Abendausgabe Nr. 422 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 208 10 Pfennig = Vorwärts= Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 7. September 1925 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Vollversammlung des Völkerbundes. Internationale Sommerschulen. Eröffnungsrede Painlevés. Genf, 7. September.( WTB.) Die vierte Bölterbundsver-| die Wahl, das Genfer Brotokoll von neuem zu prüfen oder es dem sammlung wurde heute vormittag 11 Uhr von dem französischen Spiel der Kräfte zu überlassen, durch Sonderverträge das Gebäude Ministerpräsidenten Painlevé in seiner Eigenschaft als der= eines neuen Weltfriedens herbeizuführen. Dieselben Erwägungen zeitiger Vorsitzender des Bölkerbundsrates feierlich eröffnet. Pa in sollten auch für die Frage der Entwaffnung gelten, wobei wir die Ievé führte in seiner Eröffnungsansprache aus: notwendige Reihenfolge einhalten müssen: Es handelt sich jetzt darum. neuen Geist und neue Moral zwischen den Nationen zu schaffen. Painlevé gibt dann einen längeren Ueberblick über die einzelnen Tätigkeitsgebiete des Völkerbundes, wobei er besonders die finanzielle Aufbauarbeit in Desterreich und Ungarn hervorhebt. Die Anstrengungen beider Staaten unter Führung der Böllerbundskommissare waren in so hohem Maße befriedigend, daß der finanzielle Wiederaufbau in unerwartet furzer Frist zu Ende geführt werden kann.(!) So fann man hoffen, daß die Kontrolle Desterreichs bald aufgehoben werden kann. Alle diese Fragen treten vor dem Hauptproblem der Sicherheit zurück. Die Berfasser des Genfer Protokolls haben mit deffen unverzüglicher Unterzeichnung durch die Regierungen gerechnet. Die Monate, die verstrichen sind, haben diese Hoffnung nicht erfüllt. Obgleich das Protofoll von allen Delegierten der 54 Staaten angenommen und den Regierungen zur Ratifitation empfohlen wurde, hat es nicht die ausreichende Anzahl von Unterzeichnungen gefunden, um in Kraft zu treten. Da der großartige Entwurf nicht Gesetz wurde, mußte auch die geplante Entwaffnungskonferenz verschoben werden. do ichaft Zuerst Sicherheit, dann Entwaffnung. Es dürfte vielleicht wichtig sein, wenn diese Versammlung den Beschluß des letzten Jahres wiederholt und den Rat erjucht, die Einberufung eines Entmaffnungstonferenz in die Hand zu nehmen. Wir sehnen mit Ihnen alle den Tag herbei, in dem alle Völker Am 1. Dezember 1924 richtete Deutschland an den Rat einen Brief, der sich auf die Bedingungen seines Eintritts in den Bölkerbund bezog, in dem es den Bedenten Ausdruck gab, die in ihm der§ 16 des Völkerbundspattes wachrief. Am 15. März 1925 antwortete der Völkerbundsrat Deutschland und berief sich einstimmig auf die formellen Bedingungen des Art. 1, denen ein Staat bei seinem Eintritt in den Völkerbund sich zu unterwerfen hätte. Nach dem der Rat sich bemüht hatte, die Bedenken Deutschlands zu zer streuen, sprach er den aufrichtigen Wunsch aus, daß Deutschland sich an seinen Arbeiten beteiligen und bei der Herbeiführung des Weltfriedens diejenige Rolle spielen möge, die seiner Stellung in der Welt entspreche. Die Völkerbundsversammlung wird sich sicher einstimmig diesem Wunsche des Rates anschließen.( Bustimmung.) Obgleich die Bereinigten Staaten dem Böllerbund nicht angehören, find doch die Ideale, die die Regierung von Washington und uns beseelen, die gleichen. Die Vereinigten Staaten haben sich bereits an dem größten Teil der Arbeiten beteiligt. Mitglieder des Völkerbundes sein werden. Gegenseitiges Mißtrauen wird die Völker gemeinsam in ihr Berderben stürzen. Inzwischen sind Verhandlungen über das Sicherheitsproblem und die Schiedsgerichtsverträge mit den einzelnen Staaten, die heute noch fortdauern, geführt worden. Der Erfolg dieser Verhandlungen, falls sie zum Ziele führen sollten, wäre, die einzelnen Nationen, die Mitglieder des Bölkerbundes sind, durch entsprechende Berpflichtungen untereinander zu binden. Die in Aussicht genommenen Sonderverträge unterscheiden sich nur durch ihr beschränkteres Anwendungsgebiet vom Genfer Protokoll. Die Regionalverträge zwischen den einzelnen Staaten halten sich durchweg im Rahmen der im Genfer Protokoll vorgesehenen Bestimmungen. Der Sicher- feffeln wollen. Der Optimismus des Völkerbundes ist durch heitspatt sieht dagegen Schiedsgerichte vor, die alle Streitfragen umfaffen sollen, und deren Erfüllung nicht nur von dem guten Willen und der Berständigung zwischen den Unterzeichnern abhängt, sondern für die der Bölkerbund die volle Garantie trägt. Das Sicherheitsproblem tritt deshalb in diesem Jahre in einer anderen Form an uns heran. Es bleibt uns Der Maslow- Prozeß. se Vier Jahre Gefängnis gegen Maslow beantragt. Leipzig, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) Am Schiuffe feiner anderthalbstündigen Ausführungen erklärte der Reichsanwalt, daß die Angeklagten nach§ 7 des Gesetzes zum Schuhe der Republik und nach§§ 83 und 86 des Strafgesetzbuches zu verurteilen feien. Dabei müffe man jedoch auch die Frage der Amnestie berücksichtigen, die bei Strafen in Frage tomme, die eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren nicht überschreiten. Bei Grylewicz, Schumacher und Redehfi tomme eine Strafe über zwei Jahre Gefängnis nicht in Frage, fo daß der Reichsanwalt hier die Einstellung des Verfahrens beantragte. Bei dem Angeklagten Schlecht beantragte er drei Jahre Gefängnis und 500 m. Geldstrafe, gegen Maslow als Hauptangeflagten vier Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 500 M. und nach§ 9 des Gesetzes zum Schutz der Republik die Ausweisung aus dem Reichsgebiet. Die Unterfuchungshaft foll dem Angeklagten in Höhe von 12 Monaten angerechnet werden. Genosse Stücklen verunglückt. In die Klinik übergeführt. München, 7. September.( MTB.) Reichstagsabgeordneter Stücklen ist laut Meldung der Münchener Poſt" auf einer Dienstfahrt Don Trostberg nach Wasserburg am Inn verunglüdt. Er hat eine schwere Verlegung davongetragen, die seine jofortige Ueberführung nach München in die Chirurgische Klinik erforderlich machte. Zu ernsten Besorgnissen gibt sein Befinden feinen Anlaß. Der werdende Montanblock. Zusammenschluß Otto Wolff, Krupp, Phönix, Rheinstahl und Rhein- Elbe- Union. Solingen, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Ungewiß heit über die Zusammenschlußbestrebungen innerhalb der rheinischwestfälischen Montanindustrie beginnt jetzt zu weichen. Ein Mitarbeiter der„ Rölnischen Zeitung", der Gelegenheit hatte, führende Persönlichkeiten der Industrie zu befragen, fonnte feststellen, daß ein Busammenschluß in viel fefterer Form beabsichtigt ist, als bisher angenommen wurde. Es wird auf das Gegenbeispiel in der chemischen Großindustrie verwiesen, deren Zusammenschluß zu einer einheitlichen Gesellschaft wohl noch im Laufe dieses Jahres erfolgen wird. Ausgangspunkt der Berhandlungen in der Schwerindustrie war die folgende Ueberlegung: Die vertikale Konzernbildung hat es mit sich gebracht, daß in den Werken fast jedes großen Konzerns so gut wie alle Stahl und Walzwerkerzeugnisse hergestellt werden. Eine volle oder auch annähernd rationelle Beschäftigung für ihre Erzeugungsmöglichkeiten haben die Konzerne aber schon seit längerer Zeit nur in den feltensten Fällen für die eine oder andere Spezialproduktion. Sieraus entwickelte sich der in geringem Umfange schon verwirklichte Gedanke, durch Auftrags- und Synditats quotenaus. tausch der Konzerne untereinander zu einer besseren % nce Dahin darf es nicht kommen. Niemand in dieser Versammlung wird sich einer Täuschung über die Gefahren. hingeben, die Europa bedrohen. Um ihnen zu begegnen, haben die Verfasser des Genfer Protofolis den Angreifer im Kriege in ein Neß von Santtionen aus nicht blind, er hält die Augen weit geöffnet. Millionen junger Leute haben durch ihre Opfer der Welt den Frieden nicht gebracht, wohl aber die Möglichkeit, den Frieden auf der festen Grundlage des Rechtes aufzubauen. Möge unsere Versammlung nach dem Wahlfpruch Wilhelms von Oranien handeln:„ Hoffen, Wagen, Ausharren". Beschäftigung für gewisse Erzeugnisse hier und für andere dort zu tommen, also in der Konsequenz auch gemisse Produktions3 meige still zu legen, um in anderen Zweigen volle Beschäftigung zu haben. Daher ergebe sich zwangsläufig eine solche Art der Spezialisierung, daß den beteiligten Konzernen jeweils die jenigen Aufträge zugeteilt würden, für die ihre Werte am besten eingerichtet sind und die Werke geographisch frachtliche Lage haben. Aus den Berhandlungen über solche Spezialisierungsmaßnahmen hat sich nun ergeben, daß eine derartige Regelung in größerem Um fang nicht an die Lebensdauer der Synditate geknüpft werden kann. Es bedarf dazu langfristiger Berträge unter den beteiligten Werten und einer starten Beschränkung der Eigenbestimmungsrechte, sowie einer Berücksichtigung der verfchiedenen finanziellen Interessen. Man verhandelt deshalb jetzt allen Ernstes über eine straffe Interessengemeinschaft zwischen Grupp, Phönig, Rheinstahl und den Werken der Rhein- Elbe- Union( Dt. Luremburger, Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft und dem Bochumer Verein). Außerhalb dieses Blocs würden dann an großen Konzernen nur bleiben: 1ödner, Gute hoffnungshütte, Soesch, Mannesmann und Stumm. Ueber den Stand dieser Berhandlungen wird berichtet, daß man sich im Kreise der Beteiligten bereits durch Austausch genauen und umfassenden Materials über alle technischen und produktionsstatisti. schen Fragen einen Ueberblick über die Möglichkeit verschafft hat, gegebenenfalls eine einheitliche Betriebsverwal. tung einzurichten. Zurzeit arbeiten eine Anzahl von Spezialaus schüffen an der Lösung von Teilfragen. Etwas Endgültiges ist natürlich noch nicht beschlossen. Die Personenfragen dürften recht große Schmierigkeiten machen, denn für die Leitung der zu bildenden Spizengesellschaft fandidiert sozusagen jedes Mitglied der derzeitigen Einzelleitungen. Anderseits gibt man offen der Ueberzeugung Ausdrud, mit einem Zusammenschluß schon zu lange gewartet zu haben. Auch wird die Dringlichkeit der Auch wird die Dringlichkeit der Finanz sorgen jedes Konzerns betont. In dieser Beziehung arbeitet der Finanzdirektor von Krupp, Herr Wi edfeldt, mit starfen Gründen für den Zusammenschluß, dessen Voraussetzung die konjolidierung der vielen furzfristigen Schulden der einzelnen Werke zu einer großen langfristigen Schuld sein soll, die man im In- und Auslande zu plazieren gedenkt und für die der Montanblock sicherlich ein Garant von entscheidender Qualität sein würde. In der Folge eines Zusammenschlusses von solchem Ausmaß würden starke Produktionsverschiebungen, auch Stillegungen in beträchtlichem Ausmaße stattfinden. Das bedeutet natürlich auch große Veränderungen für die Arbeiterschaft. Dabei wird die Umlegung von Werksbelegschaften auf andere Betriebe durch Einrichtung neuer und auszubauender Verkehrsgelegenheiten am wenigsten Schwierigkeiten machen. Jedoch wird zugegeben, daß man auch mit einer erheblichen Arbeitslosigkeit als Folge der Blodbildung rechnet. Jedenfalls ist also damit zu rechnen, daß die soziale Situation im rheinisch- westfälischen Industriegebiet, die bereits durch die rigorosen Maßnahmen des Bergbaus außerordentlich verschärft ist, weiter verschärft wird. Bon Albert Faltenberg. Internationalismus, mie mir ihn verstehen, fann meder in der politischen, noch in der gewerkschaftlichen Braris zu Dauererfolgen führen, solange nicht in den Massen auf Grund der Kenntnis internationaler Zusammenhänge die Notwendigkeit internationalen Handelns erfannt wird. Also Internationalismus nicht mehr als bloßes Sonntagsvergnügen, sondern als praktische Auswirkung innerlich gefestigter Ueberzeugung. Sie fann nicht gewaltsam aufgezwungen werden, fie muß wachsen. Als einer der sichersten Wege, dieses Wachstum zu fördern, beginnt der Versuch des Internationalen Gewerkschaftsbundes( Amsterdam), gewerkschaftlich orientierte Sommerschulen in den dem JGB. angeschlossenen Ländern zu veranstalten, sich auszuwirken. Noch fehlt die letzte Rundung im Programm und Methode, die Möglichkeit fyftematischer Verarbeitung gewonnener Erfahrungen war nicht gegeben. Was 1924 in Orford und Schönbrunn gewagt wurde, war nichts als ein taftender Versuch, zu neuen Wegen zu kommen. Kritik wurde laut- Schweigsamkeit wäre schlimmer gewefen. Nun ist eben die erste diesjährige, in Brunsvit am Bäsmansee in Schweden veranstaltete Sommerschule ge= schloffen und die zweite Sommerschule in Prag eröffnet wor den. Wer über Brunsvit urteilen will, muß vorerst die Begleitumstände zu würdigen versuchen. Schon der Auftakt der Brunsviter Sommerschule war perheißungsvoll. Der Empfang der Sommerschulbefucher im fremden Lande kann für das Gesamtergebnis der Veranstal tung von ausschlaggebender Bedeutung werden, weil neben dem Erwerb von Wissen der Gedankenaustausch im Vordergrund steht. Er wird erleichtert, wenn die Vertreter des gastgebenden Landes verstehen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Internationalismus gedeihen fann. Und das haben die Schweden in vorbildlicher Weise verstanden. Natürliche Herzlichkeit und ein in ihr begründetes startes Solidaritätsgefühl schufen von erster Stunde an ein internationales Freundfchaftsverhältnis, das auch nicht einmal während der Dauer der Sommerschule ins Banken geriet offiziöser Bekräftigung durch die fameradschaftliche Beteilidas sogar eine Art gung des schwedischen Ministerpräsidenten als Dozenten an der Brunsviter Sommerschule erfuhr. Einer der ruhenden Pole in der schwedischen Arbeiterbildungsbewegung ist die Volkshochschule in Brunsvik, die von dem Studienrektor Hugo im Berein mit dem Ministerpräsi denten Sandler, dem Nachfolger Brantings, als erftem Vorfizzenden mustergültig geleitet wird. Gibt es ein anderes Land außer Schweden, in dem der höchste Beamte nicht nur Zeit findet, Vorlesungen zu halten, sondern auch die Fähigkeit befizzt, so sehr Mensch zu sein wie dieser schwedische Ministerpräsident, dem die Herzen der Vertreter aller Rationen zu flogen? Ist es andersmo denkbar, daß der Finanzminister eines Nachbarlandes als Dozent seine Arbeitskraft für das gemeinsame Ziel zur Verfügung stellt und sich als Freund der allen heiligen Sache unter Freunden heimisch fühlt? Solche Unwägbarkeiten allein bedeuten schon die Hälfte des Gelingens. Aber noch ein anderes Moment verdient hervorgehoben zu werden. Was bezweckt die in Brunsvit geleistete Arbeit anderes als die Festigung der Grundlage für das Wachstum einer neuen Welt, einer besseren Welt? Die große Zahl der zu behandelnden Brobleme bedingt geradezu nicht nur die Beteiligung vieler Kräfte, sondern auch ihre Zusammenlegung aus den verschiedensten Bevölferungsschichten. An der diesjährigen Sommerschule in Brunsvit haben als Hörer teilgenommen: 4 Studenten, 4 Lehrer, 2 Angehörige sozialer Berufe, 2 Handwerfer, 5 Arbeiter, 4 Beamte, 5 Angestellte, 2 Schriftsteller, 1 Kaufmann, 10 Gewerkschaftsbeamte. 6 sonstige Berufe. Von diesen Hörern standen 2 im Alter von mehr als 50 Jahren, 5 Hörer waren über 40 Jahre alt, 18 Hörer 30 Jahre und darüber, 19 Hörer 20 Jahre und darüber, 1 Hörer( Student) war 17 Jahre alt. wurde von 10 Dozenten( Holland, England, Amerika, TschechoDer für die Sommerschule vorgesehene Vorlesungsstoff flowatei, Polen, Deutschland, Dänemark und Schweden) bewältigt. Neben der internationalen Arbeiterbewegung fand naturgemäß die Gewerkschaftsbewegung in den verschiedenen Ländern( Schweden, England, Amerika, Dänemark, Deutschland, Polen, Tschechoslowakei) weitestgehende Berücksichtigung. Eine für den deutschen Hörer besonders interessante Vorlesung des Ministerpräsidenten Sandler über„ Die Sozialisierungsfrage in Schweden" fonnte wegen Zeitmangel leider nicht so eingehend diskutiert werden, wie die Bedeutung des Themas es verlangt hätte. Besonderes Interesse weckten die Borlesungen Engelbert Grafs über ,, Die Konzentration des Rapitals und die modernen fapitalistischen Entwicklungstendenzen in ihrer Auswirkung auf die Gewerkschaftsbewegung" sowie über Die soziale und wirtschaftliche Geschichte der Vereinigten Staaten" von dem Direktor des Arbeiterbildungsbureaus Spencer Miller. Die in wohlmeinender Absicht bereitgestellte Stoffmenge erwies sich als zu reichhaltig. Wie stets bei solchen Veranstaltungen ergab die Behandlung der Themata für den Hörer so viele Problemstellungen, daß eine Ueberbelastung der Disfussion entstand, die zu einer starken Beschneidung der Erörterung der Hauptfragen führen mußte. Dieser Zustand wird sich in Zukunft am besten dadurch vermeiden lassen, daß höch= stens zwei bis drei Grundfragen für die Dauer der Sommerschule zur Erörterung gestellt werden. Dann lassen sich auch die vor Beginn der Tagung schriftlich fertigzustellenden Refe= rate von den Hörern bester erfasten. Es besteht alsdann die Möglichkeit geistiger Verarbeitung des Stoffes und frucht- barerer Gestaltung der Diskussion. Wenn dazu noch, die vor- gesehenen Besichtigungen von Betrieben und Industrieanlagen in innere Verbindung mit dein theoretischen Lehrstoff ge- bracht werden, wird das Ergebnis der internationalen Sommerschnlen zwar eine Einschränkung betreffend Zahl und Umfang der Anregungen darstellen, übrigens aber einen auf Geschlossenheit der' Gedankengänge beruhenden geistigen Ge- winn bedeuten. Auch dieses Mal haben die in das Bergwerk nach Grängesberg sowie nach Doinnarvet zur Besichtigung von Stahlwerk und Papierfabrik unternommenen Ausflüge dem einzelnen neben der Erweiterung seiner theoretischen Kennt- nisse zweifellos die wünschenswerte Bereicherung seines Wissens der Praxis gebracht, und dennoch entstand der Haupt- gewinn allen politisch Denkenden aus dem Einblick in die Wesensart der Politik dieses merkwürdigen Landes. Ein König„regiert" Schweden, aber die Freiheit des einzelnen ist größer als in mancher westeuropäischen Republik. Zu Leb- zeiten Brantings hat dieser König, der mit Schwedens da- maligem Ministerpräsidenten auf der gleichen Schulbank ge- festen und ihn nur im Tennisspiel übertraf, in Nizza einmal auf die Frage eines Interviewers, wie es um Schwedens Politik stände, in richtiger Abschätzung seiner Stellung im Staate geantwortet:„Da müssen Sie Branting fragen." In kaum einem Bauernhause oder Bureau, in das wir kamen, fehlte Brantings Bildnis. Dieser Mann war ein Mann des Volkes im wahrsten Sinne des Wortes; er war nicht mehr wegzudenken, denn seit dreißig Iahren hatte er im schwedischen Reichstag die Geschicke des Volkes wenn nicht gelenkt, so doch stark beeinflußt. Er war Sozialdemokrat, aber von Prin- zessinnen nicht minder verehrt als von dem Mann im Ar- beitsrock. Das hatte seinen Grund, wie alles in der Welt. Dieser schwedische Außenminister, der in Genf im Kreise der Großen dieser Welt Völkerbundspolitik machte, erinnerte sich beim Ableben eines Veteranen der politischen Arbeiterbewe» gung Schwedens der um die politische Freiheit des Volkes gemeinsam geführten Kämpfe. Unerkannt legte er einen Kranz auf das frischgeschaufelte Grab. Die Trauerversamm- lung stutzte, der schwedische Ministerpräsident fuhr im Auw davon. Tage nachher verkündete die Presse, durch wen dem Toten die letzte Ehrung zuteil wurde. Es wäre vermessen, behaupten zu wollen, daß Schweden das Land politischer Vollkommenheit sei. Die fortschreitende Industrialisierung des Landes steigert naturgemäß auch dort die Klassengegensätze. Zurzeit aber verfügt das schwedische Volk noch über einen so reichen Fonds sozialgerechten Emp» sindens, daß mit den aus ihm fliehenden Energien die auf feiten des Kapitalismus vordrängenden Kräfte im Schach gehalten werden können. Uebrigens tut die sozialistisch» Re- gierung Schwedens das Menschenmöglichste zur geistigen He- bung des arbeitenden Menschen: sie bereitet dadurch den Boden für die im Wege der Entwicklung sich vollziehende Ab- schleifung wirtschaftlicher Reibungsflächen. Wer einmal Ge- legenheit hatte, politische Versammlungen auf dem flachen Lande zu besuchen, wird von dem polirischen Eifer und der tiefwurzelnden politischen Ueberzeugung der arbeitenden Be- völkerung seine helle Freude gehabt haben. Nicht zuletzt ge- bührt der schwedischen Arbeiterbildungsbewegung das Ver- dienst, durch unermüdliche Kleinarbeit das politische Niveau gehoben zu haben. Schweden ist nicht Deutschland. Aber zu lernen gibt es für lins in Schweden auf vielen Gebieten. Der Leitung des IGB. gebührt Dank dafür, daß sie uns durchVeranstaltung der Sommerschule in Brunsoik Menschen und Dinge nahegebracht hat, deren Studium auf die Entwicklung des einzelnen nicht ohne Einfluß bleiben wird. Allen Kritikern aber, auch denen „aus Prinzip", sollten die in Brunsvik gewonnenen Erfahrun- gen dazu dienen, die internationalen Sommerschulen künftiger Jahre noch fruchtbarer, noch vollkommener zu gestalten. der Paletot. Von Erna Büsing. Selbst Neider müssen es zugeben, er hat Schick und Färb«, der Paletot. Er ist eleganteste Paßform. Der menschliche Körper, der in ihn eingehüllt wird, gibt unbedingt etwas her. wird Erscheinung. Das ist viel wert in der heutigen Zeit, der Zeit der prunkvoll ver- schnörkellen Mietskasernenfaffaden, der Lichtreklamen und der repräsentativen(Beschästsaufsichten. Man braucht keinen inneren Gehalt, man muß nur auffallen, dann ist man eine nicht anzu- zweifelnde Größe der Gegenwart. Und der Paletot fällt auf. Der Besitzer weiß, was er diesem Paletot schuldig ist, darum kann keine Mutter einem Wickelkinde eine aufmerksamere Pflege angedeihen lassen, wie er sie dem Paletot zu Teil werden läßt. Kommt der Paletot von einem Spaziergang zurück, wirb er sem säuberlich gereinigt, jeder Knopf wird jorgsam aus seine Festigkeit hin unter- sucht. Taschen und Futter werden ängstlich ob ihrer Unversehrtheit überprüft. Dann wird der Paletot in den Kleiderschrank gehängt, wo er weiterhin paradieren kann, als einzige Wichtigkeit unter lauter Lumpen. Der junge Mann, der sich so zielbewußt mit dem Paletot schmückt, ist kein Hochstapler, auch kein Portokassenjüngling, der Lar- und Straßeneckenbckanntschaften sucht, sondern ein einfacher Arbeitsloser. Einer von den Menschen, die ohne Bank-, Währungs- und Gefchäftskenntnisse von allen Schwankungen des Wirtschafts- lebens erfahren, weil ihnen immer der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Als fast- und kraftloser Schulentlassener stand er während des Krieges hinter dem Ladentisch und verkaufte für seinen reich werdenden Herrn verbrannte Steckrüben al» Kaffee- ersaß, bis der eingezogene Verkäufer des Geschäfts mit Frieden». schlug zurückkam. Daraus setzte für den jetzigen Paletotbesitzer das Stellensuchen ein. Schließlich zähste er zur Zeit der Inflation in einer Bank Papiergeld. Es kam die Stabilisierung und der junge Mensch stand wieder auf der Straße. Endlich vertraute ihm jeinand Flugschriften an. die zum billigen Häuserbou einluden. Fleißig lief er treppauf, treppab, und die Hände waren gierig und die Augen freudig, wo er seine Schriften anbot. Es kam Geld zuhauf, und die Gesellschaft florierte, bis der Herr Direktor Sehnsucht nach de« Pariser Nachtleben bekam und oerschwand. Der junge Mann erhielt sein letztes Monatsgehalt nicht ausbezahlt, dafür aber bei einem Massenansturm der Betrogenen regelrechte Keile. Jetzt sucht er wieder Stellung. Viele gute Natschläge kennt er schon auswendig,„man muß sich konzentrieren',„nur als Spezialist kann man heut- was werden",„einzig der Willensmensch kommt vorwärts usw. Ratschläge, die wohl Leute befolgen können, die auch überübermorgen noch etwas zu essen haben. Der junge Mann weiß, ein Tag hat 24 Stunden und drei Mahlzeiten. Wenn man dein Magen dreimal am Tage etwas anbietet, ist man zur höchsten Christlich-konservativ/ Die Auseinandersetzunge» mit dem Zentrum. Abgeordneter o. Papen, einer jener Vertreter der Zentrurnsfraktion im Landtag, die die Koalition zunschen Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum in Preußen mit allen Mitteln zu sprengen versuchten, fetzt sich in der„Ger- m a n i a" mit dem„christlich-konservatioen Gedanken" aus- einander, wie er ihn versteht. Er führt aus: „Was uns nottut, ist mehr gegenseitiges Verstehen und ver- trauen. Dazu muß der christlich-tonservatio« Gedanke in der Ge- samtheit unseres Partcilebens wirtsam werden. Gerade das Zen- trum hat in diesem Ausgleich der Geister die bedeutungs- vollste Mission auf Grund seiner spezifisch katholischen Berufung. Die Sammlung des deutschen Katholizismus wird eben nur unter dieser Devise möglich sein.' Das klingt sehr zahm. Was Herr v. Papen aber tatsächlich unter dem„Ausgleich" der Geister versteht, wird deutlich, wenn er in der Frage eines Zusammengehens zwischen Zentrum und Sozialdemokraten bemerkt: „Immer wird sorgsamst geprüft werden müssen, inwieweit eine solche Zusammenarbeit nicht die äußerliche Machtstellung des Sozialismus in den Augen der kritiklosen Masse vergrößert, zumindest fle erhält. Von diesem Gesichtspunkt aus wird man sorgen müssen, daß unsere Presse mehr als in den vergangenen Iah- ren Licht und Schatten gleich verteilt.' Das Papensche Rezept einer Förderung des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens und eines Ausgleichs der Geister besteht also darin, die Stellung der Sozialdemo- kratie zu untergroben. Diesen Zwecken möchte er vor allem die Zentnimspress« dienstbar machen. Zu dem Zwecke hat er auch wohl die Mehrheit der„Germania'-Aktien erworben. Und aus diesem Besitztitel leitet er das Recht ab, sein konservatives Licht in der„Germania" leuchten zu lassen. Die Auseinandersetzungen im Zentrum haben gezeigt, daß weite Kreise des Zentrums diese»Art von„christlicher" Politik zurückweisen. Das ist natürlich auch Herrn v. Papen bekannt. Er rechnet ostenbar damit, daß er und feine Clique mit der Zeit das erreichen wird, was im Augenblick nicht durchzusetzen ist. Die Sozialdemokratie wird sich aber keines« wegs zum Prügelknaben für die konservativen Zentrumsmit- glieder hergeben. Sie wird die„Ehristlich-Konservatioen" im Landtag zu zwingen wissen, Farbe zu bekennen. Herr v. Papen wird unter Umständen sehr bald Gelegenheit haben, das christlkch-konservative Programm, wie er es auffaßt, vor den Wählern zu verantworten. Kehrt Virth zurück! Der Wirth vor dem badischeu Parteitag. Karlsruhe. 7. September.(Eigener Drohtbericht.) Dem Parteitag de» badischen Zentrum», der am Sonnabend und Sonntag in Osfenburg zur Vorbereitung der Landtags- wählen stattfand, war der Stempel aufgedrückt durch die Erörterung des Schrittes von Wirth. Wirth selbst, sowie der Parteioorsitzende Marx, waren zugegen, während der Vorsttzende der Reichstags- fraktion Fehrenbach fehlte. In einer Sitzung, die über fünf Stunden dauerte, erörtete das Zentralkomitee der badischen Zentrumspartei unter dem Vorsitz des badischen Parteiführer», Prälat Schofer, den Austritt Wirths aus der Reichstagsfraktion. Nach einem einleitendem Referat Schäfers begründete Wirth ein- gehend sein« Haltung. Darauf entspann sich ein« längere Au«- spräche, die ihre Bedeutung durch die Ausführungen des Partei- Vorsitzenden Marx erhielt. Er erklärte, daß es den drei Parteien der Weimarer Koalitton, Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten, zu danken sei, wenn noch ein einige» Reich bestehe: dies« drei Parteien hätten in der Zeit der höchsten Lebensentfaltung gekommen, ist dem Tag Genüg« getan. Darum flamnien in seinem Bewußtsein Freudenseuer auf, wenn er von Aushilfsstellen liest. Von einer Position träumt er nicht einmal mehr, für ihn ist es schon ein wahres Glück, Aushilfe sein zu dürfen. In allen Privatkontoren von Chef» lagert moralische Lust, weshalb dort nur anständig gekleidete Leute etwas gelten. Der Poletot hat ihm bereits wirklichen Nutzen getan. Er ist die wehrhafte Um- Panzerung menschlicher Zagheit. Mit dürren Worten gesagt, dem Paletot haben sich schon Verdienstmöglichkeiten erschlossen, als da sind Adressenjchreiben usw. Mit nervösem Fatalismus denkt der magere junge Mann an die Zukunft, wo der Poletot sein Ansehen verlieren wird. Von keinem Ehrs wird der angebotenen Arbeit»- kraft eine verständnisvolle Würdigung mehr zu Teil werden. Der Magen des jungen Mannes verlangt dreimal täglich Essen, weshalb kein neuer Paletot angeschojft werden kann. Ja. was wird denn nun aus dem jungen Mann, wenn der Palewt abgeschabt ist? Berliner Theater:»Eine Nacht in Venedig'. Auch der heilig« Name Johann Strauß kann uns nicht hindern, dies« komisch« Oper als eine Halbheit zu bezeichnen. Das Wert ist 18W in einer nicht sehr produktiven Laune de» Meisters geschrieben worden und hat sich nie eingebürgert. Sie wird es auch in der Einrichtung von Korngold nicht. Dafür hat uns die Zeit in unserem rhythmischen Fühlen allzu sehr umgestellt, und von den alten großen Operette« gefällt uns eben nur noch das schlechtweg Geniale, also Fleder- nmus oder Zigeunerbaron. Wo diese„Nacht in Venedig' wirklich reizvoll ist, da klingt sie nach den„Geschichten aus dem Wiener Wald' oder anderen Straußschen Walzern. Auch ein Quartett und ein Couplet auf die Treue, resp. gegen die Treue gefällt im zweiten Akt. Im übrigen ist in der Musik allzu viel Centimen. totes und Larmoyantes stehen geblieben. Was Korngold an der Partitur geändert hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Er scheint das Instrument farbiger gemacht zu haben, einzelne Nummern frischer zusammengepackt und ab und zu den Couplets einen modernen Abschluß gegeben zu haben.(Z. L. mit lylophonschlägen von 1920.) Die Lustigkeit des Vorwurfs entfalltet sich auch nicht recht. Es handelt sich um einen italienischen Herzogi der mit vielen Frauen Venedigs herumspielt und der von einer lustigen Frau mit dcr eigenen Schwester und deren Zofe beim Maskenfest betrogen wird. Erst zum Schluß findet er die rechte. Die Nebenpersonen sind witziger als die Hauptpersonen. Die Aufführung war durch die Mitwirkung Taubers, der den Liebhaber vorzüglich sang, fest- lich gehoben. Er konnte es zu einem dreimaligen. Geburtstags von Johann Strauß ein paar Wochen lang das Haus füllen: das Urteil, das die Ge- schichte bisher gesprochen hat, wird dadurch nicht revidiert. K.S. Not nicht nur krittsieri, sondern am Aufbau gearbeitet. Wörtkich sagt« Marx: „Wie die Deutschnationolen in den Iahren ihrer Opposition das Volk belogen und betrogen haben, ist unerhört. Ist jetzt vielleicht die Note zur Kriegsschuldfrage er- lassen worden, deren Unterbleiben der Regierung Marx al» Landesverrrot angekreidet worden war?' Im übrigen betonte Marx, das Zentrum werde dafür sorgen. daß sich die Rechtsparteien nicht in dcr letzten Minute vor der Entscheidung um Sicherheitspakt und Eintritt in den Völker- b u n d der Verantwortung entzögen. Die Einstellung führender Mitglieder der deutfchnationaleo Beichstagssraktion zum Sicher- heilspokk bezeichnete er als staatsgefährlich. Marx schloß seine Aus» führungen mtt einem unzweideutigen und mannhaften Bekenntnis zur Weimarer Verfassung. Volles Verständnis brachten in der Aussprache die beiden Ab» geordneten D i e tz und Erling dem Schritte Wirths entgegen. Von keiner Seite war irgendwie ein Mißtrauensontrag gegen Wirth eingebracht worden. In einer Entschließung wurde dann der Wunsch ausgesprochen, daß Dr. Wirth tunlichst bald wieder i» die Z e n t r u m s f r a k t i o n des Reichstages zurückkehre. Gleichzeitig wird aber der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Voraussetzungen für diese Rückkehr in die R-ichstagsfraktioii ge- fördert werden, und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß em allgemeiner Reichsparteitag einberusen wird. Am Sonntag hatte Dr. Wirth Gelegenheit, vor dem Gesamt- ssarteitag der bidischen Zentrumspartei die Gründe für seinen Aus- tritt aus der Reichstagsfraktion oussührlich darzulegen. Er sprach sich dabei offen für die R ü ck k e h r z u r W e i m a r e r K o a l i t i o n aus und gab als Gründe für seine Haltung seine Unzufriedenheit mit der Außenpolitik und der Sozialpolitik der Reichsregierung und seine Sorg« um die republikanisch« Staatssorm an. Nach Wirth sprach Marx, der versicherte, daß die Republik nach der Wahl Hindenburgs fester stehe denn je. Auch olle Voraussetzungen über die Wohl Hindenburgs für die Außenpolitik seien nicht in Erfüllung gegangen. Er versicherte, daß er als Parteivorsitzender unbedingt darauf bestehen werde, daß in der losen Verbindung des Zentrums mit der Regierung Luther kein« Veränderung einttitt. Die Reichstagsfraktion. so betonte Marx, könne einen Mann wie Dr. Wirth. der zahlreiche Freunde in ihren Reihen habe, nicht entbehren. Der Parteitag machte sich dann die vom Zentralkomitee vorgelegte Entschließung zu«igen. Dr. Wirth hat am Sonntag abend dann seine schon längst be- absichtigte Reise nach Amerika angetreten. Ehrharüts �usbrecher-Gehilfen. Auch sie sind amnestiert. Kapitän Ehrhardt, der Ehrenmann, hat trotz steckbrieflicher Der» folgung wegen politischer und krimineller Verbrechen vom Münchencr Polizeipräsidium Auslandspässe erhalten, bei hohen und höchsten Dienststellen der Republik ein- und ausgehen dürfen, im Auf- trag des höchsten Exekutivbeamten der bayerischen Republik„F r e i- willigenoer bände' zum Zweck des Bürgerkrieges ausheben und sühren können. Kurz und gut. mehr Freiheiten genossen als wenn er nicht steckbrieflich verfolgt wäre. Wo Ehrhardt war und was Ehrhardt tat, pfiffen die Spatzen von den Dächern, aber der Staatsanwalt fand ihn nicht. Einmal gelang es dem Untersuchungsrichter Reich-gerichtsrat Metz, Ihn in München selbst zu fassen und nach Leipzig zu trans» portieren. Dort saß er im Untersuchungsgefängnis. Aber wenige Tag« vor dem Beginn der Verhandlung war Ehrhardt verschwunden. Ein mit allen Verbrechern cks arbeitendes Ausbrecher-Kollegium hatte ihn zur Flucht oerholfen. Und wie zum Hohn ließ Ehrhardt, der Meineidige, durch des trefflichen Hugenberg Druckerschwärze der Welt verkünden, wie er und mit welchen Mitteln seine Kumpan« wochenlang an dem Ausbruch gearbeitet haben. Der Oberreichsanwalt findet jeden kommunistischen Arbeiter, der des.�iochoerrats' auch nur von fern verdächtig ist. Den aus- gebrochenen Meineids-Ehrhardt und seine Ausbrechergchilsen fand Ein russischer Abend im Schauspielhaus. Das staatliche Schauspielhaus eröffnet die Saison mit einem Zwiegespräch von Autoren, die die größten Gegensätze aufweisen, aber ihr Gemeinsames im Stoffe haben: Shaw und Tschechow behandeln beide ein Stück Rußland. Shaw wetzt seinen Witz, läßt seine ironischen Lichter auf- leuchten an der Kontrastierung der großen Katharina und ihres vollsaftigen Hofs mit der Korrektheit eines Engländer«: Tschechow gibt im„B ä r' einen burlesk gesehenen Ausschnitt aus dem russischen Prouinzlcben(der Vorkriegszeit). Beide Stück« haben keine erheb» lich« literarische Bedeutung, aber beide sind gutes Theater und stellen Schauspielern und Regisseur lockende Aufgaben. Und in beiden kommt die breite, urwüchsige, manchmal barbarische, aber auch natur- haft-geniale russische Art zum Ausdruck. Jürgen Fehling würbe dem witzigen Shaw wie dem losgelassenen Tschechow gerecht. Shaws belustigender Geschichtsunterricht fand in Agnes Straub vollendete Verkörperung. Sie war sprühender Geist und ungefesselt« Natur in einem und von einer entzückenden Ueberlegenhcit über den trockenen Engländer, den sie zu ihrem Geliebten machen möchte, aber seiner Verlobten zurückgibt. Der russische Vollbluttnensch ist bei Shaw Potemkin. Ferdinand Hart,«in neues Mitglied des Hause», erprobte sich daran. Er spielt seine Besoffenheit, sein Rülpsen, sein Animalisches zu sehr in den Vordergrund und macht bei vielen guten Einzelarbeiten aus einer Natur ein Monstrum.— Im Tschechow feiert Jakob T i e d k e bei seinem Debüt sogleich Triumph. Er ist die geborene Vollnatur, und sein russischer Lan- junker, der ein unglaublicher Kerl und eine Seele zugleich ist, ge- winnt nicht nur mit seiner Grobheit, Rücksichtslosigkeit, Grobheit die trauernde Witwe, bei der er Schulden ihres Mannes einkassic"t, sondern bezwingt auch die Zuschauer, die gar nicht zu Atem kommen in diesem Ungewitter komischer Situationen. Zu diesem Ungeheuer, da» von Vitalität platzt, ist Lucie Mannheim, die netteste Gcaen- spielerin: fein und zärtlich, bis sie von seiner Wildheit mit fortgerissen wird und sich alles in dem Knalleffekt eines Duells aufzulösen droht. Aber ihr Haß offenbart sich noch rechtzeitig als umgeschlagene Liebe, und befreiendes Lachen bekrönt den tollen Spektakel.— r. Jrlflof Nansen traf Sonniaa vormlttnq von Berlin kommend in Test", ein. wo er vom Professor Junker« und dessen Galt. Sven Hedin. emvlnn icn wurde. Der dreiltilndige Ausenthalt Nansen» in Dessau galt einem vcr- sönlichen Besuch Junker», der B-fichtigung der Flugzeuawerke und vor allem der Besprechung-schwebender internationaler LustderkehrSfraoen. Nansen setzte bieraus seine Lusttesse im Flugzeug nach Genf zur Völker- lundsiagung fort. Earl han, Zochthaus-Erinnervngen. Im Herbst vorigen Jahre» wurde der Rechtsanwalt Dr. Carl Han nach 17 jähriger Zuchihausbaft in Freideit gesefct. Er war im Jahr- ISN? vom Schwurgericht Karlsruhe de» Morde» an seiner Schwiegermutter schuldig erkannt und zum Tode veruricitl worden. Nachdem er zu lebenslänglichem Zuchthau« beanadigt worden war, wurde ihm im vorigen Jahr die Freiheit wiedergegeben und er bot nun ieme Erinnerungen aus dem Zuchthau» geschrieben, die demnächst zur Terössentiichung gelangen. Da» Jubiläum der Petersburger Akademie. Sonnabend abend ver- anstaltete die Akademie dcr Wissenschasten in Petersburg einen »sfiziellcn Empfang au« Anloh ihre» ZOOjährigen Jubiläums, zu dem auStändssche und russische Gelebrte, sowie Vertreter der Sowjetregierung, Botschafter und Vertreter fremder Mächt« au« Moskau erschienen waren. Abordnungen wissenschaftlicher und öffenllicher Anstalten tberreichteu seierliche Adressen. ntemand wieder. Jetzt ist der Meister amnestiert und die Gehilfen folgen nach. Ein Berliner Montagsblatt weiß zu melden, daß folgende Angehörige des alten Heeres die Ausbruch- Kumpanei gebildet haben. Frag"). 1. Rapitänleutnant a. D. Abendroth Dresden, früher Führer des 4. Bataillons der Brigade Ehrhardt( Spitzname: 2. Leutnant zur See a. D. Liebig München, früher Adjutant Ehrhardts( Spigname: Frig"), 3. Leutnant zur See a. D. Maier, früher Führer der Kampfwagenabteilung der Brigade Ehrhardt, = 4. Leutnant der Reserve Bob, jezt in Rostoc, in letzter Zeit viel genannt als Kollettensammler des Frontbannes in Mecklenburg, Sun 5. Oberbootsmannsmaat a. D. Bogt. Diese Helden sind jetzt gleichfalls amnestiert! Sie stehen hohnlachend da, weil die Republit, der sie Krieg geschworen, in zwischen von Hindenburg- Luther- Schiele Frenten repräsentiert wird. Und der Oberreichsanwalt wird jetzt auch ihre Adressen haben. Sie intereffieren ihn nicht mehr, weil er ja hint länglich mit Kommunistenprozessen beschäftigt ist. Seit Jahren stehen sie in Reih und Glied: Der Landsknecht, Der Reporter, der Sherlod- Holmes Interpret, der Kinomann, der Lokal- Anzeiger Leser und die deutsche Justiz. Das Rechts bewußtsein im deutschen Rechtsstaat“. Du lieber Gott, wer spricht denn noch davon? 1 Tagung des Reichsbeamtenbeirats. Ein Auftakt zum Heidelberger Parteitag. Im Festsaal des preußischen Landtages tagte am 4. und 5 Sep. tember der Reichsbeamtenbeirat unserer Partei, der sich am ersten Tage mit zwei Referaten der Genossen Stelling und Falkenberg über „ Der Beamte in der Republit“ und„ Der Kampf des republikanischen Beamten um sein Recht" befaßte. Genosse Stelling wies zunächst darauf hin, wie die Beamten unter dem alten Regime fuschen mußten; fie waren alleruntertänigste Diener ihrer Potentaten und Instrumente der Herrschaft einer fleinen Kaste, die sich durch Klaffenwahlrechte am Ruder hielt. Nach der Staatsumwälzung schwankten die Beamten zunächst; sie entschieden sich, als die Voltsbeauftragten die wohlerworbenen Rechte der Beamten" garantierten. Die Fesseln fielen, hochgespannte Er wartungen wurden an die neue Zeit gefnüpft; fie fonnten nicht in Erfüllung gehen. Da die geistige Revolutionierung fehlte, die Beamten nicht wußten, was die Republit für sie bedeutete, stieß ein Teil der Beamten wieder ins bürgerliche Lager. Die Reaktion erhob wieder ihr Haupt; in einer Reihe Verwaltungen wurde verfucht, im inneren Betrieb wieder die alten Zustände herbeizuführen, was Redner an einer ganzen Reihe von Beispielen nachwies. Viele leitende Beamte find Feinde der Republit, die sie gleich der Justiz zu unterhöhlen versuchen. Mangels einer ausreichenden Demokrati fierung der Verwaltung find diese Beamte Helfershelfer der politischen und wirtschaftlichen Reaktion, die auf eine Beseitigung des attiven und passiven Wahlrechts und des Koalitionsrechts ber Beamten hinwirten. Mit der Erhaltung dieser Rechte stehe und falle die sozialdemokratische Beamten bewegung. Mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln werde sich die Partei gegen diefe Versuche wenden. Die Beamten müßten sich mehr als bisher als Träger der Republik fühlen; müßten in Gemeinschaft mit allen Rämpfern für die Republit arbeiten am Auf- und Ausbau zu einer sozialen Republit. In diesem Kampfe gehören Beamte, Angestellte und Arbeiter zusammen, haben eine gemeinsame Front zu bilden im Intereffe der Erringung der sozialen, der wahren Boltsrepublik.( Lebhafter Beifall.) Genoffe Faltenberg führte u. a. aus: Republitanische Gesinnung fann nicht erzwungen werden. Der Kampf des republikanischen Beamten um sein Recht muß nach drei Seiten geführt werden: gegen Die Feinde der Republit schlechthin, gegen die Sabotage der amt lichen Gewalten und den republiffeindlichen Teil der Beamtenschaft. Charakteristisch ist das Verhältnis der parlamentarischen Gefeßgebung zur tatsächlichen Regierung und Verwaltung. Wir haben heute in Deutschland eine republikanische Verfassung und eine obrigkeitliche Verwaltung, das heißt, die Republit ist gemildert durch obrigkeitliche Bureautratie. Auch die Ueberspannung des Länderpartitularismus bedeutet starte Hemmung fort schrittlicher Braris in der Verwaltung. Dezentralisation ist der Weg zur Befreiung der Beamten, durch fie wird Dedung von Berantwortlichkeit und Zuständigkeit erreicht sowie die Möglichkeit des 3uftroms freiheitlicher Kräfte von unten her. auf geschaffen. Redner gab einen Ueberblid über das, was war, er berührte die Sicherung der Beamtenrechte in den Ber fassungen anderer Länder und behandelte die in der deutschen Reichs. verfassung garantierten Beamtenrechte. Als dringliche Forderungen bezeichnete Faltenberg die endliche Aufhebung der Abbau. verordnung, des Besoldungssperrgefeges und der neunstündigen Arbeitszeit und verlangte die stärkere Berücksichtigung des sozialen Gedankens in der Besoldung und im Beamtenrechte. Nach Begründung einer Reihe weiterer Beamtenforderungen rief Redner die sozialistischen Beamten auf zur Mitwirkung bei der Blutbildung der neuen Staatsautorität. Die Beamten wollen teine Sonderrechte für sich in Anspruch nehmen, sondern als vollberechtigte Staatsbürger auch die volle Berantwortung für die Erfüllung ihrer republikanischen Pflichten tragen.( Lebhafter Beifall.) Den beiden Referaten folgte eine sehr lebhafte Diskussion, in der die Redner mehr oder weniger auf den Sachfentonflitt eingingen. Neue Dachstuhlbrände. Zwei große und eine Anzahl fleinerer Dachstuhlbrände haben am heutigen Vormittag die Berliner Feuerwehr beschäftigt. Allem Anschein nach liegt in einer Anzahl Fällen wiederum Brandstiftung präsidium geschaffenen Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Brände vor. Zum ersten Male haben sich die von dem Berliner Polizeidireffor Weiß waren bei den großen Bränden in der Grünauer, bewährt. Bizepolizeipräsident Dr. Friedensburg und RegierungsEde Wiener Straße und in der Reichenberger Straße persönlich anwesend. Die weitere Untersuchung wird ergeben, ob die Ber. mutung, daß es sich tatsächlich um Brandstiftung handelt, richtig ist. An der Ecke der Wiener und Grünauer Straße entstand heute morgen 8 Uhr ein Dachstuhlbrand, der sich schnell ausbreitete. Die Feuerwehr, die mit vier Löschzügen anrückte und aus sechs Rohren fämpfen, da das Dach aus Holzzement bestand und die Flammen Wasser gab, tonnte zunächst nur von Leitern aus den Brand benicht ins Freie schlagen fonnten, wodurch die Rauchentwicklung besonders start war. Während ein Teil der Feuerwehrmannschaft von cußen über die Leitern Wasser gab, schlug ein anderer Teil das Dach von oben auf, um dem Rauch Abzug zu verschaffen. Nachdem das geschehen war, fonnte das Feuer auch vom Dach aus befämpft werden und wurde innerhalb furzer Zeit auf den Herd beschränkt. Durch die großen Wassermengen haben die oberen Stockwerte start benten Dr. Friedensburg, der sofort selbst an die Brandstelle eilte, gelitten. Besonders bemerkenswert ist, daß vom Polizeivizepräsigetroffene Maßnahme, verschiedene Türme mit Brandwachen zu besezen, sich bei diesem Brande glänzend bewährt hat, da sowohl die Brandwache auf dem Turm der Emmaustirche wie auch die Brandwache auf dem Turm des Neuköllner Rathauses das Feuer bereits bei der ersten Rauchentwidlung, und zwar um 7.55 Uhr gemeldet haben. Gegen 10 Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Hause Reichenberger Str. 154 gerufen, wo ebenfalls der Dachstuhl mehrere Züge sofort die Löscharbeiten aufnehmen. Da die Arbeiten des Hinterhauses lichterloh brannte. Auch hier mußten mehrere Züge sofort die Löscharbeiten aufnehmen. Da die Arbeiten der Feuerwehr sowie die Ermittlungen der Polizei noch im Gange sind, fönnen Einzelheiten vorerst nicht berichtet werden, doch liegen Anzeichen dafür vor, daß man in beiden Fällen Brandstiftung annehmen muß. Regierungsdirektor Dr. Weiß, Polizeivizepräsident Dr. Friedensburg und das gesamte Branddezernat war auf den Brandstätten anwesend. Ergänzend können wir hierzu noch folgendes mitteilen: Kurz nach Alarmierung der Feuerwehren, die innerhalb weniger Minuten aus der Wache Reichenberger Straße und Neukölln erschienen, hatte sich auf die ricfige Qualmentwicklung und den gewaltigen Feuerschein hin eine große Menschenmenge angesammelt. Schuzpolizei war jedoch schnell zur Stelle und riegelte die Straßen ab, um die Fußgänger vor herunterstürzenden Balten und Steinen zu schüßen. och um 21 Uhr mittags war es der Brandkommission des Polizei präsidiums nicht möglich, wegen der damit verbundenen Lebensgefahr an den Brandherd zu gelangen. Die Vermutung daß hier wieder Brandstifter am Werte waren, dürfte stichhaltig sein, da trotz der schnellen Feuermeldung der gesamte Dachstuhl bei Eintreffen der Wehren in hellen Flammen stand. Aller Wahrscheinlichkeit nach muß der gesamte überhängende Sims das einzige Ueberbleibsel des gänzlich ausgebrannten Dachstuhls- heruntergerissen werden. Die ohnehin große Erregung in der Bevölkerung steigerte sich noch, als gegen 10 Uhr bekannt wurde, daß einige Häuser weiter, in der Reichenberger Str. 154, der Dachstuhl des Quergebäudes gleichfalls in Flammen stand. Auch hier war von dem Dachstuhl nichts mehr zu retten. An beiden Brandstellen sind die Wehren noch mit den Ablöschungen und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. In der Angst und Aufregung hatten die Bewohner der oberen Stodwerfe ihre Möbel in großer Eile auf die Treppenflure gebracht, leichtere Sachen, wie Besten usw., sogar auf die Straße heruntergeworfen. Die Feuerwehrleute haben heute teinen leichten Stand, Tag und aus der Friedrichstraße und aus dem Südosten gemeldet. Da die Meldungen noch nicht nachgeprüft werden konnten, stehen Einzel heiten noch aus. Begrüßenswert wäre mehr Einsicht des schau: luftigen Publikums an Brandstellen. Die Schupobeamten, die bei den Absperrungsmaßnahmen gewiß auf die Fußgänger weitgehendst Rücksicht nehmen, würden es ebenso gern sehen, wenn man ihren Aufforderungen in der gleichen Weise Folge leisteten. Der Mord bei Hirschgarten aufgeklärt. Der Täter festgestellt. find, unternahm Kriminalfommissar Lehmann vom Erkennungsdienst der Berliner Kriminalpolizei noch einmal eine großzügige Attion: photographische Abzüge der Tatorispuren wurden an eine große Bahl ausländischer daktyloskopischer Zentralstellen versandt. Schon dienst telegraphisch mit, daß die Tatortspuren identisch seien mit nach wenigen Tagen teilte der Kopenhagener Erkennungs3eit in Kopenhagen als lästiger Ausländer daktyloskopiert und aus. den Fingerabdrücken des Kellners Danielowski, der vor einiger gewiesen war. Danielowsti und eine gewisse Maria Böhm aus Lüneburg wurden daraufhin verhaftet. Die letztere sagte aus, daß D. ihr erzählt habe, daß er die Frau umgebracht habe, habe ihr und ihrer Schwester auch eine Anzahl Schmucksachen als ihren Anteil an der Beute übergeben. Eine hochdramatisch verlaufene Gegen leugnete, fonnte die Widersprüche nicht klären. Damit hat eine überstellung zwischen Maria Böhm und Danielowski, der die Tat Tat, die gerade am 9. September vor acht Jahren derübt wurde, Beteiligten ihre Klärung gefunden. Angaben zur weiteren Aufwenn auch nicht strafrechtlich, wohl aber mit bezug auf den Kreis der flärung werden im Zimmer 105 des Polizeipräsidiums entgegengenommen. Schafft Kleingarten- Dauerkolonien! Der Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands wird nicht müde, für den Gedanken der Schaffung von Kleingarten- Dauertolonien zu werben. Am Sonntag peranstaltete er in Berlin wieder eine Reihe öffentlicher Ver. ( ammlungen, in denen die zuständige Behörde an die Erfüllung dieser Pflicht gemahnt wurde. Bersammlung, die unter freiem Himmel im Garten der„ SchloßIn einer vom Bezirksverband Schöneberg einberufenen brauerei" tagte, sprach Genosse Schnell( vom Bezirksverband Norden II). Er legte dar, welcher Gegen in wirtschaft. licher und in gesundheitlicher Hinsicht von dem Stück Laubenland ausgeht, das dem aus der Mietstaserne hinaus. flüchtenden Großstädter nicht nur als Nuhgarten, sondern als Familiengarten bient. Die fleißigen Pflanzer, die da draußen fargen Boden in fruchtbares Land verwandelt haben, fordern mit Recht, daß sie von der ihnen Nahrung und Erholung gewährenden Stätte nicht durch Bauspetulanten nach Belieben berjagt werden dürfen. Der Redner warf dem Berliner Magistrat vor, daß die Schaffung von Kleingarten- Dauerfolonien, auf deren Möglichkeit ein Erlaß des preußischen Wohlfahrtsministers im Herbst vorigen Jahres die Gemeinden hingewiefen hat, in Berlin nicht vorwärts tommt. Er erinnerte an die bevorstehende Stadtverordnetenwahl und mahnte, am 25 Oktober nur für diejenigen zu stimmen, die eine Gewähr und Gewißheit bieten, daß fie das berechtigte Verlangen der Klein. gärtner nach Dauertolonien unterstüben.( Lebhafter Beifall.) Auf eine Diskussion wurde verzichtet, doch erhielten das Wort je ein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, der Kommu nistischen Partei und des Bundes der Bodenreformer. Die drei Redner äußerten sich zustimmend. Für die Sozialdemokratische Bartei sprach der Stadtverordnete und Bezirksverordnete Genosse berung der Kleingärtner, sie durch Schaffung von KleingartenWendt Schöneberg, der im Berliner Rathaus bereits die For Dauerkolonien zu schützen, vertreten hat. Er erinnerte daran, daß schon im Herbst wenige Wochen nach jenem Erlaß des Wohlfahrts ministers, die sozialdemokratische Stadtverordnetenfrattion durch eine Anfrage den Magistrat auf seine Pflicht hingewiefen hat, daß aber damals in der Debatte Kleingärtner eingetreten ist. Inzwischen haben unsere nur die sozialdemokratische Frattion für die Genossen in der Stadtverordnetenversammlung sich aufs neue be müht, die Schaffung von Kleingarten- Dauerfolonien vorwärts zu Rommunisten mit einem inhaltlich gleichen Antrag gefolgt sind. treiben. Sie haben im Juni einen Antrag eingebracht, worauf die lleber beide Anträge wird erst nach den Ferien verhandelt, aber endgültig wird wohl erst durch die neue Stadtverordnetenverfammlung entschieden werden. Nach Schluß der Kleingärtnerversammlung marschierten die Teilnehmer in einem Demonstrationszug mit den Bannern der Pflanzervereine zum Schöneberger Rathaus und von da hinaus zu den Kleingärten des Schöneberger Südgeländes. side Eintrittskarten für die Jugendweihen im Großen Schauspielhaus sind erhältlich: daß es der Mordkommission noch in der Nacht zum Sonntag ge Zu dem Leichenfund im Walde bei Hirschgarten wird berichtet, lungen ist, die Persönlichkeit der Toten festzustellen. Es ist die Das Mädchen war in der Akademie der Künste als Modell tätig Straße: B. Kroll, R. 65, Utrechter Cir. 21: B. Soffmann, 9. 58, Bychener 16 Jahre alte Erna Höse aus der Wißmannstraße zu Neukölln. und hat vielen namhaften Künstlern gestanden. Der Jugendfekretariat Groß- Berlin, S. 68, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen, geöffnet von 9 bis 4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr: S. Joseph. N. 21, Wilhelmshavener Str. 48; A. Sönifch. N. 65, Müller und Utrechter Straße 8( Reft.); A. Boreng, S. 58, Gleimstr. 56; D. Obft, R. 39, Aderstr. 174; R. Andersson, R. 81, Stralfunder Str. 19; S. Fischer, R. 20, Bastianstr. 7; B. DOI, NO. 55, Jmmanuelfirchstr. 24; W. Güde, NO. 18, Landsberger ce 451; R. Melle, D. 34, Petersburger Blok 4:„ Borwärts"-Spedition, D., Markusite. 36: M. Barimann, D. 34, Königsberger Str. 37( Photolaben); 2. Wittschuk, D. 34, Petersburger Str. 5( Reft.); J. Pette, GO. 36, Glogauer Straße 30, vorn 4 Tr.; B. Lier, GO. 26, Naunynstr. 9( Reft.); Borwärts". Spedition Launger Blak 14/15; Gerth, N. 113, Greifenhagener Str. 22; B. Gallas, Baumschulenweg, Schraderftr. 16 III; B. Sak, Treptow, Sarzer Straße 117 II; A. Regler, Treptow, Graeßftr. 50; 5. Krilger, Steglik. Siemensftr. 76: B. Stubich, Steglis, Ringfir. 7( Geth. III); Frau Ungerer, Wilmersdorf, Sanauer Str. 43( Siedlung); A. Petrie, Schöneberg, Ebers. ftraße 70; Baul Rathmann, Schöneberg, Feurigftr. 37. festzustellen. Es ist der 21 Jahre alte Müllerbursche Der Mordkommission ist es weiter gelungen den Mörder Otto Klebs, der sich in der Kolonie Elsengrund bei Hirschgarten aufgehalten und mit dem jungen Mädchen verkehrt hatte. flüchtig. Er fonnte bisher noch nicht ermittelt werden. Er ist am Täter ist nach Vollführung des Verbrechens verschwunden und Tage der Tat noch mit der Höse zusammen gewesen und hat sie fie Modell zu stehen pflegte, abgeholt, ist dann mit ihr nach Hirsch um 1 Uhr vor ihrer Arbeitsstelle in der Akademie der Künste, wo garten gefahren und hat sie dort ums Leben gebracht. Die Tat muß Rekordbesuch in der Funtausstellung. Der gestrige Sonntag Bistole, mit der die Tat begangen war, feinem Bruder entwendet feierlich zur Eröffnung gelangte, einen Refordbesuch, wie ihn noch er schon von langer Hand vorbereitet haben, denn er hatte die brachte der II. Deutschen Funkausstellung, die am Freitag und sich seit Donnerstag nicht mehr in seiner Wohnung sehen lassen. teine Berliner Ausstellung oder Messe gesehen hat. Am Sonnabend Der Täter ist 1,71 Meter groß, trug zulegt einen braunen Anzug, maren 20 000 Besucher zu verzeichnen, der Sonntag brachte gelbe Schuhe mit gleich farbigen Einjaz und einen hellen Covercoat 65 000 Besucher, und der Zustrom ließ in den Abendstunden noch mantel mit Riegel. Auf die Ergreifung des Täters ist eine Benicht nach. Die vor dem Publikum im Theaterraum des FunkZum Schluß der Tagung famen eine Reihe Entlohnung von 300 mart ausgesetzt. 3weddienliche Mit- hauses erfolgenden Sendespiele waren am Sonnabend und Sonntag schließungen zur Annahme, die die wichtigsten Fragen der teilungen nehmen die Kriminalfommiffare Johannes Müller ausverkauft. sozialistischen Beamtenbewegung behandeln. In der Entschließung und 3a pfe, Magazinstraße 3/5, Zimmer 44, entgegen. zu dem Referat des Genossen Faltenberg fordert der Reichsbeamtenbeirat: " Demokratifierung der Berwaltung. Bermirflichung des Auf. ftieggedankens im Sinne grundlegender Erneuerung der Kräfte in Betrieb und Verwaltung. Anerkennung des Untergebenen als gleichberechtigten Staatsbürger, stärkere Berücksichtigung des fozialen Gedankens in der Besoldung, sowie im Beamtenrecht. Die Bertreter der der Sozialdemokratischen Partei angehörenden Beamten rufen alle republikanischen Beamten auf zum energischen Rampfe für diefe Biele um fo mehr, als eine rüdständige Bureaukratie und eine in einseitiger Interessenvertretung befangene Regierung die soziale Aufwärtsbewegung der Beamten entgegen dem Interesse der Bolfsgesamtheit immer aufs neue niederzuhalten trachtet." Weitere Entschließungen fordern u. a. die Beseitigung aller Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Beamte und vor allen Dingen die Aufhebung des§ 14 der Personalabbau verordnung, in dem die weiblichen Beamten mit einem anderen Maß als ihre männlichen Kollegen gemessen werben. Berlangt wird die restlose Beseitigung der Beamtenabbauverordnung in den Ländern und Gemeinden und die Aufhebung des Beamten und Besoldungsfperrgejeges. Es wird gefordert, daß, folange der 1. Mai noch nicht zu einem gefeßlichen Feiertag erhoben ist, die Reichsregierung eine Berfügung erläßt, aus der die Dienstregelung an diesem Tage bei allen Behörden flar zu ersehen ist. An Stelle des Beamtenausschußfyftems wird ein Beamtenrätegefeß, für die Wiedergewinnung der 48 ftündigen Arbeitswoche engste Fühlungnahme mit den Gewerkschaften gefordert. Eine ein gehende Entschließung behandelt das Problem der Demotrati fierung der Verwaltung und das Beamtenbildungswesen. Ein besonderer Antrag fordert von der Reichstagsfraktion Eintreten für die Aufhebung des Reichsrahmengefeges für die Schutz polizei der Länder und deren Einbeziehung in das allgemeine Beamtenrecht. Nach acht Jahren. Aufklärung des Mordes an der Frau Rahel Jakoby. Wir vor kurzem berichtet wurde, war der Kellner Kurt Danielowsti unter dem Berdacht festgenommen worden, als Täter für eine Bluttat in Betracht zu tommen, die vor nunmehr acht Jahren an der damals 60jährigen Schankwirtin Rahel Jato by verübt wurde. Sie wurde in ihrem Novalisstr. 7 zu ebener. Erde gelegenen Schantlokal mit schweren Kopfverletzungen auf dem Fußboden liegend tot aufgefunden. Ein erbrochenes Büfettspind, durchwühlte Betten und Behältnisse deuteten auf einen Raubmord. Frau Jakoby betrieb außer ihrer Schant wirtschaft auch Handel mit Jumelen. Hierdurch fam fie mit einer großen Zahl von Bersonen in Berührung. Da sie aber außerordentlich mißtrauisch und zurüc haltend war, so hatten nicht einmal ihre nächsten Angehörigen einen Einblick in ihre persönlichen Verhältnisse. Nur mit unendlichen Schwierigkeiten fonnte die damalige Mordtommission feststellen, daß bares Geld sowie eine Anzahl wertvoller Schmuckgegenstände entmendet waren. Bom Täter fehlte zunächst jede Spur! An Bruch stücken der Scheibe des erbrochenen Büfettspindes zeigten sich in gerabdrüde. Unscheinbar, mit bloßem Auge faum erkennbar, zum Teil auch verwischt, fonnten sie doch bei richtiger fachtechnischer Behandlung gesichert und festgehalten werden. Ein schwacher Fingerabdruck war auch an einer Weinflasche, die halb geleert mit zwei Gläsern auf dem Tisch im Hinterzimmer stand. Mit unendlicher Sorgfalt wurde auch diese Spur gesichert. Zahlreiche Perendlicher Sorgfalt wurde auch diese Spur gesichert. Zahlreiche Perfonen gerieten in Verdacht der Täterschaft. In feinem Falle aber ftimmten ihre Fingerlinien mit den am Tatort gesicherten Spuren überein. Die Auswertung der Tatortspuren war insbesondere auch dadurch erschwert, daß der Krieg die Beziehungen zu ausländischen Polizeibehörden unterbrochen oder empfindlich gestört hatte. Nach dem diese Beziehungen wieder aufgenommen oder neu angebahnt Unfall beim römischen Wagenrennen. In der gestrigen Nach mittagsvorstellung im Zirtus Krone fausten bei dem römischen Wagenrennen, als die Wagen in rasender Schleife um den Mast fuhren, zwei Wagen so ineinander, daß der eine Wagen völlig zertrümmert wurde. Der Lenker dieses Wagens flog in großen Bogen heraus und trug Sehnenzerrungen am Fuß- und Kniegelent baoon. Sein weiteres Auftreten ist vorläufig ausgeschlossen. Ein Erfagmann ist für ihn eingetreten. Der vorgestern verwundete Dompteur Sailor Jadson ist trotz seiner Verwundungen wieder aufgetreten. Ein grauenhaftes Verbrechen. New Bort ,, 7. September.( WTB.) Gestern vormittag wurde die Feuerwehr zur Löschung eines Autos herbeigerufen, das auf offener Straße in Flammen stand. Im Innern des Wagens fand man die halbvertohlte Leiche eines Unbekannten, der ge= fnebelt und mit Benzin übergossen war. Die Nummer und sonstigen Erkennungszeichen des Autos waren entfernt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. Areis Wilmersdorf. Montaa, ben 7. Geptember. 9 Uhr, nicht, wie am Sonntag mit den Abteilungsführern. Besprechung der Wahlarbeit. gemeldet, um 8 Uhr, bei Stroths, Holſteinische Straße 60, engere fire svorstandssigung 21. Abt. Seute Montag, 7%, Uhr, Funktionärigung bei Rroll, Utrechter Str. 21. 27. bt. Dienstag, 7% Uhr, Funktionärkonferenz bei Boosmann, Gleimstr. 10. 32. Abt. Heute, 7, Uhr, Funktionärfonferens bei Balentin, Krautstr. 36. 40. Abt. Heute, 8 Uhr, bei Reufner, Hagelberger Str 20a, Funktionärversammlung. 48. bt. Seute, 8 Uhr, bei Redling, Waffertorftr. 71, Funktionärfügung. Bezirksführer laben zu der am Mittwoch ftattfindenden Mitgliederversammlung 111. Abt. Bohnsdorf. Mittwoch abend 8 Uhr Sahlabend bei Heimann, Waltersdorfer Straße. 33. ein. Die Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Abt. Genoffe Mielte, Marschauer Str. 72, ist verstorben. Einäscherung heute 36. Abt. Genoffe Kurt Thiele, Thaeritr. 12, ist am 4. September verstorben. Ein Montag, nachm. 6 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. äfcherung Dienstag, nahm. 3 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Gewerkschaftsbewegung Der Seeleutestreik in England. Ein Ausschnitt aus der englischen Gewerkschaftsbewegung. ( Bon unserem Londoner Korrespondenten.) Die britische Gemertschaftsbewegung rüftet fich in diesen Tagen| zu ihrem 57. Jahresfongreß, der am 7. September in Scarborough beginnt. Unter den zahlreichen Resolutionen, die ihm vorliegen, stehen diejenigen im Vordergrund, die eine Stär tung der Macht der Eretutive wünschen, um die Einheit der britischen Gewerkschaftsbewegung im Angriff und in der Defenfive zu sichern. Außerdem liegen eine Reihe von Anträgen vor, die auf eine energische 3usammenlegung der heute noch nach zwölfhundert zählenden, voneinander mehr oder minder unabhängigen Gewerkschaften drängen. Auch dieser jüngste Streit zeigt, wie dringend notwendig es ist, daß mit diesen jahrzehntealten Forderungen endlich ernst gemacht wird und dem beschämenden Zustand rivalisierender Gewerkschaften im gleichen Gewerbe und der pölligen Hilflosigkeit der Gesamterefutive gegenüber solchen Vorfommnissen so bald wie möglich ein Ende bereitet wird. Der Streit der britischen Seeleute, der schon vor einigen Wochen begonnen hat und mehrmals bereits zusammenzubrechen schien, hat eine unerwartete Lebensfähigkeit bewiesen. In verschiedenen briti fchen Häfen, in Australien, in Südafrika find Schiffe aufgehalten, und es hat den Anschein, als ob der schon zu verschiedenen Malen totgefagte Streit noch weitere Kreise ziehen würde. Eine gerechte Beurteilung ist in diesem Falle außerordentlich schwer, da in diesem Streit Gemertschaft gegen Gewertschaft steht, das heißt, weil der Streit von dem großen Verband der Seeleute und Schlichtungsverhandlungen bei der Reichsbahn. Heizer( National Sailors and Fireman Union) nicht anerkannt Nachdem sich nunmehr die Hauptverwaltung der Deutschen wird, während eine zweite, fleinere Gewerkschaft, der Vereinigte Reichsbahngesellschaft mit der Einleitung neuer SchlichtungsverSeeleuteverband( Amalgameted Marine Workers Union), den Streit handlungen zur Beilegung der Lohnstreitigkeiten einverstanden erautorisierte und entschlossen zu sein scheint, ihn um jeden Preisflärt hat, werden diese Berhandlungen voraussichtlich am Mittwoch meiterzutreiben. Eine objektive Beurteilung der Borgänge ist ohne die Kenntnis der Borgeschichte des Streits nicht möglich. Der ,, National Maritime Board", eine paritätische Einigungskommission, hatte im vorigen Jahre eine Erhöhung der Löhne und Gehälter der Seeleute um 1 Pfund Sterling pro Monat beschlossen, eine Regelung, der die Unternehmer nach ihrer eigenen Darstellung seinerzeit lediglich in der Hoffnung auf eine günstigere Konjunktur zugestimmt haben. Am 3. Juli dieses Jahres beschloß diese gemeinsame Kommission der Unternehmer und Gewerkschaftsvertreter, annesichts der andauernden ungünstigen Konjunktur die im vorigen Jahre vorgenommene Erhöhung wieder zu streichen. Die Seeleute waren bei dieser Ent. schließung durch den Verband der Seeleute und Heizer vertreten. Die Gewerkschaftsvertreter legten den Beschluß der gemeinsamen Kommission ihrer Gewerkschaft und einer Reihe verwandter Ber bände vor, die sämtlich angesichts der augenblicklichen Situation der britischen Schiffahrt das Abkommen ihrer Vertreter in der Kommiffion ratifizierten. Unter den Gewerkschaften, denen das Abkommen vorgelegen hat, befand sich allerdings nicht der Ber: einigte Seeleuteverband"( Amalgameted Marine Workers Union). Als sich nun, was bei jeder Lohnherabjegung selbstverständlich ist, in den Reihen der betroffenen Seeleute eine gewisse Mißstimmung bemerkbar machte, wurde, nach bekannten Mustern, diese Gärung von Elementen, die außerhalb der großen Gewerkschaft standen, benugt, um einen inoffiziellen Streit zu schüren. Die Agitation hatte zum Teil Erfolg, und in Australien, Neuseeland und Südafrika fladerten auf einzelnen in den Häfen liegenden britischen Schiffen Streitbewegungen auf, die schließlich auch nach England felbft über griffen. Als es so weit war, entschloß sich der oben erwähnte Bereinigte Seeleuteverband, dessen führender Kopf der ehemalige Bergbauminister im Kabinett Macdonald, E. Shinwell, ist, den Streit zu fanttionieren. Seine Agitation ist demgemäß auf eine Erweiterung des Streits gerichtet, während der Verband der Geeleute und Heizer alle Energie einsetzt, um seine Mitglieder von der Notwendigkeit einer Durchführung der Verabredung vom 3. Juli zu überzeugen. Die Rivalität der beiden Gewerkschaften hat damit ihren Gipfel erreicht. Der Verband der Seeleute und Heizer erklärt in einer Mitteilung an die Deffentlichkeit, daß der Streif wild ist und aus politischen Gründen von der( fommunistischen) Minderheitsbewegung der Kommunistischen Partei und der 3. Internationale geschürt worden sei. Demgegenüber erklärt der Führer der Bereinigten Seeleute, E. Shinwell, daß er weder in der Vergangenheit noch jetzt irgend etwas mit Stommunismus zu tun gehabt habe und entschloffen sei, alle Hilfsmittel der Gewerkschaft gegen die drohende Lohnherabsehung einzusetzen. Zwischen den Zeilen geht aus diesen Ausführungen schon hervor, was hier in gewerkschaftlichen Kreisen allgemein bekannt und auch öffentlich ausgesprochen wurde, daß hinter diesem Kampf persönliche Gegnerschaft des auf dem äußersten rechten Flügel der Gewerkschaft der Seeleute und Heizer stehenden Havelock Wilson und dem auf dem linten Flügel ftehenden Shinmell eine bedeutende Rolle spielt. Es verdient aber immerhin bemerkt zu werden, daß selbst ein so fühler und ruhiger Beobachter wie Brailsford in der jüngsten Nummer des von ihm herausgegebenen ,, New Leader" schreibt: Wie dem auch sei, der Streit ist, in der Form, wie er geführt wird, nicht nur wegen der beschämenden Tatsache sich gegenseitig befämpfender Gewerkschaften unerfreulich, er ist auch geeignet, der Sache der Gewerkschaften selbst unendlichen Schaden zuzufügen. Die wachsende Gewerkschaftsfeindschaft in vielen Blättern. die sich bisher der Gewerkschaftsbewegung gegenüber einer gewissen Neutralität befleißigt haben, tann als charakteristisches Zeichen hierfür gebucht werden. Der Streit ist schließlich, ganz abgesehen von der Prognose, die man ihm wegen der Zersplitterung wird ftellen müffen, unerfreulich, weil er eine unnötige, ja gefährliche Erbitterung unter Proletariern, unter den Arbeitern eines Gewerbes, schaffen muß. Die Weltmarke bürgt für Qualität! dieser Woche im Reichsarbeitsministerium stattfinden. Die offizielle Einladung dazu ist allerdings den Eisenbahnertarifgewerkschaften bisher noch nicht übermitelt worden, jedoch rechnet man damit, daß dies im Laufe des heutigen Tages, oder spätestens am morgigen Dienstag geschehen wird. Zur Lohnbewegung der Eisenbahner. Stettin, 5. September.( Eigener Drahtbericht.) Hier nahmen gestern abend die Mitglieder des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands Stellung zum Lohnkampf durch Annahme folgender Entschließung: Die am 4. September in Schauburgs- Festsale" überdes Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands erheben aus zahlreich versammelten Eisenbahner der Ortsgruppe Groß- Stettin flammenden Protest gegen die von der Verwaltung vorgenommene Lohnerhöhung. Sie erbliden darin eine Verhöhnung und Brüskie rung fämtlicher Eisenbahner, denn es haben gerade die schlechtbe22 Mart abgefunden werden, überhaupt feine zahltesten Kollegen, die mit einem Wochenlohn von 18 bis Lohnerhöhung erhalten und ein beträchtlicher Teil ist nur mit ½ Bf. pro Stunde bedacht worden. Diese Regelung tann statt der gewünschten Beruhigung der Eisenbahnbediensteten nur brennend Schmach bei jedem einzelnen auslösen. seinen gestellten Forderungen beharrt und verpflichten sich, alle MaßDie Bersammelten erwarten von ihrem Borstand, daß er auf nahmen des Vorstandes zur Durchsetzung einer allgemeinen Lohnerhöhung und der übrigen Forderungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstügen. Lohnkonflikt in der Kölner Chemieindustrie. Köln, 5. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Kälner Chemiearbeiter stehen vor einem großen Lohntampf. Sie fordern zum Ausgleich der Teuerung eine Lohnerhöhung von 20 Pro 3., ohne daß ihren Forderungen bisher Rechnung getragen wurde. Die Berhandlungen vor dem Schlichter haben ebenfalls zu feinem Ergebnis geführt, weil die Arbeitgeber die Preissteigerung als geringfügig darstellten und den Tarif bis zum 31. März 1926 festiegen wollten. Die Gewerkschaften haben diejes Anfinnen abgelehnt und erbaten von der Schlichtungsbehörde einen Schiedsspruch, der der Teuerung gerecht wird. Die Verantwortung des Schlichters ist in diesem Falle besonders groß, weil ein Streit in der Kölner chemischen Industrie, besonders in der Gummiindustrie, schwere Folgen nach sich ziehen würde. Am Freitag vormittag befchäftigte fich die große Tariffommission mit der Lage im Lohnfampf und sprach der Verhandlungsleitung das Vertrauen aus. Es wurde beschlossen, die Arbeiter in den Betrieben über das Verhandlungsergebnis entscheiden zu lassen. Die Entscheidung über einen Antrag der Gummiseftion, sofort in den Streit zu treten, wurde auf heute vertagt. Lohnftreit im oftpreußischen Bangewerbe. Königsberg, 5. September.( TU.) Der Lohnstreit im Baugewerbe hat in der Provinz Ostpreußen insofern eine Berschärfung erfahren, als in mehreren Städten die Bauarbeiter die Arbeit niedergelegt haben, ohne den Spruch des vom Arbeitgeberverband für Ostpreußen angerufenen Schlichtungsausschusses beim Reichsarbeits ministerium abzuwarten. Fortdauer des Kampfes in der belgischen Schwerindustrie. Brüffel, 5. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Konflikt in der belgischen Hütten- und Schwerindustrie dauert nun schon die elfte Woche an. In einer Sigung der Delegierten der Arbeiter und Unternehmer unter Borsiz des Arbeitsministers wurde versucht, eine neue Grundlage für die Löhne zu finden. Aber die Arbeiter haben zu verstehen gegeben, daß fie mit einer Verminderung der Löhne sich nicht einverstanden erklären fönnen. In einer Bersammlung der Streifenden, die am Freitag ftattfand, haben die Arbeiter große Be. geisterung zur Fortsetzung des Kampfes gezeigt. Das Ende des Streits ist daher noch nicht abzusehen. In der Metallindustrie ist die Arbeit überall normal aufgenommen worden. meinsamen Konferenz folgende Entschließung angenommen:„ Die Die rheinisch- westfälischen Straßenbahner haben in einer geKonferenz bedauert, daß der Arbeitgeberverband und auch der Schlichter eine ablehnende Einstellung gegenüber der so notwen digen Lohnerhöhung zeigten. Sie stellte fest, daß die Straßenbahner bisher immer für die wirtschaftlichen Bedürfnisse weitaebendstes Verständnis gezeigt haben. Angesichts der von Tag zu Tag steigenden Preise erwartet die Konferenz, daß nunmehr auch den wirtschaftlichen Belangen der Straßenbahner Rechnung getragen wird. Die Konferenz erklärt, daß sie nicht gewillt ist, noch länger auf die Regelung und Aufbesserung ihrer Bezüge zu warten. Die Konferenz beschließt deshalb, daß alle Belegschaften, welche dem eine Ur abstimmung in den Betrieben vorzunehmen haben Tarifvertrag der rheinisch- westfälischen Straßenbahnen unterstehen, dahingehend, daß die Straßenbahner bereit sind, durch eine baltsiäge herbeizuführen. Den Tag der Arbeitseinstellung zu beArbeitseinstellung eine Aufbesserung ihrer Lohn- und Gestimmen, wird den beteiligten Gewerkschaften und der Streilleitung überlaffen. Der Cohnstreit in den sächsisch- thüringischen Färbereien hat am Freitag abend im Reichsarbeitsministerium durch eine Vereinbarung zwischen den Parteien ein Ende gefunden. Die Parteien verglichen fich wie folgt: Der Schiedsspruch vom 15. Juli wird mit der Maßgabe zum Vertrag erhoben, daß an Stelle des Termins vom 31. Des zember 1925 der 12. Februar 1926 und an Stelle der 14tägigen Kündigungsfrist die dreiwöchige tritt. Damit haben die Arbeiter auf Nachzahlung der Lohnerhöhung von 10 Proz. ab 4. Juli 1925 Anspruch. TBY industrie geschehen?" Bund der technischen Angestellten und Beamten. Butab Mitgliederversammlung Metallindustrie. Haverlands Feftfäle, Reue Friedrichstr. 35, heute abends. 7 Uhr. Tagesordnung: Bas foll in der Metall Ortsverwaltung Berlin. Deutscher Bertmeisterverband. Dienstag abend 7 Uhr im Klubhaus, Ohm. ftraße 2, große Funktionärverfammlung der Fachgruppe Metallindustrie. Tagesordnung: Der BBMJ. und unfere Gehaltsforderungen. Bollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. Achtung Kleber! Heute abend 7 Uhr Bersammlung im Lotal Reue Friedrich straße 1. Bortrag über Herstellung der Tapeten. Erscheinen Pflicht. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonntag, den 6. September. 1. Rennen: 1. Elschen( Hr. v. Keller), 2. Notung, 3. Fausta. Toto: 16: 10. Plat: 12, 20: 10. Ferner liefen: Royal Blue, Gigerl, Mirafel. 2. Rennen: 1. Menelaus( H. Kufulies), 2. Miffa, 3. Prometheus. Toto: 29: 10. Plaz: 13, 26, 16: 10. Ferner liefen: Lichtung, Stamperl, Goldenes Horn, Stieglitz, Hebe, Brinz Chriftian, St. Lucia, Sygull. 3. Rennen: 1. Narr( H. Bismard), 2. Biwia, 3. Räuberhauptmann Toto: 13:10. Blat: 11, 14: 10. Ferner liefen: Herzog, Revajjole. 4. Rennen. 1. Laufaya( A. Dlejnit), 2. Stili, 3. Liebesgedante. Toto: 62: 10. Blaz: 24, 25, 36: 10. Ferner liefen: Firn, Coran, Ristil, Stromer, Rojentelch, Glashäger, Luftpost, Rüstung, Lava. 5. Rennen: 1. Bippizo( H. Kufulies), 2. Erzhallunte, 3. Kardinal II. Toto: 108: 10. Blag: 26, 23, 16:10. Ferner liefen: Labrador, Puppenfee, Pescaro, Morgengabe, Leander, Dorn II, Messina. Toto: 66:10. Blaz: 19, 14, 15: 10. Ferner liefen: Sturm, Dorns Bruder, 6. Rennen. 1. Sandaron( Hr. b. Keller), 2. Humar, 3. Goldjunge. Allegro, Rheinfage, Ama, Lemmel. 7. Rennen: 1. Minenhof( M. Dertel), 2. Gnadenfrist, 3. Rasvidr. Toto: 32: 10 Blag: 17, 16, 17:10. Ferner liefen: Distel R., Countryside, Georg, Sabine, Balamon, Daubenton, Felsenrose, Seewarte, Najeweiß. $ = Amateurradrennen in Treptow. Bei mäßigem Besuch wurden gestern auf der Treptower Bahn eine Reihe von Amateurwettbewerben ausgetragen, unter anderem die Bahnmeisterschaft der deutschen Schuppolizei Der Endlauf um die Polizeimeisterschaft verlief recht nüchtern. Sieger blieb Ullmann Berlin vor Kallweit- Glabbed und dem Hamburger Wilte. Bei den Amateuren gab es bereits in den Vorläufen einige schöne Kämpfe. Im Hauptfahren traten zum Endspurt Graue, Henne, Longardt und Fatschild an und wurde auch in dieser Folge gewonnen. Zum Start für das Stunden Mannschaftsfahren stellten fich 21 Baare. Bom Beginn bis zum Schluß war das Tempo recht scharf ( 1 Stunde 42 Kilometer). Bei den sich schnell ablösenden Borstößen hatten die schwächeren Mannschaften bald Runden verloren. Kurz nach der zweiten Wertung ereignete fich ein schwerer Sturz, Don dem Petermann und Graue betroffen wurden, beide mußten von der Bahn getragen werden. Durch das Ausscheiden dieser beiden Leute büßte das Rennen an Interesse sehr ein. 1. Longardt- Hahn, 14 Buntte; 2. Henne- Kühl, 5 Punkte; 3. Fritschebeiden letzten Wertungen sicherte sich Longardt. Gesamtklassement: Fuchs, 3 Punkte. Die Berantwortlich für Bolitik: Eraft Reuter; Wirtschaft: Artur Sateruus; Gemertschaftsbewegung: t. Entorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Conftiges: Frik Rarftabt; Anzeigen Tb. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW8. 68, Lindenitrake 3. DUNLOP CORD BALLON RIESEN CIRCUS Reichshallen- Theater Großes Schauspielhaus KRONE Schönhauser Allee- Hochbahnh. Danziger Str. Haupteingang Rudolf- Mosse- Straße. Telephon: Humboldt 99 Täglich 8 abends Sonnabendsch Uhr Sonntags Gigantische 4 Uhr Circus- Spiele Neu: Circus- Rennbahn Preise, aur Sitzplätze, von 1.20 an ZOO 580 exot. Tiere Indianerdori täglich von 10--7 geöffnet. Allabendlich 8 Unru. Sonntag nachm. 3 Wor Stettiner Sänger Nachm. halbe Preise, volles Abend- Progrj Dönhoff- Brett'i: ( Saal und Garten) Das beliebte Familienvarieté Elite- Sänger Kottbuser Str. 6Tel. pl. 160 77. Tägl. SUhr, auch Sonntag nachm Direktion: Karl Rosen Täglich 8% Uhr: „ Für Dich!" Dia! Prskaln Regie: Erik Charell Musik u.Gesangstexte: Ralph Benatzk! Bühnenbilder u. Kostüme: Ernst Stern Parkett M. 5.-, Balk. M. 4.-, I. Rang M 3.-, 2. Rang M. 1.50, 3. Rang M. 0.75, Logen u. Klubsessel M. 7.- bis M. 12.Vorverkauf ab 10 U. vorm. ununterbr. Miteffer Dabe ta bur Saumauflagen von Obermeyer's Medizinal befeltigt. R. R. In Der St. M.- 55, 80% verstärkt M. 3ur Nag behandlung ifterbareme befonders au empfehlen. Bu aben in allen Epotheten, Drogerien u. Barkimerten Verkäufe Musikinstrumente Klaviere, tadellofe Berarbeitung, langReikzenge( Richter- Braaifion), Sicher- jährige Garantie. Teilzahlung gestattet. heits- Goldfilllfederhalter. Bureaubedarfs Serer u. Co., Brunnenstraße 191, am haus Lindner, Neukölln, Raifer Rofenthaler Tor. Friedrich- Straße 36/37. . Raumann- Rähmaschinen für Hausge Steinmeyerpiano( Flügelton), fleiner brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Relilgel, ab Fabrit. Rahlungserleichte paratur- Bertitatt filt alle Snfteme rung ohne Breisaufschlag verkauft bil Emil Salbarth, G. m. b. S. Friedrich ligft Oranienftraße 166 III. ftraße 55a. Merkur 6268. Bienes preiswert. Lint, Brunnenstraße 35. Bekleidungsstücke. Wäsche asw. Berleih DOR Gefellshaftsanaügen, Brunnenstraße 4, Storbex 5177. Fahrräder Klaviermacher Linienstraße 65! Serrenräder, Damen Getragene Serrengarbersben, tabel- raber, Rennmaschinen zu Einführungs Kleinen Anzeigen los erhalten, große Auswahl, bidige preifen. Rleine Ansahlung, bequemfte ftraße 7. 3 Uhr( zu halben Preisen Metallbetten Besonders wirksam sind die Berlin... da kleckste! Kat. 650 frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thar. des Vorwärts und trotzden billig! Breise. Leibhaus Spiegel, Chauffee Seilaahluna. Schaumann. Linienſtr. 65. die konkurrenziose Revue: Konz.: 2Kapell. Raubtierfütt. 11U.vorm. Vorverkauf: 11-1% und 5-6 Uhr.) WALHALLA RosenthalerTor 7% Uhr: Die lustige Revue Mal was anderes mit Lotte Werkmeistar- Agnt Wilke Lamberts- Paulsen- Rob.Steidl usw. Preis 9,60-4.50. Vorv.ab 11 Umtbr. WINTE 7 6 BRIEN TARZAN das amerikanische Original im Jubiläums- Spielplan. Sonntag nachm. 3%, Uhr halbe Preise! Rauchen gestattet Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv in der Gesamt- Auflage Tapeten 25 Pf. 30 Pf. 35 Pf. Riefenauswahl in allen Breislagen herrliche Muster Tapeten- Magazin Humboldt Brunnertraße 112, Ecke Voltastraße dz 1. Etage, tein Saben. ( Ringtrai, beher tonturrenzlos billig.) Borzeiger erhält 5% Rabatt. Asthma Fahrraber billiger, 50 tart aufwärts, Möbel Freilaufräder 60.-, Tourenräder 78.85.- 95 Damenräder 75.- auf Ankleibeschränke 110.- englische Bettwärts, Nittler- Räder, Rennmaschinen. tellen 48. Plüschiofas, Einzelmöbel. Teilzahlung gestattet. Fahrraddecken fichere Silfe durch Bahlungserleichterung. Stein, nur n- 3,50, Schläuche 0,50, Retten 0,90, Da menrahmen 86.-, Serrenrahmen 33. Reidels echte flamerstraße 20. Wiederverkäufer Conderrabatt. Werner, Afthma- Tropfen, Chaiselongues, Metalbetten, Auflege- Brandenburgstraße 4, Sochbahnstation berühmt durch ihre matragen, Batentmatraken. Balter, Bringenstraße. Birtung. M. 2.50. Jn Stargarderstrake achtzehn. Drogerien und Apotheten erhältl, jedoch echt nur mit Firma Otto Reichel, Berlin 43, So, Eisenbahn. 4. Teilzahlung, fulant, Möbel- mifch. Teilzahlung, billig. Möbel- Misch. Teilzahlung zeel, abel- Milch Guns Bazin Eschs G Kaufgesuche Faberaber tauft Sinientcake 19