fe. 453 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 231 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic 8, Neichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. lung und Kleingarten" sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: .Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpresse Die einfpaltige Nonpareide acile 80 Pfennig. Reflamezeile 5,- Reichsmart. Ricine Anzeigen das fettgedruckte Wort 25 Brennis ( aufäffia zwei fettgebrudte Worty). jedes weitere Wort 12 Bfennig Stellengesuche bas erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borie Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Es liegt aber darin und in den Auswirkungen dieses Verzichts ein großer Vorteil für Deutschland: denn niemand kann es für möglich halten, daß nach dem Abschluß eines solchen Vertrags das System der Sanktionen und Offupationen, des Rheinlandregimes, der Ausdehnung der Besatzungsfristen, die Politik der offenen und versteckten französischen Aspirationen auf den deutsch geblie benen Teil des Rheins fortgesezt werden könnte. Die naturnotwendige Folge eines solchen Sicherheitsvertrags muß sein, daß die Besagung abgebaut wird und in gemessener Frist ganz verschwindet, daß dem Saarland sein Selbstbestimmungsrecht zurückgegeben wird und fortab jeder der Nachbarn frei auf seinem eigenen Boden waltet. auch für selbstverständlich, daß daraufhin den Leiden der befegten Gebiete ein Ende gemacht wird, für die jüngst erst die Erklärung unserer rheinischen Delegierten auf dem Heidelberger Parteitag so beredt Zeugnis abgelegt hat. Damit ist nicht gesagt, daß auf der kommenden Konferenz alles, was mit diesen Fragen zusammenhängt, als Leistung und Gegenleistung verhandelt und in Vertragsparagraphen formuliert werden muß. Die Form ist gewiß nicht wenig, aber der Geist ist alles! Wie nicht anders zu erwarten war, hat der Kabinettsrat, I fundiert ist als einer, der von einer deutschen Lintsregierung| schaftlichen Absichten jede Garantie gibt; mir halten es aber der gestern unter dem Vorsiz Hindenburgs tagte, den Beschluß gefaßt, die Einladung zur Pattfonferenz anzu nehmen. Der Beschluß ist einmütig gefaßt worden und hat auch die Zustimmung des Reichspräsidenten gefunden. Damit ist eine vollendete Tatsache geschaffen, die man jetzt als eine Selbstverständlichkeit hinzustellen versucht. Man spekuliert damit auf das kurze Gedächtnis des Publitums. Denn so fehr die Annahme der Einladung eine Selbstverständlichkeit war für diejenigen, die politisch denken fönnen, so wenig war fie es für diejenigen Kreise gewesen, die den Deutsch nationalen ihre bedeutende Stärke im Reichstag verschafft hatten und die sich mit Recht rühmen, auch die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten bewirkt zu haben. Diese ,, Sieger" gehen aus der gestrigen Sigung des Reichskabinetts als die Besiegten hervor. Die politische Bernunft hat sich durchgesetzt gegen die stärkste Regierungspartei". Das Ziel der Pattkonferenz ist, die staatlichen Befigverhältnisse im Westen auf Grundlage der Gegenfeitigkeit zu garantieren und durch ein wohlausgebautes System von Schiedsverfahren den Frieden zwischen den be= teiligten Mächten unbedingt sicherzustellen. Zu diesem Zweck ist auf der Londoner Juristentonferenz ein Ent wurf ausgearbeitet worden, der der geplanten zweiten Ronferenz zur Grundlage dienen soll. Eine dritte, die in Aussicht genommen ist, soll mehr formalen Charakter tragen und die gewonnenen Ergebnisse nach Zustimmung der Parlamente ratifizieren. Es handelt sich dabei um ein Werk, dem die deutsche Sozialdemokratie und die gesamte Internatio. nale das beste Gelingen wünschen muß, denn es handelt sich um ein Wert, das von ihnen selbst in Angriff genommen worden ist. Es ist schon oft hervorgehoben worden, daß die Linie, die die deutsche Reichsregierung in der Richtung zum Batt einschlagen wird, nur eine Fortsetzung jener ist, die von den früheren Regierungen der Deutschen Republik verfolgt murde. Man fann aber noch weiter in die Bergangenheit zurückgreifen und daran erinnern, daß es die deutsche und die französische Sozialdemokratie war, die schon vor dem Weltfrieg einen ähnlichen Pakt zwischen Deutschland und Frank reich betrieb; man fann an die Berner Konferenz erinnern und an die Unvergeßlichen: Jean Jaurès, August Bebel und Ludwig Frant. Solite einmal dem deutschfranzösischen Dauerfrieden ein Denkmal gesetzt werden, so müßten ihre Namen als die ersten auf ihm leuchten. Indes ist es noch lange nicht so weit. Und gerade weil mir Sozialdemokraten das Gelingen des Wertes wünschen, müssen wir das wirken der bürgerlichen Regierungen an ihm mit wachsamem Mißtrauen verfolgen. Wir wissen, daß die Beweggründe und die Ziele diefer Regierungen in vielem andere sind als die unseren. Das gilt vor allem auch für die Regierung Luther Stresemann- Schiele, für diefe Rechtsregierung, die fich anschidt, so etwas wie fozia listisch- internationale Außenpolitik zu machen. Jedermann fühlt das Groteske diefer Situation und ertennt ihren inneren Widerspruch. Dieser Widerspruch kann an jedem Tag auf plagen und alles wieder zunichte machen. Mit Recht sagt die Tägliche Rundschau", daß es sich bei der Annahme der Einladung zur Konferenz um ein Feft halten an der Politit" handle, die die deutsche Regierung feit dem Februar Memorandum in der Frage des Beftpatts verfolgt hat". Das Februar Memorandum war Februar- Memorandum jene Brivatarbeit des Außenministers", die in allen pater ländischen" Kreisen einen Sturm der Entrüstung erregte, wie er gegen Wirth oder Rathenau auch taum starfer gelobt hat. Das war jene Privatarbeit, von der Herr Schiele in seinem Brief an Herrn Brüninghaus ängstlich abrüdte: er fenne fie nicht, und er wisse nichts von ihr. 17 Preisgabe deutschen Boltes und deutschen Landes!" Freiwilliges Versailles!"- so scholl es in der Runde. Und in der Tat, man fann es auch so sagen. Denn Elsaß Lothringen ist tatsächlich überwiegend von deutsch sprechenden Menschen bewohnt, und Deutschland will Frant reich den ruhigen Besitz dieses Landes garantieren. Frei williges Bersailles!" Allerdings, die Grenzen im Besten sind durch den Frieden von Bersailles neu gezogen worden, und Deutschland will diese Grenzen, die ihm damals aufgezwungen wurden, freiwillig anerkennen. Darin liegt gewiß ein großer Borteil für Frankreich, ein um fo größerer, als ein Verzicht auf Elsaß- Lothringen, der von einer Rechts regierung ausgesprochen wird, noch fester Wir wünschen, daß die deutsche Regierung aufrichtig und vorbehaltlos die vertragsmäßig gegebenen staatlichen Befizverhältnisse anerkennt, daß es für seine friedlichen und freund| -ww Es ist eine Ironie des Schicksals, daß der Pattgedanke fein reif wird in einer Zeit, in der außer in Belgien Sozialist den beteiligten Regierungen angehört Wir verfennen feinen Augenblick, daß die bürgerlichen Regierungen, die sich in der Schweiz an einem runden Tisch zusammenfinden werden, daß die Luther und Strefe. mann, die als die Delegierten der deutschen Rechtsregierung Die Grundlagen der Entscheidung. An unterrichteter Stelle wird die jetzt beschlossene An-| würde, wenn ein einziger die ganze Arbeit und Berantwortung auf nahme der Einladung als eine Selbstverständlichkeit hin einer Konferenz tragen müßte, die so verschiedene und wichtige Progestellt. Es wird erklärt, daß jede anders lautende Entscheidung bleme lösen soll. eine ganz dumme Politik gewesen wäre, die Deutschland in den Augen der ganzen Welt als Friedensstörer hätte erscheinen lassen. Diese Meinung ist hier in den letzten Wochen stets vertreten worden. Es ist indessen ganz nüßlich, unmittelbar nach dem einstimmigen Beschluß des unter Borfiz von Hindenburg abgehaltenen Rabinettsrats aus berufenem Munde bestätigt zu hören, daß fast die ganze deutsch nationale Presse bis vor wenigen Stunden für eine ganz dumme Politit eingetreten ist. Bestimmend für die Annahme der Einladung ist jedenfalls in erster Linie der Bericht von Ministerialdirektor Gaus gewesen, der den von ihm offiziell mit den juristischen Sachverständigen der Alliierten vereinbarten Entwurf eines Garantiepattes dem Kabinett erläutert hat. Da diese Arbeit von allen Seiten als streng vertraulich bis auf weiteres behandelt werden soll, fonimt eine Beröffentlichung des Entwurfes vor der Konferenz nicht in Frage. Indessen scheint man an zuständiger Stelle von dem in London er zielten Ergebnis verhältnismäßig befriedigt zu sein, vor allem, weil darin der Grundsatz der Gleichberechtigung und der Ge genseitigteit in weit höherem Maße gewahrt worden ist, als man ursprünglich nach gewissen französischen Aeußerungen annehmen durfte. Insbesondere dürfte England nicht nur die Sicherheit Frankreichs gegenüber einem deutschen Angriff, sondern auch die Sicherheit Deutschlands gegenüber einem französischen Angriff in unzweibeutiger Weise gewährleisten. 3 Gegen die Wahl von Locarno als Konferenzort scheint die fchweizerische Regierung gewiffe Bedenken geltend gemacht zu haben, vermutlich, weil man dort unlicbfamen Bortommnissen vorbeugen wollte, die eine etwaige Anwesenheit Mussolinis auf Tessiner Boden zur Folge hätte haben können. Aus pressetechnischen Gründen ist dieses Fallenlaffen Locarnos nur zu begrüßen. Die endgültige Entscheidung über den Konferenzort steht bevor, vermutlich wird, entsprechend der deutschen Anregung, Luzern gewählt werden. Die deutschnationale Presse stellt es so dar, als ob die Unterhändler nur mit fest umschriebenen Richtlinien, also fast mit gebundenen Händen am Konferenztisch erscheinen würden. Demgegenüber wird erklärt, daß zwar das Stabinett die allgemeine haltung der Delegation in den nächsten Tagen noch festlegen, aber selbstverständlich nur das deutsche Ziel und nicht alle Modalitäten bestimmen werden. Die wichtigsten Fragen, die auf der Ronferenz geflärt werden müssen, stehen, ähnlich wie auf der Londoner Konferenz im August 1924, offiziell nicht auf der Tagesordnung. Damals war es das Problem der Ruhrräumung, das zwar formell nicht mit dem Sachverständigengutachten verquidi merden sollte, das aber zeitweise die gesamten Berhandlungen beherrschte. Aehnlich dürfte es diesmal mit den sogenannten Rüd wirkungen des Sicherheitspattes, vor allem hinsichtlich des beseßten Gebietes, fein. Allerdings ist kaum damit zu rechnen, daß diese Fragen der Räumungsfristen und des Befagungsregimes Aufnahme in dem geplanten Sicherheitspatt finden, die Hauptsache ist, daß sie in persönlichen Unterredungen zur Sprache gebracht und in befriedigender Farm geregelt werden. Die auch von deutscher Seite anerkannte loyale Durchführung der Räumungsverpflichtungen, die die Alliierten im August 1924 übernommen hatten, berechtigt zu der Hoffnung, daß der deutsche Standpunkt gegenüber diesen Fragen in entgegentommender Weise berücksichtigt werden wird. Die einmütige Zustim mung des Heidelberger Parteitages zu der Erklärung unserer rheiniichen Genoffen ist jedenfalls geeignet, die Stellung unserer Unterhändler zu stüßen und ihre Erfolgsaussichten zu steigern. Die Reichsregierung scheint nicht gewillt zu sein, die For derungen der nationalistischen Berbände und sonstigen Kindsköpfe zu erfüllen, daß eine große Kriegsunschuldaktion der deutschen Teilnahme an der Konferenz vorangehen soll. Bielmehr dürfte man den vernünftigen Standpunkt vertreten, daß alles, was bisher geschehen konnte, um die Verwahrung des deutschen Volkes gegen ein nochmaliges Kriegsschuldbekenntnis zum Ausdruck zu bringen, tatsächlich erfolgt fei. Das gilt insbesondere für das im Herbst vorigen Jahres an die im Bölferbundsrat vertretenen Mächte abgesandte Memorandum; da feiner der Empfänger dieses Memorandums in seiner Antwort auf diesen Bunft eingegangen ist, Wahnsinn, wenn man die ganze Frage abermals aufrollen wollte. Daran scheint, wenigstens in der Wilhelmstraße, fein vernünftiger Mensch zu denken.. Die Tagesordnung der Konferenz steht noch nicht endgültig fest und muß noch zwischen den beteiligten Auswärtigen Aemtern vereinbart werden. Namentlich ist die Frage, ob und inwieweit Bertreter der polnischen und der tschechischen Regierung an der Konferenz teilnehmen werden, noch völlig ungeflärt. Auf der Londoner Borkonferenz der Juristen sind die Ostfragen jedenfalls nicht erörtert worden. Die Frage der Schiedsgerichtsperso dürfte der Fall endgültig erledigt sein. Es wäre in der Tat ein träge mit dem östlichen Nachbarn Deutschlands schwebt noch völlig in der Luft. Eine Bereitwilligkeit Bolens zum Abschluß eines folchen Vertrages ist bisher nicht erkennbar gewesen, jedenfalls würde es das deutsche Bolf einmütig ablehnen müssen, daß Frankreich, der Bundesgenosse Bolens, eine besondere Garantenstellung bei einem deutsch- polnischen Schiedsvertrag einnehme. Das hat z. B. auch Ge noffe Hilferding in seinem Referat in Marseille unter allseitiger Zuftimmung des Rongresses zum Ausdrud gebracht. Durch die Anregung der tschechischen Regierung vor wenigen Tagen ist jeden falls die Frage dieser Schiedsverträge ins Rollen gefommen und die Reichsregierung wird die Zeit bis zum Zusammentritt der Konferenz mit der Klärung dieses sehr komplizierten Problems durch diplomatische Berhandlungen ausmüßen müssen. Sind Hindenburg, Luther nnd Sdriele noch Deutsche? München, 24. September.( BIB.) Der Vorstand der Deutschnationalen Volkspartei Bayerns hat heute in München getagt und ist dabei mitsamt den anwesenden Reichstagsabgeordneten einmütig zu dem Ergebnis gelangt, daß an der Linie der deutschen Außenpolitit, wie sie Graf Westarp in seiner Reichstagsrede vom 23. Juli gezeichnet habe, festgehalten werben muß. Der Parteivorstand faßte alle Folgerungen, die sich aus einem Abweichen der Reichspolitik von dieser Linie ergeben, flar Entsendung des Reichsfanzlers Luther neben ms Auge. Eine Politit, die es auch jetzt wieder unterließe, die Dr. Stresemann hat nicht nur politische, sondern auch praktische Kriegsschuldfrage aufzurollen, oder die auf deuffches Land freiGründe: es fann unmöglich einem einzigen Unterhändler die phywillig verzichtete, oder Deutschland neue Jeffeln anlegte, wäre fise Ueberlaug gugemutet werden, die ich daraus ergeben teine deutsche Politit mehr. Die bahin kommen, von den sozialistischen Idealen unendlich weit entfernt find. Was sie zusammenführt, ist vor allem die Angst por der frisenhaften Entwicklung der europäischen Wirtschaft und ihren politischen Folgen. Von zweideutigen Absichten im Stil einer alten machtpolitischen Diplomatie sind sie nicht frei. Dennoch haben mir Grund zu triumphieren, denn unfere Gegner beugen sich vor einem Gedanken, für den wir seit Jahrzehnten gefämpft. haben; mir haben aber auch, um es noch einmal zu sagen, allen Grund, machsam zu sein und zu unterscheiden. Hier wird mieder einmal den Köpfen durch die Macht der Tatsachen Dialektif eingepault. Wir verlassen uns auf die Tatsachen, nicht auf die Köpfe. Verstimmungen. Die Bolkspartei beklagt sich über die deutschnationale Nebenregierung. Schwarzweißroter Zirkus. Notwendige Ablenkungsmanöver. = München, 24. September.( Eigener Drahtbericht.) Ende Oftober sind in Bayern große 3entenar feiern für den einstigen König Ludwig I. geplant, dessen hundertjähriger Regierungs antritt auf den 25. Oftober fällt. Die Anregung hierzu ist von Berlin aus erfolgt. Durch merkwürdige Mittelsleute ist man gleichzeitig an den ehemaligen Kronprinzen Rupp recht herangetreten. Die Bayerische Boltspartei foll dabei führend herportreten. Ein leiner Ausschuß ehemaliger bayerischer Offiziere ist mit den ersten Vorarbeiten beschäftigt. Ge plant ist in München am Borabend des 25. Oftober eine große Feier auf dem Königsplay mit anschließendem Fackelzug und 3apfen streich fämtlicher bayerischer Reichswehr und Landespolizeifapellen, Festgottesdienst am nächsten Tage und ein fünstlerisch arrangierter Feftzug. An einem späteren Sonntag foll eine Feier auf der Walhalla bei Regensburg stattfinden. Dazu sollen Vertreter aller früheren bundesfürstlichen Familien zusammen. getrommelt werden. Eine bayerisch- partikularistische Aufzäunung der Geier foll nach der Berliner Anweisung nach Mög. lichkeit vermieden werden. fchweig ist jeder sechste Mensch Diffident) find damit der religiösen Beeinflussung wieder ausgefcht, und fast hundert dissi. dentische Lehrer fönnen, wenn es der Regierung paßt, auf die Straße gefeßt werden. Die Leistungen in Religion sollen auch im Beugnis wieder gewertet werden. Die braunschweigische Regierung hat damit schon die drohenden Bestimmungen des Reichsschul. gejegentwurfes in die Tat umgefeßt. * Die Maßnahme der braunschweigischen Regierung ist eine Ungeheuerlichkeit. Sie verstößt gegen den flaren Sinn der Verfassung. Bon der Reichsregierung ist natürlich eine Intervention nicht zu erwarten. Der Borstoß der braunschmeigischen Reaktion liegt durchaus auf der Linie des Um fo Schieleschen Schulgefegentmurfes. dringlicher ist die Forderung, auf diesem Gebiete Klarheit au schaffen. Die Taftversuche, die der Reichsinnenminister bisher in dieser Frage unternommen hat, haben eine einheitliche 2blehnung der Deffentlichkeit über die Kreise der liberalen Barteien hinaus ergeben. Auch die übergroße Mehrzahl der Länder und die Pädagogen haben den mittelalterlichen Bersuch einer Gewissensfnebelung weit von sich gewiesen. Ja, selbst bei den Anhängern des Zentrums begegnet der Plan Schieles, wie Ausführungen des Mainzer Zentrumsorgans beweisen, dem größten Mißtrauen. Der Borstoß der braunschweigischen Regierung zeigt, wie notwendig es ist, im Reichstag eine baldige Klärung herbeizuführen. Die deutschnationalen Wähler in der Broning waren so naiv, ihrer Barteileitung Glauben zu schenken, als fie gegen den Gedanken eines Sicherheitspafts auf der Grundlage eines nochmaligen freiwilligen Berzichts auf Elsaß Loth ringen Front machte. Sie verlangten deshalb die EinSo intereffant es wäre, näheres über die Berliner Stelle Lösung des versprochenen Wechsels, als es galt, in der Frage zu erfahren, die die Anregung zu dem Monarchistenrummet Sicherheitsverhandlungen oder nicht?" Farbe zu bekennen. Da die Reichsregierung zu gleicher Zeit einen Gegen Da die Reichsregierung zu gleicher Zeit einen Gegen gegeben hat, so zwecklos ist es, fich an die maßgebenden" wechsel präsentierte, versuchte sich die deutschnationale Bartei- Instanzen zu wenden. Dort fneift man nach allen Regeln leitung dadurch aus der Affäre zu ziehen, indem sie ohne Rüd der Kunst, wenn es gilt, Farbe zu bekennen, und mag es sich ficht auf außenpolitische Interessen ihre Mitglieder über die auch um die schwarzweißrote Leibfarbe handeln. Als sich der bayerische Innenminister bei seinem antirepublitaniBedeutung der bevorstehenden Verhandlungen hinwegzu fchen Feldzug gegen das Wappen des Reichsbanners täuschen versuchte. Vor allem die Hugenberg- Preise leistete sich Erstaunliches an derartigen Falschmeldungen. Die auf das Einverständnis des Reichsinnenministers Schiele Presse der Volkspartei ließ diese Manöver der„ stärksten Re- berief, schwieg dieser in allen Sprachen, und so wird er auch gierungspartei" zunächst über sich ergehen, ohne zu mucken. jetzt schweigen, wenn sich die banerische Regierung bei ihrem Monarchistentheater auf einen Wint vom Reich Aber jetzt, da die Paftfonferenz gesichert ist, holt man das Bersäumte mit um so größerer Ungeniertheit nach. Die parteiamtliche Korrespondenz der Boltspartei schreibt den deutsch nationalen Koalitionsgenoffen und ihrer Preffe folgende Wahr- patt abgeschlossen wird, nähert sich. Die Deutsch natio. flärt, daß er gegen eine Beseitigung des Achtstunden heiten ins Stammbuch: beruft. durchsichtig genug. Der Termin, en dem der SicherheitsDer Zweck der Berliner Anweisung" ist im übrigen nalen merden den Gang nach Kanoffa antreten müssen, wenn sie sich nicht vor der ganzen Welt blamieren mollen. Um den Rückzug vor ihren Wählern zu decken, laffen die deutschnationalen Minister die landesfürstlichen Familien antanzen. Nach der außenpolitischen Farce folgt das innenpolitische Schmierenspiel Denn daß man mit derartigen Zirkuspantomimen nicht an dem Bestand der ReRepublik rüttelt, werden nach den bisherigen Erfahrungen selbst deutschnationale„ Führer" einsehen. Sie sind schon einmal fläglich abgefahren, als sie ein schwarzweißrotes Theater im Reichstag aufzuführen versuchten, und wählten deshalb diesmal mohiweislich Bayern zum Schauplatz aus. Wirtschaftskrise in Ostoberschlesien. Grabski verbrüdert sich mit der sozialen Reaktion. Breslau, 24. September.( Eigener Drahtbericht.) Während ich in Warschau somohl die polnischen Sozialisten als auch die in Oberschlesien besonders interessierte Korfanty- Gruppe um eine Aenderung der polnischen 3ollkampfpolitik bemühen, hat der in feiner Stellung bedrohte Ministerpräsident Grabiti, der der eigentliche Träger dieser Politik ist, in Oberschlesien neue Freunde gewonnen. Er hat vor furzem ostoberschlesischen Industriellen erder dor tigen Industrie teine Bedenten habe. Angeblich ist Grabski auch bereit, den sozialer dentenden Arbeitsminister wegen dieser Frage zu opfern. Gegen die Aufrechterhaltung des Achtstundentags in Ostoberschlesien find polnische und deutsche Industrielle gemeinsam Sturm gelaufen. Grabfti hofft offenbar, durch sein Entgegentommen an die foziale Reaktion die Kritit dieser oftoberschlesischen Unternehmer an seiner Handelspolitik zu mildern. Der Widerstand fönnen. Denn infolge der Arbeitslosigkeit und des Lohnbruds ist der der ostoberschlesischen Gewerkschaften wird taum sehr wirksam sein Brozentsaz der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter im polnisch gewordenen Teile des Industriegebiets von 68 Proz. der gesamten Belegschaften bereits nach den lezten offiziellen Angaben auf 23 Bro zent gefunten; er dürfte nach Abzug der Arbeitslosen taum noch 7 Broz. betragen. Der Rückgang der polnischen Gewertschaften hat neuerdings eine fichtbare Stärtung der deutschen Gemertschaften gebracht, die aber die Schwächung der polnischen Organisation der Arbeiterschaft nicht ausgleichen fann. Die Belegschaften der Hütten find durchschnittlich auf 30 Broz, herabgesunken und auch die der Gruben find start zurückgegangen. " Die Opposition ist seit Wochen und Monaten bemüht, durch Falschmeldungen aller Art die Politik der Reichsregie rung zu verbächtigen und das Vertrauen des Volkes zu erschüttern: der Botalanzeiger selbst hat sich durch seine berüchtigten Falschmeldungen über die angeblichen privaten Fühlungsversuche Stresemanns in Baris eine Ehrenmedaille in diesem Rampfe gegen die Regierung erworben, wenn sie der geben werden fönnte; das Präsidium der Bereinigten Baterländischen Berbände darf in den Spalten des„ Lokalanzeigers" erneut von Verrat und einem zweiten Bersailles reben; Parteivorstand, Reichstagsfraktion und Landesvorstgende der Deutsch nationalen Volkspartei dürfen sich unbefümmert um den dadurch hervorgerufenen beunruhigenden Eindruck einer NebenVorstoß der Schulreaktion. regierung genau zu demselben Zeitpunkt in Berlin per fammein, wo die Kabinettsberatungen stattfinden: alles das fällt Braunschweig macht den Anfang. nicht ins Gewicht. Wer die Politit der Reichsregierung hemmt, ift Braunschweig, 24. September.( Eigener Drahtbericht.) Die cinzig und allein die Deutsche Boltspartei, weil sie fich in einer braunschweigische schmarzweißrate Regierung hat zu einem Haupt- Während im deutsch- oberschlesischen Bergbau und in einem Teil. offiziellen Kundgebung hinter die Politit der Reichsregierung gefchlage gegen die braunschweigischen Schulen ausgehoit. des Waldenburger Bergbaubezirks durch das Ausbleiben der oftstellt hat, mas ber Reichsaußenminister Dr. Stresemann bedauer Seit dem Jahre 1922 besteht in Braunschweig ein Schulerfaß, nach oberschlesischen Kohle sich die Wirtschafts- und Arbeitslage in letter licherweise zulleß. Meint der Betalanzeiger": Das Krokodil dem in den Schulen Religionsunterricht nur in den dazu Zeit zweifellos gebeffert hat, leidet die schlesische Exportindustrie ift tranf und soll sich in Behandlung geben." bestimmten Religionsstunden erteilt werden darf. In den übrigen und auch die Bersorgung Ostdeutschlands mit billigeren polnischen Das Deutschtum in OftoberStunden darf mit Rüdficht auf den großen Prozentfaz der diffi Rohstoffen und Nahrungsmitteln. dentischen Kinder eine religiöse Beeinflussung nicht schlesien selbst wird durch die schmere Wirtschaftskrisis zu einem stattfinden. Die Stahlhelm- Regierung hat jetzt diesen Erlaz auf großen Teil völlig entmurzeit und bemüht sich immer mehr um die Abwanderung ins Reich, modurch der deutsche Charakter Oftober. gehoben und alle braunschweigischen Schulen zu Befchlesiens noch mehr bedroht und die Lage des Arbeitsmarktes in fenntnisschulen erflärt. Die Beschäftigung von Lehrern, Deutsch- Oberfchlesien nicht verbessert wird. die dem evangelisch- lutherischen Bekenntnis nicht angehören, foll davon abhängig gemacht werden, daß sie gegen den Charakter der Schule nicht verftohen. Diffidentischen Lehrern darf der Unterricht in Deutsch, Geschichte und Gesang nicht übertragen werden. Dieser Erlaß bedeutet eine Knechtung der Gewissensfreiheit der Schulkinder und Lehrer. Viele tausend Diffidentenkinder( in der Stadt Braun Wenn die Korrespondenz die Hugenberg- Bresse überdies beschuldigt, in un ehrenhafter Weise unter den Mit gliedern der Jolkspartei auf Abonnentenfeng zu gehen, so vervollständigt das das schöne Bild von der Einigkeit und nationalen Gefchloffenheit, mit der die Rechtsparteien den Feindbundstaaten" am Konferenztisch gegenübertreten. Die deutsch nationale Parteileitung aber dürfte nicht gerade erfreut sein über den Rippenstoß, mit dem ihre so teuer ertaufte Zusage zur Konferenz quittiert wird. Sie glaubte andere zu übertölpeln und muß sich selbst wie ein Tölpel behandeln lassen. Die Franzosen bei Cassirer. Nach langer Baufe hat sich Paul Cassirer wieder zu intensiverer Ausstellungstätigkeit entschlossen. Er eröffnet seinen Salon in der Biftoriastraße mit einer Uebersicht der Kunst, die feinen Namen berühmt gemacht hat, weil er das Meiste dafür getan hat, daß sie bei uns festen Fuß faßte: der französischen 3mpreffio niften. Hier fann man nun feststellen, ob es ein mirkliches Verdienst mar, das sich dieser erfahrene Händler mit der Einführung der Franzosen in die Kunst erworben hat, und ob es überhaupt ein Berdienst war. Die Tatsachen liegen flar: all diese ausgestellten Bilder, durchgängig aus Berliner Privatbesiz, sind einmal durch Vermittlung von Cassirer in den Besiz deutscher Sammler ge fommen; und es gibt so viele von ähnlichem Rang in den privaten Galerien Berlins, Dresdens, Hamburgs, des Rheinlands ufm., daß eine Schau von gleicher Qualität mit anderen Bildern derselben Meifter noch ein halb Dugend Mal veranstaltet werden könnte. Bas sagen also die Bilder? Wird man enttäuscht oder hat es sich der Mühe gelohnt, ist hier eine Kulturtat vollbracht worden? Es wird feinen Renner, ja taum einen Menschen mit unvorein. genommenem Blick geben, der hier nicht restlos für die französische Malerei eingenommen würde. Meisterwerte sind darunter, deren Bert materiell sich faum ausdrücken läßt; das Ganze aber von einer überwältigenden Qualität. Daumier, Manet, Degas, Renoir, Cézanne, Loulouse- Lautrec, Monet sind mit Bildern vertreten, die nicht nur zu ihren schönsten gehören, sondern sich als Meisterwerte neben den großen Malern der Bergangenheit ebenbürtig erweisen. Mehrere Landschaften, das das Brotestilleben, die blauen Baden Den von Cézanne, die Dame vor der Eisbahn, die Marine, der Spargel Manets, der große Att und das frühe Baldbilb Renoirs, die drei Daumiers, der Tänzerinnenfries von Degas, die Arlefierin von Gpghs möchte man unter diesem Gefichtspunkt nennen. Dies ist schlechthin große, heute schon klaffisch gewordene Kunst, geistiges Eigentum der ganzen Welt. 17 Und um der Allgemeingültigkeit und( someit Kunst überhaupt aufgenommen wird) Atverständlichkeit dieser Bilder, dieser abfaluten malerischen Schönheit willen bilden sie eine Bereicherung unseres Besizes in jedem Sinne. Bedenken mir, daß die Ausstellung nur einen Meinen Bruchtell unferer öffentlichen und pripaten Sammlungen enthält, und daß Deutschland zweifellos den besten Teil dieser Kunst überhaupt be. herbergt, so müssen wir zu dem Schluffe fommen, daß es tatsächlich ein Berdienst um die Kultur war, die französischen Impressionisten bei uns einzuführen, als sie noch reichlich zu haben waren. Denn solcher Besiz ist nicht nur materiell pon immer steigendem Bert, ein Attivum unserer Bilanz, das durchaus ins Gewicht fällt: er ist Dor allem ein ideales Gut, deffen Rostbarkeit sich erst in der Zu funft richtig auswirken wird. Um französische Malerei fennen zu lernen, wird man nicht nach Frankreich, sondern nach Deutschland gehen müssen. Dr. Paul F. Schmidt Der größte Tunnel der Welt. Wie der Quotidien berichtet, werden am 1. Oktober d. 3. die beiben Dämme gesprengt werden, bie ben Rove Tunnel bei Marseille vom Meere abschließen. Die Schiffe fönnen alsdann vom Mittelländischen Meer in den soge nannten Etang de Berre einfahren und ihren Weg nach Arles und der Rhone fortfegen. Dieser unterirdische Kanal ist wohl der größte Tunnel der Welt; er ist benannt nach dem Dörfchen Rove, unter melchem er perläuft. Rope liegt mitten in der ausgedehnten Berg tette der Nerthe, die auf 10 Rilometer Breite und 30 Kilometer Länge den Etang de Berre vom Meere trennt. Die Durchftechung dieser Bergfette mar der schwierigste Teil des großen Brojefts, einer durch Rhein, Doubs und Rhone. Borerst beabsichtigte man nur direkten Berbindung der Nordjee mit dem Mittelländischen Meer einen Bafferweg zwischen Arles und Marseille einzurichten, da die Rhone bei ihrem Delta zu unregelmäßig und für einen regelmäßigen Schiffahrtsdienst zu gefährlich ist. Mit seiner Höhe von 14,50 meter ist der Tunnel der größte( nicht der längste) der Welt. Während ber 14 989 Meter lange Gotthard- Tunnel die Entfernung von 1 Million Kubifmeter Geröll erforderte, der Simplon Durchstich, der aus zwei Tunneln besteht und eine Länge von 19 800 meter hat, nur 1600 000 Subikmeter Abtragung verlangte, machte der Rove- Tunnel eine Erdbewegung von 2 300 000 Rubitmeter nötig. Die Kosten merden 216 Millionen erreichen, wovon 112 allein auf den RoveTunnel entfallen. Ein Segelwagen. Ein sportlich hochinteressantes Ereignis spielte fich am 20. September auf dem Wattenmeer bei Curhaven ab. Der Ingenieur John Krooß unternahm mit einem geradezu glänzenden Erfolg den Versuch, die Batten mit einem nach den Blänen des Stadtbaumeisters Jung gebauten Segelmagen zu befahren. Der Wagen faufte mit Automobilgeschwindigkeit über die Watten. Auch ein Brief murde von ihm genommen. Infolge eines Bruchs in der Tatelung wurden die Bersuche abgebrochen. Gewiß wird die wachsende Erfahrung auf diesem Gebiete noch manche Aenderungen und Berbefferungen bringen, doch hat sich die Konstruktion bes Wagens son bei dem ersten Bersuch als durchaus brauchbar er miesen. Der vierrädrige Wagen besteht hauptsächlich aus drei aus Stahlrohren hergestellten Gitterträgern, um dem Winde möglichst menig Angriffsflächen zu bieten. Er ruht auf leichten Autorädern und hat eine Automobilsteuerung. Die Borderachse, die den Mast baum trägt, ist zur Bermeidung eines Umfippens des Segelmagens etwa fünfmal so breit mie die hintere. Der Bogen führt ein Großfegel und ein Fedjegel. Bei dem Versuch mar er mit vier Personen besett. Es wird nunmehr beabsichtigt, folche Segelmagen nach nochmaliger Ausprobung und Durchkonstruierung ferienweise zu bauen. Gründung einer Platen- Gesellschaft Vor einigen Tagen wurde in Erlangen auf dem Burgberg das Platen- Häuschen der Deffentlich teit zugänglich gemacht, bas burdy ben heimatfundlichen Berein er | Eine Falfchmeldung. Das Havas Bureau hat pon Genf aus die Meldung verbreitet, das bie Führer der deutschen Sozialdemokratie Hermann Müller und Otto Wels in Genf eingetroffen feien. Diese Meldung ist unzutreffend. Sowohl Hermann Müller wie Otto Bels befinden sich in Berlin. worben und völlig wiederhergestellt worden ist. Das Häuschen enthält Bilder, Bücher und Handschriften des Dichters und eine wohlgelungene Blaten- Büste von Ernst Benzoldt. Bekanntlich hat der Dichter von 1819 bis 1826 in Erlangen gewohnt. Am Tage vor der Eröffnung fand die Gründung der Blaten- Gesellschaft statt, die der Pflege und Neuausgabe von Platens bis heute nur wenig bekannten Werfen dienen will und der u. a. Gerhart Hauptmann, Herbert Eulenberg, Stefan Zweig, Hans von Hülfen und zahlreiche andere Künstler und Männer der Wissenschaft angehören. Georg Schweinfurths Nachlah. Der gesamte wissenschaftliche Nachlaß des verstorbenen Afrifaforschers Georg Schmeinfurth fällt, bereits zu feinen Lebzeiten getroffenen Bereinbarungen zufolge, dem Staate zu. Seine Briefe, Tagebücher und Aufzeichnungen allgemeiner Art sollen in die Handschriftenabteilung der preußischen Staatsbibliothet eingereiht werden; Zeichnungen und Niederschriften, fpeziell über Botanit, fommen ins Botanische Museum; das übrige, und vermutlich auch seine umfangreiche Bibliothet, in die Sammlung der Gesellschaft für Erdkunde. Staatsoper. Barbara Kemb wird als erfte Bartie in dieser Spielzeit die Mariaalin im Rofentabalier am Sonntag, den 27. d. M., fingen. Am Freitag, den 25. d. M., wird im Opernbaule ftatt Intermezzo" und Pulcinella Bulcinella und Salome" gegeben. In den 6 Philharmonischen Korzezten der Gesellschalt der Mufit reunde unter Leitung von eina Unger werden als Solisten u. a mitwirken: Arthur Sonabel, Nicolai Deloff. Alma Moobie, Binaiba Burjemštaja, Lotte Leonard. Das Busch- Quarfelt wird im fommenden Winter 4 Stammermusikabende und zwar am 25. November, 2. Dezember 1925, 10. und 16. März 1926 im Saale ber Singalademie veranstalten. Die Ausgabe von Abonnements zum Breise von 20, 16, 12, 8 und 4 Mart für 4 Abende erfolgt bei Bote& Bod und. Wertheim nebst Filialen. Esperanto Freitag, den 16. Ditober, um 8%, br, beginnt in den Räumen des Zentralinftituts ein Einführungslehrgang in Giperanto, der jeweils Freitags abends bon 6%, Uhr bis 8 Uhr stattfinden und fich veraussichtlich über zehn Abende eritreden mird. Die Teilnehmergebühr beträgt 5 M. Meldungen und Anfragen find zu richten an das Bentval institut für Erziehung und Unterricht, Berlin 35, Botsdamer Str. 120. Walther Rothenaus Neußerungen zur Reform des höheren Schulwefens und zum Wesen des Lehrerberufis bat Craft Geitner aus seinem Nachlas zusammengeftet. Die Neue Erziehung bringt dieses wichtige Dokument in ihrem foeben erscheinenden Olteberheft. Geopolitik an der Deutschen Hochschule für Politif. Die Deutsche Hoch schule für Bolitit, die Geopolitit schon seit längerer Zeit in den Kreis ihrer unterrichtsfächer aufgenommen hat, ist nunmehr zur Errichtung eines eigenen Seminars übergegangen. Hiermit wird zum erstenmal in Deutschim Sinne der Forderung des schwebischen Gelehrten Rudolf Kjellén land biele Disziplin nicht von der Geographie aus wie bei ben llniversitäten, fondern von den Staatswissenschaften und der Balitit aus angeles Zusammenhang mit Weltpolitit unb Beltraitifdjait gelehrt. mird alla nicht politische Geographie, fondern eigentlich Geopoliti! in engem Johann- Strauß- Feiern in Defierreich. Am 2. Oftober, dem hundert jährigen( Beburtstag von Johann Strauk, wird man in ganz Defterreich nur nach den Klängen Strangicher Waizer tanzen. Reine Stapelle, feine Sausmufil foll an diesem Tage moderne Tänze bringen; fo mill es ein aufruf des Unterrichtsministers, bem wohl allerorten gern Folge geleistet werben wird. Si ber Dper wird man am Abend Die Fledermaus spielen. Schon jest bereits haben allerorten Borjelern begonnen. Nehringiaden des Landbundes. Der Reichslandbund fordert weiter Staatskredite. Der Gesamtvorstand des Reichslandbundes nahm in einer Sigung am Montag folgende Entschließung ein ftimmig an: „ Die Landwirtschaft, ebenso wie die übrigen Berufsstände ihres Betriebskapitals durch die Inflation beraubt(!), hat, um die Ernährungsbasis des deutschen Voltes zu erhalten und zu erweitern, umfangreiche, teure Schuldverpflichtungen auf sich nehmen müssen. In ihrer Hoffnung, diese aus den Erträgen der Ernte zurückzuzahlen und Betriebskapital für das fommende Wirtschaftsjahr bereitstellen zu fönnen, sieht sie fio getäuscht. Dieser Notstand zwingt dazu, bei Rüdforderung der Kredite auf die Lage der Erzeuger Rücksicht zu nehmen und die Festlegung der Rückzahlungs termine mit den erst langsam einsehenden Realkreditaufnahmemöglichkeiten in E intlang zu bringen. Die Kreditnot hat in allen Teilen der Wirtschaft zu ernsten Schwierigkeiten geführt. Diese fonnten naturgemäß den Handel innerhalb der landwirtschaft lichen Genossenschaften und den freien landwirtschaftlichen Handel nicht unberührt lassen. Sowes hierbei auch das Waren. vertriebsinstitut des Reichslandbundes in Mitleidenschaft gezogen ist, hat der Gesamtvorstand des Reichslandbundes in feiner Sizung vom 24. September von den hierzu unternommenen Schritten der leitenden Stellen zustimmend Kenntnis genommen. Er hat dabei insbesondere die Auffassung vertreten, daß die Landwirtschaft den gerade in solche Notzeiten gegebenen Weg des engsten 3u. fammenschluffes auch auf wirtschaftlichem Gebiet wird gehen Diese Forderung des Reichslandbundes ist nichts anderes als eine Herausforderung der übrigen Berufsstände, bie jezt so schwer unter der Kreditnot leiden. In allen wirtschaftlichen Funktionen hat sich der Reichslandbund bisher als unfähig erwiesen, irgend etwas Positives für die Landwirt schaft zu leisten. müssen." Ein großer Teil seiner Genossen fchaften ist infolge von Fehlspekulationen und unerfahrenheit ihrer Leiter zusammengebrochen. In derselben Zeit, in der der Reichslandbund über die Not der Landwirt schaft ächzte und stöhnte, hat er gewaltige Summen für volltommen unproduttive 3wede ausgegeben. % Der Reichslandbund hat so die Hindenburg Wahl finanziert jetzt ruft er nach der Reichsregierung. damit sie ihm zur Stundung der für diese Zwecke aufgenommenen kredite verhilft. Indirekt soll also die Regierung aus Steuermitteln die Hindenburg Wahl bezahlen! Der Reichslandbund hat die gelbe Arbeiterbeme gung mit großem Kostenaufwand in der Landwirtschaft organisiert und unterstützt. Jetzt soll die Allgemeinheit die Kosten dafür zahlen, indem man die Kredite weiter stundet. Der Reichslandbund hat überall, wo er fonnte, den Widerstand gegendierepublikanische Staatsgemalt organisiert, er ist der Pfleger und Hüter der reaktionären Geheimorganisationen und seinen Mitteln verdanten die Fememörder ihre Eristenz. Jezt soll das Reich die Schulden stunden, die man auch für solche Zwede aufgenommen hat. Geburtenrückgang und Volkswohlfahrt Sozialhygienische Debatte im Landtag. Der Landtag fetzte gestern die Beratung des Haushalts des| mir münschen, der bewährte Mann an der Spize unserer MedizinalBoltswohlfahrtsministeriums fort. abteilung möge uns noch möglichst lange erhalten bleiben. Abg. Went behandelt dann eingehend Abg. Dr. Went( Soz.): Wir müssen vor einem allzu großen Optimismus hinsichtlich der Gesundheitsverhältnisse im Bolf warnen. Gewiß, die allgemeine Sterblichkeit ist in Deutschland pro Tausend von 15 auf 12,5 und die Säuglingssterblichkeit von 20,7 Broz. im Jahre 1919 auf 10,6 Prozent im Jahre 1924 zurückgegangen. Diese Zahlen geben jedoch feinen genügenden Maßstab für die tatsächlichen Gesundheitsverhält nisse. Erstens ist die Säuglingssterblichfeit in anderen Ländern, z. B. in Standinavien, noch viel geringer als in Deutsch land, und auf der anderen Seite haben die Todesfälle infolge von Jahte 1913 gab es 21,9 Proz. solcher Todesfälle, im Jahre Kindbettfieber gewaltig zugenommen.( Sehr richtig! links.) Im 1921 jage und schreibe 46. Broz. trog aller Fortschritte der Hygiene. Schuld an diesen furchtbaren Zahlen sind die Zunahme der fünftlichen Fehlgeburten und die traurigen Wohnungsverhältnijie. Wie sich unter diesen Umständen diejenigen als Hüter der Volksgesundheit aufspielen wollen, die immer wieder gegen die Aufhebung der S§ 218 und 219 norgehen, ist völlig unbegreiflich. Sm Mittelpunkt unserer Gesundheits- und Bevölkerungspolitik steht das Problem des Geburtenrüfganges, das Verhältnis zwischen den Aerzten und den Kranfenfaffen. Er permeift dabei auf den Bericht des Oberregierungsrats Rösle im Reichsgesundheitsamt über seine Erfahrungen in Rußland, wo einigermaßen die sozialistischen Anschauungen über die Behandlung der Kranten sowie über die Bewertung der Aerzte in die Tat umgejezt sind. Rösle schreibt, daß in Rußland der Arzt der Zukunft den franten Menschen nicht mehr als Objekt zur Erhaltung seiner ärztlichen Existenz zu betrachten brauche. Er habe naturgemäß ein persönliches Interesse an der Gesunderhaltung der Bevölkerung vor allem auf die Prophylare richten muß. Bei uns ist nur den feines Reviers. Er wisse, daß er zu diesem Zwecke sein Augenmerk beamteten Aerzten die Anwendung prophylaftischer Maßnahmen geboten. Sie muß aber universell gestaltet und zum Gemeingut aller Aerzte werden. Früher oder später müssen mir zu einer Planwirtschaft in dem Verhältnis zwischen Kranken und den Aerzten kommen. Bisher haben Vertreter der Aerzte nach dieser Richtung verjagt; sie haben die andersdenkenden Kollegen mit Terror und Bontott bedroht. Zwischen den Aerzten und Kassen muß endlich einmal Ruhe und Ordnung eintreten. Mit Hilfe des im Hauptausschuß angenommenen Antrags müssen die beiden Organisationen endlich einmal an der Verhandlungstisch gebracht werden. Kassen und Aerzte gehören zusammen. Erfreulicherweise hat der Leipziger Berband unseren Auffassungen gegenüber jetzt wenigstens ein bescheidenes Entgegenkommen gezeigt; er beschloß auf der jüngsten Tagung in Leipzig im Rahmen einer Planwirtschaft dafür zu sorgen, daß die Aerzte gebührend auf Stadt und Cand verteilt werden follen. In Berlin haben wir im Jahre 1870 47,2 Geburten auf 1000 Einmohner feststellen tönnen; im Jahre 1923 find es nur noch 10,4 Proz. Die schweren wirtschaftlichen Berhältnisse spielen hier eine große Rolle. Wenn der Staat und unter den Parteien besonders das Sentrum von den ausgemergelten Frauen des Boltes die Gebär pflicht verlangen, dann obliegt dem Staate auch die Nähr pflicht. Es ist uns schleierhaft, wie die Parteien, die für die Geburtenrückgang aufnehmen wollen. Die Schutzollvorlage iſt ein Schußzullvorlagen eingetreten sind, den Kampf gegen den Attentat auf die Volksgesundheit und ein Schlag gegen jede Be völkerungspolitit, mit der ungeheuren Berteuerung der Lebensmittel wird die Tuberkulojebefämpfung illusorisch gemacht. Schon im Jahre 1902 erklärte Naumann bei der Beratung der Zoll vorlage, der Lubertelbazillus weiche dem besseren Brot, bei billigerem Brot würden die Lungen freier und fiärter oder; anders aus gedrückt: je teuerer das Brot, um jo mehr Erkrankungen und Sterbefperrt, die von Kranfenfaffen eingerichtet worden sind, z. B. das fälle! Benn augenblicklich infolge Kreditschwierigkeiten Getreide abstoßungen erfolgen, so ist dies nur eine vorübergehende Erschei nung, die an der großen Teuerungswelle nichts ändert. Die Fleischteuerung ist jedenfalls eine unbestreitbare Tatsache. Arbeiterschuß, Arbeiterversicherung, Wöchnerinnenschuh, Tuberkulose befämpfung usw. auf der einen Seite, Berteuerung der Lebensmittel auf der anderen das bedeutet zwei Pferde vor den Wagen und pier hinter den Wagen spannen. ihre lleberweisung an den bevölkerungstechnischen Ausschuß- iſt Die Denkschrift des Wohlfahrtsministeriums mir beantragen eine fleißige Arbeit, aber ihre Zahlen sind frisiert. Nach der Denk schrift ist die allgemeine Sterblichkeit in Preußen S auf 11,77 pro 1000 Einwohner gefunken, die Tuberkulosesterblichkeit auf 11,8 pro 10 000 Einwohner und die Säuglingssterblichkeit auf 10,57 pro 100 Lebendgeburten. Wenn diese Zahlen wirklich stimmen follten, dann darf nicht vergeffen merden, daß besonders im Jahre 1923 der Tod unter den Kindern und den alten Leuten reiche Ernte gehalten hat, so daß für ihn zurzeit nicht mehr so viel übrig geblieben ist.( Sehr richtig! links.) Auch die Dentschrift muß zugestehen, daß allen Altersklaffen der schlechteste ist. Das sind die Kinder, die ber Gesundheitszustand der fleinen Kinder unter in der Inflationszeit geboren wurden. Wenn auch die Sterbefälle zurüdgingen, so hat doch die Anfälligleit und die Zahl der Krank heiten gewaltig zugenommen. Deshalb ist das Anfinnen des Reichslandbundes auf das schärfste zurückzuweisen, um so mehr, als dieser bewußt und planmäßig die Gründung der Rentenbank- Kreditanstalt hinaus gezögert hat, folange diese nicht entsprechend seinen Absichten organisiert war. Die Rentenbant- rebitanstalt aber hätte, wäre sie eher ins Leben getreten. Schon viel früher die Anleiheaktionen im Auslande Dornehmen fönnen, deren erste eben zum Abschluß einer 100- millionen- Mart- Anleihe in Amerita geführt hat. Seht soll die Reichsregierung für die Unfähigkeit der Landbundführer einspringen und die Berlängerungen bewilligt, allein vor einigen Tagen hat der berüchtigte rung der Kredite ermirten. Das ist natürlich nur auf Kosten anderer Kreditsucher, besonders der Industrie, möglich. Hätte der Reichslandbund mit seinen Vorstellungen Er folg, so märe das ein Nehring Standal, ins ungeheuer liche übertragen. Wieder würde in ein perfrachtes Unternehmen, das mit produktiver Wirtschaft nichts zu tun hat, eine linsumme von Geld hineingesteckt werden, bloß meil einige„ Herren von und zu" es für nötig finden, ihre Kreditwürdigkeit mit verbrieften Titeln und veralteten Privi legien zu begründen. Es ist also nötig, daß bei unserer Bolkswohlfahrt alle Hilfs. möglichkeiten ausgeschöpft werden. Der bevölkerungspolitische Ausschuß und auch der Hauptausschuß hatten eine Reihe von Neuforde hängeausschuß alles wieder vernichtet. Eine Reihe von Bofitionen sind wieder gestrichen worden, die für die Volks. gesundheit geradezu unentbehrlich sind. So sind die 30 000 m., um die wir den Fonds zur Bekämpfung der Krebskrankheit erhöhen wollten, gestrichen worden. Die Medizinalabteilung ist im Laufe der lezten Monate sehr rührig gewesen; mir erkennen das gerne an. So find beispielsweise eine Reihe Anträge aus dem Hauptausschuß, die vom Plenum noch nicht ratifiziert sind, auf dem Berwaltungswege der Verwirklichung nähergeführt worden. Besonders anerkennenswert ist die Arbeit der Medizinalabteilung auf dem Gebiete der Wahlen für die Aerztekammer, für welche die Vorlage die Einführung der Verhältniswahlen vorfieht. Ferner soll endlich in den nächsten Wochen ein Entwurf zur Förderung der Irrengeleggebung dem Staatsministerium vorgebung ist der Stein ins Rollen gebracht worden; den ärztlichen Gegnern der Impizwanggefeßgebung soll die Möglichkeit gegeben werden, vor dem Landesgesundheitsrat ihre Ansicht zu äußern.. Ebenso wird nun endlich die Frage des Verhältnisses der Bahn ärzte zu den Technitern bald einer Lösung entgegengeführt. Im Namen meiner politischen Freunde hebe ich ausdrücklich hervor, daß Wirklich notleidenden und erfolgreich wirtschaftenden Betrieben der Landwirtschaft tann selbstverständlich geholfen merden, wo die Not nachweisbar und der wirtschaftliche Erfolg garantiert ist. Dazu bedarf es aber der Vermittlung des Reichslandbundes nicht, der als rein politische Orgelegt werden. Auch in der Frage der Impjamanggefeß ganisation mit scharf reaktionärem Einschlag in feinem Falle das geeignete Organ ist, die wirtschaftlichen Interessen des schaffenden Landvolkes zu vertreten. Käme die Berlänge rung der Kredite nach seinen Wünschen zustande, so wäre das der größte Korruptionsffandal und die niedrigste Berquidung von Politit und Geschäft, die Deutschland je erlebt hat. Wir zweifeln, daß die Reichsregierung trog ihres 700- Millionen- Geschenkes an die Ruhrindustrie sich einem solchen Vorwurfe aussehen wird. Arzt und Untersuchungsgefangener. Ein neuer Erlaß des Wohlfahrtsminister8. Der Breußische Wohlfahrtsminister hat, einer Anregung des Höfle- Ausschusses folgend, den alten Erlaß über die gerichtsärztliche Begutachtung durch einen neuen erjeßt, dem folgendes zu entnehmen ist: Bei den Worten des früheren Erlasses, monach der Gerichts. arzt als Sachverständiger por Gericht ein Gehilfe des Richters zur Durchführung einer geordneten Rechtspflege fein fol, handelt es fich nicht um einen neuen Begriff, sondern um einen, schon in der Begründung zur Strafprozeßordnung enthaltenen, all. gemein anerkannten Rechtsgrundjag, der für alle Sachverständigen por Gericht gilt. Jener Sah bedeutet aber nicht, daß der Richter den Geirchtsarzt in feiner ärztlichen Ueberzeugung oder wissenschaftlichen Begründung eines Gutachtens irgendwiz beeinflussen dürfe. Seder Sachverständige muß nach seinem Eide sein Gutachten unparteiisch abgeben. Im übrigen gelten jene Worte( Gehilfe des Richters) nur für die Tätigkeit des ärztlichen Sachverständigen vor Gericht, nicht aber für die ärzt liche Behandlung tranfer Gefangener durch den Gefängnisarzt. Der Baffus des Erlasses über die Frage besluter bachts von Untersuchungsgefangenen gibt lediglich Die geltende Rechtslage mieder. Er bezmedte nur, den Arzt auf die rechtlichen Gesichtspunkte hinzuweisen, die der Richter bei der Frage der Haftentlaffung eines tranfen Untersuchungsgefangenen zu beachten hat. Eine Bindung des ärztlichen Gut. achters etwa in dem Sinne, daß er zu prüfen hätte, ob ein Untersuchungsgefangener als fluchtverdächtig anzusehen fei, be deutet jener Basius nicht. Der Arzt soll lediglich nach medizinischen Gefichtspuntten prüfen, ob ob und welcher gesundheitliche Schaden bei der Aufrechterhaltung der Haft für einen Gefangenen entstehen, und inwieweit der Gefangene durch Jeine Krankheit in feiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt wird. Die Entscheidung über die Haftentlassung steht nur dem Richter zu. Der Gerichtsarzt hat sich gegebenenfalls auch darüber zu äußern, ob die Einrichtungen des Gefängnislazaretts eine ordnungsgemäße Behandlung des franten Gefangenen ermöglichen, und im Einzelfall die Berlegung des Gefangenen in eine Kranten anstalt zu beantragen. # Gegenüber den Worten, wonach sich manche Aerzte bei ihren Attesten durch eine unangebrachte Milde" haben beeinflussen lassen, wird betont, daß der Arzt bei seiner Begutachtung auch jede un begründete arte gegenüber Untersuchungsgefangenen per meiden soll. Für die ärztliche Behandlung tranfer Gefangener( auch durch Fachärzte) gelten lediglich die hierüber schon vor längerer Zeit vom Justizminister erlassenen Borschriften. Die den Medizinalbeamten gegebenen Richtlinien, insbesondere die Bestimmung, wonach geritsärztliche Gutachten von den Medizinalbeamten nicht mehr auf privates Ersuchen, sondern nur auf Erfordern der Gerichte ober Staatsanwälte auszustellen sind, find im staatlichen Interesse geboten; sie bedeuten feine neue Vor, schrift, sondern bringen nur längst bestehende Bestimmungen in Erinnerung. Der feinerzeit nur an die Medizinalbeamten gerichtete Erlag bezmedie nicht, die Gutachtertätigkeit nichtbeamte ter praktischer Aerzte einzuschränkten. Eine folche Einschränkung wäre nach den geltenden Gefeßesvorschriften gar nicht zufäffig. Im übrigen find die Gerichte in der Bürdigung der Atteste von Privatärzten frei und an Anweisungen nicht geFriede hergestellt wird, denn wie weit die Dinge bereits gediehen Es ist höchste Zeit, daß zwischen den Kassen und den Aerzten der find, zeigt der Utas des Leipziger Berbandes, der den Krankenkassen Die Einrichtung von Fortbildungskursen für die Aerzte und Kassenvorstandsmitglieder verbieten mill. Gegen diese ungebührliche Art der Beeinflussung müssen die Behörden einschreiten. Ebenso hat der Verband der Aerzte Krantenhäuser geCäcilien- Krantenhaus in Charlottenburg. So geht es nicht. Die Kaffen sind nicht die Feinde der Aerzte. Sie wissen, daß die gegenmärtige Bezahlung der Aerzte unzulänglich ist und eine entsprechende 3ahlung im Interesse der Arbeitsfreudigkeit erfolgen muß. Auf der anderen Seite sollen die Aerzte sich ideell und materiell auf einen Ausgleich mit den Kaffen einlassen. Die Beratung der Spizenorganisation zur Regelung der Gebührensäge muß sobald wie möglich erfolgen. Der Friede zwischen den Rassen und Aerzten wird der Förderung der Boltsgesundheit zum Segen sein.( Beifall links.) Abg. Dr. Quaet- Faslem( Dnat.) tischt die alten Phrasen von der Schuld des Versailler Dittats an Armut und mangelnder Volksgesundheit auf. Der„ Gegner" wolle den Untergang der deutschen Bolfstraft. Er mettert gegen die verbrecherische Geburtenverminde rung und erflärt, der Drud der Armut" dürfe nicht zu einem Geburtenrückgang führen! Abg. Frau Dr. Klausner( Dem.) unterstützt die Anträge auf stärkere Bekämpfung der Tuberkulose und der Geschlechtskrankheiten und meist vor allem auf die Gefahr einer Entoölferung infolge des erschrecklichen Umfanges des Geburtenrückganges hin Um o wichtiger sei die Sorge für den Säugling. Abg. Dr. Böhm hält die für den Etat des Wohlfahrtsminifteriums eingefeßten Mittel für zu gering und bemängelt die Ber jonalpolitik des Ministers bei der Ernennung von Kreisärzten und Medizinalbeamten. Abg. Dr. Wesler( 3.) bezeichnet das furchtbare Wohnungselend als eine Hauptursache des schlechten Standes unserer Volksgesundheit. Hier merde die notwendige Reform leider immer wieder durch den Mangel an den notwendigen Mitteln gehemmt. Hebammengefeg habe nicht alle Hoffnungen erfüllt. Das Die im Untersuchungsausschuß über den Tod Höfles aufgededten Zustände häffen die Kofwendigkeit erwiesen, den Ministerialerlag vom 23. August 1924 an die Medizinalbeamten über die Haft- und Verhandlungsfähigkeit nachzuprüfen. Die Aufhebung des§ 218, des sogenannten Abtreibungsparagraphen, würde bevölkerungspolitisch, ethisch und gesundheitlich ein Unglüd sein. Fast die gesamte Aerzteschaft sei gegen die Aufhebung. Abg. Gehrmann( Komm.) verlangt wesentliche Erhöhung des Etats für die Bolksgesundheitspflege. Abg. Bischof( W. Bg.) wiederholt die bekannte Behauptung der Wirtschaftspartei, Abbau der Wohnungsämter sei gleichbedeutend mit Abstellung des Wohnungselends. Auch er wendet sich scharf gegen den Ministerialerlaß über die Gerichtsmedizinalbeamten. Nach lokalen Wünschen des Abg. Giejeler( Bölf.) weist Abg. Frau Kunert( Soz.) auf die besonders große Sterblichkeit der unehelichen Kinder hin und verlangt größere staatliche Fürsorge auf diesem Gebiet, Die Welterberatung wird um 46 Uhr auf Freitag 12 Uhr vertagt. Außerdem fleinere Vorlagen und Anträge und die Borlagen über die Wahlen der Provinziallandtage, Kreistage und der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Die Genfer Tagung. Der Völkerbund für Einberufung einer Wirtschaftskonferenz. Genf, 24. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Bölferbunds versammlung fuhr in ihrer Donnerstagmorgensizung mit der Entgegennahme der Kommissionsberichte und der Annahme der Refolutionen fort. Da diese schon durchweg Gegenstand der Verhandlungen in den Volkskommissionsfigungen waren, in denen jeder Staat Gelegenheit hatte, seine Wünsche und Forderungen geltend zu machen, ergab die Aussprache natürlich wieder das bekannte Bild vollfom. mener Uebereinstimmung. Fast ohne Debatte und einstimmig wurden angenommen die neugefaßte chinesische Resolution, ein von Frankreich eingebrachter Antrag, der den Wunsch auf Berbleiben Costa Ricas im Bölferbund ausdrückt, und der Bericht über die Arbeiten des Wirtschaftsausschusses. Einen breiten Raum in der Vormittagsigung beanspruchte die Besprechung der Resolution über die Vorbereitung einer irtschaftstonferenz, die ebenfalls einstimmig angenommen wurde. Zunächst sprach dazu der zur französischen Delegation gehörende Führer der französischen freien Gewerkschaften Souhaur, deffen Initiative überhaupt das Zustandekommen dieser Entschließung zu danken ist. Jouhaur erinnerte die Versammlung daran, daß sie mit der Annahme dieser Resolution endlich die Durchführung des dritten der Wilsonschen 14 Bunte in Angriff nimmt, der belage, daß die Abschaffung aller wirtschaftlichen Absperrungsmaßnahmen einen einfachen Aft der internationalen Gerechtigkeit darstelle. Mit der Einberufung der Konferenz erfülle man die alte Forderung der Gewerkschaften, die schon im Jahre 1919 auf der ersten internationalen Arbeitskonferenz in Washington nur mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt worden sei und durch deren Annahme Der Velteftentat des Reichstags ist für tommenden Sonnabend, die Bölker bereits vor vielem Elend bewahrt worden wären. Nur Uhr vormittags, zu einer Sigung einberufen worden. Auf die unrationelle Organisation der heutigen Wirtschaft sei die Ursache der Tagesordnung steht der Antrag der Kommunisten auf joder Arbeitslosigkeit und der ständig steigenden Lebenshaltungskosten. fortige Einberufung des Reichstages, um zur außen. Durch internationale Abmachungen fönnte ben wirtschaftlichen Krisen Einhalt geboten werden. politischen Lage Stellung nehmen zu fönnen. 9 bunden. Da es den Anschein erweden tönnte, als wenn die Berliner Gewerkschaftsbewegung Lithographen und Steindruder mit dieser Sache etwas zu tun Die Blumen- und Federnarbeiterinnen. Zu den Stadiverordnetenwahlen. In einer gut besuchten Gruppenverjammlung der Blumen, Blätter- und Federnarbeiterinnen im Fabritarbeiterverband referierte der Stadtverordnete Reimann über die Bedeutung der Stadtver ordnetenwahlen für die Grauen. In flarer und überzeugender Weise mies er nach, wie fegensreich sich die Schaffung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin für die Bevölkerung ausgewirkt hat, die in der Hauptfache das Verdienst der Sozialdemokratie ist. An der Hand zahlreicher Beispiele zeigte der Referent, wie wichtig es gerade für die Frauen ist, sich um die kommunale Tätigkeit zu fümmern. Zum Schluß forderte er auf, colizählig zur Wahl zu gehen und die Stimmen für die Sozialdemokratische Partei abzu geben. Reicher Beifall lohnte seine Ausführungen. Nachstehende Entschließung fand einstimmige Annahme: H Die am 23. Ceptember 1925 versammelten Blumen, Blätterund Federnarbeiterinnen Groß- Berlins stimmen den Ausführungen des Referenten Reimann zu. Sie geloben, dafür zu sorgen, daß alle in ihrer Industrie beschäftigten wahlberechtigten Personen am 25. Ottober zur Bahl gehen, um es zu ermöglichen, daß eine sozialdemokratische Mehrheit in das Rote Haus einzieht." 3um zweiten Bunkt der Tagesordnung referierte Rüder über den Mantel- und Lohntaris, deren Ablauf Ende Oftober bzw. zum Jahresfchluß erfolgt. Die Versammlung beschloß, es einer Funttionär fonferenz zu überlassen, ob die Kündigungen ausgesprochen werden folien ober nicht. Zur Rußlandbelegation der Metallarbeiter. Genosse Urich bittet uns um die Aufnahme folgender Erflärung: Da der im Bormärts" veröffentlichte Bericht unserer legten Generalversammlung zu Mißverständnissen Anlaß gegeben hat, jehe ich mich veranlaßt, ausdrücklich auf den Wortlaut des Zusaz antrages der Ortsverwaltung hinzuweisen: Die Generalversammlung beantragt weiter, daß die russische Regierung oder die wirtschaftliche Organisation, d. h. der Russische Metallarbeiterverband, eine Einladung an den Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes zwecks Studium der Berhält nisse in Rußland ergehen läßt und daß die Regierung von Sowjetrußland sich bereit erklärt, der Delegation der Metallarbeiter Deutschlands teine Reiseroute vorzuschreiben und der Delegation das Recht einräumt, ihre eigenen Dol. metscher in Deutschland zu wählen und nach Ruß land mitzunehmen." # Es ist mir selbstverständlich nicht eingefallen zu erklären, daß wir unsere eigenen Parteigenossen von der russischen Sozialdemokratie nicht als Dolmetscher nehmen würden. Ich habe nur gesagt, daß wir nemanden als Dolmetscher nehmen würden, der sich irgendwie als Feind der Arbeiterbewegung betätigt hat. Auch das versteht sich ja von selbst. Die Auswahl der Dolmetscher aber müßte uns allein vorbehalten bleiben. Betriebsrätewahl in der Reichsdruckerei. Da die„ Oppofition" von der Aufstellung einer eigenen Liste abgesehen hatte, blieben nur noch die beiden Listen der freien Ges mertschaften und der christlichen Gewerkschaften. Auf die Liste unferer Gewerkschaftsgenossen entfielen 2449 Stimmen, auf die christliche Lifte 382 Stimmen. Dementsprechend stellen die freien Gewertschaften 12 Betriebsratsmitglieder und 2 Ergänzungsmitglieder zum Arbeiterrat, während für die Christlichen ein Betriebsratsmitglied und ein Er gänzungsmitglied zum Arbeiterrat übrigbleibt. Der Gewerkschaftstag" der Berliner Lithographen. Bom Berbandsvorstand der Lithographen wird uns geschrieben: Die Rote Fahne" vom 20. September bringt unter" Gewerks fchaftliches" einen Bericht einer Fraktionsversammlung der Steinbrucker und Lithographen, die auf einem„ Gewerkschaftstag" einen Antrag angenommen haben, monach sich die Lithographen und Steindrucker nach gründlicher Aussprache vorbehaltlos auf den Boden des Briefes des Erefutirkomitees der Komintern gestellt haben. Sie haben sich für die bolichemistische Einheitsfronttattif und Herausbildung eines linken Flügels in der Gewerkschaftsbewegung erklärt. Im Wintergarten Leipziger Str.: Ausstellung u. Verkauf von Kakteen u. Dahlien Die Dahlien stammen aus den Kulturen der Pirma L. Späth, Berlin- Baxmadnicxweg hätten, geben mir bekannt, daß bei der Urwahl zum Vers bandstag in Deutschland nur drei Kommunisten als Delegierte gewählt worden waren. Der„ Gewerkschaftstag" der Berliner Lithographen und Steindruder fann von nicht viel mehr als einem Bäderdugend besucht worden sein. Diese sogenannte fommunistische Frattion ift ein häuflein Irregeleiteter, denen teinerlei Bedeutung in unserem Verbande zufommt. Das Rot im Arbeiterratszimmer. Im Zimmer des Arbeiterrats des Rabelwerfs DON Siemens- Schudert hingen an einer Wand einige rote Kranzschleifen mit den Inschriften:„ Den Opfern der Revolution"," Den Opfern des 6. Dezember 1918"," Dem Kämpfer Start Liebknecht". An Türpfosten und Schränken flebten Ausschnitte aus der„ Roten Fahne" und dem Vorwärts". In einem Nebenraum hing eine 1% Meter lange rote Fahne. Als die Betriebsleitung diesen Zimmerschmuck entdeckte, verlangte sie vom Borsigenden des Arbeiterrats, er folle ihn innerhalb dreier Tage entfernen. Die Fahne und die Zeitungsausschnitte wurden hierauf innerhalb der gestellten Frist entfernt. Die Kianzschleifen aber blieben noch im Zimmer, denn der Arbeiterratsvorsigende glaubte, über sie nicht ver fügen zu dürfen, weil sie Eigentum der Belegschaft maren. Die roten Schleifen gaben nun der Firma Anlaß, beim Gewerbegericht die Ausschließung des Arbeiterratspor figenden aus dem Arbeiterrat zu beantragen. Nachdem dieser Antrag gestellt war, wurden auch die Kranzleifen entfernt. Damit war auch der letzte Stein des Anstoßes beseitigt und dem Berlangen der rotscheuen Betriebsleitung war Genüge geschehen. Trotzdem nahn das Berfahren gegen den Arbeiterrats porfigenden feinen Forigáng. Die Rammer 11 des Gewerbegerichts unter dem Lorfiz des Magistratsrats Dr. Sell gab dem Antrage der Firma statt mit der Begründung: " Nach dem Betriebsrätegefehe habe die Betriebsvertretung ledig lich wirtschaftliche Aufgaben, bei deren Wahrnehmung fie alles unteilaffen müsse, was das Gemeininteresse, den Betrieb und das Einvernehmen innerhalb der Arbeiterschaft oder zwischen ihr und dem Arbeitgeber zu gefährden geeignet sei. Im Gegensatz hierzu habe sich der Arbeiterratsvorsitzende rein politisch be. tätigt. Daran fönne nach den Inschriften der Schleifen, die nicht von der alle politischen Richtungen umfassenden Belegschaft, sondern nur von ihren lintsgerichteten Teilen herrühren fönnen und wegen Aushangs der roten Fahne fein Zweifel fein. Auch die öffentliche Anbringung der Bilder des Vorwärts" mit der Ueberschrift" Schutzoll" und dem Spruch:" Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe, wer aber nichts hat, dem wird genommen, was er hat," sei feineswegs geeignet, das Ein pernehmen mit dem Arbeitgeber zu fördern. Der Arbeiterratsporfizende habe sich einer gröblichen Verlegung seiner Pflichten schuldig gemacht. Daran werde auch dadurch nichts geändert, daß die Schleifen furz vor dem Termin entfernt seien. Dies Urteil beruht auf einem unbegreiflichen Rechtsirrtum. Wenn der Arbeiterratsvorsitzende rote Schleifen aushängt, so entfaltet er dadurch nicht, wie das Urteil sagt, eine politische Tätigkeit, sondern er befundet damit nur seine politische Ge finnung. Ob das im vorliegenden Falle taftvoll war oder nicht, mag dahingestellt sein. Daß er dadurch das gute Einvernehmen der Arbeiter gestört habe, dafür ist nicht der geringste Beweis erbracht, sondern es ist lediglich eine unbewiesene Annahme des Gerichts. Aus der Tatsache, daß sich der Arbeiterratsvorsitzende zu einer politischen Richtung befennt, geht doch noch nicht hervor, daß er die wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter anderer politischen Richtungen vernachlässigt und dadurch seine Pflichten aus dem Betriebsrätegesen verlegt. llebrigens ist ja mit der Entfernung der politischen Symbole durch den Arbeiterratsvorsitzenden der Grund zu dem Antiage der Firma hinfällig geworden und es lag teine Beranlassung zur Absezung des Arbeiterratsvorsitzenden mehr vor. Auf den Rottoller der Betriebsleitung hätte das Gericht doch keine Rücksicht nehmen sollen. Nur keine Ueberstürzung! uns am Wolffs Telegraphenbureau übermittelte Abend des 24. September durch den Ferndrucker die Nachricht, daß im Reichsarbeitsministerium über die Beilegung des Lohnstreits im Schriftgießergewerbe verhandelt und ein Schiedsspruch gefällt wurde, den beide Parteien angenommen haben, womit der Streif beendet ist. Richtig! Wir möchten mur ergänzend bemerfen, daß die er wähnten Berhandlungen in der Nacht vom 19. zum 20. September vor sich gingen und durch den Schiedsspruch beendet wurden. Der Wortlaut des Schiedsspruchs und die Tatsache der beiderseitigen Annahme desselben ist in der Abendausgabe des„ Borwärts" vom 22. September mitgeteilt. Die Erklärungsfrist war an diesem Tage abgelaufen. Der Metallarbeiterstreik in Hohenlimburg geht weiter Hagen, 24. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Eini. gungsverhandlungen zur Beendigung des Lohnfampjes in der Hohenlimburger Industrie find ergebnislos verlaufen, obwohl sich der Schlichter alle Mühe gab, eine Einigung zwischen den beiden Parteien herbeizuführen. Die Arbeitgeber lehnten es überhaupt ab, ein Schiedsgericht zu bilden. Infolgedessen ist jetzt damit zu rechnen, daß der Lohnkampf größere Formen annimmt, da der Verband der Fabritanten im Regierungsbezirk Arnsberg die Gesamtausfperrung für diesen Bezirk beschlossen hat, wodurch in fürzester Zeit etwa 50 000 beschlossen hat, wodurch in kürzester Zeit etwa 50 000 Metallarbeiter broilos werden. Gegen die Proteststreiksünder. Die franzö Paris, 24. September.( Eigener Drahtbericht.) fifche Regierung bat gegen die Urheber des Streits der Angestellter der Telephon- und Telegraphenverwaltung Strafmaßnahmen ergriffen. 6 Beamte find entlassen und 5 borläufig ihre Dienstes enthoben worden. Auch eine Anzahl geringerer Strafen ist ber hängt worden. Noch keine Einigung im Seemannsstreik. Sydney, 24. September.( Eigener Drahtbericht). Eine am Donnerstag abgehaltene Konferenz zwischen den Schiffseigentümern und den ftreifenden Seeleuten verlief ergebnislos. Sowohl die Reeder als auch die Streifenden erklärten die gegenseitigen Be dingungen für unannehmbar. Die Seeleute wollen sich feine Lohnfürzung gefallen lassen und solange nicht verhandeln, solange auch nur ein Seemann noch gefangen gehalten wird. Der Streik der indischen Baumwollspinner. Condon, 24. September.( WTB.) Wie Reuter aus Bombay meldet, dauert die katastrophale Lage der dortigen Baumwollindustrie fort. Von 82 Spinnereien find zur Zeit nur fünf in Tätigkeit. 145 000 Arbeiter sind arbeitslos. SPD.- Buchdruder. Die diesmonatlichen Bezirks Frat. tionsversammlungen finden in folgenden Lotalen statt: Freitag, den 27. September, abends 8 Uhr, bei Wandtte, BerlinSchöneberg, Bahnstr. 25; Sonnabend, den 28. September, abends 8 Uhr, bei Kuzti, Neukölln, Hermannstr. 75; Sonntag, den 29. September, vorm. 9% Uhr: 2. Bezirk bei Jaserid, Schwedenftr. 11; 3. Bezirk bei Klug, Danziger Straße 71; 6. Bezirk im Restaurant Tivoli"; 9. Bezirk bei Reimer, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 21; 10. Bezirk eine halbe Stunde vor Beginn der Bezirksversammlung. Wir machen allen SPD.- Kollegen zur Pflicht, die obigen Versammlungen zu besuchen, um sich über die bevorstehenden fommunistischen Attionen in den Gewerkschaften zu informieren und dagegen vorzubereiten. Der Fraktionsvorstand. J. A.: Otto Fiedler. Angestellte der Metallindustrie! Rechdem die direkten Verhandlungen mit dem BBMJ. endgültig ergebnislos verlaufen find, finben nunmehr auf unseren Antrag am Dienstag, ben 29. Sep. Am gleichen Tage, alfo Diens. tember, Schlichtungsverhandlungen statt. tag, ben 29. Ceptember 1925, abends 6 Uhr, findet in ben Germania. Sälen, Chanffeeffe, 110, eine Berfammlung ber AfA- Funktio. näre der Metallinbußrie statt. Stellungnahme zum Schieds. spruch über bie Regelung ber Septembergehälter. Bei der Wichtigkeit bez au faffenden Beschlüsse wird refflofe Beteiligung aller Af- Funktionäre bestimmt erwartet. AfA Metall? azteIL Günther. Sange. Rothe. Krantentaffenausschuhwahl der Ortskrankenkasse der Buchbinder. Die Wahl findet statt am Sonnabend, ben 26. September, in ber Zeit von 1-6 Uhr im Lotal Rathmann, Wilhelmftr. 118 und im Ortskrankentafen. bureau, Stralauer Str. 7/9. Gewählt wird die Liste der freien Gewertschaften: Liste 2. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewertschaftsbemegung: Friedr. Entorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin G 68. Lindenstraße& Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". A.WERTHEIM Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Frisches Fleisch fonders billige Vorderfleisch und und Pl. Hammel Backen... Plund 78Pt. Kalbskamm und Brust Pfund 85 pt. Kalbskeulend Rücken, ganz 1M gatellt, Pfund Schweinebauch Rücken, Pid. 125 Kabler Rippspeer Kuna 130 Prima Gefrierfielsch Rinderkemm Kamm und Brust Pfund Ochsenherzen Pfund Landleberwurst Mund Fleischwurst and gefalker Schinken, Pid. Leberwurst feine und Flietwerat, Piund Zervelat- nd 20 140 173 58Pt. 40 PI. Konfitüren Erdbeer Aprikos, Kirses, 1 Fld- Elm. 150 Pflaumen 65 5 Plard- Elmer 10 Prd 480 5Pfd.- Eim., 10 Pid. Vierfrucht- 230 395 Marmelade Lebensmittel Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden 5 Pfund Preiselbeeren 78PI. Eßäpfel and 18PL. Weißkohl holländ 2Pl. Gravenstein. 30 Pl. rote hiesige, Plund Kochbirnen 15 Pl. 15 pr. Pfund Tafelbirnen 20 Pt. Plund Weintrauben gold, Pid. 45, blau Pfund Rot- u. Wirsingkohl, holländ., Pfund 4p. Kürbis.... Pfund 5p. märk. Rübchen 2 Pid. 25p. Kopf von Blumenkohl 30 PT. Jamale 60 pt. Bananen Pfund dan. Pfund Goudakäse 78 Edamer. Hellander 15PT. Rosenkohl Pid 25P garantiert rein, Plund an Bratenschmalz 78 Bratenschmalz 105 Naturbutter 97 pl. Tafelbutter . Hellender 115 4-5 Paar 8-10 P. Tilsiter 85 p. 125 Salemiwers, Holst, PL 93 Würstchen 160 320 Schwelzer, Schinkenspecks In 1- Pfund- Silicken, Pfd. Halberstadter 2 engl. Pid. 1.50,1 Pfd. Corned Beef 75P. Besonders preiswerte Schokolade Gut Deutsch 2 Tafeln à 100 Gr. 50P 2 Tafeln à 50 Gr. 30 P. Bitter 2 Tafein& 24.Or. 40 PI. Bitter 6 Tafein à 25 Gr. 68PL 2 Tafeln Vollmilch 40 Schmeiz Tafeln 30 Tale 83PL Napolitains bitter and Kußorange, 2 Karlons& 50 Gramm 50P. 50 Gr. à Gr. Pfund 11. dan. bayr. 125 185 Linsengut kochend 18 pr. Bohnenw. 21 P Plund Viktoria Pfund- Paket 1½ Pfund- Paket Dän. Butter 1/2 Pfund- Paket Streusel Stück 08 115 35Pt. Kuchen Mohnbrot stuck 45PI. 1/4 Einkochgläser enge Form 1½ 1 Liter weite Form 1 1, 2 Liter 34 36 38 40 40 44 46 48 55 P. Gummiringe dazu, 10 Stück 40P. ( Bei 100 Gläsern 5%. bei Großabnahme höhere Rabatte) Fische Steinbutten Grüne Heringe große Schellfische mittelgroß Rotbarse ohne Kopf Leb.Karpfen AhlFlundern becker. Schellfische geräuchert, Pfund Pland Plund 20PT. 155 Schoppen Pland 130 32P. Suppenhühner 20 Brathühner Plund junge, Pfund gestreift u. ausgew., Pfund geräuchert, Plund 35PI. Bücklinge lett, Pfund 40PI. Kaninchen wilde, Rotbars geruch. 50p. Rebhühner in Stücken, Pfund Kaffee frisch gebrannt 6 Sorten, von an 145 an 10 große, 195 Stück 260 bis 4.60 Preise für 1 Flasche einschließl. Stener ohne Glas Edelapfelwein Tafelbst 65PL. 1921 Brauneberger Riesling 1922 Wöllstein.Wäldchen 1 M guter Tischwein 1922 Remicher Goldberg pikanter Mosel 110 1922 Deidesheimer lieblicher Pfälzer 130 1921 BullayerHerrenwald 160 Mosel, blumig, mild 1921 Niersteiner gehaltvoll 190 1921 Piesporter pikant 210 blumig Erbsen Vorle 25p. Mohnstang. 55p. 1921 Jugenheimer Goldberg neue, Pfd. Linsen neue Thür. Plund euz Tur 50PL. Pfannkuchen Dubend 120 blumiger Qualitätsmosel 275 1921 Graves de Budos leiner, weißer Bordeaux 1922 Kirchheim. Rotwein 240 mild 1M italienischer Rotwein 155 Chianti ,, Contea d'Oro" 1921 Villanyer Burgunder krättig., ungar. Burgunder 255 Wachstum Isivanffy, Tarragona extra( Salv. Cervera Valencia), rot, si .. 165 Malaga dunkel, tettsu 190 Fruchtschaumwein vorzügl. Qual mit Flasche Wachst. Süßenberg, Rhein- 250 wein, mild, vollmundig Ausführliche Preisliste auf Wunsch kostenlos. 140 Nr. 453 ♦ 42. Jahrgang 7. Heilage öes Vorwärts Freitag, 25. September 1425 Teuerung unü— Staütverorünetenwaklen. Die Partei der Lebensmittelverteuerer schreit jetzt über hohe Preise. InÄer Berliner Stadtverordnetenversammlung wurde gestern die Teuerungsdebatte sortgesetzt, die ausgerech- net von den Deutschnationolen herbeigeführt worden ist. Die Deirtschnationale Partei der Lebensmittelverteuerer weiß, daß sie durch ihre Taten im Reich dem Volk die Augen g« ö f s n e t hat. Darum mußten im Berliner Rathaus die Deutsch- nationalen sich für die bevor st ehenden Stadverord- nctenwahlen den Wählern zu geneigter Beach- tung empfehlen. Der von ihnen eingebrachte Antrag forde» t den Magistrat auf, sich um eine Senkung der Preise zu bemühen. Daß angesichts der neuesten Zollgesetzgebung die Gemeinden wenig ausrichten können, aber Berlin das Möglich« tun will, hat Oberbürgermeister B ö ß schon in der. vorigen Sitzung erNärt. Gestern rechnete unser Genoste R e i m a n n mit den Deutschnationolen ob, die ihr Schuldkonto mit der neuesten Berteuerung belastet haben. Er kennzeichnete das Ablenkungsmanöver der Deutsch- nationalen, deren Antrag weiter nichts als eine Jrrefüh- r u n g der ö f f e n t l i ch e-n Meinung sei. Das Schlußwort des Deutschnationalen Koch war eine Wahlrede in der klobigen Art, die diesem Pastor geläusig ist. Der Antrag wurde einem Ausschuß überwiesen.— In derselben Sitzung wurde der Mogistratsantrag, den privaten Charlottenburger Wasserwerken einen Teil ihres bisherigen Versorgungsgebietes zu entziehen, durch die Parteien der Linken angenommen, nachdem den Bürgerlichen der Versiich, durch Ausschußberatung eine Verschleppung zu erreichen, mißlungen war. Bei der Vorlage zur Kündigung der Vertrages mit den privaten Berliner Vorort-Elektrizitätswerken wurde von den Bürgerlichen derselbe Verschleppungsversuch gemacht und durch die Linke abgeschlagen. Hätten die Bürgerlichen hier die Ausschußberatung durchgesetzt, so wäre die rechtzeitige Kündigung bis zum 1. Oktober unmöglich geworden. Sie wurde beschlossen. * In der gestrigen Sitzung der Berliner Stadtverordneten ge- dachte der Vorsteher Genotze Haß mit ehrenden Warten der kommu- nalen Verdienste des verstorbenen früheren Stadtverordneten und Stadtrats Stadtältesten Rast und des Bezirksbürgermcisters von Prenzlauer Berg, Genossen Paul John, der in so tragischer Weise im 51. Lebensjahre mitten in der Arbeit vom Tode ereilt worden ist. Die Versammlung hatte sich während der Ansprache des Vorstehers von den Plätzen erhoben.— Der Vorsteher kam dann auf den von ihm dem Dr. Steiniger am 8. September erteilten Ordnungsruf zurück. Es ist in der Zwischenzei:, nachdem ursprünglich der Aeltestenausschuß die Auffassung des Vor- stchers getellt hatte, durch Rücksprache mit Dr. Steiniger festgestellt worden, daß dieser den Oberbürgermeister mit der gerügten Aeußerung nicht habe kränken wollen, daß ihm nur um schärfste Zurückweisung der Insinuation zu tun gc- wesen sei, als ob er in jenem Falle die Interessen her Stadt nicht vertreten wollte. Dr. Steiniger Hot auch eine entsprechende Korrektur des Stenogramms vorgenommen. Der Vor- steher hält nunmehr die Aeußerung für im Rahmen des parla- m-ntarijch Zulässigen liegend: der Ordnungsruf wurde zu- g Ü ck g e n o m m« n. In der Fortsetzung des Antrages der Deutschnatio- nalen auf Beratung von Maßnahmen zur Senkung der cebensmillelprelse prophezeite gestern Mädel(Wp.) dem Magistrat ein völliges Fiasko seiner Pläne, durch direkten Viehbezug und Absatz des Fleisches mit stilfc der Kleinfleischer direkt an das konsumierende Publikum«ine Ermäßigung der Fleischpreise herbeizuführen. Auch Dörr(Komm.» vrophezeite den Plänen des Magistrats nichts Gutes. Er forderte dann 5 Millionen zur Unterstützung für die von der Exmission B-drohien. Genosse Reimann nahm Anlaß, mit dem deutschnatio. nalen Kollegen Päth abzurechnen, der den Streitbewegungen die Schuld an der Teuerung hatte zuschieben wollen. Er führt« aus: Vicht die Lohnforderung ist das Primäre, sondern die Teuerung: keiner Arbeitergruppe fällt es ein, Lohnmehr- forderungen zu stellen, wenn sie nicht durch die Verteuerung des Lebensstandards dazu gezwungen ist. Ein Ausgleich für die seit Ende Juni erfolgte Steigerung der Preise ist nicht geschaffen worden. Die Löhne der deutschen Arbeiter stehen wesentlich unter denen des Auslandes. Der Reallohn des Arbeiters in Amsterdam. Kopenhagen, London. Paris, Stockholm ist höher als der in Berlin. Der deutsche großstädtische Arbeiter wird an Leistungsfähigkeit von keinem anderen Arbeiter übertroffen: um so ungerechtfertigter ist seine niedrige Entlohnung. Nicht die steuerliche Ueberlastung des Unternehmertums steht der Senkung der Preise entgegen, sondern der Uebelstand, daß die Industrie Deutschlands, daß die Unter- nehmerschaft nicht von der hohen Profitrate herunter will, daß sie sie durch Vertrustung und Kariellierung schützt. Die Regierung kann dagegen nicht an, denn sie ist ja Fleisch vom Fleisch der Verteurer. Wir werden im Ausschuß beweisen, daß der ganze Antrag Koch nichts ist als ein« Irreführung der öffent- lichen Meinung.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Anton Schmidt(Z.) ließ offen, ob er die Haltung des Zentrums zur Zoll- vorläge im Reichstage vorbehaltlos billigt und vertrat dann die Auf- sasning„ daß die Verteuerung der Lebensmittel in der Hauptsache aus dem zu langen Wege vom Erzeuger bis zum Ver» braucher erfolge: hier müsse der Hebel angesetzt werden. Auch eine Ermäßigung der Zinssatze müsse eintreten.' Da indessen die Teuerung nun einmal eine Tatsache sei, müßten, besonders wenn sie noch weiter steigen sollte, die Arbeitgeber den Arbei« tern in den Lohnsätzen größeres Entgegen- kommen zeigen.— Müller-Franken(Wp.) erklärt die Zölle als eine handelspolitische Notwendigkeit. Damit schloß die Be- sprechung des Antrages, und nun machte Herr koch, der jegt vor einer sachlichen Erwiderung sich sicher wußte, den Versiich, die zu An- fang der Beratung unterlassene Begründung nachzuholen. Diese Begründung erschöpfte sich in der Hauptsache in der Behauptung des deutschnationolen Pfarrers, daß— ausgerechnet die freien Gewerkschaften die Preisabbauaktion der Reichsregierung sabotiert haben(Lachen links) und daß mau von einer außergewöhnlichen Teuerung in Deutschland überhaupt nicht reden könne, daß aber an der Teuerung selbst alle möglichen Umstände schuld seien, nur nicht die Zollvorlage. Selbstverständlich bekam auch die Sozialdemokratie ihr Teil ab. In der A b st i m m u n g wurde die Einsetzung eines Ausschusses nach dem Antrage Koch beschlossen: diesem Ausschuß wurden auch sämtliche anderen zu der Materie eingebrachten Anträge überwiesen. Ein Nachtrag zur Vergnügung» st euerordnung ging an den«teuerausfchuß, die Borlage wegen Bewilligung von 200 00V M. für die Hilfsaktion für Oberschlesien an den Haushalts- eusschuß. Die Kündigung des 1904 mit den Berliner Vororts- Elektrizitätswerken G.m.b.H. abgeschlossenen Vertrages wurde be- schlössen, nachdem ein Antrag der Demokraten auf Ausschuhberatung mit 87 gegen 87 Stimmen abgelehnt worden war. Die Erhebung außero-dcntlich hoher Gebühren seitens der Baupolizei für die Anbringung von Reklamefchilderu für den Häuseranstrich usw. war dann Gegenstand einer geharnisch- ten Beschwerde der Wirtschaftsparteiler, denen von Mitgliedern anderer Fraktionen lebhaft zugestimmt wurde. Im Laiise der Er- örterung, in die auch Gen. Reuter eingriff, erklärte der Obcrbürger- meister Löß, daß auch ihm die Gebühren zu hoch erschienen und daß [ er sich für die Ermäßigung einsetzen würde. Gen. Reuter erklärte die ganze Gebührenordnung für durchaus reformbedürftig.— Eine Anfrage der Kommunisten befaßt sich mit dem„Studenten- werk Berlin" E. V., für das Berlin für 192S eine Bei- Hilfe von 40000 M. geleistet hat und knüpft an das Urteil des obersten Gerichts der Sowjet-Union„gegen die deutschen Studenten und Berliner Polizeiagernen Kindermann und Wolscht" an, wodurch erwiesen sei, daß das„Studentenwerk" der Streikbrechervermittlung und als Verbindungsglied faschistischer Studenten mit der Ehrhardt- schen O. E. diene. Die Aniragcr, durch Frau R o s e n t h a l �ver- treten, wollen wissen, ob der Magistrat die Beiträge für das„Studentenwerk" sperren und den ersparten Betrag der„Roten Hilse" in Berlin überweisen will.— Bürgermeister Scholz bejahte die Frage, ob der Magistrat das„Studentenwerk" nach wie vor für ein gemeinnütziges Werk halte, unbedingt, von den angeblichen politischen Umtrieben sei in dem angezogenen Urteil nirgends �i? Rede. Damit war die Anfrage erledigt Die Versammlung kam dann auf die Angelegenheit der Charlottenburger Wasserwerke A.-G. zurück. Die zweite Lesung der dazu vom Magistrat gemachten Vor- läge war noch rückständig. Von der Deutschnationolen Dolkspartei war beantragt, den Magistrat um eine Deckungsoorlage für die. Kosten des Druckrohrs zu ersuchen. Beide Parteien der Rechten machten nochmals den Versuch, die ganze Angelegenheit durch Ver- weijung an einen Ausschuß von neuem zu verschleppen, aber vergeblich: die Mehrheit fiel gegen sie aus, die früheren Beschlüsse wurden bestätigt und auch der neue Antrag der Deutschnationalen Volkspartei abgelehnt. Die Abänderuna der Besoldungsordnung wurde cn dloc zum Beschluß erhoben. Für die Verbreiterung der Dorfftraßc in Gatow, Bezirksamt Spandau, waren zunää 55 000 M. angefordert. Anscheinend reicht dieser Betrag bei weitem nicht aus: die Deutschnationalen verlangten nochmalige Ausschuß- beratung. Bei der Auszählung stellte sich die Beschlußunfähigkeir der Versammlung heraus.— Schluß%9 Uhr. Erntefest auf einem Serliaer tzof. Ein Erntefest ovf dem Hof d.r Mietkas-rnen. wo kaum ein Grashälmchen wächst. Einige haben vielleicht«in Stückchen Land in der Laubenkolonie. Knallgelb und protzig mögen dort Riesen- kürbisse wachsen, die mit jedem Tag runder und praller werden, und leuchtend bunte Herbstblumen blühen. Und das bißchen Boden wird ihren Anstrengungen wohl auch Kartoffeln und Gemüse geben. Doch das ist weiter draußen. Hier haben sie kein Stückchen Erde, es sei denn da und dort ein Blumentöpfchen mit einem Geranium. Und doch Erntefest! Dies ländliche Fest ist übernommen worden von den Vielen, die draußen vom Land herkommen und hier in der Großstadt Wurzel zu schlagen versuchten. Bunte Fähnchen wehen. Die Herbstsonne veisucht vergeblich, die Menschen da unten mit ihren Strahlen zu wärmen, denn die starren Mauern schließen sie ab. Dafür dudelt unermüdlich ein Leierkasten. Und die blassen Großstadtkinder tanzen. Die kleinen mageren Körperchen wiegen sich hin und her. Alle Großmütter wackeln mit nach dem Takt der Musik. Wenn der Leierkastenmann müde ist, wird er abgelöst. Junge Burschen und Mädchen warten auf den Abend. Schon sind die Lampions aufgehängt für die„Italienische Nacht". Bratenduft zieht über den Hof. Die Nasen da unten schnuppern in der Luft herum und atmen den fetten, eindringlichen Genich gierig ein.„Wo kommt denn das her?"„Natürlich, die Kulicke." Und ein Tratsch geht los.„Wenn wir es auch so mochten wie die. Unten ist sie auch nicht. Die ist wohl jetzt zu fein dazu, seit sie mit den Kerlen rumläust." Und die Kinder horchen zu und ihre Augen sind wissend. Da, ein neuer Gassenhauer. Brotenduft und Tratsch sind ver- geffen. Schon tanzen die Aelteren mit. Der Festleiter niit der Clownmütze beginnt den Tanz mit einer Großmutter. Hallo und Gelächter. La, als ich jung war, das war auf dem Lande, da gab es einen Erntekranz." erzählt eine andere. Säuglinge, die eine Alte in einer Ecke bei den Müllkästen bewahrt, schreien und kriegen dann den Nuckel. Die Kinder bekommen Bonbons ausgeteilt und lutsche« still- vergnügt. Einige teilen den Großmüttern davon mit. nachdem sie den Bonbon erst mal gekostet haben. Es dämmert. Endlich wird es Abend. Ein paar blasse Stern« wagen sich vor. Unter aber leuchten wie rote, grüne und gelbe Monde die Lampions. Die Musik ist verstärkt durch Maudolincn. Fast alles aus dem Vorder- und Hinterhaus walzt und trampelt auf dem engen Hof. Nur da und dort sind ein paar Fenster erhellt, fliegen derbe Scherzworte hin und zurück. Das Leben dieser Menschen liegt vor einen» wie ein offenes Buch. Sie kennen eiirander und ihre kleinen Verhältnisse. So viele alte Frauen haben keine Lederschuh« mehr und schlürfen in zertretenen Pantoffeln einher. Manche der Kinder hoben kein 5)emd. Das Leben ist zu teuer. Bier ist aufgefahren. Di« Flaschen gehen herum. Da und dort Das unbegreifliche Ich. � Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Kristensen. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. C. Bogel.) Wir traten auf den Platz hinaus, und ich tonnte merken, daß Einsegnung in der Luft lag. Eine kalte Sonne rieselte über die Dächer hernieger. Die Häusersasfaden gsänzten Voniehme Kutschen mit schimmernden Pferden jagten vorüber. „Ich habe einmal geglaubt, daß ich Jesus Christiis wäre!" bemerkte ich und blickte über den Platz. Warst du so eingebildet?" lachte Samuelsen. 'Ja. ich habe hier mit Spatzen gespielt." Redest du im Schlaf?" Nein; aber es ist da etwas, was ich nicht verstehen kann/ Wir gingen in eine dunkle Konditorei. Das hatte Samuelsen mir versprochen. Wir breiteten uns an einem Tisch mit Marmorplatte aus. Samuelsen, mit der Einsegnung ist nicht viel los! Ich könnte ebensogut sitzen und Kuchen essen, ohne eingesegnet worden zu sein. Ich känn nichts Besonderes an mir bemerken. Weshalb solltest du das auch?" "Ja ober ich müßte doch erfüllt sein von Gott-- Gott' Glaubst du, daß Gott in die Landeskirche kommt!" grinste Samuelsen.„Nein du. Worte verwirren bloß und scheuchen ihn fort/ Worte9" sagte ich grübelnd. "■Ifl alle die Bibelstellen, die ihr auswendig herunter- plappert und von denen ihr keine Silbe versteht. Nein, dann hört er lieber das Seidenpapier rascheln, ,n das das Laden- fräulein jetzt was einpackt. Ich vergrub meinen Löffel t.ef»n meinen Sahnenkuchen und fing an. gierig zu essen. Ich brauchte einen Ersatz. Die Einsegnung war eine zu große Enttäuschung gewesen. „Der Prediger hat gesagt, er würde uns gern beim Abendmahl sehen." bemerkte ich.„Aber ich will nicht. Die andern sagen, es soll ekelhaft schmecken.", � � � „Damit sollst du auch verschont werden: aber du darfft das nicht deiner Mutter lagen, wenn wir nach dem Kranken- Haus herauskommen, verstehst du," sagte Samuelsen dringlich, und dann setzte er gutmütig hinzu:„Doch wir müssen uns gewiß beeilen, wie viel ist die Uhr?" Ich legte mich hintenüber in meinem Stuhl and langte meine Uhr hervor. Die Einsegnung hatte doch auch ihre Freuden. „Die Uhr ist in fünf Minuten halb Drei!" sagte ich.„Nein, eher in vier als in fünf Minuten." Dann zog ich die Uhr auf. „Dann laß uns sofort aufbrechen. Wir müssen erst nochmal nach Hause und Blumen für deine Mutter holen." Wir bezahlten und gingen. Als wir aach dem Oeresundhospital herauskamen, flüsterte Samuelsen mir zu:„Du»nutzt deiner Mutter nichts weiter von der Konfirmation erzählen: bloß daß du froh vergnügt warst und so." Wir kamen mit unserem Blumenstrauß durch einen Saal, wo eine lange Reihe Betten stand. Die Kranken hoben die Köpfe von den Kissen und verfolgten uns mit ihren matten Augen. In oll dem Weißen und Kranken und Kalten fühlte ich mich viel zu fein angezogen. Meine Bewegungen hatten noch das schnelle Tempo der Straße an sich, und ich mußte es zu unterdrücken versuchen. Ich ging auf den Fußspitzen. In einem Seitenzimmer lag Mutter. Als wir eintraten, verzog sie ihr mageres Gesicht und stöhnte. Samuelsen blieb auf der Türschwelle stehen. „Was ist denn? sagte er mit weinerücher Stimme, seine Haltung war feige. „Ach", seufzte sie,„das sind die Blumen. Sie sind ja sehr schön, und es ist lieb von dir: aber ich kann sie nicht ver- tragen. Der Geruch macht mich ganz kaputt. Bring sie lieber zu der Krankenpflegerin hinaus." Samuelsen sah betreten auf die gelben und roten Blumen. Er knickte in den Knien ein. „Mach jetzt!" sagte Mutter böse und stieß mit dem Fuß gegen das Bettende. Er drehte sich langsam um und ging hinaus. Ich habe ihn niemals so niedergeschlagen gesehen. Jetzt erst bemerkte mich Mutter. Bon dem Blumengeruch gequält, hatte sie mich nicht gesehen. „Ich wünsche dir Glück!" sagte sie matt- Ihr Blick war abwesend, und die Worte schienen nicht an mich gerichtet, kam mir vor. Ich stand steif da und wagte nicht, mich ihr zu nähern. Dann zwang sie sich mühsam ein Lächeln ab. Sie spielte eine kleine, lustige Komödie: doch die fernen Augen und die unsichere Stimme straften sie rasch Lügen. „Wie fein du bist. Waldemar? Und du hast eine Uhr, wie ich sehe?. Kanu st« denn ticken?," Ich war ganz starr vor Staunen. Mutter sprach wie zu einem kleinen Jungen mit mir. Verstand sie jetzt nicht einmal mehr init mir zu reden? War ich ihr so fern? Sie streckte eine blasse, durchsichtige Hand nach einem Krug aus und spuckte mühsam hinein. Dann starrte sie mich wieder an und ihr Lächeln wurde echter. „Nein," seufzte sie,„das Sterben kleidet mich nicht." „Mutter, was sagst du da. Mutter!" rief ich. Meine Stimme war zu laut, und sie schloß die Augen. Ihr schwaches Lächeln wurde zu einem bittern Schmerzens- zug. Lächeln und Schmerz lagen an derselben Stelle auf ihren Lippen. Sie hielt die Augen geschlossen während sie sprach: „Ich sage so schreckliche Sachen. Dos ist mein einziges Vergnügen. Ihr anderen könnt euch Blumen ansehen und auf die'Straße gehen, ich kann gar nichts." Samuelsen kam zurück, und sie öffnete die Augen. „Nina," sagte er mit munterer Stimme,„du hättest den Jungen mal sehen sollen. Er war einer der Schönsten, und er hat seinen Mann in der Kirche gestanden. Alle haben ihn angesehen." „Das war ja nett, Waldemar." seufzte Mutter. „Ja, er ist ganz anstellig. Er hilft mir auch tüchtig im Geschäft. Es macht gar keine Umstände, ihn bei sich wohnen zu haben." Sie lächelte. Dann sagte sie ohne Ucbergang:„Kannst du sehen, wie mein Haar ausgegangen ist. Ich muß falsches Haar tragen, wenn ich herauskomme. Ist es nicht lächerlich, daß ich Zopfe im Kommodenkasten liegen haben soll!" Samuelsen wurde verwirrt— und lachte. .La," fuhr Mutter fort,„dann werde ich meine falschen Zöpfe am Fensterriegel anmachen und dastehen und sie kämmen, gerade wie die alte Dame von gegenüber. Das muß ich tun. obgleich ich so jung bin. Es gibt wahrhaftig keinen mehr, der sich mit mir verheiraten will." Ich schlich mich still zu einm Stuhl am Fenster und setzte mich dort. Draußen liefen einige Krankenpflegerinnen vorbei. In der Ferne klingelte eine Str'aßenbahn. „Ich kann Waldemar im Spiegel sehen." hörte ich Mutter sagen, und ich drehte den Kopf um. Im Spiegel begegnete ich ihrem starren Blick, und als ich nickte, sah ich, wie«in Helles, freundliches Lächeln in dem grauen Gesicht erwachte..(Fortsetzung folgt.) Sonntag, 27. September, vormittags von 9 Lhr ab: Flugblattverbreitung Borwärts") in allen Abteilungen Groß- Berlins von den bekannten Lokalen aus. in dem Hausflur Kichern und Juchzen, Gefang und Gröhlen. Die| 3. Unwahr ist, daß ich Herrn Druder angegriffen habe, weil er " Kinder haben sich einen eigenen Kreis gebildet und flolpern nur dann und wann mit bei den Erwachsenen. Die Stimmung wird immer ausgelaffener. Die ausgemergelten Menschen versehen sich immer mehr in einen künstlichen Freudenrausch. Auf einmal flingt ein sentimentales Lied auf und schwingt sich über die Höhe. Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit, klingt ein Lied mir immerdar Und die Menschen wandeln sich jäh und werden nachdenklich, um dann ihr Gefühl im Tanze auszulösen. Bis wieder greller Jubel und betrunkenes Gröhlen ansteigt und das leise Weinen übermüdeter Kinder verschlingt. Brandstiftung am Hohenzollerndamm festgestellt. 15 000 Mart Belohnung! Zwei Personen verdächtig. Zu dem Feuer in dem Hause Hohenzollerndamm 111 an der Marienbader Straße, über das wir gestern berichteten, erfahren wir, daß das Brandderzernat der Kriminalpolizei jezt vorsätzliche Brandstiftung festgestellt hat. Da das Feuer bald bemerkt und gelöscht wurde, konnte der Brandherd noch deutlich erkannt werden. 41 Die Zeugenvernehmungen durch das Dezernat lentten den bringenden Berdacht auf zwei Männer, die kurz vor Ausbruch des Brandes in dem Hause gesehen wurden und es kurz nachher verlaffen haben. Die beiden, die zunächst an der Ede der Marienbader Straße standen, erweckten den Anschein, als ob sie auf einer Bettelfahrt gewesen wären. Es steht aber fest, daß sie in dem Hause nicht gebettelt haben. Es war ihnen möglich, unbemerkt durch die Haustür hineinzukommen. Hinausgegangen find sie über eine turmartige Hintertreppe. Hiernach müffen fie ganz oben gewesen sein. Als fie, noch im Hofgarten stehend, merften, daß man sie wahr. genommen hatte, faßte der kleinere den größeren unter, als wenn er einen Blinden geführt hätte. Sie gingen dann in der Richtung nach der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 57 am Rosened zu davon. Beide Männer waren blond und in den zwanziger Jahren. Der eine etwa 1,75 Meter groß und schlant, trägt eine Brille mit grünlichem Glas. Das rechte Auge scheint er verloren zu haben, cs war unter dem Brillenglas mit einer Stofftappe zugedeckt. Der zweite ist etwa 1,68 Meter groß, ebenfalls schlank und wies feine meiteren Merkmale auf. Wer diese beiden am Mittwoch nachmittag um 2 Uhr oder furz vorher und nachher an dem Brandhause oder auf der Straße gesehen hat, wird unter Hinweis auf die hohe Belohnung ersucht, sich umgehend bei dem Brand dezernat im Polizeipräsidium zu melden. Gegen den Reichsschulgesehentwurf. In der Berliner Stadtverordnetenversamm lung hat die sozialdemokratische Frattion folgenden Antrag eingebracht: „ Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, bei der Reichsregierung Einspruch gegen den vorgelegten Reichsschulgesetentwurf zu erheben, der eine weitere Einschräntung des Rechts der Gemeinden an den Schulen bedeutet und durch die brohende Bersplitterung des Schulwesens den Gemeinden neue Laften auferlegt, ohne daß eine tulturelle Förderung erreicht wird." das Jubiläum des Reichsverbandes deutscher Dentisten. Das Berliner Fortbildungsinstitut des Reichs verbandes Deutscher Dentisten feiert in den Tagen vom 25. bis 27. September in den Gesamträumen des 300 das Fest seines 25jährigen Bestehens. Anläßlich der bevorstehenden Festlichkeiten hatte der Reichsverband die Presse zu einer Besichtigung des Instituts nach der Brunnenstraße 181 eingeladen. Eine Flucht von Operationszimmern tut sich auf. Durch peinlich sauber und eigen gehaltene Räume geht der Weg. Da ist zuerst große Operationszimmer, in dem sich allein 21 Operations stühle mit den dazugehörigen zahntechnischen Apparaten befinden. Es folgen das Extrattionszimmer, das Laboratorium, das Plombierzimmer, das Röntgenzimmer und ein Sterilisierzimmer. Eine Ummenge von fünstlichen und natür lichen Modellen, unter Glasschutz gut geborgen, geben dem Laien ein übersichtliches Bild von der Bahnheilkunde. Das Institut hat sich in den 25 Jahren aus fleinsten Anfängen heraus zu einer großen und ganz modernen Fortbildungsanstalt für Dentisten entwidelt, an dem 18 Lehrer, Aerzte, Chemiter und Dentisten und im Augenblick etwa 50 Brattitanten, die eine dreijährige Lehrzeit hinter sich haben müffen, tätig sind. Die gesamten Ein richtungs- und Erhaltungskosten während der ganzen Zeit des Bestehens sind durch den Reichsverband Deutscher Dentisten aufgebracht worden. Das Publikum, das sich einer Behandlung im Institut unterzieht und das sich ausschließlich aus zahlungs. unfähigen Patienten, Stadtarmen und Schul. kindern zusammensett, wird völlig fostenlos behandelt. Wie wir erfahren, hat der Reichsverband Deutscher Dentisten feinem Institut als Jubiläumsgabe 40 000 Mart übermittelt, die im Intereffe der Weiterbildung der deutschen Dentisten Verwendung finden sollen. Im Gartensaal des 300 findet eine große Ausstellung der Dentalindustrie sowie eine weitere Ausstellung den listischer Arbeiten in den Räumen des Instituts, Brunnenstraße, statt. Eine große Reihe von Fachvorträgen fällt in den Rahmen der Jubiläumsfeier. Es ist bewundernswert, wie es dem Verband der Deutschen Dentisten gelungen ist, trog der Kriegs- und Inflationszeit diese große Lehranstalt ohne ständige Staatsunterstüßung zu erhalten und auszubauen. Oesterreichische Journalisten in Berlin. Als Auftakt der in Berlin vorgesehenen Veranstaltungen aus Anlaß der Anwesenheit der deutschösterreichischen Journalisten fand Donnerstag mittag in den Festräumen des Hotels Kaiserhof ein vom Reichsverband der Deutschen Presse- Berlingegebenes Frühstüc statt, an dem auch der österreichische Gesandte Dr. Frant, Reichsaußenminister Dr. Stresemann, Breußischer Kultus. minister Professor Dr. Becker und Oberbürgermeister Böß teilnahmen. Chefredakteur Baecker von der„ Deutschen Tageszeitung" hielt die Begrüßungsansprache und feierte den großdeutschen Gedanken. Sein Hoch galt Deutschösterreich. Der Präsident der Reichsorganisation der österreichischen Journalisten, Marcel 3apler, sprach Worte des aufrichtigsten Dantes. Heute vormittag findet eine Besichtigungsfahrt nach Potsdam statt. Sonnabend vormittag wird die Weiterreise nach Leipzig angetreten. Der akademische Kommune. Auf Grund des§ 11 des Breßgefeges ersucht uns der Zahnarzt Dr. Ewald Fabian, Berlin W. 15, zu dem in Nr. 447 Deröffentlichten Artikel„ Der akademische Kommunist" die nachstehende Berichtigung zu bringen: 1. Es ist unwahr, daß ich die Friedfertigkeit der Zahnärzte den Krantenkaffen gegenüber in meinem Artifel betlagt habe. Wahr ist vielmehr, daß ich gerade ein gemeinsames Bus fammenarbeiten zwischen Aerzten und Krankenkassen im Interesse des Proletariats für unbedingt notwendig erklärt habe. 2. linwahr ist, daß ich die Zulassung der Zahntechnifer zur Krantenlaffenbehand. lung bedauert habe. Wahr ist, daß ich von jeher in Wort und Schrift die Bersorgung der zahnleidenden Berficherten durch Zahntechnifer anertanut habe, soweit ein Mangel an qualifizierten Aerzten besteht. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenftraße 3, gegen die Ehrengerichtsbarkeit der Aerztekammern eingetreten tit. Parteinachrichten wahr ist, daß ich in liebereinstimmung mit den sozialistischen Kol legen jeder Richtung mich in dem Artikel wie sonst ausdrücklich gegen jeden mittelalterlichen Standesplunder" ausgesprochen habe, der gerade eine fünstliche Barriere zwischen Hand und Kopfarbeitern aufrichtet." „ Buchstaben von Feuer"! Die„, elektrische Zeitung" im Dienste der Kriminalpolizei. Die Berliner Kriminalpolizei hat ein neues Fahndungs mittel zur eiligen Benachrichtigung des Publikums bei Kapitalverbrechen und anderen außergewöhnlich schweren Straftaten in ihren Dienst gestellt. Es werden fünftig vom Eintritt der Dunkelheit an bis zur Bolizeistunde von der Deutschen Wanderschrift G. m. b. H. an fünf Hauptverkehrspuntfen durch die bekannte Lichtretlame mit laufenden Buchstaben wichtige friminalpolizeiliche Mitteilungen veröffentlicht. Da die Wanderschrift Befanntmachungen, die sich bisher auf geschäftliche Anzeigen und Tagesneuigkeiten mit Wettervoraussagen beschränkten, von der Deffentlichkeit allabendlich mit regstem Interesse verfolgt werden, so glaubt die Kriminalpolizei, fich von ihrer Benuzung gute Erfolge versprechen zu fönnen. An das Bublifum ergeht die Bitte, fein Augenmert neben der Beröffentlichung durch die Tagespresse und dem Säulenanschlag in Zukunft auch auf diese Art der Bekanntgabe zu richten und die Kriminalpolizei bei ihrer schweren Arbeit im Dienste des Allgemeinwohles weiterhin so tatkräftig zu unterstüßen, wie es bisher geschehen ist. Die Partei ruft! Ertranummern des„ Borwärts". für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Freitag, 25. September, 7 Uhr, Sigung der Bezirksleiter mit der Festkommission. Heute, Freitag, den 25. September: 44. t. Sente 6 Uhr Abrechnung der Bezirkskassierer beim Gen. Schme linsin, Naunnnftr. 41. Martenmaterial mitbringen. 74. bt. Rehlendorf. 8 Uhr im Parteilotal wichtige Funktionärsigung. Jungſozialisten. Gruppe Mitte: 8 Uhr Rusammenkunft Schule Gipsstr. 23a. Vortrag der Genossin Serfurth: Das Wesen des Imperialismus". Gruppe Neukölln: 8 Uhr Jugendheim Bergstr. 15. Vortrag des Gen. Stadtrat Dr. Walter Friedländer: Die rechtliche Stellung des Jugendlichen und die sozialen Aufgaben der Jugendbewegung". Gäste will Gruppe Norden: Die Parteiversammlung im Leffinggymnasium fällt aus. Dafür Besuch der Kreismitgliederversammlung im Bazenhofer, Chauffeeftr. 64. Bericht vom Barteitag. tommen. Morgen, Sonnabend, den 26. September: 12. Abt. Achtung, Genoffinnen! 7 Uhr gemütliches Beisammenfein der Frauen bei Schmidt, Wiclefftr. 17. Gäste willkommen. 41. Abt. Nachm. 4% Uhr empfangen alle Gruppenleiter bie Flugblätter bei Schult, Mariendorfer Str. 5. Sonnabend ab 5 Uhr und ab 8% Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen aus: Gimon, Belle- AllianceStraße 30; Luke, Bergmannstr. 93; Schufter, Chamiffoplas 4; Mende, Gneisenaufte. 6. 44. Abt. Bezirksführer! Abholung der Flugblätter nahm. 4 Uhr bei Eiffert, Oranienstr. 196. 80., 81. und 86. Stadtbezirk Treffpunkt nachm. 5-6 Uhr bei Gloger, Admiralftr. 5. 45. Abt. Quartalsabrechnung! Die Bezirksfilhrer rechnen Sonnabend von 6-8 Uhr beint Kassierer Rauan ab. Sonnabend und Sonntag Flugblattverbreitung: Gruppe Minnig, Laufiker Str. 45; Sebestreit, Reichenberger Straße 149: Liebig, Wiener Str. 58: Wienziers, Reichenberger Str. 104. Die von den Gruppen- und Bezirtsführern eingeteilten Genossen begeben fich zu ihren Bestellbezirken; alle übrigen Genossen treffen sich Sonntag, 27. Geptember, früh 9 Uhr, bei Bertsch, Wiener Str. 38. Die Gruppenführer holen bei Bertsch Material ab. 81. Abt. Friebenau. Treffpunkt aur Flugblattverbreitung nachm. 5 Uhr, bei Klabe, Handjernstr. 60/61. 82. Abt. Steglik. Die Flugblätter find von 5-7 Uhr beim Gen. Hartwig, Düppelite. 7, in Empfana au nehmen. 84. Abt. Zantwis. 6 Uhr Flugblattverbreitung von Lehmann aus. 95. Abt. Renkölln. 7½ Uhr Serbftfeft Baffage- Feftfäle, Bergstr. 151. Ronsert, Gefang und Ansprache. Berliner Gtt. 38, aus. • 1 600 000 Wieder triff die Sozialdemokratie in einen Wahlkampf ein. Wie so oft in den letzten eineinhalb Jahren wird erneut der gesamte Apparat der Partei in Bewegung gefeht, werden wieder Taufende 104. Abt. Niederschöneweide. 6 Uhr Flugblattverbreitung vom Lokal Thiele, von fampfesfreudigen und erprobten Genoffen und Genoffinnen fich zur Verfügung stellen und mit ganzem Herzen bei der Sache sein. So wird es auch am fommenden Sonntag sein, an dem die Berliner Partei den Stadtverordnetenwahlkampf mit der Berbreitung einer Erfraausgabe des Vorwärts" eröffnet. Daß auch nicht eine Wohnung ohne diesen Borwärts bleibt, nicht eine Wohnung ohne diesen Borwärts bleibt, dafür werden unfere Genoffen in alter und bewährter Pflichtfreue forgen. Da die Partei ruft, werden alle, alle kommen, jung und alt, Mann und Frau. Jeder wird seine Arbeit fun, und schnell werden die 1 600 000 Egtranummern des„ Borwärts" am Sonntag ihre Cefer gefunden haben. Darum: Alle Mann an die Arbeit und„ Gludauf" 3um Beginn des Wahlkampfes Forderungen der Kaffeehausbesther. 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr Treffpunkt aur Flugblattverbreitung bei Gobin, Roonftr. 2. Dafelbst um 6 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre. 108. Abt. Röpenid. Ab 6 Uhr Flugblätter abholen: Dammvorstadt bei Eichler, Kaiser- Bilhelm- Str. 16; Köllnische Borstadt bei Raschte, Rubower Str. 21; Rich und Altstadt bei Schlag, Rieker Str. 6. 119. Abt. Pidstenberg. Sonnabend ab 6 Uhr und Sonntag ab 9 Uhr vorm. Petershagen. 8 Uhr bei Rulfowsti, Sennidendorfer Straße, Monatsversamm Flugblattverbreitung von Mene, Möllendorf. Ede Rittergutstraße, aus. Iung. 1. Der Seidelberger Parteitaa: Ref. Gen. Adolf Soffmann. 2. Die Eingemeinbungsfrage; Ref. Gen. Adolf Soffmann. Distuffion. Ver. fchiedenes. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Freunde willkommen. Uebermorgen, Sonntag, den 27. September: 9. Abt. Genoffinnen und Genoffen treffen fich are Flugblattverbreitung vor mittags 9 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34. Die Jugendgenossen beteiligen fich. 34. Abt. Bormitions 8 Uhr Flugblattverbreitung von Rofin, Gubener Straße 19, und Müde, Warschauer Str. 18, ans. 79. Abt. Schöneberg. Ru ber am Sonntag ftattfindenben Flugblattverbreitung treffen fich die Genofen pünktlich 9 Uhr in ihren Rahlabenblokalen. Die Beairtsführer holen Sonnabend nachm. 5 Uhr bei Groß die Flugblätter ab. Jugendveranstaltungen. Achtung, Borfigenben- Ronferens morgen, Sonnabend, 26. September, 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Tagesordnung: 1. Jugend und Stadtverordnetenwahlen; Ref. Gen. F. Reuter. 2. Berichte. Ohne Mitgliedsbuch und Ausweis tein Butritt. Abteilungstaffierer! Heute, Freitag, von 5-7 Uhr, Abrechnen ber Beitragsmarten. Der September. ,, Führer sowie September- ,, Internationale" find erfienen. Heute, Freitag, den 25. September, abends 7% Uhr: und verwandter Betriebe Groß- Berlins und der Provinz Branden In der Monatsversammlung des Vereins der Kaffeehausbefizer und verwandter Betriebe Groß- Berlins und der Provinz Branden burg fam es wegen der Verlängerung der Polizeistunde zu erregten Debatten, in denen man mit besonderer Hingabe über den Minister Severing herfiel, dem man ein System der Verzögerung" anzudichten beliebte. Man einigte sich schließlich auf folgende Entschließung: Der Verein der Kaffeehausbesizer und verwandter Betriebe Groß- Berlins und der Provinz Brandenburg erhebt erneuten Proteft gegen die noch bestehenden Sonderbeschränkungen des Kaffeehausgewerbes und verlangt vom Ministerium des Innern zur Aufrechterhaltung der Existenz ihrer Mitglieder eine endgültige Stellungnahme zur Aufhebung bzw. Verlängerung der Polizeistunde. Die schlechte Wirtschaftslage des Gesamtgewerbes, hervorgerufen durch steuerliche Belastung und die allgemeine Krisis, zwingt das Raffeehausgewerbe, jede Eristenzmöglichkeit auszunuzen, was nur durch eine Berlängerung der Polizeiftunde unter Berücksichtigung der Friedensverhältnisse möglich ist. Wie wäre es, wenn die Kaffee- Biertel: Jugenbheim diffiter Str. 4. Roseagerabend. hausbefizer sich nebenbei auch noch ein bißchen für den Abbau ihrer Preise einsetzten? Vielleicht würden sie dann schon am Tage das verdienen, was sie in Zukunft in der Nacht zu verdienen hoffen. Und wie steht es weiter mit den Raffeehausange ftraße 3. Bortrag: Das Sozialistengefet". stellten? Oder wissen die Kaffeehausbefizer etwa nicht, daß die Kaffeehaus und Gasthausangestellten zu den Be rufen gehören, deren Angehörige mit denen einiger anderer Berufe die fürzeste Lebensdauer haben? Eine Erweiterung der Polizeift unde fezt einen erweiterten Schuß der der Polizeift unde jetzt einen erweiterten Schuß der Angestellten voraus. Magiftrat gegen Gesundheitsdeputation. Nach Zeitungsmeldungen hat der Magiftrat als Leiter der Dermatologischen Station am Rudolf Birchow. Krantenhause Herrn Professor Löhe gewählt, während die Gesundheitsdeputation an erster Stelle Herrn Professor Bintus und an zweiter Herrn Professor Blumenthal vorgeschlagen hatte. Die sozialdemokratischen Mitglieder der Gesundheitsdeputation haben an deren Vorsitzenden die Aufforderung zu schleuniger Einberufung einer Deputationsfigung gerichtet, um Aufflärung darüber zu verlangen, aus welchen Gründen der Magiftrat sich über die Vorschläge der Deputation hinweggefeht hat. Sie werden der Deputation benutzen. die Gelegenheit zu schärfstem Protest gegen die Mißachtung Achtung, Mieter! Wir machen darauf aufmerksam, daß der Zentralverband der Wohnungssuchenden", der am Freitag in den Kammerfälen eine Versammlung veranstaltet, mit den von uns unterstüßten Mieterorganisationen nicht identisch ist. Freitag, den 25. September. Das Rundfunkprogramm. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau(„ Einsame Frauen"). 7-7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Gartenbau. Reinhold: Die Bedeutung des Kleingartenwesens in kultureller. volkswirtschaftlicher und städtebaulicher Beziehung 7.25 Uhr abends: Abteilung Völkerkunde. Professor Pandit Tarachand Roy( Lahore):„ Einführung in die indische Kultur. 4. Vortrag. Die indischen Feste". 7.55 Uhr abends: Dr. Wilhelm Ziegler: Die Verschuldung der Welt". 8.30 Uhr abends: Bratschenabend. 1. Juon: Sonate D- Dur. op. 15, für Bratsche und Klavier, Moderato Adagio assai e molto cantabile Staatsoper, und Rudolf Schmidt, Klavier). 2. Beethoven: Duo für Allegro moderato( Hans Mahlke, Solobratscher der Berliner Bratsche und Cello( mit zwei obligaten Augengläsern). Sonatensatz: Allegro( Hans Mahlke und Adolf Steiner, Cello). 3. Joachim: Hebräische Melodica, op. 9( Hans Mahlke und Rudolf Schmidt). 4. Brahms: Zwei Lieder für eine Altstimme mit Bratsche und Klavier: a) Gestillte Sehnsucht, b) Geistliches Wiegenlied( Hilde Ellger, Hans Mahlke und Rudolf Schmidt). 5. Mozart: Konzert ( Hans Mahlke und Rudolf Schmidt) 10 Uhr abends: Ossi OsA- Dur, op. 107 für Bratsche, Allegro Adagio Rondo: Allegro walda:„ Erinnerungen aus meiner Filmtätigkeit". Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagosnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. " Rorboft II: Jugendheim Danziger Str. 62. Bortoan: Ronfeffionelle Jugenderziehung Weißenfee: Jugendheim Rödeste. 157. Bortrag und Aussprache: Bir und die gegnerischen Jugendbewegungen". Often Str.- B.: Jugendheim Goklerfte. 61. Vortrag: Bolitische Tagesfragen". Brenzlauer Borstadt: Schule Danziger Str. 23. Mitgliederversammlung. Warschauer Steglig II: Jugendheim Hoffteinische Str. 3. Vortrag: SAJ. und Kirche" Neukölln II: Jugendheim Rogatstr. 53. Borttag: Alt- Berlin". Reukölln I: Jugendheim Beraftr. 29. Borfoag: Riele der GAS." Ablershof: Jugendheim Bismardftraße 12. Dichterabend: ,, Wilhelm Busch". Treptow: Jugendheim ElsenSpandan: Altes Schüßenhaus, Neuendorfer Gir. 37. Bortrag: Astronomie". Niederschönhausen: Shule Blankenburger Str. 70. Bortrag: Arbeitersport". Werbebezirk Krenzberg. Achtung, heute abend 7% Uhr leben des Sprech hors im Jugendheim, Lindenftr. 3. Alle Genoffen müssen erscheinen. " Werbebezirk Neukölln. Morgen, Sonnabend, 26. Geptember, 7 Uhr, im Jugendheim Canner Straße, wichtige Besprechung wegen Berbeabend in Brik. Interessierte Genossen, besonders Musikanten, find dazu eingeladen. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 24. September. 1. Rennen. 1. Graburg( A. Torte), 2. Mamlass( W. Wolff), 3. Ban Orizaba, Roderich, Countryside. Robert( Dhlenburg). Toto: 19: 10. Blag: 14, 20: 10. Ferner liefen: 2. Rennen. 1. Nerita( Huguenin), 2. Brinzeß Frohsinn( Haynes), 3. Dlive( Strüger). Toto: 50: 10. Play: 24, 23, 68: 10. Ferner liefen: Goldlad, Barfifal II, Zitus, Proklamation, Silderim, Jlse II, Cambrena, Leuchtstern, Rektar, Livonia, Eigifaga, Quilon, Ohne Sorge. 3. Rennen. 1. Bardes Bruder( Bregner), 2. General Höfer ( Huguenin), 3. Pilatus( R. Torke). Toto: 21: 10. Platz: 18, 39: 10. Ferner liefen: Gen amore jun., Manlius, Falfum. 4. Rennen. 1. Marbud( Dlejnil), 2. Eleazar( Haynes), 3. Frobsinn ( O'Neill). Toto: 21:10. Blak: 12, 20, 18:10. Ferner liefen: Dlympier, Prilep, Malatesta, Goncza Gora. 5. Rennen. 1. Lampos( D. Schmidt), 2. Ingo( Brezner), 3. Opponent( M. Schmidt). Toto: 12: 10. Plat: 10, 12: 10. Ferner liefen: Traunegg, Hagen. 6. Rennen. 1. Mumpit( R. Torfe), 2. Heid( W. Tarras), 3. Erbschleicher( Schönfisch). Toto: 25:10. Blag: 13, 17, 11:10. Ferner Itefen: Dde, Lämmergeier, Stontrahent, Sonnenschein. 7. Rennen. 1. Diftator( Bleuler), 2. Malus( Barga), 3. Mastoso ( D. Schmidt). Toto: 56: 10. Blag: 22, 30, 18:10. Ferner liejen: Mars, Eigenfinn, Coriolan, Nimmerwahr, Mandarine. Briefkasten der Redaktion. B. S. Neukölln 5. Die Vollmacht dürfte genügen.- Mt. 25. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Mitteilung des Familienstandes. Die Neuregelung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn tritt am 1. Oktober d. 3. in Roaft. M. W. 3. 1. Der Friedensvertrag zu Versailles wurde am 28. Juni 1919 unterzeichnet. 2. Nicht bekannt. B. 8. Ja. Die Beträge verjähren erst nach Ablauf von 4 Jahren. Paul 3. Seßen Sie sich mit der Gesellschaft unter Mitteilung des Sachverhalts unmittelbar in Berbindung. Evtl. müßte die Bank schadenserfaspflichtig gemacht werden.$. D. Moabit. Melden Sie Ihren Aufwertungsanspruch sofort bei der Gesellschaft an. Reller. Rommen Sie in unsere Juristische Sprechstunde... 80. 1. Beantragen Sie gegen den Schuldner den Erlas eines Rahlungsbefehls in Söhe von 75,50 R. 2. Rinfen tönnen Sie nur verlangen, wenn folche vereinbart worden find. Rempf. Die Pflicht aur Ausführung von Schönheitsreparaturen besteht dann, menn hierzu eine Notwendigkeit vorliegt. Ob bas der Fall ist, entscheidet im Streitfalle das Gericht unter Rugiebung eines gerichtlichen Sachverständigen. Die Rahlung tann die Hauswirtin ablehnen. E. B. Freienwalde/ Ober. Aus trittserklärungen fönnen zu Brotokoll bes Gerichtsschreibers Ihres Amtsgerichts erklärt werden. Roften entstehen dadurch nicht. Unwiffenber. Der Beginn der Strafzeit ist in Ihrem Falle von dem Zeitpunkt au berechnen, in welchem bas Urteil die Rechtstraft erlangt hat. Sofern auf Rechtsmittel verzichtet worden ist, beginnt die Strafzeit mit dem Tage, an dem der Berzicht aus. aeferechen worden ist. B. 9. 44. 1. Wenden Sie sich an eine Drogerie. 2. F. A. Serrmann, Bin.- Rehlendorf, Beerenstr. 20a. langfam aufbeiternb. Für Deutschland: In Ditdeutschland noch vielfach Für Berlin und Umgebung: Noch einzelne leichte Regenschauer, dann Regen, in Bestdeutschland Abnehmen der Bewöllung. Die Einheitsgemeinde Groß- Berlin. Ein Werk der Sozialdemokratie. Für das öffentliche Leben hat ein schnelles Bergessen der poli| auf Betreiben der sozialdemokratischen Vertreter den Magistrat ertischen Ereignisse den Nachteil, daß Dinge, um die Jahre und Jahr sucht, mit der Gemeinde Tempelhof wegen Eingemeindung des in zehnte gekämpft wurde, in dem Augenblick, in dem sie erreicht sind, Frage stehenden Gebietes zu verhandeln. Die Zersplitterung der als selbstverständlich angesehen werden. Die 1920 geschaffene Einwirtschaftlichen Einheit Groß- Berlin führte parallel mit dem Aufheitsgemeinde Groß- Berlin ist das ureigenste Wert der blühen der wirtschaftlichen Entwicklung zu immer unhaltbareren Zuständen auf allen tommunalen Berwaltungsgebieten. Nur mit Sozialdemokratie. Sie wird in diesem Wahlkampf auch Grauen fann man an die dadurch bedingte ungeheuerliche Ber von denen kaum mehr umstritten werden, die lange Jahre hindurch schwendung von Menschen, Zeit. Kraft und Geld zurückdenten. ihre Einrichtung zu verhindern gewußt und ihr in den ersten Jahren Schließlich gab die preußische Staatsregierung ihre rein negierende jeden erdenkbaren Widerstand geleistet haben. Wenige Jahre weiter Haltung auf; aber es tam wieder nur zu einer halben Maßnahme. und niemand wird mehr verstehen, wie man ohne die Einheits- Ohne jedes Befragen der kommunalen Vertretungen wurde Anfang gemeinde kommunal hat leben fönnen und aus welchen Gründen Januar 1911 der Gesezentwurf betr. den dem unausgesetzten Drängen der Sozialdemokratie nach solcher Entwidlung so lange so heftiger Widerstand entgegengestellt wurde. Ein fommunales Gebilde wie vor 1920 Berlin mit seinen Bororten existierte fein zweitesmal in der Welt. Längst ein wirtschaftlich untrennbares Ganzes, war es politisch, postalisch und auf den Gebieten der Bolizei und Gerichtsverwaltung in die verschiedensten, untereinander völlig ge= trennten Teile gespalten. Während alle Länder, gleichviel welcher Staatsform, bestrebt gewesen sind, ihre Hauptstädte zu fördern und zu größter Blüte zu bringen, hatte Jahrzehnte hindurch die Königlich Preußische Staatsregierung, die stets der gehorsame Diener der preußischen Junter war, ihre vornehmste Aufgabe darin gesehen, Berlin niederzuhalten. Diese Bolitit, die nur einmal unter dem von den Junkern bitter befehdeten bürgerlichen Innenminister Herrfurth zugunsten der Stadt abgewichen war, fällt zeitlich zusammen mit dem Entstehen und Erstarken der sozialdemokratischen Vertretung im Roten Hause. Am 2. Januar 1884 betraten 5 Genossen, darunter unser unvergeßlicher Paul Singer, zum ersten Male als Stadtverordnete das Berliner Rathaus. 1891/92 stieg die Zahl auf 13; im folgenden Jahre auf 16 und bei jeder Neuwahl gelang es der Berliner Arbeiterschaft, trop des Dreitlassenwahlrechts, die Zahl ihrer Vertreter ohne Rückschlag in die Höhe zu bringen. Aus dieser Zeit, aus dem Anfang der neunziger Jahre, datierten die Regierungsbestrebungen, teine teine Eingemeindungen rach Berlin zu genehmigen, sondern im Gegenteil Berlin mit einem Kranze größerer Gemeinden zu umgeben. Diese Bolitit war selbstverständlich nicht aus Liebe zu den Barorten, sondern nur aus Haß gegen das freisinnig- sozialdemokratische Berlin diktiert. Zahlreichen anderen Städten genehmigte man ohne weiteres die umfangreichsten Eingemeindungen. Baren die Motive der preußi schen Junter von ihrem Standpunkt aus begreiflich so gebührt dem früheren Magistrat die Palme dafür, daß er die gebotene Gelegen heit, sich aus der Schlinge zu befreien, aus engftirniger Beschränkt heit mit Glanz Derpast hat, trotzdem die sozialdemokratische Fraktion mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln ihn zu einem anderen Verhalten zu bestimmen gesucht hatte. Die offiziellen Eingemeindungsverhandlungen begannen mit einer Anfrage des Gemeindevorstandes von Schöne berg vom 11. Auguft 1890, ob der Magistrat im Brinzip geneigt fei, die Gemeinde Schöneberg einzugemeinden. Die Verhandlungen führten zu feinem Ergebnis, da durch das Eingreifen der Staats regierung die Angelegenheit in ein neues Stabium trat. Unter dem 9. September 1891 ersuchte nämlich ber Oberpräsident den Magiftrat um eine eingehende Aeußerung über die ganze Eingemeindungsfrage, insbesondere auch darüber, welche Bororte bei der Eingemein dung in Frage fämen und welchen Einfluß solche Eingemeindung auf Berlin ausüben würde. Auf Grund dieses Erlaffes erklärte fich die Stadtverordnetenversammlung durch Beschluß vom 8. Ottober 1891 mit einer Vorberatung der Angelegenheit in gemischter Depu tation einverstanden. Die Deputation tam nach langen wechsel vollen Beratungen am 15. März. 1893 zu dem Beschluß, die Einver leibung der Bororte in dem von der Regierung empfohlenen Um fang unter den festgestellten Bedingungen den städtischen Kollegien zu empfehlen. Am 24. Mai 1893 beschloß indes der Magistrat, die Sache an die gemischte Deputation zu nochmaliger Beratung zurüdzuverweisen, da ihm die Beschlüsse der Deputation viel zu weit gingen. Die nach den erneuten Beratungen vorgeschlagenen, wieder eingeengten Grenzen schränkte der Magistrat seinerseits dann noch weiter ein und empfahl am 29. Juni eine Einverleibung, bei der es sich eigentlich nur noch um eine Grenzregulierung in Beziehung auf Charlottenburg und Schöneberg handelte. Der Oberpräsident erwiderte am 9: November 1893, daß, falls der Zweck der Eingemeindung erfüllt werden sollte, ihr Umfang sehr erheblich weiter gegriffen werden müßte. Die sozialdemokratischen Mitglieder der Deputation waren von Beginn an für den weitesten Plan ein durch die nur die wirtschaftlich starten Teile nach Berlin eingemeindet, die schwächeren und schwachen aber ihrem Schicksal überlassen werden sollten. Der Magistrat aber war immer noch nicht eines Besseren belehrt und legte dem Oberpräsidenten seine Bedenken gegen die vorgeschlagene Eingemeindung großen Stils vor. Hierauf antwortete der Minister selbst in aller Ausführlichkeit unter dem 29. Januar 1894 und entwickelte Grundsäge, mit denen wir rückhaltlos einverstanden sein konnten. Auf dieser Grundlage wurde dann nach weiteren Beratungen der gemischten Deputa tion eine Eingemeindung beschlossen, die Charlottenburg außer Westend, Wilmersdorf bis zur Ringbahn, Schöneberg bis zur Ringbahn, das Tempelhofer Feld, die Hafenheide, Rigdorf bis zur Ring bahn, Treptow und Stralau, Rummelsburg und Friedrichsberg umfaßte. Der Stadtverordnetenausschuß nahm nach langem Hin und Her schließlich die Vorlage an, mit der auf unser Betreiben bes schlossenen Erweiterung, daß auch die Bororte Reiniden dorf, Pantow und Weißensee für die Eingemeindung empfohlen wurden. Mit 71 gegen 43 Stimmen genehmigte die Ber. fammlung am 24. Oktober 1895 diesen Beschluß, während der Magistrat auch jezt noch die Einverleibung der nördlichen Vororte ablehnte! Am 30. Januar 1896 wurde über diese Beschlüsse an den Oberpräsidenten berichtet. Eine Antwort ist nie mehr eingegangen. Der Minister Herrfurth war aus dem Amt geschieden, der Kurs wieder der alte und die einzige Gelegenheit zu einer Eingemeindung großen Stils durch das Berhalten des Magistrats per paßt. Im Jahre 1904 bot fich noch einmal die Gelegenheit zur Eingemeindung der Hasenheide. Aber auch diese wurde vom Magistrat furger. hand abgelehnt, weil der Stadtgemeinde dadurch 1½ Millionen Mark Kosten erwachsen würden und der Oberpräsident die gleich zeitige Einverleibung des Tempelhofer Feldes verlangt habe, dieses aber für absehbare Zeiten nicht als Bauland in Frage kommen würde. Diese Antwort erinnert an jene Rede eines Charlottenburger Stadtverordneten, der, als in Charlottenburg über die Ausgemeindung der Gegend um den jezigen Lüzowplay verhandelt wurde, meinte, man solle doch das Terrain ruhig Berlin überlassen, man spare dadurch einen der beiden Nachtwächter(!). Raum ein Jahr vorher hatte die Stadtverordnetenversammlung Die feine Küche kann nicht ohne Mondamin auskommen. 3wedverband Groß- Berlin veröffentlicht und im Landtag durchgepeitscht. Diesem Zweckverband waren bekanntlich nur drei Aufgaben zugewiesen: Regelung der Berkehrsverhältnisse, Bebauungspläne, Erhaltung und Erwerbung Don Freiflächen. Wegen der gänzlich unzureichenden Organisation des Verbandes und wegen unausgefeßter Scht die Wählerlisten ein! Die Wählerlisten für die Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen liegen vom 25. September bis zum 2. Oktober, täglich von 12-7 Uhr, Sonntags von 10-5 Uhr, zur Einsicht aus. Wähler! Sichert Euch das Wahlrecht! nach den Wahlen zu vertagen. Zum Schluß wurde in geheimer Sitzung von dem Bezirksverordneten Kleinau, der von den Demokraten gewählt, aber im vorigen Jahre Hospitant bei der Deutschen Volkspartei geworden ist, in einer ungewöhnlich zynischen Weise gegen das Bezirksamt der Vorwurf erhoben, daß die Beamten nicht nach ihren Befähigungen befördert seien, sondern daß man Novembersozialisten" bevorzugt habe. Troßdem Bürgermeister Genosse John an Hand einer Liste nachwies, daß von einer großen Anzahl Beförderten nur ein ganz geringer Prozentsaz Sozialdemo fraten und von den Anfragern aus 39 Beförderten nur drei herausgegriffen sind, wurde bie aufgestellte Behauptung nochmals von dem Deutschnationalen Diesener und dem Herrn Kleinau wiederholt. Genosse Kreuziget, der den Genossen John in der Abwehr unterstützte und den Deutschen Volksparteilern die demagogische Maste vom Gesicht riß, mußte sich außerdem vom Bezirksverordneten Diesener noch persönliche Anrempeleien gefallen laffen. Zur Abwechslung machte der Kommunist Stolt dem Bürgermeister den Vorwurf, daß er sich zu sehr für die Angehörigen der Reaktion eingesetzt habe. Diese außerordentlich bewegte Debatte hat den plöglichen Tod unseres pon allen geehrten Bürgermeisters Johnmitverschuldet. 5. Bezirk Friedrichshain. Zu Beginn der letzten Bezirksverordnetensizung wurde ein Dringlichkeitsantrag unserer Fraktion behandelt, wonach das Bezirksamt beim Magistrat vorstellig werden soll wegen schleunigfter Inangriffnahme von Notstandsarbeiten, damit der immer mehr steigenden Arbeitslosigkeit vorgebeugt werden kann. Der Dringlichkeit wurde nicht widersprochen. Nach der Begründung durch den Genossen Gutetunst versprach Genosse Stadtrat Brukner weitgehendste Unterstüßung des Antrags und Befürwortung beim Landesarbeitsamt. Mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und der bürgerlichen Mitte fand der Antrag ohne Widerspruch Annahme. Die Rechte stimmte bezeichnender= weise dagegen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden eine Reihe Vorlagen zur Kenntnisnahme und Beschlußfassung gebracht, die die Renovierung des Jugendheims in der Ebertyftraße und den Einbau einer Zentralheizung betrafen. Der Entwurf für Neu- und Erweiterungsbauten im Krankenhaus Friedrichshain fand Genehmigung. An den Magistrat richtet sich der Antrag, für die Erweiterung der Unterkunftshalle auf dem Spielplag persönlicher Reibungen der leitenden Personen waren die Erfolge Friedrichshain 70 000 m. bereitzustellen. Für die WiederDes Berbandes selbst auf seinem beschränkten Gebiete nur sehr ge- herstellung gärtnerischer Anlagen auf dem Büschingplatz ring. Es fand eine Konferenz der sozialdemokratischen Stadtverord und dem Andreasplay, sowie die Herstellung der gärtnerischen Anneten und Gemeindevertreter Groß- Berlins statt, auf der Leitfäße lagen an der Markuskirche wurden Mittel bewilligt. An dieser angenommen wurden, die eine Beseitigung der aus der Bersplitte leßten Antrag knüpft Genosse Günther das Verlangen, daß nunrung Groß- Berlins entstehenden wirtschaftlichen Schäden nur in mehr diese Anlagen auch dem Verkehr des erholungsbedürftigen der Vereinigung sämtlicher Gemeinden zu einer einheitlichen Ber. Publikums völlig erschlossen werden müßten. Bezirksbürgermeister waltung erblicken. Solange eine solche Zusammenfassung nicht zu Genosse Mielik stimmte dem zu. Die vorbehaltloje Zustimmung erreichen sei, hätten die sozialdemokratischen Gemeindevertreter die zu diesen Vorlagen ist ein Beweis dafür, daß die zielbewußte Arbeit Errichtung freiwilliger Swedverbände anzustreben. Falls die der in ihrer Mehrheit sozialistischen Bezirksverwaltung AnBürgerlichen die Gründung solcher freiwilligen Berbände vererkennung findet. Ein Demonstrationsantrag der Kommunisten, hindern sollten, wurde der gefegliche Zwangsverband als ein Mittel, die amnestierten politischen Gefangenen betreffend, wurde nach Ertie nachteiligen Folgen der Berjplitterung einzuschränken, angesehen. flärungen des Stadtrats Genoffen Mann abgelehnt. Dann aber Ein solcher Zwangsverband bürfe allerdings nicht nur auf menige wurde die Rechte mobil. Der Antrag unserer Genossen, den „ Paul Singer- Straße" umzu= Gebiete der Verwaltung beschränkt werden, sondern müsse möglichst Grünen Weg in weite Gebiete fommunaler Tätigkeit umfassen, wie auch seine ges benennen, hatte es ihnen angetan. Genosse Büchner würdigte deihliche Tätigkeit und Fortentwicklung nur auf der Grundlage in eindrucksvoller Weise die Berdienste Paul Singers um den Ber freiester Selbstverwaltung möglich sei. 3um Schluß wird in den liner Often. Dann marschierten die Bürgerlichen nacheinander auf. Leitfäßen auf das Dreitlassenwahlrecht als auf die letzte Ursache Steinig von der bürgerlichen Mitte meinte,„ man solle doch dem all der vorhandenen Mißstände hingewiesen und seine Beseitigung an Grünflächen armen Often hier im Namen wenigstens etwas Grünes lassen". Der Mann hielt das für eine Begründung seiner gefordert. Ablehnung. Der sattsam bekannte deutschnationale Pastor och schoß den Bogel mit der Behauptung ab, es handele sich hier feitens der sozialdemokratischen Fraktion lediglich um eine übel anmit aller Deutlichkeit bedeutet, daß die politischen Provokateure ihm gelegte politische Provokation. Von unseren Genossen wurde ihm viel näher figen wie alle andereit. Der Antrag wurde mit etwa Diel näher figen wie allen anderen. Der Antrag wurde mit etma lichen Bertreter angenommen. Nach diesem gründlichen Reinfall verließen die Deutschnationalen den Saal. Wie viel leichter wäre der Groß- Berliner Bevölkerung das letzte schwere Jahrzehnt geworden, wenn man beizeiten folde vorausfchauenden Pläne der sozialdemokratischen Fraktion verwirklicht hätte. Und jest find genau die gleichen Kreise, die ich der Schaffung von Groß- Berlin fets entgegenftemmten, wieder eifrig am Wert, jede frei. heitliche und soziale Ausgeftaltung der Einheits gemeinde zu verhindern. Wird die arbeitende Bevölkerung Groß- Berlins, die am 25. Oftober ihr Schicksal selbst zu bestimmen hat, nicht endlich mit folchen Gemeindevertretern aufräumen? Hugo Heimann. Aus den Bezirken. 3. Bezirk Wedding Die am 23. September tagende Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Wedding beschäftigte sich mit einem Antrage unserer Fraktion, der das Bezirksamt ersucht, bei dem Magistrat dahin zu wirken, daß die Mieten für die Dienstwohnungen in den städtischen Häusern mit den Einkommensverhältnissen der Dienst wohnungsinhaber in Einklang gebracht werden. Genosse Hennide, der den Antrag begründete, wies darauf hin, daß durch die Tätigkeit der unter dem Vorsiz des deutsch natio. nalen Stadtrats Bethge arbeitenden Abschäzungskommission eine große Erregung entstanden sei. Die Kommission habe sich nicht 1000 m. Friedenshöhe teilweise auf jährlich 1400 m. herauf. gescheut, die Mieten für die Dienstwohnungen der Rektoren von zusehen. In ähnlicher Weise ist man bei den Wohnungen der Schulhausmeister verfahren. Der deutschnationale Stadtrat, der sein Vorgehen zu verteidigen suchte, fand bei der Bezirksverord netenversammlung wenig Gegenliebe. Einstimmig wurde der Antrag der SPD. angenommen. 4. Bezirk Prenzlauer Berg. In der Bezirksverordnetenversammlung Prenzlauer Berg vom 16. September wurde kürzlich auf unsere Anregung hin beschlossen, das Bezirksamt solle versuchen, durch Beschaffung von Arbeit der Arbeitslosigkeit zu steuern. Es wurde darauf hingewiesen, daß Straßen, Schulen und anderes mehr in Ordnung zu bringen seien, daß versucht werden müsse, hierzu die Mittel und Arbeitsgelegenheit zu beschaffen. Dem durch die Preissteigerung vergrößerten lend der ärmeren Bevölkerung soll durch die Beschaffung und den Verkauf von Fleisch, Kartoffeln usw. wie in den Vorjahren entgegengewirkt werden. Für die durch Ermission auf die Straße geworfenen Mieter soll durch schnelle Beschaffung einer Unterkunft gesorgt werden. Die Badeanstalt Oderberger Straße foll anstatt an einem an zwei Tagen in der Woche für Frauen geöffnet werden. Die Verhandlungen mit Kleingartenvereinen über die Ausweisungen von Dauerfleingärtnern werden weitergeführt. In der Prenzlauer Allee wird die Bromenade im Zuge der Chodowiedistraße durchbrochen und damit der Fuhrverkehr beffer geregelt. Bu einem Antrage der SPD- Fraktion, die Stelle des zweiten Bürgermeisters wieder zu besegen, lag ein deutschnationaler Ausschußantrag vor( mit 5 gegen 4 Stimmen gefaßt), diese Stelle zu streichen und dazu die Genehmigung des Oberpräsidenten einzuholen. Von unserem Genossen echt wurde nachgewiesen, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen zwar die Person, aber nicht die Stelle abgebaut werden könne, und daß die Versammlung mit der Annahme des Ausschußantrages eine Ungefetlichteit begehen würde. Die kommunistische Fraktion erklärte ihr Einverständnis mit dem Ausschußantrag. Schließlich fand ein Antrag der demokratischen Fraktion Annahme, die Angelegenheit bis O l32 enen si Berbefferte Straßenbeleuchtung in Treptow. Den dauernden Bemühungen des Bezirksamts ift es gelungen, beim Magistrat eine umfangreiche weitere Berbesserung der Straßenbeleuchtung innerhalb des hiesigen Bezirks durchzusetzen. Die vom Magistrat zugebilligten Verbrauchsmengen lassen es zu, daß sämtliche vorhandenen Brennstellen wieder in Betrieb genommen werden können, wobei auch die zurzeit noch verhältnismäßig große Zahl der Halbnachiloternen( bis 12 Uhr nachts brennend) erheblich herabgemindert werden kann. Mit der Durchführung dieser Verbesserungen ist. bereits begonnen worden. Darüber hinaus hat das Bezirksamt erneut beim Magistrat die Schaffung von neuzeitlichen und hochwertigen Beleuchtungsanlagen in den Hauptverkehrsund Durchgangsstraßen beantragt, da in derartigen Straßen die vorhandenen Beleuchtungseinrichtungen infolge der großen Berkehrsentwicklung nicht mehr als ausreichend angesehen werden können. Ambulante Behandlungsstätte für Kräppel. Jm Verwaltungs1. Gemeindeichule, Berlin- Tempelhof, Manteuffelstraße, eine am bezirk Tempelhof wird vom 14. Oftober 1925 ab in der bulante Behandlungsstätte für Krüppel eingerichtet. Die Behands lung findet am Mittwoch und Sonnabend jeder Woche, nachmitage Aufsicht statt. Diese Einrichtung bedeutet eine bedeutende Vereine achung für die Krüppel und die Angehörigen des Verwaltungsbezirke. bon 3-4 Uhr, durch eine geprüfte Orthopädin und unter ärztlicher Berliner Tischlerschule( Städtische höhere Fachschule). Haubtabtei. Iung: Straßmannstr. 6. Tages- und Abendunterricht für Innenarchitektur, Vorbereitungsturfe zum Meister und Werkmeister, praktische, theoretische und künstlerische Ausbildung für Tischler, Bildhauer und Drechsler, Unterricht in Holzverbindungen, Fachzeichnen, Ornamentzeichnen, Aquarellieren, Materialienfunde, Maschinentheorie, Buchführung. Fachrechnen, Kalfulation, Werkstättenunterricht: Stunfttischlerei, Beizen, Bolieren, Holzbearbeitungsmaschinen, Modellieren, Schrißen, Drehen, Intarsienschneiden. Nebenabteilungen( Abendunterricht): I. SW., Wartenburgstraße 6. II. N., Grünthaler Str. 5. Anmeldungen für die Hauptabteilimg: Straßmannfir. 6: werttäglich von 10-12 lbr bormittags, und außerdemt betreffenden Schulhausern. ab 5. Oftober 6-7, Uhr nachmittags; für die Nebenabteilungen in den Beginn des Winterhalbjahres 1925/26 am 5. Dftober 1925. Neue Werfmeisterkurse beginnen erst im April 1926, doch wird empfohlen, schon jetzt zur Borbildung an der freien Kursen teilzunehmen. Der Bader Genoffe Otto Getfone, Meganberstr. 38, ber im früheren 5. Reichstagswahlkreis viel Bartelarbeit geleistet hat, feiert am 25. September feinen 70. Geburtstag. Das Fest der Silberhochzeit beging am 22. September unfer langjähriger Abonnent und Barteigenoffe Guftav Gerlad mit seiner Gattin. M. SCHULMEISTER MSchule Kngl Hochbahnstation Kottbuser Tor Straßen- Anzüge 48. 54 60,- 70,- 80.- 90.Winter- Ulster und Paletots 49.- 54.- 60.Sportpelze 70. 80.- 0. 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Im Zusammenhang mit der Erörterung der besonders schwierigen englischen Mrtschaftslage, welche durch die überstürzte.künstliche"' Hinauftreibung der englischen Währung noch sehr verschärft wurde, stehen Ideen, welche auf die Ueberwindung der Krisen überhaupt, auf die Herstellung eines krisenlosen Wirtschaftszustandes abzielen. Da die Krise nur der Ausdruck für die mangelnde Organisation innerhalb der kapitalistischen Wirt» s ch a f t ist, da in der Tat niemals zu viel Produkte für menschliche Bedürfnisse, sondern nur zu viele Waren für den Markt erzeugt werden, müßte grundsätzlich die Krise durch eine Organisation der nationalen Eütererzeugung vermieden werden können. Dies ist ja auch einer der Gedanken, welche in den sozialistischen Systemen eine große Nolle spielen. Es fragt sich nur, w I e eine solche Organisation der Volkswirt- schaft verwirklicht werden sollte? Denn alle Tendenzen zur Aus» Ichaltung der freien Konkurrenz zur Beseitigung der Anarchie in den Produktionsverhältnissen bewegen sich bisher in einem sehr engen Rahmen. Die Kartelle und Truste erfassen doch in den meisten Fällen nur eine bestimmte Industrie und sind bisher selten auf internatio» naler Basis errichtet worden. Selbst In Volkswirtschaften mit sehr fortgebildcter Kartellorgom'sation kann jedoch von einer Ordnung der ganzen Volkswirtschaft und einer systematischen Leitung ihrer Produktivkräfte gar keine Rede sein. Denn die Kartelle verstehen es zwar in gewissem Grade, die schweren Wirkungen der Krise durch Produktionseinschränkung für sich selbst auszuschalten, aber sie steigern nur die Verlegenheiten für diejenigen Industrien, welche sich nicht organisieren können, wie namentlich die zersplitterten Fertlgindustrien. Diese trifft die Wucht einer ungünstigen Geschäftslage um fo stärker, je weniger sie organi- siert sind und je mehr sie für den Export arbeiten. Diese Situation kann auch grundsätzlich nicht durch einen Ausbau des Kartellgedankens überwunden werden, denn das Kartell ist seinem Wesen nach ein« horizentole Organisation, das heißt, es faßt zweckmäßigerweise nur Betrieb« derselben Produk- t i o n s st u f e zusammen. Wenn es nur zur vertikalen Organi- sation überginge, würde es zu verschiedenartige Betriebe und zu mannigfache Aufgaben in sich vereinigen, deren Bewältigung und Lösung mit prtvatwirts chastli chen Mitteln kaum möglich erscheint. So muß jede Organisation der kapitalistischen Wirtschaft, welch« von der Produktionsseite her erfolgt, unvollständig sein. In der Tat finden wir, daß in den Gebieten der straffsten Wirtschaftsorganisationen, wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, die Fühnmg auf das Finanzkapital übergeht. Auch in Deutschland hat dt« Zest seit der Stabilisierung, besonders seit dem Zerfall des Stinnes-Konzerns und anderer abnorm gewachsener Unternehmungen, die vor dem Kriege entstehende Position des Finanzkapitals wiedergebracht und gesteigert. Wenn also überhaupt eine Organ ssatton der kapitaliftffchen Volkswirtschaft erfolgen soll, so ist das nicht von der Produktionssphäre her möglick, sondern nur durch wirtschaftliche Mächte, welche die Produktion entscheidend beeinflussen können, ohne selbst ihre spezifischen Aufgaben lösen zu müssen. Es ist vielleicht das wichtigste Ergebnis der Diskussionen der letzten Jahre, Immer deutlicher herausgearbeitet zu haben, daß im modernen zentral!- sicrten Bankwesen, in der Verfügung über den Kredit eine solche wirtschaftliche Macht heute bereits g e g e b e n ist. In einem inter- essanten und geistvollen Aufsatz von Professor Schumpeter, der unter dem Titel.Kreditkontrolle"' im jüngsten Heft des„Archivs für Sozial- Wissenschaft' publiziert wurde, entwickelt der Autor in Weiter- führung von Gedankengängen, welche auf Keynes zurückgehen, Ideen, wonach das Wirtschaftsleben in planmäßiger Weise durch Handhabung der W S h r o n g S p o l i t i k und der damit zusammen- hängenden Kreditpolitik gestaltet werden kann. Das Mittel hierfür ist«in sehr einfaches- die zenrale Bankorganisation, welche über die Weiterverleihung der nationalen Ersparnisse und die Gewährung zusätzlichen Kredits verfügt, hat es in der Hand, durch individuelle Bemessung der Kredtte das Entwicklungs- tempo der einzelnen Industrien zu bestimmen und darüber hinausgehend diese selbst in ihrer Arbelt dadurch entscheidend zu beeinflussen, daß sie die Gewährung des Kredits an bestimmte Be dingungen knüpft, zum Beispiel bessere Organisation der Erzeugung, Aenderung der Produktionseinrichtung usw. Es kann also von innen her durch Zumessung der für jedes Unternehmen not- wendigen ftüssigen Mittel in systematischer Weise die Volkswirtschaft in ihrer Entwicklung beeinflußt werden. So schön und richtig dieser Gedanke ist, so melden sich allerdings sofort Einwände beziehungsweise Gegenfragen. Es ergibt sich zum Beispiel sogleich das Problem, ob in der Tat eine solche Leitung der ganzen Volkswirtschaft durch Kreditkontrolle möglich ist? Sie ist nur möglich auf Grund einer detaillierten Kenntnis aller Vorgänge in der Volkswirtschaft, der gegenüber es, wie Schumpeter selbst sagt, überhaupt kein privates Geschäftsgeheimnis mehr geben kann. Die zentrale Bankorganisation muh die Kalku- lationan, Pläne und Aussichten aller Industrien genmc kennen, sie muß den ganzen Kosmos der wirtschaftlichen Produktionsanlagen und ihres Funktionierens und Ineinandergreifens überblicken, um in richtiger Weise oder überhaupt nur so vorgehen zu können, daß dieses Produktionssystem reibungslos funktioniert. Unter dieser Be- dingung sst allerdings die Aufgab« lösbar, weil ja in der Tat bei ein�r solchen allmächtioen Verfügung über die K a u f k r a f t In der Volkswirtschaft die Menge des zur Konsumtion bestimmten Sozialprodukt» und seine Verteilung auf die einzelnen Kreise d«'- Gesellschaft mit einer großen Genauigkeit bestimmt werden kann. Einer solchen Zentralstelle gegenüber sinkt die Macht der Produk- tion-organisationen. also der Kartelle und Trust- sehr stark, wenn man nicht annimmt, daß umgekehrt diese ZeMralstelle ,n erster L>me Lehren öer /lußenhanöelsstatistik. Bei der Beurteilung des deutschen Außenhandels werden in der Regel nur die Bruttvzahlen, nicht aber auch die Zusammen- s e tz u n g des Außenhandels in Betracht gezogen. Im folgeirden stellen wir gegenüber die Ein- und Ausfuhr des deutschen Zoll- gebietes im August 1924 und im August 1925. Der Außenhandel nach Warengruppen. in Millionen Mark Einfuhr Ausfuhr August August August August 1S24 1925 1924 1925 L Lebend« Tiere.. 6,0 12,9 2,0 0,4 II. Lebensmittel u, Getränke 162.4 463,6 50,4 28,0 IIL Rohstoffe u. Halbs. Aaren 190,7 652,4 80.9 148,4 TV. Fertige Waren.... 39,1 169,6 464,7 662,7 V. Gold und Silber... 11,0 124,9 1,4 2,9 448,2 1303,4 539,4 727,4 Die Zahlen sind überaus lehrreich. Im Monat August 1924 betrug die Passivität der Handelsbilanz etwas über 140 Millionen. Wie eine Durchsicht der einzelnen Posten klar zeigt, ist die Zu- nähme der Passivität im August 1925 wesentlich zurückzuführen auf die stark vergrößerte Lebensmitteleinfuhr(unter Einrech- nung des Ausfalles an deutscher Ausfuhr zirka 330 Millionen). Ebenso hat die R o h st o s f e-i n f u h r um 300 Millionen zu- genommen(unter Berücksichtigung der deutschen Mehrausfuhr). Bs- sonders überraschend ist jedoch die Entwicklung des Fertig- warenaußenhandels, in dessen Statistik die Sachlieferungen auf Reparationskonto nicht enthalten sind, die es August 1924 in diesem Umfange noch nicht gab. Während die Fertigwarenein- fuhr um zirka 70 Millionen gestiegen ist. hat sich die Fertigwaren- ausfuhr um fast 100 Millionen gehoben. Dies ist jedoch in Wahrheit der eigentlich entscheidende Faktor für die Beurteilung der Außenhcmdelsentwicklung, zeigt er doch deutlich, daß gerade bei den Waren, die im allgemeinen der verhältnismäßig höchsten Zollbelastung durch dos Ausland unterliegen, eine sehr starte Zunahme der Ausfuhr möglich war. Daß es sich hierbei nicht nur um eine Zufallserscheinung, sondern um eine dauernde Tendenz handelt, möge die Gegenüberstellung der Fertigroareaaus- fuhr von Januar bis August 1924 und Januar bis August 1925 zeigen. 1924 wurden ausgeführt in den ersten acht Mo- naten an industriellen Fertigfabrikaten 3 215,2 Millionen, im Jahre 1925 in der gleichen Zeit 4 2 41.2 Millionen. Auf die ersten acht Monate gerechnet betrug die Steigerung der Fertigwaren- ausfuhr im Jahre 1925 gegen das Jahr 1924 also über eine Milliarde, pro Monat 125 Millionen durchschmttlich. Das Er- gebnis ist also noch günstiger, als es sich beim Vergleich der August- zahlen allein ergibt. Diese Ziffern berechtigen zu großem Opti- mismus für die künftige Entwicklung der deutschen Handelsbilanz. Denn die gut« Ernte wird einen großen Teil der Lebensmittelein- fuhr, die im vorigen Jahre notwendig war, überflüssig machen, während kein Grund vorliegt, anzunehmen, daß die Steigerung der Fertigwarenausfuhr, die im Juli und August 1925 ihren bisherigen Höhepunkt erreichte, aufhören wird. Handelsbilanz und Gekreidezölle. Abgesehen von diesen allgemeineren Perspektiven bietet jedoch die Außenhandelsstatistik für den August 1925. die leider bisher nur im Auszuge vorliegt, Anlaß zu einigen Interessanten Beobachtungen. Aach Mitteilungen des Statistischen Reichsamtes hat sich die Weizeneinfuhr noch beträchtlich über den Vormonat erhöht, der bereits die höchste Monatseinfuhr des Erntejahres 1924/25 zeigt. Beachtlich ist zunächst, daß im August 1924 die Ausfuhr die Ein- fuhr überwog, so daß wenigstens der Menge nach ein Ausfuhr. Überschuß vorlag, der freilich wertmäßig infolge des geringeren Preises des Inlandsweizens nicht zum Ausdruck kam. Bei dem Einfuhrüberschuß dieses Jahres dürfte sich in erster Linie eine Folge der demagogischen Politik des Reichsernährungsministeriums zeigen, dos die Ausfuhrverbote für Getreide viel zu spät aufhob, offensichtlich, um mit Hilfe dieses k ü n st- lichen Preisdrucks die Getreidepreise während der Zolldis- kussion herunterzudrücken: zweitens aber scheint hier eine spekulative Vorversorgung des Getreidehandels und der Mühlen mit Rücksicht auf die am 1. September in Kraft tretenden Zölle stattgefunden zu haben. Dies ist um so bemerkenswerter, als der.Sachverständige' Dr. Hugo Meyer. Generaldirektor der Ge- treidekommission A.-G. in Düsseldorf, der größten deutschen Ge- treidehandelsfirma, die gleichzeitig einen stattlichen Mühlenkonzern kontrolliert, in den Verhandlungen des Zolltarifausschusses des Reichswirtschaftsrntes über die Agrarzölle am 4. Juni dieses Jahres erklärt hat. .daß, obgleich ein gewisser Zoll heute droht, sich gar kein bißchen Spekulation heute regt und daß wir in der Praxis ein so geringes Geschäft haben, wie wir es seit Monaten nicht gehabt haben. Kein Mensch kaust etwa auf Meinung. Worauf ist da» zurückzuführen? Daraus, daß der Zoll von 3,50 M„ der heute droht, gor keine bedeutende Rolle spielt. Wir haben in den letzten zwei Iahren so große Preis- jchwankungen gehabt, daß unter Umständen in drei oder vier Tagen durch die großen Preisschwankungen in Chicago der Preis so herunter oder höher gesetzt worden ist, daß derjenige, der spekulieren und Getreide vor dem 1. August ins Inland ein- führen würde, ein sehr schlechtes Geschäft dabei machen würde, weil er, wenn der Chicagoer Markt heruntergeht, in zwei oder drei Tagen mehr verlieren als am Zoll verdienen kann.' Trotz dieser Warnung eines interessierten Sachverständigen haben die Getreidehändler offenbar mit Rücksicht auf die eintreten- den Zölle Weizen in großen Mengen mehr importiert, als dem Einfuhrbedürfnis des August entsprach. Es zeigt sich also. daß der.Sachverständige' zwar jachverständig war, soweit die V e r» luste der importierenden Spekulanten in Frage kommen, daß er aber höchst u n sachverständig in der Beurteilung seiner Kollegen war— hoffentlich nicht auch seiner eigenen Geschäftsführung—. denn eine Einfuhrsteigerung in der Höhe, in der offenbar statt- gefunden hat, kann anders nicht erklärt werden. Auch hier zeigt sich wieder einmal, daß es mit der Sachverständigkeit der Interessenten ejne zweifelhafte Angelegen- heit ist, selbst mit der Sachverständigkeit, was ihre eigenen Inter- essen betrifft, den» diesmal hat wirklich die Weltbörse Chicago einen Strich durch die Rechnung gemacht, da dort der Weizenpreis sich von Anfang August bis jetzt um zirka 20 Cent pro Bushel, d. h. um den Zollbetrag, gesunken ist. Obendrein sind die Weizen- preise in Deutschland noch stärker gefallen, da eben diese Vorversorgung des Handels ihn dazu z w a n tz, einerseits Ware über stürzt abzustoßen, andererseits ihn außerstand setzte, das andrängende inländische Getreideangebot aufzunehmen. Dies wurde naturgemäß noch dadurch verschlimmert, daß auch die Einfuhr an Müllereierzeugnissen wesentlich zu- genommen hat infolge jener Vorauswirkung der Zölle, daß der Handel versucht. Zollgewinne zu machen. So haben die Zollgesetzgebung und die sich aus ihr ergebenden Folgen zunächst einmal die deutsche Handelsbilanz für den Monat August 1925 recht erheblich verschlechtert. von den industriellen und kommerziellen Organen her ihre DIrek- tiven erhält. Damit kommen wir ober zum springenden Punkt dieses Vor- schlages. Eine solche Organisation verläßt nämlich nicht den Rahmen der kapitalistischen Wirtschaft. Sie ist weiter- hin von denselben Kräften getragen, welche die Wirtschaft auf Bast» einer mehr oder minder starken Konkurrenz und einer mehr oder minder erfolgreichen Organisation ausgebaut haben. Auch in einer solchen Organisation wird nach dem Prinzip des Profits gewirt- schaftet und die Entscheidung darüber, wieviel produziert werden soll, wie hoch der Reallohn sein darf, in welchem Tempo er sich steigern darf, würde dann bewußt vom Interessengesichtspunkt der kapitalistischen Unternehmungen beeinflußt werden. Es sprechen trifttge Gründe dafür, daß eine solche Regelung keineswegs die Tendenz hätte, zu einer raschen Steigerung de» Reallohnes zu führen. Wenn man die letzten Möglichkeiten. die in einer solchen Organisation der Volkswirtschaft liegen, über- denkt, so findet man. daß die Organisation der Produktivkräfte allein noch nicht eine sozialistische Ordnung darstellt. sondern daß im Gegenteil bei einer solchen erfolgreichen Organisation die Frage erst recht reinlich herausgearbeitet wird, wer organisiert und in wessen Interesse organisiert werden soll. Eine solch« Regelung und Leitung der Produktivkräfte würde«inen Sozial is- mus der Banklers bedeuten, und es Ist zumindest sehr zwekfel- hast, ob die breiten Massen der Konsumenten in diesem Rahmen auch nur einen geringen Tefl dessen erreichen könnten, was sie mit Recht von einer Verwirklichung sozialistischer Ideen fordern können. Die öeutsch-schweizerifihen hanöelsbeziehungen. Nach dem d eut f ch- s chw ei z e ri s ch e« abkommen vom 17. November 1924 hatten sic Wirtschafts- die beiderfeitigen hin �geäußert � hatten, aus besonderen Gründen einige Einfuhrbe- schränkungen noch über den 1. Oktober 1925 hinaus beizubehalten, haben Anfang September hierüber Besprechungen zwischen Ver- tretern der beiderseitigen Regierungen in Bern stattgefunden. Hier- bei ist vereinbart worden, daß die F r i st für den Ablauf der gegen- seitigen Einfuhrbeschränkungen auf den 31. Dezember 1926 v e r> l ö n g e r t wird, daß aber"die große Mehrzahl der heute noch bestehenden Einfuhrbeschränkungen bereits vom 1. Oktober d. I. ab wegfallen soll. Nur für einige wenige Warengruppen soll das Be- willigungsverfahren bis auf weiteres noch beibehalten werden. Die deutsche Li sie der auch nach dem 1. Oktober 1925 gegenüber der Schweiz noch einfuhrbeschränkten Waren umsaßt: Alpenpflanzen: Kiefernsamen und Fichtensamen: Likör usw., Wein. Schaumwein, Weine mit Heilmittclzusätzcn: Margarine, Margarinekäse, Kunst- speksefett: Zement: Kohle, Bleioxyd-, Kalkstickstoff: Bleimennig, Blei- weiß: Vanillin: Morphium, Kodein und deren Verbindungen: Zell- Horn: belichtete Filme; Rohaluminium. Die Liste der von der Schweiz Deutschland gegenüber noch vorbehaltenen Einfuhrbeschränkungen umfaßt: Nadelholz roh(Rund- holz): Bretter aus Nadelholz: Druck- und Schreibpapier, einfarbig, pnderes: Paviere und Kartons, mit gepreßten und geprägten Dessins: Rundeisen bis und mtt 20 Millimeter Durchmesser: Fassoneisen bis und mit 30' Millimeter größte Breite: Eisen, gezogen oder kalt ge- walzt: Blech-, Draht- und Schlosserwaren: emailliert« Eisenblech- waren-, Holzbearbeitungsmaschinen: Heilsera und Impfstoffe: Zünd- Hölzer. Im übrigen sst vereinbart worden, daß im Laufe des Winters zwischen beiden Regierungen Handelsvertragsoerhand- l u n g e n stattfinden sollen. Ueber einige vordringliche beiderseitige Toriswünsche werden schon Ende September Verhandlungen ein- geleitet._ Die Umgestaltung der Denlschea Werk«, Spandau. Ueber den Aufbau der neugegriindeten Deuts ch e n Industrie-Werte Aktiengesellschaft. Berlin-Spandau. erfahren wir. daß es sich im wesentlichen um acht verschiedene Fadrikations-Betriebe handelt. Neben dem Hüttenwert, das Stahl-, Walz» und Schmiedepreßwerks- erzeugnisse herstellt, liefern die Gießereien Stahl-, Tempsr-, Grap-, Bronze-, Messing- und Aluwiniumguß. Ein« Schraubenfabrik fertigt schwarze Schrauben, Muttern und Nieten. Die Land- maschinettfabrit baut Pflüge, Hack-, Drtll-, Ernte- sowie Dreschmaschinen, während in zwel Maschinenfabriken Maschinenteile aller Art für Eisenbahn- und Automobilindustrie gefertigt werden, ENVER BEV ENVER BEV sowie der Serienbau von Holzbearbeitungsmaschinen und bte Maffenfabrikation von Bettstellen ausgebildet wurde. Eine Wagen törperfabrif wurde besonders auf den Karosseriebau für Bersonen- und Liefermagen eingestellt. Außerdem ist das Wert Wolfgang bei Hanau angegliedert, in dem Kunstleder und Lacke her. gestellt werden. Nach Mitteilung der Verwaltung ist der Beschäftigungsstand der Deutschen Industriewerfe gut zu nennen. Das Ende eines Inflationskonzerns. Wegen unlauteren Bettbewerbs und Bergehens gegen die handelsgeseßlichen Vorschriften ist, wie uns aus München gemeldet wird, der Leiter des zusammengebrochenen Rigau Versicherungstonzerns, Dr. Otto Rigau, zu neun Monaten Gefängnis und 1500 M. Geldstrafe verurteilt worden. Der Rigau- Konzern war eine mit gewaltiger Reflame arbeitende Inflationsgründung. Die Gebrüder Rigau hatten in der Presse und in Prospetten angegeben, ausländische Gesellschaften hafteten für ihren Konzern mit Millionenbeträgen. In ihren Bilanzen erschienen start übertriebene Angaben über ihre Aftiven und Einnahmen. Der Konzern", der in Deutschland 3000 Vertreter unterhielt, hat die Versicherungsnehmer um piele Hunderttausende geschädigt. Das Gericht ließ die Entschuldigung der Angeklagten gelten, daß sie nicht die Absicht einer Schädigung gehabt und in völliger Unkenntnis des Verficherungswesens gehandelt hätten. Der Einzelhandelsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages faßte in einer Sizung, die in der vorigen Woche in Hamburg stattfand, eine Entschließung, in der es heißt: „ Der Ausschuß hält einen baldigen Abbau der Inlands. preise im Interesse der ganzen deutschen Volkswirtschaft, insbefondere zur Wiederherstellung der deutschen Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt. für unerläßlich. Er hält es für notmendig, in aller Deffentlichkeit zuu betonen, daß die Gründe der gegenwärtigen Preishöhe weit überwiegend auf Gebieten liegen, welche der Einzelhandel so gut wie gar nicht zu beein fluffen in der Lage ist. Trotzdem arbeitet der legitime Einzelhandel, der sich unter dem Drud der Konkurrenz schon heute mit den bescheidensten Aufschlägen begnügt, ernstlich an allen durchführbaren Bestrebungen zur Senfung der gegenwärtigen Preishöhe mit. Denn der Einzelhandel hat das größte Interesse an Preisen, die der Kaufkraft der breiten massen entsprechen. Zum Erfolge ist erforderlich, daß auch die Borlieferanten des Einzelhandels jede wirtschaftlich mögliche Preisfenfung schnellstens in die Wege leiten. Der Ausschuß weist die in unverantwortlicher Weise gegen den ganzen Einzelhandel erhobenen Borwürfe zurüd und betont, daß der Einzelhandel als notwendiges Glied der Volfswirtschaft sich seiner voltswirtschaftlichen Aufgaben bewußt ist." 3m Zeichen des Preisabbanes: Preiserhöhung für HolzSchrauben. Der Verband Deutscher Holzschraubenfabrikanten in Köln hat die Preise für eiserne Holzschrauben mit fofortiger Wirkung um 6 Prozent erhöht, und zwar durch Ermäßigung der Rabatte von 40 Prozent auf 34 Prozent. Die echten holländischen POLAK PUDDINGE Tm Hochgebirge, an der See, verlange man nur A.J.P * Arbeitersport. Arbeiter- Fußballspiele am 27. September. Bezirk Norben, Abt. A: Adler 08 gegen Arbeiter- Turnverein Pankow auf dent Andreas- Sofer- Plan. Adler 12 gegen Bernau in der Chriftianiastraße. Helvetia gegen Nordista auf dem Eperzierplag in der Schönhauser Allee. Teutonia 09 gegen Brig in der Christianiastraße. Hegermühle gegen Wader 20 Abt. B: in Seegermühle. Eisenspalterei gegen Belten in Eisenspaltevei. Fichte- Nord gegen Alemannia in Reinidendorf( Gemeindesportplak). Vorwärts gegen Boruffia in Hennigsdorf. Spandan 25 gegen Nauen in Spandau, Stadion. Fichte- Gesundbrunnen gegen Union in Reinickendorf( Schäferfee). Abt. C: Sport Pantow 08 gegen Hertha in Bankow, Maximilianstraße. vereinigung 22 gegen Staaten in Eberswalde. Amateure gegen Tegel 24 auf dem Exerzierplag( Schönhauser Allee). Arminia gegen Giemensstadt in Repernid. Birkenwerder gegen Spandau 03 in Birkenwerder. Hansa gegen Brieselang in Hohenneuendorf. Wader 24 gegen Einigkeit 25 in Lichterfelde. Bezirk Often. Abt. A: Alt- Glienice gegen Adlershof in Alt- Glienice, Riesberg. Merkur gegen Treptower Ballspielklub in Grünau, Lahmertstraße. Berein für Bewegungsspiele gegen Stralau in Köpenid, am Friedhof. Oberspree gegen Fichte- Sildoft gegen Buftig- Fidel in der Wuhlheide, Städtische Spielwiese. Freisch- Frei auf dem Turnplak in Treptow. Abt. B: Strausberg gegen Lichtenbera II in Strausberg. Sadowa gegen Hertha 22 in Röpenid- Nord. Richterswalde gegen Berliner Sportverein 16 in Richterswalde. Berliner Sportverein 22 Weißensee gegen gegen Vorwärts 20 in Sohenschönhausen, Sommerstraße. Tasmania in Weißenfee, Rennbahn. Brandenburg 24 gegen Johannisthaler Ballspielklub in Lichtenberg, Wagnerstraße. bt. C: Britannia gegen Germania auf dem Städtischen Spielplas, Wagnerplay. Brandenburg 02 gegen Lichtenberg III in Lichtenberg, Eitelstraße. Retschendorf gegen Romet in Retschendorf. Friedrichshagen gegen Sporta in Friedrichshagen. Tasdorf gegen Lichtenberg I in Tasdorf. Bezirk Südwest. Abt. A: Brandenburg gegen Ball[ pielklub Moabit in Brandenburg a. Havel. Berolina gegen Neukölln auf dem Tempelhofer Feld. Kreuzberg gegen Woltersdorf auf dem Tempelhofer Feld. Schöneberg gegen Rehlendorfer Ballspielflub in Schöneberg, Dominicusplag. Ludenwalde I gegen Steglik in Luckenwalde. Abt. B: Rolzenburger Sportverein gegen Wilmersdorf in Rolzenburg. Charlottenburg gegen Stern in Charlottenburg. Bittoria gegen Ludenwalde II in Tempelhof, verlängerte Raiferin Augusta- Straße. Rüftig- Borwärts gegen Sertha in Reutöln, RaiserFriedrich- Straße. Frisch- Auf gegen Lantwig in Zudenwalde. Abt. C: Mariendorfer Sportklub gegen Silterbog in Lichtenrade, Marienfelder Straße. Trebbin gegen Teltow in Trebbin. Fußballring gegen Schmargendorf im Beuffelgrund, Bahnhof Beuffelstraße. Botsdam gegen Britannia in Potsdam, Bornstedter Feld. Neuköllner Ballspielflub gegen Ludenwalde III auf dem Tempelhofer Feld. Beginn der Spiele 4 Uhr, rother 2. und 3. Mannschaften. Bor mittags auf allen Blähen Jugend- und Schülerfpiele. 1 1 Arbeiter- Radfahrer- Bund ,, Solidarität, Ortsgruppe Berlin und Umgegenb. Touren für Sonntag, 27. Geptember. 1. Abt.: Schnipeljagd nach Löwenbruch. Start 7 und 12 Uhr Bülowstr. 55. 2. Abt.: 26., 5 Uhr abends, Steinfurth. 3. Abt.: Streifzüge 27., frlih 5 Uhr, Werbellinfee. Start Dieffenbachstr. 36. durch das Blumenthal. Start 8 Uhr. 1 Uhr Rabebrüd. Start Baufiger Plak. 4. Wt.: Streifaüge durch den Grunewald. Endziel Bichelswerder Freund. Start 7 und 12 Uhr Weberwiese. 5. Abt.: Summt, Schnitzeljagd. Endziel 6. Abt.: 6 Uhr Birkenwerder, Japan. Gtart 7 Uhr Sandsberger Plah. Kloster Chorin; 7 und 12 Uhr Gorinfee. Start Ropenhagener Str. 26. 7. Abt.: 6 Uhr Rüdersdorf: 1 Uhr Johannisthal, Bota. Start Rolonieftr. 147. 8. Abt.: Gr.- Glienider See frith 7 Uhr Arminiusplas; 1 Uhr Waldenser ftraße 19. 10. Abt.: 9. bt.: 1 Uhr Soatwinkel. Start Schuftr. 114. Buch, Aur Tanne". Start 1 Uhr Comeniusplag. 12. Abt. Motorradfahrer: 9 Uhr Briefelang, Forsthaus. Start Schloßplag. Drar. Neufon: Rundfahrt Königsmusterhausen- Wernsdorf, Endziel Adlershof, Riege. Start 8 Uhr: 1. Abt. Herzbergplak, 2. Abt. Bahnhof Hermannstraße. 1 Uhr Adlershof, Riege. Start: beide Abteilungen Herzbergplak. Ortsgr. Lichtenberg: 1 Uhr Bichelsmerder, Freund. Start Traveplag. Ortsgr. Charlottenburg: 7 Uhr Schwielowsee bei Botsdam. Start Galvaniftr. 13. 2. Ottober GeneralversammJung, 7 Uhr bei Tesche. Drtsgr. Oberschöneweibe: Kartoffel- und Herings tour nach Tasdorf. Start 8 Uhr Wilhelminenhof, Ede Rathenaustraße. Ortsge. Rieberschönhausen: Botsdam und Umgegend. Start 7 Uhr Schönhauser Allee Ede Bornholmer Straße. Ortsgr. Tegel: Nachttour nach Budom, Märkische Schweiz. Start am 26., 7 Uhr abends, Schlieperstr. 64. Achtung, Bundesgenoffen! Bei der Gedächtnisfeier unferes in der Nacht vom 22. aum 23. Geptember 1906 auf dem Nachhausewege vom Rahlabend durch den Gendarm Jube in Hohenreuendorf erfchoffenen Bundesgenossen Adolph Serrmann be teiligten sich annähernd 200 Bundesgenossen. Die Witwe und ihre Rinder banken bestens für die Beteiligung. Unser Bezirkslangfamfahren findet Gonntag, 4. Oktober, früh 8 Uhr, im Treptower Part, Rundteil, an der Spielwiefe ftatt. 1 Arbeiter- Sportfartell 13. Bezirk. Sonnabend, 26. September, 8 Uhr, findet auf dem Fichte- Turnplak Mariendorf, an der Rennbahn, die Kartellvertreterfhung mit äußerst wichtiger Tagesordnung statt. Jeder Verein muß unbedingt vertreten fein. Turnverein Oberspree, Oberschöneweibe, M. d. A.- T.- u. Sp.-B. Gonniog, 27. Eeptember, findet unfere Kartoffel- und Beringspartie nach Schöneiche bei Friedrichshagen, Restaurant Eisfeller, statt. Abmarsch früh 7 Uhr vom Bereinslokal. Gäste willkommen. Die Turnstunden finden in der Gemeindeschule Replerstrake wie folgt ftatt: Männer und Jugend Montags und Freitags 8-10; Alte Herren Freitags 8-10; Frauen und Jungmädchen Donnerstags 8-10; Schiller Montags und Freitags 6-8; Schülerinnen Mittwochs 26-28. Mitglieder werden in jeder Turnstunde aufgenommen. Das 23. Stiftungsfeft ift am 17. Oftober 1925 in Mörners Blumengarten. Touristenverein ,, Die Naturfreunde"( Rentrale Wien), Werbetreis Narben. Ab 26. September jeden Sonnabend in der fleinen Salle im Stadtbad Gericht. ftraße gemeinsamer Badeabend für alle Mitglieder zu ermäßigten Preisen. Bei Lösung des Badefcheines ist die Mitgliedstarte porzuzeigen. Badezeit 7-9 Uhr. Abt. Norden. Gonntag, 27. September, Fahrt nach Oranienburg. Abfahrt. Bbf. Gesundbrunnen 7,26 Uhr. Dienstag, 29. September, im Seim Sonnenburger Str. 20 Gymnaftit. Gäfte zu allen Beranstaltungen willkommen. Svertins Siegfried 09, ttiglies Ses ebelfez- Ableben- Bundes, secampafie! am Freitag 25. September, 8 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshans, Wiclef ftraße 24, einen Borgroßkampftag. Die Eintrittspreise betragen 50 Pt. und 1 M. Freie Schwimmer Neukölln( Altersriege). Die für Sonnabend, 28. September, angefeßte Bersammlung der Altersriege muß umständehalber ausfallen. Sie findet bestimmt nunmehr am Sonnabend, 17. Ottober, 8 Uhr, bei Road, Inn- Ede Weserstraße, statt. Die Altersriege beteiligt sich restlos am Stiftungsfest des Vereins am Sonnabend, 3. Oktober, im Orpheum", Safenheide. Anfang 7½ Uhr. Vorträge, Vereine und Versammlungen. 果 Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Gebastianftr. 37/38, Sof 2 St. Rreisverein Reinidendorf. Sonntag, d. 27., Fahnenweihe. Be teiligung Berliner Kameradschaften. Antreten: 8ug 1 um 124 Uhr Bhf. Reinickendorf- Schönholz. Bug 2 um 124 Uhr Bhf. Wittenau( Nordbahn), Hermsdorfer Strede. Aug 3 um 12 Uhr Bhf. Hermsdorf. 8ug 4 um 124 Uhr Müller. Ede Geestraße. Fahnenweihe 2 Uhr Städtischer Sportplaz Reinidendorf- Weft, Scharnweberstraße. Festredner: Präsident des Preußischen Landtags Ab Ramerad Friedrich Bartels. Weiherede: Ministerialrat Dr. Sängschel. 3 Uhr Festveranstaltungen Lokale Strandschloß und Tuskulum in Tegel. Tiergarten. Co., d. 26., vorm. 6% Uhr Bellevue oder 7 Uhr Potsd. Bhf. Fahrt nach Caputh mit Musik und Fahnen. Sonntag- Fahrer 10 Uhr in Bots dam. Kreuzberg. Gonntag, d. 27., nadm. 12 Uhr mit Tambourkorps Müller- Ede Geestraße. Bannerweihe Reinickendorf. Jungm. Güdost Fahrt nach Caputh, früh 6 Uhr Rottbuser Tor, Normaluhr. Jungm. Gitdwest fiehe Sonnabend- Abendzeitung. Charlottenburg. Sonntag, d. 27., vorm. 9 Uhr, Bhf. 300. Radfahrer 7½ Uhr Stuttgarter Plaz. Fahrt nach Caputh. Die Reinickendorf- Fahrer treffen mit anderen Rameradschaften bis 12 Uhr in Hermsdorf ein. Wilmersdorf. Sonntag, d. 27., Rug Gild und West Pflichtfahrt nach Caputh. Antreten: Bug Güb 8,40 Uhr Bhf. Schmargendorf: Rug Weft 9 Uhr Bhf. Charlbg. Fahnen und Tambourkorps zur Stelle. Fahrt nach Botsdam. Bon dort Fußmarsch beider Bilge nach Caputh. Sug Nord Pflichtbeteiligung Fahnenweihe Reinickendorf. Antreten: 11 Uhr Stett. Bhf., EinSchöneberggangshalle. Fahrt nach Hermsdorf. Dort Anschluß an Rug 3. Friebenan. Sonntag, d. 27., Beteiligung mit Tambourtorps und Fahnen an Fahnenweihe Reinidendorf. Abfahrt, auch Radfahrer, 10% Uhr Bhf. Ebers. Straße. Köpenid. Reinidendorf- Fahrer Sonntag, d. 27., mittags 12 Uhr, Bhf. Röpenid. Weißenfee. Sonntag, d. 27., vorm. 8 Uhr, Grüner Baum. Fahrt nach Hermsdorf. Rehlendorf. Fr. 8 Uhr bei Midlen. Aktive, beraten über Fahrt nach Caputh am Sonntag. Bankwig. 6o., d. 26., Mitgl.- Verf. bei Lehmann, Kaiser- Wilhelm- Straße. Baumschulenweg. Go., d. 26., 7% Uhr, bei Borgmann Mitgl.- Berf. Nachdem geselliges Beisammensein mit Damen, Mitte. Alte Mitgliedstarten ab 1. Oftober ungültig, bei den Zugführern umtauschen. Sonntag, d. 27., vorm. 11% Uhr, Antreten Boyenftr. 19( Diede). Marich nach Reinickendorf. Webbing. Sonntag, d. 27., vorm. 11 Uhr, Antreten bei Müller, Uferftr. 12. Marsch mit Mufit nach Reinickendorf. Steg lik- Lichterfelbe- Lantwig. Gonntag, d. 27., vorm. 11 Uhr, Markiplaz Stegliz, Düppelstraße. Fahrt nach Reinidendorf. Lichtenberg. Sonntag, d. 27., vormittags 9 Uhr, bei Schonert am Rummelsburger Gee; 10% Uhr Bhf. StralauRummelsburg, Eingang Sonntagstraße. Fahrt nach Reinidendorf. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Striegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Ortsgruppe Güden, veranstaltet am Sonnabend, 8 Uhr, im Dresdener Rafino, Dresdener Straße 96, einen Bunten Abend unter Mitwirkung der Internationalen Artiftenloge und der Rapelle Seifu. Eintritts. tarten zum Preise von 1,30 M. find noch am Gaaleingang zu haben. Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Friedrichshain. Lokalwechsel: jekt bei Mar Nothhoff, Rigaer Str. 95. Spielabend Freitag. Gäste willkommen. Verband Bollsgefundheit, Ortsverein Berlin. Sonnabend, 26. Geptember, 6 Uhr abends Treffpunkt zur Wanderung nach Roffen- Mogen am Potsdamer Ringbahnhof. Abfahrt 6,28 Uhr. Fahrgeld 1,40 M. Am Donnerstag, 1. Oft., 8 Uhr, in der Schule Jfflandstr. 9/11, spricht Mühleningenieur Steinmek über: ..Faliche Ernährungswirtschaft als Ursache von Krankheit und Teuerung". 33. Abteilung. Dem Genoffen Karl Bodenstab u. Frau Goßlerstr. 10/11 zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Berlin, den 25. Geptbr. 1925. 999** 6eeese Am Dienstag, den 22. September, ftarb nach kurzem Zeiden meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Groß- und Ürgroßmutter Pauline Wittenberg geb. Böhme im 71. Lebensjahre In tieffter Trauer Fritz Wittenberg u. Töchter Berlin, Am Friedrichshein 3, 24. Gept. Einäscherung Sonnabend, 26 September 1925, nachmittags 1, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37/38. [ 1273 Rranzspenden verbeten. Deutscher Metallarbeiter- Verband Montag, den 28. September, abends uhr, im Sigungsfaal des Verbandshauses, Linienftr. 83/85: Branchenversammlung der Elettromonteure und Helfer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Unfere Lohnverhältnisse in der Branche. 2. Diskussion. 3.Verbandsangelegenheiten u.Berschiedenes Reger Besuch wird erwartet. Achtung! Werkzeugmacher Achtung! Montag, den 28. September, nachmittags 5 Uhr, im Cofal Jum Rottbuser Arug", Rottbuser Str. 19: Versammlung fämtlicher Werkzeugmacher, Schnittund Stanzendreher. Tagesordnung: Unfere Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Kleinbetrieben. Es tommen sämtliche Spezial- und Die Ortsverwaltung. Aufpolsterung. Gofas, Matraßen, Chaiselongues fauber! zuverlässig. Arlt, Aleinbetriebe in Frage. Raftanienallee 24 II. Billige Lebensmittel Wurstwaren Delikat. Sülze Pid. 48Pt. Rot- u. Leberw. Pra. 70P Schweinskopf. Gelee, Pid. 75Pt. Corned beef Pfand 80PL Hausm.- Leberw. Pfa. 130 Fleischwurst..Pfund 135 Mettw.. Braunsch, Art, Pid. 100 Teewurst... Pfand 185 Zervelat u. Salami Prand 195 Räucherwaren Flundern Pfand 85Pf. Schellfische..Pfund 33Pt. Fettbücklingerfund 45Pt. Rotbars Piund 50Pf. Makrelen...... Pfund 55Pf. Stückenlachs Pfund 185 ******* Fische Bratschollen. Pfand 10PL Goldbars o. K., Pfund 20P. GrüneHeringe Pfund 25PL Seelachs o.., i.g., Pid. 22 Pt Grosse Schellfische Prd. 24PL Steinbutt...... Pfand 24Pr. Mengenabgabe vorbehalten Obst u. Gemüse Weisskohl ..... Pfand 3Pt. Möhren ... Pfund 3PL Rotkohl..Pfand 4Pt. Wirsingkohl... Pfand 4Pt. Dauerzwiebeln Prd. 8Pf. Kochäpfel grosse, Ptd. 8Pt. Goldrenetten Pfand 10er. Goldparmånen P. 18PL Preisselbeeren..Pfund 15Pt. Pökelrinderbrust Dose 60PL Frisches Fleisch Kn. ...... Prund Pa. frisches Schmorfl. ne 130 Kalbskeulen ........ Pfand 100 Hammelvorderfleisch Pfand 74PL Schweineschinken und Blatt 124 Hammelrücken...... Pfund 80PL Kassler...... Pfund 130 140 Kalbskamm.............. Pfand 85P. Pa. Eisbeine mit Spitzbeinen 80Pt. Schweineköpfe Backen, 44. Schweinenieren wefroren: 82Pt. gepökeit ***** Pfund Knoch. Pfund frisch, ... Pa. Ochsensuppenfl. 52.| Pa. Kalbskamm gefroren, Pid. 70Pf. Pa.Ochsenschmorff, P. 90P Pa. Kalbskeulen gefroren, Prd.86PL Pa. Ochsenbacken fett, gef 54P Gehacktes. Pfund ...... Pfand 70et PL Leichtverderbliche Artikel sind vom Versand ausgeschlossen Kolonialwaren Linsen..... Pfund 20PL Weisse BohnenPtd. 20Pt. Tafelreis..... Pfand 28Pf Hartgriess.... Pfand 27Pt. Schnittnudeln Pid. 25Pt. Makkaroni... Pfund 38PL Eler- Makkaroni Brach, Pid. 42PL Backobst Kalif., 5 Frucht, Pid. 70pt Krümelschokolade Prd. 85Pt. Corned Haesch ca. 2- Ptd.- 48 Pf. Dose Bowlen- u. Tafelweine Besonders billig! Fassweine zu Sonderpreisen Die Preise verstehen sich ohne Steuer und Flasche. 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Der Administrator des Kreises war mir entgegengekommen: vier oder fünf, in zerlumpte Leinewand gekleidete Schwarze, die mein Gepäck tragen sollten, be- gleiteten ihn. Während wir im Schotten riesiger Wollbäume da- hinzogen, sagte er, auf einen der Träger zeigend: „Sehen Sie diesen großen Schlingel, der mit Ihrer Konserven- kiste auf dem Schädel, leise singend, ausschreitet? Nun, das ist ein zum Tode Verurteilter.� Obgleich ich wußte, daß im Westen Afrikas paradoxe Formen im Straswesen angewendet werden, konnte ich doch nicht umhin, einigermaßen überrascht zu sein. Ich betrachtete den Mann mit einer gewissen Neugierde. Sein tintenschworzes Gesicht strahlte vor gutmütigem Grinsen. Die halbgeschlossenen Augen schienen in Wohl- behagen versunken, während von den wulstigen Lippen, um die ein Zug von Verschlagenheit spielte, Falscttöne eines nicht endenden Singsanges kamen. � Mein Begleiter fuhr fort: .Ja, er hat seine Frau unter ganz gräßlichen Umständen ge- tötet, indem er sie unter einem Steinblock zermalmte. Vor dem Schwurgericht hat man nichts zu seiner Verteidigung anführen können: er antwortete auf alle Fragen mit seinem ruhigen Lächeln — dem eines braven Kindes— wie Sie es bei ihm sehen. Dieses Lächeln erlitt auch bei der Verkündigung des Todesurteils keine Unterbrechung. Ueber ein Jahr hat er warten müsien. bis der Ge- richtshof von Saint-Louis die Strafe bestätigte. Und jetzt sehen wir seit 5 Monaten dem Bescheid aus sein Gnadengesuch entgegen. Das Verbrechen datiert so weit zurück, daß niemand mehr dar- an denkt: er weniger als jeder andere." .Und den lassen Sie so herumlaufen?" .Uns fehlen die Gefängnisie modernen Typs. Ich verwende ihn zu allen möglichen Arbeiten, die er ganz ausgezeichnet verrichtet. Ein sehr tüchtiger, äußerst zuverlässiger Mann...." .Wirklich? Aeußerst zuverlässig, übertreiben Sie nicht?" .Nicht im entferntesten. Und ich möchte während Ihres Aufent- Haltes in Bandiagara Ihnen diesen Mann als Diener beigeben." Das Angebot entbehrte so wenig des Reizes, daß ich es schleu- nigst annahm. Verdammt, es wird einem nicht an jeder Weg- krcuzung ein zum Tode Verurteilter als Page offeriert. Ein Lamm hätte es an Sanftmut nicht mit ihm aufnehmen können, ein Neu- fundländer nicht an Treue. Do er mein Interesse für die Waffen des Landes bemerkte, bemühte er sich, mich in die Kenntnisse der- selben einzuweihen. Es wirkte wie eine lustige Ironie, wenn dieser Mörder in meine Hütte kam und eine Lanze oder Streitaxt schwang. Man war versucht zu glauben, er wolle sie gegen jene kehren, die der Vollziehung des harten Urteils, das ihm droht«, beiwohnen würden. Täglich rückte der Termin näher. Man konnte den un- erschüticrlichen Frieden seiner Seele erkennen, wenn man sah. wie er nach getaner Arbeit, ohne Sorge um den kommenden Tag, aus seiner kleinen Pfeife, die einen Kopf aus Eisen hatte, Rauchwolken blies. Ich wagte nicht, diese vollkommene Ruhe mit einer Frage »ach seiner unseligen Vergangenheit zu stören. Und tat es eines Tages doch. .Warum hast du deine Frau getöket, Samba Cado?" .Weil meine Frau war sehr böse. Mußjöh. Sehr recht getan." So absolvierte er sich. Konnte man sich darüber wundern? Fand er nicht mehr Sympathie als Verachtung bei der Bevölke- der Hochverräter. 9s Erinnerungen aus schweren Tage«. Bon Adolph Hofsmann. �, sich ihm mit so raschen Schritten nahte. Der Instinkt meiner Gefühle siegte über meine Prinzipien. Ich entfernte mich wider Willen von dem frostigen Gerechtigkeitsideal, das sich in meinem Gewissen meldete, um zugunsten Samba Cados, ich weiß nicht was für eins Vorsehung braver Mörder anzurufen, die genau zu bezeichnen ich nicht in der Lage gewesen wäre. Darf ich sagen, daß sie existierte und mich erhörte? Eines Nachts erhob sich ein furchtbarer Tornado. Bei entfesseltem Orkan. niederstürzendem Regen, bei einem Gewitter, wo der Himmel in Flammen stand, mußte unser Schiff am User verankert werden. Es scheiterte beinahe. In der dämmeniden Frühe des Morgens, als die Ruhe wiederkehrte und alle zur Besinnung kamen, merkte man. daß Samba Cado das Freie gesucht hatte. Ungeachtet seiner Sorg- losigkeit und Ergebung war ihm die Gelegenheit doch zu lockend erschienen. Das gab an Bord und später in der Kolonie eine ge- hörige Aufregung. Ich gestehe: ich stieß einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus. Man mag über meine Moral nach Belieben urteilen: ich be- kenne, ich finde noch heute eine wahre Befriedigung in dem Ge- danken, daß mein Freund, der zum Tode Verurteilte, eine Zuflucht im Herzen des Urwaldes, der seine Mutter war, gefunden, daß er friedlich seine kleine Pfeife mit dem Eisenkopf raucht und sein Gesicht noch zu seinem breiten, gutmütigen Lachen verzieht, das kein Vorwurf des Gewistens beunruhigt. „Ja," antwortete ich,.wenn man mit den Schlafschuhen gekom- men ist. muß man auch mit den Schlafschuhen wieder gehen. Für meine vier Pfennige Arbeitsverdienst konnte ich mir keine Lack- stiefeln anschaffen. Was er antwortete, verstand ich nicht mehr. Der Torweg knallte zu und ich stand draußen in der„preußischen Frei- heit" und wußte ebensowenig warum, wie ich gewußt hatte, warum ich verhastet war. Echlußakkorde. Einige Tag« nach meiner Entlassung bekam ich die Termins- Vorladung: zwar nicht nach Leipzig. So lächerlich wollte man sich wohl nicht machen, sondern vor das Berliner Landgericht, und zwar wegen Majestätsbeleidigung. Ich sollte durch den frag- würdigen Brief„die meinem Kaiser und König schuldige Ehrfurcht" verletzt haben. Im Termin kamen erst die beiden Schreibsachverständigen zu Gehör.- Lehrer Zink-Erfurt erklärte in seinem Gutachten: Der Altentots- brief hätte mit der Handschrift Hoffmanns keine Aehnlichkeit. Aber der Brief wäre in allen Einzelheiten, die er eingehend anführte, die Handschrift des Nergoldermeisters. Dieser war als Zeuge geladen, wurde auch vernommen, aber„als dringend der Täter- schaft verdächtig", nicht vereidigt. Der Polizeisachverständige Seeger gab nunmehr sein Gutachten dahin ab, daß er nach Kenntnisnahme der Ausführungen im Gut- achten des Lehrers Zink und noch nochmaligen eingehenden Vcr- gleichen oller Schriftstücke sich jetzt dem Zink'schen Gutachten in allen Stücken anschließe. Ich wurde freigesprochen, die Kosten der Staatskasse, d. h. den Steuerzahlern, auferlegt. Wie sehr der Gerichtshof von meiner Unschuld überzeugt war, geht am besten daraus hervor, daß dos Gericht auch die Kosten meiner Verteidigung und alle meine baren Aus- lagen der Staatskasse zur Last legte. Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft gab es damals noch nicht. Das Resultat? Ich hatte meine sieben Wochen, richtiger 50 Tage Gefängnis, weg, Weinert eine schmerzlindernde Freude und— der Briefschreiber ist bis zum heutigen Tage ungeschoren geblieben. Wenn ich seinen Namen nicht nenne, so geschieht es nicht mit Rück- ficht auf ihn, sondern auf seine vielen durchaus ehrenwerten Kinder und in Gedanken daran, daß die Bismarck-Pvttkanwrfche Spitzelschule das Mistbeet war, aus dem solche Pflanzen geil aufgetrieben wurden. Möge das deutsche Volk' sich vor einer ähnlichen Seuche allzeit bewahren! Theat.d. Theater, Lichtspiele usw. The Westens Volksbühne 712 Uhr HAMLET Morgen 7 Uhr Hellmer- Bühnen Lessing- Th. Tägl. 7 Uhr: Götz : v. Berlichingen; Wegener, Höflich, HAMLET G. Müller, Müthei Staats- Theater Preise: 1,50-12 M. Opernhaus 7 U.: Intermezzo Puizinella Opernhaus am Königsplatz 72 Uhr: Rigoletto Schauspielhaus 8: Die große Katharina Der Bär Schiller Theater 8 Uhr: Jungfrau von Orleans Städtische Oper Charlottenburg Regie: Rich. Rosenheim Stg. nachm. 32: 3 Götz von Berlichingen Das große Operettenhaus Nur noch 6 Tage Uhr: Wiener Blut Stg. nachm. 4 U Letzte Nachm.- Vorstellung Wiener Blut Halbe Preise Donnerst. 1. Okt. MarischkaPremiere Der Orlow Central Theater co: Hilfe, ein Kind ist Preise: 075-6.00: v. Himmel gefallen! KleinesTheater Tägl. 8 Uhr Besser als früher von Pirandello Reg.: Berth.Viertel Preise: 3,50-15,50 Trianon- Th. Tägi. 8 Uhr Gisela Werbezirk: in Frau Lohengrin Bismarckstr. 34-37 Preise: 1,50-12 M. Heute 7 Uhr: Die heil. Ente Deutsches Theater in d. Klosterstr. 43 Tägl. 8 Uhr: Elek. v.Sophokles Der zerbr.Krug Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr Die dreiaktig. Posse Der Ktihne Schwimmer dazu das humorvolle Jubiläums- Programm Künstler- Theater Die Koblanks Tägl. 48 Uhr: Gastspiel Täglich 8 Uhr Deutsches Theater Fritzi Massary: im Theater i. d. 8 Unr Man kann Die Teresina Lützowstr. 112 Ecke Flottwellstr. Kammermusikhaus Th. am Kurfürstendamm Vorzeig.dies. zahlen nie wissen Täglich 8 Uhr: nur halbe Preise Der glas, Pantoffel von 50 Pfg. an. von Shaw Preise v. 1,50-12 M. Kammerspiele 8 Uhr: Sechs Personen Suchen einen Autor von Pirandello Regie: Max Reinhardt Th. am Schiffbauerdam ( Heus Operettenhaus) 8: Lady Fanny und die Dienstbotenfrage Lustspielhaus 8 Uhr: Bitter Blaubarts achte Frau HerrnfeldTheater, Bülowstr.6 Täglich 8 Uhr: Was fuf sich im Séparée? mit Dir. Anton Herrnfeld Rose- Theater Wallner- Theater 1814: 0 schöne Zeit, Die Komödie& U.: Meiseken Kurfürstendamm 207 Zum ersten Male 72 Uhr: Gesellschaft v. 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