Nr. 433 42. Jaheg. Ausgabe A nr. 221 Bezugspreis: öchentlich 70 Bfennig, monatfi 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied tung und Kleingarten" sowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: .Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Pfennig. Reklamezeile 5,- Reichsmart. ,, Kleine Anzeigen das fettgedrudte Wort 25 Pfennig ( auläffig zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Es ist doch nicht bloß Zufall, daß gerade das badische Land dem Deutschen Reich so viel politisch begabte Männer geschenkt hat! Baden ist das Land der ältesten politischen Kultur in Deutschland; hier hatten die Keime einer parlamentarisch- demokratischen Entwicklung am frühesten Wurzel geschlagen, hier wurde auch der Geist der Reichseinheit am frühesten und am fräftigsten gepflegt. Kein Wunder also, daß der Freistaat Baden auch heute ein starter Hort der Deutschen Republik ist, daß er als einziges deutsches Land seit 1918 ununterbrochen republikanisch regiert, nie von der Rechtsströmung ergriffen worden ist. Deutschland ist noch immer, von Rußland abgesehen, der volkreichste Staat und zugleich die größte Industriewerk statt der alten Welt. Und in diesem Staat ist die Sozialbemo fratie die bei weitem größte Partei. Schon diese Tat fache allein zeigt die Größe unserer Verantwortung und unserer Aufgaben. Die Sozialdemokratie steht vor der großen Aufgabe, alle diese Möglichkeiten auszuschöpfen: ihre Ideen flar zu formulieren, die Mehrheit des Bolles für sie zu gewinnen und sie in Wirklichkeit umzusetzen. Sie kann bis dahin als Opposition sowohl wie als Bestandteil einer Regierungsmehrheit praktische Vorarbeit leisten. Als Opposition wird sie agitatorisch gegenüber den Regierungsparteien im Vorteil sein. Als Bestandteil einer Regierungsmehrheit aber wird fie in der Lage sein, aus sich heraus die Kräfte zu entwickeln und zu schulen, deren sie später zur Lösung größerer pofitiver Aufgaben dringend bedürfen wird. Man kann nicht die Regel aufstellen, daß Oppo In der schönsten Stadt dieses schönen Landes tagt der Parteitag. Daß sein Ergebnis dem schaffenden Bolt Deutsch- fitionspolitif gut und Roalitionspolitif schlecht lands und der ganzen Welt Nußen bringen möge, ist unser fei oder umgefehrt. Es gibt gute und schlechte Oppofitions aller Wunsch. politif, es gibt gute und schlechte Roalitionspolitik. Die Partei fann nicht unter allen Umständen in der Regierung bleiben wollen, ohne ihr Ansehen bei den Massen zu gefährden; sie fann sich aber auch nicht unter allen Umständen von der Teilnahme an der Regierung fernhalten, wenn sie zur Uebernahme der ganzen Regierungsgewalt reif werden will. Die Gesamtpartei und die Parteiorganisationen der einzelnen Länder haben daher auch den unvermeidlichen taftischen Wechsel zwischen Koalitions- und Oppositionspolitik ohne Krise überstanden. Eine überaus bedauerliche Ausnahme bildet Sachsen. Es ist schmerzlich, in diesem Lande mit| feiner alten, starten Arbeiterbewegung ein Bersagen der Führung feststellen zu müssen, womit nicht die Führung durch die eine oder die andere ,, Richtung" verstanden sein soll. Der Urgrund dieses sächsischen Jammers liegt eben in dem Auseinanderflaffen der beiden ,, Richtungen", in dem Unwillen oder der Unfähigkeit, auf irgendeiner mittleren Linie eine Berständigung zu finden. Der Parteitag steht vor einer schweren Aufgabe, wenn er in Wochenfrist alles, was in Sachsen seit Jahren verfehlt und aus den Fugen geriffen wurde, wieder einrenken soll. Lösbar wird sie überhaupt nur dann sein, Die Sozialdemokratie ist aber nicht nur die größte Partei, fondern auch die aussichtsreichfte, richtiger: die einzige Partei, die eine große Zukunft vor sich hat. Nur was zerfällt, vertretet ihr!" fann sie ihren Gegnern von rechts und links zurufen. Es ist kaum nötig, in diesem Zusammenhang viel Worte über die Kommunistische Partei zu verlieren in einer nicht mehr fernen Zukunft wird man von ihr überhaupt nicht mehr reden; als ein Fattor, der den Aufstieg der Sozialdemofratie dauernd hemmen fönnte, tommt sie nicht in Betracht. Aber auch die Welle der Reaktion von rechts hat ihren Höhe punft fichtlich überschritten. Gewiß wird die Sozialdemokratie noch auf viele Jahre hinaus mit einer starten Gegnerschaft rechts zu rechnen haben, aber daß die Deutschnationale Partei in ihrer heutigen Gestalt und Stärke meiter bestehen oder gar noch wachsen fönnte, ist nicht anzunehmen. Schon die nächsten Wahlen werden ihren Niedergang zeigen; geistige und sittliche Kräfte einer Wiedergeburt sind bei dieser Partei nicht sichtbar. Die Sozialdemokratie ist die einzige große Partei, die noch zu wachsen fähig ist, sie ist die einzige Partei, der es in absehbarer Zeit- wenn auch nicht von heute auf morgen gelingen tann, eine Mehrheit des Boltes um ihre Fahne zu sammeln. Die Arbeit der politischen Machtgewinnung ist auszuführen und ausführbar mit den verfassungsmäßigen Mitteln der demokratischen Republik. wenn die sächsischen Parteigenossen, ohne Unterschied ihrer Stellungnahme im häuslichen Streit, begreifen, daß sie nicht für sich allein, sondern für die Gesamtpartei da sind, der zuliebe sie auf alle Rechthaberei und Scharfmacherei verzichten müssen. Die sächsischen Parteigenossen werden begreifen müssen, daß in der Ueberschäzung ihrer inneren Streitigkeiten ein ganzes Stück partitularistischer Kräh mintelei liegt. Sie werden einen höheren Standpunkt geminnen müffen, wenn sie sich wieder vertragen sollen, wie es die Partei von ihnen verlangt. Die 40 Mann starke sächsische Landtagsfraktion, die vor drei Jahren gewählt wurde, ist in zwei Fraktionen von 23 und 17 Mann zerfallen, die sich gegenseitig aufs heftigste befehden. Die Wähler müssen danach annehmen, daß mindeſtens etwa die Hälfte der im Jahre 1922 innen eindringlich empfohlenen und von ihnen gewählten sozialdemokratischen Kandidaten nichts taugt. Für kommende Landtagswahlen ist das eine sonderbare Vorbereitung! Man fann nur hoffen, daß die Wähler vernünftiger sein und den ganzen Streit weniger tragisch nehmen werden, als er von den Nächstbeteiligten genommen wird. Und so ist auch vom Parteitag zu erwarten, daß er im sächsischen Parteikonflift ohne Ueberhizt heit und ohne Neigung, vorhandene Gegensätze zu verschärfen, feine Entscheidung treffen wird. Beispielgebend fann Sachsen nur im Sinne der Abschreckung sein! In der Programmfrage werden vorhandene Meinungsverschiedenheiten in kameradschaftlicher Weise aus getragen werden können. Erfährt der Entwurf einige doch wohl unentbehrliche Abänderungen, so wird er für die große Mehrheit der Partei zum mindesten erträglich sein. Angesichts der fühlen und zum Teil recht kritischen Aufnahme aber, die er in der Partei gefunden hat, würde der Parteitag vielleicht doch gut tun, wenn er einem Bersuch, etwas Besseres zu schaffen, nicht den Weg versperrte. Ein ernster Grund, unter allen Umständen jetzt schon zu einem Abschluß zu fommen, liegt nicht vor. Das Intereffe für die theoretischen Grundfragen unserer Politik fönnte belebt werden, wenn nach einer VorSozialistische Völkerbundsfraktion. Völkerbund und Garantieverträge. Genf, 12. September.( Eigener Drahtbericht.) Die fozialiftischen Bölferbundsdelegierten haben eine eigene Fraktion gebildet, die alle schwebenden politischen Probleme gemeinsam erörtern wird. Die Fragen der geplanten Wirtschafts- und Abrüffungskonferenz werden dabei ganz besonders eingehend bearbeitet werden. Die Sozialdemokratie ist heute zwar noch in den Regierungen Preußens, Badens, Sachsens und anderer deutscher Länder vertreten, im Reich aber genießt sie zurzeit die Bor= teile einer Oppositionspartei. Der Kampf, den fie gegen den Rechtsturs, seine Finanz-, 3oll- und Sozialpolitik geführt hat und weiter führt, hat ihr die Sympathie breiter Massen eingebracht, die bisher noch feinen festen Standpunkt gefunden hatten. Alle Argumente des Nationalismus, die sich bisher als gefährliche Waffen der reaktionären Demagogie erwiesen hatten, sind durch die Außenpolitik, die die Rechtsregierung zu treiben gezwungen ist, widerlegt und vernichtet. Dafür muß das Volk die verhältnismäßige Schwäche der Sozialdemokratie, die sie hindert, die Pläne der Rechtsregierung zu vereiteln, mit einer weiteren Verschlechterung seiner Lebensverhältnisse bezahlen. Von selber drängt sich ihm der Schluß auf, daß eine noch viel stärkere Sozialdemokratie notwendig ist, und diese viel stärkere Sozialdemofratie fann es mit der Macht des Stimmzettels schaffen. Noch ist der Kapitalismus start, und daß er in Amerika nur schwache Gegner hat, gibt ihm international einen gewaltigen Rückhalt. Aber seine ideologischen Grundlagen schwinden dahin. Wer will uns nach dem Zeitalter der Kriegs- und Friedenskonfiskationen, der Inflation und der Auswertung" noch das Märchen von der heiligkeit des Eigentums" erzählen? Verklungen ist der Sang auf die gottbegnadete Tüchtigkeit des deutschen unter nehmertums der einzige Name Stinnes fagt hier alles! Berschwunden ist in der Zeit der wandernden Aktien palete" das hochgelobte, patriarchalische Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wir haben die Expropriation der Expropriateure und den Sturz so mancher Kapitalfönige erlebt, wir sehen auf der anderen Seite in Genossenschaften, Rommunen, Staatsbetrieben, Staatsbeteiligungen in der verschiedensten Form die sich entwickelnden Möglichkeiten einer Eine Entschließung der Vollversammlung. Genf, 12. September.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend ging die Diskussion über den Bericht des Rates unter geringer Anteilnahme der Delegierten weiter. Der persische Delegrerte beanstandete, daß noch nie ein asiatischer Staat in den Bölkerbundsrat gewählt worden sei. Ishii Japan betonte, daß sein Land sich zu den Grundfäßen des Protokolls bekenne, daß aber fachliche Aussehungen zu machen seien. Hymans Belgien sprach noch einmal über die Notwendigkeit obligatorischer Schiedsgerichtsbarkeit. Der Abschluß des Sicherheitspattes müsse die Abrüstung nach sich ziehen. Danach brachte der spanische Delegierte folgenden Antrag ein, der, wie wir vernehmen, schon vorher die Billigung der englischen und französischen Delegation gefunden hatte und als offizielles hauptergebnis der 6. Bölferbundsversammlung zu gelten hat: Die Völkerbundsversammlung befundet erneut, jeden Angriff als internationales Berbrechen behandeln zu wollen. Indem nicht die nötige Zahl der Ratifitationen gefunden hat, um underdie Versammlung ferner feststellt, daß das Genfer Protokoll noch züglich in straft treten zu können, gibt sie ihrer Ansicht Ausbruck, baß die Einzel- Garantieabkommen, wie sie zurzeit in Erwägung gezogen werden, mit dem Protokoll harmonieren und geeignet find, ebenfalls zur Sicherheit zu führen. Die Vollversammlung ersucht deshalb den Bölkerbundsrat, die gegenwärtig Schwebenden Baltverhandlungen mit Aufmerksamkeit zu verfolgen und sein Gutachten über den Grad der Sicherheit, welche die bis au diesem Zeitpunkt zum Abschluß gekommenen Garantiepakte gedie Schlußfolgerungen dieses Berichtes günstig sind, soll der Rat währleisten, der 7. Bölkerbundsversammlung zu unterbreiten. Falls zu gleicher Zeit der Versammlung das ausgearbeitete Projekt einer Konferenz zur Einschräntung der Rüstungen vorlegen. Hilfswerk des Bölkerbundes an den armenischen Flüchtlingen; Nachmittags sprach Fridtjof Nansen Norwegen über das größere Mittel seien erforderlich, um das Hilfswerk bald abschließen zu können. Die folgende Rede Benesch Tschechoslowakei bestätigte bie allgemeine Auffassung, daß er vorläufig auf die eigene Ini tiative verzichtet hat und seine Politik von Paris abhängig macht. Er midmete dem Genfer Protokoll mir einen furzen Nachruf und betonte, daß der Abschluß von Einzelver trägen allerdings niemals den Wert für die Sicherung des Friedens haben könne wie die Durchführung des Genfer Protofolls. Unter den gegebenen Verhältnissen sei jedoch keine Möglichkeit für dessen Verwirklichung zu finden. Nachdem noch Vertreter Liberias und Uruguays zu Wort gekommen waren, erklärte fich Scialoja- Italien in einer furzen Rede mit dem Prinzip der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit einverstanden. Montag Fortfetzung. Vorbesprechung in Paris. , Genf, 12. September.( Eigener Drahtbericht.) Briand und Chamberlain find am Sonnabend von Genf abgereift. Briand wird in Paris mit dem deutschen Botschafter Hoesch alle Einzelheiten der Sicherheitspaktverhandlungen besprechen und Hoesch wird das Ergebnis dieser Aussprache umgehend Stresemann übermitteln. Die Genfer Vorverhandlungen für die Baktkonferenz sind damit vorläufig beendet. Italiens Teilnahme an der Konferenz der Außenminister wird hier als sicher bezeichnet, dagegen ist noch unbeſtimmt, in welcher Form Stalien an dem Garantiepatt beteiligt sein wird. Italien nimmt teil die Einladung noch gar nicht abgegangen. Genf, 12. September.( Havas.) Die italienische Antwort an Briand ist hier eingetroffen, die italienische Regierung ftimme der Einladung Deutschlands zur Battkonferenz zu und wird an der Konferenz teilnehmen. Es ist wahrscheinlich, daß nun. mehr die Einladung an den deutschen Außenminifter früher als erwartet ergehen wird. erorterung auf diesem Parteitag die Programmarbekt noch einmal aufgenommen werden würde. Wie notwendig ein« tiefergreifende Klärung ist, zeigen manche der zum Programmentwurf eingebrachten Anträge. Was soll man z. B. dazu sagen, wenn ein Antrag des Unter- bezirks Zwickau programmatisch den„Umsturz der gegenwär- tigen Staats- und Gesellschaftsordnung" proklamieren nnll? Die„gegenwärtige Staatsordnung" ist die von der Sozialdemokratie geforderte und erreichte der demokratischen Republik, deren Festigung und Ausbau, nicht aber„Umsturz" unsere Aufgabe ist. Was aber die„gegenwärtige Gesellschafts- ordnung" betrifft, so sind wir mit ihrer Umwandlung dauernd beschäftigt, wobei wir uns freilich dessen bewußt sind, daß man Gesellschaftsordnungen nicht wie Kisten„umstürzen" kann, sondern daß jeder Tragpfeiler, der abgebrochen wird, durch einen anderen erseht werden muß, wenn nicht im Trüm- merfall das arbeitende Volk selbst erschlagen werden soll. Die zähgeduldige Arbeit, die wik also im Interesse der schaffenden und notleidenden Massen zu treiben gezwungen sind, fordert mehr Idealismus als eine Agitation, die sich auf den Glauben an einen unmittelbar bevorstehenden jähen Umschwung aller Dinge aufbaut. Darum muß die Pflege des Jdealismuus in der Partei unsere Sorge sein. Wir sehen heute die ungebrochene, ja in manchen Volksteilen neu auflebende Kraft des religiösen Empfindens, wir sehen große Organisationen von der Art des Reichsban- ners Schwarz-Rot-Gold entstehen, deren Werbekraft i m Jdcelen, jenseits des rein wirtschaftlichen, liegt. Es ist für uns Zeit, uns der tiefen ethischen Quellen zu erinnern, aus denen der Strom der sozialistischen Bewegung seinen Ursprung genommen hat. Wenn die Demokratie, nach Masaryk,„die politische Form der Menschlichkeit" ist— ist nicht der Sozialismus ihre wirtschaftliche? Die Umgestaltung der Staaten und der Gesellschaft nach dem Ideal einer höheren Menschlichkeit, ist sie nicht unser Ziel? Demokratie, Frieden, Sozialismus, das ist die Dreieinigkeit der Humanität. Klar im Wollen, entschlossen im Handeln, abhold allem kleinlichen Streit— so mag sich die Partei der Zukunft, die deutsche Sozialdemokratie, auf ihrem Heidelberger Parteitag wiederfinden! Friedrich Stampfer. Heidelberg in Erwartung des Kongresses. Heidelberg, 12. September.(Eigener Drahtbericht.) Schon am Vortage des Sozialdemokratischen Parteitages ist das äußere Bild der Vaterstadt Friedrich Eberts ganz auf den Besuch der repu- blikanischen Gäste eingestellt. Am Bahnhof grüßt die Dele- gierten ein in den Farben der Republik gehaltenes herzliches Will- kommen, und in den Straßen sprechen endlose Reihen schwarzrot- goldener Fahnen im Berein mit den badischen Landesfarben für eine reg« Anteilnahme der Bevölkerung. Im Gegensatz zu früheren Erfahrungen haben selbst die kleinen und größeren Hotels das republikanische Banner gehißt. Man verspürt überall, daß man in einem Lande weilt, dessen Regierung unter maßgeblicher Beteiligung der Sozialdemokratie gute Arbeit für die Republik und die Demo- kratie geleistet hat. Anerkennung verdient insbesondere das weit- gehende Entgegenkommen der staatlichen und örtlichen Behörden. Die E r ö f f n u n g des Kongresses erfolgt am S o n n t a g abend um ö Uhr in dem großen Saal der Stadthall« durch eine Begrüßung der lokalen Instanzen und eine politische Rede des Genossen Wels. Am Montag beginnen dann die eigentlichen Arbeiten, mit deren Vorbereitung am �Sonnabend vor- und nachmittag sich der. Partei- ausschuß in erfreulicher Einmütigkeit beschäftigte. Er beschloß u. a., am Sonmag vormittag um 11 Uhr in Gemeinschaft mit dem Partei. vorstand und der Kontrollkommission das Grab Eberts zu be- suchen und dort einen Kranz niederzulegen. Genosse Molken- b u h r, der am Freitag seinen 74. Geburtstag feiern durste, wird dem großen Toten Worte des Dankes und des Gedenkens widmen. Leider ist das Grabmol, für dessen Anfertigung die Reichs- regierung verantwortlich zeichnet, auch jetzt noch nicht fertig. gestellt. Die offizielle Weihe und die Uehergabe an die Stadt Heidel- berg soll erst in drei Wochen erfolgen. das Zentrum am Scheküewege. Die Kundgebung der Provinzialverbände Gross-Berlin und Brandenburg. Wir veröffentlichten bereits die Entschließung, die die Provinzialverbände der Zentrumspartei vonGroß-Berlin und Brandenburg auf ihrer De- legiertenversammlung annahmen. Die Entschließung gibt nur ein unvollständiges Bild von der Stimmung, die die Ver- sammlung beherrschte. Sie ließ nicht darüber im unklaren, daß die beiden Provinzialverbände den Rechtskurs einfach nichtmitmachen. Der Hauptreferent, Ministerialdirektor a. D. Spieker, der sich mit außergewöhnlicher Schärfe gegen die rechtsgerichteten Kreise seiner Partei wandte, fand mit seinen Ausführungen ein so lebhaftes Echo, daß sich die „Germania" veranlaßt sieht, dem- einmütigen Wunsch der Versammlung nach einer ausführlichen Veröffentlichung der Rede nachzukommen. Es ist anzunehmen, daß die Ausführun- gen Spiekers weit über den Rahmen der Tagung Beachtung finden, und daß sie auf dem bevorstehenden Part«itag des Zentrums eine Rolle spielen werden. Dr. Spieker bezeichnete die Vorgänge, die sich äugen- blicklich im Zentrum abspielen, ausdrücklich als eine Ver- trauenskrise und nannte den Schritt Wirths eine be- freiende Tat. Nach einem Rückblick auf die Politik des Zentrums vom Zusammenbruch bis zur Bildung des Kabinetts Luther führte er dann weiter aus: Ich will im einzelnen nicht untersuchen, ob die Zentrumsfraktion die Freiheit ihrer Entschließungen sich im Laufe der nächsten Monate stets wirklich bewahrt hat. Welte Kreise der Wählerschaft sind jedenfalls der Meinung, daß von Freiheit und Entschluß- kraft der Zentrumsfraktion in all den Monaten nicht sehr viel verspürt worden ist. Und sie glauben auch/ daß es nur ihrem Aufmurrcn zu verdanken ist, daß es dem schlauen Kanzler, der es verstanden hat, den Reichstag und insbesondere die Zentrumsfraktion an seine unbeugsame Energie glauben zu machen, nicht gelungen ist, durch die Ernennung eines weiteren Zentrumsmannes zum Minister der besetzten Gebiet«, das Zentrum auch äußerlich noch fester an die Regierung Luther anzuschließen. In der Zentrumspartei war man des weiteren m e hr als er- staunt, als nach dem wilden Präsidentschoftswohlkampf, in dem von den Parteien, mit denen das Zentrum in der Reichsregierung sah, an maßloser, auch kulturkämpferischer Ge- h S s s i g k e i t gegen unseren Kandidaten Marx auch das letzte auf- geboten worden war, alles nicht nur ganz schön beim alten blieb, sondern bei den dann nötig werdenden großen gesetzgeberischen Auf- gaben, der Regelung der Aufwertungsfrage, der Verabschiedung der Steuergesetze und des Zolltarifs das Zentrum sich mit den Rechts- Parteien sogar klipp und klar zu einem Bürgerblock zu- sammenschloß. Die Gesinnungsgemeinschaft der in diesem Block zu- sammengeschlossenen Parteien ging so weit, daß sie im Bewußtsein ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit eine Diktatur der Mehr- h s i t errichteten. Daß sich das Zentrum, eine geboren« Minderheits- parte!, an dieser Vergewaltigung einer parlamenta- rischen Minderheit, die zudem aus den Parteien bestand. mit denen das Zentrum das Werk zustande gebracht hatte, dessen steuerliche Konsequenzen nun gezogen werden mußten, beteiligte. rüttelte nun doch die Wählermassen des Zentrums auf, und der Unmut brannte lichterloh auf, als her frühere Reichs- .kanzler Wirth aus dem Verhalten der Reichstagsfräktion für sich durch seinen Austritt die gebotene Folgerung ziehen zu sollen glaubte. Im weiteren Teil seiner Ausführungen ging Dr. Spieker ausführlich auf den Grund zur Mißstimmung ein, und tadelte vor allem, daß führende Männer der Partei von der R e- publik nur mit Einschränkung sprächen, anstatt ein freies und freudiges Bekenntnis zu ihr abzulegen. Für die An- Hänger des Zenttums sei die Republik nicht„e i n e", sondern „d i e" Staatsform, und die politischen Freunde des Zentrums dürften die nicht fein, die die Republik verächtlich machten und unterhöhllen. Die Bettachtungen über die Freunde und Feinde der Republik führten den Redner zu einer Klarstellung des Verhältnisses zwischen seiner Partei und der Sozial- Sofakissen mit Reklame. In Paris ist augenblicklich eine Weltausstellung des Geschmacks zu sehen. Man geht stundenlang herum und wundert sich, wie die ganze Welt immer mehr uniformiert wird. Man begegnet an- mutigen Kleidern, aber vor allem Tausenden von Sofakissen, gezeigt von allen Ländern Europas. Für diese Sofakissen wird besonders Reklame gemacht auf Eisenbahnen, in Hotels und kostbar gedruckten Zeitschriften. In emem ordentlichen Warenhaus sieht man gewöhn- Iich bessere und wertvollere Dinge, wenn man den Durchschnitt des Ganzen zieht. Aber es fehlt der Anreiz, den Cook organisiett. Noch niemals wurden Sofakiffen so andachtsvoll bestaunt, wie in den Riesenhallen von Paris. Das Sofakissen scheint das symbolische Produkt oller Länder zu sein, die auf Behaglichkeit sehen. Das internationale Sofakissen ersetzt alles Kunstgewerbe der Welt. Es ist so international geworden, wie das internationale Theater, an dem heute Franzosen, Engländer, Deutsche und kleinere Außen- sciter sich gleichmäßig vergehen. Sie haben alle den gleichen Ge- schmack, es ist sogar ein leidlich guter Geschmack, sie sündigen nicht gegen wesentliche Gesetze der guten Erziehung und der Bühnen- technik. Sie unterhalten. Zwischen dem internationalen Sosokissen und dem internationalen Theater besteht kein großer Unterschied. Man kann beides nach rechts drehen und nach links, es zeigt stets einige verlockende Seide, die man gern streichelt, auf der das Auge gern ruht. Das internationale Theater und die internationalen Sofakissen werden fabriziert in einem Völkerbund der geschickten Leute, die nicht einmal mehr Wert auf ihren guten bürgerlichen Namen legen, sie taufen sich auf irgendein gangbares Pseudonym. sie nennen sich zum Beispiel Alfred Savoir.„Ritter Blaubarts achte Frau" nennt dieses Mitglied des Lustspiel- fabrikantentrusts ein Stück, mit dem das L u st s p i e l h o u s feier- Iich seinen Winter beginnt. Man meine nicht, daß dieser etwas herausfordernde Titel wirk- iich für knisiliche oder gar blutrünstige Dinge firmiert. Nein, das ist ja eben die besondere Geschästsmethode dieser Trustdramatiker, daß sie ganz etwas anderes sagen als sie oersprechen. So ist alles harmlos und läuft einem wirklich glücklichen Ende zu. Blaubart ist Herr John Brown aus Uanteeland, der schon der siebenten Frau den Schei- dungsbries ausgestellt hat. John Brown ist aber nicht nur Blaubart up to äste, sondern auch Milliardär und darum schenkt er jeder der entlassenen Gattinnen eine Jahresrente von 200 000 Frank. Als nun Fräulein Monna vom ruinierten und adligen Papa dazu ge- drängt wird, die achte Frau Brown zu werden und auf den Schei- dungsbries und die 200 000 Frank Iahresrente zu spekulieren, geht die junge Dame auf den Handel ein. Nur bedingt sie sich 400000 Frank Iahresrente aus, und nachdem sie eine Welle mit dem Por- temonnaie gerechnet hat, fängt das Herz zu schlagen an. Sie bereut, daß sie sich oerhandeln ließ, sie will ein richtiges Menschlein sein und den Milliardärsblaubart sttasen, well er sie kaufte. Das Abenteuer. dos sie sich ausdenkt, ist saftig. Sie landet sogar, in einen silber- schillernden Pyjama gewickett, mit einem falschen und blöden Lieb- haber, der die Sttaskomödie mitmachen muß, im mollig angewärmten Bell. Dieses Bett füllt den dritten Akt vollständig aus. Doch im gleichen Moment, wo es unanständig werden könnte, wird es bei- nahe tragisch. Das ist ein hübscher Trick des Herrn Savoir, und man oerzeiht ihm vieles. Man spürt, daß er über das Sofakissen hinaus möchte. Der Geist, dem er sich verschwor, ist aber nicht so bequem zu überwinden, und die Sehnsucht schettert. So zerrinnt selbst das Ge- fühl, das der Dramatiker zum Schlüsse heuchelt, als der Blaubatt und die wider ihren Willen verkaufte Braut ihre Berirrung erkennen und sich selig umarmen. Gebändigt durch gute Technik ist auch dieses Lustspiel. Es schlüpft vorbei am allzu Schlüpftigen. Die Trustfabri- kanten wissen, was sie der Moral und der Unmoral des Parketts schuldig sind. Man zürne ihnen nicht, denn sie unterhallen. Sie langweilen auch manchmal, da nicht nur die Kleider ihrer Damen, sondern ihre Tricks sehr durchsichtig sind. Aber drei Stunden werden immerhin hübsch ausgefüllt. Halb Grisette, halb Heldin, das ist die widerwillig verkaufte Braut, die von Frau Erika GlSßner gespiell wird. Gewiß, die Künstlerin vertändelt sich in einigen Angewohnheiten, die nicht mehr lebendig wirken, aber sie findet sich immer wieder zurück in die echte Komödie. Ihr Zirpen, ihr Lächeln, ihr Flirten, ihr Ver- führen, oll das sind Kunststücke, die sie vorzüglich beherrscht. Wenn sie zum Schlüsse versucht, aus dem tieferen Herzen zu reden und die Stimme in Empfindung schmelzen zu lassen, dann merkt man nur Methode und Erzwungenes. So brauchen sich die besten Talente ab. Herr F a l k e n st e i n. schon abgestempelt als Komödiantentyp des Narren, weiß immer wieder aus seiner schauspielerischen Phan- taste zu variieren. Er adelt die Blödheit, er erhebt die Dummheit, die Schüchternheit und tölpischc Verschlagenheit zu theatralischen Grazie. Das ist viel. Den schwierigsten Part hatte Herr S a l f n c r als Milliardär Blaubart. Er mußte bald sanft sein, bald ein Rauh- dein, bald ein Schlaukopf, bald ein Polterer und schließlich der Naturbursche, der nichts anderes will als sein hitziges Mädel. Dazu soll er Dankeedialekt radebrechen. Seine Rolle ist eine richtige Theaterrolle ohne wirkliches Blut. Dem Schauspieler werden jeden Moment von seinem Dramatiker Knüppel zwischen die Beine und die Zähne geworfen. Daß der Schauspieler fast immer Sieger blieb, ist sein Verdienst. Max Hochdorf. Der japanische Genra. Eine eigentümliche Einrichtung aus aller Zeit ist am japanischen Koiserhofe die heute natürlich völlig überlebte Stellung des Genrv. Man versteht darunter einen allen, hochverdienten Staatsmann, der den, Kaiser seinen Rat in po- litischen Angelegenheiten erteilt. Offiziell ist Genro kein Amt, aber seine Stellung ist in Japan traditionell geworden. Bei jeder Ka- binettskrise ist die Ernennung des neuen Minssterpräsidcnten von der Empfehlung des Genro abhängig. Früher gab es viele Genros, demokraiie, wobei er den Versuch de? Abgeordneten o. Popen, das Zentrum gegen die Sozialdemokratie scharf zu machen, heftig zurückwies:! „Nun las ich vor einigen Tagen in einem Aufsatze des Haupt- oktionärs der„Germania", daß es auch aus dem Gcuiide gefährlich sei, mit der Sozialdemokratie zusammenzugehen, well da- durch deren Machtposition zu sehr gestärkt werde. 3m Zentrum hol immer der Grundsah gegolten, daß das Vaterland über die Partei geht, und wenn im Dienst am Valerlande die öozialdemokralie an Macht gewinnt, so wollen wir. wie bislaug stets, dafür Sorge tragen. daß der sozialistische Machtsaktor dort eingesetzt wird, wo es dem Vaterlaade und dem volksganzen dienlich ist. Die S o z, a l d e m o- kratie hat, was wir ihr nicht vergessen dürfen, in schwerster Zeit das Daterland über die Partei gestellt, und es wäre von uns nicht nur unklug, sondern auch ungerecht, wenn wir die opfer» willige Mitarbeit der Sozialdemokratie verkleinern wollten, auch wenn unsere Wege helft nicht zusammenlaufen. Vergessen wir nicht, daß die einst von ollerhöchster Stelle als Vaterlands- lose Gesellen gebrondmarkten Sozialdemokraten sich nicht nur für diese allerhöchste Stelle haben totschießen lassen, sondern nach dem Umsturz mit uns an einen, neuen Deuts ch�land gebaut haben, das kein Klassenstaat werden sollte, daß diese eoziaU demokraten, die gerade wir in all den Jahren vor dem Kriege a n schärfsten bekämpft haben, well sie den Klassenkampf predigten und die Liebe zum Vaterland verächtlich machten, ihr neues Deutschland liebgewonnen haben und heute die deutsche Flagge als ihre Flagge ehren und schützen.... Die Leute, die heute glauben, die Sozialdemokratie wieder abdrängen zu können, die sich wohlcr fühlen, wenn sie den Riß zwischen Bürgertum und Sozialdemokratie wieder aufklaffen sehen, die es als richtig ansehen, daß die Sozial- demokratte wieder wie früher� in der Opposition und Negation lleht, die wissen nicht, was sie tun. Wer heute in einem Abbau der Löhne, einem Abbau der sozialen Gesetzgebung das Allheilmittel gegen Wirtfchastsnöte erblickt und glaubt, dasselbe einfach befehlen zu können, der überfieht die Gefahren, die auch heute noch, und vielleicht heute schlimmer denn je, aus sozialen Gärungen für uns alle entstehen können. Es ist von uns keine Sentimentalität, sondern Gerechtigkeitssinn, Klugheit und Staatssinn, die den Widerwillen gegen den Bürgerblock zur Bekämpfung der Sozialdemokratie aus- lösen. Wir haben ganz sicher keine Schwäche für die Sozialdemo- kratie, aber wir würden den Geboten unserer sittlichen, staats- politischen Pflicht zuwiderhandeln, wenn wir uns berett oder auch nur damit abfänden, daß eine Partei, die es von Haus aus auch im neuen Deutschland sehr schwer hat, von der Arbeit am Staate mit den anderen Parteien zurückgestoßen wird, wenn sie berett ist. mtt ihnen die Verantwortung für die Arbeit am Bolksgonzen zu tragen. Nach einem Hinweis darauf, daß das Zentrum nicht immer Regierungspartei zu fein braucht, führte Dr. Spieker zum Schluß seiner Rede aus: �. Wir haben die Hofsnung, ja die Gewißheit, daß wir im Zentrum uns alle wiederfinden werden, wir haben noch einen Marx u n d« i n e n W i r t h. Ich bin nicht so optimistisch, zu glauben, daß nach dem Parteitag in Offenburg die Krise in unserer Partei beigelegt ist. Die Kräfte, die gegen uns stehen, sind doch nicht so leicht zu besiegen. Das Rechtfertigungsschreiben, mit dem der Borsitzende der Fraktion auf Wirths Austrittserklärung ge- antwortet hat, weckt ernste Sorgen. Es klingt wie ein« Recht- fertigung des Rtchtsabmarsches des Zentrums und bringt dafür als Begründung die Unzufriedenheit einiger landwirtschaft- licher Bezirke und gewisser Intellektueller. Da muß denn doch die ernste Frage aufgeworfen werden: Macht das Zentrum eine Polttik nach Grundsätzen und beseett vom Zentrum-geist, oder will es feine Fahne jeweils ändern, um mal dem, mal jenem zu gefallen? Eni- weder war die Polttik hes Zentrums über Wirch zu Marx richtig, dann müssen die besagten Landwitte und Intellektuellen darüber belehtt werden: war sie aber falsch, dann wollen wir andere Gründe hören, als sie in dem Hinweis auf einige Intellektuelle liegen: gibt es doch in unseren Reihen nicht wenige, die sich nur schwer oder gor nicht damit abfinden können, daß der Arbeiter heute so viel gilt und auch so viel erreichen kann wie der Akademiker. Ich hoff« nur, daß nun endlich einmal unsere Gegner in den eigenen Reihen beute gibt es nur nock einen, den Fürsten Saionji. Auf sein« Empfehlung hin ist auch die Ernennung des augenblicklichen Mi- nisterpräsidenten Kato erfolgt. Man scheint jedoch jetzt am Hase des Mikado zu beabsichtigen, dies höchst unparlamentarische Amt in emem konstitutionellen Staate abzuschaffen. Wenigstens wurden die Mitglieder schon seit langer Zeit nicht mehr ergänzt, so daß von den früher fünf bis sechs heute nur noch ein einziger übrig geblieben ist. Bis vor etwa zehn Iahren haben diese alten Staatsmänner die Macht ihrer Stellung oft für ihre eigenen Interessen ausgenützt. Heute kann die Haltung des Fürsten Saionji als sehr unpattciilch und gerecht gegenüber dem Parlamentarismus bezeichnet werden. Nach dem Tode dieses heute bereits sehr alten Mannes dürfte der Genro wohl ganz aus dem politischen Leben Japans oerschwinden. Severing an die Deutsche Dichter. Gedächtnis. Stiftung. Di« Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg- Großborstel hat eine Bücherei eingerichtet, durch die sie die Insassen des Optanten- lagers in Schneidemühl unentgeltlich mtt wettooller Lektüre ver- sorgt. Daß diese begrüßenswerte Kulturtat auch in Regierung»- stellen Anerkennung findet, beweist ein Schreiben des Ministers Seoettng an die Stiftung, in dem cs heißt:„Für die dem Schneide- mühler Lager zur Verfügung gestellte Büchersammlung sage auch ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank." Bisher sind zwei Sen- düngen Bücher nach Schneidemühl gegangen, die ausschließlich durch freiwillige Spenden bestritten wurden. Freilich ist dadurch der Be- darf noch nicht entfernt gedeckt, und die wiederhotten Bitten aus Schneidemühl lassen erkennen, daß die Fottsetzung dieses Kultur- wettcs dort dringend gewünscht wird. Große Phosphasiager in Marokko? Die französische Kvlonlal- verwallung in Marokko hat vor kurzem mit dem Abbau mächtiger Phosphalloger, die sich in großer Brette von Nordost- nach Nordwest- Marokko hinziehen, begonnen. Der„Matin" schätzt die Mächtigkeit der Lager auf 2ö Milliarden Tonnen. Fast das ganze Gebiet liegt innerhalb der französischen Zone. Sollte die Zahl zutreffen, so besitzt der französische Staat 60 Proz. der Phosphatproduktion der Welt. Allerdings muß die Angabe mit Vorsicht ausgenommen werden, da der Fernstehend« im Augenblick nicht entscheiden kann, inwieweit hier unter dem französischen Publikum und vor allem der Pattser Finanz- kreise Stimmung für den Krieg gegen Abd el Krim gemacht werden soll. Jvelkalolog der wissmschafiNchea Zeilschrlflea. Die Oxford Unfottfitb Bre» bat den ersten Band cincj internationalen Register» der wissenschait« "chen Zettldniffen herausgcöracht. bat auf ffirunb der Arbeiten einer Reibe von wistenschasllichen Gemeinschasten und mit Unterstützung de» Carnegie- Fond» zusammengestellt worden ist. Dabei ergab sich, daß in dem stelt. rau« von 1S00 dl» 1921 mehr al» 24 000 periodische Zeitschriflen erschienen sind, die regelmäßig oder doch gelrgentlich Beiträge von Bedeutung»um llZgemeinen Wissen lieferten. Sin zweiier. bald zu erwartender Band»er- zeichnet sämtliche Berlage, die solche Zeitschristeu herausgeben. logimg der vermakologlsch«»«esevschofk>a vresdea. Die Deutich- Termalologisch« E-Irlllchast liält vom Sonntag bi» Donnerstag in Dretden ihren 14. Kongreß ab. Da» Programm verzeichnet zahlreiche Fachvotträo«. besonder» über Geschlechtitrankheiten. Vluflkchrovik. Georg Kulenkampsfund Frederie L a m o n d spielen im S°nnt°g,m°rgen.K°nz-tt. litt, Uhr. am 13. September in der Sing. akademie ausschließlich Beethoven-Sonate». ren Angesicht zu Angesicht sich Uns zeigen«erden und die Gsfosg-, schuft des in seiner Offenheit schon syinpathisch wirkenden i)eri!j. ran Papen sichtbar wird. Es ist Zeil, dah endlich der unerkräglichc Zustand ein Ende sindd. dah den Wählern ein anderes Gesichk zur Schau gesielll wird, als es hinter geschlossenen Türen gezeigt wird. wir hassen, dah der kommende Reichsparleitag endlich Antwort geben wird aus die umstrittene Zrage. ob die Zentrumspartei, man soll ja nicht sagen rechts oder links will, ob sie also hinter Marx steht oder hinter Stegerwald und D raune: ob die Zcntrumspartei ein republikanisches und demokratisches Deutschland will, oder ob sie sich bekeiligea will an den versuchen, das alte Deutschland mit seinem Kastengeist wieder ausleben zu lassen. Für uns ist der Weg klar, wir fühlen in uns den alten Zsntrumsgeist und folgen darum getrost den Männern, aus die wir uns verlassen können. Wir folgen Wirth und Marx! Es wird von großem politischen Interesse fein, zu be- obachten, ob sich die„Gegner in den eigenen Reihen" nach der Llufforderung Spiekers zum offenen Kampf stellen oder ob sie die von Herrn o. Papen empfohlene Methode des all» mählichen Zermürbungskrieges befolgen werden. Ist üas Klarheit? Deutschnationale Schaumschlägerei um de« Pakt. Die Erkenntnis, daß ein zweiter noch katastrophalerer 29. August für sie herannaht, lastet auf den deutschnationalen Gemütern wie ein schwerer Albdruck. Unsere Forderung, daß von dieser Seite endlich Klarheit geschaffen werde, deckt sich offenbar mit einem ähnlichen Verlangen aus den Reihen der Deutschnationalen Partei selber. Und so muß sich wohl oder üebel der Chefredakteur der„Kreuz'Zeitung", Georg F o e r t s ch. dazu aufraffen, zu der Frage des Sicherheits- paktes Stellung zu nehmen. In einer langatmigen Einleitung bestreitet er, daß die Deutschnationalen sich der Erfüllungs- Politik mit Haut und Haaren verschrieben hätten, gibt aber zu. daß eine solche Auffassung sogar in den eigenen Reihen vielfach vorhanden sei. Das feien aber jene, die geglaubt hätten, daß durch den deutschnationalen Eintritt in die Re- gierung„sofort ein sichtbarer Umschwung" eintreten würde, während eine solche„Abkehr nur schrittweise" erfolgen könne. Wir und mit uns übrigens auch diejenigen Deutsch- nationalen, die sich nichts vormachen lassen wollen, vermögen jedoch in der Außenpolitik der Regierung Luther-Schiele- Stresemann weder einen„sichtbaren Umschwung", noch eine „schrittweise Abkehr", sondern eine noch tiefere Ver- ankerung der Erfüllungspolitit zu erblicken, als sie jemals vor der Bildung der ersten Rechtsregierung wahr- genommen werden konnte. Der Schriftleiter der„Kreuz-Zeiwng" ist sich aber dessen bewußt, daß er mit solchen faulen Redensarten von„schritt- weiser Abkehr" angesichts des Sicherheitsangebotes weder auf die Freunde, noch auf die Gegner seiner Partei großen Ein- druck machen wird. Deshalb wagt er sich an das eigentliche Thema heran, indem er erklärt, daß die bisherige Paktpolitik des Auswärtigen Amtes unglücklich gewesen ist, daß aber die Deutschnationalen sich dennoch demgegenüber„eine gewisse Reserve" auferlegt hätten, weil die am 9. Februar einge- leitete diplomatische Aktion eine„willkommene Ge- l e g e n h e i t gab, die Gegenspieler zur Auf- d eckung ih r e r Kartend z v res z e n". Damit wird � e. behauptet, daß Die- Deutschnationalen von Anfang an Paktangebot der Reichsregierung nur als ein takti» sches Manöver angesehen hätten, um die Entente auf ein diplomatisches Glatteis zu locken. Damit wird also nicht nur der eigenen Partei, sondern auch der Reichsregierung, die sich ja in der Hauptsache auf die Deutschnationalen stützt, ein unehrliches Spiel unterstellt. Soweit die Deutschnationalen als solche in Frage kommen, sind wir be- reit, diese Unehrlichkeit ohne weiteres als wahr zu unter- stellen. Was die Regierung und insbesondere das Aus» wärtige Amt anbelangt, so glauben wir dagegen diese Der- dächtigung zurückweisen zu können. Auf Grund der ver- schiedensten Symptome und Tatsachen sind wir davon über- zeugt, daß die deutsche Außenpolitik von Anfang an auf- richtig bestrebt gewesen ist, einen Sicherheitsvakt auf der Grundloge des Memorandums vom 9. Februar abzuschließen. Herr Foertsch geht sogar so weit, dem Außenminister Stresemann vorzuwerfen, er habe„den diplomatischen Spaziergang zu lange ausgedehnt". Also keine ernst- gemeinte Aktion, sondern nur ein„diplomatischer Spazier- gang", um die Gegenseite zu narren und sie bei irgendeiner Gelegenheit ins Unrecht zu setzen! Wenn wir im Jargon der deutschnationalen Presse schreiben würden, so müßten wir diese Verdächtigung der Regierungspolitik durch das Blatt des Grafen Westarp als landesverräterisch be? zeichnen. Anknüpfend an den Ruf nach Klarheit richtet die„Kreuz- Zeitung" die gleiche Aufforderung an das Auswärtige Amt und fügt hinzu: Auch wir sind der Meinung, daß jetzt der Punkt gekommen ist. wo sich die deutsche Regierung entscheiden muß, ob sie sich noch weiter mit einem Drojett beschäftigen will, dessen Aussichteloflgkeit bereits feststeht. Denn wir können nicht glauben, daß sich das Kabinett Luther in einen Sicherheitspakt verstrickt und vorbehält- l o s in den Völkerbund hineingeht, wo nicht einmal die geringste Aussicht besteht, daß Deutschland für das große Opfer des endgültigen Verzichts auf deutsches Land auch nur einen praktischen Vorteil davonträgt. Die nationalen Kreise in Deutschland drängen jetzt mit Recht auf Klarheit. Wir schließen uns ihnen an, und wir verlangen jetzt einen endgültigen Entschluß, gleichgültigobsich daraus auch innerpolitisch« Konsequenzen er- geben. Roch ist es nicht zu spät, die Außenpolitik zu wenden, ober es ist höchste Zeit. Das klingt sehr tapfer und entschlossen, läßt aber wohl- weislich Hintertüren für einen zweiten 29. August offen. Man ist gegen den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, ober nicht vorbehaltlos: die Borbehalte soll nämlich die Regierung Luther machen. Man ist ent- schieden gegen sedcn Verzicht auf deutsches Land, aber mack ließe über einen Verzicht auf Elsaß-Lothringen mit sich reden. wenn man dafür auch nur e i n e n praktischen Dorteil buchen könnte. Wie man siebt, ist das Verlangen nach Klarheit, soweit es auch von deutschnationaler Seite erhoben wird, nichts als Schaumschlägerei. Man möchte gern in der Regierung bleiben, man möchte vor allem nach dem Sicherheitspakt jene ausländischen Kredite erlangen, die die deutschnationalen Großindustriellen und Agrairer dringed brauchen, aber man möchte sich nicht durch einen zweiten 29. August in den Augen der betrogenen Wählermassen tödlich kompromittieren. Und am liebsten würde man es sehen, wenn die Paktkonferenz zusammenträte, ohne daß vorher die deutschnationale Re- gierungspartei gezwungen fein würde. Farbe zu bekennen. • Aber es hilft alles nichts: die deütschnationale Parteileitung wird, wohl oder übel, dieses Bekenntnis schon in den nächsten Tagen vor dem Auswärtigen Ausschuß ablegen müssen. ch Wie weit dos Durcheinander im Lager der Regierungs- koalition bereits geht, mag man aus folgendem Beispiel erkennen: Der Genfer Berichterstatter des.Manchester Guardian" hatte be- hauptet, daß England und Frankreich sich bezüglich des Rheinland- paktep darauf geeinigt hätten, eine Abänderung der Völker- bundsatzungen zu beantragen, wonach der Völkerbundsrat künftig von der Notwendigkeit einer einstimmigen Entscheidung über die gegen einen etwaigen Angreifer zu ergreifenden Sanktio- nen enthoben sein würde. Der englische Berichterstatter fügt« hin- � zu, daß Deutschland dann berechtigt sein würde, nachdem nun einmal Abänderungen des Dölkerbundstatuts vorgenommen wür- den, auch die Abänderung des Art. IS zu verlangen, der von der Wilhelmstraße wegen des sogenannten Durchmarschrechtes besonders angegriffen wird. Der Berichterstatter verzeichnete in diesem Zusammenhang Genfer Gerüchte, wonach Deutschland in diesem Punkte Zugeständnisse gemacht werden können. Die„Kreuz-Zeitung" versieht diese Meldung mit der Er- klärung, daß eine derartige Abänderung des Dölkerbundstatuts hin- sichtlich der notwendigen Einstimmigkeft im Rat„schon allein genügen würde, den Deikrill Deutschlands zum Sicherhelispakt und den Eintritt in den Völkerbund unmöglich zu machen". Die offiziöse.Deutsche diplomatlsch-politische Korrespon- denz" widmet ihrerseits diesem Bericht des.Manchester Guardian" einen ganzen Artikel mit genau der umgekehrten Ten- denz. Mit keiner Silbe wird gegen einen solchen Aenderung». Vorschlag Stellung genommen, sondern es wird im Gegenteil der geworfene Lall eifrig aufgefangen und die zwingend« Logik der Argumenläfion des.Manchester Guardian" hinsichtlich einer gleich- zeitigen Aenderung des Art. 16 unterstrichen. Mas also für ein deukschnakionalcs Blatt allein schon genügen würde, um Pakt und Völkerbundselntrltt unmöglich zu machen, das ist in den Augen eines Offiziofus des Außenminister« Strefe- mann eine sehr interessante Angregung, die. dem deutschen Stand- punkt zugute kommen sollte. Fürwahr, diese erste Rechtskoalition im Reiche bildet ein herrliches Bild von Einheitlichkeit der Auffassungen und von solidarischer Förderung der offiziellen Außen- Politik! Es muß wirklich ein Vergnügen sein, Außenminister des Deutschen Reiches mit einer solchen Regicrungspresse zu sein! »Grönungszelle" Sapern. Ein Bekenntnisbuch Schweyers. München. 12. September.(Eigener Drahtbericht.) Daß die Hitler-Jlomödie und die ganze bayerische Katastrophe des Jahres 1923/24 auf das schmähliche Versagen der Staatsgewalt und ihrer Organe zurückzuführen ist. ist eine altbekannte Tatsachs. Diese Jämmerlichkeit des bayerischen Staates hatte ihre letzte Ursache in unterirdischen Kämpfen, die der damalige bayerische Polizei- und Innenminister Dr. S ch w e y e r mit dem ihm vorgesetzten Mi- nisterpräsidenten Kahr und Knilling in zahlreichen Minister- ratssitzungen auszufechten hatte, die ihre oberste Gewalt zu einer schamlösen Förderung des rechtsradikalen Geheimbundwesens miß- krauchten und natürlich durch die innere Rechtsradikalisierung der Bayerischen Dolksparlei immer wieder die Oberhand über den ver- nünftigeren Polizeiminister bekamen. Aus Parteidisziplin und um seine Anwartschalt auf spätere Ministerxosten. nicht.zu verderben, 'HÄ Dri Schwcyer reinen Muich geHallen über die skandalösen Vor- gänge des Jahres 1923 innerhalb der bayerischen Regierung. Daß er aber viel zu sagen hätte, was die Polllik und die Geschichte interessieren würde, erkennt man aus einem Buche, das Dr. Schweyer soeben veröffentlicht. In diesem Buche erzähll er euch einiges Interessantes über die nach seiner Ministerschast in Bayern wühlenden nationalistischen Geheimverbänden und erklärt u a., daß der bayerische Staat automatisch vor allem durch die Art der Liquidierung der verschiedenen Unbotmäßigkeiten und Kesetzesverletzungen gewisser Organisationen schweren Schaden- gelitten hat. Er erinnert daran, daß bereits die strafrechlliche Der- folgung der Mai-Ausschreitungen Hitlers(1923) versogt hat und bemerkt, daß das weitere gesetzwidrige Verhalten der Rational- soziaüsten und vor allem des Umsturzversuches selbst die direkte Folge jener.Sachbehandlung" durch die Staatsgewott gewesen sei. Dadurch und durch die.Bereinigung" de» Putsche» selbst seien die wichtigsten Säulen der Staatsautorität, das Vertrauen in dl« Rechtspflege, das Rechtsgefühl im Volke in. einem Maße erschüttert worden, daß es wohl noch sehr longer Zeit bedürfen werde, diese Wunde auszuheilen. Der hierdurch dem Lande und dem Volk er- wachsende moralisch« Schaden übersteige alle anderen nicht geringen Schäden ganz erheblich. Dies- Veröffentlichen sind nichts anderes als das Bekenntnis, dah der das deutsche Boll und den Staat verderbende Rechtsraoi. kalismus in Bayern ein legitimes Lind der bayerischen Staats- gewcill ist. Amnestie in Thüringen. Ueber die Reichsamnestie hinaus. Weimar, 12. September.(Eigener Drahtbericht.) Nach den verschiedenen Vorstößen der sozialdemokratischen Fraktion des Thü» ringischen Landtags hat sich die Regierung endlich entschlossen, in der Amnestiefrage etwas zu tun. Sie hat eine Landtags- vorläge eines Gesetzes über die Gewährung von Straffreihell fertig- gestellt, mll der sich der Landtag in Kürze beschäftigen wird. Dieser Entwurf sieht im wesentlichen für dieselben politischen Straftaten wie die Reichsamnestic Straffreihell vor. Er erstreckt sich über die Reichsamne st ie hinaus noch auf eine Reihe verwandter politischer Straftaten, namenttich auf Militärbeleidigungen. Der- anstaltung verbotener Versammlungen, Herausgab« verbotener periodischer Schriften, unerlaubten Waffenbesitz und Zuwiderhand. lungen gegen die Verbote politischer Parteien und Verbände. Eine besondere Erweiterung gegenüber der Reichsamnestie bringt der Entwurf insofern, als er auch Straffreiheit für zahlreiche nicht- politische Straftaten vorsieht, und zwar solche, die nach- weisbar allein oder überwiegend aus wirtschaftlicher Rot begangen sind. Er lehnt sich hierin eng an die Bestimmungen des thüringischen Gesetzes über die Gewährung von Straffreihell vom 9. April 1921 an. Damit alle in Betracht kommenden Personen schon jetzt der Dorteile dieses Gesetzentwurfs teilhaftig werden, hat das thüringische Justizministerium eine Rundverfügung an die Justizbehörden erlassen. Darin werden die Strasoerfolgungsbehör- den angewiesen, alle laufenden Strafversahren, bei denen jetzt schon anzunehmen ist, daß sie unter den Gesetzentwurf fallen und bei denen dem Land Thüringen das Recht der Niederschlagung zusteht, vorläufig nicht weiter verfolgt werden. Sowell solche Strafverfahren bereits bei Gericht anhängig sind, soll die Strafverfolgung ebenfalls ruhen. In allen Strasoersahren. in denen bereits ein rechtskräftiges Urteil vorliegt und auf die voraussichtlich die Bestimmungen des Gesetzentwurfs anzuwenden sein werden, haben die Strasvoll- streckungsbehörden die Vollstreckung bis auf weiteres auszusetzen oder zu unterbrechen. Seamtennot. Preusten will helfen, das Reich lehnt ab. Während die deutschnationalen Minister in der Reichsregierung keinen Finger für die Aufbesserung der Besoldung der unteren und mittleren Beamten rühren, markieren ihre Partei- und Gesinnunas- genossen im Landtag die unentwegten Beamtenfreunde. So brachte es der deütschnationale Abgeordnete Ebersbach im Hauptausschuß des Preußischen Landtags, der am Sonnabend an die Beratung des Etats des Finanzministeriums ging, fertig, mit besonderer Betonung auf die Notlage der Beamtenschaft hinzuweisen. Die gegenwärtigen Bezüge ermöglichten nicht die Anschaffung von Wintervorräten. Den Beamten müßten wenigstens Beschastungsdorlehen gegeben werden. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoss bemerkte zur De- amtenbesoldungsfrage, daß er nach den Beschlüssen des Landtags mit dem Reich wegen Gewährung einer einmaligen Beihilfe von 100 M. an die Beamien verhandelt, leider aber eine glatte Ableh- nnvg erfahren habe. Er habe sich dann ein zweites Mal mit dem Reich in Verbindung geseht, um zu erfahren, ob und welche Mittel für die Ausbesserung der Beamtenbezüge verfügbar gemacht werden können, wiederum sei die Antwort ablehnend gewesen. Als Gründe für die Ablehnung habe das Reichsfinanzministerium angegeben: die allgemeine Finanzlage, die Rückwirkung der Erhöhung auf die Löhne der Eisenbahn- und Industriearbeiter, die Gefährdung der Preissenkungsaktion. Eine besondere Würdigung dieser Gründe schenkte sich der Minister, er betonte nur, daß Preußen natürlich unmöglich allein vorgehen könnte, zumal Preußens Finanzlage noch schlimmer sei als die des Reiches. Es müsse mit einem Fehl- betrag von 221 Millionen Mark gerechnet werden. Für die Abfindung des ehemaligen Königs- a u s e s wünschte der Finanzminister ein Ermächtigungsgesetz des eichs. Er fügte jedoch gleich hinzu, daß das im Augenblick nicht zu erreichen sei: man müsse daher erneut verhandeln. Ohne ein größeres Entgegenkommen der früheren Krone komme man nie zum Ziele. Ueber den Stand der Personalabbauoerordnung teilt« der Finanzminister mit, daß von 1923 bis 1926 eine Beamten- Verminderung von 157 lXX) auf 149 000 eingetreten sei. Die Zahl der Angestellten sei von 25 000 auf 18 000 verringert worden, die Zahl der Arbeiter von 16 000 auf 14000. Die Ersparnis betrage schätzungsweise 36 Millionen pro Jahr. Die Novelle zur Abbau- Verordnung werde in Kürze dem Landtag zugehen. Auf eine Anfrage des Genossen Dr. Waentig erwidert« der Minister, daß in seinem Ministerium Listen über politische Beamte nicht geführt würden. Gegenüber verschiedenen Beschwerden auf zu geringe Unterstützung der Kultur bedürfnisse antwortete der Minister, es werde fast die Hälfte aller Staatsausgaben vom K u l t u s e t a t verschlungen. Für die neu zu errichtenden pädago- gischen Akademien müßten die Gemeinden aus jeden Fall einen Zu- schuh geben.— Die Einzelaussprache über den Ewt folgt am Montag._ Deutsch-polnische Verständigung. Minister Skrzynski gegen Hahgcsange. Genf. 12. September.(Eigener Drahtbericht.) Ihrem Korre- spondenten erklärte der polnische Außenminister Skrzynski. daß man in Warschau den Abschluß des Rheinpaktes auch im Interesse der deutsch-polnischen Beziehungen begrüßen werde. Die polnische Auffassung gehe allerdings dahin, daß gleichzeitig mll dem Abschluß des Sicherhellspaktes eine vertragliche Regelung der deutsch-polnischen Beziehungen gesunden werden müsse. Diese Auffassung werde auch von Briand und Chamberlain geteilt. Ueber das Wie werde man sich. auf der. kommenden- MiyisterkonferM� an der er auch tellnehmen werde, mit Stresemann zu einigen'haben. Er begrüße die Gelegenhett. mit. Stresemann in persönlicher Aus- spräche den g a ftz e n Komplex der östlichen Fragen be- handeln zu können. Das Ergebnis der wirtschaftspolllischen Be- sprechungen mll Staatssekretär a. D. Lewald vom vorigen Mittwoch werde günstig beurteilt. Die Ausgabe des Wirtschafts. krieges und der Wiederbeginn der Handelsoerttagsverhandlungen würde Gegenstand von Verhandlungen sein, die am 15. Sep- tember in Berlin beginnen. Eine gewisse Schwierigtell bilde hierbei die deutsche Forderung der Gewährung des Niederlas. sungsrechtes für deutsche Gewerbetreibende. Dabei seien aber mehr politische als wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. In diesem Zusammenhang wies Skrzynski energisch zurück, daß die pol- Nische Regierung weitere Ausweisungen beabsichtige. Die Schwierigkell für eine Berständigung zwischen Polen und Deutschland liege nicht so sehr aus polllischem und wirtschaftlichem Gebiet, sondern sei mehr psychologischer Art. und man müsse jetzt endlich encr- gisch der gegenseitigen Verhetzung einen Riegel vor- schieben. Skrzynski schloß mll den Worten: Ich bin der festen Ueber- zeugung, dah binnen kurzer Zeit ein Wandel in den politischen Beziehungen unserer beiden Lnder eintreten wird. Der französische Vormatsch. Widerstand im Werden'k Pari». 12. September.(Eigener Drahtbericht'.) Nach den ou, Marokko vorliegenden Meldungen soll der Vormarsch der franzo- fischen Truppen andauern. Die französischen Verlust« seien äußerst gering, da der Gegner kaumWiderstand leiste. Nach dem„In. transigeaM" sollen die französischen Flugzeuge hinter der Front der Risleute Ansammlungen von Truppen festgestellt haben, was darauf hindeute, daß die RIftabylen nach der ersten Ueberraschung sich zu m Widerstand« rüsten. Die französischen Truppen seien etwa 6 bis 10 Kilometer von dem Ausgangspunkt ihrer Offensive vor- gerückt. Alte Leute an die Fsront. Part». 12. September.(WTB.) Der stellvertretende Vorsitzende der Kammerkommission für Heereswesen, der sozialistische Abg. R e- n a u d e l, weist in einem Schreiben an den Vorsitzenden dieser Kam- Mission auf die aus Marokko eingegangenen Pri vat b riefe hin. in denen dagegen Beschwerde erhoben wird» daß alte Jahr- g ä n g e. die nur noch acht oder zehn Monate unter den Fahnen zu bleiben hätten, nach Marokko gesandt werden. Abg. Renaudel fragt. ob auch bei der Auswahl der Truppen keine Ausnahmen aus per- sönlichen Gründen gemacht würden, und spricht die Befürchtung aus, daß durch die Verwendung alter Jahresklasscn in Marokko in Wirk- lichkeit die Einberufung einsr Jahre skia sse für den Marotkokrieg durchgeführt würde. Wenn auch der Kriegsminister seiner Hoffnung Ausdruck gegeben habe, daß olles bis Oktober zu Ende sein werde, so wäre doch immerhin eine andereMö glich- teit nicht ausgeschlossen und man würde dann natürlich erklären, daß die Äufrechterhallung der Effektivbestände in Marokko unumgänglich notwendig sei. Renaudel verlangt, dah der Mi- nifterpräsi dent zu einer Aeuherung über die Angelegenheit veranlaßt werde._ Psarrermaßreqelung. Genosse Fuchs, Pfarrer tn Eisermch. hatte in unserem Eisenacher Parteiblatt die jetzige deutsche Rechtspflege kritisiert. Aus deutschnaüouoles Detrciben hat ihm die Eisenacher Kirchenusrtretung die Mißb lligung ausgesprochen und mll 20 gegen 11 Stimmen, bei 4 Erhaltungen, das weitere Verbleiben Fuch' in seiner Stadtpforrerstellung als nicht mehr möglich bezeichnet! i Gewerkschaftsbewegung Der Schiedsspruch für die Reichsarbeiter. Nicht angenommen! Bom Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter wird uns mitgeteilt, daß die im gestrigen Morgenblatt veröffentlichte Notiz über dis Annahme des Schiedsspruchs für die Reichsarbeiter irrig sei. Die Stellungnahme des Verbandsvorstandes und der übrigen Organisationen steht zurzeit noch aus, jedoch ist auch hier damit zu rechnen, daß genau wie bei den Eisenbahnern der Schiedsspruch abgelehnt werden wird. Betriebsräte- Konferenz. Am Sonntag, ben 4. Oftober, vormittags 9 Uhr, findet in den Räumen des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats, Belle vuestraße 15, eine Betriebsrätekonferenz Genosse Spliedt. statt, die vom Ortsausschuß Berlin des ADGB. gemeinsam mit dem AFA- Ortstartell einberufen wird. Als Tagesordnung ist vorgesehen: 1. Das Arbeitsgerichtsgefeß. Referent Prof. Rastel on 2. Erwerbslojenfürsorge, Arbeitslosenversicherung. Referent Für die Teilnahme hat der Betriebsräteausschuß eine Verteilung vorgenommen, wonach von jeder Organisation eine beftimmte Zahl Don Betriebsräten und Vorstandsmitgliedern vertreten sein tönnen. Bis zum 20. September find Namen und Adressen ber Delegierten dem Sekretär des Ortsausschusses des ADGB. mit auteilen. Hrad sid zu dem Ergebnis der Berhandlungen Steffung zu nehmen hat.| arbeitslos find, den wohlverdienten Sohn auszuzahlen, fei Bersammlungsort und zeit werden noch bekanntgegeben. Wir bitten dahingestellt. Jedenfalls ist es eine ziemliche Rücksichtslosigkeit, die schon jetzt für restlose Beteiligung Sorge zu tragen. Arbeiter drei Wochen lang ohne Lohn hinzuhalten, um sie dann mit leeren Händen auf die Straße zu setzen. AfA Metalltartell Günther. Lange. Rothe. Strafe muß sein. Zu unserer unter vorstehender Ueberschrift in Abendblatt vom Donnerstag, den 10. September, veröffentlichten Notiz teilt uns die Gewertschaft Deutscher Lokomotivführer mit, daß sie der Angelegenheit des bestraften Lokomotivführers nicht nur nicht gleichgültig gegenüberstand, sondern daß sie im Gegen teil dem Kollegen in jeder Weise zu seinem Rechte zu verhelfen bemüht gewesen ist. Das darüber vorliegende reichhaltige Aftenmaterial ist der Redaktion des„ Vorwärts" zur Einsichtnahme vorgelegt worden. Zum Arbeitsbeginn im Bäckergewerbe. Dem Drängen der Bäckerinmungen nachgebend, hat der jetzige Handelsminister der auf 6 Uhr morgens im Verbot der Nachtarbeit festgesetzten Arbeitszeitbeginn bereits um 5 Uhr morgens zugelassen. Von der Erlaubnis hierzu, die die Landesbehörden unter bestimmten Boraussetzungen erteilen fönnen, ist weitgehend Gebrauch gemacht worden. Sehr gegen den Willen der Bäckergefellen, die nunmehr mangels so früher Fahrgelegenheit den Weg zur Arbeitsstätte bei jeglicher Witterung zu Fuß zurücklegen müssen. In der Großstadt zumal find Wege von einer Stunde und mehr feine Seltenheit. Die Arbeitszeit ist demnach ohne weiteres um die zu diesen Wegen notwendige Zeit verlängert. Für Berlin ist diese Erlaubnis zunächst bis zum 30. Sep tem ber erteilt worden. Die Bädermeister, die durchweg bei etrogestadthren Betrieben wohnen, möchten nun den 5- Uhr- Anfang auch auf die Wintermonate ausgedehnt missen. Die Bädereiarbeiter sind natürlich feineswegs davon entzückt, auch in der Winterzeit die weiten Wege zu Fuß zu machen und sich den Unbilden der Witterung auszufezen, umso weniger, als fie eine Notwendigkeit hierzu nicht einsehen können. Die Angestelltengehälter in der Metallindustrie. Der Zentralverband der Angestellten hatte zum letzten Mittwoch für die Fachgruppe Metall in Haverlands Festfälen eine Mitglieder verfammlung einberufen, in der über die am gleichen Tage erfolgten Gehaltsverhandlungen mit dem BBMI. berichtet wurde. Die AfAverbände hatten zum 31. Auguft die bisherige Staffelung gefündigt, um auch für die Gruppen K und T 3-4 b3 m. Meistergruppen wofür ab 1. Januar der sogenannte Leistungstarif" mit je ein Mindestgehalt für jede Gruppe besteht die Durchftaffelung, wie für die Gruppen I und II, wieder einzuführen. Darüber hinaus ist für alle bisherigen Januar- Tarifgehälter( auch die laut Ueber gangsvorschrift) eine Erhöhung um 26 Prog. gefordert worden. Am Donnerstag wird sich eine Versammlung der Bädereiarbeiter mit dieser Angelegenheit befaffen und gegen die Ausdehnung des 5- Uhr- Anfangs auch auf die Wintermonate energischen Protest erheben. Um die Arbeit und um den Lohn gekommen. Die Firma Calm u. Bender Aft.- Gef. ist in Konkurs geDer VBMI. hat dagegen beschlossen, auch für die Gruppen I raten. Trotzdem die Firma durch die Art ihrer Betriebsführung und II die Leistungsbezahlung d. h. je ein Mindestgehalt für jede nicht ganz unschuldig daran zu sein scheint, soll darauf hier nicht Gruppe auf der Grundlage von 0 Entlohmungsdienstjahren zur zur näher eingegangen werden. Die am fühlbarsten Getroffenen find Anwendung zu bringen. Die Berhandlungen wurden dann auf die 39 bei der Firma bisher beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Wunsch des VBM3. bis Donnerstag, den 17. September, verDrei Wochen haben sie sich von der Betriebsleitung vertrösten tagt, damit die Vertrauenstommiffion des Arbeitgeberverbandes laffen und ohne jeden Lohn gearbeitet. Es wurde ihnen versprochen, nochmals zu den Forderungen der Angestelltenverbände Stellung alle Eingänge prozentual an sie zu verteilen und dgl. mehr. Nichts nehmen fann. von alledem ist geschehen. Kürzlich erschien der Kontursverwalter, ließ noch zwei Tage voll arbeiten, bezahlte die zwei Tage aus und entließ ein Drittel der Belegschaft. Der Rest der Belegschaft sollte fieben Tage aussehen, erhielt aber inzwischen ebenfalls die Entfassungspapiere. Die Angestellten werden zunächst weiterbeschäftigt und aus den täglichen Eingängen entlohnt. Für die Arbeiter ist offenbar fein Geld da, um ihnen den schuldigen Lohn für drei Wochen auszuzahlen. Ob die Gesellschafter der Firma oder der Herr Kommerzienrat Falt tatsächlich nicht in der Lage sind, die 5000 m. aufzubringen, um den Arbeitern, die jetzt obendrein Die lebhafte Distusfion in der gut besuchten Bersammlung hat erfreulicherweise erkennen lassen, daß die faufmännischen Angestellten nicht nur wieder vollzählig die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation erkannt haben, sondern auch bereit sind, die organifatorischen Machtmittel zur Erreichung befferer Gehaltsbedingungen anzuwenden. Für die AfA- Mitglieder der Berliner Metall. industrie findet am Donnerstag eine Versammlung statt, die Die Betroffenen werden zu der Angelegenheit am Donnerstag nachmittags 4 Uhr im Verbandshause, Linienstraße, Stellung nehmen, hoffen aber, daß bis dahin eine sie befriedigende Regelung der Angelegenheit erfolgt ist. Wozu die Unternehmer Geld haben. Man schreibt uns: Seit dem 1. Mai 1924 führt der Beutsche Metallarbeiterverband mit der Direktion der Benzwerte Gaggenau( Murgtal) einen erbitterten Kampf um das Koalitionsrecht der Arbeiter. Die Belegschaft faßte am 30. April 1924 in einer Versammlung den Beschluß, entsprechend den Weisungen des Landesvorstandes der Gewerkschaften Badens, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen. Ein großer Teil der Belegschaft kam diesem Beschlusse nach. Als Antwort warf die Direktion der BenzWerte damals sämtliche Vertrauensleute der Organisation neben dem größten Teil der Mitglieder des Arbeiterrats auf das Pflaster. Berhandlungen mit der Direktion scheiterten, da sie verlangte, daß diejenigen, welche wieder eingestellt sein wollten, de- und wehmütig gehandelt hätten. Dies lehnten die Gemaßregelten ab. Es wurde erflären sollten, daß sie im Unrecht seien, und aus Unwijsenheit auch vor dem Oberlandesgericht wurde die Firma verurteilt, von der Klageweg beschritten. Sowohl vor dem Landgericht als den 52 Gemas regelten 50 wieder einzustellen und zur Tragung der Kosten zu 9/30. Das Urteil des Oberlandesgerichts ist erst dieser Tage gefällt worden. Die Firma hat durchblicken lassen, daß fie Re. vision gegen das Urteil beim Reichsgericht einlegen will. Nicht etwa deshalb, weil Aussicht besteht für die Firma, den Prozeß zu geminnen, sondern weil sie eben die Opfer ihrer Rache noch länger hinziehen mill. 29 Die Brutaler hat wohl selten eine Firma ihren Machtstandpunkt vorgefehrt. Ein Antreibersystem der schlimmsten Art eriſtiert im Betrieb. Das Denunziantentum treibt die schönsten Blüten. noch im Betrieb tätigen Mitglieder der Gewerkschaften werden schikaniert bis aufs Blut. So sieht ein Betrieb aus, der auf Kundschaft in erster Linie der Konsumvereine reflektiert. Die Firma produziert in Gaggenau La ft fraftwagen Achtung, SPD- Betriebsvertrauensleute! Der Kämpfer Nr. 15 ist fertiggestellt und kann im Bureau, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Tr., in Empfang genommen werden. Besonders die Bertreter der Alein- und Mittelbetriebe werben ersucht, rechtzeitig abzuholen. Barteiausweis ist mitzubringen. Bezirksverband Berlin der SPD., Betriebssekretariat. Graphisches Gewerbe. Der Rämpfer" Str. 15 ift erschienen und wird morgen, Montag, im Graphischen Vereinshaus, Alegandrinenftraße 44, ab 8 Uhr morgens ausgegeben. Besondere schriftliche Aufforderung erfolgt nicht. Die Barteigenoffen werden dringend gebeten, dafür Gorge zu tragen, daß die Abholung für ihre Betriebe erfolgt. Achtung, S. Lorenz, Tempelhof. Am Montag früh Kämpfer" abholen. Am Dienstag nachmittag 4% Uhr bei Ringer, Berliner Str. 100, wichtige Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Regen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitit: Ernft Renter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eztorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin SM. 68 Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Kopien Pariser Modelle zu volkstümlichen Preisen 100 Hut aus Samt mit Ziernadel, wie Abb.19.50 Hut aus Samt, wie Abbildung.. 24.00 Hut aus Samt mit Haarfilzkopf.... 29.00 Nfsrael GEGR. 1815 BERLIN C: SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Konfektions- Verkauf zu besonders vorteilhaften Preisen halsfrei hochgeschlossen.... 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Mtr. 9.25 Sealplüsch schwarz od.sealbraun, 125cm.tr.19.50 m. langen Ärmeln, Lge. 60 cm Je 5 cm länger 0.90 mehr Kleid vorzüglicher marineblauer Woll. serge, grün garniert, mit langen Ärmeln, Länge 60 cm 13.75 Kleid aus schwarzem Köper- Velvet, Je 5 cm länger 1.25 mehr jadefarbig garniert Länge 6 cm 19.75 Je 5 cm länger 2.00 mehr Kleiderstoffe 3 besonders günstige Artikel weit unter dem regulären Preis Kammgarnserge Reinwolle, in viel. Farben 3.40 105 cm breit....... Mtr. Wollsamt( Velours de laine) in apart.Streif., Mtr. 4.75 Mantelstoffe engl. gemust., 130/140 cm. Mtr. 4.80 Frauen- Hut m Plüsch m. rolcher Garit 8.75 Samt- Hut mit apartor Garalerang..12.50 Knaben- Kleidung Kieler Anzug aus marine MeltonCheviot, mit gut. Garnitur, Größe 00 für ca. 2-3 Jahre 16.80 Kieler Pyjack marine Melton- Cheviot, Jede weitere Größe 1.40 mehr warm gefüttert, mit Armstickerei, Gr. 00 f. 2-5 Jahre 10.50 Jede weitere Größe 0.75 mehr Schlupf- Anzug aus gut. Homespun, mit Überkragen, Größe 12.60 für 2-3 Jahre...... Jede weitere Größe 0.90 mehr Pelzwaren Pelzkragen 36.00 aus Iltisfch... Pelzkragen aus echtem Skunks... 145.00 Pelzjacke aus vorzügl. Seal Electric 190.00 Pelzmantel Seal Electric, zügl. Ausführung: 295.00 ត ៖៖៖៖៖ Kleid aus reinwollenem Ripsm.Crêpe Georgette Garnierung, 24 Mantel aus geripptem Velours- Mouliné, halb auf Damasséfutter, mit reich.Biberettewie Abbild... 49.- 98.Schuhwaren Spangenschuh für Damen, schwarz Chrom- Chevreau, Sandaletteform..... Lackschuh für Damen, mit 2 Spangen neue runde Form *** 9.75 17.25 Schnürschuh für Damen, schwarz 12.90 R.- Chevreaux, Rahmenarbeit... Herrenstiefelschwarz, echt Chevreau, 22.50 spitze Form, Rahmenarbeit Lackschuhe für Kinder, mit 1 oder 2 Spangen Größe 27-30 7.75 Größe 31-35 8.50 Regenschirm für Damen und Herren Halbseide, mit rund gebogenen Stöcken und Futteral 6.90 !tt. 433 ♦ 42. Jahrgang WChUY�iy !♦ Heilage öes vorwärts Sonvtag, 13. September 1923 Goethe erzählt in seinen.Annale«� 1807. daß sein Sohn ihn in Karlsbad ausgesucht und eine Art von Pikasche, grün, mit Schnüren von gleicher Farbe vielfach besegt. getragen habe. Eine solche Hüll« hatten sich mehrere durch den Krieg versprengte preußische Offiziere zu einer Jnterimsuniform beliebt. Dieses ausgezeichnet« Kostüm deutet« gar bald auf einen Preußen. Beinahe hätte es zwischen dem jungen Goethe und einem Polen—.ihr Haß gegen die Preußen war schon seit langer Zeit groß", schreibt der Altmeister— ein Rekontre gegeben. Man sieht, daß hier eine von Goethe als.aus- gezeichnetes Kostüm' bezeichnete Kleidung gewissermaßen zu einem politischen Symbol wurde. Andere Lorfälle au» änderen Zeiten deuten ebenfalls auf das.politische Kleid' hin, und die in Deutsch- land wie auch in anderen Ländern oft wiederholten, jedoch stets ver- unglückten Versuche, ein.Nationalkleid' zu schaffen, beruhten im Grunde auf dem Gedanken, die polltische Meinung der Träger des Gewandes durch dieses selbst in Erscheinung treten zu lassen. Die unerschütterliche europäische Mode. Man muß ssch bei Beurteilung des politischen Kleides zunächst vor Augen halten, daß es zu keiner Periode der Zeit, die nach dem Abschluß des Mittelalters anbrach und als neue Zeit gilt, eine Zwtl„neue Alideutsche" und ein Revolutionär 1848. Notlonallrachl gegebe« hat. Max von Boehn hat auf diesen, nament- lich von allen.teutschen' Klciderreformatoren außer acht gelassenen Umstand in seinem.Modespiegel' sehr nachdrücklich hingewiesen. In ganz Europa herrschte eine internationale Mode, zuerst von Burgund. dann von Spanien und endlich von Frankreich und England beein- slußt. Die Herrscher und die Bornehmen gaben den Ton an und das Bürgertum folgte. Unter dem Diktat des französischen.Sonnen- gottes'(Ludwig XIV.) nahm die feine Welt den Rock statt des Wamses, so daß nun Rock(später unter englischem Einfluß zum Frack umgewandelt, dann aber wieder zurückgebildet). Weste, Kniehose die äußere Erscheinung jedes zivilisierten Menschen kennzeichneten. Die Bourgeoisie jener Jahrhunderte sollte zwar durch Polizeigewall in Schranken gehalten werden, trieb aber natürlich Luxus so gut wie der Adel. Allgemein wurde nur darauf geachtet, daß das Kleid des Dienstboten nicht mit dem Gewand« der Herrschaft wetteifere— das Gleiche werden wir bei den.teutschen' Reformern sehen. Perücke und Zopf sollten die majestälische Erscheinung der Mitglieder der de- vorzugten Klassen erhöhen. lkine revolutionäre Tat. Daß eine ausfallende Abweichung von der allgemeinen Tracht -ji« unter ihren Trägern nur durch den Grad ihres Prunks Unter- chiede machen konnte) sich als revolutionär erweisen mußte, ist be- greislich. Es war die groß: sranzösische Revolution, die dies« Tat zeitigte. 178S bestimmte der Hofmarschall Marquis de Dreux Breze, daß der drille Stand sich schwarz zu kleiden habe, während die ande- ren in bunter Seide erschienen. Mirobeau erklärte daraus: das schwarze Gewand sei das Ehrenkleid, man überlasse Seide, Brokat. Tressen usw den Lakaien. Gleichzeitig ka�n aus England das lange Leinkleid und so war die Kleiderrevolution fertig: ihre Anhänger wurden als.Sansculotten' bezeichnet, was nicht besagen will, daß sie keine Hosen trugen, sondern vielmehr, daß sie die Kniehose ab- gelegt hallen. Das lange Leinkleid— die panlalon»— waren somit zum polltisch«» Symbol geworden, und es ist kein Spaß sondern bitterer Ernst, daß 1798 die preußische Regiening«inen Erlaß herausgab, in dem sie hart tadelle. daß jüngere Beamte sich so unschicklich kleideten. Da ober der vielgeliebte König Friedrich Wll- Helm 111. schon das Jahr vorher sich eine lange Hose zugelegt hatte. so blieb der Erlaß ohne Wirkung. Nein— wenn man gegen das Teufelszeug zu Felde ziehen wollte, so mußte man es schon so machen. xvie der Landgraf von Hessen-Kassel, der die die Straßen kehrenden Gefangenen nach der neuen Mode kleidete.— Demokratisch war auch der Grundgedanke, der bei den engllschen.Roundheads'(Rund- köpfcn) 1641 die Opposition gegen die prunkvolle Hoftracht der .Kavaliere' beeinflußte. Die.Puritaner' wetterten gegen den sündhaften Luxus ebensogut wie gegen die Mißstände in der Kirche: sie trugen ein wams, kurze hosen. Stulpenstiesei. einen eiasachou Mantel und hohen Hut— die Tracht, die als die typische der au»-' gewanderte« Quäker in Nordamerika fortlebte. Vas ,teutsche* Nationalkleiö. Freiheitliche Gesinnung und vaterländische Begeisterung führten im 19. Jahrhundert vielfach dazu, Versuche zur Gestaltung einer Ein- heitstracht zu machen. Wir haben bereits aus dem von Goethe er- wähnten Beispiel gesehen, daß noch 1896 die starre Tradition über den Haufen geworfen war und als nach 1814/15 die Freiheit»- kämpfe ausgekämpft waren, loderte die Begeisterung hoch auf. Schon während des Krieges hatte die damals noch herrschende Russen- begeisterung die Damenwelt verführt, russische Militärkopsbedeckungen zu tragen, die auf die Namen der Heerführer getauft waren. Jetzt ober kamen zahlreiche Stimmen, die eine einheitliche Nationaltracht forderten, unter ihnen war auch Arndt, der sich aber schlecht auf die Psyche der Frau verstand. Schon am 18. Januar 1814 kam die .Leipziger Allgemeine Moden-Zeitung' und am LI. Mai 1814 der .Allgemeine Anzeiger der Deutschen' mit solchen Forderungen her- aus, aber noch im gleichen Jahre fehlt« es in dem Leipziger Blatt nicht an kritischen Bemerkungen und die 1816 neubegründete.Wiener Modenzeitung' lehnte sich gleichfalls gegen eine solche Diktatur auf. Und mit Recht— denn was war erreicht? Die Reu-Schöpser«»aren am Alten kleben geblieben, hatten die alte»spanische'(seinerzeit Welt-) Tracht als die»leutsch«' angesehen und sie nur noch mit Zier- raten bedacht, die mehr verunstalteten als zierten. Langer Rock. kurze Taille, Pufsärmel, dazu Stuartkragen, Krausen Puffen, alt- deutscher Kopsputz, Häubchen usw.— das war das weibliche Ratio- nalkleid, gewissennaßen im Futteral, in das nun alle Frauen und Mädchen, junge und alte, große und kleine, dicke und dünne, hinein- gepfercht werden sollten. Unter den Befürwortern dieser Mode war auch Wilhelmin« von Ehezy, die die Formel ausstellte:.wechsell tausendmal einen Zicrrat, aber nie einen Schnitt!', dabei andeutend daß die Zierrate eben den Unterschied zwischen Arm und Reich, Herrschaft und Gesinde klarlegen sollten. Goethe ist auch hier wieder Schwurzeuge für die Bewegung: als er im Herbst 1814 in Frank- wrt a. M. war, kam er in eine.Frauenzimmersitzung wegen der Nationaltracht'— er entfloh aber schleunigst. Für die Männer hatte eine Münchnerin die bayerische Land- wehroniform nebst Hut mit Schwungsedern in Vorschlag gebracht, und die Anlehnung an den Waffenrock(aber mit freiem Hals) wurde wiederHoll befürwortet. Die ganze Angelegenheit wäre eingeschlafen, wenn nicht die für die Idee eines freien Deutschland schwärmenden Jünglinge sie zu der ihrigen gemacht und die legere Tracht in einer natürlich bald als.herausfordernd' gebrandmarkten Weife zur Schau getragen hätten. Als nun 1819 Sand Kotzebue ermordet hatte und gar russische Großfürsten auf ihren Besuchen in Deutschland sich mißliebig über diese Zurschaustellung revolutionärer Tenden.zen ge- äußert hallen, ging mit den Demagogenversolgungen und dem Komps gegen die freiheitlichen Burschenschaften auch die Ausrottung des deutschen Kleides Hand in Hand. Ireifthärler-Kostüm und Windjacke. Die revolutionäre Welle, die 1848 über die deutschen Lande hin- wegzog und zu blutigen Kämpfen führte, Halle zur Folge, daß die kämpfende Armee der Freischärler sich irgendwie stilgerecht kleiden r* o* �' „Deutsche Mänaertracbt' 1843 mußte. Heckers Bild ist t« der ganzen Well bekanntgeworden: der Führer trägt einen wams, im Gürtel starke Pistolen, hohe Stiefel. einen malerischen Umhang und einen Federhnt. Der breitkrempige Hut ist dann lange Zell als ein Zeichen der demokratischen Ge- sinnung angesehen worden— im Gegensatz zu dem ehrwürdigen Zylinder der.Angströhre'.— Die Gegenwart kann mit raman- tischen Allüren nichts beginnen, praktisch ist die Losung, bequem das Haupterfordernis. Sport und Nacktkultur haben in dieser Hrtr ficht die größte Umwälzung hervorgebracht: das steife Oberhemd-virb zumeist nur noch bei feierlichen Anlässen angelegt. Möglichst wktter- fest muß jedes Kleidungsstück sein, denn der moderne Mann trägt sich nicht gern mit einem Regenschirm. Allen diesen Anforderungen entspricht nur das politische Kleid, das die gewaltige Schar der republikanischen Vereinigung Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold trägt. wenn sie in friedlichen Demonstrationen für die Erhaltung und den freiheitlichen Ausbau der deutschen Republik eintritt. Das ge- schaffene Kleidungsstück hat nichts mit dem Gedanken eines nationr- len Einheitsgewandes zu tun: es gibt bloß der Zusammengehörig- keit Ausdruck und gibt, wie schon der Name andeutet, Schutz gegen Batwort einer„Deutschen Vo'kstracbt" 1818. die Wetterunbilden. Die Windjacke als frühere Mllltärische Be- Neidung. war für Radfahrabteilungen und Gebirgstruppen bestimmt, die naturgemäß keine langen Mäntel gebrauchen konnten. Den Wind abzufangen, war in dem Aermel ein am Handgelenk fest anschließen- der Unterärmel angebracht: dieser Modus ist bei der Reichsbanner- Windjacke verlassen und durch Schnallen ersetzt, die ein Verengern des Aermels gestatten. Zu der Windjacke aus Eegelluch oder ähnlichem Stoff gehört eine Mütze aus blauem Tuch mit schwarzrotgoldenem Abzeichen. Der Anmarsch so ausgestatteter Reichsbannergruppen bekommt hierdurch etwas Geschlossenes. Einheitliches wie wir es in Berlin erst jüngst bei der Verfassungsfeier des Reichsbanners in Treptow bewundern konnten. Der Ring der Händler. Seit Wochen hatte ich mein Gegenüber mll dem Abteil des Vorortzuges nicht gesehen, jenen eifrigen Leser des.Lokal-Anzeigers', der mit sichtbarem Behagen die deutschnationale Prosa in sich einsog. Jetzt traf ich ihn auf dem Bahnhof: er hielt ein demokratisches Blatt in der Hand. Unwillkürlich fuhr es mir heraus:»Ach. Sie lesen nicht mehr Ihr früheres LeibblaU?'Er schien die Gelegenheit, sich zu äußern, mll Begierde zu begrüßen:.Nein, jetzt haben wir eine Rechtsregierung und alles wird schlechter...' Auf meinen Einwurf:„So, so,— und Hindenburg, der Retter?' fuhr er fort: .Alles wird teurer, man weiß nicht mehr, wie zurecht kommen.' Als ich ihn darauf aufmerksam machte, daß die Luther-Regierung doch Preisabbau versprochen habe, entgegnet« er:.Man merkt nichts davon, es ist zum Berzweifeln...' Solche Dr.-Eisenbart-Kur am eigenen Leibe sollte man eigent- lich allen jenen wünschen, deren politische Gedankenlosigkeit auf die Versprechungen der mit den„nationalen Belangen' hausierenden Bolksfeinde hereingefallen ist. Leider ist der vernünftige Teil der Bevölkerung denselben Wirkungen ausgesetzt und deshalb ist es doch besser, daß endlich Maßnahmen ergriffen werden, die der Preis- lawine Einhalt zu tun vermögen. Dazu gehört vor allem die oft geäußerte, ober bis jetzt nur Phrase gebliebene Absicht der Hochmögenden, die kolossale Differenz zwischen dem an den Erzeuger zu zahlenden Preis und dem vom Publikum zu entrichtenden Betrag zu verringern. Die hohe Preisspanne. Wer in das Marktgcttiebe hineinzublicken Gelegenheit gehabt hat, wird wissen, wie ungeheuerlich die Preisspanne vielfach ist. Das Obst nicht nur als leckeres Genußmittel, sondern als Nahrungsmittel zu verwenden, lehren die um die Dol�gesundheit besorgten Männer der Wissenschaft— wie können ober Aepfel, Birnen. Pflaumen in größeren Mengen zur Nahrung benutzt werden, wenn der Preis auf 59 und 69 Pf. pro Pfund steht, wohlgemerkt für Durchschnittsobst, nicht für auserlesene Ware. Wie kommt nun dieser Preis zustande? Ein« Händlerin, die über die Vorortzone hinaus- gehend aufkauft, also immerhin beträchtliche Fahrspesen aufwenden muß, hatte jüngst schöne Aepfel, das Pfund zu 13 Pf., erstanden. Da sie nicht an das Publikum verkaufen darf, muh sie dem Handel ihre Ware anbieten. Dieser bot 19 Pf. für das Pfund. Nachdem dann noch eine oder zwei weitere Mittelspersonen am Weiterverkauf bis zum Ladeninhaber sich betätigen, ist der Preis mittlerweile auf 59 Pf. gestiegen—«in Vorgang, der in dem Gemüt des Erzeugers wie des kaufenden Publikums alles andere, nur nicht Befriedigung über diese Wirtschaftsordnung auslösen muß. Ein anderes Beispiel: Tomaten sind in diesem warmen Sommer recht gut gediehen und die Nachfrage von feiten des Publikums ist eine starke: Tomatenschnitte mit Zwiebeln. Salz und Pfeffer auf Brot gelegt, geben«in„Vegetabilisches Beefsteak', das dem knurrenden Magen bekömmlich ist und das mangelnde �Fleisch ersetzen muß. Wie war nun vor einigen Tagen die Marktlage: die Tomaten züchtenden Gärtner mußten mit einem Erlös von 13, höchstens 15 Pf. pro Pfund zufrieden sein, während das Publikum 49 und 59 Pf. zu zahlen hatte. Ist Abhilfe möglich? Wie in diesen Fällen, so liegen bei allen oder doch fast allen Waren, die nur relativ haltbar sinh, gleiche Verhältnisse vor, die kein Vernünftiger zu billigen geneigt sein wird. Eine Abhilfe in dem kapitalistischen Staatswesen zu schaffen, ist zweifellos nicht leicht, da dessen ökonomische Weltanschauung sich auf den höchstmöglichen Profit— zudem zumeist auf Kosten des wirklich Arbeitenden— ein- gestellt hat. Aber Abhilfe muß versucht werden und ein Weg dazu ist bei gutem Willen zu schaffen. Man sorge dafür, daß sowohl der Produzent wie auch der erste an dem Produktionsorte sich betäti- gende Aufkäufer direkt an das Publikum verkaufen kann. Wie ist jetzt die Sachlage? In der Markthalle darf der Produzent und der Aufkäufer möhts an das Publikum abgebeu. Tafeln wie„An Private mtrb«lcht»®nf arbeitenden Betrieben entstanden, sich an Ort und Stelle einzudecken. Sie boten 1,19 M. für den Zentner, so daß die Stadt 29 Pf. mehr rrlöst, als wenn die Zentral« zur Abnahme schreiten würde. Ratür- lich mußten dies« Wünsche abgelehnt werden— der heiligen Trustordnung halber. Hier Ist doch wahrlich für die Regierung ein Grund zum Tin- schreiten gegeben. Da« wäre doch ein Fall, wo der so heiße Wunsch dieser Rechtsregierung, den Preisabbau durch Abschaffung lastendrr Berpflichtungen und Ausschaltung alle, Ueberslüssigen und Stören- den vorzuiKhnren, sich In kurzer Frist in eine„rettende' Tat um- setzen ließe. Aber wir werden wahrscheinlich vergebens auf dieses Einschreiten warten können— der heilige Prosit läßt Wer'c lagern, nur um die hohen Preise nicht zu erschüttern. GesunKheitsfürsoege für Jugenölichc. Auf der Jahresversammlung des Deutschen Der- ein« für Schulgesundheitspflcge, die soeben In Bonn stattfand, erörterte man Maßnahmen zum Zwecke der Gesundheit»- fürsorge für die schulentlasien« Jugend. Eine bedeutende Zahl von Kommunalpolitikern, Aerzten, Lehrern und Erziehern war an- wefend. Di« Referate erstatteten Gewerbeschuldirektor Ganten- b e r g- Duisburg, Stadtrat Dr. med. G e t t k a n t- Schöneberg und die Schulärzttn Frau Dr. S z a g u n n- Eharlottenburg. Man fordert« für die Berufsschulen eigen« Gebäude mit luftigen Klassenräumen, Verlegung des Unterricht» in die Arbeitszeit und ständige Ueberwachung des ges'.mdhcitlichen Zustondes der Jugendlichen in allen Fach- und Berufsschulen durch Schulärzte oder Schulärztinnen. Den Unterricht will man künftig ergänzt sehen durch Einführung der G e s u n d h e i t s l e h r e und d«r Gewerbebygien« als besondere Lehrfächer. In den Berufs- und Fachschulen sollen körperlich« Uebung«n pslichlmäßig eingeführt werden. Die Veranstaltung von Wanderungen, di« Schaffung von Schulh«rb«rgen und die Errichtung von Erholungsheimen für Jugendliche sollen nach Kräften ge- fördert werden. Weiter empfahl man den Ausbau der Srzllichen Berufsberatung und deren eng« Zusammenarbeit mit Schule, Fortbildungsschule, Berufsamt und Lehrstellenvermittlung. Für die Lehrlinge forderte man«inen Urlaub von mindesten, vierzehn Tagen, der gesetzlich festzulegen wäre. Wett verbrettet unter den Jugendlichen ist die Tuberkulose. Daher soll der Bekämpfung dieser Krankheit bei den Schulenllasienen besonder« Sorgfalt zugewendet werden. Für heilungsfähige jugendliche Tuberkulöse wünschte man eigen« Heilstätten. Die Arbeitsbeschafsung für di« aus den Heilstätten Entlasienen soll al» Aufgabengebiet den Gewerbeärzten zufallen. Dann verlangte man«ine Hebung der E r» nohrunqs» und Wohnungsfüriorg« zugunsten oer Lehr» linge, di« Einrichtung von Ledigenhermen und du Bekämpfung de, Alkohol- und Ritotinmißbrauch« der Jugendlichen. Schließlich hatten di« beiden ärztlichen Referenten in Ihren Leitsätzen einig« sozialpolitisch, Forderungen für die Gesund- Das unbegreifliche Ich. Bs Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Srifleasen. (Berechtigte Uebersetzung au« dem Dänischen von F. E. Bogels »Mutter. Mutter, Mutter!" schrie ich, weshalb wolltest du mich damals ertrSnkens' Und ein gewaltsame« Schluchze« brach sich Bah«. Erst war es heftig, weil es aegen so viele» anzukämpfen hatte; doch langsam wurde es sanfter. Es linderte 1 Ich stand noch immer am Tisch. Mutter blieb an dem anderen Ende sitzen. Ich vernahm nur ihr« schweren Atem- züge. Aber wir versuchten nicht, uns zu nähern. »Kannst du dich daran«rinnern? fragte sie langsam. „Ja!— Ja!— Gerade setzt fällt e, mir ein. Ich hatte solch« Angst damals. Ich kannte dich gar nicht mehr." »Und d» hast mich nicht mehr gekannt— seitdem?" Ich antwortete nicht; denn es lag etwa» w den Worten. «« ich nicht verstand. „Waldemar, weshalb hast da»ich ntanai, danach gefragt? Ich hätte es dir schon erklärt." »Ich vergaß es. Erst setzt fällt es«tr wieder ein." Wir schwiegen beide. Kurz darauf sagt« Mutter:»Da» war vaiuuetsei» Schuld. Ich war so unglücklich, ich glaubt«--" Ich wartete: aber Mutter brach ab und schüttelte traurig den Kopf. .Mutiert" rief Ich da au»,»ich kann Samuels« nicht leiden!" »Ach was, er ist schon ganz gut; so sind die Männer eben. Jetzt sind wir bloß noch Freunde." „Er kommt aber doch niemals." Mutter seufzte. „Er wollte sein« neuesten Liebschaften mitbringen. Ich verstehe das gar nicht von ihm; aber er wollte es. Und ich sollt« mich mit ihnen anfteunden, mit diesen—" »Friutein Lauritzen?" sagt« ich. »Ja. das wäre eine von ihnen; aber ich holte es nicht «t». va» a> bief» Divgen zu spreche». Und nun ist es ja auch überstände». Ich sah zu ihr hinüber. Ihre Stimme klang, als ob sie dicht am Weinen wäre. „Mutter." flüsterte ich tröstend. Sie sank nur in sich zusammen. Dann gab es einen Ruck d, ihr. sie richtete sich wkler auf und sagte hart: echukkang der Jugendkiche« aufgestellt: Verbot der Rachtarbell mA der Akkordarbeit für Jugendliche, Fernhalten von Jugendlichen ans gesundheitsschädigenden Betrieben, Wegfall von Abzügen am Arbeits- lohn für die Zeit des Fortbildungsschulunterrichts: ferner einen ge- setzlich zu bestimmenden arbeitsfreien Halbtag(den Sonnabend). Solchen Anregungen tonnte man nur zustimmen. Doch al«„sozial- politische Forderung' verlangten die beiden ärztlichen Referenten in dem Entwurf der Leitsätze, den sie der Versammlung vorlegten, auch die gesetzliche Festlegung einer 48>tündigen Arbeitswoche für die Jugendlichen bis zum voll- endeten 17. Lebensjahre und zwar in der Weife, daß die vier Stunden, die für den halb arbeitsfreien Sonnabend gewünscht wurden, auf die anderen Arbeitstage verteilt werden sollten. Mit anderen Worten: im Interesse der„Gesunderhaltung der Jugendlichen' wollte man seitens der beiden Refe- renten eine tägliche Pflichtorbeitszeit für Jugend- liche von L Stunden und 48Minuten gesetzlich fest- gelegt haben.(!) Hiergegen erhob Stadtarzt Gen. Dr. K o r a ch- Berlin in längeren Darlegungen entschiedenen Einspruch, der schließlich auch von einem großen Teil der Versammlung gebilligt wurde. Man beschloß, den Entwurf der Referenten abzuändern und einigte sich auf Vorschlag des Vorsitzenden Ministerialrat Dr. S t o lz e- Berlin darauf, in den Leitsätzen die gesetzliche Fest- lcgung einer Arbeiiswoche für die Jugendlichen zu verlangen, deren Länge den hygienischen Forderungen entsprechen soll, weiche zu- guusten dieser Mtersklasien geltend zu machen sind. »Mäöchen für alles.� Gerüchte aus einem Evangelischen Mädchen heim. Recht eigenartige Zustände scheinen in dem Hause des SZjährigen Obstzüchters Ernst�Werl in Nedlitz bei Potsdam zu herrschen. Werl war wegen tätlicher Beleidigung des Hausmädchens Antonie St. vor dem Potsdamer Amtsgericht angeklagt. Die St. hatte kaum ihren Dienst bei dem Angeklagten angetreten, als sie eines Nachts durch einen grellen Lichtschein geblendet aufwachte. Vor ihrem Bett stand im Nealigä ihr Dienstherr, in der Hand eine Taschenlampe. Im selben Moment versuchte Werl auch unter die Bettdecke zu schlüpfen. Das verängstigte Mädchen wehrte sich und W. mußte die Mädchenkammer verlassen. Noch in selbiger Nacht erhielt Antonie ihre Entlassung mit der Begründung:„Für meinen Dien st unbrauchbar.' Vor Gericht stellte sich her- aus, daß dieser Schürzenjäger, der unverheiratet ist, mit Vorliebe seine„Mädchen für alles' aus dem Evangelischen Mädchen- h e i m, Berlin, Frankfurter Allee 92, bezog. Die von ihm ent- laffenen Mädchen wurden als Zeugen kommissarisch vernommen. Sie tekundeten unter E i d, daß sie von Werl schon auf der Fahrt vom Evangelischen Heim nach Potsdam belästigt worden seien. Er ist mit den Mädchen gleich in obskure Kneipen gegangen und in der Nacht des Dienstantritts war der Angeklagte stet» in der Mädchen- kammer. Der Angeklagte wendete ein, daß die Mädchen ihm erzählt hätten, daß sie von dem Mädchsnheim in der Frank- furter Allee nachts an elegante Häuser oerkuppelt würden, von wo sie erst am anderen Morgen nach Hause kommen brauchten. Diese Beschuldigungen sind so ungeheuer, daß es schon im Interesse des Heim« für geboten erscheint, der Sache einmal auf den Grund zu gehen, zumal sich die Mädchen bei den Fürsorgedomen über die Be- bandlimg bei Werl beklagt haben. Um den Angeklagten von seinen Anschauungen abzubringen und die Mädchen zu schützen, hielt das Gericht eine Geldstrafe nicht für angebracht und erkannte auf einen Monat Gefängnis. Leider wurde dem Angeklagten Straf- aussetzung gewährt, die abhängig gemacht wird von Zahlung einer Buße von 599 M. Hoffenlich legt der Staatsanwalt gegen dieses außergewöhnlich milde Urteil Berufung ein. ikinderaussage«. «le gefährlich« ist. Kinderanssagen so hoch zu bewerte«, daß 5« zum großen Teil die Stütz« eine» Urteil» bilden, lehrt«in Fall. er vor der großen Potsdamer Strafkammer unter dem Borsttz des Landgerichtsdirektors Stadelmann zur Verhandlung kam. Angeklagt wegen Aotreibung In Tateinheit mit fahrlässiger Tötung war die 47jahrige Frau S. au» Berlin. Das Potdamer Schöffengericht hatte sie seinerzeit wegen dieser Verbrechen zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust bei sofortiger Verhaftung verurteilt. Die Angeklagte war bei Verkimdung de, Urteil» in Schreiträmpfe ver- fallen und hatte Ihr« Unschuld bis zum heutigen Tage beteuert. Am 4. Oktober v. I. kam der Arbeiter Blumberg aus Nowawes von der Arbeit nach Haufe und fand seine Frau bettlägerig vor. Seine 12 und 6 Jahre alten Kinder erzählten, daß ein«„fremde Tante' dagewesen fei. Das Befinden von Frau B. verschlechterte sich und sie gab am 7. Oktober«inen Brief zur Beförderung, der di« Adresse der Angeklagten trug. Diese erschien am». Oktober. In- zwischen war aber ein Arzt geholt worden, der schwere septische Verseuchung feststellte. Am 19. Oktober starb Frau v. Die „3>u mußt sehr nett za Samuelsen sein, verstehst du? Er will dir helfen. Ader hast du deine Schularbeiten schon gemacht?' Sie stand auf und steckte die Lampe an. und in demselben Augenblick, wo das Zimmer in einem klaren, gelben Licht hervortrat, verschwand unsere Vertraulichkeit. Ich setzte mich an meinen Tisch und machte eine Zeichnung von Martin Luther fertig. Es machte mir Spaß, die Falten der Mönchs- tutte so zu schattieren, daß sie sich aus dem Papier heraus- hoben. Die Arbeit fesselte mich. Ich schwitzte und pfiff und vergaß, daß das Licht der Lampe unverständlicherweise mir einen neuen Schmerz bereitet und mich wieder von meiner Mutter entfernt hatte. Aber Jeiie Dämmerstunde brachte uns einander näher. Mutter hörte eine Weile mit dem Nähen auf und saß still am Tisch. »Waldemar, du möchtest wohl noch kein Licht haben?" „Nein." „Ach wie tut da» gut, so hinzudämmern. All die kleinen schlimmen Gedanken rinnen aus mir heraus, sie oerschwinden in der Dämmerung." »Was für schlmnne Gedanken, Mutter?" „Ach ja ja, du; die Stickerei muß fertig werden! Der Hut muß fertig werden! Dem Chef gefallen die kleinen Stoff- annemonen nicht! All so etwas ist so schllmm,' seufzte sie. Sie saß aanz starr, und die Dämmerung und ihr schwarzes Kleid flössen zusammen. Es war nur ein verschwommenes Traumgesicht, das durch die Dämmerung schwebte und zu mir sprach. »Ist es nicht spaßig, Stoffblumen zu machen?" »Nein, nicht, wenn man davon leben muß." »Aber wie kommt das?" »Es ist nun einmal so, Waldemar; das Leben ist so schllnun; aber davon weißt du noch nichts. Und es ist auch übrigens nicht so schlimm— nicht immer." Ich wußte nicht, was ich antworten sollte. Alles wurde so schwer, wenn Mutter davon sprach. „Das Leben ist leichter für Männer als für uns Frauen — glaube ich," sagte sie nach einer kleinen Pause. »Das ist schon möglich,' antwortete ich erleichtert. »Ach nein. nein. Das stimmt wohl doch nicht: dein Vater hat es schwer gehabt. Er sollte ja Prediger werden, aber er glaubte nicht an Gott. Er lebte davon, indem er kleine Ar- tikel über das Verhältnis zu Gott, über den Einzelnen und Gott und über den rechten Weg für die Blätter schrieb." Sie schütteste den Kopf, und ein leichter Schatten flog beide« Kinder wollten dt» Sngektogt««Ks dlejeutg« wtedee- erkennen, die auch an dem fraglichen Sonnabend die Mutter besucht hatte. In der Berufungsinstanz machten die Kinder ganz andere Aussagen. Da war die„rote' Strickjacke der Angeklagten in den Augen der Kinder grün und die in Frage kommende Kopfbedeckung war nicht vorhanden. Der von der Angeklagten geführte Alibi- beweis war lückenlos gelungen. Es konnte festgestellt werden, daß sie am fraglichen Sonnabend gar nicht in Nowawes gewesen war. Das Berufungsgericht hob das vorinstanzliche Urteil auf und die Angeklagte wurde auf Staatskosten freigesproche n. »Vorstellung'' in See Konfektion. Kabarett und Film haben den Schönen der Konsektion Weih- rauch gespendet und die„Modeschauen' ließen in manchen hübschen Köpfchen den Gedanken erstehen:„Ach könntest du doch auch dort oben in den schönen Toiletten paradieren!' Daß aber auch in der Konfektion nicht alles Gold ist, was glänzt, wissen die Eingeweihten längst, und wer es noch nicht wissen sollte, dem können die nach- stehenden drei.Bilder' di« Eigenart des Konfektionsbetriebes vor Augen'führen. Eine junge Dame, die aus ihrer Hilfsstellung bei einer Reichsbehörde entlassen wurde, glaubte, gestützt auf ent- sprechende Figur und angenehmes Außere, als Probierdame in der Konfektion eine zeitweilige Beschäftigung finden zu können. Den Anzeigen nachgehend kam sie zu folgenden Erlebnissen, die ihr nähe- legten, von weiteren Versuchen abzustehen. 1. Bild: Leipziger Straße. Montag früh zwischen 19 und 11 Uhr. Ein Modcllhaus in der Leipziger Straße. Nach un- gesähr einstündigem Warten erscheint in voller Eleganz der Herr Chef. Endlich bin auch ich an der Reihe, das Allerheijigste be- treten zu dürfen. Es erfolgt eine lange Musterung, wobei ich auch meinen Hut abnehmen mußte und mir der Ausruf des hohen Herrn cntgegenflog:„Ach Gott, ich dachte Se ham'n Buben- köpf, so kann ich Sie nicht brauchen.' Die erste Enttäuschung: denn ich wußte nicht, daß die» das Wesentlichste an einer Probier- dame ist. während ich immer mein schönes volles Haar als Vorzug empfand und den Bubenkopf neidlos den Kurzmähnigen überließ. 2. Bild: Hansvogteiplatz. Ungefähr dasselbe Theater. nur mit dem Unterschied, daß dort kein Bubenkopf erforderlich war, sondern ich einen ganzen kosmetischen Laden im Gesicht haben sollte, was anscheinend das Ausschlaggebende bei diesem Herrn war. 3. Bild: Linden st roß e. Hier hatte ich den Vorzug, gleich dem Herrn Chef vorgeführt zu werden, der mich auch sofort in Be- schlag nahm und mit kühnem Griff in den Blusenausschnitt faßte, mtt den Worten:„Ham Se auch Busen?' Mit diesem lehrreichen Erlebnis schloß die„Borstellungs'reihe. Unsere Frauen und Mädchen werden begreifen, daß zu solchen Vor- bedingmigen noch etwas mehr als Selbstüberwindung gehört.— Eine Paul-Tinger-Ttraste. Im Verwaltungsbezirk Friedrichshatn hat die sozialdemokratisch« Fraktion der Bezirksoer- s a m m l u n g den Antrag eingebracht, da» Bezirksamt möge beim Mogistrat darauf hinwirken, daß der Grün« Weg in Paul- Singer-St'raße umbenannt wird. Der zum Berwaltungs- bezirk gehörende Grüne Weg liegt im Gebiet des ehemaligen Reichstagswabltreises Berlin IV, den unser Genosse Paul Singer viele Jahre hindurch im Reichstag vertreten hat. Die Stadt Berlin hat um so mehr Anlaß, das Andenken Paul Singers in dieser Weise zu ehren, weil er als Stadtverordneter einen starken und oorwärtstreibenden Einfluß auf die Ber- liner Kommunalverwaltung ausgeübt hat. Ueber den Antrag wird in der nächsten Sitzung der Vezirksoersammlung oerhandelt werden._ Feuerwerk vom Funkturm. Da» angekündigte Riesenfeuerwerk auf dem Messegelände der zweite« großen Deutschen Funkousstellung fand nicht, wie angekündigt, um?«8 Uhr, sondern erst um 9 Uhr statt. Der Leitung muß es dringend anheimgelegt werden, schon mit Rücksicht auf die großen Massen, die von allen Teilen Groß- Berlins herbeigeströmt waren, pünktlich ihre Borführungen zu», besten zu geben. Erstaunlich war wieder die Selbstdisziplin der Ber- liner. Die Mißstimmung machte sich nur hier und da in einem wenig melodischen Pfeifen oder faulen Witzen Luft. Endlich aber fand das Feuerwerk doch statt und versöhnte einigermoßeu die Ge- müter. Der Wasserfall, von dem sich fast all« wirkliche Wassersensationen versprochen hatten, war eine Fontäne von niederfallen- den Funken, di« das feine Stahlgefüge des Sender» so richtig zur Geltung kommen ließen. Hoffentlich findet die heutige Borsührung pünktlich statt, schon au« Rücksicht aus die weither kommende!, Massen. Arder«e Nearegelmig de« Shwrddjnge» vorn 1. Oktober ab finden unlere Leser im JnseratentAl der beutigen Ausgabe alle» WigenZwert« m einer Bekanntmachung de» LandeSfinanzamteS. über ihr weißes Traumgesicht. Es war ein« Bewegung. Es war gewiß ein Lächeln. »Er glaubte nicht an Gott?" fragte ick». „Nein. Er sagte, daß er an nichts glauben könnte, was so leicht zu verstehen wäre." „Ist Gott leicht zu verstehen?" „Das finde ich nicht. Ich habe immer den Kopf über deinen Vater geschüttelt. Das ist der reinste Quatsch, sagte ich." „Hat dich Vater ebenso schlecht behandett wie Samuelsen?" „Ach ja, das hat er wohl. Aber das ist nun einmal so. So sind alle Männer." „Nein, so sind sie nicht!" widersprach ich. Aber Mutter lachte bitter und stand auf. Bald danach brachte sie die Lampe; doch an dem Abend hatte ich keine Lust mehr zu zeichnen. Ich kam meiner Mutter näher in diesen Dämmerstunden. und ich fühlte, wie müde sie war. Wie ein Blitz durchzuckte mich die Ahnung, daß ihre Hände stets zu Liebkosungen bereit- gewesen wären, aber daß sie sie nictit zu erheben vermocht hatte, weil sie nicht verstehen konnte, weshalb ich ihr so fern gewesen. Jetzt wußte sie es endlich: aber jetzt konnte sie nicht mehr. Meine Melancholle hatte zugenommen, und der Gegen- satz zwischen ihr und meinem beständigen Austreten als Clown in der Schule wurde greller. Meine Stimmungen wechselten schroff. Ich konnte Jungen, die sich mir näherten. plötzlich grob anfahren und ebenso plötzlich olles daran setzen, um einen Feind zu gewinnen. Wenn wir aus der Schule kamen, sonderte ich mich stets ab von der übrigen Schar. Ich zockelte hinterher,»nd wenn sie inn eine Ecke bogen, lief ich in ein Hmrs hinein oder in einen Torweg und wartete dort, bis sie verschwunden waren. Cs war das Bestreben, meine Melancholie geheimzu- halten, was mich zu diesem merkwürdigen Benehmen ver- anlaßte. Keiner durfte mich kennen. In meiner BerzSeislung hatte ich die alten Orte auf» gesucht, wo ich früher gewohnt hatte. Ich wollte versuchen, die Bergangenheit zu finden, und all das Alte zurückzurufen. Aber als ich auf den Sankt Annaplat, kam. konnte ich sofort bemerken, daß alles fremd war. Es ging ein seltsamer blau- weißer Glanz von den hellen Hausfassaden auf dem Platze aus, ein Glanz, den ich nicht kannte. Und das alte Haus, in dem ich gewohnt hatte, war wie verändert. Die Fenster waren dichter zusammengerückt, der Torweg war eingc- schrumpft und der Hof war dunkler geworden. (Fortsetzung folgt.) AWERTHEIM POLAN Berlin Leipziger Straße Königstraße In dieser Woche midbista Rosen, imals Ständiger Verkauf ROSENTHALPORZELLAN Rosenthaler Straße Moritzplatz Extra- Preise Großer Verkauf Leipziger Str. Zwischenstock GARDINEN DECKEN TEPPICHE Karlert. Etamine ca. 150 cm breit, Meter 95 PL. Etamine- Garnitur weiß,& tellig, mit Durchbruch 490 Steilig Schelbengardin.85 Pf. 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Streifenkante 1925 Schlafdecke Kametwollgemischt, welche Qualiat 2975 Diwandecke hear Phantasiegwebe, Gr. 140/280 Tischdecke 925 dazu passend, Gr. 140/140 cm 525 Diwandecke Perser Muster 1425 Phantasiegewebe, Gr. 140/280 Tischdecke dazu passend, Gr. 140/170 cm Tournay- Brücke m. Fransen, Gr. 68/125 em, Stck. 2225 Bouclé- Teppiche Or. 130/210 170/240 200/310 250/550 34M 4950 78M 118M Doppelseitig gemusterte Teppiche Gr. cm 40/80 starkes Gewebe 50/100 60/120 99/180 130/200 200/300 250/380 210 325 465 1050 15 M 34 M 51 M Imit. Smyrna- Teppiche doppelseifig, persisch geGr cm 50/100 60/120 70/140 90/180 mustert, starkes Gewebe 150/200 200/300 250/350 475 675 925 1475 21 M 4950 79 M 9 M Perser Muster, Gr. 140/280 cm Tischdecke dazu passend, Gr. 140/140 cm Diwandecke GobelinGr. 150/300 cm 18 M 975 Verdure- Muster, or sewebe 21 M Tischdecke dazu passend, Gr. 150/180 1370 Tischdecke rund 1275 dazu passend, 150 cm Durchm. Plüschtischdecke rund Durchm. 90 130 150 180 cm Perser 1250 25M 32M 45M Muster chinesisches Ziegenfell himeaches 790 schwarzem Rand, Gr. 60/90 cm Imitiert Eisbär asile mit Kopf 88 M 128 M 169 M 3 Größen chinesisch, mit Watte65/116 65/135 910 1485 1950 2275 weiß 11 90 1825 23 25 26 23 farbig 1025 1625 2125 24M Ziegenfell inlage, getuiter Gr. cm 30/80 65/100 grau Prima Velours- Teppiche Größe 200/300 108м 28 M 73M Größe Größe 1325 modern od. persisch gemustert, Gr. 170/540 Größe 1050 Vorleger 55/112 cru 60/120 cm 85/ 1.5 cm Axminster- Teppiche persisch oder modern gemustert cm 55/110 60/120 130/200 170/240 200/300 250/350 300/400 875 1075 4150 59 M 89 M 133M 178M Wollplüsch- Teppiche haltbare Gewebe cm 40/80 60/120 70/140 90/180 200/309 250/350 persische Muster 300/400 500/500 525 12 10 1725 27M 99M 149M 198M 251M Bedeutend herabgesetzte Preise für große Teppiche in Axminster, Tournay u. Smyrna A# med bau start smokito mabus -136 -ROTISH 999999 Soeben erschien im Dietz- Verlage der lang erwartete Band, der die jüngste Geschichte 1512 Istašmimmun bau biom Tobial smuto Istäl JainEmimmu sisarisDu- hon2 nexosisie stam sisbalusele guld rige at Lod der Gewerkschaftsbewegung bringt AUG LI anulmmais Richard Seidel Bisb 10.10 Die Gewerkschaften nach dem Kriege Preis: In Ganzleinen 6.- Mark NOMADInnsed A Igillid baspusta -nome AS giadang2 natur/ tov Dib -pun de சேய் ondel auilut bedroomnoal3 b Das Buch stellt die Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung der Arbeiter, Angestellten und Beamten in Deutschland seit 1918 dar, beleuchtet die allgemeine Lage der Bewegung, wie sie sich infolge der revolutionären Ereignisse gestaltet hat, und erörtert in einer Reihe von Abhandlungen die infolge der Veränderung der allgemeinen Situation für die Ge werkschaften aufgetauchten Probleme und Aufgaben im einzelnen. Der Verfasser steht im praktischen Leben der Bewegung und gründet seine Darstellung auf die intime Kennt Nohuosali nis der Tatsachen, die sich aus einer unmittelbaren Teilnahme an der Bewegung ergibt.bfolvo fio ished tim midald das pilotem not aim to to bol p 100162. HOST THRO тивно GROTER RUAJ BHORRET SHOSTUBO ИЗИСЛА Zu beziehen durch den Verlag: 52 @ ical- abo tobnid piwe dribla toweling mund sodiadise ala oreleil dot J. H. W. Dietz Nachf., Berlin SW.68, Lindenstraße 3 80-20-2 erbiqqsT- nomi neals motkpillid uz 87 8 ilds odd- ons3 28. 琳 plov meje steed 19lub- 20жOX sl * 81 JAHTI So machen Wir's! An kalten Tagen wird Ihnen dieser Mantel aus schöner warmer Veloursware gute Dienste leisten. geschmückt. Falten u aparte Knopfgarnier Mit Biberettekragen X36 69 Reicher ( Biberette) ziert dieses Pelzbesatz eleg. Kostum aus guter Veloursware. Reich m. seitl Blenden u. Falt chen geschmückt. Jacke auf halbseid. 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Parteigenossen u.Genessinnen& 134.Bezirks. 999999** 6eeeeee Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die sehr zahlreiche Beteiligung bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Julius Klahre sagen wir allen Verwandten. Freunden, Kollegen u. Bekannten unseren herzlichsten Dank. Frau Klara Klabre und Kinder Berlin. Amsterdamer Str 5. Für die vielen Beweise herlicher Teilnahme an der legten Ehrung im Rrematorium Baumschulenweg, fage allen Berwandten. Freunden und Be fannten, den Mietern des Hauses Kreuzbergftr. 76, den strei enden Arbeitsfollegen und-tolleginnen der Firma H Bertholb, Schriftgießerei, Serin Soder als Sprecher im Ramen des Berbandes der graphischen Hilfsarbeiter u Arbeiterinnen Deutsch lands für bie herzlichen Worte am Sarge meiner lieben Frau meinen herzlichften Dant 1252b Kreuzberg Rudolf Hensel, age 76. Städt. Eisenmoorbad Luckau ( Nieder- Lausitz) O Glänzende Deutscher Metallarbeiter- Verband Montag, den 14. September, nachmittags'5 2hr, bei Graumann, Naungaftr. 27: Versammlung der Metallformer und Berufstollegen. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über unsere Lohnverhandlungen 2. Berfchiedenes. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbud legitimiert. Mittwoch, ben 16. September, abends 6 Uhr, in den Sophienjälen, Sophienste. 17/18: Versammlung der erweiterten Ortsverwaltung. Tagesordnung: 1. Berichterstattung Breslauer Gewerkschaftskongreß. Dom 2. Distuffion. Sutritt nur gegen Barlegung bes Mitgliedsbuches und ber mit dem Stempel der Ortsverwaltung versehenen Legitimationskarte für die Mitglieber ber erweiterten Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Vergessen Sle es nicht! nur. Königstr. 33 ola Am Bahnhof Alexanderpl. Chausseestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof 721 D Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Bekleidungsvertrieb des Westens Max Pitzela Potsdamer Str. 132 cine Treppe zwischen Potsdamer Platz und Eichhornstraße. 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Jede Hoffnung, die an einen Brief geknüpft ist, wird beim Anblick dieses Kastens sofort zu Grabe getragen. Man zögert überhaupt, den Brief abzuschicken, es erscheint so zmedlos, er fann feinen Erfolg haben. Oft genug weiß man gar nicht, ob der Kasten noch in Betrieb" ist. Die Platte mit den Abholungszeiten fehlt und statt dessen sieht man ein freisrundes Loch wie von einem Einschuß. In Städten des Auslandes stehen die Briefkästen an der Straße, jeder muß sie sehen. Die deutschen Brieftäften aber find an Stellen angebracht, an denen sie bestimmt überJehen werden, wenn sie nicht eine Farbe erhalten, die ins Auge fällt. Ihr jeziger angeschimmelter Zustand läßt sie bestimmt der Bergelfenheit anheimfallen, sie wirten höchstens wie ein peinlicher Fleck an der Hauswand. Der Direktion der Reichspost möchte man nicht den Vorwurf ersparen, daß sie versäumt hat, die Brieftästen beizeiten mieder herzustellen. In anderen Städten geht es doch, und der Fremde, der das in Berlin sieht, zieht die Mundwinkel herab. Bezirksbildungsansschuß Groß- Berlin. Wir bitten dringend, die Sep tember- Beitschriften für den Bücherkreis abzuholen. Das 4. Buch ,, Das Land der Sehnsucht" von Raoul Francé erscheint Ende September. Die Abonnementslisten für die internationalen Boltstänze müssen bestimmt bis zum 15. September zurüdgereicht werden. Karten für alle Veranstal. tungen find in den bekannten Berlaufsstellen zu haben. Die Bibliother der Arbeiterbildungsschule ist in ihren Beständen wesentlich ergänzt wor den und umfaßt 10 000 Bände. Sie ist geöffnet jeden Donnerstag von 5% bis 8% Uhr abends. Die Benutzung ist gegen Lösung einer Lesertarte für jeden frei. Ausbildungskurse der Handelskammer. Die kaufmännischen Schulen der Industrie- und Handelstammer zu Berlin beginnen ihr Wintersemester am 8. Oftober. Der Unterricht umfaßt neben den neueren Sprachen, wie Englisch, Französisch und Spanisch, der Buchführung, Sandelsforrespondenz, Sandels- und Wechsellehre, Rechtskunde, auch Volkswirtschaftslehre und Bürgerkunde. Der Unterricht ist dazu bestimmt, den jungen Kaufleuten die für ihren Beruf notwendigen Kennt nisse von den Erscheinungen und Einrichtungen unseres heutigen wirt schaftlichen Lebens zu vermitteln. Die faufmännischen Schulen der Jn. dustrie- und Handelskammer zu Berlin find so eingerichtet, daß junge Leute, gleichviel welche Schulbildung fie haben, sich für den taufmän. nischen Beruf gründlichst vorbilden fönnen. Auskünfte und Prospekte find im Verwaltungsbureau der faufmännischen Schulen der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Neue Friedrichstraße 53/56 II, unentgeltlich erhältlich. Die Juristische Sprechstunde findet wieder vom Montag, den 14. d. M., täglich von 3 bis 6 Uhr, Sonnabends von 3 bis 5 Uhr statt. Die Honoluluflieger und Amerika. 17. Arcis Lichtenberg. Die Abteilungsleiter haben fofort die Ruftimmungs erklärung beim Gen. Peters, Wotanstr. 12, abzuholen. Bildungs ausschuß! Montag, 14. September. 7 Uhr, in der Bibliothet, Weichsel. ftraße 28, Abrechnung der Konzertlisten. 20. reis Reinicendorf. Montag, 14. September, 6½ Uhr, einer Sihungs faal des Rathauses Wittenau erweiterte Kreisvorstandssigung. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Morgen, Montag, den 14. September: 46. St. 6% Uhr Sigung aller in der Wohlfahrt tätigen Genossinnen und Genoffen bei Eichholz, Cuvryftraße, 6 Uhr. 77. st. Schöneberg. 7 Uhr bei Samidt, Grunewaldstr. 16, engere Borftandsligung. 125. 6t. Weißenfee. 8 Uhr bei Gallas Borstandssitung. Jugendweihe der Arbeiterschaft Groß- Berlins heute, Sonntag, den 13. September 1925, vorm. 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße. Mitwirkende: Der„ Junge Chor": Leitung Heinz Thieffen/ An der Orgel: Willi Jaeger/ Cello- Trio: Armin Liebermann, Frizz Soppe, Karl Lenzewski/ Weiherede: Mar Kreuziger Der Sprechchor der Proletarischen Feierstunde, Leitung Albert Florath und Einzelsprecher Heinrich Witte. Gastkarten an der Kaffe. Jungsozialisten. Gruppe Ablershof: Uhr Gründungsversammlung der Jungfozialistengrupe, Bismardite. 12. Gäste willkommen. Gruppe Char lottenburg: Rofinenftr. 4 v. I, Donnerstag, 17. September, 7% Uhr, Arbeitsgemeinschaft ,, Das Görliger Programm", Rechtsfragen. Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 14. September: 14. Areis Neukölln. Rinderfreunde! Montags und Mittwochs von 4-7 Uhr Gemeindeschule Kaiser- Friedrich- Straße Spielnachmittage. Beginn: Montag, 14. Geptember. Mittwoch, 16. Geptember, 7 Uhr, Selfer- Bastelabend Barade Ganghoferstraße. Geschickte Baftler und solche, die es werden wollen, find eingeladen. 46. 4bt. 7 Uhr bei Eichhola, Cuornstraße, Rufammenkunft aller Genoffinnen. Tagesordnung: Die Stadtverordnetenwahlen. Alle Selferinnen müssen erscheinen. 82. bt. Stegli. Pünktlich 8 Uhr Restaurant Albrechtshof( Oberlichtfaal), Albrechtstr, la, Frauenabend. Referat des Genossen Hölzner: Die Presse ( ihre Entstehung und Bedeutung). 2. Freie Aussprache. 95. Abt. Neukölln. 7% Uhr bei Grigger, Leffingftr. 9. Bortrag ber Genoffin Liesbeth Riediger: Die Rommunalwahlen". Im Anschluß geselliges Beifammensein. Gäste willkommen. 104. Abt. Niederschönweibe. 7 Uhr bei Thiele, Berliner Str. 88. Bortrag der Genoffin Kreffe: Die Bedeutung der Romunalwahlen". Uebermorgen, Dienstag, den 15. September: Jungfozialisten. Gruppe Süben: 7% Uhr Juristische Sprechstunde, Linden ftraße 8. Beginn der Winterarbeitsgemeinschaft: Soziologie". Teilnehmer willkommen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 15. September: 6. Kreis Kreuzberg. 7% Uhr Funktionärinnenfihung bei Wolf, Gräfeftraße. Alle Abteilungsleiterinnen milffen vertreten fein. 7. Kreis Charlottenburg. 7% Uhr Rreisfrauenabend bei Bogel, Spreeftr. 8. Bortrag der Genoffin Bent: Rollpolitit". 20. Abt. 7% Uhr bei Jaferich, Schwebenstr. 11a, Bortrag ber Genoffin Wutte: Die Frau in der Kommune". 21. Abt. 7 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21. Seiterer Abend. 33. bt. 7 Uhr Schulaula Hohenloheftr. 10, Bortrag des Gen. Schreiber über: Sngiene im Souse". 85. Abt. Sempelhof. 7 Uhr bei Bufe, Berder Ede Raifer- Wilhelm- Straße, Bortrag des Gen. Kirsch: Die Klage der Mutter über Gefallene". tundgebung. Bortrag der Genoffin Hoppe: Die Bedeutung der Stabt.. verordnetenwahlen". Genoffen als Gäste willkommen. Die Bezirksführer Taben ein. Das Rundfunkprogramm. New Bort, 12. September.( E. P.) Die Nachricht, daß die Mannschaft des Wasserflugzeuges P. n. 91 gerettet worden sei, hat in ganz Amerifa einen wahren Freudentaumel hervorgerufen. 141. Abt. Rosenthal. 7½ Uhr bei Möller, am Bahnhof Rosenthal: FrauenIn San Francisco murde die Mitteilung zumeist von den Rinobesizern im Verlaufe der Vorstellung verbreitet. Es tam vielfach nor, daß das Publikum ohne weiteres auf die Straße stürzte, um dort die Meldung zu folportieren. In New Yort sind zahlreiche Sonderausgaben der Zeitungen herausgegeben worden. In Hono lulu hat das Bublifum große Umzüge veranstaltet und geriet in folche Erregung, daß die Polizei verstärkt werden mußte, um die Menge zu beschwichtigen. Der Marinesetretär Wilbur hat erflärt, daß er der Mannschaft des Wasserflugzeuges anheimftelle, den Flug San Francisco- Honolulu ein zweites Mal zu versuchen, fofern ihr daran etwas gelegen set. Ein neues Moorbad in Lucau( Miederlausitz). In diesen Tagen wurde in Ludau( Niederlausitz) das alte dortige Moorbad, das von der Stadt fürzlich erworben und nach neuzeitlichem Muster umgebaut und eingerichtet wurde, dem Betriebe übergeben. Die vor zügliche Beschaffenheit des Moorschlammes hängt mit dem neuartigen sogenannten Moorumwälzverfahren zusammen. Der Patient hat dadurch die unbedingte Gewißheit, daß er ein frisch zubereitetes Moorbad erhält. Das Lucauer Bad weist außerdem Heißluft- und Dampfbäder, elektrische Schwig- und andere therapeutische Bäder fowie eine Kaltwasserbehandlungsanlage auf. Reinigungswannenfomie Brausebäder vervollständigen die Kuranlage. Zu unserer Notiz„ Ein Bahnhofswirt als Hoflieferant" in der Abendausgabe des Borwärts" vom 29. Auguft, teilt uns der angegriffene Inhaber der Bahnhofsbuchhandlung mit, daß er selbst auf demokratischem Boden stehe und daß neben demokratischen Blättern auch der Borwärts" zum Verkauf in genügender Anzahl bereit gehalten wird. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, 1. Reis Mitte für Groß- Berlin ffets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. Dienstag, 15. September, pünktlich 7 Uhr, Sigung ber Stadt- und Bezirksverordneten mit dem erweiterten Borstand in Bezirks amt, Klosterftr. 68( Sigungszimmer). Aeußerst wichtige Tagesordnung. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 15. September, 8 Uhr, im Alters heim, Danziger Str. 62, wichtige Konferens aller in tommunaler Bohl fahrtspflege tätigen SBD.- Genoffen und Genoffinnen, Arbeiterwohlfahrt, Rinderschuß- und Kinderfreunde, Arbeiterjugend. Bortrag des Een. Stadt rat Rosemann:„ Die Aufgaben der SPD. in der tommunalen Bohl fahrtspflege. 6. Kreis Kreuzberg. Dienstag, 15. Geptember, 7½ Uhr, Berfammlung der Abteilungsleiter mit den Stadt und Bezirksverordneten- Randidaten bei Schweilhard. Röpenider Str. 116. 7. Streis Charlottenburg. Montag, 14. September, pünktlich 7% Uhr, im Rathaus Charlottenburg, Gikungszimmer 1, wichtige Frattionshikung mit den Bürgerdeputierten. Elternbeiräte und deren Erfagpersonen fomie die Mitglieder der Freien Schulgemeinde Dienstag, 15. Sptember, 71 Uhr, Aula der Berufsschule, Rofinenstr. 4. Stellungnahme zum Entwurf des Reichsschulgesetes. 12. Accis Steglig, Lichterfelbe, Bantwis. Montag, 14. September, 7½ Uhr, Fraktionsfigung. Sämtliche Stadt- und Bezirksverordnete sowie Bürgerdeputierte miiffen erscheinen. Sonntag, den 13. September. 9 Uhr vorm.; Morgenfeier. 1. A. Böhme: Präladium über Allein Gott in der Höh' sei Ehr"( Dr. A. Böhme, Harmonium). 2. W. A. Nägeli: Der Herr ist mein getreuer Hirt( Berliner Solistenquartett: Marg. Böhme- Heidenreich, Elsbeth Koll, Ilse Mohr, Gina Goetz. Gerda Sanden, Hannes Aulert, Max Dienol, Max Spiegel, Gustav Polzin, Dir.: Dr. Artur Böhme). 3. L. Reichardt: Hoffnung( Gerda Sanden. Alt; am Flügel: M. Böhme- Heidenreich). 4. Bibelrezitation( Bibelsprecher Schulzke). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Lic. Koch. 6. L. van Beethoven: Gott, deine Güte reicht so weit( Gerda Sanden). 7. L. van Beethoven: Gott ist mein Lied( Berliner Solistenqnartett). 4 Uhr nachm.: HansBredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Gartendirektor Ludwig Lesser: Der Gutspark". 4.30-6 Uhr abends: Uebertragung aus dem Funkhausgarten: Funk- Blasorchester. Dirigent: Karl Woitschach. 6.50 Uhr abends: Erich Schulze: Rettungsschwimmen". 7.15 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7.45 Uhr abends: K. W. Goldschmidt: Vom Norden zum Süden Italiens. 2. Vortrag. Mailand, Genua, Florenz. 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus dem Hörsaal des Hauses der Funkindustrie: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 3. Veranstaltung. 1. O. Lieder: a) Wunsch und Entsagung, b) Der kleine Fritz an seine M. v. Weber: Ouvertüre zu„ Oberon". 2. C. M. v. Weber: Heitere jungen Freunde, c) Kirmesreigen, d) Ich sah ein Röslein am Wege stehen( Leo Schützendorf, Baß). Abu Hassan, komische Oper in einem Akt. Musik von Karl Maria von Weber. Für den Rundfunk eingerichtet von Cornelis Bronsgeest. Dirigent: Selmar Meyrowitz von der Berliner Staatsoper. Personen:" Abu Hassan, Liebling des Kalifen: Karl Jöken; Fatime, seine Gemahlin: Lia Fuldauer; Omar, ein Wechsler: Leo Schützendorf; Mesrur, Vertrauter des Kalifen: Reinhold Pasch; Zemrud, Zobeidens Zofe: Lu Euler; Der Kalif: Alexander Fleßburg; Zobeide, seine Gemahlin: Toni Rupprecht. Gefolge des Kalifen und Zobeidens, Gläubiger Abu Hassans. Die Handlung spielt in Bagdad. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Montag, den 14. September. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Konzert. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau( Das Reinigen von Küchengeschirr"). 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Naturwissenschaft. Dr. Rudolf Wegner: Grundlagen der Wettervorhersage. 4. Vortrag. Gutes und schlechtes Wetter". 7.30 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Literatur. Dr. Franz Leppmann:„ Das deutsche Drama im 19. Jahrhundert". 5. Vortrag. Otto Ludwig- Anzengruber". 8 Uhr abends: Oberingenieur Otto Nairz: Funkpraktikum. 3. Vortrag. bessere ich meinen Empfang? III. Teil. 8.30 Uhr abends: Bunter Wie verAbend. 1. Heimann: Zigeunerspiele( Ungarische Weisen)( Hugo Rogge, Xylophon). 2. a) H. Hermann: Der alte Herr( Münchhausen), b) I. Berlin: Sommernacht, blaue Sommernacht( Stransky), c) W. W. Goetze: Jonny, bring' mir noch einen Flip( R. Gilbert) ( Robert Koppel, Gesang). 3. Heitere Rezitationen( Hermann Böttcher). 4. a) F. Alschunsky: Walzerarie Nr. 6( Ein Kleinod), Nollendorf 1120, 1121, 1122 b) F. Alschunsky: Frühlinsromanze( Richard Gottschalk von der Berliner Staatsoper, Posaune). 5. a) O. Thiel: Frag' dein Herz ( Stransky), b) Text und Musik von R. Gilbert: Du hast den süßen. sanften, veilchenblauen Blick, c) Text und Musik von R. Gilbert: Annemarie, komm doch in die Laubenkolonie( Robert Koppel). 6. a) Steeger: Mazurka, b) A. Braun: Polka( Hugo Rogge). 7. Heitere Rezitationen( Hermann Böttcher). Am Flügel: Ludwig Preiß. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. TheaterI und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). 15. Kreis. Am Montag, 14. Geptember, 7 Uhr, findet im Lokal von Grahl am Bahnhof Niederschönemeibe eine Sigung des Kreisbildungsausschusses ftatt. Seber Ort muß vertreten fein. M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1924: 13 500 Besucher.o Sonntag, 13. September 1925 Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 11. St. Genosse Mag Klopsch ist am Freitag, 11. September, nach Ichwerem Leiden verstorben. Einäscherung Dienstag nachat. 1 Uhr Kremotorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 13. September: Südwest: 8 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, Antikriegsabend. An. fprache: Gen. Alexander Stein. Partei- und Jugendgenossen, erscheint zahlreich! Bom Jugendfest im Schillerpart haben noch 7 Werbebezirksiciter die Tafeln mit den Namen der Werbebezirke einfchließlich der zu den Tafeln gehörenden Stangen abzuliefern. Wir bitten bringend, fir schleunigste Ablieferung Gorge au tragen, da das Material für die tommenden Wahlen sofort gebraucht wird. Morgen, Montag, den 14. September, abends 7½ Uhr: Jugendchor! Uebungsabend 7% Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Borb ring: Lehrlingsheim Schönhauser Allee 140. Bortrag: Moses oder Darwin?" Südost 6.- B.: Schule Waldemarstr. 77. Vortrag: Die Jugend in Stoat und Reich". Hermsdorf: Jugendheim Roonstraße. Bortrag: Entstehung der Erde". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". " Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftian str. 37/38. Sof 2 Iz In Bukunft tommen folgende Abkürzungen zur Anwendung: Mo., Di., Mi., Do., Fr., So. für Montag, Dienstag usw. Sonntag wird stets ausgeschrieben. Botsd., Anh., Görl., Schles., Stett., Charlbg., 800., Alex. für die einzelnen Bahnhöfe. Mitgl.- Verf. für Mitglieder versammlung. Gauvorstand. Wir machen schon heute auf die Fahnenmeihe in Rauen am 20. Geptember aufmerksam. Meldungen haben sofort bei den Ramerad fchaftsführern zu erfolgen. famte Rameradschaft Odd Fellow- Logenhaus, Alte Jakobftr. 122. Bortrag. Kreuzberg. Di., 15. 9., 7 Uhr, Bollvers. Ge Neukölln- Brig. Mo., 14. 9., Mufitgruppe Rottbuser Klause, Rottbuser Damm, 7½ Uhr. Lichtenberg. Di., 15. 9., 7% Uhr, Treffen in den Auglotalen. 6. Bug Lotal Wuraler, Möllendorfstraße. Kartenmaterial mitbringen. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Ortsgruppe Ober., Rieber. fchöneweibe und Johannisthal. Bortrag am Dienstag, 15. September, 8 Uhr, im Gymnasium, Zeppelinstvake. Rindliche Charakterfehler( Fr. Tr. M. Lewin). Geschlechtliche Erziehung. Mit diesem Thema beschäftigt sich die nächste öffentliche Versammlung der Entschiedenen Schulreformer"( Werner- Siemens Realgymnasium, Sohenstaufenftr. 47/48) am Dienstag, 15. September, pünktlich 7% Uhr. Homöopathischer Bollsgesundheitsverein Sahnemann, Berlin. Dienstag, 15. September, 72 Uhr, im Bereinslokal Bur Mühle", Frankfurter Allee 40, außerordentliche Generalversammlung. Anschließend Bortrag über Krankheitserkennungen. Die Mitgliederversammlungen finden jest wieder' jeben 1. und 8. Donnerstag im Monat ftatt. Deutscher Arbeiter- Mandolinisten- Bunb, Bezirk Groß- Berlin. Am Mittwoch, 16. Geptember, Mitgliederversammlung im Rosenthaler Sof, Rosenthaler Straße 12, 8 Uhr. Mitgliedstarte legitimiert. Arbeiter Radio- Klub e. V., Gruppe Friedrichshain. Montag, 14. Geptember, 7 Uhr, im Lokal Arndt, Warschauer Str. 59, Mitgliederversammlung und Neuwahl des Borstandes. Arbeitersport. Sportverein Moabit. Die Borkämpfe zum 3. Herbstsportfest beginnen der zahlreichen Meldungen wegen schon um 12 Uhr. Beginn der Wettkämpfe 3 Uhr. Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friebrichsfelbe. Montag, 14. Geptember, 8 Uhr, Turnpatsfihung bei S. Wegner, Frankfurter Allee 236. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Ein Kinder- Turn- und Sportfest ver anftaltet am heutigen Sonntag die Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Gilden, auf dem städtischen Spielplak Am Urban". Beginn des festes: 2 Uhr nachmittags Geschäftliche Mitteilungen. Auch in der kommenden Serbst- und Wintersaison bringt die feit 20 Jahren bestehende Schneiderei- Genossenschaft Hoffnung" G. m. b. S., Brunnenstr. 185, ihre befannten guten Qualitäten in Winter Ulstern, Baletots und Joppen zum Berkauf. Es wäre Pflicht aller organisierten Arbeiter, obiges Unternehmen durch Einkauf zu unterstügen. Wir verweisen auf das heutige Inferat. Sirkus Busch. Der Borverkauf zu der Eröffnungsvorstellung vom 16. b. M. wie auch für die folgenden Tage hat bereits begonnen. Die Kirkuskaffen Arb täglich non 10 Uhr ab geöffnet. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 12. September. ( Bebrens). Toto: 26: 10. Plat: 14, 21, 37: 10. Ferner liefen: Duell 1. Rennen. 1. Dredulite( Stangl). 2. Madi( Biforny), 3. Karamanta nymphe, Tyche, Miralel, Diestel N., Sanballat, Cea, Laffete, Simonetta Rotbart. 2. Rennen. 1. Ravenna( n. Steller), 2. Duo vadis( v. Borde) 3. Doneje( Befiber). Toto: 33: 10. Blas: 15, 17, 18, 16: 10. Fener liefen: Cebria, Revassole, Malacara, Royal Blue, Samour, Mero. 3. Rennen. 1. Sygull( Namesch), 2. Prometheus( Morig), 3. Miffa Richtung, Stieglit, Waldsee, Einfalt, Mottlau. ( Dertel). Toto: 248 10. Blat: 66, 16, 16: 10. Ferner liejen: Beryll, 4. Rennen. 1. Solberg( Maj. Braune), 2. Herzog( Leut. Jay), liefen: Räuberhauptmann, Mellarola, Clichen, Biwia, 3. Savoyard( v. Meßsch). Toto: 20: 10. Biat: 18, 15, 13: 10. Ferner 5. Rennen. 1. Lobredner( Dertel), 2. Barde's Bruder( Sufulies), Ferner liefen: Minenhof, Naseweis, Rasvidr, Ganymed. 3. Palamon( E. Lüneberger). Tofo: 16: 10. Blaz: 11, 13, 12: 10. ( Bismart). Toto: 122: 10. Piaz: 51, 19, 37: 10. Ferner lieien: Redes 6. Rennen. 1. Ama( Edler), 2. Fippa( C. Eichhorn), 3. Erdferkel Trumpi. Dottor Mabuse, Peter Wloor, Maipring, Dama, Per mala, Sandaron, Lemmel, Laurin, Eulalia. Zoto: 27: 10. Plat: 14, 20, 15: 10. Ferner liejen: interweide, Lump, 7. Rennen. 1. Laufeya( Blume), 2. Firn( Krüger), 3. Stili( Hutter). Gigilolf, Teifi. Wetter für Berlin und Umgegend. Trocken und ziemlich beiter, ame age mild. Für Deutschland. Im äußersten Diten noch veränderlich und bereinzelt etwas Regen. Sonst ziemlich heiter und keine nennenswerten Niederschläge. Alle Magenleidenden fennen das unangenehme, bediüdende aufgetriebene Gefühl nach dem Essen. Sie kennen auch die schlaflosen Nächte und dae algemeine Unbehagen, welches so schwächt und niederdrüdt! Und doc weiß nicht jedermann, daß es in„ Biierirte Magnesia" ein schnell und sicher wirkendes Heilmittel gibt, obwohl sie einen Weltruf hat! Biferirte Magnesia wirkt fast iofort; sie neutralisiert die schäd liche, jdmerzerregende Eäure. Sie ist zudem unschädlich und wird verlauft; ichon ein einmaliger Versuch genügt, um ihren prompten nicht zur Gewohnheit. Biserirte Magnesia" wird in allen Apotheken und ungemein schmerzstillenden Wert zu beweisen. Wenn Sie Biferirte Magnesia bei Ihrem Apotheter nicht haben tönnen, schreiben Sie an das Generaldepot CF. Aide& Co., Hamburg 19, Pinnebergerweg 22 24 Koch& Peeland bringen die feinsten Aachener Fabrikate Herren- Stotte ür Anzüge, Paletots, Ulster, das Beste im Tragen 10.- 15.- 20.- 25.Damen- Stoffe für Mäntel, Kostüme, Kleider, neue geschmackvolle Farben 8.- 10.- 12.- 16Gertraudtenstr. 20/21 Patrikishe. Wildunger Helenenquelle gegenüber Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch& Gelbe Hauptblatt.) Ein lehrreicher Vergleich. Zur Lohnpolifit der Luther- Regierung. Der deutschen Arbeiterschaft ist die Tatsache längst bekannt, daß ihre Löhne weit hinter denen der amerikanischen und englischen Arbeiter zurückstehen. Nicht etwa nur nominell, sondern auch im Berhältnis zu den Lebensmittelpreisen. Auch dem deut schen Unternehmertum und der Regierung ist diese Tatsache nicht unbekannt. Dennoch sind die Unternehmer im Einvernehmen mit der Regierung bemüht, die Anpassung der Löhne an die neuerdings verteuerte Lebenshaltung zu verhindern. Dafür gwochen ben 2hnen in Deutschland und den übrigen Inburi ländern f, wbeviel bie deutsche Arbeiterschaft aufholen muß, um der französischen und englischen Arbeiterschaft gleichgestellt zu sein. zu sein. Mangelnder Bauarbeiterschuh! Vom englischen Gewerkschaftskongreß. London, 12. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Stongre nahm in seiner Schlußfizung am Sonnabend mit überwältigender Mehrheit eine Entschließung an, die den Imperialismus bekämpft und den gewerkschaftlichen Organisationsbestrebungen im gesamten englischen Weltreich Unterstützung zusagt, aber auch den dem eng Man schreibt uns: Am 8. September hat sich ein schwerer Baulischen Weltreich angeschlossenen Böltern das Recht der Selbſt unfall auf der Baustelle Elettrizitätswert Char lottenburg, am Spreebord, ereignet. Es müßte nun ohne weiteres angenommen werden, daß die Bauberufsgenossenschaft und die Baupolizei diese Baustelle einer eingehenden Prüfung unterzogen hätten. Das ist nicht geschehen. Zwei Tage später war diese Unfall. stelle zum größten Teil noch ebenso gefahrvoll abgerüstet wie vorher. Achtung! Achtung! bestimmung und selbst der Trennung vom englischen Reiche zuspricht Die hierauf erfolgte Wahl des Generalrats( Bundesvorstand) be stätigte im wesentlichen die bisherige Zusammensetzung, doch erhält der Generalrat durch den Wiedereintritt des Führers der Eisenbahner Thomas eine Persönlichkeit, von der eine Mäßigung der radikalen politischen Einstellung der Exekutive erwartet wird. Scarborough, 12. September.( BTB.) Der Gewerkschaftstongres nahm gestern mit großer Mehrheit eine Entschließung an, in der verurteilt und das Versprechen abgegeben wird, den deutschen Arbeitern in jeder Weise Hilfe zu leisten, um ihren Lebensstandard zu verbessern. wird uns eine Herabse zung der Preise in Ausſicht gestellt, durch den Deuchen ar die im Laufe dieses Monats durchgeführt werden soll. Allein die SPD.- Betriebsvertrauensleute und Gewerkschaftsfunktionäre! bie Berfsklavung der deutschen Arbeiter durch den Dames- Blan Am Dienstag, den 15. September, abends 71, Uhr, in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31: Konferenz Arbeiterfrauen, die sich in die Fleischerläden wagen, wissen nur von weiterer Preissteigerung zu erzählen, bei der fie nicht mehr mitkommen. Und wenn fie flagen, daß die Wurst so trocken ist, werden sie damit vertröstet, daß die Fettpreise so hoch seien. So geht es nicht nur in den Fleischerläden. Nehmen wir felbft an, daß es den Anstrengungen der Regierung gelingt, am aller SPD.- Funktionäre der Betriebe und Gewerkschaften. 1. Oktober den ziffernmäßigen Nachweis einer Preisherabsetzung etwa seit dem 1. oder 15. September zu liefern, so wird es ihr jedoch trotz aller Bemühungen nicht gelingen, die Preise auf den Stand herabzusehen, den diese etwa im April aufwiesen, zu der 3ett, als die meisten der jetzt geltenden Lohnabkommen getroffen wurden. Ihre Steuer- und Zollgeseze verhindern geradezu einen Preisab bau; fie bewirken das Gegenteil. Tarif- Wochenlöhne in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Deutschland Löhne in Reichsmark Frankreich Großbritannien ZA 88.23 82.11 73.44 59.16 56.16 48:00 41.83 45.60 47.43 40.32 40.32 37.80 34.56 95.59 22.56 Buchdrucker Maurer Holzarbeiter Baumwoll- Metallspinner arbeiter Tagesordnung: 1. Die Sozialdemokratie im Rofen Hause. Referent: Stadtverordneter Ernst Reuter. 2. Unsere Aufgaben im bevorstehenden Wahlkampfe. Jeder Betrieb muß vertreten sein! Bezirksverband Berlin der SPD., Betriebsfetretariat, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, 2. Hof II. Weder ist die Rüstung fest und dicht abgedeckt, noch ist ein vernünftiger Leitergang vorhanden. Die Abdeckung liegt so weit auseinander, so daß jede Minute Schrauben, Bolzen und sonstiges Werkzeug, wie es am Tage nach dem großen Unfall passiert ist, herabfallen fönnen. Auch die sonstigen Schußrüstungen am Eingang derselben Halle ließen jede fachmännische Herstellung vermissen. Rüftstangen im Durchmesser von 12 bis 14 Zentimeter müssen auf einer freitragenden Länge von 8 bis 9 Metern ein Schußgerüst tragen. Fürchten sich etwa die Kontrollbeamten von den Industrie tönigen Siemens, Borsig, Rotawerfe- Wittenau, Bleichert- Leipzig usw.( im ganzen etwa 28 Firmen), um Meldungen zu erstatten? Genügt es nicht, daß in einem halben Jahre bereits etwa 500 Bauunfälle auf dieser Baustelle, darunter mehrere Todesfälle, vorge tommen find? Müssen jetzt nach Beendigung des Bauarbeiterstreits jeden Tag noch 10 bis 15 Unfälle vorkommen? Auch auf anderen städtischen Baustellen scheint der Bauarbeiterschutz feine große Rolle zu spielen. So z. B. bei der Firma Czarnikom u. Co., Baustelle Elettrizitätswert Berlin, Große Frankfurter Str. 8. Der hier aufgeführte Neubau ist bis zur vierten Etage vorgeschritten. Im Innern zeigt dieser Bau nur die Stüßen mit den Etagenträgern. Nicht eine Etage ist vollständig abgebedt, so daß, falls den Arbeitern in den obersten Etagen ein Gegenstand aus den Händen fliegt oder sonst Materialien herunterfallen, fie gleich bis zum Keller fallen. Auch hier sind keinerlei Schuhvorrichtungen beim Leiter. gang. Die Unterkunftsräume für die Arbeiterschaft find mangelhaft. Auch diese Baustelle kann nur von Kontrollbeamten mit der= bundenen Augen besichtigt sein. Daher erneut die Forderung: Her mit Bautontrolleuren aus den Reihen der organisierten Bauarbeiter. schaft! Die Stadt Berlin ist mit an erster Stelle für die Mißstände ver. antwortlich, denn Baukontrolleure existieren in Berlin so gut wie gar nicht. Der liebe Gott für die Gewerkschaften. Kein Märchen aus Amerika! 02 Allgemeine Deutsche Postgewerkschaft. Zweiter Gewerkschaftstag. Der Freitag diente größtenteils der Beratung der Anträge und der Satzung für die neue Einheitsorganisation. Die zu den besonderen Berufsfragen gestellten Anträge fanden in der von den Rommissionen festgestellten Fassung Annahme. Am Sonnabend folgte zunächst ein wertvolles Referat des Unterrichtsleiters Schimmel über den Unterricht und die Weiterbildung der Mitglieder. Den Höhepunkt der Tagung bildete das Referat von Ihr über die Allgemeine Deutsche Postgewerkschaft als zukünftige Einheitsorganisation des Personals der Deutschen Reichspost. Die Gründung der Organi sation ist seinerzeit aus der Erkenntnis heraus erfolgt, daß der neue Boltsstaat an seine Bamten viele neue Aufgaben stellt, die unter dem alten Organisationsprinzip nicht gelöst werden fönnen. Die Ministerien bedeuten heute nicht mehr das, was sie früher waren. Die Wirtschaft" hat es verstanden, den Staat in ihre Gewalt zu bekommen. Die Regierung ist heute das ausführende Organ der fapitalistischen Wirtschaftsordnung. Das Privatfapital hat heute ein Interesse daran, das früher aus machtpolitischen Gründen geschaffene Berufsbeamtentum abzubauen. Seite droht den Beamten Gefahr. Diese Gefahr können sie nur bannen, menn sie eine einheitliche organisierte Macht bilden. Bei der Reichsbahn sind die Beamtenrechte, die ein höheres, befferes Arbeitsverhältnis bedeuten, start vermindert; die Reichs post hat 68 000 Helfer in Beamtenftellen. Bon dieser Die Beamten find zunächst gezwungen, ihrer Verwaltung gegen über einen Arbeitnehmer zu schaffen. Die Zeit der Nurbeamten organisation ist vorüber. Die Beamten müssen die Entwicklung zu ihren Gunften beeinflussen, bevor sie von ihren Gegnern zu ihren Ungunsten gelenkt ist. Es tommt also darauf an, die gesamten Arbeitnehmer der Verkehrsbetriebe zusammenzufassen. Die Entwicklung des Kraftwagen- und Luftverkehrs 3. B. stellt unsere Kollegen bei der Reichsbahn vor neue große Aufgaben, die nur durch eine einheit. liche Organisation erfüllt werden fönnen. Wir. als Boſtler der Allgemeinen Deutschen Poſtgewertschaft haben erkannt, daß der 3usammenschluß notwendig ist. Wir ziehen daraus die Folgerungen und fönnen daher nicht anders handeln, als den geplanten Zusammenschluß mit der Abteilung Post und Telegraphie des Deutschen Verkehrsbundes zu vollziehen.( Stürmischer_Beifall.) Nachdem Blumenthal Hannover den Bericht der Sagungs. tommission erstattet hat, erfolgt in äußerst reger Aussprache die Stellungnahme zu dem Referat uhrs und dem Sagungsentwurf. ührs Borschläge finden allseitige Zustimmung. In der Schlußabstimmung wird die neue Sagung einstimmig an genommen. Damit ist die Bildung der neuen Ein. heitsorganisation einmütig beschlossen. Betrachten wir die vorstehende Darstellung, dann zeigt sich deutlich die große Ueberlegenheit der Arbeiterlöhne in England über die Löhne in Deutschland und in Frankreich, die besonders bei den Buchdruckern und Maurern start in Erscheinung tritt. Wenn in diesen Gewerben wie auch bei den Holzarbeitern, die deutschen Löhne die französischen nominell etwas übertreffen, so ist dies zweifellos auf die von den Kommunisten in Frankreich zerrütteten Organisations verhältnisse zurückzuführen. Da Frankreich aber wesentlich billigere Lebenshaltungspreise aufweist, ist der Vorsprung der deutschen Lohnsäge nur scheinbar, das Realeinkommen des französischen Arbeiters wesentlich höher. Die Löhne der Textilarbeiter und der Metallarbeiter find trotzdem nominell noch niedriger als die ihrer französischen Berufsgenossen. Auffallend ist der verhältnismäßig niedrige Stand der Metallarbeiterlöhne in England, der noch hinter greiflich und vielleicht sogar sehr menschlich und typisch erscheint. träftigen Schlußwort des Versammlungsleiters 3 a chert ihren den Löhnen der deutschen Buchdrucker zurückbleibt. Die Arbeitslosigkeit in England, die Ende August 1334 000 Personen umfaßte, bietet dafür feine ausreichende Erklärung. Offenbar handelt es sich hier um einen Lohnfaz, der als unterste Grenze gezogen ist und durch Affordverdienst wesentlich übertroffen wird. Bei einer Arbeitszeit von 47 Stunden beträgt der Wochenlohn in England für einen gelernten Schmied 54 06 m., für einen Monteur 57,63 m. und einen Feinschmied 55,08 m. Jedenfalls würde erst eine gleichzeitige Gegenüberstellung der wichtigsten Lebensmittelpreise ergeben, wie groß der Abftand Die Verrufenen ( Der fünfte Stand) Der große Zillefilm der National Fragen Sie Ihr Stammkino, wann der Film dort läuft. ( IGB.) Der Pressedienst des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes bringt folgende Meldung aus Indianopolis, die wir, ohne etwas gegen oder für die Methode zu sagen, einfach als Nach richt aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten wiedergeben, wobei man vielleicht beifügen fann, daß jenen, die die Psyche des ameritanischen Voltes tennen, dieses Phänomen gar nicht so unbe Der Deutsche Bertehrsbund hat der Bereinigung schon auf seinem letzten Bundestage zugestimmt, so daß heute Sonntag die gemeinsame Tagung beider Vertretungen den Schlußstein zu dem neuen Gebäude sezen tann. Der Name der neuen Einheitsorganisation iſt: Allgemeine Deutsche Post. gewertschaft Nach Behandlung verschiedener Anträge und Entschließungen zum legten Punkt der Tagesordnung fand die Tagung nach einem Abschluß. die In einigen Gebieten der Kohlengruben versuchen die organi fierten Arbeiter das Mittel des Gebetes gegen Lohnherabsehungen und zur Rüdgewinnung willensschwacher Bergarbeiter, die vom Pfad der Dr ganisation abgeirrt find. In einigen Gebieten des Distrikts Nr. 21 scheinen diese ernsthaften Gebete offensichtlich ihre Wirkung auszuüben; so fällte das Gericht in Oklahoma ein Urteil gegen Frauen, die in Kohlengruben beteten, weil sie dadurch den geregelten Gang der Arbeit stören. In Greenwood, Artansas, versammelten sich mehr als 300 Frauen von Ar beitern, die seit dem Frühling in Streit stehen, auf dem Plaz vor dem Gericht und beteten zu Gott, er möge den nightorganisierten Arbeitern den rechten Weg meisen und sie zu den Verbänden der Arbeiter führen. Hierauf bildete sich unter der Leitung des Vizepräsidenten des Distrikts ein Zug, der sich nach den Gruben der Greenwood Coal Company" begab. Als die Teilnehmer erfuhren, daß ihr Eindringen auf dem Gebiet der Kohlengesellschaft als Verlegung eines richterlichen Urteils betrachtet wurde, traten die Frauen wieder den Rückzug an. Sie stießen dabei auf Delegationen von Frauen der benach barten Städte, die sie auf dem Platz des Gerichtshofes zurüdbegleiteten, wo abermals gebetet wurde. " Berichten aus Oklahoma zufolge find im Gebiete der Henryetta zurzeit 90 Proz der Bergleute organisiert, gegen 20 Proz. vor einem Monat." Der liebe Gott scheint demnach seine Sache gar nicht übel zu machen. Die Mutter rät der Tochter: Lassen auch Sie sich ratén: Beim Betten- Einkauf: Die ideale Bettfüllung: Echt chinesische Monopoldaunen Gesetzl.gesch. 3-4Pfd.zum Oberbett. 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Wo man reinlich ist beträchtlich, und drum fährlich, täglich, nächtlich, maffig Kutirol verbraucht dorthin feht mein Luftfahn faucht. N Holland bezieht Kufirol waggonweise, es find auch schon mehrere Wag gons gleichzeitig dorthin abgegangen. Profeffor Liebig, der vor langen Jahren den Ausspruch tat: Je mehr Geife, desto mehr Kultur", würde heute ficher Jagen:.Je mehr Kultur, desto mehr Kutirol". Allerdings wäre dazu zu be merken, daß Kukirol auch schon in Gegenden vorgedrungen ist, wo man von Sonstiger Kultur noch wenig spürt. Als Deutsche möchten wir darüber gern mehr sagen, als Geschäftsleute und Mehrer deutschen Exports dürfen wir es nicht, denn es ift den wenigften unferer arglofen Michel bekannt, unter wie Scharfer Beobachtung sogar die deutschen Geschäftsanzeigen in manchen Ländern stehen, und wie die ehrfame deutsche Konkurrenz da nachhilft. In Holland hat es da allerdings keine Gefahr, dort herrscht wirklich Kultur, und der Ruf Kufirolen Sic! findet dort den denkbar besten Boden. Hühneraugen und Schweißfüße gibt es auch in Holland, trotz der sprichwörtlichen holländischen Reinlichkeit, denn diefe allein tut es nicht. Jur richtigen Fußpflege gehört unbedingt Kutirol, als Gegengewidt gegen die naturwidrige Behandlung der Süße durch enges, luftundurdy laffiges Schuhzeug. Das vielmillionenfach bewährte Kukirol- Hühneraugen- Pflafter( Schach tel 75 Pfennig) putzt in wenigen Tagen felbft fteinharte Hühneraugen mid und gründlich weg, ohne Schneiden, ohne Schaben, ohne Schmerzen. Der Kutirol- Streupuder( Blechdofe 1 Mark) und das Kutirol- Fußbad ( Doppelpackung 50 Pfennig) wirten ebenso frappierend gegen das Schwitzen, Brennen und Wundwerden der Füße. 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Er wurde jedoch in drei Teile serleat, unb amar in einen fteuerfreien Rohnbetrag im engeren Sinne von 600 RM. jährlich ( 50 R, monatlich) und in zwei Beträge non je 180 m. jährlich( 15 R. monatlich), aur Abgeltung ber Ber bungslosten und Sonderleiftungen. Für die Berlidfichtigung des Familienfbandes findet eine Verbindung des bis herigen Gnftems ber prosentualen Er mäßigung mit dem Syftem der feften Abalige ftatt. Der Steuerfag von 10 D. S. vermindert sich für die Chefrau und fedes Aur Saushaltung bes Steuerpflichtigen zählende minderjährige Rind um ie 1 v. S. Jm Gefek ist dies ba burch zum Ausdrud gebracht, daß außer bem Betrag von 960 RM. jährlich( 80 RM. monatlich) 10 v. S. des über biefen Betrag hinausgehenden Arbeitslohnes filr jeden Familienangehörigen fteuer frei bleiben folen. Die nach dem Steuerüberleitungsgefes bestehende Er mäßigung von 2 s. S. vom ameiten bam. britten Rinbe an ift fortgefallen. Mindestens bleiben folgende fefte Beträge fteuerfrei: für die Ehefrau 120 9. jährlia ( 10 Nm, monatlich), fur bas erfte Rind 120 S. jährlich ( 10 RM, monatlich), fr bas aweite Rind 240 m. jährlich, ( 20 R. monatlich), Fir bos britte Rinb 480. jährlich ( 40 MM. monatlich), fir bas vierte und jedes folgende Rind ie 600 St. jährlich( 50 monatlich). M.) Durch die Berbindung von zwei Sn femen foll fowohl ben Fleinen wie den größeren Lohnsteuerpflichtigen Rechnung petragen merben. Die Frage, welches Syftem für die Berücksichtigung der Familienermäßigungen anzuwenden ift, ift banach au entscheiben. Db bas Snftem ber prozentualen Ermäßigungen oder bas Syftem der feften Abzüge für ben Arbeitnehmer im einzelnen Falle in feiner Gesamtheit günstiger mittt. Die Arbeitgeber müssen fich fchon jekt auf die Aenberungen einstellen, damit fe in der Lage find, den Steuerabzug vom 1. Oktober 1925 ab richtig au berednen. Die Einzelheiten ber neuen Regelung ergeben fich aus einem Merl blatt, das bei ben Finansämtern unexbgeltlich abgeholt werben fann. Weiter ift eine Steuerabaugstabelle in Arbeit, aus der der Steuerabzug abgeleien werben kann. Sie wird demnäcft fertig geftellt werden. Es eracht barüber noch befondere Benachrichtigung. Berlin, ben 12. Geptember 1925 Der Präsident des Landesfinanzamts Berlin. Zähne Resonders „ HOFFNUNG" Bekleidungs- Industrie GmbH. BERLIN N/ BRUNNENSTRASSE 185 Elegante Herren- und Knaben- Bekleidung Maßanfertigung in erstklassiger und 100 preiswerter Ausführung * Großes Lager in Winter- Paletots und Ulstern einreih. und zweireih. Form, prima Verarbeitung von 55.- Mark an * Loden- und Gummi- Mäntel Winterjoppen/ Streifenhosen u. Phantasie- Westen in reichhaltiger Auswahl 226 1 und 2 Mark. Goldkronen von 8 Mark an. Persönliche fachmännische Behandlung. Wöchentliche Teilzahlung gestattet. B. 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Denn während der Parteitag der Ausgeschalteten" zusammen ist, werden von Amisstube zu Amtsstube die Fäden gezogen, die binnen turzem den Sicherheitspatt schaffen sollen, d. h. die Ber ständigung zwischen den beiden großen Kulturnationen, die durch den Krieg am tiefften entzweit schienen. Sicherheitspatt das ist nur ein Ausschnitt aus den Bestrebungen sozialdemokratischer Politif, nur ein Weg zu dem Ziel politischer und wirtschaftlicher Verständigung anter den Bölfern. Es ist in diesem Augenblick ficher nicht ganz überflüssig, daran zu erinnern, daß schon unmittelbar nach dem Kriege von 1871 August Bebel im Deutschen Reichstag die Forderung erhob, die eine dauernde Befriedung für Europa sicherzustellen in der Lage ist, nämlich die Berständigung mit dem damals besiegten westlichen Nachbarn und daraufhin die Beschränkung der Rüstungen auch im Deutschen Reiche. Schon bei der Beratung einer Kreditvorlage im November 1870 führte Bebel, an schließend an den Wortlaut der Thronrede im Norddeutschen Reichstage aus: ,, Aber es gäbe noch einen anderen Weg, der uns vollständig aus unserer gegenwärtigen höchst peinlichen und auf die Länge unerträglichen Stellung herausbrächte, und das wäre, wenn wir in der offensten, freundschaftlichsten Weise uns mit unserem Nachbarlande Frankreich), mit jenem Lande, das soviel gemeinsame Interessen mit uns hat und mit uns gemeinsam an der Spitze der Zivilisation marschiert, versuchten, auseinanderzusehen, wenn wir uns mit diesem auf freundschaftlichen Fuß zu stellen suchen, unsere poli tischen Berhältnisse mit diesem Lande so zu ordnen suchen, daß wir an ihm statt eines Feindes für fünftig einen Freund haben. Selbst verständlich wäre in diesem Falle das Erste die Entscheidung über das, was mit Elsaß- Lothringen geschehen solle, und ich würde der Bevölkerung in erster Linie die Entscheidung hierüber zuweisen. In zweiter Linie würden durch einen einzuberufenden europäischen Areopag gewiffe Bestimmungen insofern festzustellen sein." Sonntag, 13. September 1925 mung prattisch nur sehr wenig von dem alten Armengefeg in neuer Auflage entfernt. Dies wäre im Interesse der Kleinund Sozialrentner, die zweifellos eine derartige Behandlung nicht verdient haben, außerordentlich zu bedauern. Aufgabe der Aufsichtsanstanz, in diesem Falle des 3 entralen Wohlfahrtsamtes, muß es sein, auf die untergeord neten Dienststellen im Sinne der Fürsorgegesetzgebung einzu wirken. Die Arbeitslosenversicherung im Ausland. Deutschland ist gegenwärtig im Neuaufbau seiner Arbeitslosen versicherung begriffen. Eine im Rommissionsverlag von Dr. Hans Preiß, Berlin C. 19, erschienene Schrift des Internationalen Arbeitsamtes, Die Arbeitslosenversicherung tommt deshalb gerade zur rechten Zeit, um einen Bergleich der ausländischen Arbeitslosenversicherung zu erleichtern mit dem, was in Deutschland auf diesem Gebiet bereits besteht und was weiter projettiert ist. feit besteht in Großbritannen, Irland, Rußland, Italien, DesterEine staatliche 3 wangsversicherung gegen Arbeitslosig reich, Bolen und Australien. Es sind in diesen Ländern insgesamt 16½ Millionen Arbeiter versichert, abgesehen von Rußland, für das entsprechende statistische Angaben fehlen. Jetzt wird die Berständigung mit Frankreich gesucht, nachdem der Weltkrieg die Annexion von Elsaß- Lothringen rückgängig gemacht hat. Jetzt wird der Sicherheitslosenfürsorge auf in: Dänemart, Frankreich, Norwegen, Holland, Auf freiwilliger Versicherung baut sich die Arbeitspaft" angestrebt, der einen freiwilligen Dauerverzicht auf Finnland, Spanien, der Schweiz, Belgien und der Tschechoslowakei. Elsaß- Lothringen ausspricht. Was vor 55 und 45 Jahren Meistens werden in diesen Ländern die Unterstützungen durch die der Sozialdemokrat vergeblich forderte, wes- Gewerkschaften ausgezahlt, die staatliche Zuschüsse zu diesem wegen er verlacht und beschimpft wurde, das will jetzt die 3wed erhalten. Die Gewerkschaften sind dann in der Regel geLuther- Schiele- Stresemann- Regierung endlich fertigbringen! fetzlich verpflichtet, eine besondere Kasse für die ArbeitslosenunterMögen auch die Völkischen sich heifer danach schreien, daß stützung zu führen, die von der Regierung oft sehr genau kontrolliert Stresemann vor den Staatsgerichtshof" gehöre. Diese fromme Wunsch wird nicht erfüllt werden. Die Erfüllungspolitik geht andere Bege, zum Teil weit hinaus über das, was unter Eberts Präsidentschaft die früheren Erfüllungskanzler des Reiches unter den schwersten Anfeindungen der jezigen Regierungsparteien versucht haben. " wird. mehr die Tendenz, an die Stelle freiwilliger UnterſtügungsIn allen Ländern verstärkte sich in den letzten Jahren immer leistungen den Rechtsanspruch der Arbeiter auf Arbeitslosenunterstügung zu sehen. Der Arbeiter soll als Inhaber von Rechten, als Gläubiger den Organen der Arbeitslosenunterstützung gegenüberstehen, und nicht als Bittsteller, dessen Bedürftigkeit unter Umständen noch ausdrücklich nachgeprüft werden kann. Dieser Grundjag setzt sich in allen Ländern inimer mehr durch. Er charakterisiert auch die gegenwärtig im Zuge befindliche Entwicklung der Arbeitslosenfürsorge Deutschlands zu einer wirklichen Arbeitslosenversicherung. „ Die neueste Thronrede... fpricht aus, daß die franzöfifche Nation, von dem Gefühle der Wiedervergeltung erfüllt und geleitet, alles aufbieten werde, um den Kampf wieder aufzunehmen, daß fie alles aufbieten werde, um, wenn auch nicht aus eigener Straft, so doch in Berbindung mit anderen Mächten dahin zu tommen, das, was sie heute hat aufgeben müssen, nachträglich zurüdzuerobern. Nun, wenn wir eine solche Aussicht haben, dann gebietet uns die Klugheit von selbst, daß wir unsere Gegner nicht unnüherweise verlegen und zur Rache anstacheln. Das Selbstbestimmungsrecht ist die Hauptgrundlage, auf welcher wir von unserem Standpunkt aus fußen müssen, und wenn wir heute das Selbstbestimmungsrecht mit Füßen treten, wenn wir heute, was uns gelingt, ohne Ausnahme nehmen können, dann dergeben mir bamit das eigene Gelbstbestimmungsrecht, dann müssen wir es uns ebensogut gefallen lassen, menn andere, darauf achten, daß nicht in Dunfelfammern diplomatischer Wert der Arbeitslosenversorgung wird durch die Ausschaltung be wo die Gelegenheit sich bietet, auch Stüde unseres Landes nehmen; dieselben Gründe, die sie jetzt für die Annerion angeben, tönnen auch eines Tages gegen uns geltend gemacht werden." Bebel blieb damals im nationalistisch berauschten Reichstag ein Brediger in der Wüste. Aber er hat nicht nachgelassen, den Gedanken der Verständigung den abfichtlich tauben Ohren zu predigen. Ein Jahrzehnt nach der Annexion von ElsaßLothringen, im Jahre 1880, tam er wieder einmal auf die Frage zurüd, indem er sagte: Fürsorge oder Armenlast? Bon R. Rohde. Die Pflichtfürsorgeverordnung, die bekanntlich seit dem 1. April 1924 verschiedene Formen, wie Klein- und Sozialrentner-, sowie Kriegsbeschädigtenfürsorge unter gleichzeitiger Aufhebung des alten Unterstützungswohnsiggefeges in einem einheitlichen Gefeß zusammenfaßte, muß immerhin gegenüber der alten Armengesetzgebung als ein Fortschritt bezeichnet werden. Diese Probleme europäischer Politik werden den Heidelberger Parteitag der Deutschen Sozialdemokratie ausführlich beschäftigen. Dabei wird und muß ausgesprochen werden, daß das heute als„ Realpolitit" gekennzeichnete Be mühen Stresemanns, mittels Sicherheitspaktes ein friedliches Nebeneinanderleben der europäischen Völker zu ermöglichen. in Wirklichkeit nur eine bescheidene Wiederaufnahme alter sozialdemokratischer Gedankengänge darstellt. So entschieden die Partei in Opposition steht zu dem innerpolitischen Verhalten der Rechtsregierung und der fie stüßenden Parteien, so selbstverständlich ist es für sie, daß sie jede Außenpolitik unterstützt, die in der Richtung ihrer eigenen Ziele sich bewegt. Aber sie wird dabei peinlich Unterhändler der Sinn und das Wesen dessen ver= fälscht wird, was fie unter Verständigung der Völker versteht. Der europäische Areopag", von dem August Bebet damals sprach, ist heute in Form eines Weltareopags im Wölferbund vorhanden. Daß auch Deutschland in diesen Böfferbund eintrete, ist eine alte Forderung der Sozialdemo= fratie. Die Dinge reifen ihrem Ende entgegen, und es ist nur ein nedisches Spiel der Weltgeschichte, daß deutsche Nationalisten erfüllen müssen, was die internationalen Sozialdempfraten in Deutschland schon vor Jahrzehnten erstrebten! wenn z. B. ein Berliner Fürsorgeamt unter dem 10. Juni 1925 an den Sohn einer Sozialrentnerin eine Zuschrift richtet, daß seine Mutter feit dem 1. Januar 1922 der Sozialrentnerfürsorge zur Laft gefallen fei". Da es sich um ein amtliches Schema handelt, wäre es im Intereffe der Klein- und Sozialrentner dringend geboten, daß sich das zentrale Wohlfahrtsamt der Stadt Berlin mit derartigen Entgleisungen näher beschäftigt. Wie in Deutschland sind auch in fast allen anderen Ländern die Landarbeiter, die Hausangestellten und die in öffentlichen Diensten schlossen. Der Ausschuß einzelner Arbeitergruppen von der stehenden Personen von der Arbeitslosenversicherung ausge. Arbeitslosenfürsorge geht in manchen Ländern noch weiter und be. trifft dort Privatangestellte in fester Stellung, geistige Arbeiter, Echauspieler und häufig einen Teil der Saisonarbeiter. Der soziale häufig einen Teil der Saisonarbeiter. Der soziale stimmter Gruppen in manchen Ländern sind es gerade die am -w häufigsten von Arbeitslosigkeit Betroffenen sehr herabgemindert, fast in allen Ländern von öffentlichen Körperidaften, von Arbeitgebern und von Arbeitnehmern gemeinsam aufgebracht. Nur in Italien werden die Versicherungsbeiträge je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen und in Rußland ausschließlich von den Arbeitgebern; da fich der größte Teil der Betriebe dort im Staatsbefiz befindet, also praktisch auch aus öffentlichen Mitteln. Der in den anderen Ländern aus staatlichen oder Gemeindemitteln aufgebrachte Teil ist sehr verschieben. Er. schwankt zwischen 16 Proz. und 66% Broz. der Gesamtkosten. Befonders hoch sind die staatlichen Beihilfen zur Arbeitslosenunterstügung in Finnland, Norwegen, Holland, Belgien und der Tschechoflowakei. Am niedrigsten sind sie in Desterreich mit 16 Proz. Die Kosten der Arbeitslofenunterft ügung werden der Regel ein Neuntel der Leften aus öffentlichen Mitteln bestritten Noch hinter Desterreich bleibt Deutschland zurüd, wo in wird. In acht Neuntel der Kosten haben sich Arbeitnehmer und energisch gegen diese Belastung der Arbeitnehmer prodaß es nur berechtigt ist, wenn auf dem Gewerkschaftskongres Arbeitgeber zu teilen. Ein Vergleich mit dem Ausland zeigt uns, Rüda testiert wurde. Bei der bevorstehenden Neugestaltung der ganzen Arbeitslosenversicherung in Deutschland wird es notwendig sein, neben der Durchsetzung anderer Berbesserungen und Klärungen besonders dafür zu kämpfen, daß die Kosten gerechter verteilt werden. Nachschulungskursus der Arbeiterwohlfahrt standsmaßnahmengefeh für Klein- und Sozialrentner ein Rüd Ferner muß darauf verwiesen werden, daß das Not forderungsrecht der geleisteten Beträge, außer in bestimmten Der Krieg sowie die nachfolgende Inflationszeit hatte mit Fällen, nicht vorsah und daß dieses Recht praktisch während der Schaffung von Massennotständen Verhältnisse gebracht, die der Dauer des Gesetzes nicht angewendet wurde. Es mutet gebieterisch eine Neuregelung der Gesetzgebung verlangten. deshalb eigentümlich an, wenn die Angehörigen unterstützter Eine Anwendung der Armengefeßgebung gegenüber den Not- Personen nun aufgefordert werden, sich zu äußern, in ständen erwies fich als unmöglich und stand mit den Bestimmelcher Weife sie die erwachsenen Ausgaben mungen der Reichsverfassung in einem gewissen Widerspruch. seit 1 Januar 1922 der Fürsorge zu erstatten Zunächst war es die Kriegsbeschädigten und gedenken". Die Folge derartiger Maßnahmen fann nur die Erwerbslosenfürsorge, die auf dem Verord die sein, daß die Klein- und Sozialrentner, denen man benungswege durchgeführt wurde Später schloß sich das Not- scheinigt, daß sie eine„ Armen last" sind, lieber hungern standsmaßnahmengesetz für Klein- und Sozialrentner" an. werden, wenn sie es nicht vorziehen, zum Strid zu greifen. Die Leistungen für die Klein- und Sozialrentner trug bis Im übrigen muß bestritten werden, daß eine derartige 1. April 1924 zu acht Zehnteln das Reich, während die rest- Handhabung der Bestimmungen durch die Fürsorgegefezlichen zwei Zehntel von den Gemeinden aufgebracht werden gebung porgeschrieben ist. Die besonderen Bestimmungen des mußten. Gesetzes für Klein- und Sozialrentner besagen vielmehr das dirette Gegenteil. Durch alle diefe Neugestaltungen wurde der soziale Gedanke, wie er der Verfassung eines Bolfsstaates entspricht, im Bewußtsein derjenigen Volksschichten verankert, die nach einem arbeitsreichen Leben auf öffentliche Fürsorge angewiesen find. Dies um so eher, als die beschämenden Bestimmungen, zu deren Anwendung die Armengefeggebung zwang, erfreulicher weise in die neue Fürsorgegefeßgebung nicht übernommen wurden. Diese Bestimmungen waren bekanntlich derart, daß Hilfsbedürftige lieber hungerten, als daß sie den bitteren Weg zum Armenamte antraten. Andererseits wurden viele Hilfsbedürftige, besonders der Mittelschichten, durch Spenden aus Legaten und Stiftungen, deren Kapitalien Millionen betrugen, vor dem Armenamte bewahrt. Alle diese Stiftungskapitalien sind heute entwertet; mit einer Aufwertung dieser verloren gegangenen Vermögen ist bis auf weiteres nicht zu rechnen. Jeder Hilfsbedürftige ist deshalb auf die öffentlichen Fürsorgebehörden angewiesen, in denen seine Notlage im sozialen Sinne geprüft und entsprechend behandelt werden soll. Die Leistungen sind gleichmäßig und werden nur dann auf ein Mindestmaß beschränkt, wenn es sich um offenbar arbeitsscheue oder unwirtschaftliche Personen handelt. Für Kriegsbeschädigte, Klein- und Sozialrentner sind besondere Bestimmungen in den Reichsgrundfäßen vorhanden, in denen auf ihre frühere Lebensstellung und wirtschaftliche Tätigkeit Bezug genommen wird. Wenn nun in jüngster Zeit innerhalb der Berliner Fürsorge ein Abbau diefer besonderen Bestimmungen por genommen wird, so bedeutet das, daß der alte Geist der Armenfürsorge in die Pflichtfürsorgeverordnung wieber hin eingefchmuggelt wird, Anders fann es nicht gedeutet werden, Ebenso wenig ist es mit der Gesetzgebung in Einklang zu bringen, wenn die Fürsorgebehörde die Leistung von der Verpflichtung abhängig macht, daß der Nachlaß der Stadt zu ver pfänden sei. Der§ 9 der Reichsgrundfäße, die für die Ausübung der Fürsorge maßgebend sind, besagt im entscheidenden Teil: Bird Zurückzahlung aus dem Nachlaß ausbedungen, so ist auf unterhaltsberechtigte Angehörige Rücksicht zu nehmen, die beim Tode des Hilfsbedürftigen selbst der öffentlichen Fürsorge anheimfallen würden. Dasselbe gilt gegenüber Ge schwistern oder anderen Personen, mit denen der Hilfsbedürftige in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat oder die ihm ohne rechtliche Verpflichtung und ohne entsprechende Gegenleistung, wenn auch in der Erwartung einer Zuwendung von Todes wegen, unterstützt oder gepflegt haben. Der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt e. V. beabsichtigt, im Herbst einen Nachschulungsturfus für Wohlfahrtspflegerinnen zu ver. anstalten. Der Kursus ist bereits in allen Einzelheiten vorbereitet, aus, fie wird aber zweifellos erfolgen. nur seine Genehmigung durch das Wohlfahrtsministerium steht noch Der Kurfus findet von Anfang November 1925 bis März 1926 am Seminar für Jugendwohlfahrt in Berlin mit fol gendem Lehrplan stait: Volkswirtschaftslehre ( wöchentlich eine Stunde): Dr. H. Oppenheimer, Referentin im Reichsarbeitsministerium. Bürgerkunde( wöchentlich 1 Stunde): Frau Regierungsrat Hedwig Wachenheim. Sozialpolitif( wöchentlich 2 Stunden): Frau Luise Schröder, M. d. R. Dr. med. Laura Thurnau. Gesundheitsfürsorge( wöchentlich 1 Stunde): Frau Sozialpädagogik( wöchentlich 1 Stunde): Dr. Mennede, Direitor des Sozialpolitischen Seminars an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin. länder. Geschichte, Begriff und Wesen der WohlfahrtsPflege( wöchentlich 2 Stunden): Stadtrat Dr. Walter Fried. Dr. Ollendorf, Obermagistratsrat im Jugendamt der Stadt Jugendwohlfahrtspflege( möchentlich 2 Stunden): Berlin. Wohlfahrtspflege und Fürsorgepflichtver. ordnung( wöchentlich 1 Stunde): Ministerialrat Dorothea Hirschfeld. Der Kurjus schließt mit einer staatlichen Prüfung, die Borbedingung für den Erwerb der staatlichen Anerkennung ist, ab. Wohlfahrtspflege. Bulassungsbedingung ist 5jährige hauptberufliche Tätigkeit in der Ebenso verlangt der§ 15 eine besondere Rücksicht nahme auf Klein und Sozialrentner, auf deren frühere Lebensweise Rücksicht genommen werden soll. Ganz abgesehen davon, daß der Wert des geringen Nachlasses ganz unerheblich ist und faum die Verwaltungskosten der Nachlaßabteilung deckt, wird es auch für eine Fürsorgebehörde, die sozial wirken soll, nicht schwer sein, sich in den Zustand eines Rentners zu versetzen, der bei Lebenszeiten gezwungen wird, eine derartige Verpflichtung zu unterschreiben. Dem Verfasser sind Fälle bekannt, daß Rentner, in der Annahme, bei ihrem Tode würde die Stadt von der Unter- zeit 4 Monaten zu machen, da ab 1926 Nachschulungskurse schrift Gebrauch machen und der Ehehälfte den geringen Möbelbestand, mit dem fich fieb gewordene Lebenserinnerungen verfnüpfen, einfach entziehen, lieber auf die Fürsorge verzichteten. Sollte die Ausübung der Fürsorge in dieser Form fort geführt werden, so mären wir trog der Pflichtfürsorgeverords furjus in Betracht kommt, aufmerksam und bitten alle Genossen und Wir machen hiermit die Genoffinnen, für die der Nachschulungs Genoffinnen, denen diese Notiz zu Gesicht fommt, die ihnen be kannten Wohlfahrtspflegerinnen darauf hinzuweisen. Der Kursus bietet den zur Teilnahme berechtigten Wohlfahrtspflegerinnen die legte Gelegenheit, die staatliche Prüfung nach furzer Ausbildungsnicht mehr bewilligt werden und der ordentliche Lehrgang 2 Jahre beansprucht. Anmeldungen sind zu richten an den Hauptausschuß Stelle erteilt bereitwilltgft Austunft über Zulassungsbedingungen, für Arbeiterwohlfahrt e. V., Berlin SW. 58, Lindenstraße 3. Die insbesondere der Anrechnung der bisherigen Tätigkeit, Stipendien, Unterbringung. Valutaentwicklung im Ausland. Weltwirtschaftliche Umschau. Die meisten Staatsbudgets der europäischen Länder sind nach den großen Berirrungen der Nachkriegszeit bereits im Gleichgewicht. Von dieser Seite her droht den Baluten feine Gefahr mehr, mit Ausnahme von Frankreich, wo das Budgetdefizit immer noch die Valutalage beeinträchtigt. Indessen tommen von der Seite der Wirt schaft immer noch Störungen vor, die Valutaschwankungen nach oben oder nach unten verursachen. So ist die internationale Valuta bewegung auch heute noch nicht zum Stillstand gekommen, und es sind bei einer Anzahl von Währungen größere Abweichungen von der Parität festzustellen. Von diesen soll unten die Rede sein. Das Pfund Sterling und der Franken. arbeiterstreit beendet und die Produktion wieder in Gang ge- Arbeitskräfte vollzieht, oder aber, daß den älteren Angestellten derkommen ist. Steigende Baluten. auch einer Berjüngung der Betriebe sich die Angestellten organisationen, wenn das Durchschnittslebensalter auf Grund nachprüfbarer Unterlagen einwandfrei errechnet, und zu hoch befunden wird, sich aus wohlverstandenem, eigenem Interesse nicht in den Weg stellen. Das, was fie verlangen und verlangen müssen, ist nur das eine, daß diese Art Abbau sich entweder auf dem Wege ausreichender Benfionierung tatsächlich zu alt gewordener artige einmalige Beihilfen gewährt werden, daß sie wirklich in der Lage find, sich in irgend welchen anderen Teilen der Wirt schaft ihre Existenz neu zu begründen. In welch fümmerlichem Ausmaße aber nach dieser Richtung hin Vorsorge getroffen wird. dafür nur ein Beispiel aus dem lehten Abbau der Großbanken. Oktobertermin aus ihrem zentralen Verwaltungsapparat in Berlin, Die Commerz- und Privat- Bant entfernt 176 Angestellte zum das sind zirka 10 Proz. der beschäftigten Angestellten. Von diesen 176 Angestellten, unter denen sich verheiratete Angestellte mit mehreren Kindern befinden, zahlt sie Abgangsentschädigungen überhaupt nur an 103 Angestellte, also an 60 Proz. der Ab gehenden und zwar insgesamt an diese 103 Angestellte, die 405 Dienstjahre repräsentieren, 20 500 m., das sind zirka 50 m. pro Jahr der Tätigkeit. Es gibt zwei Baluten, die in der letzten Zeit einen verblüffenden Aufstieg gemacht haben und deren Kurse sich von Tag zu Tag höher Die stellen: das sind die dänische und die norwegische. Laufe der Jahre 1925 und 1926 von 66 Proz. der Goldparität auf dänische Zentralbant plante, eine Steigerung des Geldwertes im 70 Broz. herbeizuführen. Statt dessen erfolgte eine Steigerung in einigen Monaten in dem Ausmaß, daß heute die dänische Valuta a um 10 Broz. unter der Goldparität steht. Das gleiche faum Glück wurde der norwegischen Krone zuteil, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie der dänischen. Sie steht heute um faum mehr als Kann man über die Frage, ob die Stabilisierung des englischen ein Viertel unter der Goldparität. Freilich fann man nur von Bfundes an die Goldparität gelungen ist, ein endgültiges Urteil einem zweifelhaften Glück reben, da die Kurssteigerung zur Preis: fällen? Biele behaupten, daß die Belastungsprobe erst im Herbst sentung oder wenigstens zur Spekulation auf diefe und damit zu Der Herr Bantdirettor beschwert fich dann weiter, baß das eintreten wird, wenn die englische Wirtschaft für die großen Baum- umfangreicher Arbeitslosigkeit geführt hat. Für die stürmische Stei Durchihnittsgehalt des einzelnen Angestellten in Wirklich woll- und Getreideeinfuhren Zahlungen zu leisten haben wird. gerung dieser Valuten werden verschiedene wirtschaftliche Tatsachen feit erheblich höher sei, als es einer rationellen Wirtschaft dienlich Trozdem fann man wohl behaupten, daß ernste Gefahren auch von dieser Seite her nicht bestehen, einfach deshalb, weil die Goldparität berung der Einfuhr und des Verbrauchs, für Norwegen: Aufschwung Banten, in denen die Anzahl der Direttoren und Brofuriften die verantwortlich gemacht: gute Ernte, vermehrte Ausfuhr, Vermin ist. Wenn man einmal von dem allerdings reichlich übersetzten Leistungsapparat der Banten absieht( es gibt Filialen der der Bereinigten Staaten dies nicht zuläßt. Im Gegenteil ist die der industriellen Entwidlung. Indessen ist es sicher, daß dieje Ten der industriellen Entwicklung. Indessen ist es sicher, daß dieje Ten amerikanische Zentralbant bestrebt, einen Teil ihrer ungeheuren denzen von der amerikanischen Spetulation außerordentlich ausgenügt sämtlicher Angestellter übersteigt), dann hat man ein Tarifab. Golbporräte an England abzugeben, um dadurch den wurden. Die amerikanischen Balutaspetulanten, die. früher auf das tommen, das zwischen 100 und 300 m. schwankt. Das, was Wert derselben zu sichern. So fam es, daß trotz der Herabfegung Steigen des englischen Pfundes spekulierten, haben sich nach der an Sozialzulagen eventuell mehr bezahlt wird, wird zum großen des englischen Distontsages und trotz der zunehmenden Paffivität der Stabilisierung der englischen Währung auf die dänische und norTeil ausgeglichen durch die Abschläge, die in niedrigen Ortstlaffen Handelsbilanz fein Goldabfluß, sondern im Gegenteil ein Goldwegische Krone geworfen und so deren stürmische Steigerung hervor. wegische Krone geworfen und so deren stürmische Steigerung hervor. draußen im Reiche an diesen Einkommensfäßen eintreten. Würde austrom in England festzustellen war. Aus den erwähnten gerufen. man also annehmen, daß der theoretisch gedachte Durchschnittsbant Gründen wird dieser auch später nicht aufhören und somit ist mit Unter den Baluten, die seit Jahr und Tag Schwankungen nach angestelle Deutschlands 200 m., also das Mitteleinkommen verdient, der Senfung des Pfundes nicht zu rechnen. unten unterworfen sind, hat die italienische Lira, die das ganze damn bleibt dieser Durchschnitts- Bantangestellte um mehr als 100 m. Jahr lang eine sintende Tendenz zeigte, nunmehr eine Bendung hinter dem in der Reichsbant oder Preußischen Seehandlung das noch oben genommen. Die jüngsten Kurse zeugen von der Befestinfangsgehalt der Gruppe VIII oder auch selbst der gung bzw. Steigerung des Lirafurses. Hierfür sind geldtechnische Gruppe VII beziehenden Staatsbantbeamten zurüd. Momente, Maßnahmen des neuen Finanzministers Bolta gegen die Trotzdem soll dieses Durchschnittsgehalt des einzelnen Angestellten Kapitalflucht und zur Regelung des Devisenhandels und wirtschaftim Privatbankgewerbe erheblich höher sein, als es einer rationellen liche Rückgang der Getreideeinfuhr infolge der glänzenden Ernte Wirtschaft in Deutschland dienlich ist. und gute Induſtrieausfuhr verantwortlich zu machen. Sinfende Baluten. In Berbindung mit der Wiederherstellung der englischen Gold währung soll nun demnächst die Baluta Indiens, die Rupie, stabilisiert werden. Die Rupie ist eine Silberwährung, die aber, soweit es den Außenhandel betrifft, über das englische Pfund mit der Goldwährung immer in einem bestimmten Berhältnis ftand. Früher war das Verhältnis zur englischen Währung 2 Schilling gleich eine Rupie, was später auf 1 Schilling 4 Pence herabgesetzt wurde. Der im freien Verkehr herausgebildete und heute gültige Kurs beträgt 1 Schilling 6 Bence. In der Frage, ob die Rupie jezt zu 2 Schilling oder zu 1 Schilling 6 Bence stabilisiert werden soll, entbrannte ein heftiger Interessenkampf, derselbe, den wir aus der Geschichte der europäischen Stabilisierungen gut fennen. Die einzelnen Kapitalistenschichten nehmen zu der Frage je nach ihrer Interessenlage Stellung. Die Gefichtspunkte der Berbraucher fommen freilich auch in Indien nicht zur Geltung. In bezug auf den französischen Franken waren wir von jeher an ein fortdauerndes und beträchtliches Schwanken gewöhnt. In der letzten Zeit blieb aber die franzöfifche Valuta ziemlich stabil; trot der Herabsehung des Bankzinsfußes ist feine weitere Senfung eingetreten. Caillaug' Finanzpolitik scheint eine günstige Stimmung herbeigeführt zu haben. Er wird das Budget für 1926 demnächst peröffentlichen. Das Budget joll vereinheitlicht und das Defizit durch Erhöhung der diretten Steuern gedeckt werden. Die neue AnIcihe, aus deren Erlös die Schatscheine eingelöst werden sollen, fonnte infolge des Bantbeamtenstreits nicht abgeschlossen werden. Die Drohung Caillaur', daß im Falle eines Mißerfolges die direkten Steuern weiter drastisch erhöht werden, wird ihre Wirkung sicherlich nicht verfehlen. Bei der im übrigen sehr günstigen Wirtschaftslage hängt das weitere Schicksal der französischen Valuta außerdem noch von den Schuldenverhandlungen mit England und Amerita ab. England fordert bekanntlich eine jährliche Leistung ron 12% Millionen Pfund für die Kriegsschuld, was ungefähr einer 2prozentigen Berzinsung und Tilgung der bestehenden Schuld entspricht. Was den belgischen Franten anbelangt, so hat dieser das Schifal des franzöfifchen Franfen in seinem Auf und Ab immer geteilt. Da es Belgien var turzem gelang, zu einer Regelung feiner Kriegsschulden an Amerifa zu tommen, hätte man wohl annehmen müssen, daß eine Verbesserung der belgischen Baluta über das Maß der franzöfifchen hinaus eintreten würde. Dennoch sehen wir das Gegenteil: die legten Rotierungen zeigen einen neuen Rüdgang, dessen Ursachen zurzeit unbekannt sind, zumal der MetallUnter diese Rubrik fällt eine Baluta, deren Sinten eine durch aus anormale Erscheinung ist, die des polnischen 3lotys. Es handelt sich hier nämlich um eine Valuta, die erft fürzlich ftabilisiert wurde und deshalb eigentlich eire Wertschwankung größeren Umfanges nicht hätte aufweisen dürfen. Trotzdem ist der Ende Juli eingetretene Valuta sturz seitdem nicht wieder ausgeglichen worden, und der Wert des Zlotys zeigt seit dieser Beit erhebliche Schwankungen. Finanztechnische Maßnahmen, erastische Krediteinschränkung, Verweigerung der Einlösung von fremden Devisen haben nicht geholfen, ja haben die Lage eher verschärft. Der Grund für den Sturz des Zlotys ist im deutsch- polnischen Wirtschaftsfrieg zu suchen, durch den die auch sonst passive Handelsbilanz Bolens noch weiter verschlechtert wurde, d. h, in wirtschaft lichen Momenten, die jedoch diesmal auch den Devisenschap der Bentralbant angriffen.( Die nötige Deckung der Banknoten ist jedoch immer noch vorhanden.) Ab 1. Oftober soll ein umfangreiches Einfuhrverbot für alle Länder die Einfuhr nach Polen weiter broffeln. Hiervon und von der günstigen Ernte, deren lleberschuß über den inländischen Bedarf an England bereits verkauft wurde; erhofft man die Besserung der Valuta. Eine andere Währung, die in der legten Zeit fintende Tendenz zeigte, ist die griechische Drachme. Diese Währung ist von 1920 bis 1923 auf weniger als ein Siebzehntel ihres früheren Bertes gejunten. Infolge der finanziellen Gesundung des Staatsbudgets in den folgenden Jahren ist dann eine Stabilisierung, ja eine beträchtliche Besserung der griechischen Währung eingetreten. Seit Mai ist wieder eine Senfung der griechischen Baluta erfolgt, die aber nicht fehr erheblich ist. Bekanntlich wurde Griechenland vor einiger Zeit zur Bersorgung der Flüchtlinge unter dem Schutz des Völkerbundes eine sehr erhebliche internationale Anleihe gewährt, die auch zur Befestigung seiner Währung beitrug. A. H. Zinspolitik, Staat und Wirtschaft. auf Rapitalimport angewiesen fein, sondern auch, oder vielmehr erst recht im Inneren zur Kapitalbild ung schreiten. Eine Stellungnahme aus Kreisen der Bankbeamten. Dazu ist Rationalisierung der Betriebe und ökonomische Gestaltung der Betriebsorganisation erforderlich. Aber wird ökonomische OrDer Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Bankbeamtenganisation und rationelle Wirtschaft dadurch herbeigeführt, daß das verbandes Karl Emonis fendet uns zu den Ausführungen eines Bohn niveau direkt fünstlich gesenkt wird? Jede Bankdirektors, die wir unter gleichem Titel veröffentlichten und Cohnerhöhung ist Steigerung der Kauftraft, fie fördert automatisch einer Kritik unterzogen, folgende kritische Ausführungen: die Kapitalbildung, unmittelbar beim Sparer, oder mittelbar beim Händler oder beim Produzenten. Indirekt wirkt diese Lohnerhöhung aber ebenfalls nach der Richtung, daß die Betriebe sich auf rationelle Arbeitsmethoden umstellen müssen, oder wenn sie das nicht fönnen, von der Bildfläche verschwinden. Durch die Absperrung vom Weltmartte infolge der Schußzollpolitik aber und durch die bis in die jüngste Zeit hinein von der Regierung wohlwollend beurteilte und geförderte Kartellpolitik wird der Warenpreis trieb bestimmt. Nach dieser Richtung hin gleicht die Politik durch den leistungsunfähigsten, d. h. teuersten Be. der Banken der der übrigen Betriebe wie ein Ei dem anderen. Auch hier haben wir ein Bantenkartell, das selbstverständlich mit dem übrigen fartellierten Unternehmertum vollkommen einer Meinung Arbeitsertragsanteiles, des Lohnes erreicht werden, ftatt burch die Berbilligung der anderen eigentlich preisbildenden Fattoren. Mit dem Bankdirektor tann man darüber einer Meinung sein, daß alle faux frais"( falschen Kosten) in der Wirtschaft zu vermeiden find. Es ist sicherlich ein Unding, wenn auf dem Wege der steuer: lichen Belastung, der Wirtschaft zu Thefaurierungszwecken Gelder entzogen werden, um auf Umwegen des Kredites ihr, verteuert durch Zinsen und Provisionen, wieder zugeführt zu werden. Wenn aber hier der direkte Weg, Entlastung der Wirtschaft von unnötigen und hohen Steuern richtig ist, dann ist dieser direkte Weg als der billigere erst recht vorzuziehen, wenn es sich um die Regulierung des Binsfußes für private Leihgelder handelt. Der Herr Baufdirettor X. in der Vorwärts" Ausgabe vom 10. September d. J. meint nämlich, es sei erforderlich, zur Stügung der Preisabbauaktion höhere Zinsen zu nehmen. Vielleicht ist hier ein Borgang richtig beobachtet, der sich um die Bende des Jahres 1923/24 abspielte. Die enorm hohen Binsfäße der damaligen Beit trugen damals im wesentlichen dazu bei, daß die Psychose, man müffe unter allen Umständen an Sachwerten festhalten, auch wenn fie bereits den Charakter der Ware angenommen hatten, verschwand. Im vergangenen Jahre und jetzt führt aber das Festhalten an der hohen Binsspanne zwischen Debet- und Kredit- Zinsen dazu, daß mindestens im gleichen Maße als der Befig an Ware auch die Bro duktion der Ware verteuert wird. Wie diese falschen Kosten der Wirtschaft aber ausgeschaltet werden können, ist das Pro blem der Probleme. Den Splitter im Auge des Herrn v. Schlieben hat der Herr Bankdirektor richtig gesehen; den Balken in feinem eigenen Auge bemertte er nicht. Spartraft und Kapitalbildung. Beiter behauptet dann der anonyme Bankdirektor: Zur Verhinderung des Abbaues der Beamten in den Banken sei den Banten die Bergrößerung der Umfäße empfohlen worden. Man habe aber den Banken feinen Weg gewiesen, wie diese Idee in die Tat um gefegt werden tönne. Damit die Wirtschaft in der Lage ist, mehr Kredite zu erhalten, muß sie, wie richtig ausgeführt wird, nicht nur Obwohl gerade das Bankgewerbe in richtig verstandenem eigenen Interesse an der Steigerung der Lohnhöhe in Deutschland unter jedem Gesichtspunkte, insbesondere aber unter dem der Vergröße rung der Umfäge, interessiert wäre, bemüht man sich trampfhaft, den Abbau der sozialpolitischen Gesezgebung nach jeder Richtung hin zu fördern. Bemerkenswert dafür die Ausführungen des Herrn Direktors, die sich mit dem Angestellten- Problem in den Banken Der Herr Bankdirektor weiß weise Lehren zu erteilen, marum die Zinssäße hoch sein müssen, nämlich, damit die Geldbesiger geneigt sind, ihr Geld in die Wirtschaft hinein zu stede n; feine Ausführungen über die Entlohnungsfragen find aber gleichzeitig ein Beweis dafür, wie un produktiv das Kapital ist, das der Arbeiter und Angestellte in die Aufzucht einer neuen Arbeiterund Angestelltengeneration hinein stedt. So verlangt die Bank im allgemeinen von ihren Angestellten, daß sie über einen erfolgreichen, sechsjährigen höheren Schulbesuch und über eine 2½jährige Lehrzeit sich ausweisen. Das sind, wirtschaftlich be. trachtet, doch mindestens 12 Jahre Rapitalinvestierung in einem heranwachsenden Menschen mit dem Endziel, daß dieser es zu einem Durchschnittseinkommen von monatlich 200 m. bringt. Würde in Deutschland nicht noch die Bevölferungstheorie aus dem Zeitalter Friedrichs des Großen sputen, daß wir, nämlich die werftätige Bevölkerung, für eine große Anzahl Refruten zu sorgen haben, dann würde aus derartigen Betrachtungen heraus wahr fcheinlich schon bald die.„ rationelle Wirtschaft", in der Kindererzeugung eingeführt, das Unternehmertum zwingen, mit der Arbeitskraft haushalterischer umzugehen und nicht den älteren Angestellten über 40 Jahre als unbrauchbar mit einer billigen Gefte und ein paar hundert Mart in der Tasche auf die Straße zu sehen. Vielleicht, daß die bittere Erfahrung, die jeht tausende und abertausende von älteren Angestellten und Arbeitern sammeln, einen lehrreichen Anschauungsunterricht für die in den Betrieben Berbleibenden auch in diesem Punkte bildet. Bon den Auswirtungen einer derartigen Rationalisierung würde die fünftige Generation sicherlich mehr Vorteile ziehen als die heutige von den Sozialföhnen. Abbau der Geschäftsaufsicht. usados Der Abbau der Geschäftsauffichtsverordnung fcheint nun greifbare Gestalt anzunehmen. Die zuständigen Reichs. ministerien haben einen Gefeßentwurf ausgearbeitet, der die Notstandsbestimmungen auf dem Gebiete des Kontursrechtes, die wäh rend der Kriegszeit geschaffen und in der Inflation nur wenig abgeändert wurden, aufhebt und das Kontursrecht der Borfriegszeit wieder in Kraft setzt. So haben Firmen, die zahlungsunfähig werden und Aktiengesellschaften, die mehr als die Hälfte ihres Kapitals verloren haben, wieder Konkurs anzumelden, und sie verlieren die Möglichkeit, durch Anrufung der Geschäftsaufsicht die Gläubiger zu einem Vergleich zu zwingen, der in der Regel lange Zeit erfordert und die einmal in Waren festgelaufenen Kredite in der Regel monatelang bindet. Allerdings soll auch das Konkurs. recht dahin abgeändert merden, daß einem zahlungswilligen Schuldner die Möglichkeit eines Vergleichs mit seinen Gläubigern erleichtert wird. Tatsächlich hat die Geschäftsaufsicht demoralisierend gewirkt und die Bereinigung der Wirtschaft von überflüssigen Gliedern davon, daß im Verkehr zwischen Gläubiger und Schuldner fowie des Handels und der Produktion verzögert, ganz abgesehen zwischen Lieferanten und Abnehmer ein sehr starkes Mißtrauen eingeriffen ist, weil die Milderung des Kontursrechtes die rasche Eintreibung zweifelhafter Forderungen vielfach geradezu unmöglich In dem unbedingten Vertrauen, bas ber Breußlich- Süddeutschen Alaffenlotterie allfeits entgegen gebracht wird, beruht die Stärke diefes staatlichen Unternehmens. Die Nachfrage nach Losen war so groß, daß zu der bevorstehenden 26./252. Riaffenlotterie wiederum 50 000 Lose mehr geschaffen werden mußten. Dem Grundfag folgend, den Intereffen ber Spieler weitgehendit Rechnung zu tragen, hat die ftaatliche Botterieverwaltung ber mittelgewinne von 5000, 3000, 2000 und 1000 D2 sana außerordentlich verden Plan der neuen Lotterie abermals bedeutend verbeffert Bor allem tft bie Sahl mehrt worden. Die Gesamtzahl der Gewinne beträgt jegt 234 000, was eine erheb findliche Bergrößerung der prozentualen Auslosung bedeutet. Die großen Gewinne find unverändert geblieben. Schon in jeder der vier erften Klassen werben Gewinne Don 100 000 und 50000 m. als höchfte Gewinne und in der Haupt- und Schlußtlaffe 2 Prämien von je 500 000 R 2 Gewinne von je 500 000 202, 2 Gewinne von je 300 000 M, 2 Gewinne von je 200000 2, 2 Gewinne bon je 1000 0 M. Gewinne Don je 75 000 M., 6 Gewinne von je 50 000 m und viele andere mehr ausgespielt. Die Gesamtsumme der zur Ausspielung tommenden Gewinne erreicht die frattliche Sahl von über 45 Mill onen Reichsmart. flasie gezogen, fo wird ihm die Brämie von 500 000 RM. zugefchlagen In dieſem Bird das große Los von 500 000 m. erst am lekten Siehungstage der SchlußGenau beschäftigen. Der Herr Bankdirektor beklagt sich, daß den Banken bei der Verminderung ihres Unkostenetats die allergrößten Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Nur stimmt der dabei erwähnte schematische Vergleich zwischen der Bank der Borkriegszeit und der Bank von heute überhaupt nicht. wie der Personalbestand einer Großbant vom Jahre 1904 bis zum Jahre 1914 automatisch mit der intensiver sich gestaltenden Wirtschaft trog Arbeitskraft ersparender Betriebsmethoden wachsen mußte, muß diese Erscheinung folgerichtig und unabhängig von Inflation usw. Don 1915 bis 1925 eintreten. Dann aber werden 1 Falle erreicht der Höchstgewinn die Summe von 1 Million RMart und bei einem Doppellos fogar von 2 Millionen Mart. Diesen riesigen Gewinnauefichten gegen über ist der unverändert gebliebene 2ospreis als fehr gering zu bezeichnen Er beträgt in jeder Klaffe für das Achtellos 3 RM., für das Biertellos= 6 RM, die Möglichkeit hat, je nach seinen wirtschaftlichen Berhältnissen am Spiel fich zu für das halbe Los 12 RM. und für das ganze Los= 24 R, so daß jebermann beteiligen und durch einen Gewinn feine Lage au verbeffern. Die Nachfrage nach Losen foll sehr groß fein. Wer sich beteiligen will, fäume baber nicht. fich fefort ein Los zu sichern. Die Ziehung 1. Klaffe ist auf den 16. und 17. Oktober feltgefest. Persil bleibt Persil Dies Wort, aus Hausfrauenmund geprägt zeugt von der unerschütterlichen Beliebtheit des einzigartigen Waschmittels macht und niemand mehr weiß, ob nicht der Bertragsgegner schon überschuldet und tonfursreif ist. Die Abschaffung der Geschäftsaufficht liegt im Rahmen der sogenannten Berbilligungs. attion" der Reichsregierung. Sachlich bedeutet auch sie genau so wie die Bekämpfung der Kartellwilltür nichts anderes als die nach holung eines Versäumniffes. In Wirklichkeit hätten alle diese Maßnahmen schon unmittelbar nach der Stabilisierung der Mark getroffen werden müssen, sie unterblieben aber aus Furcht por den Interessenten. Der Berliner Arbeitsmarkt. In der Arbeitsmarktlage ist gegenüber der Vorwoche feine wesentliche Veränderung eingetreten. Der Stand der Beschäftigungsverhältnisse hielt sich in den für Berlin maßgebenden Industrien auf der gleichen Höhe. Hervorzuheben verdient jedoch, daß die Zahl der Unterstügungsempfänger eine bemerkenswerte Steigerung aufmeiſt. Es waren 48 371 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 48 648 der Vorwoche. Darunter befanden sich 37 659 ( 37 636) männliche und 10 712( 11 012) meibliche Personen. Unterftügung bezogen 14 396( 13 789) männliche und 2665( 2594) weibliche, insgesamt 17 061( 16 388) Personen, davon bei Notstandsarbeiten beschäftigt 1611. Starte Zunahme der Erwerbslosigkeit im Reiche. In der Zeit vom 16. bis 31. August ist die Zahl der Hauptunterstügungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 210 000 auf 231 000, d. h. um rund 10 Prozent gestiegen. Sm einzelnen hat sich die Zahl der männlichen Hauptunterstüßungsempfänger von 188 000 auf 209 000 erhöht, die der weiblichen Hauptunterstüßungsempfänger hat sich nicht nennenswert geändert. Die Zahl der Zuschlagsempfänger( unterstützungsberechtigten Angehörigen von Hauptunterſtügungsempfängern) ist von 266 000 auf 286 000 gestiegen. Reichsbank. Der Reichsbantausweis vom 6. September zeigt die übliche, nach dem Monatsbeginn eintretende Entlastung durch die Zurückzahlung privater Kredite. Der Wechselbestand verminderte sich auf 1700,5 Millionen Mart, der Bestand an redistontierten Wechseln bezifferte sich auf 448,9 millionen Mart. Der Banknotenumlauf ging um insgesamt 35,3 Millionen Reichs banknoten und 72,3 Millionen Rentenbandscheine zurüd. So er. mäßigte sich der Banknotenumlauf auf 2559 Millionen. Die Dedung der ausgegebenen Reichsbantnoten gestaltete fich nach diesen Veränderungen wie folgt: Als Bestand an Gold und deckungsfähigen Devisen wird, wie in der Borwoche, ein Betrag von 1495,8| Milionen Reichsmart ausgewiesen, wovon auf Gold 1144 und auf cedungsfähige Devisen 351,8 Millionen entfallen. Die Golddeckung der Noten beträgt 44,7 gegen 43,9 Prozent in der Borwoche; ihre Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen 58,4 gegen 57,7 Prozent. Deutsch- russische Warenaustauschtredite. Um die Finanzierung der Ausfuhr russischen Getreides nach Deutschland und des Einkaufs deutscher industrieller Erzeugnisse für die russische Landwirtschaft zu erleichtern, sind, wie die Konjunktur- Korrespondenz" erfährt, in den Für die Agitation im bevorstehenden Wahlkampf zu den Stadtverordnetenwahlen in Berlin ist das Handbuch unentbehrlich.- 3um Preise von 2 Mart im Bezirksfetretariat( Kaffierer), Lindenfir. 3, II. Hof 2 Trp. erhältlich. Die letzten Tagen zwischen deutschen und ruffischen Stellen bestimmte Vereinbarungen über Kredite getroffen worden. obere Grenze dieser Warenaustauschkredite liegt bei 100 Millionen Mark. Die Industriegemeinschaft ein Weg zur organisato. rischen Umbildung der deutschen Industriewirt. haft. Unter diesem Titel hat Dr. R. von Ungern- Stern berg in Carl Heymanns Verlag eine fleine Schrift( Preis 4 M.) erscheinen lassen, die durch die Konzernbewegung der legten Zeit an Attualität gewinnt. Der Berfasser, ein guter Renner der Entwidlung der Kartell- und Konzernwirtschaft, sieht in einer vom Staate beeinflußten planmäßigen Trustbildung durch horizontale Zusammenfaffung der einzelnen Industriezweige, also durch Schaffung von Produktions- und Absaßgemeinschaften, den Weg zur Verbilli. gung der Produktion und unterbreitet dafür bis ins einzelne positive Borschläge. Der Gedanke an fich ist nicht neu und er ist in dieser prinzipiellen Form gerade in sozialistischen Kreisen bekanntlich auf scharfe Kritif gestoßen. Aber nicht das Prinzipielle ist das Wesentliche an der Schrift, sondern die Art, wie der Verfasser seine These begründet. Mit anschaulichen Studien zeigt er die Möglichfeiten einer Verbesserung und Verbilligung der Pro. duktion in solchen frustartigen Gemeinschaftsförpern, die u. E. Aussicht auf staatliche Durchführung mit Erfolg nur dann haben, wenn die Interessenten ihre starte innere Ablehnung jeder staatlichen Beeinfluffung der Wirtschaft aufgeben. Aber die Entwicklung drängt von selbst dazu, daß solche trustartige Organisationen auch ohne Mithilfe des Staates entstehen. Das zeigt sich jetzt in der Schwerindustrie und im Erdölhandel. Die Arbeiterschaft, die in ben in fteigendem Maße dazu gedrängt, zu den betriebswirtschaftlichen betroffenen Gesellschaften Vertreter im Aufsichtsrat sigen hat, wird Problemen Stellung zu nehmen, die sich aus einer derartigen Neugruppierung der Wirtschaft ergeben. Für eine solche Stellungnahme bietet die Schrift von Ungern- Sternberg eine Fülle von Material und von fritischen Beurteilungsmomenten, deren Kenntnis zu unvoreingenommener Prüfung der Probleme der modernen Produktionswirtschaft wesentlich beizutragen vermag. Deshalb empfehlen wir dieses Buch denjenigen Genossen, die durch ihre Tätigkeit in der Gewertschaftsbewegung und in den Betrieben nach Anhaltspunkten dafür suchen, wie sie sich unter gemeinwirtschaftlichen. Prinzipien zu der neuen Konzernpolitik einzustellen haben. reich. Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Defterreich. Anfang Oktober beginnen in Wien die neuen HandelsDertragsverhandlungen zwischen Deutschland und DesterBei dem seinerzeit mit Deutschland abgeschlossenen Wirtschaftsübereinkommen wurden die agrarischen Positionen zurüdgestellt mit der Begründung, daß Deutschland vor Erledigung seines Bolltarifs nicht verhandeln wolle. Da der deutsche Zolltaris bereits parlamentarisch erledigt ist, werden die Verhandlungen nun wieder aufgenommen. Die österreichischen Forderungen werden sich auf die agrarischen Positionen fonzentrieren, doch werden auch einige Industriepofitionen erörtert werden. Bon Deutschland dürften, wie in Wien angenommen wird, von Desterreich Zollerleichterungen für eine Reihe von Industrieartikeln, vor allem für Maschinen perlangt werden. Die Vorarbeiten für die Handelsvertragsverhandlungen gehen in Wien ihrem Abschluß entgegen. Togal gegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Dicht, Ischias, Kopffchmerzen, Grippe un Grtaltungstrantbeiten. 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Noch am gleichen Abend, ehe ein Berhör stattgefunden, hatte Bismard durch das Wolffsche Telegraphenbureau in die Welt hinaus seine Forderung posaunen lassen: Ausnahmegefeg gegen die Sozialdemokratie!"*) Er stand damals gerade vor einer Aenderung seiner Wirtschaftspolitit, vor der Einführung der Schutz- und Lebensmittelzölle. Er wollte mit der Attentatsheye die Liberalen, die Gegner dieser Schußzollgesetzgebung waren, an die Band drücken, daß sie quietschen". Der Reichstag hatte das Gesetz abgelehnt und wurde aufgelöst. Bier. Wochen nach dem Hödel- Schuffe hatte ein Dresdener Privatgelehrter namens Nobiling aus einem Hotel Unter den Linden auf Kaiser Wilhelm I. Flintenschüsse abgegeben und ihn verwundet. Auch er hatte sich angeblich beim Berhör als Sozialdemokrat befannt, obwohl nie ein solches Berhör stattgefunden hat, denn er wurde sofort nach den Schüssen von einem Offizier mit dem Säbel und von Privatpersonen mit Stöcken so zugerichtet, daß er bis zu feinem wenige Tage später erfolgten Tode bewußtlos blieb, also gar nicht vernehmungsfähig war. Auch in Dresden hat ihn fein Parteigenosse gekannt oder mit ihm verfehrt. In ganz Deutschland, besonders in Berlin, begann eine Hetze, wie sie vor- und seitdem unerhört mar. Eine Denunziationsseuche brach herein, die allein in Berlin innerhalb weniger Wochen Majestätsbeleidigungsurteile in Höhe von fast 100 Jahren Gefängnis zur Folge hatte. Nur ein Beispiel: Ein betrunkener Arbeiter, der durch die Wrangelstraße tortelte und vor sich hin sang:" Wilhelm ift erschossen," erhielt sechs Jahre Gefängnis. Unter dieser geistigen Attentatsseuche hatte der neugewählte Reichstag das Gesetz gegen den gewaltsamen Umsturz" bewilligt, das in der Praris zu einem Ausnahmegejez gegen die Sozialdemo fraten, die deutsche Arbeiterklasse und ihre Lohnbewegungen murde und 12 Jahre auf ihr lastete. Am 24. Oktober 1878 trat dieses infame Gesetz in Kraft. Ich faß zu der Zeit wegen diverser Preßprozesse, die ich als Redakteur der Berliner Freien Presse" auf dem Halse hatte, bereits auf Monate hinaus im Gefängnis. Aber auch im Gefängnis spürten wir von diesem Tage an den Ausnahmegeist. An der Spize des Blöhenseer Gefängnisses stand damals der Kammergerichtsrat Dr. Wirth, der als„ liberaler Strafvollstreckungsbeamter" galt und Plößensee zu einer Art Mustergefängnis umgestalten sollte. In Plögensee mertte man von einem liberalen" Geiste nichts. Politische Gefangene fennen wir nicht."- Sie sind hier wegen Uebertretung der Strafgesetze, so wie jeder andere Strafgefangene."- Politische Delikte kennen wir nicht. Das waren die stereotypen Antworten der Beamten auf jeden Hinweis auf den politischen Charakter der Breßprozesse. M " inmittelbar mit Intrafttreten des Sozialistengefeßes fielen zahlreiche Bergünstigungen weg, die im Laufe der Jahre die„ politischen" Gefangenen froßdem genossen hatten. Sie durften z. B. bisher im Gefängnis ihre eigene Kleidung tragen. Jetzt wurden alle Sozialdemokraten und alle aus der Kirche Ausgetretenen im sogenannten Mastenflügel untergebracht. Sie mußten die Gefängniskleider tragen, und wenn sie ihre Zelle verließen, ihren Kopf mit einer Müze bededen, die über das Geficht fiel und nur zwei Löcher für die Augen offen ließ. Sie durften feinen sogenannten Kalfaftor halten, d. h. einen Gefangenen, der die gröberen Arbeiten wie Zellenaufwischen usw. verrichtete. Sie durften keine eigenen Bigarren rauchen, sondern mußten die Gefängnistnolle" qualmen und diese nur in der zuläffigen Anzahl. nicht irre Die Gefangenen in Plötzensee wurden von der Gefängnisver waltung an Unternehmer verpachtet, die wenn ich damals 30 Pfennig pro Tag und Kopf bezahlten und dafür nun die Sträflinge mit Tütenfleben, Bapiermanschettenstanzen, Tischlerarbeiten usw. beschäftigten. Mit der Zeit durften die politi schen Gefangenen" von Buchhändlern auch mit literarischen Arbeiten beschäftigt werden, weil die Buchhändler 1 M. pro Kopf und Lag bezahlten. Es war also rentabler, literarisch tätige Gefangene zu beschäftigen. Während die gewöhnlichen Strafgefangenen von ihrem Arbeitsverdienst 50 Pfennig pro Woche zur Aufbesserung ihrer Nahrung" verwenden durften, konnten die literarisch Beschäftigten 1 M. pro Woche„ verschlemmen". Bei der literarischen Arbeit war natürlich die Mitarbeit an politischen und wirtschaftlichen Zeit fchriften streng verboten. Literatur war überhaupt ein Gebiet, das mit engstem Stachel draht eingehegt war. Jeder politischen Literatur war der Eingang streng, verwehrt. Der Reichs- und Staats- Anzeiger" war die einzige Beitung, welche die Zensur passierte, und damit der politische Geist der Wolfffchen Depeschen im„ Staatsanzeiger" nicht allzu aufregend wirfte, wurde er nur alle Woche einmal verabreicht. Die Gefängnisbibliothet enthielt fast ausschließlich gesunde", also christlich- tonservative Familienblattleftüre. Klassiker waren felbstverständlich unbekannt. Aber auch den literarisch beschäftigten Gefangenen wurde die geistige Nahrung ftreng vorgefoftet. Bei meinem Eintritt in das Gefängnis verfiel 3. B. Mignets„ Geschichte der französischen Revolution" unerbittlich der Konfistation. Rudolf Megers„ Emanzipationskampf des vierten Standes" fand ebensowenig Gnade vor den Augen der Blößenseer geistigen Sanitätsfommission Daß Rohleders Stenographischer Bericht der franzöfischen Nationalversammlung über die Verhandlungen betreffend die Amnestie der Bariser Kommunards" sofort unter Schloß und Riegel gelegt wurde, bis ich meine Strafe abgesessen hatte, braucht dem nach nicht wunder zu nehmen. Sogar den liebenswürdigen Didens, der in Hunderttausenden von deutschen Familien Tränen des Lachens und des Beinens hervorgelodt hat und heute noch Hunderttausende gerade so entzückt, wie er unsere Bäter und Mütter entzückt hat, galt als ftaatsgefährlich. Man hätte eigentlich schon damals von einem protestantischen Pastor ein bißchen mehr der die Bibliothet unter sich hatte literarisches Berständnis verlangen können. Wenn man sich aber erinnert, daß noch 1905 ein preußischer Minister, Herr von Röller, bei der Begründung der Umsturzvorlage auf offener Reichs. tagstribüne eingestehen mußte, daß ihm die beste deutsche Novelle, Södel wurde in Blößensee geföpft. Nach der Hinrichtung hatte der bekannte Profeffor Virchow den Schädel Hödels vom Ministerium zwecks wissenschaftlicher Untersuchung erbeten. Natür lich wurde sein Ersuchen abgeschlagen. Zeugen der Hinrichtung er zählten, Hödel sei vor der Hinrichtung um den Block herumgegangen und habe spaßeshalber den Kopf auf den Blod gelegt! Als man ihm das Hemd zurückstreifte, habe sich gezeigt, daß der Nacken mit syphilitischen Geschwüren bedeckt war. Die Verweigerung der Aus Lieferung des Kopfes zwed's wissenschaftlicher Untersuchung war also verständlich O Erinnyen der Not! 22091 HE ΣΤΟ S Jhr schworet sie euch selbst herauf Die Drohgestalten bittrer Not. Die Tore springen selber auf, Gequältes Volk schart sich zu Hauf Und ruft den Elendsschrei nach Brot. Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe", preußische Gefängnisverwaltung in Blößensee Dickens herrlichen ein böhmisches Dorf sei, liegt es da nicht nahe, daß die königlich Roman Zwei Städte" für staatsgefährlich erklärte und fonfiszierte? bereiten und schickte mir ins Gefängnis nach Blößensee aus der Ein lieber Freund wollte mir zu Weihnachten 1878 eine Freude Reclam- Bibliothek diesen Roman. Ich erfuhr von dieser Liebesgabe fein Wort, denn erst, als ich im Mai 1879 das Gefängnis verließ, wurde mir das Büchlein übergeben, das sich seines revolutionären Inhalts wegen nicht zur Lektüre in einem Strafgefängnis eigne". Dickens schildert in diesem Roman bekanntlich das fürchterliche Elend und die Rechtlosigteit, in der sich das französische Volk vor der Revolution von 1789 befand und läßt den Leser selber die Schlußfolgerungen hinsichtlich der politischen. Wirkungen solcher Zustände ziehen. Und das benutte eine föniglich preußische Gefängnisverwaltung 100 Jahre später als Grund zur Konfistation. Das Charakterbild dieses Mustergefängnisses" bliebe aber unvollständig, wenn ich nicht noch zwei Tatsachen der Vergangenheit entrisse: Nach Ablauf meiner mir vom Berliner Kammergericht auf erlegten Strafhaft machte ich mich zum Verlassen des Gefängnisses bereit. Ich wurde in die„ Expedition" vorgeladen, und dort wurde mir eröffnet, daß ich noch eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen aus Bayern her abzubüßen habe. Ich war nämlich vom Augsburger Schwurgericht wegen Beleidigung des sozialistenfresserischen Augs burger Oberbürgermeisters Fischer zu 20 Mark Geldstraje verurteilt worden. Mein Rechtsanwalt hielt das Urteil für rechtsirrtümlich, da die von mir ironisch glossierte Haussuchung nicht vom Bürger meister, sondern vom Staatsanwalt angeordnet worden sei, also gar keine Amtshandlung des oberbürgermeisterlichen Bolizeichefs vorliege. Er veranlaßte mich, an den Obersten Gerichtshof in München zu appellieren. Er begründete die Berufung, und ich erhielt eine sogenannte Fripolitätsstrafe von 14 Tagen Gefängnis. Das Verbrechen selbst war mit 20 Mart gefühnt. Der Nichtglaube an die Unfehlbarkeit der Richter kostete mich 14 Tage Gefängnis. Also wieder zurück ins Gefängnis! Doch auch diese 14 Tage wurden überstanden. Mit Berliner Freunden hatte ich, da ja durch das Sozialisten gefeß die Berliner Freie Presse" unterdrückt und ich also existenzlos war, über Neuaufbau meiner Eristenz forrespondiert, natürlich alles auf dem Wege über die Gefängnisverwaltung. Als ich nun endlich, meinen Koffer in der Hand, meine Abschiedsvisite in der Expedition machte, erhielt ich dort die Ausweisungs order des Berliner Polizeipräsidenten auf Grund des Sozialistengefeßes bzw. des fleinen Belagerungszustandes ausgehändigt. Seit Oktober lag die Order in Plößensee- jezt hatten wir Mitte Mai. Innerhalb 48 Stunden hatte ich Berlin und Umgegend" zu verlassen. gewordene Berliner Großschnauze von den„ vaterlandslosen GeEin Menschenalter später plärrte dann die jetzt auffällig ſtill fellen, die den Staub von den Pantoffeln schütteln sollen. Didens spricht am Schlusse feines Romans prophetisch: " Wenn die Republik wirklich den Armen gut tut und sie weniger zu hungern brauchen und in jeder Weise weniger leiden, so fann sie lange leben; sie tann sogar zu hohen Jahren fommen." sie 1878 diesen Dickensschen Roman als staatsgefährlich anjah. Die Blößenseer Gefängnisverwaltung hatte also doch wohl recht, daß Die Erde 50 000 millionen Jahre alt. In einem Vortrag, den der große englische Physiker Sir Oliver Lodge vor der Britischen Gefellschaft der Wissenschaften über„ Atome und Welten" hielt, beschäftigte er sich auch mit dem Alter unseres Erdballs und sagte, man habe früher das Alter der Erde auf 50 Millionen Jahre geschäßt; aber die Gelchrten seien jich jetzt darüber einig, daß die Erde mindestens 50 000 Millionen Jahre alt sein müsse. Auch das ist natürlich nur eine ganz ungefähre Angabe für die ungeheuren Zeiträume, die seit der Bildung des Erdballs verflossen find. Beilage des Vorwärts Jhr könnt entrinnen nicht dem Schrei, Der euch ein Ungewitter türmt. Und Zoll- und Wucherkumpanei, So festgefügt, wie sie auch sei, Wird vom erwachten Volk gestürmt. Aus Heidelbergs Geschichte. So Schon Jahrhunderte lang ist Heidelberg das Sehnsuchtsziel der Sänger und Dichter gewesen. Der junge Goethe hat sich gern im nahen Stift Neuburg getummelt, Brentano und Eichendorff haben sich an Heidelberg als„ ländlich schönste der Vaterlandsstädte" gerühmt, und der feuchtfröhlichen Romantik des Neckartals ergözt, Hölderlin har Scheffel hat dieser Stadt seine schönsten Lieder gewidmet. manche Größe deutscher Wissenschaft hat diese nach Prag und Wien älteste deutsche Universität am Werte gesehen. Das hervorragendste historische Denkmal Heidelbergs ist jedoch das Schloß, von dessen erster Burg bereits im Jahre 1196 erzähit wird. Langsam erstand ein Bau nach dem andern. Aus harter Bürgerfron und schwerer Eteuerlast wuchs das gewaltige Bauwerk. In der letzten Hälfte tes 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts stellten die Kurfürsten Friedrich II., Otto Heinrich, Friedrich IV. und Friedrich V.( der aus dem Dreißigjährigen Kriege bekannte" Winterfönig“) die prachtvollen Renaissancebauten hin, den gläsernen Saalbau, den OttoHeinrichs- Bau und den( vor einiger Zeit wiederhergestellten) Friedrichsbau. Der Riesenumfang des vielgenannten Heidelberger Fesses verkündet heute noch die Trinkfestigkeit der hohen Herren und des Hofzwerges Perfeo. Bunter Schicksale voll ist die Geschichte Heidelbergs und seines Schlosses. Im Religionskampfe des 16. Jahrhunderts durch Fürstenwillen von einer Religion zur anderen, wieder zurück und wieder zum Wechsel gezwungen, erfüllte furchtbarste Gewissensnot die Bevölkerung, der dann als graufige Apokalypse die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges folgten. Nach Tillys Verwüstung fegten Hungersnot und Best über das Land hin. Unter Karl Ludwig wurde das Schloß abermals erneuert.. Aber die Heirat seiner Tochter Liselote mit dem Bruder des„ Sonnenfönigs" Ludwig XIV. ließ französische Ansprüche auf die Pfalz erfiehen und beim Einfall des Generals Melac in die Pfalz ging am 2. März 1689 der größte Teil des Schlosses in Flammen auf. Unter mannigfachen Wandlungen wuchs Heidelberg, das im Jahre 1803 an Baden fiel, in die neue Zeit hinein. Die Stätte der Wissenschaft, einst gleichzeitig auch die Stätte der Freiheit, wurde Brücke zum Freiheitstampfe des deutschen Volfes im ahre 1848, der im Vordergrund seiner Scharen Professoren und Studenten jab Unter Karl Mathy und Bassermann tagfen am 5. März 1848 in Heidelberg 51 Vertrauensmänner zur Regelung der deutschen Frage und trafen Vorbereitungen für das am 23. März 1848 Frankfurt a. M. als Vorläufer der Berjaminlung in der Paul firche zusammengetretene Borparlament. Auch Fragen der Abeiterbewegung wurden in jenen fritischen Tagen bere ts in Heidel bergs Mauern erörtert. Bon Heidelberg ging am 16. April 1848 ein Buruf an alle Buchdrucker gehilfen Deutschlands" aus, dem dann am Ostermontag des gleichen Jahres auf dem Riefenstein eine Beratung folgte, als Bortagung einer großen Gewerkschaftstagung in Mainz. Einen Südwestdeutschen Arbeiterfongreß" Stephan Born in Anwesenheit von Ludwig Feuerbach und zahlbeherbergte dann Heidelberg am 28. Januar 1849, wobei, nachdem reichen anderen republikanischen Führern mit dem Harmoniebirektor Winkelblech die Klinge gefreuzt hatte, der Anschluß an die norddeutschen Arbeiterfongresse zum" Allgemeinen Deutschen Arbeiterbund" beschlossen wurde. Heute wird Heidelberg in der Industrie start durch Mannheim mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. in den Schatten gestellt, und die Arbeiterbewegung hat in Heidelberg Nationalliberale Erb. traditionen auszuschalten ist auch heute noch eine Hauptarbeit auf dem Heidelberger Rathause, und die Gewerkschaften haben einen harten Strauß gegen liberal manchesterliche Terrorgelüfte auszufechten. Wie Heidelberg durch das Schloß mit alter deutscher Bergangenheit verbunden ist, so steht es durch Friedrich Ebert im Vordergrunde der jüngsten Gegenwart. Möge der große Tote auf dem Heidelberger Bergfriedhof als erster Präsident der Deutschen Republik die Arbeiterschaft daran erinnern, was sie erreicht hat, jie jedoch auch gleichzeitig mahnend auf die Fortführung ihrer geschichtlichen Aufgabe hinweisen! Die Bahn auf die Zugspize. Von Karl Goatter, Innsbrud. Man ist nicht ungestraft der höchste Berg Deutschlands. Und muß es sich deshalb gefallen lassen, daß jahraus, jahrein eine er fleckliche Anzahl Ehrgeiziger mit dem Gedanken liebäugelt, einem auf den Buckel zu steigen. Bei vielen bleibt's freilich nur beim Wollen, weil es am Können mangelt.. Dem gedenten nun ein paar spekulative Röpfe und einige Berliner Kapitalisten abzuhelfen. Mit Hilfe der Zugspigefeilschwebebahn, die in furzer Zeit betriebsfähig sein wird und dann selbst den gewichtigsten und bergfremdesten Herrschaften Gelegenheit gibt, den 3weitausendneunhundertdreiundsechzigmeterberg hinaufzuschweben und dem sonst reichlich unzugänglichen Kerl triumphierend den Fuß ins Genic zu sehen. Nun es also ernst wird mit der Zugspizebahn, wollte ich mir die Sache in der Nähe betrachten und fuhr turz entschlossen gen Ehrwald ins tirolische Gebiet. Die Bahn auf den höchsten Berg Deutschlands fährt nämlich auf Tiroler Gebiet, nachdem sich gezeigt hat, daß der Bau der Bahn von Ehrwald bedeutend weniger foftet, als wenn man, einem anderen Projekte folgend, von der bayerischen Seite aus dem Berg auf den Leib gerückt wäre. Also um 8 Uhr morgens mit dem Auto von Innsbrud weg durchs Oberinntal nach Telfs! Dann frabbelt der Wagen aufs Mieminger Plateau hinauf. Diese Hochfläche erfreut sich einer schönen Aussicht. Diesmal freilich nicht. Die Mieminger Berge hatten sich bis zum Hals hinauf in unerfreulich dichte Nebeltücher gehüllt. Der Himmel bemühte sich aber heftig, blau zu werden. Und er wurde es auch schließlich. Beim Holzleitenfattel läuft das Auto wahrhaftig über eine Alpe. Seidengrüne Wiesen, Alphütten, Vieh, Lärchengestämm. In einem Taltessel liegt das schöne Dorf Nassereith. Wir sind schon durch und dann hinauf zum Fernpaß. Die Straße, bisher vom flammenden Rot des Sauerdorn und der Eberesche gesäumt, bohrt sich jetzt durch Nadelhochwälder. Berge, Täler, Schluchten, Wiesen, über das Ganze wie von ungefähr eine Handvoll Seen ausgestreut. Fast am 1200 Meter hohen Baß droben in einer Waldmulde der Bernsteinsee. Leicht geträufelt und malachitgrün. Im Wasser spiegeln sich die Mauern der ehemaligen Siegmunds- Burg: ein verschwiegener Winkel, in dem sich mit Vorliebe mittelalterliche Landesväter nach der anstrengenden Regierungsarbeit auslebten. Ludwig, der wahnsinnige Bayerntönig, fam manch mal auf den Fernpaß, um dann in schweigender Mitternacht im Bruntschlitten jagende Reiter mit Fackeln voraus und hinterdrein nach Neuschwanstein zu fahren. Man kennt ja das Bild. Knapp an der Straße flebt an der Felswand die alte Burg Fernstein. Daneben ein neueres Schlössel. Ist es verwunderlich, wenn auch noch ein Wirtshaus dort steht? Dann kommt die Paß höhe. Und da redt sich schon das Wettersteingebiet in den seiden blauen Himmel. Mittelpunkt: Das Zugspigemassiv, das breit und schmer, dabei doch elegant, in das Blau hineinwuchtet. Im hellgrauen Fels ftellenweise leuchtender Schnee. Ein Berg, den man lieben muß. Troz seiner Lücken, den schwierigen Wänden und der tobbringenden raschen Witterungsumschläge. Eine grüne Schale liegt unten, das Ehrwalder Beden, in das die von Garmisch- Partenkirchen kommende Bahn die Zugspitzefahrer von Deutschland bringen wird. Beim Zugspizedorf Ehrwald in Obermoos, draußen mitten zwischen Wiesen und Buchenwald, dampft es von heißer Arbeit. Die Talstation der Zugspizebahn ist im Rohbau bereits fertig. Gegenwärtig ist man daran, die beiden Riesendrahtseile, Seele und Nerv des Ganzen, die steilen Felshalden bis auf eine Höhe von 2805 Meter hinaufzubringen. Winden ziehen die biegsamen und doch so festen Erzschlangen langfam empor. Diese Arbeit ist fein Spaß. Wiegt doch jedes der beiden Seile, die zusammen 2 Milliarden österreichische 6 Kronen toften, bloß 40 Tonnen. Die Gefle- eines trägt die| Aluminiumwaggonets, tft also sozusagen Schiene, während das andere den Wagen zieht find jedes 3½ Kilometer lang und aus einem Stück gefertigt. Sechs Riesenständer werden auf der Strecke, die einen Höhenunterschied von fast 600 Meter überwindet, Seile und Wagen tragen. Die größte Seilspannweite ist 1600 Meter. Stellenweise schwebt der Wagen 120 Meter über dem Felsengrund. Die Halle der Talftation gleicht einem engbrüftigen Schuppen; die Bergstation frißt fich oben in den Fels hinein. Dort wird es auch Unterkunftsräume für Bergbesucher geben: etwa 70 Schlafkojen. Bleichert u. Co. in Leipzig und eine Anzahl österreichischer Unternehmungen führen das schwierige Werk aus. Vielleicht wird die Bahn noch diesen Winter fertig, vielleicht ist es also möglich, in einigen Monaten ohne Anstrengung schon die wundervolle Skifahrt von der Zugspige herab unternehmen zu können. Allerspätestens aber wird man im Frühling auf die Zugspiße fahren tönnen. Sechzehn Minuten wird die Fahrt dauern. Von der Bahnstation ist dann noch 15 bis 20 Minuten Gehzeit auf den Gipfel. Von Ehrwald aus besteigt man den Berg in etwa fünf Stunden. Und doch: Gar mancher wird auch dann lieber selbst den Berg bezwingen und auf das Hochgefühl nicht verzichten wollen, das der Augenblick in sich schließt, wo man nach mühevollem Aufwärtssteigen den Fuß auf den Gipfel setzt. Das ändert aber nichts daran, daß die Erbauung der Zugspigebahn eine Tat ist, die von der Leistungsfähigkeit unserer Industrie, unserer Ingenieure und unserer Arbeiter zeugt. Wie man Affen fängt. Es gibt eine Geschichte von Wilhelm Busch, in der ein schlauer Matrose seine Stiefeln mit Bech einschmiert, sie dann im schönen Afrika hinstellt, worauf sofort ein Affe kommt, sich die Stiefeln anzieht, und durch diese ungewohnte Fußbekleidung auf der Flucht so behindert wird, daß man ihn leicht fangen fann. So einfach ist in Wirklichkeit der Affenfang nicht, aber mit ein wenig Geschicklichkeit und List kann man sich der schlauen Tiere doch ohne zu große Schwierigkeiten bemächtigen. Bei der großen Tierfangreise nach Abessinien, die dem Berliner Zoologischen Garten so zahlriche und mertvolle neue Infaffen zuführte, hat man recht wirksame Methoden angewendet, von denen der Leiter der Expedition, Dr. Lutz Heck, in einem Aufsatz in Westmanns Monatsheften" berichtet. " Nachdem man alle umfangreichen Vorbereitungen für die Unterbringung und Ernährung der zu fangenden Tiere getroffen hatte, ging man daran, die großen Mantelpaviane zu fangen, deren Beschaffung ein Hauptziel der Reise war. Diese leben schon ganz in der Nähe der Stadt Diredaua, einer Hauptstation der französischabeffinischen Eisenbahn, in beträchtlichen Horden. Die Affen zeigen vor Menschen feine Angst; die riesigen Männchen mit ihren starten Edzähnen machen aber selbst einen Respekt einflößenden Eindruck. „ Um die Affen, die durch Plündern der Kornfelder stellenweise zur unerträglichen Landplage geworden sind, fangen zu können," schreibt Dr. Heck, bauten wir aus Knüppeln und 3meigen, die feft miteinander verflochten wurden, fleine 1½ bis 2 Meter hohe runde Hütten von 3 Meter Durchmesser. Am Eingang dieser Hütten wurde aus Brettern eine einfache Falltür angebracht und durch einen daruntergeschobenen Knüppel aufgestellt. An den Stellstod der Falle banden wir ein ungefähr 20 bis 30 Meter langes Seil und legten uns hinter einem Busch auf die Lauer, um den Knüppel wegzureißen und damit die Tür zufallen zu lassen, sobald einige Affen sich in das Häuschen gewagt hatten. Zum Anlocken der Tiere wurde es mit ihrem Lieblingsfutter, Weizen und Mais, reichlich beködert, und außerdem wurde die Umgegend der Hütte und lange Zugangswege zum Herbeiführen der Affen mit demselben Getreide bestreut. Nicht jeder Fangverfuch endet glücklich. Manchen Morgen Jaßen wir schon im Dunkeln bei der Fanghütte gut versteckt und lauerten, erst fröstelnd in der fühlen Nacht, dann von der Tropensonne unbarmherzig beschienen, bis gegen Mittag in Gluthige vergeblich bis zur Verzweiflung. Geplagt wurden wir dabei von unzähligen Fliegen, die uns in efelhafter Budringlichkeit in den Mund und in die Nasenlöcher frochen. Aber im allgemeinen hatte unsere Fangreise sehr guten Erfolg. Wir selbst und die damit beauftragten Fänger hatten bald 75 große Mantelpaviane, Männchen, Weibchen und Junge zufammen. 3u je breien wurden fie in große Riften verpackt, fertig zum Abtransport." Als besonderes Schauftüd sollte die Expedition eine Herde der abessinischen Hochgebirgsaffen, der Nacktbrustpaviane oder Dschelada, heimbringen. Ein ganzer Hordenverband dieser Affen, genau in Anzahl und Größe, wie er die Steilhänge Abessiniens bis zu einer Höhe von 3000 Meter durchstreift, wurde gefangen. Der Fang gelang nur in funstvoll ausgelegten Schlingen. Kleine flache Gruben, in denen gerade ein einziger Affe Platz fand, und sich hinsezen fonnte, wurden ausgehoben. Um den Rand der Grube waren, unter Erde versteckt, die Fangschlingen verborgen. Sobald nun ein Affe, in der Grube sigend, damit beschäftigt war, das hineingestreute Futter zu freffen, wurde von einem hinter Büschen verborgenen Fänger die Schlinge zugezogen. Diese faßte das Opfer mitten um den Leib, so daß ein Entwischen unmöglich war. Der Affe wurde dann blißschnell herangezogen, gefesselt und sofort in die bereitstehende Kiste gesteckt. Wenn das müde Herz erwacht. Ein Herz, das schlägt in jeder Brust. Aber die Quaderwände der Großstadt, die riesigen Blöcke der Eisenwerfe preßten die herrliche Wölbung der Brust zusammen, daß der Schlag des Herzens eng und zaghaft wurde. Und es möchte doch so gerne hell und frei, hoch und rot ausschlagen, möchte einem heiteren Leben frohen Rhythmus geben. Aber die tausend Maschinen der tosenden Werte haben das Herz gepreßt wie Kruppschen Stahl. Haben es glatt geschliffen wie Glas und ihm mit giftigen Dünften das leuchtende Rot entzogen. Bis es matt und grau, ein glatter Hammer wurde, der müde auf und nieder schlägt in unserer engen Bruft. Der keine Ruhe hat. Tag und Nacht nicht, und doch die Kraft nicht findet, uns emporzuheben wie früher, uns loszuschlagen von der Stadt, die uns bannt mit ihren Quadermanden. Und immer enger wird die wölbige Brust unter ihrem Druck. Immer härter wird der müde Hammer, der doch sein wollte unbezwingliche Burg unserer Kraft, ragendes Schloß unserer Schönheit, heimliche, herrliche Krone unserer Liebe. Er ist uns alles nicht mehr. Nur manchmal, an freien Sonn tagen, weit draußen vor der Stadt, da müht sich das Herz zwischen stechendem Schmerz und völligem Stillstand zu sein wie einst. Da birgt es bunte Blumen und blauen Himmel, weithinglänzende See und fühlen, schattigen Wald. Da ist es uns Schloß unserer Schönheit. Da öffnet es all seine Kammern der nieversiegenden ewigen Liebe, die der Quell aller Kraft ist, die uns unbezwingbar macht. Da zeigt es uns den Weg, der die Millionen gequälte Herzen zusammenführt. Der aus mühsamem hin und her den einen be freienden Herzschlag der Welt werden läßt, der allen Druck, alie Qual hoher Quadern und giftigen Dämpfe von den Menschen nimmt und sie hinaufträgt in eine neue freie Welt, in der das rote pulsende Herz der Menschheit in jeder Brust hell und jauchzend schlägt. Und auf dem roten Strom der Liebe schwimmen die starken Erich Grisar. Boote der neuen Gemeinschaft. Volksversorgungs- Tage Größte Auswahl für den Herbst Billigste Preise Wäschestoffe Rentorcé feinfädige Qualität Meter Renforcé vorzügl. Qualität, Meter Hemdentuch kräftiges Gewebe. Meter Mako- Imitat. Edcituch Spezialmarke *** Meter Decken Schlafdecke grau mit Kante Schlafdecke getigert. Damenwäsche Hauswäsche 0.65 Damenhemd mit Hohlsaum. Kniebeinkleid 0.85 Hohlsaumgarnierung.. Nachthemd 0.95 Stickerel- Garnierung.. 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Tragisch spißt sich die Handlung zu: es denn nach seinem gleichnamigen Roman ist das Manuskript von bricht ein Bühnenbrand aus. Harald rettet die ohnmächtige IngeRuth Goeg und Gerd Briese geschaffen. Wie weit im einzelnen der borg und entführt sie zu sich, der Gatte stürmt nach und eine AusFilm mit dem Roman übereinstimmt, entzieht sich meiner Kenntnis, einandersetzung zwischen den beiden Freunden droht zu einem denn so verbreitet Rudolf Herzogs Heimatromane in den Kreisen der tragischen Ausgang zu führen. Aber es ist mir eine Traum Familienblattleser sind, ich habe diesen nicht gelesen. Der Film ist vision, die der Gatte im Theater erlebt. In Wirklichkeit kehrt Ingeein scharfer Kritiker, er zeigt unerbittlich die Schwächen einer Hand- borg nach Hause zurück. Der Gatte verzeiht ihr, nachdem er sich lung. Er fonfrontiert die Phantasiegeschöpfe mit der Wirklichkeit, mit seinem Freunde ausgeföhnt hat. Es ist nur mit dem Feuer und so wird man sagen müssen, bei aller Schönheit der landschaft gespielt worden. Köstlich sind die Szenen, in denen der Bater lichen Einstellung, bei allem Respekt vor Innerlichkeit und Gemüts Toselli( Baul Biensfeldt) seinen liebenswürdigen Humor und tiefe, die Herzog und seinem Bearbeiter nachgerühmt werden, dieser seine etwas pompösen Zeremonien entfaltet. Sein Verhältnis zu Film ist echt deutsch. doch wesentlich nur in der Sentimentalität und feiner Tochter ist rührend. Die Tänzerin ist Liane Haid, eine echt bürgerlich in dem Bertuschen der Klaffengegensäge und echt schöne Erscheinung und gewandt in allem Technischen des Tanzes, romanhaft in der Zuspigung der Konflikte. Die Menschen vom hübsch auch in den Familienzenen. Aber sie versagt in den ernſten Niederrhein sollen fernige, echte Deutsche sein, frant und treu, und Momenten, für die fie nicht Ausdrucksfähigkeit genug mitbringt. mie es sonst so schön in den Rheinliedern heißt, aber die Handlung Alfons Fryland ist ein repräsentativer Graf und Walter Rita fönnte ebensogut irgend wo anders vor sich gehen, und sie spielt ja ein treuer Freund und zärtlicher Verliebter. Sehr würdig stellt auch zum guten Teil in der Studentenstadt Heidelberg, wo der Rhein Maria Reisenhofer die Gräfin- Mutter dar. und Wein sich besser reimen als in Düsseldorf. Aber es wird viel Bein getrunken, und es werden viele Rheinlieder gesungen, um die Rheinstimmung zu erzeugen. In Düsseldorf hat der junge Hans Steinherr, der Sohn eines fteinreichen Großindustriellen, eben die Schule absolviert und will nun Dichter werden. Er beginnt seine Karriere damit, indem er sich in eine Tochter aus dem Bolle, die noch dazu die Enkelin einer Wäscherin und ein Modell ist, Hals über Kopf verliebt. Der Alte ist empört darüber und schickt ihn nach Heidelberg ins Korps, wo er die übliche Erziehung des deutschen Farbenstudenten durchmacht, das Saufen und Fechten lernt und bald seine Liebe vergessen hat. Sein Mentor Heinz von Springe, der einst seine Mutter verehrt hat, bringt die verlassene Hanne Stahl ins Haus des Großindustriellen, der inzwischen einem Schlaganfall erlegen ist, wo sie nun eine vor nehme Erziehung genießt. Hans geht die Irrwege der Liebe, er ist ein Spielball in den Händen einer raffinierten Mondaine, die einen Prinzen heiraten und einen Dichter zum Geliebten haben will. In seiner Berzweiflung will er Selbstmord begehen, aber dann erscheint als rettender Engel das verlassene süße Müdel, gewinnt ihn dem Leben und ihrer Liebe zurüd. So sind die vom Niederrhein, und so schließt die Liebe, über alle Standesvorurteile hinweg, Millionär und Wäschermadel zusammen. Dem großen Publikum wird der Film fehr gefallen, denn er tommt, von einigen Längen abgesehen, feinen fentimentalen Bedürfnissen, seiner Heimatfehnsucht und seiner Freude am bunten Studentenleben, deffen Schattenseiten aber doch menigstens zum Teil gezeigt werden, außerordentlich entgegen. Und die Darstellung tut das Ihre dazu, um den Film mundgerechi zu machen. Uschi Elliot ist ein entzückendes Geschöpf, so ein richtiger füßer, junger Springsinsfeld, der nur nicht recht glaubhaft ist als Mädel aus dem Bolt. Ihre Großmutter Frida Richard ist die verkörperte Fürsorge und Mütterlichteit. Das großindustrielle Ehepaar wird von Albert Steinrüd mit aller Wucht eines etwas müde gewordenen Gewaltmenschen und von Erna Morena mit dem bestridenden Sauber einer milden und gütigen schönen Frau dargestellt. Den jungen Hans Steinherr gibt Ernst Hofmann zuerst mit aller naiven Frische und Jugend, und dann verhalten und feiner besseren Natur entfremdet dank der Korpserziehung. Auf dem dramatischen Höhepunkt versagt er wie die Elliot. Sehr sympathisch und wirtlich rheinisch ist Wilhelm Dieterle als der väterliche Freund des jungen Menschen. Mady Christians läßt als Mondaine alle Rünfte raffiniert spielen. Gesamteinbrud: in der Liebesibylle und im Studentenleben ein gutes Spiegelbild bürgerlicher Sehnsüchte, versagt der Film im Dramatischen. D. " Ben Atiba hat gelogen. Im Marmorhaus, das zwei Amerikaner herausbringt, erfcheint jedesmal Buster Keaton, Ameritas bester Clown, in Front. Im Film Buster verliert die Hosen" erschöpft sich die ganze Inhaltsangabe bereits im Titel. Und daß Ben Atiba gelogen hat, glaubt man nach Ansehen des zweiten Films, der in echt ameri fanischer Willfür durch die Steinzeit, das alte Rom und die Gegenmart führt. Die Einfälle überbieten einander in Tollheiten. Man muß lachen, so, wenn die vorfintflutlichen Tiere, als Haustiere ge= zähmt, aufmarschieren, oder Buster, laut Walter Jonas Tegt, zur Steinzeit gleich in die Maschine diftiert und in einen großen Steinblock Schriftzeichen gehauen werden. Buster Keaton hat stets ein unverändert ernſtes Geficht, er brilliert mit seiner förperlichen Ge lentigkeit und der fabelhaften Unverdrossenheit, in alles mögliche hineinzufallen. Zurzeit sieht man Buster wirklich gern, aber wie lange noch? Auf die Dauer ermüden alle amerikanischen Darsteller, die nur in Grotesten auftreten, da man fie eben als Clowns und nicht als Schauspieler herausstellt. 020sillogA- 1082Ziebesfeuer. Ufa- Theater- Tauenhienpalast. e. b. Das Thema Aristokrat und Tänzerin ist auch für den Film bereits alt, aber es wird immer wieder gern gewählt, weil es in mannigfache Situationen führt, sowohl hinter die Kulissen als in den Zuschauerraum, in das vornehme Milieu wie in die bescheidene Wohnung. Paul Ludwig Stein hat die Manuskriptvorlage von Wilhelm Thiele, die sich an den Roman von Jolathe Marés anschließt, benußt, um ein farbiges Bild beider Welten vorzuführen. Die Handlung selbst ist freilich nicht frei von Kitsch, sie mischt dafür allerlei Bifanterie hinein und verlegt den mildbewegten dramatischen Teil in eine Traumvision, um mit einem glücklichen Ende schließen zu können. Als Hintergrund dient Wien, aus dessen reichen Schatz von schönen Bauwerken Broben gezeigt werden, und ein aristokratischer Herrenfiß. Der Graf Erich von Arnheim verliebt sich in einer Barietéaufführung in die schöne Toselli, die ein reines Mädchen ist und in der väterlichen Obhut des Ballettmeisters Toselli herangeblüht ist. Der Graf quittiert natürlich den militärischen Dienst, führt die Erwählte seiner Mutter zu, die nach anfänglichem Be benten ihre Zustimmung gibt, besonders als Ingeborg der Entelin der Gräfin das Leben gerettet hat. Harald von Bodenstein, der gleichfalls bis über die Ohren in das Mädchen verschossen war, Boran ging eine Tanzfzene Lieben und Lachen", die zwar einen breiten Raum einnahm, aber in ihrer Allegorie ziemlich unverständlich und unwirksam blieb. Der Film, den SIE nicht versäumen dürfen! Sesisge rauen die man oft nicht grüfst mit LYA MARA dem großen Liebling des deutschen Kinopublikums Ein fabelhaft echtes Bild Berliner Großstadtlebens mit all seinem Glanz und seinen dunklen Schatten Seidene Kleider rauschen.... Die Jazzband lärmt.... T. hsia Gläserklingen und Frauenlachen Heiß weht der Atem der Weltstadt A und dazwischen klingt es wie leises Weinen.. wie ersterbendes Schluchzen.... wie erster ALHAMBRA des Kurfürstendamm Beginn: 7.00 und 9.00 Uhr. W20 glein Beilage des Vorwärts Frauen, die man oft nicht grüßt. Alhambra, Kurfürstendamm. schaftsfilme anzubrechen. Waren früher die Sitten- und GesellschaftsFür uns scheint jetzt die Zeit der filmisch wirkungsvollen Gejellfilme ausgesprochener Kitsch, so entfaltet man jetzt in ihnen anertennenswerten Geschmack. Das bewiesen u. a. auch die Frauen, die blutjunge, aber etwas reichlich gutmütige und nahezu amerikanisch man oft nicht grüßt". Der Titel ist pikanter als der Inhalt. Eine unschuldige Lebedame lernt den Mann kennen, der ihr Schicksal wird. Benn große Lebensfünstlerinnen wirklich lieben, soll diefe Liebe sehr echt sein, das erzählen uns ja ferienweise alle Filme und Romane. So fennt auch diesmal Nina, so heißt die Dame, nur die Liebe zu ihrem nicht angetrauten Mann und ihrem Kinde. Zum Schluß hat begangenen Totschlag besiegelt hat, das erhebende Gefühl, es wird man, nachdem Nina ihre Treue noch erst durch einen in Notwehr mit dem Paare noch zu einer richtigen Ehe kommen. 3elnit lieferte Traumvifionen zu gestalten. Wie oft hat er sie ausprobiert, wie oft eine peinlich saubere Arbeit als Regisseur. Es reizt ihn immer, ist er recht einförmig denselben Weg gegangen. Jetzt endlich hat er Die Verwertung der Traumvision zu einer schwer übertreffbaren Virtuosität gesteigert. Lya Mara ist als Darstellerin gewachsen. Sie hat viel hinzugelernt, so ist sie diesmal, was sehr wesentlich ist, nicht haftig in ihren Bewegungen. Beider Erfolge wären freilich ohne Rupfer, Olga Engel, Fryland, Baul Otto usw. sicherte man Fuglsands Meisterphotographie unmöglich. In Margarete sich Darsteller, die es verstehen, vorzügliche Typen herauszuarbeiten. -g. Der kleine Lord. Richard- Oswald- Lichtspiele. Mer geneigt ist, einen Film nach seiner Technik zu beurteilen, wird in dem Terrafilm ,, Der fleine Lord" ein Kunstwert hohen Ranges bewundern. Denn hier spielt die kleine Mary Bidford zu gleicher Zeit zwei Rollen, die des reizenden kleinen Lords, der das allzu harte Eis um das Herz seines reichen Großvaters zum Schmelzen bringt, und die seiner reizenden Mutter, die der alte Herr nicht anerkennen will, weil sie teine reiche Erbin war. Die technischen Möglichkeiten der Filmphotographie feiern also Orgien. Mir aber gefällt der Film trozdem gar nicht sehr. Zwar ist der Stoff rührend und sehr dankbar für große und fleine Kinder, und manches schöne Bild führt in imposante englische Parks. Aber ich finde, daß Mary Bidford gar kein junger Lord geworden, sondern in einer Hosenrolle eine niedliche Lady geblieben ist, deren lange Locken so gar nichts Jungenhaftes haben, und bedauerte tief, daß man nicht lieber Jackie Coogan diese Rolle anvertraut hat, der geradezu dafür geboren scheint. Es ist für den Zuschauer ganz gleichgültig, ob Mary Pickfords darstellerische Fähigkeiten sie zu Mitterwurzer- Kunststücken in die Lage setzen, und es muß ihm die Hauptsache bleiben, daß auch im Film alle Partien mit denjenigen Darstellern besetzt werden, die am stärksten geeignet sind, den Dargestellten zu verförpern. Das aber ist der fleinen Mary nur zur Hälfte der besseren Hälfte der Mutter f. h. c. - gelungen. Ignaz Waghalter wird seine Tätigkeit als Dirigent bei der Ulja Bereits am Montag in den Kammerlichtspielen beginnen, wo die Uraufführung des großen neuen Kulturfilms der Usa under der Schöpfung" stattfinden wird. Ein neuer großer Rheinfilm. Angeregt durch die Jahrtausendfeier in den Rheinlanden hat das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht einen großen fechsaftigen Bildstreisen Filmfahrt in die Rheinlande" mit Menuzung reichen amtlichen Materials bergestellt. Stimmungsvolle Aufnahmen von Landschaften, Bauten und vom Voltstreiben, aus dem Wirtschafts- und Verkehrsleben wechseln mit anziehenden bewegten Trickzeichnungen, Das Leben und Wirken in einer deutschen Relonie, den Bau der Telefunken Großftation Kamina, deutsche Askari im Frieden und Krieg, den Kriegsansbruch zeigt der vorführungsbereite neue Schomburgt Rolonialfilm ,, Verlorenes Land", das Drama einer deutschen Stolonie. Die lebende Landfarle tann man die Tridzelehnungen der DeuligFilm-.-. nennen, die den Rahmen für einen großen neuen Kulturfiim abgeben, dessen Aufnahmen soeben unter Zeitung von Regisseur G. Schubert beendet worden sind. Der Film führt den Titel:„ Vom els zum Meer!" Mit dem Peer Gynt" durchs Mittelmeer. Soeben ist von der Kulturabteilung der Ufa dieser Film fertiggestellt worden. Der Film zeigt dem Beschauer fesselnde Bilder von einer Seereise, die von Aegypten nach Konstantinopel und von dort über Griechenland nach Spaniens Küsten führt. Polarfilm. Die Atelieraufnahmen und Belenfilme geologischer und astronomischer Natur, die die Naturaufnahmen auf 3sland und Spitbergen wirkungsvoll ergänzen, sind beendet. Oberingenieur Dreyer wird am 18. September das große neue Filmmerf in der Urania unter dem Titel Gluten am Nordpol zur Vorführung bringen. Der Ufa- Palast am 300, der während der Sommernionate einer durchgreifenden Renovation unterzogen wurde, fiebt in furzer Zeit feiner Wiederer öffnung entgegen. Alls erfler Film wird dort das amerikanische Luftspiel Charleys Tante" mit Sio Chaplin, dem Bruder Charley Chaplins, in der Titelrolle zur Vorführung gelangen. ,, Licht: Luft, Leben" ist der Titel eines Emelfa- Kultur- Filmes, hergestellt von der Efn, zu dem gegenwärtig noch die letzten Bilder, und zwar Reiterspiele im Hochgebirge, gedreht werden. Gleichzeitig in Bearbeitung Reichseisenbahn", der im Auftrag der Reichseisenbahngesellschaft unter der befindet sich ein techniſcher filmt, betitelt:„ Der elektriſche Betrieb der Leitung von Baurat Rechenbach, burch die Etu hergeſent wird. Die Kulturabteilung der Ufa hat die Aufnahmen zu ihrem neuen Großfilm Der heilige Berg" beendet. In dem Film, den Dr. Arnold and in Szene gefeßt hat, spielt die Tänzerin Leni Riefenstahl die weibliche Hauptrolle, während die männliche Hauptrolle durch den Ingenieur Louis Trender, den waghalsigen, aus dent Film„ Der Berg des Schidsals" bekannten Kletterer, dargestellt wird. Der bei der Blörnstad Justiz Film Ko. erscheinende Film„ Die Krönungsfeierlichkeiten des Sultans von Deli" ist ein völkerkundliches und fulturhistorisches Dokument. Er bringt authentische Aufnahmen des Harems eines orientalischen Fürsten und eines großen orientalischen Volksfestes. Die Ufa wird demnächst mit einer aftuellen Wochenschan auf dem Spielplan erscheinen. Nach langen Verbandlungen mit den größten ausländischen Firmen ist es gelungen, Abschlüsse zu erzielen, die für schnelle und präzife Berichterstattung garantieren. Die Vorführung des Bille- Films„ Die Berrufenen" wird bei vielen Besuchern den Wunsch erwecken, näheres über die Vorbilder für diesen Film, über das künstlerische und soziale Wirken Heinrich Zilles tennen zu lernen. Ihnen allen sei mitgeteilt, daß die beiden Zille- Alben ,, Kinder der Straße" und Mein Milljob" soeben in neuen vom Künstler durchgesehenen und verbesserten Auflagen( 80. und 84. Tausend) erschienen find. Einen Riesenerfolg im PRIMUS- PALAST, Potsdamer Straße What hat der Rheinfilm der Aafa AJA Die vom Niederrhein nach dem gleichnamigen Roman von Rudolf Herzog.+ Künstl. Oberleitung: Rud. Dworsky, Täglich 7 und 9 Uhr. Regie: Rud. Walter Fein. bru AAL Vorverkauf 11-1 Uhr vormittags. Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne 3 Uhr: HAMLET 8 Uhr: Fiesko Residenz- Th Staats- Theater 8: Jugendfreunde Opernhaus 6 U.: Die Melster singer Opernhaus am Königsplatz Boeklin, Dewis, Emmering, Elzer, Ley, Merkwitz, Sabo, Semmler 72: La Traviata Thalia- Th. Baselt, 3chauspielhaus 8 Uhr: Annemarie 8 Uhr: Der Bär. Die gr. Katharina Schiller Theater 8 Uhr: Jungfrau von Orleans. Deutsches Theater 8 Unr Man kann Diegelmann, Heidemann Dora, Metelka, Spira, Wilfan Theater in der Kommandantenst. Zum 293. Male 8 Uhr: Marie Escher a. G. in nie wissen Anneliese v. Dessau von Shaw Billigster Platz 1.50 Teuerster 12.00 Musik von Rob. Winterberg Kammerspiele Theat. d. Westens 8 Uhr Die Wollast der Anständigkeit von Pirandello Billigste Platz 4.00 Teuerster " 12.00 Die Komödie Kurfürstendamm206/ 207 8 Uhr Herz ist Trumpf von Gandéra Billigster Platz 4.00 Teuerster P 12.00 Berliner Theater 8 Uhr: Gastspiel Kammersänger Das große Operettenhaus Uhr: Wiener Blat Heute nchm. 4 U.: Wiener Blut Halbe Preise BarnowskyBühnen. Theater in der Königgrätz.Str. Tägl. 8 Uhr: Wie es Ench gefällt Hemödienhaus Tägl. 8 Uhr: Margarine von Georg Kaiser Die Tribüne Donnerst. 17. 9. Uraufführ. Zurück zu Rich. Tauber Methusalemt Musik. Leitung E. W. Korngold Eine Nacht v. Bernard Shaw Deutsches in Venedig Künstler- Theater Operette in 3 Akten von Tägl. 18 Uhr: Gastspiel Johann Strauß Fritzi Massary: Die Teresina Theat.& Nollendorfpl. Lustspielhaus Die BUhr Tägl. 18 Uhr: hellblauer Bitter Blaubaris Schwestern die neve Konnecke- Operette aehte Frau Wallner- Theater Täglich 8 Uhr Meiseken Gorina, Lichtenstein SCALA Groß, Muller, Falk, Hell Heute nachm. 34 Der letzte 8 Uhr Internat. Kuß varicie Operette v. Rob. Winterberg Nachm- Preise Sonntags 330 Uhr zu ermäß.Preisen das volle Progr. Großes Schauspielhaus Direktion: Kari Rosen Täglich 8% Uhr: ,, Für Dich!" Regie: Erik Charell Musik u.Gesangstexte: Ralph Benatzkl Bühnenbilder u. Kostüme: Ernst Stern Parkett M. 5.-, Balk. M. 4.-, I. Rang M.3.-, 2. Rang M. 1.50, 3. Rang M. 0.75, Logen u. Klubsessel M. 7.- bis M. 12.Vorverkauf ab 10 U. vorm. ununterbr. 99 Heute 2 Vorstellungen Für Dich!" 3- Uhr Nachmittags- Vor300 stellung zu ermäßigten Preisen! Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Bis Donnerstag: Die Verrufenen ( Der fünfte Stand) Nach Erlebnissen von Heinrich Zille Film Puhlmann und Bühne Berlin, Schönhauser Allee 148 Feuer an Bord Ein Sensationsdrama in 7 Akten mit Jenny Hasselquist und Victor Jöström Dazu das große Beiprogramm und die große Bühnenschau! Beginn{ Wochentags 6 Uhr Sonntags LUNAPARK Heute Sonntag Das Fest der Kriminalpolizei Beginn 4 Uhr nachm. Doppel- Konzert Grosses Feuerwerk Kriminalist. Preisbewerb Wer sind die Drei? die sich heute zwischen 6 u. 9 im Park aufhalten? Für die Ermittlung 1000 Mk. Belohnung. Eintr. einschl.Wettbew. 1 M. Kinderkarten 50 Pig. 99 Das Grosse Programm Ouvertüre: Ungarische Rhapsodie Nr. 2 v. Franz Liszt 2. Auf der Bühne: Lleben und Lachen Szenen aus dem Künstlerleben Solotam: G. Bonn, A. Brünler, H. Holm Gesang: Hasso Holm Kömme- Ballett .Liebesfeuer Elm Film- Roman la 6 Kapiteln nach einer idee von Jolanthe Mares von Wilhelm Thiele Regle: Paul Ludwig Stein Photographie: Curt Courant den Hauptrollens Liane Haid Alfons Fryland, Walther Rilla, Paul Biensfeld Wochentags 7 und 9 Uhr Sonntags 5, 7 und 9 Uhr Vorupitar ohne Aufschlag täglich mittags- 12-2 Uhr barneprecher: Hansa 4883, Uta- Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecko Stromstrasso) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Strassenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, 119. Autobuslinien: Nr. 11, 28, Stadtbahn: Bahnhof Bellevue UA SPIELPLAN Ufa- Palast am Zoo Kurfürstendamm Kammerlichtsplete Renoviert, Wieder Eröffnung demnächst. Zweite Woche Drei Frauen Wechent, 7 s. 9 Sonat. 5, 7, 9 Liebesfeuer mit Liane Haid Auf der Bühne: Ufa- Theater furmstrade Lleben und Lachen Bis- Palast Königstadt Szenen aus dem Künstlerleben Ufa- Theater Tanentzienpalast Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7.9 Bullendorfplatz Friedrichstraße S Alexanderplatz Weinbergsweg Die Prinzessin und der Geiger Auf der Bühne: Wolgaweisen, Gesangs- und Tanzszenen Ab Montag: Der Mann, d.Frau, d.Freund Wechent. 7. 9 Seant. 5, 7, 9 7 Der Zille- Film Die Verrufenen Wochentags 5 Sonntags 4. 53 7 94 71, 94 Elegantes Pack Wochent, 7 s. 9/ Sonnt. 5, 7. 9 Der Zille- Film Die Verrufenen Auf der Bühne: Claire Waldoif m. Bren Original- Berliner Schlagera Wochentags 7 u. 9 Sonntags 5, 7 v. 9 Palast Königstadt Schönhauser Allee 10 Ouvertüre„ Bal costumé"... A. Rubinstein Die große Schau auf der Königstadtbühne: Lieben und Lachen Szenen aus dem Künstlerleben Solotänze: L. Kraly, J. Fischer, H. Moissen Gesänge: Rich. Koschwitz Kömme Ballett Liebesfeuer Nach einer Idee von Jolanthe Marés In den Hauptrollen: Liane Haid Alfons Fryland, Walter Rilla, Paul Blensfeld Regie: Paul Ludwig Stein Wochentags: 7 und 9 Uhr Jual Sonntags: 5, 7 und 9 Uhr Vorverkauf ohne Aufschlag täglich 11-1 Uhr 60 Berliner Volks- Chor M. d. A.-S.-B. Dirigent Dr. E. Zander Dienstag, den 29. September, abends& Uhr im grossen Saale der Neuen Welt, Hasenheide Verdis Requiem Mitwirkende: Mafalda Salvatini( Sopran), Elianor Schloßhauer- Reynolds( Mezzo- Sopran), Antoni Kohmann( Tenor). Prof Albert Fischer( Bab), das Berliner Sinfonie- Orchester Eintrittskarten im Vorverkauf 1.50 Mark bel: Horsch, Engelufer; Vorwärts- Buchhandlung; Tieiz. Alexanderplatz; Augustin, Kaiserstraße 2; Bote& Bock und in allen mit Plakaten versehenen Geschäfien. Konz.- Dir. Hermann Wolff und Jules Sachs Großes Schauspielhaus, Donnerstag, 17. Sept., 6 Uhr Lichtbildervortrag gehalten von AMUNDSEN ,, Mein Polarflug". Karten b. Bote& Bock, Wertheim u. Gr. Schauspielhaus Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Europas meist gespielte u. somit erfolgr. Revue: X 400 X Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! WALHALLA amRosenthalerTor 7 Uhr: Die lustige Revue Mal was anderes mit Lotte Werkmeister- Agni Wilke Lambertz- Paulsen- Rob.Steidl usw. Preis 0,60-4.50. Forv.ab 11 U.nnantbr. Tägl. 8. Uhr HALLER REVUE 1925/26 im Theater imAdmiralspalast Dir. Herman Haller Heute Sonntag Vorstellungen 2 die ganze Vorst. Nachmitt. zu halben Preis. Achtung! Welle 505" 60 Bilder Die REVUE der Sensationen! Original- Lawrence Tiller- Girls Ott kopiert nie erreicht BORIS KNIASEFF vom Casino de Paris Alice Hechy Max Ehrlich Kurt Lilier 9 Berti Kutschera Claire Bauroff Julian Fuhs Follies Band Endja Mogoûl vom Palace- Theater, Paris Parkett v.4M. I.Rang v.2 M Vorverkauf ununterbrochen Th. am Schiffbauerdamm ( Nenes Opereitenbans) 8 Uhr: Letzte Vorstellung! Der kleine Kuppler Mittw.16.9. Premiere Lady Fanny und Hellmer- Bühnen Lessing- Th. Tägi. 7 Unr: Götz v. Berlichingen: von Goethe Wegener, Höflich, G. Müller, George Regie: Rich. Rosenheim Preise: 1,50-12 M Abonnement ZU 1/2 Abend 2 preisen Anmeld. im Theat. und A. Wertheim Kleines Theater: Tägl. 8 Uhr Circus Busch Berlin- Bahnhof Börse Norden 840 Mittwoch, 16, Septbr., 7 Gala- Eröffnung Die seltsamen Besser als früher Circus- Sensationen von Pirandello Orska, Richard, Meingast, Rewalt ,: Steiner Reg: Berth.Viertel H Preise: 3,50-15,50 Trianon- Th. Tägi. 8 Uhr Gisela Werbezirk in Epsteins Witwe Preise 1,50-12 M. Neves am Theater o Täglich 8 Uhr: Olly- Polly Operette von Kollo die Dienstbotenfrage Emmy Sturm Die Koblanks Täglich 8 Uhr Curt Bois Parkettpl.v. 2-12 M im Theater i. d Casino- Theater Lützowstr. 112 Lothringer Str. 37. Ecke Flottwellstr. Tägl. 8 Uhr Kammermusikhaus Die dreiaktig Posse Vorzeig.dies.zahlen nur halbe Preise von 50 Pfg. an. Der Kühne Schwimmer dazu das humorvolle Rose- Theater Jubiläums- Programm 4 Uhr: Die Ehre 814: 0 schöne Zeit, o selige Zeit Täglich 8, Uhr 4. Woche HALLER REVUE 1925/26 Apollo- Theater 8 U.Das große Los! U. Gr.Var.- Burl. m.Ges.u Tanz m Paul Beckers in der Hauptrolle Lachen ohne Ende 60 Pf bis 6 Mk. Zoologisch. Garten Aquarium Tierkunstausstellg. ACHTUNG! Affen- Sonderschau WELLE 505!" THEATER IN ADMIRALS PALAST Mark 2.- bis 16.Heute Sonntag 2 Vorstellungen 2 3. u 8 Uhr Nachm die ganze Vorstellung zu halben Preisen 12 Tägl. ab 4 Uhr: Gr. Konzert Wochentags ab 7 U. abds. 75 Pf. ETROPO METROPO 8 Uhr SaisonEröffnungsProgr. mit Karl Ujvari D. bill.Einheitspr: 1, 2 u. 3 M WINTO PARTEN 7 6 TARZAN das amerikanische Original im Jubiläums- Spielplan. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise! Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Nadim. halbe Preise, volles Abend- Progr. Dönhoff- Brett'l: ( Saal und Garten) Das beliebte Familienvarieté Das Seil des Todes BAYA C Die tollkühnen Künstler müssen die Bahn durchfahren und während der Fahrt durch Revolverschüsse die hochgezogenen Brückenteile zum Herunter fallen bringen. Eine kühne Leistung von unerhörter Wirkung. Flugkünstler Mirano am flieg. Torpedo innerhalb des Circusraumes Die italien, Clowns FrateHini Gustavo Colombo Maximo Der berühmte russische Clown Durow mit seinen exentr. Dressuren, u.a. Der Fuchs u. d. Hahn Die Katze u. d. Batten im Flugzeug- Der Iltis als Kunstschätze- Der Wildhase als Trommler Die lustisen Brauerpferde Hohe Schule auf Gladiateur, Frl. Martha Mohnke Zum Schluß: Das zeitgemäße Rheinland- Festspiel: 1000 Jahre deutscher Rhein Lustige und ernste Bilder in bunter Reihenfolge, u. a. Der Karneval in Köln Am Loreley- Felsen Worms am Rhein- Nur am Rhein, da möcht' ich leben Die Rheintochter verteidigen das Rheingold Große SchlußElite Sänger Wasser- Apotheose Kottbuser Str. 6 4 Tel. Mpl. 160 77. Tägl. 8 Uhr, auch Sonntag nachm 3 Uhr( zu halben Preisen) die konkurrenzlose Revue: Berlin... da kieckste! ( Vorverkauf: 11-1%, und 5-6 Uhr.) Trabrennen Auf dem Grunde des Rheines Herrliche Wasser- Effekte Feenhafte Lichtspiele Die volkstümlichen Busch- Preise 80& bis IEN BERLIN Mariendorf 80 bis 8 WIE Jageway 631 Jägerstraße 63a Täglich 8 Uhr: unt. Leit. d. Komponisten Erich Ziegler M. einschl. Lustbarkeitssteue Sonntag, den 13. Septbr. die je der erschwingen kann! nachmittags 2 Uhr Berliner Wik- Trio Es lebe die Liebe Neukölln. Else Böttlicher, Berl. Theater, Engen Bex n. andere. Sonntag Uhr: Central- Theater Nchm. 3 u. abds.8 U Hilfe, ein Kind ist v. Himmel gefallen! Nachmittags- Vorstellung Metropol- Theater mit Eugen Bex. Heute 7%, Uhr: als Lahnstr. 74/75 I Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbroch. a. d. Circuscasse sowie Wertheim. Berlins größtes Bier- Kabarett. amsell Ango Zur Einsegnung Kalte und warme Küche. Entdeckung des NORDPOLS in Groß- Berlin Restaurant Alexanderstraße 46-48 Ecke Neue Königstraße. Berlins neueste Sensation! Karsavina Kirchhoff usw. Philharmonie 72 Uhr: passende Geschenke Armband- und Taschenuhren in Silber.... 11.90 Maik in Gold, 14 karat.. 36.- Mark Konzert Größte Auswahl in jeder Preislage des Philharm. Orch Dirigent: Prof. Jul. Prüwer KrauseH. Wiese, Artilleriestr. 30 Nähe Oranlenburger Tor Pianos Marten- Zigaretten zur Miete Ansbacher Str. 1, Edke Kurfürstenstraße kaufen Sie am billigsten Berlin, Kaiser- Wilhelm- Str. 32 Treppe Versand nach auswärts franko.