Nr. 439 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 224 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8 Reichsmart poraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat Der Bormärts mit der Gonntags heilage Bolt und geit" mit Giebe lung und Kleingarten fomie ber Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich ameimal, Sonntags unb Montags einmal. Telegramm- Adrese: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise; Die einfpaltige Ronpareille seile 80 Pfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas feitgedrudte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgebrudte Worte). jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Scile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für bie nächte Summer miljen bis 4½ Ube nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, LindenStrake 3, abaegeben werden. Geöffnet von 8% Uhr früh bis 5 Uhr nochm Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Donnerstag, den 17. September 1925 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftscheckfonts: Berlin 37 536 Bankfonto: Ban? ber Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Verantwortliche Opposition. Debatte über die Taktik der Partei. Die Grundlage des Weimarer Kompromifies iff vom Zentrum durch den Reichsschuigefehentwurf zerschlagen.( Sehr richtig!), Die Einheitsschule des deutschen Wolfes wird dadurch völlig zunichte gemacht. Neun Zehntel aller Schulen in Preußen werden durch den Entwurf zu Konfeflionsschulen gemacht, und auch die Simultánschule in Hessen wird durch ihn zerschlagen werden. Kommen Sie uns nicht damit, daß die große Masse die konfessionelle Schule wolle. Wir fenntnis in den Massen noch fehlt. Aile diejenigen, die auf dem müssen unsere Kulturziele auch durchsetzen, wenn die nötige Er Boden der Freiheitsentwicklung stehen, müssen mit uns für die weltliche Schule als die einzig mögliche Einheits. schule des deutschen Volkes kämpfen.( Beifall.) Zuruf: wird anerkennen müssen, daß bas, mas uns früher vom Gegner als demagogisches Schaustüd angetreidet wurde, vielfach gewaltige Wedrufe gewesen sind, mit denen wir Millionen aus dem Gumpf der Judifferenz, der Unbewußtheit ihrer Klaffenlage geweckt und zum Bewußtsein ihres fozialen Seins geführt haben.( Lebh. Zuftimmung.) Die Partei darf über den sogenannten Aufgaben des Tages dieses gewaltige Ziel nicht vergessen.( Keil: Hat fie das bisher getan?) Jedenfalls hat sie es nicht mit der nötigen Rüd fichtslosigkeit perfolgt. Gemisse Zahlen des Parteiberichtes sollten auch der Fraktion zu denten geben.( Sehr richtig!) Genosse Keil hat heute wiederholt dapon gesprochen, daß wir zurzeit", Dor läufig nicht in der Regierung feien. Das hat mich an den Bers erinnert: Dir nur gift mein offen, all mein Sehnen!"( Widerbekämpft haben, so meil in der Koalition unfer Ruf an die Massen spruch.) Wenn mir die Koalition in der Bergangenheit so start im Leeren verhall.( Sehr richtig! und Widerspruch. Schreden dich nicht die Spuren der Sommunistischen Partei?) Rein, ich habe mit der Politit der KPD. nichts. zu Heinrich Schulz- Berlin: Wegen des Reichsschulgesetzes ist in den tun. Wenn Keil mir vorwarf, ich hätte häufig Müller an Be letzten Jahren allerlei Holz auf meinem Rücken gehadt worden. Das dächtigkeit übertroffen, Ip fehe ich darin feinen Vorwurf gegen Weimarer Schulfompromiß war eine politische Not Miller ober mich. Wir, die man ols Linte bezeichnet, glauben wendigtelt. Es war die einzige Blattform, auf der damals, zur durchaus nicht, daß die Revolution morgen mit Trompetenstößen Zeit der Unterzeichnung des Versailier Bertrages, die brei Koalitions herbeigeführt werden fännte. Ich glaube, mir sehen die Hem Schwächen. Leider war es nicht damals schon möglich, das Reichsgegenstehen, viel deutlicher als piele, die Seil näher stehen. Sie parteien zu einigen waren. Gewiß hat dieses Schulfompromiß feine mungen, die einem fozialdemokratischen Erfolg in der Stunde ent Schulgefeß zu schaffen.( Sehr wahr.) Trogdem war der erste Entwurf glauben, daß wir bereits fo weit wären, um die Früchte ziehen noch reichlich annehmbar. Die damalige Agitation des Deutschen zu fönnen für die Staatsentwicklung, die uns unserem Endziel Lehrerpereins dagegen war ganz falsch und hat mir die RechtsLehrerperein's dagegen war ganz falsch und hat nur die Rechts- zum Teil näherbringt. Wir sind, nicht der Meinung, daß wir in preffe erit mobil gemacht. diefer Stunde dem Proletariat geben fönnten, mas das Broletariat von der Geschichte wegen ist. Nur auf dem Wege der unfer Ziel erreichen. Ich möchte bei aller Bescheidenheit für mich Sammlung und Wedung der proletarischen Kräfte fönnen, wir und meine Freunde in Anspruch nehmen, daß wir nicht nur mit Bedacht, sondern vielmehr etmas meise handeln. Denn ich glaube, wir gedenfen bei unserem Tun nicht nur der Stunde, sondern des Endes.( Beifall.) Dobbert- Meißen: Wir haben einen besonderen Antrag einge F. Kl. Heidelberg, 16. September.( Eigener Drahtbericht.)| ihren Berichten die kulturpolitischen Kolbenschläge, die augenblicklich Die Mittwochsigung des Parteitages galt der Berichterstattung dem deutschen Bolte perfekt merden, erwähnt. Der Kampf gegen das über die Tätigkeit der Reichstagsfraktion, für die Genosse banerische Kontordat ist mit verhängten Bügeln geführt Reil- Stuttgart bestimmt war. Unter allgemeiner Aufmerf worden, wie alle diese Kämpfe. Schuld daran sind gewisse taktische famteit gelang es ihm, über die Politik der Fraktion ein Bild Einstellungen. zu entwerfen, in dem die Koalitionspolitik bzw. die Steuerund Zollfragen einen besonderen Raum einnahmen. Als Keil den Saz prägte: Wer eine Regierungstürzt, tann in die Zwangslage tommen, die neue Regierung bilden zu müffen", fand er die allgemeine Zustimmung des Parteitages. Man hatte den Eindruck, daß dieser Beifall nur die Ausdrucsform eines starten Maßes an Berantwortungsgefühl der übergroßen Mehrheit des Parteitages mar. Sie will teine Opposition der Opposition willen und feine finnwidrige geräuschvolle Obstruktion. Ihr Wille ist, für die Arbeitnehmerschaft durch sachliche, im Rahmen des Möglichen gehaltene Arbeit die politische Macht zu erobern. Sie will die kleinste Gelegenheit zur Sicherung eines FortSchrittes benutzt sehen, sei es nun auf dem Boden der Oppofition oder durch Beteiligung an einem Roalitionsfabinett. Im Mittelpunkt der folgenden Debatte stand neben dem Reichsschulgejes auch wieder die Frage der Roalitionspolitit. Einzelne Redner versuchten, beide Debatten miteinander zu vertnüpfen, und aus dem reaktionären Ent murf des Reichsschulgesetzes das Ende einer Roalitionspolitik mit dem 3entrum als Selbstverständlichkeit zu schluß folgern. Es ist klar, daß die sozialdemokratische Fraktion den fchäriften Rampf gegen das Gesetz zu führen beabsichtigt, wie übrigens auch Hermann Müller in seiner Rebe zu ficherte. Sie wird sich dabei der demokratischen Kräfte im bürgerlichen Lager gern bedienen, statt fie durch eine voreilige Handlungsweise vor den Kopf zu stoßen. Borerst aber vergesse man nicht, daß der vorliegende Entwurf des Gefeßes feine Privatarbeit der Zentrumspartei, sondern ein Pro= butt der Reichsregierung ist, auf die das Zentrum zunächst nur einen indirekten Einfluß hat. Alle Vorwürfe richten fich also in erster Linie gegen die deutschnational beeinflußte Reichsregierung. Der wefentlichste Teil der Kritik an der Fraktion und ihrer Bolitik gegenüber den bürgerlichen Barteien murde von Levi, Mathilde Wurm und Seidemiz 3midau bestritten. Ein neuer Gedante, der die Mehrheit des Parteitages hätte überzeugen fönnen, trat feineswegs in Erscheinung. Als Seydewiß vielmehr gefragt wurde, wie er fich die von ihm geforderte Obstruktion bei der BerabSchiebung der Zollgefeße vorstelle, blieb er eine flare Antwort schuldig. Es war den Berteidigern der Fraktionspolitik infolgedessen nicht schwer, in der Abwehr gegen die Angriffe miederholt die Zustimmung des Parteitages zu finden. So, als Hermann Müller darauf hinmies, daß die Sozialdemokratie die Koalitionspolitik nie anders aufgefaßt hat als einen we verband, und Breitscheid in Richtigstellung 3 einer Berdrehung erflärte: Wir treiben rücksichtslose fozialbemokratische Politik auf dem Boden dieses Staates. Dieser Staat ist doch das Fundament, auf dem mir arbeiten, und unfere sozialdemokratische Politif will diefes Fundament der Republit erhalten. Inzwischen haben auch die Kommiffionen aute Arbeit geleistet. Die Programmtommiffion steht vor dem Abschluß ihrer Arbeit, und auch die Sachfenfommiffion dürfte am Donnerstag die ihr gestellte Aufgabe endgültig einer Lösung entgegenführen. In einem Unterausschuß wurde am Mittwoch bereits eine Formulierung gefunden, die von der Gesamtkommission am Nachmittag einstimmig angenommen worden ist und die für beide Teile annehmbar erscheint. Die Barteien sollen sich bis Donnerstag mittag 12 Uhr über die Stellungnahme zu diesem Vorschlag entscheiden. Er billigt zunächst die Haltung des Parteivorstandes im Sachfenkonflikt. Sein weiterer Sinn ist, vor allem die Einheit der sächsischen Landtagsfraktion wieder herzu ftellen, die Mitglieder der Fraktionsmehrheit in ihre alten organisatorischen Rechte wieder einzusehen und den Organifationen durch eine Landtagsauflösung gerecht zu werden, die ausschließlich nach politischen Gesichtspunkten zu erfolgen hat. Im weiteren Berlauf der Debatte über die Tätigkeit der Reichs tagsfraktion, deren Anfang wir an anderer Stelle wiedergeben, führte Lowenffein Berlin aus: Es gehört zu den schlechtesten Traditionen der Partei, daß die Schul- und tulturpolitischen Fragen nur ein Anhängsel auf ben Parteifagen find. Weber der Borsigende des Bar teitages, noch der Berichterstatter der Reichstagsfrattion haben in Unter der Reichstanzlerschaft Wirths fanden dann Besprechungen zwifchen den Koalitionsparteien ftaft, die fich auf der Grundlage eines weit besseren Entwuries bewegten. Aber seitdem Cuno Reichskanzler wurde, hat sich das 3entrum an vertraulichen Besprechungen mit den Rechts parteien beteiligt, von denen auch ich in meiner amtlichen Stellung Dr. Buthers gab dann deutlich zu erkennen, daß er mit der Bebracht, der ausgeschlossen war.( Hört, Hört!) Die Programmrede nach dem Zentrum auswarf, um es fefter an den Rechtsblock tomung der chriftlichen Grundlage der Schule den Angelhafen au tetten. Das Symptom des gegenwärtigen Falles Birth zu unterschäzen wäre ein schwerer politischer Fehler.( Sehr richtig!) Bir dürfen auch den gegenwärtigen Schulgelegentwurf nicht lediglich mit den Schlagworten der liberalen Kulturkampfpolitiker bekämpfen. Ich stimme Löwenstein darin bei, daß dieser Schulgefegentwurf einen Bruch der Weimarer Berfassung bedeutet und die rüd fichtsloje Zerreißung des Weimarer Schulfompromisses. Er ist ein milderung und Ausgleichung der fulturpolitischen Gegenfäße in Hohn auf die von den Vätern jenes Stompromisses angestrebte Deutschland. Damals ist von Zentrumsführern das Wort gesprochen worden:„ Wir können uns in fulturpolitischen Fragen nicht über zeugen, mir fönnen uns nicht vergewaltigen, also müffen wir zeugen, wir können uns nicht vergewaltigen, also müssen wir uns dulden. Das Saulgesetz fann nur seine Wirkung ausüben, wenn die große Mehrheit des Boltes dahinter steht. Der neue Entmurf schlägt diesen Tendenzen ins Geficht. Sollte das Zentrum wurf schlägt diesen Tendenzen ins Gesicht. Sollte das Zentrum durch Zustimmung zu diesem Entwurf feine Weimarer Bergangen heit nerleugnen und fich an einer Durchpeitschung des Gefeßes, mie beim Zolltarif, beteiligen, dann wäre das der Anfang des schärfsten würde wieder in das deutsche Bolt hineingeschleudert. Wir wollen tulturpolitischen Kampfes in Deutschland. Der religiöse Zanfapfel die Religion aus dem politischen Kampfe heraushaben. Denn wir achten jede ehrliche Ueberzeugung. In den Arbeiterfreisen vollzieht fich ein langsamer Bandel im Sinne der bewußt größeren Duldfamkeit in religiösen Fragen. Der neue Entwurf muß diese Entwicklung stören. Wir fordern die Reichstagsfraktion auf, allen Durchpeitschungsversuchen bei diesem Gesetz den rücksichtslosesten Widerstand entgegenzujezen.( Lebhafter Beifall.) Paul Levi- Berlin: Genosse Keil fagte, man müsse die Opposition jo betreiben, wie wenn man in der Regierung fäße. Das bedeutet minifters. Diese Betrachtungsweise scheint mir falsch, felbst vom also: die Opposition muß sich beladen mit allen Mühseligkeiten eines Standpunft des Bürgertums aus. Unfer öffentliches Leben franti noch daran, daß es in unserer Republik an einer bürgerlichen Linten fehlt. Gewiß fehe ich als Marrist die geschichtliche Bebingtheit jedes Zustandes. Auch in Frankreich hat sich eine bürgerliche Linke in der Republit erst nach 30 Jahren in Dreyfus- Prozeß ge bildet. Ihr foziales Fundament find die Kleinbauern im Süden Frankreichs und der Mittelstand in den Großstädten. Haben wir 2inte zu tragen? Ich erinnere da an die Umschichtung der Berauch in Deutschland foziale Schichten, um eine bürgerliche hältnisse durch die Inflation und an die Verschiedenheit der Intereffen zwischen Schwerindustrie und verarbeitender Industrie. Also wir hätten das Substrat, aber wir haben teinen Ausdruck dafür, weil in den Kreisen, die dazu berufen wären, auch der Gedanke herrscht: In Opposition fein ist nichts anderes als Minister in spe sein.( Sehr gut!) Wir in der Sozialdemokratischen Opposition haben Aufgaben, die über den Rahmen der bürger lichen Oppofition hinausreichen. Reil meinte, mir dürften feine demagogischen Schauftüde bieten. Aber mit folchen oder ähn lichen Worten ist die fozialdemokratische Politit piele Jahre lang gemacht worden. Der objettine Geschichtsschreiber der Zukunft die Schande der deutschen Juffiz brandmarkt. Die Reichstagsfraktion muß nach neuen Begen im Kampfe gegen diese Justiz fuchen. Sie muß sich z. B. fragen, ob die na bezbarteit der Richter dem Empfinden und den Intereffen des Bolles entspricht. Die Justiz erscheint heute vielfach als Racheinstrument der herrschenden Klassen, die dem Bolle die Republit perefeln möchten. Wenn sozialdemokratische Redakteure wegen Gotteslästerung verurteilt, wenn Literaten in großer Zahl fommen. Der Intereffen der Arbeiterjugend muß sich die perfolgt werden, läßt das fein warmes Gefühl für die Republik aufReichtagsfraktion mit besonderem Nachdruck annehmen. Wir müssen der arbeitenden Jugend mehr Entwidlungsmöglichkeiten schaffen. Jede Beschränkung des Wahlrechts der Jugendlichen müssen wir be fämpfen. Die Jugend muß politisch frühzeitig erzogen werden. Die Entrechtung der Jugend würde die fulturpolitische Reaktion doppelt gefährlich machen. Auch die jungfozialistische Bewegung ist auf dem Wege zur Klärung. Wenn man die Jungsozialisten pädagogisch richtig behandelt, werden sie bald unfere begeisterten Stampfgenoffen sein.( Beifall.) Hermann Müller( Barteivorstand): Auf dem Gebiete der Jugendfürsorge hat die Fraftion nichts versäumt. An dem verfassungsmäßigen Wahlrecht halten wir durchaus feft. Wir haben uns darin auch nie beirren lassen, wenn die Jugend ins Lager der Extremen strömte. In diesen Fragen hat die Partei nur eine Meinung.( Sehr wahr!) Was Keil über die Koali tionspolitit gesagt hat, fann ich durchaus unterstreichen. Der Drang nach Ministerstellen war bei uns niemals start. Wir haben in der ich mer ft en 3eit die Verantwortung übernommen und haben unsere Pflicht getan. Aber es hat immer eines starten Druces bedurft, um uns in eine Koalitionsregierung hineinzubringen. Es ist ein absoluter Irrtum, anzunehmen, daß in der Fraktion ein Haufen Parteigenossen figt, die nur daran denken, Koalitionspolitit mit den Aber wenn dem Parteitag schon ein Antrag zugegangen ist, mir Bürgerlichen zu machen. Ein Bergnügen ist das wahrhaftig nicht. sollten mit der loyalen Stellung gegenüber den bürgerlichen Barteien aufhören, so ist das ein schlechter Niederschlag fachlich ganz unberech tigter Stimmungen.( Sehr wahr!) Wir haben Koalitionspolifit nie anders aufgefaßt, als einen 3wedverband für bestimmte nächste 3iele. Auch dem Volksblod haben wir eine andere Bedeutung nie zu. geschrieben. Die reattionäre Strömung im Zentrum. insbesondere der Einfluß Herolds und der rheinisch- westfälischen Bauern, war uns von jeher befannt. Wogegen wir uns wenden ist nur das: wir wollen uns auf teine Politit der Isolierung festlegen laffen, fondern uns von Fall zu Fall entscheiden.( Lebhafte Zuftimmung.) In einer Zeit, in der die Könige von Schweden, Belgien und Dänemark Sozialdemokraten in ihre Regierung berufen, tann man doch wirklich nicht behaupten, daß unser Mitregieren in der Republit unmöglich fel kell hat durchaus nicht gefagt, daß wir in der Oppofition biefelbe Politit treiben müßten wie in der Regte rung. Er hat fich tur gegen bemagogische Anträge gev mandt und auf das abschredende Beispiel der Deutschnationalen hin. fogar bis auf die Prozentsäge.) Ich tann nur die Ausführungen der Genoffin Wurm unterstreichen, daß wir beim Zolltarif gewiefen, denen jezt die Flüche der betrogenen Sparer folgen. Bir| frage immer innegehalten haben.( Hermann Müller: Jawohl, haben im November 1918 mit dem Achtstundentag, dem Frauen wahlrecht, dem Jugendwahlrecht gezeigt, daß unsere Anträge ernst gemeint und ausführbar waren. Gewiß muß es auch in der Partei Opposition geben, aber fie foll nicht für sich in Anspruch nehmen, die große Tradition der Partei zu vertreten und nicht ein Patent für die richtige sozialdemokratische Gesinnung für sich fordern. Im 3olltampf waren wir diesmal dadurch gehemmt, daß alle. bürgerlichen Parteien einen neuen Zolltarif für notwendig hielten. Die Fraktion ist nicht daran schuld, wenn im heißen Sommer die Massen nicht so in Bewegung gerieten, wie wir es wünschten, und wenn unter der Nachwirkung der Inflation das Volk die Bedeutung der Teuerung um Pfennige verkennt. 3m Kampf gegen das Schulgeset müssen wir die Maffen mobilisieren. Aber wir müssen uns nicht wie in der Refolufion Lowenftein gegen das ganze Bürgertum wenden. Ich habe zwar nicht die Illusion, daß große Maffen des Bürgertums zu uns stoßen werden. Aber was im Bürgertum freiheitlichen Geist hat, muß mit uns als Kulturpartei in eine Reihe rüden Wir haben mit den Nationalliberalen die lex Zeblik, mit den Intellektuellen die lex Heinze zu Fall gebracht. Wir dürfen nie manden zurückstoßen, der mit uns den Kampf führen will( Sehr gut!) Die Maffen follen gewonnen werden durch eine fachlich gerecht fertigte Politik zu ihren Gunsten, Biel mehr Proletarier als bei den Kommunfften lehen noch bel den bürgerlichen Parteien, und diese Proletarier gewinnen wir nur durch fachliche Pollfit Sachliche Politit haben wir in den Jahrzehnten ber großen Bergangenheit ftest geführt und fachliche Politit wird uns auch zum Siege führen.( Lebhafter Beifall.) auch zum Mittel der Obstruktion greifen E müßten. Ich lehne den Kampf mit sachlichen Mitteln durchaus nicht ab.( Heiterfeit.) Aber in diesem Falle mußten wir mit allen Mitteln fämpfen.( Lebhafte zurufe: Nennen Sie doch eines!) Wir hatten die Möglichkeit, die Steuervorlagen mit in den Zolltampf hineinzuziehen.( Hilferding: Das haben wir 10 Tage lang getan!) Wir hatten über die fachlichen Möglichkeiten hinaus alle Möglichkeiten der Obstruktion.( Keil: Nennen Sie mir doch eine Möglichkeit!) Ich fann in meiner furzen Redezeit nicht alle technischen Einzelheiten darstellen.( Keil: Da genügt ein Wort, ein Sag!) Ich bin nicht so begabt, alles in einen Sag sagen zu tönnen.( Beifall und Lachen.) Jedenfalls haben wir in der Fraktion oft genug auf unsere abweichenden Wünsche hingewiesen. Aber entscheidend war Eure Furcht, die ja Moses heute auch formuliert hat, durch Obstruktion das Ansehen des Parlaments zu häbigen.( Widerspruch von Moses.) Letzten Endes führt alles auf den großen Unterschied der Einstellung zum Staat zurüd. Staats bejahung oder rücksichtslose sozialdemokratische Politit, hat gestern Scheidemann gesagt. Wir halten rücksichtslose sozialdemokratische Bolitik für die beste Volkspolitik und Staatspolitik( Beifall und Widerspruch.) Breitscheid: Ich bin erstaunt, daß gerade unser Berhaften im Zolftampf zum Gegenstand der Kritif gewählt worden ist. Wer unbefangen urteilt, muß gerade das Berhalten der Fraktion im 3olltampf als einen Ruhmestitel für fle anertennen.( Lebhafte Zu ftimmung.) Das haben uns auch die ausländischen Genossen gesagt. Man macht uns einen Vorwurf daraus, daß wir nicht obftruiert hätten. Ich fann leider über den Begriff der Obstruktion hier nicht ausführlich sprechen. Es ist richtig, aber als unsere Aufgabe be trachtet, die Debatte über die Sollvorlage im Ausschuß und Plenum durch fachliche Ausführungen möglichst lange hinzuziehen. Ich scheue mich nicht, den daran beteiligten sehr zahlreichen Kollegen der Reichstagsfraktion dafür einen ganz besonderen Dant auszusprechen. Denn die Aufgabe erforderte einen ganz ungewöhnlichen Arbeitseifer. Die Genossen haben sich in die Fragen vertieft und durch thre Sachlichkeit Eindruck auf den Gegner gemacht. Nun hätten wir gewiß die Sache von vornherein zum Eflat treiben tönnen und dadurch der Deffentlichteit gewissermassen ein Signal gegeben. wir hätten obstruleren fönnen und es darauf ankommen laffen, daß dann nach zwei- oder dreitägigen Ausschußverhandlungen die gefamte Debatte gefchloffen worden wäre. Das wäre außerordentlich leicht gewesen. Aber es war feine Polifit, denn damit hätten wir nur die geheimfien Wünsche unserer Gegner erfüllt, ble fobald wie möglich einen Grund haben wollten, die Opposition mundfot zu machen und unsere Obftruffion sofort zur RechtfertiDiefer Staat if doch das Fundament, auf dem wir arbetten, um unserer sozialistischen Politit willen, diefes Fundament, die Republik zu erhalten. Die republikanische Staatsform ist für uns lediglich Bedingung geworden und die Voraussetzung dafür, daß mir irgendein fozialiftisches Ziel erreichen. Insofern tann ich einen Gegensatz zwischen Staatspolitik und sozialistischer Politit überhaupt nicht anerkennen. ( Gehr gut!) Nun hat Levi verteidigt, was man mit Recht oder Unrecht Demagogie nennt, weil es immerhin ein Weckruf für die indifferente Masse sei. Aber für uns gilt nicht mehr: Trommle, trommle mit aller Kraft, das ist die ganze Wissenschaft!( Heiterfeit.) Wir dürfen auch über dem Trommeln nicht die praktische Ar beit vergessen. Aber ich sehe auch hier den Widerspruch nicht. Gewiß, mir wollen das Parlament erhalten, wir wollen es nicht lahmlegen, wir wollen unseren Gegnern auf der Rechten nicht er möglichen, zu sagen, daß die Sozialdemokraten selbst das Parlament getötet habe. Wir wollen ihnen nicht erlauben, damit ihre Dittaturgelüfte zu begründen. Aber in dem Parlament arbetten wir doch wieder für uns. Das Parlament ist doch einer der wesentlichsten Fattoren in der Staatsform, die wir geschaffen haben und auf die wir stolz sind. Wer sich also nicht leiten läßt Dom Gedanken der Opposition um der Opposition willen, auch innerhalb der Partei, der wird anerkennen müssen, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion im Zollkampf getan hat, was fie tun fonnte und was sie zu tun verpflichtet war.( Stürmischer Beifall.) Ein Schlußantrag wird darauf mit großer Mehrheit angeDie Weiterverhandlungen werden auf Donnerstag. vormittag vertagt. nommen. Die Feiern im Ruhrgebiet. Ein Appell des Ministerpräsidenten Brann. Effen, 16. September.( Eigener Drahtbericht.) Der preußische Ministerpräsident Gen. Braun wendet sich in einem in der sozialMinisterpräsident Gen. Braun wendet sich in einem in der sozialdemokratischen Bresse zur Beröffentlichung gelangenden Artikel an die Arbeiterschaft des Ruhrgebiets, in dem er betont, daß die Regierungsvertreter nicht ins Ruhrgebiet fämen, um rauschende Fest e zu feiern, fondern um der Bevölkerung zu danken für die vor bildliche Hingabe und Zähigkeit, mit der sie dem Preußenlande und der jungen Republik die Treue gehalten haben. Die Arbeiterschaft des besetzten Gebietes habe ihre Reife und ihre Liebe zum neuen Staat, in welchem sie sehr im Gegensah zum alten milhelminischen Reiche eine der Grundsäulen staatlicher Ordnung und der festeste Schutz gegen Umftura/ und unheilvolle politische Experimente bildete, in schwerster Zeit glänzend bewährt, Wir wollen, so führt der Ministerpräsident aus, nun Auge in Auge den Bertretern aller Kreise der Bevölkerung und nicht zuletzt allen Teilen der Arbeiterschaft unseren Dant zum pflichtvollen Aus halten in schwerster Zeit im Dienste der jungen deutschen Republit aussprechen. Dann werden wir wieder an unfere Arbeit und jeder an seinen Platz zurückkehren und alle Kräfte einfegen, um vorwärts zu fommen. Frau Wurm: Es haben in der Frattion recht tiefgehende Met nungsverschiedenheiten über die Taftit des Rampfes gegen die Zollgefezgebung bestanden. Die Frattionsminderheit hat sich von Anfang an gegen jede Abmachung mit den bürgerlichen Barteien über Friftfegungen im Ausschuß wie im Blenum gewehrt. Benn es fo gelungen wäre, das Zollgefeß zu verschleppen, hätten wir wenig stens für diese Ernte die Teuerung vermieden.( Breitscheid: Wir haben niemals etwas verabredet!) Die Fraktionsführung hat fich doch gegen allzu lange Reden im Ausschuß gewehrt.( Wider spruch.) Bei aller Anerkennung beffen, was die Frattionsführung in diesem Kampfe geleistet hat, bleibt es doch wahr, daß fie auf eine Kürzung der Reden im Ausschuß hingewirkt hat.( Hilferding: Weil fonst die Schlußanträge zu früh tamen!) Die Frattionsminder heit hat auch in der Obstruktion ein durchaus erlaubtes parlamentarisches Mittel gesehen, teine Diskreditierung des Parlaments. Die österreichischen Genossen haben erst unlängst Obstruttion ge trieben. Aber die Befristung der Redezeit macht jede Opposition un wirksam.( Hermann Müller: Im Gegenteil!) Befristete Ent rüftung imponiert dem Gegner nicht.( Breitfcheid: Ewige Ent rüftung ftumpft noch mehr ab!) Jedenfalls hätten wir ohne Be friftung in den Massen einen stärkeren Widerhall gefunden. Wenn wir es frühzeitiger dahin gebracht hätten, mit einem Aufruf gegen unsere Mundtotmachung und Bergewaltigung vor die Maffen zu treten, hätten wir den Widerstand verstärkt. Der Bolltari tampf von 1902 hat in den Maffen ganz anders gewirkt haben sich seitdem nicht wesentlich geändert. Die Klaffengegenfäße gefeßt, und alle Parteien halten sich daran, weil sonst das Arbeiten fangsfeierlichkeiten teilzunehmen, um auf diese Weise demonstrativ feine Ueberschäzung der Tradition, wenn wir uns auf das Beispiel mir dementsprechend auch gelegentlich Vereinbarungen über die schärffte Gegner der Politik der Rechtsregierung und des„ Retters" von 1902 berufen. Wegen des Zolltarifes- der Dant des Zentrums für unsere Rettertat im Jahre 1918 brauchen wir auf das Zentrum wirklich nicht soviel Rücksicht zu nehmen. Es ist höchste Beit, daß entsprechend der Anregung Compère- Morels auf der freien Agrarfonferenz in Marseille die Partei sich bald ein Agrarprogramm gibt.( Beifall.) gung der gewaltsamften Mittel benuht hätten. Ich bezweifle, daß dieser Eflat auf die Massen im Lande günstiger gewirft hätte als unsere jachliche Arbeit( Sehr wahr kein Mensch hat daran gedacht, irgendeine Berabredung über das Ende der Debatte mit dem politischen Gegner zu schließen. Redezeit im Ausschuß getroffen, aber die Rebezeit war so bemessen, daß selbst unsere sachkundigsten Freunde, von den Kommunisten ganz zu schweigen, die Redezeit nicht immer voll ausnutzen fonnten. Das war nicht Obstruktion, wohl aber das erfolgreiche Bemühen, durch fachliche Einwendungen die Debatte möglichst lange hinaus. zuziehen. Und die Wähler im Lande haben davon mehr pro fitiert als von 2ärmszenen. Was die Berufung auf 1902 anbetrifft so haben wir jetzt leider feinen Maßstab. Ich zweifle feinen Augenblid baran, daß Reichstagsneuwahlen heute oder morgen erweisen würden, daß wir mit unserem Berhalten im 3olllampf auf die Maffen der Wähler lebhaften Eindrud gemacht haben( Allgemeine Zustimmung.) Jedenfalls größeren Eindruck, als wenn wir durch unnachgiebigere Haltung gegenüber einer Mehr. heit einen Sturm im Reichstag erweckt und fachlich nichts weiter über den Brotwucher hätten fagen fönnen.( Sehr gut!) Ich verstehe auch den Gegensatz zwischen Staatspolitik und sozialistischer Politit nicht recht. Sendewig hat wohl Scheidemann mißverstanden. Wir treiben rüdsichtslose jozialistische Politit auf dem Boden dieses Seydewih- 3widan: Ich fühle mich außerordentlich geehrt durch die besondere Beachtung, die Keil meinem Artikel zugewendet hat. In diesem Artikel habe ich ausgeführt, daß unser Radikalismus den Dingen an die Wurzel gehen will und nicht darauf beruht, daß die anderen uns nicht in die Regierung laffen. Ich habe gesagt, daß wir unsere Tattit nicht davon abhängig machen dürften, ob wir in die Regierung hineindürfen oder in der Regierung find oder nicht. Bir müssen die Interessen der Arbeiter von einem anderen Gesichtspunkt beurteilen als von Regierungsstühlen.( Bethge: Lauter Redens arten!) Nun hat Keil die Regel aufgestellt, unsere Opposition dürfe die Grenzen nicht überschreiten, die mir einhalten müffen, wenn mir in der Regierung fizen.( Widerspruch Reils.) Ich will nur die eine Frage aufwerfen, ob wir diesen Grundfah in der Aufwertungs- Staates. Musikalischer Anfang. fehr nuancenreich fpielte. Im furzen langfamen Sat einten fich ble beiden Spieler zu einer wirklichen Einheit, zu einer Ausdrucsfunft sprangen in voller Lebensfreude dahin. von höchster Beethovenscher Reife, und die freundlichen Schlußfäße Die ersten Starereignisse waren männlicher Art: ber Neger. tenor Hayes und der Baritonist Graveure. Berschieden die Art ihres Singens, verschieden die Wirkung. Aus der Leistung beider Sänger flingt etwas wie die Wirkung einer eigenen Persönlichkeit, bei Graveure weit männlicher, robufter, unter Einsehung einer Bunderstimme, einer jener herrlichen Tenorbaritone, deren Sieg bereits mit der Schönheit und dem Schmelz der Stimme allein ge der Hauptwert gelegt wird. Dennoch geht sein Gesang durch und wonnen wird, wobei auf die legte seelische Durchbildung nicht einmal burch. Bei dem Negertenor haftet die Wirkung oberflächlich. Mir scheint, als sei der große philharmonische Saal der Durchhaltetraft feines fleinen Organs gefährlich. Das Falset ist wundervoll, der Bruftton nicht sehr edel, und bei voll herausgefungenen Lönen preßt der Gänger die Kehle und die Halsmuskeln. Wo das Falset zum Ausdrud gehört, ist der Eindruck seines Gefanges bezwingend. Und es bleibt nach wie vor ein Wunder, wie sich dieser Mann aus fernen Landen in die Seelenwelt eines Hugo Wolf einlebt. Leo Fall+. Kurt Singer. Die neue musikalische Spielsaison, dem einen ein holbes, glid spendendes junges Beib, dem anderen ein wild verderbliches Tier, zeichnet sich in ihren Konturen ab. Ihr fünstlerisches Geschid hängt mehr denn je, stärker als in den Jahren der Inflation, mit der wirt schaftlichen Gesundung zusammen. Schon der erste Blid in die Ron zertfäle zeigt, daß diejenigen fich verrechnen, die glauben, es würden selbst für die bedeutendsten Beranstaltungen der großen Bereine und noch größeren Stars Preise von 10 bis 20 m. gezahlt werden. Die Abonnementsbestellungen zu den großen Sytien laufen nicht so ein, wie es erwartet wird, und wenn es stimmt, daß für die Philhar monischen Konzerte in den letzten Reihen bereits ein Abonnements preis von 9 M. gezahlt werden foll, so wird auch hier die Rechnung ohne den Birt, nämlich das Bublifum gemacht. Die Schwierigteiten der Beranstalter sollen dabei nicht unterschätzt werden. Andererseits Jollen gerade unsere Leser wissen, daß nunmehr die populären Ronzerte des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Bruwer und die des Sinfonie- Orchesters unter Leitung von Ostar Fried aus der bisherigen Farblosigkeit herauswachsen und für die tünstlerische Belehrung wie die geschmackvoll- musikalische Unterhaltung das beste zu leisten versprechen. Ob Fried die gesamten Bolts, Begleitungs- und sogenannten großen Ronzerte einschließlich aller Broben bauernb allein bewältigen wird, mag bezweifelt werden. Wir hätten gern gesehen, daß er sich eine, feinem eigenen Temperament und musikalischen Bollen anschmiegende, dabei selb. ständige Dirigentenpersönlichkeit herangezogen hätte( etwa in der Berson von Jascha Horenstein). Es merden auf allen Seiten die größten Anstrengungen gemacht, um neben der Güte der Darstellung auch noch qualifizierte Brogramme zu geben. Wie weit dabei das und feine ganze Erziehung( durch den strengen Bater und im Biener Ronfervatorium) war so seriös und eindringlich, wie sie sonst Hypermoderne neben dem Klassischen sich bewähren und halten wird, bei Operettenfomponisten nicht gefunden wird. Er hat nicht nur ist eine Schicksalsfrage. Ich glaube, daß zwischen Jubel und Ent- seine Werte selbst tomponiert, sondern auch instrumentiert. Der geisterung die kritische Mitte eingehalten werden wird. Auch die große Welterfolg tam durch die Dollarpringeflin( 1907). einzelnen Orchester werden sich gegeneinander zu wehren haben, und hier, wie in der musikalisch fast noch feineren Gefchiedenen Berlin wird im kommenden Winter wieder die Zentralftelle des Frau", hat Fall die besten Walzer und Couplets niedergelegt, die Birkens aller namhaften Dirigenten sein. Sogar neue Orchester sein wienerisches Talent hergab. Man denke an die noch heute bilben sich, von denen das Ufa- Orchester unter Waghalters Erfrischen und jubelnden Weisen:„ Kind, Du kannst tanzen" und die ziehung bereits auf dem Wege zur Ronzertreife ift. totette Weise: Man steigt nach. Der Welterfolg der Dollarprinzessin" hat Leo Fall zum Dollarmillionär gemacht. Es gibt mohl feine größere und fleinere Stadt in Deutschland, fein europäisches Land, das nicht im Wetteifer mit Amerika dieses Werk fast zu Tode gehegt hat. Hinterher tam der mufitalische Rückschritt, der in der Rofe von Stambul" und Madame Pompadour durch die in ihrer Art geniale Leistung der Massary immerhin noch zum Bublifumserfolg wurde. Auf der gleichen Linie bewegt sich der Süße Kavalier. Die Terte wurden immer schlechter, aber auf die Pompadour haben in ihrer Schlagerhaftigkeit noc) inumer das Massary- Lied:„ Ach, Joseph, ach, Joseph" und das Spottlied Anspruch auf Niveau. K. G. Die Soliften haben bisher den Vortritt Lamonb und Kulentampff riefen am Sonntagmorgen so viele Menschen zu ihrem gemeinschaftlichen Beethovenspiel, daß der Saal der Sing akademie voll war. Als Kontraft gegen die Wärme einer Stimmung war der große Saal in der Regenfälte umgeheizt geblieben. Das Zusammenspiel der Künstler war im Anfang zwar so, daß Kulentampff aus dem Bollen eines Gefühls schöpfte, das Gesungene und Lyrische fast meiblich betonend, während Lamond herbere Töne auf dem Klavier anschlug und in dynamischer wie rhythmischer Beziehung Tiit Leo Fall ging einer der fruchtbarsten Operettentomponiften der letzten Jahrzehnte dahin, ein Mann, der in seinen besten Werken ein auffallendes Können in rein orchestraler Hinsicht mit großem fünstlerischen Geschmack und einem Reichtum an schlagerhaften Einfällen verband. In seinen Anfängen neigte er der Oper | Bodhum, 16. September.( Eigener Drahtbericht.) Zu dem Be. such Hindenburgs und Luthers in den befreiten Städten des Westens verlautet, daß die Gewertschaften und die sozialdemokratische Partei es ablehnen, an den Emp find. Um jedoch zu verhindern, daß die Absichten der Rechtsorgani. fationen in Erfüllung gehen, die den Hindenburg- Besuch zu einem großen nationalistischen Rummel ausarten lassen wollen, und um insbesondere die republitanischen Miniſter auch republifanisch zu begrüßen, ruft die Parteipreffe zum demonſtrativen Beflaggen der Häufer in Schwarzrotgold auf. Ebenso wird das Reichsbanner in Bochum mit zahreichen Fahnen Aufstellung nehmen, jo daß sicher zu erwarten ist, daß trotz aller Bemühungen von rechts Schwarzrotgold bei weitem überwiegt. Erfte Reparationsrate auf das zweite Damesjahr. Der General- Agent für Reparationszahlungen teilt mit: Die Reichs. regierung hat den am 15. September fälligen Betrag von 30 millionen Goldmart als erste Rate der im zweiten Jahre des Sachverständigen Blanes zu leistenden Annuität heute gezahlt Die Zahlung erfolgte durch Ueberweisung der Gegen werte in Reichsmart auf das Ronto des General- Agenten für Reparationszahlungen bei der Reichsbant. Journafifinnen in Japan. Ein in Lofio erscheinendes Magazin bot fürzlich einen Bosten für eine Journalistin aus und erhielt 280 Bewerbungen, ein Zeichen einerseits für die Neigung der modernen Japanerinnen für diesen Beruf, andererseits für die Fräulein Shigeto Tatenate, feit 14 Jahren Mitarbeiterin des Spärlichkeit journalistischer Betätigungsmöglichkeiten für Frauen. Tofioer„ Ajahi und damit die drittälteste japanische Journalistin überhaupt, äußerte fich fürzlich über diesen Zweig der Frauentätigkeit im öffentlichen Leben. Sie betonte, daß man ihr gegen über zwar gewisse Borbehalte getroffen habe, die sich jedoch nach her als unnätig herausgestellt hätten, daß sie aber im übrigen ihren Rollegen durchaus gleichgestellt sei. Die wachsende Beschäftigung mit journalistischen Dingen bei den Frauen bringt fie in unmittel bare Berbindung mit der durchgreifenden Reform des japanischen Frauen und Mädchenbildungswesens. Im Gegensatz zu den all Frau als außerordentlich ausdauernd und zähe und sieht gerade in gemeinen Anschauungen bezeichnet Fräulein Tatenate die japanische diesen Eigenschaften die Garantie dafür, daß die japanische Frau in absehbarer Zeit sich einen starten Einfluß auf die öffentliche Meinung erobern wird. Bekanntmachung des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Sämtliche bayerischen Schüler gegen Unfall versichert. Einer zufolge hat das Staatsministerium mit dem bayerischen Versicherungs verband ein Abkommen getroffen, wonach sämtliche Schüler der dem Staatsministerium unterstehenden bayerischen höheren Lehranstalten sowie der Fachschulen gegen Unfall in der Schule, bei Unter nehmungen der Schule und zum Teil auch auf dem Schulweg sowie bei fonftigen Unfällen versichert werden. Die Versicherung ist eine Zwangsversicherung für sämtliche Schüler, die einen Jahresbeitrag von 1,50 m. entrichten müssen. Auch auf die Lehrer erstreckt sich die Bersicherungspflicht. Der Grundgedante dieses Abkommens ist ohne Zweifel erfreulich und begrüßenswert, wenn auch zu wünschen wäre, daß die Beiträge aus öffentlichen Mitteln bestritten würden. Pädagogische Tagung Das Candheim. Am 6. und 7. Oftober ber. t in Berlin W 35, Potsdamer Str. 120, eine öffentliche Tagung anstaltet das 8entralinstitut für Erziehung und unter. mit dem Thema, Das Landheim. Auf Grund der in den bestehenden Heimen gemachten Erfahrungen soll die ergiebliche und unterrichtliche Bes deutung der Schul- Landheime fowie ihre Einrichtung und wirtschaftliche Unterhaltung in Berichten und Aussprachen erörtert werden. Zu der Tagung find Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten, die Mitglieder der Landbeimnereine, bädagogisch intereffierte Eltern und die Vertreter von Städten und Jugendpflegeorganisationen eingeladen. Teilnehmerkarten zum Breiſe Erziehung und Unterricht. von 3 M. find erhältlich durch die Geschäftsstelle des Zentralinstituts für Der neue Lehrplan der Sozialhygienischen Alademie in Charlottenburg 1925/26 umfaßt Borlesungen über Hygiene( Gottstein, Grotjahn, Chajes, Seligmann), foziale Bathologie( Langstein, Lubarsch. Straßmann), gesund beitliche Fürsorge( Gottstein, Rott, Schiveers, Biefalfti), soziale Drganisation beiten in sämtlichen Fürsorgestellen. Anfragen und Anmeldungen werden und Gesundheitsfunde( Strohne, Steinweg, Judenad) und praktische Ar wegen der Beichränkung der Görerzahl möglichst bald an das Sekretariat der fademie, Chailoltenburg 9, Spandauer Berg 15/16, erbeten. ChristLich-Konfervatwe unter sich. Beschimpfungen des Zentrums. Von der katholischen Kirche ist vor einiger Zeit ein deutscher Widersacher Luthers aus der Reformationszeit heilig gesprochen worden. Der Prälat, der die Zeremonie vollzog, nannte Luther„das protestantische Deutschland, das sich gegen das katholische Europa erhebt", während er in dein Wider- sacher„das Ideal eines friedlichen Deutschland" sieht,„das sein Katholizismus dazu drängt, ein Werkzeug des politischen Ausgleichs in der Welt zu sein." Die„Tägliche Rundschau", zu der sich die Christlich-Konservativen im Zentrumslager geflüchtet haben, unterstellt den lediglich historischen Ausführungen des Prä- laten feindliche Absichten gegen das„nationale Deutsch- land", um das Zentrum in der boshaftesten Weise ver- leumden zu können. Sie schreibt: .Ob sich bei diesen Anspielungen, die von der Erhebung des protestantischen Deutschland gegen das katholische Europa sprechen, also deutlich genug eine deutschfeindliche Auffassung vom Weltkrieg verraten, und ebenso bei der Behauptung, dah der Katholizismus Deutschland dazu dränge, nur ein Werkzeug des politischen Ausgleichs, d. h. fremder Znleresien zu sein, in Herz und Gewissen der deutschen Zuhörer, unter denen sich auch der ehemalige Kandidat für den Posten des Reichspräsidenten Dr. Rtarx befand, nicht etwas von Scham und Unwillen geregt hat? Die Mehrheit des deutschen Volkes hat doch einen guten Zastinkt bewiesen. als es die Wahl des Dr. Marx durchkreuzte." Die Perfidie, mit der die„Tägliche Rundschau" eine unpolitische Rede mißbraucht, um den Führer des Zentrums zu verleumden und anzuprangern, hält den Vergleich mit allem aus, was die Völkischen bisher in dieser Hinsicht geleistet haben. Man kann Herrn v, P a p e n zu seinen christlich-konservatioen„Freunden" beglückwünschen! Richtertag und Untersuchungsausschüsse. Nun erst recht! Die maßlosen Anwürfe des berüchtigten Renegaten der Demokratie Müller-Meiningen gegen die parlamen- tcrrischen Untersuchungsausschüsse, auf die wir bereits hinge- wiesen haben, werden von der gesamten reaktionären Presse jubelnd begrüßt. Der Sonderberichterstatter der„Deutschen Tageszeitung" bezeichnet diese Rede als den„Höhepunkt" des Würzburger Richtertages. Herr Müller-Meiningen ist wohl einer der letzten, der überhaupt das Recht besitzt, in Fragen der Justiz den Mund zu öffnen. Wer mitverantwortlich ist für die von der erdrücken- den Mehrheit des Reichstages verurteilte Schande der Ver- ewigung der„Volksgerichte", wer die Schmach des Fechen- bach-Urteils mit wohlwollendem Stillschweigen gedeckt hat, wer sich überhaupt mit jenen zum Himmel stinkenden Zu- ständen solidarisch erklärt hat, die sich in Bayern als„Justiz" bezeichnen, der mag zwar in den Augen der Reaktionale würdig erscheinen, die Richterrobe zu tragen— in den Augen der republikanischen Bevölkerung besitzt er nicht die dazu er- forderlichen moralischen Eigenschaften. Ein Land, in dem es möglich war, daß steckbrieflich verfolgte Hochverrater, wie Ehr- Hardt, beim Ministerpräsidenten und beim Polizeipräsidenten ein- und ausgingen, ein Land., in dem. Verfassungsbrüche und offene Auflehnungen gegen.Deichsgesetze geduldet und gefördert wurden, ein Land, in dem höchste Richter aktiv an Putschen beteiligt waren, ein solche» Land ist überhaupt kein Rechtsstaat. Herr Müller-Meiningen mag sich beim Oberreichsanwalt Ebermayer, der übrigens ebenfalls auf dem Würzburger Richtertag anwesend war, nach seiner Austastung dieser Dinge erkundigen. Herr Ebermayer ist es nämlich gewesen, der in einer Sitzung des Staatsgsrichtshofes unter deutlicher An- spielung auf den Elzrhardt-Skandal von Bayern als von dem „sogenannten Ausland" sprach. Die Entrüstung des Müller-Meiningen über die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse kommt r e i ch l i ch s p ä t. So lange im preußischen Bannat-Ausschuß die Deutschnationalen unter Führung eines Richters, nämlich des Kammer- aerichtsvats Deerberg, ihre Hauptaufgabe darin erblickten, durch schamlose Verdächtigung politischer Gegner ein schweben- des Verfahren im Sinne der Belastung des Angeklagten zu beeinflussen, da hat kein Müller-Meiningen dagegen protestiert, sondern die gleichen deutschnationalen Blätter, die heut« eine Schimpfkanonade als den Höhepunkt des Richtertages preisen, unterstützten mit allen Kräften diese saubere Tätigkeit: Galt es doch vor allem, im Hinblick auf die bald fällige Reichspräsiden- tenwahl Ebert zu treffen. Aber von dem Tage an, an dem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß durch seine sachliche Arbeit Licht in einen Iustizskandal ersten Ranges zu bringen vermochte, da rebellierten plötzlich, die heuchlerischen Hüter der deutschen Rechtspflege. Ohne Ij�n H ö fl e- Untersuchungsausschuß, der übrigens unter dem Vorsitz eines Deutschnationa- l e n, und zwar eines früheren Richters, Dr. Seelmann, tagte, wären die Herren Staatsanwälte Pelzer und Linde nie- m a l s bloßgestellt worden, n i e m a l hätte man z. B. die Schmach des Msineidsverfahrens gegen Höste aufgedeckt. Im übrigen find ja die Beschlüste dieses Ausschusses mit Ausnahme der Kommunisten einstimmig, also mit den Stimmen der Deutschnationalen, gefällt worden, so daß sich die deutsch- nationale Preste mit ihrer Bewunderung für den Vorstoß von Müller-Meiningen sich selbst ins Gesicht schlägt. Die Wut eines Müller-Meiningen gegen die parlamen- tarischen Untersuchukigsausschüsie und die Tatsache, daß er dabei von der Rechtspresse sekundiert wird, ist nur ein B e- weiss ür die Nützlichkeit dieser Einrichtung und für die Notwendigkeit, nun erst recht davon Gebrauch zu machen, um die skandalösen Zustände in der Justiz aufzudecken und zu reformieren. Eine der nächsten Aufgaben des preußi- schen Landtages wird es fein, einen Untersuchungsausschuß eimzusetzen um den wahren Barmat-Standal aufzuhellen, nämlich die Handlungen gewisser Justizbehörden in dieser ganzen Affäre._ �err Benkel enthü�t.«« Ein phantasievoller Bildermaler. Genosse Kuttner schreibt uns: In der Abendausgab« der„Berliner Börfen-Zeituug" vom Mittwoch, den ly. S-ptembsr, veröffentlicht der deutschnationale Landtagsabgeordnets Eduard Kerkel einen Artikel„Bildcr aus der Preußischen Justiz", der eine neue deutschnationale Hilfsaktion für die in der Knoll-Astäre schwer kompromittierten Justizbeamten und deutschnotionalen Spionageogenten darstellt. Zu Beginn des Artikels malt Herr Kenkel in satten Farben das Bild einer Sitzung, die im Iull stattgefunden habe und an der die Rechtsanwälte Werchauer, Pröll. Herr Sklarz sowie meine Person testgenommen haben sollen. In dieser Sitzung sei beschlossen worden, gestohlene Briefe und eidesstattliche Bersicherungen des Herrn Wolfgang Breichaupt zu kaufen. Das in groben Umrissen hier wiedergegebene, Im Original viel farbenprächtiger gehaltene Bild des Justizmalers Kenkel leidet nur an einem Fehler: es ist von A bis Z ein Phantasiebild. Ich für meine Person habe an einer solchen Besprechung niemals teilgenommen, Habs insbesondere in der ganzen Knoll-Ango- legenheit Herrn Sklarz weder gesehen noch ein Wort mit ihm gesprochen. Man darf immerhin Herrn Kenkel solche Irrtümer nicht übel nehmen; es ist nicht das erstemal, daß ihm seine erhitzte Malerphantasie derartige Streiche spiest und ihn Phantasieartikel schreiben läßt. Der Zweck der Sensationsmalerei wird allerdings klar, wenn man Herrn Kenkel behaupten hört, daß das schwebende Verfahren gegen die Knoll, Kußmann und Genossen bisher keinerlei Resultate gezeitigt habe. Woher weiß Herr Kenkel das? Hat er Einsicht in die Strafakten genommen? Oder vielleicht durch einen seiner Hinter- männer nehmen lassen? In diesem Falle dürfte ihn allerdings die positive U n» r i ch t i g k e i t seiner Behauptungen von solchem Verdacht reinigen. Herr Kenkel möge sich ruhig gleich uns gedulden, bis die Ergebniste des Verfahrens der Oefsentlichkeit bekanntgemacht werden. Er wird dann nach unserer Boraussich? imstande sein, neue Bilder aus der preußischen Justiz zu malen, die zwar ganz anders als sein« bis- herigen aussehen, aber dafür den Vorzug naturgetreuer Wahrheit haben werden. Wir empfehlen ihm hierfür schon im voraus Poträtftudien an Herrn Knoll und Herrn Kußmann sowie Knterieurstudien aus dem Amtszimmer des Herrn Kußmann zu machen. Der Wortlaut öer Einladung. Das von dem französischen Botschafter dem Reichsaußen- minister am Dienstag übergeben« Memorandum hat folgenden Wortlaut: „vel Uebergabe der Rote vom 24. August d. Z. an Herrn Skrefemann war der französische Botschasler beaustragk worden, dem Minister der Auswärtigen Angelegenheilen milzuleilen, daß die französische Regierung in llebereinstimmung mit ihren Alliierten es für zweckmäßig Halle, im Falle einer günstigen Aufnahme der bezeichneten Rote durch die deutsche Regierung den Abschluß der eingeleiteten Verhandlungen durch ein? Zusammenkunft juristischer Sachverständiger und weiterhin durch eine Begegnung der Außeu- minister der beteiligten Staaten zu beschleunigen. Räch den nunmehr abgeschlossenen Besprechungen der Zuristen In London glaubt die französische Regierung und ihre Alliierten, daß die in Frage kommenden Slaoken ein gemeinsames Za- tcrefse daran haben, die Verhandlungen olcht in die Länge zu ziehen, und daß der Augenblick gekommen ist. um einen Zeitpunkt für die geplante Zusammenkunft seftzusehen. Für diesen Zweck dürfte das Ende des Monats September oder spätesten« die ersten Tage de« Monats Oktober ein geeigneter Zeitpunkt sein. Die Konferenz würde aus neutralem Gebiet, zweckmäßigerweise in der Schweiz, stollsiadeu, und zwar au einem Orte, über den sich die Regierungen noch za einigen hätten. Die französische Regierung und ihre Alliierten hassen z n- verslchklich, daß diese Vorschläge den wünschen der deutschen Regierung entsprechen nnd daß diese in der Lage ist. ihnen alsbald ihre Zustimmung mitzuteilen." Ein ähnliches Memorandum hat auch dar britische Ge- schäftsträger überreicht._ Der deutfch-belgilche Handelsvertrag Eine Note au Belgien. Der Austausch der Ratisikationsurlunden zu dem vorläufigen Handelsabkommen zwischen Deutschland und der B e l> gisch. Luxemburgischen Wirtschaftsunion hat gestern im Auswärtigen Amt stattgefunden. Das Abkommen tritt am 1. Ok- tober d. I. in Kraft. Gleichzeitig wurde dem belgischen Gesandten eine Rot« über-' geben. In dieser wird zum Ausdruck gebracht, daß die deutsche Regierung siir den Fall, daß die belgische Regierung später zur Ein- führung der 26prozentigen Reparationsabgabe schreiten sollte, in einer solchen Maßnahm« eine Schlechterstellung der beut- schen Waren aus dem belgischen Markte gegenüber den Waren aus dritten Ländern sehen müßte, und dah eine solche Schlechter- stellung mit dem Grundsatz der Meistbegünstigung in Widerspruch stünde, aus dem das vorläufige Handelsabkommen zwischen der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion und Deutschland vom 4. April 1925 aufgebaut sei. Von belgischer Seite wurde hierzu er- klärt, daß die belgische Regierung für den Fall, daß sie sich zur Ein- führung der Reparationsabgabe genötigt sehen sollte, sich vorher mit der deutschen Regierung ins Benehmen setzen würde, um eine Anwendungsmöglichkett der Abgabe zu finden, die den Handels- verkehr zwischen den beiden Ländern, dessen Entwicklung die belgische Regierung wünsche, nicht schädige. parlser hanöelsvertragsverhanölungen. Pari«, 16. September. sEigener Drahtbericht.) Der Vorsitzende der deutschen Handelsdelegation, Staatssekretär Trendelen- bürg, hat am Mittwoch nachmittag mit dem französischen Handels- minister E h a u m e t eine zweite Zusammenkunft gehabt, lieber den Verlauf der Unterredung ist bis zur Stunde noch nichts bekannt. Deutsch»po!nische Verhandlungen. Um de» Handelsvertrag. Amtlich wird gemeldet: Gemäß der im Juli ds. Js. getroffenen Vereinbarung wurden die Verhandlungen über den Abschluß eines deutsch-polnischen Handelsvertrages in einer gemeinsamen Sitzung der beiderseitigen Delegationen im Auswärtigen Amt wieder aufgenommen. Von beiden Seiten wurde der Wunsch zum Ausdruck gebracht, m ö g- tichft bald zu einer Verständigung zu gelangen, wobei der deutsche Bevollmächtigte L e w a l d betonte, daß auf deutscher Seite der Abschluß eines definitiven Handelsvertrages an, gestrebt werde, während der polnische Bevollmächtigte P r a- d y z Y n s k i den Abschluß eines Provisoriums als Vorstufe zum defim'tiven Handelsvertrag vorschlug. Lewald wies unter anderem auf die große Bedeutung einer befriedigenden Regelung der Fragen des Niederlassungsrechts und der Zollbindungen hin. Zum Schluß wurde vereinbart, vor Beginn der offiziellen Kom- misswnssitzungen im Wege unverbindlicher Besprechungen zwischen je 2 von beiden Bevollmächtigten ernannten Vertretern das aus den früheren Verhandlungen � vorliegende Material zu prüfen und eine Klärung der bestehenden Differenzpunkte vorzubereiten. Die Völkerbundstagung. Genf, 16, September/(Eigener Drahtbericht.) Die Aus- spräche über den Tätigkeitsbericht des Völkerbundsrates fand am Mittwoch ihren Abschluß. Der Vertreter Rumäniens bekannte sich namens seiner Regierung nochmals zu den Grundsätzen des Genfer Protokolls. Rumänien sei auch bereit, mit seinen sämtlichen Nachbarstaaten obligatorische Schiedsgerichtsverträge abzuschließen. Der Vertreter Haitis brachte eine Resolution ein, die eine Revision aller G e- schichtsbücher im Sinne der Ausmerzung aller Kriegsverherr- lichung verlangt. Der chilenische Delegierte sorderte in einer Reso- lution die Bildung eines internationalen Komitees von Presse- sachverständigen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Sinne einer allgemeinen Abrüstung und der Friedensidee. Die nächste öffenlliche Sitzung der Völkerbundsoersammkmg findet Witt- wach nächster Woche statt. Der Nachmittag war wiederum durch Kommissions» s i ß u n g e n ausgefüllt. In der ersten Kommission wurde die Aus» spräche über den dänischen Vorschlag der Einsetzung eines Schlich- tungsausschufses beim ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag fortgesetzt. Lord Robert Cecil(England) und Loucheur (Frankreich) lehnten im Namen dieser Länder diesen Vorschlag ab. Sein Schicksal dürste damit besiegelt sein. Die sich immer deutlicher zeigende Unmöglichkeit, die Unmenge der vorliegenden Anträge in Dollkommissionen weiter zu behandeln, die zwar voneinander ge» trennte Fragen zu behandeln haben, die aber innerlich zusammen- gehören, kam in einem Antrag Adatis zum Ausdruck. Der japanische Delegiert« schlägt die Einsetzung einer gemischten Kom- Mission vor, in die die erste und dritte Kommission je 24 ihrer Mitglieder zu entsenden hätten. In der sechsten Kommission stand am Mittwoch nachmittag der litauische Antrag zur Behandlung, der die Einsetzung eines Sachverständigenausschusses zur Ausarbeitung eines internationalen Minori- tätenrechtes verlangt. Benesch, der zunächst zu Worte kam, vermißt eine klare Stellungnahme zu diesem Antrag, während sich der polnische Delegierte für ihn einsetzte. Loucheur(Frankreich) glaubt, dah die erste Arbeit dieser evtl. einzusetzenden Kommission der Um- grenzung des Begriffes„Minoritäten" gewidmet sein müsse. Lord Cecil hielt eine Verallgemeinerung der bestimmten Minder- Helten in Sonderverträgen gewährten Rechte für praktisch unmöglich. Demnach hat auch der litauische Antrag nicht mehr Aussicht, an- genommen zu werden. Hervorgehoben zu werden verdient, daß im Verlauf der Sitzung der chinesische Delegierte betonte, daß es auch Mehrheiten gäbe, die gegen die Minderheiten geschützt werden mühten. Der Mossulkonflikt. Genf. 15. September.(Eigener Drahtbericht.) In der Mossul- frage haben am Mittwoch die Türken auf die englischen Beschul» digungen geantwortet. Sie weisen alle Meldungen über Konzen- tration von Truppen an der Grenze und Vertreibung von Christen als tendenziös energisch zurück. Es oerlautet, daß die Mossul- kommission dem Rat vorgeschlagen hat. an die Türken ein U l t i- m a t u m zu richten, das mit dem Abbruch der Verhandlungen droht und alle Verantwortung dafür den Türken überläßt. Eine Bestäti- gung dieser Meldung war jedoch bisher nicht zu erhalten. Jedenfalls wird man zu dieser äußersten Maßnahme nur schreiten, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind. Internationale Kriegsopferkonferenz. Genf,. 16. September.(Eigener Drahtbericht.) Am 18. und 19. Dezember d. I. wird in Genf«ine mternatiogala Konferenz der Kriegsverletzten und Kriegstellnehmer stattjinden. Ziel dieser Zu- sammenkunft soll sein, Mittel zu suchen, durch welche die Kriegs» o p f e r gemeinsam ihre Sonderrechte wahren und zur S i ch e» rung des Friedens beitragen können. An der Konfeeenz werden, wie wir hören, französische, deutsche, österreichische, italie» nische, polnische, rumänische, serbische und tschechojlpwalische Kriegs- teilnehmer und Kriegsverletzte teilnehmen. Auch andere Delegationen sollen zurzeit mit der Konferenzleitung in Verhandlungen wegen ihrer Teilnahme stehen. festige Kämpfe in Marokko. Tie französisch-spanifche Offensive. Paris. 16. September.(Eigener Drahtbericht.) Die französischen Truppen in Marokko sind am Mittwoch zur Offensive im Zen- trum der Front übergegangen. In drei Kolonnen rücken sie gegen das Bsrgmassiv von Bibane vor, das von den Riflabylen und den aufständischen Stämmen stark befestigt ist. Die fran- zösischen Truppen werden bei ihrem Angriss durch Tanks und Maschinengewehre unterstützt. Der Vormarsch dauert nach den letzten Berickten noch fort. Nach Meldungen aus englischer Quelle wurden die in der Bucht von A l h u c e in a s gelandeten spanischen Truppen nachts von den Rifkadylcn einem heftigen Geschützfeuer unterworfen. Tagsüber schwiegen die Batterien, um ihre Stellungen nicht zu verraten. Dt« schwer zugängliche Küste und die schlechte See machten die Der- svrgung der spanischen Truppen mit Munition und Proviant, die nur aus dem Seewege erfolgen kann, oft unmöglich. Die Lag« bei Tetuan habe sich erheblich zugunsten der Spanier verbessert. Abd el Krim bereitet jedoch, wie dem«Paris Soir" gemeldet wird» einen neuen Angriff auf die spanischen Truppen an diesem Front» abschnitt vor. Die Spanier hätten Gsgenmastnahmen ergriffen und ein« starke Kolonne stehe zur Abwehr des geplanten Angriffs bereit. Kommunistischer Proteststreik. Paris, 16. September.(Eigener Drahtberichi.) Wie verlautet, bereiten die Kommunisten als Protest gegen den Marakkokrieg einen Generalstreik vor. In Aussicht genommen soll der 27. September sein. Doch scheint dieser Proteststreik, der 24 Stunden dauern soll, keinen allzu großen Anklang zu finden. Caillaux' fimerikareife. Um die Schuldenregelung. Parts, 16. Sepien, ber.(Eigener Drahtberichi.) Der französisch« Finanzminsster C a i l l a u x hat am Mittwoch in Legleitung einer zahlreichen Abordnung, an der eine Anzahl �von Sachverständigen, die Vertreter der großen politischen Parteien teilnehmen. Paris ver. lassen. Cr will sich am Mittwoch abend in Le Havre nach Zl m e r i? a einschiffen, um dorr die Verhandlungen über die Reg» lung der französischen Schulden an die Doreiuigte» Staaten zu leiten. Eaillaux hat dafür weitgehende Ao'll- machten von der Regierung erhalten, und obwohl einige englisch« Blätter wissen wollen, daß Amerika bereit sei. Frankreich nicht nur günstigere Bedingungen als England, sondern als Delgiea gegenüber einzuräumen, lassen die hier vorliegenden Informationen keinen Zweifel darüber, daß die nunmehr beginnenden Berhand» lungen äußerst schmieriger Natur sein werden. ver bulgarische Ministerpräsident Zantaff ist in Genf eing«. troffen. Das sozialistische Blatt„Le Travail"(Die Arbeit) pro» t e st I e r t im Namen der Genfer Arbeiterschaft gegen die Anwesen» beit des„Henkers am bulgarischen Proletariat" aui Genfer Boden. Gewerkschaftsbewegung Forberung auf Eindething eines neuen Schichtungsverfahrens ge nügend flargestellt set Der gefällte Schiebsspruch wird also nicht für verbindlich erflärt, es findet aber auch tein neues Schlichtungs verfahren statt. Auch die Lohnverhandlungen in Oberschlesien Was sich die Rechtsregierung herausnimmt. haben kein Resultat gebracht. Abbau des Reichswirtschaftsrats. Das Aus dem Reichsbahnbetrieb. Bir miesen türzlich auf die miserablen, unhaltbaren Zustände in einzelnen Dienststellen der Reichsbahn hin, unter anderem auf die Zustände auf dem Anhalter Güterbahnhof, mit dem Erfolg, daß fofort ein großes Reinemachen einsetzte. Es sind jedoch noch weitere Das Reichsarbeitsministerium will die Erledigung der Lohn Mißstände in anderen Dienststellen vorhanden, u. a. im Bahnfrage der Bergarbeiter bis in den Herbst verschleppen. betriebsmer? Rga Rummelsburg. Die für den LokoAus Gewerkschaftskreisen wird uns geschrieben: Minifterium rechnet allem Anschein nach darauf, daß im Herbit motivstand eingerichteten Rauch abzüge, und es sind deren nicht Der an die Mitglieder des vorläufigen Reichswirtschaftsrates infolge des stärteren Sohlenabfages die finanzielle Lage der Zechen wenige, merden seit Wochen nicht mehr gereinigt. Die Folge sich soweit gebessert hat, daß eine Lohnerhöhung ohne größere davon ist, unerträgliche, für das dort arbeitende Betriebs- und Lokovertraulich verteilte Referentenentwurf über den endgültigen Reichswirtschaftsrat wird in der Presse bereits Schwierigkeiten erfolgen tann. Die Ruhrbezirksleitung des Bergs motivpersonal schwer gesundheitsschädigende Auseiner eingehenden Kritif unterzogen. Das Reichswirtschaftsministe arbeiterverbandes bezeichnet die Stellungnahme des Reichsarbeits: wirfungen infolge der Rauchniederschläge. Die in diesem Lotrium mutet dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat mit dem Entwurf minifteriums als gröbliche Mizachtung der Bergarbeiter. Im Geschuppen vorhandenen Kanäle sollen berartig verstopft und gensatz zu dem Reichsarbeitsministerium und zu dem Zechenverband berich mußt sein, daß die mit Reparaturen beauftragten Schlosser zu, daß er sich selbst das Lebenslicht ausblasen soll. Die Borlage ist der Bergarbeiterverband der Auffassung, daß eine Lohnerhöhung ihre Arbeit nur unter der größten Lebensgefahr verrichten können. bedeutet nichs anderes als den planmäßigen Abbau des auch icht schon für die Bechen durchaus tragbar ist. Die Ber Gedankens der Wirtschaftsdemokratie und die Beschleppung der Lohnregelung für die Bergarbeiter mußte natürlich daß den Schlossern die gesetzlich zustehende Schutzkleidung meil ja seitigung des Mitwirtungsrechtes der Arbeiter und Dom Reichsarbeitsministerium vorgenommen werden, Dorenthalten wird. In der leichtsinnigsten Weise wird gegen Angestellten an der Regelung der Wirtschafsfragen. programmgemäß sämtliche Lohnbewegungen im Intereffe der be. die elementarsten Grundsätze der Keffel- und Heizungsvorschriften versioßen, weil die zur Befeuerung notwendigen Rohlen von den versioßen, weil die zur Befeuerung notwendigen Rohlen von den aussichtführenden Refsetheizern selbst über 50 meter herantransportiert werden müssen und inzwischen die unter Feuer liegenden Die Birtschaft, die nach den Grundsägen der Gerechtigkeit mit bem Ziele der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alie geordnet werden soll, so heißt es im Artikel 151 der Reichsverfaffung, bleibt nach dieser Borlage in Sutunft erst recht eine Domäne des Unternehmertums. Die Arbeiter und Angestellten fann man zwar nicht ganz übergehen, aber der Entwurf betrachtet sie nur als notwendiges lebe L Von der jetzigen Reichsregierung fonnie die Deffentlichtei natürlich faum eine andere Borlage erwarten. Bereits am 28. November 1923 verabschiedete der Verfassungsausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates einen Entwurf über den Aufbau und den Aufgabenkreis der Bezirkswirtschaftsräte und bes endgültigen Reichswirtschaftsrates. In diesem Entwurf ist auch die paritätische Besetzung der öffentlich- rechtlichen Wirt. schaftsfammern wie der Handels, Handwerks, Landwirtschafts- und der neu zu bildenden Industriekammern gefordert. Diese Kammern beeinflussen bekanntlich entscheidend die Wirtschaftsfragen; die Regierung ftüßt sich bei ihren Maßnahmen auf das Urteil dieser Kammern. Der neue Entwurf berücksichtigt die Forderungen des Verfaffungsausschusses in feiner Weise; er läßt vielmehr erPennen, daß die Arbeiter und Angestellten auch in Zukunft aus diesen Rammern ausgeschaltet bleiben sollen. Wohl sucht der neue Entwurf dem Wortlaut des Artikels 165 der Reichsverfassung for mell Rechnung zu tragen, aber er atmet dabei ganz den Geist der Unternehmer, die den geringen Einfluß der Arbeiterschaft auf die Wirtschaft völlig zurückdämmen wollen. Daher Abbau der 326 Mitglieder des bisherigen RWR auf 126 und davon sollen nur 41 Arbeitervertreter sein. Die Auswahl soll auf 6 Jahre erfolgen und zwar so, daß alle zwei Jahre ein Drittel der ständigen Mitglieder ausfcheidet und ersetzt wird. Das Hauptgewicht wird in die Ausschüsse verlegt, wo die Bertreter der Regierung den Borsiz führen sollen, während bisher die Ausschüffe ihren Vorfizenden selbst bestimmten. Mit einem Bort: Das Reichswirtschaftsministerium will den RWR. an die Kette der Regierungs bureautratie legen; es will mit der Bevorzugung der Unternehmer und den von der Regierung allein zu wählenden 30 Vertretern jebe Barität zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer be. feitigen. Für die Gewerkschaften ist die Stellungnahme zu diesem Referentenentwurf infolgedeffen einfach. Der Breslauer Gewerf. schaftstongreß hat in einer bedeutsamen Entschließung die neuen Pläne des Reichswirtschaftsministeriums mit Entschiedenheit ab. gelehnt. Der Kongres forbert einen Reichswirtschaftsrat, der mit den Grundgedanken der Reichsverfaſſung in Einklang gebracht wird. Die grundlegenden Wirtschaftsgefeße müssen vor der endgültigen Entscheidung dem RWR, vorgelegt werden. Er muß das Recht haben, eigene Gefeßesporlagen aufzustellen und vor dem Reichstag zu vertreten. Er muß die Befugnis erhalten, eidliche Ber nehmungen( Enqueterecht) vorzunehmen. Er muß das volle Recht der Selbstverwaltung befizen und frei fein von jeder Bevormundung in der Geschäftsführung und Leitung der Ausschüsse. Er muß mirtli paritätisch zusammengefeßt sein. Als Arbeitervertreter dürfen nur Bertreter von Organisationen zugelaffen werden, die als Gewerkschaften im Sinne der von allen gemertschaftlichen Spigenorganisationen im Frühjahr 1920 aufgestellten Leitfäße anzusprechen sind. Da der durch die Berfassung geforderte Reichsarbeiterrrat noch nicht gebildet ist, bedeutet die Berabschiedung des Gefeßentmurfes zur Schaffung des endgültigen RWR. eine Berfajfungsände. rung. Um jo meniger merden die Arbeiter und Angestellten, denen mit der Entschließung des Gewerkschaftstongreffes der Weg vorgezeichnet ist, aulaffen, daß der Staat für die Zukunft nur die Rolle bes Nachtwächters spielen foll Galgenfrist bis zum Preisabbau. Auf das Schreiben der vier Bergarbeiterverbände zur Lohn frage, das am 25. August an den Reichsarbeitsminister ging, wird, mie wir hören, eine besondere schriftliche Antwort nicht erfolgen, da durch die mündliche Unterrichtung einzelner Bertreter der Berg arbeiterverbände der Standpunft des Minifteriums gegenüber der Sparsam sein und doch genußfreudig bleiben, will wohl gelernt sein. Sie bereiten sich einen schönen, aber billigen Genuß, wenn Sie nach dem neu bearbeiteten Oetker- Rezept einen Käse- Kuchen backen. Er ist vollmundig. wohlschmeckend u. außerordentlich nahrhaft. Zutaten zum Teig: 65 g Butter oder Margarine 1 El 50 g Zucker 150 g Weizenmehl 2 Teelöffel von Dr. Getker's Backpulver Backin" Zutaten zum Belag: 1 Pfund Quark Piund Meht Plund Zucker % Liter Milch 4 Eier. d. weiße zu Schnee geschl 50 g Dr. Oetker's Gustin 100 g Korinthen 1 Teelöffel voll von Dr. Oetker's [ Vanillin- Zucker Wie billig sich der Buchse stellt, kann jede Hausfrau selbst sehr leicht berechnen. Zubereitung: Zuerst bereitet man den Mürbeteig. Eier und Zucker werden mit einem Teil des mit dem Backin gemischten Mehles verrührt. Dann arbeitet man die kaltgestellte und in Stückchen zerpflückte Butter mit dem Rest des Mehles unter die Masse und fügt nötigenfalls soviel Mehl hinzu, daß sich der Teig ausrollen läßt. Mit dem fertigen Teig belegt man den Boden einer Springform. Dann wird der Quark durch ein Sieb gerieben, mit der Milch, Zucker, VanillinZucker, Eldottern, Korinthen, Mehl und Gustin glatt gerührt, zuletzt mit dem Elerschnee vermischt, auf den Teig gegossen und im heißen Ofen schnell gebacken. In den Berliner Hausfrauen- Vereinen kommt nur Dr. Oetker's Backpulver Backin" zur Verwendung. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos In den Geschäften oder, wenn vergriffen, umsonst und portefrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld rüchtigten Preisabbauaktion abgewürgt werden sollten. Dieses Anftauen einer ganzen Reihe von Lohnbewegungen fann der Reichs regierung und vor allem dem Reichsarbeitsministerium eines Tages, wenn die Ventile zur Preissenfung versagt haben, noch recht unangenehm werden.. Verbandstag der Böttcher. 2. Berhandlungsfag. Ant Dienstag fehte die Aussprache ein, die ein plastisches und lebendiges Bild vom Leben in fast allen Zahlstellen des Reiches vermittelte. Ein großer Teil der Diskussionsredner beschäftigte fich mit der: für den, Verband so alten, und doch so wichtigen Frage der Grenstreitigteiten mit anderen Organisationen. Sm all gemeinen wurde festgestellt, daß das Verhältnis in den einzelnen Filialen zum Verband der Holzarbeiter ein durchaus glückliches sei; dank der loyalen Haltung vor allem des Genossen Tarnow find Reibereien ernster Natur überall vermieden worden. Ernstere Konflitte hat es nur mit den Lebens- und Genußmittelarbeitern gegeben. Refsel vielfach ohne Aufsicht sind. Berantwortlich für diese polnische Wirtschaft ist eigentlich der Inspektor Hartfill. Da aber sein Vertreter, der Borsteher Fruhn, ben Inspektor spielt, ist dieser verantwortlich für die gegen die Ar beiterschutzbestimmungen verstoßenden Zustände. Herrn Fruhn, der es sich als Völkischer angelegen sein läßt, zur Pensionierung reife Arbeiter zu schifanieren( etwa um sie vorher auf die Straße zu werfen?), follte von der zuständigen Stelle etwas mehr auf die Finger gesehen werden. In Ragbudeleien gegenüber höheren Berwaltungsbeamten fann doch beim besten Billen eine befon." dere Leistung in der Betriebsführung erblickt werden. Ober wird die Leistungszulage besonders für derartige Leistungen gezahlt? RB. Wie wir nachträglich erfahren, soll die Reinigung der Rauchabzüge inzwischen erfolgt jein. Um die Sozialversicherung im Saargebiet. Genf, 16. September.( Eigener Drahtbericht.) Sämtliche Ge merffchaften des Saargebiets fordern in einer Dent chrift an den Bölferbundsrat, daß die Sozialver ficherung des Saargebietes entsprechend der deutschen der Kranten, Unfall, Invaliden, Knappschafts- Angestellten- und ausgebaut wird und daß alle Nachkriegsgefeße des Reiches in Erwerbslosenversicherung für das Saargebiet übernommen werden. Außerdem soll der Wiederanschluß an die Versiche rungsträger im Reich herbeigeführt werden. Ebenso foll die fortschrittliche deutsche Nachkriegsgefeggebung in Koalitionsrecht, Betriebsräte, Schlichtungs- und Arbeitsnachweiswesen für die Arbeiterschaft im Saargebiet eingeführt werden. Zusammentritt der Bergarbeiterinternationale. T Zahlreich waren auch die Stimmen, die sich zur Haltung der Berbandszeitung äußerten. Hier gab man einstimmig der Ansicht Ausdrud, daß in der Form eine Milderung eintreten müsse. Die große Mehrzahl der Delegierten teilte allerdings den Standpunti des Redakteurs bezüglich der tommunistischen Gemertschaftszersplitterer. Man dürfe aber deren Bedeutung nicht überschäzen. Be fonders wünschte man eine ftärtere Betonung sozialpolitischer und fachwissenschaftlicher Gebiete in der Verbandszeitung. Bon dem frischen Geiste, der in der Organisation des Böttcher verbandes lebt, zeugten vor allem auch die Ausführungen des Delegierten Busch Hamburg, der auf die Notwendigkeit hinwies, sich innerhalb des Organisationsapparates den Forderungen der Neuzeit anzupassen. Der Geist der modernen Wirtschaftsführung, soweit sie gut ist, müffe auch im Verbandsleben Tür und Tor offen finden. Bezeichnend waren in dieser Beziehung auch die Ausführungen von Dietmener Stuttgart, der Großzügigkeit bezüglich der Agitation Paris, 16. September.( TU.) Wie aus Brüssel gemeldet mird, empfahl. Viele Zahlstellen im Reich wären heute noch in arger Bertritt heute die Bergarbeiterinternationale zufammen, um über die mirrung oder lägen überhaupt noch brach, wenn die Gauleiter und Entfendung einer Delegation nach Rußland zu beraten. Wahrscheinlich die Funktionäre nicht unter dem Einsetzen ihrer ganzen Krait am wird die Einladung der Sowjetregierung abgelehnt, weil sie einigen Neubau der Organisation nach jener Zeit der Wirtschaftsverrückung Delegierten, einem Deutschen und einem Letten, die Bässe ver gearbeitet hätten. Ueberhaupt murde von fast allen Delegierten bemeigert hat. Auf der Tagesordnung steht ferner die Frage der fonders betont, daß der Funktionärtörper des Berbandes ein aus internationalen Solidarität im Falle eines Generalstreifs. Die eng gezeichneter sei. Beimann Berlin, der einen Bau von gelischen Delegierten münschen eine Erklärung darüber, welche Hilfe waltiger Ausdehnung zu bearbeiten hat, sprach sich besonders lobend fie im Falle eines Bergarbeiterstreifs in England von außen erüber die Aktivität der einzelnen Funktionäre in den verschiedenen marten tönnen. Zahlstellen aus. Es müsse vom Berband darauf hingearbeitet werden, mit einer noch viel intensiveren Informations- und Bildungsarbeit an die einzelnen unftionäre im Reich heranzufommen. Mit gang wenigen Ausnahmen sprach sich der Verbandstag auch für die Notwendigkeit einer Erhöhung der Verbandsangestellten gehälter aus, die beträchtlich unter den Tarifen des Bereins Arbeiterpreffe" stehen.(!) Jädel, Bertreter des ADGB., sprach über die Frage der Grenzstreitigkeiten. Ganz werde man dieje nie aus der Welt schaffen fönnen, aber man müsse versuchen, sie auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das Beispiel des Holzarbeiterverbandes zeige, wie durch ein gütliches Zusammenarbeiten viel mehr erreicht werden fönne. Hier sei der rechte Geist vorbereitet, der die Grundlage zum Industrieverband abgeben fann, zu dem uns die Entwicklung ohne Zweifel immer mehr hintreibt. Sm Böttcherverband sei in dieser Beziehung gute Borarbeit geleistet worden, und er müsse es begrüßen, wenn in diesem Geiste fortgefahren werden solle. Zum Schluß gegen 6 1hr. abends wurde noch einstimmig der Entlastung des Verbandsvorstandes, des Raffierers und der Re baftionsleitung zugestimmt. Am Mittwoch wird die Tagung um 8 Uhr fortgefeßt. Verbandstag der Tabakarbeiter. Sweiler Berhandlungstag. Der Berbandstag beschäftigte fich am Dienstag in sertran. figer Gigung ausschließlich mit der Frage der Lohn politit innerhalb der Gewerkschaft und nahm auch Stellung zur Monopol frage. Die internen Verhandlungen nahmen den ganzen Tag in Anspruch. Zur Monopolfrage nahm der Berbandstag einstimmig die nachstehende Entschließung an: Der 19. Berbandstag des Deutschen Tabalarbeiterverbandes ist der Auffassung, daß sich die weitere Entwicklung des Wirtschaftslebens in der Richtung der Gemeinwirtschaft unter forts schreitendem Abbau der Privatwirtschaft vollziehen wird und daß bieje Umwandlung planmäßig betrieben merden muß. Die freigemerfschaftlich organisierte Arbeiterschaft der Tabafindustrie wird deshalb auch jede Maßnahme unterstützen und fördern, die geeignet ift, die jetzige fapitalistische Wirtschaftsanarchie in der Tabakindustrie durch eine planmäßige Wirtschaft zu ersetzen." In öffentlicher Sigung wurde sodann in vorgerückter Stunde beschlossen, die eingereichten Anträge zum Statut zweds Borberatung der gewählten Statutenberatungstommiffion zu überweisen. Der Berbandstag wird sodann bis zum Donnerstag vertagt. Streit bei Maffei- Schwarzkopff, Wildan. Die Kranführer und Anbinder stehen bei der Firma Maffei Schwarzkopff seit Montag früh im Abwehrstreif. Eine auf Lohnerhöhung gestellte Forderung beantwortete die Direktion mit Lohnreduzierung, indem fie den ohnehin schon niedrigen Lohn von 77 f. auf 74 Pf. die Stunde herabfeßte. Dieses rigorose Borgehen beantworteten die Kranführer und Anbinder mit einmütiger Arbeitseinstellung. Die Firma fucht jeßt Ar. beitswillige durch Inserate. Unter der Hand wird in anderen Werfen unter den Kranführern und Anbindern Umfrage gehalten, ob jemand bereit ist bei Maffei Schwarzkopff. Bildau, in Arbeit zu treten. Die erfolgte Arbeitseinstellung scheint der Firma höchst unan. genehm zu sein, da sie einige Arbeitsaufträge hat, deren Lieferfrist recht nahe steht. Die Technifer und Ingenieure haben ein Eingreifen zugunsten der Firma abgelehnt. Die bestreitte Firma Derfucht notdürftig ihren Betrieb mit einigen Bolontären aufrechtzuerhalten. Hoffentlich sicht Herr Direktor Helm balb ein, baß ihm dieser Spaß recht teuer zu stehen fommt. Es liegt an ihm, zu einer Ber ftändigung bie Hand zu bieten. Die Streifenden sind bereit, falls ihren berechtigten Wünschen Rechnung getragen wird, sich jederzeit auf einer für fie annehmbaren Basis sh verständigen. Arbeits fuchenbe werden gebeten, ben bestreitten Betrieb bis auf weiteres zu meiden Zum Streik der englischen Seeleute. Genoffe Brailsford ersucht uns mitzuteilen, daß das unn unserem Londoner Korrespondenten gebrauchte Zitat fiehe. Baus marts vom 7. September, Abendausgabe) nicht dem New Leader" entnommen ist und auch nicht Genossen Brailsford zum Verfasser hat. Es liegt also offenbar eine Berwechslung vor, die aufzuklären nur unser Korrefpondent in der Lage ist. Orthopädiemechanifer! Zuzug von Orthopädiemechanifern nach Magdeburg ist wegen Streif fernzuhalten Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Siemens Rabelwert! Freibag nach Arbeitsschluß Sikung aller SPD.- Genoffen bei Lehmann, Gartenfeld. Der Fraktionsvorstand. Achtung, G.- Oberschöneweibe! Freitag nachmittag 4% Uhr bei Stiek. Oftendstraße, Bersammlung aller SPD.- Mitglieder. Wichtige Tagesordnung. Seber muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Solzarbeiternetband. Die Fortsekung der ordentlichen Gen- alDerfammlung vom 11. September sur Erledigung der teftlichen Tagung findet am Montag, ben 21. b. M., abends 7 Uhr, im Berliner Rlubhaus, Ohm ftraße 2, ftatt. Die Einäscherung des serforbenen Obmannes Wilhelm Knitter findet am Freitag, ben 18. b. M., nachmittags 5% Uhr, im Krematorium Gericht age 37-38 flatt Wetter für Berlin und Umgegend. Zunehmende Bewöllung, aber noch feine erheblichen Riederschläge, am Tage weiterhin warm. Für Deutschland. In Westdeutschland trübe und stellenweise Regen, in Dit und Süddeutschland noch heiter. Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter; Birtschaft: Artur Gaternus; Gemertfchaftsbewegung: Friebe. Calorn: Feuilleton: R. 8. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode;( ämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts.Budbruderet und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin GB. 68. Lirbenftrake& Sierzu 1 Beilage, Unterhaltung und Bifen und Frauenftimme". Durch Pneumette verschwinden alle Schmerzen. Nicht allein, daß Ihre vorzügliche Buenmette) ein wunderbarer Stütpuutt für den Fuß ist, so daß schon nach ein paar Tagen alle Schmerzen schwinden, so läuft man auch keinen Haden mehr schief, was bei mir stets der Fall war; ich ließ die neumette mal einen Tag aus, um den Erfolg zu sehen, war aber sehr froh, daß ich sie wieder einlegen konnte, wobei ich mich gleich wieder wohl und lauffräftig fühlte; jedenfalls eine herrliche Erfindung, wofür Ihnen die Menschheit nicht genug danken faun und ich werde Ihre Pn en mette überall empfehlen. Frau Betty H., Berlin. *) Pneumette, die weltbekannte pneumatische Fußstüße, ist die beste Schuheinlage gegen Uebermüdung und Senffuß. Unsere Leser seien darauf aufmerksam gemacht, daß die neumette an jedermann 8 Tage zur Probe und mit halbjähriger Garantie abgegeben wird bei der Firma Peiser Das größte Schuh Spezialhaus Groß- Berlins midral Nr. 439 42.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 17. September 1925 Kampf gegen die Teuerung! HIR E MM Männer! Kämpft in den Gewerkschaften für ausreichende Löhne! Die Hausfrauen sind durch die allgemeine und zweifelsfreie Leuerung der letzten Wochen in Aufregung gefommen. Mit Recht! Ihnen allen liegen noch die Erlebnisse der Inflationszeit in den Knochen. Und wenn man bedenkt, wie damals die Hausfrauen, auch wenn sie nicht selbst in die Arbeit gehen mußten, in der Hetze hinter dem Lebensnotwendigsten ein besonderes Tagemert voll bringen mußten und am Ende der Heze doch den Brotforb für die Angehörigen höher gehängt sahen, so ist die Aufregung nur zu ver ständlich. Aber die Hausfrauen müssen doch anfangen, die Dinge mit ruhigeren Augen anzusehen. Denn eine Aufregung, bei der man den Kopf verliert, ist schlimmer als die llebel selbst, die die Aufregung verursachen. Zunächst: heißt die heutige Teuerung, daß Wie steht es mit dem Preisabbau? Der Unternehmerregierung, dem Reichskanzler Luther, dem starten Mann der Schwerindustrie und der Großagrarier, ist es himmelangit geworden um die Zechprellerei, die sie durch ihre Zollpolitik mit der deutschen Wirtschaft betrieben haben. Die deutsche Boltswirtschaft ist nämlich erst von einer Inflationskrankheit geheilt; noch lange nicht von allen. Nur die Währung ist heute gesund. Was aber noch aufs schwerste frant ist, das ist die Preisbildung. Weil es in der Inflation überhaupt feine Ronkurrenz mehr gab, denn alle( außer der Arbeiterschaft) tonnten sich durchs Schuldenmachen gejund machen, fonnten sich alle, die irgend etwas zu verkaufen haben, zu Ringen oder Kartellen zusammenfchließen, um nicht mehr sich gegenseitig, sondern gemeinsam nur noch den Käufer auszubeuten. Und zwar haben das nicht nur die Unternehmer und die Händler, sondern auch die Banten gemacht. Nun ist die Inflation zwar beseitigt, wir haben wieder festes Geld, aber diefe Ringe und Kartelle sind geblieben. Die Folge ist, daß sie die Preise diftieren, wie sie wollen. In der Inflationszeit ist nun die Kuh geschlachtet worden, von der die Unternehmer, Händler und Banten ihre Dividenden und Renten melfen wollen. Alle können sie viel mehr produ zieren und ihre Betriebe sind viel größer, als die arbeitenden Massen taufen fönnen, nachdem der Rentnerstand und alle Ersparnisse zerstört worden sind. Daran ist die Wirtschaft frant. Wie eine Mutter ein Kind, das Scharlach oder die Masern triegt, ins Bett legt und mit des Arztes Hilfe wartet, bis die gesunde Natur des Kindes die Krisis überwindet, so hätte eine vernünftige Regierung die frankhafte Preisbildung durch die Produzenten und Bantenkartelle nach dem Rat der Wissenschaft der Konführung der Gesundheitskrisis die Volkswirtschaft sich selbst helfen furrenz des Auslandes preisgeben müssen und durch die Herbeilaffen. Die Zölle hätten nicht auf, sondern abgebaut werden müssen. Aber die Luther- Regierung war genau so töricht wie eine Mutter, die die Masern oder Scharlachflecken wegzureiben versucht und wenns nichts nützt, mit dem Gesundbeten anfängt. Die Regierung hat die Unternehmer mit Zölien gefüttert, die die Waren noch teurer machen müssen, und die Reichsbank hat die Banten durch billigen Zins fo start gemacht, daß sie dem Kaufmann, menn durch billigen Zins so start gemacht, daß sie dem Kaufmann, wenn er das Geld wieder braucht, das er den Banten gegeben hat, das Fell über die Ohren ziehen. So murden die alten Infiationsjünden die alte, gefürchtete Inflationshehe der Unternehmer gepäppelt, statt beseitigt, die Bolkswirtschaft wurde noch fränter, die Käuferfuh, die die Dividenden und Renten wiederkommt? Wenn dem so wäre, müßte eine Inflution tommen. bringen follte, wurde noch elender gemacht. Als nun die Kartelle An eine Inflation ist aber heute weniger zu denten als je. Die die Bollernte hereinbringen wollten, bekam es die Regierung mit der Zeiten sind vorüber. Selbst wenn der Staat wollte, fönnte er heute Angst und fing mit dem Gesundbeten an, d. h. mit dem, was heute feine Schulden machen, die er nicht aus richtigen Steuern bezahlt. Breisabbau genannt wird. Zu mehr als zuin Gesundbeten langt's Und nur weil die Unternehmer heute auch die Steuern mitbezahlen nämlich bei einer Regierung nicht, die der Diener der Zechpreller des müssen, von denen sie sich während der Inflation gedrüdt haben, Bolkes in Industrie, Verkehr und Landwirtschaft ist und die fich deshalb haben sie in die Bevölkerung die Meinung hineinzutragen bei ihren Auftraggebern nur in Gunst halten tann, wenn sie zum Schuß und Nutzen der Großen gegen alle mettert, aber nur versucht, daß eine neue Inflation fomme. Glücklicherweise haben die Kleinen hängt. Sie hat es fertig gebracht, daß in Deutsch ihnen die Gewerkschaften und die sozialdemokratische Preffe so gründland heute feiner an der Teuerung schuld fein will und alles schreit lich auf den Kopf gegeben, daß ihnen die Lust zur öffentlichen Brunnenvergiftung vergangen ist. Wenn hie und da aber Kleinhändler, bie selbst nicht über ihre Nase hinaussehen, ihrer Rundschaft über die Teuerung mit geheimnisvollem Gerede über die Inflation beruhigen wollen, so entspringt das eben ihrer Dummheit. „ Der Herr verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Mit einer neuen Inflation hat die heutige Teuerung nicht das geringfle zu tun. Aber mit der alten: denn die Sünden der alten Inflation find es, die heute im deutschen Wirtschaftsleben wie Geschwüre weiterfressen und die Teuerung veranlassen. Und da find wiederum viel weniger die kleinen kapitalisten und Händler dran schuld, als die großen. Und mit den großen die Regierung, die sie sich durch den Aufwertungsschwindel erschlichen haben und die heute ein Preisabbautheater aufgemacht hat unter dem Motto, den kleinen zu hängen, den Großen aber laufen zu lassen. 36] Das unbegreifliche Jch. Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Kristensen. ( Berechtigte Ueberfegung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Da fuhr fie plöglich auf ihn los; die Linien um den Mund wurden tiefer und ihr Gesicht schien in seiner Unbe herrschtheit um mehrere Jahre älter. Sie schrie laut, er verachtete sie und er behandle sie nicht wie eine Dame. Sie wäre ein Mischblut, das wüßte sie wohl; doch das wäre nicht ihre Schuld. Ein Mischblut wäre ebensogut ein Mensch wie ein Weißer. Er, Waldemar, wollte sie bloß benußen und dann wegwerfen, und es würde ihm ganz gleichgültig sein, wenn fie auch draußen in Hongtem bei den Kulis endigte. Gie bewies eine überraschende Kenntnis aller möglichen englischen Ausdrücke, und sie benutzte fie, ohne wählerisch zu fein. Selbst wenn Waldemar sie auch nicht verstand, und sie dadurch etwas von ihrem gemeinen Klang verloren, stieß es ihn ab, und er legte ihr den freigiebigen Gebrauch dieser Ausdrüde als einen größeren Zynismus aus, als es eigent lich war. Schließlich gab er doch nach, und sie fuhren augenblid lich nach dem Geschäft, in dessen Fenster, der Hut ausgestellt war; aber hier fam es von neuem zu einer Stene. Der Hut foftete an die hundert Dollar. Waldemar blieb ftill; aber leider erwachte der Geschäftsfinn in Mary, und sie fing mit lauter Stimme mit dem gelben Verkäufer zu feilschen an. Chinesische und englische Worte wirbelten durcheinander. Der Sut wäre ein Stüd Mist, und sie wollte ihre faulen Preise nicht bezahlen! Sie Neben ihnen ftanden einige europäische Damen. traten beiseite und fingen an, fie zu mustern; erst May, und als sie sofort die Züge des Mischbluts erfannten, richteten sie ihre Blide auf Waldemar. Er wurde nervös. Sie wanden so für sich, er und Maŋ. Die Europäer standen in einem weiten Bogen um sie herum. Besonders verwirrte es ihn, meil er mit einer der Damen öfters auf den Klubbällen getanzt hatte; und als der Verkäufer anscheinend mit Bergnügen den Kampf mit Man aufnehmen wollte, und sie an fingen, einander mit unverständlichen Worten zu überhäufen, gog er es vor, lautlos zu verschwinden. Du mußt Herrn Samuelsen holen," stöhnte Mutter. Sie hatte wieder Blut gebrochen, und nur mit größter , Haltet den Dieb!" So fönnte man tatsächlich meinen, die Kleinen, die sich am Feuer der Großen nur auch die Hände wärmen wollten, feien allein an der Teuerung schuld. Kein Zweifel, auch die Preis- und Lieferungsringe der Michger, Schuster, Schneider, Auffäufer, Händler, die Befleidungs- und alle sonstigen Kartelle für Artikel des Massentonfums find Inflationsgeschöpfe. Gefährlich sind sie aber nur, weil das Kartell- und Syndikatsfeuer der Großen lichterloh brennt und von der Luther- Regierung durch die Zollpolitik zur allesverzehrenden Flamme geschürt worden ist. Wie sollen sich die Hausfrauen hier verhalten? Ist es richtig, wenn die Hausfrauen, wie die deutsch nationalen Retter des Baterlandes" hinter den Juden her sind, in das Geschrei der großen Schuldigen gegen die fleinen Schächer einstimmen? Damit machen fie effenbar nur die Geschäfte der Luther- Regierung und ihrer schwerindustriellen und groß. Mühe hatte ich sie ins Bett bekommen. Sie lag mit dem Kopf über dem Bettrand und ihr Schred verstärkte den Brechreiz. Soll ich nicht erst den Arzt holen?" fragte ich stöhnend. Nein, erst Samuelsen." Das wird so lange dauern, Mutter." Ja, aber doch erst Samuelsen. Da drüben im Kommodentasten liegt Fahrgeld." Ich öffnete ehrfurchtsvoll den Raften. Das durfte ich fonft nie. Ich nahm ein 25- Dere- Stück, und einen Augenblid durchzuckte mich der Gedanke, daß ich gern mehr nehmen fönnte. Ich schob mit einem starten Rud den Kasten zu. Ich werde mich recht beeilen," antwortete ich gehorsam, um mein Bergehen wieder gutzumachen. Ich eilte die Treppe hinunter. Es war Abend, und es bedeutete ein Ereignis für mich, daß ich auf eigene Fauft durch die Stadt fahren durfte, wenn die Laternen schon angesteckt waren. Eine Weile lang entzückte mich das abendliche Straßen. leben. Dann fing ich an, das zu bereuen. Mutter lag doch frant zu Hause. Sie brach Blut. Ronnte ich denn nicht die ganze Zeit daran denten? Besaß ich denn fein Gefühl für fie, fein Mitleid mit ihr? War ich denn gar nicht traurig? Ja, doch war ich das! Aber trotzdem fonnte ich noch daran denken, mir Geld aus der Schublade anzueignen! Ich hatte es ja nicht genommen. Ich hatte bloß daran gedacht. Aber es war doch ganz unbegreiflich, daß mir ein solcher Gedanke mitten in all meiner Trauer auftauchen fonnte. Ich stieg um und näherte mich allmählich dem Kongens Nytorv, der im Scheine der Laternen noch größer aussah. Er wirfte wie ein öder Plaz, ein unwirtliches Stück Land mitten in der Stadt, und ich hatte die Empfindung, daß ich mich richtig auf ihm verlaufen tönnte. Ein faltes Einsam teitsgefühl troch in mir hoch. Bon Nyhavn mehte mir ein feuchter Wind entgegen. Die Schuten längst dem Bollwerk sahen dunkel und verlassen aus, und die Wellen, die tief unten gegen sie anbrandeten, machten den Abend noch troftloser. Einige schwarze Gestalten ſetzten fich in Bewegung und blieben wieder stehen. Sie steckten die Köpfe zusammen, sagten aber nichts. Ganz unten, wo ein gelber Lichtschein über den Bürgersteig fiel, heulte ein Mädchen. Ich bog schnell um die Ecke und schielte in die Torwege und die geöffneten Türen. Einige gefährliche rote Zigaretten leuchteten drinnen im Dunkeln. Frauen! Kämpft in den Konsumgenossenschaften gegen die Verkäuferkartellet agrarischen Auftraggeber. Soweit mit polizeilichen Ma Bnahmen überhaupt etwas zu erreichen ist, fönnen die Hausfrauen vertrauen, daß das wenige von der Marktpolizei Erreichbare auch durchgesetzt wird. Gegen die Kartelle selbst ist die Polizei absolut machtlos. Hausfrauen und Familienväter in eine Front! Die Hausfrauen würden ebenso verkehrt handeln, wenn sie sich durch die erfolgung der kleinen Bucherer imponieren ließen, mie ihre Männer verfehrt handeln würden, wenn sie sich durd) die Regierung in den Gewerkschaften zur Preisgabe ihrer Lohn- und Gehaltserhöhungsfämpfe würden breitschlagen lassen. Hinter den Zöllen wie hinter der Preisschraube der Kartelle verbirgt sich ja nur der Bille der Unternehmer, für ihre Inflationssünden unter feinen Umständen selbst die Zeche zu zahlen, sondern sie von den Tiche, die Kartelldittate das faufmännische Mittel dazu. Das arbeitenden Massen zahlen zu lassen. Die Zölle sind das gesetzPreisabbautheater aber ist aufgebaut, damit hinter der agrarischen Band der Berfolgung der Kleinen die großen Bechpreller der deutschen Bolkswirtschaft den rücksichtslosen Kampf zur verstärkten Ausbeutung der Arbeitskraft vorbereiten fönnen. Nun haben die Gewerkschaften absolut die Macht dazu, Lohn- und Gehalterhöhungen zu erfämpfen. Den gerechten Preis, den die Arbeit finden niß, Unternehmer höhere Löhne zahlen müssen, wenn sie größeren Abfah fönnen die Gemerfschaften gerade deshalb heute erkämpfen, weil die finden wollen. Außerdem ist der Preis der Arbeit heute der einzige Preis, der sich aus dem Kampf der Verkäufer gegen die Käufer der Arbeit tildet und gegen den alle Kartelle der Unternehmer machtlos find, wenn die Arbeiterschaft ihrer Stärfe nur bewußt ist. Was aber die Gewerkschaften allein nicht können, das ist den Preis der Waren zu beherrschen und zu fontrollieren, den die Hausfrauen mit den Löhnen und Gehältern bezahlen müssen. Die Breije der Waren werden heute beherrscht von den dreitaufend Preisund sonstigen Kestellen in Deutschland. Diese Herrschaft der Sartelle fann nicht von den Familienvätern und ihren Gewerkschaften, sie faun nur son den Hausfrauen gebrochen werden. Das fönnen die Hausfrauen aber wiederum nicht allein, jede für sich, sondern wie ihre Männer gefchloffen in den Gewerkschaften, so müssen die Hausfrauer geschlossen in den konfumvereinsgenoffenschaften fämpfen. Wie die Männer um höhere Löhne, so müssen die Hausfrauen dafür kämpfen, daß für die Löhne möglichst viel und möglichst billig eingekauft wird. Aber nicht vom Krämer, sondern bei den Konsumvereins- und ErEndlich stand ich vor Samuelsens Laden. Ich spähte durch die Tür herein. Im Laden selbst war es dunkel, aber durch eine Türspalte im Hintergrund strömte ein rötlicher Schein. Ich rüttelte an der Tür und der Spalt wurde größer. Ein schwarzer Kopf fam zum Vorschein. Ich rüttelte wieder. Die Geftalt fam ganz hervor. Es war Samuelsen. Er war in Hemdsärmeln. ,, Donnerwetter, bist du das, Junge!" murmelte er, als er öffnete. ,, Mutter ist frant. Sie bricht wieder Blut." ,, Was sagst du? Steht es nun wieder so schlimm? Bleib hier im Laden, ich will mir bloß meinen Rock anziehen," sagte er mit unruhiger Stimme. Ich tastete mich zum Ladentisch hin und fand einen Stuhl. Hier im Dunkeln fühlte ich, wie traurig ich war. Mutter lag allein zu Hause und war frant, und ich saß hier, warum gerade hier? Was ist denn los?" hörte ich eine Dame sagen. Samuelsen knurrte. Mußt du jetzt gehen, und wir hatten es doch gerade so gemütlich. Mußt du gehen, was?" fuhr die Stimme fort. ,, Gott wie tomisch du aussiehst, wenn du in Eile bist." ,, Meine Schwester ist totfrant, habe ich dir doch gesagt," antwortete Samuelsen mürrisch. Ich stuzte. Mutter war nicht Samuelsens Schwester. ,, Was soll ich denn anfangen?" fragte die weibliche Stimme. ,, Es ist besser, wenn du gehst; aber es ist nicht nötig, daß der Junge dich sieht. Geh da raus. Also dann auf Wieder sehen. Ich bin in größter Eile. Auf Wiedersehen, Schak!" Eine Tür wurde zugemacht, und bald danach fam Samuelsen in Hut und Mantel heraus. Buh, die können einem schon zusetzen," sagte er vor Dann blieb er stehen und schlug sich auf die Brusttasche. Zum Donnerwetter ja, es ist wohl am besten, ich nehme etwas Geld mit." sich hin. Er öffnete die Geldschublade und fühlte in der Dunkelheit darin herum. Einige Scheine knisterten. Er entzündete ein Streichholz und sah sie sich an. „ Das muß reichen!" murmelte er.„ Komm jetzt, mein Junge, wir müssen sehen, was sich tun läßt. Das alte Mädel hat es nicht ganz leicht gehabt." ( Fortseßung folgt.) zeugungsgenoffenschaften der Arbeiterschaft felbft. Wie heute bte organisierte Arbeiterschaft die Herren auf dem Arbeitsmarkt sein tönnten, wenn nicht Trägheit und Denkfaulheit die Macht der Arbeiterschuft schwächten, so fönnten die organisierten Hausfrauen auch die Kartelle und den Wucher beherrschen. Gibt es in Deutschland doch mehr als colf Millionen Arbeiter und Angestelltenhaus haitungen, von teren jährlich 25-2) Milliarden Mart ausgegeben werden und die das ganze fapitalistische Unternehmertum zusamt ihren Kartellen damit in Nahrung setzen. Wenn die Käufermacht Dieser 12 Millionen Familien organisiert wäre, ob es dann wohl möglich wäre, daß die Unternehmer und thre Sartelle mit den Konsumenten Schindluder treiben tönnten? So ist das Wichtigste, was die Hausfrauen aus der heutigen Teuerung lernen müssen, daß sie endlich daran gehen müssen, ihre Macht als Käufer zusammenzuschließen und zu organisieren. Leider ist es durch die Bequemlichkeit und Sorglosigkeit der meisten Hausfrauen, die einfach in den Tag hinein leben, noch nicht so weit, wie es sein könnte. Sonst fönnten die Hausfrauen der Regierung Luther zeigen, wie man Preisabbau macht, ohne den Unternehmern und Kartellen umsonst gute Worte geben zu müssen. Der ganze Pretsabbau, wie er heute von der Regierung gemacht wird, wird natürlich ein Schlag ins Wasser sein. Dennoch besteht feinerlei Grund, zu fürchten, daß die Bäume der Kartelle in den Himmel wachsen. Der Mühlstein, den sich die Unternehmer mit Kartellen und den Zöllen an den Hals gehängt haben, wird den Unternehmern so teuer zu stehen kommen, daß sie eines Tages selbst mit den Zöllen auch die Kartelle zum Teufel wünschen. Dann wird, wie jetzt die Konzerndämmerung, auch die Kartelldämmerung fommen. Immerhin, wenn auch die Währung ftabil ist und eine neue Inflation ausgeschlossen ist: die Hausfrauen werden bis dahin härtere Tage haben. Sie dürfen die Augen nicht davor verschließen, daß fie eines Tages mit ihren Einkäufen streiten müssen: auf 6, 8, 10 Wochen nur das Notwendigste einfaufen, um billigere Preise zu erzwingen. Dazu wird viel Befonnenheit gehören und vor allem die Ueberzeugung, daß an eine Inflation nicht zu denten ist. Die Hauptsache aber bleibt, daß sie aus den bevorstehenden Kämpfen und Sorgen die Lehre ziehen, daß die Hausfrauen sich in den Konsumvereinen und Genossenschaften endlich ebenso zusammenschließen, wie die Männer in den Gewerkschaften. Der Platz an der Sonne. Der Riefelnde Nachmittagssonne, die wie ein findes, warmes Streicheln ist. Im Schatten ist es schon fühl und so find die besonnten Bänke mehr als dicht befeßt. Immer wieder sieht man auf ihnen bekannte Gefichter, zumeist alte Leutchen, die sie in eine Art Erbpacht genommen haben und indigniert die Stirne runzeln, wenn jemand ihnen zuvorgekommen ist. Dann sigen auf ihnen die Befizerinnen der Polonaise von Kinderwagen, in denen sich die jungen Sprößlinge am Lichte freuen und fröhlich in den Nachmittag hineinfrähen. Doch der Bänke sind nicht genug, und so müssen die Mütter und Großmütter nach anderen Sizmöglichkeiten suchen. Die Borsorglichen haben sich eine Art Fußbant oder ein Klappstühlchen mitgebracht, aber die Optimisten, die bestimmt auf einen Sitzplatz rechneten und doch leer ausgingen, find übler bran. Sie wollen fizen und fo fauern sie auf der vierkantigen eisernen Umfriedung, die den grünen Rasen vom Wege trennt. Auch alte Leute, die nicht einen Banksiz befommen haben, versuchen wenigstens hier die müden Glieder zu durchsonnen. Wer weiß, mie talt der Winter wird; sie wollen noch Wärme aufspeichern. Vielleicht erleben sie auch den nächsten Frühling nicht mehr. Das mag wohl durch ihren Sinn gehen. Es ist manchmal erschütternd, diese alten, verarbeiteten Menschen dankbar in die erschütternd, diese alten, verarbeiteten Menschen dankbar in die Sonne blinzeln zu sehen. Doch die eiserne Umfriedung ist hart und schmal. Lange hält es trotz allem Hin- und Herrutschen und neuem Suchen des Gleichgewichtes niemand aus. Es bedarf immer wieder einer fleinen Stehpause. Das mögen Magotaffen, die einzigen europäischen Vertreter des Affengeschlechtes auf dem Felsen Gibraltars mit ihren harten Gesäßschwielen länger aushalten, doch für die Menschen ist es auf die Dauer nichts. Am längsten sigen noch die jungen Frauen dort, die dabei noch ihre Kinderwagen hin- und her schieben und ein Liedchen summen. Vergeblich warten sie alle auf einen freiwerdenden Platz. So lange die Sonne scheint, ist faum daran zu denken. Einen kleinen Vorzug haben aber auch die Inhaber der eisernen Plätze: fie fönnen nämlich der fortwandernden Sonne nachrutschen, während die Bankiers an ihre Bant gebunden und auch durch sie verwöhnt worden sind. Eine Ehrenpflicht für verschiedene Bartverwaltungen wäre es freilich, noch mehr Bänke aufzustellen, denn hier sparen zu wollen wäre grundverkehrt. Sie würden damit nur eine soziale Mission erfüllen an den Bielen, die nicht weiter hinaus können und auf ihren Park angewiesen sind. Die Freude an dem gemeinsamen Eigentum zu heben, die Schönheit der Partanlagen somit in dunkle Hinterhäuser tragen zu helfen, das sollte ihnen eine heilige Aufgabe sein. ,, Allzu leicht gemacht". Wegen Sittlichkeitsvergehens an halbwüchsigen Mädchen hatte fich der Lagerverwalter Franz B. vor dem Schöffengericht BerlinSchöneberg zu verantworten. Der Angeklagte, ein sechzig jähriger Mann, dessen Frau 16mal Mutter geworden war, ist infolge sich daraus entwickelnder mißlicher Eheverhältnisse zu seinen fittlichen Berfehlungen gekommen Er loďte 12- bis 13jährige Mädchen in Friedenau von seinem Hofe aus an sich und schenkte ihnen dann kleine Geldbeträge, die sie in Obst und Schokolade anlegten. Sie wurden dadurch manchmal bewogen, wiederzukommen, anstatt, daß sie den Eltern Mitteilung machten. Der Angeklagte bestritt entschieden seine Schuld, jedoch hielt das Gericht ihn für überführt, und betonte, daß es sich der großen Verantwortung be wußt fei, auf solche Kinderausfagen ein Urteil aufzubauen, da die Gefahr sehr naheliegend sei, daß diese Aussagen falsch feien. Der Umstand, daß die Sache ganz nach Kinderart durch 3änterei 3meier Freundinnen herausgefommen fei, sprach aber für ihre Wahrheit mit Rücksicht darauf, daß es zwei Mädchen, an denen der Angeklagte sich am schwersten vergangen habe, ihm allzu leicht gemacht hätten, und daß er bisher gänzlich unbestraft fei, feien ihm im vollen Umfange mildernde Umstände bewilligt worden. Demgemäß lautete das Urteil auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Die Leistungen des Erkennungsdienstes. Zu dem Raubüberfall Unter den Linden erfahren mir noch folgendes: Der auf frischer Tat ertappte Räuber, der seine beiden Helfershelfer, die entfamen, immer noch nicht femmen will, nannte fich zunächst, wie wir mitteilten, Giovanni Santacelli. Dann legte er sich nacheinander fünf weitere Namen bei. Endlich aber wurde er als ein 27 Jahre alter, in Rußland geborener Dapib Jhsbat entlarvt. Die Kriminalpolizei ertannte ihn nach Fingerabdrücken, die sie aus tairo, Alegandria, Bragund Wien besitzt. Dort überall ist Ihsbal als Taschendieb bestraft und daktyloskopiert worden. In Deutschland ift er noch nicht bestraft. Der Verhaftete behauptet, daß er erst jetzt von Triest nach Berlin gekommen sei. In Triest habe er sich den falschen Baß auf den Namen Santacelli besorgt. Er habe die Absicht gehabt, aus Berlin wieder abzureisen, sich aber vorher noch irgend wie Geld verschaffen wollen. Dazu habe sich ihm die Gelegenheit geboten, als er die Linden entlanggegangen sei und seine Beobachtungen gemacht habe, Paul John olis Einen tragischen Berlauf nahm die Bezirksversammlung Prenzlauer Berg vom gestrigen Abend. Auf der Tagesordnung der geheimen Sihung ftand eine Anfrage der Deutschen Volkspartei:„ Auf Grund einzelner in der letzten Zeit erfolgten Beförderungen von Beamten wird die Anfrage an das Bezirksamt gerichtet, ob in den Fällen der Beförderung der Herren B., H., R. nur die Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen Partel oder die Befähigung maßgebend ge wefen ift." Schon bei der Beantwortung der Anfrage, in der der Bürgermeister John nachwies, daß dieser Borwurf vollständig unhaltbar sei, war er außerordentlich erregt. In der von der Deutschen Volkspartei beantragten Besprechung, die sehr bewegt war, wurden neue Angriffe von den Bürgerlichen erhoben, die scharf zurüdgewiesen wurden. Offenbar hatte das zynische Verhalten der Bürgerlichen auf die Gemütsftimmung des Bürgermeisters, der erst vor furzer Zeit seinen durch Krankheit unterbrochenen Dienst wieder aufgenommen hatte, so start gewirkt, daß er plöhlich vom Stuhle fiel und nach wenigen Augenbliden vor Erscheinen des Arztes verschied. ostid Genosse Paul John, der jetzt auf so tragische Weise sein Leben beendete, wurde am 27. April 1868 in Berlin geboren. Nachdem er zunächst als Schriftfeger gearbeitet und sich während dieser Zeit auch in hervorragender Weise um die Arbeiterbewegung verdient gemacht hatte, wurde er 1892 in die Redaktion des Boltsblattes für Heffen" nach Raffel berufen. Vom Jahre 1898 ab wirfte er als Redakteur des" Vorwärts". Nach der Schaffung der Einheitsgemeinde GroßBerlin berief ihn das Vertrauen der Wählerschaft auf den Bosten des Bürgermeisters im Bezirt Prenzlauer Berg. Es wird in der Berliner Arbeiterschaft unvergessen bleiben, daß Genosse John in einem Augenblic sein von harter Arbeit erfülltes Leben beendete, als er von Deutschnationalen und Vollsparteilern in nicht zu überbietender Weise angegriffen wurde. Sie muß in dem Toten, dessen tischem Haß getragenen Angriffe sehen, denn nichts wirft niederAndenten forfleben wird geradezu ein Opfer diefer von parteipoli brüdender als Unfachlichkeit und Engstirnigteit politischer Gegner, die jeden guten Willen und jedes Schaffen eines ernst strebenden mannes glauben heruntereißen zu müssen. Der Tod unferes Paul John zeigt nur zu sehr, welchen seelischen und geistigen Belastungen die Männer ausgesetzt sind, die als Vertrauensleute des Proletariats auf verantwortliche Boften berufen wurden. roloing Die japanischen Flieger heute in Berlin. Schlechtes Flugwetter auf der Strede von Königsberg. Auf dem Zentralflughafen Tempelhofer Feld hatten sich gestern in den frühen Nachmittagsstunden zahlreiche Schauluftige eingefunden, um der für die Zeit von 2 bis 3 Uhr nachmittags angefündigten Antunft der japanischen Flieger beizuwohnen. Sehr start war vor allem die japanische Kolonie Berlins mit Bertretern der hiesigen japanischen Botschaft an der Spize vertreten, deutscherseits wurden zur Begrüßung Bertreter des Reichsverkehrsministeriums und der Stadt Berlin erwartet. An den Flaggenmasten der Flughafen gebäude wehte neben den schwarzrotgoldenen Fahnen und den Farben der Stadt Berlin auch die japanische Flagge. Den Harrenden mußte aber bald bekanntgegeben werden, daß die Japaner in Königsberg wegen schlechten Wetters auf der Strede nach Berlin noch gar nicht gestartet waren, und gegen 2 Uhr wurde dann offiziell mitgeteilt, baß die japanischen Flieger erst in den frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstag in Königsberg zum Weiter flug nach Berlin aufsteigen werden. Mit ihrem Eintreffen wird für die Zeit von 10 bis 12 Uhr vormittags gerechnet. Die letzte Brandstiftung. Zu der Brandstiftung am Holsteiner Ufer wird mitgeteilt, daß von dem Täter noch feine Spur gefunden ist. Der einzige Anhaltspunkt zu seiner Ermittlung sind bisher die Zündschnüre. Es handelt sich um einen runden bleistiftstarken Docht, der ursprünglich 6 Meter lang gewesen und zum Zwede der Brandstiftung in 6 Meter lange Stüde zerschnitten worden ist. Ein Einkauf eines solchen 6 Meter langen Dochtes ist nichts Alltägliches. Der Verkäufer wird sich also dieses Handels und des Kunden wohl noch entsinnen. Mit teilungen nach dieser Richtung sind sehr wichtig und werden von der Brandfommission dringend erbeten. Diese hat bei der weiteren Befundaufnahme festgestellt, daß das Feuer bereits an fünferd stellen geglommen hatte, als der Wächter es entdeckte und löschte. An allen Stellen war eine Zündschnur an angehäufte Hobelspäne herangeleitet worden. Außer Zweifel steht, daß diefe ganz anders vorbereitete Brandstiftung mit denen in Neukölln, in der Grünauer Straße und in der Marfiliusstraße in gar feinem Zusammenhange steht. Ein Uebergreifen von dort her nach Moabit liegt also nicht vor, und es besteht deshalb für die Bevölkerung von Moabit auch teine Beranlassung, sich beunruhigt zu fühlen. " Mädchen für alles". In Nr. 433 des„ Borwärts" hatten wir unter der Ueberschrift Mädchen für alles" von einem seltsamen Hausherrn berichtet, der fich seine Hausangestellten vom Evangelischen Frauen und Mädchenheim, Frankfurter Allee 292, vermitteln ließ und sie in unfittlicher Weise zu benußen versuchte. Da er ferner bei der Gerichtsverhandlung Angaben machte, die das Mädchenheim in wenig günstigem Lichte erscheinen ließen, teilt uns die Heimleitung folgendes mit: Nachdem er sich an zwei Mädchen vergangen hatte, zeigte ihn das dritte Mädchen, Antonie St., an, worauf er vom Potsdamer Schöffengericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde. Bei der Gerichtsverhandlung sagte der Angeklagte aus, die Mädchen hätten ihm erzählt, daß sie von dem Heim aus für die Nächte an elegante Häuser verkuppelt würden. Die bodenlose Gemein Das heit dieser Behauptung liegt für jeden Einsichtigen klar. Das Heim ist vor einem Jahr zum Schuh gefährdeter, arbeitsloser und heimatlofer Mädchen gegründet und enthält neben 20 Betten für alte hilfsbedürftige Frauen( Altersheim) 100 Betten für Mädchen, die hier Schutz und Hilfe suchen. Um diesen zu helfen und ihnen Verdienst zu geben, ist in dem Heim eine Nähstube eingerichtet. Die Heimleitung arbeitet mit allen öffentlichen und privaten Einrichtungen der Wohlfahrtspflege zusammen und ist bei dem städtischen Wohlfahrts- und Igendamt des Bezirks Friedrichshain, beim Polizei präsidium, beim städtischen Sentraljugendamt und allen übrigen in Betracht kommenden Stellen als eine nicht nur völlig einwandfreie, sondern auch als eine jegensreiche Einrichtung bekannt. Leider hatte erst das dritte der von W. angenommenen Mädchen, das Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 17. September. Außer dem üblichen Tagesprogramm: aber nicht durch die Heimlettung, sondern durch einen anderen Arbeitsnachweis zu W. gefommen war, ihre Erfahrungen im Hause des W. der Heimleiterin mitgeteilt. Als dies geschah, veranlaßte die Oberin das Mädchen sofort, die Sache anhängig zu machen, worauf dann die Anklage und Berurteilung erfolgte. Es sind bereits die erforderlichen Schritte getan, um die in der Deffentlichkeit von dem Angeklagten ausgesprochene Verleumdung des Heims gerichtich zu ahnden. „ Die erste Stufe zum Aufstieg.. Und wie sie aussah 3wet böse Kuppelquartiere wurden von der Streifbeamtenschaft der Kriminalpolizei in der Kochstraße ausgehoben. In einem Hause hatten sie ein Mädchen bemerkt, das noch wie ein Kind aussah, aus dem Fenster blickte und Herren zumintte. Bei einem überraschenden Besuch trafen die Beamten hier nur dieses eine Mädchen und an einer zweiten Stelle, in der Wohnung eines Karl Ruppelt, der als Tänzer bekannt ist, mehrere. Ruppelt steht seit. langem in Verdacht, Mädchenhandel nach Buenos Aires, Ruppelei und Zuhälterei zu betreiben. In der Wohnung, die er seit Jahren innehalte, wurde er nicht mehr angetroffen. Nur seine Frau war anwesend. Die hier angetroffenen vier Mädchen belasten Ruppelt, der jetzt gesucht wird, sehr schwer. Wie sie sagen, suchte er außerhalb Berlins, besonders in Sachsen, Mädchen unter der Vorspiegelung, daß er sie zu Tänzerinnen oder Artistinnen ausbilden wolle. Während der Fahrt erzählte er ihnen furz vor Berlin. daß ihr Aufenthalt hier die erste Stufe zu ihrem Aufstieg fein werde. Sie würden bei ihm Herren kennen lernen, die sie auf ihrer Laufbahn fördern würden. Das flang schon etwas anders als die ursprünglichen Bersprechungen. Sobald aber die Mädchen erst in der Wohnung waren, erkannten sie deutlich, in wessen Hände fie fich begeben hatten. Ruppelt zwang sie durch Drohungen und Schläge, nicht nur ihm, sondern auch anderen zu Willen zu sein. Das waren die Herren, die sie in ihrem Artistenbe= ruffördern und ihnen zu guten Stellungen verhelfen Gewalt eines Freundes Ruppelts, der in dem anderen Hause als follten. Das allein angetroffene junge Mädchen befand sich in der Untermieter wohnte. Wie diefer heißt, weiß man noch nicht. Er führt den Spihnamen der polnische Franz". Auch er ist verschwunden. Die beiden tauschten sich die Mädchen je nach Bedarf aus. Das Kind" ist in Wirklichkeit 23 Jahre alt. Es war durch allerhand Mittelchen im Aeußeren um acht Jahre verjüngt worden. Die Mädchen mußten zunächst in ein Krankenhaus ge bracht werden. 3rel Bluffaten beschäftigten in den letzten Tagen die Kriminalpolizei. In der Linienstraße wurde ein 15jähriger Herbert Balz vor dem 63 Jahre alten Portier Albert 2 st und in einem Hotel in der Eichendorffftraße die 22 Jahre alte Monteurfrau Gertrud Joch von ihrem 25 Jahre alten Ehemann erstochen. Die Leichen wurden von den Gerichtsärzten Medizinalrat Dr. Störmer und Dr. Ripper obduziert. Straßenbahnberechtigungsscheine für Jugendliche. Die Berliner Straßenbahn gibt bekannt, daß die Einkommensgrenze für den Bezug von Berechtigungsscheinen zur Fahrpreisermäßigung für Jugendliche( Schüler und Lehrlinge) vom 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahre ab 1. Oftober d. 3. auf 40 mart monatlich oder 480 Mart jährlich einschließlich Naturalbezüge- erhöht wird. Die Geltungsdauer der Berechtigungsscheine wird gleichzeitig auf jedesmal 1 Jahr( bisher ¼ Jahr) ausgedehnt. Die Ausfertigungsgebühr für einen Berechtigungsschein beträgt 10 Pf. Berechtigungsscheine werden von der Hauptausgabestelle, Leipziger Play 14, erteilt. Das Defterreichische Heimatsrecht. Zahlreiche Berfonen haben burch Option das Bürgerrecht der Republit Defers reich erlangt, ohne jedoch bis jetzt das Heimatsrecht in einer öfterreichischen Gemeinde zu befizen. Nun hat die österreichische Regierung neue Vorschriften für den Erwerb des Heimatsrechtes erämter um Auskunft wenden. laffen. Interessenten mögen sich an die österreichischen KonsularDer Männerchor Harmonie, Charlottenburg, hat eine Jugendabteilung eingerichtet, die ihre Uebungsstunden nunmehr jeden Freitag von 5-7 Uhr in der Aula der 16. Gemeindeschule, Spreestr. 29, abhält. Anmeldungen können dort jeden Freitag noch erfolgen. Die Zeitung der Jugendabteilung hat ebenfalls Herr Schaarschmidt übernommen. Bezirksblidungsausschuß Groß- Berlin. Die 8 abIellenleifer des Bücherfreifes werden ersucht, umgehend die Septemberzeitfchriften abzuholen. Die 3 eichnungslisten für die internationalen Bollstänze müffen nunmehr schnellitens zurüdgereicht werden. Starten für alle Veranstaltungen find in den bekannten Berkaufsstellen zu haben. Die Ordner der Proletarischen Felerffunden werden gebeten, bei der im Großen Schauspielbaus am Sonntag, den 20. September, stattfindenden Jugendmeibe vollzablig zu erscheinen. Treffpunkt 8 Uhr an der bekannten Stelle. Es wird jeder erwartet. Die juristische Sprechstunde findet wieder wie früher täglich von 3 bis 6 Uhr, Sonnabends von 3 bis 5 Uhr statt. Tödlicher Unfall eines französischen Konfuls. Danzig, 16. September.( Eigener Drahtbericht.) Der franzö fische Konjul im neuen polnischen Hafen, Gdynien de Monier, ist heute auf tragische Weise tödlich verunglückt. Er war bei einer Löschung eines estnischen Dampfers, der aus Frankreich einlief. zugegen und gerief unter eine Riste, die ihn 3 er quetschte. In heffnungslosem Zustande wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er furz nach 6 Uhr nachmittags starb. Trauriges Ende einer Hochzeitsreise. Der in Berlin in der Schönhauser Allee wohnende Graveur Robert G. war mit seiner Braut zur Hochzeitsfeier seines Bruders nach Luplow in Anhalt gefahren. Nach beendeter Feier ging er am Sonntagfrüh mit seiner Braut im nahen Walde spazieren. Plöglich frachte ein Schuß und der junge Mann stürzte mit einem Ausschrei zu Boden. Auf die Hilferufe der Braut eilten Verwandte herbei, welche den Verletzten, der in den Kopf geschossen worden war, nach ihrer Wohnung beförderten, doch schon auf dem Transport perstarb G. an der schweren Berlegung. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den geheimnispollen Schüßen zu ermitteln, Berlin- Frankfurt a. M. in 4 Stunden. Nach langwierigen Verhandlungen wird jetzt der regelmäßige Flugverkehr auf der Strecke Berlin- Halle- Frankfurt- Mannheim vom Deutschen AeroLloyd eingerichtet. Hierdurch wird mit 4 Stunden die schnellste Verbindung zwischen Berlin und rantfurt a. M. gefchaffen. Der Flugplan ist folgender: Ab Berlin 8 Uhr, an Halle 9.15, ab 9.45, an Frankfurt 12.15, ab 12 85, an Mannheim 1.10. In entgegengefeßter Richtung starten die Flugzeuge um 10.30 in Mannheim und landen um 3.30 in Berlin. Arbeitersport. Der Film der Arbeiterolympiade. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Oberingenieur Siegfried Hartmann: Planderei über die Leipziger Technische Messe" 7.15 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7.30 Uhr abends: 1. Uebertragung aus der Staatsoper Unter den Linden( Spielzeit 1925/26). Ein Der in Frankfurt a. M. aufgenommene Film, betitelt Die Maskenball", Oper in drei Akten. Musik von Giuseppe Verdi. neue Grosmacht," wird wahrscheinlich am Mittwoch, den Personen: Graf Richard, Gouverneur; René, sein Freund; Amelia, 23. September, nachmittags 3 Uhr, erstmalig zur Prüfung vor gedessen Gattin; Ulrika, Wahrsagerin; Oskar, Page des Grafen; ladenen Gasten über die Leinwand gehen. Die hierzu beorderten Silvano, Matrose: Samuel, Tom, Edelleute, Feinde des Grafen, 30 Spielleute werden gebeten, fich auf Anruf bereit zu halten. ein Richter, ein Diener Amelias, vier Verschworene, Deputierte, Gämtliche Kartell- und Vereinsvorsitzende werden aufgefordert, die Offiziere, Matrosen, Männer und Frauen, Volk, Höflinge, Diener, Masken.' Ort der Handlung: Boston und dessen Umgebung. Blafate für diesen Film täglich nachmittags von 4 bis 5 Uhr in Zeit: im 17. Jahrhundert. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der Redaktion der Arbeiter- Sportzeitung"( Druckerei A. Wolff, der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sport- Holzinarktstr. 3, am Bhf. Jannowitzbrücke), abzuholen und in den nachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: ihnen zugänglichen Geschäften und Lotalen zum Aushang zu bringen. Reiner versäume diefe fleine Berpflichtung. Tanzmusik. Eine Tragikomödie vor Gericht. ailing ide Borer- August als Autodieb. Eine Tragikomödie war der Autodiebstahl, der den angeblichen Boger August Müller vor das Schöffengericht Berlin führte; tragisch für den Autobefizer, der auf Nimmerwiedersehen sein Auto los wurde, komisch durch die Nebenumstände, die zur Festnahme und Verurteilung des Täters führten. Ein Autodieb mußte wohl die Gewohnheit des Kaufmanns 5. ausspioniert haben, mit seinem schönen zweifigigen Auto jeden Nachmittag vor ein Hotel Unter den Linden vorzufahren und dort seinen Nachmittagstaffee zu trinken. Eines Tages fab nämlich ber Portier sah eines danebenliegenden Juweliergeschäftes, wie ein junger Mann mit Chauffeurmüße und Chauffeurmantel das vor dem Hotel haltende Auto bestieg, einschaltete und wie der Blitz davonfuhr. Er konnte gerade noch einem anderen Chauffeur sagen:" Da haut er ab", dann ward das Auto nicht mehr gesehen und die Verfolgung also zwecklos. Einige Wochen später zankten sich nun in einer Wohnung Birtin und Untermieterin. Im Verlauf der Auseinandersetzung fchleuderte die Untermieterin der Wirtin die Worte ins Geficht: Sie woll'n ne feine Frau sind, Sie sind ja in einem gestohlenen Auto gefahren. Die Mieterin flog deshalb heraus und als deren Bräutigam, der Angeflagte, der sich bei der Wirtin als Privat chauffeur eingeführt und mit ihr auch eine versprochene Autofahrt nach Oranienburg gemacht hatte, bei ihr start betrunken erschien, mahnte sie ihn, noch im 3orn, seine Schulden zu bezahlen. Da erwiderte dieser in seinem Alkoholdusel: 2uf meinen Kopf stehen 1000 m., holt sie Euch doch", und erzählte die Geschichte des Diebstahls Unter den Linden. Die Wirtin überzeugte sich, daß tatsächlich an den Anschlagsäulen eine Belohnung von ihm stand und erstattete Anzeige. Die Polizei fonnte den Angeklagten auf einem Rummelplaß erwischen, wo er sich als Borer produzierte, nach dem sie zuvor einen anderen als vermeintlichen Täter festgenommen hatte. Um die Sache noch verwickelter zu machen, war zu dem geftrigen Termin eine falsche Frau R. geladen worden, da die richtige Frau R., jene Wirtin, inzwischen von ihrem Mann geschieden worden war und dieser wieder geheiratet hatte. Die richtige Frau R. wurde aber von der ehemaligen, als Zeugin erschienenen Untermieterin im Zuhörerraum entdeckt und auf die Frage, warum fie sich nicht gemeldet habe, antwortete sie dann schämisch: Ich wollte Ihnen nicht unterbrechen, Herr Gerichtshof." ,, Boger- August" selbst behauptete, von einem gewissen Krüger, natür lich dem großen Unbekannten, den Wagen ,, leihweise" zu einer Fahrt mit der Braut erhalten zu haben. Auftragsgemäß habe er ihn dann in Waidmannsluft untergestellt, wo das Auto dann geblieben ist, ist heute noch dunkel. Für Müller lautete das Urteil auf 2 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust.in nd Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Einbenstraße 3, ftets an bas Bezirkssekretariat, Parteitag und Reichstagsfraktion. Debatte über Zollkampf und Schulreaktion. In der Diskussion über den Keilschen Fraktionsbericht und ein Abbau des Lugustonfums. Wir müssen eine SiedlungsSprach zunächst poli it treiben, die die überflüssig werdenden Arbeitskräfte aus der Industrie aufnimmt und die landwirtschaftliche Produktion in großem Umfange erhöht. Das sind Aufgaben, des Schweißes ber Edlen wert.( Lebhafter Beifall.) Knad- Hamburg: Auf dem wichtigen Gebiet der sozialen Bevölkerungspolitif ist in den letzten Jahren von der Fraktion nichts unternommen worden. Gewiß lag der Grund darin, daß andere wichtige Fragen in den Vordergrund gerückt waren. Aber wie groß das Interesse der Partei auch an diesen Dingen ist, beweisen die 15 Anträge, die dazu vorliegen. Die heutige planlose Bevölterungspolitit führt zu so großen Verlusten wertpollen Menschenlebens, daß die Verluste des Weltkriegs dagegen fast verschwinden. Die Folge dieser Planlosigkeit sind Abtreibung wertvollen Lebens, Tod und Vernichtung von Frauen, Geschlechtskrankheiten und Vererbung von frankhaften Anlagen auf törperlichem und geistigem Gebiet, Berbrechertum usw. Im Verfolg einer planmäßigen Bevölkerungspolitit soll der förperlich und geiffig gesunde Mensch zur Grundlage des gefellschaftlichen Aufbaues gemacht werden. Schon das Kind im Mutterleibe muß Objekt der fczialen Fürsorge sein. Diese Bestrebungen finden zähen Widerstand der kirchlich- orthodoxen und sonstigen Reaktionäre. Notwendig ist demgegenüber eine tonsequente Gesundheitspolitif, der Rampf gegen Bolfstrantheiten, gegen den Altoholismus, gegen die Geschlechtsfrankheiten, Bekämpfung der Luberkulose auf reichsgefehlicher Grundlage, Durchführung einer Justizreform nach der zivil- und strafrechtlichen Seite, Erneuerung des Segual. strafrechts. ich erwähne nur den§ 175 eine großzügige Wohnungs- und Siedlungspolitik und die verfassungsmäßige Gleichstellung und Gleichwertung von Mann und Frau auf allen Gebieten. Notwendig sind Richtlinien des Parteivorstandes für eine sozial großzügige Bevölkerungspolitit. Sie ist ein Stück Sozialis nius. Durch zähes, zielbewußtes Arbeiten können wir auch hier weiterbauen, um ein größeres Ziel zu erreichen, daß der gesunde Mensch die Grundlage eines gesunden sozialen Staates wird.( Beifall.) bis ihr Dr. Moses- Berlin: Die tommunistische Fraktion erblickt Hauptziel in der Diskreditierung des Barlaments und in der por kurzem noch im Wettbewerb mit den Deuschnationalen Berstörung der Arbeitsfähigteil des Reichstags. Was die tion, sondern bewußte Sabotage des parlamentariKommunisten in der Zollvorlage getrieben haben, war feine Obstrutichen Systems überhaupt. Es war eine Raba upolitit, die mit ehrlicher Entrüstung nichts zu tun hatte. Aber die Arbeiterschaft darf das Parlament nicht diskreditieren lassen und das syste matische Kesseltreiben gegen den Reichstag nicht mitmachen. Man fann nicht vier Jahre lang den Reichstag dem Bolt pereteln und es dann für die Bahlen begeistern. Unsere eigene Presse ist teilweise von der tommunistischen Mentalität angetränfelt. Sie übersieht, daß wir ! unsere Stellung zum Parlamentarismus in den letzten Jahren gründlich geändert haben. Diese Wandlung gebe ich für mich besonders offen zu. Wer heute flüger ist als gestern und es mit frischem Mut bekennt, den werden die Biedermänner lästern und sagen, er sei infonfequent." Aber die Diskreditierung des Parlaments in Bersammlungen oder in der Presse tönnte in gefährlicher Weise gegen uns ausschlagen. Dieses Parlament ist für uns nicht der Weisheit letzter Schluß, aber wir wollen positiv an seiner Gestaltung mitarbeiten. An der Taftit der Fraktion kann im Reichstage jeder im weitesten Spielraum Kritit üben, aber in der Deffentlichkeit hat die Kritif ihre Grenzen. Wenn die Partei im Kampf steht und alle Kräfte auf einen Bunft fonzentriert, muß politischer Sinn und fameradschaftliches Gefühl in der Deffentlichkeit unsere Führer und Unterhändler unterstützen. Jeder Anschluß an eine programmatisch festgelegte Partei bedeutet ein Opfer an der eigenen Individualität. Dieses Opfer ist Borausfetzung des erfprießlichen Wirkens in der Partei. In diesem Sinne muß auch die Kritik an der Tätigkeit der Fraktion vorsichtiger und zurückhaltender werden. Im übrigen hängt es von der Geschlossenheit der Arbeiter im Kampfe um unsere Biele ab, wie wir unsere Mehrheit auch im Parlament ausnuten tönnen.( Lebhafter Beifall.) Priem- Deffan. Jede Kritik der Linfen sollte ernst genommen werden. Wir wollen doch alle als Brüder einander helfen und nicht aufeinander losschlagen.( Sehr richtig.) Der Kampf der Reichstagsfraktion hat bewiesen, daß die Klassengegenfäße stärker find als alle schöne Jbeologie. Die außerordentlich günstige Situation in den Zollfämpfen ist nicht genügend agitatorisch aus. genugt worden. Gewiß hat die Frattion fleißig und eifrig gefür Groß- Berlin arbeitet. Aber ich vermisse ben großen Zug, wie wir ihn z. B. 1902 bei den damaligen Zollfämpfen gesehen haben. Es fehlte der Kon. tatt zwischen den Aktionen und den Massen. Biel- Frau Scherpel- Stuttgart begründet den Antrag, bei den Wahlen leicht ist doch der Gedanke an eine baldige Rückkehr der großen Koalition maßgebend dafür gewesen, den Rampf mit gedämpftem Trommelschlag zu führen. Ich hoffe, daß das beim Reichsschulgeset anders wird. Denn hier geht es um die Kinder des Volfes, um die deutsche Kultur.( Sehr richtig.) Auch die Zustände in der Reichswehr erfordern von uns nachdrückliche Taten. Sie wird für die Republit immer mehr zu einem nationaliSicherheitspolizei sein. Geßler muß endlich das parlamentarische Tellgeschoß erreichen. Ich bitte ferner um Berschärfung des Kampfes um Befreiung der politischen Gefangenen und um energische Schritte für die Aufhebung der Todesstrafe in Deutschland. 2. Hof, 2 Trep. rechts, au richten Donnerstag, ben 17. September, 8 Uhr, Sigung in der Juristischen Sprechstunde, Linden. Straße 3. Jeder Kreis muß vertreten fein. Rentralarbeitsausschus bez fos. Elternbeirate Groß- Berlins. 1. Kreis Mitte. Elternbeiräte: Freitag 18 Uhr bei 8fchiefing, Aderfte. L 3. Kreis Webbing. Freitag, den 18. Geptember, 7 Uhr, erweiterte Kreisvor ftandsligung an der bekannten Stelle. 11. Areis Schöneberg- Friedenan. Heute, Donnerstag, 7 Uhr, holen bie AbLuther- Str. 68, ab. teilungen Platate, Sandzettel und Liftenformulare von Bill, Martin- stischen Alpdrud. Unser Ziel muß der Aufbau der republikanischen Heute, Donnerstag, den 17. September: Jungfozialisten. Gruppe Brenzlauer Berg: 8 Uhr im Jugendheim Danziger Straße 62( Bapaden), Aussprachenbend: Grundsägliches zum neuen Brogrammentwurf". Gruppe Rentölin 1: 8 Uhr Rogatfte. 11-12, Distuffion über Brogrammentwurf der Partei". Entwürfe mitbringen. Röntgental- Repernid- Schwanebed. 8 Uhr Rahlabend bei Basener, Röntgental. Wichtiger Bortrag. Erscheinen aller Genossen nebst Frauen ift Pflicht. Gäfte, die auf dem Boden der SPD. stehen, willkommen. Morgen, Freitag, den 18. September: das Abstimmungsergebnis für die männlichen und weiblichen Wähler allgemein getrennt feststellen zu lassen. Die Partei muß den Tatsachen ins Auge sehen und die schwachen Stellen der Organisation nicht verkennen. In manchen Bezirken wird auch bewiesen werden können, daß die Frauen ihre Pflicht ge= arbeit später genau verfolgen lassen. Ein besonderes Interesse muz tan haben. Vor allem aber werden sich die Erfolge der Aufklärungsden. Wir müssen alles tun, um das Versprechen der Verfassung, die Fraktion der Boden und Wohnungspolitit zumenjedem Deutschen eine gesunde Wohnung zu verschaffen, in die Wirflichkeit umzusetzen. Zimmer- Saarbrücken: Als Teil der großen deutschen Sozialdemokratie verfolgen wir die politischen Vorgänge im Reich, aud) wenn sie uns nicht mehr unmittelbar betreffen, mit doppeltem Intereffe, well sie zurüdwirten auf die Regelung des Saarproblems. Die Lösung dieses Problems im Sinne der deutschen Bevölkerung, durch die demokratische Entwicklung im Reich. Daß bei uns im das heißt der gesamten Saarbevölkerung ist aufs stärkste beeinflußt Saargebiet die deutschen Belange unseren Kompaß für das nächste Jahr bieten, ist selbstverständlich. Wir weisen jede Verdächtigung der nationalen Zuverlässigkeit der faarländischen Sozialdemokratie mit Entrüstung zurüd. Der staatspolitische Kurs der Partei an der Saar war von der ersten Stunde an der gleiche mie heute. Adam- Hamburg. Der Reichsschulgefehentwurf ift der denkbar schwerste Angriff auf die Gewiffensfreiheit und das ungeheuerlichste Attentat auf den geistigen Fortschritt des deutschen Boltes. Das Zentrum will jetzt den Kaufpreis für feine Rechtsfchmentung erhalten. Dazu scheut man selbst vor der Durchbrechung der verfassungsmäßigen Grundsätze nicht zurück. ir danken der Reichstagsfraktion, daß sie den Kampf gegen die Durch löcherung des Grundschulgesetzes machtvoll geführt hat. Jezt werden in Preußen fonfeffionelle Lehrerakademien geschaffen und die Lehrerbildung zur Farce herabgedrüdt. Hinter dem ReichsSchulgeset steht drohend das Reichskontordat. Mit seiner Hilfe will man nicht nur der Volksschule den Charakter als Staatsschule nehmen, sondern auch die höheren Schulen bedrohen. Leider arbeitet das Bentrum viel enifann unsere Liebe zum Zentrum nicht gehen, daß wir ihm auf fulturellem Gebiet Sugeständnisse madjen. Wir müssen als Kulturpartei den Rampf gegen den Reichsschulgefezentwurf mit aller Entchiedenheit aufnehmen, auf der breitesten Front mit allen zu Gebote Achtung, Jugendgenoffen und genofsinnen! Dienstag, den 29. September, ftehenden Mitteln die Massen mobil machen. Es handelt sich nicht nur um eine Frage der Lehrer, denen die verfassungsmäßigen Freiheiten geraubt werden, sondern um die Geistesfreiheit des ganzen deutschen Volkes.( Lebhafter Beifall. Redner bittet, die Hamburger Anträge zur Bodenfrage anzunehmen.) 8. bt. 7% Uhr Funktionärligung bei Dobrohlaw, Eminemünder Str. 11. 8. b. 7 Uhr Borstandssitung bei Ridert, Steinmenftr. 36a, 38. bt. 7 Uhr Sigung des Borstandes beim Abteilungsleiter. 101. und 102. Abt. Treptow Baumschulen weg. Bildungsausschüsse: 7% Uhre 38. Vorführung wissenschaftlicher Filme in der Treptower Sternwarte: 1. Indien, das Land der Träume; 2. Das Kindererholungsheim des Be Airts Treptow in Carlshagen auf Usedom. Karten zu 60 Bf. in der Spedition Grack str. 50 und an der Abendkaffe. Jungjozialisten. Gruppe Friedenau: 8 Uhr im Jugendheim Offenbacher Str. 5a Mitgliederversammlung. Gruppe Schöneberg: 8 Uhr im Jugendheim Rubensstraße Bortrag des Genoffen Wilberg: Die Kommunalwahlen". Frauenveranstaltungen am Freitag, den 18. September: 68. Abt. Salenfee. 8 Uhr bei Alingebeil, Johann Georg- Str. 15, Bortrag der Abt. 124a Mahlsdorf- Gud. 8 Uhr bei Diek, Uhlandstr. 18, Bortrag des Geschiedener als wir auf die Beherrschung der Jugend hin. Aber soweit der uns schon drei Redakteure gekostet hat.( hört, hört!) Im Dienste Genoffin Kreffe über Die Stadtverordnetenwahlen". nofen Schreiber über Erziehungsfragen". Genossen als Gäfte willfommen. Jugendveranstaltungen. abends 8 Uhr, in der Neuen Welt, Sasenheide, Berbi: Requiem, veranstaltet vom Berliner Boltschor. Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von 1.25 M. find im Jugendsekretariat erhältlich. Heute, Donnerstag, den 17. September, abends 7% Uhr: Selmholtplah: Lehrlingsheim, Schönhauser Allee 140, Bortrag: Die Gefchichte der deutschen Jugendbewegung". Schönhauser Borstadt I: Schule Jbsen str. 17, Vortrag: Geschichte der Runen". Gülboft( Köpenider Bieriel): Jugendheim Mariannenufer la, Vortrag: Warum Sozialistische Arbeiter fugend?" Südwest: Jugendheim Lindenstr. 3, Bortrag: Die Gewerkschaften". gelehnt werde. Der glänzenden Begründung, die ihm ScheideVorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsfelie: Berlin 6. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 Et. Wilmersdorf: Rum Kameradschaftsabend Do., b. 17., find Republikaner als Gäfte willkommen. Lichtenberg: Go., b. 19., abends 7% Uhr, Stiftungsfest Untergruppe Friedrichsfelde, Lobal Rimmermann, Waldersee ftraße 78. Vorträge, Tang. Lichtenberg und Untergruppen beteiligen fich. Eintritt frei. Webbing: Gonntag, d. 20., vorm. 11 Uhr, Antreten bei der Uferstr. 12. Fahrt nach Rauen, Rüdfahrkarte 1,60 m. Tiergarten, 2. Rug: Fr., b. 18., abends 8 Uhr, bei Sübner, Wilsnader Str. 35. Prenzlauer Berg: Fr., b. 18., abends 8 Uhr, Rug 8, Berfammlung bei Gachokli. Edhievelbeiner Straße 10. Abends Rundschreiben von Burg abholen. * Gauvorstand. Der Republikanische Tag am Sonntag, den 20. September, fällt aus. Alle Rameraden werden ersucht, fich an der Fahnenweibe in Rauen au beteiligen. Berein der Freibenter für Feuerbestattung, Gau Berlin. Freitag abend 7 Uhr findet auf dem großen Rinderspielplas im Friedrichshain eine film vorführung in 4 tien über das Thema Das Bestattungswefen vom Alter tum bis aur heutigen modernen Entwicklung" statt. Alle Interessenten der Feuerbestattung sind hiermit herzlichst eingelaben. Cintritt frei. Geſellſchaft für Signalreform Gehäftsstelle: Ch. Lebbin, Salensee, Fried. Gernau. Eintritt richsruher Str. 5. Große öffentliche Protefiverfammlung gegen die Beschliffe bes beutfchen Aerztevereinsbundes am Donnerstag, den 17. September, abends 8 Uhr, im Stadthaus( Eingang Klosterstraße, gegenüber der Klosterkirche). Thema: Mutterschaft oder Zuchthaus". Referenten: Dr. Räthe Frankenthal, Dr. Sildegard Wegscheider, W. Deffer, Dr. Feliz A. Theilhaber, Dr. Felig Arbeiter- Ravio- Klub, Bezitt ReutBun. Am 18. September, abends 7% bis 10 Uhr, in der Rütlischule, Bau von Röhrenapparaten". Gäfte willtonnmen. Landsmannschaft ber Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Donnerstag, den 17. Geptember, abends 8 Uhr, im Restaurant Jacob Effer, Aöpenider Str. 70a, gefchäftliche Gigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Mitteilungen aus der Seimat. Berschiedenes. Gemütliches Beifammensein. Landsleute, Damen und Herren find willommen. Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. 179. Abgabestelle, Manufer: Donnerstag, ben 17. Ceptember, abends 7½ Uhr, im Restaurant Blücherfäle, Blicherstr. 61, Ede Urbanstraße, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Ausfprame. Bezein ber Bogtländer zu Berlin, NO. 43, Brenzlauer Berg 22( am Rönigstor). Sihung jeden Sonnerstag nach dem 1. und 15. bes Monats. Landsleute herzlichst milllommen. Laboristal bo- Unieno, Ortsgruppe Berlin, 6. Beziz Montag, den 28. September, beginnt im Jugendheim Alte Jakobftr. 136 I. ein Jdo. Anfängerfurfus abends von 8 bis 10 Uhr. Der Kinderkursus tagt von 6 bis 18 Uhr. Beide Unterrichte dauern 3 Monate und find unentgeltlich. Lehrbuch 1 m. Loeb- Frankfurt a. M. Mein Frankfurter Antrag fordert, daß der Etat für die Reichswehr in feiner jegigen Form abmann gestern gegeben hat, brauche ich nichts mehr hinzuzufügen. Die heutigen Beratungen des Deutschen Banfiertages lassen mit erfreulicher Deutlichkeit erkennen, daß zwischen der Auffassung der deutschen Banten und des Reichsbantpräsidenten faft fein Unterschied besteht, wohl aber zwischen dem ReichsbankFräsidenten und den Kreisen der Industrie und Landwirt. Ichaft, die an einer Kreditverbreiterung interessiert sind. In Friedenszeiten stellten die Großbanten die Mehrheit der Aufsichtsräte, in der Industrie, in der Inflationszeit gewann die Industrie die Mehrheit der Aufsichtsräte in den Banten. Das zeigte besonders deutlich der Vorstoß von Hugo Stinnes in die Berliner Handelsgesellschaft und in fleinerem Maßstabe der Barmats in die Merkurbant. Die Industrie glaubte die Zeit gekommen, die Arbeit des Finanzfapitals mit zu übernehmen. Die Inflation der Nullen ist jetzt überwunden, obwohl man nach der Bahl der deutschnationalen Wähler das eigentlich nicht glauben sollte. Nicht überwunden ist die Inflation der Betriebe. Das fonzentrierte Unternehmertum sucht bei dem notwendigen Abbau die bodenständigen Elemente zu be halten und das gewerkschaftlich organisierte Industrieproletariat los zuwerden. Die chemische Industrie z. B. verpflanzt große Teile ihrer Betriebe in die Landwirtschaft. Ich möchte die Reichstags: frattion warnen, sich tapern zu lassen für die Herabsezung des Zinssages öffentlicher Gelder. Wenn die Banken auf dem Bankiertag eine Risitoprämie fordern, so haben auch die offentlichen Banten Anspruch darauf. So große Risiko. prämien, wie sie bie Intelligenz der Präsidenten der Preußischen Etaatsbant verlangt, tann freilich feine Wirtschaft geben.( heiter feit und Zustimmung.) Was wir an öffentlichen Banten erlebt haben, reicht freilich nicht dazu, öffentliche Bantpolitit zu treiben. Aber als Präsident der Thüringischen Staatsban! habe ich den Grundfat vertreten, daß, was dem einzelnen Staatsbürger recht ist, auch der Gesamtheit der Bürger zugebilligt werden muß. Ein öffentliches Bantinftitut unter kaufmännischer Leitung fonn geschäftliche Raffineffen ebenso anwenden, mie eine Privatbant. Gerade bie beiden Staatsbanten, die von fozia. Itstischen Regierungen gegründet und geführt wurden, waren an den Barmat- und Kutister- Angelegenheiten nicht mit einem Pfennig beteiligt. Die deutsche Industrie ist noch immer über. füllt. Bir müssen den Mut haben, auszusprechen, daß diese in flationistische Gestaltung der deutschen Wirts Briefkasten der Redaktion. ait überwunden werden muß. Wir müssen unser Redaktion.Augenmert nicht nur auf den Export richten, sondern was die R. G. 100, 15. November 1923, deutsche Industrie retten tann, ist ein normaler Inlandsverbrauch An oberster Stelle steht der Kampf um das deutsche Saargebiet, erfler Stelle flebt der Kampf um das dieses Bieles haben wir in schwerster, schicksalsreichster Stunde die interparteiliche Sufammenarbeit geschaffen. Als aber der Großinduſtrielle Röchling jeinen großen Einfluß, den er dieser interparteilichen Zusammenarbeit verbanft, begann für seine eigenen Profitund Wirtschaftsinteressen brutal auszunuzen, mußten wir aus VerEinheitsfront verlassen. In einem demokratisch regierten Europa antwortungsgefühl gegenüber der werftätigen Bevölkerung diese bildet das Saargebiet einen wahren Standal Man hat uns ein ganzes Jahrhundert zurückgeworfen und enthält uns auch die Rechte vor, die man uns nach dem Versailler Frieden ruhig geben tönnte. Auch mer 70 Jahre im Saargebiet wohnt, fann nicht in den Landesrat gewählt werden, wenn er zufällig nicht im Saargebiet geboren ist. Dabei ist der Verwaltungsrat international zusammengesetzt. Aber der Bevölkerung des Saargebiets verwehrt man, seine Vertreter in die Regierungsfommission zu senden. Nur eine fonfequente demokratische Entwicklung wird unsere Position verbessern und der Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund könnte unfere Stellung beim Böllerbandrat wesentlich erleichtern. ( Buruf Löbes: Sehr wahr!) Wenn in 10 Jahren die Tore zur Heimkehr ins Deutsche Reich offen stehen, wollen wir zurückkehren in ein freies Deutschland in einem auf Frieden und Demofratie aufgebauten Europa. Wir wissen uns eins mit den Genossen im Reich, wenn wir unberührt von allen Beschimpfungen und Berdächtigungen unseren Weg weitergehen in die neue Zeit!( Lebhafter Beifall.) Karsten- Peine: Für die Fragen der Sozialpolitif fehlt es leider heute an dem nötigen Resonanzboden. Es find zwar viele Geseze geschaffen worden, andere harren der Erledigung; aber sie atmen alle nicht den Geist, den wir brauchen. In der Krantenversicherung steht eine noch größere Bersplitterung nach den Anträgen der Rechten bevor, und auch sonst bestehen die unsinnigsten und widersinnigsten Bestimmungen in unserer Sozialgesetzgebung. Für sie dürfte nicht der Grund der Hilfsbedürftigkeit, sondern nur der Grad für die Bemessung der Unterstügung maßgebend sein.( Sehr richtig!) Auch die Zersplitterung des Rechtsweges ist ein großer misstand. Namentlich in der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten muß endlich durchgegriffen werden. Sie muß eingegliedert werden in die allgemeinen Versicherungsgesetze. Eine gesunde Sozialpolitik ist das beste Mittel zur Feftigung der Republik. ( Sehr wahr!) Darum ist es für alle Republikaner zwingende Notwendigkeit, dafür zu folgen, daß diefer Republit auch der soziale Inhalt gegeben wird. Wir bitten unserem Antrage zuzustimmen; er verlangt eine dem heutigen Geiste entsprechende Reform der Sozialversicherung, die Schaffung einer einheitlichen großen Versorgungsorganisation. nicht wir in der Fraktion sind verantwortlich, wenn das, was wir die breiten Massen hinter uns stehen.( Sehr richtig.) fordern, nicht durchgesetzt wird, sondern es fommt darauf an, daß ( Schluß des Berichts im Hauptblatt.) Wirtschaft Sechster Deutscher Bankiertag. Handelshochschule und 1916 an der Mostauer in Lehraufträgen 11ie Genossenschaftsbewegung fich International gu Dienste leistete, bis ihn die Sowjetregierung megen mißliebiger organisieren beginnt. Anzeichen, die für die weitere Entwicklung des Genossenschaftswesens überhaupt und ihre gegenseitigen Be politischer Gesinnung außer Landes trieb. Es ist ohne Zweifel als ein besonderes Charakteristikum der Geziehungen von höchstem Interesse sind. Denn die direkten Geschäftsnoffenschaftsbewegung anzusehen, daß fie frühzeitig internatio beziehungen zwischen genossenschaftlichen Verbraucher und Erzeugerorganisationen bilden mit eine der Vorausjegungen für nalen Umfang annahm und ihre Methoden, Grundsäge und Biele in allen Ländern der Welt gleich sind. Sie stellt eine Parallele die Herbeiführung eines volkswirtschaftlichen Zustandes, bei dem our fapitalistischen Wirtschaftsentwicklung, deren Gegensaß sie neben der Landwirtschaft die Verbrauchermassen den bestimmenden Einfluß auf Warenerzeugung und Warenpreise besitzen. verkörpert, indem sie wirtschaftssozialistisch, antikapitalistisch ist. Dies fann nicht hoch genug eingeschäzt werden, angesichts der Tatsache, daß man gegenwärtig in der ganzen Welt rund 400 000 Benossenschaften zählt mit einer Mitgliederzahl von rund 40 Millionen Familien, die mit ihren Angehörigen rund 160 Millionen Menschen repräsentieren. Und da dies vom Boden der nationalen Volkswirtschaften aus allein nicht erreicht werden fann, bilden die internationalen geschäftlichen Berbundenheiten von Großeinkaufsgesellschaften der Konsum. vereine einen außerordentlichen wichtigen Bestandteil für die weitere Entwicklung der Genossenschaftsbewegung aller Länder -ff. der Belt. Zur Außenhandelsstatistik. Bei der Beurteilung der deutschen Außenhandels. statistit haben die Fragen der Ermittlung der Warenpreise bei Ein- und Ausfuhr eine hervorragende Rolle gespielt. Als ein Beifpiel flarer Fehlermittlungen stellt uns die Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik die folgenden Zahlen über Durchschnittspreise bei Ein- und Ausfuhr von Malz nach den amtlichen Statistiken( für Juni bis Dezember 1924 nach„ Wirtschaft und Statistit", für Januar bis Juli 1925 nach den„ Monatlichen Nachweisen über den auswärtigen Handel") zur Verfügung: Der sechste deutsche Bankiertag sette gestern seine fachlichen Beratungen fort. Die Vormittagsreferate beschäftigten sich mit dem Thema Auslandskredite und Auslandsbeteiligung in der deutschen Wirtschaft. Rudolf Loeb, der Mit inhaber des Bankhauses Mendelssohn u. Co., führte dazu u. a. aus: Es scheint nicht recht zusammenzupassen, daß man vom Auslande Geld in starkem Maße borgt, in derselben Zeit, in der man an das Ausland start zu zahlen hat. Aber gerade diese Zahlungsverpflich tungen zwingen uns, unsere Produktionsfähigteit so Auf Deutschland entfallen davon 52 000 Genossenschaften mit schnell wie möglich zu erhöhen und, soweit die ausländischen Kredite diesen Zwecken dienen, find sie nicht zu beanstanden. Nach etwa 6 Millionen Familien, movon wiederum etwa 2000 Konsum. einer Darstellung der einzelnen Arten des Auslandskredits fommt genossenschaften mit 4% Millionen Familien als Mitglieder zählen. Diese organisatorisch erfaßten Familieneinheiten Dolfswirt. der Referent dazu, die Höhe der langfristigen Anleihe, die bis jetzt ohne die Dampes- Anleihe, aber einschließlich der Rentenbankanleihe[ chaftlich auszuwerten, ist Sinn und Zwed vor allem der Konsumaufgenommen worden sind, auf 660 millionen Mart zu genossenschaften. Es geschieht innerhalb der einzelnen Länder durch den Wareneinfauf der einzelnen Genossenschaften im großen und die schäzen, Dazu treten geschäftliche Beteiligungen aller Art, die von Ausländern in Deutschland selbst vorgenommen worden sind. 3war Berteilung im kleinen an die Mitglieder. Und in jedem Land hat stelle die deutsche schwebende Schuld an das Ausland feine Gefahr sich die Mehrzahl der Konjumgenossenschaften zu Großeinkaufsge dar, sie sei aber zu hoch und müsse erheblich vermindert werden. sellschaften zusammengeschlossen, die Barenzentralen zur unmittel= Sie ist zum nicht unerheblichen Teil für rein innerdeutsche Weiterfor- baren Belieferung der Konsumvereine unterhalten eigene Produttiv: dernisse entstanden und schon deswegen ist es notwendig, die Bilbetriebe, errichten Banken usw., um so allmählich den genoffet dung deutschen Spartapitals durch Verwaltung und schaftlich organisierten Verbraucher unabhängig vom Bant, Steuermaßnahmen nicht zu behindern. Die Abdeckung dieser Kre- handels. und Industriefapital zu machen. ang sid Diese Großeinkaufsgesellschaften der Konsumvereine erschöpfen dite muß aus dem Ertrag der deutschen Wirtschaft erfolgen. Ein entsprechender Ertrag mit Hilfe der Auslandskredite ist nach Ansicht aber ihre Bedeutung nicht durch ihre Tätigkeit in den einzelnen des Referenten viel mehr gegeben, wenn das Geld in die Privat. Ländern der Welt, sondernt sie bilben eine internationale ge wirtschaft fließt als wenn es an öffentliche Stellen fommt. Daß schäftliche Berbundenheit, die feine Interessengegensäge stört, die Privatwirtschaft die notwendigen Erträge bringt, dazu ist es noch stören fann, wie in der fapitalistischen Wirtschaftsenwidlung. Solche Intereffengegenfäge in der genossenschaftlichen notwendig, daß fie die erforderliche Freiheit behält. Daher übt der Referent in diesem Zusammenhange an den Schußzollbest re- Wirtschaftsentwicklung gibt es nicht, weil Kapitalprofit und Ge bungen, nicht an der Zollvorlage, sehr scharfe Kritik. Die günstigste Schäftsgewinn an Dritten", d. h. an der Kundschaft ausgeschaltet Form der Beteiligung des ausländischen Rapitals an der deutschen find und die Großeinkaufsgesellschaften wie die Konjumgenossen Wirtschaft ist die Beteiligung in deutschen Aktien. Borerst tommt schaften, auf deren Eristenz fie beruhen, das gleiche Ziel verfolgen: als Emissionsland für deutsche Werte in erster Linie Amerifa genossenschaftliche Gemeinwirtschaft. in Frage, aber auch Holland hat sich in erheblichem Maße an der Emission derartiger Anleihen beteiligt, und England wird sich sicher lich dem deutschen Markte wieder erschließen, sobald die währungspolitischen Gründe dieses Landes in Fortfall gekommen sind. Was die Höhe der Zinsfäße anbetrifft, so fann hier eine Aenderung erst dann eintreten, wenn der deutsche Kapitalmarkt wieder einigermaßen funktioniert. Der amerikanische Martt wird von europäischen Anleihen heute noch nicht so start in Anspruch genommen wie man es glaubt. Die Gesamtemission von Anleihen aller ausländischen Staa. ten in Amerika hat während der ersten sechs Monate dieses Jahres nur 185 Millionen Dollar betragen bei einer Gesamtsumme pon 3,7 Milliarden Dollar. Der Korreferent Josef Schreyer, der Direktor der Bayerischen Der Korreferent Josef Schreyer, der Direktor der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, beschäftigte sich mit der Unterbringung Don Realkrediten im Auslande und verlangt, daß der Gold. pfandbrief der deutschen Hypothekenbanken von der inländischen Kapitalertragsteuer befreit wird. Er ist dann gemäß seiner erst flaffigen Sicherheit eine geeignete Grundlage für die Herein nahme von Auslandskrediten. Der Vortragende fordert ferner eine Aenderung des Hypothekenbankgesetzes dahingehend, daß die Unterlagshypotheken für Auslandsemissionen eine Sonderdeckungsmaffe In einer Resolution werden die Ausführungen der Referenten noch einmal unterstrichen und vor allem darauf hingewiesen, daß furzfristige Kreditformen nur für Geschäfte geeignet sind, welche sich furzfristig abwideln, ein Prinzip, das des wegen schon besonders zu beachten ist, damit die ausländischen Geldgeber nicht Berluste erleiden. bilden fönnen. Es folgten dann zwei Vorträge über den Effettenverfehr und Börsenter minhandel. In diesen Vorträgen und in ber daran sich anschließenden Resolution wird eine Ermäßigung der Börsenumfaßsteuer verlangt, ferner die Forderung nach der ſtüdelosen Effektenlieferung erhoben, die fich ja in Berlin durch den Berliner Kaffenverein eingebürgert hat, die aber auch in anderen Städten und im Verkehr der Börsen- und Banffirmen unter einander, ganz gleich, an welchen Plägen sie ihren Gig haben, zur Ausführung gelangen sollen. Außerdem wird in diesen Vorträgen und in dieser Resolution sehr für die Wiedereinführung des Börsen. terminhandels eingetreten. Wie weit diese geschäftliche Verbundenheit schon gediehen ist, zeigt eine ameritanische Statistit, nach welcher die internationalen Handelsoperationen der europäischen Großeinfaufsgesellschaften im Jahre 1923 einen Umfag von über 140 milliunen Dollar, gleich ca. 600 Millionen Mart, erzielten. Von befonderem Interesse ist hierbei der Geschäftsverkehr mit den russischen genossenschaftlichen Organisationen: 1. dem Zentrofojus, d. h. dem Verband russischer Ronsumvereine und 2. dem Selsfojojus", d. h. dem Verband russischer landwirtschaftlicher Genossenschaften. Es ist dabei zu beachten, daß dem gesamten russischen Außenhandel nur eine staatliche Handelsorganisation und außer ihr der Zentroſojus" in Händen hat. So bezog beispielsweise die Großeinkaufsgesellschaft englischer Konsumvereine im Jahre 1923 durch die neugegründete Russisch- Britische Exportfompagnie 100 000 Tonnen russischen Weizen und die Handelsagentur des Bentroſojus" in London hat im Jahre 1923 für rund 40 Millionen Flachs 62 Broz, Milchprodukte 21,7 Proz. und Eier 6,6 Proz. Mark Waren in England eingeführt, woron auf Belzwerf und des Bertes der Einfuhr entfielen, Die Großeintaufsgesellschaft deutscher Ronfumvereine steht ebenfalls im Geschäftsverkehr mit dem Bentrosojus", bei welchem sozusagen Ware gegen Ware eingetauscht wird. Handelt es sich hierbei im Verhältnis zur gesamten Bolts wirtschaft beider Länder auch noch um vergleichsweise fleine Mengen und Beträge, so ist doch nicht zu verkennen, daß bei einer dauernden Stabilisierung des Sowjetregimes, feiner wirtschaftlichen Konso lidierung und allmählicher Einstellung auf politisch- demokratische Linien, ganz ungeahnie Entwidlungsmögliteiten vorhanden sind, die den Genossenschaftsorganisationen beider Bölfer und Länder großen Nuzen bringen fönnen. Was nun den Anteil der Großeinkaufsgesellschaften der Ronfumbereine an der Wareneinfuhr ihrer Länder anbelangt, fo liegen hierüber beachtenswerte Zahlen nur von England vor. So ist bei pielsweise durch die englische Großeinkaufsgesellschaft je ein Siebentel des eingeführten Zucers und Tees gegangen. Interessant ist auch, daß in England durch das den Deutschen nachgeahmte Kartensystem für die Berteilung von 3uder und Butter feftgestellt werden konnte, daß die Konsumgenossenschaften 26 Broz des ganzen englischen 3uderbedarfs und 23 Bro3. des Butterbedarfs deckten. Resultate, die zeigen, daß es im wesentlichen nur an den Berbrauchern felbft liegt, den Großteil ihrer täglichen Warenbedürfnisse von den Konsumgenoffen. wirksameren Breisfentungsaftion mitzumirfen, als sie jemals die Regierung zustande bringen fann. Verbrauchergenossenschaften im Welthandel. Die internationalen genossenschaftlichen Handelsbeziehungen bildeten einen Teil der Antrittsporlesung, welche Prof. Dr. v. Toto.schaften zu beziehen und dadurch selbständig und aktiv an einer mianz an der Handelshochschule in Berlin fürzlich gehalten hat. Bon Totomianz, eine anerkannte Autorität in der internationalen Genossenschaftsbewegung, für die er bereits 1910 an der Petersburger Lavaren und nie mehr etwas anderes zum Haarewaschen: Einfach wundervoll und wundervoll einfach, Verkäufe Teppich- Reschte verkauft spottbillige Teppiche, Brüden, Bettvorlagen, Diwandeden usw. Teilzahlung gestattet. Neukölln, Raiser- Friedrich- Straße 5. Schuhwaren für Serren, Damen und Rinder au billigsten Breifen gibt ab Markus, Wallnertheaterstraße 28. Fahr gelb wird vergütet. rerschiedenen Länder allmählich zu dem Plane der Errichtung einer Im übrigen hat die Entwicklung der Großeinkaufsgesellschaft der internationalen Großeintaufsgesellschaft geführt, für die ein eigenes Bantunternehmen vorgesehen ist. Und in wenigen Jahren werden die 25 000 Konsumgenossenschaften der ganzen Welt durch ihre Großeinkaufsgesellschaften in der Weltwirtschaft bei der Breisbildung für den täglichen Verbrauch an Lebensbedürfnissen den gleichen Einfluß ausüben, wie eine große, gutgeleitete Konjumgenoffenschaft an ihrem Blaze. Dabei ist noch zu beachten, daß auch die landwirtschaftFahrräder Juni 1924 Juli Auguſt September Ditober November de Dezember Einfuhrpreise Ausfuhrpreise pro dzpro dz 34,25 39,00 39.45 35.60 41,80 33,50 46,90 mis 85,90 53,80 42,10 57,90 45,50 54,60 46,40 Januar 1925 Februar Mārz 54,20 45,50 56 65 47,15 52,15 49,55 51,80 49,00 49,75 49,20 46,80 49,55 49,85 48,50 11 April Mai Juni Juli Diese Zahlen zeigen deutlich, daß hier bei der Preisermittlung recht beträchtliche Fehler vorgekommen sein müssen. In der Regel ist dabei offenbar entweder die deutsche Ausfuhrmare unter bewertet oder die Einfuhrmare überbewertet worden. Daß Qualitätsdifferenzen die hier vorliegenden Differenzen erklären, iſt außerordentlich unwahrscheinlich, da ja in einem Falle( Juni 1925) fogar die Ausfuhrpreise über den Einfuhrpreisen liegen. Andererseits scheint erfreulicherweise in den letzten Monaten die Bewertung zuverlässiger geworden zu sein. Denn die Differenzen sind in den legten Monaten klein und unbedeutend geworden. Große Kupferfunde in Schweden. Nach der Zeitung„ Socialdemofraten" find in der letzten Zeit sehr große Kupferfunde in der Gegend von Stelleftea gemacht worden. Das Kupfer wurde rein in Erzen von 12 bis 13 Broz. aufgefunden. Das Arseniterz enthält auch Silber und Gold. Der Kupfer. und ist als der größte anzusehen, der in ganz Europa seit mehreren Jahrzehren gemacht ist. Anlagen find geplant, um einen Gewinn ron 100 000 bis 150 000 Tonnen Erz jährlich zu erzielen. Erst während bes nächsten Sommers tann ein größerer Gewinn erzielt werden. Die Berschiffung tann nächsten Herbst beginnen 110 Der Stabelfenverband, der nach der Stabilisierung der Währung erst unter großen Schwierigkeiten wieder reorganisiert werden fonnte und zunächst nur vorläufig in Wirksamkeit trat, hat seinen Berbandsvertrag endgültig festgelegt und die hauptsächlichsten Werte in fich vereinigt. Mit den übrigen Unternehmungen schweben noch Berhandlungen. Der Stabeifenpreis wurde entsprechend der Umfalfieuerherabjegung um ganze 70 Bf. pro Tonne ermäßigt. Die Bank der freien Gewerkschaften ,, Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2. G. hat in Hamburg eine Filiale eröffnet und diese am 10. d. M. in Betrieb genommen. Kinder, GUMMI- Hervorrätig lund Spezialgeschäft MANTEL nach Maß Morbines Weinheber, Petristr. 5, an der Gertraudtenstrasse. Tabletten In affen Apothefen u Drogerien Mt. 1.bei Husten, Heiserkeit, Katarrh Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufilerverbandes, Berlin O 27. Andreasftr. 21( Königstadt 4310, 4048). 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Standy liegt im Zentrum Ceylons, und wenn hier auch die Eisenbahn hinfährt, so braucht man nur einige Kilometer weiter in das Dschungel vorzustoßen, um auf wilde Elefanten und Leoparden zu treffen. Wir fuhren im Auto in die Umgebung Kandys, als plöglich aus einer Teepflanzung zwei Kobras über den Weg tamen. Das passiert einem in Magdeburg feinesweg. Kobras find so nebenbei die größten Giftschlangen, die es gibt. Ein Biß genügt für die ewigen Jagdgründe. In den Bäumen springen hier die Affen, wie bei uns die Epazzen. Das ist schließlich auch etwas, was man nicht alle Tage fieht. Zuerst wollte ich eigentlich von der Landschaft sprechen. Sie ist im Innern Ceylons man fann das Backfischwort ruhig gebrauchen traumhaft schön. 1961 Das Paradies soll hier gewesen sein. Wahrhaftig! Reines Dichters Phantasie tönnte sich ein großartigeres Paradies ausdenken. Es gibt überhaupt feine Pflanze, die hier nicht wächst. Was jagen Sie zu Ebenholzbäumen, Taliput palmen, Brotfruchtwäldern, Lee, Reis, Banillepflanzungen? Wenn Sie Mahagonimöbel haben, so tönnen Sie in Ceylon die Mahagonibäume bewundern, aus denen man sie verfertigt hat. Haben Sie " einmal etwas von Flamboŋers" gehört? Nun, ohne die Flamboners zu kennen, weiß man gar nicht, was der Begetation Ceylons die Note der buntesten leppigkeit gibt. Das sind riesige Bäume, die taum Blätter haben, dafür aber über und über mit roten oder gelben Blüten bedeckt sind. Randy liegt etwa 3000 Meter hoch. Man fährt durch eine Ge birgslandschaft, die den großartigsten Stellen der Alpen nichts nachgibt. Dazu kommt die primitive Wildheit der Pflanzen und Tiere. Das gibt eine ganz seltsame Mischung, die eben Ceylon ist und die man nie wieder vergißt. Das Klima ist heiß und feucht. Man geht nichtsahnend spazieren, plötzlich, mit größter Schnelligkeit bedeckt sich der Himmel, wird grau, wird schwarz und schon knallen die Blize und ein Regen schüttet herunter, von dessen Heftigkeit sich ein Mitteleuropäer faum eine Vorstellung machen fann. Während man vom Regen durchnäßt wird, bringt einem der Echweiß aus allen Boren. Man schwankt zwischen Glut und Frost, man begreift, daß man sich in einem Lande befindet, wo es viel " Fieber" gibt. Und man begreift, daß die Geschöpfe, die es hier gibt, anders sein müssen als die der gemäßigten Bone. Die schillernden Schlangen, die Giftfarbe der Flamboyers, das Geschrei der Affen das alles ist Ceylon und nur Ceylon. Wir fahren an einem Fluß entlang. Plöhlich sehen wir eine Elefantenherde, die von ihren Treibern zum Bad gebracht wird. Einer der mächtigen dunklen Körper wälzt sich schon in der Flut. Es fieht grotest aus, wie er die baumstammdiden Beine hochstreckt, Wasser aus dem Rüssel bläst und sich wohlig in der Rühle fielt. Die Führer ſtehen gleichmütig am Ufer und warten, bis es den Tieren paßt, zurückzukommen. In Kandy hat der letzte Singhalesenkönig vor hundert Jahren geherrscht. Im Kreise von dreihundert Frauen lebte er friedfertig dahin. Er soll von sehr gutmütigem Charakter gewesen sein. Schwere Bedanken brauchte er sich ja in diesem gesegneten Lande nicht zu machen. Das Essen wuchs ihm in den Mund. Er legte sich vor seinem Schloß einen fleinen See an mit einem besonderen Badehaus für seine Lieblingsfrau. Wenn er beten wollte, gab es da einen Tempel zum heiligen Bahn", der heute noch von den Reisenden bewundert wird. Wir ließen uns von einem alten Priester durch den Tempel zum heiligen Bahn führen. Er machte uns auf die heiligen Schildkröten aufmerksam, die in einem Waffergraben vor dem Tempel herumpaddelten. 2] Der Hochverräter. Erinnerungen aus schweren Tagen. Bon Adolph Hoffmann. Scharf abweisend lautete meine Antwort:„ Der Krieg wäre die letzte Stätte, wo ich wieder an Gott glauben lernte, weil ich der Ansicht bin, wenn es einen Gott gäbe, wäre ein Krieg un möglich. Der Krieg selbst aber ist ein Beweis dafür, daß es teinen Gott gibt." Wir waren in der Memeler Straße am Feuerwehrdepot, wo sich das Polizeirevier befand, angelangt. Am Eingang machte der Kriminalbeamte eine Handwegung zum Eintreten, worauf ich höflichst dasselbe tat mit den verbindlichen Worten:„ Nach Ihnen." Sett griff er mir energisch ins Kreuz und schob mich wütend zur Tür hinein. Ach fo, fagte ich mir, die Treppe hinaufsteigend. Die Situation war mir durch diesen Polizeigriff mit einem Schlage so klar, daß ich über das folgende gar nicht erstaunt war. Der Polizeileutnant fragte auf Meldung des Beamten, ob ich der Adolph Hoffmann sei. Und auf meine Antwort: Wozu diese Frage, Sie fennen mich ja," war die Entgegnung:„ Das Gesetz ver. langt, daß ich diese Frage persönlich stelle. Ich habe Ihnen nämlich zu eröffnen, daß gegen Sie ein Verhaftungsbefehl vorliegt." Ach nee," sagte ich lächelnd. Kommt Ihnen das lächerlich vor?" fragte der Beutnant gereizt. O ja," antwortete ich und fügte verbindlich hinzu:„ Darf ich pud erfahren weshalb?" 2 c egen Hochperrat," lautete die scharf betonte Antwort. Jest lachte ich hell auf. " Ihnen wird das Lachen noch vergehen," sagte der Leutnant wütend über meine Lustigkeit. Haben Sie Ihrer Familie noch reas mitzuteilen? Ich habe gehört, Ihre Frau liegt im Wochenbett. Sie werden Ihre Familie auf lange Jahre nicht wiedersehen." Ich hoffe schon morgen," erwiderte ich, immer noch luftig tuend, denn diesem Menschen ein Schwächegefühl zu zeigen, hielt ich für eine Schande. Also," sagte der Leutnant, sich von dem so hart gefottenen Sünder abwendend, überlegen Sie, ob Sie Ihrer Familie noch irgend eine Mitteilung zu machen haben." Rann ich nicht erfahren, worin mein Hochverrat bestehen soll," forschte ich immer noch lächelnd, Beilage des Vorwärts Wilhelm, Kronprinz in Ostpreußen. doz Wilhelm, +7 סמם חתי bombinator 0 000 ጸ 01.1 abeloxodo doox dook Unvergeßlich werden für alle Anwesenden die zwar nur kurzen Minuten gewesen sein, in denen fie dem ältesten Kaisersohn in seine strahlenden Hohenzollernangen sehen durften und sie werden davon noch Singen und Sagen bis in die fernste Zeit." Ein Staatsschah von Fahrrädern. Mulan Hafid, der Er- Sultan ron Marotto, der im Jahre 1912 auf den Thron ver zichtet und sich als französischer Staatspensionär in den Ruhestand zurückgezogen hat, ist gegenwärtig damit beschäftigt, seine Lebens erinnerungen niederzuschreiben. Aus diesen weiß der Quotidien" die folgende ergögliche Anekdote mitzuteilen. Als ich den Thron beftieg, schreibt der Sultan, gab ich mich vorahnenden Geistes teiner Täuschung darüber hin, daß man auch mich eines Tages beschuldigen würde, den Staatsschatz geplündert zu haben. In dieser Annahme hielt ich es für angezeigt, fofort den Gouverneur und alle diejenigen Großen, die nach unserem Gefeß im Besitz der 24 Schlüssel („ Gumbinner Zeitung") der Bank sind, sowie drei Richter und drei Rechtsgelehrte zu mir zu berufen. Wir begaben uns dann alle zusammen in das Gebäude, in dem die Staatstafse verwahrt wird. Als wir sie geöffnet hatten, fonnten wir feststellen, daß sie nichts weiter enthielt als ein Fünffrantftüd, das obendrein noch falsch war, und 50 Centimes, an deren Echtheit sich jedoch nicht zweifeln ließ. Das war der ganze Staatsschaß. Die Reichtümer, auf die wir gerechnet hatten, bestanden in Taufenden von Fahrrädern und einem ganzen Lager photographischer Apparate." Der Vorgänger Mulay Hafids hatte diesen seltsamen„ Staatsschatz" in merkwürdiger Verwirrung der Sammlerleidenschaft für schweres Geld aufgestapelt. Darüber fann ich Ihnen keine Antwort geben. Das ist Sache| mir gegenüber, der Hochverräter im Rüdsiz das erstemal in den des Untersuchungsrichters." schwellenden Bolstern einer Berliner Droschke. Dann sind fie vielleicht so freundlich, meiner Frau schonend von meiner Verhaftung Kenntnis zu geben," sagte ich, Uhr, Porte monaie und Taschenmesser auf den Tisch legend, und ihr diese Sachen übermitteln zu laffen, da sie tein Bargeld besitzt." Er ersuchte mich, das Geld aufzuzählen. Es waren 8,95 Mart. Der Leutnant ließ es zu Protokoll nehmen und fragte: Wollen Eie mit der Droschke oder dem grünen Wagen zum Moltenmartt transportiert werden? Der lettere tommt erst gegen elf." Es war natürlich für mich teine Annehmlichkeit, dort so lange els Sachobjekt für alle Ein- und Ausgänge zu bleiben. Ich entschied, obwohl es mich reizte, auch mal im grünen Wagen zu fahren, für die Droschte. „ Die müssen Sie aber bezahlen," fnurrte der Leutnant. Bier Personen, 75 Pf." Bier Personen?" fragte ich erstaunt. Jawohl, war die Antwort, zwei Beamte im Wagen und einer auf dem Bock." Ach fo," sagte ich beluftigend, bamit teiner entspringt." Lassen Sie Ihre schnodderigen Bemerkungen und ihr höhnisches Lachen," fuhr der Leutnant auf, der sich zweifellos darüber ärgerte, daß es gar feinen Eindruck auf mich machte und er mich von der Gefährlichkeit meiner Person nicht überzeugen konnte. Auf das gezählte Geld zeigend, fagte er: Würdigen Sie lieber den Ernst der Situation und entsche den Sie sich." Wenn Sie sich so unschuldig fühlten wie ich, würde Ihnen auch die Sache tomisch vorkommen. Nehmen Sie also die 75 Pf. von meinem Gelde." leber Ihre Unschuld habe ich nicht zu entscheiden." Damit wanbte er fich zur Plantschneese". Holen Sie eine gefchloffene Droschke." [ s: Hote Beinahe hätte ich wieder eine Bemerkung gemacht. Aber ich hatte aus meiner Theaterzeit die Tierbändigerregel fennen gelernt: Befindest du dich im Käfig, so reize die Bestie nicht unnötig-" und schwieg. Die Droschke fam. Der Leutnant meinte, er molle trotz meiner Gefährlichkeit mich ungefesselt transportieren lassen. Ich solle aber feinen Fluchtversuch machen. Die Beamten hätten den Auftrag, in diesem Falle von ihrer Schußwaffe Gebrauch zu machen. Der eine Transporteur ließ seinen Revolver fnaden und ab igings nach dem Moltenmarkt: Ein Beamter auf dem Bod, zwei | Eins will ich hier noch erwähnen: Plantschneese" hatte sich bei Ueberreichung der Sachen an meine Schwägerin mit der schonenden" Mitteilung eingeführt: Hier bringe ich die Sachen von Herrn Hoffmann. Er ist wegen Hochverrat verhaftet und weiß sicher warum, denn er hat gar nichts beftritten, sondern zu allem nur gelacht." O sancta simplicitas. Hotel de uppdich am Boltenmartt. So nannte man in weitesten Voltstreifen das Polizeigefängnis bei dem damaligen Berliner Polizeipräsidium. Es hatte auch noch andere schöne Titel, wovon der zutreffendste, Ratten, Mäuje. und Läufeburg", auch der Name Hotel zum Strauß", schnell tommste rin, schwer wieder raus", traf den Nagel auf den Kopf. " " 3ur Schulterplatte und Rippenbruch" nannten es die scharfen Berliner Jungens, die Schläger. Vom ersten der dort eingelieferten erzählen sie, daß er dem vernehmenden Polizeitommissar so auf die Schulter" getippt hätte, daß Schulterknochen und eine Rippe bis an das gegenüber liegende Edhaus flog, wo beide noch heute als Warnungszeichen hängen und die Polente" veranlassen, Schlägereien in weitem Bogen aus dem Wege zu gehen. Daher wären, wenn ein Droschtenpferd fief oder ein Bürger auf der Straße laut nießt, gleich ein halbes Dugend Schußleute mit gezücktem Bleistift und Notizbuch da, um den Ruischer wegen Ber fehrsstörung und den Nießer wegen Ruhestörung aufzuschreiben. Bei Echlägereien aber fämen sie erst, wenn die Schläger sich verduftet haben, und arretieren ein paar Buschauer oder die, welche die Wichse bekommen haben. Alle diese Dinge durchzogen mein Gehirn, als der Transport des Hochverräters" durch den Torweg in das Präsidiums einfuhr. Jest sollte ich das Innere dieser sagenumwobenen geheimen Burg, Bastille an der Spree", selber kennen lernen. Es ging nun mit dem hoch verräter" die Treppen hinauf zum diensthabenden Kriminalkommissar. Es war bereits halb acht. Eicher hatte ich erwartet, Herrn Weinert vorgeführt zu werden, denn das dieser in irgend einer Weise dahinter steckte, war mir vom ersten Augenblick an flar. Herr Weinert war hier nicht. für die Zukunft vielversprechend. 1 Der Empfang war turz, aber ( Fortsetzung folgt) BILLIGE LEBENSMITTEL Sonnabend, den 19. September 1925, bleiben unsere Häuser geschlossen! Obst u. Gemüse Kochäpfel...... Prand 8Pt. Kochbirnen 2 Prand 25P Blaue Pflaumen Pia 16PL. Goldparmänen Pra. 30P. 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Pfand 1,60 Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne 8 Uhr: Flesko Staats- Theater Opernhaus 7% U: Maskenball Opernhaus am Königsplatz 7% U.: Zauberflöte Schauspielhaus 8 Uhr.: Peer Gynt Schiller Theater 8 Uhr: Jungfrau von Orleans Städtische Oper Charlottenburg Hellmer- Bühnen Lessing- T Tägi. 7 Uhr: Götz Ev. Berlichingen G. Müller, George: Wegener, Höflich, Regie: Rich. Rosenheim Preise: 1,50-12 M. Kleines Theater: Tägl. 8 Uhr Besser als früher von Pirandello Orska, Richard, Meingast, Rewalt, Steiner Bismarckstr. 34-37 Reg.:Berth.Viertel Preise: 3,50-15,50 Freitag, 18. Septbr. abends 6 Uhr Eröffnungs- Vorstg Die Meistersinger von Haraberg Sonnabend, 19.Sept. abends 7 Uhr Erstaufführung Die heilige Eute Sonntag, 20. Sept. abends 7 Uhr Lohengrin Deutsches Theater 8 Uhr Dic hellige Trianon- Th. 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