, daß man leichtsinniges Schuldenmachen zum System erhebt. Die Wiener Wahlrechts- Demonstration Eigenthümlich war das plöhliche Auftauchen des Gerüchtes von Verhaftungen der Genossen Reumann, Popp, Ingwer, Schuhmeier, Bretschneider 2c. Der Genossen bemächtigte sich zuerst bei dieser Nachricht eine begreifliche Aufregung. Indessen gewannen sie bald den Eindruck, daß es sich hier wahrscheinlich um eine beabsichtigte Provokation handle, und sie verwiesen einige der Verbreiter des Gerüchtes zur Ruhe. Beim Rückmarsch, der in ziemlich losen Gruppen erfolgte, fam es noch zu zahlreichen Brutalitäten und Provokationen der Polizei. Politische Ueberlicht. lich sind sie versichert! Bis zur Berlin, 11. Juni. Steinfohlengrube, Segen Gottes", die dem Grafen Henckel Von dem neuen entfehlichen Grubenunglück auf der schwarzen Bären" ein Glas Bier zu trinken. Doch auch dazu Stunde sind 10 Todte heraufbefördert worden und weitere 15 Mittlerweile war schon die Parole ausgegeben worden, beim von Donnersmard gehört, ist noch immer nicht bekannt, wieviel arme Bergleute dabei ums Leben gekommen sind. sollte es nicht kommen. Die Maffen zogen unter Hochrufen auf das allgemeine Wahl- werden vermißt, sind aber aller Wahrscheinlichkeit nach längst in der brennenden Grube erstickt. Außerdem meldet der offiziöse Telegraph recht und unter Absinnung des Liebes der Arbeit ihres Weges. noch elegisch, daß 12 Pferde getödtet, daß dagegen die Maschinen erDabei blieb auf Veranlassung der Ordner die Fahrbahn, soweit halten seien. Wer begriffe nicht die„ zwei Seelen", die jetzt die Brust noch elegisch, daß 12 Pferde getödtet, daß dagegen die Maschinen erschwarzen Bären" war sofort mit Menschen gefüllt, die Miene es möglich war, frei. Das Lokal und der Gasthausgarten zum des Herrn Grafen Henckel von Donnersmarck durchziehen werden. machten, sich, so gut es eben ging, niederzulassen und einen Ginestheils die Freude über die Erhaltung der Maschinen, andernImbiß zu nehmen. Vor dem Eingang in den Saal befindet theils die schmerzliche Trauer über 12 verlorene Pferde. Hoffent sich ein Podium, das eine Anzahl von Genossen betrat, um einige Worte an die Anwesenden zu richten. Um das Wie gemeldet wird, kam der Brand vormittags 10 Uhr„ auf Podium drängte sich die Menge und als Genosse Ellen bisher unaufgeklärte Weise" aus. Dem größten Theile der Bebogen fich anschickte, zu sprechen, ertönten brausende Hoch- legschaft gelang es noch rechtzeitig, das Freie zu gewinnen. rufe auf das allgemeine Wahlrecht. Genosse Dr. Ellenbogen 50 Mann wurden bewußtlos und zehn als Leichen zu Tage gesprach nur einige Säge, die in einem Proteft gegen die Kon- fördert; unter den Getödteten befinden sich zwei Steiger. Mit fistation der gewährleisteten Rechte gipfelten. Hilfe der herbeieilenden Rettungsmannschaften und Feuerwehren am lebten Sonntag nahm durch das Verbot der Boltsversamm Noch einige Genoffen wollten sprechen, aber da erschien schon wurden die Bewußtlosen ins Leben zurückgerufen. Fünfzehn lung im Prater einen sehr erregten Charakter an. Die erste der Polizeikommissär und erklärte, daß er die Versammlung auf- Mann werden vermißt, dieselben sind wahrscheinlich erstickt. Seite der Wiener Arbeiter- Zeitung" vom Montag enthält fast löfe. Sofort rückte eine große Abtheilung Wachleute in den zur Zeit werden Versuche angestellt, das noch immer fortgar feinen Sab, da der Staatsanwalt den Leitartikel voll- Garten und begann in rücksichtslosester Weise mit der Räumung schwelende Feuer durch Mauern einzudämmen. Aus dem ständig konfiszirt hat. Der Schilderung der Arbeiter- Zeitung" des Gartens und des Saales. Es war fast unmöglich, das Lokal Holzschacht steigen mächtige, weithin sichtbare Rauchwolken auf. über die Vorgänge in Wien entnehmen wir das folgende: Troß zu verlassen, und die Situation war äußerst fritisch. Grit als Man nimmt an, daß das Feuer durch Selbstentzündung" ent des Verbotes der Versammlung zogen viele Arbeiter in den Genosse Bretschneider mit erhobener standen ist. Stimme die Menge Prater. Aus der beabsichtigten stillen Demonstration wurde dank aufforderte, das Lokal zu räumen und ins britte Kaffee- plosion brandiger Grubengase. Also wieder GrubenNach einer späteren Meldung handelt es sich um eine Ey bem unglaublich großen Aufgebote der Polizei eine Demonstration, haus zu ziehen, löfte sich der Knäuel langfam. Nun daß man sich oft fagen mußte: bestieg Genosse Feigt das Podium und brachte ein Hoch gase! Jedermann weiß aber heute nachgerade, daß sich solche auf die internationale Sozialdemokratie aus. Sofort war er unglüdsfälle nahezu vollständig vermeiden lassen, vorausgesetzt, einige Genossen, die die Szene beobachtet hatten, in Aufregung der Grube durch Abzugsschächte 2c. gesorgt wird, sodaß sich von Wachleuten umringt und wurde abgeführt. Das brachte daß seitens der Bergwerksbesitzer die nöthigen Vorsichtsmaßregeln angewandt werden, insbesondere, wenn für genügende Ventilation und sie drängten nach, um die Freilassung des verhafteten Ge- explosible Grubengase nicht ansammeln fönnen. Freilich foften noffen zu veranlassen. Die Menschengruppe stand bald draußen auf den Bugängen folche Einrichtungen Geld, und an Betriebskosten wird in der des Lokals, und da sah man, daß ringsumher in einiger Ent- Aera der kapitalistischen Gesellschaftsordnung nach Möglichkeit fernung größere Abtheilungen von Sicherheitswache poſtirt waren. gespart. Ein Kornet Berittener drängte die Gruppe, die der Arretirung wie uns ein Pripattelegramm meldet, zwei Steiger( Chimel und Unter den Opfern der diesmaligen Katastrophe befinden sich, nachging, zurück. Wien ist im Belagerungszustande." die Hauptstraßenzüge mit Polizei überfüllt, Hofburg, Parlament Ueberall war Polizei, die Brücken waren mit Polizei besetzt, und Ministerpräsidium unter polizeilichem Schuße. Ueberreich war der Tag an Willküraften einzelner Polizisten, die sich ganz als Herren der Arbeiter oder auch nur ärmlich getleideter Menschen zu betrachten schienen. Schon um 7 Uhr morgens herrschte im Prater reges Leben. Ein Massenaufgebot von Polizisten aller Ränge fam angefahren, angeritten und anmarschirt und nahm die Rollenvertheilung entgegen. Der Kern" der Truppe, etliche hundert Mann, wurden um den gefähr detsten Punkt im Prater, um die Tanzbude Swoboda, konzentrirt. Dieses Lokal war von allen Seiten mit Polizisten besetzt. Aber auch in der großen Zufahrts straße trabten starke Reiterpatrouillen auf und ab, oder sie galoppirten gar. Erft gegen halb 9 Uhr kamen die ersten Arbeiter in kleinen Trupps in den Prater. Sie fanden das Versammlungslokal, Swoboda's Restauration, versperrt. " " Indeffen hatten die Berittenen dem Befehl ihres Vorgesetzten Meißner); die übrigen find Bergarbeiter verschiebener Art. Folge geleistet. Sie ritten etwa 30 Mann start im schärfsten Meißner speziell hinterläßt eine Frau und fünf Kinder.. Galopp und mit gezogener Klinge, den Wiesenzaun übersehend, Der dolus eventualis graffirt weiter,- vorläufig über den Rasen, um des alten Mannes habhaft zu werden. allerdings nur gegen sozialdemokratische Drucker. Doch Rings umber standen Menschengruppen, die angesichts dieser fommt Zeit, kommt Rath, auch für die bürgerliche Presse, Attake auseinanderstoben und Schutz hinter den Bäumen fuchten. Durch die Verwirrung, die dadurch entstand, verloren die Wach- wenn sie sich auch jetzt noch durch vorsichtiges Schweigen leute das Objekt ihres Angriffs aus den Augen und ritten über zu der Sache dem staatsanwaltschaftlichen Wohlwollen Die Arbeiter wußten sich schließlich zu helfen. Sie gingen den Greis, der niedergefallen war, hinweg. empfehlen will. Nachdem dem Drucker des Vorwärts", in die gegenüberliegende Restauration Bum Maroffaner" und Die Attake hatte ein äußerst aufregendes Schauspiel ge- Bading, sein Dolus nachgewiesen war, kam der Drucker des dann später in Lachmayer's Tivoli, wo sich auch Abg. Perner- boten und auf die Umstehenden ungemein provokatorisch Volksblatts für Harburg" an die Reihe. Nach diesem der storfer eingefunden hatte. Um halb 10 Uhr etwa bestieg Genosse gewirkt. Eine große Erregung bemächtigte sich der Menge, Pfui- Drucker der Frankfurter Volksstimme", der ebenfalls per Dr. Ellenbogen einen Sessel und sagte ungefähr folgendes: rufe ertönten allseits, auch von Bourgeois, die aus Neugier ge- dolus eventualis" ein Flugblatt strafbaren Inhalts" ge= " Genossen! Wir sind hergekommen, weil wir alle von dem kommen waren. Bon allen Seiten brängte man einer Abbruckt hatte. Und jetzt berichtet das Volksblatt gesetzlichen Sinn der Statthalterei überzeugt sind. Wir erwarten theilung von Wachleuten, die die sich kreuzenden Wege besetzt noch immer die Erledigung des Rekurses, den wir gegen das hielt, näher. Die Situation war fritisch, aber dem energischen für Harburg", daß in denselben beiden Klagesachen Bersammlungsverbot eingereicht haben. Ich bitte Sie, Genoffen, Eingreifen der Besonnenen gelang es, die Gemüther zu wegen Beleidigung durch die Presse, in welchen beschwichtigen und die Menge zum ruhigen Abziehen zu veran- bereits der verantwortliche Redakteur, sowie der Drucker des„ Volksblatts für Harburg" Vorladungen vor den Untersuchungsrichter erhalten haben, jetzt auch dem Verleger, Genossen Weniger, dieselben Vorladungen zum gleichen Termin zugegangen sind! " Ein Theil der Genoffen zog gegen die Stadt zu, ein anderer Theil hatte sich schon vorher ins dritte Kaffeehaus beDas dritte Raffeehaus und der dazu gehörige große Garten füllte sich nach der Räumung des Bären" und den gesichts dieser Thatsache nicht ebenso rasch wie energisch allDas ist doch wohl alles was sein kann! Wenn an glänzenden" Kavallerie- Attaken der Wachleute mit etwa zweitausend Genoffen. Merkwürdigerweise war hier wie überhaupt in der Haupt- feitig Front gegen eine solche Auslegung der bestehenden allee fein Wachmann zu sehen. Die Genoffen konnten hier ungehindert Geseze gemacht wird, dann darf es uns nicht wunderund ungestört sizen. Stürmische Hochrufe auf das Wahlrecht nnd nehmen, wenn in fürzester Frift in Deutschland dieselbe das Versammlungsrecht erklangen fast ununterbrochen. Ein Preß ,, freiheit" grassirt, wie etwa in Rußland! so lange hier zu warten, bis die Erledigung des Rekurses tommt. Die anwesenden Regierungsvertreter notiren fleißig, wie zahlreich laffen. wir vertreten sind. Ich hoffe, sie werden auch berichten, daß wir hier warten; wenn dieser Bericht eingelangt sein wird, werden die Herren wissen, daß ihr Versammlungsverbot nichts geben. genügt hat. Wir haben uns versammelt, um auf unser Recht zu warten, und damit protestiren wir gegen die Beschneidung unferes Versammlungsrechtes. Weg mit der Koalition!" ( Stürmische Zurufe.) Genosse Reumann bringt ein Telegramm polnischer Genoffen zur Berlesung. Es lautet:" Die polnische Arbeiterschaft ist mit euch! Hoch das Versammlungsrecht!" Genosse Reumann ist noch Geschäfte gebrauchte.„ Mein Vader hat jesagt, et jiebt heit Rev'luzion. Dadrum zeigt sich ooch heit teen Offizier im Laden." Rev'luzion bei des Wetterick danke!" entschied eine schmachtende kleine Blondine, die bereits den ganzen Vormittag sehnsüchtig nach dem herrlichen Frühlingssonnenschein hinausgespäht hatte. • Es blieb Dora nichts übrig, als sich zu fügen. Sie werden sich doch nicht fürchten, he he... wir sind ja alte waren daheim so nöthig, die paar Pfennige, die sie hier Bekannte. wöchentlich verdiente. Mit gesenktem Blick trat Dora über die Schwelle. Ihr Herz pochte, und ihre Wangen waren geröthet von schams hafter Erregung. Aber sie fühlte, wie ihre ganze Mädchenfraft sich konzentrirte, um jedem Angriff auf ihre Ehre den äußersten Widerstand entgegenzusetzen. " Arel von Pilgram hatte sich in einem Hause unter den Linden", jenseits der Friedrichstraße, eingemiethet. Es war eins jener alten, schmalfrontigen Gebäude, die nach dem fiebenjährigen Kriege auf Veranlassung Friedrichs II. erHerr von Pilgram war inzwischen mit dem Chef rasch richtet worden waren und sich zwischen den neueren Bau- Unwillkürlich drängte sich ihrer Vorstellung ein Bild einig geworden. Er hatte ihn, als erste Einleitung seiner werken dieser Stadtgegend mit ihren sauberen, vom Schinkel'- auf, immer flarer und deutlicher: Das Bild Bruno VolkBeziehungen zum Hofe, von der Hofdame Ihrer Majestät, schen Stil angehauchten Fassaden wie die Poften einer muth's. Es war ihr, als ob sie um seinetwegen sich zu Gräfin Leonore Truck Wallwitz, einen geschäftlichen Auftrag längst vergangenen Zeit ausnahmen, die man abzulösen vertheidigen habe, und als ob die Kraft ihres muthigen überbracht. Allerdings bezog sich derselbe nur auf die vergessen hatte. Hier bewohnte Axel im zweiten Stockwerk Herzens sich in dem Gedanken an ihn noch erhöhe. Wäsche eines Packets gebrauchter Handschuhe, aber es war ein kleines, zweifenstriges Zimmer, das er von Frau Frisch- Arel hatte in aller Eile aus der Kranzler'schen Kondoch immerhin ein vielversprechender Anfang, aus dem sich eisen, der Wittwe eines föniglichen Kammerdieners, ab- ditorei eine Flasche Madeira und eine Torte mitgenommen, das übrige ganz von selbst entwickeln mußte. Herr Leckner gemiethet hatte. An einer mit einem besonderen Klingel- sich von seiner Wirthin Weingläser und Tischgeschirr geben möchte doch," meinte Arel, eins der jungen Mädchen in zug versehenen Thür war seine Visitenkarte befestigt. lassen und ein kleines Mahl vorbereitet, von dem er sich seine Wohnung schicken. Er habe der Kürze halber das Dora, die mit innerem Bangen die schmale Treppe empor- die beste Wirkung versprach. Vorsichtig, ohne daß Dora Packet selbst von der Gräfin mitgebracht, und würde sich geklommen war, las den Namen des Lieutenants, zog jedoch darauf achtete, hatte er die Riegel der beiden Thüren vor= sogleich nach Hause begeben, um es der Botin einzu- an einer zweiten Klingel, die an der Wohnung der Zimmer- geschoben, die sein Zimmer vom Flur trennten. händigen." wirthin befestigt war. Ich bin so glücklich, mein Fräulein", begann er mit fagenhafter Bärtlichkeit so glücklich! Und wenn Sie vollends mir das Vergnügen machen wollten, auf dem Seffel da Platz zu nehmen und von diesem Kranzler'schen Staatsgebäck zu tosten, dann würde ich einfach mit den Göttern nicht tauschen." Hoch erfreut über diesen glücklichen Erfolg, der seinen Eben hatte diese würdige Dame durch eine Thürspalte sehnlichsten Hoffnungen von neuem Nahrung gab, hatte Herr mürrisch nach dem Wunsche des jungen Mädchens gefragt, Leckner nicht gezögert, dem Lieutenant den erbetenen Betrag als sich die Thür zu Arel's Zimmer öffnete und dieser in von zwanzig Thalern als" Darlehn" zu übergeben, und einer eleganten grünen Hausjoppe auf dem Treppenflur mit von Befriedigung glänzenden Gesichtern traten die erschien. beiden Ehrenmänner nach erledigtem Geschäft in den Laden. Hierher, mein werthes Fräulein," sagte er und verSie werden jetzt sogleich bei Herrn Lieutenant ein neigte sich lächelnd vor Dora. Packet abholen", wandte sich Herr Leckner, der Arel's Geschmack kannte, an Dora Wernicke. Mit Mühe verbarg er den Triumph über seine glänzend gelungene List. Er hatte sich dieses Packet alter HandDora erschrat in ihrem Innersten, während die übrigen schuhe bereits vor einiger Zeit von seiner Verwandten, der Mädchen die Köpfe zusammen steckten. Neugier, Schaden- Hofdame, ausgebeten, um es gelegentlich bei der Ausführung freude, Mißgunst prägte sich auf ihren Gesichtern aus. irgend eines kleinen Schurkenstreichs zu benutzen. Nur die Rothköpfige betrachtete Dora mit einem gewissen Möchten Sie mir das Packet nicht durch Ihre Frau Mitleid. Wirthin herausschicken?" fragte Dora beklommen. Könnte nicht eine der anderen gehen, Herr Leckner?" fragte Dora schüchtern, nachdem sich Axel Haftig entfernt hatte. „ Wenn ich Ihnen den Auftrag gebe, dann gehen Sie", fuhr der Gestrenge sie an und wenn's Ihnen hier bei mir nicht paßt, dann suchen Sie sich anderswo eine Stelle. Frau Frischeisen, die das junge Mädchen mit einer Mischung von Verachtung und Mißtrauen betrachtet hatte, schlug haftig die Thür zu und rauschte nach ihren Gemächern ab. " Treten Sie nur ein, Fräulein Drochen," versetzte Arel in einschmeichelndem Tone- ,, ich muß noch den Inhalt des Packets durchzählen und notiren.... Sie " Ich bitte um das Packet, Herr Lieutenant", sagte Dora leise, aber bestimmt ich bin im Laden nothwendig und darf mich nicht aufhalten." Was Sie sagen, Schätzchen..." versetzte Arel cynisch lächelnd, indem er auf sie zutrat und seinen Arm um ihre Hüften zu legen versuchte. Mein lieber Freund Leckner wird gewiß nicht schelten.. Er kam nicht zu Ende mit seiner Rede. Blitzschnell hatte sich Dora ihm entrissen und war nach der Thür zurückgewichen. Während sie diese vergeblich zu öffnen suchte, rief sie mit dem Ausdruck des Abscheus in dem tiefempörten, von heißer Röthe übergossenen Gesichte: geschlossen Kommen Sie mir nicht zu nahe! Sie haben mich einöffnen Sie, Sie... Schuft!" ( Fortsetzung folgt.) Ein Dokument von großem Intereffe veröffentlicht, Mellage bezüglich Mariaberg gethan hat. Dann behaupten| proklamirte Crispi alsdann den Deputirten Villa. Der der Stettiner Volksbote" aus dem Wahlkreise Kolberg die Zentrumsblätter, die katholischen Behörden hätten von Abgeordnete Meardi proteftirte gegen diesen Röslin, wo mehrere Genossen, welche Druckschriften in den Mißständen in Mariaberg nichts gewußt und auf sie Vorschlag, da Villa der Vertheidiger Tanlongo's geder gefeßlich gestatteten Weise verbreiteten, trotzdem sie sich falle deswegen nicht der geringste Makel. So schreibt wesen.( Lärm.) Mehrere Deputirte sowie Crispi selbst traten legitimiren fonnten, verhaftet wurden. Da hier eine wider die Kölnische Volks- Zeitung": jedoch energisch für Villa ein, dessen Kandidatur aufrecht rechtliche Freiheitsberaubung vorlag, wurde selbstverständlich So war es möglich, daß die geistliche Behörde von den in erhalten ward. Zum Schluß forderte der Minister Baccelli in jedem Falle Strafantrag gegen den Schuldigen gestellt. Mariaberg vorgekommenen Dingen ebenso wenig wußte, wie von die Partei zum Gehorsam gegenüber Crispi Die Antwort auf die erste Strafanzeige ist nun bereits ein- etwaigen Ausschreitungen in einer unter weltlicher Leitung auf; die Regierungspartei sei eine Armee, gegangen und lautet wörtlich wie folgt: stehenden Privatanstalt, und auch ebenso wenig, als die gesammte beren General Crispi sei. Unter den Rufen: Deffentlichkeit bis zum Erscheinen der Mellage'schen Broschüre Der Erste Staatsanwalt. Aftenzeichen JI 474/95. Tagebuch Nr. B. 4847. Röslin, den 1. Juni 1895. Auf die Anzeige vom 7. Mai cr. eröffne ich Ihnen, daß ich das Verfahren eingestellt habe. Wie festgestellt, hat der Gemeinde vorsteher Polzin in Klein- Möllen von dem zuständigen Amtsvorsteher die Anweisung erhalten, falls sozialdemokratische Druckschriften verbreitet würden, sofort durch Eilboten Anzeige zu machen, damit die Verhaftung der Verbreiter erfolgen fönne. Er hat diese an sich legale Anordnung überschritten, indem er sie fest genommen und zum Amtsvorsteher in Groß- Möllen geführt hat. Seine Angabe, daß er sich auf grund der Anweisung des Amtsvorstehers hierzu für berechtigt gehalten habe, ist unter den obwaltenden Umständen als glaubhaft anzusehen, und fehlt es daher an dem, zum Thatbestande einer Freiheitsberaubung erforderlichen Bewußtsein der Widerrecht lichkeit. Der Erfte Staatsanwalt Blume. An den Maurer Herrn Hermann Boesel " hierselbst, Dorotheenstraße 9. Hierzu bemerkt unser Stettiner Parteiorgan: " bezw. bis zu den Aachener Berhandlungen. Daß sie das Vor- Wir gehorchen, wir gehorchen! Evviva Crispi!" gefommene aufs tiefste beklagt und einer vernünftigen Reform wurde die Versammlung geschlossen. auf diesem Gebiete feinerlei Schwierigkeiten in den Weg legen Mehr können selbst Menschenverächter wie Bismarck und Crispi von Volksvertretern nicht fordern. wird, versteht sich von selbst." Was diese Behauptungen betrifft, so erzählt Mellage in seiner Broschüre ja klar und deutlich, daß die Miß- Breitenstraße schreibt heute: Die Desinfektionsanstalt für Italien in der Berliner stände in Mariaberg den bischöflichen Behörden vorgetragen worden und er aber dort statt Hilfe zu erhalten nur wählen, bereitete einigen feiner Anhänger Unbehagen; man " Crispi's Vorschlag, Villa zum Kammervorsitzenden zu höhnische Gesichter zu sehen bekommen habe. Und wenn die wandte ein, Villa habe die Wertheidigung Tanlongo's Kölnische Volks- Zeitung" jetzt davon spricht, daß die in dem Prozesse der Banca Prozesse der Banca Romana geführt und sei Niederträchtigkeiten des Klosters Mariaberg, die erst durch überhaupt schon einige Male in etwas an die Mellage'sche Broschüre bekannt geworden seien, in der rüchigen Angelegenheiten als Sachwalter thätig fatholischen Welt tief beklagt tief beklagt würden, würden, so vergißt gewesen, was freilich mit feinem ungewöhnlichen Rufe sie nur, daß gerade in ihrer Zeitung Herr Mellage nach Ehrenhaftigkeit Tommaso Villa's ist über jeden als Vertheidiger zusammenhängt. Die persönliche Veröffentlichung seiner Broschüre mit Hohn und Spott 3 weifel erhaben; wenn der Don Chisciotte" heute daran überhäuft und mit Schmutz beworfen worden ist. erinnert, daß Villa vor einigen Jahren als Schiedsmann au gunsten eines einflußreichen Wählers ent fchied, der 28 000 Lire Wahlausgaben von einem Abgeordneten ersetzt haben wollte, so spricht das nicht sowohl gegen ihn, als vielmehr gegen die italienischen Wahlfitten." Die Rettung der Reputation der Schinderknechte von Mariaberg und die Reinwaschung der katholisch kirchlichen Behörden von der Mitschuld ist danach mißlungen. Selbstverständlich verringert sich dadurch noch nicht die Schuld der Staats- Aufsichtsorgane, die, wie die" Norddeutsche Allg. 3tg." anscheinend offiziös mittheilt, der frommen" Frren anftalt Mariaberg gegenüber großes Vertrauen" gehabt habe. Mehr tönnen Crispi und Dr. Siemens nicht verlangen! Wie Crispi auf die Wahl Barbato's antwortet. Die italienische Regierung hat sich beeilt, auf die Doppelwahl des im Zuchthause fizenden sozialistischen Protestkandidaten Barbato zu Dieses Dokument verdient, hinter Glas und Rahmen antworten. Nach achtmonatiger Untersuchungshaft wurden am gebracht zu werden, um den Nachkommen einen Beweis Den lieben Bauern"( von 1000 Morgen aufwärts) 3. Juni Mariano und Gioacchino Barbato, der Oheim und der von den Zuständen Preußens am Ende des 19. Jahrhunderts zu hilft der Vetter Staat ja so gern, wenn er nur irgend Bruder des Zuchthäuslers von Pallanza, zu Zwangsdomizil vergeben. Der Staatsanwalt erklärt die Anordnung, die Vertheiler fann, natürlich mit dem Gelde der Steuerzahler. Häufig bes armen Gioacchino Barbato, der sich niemals mit Politik be urtheilt, nachdem die Zentralkommission in Rom die Berufung fozialdemokratischer Druckschriften einfach zu verhaften, für legal haben die Herren Großgrundbesitzer darüber geklagt, daß schäftigt hat, kurzer Hand verworfen hatte. Gioacchino Barbato ( gefeßlich). Vielleicht hat der Herr auch die Güte, uns an- fie Getreide billig an den Großhandel verkaufen müßten, läßt die alten Eltern, feine Gattin und fünf unmündige Kinder zugeben, auf welches Gesetz sich diese Berechtigung ftüßt. Ein während der Staat, der doch einen großen Bedarf an im größten Glend zurück. Auch der frühere Präsident der„ Fascio" solches Gesetz exiftirt nämlich nicht!" Körnerfrüchten hat, es ihnen auch direkt abkaufen und höhere( Arbeiter und Bauernbund) von Partinico, Stefano Noto, wurde als landesübliche Preise bezahlen fönnte. Und dieser Tage zu Zwangswohnsit verurtheilt. siehe da, das gewünschte ist längst geschehen, aus angeborner Liebe zu den lieben Bauern". Der Reichs- Anzeiger" schreibt heute: Der Abgeordnete v. Kardorff soll, der„ Neisser Beitung" zufolge, das Reichstagsmandat Dels- Wartenberg bereits niedergelegt haben. Die Reichstagswahl in Hof ist angefochten. Ueber die Erhebungen zur Prüfung einzelner Punkte des Wahlproteftes schreibt die Oberfränkische Volts- Zeitung": " 1 In Griechenland ist eine Ministerkrisis ausgebrochen. Delyannis ist mit der Bildung des neuen Kabinets beauftragt. lischen Preffe hervorgeht: Wendung. Rußland rüstet, wie aus den Meldungen der engDie armenische Frage nimmt auch für Europa eine ernste lischen Presse hervorgeht: Die Times" melden aus Odessa: Der Dampfer Mariya", der russischen Transport- Gesellschaft gehörig, brachte vor einigen Tagen 1000 Mann Grenztruppen nach Batum zur Verstärkung über von Türkisch- Armenien aufgestellt ist. der Streitmacht, welche jetzt längs der russischen Grenze gegenweis auf das Vorgehen des bayerischen Kriegs- Winisteriums, In der landwirthschaftlichen Presse ist neuerdings, unter Hin Eidliche Vernehmungen von Beugen haben in den letzten Tagen der Wunsch zum Ausdruck gebracht worden, daß auch seitens der sowohl vor dem Hofer Magistrat als auch vor den Bezirksämtern preußischen Militärverwaltung bei Sicherstellung des Bedarfs an Hof, Rehau und Naila stattgefunden. Es handelt sich dabei um die Brotfrucht und Fourage der direkte bezug von den Produzenten skandalösen Vorgänge bei der letzten Reichstagswahl, über welche jetzt mehr berücksichtigt werde. Erhebungen stattfinden. Blos einige Episoden von damals mögen Es beruht auf Unkenntniß der Verhältnisse, wenn ange herausgegriffen sein. In Gumpertsreuth gab der Freiherr nommen wird, daß letzteres bisher nicht in ausreichendem Maße Nach einer Moskauer Drahtmeldung des Daily Chronicle", v. Waldenfels einigen Wählern mit dem nationalliberalen Wahl- geschehen sei. zettel 10 Pfennig. Die Arbeiter der Bleistiftfabrit in GeroldsDie preußische Militärverwaltung ist seit vielen Jahren vision der kaukasischen Armee, deren Hauptquartier gegenwärtig die die Boss. 3tg." reproduzirt, empfing die zwanzigfte Dis grün wurden zur Wahlurne geführt. Schlimm ist es einem Ge- bemüht, den unmittelbaren Verkehr mit den Produzenten zu in Kutais ist, den Befehl, nach Kars und anderen Garnisonsnoffen gegangen, der in Schönwald mit Stimmzetteln erschienen heben, und hat den letzteren zu diesem Zwecke mannigfache Erorten an der russisch- türkischen Grenze abzugehen. Lieferanten in war. Dort saß der Förster Kant mit geladenem Gewehr im leichterungen bei Ausführung der Lieferungen zugestanden. Das Kars und Tiflis erhielten große Aufträge für Verpflegungs. Wahllokal und revidirte die Wahlzettel; besagter Genoffe, der Ankaufspersonal wird fortgefeßt und in nachdrücklichster Weise mittel. Die Verstärkung der russischen Truppen an der Grenze das als unzulässig bezeichnete, wurde von zwei rohen Lümmeln auf Förderung der Antäufe aus erster Hand hingewiesen und so schwer am Kopfe verlegt, daß er sich verbinden lassen mußte. in der Bethätigung der bezüglichen Vorschriften aufs schärfte sei gänzlich unerwartet gekommen. England scheint hier mit Rußland gemeinsame Sache zu In Selb hat man unsere Genossen aus dem Wahllokal mit Gewalt überwacht. Die Bildung von Lieferungsgenossenschaften zur machen. Die englische liberale Presse erörtert die Situation in hinausgejagt. Kurz vor der Stichwahl sollte in Oberpreg noch Erleichterung des Abfayes der Produkte an die Proviantämter türkenfeindlichem Sinne. eine Versammlung stattfinden. Zwei Gendarmen aus Regnig- ist bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Anregung gebracht Soeben erklärten der König von Italien und der österreichischlosau hatten sich mit aufgepflanztem Bayonnet eingefunden und worden; auch die Entsendung von Ankaufskommiffarien in ent- ungarische Minister des Auswärtigen, daß die auswärtige Lage drohten dem Referenten Genossen Stücklen mit Verhaftung, falls legenere Produktionsgebiete, wie sie jetzt in Bayern in Aussicht durchaus friedlich sei, und nun bewölft sich an Europa's und er den Versuch machen sollte, zu sprechen. Auf diese Art ge- genommen ist, hat vor Jahren bereits versuchsweise stattgefunden. Afien's Grenzscheide der Himmel ganz bedenklich. Man sieht langte Münch- Ferber in den Reichstag und dann wurde be- Im allgemeinen sind denn auch die Ankäufe von den hieraus, wie unsicher alle Vorhersagungen über politische Er hauptet, die Nationalliberalen hätten ehrlich" gefiegt! Nette Produzenten in fortwährender Zunahme begriffen. Wenn Ehrlichkeit! So weit wir informirt" sind, wurden die im gleichwohl der Bedarf an an Naturalien zum theil noch eignisse sind, auch wenn sie aus dem Munde von Königen und theil noch leitenden Ministern kommen. Wahlproteft aufgestellten Punkte vollständig erwiesen und es ist durch Vermittelung des Handels gedeckt werden muß, so ist dies zu hoffen, daß die" Didnungsstüßen", die in folch würdiger zumeist auf das eigene Verhalten der Landwirthe zurückzuführen, Weise gewirthschaftet haben, der wohlverdienten Strafe nicht welche den Proviantämtern gegenüber vielfach noch eine gewisse entgehen werden. nisse lieber dem Handel zuführen. Der ehemalige Führer der Münchener Zentrumspartei, Ruppert, ist nach langem Leiden am Montag gestorben; von 1878-1884 war er Vertreter von München I im Reichstage. Er gehörte dem demokratischen Flügel der Partei an und theilte das Schicksal aller bayrischen Zentrumsabgeordneten, daß er in engerem Kreise für bedeutender und talentvoller galt, als er sich in seiner späteren Thätigkeit erwiesen hat. Zurückhaltung beobachten und in alter Gewohnheit ihre ErzeugDer Staat ist bereit euch alles abzukaufen, auch wenn ihr Alfo, liebe Bauern, nicht genirt mit euren Angeboten. ein wenig unverschämte Preise fordern solltet. Der Prozeß Mellage zieht nun doch, allem Anschein nach, noch weitere Kreise und wird die zur Beauffichtigung des Frrenwesens berufenen Behörden vielleicht etwas auf die Beine bringen. Im preußischen Abgeordneten hause beabsichtigen die Abgg. Sattler und Stengel die nach stehende Interpellation einzubringen: Welche Maßregeln hat die fönigliche Staatsregierung er griffen oder beabsichtigt sie zu ergreifen, um die in dem Prozeß Mellage zu tage getretenen, der Menschlichkeit, den Erforder nissen der ärztlichen Wissenschaft und den Gesetzen wider sprechenden Zustände in privaten oder unter Leitung von gehen. Korporationen stehenden Irrenheilanstalten zu beseitigen und für Ueber die italienischen Wahlen hat in der ganzen freiheitlich denkenden Welt dieses Landes wird uns aus Mailand vom 6. Juni 1895 noch geschrieben: Der glänzende Ausgang der Stichwahlen am letzten Sonntag sichtbar eine gehobene Stimmung hervorgebracht. Sie spiegelt ihre Drgane zu berichten wissen, in tiefste Traurigkeit versetzt, gar furchtbar erscheinende Majorität Crispi's( 350-370) schmilzt Armes Handwerk! Die deutschen Handwerker find, wie fich in Nord und Süd in allen Blättern wieder. Die zu Anfang weil der Kaiser es abgelehnt hat, eine Deputation, welche ihm schon heute vor der Eröffnung auf eine faum ausreichende zuihre Wünsche unterbreiten sollte zu empfangen. Einstimmig war fammen. Der Afino" und der" Don Quichotte" in Rom be auf dem verflossenen Handwerkertage in Halle dieser Beschluß gefaßt; rechnen übereinstimmend sämmtliche Crispinianer heute auf 240, daß von faiserlicher Seite das Wort gefallen sei: Meine Thüre diesen übrig Bleibenden werden gleich nach den ersten stürmischen der Referent Magler- München hatte den Antrag damit begründet, und die Kammer zählt 508 Abgeordnete. Aber wie viele von ist allezeit einem jeben meiner Unterthanen offen, und willig leihe Sigungen abspringen und zur Opposition übergehen, wie fie es ich ihm Gehör. Die Allg. Handwerker- 3tg.", die den ab- thatsächlich in den letzten Sigungen der nach Hause gejagten lehnenden Bescheid lebhaft fommentirt, meint, daß Herr v. Bötticher Kammer gethan haben! Die Stimmung der Crispi- Organe lediglich daran schuld trage. Auf solche Art und Weise, schreibt mit ihren wüthenden Ausfällen auf das unnatürliche Bündniß sie, werden die leitenden hohen Regierungsfunktionäre auch die der Lega zum Schuße der Freiheit", mit ihrem Anflehen der deutschen Handwerker dazu treiben, daß sie in hellen Schaaren Gemäßigt- Liberalen, fich nicht zur Oppofition zu wenden, spiegelt zu des Kaisers und Königs allergetreuester Opposition über denn auch deutlich die innere ſteigende Unruhe der in Rom Herrschenden wieder. In Wahrheit hat jenes sehr natürliche Bündniß zwischen Sozialisten, Radikalen und Republikanern zum eine durchgreifende staatliche Beaufsichtigung solcher Anstalten Garnisonverwaltung Ludwigsburg ist mit der Gemeinde Korn- als Crispi feine brutale Hand auf alle und jede Arbeiter- Orga Der Moloch Militarismus will neue Opfer haben. Die Schuße der Freiheit, in dem Augenblick durch Mailand begründet, Sorge zu tragen?" Die Interpellation wird von sämmtlichen Mitgliedern der westheim in Unterhandlung getreten, um den Garnisonsexerzier- nisation legte, bei dieser ganzen Wahl herrliche Früchte getragen. nationalliberalen und der freikonservativen Partei unter- plaz zu vergrößern und zu diesem Zweck über 300 Morgen des Die unerwartet großen Minoritäten der Unterlegenen, auch in stützt. Sie wird jedoch heute noch nicht eingebracht werden, Morgen fäme auf ca. 3000 m. zu stehen, so daß die Verschuldet, Der den reaktionärsten Wahlkreisen, sind diesem Bündniß geweil Aussicht vorhanden ist, daß sich auch die Konservativen größerung des Gyerzierplates ca. 900 000 wt. betragen würde. ihm dreifach gestärkt zu neuem die junge sozialistische Partei taucht aus Wirken hervor. Die an derselben betheiligen. Ob ihre Beantwortung vor der Der württembergische Armeekorps- Exerzierplaß auf der Alb große, hervorragende beutung die Mailand in diesem Rückkehr des Ministers Dr. Bosse erfolgen wird, ist zweifelhaft. foll ebenfalls auf 1 500 000 m. zu stehen kommen und darf der Läuterungsprozeß des Landes spielt, wird heute im Nord Auch der englische Geistliche Forbes, der so lange deutsche Michel seinen Beutel in Bereitschaft halten. und Süd allgemein anerkannt, auch von Crispi selbst persönlich, widerrechtlich in der Frrenanstalt zurückgehalten wurde, Das französische Ministerium war gestern von Radikalen der, als ihm der hiesige Präfekt Winspeare die überraschende soll nun wieder in seine Rechte eingesetzt werden. Der und Sozialisten über seine auswärtige Politik und die Theil. Wahl Nicola Barbato's telegraphirte, in der ersten Wuth in englische Bischof des Forbes hat ihm einen Ranonikus nach nahme an den Kieler Festlichkeiten interpellirt worden. Nach seiner bekannten Calabresersprache ausrief: Diese Mailänder, Aachen geschickt mit dem Anerbieten, er solle nach Schott langer Debatte erhielt das Kabinet ein Vertrauensvotum. Söhne von Hunden!"( ,, Melanesi figghi de cani!") Heute Land zurückkommen; er werde dort eine seinen Wünschen bringt die Italia del Popolo", die Begründerin der gleichfalls Geld für den Kongostaat wird vom belgischen Parlamente doppelt verstärkt einziehenden republikanischen Partei, einen Leitentsprechende Stelle als Geistlicher bekommen. Der Bischof gefordert. Bei dem Mangel an Sympathie für diese sozialen artifel, unterzeichnet von Gabriele Rosa, dem Märtyrer habe erst aus den Zeitungsberichten über den Prozeß Abenteuer des Königs fann die belgische Regierung leicht in vom Spielberg aus den Schreckenstagen 1849, der einzigen Mellage ersehen, wie schlecht es dem Forbes in Mariaberg unangenehme Verlegenheiten kommen. großen, goldreinen Gestalt, die aus den Freiheitstagen jener gegangen ist. Das englische Gesetz über die Einigung in Ge Beit noch lebt. Dieser Artikel trägt die Ueberschrift: Wenn dies wahr ist, dann wäre damit ja wieder ein werbestreitigteiten wurde nach der ersten Lesung dem Das Volt von Mailand", und erhebt in er= Verbrechen der frommen Klosterbrüder enthüllt. Denn Großen Handels- und Gewerbeausschusse zugewiesen. Es handelt greifenden Worten das Verdienst hervor, das Mailand Forbes hat behauptet, verschiedentlich seinem Bischof be- fich darum, eine Behörde mit großer Bollmacht und bedeutendem um die Sache der Freiheit von neuem fich erworben hat. Die richtet zu haben, welche Mißhandlung er in Mariaberg Ansehen zu errichten, welche über einen großen Theil des Landes Wahl des eingekerferten Sozialisten Barbato, die Wahl des Arbeiter Republikaners Zavattari im Angesicht des forrupten erdulden müsse. Wenn der Bischof diese Berichte nicht be- fich erstreckende Industrien umfaßt. Rom find Großthaten, die sich denen der fünf Erhebungstage tommen hat, dann haben die Brüder" sie eben unter- Die Majorität Crispi's schmilzt schon jetzt rasch zusammen.( Cinque giornate) vom Jahre 1848 würdig anschließen. schlagen. Von einer Zweidrittel- Majorität im Parlamente fann feine Rede Ueberall, wo sich die neugewählten Sozialisten zeigen, werden sie Die Zentrumsblätter suchen natürlich ihre Allegianer fein. Der von Crispi empfohlene Präsident Villa, der Rechts auch von den radikalen Demokraten und Republikanern mit so gut es geht herauszuhauen. Einestheils behaupten fie, beistand Tanlongo's, wurde blos mit 268 gegen 173 oppofitionelle Dvationen begrüßt, so Agnini, Berenini und Enrico Ferri auf ihrem Wege nach Rom. Eine ganz besondere Aufmerksamkeit auch in staatlichen Frrenanstalten herrschten vielfach eben Stimmen gewählt. Auf Dr. Barbato fielen 8 Stimmen. solche Zustände, wie in Mariaberg. Wir wissen nicht, wie Mameluken, elende Mameluken bilden die erregt die Wahl von Zavattari aus Mailand. Er verdient die weit dies zutrifft, wenn ja freilich zugegeben werden muß, Regierungspartei des Herrn Crispi. Bei ihrer ersten zu arbeiter, der noch heute sein Amt als Gepäckträger am SteuerTheilnahme, die ihm heute ganz Italien widmet. Ein einfacher daß nicht selten Stimmen in die Deffentlichket bringen, die sammenkunft, über die das Berliner Tageblatt" berichtet, amt tagtäglich ausübt, noch nicht vierzig Jahre alt, der durch diese Behauptung zu bestätigen scheinen. Wenn den ermahnte Crispi dieselben, fest zusammen zu halten, da die eisernen Fleiß, bei dem er die Nächte zu Hilfe nehmen mußte, Blättern irgend etwas Derartiges bekannt ist, dann wäre Feinde des Ministeriums auf eine Ueberrumpelung bauten. sich eine Bildung erwarb, die ihn befähigt, nicht nur große Veres verdienstvoll, dies ebenso schonungslos aufzudecken, wie Als Regierungskandidaten für das Kammerpräsidium sammlungen zu leiten, sondern belehrende Schriften herauszugeben, : " n ein Organisator zahlreicher Vereine und Echöpfungen für seine| Tertilarbeiter und Arbeiterinnen( Weber, Wirker, Färber, Dela- 3.( Antrag Budapest):" Die internationale Ronferenz Klaffengenoffen, geliebt von diesen und hochgeschätzt von den teure, Appreteure 2c.), Wäsche und Kravattenarbeiter und Arbeite- erklärt, daß überall die Bildhauer Kampforganisationen anzuBürgern, die ihn zu dem Ehrenamte des Aufsichtsrathes am rinnen, Blätterinnen, sämmtliche in der Hutbranche beschäftigten streben und daß Unterstützungszweige nur dort zu bilden sind, großen Pfandhause erwählten und ihn in den Riesenversamm- Arbeiter und Arbeiterinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen der wo solche unbedingt nothwendig find. Ferner haben neben diesen lungen zur Begründung des Bundes der Freiheit im Museo Kürschnerbranche,( Mützen- und Belzbranche und Selbständige, die Bildhauer Widerstandsfonds zu schaffen und außerdem die civico legten Sommer einstimmig zum Präsidenten ernannten, Tapezirer, Deforateure und die in dieser Branche thätigen Näherinnen, politische Agitation im Sinne der modernen Arbeiterbewegung ein Amt, das er mit dem glänzendsten Geschicke zu günstigstem Arbeiterinnen der Puß-, Blumen- und Federfabrikation, Echirm zu betreiben." Schlusse führte. Dabei ist Pietro Zavattari eine macher und Schirmmacherinnen u. f. w. werden hierdurch ersucht, Riesengestalt wie Präsident Lincoln, der ja auch in den Versammlungen zu erscheinen.( Siehe auch Inserate im einmal früher Gepäckträger war, so daß der Asino" Vorwärts" am 16. Juni.) in Rom schon sehr scharf die Frage erläutert hat, daß nun ja Die Berliner Gewerkschafts- Kommission. der Knirps Crispi gar nicht mehr in der Kammer sein bekanntes J. A.: R. Hagen. Theaterkunststück der Faustschläge auf den Tisch ausführen kann aus Angst, daß ein einziger leichter Faustschlag Zavattari's das ganze Ministerpult umstürzen müßte. Noch flingen in den Ohren und Seelen der freiheitliebenden Mailänder die Worte wieder, die Zavattari in der letzten großen Boltsversammlung im Theater Alhambra am Abend vor der Stichwahl unter ftürmischem, nicht enden wollendem Jubel sprach: Wenn mich die Mailänder fenden, so gehe ich nach Rom, und ich fürchte mich weder vor Crispi, noch vor denen, die ihn schützen!" Parteinachrichten. 4.( Antrag Deutschland): Als weiteres Mittel zur Erreichung der gesteckten Ziele beschließt die internationale Konferenz die Einsetzung eines internationalen Agitationskomitees, welches als Zentralstelle für die ständig in allen Ländern vorzunehmende Propaganda zur Förderung der Bildhauerbewegung zu betrachten In Halle haben 111111 auch die Böttcherei Inhaber ist. Desgleichen hält es die Konferenz für nothwendig, in jedem Hädicke und Schwarz die Lohnforderungen der Gehilfen Lande ein Korrespondenzkomitee zu bestimmen, welches die schriftbewilligt und alle Streifenden wieder eingestellt. Damit hat der lichen Arbeiten des Landes in bezug auf internationale Agitation Hallesche Böttcherstreit ein erfreuliches Ende gefunden. mit dem internationalen Agitationskomitee vorzunehmen hat." Ueber den Leipziger Maurerftreik theilt uns ein Privat- 5.( Antrag Deutschland): Bezüglich des Verhaltens bei telegramm mit, daß die Unternehmer, bei denen gestreift wurde, Streits erkennen die anwesenden Delegirten die Nothwendigkeit ihre Baupläge geschlossen und damit die Arbeiter, die ihnen der gegenseitigen Unterstützung bei Streifs und Aussperrungen Streifbrecherdienste leisteten, gezwungen haben, ebenfalls zu feiern. und das Fernhalten des Zuzugs nach den in betracht kommenden Vermuthlich wollen die Herren durch diese Maßregel die Ländern an, ferner nachhaltigste materielle Unterstützungen, soweit finanzielle Unterstützungskraft der Arbeiter schwächen und durch irgend möglich, in den Fällen, wo die fämpfende Organisation die Vermengung der zielbewußten Ausständigen mit den in- des Landes erklärt, daß die eigenen Kräfte zur Durchführung des differenten Kameraden unter der Leipziger Maurerschaft eine Kampfes nicht ausreichen." ihrer Profitsucht günstigere Strömung erzeugen, die in die Reihen Die Bäcker Budapests stehen vor einem Streit und erder Ausständigen Verwirrung bringe. Nach beiden Richtungen suchen deshalb um strenge Vermeidung des Zuzugs. hin wären damit die Unternehmer auf dem Holzwege. Nachklänge vom Budapester Postbeamten Streik. Wie In Flensburg ist der Streik der Maurer ein allgemeiner die„ Neue Freie Prefie" mittheilt, soll der Ministerialrath Peter geworden. Fast auf allen Bauten herrscht Friedhofsstille. Damit Sein, dessen schroffem Auftreten gegenüber der Deputation der die Arbeiter siegen, ist es dringend nöthig, den Zuzug nach Flens- Postbeamten der Ausbruch des Streiks zugeschrieben wird, einen burg zu unterlassen. Wink mit dem Baumpfahl bekommen haben, wegen vorum seine Pensionirung einzukommen. gerückten Alters Die Forderung der Postbeamten um Gehaltserhöhung soll im Rahmen des 1896er Budgets so weit als möglich berücksichtigt, bei günstigen Kassenbeständen soll fogar noch heuer etwas ge= leistet werden. Auch die Wünsche betreffs Pension, Dienstzeit und Behandlungsweise sollen sogar Berücksichtigung finden. Dies handlung mit dem Staatssekretär Vörös erlangt hat, was die waren die Versprechungen, die die Deputation bei der Ver Beendigung des Streits zur Folge hatte. Aber eine bittere Pille fehlte nicht. Den von Budapest strafversetzten Leitern der Be wegung bewilligte der Staatssekretär 14 Tage Aufschub. Fort Auf der Höchberger Konferenz der Sozialdemokratie des Würzburger Reichstagswahlkreises, die dieser Tage statt fand und von zirka 50 Personen besucht war, wurde den Höchberger Parteigenossen wegen der mangelhaften Berbreitung unserer Presse scharf der Text gelesen. Da ferner der Wahlverein in diesem Ort, troßdem er schon einige Jahre besteht, immer noch auf feinen grünen Zweig gekommen ist, wurde den Höchbergern Ju Oldenburg ftellten 35 Bauarbeiter des Innungsempfohlen, den Verein aufzulösen und sich zu einer Zahlstelle des meisters Brandes die Arbeit ein, weil dieser an stelle der dort Würzburger Wahlvereins, dessen Wirkungskreis auf den ganzen zwischen den Unternehmern und Arbeitern des Baugewerbes verWahlkreis ausgedehnt worden ist, zusammenzuthun. Endlich haben im Gemeinderath von Höchberg sozialdemokratische Vereinbarten 10 stündigen Arbeitszeit die 10% ftündige einführen wollte. treter für die Einführung des sogenannten Bierpfennigs ge- Die Ausständigen haben fast sämmtlich bei anderen Meistern Arbeit gefunden. ftimmt, welche Stegmüllerei die Konferenz aufs entschiedenste verurtheilte. Der Malerstreik in Dortmund ist am Sonnabend für beendet erklärt worden. Die bekannten polizeilichen Maßnahmen Mit dem Lokalboykott haben die Magdeburger haben einen vollständigen Sieg vereitelt. Doch haben 32 Meister Parteigenossen, wie schon in einer früheren Nummer gemeldet, bewilligt und auch bei denjenigen, die nicht bewilligten, ist der einen respektabeln Erfolg erzielt, indem ihnen jetzt das geräumige Lohn gestiegen. Die Gehilsen find daher mit dem Resultat des Lokal Luisenpark zur Verfügung gestellt ist. Nach dreijähriger Streits zufrieden. Bause tann infolge dessen die Magdeburger Sozialdemokratie wieder in einem großen Saale Versammlungen abhalten. Dies geschah am Sonnabend, wo Reichstags- Abgeordneter Albert Schmidt im Luisenpark vor mehr als 3000 Personen unter lebhaftem Beifall über das Thema sprach: Wie stellt sich die Sozialdemokratie zur Aenderung des allgemeinen Wahlrechts und zu dem von der konservativen Partei erstrebten Verfassungsbruch? Polizeilich, Gerichtliches 2c. zit weshalb der Zuzug nach wie vor streng zu verhüten iſt. Die Dortmunder Dachdecker stehen noch immer im Streit, In Lübeck haben die organisirten Bildhauer die Fabrik der Gebrüder Wasserstradt für Holzbildhauer gesperrt. Die geftrigen beiden Notizen aus Fürth betrafen, wie der Leser sich wohl schon selbst gesagt haben wird, einen und denselben Streik, nämlich den der Arbeiter und Arbeiterinnen des bitten um Vermeidung des Buzugs. Kompositions- und Metallschläger- Gewerbes. Die Ausständigen es wird = müssen sie also doch. Der Streit hatte unter der Arbeiterschaft Budapests die lebhafteste Theilnahme hervorgerufen. Unsere Parteigenoffen vertheilten gleich am ersten Streiftage 300 Gulden an die bedürftigsten der Ausständigen. In fämmtlichen Fabriken und Werkstätten wurde am Sonnabend bei den Auszahlungen für die Streifenden gesammelt. Der größte Betrag lief von den Buchdruckern ein. Auch aus der Provinz und dem Auslande kamen zahlreiche Spenden. " Wie die Wiener Arbeiter Zeitung" erfährt, sind die Postbediensteten in Temesvar dem Beispiel ihrer Budapester Kameraden gefolgt, indem sie den Dienst einstellten. In mehreren anderen großen Städten Ungarns steht das gleiche in Aussicht. " Depeschen. Brandenburg im Gefängniß zu Plößensee eine sechsmonatige Am Dienstag hat unser Parteigenoffe Simon aus Strafe anzutreten, die ihm als Redakteur der Brandenburger Die internationale Bildhauerkoue in Nürn Zeitung" wegen Beleidigung des Schneidermeisters Krukte auferlegt worden ist. Möge er die lange Strafzeit überstehen, ohne berg im Anschluß an die Generalversammlung der deutschen an seiner Gesundheit dauernden Schaden zu leiden. Bildhauer Organisation abgehalten worden ist, war von DeutschNachdem die Breslauer, Volts wacht" erst vor land, Desterreich- Ungarn, Holland und der Schweiz durch Delewenigen Tagen mit einer Haussuchung beglückt worden ist, ftellte girte beschickt. Frankreich, Belgien, Italien, England und Nordsich bei ihr am Sonnabend die Polizei in gleicher Absicht wieder amerika hatten schriftlichen Bericht gesandt. Vorsitzender der Wolff's Telegraphen- Bureau. ein. Man fahndete erfolglos nach dem Manuskript des in Konferenz war Göbel Deutschland, dessen Stellvertreter Königsberg i. Pr., 11. Juni. Der Telephonanschluß an Nr. 131 der Volkswacht" veröffentlichten Leitartikels Schnorrer", Ruppin Ungarn. Nach Berlesung eingegangener Begrüßungsworin die Staatsanwaltschaft eine Beleidigung der Staats- telegramme dankte Foitiin Budapest den deutschen Kollegen das Telephonnet Berlin- Memel ist gesichert. Breslau, 11. Juni. Das bereits gemeldete Erdbeben dauerte regierung entdeckt haben will. Weiter hat der Breslauer Staats- für die opferwillige Unterstützung während der Bewegung der 3 anwaltschaft die Freisprechung unseres Genossen Ostar österreichisch- ungarischen Bildhauer, desgleichen Schramm. Gefunden. In Strehlen fand um 91/2 Uhr früh ein starker Schütz von der Anklage der Aufreizung zum Klaffenhaß nicht Wien, der noch anfügte, daß die ausländischen Kollegen sich Erdstoß statt. ihrer Pflicht bewußt seien und die deutschen Kollegen in Bei dem Brande in der„ Gottessegengrube" zu Antoniengefallen. Sie hat gegen das Urtheil des Landgerichts Revision ähnlichen Fällen thatfräftig unterstützen würden. Winkler- hütte erlitten noch 30 Berg leute mehr oder minder angemeldet. Beim Begräbniß des Parteigenossen J. Heßler in Deutschland verlas den Bericht aus Frankreich, worin ich were Verlegungen. Nach amtlicher Feststellung be Erfurt, das unter Theilnahme von zirka 1000 Bersonen vor die französischen Kollegen sich mit dem Vorgehen der Deutschen trägt die Zahl der Todten 9; vermißt werden 11 Mann, die fich ging, trug sich ein Vorfall zu, der für die Leidtragenden solidarisch erklären und in Aussicht stellen, bei der nächsten jedenfalls ums Leben gekommen sind. Aachen, 11. Juni. Der aus dem Prozeß gegen Mellage überaus peinlich war. Als ein Chor des Arbeiter- Sängerbundes Konferenz vertreten zu sein; ebenso sind die Arbeitersyndikate die Leichenhalle betrat, stellten sich, wie die Thüringer Tribüne" damit einverstanden. Belgien verweist darauf, daß es infolge bekannte Bruder Heinrich wurde heute in Weariaberg verhaftet berichtet, angesichts des Sarges zwei Gendarmen auf. Einer von der dort herrschenden politischen Kämpfe, die große materielle und in das Untersuchungsgefängniß abgeführt. Stuttgart, 11. Juni. In Ebingen bei Balingen brach inihnen rief mit lauter Stimme:" Ich verbiete das Singen der Opfer erfordern, unmöglich fei, einen Delegirten zu entfenden, Lieder". Auf Borhalt einiger Genossen, daß diese Lieder faft und giebt in einem ausführlichen schriftlichen Bericht die Lage folge eines Blitzschlages ein großer Brand aus. Zu gleicher bei jedem Begräbniß gesungen würden, er möge sie doch erfi der dortigen Bildhauer bekannt. In Italien find Beit trat abermals Hochwasser ein. einmal durchlesen, ließ sich denn auch der Wächter des Gesetzes die organisirten Kollegen noch sehr wenig zahlreich; Budapest, 11. Juni. In Ballas Gyarmat wurde heute herab, dies thun. hier Alsdann rief er in derselben ebenfalls Kämpfe Vormittag 10 Uhr ein einige Sekunden andauerndes Erdauf die politischen lauten Weise, wie bei dem Verbot:" Die Lieder können sowie auf die Krisen und Indifferentismus der beben verspürt, durch welches indessen tein Schaden angerichtet gesungen werden!" Beim Niederlegen der Kränze durch den großen Masse hingewiesen, aber die Hoffnung auf eine wurde. London, 11. Juni. Bei der heute fortgesetzten Untersuchung Reichstags- Abgeordneten Reißbaus spielte sich noch eine ähnliche bessere Zukunft und das Vertrauen auf die Solidarität der Szene ab. Kaum hatte Reißhaus die Worte:" Im Namen" Kollegen aller Länder ausgesprochen. Von den anwesenden über das Unglück der„ Elbe" wiederholte der Oberingenieur der gefagt, so stürzte der Gendarm auch schon auf ihn zu, faßte ihn Delegirten wurde namentlich die unleidliche Konkurrenz, die von Elbe", Neußen, seine früher gemachte Aussage. Der Steward am Arm, um ihm den Kranz abzunehmen und das Niederlegen Italien, sogar von besseren Arbeitern aus, tommt, betont. Die Kollegen der Grathie", welcher abermals aufgerufen wurde, fagte aus, Steuermann und den Mann Dom zu verbieten. Reißhaus ließ sich aber nicht aus der Fassung Englands erklären sich mit der Konferenz einverstanden und er habe über den bringen, sondern rief dem Gendarmen zu:" Stören Sie doch die machen geltend, daß sie zu abhängig von den dort bestehenden Ausguck, die sich zur Zeit der Kollision in der Kambuse aufgehalten Feier nicht." Diefelbe Szene spielte sich noch einmal beim Nieder- Verbindungen mit den übrigen verwandten Berufsgenossen seien, hätte, teine Aussage gemacht, bis er nach Rotterdam gekommen Er sei einige Male von Mac Kinnon, dem Vertreter Tegen eines anderen Kranzes ab. Es ist charakteristisch für die um Geld zur Entfendung eines Delegirten flüssig machen zu fei. zweifelhafte Güte der jezigen Gesellschaftsordnung, daß man tönnen. Amerika( Zentralstelle Boston) betont, daß für sie die des Norddeutschen Lloyd", gedrängt worden, Aussagen zu Sozialdemokraten nicht einmal auf dem Friedhofe ohne Ver- Beit zu tura bemessen gewesen sei, um der Frage bezüglich Ent- machen. Mac Rinnon habe ihm versprochen, die 3 eugens und er habe treter der Obrigkeit" läßt. sendung eines Delegirten näher zu treten. Die Zeutralftelle begrüßt Auslagen zahlen zu wollen, Aus 3 wick au schreibt man uns: Es wird flott weiter das Grwachen der Kollegen aller Länder und sendet ihre besten Glück- die Auslagen und 20 Pfund erhalten. Robson, der verboten. Für Haslau und Umgegend war ein Arbeiterverein wünsche. Ueber Rumänien, Bulgarien, Serbien Anwalt des Handelsamts, theilte sodann die Reihe der gegründet worden; das sehr mäßig und furz gehaltene Statut und die Türkei erstattet Foittin ausführlichen Bericht und Fragen mit, welche das Handelsamt dem Gerichtshof zu unterhat aber die Bestätigung der Amtshauptmannschaft nicht bekommen, bemerkt, daß die Sprachverhältnisse es schwer machen, die breiten wünsche, darunter die Fragen, ob auf beiden Schiffen ein da der neue Verein als eine Fortsetzung der früher in Haslau dortigen Kollegen zu organisiren. Hauptsächlich in der Türkei geeigneter Mann vom Ausguck gewesen sei, ob es wahr Der Mann vom Ausguck und Wilkau bestandenen Arbeitervereine betrachtet und tem- seien die Verhältnisse der Bildhauer die denkbar traurigsten, man sei, daß der Steuermann und der ,, Grathie" sich in die Kambüse begeben gemäß wieder aufgelöst wurde. Mehreren hundert Arbeitern behandle sie wie die Sllaven und die Kollegen nähmen dort nur auf wird also auf grund des Vereinsgefeßes, das wirklich ein vorübergehend und nothgedrungen Arbeit. Schramm theilt hätten, und ob irgend eine Nachlässigkeit an Bord der„ Elbe" zu wahres Juwel" für die Regierung ist, das Recht der Ver- mit, daß in Desterreich etwa 1850 Bildhauer organisirt seien und dem Unglück beigetragen habe. Der Gerichtshof entschied, daß einigung entzogen! daß fich aus dem Unterstützungsverein allmälig die jetzt bestehende die Aussagen des Mannes vom Ausguck auf der„ Glbe" vor Das Landgericht in Chemnitz verurtheilte den Redakteur gewerkschaftliche Organisation entwickelt habe; er bittet, daß die dem deutschen Gerichtshof ausreichend seien für die gegenwärtige der Burgstädter, Boltsstimme", August Diehl, wegen Beleidigung Bildhauer der anderen Länder ihr Augenmerk auf den Achtstundentag Untersuchung. Das Urtheil wird am Montag ge der Chemnitzer Amtshauptmannschaft zu 4 Monaten Gefängniß. richten möchten. 3 uhmann- Prag schildert die Zustände in fällt werden. Die Beleidigung wurde in der Kritik des von jener Behörde aus Böhmen, das Mißtrauen der Bevölkerung gegen Desterreich und gesprochenen Verbotes einer Volksversammlung gefunden, die am hauptsächlich die in Desterreich geltenden reaktionären Bestim1. April in Chemniß mit dem Reichstags- Abgeordneten Hofmann mungen, welche eine öffentliche Agitation nicht zulassen. Die als Referenten abgehalten werden sollte. Das Verbot war darauf Lehrlingszüchterei stehe dort in schönster Blüthe. Foittin gegründet worden, daß mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des Budapest theilt mit, daß in Ungarn im Bildhauergewerbe größtenReferenten und auf das Verhalten der sozialdemokratischen Prefse theis die 8 stündige Arbeitszeit eingeführt sei, und daß die Lohnmit Bestimmtheit anzunehmen sei, daß es hierbei auf Beleidigungen verhältnisse nicht gerade als schlechte bezeichnet werden könnten. des Fürsten Bismarck und der zur Feier seines 80. Geburtstages Doch habe das sonst so freie ungarische Volk nicht das Recht, verschreitenden Volkskreise abgesehen, sonach aber der Zweck der Gelder für Streikunterstützung zu sammeln. Dupont Berlin Versammlung darauf gerichtet sei, Gesetzesübertretungen und schildert ausführlich die Verhältnisse in Deutschland, die ja ziem unjittliche Handlungen zu begehen. lich bekannt sind, sodaß es überflüssig ist, auf die trefflichen Ausführungen näher einzugehen. Von 5500 bis 6000 Bildhauern sind über die Hälfte, etwa 3200, organisirt. Gewerkschaftliches. Die Konferenz faßte folgende Beschlüsse: = " " Madrid, 11. Juni. Zwölftausend Soldaten des Beurlaubtenstandes sollen unverzüglich einberufen werden. Shanghai, Montag, 10. Juni.( Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Nach einem Telegramm aus Tschingking vom 9. d. M. find die Missionsstationen in Kiating und Yotschan angegriffen worden, das Eigenthum der Missionare wurde zerstört. Die chinesischen Beamten weigerten sich einzuschreiten. Auch andere Missionszentren sind bedroht. In Tschengtu fanden zwanzig Erwachsene und zahlreiche Kinder aus einer chriftlichen Gemeinde Schuh in einem Amtsgebäude. Die Verantwortlichkeit für die Angriffe auf die Missionsanstalten wird im wesentlichen dem Vizekönig Liu zugeschrieben. ( Depeschen- Burean Herold.) Wien, 11. Juni. In verschiedenen Stadtbezirken sollen heute Abend von der sozialdemokratischen Partei einberufene Versammlungen stattfinden. Auf der Tagesordnung steht: Besprechung der Wahlreform. Die Polizei hat umfassende Vorkehrungen getroffen, um Demonstrationen sofort zu unterdrücken. 1.( beantragt von Deutschland):" In Erwägung, daß Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrit von Malet, die Affordarbeit den Unternehmern das Mittel bietet, die ArBerlin, Landsbergerstr. 32, ist Streit ausgebrochen. Die Ursache beiter noch mehr auszubeuten als durch die Lohnarbeit, und daß find Lohnabzüge von 20-30 pCt. Die Arbeiter waren somit diese dadurch zum Schaden ihrer Gesundheit und Lebenshaltung gezwungen, in den Streit einzutreten. Es sind im ganzen übermäßig angestrengt werden, in der weiteren Erwägung, daß Wien, 11. Juni. Die Neue Freie Presse" meldet, daß die 29 Arbeiter und Arbeiterinnen, wovon 8 verheirathete, 16 unver- die Berkürzung der Arbeitszeit das wirksamste Mittel ist, um Puddlingshütte des der Staatsbahngesellschaft gehörigen Eisenheirathete und 5 Mädchen. Wir ersuchen die Kollegen, den Zuzug unter der kapitalistischen Produktionsweise die Lebenshaltung werks in Anina heute vollständig abgebrannt ist. In der Hütte fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Ab- der Arbeiter zu heben und den Lohn in die Höhe zu bringen, waren 500 Arbeiter beschäftigt. druck gebeten. und ferner Gelegenheit giebt, sich geistig weiter auszubilden, so Brüffel, 11. Juni. In der heutigen Rammerfitung wurde Für alle Brauchen der Bekleidungs- Industrie finden ist es Pflicht der Bildhauer aller Länder, für die Abschaffung ein Individuum verhaftet, welches von der öffentlichen Tribüne am Montag, den 17. Juni, 4 öffentliche Versammlungen statt, der Affordarbeit, sowie für Erringung des Achtstundentages aus schwere Beschimpfungen gegen den König und den Justizin welche Frau Bettin- Stuttgart, Frau Kähler- Hamburg, Frau eifrigft zu wirken. Zu diesem Zwede ist eine fräftige gewert- Minister Begerem, der kurz vorher mehrere Gesezentwürfe auf Ihrer Pankow und Frau Rohrlack- Berlin referiren werden. Die schaftliche Organisation in allen Ländern im Sinne der modernen den Tisch des Hauses niedergelegt hatte, in den Sigungssaal schleuderte. Bersammlungen tagen bei Keller, Stoppenstr. 29, Rösliner Hof, Arbeiterbewegung anzustreben." Röslinerstraße 8, Schützenhaus, Linienstraße 5, Cohn, Beuth- 2.( beantragt von Holland): In den Ländern, wo in Venedig, 11. Juni. Das gestern hier stattgefundene Erdstraße 22, I. Die Arbeiter und Arbeiterinnen folgender Gruppen bezug auf Organisation noch traurige Verhältnisse bestehen, ist beben ist auch in Verona, Padua, Treviso und Rovigno wahrs der Bekleidungs- Industrie werden um rege Agitation in ihren zunächst eine fräftige Organisation zu schaffen und dann ist die genommen worden; es hat jedoch keinen wesentlichen Schaden Kreifen ersucht: Schneider und Schneiderinnen aller Branchen, achtstündige Arbeitszeit zu erstreben." angerichtet, wohl aber die Bevölkerung in Schrecken versetzt. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Truck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. Gierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 134. Darlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 72. Sigung vom 11. Juni 1895, 12 Uhr. Am Regierungstische: Schönstedt, Miquel. Das Andenken der seit der letzten Sigung verstorbenen Abgg. Hauptmann( 3.), Ottens( natl.) und v. Risselmann ( f.) ehrt das Haus in der üblichen Weise. Zur dritten Berathung steht der Gesetzentwurf betreffend das Grundbuch wesen und die Zwangsvollstredung in das unbewegliche Vermögen in dem Gebiet der vormals freien Stadt Frank furt, sowie den vormals großherzoglich hessi. schen und landgräflich hessischen Gebiets theilen der Provinz Hessen- Nassau. Nach längerer Debatte beantragt Abg. Im walle( 3.) die Vorlage mit dem Antrage der Justizkommission zu überweisen, da diese Frage nur in einer Kommission richtig geprüft werden tönne. Nachdem Abg. Schmidt Warburg sich gegen den Antrag von Tepper 2asti erklärt hat, wird die Vorlage der Justizkommission überwiesen. Es folgt die zweite Berathung des StempelsteuerGesetzes. Dieselbe beginnt mit der Spezialberathung des Tarifs. und zwar mit der Nummer 2, welche die Abtretung von Rechten betrifft. Mittwoch, den 12. Juni 1895. 12. Jahrg. für schriftliche Anträge auf Umschreibung von Namen jetzt die Pferdebahn- Interessenten allein eine Verlängerung ihres Aktien im Aktienbuch in den Fällen, wo laut Statut solche Vertrages über 1911 hinaus betreiben, würde die aus der Firma Anträge der Genehmigung bedürfen, erst mit erfolgter Genehmi- Siemens n. Halske fich herausbildende Aktiengesellschaft ebenfalls gung die Stempelpflicht eintreten soll, wird Zählung erforderlich. alles aufbieten, um die Straßen und Pläge der Stadt ihren Für den Antrag stimmen 84, gegen denselben 111 Mitglieder. ( Große Heiterfeit.) Das Haus ist also beschlußunfähig. Mittwoch 11 Uhr Fortsetzung. Schluß 34 Uhr. Kommunales. Tokales: Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahlvereins für den dritten Berliner Reichstagswahlkreis zur Nachricht, daß am nächsten Sonntag, den 16. Juni, ein Familienausflug nach Sch margendorf stattfindet. Treffpunkt im Lokal„ Sansſouci", Schmargendorf. In den Versammlungsanzeigen der Arbeiter- Bildungs schule heißt es irrthümlich, daß Genoffin 3ettin Stuttgart am Donnerstag über das Thema referirt: Was haben die römischen Frauen für die Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts gethan?" Die Tagesordnung der Versammlung lautet: Was haben die russischen Frauen für die Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts gethan?" Bekanntlich haben die russischen Frauen an den großen Kämpfen, die sich in ihrem Vaterlande in den 70er und 80er Jahren abspielten, einen hervor. Aktionären tributpflichtig zu erhalten. Redner stellt den Antrag, sich Siemens u. Halste gegenüber be züglich dieser Linie unter feinen Umständen länger als bis zum Schluß der Ausstellung zu binden, und es der Firma zu überlassen, wenn sie es in ihrem Interesse für erfprießlich erachtet, die Linie vom Wasserthorbecken bis Die gemischte Deputation zur Berathung über die zur Zeit zur Behrenstraße weiterzuführen. Stadtverordnete innerhalb der städtischen Verwaltung schwebenden Fragen des Jacoby und Wagner schließen sich diesen Ausführungen an, Verkehrswesens hat in ihrer gestrigen Sigung über einen Antrag während Stadtv. Dinse die Weiterführung der Linie nur bis der Firma Siemens u. Halske berathen. Bekanntlich ist dieser zur Lindenstraße gestatten will. Die Deputation lehnt den AnFirma seitens der Stadt die Erlaubniß ertheilt, für die Dauer der trag des Stadtrath Bohm auf Genehmigung des Gesuchs der nächstjährigen Ausstellung eine elektrische Straßenbahn vom Wasser: Firma Siemens u. Halste mit allen gegen eine Stimme ab. Der thorbecken bis nach Treptow zu betreiben. Die Treptower Gemeinde Antrag Singer wird mit großer Majorität angenommen und stellt nun Forderungen bezüglich der Benutzung des Treptow ge- demgemäß den Gemeindebehörden empfohlen, das Gesuch der hörigen Straßenlandes, welche die Firma nicht glaubt erfüllen Herren Siemens u. Halste zurückzuweisen. zu können. Die Vermittelung des Magistrats hat bislang zu feinem Resultat geführt. Vermuthlich wird die Stadtgemeinde, welche bereits eine Beihilfe von 50 000 m. an Treptow geleistet hat, noch eine nicht unbeträchtliche Summe zur Pflasterung des Lohmühlenweges beitragen, um das Zustandekommen der Bahnanlage zu erleichtern. Hauptgegenstand der Berathung der Die Beurkundung über die Abtretung von Rechten soll einen Deputation war jedoch das Gesuch Gesuch der Firma, Die Stempel von 1/50 v. H. des Werthes tragen, mindestens aber ihr konzessionirte Linie in das Innere der Stadt zu 1 M., oder, wenn der Werth nicht schäzbar ist, 5 M. Die verlängern. Nachdem die Große Berliner PferdebahnBeurkundung der Uebertragungen der Konoffemente der See- gesellschaft die Genehmigung zur Anlage von zwei Linien nach schiffe, Ladescheine, der Frachtführer- und Auslieferungsscheine der Ausstellung erhalten hat, fürchten Siemens u. Halske, daß ( Lagerscheine, Warrants) über Waaren oder andere bewegliche ihre erst am Wasserthorbecken beginnende Linie nicht mehr rentabel Sachen durch Indossament soll einem Stempel von 1,50 M. sein wird, und wünschen die von ihnen einzurichtende elektrische unterliegen. Bahn vom Wasserthorbecken durch die Wafferthor, Alexandrinen-, Abg. Haacke( natl.) beantragt, diese Bestimmung zu streichen, Hollmann, Linden, Markgrafen, Schüßen-, Mauerstraße bis während zur Ecke Wilhelm- und Behrenstraße zu führen. Bis Abg. Dasbach( 3.) den Mindeststempel von 1 M. für Ab- zur Lindenstraße soll oberirdische Stromzuführung, von dort tretung von Rechten auf 1/2 M. ermäßigen will. bis zum Endpunkt unterirdische Zuleitung erfolgen. Als GegenAbg. Möller, diesen Antrag befürwortend, weist darauf hin, leistung stellt die Firma die Forderung, ihr diese Linie auf welche Erschwerung aus diesem Fixstempel dem ganzen Speditions- vierzig Jahre zu konzessioniren. Allenfalls wollen die Herren geschäft erwachse. Schon bei der letzten Reichs- Stempelsteuer- sich damit begnügen, bis zum Jahre 1911( dem Ablaufstermin| ragenden Antheil genommen. Borlage sei deshalb der Widerstand gegen einen derartigen Stempel des Pferdebahnvertrages) fonzessionirt zu werden, wenn sich die mit Recht ein sehr großer gewesen. Führe Preußen denselben Stadt verpflichtet, der Firma Siemens u. Halste dieselben Unter den Adressen der Berliner Vertrauenspersonen hier ein, so würden beispielsweise die Spediteure in Altona und Bedingungen zu gewähren, welcher gelegentlich der Um- fehlt die der Frau Gerndt, Blumenstr. 26, welche für die Harburg mit denen in Geestemünde und Bremerhaven nicht mehr wandlung des Pferdebahnbetriebes in elektrischen Betrieb Frauen und Mädchen fungirt. fonfurriren können. Namentlich die kleinen Frachtgeschäfte die Große Berliner Pferdebahn Gesellschaft feftkönnen einen so hohen Firstempel nicht tragen, und da sich eine gesetzt werden. Stadtrath Bohm empfiehlt den Antrag der Grenze zwischen kleineren und größeren Frachtgeschäften schwer Firma Siemens u. Halste zur Genehmigung, da es wünschensziehen lasse, sei es das beste, den Firstempel hier ganz fallen werth, sei eine Bahn mit unterirdischer Stromzuführung zu er zu lassen. halten. In der Diskussion wendet sich Stadtv. Singer sehr Minister Miquel erblickt in den Beschlüssen der Kommission energisch gegen den Versuch, eine für die Dauer von zwei Jahren eine Art Rompromiß zwischen Haus und Staatsregierung. Das ertheilte Konzession auf dem Umwege einer Bergrößerung der ganze Gesetz solle hauptsächlich der bisher herrschenden Verwirrung Strecke auf Jahrzehnte zu verlängern. Redner auf stempelgesetzlichem Gebiete ein Ende machen. Aber es dürfte eindringlich davor, die Verlängerung einer Strecke damit Die Umfturzvorlage haben die Sozialdemokraten beauch, zumal nachdem die Kommission bereits vielfache Ermäßi- zu bezahlen, daß man die Straßen und Plätze der graben helfen, ergo helfen wir auch ihre Todten begraben. gungen am Zarif vorgenommen habe, das finanzielle Ergebniß privatfapitalistischen Ausbeutung überliefert. Siemens u. So jedenfalls dachte die Schöneberger Behörde, als am Sonntag der Stempelgesetzgebung nicht noch weiter zu sehr geschmälert Halste haben genau gewußt, daß die von ihnen offerirte Linie Nachmittag der Genosse Ernst Buchholz zur letzten Ruhe werden. Geschehe dies, so werde das Gesez, zumal angesichts der nur für die Ausstellungszeit bestimmt war und mußten mit der gebracht wurde. Nicht nur hunderte von Genossen mit ihren gegenwärtigen Finanzlage, unannehmbar für die Regierung. Thatsache rechnen, daß die Bahn nach Schluß der Ausstellung Frauen, auch Gemeindediener in Zivil und wie von einem Gleichwohl sei er bereit, in anbetracht der von Möller an- zu beseitigen wäre. Wenn die Firma jetzt aus Konkurrenzgründen Arbeiter mit sehr scharfem Blick bemerkt wurde, auch Beamte von gezogenen Stempelsteuer Verhältnisse in den Hansestädten dem außerhalb" waren am Grabe. Wahrscheinlich um den übrigen Antrage Haacke feinen Widerspruch entgegenzusehen. Er gab bort liegenden Todten nicht die Ruhe zu rauben, wurde es den dessen Annahme dem Hause anheim, hoffe aber allerdings auf anwesenden Mitgliedern des Gesangsvereins Rothe Nelte" nicht Gegenliebe seitens des Hauses an anderen Tarifstellen. gestattet, dem treuen Genossen den letzten Nachruf zu weihen, besgleichen wurde den Kranzspendern auch nicht die kleinste Widmung gestattet. Trotz alledem irrt man sich sehr, wenn man glaubt, durch eine solche Maßnahme dem Arbeiter das zu Nachdem noch mehrere Redner das Wort ergriffen haben, werden der Antrag Haacke und der Antrag Jansen angenommen, der obige Antrag Dasbach wird zurückgezogen. Ueber einen ferneren Antrag Dasbach, wonach Ein Volksfreund. für = warnt " Herrn Kummer, Berlinerstraße 136, anberaumte Versammlung Achtung, Rigdorf! Die für gestern Abend im Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstraße 136, anberaumte Versammlung des Vereins Vorwärts" konnte umständehalber nicht stattfinden, sondern mußte auf Donnerstag, den 18. d. M. verlegt werden und findet dann in dem genannten Lokale statt. Der Vorstand des Vereins Vorwärts". den Wunsch habe, die Linie in die Stadt hineinzuführen, so stände dem zwar nichts im Wege, die Stadt habe jedoch nicht die geringste Veranlaffung, hierfür eine neue Ronzession von reichen finanziellen Erträgniffen auf 16 oder gar 40 Jahre zu gewähren. Wenn die Stadt heute mit der Firma einen Vertrag bis zum Jahre 1911 abschließt, so macht sie sich Intereffen dienstbar, welche die schließliche Uebernahme der Straßenbahnen in städtischen Besitz und Regie sehr bedeutend erschweren werden. Während verleiden, was ihm Ehrensache bleibt. daß die Familie in die größte Noth gerieth und der intelligente, nach Wissen und Bildung dürftende Sprößling sich als Gehilfe in einer Schuhwichse- Fabrik zwei Jahre lang fein tägliches Brot verdienen mußte. Glücklicherweise traten nach diefer Zeit wieder günstigere Verhältnisse für den Vater des Knaben ein und dieser durfte nun vom 12. bis zum 15. Jahre eine Privatschule in London besuchen, worauf er mit er Gelegenheit, das Leben des Volkes kennen zu lernen und die ergöglichsten Szenen und Typen zu beobachten. Allein sein Geist blieb dabei nicht stehen, er dürftete nach Kenntnissen und studirte eifrig auf dem britischen Museum, indem er sich zugleich die Kenntniß der Stenographie aneignete. " " Literarisches. Friedrich Bertheau. Fünf Briefe über Karl Marr an Herrn Dr. Julius Wolf. Jena. Verlag von Gustav Fischer. 1895. 60 Seiten. " alle nachs Am 9. Juni waren 25 Jahre seit dem Tode eines Mannes verflossen, der als Mensch und Schriftsteller nicht nur gleich verehrungswürdig ist, sondern auch als wahrer Freund des Volkes Wer sich bei dieser anti- marxistischen Schrift auf eine luftige und als eifriger, unerschrockener und erfolgreicher Vertreter feiner Hanswurstiade gefaßt gemacht hat, wird getäuscht; denn eine heiligen Rechte unsere ungetheilte Anerkennung und Bewunderung 16 Jahren als Schreiber zu einem Advokaten kam. Hier fand Hanswurstiade ist es wohl, aber feine lustige wie einer oder verdient. Wir sprechen von Charles Dickens, dem großen der andere von Bertheau's Borläufern im Marytödten eine solche geenglischen Humoristen und Romanschriftsteller. Durch eine an Entschrieben hat. Lustig ist nur das Empfehlungsschreiben, das der fattsam behrungen reiche Rindheit früh gereift, ging ihm schon in der Jugend bekannte Züricher Nationalökonomie- Profeffor Julius Wolf dem das Verständniß für die Leiden und Bedürfnisse des Voltes auf; Schriftlein vorausschickt, welches das föstliche Bekenntniß enthält, durch eigene Kraft arbeitete er sich vom schlichten Advokatendaß Herr Wolf Mary gar nicht recht verstehe als Mann, der Sinn schreiber zu einem der einflußreichsten Publizisten Englands Dickens trat nun in die Reihe der Berichterstatter ein, indem für die Wirklichkeit hat, auch nicht verstehen könne. Ein köft empor; schon im Alter von 20 Jahren zu Ruhm und Glück er zunächst die Verhandlungen der Londoner Gerichtshöfe steno- liches Bekenntniß oder vielleicht ein schamloses im Munde eines gelangt, erfüllte er fortschreitend zur Vervollkommnung die auf ihn graphirte. Auch diese Thätigkeit erwies sich in der Zukunft als Mannes, der uns vor Jahr und Tag ein dickleibiges Buch über gesetzten großen Erwartungen, vom Bolfe geliebt und verehrt, feine verlorene für ihn, wie die unübertreffliche Gerichtsszene in eben diesen nicht verstandenen Mary an den Kopf geworfen hat! und von aller Welt gepriesen als Schöpfer einer neuen ori- den Pickwickiern und die Geschichte des Prozesses Jarndyce Aber wie immer, diese Einleitung paßt wie nur felten eine zu ginellen Gattung in England: des sozialen und volts tontra Jarndyce in Glerthaus" bezeugt. Bald avanzirte er dem Inhalt des Büchleins; der gewisse Friedrich Bertheau ist, thümlichen Romans. In 100 000 Exemplaren wurden zum Berichterstatter über die Parlamentsdebatten und nun stand wie offenbar auch sonst, so besonders im Nichtverstehen feine Romane, die nach englischer Sitte in monatlichen Heften er auf der Leiter zur höchsten Macht!" In furzer Zeit und Nichtverstehenkönnen der richtige Schüler des Züricher erschienen, aufgelegt, und nicht nur in England, sondern auch in erkannten die Redaktionen das außerordentliche Talent Sozialistenfressers. Aber Herr Bertheau fann trotzdem Nordamerika und Deutschland erwartete man jedes neue Wert ihres jungen Reporters. Eine der angefehensten politischen guten Muthes sein, niemand wird ihm seine Widermit einer Spannung, die unserer mit fader Lektüre über Beitungen, das Morning chronicle", stellte ihm ihre Spalten für legungen" widerlegen; um diese wimmelnde Menge grober sättigten Zeit unbegreiflich erscheinen muß." Natürlich waren ihm die seine kurzen, packenden, wiß- und geistvollen Stizzen aus dem Mißverständnisse und lächerlicher Quiproquos obersten Zehntausend und deren beschränkte Liebediener nicht hold, da Londoner Volfsleben zur Verfügung, in denen er das bunte zuweisen, wäre ein Büchlein nöthig, mindestens ebenso stark er ihre Schwächen und Sünden schonungslos ausdeckte und rügte, Leben und Weben der Weltstadt mit ebensoviel Geist und Humor wie das seine; die Mühe wird sich keiner nehmen. Hier sei ater was fragte ein Mann nach der Gunst dieser Sippe, der von als Schärfe und Wahrheit wiederspiegelte. Die Stizzen fanden nur beispielshalber ein solches Mißverständniß hervorgehoben: der Liebe eines frei empfindenden Voltes getragen, sich als dessen ungeheuren Beifall, erschienen sogar in Buchform illustrirt der Bertheau ist ein Krämer, der keine Ahnung hat von wissenschafts Anwalt und Redner fühlte, obgleich er in feinem Parlamente Schriftsteller hatte in dem genialen Cruikschant einen geistes- licher Methode, von wissenschaftlicher Begriffsfassung, er fann saß? Die Institutionen seines Vaterlandes standen ihm verwandten Zeichner gefunden, nun wagte er sich frisch an daher nicht begreifen, was Mary' objektive Werththeorie bedeutet, in der Erreichung seiner edlen Ziele fördernd und eine größere Arbeit, indem er in monatlichen Heften seine be was mit ihr beabsichtigt ist. Vor der Mary'schen Scheidung des schützend zur Seite das Vaterland war ftola auf rühmten" Pickwickier" " Pickwickier"( Pickwick papers") ( Pickwick papers") erscheinen ließ, Kapitals in tonstantes und variables gar wird's ihm ganz stille diesen großen Sohn, man verzieh ihm um der deren außerordentlicher Erfolg ihn in den Stand setzte, als unab- im Kopf. Das stimmt doch gar nicht zu der Art, wie Bertheaut menschenfreundlichen, humanen Beweggründe gern, daß die hängiger Schriftsteller zu leben. Der faum 25 jährige junge im Komptoir nach wohlgelernter Buchhaltungstunde stets seine Arzenei bitter war, die er reichte. Niemand dachte in England daran, Mann hatte sich damit eine sichere, behagliche Existenz begründet, Profite berechnet hat. Was kann das sein? Und wie, einem Vertreter der öffentlichen Meinung, dessen großer sittlicher er sah sich gerühmt und bewundert, und jedes Jahr brachte, neue wenn ihm sonst im geschäftlichen Leben eine nicht stimmende Einfluß auf alle Volksklassen bis auf diejenigen, die das nicht Lorbeeren und neue Erfolge. Doch machten ihn diese weder an- Rechnung vorliegt, sein erster Gedanke ist: Der will mich wohl nöthig haben und sich nicht zum Bolte rechnen( die sogenannten maßend noch eitel, er blieb stets derfelbe menschenfreundliche, übers Ohr hauen, schreibt er von Mary:" Das Problem für Stützen der Gesellschaft nämlich), unverkennbar war und welcher humorvolle, edle Charakter, gleich achtungswerth als Bürger, Mary ist, darin einen ganz unverschämten Gewinn nachzuaus innerer heiliger Ueberzeugung heraus alle Mißstände geißelte, Gesellschafter, Gatte und Vater wie als Schriftsteller. Die Tage weisen, andererseits die ebenso schamlose zwangsweise Ausdehnung wichtige Reformen forderte oder rücksichtslos die Geißel gegen feiner Erholung waren zugleich feinen Studien gewidmet, er der neubezahlten Mehrarbeitszeit ins Licht zu stellen." Bertheau die Uebel einer verrotteten Gesellschaft schwang niemand unternahm große Fußwanderungen durch England, Schottland, muß vom Kapital I nicht einmal die Einbanddeckel kennen, da dachte in England daran, daran, diesen edlen Missionar der Irland und Frankreich, besuchte Deutschland, Italien, die Schweiz er Gewinn des Kapitalisten und Mehrwerth zusammenwirft. Humanität zum Lohn Lohn für seine guten Abfichten ins und Amerika. Aber zur Unterschiebung ist er kenntnißreich genug. Ueberhaupt Gefängniß spaziren zu lassen, ihm das Leben durch öffentliche Das große Publikum, namentlich das" bessere Lefepublikum", durchzieht das ganze Buch die Absicht zu verdächtigen, wenn und private Anklagen zu verbittern oder ihm durch allerlei Ver- hat Dickens, der Mode folgend, fast vergessen. Einsam stehen diese auch nicht immer zu so offenen Worten kommt. So sucht folgung und Unterdrückung einen Knebel in den Mund zu stecken. feine Bände in den Bücherbrettern der Leihbibliotheken, während Bertheau gleich zu Beginn bei der allgemeinen Charakteristit Unter der Umsturzvorlage wären die Romane eines Dickens wohl die zweifelhaften Kunstprodukte einer Marlitt, Heimburg und Marr von dem Umstand zu profitiren, daß sich die Juden heute in nicht geschrieben worden unsere Junker und Dunkelmänner Werner von Hand zu Hand gehen, und die von einer Berliner vielen Kreifen keiner sonderlichen Zuneigung erfreuen. Groperirt mit Tönnen eine freimüthige Kritik nicht vertragen und möchten so Firma vor zwei Jahren veranstaltete Gesammt und Bolts- Aus- Jüdischem Atavismus", Rabulistit geschulter Rabbiner",„ Nedie Literatur auf den sittlichen und geistigen Standpunkt ihrer gabe seiner Werke konnte nur zum fünften Theil vollendet werden stanzen aus alttestamentlichen Zeiten." A13 letteres erscheint eigenen Beschränktheit herabdrücken, ftatt im Intereffe der aus Mangel an Theilnahme seitens der deutschen Leser. Eine ihm, daß Mary die Arbeiter als unterdrückte Gerechte, die Kapiallgemeinen Entwickelung der Menschen die freie Kritik geradezu Erscheinung, die wir lebhaft bedauern nicht allein um des taliften als hochmüthige, vom Schweiß und Blut der Arbeiter zum Gesetz zu machen. guten Mannes willen, der am Sonntag vor 25 Jahren seine lebende ungerechte erscheinen läßt. Das mag aber auch Echon frühzeitig traten die Sorgen des Lebens an Dickens Augen für immer geschlossen hat. Möge man ihm nun wenigstens die naive Ueberzeugung des fetten Spießers sein, dem Sympathien heran. Sein Vater nahm anfangs eine Stelle in der Marine- eine Stunde des Gedenkens widmen, und thun es die sogenannten für den Arbeiter nur als Restanzen aus alttestamentlichen verwaltung ein, machte aber, als der Knabe das zehnte Lebens befferen Stände" nicht so möge es das Volk thun er Beiten" erklärlich find. Bertheau ist mit solchen Restangen jeden= jahr erreicht hatte. Bankrott und wanderte in die Echuldhaft, so hat es verdient. Friedrich Thieme. falls nicht behaftet. Nach seinem Geschreibe zu urtheilen, haben Von den Segmuigen der Sozialreform. Der Arbeiter Dzillack, welcher clwa zwei Jahre lang in der städtischen Gas' aiistalt zu Spandau beschäftigt war, zog sich im Februar d. I bei seiner Arbeit einen Bruchschaden zu. Obwohl Dzillack seinen Mitarbeitern gegenüber häufig Über Schmerzen klagte und ibnen auch den erlittenen Schaden zeigte, machte er doch bei der Ver waltung keine Meldung von dem Unfall, aus Furcht, die Be: s ch ä f i i g u n g zu verlieren. Als sich der Zustand des Arbeiters jedoch mit der Zeit verschlimmerte, bat er am Sonn- abend, den 30. März, auf Zureden seiner Kollegen, um einen K r a n k e n s ch e in für seinen Kassenarzt. Im Komptoir der Anstalt erhielt Dzillack die Auskunft, erwürbe so wie so entlassen werden und könne ja dann mit dem Krankenbuch zum Arzt gehen. Am Tage nach der Entlassung ging der Kranke zum Kassen arzt Dr. Dörth, welcher ihn für arbeitsunfähig erklärte und ihn krank schrieb. Der Kranke hatte 14 Tage lang sei» Krankengeld erhalten, als der Kassenarzt plötzlich erklärte, daß der Schaden schon von früher herrühren könne; er dürfe nicht mehr krank geschrieben werden. Uebrigens könne er sich ja leichte Arbeit, vielleicht bei den Maurer», beschaffen. Dzillack suchte nun in Berliner Kliniken Hilfe. Hier wurde sein Leiden als ein schweres be- zeichnet(Krampfaderbruch und Leistenbruch) und ihm der Rath -ertheilt, sich sofort im Spandauer Gemeinde-Krankenhaus einer Operation zu unterziehen. Der Ortskasscnarzt stellte denn auch kdie nothwendigc Anweisung zur Aufnahme aus, doch erklärte der Beamte der Ortskasse, seine Zustimmung verweigern zu Müssen, wenn Dzillack nicht zuvor 3 Mark nachbezahle. Da der genannte hierzu nicht im stände war, so versuchte er nunmehr durch Bcrmittelung des Armen arztes Dr. Hirschfeld seine Aufnahme zu ermöglichen. Dieser stellte ebenfalls die Arbeitsunfähigkeit fest und erklärte die Behandlung im Krankenhans für wünschens- werth, doch bedauerte er gleichzeitig, in der Sache nichts thun zu können, da die O r t s-"K r a n k e n k a s s e die Anweisung er- theilen müsse. Die gleiche Auskunft crtheilte der Dezernent vom Magistrat, Sladtrath Martins. Mittlerweile waren drei Wochen verstrichen; Roth und Mangel hatten sich bei der Familie eingestellt und gute Freunde, die selber kaum etwas übrig hatten, mußten sich ihrer an- nehnien. Genosse Schröer brachte diesen klassischen Fall in der Stadt- verordneten-Versammlung zur Sprache und ersuchte um Aus- kunfl darüber, warum man denn eigentlich dem Kranken die Aufnahme in der Heilanstalt verweigert habe; man könne doch nicht etwa warten, bis er aus der Straße zusammenbreche. Nach einigen Redewendungen, wie die, daß die Arbeiter vielfach selber schuld hätten, und daß der betreffende den In- ftanzenweg nicht verfolgt habe, gab der Oberbürgermeister die denkwürdige Erklärung ab, daß die Verwaltung überhaupt einen jeden von der Aufnahme im Kranlenhause zurückweisen könne, die Ortskasse sei der Stadt sckon 3000 M. s ch n ld i g und da brauche man überhaupt eigentlich keine Kassenkranke aus zunehmen. Bei diesem Bescheid ist es denn bislang geblieben. Obgleich der Ga-sanstalts-Direktor sich in einer Zuschrift an eine Lokal- zeitung zu rechtfertigen suchte und erklärte, daß Dzillack sich nach Mittherlung des Kassenarztes schon lange im Krankenhause be- fände, ist thatsächlich nichts geschehen. Krank und arbeitslos, elenden Aussehens, wie es der Direktor in seiner Zuschrift selber bezeichnet, ist der Unglückliche jetzt noch auf die Mildthätigkcit barmherziger Menschen angewiesen. Denn auch der Armcnpfleger bedauerte, unter solchen Verhältnissen nichts thun zu können. Wie gefällt unfern Ordnnngsphilistern dies Zeilbild aus dem Staate der Sozialreform? Kranke Proletarier. Es heißt doch alles auf den Kopf st e l l e n, wenn Kranke, die den Arzt verlangen, sich bei diesem in seinem Zimmer melden müssen. So äußerte sich der Medizinalrath Dr. Gerlach als Sachverständiger betreffs der Ver- lhältnisfe in der Krankenanstalt in Mariaberg, welche vorige Woche vor Gericht erörtert worden sind. In jeder andern Anstalt, meinte er, komme der Arzt unaufgefordert zum Kranken. Wir zweifeln nicht, daß diese Aeußerung im allgemeinen zutreffend ist, und daß auch Proletarier, wenn sie überhaupt in «inem Krankenhause Aufnahme gesunden haben, sachgemäß be- handelt werden, soweit das bei den mangelhaften Einrichtungen der billigeren Stationen in den betreffenden Anstalten möglich; oft sind die Einrichtungen freilich so mangelhaft, daß der Wider wille vieler gegen die Krankenhäuser durchaus begreiflich ist. Aber die wenigsten Arbeiter sind im stände, die Koste» für ein Krankenhaus aufzubringen; auch giebt es viele Krankheiten, welche keinen Aufenthalt im Krankenhause erfordern, und die daher in der Wohnung behandelt werden. Kommt denn da wenigstens in England nicht die Kapitatisten sondern die Arbeiter das Geld in den Händen, die Kapitalisten müssen daher besonders in Zeiten der Krisen bei jenen borgen. Eine industrielle Reserve. armee existirt nicht; jeder, der in einer Branche überflüssig geworden, nnrd in einer anderen, deren Betriebe sich erweitern aufgenommen.' Damit ist glücklich die Höhe der offiziellen sozialpolitischen Weisheit erklommen, die unlängst in dem von zwangsweise Arbeitslosen wimmelnden Teutschland denNothstand leugnete. Aber diese Weisheit wird bald noch überklettert. Durch das Aktienwese» läßt Bertheau das Kapital sich demokratisiren: In der Gegend, wo dieser famose Herr zu Haus ist, muß man noch niemals etwas von Börsenjobbern, Börsenkomptoirs und Finanzbaronen gehört haben. Nein jedes Wort, das man über das Büchlein noch verlieren wollte, wäre verloren; es ist sogar für den schlechten Witz, den man darüber gemacht hat, zu schlecht: es stamme gar nicht von Bertheau, sondern von Wolf selbst. In diesem Büchlein aber hätte Wolf durch Bertheau die Dinge veröffentlichen lassen, die er unter eigenem Namen auszusprechen sich geschämt hat. Das ist's nicht. Wozu sollte sich Wolf geschämt haben? Ist Bertheau's Büchlein nicht um die vielen hundert Seiten besser, die es kürzer ist als des Herrn Professors bekanntes Opus? Jeder, der das letztere kennt, wird solchen Vorzug zu schätzen wissen. K. L. Platter, Dr. JnliuS, Professor der Staatswiffenschaften am eidgenössischen Polytechnikum in Zürich. Kritische Bei- träge zur Erkenntniß unserer sozialen Zu- stände und Theorien. Basel. Verlag von Dr. H. Müller. 1834. VI. bS8 S. gr. 3". Ter Züricher Prosessor Platter ist ein Eingänge?, er gehört keiner Partei, keiner wissenschastlicken Schule an, er ist kein Streber, er ist einer der wenigen Männer, die vom Katheder Nationalökonomie vortragen, ohne jede Rücksicht, ob seine Ansichten den Stumm, Gröber, Bosse, Cchmoller gefallen oder miß- fallen, er besitzt die Fähigkeit, frühere Fehler einzugestehen und ununterbrochen nicht nur an der Ausbreitung seines Wissens, sondern auch an der Läuterung, Vertiefung und Ver- bcsserung seiner Grundanschaunngen zu arbeiten. All' dies ist jedermann bekannt, der Platter's Schriften gelesen bat und jedem, der sich für den Entwickelungsgang des Züricher Professors von seinen Individualisten bis zum„Platter'schen" Sozialisten interessirt, war es nicht schwer gemacht, diesen Entwickelungsgang zu studircn. Hierzu bedurste es wahrlich nicht der Veröffentlichung dieser Sammlung von Effays, in denen zum großen Theile nicht nur thatsächlich veraltete, sondern auch von Platter längst nicht mehr vertretene Ansichten vor- getragen werden, die demnach neben so manchem, berechtigtes, sachliches Interesse für die Gegenwart bietenden, sehr viel veraltetes enthalten. So bleibt blos die Frage, ob es sich persönlich rechtfertigt, Aussätze wie das Recht auf Existenz, sozialdemokratische Kuriositäten, Karl Marx und Malthus überhaupt, andere ohne Aenderungen und Anmerkungen zu publiziren. Wir haben Pro- fessor Platter bisher nicht für eitel gehalten, die Publikation seiner kritischen Beiträge ohne jede Spur von Selbstkritik scheint der Arzt zum Kranken? Freilich wohl wenn er b e- zahlt wird. Gehört der Kranke aber einer Kasse an. so kann er oft lange warten. Zum Beispiel bei der„Allgemeinen Orts-Krankenkasse gewerblicher Arbeiter sund Arbeiterinnen zu Berlin" muß ein Kranker ganz andere Wege machen, als ins Zimmer des Arztes, ehe er diesen zu Geficht bekommt. Zunächst muß er sich das Mitgliedsbuch von seinem Arbeit- geber holen, der häufig eine Stunde von seiner Wohnung ent- fernt wohnt; mit diesem muß er sich im Kassenlokal in der Prenzlauer Straße einfinden, um sich einen Schein zu holen. Es ist erklärlich, daß durch diese Einrichtung dem Kranken das Konsultiren eines Kassenarztes erschwert, ja daß er durch diese Umständlichkeit davon abgeschreckt wird. Da die genannte Kasse nicht freie Arztwahl hat, so muß der Kranke dann, wenn er den Schein erhalten hat, in die Wohnung eines der wenigen Kassenärzte, wobei er häufig wieder einen ziemlich weite» Marsch machen muß. Hat die Kasse schließlich gegen ihn Verpflichtungen, d. h. erklärt ihn der Arzt für krank und dauert die Krankheit länger als 8 Tage, so muß er sich das ihm zukommende Krankengeld in dem Kassenlokal in der Adalbertstraße holen, wobei man zuweilen noch mit schnoddrigen Redensarten über seine Faullenzereiregalirt worden sein soll. Es wäre wohl an der Zeit, daß die Arbeiter den betreffenden Kasscnbeamten einmal recht deutlich zu Gemüth führten, daß sie der Kranken wegen da seien, und daraus dringen, daß wenigstens einige der vielen unnützen Laufereien, wie das Abholen des Scheines in der Kasse, beseitigt werden. Ncber die Verwendung von Waisenkindern zu mancherlei Zwecken mag man denken, wie man will. Mindestens sonderbar muß indessen die Rolle erscheinen, welche am Tonnerstag zu spielen die Waisenkinder der Anstalt in Rummelsburg auserkoren sind. Unsere organisirlen Berliner Hausbesitzer sind bekanntlich so vielgeplagte Leute und entwickeln eine so aufreibende Thätig- keit, daß deren Vereine alljährlich das Bedürsniß fühlen, während der heißen Sommermonate„in die Ferien zu gehen". Für die Erholung der armen beklagenswertheu Hausbesitzer, die nicht den reichkhauptstädtischen Staub von ihren Pantoffeln schütteln und vermöge einer Sommerreise oder Badekur neue Kräfte zur Tragung ihrer Hypothckcnlasten sammeln können, vielmehr in deni „glühenden" Berlin zurückbleiben müssen, wird von Vereins wegen durch Veranstaltung von Sommernusfiügen gesorgt. So veranstaltet am kommenden Tonnerstag der Erundbesitzer-Verein Süd- west und Süd eine Dampferpartie mit Musik nach Friedrichshagen. Hierbei ist vormittags auch eine Besichtigung der Waisenanstalt in Rummelsburg vorgesehen und da enthält das offizielle Frst* Programm folgenden Passus:„In Rummelsburg Empfang d u r ch d i e W a i s e n k i n d e r". Es muthet wirklich sonderbar an, wenn sich die Herren Hausbesitzer durch die Waisenkinder empfangen lassen. Wenn auch die Hausbesitzer gesetzmäßig die Hälfte Her Berliner Stadtverordneten zu stellen haben und wen» auch die Waisenanstalt in Rummelsburg unter städtischer Ver- wnllung steht, so ist doch besagter Grundbesitzer-Berein immer nur ein Privatverein, welcher ein Privatvergnügen veranstaltet. Wie dieser also dazu kommt, sich von den Waisenkindern feier- lichst empfangen zu lassen, ist unerfindlich und jedenfalls ein recht absonderliches Vergnügen. Nicht minder zu denken giebt der weitere Passus des Festprogramms:„Um 3 Uhr: Ankunft der sämmtlichen Waisenkinder der Rummelsbnrger Anstalt (in Friedrichshagen). Bewirthung derselben." Den Herren Hausbesitzern mag ja hierbei allerdings die freund- liche Absicht vorschweben, den armen Waisen einen frohen Tag zu bereiten. Daß aber diese Absicht erreicht wird, ist doch sehr zu bezweifeln. Es ist vielmehr ersichtlich, daß die Waisenkinder eine sehr klägliche Rolle zu spielen haben. In- mitten der hausbesitzerlichen Lustbarkeit werden sie ihr Verlassen- sein nur um so drückender empfinden, über welche sie auch eine offizielle Abfütterung nicht hinwegtäuschen wird. Sie sind gewissermaßen das fünfte Rad am Wagen und auch„die gemein- samen Spiele im Walde unter Aussetzung von Preisen" werden in den Waisenkindern das bittere Empfinden, daß man ihnen eine Wohltbat erweisen will, nicht ertödten. Tie Hausbesitzer- liche Gesellschaft würde sich jedenfalls auch ohne Waisenkinder vortrefflich amüsiren. Es ist klar, daß die Waisenkinder nur dekorativen Zwecken dienen, und eine derartige Verwendung kann denn doch nicht gut geheißen werden. Wir wünschen den Waisenkindern gewiß von Herzen viele frohe Tage. Ob ihnen aber solche durch derartige Arrangements bereitet werden, möchten wir doch als fraglich dahingestellt sein lassen. Im städtische» Obdach räumt jetzt der Frühling, der vielen wieder Arbeit und Verdienst bringt, ebenso unter den Insassen auf, als es bisher die Verwaltung ber Anstalt gethan hat, indem zu beweisen, das wir uns geirrt haben. Eitel muß man doch ein, wenn man Aufsätzen, in denen Ansichten entwickelt sind, die man nicht mehr vertritt, so viel historische Bedeutung beiniißt, daß man sie nach Jahrzehnten noch publizirt. Wir können diese» Standpunkt Arbeiten gegenüber begreifen, die auf die Geschichte der Wissenschaft, des Volkes oder einer Partei vom Einflüsse gewesen sind, dies läßt sich aber doch nicht von den Arbeiten Platter's und am wenigsten von seinen älteren Veröffentlichungen behaupte». Da er nun selbst kaum dieser Meinung sein dürfte, so bleibt nur die Auffassung übrig, daß er dies Buch veröffentlicht hat, um seinen Entwicklungsgang bezw. den eines in den letzte» Jahrzehnten vorurtheilslos nach Wahr- heit strebenden Nationalökvnomen darzustellen. Diese Aufgabe ist unzweiselhaft interessant, wenn sie nicht individuell, sondern allgemein gestellt wird, wobei das Individuum als er- klärendes Beispiel ganz wohl in den Vordergrund treten könnte. Aber hierzu war es doch wahrlich nicht nöthig, dieses Buch mit seinem Ballast von Aussätzen, die im Laufe der Zeit alles Interesse verloren haben, zu publiziren. Dies hätte Platter in einem Schriftche» von 40—30 Seiten oder in einem Aussatze in einer Zeitschrist sehr gut darstellen und viel einleuchtender schildern können, als durch den Abdruck der Akten zu dieser Frage. Oder wenn schon diese Publlkation nicht unterlassen wurde, dann hätte sie nicht mit den wenigen Sätzen des Vorworts sondern mit einem Platter's Entwickelung dar- 'tellenden Aussatze eingeleitet werden muffen. Platter's Buch hat zum theil bcgeiflerte Aufnahme gesunden. o im Basier„Vorwärts", dessen Urlheil Prof. Herkrer in seiner aussuhrlichen Besprechung im„Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik" sich zu eigen macht. Mit besonderer Eenuglhuung zitirt Prof. Herkncr die folgenden Sätze des Basier„Vorwärts": „Natürlich geht Prof. Platter auch n>it der sozialdemokratischen Orthodoxie ins Gericht und mancher Genosse, der bisher weder rechts noch links geschaut, wird sich hie und da etwas unsanft vor den Kopf gestoßen fühlen. Aber diese Bewegung gehört ichcr zu den gesundesten und ist in unserm eigenen Interesse nur zu wünschen. Die„Kritischen Beitrage" sollte» in leiner Arbeiter- Mbliothek fehlen." Ter Verfasser dieser Besprechung im Basler„Vorwärts" hat etwas rasch gearbeitet, denn am 13. Juni v. I., bevor das Buch anderen Zeitungen als Rezensionsexemplar zugegangen war, erschien seine Rezension, von der er übrigens naiver Weise kaum vermuthet habe» dürfte, daß sie Dr. H. Müller gegen unsere Partei auszunützen suchen wird. Nun ist unserem Genossen in Basel und dem in seine Spuren! tretenden Professor Herkner das Malheur passirt, daß die Aussätze, in denen Platter Ansichten der Sozialdemokratie kritisirt(Karl Marx und Malthus, Sozialdemokratische Kuriosi- täten) von dem Verfasser heute nicht mehr oder anders geschrieben werden würden(S. VI. der Einleitung), daß sich der Basler Referent aus dem Auszuge der Haus Müller'schen Schmähschrift eine Begeisterung für Platter geholt hat, wollen wir zu seiner �hre nicht annehmen. sie den Winter hindurch die zu oft kommenden Obdachlosen in ungewöhnlich großer Zahl als„Arbeitsscheue" an die Polizei auslieferte und ihnen so das Wiederkommen vorläufig unmöglich machte und für später verleidete. Im M a i 1835(verglichen mit 1834 und 1833) stellte sich der Besuch der Abtheilung für nächtlich Obdachlose resp. die Auslieferungen folgender- maße»: Es nächtigten: Davon ausgeliefert: Männer Frauen Personen Personen von je 1000 1835 11664 1337 12 361 303 23 1834 13 086 1134 20 280 462 23 1833 20 366 1224 21 ö3v 584 27 Wahrscheinlich wird nun die Obdach-Verwaltung den Sommer hindurch die Freude haben, die Frequenz niedriger als 1834 und 33 bleiben zu sehen, auch ohne daß sie den Aus- lieserungs-Paragraphen schärfer als in den Vorjahren anzuwenden braucht/— was bekanntlich wieder zu einer Ueberfüllung der Gefängnisse und des Arbeitshauses führt und so der auf Er- sparnisse bedachten städtischen Verwaltung nur an einer anderen Stelle Kosten verursacht.— Im Familien-Obdach waren: am 1. M.ck am I. Juni 1885 13 Familien mit 48 Personen Ii Familien mit 43Pers. 1834 47„„ 163„ 54, 210„ 1833 43„„ 158„ 63„„ 212„ Es ist selbstverständlich, daß eine so außerordentliche Ver- Minderung wiederum nicht ohne Zuthun der Verwaltung des Ob- dachs zustande gekommen sein kann. In dem Streite der Charlottenburger elektri- schen Straßenbahn mit der Physitalisch-Techni- schen Reichsanstalt war es von allen Berliner Zeitungen allein der„Vorwärts", der in Rr. 110 die Interessen der Wissen- schaft vertrat, während alle übrigen Berliner Blätter mit mehr oder weniger Spott Über Prosessor Kolrausch herfielen, weil er sich hatte beikommen lassen, die wissenschaftlichen Interessen über die kapitalistischen zu stellen.— Wir hatten damals hervorgehoben, daß es nach den Untersuchungen von Professor O. E. Meyer in Breslau ausschließlich die zwischen den als Rückleitung dienenden Schienen der elektrifchen Bahn und der Zentrale verlaufenden Erdströme seien, welche exakte magnetische und elektrische Messungen unmöglich s machten. Untersuchungen, die seitdem Prof. Kolrausch angestellt hat, bestätigen vollauf die Richtigkeit unserer damaligen Darlegungen; und auch unser Vorschlag einer zweiten isolirlen Leitung, wodurch alle Schwierigkeiten behoben werden, wird von Prof. Kolrausch vertreten.— Nunmehr sieht sich auch die bürgerliche Presse genölhigt, den Fall etwas ernster zu betrachten. Sie anerkennt, daß die Physikalisch- Technische Reichsanstalt und eine elektrische Bahn,— wenigstens so wie sie geplant ist— sich gegenseitig ausschließen; aber da das Aktienkapital der Straßenbahn-Gesell- schaft bei Leibe keinen Schaden erleiden darf, so müßte nach Meinung dieser Presse— diesmal von der„National-Zeitung" geführt— die wissenschaftliche Anstalt den Kapitalsinteressen weichen. Vorgeschützt werden natürlich die Interessen des Ver- kehrs,„der ans die Tauer nicht beeinträchtigt werden kann".— Worin besteht denn aber eine Beeinträchtigung des Ver- kehrs, wenn man der Straßeneisenbahn die Konzession für den elektrischen Betrieb nur unter der Bedingung ertheilt, daß eine isolirte Rückleitung zur Anwendung komnit? Da es sich bei der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt um Staatsgelder handelt, bei der elektrischen Bahn aber um P r i v a t k a p i t a l, so gebietet es natürlich die Logik der kapitalistische» Bourgeoisie, das Privatkapital zu schützen, wenn die Mehrbelastung desselben auch nur so geringfügig ist wie die Vorschrift der Anwendung einer isolirten Rückleitung, und wir zweifeln keinen Augenblick, daß die Logik des Profites den Sieg über die Wissenschaft hier wie überall davon tragen wird. Die Tiphtheritis tritt seit kurzem in Pankow mit großer Heftigkeit aus. Eines der ersten Opfer dieser furchtbaren Krank- heit war der achtjährige Sohn unseres dortigen Genoffen Frei- wald, der am verflossenen Sonntag zur letzten Ruhe bestattet wurde. Am Montag ist bereits die in der Breitestraße belegene Mädchenschule der Diphtherie wegen auf unbestimmte Zeit ge- schloffen worden; es wird angenommen, daß die anderen Schulen in unserem Vorort diesem Beispiel folgen werden. Pankower Fernsprech- Schmerzen. Ein Restaurateur in Pankow hat sich vor kurzem geweigert, den vollen Betrag der ihm von der Ober-Postdireklion zugestellten Fernsprech-Rechnung zu entrichten, weil die Ober-Postdirektion den versprochenen Leistungen nicht genügt habe. Ten darauf angestrengten Prozeß hat die Ober-Pvstdirektio» verloren; das Gericht stellte sich aus den ganz selbstverständlichen Standpunkt, daß auch die Post nur aus volle Erfüllung von Vertragspflichlen Anspruch erheben Nun zu der Behauptung, daß die kritischen Beiträge in keiner Arbeiterbibliolhek fehlen sollen. Auch diese Meinung können wir nicht lheilen. Bei den acht Mark, die das Buch kostet, muß jede Arbeiterbibliothek dreimal überlegen, ob sich der Ankauf des Buches lohnt. Wir könne» den Ankauf den Arbeitervereinen nicht empfehlen, wissen wenigstens Bücher zu nennen, die für ihre Zwecke weit mehr zu empfehlen sind. Wir rathcn Arbeiterbibliotheken den Ankauf nicht an, weil ein Theil des Buches nach Ansicht des Verfassers selbst veraltet ist, dann weil die Fragen, die dort behandelt sind, so z. B.„die geplante Allers- und Invalidenversicherung im Teulschcn Reiche", heute ganz anders behandelt werden müßten als zur Zeit, wo der Verfasser die Arbeit niederschrieb, ferner weil ein Theil der Arbeiten, so die„Kathederweisheit der„christlich- eihischcn" Nationalökonomie", für die Arbeiter ohne besonderes Jniercsse ist und endlich ein weiterer Theil nur ganz enge Kreise interessirt. Das beste an der Sammlung sind die agrarpolitischen Auf- sähe und die Polemik gegen die Bodenbesitzreformer. Sollte, was wir freilich für unwahrscheinlich hallen, Prof. Platter Gelegen- heit zu einer zweiten Auflage dieser Sammlung haben, so wird er hoffentlich die Spreu vom Weizen säubern, die älteren Aus- sätze, soweit sie noch von Werth sind, umarbeiten und vielleicht auch die eine oder andere seiner trefflichen statistischen Studien ausnehmen. Leuten, die genug wissen und denen die Fähigkeit nicht ab- geht, Prof. Platter's kritische Beiträge kritisch zu lesen, ist das Buch sicherlich als belehrende und unterhallende Lektüre warm zu empfehlen, bei dem Laien aber wird so mancher Aufsatz in dem Buche oft eher Verwirrung schassen, als Nutzen stiften. �.cl Er. Anhnth» Pank, Die Verwirklichung des SozialiS- m n s. Auf welche Weise kann die kapitalistische Produktion in die sozialistische umgewandelt werden? 50 Ps. Mainz, 1835. P. Anhulh's Selbstverlag. Proletarier aller Länder, vereinigt Euch, aber nicht zu politischen Organisationen und zun: politischen Kanipse, wenigstens nicht in erster Linie, sondern zur Gründung von Genossenschaften! Das etwa ruft der Verfasser der vorliegenden kleinen Broschüre den Arbeitern zu. Der politische Kampf ist zwar nicht ganz zu verwerfen; aber er steht erst in zweiter Reihe und kann uns zu dem Ziele der sozialistischen Organisation der Produkiion nicht führen. Denn erstens würden die zurückgebliebenen Staaten. vor allem Rußland, sich der Durchführung einer derartigen Or- ganisation mit den Waffen entgegensetzen, und zweitens, selbst wenn wir Sieger blieben,„würden uns die organisatorisch und technisch ausgebildeten Kräfte zur Leitung fehlen. Tie unauk- bleibliche Folge würde sein, daß eine so ungeheure Konsusion a»f allen Gebieten des wirlhscbaftlichen Betriebes sich einstellen würde, daß selbst den überzeugtesten Sozialisten sehr bald die Lust an der neuen Produklionssorm vergehen würde, und die sozialistisch« finne, wenn sie ihrerseits den versprochenen Leistungen ge- nüge. In Paukoiv habe aber die telephonische Bedienung billigen Anforderungen nicht entsprochen. Auch andere Fernsprech- Abonnenten wollen es jetzt auf einen Zivilprozeß ankommen lassen. Von den Zuständen aus dem Fernsprechamt Pankow geben übrigens zwei Beispiele Kunde, welche ein Vorortsblalt zur Veröffentlichung bringt. Im ersten Falle erhielt danach der Tbeilnehmer nach fortdauernd erfolglosem Anrufen vom Postamt aus die Erklärung des Beamten:„ja, um diese Zeit(es war nachmittags) haben wir keine Zeil, da haben wir mit der Post zu thnn, darauf muß eben Äückstcht genommen werden." Im anderen Falle wurde demselben Theil- nehmer nach fünfmaligen: vergeblichen Anruf die in kategorischem Tone ertheilte Antwort:„ach was, wenn ich Zeit habe, werden Sie angeschlossen, halten Sie mich nicht auf!"— Auch in Berlin ist es bekanntlich weit schwieriger als in anderen Grobstädten, telephouischen Anschluß zu erhalten, wenn auch Fälle, wie die hier gekennzeichneten, noch nicht vorgekommen sein mögen! Ferien für die Vrieftrager? Den Unterbeamten der Post- und Telegrapheuverwaltun'g soll in diesem Jahre zum ersten Male, wie ein Berichterstatter meldet,„allgemein und durchweg" Urlaub bewilligt worden sein. Ende der vorigen Woche sei mit den Ferien begonnen worden; die Dauer des Urlaubs bewege sidi, je nach dem Dienstalter der Beamten, zwischen ö und 10 Tagen. Wenn diese, vorläufig wohl noch gelinden Zweifeln begegnende Mittheilung wahr ist, so ist für die geplagten Unterbeamten ei» Erfolg zu verzeichnen, der zum allerwesentlichsten Theil der energischen Initiative der sozial- demokratischen Reichstags-Abgeordneten zuzuschreiben ist. Die Polizeiverordnuug, betreffend die staubfreie Müll' abfuhr, welche bekanntlich am 1. Juni in kraft getreten ist. wird, wie man uns schreibt, von vielen Hauswirthen dadurch umgangen und i» ihrer Wirkung gehemmt, daß sie den Hausmüll auf dem Hofe aus den allen Müllkästen in neue, mit Deckel- Verschluß versehene Kästen schütte» und erst diese verschlossenen Kästen auf die Straße und in die Wägen schaffen lassen. Gewiß bewahrt man so die Straßenpassanten vor dem üblen Geruch und den Staub; wohl aber werden durch die neue Manipulation die Miether. deren Fenster nach dem Hofe hinaus belegen find, weit ärger belästigt, als dies vordem geschehen ist. Wir wissen nicht, ob die betreffende Polizeiverordnung nur zum Schutze der Straßenpassauten erlassen ist, oder ob sie verständigerweise eine allgemeine sanitäre Wirkung haben soll. In letzterem Falle sollte die Gesundheitspolizei das Umschütten des Mülls aus dem Hose zu verhindern suchen. Ein Freudenfest voller echt deutscher Gemüthlichkeit scheint die dieser Tage vor sich gehende Einweihung des Nordostsee- Kanals werden zu sollen. Es sind zu diesem Ereigniß nicht weniger als 262 Berliner Polizeibeamte nach Kiel kommandirt. Am nächsten Sonntag, den 16. d. M., gehen zunächst 60 uniformirte Schutzmänner unter der Führung eines Wachtmeisters dahin ab. Diesen folgt am Dienstag unter der Führung des Polizeihaupt- manns Haccius eine Abiheilung von 150 nniformirten Beamten, die zur Dienstleistung bei Holtenau besohlen sind. Außerdem find aber auch noch die politische Polizei und die Kriminal- abiheilung bei dem Kommando betheiligt; sie stellen je 25 Beamte -zur Aussicht bei den feierlichen Veranstaltungen. Es fehlt also «ichts, um dem Fest die übliche„höhere Weihe" zu gebe». Deutsche Kultur. In der bürgerlichen Presse steht zu lesen: Der bei Tegel geplante Bau eines neue» großen Straß Gefängnisses soll mit allen Kräften gefördert werden, sowie die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Die Ueberfüllung des Plötzensecr Gefängnisses wird eben immer unangenehmer. Gestern hatte die Anstalt mit ihrer Rummelsburger Filiale wieder einen Bestand von 2343 Köpfen. Ob die Herren, die diese trostlose Meldung bringen, auch wissen, welch' ein ver- nichtendes Nrtheil in ihr über die Herrlichkeit der von ihnen vertheidigten Weltordnung abgegeben ist 2 Tie Allgemeine Berliner OmnibuS-Gesellschaft wird die bisherige Linie Nordbahnhof— Hallesches Thor einerseits bis zum Schönhauser Thor verkürzen, andererseits aber bis zum Viktoriapark verlängern, wobei die Wagen die Bellealliancestraße passiren. Die Linie Kottbuser Thor— Schönhauser Thor wird bis zum Nordbahnhos verlängert. Die Große Berliner Omnibus- Gesellschaft plant die Anlage einer Linie Landsberger Thor— Weddingplatz durch die Invaliden» und Chausseestraße. Die Linie Epittelmarkt— Nettelbeckplatz wird eine Verlängerung durch die Neinickendorferstraße erfahren. Gesellschaft würde in kürzester Zeit ohne Sang und Klang zu Grabe getragen werden." Diesen blühenden Blödsinn schreibt nicht etwa ein Anhänger des großen Sozialistentödters Eugen, sondern ein Mann, der sich Sozialdemokrat nennt. Glücklicherweise ist es heute nicht mehr nolhwendig, die Arbeiterschaft über den wahren Sinn von der- gleichen Tiraden aufzuklären; das klassenbewußte Proletariat weiß seit langer Zeit, daß die gegenwärtigen Zeitverhältnisse von ihm in erster Linie den politischen Kampf verlangen, und daß jedes Nachlassen in demselben dem politischen und wirthschaft lichen Selbstmord der Arbeiterklasse gleichkäme. Nach diesem vielversprechenden Anfange gehört keine große Prophctengabe dazu, um in Herrn Anhulh einen Konfusionsrath erster Klasse zu vermuthen. Um de» so schrecklich geschilderten Folgen des einseitigen politischen Kampfes zu entgehen, schlägt er die Gründung von„kooperativen Genossenschaften, bestehend aus Konsumvereinen und Produktivgenossenschaften", vor. Man braucht kein Gegner solcber Genossenschaften zu sei», und braucht die in Nummer 55 des„Vorwärts" in dein Artikel:„Konsumvereine und Sozialdemokratie" gegen dieselben angeführten Gründe nicht für durchschlagend zu erachte»; aber von ihnen im Verein mit Produktivgenossen- schasten die Uebersührung der kapitalistischen Produklionsform in die sozialistische erwarten,-das kann allerdings nur ein ganz verwirrter Kopf, in welchem sich die sozialistische Gesellschaft in eigenthümlicher Form malt. Wie sie Herr Anhulh sich vorstellt, zeigt er zum Schluß, nachdem er geschildert hat, wie die einzelne» Unternehmer durch die Geiiosi'enschaste» zu gründe gerichtet werden und sich ihnen anschließen. Er sagt: „Wenn die Minimallöhne soweit gestiegen sind, daß sie die Höhe der Maximalarbeitslöhne erreicht haben, wen» gleichzeitig die gesammte Produktion auf die Produktivgenossenschaften über- gegangen ist, und die Einnahmen der bisherigen Unternehmer, Rentiers und Beamte» auf die Höhe der Arbeitslöhne herab- gegangen sind, dann haben die Produktivgenossenschaften ihre Aufgabe erfüllt, und die sozialistische Produktion ist fertig." Wir können dem Herrn nur den Rath geben, selbst noch recht tüchtig zu lernen, ehe er als Vollslehrer öffentlich auf- treten will. Lt. TewS F. Der preußische Volksschullehrer stand. Sozial-statistische Skizze. Bielefeld. A. Helmich. 0,50 M. •»» Der Vo lks schullehrer ein Paria der modernen Gesellschaft. Kulturbilder ans dem Ende des 19. Jahrhunderts. Leipzig-Wurzen, Ad. Thiele. Beide Broschüren behandeln die Lage des Volksschullehrers, ober in der Art der Behandlung unterscheiden sie sich wesentlich von einander. In dem Schristchen von Tews sind die Er- gebnisse der preußischen Volksschnlstatistik von 1691, soweit sie den„Lehrerstand" betreffen, verarbeitet. Abkunft, Lebensalter, Dienstalter. Familienstand. Kinderzahl. Vorbildung. GeHall u. s. w. der Lehrer und Lehrerinnen werden übersichtlich mitgetheilt und erläutert. Der Verfasser gelangt zu dem Schluß, daß die Lage des preußischen Volksschullehrers eine recht trübe ist. DaS Schristchen ist dem, der sich über diese Frage eingehender unter- richten will, warm zu empfehlen. Im Schießstande ist vor einigen Tagen in einem Dorfe bei Briese», Kreis Beeskow, ein 12 Jahre alter Knabe er- schössen worden. Auf dem Schießstande des Dorfes wollten zwei Schützen eine neue Büchse einschießen. Kaum aber war der erste Probeschuß auf die Scheibe abgegeben, als von dieser her ein gellender Schrei ertönte. Die Schützen fanden bei der Scheibe einen Knaben, den 12jährigen Christian L., am Boden liegen, welcher von der Kugel so schwer getroffen war, daß er alsbald starb. Wie die Untersuchung ergeben hat, sollen die Schützen an dem Unfall keine Schuld tragen. Das Lntherdenkmal aus dem Neuen Markt ist gestern Morgen II Uhr enthüllt worden. Im Anschluß daran wurde eine große Ordens- und Titelvertheilung vorgenommen. Daö Lutherdenkmal im Militärstaat. Ein Genrebild, das eines gewissen Zuges von Komik nicht entbehrt, bringt ein Berichterstatter von der gestrigen Denkmalsenthüllung. Er schreibt: Eine große Störung während der Enthüllung des Luther- denkmals war der mit voller R e g i m e n t s m u s i k erfolgende Vorbeimarsch der vom Tempelhofer Felde kommenden Alexander. Die Hülle vom Denkmal war soeben gefallen, die Anwesenden sangen unter Posaunenbegleitung das Lutherlied. als plötzlich erst aus der Ferne, dann immer näher konimend, die Klänge eines moderne» Marsches ä. la„Taratabumdara" an die Ohren der Theilnehmer drangen. Sofort wurde im Aus trage des die iUberaufsicht führenden Polizeihauptmanns ein berittener Wachtmeister beordert, welcher dem die Truppe» führenden Offizier die Mittheilnng machen sollte, daß die Regimenlsmusik die Tenkmalsfeier störte. Nach einer Weile, als die Truppen die Kaiser Wilhelms-Brücke passirt hatten, verstummte das klingende Spiel, aber gleich darauf ertönten die Trommeln und Pfeifen, die erst kurz vor der Span dauerstraße zum Stillstand kamen. Das geschah zu derselben Zeit, als die um das Denkmal liegenden Straßen für jeden Wagen- verkehr gesperrt waren. Als die Truppen den eigentlichen Denk- malsplatz passirten, befand sich der übliche Janhagel an der Spitze des Regiments, der es an dem üblichen Skandal nicht fehlen ließ. Wege» eines SittlichkeitSverbrechens, das er an einem dreizehnjährigen Schulmädchen begangen haben soll, wurde am Montag Pormittag der Zahntechniker L. Burghagen aus der Flottwellstraße in seiner Wohnung verhaftet. Einen grausigen Tod hat gestern Vormittag ein Unter- suchnngsgefangener des Monbiter Kriminalgerichts gesunden. Der Tischlermeister G r ü n t h a l aus Moabit, welcher sich wegen Dieb- stahls in Untersuchung befand, hatte in der Zeit von S— 9 Uhr früh seine„Freistunde" auf dem Gefängnißhose und in Gemein- schaft mit den übrigen Gefangenen der„Station" zugebracht. Um 9 Uhr wurde die Kolonne nach ihrer in der fünften Etage belegenen Station zurückgeführt. Der Ausstieg erfolgte durch die sogenannte„Zentrale", in welcher die Wendeltreppen sich um eine weite runde Oeffnnng schlängeln, die zwar in jeder Etage durch eine Barriere abgeschlossen ist, aber doch vom Dache bis in das Parterre reicht. Als Grünthal die oberste Etage erreicht hatte, schwang er sich plötzlich über die Brustwehr und lag im nächsten Moment auf dem asphaltirten Fußboden des Erdgeschosses als Leiche. Der Körper des auf dem Rücken liegenden Selbst- Mörders war ganz plattgedrückt, doch Blut hat sich wenig nach außen ergossen, es muß nach dem Innern des Körpers aus- geflossen sein. Aus LebenSiiberdriist hat ein 41 jähriger Arbeiter Ludwig Rohrmacher aus der Großgörschenstraße 31 Hand an sich gelegt. R. hatte lange Zeit schon keine Beschäftigung mehr und lag mit seiner Frau in Klage wegen Scheidung der Ehe. Die Arbeits- losigkeil und der Verdruß in der Familie wirkten so aus ihn ein, daß er die Lust an: Leben verlor. Gestern Abend in später Stunde erhängte er sich auf dem Boden des Hauses, in dem er wohnte. Auf eine eigenartige Weise verunglückte am Montag abend gegen 7 Uhr der Schiffer Paul Klinchale, der auf einem am Schiffbauerdamm ankernden Kahne als Bootsmann be- schästigt war. Beini Verladen von Waaren wurde Knichalc, der auf dem Fahrzeuge stand, von einem Ballen und einer Stütze, die dieser umgerissen hatte, am Kopse so schtver getroffen, daher bald nachher starb. Tödtlich verunglückt ist am Sonnabend der 4 Jahre alte Sohn des Schneidermeisters Schulz aus der Andreasstr. 61. Der Kleine hatte sich im zweiten Stock aus dem Fenster hinans- gelehnt, um einem anderen Jungen, der unten spielte, zuzusehen. Eine» ganz anderen Weg hat der anonyme Verfasser der zweiten Broschüre eingeschlagen. Um den Vvlksschullehrer als Paria der Gesellschaft zu erweisen, führt er ihn uns sozusagen leibhaftig vor. Mit großer Anschaulichkeit und in einem Tone voll Bitterkeit und Ingrimm schildert er die elende Lage und die verachtete Stellung, in der sich der Volksschullehrer nicht blos in Preußen, sondern auch in den übrigen deutschen Staaten befindet. Wir begleiten den werdenden Lehrer durch die Leide» der Präparandie und des Seminars und ziehen mit dem fertigen(der übrigens nach Ansicht des Verfassers der Broschüre oft noch recht unfertig sein soll) in die famosen„Schul- paläste" ein. Wir beobachten ihn in seiner mißachteten Stellung gegenüber Seminar, Direktoren, Schulräthen, Geistlichen, Guts- Herren, Bauern u. s.>v. Alles das wird durch hunderte von aus dem Leben gegriffenen Beispielen in meist sehr drastischer Weise beleuchtet. Der Versasser bringt dabei zwar nichts Neues vor, sondern stellt eigentlich nur zusam>nen,»vas in den letzten Jahren über die Lage des Volksschullehrers an empörenden Vorkommnissen in der Tages- und pädagogischen Fachpresse mitgetheilt worden ist. Die Sammlung ist auch keineswegs vollständig. Aber sie ist auch so schon mehr als überreich an schlagenden Beispielen. Die Be- Zeichnung„Knlturbilder aus dem Ende des 19. Jahrhunderts" verdient sie im weitesten Sinne des Wortes, und schon aus diesem Grunde ist sie werth, gelesen zu iverden. Ich glaube, daß auch der, dem das meiste aus dem Inhalt der umfangreichen Broschüre bereits bekannt ist, sie nicht leicht ohne tiefe, zornige Erregung nach der Lektüre aus der Hand legen wird. Ich habe mich jedoch dabei auch eines anderen Gedankens nicht erwehren können. DerVolksschullehrer gehört nicht nur nach seiner wirthschaft- lichen Lage, sondern auch nach dem geringen Maß von Achtung, das ihm die besitzende Klasse entgegenbringt, zu denjenigen Volks- schichten, die man die„unteren" nennt. Nur wenige besser ge- stellte und höher geachtele machen eine Ausnahme davon, viele aber müssen es sich gefallen lassen, auf die allerunterste Stufe herabgedrllckl zu werden. Das ist längst bekannt, und die Ver- sasser der beiden Broschüren haben es, jeder auf seine Art, aufs neue überzeugend nachgewiesen. Der„Volksschullehrerstand" ge- hört also zu der besitzlosen und unterdrückten Klasse, das ist keine Frage. Aber trotzdem marschirt er wacker mit der besitzenden und unterdrückenden Klasse und ist eifrig bemüht, denen, die die besitzlose Klasse(und ihn m i t!) zu unterdrücken suchen, bei ihrer Arbeit zu Helsen. Ich weiß wohl, daß ein Theil der Bolksschullehrer das nur gezwungen thut. Aber die Mehrzahl betheiligt sich noch ans voller Ueberzeugung an dem Kampfe gegen das nach Freiheit ringende Proletariat. Auch die Verfasser der beiden Broschüren erwarten, wenn sie der Hoff- nung aus Besserung der Lage des Volksschullehrers Ausdruck geben, das Heil zwar nicht gerade von der jetzigen Regierung, aber doch immer nur von der bürgerlichen Klasse. Daß die Volksschullehrcr. obwohl sie die Jugend des Proletariats unter- richten und selber Proletarier sind, freiwillig oder gezwungen das Proletariat bekämpfen, das gehört zu den Widersprüchen, an denen unsere Zeit so reich ist.— r. Dabei wurde er wohl schwindelig, verlor das Gleichgewicht und fiel hinab, und zwar auf einen Brunnen, an dem er sich den Schädel zerschmetterte. Er war aus der Stelle todt. Ans einer Kopfwunde blutend wurde in der Nacht zum Dienstag früh um 2 Uhr der Schneider Otto Bomme aus der Kanonierstr. 31/32 vor dem Hause Friedrichstr. 203 liegend ans- gefunden. Ein Schutzmann des 36. Reviers brachte den Ver- letzten, einen verheiratheten Mann von 51 Jahren in ein Kranken- Haus. Bomme will von unbekannten Personen überfallen und so übel zugerichtet sein. Es ließ sich zedoch noch nicht näher feststellen, wie sich die Sache verhält. Polizeibericht. Am 9. d. M. abends schoß sich ein Handels- mann in seiner Wohnung, in der Luisenstraße, eine Revolver- kugel in die Schläfe. Er wurde nach der Charitee gebracht, wo er bald darauf starb.— Am 10. d. M. setzte ein Arbeiter seiner Festnahme durch einen Schutzmann derartigen thätlichen Wider- stand entgegen, daß dieser den Säbel ziehen mußte.— In der Potsdamerstraße fiel ein Mann in der Trunkenheit hin und zog sich eine bedeutende Verletzung am Hinterkopfs zu.— In der Schönhauser Allee fiel ein Mädchen beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen hin, gerieth unter die Räder und erlitt! eine erhebliche Verletzung am Fuße.— Eine Frau wurde in der Wilhelmstraße durch eine Droschke überfahren und am Fuße bedeutend verletzt.— Ein fünfzehnjähriges Mädchen siel, vermuthlich infolge eines Schwindelanfalls, aus dem dritten Stock aus den Hos hinab und trug außer einer Gehirnerschütterung mehrere Knochenbrüchs davon.— Auf einem am Schiffbauerdamm liegenden Kahn wurde ein Schtffer erschlagen, indem einer der das Deck stützen- den Pfosten beim Einladen von Ballen umgerissen wurde und ihn am Kopfe traf.— Am 10. d. M. gegen Abend fuhren in der Linienstraße zivei Geschästswagen zusammen, wobei die kleine Tochter eines der Kutscher, die neben ihrem Vater auf dem Bock saß, heruntergcschleudert und an Brust und Armen überfahren wurde.— Im Laufe des Tages wurden drei Männer erhängt vorgefunden.— In der Nacht zum 11. d. M. wurde in der Friedrichstraße ein Schneider von zwei Männer» durch Stockhiebe schwer am Kopfe verletzt.— Im Lause des Tages fanden vier Brände statt. WitternngSiibersicht vom 11. Jnni 1895. Stationen. Ewinemünde Hamburg. Berlin.. Wiesbaden. München. Wien.. Haparanda Petersburg Cork... Aberdin.. Paris.. Wetter-Prognose für Mittwoch, IT. Juni 1895. Ein wenig kühleres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit etivas Regen und mäßigen westlichen Müden. Berliner W e t t e r b u r e a n. Der§ 193 im Rohrlack-Prozest. Ueber die Zubilligung des Schutzes, der in dem von der Wahrnehmung berechtigter Interessen handelnden Z 193 des Strafgesetzbuches ausgesprochen ist, hat sich das Reichsgericht am 10. d. M. in beachtenswerther Weise geäußert. Im Restaurant„Germania" in Leipzig- Sellerhausen fand am 29. Oktober v. I. eine Metallarbeiter- Versammlung statt, in welcher unsere Partciaenossin, die Gelb- gießer-Ehesrau Elisabeth Anna Martha R o h r l a ck aus Berlin einen Vortrag über die Nothwendigkeit der Anstellung weiblicher Fnbrikinspektoren hielt. An der Diskusston. welche nach dein Vortrage stattfand, betheiligten sich der Klempner Her klotz und der Fabrikarbeiter Nickel. Alle drei sind, wie noch erinnerlich sein dürfte, vom Landgericht Leipzig am 14. März wegen Beleidigung verurlheilt worden, und zwar Frau Rohrlack zu 4 Monaten Gefängniß, die beiden Mitangeklagten zu je einer Woche Haft. Frau Rohrlack hatte in ihrem Vor- trage über einen Dresdener Gewerberath und Fabrik- inspektor Aeußerungcn gethan, nach denen jener den Namen eines Arbeiters, der sich bei ihm beschwert hatte, dem Fabrik- Herrn mitgetheilt habe. Der Beamte soll ferner ein gutes Früh- stück von' dem Fabrikherrn angenommen und seine amtliche Thätigkeit begonnen haben, als er schon mit Wein„gut ein- geheizt" hatte. Diese Angaben, die vo» Abgeordneten im Reichs- tage vorgebracht wären, bat Frau Rohrlack für wahr gehalten. Der von ihr angetretene Wahrheitsbeweis ist aber vom Geucht als mißglückt angesehen worden. Der Angeklagte Nickel, der in der Diskussion das Wort ergriff, soll geäußert haben, die Polizeiorgane nehmen absichtlich keine Kennlniß von der Ueber- tretnng gesetzlicher Vorschriften in bezug aus den Arbeiterinnen- schütz. Herklotz endlich batte nach Feststellung des Gerichts bei der gleichen Gelegenheit in bezug ans die Fabrikinspektoren die Worte„niederträchtig, gemein und hinterlistig" gebraucht. Das Gericht verneinte die Frage, ob die Angeklagten berechtigte Interessen wahrgenommen haben, obgleich es im allgemeinen der Ansicht war. daß Metallarbeiter und die Frau eines Metall- arbeiters sehr wohl in einer öffentlichen Metallarbeiterversammlung berichtigte Interessen wahrnehme» können.— Die Angeklagten hatten gegen das Urlheil Revision eingelegt, welche vor dein 3. Strafsenate des Reichsgerichts zur Verhandlung kam. Der Vertheidiger der Frau Rohrlack, Herr Rechtsanwalt Heine- m a n n aus Berlin, rügte hauptsächlich rechtsirrthümliche Nicht- anwendung des§ 193, da eine präzise Feststellung, daß die A b- s i ch t der Beleidigung aus der F v r m der Aeußerung oder den Umständen, unter denen sie gethan, nicht getroffen sei.— Ob- wohl der Reicbsanwalt Verwerfung der Revision beantragte, er- kannte das Reichsgericht aus den von der Vertheidigung hervor- gehobenen Gründen auf Aufhebung des Urlheils bezüglich der Frau' Rohrlack und Nickel's. Verworfen wurde jedoch die Revision des Angeklagten Herklotz, da bei diesem die be« leidigende Form der Aeußerung ausreichend seslgestellt sei. Reichs- VcrficherniigSamt. Unternehmermoral. Der Gummi-Arbeiter Mai ivar dadurch zum Verluste einer Hand gekommen, daß er bei einer Arbeit mit derselben abrutschte und zwischen die Kammräder einer Maschine kam. Die hundert- prozentige Rente, die er zuerst erhielt, wurde nach Ablauf des Heilungsprozcffes aus 50 pCt. herabgesetzt. Hiergegen legte Mai beim Schiedsgericht der Bernfsgenoffenschast Berufung ein. Dieselbe hatte insofern Erfolg, als ihm 60 pCt. zugebilligt wurden. während er die Vollrente bean- sprucht hatte. In den Gründen des Schiedsgerichts heißt es u. a.:„Kläger machte in der Berufung geltend, daß er keine Beschäftigung finden könne, und daß der Unfall nicht eingetreten wär�, wenn die gesetzlich vor- geschriebenen Schutz maßregeln sich an der Maschine befunden hätten. Der Direktor der Fabrik (Voigt u. Minde. Kottbuserstraße 5) habe gesagt, solche Schutzmaßregeln wirkten nur störend, und man könnte annehmen, daß Mai seine Hand aus Muthwillen zwischen die Kammräder gesteckt Soziale Meberlicht. " " Dermischttes: die Thierprodukten- Fabrik vormals Artmann, jetzt Baese u. Co.; Ein großes Fener zerstörte am Montag in Braunschweig zahlreiche Vorräthe find mitverbrannt. Drei Arbeiter sind schwer zahlreiche Vorräthe find mitverbrannt. Drei Arbeiter sind schwer verletzt. Beitung" fanden am Dienstag Vormittag gegen 9/2 Uhr ErdErdbeben in Schlesien. Nach einer Meldung der„ Schles. 9½ beben in Reichenbach in Schlesien, in Münsterberg und in Wüste waltersdorf statt. = babe. Ob Kläger die Betriebsunternehmerin wegen außer Rußland, waren dieselben noch bis 1872 rechtlich die Mann der Beschüßer der Familie und ihr Ernährer sei, habe Unterlassung von Schuhmaßregeln in Anspruch nehmen wahren Stlaven ihrer Männer gewesen, und nur der von den mir in sehr bedingter Weise gegenwärtig noch Geltung; von den fann, wie er im Termin behauptete, ist nicht vor dem Schieds- Frauen selbst eröffnete Kampf habe sie aus ihrer unwürdigen 5 Millionen erwerbsthätigen thätigen deutschen Frauen seien nicht gericht, sondern vor dem ordentlichen Gericht zu entscheiden." Stellung herausgerissen. Der Grundton des bürgerlichen Rechts wenige, die ihre Familien ausschließlich erhalten. Geradezu Den Rekurs des Klägers, der sich besonders auf die Unmöglich sei der Satz, durch die Ehe werde die Frau unfrei. Mit dem thöricht sei es, zu behaupten, die Frau gehöre berufsmäßig" ins teit stützte, als Krüppel Arbeit zu finden, wies das Reichs- Augenblick der Eheschließung wird sie unselbständig. Redner Haus. Die stetig wachsende Ziffer der industriell beschäftigten Versicherungsamt mit der Motivirung zurück, daß seine Arbeits- übte im weiteren eingehende Kritik an den Paragraphen des Frauen widerlegt das aufs schlagendste. Der Prozeß unfähigkeit auf 60 pCt. geschätzt werden müsse und ihm deshalb Entwurfs, welche die Frauen besonders angehen. Ein Fehler gegen die Frauen- Agitationsfommission, so schließt der Referent, nicht mehr zugesprochen werden könnte. Arbeitsgelegenheit sei es, wenn an die Bestimmung des§ 1209, daß der Mann hat gezeigt, daß auch hierbei das bekannte ziveierlei Maß in der tönne das Gericht ihm nicht bieten, auch könne die nicht vor vollendetem 21., das Mädchen nicht vor vollendetem Rechtspflege zur Anwendung gelangt. Die rechts und links von Berufsgenossenschaft nicht für den Mangel an solcher haftbar 16. Jahre heirathen dürfe, sich diejenige anschließe, daß die Frau Frau Lina Morgenstern stehenden Vereine werden in feiner Weise gemacht werden. Mai hat, wie wir hören, bereits eine Ent- davon befreit werden könne, der Mann aber immer an das belästigt; nur gegen die Arbeiterinnen, gegen die sozialdemokraschädigungsklage gegen den fraglichen Direktor der erwähnten 21. Jahr gebunden sei. Denn die Unmöglichkeit für einen minder- tischen Arbeiterinnen richtet sich in der Praxis die Bestimmung Fabrik in die Wege geleitet. jährigen Vater, die Mutter seines Kindes heirathen zu können, des Gesetzes. Wer da will, daß dem weiblichen Geschlecht das Die Textil- Berufsgenossenschaft fonnte es sich nicht ver- bringe unter Umständen, speziell für die Frau, die selbstverständlichste Recht gewährt wird, unterstütze die sozialfneifen, eine Schiedsgerichtsentscheidung im Refurswege anzu- allergrößten Nachtheile für das ganze Leben mit sich. Zu ver- demokratische Partei, deren Einfluß es gelingen wird, den Widerfechten, weil das Schiedsgericht einer Fabrikarbeiterin für den werfen sei§ 1211, nach welchem bis zum vollendeten 25. Jahre stand gegen diese im vollsten Sinne des Wortes zeitgemäße Verlust eines Fingers ganze 4 pet. mehr zugebilligt hatte, wie das eheliche Kind zur Heirath der Einwilligung des Vaters be- Forderung: Gleiches Recht für beide Geschlechter" zu besiegen. die Berufsgenossenschaft wünschte. Diese Heldenthat erregte beim darf und das uneheliche derjenigen der Mutter. Der Widerspruch( Lebhafter anhaltender Beifall.) In der sich an den Vortrag höchsten Gerichtshof verwundertes Kopfschütteln. Das Verhältniß sei geradezu Unsinn, welcher darin liege, daß jemand mit Ablauf anschließenden Diskussion, an der die Frauen Ludwig, war 6 zu 10 pCt. von 21 Jahren volljährig ist, über sein etwaiges Vermögen Verfügung Mesch, Schädlich und Leuschner und außerdem Kiesel Ein sehr schmerzhaftes Blasenleiden, welches den Arbeiter erhält, rechtsfähig wird, und daß ihm dabei noch vier weitere und Ka ßler theilnahmen, wurde erörtert, inwieweit die Strzipuleg heimsuchte, wurde von diesem auf einen nicht lange Jahre hindurch die Erlaubniß zur Eheschließung versagt werden Männer, besonders die sozialdemokratischen, an der Indolenz der vorher erlittenen Unfall zurückgeführt. S. hielt sich deshalb soll. Bedenklich sei dabei noch, daß die Eltern, welche die Frauen schuld haben. berechtigt, von der schlesischen Eisen- und Stahl- Berufsgenossen- Seirath verweigern, dem betr. Kinde bis zum 25. Jahre die Die von der Versammlung angenommene Resolution hat schaft eine Rente zu verlangen. Berufsgenossenschaft und Schieds- Nuznießung eventuellen Vermögens entziehen können. Bei diesem folgenden Wortlaut: Die Anwesenden stimmen dem Referenten gericht wiesen die Forderung des Klägers zurück, wobei das Paragraphen trete bereits die Unmündigkeit der Ehefrau zu. Sie protestiren gegen das reaktionäre Vereinsgefeß und ver Gutachten eines Arztes, dessen polnischer Name vom Bericht als Mutter in den Vordergrund, die doch mindestens das gleiche pflichten sich, gegen das zweierlei Recht des Klassenstaates mit erstatter leider nicht verstanden wurde, ausschlaggebend war. S. Ginspruchsrecht haben müßte wie der Vater. Redner bespricht dann allen Mitteln anzufämpfen und für die uneingeschränkte Gleicherhob nun beim Reichs- Versicherungsamt Returs. Hier wandte die auf Ehescheidungen bezüglichen Bestimmungen und erbringt den berechtigung der Frau jederzeit einzutreten. Die Versammlung fich derfelbe besonders gegen den erwähnten medizinischen Gutachter. zahlenmäßigen Nachweis dafür, daß das Bedürfniß nach Auf- erreichte der großen Hize wegen frühzeitig ihren Schluß. Während der dreimonatlichen Behandlung" habe ihn persönlich lösung unhaltbar gewordener Ehen stetig wächst, und daß die der Arzt nie untersucht, vielmehr habe seine, des Klägers, Frau Frauen bei den Anträgen auf Ehescheidung in größerer immer zu jenem hinfommen und ihm berichten müssen, wie es Bahl betheiligt sind, wie die Männer. Er zieht S. gehe, und so sei er per Distanz behandelt" worden. Der daraus den Schluß, daß die Ehescheidung wie die Eheschließung hohe Gerichtshof wurde durch die Schilderung des Klägers in erleichtert und nicht erschwert werden müsse. Der viel erwähnte eine sehr heitere Stimmung verfett. Er glaubte dem Kläger Entwurf wolle die Ehe verhindern zwischen einem wegen Gheund verurtheilte unter Berücksichtigung des inzwischen ein- bruchs geschiedenen Gatten und dem, mit welchem die Che geholten Gutachtens eines anderen Arztes, welches sich zu gunsten gebrochen wurde, wenn in den Entscheidungsgründen der Klägerischen Annahme aussprach, die beklagte Berufs auf den Ehebruch bezug genommen werde. Das heiße, genossenschaft. die Dinge direkt auf den Ropf stellen. Der Absatz 2 des fraglichen Paragraphen befage allerdings, die Befreiung von dieser Vorschrift tönne bewilligt werden. Allein die Einmischung des Richters in diese Dinge müßte zurückgewiesen Heute früh 9 Uhr 25 Minuten wurden in Oberlangenbielau, Zu dem Erdbeben liegen noch folgende Meldungen vor: Aus Kiel wird uns geschrieben, daß dort die Zahl der werden. Tem Manne werde von Bordelle um drei vermehrt worden ist. In jedem seien fünf Linie die Entscheidung in allen das eheliche Leben betreffenden stöße verspürt. Um 9 Uhr 15 Min. fand in Münsterberg ein dem Entwurf in erster Rangersdorf, Raudnih, Echönheide und Prozau schwache ErdMädchen, die einen Miethspreis von 12-18 M. pro Tag und Zimmer Fragen zugestanden, jedoch brauche sich die Frau nicht zu fügen, schwaches Erdbeben mit unterirdischem Donnerrollen statt, sodaß zahlen müßten. Vielleicht würde wegen des zu erwartenden wenn sich dieselbe als Mißbrauch darstellt. Auch über das, was die Bilder an den Wänden schwankten; Unglücksfälle haben sich Busammenströmens vieler Schaulufliger bei der bevorstehenden Ein- Mißbrauch sei, entscheide der Richter. Denselben Geist athmeten nicht ereignet. weihung des Nordostsee- Kanals gegen die Bordelle noch eine Reihe anderer Paragraphen des Entwurfs. Dem Manne stehe mehr Nachsicht geübt werden. Die Nachricht zeigt so recht, wie z. B. das Recht zu, alles was der Hausstand enthält, zunächst aus New York, daß in West- Virginien auf einem Nitroglyzerin- Explosion. Ein Wiener Extrablatt meldet durch und durch verbeuchelt unsere moderne Gesellschaft ift. Im für sich in Anspruch zu nehmen; bei einer Trennung fann er von Frachtschiff eine Nitroglyzerin- Sendung explodirte, welche das Namen der guten Sitte, der Religion, der Ordnung verfolgt man dem eingebrachten Hausstand der Frau die Dinge behalten, die er für Schiff, eine am Ufer stehende große Fabrit, zehn Wohnhäuser die Werke der Dramatiker und bildenden Künstler, wenn sie bei feinen Gebrauch unbedingt bedarf. Diese Bestimmung sei höchst un- und einen im Augenblick der Explosion vorbeifahrenden Dampfer der herrschenden Klasse Anstoß erregen; zu gleicher Beit aber gerecht. Der ganze Abschnitt des Entwurfes: Cherecht. blüht das schmählichste Gewerbe, was es giebt, der Menschen- lich e 3 Güterrecht" müßte gestrichen werden, da er es dem zerstörte. Todte und Verwundete wurden über 200 konstatirt. handel in feiner aller Religion, Gitte und Ordnung hohn- Manne ermögliche, eingebrachtes Vermögen der Frau zu ver: Die Bevölkerung hat sich wieder beruhigt und ist in die WohAus Laibach liegt vom Dienstag folgende Meldung vor: spottenden Form. zetteln, das seiner Verwaltung und Nuhnießung unter Die Stadtverwaltung Effens hat das Gesuch des Gewerk- worfen werde, bis auf sogenanntes Vorbehaltungsgut. Auch nungen zurückgekehrt. Die Bauarbeiten werden fortgesetzt; außer nachweises mit der Begründung abgelehnt, daß ein dort Wichtigkeit. So mancher Trunkenbold würde auf grund dieses gleicherweise in der Umgebung Laibachs, in Krainburg und schaftskartells um Errichtung eines städtischen Arbeits- für die Proletarier habe diese Bestimmung in gewissem Grade mehrfachen neuerdings erfolgten Beschädigungen der Häuser hat sich kein Unfall mehr ereignet. Der letzte Erdstoß wurde in bestehendes privates Arbeitsamt, das aus städtischen Mitteln Paragraphen das bischen von der Frau Eingebrachte verschleudern. Abelsberg verspürt. In Krapina wurde, wie aus Agram beunterstützt wird, sehr gut funktionire. Angenommen, das sei so, An stelle der etwa 70 Paragraphen des Abschnitts wäre zu setzen: richtet wird, am Montag Morgen 8 Uhr 40 Minuten ein fünf hat die Stadtverwaltung Effens bei ihrem Entschluß ganz ver- Unter allen Umständen ist bei der Eheschließung ein Vertrag Gefunden währendes Erdbeben verspürt; Schaden wurde nicht geffen, daß das Gute nicht der Feind des Bessern sein soll. abzuschließen, worin die Eigenthumsverhältnisse zu regeln sind. angerichtet. Einen neuen Beitrag zur Nothwendigkeit der Aufhebung Besteht der Vertrag nicht, so ist unter allen Umständen anzunehmen, der Gesindeordnungen liefert ein Bericht der„ Mecklen daß der eingebrachte Hausstand der Frau gehört."- Hier- Wärter in der Irrenanstalt zu Clermont( Dise) wird aus Baris Ueber die Tödtung eines Wahnsinnigen durch seine burgischen Volkszeitung", wonach in waren die Direktorin der durch würden Streitigkeiten widerlichster Art vermieden werden. berichtet. Das Opfer der Wärter war ein gewisser Maistre, der Natur Milch- Exportgesellschaft", eine aus Bayern gebürtige Giner der kürzesten, aber zugleich mangelhaftesten Abschnitte im 60. Altersjahre stand. Der Arzt hatte den Wärtern die Frau Nonnen in a cher, die mit den mecklenburgischen Dienst- sei der über die Ehescheidung. Dehnbar wie irgend etwas feien Weifung ertheilt, Maistre eine Medizin einzugeben, allein dieser mädchen nicht mehr zurechtkam, sich ein Dienstmädchen aus beispielsweise die Ehescheidungsgründe: schwere VerBamberg holte, dieses aber, sagen wir: so unpassend behandelte, legung der in der Ehe begründeten Pflichten und weigerte sich, sie zu nehmen. Man legte ihm daher die Zwangs= daß es sich aus dem Dienste zu Nachbarn flüchtete. Auf seine grobe Mißhandlung. Von vornherein sei klar, face an und drei Wärter suchten ihm den Trank in den Mund energische Weigerung, wieder in den Dienst zurückzukehren, daß was in" höheren Schichten" für grob und schwer Pfleglinge angelodt, und nun machten sich diese über den unzu gießen, allein vergebens. Der Ringkampf hatte die übrigen bekam dann das Mädchen von der Frau Nonnenmacher gilt, beim„ niederen Volt" mit ganz anderen Augen angesehen glücklichen Maistre her. Sie hieben mit allen Kräften auf ihn folgendes Zeugniß ausgestellt:„ Die Inhaberin dieses war werde. Eben so flar, daß grobe Mißhandlung nur törperlich glücklichen Maistre her. Sie hieben mit allen Kräften auf ihn ein, unter dem Vorwande, ihn zu bemeistern. Das geschah am bei mir vom 2. Juli 1894 bis 12. April 1895 in Dienst, sie war aufgefaßt werden wird, und doch lasse sich sehr gut vorstellen, 29. Mai abends. Maistre flagte uicht weiter, als man ihn zu frech, faul und verlogen. Waren( Mecklb.), 17. April 1895. daß in Worten eine viel größere Mißhandlung liegen könne, Bette gebracht hatte, und nahm sogar Tags darauf seinen Dienst B. Nonnenmacher." Es liegt auf der Hand, daß dieses Zeugniß wie in Gewaltthaten törperlicher Natur. Nichts finde man im bei einem Arzte der Anstalt wieder auf. Zwei Tage später schon deshalb kaum zutreffen kann, weil sonst das Mädchen von Entwurfe davon, daß gegenseitiger Etel, gegenseitige un wurde er ohnmächtig und starb wenige Stunden nachher im der freundlichen Frau Nonnenmacher sicherlich nicht 9 Monate überwindliche Abneigung ein Scheidungsgrund sein solle. Spital, wohin man ihn eiligst geschafft hatte. Die Untersuchung lang im Dienst behalten worden wäre. Aber abgesehen davon, Die Aber abgesehen davon, Die einschlägigen Bestimmungen, auf die Redner wie soll ein Mädchen mit solchem Zeugniß wieder eine Stelle einzelnen eingeht, müßten ganz andere werden. Besonders der Leiche ergab, daß der unglückliche Jrrsinnige den ganzen finden? Es ist ein Zustand, der zum Himmel schreit, daß das scharf wandte fich Bebel gegen die Bestimmungen des Brustkorb eingedrückt hatte und einer Zungenentzündung erlegen Gesetz der Herrschaft" die Macht giebt, über den Ruf eines Entwurfes, welche die elterliche Gewalt des Vaters und die Re- war. Eine gerichtliche Untersuchung wurde fofort eingeleitet, gelung der Alimentationspflicht der Väter unehelicher Kinder 2c. nicht, Maistre geschlagen zu haben, versichern aber, die anderen Dienstboten ganz nach Belieben zu entscheiden. welche zur Verhaftung zweier Wärter führte. Diese leugnen Ein städtisches Arbeitsnachweisbureau, deffen Benutzung betreffen. Männer, welche uneheliche Kinder in die Welt ſetzen, Irrsinnigen hätten ihm die tödlichen Berlegungen beigebracht. unentgeltlich, ist in Colmar i. E. ins Leben getreten. müßten verpflichtet werden, im vollsten Maße für dieselben zu 232 Berglente famen am 14. Juni 1894 in Rarwin forgen. Nach dem Entwurf haben sie nur die Pflicht, ihnen bis Troß ihrem beharrlichen Leugneu wurden sie in Haft behalten. zum 16. Jahr den Lebensunterhalt zu gewähren, und zwar in Desterreichisch Schlesten auf den dem Grafen Larisch gehörigen nach Maßgabe der Lebensverhältnisse der Mutter. Den Rohlenwerken durch schlagende Wetter ums Leben. Bei Existenzverhältnissen des Vaters müßte der zu leistende dem heutigen Stande der Technik läßt sich ohne weiteres sagen, Betrag entsprechen. Wie so mancher Kindesmord sei auf die Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechjaals, soweit der Raum dafür daß wo schlagende Wetter auftreten, das Geld gespart worden Verzweifelung verführter Mütter zurückzuführen, denen der Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem ist, um genügende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Es ist Prozeß gemacht werde, während der moralische Urheber noch kein Jahr seit jenem fürchterlichen Unglück vergangen, und ihrer That vielleicht als angesehener und achtbarer Der Vorstand des Verbandes der Damenkonfektions- Arbeiter wieder sind in denselben Gruben desselben Grafen Larisch 7 Ar Mann für Religion, Ordnung und Sitte kämpft.( Großer und Arbeiterinnen fann nicht unterlassen, nochmals den Sprech beiter durch schlagende Wetter an Gesundheit und Leben schwer Beifall.) Der Vater des unehelich Geborenen werde saal zu benußen. Auf die ironische Antwort des Artikelschreibers gefährdet worden. Die Bergbehörde hat ein fahrlässiges Ver- weiter verpflichtet, der Mutter die Kosten der Entbindung und vom 8. d. M. haben wir nämlich folgendes zu konstatiren: schulden nicht finden können. Damit ist die Sache vermuthlich die bis sechs Wochen später entstehenden Kosten innerhalb 1. daß zwei Verbände gleichlautenden Namens nicht bestehen; abgethan, denn wer wird von einem Bergwerksbefizer verlangen, der Grenzen der Nothdurft zu erseßen. Zu verlangen 2. daß von unserer Seite in feiner Weise Zersplitterungsversuché daß er, ehe er an Profit denkt, zunächst alle technisch möglichen sei, daß dies in einer den Verhältnissen des Vaters entsprechenden gemacht werden; 3. es fällt uns nicht ein, den Deutschen und natürlich meist nicht billigen Vorkehrungen trifft, um Leben weise zu geschehen habe, und daß zweitens statt der Schneider- Verband zu untergroben; 4. müssen wir die Behauptung und Gesundheit seiner Arbeiter zu sichern? Schon eine solche sechs Wochen ein Vierteljahr gesetzt werde. Drittens zurückweisen, daß Leute mit anarchistischen Bestrebungen bei der selbstverständliche Forderung gilt ja in der heutigen Gesellschaft müßte dem Manne die Verpflichtung auferlegt werden, wenn die Mitarbeit betheiligt sind. Da von einem Vereinsgründungsfieber als utopistisch, und doch glauben die Gegner des Sozialismus, Entbindung oder Schwangerschaft Krankheitszustände zur Folge hat, die Rede ist, so erkläre ich im Namen obigen Verbandes: daß daß eine solche verrückte Gesellschaftsordnung Bestand haben die Frau für die Dauer der Krankheit zu entschädigen.( Bravo.) sich die Arbeiter und Arbeiterinnen, die in der Damenkonfektion Bebel schloß den Vortrag unter Hinweis auf verschiedene Er- beschäftigt sind, veranlaßt gefühlt haben, da der Deutsche scheinungen des politischen Lebens der Neuzeit, insbesondere mit Schneiderverband seit seinem Bestehen nicht das geringste Interdem Hinweis darauf, daß sich hinsichtlich der Frauenfrage sogar refse an der Hebung der Damenkonfektion gezeigt hat, einen Verfonfervative Kreise nicht dem Einflusse fortschrittlicher Auffassung band zu schaffen, der sich nur mit der Damenkonfettion be entziehen könnten, was u. a. schon wegen der dadurch bedingten schäftigen soll. Es liegt nun an den Genossen und Genossinen, Bersplitterung der gegnerischen Kräfte mit Freuden zu begrüßen die in dieser Branche beschäftigt sind, den Verband der Damens fei. Stürmischer Beifall folgte seinen Ausführungen. Diskussion fonfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen zu einem großen zu ge= war nicht, Beschlüsse wurden nicht gefaßt. J. A.: Erich Spötter, Gr. Frankfurterstr. 133. tönne! = Versammlungen. " 1. " im Sprechfaal. abzugeben ist, dem Bublikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. ſtalten. Der angegriffene Artikelschreiber bemerkt hierzu: Auf die Ausführungen des Herrn Erich Spötter nur einiges. Wenn man sich von jener Seite auf meine Erklärung, was ich unter zweifelhaften Elementen verstehe, noch immer getroffen fühlt, so ist das ihre Sache. Hier heißt es nur: Wen's just, der fraße sich, und wem der Schuh paßt, ziehe ihn an. Die Behauptung, daß der Deutsche Schneider und Schneiderinnenverband seit seinem Bestehen nicht das geringste Interesse an der Hebung der Damenkonfektion gezeigt hat, ist zu albern, um ernst genommen zu werden. Die Stellung der Frau im bürgerlichen Necht be. handelte Reichstags- Abgeordneter August Be bel am 10. Juni in einer sehr zahlreich besuchten Wolksversammlung in der Bockbrauerei, an der sich besonders viel Frauen betheiligten. Der große Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Redner verwics eingangs feines Vortrages auf die außergewöhnlich hohe Be- In der Norddeutschen Brauerei behandelte der Abg. deutung, welche das bürgerliche oder Zivilrecht für jeden Menschen, Auer vor einem Auditorium, das den Saal bis in den letzten ohne Unterschied von Alter und Geschlecht, besitze. Jeder müsse Winkel füllte, das Thema: Das Vereinsrecht und die einmal in seinem Leben Rücksicht nehmen auf die Vorschriften Frauen. Ausgehend von der jüngst erfolgten Verurtheilung desselben, welche die Beziehungen der einzelnen Menschen zu der im Vordergrunde der Bewegung stehenden Frauen schilderte einander, zur Gesellschaft regeln. Gegenwärtig erhöhe fich noch der Redner die ungemein verschiedene Behandlung der Frauen die Bedeutung des bürgerlichen Rechts, angesichts der Kom in den einzelnen deutschen Vaterländern". Während in Württem missionsarbeiten zu einem bürgerlichen Gesetzbuch für das berg, Baden, in den pansestädten, Thüringen und sogar in dem ganze Reich. Enthalte der bis jetzt fertige Theil urreaktionären Sachsen den Frauen gestattet ist, sich in politischen des Entwurfes auch schon eine Anzahl Mängel, so sei Vereinen zusammenzuschließen, sind in der anderen Hälfte des im Entwurf an sich doch das eine gute verförpert, geeinten Deutschland die Angehörigen des weiblichen Geschlechts an stelle von 160 und mehr Zivilrechten für ganz Deutschland vollständig rechtlos. Der Redner bezeichnet es als Anachronismus, ein einheitliches zu setzen. Bezüglich des Zustandekommens des daß neben dem allgemeinen Wahlrecht überhaupt noch Be- Ohne Grund hat man die Gegenagitation aufgenommen und Gewollten sei jedoch wichtig, daß das Zentrum die Ausscheidung ftimmungen Geltung haben, die eine Verbindung politischer und das ist allerdings bedauerlich. Wir sind und waren stets des Cherechtes und dessen, was damit zusammenhänge, aus der Vereine verhindern; seiner Ansicht nach ist es einfach unmöglich, gewillt, gemeinsam zu arbeiten. Es ist ja Gelegenheit geboten, Materie betreibe und bereits in den Nationalliberalen Helfers- daß die großen Parteien in Deutschland diese Bestimmung streng zu beweisen, daß man es ernst damit meint, etwas Großes zu helfer gefunden habe. Nachdem Redner die Nothwendigkeit innehalten können.( Sehr wahr!) Die Einwände, die gegen die schaffen. Da ist es allerdings die erste Pflicht, die Quertreibercien eines einheitlichen bürgerlichen Rechts näher erörtert, ging er Betheiligung der Frauen am öffentlichen Leben erhoben werden, zu unterlassen. So lange das nicht geschieht, sind die schönsten Speziell auf die Stellung der Frau im bürgerlichen fertigt der Vortragende in bündiger Form ab. Der Einwurf, Erklärungen weiter nichts als Phrasen, die feil sind wie Brom Recht ein und wies nach, wie die Frau bezüglich der Verwaltung daß die Frauen im allgemeinen untereinander wenig einig feien, beeren. J. Tim m. ihres Vermögens, der Kindererziehung 2c. unter der Vormund- mird, so führt Genosse Auer aus, gegenstandslos werden, wenn Nachdem nunmehr beide Parteien je zweimal das Wort ges schaft des Mannes stehe. In England, wo die Frauen rechtlich die Männer sich daran gewöhnten, die Ordnung ihrer Angelegen nommen haben, ist die Angelegenheit für den Sprechsaal des jetzt so selbständig seien, wie in feinem anderen europäischen Staate, heiten den Frauen selbst zu überlassen.( Bravo!) Daß der Vorwärts" erledigt. Die Redaktion. Verantwortlicher Redakteur: J. Diert( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. " 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 134. Mai. 11 " " Unterm neuesten Kurs. 1. Havelberg. Wegen Beleidigung der Polizeibehörde Genosse Röste in Hamburg 150 M. Geld und Genosse Ernst 1 Monat Gefängnißstrafe. Gotha. Genosse Joos wegen Beleidigung eines Landraths 36 M. Geldstrafe. Eagau. Sechs Genossen wegen Uebertretung des Vereinsgefeßes je 15 M. Geld und einer 8 Tage Haftstrafe. 2. Teffau. 10 M. Geldstrafe Genoffe Beus wegen Beleidigung eines Polizeibeamten Höch ft. Wegen des gleichen Delifts Genosse Leyendecker 25 M. Geldstrafe. Essen. Genosse Margraf wegen Aufreizung, eine Woche Gefängniß. Mittwoch, den 12. Juni 1895. Gewerkschaftliches. 12. Jahrg. ben W. war zu einem Monatsgehalte von 90 M. engagirt und sein Wunsch, Wochenlohn zu erhalten, mit Aus Meerane wird dem Chemnißer Beobachter" ge- Worten zurückgewiesen worden, den erhielten im Ge schrieben: Die Lohnbewegung unter den hiesigen Webern ist schäft nur Hausdiener, M. sei aber Zuschneider. Trozz noch immer im Gange und wird noch lange nicht abgeschlossen des Monatsgehalts war jedoch eine vierzehntägige Probezeit werden dürfen, denn die Webfabrikanten zeigen sich wenig human mit der Maßgabe festgesetzt worden, daß W. jeden Tag gehen und jedes Zugeständniß zur Ausbesserung der Weblöhne muß und entlassen werden könne. W. glaubte nun, mit Rücksicht auf ihnen nach und nach abgerungen und abgetrozt werden. Dazu das vereinbarte Monats gehalt 6 Tage bezahlt verlangen zu muß die Weberbevölkerung durch andauernd flotten Geschäfts: dürfen, an welchen er frankheitshalber arbeitsunfähig war. Diese gang eist wieder förperlich und geistig sich restauriren und Tage fielen in die Probezeit, welcher Umstand die Firma aus willensstark und thatkräftig werden, um der schrankenlosen Aus- folgenden Erwägungen bestimmte, die Forderung des beutungssucht wieder mehr Widerstand leisten zu lönnen. In Zuschneiders nicht zu erfüllen. Wenn auch Kläger den Fabriken und Dampswebereien, wo die Arbeiter und ein Monatsgehalt bekommen follte, habe doch für die Arbeiterinnen schon mehr geschlossen zu einander halten, haben sie Beit des Kündigungsausschlusses seine Entlohnung die Bedeutung Zugeständnisse erhalten, so z. B. in der größlen mechanischen Weberei einer tageweisen, denn es hätte ihm freigestanden, täglich zu 4. Magdeburg. Wegen Verübung groben Unfugs von G. F. Schmieder u. Ko. hier, ohne daß es zum Streike fam. gehen, und dem Beklagten, ihn täglich zu entlassen. Die Boykott- Genosse Lantau 4 Wochen Haft, und die Mitunter versuchen aber die Unternehmer ihre Versprechungen zu Kammer II des Gewerbegerichts, welche die Sache schließlich zu Gen. Gärtner und Baumüller, je 50 bez. 100 m. umgehen und die Artikel auf den Webstühlen zu wechseln, sodaß erledigen hatte, schloß sich der Deduktion der beklagten Firma Geldstrafe. sie die besseren an Faktore nach auswärts geben und die Arbeits- nicht an und verurtheilte dieselbe, dem Kläger für die Gosha. Zwei Monate Gefängniß Genosse Joo3, löhne nach wie vor möglichst niedrig auszahlen. Eo lange die 6 Tage den seinem Gehalt entsprechenden Betrag abzüglich des negen Beleidigung eines Polizeibeamten. gelockerte ameritanische Bollsperre einen flotten Export zuläßt, erhaltenen Krankengeldes mit 13,50 m. zu zahlen. Der Vorsitzende, Potsdam. In der Revisionsinstanz Genosse Simon suchen sie Taufende und Abertausende zu erhaschen, indem sie, Assessor v. Schulz, führte dazu aus: Beklagter hatte das Recht, den aus Brandenburg 6 Monate Gefängniß. obgleich die Kalkulation gegenwärtig bei den zahlreichen Auf- Kläger wegen der Krankheit( Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit) 6. Tarmstadt. Genosse Sprenger aus Mainz wegen Be- trägen weit höhere Waarenpreise und höhere Arbeitslöhne ge zu entlassen. Da er das nicht that, ist er an den Arbeitsvertrag leidigung eines Schuhmanns, 60 M. Geldstrafe. stattet, den amen Webern die berechneten höheren Löhne nicht auch insofern gebunden, als er den Lohn für die betreffenden auszahlen, sondern mit ihnen schachern und feilschen bis aufs 6 Tage sablen muß, natürlich unter Abzug des Krankengeldes, äußerste. Der Weber, namentlich in der Hausindustrie, ist der das W. erhielt. Die Annahme, daß bei Monatsgehalt wegen am schlechtesten bezahlte Arbeiter im ganzen lieben deutschen jener besonderen Abmachungen betreffs der Probezeit 2c. die Vaterlande. Das Weberekend ist ja sprichwörtlich geworden. fraglichen Krankheitstage nicht zu bezahlen seien, ist unrichtig. Die Handweberei in Meerane, sewie in Glauchau und in den Mit einem Lohnentschädigungsanspruch wegen vertraglich nicht durch Faktore belegten Weberdörfern des Erzgebirges, des zulässiger Entlassung wurde Kläger abgewiesen. Boigtlandes 2c. hält sich nur dadurch so lange, daß der Handsluhl Die Versäumnisse, welche durch die Theil billiger arbeiten muß als der Dampfstuhl, und der blutleere Arm ❘nahme an einer Kontrollversammlung, der fo des Hauswebers dem mechanischen Webstuhl noch Konkurrenz genannten„ Stellung", entstehen, dürfen nach verschiedenen Entmacht. Der häufigere Saisonwechsel in unserer modernen Fabri- fcheidungen dem in Wochenlohn stehenden Arbeiter bei der fation halb- und ganzwollener Kleiderstoffe trägt dazu wesentlich Lohnzahlung nicht in Anrechnung gebracht werden, ebenso wenig bei. Die Weberartikel sind sehr verschieden und vielfach komplizirt, dürfen einem solchen Arbeiter wegen des Feierns an gesetzlichen die Kommissionen zu mannigfach und infolgedessen die Verände Feiertage Lohnabzüge gemacht werden. Was die Kontrollrungen zu häufig. In den Fabriken steckt ein großes Kapital. versammlung betrifft, so hat der Arbeiter natürlich nur Alle Vorbereitungen muß da der Fabrikant bezahlen und während der Arbeitspaufen fein angestelltes Personal, wie Anspruch auf Vergütigung für die Zeit, welche durch aus erforderlich ist. Ein Ueberschreiten dieses Maßes Wertführer 2c. mit festem Wochenlohn bezahlen. Anders berechtigt nach der Judikatur des Gewerbegerichts sogar zur sobei den Hauswebern. Die Vor- und Nebenarbeiten werden da niemals bezahlt. Echlechte, billige Garne, die auf dem fortigen Entlassung, weil darin ein unbefugtes Werlaffen der Arbeit gesehen wird. mechanischen Websluhl nicht angehen, muß der Handweber Ca Die Ablehnung einer Offerte, das Arbeits oft verarbeiten und alles Handwerkzeug felbst halten. wird zwar stets der Durchschnitte lohn eines Haus und Hand- verhältniß ohne Kündigung zu lösen, erblickte die webers auf 6-10 M. nöchentlich abgegeben; das stimmt aber Rammer VII unter dem Vorsitz des Assessors Altmann in nicht. Die canze Weberfamilie, Weib und Kinder müssen dabei folgenden Umständen. Dem Kutscher P., welcher bei der Wendschlag beschäftigt war, wurden " unerlaubten Kollektirens.; 7. Halle. Neun Mark Geldstrafe Genosse Groß, wegen Brandenburg. Wegen Beleidigung des Magistrats, Genosse Simon, 150 M. Geldstrafe. Antrag 4 Monate Gefängniß. 8. Plauen. In der Berufungsinstanz Genosse Meinhold aus Faldenstein, wegen Verübung groben Unfugs, 50 M. Geldstrafe. 8. Montabaur. Genosse Betters aus Frankfurt a. M. wegen Beamtenbeleidigung 30 M. Geldstrafe. 10. Aschersleben. Wegen Beleidigung des Abgeordneten Place, Genosse Greiner 50 M. Geldstrafe. Antrag: 1 Monat Gefängniß. Boffen. Die Genossen Ebel und Bänisch wegen Vergebens gegen das Vereinsgesetz je 50 M. Geldstrafe. 13. Leipzig. Genosse Heinze aus Bolfmarsdorf und Werner Stötteritz wegen Tragens republikanischer Abzeichen je 9 M. Geldstrafe. 14. Hamburg. Wegen Beleidigung der Polizeibehörde in " Güstrow Genosse Röste einen Monat Gefängniß. 15. Dortmund. 20 M. Geldstrafe Genosse Schulz wegen unerlaubter Druckschriftenverbreitung an öffentlichen Orten. " Konstanz. Wegen des gleichen Vergehens ein Genosse 10 und zwei Genossen je 20 M. Geldstrafe. 16. Harburg. Von der Anklage des gleichen Vergehens sechs Genossen freigesprochen. Breslau. Zwei Monate Gefängniß Genosse Neukirch wegen Majestätsbeleidigung. . " " " Berlin. = vom frühen Morgen bis zum späten Abend, zumal im Winter, Speditionsfirma eines Tages Vorwürse darüber gemacht, daß er bei der Lampe oft bis in die Nacht mit helfen. Der Nettolohu zu lange auf der Tour aufgehalten hatte. G3 eines Handwebers iſt im Durchschnitt öfter viel niedriger zu befielen dabei die Worte, wenn er sich nicht ändere, müßten andere ziffern, wenn die Vor, Neben- und Extra- Arbeiten, wie solche Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Krah I- Arbeitspausen, durch Holen der Wetmatrialien vorkommen, ab. Maßregeln ergriffen werden. Der Kutscher, welcher das als cine Burgstädt 7, Rosenow Chemnitz 2 und Pollen der gerechnet werden. Das beweisen die gesammelten statistischen Drohung mit ter Entlassung auffaßte, was es ja wohl auch sein Leipzig 1 Monat Gefängniß. Eämmtlich wegen Preß- Erhebungen des hicfigen Fachvereins für Weber. Wenn einzelne follte, antu ortete: Na, das iönnen wir ja gleich machen, ich beleidigung. Hausweber 12, 15 M. und darüber wöchentlich verdienen, so finde alle Tage cine andere Stellung. Der Prinzipal ließ P. 18. Kiel. Wegen Beleidigung der Kanallemmission, Genosse sind das Ausnahmen und auch nur vorübergehend, und man trotzdem eine neitere Tour machen und gab ihm dann Buch und Brecour, 3 Wochen Gefängniß. sollte es nicht für möglich halten, angefichts so trauriger Belege Karte, damit er sich andere Stellung suche. Gegen eine LohnGenoffe Schula 4 und Bading 2 Monate fträuben sich die hiesigen Webfabrikanten, bessere Löbne auszu entschädigungsforderung, die P. wegen unberechtigter Ente Gefängniß, wegen Bergehens gegen§ 130 des Straf zahlen, obgleich sie es längst thun konnten. In der Sigung laffung beim Gewerbegericht erhob, wandte der Beklagte gesetzbuches. am 27. Mai auf hiesigem Webermeisterhause, wozu die in ein, Kläger habe ja seine Entlassung gefordert. Seine Behaup Tüsseldorf. Wegen Verübung groben Unfugs- Boykott- letter öffentlichen Weberversammlung in der Thonhalle gewählte tung, dem Kläger gefagt zu haben, er könnte ja gehen, müßte Genosse Wessels, 10 M. Geldstrafe. Zwölferkommission eingeladen hatte, waren von den ca. 70 hiesigen aber noch die eine Tour am Nachmittag machen, vermochte der Klingenthal. Firmen fage und schreibe nur sechs vertreten. Stadtrath Hesse Beklagte nicht zu beweisen. Meil er durch die Weiterbeschäftiaber, der ebenfalls die Nothwendigkeit der Lohnausbesserung er gung des Klägers bis zum Abend dessen Offerte, gleich gehen zu fannte, versprach, die Webfabrikanten nochmals bebuss weiterer wollen, abgelehnt habe, betrachtete das Gericht die Offerte als Unterhandlungen fordern zu lassen. Ob's viel helfen wird? für die Lösung des Arbeitsverhältnisses belanglos geworden, und Nur eines hilft! Die Weber dürfen nicht eher wieder neue verurtheilte die beklagte Firma unter Zurückweisung Webmaterialien mit nach Hause tragen, bis der Fabrikant mehr cincs zweiten Einwandes derselben zur Zahlung der EntArbeitslohn bewilligt. Das Mittel ist probat. Auch die hiesige schädigung. Weberinnung, eine Organisation, die sich bei früheren Lohnbewegungen paffiv und träge verhalten, hat ein Schriftstück an den hiesigen Industrieverein gesandt, worin die Aufbesserung der Weblöhne um mindestens 25 pCt. befürwortet wird, wenn der Weber konsum und steuerzahlungsfähig bleiben soll. " Ein Genosse wegen Vergehens gegen das Vereinsgefeß, 6 M. Geldstrafe. " Mainz. 40 M. Geldstrafe, Genosse Sprenger wegen Beleidigung eines Kohlenhändlers. " " " " " " Dresden. Genosse Rinke, wegen unerlaubten Plakat anklebens, 10 M. Geldstrafe. Dortmund. Je 2 Monate Gefängniß die Genossen Schönwald und Bunte, wegen Beleidigung der Grubenbefizer und der Bergbehörden. ver= Krankheit ist nach vielfachen Entscheidungen als Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit nur so lange ein Entlassungs Wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gegrund, wie diese Unfähigkeit vorliegt. Die Entlassung muß Der fege, Kontraktbruch- Genosse Pauselius, 2 Wochen ausdrücklich während ihrer Dauer ausgesprochen werden. Gefängniß. Inhaberin eines Restaurants fostete ihre Unkenntniß der gewerbegerichtlichen Praxis in Verbindung mit einem fatalen Zufall 98 M. Crimmitschau. Wegen Verstoßes gegen die Gewerbe- Aus Rußland. Der Streit der 10 000 Spinner und Weber Der Kellner L., welcher bei ihr beschäftigt war, erkrankte eines Tages Ordnung Genosse Fiedler 20 M. Geldsirafe. in der„ Jaroslaw'schen Manufaktur" in Jaroslaw, der am und schickte zu seiner Stellvertretung einen Kollegen. Nach wenigen Janer. Genosse Lehms wegen Beleidigung des Amts- 7. Mai ausbrach, endete nach zweiwöchiger Tauer mit dem Eiege Tagen schon war L. wieder im stande, die Arbeit fortzusehen, vorstehers, 8 Tage Gefängniß. der Arbeiter. Ueber die Ursache des Ausstants erfährt die wovon er der Arbeitgeberin schriftlich Mittheilung machte. Am 18. Dresden. Das erstinstanzliche Urtheil im Maifeierprozeß Wiener Arbeiter- Beitung": Ter Vizedirektor der genannten felben Tage erhielt er von derselben eine Postkarte des Inhalts, gegen die Genossen Heilwed, Wallfisch und Manufaktur hatte einige technische Verbesserungen an den Epinn sie habe einen anderen Kellner auf vier Wochen engagirt. Da Schönfeld ist dahin geändert, daß die beiden ersteren maschinen eingeführt. Infolgedessen ist die Produktivität, aber fe habe einen anderen Kellner auf vier Wochen engagirt. Da sich die Frau an die Atmachung mit dem neuen Kellner gebunden zu 100 und Schönfeld zu 150 m. verurtheilt wurden. zugleich auch die Intensität der Arbeit gestiegen. Die Spinner hielt, mit mehreren Kellnern aber nicht arbeiten konnte oder 20. Leipzig. In der Revisionsinftanz, Genosse Peus beton men Attorblohn je nach der Meuge des gelieferten wollte, wurde 2. nicht eingestellt. Auf dem Gewerbegericht, wo Dessau, wegen Richterbeleidigung 2 Monate Gefängniß. Produits. Bei der erhöhten Produktivität flieg der Akkordlohn. 21. Leipzig. Wegen Beleidigung eines Fuhrwerts befizers, Der Wizedirektor wollte jedoch Alfordlohn nicht mehr zahlen, derfelbe dann sein Recht suchte, wurde Beklagte vom Bor sitzenden über den Genosse Lipinski, 30 M. Geldstrafe. belchrt, fondern für die Zukunft den alten Durchschnittslohn, als zenden über den oben wiedergegebenen Rechtsgrundsatz und darüber, daß derselbe im Trebbin. Genosse Drach holy wegen Uebertretung Tagelohn seftfeßen. Tie Epinner waren mit dieser Maßregel Falle anzuwenden sei. Da sie trotzdem die gutwillige Zahlung vorliegenden einer Polizeiverordnung 210 M. Geldstrafe. nicht einverstanden, legten die Arbeit 1.icder und stellten 25. Luckenwalde. Genosse elfinger, wegen Vergehens die Forderung auf, Der geforderten Entschädigung ablehnte, wurde sie ber Affordlohn müsse bleiben. urtheilt. Gründe: Bei seiner Erkrankung hätte Kläger gegen das Vereinsgefeß, 3 M. Geldstrafe. Die Weber erklärten sich mit den Spinnern soli entlassen werden können, da diese einen Grund dazu darstelle. Elberfeld. Wegen Verübung groben Unsugs, Genosse darisch und stellten gleichfalls die Arbeit ein. Außerdem Die Karte, welche Beklagte dem Kläger schickte, und die ihm seine Gewehr, 14 Tage Haft. forterten Epinner und Weber gemeinsam die Entlassung des Entlassung, mindestens aber seine Nichtweiterbeschäftigung während Zwickau. 40 M. Geldstrafe Genosse Rnate aus Bizedirektors, weil sie seine Lohnbrückereien und sein rohes Be- der nächsten 4 Wochen in Aussicht stellte, sei aber erst in die Hände Marienthal, wegen unerlaubten Kollektirens. nehmen nicht länger dulden wollten. Dank ihrer Entschlossen des Klägers gelommen, als er gerade wieder arbeitsfähig 28. Stiel. Genosse Brecour wegen Beleidigung der Armen- heit und Solidarität haben die Arbeiter ihre Forderungen durch geworden war, und am selben Tage, an dem er seinen Wiederverwaltung in zehoe 300 M. Geldstrafe. gefeßt, und jetzt ist die Arbeit wieder aufgenommen. Den eintritt in das Geschäft der Beklagten dieser ankündigte. Der 29. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Hofrichter Rapitalisten haben nicht einmal vier Bataillone Militär helfen Entlassungsgrund sei also nicht mehr vorhanden gewesen, und aus Köln wegen Beleidigung der Verwaltung eines tönnen, die man ihnen zur Einschüchterung der Arbeiter zur deshalb sei die Forderung des Klägers mit Rücksicht darauf Hospitals 14 Tage Gefängniß. Verfügung gestellt hatte. Zwickau. Genosse Seifert 5 M. Geldstrafe wegen Nichtbeachtung des Berbots der Zulassung der Kinder bei vom 24. Mai: In Teitowo, einem Orte des industriellen Maßregel tritt auf Anordnung des neuen Justizministers mit Das russische Blatt Wolgar" berichtet in seiner Nummer berechtigt, daß er thatsächlich 14 Tage ohne Verdienst war. Gerichtliches Zustellungswesen. Eine einschneidende Festlichkeiten. Bezirks Janowo Wosneffenst, brach in der Fabrik von Halle. Wegen zwei Preßbeleidigungen Genosse Schnecken- staretnikom ein Streit aus, der bereits zu Blutvergießen dem 15. Juni in kraft. Es handelt sich dabei um die Zuburger 14 Tage Gefängniß und 20 M. Geldstrafe. führte. Die Ursache des Ausstandes, an dem mehrere tausend stellungen, welche durch die Straf- und Zivil- Prozeßordnung C8uabrück. Der Genosse Schrader Bramsche zwei Arbeiter betheiligt sind, ist in den allgemeinen elenden Lebens- geboten werden, aber nur dann beweiskräftig vor Gericht sind, Monate und Genosse Hoppenjans- Osnabrück 14 Tage bedingungen zu suchen, in welchen sich die Arbeiter jener Gegend, wenn die Zustellung durch einen Gerichtsvollzieher oder amtlich Gefängniß wegen Beleidigung eines Obermeisters. die von den Russen Bärenece" genannt wird, befinden. Ten un- bestellten Hilfs Gerichtsvollzieher erfolgt. Bisher wurde die Reichenau. Wegen Verübung groben Unfugs drei Ge- mittelbaren Anstoß" zum Streit bot aber das empörende Be Eache so gehandhabt, daß von den verschiedenen Gerichtsstellen des noffen je 10 M. Gefängniß. nehmen der Fabrikverwaltung. Der Fabrildirektor batte in Land- und Amtsgerichts 1 wie Moabit"," Jüdenstraße", Neue 30. Dresden. In der Berufungsinstanz Genosse Wetter einem kritischen Augenblick die Verzweiflung der Streikenden und Friedrichstraße" und" Germania- Hotel" die Urtheile," Verwegen Beleidigung eines Gendarmen vier Monate Ge- feine eigene Machtstellung verkannt. In einem Augenblick, wo fügungen zc., welche den Parteien zugestellt werden müssen, Kaltblütigkeit und ein beruhigendes Wort erforderlich waren, mittels der Altenwagen nach der„ Gerichtsvollzieherstube" in der Frankfurt a. M. Wegen Verstoßes gegen das Vereins- trat er den Streikenden mit den Waffen in der Hand entgegentheilt wurden. Diese Zustellungen waren und sind durchweg so zahlJüdenstraße" gebracht und dort an die Gerichtsvollzieher vergesetz, Frl. Froschner 30 M. und 3 weitere Genoffinnen Die in Wuth gerathene Menge stürzte sich auf ihn und zerriß reich, daß sich jeder Gerichtsvollzieher ausschließlich für diesen je 15 M. Geldstrafe. ihn in Stücke im buchstäblichen Sinne des Wortes. Um 31. Göttingen. 30 M. Geldstrafe Genosse Trilse, wegen die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, ist Militär ein Zweck einen Schreiber halten mußte und aus dem GebührenBeleidigung des Abgeordneten Jetraut. berufen worden: Fußtruppen und Kosaken." So schließt der Ertrage die gesammten Bureau- Unkosten decken konnte. Diese B schäftigung wird der verbundenen Einnahme- Quelle den Gerichtsvollziehern entzogen. Die Zustellung wird jetzt bezw. vom 15. d. M. an durch das Gericht selbst besorgt. Es wird an jeder Gerichtsstelle ein Bureau für Zustellungen eingerichtet, welchem ein Eekretär vorsteht, und welchem eine entsprechende Anzahl von Gerichtsvollziehern zugewiesen wird, die aus dem Ein eigenthümliches Vertragsverhältniß Stande der Gerichtsdiener( nach Absolvirung eines einfachen Diese Hilfsgerichtsvollzieher war es, das zu einem Rechtsstreit zwischen dem Kravatten- Examens) cntnommen werden. auschneider W. und dem Kravattenfabrikanten Berger führte. erhalten einen festen Gehalt, während die Gebühren für die " " " " 31. Berlin. Wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz die Bericht. Genossinnen Fahrenwald und Ihrer 20 bez. 30 M. und die Genossinnen Ba a der, Jung und Froh= mann je 15 M. Geldstrafe. Im Verlauf der Verhandlung wurde Rechtsanwalt Hersfeld wegen Ungebühr in eine Strafe von 100 M. verurtheilt. Insgesammt wurden erkannt auf 3 Jahre, 8 Monat und 3 Wochen Gefängniß, und 2372 M. Geldstrafe. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. mit " Was im Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte alles möglich ist. Wegen Beleidigung des geiftestranten Königs Otto von Bayern wurde vom Landgericht Nürnberg der Altfizer Thomas Brechtelsbauer von Mäbenberg zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Dersammlungen. Vergnügungsverein Italia. Mittwoch, den 12. Juni, abends 9 Uhr, Gesundbrunnen, Abends 8 Uhr, bei 1 1 Sumatra Süd- Ost Abends 8½ Uhr bei Müller, Liegnigerstr. 18. Freie Bereinigung der aufleute, jeden Mittwoch gemüthliche Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Unterricht und Uebungsstunden Roller'scher Stenographenverein Pionir, Hussitenstr. 9, German- American Klub Uncle Sam Club" Every Wednesday Bujanmenkunft im Reſtaurant Tettenborn, Wallstraße, Ecke Neue Grünstraße. abends 8 Uhr in den Restaurants Owczarek, Langeftr. 65 und Seidler, Ratiborftr. 16.Reſtaurant Rausch, Abends 8% Uhr, Unterricht und Fortbildung. o'clock p. m. Frieboes Restaurant, Münzfſtr. 17. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwet Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und Rath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. G. St. 51. Der R. T. 34. Der Bruder fann die 1 Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr Zustellung der Staatskasse zufließen. Durch die neue Ordnung des Kreisen, die mit der Silberproduktion zu thun haben, vielmehr bergerstraße 24 bet Täuschte. bei F. Rockendorf, Posenerstraße 5. Rauchtiub Roochloch, Bunellungsverfahrens soll eine wesentliche Vereinfachung herbei aus agrarischen Kreisen. Zweck der beabsichtigten Herabdrückung admiralstr. 33 im Reſtaurant Abends 9 Uhr. Rauchflub Messa= geführt werden, der Hauptzweck ist aber der, daß der Justizfiskus des Geldwerthes von dieser Seite ist die leichtere Tilgung der tina, jeden Mittwoch bei H. Wuttte, Graudenzerstr. 3. Stat- Klub Treff Raucht lub Ohne 8wang, WeinErsparnisse macht. Derfelbe hofft bedeutend billiger zu fahren Schulden und die Erhöhung der Produktenpreise, der Einnahmen. Frankfurter- Allee 90 bei D. Babel. Rauchklub Die Dampfenden, Langeftr. 24 bet als bisher, wenn er die Zustellungen durch festbesoldete Beamte Nach Ansicht der Bimetallisten sind nicht die Waaren, das Silber raße 28 bet Späth Jeratsch. Rauchtlub Virginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bet besorgen läßt und die Gebühren selbst einzieht. Vorläufig sind im Werthe gefunken, vielmehr ist der Geldpreis geftiegen. Wie Schnieber, Admiralstraße 21.- Rauchflub Humoristische Pfeifens Rauchtlub zu diesem Zweck 36 Hilfs- Gerichtsvollzieher neu ernannt worden, Redner darlegte, mußten infolge der leichteren und der so- brüder, Mittwoch Abends 9 Uhr bei Salzwedel, Klosterfir. 83. von denen allein nach Moabit" 10 kommen. Beim Landgericht II genannten Ueberproduktion die Preise der Waaren, des Silbers Rauchflub Gemütlich feit II, Sizung jeden Mittwoch Abend 9 Uhr im und dem Amtsgericht II ist die Mehrzahl der Zustellungen bereits finken. Der Goldwerth ist dagegen derselbe geblieben. Wenn ofal Schmidt, Köpnicerſtr. 171, feit Jahren durch Gerichtsdiener bewirkt worden, welche zu diesem auch nicht zu verkennen sei, daß der Bauernstand und der GrundZweck zu Hilfs- Gerichtsvollziehern" bestallt wurden. besit sich in einer Nothlage befinden, indem sie heute geringere Einnahme haben, die Schulden und Zinsen aber die gleich hohen seien, so habe doch die Arbeiterklaffe keinerlei Veranlassung, den Bimetallisten zu folgen. Das Silbergeld werde heute durch Einschränkung der Silberprägung künstlich in einem bestimmten Kurs: werthe erhalten. Durch Einführung der freien Silberprägung würde das Gold, das Geld entwerthet, die Waaren würden alle im Preise steigen, nicht aber so die Arbeitslöhne, welche nur sehr langsam die steigende Tendenz mitmachen würden. Abgesehen von den direkt interesfirten Arbeiterkategorien hätte die Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter tagte Arbeiterklaffe als solche mit recht keinerlei Interesse an der Doppelam 8. Juni bei Herrn Schulz Dranienstraße 51. Es sprach währung gezeigt und allen Grund, fich gegen einen derartigen neuen Hier Herr Dr. Heymann über die Verhältnisse der Kranken- Aderlaß ganz energisch zu erklären. Die Arbeiter handeln nur R. 300. 1. Er kann nur zum 1. ziehen. 2. Der Erfolg Tassen mit und ohne freie Arztwahl. Er schilderte verschiedene in ihrem eigenen Interesse, wenn sie für die Goldwährung ein einer Schadensersatzklage wäre zweifelhaft. Freundschaft. Die Uebelstände des Systems mit angestellten Aerzten und treten, sich aber gegen die Silber oder die Doppelwährung Lohnpfändung wegen der der Ehefrau schuldigen Alimente iſt zugeißelte dieselben in scharfen Worten, dagegen die Vortheile der wenden. Der inftruttive Vortrag, an den sich eine weitere De lässig... 59. 1. Nein. 2. An die Polizeibehörde. freien Arztwahl hervorhebend, welche den franken Mitgliedern batte nicht knüpfte, wurde mit großem Beifalle entgegengenommen. 3. u. 4. Ein Recht auf Naturalisation hat kein Ausländer. Gezum Nutzen seien. Während dort die Aerzte von den Kaffen- Bur Kenntniß der Versammlung wurde noch gebracht, daß suche um Naturalisation pflegen nach langdauernden Verhandworständen abhängig und nicht in der Lage seien, die die Zahlstelle des Wahlvereins in der Jägerstraße aufgehoben Lungen abgelehnt zu werden. 5. Werden hier nicht unterstützungsInteressen Der franken Mitglieder wahrzunehmen, sei worden ist. berechtigt, würden vielmehr abgeschoben" werden. 6. Nein. hier das gerade Gegentheil der Fall, zumal es schon In öffentlicher Mahnung eines Schuldners Charlottenburg. Am 9. d. M. fand hierselbst eine öffent. 1. ungemein günstig auf das Gefunden einwirte, wenn der tann liche Versammlung für Maurer und Puyer statt, in welcher eine Beleidigung gefunden werden. Reineswegs Krante den Arzt seines Vertrauens wird aber wählen könne. Kollege Silberschmidt- Schöneberg eingehend über den die Schuld durch diese Mahnung getilgt. In bezug auf die Geldfrage meinte derselbe, nicht diejenigen wirthschaftlichen Niedergang im Baugewerbe referirte und nach- F. A. 101, Brandt 43 und Andere. Bäter haften nur für Stassen, welche Ueberschüsse erzielen, seien immer gut zu nennen, brüdlich für den Verband deutscher Maurer agitirte. Die An- den von ihren noch nicht 7 Jahre alten Kindern durch sondern auf das Gefunden der Kranken sei das Hauptgewicht zu wesenden folgten mit regem Interesse den Darlegungen des Ballspielen u. dgl. angerichteten Schaden. Tegen. In der Diskussion wurden mehrfach die Gründe an- Referenten, welcher in dieselben auch eine Betrachtung über den Betreffende ist zur Anmeldung verpflichtet zur Entschädigung geführt, die gegen die Freie Arztwahl sprechen. Bei Vereins- Leipziger Maurerstreit mit einflocht. Zur Unterstützung desselben nur, wenn etwa ein Schaden durch Unterlassen der Anmeldung angelegenheiten wurde bekannt gegeben, daß die Kataloge für die werden Sammellisten verausgabt. Im Anschluß hieran erstattete erwachsen ist, oder wenn unberechtigte, nicht gezahlte KrankenBibliothek fertig gestellt und zum Preise von 10 Pf. laut Beschluß Silberschmidt Bericht über den 9. deutschen Mauerfongreß, mit faffenbeiträge vom Lohn abgezogen sind. D. 98, Marten. einer Bersammlung zu haben seien. Ferner wurde die Sperre bessen Beschlüssen die Versammlung sich einverstanden erklärte. Der Ja.-J. K. 100. Gar nicht. A. E. 23. 1. Die Gewerbes bei Giese u. Reinide aufgehoben, weil von indifferenten Bericht des Vertrauensmannes über die Kassenverhältnisse konnte unternehmer sind verpflichtet, ihren Arbeitern unter 18 Jahren Kollegen diese Stellen besetzt worden sind. nur provisorisch gegeben werden; die definitive Abrechnung wird die erforderlichenfalls von der Behörde festzusetzende Zeit zum Necht charakteristische Zustände der Berliner Velvet- in der nächsten Versammlung erfolgen. Bis zu dieser mußte auch Besuch der Fortbildungsschule zu gewähren. 2. Schriftliche Lehr Fabrik förderte die öffentliche Versammlung der Arbeiter die Neuwahl des Vertrauensmannes wegen Kandidatenmangel verträge sind stempelfrei. and Arbeiterinnen genannter Fabrik vom 8. Juni zu tage. Der vertagt werden. Gewählt wurden nur drei Revisoren. Be- Erbschaft schriftlich der Mutter cediren. Er thut gut, seine UnterReferent, Genoffe Jahn, übte auch an der Hand ihm zuge- sonderer Beachtung und Berücksichtigung wurde der Kollegenschaft schrift durch die dortige Behörde beglaubigen zu lassen. Alsdann gangener schriftlicher und mündlicher Mittheilungen scharfe Kritit der vom Verbande bein Kollegen Wolter, Magazin fann die Mutter die Summe an dem früheren Vormund beanspruchen. B. M. A. Klett, Baul 300, Wyziski, C. S.: Nein. an den dortigen Einrichtungen, besonders an der, von den In- Straße 15, eingerichtete Arbeitsnachweis, welcher gleichzeitig.§. 1. Das Zeugniß gehört der Direktion. Sie haben ein habern der Fabrit, den Herren Menger u. Söhne einseitig aufge- statistischen Zwecken dient, dringend empfohlen. Recht auf Ausstellung eines ordnungsmäßigen und wahrheitsstellten Arbeitsordnung, die den Fabrikanten alle Rechte einräumt, Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner Berlin. Mittwoch, den Arbeitenden dagegen sämmtliche Pflichten auferlegt. Die Arden 12. Sunt, abends 8% Uhr: Gemüthliche Busamntentunft der Eleg gemäßen Zeugnisses und können auf Ausstellung eines solchen J. 2. 14. An die Ins beitszeit währt von früh 6 bis abends 6 Uhr, ohne regelrechte Billets zur Tampferpartie am Sonntag, den 14. Jult, nach Grtner gelangen validitäts- Versicherungsanstalt, die die Karte ausgestellt hat. Holsteiner im Restaurant Kommandanten- Garten", Kommandantenstr. 10-11. bei dem Gewerbegericht klagen. Innehaltung der gesetzlichen Mittags- resp. Ruhepausen. Der zur Ausgabe. F. Halberstadt: Nein. Mercur. Ersaykommission, Nieders bei Alfordlöhnen zu erzielende Verdienst beträgt für weibliche G. B. Ein Gesangverein ist nach dem Geset Arbeiter 6 bis 8 M.( bei Anfängerinnen noch darunter), für im Restaurant Thiessen, Stonstirchplatz 1. Sigung mit Damen. Wahl eines wallstraße. 1. Vorsitzenden. zweifellos nicht verpflichtet, Statuten und Mitgliederverzeichniß männliche Arbeiter 12 bis 15 M. Einige Arbeiter, die bereits Berliner Radfahrer- Genossenschaft, Solidarität". Sigung jeden der Polizei einzureichen. Indeß ist das Ober- Verwaltungsgericht 20 bis 21 Jahre ihre Haut und Gesundheit in genannter Mittwoch, abends 9 uhr, im Restaurant Wilh. Roll, Waldemarsir. 61. Tages hin und wieder anderer Ansicht.-. Wissen wir auch nicht. Fabrik zu Markte getragen haben, bringen es bei 11- bis ordnung: Statutenberathung. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, abends 7-8% Uhr: Lektüre. W. H. 77. 1. Sie können pfänden lassen, Verjährung liegt 12ftündiger Arbeitszeit glücklich auf 12 bis 13 M. Wochenverdienst. 8-10% Uhr: Nordschule, Müllerstr. 179 a: Naturerkenntniß( Die In einer argen Lage befinden sich die Arbeiterinnen( Sammet- arwin'sche Theorie.- Gniwidelungsgefeße). Südostschule, albeit nicht vor. 2. Die Klage würde kaum Aussicht auf Erfolg haben, schneiderinnen). Bei ihrer Beschäftigung, die äußerst viel fraße 14: Geschichte( alte). Bet allen interrichtsfächern werden neue falls nicht ausdrücklich Entschädigung für die Hilfe vereinbart ist. Zuständig für die Klage wäre das Amtsgericht.- BodenGeschicklichkeit erfordert, ist ihr Verdienst, obgleich der Preis für Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Frig fee. 1. Ja. 2. Das ist allerdings strafbarer Erpressungsversuch, je ein Stück zuzuschneiden fixirt ist, insofern sehr zweifelhaft, als iepte, Echwedterstraße 33. Saferland, ühnen für jeden Einschnitt 5 Pf. in Abzug gebracht werden, während Butterſtraße 123. – Deine, Riydorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handieryfir. 60, Bahlung geleistet würde, das zu veröffentlichen. Gleichheit, Abends 8 Uhr bei Stramm, wenn jemand der Mutter seines Gläubigers droht, falls nicht A. 3. 194. Ahnen 25 Pf. Prämie zugesichert sind, wenn sie ein Stück ohne einzu- parterre. Einigkeit, Abends 8 Uhr bei Beige, Triftstr. 1.- Theater Wenden Sie sich an die hiesige Gesandtschaft. R. Büttner. schneiden fertig stellen. Sowohl hierbei, wie beim Zuspätkommen und Leseflub Morgenroth, abbs. 9 Uhr, im Restaur. Diete, Lothringerstr. 67. hält man es recht gewissenhaft mit dem Einkassiren der laut Verein ehemaliger Schüler der 18. Gemeinde- Schule. Jeden mitt Heirathslustige weiblichen Geschlechts bedürfen bis zum zurückArbeitsordnung festgesetzten Strafgelder. Für 5 Minuten 3u- wach, abends 9% Uhr, Große Frankfurterfir. 30. Ehemalige Schüler und Gäste gelegten 24., folche männlichen Geschlechts bis zum zurückSpätkommen sind schon bis zur Höhe von 25 Pf. oder aber eine Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Adolf gelegten 25. Lebensjahre väterlicher Genehmigung. halbe Stunde Arbeitsverdienst abgezogen worden. Ueber den Neumann, Pasewalterstr. 8. Alle Menderungen im Vereinstalender find zu Abonnent 100. Die zuständige Behörde ist das Polizeipräsidium. -K. 13. Wegen kleiner körperlicher Fehler vorläufig zurück Verbleib dieser Strafgelder fehlt den Arbeitern und Arbeiterinnen richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Uebungs flunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. 2iebesfreiheit 1, gestellt. B. P. 106. Geschäfte R. St. Amtsgericht II. jegliche Kenntniß und Kontrolle. Befinden sich im Andreasstr. 26, bei Witte. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 Freya I, empfehlen wir nicht.- O. E. Der Polizist ist nicht berechtigt, Arbeiterausschuß Personen, die ihres Amtes zu Unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bei Nowack. walten bei Kart. ( Gemischter Chor), Rosenthalerstraße Nr. 57 bei Wernau. Lorbeer die Verbreitung eines unanstößigen Flugblattes einem Kinde zu wagen, so werden sie hinausbugfirt. Eine nicht scharf genug zu trang 1, Weinstraße Nr. 28 bet Späth. Deutsche Eiche 1, verurtheilende Unfitte ist die Vertheilung der Arbeit nach Gunst. Große Frankfurterstraße Nr. 133 bei Gold.- Echo 1, Pantow, offant verbieten. Indeß eignen sich Kinder zur Verbreitung von FlugW. N. Die Wirthin kann von wem Gefangverein Arion III, Nixdorf, Herrmann- blättern durchaus nicht. Ein weiterer recht bitter empfundener Mißstand ist der moralische ftraße 118 bei Lehmann. und Herrfurthstraßen- Ecke, bei Weiß. Freundestreue( gemisch. Chor), fie will die Arbeit verrichten lassen. Eine Anmeldung zur Kantinenzwang. Von verschiedenen Seiten ist die Klage laut ge- Gr. Frankfurter str. 183 bei Gold. Ginigkeit 1( Sutmacher), Neue Unfall- Berufsgenossenschaft ist nicht erforderlich. Der Ausführung worden, daß die Arbeiter kaum so viel verdienen können, um Friedrichfir, 44 bet Röllig.- Allegro, Wrangelfir. 141 bet 28. Schmidt der Arbeiten durch Sie steht kein gesetzliches Hinderniß im Wege. Freiheit 1, Bülowfiraße 65 bei Richter. ihrer Kantinenverpflichtung nachzukommen. Ferner ist das gänz Steinnelte, PaseN. S. 100. Geben Sie vor dem Termin dem Gerichts Süd- Ost, galdensteinstr. 7 bei Trittelwalterstraße 3 bei A. Neumann. lich ungenießbare Trinkwasser in der Fabrik ein von den zirka wig.- 2iebesInst, Fürstenwalde an der Spree, Echloßtelleret. 900 dort Beschäftigten schwer empfundener Mißstand; mangel- Männerchor Nord: West( früher Klempner) Moabit, Ebener- eie vollzieher den Auftrag, den Schrank freizugeben, theilen Sie die haft und gänzlich unzulänglich sind die Klosets; letztere find für Siemensstraßen- Ede 14.- Kupferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Freigabe dem Intervenienten mit und machen hiervon im Termin Rothe Melte 1, Echöneberg, Golafir. 43 bei laufe. Appolonia, Mittheilung. P. M. 45. Wenn nach dem Vertrage spätestens männliche und weibliche Arbeiter nicht getrennt, ebensowenig Rosenthalerfir. 57 bei Wernau. Freiheitsgruß, Cremmenerstr. 1 bei drei Monate drei Tage vor Ablauf des Quartals gekündigt sein existiren getrennte Ankleideräume. Weiter ist das Einsammeln Mathies. Schneeglöckchen 1, Nixdorf, Hermann- und KarlsgartenDon Beiträgen und das Verbreiten von Drucksachen straßen- Ede bei Hilpert. Schneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburger muß, so muß die Kündigung spätestens am 27. Juni Matengruß 3, Friedrichshagen, Rund- in Kommunikation 16 bei Glaser. den Händen des es Wirthes sein. Eine frühere Taut Fabrifordnung von der Einwilligung der Chefs abhängig, theil, bei Lerche. Unverdroffen, Lindowerfiraße 26 bet Sachs. im allgemeinen zweckmäßig. In der Diskussion wurden diese Mittheilungen theils ergänzt, Felsenburg, Langefiraße 65 bei Dwezarec. Rütli, Friedenau, Kündigung ist giltig und Vorwärts 7, Rummels- D. B. Gegen die Kündigung ist leider nichts mit Erfolg zu theils bestätigt. Nach dringender Aufforderung, sich der Drganisation, dem Allgemeinen Arbeiter und Arbeiterinnen- Verein, Brandenburg a. S., Koufordia", Wilhelmsdorferstraße. Freiheits- felbständig, nein. 2. Nein. 3. Nein. C. 2. Städtisches anzuschließen, stimmte die gutbesuchte Versammlung einmüthig länge 1, Stallschreiberfir. 29, Bum eichenen Stabe" bei Schöning. folgender Resolution zu: Arbeitergesangverein von Brig in Brig, Bürgerfir. 4 bei Dorn. Seeger- Gesinde muß, falls nichts anderes vereinbart ist, spätestens sechs Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des scher manner chor, Landsberger Allee 166 bet Göbel.- Maiengruß 2, Wochen vor Ablauf des Quartals zum ersten des folgenden Gharlottenburg, Wallstr. 96 Dämmerlicht, Borndorfer Quartals kündigen. G. O. K. Leider nein: Voraussetzung Referenten einverstanden und die Versammelten verpflichten sich, fraße 17 bei Hofmann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger= RomSeimathtiänge, Röpenick, Rosenstr. 101 zur Erlangung der Altersrente ist Vollendung des 70. Lebens Soweit sie noch nicht organisirt sind, dem Allgemeinen Arbeiter- munifation 16 bei Glaser. bet Troppens. Männer- Gefangverein Geduld, Gesundbrunnen, Butt- jahres. G. H. 47. Ja, falls nicht etwa ein Miethsvertrag und Arbeiterinnen- Verein Berlins und Umgegend beizutreten. mannstraße 17 bei Mohes. Gesangverein Freiheitstlänge II, vorliegt oder die Forderung anerkannt ist. A. 3. Nach Nur allein die Organisation ist im stande, Abhilfe zu schaffen. Chorinerfir. 55 bei Hobeck. Männer- Gefangverein Pa Ime, Belten i. b. M. Ihrer Schilderung hat die Frau nichts mehr zu verlangen. Der bei Zemlin. Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzsir. 101 bei Malchin. Ten Lederarbeitern( Weißgerbern, Lederzurichtern 2c.) er männer: Gefangverein 2te deríust, Admiralstr. 38 bei Zubauer.- Sanges Berkauf des Grundstücks an Sie erscheint zwar nicht strafbar, Gleichheit, Schönhauser würde aber der Geltendmachung der Forderung gegen Sie nicht ftattete der Vertrauensmann Mar Arndt in der am 8. ds.lüthen, Stralauer Platz 10-11 bet Poppe. Allee 135 bei Ramlow. Gefangverein Frohsinn II, Friedrichsberg, stattgehabten öffentlichen Versammlung nach einem mit Interesse wartenbergstr. 67, bet Lange. Sangerchor der Maler, Annenstr. 9 im Wege fiehen. Danziger 96. Sie müßten sich zunächst entgegengenommenen Vortrage des Genossen H. Schulz über bei Prog. Männer Gesangverein 8iel bewußt, Wrangelfir. 124 im an den Schiedsmann wenden. Lassen Sie aber die Sache ruhen, wenn Sie feine Zeugen für die Aeußerung haben. Zum Eide Erziehungswesen den finanziellen Rechenschaftsbericht für Restaurant. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( u fommen die Parteien in Privat Beleidigungsfachen nicht. die Zeit vom 24. November 1894 bis 25. Mai 1895. schriften find zu richten an P. Gent, Adalbertfiraße 95. Mittwoch: H. K. 20. Leider läßt sich ohne Einsicht in den Lehrvertrag An Einnahmen waren 1147,50 M. zu verzeichnen, denen sich umoristischer Rauchtlub, Görligerstraße 42 bei Bicht. ein Vortrag feine Auskunft geben. Wenden Sie sich wegen der übermäßigen 307,19 M. zugefellt, von fodaß sich die felliger Verein Brüderlichkeit Georgentirchstraße Nr. 65 bei Spät. Totalsumme der Einnahmen auf 1454,69 m. stellt. Derselben Anstrengung und Ausbeutung der Lehrlinge an den Fabrik steht eine Ausgabe von 1006,90 m. gegenüber, sodaß ein Be- Tage). Theaterverein Proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. inspektor. 3st im Vertrag nichts Entgegenstehendes vereinbart, Geselliger so darf der Meister die Krankheitszeit nicht von der Lehrzeit ftand von 447,79 m. verblieb. Der Vertrauensmann wurde Ecafstopftlub Spar- Agnes, Krauiftr. 36 bet Infinger. Verein Alpenrose, Brigerfaße 22 bei Graf. Privaitheater- Gesellschaft seitens der Versammelten einstimmig entlastet und ebenso als Romelia, Pücklerstr. 2 bei Müller.( Außerdem alle 14 Tage Conn- abrechnen. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde mit E. S. 1. Das Verhalten der Hebeamme solcher wiedergewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Mohaupt tags.) Bergnügungsverein amor 2, Prinzen- Allee 10 bet Bergemann. dem Vertrage vor. In gleichem Verhältniß funktioniren beide gleichzeitig tub stothe Fahne, Cuvryfir. 48 bei Liebs. Geselliger Verein Deutsche Erfolg haben. Die Anzeige wäre fan die Staatsanwaltschaft zu Geselliger Verein Freundschaft, Bimmerfir. 89 bei Engel. bestellt. Rauch ist gewiß nicht zu billigen, indessen wird eine Strafanzeige taum als Delegirte in der Gewerkschaftskommission. Zum Schluffe& iche, Fürbringerfir. 7 bet Grothe. Bühnenverband Apollo, PrinzenAllee 10 bei Bergemann. Mundharmonita- Verein Vorwärts, Belle- richten. 2. Zu der Zahlung find Sie verpflichtet. Des Wahlwurden einige gewerkschaftliche Angelegenheiten verhandelt. Der Jntereffenverein der Kistenmacher hielt am 9. Juni Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Arbeiter rechts gehen Sie durch Nichtzahlung erst dann verlustig, wenn vormittags eine Mitgliederversammlung ab, in welcher beschlossen Gefang- Verein Hoffnung, Friedrichsberg. Uebungsfiunde Abends die Armendirektion für Sie bezahlt und Sie der Armendirektion Privat- Theater die Summe nicht erstatten. 9 Uhr, Restaurant D. Echulze, Friedrich Karifiraße 34. F. V. Die Aufforderung zur wurde, in Sachen des Kollegen Schmidt der Frau desselben 14 M. gefeüschaft se i mathi ust, 9 uhr Eigung i. Vereinslot. b. Lange, Stromjir. 28 Impfung erfolgt alljährlich öffentlich. Die Strafe würde, Unterstügung zu gewähren. Ferner wurde Kollege Eduard Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Gigung mit Damen, Abends auch wenn Sie bis zur Schulzeit warten, voraussichtlich Müller wegen seines Verhaltens in der Wertstatt von Martin uhr, Beughofstraße 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. Jakobstraße 96/97: vom Verein ausgeschlossen. Außerdem wurde der neue Hand- Atte gabe 1/1, jeden Mittwoch abends 9ühr bet wiersdorf, in einer 20 Mart nicht übersteigenden Geldstrafe bestehen. H. P. 20. Ein Vertrag zwischen dem minderjährigen Sohn Die 3. Männer Abtheilung turnt jeden Mitt: tarif unter Hinzufügung einer Rubrik einstimmig angenommen. genossenschaft. woch und Connabend Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstraße 74. und dessen Vater ist nur zulässig, wenn der Minderjährige für Unter uns, Gigung 8 Uhr bei Fischer, großjährig erklärt wird( das ist nach vollendetem 18. Lebensjahre Die Währungsfrage und die Arbeiter lautete das Thema, Gefelliger Berein Musikdilettanten- Verein Preciosa Abends 8½ Uhr bei zulässig) oder wenn dem Sohn ein Pfleger behuss Abschluß des über welches Reichstags- Abgeordneter Schippel am 10. b, m. Beusselsir. 66. Geisler Jenn- und Tegelerstraßen- Ecke, Uebungsfiunde, Aufnahmen. in einer öffentlichen Versammlung des ersten Berliner Reichs- mufit.Dilettanten- Berein Nordische Klänge. Jeden Mittwoch bei Vertrages gestellt wird. Wenden Sie sich unter Darlegung der tags Wahlkreises Vortrag hielt. Redner behandelte in ein- euter, Ewinemünderstraße 45, Uebungsfiunde von 8 bis 11 Uhr. Sachlage an das Amtsgericht( Vormundschaftsabtheilung), Neue gehender Weise die Währungsfrage sowohl in technischer wie Schwimmverein Nord. Jeben mittwood Abend 7½ Uhr Seebad Reinicken; Friedrichstr. 13, mit dem Antrag, Ihren Sohn für großjährig dorf, Uebungsstunde. Abends Stattlub Die zu erklären oder ihm zwecks Abschluß eines Vertrages einen volkswirthschaftlicher Bedeutung und veranschaulichte seinen aufuhr, im Restaurant Roll, Adalbertstraße 21, Gigung. Stat Pfleger zu bestellen. H. B. Uns unbekannt; wiederholen Sie merksamen Zuhörern, daß die Prägefreiheit die Grundlage des ufiige 8wölf, im Restaurant Ruhl- Andree, Chorinerfir. 53. Kraft die Anfrage. Hypothek 5000. Die Hypothek kann, da festen internationalen Verkehrs ist und die festen Wechselkurse flub 50 jeden Mittwoch 8 Uhr Sigung bei Fechner, Wienerfir. 50. ermöglicht. Diese sind allerdings nur bei Goldmünzen vorhanden, und Artistentlub ich e". Mittwochs von 9-11 und Sonntags von 11 bis nichts Entgegenstehendes vereinbart ist, jederzeit, nicht nur 1 Uhr, bei Augufiin, Kastanien- Allee 11. Bergnügungsverein Fortuna. zum 1., gefündigt werden. 21. 2. 20. Daß beide Berlobte indem der Nennwerth der Goldmünzen allein deren Metallwerth Jeden Mittwoch, abends 8% Uhr, Sigung im Lotale Echulz, Weberstr. 10. entspricht. Die Prägefreiheit ist daher die Vorbedingung des ge- beaterverein initum, jeben Dewoch, abends Bro bei Wiersdoff, bei den Eltern der Braut wohnen, ist erlaubt. Ein intimer Verein Alte Jakobstr. 96/97, Sigung mit Damen. Nachdem Probe. regelten internationalen Verkehrs. Redner behandelte weiter in ehem. Echüler der 18. Gemeindeschule 9% Uhr, Gr. Frantfurterstr. 30. Verkehr zwischen beiden würde aber den Eltern eine Auflage wegen qualifizirter Kuppelei( Mindeststrafmaß 1 Jahr Zuchthaus) eingehendster Weise die Silberwährung im Verhältniß zur Gold- Ehemalige Schüler und Gäste willkommen. zuziehen können. W. W. Das Recht steht den Töchtern zu, M willkommen. 1 Alter im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen Ede. burg, Göthe und Kantstraße Gde bei Greinert Hoffnung 3, machen. 2. M. 99. 1. Falls Sie nachweisen, daß der Sohn bei Beyer. Ge Geselliger Berein betorit, Naunynſtr. 86 bei Zubeil Abends 8½ Uhr. Verein Hoffnung, Lebuserfiraße Nr. 5 bei Nemit( alle vierzehn alliancestr. 74 bei Rizing. 1 Berliner Geselliger Verein Anna- Marie, Rauchfluh Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Rauchklub Artona, Abends 8% Uhr bet Herrn Brand, 1 währung, den Preissturz des Silbers und die Bestrebungen, den Markussir. 10. 1- Rauchklub Granate, Forsterstr. 40 bei Tuguntte. Die die Wutter unterstützt haben. Sprechen Sie gelegentlich in Reichen Preis des Silbers wieder in die Höhe zu bringen( BimetallisDiese Bestrebungen kommen bei uns weniger aus bergerfir. 122.- Orientalischer Rauchtlub. Abends 9 Uhr, Reichen der Sprechstunde vor. mus). Für Inhalt übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Urania Que bond whats her Referens firem Anstalt für volksthümliche Achtung! 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Achtung! Theater. Mittwoch, den 12. Juni. Beriiner Theater. Heimath. Neues Theater. Tata- Toto. Schiller- Theater. 3opf und Schwert. Alexanderplat- Theater. Magdalena. Maria National Theater. Napoleon und seine Frauen oder Eine kaiserliche Ehescheidung. Theater Unter den Linden. Miß Helyett. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Ronzert- Bart. Apollo Theater. im Harem. Ein Abenteuer Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Bopf und Schwert. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Wenvermählten. Ein Diener zweier Herren. Freitag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Die Hochzeitsreise. Flattersucht. Sonnabend, abends 8 Uhr: Bopf und Schwert. Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Kaufmann's Variété. Königstr., Kolonnaden. Sommerbühne. D ( Bei ungünstigem Wetter im Theatersaal). Täglich: Humoristischer Abend der NeumannBliemchen's Leipziger Sänger. Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Auf. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Neu! Der Neu! Floh! ( La Puce.) Posse von Wilh. Wolff. Et is zum piepen t National- Theater. Castan's Panoptikum. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Mar Samst. Heute u. folgende Tage, abds. 712 Uhr: Das Bärenweib. Napoleon und seine Frauen Ein Flug durch die Luft! oder Bestrafte weibliche Eitelkeit. Eine kaiserliche Ehescheidung. Reichshallen. Großes romantisches Drama in 5 Atten von G. Wills und Hamthoren. Nationaltheater- Garten: Großes Konzert 1. Spezialitäten- Vorstellung. Im prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree der Die Theaterbefucher faten freien Zutritt Norddeutschen QuartettGarten. Kaffenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Victoria- Brauerei Lühowstraße 111-112 Täglich außer Sonnabends Garten resp. Saal: Soiree der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Für die Wochentage Vorverkauf 40 Pf., Familienbillets1 M.( siehe Platate). Stets wechselndes Programm! Jeden Sonntag und Donnerstag: Nach der Soiree: Lanzkränzchen. Volksgarten ( ebem, Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badstr. 56. Direktion: Max Samst. Leztes Auftreten der u. Couplet- Sänger Hoffmann, Wolff, Führmann, Walde, Horst, Beh u. Frische. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. Passage- Panopticum. Täglich: Rettung aus Feuersgefahr durch die Feuerwehr Sonntag, den 23. Juni 1895: Großes sozialdemokratisches Wald- Fell im Müggelschlösschen in Friedrichshagen, unter Mitwirkung des Arbeiter- Sängerbundes, der Arbeiter- Bildungsschule sowie von Mitgliedern der Freien Volksbühne. Grosses Doppel- Concert ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins. Massengesänge. Volksbelustigungen. Theatralische Aufführungen. Zur Aufführung gelangt unter anderem: Byzanz. Erbauliche, lebenswahre Darstellungen aus dem Kulturleben der alten byzantinischen Zeit. Unter Mitwirkung von 100 Personen. Geschichtlich treue Kostüme und Dekorationen. Großes Schanturnen Ses Turnvereins Fichte", 95 Mitgl. des Brand. Arb.- Turner- B. Große Ruder- Regatta, veranstaltet vom Ruderklub Vorwärts", Kinderbeluftigungen( Kasperle- Theater). Spiele für Kinder. Bücher- und Bilder- Verloosung. Die Kaffee- Küche ist während des ganzen Tages geöffnet. Jm Saale von früh an: Tanz. Aufang des Concerts früh 8 Uhr. Billet 25 Pf., zweimalige Ueberfahrt gratis. Fahrgelegenheit: Von allen Stationen der Stadt- und Ringbahn, Dampfer und Kremser Abfahrt wird im nächsten Inserat am Mittwoch bekannt gegeben. Für Hin- und Rückfahrt ist in jeder Hinsicht Sorge getragen und ersuchen um zahlreiche Betheiligung Die Vertrauenspersonen. 291/10 Alexanderplatz- Theater Alexanderstr. 40. Heute, Mittwoch, den 12. Juni 1895: Ensemble- Gastspiel unter Leitung von Julius Türk. = Mitwirkende: lara Drucker( Lessing Theater), Agnes Werner ( Schiller- Theater), Blaudius Merten( Lessing- Theater), Schmidt- Hahler ( Deutsches Volkstheater in München), Oskar Wagner( Berliner Theater), eue Welt.ulius Weſſels( Deutsches Theater), M Hafenhaide. Mittwoch: Kinderfest. Gratispräsentvertheilung, Bonbontanz, Spezialitäten, gr. Concert, Puppengr. Concert, Puppen Theater, Kinderspiele jeder Art, Fadel zug, bengalische Beleuchtung. Entree 15 Pf., Kinder 10 Pf. Sonnabend: Sommerfest der Holz- u. Bretterträger. Gr. Ball, Borstellung 2c. W. Noack's Maria Magdalene. Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Atten von Fr. Hebbel. Anfang abends 8 Uhr. 0 Edison's Kinetoskop- Ausstellung. Friedrichstr. 65, nahe der Mohrenstr. geöffnet von früh 91/2 bis 1012 Uhr abends. Heutige Szenen: Hunde- Dressur. Kriegstanz der Sioux- Indianer. Feuerwehr- Szene. Messer- Gaukler. Elise Jones, spanischer Tanz. M. 50. Neueste hocharmige Familien- Nähmaschine ( System Singer), elegant, m. Verschlußfasten, zum Fußbetrieb m. sämmtlichen Billets à 60 Pf. vorher in folgenden Geschäften: 301/16 Apparaten. Vierwöchentliche Probezeit, Norden: Ernst Beyer, Bigarren Handlung, Veteranenstraße 13; dreijährige Garantie. Maschinen für E. Mehnert, Bigarren Handlung, Diedenhofenerstraße 3; M. Winkelmann, Sand- und Fußbetrieb, Ringschiffchen, Bigarren Handlung, Ackerstr. 154; Emil Diecke, Restaurateur, Lothringer Schneider- u. Schuhmacher- Maschinen ftraße 67; A. Hinze, Bigarren- Handlung, Pantstr. 14a; Hermann Vogel, Bigarren- aller Systeme liefert zu Fabrikpreisen Handlung, Demminerfstr. 62. Nordosten: Franz Niemeyer, Bigarren- Hand- die Firma lung, Weberstraße 19; H. Mamlock( fr. Gumpel), Bigarren- Handlung, Barnim straße 42. Osten: F. Wilke, Restaurateur, Andreasstr. 26; Max Kothe, Bigarren- Handlung, Koppenstr. 90; E. Böhl, Restaurateur, Frankfurter Allee 74. H. Jertz, Gr. Frankfurterstr. 132. Südosten: E. Arndt, Bigarren- HandOriginal- Texas- Cowboy- Troupe. Sommer- Theater, ung, Staligerstraße 107; C. Böhlert, Bigarren- Handlung, Mariannenfir. 5; Szenen aus dem wilden Westen NordAmerika's. Die besten Reiter und Lassowerfer der Prairie mit ihren wilden Pferden Backing Bronchos. Auftreten der Cowboy Troupe um Brunnenstr. 16. Täglich: Concert, Theateru. Spezialitäten- Vorstellung. 3 Uhr bei elettriſcher Beleuchtung Die goldene Infel. 9 Vor und nach dem Auftreten der Cowboy- Troupe: Concert, Spezialitäten- u. Theater- Vorstellung. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Ausstattungs- Operette v. Anton Arno. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag Im Saale: Grosser Ball. Kaffenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 uhr. Sie geht los, die Badezeit! : L. 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Während des ganzen Nachmittags und Abends: Concert der 22 neapolitanischen Gesang- und Tanztruppen. Auftreten der berühmten Tarantella- Tänzerinnen unter Leitung des Maestro Maranno. Neu einstudirt:„ Das Fest der Modistinnen", tomische Balletpantomime. VI. Grosse venetianische Preis- Ruder- Regatta auf dem Canala grande.( Beginn abends 7 Uhr.) VII. Abends von 8-11 1hr: Große Festvorstellung des teatro americano. Während des ganzen Tages: Vorführung des neu erfundenen Edison'schen Kinetoscop und der gewerblichen italienischen Ausstellung( u. a. zu besichtigen: Seidenspiunerei, Strohflechterei). Abends: Grosser Gondel- Korso, Produktionen der neapolitanischen Perlenfischer. Grande Illusion ,, Astarte". Volksszenen aus dem italienischen Leben. Entree Mark. Heute: Große Vorstellung. Gialdini- Symphonie- Concert sowie Auftreten sämmtlicher italienischer Künstlertruppen. Die italienische Gewerbe- Ausstellung ist bis 12 Uhr abends geöffnet. Entree 50 Pf. Maitrank frisch, ausgezeichnet à Flasche 60 f. intl., 10 I. t. 5,50. Johannisbeerwein, herb, Fl. 60 Pf. Desertwein, süß, Fl. 75 Pf. Stachelbeerwein, ganz vorzüglich, Flasche M. 1,-. Echt Stonsdorfer Likör, à 2tr. 1,20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10,- 50 tr. 47/2, 100 2tr. 90, Echten alten Nordhäuser Ltrfl. Mt.1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Berliner Getreide- Kümmel Strst. Mi. 1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, vorzüglich, Strfl. 1.30. Medizin. Ungariein, beste Qualität, à Literflasche Mt. 2,10. Empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Unferm Pfropfenbruder Karl Mahlo zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! 1564b Der Pfropfen- Verein Wedding. Da bleibt ja teen Oge trocken. Soziald. Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Zur Nachricht, daß das Mitglied, Tischler August Niemann am Sonntag, den 9. d. M., gestorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 13. d. M., nachmittags 6 Uhr, von Donnerstag, den 13. Juni 1895: Gr. Volksversammlung in Lokale von Keller, Koppenftr. 29, zu gunsten der Arbeiter- Bildungsschule. Zages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Klara Zetkin über: Was haben die russischen Frauen für die Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts gethau?" 2. Diskussion. 63/13 Die Versammlung am Dienstag mußte deshalb auf Donnerstag verschoben werden, weil die Referentin nicht zugegen sein konnte. Die Genofsinnen und Genossen werden daher ersucht, am obigen Tage zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. Partei- Versammlung der Leichenhalle des Heiligen Kreuz- für den zweiten Berliner Reichstags: Wahlkreis Kirchhofs zu Mariendorf aus statt. Ehre seinem Andenken! Zahlreicher Betheiligung sieht entgegen Der Vorstand. 276 Den Mitgliedern der Zahlstelle Berlin I des 192/11 Zentralverb. drutsch. Maurer sowie dem Gesangverein Gemüthlichkeit zur Nachricht, daß unser Mitglied Franz Geida verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donners tag, den 13. b. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des fathol. Kirch hofs in Weißensee aus slatt. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Der Bevollmächtigte. am Mittwody, den 12. Juni cr., abends 8½ Uhr, im Lokale des Genossen Fritz Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. Tages- Ordnung: 261/20 1. Die bei der Agitation zu beachtenden Strasbestimmungen. Referent: Pfannkuch. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maifest. Frauen haben Zutritt. B Um zahlreichen Besuch bitten Die Vertrauenspersonen. Bildhauer! Donnerstag, den 13. Juni, abends 81/2 Uhr, Annenstr. 16: Oeffentliche Versammlung Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Manfred Wittich aus Leipzig über: Till Eulenspiegel. 2. Bericht des Delegirten über die internationale Konferenz. 3. Verschiedenes. bittet 73/7 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Um zahlreichen Besuch Die Kommission. Ga, Belle- Allianceplatz Ga, Verband d. Sattlern. Lapezirer. Berband d. Sattlern. Lapezirer. Berliner Gewerkschaftskommission. Eugen Neumann& Co., 81, Neue Friedrichſtr. 81, Oranienftr. 8, Genthinerstr. 29. Potsdam, Waisenstr. 27. Schweizer- Garten Am Königsthor. Haltestelle der Riugbahu.- Am Friedrichshain. Täglich: Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Auftreten der Geschw. Valkoni, Gesangsduettisten. Mila Hermance, Bravoursängerin. Two Forlays, Ruokabauts u. Exentrics. Mündy, Mäge u. Wuttke, fächs. Romiter- Trio. Mr. Banola, fom. Intermezzo am dreifachen Reck. Schulte und Berner, Humoristen. Gebr. Gray, Groteskouettisten. Lebende Bilder der Gesellsch. Renaud( 8 Personen). Theater- Vorstellung des 16 Personen starken Theater. Ensembles. Boltsbelustigungen. Ball. Anfang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Entree 30 Pf. Brochnow's Ball- und SpezialitätenEtablissement 39 Sebastianstraße 39. Allen Mitgliedern und Freunden die traurige Nachricht, daß unser Schrift- Am Freitag, den 14. Juni, abends 29 hr, im Louisenstädtischen führer und treues Mitglied, der Sattler Wilh. Stölve 213/8 Klubhaus, Annenstraße Úr. 16: Deffentliche Versammlung der Delegirten. Tages Ordnung: am 9. d. Mts. nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. 1. Bericht über diverse Streikabrechnungen. 2. Wahl von 3 Revisoren. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Bericht über die Maifeier. 4. Gewerkschaftliches. 12. Juni, nachmittags 4/2 Uhr, von Die Delegirten werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. der Charitee aus statt. Der Ausschuß. J. A.: R. Millarg. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Tuch- Engros Aeltestes und H. Grabowski Versandhaus Ostrowo Gegr. 1845 Reinwollene Tuche, Buckskin, Kammgarn, Cheviot etc. jedes Maass zu richtigen Engros- Preisen * Keine üblichen Versand* Preise. Muster franco Klagen, Gingaben, 139/2 Achtung, Zimmerer! Freitag, den 14. Juni, abends 82 Uhr, bei Buske( fr. Seefeldt), Grenadierstraße 33: Versammlung der Platz- Deputirten. Das Erscheinen sämmtlicher Deputirten ist nothwendig. Der Vertrauensmann. 292/12 Achtung! Schuhmacher. Achtung! Hente, Mittwoch, den 12. Juni, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Keller, Koppenstraße Nr. 29: Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: Im prächtigen Naturgarten täglich: Spezialitäten- Vorstellung. Unfallsachen, Putzger, Stegligerstr.65 Arbeiterinnen der Schubfabrit von maled, Landsbergerſtr. 32. 2. DizAnfang Sonntags 6 Uhr. Entree 25 Pf. Wochentags 8 Uhr. Entree frei. Jm großen Saal: Ball. Gleichzeitig empfehle meine Säle, 500 Personen fassend, zu FestlichG. Brochnow. keiten und Versammlungen. F. Nagel's Sommer- Theater Schwedterstr. 23| 24. Jeden Dienstag und Donnerstag: Hamburger Sänger beliebteste Gesellschaft( 8 Herren). Anf. 8 Uhr. Näheres die Anschlagsäulen. NB. Saal u. Garten( 1200 Perf.), kleine u. gr. Vereinszimmer noch zu vergeben. Homöopathie und Naturheil methode. 1550b Gute Krantenbehandlung. D. Schulze, Pücklerstr. 10 I. Gold- und Silberwaaren. A. Barnick, Grüner Weg 112, part. I. Eig. 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Juni, abends 82 Uhr, bei Gold, und auch nichts abgemacht, denn ich Große Frankfurterstraße 133. habe Tagesordnung: Arbeits- und Lohnverhältnisse der verschiedenen meine Raschau u. 3wir n vergeben, welche Zimmerarbeiten an Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich durch Vertrauensmänner mir dieselben six und fertig zu liefern sich vertreten zu lassen. Die Versammlung wird punkt 81/2 Uhr eröffnet. Berlin, den 11. Juni 1895. Berlin, C. Alexanderstr. 11. Auch werden Zahlstellen gerne an: genommen. 23412* Herm. Ramlow's Weiss- a.Bairisch- Bierlokal. Zwei neu reuovirte Regelbahnen. Vereinszimmer. haben. W. Ganschow. Plätterinnen 15276 135 e 135. auf Steh- u. Umlegekragen beschäftigt Nordhäuser. 10 Liter 5,00. 6,00. 7,00. 5,50. " IN No. 1 Literfl. 70 Pf. No. 2 No. 3 80 10 " " 90 10 " * 3/4 110 5 " " " ** 3/4 150 ว 7,50. " " " *** 3/4 200 5 " " " 10,00. Theilzahlung. 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