Abendausgabe Nr. 430 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 212 10 Pfennig Freitag 11. September 1925 = Vorwärts= Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin SW Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 282-20% Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die bevorstehende Ministerkonferenz. Rußland und die Internationale. Erklärungen Chamberlains. Genf, 11. September.( WTB.) Nach einer Meldung des Journal de Genève" bestätigt sich die Nachricht über die an den deutschen Außenminiffer Dr. Stresemann gerichtete Einladung zur Teilnahme an der geplanten Ministerkonferenz. Das Blatt feilt mit, daß Briand gestern den Brief unterschrieben hat und daß diefer Brief unverzüglich nach Berlin abgehen wird. Die vorgehlagene Minifferkonferenz wird, so meldet das Blatt weiter, wahriheinlich der ersten Hälfte des Oktober in der Schweiz abgehalten werden. Die Teilnahme 3taliens am Sicherheitspatt selbst gelte noch als problematisch, obwohl man glaube, daß die von der italienischen Regierung erwartete Antwort bejahend ausfallen werde. Das Blatt will weiter wissen, daß die Absicht bestehe, Benejch und Striynffi zur Ministerkonferenz hinzuziehen. Dieser Umfland läßt vermuten, daß der deutsch- polnische und der deutsch tschechoslowakische Schiedsvertrag parallel und gleichzeitig mit dem Rheinpakt verhandelt werden soll. Offiziell werden jedoch Benesch und Skrzynski nur an den Beratungen über die Ostfragen Icilnehmen. Chamberlain über die bevorstehenden Verhandlungen. Genf, 11. September.( WTB.) Chamberlain erklärte heute vormittag vor der Presse, daß er den von Briand entBesprechung im engeren Kreise vorziehe. Auch die Möglichkeit der Teilnahme von Benesch und Strzynski an den bevorstehenden Besprechungen ließ Chamberlain offen. Ueber die Haltung der englischen Dominions befragt, antwortete er mit einem Hinweis auf die englische Verfassung und erflärte, daß die englische Regierung feinen Einfluß auf die Entscheidung der Dominions habe. Was schließlich die Haltung Englands gegenüber Deutschland angehe, so verwies der englische Außenminister auf die Reden, die der englische Premierminister Baldwin und er selbst in den letzten Monaten vor dem Parlament gehalten hätten. * Trotz der ausweichenden Antwort Chamberlains über die Absendung der Einladung an Deutschland scheint es festzustehen, daß der Brief Briands nach Berlin abgegangen ist. Der weitere Verlauf der Angelegenheit wird von der Antwort abhängen, die die Reichsregierung auf die an sie gerichtete Einladung erteilen wird. Umso sonderbarer erscheint es, daß die Frage der bevor: stehenden Ministerkonferenz von der Reichsregierung sehr dilatorisch behandelt wird. Mit Ausnahme von Herrn Geßler find fämtliche Reichsminister von Berlin abwesend; worfenen Brief gelesen habe und daß er mit seiner Fassung ein Reichskanzler Dr. Luther weilt in Kampen auf Sylt, verstanden sei. Die Einladung sei kein Vorschlag weder hin- Ministerialdirektor Dr. Gaus, der als Bertreter Deutschlands Außenminister Dr. Stresemann badet in Norderney. fichtlich des Ortes noch hinsichtlich des Zeitpunktes der Ministerbesprechung. Die Frage, ob der Brief bereits abgegangen sei, tönne an der Londoner Juristenkonferenz teilnahm, sieht sich ge nur von Briand selbst beantwortet werden. Die Räumung nötigt, dorthin zu reifen, um den beiden maßgebenden Mit Rölns werde sofort erfolgen, wenn die in der letzten Entwaffnungs- Zeit, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, Rölns werde sofort erfolgen, wenn die in der letzten Entwaffnungs- gliedern des Reichsfabinetts Bericht zu erstatten. Zu einer note der Alliierten aufgestellten Bedingungen von Deutschland erwird von der Reichsregierung eine Geschäftsführung ge= füllt sein werden. England wünsche feineswegs irgendeine weitere Berlängerung der Besetzung. Chamberlain sieht feine Möglichkeit, wählt, die das größte Befremden des In- und Auslandes wieso die Paktverhandlungen irgendwie auf den Gang der gegenwärtigen Tagung der Völkerbundsversammlung einen Einfluß haben fönnien. Die Nachricht der französischen Bresse, wonach zwifchen Frankreich und England eine Vereinbarung über die Definition des Angreifers erfolgt sei, wurde von Chamberlain dementiert. hervorrufen muß. Tempo auch weiterhin beizubehalten. Wie die TelegraphenDie Reichsregierung scheint die Absicht zu haben, dieses Union meldet, steht der Zeitpunkt des großen& abinetts rates in Berlin noch nicht fest. Er dürfte aber, wird tröstend hinzugefügt, in fürzester Frist angesetzt werden, sobald Auf die Frage, ob er nach seiner für Mitte dieses Monats vor die fachlichen Grundlagen gegeben sind. Uns dünft, daß es an gesehenen Rückreise nach England zur gegenwärtigen Bölkerbunds fachlichen Grundlagen" auch heute nicht mangelt. Es fehlt versammlung zurückkehren werde, erklärte Chamberlain, er halte das aber anscheinend bei Herrn Stresemann an der nötigen für sehr unwahrscheinlich. Ueber die Haltung Italiens befragt, Rückenstärke, um den Kampf gegen die Sabotage der antwortete er, er fei nicht in der Lage, darüber Auskunft zu geben, Deutschnationalen aufzunehmen und die Verhandlungen mit über den Charakter der bevorstehenden Beden Alliierten in einer Weise zu führen, die den richtig wahr sprechungen ließ Chamberlain erkennen, daß er eine engere| genommenen Interessen Deutschlands entspräche. Schwere Kämpfe in Marokko. Alhncemas gelandet worden, sondern jetzt zur Verstärkung nach Tetuan geschickt worden. Der Vormarsch der 15 000 Mann Tetuan von Abd el Krim bedroht.- Die Spanier in starten Rolonne auf Ajdir ist bereits gestern eingestellt Bedrängnis. worden, da der Vormarsch wegen Mangels an Nachschub, besonders wegen großer Berpflegungsschwierigkeiten zunächit undurchführbar erscheint. Auch mit Rücksicht auf die schwierige Lage bei Tetuan foll fich der an der Alhucemasfront fommandierende General Saro entschlossen haben, zunächst nicht weiter vorzurüden. Das ungünstige Wetter an der Küste von 2lhucemas hat gestern angehalten, jodaß keine Verpflegung und feine Munition gelandet werden konnte. Die Hauptaufgabe des Angriffs bei Alhucemas und des Vormarschs auf Ajdir ist feineswegs erfüllt worden, denn Abd el Krim hat bisher zum Schutz seiner Hauptstadt feine Truppen von der Front bei Tetuan weggezogen. Die Operation hat damit für die bei Tetuan schwer bedrängten Spanier teine Erleichterung gebracht. Paris, 11. September.( TU.) Bon allen Fronten in Marotto werden schwere Kämpfe gemeldet. Auf einem 40 Kilometer Ereiten Frontabschnitt zwischen Teronal und Sker gingen die Franzosen nach stundenlanger Artillerievorbereitung zum Angriff über. Nach französischen Meldungen konnten die ersten Stellungen mühelos erstürmt werden. Französische Flugzeuggeschwader griffen gestern vor allem die wichtigen Berkehrspunkte hinter der Riffront an und zerstörten große Proviant- und Waffenlager. Im Laufe des gestrigen Nachmittags fezte der Angriff auch auf anderen Front teilen ein. Im ganzen find 85 französische Bataillone in rerderster Linie eingesetzt, 14 befinden sich in Reserve. Nach Angaben der franzöfifchen Heeresleitung befinden sich gegenwärtig etwa 200000 Mann an der Maroffofront. Alle höheren Truppenstäbe sind dicht an die Front herangezogen worden, um in möglichst enger Berbindung mit den Angriffstruppen zu sein. Zuverlässige Echätzungen geben die militärischen Streitkräfte Abd el Krims mit 40 000 Soldaten an. Das französische Oberkommando glaubt, daß durch diese großen Angriffe Abd el Krim gezwungen wird, seine Offensive gegen Tetuan einzustellen. Pflicht der Arbeiterklasse. Bon R. Abramowitsch. Das lebhafte Interesse, das auf dem Kongreß in Marseille von allen Seiten den sogenannten ,, Ostfragen" entgegengebracht wurde, beweift, daß dieser Fragentomplex, der im Wesen auf das Problem des Bolichemismus zurückgeht, noch immer zu den aktuellsten und brennendsten Fragen der internationalen proletarischen Taktik gehört. In Marseille hatte man zu untersuchen, welche Rolle der Bolschemismus neben anderen Faktoren bei der Borbereitung eines neuen Weltkrieges in Osteuropa oder im fernen Often spielt. Es war nur zu begrüßen, daß die Mehrheit der Ostfommiffion, geführt von Otto Bauer, es sich nicht nehmen ließ, vor allem die Berantwortlichkeit des Kapitalismus und des Imperialismus der großen, wie mancher kleineren Nationen an der drohenden Kriegsgefahr festzustellen und zu brandmarken. Die großen Zusammenhänge zwischen der Kolonialpolitik des britischen Weltreichs und der Einkreisungspolitik gegen Somjetrußland im Often Europas wurden aufgedeckt; es wurde flar gezeigt, welche enge Verbindung zwischen der Kriegsgefahr in Osteuropa und dem aggressiven Nationalismus mancher neugeschaffenen Oststaaten( z. B. Bolens und Rumäniens) besteht, deren herrschende Bourgeoisie, vor furzem noch national unterdrückt, nun selbst zu einer Unterdrückerin fremder nationaler Minderheiten geworden ist und, geftüßt auf gewalttätige Friedensverträge, dem so die Front des internationalen Proletariats im Kampfe das Selbstbestimmungsrecht der Bölfer mit Füßen tritt. Nach gegen den Kapitalismus und den Weltimperialismus feftgelegt und festgestellt wurde, daß die klassenbewußten ArAsiens und Afritas gegen die koloniale Ausbeutung und für beiter der ganzen Welt an der Seite der erwachenden Bölker das freie Selbstbestimmungsrecht aller unterdrückten Nationen zu kämpfen haben fonnte der Rongreß, ohne in seichten Antibolschewismus" zu verfallen, auch an die Feststellung herangehen: des Bolsche wismus. des anderen Mitschuldigen an der drohenden Kriegsgefahr Die Abenteuerlust einer despotischen, durch feine demokratischen Inftitutionen gebundenen Regierung; das Phantom eines revolutionären Weltkrieges, den diese. Regierung an der Spitze der unterdrückten Bötter Afiens und Afrifas führen wird; die Illusion, daß diefer Krieg nicht die Bernichtung der europäischen Zivilisation und eine ungeheure Ratastrophe für das Proletariat, sondern die endgültige Abschaffung des Kapitalismus und eine erfolgreiche sozialistische Weltrevolution mit sich bringen werde alle diese Momente bestimmen die Politik der Sowjetregierung und ihres Hilfsorgans, der Kommunistischen Internationale, die in der gleichen Richtung arbeitet wie die Politik des Imperialismus. und den imperialistischen Nationalismus in Eurova geIndem die Sovjetregierung die durch den Kapitalismus schaffenen Konflikte geschickt ausnutzt, organisiert sie Butsche und Aufstände in den benachbarten Ländern, die ihr neue Stüßpunkte schaffen sollen für den letzten und entscheidenden Kampf". So wird die Politik der Sowjetregierung und der Kommunistischen Internationale, wenn an sich auch ſekundärer Natur und nur auf dem durch den Imperialismus geschaffenen Boden fußend, zu einer eminenten Gefahr für den Beltfrieden und dadurch auch für das internationale Proletariat. Welche Mittel und Bege sieht nun der internationale Kongreß zur Vermeidung oder wenigstens zur Berminderung dieser Gefahr? Die Sozialistische Arbeiterinternationale heißt es in der Marseiller Resolution ist sich dessen bewußt, daß die Kriegsgefahr wesentlich verringert würde, wenn die Entscheidung über Krieg und Frieden in der Sowjetunion nicht in den Händen einer diftatorischen Gewalt, sondern in Die polnische Wirtschaftskrise. den Händen der Bölfer der Union selbst läge". Das. Grabski für Verständigung mit Deutschland. russische Bolt wird deshalb von der Internationale aufgeWarschau, 11. September.( Ill.) Ministerpräsident Grabiti fordert, die Herstellung voller politischer und geWarschau, 11. September.( Ill.) Ministerpräsident Grabstwertschaftlicher Freiheit in der Sowjetunion, angab in der Budgettommiffion des Sejm eine Erklärung über die zustreben und sich jeder aggreffiven und annexionistischen Wirtschaftslage ab, in der er die Wirtschaftskrise hauptsächlich auf Politik ihrer eigenen Regierung sowie jeder Propaganda zu den Zollkrieg mit Deutschland zurückführt. Der Sturz des Zloty, widersetzen, die auf gewaltsame Einmischung in die inneren so führte er aus, sei nicht zuletzt auf die wirtschaftlichen Differenzen Angelegenheiten anderer Staaten hinausgeht". Ihrerseits mit Deutschland zurückzuführen. Beide Parteien hätten unter dem verpflichtet sich die Internationale, mit größtem Nachdruck 3ollfrieg gelitten, jedoch müsse zugegeben werden, daß Polen die die Bestrebungen der sozialistischen Parteien der Sowjetgrößeren Berluste erlitten habe. Der Zollkrieg habe sehr stark und föderation" zu unterstützen, die darauf gerichtet sind, das Resehr schnell die polnische Wirtschaft ungünstig beeinflußt, während er gime in Rußland zu demokratisieren und im Lande in Deutschland nicht die Folgen wie in Polen hervorgerufen habe. Die politische Freiheit herzustellen. In Deutschland wirke er sich nur langsam und schmerzloser aus. Es müsse daher der Weg zu einer Berständigung mit Deutschland gefunden werden. Die polnische Handelsvertretung, die sich am Montag zu neuen Verhandlungen nach Berlin begebe, habe den Wunsch, möglichst schnell mit Deutschland zu einem Bergleich zu fommen. Zum Schluß betonte der Minister präsident, daß neben dem Zollkrieg auch die Zustände im Lande einen großen Teil der Schuld an der gegenwärtigen Wirtschaftskrise trügen. Demofratie in Rußland, als eine der unentbehrlichsten Garantien des Weltfriedens dies ist die Losung der Internationale. So schließt sich lückenlos die Kette, die von den weltpolitischen Zusammenhängen im fernen Often und in Nordafrika über das nationale Chaos in Osteuropa zu der terroristischen Dittatur in Rußland führt. Der Kampf der russischen Arbeiter gegen diefe Diktatur, eine anscheinend rein innerruffische Angelegenheit, erweist sich somit als ein internationales Problem. Die Lage bei Tetuan wird von der spanischen Armeeleitung für sehr ernst gehalten, besonders da Abd el Krim auch gestern an dieser Stelle große Vorteile errungen hat und teilweise im Besiz der strategisch sehr wichtigen Höhenzüge nördlich und östlich von Tetuan ist. Man glaubt, daß Abd el Krim euch weiter versuchen wird, Tetuan in seinen Befiß zu bekommen. Während des gestrigen Tages wurde die Stadt ununterbrochen von der Rifartillerie unter Feuer gehalten. Bie verlautet, ist der große französische Angriff cuf die dringenden Bitten und Vorstellungen der Spanier unternommen worden die der französischen Armeeleitung mitgeteilt haben, daß fie die Stellungen bei Tetuan nicht halten könnten, wenn sie nicht sofort durch einen großen französischen Angriff an den anderen Fronten entlastet würden. Nach spanischen Meldungen hat sich Abd el Krim bereits in den Besitz der Höhen um Tetuan gesezt und beherrscht dadurch völlig die Lage auf diesem Frontabschnitt. Die Spanier haben alle verfügbaren Flug zeuge bei Tetuan zusammengezogen, auch von der Front bei Melilla und Athucemas find größere Truppenmengen nach Tetuan gezogen Der Marseiller Kongreß, der dieses Problem ausschließlich worden. Die Erfolge Abd el Krims bei Tetuan sollen hauptsächlich Die glorreiche Sowjetjuffiz. Am 20. Cftober beginnt in Charfor unter dem Gesichtswinkel der Kriegsgefahr betrachtete, hatte darauf zurückzuführen sein, daß die Spanier von hier ihre besten ein auffehenerregender Prozeß gegen 92 Richter und Beamte des teine Veranlassung, die Kette noch weiter zu verfolgen und Kampftruppen weggezogen hatten, um sie bei Athucemas zu ver- Justizkommiffariats wegen Bestechung und Amtsmißbrauchs. In den Zusammenhang festzustellen, der zwischen dem Terror in Bestechungsgelder. Der dem in wenden. Die jungen spanischen Truppen, die jetzt bei Tetuan ständen, Richter Atimoff besaß ein ganzes Neg von Agenten, die feine Ge. Rußland und dem Bruberfrieg innerhalb der europäischen Arbeiterbewegung besteht. Dieser Zusammenhang liegt jebody jomeit es fig um Ideologie und nicht einfach um Machtdünkel auf der Hand. feien nicht an den Maroffofrieg gewöhnt und versagten völlig. Nach einer amtlichen spanischen Erklärung ist die 5000 Mann starte Kolonne des Generals Berez nicht, mie ursprünglich beabsichtigt, zur Beritärtung ber auf Abir porrüdenben Kolonne bei schäfte" vermittelten. Seinen Urteilsspruch machte er von der Höhe regelrechte Drgien gefeiert. Drei Richter wurden in den Wohnungen Des Honorars" abhängig. In einigen Gerichtsgebäuden wurden von Berbrechera verhaftet, Die Ideologie des bolfchemistischen Terrorismus 1 handelt ist in der Lentnschen Theorie veranfert, nach der der in bewegten Zeiten unvermeidliche Ideenkampf innerhalb der Arbeiterklasse als eine besondere Abart des Klassen= tampfes zu betrachten und mit den gleichen Mitteln zu führen ist, mit denen der Kampf der Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie geführt wird. Jener Flügel der Arbeiter bewegung, der nicht, unter der Fahne des Kommunismus marschiert, wird als Klassenfeind betrachtet und dem entsprechend behandelt. Alles, was im schärfften Rampfe der Kiassen gegeneinander an Terror, Gewalt, Kriegslift und Unterdrückung angewandt wird, ist nach Lenin auch im Rampfe gegen andersdenkende Klaffengenoffen zu lässig. Das ist Lenins Theorie, das war Lenins Braris innerhalb der russischen Sozialdemokratie, das ist und bleibt die wirkliche Psychologie der russischen Sowjetregierung und der Kommunistischen Internationale. Für die innere Bolitit dieser Regierung ergibt sich daraus das unmenschliche Berfolgungs- und Ausrottungssystem gegenüber den sozialistischen Barteien in Rußland, das von der Tscheta mit diabolischer Grausamkeit betrieben wird, und dem gegenwärtig etwa 90 000 Arbeiter, Bauern und Intellektuelle, die in der Verbannung und in der Gefangenschaft schymachten, unterworfen find. Für die Politit der Kommunistischen Internationale, dieses ausführenden Organs der russischen Regierung, resultiert aus dieser Einstellung die Spaltungs- und Zerstörungspolitik der Jahre 1920 bis 1925. Diese beiden Erscheinungen der Terror gegen die Sozialisten in Rußland und das Berstörungswerk in den westeuropäischen Arbeiterorganisationen -find nur zwei verschiedene Seiten der gleichen Taftif; sie find miteinander nicht nur psychologisch, sondern auch politisch verbunden und lassen sich von einander nicht trennen. Es wäre lächerlich, zu glauben, daß die Sowjetregierung, wenn sie in Rußland das System der terroristischen Diktatur aufgeben und den sozialistischen Parteien im Lande die Bewegungsfreiheit wiedergeben würde, imftande wäre, ihre Turkestaner" in Europa nach den altbewährten Spaltungsmethoden weiter schalten und walten zu lassen. Und umgefehrt: nur ganz Naive können glauben, daß die Männer, die in ihrem Lande soziali stische Arbeiter und Intellektuelle in den Kerfern und Verbannungsorten verschmachten lassen, nur weil sie prinzipielle Gegner des Kommunismus find, bereit und psychologisch fähig wären, wirklich ehrlich und aufrichtig die Politik der .Einheitsfront" in Westeuropa zu betreiben. Die Arbeiterbewegung in Europa wird so lange nicht zur Ruhe kommen und die verhängnisvolle innere Spaltung nicht überwinden, so lange es in Rußland eine terroristische Sowjetregierung gibt, die die Sozialisten verfolgt und in den Gefäng niffen hält. Die Demokratie in Rußland ist nicht mir eine Garantie für den Weltfrieden, sondern auch die unentbehrliche Borauslegung für die Gefundung und Erstartung der proletarischen Bewegung in der ganzen Welt. Das russische Problem ist ein Problem der Internationale! Die Resolution von Marseille bedeutet in diefer Beziehung einen großen Fortschritt gegenüber der Lage zur Zeit des Hamburgers Kongresses. Damals war es die einflußreiche englische Partei, die sich diese Erkenntnis nicht zu eigen machen nollte und sich bei der Abstimmung über die ruffifche Resolution" der Stimme enthielt. In Marseille jedoch hat die englische Delegation felbft den oben zitierten Baffus vorgeschlagen, in dem das russische Bolt aufgefordert wird, die politische Freiheit zu erstreben. Zusammen mit den öfterreichischen, deutschen und russischen Sozialdemokraten haben dis Engländer in der Ostkommission schließlich die Annahme der erwähnten Resolution durchgesetzt! Das Problem ist klar erfaßt und gezeichnet: der Kampf gegen den Terror in Rußland ist Sache der gesamten Internationale! Die Berwirklichung der Demokratie in Rußland liegt im ureigensten Interesse des Proletariats der ganzen Welt! An den Arbeiterparteien der einzelnen Länder, insbesondere an der englischen Labour Party, liegt es nun, diese Erkenntnis in die Braris umzusetzen. Der Blumenstock. Bon Felix Fechenbach. Endlich hat er es durchgesetzt. Er bekommt einen Blumenstock in jeine einsame Zelle. Ein großes Ereignis für einen Suchthausgefangenen, der dazu verurteilt ist, sein ganzes Leben hinter Gittern zu verbringen. der Zentrum und Deutschnationale. Eine Antwort an den Abg. v. Papen. Der Zentrumsabgeordnete Adam Roeder rechnet in Germania" mit dem„ chriftlich- fonservativen Gedanken" ab, wie ihn der Außenseiter der Landtagsfraktion des Zentrums Abg. v. Papen auffaßt. Es sei ein startes Stüd, wenn ein Zentrumsmitglied sich in Berteidigerpofe vor die Deutsch nationale Partei ftelle, während die Deutschnationalen das Zentrum und die Katholiken mit Boshaftigkeit und Hin terhältigteit überschütteten. Diese Angriffe feien von einer 311oyalität, die selbst die der Kommunistenpresse übertreffe. Roeder erinnert an das Verhalten der deutsch nationalen Abg. Doehring und Everling, deren Bestreben es bekanntlich ist, den Kulturkampf neu zu entfesseln. Er erinnert weiter an die Scherl- und Stinnes- Bresse und die Haltung der Rechten im Reichstag, die an wüster Bekämpfung und hemmungsloser Gegnerschaft alle Zentrumsgegner in den Schatten stelle. " Besonders nimmt sich Roeder das Christentum der Deutschnationalen vor. Ein großer Teil deffen, was an nihi liftischen Ideen auf dem Gebiete der Sitte und Sittlichkeit auf dem öffentlichen Markt erschiene, fomme von rechts. Gerade die Deutschnationalen stellen die führenden Per fönlichkeiten auf dem Gebiete eines dem Christentum feindlichen Nihilismus des ethischen und positiv Religöfen". Zusammenfassend sagt Roeder: rufen und damit der Bersailler Vertrag. Die Franzosen würden unter dem Zornesblick des„ Retters" schleunigst aus dem Rheinland abrücken mit Sack und Pack, die Polen würden fluchtartig Oberfchlesien und den Korridor räumen weil es der Retter" will. Nun ist aber rein gar nichts von den schönen Prophezeiungen eingetroffen! Lediglich die alten Uniformen wurden abgestaubt und Elsaß Lothringen den Franzosen garantiert und verbrieft für alle Beit! Kein Wunder, daß nun der Hamburger Bürgerbund rebellisch wird und in einem Telegramm an den„ Retter" mit großem Gepolter anfragt, warum denn eigentlich der„ Widerruf des erpreßten Schuldbekenntnisses", den doch Dr. Marg vor einem Jahr angekündigt habe, noch nicht erfolgt sei. Es ist für ein Hamburger Bürger" gemüt unbegreiflich, daß der Marschall nicht schon längst die Grundlage des Vertrags von Versailles" zerschlagen und durch diese eines wahren Retters" würdige Tat einen Sicherheitsvertrag" fabriziert hätte, wie ihn der deutsche Spießer sich malt: Die Franzosen abgerüftet bis auf 15 000 Mann Gendarmerie, die Polen hinter die Weichsel und den Njemen verpflanzt, die Tschechen im Judenviertel oon Brag interniert und Deutschland aufgerüstet auf 1900 000 Mann!( Wohlgemerkt: Das sagt der„ Bürgerbund" in seiner Anfrage an den Retter nicht, aber das denkt er sicher, weil er die Kräfteverhältnisse nicht erfennen will.) Präsident Hindenburg scheint jedoch auf diesem Ohr schlecht zu hören und der Hamburger Bürgerbund wird ebensowenig eine Antwort bekommen wie die anderen deutschnationalen Stammtische, die an Hindenburg telegraphieren unter zarter Anspiegelung auf seine eiserne Faust".- Ben wählen wir also das nächste Ma l? Völkischer Jammer. „ Wenn Herr v. Papen mir meinen Mangel an Liebe der Rechten gegenüber zum Vorwurf macht, so muß ich diese Beschuldi gung" afzeptieren. Werr die Herren im Reichstag und in der Presse an der Arbeit sieht, kann sie nicht lieben. Nur der wird sie lieben, der sich mit ihnen in der Grundeinstellung einig weiß. Und diese Grundeinstellung ist jener bequeme Ronfervatis mus, der, die Tatsachen mißachtend, den Blick nach rück- Klagen" der„ vaterländisch gefinnten Bevölkerung" über wärts richtet und die Aera des Ma chtprinzips und der Vore herrschaft privilegierter Stände dem neuen Abschnitt geschichtlicher Entwicklung, der Demokratie, als politisches Ziel entgegenstellt. In dieser einzigen Willrensrichtung sind all die Spielarten, die unter dem Begriff der Rechten" geistesgeschichtlich zufammengefaßt werden, einig." Damit führt Roeder die Ablenkungsversuche v. Bapens wieder au fdas Thema zurück. Was Papen in seinen Ausführungen über die christlich- tonservation Ideale vorbrachte, ist in der Tat nur der Verfuch, der nadten Intereffentenpolitik der Schwerindustri und des Groß Bertreter diefer beiden Wirtschaftsfaktoren haben grundbefizes eine schöne Fassade zu geben. Die beiden Wirtschaftsfaktoren haben bei der Bhandlung der Zoll- und Steuerfragen im Zen trum den Sieg davongetragen und sie möchten dieſe ihre biftatorische Stellung nunmehr befestigen. Das sind die Tat sachen. Die Frage ist, ob sich die Masse der 3entrumswähler diesen Mißbrauch ihrer Stimmen gfallen lassen wird. Mit Christentum und dem„ chriftlich- konservativen Gedanken" hat das Ganze herzlich wenig zu tun und das Zentrum täte im eigenen Interesse besser daran, sich nicht auf das Niveau heuchlerischen Mißbrauchs religiöser Empfindungen zu begeben, das es jahriang bei der Deutschnationalen Partei als verabscheuungswürdig bekämpft hat. Der Retter in Not. Hamburger„ Bürger" an Hindenburg über„ Schuldlüge". Die biederen Hindenburg- Wähler der letzten Reichspräsidenten wahl find im Innersten erschüttert über die Tatsache, daß die Welt ihren alten Gang geht, troydem der„ Retter" in der Wilhelmstraße unter schwarzrotgoldener Standarte wohnt. Die Rechtspresse hatte ihnen doch den Himmel auf Erden versprochen, wenn sie sich dazu verstehen würden, den Marschall zum Reichspräsidenten zu wählen. Mit der Erfüllungspolitif wäre es Schluß, der Rheinpaft fame zum Altpapier, Deutschland wäre wieder in der Welt vor an" und die„ Kriegsschuldlüge" würde natürlich feierlichst wider Bemalte Berge. geDie großartige nordafrikanische Felstunft, die in farbigen Um rißzeichnungen Tiere der Steinzeit bis auf unsere Tage bewahrt hat, ist hauptsächlich von der deutschen, von Leo Frobenius geleiteten Expedition erforscht und aufgenommen worden. Diese Zeugnisse für die ferne Urgeschichte Nordafrifas wurden in einem foftbaren farbigen Bilderwert unter dem Titel Hadschra Mattuba" jammelt. Die bunten Zeichnungen an den Felsen Kleinafritas, die dieje als„ bemalte Berge" erscheinen laffen, erinnern in ihrer Aber trotz liebevollster Pflege will die zarte Pflanze nicht ge- strengen Monumentalität an die Kunst Aegyptens und an die ersten menschlicher Kultur in Europa, die uns vom Ende des Eisdeihen. Sie braucht mehr Licht und Luft, als durch das kleine Zellen- zeitalters ergalten find. Die Zeichnungen mögen an Stellen besonders erfolgreicher Jagd zur Versöhnung der Dämonen der erlegten Tiere entworfen worden sein; jedenfalls hängen fie eng mit dem religiösen Gefühl zufammen, Prof. K. Haushöfer nennt fie in einem Aufsatz von" Reclams Universum" seltsame Zeugen für ein AllEinsgefühl mit der belebten Natur und für ein Verwandtschaftsgefühl mit den Geistern der gejagten und erlegten Tiere, die es zu verföhnen galt, ein Gefühl, das jene frühen Träger menschlicher Bildkunst beseelte und sie damit hoch hinaushob über den Anfang" wie wir ihn uns auch immer vorstellen wollen. fenster eindringen kann. Man sollte den Blumentopf ans Fenster hinaufstellen. Aber das ist verboten. Gleichviel, der Gefangene tuts. Und die Blätter bekommen wieder frische Farbe, die Blüten entfalten sich. Der Gefangene verfolgt jede Lebensäußerung feines grünen Bellengenoffen mit freu digem Interesse; jedes nen sprießende Blättchen, jede werdende Knospe wird ihm zum Erlebnis. Da kommt eines Tages Zellenbesuch. Der Regierungsrat macht den allmonatlichen Rundgang bei den Einzelhäftlingen. Rasch den Blumentopf vom Fenster herunter, damit's teine Hausstrafe segt. In der Erregung darüber, er fönnte bei seinem schweren Verbrechen" erwischt werden, läßt der Gefangene den Blumentopf fallen. Der Topf zerbricht. Scherben und Erde liegen weit zerstreut auf dem Fußboden. In diesem Augenblick kommt der Regierungsrat zur Zellentür herein. Haben Sie etwas vorzubringen?" Ich bitte den Herrn Regierungsrat um einen neuen Blumenstock. Mir ist meiner heruntergefallen und zerbrochen!" ,, Was tun Sie denn mit einem Blumenstock?" fragt der Beamte Derständnislos. „ Ich will halt was Grünes in der Zelle habent" Bas Grünes? Schaun's halt die Wand an, die auch grunt" Der Gefangene beißt die Zähne aufeinander und ballt in oonmähiger Wut die Hände. Es ist ein wahres Wunder, daß er dem Beamten nicht an die Kehle springt. Die beiden stehen sich ein paar Gefunden schweigend gegenüber. Dann preßt der Gefangene in übermenschlicher Selbstbeherrschung heraus: „ Die Wand ist tot. Ich will lebendiges Grün. Erlauben Sie Bei der Dafierung dieser nordafrikanischen Steinbildkunst ist besonders wichtig der Altbüffel, der in den älteren beiden Gruppen diefer Zeichnungen vorkommt. Es ist ein Wildstier, der in Jagdund Wirtschaftsleben der Künstler eine große Rolle gespielt haben muß: drei Meter lang, mit einem drei Meter ausladenden Gehörn. einer diluvialen Art und steht Er gehört zweifellos zu an der Schwelle der geologischen Neuzeit. Das wuchtige Tier ist in den Bildern dem Elefanten vergesellschaftet, der bereits im jüngeren Quartär in Nordafrika auftaucht und sich bis in geschicht liche Zeit dort hält. Nashorn und Giraffe find vereinzelt, das Rameel überhaupt nicht in den älteren Steinbildern zu finden. Die jüngeren Bildwerke sind durch das Auftreten der großen Kazen Afrikas, Löwen, Leoparden, Banter, charakterisiert. So schlagen diese Steinzeitzeugen auch für Nordafrika Zeitbrücken, wo die For schung früher ratlos stand. Wohl war schon damals das Tierparadies, aus dem die Mehrzahl der Typen stammt, in einer gewissen Berarmung begriffen. Diese Berarmung und Austrocknung ift dann immer weiter vorgeschritten bis zu der heutigen Ruinenlandschaft, deren Unwirtlichkeit und Trockenheit zu den Mühfalen und Entbehrungen der deutschen Expedition viel beigetragen hat. Das moderne ,, Bierfah". Auch das Bierfaß scheint seine Mode zu bekommen. Auf der Ausstellung für chemisches Apparatemejen in Nürnberg, ist das neue Bierfaß zu schauen. Kein Holz gibt es mehr, keinen Eisenbeschlag. Das Material des Bierfaffes des Jahres 1925 ist der nichtrostende Stahl V.A, der die Eigenschaften des bitte, daß ich einen neuen Blumenstock bekomme!" Goldes und des Platins hat. Auch der Zapfen ist abgeschafft, der Flehend und demütig hat er das gesagt, und der Beamte ließ Schanktisch wird Notwendigkeit. Aber es gibt feinen Verlust mehr beim Ausschenten. Die Brauereien können die Umlaufszahl der sich dann großmütig herbei, zu bewilligen, was erbeten war. Fäffer verringern und auch das Reinigen ist leichter und gründlicher Ob er wohl begriffen hat, daß er mit seinen herzlosen Reden möglich Noch sieht man sie nicht häufig, diese neuen, hellblizenden eine Menschenseele blutig gegeifelt hat? Bierfäffer, aber sie werden wohl tommen die ruppige Polizei. Es ist merkwürdig. Gerade die Parteien, deren 3iel die rohe Gewalt und der Terror ist, die Kommunisten und die Bölkischen pflegen in legzter Beit die kläglich ft en Jammer laute auszustoßen, wenn die Schupo einmal gezwungen ist, im Interesse der Staatsautorität Gebrauch von ihrem Gummitnüttel zu machen. So meldet der Tag" über eine Feier des„ Bölkischen Wehrbundes" in Gleiwit folgendes erschütternde klagelied der vaterländisch gesinnten Bevölkerung: In diesen Tagen fand hier die Einweihungsfeier eines großen Selb ft fchuydent mals statt, zu der auch der völkische Wehrbund erschienen war. Unmittelbar nach Schluß der öffentlichen Feier nahmen einige Mitglieder dieses Wehrbundes vor dem Denkmal Aufstellung, um dort Kränze niederzulegen, wobei während dieser Ansprache ist die berittene Schupo, ohne einer der Führer eine vaterländische Ansprache hielt. Während dieser Ansprache ist die berittene Schupo, ohne Dorherige Warnung mit blanter Waffe in die beteiligte Berfonen durch die Pferde gestoßen, Menge hineingeritten, so daß zum Teil gänzlich unniedergeworfen und zum Teil schwer verlegt wurden". Ja, es ist wirklich bös, wenn so etwas passiert, wenn völkische „ Belange" und unbeteiligte Personen" von den ungebildeten Pferden auf die Füße getreten werden. Ja selbst im ehemals fo gelobten Land Bayern wird die völkische Bewegung mit dem Polizeifnüppel niedergehalten", so daß sich sogar Held Ludendorff in feiner Begrüßungsrede an den Tannenberg- Bund" bitter über die„ Unfreiheitsüdlich der Donau und westlich des Rheins beflagt. Sogar die bayrische Polizei hat es gewagt, den Ludendorff- Rummel an der Befreiungshalle bei Kelheim etwas zu dämpfen, selbst die Fahnen der völkischen Kampfverbände" durften beim Marsch durch Relheim nicht en trollt werden. Deswegen ach und weh! Nur, das dieses Wehtlagen und diese Entrüftung immer dann nicht eintritt, wenn sich die Schupopferde nach der andern Seite wenden, wenn sozialistische Arbeiter oder, wie besonders in Bayern, Reichsbannerleute mit Gummifnüppeln behandelt werden! Dann halten Sugenberg wie Ludendorff das für ganz richtig! " Quer durch den Niagara. Quer durch den Niagarafluß, und zwar direkt unter den Wasserfällen ist ein amerikanischer Meisterfchwimmer William Hill geschwommen. Er vollbrachte diese Leiftung, die sich in der stärksten Strömung auf mehr als 800 Meter erstreckte, in 11 Minuten. Er begann mit dem„ Oberarmstoẞ", ging dann in der Mitte des Fluffes, wo mit einer riesigen Unterströmung zu fämpfen ist, zum„ Bruststoß über und wechselte die Schwimmart wieder in der Nähe der fanadischen Küste. Nachher wurde festgestellt, daß Hill, der 40 Jahre alt ist und schon seit seinem zwölften Jahr im Niagara schwimmt, den Fluß an dieser kritischen Stelle bereits einige Tage vorher um Mitternacht durchschwommen hatte, um sich mit allen Strömungen vertraut zu machen. Ungeheure Menschenmaffen beobachteten zu beiden Seiten des Flusses die kühne Tat und jubelten ihm zu. Nach Der hellste Stern: Der Direktor des Harvard- Observatoriums, H. Shapley, hat fürzlich den absolut hellsten Stern entdeckt, der bisher überhaupt gefunden worden ist. Es ist S. Doradus, ein Stern cus den sogenannten Rapwolfen, einer Anhäufung von Rebeln und Sternhaufen in der füdlichen Bolarregion des Himmels. Shapley find fie etwa 100 000 Lichtjahre von uns entfernt. Die absolute Helligkeit des S. Doradus ist nach Berechnungen und Messungen 14 Größenklassen größer als die der Sonne. Der Durch messer des Sterns ist größer als der der Erdbahn. Ein leuchtender Körper verliert nun, wie bekannt, durch seine Strahlung dauernd an Maffe. Da die Gesamtbestrahlung des S. Doradus fo groß ist wie die von rund 600 000 Sternen von Sonnenhelligkeit, so verliert er durch die Strahlung etwa 20 Trillionen Tonnen im Jahr. 37 Staatsfchauspiel. In der Spielzeit 1925/26 werden folgende Werke zum erstenmal zur Aufführung kommen:" Fenster" von Galsworthy; Griselda" von Gerhart Hauptmann; Andacht zum Kreuz" von Calderon, in der Nachdichtung von Otto Boff: Bajantasen a" nach König Subrata von Lion Feuchtwanger; Die Troerinnen des Euripides" von Franz Werfel; Ramper" von Mar Mohr;" Tobias Buntschuh von Carl Hauptmann;„ Das Salzburger Große Welttheater" Don Hoffmannsthal; Folt ungerjage" von Strindberg; Major Barbara" von Shaw; Politit" von MahnerMons( Uraufführung);„ Bürger und Junter von Schleich, bearbeitet von E. L. Stahl( Uraufführung);" Tod und Leben" von E. von Bassermann- Jondan, Musik von Erich Anders;„ Der gestiefelte Kater" von Tied. An Neueinstudierungen sind vorgesehen: Goethes Egmont";„ Erbförster" von Otto Ludwig; allenstein"( beide Teile) und Jungfrau von Orleans" von Schiller; Richard III.", Ber= lorene Liebesmüh" und Biel Lärm um Nichts von Shakespeare; Nathan der Weise von Lessing; Benthe file a" von Kleift. Außerdem sind Werte von Anzengruber, Gött, Nestron, Schmidtbonn, Schnitzler und Wedekind in Aussicht genommen. Gustav Hartung in Berlin. Zwischen Direktor Saltenburg und dem Intendanten Gustav Hartung ist ein Abkommen getroffen worden, wonach Hartung für dieje Spielzeit in den Verband der Saltenburg- Bühnen hitt und im Laufe der Winterspielzeit mehrere Stüde inszenieren with. Fort mit der Valutarechnung! Anwendung der Kartellverordnung. drei Haltestellen vor ihrem Reiseziel den Leidensweg zum Ausgang! anzutreten. Reiderfüllt blicken die Gequetschten und Bedrängten auf andere Straßenbahnzüge, in denen dank Anhängewagen mensch Auf Grund des§ 10 der Kartellverordnung hat die liche Zustände herrschen, und nachdenkliche Geister zermartern sich Reichsregierung gegen mehrere Kartelle, die noch an der Baluta: ihr Hirn mit der Frage, warum gibt es auf der Linie 89 in Stunden berechnung ihrer Preise( eine Goldmark gleich 1,042 Dollar) feft- des größten Verkehrs keine Anhängewagen. Steht die Berliner halten, beim Kartellgericht den Antrag gestellt, die Balutarechnungs- Straßenbahn kurz vor Geſchäftsaufsicht und kann sie sich nur noch flaufel für nichtig zu erklären, Teilnehmern an Valutapreis- Berliner eigentlich in Berkehrsfragen noch immer das Unmöglichste übermäßige Sparsamfeit retten? Und warum läßt sich der taufverträgen das Rücktrittsrecht zu gewähren und alle fünftig bieten? Vielleicht bedeutet es aber eine bestimmte Taktik, wenn unter Balutaklaufel abzuschließenden Berträge gleichzeitig von vorn- man auf verfehrsreichen Linien so wenig wie möglich Wagen fahren herein als nichtig zu erklären. Dieses Vorgehen richtet sich gegen läßt. folgende Kartelle: Verein Deutscher Wollkämmer und Kammgarnspinner, Berlin; Berband fächsisch- thüringischer Webereien, Greiz; Verband Deutscher Herrenwäschefabrikanten, Berlin; Bereinigung deutscher Kleiderstoffgrosfiften, Berlin; Verband der Großhändler bunter Webstoffe und Leinenwaren, Berlin; Verband nord- und westdeutscher Baumwollwarenausrüster. Diese Kartelle haben ihre Preise noch in der oben angegebenen Balutarechnung gestellt, wobei sie behaupten, daß damit der deutschen Währung eine besondere Rüdenstärtung gegeben werden Ein halbes Jahr Gefangenen- Fürforge. Die Gefahr der Zersplitterung. Ein halbes Jahr Gefangenenfürsorge ist nicht viel. Trotzdem find in der Grunerstraße 1 bereits manche Erfahrungen gefammelt. Etwa 2000 Entlassene sind durch die Hände der Fürsorger gegangen; mehr als das Doppelte von Besuchen fann gerechnet werden. Das Verhältnis der Zahl der Besucher zu der der Klienten Amundsens neuer Nordpolflag. hielt heute abend seine Generalversammlung ab, in deren Verlauf Oslo, 11. September.( WTB.) Der norwegische Luftfahrverein Premierleutnant Larsen an Stelle des erkrankten Roald Amund sen Aufschlüsse über die geplante neue Polarfahrt gab. Er erklärte, Amundsen habe während seines Aufenthalts in Italien mit der italienischen Regierung einen Kontraft über den Ankauf Zeichen N1 erhält. Das Luftschiff, das drei Motoren hat, erreicht eines sogenannten halbftarren Luftschiffes abgeschlossen, das das Fahrt. Die Besatzung besteht aus 16 Mann. Außer Amundsen, eine Geschwindigkeit von 115 Kilometern in der Stunde bei voller der der Leiter des Polarfluges bleibt, wird der Erbauer des Schiffes, der italienische Oberstleutnant Nobile, zusammen mit Larsen das Schiff führen. Ferner werden Elsworth, der die Hälfte des Kapitals für den Flug zugesagt hat, sowie von Norwegern u. a. Didericsson, Omdal, Leutnant Horgen und Premierleutnant Gustav Amundsen an der Fahrt teilnehmen. Das Luftschiff wird gründlich geprüft und die notwendigen Aenderungen werden vorgenommen werden. Es wird imftande sein, 9400 Kilogramm zu tragen, wovon 6100 Kilogramm Benzin für die Fahrt nach Nome bestimmt sind. Sowohl in Drontheim wie in Ringsban wird je ein Anfermast errichtet. Man nimmt an, daß das Luftnach Neujahr mit den Probeflügen in der Gegend von Rom beginnen fönnte. Fallen diese nicht günstig aus, so ist Amundsen nicht verpflichtet, das Schiff zu übernehmen. In anderem Falle folle Ende März von Rom gestartet werden. fen nach Bulham in England fliegen. Hier soll das Schiff liegen Zuerst wird Amundbleiben und die Gelegenheit zum Start nach Kingsbay abwarten. Sollte das Wetter ungünstig sein oder andere Umstände eintreten, wird eine Zwischenlandung in Drontheim vorgenommen werden. In Ringsban wird das Luftschiff dann zum Polarflug ausgerüstet und bei günstiger Gelegenheit wird zum Bolarflug gestartet, der auf dem gleichen Wege erfolgen soll, wie im vorigen Sommer. Rückfahrt vom Pol soll nach Point Barrow führen, von wo aus man Nome zu erreichen suchen wird. Die Fahrt wird 1½ bis 2 Millionen Kronen fosten, die als gesichert gelten. Das Luftschiff toftet allein etwa 300 000 Mart, was als billig angesehen wird. folle, weil dadurch dem Käufer die Hoffnung genommen würde, zeigt aber den wahren Charakter der Gefangenenfürsorge: Sie ist schiff um Weihnachten herum fertig fein dürfte, so daß man gleich [ päter vielleicht in minderem Gelde zahlen zu können. Demgegen über steht die Regierung auf dem Standpunkt, daß heute jeder mann von der Stabilität unserer Währung überzeugt sein könne und müsse, daß dann aber die Sorge um die Stabilität allein der dazu berufenen Reichsbant überlaffen bleiben muß. Die Tegtil industrie hat ferner geltend gemacht, daß sie zum großen Teil auf ausländische Kredite eingestellt jei und daher, um sich das Ber. trauen ihrer Kreditgeber zu erhalten, in Devisen verkaufen müffe. Auch diese Begründung wird von der Reichsregierung als falsch erachtet, denn wenn tatsächlich das Ausland heute noch in großem Umfang ablehne, gegen Reichsmart zu kaufen, so sei der daran nicht zum geringsten Teil das Festhalten deutscher Verkäufer an der Devisenrechnung schuld. Durch diese Devisenberechnung werden die Preise tatsächlich erhöht, denn sie werben nicht allein auf Grund der Gestehungskosten festgesetzt, sondern es spielen auch psychologische Momente eine große Rolle dabei. Wenn erft das Gefühl der Unsicherheit und ein Mißtrauen gegen die deutsche Währung wachgerufen werden, so bedeutet das gerabe bei Textil waren, die vom Erzeuger zum Verbraucher oft durch 15 Hände gehen, infolge der verschiedenen Rifitoprämien eine erhebliche Berteuerung. Eine Anzahl anderer Kartelle haben schon auf die bloße Androhung der Anrufung des Kartellgerichts ihre Devisenflaufel fallen gelaffen. Was die Banten anbelangt, so hat das Kartellgericht sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Stempelvereinigung der Banken fein Kartell sei; es bestehen aber noch andere Vereinigungen der Banten, und es wird mit den Banken, wie die Regierung erflärt, sehr eingehend und dringlich verhandelt werden. Nach weiteren Angaben der Regierung haben eine Reihe Rohlenhändlervereinigungen thre Breiserhöhungsbeschlüsse zurückgenommen, nachdem die Reichsregierung die Berliner Kohlenhändlervereinigung zur Zurücknahme ihres Preiserhöhungs. Leschlusses habe veranlaffen fönnen. Kirche und Kino. Hart im Raum stoßen sich die Dinge. Neben Kirchen stehen Cafés und Rinos, in das Läuten der Gloden tönt das Hupen der Automobile und das Klingeln der Straßenbahnen. Aber manchmal geschieht es auch, daß schon im äußeren Bau die geistliche Anstalt von der weitlichen erdrückt wird. Berlin befigt neben seiner Siegesallee der weltlichen erdrückt wird. Berlin befizt neben seiner Siegesallee noch eine ansehnliche Sammlung anderer Stilverwirrungen. Wo fein Denkmal untergebracht ist, steht bestimmt eine Kirche, es sieht beinahe so aus, als ob einstmals die Hohenzollern unter Plazangst litten und bei Anblick eines freien Blakes Schwindelanfällen unterworfen waren. Nun muß man zugeben, daß viele der Kirchen tatfächlich nichts meiter sein wollen als eine einfache Geschmadlosigkeit, und mit eiserner Bestimmtheit den Platz, auf dem sie stehen, um den letzten Rest von Wirkung bringen, andere aber erheben Anspruch auf große Kunst". In dem Raritätenkabinett dieser Geschmacklofig feiten nimmt die Gedächtniskirche und mit ihr das ganze romanische Viertel eine beherrschende Stelle ein. Es war ein barbarischer Gedanke, einen schönen Blaz Groß- Berlins durch diefen romanischen Zuckerguß unmöglich zu machen und beinahe tragikomisch wirken rundherum die Lokale unter romanischen Säulen, Erfern und Rundbogen. Sicherlich staunten einmal servile Gemüter über diesen Ausdruck echt monumentaler Gesinnung, deren Berlogenheit heute durch einen einfachen Bau restlos enthüllt wird. Vor der glatten Fläche des Kinos an der Budapester Straße, das sich augenblicklich noch im Rohbau befindet, versinkt die ganze Kirchenfuliffe. Jeder Bau fann Größe und Monumentalität zeigen, wenn er aus den Bedürfnissen und dem Wollen seiner Zeit erwächft. Die Gedächtniskirche war niemals eine dringende Notwendigkeit, aber dem Volt mußte seine Religion erhalten bleiben", heute wirkt die Gedächtniskirche wie ein Symbol für vergangene Irrungen, für eine Zeit, die feine Kraft besaß, ihren eigenen Stil zu finden, die von Geborgtem lebte, selbst der Bau eines zweistöckigen Kinotheaters zerstört ihre Wirkung, weil in ihm Einfachheit und 3wedmäßigkeit lebt und er feinen verlogenen Glanz fennt. Knacker an der Arbeit. Reiche Beute machten Geldschrankeinbrecher in der vergangenen Nacht in dem Hause Tauengienstraße 11. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen waren es zwei Männer, die kurz vor Geschäftsschluß vor dem Hause sich aufhielten, fich aber so geschickt benahmen, taß fie feinen Verdacht erregten. Abgesehen war es auf ein Geschäft im 1. Stock, das zahnärztliche Bedarfsartikel vertreibt, die zum eil in einem modernen Geldschrank aufbewahrt wurden. Mit vieler Mühe mußten die Einbrecher den Schrank aufschweißen, eine Arbeit, die viele Stunden in Anspruch genommen hat. Die Berbrecher stahlen für 8000 m. Goldplatten, fünftliche Bähne mit Platin Stiften, Silberfachen usw. Sie werden ohne Zweifel versuchen. die Blatten, die Platinftifte und die anderen Beutestücke in Berlin zu Geld zu machen. Mitteilungen zu ihrer Ergreifung und über das Austauchen des gestohlenen Gutes an Kriminalpommissar Bünger im Polizeipräsidium. Der fehlende Anhänger. nicht viel mehr als eine Durchgangsstelle. Kleidern, indirekt mit Fahrkarten und durch Stellenvermittlung Sie hilft in der Regel nur einmal mit Unterkunft, Effen, dann verweist sie aber Bittsteller an das Bezirkswohlfahrtsamt. Dieses hat die Sorge der Entlassenen zu übernehmen, hat auch, menn nötig, die nachgehende Fürsorge zu üben. Nur in äußersten Fällen wird diese von der Gefangenenfürsorge selbst übernommen. Im Prinzip soll sie es nicht. Trotzdem kommen die Entlassenen nicht selten immer wieder mit ihrem Anliegen zu ihr. Sie ziehen es eben vor, mit dem Menschen zu tun zu haben, an den fie fich nach zurückgewonnener Freiheit zum erstenmal um Hilfe geHier stößt wandt haben, und wo ihnen diese auch geworden ist. fürsorge an einer Stelle, die, mit genügenden Mitteln versehen, man auf die Kardinalfrage: 3entralisation der Gefangenenfürsorge an einer Stelle, die, mit genügenden Mitteln versehen, alle Arten der Hilfeleistung in sich vereinigt. Man hofft mit der Die Telefonanschlüsse des Verlages und der Redaktion tragen jetzt die Bezeichnung: Dönhoff 292-297. Die Nummern 2506 und 2507 fallen fort. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Die Die Honolulu- Flieger gefunden. Die seit dem 1. September unter dem Kommando des Kapitäns Rodgers vermißte Mannschaft des amerikanischen Flugzeugs P. N. 91, die von St. Franzisto nach Honolulu fliegen wollte, wurde durch ein Unterseeboot lebend aufgefunden, das sie auf einer einsamen Insel antraf. Ein Stadion in Oberhausen. Die Stadt Oberhausen im Rhein. land baut im nördlichen Stadtteil zwischen dem Rhein- Hernekanal und Emscher ein großzügiges Stadion. Die Anlagen find Don Wald und Wasser umgrenzt. Außer einer Großfampfbahn werden ein neuzeitliches Schwimmstadion und ein betoniertes Planschbecken für Nichtschwimmer angelegt. Es fönnen insgesamt etwa 40000 Zuschauer in den Anlagen untergebracht werden. Für das Schwimm- und Planschbecken wird Grundwasser durch einen Motor gepumpt. Die Anlagen sind in furzer Zeit fertig und werden Anfang nächsten Jahres in Benugung genommen. liegt diese Zersplitterung der Arbeit im Interesse der Sache? Glaubt Gewerkschaftsbewegung Zeit in den einzelnen Bezirken vollamtliche Fürsorge für die Betreuung der Entlassenen zu schaffen; man glaubt durch monatliche Busammenfünfte der Bezirksfürsorger und der Zentralfürsorger die harmonische Zusammenarbeit in die Wege zu leiten, durch Hofpifierung der Bezirksfürsorger an der zentralen Fürsorge sie im wahren Sinn dieser Tätigkeit einzuführen. Es entsteht aber die Frage: fich der Entlassene nicht manchmal von Pontius zu Bilatus geschickt, wenn zum Beispiel die Arbeitsbelohnung vom Gefängnis aus an die Gefangenenfürsorge und von hier an das Bezirkswohlfahrtsamt übersandt wird? Ist nicht vielleicht eine verschiedenartige Auffassung der verschiedenen Fürsorger in den Gefängnissen schädlich für die Gesamtarbeit der Gefangenenfürsorge? Man vergesse nicht: es sind alles nervöse und haltlose Menschen, mit denen die Gefangenenfürsorge zu tun hat. Es muß ihnen schnell und entschieden geholfen werden. Und weshalb sollte der Gefangenenfürsorge nicht das möglich sein, was zum Beispiel in der Frauenhilfsstelle durchgeführt iſt? Hier herrscht vollſte Zentraliſierung, alle Fäden laufen hier zusammen. Sie betreut die Hilfsbedürftigen, bedient fich dabei der Hilfe des Bezirksamtes, fchiebt sie aber nicht an dieses ab. Im übrigen muß gesagt werden, daß die Gefangenenfürsorgestelle in den Grenzen der zur Verfügung stehenden Mittel nach wie vor auf der Höhe der ihr gestellten Aufgaben steht. Das beweist auch die nicht abnehmende Zahl der Entlassenen, die sich an fie wenden. Nicht selten kommen aber diese mit übertriebenen Hoffnungen in das Bureau der Gefangenenfürsorge. Die Enttäuschung wirkt lähmend auf den Aufbauwillen. In anderen Fällen betrachten die Entlassenen die Stelle als melkende Kuh: sie bitten immer wieder um Unterstützung. Es wäre wohl angebracht, Handzettel mit Regeln auszuarbeiten, die die Hilfsquellen der Stelle aufzählten und gleichzeitig einen Appell an den Gemeinschaftsjinn der zur Entlassung Kommenden enthielten. Notwendig wäre es auch, daß in allen Fällen, in denen fich die Gefangenen an die Gefangenen fürsorge wenden oder wenigstens in den Fällen, wo die Stelle es lauf des Betreffenden zur Verfügung gestellt würde. Wahre Hilfe als erforderlich erachtet, von der Gefängnisverwaltung ein Lebenskann den Entlassenen nur werden, wenn diese auf der Kenntnis ihrer Persönlichkeit aufgebaut ist. Die Gefangenenfürsorge befindet sich erst in Anfängen. Um so wichtiger erscheint es, daß alles darangesetzt wird, um sie zu einer wirklich sozialen Einrichtung zu gestalten. Die Bienenvölker als Eilgut. Die Heide ist im Abblühen, der Herbst naht, und damit ist die Beit gekommen für die Heimbeförderung der in die Sommerfrische geschickten Bienenvölker. Ihre Beförderung erfolgt in Riften, die als Gilgut aufgegeben werden. Die Reichsbahndirektion in Berlin hat Beranlassung genommen, den beteiligten Beamten die sorg fame Behandlung dieser Risten, mit Rücksicht auf die Empfindsamteit und wirtschaftliche Bedeutung der Bienen, zur besonderen Pflicht zu machen. In den Räumen des„ American Boint Distribution Comitee", Knesebecstraße, Charlottenburg, findet augenblicklich eine Aus. stellung von Arbeiten jüdischer Waisenkinder statt, die das amerikanische Komitee in selbst geschaffenen Waisenhäusern untergebracht hat. Die Aufgabe des Komitees liegt darin, jüdische Kinder, deren Eltern im Krieg gestorben sind, zu erziehen. Seine Tätigkeit erstreckt sich weniger auf Deutschland, da hier das Waisenhauswesen organisiert ist, als auf die Rand- und Baltanstaaten. Und hier hat sein Vorgehen geradezu reformatisch gewirkt. Besonders fegensreich ist seine Tätigkeit in Polen, Rumänien und Lettland gewesen. Die Kinder werden hauptsächlich auf die Erlernung eines Handwerks hin erzogen, und die Ausstellung zeigt, daß kein Gebiet des Handwerks vernachlässigt worden ist, und daß die Kinder auf ihren selbstgewählten Gebieten viel zu leisten vermögen. Künstlerisch Begabte werden auf besondere Kunstschulen geschickt, manche der ausgestellten Bilder zeigen viel Talent und gute Technif. Feuerwerk vom Funkfurm. Zum Abschluß der 2. Großen Deut schen Funtausstellung findet bei günstigem Wetter am Sonnabend und Sonntag, den 12. und 13. September, abends 7,45 Uhr, auf dem Messegelände ein Riesenfeuerwerf statt, das von dem Oberfeuerwerksmeister Paul Lindner ausgeführt wird. Das Schlußbild ist ein Wasserfall in 120 Meter Höhe. Vor der Haltestelle der Straßenbahn an der Dorfstraße stehen geduldige Menschen und warten. Es ist Mittag und außer dem regnet es mit vorbildlicher Ausdauer. Regenschirme und Erwartung find aufs höchste gespannt. Viele Straßenbahnen im Schmude neuer Anhängewagen fahren vorüber, teils nach Mariendorf, teils nach anderen Gegenden. Endlich erscheint ein ein Wagen der Linie 89 in der Richtung Charlottenburg. Der Borderperron ist überfüllt, der Lenter hat faum für seine Arme Bewegungsfreiheit; der Wagen fährt einsam dahin, ohne Anhänger, ruhig und anspruchslos. Alls er hält, hebt ein wilder Ansturm auf den einzigen Eingang an. Zehn Hände und mehr wollen die Griffe fassen, Hüte rutschen, Schirme iniden, bis die diktatorische Stimme des Schaffners ein Befekt" donnert. Der Wagen fährt weiter, verfolgt von den sehnsüchtigen Blicken der Zurückgebliebenen. 3m Innern herricht beängstigendes GeIm Innern herricht beängstigendes Gedränge. Der Schaffner fann fich taum einen Weg bahnen, un feine Fahrkarten los zu werden, und meije Menschen versuchen schon i er sich selbst. " Ein gräßliches Familiendrama spielte sich in der nordwestböh mischen Gemeinde Böllma bei Preßniz ab. Der 22jährige Häuslerssohn Adolf Fider war auf feinen Better, den 22jährigen Landwirtssohn Wenzel Ficker eifersüchtig. In seinem Haß nahm er des Baters Gewehr, eilte ins Anwesen der Geliebten, schoß diese nieder und feuerte den zweiten Schuß auf den Better ab, der erheblich verlegt wurde und ins Spital gebracht werden mußte. Dann rannte der Wahnsinnige ins Anwesen seiner Eltern und zündete die wirtschaft an und als er jah, was er angerichtet hatte, erschoß Schiedsspruch gegen die Eisenbahner. Lohndruck statt Preissenkung. In dem Tarifftreit zwischen Reichsbahngesellschaft und Eisenbahnergewerkschaften wurde folgender Spruch gefällt: 1. Unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Ber hältnisse und im Hinblick auf die von der Reichsregierung eingeleitete Preisfenfungsmaßnahme bleiben die bisherigen Grundlöhne mit den vom 1. September 1925 von der Reichsbahngesellschaft vorgenommenen Uenderungen bis auf weiteres bestehen. 2. Die von der deutschen Reichsbahngesellschaft eingeführten Ortslohnzulagen gelten als tarifliche Regelung. Besondere Härten soweit Einzelfälle in Frage tommen, find noch durch Vereinbarung zwischen den Tarifparteien auszugleichen. 3. Die Schichtlohnzulage wird vom 1. September 1925 von 10 auf 20 Pf. erhöht. 4. Auf Schrotimeiffer, Mechaniker und Handwerker, die mit der Zusammensetzung der Farben und ihrer Ausgabe betraut find, find die Beffimmungen des§ 28, 3iffer 1, Sah 3, des Tarifvertrages anzuwenden. 5. Die im Berwaltungswege eingeführte Rangierzulage behält Gültigkeit bis zum Ablauf des Rahmentarifs. haben die Parteien demnächst im Rahmen des Antrages der Ge6. Ueber die Neuregelung der Wirtschaftsgebiete werkschaften in Berhandlungen zu treten. Erklärungsfrist bis zum 15. September 1925, mittags 12 Uhr. Braktisch bedeutet dieser Schiedsspruch die Ablehnung jeder allgemeinen Lohnerhöhung. Die geringfügige Lohnerhöhung der im Schichtlohn Arbeitenden betrifft nur die Bahnhofsarbeiter, d. h. die Güterbodenarbeiter, Rangierer usw. Die große Masse der Eisenbahnarbeiter, insbesondere die Streckenarbeiter und Werkstättenarbeiter sind im Stundenlohn beschäftigt und bekommen also nicht einmal die 60 Pf." Lohnerhöhung" für die ganze Woche. Der Passus, der die Schrottmeister, Mechaniker usw. betrifft, bedeutet, daß für diese Gruppe entsprechend dem§ 28 des Lohntarifs eine Leistungszulage gewährt werden soll. Außer der teilweisen Lohnerhöhung, die die Hauptverwaltung der Reichsbahn ab 1. Septeinber durchgeführt hat und die durch diesen Schiedsspruch zur tariflichen Regelung wird, bekommen also nur einige Gruppen eine geradezu lächerliche Lohnzulage. Der Schiedsspruch bezieht sich ausdrücklich auf die Preissenfungsmaßnahme der Reidsregierung. Die Eisenbahner befommen also zuerst die Wirkung dieser famosen Preissenfungsmaßnahme" zu spüren. Die Preissenkungsmaßnahme der Reichsregierung ist in Wirklichkeit eine Lohndruckmaßnahme. spruch gegen die Stimmen der Arbeitervertreter Es ist eigentlich überflüssig, hinzuzufügen, daß der Schiedsangenommen worden ist. Wir betonen dies, weil die„ Rote Fahne" in einem Teile ihrer Ausgabe heute den Schiedsspruch, allerdings verstümmelt, wiedergibt und fälschlicherweise hinzufügt, daß der Schiedsspruch mit den Stimmen der Arbeitervertreter angenommen worden sei. Im Laufe des heutigen Tages werden auch die Eisenbahnerorganisationen zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen. Es fann mit Sicherheit angenommen werden, daß der Schiedsspruch von ihnen abgelehnt wird. Zum Schiedsspruch gegen die Reichsarbeiter. Was die Reichsarbeiter befürchtet haben, ist eingetreten. Der Schlichter hat sich getreulich an die Weisungen der Luther- Regierung gehalten und die allgemeine Lohnerhöhung abgelehnt. Einige Totale Lohnzula quen werden bewilligt. Almofen, Brofamen, die von dem Tisch des Reichsfinanzministeriums fallen. Der Schlichter hat sich nicht einmal die Mühe genommen, auf das erdrückende, beweiskräftige Material einzugehen, das Genoffe Stetter im Namen der Reichsarbeiter zur Begründung der Lohnforderungen vortrug. Fünfviertel Stunden lang wurde eine Fülle Don Tatsachen, Beispielen und Zahlen von dem Sprecher der Organifationen ins Treffen geführt. Bergebens! Auch der Hinweis auf die Aufbesserung der Gemeindearbeiter in jo manchen Bezirten, wo Er der Lohn um 6 Bf. pro Stunde erhöht wurde, fruchtete nichts; denn der Schlichter mar tein Schlichter, sondern lediglich der gehor= fame Diener des Reichsfinanzministeriums. hatte von der Reichsregierung seinen Marschbefehl. Sie verbot ihm jede allgemeine Lohnerhöhung und damit basta. Hier liegt ein System vor, das jedes Schlichtungsverfahren wert- und zwecklos racht. Die Reichsregierung, die dem Besitzenden Steuererleichterungen und Zölle in die Tasche stopfte, bleibt taub und gefühllos gegenüber jedem Versuch der Arbeitnehmer, sich auch nur einigermaßen gegen die von der gleichen Reichsregierung hervorgerufene Hunger- und Teuerungswelle zu wappnen und zu schützen. Die Reichsregierung treibt ein gefährliches Spiel. Der Rundfunk gegen die Eisenbahner. Bon der Funk stunde A.-G. erhalten wir folgende Zuschrift: ,, Bezugnehmend auf die Notiz„ Der Rundfunk gegen die Eisenbahner" in Ihrer Nr. 216, Ausgabe A vom 8. September 1925, gestatten wir uns, folgendes zu bemerken: Der Vortrag des Herrn Reichsbahndirektors Dr. Homberger ist nicht etwa aus Aniaß der schwebenden Lohnverhandlungen gehalten worden, sondern war schon seit mehreren Monaten vereinbart. Er sollte ursprünglich Anfang August stattfinden, wurde aber wegen Beurlaubung des Vortragenden erst Anfang September gehalten. Es lag uns selbstverständlich fern, durch den Vortrag die öffentliche Meinung gegen die Eisenbahnerverbände einzunehmen. Wir fonnten auch feine Bedenken dagegen erheben, daß der zurzeit schmebende Lohnkonflikt bei der Reichsbahn im Vortrage erörtert wurde. Diese Frage durfte bei dem Thema: Reichsbahn und Wirtschaft" nicht unerwähnt bleiben, zumal sie nicht nur für die eigene Wirt schaft der Reichsbahn, sondern auch für die ganze Volkswirtschaft von weitgehender Bedeutung und demgemäß von aktuellem Interesse ist. Da die Ausführungen sich mit denjenigen Nachrichten deckten, die in den letzten Wochen in der Presse aller Parteirichtungen über den Stand des Lohnkonfliktes erschienen sind, fonnte hierin feine einfeitige Darstellung erblickt werden." Es mag an sich ein Zufall sein, daß der Reichsbahndirektor Dr. Homberger seinen Vortrag gerade mährend des Lohnkonfliktes hielt. Um so mehr wäre es die Pflicht der Fünfftunde A.-G. gewesen, den Reichsbahndirektor, der in dem Konflikt notwendig Partei ist, verher zu ersuchen, jede Behandlung der Lohnfrage zu vermeiden. Diese elementare Pflicht einer überparteilichen Inftitution ist nicht allein vernachlässigt worden, die Funkstunde A.-G. identifiziert sich ausdrücklich mit den Ausführungen des Reichsbahndirektors. Die Funkstunde A.-G. hat wiederholt die gesamte republikanische Bevölkerung brüsfiert. Wenn sie sich jetzt außerdem bei Lohnkonflikten auf die Seite der Unternehmer schlägt, dann ist es an der Zeit, diesem Skandal ein Ende zu machen. Die Leibesvisitation bei der AEG Eine Gas- und Wasserleitungsfirma hatte von ihren Arbeitern in einem Betriebe der AEG. Rohrlegerarbeiten ausführen lassen. Einer dieser Arbeiter wurde beim Verlassen des Betriebes vom Pförtner der AEG. aufgefordert, eine Leibes visi= tation an sich vornehmen zu lassen. Der Arbeiter weigerte sich dessen, da er nicht bei der AEG., sondern bei einem ande ren Arbeitgeber beschäftigt sei und deshalb der Arbeitsordnung der AEG. nicht unterstehe. Hierauf teilte die AEG. der Gasund Wasserleitungsfirma mit, ihr Arbeiter habe sich der Kontrolle entzogen. Die Folge davon war, daß diese Firma den betreffenden Arbeiter fofort entließ. Der Entlassene flagte auf Grund des§ 84 BRG.( unbillige Härte) beim Gewerbegericht. Dem beklagten Unternehmer schien das Betriebsrätegesetz unbekannt zu sein. Er glaubte, weil der Rohrlegertarif die Kündigung ausschließt, fönne er wegen der Entlassung in feiner Weise zur Verantwortung gezogen werden. Deshalb lehnte er denn auch einen Vergleichsvorschlag des Vorsitzenden mit den Worten ab, lieber wolle er feinen ganzen Betrieb auflösen, als den Kläger weiter beschäftigen. Das Gericht erkannte dahin, daß der Kläger nicht per= pflichtet mc, sich der Kontrolle der AEG. zu unterwerfen. Er habe dadurch, daß er sich weigerte, die Kontrolle vornehmen zu lassen, teine Pflicht verlegt, seine Eetlassung sei deshalb eine unbillige ärte. Der Beflagte wurde aus diesem Grunde verurteilt, den Kläger weiterzubeschäftigen, oder ihmi eine Entschädigung von 160 M. zu zahlen. Tarifkündigung im Versicherungsgewerbe. Wie uns vom Zentralverband der Angestellten mitgeteilt wird, ist das am 4. Juni 1925 mit dem Arbeitgeberverband deutscher Verficherungsunternehmungen getroffene Gehaltsabkommen von sämt lichen am Tarifvertrag beteiligten Angestelltenverbänden zu m 1. Oftober d. J. gekündigt worden, um die seit Mai d. I. unverändert gebliebenen Gehaltssäge der inzwischen eingetretenen Teuerung anzupassen. Vom Arbeitgeberverband deutscher Berficherungsunternehmungen wurde, mie üblich, die Notwendigkeit und Möglichkeit einer abermaligen Erhöhung der Gehälter bestritten. Demgegenüber besteht der 3dA. darauf, daß seine Forderung baldigst verhandelt wird. Verhandlungen im französischen Bankstreik. Paris, 11. September.( Eigener Drahtbericht.) Der französische Arbeitsminister hat am Donnerstagabend den streifenden Banfangestellten die Antwort der Bankleitungen auf den Schiedsgerichtsvor schlag der Regierung übermittelt. Diese Antwort ist, wie vorauszu jehen war, negativ ausgefallen. Die Banfleitungen haben aber gleichzeitig mit der Ablehnung eines Schiedsspruches ihre früher_gemachten Vorschläge in gewissen Bunkten vervollständigt. Das Streiffomitee hat daraufhin beschlossen, am Freitag an sämtliche vom Streif betroffenen Banken Abordnungen der streitenden Angestellten zu entfenden, um Berhandlungen über die Wiederaufnahme der Arbeit zu eröffnen. Man nimmt an, daß es zu einer Verständigung kommen und die Arbeit bereits am Montag wieder aufgenommen werden wird. Berantwortlich für Bolitik: Ernft Renter; Wirtschaft: Artur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eztorn; Feuilleton: A. S. Döscher; Lotales und Conftiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Zh. Glode; jämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Verlagsanstalt Baul Einger u. Co.. Berlin EB. 68, Lindenitraße 3. Porzellan Speiseteller, weiß, tief und flach Abendbrotteller rasse mit Goldrand, Schalenform, beste Qualität. Speiseteller, Feston, mit Goldrand, tief und flach Abendbrotteller, Feston, mit Goldrand. 38 Pf. 24 Pf. 38 Pf. 78 Pf. 58 Pf. Tafelservice f. 6 Pers., 23 teil, mod. Form, fein dekor. 24.50 Brotkörbe, Durchbruch 75 Pf. 95 Pf. 4.50 1.95 3 Vorratstonnen mit Deckel. Kaffeeservice, 9 teilig Tortenplatte, weiß, auf Fuß Steingut Speiseteller, tief und flach. 5 Teller, tief oder flach, mit Kobaltrand Waschgarnitur, 5teilig, bunt, schöne Form Waschkrug, bunt Bratenplatte, weiß, groß Milchbecher, bunt 12 Pi. 1.95 5.90 95 Pf. 85 Pf. Schluß unserer großen Ausnahmetage Leder-, Nickel- u. Stahlwaren besonders preiswert Montag, 14. 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