Menöausgabe Nr. 424 4 42. Jahrgang Ausgabe F Nr. 2HY ?czi!gsbed!n Anzrigenvreis« sind in der Mergenanszab« angegeben »edatkion: STO. 68, CindcnsUroftc 3 Fernsprecher: Dönhoff 292— 295 T«l..»drefsc:Soz>ssd«i»orra» Berlin Verlinev Volksblettt Zentralorga« der Sozialdemoltratircbeii parte» Deutfchlands Dienstag S. September 1 �25 B-rlag tftti Anzeis-nabteilnng» Seschäftszeit 9-S Uhr Verleger: Dorwäris-Darlag SmbH. Berlin STD. 68, CinDenfltobe 3 Zernsprecher: Dönhoff 2566-2507 Das marotkanisihe Menteuer. Primo de Rivers droht mit Erschie�unge»».— Spanien von Truppen entblötzt. Varls, S. September.(TU.) Die Morgenblättec bringen jetzt Einzelheiten über den mißglückten Landungsversuch bei Ztihuccmas. Französische und spanische Schisse hielten von Sonntag abend ab die Küste ständig unter Feuer und nachdem man die Ris- sieltungcn für genügend erschüttert hielt, schritt man gestern zur Landung. Es zeigte sich jedoch sosort, dag die Artillerie der Risleut: nicht zerstört war. auch hatte das Artiileriefener aus die Felsenfiellungen der Riflcute wenig gewirkt. Die Verteidigung halte die besten Abwchrmasznahmen gctrosfcn. Ein Torpedoboot lies aus eine Rline in der Lucht von Alhucemas und mußte schwerbeschädigt von einem Linienschiff abgeschleppt werden. Auch das spanische Schlachtschiff Alfons XIIL hat durch Artillericfeucr schweren Schaden erlitten. Primo de Rivers, der sich an Bord dieses Schiffes befand, mußte sein Hauptquartier aus einen anderen Kreuzer verlegen. Das fpanisch.französische Oberkommando gibt bekannt, daß am Dienstag nach gründlicher Artillerievorbereitung noch einmal ein Landungsvcrsuch unternommen werden soll. Abd et Krim setzt seine Angriffe vor ollem an der spanischen lv�stsront energisch fort. Es ist ihm jedoch bisher nicht gelungen, die spanischen Linien zu durchbrechen, obwohl sich die Spanier eine große Strecke zurückziehen mußten. Spanische Flugzeuge warfen im ganzen Ris- gebiet Aufrufe Primo de Rivcras ab, worin die Bevölkerung aufgefordert wird. 2lbd cl Krim zu verlassen. Er droht den Stämmen schwerste Strafen an. Alle Leute, die gegen Spauien kämpften, würden von den Spaniern als Rebellen behandelt und erschossen werden. Sollten die Risleule an spanischen Gefangenen Vergeltung üben, so werde er das gleiche an den gefangenen Rifleutcn tun.(Das geschieht im Zellalter des Völkerrechts! Der Völkerbund hätte olle Veranlassung, sich mit den Methoden Primo de Riveras zu beschästigen! Red. d...VA) Räch den letzten Meldungen aus Tetuan erwartet man heftige s/nzriffc der Rislcute gegen die Stadt, die gestern während des ganzen Tages von schweren Geschützen Abd cl Krims beschossen wurde. Die Artillerie der Rifleute steht in höhlen, so daß sie von Fliegern nicht ousgefunden und unf6)ädlich gemacht werden kann. Das Artillerie- feuer hat in der Stadl große Beunruhigungen hervorgerufen und viele Menschenleben gefordert. Räch Meldungen aus Madrid sind gestern 40000 Mann spanischer Truppen nach Marokko abgerückt, um an der Offensive teilzunehmen. Es handelt sich hierbei hanvlsächlich um die jungen Mannschaften der letzten Zahresklasie. Spanien ist jetzt fast völlig von Truppen entblößt. In den meisten Städten befinden sich nur noch Polizeitruppcn, die die Ordnung aufrechterhalten sollen. Aus Fes wird noch gemeldet, daß gestern unter dem Vorsitz des Marschalls P e t a l n ein großer Kriegsrat abgehalten wurde, in dem die durch den Angriff Abd el Krims geschaffene Lage eingehend erörtert wurde. » Paris,&«epiember.(WTB.) havas meldet aus Fes: Nach oewiiscn Meldungen hoben die Spanier die Gegend südlich von Tetuan befreit, bis jetzt ist aber noch keine bestimmte Nachricht darüber in Fes eingetroffen. Der Angriff der Rifleute bei Regaggia und Fondak wurde durch die Spanier nach heftigem Kampfe zurück- gewiesen. Auch auf der französischen Front hat der Feind seine Borstöße gegen Jsfual wiederholt, ohne jedach zum Ziel zu kommen. Mit einem eroberten Geschütz haben die Rifleute den französischen Posten bei Tofrant beschossen. Darauf hat französische Artillerie das Geschütz bald zum Schweigen gebracht. Abd cl Krim Hot aus dem mittleren Frontabschnitt Truppen herausgezogen, anscheinend um den westlichen Frontabschnitt, der besonders Angriffen ausgesetzt ist, zu oerstarken. Einberufung üer Ehina-Konferenz. Zustimmung der Mächte. Peking, 5. September.(MTB.) Alle Mächte, die das Washingtoner Abkommen unterzeichnet hoben, haben nunmehr ihre Bcreilwilligkeit erklärt, an der aus Einladung Chinas um 20. Oktober in Peking zusammentretenden Tarifkonsercnz teilzunehmen. Neue Unruhen in Schanghai. Zusammenstost mit der Polizei. Schanghai, 8. September(WTB. Reuter) Neue Unruhen er- eigneten sich gestern abend im Anschluß an eine Versammlung von 500 Kuli-Agitatoren in der Chinesenstadt, die zum Andenken an die Opfer des Aufruhrs vom 30. Mai und zun, Protest gegen die„un- gerechten Verträge� veranstaltet wurde. Die in wahnsinnige Cr- regung gebrachte Menge eilte zur Fremdenniederlassung, wo sie die Polizei mit Pflastersteinen, Ziegeln, Bambusstangcn und anderen Waffen angriff. Zwei auswärtige Polizeibeamte wurden niedcrgc- schlagen. Da die Lage bedrohlich wurde, sah sich die Polizei genötigt zu feuern. Sie schoß in die Lust und verwundet« einen Mann schwer und zwei leicht. Gegenwärtig ist die Ruhe wieder hergestellt. Jni Chinescnoiertcl wird behauptet, daß ein Aufrührer getötet worden sei. London, 8. September.(EP.) Nach einer Meldung aus Schanghai nahmen an der gestrigen Kundgebung 20 000 Personen teil. Eine Abteilung, die von Studenten angeführt war, drang in das Internationale Konzessionsamt ein, indem sie Fahnen mit der Inschrift vorantrugen:..Nieder mit dem englischen Imperialismus! Nieder mit England! Nieder-mit Japan!" Die internationale Polizei griff ein und ersuchte die Manifestanten, sich zurückzuziehen. Ms die Menge dieser Aussbrderung keine Folge leistete, ging die Polizei mit Knüppeln gegen sie vor, wurde aber mit Steinen be- morsen. Ein Polizist wurde dabei schwer verletzt. Daraufhin machten andere Polizisten von ihren Revolvern Gebrauch. Drei Manifestanten wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Während des Kampfes wurde auch ein Amerikaner schwer verletzt, der in ein Spital überführt werden mußte. Stresemann sucht einen Kugelfang. Dafür ist Tchiele wie geschaffen. Als vor einigen Wochen zum ersten Male der Gedanke einer Konferenz der Außenminister zwecks Abschluß des Sicherheitspaktes auftaüchte. da gaben die Deutschnationalen deutlich zu oerstehen, daß für sie eine Konferenz, in der das Sleich durch einen Stresemann vertreten sein würde, nicht in fsrage kommen könnte. Der Zweck dieser Wühlerei war, die geplante Konserenz zu durchkreuzen. Diese nainen Gemüter bildeten sich nämlich damals ein, daß Deutschland noch in der Lage wäre, das Memorandum vom 9. Februar rückgängig zu machen. Für Herrn Stresemann war diese Opposition gegen seine Person nichts weniger als schmeichelhaft. Inzwischen hat sich dieser aalglatte Politiker die Sache genauer überlegt und in dem Verlangen der Deutschnaiionalen, daß noch andere Mit- olieder des Kabinetts, die der Fraktion Westarp-Laverrenz näherstehen als er, verschiedene Vorteile entdeckt. Es war schon auffallend, daß die vom Auswärtigen Amt inspirierte ..Deutsche diplomatisch-politische Korrespondenz" am vergange- nen Freitag plötzlich erklärte, es stünden einer Konferenz der Außenminister allein gewisse Bedenken entgegen. Jetzt wird die volksparteiliche„Tägliche Rundschau" noch deutlicher und schreibt: Wir würden es begrüßen, wenn die Einladung der alliierten Minister nicht nur an den deutschen Außenminister, sondern auch noch on einen oder an zwei andere Mitglieder de? Kabinetts, vielleicht den Reichskanzler Dr. Luther und den Reichs- iimenminister Schiele, gerichtet würde. Die Agitation der rechtsradikalen Presse wird auch bei einer solchen Vcr- tretung des Deutschen Reiches bei der Ministerkonserenz nicht unterbunden, aber sie würde dochrentgiftet werden, da man dann doch wohl den bei uns so beliebten persönlichen Kampf etwas dämpfen und nicht noch einmal den Versuch machen könnte, dem deutschen Volke vorzureden, daß nicht etwa die deutsche Regierung und der deutsche Reichstag, sondern ein einzelner es„zu einer unwürdigen Knechtschaft führen challe". De� Srnn dieser Ausführungen ist nicht rniß.zuversteheri: Herr Stresemann verspürt keine Neigung, ein RaHtcnau zu wesden. Er ist ziotui em grotz« Vorkämpfer der Koalition mit den Deutschrnitionalen gewesen, aber seine Sympathie für die deutschnotionale Politik hört da auf, wo rechtsradikale Revolverkugeln zu fliegen beginnen. Schließlich ist Rathenau als charakterfester, r e p u b l i k a- n i s ch e r Minister gemeuchelt worden. Sollte man da wirk- lich von Herrn Stresemann verlangen, der w e d e r ein charak- tcrfester n o ch ein republikanischer Minister ist, daß er sich von „nationalen" Helden totschießen lasse, nur weil er Rathenausche Erfüllungspolitik in höchster Potenz fortsetzt? So viel Edel- mut und Selbstlosigkeit kann man von einem Nationalliberalen wirklich nicht verlangen. Deshalb sucht Stresemann nach einer Rücken- und Bauchdeckung, gewissermaßen nach einem K u g e l f a n g. Er würde sich zur Rot mit dem Reichskanzler Luther begnügen, aber n o ch l i c b e r wäre ihm ein wasä)- echter Deutschnationaler wie Schiele. Daher der unmiß- verständliche Wink an die Entente, möglichst noch diese beiden Herren einzuladen und als Unterzeichner jenes Sicherheits- poktes heranzuziehen, durch den Deutschland für ewig auf Elsaß-Lothringen und den Revanchekrieg verzichten wird. Der ölock üer 8S0 Millionen. Eine neue„Aktiengesellschaft". Solingen, 8. September.(Eigener Drahtbericht.) Die Zusammen- fassung der Konzerne Krupp, Thyssen, Phönix, Deutsch-Luxemburger und Rheinstahl soll nach den heute morgen vorliegenden Meldungen von unterrichteter Seite in der Weise erfolgen, daß die bisherigen Firmen aufgelöst werden und dafür eine neue Aktien- g c s e l l s ch a f t gegründet wird. Diese neue Aktiengesellschaft soll ein Aktienkapital von etwa 800 Millionen Mark erhalten. Die Verteilung der Aktien der neuen Gesellschaft auf die Aktionäre der bisherigen Konzerne soll nach einem gewisien Schlüssel erfolgen, der bereits festgestellt ist. Dieser Schlüssel errechnet sich nach der Beteiligung der einzelnen Werke an der R o h st a h l g e m e i n- s ch a f t und am Kohlensyndikat. Die Schulden der bisherigen Gesellschaften sollen nach Möglichkeit in eine Obligationsschuld der neuen Gesellschaft umgewandelt werden. Die Ausstindische» in Kanton hatten zwei englische Journalisten gesangen genommen, mil.Ketten gesessell und ins Gefängnis ge- warfen, wo sie zwei Tage zurückgehalten wurden, bis sie durch Emgreffo» der chmesischen Regierung befreit wurden. Serliner Wahlkampf. Schlustsitzungen der Stadtverordnetenversammlung. Nach längerer Pause tritt die Berliner Stadtverordneten- Versammlung heute wieder zusanmien, um in einer Reihe von Sitzungen zahlreiche, mährend der Ferienzeit angesammelt? Magistratsvorlagen zu erledigen. Inzwischen ist durch Vereinbarung der Parteien im Hauptaüsschuß des preußischen Landtages der Termin ifür die Neuwahlen auf den 25. Oktober festgesetzt. Diese bevorstehenden Wahlen werden böchstwohrscheinlich den Charakter der jetzt beginnenden Sitzungen in starkem Maße beeinflussen. Die kommende Wahl wird eine politische sein und an Heftigkeit hinter keiner anderen parlamentarschen Wahl zurückstehen. Einmal ist die Bedeutung der Berliner Stadtverordnetenversammlung eine viel zu große, da der Berliner Etat und die Berliner Kom- munalwirtschaft erheblich umfangreicher sind als die der meisten Länder, zum andern drängt nach den großen politischen Eni- scheidungen des Sommers, nach dem Kampf um Zölle, Auf- wcrtung und Steuern, um Sichcrheitspakt, um Reichs- und Preußenpolitik alles nach einer Entladung, nach einem Messender Kräfte, das als symptomatisch für den Ein- fluß der verschiedenen Parteien gewertet werden könnte. Das hindert natürlich nicht, daß die speziellen Berliner Verhältnisse in dem bevorstehenden Wahlkanrpf von allen Seiten ausgerollt werden. Die vier verflosierren Jahre der jetzt ihrem Ende entgegengehenden Stadtverordnetenversamm- lung sind die ersten vier Jahre der neuen Einheitsgemeinde Groß-Berlin gewesen, und die Wählerschaft wird darüber zu entscheiden haben, ob die Einheitsgemeinde ge- halten hat, was sie versprach, ob die Parteien im Recht gewesen sind, die für die Schaffung der Einheitsgemeinde eingetreten sind und sie in der Zeit bitterster Not gegen alle Anstürme verteidigt und gehalten haben. Die Sozialdemokratie verfügt im Berliner Rathaus nicht über die Mehrheit Die Zersplitterung der Arbeiterbewegung hat es 1921 dahin gebracht, daß in der Viermillionenstadt der Arbeit eine bürgerliche Mehrheit in die Stadtverordnetenver- fammlung einziehen konnte. Sie verfügte freilich mir über eine Mehrheit von fünf Stimmen und sie hat vor allen Dingen niemals irgendwie zu positiver Arbeit im Jnter- esse der Gemeinde zusammenhalten können. Der einzige Punkt, bei dem Gemeinsamkeit des Auftretens der bürger- lichen Parteien erzielt werden konnte, war, von Kleinigkeiten abgesehen, die sich bei der Vielheit kommunaler Vorlagen immer ergeben, der Abbau des sozialistischen M a g i st r a t s und vor allen Dingen der Abbau unseres Genossen Paulsen. Mit kommunistischer Hilfe haben die bürgerlichen Parteien es erreicht, daß neben einer bürgerlichen Stadtverordnetenversammlung ein Magistrat mit bürgerlicher Mehrheit stand. Aber auch dieses Sieges sind die bürgerlichen Parteien nicht recht froh geworden. Die ausgesprochene Gemeinde- feindlich keit der bürgerlichen Rechten, vor allen Dingen der Deutschen Volksvartei, hat es mit sich ge- bracht, daß auch der bürgerliche Magistrat immer wieder in Gegensatz zur bürgerlichen Rechten geriet und daß eine wirkliche Aufbauarbeit nur mit Hilfe der Sozialdemokratie möglich wurde, die nach wie vor im Berliner Rathaus d i e Partei blieb und bleiben wird, ohne die Arbeit für die Gemeinde nicht möglich ist. In den ersten Jahren der Stadtverordnetenversammlung war die beliebteste Methode der Rechten im Kampfe gegen die Stadt: Sabotage und Obstruktion mit Hilfe der Kommuni st en. Keine einzige der vielen Radau- szenen, die, zur Freude oller geheimen und offenen Antiparle- nientarier auf der Rechten, von den Kommunisten inszeniert wurden, wäre möglich gewesen, wenn nicht die Kommunisten die bewußte Unterstützung der Deuts chnatio- n a l e n gesunden hätten. Diese Radautaktik ist an dem festen Widerstand der Sozialdemokratie und auch der Mittelparteien gescheitert. Seitdem haben sich die Methoden etwas geändert und die Berliner Stadtverordnetenversammlung ist fried- l i ch e r geworden, als man sie im Lande gemeinhin einschätzt. Das Ziel der Rechten hat sich aber keineswegs geändert, den Kampf gegen die Gemeinde setzt sie nach wie vor bei jeder Gelegenheit fort. Im Wahlkampf wird Gelegenheit genug gegeben sein, das im einzelnen nachzuweisen. An der Entwicklung einer blühenden Gemeindewirtschast und einer wirklich lcistungs- fähigen Kommunalverwoltung ist jeder einzelne Bürger der Viermillionenstadt viel zu sehr interessiert, als daß die aus- gesprochene Interessenten- und Kapitalisten- Politik der Rechten unter geistiger Führung der D e u t- scheu V o l k s p a r t e i auf die Dauer verborgen bleiben könnte. Es hat keine einzige große kommunale Frage in der letzten Zeit in Berlin gegeben, bei der nicht die Führer der Volksvartei, selbswerständlich immer eifrig sekundiert von den Dcutschnationolen, der Gemeinde Knüppel zwischen die Beine geworfen hätten. Gegen die bürgerliche Rechte, gegen ihre ausgesprochene privatwirtschaftliche Jnter- essentenpolitik muß sich infolgedessen naturgemäß der Wahl- kämpf in erster Linie richten. Die Bolkspartei weiß selbst sehr genau, daß sie im günstigsten Falle mit der halben Fraktion in die neu zu wählende Stadtverordnetenversammlung zurückkehrt. Und wenn jetzt schon die Gegensätze in ihrer Fraktion dank der doktrinären Politik ihrer beiden Führer schon so groß sind, daß die Verhandlimgen fast aller Au? schlisse imd oft sogar dar.Plenarsitzungen sich in Fraktionsverhaudlungen der Volkspartei verwandelt haben, so ist das nur die logische Folge der unaufhaltsamen R e ch t s e n t w i ck l u n g, die die Partei in den letzten Jabren durchgemacht hat. In der Ge- insindepolitik ist diese Vechtsentwicklung durch den starken industriellen Einschlag und den fanatischen Sozia- st e n h a ß ihrer ausschlaggebenden Männer noch oerstärkt n>orden. Ebenso wenig werden die D e u t s ch n a t i o n a l e n bei dem kommenden Wahlkampf in Berlin aus ihre Kosten kam- men. Daß sie die wahren Schuldigen an den ununter- brochenen Radauszenen der ersten Jahre gewesen sind, werden sie selbst durch ihre Lügenpresse nicht mehr oerheimlichen kön- nen. Sie haben das Glück, in ihrem Pfarrer K o ch den Hauptrufer im Streit so ziemlich dos unsympathischste Mit- glied der Versammlung zu besitzen. Und die wenigen Deutsch- nationalen, die gemeindefreuirdlich eingestellt sind, bleiben genau wie in der Volkspartei bei den entscheidenden Fraktivns- obstimmungen st eis in der Minderheit. Ihr kurz- sichtiger Kamps gegen die Einheitsgemeinde ist absolut zu- sammengebrochen: irgendeine schöpferische Idee haben sie in den ganzen Jahren nicht vorbringen können, ihre einzige Leistung ist die, daß sie sich als Bremsklötze zu betätigen versuchten, ohne mit ihrer rein negativen Einstellung jemals ernstlichen Erfolg gehabt zu haben. Die Kommunisten werden selber nicht recht wisien, welche Linie sie im Wahlkampf beziehen sollen. Sie haben stets getreu die jeweiligen Parolen der jeweiligen Zentrale gefolgt und gehorsam aus dem jeweiligen Boden der jeweili- gen Exekutivemeinung gestanden. Daß die Parolen oft alle vierzehn Tage wechselten, hat nichts ausgemacht: wenn von einer Idee bei ihnen die Rede sein kann, dann müßte man den blinden Haß gegen die Sozialdemokratie eine Idee nennen. Eine aufbauende Gemeindepolitik mit ihnen zusammen ist immer unmöglich gewesen, weil sie niemals den Mut zur Verantwortung aufgebracht haben und aufbringen werden. Die Liquidation der Kom- m u n i st e n ist die Voraussetzung dafür, daß die Arbeiter- schaft wirklich die Verwaltung Berlins fo beherrscht, wie das z. B. in Wien der Fall ist. Keinen Kampf hat die Sozialdemokratie so wenig zu fürchten, wie den Kampf um die Neuwahl der Berliner Stadt- verordnetenversammlung. Sie hat von Anfang an die Ein- heitsgemeinde verlangt, hat sie durchgesetzt und kann m i t Genugtuung feststellen, daß die Einheitsgemeinde sich behauptet und zum Segen der Bevölkerung sich entwickelt hat. Sie hat stets das Interesse der Gemeinde über jedes Sonderinteresse gestellt. Ihre Linie ist klar und der Sieg ihrer Politik gesichert. Die Ar- beiterschaft hat gezeigt, daß sie die gege- bene Trägerin der Gemeindeverwaltung ist: ihr wird trotz aller fanatischen Gegner von rechts und links die Zukunft gehören. . �lfo üoch rückwärts! Auf die„Linie" des 3. Weltkongresses. Als wir den Brief der Exekutive zum ersten Male be- sprachen, stellten wir fest, daß die KPD. nach all den Wirrun- gen und Irrungen der letzten Jahre von vorne anfan- g e n will, daß sie sich auf die Linie des dritten Weltkongresses zurückziehen wird. Die Antwort auf diese Feststellung war ein wütendes Geschimpfe. Wer könnte auch die tiefsten Geheimnisse kommunistischer Parteistrategie zu ergründen wagen, wenn er nicht vom heiligen Geist der Exekutive be- schattet ist Aber wir trösten uns. Heute bestätigt die „Rote Fahne" selbst, was wir am ersten Tage festgestellt hatten. Es folgen jetzt in den Spalten dieses Blattes für tägliche Parolenausgabe authentische Erläuterungen zum Briefe der Exekutive. Darin heißt es: „Die Losung des 3. Kongresses hieß:»Heran an die Massen." Haben wir verstanden, diese Losung ,zu verwirklichen? Nein; nur höchst ungenügend. Wir find bis heute nicht tief genug in die Millionenmassen der deutschen Arbeiterschaft eingedrungen. wir hallen glänzende Meetings, aber unser Einfluß in den Gewerk- schaslcn ist viel zu gering. Wir sind nicht sest genug in den Betrieben verwurzelt. Diese wichtigste Aufgabe der kommunistischen Politik hat die bisherige Führung vollständig vernachlässigt. Man hat langweilige, akademische Betrachtungen über alle möglichen Arten von Manövern und Kompromissen angestellt. Man hat spitzfindige Artikel geschrieben, die kein Arbeiter verstanden hat. Man hat nionatelang über die Abstimmungen in Reichs- und Landes- Parlamenten diskutiert. Aber man hat zwei Dinge vergessen: man hat unseren Zellen in den Tausenden von Betrieben keine politische Munition gegeben, um die Dämme zu sprengen, die uns von den nichtkommunistischen Arbeitern trennen: man hat zweitens unsere Eewerkschaftsfraktionen»ach der Oktoberniederlage nicht reorganisiert: man hat ihnen keine Waffen geschmiedet, mit denen sie unten, in der Zahlstelle, in der Generalversammlung die Bureaukrotie schlagen können. was nützen die besten»Erklärungen" im preußischen Landtag. wenn man gleichzeitig z. B. die Gewerkschastsabteilung auflöst. was nähen die schönsten Phrasen:„Die KPD. die einzige Arbeiter- Partei", wenn man z. B. so tiefgehende Differenzierungsprozesse in der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, wie die Krise der sächsischen SPD. völlig unbeachtet läßt. Man hat hundertmal zu viel Kräfte auf Thesen. Resolutionen und Abstimmungen vergeudet. Man hat hundertmal zu wenig Kräfte dafür eingesetzt, einen neuen Zutritt zu den Massen zu bahnen, eine neue Sprache in der Agitation unter den Arbeitern herauszuarbeiten." Na, also! Da sind wir nnt der„Roten Fahne" wirklich mal absolut einer Meinung. Die langiÄiligen Thesen interessieren in der Tat keinen Menschen, erst recht keinen Arbeiter, und mit den Phrasen von der„einzigen Arbeiter- partei" ist auch nichts getan. Die neuen Thesen interessieren allerdings die Arbeiter noch viel weniger als die alten, soweit eine Steigerung des Mangels an Interesse noch denkbar ist. Wenn die KPD. wirklich ihre ganze Parteigeschichte von 1921 an noch einmal wiederholen will, so wünschen wir ihr zu dieser Pferdekur viel Vergnügen. Die Arbeiterschaft hat B e s s e r e s z u t u n, als sich an diesem Theater zu beteiligen. Hergisches Jungzentrum für Virth. Vertrauen der überwältigenden Mehrheit der Partei. Düsseldorf, 8. September.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag tagte hier die Bertreterversammlung des Bergischen Jung- Zentrums. Nach eingehender Aussprache wurde folgende E u t- s ch l i e ß u n g eiiiftimrpig angenommen: „Die staatspolitische Haltung der Reichstagsfraktion des Zentrums fand in den letzten Monaten nicht die Unterstützung des Bergischen Jungzentrums. Dr. Wirths Austritt aus der Reichs- tagsfraktion hat die schon vorher äußerst lebhafte Be- w e g u n g erneut gesteigert. Unsere Mitglieder und Freunde sind der Ueberzeugung. daß wirklich segensreiche Politik im neuen DeutKliland nicht von denjenigen gemacht werden kann, welche den neuen Geist nicht in sich tragen. Das Bergische Iungzentrum b e- grüßt es, daß durch den Mahnruf Dr. Wirths— aixf seine Form kommt es gar nicht an— endlich ein« die Massen erfassende Aussprache über Ziel und Weg der Zentrumspartei im deutschen Volksstaate eingeleitet ist. Das Bergische Jung- Zentrum steht zu Dr. Wirth in dem heißen Bemühen, das christliche Volk durch alle deutschen Gaue in wahrhast demokratischem und sozialem Geiste zu einer starken politischen Einheit zusammen- zuschwcißcn, getreu den Traditionen der Gründer der Zentrums- partei. Das Bergische Iungzentrum hat z» Dr. Wirth, zu Marx und zu anderen Fraktionsmitgliedern, vor allem aber zu der über- wältigenden Mehrheit der Parteifreunde das Vertrauen, daß sie in diesem Sinne mit ihm kämpfen werden, um die großdeutsche Republik aufrichten und sichern zu helfen. Das Bergische Jungzentrum ruft die übrigen Bunde im Reiche auf, gleichfalls in diesem Geiste jetzt die höchste Aktivität zu entfalten." Die fthöne Tessinerin. Von M. R i e r i ch. Schon auf dem Gotthard sagte man uns:»Wenn Sie nach Lugono kommen, dann versäum?« Sie nicht, noch Gandria zu fahren!" In Lugano selbst setzte man hinzu:„Besuchen Sie bei der Gelegenheit die schöne Wirtin in der Grolle Helvetia!" Ra, schön, wir wollten den dringenden Rot befolgen und fuhren im Motorboot nach dem Fischerdorf Gandria. Das Boot schneidet den hellblauen Luganosee in zwei Halsten. Im Norden wächst, von brückender Sonnenglut überflutet, der Monte San Salvatorc aus dem Bergmeer, aus den die Drahtseilbahn stell von Paradiso herauf- führt: im Osten thront der Monte Bre. Wir sahren am Stodtpark an weit ausgreifenden Laubbäumen, hohen Palmen vorbei. Dann kommt der Vorort Cassarate mit roten Dächern und vielen Boots- onlegestetlen. Aus den Gärten des Monte Brä-Abhanges ragen Zypressen und blühende Oleanderbüsche. In Castagnola, am Fuße des Monte Vre, mit weit sichtbarem Campanile(Glockenturm) hält das Boot. Eine englische Familie mit mimosenhaft schlanken Mäd- chen steigt ein, ihre Hauptsorge ist das Photographieren. Sie knipsen jedes Haus, jeden Baum. Wir fahren in den langen östlichen Arm des Logo di Lugano, und schon taucht das Fischerdorf Gandria aus. Die Häuser klammern sich förmlich an den Steinhängen an. Das Boot setzt uns auf den zerklüfteten Steinen am Strande ab. Die Aussicht auf den See ist so verlockend, daß wir gleich das erste beste„Ristorante" aufsuchen, um den Ausblick zu genießen. Es liegt hoch über dem See und heißt „Bella Bifta"(Schöne Aussicht), lieber dem Ende des ganz von Bergen eingeschlossenen Sees ragt eine mächtige Felsengruppe empor. Dann klettern wir eine enge Gasse hoch. Armselige, in die Felsen geradezu eingehauene Hütten. Die„Barcaioli"(Schiffer) wohnen in den Löchern, arme Teufel, die nur segeln und singen— und abends Spaghetti(Rudeln) esse« und eine halbe Chianti dazu trinken. Tief verwitterte Sandsteinsttegen. Eine kleine alte Kirche. Die Steinhütten haben meist keine Fenster, nur Licht- und Luftaus- fparungen. In ihnen baumeln verwaschene blaue und rote Kittel zum Trocknen. Es stinkt modrig aus den Löchern, und man spürt in dieser Enge und Annseligkeil nichts von südlicher fröhlicher Atmosphäre. Aus einem beschwerlichen Userwege kommen wir von Gandria nach der Grotte Helvetia. einem sauberen neuen Wirtshause mit einem wundervollen Garten. Die junge Wirtin, die es gebaut hat. ist>'» ganz Tessin bekannt. Sie imponiert durch ihre Tessiner Origiuaüracht: rotgeblümtes Kopftuch über den tiesschwarzen Haaren, Mieder, Rückcntuch und weiße Schürze, auch Zoccol!(Holz- pantojjelu). So begrüßt sie jeder: Gast— und singt dann zur Gitarre ueapolttanische Volkslieder, neckisch operettenhaste und xhmÄzmd seutimeutal». Alles im Garte« lauscht. Em Tisch von mageren jungen Engländerinnen ist ganz„futsch". Die sonst so kühlen Damen.Himmeln" und klatschen nach jedem Liebe stürmisch. Drüben glänzt der San Salvetore graublau, und der See schillert durchsichtig. Die Wellen schlagen spielerisch an die Felsen. Eine Barke mit ocnctianijchem Segel und ganz primitivem Steuer gleitet vorbei. Der fast nackte Schiffer läßt seinen Tenor erschallen. Ein Seeadler kreist am Monte Caprino. Ueber unserem Garten ge- lagert liegt der Wein und die Trauben fächeln in der Sonne. Aber schließlich hat alles ein Ende. Das Motorboot kommt. Die Wirtin sagt den Engländern aus engllsch Lebewohl, spricht mit den Schweizern Schwyzerdütsch und plappert ein famoses Italienisch. Uns ober ruft sie„Auf Wiedersehen!" zu, mit einem unverkennbaren Einschlag von Kölner Dialekt. Wir sind einfach baff. Ein deutscher Landsmann, der lange Jahre in Lugano wohnt und der uns das alles ruhig und naiv ge- nießen ließ, gibt uns bei der Heimfahrt die Auskunft:»Denken Sie, diese Wirtin der Grotte Helvetia ist eine geborene Kölnerin— eine echte töl'sche Klüt, die als Kellnerin in Lugano angefangen und sich resolut hochgerappelt hat!" »Anneliese von Dcsiau", Winterbergs heitere Operette, die den Sommer im Berliner Theater verbracht«, eröffnet die Winter- saison im Theater in der Kommandanten st roß«. Wenn die Monarchie in Anhalt-Dessau noch zu retten wäre, würden die Verehrerinnen dieser lustigen und sensationellen Geschichte in Musik es sicher tun aus lauter Begeisterung für das jedes brave Bürgerherz gewinnende Treuverhältnis zwischen dem Erbprinzen Leopold und seinem Bürgermädchen Anneliese. Daß«in regierender Fürst eine Apotheterstochter richtig heiratet, das geht in der Tot über den Hori- zont eines ehemaligen Untertans. Richard Keßlsr hat die Handlung mit einer zweiten etwas leichteren Liebesgeschichte ausgestattet und sie auch sonst frisch und lebendig gestaltet. Wintcrberg, der sich selbst dirigierte, hat eine hübsche, leicht eingehende Musik dazu geschrieben. So war der Erfolg gesichert, zumal an Ausstattung und Darstellung Vorzügliches aufgetischt wurde. Marie E j ch e r als Anneliese war eine ebenso liebreizende wie treuherzige Anneliese, die durch ihr Spiel wie ihre wohlgeschulte Stimme gleichermaßen entzückte. Ca- mille Hammes machte als Fürst Leopold vortreffliche Figur. Nicht minder gut war das zweite Liebespaar besetzt mit K r o f f t- Lortzing, der neckisch-schelmischen Loni Pyrmont, auch die kleineren Rollen der Fürstin(Leona B e r g e r e), des französischen Erziehers(Leopold H a in i s ch) uiib des gravitätischen Hofmarschalls (Fritz Beckmann) waren gut herausgearbeitet..... Eine kleine Hochzeitsreise.. summte allen Besuchern noch lange im Ohr. 6. Das Eherechk im Sowjetstaat. In einem Bericht der englischen Frauengewerkschaster, die kürzlich eine Studienreise nach Rußland unternommen haben, werden auch genauere Mitteilungen über Ehe und Scheidung unter dem Sowjetsystem gemacht. Danach kann ein Mädchen llck, mit 10. ein junger Mann mit 18 Jabren oerheiraten. Die Eye ist zwischen nahen Perwand, en veroo»«n, aber nicht zwischen Onkel und Richte, oder Refsen und Taute. Der Rarne der Perheirateten kann der des Mannes oder der Frau sein oder beide können nnch ihren Eigen narnen ganz wie es ihnen 's Sacbems»Dolchstoß�. Tie„Bundesdrüderschaft" der Teutschnutionalen. Der innere Kontakt zwischen Zentrum und Deutschnationalen ist durch Wirths Austritt aus der Reichstagsfraktion zweifellos brüchig geworden. Die„Bewegung", die der Schritt des ehemaligen Reichskanzlers vor allem im Westen Deutschlands ausgelöst hat, wird sich umso eher durchsetzen, je rücksichtsloser die porlamcn- tarischen Bundesgenossen des Zentrums ihre eigenen Ziele voranstellen. Daß die Deutschnationalen zu den unanständigsten Mitteln der Niederhaltung ihrer eigenen Koalitionsgenossen bereit sind, haben die Bachem-Briefe zur Genüge bewiesen. Die„G e r m a n i a" stellt zunächst sest. daß die Briefe Bachems echt sind, daher keine Ableugnung etwas nutzen wird und schreibt danu über Bachems neueste Epistel: „Und was stellt er dar? Er ist einer der boshaften Gift, pfeile, die je auf das Zentrum abgeschossen worden sind. Das erstaunlichste an der Sache bleibt, daß die Deutschnationale Panei sich offiziell zu einem so unanständigen Geschäft überhaupt her- gegeben hat. Aber im Gegenteil: der Brief ergibt sogar, daß die Leitung in oller Form mit Herrn Bachem konse- riert hat, wie der heimtückische Angriff am besten organisiert werden könne. Und man beachte das Datum des Briefes: 11. Juli 1S25! Also gerade zu der Zeit, wo das Zentrum im Reich mit den Deutschnationalen zusammenarbeitete, um in Zoll- und Steuer- fragen eine Lösung zu finden, bemüht sich die Leitung der Deutsch- nationalen Partei um Material wider die Führer des rheinischen Zentrums, also doch vor allem auch der rheinischen Abgeordneten des Reichstages, um ihnen durch ein unerhörtes B e s p i tze- l u n g s s y st e m das Etikett der nationalen Minderwertigkeit und Unzuverlässigkeit anzuheften. Die Ehre der gesamten Partei ist hier engagiert, dieser Schuß aus dem Hinter- halt wird nicht vergessen werden. Aber noch ein Wort zur Sache. Wenn irgendein Teil des deutschen Volkes, irgendeine Partei Deutschlands das Recht hätie, von sich zu sagen, daß er mit Opfern von Gut und Blut den schlüssigen praktischen Beweis für seine hingebende nationale Ge- sinnung erbracht habe, dann ist es das Zentrum und seine Wähler. Um so empörender der Versuch, wie er hier gemacht werden soll, und um so überheblicher und nichtswürdiger, als er von einer Partei versucht wird, deren Verbreitungsgebiete ständig weit vom Schuß lagen!" Das Zentrum wird von seinen Bundesbrüdern in der Reichs- regierung sobald es sich restlos in deren Hand gegeben hat, noch ganz andere Dinge erleben! Um der„nationalen Belange" willen greift der echt»vaterländische" Mann mit Begeisterung zum Dolchmesser, zum Giftgas und schließlich zum politischen Mord. Und die Partei der Junker gibt chren Segen dazu—„hintenherum"— unter Wahrung„strengster Vertrau- lichteit",_ Die Groß-Yamburg-Zrage. Echo der Braun'schen Rede. Hamburg. 8. September.(Eigener Drahtbericht.) Zu der Er- Närung des Ministerpräsidenten Braun im Hauptausschuß des Preußischen Landtages in der Groß-Homburg-Frage, daß Preußen bereit sei, soweit die Interessen Hamburgs als deutscher Welthafen es erforderten, gegen entsprechende Kompensationen preußisches Gebiet herzugeben, bemerkt das Hamburger Fremden- b l a t t, das schon 1923 in dem Borschloge der Zentralstelle für die Neugliederung des Reiches durch Dr. Drews und Graf Rödern ein Austausch von Wilhelmsburg und benachbarter Gebiete gegen Moorburg gemacht worden sei. Hamburg sei zu Kompensationen bereif und habe entsprechend den Ab- machungen mit Preußen seit zwei Jahren von jedem Schritt in der Groß-Hamburg-Frage Abstand genommen. Nach Zusammentritt des Preußischen Landtages werde es aber seinen Standpunlt betonen, daß es in seiner Stellung als Welthafen preußischen Gebietes bedürfe. Die ganze Angelegenheit dürfe nicht unter dem Gesichtswinkel kleinlicher Gebietsa bbr e t u n g e n beraten werden. Sie müsse immer den großen Gedanken des Welthasens Homburg im Auge behalten, und wenn Preußen auch diesem Standpunkt beitrete, so sei damit«in Wendepunkt in der Groß-Hamburg-Angelegenheit erfolgt, der die Hoffnung aus eine glückliche Lösung eröffnet. beliebt. Eine Sowjetfrau, die einen Ausländer heiratet, behält das Bürgerrecht von Sowjctrußland. Eine Frau fremder Nationalität, die einen Sowjetbürger heiratet, behält ihre Nationalität und kann das Bürgerrecht in Sowjctrußland gemäß den allgemeinen Vorschriften über die Naturalisation von Ausländern im Sowjetstaat erwerben. Der Ehemann kann seine Frau nicht zwingen, ihm zu folgen, wenn er einen neuen Wohnsitz wählt. Während der Krank- heit, Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit des Mannes oder der Frau muß der in Stellung Befindliche für den andern sorgen. Selbst wenn während dieser Zeit eine Scheidung eintritt, dauert diese Ver- pslichtung der Unterstützung so lange fort, bis sie nicht mehr not- wendig ist. Die Ehe ist unter dem Sowjetgesetz ein rein bürger- sicher Kontrakt und hse Scheidung ist leicht. Alles, was der Mann und die Frau zu tun haben, ist, daß sie sich über die Scheidung ver- ständigen: diesen Entschluß haben sie zusammen mit ihrem Ehe- Zeugnis oder einer schriftlichen Erklärung über ihre Ehe den Behörden zu übergeben und die Scheidung ist chnen damtt bewilligt. B. Gegen die Vergewaltigung der Kunst. Das Präsidium der Deutschen Bühnengenossenschaft nahm in einer gestrigen Sitzung zu der Vorbereitung der geplanten Protestaktion gegen die Willkürakte der Justiz, insbesondere den grausamen Urteilspruch im Falle des Schauspielers Gärtner Stellung. Eine von Dr. Nestriepke stilisierte programmatische Kundgebung, die in Kürze der Presse zugänglich gemocht werden soll, wurde nach kurzer Dis- tussion gutgeheißen. In einer der ersten Oktoberwochen wird im Großen Schauspielhaus eine Riesenkundgebung für die Freiheit der Kunst stattfinden, der die Vertreter der literarischen uiii> kritischen Publizistik, sowie die Repräsentanten der kunstbildnerischen Ver- bände breiteste Resonanz leihen werden. In der Sitzung brachte der Anwalt Gärtners. Dr. Hamburger, einen Brief seines Klienten in Umlauf, der mit aller Drastik bewies, wie kleinliche Schikane die „Ehrenhaft" des Schauspielers in krasses Gegenteil verzerrt. Das welkkriegsheldenmal. Der Reichskunstwart Dr. Reds- lob wird Mitte September das Bergland an der Oberweser auf- suchen, um festzustellen, ob in dieser Gegend ein geeigneter Plag zur Aufstellung des geplanten Reichsehrenmals für die Gefallenen des Weltkrieges ist. An der Fahrt werden auch Abgeordnete. Künstler, Schriftsteller und Vertreter der Behörden dieser Gegend teilnehmen. Ob die Errichtung eines solchen Heldenmals der deutschen Republik im Hindenburg-Zeitaltcr überhaupt wünschenswert ist, erscheint uns zweifelhaft. Schweizer Suvfi w der verllner Valionalgalerie. Die grohe Schweizer Kunstausstellung, die zurzeit in Karlsruhe gezeigt wird und die aus dem jetzigen Schaffen aller Teile des Landes mit einem Rückblick über die Schweizer Kunstübung de« letzten Jahrhunderts zulammengestellt worden ist, soll nun auch in Berlin vorgesührt werden. Direktor Jufti will einen wesentlichen Teil der Schweizer Werte In der Nationalgalerie ausstellen. Im walhollall'eciser dezwncn die??uf'üdruiigen der NuSstattungSrevue .Mal wa« andere«- von heule ab täglich um b Uhr. 0cg«!tonzerte im vom. Rur Donnerstag, abend« 8 Uhr, beginnt de» Domorgani« Walter Fischer im Dom seine regelmäßige» Orgettonzerte unter Mitwirkung namhafter Gesang«- und Juilrumcntattüusüer. Programme, die zum Emtrüt berechtigen, zu öS Ps. au der Klche. Bericht öes parteworjlanöes. Zum Heidelberger Parteitag. In einer umfangreichen Denkschrift erstattet der Parteivorstand Bericht über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 1924/2S. Dem Bericht geht eine allgemeine Darstellung der wichtigsten politischen Ereignisse im verflossenen Jahre voraus, in der der Wandel der parteipolitischen Verhältnisse und die Neugruppierung der Kräfte in Staat und Wirt- schaft plastisch hervortreten. Bedeutsam ist der Hinweis des Berichtes auf die Schwenkung der konservativen und militärischen Kreise zur konservativen und plutokratischen Republik.„Für die Sozialdemokraten", heißt es dann weiter,„würde das Bekenntnis dieser Kreise zum republikanischen Staat mit reaktionärem und kapi- talistischem Inhalt die kräftigste Aufforderung bedeuten, der Republik demokratische Grundlage und sozialistischen In- halt zu schassen. Dazu bedarf es ungeheurer Zlnstrengungeu, denn die Mentalität dieser Kreise hat sich nicht geändert." Als Beweis dafür wird in dem Bericht auf den M a g d e- burger Prozeß und seine Begleiterscheinungen hingewiesen. Die ungeheuerliche Hege, die in Verbindung mit diesem Prozeß gegen die Sozialdemokratie betrieben wurde, ebenso wie die daran sich an- schließende Barmat-Hetze wird in knappen Zügen geschildert. Um den Verleumdungen gegen die Partei die Spitze abzubrechen, wurde be- kanntlich vom Parteioorstand ein Prüfungsausschuß einge- setzt, der alle in Frage kommenden Anschuldigungen gegen die Partei und ihre führenden Personen untersucht«. Der Bericht teilt mit, daß einer mit aller Strenge durchgeführten Untersuchung das Anklage- Material nicht standhielt, nur im Falle Gustav Bauer kam der Prü- fungsausschuß in der damaligen Zeit zu der Ueberzeugung. daß für Bauer die Mandatsniederlegung erforderlich sei, die freiwillig er- folgte, die Anklagen gegen Bauer wurden aber Gegenstand eines Ausschlußoerfahrens. In dem ordnungsgemäß durchgeführten Ver- fahren, dessen Beschwerdeinstanz Genosse Professor Dr. Sinzheimer vorstand, wurde der von der Organisation ausgesprochene Ausschluß c is der Partei einstimmig aufgehoben. Der Sachsenkonslikt. Ein recht unerfreuliches Kapitel im Bericht bildet die Darstellung des Parteikonfliktes in Sachsen, der leider noch immer nicht erledigt ist Trotz angestrengter Bemühungen der Parteiinstanzen ist es nicht gelungen, den au» dem Herbst 1923 stammenden Konflikt im ver- flossenen Jahre beizulegen. Einig« Male schien es, als ob bereits der Boden für eine Einigung gesunden wäre, aber dann scheiterte die Einigung doch an diesen oder jenen Widerständen, durch die der Konflikt noch mehr verschärft und die Spannung im sächsischen Partei- leben mitunter bis zur Uirerträglichkeit gesteigert wurde. Im Partei- oorstandsbericht werden alle Phasen dieses Konfliktes in chrono- logischer Reihenfolge ohne eigene Stellungnahme zu der Frage ge- schildert. Wichtig ist der Hinweis auf die l e tz t e P h a s e des Kon- fliktes. Anfang Juli einigten sich die sächsischen Bezirksorstände auf eine Entschließung, wonach sie sich aus den Boden des vom Partei- vorstand am 3. Juli gefaßten Beschlusses, den- sächsischen Landtag scsort aufzulösen, stellten und sich bereit erklärten, im Interesse der Beilegung des Sachsenkonfliktes die schwebenden Ausschlußanträge gegen die Mehrheit der sächsischen Landtagsfraktion zurückzuziehen. Voraussetzung dafür sei. daß die Landtagssraktion noch vor Ver- tagung des Landtages einmütig einem Antrage auf Auflösung zu- stimmte. Leider kam aber auch auf dieser Grundloge keine Einigung zustande, da die Mehrheit der Fraktion nicht für die Auflösung des Landtages zu gewinnen war. Auch der Versuch des Parteivorstandes. eine Zwischenlösung herbeizuführen, blieb ergebnislos. Die Folge war, daß am 3. Juli der Antrag auf Auflösung des Landtages mit den gesamten Stimmen der Fraktionsmehrheit abgelehnt wurde. Dies ist die augenblickliche Loge des Konfliktes, über den nun der Heidelberger Parteitag die endgültige Entscheidung zu treffen haben wird. Die Sozialdemokratie in den Parlamenten. Von außerordentlichem Interesse sind die Abschnitte des Be- richte?, die den Wahlen, sowie der Stellung der Sozialdemokratie in den Parlamenten, Gemeindevertretungen, Kreisausschüssen und Pro- vinziallandtagen gewidmet sind. Eine Uebersicht der Ergebnisie der Reichstagswahlen zeigt, daß der politische Tiefstand, der bei den Wahlen am 4. Mai 1924 erreicht war, jetzt überwunden ist. Während die Kommunisten seitdem in rapidem Abstieg begriffen sind, kann die sozialdemokratische Partei seitdem eine sortgesetzte Zunahme ihrer Stimmenzahlen verzeichnen. Stellt man die Resultate der beiden letzten Reichstagswahlen, sowie der Präsidentenwahl vom 29. März d. I- zusammen, so gewinnt man folgendes Bild: Reichstag«» ahle« Präsidentenwahl 4. Mai i92i 1. Dezember 1924 29. März 1935 Stimmin Proz. Stimmen Pro,. Stimmen Proz. s-lltia- Stimmen.. 2970S795— 30S81985- 26865103— SPD...... 6009713 20,5 7 890989 28,0 7 80249» 29 üiadhiinaige.... 261559 0.9 98909 0,3-— K nmiimften... 5 693 139 12 6 2 708346 9,0 1 851815 7 Bürgerliche Parteien. 197tbZä4 66,0 19695889 64,7 17191792 64 Die vorstehenden Zahlen zeigen, daß der Prozentsatz der sozial- demokratischen Stimmen seit dem 4. Mai 1924 von 20,5 aus 26,0 bei den Wahlen vom 7. Dezember und aus 29 bei den Prästdentenwahlen gestiegen ist. In derselben Zeit ist der Anteil der kommunistischen Stimmen von 12,6 auf 9,0 bzw. aus 7 Proz. gesunken. Diese Zahlen, zusammen mit der Tatsache, daß der Anteil der bürgerlichen Stimmen von 66 aus 64 Proz. gesunken ist, zeigen, daß der tiefste Punkt der politischen Entwicklung Deutschlands überwunden ist, und daß die Werbekrast der Sozialdemokratischen Partei in den breiten Kreisen der Bevölkerung sich in steter Zunahme befindet. Ein allgemeines Bild der Stärke der Sozialdemokratie in den gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und der Länder ergibt sich aus folgender Tabelle über die Zahl der fazialdemokra- tischen Abgeordneten am 1. Juli 1925: Wg. Vcutich. Reichstag 181 Preußen.... 114 Boyern..«. 24 Saäzl'en.... 40 Württemberg.. 13 Baden.... LI Thüringe«... 17 Hessen.... 26 Hansestadt Hamb. 53 Mecklenb.-Schwer. 15 darunter Frauen 16 17 1 t 1 2 1 1 6 0 darunter Frauen Oldenburg... 9 0 Braunschweig.. 19 1 Anhalt..... 15 0 Hansestadt Bremen 47 5 Lippe-Detmold.. 8 1 Hansestadt Lübeck. 29 8 Mecklenb.« Strelitz. 8 1 Waldeck.... 5 0 Schoumburg- Lippe 8 1 Nicht minder interessant wie die vorstehenden Zahlen sind die Angaben des Berichtes über die Stärke der Sozialdemokratie in den Gemeindevertretungen. Kreisausschüssen und Proviuziallandtage». Unter den Nachwirkungen der In- flationszeit hatte auch die Neuwahl der Gemeindeverhmgen in Preußen am 4. Mai 1924 einen Mandatsrückgang gebracht. Doch die inzwischen in einzelnen Gemeinden vorgenommenen Wahlen, bei denen die Sozialdemokratie ihre alte Stärke wiedergewonnen hat. be- weisen, daß die Verluste bei einer Neuwahl wieder wettgemacht Vab« dürsten, Trotz des eben erwähnt« Mandatsrückganges zählen wir nach der letzten genauen Erhebung— der ersten, die nach der Vereinigung der beiden sozialistischen Parteien stattgefunden hat, — 45488 sozialdemokratische Gemeindeoertreter und zwar in 1080 Städten 6233 männliche und 270 weibliche Stadt- verordnete und in 6967 Orten 30 750 männliche und 197 weibliche Gemeindevertreter-, in 711 Städten haben wir 1500 Magistratsmit- gliedor, in 2024 Orten 2829 männliche und l weibliches Mitglied in den Gemeindevorständen: an Kreistagsmitgliedern zählen wir in 531 Kreisen 3218 und in den Provinziallandtagen 419 männliche und II weibliche Vertreter. Organisatiou und Agitation. Leider hat sich die Zunahme der politischen Werbekrast der Partei noch nicht in entsprechendem Maße im Organisationsleben selbst aus- gewirkt. Obwohl die Mitgliederzahlen seit Mitte vorigen Jahres in zahlreichen Gebieten eine steigende Tendenz aufweisen, ist der Rückgang der organisierten Mitglieder, der als Folgccrschci- nung der Inflationsperiode, der wirtschaftlichen Krise, der Arbeits- losigkeit und der niedrigen Löhne eingesetzt hatte, noch nicht wettgemacht worden. Die Zahl der männlichen Mitglieder sank im Berichts- jähre um etwa 100 000, während an weiblichen Mitgliedern 5000 mehr gezählt wurden. Nur in 7 von 32 Bczirtsorgomjationen, und zwar in B e r l i n, Breslau, Hessen-Nassau, Hessen-Kossel, Niederrhein, Oberboyern-Schwaben und Baden, steigerte sich in der Zeit vom 1. April 1924 bis 31. März 1925 die Zahl der männlichen Parteimitglieder, olle übrigen hatten Verluste zu verbuchen. Die Gesamtmitgliederzahl betrug am Schlüsse des Berichtsjahres 844 483, darunter 153 693 Frauen. Dos innere Gesüge der Parteiorganisation muß als durchaus gesund und zufriedenstellend bezeichnet werden. Di« agitatorische Betätigung bei den zahlreichen Wahlkämpfen wie der innere Aus- bau des Organisationskörpers lassen dies erkennen. Der unter dem Druck der Inflation erfolgte Abbau der Organisationseinrich- tungen konnte wieder voll rückgängig gemacht werden. Auch die Agitatiousarbeit des Porteivorstandes ist im Be- richtsjahre wieder zur Entfaltung gekommen. Obwohl die Bar- mittel kurz nach der Währungsstabilisierung sehr beschränkt waren, konnte den Bezirken außer Gratislieserung von Plakaten, Ar»- schüren und Flugblaitern noch Borzuschüsse in der Höhe von 124 000 Gmk. gewährt werden. Für die Reichstagswahlen am 4. Mai und 7. Dezember wurden über 60, teils illustrierte, Flugblatt- entwürfe den Bezirksleitungen in Form von Matrizen zur Verfügung gestellt. Auch zur Haupt- und Nachwahl des Reichspräsidenten wurden trotz der Kürze der Zeit zehn verschiedene Flugblätter an- gefertigt. Nach den Angaben der Bezirksleitungen wurden mehr a l s 200 Millionen Flugblätter oerbreitet, ungerechnet derjenigen, die große städtische Ortsvereine für sich allein heraus- gegeben haben. Neben den Wahlhandbüchern für die beiden Reichs- tagswahlen und der preußischen Landtagswahl wurden Referenten und Funktionäre mit Reserentenmaterial und Rededispositionen, die jedesmal in einer Auslage von 10 000 bis 15 000 Exemplaren gedruckt wurden, unterstützt. Den Bezirken wurden unentgeltlich Plakate in einer Anzahl von 3,2Millionen Stück zur Verfügung gestellt. Außer den Wahlflugblätt-rn gelangten 17 verschiedene Broschüren und 10 Flugblätter über verschiedene Spezialfragen zur Dertellimg. Dazu kommen noch 18 verschiedene Flugblätter(SPD.-Material) in einer Auflage von je 10 000 bis 20 000 Stück. Der laut Beschluß des Görlitzer Parteitages begonnene Der» trieb von Parteiabzeichen in Form von Nadeln und Broschen ist auch im Berichtsjahre fortgesetzt worden. Am 4. April 1922 wurde mit dem Vertrieb begonnen, insgesamt wurden 438 435 Stück Abzeichen an Parteimitglieder abgegeben. Hierzu sst im Be- richtsjahre der Bertrieb schwarzrotgoldener Fahnen in großem Ilmfange hinzugekommen. Am 1. Juli 1924 wurde die Fahnen- und Abzeichenoertriebsftelle errichtet, der es mit Hilfe un- screr Bezirksleitungen gelungen ist, innerhalb eines Jahres rund 100000 schwarzrotgoldene Fahnen abzusetzen. Frauen- und Zugendbewegung. Wie bereits erwähnt, weist die Mitgliederbewegung eine Ju- nähme von mehr als 5000 weiblichen Mitgliedern auf. Allerdinas mutz hierbei festgestellt werden, daß in 14 Bezirken eine Abnahme zu verzeichnn ist, die jedoch durch die Zunahme in den übrigen Bezirken mehr als wettgemacht wird. Das Zahlenverhältnis der weiblichen Mitglieder zur Gesamtzahl der Mitglieder bewegt sich zwischen 5,8 und 27,6 Proz. bei einem Durchschnitt von 18,2 Proz. In krassem Mißverhältnis hierzu steht die sozialdemokratische Frauenvertretung in den Gemeinden, sowie in den Kreis- und Provinziallandtagen. Unter insgesamt 6500 Stadtverordneten sind nur 270 oder 4 Prozent Frauen. Schlimmer noch als in den Stödten ist es in den ländlichen Gemeinden. Hier finden wir sogar nur 0,6 Proz. an Frauen als Ge- mcindeoerlreter. In den Kreistagen und in den Provinziallandtagen fehlen die Frauen fast ganz. Ein ähnliches Mißverhältnis zeigt sich auch in der Beteiligung der Frauen innerhalb der Parteiführung, d. h. in den Vorständen, zu deren Arbeit die Frauen nicht in ent- sprechendem Maße herangezogen werden. Als besonderer Zweig der Tätigkeit der sozialdemokratischen Frauen hat sich im Berichtsjahre die Arbeit in den Institutionen der Arbeiterwohlfahrt entwickelt. Nachdem im September 1924 in Hannooer eine über jedes Erwarten gut besuchte Reichskonserenz stattgefundn hatte, wurde der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt organisatorisch ausgebaut. Die Arbeiterwohlfahrt hat im Berichts- fahre äußerst fruchtbringend gearbeitet und sich als ein wertvolles Hilfsmittel zur systematischen Beschäftigung und Weiterbildung ar- beitssreudiger Genossinnen erwiesen. In der Arbeiterjugendbewegung ist leider ein gewisser Rückgang zu verzeichnen. Wenn zu Beginn des Jahres 1924 im Ver- band der Sozialistischen Arbeiterjugend ein« recht erfreuliche Mit- gliederzunahme festzustellen war, so Hot dieser Ausschwung sich nicht fortgesetzt. Ende 1924 zählte der Verband in 34»ezirksverbänden rund 9 5 000 Mitglieder im Alter von 14 bis 16 Iahren. Die Vcrbandszeitfchrist„Arbeiter-Iugend" hielt im Laufe des Berichts- jahrcs eine Auflageziffer, die zwischen 50 000 und 53 000 schwankt«. Die Zahl der Jungsozialistengruppen betrug am Jahresende 179, in denen rund 4000 Mitglieder vereinigt sind. Dies« Gruppen widmeten sich vor allen Dingen der theoretischen Ausbil- dung, die durch die Veranstaltung von Diskusstonen über aktaell- politische oder wissenschaftliche Probleme gefördert wurde. -i- In den weiteren Abschnitten des Berichtes wird über die Ar- beitsgeineinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnnen, über die Beamtenbewegung, das sozialdemokratische Bildungswesen, die Reichsarbettsgemeinschaft der Kinderfreunde, das Parteiarchiv, die Tätigkeit des Parteiausschusses, die Parteipresse und das Verlags- wesen der Partei berichtet. Ein Abschnitt über die Sozialistische Arbetterinternativnale, sowie eine eingehende Kasisnabrechnung der Bezirksorganisationcn und des Parteioorstandes befchlkßcn den reichhaltigen Bericht. Der dritte Mann. Es gibt da ein amüsantes Spiel, das die Kinder oft und gern spielen: Dritten Mann abschlagen. Das ist eine ewige Hetzjagd »ach dem Schuldigen, dem Stein des Anstoßens sozusagen. Einer drängt sich vor den anderen, und wer den verhängnisvollen Abschlag erhält, der stürzt in fieberhafter Eile los, um dos Omen dieses Schuldspruches von sich abzustreifen. Ein wirrer Kreislauf der Gefühle. Wo war der Schuldige? Wer war der Erreger? Im Manne steckt ein Kind, das will spielen. Wir find, mit Verlaub, auch so eine Art kindlicher Amokläufer geworden. Wo steckt der Teuerungserreger? Wer ist's, der den Massen den Hunger in den Magen treibt: Der Herr Dr. Luther und feine deutfchnationoleil Genossen haben die Zölle gezeugt, da ist nun sicherlich kein Zweifel. Aber der Vater des Reichs will ja abbauen.—„Dritten Mann abschlagen! Herr Luther, warum laufen Sie so stürmisch?" Das hat feine Ursache. Er sucht den Mann dem er den Zollabschlag weitergibt. Da ist der Einzelhandel. Da sind die Engrosschlächter. Die Ladenschlächter, die Fleischer. Einer drängt sich vor den anderen. Es ist ein wirrer Kreislauf der Gefühle. Der Schuld. g e f ü h l e. Nur das Publikum, das dieses lustige Training der be- unruhigten Gewissen mit ansieht, ist nicht so interessiert, wie. sagen wir, die väterlichen und mütterlichen Managers auf einem Kinderfest. Es liegt da etwas in der Luft. Sie suchen den dritten Mann. Die Zielscheibe für den Hungerwinter. Aber unsere Mägen beginnen zu knurren. Und Alimente zahlt im allgemeinen derjenige, der das Kind in diese unvollkommene Schöpfung setzte. Es ist ein Rennen von Don Quichottes beim Turnier gegen Windmühlen. Nur mit dem Unterschied, daß unsere Windmühlenstreiter silier Warum sehr gut Bescheid wissen. Die Schwinöellegion. Diener Kriegsordennepp in Berlin. Seit längerer Zcit befaßt sich ein Wiener Verein, der sich „Oesterreichische Ehrenlegion" nennt, mit der Ausgabe von sogenannten„Kriegserinnerungskreuzen". Geschäft-. stellen dieses Vereins hatten sich auch bereits in Deutschland gebildet, als die österreichischen Behörden die Gründung dieses Ver- eines untersagten. Der vom Verein gebildete„O r d e n s r a t" und die sogenannte„Ordenskanzlei" wurden behördlich a u f g e l ö st. Seither scheinen die hinter dieser Vereinsbildung stehenden Personen, insbesondere der österreichische Hauptmann a. D. Roland Held und ein Major a. D. Gustav Martinides, das Feld ihrer Tätigkeit nach Deutschland verlegt zu haben, wo die Behörden bisher noch nicht gegen die Bildung des Vereins eingeschritten sind. Außer einem immer lebhafter werdenden Verschleiß der erwähnten Erinnerungskreuze beruft nunmehr ein gewisser Willy R e i n k e als „Landesvorsitzender des österreichischen Kriegserinnerungskreuzes" (Oesterreichische Ehrenlenion) für Berlin und Brandenburg einen Begrüßungsabend zu Ehren des„O r d e n s k a n z l e r» der öster- reichischen Ehrenlegion", Roland Held, für den 12. d. M. in das Weinhaus„Rheingold" ein. Zur Illustration des Programmes ist die in dem Punkt 4"---»führte„Ueberreichung der Kriegserinnerungs- kreuze an die zu dekorierenden Ritter durch den Ordenskanzler" bezeichnend. Es erübrigt sich wohl zu sagen, daß ein österreichischer Verein, dessen Bildung in Oesterreich untersagt und auch ver- hindert wurde, um so weniger Daseinsberechtigung außerhalb Oesterreichs besitzt und eine von ihm um 5 M. verkaufte Dekoration vollkommen wertlos ist. Interessenten werden vor einer gänzlich nutz- losen Beteiligung an der angesagten Veranstaltung gewarnt. Die„Höllenmaschine. Eine verdächttge Sendung traf vor einigen Tagen bei dein Postpaketamt aus dem Anhalter Bahnhof ein. Es war eine Kiste- von erheblicher Größe. Die Anschrift auf ihr und dem Beglcst- schein lautete:„An den Ober st en Kriegsherrn, Kaiser Wilhelm L, Barackenlager 1, Berlin." Begleitschein und Adresse des Paketes trugen den Absendervordruck„Konditorei Fürst, Salzburg, Brotgasse 5". Die Post wußte nicht recht, was sie mit der Sendung anfangen sollte, vermutet« eine Höllenmaschine und übergab die Kiste der Kriminalpolizei. Diese schaffte sie aus den Gesängnishof des Polizeipräsidiums und öffnete sie unter Anwendung aller Vorsichtsmaßregeln und fand darin statt der ge- fürchteten Höllenmaschine eine schöne Torte von dcr Größe eines Automobil-Varderrades. Nun war aber doch nach die Frage, ob die Torte nicht vielleicht vergiftet sein könnte. Ein Beamter entschloß sich mutig, eine kleine Probe zu wagen. Es ergab sich, daß sie keinerlei Gift enthielt, dagegen sehr wohlschmeckend war. Nach diesen Feststellungen wurde die Torte dem Waisenhaus über» geben. Was der unbekannte Absender mit der Sendung bezweckte, läßt sich nicht feststellen._ Ein neuer Dachstuhlbrand. Im Dachstuhl des Hauses B e r n a u e r Straße 5, an der Ecke der Ackerftratze, brach heule morgen gegen 5% Uhr Feuer aus. Die Turmwachen der Emmauskirche und des Rathauses Schöneberg merkten den Brand alsbald und meldeten ihn zu gleicher Zeit der Feuerwehr. Die Brandwache 10 rückte mit 3 Zügen aus und bewältigte das Feuer, dos noch keine große Aus» dehnung angenommen hatte, in IZ� stündiger Arbeit. Der Dach» stuhl wurde zum Teil zerstört und die Wohnungen des obersten Geschosses erlitten durch das Wasser auch diesmal wieder schweren Schaden. Die Brandkommission der Kriminalpolizei begab sich sofort an Ort und Stelle, um die Ursache zu untersuchen. Ihre Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Es läßt sich deshalb noch nicht sagen, ob abermals eine Brandstiftung vorliegt. Der Brandort liegt diesmal im Norden der Stadt in der Nähe der Versöhnun"?. kirche.__ Ein Protest der Arbeitsiuvaliden. Vom Zentralverband der Arbeitsinooliden wird uns geschrieben:„Durch.den Beschluß des Reichsrats vom 5 September, den Sozial- und Kleinrentnern eine wirksame Sicherung zu bieten, daß ihnen eine gehobene Fürsorge zuteil wird, indem iii der Regel die Richtsätze für Sozial- und Kleinrentner um wenigstens% höher sein müssen als für andere Hilfebedürftige, wird der jetzige unhaltbare Zustand nicht beseitigt. Der Beschluß nimmt den unsozialen Gemeinden nicht die Möglichkeit, in ihrer bisherigen Art den Sozialrentnern völlig ungenügend zu helfen. Für die sozial hochstehenden Gemeinden ist der Beschluß vielfach nicht durchzuführen. Wenn aber dieser Beschluß wortgetreu durchgeführt würde, bedeutete er. daß eine Gemeinde, deren Unterstützungssatz 60,— M. im Monat bettägt, diesen um 15,— M, erhöhen müßte und in einer Gemeinde, wo nur 24,— M. Unterstützungssatz besteht, würden nur 6,— M. mehr gegeben werden. Wir protestieren entschieden dagegen, daß man solche wichtigen Fragen ohne Fühlungnahme mit den Jnteressenten-Organisotionen durchführt. Wir erblicken darin eine grobe Mißachtung der Veteranen der Arbeit." Haltet die Ufer frei! Um die Ufer der öffentlichen Gewässer kämpfen die privaten Grundbesitzer in hartnäckigem Widerstand. Daß Fluß- und Seeuser ein Gemeingut des Volksganzen sein müssen, will ihr Eigennutz nicht zugeben. In den zum Verwaltungsbezirk Zehlendorf gehören- den„vornehmen" Siedlungen der H a v e l g e g e n d hat der Plan. den orhollingsbedürstigen Berlinern doa Zugang zu öffentlichen Ge- wässern durch Anlegung von Userwegen zu sichern, einen „Entrüstungssturm" hervorgerufen. Eine Versammlung von Besitzern der W a s j e r g r u nd st ü ck e. die in W a n n s e e tagte, hat„cncrgilckeii P r o t e st" gegen di-se» Bstn erhoben und erklärt, daß sie darin„eine Vergewaltigung ih.er in der Reichsver- sassung gewährleisteten Rechte als Staatsburger und eiu« Verstoß gsn das Gesetz betreffend Uferstraßen und Freiflächen" sieht. Die Herrschaften nehmen den Mund etwas vail, aber es ist zu Harfen, daß ihr Geschrei ihnen nicht helfen wird. DieSee-- und Fluß- ufer sind Gemeingut— dieser Grundsatz muß Geltung er- langen trotz ollem Widerstand privaten Besitzes. Sewucherung Ser Sozialrentner. „Billige" Sohlen über den Richtpreis. Die Stadtverwaltung bereitet für diesen Winter wieder die B c- .ieferung der Sozial- und Kleinrentner mit Brennmaterialien, namentlich mit Briketts, vor. lieber die Preisgestaltung und über die Organisierung fand, wie wir Haren, eine Besprechung der Wohlfahrtsdezernenten der einzelnen Bezirke stall. Die Arbeitsgemeinschaft der Berliner Kohlenhändler verlangr als besondere„Vergünstigung"(!) für einen Zentner Briketts bei Selbstabholung durch die Ventner(!) nicht weniger als l,4Z?R. Dieselben Herrschaften haben im.�fohlcnbändlcr" vom 2S. August als Richtpreis für die Lieferimg an Behörden den Preis von M. lestgesetzt. Dabei versteht sich dieser Preis nicht etwa für abzuholend« Ware, sondern für Kohlen, die der Händler auf den Hof der betreffenden Behörde zu liefern hat. Es wäre überhaupt an der Zeit, die Prciskolkulationen der Kohlenhändler einmal nachzu- prüfen. Es würde sich dabei herausstellen, daß die Preisberechnung so erfolgt, daß für eine nun einmal vorhandene Anzahl von Kohlen- Händlern eine Lebensstellung möglichst mit Pension und jährlichem Aufenthalt an der Riviero garantiert wird. Infolge der Kriegs- Wirtschaft und der großen Kohlennot hat die Zahl der Händler viel mehr zugenommen als es bei dem verringerten Absatz der Fall sein dürfte. Bon dem Konsumenten wird jetzt verlangt, daß er d i'e Uebersättigung des Handels mit überflüssigen Existenzen zu feinen Losten trogen soll. Das schlägt ollen gesunden hauzwirtschaftsiören Grundsätzen direkt ins Gesicht, Wenn ein großer Betrieb sich nicht mehr rentiert, wird er geschloffen und die Arbeiter entlassen. Wenn der Absatz für die Zahl der Kohlen- Händler zu gering ist. wird einlach oui dem Wege über die Arbeits- gemeinschalt der Kohlenhändler der Preis so hoch festgelegt, daß jeder einzelne Händler existieren kann. Wozu hat eigentlich die Stadt Berlin eine eigene große und leistungsfähige Kohlen- h o n d c l s g e s c l l s ch ä l t. Man könnte doch mindesten? erwarten, daß im Zeitalter der Preisabbauaktion der Reichsregierung der Magistrat sich von seiner eigenen Kohlenhandelsgcsell- schalt deren Selbstkostenrechnung vorlegen läßt, um die mrverschämlen Forderungen der Arbeitsgemeinschaft der Kohlen- bändler aus ihre Berechtigung nachzuprüfen. Die Berliner Brenn- stoilgesellscholt muß doch so geleitet sein, daß sie in der Lage ist, mit exakten Angaben dienen zu können. Die Bevölkerung erwartet jedenfalls vom Magistrat, daß er gegen die Bewucherung der Sozialrentner bei diesen Kohlenlieferungen energisch Fr ont macht. Kein Generalstreit der Mieter. Der Reichsbund Deutscher Mieter e. B. legt Wert auf die Feststellung. daß er der Meldung einer Berliner Abendzeitung, wonach ein Generalstreik der Mieter geplant sei, völlig fern stehe. Eine neue lluxendherberge am Gamense«. Am Sonnabend fand die Uebcrgabe der neuen Jugendherberge„G a m e n s e e" bei T i«? c n s c e durch Landrar Menget vom Kreise Obcrbarnim an den Zweigousschuß Mark Brandenburg für deutsche Jugendherbergen stall. In onbetracht des schlechten Wetters hotten sich nur wenig Iugevdmanderer eingefunden. Am Sonntag war der Besuch bei dem klaren, wenn auch kühlen Herbsttag bedeutend stärker und mit Rezitationen, Spiel und Volkstänzen wurde die Eröffnung der Jugendherberge stimmungsvoll gefeiert. Die Herberge, die sehr idyllisch am Gamense- liegt, bietet 1Z0 Personen Unter- kommen. Ein ständig dort wohnender Herbergsvater sorgt für Reinhaltung und Ordnung der säzonen Herberge. � Die 20. Berliner Serfen-Zubiläumsmeste wurde- am letzten Sonntag mit einem Quartettgesang von Mitgliedern des Deutschen Opernhauses Charloitcnburg und durch eine Begrüßungsrede des Vorsitzenden dos Zenrralverdondes der Seifenhändler im großen Saalbau� de? Brauerei Friedri chshain eröffnet. Der Besuch der Ausstellung, die bis Dienstag, den 8. September, geöffnet ist, war gleich am ersten Tage sehr groß, Ter verschwundene Ebemann. Der Händler Lemke aus R a u g a r d lebte feit längerer Zeit mit feiner Frau und feinen erwachsenen Söhnen in Unfrieden. Bor «inigen Wochen verließ er nach einem heftigen Streit seine Be- Häufung und kehrte nicht wieder zurück. Da er auch den Angehörigen lind Bekannten kein Lebenszeichen gab, so tauchte, durch Klatsch unterstützt, der Verdacht aus, der Vermißte sei von seiner Frau und den Söhnen ermordet worden. Obwohl trotz eifrigen Suchens der DeHörden die Leiche des Lemke nicht gefunden wurde, nahm man die Frau unrer dem D-rdocht des Mordes an ihrem Ehemann fest und brachte sie in Untersuchungshaft, wo sie bis Sonnabend voriger Wache verblieb und ihre Entlassung wäre auch dann nach nicht er- folgt, wcnnn an dem Tage ihr Mann nickst plötzlich nach Hause z u- rückgekehrt wäre. Der Mann, welcher solange außerhalb war, mußte nickst, unter welch schwerem Verdacht seine Angehörigen ge. standen hallen Amundsens Schiff Maud ist nach San Francisko abgegangen, wo es verkauft werden soll. Fiasko de» Fluges Si Franziska-Honolulu. Auch der letzte Teilnehmer am amerikovilckien Rieseuflug mußte wegen Ben, in- mangels 200 Meilen östlich Honolulu niedergehen. Man befürchtet, daß die fünf Insassen dieses Flugzeuges im Meere ertrunken sind. Groß-Serline? partewachrichten. tv. Lbt. Die Funktiavärtonfeeenz tällt- heute abend au» It. Abt. Mittwoch, 7V, Ul>7. Zahladenb«: chrupve 1 bei Ziä-ner, Immanuel» Itnfjftrofct 36; Gruppe la bei Lchmidt, Marienburaer Etr. tS; Gruppe 2 bei Schleiß, Chrillburger Slr. 36, Vortrag de? Gen. Mielble:„Der Grund de» Wobmumselend»"; Gruppe 3. S llhr, bei Köhler l.Schweizerbäuschen"). Greil«- — Str. SO, Dorlraa br» Gen. Penn über Somr--------- . Dienstag, TV« Ufir lZunktionärkimlereiu.. .....?'_____ Kaiserstrgße. Thema; Warum Schutzzoll? Reserent Ernst Sehrt». Berlin. Uhr Funttionärkonserenz bei Wiersdorff. Urbanstr. 6 �rauenabend bei Mobisch, GLWs?Kschöftsböweg u ng Zum Lohnkonflirt bei öer Relchseisenbahn. Man schreibt uns; Die Deutsche Reichsbahngesellschast überschwemmt zurzeit die Tageszeitungen mit dem Stand ihrer Finanzen und gibt dabei an, daß 58 Proz. ihrer Einnahmen für Personalbesoldung und Löhne aufgewendet werden müssen. Dabei wird jedoch verschwiegen, wie sich die Ausgaben auf die einzelnen Gruppen der Beamten und Ar» beiter verteilen. Für eine Aufbesserung der Gehälter und Löhne feien keine Mittel vorhanden. Wenn die Deutsche Reichsbahngescll- schaft wirklich so schlecht daran ist, weshalb ist sie dann in der Loge, die das Personal demoralisierenden Lei st ungszu logen auf- zubringen? Diese sollen, nach den Angaben der Gesellschaft selbst, jährlich etwa llltl Millionen betragen, von denen in der Hauptsache nur die hoch st cn und höheren Beamten profitieren. Die Arbeiter sind davon überhaupt ausgeschlossen. Es ist venxmndcrlidst_daß die Beamten und Arbeiter sich diese Begünstigung einzelner„strebsamen" so ruhig gefallen lassen. Mir diesen 100 Millionen und den von der Gesellschaft in Aussicht ge- stellten weiteren 120 Millionen ließe sich ganz bestimmt eine erträg- lichc Auibesscrung der Löhne erzielen. Aber man will einfach nicht und will so die Arbeiter in den Streik treiben, ohne Rück- ficht darauf, daß ein Streik dem deutschen Volke einen unberechcn- baren Schaden verursachen wird, der nicht mit 100 und 200 Mil- lionen, sondern bedeutend höher anzusetzen ist. Daß die unteren Beamten und vor allem die Arbeiter der Reichsbahn dringend einer Ausbesserung bedürfen, ist zweifellos, da die amilichen Angaben selbst eine eineinhalbsache Steigerung der notwendigsten Lebensmittel- kosten feststellen. Daß die Beamten— aber beileibe nicht die höchsten und höheren— samt den Arbeitern die Finanzen gesund gehungert haben, haben die höchsten Regierungsvcrtreter selbst zu- gegeben. Bis jetzt hat man aber von den führenden Männern nur schöne Worte gehört, doch keine Taten gesehen! Wie wäre es, wenn sich diese Herren und insbesondere auch der zukünftige Schlichter in der Lohnstreitsragc einmal 8 bis 10 Tage mit dem Lohn eines Eisenbohnorbeusrz begnügen würden, um am eigenen Leibe zu er- fahren, welche Gefühle ein unzureichender Lohn erweckt? Aber, wie gesagt, nichts als Worte; Taten fehlen und der krasseste Egoismus siegt Ein Beamter der Gruppe f muß vierzehn Jahre arbeiten, um soviel zu verdienen, als die Zinsen des Iahresgeholts des Generaldirektors allein ausmachen! Die Präsidenten der Reichs-- bchndirektionen beziehen 20 000, 13 000, 12 000 M. an Leistungszulagen! Entsprechend abgestufte Beträge erhalten dann die höheren Bcamien bis herab zur Gruppe 10, wabrend der Rest mit ganz kleinen Teilbeträgen abgespeist wird. Diese Millionen bilden einen Ueberschuß! Warum wird er nicht entsprechend oermendet(denken mir nur an die Wohnungsnot!), anstatt in die Taschen einiger Weniger zu fließen? Bei einer richtigen Berwaltilngspalitik wären die Beträge zur Zlufbcflenlng sehr wog! von der Reichsbahngesellschast auszubringen, wenn si? nur den Mut hierzu ausbrächte und das Sprichwort:„Der Gaul, der den Haier verdient, kriegt ihn nicht", in ihrem Geschäftsbereich nicht gelten lassen würde. Ter Protest der Eisenbahner. Easlel, 8. September.(Eigener Drohtbericht.) Hier fand gestern eine große ösfentliche Kundgebung der Eisenbahner statt, die nach einem Referat von Menne einstimmig eine Entschließung an- nahm, in der es heißt; „Die erhobenen Forderungen stellen das Allsrnotwsndigstc zum Lebensunterhalt der im Reichsbahnbetriebc beschäftigten Bediensteten dar. Die Gewerkschaften haben allgemein die allergrößte Rücksicht auf Staat und Wirtschaft geübt. Ein« weitere Rückfichtnabme ist in Anbetracht der Lebenshaltung und der unausgesetzt aufwärts- schnellenden Preiseniwicklung auf allen Gebieten unmöglich. Eine weitere Niederhaltung der Löhne und Gehälter liegt in keinem Falle im Interesse weiter Wirtschaftsgruppen. Die Versammlung spricht ihren VerHändlern in den Vorverhandlungen jawohl wie in der Schlichtungssitzung das volle Vertrauen aus. Die Versammelten sind gewillt und fest entschlossen, bei nicht zustandekommender Eini- gung dem Ruf der Zentraloarstände zu folgen, um gegebenenfalls durch Kampf zu erzwingen, was auf friedlichem Wege nicht gegeben worden ist." Eine am Sonnabend und Sonntag in Frankfurt a. d. O. tagende Bezirkskonferenz des Einheitsverbandes der Eisenbahner des Be- zirks Osten nahm eine ähnliche Entschließung an. Ter Streik im Nöhrenhandel beendet. Im Lause des gestrigen Nachmittags kam es noch zu Verhandlungen zwischen den Unternehmern' des Röhrengroßhandcls und dem Deutschen Bertehrsbund. In diesen Verhandlungen wurde eine Einigung dahingehend erreicht, daß die Löhne u m 10 Proz. erhöht werden, statt der im Schiedsspruch sesige- setzten 7prozent:gen Lohnerhöhung. Das Lohnabkommen gilt vom 21 August bis zum 2. Oktober. Eine Vollversammlung der im Röhrengroßhandel Beschäftigten nahm zu dem Verhandlungsergebnis sofort Stellung und beichloß, das Angebot der Unternehmer anzunehmen. Die Arbeit ist demzufolge heule früh in allen bestreikten Betrieben geschlossen wieder aufgenommen worden. Dieser eintägige Streik hat gezeigt, daß nur eine geschlossene Arbeiterschaft den Unternehmern Erfolge abringen kann. Möge dieses Beispiel den Arbeitern, die der Organisation noch scrnstehcn, zeigen, daß sie ihre wirtschostliche Lag- nur mit Hilfe einer schlag- kräftigen Organisation verbessern können. und-sieht einen Stundenlohn für den Papiermaschinenrührer- varf- 82 Pf. vor. Dir Lohn der Frauen bcirdgi'70 Proz. des Männerlohnes der Gruppe I. Nach einer sebr regen und Iebhair?n Diskussion nahm die Per» sammlung den Spruch gegen eine starke Minderheil an. Lohnbewegung im rheinischen Praunkohlenrcvicr. Köln. 7. September.(TU.) Auf den Antrag einer Lohn- erhöhung um 35 Proz. der Dergarbeiterverbände antwortete der Ar b e i t g e b e r v c r b a n d im rheinischen Draunkahlenrevier, daß die im Revier üblichen Löhne in angemessenem Verhältnis zu den Löhnen der übrigen Hauvtmdustrien des Kölner Wirtschaftsgebietes ständen. Der Arbeitgebcrverband werde weiterhin bestrebt sein, die Löhne auf dieser Linie zu halten: er fei jederzeit zu Lohnvcrhandlvngen bereit, falls eine merkliche Verschiebung dieser Lohnverhöltnisse zu Ungunsten der Bergarbeiter eintreten sollte. Er lehne es aber ab, über eine Forderung von 33 Proz. zu verhandeln und müsse unter diesen Umständen davon Abstand nehmen, einen Termin für die Verhandlungen anzuberaumen, deren ergebnisloser Verlauf von vornherein feststeht. Tie Papier- und Pappeuarbcitcr für de» Schiedsspruch. In einer gut besuchten Gru�ipenversammlung der in den Papier- und Pappenbetrieben Beschäftigten berichtete R ü ck e r nom Fabrik- arbeiterverband über die Lohnoerhandlungen. Sie gestalteten sich außerordentlich schwierig, da die Arbeitgeber unter Hinweis auf die Preisabbauaktion der Regierung nicht gewillt waren, die Löhne aufzubessern. Nachdem die tarülichen Schiedsinstanzen vergeblich vermittelt hatten, fällte der Schlichter, Herr Oberregierungsrat Zllbrecht, einen Schiedsspruch. Der Spruch gilt vom 13. August bis 7. Oktober 1025 Ter Streik in der Zuckerindustrie Mecklenburgs. Rostock. 7. September.(Eigener Drahtbericht.) Der Streik in der mecklenburgischen Zuckerinduslric dauert an und droht sich auch aus die Fabriken auszudehnen, die bisher noch nicht im Streik standen. Der Kamps geht um die von den Arbeitern geforderte Lohnerhöhung. Bis jetzt hatten die Arbeiter der Zuckerindustrre in Mecklenburg einen Stundenlohn von 30 Pf. in der ersten und 45 Pf. in der zweiten Klasse. Dagegen betrug der Durchschnittslohn der übrigen Arbeiter in den Orten mit Ziickerindilstrie schon 38 und 50 Pf. Der amtliche Schlichtunzsausschuß Neustrelitz, der von den Unternehmern angerufen wurde, hat jetzt einen Spruch gefällt, wo- noch die Löhne um 7 Pf. mit Gültigkeit bis zum 31. Dezember er. höht werden sollen. Darüber binaus ist für die Monate Ortober. November und Dezember eine Lohnstcigsrung im gleichen Ausmaß vorgesehen, wie die Rcicksinderzisfer sich bewegt. Inzwischen sind aber die Löhne der übrigen Arbeiterschichten wieder erhöht und teil- weise sogar, wie in Lübeck, vom Schlichter für verbindlich erklärt worden. Auf Grund dessen wurde die Lohnerhöhung von 7 Pf. einipütig abgelehnt. Vergebens bemühen sich die Arbeitgeber in der bürgerlichen Press«, Streikbrecher für die Zucker- i n d u st r i e Mecklenburgs zu erhalten.— Zuzug ist auf alle Fälle fernzuhalten._ Schiedsspruch für die Spreugstofsindustrie. Köln, 7. September. In den Lohnlrreitigkeiten zwischen dem Verband der Fnbrikarveiter Deutschlands, dem Zcntralvcrband christlicher Fabrikarbeiter, dem Verband der Maschinisten und Heizer und den übrigen an dem Tarifvenroge beteiligten Gewerkschaften einerseits und' dem Zlrbeitgcbcrverband der chemischen Sprengsiofs- industric Kölns anderseits wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach die Tariflöhne und die K o p f z u l a g e ab 3. Aligiist 1023 u m 8 Proz. für Betriebso. rbeiter Gruppe 2 erhöht werden, im übrigen gilt der bisherige Tarifvertrag. Der neue Tarifveruag ist jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen, erstmalig zum 31. Januar 1925. kündbar. Die Erklärungsfrist läuft am Donnerstag, den 10. September, nachmittags, ab. Gefordert waren 20 Proz. Lohnerhöhung. Die Annohmen dieses Schiedsspruches durch die Zlrbeiter ist mithin zweifelhaft. Englischer Gewerkschastskongrest. Scarborough, 8. September.(MTB.) An dem heute eröffneten Gewerkschaftskongreß nehmen 724 Vertreter der im ganzen 4 342 082 Gewerkschaftsmitglieder teil; anwesend sind auch 2 Ver- treter des Allgemeinen Russischen Gewerkichastsrates, sowie Delegierte aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, sowie auch schließlich Vertreter der Amsterdamer Internationale. In seiner Eröffnungsrede erklärte der Vorsitzende S w a l c s u o.; Die Gewerkschaften müßten noch besser orgamsicrt werden und der Generalrat der Gewerkschaften müsse Vollmacht erhalte». um eine Organisation zu schaffen, die zur Führung des Kampfes notwendig ist. In dem letzten Jahre hat sich die wirtschaftliche und soziale Lag- weiter verschlechtert. Demgegenüber haben seit dem Jahre 1020 sich die Gewerkschaften aus der großen Krise wieder zu gesundem Leben entwickelt. Di- Unternehmer, die der Meinung sind, daß sie die organisiem Arbeiterschaft noch mehr herabdruckcn können, mögen sich warnen lassen. Die«alidarität der Gewerk- schoftsbcwegling bei dem Konflikt mit den Bergarbeitern läßc Hoffnungen in Bezug auf die ganze G-wsrkschoftsbewegung zu. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Gewerkjcha'tsinilglieder durch Bildung von Sondergcwerkschaftcn um 13 Proz. zurückgc- gangen. Di- Kämpfe der Arbeiterschaft in Indien und China ver- folgen wir mit Sympathie. Eine neue Emwicklungsphasc von Welt- bedeutung hat beaomien. Die Lage der indischen Textilarbeiter, der Bergarbeiter, Eisenbahner und anderer Arbeiter und ihre Löhne n-üssen von jedem verantwortungsvollen Unternehmer abgelehnt werden. Die britischen Gewcrljchaften müssen diesem Teil der Arbeiterschaft in ihrem Kampfe beistehen, damit sie aus dem Zu- stand- der Lohnsklaverei zu einer höheren Lebensführung gelangen. Schon die Anwesenheit der Vertreter Moskaus, noch mehr aber die Eröffnungsrede S w a l e s, der zum radikalen Flügel gehört, deutet darauf" hin, daß von diesem dem sogenannten rechten Flügel eine Entscheidungsschlacht geschlagen werden soll. Man darf allerdings den Raoikalisnrus der englischen Gewerkschaften nicht ver- wechseln mit Bolschewismus oder mit revolutionärer Einstellung im sozialistischen Sinne. Der englische Radikolismus hat sehr lonkretc. sozusagen hausbackene Ursachen und Ziele. verbouv der Gemeint«, und St-otearbettcr, FMale Graß-Berlin. Freitagabend» 6 Uhr, im Saale de, Berbandshauie». Zahannisftr 14 15. Dersommtung farntlicher im Gemeinde» und Ginaisarbeiterverdnnd nrggni!', erteil Belrtebsraie der j.-adtifcken«iwimeraibetriede. Degen der Wichtigkeit der Tageaardnung unrd vdll- zijhiige» Erscheine» ermnriet. Die Oriasermaiiung. Zcrantmdrtlich für Pelitik: Ernst ZIcnter: Wirischoft:«rtnr Soternn«; Sewerkschnftsbewegung: F'iedr. Etztar»; Feuilletnn: it. S- rascher: Lokales und Eonflige»; Fritz g-rftädt; Zlnzrigen: Th. Slocke; lamttich in Berlin. Verlag: Barwärts-Berlag®. m. b.£>, Berlin. Druck: Tarwärts-Buäidruckerel und Berlngsanftalt Paul Sinter u. Co., Berlin SD. 6S, Lindenlirahe i. Nachruf! Am Freitag-, den 4. September, früh! unsere Kollegin Uhr, entschlief Frau Ella Bartel an den Folgen der schweren Verletzungen, die sie bei dem am 24. August Mattgefundenen tragischen Brand- unfBll erlitten hatte. Wir werden das Andenken der langjährigen lieben Kollegin stets in Ehren halten. Die Arbeiter u. Angestellten der Zigarettenfabrik Wenesti Die Einäscherung findet am Donnerstag, 10. September.~ bende O Uhr, im Krematorium Gericht- strafis statt. In<', Slande werden Sie von der»» lästigen Wanzen-flane beireit bei Gebiauch und richtiger liger Anwendung .« nedtt Brut meines als un sehlbar anritannren Spealal-Allttels, Preis Fl J.—, 2.50 u. 4.— Hl. Segen Schwaben. Hussen, Fran- zasco und Flöhe ie., Mottco nedit Brut helfen nur meine als uorziiglich anerkannten Spezial. Mittel in Schacht. 1.— SpcgiaUIBiftel gegen Hunde-, Zieecn-U. Hübner- llote. fflll.-r- SpejiuI-IRillel graBlatlaoc Blattläuse, Obstmetien usw Fl. 1.-». Spejisl-SRittcl argen Kalkbcine. Kimoirrird der Hühner«fLl.-*. | Nur allein echt Fei.tnh.�eibes, Berlin 9131, S» inemünder Str. 41 Hatvanol- Zahnpulver speriell für natürliche sowie künstliche ZIhne, Oo d- und Ersatzbrücken. Kronen. Preis C.I5, O.SO, 0.73 M. in Apotheken und Drogerien zu verlangen. ♦ HUNDE ♦ Katzen, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tlerarzflidie Poliklinik ChausseastraS« 93 ♦ neben Kriegervereinshaus Sprechstunden; 1 1-1 u. 4-6 Uhr Küchen Riesen-Ausvibl, enorm preiswert! nk mjiilitrt Iridih IM bdr____ 851. 130 ä tiridrtrKödu ladi____ 03 H. 150 M. »üli-dit-lüldi Irren... 150 b. 215* IWdmdilUte. K i«... 38 3. 55 F. lill&eißjnö&cl'fa&clK lasersleia, Utoeer Strafe 1 Ecke Oraaieastr., nahe Moritzplatz 'Tapeten 25 pf. so Pf. 35 pt. Riesenauswahi in allen Preislagen— herrliche Mußer lipIsn-Msspn Humboldt BrunneustraSe 112, Ecks Voltaatrat nur 1.(Etcflc, kem Laden. L (3linflftci, daher tontuiteijUs bilUq ■909 Vorzeiger erbali 3% Rabatt. WZ Photoapparase, Feidsfedier kaufen ble gut und preiswert im Photo-Spezialhaus Haller, Kottbnser Damm 98 in vornehmer Ausstattung BERLIN W Potsdamer Str. 12t. 1