Sr. 423 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 216 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit„ Gieb. Lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. seile 80 Pfennig. Reklamezeile B- Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 25 Pfennig ( auläffig awei fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worie. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. 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Briand werde auch auf dieser Konferenz seine ehrliche Friedenspolitit fortsetzen. Wörtlich sagte der französische Außenminifter dann: Sagen Sie, daß ich meine Karten offen auf den Tisch legen werde, daß ich den Frieden zwischen Deutschland und Frankreich will Wir wollen offen über alles sprechen. Wir müssen eine endgültige Lösung für unsere Länder finden oder wir gehen alle zugrunde. Ich habe meinen guten Willen bewiesen, ich habe das Ruhrgebiet geräumt, ich habe Düffeldorf, Duisburg und Ruhrort räumen laffen. Die Chauvinisten meines Landes haben mich dafür beschimpft. Glauben Sie nicht, daß ich Gründe genug für eine Nichträumung gefunden hätte, wenn ich schlechten Willen gehabt hätte? Wir sind Dr. Stresemann entgegengekommen, um ihm seine Politik zu erleichtern. Wenn er auf die konferenz kommt, soll er wissen, daß et festen Boden unter den Füßen hat. Wir werden uns auch über die Frage der Abrüftung und der Räumung der befetten Gebiete einigen, wenn der Sicherheitspatt abgefchloffen ist. Wenn wir auf der Konferenz auch Herrn Luther fehen, so wird das unferer Arbeit einen besonderen Impuls geben. Wirtschaftlich ist die deutsch- französische Verständigung durch aus möglich, fie wird zum Teil schon eingeleitet. Auf polifischem Gebiete wird fie schwieriger, aber doch möglich sein." Briand schloß die Unterredung mit folgenden Worten:" Ich will den Frieden zwischen Deutschland und Frankreich. Meine ganze Politif gilt nur diesem einen Zwed. Ich wünschte sehr, daß man das in Deutschland richtig versteht, denn das Schid sal von ganz Europa hängt davon ab, ob wir uns finden oder nicht." Saarländische Genossen bei Briand. Genf, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) Die beiden Delegierten der Saararbeiter, die Genossen Schäfer und Brettar, wurden am Montag von dem französischen Außenminister Briand empfangen, um ihre Forderungen vorzutragen. Sie betonten befonders, daß die Saarbevölkerung die Verleihung des passiven Bahlrechts an das Landesparlament verlange. Briand versprach, beide Fragen gründlich prüfen zu wollen und mit dem Bölkerbundskommissar des Saargebiets Rault, der augenblicklich in Genf weilt, die ganze Materie durchzusprechen. Er versicherte ferner, daß er das Saargebiet nicht vergessen werde, da eine fried liche Lösung der dortigen Schwierigkeiten ganz im Rahmen feiner augenblicklichen Friedenspolitik liege. Der Kanadier Dandurand als Tagungspräsident. Genf, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Nach mittagssigung der Völkerbundsversammlung war in der Hauptsache mit der Zeremonie der Präsidentenwahl ausgefüllt. Mit 41 von 47 Stimmen wurde der französisch- englische Kandidat, der fanadische Senator Dandurand gewählt. Er schritt nach einigen Dantesworten jofort zur Berlesung der Tagesordnung. Sie enthält 22 Bunfte, von denen als wich tigste die Verlesung des Tätigkeitsberichtes des Böllerbundsrates und dessen Kommissionen, die u. a. die Sanierung Defter reichs und Ungarns zu überwachen haben, sowie die Neuregelung der Kostenbewilligung für den Bölkerbund zu nennen sind. Die verschiedenen Punkte werden voraussichtlich, wie in den vergangenen Jahren, wieder an sechs Kommissionen verteilt werden. Die Delegationen sollen bis Dienstag ihre Mitglieder für die Kommisfionen benennen, die sich dann noch am gleichen Tage ihre Bor: sigenden wählen. Deutschnationale Kriegsheze gegen Polen. Deutschen Zeitung" nach diesem amtlichen Dementi- man Falschmeldungen werden groß aufgemacht stellungen totgeschwiegen. RichtigVorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschedfonts: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonts- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3. Der neue Weg. Zur Konzentrationsbewegung in der Schwerindustrie. Während die Kriegs- und Inflationskonzerne an ihrer inneren Unhaltbarkeit zusammenbrechen, während Don Barmat über Stinnes bis Sichel alle aus dem Sachwerthunger überlegener Kapitalmagnaten entstandenen Großunternehmungen mit mehr oder minder großem Geräusch in das Nichts zusammenfinfen, bahnt sich in der deutschen Industrie eine neue Konzentrationsbewegung an. Ihr Ausmaß und Tempo ist noch nicht abzuschätzen, desto deutlicher aber ihre Tendenz. Die Schwerindustrie, deren Aufstieg in Deutschland sich an die Namen weniger prominenter Kaufleute und Ingenieure heftete, die bisher mit zäher Hartnäckigkeit sich gegen jede Verschmelzung gleichgearteter Unternehmungen gewehrt hat, die immer kleinstaatlich im industriellen Sinne orientiert war und nur unter dem Drud von Finanzkrisen und der Inflation irgendwelche Zugeständnisse an die Gemeinschaftsarbeit machte diese deutsche Schwerindustrie steht jetzt vor einer Neugruppierung, deren erste Schritte zugleich in Oberschlesien und in Rheinland- Westfalen zu beobachten find. Sie betritt den Weg des Zusammenschlusses der überkapitalifierten einzelnen Großunternehmungen zu engen, trust= artigen Interessengemeinschaften, die im Gegensatz zu den Syndikaten, aber in Fortbildung ihres Drganisationsprinzips tief in die Betriebsführung der bisher selbständigen Werte eingreift. Mit Hilfe technisch und wirtschaftlich durchdachter Arbeitsteilung will man die beffere Ausnügung der Hochöfen, Stahlwerke, Walzstraßen und Verarbeitungsmöglichkeiten herbeiführen. Nicht daß eine Vielzahl gleicher Unternehmungen mit gleichen Produktionsmitteln dasselbe Fabrikat erzeugt, sondern daß jedes Werk auf bestimmte Produktionsgänge besonders eingestellt wirddieses Prinzip der in fleineren Betrieben oft mustergültig durchgeführten Organisation soll in einer Gemeinschaft mehrerer Großbetriebe durchgeführt werden. Dieser technische Gedanke steht im Vordergrund. Die Schwerindustrie hat mit den herkömmlichen Methoden abge= wirtschaftet. Aeußerlich kommt das schon darin zum Ausdruck, daß als Führer des Organisationsgedantens ein Mann hervortritt, der in der Zeit des Sachwertrummels von der Industrie in die Ecke gestellt worden war. Der Krupptionsrummels aus der Ferne angesehen. Im Reiche des Direktor Wie dfeldt hat sich den größten Teil des InflaStinnes. war für ihn fein Platz. Man hatte ihn freundlichst der Deutschen Republik zur Verfügung gestellt, die ihn zum Gesandten in Amerika gemacht hatte, wie schon im kaiserlichen Deutschland die ausrangierten Mitglieder schmerindustrieller Familien in das Auswärtige Amt delegiert wurden. Jetzt, feit der letzten Umorganisation Don Krupp, iſt Dieses Treiben muß den Eindruck erwecken, als ginge bilder aus Amerika mitgebracht zu haben, wo in den großen Wiedfeldt der neue Mann der Industrie. Er scheint seine Bor unsere Rechtspresse nunmehr systematisch darauf aus, eine Montantrusts bereits ähnliche Organisationen bestehen. Haßstimmung gegen Polen zu schüren, nachdem In Deutschland steht der Vorgang, wenn man von kleineren ihr durch die deutschnationale Teilhaberschaft am Sicherheits- Umschichtungen, etwa der Gründung der Rhein- Elbe- Union, pattongebot das gleiche Handwerk gegenüber Frankreich er- absieht, ohne Gleichen da. Wenigstens in der Montauinduſtrie. schwert worden ist. Jetzt, wo sich die Schiele und Westarp Diese, durch Schutzzoll, Heeres- und Eisenbahnaufträge der anschicken, Elsaß- Lothringen freiwillig preiszugeben, muß den verwöhnte Liebling des imperialistischen Staates, dessen toftrationalistischen Jugendverbänden ein geistiges Ae qui spielige Launen bereitwilligst durch erhöhte Reichsausgaben valent durch eine Kriegsheze gegen Polen geboten werden. für die genannten Zwede bestritten wurden, ist hinter ähnlich In jedem Rechtsstaat wird die Aufforderung zum Mord in der Entwicklung befindlichen Großindustrien technisch und gefeßlich bestraft. Aber die Aufforderung zum Maffen organisatorisch weit zurückgeblieben. Ein Vergleich mit der mord und etwas anderes ist doch eine derartige Kriegs- chemischen Großindustrie zeigt das aufs. deutlichste. hetze nicht- ift straffrei. Um so mehr ist es Pflicht der Bereits am 1. Januar 1905, also vor zwanzig Jahren, begann Reichsregierung, von diesen Treibereien öffentlich abzurücken, diese ihre auf technische Arbeitsteilung und Organisation zumal Deutschland dadurch in den Ruf eines streitfüchtigen gerichtete Bildung von Interessengemeinschaften. Während Nachbarn gerät, während Bolen auf diese Weise die billige des Krieges vervollkommnete sich der Kreis der umfaßten Möglichkeit gewinnt, die öffentliche Meinung der Welt von Großwerke, vertiefte sich der verbandsmäßige und arbeitsfeinen wirklichen Sünden in der Optantenaustreibung teilige Zusammenschluß, so daß heute dem Anilinkonzern zu und dergleichen abzulenken. einem Trust lediglich noch der Name und die Sazung fehlt. Sachlich ist er von einem Trust nicht mehr zu unterscheiden. mird es nicht finden. Die Deutschnationale Tagespost" bringt es sogar fertig, die Schwindelmeldung in ihrer Sonntagausgabe, also längst nach der Richtigstellung, in Die am Freitagabend von der schwerindustriellen Tele- breiter Aufmachung abzudrucken! Wenn sogar hauptgraphen- Union verbreitete Nachricht von Grenzverstädtische Blätter sich eine derartige Unanständigkeit leisten, legungen durch polnisches Militär ist von der gesamten bann fann man sich wohl denken, mit welchem Eifer die zahlrechtsstehenden Bresse in größter Aufmachung wieder- lofen deutschnationalen Winkelblätter in der Provinz die ungegeben worden. Dabei war von vornherein ihre Fassung so richtige Nachricht berichtigt haben werden. offenfundig tendenziös, daß stärkste Vorsicht geboten war. An und für sich find Grenzüberschreitungen bei Uebungen und dergleichen eine Erscheinung, die, wie man bereits vor dem Weltkrieg feststellen fonnte, sehr häufig und auf allen Seiten vorkommt, ohne daß dabei Böswilligkeit eine Rolle zu spielen braucht. Eine Landesgrenze ist auf dem flachen Lande nicht etwas, was durch einen Zaun gekennzeichnet wird, sondern nur an gewissen, oft voneinander sehr entfernten Stellen durch Pfähle oder Steine. Das hinderte die Kriegstreiber in der französischen und in der deutschen Presse vor dem Kriege nicht, jeden kleinsten Zwischenfall an der Grenze als den Beginn von Feindseligkeiten aufzubauschen und zum Kriege gegen den Friedensstörer zu hetzen. Unsere Rechtsblätter, die seit demt verlorenen Weltkriege nur noch dümmer geworben sind als vordem und die die antipolnische Konjunktur möglichst ausnüzen möchten, haben kritiklos die Behauptung der Telegraphen- Union" wiedergegeben, daß es sich bei diesen Grenzüberschreitungen„ nur um militärische Spio nage(!) oder um eine Provokation" handeln fonnte. Wie mag sich so ein Biertischphilister in der Redaktion oder in der Leserschaft des ,, Lokal- Anzeigers" eine ,, militärische Spionage" vorstellen, die durch einen polnischen Offizier mit 12 Mann auf irgendeiner Weise an der Grenze ausgeübt wird? Wenn die Entente heute spionieren will, dann macht sie es viel einfacher: fie läßt ihre Agenten mit Mitgliedern des„ Stahlhelm", des ,, Werwolfs" und sonstiger hindenburgtreuen Dr ganisationen fneipen und erfährt nach dem dritten Schnaps alles, was sie will. Bereits am nächsten Tag, also am Sonnabendmittag, hat die Reichsregierung die Schwindelnachricht der TelegraphenUnion" dementieren lassen und den Tatbestand dahin richtig gestellt, daß es sich um polnische Reittnechte handelte, die entlaufene Fohlen wieder einfangen wollten. ( Selbst wenn es sich um eine Militärpatrouille gehandelt hätte, so wären dadurch weder Ehre noch Lebensintereffen des Reiches berührt und eine furze Berbalnote unserer diplomatischen Vertretung in Warschau würde für diesen Fall vollkommen ausreichen.) Was tut nun unsere Rechtspresse? Beeilt sie sich, nach dem sie ihre Leser in Aufregung gebracht hat, wieder abzu miegeln? Weit gefehlt! Man suche in der Sonnabend- und in der Sonntagausgabe des Lotal- Anzeigers" oder der Ernste Lage in Syrien. Ein französisches Fort gefallen.- Damaskus bedroht. London, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) Aus den Wüstengebieten wird gemeldet, daß eine französische Festung, welche als Verwaltungsjih über die Djebel- Drufen im Gebiete von Syrien diente, gefallen ist. Die Drusen sollen ferner einer französischen Strafexpedition aufgelauert haben. Mehr als 1500 Franzosen find dabei angeblich gefallen. Ein ganzes Regiment Artillerie wurde gefangengenommen. Die Lage um Damastus wird als sehr ernst bezeichnet.( Französischerfeits wird die Richtigkeit dieser Alarmmeldungen in Abrede gestellt). Für Aufhebung des deutsch- dänischen Paßvisums. Der deutsche Gefandte in Kopenhagen hat eine Anfrage an den dänischen Außenminister gerichtet, ob er bereit sei, mit ihm über die Aufhebung des 3wangsvisums zwischen Deutschland und Dänemark in Berhand. lungen zu treten. Der Reichstagsabgeordnete Genoffe Stücklen ist am Sonntag Der Reichstagsabgeordnete Genoffe Stücklen ist am Sonntag auf einer Dienstfahrt von Trostbergs nach Wasserburg am Inn schwer verunglückt. Die hauptsächlich am Kopf erlittenen Ber. legungen machten eine sofortige Ueberführung in ein Krankenhaus nach München notwendig. Borläufig gibt der Gesundheitszustand zu ernsthaften Besorgnissen teinen Anlaß. Die Schwerindustrie hatte diese Vervollkommnung nicht nötig. In rücksichtslojem Preisdiktat, das sie mit Kämpfen gegen die soziale Befferstellung ihrer Arbeiter vorteilhaft ergänzte, schaffte sie sich die notwendige Ellenbogenfreiheit, die sie dem 3wang zum Fortschritt enthob. Heute stehen ihre Werke, obwohl vollgestopft mit Produktionsanlagen, in hoffnungslosen Absaznöten und in chronischen Zahlungsschwierigkeiten. Sie, die einstmals und noch in den letzten Wochen die wirtschaftliche Diktatur über Deutschland sich anmaßten, beginnen zu begreifen, daß man zwar hohe Preise erzwingen, aber niemand nötigen kann, nun auch zu diesen hohen Preisen zu kaufen. Daher ihr Bestreben nach einer Herabsehung der Produktionskosten auf organisatorischem Wege. Freiwillig tut die Industrie es nicht. Und wenn fie fich jetzt dazu gezwungen sieht, so nicht zuletzt deshalb, weil ihre Borstöße, die Neugruppierung durch Berlängerung der Arbeitszeit und durch Druck auf die Löhne überflüssig zumachen, dank dem entschlossenen Widerstand Der organisierten Arbeiterschaft faft überall gescheitert sind. Wiederum erweist sich der Kampf der Arbeitnehmer um das foziale Recht als die stärkste Triebfeder technisch- wirtschaftlichen Hortschritts! 20 Jahre nach der chemischen Industrie beschreitet das Montankapital diesen Weg, der der kapitalistischen Wirtschasts- entwicklung eigen ist, gegen den man sich gewehrt hat, trotz des Beispieles des Auslandes, trotz der Erfolge in anderen Ge- werbezweigen, trotz der Mahnungen und Ratschläge einsichtiger Wirtschaftspolitiker. Als ein Rathenau dasselbe wollte, wurde er als ideologischer Phantast verlacht. Als das Reichswirt- schastsministerium unter Genossen Robert Schmidt für den Kohlenbergbau ähnliches oerlangte, schrie man Zeter und Mordio. Wer wollte den Königen von Eisen und Stahl an den Kragen? Heute tun sie. was sie damals verlästerten. Eingeweihte wollen wissen, daß sogar die deutschen Groß» banken auf die Industrie einen Druck in dieser Richtung aus» üben. Die Zeiten ändern sich. Und damit der ganzen Entwicklung die satirische Spitze nickst fehle, hört man sogar, daß die oberschlesischen Werke zur langfristigen Sicherstellung ihrer Kredite an die B e t e i l i- g un g des Staates denken. Die rheinisch-westfällsche Gruppe hofft auf Auslandskredite. Ja, haben wir denn volle vier Jahrs nicht gelebt? Genau dasselbe wurde vom Staatssekretär Hirsch im Jahre 1920 der Montanindustrie ange» boten: Zusammenschluß zwecks Kreditbeschaffung im Ausland, Hergäbe von Staatsgeldern gegen Aktienbeteiligung! Damals nannte das die von der Schwerindustrie bezahlte Presse eine ..Sozialisierung von hinten herum". Heute ist's die einzige Wahrheit.... Es tut not, jetzt an diese Borgänge zu erinnern. Sozial- demokraten und bürgerliche Sozialisten wie Rathenau waren es. die von einem Jahrfünft in gleichem Sinne wirkten. Das Unternehmertum braucht erst die harte Schule des Nieder- gangs, ehe es die einfachsten Wahrheiten einsieht. Die Arbeiterschaft wird sich auf die neuen Organisations» tcndenzen einstellen müssen. Staatspolitisch hat sie zu for» dern, daß Reich und Staat sich rechtzeitig eine Kontrolle, die am besten durch eine Aktienbeteiligung sicherzustellen wäre, über den werdenden Trust sichern. Gewerkschaftlich muß sie durch Stärkung und Konzentration der Organisaftonsmacht dem Kavitalkonzentrationsprozeß ein Gegengewicht gegenüber- zustellen suchen. Denn so sehr der ganze Konzentrationsprozeß im Sinne des Fortschritts und der Höherentwicklung der Produktion. liegt, es ist ein k a p i t a l i st i s ch e r Konzentrationsprozeß, es ist die Entwicklung einer neuen, unerhört starken kapitalisti- schen Wacht, die sich hier vorbreitet. Es ist durchaus möglich, daß das Unternehmertum irgendwann dabei die Hilfe der Arbeiterschaft sucht, so wie es einst die„Arbeftsgemeinschaft" gesucht hat, um sie später wieder mit Füßen zu treten. Darum bei aller Erkenntnis der großen und neuartigen Entwicklung: Wachsein!_ »Sammlung zum Wiüerstanü!" Alldeutsche Fanfaren. Der„Alldeutsche Verband" hat auf seiner dies- jährigen Tagung in Detmold eine Entschließung angenommen, die den Deuischnationalen übel in den Ohren klingen dürfte. Sie lautet: „Der Zllldeutsche Verband erhebt von neuem durch seine Haupt- nersammlung Widerspruch gegen den vom Reichsaußenminister StrescmanN den Feinden unterbreiteten Vorschlag eines - S i ch c r h e i t s o e rtt a g e s. Er steht diesen Borschlag durch die ?lblehnung der Bedingungen, die die Reichereglerung vor Eintreten in eigentliche Verhandlungen seitens der Feinde erfüllt wissen wollte, als erledigt an und erwartet von dex Regierung die ausdrückliche Zurückziehung des Stresemannschen Vorschlages. Des weiteren erinnert der Alldeutsche Verband daran, daß der ocm Kabinett am 2l>. August 1924 feierlich zugesagte Widerruf des Kriegsschuld-Anerkenntnisse» nicht erfolgt ist, und er- klärt es für eine Ehrenpflicht der Regierung, daß ste dies Ver- sprechen endlich einlöst. Die Chemitkrtagung in Nürnberg von Dr. B. vorchardk. Gegenwärtig gibt es rund 11 000 deutsche Chemiker, wovon 9000 in der Industrie, 1500 in öffentlichen Laboratorien, im Lehrfach und in Beamtenstellungen und 500 im Ausland beschäftigt sind. Von dieser Zahl sind last 8000, also etwa drei Viertel, im Derein Deutscher Chemiker zusammengeschlossen, der seine diesjährige Haupt- Versammlung vom 1. bis 5. September in Nürnberg abhielt. Der Verein, der sich als die Standesvertretung der Deutschen Chemiker betrachtet, muß sich, außer mit wissenschaftlichen und technischen Fragen, auch mit Stanbessragen und nachdrücklich auch mit sozialen Fragen, vor allem auch mit der wirtschaftlichen Lage des jungen Chemikernachwuchses beschäftigen. Es ist erklärlich, daß diese Frage auch auf der Hauptversammlung eine Rolle spielte, so wurde„die Rot der jungen Chemiker" zweimal, in den Mitgliederversammlungen am 3. und 5., eingehend behandelt. Allseitig wurde betont, wie wichtig es ist, für einen wissenschaftlich durchgebildeten Rachwuchs zu sorgen, was mit Aussicht auf Erfolg nur geschehen kann, wenn es mchr wie bisher gelingt, junge Chemiker auch in den Nachbar- gebieten der Chemie unterzubringen. Das hauptsächlichste wissenschaftliche Interesse beanspruchen die Vorträge in den beiden allgemeinen Sitzungen vom 2. und 5. Sep- tember. Wir heben unter diesen den Vortrag von Professor K l a g e s- Magdeburg hervor,„Die Bekämpfung von Getreide- krankheiten mit chemischen Mitteln". Die durch parasitisch lebende Pilze hervorgerufenen Rostirankheiten bewirken einen Schaden, der bei der Gesamthei: der gctreidebauenden Länder auf IV* Milliarden Mark jährlich geschätzt wird. Bei ihrer Bekämpfung hat sich da« Beizen des Saatgutes mit bestimmten Lluecksilberoerbindungen aus- gezeichnet bewährt. Lei sachgemäßer Anwendung solcher Beizen könnten in Deutschland jährlich Wert« in Höh« von 160 Millionen Mark erhalten oder geschaffen werden. Wichtig ist auch der Vortrag von Professor Schön darf- Hannover über die hannoverschen Erdölvorkommen. Auf dem Well- markt ist die Rolle Deutschlands als Erdölgebiet bedeutungslos liefert es doch nur den 2000. Teil des Weltbedarfs. Nach dem Krieg ist mit dem Elsaß sogar für den eigenen Bedarf da» stärkste Lieferungsgebiet verloren gegangen. Um so bedeutungsvoller ist es, daß man jetzt daran geht, die Bohrtürme durch Schachtb-trieb zu ersetzen. In Bieze ist bereits einer in Betrieb genommen, der an Wirkung etwa 600 Bohrtürmen gleichkommt, so daß mit diesem einen Schacht bereits die Produktion des ganzen Elsaß überflügelt ist. Beim modernen Schachtbetrieb gehen nur IS.Proz. des vorhandenen Erdöls verloren, während beim Bohrbetrieb die Ausbeute nicht über 10 Proz. steigt und volle 90 Proz. im Sande oersacken. Fräulein Tacke sprach über die von ihr neu entdeckten Elemente Rhenium und Masurium, die ogf spektroskopischew Wege nach- Schließlich o e r u r t e i l t der Derbandstag die Absicht des Kabinetts, das Deutsche Reich nach Erfüllung der gestellten Bc- dingungen in den Völkerbund eintreten zu lassen und erwartet, daß die Regierung die feindlichen Forderungen der Ent- waffnungs- und Lustnote zurückweist. Die Gliederungen des Alldeutschen Verbandes werden dringend gebeten, in der Aufklärung der öifenilichen Meinung im Sinne dieser Entschließung eifrigst fortzufahren." Die alldeutsche Resolution ist nur eine Wiederholung früherer deutschnationaler Forderungen. Sie haben sich die Ehrenpflicht des Widerrufs mit der Aufnahme in die Reichsregierung abkaufen lassen. Sie haben die Opposition gegen den Sicherheitspakt, gegen die Lebensmittelzölle ver- schachert, und die Schiele und Luther werden ebenso bereit sein, den Pakt zu unterzeichnen wie Stresemann. Es richtet sich also in erster Linie gegen die Deutschnationalem wenn es in dem Kommmenlar der„D e u t s ch e n Z e i t u n g" zu der alldeutschen Entschließung heißt: „Wem die Brechung unserer Sklaoenketten nicht höchstes Ziel ist, wer das zwar auch gerne sähe, jedoch anderes noch mehr erstrebt, dessen Kräfte erweisen sich dem Tieferschauenden als gar nicht denen gleichgeartet, für die die Befreiung höchstes Streben ist!" Das Wort„Sklavenketten" haben die Deutschnationalen längst aus ihrem Wörterbuch gestrichen, und während Innen- minister S ch i e l e noch vor kurzem der„Deutschen Zeitung" zu einer Zeit, als sie täglich„Fort mit Stresemann!" schrie, einen warmen Gratulationsartikel widmete, ist er heute bereit, denselben Stresemann auf seinem Wege zur Paktkonferenz zu begleiten. Werden der Alldeutsche Verband und die „Deutsche Zeitung" dann auch den Ruf„Fort mit Schiele!" erheben oder hört auch ihre„nationale" Oppo- sition da auf, wo die Verfilzung mit der grünen Internatio- nale anfängt?, �_ die Krijw im Zentrum. Bekenntnis der badischen Zentrumspartei für Wirth. Ueber den Verlauf des Badischen Zentrumsparteitages, auf dem der Fall Wirth ausführlich besprochen wurde, haben wir bereits kurz berichtet. Die„Germania" bringt jetzt eine ausführliche Darstellung der badischen Situation und versieht sie mit der kennzeichnenden Ueberschrift„D a s .badische Musterbeispiel". Dabei gibt die„Ger- mania" eine Schilderung der Gefühle und Gedanken, die in der Zentrumswählerschaft vorhanden sind: Man glaubt in unseren Wählerkreisen nicht an die Ehrlich- k e i t der inneren Umkehr, die in der Mitarbeit der Deutsch- nationalen zum Ausdruck kommt. Man höre sich doch nur in unseren Kreisen um und man begegnet immer wieder denselben Gedankengängen: Gewiß, die Deutschnationalen machen jetzt mit und das ist an sich gar kein Fehler. Aber knüpfen sie nicht an diese Mitarbeit weitgehende politische Hoffnungen? Die Recht« hat eingesehen, daß mit Putschen und brutaler'Gewalt der Staat von heute niicht umzustürzen ist. Jetzt versucht sie, diesen Staat, so wie er ist. zu erobern ,. die neuen Kräfte planmäßig zurück- zudrängen und, wenn möglich, die alte Tischordnung wieder her- zustellen. Die Rechte, die das Volt in seiner Verfassung besitzt, sollen wieder beseitigt, ehemals bevorzugte Klaffen wieder in ihre alten Funktionen eingesetzt und die soziale Gesetzgebung nach Möglichkeit abgebaut werden. Um dies Zi�l zu erreichen, beteiligen sich die Deutschnätiönalen an einer Politik, die sie srilher nicht laut genug brandmarken konnten und der sie innerlich widerstreben... � Besonders in den badischen Zentrumskreisen ist nach der „Germania" dieses Mißtrauen gegen die Deutsch- nationalen wach. Als Ergebnis der Offenburger Tagung kann die„Germania" feststellen: Die badische Zentrumspartei hat volles Lerständnis für die Beweggründe des Verhaltens von Wirth. Sie ist aber von einem starken Willen erfüllt, die Einigkeit und Geschlossenheit der Partei aufrechtzuerhalten und kann sich daher nicht damit befreunden, gewiesen sind und zwei der wenigen noch vorhandenen Lücken im System der Elemente oder chemischen Grundstoffe ausfüllen. Von praktischer Bedeutung ist„die Gewinnung von Schwefel- säure aus Gips", über die Professor Müller- Leverkusen sprach. Er legte dqr, daß es den Farbenfabriken gelungen ist, ein praktisches Verfahren auszuarbeiten, bei welchem gleichzeitig Schwefelsäure und Portlandzement-Klinker gewonnen wird. Aus. der Fülle der in den einzelnen Fachgruppen gehaltenen Vorträge heben wir den von Professor Haupt- Bautzen hervor, der seine Eindrücke von einer Studienreife in Amerika schilderte. Im Gegensatz zu Deutschland werden im amerikanischen Güter- verkehr Kühlwagen in ganz bedeutendem Ausmaß benutzt, was außerordentliche wirtschaftliche Vorteile, vor allem für die Nahrung?- Mittelversorgung mit sich bringt. Die Nahrungsmittelkontrolle, die von den einzelnen Staaten mit Hilfe zahlreicher wissenschaftlich arbeitender Chemiker durchgeführt wird, ist außerordentlich streng. Um die Volkshygiene macht sich das Ackerbäuministerium sehr ver- dient durch die Herausgabe kleiner Schriften über die verschiedensten Gebiete der Nahrungsmittelhygiene, die stets nach dem neuesten Stande der Missenjchaft revidiert werden. Früher wurden ste kosten- los abgegeben, jetzt für 10 bis 20 Cents. Sie erfreuen sich einer viel größeren Verbreitung in der Bevölkerung als bei uns die Merkblätter des Reichsgesundheitsamts. Professor Großmann- Charlottenburg sprach üb«: neuer« Entwicklungstendenzen in der chemischen Industrie Italiens. Ver- anlaßt durch den Weltkrieg, hat man sich dort wie anderwärts von der deutschen chemischen Industrie unabhängig zu machen ver- sucht, und diese Tendenz hält auch welter an. Man bemüht sich. die früher nur wenig ausgenutzten pflanzlichen und mineralischen Rohstoffe nicht mehr als solche oder in der Form von Halbfabrikaten auszuführen, sondern die vollständige chemische Verarbeitung im Lande selbst vorzunehmen. Hand in'Hand damit geht eine immer reichere Ausgestaltung de» chemischen und chemisch-technischen Unter- richtswesens. Zu bemerken ist aber, daß die italienischen Chemiker den größten Wert auf ein freundliches Zusammenarbeiten mit Deutschland legen. Verbunden mit der Tagung war eine sehr reichhaltige Aus- stellung chemischer Fabrikate und Apparate, die«in anschauliches Bild von dem hohen Stand und der lebendigen Entwicklung dieser Industrie gibt. Festsitzung der russischen Akademie der wiffenschafkeu. Am 6. September fand in Leningrad die Festsitzung der Akade. mie der Wissenschaften statt, an der 150 ausländische Gelehrte und Vertreter fremder Mächte teilnahmen. Kalinin. der Vorsitzende de« Zentraloollzugsausschusses, hielt die Festrede. Er hob hervor. daß Zweck und Sinn der Akademie sei, nicht nur die Wissenschaft zu fördern, sondern sie auch den breiten Volksmassen zugänglich zu machen und weue Kräfte aus dem Volke zu schöpfen. Zum Schluß seiner Rede'teilte er die Umbenennung der Akademie mtt, die in Zukunft Akademie der Wisseuschafteu der Sowjet- daß Herr Dr. Wirth aus der Reichstagsftattion ausgetreten ist. Sie wünscht, daß dieser Vorfall möglichst bald beigelegt wird und erwartet von allen Seiten, daß die voraussehungen hierzu im Geiste freundschaftlicher Verständigung und Entgegenkommens geschaffen werden. Sie hält unweigerlich fest an der Person wirths und fordert, daß er in der Fraktion im Sinne semer bekannten Anschauungen ar- bellen kann. Die badische Zentrumspartei unter st reicht stark den christlichen, demokratischen und sozialen Charakter der Partei und sieht in Wirth den Exponenten einer auf diesen Grund- jaulen ruhenden Politik. Wirth besitzt das volle vertrauen seiner badischen Landsleule, die ihn nach wie vor mit Stolz den Ihrigen nennen. Wer der Offenburger Tagung mit offenen Augen angewohnt hat, muß erkannt haben, was der Name Wirth für das badische Zentrum bedeutet. Mit besonderer Wärme, die sich aus den kurzen bisher vorliegenden Berichten nicht erkennen ließ, hat sich Dr. Marx für das BerbleiHen Wirths in der Zentrums- f r a k t i o n eingesetzt. Er erklärte, daß das Zentrum Männer von der Stärke des Willens brauche, wie Wirch sie an den Tag leg«� Die Fraktion könne auf Wirth nicht ver- z i ch t e n. Die Fraktion, müsse sehen, wie sie diesen„ausge- zeichneten Mann" zurückbekomme. Und das Zentrum müsse dahin streben, für einen„solchen klugen Geist wi e Dr. Wirth" die Arbeitsmöglichkeit zu beschaffen.„Ich reiche Dr. W i r t h d i e Hand, und dann wollen wir einmal sehen, wer die Zentrumspartei unterkriegt!" Der Letter des badischen Zentrums, Prälat S ch o f e r, unterstrich diese letzte Wendung, indem er erklärte:„Ich will da fortfahren, wo Marx aufgehört hat! Laßt mich in diesem Bunde der Dritte sein, Wirth-Marx- Schoser!" Die ganze Erörterung auf dem badischen Parteftag be- deutete ein uneingeschränktes Vertrauens- votum für Dr. Wirth, dessen K a l t st e l l u n g in der Reichstagssraktion seit vielen Monaten auch den politischen Gegnern des Zentrums aufgefallen war. Mit Rücksicht auf die badischen Landtagswahlen hat man in Offenburg von allen Seiten besonders die Einigung gepredigt, und es ist wohl kaum damit zu rechnen, daß eine Spaltung des Zentrums eintreten wird. Der Austritt Wirths aus der Zentrums» fraktion hat jedoch so aufrüttelnd gewirkt, daß der Reichsparteitag des Zentrums, der in den Tagen vom 16. bis 18. November stattfinden soll, dem„Falle Wirth" zweifellos in wesentlich anderer Stimmung gegenübertreten wird, als die Mehrheit der Reichstagssraktion bisher dem demokratischen Zentrumskanzler a. D. gegenüberstand. * Der diesjährige Reichsparteitag des Zentrums findet am 16., 17. und 18. November statt. Der Tagungsort steht noch nicht fest. die preußischen Gemeinüewahlen. Vorläufiger Termin 2S. November. Der Gemeindeausschuß des Landtags nahm bei seinem gestrigen ersten Zusammentreten nach den Ferien zunächst Stellung zu der durch die Anordnung der Neuwahlen für die - Provinzialland- und Kreistage auf den 25. Oktober geschossenen Lage. In sachlicher Beratung wurden allgemein die Beschlüsse der ersten Lesung aufrechterhalten. Hiernach wird ein allgemeiner amtlicher Stimmzettel eingeführt. Auch hinsichtlich der frage der Listenverbinduiig blieb es bei den Beschlüssen erster esurtg, wonach bei den Prvvinzialwahlen die einzelnen Bezirks» wahlvorschläge durch ein gemeinsames Kennwort ver. bunden werden können, während bei den Reichstagswahlen jede Listenoerbindung verboten ist. Bon der Mehrheit der Regicrungs- Parteien wurde eine Bestimmung angenommen, wonach auch in den Provinzen und Kreisen in denen die Vertretungen noch keine vier Jahre bestehen, neugewähtt werden muß. Als Wahltag wurde der 22. November bestimmt, weil es fraglich sei, ob die Vorbereitungen nach dem neuen Wahlrecht bis zum 15. November getroffen werden können. Es wurden aber auch Stimmen laut, daß es Sache des Plenums sei, den Wahltag ge- gebenenfalls noch weiter hinauszuschieben. Schließlich wurde da» Gesetz mit den Stimmen der Regierungsparteien angenommen. Union heißen wird. Am Abend wurde dann für die ousländi- schen und inländischen Gäste ein Bankett gegeben, an dem 700 Per. sonen teilnahmen, darunter Kalinin, Lunatscharzky, diplomatisch« Vertreter Deutschlands, Norwegens, Estlands, Schwedens, Oester- reichs und Lettlands. Der Präsident der Akademie Karpinski be» grüßte die Anwesenden. Kalinin bedauerte die Seltenheit solcher internationaler Zusammenkünfte und drückte den Wunsch aus, daß die ausländischen Gäste das Leben der Volksmassen und ihre tätige Beteiligung an der schöpferischen Arbeit der Sowjetregierung kennenlernen. Der deutsche Botschafter Graf Brockdorff-Rantzau beglückwünschte dann die Akademie im Namen seiner Regierung. Er betonte, nicht die Gefühle von Haß und Liebe seien ausschlag- gebend für die Beziehungen beider Völker, sondern Verstand und Geist. Es bestehe ein großes Verdienst der deutschen Wissenschaft um die Beziehungen beider Völker und ihrer Akademien: er er» innerte an Euler. Leibniz und andere. Die geistigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Union würden zum Glücke aller Völker beitragen. Es sprachen dann die diplomatischen Vextrctcr und Gelehrte der verschiedensten Staaten. Die deutschen Wissen- schaftler Planck und Götz erklärten, nichts könne die lahrtaufend- alten Beziehungen beider Völker vernichten. Götz schloß seine Rede auf russisch, indem er ausführte, während der letzten für beide Völker hatten zehn Jahre habe die Wissenschaft hier ausgeharrt und arbeite jetzt an der großen Aufgabe der Bereinigung der sozial und polltisch zersplitterten Bölker. Die Dotierung der Preußischen Landesbühnc. In den Berichten über die Verhandlungen des Hauptausschusses des P r e u ß i- schen Landtags sind die Debatten und Beschlüsse zum Punit „Preußische Landesbühne" vielfach unrichtig wiedergegeben worden. Richtig ist nach Mitteilungen von parlamenarifcher Seite, daß der Finanzminister sich mit einer Erhöhung des für die Preußisch« Landesbühne vorgesehenen Titels auf 500 000 M. einverstanden er- klärte. Darüber hinausgehend nahm der Hauptausschuß einen von allen Parteien gestellten Antrag an, wonach der Titel auf 1 500 000 Mark zu erhöhen ist. Der außerordentliche Wert und die Rot» wendigkeit der von der Preußischen Landesbühne entfalteten Tätig- keit wurden von Rednern aller Parteien hervorgehoben. Im be- sonderen wurde die Bedeutung dieser Organisation, in der bekannt- lich die beiden Zentralen der kulturellen Besucherorganisationen, der Verband der deutschen Volksbühnenvereine und der Bühnenoolks» bund mit dem Preußischen Kultusministerium zusammenwirken, für folgende Aufgaben betont: Versorgung der minderbemittelten Volks- schichten mit guter Kunst, Versorgung der mittleren und kleineren Städte und des flachen Landes mit wertvollen Vorstellungen durch Wanderbühnen und Städtebundtheater, der damit erzielte Ausgleich mit den von jeher bevorzugten Großstädten sowie die Einwirkung auf die Betriebsgestaltung der unterstützten Theater vom Ganzen her(Hebung der Spielpläne, Aufstellung richtiger und sparsamer Etats usw.)._ Aamadsea» Vortragsreise. Drmmdsen, der am 17. SeHlember in Berlin einen Vortrag halte» wird, beabsichtigt danach in Prag. Wien. Zürich, Paris. Brüssel und London zu sprechen. Ende September tritt er die Reis« nach Amerika an, wo er den ganzen Winter über an den dortigen Unwe» fttälen Vorlesungen halten wird. Parte! und öeamtengewerksthasten. Stürmische Auseinandersetzungen zwischen ATB.- und DBK.-Richtung. Einstimmige Billigung der bisherigen neutralen Haltung des Parteivorstandes. Am 2. Verhandlungstage kam es auf der Tagung des R e i ch s- beamtenbeirats zu teilweise leidenschaftlichen Debatten über die für die Beamten geeignetste gewerkschaftliche Organisations- form. Den Auftakt hierzu gab das Referat des Leiters unserer Beamtenzentrale, Genossen Hermann Wäger, über »llasere nächsten Aufgaben". Genosse Wäger gab zunächst einen Rückblick auf die bisherige Agrtations- und Organisationsarbeit, sowie auf die Tätigkeit des alten Reichsbeamtenbeirats, um dann die Aufgaben des neuen wesentlich erweiterten Beirats zu erläutern. Dann kam er auf die verheerenden Wirkungen zu sprechen, die das Hineintragen der beamtengewe'rkschaftlichen Richtungs st reitig. k e i t e n in die Parteiorganssationen, die Parteiversammlungen, die Werbeausschußsitzungen usw. zur Folge hatten. Er verteidigte und begründete die vom Parteivorstand in dieser Frage bisher ein- genommene und von den Parteitagen sanktionierte Haltung und betonte mit aller Schärfe, daß der Reichsbeamtenbeirat nicht aus- einandergehen dürste, ohne eine klar« Entscheidung über diese Dinge herbeigeführt zu haben. Es sei ein für die Partei un- erträglicher Zustand, wenn eine große Anzahl von Parteigenosse,� die dem Deutschen Beamtenbund und seinen ihm angeschlossenen Organisationen angehören, andauernd von ihren Parteigenossen vom ADV. als„Gelbe" beschimpft und minderen Rechts epAärt würden. In manchen Parteiorganisationen sei es in der letzten Zeit zur ständigen Gewohnheit geworden, Genossen, die sich seit fahren der Achtung der übrigen Parteigenossen erfreuten und deshalb für Ehrenämter in der Partei vorgeschlagen wurden, als„Gelltfe" zu bezeichnen und damit vor den übrigen Genossen, die die /Verhältnis- mäßig junge Beamtengewerkschaftsbewegung noch nicht kennen und begreifen, verächtlich zu machen. In ahnlicher Weis« sei auf die Redaktionen mancher Parteiblätter eingewirkt worden, denen man die DBB.-Organisationen als„gelbe" Gewerkschaften bezeichnete. Statt durch die Parteipresse Unterstützung ihrer Pionierarveit, zu der sie von der Partei angehalten wurden, zu erfahren,'wäre die Arbeit dieser Genossen durch die total falsche und auf Unkenntnis der tat- sächlichen Verhältnisse beruhenden Einstellung Erschwert worden. In der Arbeiterbewegung wäre es immer Grundsatz gewdey, daß die gewerkschaftliche Agitation in den Betrieben und Betriebs- Versammlungen vor sich zu gehen habe. Die A�)B.-Genossen wären ober mehr und mehr dazu übergegangen, itsre Werbearbeit für ihre Berufsverbände in die Partei zu verlegen. Damit müsse jetzt unter allen Umständen aufgeräumt werden, denn der hierdurch für die Partei entstandene Schaden wäjre kaunu wieder gutzumachen. Der Heidelberger Parteitag habe die Ausgabe, den Parteiorgan!- sationen und der Parteipresse ganz unmifzoerständlicho Richtlinien für die Behandlung dieser Fragen zu geb Königsberg. eröfsnet, der sich als begeisterter ADB.-Anhänger bekannte, gleichwohl aber in eindringlichen Worten die Notwendigkeit betonte, daß> die Parteipresse und die Partei- Organisationen beiden Eewcrk-schaftsrilhtungen gegenüber eine ab- solut neutrale Haltung einnehme. Es läge im ureigensten Interesse des ADB. selbst, den, Eindruck zu vermeiden, als ob er nur mit Hilfe der Krücken der Partei stehen könne.„In der Partei sind wir alle nur Parteigenossen und als Sozialisten müssen wir den Terror gegen die DBB../Genossen verwerfen." Diese mit lebhaftem Beifchll aufgenommenen Ausführungen be- cinflußten sichtbar die ganze /sechsstündige Debatte, die nun folgte. An diesem Eindruck konnten auch die Ausführungen einiger ADB.- Vertreter nichts ändern, die. sich um den Nachweis bemuhten, daß der DBB. eine bekämpfenswerte Organisation sei. Den scharfen Auseinandersetzungen wurde schließlich durch den Borsitzenden des ADB., Genossen Falkenberg ein Ziel gesetzt, indem er folgende anzunehmen empfahl: �akschKeßung „Der Rcichsbeainten/beirat der SPD. verurteilt die De- strebungen, mit Hilfe der Autorität von Parteiinstanzen und -organen den gewsrkschi iftlichen Richtungsstreit zwischen den Be- amtenorganisationen zu beeinflussen. Er oerlangt von allen Parteiinstanzen und Parteigenossen, auf dem Boden der Pavtei absolute Objektivität gegen- über b e i d e n Richtungein zu wahren. Im übrigen verpflichtet der Reichsbeamtenbeirat alle partei- genössiichen Beamten, sich tatkräftig für die Durchführung des auf der Reichsbeamtenbeiratstaguna im Juni 1324 gefaßten Be- schlusses einzusetzen, der folgenden Wortlaut hat: „Die parteigenössischen Beamten sind verpflichtet, in ihrer gewerkschaftlichen Betätigung für das Ziel des Wirtschaft- lichen Szialismrrs zu wirken." Ferner gibt der Rhichsbeamtenbeirat der Erwartung Aus- druck, daß der Parteitag in Heidelberg in der Frage der gewerk- schaftlichen Organisation eft,« Entscheidung trifft, die geeignet ist, der Förderung der sozialistischen Gedankenwelt in der Beamten- schaft einen neuen und kräftigen Anstoß zu geben." Diese Entschließung wi,ft>e einstimmig angenommen. Ge- nosse Wäger gab darauf j» seinem Schlußworte seiner rückHall- losen Befriedigung darüber Ausdruck, daß sich der Rcichsbeamten- beirat durch die einstimmige Annahme dieser Entschließung von der Richtigkeit der Hallung des Parteivorstandes überzeugt habe. Damit sei das Ziel, den Weg für die Entwicklung freizu- machen, erreicht und er zweifle nicht daran, daß sich auch der Heidel- berger Parteitag auf den Boden dieser Entschließung stellen werde. Nach einem anfeuernden Schlußwort des Genossen Stelling und einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Tagung geschlossen. Preußen unö die Landwirtschaft. Eine Rede des Illinisterpräfidenten Braun. Im Hauptausschuß des Landtages stand am Montag der Etat des Ministerpräsidenten zur Beratung und damit die Gesamt- heit der politischen Fragen, die heute in Preußen brennend sind. Der Etat wurde von der Opposition erstaunlich zartfühlend be- hcndell. Wohl beschwerte sich der deutschnationale Abgeordnete B a« ck e r darüber, daß die preußische Regierung silh nicht für eine Schutzzollpolltik im wahren Sinne des Wortes eingesetzt habe, allein seine Kritik war doch so vorsichtig und behutsam, wie man das sonst von der Rechten nicht gewohnt ist. Die Rechte fürchtet eben die Neuwahl. Genosse H e, l m a n n kritisierte die Fonn der neu- beschlossenen Einsuhrscheine und forderte eine Ersetzung der oer- alteten Disziplinargesetzgebung durch zeitgemäßes modernes Recht. Ministerpräsident Braun hielt an seinem bvkannten Standpunkt, daß mit Schutzzöllen in der heutigen wirtschaftlichen Situation der Landwirtschast nicht zu helfen sei, fest. Wenn die Stimmung in der Landwirtschast augenblicklich nicht rosig ist, betonte der Ministerpräsident, so liegt das daran, dah sich die hohen Erwar- tungen, die an die Zölle geknüpft wurden, nicht erfüllt haben. Nur wenn der Landwirt bei Verwertung feiner Ernte die Marktlage besser ausnützen kann und nicht gezwungen ist, seine Produkte schleunigst aus den Markt zu werfen, kann er über die schwierige Situation hinwegkommen. D�xä bedarf es aber der großen Kreditaktion, dieBch schön mehrfach gefordert habe und die sicherer und weit eher als Aölls den Landwirten helfen kann. Die Landwirtschaft braucht nicht Zölle, sondem Kredithilfe und eine bessere Organisation des jEertriebs der Waren unier Ausschaltung überflüssiger Zwischeninltchnzen. Im übrigen darf bei vollem Ver- ständnis für die Lage oer Laydwirsslhaft der Konsument nicht vergessen werden,'' lieber die Einfuhrscheine erklärte der Minister- Präsident, daß die preußische Regierung der Reichsregierung bei der Durchführung ver von ihr angekündigten wirtschaftlichen Maß- nahmen in fetner Weise in den Arm fallen wolle, da die Reichs- regieriäng allein die Verantwortung für dies« Maß- nahmen zu tragen habe. Bon den sozialdemokratischen Vertretern wurde u.a. die Wieder- einrichtung der preußischen Gesan d tschaft in München beanstandet. Der Ministerpräsident hat mll der Wiedereinrichtung einen bindenden Beschluß des Landtags durchführen müssen. Sozial- demokraten/ Demokraten und Kommunisten forderten, daß dieser Posten wieder eingezogen werde. Auf der anderen Seite hatten die Regierungsparteien den Antrag gestellt, die Vertretung Preußens in Dresden, die ausgehoben worden war, wieder» herzustellen und ebenso in den Hansestädten eine Vertretung mit dem Sitz iu Hamburg einzurichten. Der Antrag wurde an- genommen. Merkwürdigerweise brachte das Zentrum den dritten Absatz des Antrages, der die Mittel für diese neuen Gesandt- schaften bewilligen sollte, zu Fall. Die Rechtsparteien brachten ihre Forderung auf Verbresterung der Basis der preußischen Regierung zwar in langer Rede, aber doch zurückhaltend vor. Ministerpräsident Braun erklärte kühl und ruhig, daß die preußische Regierung keine Verbreiterung, sondern Ruhe zur Arbeit brauche. Volksbegehren über die /tafwertungsgefetze. Der Sparerbund, der Hypothekengläubiger- und Sparerschutz. verband teilt mit. daß er am 3. und 29. August in Weimar Sitzungen ohgehalten hat, in denen Gesetzentwürfe für ein V o l k s b e g e h.r e n eingehend beraten wurden. Eine baldige Fertigstellung der Entwürfe wird in Aussicht gestellt. Für die Durchführung des Volksbegehrens sst eine Kommission gebildet. Eine heftige Entschließung wendet sich dagegen, daß„in dem Gesetz über den Finanzausgleich die Mietzinssteuer erneut erhöht und gleichzeitig verlängert worden ist und fordert die unver- zügliche Beseitigung dieser ungerechten und verfassungswidrigen Sondersteuer'. Hoffentlich hat der Sparerverband nicht versäumt, diese Entschließung der deutschnationalen Reichstags- fraktion zu übermiteln. Für den deutschnationalen Finanz- minister v. Schlicben bestand bekanntlich das Kernstück des neuen Finanzausgleichs darin, die Länderregierungen durch Reichsgesetz zur ununterbrochenen Steigerung der Mieten und zur Anspannung der Hauszinssteuer nicht etwa zugunsten des Wohnungsbaues, sondern für allgemeine Finanzzwecke zu zwingen. Damit sollten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, den Länderregierungen sollte das Odium für die Erhebung einer unpopulären Steuer zugeschoben und die Taschen der deutschnationalen Kapitalmag- naten vor Besitz st euern gesichert werden. Die Sparer haben diese Herrschaften selher in den Sattel gesetzt und können sich höchstens an ihrer eigenen Organisation schadlos halten, die polftisch so kurzsichtig gewesen ist, auf deutschnationale Wahlversprechungen auch nur das Geringste zu geben. Konflikt in Thüringen. Krach zwischen Regierung und Justiz. In der Angelegenheit des Weimarer Oberstaatsanwalts Dr. Frieders, der gegen sich sofortige Dienstemhebung und Einleitung eines Disziplinarverfahrens beantragte, liegen jetzt Aeußerungen der thüringischen Regierung und des Oberstaatsan- (valts selbst vor, die höchst bezeichnend für die Zustände in Thü- ringen sind. Die staatliche Pressestelle in Weimar läßt folgende Meldung verbreiten: „Ein Teil der Presse verbreitet die Nachricht, daß Oberstaats- anwalt Dr. Frieders beantragt habe, ihn zu beurlauben und ein Disziplinarverfahren gegen ihn zu eröffnen, lim einer irreführenden Legendenbildung vorzubeugen, wird festgestellt: Der Oberstaatsanwalt Dr. Frieders hat zwar beantragt, ein Dienst- strafoerfahren gegen ihn zu eröffnen. Der Antrag ist a b g e- lehnt worden, weil die vom Oberstaatsanwalt Dr: Frieders an- geführten Umstünde keinen Anlaß dazu geben, ein Dienststrafver- fahren einzuleiten." Die reaktionäre thüringische Regierung gibt damit nicht nur den Tatbestand glatt zu, sondern sie verrät auch eine sehr auf- fällige Scheu vor einer Klärung. Worauf diese Angst zu- rückzuführen ist, deutet Oberstaatsanwalt Frieders in einer Er- klärung an. in der es heißt: „Das Disziplinarverfahren ist vom Oberstaatsanwalt beantragt worden, weil in letzter Zeil ausfällige hinweise an ihn gelangt sind, deren Berechtigung und Z u l ä s s i g k e I t der Form nach er im Interesse seiner Person und Stellung und im Zuteresse eines ungehinderten Arbeilens der Staalsan- waltschaft durch einen unabhängigen Richter im Dlsziplioarver- fahren nachgeprüft haben will." Es muß im Lande Thüringen herrlich weit gediehen sein, wenn sich der Vertreter einer Behörde, die sonst chre stockreaktionär« Ge- sinnung nicht laut genug betonen kann, genötigt sieht,«ine k o n- servatioe Regierung vor aller Oeffentlichkeit einer u n- befugten Beeinflussung der Justiz zu bezichtigen. Unter diesen Umständen kann man sich die Gründe denken, aus denen die thüringische Regierung die Einleitung eines Disziplinar- Verfahrens ablehnt. Nicht der Oberstaatsanwalt, sondern die„Ord- nungsbund'-Regierung würde bei dem Verfahren auf der Anklage- bank sitzen. Auch dieser Fall zeigt, daß die Deutschnotionalen die Rechtsprechung zu parteipolitischen Zwecken mißbrauchen, wo sie die Macht dazu zu haben glauben. völkischer verfall. Ei« Geständnis der„Reichsflagge". Alunchen. 7. September.(Eigener Drahtbericht.) Die„Reichs- flagge", jener rechtsradikale bayerische Wehrverband mit dem Sitz in Nürnberg, der schon vor dem Novemberputsch 1923 von Hitler zu Kohr überschwenkte, hält merkwürdigerweise seine diesjährige Bundestag üng in Sachsen und uicht, wie bisher, in Bayern ab. Ueber die Gründe für diesen Schritt unterrichtet ein Artikel in dem neuesten Mitteilungsblatt des Bundes, der zugleich auch ein deutliches Bild abgibt von der gedrückten Stimmung und dem Ver- fall in den Vaterländischen Verbänden, die in den letzten Jahren fast ausschließlich das bürgerliche Bayern beherrscht haben. In diesem Artikel heißt es u. a.:...... „In Bayern sst eine Stagnation eingetreten. Dos furchtbare Geschehen des November 1923 hat sich wie Blei aus die Gemüter gelegt. Der Opfergeist, der damals Gut, Blut, Geld und Zeit freudig für ein.nationales Deutschland zur Verfügung stellte, sogt doch, wo ist er? Gewiß, wir haben in Bayern geordnete Zu- stände, wir haben eine Regierung, die uns nahesteht. Aber lastet es nicht auch auf dieser Regierung wie Blei? Haben wir von chr nicht erwartet, daß sie sich zum Fackelträger des nationalen Deutsch- tums und Bayerntums macht, die Umgestaltung der Ver- f a s s u n g, die Forderung jedes nationalen Keimes, auf ihre Fahnen schreibt? Haben wir nicht erwartet, daß sie sich frei macht von jener falschen, übertriebenen Objektivität, die nach rechts und links in gleicher Weise verbietet und gestattet? Wir vermissen an der baye- rischen Regierung immer mehr den Zug einer frischen Energie, die schöpferisch neues gestallet und den Staat national durchdringt und umformt. Wir vermissen in den Reihen aller Vaterländischen Ver» bände in Bayern die nicht rastende Tätigkeft, die alles bezwingende Werbekraft, den idealen Opfersinn, der sich von der Zell nicht er- drosseln läßt. Und nicht zuletzt darum fahren wir nach Sachsen." Republikanertag in tzagen. Hägen, 7. September.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend und Sonntag fand in Hagen-Haspe ein großer republikani» scher Tag statt. Die Kundgebung wurde durch einen Fackelzug eingeleitet. Die Bannerweihe erfolgt« durch den stellvertretenden Bürgermeister, Genossen Liebig, dessen Bannerrede begeistert auf- genommen wurde. Am Sonntag veranstalteten in Hagen etwa 2599 Reichsbannerleute einen großen republikanischen Demonstrationszug. Trotz des schlechten Wetters war die Beteiligung gut. Die Bevölkerung der Stadt Hagen sah zum ersten Male durch die Straßen der Stadt viele schwarzrotgoldene Fahnen tragen. Der Erfolg ist umso be» achtenswerter, als bisher das Bürgertum in Hagen durch ungünstige politische Erziehung sehr wenig Sympathie für die schwarzrotgoldene Fahne empfunden hatte. Aus dem großen Platz vor der Stadthalle feiert« Bausekretär Genosse Schmidt- Dortmund vor etwa 5999 Personen die demo- kratische Verfassung Weimars und ließ zum Schluß die Kameraden feierlich schwören:„Deutsche Republik, der letzte Tropfen Blut soll dir gehören." Die tägliche Verleumdung. Aus der Praxis der„Einheitsfront. Aus Halle a. d. S. wird uns geschrieben: Der„Klassen- kämpf" stellte am 4. September die Behauptung auf— und selbstverständlich hat die übrige kommunistische Presse diesen Schwindel übernommen—, daß der sozialdemokratisihe Regierungspräsident Grützner in Merseburg einen kommu- nistischen internationalen Iugendtag verboten hätte, und zwar mit der Begründung, daß am gleichen Tage in Merseburg S e d a n- feieriv stattfänden. Der einfache Schluß war gegeben: dem sozial. demokratischen Regierungspräsidenten liegt die Sedanfeier näher als die kommunistische Jugendfeicr. Regierungspräsident Grützner teill nun mit, daß die Kommunisten weder an ihn, noch an einen anderen Beamten seiner Regierung wegen der Genehmigung ihres Jugend» tages herangetreten seien. Sie hätten allein bei dem deutschnatio» nalen Oberbürgermeist er der Stadt Merseburg wegen ihres beabsichtigten Jugendtages einen Antrag gestellt: von diesem seien sie aber darauf aufmerksam gemacht worden, daß an dem in Aussicht genommenen Tage, dem 6. September, in Merseburg große Sedan- feiern stattfinden. Daraufhin haben die Komrnunistsn am folgenden Tage chren Antrag zurückgezogen. Es ergibt sich also, daß Re» gierungspräsident Grützner mit der ganzen Angelegenheit gar nichts zu tun hat und es sich wieder einmal um eine der üblichen kommunistischen Hetzen gegen einen sozialdemokratischen Beamten handelt. Viviani gestorben. Paris, 7. September.(Eigener Drahtberlchl.) Der ehemasigs Minislerpräsident Rene Viviani ist am Monlagmorgen nach zweijähriger Krankheil im Sanatorium Ehamart im Alter von V2 Jahren gestorben. » Dioiani war in Algier geboren und hatte nach juristischen Studien die politische Laufbahn mit um so größerem Erfolg angetreten, alz er ein ganz hervorragender Redner war. Er sing als Sozialist an, gehört« jedoch zu dem Flügel, der mit Millerand und Briand den Ministerialismus bejahte, und trennte sich daher von der Partei. Im Jahre 1995 wurde er Mitglied der Regierung Clemenceau. Während aber der geistige Bruch zwischen Millerand und Briand auf der einen und der sozialistischen Partei auf der anderen Seite vollständig war, empfand man im Lager der Sozialisten für Viviani auch nach dieser Trennung allgemeine Sympathie, zumal er es stets vermied, seine frühere Partei anzugreifen und er al» Arbeits- minister ein starkes Maß von sozialem Empfinden zeigte. In den Jahren bis zum Kriege stand Viviani in allen Fragen auf dem linkesten Flügel der bürgerlichen Demokraten. So war er ein er» klärter Gegner der dreijährigen Militärdienstzeit. Nach den allgemeinen Neuwahlen im Mai 1914 wurde er Ministerpräsident und nahm an der schicksalsschweren Reis« Poincares nach Petersburg in der zweiten Iulihälfte teil. Es ist von einigen französischen Kennern der Kriegsschuldsrage Viviani vorgeworfen worden, daß er sich von Poincari damals Hab« täu- schen lassen, andere gehen sogar weiter und werfen ihm bewußte Unterlassungen vor, die den Kriegsausbruch begünstigt hätten. Wie dem auch sei, die Tatsache, daß Viviani die Leitung der Regierung damals hatte, ist insofern von weittragendem Einfluß gewesen, als . das große Vertrauen, das er auch bei Iaures und den Sozialisten genoß, wesentlich dazu beitrug, die Arbeiterschaft von der Un- schuld Frankreichs am Kriege zu überzeugen. Nach dem Kriege war Viviani noch verschiedentlich Minister und er vertrat Frankreich noch vor drei Iahren auf der Völkerbunds- Versammlung in Genf. Damals sprach er sich gegen den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund aus, weil der Zeitpunkt dazu noch verfrüht sei.' Im Parlament trat er fast gar nicht mehr hervor. Er' ließ sich vor zwei Iahren in den Senat wählen, kurz danach erfuhr man jedoch, daß er wegen einer unheilbaren Nervenkrankheit in ein Sanatorium übergeführt worden sei.- Jetzt ist er in geistiger Umnachtung gestorben. Kommuniftenfagd in Warschau. Warschau, 7. September.(WTB.) Die kommunistische Jugend sollte auf Befehl von Moskau heute große Demonstrationen veran- stalten und Plakate mit kommunistischem Inhalt in den Straßen anbringen. Die Polizei vereitelte jedoch die Demonstration, indem sie in der vergangenen Stacht zu Massenverhaftungen schritt. Im ganzen sind über 199 kommunistische Führer verhaftet worden.(Offenbar, befördert die Polizei nach vollbrachter Staats- rettuyg jeden Verhafteten zum Führer. Red.) Gewerkschaftsbewegung Vorbereitungen der Berliner Eisenbahner. Bezirkskonferenz des Einheitsverbandes. Organisationszugehörigkeit oder Hungerlöhne. Die Metalltransportarbeiter müssen sich entscheiden. In einer start besuchten Versammlung der Transportarbeiter der Metallindustrie an Sonntag vormittag im Gewerkschaftshaus referierte Fromfe vom Berfehrsbund über„ Die Verschärfung industrie". Er führte etwa folgendes aus: der wirtschaftlichen Lage und die Löhne in der Berliner MetallAm Sonntag, den 6. September, fand im Rosenthaler of oie Bezirkskonferenz des Einheitsverbandes der Eisenbahner im Am 20. Juli ist der Lohn der Transportarbeiter in der Metall Bezirt Berlin statt. Die Konferenz war von allen Ortsgruppen industrie durch Schiedsspruch auf Bf. in der Klasse V und 63 Bf. burch Delegierte befchickt. Der Hauptvorstand des Einheitsverbandes in der Klasse IV erhöht worden. Damals empfahl die Verbandswar gleichfalls vertreten. In großen Zügen schilderte Breunig leitung die Ablehnung dieses Schiedsspruches, da er nicht im die fünftigen Aufgaben des Einheitsverbandes und präzisierte die Stellung der Organisation zu den Fragen der Lohn: leitung sowohl wie die Funktionäre und Mitglieder mußten fich zur entferntesten der eingetretenen Teuerung entsprach. Die Settionsund Gehaltspolitik, Wirtschaftsdemokratie und zur Arbeitszeit. Der Bezirksleiter Dreffel behandelte in seinem Referat die nächsten Annahme des Schiedsspruches entschließen, da eine Erzwingung besserer Löhne durch einen Kampf wegen des mangel. Aufgaben im Bezirk Berlin. Die Delegierten nahmen in ausführhaften Organisationsverhältniffes nicht möglich war. licher Debatte zu den Referaten Stellung. Der Verlauf der Konferenz war vorzüglich und eröffnet die besten Aussichten für die Organisation im Bezirk. Zu den schwebenden Lohnverhandlungen wurde be fonders Stellung genommen. Sämtliche Diskussionsredner warnten dre Berwaltung, den Bogen nicht zu überspannen. Trotzdem die Stimmung ziemlich gereizt war, wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Konferenz zum Hauptvorstand bzw. zu den Unterhändlern das notwendige Bertrauen besitzt.. Folgende Entschließung fand einstimmige Annahme: Die am 6. September 1925 tagende Bezirkskonferenz des Bezirks Berlin erhebt schärfsten Protest gegen die von der Verwaltung vorgenommene Lohnregelung. Eine allgemeine Lohnerhöhung für alle Eisenbahner ist dringend erforderlich, denn die Lebenshaltungskosten sind nicht nur in einzelnen großen Drten, sondern in allen Gegenden Deutschlands gewaltig gestiegen. Die Konferenz erwartet vom Verbandsvorstand, daß er an den aufgestellten Forderungen festhält. Die Konferenz verpflichtet alle Teilnehmer, alle notwendigen Arbeiten sofort zu treffen, um einen aufgezwungenen Kampf fiegreich zu bestehen." Der Rundfunk gegen die Eisenbahner. Für Sonntag abend war im Berliner Rundfunkprogramm ein Vortrag des Herrn Reichsbahndirektors Dr. Homberger von der Finanzabteilung der Reichsbahngesellschaft über„ Reichsbahn und Wirtschaft" angekündigt. Der Redner hat diesen Vortrag nicht etwa zur Behandlung seines an sich sehr interessanten Themas, jondern lediglich zu einer ganz einseitigen Dar stellung des Lohnkonfliktes bei der Reichsbahn benützt und unter Vortrag von teilweise vollkommen falschen Berichten und Folgerungen die öffentliche Mei nung gegen die Eisenbahner und ihre Berufs. perbände einzunehmen versucht. Die Eisenbahnerverbände tegen gegen diesen Mißbrauch des Rundfunks durch eine Partei während eines Lohnstreites vor aller Deffentlichkeit ent schieden Verwahrung ein, um so mehr, als der Rundfunk der anderen Partei, nämlich den Eisenbahnerverbänden, für solche 3mecke nicht zur Verfügung gestellt wird. Dieser Mißbrauch ist befonders auch um deswillen zu bedauern, weil das neu eingeleitete Schlichtungsverfahren noch längst nicht seinen Abschluß gefunden hat. Achtung, Metallarbeiter! In der Zeit vom 31. August bis 14. September 1925 finden die Wahlkörperversammlungen für die Delegierten zur Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes am 21. September 1925 statt. Die Kommunisten haben zu dieser Generalversammlung eine ganze Anzahl Anträge gestellt, zu dem ausgesprochenen 3med, mit Hilfe dieser Demonstrationsanträge die Delegierten der Amsterdamer Richtung abzufügen. Unter diesen Anträgen befindet sich auch ein Antrag des Kollegen Niederkirchner, eine Delegation nach Sowjetrußland zu entfenden. Zu diesem Antrage gestatten mir uns einige Bemerkungen. Die Metallarbeiter, nicht nur in Berlin, sondern im ge= femten Reiche, sind grundsäßlich bereit, eine Studienfommission nach Rußland zu entfenden, um die Verhältnisse in Sowjetrußland zu studieren. Die Metallarbeiter haben genau dieselben Bedingungen aufgestellt, wie sie der Deutsche Bergarbeiterverband und andere Organisationen an die Sowjetregierung stellten. Wir verlangen erstens, daß uns die Sowjetregierung einladet, um die Verhältnisse in Sowjetrußland studieren zu können, zweitens, daß uns die Sowjetregierung gestattet, die Dolmetscher selbst zu wählen. Diese Wünsche, die sowohl die Bergarbeiter auf ihrer internationalen Konferenz, als auch wir Metallarbeiter ausgesprochen haben, hat die Somjetregierung zurzeit abgelehnt. Warum hat die Sowjetregierung den Wunsch der Bergarbeiter abgelehnt? Weil sie nicht wünscht, daß eine Kommiffion unbeein flußt pon irgendwelchen Stellen die Verhältnisse in Rußland studiert; weil sie nicht wünscht, daß die Delegierten, die der russischen Sprache nicht mächtig sind, sich über die russischen Verhältnisse selbständig orientieren. Die Sowjetregierung will ihnen der Regierung angenehme Dolmetscher aufoftronieren; fie will die Studienkommission, im Interesse Rußlands einseitig informieren. 3u solcher Beeinflussung fönnen wir unsere Zustimmung nicht geben. Deshalb ersuchen wir die Metallarbeiter, in den Wahl. förperversammlungen dafür einzutreten, daß alle diejenigen, die für die Annahme des Antrags Niederfirchner eintreten, der Verwaltung das Versprechen abgeben, daß die von uns gewählte Delegation ihre Dolmetscher selbst bestimmen darf und die Sowjetregierung uns zum Zwecke des Studiums nach Sowjetrußland einladet. Wir bitten dringend, daß die Kolleginnen und Kollegen uns von den Wahlförperversammlungen umgehend Nachricht geben. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Ebensowenig konnte man sich auch zu einer Tariflosigkeit verstehen, da die Erfahrung des Jahres 1924 gelehri hatte, daß die Transportarbeiter in einer tariflofen Zeit ihre Löhne durch Selbsthilfe auch nicht verbessern, sondern zu den alten Löhnen weilerarbeiten. Ende Oktober läuft dieses Lohnabkommen nun ab. Seit dem Abschluß dieses Lohnabkommens ist für alle Lebensmittel und Bes darfsartikel eine derart rapide Teuerung eingetreten, daß es jet schon nicht mehr möglich ist, mit Löhnen von 28 und 30 m. aus zukommen. Wenn nun das Organisationsverhältnis genau fo schlecht bleibt wie bisher, wird es nicht möglich sein, von den Metallindustriellen nennenswerte Zugeständnisse zu erhalten. Es ist eine alte gewerkschaftliche Erfahrung, daß sich die Löhne stets nach dem Organisationsverhältnis Die Bertrauensleute den Schiebsfpruch abgelehnt hätten, und die zum Sonntag einberufene Bollversammlung aller Boraussicht nach den Streit für Montag beschließen würde, wenn nicht noch in legter Stunde von den Unternehmern ein günstigeres Angebot gemacht würde. Die Unternehmer schlugen jedoch alle ernsten Ers mahnungen in den Wind und wichen jeder neuen Verhandlung aus. 3um vorliegenden Schiedsspruch äußerten sie sich ebenfalls nicht. Die am Sonntag in den Residenzfestsälen tagende Voll. persammlung hat auf Grund der unnachgiebigen Haltung der Unternehmer faft einstimmig den Schiedsspruch ab. gelehnt und beschlossen, am Montag früh die Arbeit einzustellen. Die Versammlung kritisierte nicht nur die ungenügende Lohnerhöhung des Schiedsspruches, sondern vor allem deren Beginn. Die Arbeitgeber hatten wiederholt versprochen, daß den Arbeitern durch die Verzögerung der Verhandlungen keinerlei Nachteile erwachsen sollten. Durch den Schiedsspruch ist jedoch die Zeit zwischen dem Ablauf des alten Lohnabkommens und dem Infrafttreten des Schiedsspruches am 22. Auguft nicht berücksichtigt worden. Die Arbeit ist am Montag früh in allen von der Streifleitung bestimmten Betrieben eingestellt worden. Drohender Streit im Eisengroßhandel! Die Arbeiter des Eisengroßhandels hatten den Deutschen Verfehrsbund anfangs August beauftragt, das bis zum 1. September laufende Lohnabkommen zu fündigen und für den Monat August eine Teuerungszulage, sowie vom 1. September ab eine Erhöhung der Löhne um 20 Broz. zu fordern. Da die direkten Verhandlungen ergebnislos verliefen, wurde der Schlichtungsausschuß angerufen. Aber auch vor dem Schlichtungsausschuß machten die Unternehmer nicht die geringsten Zugeständnisse. Unter dem Vorsiz des GewerbeIn allen anderen Industrien werden die Transportarbeiter rats örner wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach der bedeutend beffer entlohnt als in der Metallindustrie. Die Zohn in allen Gruppen um 5 bis 7 Proz. erhöht werden sollte. letzten statistischen Erhebungen der Gewerkschaftskommission haben tigten nahm am Sonntag in den Residenzfestfälen zu dem SchiedsEine start besuchte Bersammlung der im Eisengroßhandel Beschäf ergeben, daß die Löhne der Berliner Metalltransportarbeiter an legter Stelle rangieren. Nicht zuletzt werden die Metall- pruch Stellung. Es wurde beschlossen, den Schiedsspruch als völlig transportarbeiter durch ihre Saumfeligteit ein Hemmungenügend abzulehnen und am Mittwoch früh in den Streif zu treten, sofern der zum Dienstag einberufenen Bollversammlung schuh für die Arbeiter der anderen Industrien. fein annehmbareres Angebot der Unternehmer vorgelegt wird. richten. Bemerkenswert ist, daß Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer in einer der lekten Verhandlungen sinngemäß erklärte, daß die Metallindustriellen bestrebt sind, ihre Löhne niedrig zu halten, um die Löhne der anderen Industrien nicht automatisch in die Höhe zu treiben. Wenn die Transportarbeiter ein menschenwürdiges Dasein erringen wollen, dann müssen fie die kurze Spanne Zeit bis zum Ablauf des Lohntarifs nügen und die Reihen der Organisation restlos schließen. Es gilt in diesem Monat, der im Zeichen eines Werbemonats steht, die Kollegen in den Betrieben aufzurütteln und ihnen flarzumachen, daß sie ihre wirtschaftliche Lage nicht durch Schimpferei und Eigenbrödelei verbessern fönnen, sondern durch den Eintritt in ihre wirtschaftliche Interessenvertretung, den Deutschen Verkehrsbund. Nach einer längeren Diskussion, in der leider die Kernfrage des Referats sehr wenig behandelt wurde, nahm die Versammlung gegen eine Stimme eine Entschließung an, in der sie den Ausführungen des Referenten zustimmt und anerkennt, daß die Grundlage zur Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage eine festgefügte Organifation sei. Die Versammelten verpflichten sich, ihre ganze Kraft einzusetzen, um die Organisation in möglichst furzer Zeit schlagfräftig zu machen. Lohnverhandlungen bei der Reichspost. Am Montag vormittag wurden die Lohnverhandlungen mit den Arbeitern der Reichspost, die mit Rücksicht auf die Preissenfungsaftion der Reichsregierung unterbrochen worden waren, wieder aufgenommen. Da es am Vormittag troß langwieriger Beratungen zu feiner Verständigung zwischen den beiden Parteien, dem Reichspostministerium und dem Verkehrsbund, gefommen war, wurden die Verhandlungen am Nachmittag fortgejezt, ohne daß bis gegen Abend ein greifbares Ergebnis erzielt werden konnte. Der Schiedsspruch im Bankgewerbe abgelehnt. Der Allgemeine Verband der deutschen Banfangestellten hat den am 27. Auguft gefällten Schiedsspruch zur Beilegung der Lohndifferenzen im Bankgewerbe, für den die Erklärungsfrist am 7. September ablief, abgelehnt. In der Begründung weist der Verband barauf hin, daß die Haltung des Schlichters, der die Forderungen darauf hin, daß die Haltung des Schlichters, der die Forderungen der Angestelltenorganisationen mit Rücksicht auf die Preisabbauattion der Regierung ablehnte, die heutigen unglaublichen Gehaltsbezüge im Bankgewerbe geradezu janttionierte. Die Bantangestellten haben heute bei höheren Lebenshaltungskosten gegenüber der Borkriegszeit Einkommensbezüge, die zum Teil selbst hinter dem Normalfriedenseinkommen zurückbleiben. Diese schlechten Bezüge bedürfen, wie der Verband mit Nachdrud hervorhebt, auch dann einer Aufbefferung, menn die Lebeshaltungskosten sich nicht erhöhen. Einer der beteiligten Berbände hat neue Berhandlungen beim Reichsarbeitsministerium beantragt. Streik im Röhrengroßhandel. Schon vor mehr als fünf Wochen haben die Arbeiter des Röhrengroßhandels an die Unternehmer durch den Verkehrsbund Forderungen auf Erhöhung ihrer Löhne gestellt. In den direkten Berhandlungen zwischen den Parteien tam es zu feiner Einigung, da das völlig ungenügende Angebot der Unternehmer abgelhent werden mußte. Die Organisation rief dann den Schlichtungs ausschuß an. Da die Unternehmer hier ihr erstes Angebot zurückzogen, fonnte es zu feiner Berständigung kommen. Der Schlichtungsausschuß fällte sodann einen Schiedsspruch, wonach die Grundlöhne ab 22. August um 7 Bro3. erhöht werden fouten. Die Erklärungsfrist lief bis zum 3. September. Den Arbeitgebern wurde bereits am 2. September mitgeteilt, daß Weiteres Abflauen der Ruhrkrise. Ruhrort, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Hütte Phönig" macht durch Anschlag bekannt, daß die Stillegung ihres Betriebes nicht stattfindet und daher keine Entlassungen erfolgen. Es soll vielmehr wie bisher durchgearbeitet werden. Der Schlußbericht vom Bewertschaftstongreß bedarf in zwei Punkten der Berichtigung. Der Genosse Scheffel vom Eisenbahnerverband war war als Beisiger zum Bundesvorstand mit vorgeschlagen, ist jedod bei der Wahl unterlegen. Die Schlußrede des Kongresses hat nicht der Vorsigende Genosse Schumann, sondern der Vorsitzende Genosse Brandes gehalten. Abbruch des Bartbeamtenstreiks in Frankreich. Paris, 7. September.( WTB.) Die streifenden Bantbeamten haben heute eine Bersammlung abgehalten, auf der die Einstellung des Streits beschlossen wurde. Jedoch wurde ers tlärt, daß im Falle der Entlaffung der Streifteilnehmer ein neuer Solidaritätsstreit unternommen werden müßte. Achtung, SPD.- Geroffen der Deutschen Industrie- Werte A.-G., Spandau. Am Mittwoch, 9. September, nachmittags 4 Uhr, bei Geidel, Schürftr. 4, wichtige Sigung aller Barteigenossen( Arbeiter und Angeftellte). Bollzähliges Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Gastwirtsgchiffen! Mittwoch, 9. September, nachmittags 5 Uhr, Berfammlung der in der GSPD. organisierten Gaftwittsgehilfen im Restaurant 3ichiefing, derftr. 1( am Roppenplak). Die Tätigkeit ber Gosialbentatratifoien Partei im Stadtparlament und die bevorstehenden Stadtverordnetenmahlen. Referent: Stadtverord neter Genoffe Rechtsanwalt 2öm Rahireichen Besuch erwartet Der Borstand. Berband der Maler. Bon der Organisation des Malerverbandes wird ein Rurfus in Holz- und Marmormalerei apgehalten. Reflettanten können bis zum Freitag, 11. September, im Verbandsbureau, Melchiorstr. 28, ihre Meldung abgeben. Die Ortsverwaltung. Achtung, Zimmerer! Berbandskameraben! Es wird hiermit darauf hin gewiefen, daß alle Anträge auf Rufchläge für besondere Arbeiten usw. nach wie vor dem Berbandsbureau, Engelufer 24, sweds Regelung mit den Unternehmerverbänden zu melden find. Zentralverband ber Rimmerer, Bahlstelle Berlin und Umgegend. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: Fr. Chlorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Friz Karstadt; Anzeigen b. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Boul Singer u. Co. Berlin S- 68 Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage and Unterhettang and wiffen. Die Verrufenen Ich war lungenkrank! Wie und wodurch ich gesund fourde, erfahren Sie von Ruilos G. m. b. H., Köpenick, Tel. 904. Alleinige Hersteller von Ruilos Knoblauchsaft. Die Herstellung der R.- Präparate überwacht Herr Dr. G. Eppenstein. Besonders günstige Herbst- Angebote Winter- Uister Schwedenmantel aus Grätenstoffen mit Abseite. aus Flauschstoften in verschiedenen Farben.. 45.55.in den modernsten Formen aus Marengo und braun gemustertem Cheviot, Diagonal und Ersatz für Maß, aus hervorragendem Velours und Ratinéstoffen in den neuesten Farbenstellungen 100, 90, 85, Winterulster Phantasiestoffen m. Ueberkaros, je nach Qual. 75.-, 70, 65-60. Winteruister a. uns. 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Beilage des Vorwärts Straßenbahnfahrt am Montag früh. Am Montag früh wenn sie des Morgens gegen 8 Uhr dicht gedrängt in die Werfstatt. ins Geschäft oder an die Schreibmaschine fahren find die Leute in ganz wunderlicher Stimmung. Es liegt noch ein bißchen Sonntagsschein in ihren Augen, noch etwas von diesem sehnengespannten Tag föstlicher Ungebundenheit. Wo man --fich endlos in den Betten dehnte und dann aufstand, so ganz ruhig und genießerisch, und sich sehr sorgfältig rasierte, und dann hinaus fuhr in die Felder oder in die Laubenfolonie oder auf schmalem Boot mit dem Wasser rang, um des Abends bei Lichterblinten ermattet und voll Seligkeit heiter nach Hause zu schaufeln. Bon all dem blieb noch etwas in ihnen: eine Adelung, ein verschwimmender Abglanz. Aber dann regnet es wohl gar am Montag. In der Bahn sizt man gepreßt wie die Heringe. Dort bläst einer dem Nachbarn den stänkrigen Rauch feiner Männertodzigarre mitten ins fonntäglich geadelte Gesicht. Die Stimmung des Alltags kommt langsam, aber ficher wieder auf. Jene mürrische Miene des leidigen Ertragen wollens, des gequälten Duldens, die man dem anderen gegenüber an. wendet, die wir alle kennen, die häßlich und deprimierend ist und unwillkürlich zum Schweigen zwingt. Aber dann holen sie alle ihre Morgenblätter heraus, und nun kommt Farbe in die verdrossenen Gefichter. Der läßt sich durch eine Mordaffäre inspirieren, und jenen fetzt das giftige Haßgebet eines deutschnationalen Leitartiflers in den gewohnten Wochentaft. Und werden alle für sechs Tage in die Fron sechstägigen Brütens verfallen. Bis ihnen wiederum ein Sonntag winft. Sollte es aber am Ende nicht doch richtiger und besser sein, wenn man sich dem Trübsinn über sechs lange öde Arbeitstage nicht gar zu sehr hingibt? Der Stumpfsinn einer entfeelten Arbeit muß zwar die Seele ganz und gar zu Boden drücken. Aber ein wenig Frohsinn und ein stilles Lächeln, die aus einer unbeirr. baren Zuversicht aufsteigen, fönnten die sechs langen Tage leichter ertragen lassen. Und im übrigen: wäre der Sonntag wirklich noch Sonntag, wenn man sich nicht sechs Tage lang auf ihn freuen dürfte? Zu dem Leichenfund in Hirschgarten. Selbstmord des Täters. Zu dem Reichenfund bei Hirschgarten können nunmehr noch folgende Einzelheiten nachgetragen werden: Es handelt sich zweifellos um eine Tragödie der Eifersucht. Der Täter der 24 Jahre alte Müllergeselle Otto Klebs, hatte die ernste Absicht, die 16jährige Erna Höse zu heiraten. Das Mädchen übte den Beruf eines Modells bei Berliner Künstlern aus und diese Tatsache hatte ihrem Bräutigam je länger je meniger gefallen. Klebs hatte das Mädchen verschiedene Male gebeten, ihren jezigen Beruf aufzugeben. Es war ihm aber nicht gelungen, seine Braut dazu zu veranlassen. Auch an dem verhängnisvollen Sonnabend war es zwischen den beiden höchstwahrscheinlich wegen des Modell: stehens zu Meinungsverschiedenheiten gekommen. In der Er regung hat lebs dann den Revolver gezogen und das Mädchen erschossen. Nach der Tat begab er sich nach dem Leichenschauhaus und erklärte dem auffichtsführenden Beamten, er sei von der Mordkommission geschickt worden, um die Tote zu identifizieren. Man führte ihn zur Leiche Erna Höses. Als der Diener sich einen Augenblick zur Seite mandte, 30g Klebs heimlich einen Revolver und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Obwohl er sofort in die Charité gebracht wurde, war sein Leben nicht mehr zu retten. In den gestrigen Abendstunden ist Klebs seinen Berlegungen erlegen, Das Erinnerungsmal. Auf einem Terrassengelände, durch das der beginnende Herbst die welken Blätter der Verweſung trieb die Natur ist meist tatts voller als der sie meisternde Mensch- weihte Weißenfee fein Erinnerungsmal für die in den Kriegsjahren verbluteten 1585 Beißenseer. Wer weihte es? Das Bolt von Weißensee? Jene verhärmte Kriegsmitme aus dem Hinterhaus, der man im rajenden Taumel der Spekulation pollends den Lebensfaden zerschnitt? O nein. Bozu haben wir unsere Korporationen. Diese Veranstaltung war zur Not forreft und doch wie weit entfernt von jenem Geist ins Innerste getroffener Versöhnung, der aus dem Er. lebnis der Greuel die Kraft zum erkennenden„ Nie wieder!" schöpft. Die Professoren Hosäus und Seed haben den Feldgrauen Das unbegreifliche Ich. 28] Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Kristensen. ( Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Sie war nun ganz vereinsamt. Samuelsen tam gar nicht mehr, und wir sprachen niemals von ihm. Ihre Verwandten famen auch nicht, und jetzt verstehe ich, daß fie Anstoß an ihr genommen hatten und sich deshalb fernhielten. Schon damals dämmerte mir die Wahrheit auf, und das machte mich unsicher. Darum war ich entweder verschlossen ihr gegenüber oder ich wurde auch bodig und wollte meinen Willen durchsetzen. Die Nachbarin, eine fette Dame mit einer Hezze Kinder, die entweder an ihrer Schürze oder ihrem Arm hingen, fam zuweilen herein und machte einen Schwaz über die Leute im Haus, über Verlobungen und über Heiraten. Mutter lachte immer, wenn die Frau da war. " Mutter," fragte ich einmal, als die Nachbarin gegangen mar,„ meshalb lachst du immer, wenn die Leute sich verheiraten? Ist das denn so komisch?" Mutter sah mich mit ihren dunklen, müden Augen an, und dann sagte fie: ,, Nein, tomisch ist es nicht." „ Ja, aber weshalb lachst du denn?" Waldemar, wäre es dir denn lieber, wenn ich meinte." „ Ist es traurig, sich zu verheiraten?" " Es ist sowohl das eine wie das andere, denn die Menschen passen niemals zusammen," antwortete fie, aber das wird dir noch früh genug flar werden." Ich saß so da und fragte mit den Nägeln auf dem Tisch. Dann sagte ich: Wie dumm doch die Leute sind, daß sie sich nur deswegen verheiraten." " Weswegen?" Ja, ich weiß es ganz gut!" antwortete ich und wurde rot. Ich fühlte mich schwindlig und unsicher; aber trogdem mußte ich einen Borstoß gegen die Erwachsenen unternehmen. ,, Gar nichts weißt du! Was sich solch ein Knirps alles einbildet. Aber du spielst gewiß zu viel mit unanständigen Jungens. Ich glaube, ich werde dich lieber bei mir oben behalten." Ganz leise glitt ich vom Stuhl und verschwand, bevor mich Mutter festhalten fonnte, und als ich spät am Abend übernahm. gemeißelt, der, den Stahlhelm in der Hand, über dem Heer der 3ylinder, der mehr und weniger schwarzweißrot bewimpelten Ber einsfahnen, der Ordensrevue der Schüßendelegationen thront. Chöre umrahmen den Feieraft, in dessen Mittelpunkt die sehr gebräuchliche Rede eines Ausschußvorsitzenden und die wenigen trockenen Säge stehen, mit denen ein Stadtrat das Denkmal für die Stadt Berlin Windstöße jagten durch die fahl werdenden Aeste und der Kriegerverein legte seinen Kranz am Fuße des Denkmals nieder. mußte gerade er? Und dann verließen sie im Zuge die Stätte. Das " Deutsche Orchester" intonierte den Hohenfriedberger Marsch. In der Rechnung stimmte etwas nicht. Die Barnimer Schüzengilde trug eine Fahne mit der Aufschrift Einig und start deutsch bis ins Mark". Sie werden sie weiterhin hochhalten, die tränenreiche Tradition aus Blut und Eisen, ohne aus ihr zu lernen. Und das ist es, was so düster stimmt. Gegen den Fleischwucher. Die Rechtsparteien unausgesetzt gegen billige Fleischpreise. In der städtischen Ernährungsdeputation tamen gestern die Verhandlungen der mittleren Preisprüfungsstelle über die Fleischteuerung zur Sprache. Der Unwille über die mangelnde Unterstützung der Preisabbauaktion mar allgemein. Nach längerer Debatte wurde folgende Entschließung angenommen: " Die Deputation für das Ernährungswesen vermag in den derzeitigen Berhandlungen der Preisprüfungsstelle Berlin allein eine erfolgversprechende Aktion zu dauernder Niedrighaltung der Fleischpreise nicht zu erblicken, da von ernsthaften Maßnahmen gegen unabsehbare Erzeugerpreise und Nachprüfung von deren Ge stehungskosten abgesehen zu werden scheint. Eine Entspannung ist nur möglich durch zollfreie Einfuhr von Gefrierfleisch in unbeschräntter Menge und von Frischfleisch bzw. lebendem Bieh." Gegen die Annahme dieser Resolution stimmten selbstDerständlich die Bertreter der bürgerlichen Rechte. Schärferer Kampf gegen die Brandstifter. aus Die Tatsache, daß tros der umfangreichen Maßnahmen des Bolizeipräsidiums die Brandstifter noch immer ihr verbrecherisches Handwerk treiben, hat die zuständigen Stellen veranlaßt, die bisherigen vorbeugenden Maßnahmen noch weiter auszubauen und den Apparat des unter der Leitung des Kriminalkommissars Riese stehenden Sonderdezernats zu vergrößern. Es ist ein intensiver Beobachtungsdienst in den bisher am stärksten heimgesuchten Stadtteilen eingerichtet worden. Ferner hat man zur rechtzeitigen Entdeckung von Bränden eine große Anzahl von Türmen Berlins mit Beobachtungsposten besetzt und von dort eigene Fernsprechleitungen zu den Feuerwachen und dem Polizeipräsidium angelegt, eine Maßnahme, die sich bei dem am gestrigen Montag in der Wiener Straße angelegten Brande bewährt hat, so daß das Feuer durch das schnelle Eingreifen der alarmierten Behren bald gelöscht werden konnte. Das Sonderdezernat ist schon auf Spuren verschiedenster Art gestoßen, die ein gehend verfolgt werden, ohne daß es jedoch bisher gelungen ist, einen Der Täter zu ermitteln. Üleber eine Anzahl meiterer in Angriff genommener Maßnahmen fann aus begreiflichen Gründen einstweilen noch nichts mitgeteilt werden. Das Motorrad. Ein tragischer Motorradunfall, der ein blühendes junges Menschenleben erforderte, führte den Volontär H. unter der Anklage der fahrlässigen Tötung vor das Schöffengericht Berlin- Tempelhof. Eines Tages hatte der Angeklagte feiner 17jährigen Braut, die schon oft sein Motorrad gesteuert hatte, wieder gestattet, das Rad z führen, obwohl sie feinen Führerschein besaß. Er selbst nahm auf dem Soziussiz Platz. Was schon so oft ohne linfall ab. gelaufen war, sollte an diesem Tage dem jungen Mädchen das Leben kosten. Beim Einbiegen in einen Kreuzungsweg nahm es auf der Chaussee nach Lichtenrade den Bogen zu furz, so daß es in ein entgegenkommendes Lastauto hineinfuhr, das wegen eines an der Ede haltenden Kartoffelwagens die Mitte der Straße hielt. Die Braut des jungen Mannes murde dabei überfahren und so schmer verlegt, daß fie bald verstar b. Er selbst erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und erhielt überdies noch die Anklage. Das Gericht erblickte in dem Verhalten des Angeklagten, seine Braut ohne Führerschein fahren zu lassen, eine Fahrlässigkeit, die bei einem älteren Manne als außerordentlich grob und als Dienstag, 3. September 1925 ein schwerer Verstoß gegen die elementarsten Sicherheitsvorschriften angesehen werden mußte, angesichts der Jugend des Angeklagten aber nur eine solche mittleren Grades darstelle. Da der Angeklagte schon am schwersten durch den von ihm selbst verschuldaten Tod feiner Braut gestraft worden sei, bemaß das Gericht die Strafe auf einen Monat Gefängnis. Außerdem wurde eine drei. jährige Bewährungsfrist zugebilligt. Kleingarten- Sorgen. Das Jahr neigt sich mehr und mehr seinem Ende zu. Schon rieseln die ersten welfen Blätter tot zur Erde herniedern und die legten Blumen suchen noch die so dünn gejäten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Die Zeit der letzten Ernte ist gekommen. Das, was die Fleißigen in Kleingärten und Laubenkolonien gehegt und aufgezogen haben, war am Sonntag in vielen mustergültigen Kleingartenbauausstellungen zu sehen. So wurde in der Gemeindeturnhalle in der Bistoriusstraße zu Weißensee eine Kleingartenbauausstellung eröffnet. Nach einleitenden Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden Fabig hielt Stadtrat Genosse Müller die Festrede, in der er auf die Bedeutung der Kleingärten hinwies. Baum- und Strauchfrüchte Farbenspielen riefen die Bewunderung der Besucher hervor. Und Don erstaunlicher Größe, Blumen von seltener Bracht und in allen dieses alles ist geschaffen und gezogen aus einem Boden, der vor Jahren faum ein Grashälmchen hervorbrachte. Die einzelnen ausgestellt. Musikalische Darbietungen umrahmten diese gut geKolonien zwölf an der Zahl haben ihre besten Erzeugnise lungene Veranstaltung. Auch die Kolonie Hermannsheim in der Carmen- Sylva- Straße veranstaltet am Sonntag in der großen Vereinslaube eine gute Ausstellung der Erzeugnisse ihrer Kleingärten. Kürbisse, Gurken, Gemüse, Obst usw. zierten die weißgedeckten Tische in buntem Durcheinander. Der Verein hatte wieder, wie vor einigen Wochen, Waisentinder eingeladen, um den kleinen Pflanzerverein höhenluft", Schöneberg- Südende, veranstaltete Elternlosen einen sonnigen Nachmittag zu bereiten. Auch der gestern in seinen Kleingärten eine Bescherung von Waisenkindern aus dem St. Michaelstift, Friedenau. Am Nachmittag wurden ungefähr 200 Waisenfinder mit Musik aus dem Stift abgeholt, in den einzelnen Lauben erhielten sie dann liebevolle Aufnahme. Der Tag Rach dem Abendessen, das wiederum in den Lauben eingenommen verging unter Spielen und Turnvorführungen auf dem Spielplay. wurde, und nach reichlicher Beschenkung zogen die Kinder bei anbrechender Dunkelheit nach Hause. " se Der Reichsverband der Kleingartenvereine, Bezirksverband liche Versammlung, die sich zu einer imposanten Demonstration ausSüden( Tempelhof), veranstaltete am Sonntag eine große öffentgestaltete. Von morgens 9 Uhr ab zogen die einzelnen KolonieDereine, Musikkapellen an der Spize, mit Fahnen und Plakaten zum Versammlungslofal in Mariendorf. Das Thema des Tages lautete: Welche Stellung nehmen die Kleingärtner zu der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl ein?" Es waren geladen die Bezirtsämter, die Lehrer, die Aerzte, die Jugendpfleger und alle politischen Parteien. Erschienen waren Vertretungen der Sozialdemo fratischen und der Kommunistischen Partei, Genosse Stadtrat Küter pom Kleingartenamt Tempelhof, Bezirksbürgermeister Bruns- Wüstefeld und ein Abgeordneter der Bodenreformer. Die bürgerlichen Parteien waren nicht erschienen. Die Referate sowohl als auch die Diskussion flang in dem Bekenntnis aus, daß für die Kleingärtner bei der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl nur die sozialdemokratische Liste gewählt werden darj die fommunale Politik der Sozialdemokratie gewährleiste den Aufund feine Stimme den bürgerlichen Parteien zufallen darf. Nur gärtner. Die imposante Kundgebung erreichte um 12 Uhr ihr Ende. bau und die Förderung der gemeinnüßigen Bestrebungen der Klein. Mit Musik und Fahnenschmuck marschierten die Erschienenen wieder zurück nach ihren Kolonien. Turnerschaft Neukölln Brig fand am Sonntag eine ProtestAuf dem Sportplatz der Freien versammlung der Pflanzervereine des 14. und 15. Bezirtes statt, der ein endloser Demonstrationszug von Frauen, Männern und Kindern voranging, mit Musik und wehenschrift trugen: Gebt uns Gartenheimstättengebiete!" oder m den Bannern. Schilder wurden herumgetragen, die 11. a. die AufKleingarten wird der franke Mensch gesund!" und„ Dauerkolonien find Lungen der Großstadt!" Genosse Reinhold vom BrovinKleingärtnergejangvereins über die Entwicklung des Kleingartens zialverband der Kleingärtner sprach nach einleitendem Gesang des sowie seine fulturelle und wirtschaftliche Bedeutung, nannte ihn den Jungbrunnen der werftätigen Bevölkersing", der Licht- und Lufthunger stille, und schilderte anschließend die Kämpfe mit dem Ber" nach oben fam, war sie viel zu sehr damit beschäftigt, eine Dede zu stiden, ein Stüd Ertraarbeit, das sie erhalten hatte, er nicht absehen konnte. um mich strafen zu können. Ich trieb mich vollständig in meiner eigenen Welt herum, gerade weil Mutter so große Mühe hatte, Geld zu verdienen und in ihrer Ruhezeit feine Lust hatte, ihre Melancholie zu erhöhen, indem sie sich mit mir herumschimpfte. Ich wagte auch nicht mehr bei ihr hilfe im Kampf gegen den Schmutz zu suchen, denn ich wußte, was ein unechtes Kind bedeutete. Charles, der Wind von meiner Herkunft bekommen hatte, hatte mir das mit aller Deutlichkeit erklärt. in Herr Lehrer," sagte er eines Tages und hob den Finger die Luft, was ist ein unechtes Kind?" Lehrer. Ich wurde puterrot im Gesicht und senkte den Kopf. Solche Bezeichnung gibt es gar nicht," antwortete der „ Ja doch," sagte Charles hartnäckig. " Jedenfalls sollte man diesen Ausdrud nicht gebrauchen, er ist nämlich verkehrt. Alle Kinder sind echt." Charles lächelte höhnisch; aber ließ die Frage fallen. „ Solch ein Idiot!" fagte er auf dem Nachhauseweg zu mir ,,, er traut es sich bloß nicht zu sagen." Aber bei jedem neuen Lehrer, den wir befamen, wiederholte er die Frage, bis einmal der lange Christian, der der Unterste in der Klasse war, rief: Danach frägt Charles jedesmal. Er wird wohl selber unecht sein. Die ganze Klaffe lachte Hohn, und ich bemerkte plötzlich, daß Charles rot wurde. Das hatte ich niemals vorher gesehen. Ich drehte mich nach ihm um und sah ihn starr an. Sein Geficht war böse und perschlossen; doch die Baden wurden röter und röter. Er hatte Angst vor dem Gelächter. Was gloßt du denn 10?" flüsterte er wütend. ,, Auf dich." Ich werde es dir schon heimzahlen!" "" Aber ich drehte mich ruhig um und fing an in mein Buch zu sehen. Obgleich ich die ganze Zeit seinen lauernden Blick auf mich gerichtet fühlen fonnte, als das Opfer, das sein Zorn fich auserlesen hatte, blieb ich doch ganz unbesorgt. Charles fam in ,, Die Fehde des Grafen" heran und blieb sofort steden. Ich drehte den Kopf zu ihm hin und lächelte spöttisch; aber ich sagte ihm nichts por. In der Rechenstunde brachte ich meinen Arm so an, daß ,, Nimm den Arm weg," flüsterte er. ,, Sei still!" antwortete ich laut. ,, Was ist denn da los, fönnt ihr nicht ruhig sizzen!" brüllte der Lehrer. Wir waren wieder ruhig. Kurz darauf fühlte ich Charles Hand herangeglitten tommen und plöglich fniff er mich kräftig in den Schenkel. Ich schrie so laut ich konnte. ,, Bist du das wieder, Waldemar!" rief der Lehrer. Seine Augen blidten ganz starr vor But. Ich stand auf: Ja, Herr Lehrer!" ,, Warum hast du geschrien?" hörte, wie die Kameraden die Griffel weglegten und den AusDie ganze Klaffe befand sich in lautloser Spannung. Ich fall abwarteten. Charles saß ganz unbeweglich. ,, Warum haft du geschrien!" wiederholte der Lehrer. Ich wurde von einem unechten Kind in den Schenkel gefniffen." ,, Was wurdest du?" Die Klasse tobte. Das Gebrüll des langen Christian tönte über alle hinweg und ich fühlte mich sicher und mutig. Ruhe, ich will Ruhe in der Klasse haben! Und du, Waldemar, was redest du da für Unsinn?" Ich wurde von einem unechten Kind in den Schenkel gekniffen," wiederholte ich fest. Werdet ihr wohl ruhig sein!" schrie der Lehrer. Die Klaffe glich einem unruhigen Meer von Köpfen, die sich nach allen Richtungen bewegten. Ein unterdrücktes Gefichre er tönte aus dem Hintergrund. Ein Junge hielt die Hand vor den Mund und pruschte heraus. Doch ich stand steif und bleich wie ein Märtyrer da. Charles bewegte sich nur rudweise. Er zupfte an seinen Fingern, er rollte mit dem Griffel, er schob die Tafel hin und her. " ,, Willst du mich zum Besten halten?" rief der Lehrer. Nein!" " ,, Das habe ich ja schon gesagt." Warum hast du denn geschrien?" Ich konnte die Klasse atmen hören. ,, Dann kannst du nach der Schule eine Stunde nachbleiben," antwortete der Lehrer und ging wütend zum Katheder. Ich setzte mich ferzengrade hin. ( Fortsetzung folgt.) finer Magiftrat um die Grünflächen. Zum Beften der gesamten Bevölkerung forderte er Dauertolonien und Gartenheimftätten, und in diesem Sinne lautete auch die Resolution, die an den Magiftrat abgesandt wurde. Ein zaghafter Kläger. Herr Gerst, der diktaturlüfterne Leiter des Bühnenvolts. bundes, der bekanntlich Tendenzstüde an Stelle vorurteilsfreier Kunst zum gefährlichen Programm erhebt, hatte sich durch einen scharfen Artikel Rickelts, des Präsidenten der Bühnengenossenschaft, beleidigt gefühlt. So strengte er Rlage an. Der Termin follte am Montag vormittag vor dem Amtsgericht Berlin Schöneberg stattfinden. Ridelt war erbötig, den Wahrheitsbeweis für seine Herrn Gerst recht fompromittierenden Behauptungen zu erbringen. Kurz vor der Ent scheidung müssen dem Antikulturfämpfer Gerft aber doch wohl Be benten recht erheblicher Art gefommen sein, er fegte die Bertagung durch, sehr zum Leidwesen der Genossenschaft. Was ist die Konsequenz aus diesem seltsamen Vorfall? Wo der Kläger Verschleppung er wirkt?! Herr Gerft wird seine triftigen Gründe haben. Ausflug nach dem Südharz. Auch der am Sonntag von der Reichsbahndireffion Berlin Deranstaltete Sonntagsausflug mit Sonderzug nach Berga Relbra im Südharz erfreute sich trotz des Regenwetters der vorangegangenen Tage einer regen Teilnahme. Der Wettergott hatte diesmal ein Ginsehen und bei schönstem Sonnenschein fonnte der Sonderzug pünktlich früh 6 Uhr 6 Minuten den Anhalter Bahnhof perlaffen. Ueber Wittenberg, Bitterfeld, Halle, Eisleben ging es, und schon um 10% Uhr war die 217 Kilometer lange Strede durcheilt. Ein Sonderzug der Kleinbahn führte die Teilnehmer in furzer Fahrt nach dem Kyffhäuser Gebirge und zum Kyffhäuser Denimal, von dessen höchster Spize man einen herrlichen Rundblid über einen großen Teil des Harzgebirges hatte. Nachmittags wurde in einem anderen Sonderzuge nach Uftrungen die erst im Jahre 1920 erschlossene Heimfehle, wohl eine der größten Höhlen Deutschlands unter fach verständiger Führung besichtigt, die in ihren gewaltigen Ausmaßen, ihren unterirdischen Seen, Grotten und mit ihren gewaltigen Fels. blöden auf die Besucher einen tiefen Eindrud hinterließ. Nach acht zehnstündiger Abwesenheit von Berlin trafen die Teilnehmer pünktlich nachts 12 Uhr wieder auf dem Anhalter Bahnhof ein. Umleitung von Straßenbahnlinien. Am Donnerstag, 10. Sep tember, von abends 11 Uhr ab werden infolge Gleisbauarbeiten bie Linien 15, 47, 48 und 147 in beiden Richtungen über die RaiserFriedrich- Straße, Herzbergstraße, Richardplay, Richardstraße und Thüringer Straße, die Linie 63 über Hermannstraße, Hermannplag und Raiser- Friedrich- Straße umgeleitet. Die Linie 11 enbet in ber Erfstraße, Ede Berliner Straße. 25jähriges Bestehen einer Alkoholhellstätte. Am 31. Auguft feierte die dem Bezirksverein gegen den Altoholismus BerlinBrandenburg gehörende Heilstätte für Altoholtrante Waldfrieden" bei Fürstenwalde a. d. Spree ben Tag ihres 25jährigen Bestehens. Trotz der großen Schwierigteiten, mit der die Anstalt, besonders anfänglich, zu tämpfen hatte, gelang es, fie zum Segen vieler Kranter und ihrer Familien zu erhalten und weiter zu entwickeln. Bisher sind in Waldfrieden 3493 Männer an ihren Leiben behandelt worden. diesen Kranten wurden 40 Proa als geheilt, 50 Broz als gebeffert, 10 Broz. als ungeheilt enflaffen. Deichbruch der Ofte bei Stade. Bon Stade, 7. September.( T.) Bei Stabe ist der in den letzten Jahren errichtete Deich der Oste durch gewaltige Waffermassen zerstört. Der ganze Deich glich einem großen Bafferfall. Man hatte mit allen Kräften im legten Augenblick versucht, das überquellende Waffer abzudämmen. Bis zur Hälfte standen die Bieh treiber im Waffer und versuchten das widerstrebende und zum Teil schon schwimmende Bieh zu retten. Durch den Deichbruch stürzten die schäumenden Waffermengen in die Wiesen, immer größere Erb. maffen mit fich reißend. In furzer Zeit waren die Wiesen in einen großen See verwandelt. Der Schaden ist sehr groß. Die ganze zweite Heuernte ist vernichtet. Ueber den Zustand des gebrochenen Deiches berichten Augenzeugen, daß die Höhe des Deiches nicht aus. reichte, und daß das Erdreich nicht fest genug war. Aus Bremer. vörde werden ebenfalls Deichbrüche gemeldet. Auch dieser Teil der Ofte wurde erst im legten Winter eingebeicht. Der Deich ift an mehreren Stellen gebrochen. Die Ober- Ofte führt ebenfalls infolge bes vielen Regens gewaltige Waffermassen mit sich. Die französischen Eisenbahnkatastrophen. Paris, 7. September.( WTB.) Nach einer Meldung des Betit Barisien aus Lille ist der Schnellzug Lille- Laon gestern vormittag auf dem Bahnhof von Busigny auf einen Materialzug gestoßen. Bersonen sind nicht verlegt worden. Der Schnellzug fonnte mit halbs ftündiger Verspätung feine Fahrt fortsetzen. Parteinachrichten Giufenbungen für diese Stubri find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. redyts, au richten. 3. Kreis Webbing. Bildungsausschuß! Heute Sigung 7% the bet Shots, Abolffte. 12. Bei den Mitgliedern des Ausschuffes find zu haben: Theaterkarten für den 20. Geptember, Jugend von Mag Salbe, zum Breise von 1,20 m. 8eichnungslisten für bie Fefitongerte. 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Seute eine halbe Stunde vor Beginn ber Rreisvertretertagung Gigung des Kreisvorstandes. 13. Rreis Sempel hof, Marienborf, Marienfelde, Lichtenradbe. Mittwoch, 9. September, pünktlich 7 Uhr, Sigung des Bildungsausschusses, Rimmer 10 bes Bolizeidienstgebäudes, Mariendorf, Rathausstraße. Da 8ahlabende, pünktliches Erscheinen. Heute, Dienstag, den 8. September: 82. Abt. Steglig. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Nachm. 4 Uhr im Seim, Albrechtfte. 47, Sigung. Alle Selferinnen milffen erscheinen, Sungjozialisten, Gruppe Lichtenberg. Pünktlich 7 Uhr Gruppenabend Jugendheim Bartaue. Bortrag: Die politische Rage." Distuffion. Gruppen angelegenheiten. Morgen, Mittwoch, den 9. September Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin 1. Abt. 7% the Schulaula Auguftfte. 68. Bortrag bes Genoffen Dzient: Die Mieterbewegung in Groß- Berlin." 4. Abt. 7 Uhr im Phyfitsaal ber 5. Oberrealschule, RL Frankfurter Str. 6, Bortrag des Genossen Schlegel. 5. Abt. 7% Uhr Rosenthaler Sof ,, Rofenthaler Str. 11/12, Bortrag bes Genossen Edhardt: Die Internationale. 6. 261. 716 Uhr Mitgliederversammlung, bei Büttner, Schwester Str. 25. Bortrag: Die Bebeutung ber Stadtverordnetenwahl. Ref.: Genoffe Dr. Beyl. 7. 61, 7% the Sahlabende bei Rube, Strehliger Str. 55; Doll, Berg. ftraße 71; Dams, Schlegelstr. 9; Beirau, Pflugftr. 1; Diete, Bonenste. 19. 8. Abt. 7 Uhr Bahlabende. Ba Abt. bei Ridert, Steinmegfit. 36x, und Geiler, Steinmeßfit. 29. 8b Abt. bei Meyer, Bligomftr. 7. Sagesordnung in allen Zahlabenden: Stellungnahme zu den Stabt und Bezirksverord Hefenwahlen, 9. Abt. 7 Uhr Artushof, Berleberger Str. 26, Bortrag der Genoffin Bohm- Schuch: Die Bollpolitit der Reichsregierung. 10. b. 7 Uhr Alt- Moabit 23, Mitgliederversammlung. Borttag. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger, Jagom, Ede Levegowstraße. Bortrag bes Gen. Richter, M. b. 2. Der Boultrieg und unsere Reichstagsfrattion. Bericht von der Kreisvertreterversammlung. 14. Abt. 74 Uhr Bahlabende bei Start, Butbufer Str. 14; Giffwalb, Butbufer Str. 25; Bogen, Gleims, Ede Graunstraße 15. Abt. 7 Uhr bei Goldbach, Binetaplah 7, 8ahlabenb. Bortrag bes Genoffen Erwin Barth: Die Auswirkungen ber 8ollvorlage auf bie Ars beiterschaft"; bei Runze, Aderstr. 49. Die Genoffen treffen sich am Mitt woch um 1 Uhr zur Beerdigung des Gen. Rohtohl bei Obiglo, Stral funder Str. 11. 16. bt. 7½ he bel Religer, Suffitenste. 34, Vortrag bes Genoffen Ringler: Die Stadtverordnetenwaglen." 17. bt. 7% Uhr Bahlabend in den bekannten Sotalen. 18. bt. Bablabend in ben bekannten Zotalen 19. bt. 7 Uhr Bablabend in ben bekannten Lotalen. 20. Abt. 7 Uhr Bahlabend in ben bekannten Lokalen. 21. bt. 7 Uhr Bahlabend in ben bekannten Lokalen. 22. bt. 8 Uhr 8ablabenbe bei Scholz, Fehmarnftr. 1; bei Sabzan, Brüffeler Straße 43. Heute Pienstag 7 Uhr bei Rabzay Funktionärsigung. 23. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Lewandowski, Geeftr. 104; Barfußfte. 9, unb bet Taube, Mullerstr. 62a 24. Abt. 2. Gruppe. 7 Uhr Bahlabenb im Rotal Schleiff, Chriftburger, Ede Winsstraße. Vortrag: Die Ursachen des Wohnungselends." Referent: Gen. Miethte. 25. bt. 7% Uhr Bahlabenbe bei Gott, Aniprodefte, 6; bel Restner, Elbinger Straße 24, und Böhme, Bafleur, Ede Esmarchstraße. 26. Abt. 7 Uhr bei Beinlich, Weißenburger Str. 1, Mitgliederversamm fung. Referent! Genoffe Stadtv. Dittmer. 27. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in ben Schönhauser Feftfälen, Schönhauser Allee 129. 28. Abt. 7 Uhr Sahlabenbe: Bez. 257 mb 239 bei Roffad, Brenzlauer Allee 232; Beg. 238, 240 und 241 bei Bartelt, Wörther Str.19; Bez. 242b bei Richter, Hagenauer Str. 5; Bej. 243a und b bei Retel, Choriner Straße 49; Bez. 244 bei Bundel, Raftanienallee 29/80; Bez. 245 bei Meier, Oberberger Str. 39. 29. Abt. 8 Uhr Altersheim, Danziger Str. 62, Bortrag bes Gen. Brolat: Die politische Bedeutung der Stabtoerordnetenwahlen in bez Republi 80. bt. 7% Uhr Ledigenheim Pappelallee 15, Bortrag der Genoffin Bachen. heim. 81. t. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Gerber, Bornholmer Str. 72, Vortrag bes Gen. Nebatteur Mobus: Ban- Europa." 32. Abt. 7 Uhr Gruppenzahlabenb in ben bekannten Sotalen. 33. bt. 7 Uhr Bahlabend in folgenben Zotalen: Soffmann, Stealouer Allee 17; Wegner, Stralaner Allee 81; jenseits der Bahn bei Rlenth, Simon Dach- Straße 24. 34. bt. 71 Uhr zahlabend in folgenben Lotaten: Sefe, Memeler Str. 63; Mude, Warfchauer Str. 18; Rofin, Gubener Ste. 19. 36. bt. 7 Uhr Bahlabenbe: 1. und 2. Gruppe bei Busch, Tufter Str. 27; 8. unb 4. Gruppe bei Wittschuß, Petersburger Str. 5. 38. bt. 7 Uhr Bahlabende in ben bekannten Lotalen. Theme: Die Stabt. und Bezirksverordnetenwahlen. 80. t. 7 Uhr Jugendheim Bindenfte, 8, Mitgliederversammlung. Bet trag des Genossen Hermes. 30. Abt. 8 Uhr bei Schmidt, Teltower Str. 18, Abteilungsversammlung. Thema: Die Rommunalpolitik der Sozialdemokratie." 41. Abt. 7 Uhr Bahlabenbe: Simon, Belle- Alliance- Straße 80; Schufter, Chamiffoplat 4; Lube, Bergmannitt. 93; Mende, Gnelfenaufte.& 43. bt. 7 Uhr Sahlabende in den bekannten Lokalen. 44. 16t. 7 Uhr Bezirtsabend in folgenden Zotalent Stabtbez. 79 bet Bogel Briger Str. 80; Stadtbez. 81, 86 bei Gloger, Adalbertstr. 5; Stabtbes 84 bei Gemeder, Naunynstr. 28; Stadtbes. 87 bei Schiebolb, Abmitalstr. 5; Stabtbez. 85, 88, 89 bei Ewald, Etaliger Str. 126; Stadtbez. 90-92 Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Tagesordnung: Die Stadt und Bezirksverordnetenwahl. 45. bt. 7% Uhr wichtige Mitteilungen: Minnig, Laufiger Str. 45, Ref.: Gen. Marste; Liebig, Wiener 6ft. 57, Ref.: Gen. Lifte; Hebestreit, Reichenberger Str. 124: Wienziers, Reichenberger Str. 104. Jn allen Gruppen: Bekanntgabe ber Ranbibatenaufstellung, 46. bt. 8 Uhr bei Baig, Schlesische Stt. 28, Mitgliederversammlung. Refe rent: Gen. Sachtleben. Thema: Berufswahl und Berufsbeeinflussung. 47. 6. 714 Uhr Bahlabenb in ben bekannten Bezirkslokalen. Bericht erftattung ber Delegierten von der Kreisvertreterversammlung. Um 6 Uhr Sigung der Funktionäre und Delegierten bei Giebentopf, Mustauer Straße 35. 8. Abt. 8 Uhr in Gliefings Feftfalen, Waffertorfte. 68, Mitgliederversamm Jung. Bortrag bes Gen. Dr. Bobann: Rulturpolitit. Charlottenburg. 52. Abt. 8 Uhr bei Büttner, Raiferin Augufta Allee 81, Mitgliederversammlung. Borttag 53. Abt. 8ahlabend in den bekannten 54 2161. Lotalen. Tagesordnung: Die Stadtverordnetenwahlen. 7½ Uhr Abteilungsabend Jugendheim Rofinenstt. 4. Bortrag des Gen. Schmidt: Die Stadtverordnetenwahlen."- 55. bt. 7% Uhr Funktio. 56. Abt. 1. und närfigung bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 3. Gruppe 7 Uhr Gruppenversammlung bei Biersch, Rantstr. 62, Bor ftandswahlen, Bericht von der Kreisvertreterfibung und Bortrag über Rommunalpolitit. 2. Gruppe: 7% Uhr Rahlabend Solgendorffstr. 20. 57. st. 1. Gruppe: Bericht von der Areisvertreterversammlung. The Bahlabend. Bortrag des Gen. Dr. A. Bernstein: 8ut republi fanischen Propaganda. 7 Uhr bei Thunad, Bielandftr. 4, Bottrag des Gen. Czeminsti. 58. 61. 71 Uhr im Gigungsfaal, Rante. Бен. traße 4, born 4. Stod, Mitgliederversammlung. Bortrag bes Carlinsty über: Die Bebeutung der Stadt und Bezirksverordneten. wahlen." 67. Abf. Grunewalb. 8 the total Grueza, 2inben-, Gde Subertusbaber Straße, Abteilungsversammlung. Tagesordnung: Berichte, Borbesprechung ber Wahlarbeiten. Die Bezirksfilhter laben befonders ein. 68. Abt. Balenfee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Bortrag bes Gen. Urich: Breisabbau und Bollvorlage Wilmersborf. 63. Abt. 8 Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Mitglteber. verfammlung. Bortrag ber Genoffin Stadtv. Dr. Wygodzinski:„ Die Ge Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 8. September. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends:( Uebertragung aus dem Funkhausgarten): Nachmittagskonzert des Berliner Funkorchesters. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 7 Uhr abends: Literarische Stunde( Thomas Mann: Der Zauberberg). 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule ( Hochschulkurse). Abteilung Völkerkunde. Dr. Georg Wegener: China, Land und Leute". 4. Vortrag:„ Kultur und Kunst der Chinesen. 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus dem Hörsaal des Hauses der Funkindustrie: Wie unser Aprilscherz zustande kam*. Nachahmung fremder Stationen: a) Rom, b) Auf See, o) London. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterund Filmdienst. fundheitsfürforge in ber Rommunalpoliti Bor70. 251. 7 the bel Kroths, Solsteinische Str. 60, Bortrag des Gen. Dr. Korach: Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen für die Sozialdemokratie. 71. bt. 7% Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchfaler Straße. trag des Gen. Jubrian: Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen." 72. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schröder, Augusta. ftraße 29, Vortrag des Gen. Dr. Adolf Braun: Die Geschichte des Parteiprogramms." 73. bt. Schmargendorf. 8 Uhr Bahlabend in der Gemeindeschule. Der Vorstand und die Funktionäre treffen sich ebenda um 7 Uhr. Besprechung ber Vorschläge zur Stadt- und Bezirksverordnetenwahl. Schöneberg. 77. Abt. 7% Uhr Sahlabende: 1, Bez.: Milde, Nollendorfftr. 16; 2. Bez. Jürgens, Barbatoffaftr. 5a; 3. Bez.: Seugner, Grunewaldste. 36. 4. Bez.: Will, Martin- Luther- Str. 68. Ref.: Gen. Bilberg. In allen Bahlabenden Thema: Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen.-79. 8t. 7½ Uhr Rahlabende: 1.- 3. Bez.: Arndt, Baugener Str. 10. Ref.: Geit, Wilberg. 4.- 6. Bez.: Groß, Gedanfir, 17. Ref.: Gen. Serzberg. 7. Bez.: Bobfauk, Sachfendamm Ede Reichhardtstraße. 8. Bes.: Giedlung Lindenhof: bei Achtenhagen. Ref.: Gen. Fendel. Thema: Rommunalpolitif. 80. bt. 7 Uhr Abteilunsperfanimlung im Gesangsfaal bes Helmholzgymnasiums, Rubensstraße. Thema: Roll- und Steuerpolitit. Ref.: Gen. Gwolinsky vom RdA. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr Sahlabende: 1-3. Bez.: bei Alabe, Sandjern. ftraße 60/61. 4.- 6. Bez.: bei Baginsti, Taunusstraße. Wahlvorbereitung. Bolitische Aussprache. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Rahlabens in den bekannten Lokalen. 83, bt. Bichterfelbe. Alle Genossen aus Lichterfelbe- Güb treffen fich 8 Whe bei Brettschneider, Berliner Str. 123b. Tagesordnung: Die Bedeutung. der Stadtverordnetenwahlen für die Arbeiterschaft. Ref.: Bezirksverordneter Gen. Mag Frad. Diskussion. Gäfte, von Parteigenoffen eingeführt. willkommen. 83. 6. 8 Uhr Lofal GSchmidt, Sindenburgdamm Ede Roonstraße. Mitgliederversammlung für die übrigen Bezirke. Bortrag bes Gert, Guifchmidt, Stadtverordneter: Mieternot und Stadtverordneten wahlen. 84. Abt. Bantwis. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Lehmann, Kaifer Wilhelm- Straße. Vortrag des Gen. Wuschif: Die geschichtliche Entwic Jung der Sozialdemokratie. 86. Abt. Sempelhof. 8 Uhr Rahlabende: 1. Bez.: Botal Wiefe, Dorfftr. 1. 2./5. Beur Linde", Werber- Ede Friedrich Karl- Straße. 6. Bez.: Sange, Ringbahnstr. 4. 7. Bez.: Wanalid, Oberlandstraße. Die Bezirks. führer laben ein. 86, Abt. Marienborf. 8 Uhr Rahlabend! 1., 2. unb 7. Bez.: Röpple, Bergftroke 7. 8./6, Bez.: Niendorf, Chauffeeftr. 19. 8./10. Bea.: bei Findeifen, Friedenftr. 6. Bericht von der Rreisvertreterversammlung. Wahlvoroc. beitungen. Reukölln. 89. bt. 7 Uhr Rahlabende: 1. bis 5. Bea.: Brofe, Ganderftr. 10, 6., 11., 12. Bez.: Gläfer, Bannier, Ede Pflügerftraße. 7., 10., 18., 19. Bez.: Schulz, Sobrechtstr. 64. Thema:„ Schillers Leben. Referent: Gen. Diarquardt. 90. Abt. 8 Uhr Migliederversammlungen in folgenden Lotalen: 13. Bez bei Rüdiger, Lohmühlenftr. 36; 15. u. 26. Bez. bei Jahn, Fuldaftraße 45; 16. u. 25. Bes. bei Janide, Janfaftr. 11; 17. i. 24. Bez. bei Lehmann, Tell, Ede Weserstraße: 22., 23., u. 36. Bea. bei Schittlet, Donauftraße 118; 34. u. 43. Bez. bei Groß, Münchener Str. 53; 35. Bez. im Jdeal. fafino, Weichfelfte. 8. 91. Abt. Mittwoch abends 7% Uhr Abteilungsver fammlung im Rarlsgarten, Rarlsgartenftr. 6-10. Referni: Genoffe Sarnisch, M. d. 2. 92. Abt. Rahlabende halten ab( um 7% Uhr) die Beairte 14, 29, 30 bei Ganter, Sarzer Git. 88: die Bezitte 27, 82, 28, 33 bei& ma Id, Elbe, Ede Weserstraße: die Bezirke 31, 44, 45, 55 bei 21 p. bett, Rofegger, Ede Weserstraße( Vortrag des Genossen Schneiber ither Genoffenschaftswefen); bie Bezirte 46, 47, 59 bei R3 ftet, Richardfir. 108: die Bezirke 72, 73 bei 6 neiber, Rofenftr. 7( Bortrag, wichtige Tagesfragen). Bahlreiches und pünktliches Erscheinen der Genoffinnen und Ge noffen dringend erforderlich. 94. st. 7 Uhr Aahlabende: 51/52 Beairt: Botal Relling, Geldhower Str. 11; 64.- 66., 67., 77, 78. Bezirk: Lotar Günther, Schillerpromenade 11: 68-76. Begirti Lokal Schröder, Steinmet ftraße 52. 95. bt. 7% Uhr bei Grieger, 2effingftr. 9. Abteilungsver. fammlung: 1. Bericht von der Kreisvertreterßigung. 2. AbteilungsangeTegenheiten. Die Bezirksführer laden ein. 96. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bel Wolf, Rirchhofftr. 41. Referent: Reichstagsabgeordneter Dr. Löwenstein. 97. bt. 7% Uhr Bahlabende: 79., 89., 92. Besirt: Rukti, Leinestr. 1, Vortrag des Genoffen Alufener: Die Barteien im Berliner Rathaus. 104-106. Bezirt: bei Krüger, Emfer, Ede Neißestraße, Bortera des Genoffen Sidatverordneten Gutekunft.- 98. bt. 8 Uhr Funktionär. figung bei Teich. Die Bezittsführer laben ein. 1 101. bt. Steptow. 7% Uhr Eingelzahlabenbe: 1 und 2. Bet bei Stephan, Gräßfte. 1; 3.- 5. Bez bei Dettinger, Riefholz, Ede Elsenstraße. Beber Bezirksvergröneten über ihre Tätigkeit, 104. bt. Stieberschönemeibe. 7% Uhr Lotal Schmidt, Berliner Str. 97/98, Mitgliederversammlung. Bortrag des Gen. Lempert: Die bisherige Ar. beit det Bezirksverordneten." 187. Abt. Alt- Glienicke. 7% hr bei Thieme, Schirnerftr. 84, Mitgliederver. verfammlung. Vortrag des Gen. Heitmann: Die tommenben Stadtund Bezirksverordnetenwahlen." 108. bt. Röpenid. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Stabitheater, Friedrichstr. 6( El. Gaal), Vortrag des Gen. Bürgermeister Rohl: Unsere r beit in der Rommune." 199. Abt. Friedrichshagen. Die Sahlabenbe fallen aus. Lichtenberg. 114. t. 71 Uhr bet Lauter, Rroffener Straße, Mitglieder.. versammlung. Ref.: Gen. Michlenz: Die Arbeit der Bezirksverord netenfcattion. 115. Abt. 7% Uhr Bahlabende: 1. Gruppe bei: Gonell, Scharnweber, Ede Sungfirage; 2. Gruppe bei Rehan, Ober, de Jung traße; 3. Gruppe bei Rabile, liggei, Ede Garhweberftraßen dallen Gruppen Stellungnahme aur Borfchlagstifte der Stabt und Be zirksverordnetenwahlen. 117. bt. 7% Uhr Schule Südstraße 60( 1.4 Turnhalle), Bortrag der Genoffin Riedger: Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen für die Frauen." Aufstellung der Kandidaten. 118. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Tempel, Gudrunste. 7, Stellungnahme zur Stadt- und Bezirksverordnetenwahl. 119. Abt. 7 Uhr Cäcilien- Lyzeum Rathausstr. 8, Bortrag des Gen. Stadts Thurm: Die Stadtverordnetenwahlen." " 120. Abt. Friebris felbe. 7% Uhr bei Tempel, Brinzenallee 30. Vortrag über Die Arbeit der Stadtverordneten fraktion". 122. Abt. Biesborf. 8 Uhr bei Borath, Marzahner Str. 81. Bortrag des Gen. Saielinsti: Wohnungspolitik und Giedlungsfragen" 123. Abt. Raulsdorf. 8 Uhr bei Schwarz, Söhnower Str. 5. Bortrag des Gent. Seßberg über: Wohlfahrtspflege2. Die Stadtverordnetenwahlen. 128./130. bt. Bankow. 7% Uhr Rahlabende: Gruppe 1 bei Dajeromiis. Raifer Friedrich Ede Berliner Straße. Gruppe 2 bei Mees, Berliner Straße Ede Lindenpromenade. 3. Beg.: Riffingenftr. 4 bei Dreyer. 4-7. Bez.: Jugendheim Breite Straße. 8./9. Bez.: Dohnte, Boulant ftraße 81. Seinersdorf: bei Baraun. Raifer- Wilhelm- Straße. Tagesordnung: Stadtverordnetenwahlen und Organisationsfragen. 131. Abt. Niederschönhausen. 7% Uhr Lofal Wilhelmshof, Raifer- ihelmStraße 69, Mitgliederversammlung. Bortrag bes Gen. Stabto. Albert Sorlik: Bier Jahre bürgerliche Mehrheit in der Stadtverordnetenverfammlung". 133. Abt. Budhols. 8 Uhr Sahlabend bei Stoffad, Sauptfit. 71. Bortrag des Gen. Kaming: Die Arbeit ber Berliner Gtabtverordnetenversammlung". 184. Abt. Buch. 8 Uhr Lokal Göpfert Rahlabend. Tagesordnung: Die Vorarbeiten für die Stadt und Bezirksverordnetenwahl. 135. Abt. Rarom. 8 Uhr Rahlabend Restaurant Rum Bantarafen", Bank. avafenftr. 3. Botfrag des Gen. Stabio. Amberg! Bier Jahre bürgerliche Mehrheit". 137. 61. Reinidendorf- Beft. 7% Uhr Rahĭlabenb für die Bezirke 1, 2, 3 und 5 bei Mattern, Eichbornstt. 93; Besitle 4, 6, 7, 8 Bollshaus Scharnweber. ftraße 114. Tagesordnung: Bericht vom Kreisbelegiertentag. 138. Abt. Sermsdorf. 8 Uhr bel Böttcher, Waldfee Ede Berliner Straße. Borttag des Stadtv. Gen. Großmann: Die kommenden Stadtverordneten. wahlen" Rowawes. Mittwoch, 9. Geptember, 8 Uhr, beint Genoffen Siemke, Wallftraße, Funktionärversammlung. Es darf niemand fehlen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 15. bt. Am 5. Geptember verftarb Genoffe Sermann Rohtohl. Cinäfcherung Mittwoch nachmittag 2 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. 72. Abt. Wilmersdorf, Genoffe Wilhelm Bed ist verstorben. Einäfcherung Donnerstag nachmittags 4 Uhr, Rtemaforium Wilmersdorf. 101. bt. Treptow. Am 4. September versterb Genoffe. Ratt Baflet. Be. erdigung heute Dienstag, nachmittags 1 Uhr, Gemeindefriedhof Riefholaftraße. XAV PIXAVON XAV PIXAVON Nur gute Sachen werden nachgeahmt! Wenn etwas nachgeahmt wird, dann muß es also sehr gut sein, denn sonst würde man es nicht nachahmen. Eigentlich ist jede Nachahmung ein Kompliment für den Hersteller der echten Ware. Weil man den Inhalt nicht nachahmen kann, macht man die Verpackung nach. Das Publikum soll dann glauben, es bekäme die echte Ware. Das Publikum soll also getäuscht werden. Aber nicht auf die äußere Verpackung kommt es an, sondern auf den Inhalt. Weil Pixavon unerreicht an Güte ist, wird die originelle Flaschenform und die originelle Verpackung nachgeahmt, ja sogar möglichst ähnlich klingende Namen werden für die Nachahmung gewählt, alles um das Publikum zu täuschen. Also Vorsicht! Achten Sie genau auf den Namen Pixavon. Die vernünftigste Methode zur Gesunderhaltung des Haares ist jede Woche eine Kopfwäsche mit Pixavon. ACTIETOTEAGIC COG+ GIC ICACIETE Arbeiter Sport Der Kreisstraßenlauf. Am 20. September 1925 wird auf der Strede Bahnhof Lichten berg- Friedrichsfelde- Landsberger Blag der KreisstraßenI auf des 1. Streifes ausgetragen, bei bem alle Sparten besondere Berücksichtigung finden. Ausschreibung A. Scuptaffel: 7,5 Rilometer, 15 Bufet. Start: Bahnhof Friedrichsfelde; 8iel: Landsberger lag. Strede: Frankfurter Allee bis Straus berger Blak, Strausberger Stake bis Landsberger Tor, Friebenstraße bis Königster, Straße am Friedrichshain bis Birchowstraße, Birchomstraße bis Landsberger Allee, Landsberger Allee bis Sandsberger Blog( 8iel). A, B, C und D Bereine. B. RIeine Staffel: Mr Gdhwimmer, Turner unb Spieler, 3,6 Rilometer, 10 Läufer. Start: Bahnhof Frankfurter Allee. C. Frauenftaffet: 10x100 Meter. Start: Sandsberget Wee Ede Betersburger Straße. D. Güler und Schülerinnen: wie C. Einzeltonfurtenzen: 7,5 Rilometer. Start: Bahnhof Friebrichs. felde. E. Gingellauf für Männer. F. Einzellauf für ältere Gporter( as Jahrgang 1895). G. Gehen. Riel für alle Ronkurrenzen: Bandsberger Blah. Stredenführung wie Sauptstaffel. Staffeln A und B beliebiger Bedfel. Gesonderte Jugendftaffeln werden nicht ausgetragen. Stredenplan und Ausführungsbestimmungen gchen jebem Berein nach Meldung zu. Gtartgeld: A 3 M.; B 2 M.; C1 M.; Einzeltonkurrenzen 0,50 M. Meldungen mit Statigelb bis 9. Geptember ant Bill Starta, Berlin- Tempelhof, Ringbahnstraße 49. Es fei hierbei nochmals barauf hingewiesen, bak jeber teilnehmenbe Berein zusammen mit ber Meldung zwei Ordner namentlich zu melden hat. Rweite und Dritte Mannschaften werden besonders gewertet. Start ber Sauptstaffel nicht Bahnhof Friedrichsfelbe, fondern weit davon Frankfurter Allee, Ede Müllerstraße. Start aller Klaffen der Sauptfraffel fowie Einzelläufer und Geber Buntt 3 Uhr. Die fleine Staffel startet, sobald die Bäufer der Sauptstaffel ben Bahnhof Frankfurter Allee passiert haben. Start der Schüler und Schülerinnen um 3 hr, der Frauen 5 Minuten später. Staffeln A und B beliebiger Bedfel. Zweite und Dritte Mannschaften werben besonders gewertet. Umrletbelotal: Schule Dieftelmenerstraße( Querstraße der Friedenstraße), Nähe Bandsberger Blag. Straßenbahnlinien: 1, 63, 65, 66, 70. Buntt 2 Uhr gefchloffener Abmarsch zu den Autos( Sandsberger Blas). Die Wagen halfen alle 500 Meter. Die Strede felbft ist alle 100 Meter martiert. Die Läufer werden nach dem Lauf durch die Autos zurildbefördert. Alle melbenden Bereine und Abteilungen delegieren mindestens zwei Genoffen zure Funktionärsizung am Freitag, den 18. Geptember 1925, 8 Uhr, bei Schula, Strausberger Gtraße 3, ebenso bie in Frage Bommenden Genossen der Kampfrichtervereinigung. Stoppuhren mit bringen, Sier Startnummern und Programmausgabe. Zum 1. Schach- Großkampftag in Weißenfee! Der Berliner Arbeiter Schachtlub" tritt alljährlich zu Beginn des herannahenden Herbstes an die Deffentlichteit, um all denen, die ihm noch fernstehen, zu zeigen, was Schach ist und was ber Verein in dieser Hinsicht leistet. Das Schachspiel, mit feinen vielen Schönheiten und Reizen, bildet für jeden im Gleichschritt des Alltags Marschierenden in den Abendstunden eine geistige Abwechselung und Erholung. Jedweden Glücksumftand und Zufall, wie er zahlreichen anderen Spielen anhaftet, tennt das Schachspiel nicht, tommt es doch auf die Fähigkeiten jedes einzelnen Spielers an, wobei eine gute Auffassungsgabe verbunden mit logischem Denten sowie raschem Handeln entscheidet. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen das Schachspiel das ausgesprochene Privileg des Adels und der gebildeten Stände war, hat es sich nach und nach die Beliebtheit breitester Boltsschichten erworben. In der Förderung diefer Massenbewegung erblidt der Berliner Arbeiter- Schachtlub" eine seiner Hauptauf gaben. Zur Erreichung dieses Zieles sind eine Reihe von Propagandaveranstaltungen geplant. Den Auftakt dazu bildet der 1. Schach. Großtampftagin Weißenfee, der am 13. September 1925, Dormittags 10 Uhr in den Gesamträumen der Boruffia Festsäle zu Weißenfee, Berliner Allee 211-214, stattfindet. Das Programm ist sehr reichhaltig und verspricht einen vollen Erfolg. Eingeleitet wird die Veranstaltung durch Gesangsbarbietungen des ,, Männerchors Weißenfee", alsdann folgen Mannschaftswett. fämpfe zwischen Berliner Abteilungen und den Bereinen des 1. Kreises. Mit den Wettkämpfen parallel läuft ein Gäfte. turnier fomie Simultanoorstellungen verschiedener Meisterspieler. Besondere Beachtung verdient die Ausspielung der Kreismeisterschaft. Sechs der besten Spieler aus Berlin, Brandenburg und Pommern stehen sich hier gegenüber. Der Nachmittag wird ausgefüllt durch Blindspiele und Blizturniere. Ein Problemlösungsturnier unter Leitung des Schachgenoffen 2. Uebeleisen dürfte allseitiges Interesse erweden. Den Abschluß des Ganzen bildet, um auch in dieser Hinsicht jedem Genüge zu tun, ber am Abend stattfindende e ftball. Um jeber* mann Gelegenheit zu geben, fich an dieser schachlichen Veranstaltung zu beteiligen, ift der Eintritt frei Jiu- Jiffu- Sportfest„ Cibertas 96". 39 Minuten, 31 Setunben. 2. Erich 3ielste, 4. Abteilung, muten, 1%% Sefunden. 4. Paul Bahnig, 6. Abteilung, 41 Mi dicht dahinter. 3. Paul Mas1bwsfi, 4. Abteilung, 41 Minuten, 07 Gefunden. Die übrigen Teilnehmer gingen in weiten Abständen ein. Die nächsten Straßenrennen finden am 20. September und am 4. Dt. tober statt. Die Bogkämpfe belm Sportfest in Herzfelde. Troh des ungünstigen Wetters waren zahlreiche Berliner und auswärtige Sportvereine des Arbeiterathletenbundes dem Ruf des veranstaltenden Bereins Sportflub Giche", Herzfelde, am Sonntag gefolgt. Vor einer großen Zuschauermenge wurde das leichtathletische Programm abgewidelt, während die schwerathletischen Kämpfe in= folge des schlechten Wetters im Saal ausgetragen werden mußten. Die Resultate der fünf Borfämpfe, die von gutem und flottem Rampfftil zeigten, sind folgende: 3m 1. Rampf flegte Staft, 99 Bfb.( Burich 02), mit großer NebetTegenheit bereits in der 2. Runde über Stimmling, 103 Bfd.( Stern- Schöneiche), burch to. Der 2. Rampf fah Tfche wuf hei, 126 Pfd.( Austria), gegen Ruhnt, 116 Bfb.( Berolina- Hennigsdorf), in der 1. Runde durch Aufgabe als Gieger. Jm 3. Rampf schlug ucato, 108 Bfd.( Zurich 02), feinen Gegner Bartel, 107 Pfd.( Stern- Schöneiche), nach 3 Runden überlegen nach Buntten. 3m 4. Rampf, wo fich to mm, 108 Bfd.( Lurich 02), und Beinlauf, 106 Bfb.( Berolina- Hennigsdorf), gegenüberstanden, sprach der Ringrichter eintauf den Gieg nach Buntten au. Das Urteil der Punktrichter fab ein unentfchieben vor, da der Rampf ein durchaus ausgeglichener war: diefer Schlebsspruch wäre mohl besser am Blake gewefen. 3m 5. Rampf fchlug Richtet, 100 f.( Rüftrin) feinen Gegner Ober, 104 Bfb.( Berolina- Hennigsdorf) bereits in bet 1. Runde to. Deutscher Sieg im Länderfußballkampf. Brüffel, 6. September. Der Fußballwetttampf zwischen den Mannschaften der deutschen und der belgischen Arbeitersport vereinigungen ergab einen Sieg der deutschen mit 3: 1 Fußballrefultate vom 6. September. 9m Rotben Lonnte der Meister der vorfährigen Gerie, Teutonia, gegen AGB 24 uur Inapp 1: 0 gewinnen; bas Tor fiel in der zweiten Salbzeit aus bem Hinterhalt. Abler 08 unb Wader 20 zeigten lebhaftes Spiel. Adler, burch befferes Rusammenspiel im Sturm überlegen, gewann 5: 1. Nordista Bernau zeigten flottes und verteiltes Spiel. Nordista gewann mit 6: 2. Bankow 08 mußte von Minerva eine Niederlage von 0: 3 einsteden. Minerva führte flottes Flügelpiel Dor. Alemannia war gegen Union ständig überlegen und fonnte ein Resultat von 8: 2 erzielen. Nauten mußte trop eifrigen Spieles im Sturm fich von Boruffia mit 6: 0 fchlagen laffen. Bittenau Deelor gegen Arminia nach verteilten Spiel mit 2: 0. 68. 22 wurde von Giemensstadt 8: 0 geschlagen. Fm Spiel Spandau 03 gegen Amateure legen. perlor Spandau mit 1: 4. Amateure waren nach ber Bause vollkommen überSelvetia holte sich von Belten eine 6: 1- Riederlage. Jm Often gab es eine Ueberraschung: denn der vorjährige Meister Fichte Etralau berlot gegen BC. ttoß überlegenen Spieles mit 1: 2 Sub- Oft schlug Oberfprees mit 2: 1. Auch hier war Oberfpree überlegen, tonnte bies aber nicht in Tore umfehen. Luftig- Fibel gewann nach über. Tegenem Spiel gegen BB. mit 4: 1 Alt- Glienide tam gegen Merkur au mußte mit 2: 1 bie Gegel ftreichert. einem 5: 1- Erfolge. BGB. 22 frat mit 8 Mann gegen Serta 22 an und Lichtenberg I fpielte gegen Britannia liberlegen und gewann 2: 1. In Adlershof tonnie Brandenburg 02 einen überlegenen Gieg über Astania herausholen. Resultat 3: 0. Im G16- Weft en fanbete Berolina einen hohen Gieg von 7: 3 ber Woltersdorf. Bor Halbzeit vermochte B. fich noch zu halten, aber nach ber Baufe tam ber Rufammenbruch. Kreuzberg mußte fich Steglig beugen und perlor 1: 4. Rehlendorf zeigte im Spiel gegen Moabit eine geringe Ueber. Tegenheit und gewann mit 1: 0.- Vittoria und Frisch- Auf waren awar gleich wertige Mannschaften, was auch bei dem Salbzeitresultat zum Ausbrud tam ( 1: 1). MGC. gewann gegen Schmargendorf mit 6: 1. Sudenwalbe$ unter lag gegen Teltow mit 6: 0. Monatshung ABS( Arbeiter- Winterspart Intereffengemeinschaft), Donnerstag, 10. September, 7% Uhr, Sportplak fidite, Baumschulenweg. Beginn ber Gtiturse Donnerstag, 1. Oftober. Rursgebühr für Nichtmit 15. Geptember unter Beifügung der Kursgebühr an Otto Steinide, Stalizer alieber 6 Mt. Uebungsgerät wird zur Verfügung gestellt. Anmeldung ab Straße 25. Für die Jugendlichen der Arbeiterfportorganisationen bes Rartellverbandes Groß- Berlin wird ein gesonderter Rurfus eingerichtet. Fir ben Jugendturfus wird feine Gebühr erhoben! 1 Urbeltes- ablo- Rub. B., Bezie Reengberg, Drisgruppe Rottbusee Tos, Donnerstag 8 Uhr Neftaurant Bollschläger, Abalbertitt. 21, Baftelabend. Gäste willkommen. Berein der Jubaber ber Rettungsmebaille am Bande und anderer Ausgeichnungen für Rettung aus Gefahr( E. B.), Gegründet 1902. Sigungen finden an jedem 3. Freitag des Monats im Vereinslokal Alte Geheimratstneipe, Jerufalemer Str. 8, ftatt, zu ber Gäste stets willkommen sind. Die Geschäftsstelle, die au allen Auskünften, in Rettungsangelegenheiten bereit ist, befindet sich Berlin 57, Alvenslebenstr. 7. Leiter: Lehrer Paul Jung. Sport. Polizei- Meisterschaften. Der zweite Tag der Polizeimeisterschaften( Landesmeisterschaf ten) zeigte sowohl am Vormittag in der Turnhalle Mittenwalder Straße wie auch am Nachmittag auf dem Tiergartensportplag ausgezeichneten Sport. Der turnerische 3wölftampf, ein Einzel turnen am Pferd, das infolge seiner fomplizierten Uebungen an die Turner hohe Anforderungen und gutes Können stellte, wurde von den Mannschaften in jeder Beziehung ausgezeichnet gelöst. Die höchste Punktzahl mit 201 Puntten errang Weiland- Köln, Am Nachmitag begannen auf dem Tiergartensportplag die bem Kazmaret- Ratibor mit 198 Punkten und Molle mit 192 folgten. leichtathletischen Bort ämpfe zu den Haupttämpfen am Sonntag. Beitspringen und Laufen. Die 3 × 1000- meter- Staffel tonnte Berlin 1. a. jah man gute Leistungen im Hammerwerfen, Steinstoßen, gegen den Küstenkreis und Nordkreis in der Zeit 8: 15: 1 für sich buchen. Das 400 meter Laufen sah 15 Teilnehmer am Start und schälten sich aus dem Vorlauf für den Endlauf SchmidtDresden, Bittner- Frankenstein, Ramann- Berlin und Klemm. Berlin heraus. Das Wetter mar den Kämpfern einigermaßen hold, To eine daß sich ansehnliche Zuschauermenge eingefunden hatte. Am dritten Tag, dem Sonntag nachmittag, nahmen die Kämpfe ihren Fortgang und es wurde von Berliner wie auch von den Mannschaften der anderen deutschen Städte alles baran gesetzt, bei den Schlußfämpfen um die deutschen Polizei- Meisterschaften gut ab. zuschneiden. Der Bizepolizeipräsident Dr. Friedensburg und Bertreter des preußischen Innenministeriums waren anwesend. Berlin schnitt diesmal im Gegensatz zu den Vortagen bedeutend beffer ab. Dicht auf folgt der Rüftenfreis, der erstklassige Sportler in feinen Reihen hat. Eine Glanzleistung vollbrachte der Berliner Skoczinski, der mit 1,88 Meter im Hochsprung fonfurrenzlos dastand. Im Weitsprung blieb der Berliner Thyrolf mit 6,85 Meter vor dem Frankfurter Lembte tnapper Sieger. Hänchen( Berlin) holte fich leicht vier Meisterschaften, so u. a. im Distuswerfen und im Kugelstoßen beft und beidarmia. In den Staffeln 4 mal 100 und 4 mal 400 Meter endete Berlin als Sieger. 1500- Meter- Sieger wurde Havetoft( Bremen), der die Strecke in der guten Zeit 4: 18,2 durcheilte. Kraft( Berlin) folgte 3 Meter zurüd. Den interessantesten Teil des Nachmittags bildete unbestreitbar das 5000- Meter- Laufen. Brauch( Berlin) ging bald an Spize, jedoch ein fabelhafter Endspurt, auf den Brauch sicher nicht gerechnet hatte, brachte GeruII mit Brustbreite als Ersten durchs Biel. Im PolizeiFünftampf, der fich auf einen 3000- Meter- Lauf, Weitsprung, Pistolen. Schießen, Schwimmen und Handgranatenwerfen erstreckte, war Böttner( Magdeburg) mit 222,2 Bunften vor Klar( Karlsruhe) mit 213,2 und Dredmann( Hamburg) mit 208 Buntten, siegreich. Ein schön geführtes Bushballspiel beendete ben ereignisreichen Tag. Rennen zu Ruhleben am Montag, den 7. September. 1. Rennen. 1. Benedict( Weidner jr.), 2. Shlola Stout( G. Lautenberger), 3. Motula( G. Heiland). Toto: 26: 10. plag: 12, 14, 24: 10. Ferner liefen: Dilemma, Armenier, Kletterrose, Baron Nushaga, Florida, Simplon. 2. Rennen. 1. Sphing I( Sauß fr.), 2 Rurfürft( 3. Lichtenfelb), 3. Ingrid Galle( Sedert). Toto: 21:10. Blab: 11, 13, 15: 10. Ferner liefen: Effi, Die Lehte, Rosenritter, Edelreis, Paladin als zweiter disq. 3. Sennen. 1. Ebonit( B. Finn), 2. Jmportation( E. Mius), 3. Feder nelle( Weidner fr.). Toto: 26: 10. Plat: 18, 22: 10. Ferner lief: Starneval disq. 4. Rennen. 1. Sudan( Ch. Mins), 2. Königsadler( Rautenberger), 3. Paula A.( P. Finn). Toto: 11: 10. Blah:-12, 25:10. Ferner liefen: Rammerfänger, Stapellmeister. 5. Rennen 1. Lebensfünftler( M. Ningius), 2. Märzbellchen( alt. Plaz: 22, 2010, Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 9. September, Frauenausfuk geltmann), 3. Heroftrat( B. Hedert). Toto: 44: 10. Ferner liefen: Lokomotive, Frida Magowalb. 6. Rennett. 1. Florian( Herm. Schleusener), 2. Fafner( Hans Schleusener), 3. Qui bibe( 3. Mills). Zoto: 78: 10. Plat: 30, 28: 10. Ferner liefen: Joll, Kittyschor. fikuna in der Geschäftsstelle, 7% Uhr. Jebe Abteilung muß vertreten fein. - Bezirk Süben. Berein für Turnen, Leichtathletik, Sandball. Uebungsstunden: Männer Dienstag von 8-10, Frauen Montag und Donnerstag von 8-10, Jugend Mittwoch und Freitag von 8-10, Knaben Mittwoch und Freitag Don 6-8, Mädchen Montag und Donnerstag von 6-8 Uhr in der Turnhalle Boedhite, 17/20. Jeden Donnerstag ab 6 Uhr auf dem städtischen Spielplat Am Urban": Spiel- und Sportabend. Jeben Freitag ab 6 Uhr: Training der Sportabteilung auf dem Polizei- Sportplag am Tempelhofer Felb( Golsener Straße). Die Seimabenbe finden ab 3. Oftober wieder regelmäßig fratt. Sämtliche Buldriften find an die Geschäftsstelle, Rarl Welad, Berlin 639, Dieffenbachftr. 18, zu richten. Lichtenberger Swimmverein Reptun 1894 6. B. Die Generalverfammlung findet erst am Sonnabend, 12. Geptember, 8 Uhr, im Lotale von Dabelom, Lichtenberg, Sagen. Ede Guntherftraße, ftatt. Der wichtigen Tagesordnung wegen( Unfere jekige Sage, Schwimmfeft, am 25. Ottobet, Babeabend in Winter) ift bas Erscheinen Pflicht. Die Abteilungsleiter werden ersucht, in ihren Abteilungen reafte Agitation au treiben. 1 Schwimmrverein Borwärts Berlin 1897 E. B. Gonnabenb, 12. September, 7 Uhr, Sauptversammlung im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45. Es ft Bflicht aller stimmberechtigten Mitglieder, su erfcheinen. Gruppe Bichten berg Freitag, 11. September, Funktionärsigung im Seebab. Gonntag, 13. November, Abbaben im Geebab, Sauptstraße, 3 Uhr nachmittags. An Beginn der Uebungsstunden im flickend gemütliches Beifammenfein. Sallenbab an der Schillingsbrüde Dienstag, 15. Geptember, 8 Uhr. Eintritts farten im Barteraum. Athletit- Sport- Club. B Leichtathletik, Soden. Stubern. Männer, Berlin 34, Tilfiter Str. 46. Dienstag und Donentstag, ab 6 Uht, Training Geschäftsstelle: Rurt Biebruds, Frauen, Jugend und Schülerabteilung. fämtlicher Abteilungen auf dem Wichteplah in Baumschulen weg. Schriftführer Der Sodenabteilung: Billi Mielte, Berlin D 34, Weidenweg 27. Donnerstag, 10. September, Gihung der Sodenabteilung um 8 Uhr auf dem Fichteplan. Touristenverein ,, Die Naturfreunde"( Bentrale Wien), bt. Wedding Dienstag, 8. Geptember, im Seim Lütticher Str. 48, Bortrag über Bädagogis bes Wanderns". Gonntag, 13. Geptember, Wanderung Bernau- Märchen wiefe. Treffpunkt 64 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Gäste willkommen. Die Jiu- Jitsu- Abteilung des Sportklubs„ Libertas 96" Charlottenburg, Mitglied des Arbeiter- Athletenbundes Deutschlands, Deranstaltete ant legten Freitag im Auguft in der städtischen Turnhalle zu Charlottenburg, Spreestraße 29, eine Werbesportveranftaltung im Jiu- Jitsu. Nach der Demonstration, die von den äußerst zahlreich erschienenen Zuschauern mit großem Interesse aufgenommen wurde, traten sich als erste im sportlichen Kampf Augften,, Zurich" und Grewe ,, Libertas" gegenüber. Nach 10 Minuten trennten sich beide unentschieden. Im Fliegengewicht tämpften Bürger- ,, Neukölln" gegen Hoffmann- ,, Libertas". Der Kampf wurde nach 7 Minuten 10 Sekunden zugunsten 5 off manns abgebrochen. Einen äußerst schnellen Kampf zeigten dann Trümpe ,, Curich" und Bauer ,, Libertas". Nach 2 Minuten 10 Sefunden war Trümpe durch Würgegriff und Nierenschere besiegt. Als nächstes zeigten| ftraße 8. Stock und der jugendliche Nawroci, beide Libertas 96, einen technisch schönen Ringtampf, der nach 5 Minuten unentschieden endete. Als nächste Kämpfer im Jiu- Jitsu mußte sich Massel- ,, Neukölln" jehr anstrengen, um nicht gegen den noch jugendlichen Dwege ,, Libertas" zu verlieren. Im 5. Kampf im Febergewicht standen sich Rechenbach ,, Nordost" und Rennert ,, Libertas" gegenüber und trennten sich nach 10 Minuten technisch guten Kampfes unentschieden. Im Leichtgewicht fämpfte Propp ,, Neukölln" gegen Schramm Libertas“. Šie mußten sich ebenfalls nach 10 Minuten unentschieden trennen. Der letzte Kampf im Leichtgewicht zwischen Dochow. Reutölln und R. Lorenz ,, Libertas" endete ebenfalls nach 10 mi nuten unentschieden. Es findet jegt ein Kurjus im Jiu- Jitsu statt, in dem die Trids der Selbstverteidigungsmethode von guten Technitern des Vereins 1 Jugendveranstaltungen. Gymnastil- Kurfus. Seute von 7% Uhr ab Ueben im Jugendheim Linden. Abteilungsleiter! Siefert bie Oktoberprogramme file bas Jugend Doran!" ab. Heute, Dienstag, den 8. September, abends 7% Uhr: Webbing/ Norb: Schule Millerftt. 48. Aussprache: Schwierigkeiten ber Entwicklungsjahre". Schönhauser Vorftabt 1: Schule bfenfte. 17. Vortrag: Reichsverfaffung". Prenzlauer Borstadt: Jugendheim Danziger Str. 23. Bertrag: Glasbrenner". Schöneberg I: Jugendheim Rubens Ede SauptAussprache mit den Eltern: Elternhaus und Gruppe". Wilmersdorf: Jugend ftraße. Mitgliederversammlung. Weften: 22. Gemeindeschule, Ballasstr. 15. beim Sildegarbftr. 4. Bortrag: Eine Fahrt burch ber Thüringer Wald Mariendorf: Alte Schule, Dorfitt. 7. Borttag: Saffalles Leben und Wirten" Renkölln IV: Bofal aum Bärwinkel", wird am 29. September gehalten. Steinbodftr. 10. Aussprache: Altohol und Nilotin". Ropenids Jugendheim Grünauer Str. 5. Bortrag: Nofa Luxemburg und Rarl Liebknecht Reinidendorf Ofts, Geebad", Refibenaftraße. Bertrag Schule und Boline". Selmbolaplag: Neues Jugendheim Greifenhagener Str. 58, Aula. gelehrt werden. Anmeldungen in den Uebungsstunden Dienstags Vorträge, Vereine und Versammlungen. und Freitags von 8-10 abends in obiger Turnhalle. Ausscheidungsrennen des ARB. Solidarität“. Die Rennfahrer des Gau 9 Bezirk 1, Berlin, hielten am Sonntag thr erftes Ausscheidungsfahren für die im nächsten Jahre auszufahrenden Bundesmeisterschaften im Straßenrennen ab. Als Strede wurde die Rundstrede Gütergoß- Schentendorf- Nudow Gütergoß gewählt. Leider hatte der in den letzten zwei Wochen niedergehende Regen die Straßen außerordentlich aufgeweicht, so daß auch die gefahrenen Zeiten fehr barunter litten. Troßdem machten fich die Wettfahrer auf die Reise und gab es auf der Strecke heiße Rämpfe um die Spize. Die Genossen Erich Schmidt und 3ielste tämpften vor dem Ziel im Endspurt um den Sieg, der im 20- Kilometer- Rennen erst furz vor dem Ziel entschieden wurde. Machstehend die Resultate: 6- kilometer Staffette: 1. Mannschaft der 7. Abteilung, tampflos gewonnen. 20 Rilo. meter Eingelfahren: 1. Erich Schmidt, 2. Abteilung Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14, Sebaftianfte. 37/38, Sof 2 St Steglik. Die Kamerabschaft beteiligt sich im Geptember an folgen ben Beranstaltungen: Sonnabend, 12., und Gonntag, 13., Finster walbe und Großenhain; Sonntag, 27., Reinidenborf. Melbungen spätestens pier Tage vorher an den bekannten Stellen, Kreuzberg. Jugend Sildoft. Donnerstag, 10 September, 7% Uhr, Bollperfamnilung, Ewalds Festfäle, Staliger Str. 128. Lichtenberg. Donnerstag, 10. September, 7 Uhr, Ans treten bei trüger. Gruppen und Bugführer haben zu erscheinen, da nadj der Uebung isung. Kartenmaterial mitbringen. Freitag, 11. Geptember, 14 Uhr, familiche Lichtenberger Rüge in ihren Ruglokalen. Rugführer 74 Uhr Bantom mit Untergruppen. Donnerstag, 10. Geptember, bringen gefambes Material mit. 7% Uhr, Tihtisches Belt, Ramerabfdjafts- Bollversammlung. Unterkassierer Einheitsverband fozialistischer Unternehmer. Nächste Berfammlung Donnerstag, 10. September, 8 Uhr, im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12. U. a. Berichte vom Dresdener Verbandstage. Besondere Einladung wird nicht mehr verfandt. Gäste willkommen. Berein der Vogtländer au Berlin. 920 48, Prenzlauer Berg 22( am Bandsleuse becalick witommen. Rönigstor). Gihung jeben Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats. 7. Rennen. 1. Flieger I( Westhoff), 2. Lenz I( Elias), 3. Stapellauf ( F. Brandt). Toto: 59: 10. Blab: 35, 20, 31: 10. Ferner liefen: Quera, Ballonfönigin, Simpley, Linfo, Ludmill I, Flora Bingen, Jeffries jr., Fistus, Diagonale, lud, Obeffa, Lum als 3. disq. 8. Rennen: 1. Natalis( Herm. Schleusener), 2. Torrero( Hans Saleufener), 3. Kuba( 2. Weiß). Toto: 74:10. Play: 29, 25:10. Ferner liefen: Sardanapal, Abdullah Silber. 9. Sennen: 1. Lumpi( Snöpnadel jr.), 2. Dolina( 3. Rosenberg), 3. Tafna( M. Ringius). Toto: 74:10. Blas: 20, 36, 18:10. Ferner Itefen Terrazzo, Beinminze, Schwarzwaldmäbel, Sięgleicht, Ming Heidefee. Geschäftliche Mitteilungen. Genabrungsfragen behandelt man feit einigen Jahren mit erhöhtem Inter. effe und hat dabei teilweise ganz neue Wege eingeschlagen. Unsere Großmütter hätten es nie file möglich gehalten, daß man einem Rindchen von 6 Monaten, und zwar mit beftem Erfolg für feine Entwidlung, Obst und Gemüse gibt. Natürlich müffen die Rinder daneben Giweiß und Fett in genügender Menge erhalten, benn diese sind ja die Grundstoffe für den Aufbau bes menschlichen Organismus. Gin hochwertiges Nahrungsmittel, welches bas für den Körper fo unentbehrliche Wett in leicht verbaulicher Form, baneben aber bie Nährstoffe frischer Milch, mit ber fie vertient wird, enthält, ist die Feintostmargarine Schyman im Blauband". Ala Saasenstein u. Vogler Zeitungstatalog 1925. Der von jebem Inferenten und Interessenten des Reitungs- und Anzeigenwefens feit Jahrzehnten gefchäßte Reitungstatalog der Annoncenegpebition Ala- Haasenstein u. Bogler ift wieder erschienen und liegt uns vot. Er ist die Fortfehung der von der Saasenstein u. Bogler A.-G. vor dem Kriege alljährlich herausgebrachten Reitungsverzeichniffe, welche fich von leher durch thre sorgfältige Ausarbeitung und ihre Zuverlässigkeit allgemeiner Anerkennung und hoher Wertschägung erfreuten, Wetter für Berlin und Umgegend. Beitweise aufbeiternd, aber noch fühl und veränderlich. Für Deutschland. Ueberall fühl und veränderlich, bielfach etwas Regen. 1 Verftändiger handeln als bisher müssen Sie, wenn die häufigen Klagen über Ihre Füße verstummen sollen. Tragen Sie von jetzt ab Continental- Absätze. Sie werden überrascht und erfreut von Ihrem mühelosen, federnden Gang und Ihrer geistigen und körper lichen Frische sein. Verlangen Sie ausdrücklich die an Qualität unübertroffenen Continental Absätze In graut, schwarz oder braun bei jedem Schuhmacher erhältlich. So gut wie Continental- Reifen. Weltwirtschaftliche Umschau. Die organisierte Verwertung der Produkte. Die jüngst erfolgten Bewegungen und Verschiebungen auf dem Weltmarkt für Rohstoffe und Lebensmittel bringen die Fragen der organisierten Verwertung dieser Produkte wieder in den Bordergrund. Seit dem Krieg sind auf diesem Gebiete Um wälzungen von großer Tragweite eingetreten, die noch bei weitem nicht abgeschlossen sind. Neben den Kartellen und Trusts, die in der Regel eine verhältnismäßig geringe Zahl von Unternehmungen vereinigen, entstanden in den letzten Jahren Einrichtungen, die sich die Verwertung der Waren von Millionen Produzenten zum Ziel setzten und die sich deshalb auch auf breite Kreise von Produkten Genossenschaftlicher Verkauf in Amerika. erstreďten. Die Erscheinung, die nach russischem Vorbild als" Schere" bezeichnet wird, d. h. das Mißverhältnis zwischen den Preisen für Industrie- und Agrarprodukte, aber auch andere Mißstände haben den amerikanischen Farmern in den letzten Jahren große Schwierig feiten bereitet. Die Preisspanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis war außerordentlich hoch, die zu Inflationspreisen erworbenen Farmen arbeiteten in der Deflationszeit infolge der hohen Binslaft mit unerträglichen Produktionsfosten, schließlich fonnten die Farmer ihre Waren nicht durchhalten, sondern mußten sie sofort nach der Ernte auf den Markt bringen, was zur weiteren Preissenkung beitrug. Unter solchen Umständen fonnte der Gedanke, durch den Zusammenschluß der Produzenten in Großgenossen schaften bessere Preise zu erzielen, rasch unter den Farmern Juß fassen. Vor allem handelte es sich um eine Kreditfrage, d. h., um die Frage, ob die Genossenschaften Kredite erhalten fönnten, um die Landwirte zu bevorschussen. Die Genossenschaften taufen die Vorräte auf, bringen sie aber nicht sofort, sondern nur nach Maßgabe der Nachfrage auf den Markt. Sie konnten dadurch in der Tat erhebliche Preissteigerungen erzielen. Diese Verwertungsgroßgenossenschaften wurden in bezug auf die Verwertung von Getreide, Baumwolle, Tabak und Obst gegründet, arbeiteten aber nicht alle mit dem gleichen Erfolg. Was die Getreideverwertung anbelangt, so entwickelten sich die Berhältnisse in Kanada und in den Vereinigten Staaten nicht gleichmäßig. In Kanada war der Bewegung ein großer Erfolg beschieden, und heute ist dort die Sache so weit, daß mindestens die Hälfte der fanadischen Ernte durch eine einzige Großgesellschaft verkauft, die 85 000 Farmer mit 10 Millionen Acres Getreideland umfaßt. Diese Gesellschaft erhielt von den Banken einen Kredit von 25 Millionen Dollar zu dem damals günstigen Zinssatz von 6 Proz. Beniger Glück hatte die Bewegung in den Bereinigten Staaten, wo die Schaffung von Großgenossenschaften für die Getreideverwertung erst im vergangenen Jahr in die Wege geleitet werden konnte. Diese erfolgte aber nicht auf organischem Bege, von unten angefangen und von den breiten Schichten der Farmer getragen, sondern wurde der Wirtschaft künstlich auf gepfroft. Die vier größten Getreidefirmen der Vereinigten Etaaten haben eine Großgenossenschaft gegründet, der sie ihre fämilichen Anlagen auslieferten und auch das Betriebskapital zur Ber fügung stellten. Die Landwirte sollten dann durch Beteiligungen den Kaufpreis später bezahlen. Die großen Getreidehändler entschloffen sich zu dieser Umwandlung deshalb, meil sie nor der damals Freie Behandlung gegen Rheumatismus Wir senden jedem Leidenden, der uns seinen Namen and Adresse angibt, eln äusserlich anzuwendendes Heilmittel im Werte von 5 Mark. Tausende, die an Rheumatismus, Ischias( Hüftweb) oder Gicht litten, sind durch uns geheilt worden. Es waren dies Patienten aus allen Teilen der Welt, die nicht einen Pfennig riskiert haben. Lesen Sie, wie Sie dies bewerkstelligen können. 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Die Buhr hellblauen Schwestern die neus Konnecke- Operette Gorina, Lichtenstein, Groß, Moller, Falk, Hell Die Teresina Metropol- Theater Operettev.Schanzer u. Welisch Musik von Oskar Straus. Täglich 8 Unr: Claire Dux als Steiner Trianon- Th. Tagl. 8 Uhr Gisela Werbez rk in Frau Lohengrin: Mitt.- Park. 56 M. sonst.Pr.1.50-12 M. Kl. Th. 3.50-5 50 nen brohenden staatlichen Intervention gegen den Getreidehandel Angst hatten. Die neue Genossenschaft war in der Tat bei der Abwicklung der letzten Ernte in hohem Maße beteiligt und hat 200 MillioBushel Getreide auf den Markt gebracht. interessieren, weshalb nach Ablauf von Jahresfrist die Anlagen und Es gelang aber nicht, die einzelnen Landroirte für die Sache zu Einrichtungen der vier Großfirmen wieder in deren Besitz zurück genommen wurden. Die Genossenschaft wird zwar weiter bestehen, doch wird ihr Wirkungskreis sehr erheblich eingeschränkt werden. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften Bereinigten Staaten für die Verwertung der verschiedenen Produkte haben sich in wahrhaft amerikanischem Tempo entwickelt. Das amerikanische Ackerbaumrinisterium teist mit, daß im Jahre 1923 von den Genossen schaften landwirtschaftliche Produfte im Werte von 2 Milliarden Dollar auf den Markt gebracht wurden. Davon entfiel auf die 78 Baumwollgenossenschaften ein Umsatz von 400 Millionen, auf die Molkereigenossenschaften 300 millionen, die Viehhandelsgenossenschaften 220 Millionen, auf Genossenschaften für die Verwertung von Obst und Gemüse 280 Millionen Dollar. Die Genossenschaften für Getreideverwertung machten ½ Milliarde Umsatz. Jüngsten Berichten zufolge geht diese Entwicklung weiter, abgesehen von der Getreideverwertung, von deren Mißerfolg oben berichtet wurde. Die übrigen Länder. Die russischen Großgenossenschaften betreiben ebenfalls eine organisierte Bermertung des Getreides. Infolge des Ausfuhrhandelsmonopols erfolgt die russische Getreideausfuhr in organisierter Form; darüber hinaus sammelt aber auch der Staat Getreidevorräte, um die Bevölkerung gegen eine Verfnappung zu sichern und auch auf die Preisgestaltung einen Einfluß auszuüben. Letzteres wird auch in Frankreich betrieben, wo befanntlich vor einiger Zeit die Sammlung staatlicher Getreide= vorräte beschlossen wurde, um von Zeit zu Zeit durch Verkäufe aus den Vorräten preisregulierende Wirkungen zu erzielen. Das selbe geschah bis vor kurzem auch in Deutschland, wo die Verkäufe der Reichsgetreidestelle, welche die noch übrig gebliebenen Vorräte auf den Markt brachte, die emporgestiegenen Getreidepreise zeitveilig zum Einfen brachte. Organisierte Verwerfung von Wolle. Während des Krieges wurde in Australien, das% der Weltproduktion an Bolle liefert, ein staatliches System der Wollverwertung eingeführt. Der Staat kaufte die Wolle zusammen und forgte für deren Verwertung, ähnlich wie dies in Aegypten in bezug auf die Baumwolle, in Kanada für Getreide der Fall war. Der jüngst eingetretene Preissturz auf dem Wollmarkt veranlaßte jetzt die Wollproduzenten zu der Forderung, die im Krieg entstandene Einrichtung in der alten oder in anderer Form wieder aufleben zu lassen, jedenfalls aber so, daß den Produzenten die Zurück haltung der Vorräte mit Hilfe staatlicher Kredite bzw. Borschüsse ermöglicht würde. Es ist anzunehmen, daß die Frage in Australien in dieser Form gelöst wird, wobei man mit englischen Krediten für die Gewährung der Vorschüsse rechnet. Allerdings wird durch diese Kredite der Rohstoff der englischen Bollindustrie verteuert, ebenso wie der englische Verbraucher seinen Kaffee deshalb höher bezahlen muß, weil das englische Bantfapital dem brasilianischen Staat große Kredite für die fogen. Kaffeevalorisierung zur Verfügung stellt. 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Revue: * 400* Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! Rennen zu Hoppegarten Dienstag, den 8. Sept. nachm. 2, Uhr | Die Gummiverwertung. in Auch die Verwertung des Gummis erfolgt in organifierter Weise und zwar durch ein Exportsystem( Stephensonsystem), das die Einschränkung der Produktion zur Herbeiführung höherer Breise zum Ziel hat. Ueber dieses System und seine Folgen wurde in der letzten Zeit angesichts der stürmischen Preiserhöhung für Gummi wiederholt gesprochen. Wir möchten hier nur furz erwähnen, daß die Gummihausse Gegenbewegungen Amerika ausgelöst hat. Sind doch die Vereinigten Staaten die größten Abnehmer für Gummi( Automobilindustrie), und deshalb mollen sie sich die riesigen Preise nicht gefallen lassen. Abgesehen von Bestrebungen, eigene Gummipiantagen zu erwerben, oder solche anzulegen, besteht die Absicht, die Verbraucher von Gummi in eine einheitliche Organisation zu bringen, um den Kampf gemeinsam zu besorgen und dadurch auf die Preise zu drücken. Der amerikanische Handelsminister Hoover prapagiert seit Jahr und Tag den Gedanten des Zusammenschlusses der amerikanischen Unternehmungen zum gemeinsamen Einkauf ausländischer Rohstoffe. In bezug auf Gummi wurde voriges Jahr bereits der Versuch gemacht, cine solche Organisation ins Leben zu rufen, der aber damals scheiterte. Jüngsten Berichten zufolge ist jetzt von neuem die Rede davon, die erwähnte Großeintaufsorganisation zu errichten. A. 5. Der Berliner Arbeitsmarkt. Die Verschlechterung auf dem Berliner Arbeitsmarkt ist auch in der lezten Woche vorherrschend geblieben. Die für Berlin maßgebenden Industrien, wie die Metall- und Holzindustric, berzeichnen einen Rückgang des Arbeiterbedarfs. Mehr oder weniger deutlich ist erkennbar, daß die Anforderungen teilweise weit hinter dem Ersatz für ausgeschiedene Kräfte zurückbleiben. Selbit im Baugewerbe, das nach beigeiegten Differenzen die Arbeiten wieder in Angriff nimmt, erfolgen die Anforderungen, namentlich für die Nebenberuje, verhältnismäßig zögernd. Ein besonderes Merkmal für die Entwicklung der Wirtschaft bildet der Zugang Stellensuchender aus den Reihen der Stenotypistinnen und branchefundigen Verkäuferinnen, denen sich bisher noch immer gute Beschäftigungs: nöglichfeiten boten. Vereinzelte Besserungserscheinungen einiger fleinerer Berufsgruppen vermögen an der allgemein absteigenden Linie nichts zu ändern. Es waren 48 648 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 47 438 der Vorwoche. Darunter befanden sich 37 636( 35 971) männliche und 11 012( 11 467) weibliche Berjonen. Unterstützung bezogen 13 789( 12 261) männliche und 2594( 2534) arbeiten beschäftigt 1821. weibliche, insgesamt 16 383( 14 795) Personen, davon bei NotstandsGenoffe Die Teuerungsziffer der Lebenshaltungsfoften. einig schreibt uns: In dem Artikel unter der gleichen leberschrift, den wir ara Sonnabend, den 5. September, veröffentlichten, find zwei Fehler unterlaufen. Es sollte nicht heißen, daß die techMogeleien sei, sondern es soll in Wirklichkeit heißen:„ Die Berechnische Berechnung des Inder ein Kniff mit raffiniert ausgedachten mung ist selbst auch kein Kniff mit raffiniert ausgedachten Moge leien, sie erfolgt im Statistischen Reichsamt durch Maschinen." Aus der Darstellung über die Abwanderung der breiten Massen bei zunehmender Teuerung von qualitativ hochstehenden Nahrungsmitteln zu minderwertigeren war der Nachweis geführt, daß bei zunehmender Teuerung und durch den dadurch entstehenden Zuwachs Die Schlußfolgerung aus dieser Beweisführung hat zu lauten:„ So an Käufern gerade diese Nahrungsmittel besonders im Preise steigen. drückt bei rasch steigender Teuerung der Lebenshaltung die Inderziffer automatisch immer weniger die Teuerung aus, die im Arbeiterhaushalt sich aus mirtt." Sil Das prachtvollste Schneeweiß zeigt jede Wäsche, die mit Sil behandell ist. SIL Henkel's bellebles Bleich- und Waschmittel als Zusatz zur Seitenlauge gebraucht, ersetzt die umständliche Rasenbleiche OHNE CHLOR amtorenWALHALLA or for 7 Uhr: Die lustige Revue Mal was anderes mit Lotte Werkmeister Agal Wilko Lambertz- aulsen- Rob.Steld! usw. Preis 0,60-4.50, Vorv.ab 11 U.unanthr. 12 WINTO ARTEN TARZAN das amerikanische Original im Jubiläums- Spielplan. 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Vor der Schwelle der pompösen Borhalle sah die Portierefnm des städtischen Tierdepots dem Spiel der Sonne zu, die wie eine Wolke aus(Boldstaub die Rae du Tison überzog. Ihr Gesicht war physioanomieio», verblaßt und trocken wie eine amtliche Bekanntmachung. Im Laboratorium Thierrevn.«ine» mit der medizinischen Fakultät zusammenhängenden Nebenbau, wurden gerade Experimente mit Hunden vorgenommen. Taub für diese Jammerlaute, kehrt« sie langsam in ihre Loge zurück, um Nonron. ihrer Katze, zu kosen. Infolge eines Eisenbahnunglücks, dem Charles Gran du zu« Opfer fiel, war seine Witwe mit dem Titel und Amt eines Portiers bei diesem Hauptdepot betraut worden. Eine ungewöhnliche Gunstl Mit sabelhastem Eifer versah sie ihre Funktionen, die bei den administrativen Verästelungen ziemlich wichtig waren— das Haus war der Bürgermeisterei, der Präfektur und der Fakultät unter- geordnet: die fortwährenden Ein- und Abgänge gewährte» wenig Muße. Einst— als fle von der Hochzeitsreise nach Träport zurück. gekehrt, mit ihrem Mann hier einzog— konnte sie sich der Eindrücke nicht erwehren, welche die Niedergeschlagenheit der weggefangenen. in diesen Hof gebrachten Hmcku auf fie machte. Sie müßte manch. mal die Augen schließen, wem« Donnerstags Tiere im Schubkarren. steif und wie ausgestopft, weggeschafft oder vergnügt springend, hofsnungsfrvh, an der Leine des Laboratoriumdieuers fortgeführt wurden. Damals hiev fie fich die Ohren zu, wenn aus dem Laboratorium Schreie— ähnlich denen von Kindern— oder vor allem das Ge- lächter der Studenten herüberdrang. Aber Grandu hatte ihr die Nowendigkeit bewiesen, daß die Be- amten die umherschweifenden Tiere—«ine Gefahr für die OeffeM- lichkett— bekämpfen müßten und es im allgemeinen Interesse nicht minder wichtig wäre, daß die Lerzte die Hund« öffneten, um in sie hineinzuschauen. Er hatte ihr erklärt— er war ein so schöner Mann, da begriff fie schließlich alles—, daß diese Hund« keineswegs gewöhnliche Tler« waren, sondern Gefangene, die bei Schlechtem, in Auflehnung gegen das Gesetz, in einem anonymen Zustand aufgegriffen rourdem Und jetzt war es ihr gar nicht mehr möglich, ein Aug« für diese Der- urteilten zn haben. Ihre Katze Ronron Nebte sie herzllch, verhätschelte sie soviel wie möglich. In ihr« Loge zurückkommend, ging sie auf das blaue Deckbett zu, wo diese gewöhnlich schlief. .Ah!- rief sie und hob die Arme. In der konkaven Bettrundung— fie glich einem Nest— gab es zwei Ronron. Oder vielmehr wälzte sich neben Nonron ei« andere Katze, die deren Schatten schien, weil sie ganz grau aussah. „Hm!" murmelte Frau Grandu mit weit aufgerisienen Augen, mit halboffenen und starren Lippen, die an eine Sparbüchse ge- mahnten. Gewiß, da gab es nicht viel zu verstehen: dieses einer Mefier- schneide gleichende Rückgrat, dieses klein« negerhafte Köpfchen, d« einem alten, glatten Handschuh äbnsiche, abgescheuerte Fell— das alles oerriet eine den städtischen Käfigen Entsprungene. Frau Grandu tat brummend einen Schritt nach der Eck«, wo der Besen harrte. Aber in diesem Augenblick geschah es, daß Ronron sich auf dem blauen Deckbett erhob, einen steilen Rücken machte, und die andere Katze sich eben so aufrichtete und auch ihren Rücken krümmte. Ihre beiden Schwänz« ragten empor— einer just wie der andere— sie stießen gleichzeitig dasselbe dunkle, unverständliche Ge- stammel aus, das aus Bezirken jenseits des Menschentums dringt. Und da— zum erstenmal in ihrem Leben— bei der wunder- baren Aehnlichkeit dieser Gesten— merkt« die gut« Frau, daß trotz des Anscheins oll« Katzen der Erde sich sehr gleichen. Zwischen denen, die man verwöhnt und jenen, die man tötet, gibt es nicht den Unterschied, der vernnttet wird. Ja: Ronrvn mochte so reich sein, ein gepflegt«» Fell und noch so wundervoll inkrustierte Pupillen haben(die andere sah trotz ihrer Jugend verkümmert und kahl aus!), sie mochte«inen Schweif wie eine Angelrute besitzen— man sah trotzdem den Grund nicht ein. warum die eine glücklich war und bie andere gemartert wurde: man mußte unwillkürlich denken, daß beide einer ungeheuer großen Fa- milie zugehört en. Im Gesicht der Pförtnerin zuckte es, rntd doch wußte p« noch nicht, was sie bewegte. Aber wie sie durch die Scheiben, im Hofe, den Laboratorium- diener Quillebeuf sah, der gestikulierend herbeilief, ergriff st« resolut den dürren Ausreister und steckte ihn unter das Bett. Dann faßt« sie, als Heldin eines unklaren Instinkts, der Tür gegenüber Posta. Im Türrahmen erschien, hochrot im Gesicht, Quillebeuf und schwang eine Leine. .Ist sie hier?- erkundigte er sich eiligst. .Wer?- fragte die Pförtnerin. .Die Katz!- brüllte er..die Katzk- .Welche Katze?- fragte sie, ohne ein« Miene zu verziehen. .Das niederträchtige Biest ist hierhergeramtt!- Außer sich«oar er..Eine graue Katze! Haben Ei« da» Vieh nicht gesehen?' Ueberraschend ruhig erwiderte Frau Grandu, die gewissenhast« Beamtin, die niemals gegen Dienstvorschriften gefehlt(nur ihre Hände krampsten sich gegen die Schürze): .Nein.' Sie schüttest« den Kopf und fügte hinzu: .Gewiß nicht* Der Mann konnte fich nicht geimg munden«. .Ja aber— was denn?* stammelt« er..Aus den Händen ist sie mir geschlüpft... und hierher.... Sie haben sie vielleicht«ficht hereinschleichen sehen. Am Ende steckt sie unter einem Möbel und pfeift uns was. Ich suche: Sie erlauben?...' .Das Tier fft nicht hier: ich sag« es Ihnen ja.' Sie sprach ganz ruhig und tat fich doch äußersten Zioang an, um ein unbefangenes, harmlose» Gesicht zu markiere««. Eine Helden- mutige Tat beging sie. vergleichbar dem Heroismus jener Frauen, die Derdächtige verbargen und den vor Haß zitternden Häschern eine beherrschte Maske zu zeigen. .Wenn Sie wollen, nur herein!.. Aber Zweck hat es keinen!' In seine Idee verrannt, betrat der Mann den Raum. Sic wich zur Seit«. Er reckte den Hals, gab sich einer momewanen Hoffnung hin— ober es war nur Ronron, die, zur Kugel zusammengerollt. auf einem Stuhl lag: er zuckte die Achseln, schielle nach rechts und links und kniff ein Auge zu. Sein Blick streifte das Bett, den blauen Ueberzug haftete ein«, zwei Sekunden darauf. Nichts rührt« fich! Das runde Geficbt der dabei stehende» Frau war so blaß und unbeweglich, wie das'Zifferblatt der Uhr. Der Mann macht« seinem Aerger durch brummend« Tön« Lust, während er unter den Tisch guckte. In diesem Moment empfand Frau Grandu plötzlich die große Kühnheit ihres Wagnisse»... und fühlte sich dem Zusammenbrechen nahe,— aber sie erholte fich. Nur ein bißchen gehustet hatte sie, und ihr Atem mar schwer gegangen. Quillebeuf sagte:.Hier ist sie nicht.' Cr war ein Mensch, der immer rasch die Gemalt über sich ver- kor. Cr«achte ganz verzweifelte Gesten, stieß fich mit der Faust gegen de» Kopf und brach in heftig« Derwünfchungen gegen die Nioberiracht seines Schicksal» au». Sei« Lorgejetzter würde ihn. Prozent. Nun müßt ihr«ermste» auf dem Pflaster wohaeu. Die Teurung und die wohnungsmieleu steigen... Und war euch nur ew dunkles Loch zu eigen— Ihr müßt hinaus, die Dohnungsmiekeu {feigen. Da Hilst kein Alucheo. Hilst kein harte» Jronen, Ihr sollt euch dumpf dem großen Geldsack «eigen. Du mußt hinaus auf Cleudsstraßru wanken And ärmste Mater dolorosa zeigen, wenn nur die wohnnngsmieten welker steigen. was braucht es denn mu dich noch für Gedanken. ver Hausbesitzer wird als lad euch geige». Zn eurem letzten Zum-Lanal«. Schwanken. rveim er bloß mit der Leine zurückktm««. wieder mal als Idioten be- handeln. Er stieß ein schmutziges Wort au«, verschoxind mit Entschuldi. «mgett. Niedergeschmettert, mit krummen Rücken, so daß sich seine Bluse ausbauschte. Frau Grandu war am End« ihrer Kräfte. Ei« sank in einen Stuhl, der Atem versagte ihr, fie zittert«, ivell fie das erstemal— und wie!— gegen eine der höchsten nnd heiligsten Pflichten als Pförtnerin des Tierdepots gesehtt hatte. Räch wenigen Minuten erhob sie sich mit einem lauten und be- stimmten Räuspern. Wie wenn sie schweren Wein getrunken hätte, ging fie etwas schwanken Schrittes auf das Bett zn. In der Spiegelscheibe des Schränke« sah sie sich nur undeutlich, denn über ihren Äugen lag ein Schleier wie damals zurzeit ihrer Witweifirauer. Sie schlug das blaue Deckbett zurück. Die von Ermüdung, Aben- teuern, Entbehrungen aufs äußerste geschwächte Katze rührte sich «ficht. Hob nur ihr kleines Köpfchen empor, das die Ungerechfigkeiten verelendet hatten und aus dem zwei beseelte Augen schauten. Die Pförtnerin berührte sie mit einer Hand, die weich war wie das Fell, und plötzlich fühlte sie das Klopfen des kleinen Herzei«s. Selig, ein Geschöpf gerettet zu haben, beugte sie fich über fie. Bevor Frau Grandu darüber nachdachte,»oas für Schwierigkeiten und schlimm« Zufälle eintreten könnten, wenn sie diese Sünderin auszog, sah sie die Katze nfiitrerlich an, dem fie hatte ihr das Leben geschenkt. (Berechtigte Uebersetzung von Ioh. Kunde.) Me lange leben«vifienschaslliche Theorien? Es ist ew« auf- fallende Tatsache, daß wissenschaftliche Theorien und Hypothesen eine recht verschiedene Lebensdauer besitzen. Es gibt Theorie««, die so fest gesügt, so gut begründet sind, daß fie anscheinend für immer unverändert weiter bestehen, während andrerseits in manchen Zrveigen der Wissenschaft sich die Anschauungen beinahe von Monat zu Monat«oandeln. Die sichersten Ergebnisse hat wohl die Astro- nomi« aufzuweisen, die alle ihre Entdeckungen nur durch Beobach- tungen und Reflexionen gemacht hat Anders ist es bei den experi- mentell arbeitenden Wissenschaften, welche ihre Ergebnisse immer wieder ändern«md nach kurzen Zeiträumen zu neuen Theorien ge- langen. Der berühmte Chemiker Kekutt sagte daher einmal mit Recht, daß chemische Theorien in der Regel nicht älter als 25 Jahre würden, und physikalische Theorien sollen auch höchstens 30 Jahre ihre Gülfigkeit behatten, obwohl sie bei ihrer Aufstellung aufs beste begründet werden. Biologische Theorien scheinen dagegen eine längere Lebensdauer zu besitzen. Lamarcks Deszedenztheorie dauert schon 100 Jahre, und Darwins Selektionstheorie besteht auch bereits über SV Jahre, hat also zahlreiche anscheinend gut begründete physikalische und chemische Theorien überlebt. Wenn auch immer wieder Leute kommen, welche diese großen Theorien angeblich be- groben haben, so werden sie trotzdem noch lange In ihrem Grund- geholt weiterbestehen. Denn sie stellen eine logische Notwendigkeit dar. Der bekonnte Philosoph N. Harimann hat sogar der Darwinschen Selektionstheorie„aproristische Wahrheit* zugesprochen. Ueberblickt man das ganze große Gebiet der Theorien, so scheint die geringste Beständigtett dort vorhanden zu sein, wo am meisten experimentiert«Verden muß. Und das ist verständlich: denn ein neues Erperilneut tonn ganz audr« Deutungen erfordern. Golü aus<�ue 2 99 99 Teilzahlung. Möbel feber Art. 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