m.#57» 41. 7ak?s. Ausgabe A Nr. 2SZ Bezugspreis: WZHsnüich 70 Vfenni-l. moaaMH 3.— Reichsmark voraus Kbibot. Untre Krembaud für Deutschian», Doiuia. Saar- und Memelaebiel, Oesterreich, Litauen, Luremdur« «.öS Reichsmark, für da» übrig« Ausland d.so Reichsmark pro Monat. Der �ormärts� mit der Tountus», beilaa« �Zolk und Seit* mit.Siedlung und Lleingarlcu* sowie der Beilage.Unterballunq und Wissen* und ffrauenbeilage.Frauenstimme* erscheint wocheniSglich zweimal, Sonntags und Montag« einmal. Telezramm-Adreffer .Sozialdemokrat»erli»* Smmtagsa«sgabe Devlinev VolKsvl�kt (is pk«n»ls) Anzergenvreiic, D!e«insvallige Ronvareill«- »eile 80 Pfennig. Rellamezeil« S.— Reichsmark,„«leine älnzeigsn* das f-ügedriickle Wort 25 Pscnmg lzulässsa zwei fettgedruckte Worte», jedes weiter« Wort 12 Psennig. Stellengesuche da-«rss« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort Ii» Pfennig. Worte über 15 Buch- ftaben zählen für zwei Wort«. Arbeilsmarkt Seile fc» Pfennig, lsamilienaitzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächsse Rumme» müssen bis 630 Goldfrank. Hiervon werden auch die Ver- waltungskostcn des Internationalen Arbeitsamtes und des Stän- digen Internationalen Gerichtshofes im Haag bestritten. Der Bericht der Kommission zur Bekämpfung des Opium« Handels wurde angenommen: eine Untersuchungskommission wird nach Persien als dem bedeutendsten Opium produzierenden Land« gehen, um den augenblicklichen Stand der Mohnkulturen und die Möglichkeit, den Mohnbau durch einen anderen Erwerbszweig zu ersetzen, zu prüfen, lieber die Lage der russischen und armenischen Flüchtlinge berichtete Nansen: in Griechenland befinden sich noch 15 000 Armenier, die in ihre Heimat zurückgesandt werden müssen. 10000 weitere Flüchtlinge sind noch in anderen Ländern. Die Versammlung beschloß die Entsendung einer Kommission zum Studium dieser Frag«. Aus einem Bericht über das Hilfswerk an den russischen Flüchtlingen geht hervor, daß das Internationale Arbeitsamt in den leisten sieben Monaten über 18 000 Flüchtlingen in 30 Ländern Arbeit verschafft hat. Nachmittags erstattete Lorh Robert C e c 1 l einen Bericht über die Arbeiten des Ausschusses zur Bekämpfung der Sklaverei. Die Kommission hat den Entwurf zu einem llebereinkommen ein- gebracht, wonach alle unterzeichneten Staaten sich oerpslichten, den Stlavenhandel in ihren Gebieten zu unterdrücken. Die Abschaffung der Sklaverei in ihren verschiedenen Formen, worunter auch Zwangsarbeit der Eingeborenen zu verstehen ist, soll allmählich erfolgen. Unter allgemeiner Spannung schritt man dann zur Dahl der sechs nichtständigen Ratsmitglieder für 1926. Zuvor erinnerte der chinesische Delegationsführer nochmals an die von ihm. vor zwei Tagen eingebrachte Resolution, die bei der Wahl der nicht- ständigen Mitglieder die besonderen geographischen Ver- hältnisse berücksichtigt seben.will. Wie zu ermatten war, wurden jedoch die bisherigen nichtständigen Mitglieder wiedergewählt. An der Abstimmung nahmen 49 Staaten teil. Ein Stimmzettel war unbeschrieben. Es erhielten Belgien 32 Stimmen, Brqsilieu 43. Tschechoslowakei 35. Uruguay 40. Schweden 8t, Spanien 35 Stimmen. Diese Staaten sind demnach wieder- gewählt. China konnte 26 Stimmen für sich buchen. Seine Aus- sichten, im nächsten Jahre einen der nichtständige« Ratssitze zu er- halten, sind damit erheblich gestiegen. Dann hielt Präsident Dandurand- Kanada die Schlußrede, in der er«inen kurzen Ueberblick über die Arbeiten der Versamm- lung gab. Kurz nach 5 Uhr wurde die Tagung geschlossen. Kamtz und die Semen. Reichslaudwirtschaftsmimster gegen Reichslandbund. BekanntNch hat vor einigen Tagen der R e i ch s l a n d- b u n d mit Ist Ueberheblichkeit, die seine Resolutionen aus- zeichnet, von der Reichsregisrung die Verlängerung der für die Landwmschast gewährten Kredite verlangt, um die Getreideläufe der Landwirtschaft hinauszögern und die Getreidepreife in die Höhe treiben zu können. Zu dieser Forderung hat nun der dem Rcichslandbund angehörige Reichslandwirtschafisminister Graf Könitz auf der Jubi» läumstagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in außerordentlich entschiedener Weise Stellung genommen. Er erklärte, daß die Zahlungsschwierigkeiten k e i ne rein landwirtschaftliche oder ostpreußische Erscheinung seien, sondern daß die Geldknappheit auf manchen anderen Wirtschaftszweigen mindestens ebenso schwer laste. Wir lstitten zuviel Banken, von denen ein Teil nur von Ver- mitthingsprovisionen lebe und ohne Schaden für die Volks- Wirtschaft verschwinden könne. Er wies darauf hin, daß auf der Landwirtschaft die Sorge um die in den nächsten drei Monaten abzudeckenden Schulden schwer laste, erklärte aber dann, nachdem er die Verhandlungen der Reichsregierung mit den leitenden Banken über die Befriedigung des Geldbedarfs der Landwirtschaft hingewiesen hatte: Allerdings kann das muß ich pflichtgemäß mit vollem Ernst aussprechen— keine Rede davon sein, daß die laufen- den Wechsel und sonstige» Verbindlichkeiten in erheblichem Umfange uferlos prolongiert wer- den. Dazu ist die deutsche Kreditdecke viel zu kurz. Diese Einsicht muß jeder denkende Mensch haben. Es gibt meines Er- achtens— und auch das muß Ich hier, auch auf die Gefahr hin, etwas Unpopuläres zu sagen, aussprechen— Kreditnehmer in allen Berufen, die die Rückzahlung des Kredits sehr auf die leichte Achsel nehmen. Es muß unbedingt, im eigensten Interesse des Landwirts, dafür Sorge getragen werden, daß die Verbindlichkeiten, wenn man sich nicht vorher anders mit einer Bank geeinigt hat, am Fällig- keitstage eingelöst werden. Ich sage das im vollsten Bewußtsein der Tragweite meiner Worte. Deutschlands Sein oder Nichtsein hängt davon ab, daß wir es unter allen Umständen ver- meiden, die Notenpresse mehr als zulässig in B e w e- g u n g zu setzen und letzteres wäre die unausbleibliche Folge, wenn das moralische Verantwortungsgefühl der Wirtschaft in finanziellen Dingen nachließe. Um die Landwirtschaft einiger. maßen in die Lage zu setzen, ihre dringendsten Verbindlichkeiten abzudecken, wird zurzeit Vorsorge getragen, die Bezahlung der in- folge des Zinsdruckes vorzeitig mobilisierten Ernte zu ermöglichen. Zu den„denkenden Menschen", die eine vollstän- dige Prolongierung der landwirtschaftlichen Kredite auf Kosten anderer Verufsstände für unmöglich halten, gehören nach der bekannten Resolution die Landbundkollegen des Grafen Kanitz nicht. Wir würden uns nicht darüber wundern, wenn die Regierungsfreudigkeit der Herren von Ar und Halm durch eine solche Mahnung einen erheblichen Knax er» leiden würde. Die Partei auf Abbruch. Abmarsch noch vor der Konferenz. In Berlin beschloß die Ortsgruppe Prenzlauer Tor der Deutschnationalen in einer außerordentlich stark besuchten Generalversammlung mit allen gegen zwei Stimmen die Los- lösungvouder DeutschnationalenPartei. Die Orts- gruppe führt von jetzt ab wieder den Namen„Deutscher Bürger- verein am Prenzlauer Tor". Den Mitgliedern wurde es freige- stellt, in welcher der„nationalen" Parteien sie sich politisch betätigen wollen. Die überwiegende Mehrheit erklärte, daß sie der Deutsch- völkischen Freiheitspartei ihre Stimme geben würde. In den Vorstandsämtern ist eine Veränderung nicht eingetreten. Das ist ein A n f a ng. Wo das Ende dieser deutschnationalen Entwicklung sein wird, ist noch nicht abzusehen. Die„Schulungs- Solöatenlos. Loa Haas Dauer. Während der letzten Akte der Weltkriegstragödi« geriet"die offizielle Auffassung von der Stellung, die der Frontsoldat im natio- nalen Leben einnehm«, in immer stärkeren Gegensatz zu der tatsäch- lichen Einschätzung, die er genoß. In amtlichen Auslassungen und in der Poesie dar Heim! rieger wurden ihm die höchsten Ehren zu- gebilligt. Er wurde als Auserkorener hingestellt, dem es vergönnt sei. sein Leben für die Gesamtheit«inzusetzen. 2n Wahrheit galt der Frontdienst als Schlimnistes. was jemandem widerfahren könne, und«r wurde direkt als Strafe verhängt. Der Hauch von Romantik, der zu Kriegsbeginn den Soldotenberuf umwoben und verklärt hatte, war verflogen E» war lange kein Recht mehr, mitmachen zu dürfen, es war ein« bitter«, eine grausame Pflicht. Die innerliche Freiwilligkeit war ausgestorben. Wer vorn im Graben lag, parierte dem Zwang. Die französische Regierung hat die Konsequenz au» der Ein- fchötzung gezogen, di« der Felddienst seit den letzte» Kriegsjahren erfährt. Die Auswahl der Morokkosoldatsn ist nicht mehr der Will- kür vorgesetzter militärischer Stellen überlassen, sondern wird neuer- dings durch das Los bestimmt. Sie ist dadurch als das charakteri- fiert, was sie ist. als ein Verhängnis. Mehr noch: sie ist als ein Schicksal gebrandmarkt, das zu spielen den Menschen nicht ansteht und da« sie besser dem unverantwortlichen Zufall überlassen. Ein Regiment Soldaten: das ist srüher einmal al»«ine gi- gantische Summe patriotischer Energien, als ein Gefäß totenlustigen, begeisterungstollen Gefühlsüberschwangs«npfunden worden. Ein Regiment Soldaten: das ist heute eine Kollektion von Pechvögeln. an Sammelsurium von Nietenhengsten, die kein Glück im Leben haben. Z» der Tragik, von der das Leben junger Menschen an sich umwittert ist, die in einem Land«, da» sie nicht kennen, für Werte, di« sie wenig angehen, ihr Herzblut ausströmen müsse», ge- jcllt sich noch die, daß sie ohne innere Notwendigkeit das Schwere zu tragen haben. Sie find nicht die Vollstrecker eines heillgen Ge- siches, fondern. die unglücklichen Opfer eines Lotteriefpieles. Nicht die- Lerwarzetung im Boden eines Vaterlandes, für das es das letzte«inzusetzen gilt, treibt sie an die Schlünde der Kanonen. jondorn die unglücklich« Lage eines lächerlichen Stückes Papier. Di« elektrisch betrieben« Auslosungsapparatur, die Mechanik des Gtücksrcrdes, de» Ungllicksrades vielmehr: da« ist dos neue Symbol des Frontsoldaten, wie die Formeln de» schwindsüchtigen Labora- toriumsa s siftenten das wahrhafte Gesicht des Krieges abgeben. Soldatenlos: das war einmal der melancholische Inbegriff eines bitteren, aber hehren Schicksals. Der Begriff ist Substanz ge- worden. Die bume Wirrsal abenteuerlichen äußeren Erlebens und innerer Opferbereitschast hat sich zu einen, kleinen Zettel verdichtet, der sein Recht der Entscheidung über Tod und Leben aus den zu- siillitzen st mdrehtwyen einer Glückswafchme herleitet. wachen" mit Quaatz und anderen Lehrern werden den Zerfall auf die Dauer nicht aufhallen._ Non olet. Schwedisches Kapital in der„Kreuzzeitung". Die �krcuzzeitung" bestreitet eine Meldung des.Ber- liner Tageblattes", nach der die Chefredaktion des deutschnationalen Bkalles der Schwede E h l u n d übernehmen soll. Richtig sei ledig- lich, daß Herr Ehlund der ,Lreuzzcitung"-A.-G. angehört. Die .Kreuzzeitung" könnte hinzufügen, daß der schwedische Staats- angehörige Ehlund 1 Million Mark in das Unternehmen hin- eingesteckt hat und daß von diesem Geld« das Grundstück und die Druckerei des Stollberg-Verlages gekauft wurden. Was würde die„Äreuzzeitung" sagen, wenn ein demokratisches oder sozialdemokratisches Blall sich derart in die Abhängigkell auslän- dischen Kapllals begeben würde? Regierungs-Kameraüen. Rechtsparteien und KPD. gegen Zentrum verbündet. In H e r n e(Westfalen) vollzog sich, wie wir in der.Germania" lesen, unter eigenartigen Verhältnissen die Oberbürger. meisterwahl. Das Stadtverordnetenkollegium fetzt sich wie folgt zusammen: 10 Zentrum, 10.Ordnungsblock"(Deutschnationale, Deutschoölkische und Deutsche Doltspartei), 5 Sozialisten, 3 Wirtschaftliche Vereinigung und 14 Kommunisten. Der.Ordnungs- block" und die Wirtschaftliche Vereinigung, von letzterer aber nur drei Mitglieder, präsentieren als ihren Kandidaten den Bürger- meister Täger-Wilhelmshaoen, das Zentrum, die Sozialisten und zwei Mitglieder der Wirtschaftlichen Bereinigung den Beigeord- ncten Dr. B u r g a r d t- Barmen(Zentrum). Bei der Wahl ging nun der.Ordnungsblock" mit dem Sowjetstern Arm in Arm, so daß der Kandidat des Dolksblocks mit 17 Stimmen gegen 25 Stimmen unterlag. Was diese Wahl besonders interessant macht, ist di» Tatsache, daß der„Ordnungsblock" sich lediglich deshalb gegen den Zentrums« kandidaten wandte, weil dieser Katholik sei! Mit derselben Begründung wurde ja auch die Hetze gegen M a r x bei der Reichs- Präsidentenwahl betrieben. Der.Ordiiungsblock" hält es immer noch nicht für möglich, daß in Deutschland die Katholiken gleich- berechtigt sein könnten. Für ihn ist der Katholik etwas Minder- wertiges. Aber im Reich hält das Zentrum treu und brav die Reglerungs- stanze, die von Ordnungsblöcknern gelenkt wird! Die Wohnungsöebatte im Landtag. Hirtfiefer über die Wohnungswirtschaft in Preußen« Der Landtag setzte gestern die Beratung des Wohlsohrts- Haushaltes bei dem Abschnitt über Wohnungs» und Sied- lungswesen fort. Eine große Anzahl hierzu vorliegender Anträge enthalte» Vorschläge zur Linderung der Wohnungsnot. Nach den Reden der Abgg. Bergmann(Z.) und Meyer-Solln- gen(Soz.), die wir schon im Abendblatt veröffentlichten, bekämpft Abg. Howcr(Dnat.) die Wohnung» Zwangswirtschaft Abg. Grundmana(D. Vp.) hält« für angängig, w einem engeren Gremium die Frag« des Abbaues der Wohnungszwang«- Wirtschaft zu erörtern. Weiter wünscht der Redner ein« längere Arbe itszeit im Baugewerbe. Durch ihre ewigen Streik, verschlechterten die Bauarbcller sich ihre Situation selbst am meisten. Für einen Abbau des Bollswohlfahrtsmlnisteriums sei seine Fraktion nicht zu haben. Abg. ZNeineke(Dem.) erklärt sich für sein« Fraktion mit der Beratung der Wohnungsfrage in einem Wohnungsausschuß einverstanden. Die Boustoffp reis« feien unerhört. Die ganze Kraft der Staategewall müßte aus die Kartell« angewendet werden, um hier Wandel zu schassen. Die Demokraten würden einen entsprechende» Antrag vorlegen. Bei den Stadtverwal- tungen sei das Kleingewerbe besonders zu unterstützen. Auch diesbezüglich legen die Demokraten einen Antrag vor. Es sei ferner notwendig, eine ganz nene Landwirtschaftspolitik zu treiben, um die Landbevölkerung auf dem Lande zu erhallen. .Jldelio" In ber Slaaisoper. Man darf e» Erich Kleiber nachrühmen, daß er mll dem Orchester der Staatsoper systematisch arbeitet, wie kein zweiter Kapellmeister in Berlin oder gar Europa. Alle Hochachtung vor diesem das Detail betonenden Fanatismus, der imstande ist, ein herrliches Orchester in wochenlangem Studium neu zu beleben, in der Aufführung noch lebendig und glänzend klinge» zu lassen. Richtig und sauber und sicher steht jeder Noten- köpf an seinem Platz(bis auf die oerpatzte» Nachschläge im Vorspiel zum dritten Akt). Großartig rauscht die dritte Leonore, di« De- sreiungsszene und das Schluhfinale an uns vorbei, als sei alle dra- matische Spannung bis hierher aufgehoben. Ob solche Disziplin einem wirklich großen Künstler auf der Bühne out täte, bezweifeln wir. Talente sind psychologisch erziehbor. ein Schaljapin, ein Bohnen, eine Kemp ist es nicht. Mit dem Temperament der Lei» der(die leider ein Kleintemperament ist) kann immerhin ein herz. haster und singfester Fidelio auf die Bühne gebannt werden. Oder mit S«ot, dem allzu kräftigen Florestan und Schützendorf, dem gar zu geschniegelten Pizarro. Selten läßt Kleiber die er. zieherische Fuchtel aus der Hand. Seltm wagt sich«ine Eigen- bewegung in diese Figuren seines Willens. Eins aber bleibt, im guten wie im übertriebenen Akzent: die letzte Hinüberrettung des Dramas in das Symphonische,«in tyrannische» Ausschlachten oder Verachten der sängerijchen Funktion, die Akkuratesse und sklavische Unferorduung der feinst ausgearbeiteten Ehöre.„Fidelio" ist eine Symphonie, di« Menschen verschwinden, das Instrument hat das große, der Kapellmeister das allergrößte Wort(auch das ollerletzt«). Aber selbst mit dieser Einschränkung sei Kleiber für«ine geschmack- volle, sauber«, außerordentliche Symphoniearbell gedankt. 5t. E. Thealer-Dölkerbund. Gömier, der Direktor de, Pariser Odöon- Theater», der jetzt als Gast in Berlin weilt, hat seine Pläne, über die er in der deutschen Hauptstadt mit den Vertretern der Schau- spiclkunst sprechen will, einem Mitarbeiter des„Journal de» Döbats" näher erläutert.„Um der dramatischen Kunst iyr« volle Entfaltung zu geben, ist es unerläßlich, kennen zu lernen, was in den onderen Ländern geleistet wird. Gegenwärtig kennen wir die Bemühungen der verschiedenen europäischen Künstler nicht, weil wir«inander nicht genügend besuchen. Englische, russische oder italienische Schauspiel- aesellschasten kommen wohl gelegentlich nach Paris, aber ihr« Bor- stellungen sind vereinzelt. Wir müsien die Neuerungen der In- szenierung kennen kernen, di« in letzter Zell im Ausland eingeführt sind. Zur Organisation eines„Theater-Pölkerbundes" reise ich jetzt nach Berlin. Ich beginne meine Rundreise in Deutschland, weil ich seit mehreren Jahren, besonders seit der Gründung meine« Volkscheaters, mit den Künstlern jenseits des Rheins in Beziehung stand. Sie hatten meinen Versuchen einige Aufmerksamkeit gewidmet und mir geschrieben, und ich fühlt«, daß meine Gedanken drüben Nachfolg« finden könnten. Unglücklicherweise kannten wir uns nicht. Ich glaubte, daß beide Teile gewinnen würden, wenn wir uns unser« Gesichtspunkte anders al» durch Briefe mitteilten. Deshalb bin ich der Einladung Ießners nach Berlin, wo ich ihm mein« Pläne auseinandersetzen soll, mit Vergnügen gefolgt. Ich werde danach nach Amerika gehen und mich mit den Künstlern der verschiedensten Böller verständigen. Mein Plan aber ist: in Paris im nächsten Sommer eine TheaterorganisaLon, ein dramatisches Festspiel zu organisieren, das Schauspieler aller Länder vereinigen soll. Di« Verwirklichung dieses Programms ist einfach. E, handelt sich allein W ohlfahrtsmimster hirksiefer teilt mit, daß die Gesamtsumme der Hauszinssteuer für ganz Preußen, die bisher zu Zwecken des Neubaus von Woh- nungen bereitgestellt sei sich auf 270 Millionen belause, wovon die staatlichen Anteile 60 und die Anteile der Gemeinden 210 Mil- lionen ausmachten. Wenn leitende preußische Staatsbeamte Auf- sichtsrätc» der gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften angehören, so kann das nur der Sache dienen. Von der Wohnungszwangs- Wirtschaft muß abgebaut werden, was möglich ist. Man sollte aber nicht in der Oeffentlichkeit den Glauben erwecken, daß die Wohnungen wie Pilze aus der Erde schießen würden, wenn nur die Zwangswirtschaft aufhöre. An der Hand der von„Die Bauwelt" herausgegebenen Zahlen weist der Minister nach, daß eine nennen?- werte Steigerung der gesamte» Baukosten, insbesondere der Bau- stoffpreise, seit dem Januar nicht eingetreten ist. Durch Reichs- g e s e tz ist bestimmt, daß bis zum 1. April 1S26 die volle Höhe der Friedensmiete erreicht werden muß. Die preußische Slaolsregierung hat aber bis auf weiteres von einer Erhöhung der Mieten abgesehen. Allgemein eine Erhöhung der Mieten für gewerbliche Räume vorzunehmen, würde nur einer Preissteigerung dienen. Die überwiegende Mehrheit der preußi- fchen Industrie- und Handelskammern und der Gewerbekammer hat sich gegen die Befreiung gewerblicher Räume von der Zwangs- Wirtschaft ausgesprochen. Im Januar werden wir eine klare Heb erficht über de» tatsächlichen Bedarf an Wohn- räum erhallen. Dann wird eine Bereinigung der Wohnungsliste möglich sein, und es kann auch geprüft werden, inwieweit der Wohnungsluxus schuld an der Wohnungsnot ist. Es kann nicht dringend genug gefordert werden, daß das Wohnungssuchende Publikum den Wohnungsämtern Anzeige erstallet, wenn hohe Ab- schlagssummen gefordert werden. Jedenfalls werden wir, sowett es in unserer Kraft steht, der wucherischen Ausbeutung entgegentreten. die auch von dem organisierten Hausbesig durchaus nicht gebmigt ist. Der Minister gab schließlich einen Ueberbiick über das kommende Ääütebaugeseft.. Abg. Lüuenschloß(23. Cg.) fordert den volligen Abbau der. Wohnungszwangswirstchaft..„, Die weitere Beratung wird auf Montag, 12 Uhr, vertagt. Schluß gegen 4 Uhr._ � Deutstbnationale gegen Schiele. Protest gegen sein ReichSschnlgesetz. Dresden. 26. September.(TU.) Der Landtagsschulau». schuh der Deutschnationalen Bolkspartet erläßt folgende Erklärung:„Der kürzlich der Oefsentlichkett unterbreitete Referentenentwurs zu dem Reichsschulgesetz hat allgemein starkes Befremden erregt, da er lediglich auf die ulttamon- tauen Bedürfnisse und Bestrebungen zugeschnitten ist und die Belange der protestantischen Staatsschule außer acht läßt. 2lu» diesem Grunde können sich die schulpolttisch interessierten Kreis« der Deutsch- nationalen Bolkspartei, trotz entschiedenen Eintretens für die De- kenntnisschule, unmöglich hinter diesen Gesetzentwurf stellen. Die Seschulüigungen gegen Lüders. Haftbefehl abgelehnt. Im Prozeß der Landespfandbriefanstalt trat gestern, wie wir schon kurz meldeten, eine Wendung ein. Der Angeklagte v. C tz d o r s. der einen nervösen Zusammenbruch erlitt, beschuldigte den ehemaligen Direktor der Landespfandbriefanstalt Lüders, er habe ihm gegen- über des öfteren den Wunsch geäußert, an dem Geschäft m i t v e r- dienen zu wollen. Damit erhebt der Angeklagte v. Etzdorf dem Mitangeklagten Lüders gegenüber den Vorwurf der Bestechlich. keit, ein Vergehen, das eventuell mit Zuchthaus gesühnt werden muß. Als Mitzeugen für feine Behauptung nannte o. Etzdorf die Angeklagten Karstädt und o. Carlowitz. und den Rechts- amvalt Dr. A l s b e r g. Er sagte weiter aus, daß er zunächst gearg. wöhnt habe, auch Nehring wolle an dem Geschäft persönlich ver- dienen, jedoch habe er später diesen Verdacht fallen lassen. N e h- ring Hab« jedenfalls von der Bestechlichkeit Lüders Kenntnis gehabt, wie er auch wußte, daß«in erheblicher Tell der Kredite nicht zu dem verbuchten Geschäft, sondern sür persönlich« Zwecke verlangt wurde. Carlowitz und Karstadt bestätigten die Aussage» de» Angeklagten Etzdorf, sowett sie Lüder» belasteten. Rechtsanwalt darum, drei Theater von leichtem Bau. z. B. in Holz, zu errichten. die man immer wieder umändern kann: ein Bersuchstheater von 300 Plätzen,«in Schauspielhaus von 1000 Plätzen und ein Opern- theater von 2000 Plätzen. Hier könnte man all« Arten von Auf- suhrungen veranstalten. Jede Nation, die teilnimmt, würde diese drei Bühnen 20 Tage lang zu ihrer Verfügung haben. Würden wir so nicht Nutzen ziehen von den Versuchen einer dramatischen Wiedergeburt, die wir heute erleben? Denn wir haben viel zu lernen. Zum Beispiel von den Deutschen. Ei« sind ernsthaft und fleißig. Alle ihr« Techniker sind gut ausgebildet. Man muß ja nachsichtig sein mit unseren Landsleuten, aber was sind unsere Ma- schinisten, unsere Regisseure, unser« Statisten wert? Jenseits des Rheins haben die Elektriker außerordentlich« Fortschritte gemacht. Die Sache ist wichtig, in einigen Iahren wird das Licht das Haupt- element der Inszenierung sein." Ausstellung„Da, Deutsche Buch" Berlin 1925. Die unter der Leitung der Lessing-Hochschule stehende Ausstellung„Do, Deutsche Buch" wird in Gemeinschaft mit einer Reihe maßgebender buchhändlerischer Verbände End« Oktober im„Haus Merkur", Kochstrahe 6/7, abgehasten werden und das Gesamtgebiet der deutschen Buch-, Kunst, und Mustkalienproduttion umfassen. Der Ausbau des Lusstellungsgebäudes sowie die dekorativ« Gesamtge- stastung ist den Professoren Büning und Eeeck übertragen worden. Eine besonder« Abteilung„Das Buch im Heim" wird eine Anzahl von Musterbibliocheken im Rahmen entsprechend ein- gerichteter Räume zeigen, deren Ausstattung die„Deutschen Werkstätten Hellerem' übernommen haben. Leber die Sebeutuvg der VoltsbShne für die Srveuenuia de, Xheofer* chrichi auf«nladun-, der Bolttbühnen-Jagend Dr. HanS W Fischer am Montag, den 28, September, abend» 8 Uhr. in der Aula Detomeister. (iiafee 18/17. Berliner Slidiische» volkskonzert de» Berliner Einlonie-Orchelter» unter Leitung de» Seiieralmufikdirettoi» Dr. JultuS Kopich findet am Montag. den 28. Sept.. abend» 8 Uhr, in der Reuen Veit. Hasenheid«, statt. Zur Aufsührunz gelangen die Tannhäuser- und die Rienzi-Luverlllre, Siegfried» Rbelniahrt.(Satan» Abschied, Feuerzauber, Lohengrin-BorsPiel und Szenen au«„Die Meistersinger von Nürnberg- von Rich.«agner. Eintritt 40 Pf. Der große Sfaafspret* für Bildhauer and ArchlleNea. Di« Akademie der Künll« schreibt soeben den großen Staattprei» au», an dem sich in diele« Jahr« Bildhauer und Architekten beteiligen können. Di«»äderen AuSIchreibvngZbedingungen können von der Atademi« der Lsiuste in Berlin W. 8, Pariser Platz 4, bezogen werden. £«• JaB» Nachlaß. Im Nachlatz de» kürzlich verstorbenen Kompoinsien Leo Fall befindet sich noch eine vollendet« Operette, die den Titel„Liebst du mich?' führt. Da» Werk soll demnächst in Wie» sein« Uraufführung im Theater an der Vien erleben. Rnochenreste von zehn Dkammut» wurden in einer Kiesdaggerei in Nardt bei Zanten gefunden. Der Bagger brachte anherdem«in grotze» ver- stewette» Horn und«ine steinerne Speerspitze an» Tageslicht. Opfer des Anloinobil,. Nach«wer Meldung au» Ne« York, find während de» letzten Wochenende» in den Vereinigten Staaten im ganzen 8 Petsoneu durch Antounsälle getötet und 80 oertetzt worden. Einer Statistik der„Dailh Mall- zufotge find im vergangenen Jahre in England 4000 Personen au« der gleichen Ursache getötet und mc?r alt 100000 verletzt morden. 2r. Alsberg, der zu diesem Zweck von der Wahrung seines Berufsgeheimnisses entbunden wurde, erklärte, daß v. Egdorf ihm gegenüber in einer Zeit, als an«ine« schlimmen Ausgang der Sache noch nicht zu denken war, erregt geäußert habe, die Direktion der Landespsandbriesanstalt wünsche an dem Geschäft persönlich zu verdienen, wie er sich dazu verhalten solle. Etzdorf habe damals bestimmt die Gesamtdirektion, also sowohl Luders w: e Nehring beschuldigt. Der Angeklagte Lüders bestreitet sehr erregt, mit derartigen Angeboten an das Adelskonsortium herangetreten zu sein, im Gegen- teil sei es v. Etzdorf gewesen, der ihm vergeblich derartige Angebote gemacht habe und es werde zu prüfen sein, ob Etzdorf nicht auch an den Leiter der Stettiner Sparkasse mit einem- Vestechungsversuch herangetreten sei. Auffällig ist es, daß der An- geklagte Lüders versucht, die konkreten Aeußerungen, die ihm Etzdorf, Karstädt und Corlowitz in den Mund legen, als falsch verstandene Scherzworte auszulegen. Don Etzdorf muß die Möglichkeit zugeben, daß er dem Leiter der Stettiner Sparkasse dos Angebot einer Geschäftsbeteiligung ge- macht Hab«. Der Angeklagte Nehring bestreitet in sachlichem Ton die ihm von v. Etzdorf und Alsberg unterschoben« Bestechlichkeit. Der Angeklagte v. Corlowitz erklärte im Laufe der Der- Handlung, er Hab« seinerzeit sein Erscheinen im Untersuchung?- a u s s ch u ß eingestellt, weil es chm peinlich sei, die f�rog« nach einer Bestechlichkeit des Angeklagten Lüders zu beantworten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft stellte, nachdem v. Etzdorf seine schwerwiegenden Anschuldigungen erhoben hatte, den An- trag. Lüders wegen dringender Fluchtgefohr in chaft zu nehmen. Der Gerichtshof lehnte jedoch am Schlüsse der Sitzung den Antrag o b. Direktor Lüders sei zwar der Bestechung nach Z 332 des Strafgesetzbuches dringend verdächtig, ein hinreichender Fluchwerdacht oder eine Verdunkelungsgefahr bestehe jedoch nicht. Der dringende Tawerdacht gegen ihn sei durch die Angaben der übrigen Angeklagten und durch die Zeugenaussage Dr. Alsbergs be- gründet. Das Gericht beschloß ferner die Zeugenladung des ehemaligen Landtagspräsidenten Leinert und des Abgeordneten Riedel. Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag früh 9% Uhr vertagt. Der Montag bleibt sitzungsfrei. Der französische Zlieger softes steht Dienstag vor dem �reiburger Gericht. Varls. 26. September.(MTB.) chavas meldet aus Frei- bürg t. Lr.: Infolge der von der französischen Regierung unternommenen Schritte gibt die deutsch« Regierung bekannt, daß das Verfahren gegen den französischen Flieger C o st e s, der in Frei- burg Interniert ist, am kommenden Dienstag vor dem dortigen Gericht zur Verhandlung kommen wird. Der Vorsitzende des Frei- burgsr Gerichtshofes erklärte sich übrigen» bereit, den französischen Flieger gegen Stellung einer Kaution von 7000 Mark in Freiheit zu setzen. Tatar-Sunae. Ei« Niefenstrozest im asiatischen Rnmänie«. Di«„Gesellschaft der Freund« Bessarabiens' hat«inen offenen Brief an die rumänischen Behörden erlassen, der von vielen hervor- ragenden Politikern, Gelehrten und Künstlern unterzeichnet ist. Unter den Unterschriften befinden.sich unter anderen die von Henri Barbusse. Prof. Albert E i»i st e i n, Prof. Karl G r ü m- b e r g und vielen anderen. In tiesem feierlichen Protest heißt es: 486 Bauern.Männer. Frauen und Kinder, stehen vor dem Kriegsgericht In K i f ch i n« w unter der Anklage, am bessarabifchen Aufstand vom September o. I. teilgenommen zu haben. Wie in der Butarester Kammer festgestellt wurde, sind berells 13 Angeklagte ohne gerlchMches llrkell hingerlchiei worden, die noch lebenden Angeklagten haben keine Möglich- t e i t zur D e r t e i d i g u n g, da sie sich mit ihren Anwälten nicht verständigen können. Kein Zeitungsberichterstatter, weder ein nimä- nischer, noch«in ausländischer, darf bessarabisches Gebiet betreten. Ein Leutnant. Morarescu. an dessen Händen das Blut von 30 unschuldig ermordeten Frauen und Kindern klebt, wurde in keiner Weise behelligt. Die unmittelbare Schuld an dem Ausstand von Nikolajewa tragen die Gendarmen, die am hellichten Tag auf offenem Marktplatz einen Bauern erschossen, weil er sein« Ware nicht u m s o n st hergeben wollte. Dies war der Funke, der die schon long« herrschende Empörung entflammte. Die Rache der Re- gierung war furchtbar. Nikolajewa und fünf ander« Dörfer wurde« durch Artillerie- fever gänzlich zerstSrl. die Stadt Tatar-Bunar in Brand gesteckt. In den Straßen dieser Stadt wurden noch nach beendigtem Kamps 2 00, in einer Kirche 8g geflüchtete Bauern gefoltert und abge- schlachtet. Die amtlichen Berichte verkündeten voll Siegcsstolz. daß 2000 Menschenleben diesem Rachefeldzug der Regierung zum Opfer gefallen sind. Ein Gebiet von 60 Quadratkilometern ist in eine Wüst» verwandelt worden. Außerdem sind 270 Gefangene im Kerker„aus der Flucht erschossen" worden. Sogar fürchterlich verstümmelt« Leichen totgemarterter Bauern hat man zur Ab- fchreckung öffentlich ausgestellt. Der Ausruf schließt mit der Forderung öffentlicher Ge- richtsverhandlungen und Freilassung der Ge- fangenen. Man bedenk«, daß diese» Besiarabien einfach von Rumänien geraubtes Land ist! Der Massenprozeß vor dem nur aus Offizieren bestehenden Gericht geht weiter: nur daß man nicht mehr im Kefängntshof, sondern in einem Riefcnzelt„verhandeln" wird. Zwei französischen Rechtsanwälten war es gelungen, zur Verhandlung durchzudringen. Solange sie da waren, durften die Angeklagten reden. Sie be- richteten fürchterliche Bluttaten der rumänischen Offiziere und Gen- darmen. Aber die europäischen Zeugen sind fort und düstere» Schweigen deckt die Schmach von Kischinew Caillaux' verhanülungen. Nordamerika weist daS frauzosische Angebot als ungenügend zurück. Varl», 26. September.(Eigener Drahtbericht.) Der Verlauf der Echuldenverhandlungcn in Washington hat lediglich dazu bei- getragen, den Optimismus, der hier bei Eröffnung der Berhand» lungen geäußert wurde, zu dämpfen. Die Blätter geben der Meinung Ausdruck, daß ein Scheitern der Verhandlungen durch- aus möglich fei. da die amerikanischen Forderungen eine Höhe erreichten, die Frankreich in keinem Falle zuzugestehen in der Lage sei. Gleichzeitig legen die Blätter großen Wert darauf. daß nach dem zukünsligen Vertrag die französischen Zahlungen an Amerita und England in keinem Fall« höher sein dürften, als die Einnahmen Frankreich» au» dem Dowes-Plan. Nach den au» Washington vorliegenden Meldungen scheint Caillaur darauf ver- zichtct zu haben, diese Bestimmungen in unverhüllter Form zu ver- langen. Er scheint jedoch dieser Forderung der öffentlichen Meiiurng Frankreichs fo Rechnung zu tragen, daß er darauf besteht, daß die Zahkungs f ä h i g k e i t Frankreichs berück'ichtiat werde und in Zu- kunst. im Falle einer Veränderung dieser Zahlungsfähigkeit, die französischen Zahlungen suspendiert werden. Doch scheint auf omerlkanisch« Seit« wenig Neigung vorhanden zu sei», in diesem Das Untemehni Eine Erklärung LoLs dreißig Shinden hat das Reichsarbeitsministerium gebraucht, um eine Erklärung gegen die Veröffentlichung des „Vorwärts" über die aufsehenerregende„Aktennotiz" des Unternehmersyndikus M e i ß i n g e r fertig zu bringen. In der elften Abendstunde erhalten mir Kenntnis von dieser ebenso langen als nick>tssagenden Erklärung, die wir im Wortlaut hier folgen lassen: Es handelt sich hier um eine de? vielen Besprechungen, die fort- während im Rsichsarbeitsministgrium, teils mit Arbeitnehmern, teils mit Arbeitgebern, in sozialpolitischen Fragen stattfinden, ahn« daß darüber besondere amtliche Aufzeichnungen angefertigt werden. Dagegen hat anscheinend Dr. M e i h i n g e r später«inen einseitigen Aktenvermerk verfaßt, der in wesentlichen Punkten auf Mißverständnissen beruht und objektiv falsch ist. Der Gefamteindruck, der so entsteht, widerspricht durchaus dem Stand- punkt des Ministers und selbstverständlich auch der in Frage kommenden Winisterialabteilung. Wenn auch Ministerialdirektor Dr. Sitzler zurzeit aus Anlaß des Berner sozialpolitischen Kongresses abwesend ist, so kann doch auf Grund der Teilnahm« des zuständigen Unterabteilungsleiters des Ministeriums an der Besprechung mit Dr. Meißinger schon jetzt folgendes klargestellt werden: Die Stellungnahme des Minfteriums bei der Betrachtung der Lohn- und Wirtschaftslage ist stet» eine selbständige gewesen, und auch in den letzten Monaten hat keineswegs eine„restlose Uebereinstimmung mit der Arbeitgeberseite" bestanden. Der Minister hat das Ansinnen der Unternehmerseite, sich einseitig zu ihrer Auf- fassung in der Lohnfrage zu bekennen, stets abgewiesen. Die Selbständigkeit des Ministeriums wird wohl am besten durch die Tatsache gekennzeichnet, das die D« r b i n d l i ch k« i t«- «rklärungen in ihrer Mehrheit zugunsten der Arbeitnehmer erfolgt sind. Nicht recht verständlich ist die Entrüstung de»„Bor- wärts" über angebliches Eingreifen des Unternehmer- Vertreters in ein schwebende» Schlichtungsverfahren. Weih der„Vorwärts" wirklich nicht, daß in Lohnstreitigteiten, auch wäh- rend schwebender Schlichtungsverfahren, in Hunderten von Fällen auch die Arbeitnehmervertreter ihre Vorstellungen beim Ministerium erhoben haben? Im übrigen irrt der„Vorwärts" auch darin, wenn er angibt, daß der bei der Besprechung mit Dr. Meißinger anwesende Ministerialrat Meves in dem Bauarbeiter- streit Schlichter oder Schiedsrichter gewesen sei. Richtig, aber keineswegs neu ist, daß da, Reichsarbeits. Ministerium die Verbindlichkeitserklärungen von Schiedssprüchen in letzter Zeit eingeschränkt hat, nicht zuletzt, um Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder mehr zur Selbstoerant- tung zu bringen. Man vergleiche darüber die Ausführungen des Ministers im Haushallsausschuß des Reichstag» noch dem Aus- schuhbericht. Uebrigens haben sich die Gewerkschaften selbst oft genug für Einschränkung der Verbindlichkellserklärung ausgespro- che«. An eine Beseitigung der Verbindlichkeitserklärung denkt im Reichsarbeitsministerium niemand. Dem entspricht auch die Praxi» des Ministeriums. Erinnert sei beispielsweise an die kürzlich er- folgte Verbindlichkellserklärung bei dem Lohnstreit der Niederrheini- sehen Textilarbeiter. Der Hinweis de»„Vorwärts" auf die fehlend« Verbindlichkellserklärung für den Schiedsspruch bei der Reichsbahn kann doch wohl nicht ernst gemeint sein, wenn man bedenkt, daß«» sich dabei um einen vom Arbellgeber angenommenen, von den Ar- bellnehmern aber abgelehnten Schiedsspruch handelt. Daß das Reichsarbellsministermm„die Verabschiedung eines neuen Arbeitszeitgesetze» mit allen Mitteln in di« Länge zieht", trifft nicht zu. Im Gegenteil, hat das Ministerium den um- lassenden Gcsetzemwurf beretts sowell gefördert, daß es gerade des- halb von weiteren Einzelverordnunge» auf Grund de»§ 7 der geltenden vorläufigen Arbeitszelloerordnung absehen zu können glaubt«. Au» der Einbeziehung von weiteren Schutzbestimmungen für Frauen, Jugendliche und Kinder, über Sonntagsruhe und dergleichen folgt nur die Gründlichkeit, mit der dieser äußerst wichtig« Gesetzentwurf behandelt worden ist. Das neu« Gesetz soll und muß die vielbetlagte Zersplitterung des Arbeiterschutzes, der sich setzt auf alle möglichen Gesetze und Verordnungen verteilt, endgültig beseitigen. Es ist gerade dos Verdienst des angegriffenen Ministerialdirektors Dr. S i tz l e r, wenn trotz aller Schwierigkeiten dieses Gefetzgebungs- werk energisch gefördert werden konnte und schon greifbar« Gestall gewonnen hat. Das Reichsarbeitsministerium hat sich reichlich Zeit ge- lassen zu seiner sehr inhaltslosen Erwiderung. Es spricht von einer„angeblichen Aktennotiz". Es wird aber wissen, daß es sich nicht um eine„angebliche", sondern um eine tatsächliche Aktennotiz handelt. Das geht ja im übrigen auch daraus hervor, daß es diese angebliche Akten- notiz nachträglich als„e i n s e i t i g e n Aktenvermerk" bezeich- net, von„Mißverständnissen" des Dr. Meißinger spricht und sagt, daß der angeblich einseitige Aktenvermerk objektiv falsch sei. Im übrigen hätte Herr Dr. Meißinger. mit dem sich das Reichsarbeitsministerium inzwischen wahrscheinlich in Ver- bindung gesetzt hat, Zeit und Gelegenheit gehabt, die Der- öftentlichung zu dementieren, wenn sie nicht authentisch wäre. Das Reichsarbeitsministerium redet sich weiter auf die Abwesenheit des Ministerialdirektors Dr. Sitzler hinaus. Aber Herr Ministerialrat Mewes ist anwesend. Im übrigen hat Ministerialdirektor Dr. Sitzler. wie Dr. Meißinger in seiner Aktennotiz vermerkt, seinerzeit den Reichsarbeits- minister von dem Inhalt der Besprechung i n f o r m ie r t. Der Reichsarbeitsminister bestreitet auch keineswegs,»on Ministerialdirektor Dr. Sitzler informiert worden zu sein. Der Versuch, die Besprechung zwischen dem Syndikus der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberoerbände und dem Ministerialdirektor D«-. Sitzler als„eine der vielen" Be- sprechungen hinzustellen wie sie tagtäglich auch mit Ver- tretern der Arbeiterschaft stattfinden, schlägt völlig fehl. Punkt« Frankreich nochzugeben. Die wesentliche Meinungs- Verschiedenheit zwischen der sranzösischen und der amerikanischen Delegation scheint sich auf die H ö h e der französischen Zahlungen zu beziehen. Hier scheinen die Amerikaner da» Doppelte de» fron- zösischen, Angebots zu fordern. Die Amerikaner haben infolgedessen oie französischen Dorschläge als eine nicht geeignet« Basis für die Vorhandlungen bezeichnet und di, französische Delegation auf- gefordert, neu« Vorschläge zu unterbreiten. Das neue französisch« Angebot wird, wie die„Information" sich melden läßt, wahrschoin- lich am Montag der amerikanischen Schuldenkommisswn überreicht werden. Ischilscherln wird heute Sonntag früh in Warschau erwartet. Amtlich wird erklärt, daß Tschitscherin zu Kurzwecken eine Auslands- reise unternommen habe, und die Durchreile durch Warschau be- nutzen wolle, um den polnischen Außenminister Graf Strzynski zu besuchen. Dienstag soll Tschitscherin tn Berlin eintreffen. Dann geht er m einen österreichischen Kurort. er-Mniftermm. »es Dr. Brauns. Ebenso die Behauptung, daß muh Arbeiterorganisationen bei schwebenden Schlichtungsverfahren in derselben Weise eingriffen. Kann das Reichsarbeltsministcrium einen kon- treten Fall nennen, wo ein Vertreter des ADGD. in einem Schlichtungsverfahren das Reichsarbeitsministerium bza». dessen höchste Beamte, die mit der Schlichtung des Streitfalles beauftragt waren— und der Ministerialrat Dr. Mewes war damit beauftragt— aufgesucht und dort gefordert hat, daß der Schiedsspruch ganz konkret eine bestimmte Lohn- erhöhung aussprechen müsse? Richtig ist. daß die Arbeiterorganisationen ganz allgemein vorstellig ge- worden sind, um in sozialpolitischen Fragen ihre Wünsche vorzutragen. Aber niemals hätten sie sich den Uebergriff er- lauvt, direkt in das Verfahren einzugreifen, um die mittelbar oder unmittelbar tätigen Unparteiischen auf» zusordern, einen Schiedsspruch in einem ganz bestimmten Sinne zu fällen oder zu vercmlasien. Der Reichsarbeitsminister bestreitet nicht, daß Dr. Meißinger imName.nderVereinigung derDeut- schen Arbeitgeberverbände den Wunsch ausge- sprachen hat, der Reichsarbeitsmimster solle ein« Broschüre schreiben, in der er in der Lohnpolitik die Wünsche der Unter- nehmer vertreten würde. Der Reichsarbeitsminister versucht, in der Frage des Arbeitszeitgesetzes die Dinge möglichst Harm- los hinzustellen, ohne die Tatsachen bestreiten- zu können. Er erklärt insbesondere, daß, wenn der Z 7 der Arbeitszeitverord- nung nicht mehr angewendet werde, so beweise das, daß das Reichsarbeitsministerium seit Erlaß der Arbeitszeitverordnung im Dezember 1923 der klar ausgesprochenen Verpflichtung, für gesundheitsschädliche Betriebe die Arbeitszeit auf höchstens acht Stunden täglich zu beschränken, aus dem Wege gegangen. Rur für die H ü t t e n b e t r i« be ist eine Verordnung erlassen worden, nachdem der Reichswirt- lchastsrat dazu ausdrücklich aufgefordert hat. Aber selbst diese Verordnung ist sofort durchbrochen worden, ohne daß das Reichsarbeitsministerium dagegen etwas unternommen hätte. Seitdem ist nichts mehr getan worden. Das ist eine ganz sonderbare Gründlichkeit! Es ist eine nicht minder sonderbare Gründlichkeit, wenn der Reichsarbeitsminister mit den Arbeitsministern Frank- reichs-uno Belgiens in Anwesenheit des Direktors des Inter- nationalen Arbeitsamtes eine Vereinbarung überdie RatifizierungdesAbkommensvonWashing- ton trifft und dann ein Jahr oerstreichen läßt, ohne etwas zu tun. Es ist eine höchst sonderbare Gründlichkeit, wenn der Reichsarbeitsminister vor den Wahlen im Dezember 1924 wiederholt öffentlich erklärt, daß der Acht stundentag demnächst gesetzlich festgelegt bzw. wiederhergestellt würde, und dann bis heute noch nicht einmal ein Referenten- entwurf darüber vorliegt. Das ist eine Gründlichkeit, die zweifellos mitdenWünfchenderUnternehmer über- einstimmt. Es ist natürlich auch nur ein Zufall, weim der Reichs» arbeitsminister in der letzten Zeit von der Verbindlichkeit»- erklärung von Schiedssprüchen einen sehr bescheidenen Ge» brauch macht. Tatsache ist. daß der Vertreter der Vereinigung der Deut- schen Arbeitgeberverbände in allen Fragen der Arbeitszeit- und Lohnpolitik die vollste Uebereinstimmung zwischen ihm und den höchsten Beamten des Reichsarbeits- Ministeriums festgestellt hat. Tatsache ist weiter, daß der MinistLrialdirektor Dr. Sitzler ausdrücklich erklärt hat, die Schlichter im Sinne der Unternehmer be- arbeitet zu haben. Tatsache ist weiter, daß in der Frage der Arbeitszeit- und der Lohnpolitik nicht n u r ein einseitiger Aktenvermerk des Unternehmerfynditu« vorliegt, sondern eine Politik, di« seit Jahr und Tag vom Reichs- arbcitsministerium betrieben wird und die, wie nun aktemnäßig festgestellt ist, d i« Politik ist. die die„Ver- eimgung der Deutschen Arbeitgeberverbände" vom Reichs- orbeitsministerium fordert. Wenn Dr. Brauns nicht be- greift, daß ein« derartige Politik unvereinbar ist mit den Auf- gaben und Pflichten eines Reichs a r b e i t s Ministers, dann muß bei den Arbeiterorganisationen auch der letzte Rest von Vertrauen zu diesem Reichsarbeitsministerium schwinden. Selbst die Christliche» sind entsetzt. Die„Aktennotiz" des Unternehmersyndikus Meißinger über seine Unterhaltung mit dem Ministerialdirektor S i tz l e r und dem Ministerialrat Mewes vom Reichs- arbeitsministerium gibt dem„Deutschen", dem Tageblatt der christlichen Gewerkschaften, Anlaß zu dieser Bemerkung: Das Reichsarbeitsministerium wird nicht umhin tonnen, sich schnellsten» zu diesen fast ungeheuerlich klingenden„Eni- hüllungen" zu erklären. Wesentlich notwendiger aber noch als eim amtliche Erklärung erscheint uns eine klipp und tl«r« Stellungnahme des Herrn Ministerialdirektor» Dr. S i tz l e r zur„Attennottz" Dr. Meißinger». Wird einwandfrei klargestellt, daß Dr. Meißinger übertrieben hat, so braucht dieser um den Spatt gewiß nicht besorgt zu sei«. Denn aber wahr ist. wa» die„Aktennotiz" besagt, dann bleibt kaum etwa» andere» übrig, als daß die Geivertschaslen und alle sozialinter- essierlen Kreise mit allen zu Gebote stehenden Mitteln einem solchen Zustande eia«Lade bereiten. Vorsichtigerweise hat der„Deutsche" allerdings tm Ar- beitsministerium angefragt und dort die Mitteilung erhalten, daß die Darstellung Dr. Meißingers in wesent- lich en Punkten unrichtig und übertrieben" sei. Soll wegen dieser Behauptung jetzt der„Spott" für den Unternehmersyndikus genügen?_ Die Drusen räumen ihr ilanü. Ihr Appell an den Völkerbund. Vari». 26. Sevtember.(Eigener Drahtbericht.) Au« Beirut wird gemeldet, die sranzösischen Truppen, die Sueida enisctzten. hätten sich aus dem Wege nach Sueida überzeugen können, daß die Drusen ihre Dörfer oerlassen, auch ihre Frauen und Kinder aus den Dörfern entfernt und vorher die Brunnen und Wasserquellen un> brauchbar gemacht hätten. Nach einer Meldung aus englischer Quell« sollen di« Drusen an den Völkerbund einen Aufruf ge- richtet haben: sie fordern den Völkerbund auf. ein« neutral« Untersuchungskommission für den Diebel Drus zu ernennen und die Beilegung der militärischen Streitigkeiten herbei- zuführen.__ ?n Horthy-Ungarn ist der einstig« bolschewistische Volkskommissar Rakosi, der mit vielen anderen Verurteilten gegen in Rußland kriegsgefangene Ungarn ausgetauscht worden war, verbaftet worden und außer ihm noch razzienwets» zahlreiche Kommumste«. GswerMQstsbewegung 5eue?wehr! Seit Wochen und Moniten wird die Bevöttsrung Serkins durch Meldungen von Brandstiftungen in Atem gehalten. Die Kriminal- polizei entfaltet eine fieberhaste Tätigkeit, Turmwachen werden ein- gerichtet und die Mitwirkung der gesamten Einwohnerschaft verlangt. An die Feuerwehrleute werden die denkbar größten An- forderungen gestellt. Ihre von Gewissenhaftigkeit und hohem Ver- antwortlichkeitsgefiihl getragen« Tätigkeit, die besondere Quali- sikationen, auch beruflicher Art vorousseßt, hat ihnen das Vertrauen und die rückhaltlose Anerkennung der Berliner Bevölkerung dnge- tragen. Nur der M a g i st r a t der Stadt Berlin, der Arbeitgeber dieser Feurwehrleute, glaubt gerade diese Angestellten als Stisf- kinder behandeln zu müssen. Seit diesem Jahre sind die Feuerwehr- leute vom Arbeiter- in das Angestelltenoerhältnis übergeführt worden. Dabei wurde eine so niedrige Eingruppierung vorge- nommen, daß ein Teil dieser Feuerwehrleute bis zu 60 M. monatlich weniger verdient als vorher als Arbeiter. Das Einkommen dieser Lute ist so gring, daß es ganz einfach nicht mög- lich ist, auch nur den notdürftigsten Lebensunterhalt davon zu be- streiten. Außerdem ist es eine schreiende Ungerechtigkeit, daß man z. B. den Telegraphisten, den Maschinisten und Fahrern und den cheilgehilfen, die bei der Feuerwehr beschäftigt sind, bis zu 7 5 M. monatlich weniger Gehalt zahlt als den in anderen städtischen Dienststellen beschäftigten Angestellten und Beamten, die dieselbe Tätigkeit ausüben. Dabei müssen die bei der Feuerwehr Ange- stellten neben ihrer Spezialtätigkeit natürlich auch den Feuerlösch- oienst mitoerrichten. Leider ist durch einen unglücklichen Wortlaut im Anstellungs- »ertrag« dem Magistrat als Arbeitgeber einseitig das Recht zugstanden, die Eingruppierung vorzunehmen. Der Magistrat macht von diesem Recht in der Weise Gebrauch, daß er d i e F e u e r- wehrleute schlechter stellt als alle übrigen Arbeit- n e h m e r. chier tritt mit aller Deutlichkeit der arbeiterfeindliche Seist der maßgebnden Stellen unserer Stadtverwaltung zutage. Die Feuerwehrleute werden sich nicht ohne weiteres zufrieden geben: sie werden diesen engstirnigen Sparsamkeitsoposteln beweisen, daß sie nicht nur ihre schweren Pflichten zu erfüllen bereit sind. sondern auch entschlossen sind, sich ihre Rechte zu erkämpfen. Die Bevölkerung Berlins hat das größte Interesse daran, daß der Ma- giftrat der Stadt Berlin den Feuerwehrleuten Gerechtigkeit wider- fahren läßt. Die Feuerwehrleute aber haben alle Vranlassung, den bürgerlichen Arbeitnehmerfeinden am 25. Oktober die Quittung zu geben, die sie verdient haben._ Der kommuaiftifthe velegationsrummel. Neben dem Komitee der Arbeiter-Rußlanddelegation hat sich die KPD. auch ein„Einheitskomitee für I u n g a r b e i t e r d.e l e- gation nach Sowjetrußland� zugelegt. Dieses„Einheitskomitee" wendet sich an alle Vorstände und Mitglieder der gewerkschaftlichen Jugendsektionen Berlins und verweist aus seinen Aufruf zur Sendung einer solchen Jungarbeiterdelegation. Bezüglich dieses Aufrufs heißt es: „Wir müssen uns leider auf die„Rote Fahne' berufen, da zum großen Bedauern der dem„Vorwärts' zugesandte Ausruf nicht ab- gedruckt ist.' In den breiten Masien der Iungarbeiterschast bestehe ein Be- dürfnis, die Verhältnisse in Rußland kennen zu lernen und„die Ge- werkschaftsorgane haben daher die Pflicht, diesem Drängen(der KPD.) nachzugeben. Es sollen Jugendsektions- und Beleaschaftsver- sammlungen einberufen und in letzteren auf je lO— 25 Jugenblid)« in einem Betriebe ein Delegierter, auf je weitere 25 Jugendliche ein l weitere? Delegierter zn einem.�sungarbeiterkongreß in Berlin gewählt werden. Gewerkschaftliche Jugendsektionen dürfen je einen Vertreter außerdem zu diesem„Kongreß' schicken. Zu den Jugendsektions- und Belegschaftsversammlungen stellt das Einheits- komitee Referenten. Die Gewerkschaften dürfen auch zu dem Ein- heitskomite« offizielle Vertreter ihrer Jugendsektionen schicken. Di« Gewerkschaften werden das natürlich nicht tun und den Jugendgenossen klar machen, daß hier auf eine gewisse Aben- teuerlust unter den Jugendlichen spekuliert wird, um sie mit vor die verfahrene Karre der KPD. zu spannen. Zur Gehaltsbcwegung der Reichsbahnbeamten. Sofort nach der Besprechung der Beamtenspitzenorganisationen mit dem Rcichssinanzminister, die im Laufe der nächsten Woche stattfinden dürfte, werden die Organisationen der Reichsbahn- beamten zusammeMreten, um von neuem zur Bcsoldungsfrage Stellung zu nehmen und neue Verhandlungen mit der Reichsbahn- gesellschaft zu beantragen. Don dem Ausgang der Besprechung im Reichsfinanzministerium wird es abhängen, welche Wege die Eisen- bahnbeamten einschlagen, um die längstsällige Befoldungsregelung endlich in Fluß zu bringen._ Milzbrandvergiftunge» in der Textilindustrie. Aus Kreisen des Deutschen Textilarbeiterverbandes wird uns ge- schrieben: In der Hamburger Wollkämmerei haben sich seit dem 12. Mai 1925 eine Anzahl von Fällen von Milzbrandver- giftungen ereignet, von denen 3 Fälle zum Tode führten.(Das „Hamburger Echo' hat sogar 8 Todesfälle gemeldet.� Nach den ersten Todesfällen sind vom Hamburger Gewerberat S ch u tz m a ß- nahmen angeordnet worden. Sie wurden jedoch auf Be- treiben der Firma, nachdem ein Arzt bescheinigt hatte, daß keine Gefahr neueintretender Fälle mehr vorhanden sei, durch die Ham- burger Gewerbeaussichtsbehprde wieder aufgehoben, ohne daß sich der Gewerberat mit dem Betriebsrat verständigt hatte. Nach Aufhebung der Schutzmaßnahmen trat ein neuer Fall von Milz- brandvergiftung ein, der wiederum den Tod eines Ar- b e i t e r s zur Folge hatte. Die Ursachen der zahlreichen Milzbrondvergiftungen werden darauf zunickgeführt, daß die Hamburger Wollkämmerei Wollen ausderasiatifchenTürkeiundPersien verarbeitet, von denen bekannt ist. daß auch Vlies« von milzbrondkranken Schafen mitverpackt werden. Die Einfuhr dieser Wolle war in der Dorkriegs- zeit wegen Ansteckungsgefahr beschränkt. Während des Krieges find die Verordnungen über die Einfuhr von Wolle aus den ge- nannten Gefährcngebieten aufgehoben worden. Der Deutsche Textil- arbeiterverband hat sich nun mit einer Beschwerdeschrift an die Re- gierung gewandt, in der er eine strenge Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen forderte, damit der Arbeiterschaft der nötige Schutz zuteil wird._ Es wird immer noch stillgelegt! Hamborn. 26. September.(WTB.) Bei der August- Thyssen-Hütte in Hamborn sind weitere Betriebseinschrän- kungen vorgenommen worden, die in der Hauptsache die Walz- werke 6 und 7 betreffen. Sollte kein« wirtschaftliche Besserung eintreten, so soll auch der Hochofenbetrieb bis auf drei Hochöfen eine Einschränkung erfahren. Teilkündigungen sind bereits erfolgt._ Aussperrung der Installateure i« Köln. Wie Mtb. meldet, forderten die Installateure die Erhöhung des Spitzenlohnes von 1,15 M. auf 1,40 M. Da die Unternehmer nur eine Erhöhung auf 1,25 M. zugestanden, kam es bei einigen Firmen zum Streik. Daraufhin beschloß der Verein der Kölner In- stallateure die Gesamtaussperrung der Gehilsenschaft. Streik in den Danziger Eisenbahuwerkstättea. Donzig, 26. September.(TU.) Da die heutigen Lohnverhand- lungen zwischen der Eisenbahnverwaltung und den Arbeitern der Eisenbahnwerkslätten ergebnislos verlaufen sind, ist in den Wert- stätten die Arbeit niedergelegt worden. Ter Streik der indischen Bamnwollspiuner. Der Streik in Bombay hat eine weitere Ausdehnung erfahren. Von 82 Spinnereien liegen 77 vollkommen still. Die Zahl der Streikenden beträgt 156 000._ Alle Glaferarbciter der Ulibeg(Vereinigte Glasermeister), Ehor- lottenburg, gelten als S t r e i k a r b e i t, da diese Firma Arbeiten in Akkord ausführen läßt. Akkordarbeit ist für dos Glaser- qewcrbe Groß-Berlin unzulässig. Zurzeit werden größere Arbeiten mit Unorganisierten in der K n o r r b r e m s e ausgeführt. Der Bau gilt für Glaser als gesperrt. Die Löhne der Glaser betragen vom 25. September bis 30. Oktober 1,32 M., vom 30. Oktober bis mit 31. Dezember 1,35 M. pro Stunde. Die Fachgruppcnlcitung. Die Parkcikbodenleger befinden sich im S t r e i k. D i e B c r- liner Bauarbeiter werden ersucht, auf Streikbrecher zu achten. Jeder arbeitende Parkettbodenlegsr, welcher sich nicht im Besitz einer A u s w e i s k a r t e des Deutschen Holzarbeiteroerbandes befindet, ist als Streikbrecher zu betrachten. Deutscher Holzarbeiteroerband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung. Bauarbeiter! Die Platzarbeiten der Finna Goltlisb T e sch, Lagerplay Rummelsburg, Köpenicker Chaussee, sind für Platz- und Tiefbauarbeiter wegen Lohndifserenzen gesperrt. Wir bitten. Arbeitsangebote bei dieser Firma abzulehnen. Deutscher Baugswerksbund, Baugcwcrkschaft Berlin. D«Atsch« H>>l,arb«it«r»erbaud. ZRnfitinft�mrntkTiarlkit«. Montag abew» 7 Uhr in Echlnie.'s Aeslsiilen, jiriickcnstr. 2, Älrtrournomannrrvcrsainmlu-� Unser« Lohnbewegung. Jeder Betrieb muh vertreten sein.— Die MitglirtA der Branchencommission treten um S Uhr im selben Lolcl zu«in«r Cihung lammen. Zeutralverdand der Angestellt«», Sektionen Reich?» und Staats- behiirden: Mitgliederversammlung morgen Montag, abend 71- Uhr, Häver» lands Fcslsät«, Reu« Fricdrichstr. ZZ. Achtung. B-rgmanu Scestrohc! Am Montag, den A. September, abends s>4 Uhr, bei Rroll, Utrechter Str. 21, Bersammlung aller SPD..Ecnoss:n. ZSich» tig« Tagesordnung. Jeder muß erscheinen. Sympathisierende tonnen eii-gesUhrl Der Froktioasoorgaud. Deutscher Bekleidungarbeiter-Verbaab. Herreu-, stuibeu- und Burschen» tanlektion. Mitgliederocrsammlun-r ani Ticnslag, den 2ll. September, abends 7 llhr, in den„Residenj-Festsalen", Landsberger Str. Zt. Bericht vom Per. bandslag. Tie neue Beilragsregeluvg. Mitteilungen und Verschiedenes. Mil» gliedsbnch oder»karte kegitimiert: ohne dies oder mit mehr als vier resticrcndcn Wochenbeiträgcn kein gutritt. Lollj ahliges und punktliche» Erscheinen wird er- wartet! Die Branchenkommission. gdA.- Mitglieder der»etalliadustric! Dienstag, den Z». September lgllö, abends 8 Uhr, Kcrinania.Säle, Thausseeftr. 110, Mitgliederversammlung aller unter den BBMI.-Tarif fallenden Belricbe. Stellungnahme-um Schiedsspruch über die Regelung der Seplembergehälter. Erscheinen aller Mitglieder ist UN. bedingt erforderlich. Achtung, SPD..»ewei»d«. und Staatsarieiter! Am Mittwoch, den ZY. Eep» tember, abends 7 Uhr, in den Mnsikcrsälen. staiser.Wilhelm.Str. ZI. Bersamm» lung aslcr SPD.»Genossen. Spmpathistcrende können eingeführt werden. T.»D.: 1. Wie stellen wir uns-ur bevorsteheaden Etadtvcrordnelenwahl? 2. Vrr» schiedrnes. Es ist Pflicht aller E« Nossen, diese Versammlung zu besuche». Der graltionooorstend. Renwahl de» Selamtbetriebirat» de» Ragistrat» Berlin. Mittwoch, den Zl>. September, nachmittags Z<- Uhr, Vollversammlungen der Arbeiter, und An» gestelltenritte. Für die Arbeiter im Biirgcrsaal. für die Angestellte» gimmer KM »e, Berliner Rathausc». Die Bezirks» bzw. Einzelbctriebsräte der zentralen Verwaltungen werden verpflichtet, in diesen Bersammlungen zwecks Ausstellung der Kandidatenlisten Borschliige aus ihren Körperschaften zn machen. Ferner bitten wir, die Einzelmitglieder von dieser Einladung i» Kenntni» sehen zu wollen._ Der Sesamtoctriecorat. Verantwortlich kür Politik: Ernst Reuter: Wirischast: Artur Soiernns: Sewerkschaftsbewequng: Friedr. Shkorn: Feuilleton: K. S. Dösche«: Lokal-, und Sonstiges: Frist Karstadt; Anzeigen: Th. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Lorwärls-Berlag®. rn. d. fi.. Berlin. Druck: Porwärts-Buchdruckerel und Berlaasonüalf Paul Singer u Eo.. Berlin SD 68 Llnbenürast« lt. Hierzu 3 Beilag- n,..Bücherwelt' und„Uuterh«ltunq»ad Wiste«'. QEQR. 1813• BERLIN C• SPANDAUERSTRASSE• KÖNIGSTRASSE MUMdllllMIMIMstllMtmllUlMtMIIIMIUUtMmi HaiuSschuBie Montag, 2S.S«»tI»r., a— hios—n ibi Ocmlmen��ritcKul su extra billigen Preisen Halbvorhang fSfS.. 1.65 Halbvothang r««»!*. Tau 3*10 Halbvorhang Erb»tüH mit q oc Bändchenarbeit......... Halbvorhang cit.mw« nc mit handgearbeitet, Motiven Halbvorhang Etamm« m. s* q/-\ Filet-andque Frie«......... OeC/V' Halbvorhang Etammem.4 Q/"V Filet-antique Fne» n. SpitzeX UoC/U Halbvorhang Etamms m. Hohlsaum«. Greb-Filet 1 ck Fries und Spitze........ X X• OU Halbvorhang Etamine. o />/"> m. groO. antik. Filet-FuS. X OaV-V- Halbvorhang Etamine m. Hand-Hohlsaum, Filet 1 Q Friee und Spitze........ 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Madeira-Ecke ihaaepi I Ansaat! preis. 3 StUcÜ 0.55 Der neu erschienene HenbSt-* Und Wlnf enkclf dlOg wird auf Wunsch kostenfrei zugesandt. Nr. 457 ♦ 42. Jahrgang 1. Heilage ües vorwärts Sonntag, 27. September 1425 5 L in£ Bild der Katastrophe Im poloiscbea Korridor. hundert Jahre Eisenbahnunfall Am 27. September feiert die Eisenbahn ihr lOOjähriges Jubiläum. Ohne Prophetenpabe kann man sagen, dah ihr kaum ein zweites Iahrhundert-Jubiläum beschieden sein dürste. Das Morgenrot einer Zeit, die den reisenden Menschen vom Schienen- geleise in die Lüfte erhebt, steht am Himmel. Aber noch auf Jahr- zehnte hinaus wird trog alledem das eiserne Rad auf eisernen Schienen das Verkehrs mittel der erwerbstätigen, der beruf- wie erholungsuchenden Menschen bleiben. Wir würden uns leichter mit dieser Tatsache abfinden, wenn es der Eisenbahn gelungen wäre, in ihren ersten 100 Jahren die Sicherheit in gleichem.Maße auszubauen wie ihr Tempo und ihr (öleisnetz. Virtfchaftllchkeit und Menschenleben. Gerade die schweren Unfälle der letzten SaHre haben die Oesfentlichkeit mit Eindringlichkeit auf dieses Mißver- Kältnl» hingewiesen. Keine benihigenden Presteerklärungen und Denkschriften der Reichsbahngesellschaft, keine geschickt aufgemachten Statistiken täuschen darüber hinweg, dah hier Versäumnisse vor- liegen, die einer rein kapitalistischen Auffassung des De- griffs der Wirtschaftlichkeit entspringen, einer Rentabilitätsrechnung, die auch das Menschenleben nur als einen Zahlenwert � Wer diesen Begriff der Wirtschaftlichkeit als unmoralisch ab- lehnt, der muß verlangen, daß olle Möglichkeiten zum Schutze des Menschenlebens, die zurzeit durch den Stand der Technik gegeben sind, restlos ausgeschöpft werden— unabhängig von der rech- nerischcn Rentabilität de» Betriebes. Der Druck der öffentlichen Meinung in dieser Richtung würde noch viel stärker sein, wenn man in den breitesten Kreisen über die tatsächlichen Unfall- zahlen und über die Geschichte des Eisenbahnunfalls auch nur einigermaßen orientiert wäre. Diesen Zweck erfüllt ein soeben im Dietz-Verlage erschienenes Büchlein(Ernst Krafft: 100 Jahre Eisen- bahnunfall. Preis 1,— Mk.), das mit reichem statistischen Material und mit einer Fülle charakteristischer Bilder den tatsächlichen Um- sang der Eisenbahnunfälle, ihre Gründe und die Mittel zu ihrer Behebung erörtert. Ei« paar Zahle«. Ist e» bekannt, daß z. B. im Iaht« 1024 auf 150 000 Kilometer in Deutschland ein Betriebsunsall und ein Verwundeter kam? Das heißt: Im Bereich der deutschen Eisenbahn gab es täglich 8 Unfälle, verunglückten täglich fast S Menschen bei diesen Unfällen. Im Jabrs 1890 betrug die Zahl der Schienenbrüche nicht weniger als 10 085, d. h. auf noch nicht 7 Kilometer Schienenlänge kam eine Bruchstelle. Bis zum Jahre 1022 war diese Zahl erst auf etwas unter die Hälfte gesunken, d. h. es waren immerhin noch nahezu 5000 Schienenbrüche im Zahr, auf je 11 Kilometer Gleis entfiel ein Bruch. Im gleichen Jahre kamen 50 Radbrüche und 34 Achsenbrüche vor, also jeden 4. Tag ein Bruch. Don all diesen den Betrieb aufs äußerste gefährdenden Unfällen erfährt die breite Oessentlichkeit nur. wenn einmal eine größere Katastrophe dadurch hervor- gerufen ist. Wer weiß davon, daß wir im Vorjahre in Deutschland 301 Entgleisungen und 101 Zngznsammenstöße hatten? Wer hat etwas davon geahnt, daß im vorletzten Krtegsjahre diese Zahlen bis auf 502 und 757 hinaufgeschnellt waren, daß sie noch im Jahre 1022 523 und 440 betrugen? Sein Tag ohne Entgleisung auch heute noch. Aast kein Tag ohne Zugznsammenstoß. Die Ursachen. Muß das sein? Jeder technische Fortschritt birgt Gefahren in sich. Aber die Geschichte der Eisenbahn beweist, daß diese Gefahren mit den Mitteln des technischen Fortschritts auch gebannt werden können. Mangelhaftes Material, mangelhafter Unterbau, mangelhafte Signalisierung sind an den heutigen Eisenbahn- Unfällen beteiligt. Aber nicht gleichmäßig. 78 Prozent aller Todesopfer bei der Eisenbahn sind auf das Versagen von Signalen oder auf das Ueberfahren von Signalen zurückzuführen. (1923: 74 Tote. 370 Verletzte: 1024: 25 Tote. 222 Verletzte.) Ein Beweis dafür, daß die zurzeit vorhandenen Sicherungen nicht g e- n ü g e n und daß der Mensch auf der Maschine bei seiner nerven- zermürbenden Tätigkeit diesem Sicherungswesen gegenüber bisweilen versagt. Die Abhilfe. Die deutsche Reichsbahngesellschaft experimentiert augenblicklich. Aber angesichts des Zuges der Toten, der den Weg der Schienen in den letzten Jahren begleitet, läßt sie sich zu diesen Experimenten reichlich viel Zeit. Das Signalzeichen, an dem Leben und Gesund- heit Tausender von Reisenden hängen,-der Klapparm am Mast, blickt auf das ehrwürdige Alter von 83 Iahren zurück! Inzwischen hat die Elektrizität ihren Siegeszug angetreten, der die Dampfmaschine allmählich verdrängt. Inzwischen ist die drahtlose Telegraphie erfunden worden und das Fernhören, wodurch die unmittelbare Uebertragung von Mitteilungen und Signalen auf den fahrenden Zug ermöglicht wird. Die Eisenbahn hat in Deutschland die dadurch gegebenen Möglichkeiten in keinerlei be- friedigender Weise in Angriff genommen. Ausgabe der öffentlichen Meinung ist es, daraus zu drücken, dah das Tempo der Versuchs mit drahtloser Zugsicherung erheblich beschleunigt wird. Daß Umgeworfene und zerdrückte Wagen nach einer Entgleisung. vor allem die Frage der bedeutenden Kosten eines völlig neuen Systems nicht den Ausschlag gibt. In Amerika ist bereits mit bestem Erfolg die Signalanlage im Standraum des Führers sowie die automatische Bremsung bei Gefahren durchgeführt worden. Die Einrichtung hier im einzelnen zu schildern, verbietet der Raum. Wir verweisen da auf das oben erwähnte Büchlein von Ernst Krafft, das aufs beste orientiert. Es gilt, der Oesfentlichkeit einzuhämmern, daß höher o l» alle Wirtschaftlichkeit der Schutz des Menschen- lebens stehen mutz. Wenn heute ein Mensch sein Leben auf der Eisenbahn verbringt, wenn er täglich 500 Kilometer auf Schienen und Rädern zurücklegt, so erlebt er immerhin alle 10 Zahre einen Eisenbahnunfall, bei dem er verwundet wird. Das ist eine Zahl, die zu denken gibt und die dazu aufsordert, alles daran zu setzen, um die Sicherheit auf der Eisenbahn zu«xhöhen, dafür zu sorgen, daß der Eisenbahn Unfall durch menschliche Schuld oder Versäum- nis eher der Vergangenheit angehört als die Eisenbahn. Das unbegreifliche Ich. 4.� GeschichteeinerIugend. Roman von Tom kristevsen. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Ich kam wie in einem Nebel über den Sankt Annaplatz gegangen, und ich hörte, wie mich ein paar andere Konfir- wanden anriefen: doch erst als ich längst vorbei war, wurde mir klar, daß sie mich gerufen hätten. An der Ecke stand Klara und raffte damenhaft ihr langes Kleid. Ihr Kopf drehte sich mechanisch und ihre dunklen Augen folgten mir. Im Laden schmiß ich mich hin, den Kopf gegen einen Stuhl. Da lag ich minutenlang ohne zu weinen. Ein� Gefühl von Leere betäubte mich, und ich fuhr erst in die Höhe, als mich die Ladcnglocke aufschreckte. Es kam ein Kunde, und ich konnte nicht hier so liegen bliiben. Samuelsen stand wortlos da. Seine runden Augen glitten an einer Reihe Pfeifen entlang. „Guten Tag. guten Tag, was wünscht der Herr?' hörte ich ihn dann sagen. Drinnen in meinem Zimmer warf ich mich über das Bett, drehte mich rund um mich selbst, war verzweifelt und unruhig, als ob ich keinen Ausdruck für meinen Schmerz finden konnte. Ich stand wieder auf, trat zum Fenster hin und preßte die Stini gegen dos kaLe Glas. Die graue Hofseite, die aus- druck-vollen. kahlen Fenster der Küchentreppe, die Spitzen eines dunkelbraunen Holzzaunes, alles lebte, alles schwieg vor Schmerz. � m Auf dem Fensterbrett lag em Perlmuttermesier. das Mutter mir einmal geschenkt hatte: und jetzt brach ich in Tränen aus...., �. Ein neuer Entschluß stieg in mir auf. Ich zog die Sachen ans und hängte sie sorgfältig fort. Dann nahm ich meinen ältesten Anzug hervor, er war an den Aermeln ausgefustelt, und feine Ellbogen waren blank. Als ich ihn angezogen hatte, kam mein Schmerz zur R"he, und ich ging in den Laden. „Donnerwetter, was ist denn das für ein Aufzug? Solche Lumpen!" schrie Samuelsen. „Wenn meine Mutter krank ist, kann ich nicht in meinem Einsegnungsanzug herumgehen, das werden Sie wohl noch ein- sehen," antwortete ich heftig. „Na. na! Aber wir müßten gar nicht traurig sein, wenn jemand stirbt. Sie verlassen ja nur den physischen Plan und gehen den eufwärtsführendcn Bogen entlang— auf zu Karma •— und das ist doch wahrhaftig nur was Freudiges. „Ach, Quatsch. Es kann ja auch fein, daß Mutter— ewig verdammt werden wird," antwortete ich. „Quatsch sagst du? Und dann kommst du selbst mit all dem Pastorenunsinn. Die Hölle, die ist, verdammt noch, mal, hier. Dieser Loden, das ist die Hölle. Hier nach der Pfeife von ollen möglichen Idioten tanzen und noch dazu Bitteschön zu sogen, das ist die Hölle!" Ich sah zu ihm hinüber. „Ja," brüllte er,„da gaffft du: aber es ist die Wahrheit, und es ist kein Grund zu weinen, weil eine arme Menschen- secle endlich hinausschlüpfen darf. Ja, in der Landeskirche, da lassen sie die Köpfe hängen, und das tun sie auch in ihrem Paradies, in diesem Wachsfigurenkabinett. Ist das denn ein Grund zum Heulen, weil die Seele fünfzehnhundert Jahre bekommt, um sich zu sammeln— nach dieser Verwirrung hier, was, meinst du etwa?" „Nein!" „Na also. Nun wollen wir nicht mehr davon sprechen." Am selben Abend wurde antelephoniert, ob Samuelsen nach dem Krankenhaus herauskommen wollte. Ich hörte, wie er sagte:„Sie ist nicht bei Bewußtsein, na, dann nehme ich den Sohn nicht mit." Also würde es bald geschehen: ich begriff es und fing an zu zittern. Als Samuelsen gegangen war, begann ich in dem dunklen Laden auf und ab zu wandern. Ich vergrößerte mein Gebiet ! noch und ging die drei Stufen in Samuelsens Zimmer hinauf und von da an in mein eigenes und wieder zurück. Sämtliche Räume wurden ausgenutzt, damit mich meine Unruhe so lange Strecken hin und Hertreiben konnte wie möglich. Aber be- ständig stieß ich mich an den Wänden, und jedesmal war es, � als ob der Gedanke, den ich nicht denken wollte, in mir auf- ' tauchte und mich quälte. Die Wände rückten immer näher und näher zusammen. Der Gedanke tauchte häufiger und häufiger in mir auf. Mutter ist tot! Was ist tot? Es ist ein Augenblick, und dann geschieht etwas, das tief in einen hinein- schneidet! Bedeutet das tot? Wieder eine Wand! Wieder der Gedanke? Ein unerträg- lichcr Schmerz im Hinterkopf! Wieder eine Wand! Der Lodentisch stand im Wege und jagte mir seine scharfe Kante in die Seite! Ich ging aus. Die dunkle Straße war gleich größer: aber die Häuser, die schwarzen Flächen mit den vielen Lichtern standen zu dicht vor mir. Der Hafen war noch größer. Da kam schwarzes Meer und dunkler Himmel, und kühle Luft strömte von dem großen Raum herein, wo keine Wände mehr waren, und Wände bedeuteten Schmerz. Unten in Nyhaon war es ganz stille. Einige schwarze Mastspitzen schrieben runde Zeichen gegen den dunklen Himmel, der ganz hinten ein schwaches Licht aufwies. Es knockte die Bollwerke entlang. Einige Vertäuungen strammten sich und knirschten und gaben �wieder nach: auf einem Deck klang es von eifenbefchlagenen Stiefelhacken. Ein schwaches Summen von klirrenden Klavieren flog wie ein Mückenfchwarm durch die Luft. Gelbes Licht fiel über den Bürgersteig. Türen wurden geöffnet, und ein Getöse von Stimmen brach ein Augenblick hindurch und wurde dann wieder eingeschlossen. Männer mit Halstüchern schlenderten vorbei. Ihre Ge- sichter waren unter ihren Mützen verborgen. Ein paar Mädchen mit großen Hüten standen an einer Ecke, trennten sich, gingen jede ihren Weg den Bürgersteig entlang und kehrten denselben Weg zurück. Die Leute gingen also trotzdem hier, obgleich Mutter tot war. Hier unten in Nyhavn spielte die Musik, während meine Mutter steif und still draußen im Krankenhaus lag. aber ihre Seele war vielleicht bereits im Weltenraum. Viel- leicht stand sie als ein unfichbarer Schatten dort im Dunkeln zwischen den beiden Lichtern. Ich ging dahin. Es war möglich, daß ich ihre Seele fühlen konnte, wenn ich zufällig auf derselben Stelle stand, wie sie. Ich wußte, daß, wenn mir das glückte, mich die gleiche innere Freude erfüllen würde wie damals, als sie mir im Spiegel zulächelte. Aber als ich hinkam, war das Dunkel verschwunden. Es strömte Licht von den beiden Laternen her, und das Licht würde ja einer Seele in die Augen schneiden und sie weg- scheuchen. „Was treibst du dich hier herum, Junge?" „Ich wohne hier!" antwortete ich. „Du brauchst keine Angst zu haben: ober das ist ver- dommt wenig was für Kinder, das Life hier!" Die Gestalt lachte: aber ich ging weiter. Eine Zeitlang stand ich und starrte auf den Hafen. Das Bollwerk auf der anderen Seite lag wie eine schwarze Fläche und warf einen scharfen Schatten über das Wasser: aber außerhalb von diesem Dunkel spiegelte sich zitternd eine lange, glitzernde Lichterreihe. Dunkle und helle Ströme trieben gegeneinander, streckten ihre Zungen aus, zogen sie wieder zurück und streckten sie an anderer Stelle wieder aus. Tief unter mir klangen die Wellen hohl und metallisch. „Das laß man lieber fein!" Ich wandte mich um und entdeckte die Gestalt von vorhin. „Komm lieber mit mir. sonst machst du bloß Dummheiten. Denkst du, ich kenne das nicht?" „Ich verstehe nicht—* ".»IT" �Fortsetzung solgi.) Der beschleunigte§all. Die Terrasse und der Garten des am Walde gelegenen Wirts- Hauses sind voll besetzt. Die laue Luft des Mtweibersommers ladet �um Verweilen ein. Die alten Herrschaften trinken Kaffee, dos jüngere Geschlecht spielt im Garten herum. Klack— tlack— die Kastanien purzeln herab.»Au— Mutti, ich habe eine auf den Kopf bekommen*— ein kleines Fräulein stürzt an dem Tisch— zum Glück hat die Bubikopf�srisur die Wucht des Falles abgeschwächt. Während der jugendliche Kavalier dem Mädchen den Inhalt aus der grünen Schale präsentiert— es sind sogar �Zwillinge*— streichelt die Mutter noch das Haar der Tochter..Nein, so was Ungeschicktes— hier Kastanien anzupflanzen*— sagt die Dame zu ihrer Gefährtin, „man kann ja totgeschlagen werden.*—.Ja, wir wollen lieber in den Wald gehen!*— Aber da kommen sie zunächst vom Regen in die Traufe. Sie müssen, da vorläufig noch der S%lld durch Draht- zaun abgesperrt ist, auf der Strasse bleiben und unaufhörlich fallen hier Eicheln von den Bäumen, jenen spitzen Kugeln gleich, die im Kriege ihr mörderisches Handwerk ausübten. Und ein reges Leben herrscht unter, den Bäumen— Kinder und Grosse sammeln um die Wette. Die ersteren, um die gesammelten Eicheln zu Hause wieder fortzuwerfen: die letzteren, um sich„Eichelkaffee* zu bereiten— bei ihnen heint es. auch am Pfennig svaren. Ein Elegant geht mit seiner Schönen vorbei.„Aeh— werde das nächste Mal ein rosiges Ferkelchen mitnehmen, kann hier auf Mast gehen*— welchen Witz die Dame mit kreischendem Lachen quittiert. Aber achtlos gehen fast alle an einer Gruppe vorbei, die schon stundenlang hier sich auf- hält. Ein alter Mann und ein Mütterchen sind'?: er hat den Hut in der Hand und beider Blicke flehen um ein Almosen. Wenn die Münzen in gleich beschleunigtem Fall wie die Eicheln in den Hut stürzten, wäre es eine Wohltat für die Alten— aber nur selten zieht man den Beutel. Meist sind es Mädchen und Frauen aus dem Volk, die spenden. Die eleganten Damen haben keinen Blick für die schweigende Armut: sie müssen sich von neuen Hüten und Toiletten unterhalten.... Gestohlene /lmtsformulare. Wieder einmal Leutnant a. T. Krull vor Gericht. Gegen den angeblichen Leumant a. D. Ernst Krall wurde in einem Berufungsoerfahren vor der Strafkammer des Landgerichts II verhandelt. Krull hat die Oeffentlichkeit seit dem Jahre 1918 fort- dauernd beschäftigt. Damals war er auch in eine Untersuchung wegen der Ermordung von Rosa Luxemburg hinein- gezogen worden. Man hatte bei ihm die Uhr der Getöteten gefunden, und er wurde wegen Diebstahls zu drei Monaten Gefäng- nis verurteilt. Das Verfahren wegen Beteiligung am Morde wurde jedoch eingestellt. Es ist aber dann wieder aufgenommen. worden und schwebt jetzt noch. Auch wegen Begünstigung der Erzberger- Mörder schwebte gegen Krull noch ein Ermittlungsverfahren. Im Sommer war er wegen des Mord- planes gegen den verstorbenen sozialdemokratischen Schriftsteller V a r v u s angeklagt. Das Verfahren mutzte aber vorläufig ein- gestellt werden, da Krull infolge eines Ausliefernugsverfahrcns aus Holland noch unter der Schutzfrsst steht. Im Juni d. I. war Krull vor dem Schöffengericht Schönsberg wegen Urkundenfälschung, Betrug und Diebstahl zur Verantwortung gezogen worden, konnte aber des Diebstahls an polizeilichen Formu- larcn verschiedenster Art, die man in seiner Wohnung bei einer Haussuchung gefunden hat, nicht überführt werden und wurde daher von diesem Teile der Anklage freigesprochen. Dagegen wurde er vom Schöffengericht wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu 19 Monaten Gefängnis verurteilt, kam aber aus der Haft heraus, da diese Strafe durch die oierzehnmonatige Unter- suchungshaft oerbüßt worden war. Es handelte sich darum, daß Krull sich auf Grund angeblicher Beziehungen zum Wohnungsamt anheischig gemacht hat, eine Wohnungsbeschlagnahme und in einem anderen Falle die Ausweisung eine» Aus- länders rückgängig zu machen. Dabei hat er mit gefälschten Urkunden und Auskünften des Wohnungsamtes gearbeitet. Die Verhandlung ergab, daß Krull eines Tages auf das Berliner Polizei- Präsidium zu dem ihm bekannten Polizeiobersekretär Bartels gekommen war, der ihn noch der Bekundung eines Zeugen in fein Zimmer hineingelassen haben soll. Hier soll Krull, ohne daß Bartels etwas gesehen oder gemertt bat, helmlich amtliche Formulare entwendet haben. Zum ersten Mal« haben die Gerichte Anlaß genommen, ein Gutachten über die Geistesverfassung Krulls einzuholen, das Medizinalrat Dr. Störmer erstattete. Dieser bezeichnete Krull als einen zwar nicht geisteskranken, aber doch nicht gefftesgesunden Menschen. Man müsse ihn als einen er- heblich degenerierten Phantasten ansprechen. Ihn be- herrsche die Macht, mehr zu erscheinen, als er sei. Deshalb suche er auch überall Verbindungen mit hochstehenden Personen. Das Gericht sprach darauf in seinem Urteil aus, daß Krull ein Mensch sei, dem hinsichtlich seiner Angaben nicht über den Weg zu trauen sei. Das zeige schon der Umstand, wie er seine Militärpapiere ge- fälscht habe, um sich n�it fremden Federn zu schmücken. Der Formulardiebstahl werfe ein sonderbares Licht auf den Charakter des Slngeklagten, well er schon einmal wegen Diebstahl« bestraft worden ist, well er die in amtlichem Gewahrsam befindliche Uhr von Rosa Luxemburg gestohlen hatte. Es fei eine grosse Gefahr für die A l l g e m-e i n h e it, wenn es einem Manne wie Krull mög- lich sei, mit Hllfe dieser Formulare zu operieren. Das Gericht o«r> urteilte Krull wegen Diebstahls zu vier Monaten Gefängnis. Bei den anderen Straftaten wurde er aber im Gegensatz zum Schöffen- gricht In einem Falle freigesprochen, so daß da» Gericht es bei der bisherigen Gesamtstrafe von 19 Monaten Gefängnis beNess, die wiederum durch die erlRene Untersuchungshaft für verbüßt er- klärt wurde._ Der Brotakkoholapparat freigegeben. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß die Berliner Zoll- behärde die Mkoholgewinnungsanlage des italienischen Erfinders Andrufian! tn der Grossbäckerei der Konfumgenossenschast Verlin und Umgegeno versiegelt hatte. Am Donnerstag und Freitag ver- gangenrr Woche haben darauf Vertreter des' Reichsfinanzministe- riums, des Landesfinanzamts, des Reiche verpflegungsambes, der Hauptland wirffchaftskamm er, der Reichsmonopoloerwaltung und des Hauptzollamts Neukölln auf Einladung der Trans-Union G. m. b. H„ in deren Händen die Verwertung der Erfindung liegt, die Alkohol» anlag? besichtigt. Wie uns mitgeteilt wird, Neferte der Apparat bei 119 Kilogramm verbackenen Mehles rund 4 Liter etwa Sllprozen- tigen Alkohols. Die Vertreter der Behörden Netzen den Altohol- geholt durch Messungen feffftellen und sicherten dem Erfinder die Förderung seiner Arbeiten durch die Behörde zu. Der L p p a» rat wurde im Anschluß an die Probe, die mehrere Stunden dauerte. dem Erfinder zu weiteren Versuchen freigegeben. Nach der endgültigen Fertigstellung der Anlage werden dann die Bestimmungen des Monapol gefetzee wieder Anwendung finden. „Mntter, ich komme zu dir!" Der erschütternde Fall, daß ein Sohn den Tod der gellebten Mutter nicht verwinden konnte und gleichfalls den Tod suchte und fand, ereignete sich tn Köpenick. Dem Gastwirt K. in Köpenick war vor vierzehn Tagen die Frau gestorben. Der siebzehnjährige Sohn Otwmar hing an seiner Mutter mit abgöttischer Liebe. Während der der Krankheit der Mutter sagte er des öfteren, wenn sie von ihrem nahen Ende sprach:.Motter. dann folge ich dir!' Am Freitag nach Geschästsschluss besahen sich Vater und Sohn die Bilder der Verstorbenen. Der junge Mensch weinte bitterlich: der Vater versuchte ihn zu trösten. Unter dem Borwande. schlafen gehen zu wollen, begab pch der Sohn auf sein Zinnner. Kurze Zeit darauf hörte der Bater einen Schuß fallen. Nichts Gutes ahnend, begab er sich in das Zimmer seines Sohnes und fand ihn mit durchschossener Schläfe tot vor. In der Hand hatte er einen Zettel, woraus die Worte standen:.Mutter, ich komme zu dir.' Ter Ghef der russischen Luftflotte in Berlin. Der stellvertretende Chef der russischen Luftslotte. M u k l e w i t s ch, ist nach Berlin gekommen, um sich mit dem beut- sehen Flugwesen bekanntzumachen. Am Montag wird er den Junkers- Werken eine» Besuch abstatten.— Der Direktor der Abteilung für die skandinavischen Länder im russischen Außenkommissariat. Flo- r i n s k i, ist gleichsalls in Berlin eingetroffen, von wo er sich nach London und nach Rom begeben wird- »erlwer»elrievsrAe-liontenM. s o u n k a g. den 4. Okkober. vormittags s Ahr. im Dienar-Sitzungslaale des Vorläufige««elchs- wirlschafksrals. Berlin W. 9, Vellevueftroße 15; selried§Me KsMerem ewbenifea vom Ort» Berlin de» STDGL. und vom Ockkartev Berlin de» AiA-Sunde» Toge»ordnur.g: 1. Das Arbeiksgerlchksgeseh. Referent: Göring vom AfA-Bund. 2. Erwerbslosen fiirforge— Arbeii,ioseuverficheruug. Referent: Spliedt vom AVGB. Die waht«rnb Berufung der SetriebsrAedeteqiertm silr diese üonieceuz erfolgt durch die einzelnen«Bemerk- schasten. Die Delegierten sind umgebend den«Beschäst»- stellen der uatrrzelchnelen«örprffchoiten zu melden. Den Delegierten werden besondere eegltimattoueu(M«mdate) zugestellt. Rur diese Legitimattonen berechtigen gemeinsam mit dem gültigen Verbandsbuch zum Besuch der Sonfereuz. Die AsA- Betriebsräte müssen außerdem den AfA- Betriebsräleausweis mit dem Zahresstempel.25* vorweisen. ortsausschuss Berlin des Allgem. Allgem. freier«ngeflellleu- Deutschen Gewerkschaftsbunde». bund, Ortskarlell Berlin. üas Preisabbau! Die vielen schönen Worte, die wir jetzt vom Preisabbau hören. sind leider bisher auf das Portemonnaie der breiten Volksmassen ohne jeden wohltätigen Einfluß geblieben. Gerade die hoch- wertlgen Nahrungsmittel sind es, die noch weit über den Vorkriegspreis bezahlt werden müssen, und die Preis- stelgerung, die darin zu beobachten ist, läßt sich durch die Zauber- forme! einer Schutzzollregierung nicht hinwegdisputieren. Wir haben in nachfolgendem einmal die Preisveränderungen zeichnerisch darstellen lassen, die sich für eine Reihe von wichtigen Lebens- Mitteln vom August vorigen Jahres bis zum August dieses Jahres herausgestellt haben, also bis vor dem Beginn der Preisabbau- aktion. Das Bild ist immerhin einigermaßen interessant: Indexzahlen für Kleinhanddspreise in Deutschland im August' 192 Humd 1925 ScKeBfücK Raleljau* IHnsen E&ear B utter Petroleum Kartoffeln SaliKerm�e Briketts pioo ffM iimuiiiniiniiiiiimmiimMiiiiimimiunii .iiimiiniiiiiiiiiimmnmiiiiiimiiiiimmiimiKii :V.. I im tia 1168 166 iiuiiminimiiiiimiiimiimimimiiiiiiiiMiu miiimimmiimmuiumniiiii i iftft mh 1 1.925 1913=100 Es geht also aus dieser Zusammenstellung hervor, daß tn den weitaus überwiegenden Fällen Preis st elgerunge» eingetreten sind. Leim Brot hat man inzwislhen durch die Erhöhung des Ge- wicht» eine geringe Preissenkung erzielt, die aber dem Rückgang der Getreidepreise im Großhandel bei weitem nicht«ntspridst. Was im übrigen aus den bisherigen Bemühungen um einen Preisabbau geworden ist. das zu vergleichen wird unseren Lesern hoffentlich ein besonderes Sonntagsvergnügen sein. Bon einem Preisabbau ist nirgends etwas zu spüren. Dabeistehtder l. Oktober vor der Tür, an dem der Preisabbau nach der Derkündung Luthers bereits allgemein wirksam werden sollt«. Verhinderung des Preisabbaues. Zu den unter dieser Ueberschrist in Rr. 4SI unseres Blattes gegebenen Ausführungen sind uns eine Reche von Zuschriften aus Kleiuhäudlerkreisen zugegangen. Diese Zuschriften wehren sich gegen den Borwurf, als ob sie zuviel an der Ware verdienten. Wir haben diesen Vorwurkaar nicht erhoben. E» sollte nur«wf die Tatsache hingewiesen werden, daß Händler, die ihr« Ware bMger als die Soutm'venz verkaufen, daran gehindert iverdeU sollen. Wir haben in unserem Artikel gar nilht die Gründe unter- sucht, aus denen es den Händlern möglich ist, billiger« Preise zu nehmen. Diese Gründe können oerschi edener Art sein. Einmal braucht der relative Nutzen bei großem Umsatz nuht so hoch z« sein, als bei kleinem. Der absolute Verdienst«st deswegen doch größer. Ferner kommt himu, daß Geschäfte, die großen Umsatz haben, in der Lage find, große Warenmengen einzukaufen und auch da» gibt chnen erhebliihe Bortest« gegenüber den kleinen Geschäften, die in kleinen Mengen ihre Einkäufe besorgen müssen. Und wenn es sich außerdem um einen Geschäftsmann Handell, der in der heutigen Zeit der Geldknappheit in der Lage ist, bei feinen Einkäufen bar Geld auf den Tisch legen zu können, dann werden die Vorteile dieses Ein- kaufes noch grösser. Es sind also nicht immer unlautere Machenschaften. durch welche Gellhäft« mit großem Umsatz in der Lage sind, billige Ware abgeben zu können. Und wenn die kleinen Geschäfte dabei nicht mstkommen, so liegt das im Wesen der Konkurrenz, eins der bedeutsamsten Kennzeichen der kapitalistischen Wirtschaft, «auch nur mit der kapitalistischen Wirtschaft verschwinden kann. die Gegen Sie Granöftister. Di« SriminatpolizÄ wendet sich an das Publikum. Di« fortgesetzten Brand st istungen haben dos Polizeipräsidium veranlaßt, sich noch einmal mit einem Aufruf an die Bevölkerung zu wenden. Er wird auch an den An- schlagsäulen erscheinen und lautet: Achtet auf Trepen und Bödenl— Di« Brandstifter arbeiten immer noch!— IS 999 M. Belohnung!— Trotz des Aufrufes vom 2. September d. I. durch den die Bevölkerung Berlins aufge- fordert wurde, die Kriminalpolizei bei der Ermsttlung der Brand- sttfter tatkräftig zu unterstützen, ist es leider immer noch nicht ge- lungen, der Täter habhaft zu werden. Seit dem 8. August d. I. bis zum heutigen Tage sind 21 D a ch st ü h l e ein Raub des durch Bubenhände angelegten Feuers geworden. Mehr denn je ist die Kriminalpolizei auf die Mitwirkung des Publikums angewiesen. Daher nvihmals: Bevölkerung Berlins, insbesondere ihr Hausbesitzer und Mieter der von Brand- stiftungen bedrohten Stadtteile, Augen auf! Beobachtet sorg- sam den Berkehr in eurem Hause. Achtet auf jede un- bekannte Person, die sich in eurem Hause zu sthafsen macht. Führt jeden, den ihr auf Hausboden oder Treppe antrefft, ohne daß er sich über den Zweck seines Aufenthalts genau ausweisen kann, dem nächsten Polizeibeamten zu. Alle Mitteilungen, die aus Wunsch streng vertraulich behandelt werden, nimmt das Sonderdezernot für Brandstiftungen entgegen, und zwar die Kriminalkommissare Hermann, Riefe und Kießling im Pollzeidienftgebäude am Alexander- platz, Zimmer 113. Fernsprecher Hausanruf 622. Berln, den 25. September 1S2S. Der Polizeipräsident. Abteilung IV. 2. V.: gez. Dr. Weiß. ttntor dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet. Wir wir seinerzeit berichteten, kam am 24. d. M. kurz nach 1 Uhr nachmittag», im Hause Hohenzollerubamm lll ew Dachswhlbrond aus. Etwa 114 Stunde vorher hatten sich m dem Hause zwei fremde Männer durch ihr Benehmen ver- dächtig gemacht. Die Bewohner, die infolge der epidemisch auf- tretenden Brände allen unbekannten Personen erhöhte Aufmerksam- kell zuwendeten, hallen sich die Männer genau angesehen und waren daher imstande, eine eingehende Beschreibung der beiden zu liefern. Es gelang denn auch, die beiden in einer Herberge im Norden der Stadt festzunehmen: sie hielten sich ohne Wohnung und regelmäßige Beschäftigung in Berlin auf und suchten durch Hausierhandel mit Zündhölzern und anderen Kleinigkeiten ein paar Groschen zu oerdienen. Der eine der Männer hat als Pionier im Welt- kriege gedient und da» rechte Auge eingebüßt. In einen, im Haufe Hohenzollerndamm III abgehaltenen Lokallermin wollten drei Zeuginnen die Männer mit Bestimmtheit wiedererkennen, wie- wohl die Männer behaupten, in diesem Hause gar nicht gewesen zu sein. Wohl sind sie durch verschiedene Verdachtsmomente stark belastet, doch konnte ihnen eine direkte Täterschaft bisher noch nicht vachgewiesen werden._ Der ,Kaätt4' der SteuerbehtrSe. Wegen Pfaudbruchs hatte sich gestern der Kaufmann Heinrich Etlarz vor dem Schöffengericht Mitte zu verani- warten. Er wurde beschuldigt, von einem durch die Steuerbehörde gepfändeten Auto, das ihm aber zur Weiterbenutzung überlassen worden war, drei Siegel entfernt zu haben. Heinrich Cklarz befindet sich fest langem in einem heftigen Kampf mit der Steuerbehörde, und es ist wiederholt zu Strafbefehlen. Beschwerden und Pfändungen gekommen. Am 15. Mai 1924 pfändete das Finanz- amt eine» seiner beiden Autos. Bei einer Revision im August wurde festgestellt, daß die Siegel nicht mehr vorhanden waren, fo daß sie von neuem angebracht werden mußten. Sklarz bestritt, daß er die Siegel enffernt habe. Er erklärte auch, daß er nicht wisse, ob er die Siegel jemals gesehen habe. Iedenjalls habe er sich nicht darum gekümmert. Amtsgerichtsrat Keßner fand das nicht recht verständlich. Stlarz erklärte, das Auto fei dauernd unterwegs ge- fen, und es hätten viele Personen darin gesessen. E» sei auch häufig gereinigt und gewaschen worden, so daß dabei die Siegel abgefallen fem könnten.� Richter: Zeuge K., Sie haben die Siegel angeklebt: wäre ein Loslösen möglich?— Steuerbeamter K.: Manchmal hast der Klebestoff, manchmal nicht: das ist verschiede».— Staatsanwalt: Schöner Klebestoff.— Richter: Wo pflegen Sie denn die Siegel zu befestigen?— Eteuerbeamter K.: Das ist unser Ge- heimnis. das möchte ich hier nicht verraten.— Der als Zeug« ver- nommene Chauffeur erklärte, daß das Siegel vier- bis fünfmal abgefallen sei.— Cteucrbeamter K.: Ja, das ist schon möglich, daß die Siegel abgehen. Ich habe ja nur den Befehl, sie anzukleben. Und den Besehl habe ich ausgeführt.— Sklarz wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft freigesprochen. Es ist nicht einmal erwiesen, daß er die Siegel überhaupt gesehen hat. Also dieser ganze Prozeß nur deshalb, weil sich Steuerbehöck>e wie Anklagevertreter nicht haben vorstellen können, daß ein Siegel auch mal von selbst absollen kann. Vielleich bemüht sich die Steuerbehörde in Zukunft darum, ihren .Kuckuck* so anbringen zu lassen, daß er nicht herabfällt. Mutter und Kind gemeinsam in den Tod. Eine Frau Klara R. au» der Mindener Straße zu Chorlotten- bnrg ist mit ihrem kranken Kinde freiwillig in den Tod gegangen. Die 12sährige Tochter litt an ein» Nasenkrankheit. Nach- dem die Mutter mit der Tochter beim Arzt gewesen war, gab sie die Hossnung auf, daß das Leiden geheilt werden könne. Ganz niedergedrückt und aufgeregt kam sie nach Hause und ging mit dem Kinde wieder weg mit dem Bemerken, daß sie ihren Mann von seiner Diensfftclle abholen wolle. Das tat sie jedoch nicht, und sie kehrte auch nicht nach Hause zurück. Bald darauf fand man die Frau bei Haselhorst im Schiffahrtskanal als Leiche wieder. Später wurde dort auch die Tochter aus dem Wasser gelandet. Beide sind ins Wasser gegangen, ohne daß jemand es gesehen hat._ Die Dracheuschnur In der Siarkstromlelkung. Der Oberoer« Messungsbeamte B o n d a ging vor einigen Tagen mtt seinem Sohne ins Freie, um den selbstgefertigten großen Drachen steigen zu lassen. Statt de» sonst üblichen Aindsaden» hatte B. ganz dünnen Draht genommen, an den tt den Drachen befestigte. Bald flog dieser auch in die Luft, und der Mann ging mit seinem Sohne, den Draht in den Händen haltend, langsam nach. Plöglich stürzte B.. ohne noch einen Laut von sich zu geben, leblos zu Boden. Der Drachen war der Leitung der U e b e r l a n d z e n t r a l e zu nahe gekommen, der Draht hatte die Lellung berührt und durch den elektrischen Schlag den Mann getötet. Zum Glück berührte der Knabe seinen auf der Erde liegenden Vater nicht, sondern rief laut! um Hüse. Herbeieilende Nachbarn durchschnitten den Draht und schafften den durch zu tragische Weise ums Leben gekommenen Mann nach seiner Wohnung._ Wandergew erbescheiue rechtzeitig erneneru! Die Berliner Einwohner, die für das Kalenderjahr 1S2S außer- halb des Gemeindebezirks Berlin ein Gewerbe im Umher- ziehen betreiben wollen, werden in ihrem eigenen Interesse aus- aesordert, sofort die zur Ausübung des Gewerbes erforderlichen Wändergewerbescheine bei dem Polizeirevier zu beantragen, in dessen Bezirk sie wohnen. Andernfalls kann die Aushändigung der Scheine zu Beginn des neuen Jahres nicht gewährleistet werden. Das 25jährige Bestehen des Berliner Forlbildungslnslifuls des Rcichsverbandes Deutscher Dentisten wurde am Sonnabend im Zoo durch eine Festsitzung gefeiert. Der Vorsitzend« des Reichsvsrbandes, R. Eiebecke(München), eröffnet« die Fest- sitzimg. Hierauf nahm der Direktor des Instituts, Imming, das Wort und führte etwa folgendes aus: Das Institut hat sich au« kleinsten Anfängen heraus zu einer Lehranstalt entwickelt, wie sie in Deutschland nur durch das zahnärztliche Institut übertrosfen wird. Die Leitung des Instituts hat es verstanden, sich den Anforderungen der Wissenschaft in jeder Beziehung anzupassen und hat erreicht, daß die deutsche Dentistenschaft heute auf einem außerordentlich hohen Niveau steht. Tausende von Dentisten haben hier ihre Ausbildung gefunden und sich teilweise zu führenden Stellungen emporgearbeitet. Ein Vertreter der Stadt Berlin begrüßte hieraus im Namen der Stadt Berlin die aus dem Reiche erschienenen Dentisten. Im Anschluß an die Festfeier wurde eine Dentalausstellung eröffnet. Erhöhung der Beikräge der llavalideu Versicherung. Vom 28. September 1925 ab tritt«in« Erhöhung der Beiträge ein. Auf die in dieser Nummer unseres Blattes erscheinend« Bekannt- machung desVorstandes derLandesversicherungs- anstatt Berlin, in der auch weitere Bestimmungen, u. a. betreffend die freiwillige Versicherung, enthalten sind, weisen wir besonder» hin. Eine Erklärung gcht uns von einer Anzahl sozialdemokratischer Berliner Zahnärzte zu, aus der zu entnehmen ist, daß unsere Ge< nassen sich mit den im gewerkschaftlichen Sinn gehattenen Ausführungen des Zahnarztes Dr. Fabian solidarisch erklären. Wir als Sozialisten, so schreiben unsere Genossen, haben unseren nicht geringen Einfluß bei unserer Berussorganisation immer dahin geltend gemacht, daß ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit den Krankenkassen im Interesse der versicherten Arbeiterschaft erreicht wurde. werbefilwabende der ZdA�Zvgend. Innerhalb Ihr« Werbrwoche der- an stalte! die Jugendgruvve de» Zentralverbande« der Angestellten zwei Werbcfilmabend«, die an solarnden Etellen statt- finde«: Sonntag, den 2 7. September, abend» 7 llbr, in der Aula der Schule Rcichenbcrger Straße 57/70; Montag, den 28. September, abend» 7.30 Uhr, in der Aula der Schule Pcteriburger Straße t. Zur Aufführung gelangt ein vom Kewersschajttlartell Leipzig hergestellter stilm:.Jugendwandern— Iugendfreuden'(Bilder vom Schaffen und Schauen im Sachsenland«). Eintritt 30 Pfennig. Um rege« Besuch der Werbefilmabende wird gebeten. «dost Loch spricht mit Erwin LaeSzlg am Dten»tag, 22. September, im Haeckelsaal. abend« S Uhr. über.gthmuaftitshstem oder frei« Korperbildung' alt Begründung für proletarische Körperkultur. Mitglieder de« Bd. fr. Menschen«. D. Sintrttt 30 Ps.. Säfte 60 Ps.— Der B orttag über:»Freie Liebe oderZwangSehe' wird am 5. und 6. November im Schub cctfaal. Bülowstraße, wiederholt. Elve neue.Vorwärts'-Ausgobestelle ta Po l» dam befindet sich vom t. Oltober 1325 an bei Max Reiniger, Waldemar st r. 27. v. III. Die Bestellung de»»Lorwärt«' erfolgt durch Boten in da» Hau». Beztrksblldvngsavsschvß Groß-VerNn. Die Kresse werden ersucht, die Einzel tarte für die erste Tanzveranstaltung am 25. Oltober vom Bureau abzuholen. Die noch ausstehenden Abonnements listen müssen umgehend zurückgesandt werden Nächste Vorstellung Sonntag, den 18. Ottober, nach- mittag» 3 Uhr. tm Staatlichen Schillettheater. Zur Aufführung gelangt da» Schauspiel.Rheinisch« Rebellen« von Arnold Bronnen. D ,« «Irbeiter-Kulturlärtell veranstaltet in der Zeit vom November 1325 bi» Mai 132» fünf Proletarilche Feterstnnde» im Großen Schau- fpielhan«. Die«domiementslisten können Mitte nächster Woche vom Bureau obgebolt werden. Prei« für alle 5 Veranstaltungen im Abonnement 4— M.— Lücherkre»»! Da« viert« Buch ist«richienen. Dt« Zahl- itcllcnleiter werden ersucht, dieselben vom Bureau adznhole». Zolgensihtoeres Sfenbahnuoglück bei hersfelü. Arbeiter-Samariter leisten die erste Hilfe. Der Mittagszug der Hersfelder Kreisbahn ist i« der Nähe der Stadt Hersfeld entgleist. Der Zug setzte sich aus zwei Lokomotiven. Packwagen, drei Personenwagen und zehn Güterwagen zusammen. Die Ursach« der Entgleisung konnte noch nicht fest» gestellt werden. Die Personenwagen wurden in den Packwagen hineingeschoben. Di« beiden Lokomotiven hatten sich bis zu den Achsen in die Erde eingebohrt. Acht Per- s o n e n wurden verletzt, davon drei schwer. Sie fanden im Hersfeider Krankenhause Aufnahme. Die Schwerverletzten sind: der Kreisbohndlrektor Hill« aus Hersfeld, ein Fräulein Toll- mann au» Weimar und ein« Frau Mari« Schmidt aus Bochum. Di« übrigen verunglückten stammen au» dem Kreise Hers- selb. Die Arbeiter- Samariterkolonn«, die Hersfelder Aerzte und das Kronkenhausperfonal sowie mehrere Privatauto. mobile stellten sich sofort zur Verfügung und leisteten die erste Hilfe._ Ankunft der japanischen Flieger in Slraßtmrq. Die beiden japanischen Flieger, die am Sonnabend vormittag Berlin verlassen haben, sind bereits nachmittags 3,30 Uhr aus dem Militärflugplatz in Strahburg gelandet. Sie hallen mit widrigen Winden schwer zu kämpfen. Schließung der Deutschen verkehrsansstellunq München 1925. Die Goschäftsleiwng der Deutschen Verkehrsausstellung München 1925 aibt bekannt, daß der Schluß der Ausstellung nunmehr auf Sonntag, den 11. Oktober 1925, festgelegt worden Ist. Wähler! Sichert Euch Euer Wahlrecht! Die Wählerlisten für die Sladtverordneten- und Bezirksoerord- neteuwahlen liegen noch am heutigen Sonntag von 10 bis 5 Uhr und an den Wochentagen bis einschließlich 2. Oktober täglich vou 12 bis 7 Uhr zur Einsichtnahme aus. Zeder wahlberechtigte hat die Pflicht, die Listen zu prüfeu und sich zu vcrgewisseru. daß er daria verzeichnet ist. wer nicht ia der Wählerliste steht, hat sofort die nachlräglich« Aufnahme zu beanlrageu. wer am Tage der Wahl in der Wählerliste fehlt, verliert sein Wahlrecht. Zeder sorge dafür, daß der Sozialdemokratie keine Stimme verloren geht! Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 27. September. 9 Uhr Tonn.: Morgenfeier. 1.?. Mendelssolin-Bartliosdy: »1 Morgongebet, b) O ThSler weit(Dr. Böhmeecher g*m. Ohor, Friedenau). 2. F. Mendelssohn-Bartholdy: Denn also hat uns der Herr geboten, Duett ans»Paulus'(Marg. Böhme-Heiden- reich, Sopran; Gustar Polrin, Baß). 3. Preis der Weisheit und der Heiligen Schrift(Jesns Sirach 2, 4)(Jon. Schnlrke, Bibel- spreoher; Dr. Artur Böhme, Harmonium). 4. a) Joh. Crügor(1649): Lob, Ehr* und Preis; b) Ph. Nicolai(1599): Wie schön leuchtet der Morgenstern(Dr. Böhmesoher gem. Chor). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Bunke. 6. Aus den Lebensregoln(Römer 12)(Joh. Schnlzke). 7. P. Cornelius: Zu den Bergen hebt sieh ein Augenpaar, Duett (Marg. Böhme-Heidcnreioh, Gust. Polxin). Am Flügel: Heino Siede. 3 Uhr nachm.: Märchen stunde. Auguste Prasch-Greveoberg erzählL 4 Uhr nachm.: Hans-Bredow-Schule(Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Ministerialrat Dr. Kahl:»Die Beziohungen iwischen Forstwirtschaft und Holzwirtschaft'. 4 30— 6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeistor Ferdy KauSman. 7.15 Uhr abends: Einführung an der Uebertragung" aus der Staateopor. 7.30 Uhr abends: Uebertragnng aus der Staatsoper. Spielzeit 1925/26. 2. Uebertragnng.»Der Troubadour', Oper in vier Teilen. Musik von O. Verdi. Personen: Der Graf Luna: Leonore; Azucena. eine Zigennerin; Manrico; Ferrando; Ines; Ruiz; Ein alter Zigeuner; Ein Bot«. Gefährtinnen Leonorens. Diener des Grafen, Krieger, Zigeuner, Zigeunerinnen. Die Handlung spielt teils in Biscaya, teils in Aragonien. 10 Uhr abends: Lil Dagover spricht über»Erinnerungen aus meiner FUmtätigkeit". Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tages- nachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- nnd Film dienst. KSnlgswnsterhaasen. Sonntag, den 27. September. 11.30— 12.50 Uhr mittags: Orchesterkonzert Mitwirkeoda: Künetlerkapelle Dajos Bola mit freundlicher Genehmigung der Odeon-Werke. 1. Rossini: Ouvertüre zur Oper»Wilhelm Teil'. 2. Richard Strauß; Walzer aus»Der Rosenkavalier'. 3. Zwei Violinsoli: Dajos Bdla: a) Rudolf Friml:»Rose Marie'. Romanze, b) Rudolf Friml:»Indian love call' aus»Kose Marie', Intermezzo. 4. Joh. Strauß: Potpourri aus der Operette»Die Fledermaus'. 5. Fred Qollnow: loh hätt' mein Herz Dir nimmermehr gegeben, Lied 6. Walter Kollo: So jung komm'n wir nicht mehr zusammen, Marschlied aus der Revue»Achtung! Welle 606!!' 7. Walter Kollo: Ich weiß ein Zimmer, Foxtrot aus der Revue »Achtung! Welle 505!!' 8. Dr. Robert Katscher: Es gebt die Lou Ula, Shimmy. 9. Miecha Spoliansky und James Alden: Der Wink mit dem Zaunpfahl, Raussohineißer. 12 Ohr mittags Esperantovortrag. Montag, den 28. September. Anßer dem üblichen Tagesprogramm: 4 30— 6 Uhr abends: Konzert. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau(»Etwas von der Ruhe'). 7 Uhr abends; Hans- Biedow-Sohule(Bildungskurse). Abteilung Naturwissenschaft. Dr. Rudolf Wegner: Grundlagen der Wettervorhersage'. 6. Vortrag.»Falsche Wetterpropheten*. 7 10 Uhr abends: Edlef Koppen: »Des Buch'. 1. Vortrag.»Des Buch als Kulturfaktor'. 8 Uhr abends: Oberingenienr Otto Nain:»Funkpraktikum'. 5. Vortrag. »Wie erhöhe ich die Lsutetärke meines Empfängers?* 9 30 Uhr abends: Rudolf Baunibach(zum Geburtstag des Dichters). Mitwirkende: Hermann Sohey. Bariton; Alfred Braun. Rezitation. Am Flügel: Bruno Seidler-Winkler. 10 Uhr ebenda: Konrad Veidt spricht über»Erinnerungen aus meiner Filmtätigkeit'. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30 Uhr abends: Schachfunk(E. Nebermann):»Ein Viertelstündchen im Sohach-Cafä*.(Für alle Hörer, auch Nicht- Schachspieler). Parteinachrichten für Groß-S. rechte, m rtdrttn «efeUsarauftasAeft d», JHttbeifmmbe«ro».»-rNR. ssma«Inderttessts am 27. Sevtrmber, mittcq« 12 Uhr, auf tcr Schill«rwiei« im Echillervark Wettin» werten vi« Äint«r«ruvp-n aebettn. ffciiuen mit Wimpeln mit- »nbrlnoen. Jeder OrapDciiTellec otrt Deelrfsleiter bat tie«njoM seiner «Intet im fffitburecu bei der Smcff« ,u melden. Reznet e» im Lause de, Sonnabend» oder in der Nacht vom Sonnabend ,mn Sonntaa. sa stillt tie SeranftaBuiw an».........., � S, Shtit W-dting. Urbtilsfltnieirfchaft ter Sinbrrfreunte! Gruppe Schiller- park. Jeden Moniaa unt Miinvvch von S'/j—m Ubr Spiel- unt Bastel- obent. Schul« LiUlichee Sir. 4.... 4. Strtia Pren»lauer iveea. Mittwoch. SO. Sepirmbee. 7!4 Uhr, aeaunnsam« wichtiae Siftuna bn Snitlntrorbocttnftaltion mit dem engeren ttteis» »orsianv im Daiuiqee Str. 63.(ihn m er 29.— Donnrrstaa, L Oftobn, 7 Uhr, ftrcismilfllietfruetsammluno im Levlgenbetm, Papssn- alle« 13. verich-irrftaitung vom Partei'ag. H. Kreis Krenzberg. Moniag, 2«. Sepldinber, 714 Ubr. erweitert« Kreis. vorslantskftuna bei Reim. Urbansir. 29. 7. Kreis ebarlsttenbur«. Moniaa. 23. September. 8 Uhr. erweiterte?or» ftontelltiuna Zimmer 1 im Rathaus.— Donnerstaa, 1. Oktober, pllnktlich 7Vj Ubr. Mitatiederversammlun«. Auw des Echilleranmnasmm«. Schiller- Kraft« 26(2». Taaeoortnuna: 1. Bericht vom Barteitag in beidelberg und vom Internationalen Konareft. Ref.: Gen. MwKIer. 2. Diskussion. Da van ainseUxrichterKaltunaen in den Abieilunarn adaesehen werden soll, deteiliaen sich olle Abtei düngen de, Kreise».— Dienstag, 29. Geviember, 3 Ubr. Kuftnmnenkunft der parieigenSsilschen Beamten des Bezirkeamte» bri Retmee. Wilrnvrsvprfter Skr. 21. Referat:„Der Kampf»m die Sin» deitovem einte". Besprechung über teu Neuansbau te» Werbeausschusies und Wabwrbeiton.- tkreisousschuft sür Ardeiterwohlsahrt: Konleren, Dienstag, A. September, Tn Uhr, Rathaus Cbarlottenbuva. Berliner Strafte 72/73, gimmer 2. Bottraq der Genossin Wachenheim:»Kweck und Biel« der Ardeiterwohlfahrt". Arboitsgemeinscheft.Lugendnott ist«iu» geladen. ». Kreis wllmersborf. Montag, 28. September, pünktlich 8 Uhr, bei Kroihs, cholfleinilch« Str. 60, Frauenabenb. Thema:„Die Bedeutung der Etadi- vervrtnetenwghlen'. Ref.: Rechtsanwalt Posener.— Mittwoch, 30. September, 8 Uhr. Biktoriggarten(kleiner Saal), Wilhrlmsaue 114(115, Krei»- mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über den Parteitag. 2. Bortrcg des Gen. Lütemann:„Der Ruften der so,igdon Baubettiebe für die Allgemeinheit". Erscheinen Pflichtl 14. Koels Reulöllu. Montag. 28. September, 7 Uhr, Besprechung der Ab» teilungsleiter und des engeren Lreisvorftgntes im Parteibureau, Neckar- straft«.— Dienstag, 29. September. 7 Uhr, Siftung de» Bildung»- ausschusses im PgrteibUreau.— Wlhlerlisten ssir alle Abteilungen sind im Parteibureau»u haben.— Kintrismmt«: Abfahrt ,um ktindertresfen im Schiller park heute vormittag tdu. Uhr Lermannplaft(Skraftrnbahn 128). 18. Krei, Weifteulee. Moudag. 28, September, TA Uhr, ssraktionssiftung, Rathaus, Zimmer 21. 20. Kreis Reiaickeutsrs. Montag. 28. September, VA Uhr, Siftungssgal bts Rathauses Wittenau erweiterte Kreisvorstautsfiftung. heute, Souutag. den 27. September: 20. Abt. Bormittag 9 Uhr WlngKtttet abholen. 43. Abt. lHugblattoerbreitung vou den bekannte» Lokalen aus.— Di« ja Montag. 28. September, in Aussicht genommen« Besichtigung des Ge» sundheitshause» am Urban fZllt aus. Weitere Benachrichtigung«rsotgt. 08. Abt. Krüh 0 Uhr Flugblattvetbreitun« von Sichhvlj. Suvrvstt. 23, au». rharlattenburg. it. Abt. 9 Uhr fflugblattoerbreitung von den bekannten Lokalen aus.— 87. Abt. Bon»— 11 Uhr Borwllrisverbrritun«. 1. Gruppe bei Arnbt, Kantftr. 51: 2. Gruppe bei Tbunack, Wielantftr. 4. Iii. Abt. Lichtenberg. Ab VA Uhr finden sich all« Genossen in ihren Saht- abendlokelen»ue fflugblattoetbreituno ein. 138. Abt. Reinickendorf-Ost. Berichtigung Die Bezirksführer werden gebeten, da» Material zur situgbkirtpmbreitung«nie folgt abzuholen: 1.(6. Bezirk: Wahle, Drovinxstr. 66; 7»76. Bezirk: bei Bamberger, Resi- tcngfttafte 126. Morgen. Montag, den 28. September: 13. Abk. 8 Uhr ffunktionärkonferenz bei Krüger. PuKiftflz. 16. 17. Abt. Dt« Bezirksfllhrer werten gebeten, dt« MarkenbeNlnbe beim Kassierer S&u« bis«um 28. ö. M. abzurechnen. 21. Abt. VA Uhr ssilnktionärsiftung bei Kroll. Utrechter Str. Lt. 23. Abt. VA Uhr llunktwnSrsiftun« bei Grunwald. 24. Abt. S. Gruppe: 7 Uhr Schuwula Mundelstt. 3, Schulonitassungofeier. Genosse» sind«ingeladen. 88J8t. Abt. ssriebensu. BiHmnosausschltssel S Uhr gemeinsam« Siftung bei Klabe, Hanbiettsstr. 80/61. Wichtige Tagesordnung. Zungs-iialisten.«easp« Siidost: 8 Uhr Jugendheim Reichenberger Str. 66 spricht Genossin Ellert:„Manu und Krau im politischen Leben'. Arauenveranstaltungeu am Montag, den 28. September: 17. Kreis Lichtenberg. 7(4 Uhr EchuZaula Marktstr. 10. Bortrag der Genossin Lisbekb Riedger: �Echulttagen, unter Berücksichtigung des Reichssthmzncft. entwurfs'. 4. Abt. Beteiligung der Genossinnen am ssrauenabenb der 5. Abt. int Rosenlhaler Sof. Rmenthaler Stt. 11/12. Bortrag der Genossin Wehl. 8. Abt. Iii Uhr ssraurnverfammlung im Rosentholer Los. Rosenihaler Straft« 11(12. Referentin: Genossin Klara Wevl. Gösse willkommen. 8. Abt. 8 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Vortrag des Gen. Bartela über: �Seinrich Heine und der Sozialismus'. 8. Abt. VA Uhr bei Rickert, Steinmeftstr. 36». Vortrag des Gen. Miethk«. 18. Abt. Ith Uhr bei Müller. Userstr. 12. Ref.: BeziÄ-o. Gen.«aafch: -Kornnrunalpolilik und die Stadtverordnetenwahlen'. 88. Abt. 7>ch Uhr bei Niebevqall, Garmen�nloa-Str. 22, Bortrag der De» nossln Adele Schreiber-Krieger:„Warum soll uud muft die Berlinerin zur Wahl gehen 1' Gösse willkommen. 82. Abt. 7 Uhr Schule Lange Str. ZI, 2. Hof 1 Tl., ftiunuer 58, Dortrag der Genossin Luis« Kühler:„Warum muft sich die ffrau für da» politische Leben interessieren?' M» Abt. 7Vi Uhr bei Rvsin, Gubener Str. 1», Bortrag de» Gen. Dr. Georg Ldweustein:„Wie erhalt sich die ssran gesund?' 88. Abt. TA Uhr bei Peters. Schreinerftr. 38. Bortrag der Genossin Aatnke: „Stadtverordnetenwahlen'. »8.»dt. 7'h Uhr hei Bnsch. Tilsiter Stt. 2«. Ltchtbilder-orttag über:„Die Belllmpfung der Tuberknlose'. Ref.: Gen. Dr. RSdrr. 87. Abt. ssvouennbend de! Sercsch. Cibertussr. 11. 148 Uhr. 38. Abt. Jt4 Uhr bei Bartusch, ssriedenstt. 88. Borttag der Genossin Dr. Wogotzinski. 41. Abt. TA Uhr bei Schnlt. Mariendarfer Ett. 5. Bortrag der Genossin Sopve:„Die ssran in der Kommunalvolitik'. O. Abt. VA Uhr bei Köhls«. Beramannstt. 69. Bortrag der Genossi» Dr. Kili« jsrankenihal:..Zollpolitik und Bollsgesundbeit'. 74. Abt. sschlenbotf. 7>4 Uhr bei Srinorrc. Potsdamer Str. 8. Vortrag des Genossen Schreiber. Neukölln. 89. Abt. VA Uhr bei Brase, Sanderstt. 10. Bortrag de» Gen. Woderhotz über:„Brot- und ftollumcher'.— 91. Abt. 8 Uhr Loipl Lilddrle, ZUrrlsgartenstr. 12. Dortrag des Gen. Leemes über:„Die Kommnualwahten". 88. Abt. Brift. Vvi Uhr Jugendheim Rathaus, Chaussoessr. 48. Unter- balttnigsabenh. GSst« willkommen. 838. Abt.»einickeudses-Oft. 8 Uhr Jugendheim Seebad, Rosiden,(traft«. Tbeme: «Ske halten wir unseren ssrauenabend ab?' Rebermorgen. Dienstag, den 2S. September: 77. Abt. Schöneberg. 8 Uhr Miigliedervcrsammlunq bei Will, Martin» Luther-Str. 68. Tagesordnung: 1. Bericht Uber die Arbelten zur Stadt. und Bezirtsverordnclenwahl. 2. Bericht des Gen. Wendt über den Partei. tag zu Seidelberg. Zungsozialisten. Gruppe Reluickeudors: VA Uhr Seebad. Residenzsirafte«Z. Tagespolitisch« Auosproche. Aranenveranstalkungen am Dienstag, den 29. September: 88. Abt. VA Uhr bei Wenseritt. Prenzlauer Allee 2Z9. Pertrag der Genossin channa:„Die Bedeutting der Stadtnerordnetenwahlen'. ZI. Abt. VA litt bei Waftmann, Eteimssr. 10. Bortrag der Genossin Ccheibenhuber:„Die Bedeutung der Stgdtoecordnetenwghl'. Gäste willkommen. 83. Abt. TA Uhr bei Büttner. Schwrtier Stt. Zll. Bortrag de. Gen. Gott. furcht über:„Die Etadtvevordneteuwahlen'. Anfchlieftend gemiitliches Beisammensein. »7. Abt. Slenfälln. VA Uhr bei Kuftki. Lcineskr. I. Vortrag der Genossin ftghrenwald. * Inngsszlalistea Gruppe Gh-rlsttenburg. Mittwoch, 80. September, Rosinen- strafte 4 v. l, 7,30 Uhr Arbeitsgemeinschaft(Das EörliNer Programm; � ssul- tureUe Fragen). Sungsozinlift-n Charlottenburg. I. Ottober Iii Uhr Besuch des Lichtbilder. Vortrags Witzlebenstraft« 82. Wetter für Berlin und Ilmgezend: Nnbesiätidiger, zu Regenschauern neioend, windiger und ziemlich lühled D-ltcr.— Aür veiUjchlaad: Weil- oerbrcltete Regeusässe mit weiteren Slbkühlungeil.. Dringen in der Mode„das Weuestc", Herfen-SlollC lör Anzüge, Falelols, m-l-r, das Beslc im Tragen 10.— 15.- 20.- 25.- Demen-Stofie tar Hantel, Kostüme, Kleider. neue geschmackvolle Farben 8,- 10. 1 2.-- 1 6- *)eeftriui�fis£r.20/2/ Poß'iiirSSL In der Qualitlt f liegt die Preiswürdigkeit! ♦ Unsere ungewöhnlich preis* werten Angebo'® erklären sich durch unseren umfangreichen Einkauf, der durch den großen Umsatz unserer verschiedenen Unternehmen bedingt ist (den überzeuge sich durch unverbindliche Besichtigung, dass unsere Angebote wirtdich AnBerordeutiiches bieten! 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Laut den veröffentlichten Dokumenten ist ein gewisser I. M. S o s n a im Jahre 1915 an die Regierung Nikolaus II. mit dem Dorschlag herangetreten, ein Attentat gegen Wil- Helm II. zu organisieren. In seiner an die Regierung ge- richteten Denkschrift hob er besonders hervor, daß es außer der Ermordung kein anderes Mittel gebe,„den Feind zu bestrafen, der die Welt mit dem Blut von Millionen Menschen über- schwemmt und Millionen Menschen unglücklich gemacht habe und der,.infolg« seiner unersättlichen Habgier, bereit sei, noch größere Ströme von Blut zu vergießen und weitere Millionen Menschen unglücklich zu machen". Sosna hatte selbst früher in Deutschland gelebt, beherrschte vollkommen die deutsche Sprache und besaß in Deutschland einen ausgebreiteten Vernxmdten- und Bekanntenkreis.(Wie er belnmptets, war sein Bruder seit 18 Jahren in den Krupp- Werken angestellt, wo er einen höheren Posten bekleidete: unter den Berwairdten der Frau seines Bruder befanden sich angeb- lich hochgestellte Persönlichkeiten.) Sosna ersuchte den General- stob, ihm zwei entschlossene, tapfere Piloten zur Verfügung zu stellen,„die dem Zaren und dem Vaterland treu ergeben, nütiaenfalls bereit wären, ihr Leben zu opfern". Er würde sich dann zusammen mit ihnen, als freiwillige Flieger, nach Deutschland begeben, sich in der Nähe des deutschen Haupt- quartiers niederlassen und im gegebenen Augenblick Wilhelm II. mit Hilf« eines besonderen Geschosses(das Geheimnis dieses Geschosses wird in der Denkschrift nicht bekanntgegeben) er- morden. Die Attentäter würden dann versuchen, auf einem Aerovlan.zu«mkommen oder Selbstmord zu begehen. Der Plan konnte an sich schon nicht ernst genommen werden, da er viel zu leichtsinnig und phantasttsch war. Auch die Persönlichkeit des Antrvgstelleres mußte das denkbar stärkste Mißtrauen erwecken. Aus den Dokumenten ist zu ersehen. daß es sich um einen ganz gewöhnlichen Schwindler handelt, der bereits sechsmal vorbestraft war und zur Zeit des Krieges eine zehnjährigeZuchthausstrafeim Mos- kauer Gefängnis verbüßt«. Es unterliegt keinem Zweifel, daß er diesen Plan nur ausheckte, um die Freihett zu erlangen und der Ueberführung nach einem der sibirischen Zuchthäuser zu entgehen Würde es sich nur um die terroristischen Anwandlungen des Zuchthäuslers Sosna handeln, so brauchte man der ganzen Angelegenheit keine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie gewinnen aber Interesse angesichts des Verhaltens der Zarenregierung zu diesem Abenteuer. Aus den im„Krasny Archiv" veröffentlichten Dokumenten geht nicht hervor, an welche Regierungsstelle sich Sosna ur- sprünglich gewairdt hat. Allem Anschein nach an die Ge- heim polizei; denn als erster erschien im Gefängnis zu einer Unterredung mit Sosna der Staatsrat M o l l o w, der darüber an das Hauptquartier Bericht erstattete, dessen Ober- befehlshaber zu dieser Zeit der Zar selbst war. Die weiteren Unterredungen fanden gleichfalls im Mos- kauer Gefängnis statt. Das Hauptquartier war über die Ver- g�ngenhcit Sosnas und feine Straftaten genau informiert. Es setzte trotzdem die Verhandlungen fort unb übergab die Ange- lcgeicheit zur weiteren Bearbeitung an das Polizei- dcpartement, dem während des Krieges der größte Teil aller geheimen Spionageangelegenheiten unterstand. Das Polizeideportement nahm sich der Angelegenheit mit dem größten Eifer an, allem Anschein nach auf Grund der aus dem Hauptquartier erhaltenen Weisungen. Zu den weiteren Verhandlungen mit Sosna wurde aus Petersburg ein höherer Beamter, das Mitglied des Küllegiums des Ministeriums für innere Angelegenheiten, W i f s a r j o n o w, nach Moskau entsandt. Diese Verhandlungen wurden zuerst in Moskau und dann in Petersburg geführt, wohin Sosna aus dem Gefängnis ge- schafft nnirde. Wiffarjonow übte an dem Plan Sosnas fach- liche Kritik: er erwog die Aussichten auf Erfolg, wies auf ein- zelne Mängel des Planes hin usw. Sosna verteidigte seinen Plan unter dem Hinweis, daß er freilich nicht in der Lage fei, alle Einzelheiten im voraus zu bestimmen. Es sei vor allem die grundsätzliche Bereitschaft der Regierung notwendig, die Einzelheiten dagegen würden au Ort und Stelle beschlossen werden. Wissarjonow wollte jedoch nicht nochgeben. Er schrieb an den Direktor des Polizeidepartements, B« l e tz k i, daß Sosnas Plan nach seiner Meinung„aus technischen Gründen schwer zu verwirklichen sei" und daß er deshalb„keine hohen Ausgaben riskieren möchte"(Sosna hatte 5l1lXK) Rubel verlangt). Auch befürchtete er. daß„im Falle des Mißerfolges", d. h. im Falle der Verhaftung der Attentäter durch die beut- schen Behörden,„ernst haste Verwicklungen internationalen Charakters" entstehen könnten. Es ist bezeichnend. daß die Zarenminister die Frage der Unzulässigkeit dieser Pläne vom prinzipiellen und moralischen Standpunkte aus überhaupt nicht berührten. Sie hielten die Anwendung der- arliger Kampfmethoden für durchaus zulässig. 'Der endgültige Ausgang dieser Angelegenheit ist vor- läusig noch nicht völlig aufgeklärt, da in dem Archiv der Zarenregierung kein« weiteren Dokumente geftinüen worden fin> Es ist nur bekannt, daß Wissarjonow die Absicht hatte, die notwendigen Schritte zu unternehmen,„um d i e A l l e r- höchste Begnadigung für Sosna und seine Wievereinsübrung in alle Rechte zu erwirken und ihm die Möalichkeit zu geben, die Ausführung seiner Pläne auf eigene Fault zu betreiben, ohne ihm die erbeten« hol)« Unlerstützuna mrd Direktiven seitens der Regierung zukommen zu lassen". Aus den Dokumenten ist nicht ersichtlich, welche Antwort darauf erfolgte Man kann jedoch mit Sicherheit annehmen, daß das Gesuch seinen Z w e ck e r r e i ch t e Der Zar pflegte in der Regel nie derartige Gesuche des Polizeidepartements abzulehnen. Das Verhalten der Zarenminister in dieser Angelegenheit fft ziemlich unzweideutig: die Minister des Nikolaus II. hatten grundsätzlich nichts gegen die Ermordung des„ge- krönten Monarchen" eines anderen Staates emguwenden. Nicht aufgeklärt ist die Frage, welche Rolle Nikolaus II. selbst hierbei gespielt hat. Hat er von dem Mordplan gewußt? Ein direkter Hinweis darauf ist in den Dokumenten nicht vor- handen, jedoch manche Tatsachen sprechen dafür, daß ihm dieser Plan nicht unbekannt bleiben konnte. Er war Oberbefehlshaber, als Mollow dem Hauptquartier Bericht über diese Angelegenheit erstattete. An ihn war auch das Gesuch um die Begnadigung des Zuchthäuslers Sosna ge- richtet. Ueberdies interessierte sich Nikolaus IL lebhast für alle Angelegenheiten des Polizeidepartements und Brtetzki sowie Wissarjonow würden es nie gewagt haben, derartige Schritte ohne Wissen des Zaren zu unternehmen. Es spricht also manches dafür, daß Nikolaus IL von dem Plane gewußt und die Auffassung seiner Minister geteilt hat. Das Bild ist wert, festgehalten zu werden: ein russischer Zar, der den Weg frei macht zur Ermordung seines„geliebten Vetters", seines„teueren Willi"— des Deutschen Kaisers! Der Anspruch auf Mbeitslofenunterftützung. Die Perlen des neuen Gesetzentwurfs. Der ganze Sinn und Zweck einer Versicherung für den Fall der Arbeitslosigkeit kann nur der sein, die versicherten Arbeitnehmer vor den schlimmsten wirtschaftlichen Nachteilen der Arbeitslosigkeit zu schützen durch Zahlung einer Unter- stützung, auf die sie sich durch ihre Beitragsleistungen einen Anspruch erwerben. In der Krankenoersicherung gilt längst der Grundsatz, daß jedes Mitglied im jkrarckheitsfalle Anspruch auf Unterstützung hat. Der vorliegende Entwurf eines G e- setzes über Arbeitslosenversicherung müßte diesen Grundsatz als selbstverständlich für den Fall der Arbeits- losigkeit gelten lassen. Allein der§ 44 des Entwurfs macht den Anspruch auf Arbeitslosenuntcrsttitzuyg nicht nur abhängig von der Tatsache der Arbeitslosigkeit, sondern außerdem von gewissen Kautschukbestimmungen. Er lautet: Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung hat, wer L arbeitsfähig, arbeitswillig, also uafreiwiMg arbeitslos ist, 2. die Anwartschaftszeit erftUlt hat, & den Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung noch nicht er- schöpft hat.» Worauf es bei unserer Betrachtung ankommt, haben wir durch Unterstreichung hervorgehoben. Als arbeitsfähig müßte jeder Versicherte gelten, der nicht durch Krankheit seine Arbeitsfähigkeit eingebüßt hat. Das ist auch der Fall, solange er nicht arbeitslos ist. Der Arbeitslose aber gilt nur als arbeitsfähig im Sinne des§ 44, wenn er „imstande ist, durch eine Tätigkeit, die seinen Kräften und Fähig- leiten ensspricht und ihm unter billiger Berücksichtigung seiner Aus- bildung und seines bisherigen Berufes zugemutet werden kann, wenigstens ein Drittel dessen zu erwerben, was geistig und körperlich gesunde Personen derselben Art mit ähnlicher Ausbildung in der- selben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen." Diese Bestimmung nach§ 45 soll angewandt werten und kann alten Arbeitern und Kriegsbeschä- d i g t e n gefährlich werten. Sie ist um so kleinlicher, als erst nach 26wöchiger Beitragsleistung Unterstützung gewährt wird, und zwar höchstens auf die Dauer von drei Monaten. Wer als„arbeitswillig" gilt, ist in dem Entwurf nicht gesagt, sondern in den Paragraphen 47 bis 49 u m- schrieben. Wer sich ohne berechtigten Grund weigert, eine Arbeit anzunehmen oder anzutreten, auch wenn sie außer» halb seines Wohnortes zu verrichten ist(eine Grenze für die Entfernung außerhalb des Wohnorts ist nicht vorgesehen), erhält für die Dauer der auf die Weigerung folgenden vier Wochen keine Arbettslosenunterstützung. Wer sechs Wochen lang Unterstützung bezogen Hot oder während einer„berufsüblichenArbeitslosigkeit"(I), kann „die Annahme und den Antritt einer Arbeit nicht mehr aus dem Grunde verweigern, well sie ihm nach seiner Vorbildung oder seiner frühechn Tätigkeit nicht zugemutet werden könne, es sei denn, daß ihm die Ausübung erhebliche Nachteile für sein späteres Fortkommen bringen würde". Nack) S 48 muß die Arbeitslosenunterstützung teilweise abgearbeitet werden. „Für Arbeitslose unter 21 Jahren und für lcmgfrsstig IN bezeichneten Stenerpflichtig«» den Ort der Sdtnng oder Eist haben, jedoch ist fstr all« w Berlin ,u veranlagenden Aktien. «sellichaften. KommanditgeseAschasten auf«Nien. Berggewerkfchaftea.«Srpev- fchaften de, öffentlichen Rechts, sowie dieiemgen Gesellschafk» mit be- fchränkter Safwn». die m einem Konzern gehören,«ber�bet denen da, Stammkapital nach der Doldmarteröftnunasbllane 190 909 SR. oder darüber beträgt, da, Zentralftnansamt zuständig.... Ist im Inland« weder«in Wohnsih. noch ein banernder Aufenthalt. weder ein Ort der Seitung. noch ein Si»««geben, so ist die Steuererkläruna bei dem ffinanscunt ab,ug«b«n. in dessen Begirk da- Unternehme» betrirben oder ständig vertreten wird. V. stst« Steuererklärungen find unter Benuhung de» vorgeschrl«b«u-n B»o- drucks beim �inanZamt einzureichen. Vordrucke können bei dem nach fim« TT »uftSndwen Finanzamt unentaelkttch bewflen werden. Dieses wird auch an aalzlmche AnsehSriqe feines Bezirks zu Anfanq Oktober von Amts wegen Bordrucke berausfenden. Die Pflicht not Abgabe der Steuererklärung ckt oder vom Empfonq eines Vordrucke» nicht obhänoig. ©t« Steuererkläruna ist schriftlich—»weckmZsii« eingeschrieben—«in» »llsenden ober mündlich vor dem ssinoneamt»wischen 9 und 1 Ilbr Wochentag« obiui geben. Sewerbetoeibend« oder ihre Vertreter und Erwerbsgefellschafte» habe» vossständig« Abschriften»der Vilant-N nebst Dewinn- und Beelust- rechnun« der Steuererkläruna bei»« fügen. Vi. «er die Frist jmr Abgab« der ihm obssegenden Struererklärung oersäumt. kenn mit Geldstrafen»ur Abgab« der Steuererkläruna angehalten werden; au» dann ihm«in tzuschlaa bis»u 10». S. der feftgefestten Steuer auf- erlegt werden. Sie Hint«r»i«hnna oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommen- steuer oder«örpeischoftssteuer wird bestraft. Auch«in fahrlässige» Versehe» gegen die Steuergesehe(Steuergefährduna) ist strafbar. Berlin, den 25. September 1935. wie sslneneömter de» 9a»d«»fjno»»»«!>b»»Ief» BerN». Jnvalidenversichcjrung. Bnrch Steichsgesetz stnd die Beiträge zur Invalidenoersscherung geändert wordem vom 33. September 1935 ad find die Beiträge in folgender Höh« zn entrichten: weibliche HausoAgestellte sind U» iu 37 SS. monatl. neben fteiem Unterhall lWert 35 Ztstst.) Marken 3 Lohukl. zu 55 Pfg. ..53......8... 79. ..79......4... 100. ju verwenden Bei der freimlsstgeu Berfichernug stnd Beiträge In der dem jeweiligen Ein- komme« entsprechenden LohnNasse, mindesten, aber in der Lohnklasse 3, zu entrichten. ssllr Berstcherte, deren wöchentlich«, Entgelt 8 RM. nicht llberfteigt, sowie für Lehrling« trägt der Arbeitqeder die vollen Be trage allein In den übrigen Fällen verdletbt e« bei der Verpflichtung de» Versicherten, die Hälfte des Beitrags sich abziehen»u lassen. Besonder« zu beachten: Vom 15. Oktober 1935 ab dürfen Macken in den bis- hetigen Wecken, auch für oergangene Zeilen, nicht mehr verwendet werden Unglll- ttg gewordene Marken können inuerhalb drei Monaten nach Ablauf der Elllfigkeits- dauer. also bis zum 25. Dezember 1935, bei den Berkaufsftellcn umgetauscht werden. Berlin, im September 1925. Landesversicherungsanstalt Berlin. Der Vorstand. Vorzugs- Angebote für diese Woche! Damenwäsche Herrenwäsche Hemdbeinkleid mm tmum Oberhemd m. 1 Wfathestoff, m, breiter SÖdcerrimerxier, M. O md........................" Nachthemd xam—m*....* 7oo Sporthemd farbu. mUKtapptaipm � und zwei Kragen............ M.' Nachthemd mJarh.PaapeUUUfr.M. 723 Schlupfbeinkleider Krawatte s-wechlmt-e. eoöm Seiä-. jgo Baumwotlener Trikot, gute haltbare Ware,*n schönen Farben im Schritt uentörkt; in schurarj, weiß und Oft? farbig................. H. bt alten Abteilungen Weitere vorteilhafte Angebote Stoffe Bettbezüge ». 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Oktober 1925, Vormittage 9 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt, zu dem die Unternehmerin sowie die Widersprechenden unter der Er- Sffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbieiden mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird Berlin, den 2S. September 1925. »er Stadtausschuß Berlin, Abt. L Schneider. A. Nr. 8. St. A. I. 25» ew. Ani.— iilb <<<� Sonder Angebot •>Tr>»>v>>�<<<<«■<• Kleiderstoffe Seidenstoffe Schuhwaren Köper-Flanell Imlt, viele Master Schollen doppeltbreft mod. Kerbstellaogcn, Meter Kleidersloffe doppcltbr, xibeUnsrdft Mir. Popeline breit, in neuest. Farben Mtr. 0.95 1.45 2.25 3.45 •>>>>>>>>>>>>>>>>>>• Etamin# gg.:: 2« ::fe8teKIeidni! , aus Gsbsrdlae, mod. g II ,, Fasson, verschiedene f> ID ' � Farben....... UT ;;<<<<<<<<<»<«<�<<<<<<<<<» �' ca. 150 cm breit, Meter MUarcliaf X ca. 100 cm breit. Meter »>>>>>>>>>»>>>.>>>>• Strumpfwaren Damenslrümple � �»chwmrz und farbig.... w* i O '' Damcnslrümpfc i äc � f Mako, schwarz und farbig. 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Dieser Konflikt macht die Probleme der internationalen Kapitalmärkte interessant auch für die Arbeiterschaft, die eine Stockung der Geld- Versorgung der Betriebe in Betriebseinschränkungen, Stillegungen oder mindestens verzögerten Lohnzahlungen als erste zu spüren bekommt. Die inkernotionalen Geld- und kapitalmärkle. Auf dem Geld markt werden kurzfristige Darlehen gewahrt im Gegcnsag zum Kapitalmarkt, wo solche für längere Dauer aufgenommen werden. Unter Geldslüssigkeit vcr- stehen wir die leichte und billige Beschafsungsmöglichkeit von kurz- friftigen(täglichem oder Wochen-) Geld, unter Geldknappheit den Mangel bzw. hohen Preis der kurzfristigen Anleihegelder. Die Geldknappheit geht aber nicht immer mit der Kapitalknoppheit zu- fammeir. So sehen wir gegenwärtig in Deutschland eine große Geld f l ü s s i g k e i t mit gleichzeitiger Kapitalknappheit. Kurzfristige Gelder sind in Hülle und Fülle zu haben, dagegen herrscht bekannterweise eine große Kapitolnot. Ganz umgekehrt ist die Lage in den Vereinigten Staaten und in Holland. In diesen Ländern ist ein weitgehender Kopitalreichtum für laufende Anlagen und für neue inländische und ausländische Allleihen vor- honden, während aus dem Geldmarkt eine Geldoerknappung zu oer- zeichnen ist. Das Auseinanderfallen der Geld- und Kapitalmärkte wird in Deutschland dadurch verursacht, daß die Äapitaldecke zurzeit noch nicht ausreicht und die Kredite der Reichsbank begrenzt sind. Da die Banken ihre Wechsel bei der Reichsbank nicht nach Gefallen rediskontieren dürfen, können sie ihre Mittel, um ihr« Liquidität zu wahren, nur auf kurze Zeit ausborgen. Desgleichen sind an- gefichls der herrschenden Belriebsmittelnot die meisten Depo- fiten der Unternehmer durchschnittlich nur für kurze Dauer bei den Banken angelegt. In den Vereinigten Staaten und in Holland dagegen ist die Geldverkappung vorübergehend und hängt vor allem mit dem kommenden Herbstgeschäst zusammen, wofür umfangreiche Geldmittel verwendet werden müssen. So hoben sich in Holland die Säße für tägliches Geld von 2 Prozent auf 4 Prozent erhöht(gegenwärtig stehen sie auf 3 Prozent), während in den Ver- einigten Staaten 4— 4 MI Prozent für tägliches Geld zu zahlen ist. In Gngland wird das Abflauen der wirtschaftlichen Konjunktur für die gegenwärtig vorhandene Flüssigkeit aus dem Geldmarkt ver- antwortlich gemacht. Aus diesem Grunde ist dort der Zinssaß erheblich niedriger als in den Vereinigten Staaten. Umfang- reiche amerikanische Kapitalien wurden deshalb in letzter Zell aus England zurückgezogen. Das amerikanische Kapital betätigte sich spekulativ außer in England auch in- anderen Staaten, vor allem in Dänemark und Norwegen, wo es eine Balutafpekulation größten Stils betrieben hat. Nunmehr wurden ober, in Dänemark und in Norwegen die Zinssätze herabgesetzt, um das Einströmen ausländischer Kapitalien und damit«ine noch weitere Erhöhung der Dawta zu verhindern. Die amerikanischen kurzsristigen Depositen im Zlusland dürften 800 Millionen Dollar betragen und mit dem Sinken der Zinssätze in Europa und mit dem Steigen in Amerika werden diese kurzfristigen Gelder wieder nach Amerika zurück- ezogen. Dies hängt im ührigen auch davon ab. wie sich die Wirt- jchaftskonjunktur in den Bereinigten Staaten entwickelt, und davon, ab die Spekulation auf den amerikanischen Börsen weiter anhält und große Geldmittel festlegen wird. Groß war bisher die Geld» flüssigkeit auch in der Schweiz, wo tägliches Geld zu 2 Prozent zu habe» war. Infolge der Rohstoffeinkäufe für den Herbst, noch mehr aber infolge der Flucht des schweizerischen Kapitals in Länder mit höherem Zinsfuß, hat die Geldslüssigkeit in der letzten Zeit auf- gehört. Dasselbe gilt von Frankreich, wo die Geldslüssigkeit während der Sommermonate auf die erheblich« Geldinslation in- folge des vermehrten Notendrucks zurückzuführen war, während die gegenwärtige Geld- und Kapitalnot mit den Rohftofstäusen zu- jammenhängll Der EflekteamarN. Die Kursgestaltung derAktien und Sicherheiten hängt von verschiedenen Momenten, unter welchen die Geldslüssigkeit oder Geldknappheit nur eines ist, ob. Die allgemeine Konjunkturlage, Spekulation, Dividenden usw. bestimmen die Höhe der Aktienkurse, wobei freilich von großer Bedeutung ist, ob aus dem Geldmarkt genug flüssige Mittkl zum Kauf von Aktien vorhanden sind.(Die Kurse für Aktien und Rentenpapiere entwickeln sich nicht' parallel, da bei rückgängigen Aktienkursen der Kauf von festverzinslichen Werten bevorzugt wird.) Die jüngst erfolgte Verkappung der Geld- mittel hat in Italien, Frankreich und Dänemark zur Senkung der Börsenkurse geführt. Die neu« Finanzpolitik Italiens bezweckt die Herbeiführung einer Deflation und entzieht deshalb der Börsenspekulation, welch« in der letzten Zeit dort mächtig empor- geschossen war. die Mittcll In Norwegen wurde die Verbesserung des Kronenkurses durch umfangreiche Kreditrestriktionen mit Geld- Verknappung herbeigeführt, wodurch der Geldmarkt erheblich ein- geengt wurde. Bis dahin bewegten sich an diesen Börsen die Aktienkurse auswärts. In den meisten übrigen Ländern ist die Entwicklung der Valuten«in Spiegelbild der ollgemeinen Wirt- schaftslage. Erhöht haben sich die Börsenkurs« in der letzten Zeit in den Vereinigten Staaten, in Holland und in der Schweiz. Be- sonders erheblich war die Kurserhöhung in den beiden crsterei, Ländern. Die zeitweilige Verknappung der flüssigen Geldmittel kannte die Aufwärtsbeivegung der Aktien in diesen Ländern nicht aulhaltcn. In den Verein-gte» Staaten tobt gegenwärtig eine wütende Spekulation in verschiedenen Inoustrieaktien, die die Atlienkurse in die Höhe treibt. In Holland dauert die günstige Wirtschastc-lage seit längerer Zeit an, doch kam sie in Kurssteige. rangen auf der Börse erst in den letzten Monaten zum Ausdruck. Auf der anderen Seite spiegelt die Börsenentwicklung in England die gedrückte Wirtschastelage dieses Landes wieder. Ein- zclne Akliengruppen, vor allem die Gummiwerte— infolge der ungeheuren Preiserhöhung für Gummi—, stiegen im Wert, jedoch aus Kosten anderer Werte, vor allem Eisenbahnaktien, aus deren Erlös die neuen Aktien gekauft wurden. Sonst zeigt aber der Börsenindex seit Januar dieses Jahres eine standig sinkende Tendenz. Die Börsenwert« Oesterreichs und Ungarns verharren gleich den deutschen auf einem dauernden Ties st and. Der österreichische Aktienlndex von 46 Gesellschaften beträgt Anfang 1923 mit 100 gesetzt, nur 43 Die Dölkerbundsverhandlungen über den Abbau der Finanzkontrolle über Oesterreich hatten für kurze Zeit eine Auswärtsbewegung der Kurse gebracht, doch sielen sie bald wieder auf ihren alten Stand zurück. In U n g a r n, wo die Aktien- turse ebenfalls äußerst gedrückt sind, herrscht gegenwärtig ein Auf- wertungsnimmell J» der(wahrscheinlich falschen) Annahme einer Aufwertung der Kriegsanleihen zeigen die letzteren ein« stürmisch« Aufwärtsbewegung. J» Spanien fallen Wirtschaftslage und Kursentwicklung a» der Börse scharf auseinander. Trotz der u»> günstigen Wirtschaftslage zeigen die Aktienwerte eine ganz enorme Steigerung, so daß man hier von einer ungewöhnlichen Aktien- i n j l a t io n sprechen kann. Jleue Kapitalanlagen. 1 Daß die Vereinigten Staaten seit dem Kriege zum reichsten Land der Erde geworden sind, zeigt die umfangreiche Kapitalaus» nähme auf dem New Jorker Kapitalmarkt. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 3,2 Milliarden Dollar neues Kapital in den Bereinigten Staaten ausgenommen, cine Summe, die wenig hinter der des ganzen Jahres 1920 zurück- bleibt und die auch gegenüber dem ersten Halbjahr 1924 eine Zu- nohme der Emission von über 300 Millionen Dollar darstellt. Aller- dings bleibt in den Bereinigten Staaten der größte Teil der über. Haupt ausgeliehenen Kapitalien i m Inland. Dem Auslande wurden in diesem Jahre zunächst Kredite in geringerem Umsange gewährt als im vorigen Jahr, doch findet in der letzten Zeit ein neuer Kapitalstrom seinen Weg nach dem Ausland. Man rechnet für dos ganze Jahr 1923 mit einer Milliarde ausländischer Anleihen. Aufsallend groß waren die Kapitalanlagen in der ersten Hälft« des Jahres in England, wo man infolge der sehr verlang- samten Kapitalbildung und der Verschlechterung der Zahlungsbilanz da» Gegenteil erwartet hätte. Trotzdem wurden in den ersten acht Monaten 142 Millionen Psund ausgenommen gegen 131»u Bor- jähre. Diese anfallende Tatsache wird dadurch erklärt, daß die Banken ihre Forderungen bei den verschiedenen Unternehmungen vielfach in Aktien bzw. fest verzinsliche Werte umgewandelt haben. Das Ausland selbst erhielt von England nur 39 Millionen Pfund, davon verblieben 28 Millionen im britischen Reich, während nur 11 Millionen fremden Ländern, besonders auch denen des euro- päischen Kontinents, zugute kamen. In Frankreich, wo die Emis- sionstätigkeit infolge Geldmangels seit longer Zeit unmöglich war. weisen die letzten Monate eine Belebung der Kapitalneuanlagen auf, was auf die vorübergehende Geldflüssigkeit infolge der er- wähnten Geldinslation zurückzuführen ist. Bis Juni waren die Neuemissionen im Vergleich zu anderen Jahren verschwindend ge- ring. In der Schweiz war die Emisfionstötigkeit in diesem Jahre außerordentlich geringfügig. Die vorhandenen Kapitalien haben sich vielfach nach dem Ausland geflüchtet. Dos holländische Kapital ist in der Lage, namhaste Anlagen, vor allem im Aus- lande und in Holländisch-Indien, zu machen. In Deutschland spielt holländisches Kapital eine immer größere Rolle. A. H. Diviüenöensegen. Die Klogen der Industrie über ihr«.schlechte Lage� sind oll- gemein. In Wirklichkeit bringt aber jeder Tag Beweise dafür. daß es genügend Firmen gibt, die gute und sogar sehr gute Ge- schäfte machen. Dabei ist in den wenigsten Fällen der Dividendensatz maßgebend, denn es wird in großem Umsange eine Thesaurierungs- Politik betrieben, die die Gewinnergebnisse versteckt. Immerhin gibt es auch noch zahlreiche Firmen, die ganz nette Dividenden zur Verteilung bringen. Das Kabel wert Rheydt teilt mit, daß es trotz»vor- sichtiger Bilanzierung' möglich ist, für da» vergangene Geschäfts- jähr 13 Prozent Dividende zu oerteilen. Die Mittel dafür sind flüsiig, da die Gesellschaft über ein Bankguthaben von 1.4 Mit- lionen Mark verfügt. Die Erweiterung«- und Erneuerungs- arbeiten der Postoerwallung bekommen dem Unternehmen nicht schlecht. Die Dresdener Gardinen- und Spitzen-Manu- faktur-Akt.-Ges. erreichte etwa ein gleich günstiges Resultat, wie die Gardinenfabrik Plauen, über deren für die Lage der Gardinenindustri« bezeichnenden Abschluß wir vor einigen Tagen berichteten. Die Firma will aus einem Reingewinn von IL Mil- lionen Mark 1% Proz. Dividende auf die Borzugsaktien und 12 Proz. auf die Stammaktien bezahlen. Die Gesellschaft macht eine Rechnung auf, nach der gegenwärtig ein Kilo ihrer Produkte mehr als 1913/14 belastet ist: um 987 Proz. für Steuern, um 121 Proz. für Frachten, um 148 Proz. für soziale Lasten und um 125 Proz. für Zinsen. Das Dividendenergebnis beweist, daß diese Zahlen nicht tragisch zu nehmen sind. Ueber die wesentlich wichtigere Frag«, wie sich die.Belastung' mit Arbeitslohn darstellt, wird nichts gesagt. Zehn Prozent Divideude kann die Mühle Rüningen Aktiengesellschaft ausschütten. Nach dem Geschäftsbericht waren die Zeiten ohne Mehlzölle sehr schlecht. Die Dividendenzahlung der Gesellschaft ergibt jedoch kein Argument für die am 1. September wieder«ingeführten Mehlzölle. RhelnfthiffahrtS'Nöte. Der Derein zur Wahrung der Rheinschiffahrts- i n t« r e s s e n hielt kürzlich eine Ausschußtagung in Königswinter ab. Der dort erstattet« Lagebericht spricht von schweren Krisen- «rscheinungen, u. a. von der Stillegung eines großen Teils des Nheindampferparks für die Güterbewegung. Die Gegen- sätze zur Reichsbahnpolitik, der man einen großen Tell Schuld an den Rheinschiffahrtsnöten beimißt, wurden in einer langen Erklärung formuliert. Darin wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbahn durch die Ueberteuerung ihrer Frachten für kurze Strecken große Teile des Güternahverkehr» auf die Land- straßen abgedrängt hat. Andererseits sollen die Frachten der Reichs- bahn für lange Strecken zu billig sein und neben einer Schädigung der Reichsbahn selbst dazu geführt haben, daß die Flußschiffahrt, die die.natürliche' Iransportgelegenheit für Schwergüter auf langen Strecken sei, zurückgedrängt wurde. Diese Klagen der Rhein- schissahrt können leicht einen Teil Wahrheit enthalten, denn es liegen auch von anderer Seite manche Anzeichen dafür vor, daß die Tarif- Politik der Reichsbahn keineswegs der Weisheit letzten Schluß enthält. Im übrigen konnte auf der erwähnten Tagung mitgeteilt werden, daß von den Regierungsstellen manches geschehen oder geplant ist, um die Lage der Rheinschisfahrt zu erleichtern. So wird das Bcrgungswesen(Hilfsmaßnahmen für havarierte Schisse) er- weitert, im Bingerloch an der Verbesserung der Fahrrinne gearbeitet, die' Bingener und Duisburg-Ruhrorter Reede vergrößert lmd dl« Rheinpolizei verbessert._ Immer noch Verschlechterung am �rbeitsmarkt. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt überwog auch tn der letzten Woche die Verschlechterung, jedoch nicht in dem Maße, wie in den Vorwochen. Den Arbeitomarkt belosten insbesondere über- wiegend Angestellte und reitweis« auch älter« Arbeitskräfte. Bemerkenswert ist auch, daß in den sür Berlin maßgebenden Indu- strien, wie Metall- und Holzindustrie, ein weiteres Nachlasten des Beschäftigungsgrades eingetreten ist, dagegen bot die jetzt«Kl«iu- gesetzte 5)acksruchternte in der Landwirtschaft gute Arbeitsmöglich. keiten. Günstig wirkte sich im allgemeinen auch die Belebung auf dem B a u m a r k t aus. Hierdurch konnte der Rückgang— wenn auch teilweise nur vorübergehend— ausgeglichen werben. Für un- gelernte Arbeit herrscht ein empfindlicher Mangel an Jugendlichen. Es waren 48 996 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge- tragen, gegen 48 622 der Borwoche. Darunter befanden sich 37 362 (37 141) männliche und 11 644(11 481)weibliche Personen. Unter- stützung bezogen 14 752(14 716) männliche und 2845(2752) weib- liche, insgesamt 17 597(17 468) Personen, davon bei Notstands- arbeiten bejchäitigt 1473._ ver fibbao üer Einfuhrverbote. Die angekündigten beiden Verordnungen, welche die Ein- und Ausfuhrverbote mit wenigen Ausnahmen beseitigen, sind in der gestrigen Nummer des.R e i ch s a n z e i g e r s" er- schienen. Das Einfuhrverbot für polnische Ware bleibt selbst- verstandlich bestehen, bis mit Polen cine Derständigung über die wirtschaftlichen Fragen erzielt ist. Außerdem sind der Schweiz gegenüber gemäß den mit ihr kürzlich getrosfenen Vereinbarungen einstweilen noch einige Waren von der Freigabe der Einfuhr aus- genommen worden. Frankreich gegenüber bleibt das Einfuhr- verbot für Teersarben bestehen. Diese Maßnahme ist gelegent- lich der Fühlungnahme über die Wiederaufnahme der Handels- vertrogsverhandlungen mit der französischen Regierung besprochen worden und hat ihren Grund darin, daß Frankreich ein sich aus- schließlich gegen Deutschland richtendes Einfuhrverbot für Frankreich besitzt. Im einzelnen bleiben unter Einsuhrverbot: 1. Allgemein: die Waren der statistischen Einsuhrnummern 844(Rohaluminium usw.), 238a— K(Kohlen und andere fossil« Brennstoffe), 640 a 3(belichtete Kinofilms), 300(Bleioxyd), 324» (Bleimennige), 324b(Bleiweiß), aus Z80b Morphium und Kodein, aus 3171c Kalkstickstosf, aus 38— 42 Alpenpflanzen, 95b(Kiesersamen), aus 95c Fichtensamen, aus 178/79 Branntwein aller Art außer Arrak und Rum, 180(Wein und frischer Most aus Trauben), 182 (Weine mit Heilmittelzusätzen usw.), 184(«Schaumwein), 2. der Schweiz gegenüber: die Waren der statistischen Einfuhrnummern 205a(Margarine), 205b(pflanzlicher Talg, zum Genüsse geeignet), 206(Margarinekäse), 207(Kunstjpeisefett), 230» (Zement), aus 354 Vanillin, 639a(Zellhorn), 3. Frankreich gegenüber: die Waren der statistischen Einfuhrnummern 319(Anilinfarbstoffe usw.), 320a(Alizarin), 320b(Alizarinfarbstoffe), 321a(Indigo), 321b(Indigokarmin usw.). Daneben enthält die die Einfuhr betreffende Verordnung eine Lifte der gesamten Waren, sür die das Einfuhrverbot ausschließlich gegenüber Polen bestehen bleibt. Die Berordnung über Ausfuhrverbote hält nur die Aus- fuhrverbote aufrecht für die statistischen Ausfuhrnummern 153»—* (Felle und Häute zur Lederbercitung), 154a(Hosenfelle(roh). 154d(Kaninchenfelle, roh), 156k(Knochen, roh), 238 a, b,<3, r, k (Kahlen und andere fossile Brennstoffe außer Tors), aus 244a Stein- kohlenrohteer, 673a(Papierspgnc usw., Altpapier), 843a(Bruch-, Alteise»), sowie gebrauchte Gegenständ« der Nummern 785», b, 796»— d, 797 als Alteisen._ Die Neichsbahn gibt Luther hiifsstelluug. Zur Unterstützung der Preissenkunosbestrebungen der Reichsregierung gewährt die Deutsche Reichsbahngesellschast auf die derzeitigen Frachttarife für Lebensmittel vom 1. Oktober ab eine zehnprozentrge Ermäßigu n g. Die Ermäßigung er- streckt sich auf Teigwaren, Suppenpräparate, frisch« Feld- und Gartenfrüchte, Seesische, Seemuscheln und dergleichen, Butter, Schmalz, Margarine, Fette und O e l e, Käse, Oelfrüchte und Oelsaaten, Brot, Heringe und Breitlinge(gesalzen) und K a r r o f f e l n. Eine Herabsetzung der A i e h t a r i s e war bei der gegenwärtigen Tarijhöhe noch nicht möglich. Ob diese Hilfsstellung der Reichsbahn kurz vor Toresschluß die Situation für Luther retten wird? Jedenfalls geht auch dieser zweite Beitrag zur Preissenkung, ebenso wie die Berbilligung der ösfentlichcn Gelder, aus K o st e n der übrigen Frachten und der Eisenbahnerlöhne, also der Allgemeinheit. Wir sind gespam, wie die Frachtermäßigung sich im den Preisen auswirken wird. Ob der Erfolg größer sein wird, als der der Berbilligung der öffent- lichen Gelder auf die Kreditzinsen? Oder ob die Allgemeinheit das Karnickel der Lutherschen.Preissenkung' bleiben wird? Im Zeiche« de» Preisabbaus: Neue Erhöhung der Zinkblech» preise. Nachdem erst am 22. d. M. eine Preiserhöhung um 1 M. eingetreten war, hat der Verband deutscher Zinkwalzwerke, Berlin, wie die„Konjunktur-Korresponden.,' erfährt, wieder eine Heraus- s e tz u n g vorgenommen. Dementsprechend hat auch mit Wirkung ob 25. d. M. die Rheinisch-Westfälische Zinkblechhändler-Vereinigung, Düsseldorf, ihre Lagerpreise um 2 M. per 100 Kilo erhöht. Die heutige Notierung beträgt demnach 102 M. frei Station und 103 M. frei Verbrauchsstelle. Michael» Spuren. Das 77 Jahre alte Kölner Bankhaus T. D a e o e s befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten. Eine vor einigen Tagen stattgefundene Gläubigerversammlung erhielt über die Ursachen der schlechten Lage bezeichnende Ausschlüsse. Der be- kannte Konzern I. Michael u. Co. erhielt eine Zeitlang Gelder des Postfiskus zu 12 Proz. Jahreszinsen, um sie an Kredit- bedürftige weiter zu geben. Bon Michael nahm die Münchener Filiale der Kölner Bank vom 11. Dezember 1923 bis 14. Februar 1924, also rund zwei Monate, durchschnittlich 600 000 M. Leihgeld. Dafür zahlte sie am 15. Februar 1924 nicht weniger als 6l2 000 M. Zinsen, also rund 100 Proz. für zwei Monate, 600 Proz. pro ahr. Der Kreditskandal des vorigen Jahres wird damit erneut an die Oefsentlichkeit gezogen und in seinen Wirkungen an einem prägnanten Beispiel erläutert. Das Bankhau» Daeves ist nur dann in der Lage, seine Gläubiger zu befriedigen, wenn Michael den größten Teil des genannten Zinsbetrages zurückzahlt. i ""u JfiomJwoiM �sPznplllvL OlII!IIIIIIIIWIlII!lIlM ?ugenüveranstaltungea. Dee 5»g«tdchor Wt morgan, Montag, den 28. September, abends 1% Uhr, tat Jugend tzeun, Lindenstrahe 8. Heuke. Souniag, den 27. September: Sds&U I. Iugmdhauz Natheno««r Straße Eck« SaydlitzNraß«, „F a h n e n w« Ih«. Psrt«ia«nassiit und.»enossinnin sind iingeladen. Ansang»Unltlich« Uhr abends. W-rS»b«irl West«». Abend» 6 Uhr Jugendheim Rüben». Ecke Hauptstraße, »Sdchenabend. Morgen, Montag, den 2S. September, abends VA Uhr: Warschauer Viertel. Funittoniirversammluna bei jiramer, Memclcr Str. Zi. »- Siidest. Dortrag!„Die stugendinternationale. E..B. Schule Waldeinarslr. 77. Korbring: Lehrlingsheim Schsinhauicr Allee lji>, Vertrag!„Rose» ober Karmin?"_ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner.Schwar, Rat Gold". Sefchästistelt»! Berlin S ll Seballianftr. ST'38. vol 1der�m�li�Ihr�n�c��eschLltsstcll-�Eng�ufsr������ Arieiter-Rabto.SluL«. B., Srupve Friebrichuhai». Montag, den 2S. Sep. tember, 7>,i> Udr im Lokal Arnd», Warschauer Str. ög, Bafteladend und Poe. führung verlchieden-r Lautsprecher. Eon» willkommen. kithertll.».. Harmonie �irila". Kieustag, 8 Uhr, Ewald» vereinshau«. Ska- litzer Straß» 128. Laadsmannschaft der Schleswig-Solsteiner«v Berlin. Sonntag, 27. Sep. tember, abends S Uhr, in Richard Heinrich» Feltsäl«, Troß« Fraulsurter Str. 30, Erntefest, vrrbunben mit Borträqen und Tanzkrsinzchen. Sonbslrut«, Freund« der Plattdeutschen Sprache sind willkommen. Mrbeiterfport. Hertha. Luckenwalde I und Rüstig Dorw-rt«.R«akSll» I treffen sich zum Per. bandsspiel heute Sonntag auf dem Städtischen Sportplatz in Neukölln, Grenz. all» snah« Eiinbr>aplatz>. Um 2,15 Uhr Hertha— R. B. ll: U Uhr Victoria Abt.— R. D. tSchlllerderbyf: S,,ö Uhr N. B.<£. I. Zug.— R. SS. l. Zug. Kit beiden letzten Spiele sinben aus dem Stiibtischen Sportplatz, stnnsirotze. statt. Straßenbalinvcrbiiidungen: U, 12, 15, 47, 52, 95, 98, 148 bis Äollnische Heide oder Srenzallee._ Sport. Renne« zu Hoppegarten am Sonnabend, den 2S. September f. Rennen]. Humboldt fAugustin), S. Seifi(ffllofe), Z. Lump s«angwolj>. Toto: K7-10. Platz: SS, 18: 10. Ferner liesen: V-Ied-, Sonnenlönigin, Teuselsnärrin. ?. Rennen, l. Vachdolder(v-rga), 2. Lesel« fN. gentzichf. S. Slos« Marie l�rablch). Toto: 11:10. Platz: 11, 17, LS: 10. Ftmer liefen: iHei.uroh, Formosa, Floreftan, Da daiique, Mariza. Z. R e» n, n. 1. Nikotin sH. Blumei. 2. Roskoa sHugueninl, Z. Magnet sktzrabsch). Toto: S4: tv Platz!, l?. 26. 38:10. Ferner liesen: Ginir, eöalurn. Houlqate, Miltiadeg. Kaporetz. Nosenkelch, Palamede«, Hania. 4. R c n n e n. l. Maina(C. Schmidt). 2. Freilicht(Zimmermann), 3. Perlenkrone(St. Torte). Tolo: 52:10. Platz: 19, 13; 10. gerner ll«s«n: Aman». Maid, Whatagirl S. R« n n e n. 1. Rbeinmein(D. Torrotz). 2. Ich dien(Darga). Z. Baniburg(Zimmermann). Toto: 27: 10. Platz: IS, 38: 10. Ferner liefen: Rolo, Tirano. Stammbcrr._ K. Rennen. 1. Hrbichleichee(Schönnsch). 2. Petrarca(3t. Torke). 3. Stiel(H. Brown). Toto: 80: 10. Platz: 26. 18, 113: 10. Ferner liefen: Ilberftedt, Jfelderg, Falter, Parnaß, Impresario, Weifenroß, Regina II. 7. R e n n e n. t. S-ntzkrit(P. Ludwig), 2. Marianne(Grabsch). 8. Ballin(Pretzner). Toto: 602: 10. Piaß: 94. 140, 140: 10. Ferner liefen: Genow. Hilf Dir selbst. Aphrodite. Freia IV, Laxenberg, Prospero, Majoran, Bwmoerg, Jdca, Glociamar, Kaleole. Geschästlicke Mitteilungen. Da»»llbelannt, alt» Tepoich-Spezialhau» Emil Lesen». Berlin, vraniea. ßstatze lötz szwischea Moritz, und Kranienvlobi, welche» keine Filialen hat, bietet im heutigen Inseratenteil unserer Zeitung eine Anzahl Teppiche. Divan» und Tischdecken weit unter Brei» an. worauf wir unser« Leser auf» mrrksam wachen. Da« neue Pfchvrrhav» ca, B-tsdawrr Platz, in den erheblich oergrötzerten »bemal» Siechenfchen RAuwett. wird Dien»iag. 29. September, eröffnet. Der Betrieb ist den Pschorlhoutz-Reitauran:» Friedrichstraße und Charlottenburg Der Lunaxari schließt am heutigen Sonntag mit einem besonder» au». «wählten üonzsrtprogramm und einem graßen Feuerwerk die diessährig« Saison. Inhaber von Ehren, und Freikarten, auch von solchen, die sonst nur Wochentag» glUti, sind, haben für diesen Abschi«t»sonntag Eintrittederechtigung. I Nollendorf 1120, 1121, 1122 fotsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. hat für den 1. 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Marisnaeaiir.l Amt Moritzpl. 108»0 ZurütK Dr.LipachBtz Augenarzt Sdibktnti Mm|2S Bekanntmachung bete, die Wahlen zum Vorffand« der Ortstrankcnfuffe der Güktler zu Berlin. «demdß tz 57 der»assenfatzun, sind für di, Sahlveitod, lS2li,N von selten der Ardeitgeder 4 Vorstand«nitalleder und t EisatzmSnncr und von selten der Arbeitnehmer tz vorstand»«, tql,«. der und lö Erletzmiinner»u wählen. Di, Wahl erfolet am«»»»'««-.»°» 15. Rooewbc»>«5, i««aste-lokal, Oruaieaftraß« 15». und zwar für hie Arbeitnehmer von i SU 1» Uhr-ormitlag». für die Arbeitet»! von 1 bis 2 Uhr iiachmtildg». Di« Wahl Ist«heim, gewählt wird nach d«n«rundfätze» der Berhültni». wähl und nach näherer Bestimmung der erb« WWWWMWWWDW»» WW für dt« Arbeitgeber und Arbeitnehmer Wohlordnung. Die Wahlbe aufgefordert rrchiiaien vahlvorfchlä! werden hiermit gesondert aufzustellen und dem unterzeichneten Vorstände spätesten» bi»»»« 2. A». »-«der ISIS einzureichen. Später ein- gehend« Dahlvorichläg« sind ungültia. Für di« Wahlnorfchlög« gelten bis tzjl 7 und 8 der Wahlordnung ent« sprechend, iedech genüg» für dl» Wahl. Vorschläge der Vahlberechtigien di» Unteischcist«VN tz Wahlberechtigten. Di« Wodlvorschläg« werden von dem Verstand nach der Relhenfole« ihre» Eingang, mit cwdnung»numm«r» ver> sehen und können, soweit sie zugelasstn sind, ven den Ausschußmitgliedern im Aallenlokal während der Dienstftunde» von 8 bi» 1 Uhr etnaesshe»«erden. Di« Stimw.cngbgal'e ist an dies» Wahle Vorschläge gebunden. Sind auf gültigen WablaorschlS-en im ganzen nur soviel wadldar, Be» Werber benannt, wie Borst<-nde.n>!tg!Ic. der zu wählen stnb. so gelten st« gewäst H 10 und 28 der Wahlordnung als gewählt. Di« Vertreter ien Anskchust erhalten aemäß 8 25 der Wahlordnung«In« schriftlich« tzstitleiluna über dt« Vor» nobm, der Borstandowabben. Verlin. den 77. September 1923. 9c« vorstand. gar! Räber, vsbor st u n t s ch f«, Vorsttzender. Schrlftsührrr. SmM- «11 Iii büiias- ichum nm Mflit nrtn. SeUMni« n< Uma. 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Ja, so recht ihr Herz aus- leeren wollte sie. Schon ihr Mann hatte immer gesagt: Drunter und drüber wie bei Schneider Rasmus—, auch das sollte er hören. Sie seufzte wieder und stieg mit aufgestützten Hüften die ander« Hälfte der Treppe hinauf. Es ging etwas mühsam, aber es ging eben doch. Was will der Mensch schließlich mehr, als solch geruhiges Wittum, die Kinder groß und oersorgt und die Tage von früh bis spät voll kleiner Gedanken, die nicht mehr müde machen, nein, gar nicht mehr müde machen. Die alte Schröder schloß knarrend ihre Behausung auf. Mehr als diese eine Stube war es nicht, mehr brauchte sie auch nicht. Denn alles, was hier stand und lag, hatte seinen genauen Platz, nicht zu hoch, nicht zu tief, eine Lücke zum Nebenan und Raum für die alte Frau von der Tür bis zum Ofen und vom Ofen zum Bett, bis zu dem fröhlichen Fenster mit dem Nähtisch, den Geronienstöcken und den blitzweißen Vorhängen von Rahmen zu Rahmen. Ja, zum Fenster war auch Mutter Schröders nächster Weg. recht rüstig ging's zu. Lust mußte herein, war es auch nur die Hof- luft von draußen! Danach mußte die Truhe mit der Geldkniep geöffnet werden, damit alles abgezählt bereit lag, wenn Schneider Rasmus nun kam, ja, und de? Staub mußte von der Bank, es sah in der Sonne wahrhaftig aus, als habe man drei Tage nicht mehr darüber gewischt. Fast eine Stunde war noch zu räumen und zu wischen, bis Mutter Schröder mit ihrem Zimmer wieder zufrieden war. Nein. nach der fürchterlichen Unordnung, die sie bei Rasmus gesehen hatte, wurde es zur Leidenschaft, konnte sie nicht Ordnung genug schaffen. Nicht zum Ansehen, wie solch einsamer alter Mann durch das Leben ging. Die alle Frau hall« ihre weiße Haube über den Scheitel gelegt und saß an ihrem Nähkorb, die warn,« Sonne schien durch das offen« Fenster, eine Biene summte in den Fensterblumen. Sl« inußte immer wieder an den Schneider denken, ihre strenge Ordnung war aufgerüttelt, etwas Erbarmen war auch dabei. Daß ein Mann seine schönen Sachen so umkommen lasten konnte? Wie lange war sein Weib tot? Sieben Jahre war nichts mehr in der Wohnung geschehen. O, es kribbelle einem ordentlichen Frauenmensch in Kopf und Rücken vor Entrüstung. Als es schon leicht dämmerig wurde, kam«in Pochen von der Tür. Müller Schröder rief: HereinI Sie rief etwas ungeduldig, wie immer, das stak von der Ehe und den vielen Kindern noch in ihrem Blut. Der alte Rasmus versuchte die Schuhe abzukratzen, der schön geöll« Boden verwirrte ihn. Er stand mit dem Paket Schürzen. T-tuch, ein guter, alter Kerl, zögernd auf der Schwelle. .Komm rein, Rasmus, tritt man auf den Dorlegerl* Der Schneider machte einen hilflosen Satz, er wäre fast hingerutscht da- bei. Dann blieb er mitten im Zimmer stehen und sah sich nach allen Seiten um. Muller Schröder schloß rasch das Fenster, sie wollte sich kein Wort entgehen lasten. ,Hier ist es aber fein, ja, wenn man'» so haben kann," sagte et. Da war es die Augen der Allen lachten vor Vergnügen. .Leg das Tuch man auf den Tisch, wir wollen nachher ab- mesten!' Ihre alle mitleidige Fürsorglichkeit durchrann die Frau, als sie den Schneider so hilflos dastehen sah. Es ist doch wirklich nicht gut, dachte sie. wenn die Frauen vor den Männern sterben. .Trinkst doch'ne Tasse Kaffee, Rasmus?" fragte sie. .'ne Toste Kaffee trink ich wohl gern: fein ist es hier, Schrödersch! Jaja. wenn man es so haben kann!' .Hast denn nun gar keine Haushältersche mehr, Rasmus?' Mutter Schröder war schon am Ofen zugange und räumte im Schrank nach der Zuckerdose. Ja— und das mußte sie auch aus- kosten, ein blütenweißes Tischtuch zog sie aus der Lade und deckte es über den kleinen Küchentijch. „Hast kein« Haushältersche mehr?' Sie tat, al» fragte sie im Vorbeigehen, aber ihre Augen huschten gespannt bei dem Mann vorbei. „Nein, ich habe keine mehr, die taugen alle nichts.' Rasmus stand immer noch, die Mütze in der Hand, mitten im Zimmer. Der alte graue Kopf ging verwundert von einem zum anderen.»Gut hast du es hier. Schrödersch, wenn man es so haben könnt«!' .Teuer ist das Zimmer. Rasmus, viel zu teuer!' Sie schcch ihm einen Stuhl zum Tisch und hob einen großen Kaffeewärmer van der Kanne.„Da freut man sich, wenn man noch etwas billig bekommt, wie dein Schürzentuch.' Sie kniff die Lippen rasch zusammen, halb geschenkt war es. aber das brauchte er ja schließlich nicht zu wissen. Rasmus halle sich nun endlich entschlosten, die Mütze unter den St' hl zu legen, aber Mutter Schröder hatte zwischen zwei Kaffee- tosten gerade noch Z-'t. sie aufzuhängen, wie es sich gehört. Etwas verdutzt sah der Schneider zum Haken auf..Ja. wenn man's so haben kann, daß alles seinen Platz hat." Du wohnst da auch zu reichlich. Rasmus. Drei Zimmer, was willst du bloß in drei Zimmern anfangen?' Eins ist di« Werkstatt.' entschuldigte er sich und sah wieder bittend zu Mutter Schröder auf. Wenn sie ihn doch damit in Ruh lasten wollte Aber wie er ihren Blick ausfing, war er grtt. Nein. e? war keine Bosheit dabei, wenn sie ihn so fragte, es war wirklich ihre Fürsorge. Er hätte wohl mögen, daß ihn immer jemand so freundlich betreute. .Und wer schläft denn da. wo die Haushältersch früher wohnte? Dar so'n schönes Zimmer. Rasmus.' „Dos ist nun leer.' sagte er bedrückt und auf einmal, über- roschend, kam ihm ein Mut. den er sonst nicht gehabt hätte. „Solllest du man nehmen. Schrödersch. solltest du man nehmen und mir den Kram zusammenhallen!' Sie hatte misten im Einschenken angehalten.„Wenn du solch dummes Zeug redest, kriegst keinen Kaifee.' sagte sie patzig. Dann fing sie an zu lachen, sie pruschte ordentlich los bei dem Gedanken und konnte gar nicht aufhalten. Endlich hatte sie wieder Mitleid, schwieg und klopfte dem Alten versöhnend auf die Schulter. Umfattstationen. Abgeordneter Schiele. »-- Versöhnung mit dem Erbfeind??- Kampf, Kampf bis auf's Ateffer. nein, bis auf's Hackemesser.' Ministerkanöiüat Schiele. „Zch werde in die Regierung gehen, um endlich und restlos dem schlappen verjähnungsgeist und dem daraus geborenen Erfüllungswillen mit starker Faust das Wasser abzugraben.' «Sch sag das auch man so' meinte Rasmus und beugte sich über die Toste. Seine Linke griff vergebens nach der Mütze unterm Stuhl, so verlegen war er. „Na ja, ich weiß, ein Jammer ist's wie die schönen Sachen um- kommen.' Er nickte, schlürfte den Kaffee und sah hilfestehend von unten auf.„Die Kundschaft kommt ja noch mal ynd es geht mir nicht schlecht, aber was soll man machen?' Die Frau schnitt jetzt Brot zurecht. Sie seufzt«, weil er seufzte, und eigentlich hotte sie auch ein herzhaftes Erbarmen. Ihr Für. sorgen, daß sie nun einmal ein Lcbenlang hatte ausüben müssen, ließ sie noch nicht ganz.„Ja, was sollst du auch machen, Rasmus?" Sie sah die fürchterllche Unordnung. Einmal aufräumen möchte sie da. ein einziges Mal, damit der arme Mensch sich weiter helfen konnte. Dabei graute ihr halbwegs bei dem Gedanken an das muffige Schneiderzimmer.„Wenn du bei Gelegenheit wieder fo'n Stück Tuch hast, will ich's mal in Ordnung bringen bei dir!' Der Schneider sah hilflos zu der Frau hinüber, was war ihm damit gedient? Aber er wagte kein Wort er hatte Furcht vor Mutter Schröders Auslachen. Rasmus stippte das Brot in den Kaffee, be- kam es gerade hell in den Mund und quofte, den Blick auf den Tisch, in sich hinein. Und als er so faß und kein Wort herausbrachte, wurde Mutter Schröder wieder gereizt vor Mitleid und Bosheit. War es nicht eine Schande um solch feine Wohnung und um die Sachen und um den Mann? Ein Jammer, wie er so dasaß. Das Bedürfnis nach Sorge quälte die alte Frau. „Wann kommst du mal längs?' fragte der Schneider. „Dieser Tage mal!' Es tal ihr leid, daß sie zugesagt hatte. Ihr Zimmer war so sauber und auch gerade frisch geölt und— ach, « war ja nur. um einmal nachzusehen! „So eine wie du als Haushälterin!' seufzte er. Jetzt stampfte sie mit dem Fuß auf. Daß er sowas zu sagen wagte! Aber als er sie ängstlich von unten ansah, bekam sie wieder das Lachen und mußte zur Seite sehen.„Dummbart, iß und spritz den Kaffee nicht über das weiße Tuch.' Der Schneider überlegte.„Was kostet das Zimmer hier?' fragt« er. Sie antwortete nicht mehr. Es war der wundeste Punkt in ihrem Haushall, sie wartete gereizt, daß er sagen würde, bei ihm stünde eins leer. Glücklicherweise hatte er nicht den Mut. „Na. dann will ich man wieder gehen,' sagte er nach einer Weile, suchte nach seiner Mütze und fand sie nicht. „Bleib man noch'n bißchen.' Er wiegte den Kopf und sah Mutter Schröder mit bittenden grauen Augen an.„Ich muß gehen kommt noch'n Kunde heut. Kommst ja mal lang, Schrödersch, was?' Sie sah sich seufzend im Zimmer um, so weiß und blank war es. Aber der Mann ließ ihre Hand nicht gleich los, sie wußte, wie sehr etwas ihm auf dem Herzen lag. „Kannst keine ordentliche Hushöllerfch finden?' „Ich Hab schon immer gedacht, wenn du mal daran denkst.' „Dummes Zeug!* Sie zog die Hand zurück und verzog das Gesicht. Aber dabei schien ihr schon alles halb und halb abgemacht. Sie würde es ja gut haben und keine Miete— und alles sauber halten müsten— und fo'n armer Mensch wie er war! Es war ja 'ne Sünde, wie er umkam! „Ich komm mal so lang, Rasmus.' Zlug über öas Serchtesgaöener Land. Bon Alfred Fritzfche. Im hohen grünen Grase der Schönauer Wiese, am Fuße des Grünsteins, über dessen bewaldete Kuppel die beschneiten Gipjel des W a tz m a n in den Himmel ragen, hockt ein großer iü berner Bogel. Es ist das I u n k e r s- F l u g z e n g v 4 0 9, dessen Landung zugleich die Eröffnung eines Flugplatzes mitten im bayerischen Hoch- gebirge bedeutet In eleganten Kurven flog das Flugzeug, von München kommend, über die Stadt und setzte sich dann sanft und sicher im Schönauer Wiesengrund nieder. Jung und alt furömle herbei, und es half nichts, daß ein paar Gendarmen wild mit den Armen in der Lust herumfuchtelten und in jeder Minute dreimal ein „Herrgottfakra!' in die Menge schimpften— die Dergleut' kümmerten sich nicht viel darum und sprangen mit großen Sätzen an den Riesenoogel heran. Nachdem sich die erste Erregung gelegt hatte, wurde dem versammelten Volke verkündet, daß es für heule mit dem Fliegen vorbei fei, aber am Sonntag nachmittag um 4 Uhr— d a wird geflogen! Und so begab sich dann an diesem Tage ein kleiner Pilgerzug von eingeborenen Gebirgslcuten zum Flugplatze. Das Flugzeug stand schon startbereit. Und rings« ficrum stand ein munteres, staunendes Völkchen, dos schmuck und roh in seiner bunten Sonntagspracht aussah. Vier Glücklicye aber — darunter auch der Verfasser dieser Zeilen— saßen erwnrtungs- voll in den bequemen Ledersesseln der Kabine. Das Herz schlug' bis zum Halse hinauf. Nicht vor Furcht, vor Freude am kommenden Flug! Es sollte mein erster sein. Da— ein leichtes Beben und Zittern läuft durch den Apparat, der Pilot blickt in das Kabinenfcnster hinein, ruft:„A n- schnallen!' und klettert auf seinen Sitz. Der Monteur aber springt an den Propeller empor, greift ihn mit beiden Händen und reißt ihn einigemal herum. Und dann brummt und donnert es, und ein kalter Wirbelwind drückt das Gras der Wiese glatt aus den Erdboden, als wäre es von unsichtbarer Geisterhand nieder- gemäht worden. Ich beuge den Kopf zum Fenster hinaus: ein eisig- kaller Sturmwind schlägt ins Gesicht, und kaum habe ich den Arm hinausgcstreckt, um den Zuschauern einen Abschicdsgruß zu winken. da bewegt sich das Flugzeug vorwärts und rollt in sausendem Minister Schiele. „Das Februarmemorandum des Herrn Slresemann ist eine reine privatarbeit digses Herrn— und übrigens diesen Herrn Slresemann kenne ich kaum." „Ra. das llnlerschriftchen will geschrieben sein!' Tempo über den Platz. Und dann— langsam langsam— hoben sich die Räder vom Boden. Wir flogen! Flogen dicht über die Wipfel der Tannen hinweg, die wie grotze dunkle Wächter den Flugplatz umstanden, sausten am G r ü n st e i n vorbei, schraubten in enger Kurve empor, und in diesem Moment brüllte mir mein Nach- bar in die Ohren:„Der Königsee!" Es war. als wenn der Grünstein, der als mächtiger Berg vor dem Watzmann ruht, in diesem Augenblick seitwärts in die Tiefe stürzte. Die schroffen Wände des Watzmauns zur Rechten, lag unter uns. dunkelgrün und blau schimmernd wie ein Zauberspicgel. der Königsec. Aber schon wurde er den Blicken entrissen, und das Flugzeug wendete und steuerte auf Berchtesgaden zu. Jetzt waren wir in zwei- tausend Meter Höhe und"flogen hart an den steilen Wänden des Hohen Göll vorüber. Schnee leuchtete weiß und blendend von Gipfel und Abhängen. Auf einer Scharte standen Touristen und winkten. Das Flugzeug ging tiefer. Ich blickte hinunter. Unter uns lag die kleine Stadt. Die A ch e, die sonst wild und schäumend in ihren« Felsenbett dahinschietzt, erschien jetzt wie ein schinales dünnes Büchlein. Und die ganze Stadt sah hübsch ordentlich aus, als wäre einem artigen Kinde ein Spielzeug auf dem Geburtstagstisch aus- gebaut worden.... Da unten standen diese Menschen aus den Straßen und«vinkten zu uns hinauf. Deutlich konnte man die einzelnen unterscheiden: es war, als krabbelten Fliegen über ein schmales Band. Da» Flug- zeug schraubte sich wieder jäh in die Höhe. Für einen Augenblick stand es fast senkrecht, dann kam es wieber in sein« wagerechke Lage und fuhr mir gleichmäßigem Brummen weiter. Der Pilot sah'sich um und blickte durch eine klein« Oesfnung von seinem Führersitz aus in die Kabine. Er nickte uns lächelnd und aufmunternd zu. Nein— wir hatten gar keine Furcht— wir fühlten uns so sicher—, wegen uns köimte er noch höher und den ganzen Tag fliegen. Der Naturfilm, der unter uns in rasender Geschwindigkeit ablief, war zu schön. Der Blick wollte sich nicht davon losreißen. Ich machte mir meine eigenen Gedanken, als ich in die Tiefe sah. Mit dem Piloten hatte ich vor dem Flug längere Zeit gesprochen. Im Kriege hatte er erfolgreich ein Kampfflugzeug gesteuert. Eine ganze Reihe von feindlichen Fliegern halle er abgeschossen. Daran mußte Ich denken, als ich in die ungeheure Tiefe unter uns hinabsah. Mir ging es kalt über das Herz. Ich blickte auf und sah wieder in das weiter- harte, lüchetode Gesicht des Piloten.... Wir flogen in nordöstlicher Richtung. Aus einer Wolkenwand wuchs pyramidenartig die K n e i f e l s p i tz e hervor. Bon dort würde der Blick bis nach Tirol gehen, wenn die Wolken nicht alles verdeckt hätten. Wieder wendete der Riesenvogel, fuhr über dunkel- grüne Wälder hinweg und gab den Blick frei zu den aufragenden Wänden des hohen Unterbergs. Wir befanden uirs wieder, fast m gleicher Höhe mit ihm, zweitausend Meter hoch. Dann schoß her Apparat jäh hinunter und steuerte in einem großen Bogen über die Stadt— dem Grünstein zu. Wieder blinkt der Königsee von unten herauf— in niedriger Höh« fahren wir über seine Bucht. Ein großes Hotel steht dort. Göll fei Dank, das einzige an seinen Ufern. Tiefer und immer tiefer senlt sich das Flugzeug, und plötzlich hört das Brummen des Propellers auf. Der Motor ist abgestellt. Im Gleitflug fliegen wir dem Landungsplatz zu. Es ist eine eigenartige Stille in der Kabine. In den Ohren saust es. Der liebergang vom Motorlärm zu dieser Stille ivar zu plötzlich. Längs des Weges laufen, rufen und schreien wieder Menschen. Uno kaum daß der Apparat still auf dem Boden steht, kommen sie angerannt. Die Kabinentür wird geöffnet, und wir springen in dos Gras der Wiese. Bestaunt und bewundert von allen Seiten. Und während ich mich von dem Flugzeugführer oer- abschiede, wird die Maschine zum Schuppen gerollt. E» ist schon dunkel. Aus einer zerrissenen Wolke hervor leuchtet der Abend- stern. Und das Herz hat nur den ewen Wrmsch: da hinaus! Schlesisches Räuberleben in alter Zeit. Aus zwei Handschriften, die im Breslauer Stadtarchiv auf- bewahrt werden, entwirft Georg Schopps in den.Schlesijchen Monatsheften" ein düsteres Bild von den Sicherheitszuständen, die in dem kraftvollen und reichen Deutschland um 1500 mit seinem zum Gewerbe gewordenen ausgedehnten Verbrechertum herrschten. Die beiden Handschriften führen den Titel:„Hir-ut, hilia nova et tertia", der etwa„Struppige Wurste" zu übersetzen ist und seinen Inhalt: Berichte von Wegelagerei, Raub, Mord, Diebstahl, Falsch- mllnzerei, die vielen Sünden gegen das 6. Gebot, Zauberei usw., gut bezeichnet. Die Räuber und Gauner, von denen hier die Rede ist, stammten aus allen Kreisen: zu ihnen gehärten Adlige, Priester, Mönche, Handwerker bis hinunter zu denen, denen eine solche Ge- staltung ihres Lebens schon an der Wiege gesungen wurde. Es waren zwei verschiedene Gruppen, eine, bei der sich viele zu größeren Unternehmungen, wie Beraubung von Wagenzügen oder Ueberfälle auf Städte und Schlösser, zusammentaten, und eine andere, in der man der„sauren Arbeit" lieber allein und mit nur wenigen Genossen nachging. Alle Teilnehmer waren ihrem Führer auf Tod und Leben verbunden. Sie waren verpflichtet, olle Beute auf den Pfennig zu teilen, keinen Berrat an anderen zu üben. Ein gefangener oder ver- urteilter Kamerad durfte nicht ungerächt bleiben: sobald jemai.o von der Gegenpartei erwischt war, wurde er an den nächsten Baum geknüpft. Schwere Strase traf den Verräter, er verlor wenigstens ein Auge oder ein Ohr. Auch in der Marter sollte nichts bekannt werden, was freilich von den meisten nicht gehalten wurde: sie waren ohnehin dem Henker verfallen. Wurde die Beute ungleich oerteilt. war man schnell mit Prügel und Schießrohr bei der Hand, aber es war ein schlimmes Verbrechen, wenn einer den anderen bestahl. Die Zahl der Teilnehn.er richtete sich nach der Größe des llnlernehmens. Oft liest man von LO bis 30 Berittenen, und von einem besonder» berüchtigten Räuberführer, dem schwarzen Christoph, wird berichtet, er hätte mühelos 200 und mehr Knechte aufbringen können. Kleinere Banden schafften sich selbst Unterschlupf in den Wäldern, bauten sich hier eine Behausung oder gruben sich ttef in die Erde ei««, so daß auch Platz für die Pferde war. Die Zugänge wurden mit Reisig und Strauchwerk wohl verwahrt. Andere lagen an schwer zugänglichen Schluchten und oerbargen sich hmtex großen Schüttungen. Aus dem namslauifchen Gebiet wird von schön ein» gerichteten Hütten und Bauden berichtet. Ihre Hehler und Helfers» Helfer fanden die kleineren Banden besonders an den Kretfchmern, die ihnen gefällig sein nrußten, weil ihnen sonst der rote Hahn aufs Dach flog. Die größeren Banden, die meist einen Adligen als Haupt- mann hätten, fanden Unterkunft auf den Schlössern mit den dazu- gehörigen Dörfern und den Klöstern mit den Kirchengütern. Der Adel nahm meist„bei einem größeren Nahm oder größeren Reite" teil: von den heute noch bekannten Namen fehll kaum einer. War ein Ueber- all auf den Warenzug von Kaufleuten, die auf einen Jahrmarkt uhren, geplant, so kundschaftete man genau die Menge der Wagen, der Fuhrleute«md des Geleits und die Wege, die sie nehmen wollten, aus. Em guter Kundfchafterdienst war zu diesem Zweck organisiert. Mit einem..Heerzeichen", Schlachtruf wie:„Gott sei mit un» und der heilige St. Jörge begann der Ueberfall. Bald«var der Widerstand gebrochen. Wer sich allzu kräftig widersetzte, wurde niedergemacht. Die Warenfässer wurden aufgeladen, das Geld genommen, die Ge- fangenen fortgeführt. Die Fubrleute mit ihren Knechten band man an Bäume, damit sse ihnen nicht nacheilen konnten. Um im Kampf« nicht verwechselt zu werden, trug man Abzeichen, wie farbige Binden, am Hut. Die Gefangenen verschleppte man nach der Marck Branden- bürg, ja bis nach Pommern, bis sie Lösegeld gezahlt hatte««. Es kam aber auch vor, daß nach einem Ueberfall der Landesherr sich ein« mischte. So«vurden durch Vermittlung dos Markgrafen Johann von Brandenburg Breslauer Kaufleute, die 1473 zwischen Fraustadl und Crossen überfallen nxiren, freigelassen, nur mußte die Stadt Breslau den Wegelagerern Straflosigkeit zusichern. Me stark find die Stürme auf der Sonne? Hin mrd wieder hören wir, daß auf der Sonne ungeheure elektrische Stürme fest- gestellt werden. Don der riesigen Ausdehnung dieser Flammen- stürme kann man sich nur dann einen Begriff nrachen, wenn mau die enorme Größe der Sonne in Betracht zieht. Es wurden eilre Reihe derartiger Flammenausbrüche und Stürme vor einiger Zeit gemessen und man erhielt dabei gewaltige Zahlen. Eine der Störungen, die auf der Sonne sichtbar waren, hatte eine Länge von rund 250 000 Kilometern und eine Breite von 90 000 Kilo- metei-n. Die Stürme hotten zum Teil eine Geschwindigkeit von 20 bis 40 Kilometern in der Sekunde. Es wurde» Flammenaus- brüche gemessen, die eine Breite von 12500 Kilometern hatten, also ebenso breit waren, wie der mittlere Durchmesser unserer Erde. Die Flammen hatten eine Höhe von mehreren 1000 Kilometern. Man wird sich noch an die elektrischen Störungen erinnern, die vor mehreren Iahren auf unserer Erde bemerkt wurden und unter denen u. a. auch die Telephonleitungen zu leiden hatten. Ein Teil dieser elektrischen Störungen ist auf die Somienstürme zurückzu- führen, die elektrischer Natur sind und bis zur Erde herunter ihre Wirkung ausüben. Schon an ihrer Wirkung kann man ihren Um- fang erkennen. Man wird die Tatsache richtig verstehen, wenn man die Größenmaße der Sonne in Betracht zieht, durch die diese ge- waltigen Naturerscheinungen begründet sind. Wenn man 110 unserer Erdkörper nebeneinander aufreihen könnte, dann hätten sie bequem in dem Hohlraum der Sonne Platz und würden hier nur einen schmalen Teil des inneren Soimeirraumes ausfüllen. Natürlich hätte auch die Erde mit dem Mond, der in gleicher Entfernung wie heute um die Erde laufen köimte. in dem Hohlraum der Sonne Platz, und es würde noch ein ganz gewaltiger freier Raum übrig bleiben, da der Durchmesser der Sonne ungefähr 1390 000 Kilometer gegen 12 730 Kilometer des Durchmessers der Erde beträgt. Die gehaltigen Stürme, welche durch die Größe der Sonne bedingt sino, bilden ein weiteres Rätsel, das den Bestond und die Tätigkeit der Sonne umgibt. Auch die Ursachen der riesigen Sonnenstürme sind völlig unbekannt. Man neigt der Anstcht zu, daß es sich um elek» irische Entladungen handelt, die öbnlichen Erscheinungen entsprechen, wie wir sie auf Erden in den Erdbeben beobachten können. Bei den Beobachtungen der Stürme erschien es, als ob die Sonnenober- fläfche geborsten wäre und die Flammen ausgefpieu hätte. In jüngster Zeit scheint in den Störungen der Soimeiwberfläsche eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein. Die Stechpalme im Naturfchuhpark der Lünelrarger Heide. Im „Kosmos" wird lebhaft Klage darüber geführt, daß soviel Stech- palmen aus der Lüneburger Heide abgeschnitten werden. Stärker als je zuvor ist im letzten Jahre die Lerfchandelung der Hülsenbüsch« gewesen. Wenn e» so weiter geht, werden unsere Nachfahren auch diesen Strauch zu den ausgestorbenen Pflanzen zählen können. Früher«var er sogar ein Baum, der Bauholz lieferte. Jetzt ist dieser eigenartig« Vertreter deutsiher Flora dem praktischen Forstmann oft nicht mey« als Waldunkraut. Als der alte Schafstall auf Krufen- Hof im Hörhel abgebrochen wurde, waren zwei Dachsparren aus Wacholder, einer aus Hülfen, und auf Dammanns Hof in Nieder- Haverbeck stehen heute noch Bäume, die in Manneshöhe einen Um- fang von 45 Zentimeter haben. Diese Stämme sind die größten ihrer Art im Naturschutzpark der Lüneburger Heide, vielleicht die größten in ganz Deutschland. Sie stehen in Eichenbesländen, wie e» gewöhnlich der Fall ist. Um die Pflanze zu schützen, bleibt nur eine strenge Ueberwachung der Kranzbindereien und Blumenhandlungen in der Stadt, namentlich in dem benachbarten Hamburg und Bremen. Nach dem Vorgänge Berlins müßte die Verwendung der Slechpalme rücksichtslos untersagt und geahndet werden. Halbe Maßnahmen nützen nichts. Es wäre doch ein ewiger Jammer, wenn dieser reizende Gruß au» der Eiszeit, dessen sich die Gegenwart noch er- freuen darf, einer Modetorheit zum Opfer fiele und so den kommen- den Geschlechtern oersagt bliebe. Kamelhaar'Schnallcnstiefel FlUnrlechensoble, Ledersohle m. Fleck, Lederaplizkappc, Grösse 31— 35 3,50, l Wi9%/ 27—30 3,26. 25—20 8.95, 21—24 Zm - Umschlagschuhc FnzzvUcbensahte, Ledersohle,»er- deckte Hebt.......... Grflese 36— C Kinder-Schalstieiel besonder« krtfdge Venrfaeitaoe, mit Oesea and Agraffen, wie Abbildung, Grösse 31—35 6,75, Grösse 27—30 Kinder'Schnürstiefel prlms R'Box, sehr strspexierftbig, Grösse 31—38«,90, Grösse 27-30 U? Damen'Spangen schuhe prlms Rosscherresa, nette haibrande Pom, weiss gedoppelt............... Prunnel'Saiin-Spangenschuhe In Sehwsrz, Blond and Sllbergrea, elegante Form, Komtesssbseti, wie Ab- bildnng............................. JB. Knaben- Agraffenstiefel prime RTBoz, Derbyschnitt, krlftlge Aasfflhning........... 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Sei es nun, daß beim großen Publikum ein starkes Bedürfnis nach dem Bariete hervorgetreten ist, sei e», daß die Filmsachver- ständigen der Kinokunst nicht mehr die oenügende Eigenkraft zu- trauen, um große Massen anzulocken und Riesentheater zu füllen,— jedenfalls ist die Kinokunst auf dem besten Wege, als Sondergattung abzudanken und Zubehör eines Varieteprogramms zu werden. Im neu eröffneten Ufa-Palaft bestritt der eigenlliche Filmteil kaum die Hälfte des Programms. Ich für meinen Tell stehe nicht an. diese Entwicklung zu bedauern: denn abgesehen davon, daß ich, wenn ich einen Film sehen will, noch lange nicht damit einverstanden bin, mir irgend etwas vortanzen und vorsingen zu lasten, glaub« ich auch fest daran, daß man einen ganzen Abend künstlerisch und unter- haltend mit Filmen füllen kann und die Entwicklung des Films zu seiner eigenen Art durch den neuen Gang der Dinge aufgehalten, wenn nicht oerhindert wird. Unter diesem Vorbehalt soll nicht verschwiegen werden, daß die Direktion des Ufa-Palaftes sich alle Mühe gegeben hat. ihren Gästen viel, und allen etwas zu bieten. Schon das äußere Gewand des Hauses ist verlockend wie eine schöne Frau in der Neidsamen Mode dieses Herbstes: der Architekt Stahl-Urach Hot verschwenderisch alles in rot und gold geNeidet und die Bühne und ihre litten in schillerndes Lame gehüllt, das unter dem Zauber wechselnder Be- leuchtung in allen Farben des Prismas leuchtet. Malerische Aus- gestalwng, Dekoration und Beleuchtung sind ausgezeichnet und stellen eine schlagkräftig« Offensiv« gegen die noch nicht fertigge- stellten Nachbarkonkurrenzunternehmungen dar. Was da» eigentliche Programm betrifft, so ist„Tharleys Ponte* mit Sidney E h a p l i n— ist er wirklich ein Bruder von Eharlie?— nur ein humoristischer Film von mittlerer Art und Güte, ohne jene» wunder- volle«nnerikanische BNtzzugtempo. da, wir so lieben, dafür aber mit sehr umfangreichen, allzu schnoddrigen, aber immerhin witzigen Zwischentiteln. Er sei der Direktion aber verziehen um des Herr- lichen„Felix der Kater'-Fllms:„eine Fabel Sesop»* willen, in dem transzendental-abgründige Einfälle uns erheiternd er- schüttern. Di« lebenden Bilder, in denen sonst noch über stunden- lang getanzt und gesungen wurde, find im ganzen nicht mein Ge- schmack, aber ich will gern zugeben, daß alles mit Diskretion ohne Aufdringlichkeit noch guter Musik gestellt war und Alexander Oumanski als Ballettmeister mit der Einstudierung der Garten- Phantasie„Äreisleriana' gut« Arbeit geleistet Hot. Da» ganz« Arrangement von Snm Rachmann war eben amerikanischer Ge- schmack, über den man streiten kann. Ein Teil de» Programms aber oerdient unbestreitbaren Dank: das Orchester mit seinen vorzüg- lichen 75 Mann unter der temperamentvollen Leitung von Ernö Rappe«, der nicht nur ein Dirigent von Rang ist. sondern es auch spezifisch versteht, jede klein« Fllmszene wie kein anderer musikalisch kongenial zu illustrieren. Alles in ollem zeigte der Abend da, lSbNch« Bestreben, dem Publikum wirklich etwas zu bieten: und das ist guter amerikanischer Gesthmack, den wir gern importieren. l. K. c. Vas alte Sallhaus. Primus-Palast. Endlich einmal wieder ein Berliner Film und noch dazu ein recht guter..Das alt« Ballhaus* will sagen, daß wir uns in Berlin der»orkriegszeit bewegen, in dem Berlin, da noch die Wach« am Schloß auszieht, wo in der vornehmen Welt noch streng auf Kail« und Stand geachtet wird, wo die Ehr« des Offiziers etwas Gott- ähnliches ist und man die Tochter eines bankrotten Bankier« in der outen Gesellschaft meidet und ausstößt und sie in da» Ballhaus treibt, wo sie ihr Schicksal erlebt, lsella v. Üanz ist dies« Tochter. ihr Vater, der Inhaber eines altbekannten Dankhauses, hat eben Selbstmord begangen, da er die au» sewem früheren flotten Leben — eben im alten Ballhau»— erwachsenen Schulden nicht mehr decken konnte. Hella, die bereit« als offiziell« Verlobte de» Garde- leutnants Franz o. Wedell gilt, muß erfahren, daß ein armes Mädchen, deren Dater zudem in«inen zweifelhaften Ruf geraten ist, in ihren Kreisen nicht mehr gilt, daß auch ihr Verlobter es nicht mehr wagt, sie zu ehelichen. Sie verschwindet, nachdem ihr väterliche» Hau, von dem Hofschauspieler Harro gekauft ist. der sie selber kennen lernt, als sie von einem Gläubiger ihres Vater» insultiert wird. Wir finden sie wieder im alten Ballhaus als polnisch« Tänzerin. Da» damals fashionable Haus(in der Nähe der Mulackstraße) tritt uns mit seinem Milieu lebhaft vor die Augen. Studenten, die aus dem Strammen Hund* kommen, lernen die polnische Tänzerin kennen, Viktor v Wedell. ein Bruder de» Leutnants, oerliebt sich in sie. die ganz« Schar, der sich auch Harro anschließt, macht mft der Tänzerin einen Ausflug noch Werder, da» im vollen Glanz« seiner Blüten- vracht gezeigt wird. Der Leutnant Wedell, der seit langem die ver- schollen« Braut suchte, erfährt durch seinen Bruder ihre Adreste und am nächsten Abend ist da» alte Ballhaus die Stätte«ine» sensatio- nellen Vorfalles. Harro hat der Tänzerin, in der er da« frühere Fräulein Hella v. Lanz wieder erlangt hat.«inen Heiratsantrag oemacht. ihn schreckt ihr Weg durch da» Elend nicht. Auch der iVL.nant will jetzt seinen Dienst auittieren. um wieder gutzumachen. was er früher verabsäumt hat. Alle dies« Personen finden sich am 'Ak-nd im Ballhaus ein, und noch dazu ein Revoloerjournalist. der leine au» dem Ballhaus entlaflene Schwester, die dort berühmte ™te Eile* ein früheres Verhältnis des Bankier», an Hella rächen will weil sie sich von ihr verdrängt fühtt. Hella nimmt vor ihrem Austreten Gift da sie nicht will, daß sie mit ihrer Vergangenheit anderen im Wege steht, und bricht mitten in ihrer Tanznummer zu- sammeü. Froiu°«.b-. ntaM°-°»' «M 1«™».nl w».---- erste Tell Kürzungen vertrögt. Der Regisieur Walsgang N?s f hat nach der Vorlage von Marie Luise Droop eine Menge interessanter Szenen aus dem Berliner Leben aufgefangen, viel« charakeristische Typen erfaßt und um das eine Schicksal ein« Anzahl von Ausschnitten aus dem- Berliner Gesellschasts- und Vergnügung». leben gruppiert. Eine ganz ausgezeichnete Besetzung hals seine Absichten verwirklichen. Olga Tschechows war die Hella, die mtt ? roßer Ausdruckskraft die vornehme Tochter wie die Gezeichnete ver- örperte und eine ernste Vertiefung in die Roll« legte. Ganz vor- trefflich der Franz v. Wedell des Karl B e ck e r f a ch s. der in all feinem Leutnantstun den menschlichen Kern nicht unterdrückt. Ganz Jugend und Hingabe sein Bruder Viktor in der Gestaltung Otw R e i n w a l d». Gut herausgearbeitete Typen lieferten Hans Iunkermann als Geheimrat, Wilhelm Diegelmann als Wirt vom.Strammen Hund* und Ernst Rückert als Revolver- journalist. Paul Otto glaubte man den Bankier, der eine ver- gangenheit hat: Karl Auen hatte alle Vornehmheit eines Hofschauspielers von damals. Auherordenllich markant gab Eybil Morel die.rote Elfe*, immer noch schön in ihrem Abstieg. Paul L i n ck e, der im Film selbst als Kapellmeister im Ballhaus auftritt, dirigierte persönlich die dem Film aufs beste angepaßte Mustk. Man war ent- zülft von den Tänzen von einst, die unter seinem Tattstock auch wieder wie einst erklangen. v. ,

die sehr schwierige Aufgabe erfüllen, allen drei Kindern eine gerechte Mutter zu sein, lind sie hat es sehr schwer, denn zwischen ihrer Tochter und dein Knaben entsteht bittere Feindschaft. In kindischen Zanke- reien lut sie sich kund, einmal wird sie zum furchtbaren Ernst. Der Knabe hat, als sein Vater ihn und die Stiefschwester bei einer Schltttenfahrt mitnahm, die Puppe des schlafenden Mädchens vom Schlilten gewmfen. Das Kind trauert sehr um seine Puppe. Abends, beim Zubettgehen, sagt er dem kleinen Mädchen, wo die Puppe liegt und öfsnet ihm das Haus.„Jetzt wird Eva Schelte bekommen,* denkt er. Die Suchende aber gerät in einen schrecklichen Schneesturm. Von Gewissensbissen geplagt, beichtet der Knabe. Der Vater alar- miert die Dorseinwohner und dos Kind wird gerettet. Der Knabe, niedergedrückt durch seine Schuld, die ttm freilich niemand zum Vorwurf macht, begeht einen Selbstmordversuch, indem er sich in einen Wildbach stürzt. Die Stiefmutter rettet ihn und wahre Liebe schlingt das einende Band um alle. Diese Handlung, in die wunder- bare schweizerische Gebirgslandschaft gestellt, rollt in wirklich schönen Bildern ab. Die kleinen Zänkerelen der Kinder sind so nett geschil- dert, daß sie zum Genuß werden. Man muß lächeln und herzlich lachen übe? dieses widerspenstige Dreigespann. Jean F o r« st spielte den Peter glaubhaft in seiner kranken Empfindlichkeit. In der Bewegung ist Jean Forest freilich schon vollkommen reif, ganz und gar der gelernte Schauspieler. Arlette P e y r a n als Eva und Pierette H o u y e z als Hildchen machten einem viel Freude. e. b. Nin-Tin-Tins Heldentat. Tauentzien-palosi. Rin-Tin-Tin, dieser filmschauspielernd« deutsche Schäferhund, ist eine internationale Berühmtheit. Sein Erfolg bat ein Heer von Nachäsfern entstehen lassen. Doch kein anderer Hund hat«in solch interessantes Mienenspiel, und— man möchte hinzusetzen— kein anderes der dressierten Tiere ist so schön in der Bewegung. Was ist nun der Inhalt des neuen Films? Der filmisch sehr sichere Regisseur Mal St. C l a i r gefiel sich darin, uns eine Reihe der wustesten Greuelszenen darzubieten. Warum? Rin-Tin-Tin spielt seine Errettungsfzenen so köstlich und so voller Schwung, sie würden auch Aufregungen und Spannung genug in eine sanftere Umgebung trogen. Wenn alles mit rechten Dingen zuginge, müßte ein Massensterben einsetzen. Aber man bleibt von vornherein kalten Blutes, weil es Sch um einen amerikanischen Film handelt, und in ihm bleiben auch hablonengemäß alle am Leben: der blinde Leuchtturmwärter und seine Tochter, der junge Schissbrüchige und die Schmuggler, die Bejatzuiig des Regierungsschiffes und Rin-Tin-Tin. Er wurde das Schicksal für alle, denn er ha: da» Leuchtfeuer wieder angezündet und somit dem Regierungsschiff(das nach dem Text zu urteilen schlechte Nautiker an Bord hatte) zum Sieg über die Schmuggler verbolsen. Buster Collier jr. hat schöne offene Züge, zudem ist er in seinem Auftreten recht sympathisch, man gönnt ihm da» Mädel vom Leucht- türm als Braut. Das sich drehende Leuchtturmlicht, die Brandung und die Verwendung von zwei Schissen ergaben für den Photo- graphen die gewollten guten Filmefsekte. Auf der Bühne wurde fleißig getanzt. Das Publikum zeigte sich von den Darbietungen des Balletts entzückt. c. b. Die Sxporl-sttlm-Vectrieb G. m. b. H. hat die Aufnakmen zu p.re-n neuen rti'rn.Tie JTcrol trt tfcsst" tir'ci Hnov?pcn>» 91- ie I nerbr:. Zur Feier de» Zwanzig-Iabr-Judlläum» der russischen Revo» I u I c o n von lbdZ wird in Zlußland ein Film hergestellt, der den Titel„Da» Johr ISOb* tragen wird. SCHAUBURG- Könlggrätzer Straße 121 Tägiich: O alte Burschenherrlichkeit tte°h°tg. 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