Ar. 459 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 234 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten" sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareilleaeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichsmart. ,, Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Bfennig, fedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Samilienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 29. September 1925 An die Partei! Genoffinnen und Genossen! die Demokratisierung des Völkerbundes wird dann Deutschland um so mehr Einfluß haben, je mehr es selbst im Innern an der Ausgestaltung seiner demokratischen Einrichtung arbeitet. Dem gilt die tägliche Arbeit der Sozialdemokratischen Partei gegen alle nationalistischen, militaristischen und reaktionären Bestrebungen der herrschenden Klassen. tritt muß nicht nur im Interesse des deutschen Volkes, sondern Der Heidelberger Parteitag hat die Erwartunvor allem auch zum Schuh der deutschen Minder gen der Partei erfüllt und die Hoffnungen unserer Gegner ent- heiten in der ganzen Welt endlich vollzogen werden. Auf täuscht. In ernſtem geistigen Ringen reisten seine Entscheidungen. Daß die notwendigen Auseinandersetzungen kameradschaftlich ausgetragen. werden können, dafür war der Heidelberger Parteitag ein trefflicher Beweis. Seine Verhandlungen müssen den Parteigenossen im Reiche überall zum Vorbild für die inneren Kämpfe werden, ohne die das Leben einer politischen Organisation zum Erstarren verurteilt ist. Daß selbst schwere sachliche Differenzen, gesteigert durch persönliche Anfeindungen, eine e inmütige Beurteilung erfahren können, hat der Beschluß der Sachsenkommission des Barteitages erwiesen. Die gesamte Partei erwartet, daß der Heidelberger Parteitag der letzte war, der sich mit dem Sachsenkonflikt zu befassen hatte. In unserer auf demokratischer Grundlage geschaffener Organisation ist der Wille des Parteitages bindendes Gesetz.. D Der Heidelberger Parteitag gab ein Bild stärkster Geschloffenheit der Partei. Während die Kommunistische Partei in mirrem Durcheinander alle paar Wochen die Taktik wechselt und eine Führergarnitur nach der anderen bezichtigt, den wahren Lenin verraten zu Sozialdemokratische Partei den Als eine der allerdringlichsten Aufgaben betrachtet die Kampf gegen den Entwurf eines Reichsschulgesetzes, der unter schnödem Bruch der Reichsverfassung ausgearbeitet und den Länderregierungen bereits vorgelegt ist. Hier gilt es, in leidenschaftlichem Ringen die Mütter und die Bäter aufzu klären über das Attentat, das gegen die Simultanschule zu gunsten einer in der Verfassung nicht vorgesehenen Weltanschauungsschule geplant ist. Dieser Schulkampf muß allen nach Licht Ringenden Aufklärung über unsere sozialistischen Schulideale bringen. Besonders die sozialistischen Frauen haben in diesem Kampfe um die Gewissensfreiheit bei der Aufrüttelung der Eltern eine ebenso große wie dankbare Aufgabe. So durchgeführt, wird dieser Freiheitskampf für die Erziehung unserer Kinder dazu dienen, der Sozialdemofratischen Partei neue Scharen von Männern und Frauen als Mitglieder zuzuführen. Auf dem Heidelberger Parteitag hat sich die Sozialdemo= fratische Partei ein neues Programm haben, arbeitet die Sozialdemokratische Partei unentwegt für die Interessen aller notleidenden Schichten des deutschen Boltes. Das werden diese im Interesse der Kapitalisten und Großlandwirte ausgebeuteten Schichten des deutschen Volkes desto flarer erkennen, je länger die Rechtsregierung Luther- SchieleStresemann am Ruder bleibt. Der Heidelberger Parteitag hat gegeben. Es hat vor dem Parteitag nicht an Stimmen gefehlt, die Politik der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu die davor warnten, weil eine Zeit politischer und wirtschaftgunsten der betrogenen Sparer und Kleinrentner, für eine licher Gärung, wie die nach dem Weltkriege, zu nicht nur für gerechte Verteilung der Steuern und gegen die Wucherzölle den Tag bestimmten programmatischen Festlegungen, wenig auf Lebensmittel und Industrieprodukte gebilligt. In un Beruf habe. Der Heidelberger Parteitag hat anders entschieden. ermüdlicher Agitation müssen die Genossinnen und Genossen Er konnte das, weil Aenderungen an dem grundsäglichen die breiten Massen des Volkes auf allen Gebieten mit den Teile des sozialdemokratischen Programms der Vorkriegszeit, Zielen der sozialdemokratischen Politik bekannt machen. Vor die das Ziel der Partei berühren, nicht notwendig waren. dem deutschen Volke muß das Gerede von der Preissenkung als Gerade die Kriegszeit und die Nachkriegszeit haben die Kondie das Ziel der Partei berühren, nicht notwendig waren. Gerade die Kriegszeit und die Nachkriegszeit haben die KonSchwindel entlarvt werden. Hochschutzzollpolitik und Preis- zentration des Kapitals gefördert und die Kartelle immer fentungsversuche sind miteinander unverträglich. mächtiger werden lassen, während sich durch Krieg und InflaDarüber hinaus muß die Sozialdemokratische Partei der tion die Millionen derer ständig vermehrten, die völlig vermögenslos allein auf die Arbeit ihrer Hände und ihres Kopfes Außenpolitik eine erhöhte Aufmerksamkeit angewiesen, ein Leben ökonomischer Abhängigkeit führen schenken. Nachdem die Großlandwirtschaft und die Schwer- müssen. Ueber die Stellung der Sozialdemokratischen Partei industrie sich ihre Zollprofite gesichert haben, machen die zu den Gegenwartsforderungen des Programms bestanden Deutschnationalen der Fortführung einer Außen- aber wesentliche Meinungsverschiedenheiten überhaupt nicht. politit, wie sie von den Regierungen der Weimarer Koalition Die Sozialdemokratische Partei ist völlig einig darin, daß geführt wurde und nach dem verlorenen Weltkriege für Deutsch die deutsche Republik mit allen Mitteln geland die einzig mögliche ist, allerhand Schwierigkeiten. fchüßt, daß Tag für Tag alle Kraft daran gesetzt werden Wenn neue Störungen der deutschen Wirtschaft vermieden muß, sie mit demokratischem Geist zu durchdringen und mit werden sollen, die Hunderttausenden Arbeitslosigkeit bringen fozialem Inhalt zu erfüllen. So wird das Heidelberger würden, muß in den nächsten Monaten die Politik der Ber- Programm nicht zuletzt auch unserer Jugend ein ständigung zu einer Befriedung Europas durch die Annahme e gweiser sein zu unserem Ziele: Auf dem Boden der von Sicherheitsverträgen führen. Aber diese Baftverträge demokratischen Republik das Reich für den Sozialismus zu gewinnen nur dann praktische Bedeutung, wenn Deutschland erobern. In diesem Sinne, Genofsinnen und Genossen, an die gleichzeitig in den Völkerbund eintritt. Dieser Ein-| Arbeit! Berlin, den 26. September 1925. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die gerettete Konferenz. Hoesch renkt wieder ein. Paris, 28. September.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Unterredung, die am Montag abend zwischen dem deutschen Botschafter Hoesch und dem französischen Außenminister Briand statt. hängenden Nebenfragen zur Sprache, unter denen einige noch nicht geflärt sind." franzöfifcher Seite mitgeteilt. Näheres über die Unterredung wurde weder von deutscher noch * Trok der knappen und inhaltslosen Formulierung der gefunden hat, ist von deutscher Seite folgende amtliche Mit- amtlichen Nachricht darf man annehmen, daß Herr v. Hoesch redlich bemüht war, am Montag wieder einzurenten, was am teilung ausgegeben worden: Sonnabend ausgerenkt worden war. „ Der deutsche Botschafter von Hoesch ist im Berfolg des Besuches, den er am Sonnabend dem Generalsekretär des Auswärtigen Amtes Berthelot abgestattet hat, am Montag um 5 Uhr von dem franzöfifchen Außenminister Briand empfangen worden. Die Unterredung hat etwa eine Stunde gedauert. Der deutsche Botschafter hat dem französischen Außenminiffer nochmals die Annahme der Einladung zur Ministerkonferenz durch die deutsche Regierung zur Kenntnis gebracht. Im Anschluß daran tam eine Reihe von mit der Minifterfonferenz zufammenVorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstr. 3. Minister gegen Sozialpolitik. Zum Fall Sizler- Meisinger. Wie das Reichsarbeitsministerium in seiner Antwort auf die Veröffentlichung der Aftennotiz mitteilte, befand sich Miniſterialdirektor Dr. Sizler am Sonnabend nicht in Berlin. eine Rückkehr wurde für Montag angekündigt. Da bas Reichsarbeitsministerium in seiner Antwort von Mißver= ständnissen sprach, die Dr. Meißinger unterlaufen feien, dessen Attennotiz im übrigen objektiv falsch sei, nahmen wir an, daß wenn nicht der Syndikus der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, zum mindesten der Ministerialdirektor Dr. Sizler am Montag zu der Aftennotiz Stellung nehmen würde. Unsere Erwartung hat sich nicht erfüllt. Man muß aus diesem vielsagenden Schweigen den Schluß ziehen, daß auch der Ministerialdirektor Dr. Sizler nichts gegen diese Aktennotiz zu sagen weiß. Der Ministerialdirektor hat ja in feiner Besprechung mit dem Vertreter der Vereinigung der deutschen arbeitsministers gehandelt, wie er selbstverständlich Arbeitgeberverbände nur in Vertretung des Reichsauch nur in Vertretung und im Auftrage des Reichsarbeitsministers die Schlichter nach Kassel einberufen hat, uni sie dort im Sinne der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände zu instruieren. Hier müssen wir eine Bemerkung einschalten. In seiner Erwiderung versuchte das Reichsarbeitsministerium der Befprechung zwischen Dr. Meisinger und Dr. Sizler die harmloje Deutung zu geben, als sei diese nur eine der vielen Besprechungen, die täglich auch mit Vertretern der Arbeiterorganisationen hier die Frage zu stellen, ob der Reichsarbeitsminister oder im Reichsarbeitsministerium stattfinden. Wir gestatten uns, gleichfalls informiert hat von der Aufklärung, die die einer feiner ermächtigten Vertreter die Arbeiterorganisationen Schlichter in Kassel durch den Ministerialdirektör Dr. Sigler bekommen haben. Die Frage stellen, heißt sie beantworten. das Reichsarbeitsministerium sich gegenüber denunterDamit ist aber auch schon flargestellt, in welchem Verhältnis nehmern und in welchem Verhältnis es sich gegenüber den Arbeitern befindet. widerung vom Sonnabend nacht den Bersuch machte, den Wenn also das Reichsarbeitsministerium in seiner Er Reichsarbeitsminister hinter den abwesenden Ministerialdirek tor zu verstecken, so hat dieser durch sein Schweigen am Montag sehr deutlich gesagt, daß nicht er, sondern der Reichsarbeitsminister der allein Verantwortliche für die Politik des Ministeriums iſt. Der Versuch, den Standal ins 5) armlose umzudeuten, scheitert von vornherein an der Bemerkung des Ministerialger, um Gotteswillen ja nur nichts Schriftliches über direktors gegenüber den als schreibselig bekannten Dr. Meiẞindiese Besprechung aus der Hand zu geben. Wenn die Beziehungen zwischen dem Reichsarbeitsministerium und der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände wirklich so harmlos wären und durchaus dem entsprächen, was auch gegenüber den Arbeiterorganisationen üblich ist, dann brauchte das Reichsarbeitsministerium in feiner Weise die Oeffentlichfeit zu scheuen. Diese Furcht, nicht nur der Inhalt der Beſprechung zwischen den Vertretern des Reichsarbeitsministers verbände, sondern vor allem die dabei besprochene gegenund dem Bertreter der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberwärtige und fünftige Politik des Reichsarbeitsministers könnte den Gewerkschaften bekannt werden, und der Reichsarbeitsminister würde dadurch bei den Gemertschaften um allen Kredit kommen, diese durchaus berechtigte Furcht fommt auch noch an anderer Stelle der Besprechung zum Vorschein. Die Ungeheuerlichkeit liegt ja nicht so sehr in der Tatsache, daß der Vertreter des Reichsdrbeitsministers mit dem Bertreter der Unternehmerverbände sich über die Politit in der Lohn- und Arbeitszeitfrage unterhält und dabei sich bemüht, einen tonzilianten Ton anzuschlagen. Das Unmögliche des Vorgangs liegt in der Tatsache, daß der Reichsarbeitsminister in den Fragen, die ausgesprochene Arbeiter. fragen sind, die Instruktionen der Vereini gung der deutschen Arbeitgeberverbände entgegennimmt und erflärt oder erklären läßt, daß er in allen Punkten mit den Unternehmern übereinstimmt, daß er entschlossen ist, die Linie" der Unternehb. h. die gesamte Sozialpolitit zu sabotieren. mer in der Lohnfrage wie in der Arbeitszeitfrage einzuhalten, Man fann gewiß von einem Ministerium, das der Regis rung Luther- Stresemann- Schiele angehört, nicht erwarten, daß. Locarno und der 5. Oktober stehen feft. es sozialdemokratische Politif in Arbeiterfragen macht. Aber Condon, 28, September.( WTB.) Der Amfliche Eng- selbst im taiserlichen Deutschland, selbst zur Zeit des Sozialisten lische Funkdienst meldet: Es fann nunmehr als feft- gesetzes, während der allerschwärzesten Realtion haben die Bor stehend betrachtet werden, daß die bevorstehende Konferenz über gänger des Dr. Brauns sich bemüht, Sozialpolitit zu den Sicherheitspakt in Locarno stattfinden und am 5. Ottober betreiben. Dr. Brauns und das geht ja nicht allein aus beginnen wird. Bei der Ueberreichung der deutschen Annahme der der Aftennotiz hervor, sondern aus der ganzen Politit, wie fie bereits gemeldet, mit Austen Chamberlain eine Unterredung über wird- Dr. Brauns bemüht sich nicht nur teine Sozialpolitik Konferenzeinladung hatte der deutsche Botschafter in London, wie vom Reichsarbeitsministerium feit etwa zwei Jahren betrieben die Stellung der deutschen Regierung zu den zur Erörterung stehen zu machen, sondern das, was feine Borgänger geschaffen haben, den Fragen. entweder ganz zu beseitigen oder zu sabotieren. Wo das nicht geht, wo sich die Regierung selbst nicht nur der Deffentlichkeit in Deutschland, sondern auch den ausländifchen Regierungen gegenüber engagiert hat, wie in der Frage des Acht stundentages, da wird die Angelegenheit, wie es in der Aftennotiz so schön heißt ,,, mit allen Mitteln in die Länge" gezogen. Es verschlägt den Reichsarbeitsminister nicht, vor einem Jahr öffentlich die b aldige Verabschiedung des Arbeitszeitgefeges, die Wiederherstellung des Achtstundentages bestimmt angekündigt zu haben; es verschlägt ihn nichts, sich den Arbeitsministern Frankreichs und Belgiens gegenüber zur Ratifizierung des Abfom mens von Washington verpflichtet zu haben, und der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände ein Jahr darauf das Versprechen zu geben, daß höchstens bis Ende dieses Jahres ein Referentenentwurf zustande kommen fönnte: ,, der dann zur öffentlichen Diskussion gestellt, zum Ministerialentmurf verdichtet, zum Kabinettsentwurf ausgearbeitet und schließlich dann auch noch dem Reichswirtschaftsrat porgelegt werden müßte." Aber selbst diefes mit allen Mitteln in die Länge gezogene Gesez foll ,, f ein einheitliches Arbeitsgefeg" wérden. Man will nach dem Rezept, das vor einigen Monaten in Bommerschen Landbund zur Sozialpoliiit der gegenwärtigen Regierung gegeben wurde, so tun, als täte man etwas, ohne daß dabei etwas herauskommt. Der Pommersche Landbund ist aber noch hinter der Wirklichkeit zurückgeblieben. Denn was bei den Bereinbarungen zwischen der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und dem Reichsarbeits minifterium heraustommt, ist nicht nur teine Sozialpolitit, fondern ein fombinierter Angriff des Reichsarbeitsministeriums und der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände auf die Löhne, die Arbeitszeit, und die gesamte Sozialpolitit. = „ Der Kniff". Die Nationalisten mit der Botschafter- Erklärung unzufrieden. Die deutsche Regierung hat einen Weg gesucht, um dem Geschrei nach einem Widerruf der Kriegsschuldlüge" Genüge zu tun, ohne den Konferenzplan zu gefährden. Sie hat sich damit nur selber im Ausland Schwierigkeiten bereitet, ohne die Schreier im Inland auch nur im geringsten zu befriedigen. Man lese, wie die Deutsche Zeitung", das Organ der Oppofition in der deutschnationalen Partei, über die ganze An gelegenheit urteilt: Ganz Unglaubliches bekommt man zu hören über die Art, wie die deutsche Regierung die nationale Forderung auf Widerruf der Kriegsschuldlüge zu erfüllen gebentt. Es wird nicht etwa ben feindlichen Regierungen eine an diese gerichtete Note überreicht, sondern es wird lediglich mündlich durch den deutschen Botschafter erflärt werden, daß eine erneute Anerkennung der Kriegsschuld bei den Sicherheitsverhandlungen und den Eintritt Deutschlands in den Bölterbund für die deutsche Regierung nicht in Frage kommen fann, daß sie vielmehr auf dem Standpunkt der Rundgebung der Regierung Marg vom 30. August stehe. Bor einer amtlichen beutfchen Rote in der Kriegs fchuldfrage hatte man in Pariser amtlichen Kreisen die größte Besorgnis, weil sie die französische Regierung gezwungen hätte, amtlich und öffentlich zur Frage der Kriegsschuld Stellung zu nehmen. un braucht Frankreich die Erklärungen des Botschafters lediglich zur Renntnis zu nehmen und zu den aften zu legen. Das ist Befrug am deutschen Bolte. Nicht darauf fommt es an, daß Deutschland fich für nichtschuldig erklärt, sondern darauf, daß die Ententeregierungen zur Abgabe einer derartigen Erklärung gezwungen werden. Das ist die Forderung des nationalen Deutschland und dieser Forderung In dem Teil der Afternotiz, den wir am Freitag in der wird die deutsche Regierung nicht gerecht. Es ist von großer Abendansgabe nur auszugsweise wiedergaben, heißt es ut. a.: Bedeutung, wie das nationale Deutschland, aber auch wie sich die Bor allem erklärte sich Gigler völlig mit mir dar nationalen Parteien zu diesem Ausweichen der deutschen Regierung über einig, daß es ganz ausgefchloffen wäre, der ein- ftellen werden. Man hofft in Paris, daß die Rechtskreise den kniff fehenden Wirtschaftskrifts, die auch er spätestens ab Ot gar nicht verstehen werden; um fo nötiger wird es sein, die vater tober erwarte und der damit verbundenen Tendenz desländischen Kreise Deutschlands darüber aufzuklären, daß diefe Art Lohкabbaues durch das Mittel des staatlichen Tarif- der Erledigung der Kriegsfchuldfrage gar nichts bebeutet Lohnabbaues durch das Mittel des staatlichen Tarif- und Deutschland in feiner Beise frei macht von der Anflage der zwanges entgegenzuwirken, eine lebereinstimmung, die ich Schulb am Kriege. mit besonderer Genugtuung feststellte." Die beson Man muß zugeben, daß diefe Ausführungen einer ge dere Genugtuung des Vertreters der Vereinigung der deut- wiffen Logit nicht entbehren. Eine Notifizierung der amtlichen schen Arbeitgeberverbände fann man ohne weiteres ver Auffassung, die stillschweigend zur Kenntnis genommen wird, ftehen. bedeutet nichts als eine Wiederholung des längst Gefagten. Die Frage, die zur Diskussion steht und die nicht mehr von Das wird auch in einer deutschen offiziösen Erflärung zuge der Tagesordnung verschwinden wird, ist folgende: Im fapi- geben, in der, offenbar in der Absicht, die schädlichen Wirtefiftischen Wirtschaftssystem sind alle wirtschaftlichen Macht- fungen abzumildern, gefagt wird: mittel in den Händen der Unternehmer. Um das Uebermaß von Ausbeutung nicht zu einer öffentlichen Gefahr werden zu lassen, haben alle fapitalistischen Staaten früher oder später Metrifterien für Sozialpolitit eingerichtet, deren ausgesprochene Aufgabe der Schuh der Arbeiterschaft gegen die lebergriffe der Unternehmer ist. Diefe Ministerien für Sozialpolitik find gewiffermaßen das Sicherheitsventil ber tapitalistischen Wirt Ichaft. Dr. Brauns faßt seine Aufgabe im umgefehrten Gimme auf. Er nimmt Aufträge entgegen von dem reattiomärsten Flügel der Unternehmer über Broschüren, die er zu schreiben hat, über Schiedssprüche, die er oder feine beauftragten Beamten zu fallen haben, über Gesege, die fabotiert und mit allen Mitteln in die Länge gezogen werden müssen. Dr. Brauns sieht seine Aufgabe darin, als Reichs arbeitsminister die besondere Genugtuung ber deutschen Arbeitgeber verbände hervorzurufen. Selbst ein Blatt wie„ Der Deutsche" die übrige bürger liche Preffe hüllt sich einmütig in verlegentes Schweigen ift der Meinung, daß mit der Erklärung des Reichsarbeitsministe riums die Angelegenheit nicht erledigt sein dürfte. Ben fanm es wundern, wenn mir der gleichen Ansicht sind! Das neue Zoologische Museum in Berlin. Die Gammlungen in der Invalidenstraße, in denen das Berliner Boologische Museum sich darstellt, sind jetzt wieder eröffnet worden. Sie bieten jedem Besucher eine Ueberraschung. Mit einer Neuording in den Neubauten hat die Sammlung vollkommen ihr Geficht verändert. Ueber die Ziele, denen man dabei nachgeht, äußert sich jeht der Direktor des Museums, Professor Dr. Karl Bimmer, in den Berliner Hochschulnachrichten 21s 1889 das Mufennt für Naturkunde feine Pforten öffnete, Bonnte es fich mit Stolz als eine Pflegestätte der Naturwissenschaften bezeichnen Gewaltig war der Fortschritt gegen die fümmerlichen Berhältniffe, unter benen die naturwissenschaftlichen Sammlungen bis zu jener Zeit fm Universitätsgebäude vegetieren mußten. Bor allem war es bas Zoologische Museum, die größte der drei nun im sigenen Gebäude untergebrachten naturwissenschaftlichen Sammlun gen, dem der Bruch mit früheren Gewohnheiten ein durchaus ver anbertes Geficht gab. Borher hatte man mit geringen Ausnahmen alle Schätze des Marfeums in fyftematischer Anordnung dem Publifum gezeigt. Ein und diefelbe Sammlung diente dem doppelten Swedte, ben ein Zoologisches Museum zu erfüllen hat: einmal Stu dien und Untersuchungsmaterial für den Forscher aufzufpeichern, zweitens dem Bublifum zoologische Kenntniffe zu übermitteln und Anregung zu gewähren. Beim Beziehen des neuen Gebäudes wurde eine ftritte Trennung vorgenommen, der größte Teil der Objekte wurde in Räumen untergebracht, die als wissenschaftliche Sammlung bas Material enthielten, das dem Forscher diente und mur ihm zu gänglich waren, und in besonderen Räumen war die Schaufamm Die Jahre vergingen, die Ansprüche, bie an ein 3oologisches Museum gestellt umrden, änderten fich, neue Museen wurden unter Berildsichtigung dieser neuen Anforderungen gebaut. Das 30olo gifche Museum in Berlin tonnte nicht mehr in jeder Beziehung seinen Rang als führendes deutsches Museum halten. In einem tonnte es nicht gefchlagen werden; nach wie vor blieb die wissenschaftliche Gammlung die bei weitem umfangreichfte aller deutschen Museen und steht, wie immer, auch heute noch, ebenbürtig den allerersten Samindungen des Auslandes zur Seite. Aber die Schaufammlung mar hon langft überholt. Ein Erweiterungsbau war unvermeidlich geworden. Begonnen im Jahre 1914, wurde er während des Krieges vollendet. Die diesbezügliche deutsche Auffaffung ist so bekannt und ihre Behandlung im Zusammenhang mit der Bölferbundfrage ist unter der Kanzlerschaft Mart bereits so lange feftgelegt worden, daß hiermit nichts Neues gejagt wird. Diese Auffaffung zieht sich wie ein roter Faden durch die Erklärungen aller deutschen Regierungen, seitdem der damalige Reichsaußenminister Graf Brockdorff- Rangau fie 1919 bei Entgegennahme des Bersailler Bertrages zum Ausbrud gebracht hat. Wenn man also durch die Wiederholung des schon oft Gesagten nicht eine Disfuffion über geschichtliche Streitfragen oder gar über die Rechtsgültigkeit des Bertrags von Bersailles herbeiführen will, dann ist sie wirtlich nichts als Spiegel fechteret, nichts als ein Berfuch, unter Schädigung deutscher Intereffen auf gewisse Barteiftrömungen beruhigend zu wirfen. Daß auch nicht einmal dieser 3med erreicht worden ist, zeigen die Ausführungen der Deutschen Zeitung". Geschäftstüchtige Bajuvaren. Maffenbetrug beim Oktoberfest. München, 28. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Münchener Polizei ist bei dem diesjährigen Ottoberfest, das einen Maffen besuch aus allen Teilen Bayerns aufzuweifen hat der Sonn-ORGA abend und Sonntag brachte meit über 100 000 Menschen aus der Provinz einem großangelegten Maffenbetrug auf die Spur gefommen. Veranlaßt durch allgemeine Klagen über schlechtes Einschenten hielt die Polizei auf der Oktoberwiese eine Razzia in den großen, von den einzelnen Brauereien gestellter Bierbuden ab und stellte fest, daß die Schenkfellner durch schlechtes Einschenken durchschnittlich ein Fünftel mehr Bier aus den Fässern verzapfen, als diese Fäffer Inhalt hatten. Nach den Fest. Stellungen der Polizei ist dieser Betrug zurückzuführen auf Ver. träge, die die Schenffellner mit den Brauereien abgefchloffen hatten. Der durch diesen Massenbetrug erzielte Gewinn ist außerordentlich hoch. Ein einziges Faß mit 200 Liter Inhalt bringt einen Betrugsgewinn von rund 5000 m. Dabei ist zu bedenfen, daß in diesen Riesenzelten, die 3000 und mehr Ber. fonen faffen, pro Tag mehr als 200 Gässer Bier ausge( dhentt werden. Reichsbannertag in Regensburg. München, 28. Geptember.( Eigener Drahtbericht.) In Regens burg, der historischen Stadt der Reichsfarben Schwar- Rot- Gold und der heutigen Zentrale der Bayerischen Boftspartei, hielt das Reichsbanner am Sonntag seine Bannerweihe, zu der aus dem ganzen Lande mehrere Taufende von Kameraden zusammengeströmt waren. Den Höhepunkt der Feier bildete die Festrede, die an Stelle des im letzten Augenblid verhinderten Reichstanzlers a. D. Mars gegen dessen Erscheinen in der reattionären Preffe außerordentlich gehetzt worden war, der Vorsitzende der Windthorst- Bünde, der Reichstagsabgeordnete Krone Berlin, übernommen hatte. Nachdem er das Reichsbanner als das Symbol für Groß- Deutschland charatterifiert hatte, mahnte er zur Wahrung demokratischer Werte auch in Fragen der Kulturpolitit und erklärte zum Schluß unter stürmischem Beifall: Freunde, wer hat diese schöne Stadt erbaut? Der aufstrebende Bürgerstand des Mittelalters. Der Adel, die Feudal- herren regierten damals. In zähem Ringen errang der neue Stand der Bürger Position um Bosition. Heute fizt er am Ruder, doch grollend, fraftstrogend tommt heute noch ein neuer Stand hoch: das Arbeitertum. Es ringt um seinen Plaz in der Gesellschaft. Man will ihm diesen Blaz Der. wehren, wie man es einftmals dem Bürgertum tat. Ein eitles Be ginnen. Freunde! Bir wollen zu jenen gehören, bie bie not bes Broletariats sehen, die ben Sinn dieser um ihren Plaz fämpfenden Arbeiterschaft verstehen. Dann erfüllen wir die Aufgaben, die uns die Zeit zu lösen geftellt hat: Friebensbringer au fein im Streit für soziale Gerechtigkeit. Kameraben vom Reichsbanner, das ist die foziale Barole unferes Banners Echwarz- Rot- Gold." Vormarsch in Schlesien. Bezirksparteitag in Breslau. Breslau, 28. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Sozialdemokratische Partei für Mittel- und Oberschlesien hielt am SonnBorsitzender abend und Sonntag ihren Bezittsparteitag ab. Genoffe ma che fonnte dabei über erfreuliche Fortschritte berichten, da im Berichtsjahr über 3000 neue Mitglieder gewonnen und über 80 neue Ortsgruppen gegründet wurden. In den letzten Monaten seit Abschluß des Berichtsjahres hat sich diele günstige Neu gegründet wurde eine Entwidlung noch fortgelegt. Bezirksarbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Kommunalpolitiker, in der die über 1200 parteigenössischen Vertreter in den Gemeinden und Kreifen des Bezirks zu einheitlicher Arbeit zufammengeschloffen werden sollen. Bei den Wahlen des lezten Jahres ist die Sozial. demokratie in Mittelschlesien wieder die stärffte Partei ge morden. Nicht ebenso befriedigend war der Kaffenbericht. Es wurde daher eine Neuregelung des Beitrages befchloffen: Unter Begfall fämtlicher Sonderbeiträge beträgt fünftig ber neue Bochenbeitrag 20 Bf. für männliche und 10 Bf. für weibliche Mitglieder, wovon 20 Broz. den Drtsgruppen und 5 Proz. den Kreisvorständen zu fließen. Neu beschlossen wurde eine Sterbeunterstügung für jedes Barteimitglied in Höhe von 40 M. Das politische Hauptreferat hielt Genoffe Stelling vom Parteivorstand. in der Aufstellungsweise trgt gegen früher, als die Schaujammlung| einigten Chöre des Bezirts fangen zwei Tendenglieder unter Leitung nur über Form der Tiere und zoologisches System unterrichtete, ein wesentlicher Fortschritt ein. Die biologische Aufstellung tam ausgiebig zur ihrem Recht. Das ist es ja gerade, was das moderne So Museum anstrebt, die Lebensweise der Tiere zu illuftrieren. wurden Dioramen gebaut, in denen sich die größeren deutschen Säuge tiere an ihrem Wohnort dem Auge barbieten. In Bitrinen werden die deutschen Vögel mit ihren Restern in natürlicher Umgebung gezeigt. Kleinere biologische Gruppen unterrichten über die Lebensweise der Kriechtiere und der Insekten. Auch sonst wird bei der Aufstellung, wo es nur immer angeht, darauf Bedacht genommen, Lebensweise und Lebensäußerungen der Tiere zu berüdfichtigen. Auch in der systematischen Zusammenstellung von typischen Vertretern der Tiere der ganzen Welt in der allgemeinen Gamm lung soll das biologische Moment ausgiebig zur Geltung fommen, in ähnlicher Weise, wie es für die beutsche Sammlung" ausgeführt wurde. Im übrigen aber soll dieser Teil des Museums eingeschränkt werben. Daß er bisher fast allenthalten in den Museen nahezu alleinherrschend war, ist nicht zu rechtfertigen und ein Ueberbleibjel aus der Zeit, als noch eine gemeinschaftliche Sammlung ben Mate tialspeicher für den Forscher und gleichzeitig den Ort der Belehrung für das Bublifum darstellte. Es war die Zeit, als die biologischen Wiffenschaften noch beschreibende Naturwissenschaften waren, jetzt aber find fie zu erklärenden Wissenschaften" geworden. Der Zoologe beschränkt sich nicht mehr darauf, festzustellen, wie ist das Tier gebaut, er sucht zu ergründen, warum es gerade so gebaut ist und nicht anders. Ueber all diese Forschungseinrichtungen muß ein neuzeitliches Museum, soweit es irgend angeht, das Publikum unter chehen. Hier soll beispielsweise gezeigt werden: Wie ist der tierische Rörper an das Leben der Tiefsee angepaßt, wie unterscheiden sich Pflanzenfresser vom Fleischfresser, wie pflegt bas Tier seine Brut, welche Schuhmittel hat es im Kampf gegen feine Feinde und unendlich vieles mehr. Bei der Neuordnung werden endlich die jetzt im Museum zerstreuten vergleichend- anatomischen Präparate in einem besonderen Saal als vergleichend- anatomische Sammlung" vereint. An allebem wird eifrig gearbeitet. Aber nahirgemäß werden noch Jahre vergehen, ehe alles vollständig fertig ist. Deutscher Arbeiter- Sängerbund, 9. Begirt. Es war ein gutes und auch zweckmäßiges Unternehmen des 9. Bezirts, seine Kräfte Wie ftellte fich die alte Schaufammlung bar? In einem Saale gesammelt und in einzelnen Teilen am Sonntag in der neuen Handen deutsche Säugetiere und Bögel. In den verschiedenen Welt" vorzuführen. So gab es einen Blid über den Stand der Räumen verteilt waren vergleichend- anatomische Präparate. Im Chorpflege in seinem Bereich, ehe die einzelnen Vereine mit eigenen übrigent aber wat das ganze Museum eine Zusammenstellung der Veranstaltungen hervortreten. Den ersten Teil des Abends füllten typischen Bertreter des Lierreiches, streng nach den zoologischen die fleineren Chöre aus( Männerchor Ideal". Männerchor 1923 Syftemen geordnet und nebeneinander in den Schränken aufgereiht. Berlin, Neuköllner Liebertafel, Neuköllner Sängerchor, Gangesecho Bet ber neuen Einteilung wurde zunächst einmal die deutsche Tiers Rubow). Sie wiefen die üblichen Leistungen und das gewohnte welt ganz besonders bedacht. Gerade eine ausgiebige Demonstration schwierige Arbeitsbild auf, das nur durch das mehr oder minder der heimischen Fauna ist ja für das Publikum, vor allem für die vorhandene chormeisterliche Beschick des musikalischen Führers etwas Schüler von ganz besonderem Wert. Weitaus der größte Teil des geändert wird. Ziehen wir rein tünstlerisch das Ergebnis dieser Erweiterungsbaues der Schaufammlung wurde bemgemäß für diesen Darbietungen, so ist den fleinen Berliner Chören der Anschluß an Teil des Museums zur Verfügung gestellt. Nicht mehr, wie bisher, große, leistungsfähige Chöre nicht nur anzuraten, sondern er ift nur Gaugetiere und Bögel, nein, alle Tiere herunter bis zu ben Don ihnen zu fordern. Das Mefen der Arbeiter Sängetbewegung einzelligen find in diefer bentfchen Somming vertreten, Hndit vor allem Ergreifen ber Daffen und offengejang, Die per des Bezirkschermeisters H. G. Rohrbach mit all den Stärken und Schwächen, die solch ein improvifiertes Beieinander mit sich bringt. lleber ben Segar- Chor und die Gesangsgemeinschaft d'Arguto zu sprechen, wird im Laufe des Winters noch reichlich Gelegenheit sein. abgesehen von mancherlei Effetivollem für heute nur soviel, daß und Gesuchten Energie und Leiftung des d'Argutoschen Chores erstaunlich waren. Alfons Meller fang fehr schön ruffifche Lieder, ein Mitglied des Hegar- Chores, Willi Briel, zmer Lieder von Schubert und Hermami. Der Abend war jedenfalls ein 5. G. Treffer. Ein neues Syphilisheilmittel. Bissenschaftlichen Entdeckungen, die in fenfationeller Aufmachung verbreitet werden, soll man im allgemeinen ſteptisch gegenüberstehen, da man gerade auf diesem Gebieie in den lezten Jahren zu viele Enttäuschungen erlebt hat. n bem neuen, von dem franzöfifchen Arzt Lavatte entbedten Syphilisheilmittel scheint aber doch etwas zu sein, denn fein geringerer als Profeffor Rour hat in der Bariser Akademie der Wissenschaften darüber begeisterte Mitteilungen gemacht, und Rour ist ein Forscher, der über Verdacht und Zweifel erhaben ist. Den wiffenfchaftlichen Namen des neuen Präparats wird vielleicht nicht einmal der Arzt ganz leicht behalten fönnen; er lautet furz und bündig Acetylozyaminaphenylynat! Das Mittel, das, wie die Science" mitteilt, Wismut und Arsen im Verhältnis von 15 zu 45 enthält, wurde zuerst an syphilitisch infizierten Kaninchen angewendet. Nach drei Einspritzungen schon fonnten die Versuchstiere als geheilt entlassen" werden. Irgendwelche Nachwirkungen der in die Muskulatur verabreichten Einsprigungen waren nicht festzustellen. Man wagte sich nunmehr auch an Menschen heran, und die erzte, die die Behandlung leiteten, erflärten übereinstimmend, daß in allen behandelten Fällen vollständige Heilung eingetreten fei. Die Wassermannsche Reaktion" verlief in diesen Fällen nach beendigter Behandlung durchweg negativ, b. h es fonnte auch nicht eine Spur von Syphilis mehr entdeckt werden. Wichtig ist auch die Fest ftellung, daß sich das Allgemeinbefinden ber Patienten in auffallender Weise hob. Die Behandlung foll feinerlei Begleiterschei nungen übler Art hervorrufen und burchaus schmerzfrei sein. Es bleibt mun abzuwarten, was die Rachprüfungen des Bröparats durch andere Aerzte ergeben werden. Das Central- Theater bringt die Traufführung von Brang Rabis Triefchübel" am Donnerstag, den 1. Dober. Anfang um 7%, Uhr. Jm Theater i. d. Königgräger Straße findet die Erstausführung von Grabbe's Don Juan und Fauft" am Freitag, bett 2. Ditober statt. " Eine Theaterausstellung in Magdeburg. 8 feiner lesten Sigung be hloß der Magiftrat, der Beranstaltung der Theaterausstellung endgültig uzustimmen. Die Beteiligung der Stadt om Garantiefonds in Höhe von 100 000. fourbe genehmigt. Zur Bersteigerung der Achilleion- Ausstattung. Wie dem„ Nenen Biener Tageblatt aus Albert gemeldet wird, will fich an der Bersteigerung der hrunfbollen Ausstattung aus dem früher bem deutschen Stailer gehörigen Achilleion auf Korfu auch der Erlaifer felbft als Stäufer beteiligen. Angeblich soll er den Bunsch haben, zeitweilig auf Korfu an leben. Ende der fürfischen Derwifche. Ein Detret ber türlichen Regierung hebt mit fofortiger Mirting bie Slöfter ber Derwische auf und lauft die Defib timer für den Staat. Damit werben gegen 20-000 Dewige helmotios. TMtscherins in warfthau. Warum die Aufregung? Der russische Außenminister hat am Sonnabend unter großem Zeremoniell im Sonderzug Moskau verlassen und sich nach Warschau begeben. Die ganze Aufmachung der Abfahrt und die Tatsache, daß sich Tschitscherin trotz seines ungünstigen Gesundheitszustandes gerade im Augenblick auf eine längers Reise begab, spricht für einen bestimmten Zweck der Aktion. Tatsächlich drängt die Zeit, und wenn nicht die Paktkonferenz schon in den allernächsten Tagen stattfinden würde, hätte der Außenkommissar des Sowjetreiches sicherlich zunächst in Ruß- land Erholung gesucht, um dann erst die politische Fahrt nach Warschau bzw. Berlin anzutreten. Was geht vor? Die Reise ist hauptsächlich von der Befürchtung diktiert, daß die bevorstehende Paktkonferenz zu einer neuen Isolierung Rußlands führen könnte, und man ist deshalb bestrebt, neue Bundesgenossen zur Abwehr zu finden. Einmal hat man in Moskau England im Verdacht, durch Machenschaften in den Randstaaten auf eine Einkrei- sung des Sowjetreiches hinzuarbeiten, während man ander- feits die Verhandlungen über den Sicherheitspakt auch von dem Gesichtspunkt aus sieht, daß dadurch die letzte europäische Großmacht, die bisher auf gute Beziehungen mit Rußland Wert zu legen genötigt war— Deutschland— nunmehr in die Interessensphäre der Westmächte, d. h. Englands, einbezogen würde. Diese Auffassung ist unrichtig und unbegrün- d e t; sie beruht aus Vermutungen und nicht auf Tatsachen! Auch der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und der Abschluß eines Sicherheitspaktes würde die Ostpolitik keiner deutschen Regierung beeinträchtigen. Aber in Moskau wünscht man eben den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund unter keinen Umständen, man sieht die Entwicklung der Ding« mit großem Mißbehagen und sucht sie deshalb m i t allen Mitteln zu durchkreuzen. Infolgedessen lag der Schachzug einer Annähe- rung an Polen, wie ihn die Reise Tschitscherin» bezweckt, aicherordentlich nahe. Polen teilt mit Rußland das Schicksal, mit der ganzen Entwicklung der Garantiefrage außerordentlich unzufrieden zu sein. Hinzu kommt, daß die Rattonaldemokra- ten fortgesetzt eifrig bestrebt sind, freundschaftliche Beziehungen zu Rußland zu suchen, um schließlich alle Macht des Staates gegen Deutschland wenden zu können. Sie lassen deshalb keine Gelegenheit der Annäherung vorübergehen, und wer den Vcr- lauf der Dinge in den letzten Wochen ernsthaft verfolgt hat, muß in der Tat zu der Feftftellung kommen, daß Rußland der polnischen Regierung, soweit es sein Prestige erlaubte, ent- gegenzukommen versuchte. Vor ollem wurden z. B. die fort- währenden Grenzzwischenfälle an der polnisch-russischen Grenze behoben, und damit erreichte eine alte Sorge der polnischen Regierung das langersehnte Ende. Dieser ersten Annäherung ist jetzt die Geste des Besuchs Tschitscherins gefolgt, die aber nicht sehr tragisch zu nehmen ist und an den Richtlinien der deuffchen Politik kaum etwas ändern wird. Am Mittwoch trifft der russische Außenminister in Berlin ein, um hier mit den maßgebenden Instanzen Fühlung zu nehmen. Es heißt, daß er sich zwei Tage über die politischen Problem« mit dem Reichsauhenminister zu unterhalten gedenkt. Wenn Herr Stresemann dem russischen Besucher sagen wird. daß kein Mensch in Deuffchland mit dem Abschluß eines West- paktes eins unfreundlich« Absicht gegen Rußland verbindet, so wird er ihm damit nur die Wahrheit sagen. Eine Unterredung«it Tschitscherin. Der Warschau« Vertreter de».Lsisn-Vsteuropa-Diepstes' hatte ein« Unterredung mit Tschitscherin, in der auch die Frage de» Sicherheitspaktcs berührt wurde. Wie nicht anders zu erwarten, äußerte sich Tschitscherin sehr abfällig über den Sicherheitspakt. Interessant sind aber vor allem die folgenden Aeußerungen: Frage: Wie wird Rußland sich zu einem etwaigen Eintritt Deutschland» in den Völkerbund stellen? Antwort: Dos hängt von den Bedingungen ab. unter denen dieser Eintritt erfolgt. In jedem Falle wird er in Rußland mit wenig Begeisterung aufgenommen werden, denn Rußland hält den Völkerbund nicht für«inen wirklichen Bund der Volke?, sondern für ein« Stätte, wo die Schwächeren durch Stärkere aus- gebeutet werden. Frage: Ist Ihr« Reis« nach Warschau als ein u n f r e u n d- licher Schritt Deutschland gegenüber anzusehen, wie man dies aas der Haltung der deutschen Presie schließen tonn? Antwort: Da» ist eine falsch« Ausfassung der deutschen Presse. Mein Besuch hier kann keinesfalls unsere Be> Ziehungen zu Deutschland schädigen. Meiner Ansicht nach kann auch Deutschland kein Interesse daran hoben, Rußland und Polen gegen- seitig aufzureizen. tzerriot für Zortüauer ües Linksblocks. Die Radikalen mit de« Sozialisten solidarisch. Pari», 28. September.(Eigener Drahtbericht.) Die Rede, die d« Kammerpräsident H e r r i o t am Sontog in Mont-d«-Marsan gehalten und in der er sich für die Auftechterhaltung de» Links- kartells lebhaft elkigesetzt hat, findet zahlreiche Kommentare sowohl in den links- Als auch in den rechtsgerichteten Blättern. Die Blätter der Linken erklären, die Rede Herriots zeug« davon, daß die Raditalsoziale Partei, deren Vorsitzender tr ist, f est entschlossen sei. die Politik des Kartells fortzu- setzen, um«ine einheitliche Front mit den Sozialisten zu bilden. Die Radikalsozialen, schreibt Frossard im.Poris Soir". hätten sich mit den Sozialisten solidarisch erklärt. Der Bruch mit den einen würde auch den Bruch mit den anderen bedeuten. Di« reaktionäre Presse dagegen sucht der Red« Herriots jede Bedeutung abzusprechen und glaubt, daß die Mehrheit de« Linkstartells sich end- gültig ausgelöst habe. Sie schlägt der Regierung Patnleve vor, ihre Mehrheit in der früheren Opposition zu suchen. Lpautep tritt zurück. Sei« Abschiedsgesuch eingereicht. Varl«. 28 September.(Eigener Drahtbericht.) Der General- resident für Marokko, Marscholl L y a u t e y, hat der französischen Regierung sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Es wird damit begründet, daß die Loge in Marokko sich sehr gebessert habe und nun die Möglichkeit besteh« um den oon seiner Gesundheit dik- tierten Rücktritt zu ersuchen. Obgleich die französische Regierung zu diesem Gesuch noch nicht osiiziells Stellung genommen hat. unter- liegt es keinem Zweifel, daß sie dem Wunsche de« Marscholl» aus Amtsenthebung entsprechen wird. Ueber den Rachsolger des Marschalls Lgautey an der Spitz« der Verwaltung von Marokko ist noch nichts bekannt. v Zwischenfall km völkerbunörat. Litauens Vertreter verläßt de« Saal. Genf. 28. September.(Eigener Drahtbericht.) Der Völker- b u n d s r a t hielt am Montag die Schlußsitzung seiner September- tagung ab. Bei der Beratung de» Memel-Abkommens kam es zu einem heftigen Zwischenfall. Zwei Bestimmungen de« Abkommens ermächtigen das Völkerbundsskretartat, Mitteilungen über grobe Verletzungen des Abkommens entgegenzunehmen und st« den Mitgliedern des Rats zur Entscheidung zuzustellen. Der litauische Vertreter Galvanauka« protestierte heftig gegen diese Bestimmungen und verlieh dann die Versammlung. Da» Ab- kommen wurde trotzdem angenommen. Ebenso fanden Ent- schließungen über ein Abkommen gegen die Sklaverei und über Hilfsmaßnahmen für Flüchtling« Annahme. Albert Thomas, der Vorsitzende des Internationalen Arbeitsamte«, gab hierzu nähere Erklärungen ab. Eine entsprechende Konferenz der in Frage kommenden Regierungen soll bald einberufen werden. In einer geheimen Sitzung bestimmte bann der Rot die Mitglieder des Untersuchungsausschusses für den Grenzstreit zwischen der Türk«' und dem Irak. Der offizielle Vertreter des Völkerbundes im Ausschuß wird der estnische General L o i d o n« r sein: die beiden anderen Vertreter wird das Mofsulkomitee des Dölkerbundsrates ernennen. Die nächste Rotstagung findet im Dezember in Genf statt, die folgende im März in Madrid. Ist der Rat kompetent? Stockholm. 28. September.(Eigener Drahtbericht.) Der schwedische Außenminister U n d e n, der Vorsitzende der Mossul- kommission des Völkerbundes, hat sich nach seiner Rückkehr von Genf über die M o s s u l f r a g e geäußert. Er erklärt, daß das H a o g e r Schiedsgericht im November in einer außerordentlichen Sitzung die Frage der Kompetenz des Dölkerbundsrates in der Mossulfrage behandeln wird. Laut dem Bundespakt seien sowohl England wie die Türkei verpflichtet, keine feindlichen Handlungen vorzunehmen, solange die Mossulfrage dem Völkerbund zur Be- Handlung übergeben sst. Die Gerüchte von einer kritischen Situation in Mossul und der Gefahr kriegerischer Verwicklungen seien daher sehr übertrieben. In Genf hege man in dieser Beziehung keine Befürchtungen. Zrontbann. Schiestübungeu auf dem Reichswehrschiestplatz Tegel. Von den mecklenburgischen Radauhelden und Feme-.Ver. schwörern' nimmt zweifellos der„F r o n t b a n n'«in« besonder» ..gehobene' Stellung ein, besonders nachdem dieser die Reichshaupt- stadt Berlin mit 50 Ortsgruppen oder �Stoßtrupps', um im Jargon der Völkischen zu reden, überzogen hat! Die-Welt am Montag' bringt darüber folgende Einzelheiten: -Die Provlnzleitung Berlin-Brandenburg liegt in Händen des Hauptmans R ö h r b e i n, Charloktenburg, Seesenheimer Straße-35, dessen Vertreter der Oberleutnant D e r l ü g« ist. Den Gau f lBerlin-Wcsten-Spandau) leitet Oberleutnant Wenzel, den Gau II Oberleutnant Oelzc, der Leutnant Dargel, ein ehe- maliger Oberfeldwebel der Reichswehr leitet den Gau lll und spielt auch in der Vrovinzleiiunq eine gewisse Rolle. Durch Rundschreiben Rr. 8 wurden die Führer de» Front« banne» am 3. August 1925 zu einer geheimen Führerbesprechung zusammengerufen. In dieser Besprechung wurden mehrtägige .Gefechtswanderungen' im Verein mit.Wiking' und .Werwolf' angesetzt.' Wichtiger für die Allgemeinheit ist ein.Schießbefehl' (Rundschreiben Rr. 16) des Gau Berlin für Sonnabend, den 8. August auf dem Schießplatz der Reichswehr tu Tegel (Stand 20). Sobald die Frontbonn-Harlekmade auf die Schießplätze der republikanischen Wehrmacht verlegt wird, hört freilich der Spaß auf und Herr Geßlar wird gut tun. seine Schießstände und Patrönenkasten zuzuhalten. die Liebenwerüaer Spartaffe. Der Prozeß gegen de» Loudrat Vogl. Torgau. 28. September.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem Großen Schöfjengericht in Torgau begann am Montag der Prozeß gegen den Landrat des Kreises Liebenwerda, Ge- nassen Vogl, und den Direktor der Kreissparkassc Merres. Beiden wird zum Lorwurf gemacht, zugunsten der Wurstfabrik Georg Schmidthals in Rügenwald« die Kreissportass« um mehrere hunderttausend Mark geschädigt zu haben. Merres !vll der Firma Schmidthals einen größeren Kredit aus der Sparkasse gegeben haben, trotzdem diese Firma vor dem Zusoinmen- bruch stand: Vogl soll dem Spartasiendirektor dabei durch Rat und Tat Beihilfe geleistet haben. Der Prozeß erregt nicht nur bei den Eingesessenen des Kreises großes Interesse, sondern beansprucht wert darüber hinaus besondere Aufmerksamkeit, weil die Rechtsparteien diesen Fall begierig aufgriffen, um durch ihn die .sozickt demokratische Mißwirtschaft' zu beweisen und gleichzeitig von ihren Landbunkl- und Krelskassen- standolen abzulenken. Bei Beginn des Prozesses lehnte die Verteidigung«inen der kommunistischen Partei angchörigen Schöffen ab. da Landret Vogl mehrfach mit der kommunistischen Partei Differenzen gehabt hatte. Das Gericht wies den Antrag jedoch zurück. Die Derhond- lung beschrankte sich am ersten Tage auf die Vernehmung der beiden Angeklagten und suchte Klarheit darüber zu schaffen, ob sie sich einer strafbaren Handlung bewußt gewesen sind. Aus den Aussagen der beiden Zlngeflagten ging hervor, daß sie bei der BeriNittlung des Kredits sich im guten Glauben befunden hotten, die Firma Schmidthals, die Weltruf genoß, sck noch völlig kreditfähig. Der vermittelte Kredit sollte dazu dienen, den Kreis vor einem Schaden zu bewahren, der durch«inen zu Protest gegangenen Wechsel entstanden war, den der Kreis Liebenwerda mit Genehmigung des Kreisaueschusse» auf die Luisen- städtische Bank in Berlin gezogen hatte. Ein Zimlprozeß mit dem Ruhrverband in Essen wegen dieses Wechsel« ist in erster Instanz zugunsten des Kreises Liebenwerda ent- schieden worden. In den nächsten Verhandlungstagen wird ein« große Rech« Zeugen erscheinen, die als Geldgeber oder als Mitglieder de» Kreis- ausschusses bei dieser Kreditgewährung«ine Rolle spielten. Bon ihren Aussagen Und deren Bewertung wird es abhängen, ob den Angeklagten, besonders dem Landrat Vogl, der Vorwurf einer leicht- fertigen oder gar verbrecherischen Handlung gemacht werden kann. Vohnungs- und Sieölungswesen. Debatte« im Landtag. Im Landtag wurde gestern die zweite Beratung de« Haushalts des Wohlsahrtsministeriums fortgesetzt beim Kapitel Wohnung», und Siedeluogswesen. ?lbg. kiNan(Komm.) bekämpft die Haus zinssteuer und macht den Sozialdemokraten den Vorwurf, daß sie dl» eigentlichen Väter dieser Steuer seien. Wenn der Ertrag der Hau»- zinssteuer nicht zur Förderung de« Wohnungswesen» yec- wandt wird, so sei auch das die Schuld des sozialdemokratischen Innenministers Severing, der viel zu hohe Staatsmittel für seme Schutzpolizei vergeude. Würde er die Polizei aus die Hälft« oder em Drittel abbauen, so wäre Geld genug für Wohnungebau vorhanden. Abg. haese(Soz.) verlangt besseren Bauarbeiterschutz. Während die Bautätigkett zurückgegangen sei, habe gleichzeilig die Zahl der Unfälle im Baugewerbe erheblich zugenommen. Allein aus der Baustelle des Elektrizitätswerke in Charlottenburg seien vom 1. Mai bis zum 1. Juli 4Z0 llnsölle vorgekommen, darunter drei tödliche.(Hört! hört!) Der neuerdings vom Reichsarbeitsministerium den Ländern überreicht« Entwurf einer Musterverordnung zum Schutze der Bauarbeiter gegen Unfälle verdien« die h ä r t e st c Kritik, weil er überhaupt keine durchgreifenden Maßnahmen bringe und eine klägliche Halbheit sei. Die preußische Regierung sollt« endlich ein Vauorbeiterschutzgesetz nor- legen. Vom Reichsarbettsminssterium sei für dl« Arbeiterschaft nichts zu erwarten. Abg. Schluckebier(Dnatl.) bezeichnet es als notwendig, daß die Sparkassen wieder Hypotheken geben, um so die privat« Bau- tötigkeit mehr anzuregen. Eine praktische Wohnungspolitik sei nur möglich, wenn man die Kräfte der Privatwirtschaft mehr als bisher zur Tätigkeit heranziehe. Vom Erlrag der Hauszins st euer sollt« ein wesentlich größerer Teil für die Förderung de« Ddh- nungsbaues verwandt werden. Di« Staateregierung sollt« endlich ein Wohnungsbauprogramm vorlegen. Da» von England erlassene Wohnungsbaugesetz könnte hierbei in vielen Punkten als Muster dienen. Die traurigen Erfahrungen mit den staatlich eingerichteten oder geforderten Wohnungs- und Heim- stättengesellschaften sollten endlich dazu führen, daß die staattichen Gelder nicht mehr solchen Gescllschasten, sondern den wirklichen Fachleuten des Bauwesens zur Verfügung gestellt werdin. Ministerialdirektor Conze weist darauf hin, daß die st a a t- lichen Baukontrolleure im Zusammenhang mit dem allgemeinen Beamtenabbau zum großen Teil ab- gebaut worden seien. Der Minister werde ihre Zahl gern ver- mehren, wenn die Finanzlage es erlaubt. Im Jahr« 19S5 sei die Entwicklung des Wohnungsbauwesens Verhältnis- mäßig günstig. Bisher seien etwa SO 000 neue Wohnungen errichtet worden. Mit Wohnungsbauprogrammen seien bisher wenig günstige Ersahrungen gemacht worden, weil die Durch- führung ja immer von der Finanzlage abhängig sei. Di« Errichtung der Wohnungsfürsorgegesellschosten habe seinerzeit die Zustimmung des Parlaments gefunden. Der Gründung der Landespfandbriefanstatt hätten sämtliche Parteien zugestimmt. Mit manchen von diesen Gesellschaften seien auch sehr günstige Ersahrungen gemacht worden. Abg. Hagemann(Z.) fordert, daß im Rahmen des neuen Städtebougefetzes auch eine Ausweisung von Sorten- und Heimstättengebieten vorgenommen wird. Abg. Ladendorf(Wirtsch. Vgg.) wünscht die Uebertragung der Verwaltung de» Wohnungswesens an dos Handelsminist«- r i u m. Die Sparsamkeitsmaßnahmen des preußischen Finanz- Ministers würden von der Wirtschaftlichen Vereinigung wärmsten« unterstützt. Der Redner richtet dann scharfe Angriffe gegen die scgenannte» gemeinnützigen Siedlungsgestllschas- ten. die in Wirklichkeit in den meisten Fälleif nur den Leitern die Möglichkeit geboten hätten, mit den für gemeinnützig« Zwecke hergegebenen össentlichen Geldern Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechnung zu machen. Ministerialdirektor Conze sagt eine gründlich« Revision der Wohnungslisten zu. Nach der Novelle zur Finanz-Rotver- Ordnung werde ein Teil des Ertrages der Hausztnssteuer auch für die Instandhaltung der alten Wohnungen verwandt werden. Das Ministerium sei dankbar für die Mitteilung von Unregelmäßigkeiten und Uebelständen bei gemeinnützigen Siede- lungsgesellschasten, wenn sie so bestimmt mit Tatsachen- mareriol belegt sind, daß dagegen einaeschritten werden kann. Da» sei bei dem Material de» Abg. Cadandorf aber nicht durchweg der Fall. Man dürfe wegen solcher Einzelfälle nicht die«iedelungsgesellschasten allgemein verdammen. Die Bewohner solcher Siedelungen fühlten sich im ganzen doch wohler al» die Bewohner der dumpieo Mietstosernea im Berliner Borde».(UnNlha rechts,»eisoll links.) Abg. Tettscheid(Z.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Ladendorf. Die Wirtscbaftspartei sei schon dadurch ge- kennzeichnet, daß sie den Reichrtonzler Dr. Luther unterstützt. obwohl dieser Kanzler mit seiner Empfehlung der Beamten- Konsumvereine dem gewerblichen Mtttelstand«in« sehr empfindliche Ohrfeige versetzt habe. Wenn ein Wirth oder Marc sich so geäußert hätte, dann wäre von der Wirtschaslspartei sicherlich ein Sturm der Entrüstung entsacht worden. Die H a u s z i n s st e u e r sei viel zu hoch. Don dem Restbetrag der Miete könnten unmöglich die Häuser instandgehalten werden. Die Herren von der Wirtschastspattei hätten ondererssit« zu wenig Verständnis für die Rot der Mehrheit der Mieter. Wo Mieter unverschuldet in Not geraten sind, sollten die W o h l s o h r t»- K m t e r einspnngen, damit nicht die Hausbesitzer unter dem Nor« stand ihrer Mieter leiden müssen. Minister hirtsieser teitt mit. daß nach den neuesten Feststellungen die Hauszinssteuer im Jahre 1925 210 Millionen für die Kommunen und 150 bis 160 Millionen für ben Staat erbracht habe. Aus diesem Ertrag müßten natürlich auch die gemeinnützigen Siedclungsgesellschaften gefördert werden» losern sie aus solider Grundlage stehen.. f Abg. Meinte(Dem.) betont die Vorzüge des EinfamNien. Hauses gegenüber den Mietskasernen. Abg. Hossmann(Komm.) hält die Klagen der Hausbesitzer für ungerechtfertigt, zumal die griedensmiet« bald wieder * r 1 Damit schließt die Aussprache über das Wohnungs- und Siede- '""�im�Kapitel.Allgemeine Dolkswohlfahrt und Erwerbslosenfürsorge' wünscht Abg. Frau Cge(voz.) größere Mittel zur Förderung"der K i n d e r- E r h o l u n g s- Heime. Das Elend der Kinder der arbeitenden Bevölkerung se, eine Getahr für die Zukunft de, Landes. Hier müsse der Staat mit wirksamer Fürsorge eingreifen.- Nach 6�4 Uhr vertagt da. Hau» die Weit-rderotung auf Dienstag 12 Uhr. Außerdem steht auf der Tagesordnunn: Prov inzial- und Kreistag, wahlentwurf. eekte Nachrichten. Neue Sranöftistnngen in Herlin. Am Montag abend wurde die Berliner Feuerwehr von mehreren Setten nach der Grolmanstr. 36 am Kursürsten. dämm gerufen, wo der Dochstuhl de» mächtigen vierstöckigen Gebäudes in geraumer Ausdehnung an mehreren Stellen hell brannte. Die Charlottenburger LöschzSge waren zum Glück sehr schnell zur Stelle und-e gelang ihnen, die Flammen binnen einer Stunde zu löschen. Es wurde Brandstiftung festgestellt. In pem Bootshausrsstaurant Seeschloß in Pichelsberg«, in dem etwa 100 Boote sich befinden, wurde gestern abend um 8 Uhr von zwei unbekannt entkommenen Männern Feuer angelegt. Der Haus- diener Erich Klot h. der den Brand entdeckt« und ihn löschen wollte, wurde von den Brandstiftern angefallen, zu Boden gerissen und durch«inen Messerstich am linken Oberarm glück- licherweise nur leicht verletzt. Der Hausdiener Emil Heilmagn, d?r hinzukam, schoß auf die fliehenden Brandstisier, die jedoch in der Dunkelheit entkamen. Der Brand wurde oon der Spandauer Feuer- wehr gelöscht, bevor er größere Ausdehnung annehmen konnte. Gewerkschaftsbewegung daß in jenen Betrieben, wo die außergewöhnlich niedrigen Löhne Der Reichsfinanzminister und die Beamten. Die Besprechungen der Beamtenspißenorganisationen mit dem Reichsfinanzminifterium, die schon in der vorigen Woche stattfinden follten, infolge der Beratungen der Reichsregierung über die Paftfrage jedoch unterbleiben mußten, finden am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, statt. Der Reichsfinanzminister wird an den Verhandlungen über die Besoldungsfrage persönlich teilnehmen. Am 1. Oktober soll bekanntlich das Wunder des Preis abbaues eintreten. Vielleicht ist der Reichsfinanzminister endlich so flug und kommt den Vertretern der Beamtenschaft mit einem soliden Angebot entgegen; denn das ist die einzige Möglichkeit für die Reichsregierung, aus der blamablen Situation, in die fie fich selbst mit ihren Preisabbauversprechungen gebracht hat, wieder herauszukommen. Jedenfalls hat der Reichsfinanzminister Zeit genug gehabt, um sich die Besoldungsfrage noch einmal gründlich zu überlegen und auf die vielen Stimmen aus dem Parlament und der Deffentlichkeit zu hören, die die Notlage der unteren und mittleren Beamtenschaft unumwunden anerkennen. Ein wenig erfreulicher Herbst hat begonnen und viele Anzeichen sprechen dafür, daß ein Winter des Mißvergnügens vor der Tür steht. Vielleicht weiß man das auch im Reichsfinanzministerium. Ein, aufgeklärter" Schiedsspruch. Bis auf weiteres 56- Stunden- Woche. Solingen, 28. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Gewertschaften der Metallindustrie des Kreises Solingen baben fürz. lich das Arbeitszeitabkommen, das für die Solinger Industrie die b6ständige Arbeitszeit festlegte, gefündigt. Heute vormittag haben auf Veranlassung des Unternehmerverbandes Schlichtungsverhand Iungen stattgefunden. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, der das Arbeitszeitablommen auf unbestimmte Zeit verlängert, jedoch beiden Parteien eine monatliche Kündigung zugesteht. Es ist bezeichnend, daß bisher das Abfommen des vergangenen Jahres nur für den fleinsten Teil der Arbeiterschaft in Anspruch genommen worden ist. Nur ganz wenige Firmen haben die 56stündige Arbeitswoche durchgeführt; in den allermeisten Stellen wird beträchtlich weniger gearbeitet und in einigen Großbetrieben fonnte sogar die 48stündige Arbeitswoche erhalten bleiben. Unter diesen Umständen müßte der Schiedsspruch außerordentlich befremden, wenn man nicht wüßte, daß die Schlichter die Aufflärungen" bekommen, die ihnen das Reichsarbeitsministerium auf Wunsch der Vercinigung der deutschen Arbeitgeberverbände übermittelt. Streik im Speditionsgewerbe. Die Berhandlungen, die am Montag nochmals zwischen den Spediteuren und dem Deutschen Verkehrsbund gepflogen wurden, find gleichfalls ergebnislos verlaufen. Die Unternehmer gingen über ihr Angebot von 45 Mark Wochenlohn, das sie in den Berhandlungen am Freitag machten, nicht hinaus. Infolgedeffen schei terten die Verhandlungen. Eine überfüllte Vollversammlung der Speditionsarbeiter nahm gestern abend zu dem letzten Verhandlungsergebnis Stellung und beschloß nach eingehender, sehr lebhafter Debatte, die Arbeit heute früh in allen Speditions betrieben geschlossen einzustellen. * Diefer Rampf wird aller Boraussicht nach in bedeutend schärferem Maße geführt werden, als alle bisherigen Kämpfe im Speditionsgewerbe. Die Spediteure haben den Kampf nicht unvorbereitet an fich herantreten laffen, sondern haben sich nach Bundesgenossen umgesehen. Sie haben sie gefunden in der Reichsbahnvermal tung Berlin. Es ist beabsichtigt, die Technische Nothilfe ber Reichsbahn heranzuziehen und von ihr die Verlade und Abfuhrarbeiten den Güterböden unter polizeilichem Schuß ausführen zu lassen. Die Speditionsarbeiter vertrauen auf die Solidarität der bei der Eisenbahn beschäftigten Güterbödenarbeiter und erwarten von ihnen, daß sie je de Streitarbeit perweigern. Die Löhne der Kranführer und Anbinder. Die im Verkehrsbund organisierten Kranführer und Anbinder aus den Berliner Metallbetrieben nahmen am Sonnabenabend im Gewerkschaftshaus in einer gut besuchten Bersammlung zu ihrer Lohnlage Stellung. From fe berichtete, daß die Feststellung der gegenwärtig gezahlten Löhne durch Herausgabe statistischer Fragezettel erfolgt fei, die von allen auszufüllen waren. Die Berliner Metallindustrie weist ungefähr 50 Betriebe auf, in denen 1250 bis 1350 Kranführer und Anbinder beschäftigt werden. Bon 38 Betrieben haben die dort Beschäftigten die an sie gestellten Fragen beantwortet. Das Resultat ist, daß sich ein Lohn von 63 bis 83 Pf. pro Stunde für Kranführer und Anbinder ergibt. Die niedrigen Lohnfäge von 63 Pf. werden hauptsächlich bei der AE G., Brunnenstraße, gezahlt. In allen anderen Betrieben bewegen sich die Löhne auf einem höheren Stande. Die Lohnspanne beträgt 20 Pf. pro Stunde. Da Kranführer und Anbinder in ihrer Arbeitsausführung einen derartigen Unterschied nicht aufweisen, sondern ihre Arbeiten überall bie gleichen sind, so zeigt die Erhebung, daß die niedrigen Lohnfäße nicht aufrechterhalten werden dürfen. wurde eine Entschließung angenommen, in der zum Ausdrud tommt, noch bestehen, diese zu beseitigen sind. Die Kollegen werden aufgefordert, hierzu die geeigneten Wege zu wählen, um zum Ziel zu gelangen. Einer weiteren Entschließung stimmte die Bersamm lung zu, daß in nächster Zeit Betriebsbesprechungen stattzufinden haben, in denen zu den Entschlüssen der Branchenversammlung Stellung zu nehmen ist. Konflikt im Mühlengewerbe. Am Montag vormittag fanden in dem Lohnstreit zwischen dem Arbeitgeberverband der Berliner Mühlenindustrie und dem Verband der Lebensmittel und Getränkearbeiter Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß statt. Da es auch hier wie in den direkten Verhandlungen zu feiner Einigung fam, wurde vom Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses gegen die Stimmen der Arbeitgeber und Arbeitnehmerbeifizer ein Schiedsfrpuch gefällt, nach dem sich die Löhne der gelernten Arbeiter um 2,50 M. und die der gelernten Arbeiter um 1 m. erhöhen. Dieser Schiedsspruch soll gelten vom 24. September bis 30. Dezember. Er ist im Verhältnis zu der Teuerung und den bereits in verwandten Berufen, z. B. der Bäcker, Mehlkutscher und Speichereiarbeiter gezahlten Löhne völlig ungenügend. Die im Schiedsspruch festgesetzten Löhne bleiben hinter denen der angeführten verwandten Berufe um 4 bis 7 M. zurüd. Ebenso wird die Lohnspanne zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern mieder vergrößert. Eine Versammlung der Funktionäre wird heute zu der Situation Stellung nehmen. Die Lohnkämpfe in Danzig. Danzig, 28. September.( Tul.) Die Verschärfung des Lohn. tampfes auf der Danziger Werft und der Eisenbahnhauptwerkstätte, sich doch empfindlich bemerkbar, so daß sich die Generaldirektion der wo sich zurzeit ein Drittel der Belegschaft im Streit befindet, macht beiden Werke mit der Absicht trägt, beide Unternehmen demnächst zu schließen. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, welche schwer wiegenden, ja fatastrophalen Folgen ein solcher Schritt für das Wirtschaftsleben Danzigs haben würde. Sollte es zutreffen, daß, mie verlautet, von seiten der Arbeiterschaft nur auf die Schließung gewartet wird und daß der gesamte Lohnfampf nur darauf abzielt, um die von der Schließung betroffenen Tausende von Arbeitskräften in den Besitz von Erwerbslosenunterstügung zu bringen bzw. die Werkleitung zu Konzessionen zu zwingen, so würde dieses Verhalten der Arbeiterschaft auf eine unglaubliche Verhegung durch die sie führenden Stellen schließen lassen. Es finden jedoch heute nach mittag noch einmal Berhandlungen zwischen der Generaldirektion und den Vertretern der Arbeitnehmer unter Vermittlung des Senats der Freien Stadt Danzig statt.( Diese unglaubliche Berhekung" der schwerindustriellen Telegraphen- Union ist eine unglaubliche Dummheit. Sie unterstellt den Arbeitern, daß sie nur deshalb streifen, um brotlos zu werden. Abgesehen davon, daß niemand von der auch zeitlich begrenzten Unterstügung leben kann, würden die Arbeiter ja keinen Anspruch auf Unterstützung haben. Im übrigen: die Unternehmer drohen die Betriebe zu schließen, also handeln die Arbeiter frivol.. Echte Unternehmerlogit.) Streik der Kölner Installateure. Köln, 28. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Konflift im Kölner Installationsgewerbe droht weiteren Umfang an zunehmen. Nachdem die Unternehmer die Lohnforderungen der Arbeiter abgelehnt hatten, waren die Gehilfen in den Streik getreten. Bereits vorher hatten die Unternehmer für den Fall eines Streifs die Aussperrung beschlossen. Mit dieser Parole baben fie allerdings feinen Erfolg gehabt, denn nur wenige Firmen baben der Aufforderung zur Aussperrung Folge geleistet, trobem von der Arbeitgeberorganisation alles berfucht tourbe, um die Aussperrung allgemein durchzuführen. Die Kölner Metall arbeiter stehen geschlossen hinter den streitenden Installateuren und find entschlossen, den Kampf zu einem erfolgreichen Ende durch zuführen. Lohnbewegung der Diamantenschleifer. Hanau, 28. September.( TU.) Bon den Arbeitgebern der Diamantenschleifer ist eine zehnprozentige Lohnfürzung vorgeschlagen worden. Die Diamantenschleifer haben diesen Vorschlag abgelehnt Arbeitgeber auf ihrer Forderung beharren. und beschlossen, am 3. Oftober die Arbeit niederzulegen, wenn die Der internationale Lederarbeiterkongreß. Paris, 28. September( EP.). Der Internationale Kongreg Es wurde eine Entschließung angenommen, worin gefordert wird, der Schuh und Lederarbeiter ist gestern geschlossen worden. dag der Arbeitstag unter feinen Umständen 8 Stunden und die Arbeitswoche 44 Stunden überschreiten dürfe. Die Motion des Deutschen Maler, der sich für das Prinzip des Freibande Is und die Aufbebung des Baza wanges ausgesprochen hatte, wurde ebenfalls gutaeheißen. Darauf wurde der Kongreß unter Abfingen der Internationale geschlossen. Die österreichischen Beamten gegen die Regierung. Die Aussprache ergab, daß in der AEG., Brunnenstraße, der Wien, 28. September.( EB.) Der Konflikt zwischen der niedrige Lohnfah nicht etwa den Jungeingestellten gezahlt wird,| Regierung und der Staatsbeamtenschaft in der Frage der Gesondern daß selbst langjährig Beschäftigte diesen Lohn erhalten. Es baltserhöhung hat eine Verschärfung erfahren. Der Erekutiv. 1 ausschuß der Vereinigten Beamtenorganisationen hat den Beschluß gefaßt, am 3. Oktober eine Ura bstimmung über die Durchführung des gewerkschaftlichen dampfes zu veranstalten. Diese Ankündigung bedeutet die Drohung mit der passiven Resistenz bzw. dem Staatsbeamtenstreit. Die Regierung ist, wie verlautet, nicht gewillt, vor der Drohung der Staatsbeamten zurüdauweichen. Ein für morgen abend einberufener Ministerrat wird zur Verschärfung des Konfliktes mit den Beamten Stellung nehmen. Einigung im französischen Bergbau. St. Etienne, 28. September.( WTB.) Sonnabend vormittag fand eine Berhandlung zwischen dem Komitee der Bergwerksbesitzer des Loire departements und dem Verband der Bergarbeiter ter dortigen Gegend statt. Die Besprechungen drehten sich in der Hauptsache um die Beibehaltung der Prämie von 20 Frant, die schließlich die Direktion der Bergwerke zu zahlen sich bereit erklärte. Es wurde eine Entschließung unterbreitet, in der die Bergwerksdirektionen sich bereit erklären, ab 1. Oftober 1925 bis 15. Mai 1926 die Löhne nach den Sätzen zu zahlen, wie sie vor dem 1. Juli 1925 gültig waren. Die Vertreter der Bergarbeiter erklärten sich zur Annahme dieser Bedingungen im Namen ihrer Mandanten bereit. Verbandstag der Gärtner. Erster Verhandlungstag. Erfurt, 27. September. Die Tagung, der am Sonnabend eine Beiratssigung und eine eindrucksvolle Begrüßungsfeier voranging, wurde am Sonntag früh im neuen Erfurter Volkshaus eröffnet. Der Verbandsvorsitzende Busch begrüßte die Teilnehmer und Gäste, unter diesen besonders Genossen Brunner vom Bundesvorstand des ADGB., Kwasnit vom Deutschen Landarbeiterverband und Rippelt vom Lebensmittelund Getränkearbeiterverband. Er gedachte ferner mit ehrenden Worten der Toten des Verbandes und des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert. Die Generalversammlung setzt sich zusammen aus 23 Delegierten, 7 Beiratsmitgliedern, 1 Ausschußmitglied, dem Revisor der Hauptkasse und 6 Hauptvorstandsmitgliedern. Haude= Dresden und Busch- Dresden wurden als Verhandlungsleiter gewählt. In seinem Bericht betonte der Verbandsvorsitzende Busch, daß die Arbeit des Verbandes zufriedenstellend gewesen sei. Wenn auf das rapide Anwachsen des Verbandes nach dem Kriege eine Periode des Stillstandes gefolgt sei, so liege das an der im Gärtnergewerbe besonders starten Indifferenz. Auch die Zahl der Beschäftigten sei in den letzten Jahren zurüfgegangen. Die Weiterbildung der Funktionäre müsse großzügig betrieben werden. Einzelnen Fragen, wie der Berufsausbildung, den Betriebsräten, den Arbeitsnachweisen und dem Lehrlingswesen müsse erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Unternehmertum gedenkt mit Jugendgruppen, die angeblich nur der Berufsausbildung dienen sollen, den Verband zu bekämpfen. Dem müsse entgegengewirkt Auch die Agitation müsse einen wirksamen Ausbau erfahren. werden. Der Hauptkassierer Lehmann erläuterte den gedruckten Kassenbericht. Er fonnte feststellen, daß die finanzielle Lage eine gute ist. Längere Ausführungen machte er zum llnterstützungswesen, wobei er feststellen konnte, daß die gezahlten Säge sehr oft höher sind als die anderer Verbände. Der Schriftleiter Reinhold berichtete über die Verbandszeitung. Die Ausgestaltung habe sich besonders auf aktuelle Wirtschaftsfragen erstreckt. Die Debatte über den Vorstandsbericht war lebhaft und fachlich hochstehend. Einhellig kam zum Ausdruck, daß der Rückfchlag nach der Inflationszeit heute schon wieder einem Aufstieg gemichen sei. Eine großzügige Funktionärschulung wurde gefordert. Die Agitation müsse vor allem versuchen, den Nachwuchs im Gewerbe zu organisieren. Eine Erhöhung der Beiträge wurde als nicht tragbar bezeichnet. In seinem Schlußwort ging Busch auf die vorgebrachten Fragen ein. Die zu den verhandelten vorliegenden Anträge wurden im Sinne der Vorschläge des Beirats erledigt. Dem Hauptvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. DWB.- und Butab- Mitglieder ber Start- und Schwachstrominduftrie sowie des Eisenhoch- und Brüdenbaues. Morgen, Mittwoch, abend 7 Uhr außerordentlich wichtige Mitgliederver. famlmung der genannten Betriebe im Nordischen Sof, Berlin R., Invaliden. ftraße 126. Stellungnahme der Werkmeister und Techniker au ber Tariffituation. Reflofes Erscheinen notwendig. Bund der technischen Angeffellten und Beamten: Günther. Deutscher Werkmeisterverband: Rothe. Achtung, SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter! Am Mittmodi, den 30, September, abends 7 Uhr, in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 31, BerfammYung aller GPD.- Genoffen. Sympathifierende können eingeführt werden. Tagesordnung: 1. Wie ftellen wir uns zur bevorstehenden Stadtverordnetenmahl? 2. Berschiedenes. Es ist Pflicht aller Genossen, diese Bersammlung au besuchen. Der Fraktionsvorstand. Baugewerksbunb, Fachgruppe ber Robret. Mittwoch abend 7 Uhr Rohrer verfammlung in Gaal 3 des Gewerkschaftshauses. Die Fachgruppenleitung. Berantwortlich für Bolitik: Ern Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Chlorn; Feuilleton: R. S. Döfcher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin G. 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wiffen". abaldefa 3mal so uppig wird das Haarschon nach einer Waschung mit Elida- Haarpflege. Es wird locker und duftig, seidenweich, mattglänzend undzart parfumiert. Die milde Spezialseife reinigt Haar und Kopfhaut mühelos und gründlich. Ihr üppiger Schaum umhüllt alles Unerwünschte und wird leichtweggespült. Benützen auch Sie zur nächsten Kopfwäsche nur das sodafreie Shampoo 630 PARFUMERIE» ELIDA A. G., I LEIPZIG- WAHREN 103 Senden Sie mir kostenlos ein Originalpäckchen ELI DA- HAAR PFLEGE. 30 Pfennige Ladenpreis Name L... Adresse:. Kleben Sie, bitte, den ausgefüllten Kupon auf die Rückseite einer Postkarte ELI DA Nr. 459 � 42. Jahrgang 1 0�0 1�0(0�0(�0 Dienstag, 2H. September 1925 Jüa&Jhuhw' %&"% Kurz vor dem Kriege, im Jahre 191Z, war man endlich nahe daran, ein jahrzehntelanges Unrecht am Archiv der Stadt Berlin gutzumachen. Es bestand der Plan, auf dem Gelände des Insel- speichers ein eigenes Gebäude für die Stadtbibliothek zu errichten: darin sollte das Archiv geeignete Räume erhalten. Es unterblieb, wie so vieles andere, und auch nach dem Krieg« konnte bisher an einen Neubau nicht gedacht werden. Später ist versucht worden, das Archiv im M a r st a l l. ferner auch in der D a r m st ä d t e r Bank unterzubringen. Immer wieder Hemmnisse, die oll diese Pläne vereitelten. 2liich an die preußische Regierung wandte man sich, um Räume in der Kunstschule in der Klosterstraße zu er- halten. Auch hier ohne Erfolg. was verloren ging. Und so dauert die stiefmütterliche Behandlung, die früher« Magistrate dem Archiv angcdeihen ließen, auch heute noch an. Die Räume, in denen das Archiv untergebracht ist, sind schon längst gänzlich unzulänglich geworden und werden es immer mehr. Der ganze Raum befiehl aus einer Röhre von einigen Metern Länge, in dem sich einige Schränke und Kästen befinden. Ein Teil der Akten ist im Erdgeschoß des Rathauses untergebracht. Alle Versuche des jetzigen und der früheren Archivleiter, bessere Räume zu erhalten, sind alio ergebnislos geblieben. Bei den Bränden, von denen die alten Rathäuser heimgesucht worden sind, gingen so schon viele wertvolle Aktenstücke aus der Zeit des ZNittelolter« verlorea. Don den für die Geschichtsforschung so wichtigen Kämmereirech- nungen sind nur noch kümmerliche Reste vorhanden. Wie unverant- wortlich noch in jüngster Zeit Berständnislofigkeit gewallet hat, beweist die Vernichtung der sämtliche» Rechnungen und Akten des heiligengeifthospitols im Jahre 1897. Der ständige Raummangel hat viel zu dem Verlust von wichtigen Urkunden beigetragen. In den Registraturen der großen Verwaltungszweige der Stadt lagern Tausende von Akten, die zur Sichtung und Ordnung an das Archiv abgeführt werden müßten. Sie liegen zerstreut auf Böden, Gängen und in Kellern. So lagert auch die gesamte ältere Registratur der Sladtverordneleu, die zu einem erheblichen Teil Akten enthält, die einen wertvollen Ersatz für bereits verloren gegangene Magistrats- okten bilden, auf den Böden. Ob die Mäuse soviel Ehrfurcht besitzen. daß sie diese unbenagt lasten, scheint mir nicht unter allen Umständen gewährleistet. Sehr wahrscheinlich sind bei den vielen Umzügen und Umorganisierungcn, die die verschiedenen Deputationen seit 1929 vollziehen mußten, auch Verluste zu beklagen. Die Archive öer vorortgemeiaöen. Nach Begründung der neuen Stadtgemeinde ist die Lage noch erheblich verschlimmert. Die Archive der früheren Vorortgemeinden. vor allem die Spandaus. Charlotienburgs und Köpenicks, enthalten zum Teil recht inlcrestantes Material, das von geichichtlicher oder juristischer Bedeutung ist. Wenn vielleicht auch nicht zu befürchten ist, daß die schriftlichen Zeugnisse aus der Frühzeit der Groß- Berliner Vororte das Schicksal zu teilen haben, das die alten Akten au» Lichtenbergs und schöneberqs Landgemeindezelt betroffen hat, die fast restlos vernichtet worden sind, sobald aus den Landgemeinden Städte geworden waren. Immerhin müssen diese dem Zentralarchiv angegliedert werden, wenn sie nicht unbekannt und unbenützt auf den Böden der Rathäuser verkümmern sollen. Das selbständige Leben der Vorortgemeinden hat im Oktober 1929 aufgehört, es ist neu und in anderen Formen fortgesetzt worden, in den einzelnen Bezirken und im Gesamtrahmen der Stadt. Diese interessantesten Quellen über das Werden der neuen Stadtgemeinde müsten, soweit sie dauerndes Aufbewahren verdienen, vor dem möglichen Unter- gange bewahrt bleiben. Mnöere Städte als Vorbild. Wie anders Koben andere Großstädte, wie Frankfurt a. Ist., München, Köln. Aachen usw. für sthre Archive gesorgt. In Frank- furt besteht eins feit zwei Jahrhunderten: es konnte rückwärts bis weit in das frühe Mittelalter hinein alles wertvolle Material zur Geschichte der alten Freien Reichsstadt sammeln. Seit 1877 ist es In den Räumen des Archivs. Das unbegreifliche Ich. 461 Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Kriskensen. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. E. Vogel.) „3ch bin selber mal Schiffsjunge gewesen und habe Dresche gekriegt. Dann bin auch so rumgegangen und habe ins Wasser gestiert und habe daran gedacht, mich zu ertränken. Aber warte man lieber noch ein bißchen damit. Das Herz bekommt allmählich eine dicke Haut— und dann geht alles wie geschmiert." Seine Stimme klang schwer und dumpf, gerade wie sein Gang. „Ich bin gar nicht Schiffsjunge." „Was bist du denn?" „Laufjunge." „Ja, aber deshalb brauchst du doch nicht kopfüber in die Waschschüssel zu springen, was?" „Das wollte ich auch nicht: aber meine Mutter ist eben gestorben, und das tut mir so leid." „Ach so. Ja, das ist schlimm. Das kenne ich auch." Und dann fing er an von seiner Mutter zu erzählen, die vor vielen Iahren gestorben war. „Ich habe geweint, sage ich dir, und wie! Die dicken Tränen find mir nur immer so in den Bort gerollt. Du brauchst dich also nicht deshalb zu schämen." Ich konnte nicht recht Schritt mit ihm halten. Ich trippelte. denn ich war gewöhnt, hinter einem Ladentisch hin und her» zugehen: deshalb stießen wir manchmal zusammen, und dann flog ich ein Stück zur Seite. Ueber ein schräges Brett kamen wir an Bord seiner Schute und krochen danach in eine kleine Kajüte, wo eine Lamve von einem Balken herunterhing. Aus einer der Kojen, wo ein Haufen Decken lag, wurde ein roter, bartloser Kopf herausgesteckt. ..Bist du's, Simon?" lispelte es. ..Ja, in Gesellschaft." „Darf ich mal sehen? Bloß sehen! Ja aber, das ist ja ein Junge. Nee danke!" „Halts Maul! Seine Mutter ist heute abend gestorben, und es paßte mir nicht, daß er da oben ganz allein herum- sockte" Der Rotköpfige schwang die Beine aus der Koje und sah k�üh an......__ �______ i...... i „Wenn du ein kräftiges Gebiß hast, kannst du einen Schiffszwiebock bekommen und dich damit amüsieren," sagte er freundlich. Simon zeigte sich im Besitze von wafferblaucn Augen und einem starken flachsblonden Schnurrbart. Er bließ die Backen auf. als ob er so den Schnurrbart besser tragen könnte: dann fing er an, Kaffee zu machen. „Was willst du werden, wenn du groß bist? Lauf- jungen werden nicht alt, das weißt du doch," sagte er. „Zigarrenhändler." „Pfui Teufel!" lispelte der Notkopf. „Du höre mal, das ist nichts!" antwortete Simon.„Du solltest lieber zur See gehen. Das ist zwar noch ein schlimmeres Leben, aber verdammt noch mal, doch das einzige, wo was los ist." Er steckte den Spiritusapparat an. „Palmen, du, und Menschenfresser, und der ganze Kram." ,,3a," grinste der Rotkopf und wand seinen Körper, als ob er gekitzelt würde,„und die gelben Mädels—" „Na, na, wir reden doch mit einem Kind!" warnte Simon. „Habt ihr Menschenfresser gesehen?" fragte ich. „Na, das will ich meinen," lispelte der Rotkopf,„es war einmal in Durban--" Und nun folgte eine Geschichte von Negern, die ein großes Horn auf dem Kopfe hatten und wie die Pferde wieherten. Sie zogen Wagen mit Menschen darin. Simon brachte grinsend ein paar große Tassen Kaffee an und ließ sich, die Ellbogen auf die Platte gestützt, am Tische nieder. Wenn der Rotkopf mit einer Geschichte fertig war, stieß er ihn an und sagte:„Du, die Haifische!" und gleich lispelte der:„Teufel noch mal, ja. Da gibt es einen Hai mit grünen Menschenauaen--" Ick) hörte, wie die Seeleute ihn singen, ihm Mesier in die Augen stachen und ihm den Schwanz abhackten. „Ja, da unten in der Hitze gibt es viele Ungeheuer!" murmelie S-mon. „Ja, beim Klabautermann, die gibt es: aber das schlimmste ist doch ein kleines Biest von Schlange in Siam. Die ist an beiden Enden giftig." Die ganze Welt strömte mir entgegen. Hier saß dieler lispelnde Matrose und sprach von Bangkok und Eapetown und Balpmaiso, wie ich vom Sankt Annaplatz reden konnte. Jcki betrachtete seinen roten Kopf und seine feuchten L'ppsn. Warum war gerade solcher Mensch an oll diesen Orten gewesen?,.............. in einem eigenen Gebäude untergebracht. Ihm ist auch das Histo- rische Museum angegliedert. Hier, wie in noch höherem Matze in München, sind auch Zeitungsausschnitte gesammelt worden. In München ist seit längerer Zeit eine Sammlung der Kultur-' und Wirtschaftsgeschichte der Stadt angelegt. Aus dem bisher Gesagten darf nun nicht geschlossen werden, daß im Archiv der Stadt Berlin etwa wenig oder wenig wertvolles Material enthalten wäre. Keines- wcgs. Den Grundstock bilden die von altersher aufbewahrten Privilegien und Urkunden über Besitz und Rechte der Stadt. Dazu kommen dann Rechnungs-, Gerichts- und verwaltungsbücher, die aber auch nicht lückenlos find. Die Ratsprotokolle beginnen erst 1657. Die städtischen Gerichtsbücher setzen bereits mit 1563 ein und reichen bis 1769, ohne jedoch vollständig zu sein. Die älteste vollständige Kämmereirechnung stammt aus dem Jahre 1555. Aber auch hier sind Lücken vorhanden. Von Steuerregistern aus dem 16. Jahrhundert find nur vier, aus dem 17. nur fünf, aus dem 18. nur drei erhalten. Ein lückenloses Material bieten die Bürger- Verzeichnisse von 1453 bis 1859. Von der Gewerbedeputation sind große Aktenbestände über die Jimunaen des 18. Jahrhunderts, die für die Geschichte des Berliner Handwerks sehr wichtig sind, dem Archiv überwiesen worden. Raum, viel Raum. Die Voraussetzung für ein geordnetes, übersichtliches Archiv ist und bleibt: Raum, viel Raum. Jeder halbwegs orchivalisch oder bibliothekarisch Vorgebildete weiß, daß die ungeordnete Aufstapelung großer Mengen von Büchern, Schriften und Akten wertlos ist. Ihre Ausnützung wird erst möglich, wenn sie in ausreichenden und geeig- nete« Räumen gesichtet, nach Materien übersichtlich geordnet lagern und somit schnell auffindbar sind. Die alte Stadtverordneten- Versammlung geht zu Ende, eine neue kommt. Es wird eine der dringendsten Aufgaben des neuen Stadtparlaments fein müssen, end- lich dem Stadtarchiv ein seiner Bedeutung entsprechendes Heim zu verschaffen. Die Forschung der Geschichte Berlins, seine Eni- Wicklung von der Landgemeinde zur Weltstadt bietet soviel des Interessanten und die dauernde Erhaltung der Urkunden ist für die Verwaltung so wichtig, daß die notwendigen Mittel hierfür aufgewendet werden müssen. Es handelt sich hier nicht um eine Parteisrage, sondern um die Beseitigung eines für die Hauptstadt des Reiches unwürdigen Zu- standes, an der alle Parteien gleichermaßen inter- e s s i e r t sind. Die Sozialdemokratie ist nicht nur eine wirtschaftspolitische, sie ist immer auch eine kulturfördernde Partei gewesen. Ihre Vertreter im Mag! st rat und in der Stadt- verordnetenversammlung werden sicherlich bereit sein, mitzuhelfen, wo es gilt, geistige und kulturelle Interessen zu ihrem Rechte zu helfen. Hugo Poetzsch, Stadtrat o. D. Grunewalü— ist Schießaktion. Am Sonnabendabend trafen sie sich, die Schützen und Nacht- lärmer, am Bahnhof Nikolassee. Schwarzweißrot die Kokarde, mit Brotbeutel und anderen Utensilien, wie sie eine so nächtliche Schar braucht. Dann krauchten sie in den Büschen herum. Blinkfeuer leuchteten auf. Schüsse krachten bis nachts 11 Uhr ein tüchtiger Landregen die hakenkreuzlerischc Begeisterung abkühlte und wieder Stille im Walde wurde. Das sind schon keine Lausbubercien mehr, das ist schon eine„Störung der öffentlichen Ordnung", die strengste Nachforschung verdient. Ueberoll herrschte die größte Auf- regung über die Ursache der Schießereien. Mord? Selbstmord? Was für ein Verbrechen mochte sich abspielen? Glauben die Schwarzweißroten den Grunewald für sich gepachtet zu haben. Es ist schon ein Skandal, daß friedfertige und erholungsbedürftige Menschen von solch einer Gesellschaft in Unruhe versetzt werden dürfen. Diese Helden mögen ihre räuberromantischcn Instinkte an- derswo austoben, im schallsicheren Keller einander abschießen oder abkillen, aber den Grunewald mit ihren Schießereien und Soldaten- spielen verschonen. Cm paar aufgescheuchte Karnickel kratzten sich, nachdem sie Zeugen der hakenkreuzlerischen Intelligenzproben ge- worden waren, mit den Pfoten hinter den Ohren und bemitleideten diese Sorte Mensch. Selbst die ältesten Kiesern konnten sich nicht entsinnen, derartige Zweibeiner gesehen zu haben. Dank dem stach- ligcn Brombeergestrüpp und dem energischen Regen nahm ja der Zuweilen siel Simon ein:„Na, das ist verdammt nochmal ein bißchen stark!" „Stark! Keine Spur von stark! Eher schwach!" feixte der Rote. Ich vergaß, daß Mutter im Sterben lag. Die neue Um- gebung, die kleine Kajüte mit der Lampe, die beiden Seeleute und alle Geschichten beschäftigten mich derartig. Es blieb mir keine Zeit zum Nachdenken. „Du solltest Matrose werden, das solltest du wirklich!" murmelte Simon.„Es ist ein Hundeleben, aber doch die einzige Art, auf die ein armer Schlucker sich die Welt ansehen kann, und die muß man, verdammt noch mal, gesehen haben. Es geht einfach gar nicht anders." Der-Rote grinste bloß. „Ein großer Kasten voll Huren das Ganze!" flüsterte er und schlug mit der Hand aus, als ob er Fliegen wegjagte. Simon sah zu mir herüber. „Jetzt mußt du gewiß nach Hause und in die Klappe, mein Junge, komm, dann werde ich dich begleiten." Vor Samuelsens Laden sagte ich ihm Lebewohl. Er blieb noch etwas stehen. Dann sagte er:„Nein, weißt du, mich in solche Zigarrenkiste einsperren zu lassen, da sollte mir einer kommen! Na, denn Lebewohl, du!" Und er stampfte in die Dunkelheit hinaus. Ich öffnete vorsichtig die Türe und wollte mich schuld- bewußt in mein Zimmer schleichen: aber ich hörte nicht das mächtige Geschimpfe, das ich von Samuelsens Bett her erwartete. Auf den Fußspitzen näherte ich mich dem Bett, streckte die Hände aus und merkte, daß die Kissen ganz glatt waren. Es war keiner gekommen. Ich war wieder ganz allein in den dunklen Zimmern. Mutter hatte ich vergessen, den Tod hatte ich vergessen. Doch nun kam der Tod wieder, und alle die spannenden Erzählungen verschwanden. Er blieb als einzig Wirkliches und er stand vor mir als Taffache, in Form von zwei Stuben und einem dunklen Laden. Ich lief in den Laden hinaus, rannte mir die Ladentisch- ecke in die Seite, schrie laut vor Schreck und lief zur Türe hin. Die hatte ich, Gott sei Dank, vergessen zuzuschließen. Draußen auf der leeren Straße fand ich Ruhe. Ich setzte mich auf die Treppenstufe und verfolgte neugierig die einsamen Nachtwandler mit den Augen. Unten an der Ecke, die sich wie ein schwarzer Koloß scharf gegen den Lichterncbel von Kongens Nytorv abhob, tauchten Gestalten auf, wichen wieder zurück, schlugen sich und schrien laut,__(Fortsetzung folgt.) Seht die Wählerlisten ein! Herenfabbat früher als vorgesehen ein Ende und die tapferen Krieger fonnten wieder heimkehren mit stolzen Gefängen. Wieder einmal war das deutsche Vaterland gerettet, das heißt, den anderen ihr Wochenende verdorben worden. Vielleicht greift die Forstverwaltung oder die liebe Schupo das nächste Mal energisch ein, wenn auch nur dem spärlichen Wildbestand zuliebe, denn wir Nichtschwarzweiß roten zählen wohl erst in zweiter Linie. Doch Scherz beiseite, diese militärische Spielerei zeugt von einer bodenlosen Rücksichtslosigkeit, wie sie typisch ist für diese Gattung von Zeitgenossen. Diesmal hat noch der Betrus mit seinem Regen diesem Treiben ein vorzeitiges Ende gemacht, doch hoffen wir, daß es dazu nicht wieder dieses himmlischen Bundesgenossen bedarf, sondern daß die notwendige talte Dusche demnächst aus irdischen Höhen herniederpraffelt.f „ Vorsicht! Brandstifter am Werk!" Den Brandstiftern, die mun schon seit vielen Wochen die Bes völkerung Berlins beunruhigen, fann ihr verbrecherisches Handwert nicht gelegt werden, wenn man selber Tür und Tor für fie öffnet. Daß die Bewohner der Häuser durch Aufmerksamkeit und vorsichtige leberwachung der Flure, Treppen und Böden viel zur Berhütung von Brandstiftungen beitragen fönnen, ist eine Selbstverständlichkeit, auf die eigentlich nicht erst hingewiesen zu werden brauchte. Wer in später Abendstunde oder zur Nachtzeit heimfehrt, muß wissen, daß er die Haustür nicht offen lassen darf. Auch wer genötigt ist, schon im Morgengrauen das Haus zu verlassen, follte gewissenhaft noch die Haustür hinter sich verschließen. Aber das ist freilich nicht möglich, wenn Haustürschlösser so ver wahrlost sind, daß man die Türen überhaupt nicht verschließen tann. Bei der Reparaturschen vieler Berliner Hausbesiger, fönnten wir uns nicht wundern, wenn dieser Zustand in Berlin teine Seltenheit wäre. Aber es wäre dann eine dankbare Aufgabe für die Polizei, die Eigen. tümer solcher Häuser nachdrücklich an ihre Pflicht. zu erinnern und die Reparatur der Haustürschlösser nötigenfalls zu erzwingen. Aus dem Kreuzbergviertel erfahren wir, daß im Hause Monu mentenstraße 26 das Haustürschloß seit Monaten nicht in Ordnung ist, so daß in den Nächten die Tür offen bleibt. Bewohner des Hauses haben dem Eigentümer längst diesen Zustand ge meldet, aber bisher ist alles beim alten geblieben. Schließlich haben Bewohner des Seitenflügels und des Quergebäudes ein Schreiben an die Polizei ihres Bezirks gerichtet und unter Schilderung des beklagten Mangels die Gefahr einer Brandstiftung betont, doch auch das hat bisher feinen Erfolg gebracht. Als zehn Tage nach Eingang des Schreibens eine Hausbewohnerin auf dem Revierbureau anfragte, ob nicht bald etwas geschehen werde, erhielt sie die Antwort, dem Eigentümer möchte doch Beit gelassen werden. Zehn Tage genügen anscheinend nicht, zu erreichen, daß ein Schlosser tommt und dann vielleicht in einer Stunde die Sache erledigt. Auch auf dem Polizeipräsidium, wo danach das Brandstiftungsdezernat in Zimmer 113 um Abhilfe gebeten wurde, scheint man fich für machtlos zu halten. Dort wurde die Antwort gegeben, das fei Sache des Revlerbureaus. Hat denn die Polizei nicht die Macht, zum Schutz der Hausbewohner die Reparatur zu erzwingen? Benn fie will, fann in fürzester Zeit, nötigenfalls durch Zwangsanwendung, erreicht werden. was von den Hausbewohnern schon vor Monaten vom Eigentümer gefordert wurde. Greift die Polizei hier nicht sofort ein, welchen Sinn hat es denn, die Bevölkerung durch öffentliche Be fanntmachung darauf hinzuweisen, daß Brandstifter am Bert find und Borficht geboten ist! Die Raubzüge der Brüder Heinrich. Widersprechende Aussagen. Im weiteren Verlaufe des Prozesses gegen die Brüder Hein rich behauptete der Angeklagte Mar Heinrich, der neuerdings schon zu neun Jahren Zuchthaus in Lichtenberg verurteilt worden ist, daß fie den Ueberfall bei Oranienburg nicht verübt hätten. Nach dem Strausberger Raubüberfall wäre in einem Lokal am Wedding ein Mann an sie herangetreten und habe gesagt:„ Na, Jungens, das habt Ihr in Strausberg gut gemacht. Sie hätten einen Schreck bekommen. Der Unbekannte hätte sie aber beruhigt und gesagt, daß sie keine Angst zu haben brauchten. Er selbst habe genug solche Sachen auf dem Kerbholz. Er habe ihnen den lleberfall in Oranienburg vorgeschlagen und sie seien zum Schein darauf eingegangen. Am Tage nach diesem Raube fei der Unbekannte wiedergetommen und habe ihnen erzählt, daß er, der sich Franz nannte, mit " Siefe“ und„ Ede" die Tat ausgeführt hätte. Er erzählte, was sich abgespielt hätte, genau so, wie es in den Zeitungen gestanden hätte. Hermann Heinrich erklärte zu der Anklage: Ich brauchte eigentlich gar nicht herzukommen, denn mit der Oranienburger Sache haben wir nichts zu tun." Auch Paul Heinrich will von nichts wissen. Der Vorsitzende hält den Angeklagten vor, daß sie vor dem Unterfuchungsrichter, insbesondere Max Heinrich ein ausführliches Geständnis über diesen Raubüberfall abgelegt hätten. Mar Heinrich behauptete dazu, daß er bei der Verhaftung völlig zusammenge brochen gewesen wäre und alles zugestanden hätte, bloß um die Beugen aussagen müßten, daß die Räuber andere gewesen seien. Baul Heinrich hat zu den Geständnissen, die er und sein Bruder nicht nur bei der Polizei, sondern auch beim Untersuchungsrichter gemacht hatten, nur zu erwidern, daß eine Verwechselung von Bernau und Oranienburg vorliegen müsse. Anders lautete die Aussage des Kaufmanns Stengel aus Oranienburg, der das Opfer des Raubüberfalles gewefen mar. Der Zeuge war abends nach 7 Uhr in feinem Laden mit der Kaffe beschäftigt, als noch drei Leute eintraten und Zigaretten verlangten. Plöglich hielten alle drei Revolver vor und verlangten die Ladenkasse. Seine Frau sei zur Küche hinausgelaufen und habe um Hilfe gerufen. Einer der Räuber holte fie zurüc und beobachtete sich mit dem Revolver in der Hand. Die Rufe hatte ein im Hause wohnendes Ehepaar gehört, das herunterfam. Der Mann wurde zu Boden geworfen und beide wurden ebenfalls mit dem Repolver in Schach gehalten. Während die Räuber das Geld und die Warenvorräte einpacten, hatte die Tochter des Augenzeugen Hilfe aus der Nachbarschaft geholt. Als die Räuber hörten, daß Leute famen, sprangen fie unter den Rufen Polizei" aus dem Fenster heraus. Der Zeuge hörte, wie Schüffe gewechselt wurden und Mangelsdorf rufen: Ich bin getroffen." Mangelsdorf hatte einen Bauchschuk erhalten und ist daran gestorben. Der Schuß foll Don Paul Heinrich herrühren. Die Räuber hatten in der Dunkelheit hinter der Hausede Aufstellung genommen und auf ihre Verfolger ein Feuergefecht er öffnet. Sie waren in der Dunkelheit entlommen, fehrten aber gegen 12 Uhr nachts in der Nähe von Stolpe in ein Wirtshaus ein, wo man bereits telephonisch von dem Raubüberfall benachrichtigt worden war. Als sie sich erkannt fühlten, liefen sie davon und verhinderten durch Revolverschüsse eine Verfolgung. Der Kaufmann Stengel aus Oranienburg, dessen Ehefrau und die übrigen Hausbewohner, die unter der Bedrohung der Revolver ber drei Räuber gestanden hatten, erkannten die brei Angeklagten mit Beftimmtheit als die Täter wieder, dagegen glaubte der Gastwirtin Stolpe, bei dem die drei Räuber um Mitternacht eingefehrt waren, daß es andere Personen gewesen seien. Da noch mehrere 3eugen zu vernehmen find, die gestern nicht erschienen waren, wurde die weitere Berhandlung auf Dienstag nachmittag 2 Uhr vom Schwurgericht III vertagt. Volksparteiliche Stadtliste. Langsam gehen die einzelnen Parteien daran, ihre Randi datenlisten für die fammenzustellen. Auf dem Stadtvorschlag der tommende Stadtverordnetenwahl zu Deutschen Bolts partei fandidiert als Spitzenkandidat Herr v. Eynern, der bekannte Landtagsabgeordnete und Oberbremser der Bolts partei im Roten Haufe. Ihm folgt Frau Dr. Mayer, Dr. Caspari, der Möchtegern- Stadtverordnetenvorsteher und Justizrat Hallensleben and t 91010 Wer nicht in der Liste steht, darf nicht wählen! Bis zum 2. Oftober 1925 fann täglich von 12-7 Uhr das Versäumte nachgeholt werden. trag von 50 m. gewährt werden. Boraussetzung ist, daß das Durchschnittsmonatseinfommen ohne Frauen und Kinderzulagen 200 m. nicht übersteigt. Der Antrag muß bis spätestens 1. März 1926 an das zuständige Bersorgungsamt gerichtet werden; ihm find Gehalts- oder Lohnbescheinigungen der Arbeitgeber beizufügen. Die Vorschriften des Einkommensteuergesetzes über Einkommensteuer. ermäßigung zum Zwecke der Steuervergünstigung finden bei dieser Bemessung des Einkommens keine Anwendung, jedoch können Beiträge zur Kranken-, Invaliden- und sonstigen Versicherungen und die Steuerabzüge vom Lohn berücksichtigt werden. Antragsteller, die nicht im Gehalts- oder Lohnverhältnis stehen, müssen in anderer geeigneter Form den glaubhaften Nachweis über ihr Durchschnittsmonatseinkommen in letzter Zeit führen. Ein Freispruch. Kriminalbeamte als Sprifschieber. Recht brenzliche Fragen wurden dem Kriminalfommiffar Peters gestellt, der der Berufungsstraffammer des Landgerichts I aus der Untersuchungshaft als Zeuge vorgeführt wurde. Er wurde in dem Verfahren gegen eine Geheimbrennerei vernommen. In der Jablonstistraße war in den Hinterräumen eines Lagertellers eines Tages eine Geheimbrennerei ausgehoben worden, und der Werkzeugmachher Endler sowie der Schloffer Blümel waren vom Schöffengericht Mitte wegen Monopolvergehens und gleichzeitig wegen Diebstahls von Gas zu vier Monaten Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte der Staatsanwalt, der sechs Monate Gefängnis und eine Erhöhung der Geldstrafe beantragte, sowie die Angeklagten, die ihre Schuld bestritten, Berufung eingelegt. Die Angeklagten behaupteten, old daß der Mieter der Hinterräume und Inhaber der Geheimbrennerei ein Kaufmann Hermann aus Fürstenwalde gewesen war. Das foll auch der Polizeibehörde bekannt gewesen sein. Diese habe aber Hermann decken wollen, und als auf Anzeige von dritter Seite die Geheimbrennerei ausgehoben werden mußte, habe man Hermann geschont und gegen fie Anflage erhoben. Die Rechtsanwälte MülTer, Stromey er und Lemmchen stellten unter Beweis, daß Spritschiebungen und der Transport von geschobenem Sprit unter behördlicher Begleitung durch die schuldi gen Beamten ausgeführt worden seien. Auf ihren Antrag wurde Kriminalkommissar Peters, der als Mitschuldiger in der Spritweber- Affäre seit langem in Haft fizt, der Straffammer vorgeführt. Peters erflärte, daß er zwar seit neun Monaten derartigen Berdächtigungen ausgesetzt sei, daß er aber bestreiten müffe, fich in dieser Weise fchuldig gemacht zu haben. An den vorliegenden Fall wollte er sich überhaupt nicht erinnern fönnen. Er mußte dann aber auf Vorhalten der Berteidiger zugeben, daß zwei Hilfsbeamte von ihm aus von Weber gestellten Mitteln befoldet worden geahnt hätten. Einer dieser Beamten ist auch in diesem Falle tätig gewesen. Das Gericht tam zu einer Freisprechung der beiden Angeflagten mangels Beweises. 43 oder die kostbare Unterschrift Bürgerblöckler, Justizrat Hallensleben, der Mann mit der tostbaren Unterschrift, Rettor Miethte, Stadtbaurat Beu- seien, ohne daß diese Beamten von der Herkunft der Mittel etwas ster, Obermagistratsrat Schalldach, Frau Klotom, Dr. Faltenberg, der biereifrige Studienrat Dr. Bierbach und der eifrige Nachrichtenversorger der Rechtspreffe Schriftsteller Hüttchen. Man sieht also: alles alte Gesichter. Durch die Bant tandidieren mur die bisherigen erfolgreichen Rämpfer für die große volksparteiliche Sache, nach deren hervorragenden Leistungen die verehrte Boltspartei zweifellos auf 50 Proz. ihres augenblidlichen Besigftandes zusammenschmelzen wird. Hausbewohner. Wie der Haß wächst. Es ist eine alte, traurige Wahrheit: je enger die Menschen bei elnander wohnen, desto schneller verfeinden fie fich. Fast alle bie Häßlichkeiten, die dem Einzelrichter in Moabit zu Ohren und zu Geficht tommen, find aus der Raumnot geboren: Kasernenton und Mietstasernenton, da ist kein großer Unterschied. Das ist ein Fall von vielen: Frau Kl. soll die Frau Sch. geschlagen und ihr dabei sogar den Arm ausgerentt haben. Eine wenig fagende Arztrechnung legt die Klägerin vor, aber Frau W., die Zeugin, will von dem Vorfall überhaupt nichts gesehen haben. Die Klägerin, trokig und unbelehrbar, denkt nicht daran, sich auf die alles bestreitet, bestraft werde. einen Vergleich eingulaffen, fie beantragt vielmehr, daß die Gegnerin, Natürlich fann ohne Beugen nicht verurteilt werden. Kaum hört aber Fr. Sch. von Freispruch, da tobt sie wütend los: Und dann hat also das ganze Klagen feinen 3wed gehabt?!"" Nein," sagt der Richter,„ Sie müssen für Ihre Behauptungen Zeugen beibringen." Nun wird also im Hause der Rampfhähne erft recht geflatscht, gespannt und gelauert werden, und Haß wird wachsen zwischen den Parteien. Dann betritt eine Frau des Mittelstandes den Saal, fie flagt gegen Herrn R., der unter ihr wohnt. Sie habe so brave Kinder, zwei Mädchen, ihr Better fei Landricher, der habe gesagt, die Kinder ber R. sei grundlos empört auf ihre Kinder. Neulich hätte ihn gefeien gut erzogen, und ein Landrichter müsse das doch wissen. Aber stört, wie diese so wundervoll gesungen" hätten, und dann hätte er sich darüber aufgeregt, daß sie, fie besuchen nämlich das Lyzeum, Herr Richter," bei offenem Fenster Französisch lernten; immer schimpft der R. mit ihnen und dann gleich so gemein. Seine Nacht kann ich schlafen," erwidert R. hinwiederum, so laut sind immer die Kinder, und trotzdem hab' ich nur einmal gesagt:„ Wenn Ihr nicht ruhig seid, haue ich Euch ein Baar in die Fr...", das ist doch Den besten Kindern der Welt" gereizt worden ist, daß er sich andererseits nicht zu einem solchen Ausbruck hinreißen laffen darf; drei Mart soll er zur Strafe bezahlen. Da aber wird der Richter von der Klägerin nicht übel angefaucht:„ Ist das vielleicht, fragt fie, nicht, mit Donnerkrach wirft fte hinter sich die Türen, um sicher ,, der Dant des Baterlands?"( 1) Was damit gemeint ist, verrät ste neuen Haß zu säen und neuen Haß zu ernten. Polnische Wertpapiere. nischen Regierung über ein vereinfachtes Registrierungsverfahren und Da die feit längerer Zeit gepflogenen Verhandlungen mit der pol eine Berlängerung der Anmeldefristen bisher nicht zu einem Ergebnis geführt haben, müffen die nachstehend aufgeführten Wertpapiere, soweit sie sich in Deutschland befinden, bis zum 30. September bei dem zuständigen polnischen Konfulat ange meldet sein: Obligationen der Städte Warschau, Lodz, Lemberg, Kratau, Wilna, Bosen, Gnefen, Thorn, Bromberg, Graudenz, Kattowitz, Hohensalza, Krotoschin, Plod, Bioclawet, der Kreisausschüsse Kosten, Ostrowo, Schubin, Breschen, sowie des Landesfommunalverbandes der Provinz Bosen( Posener Provinzialanleihe). Den Besizern derartiger Wertpapiere wird empfohlen, sich im Inter effe der Kostenersparnis zum Zwecke der Anmeldung der Vermitt lung einer Bank zu bedienen, die hierfür nur ganz geringe Gebühren berechnen wird. Auch sämtliche Reichsbankanstalten sind in der Lage, den Interessenten über alle Formalitäten und die beizubringenden Urkunden Rat und Auskunft zu erteilen. Die Stadtverordnetenversammlung hat in diefer Woche ihre Sizung am Donnerstag um 5 Uhr. Auf der Tagesordnung ftehen 39 Verhandlungsgegenstände. Bu den aus früheren Sitzungen übernommenen Reſten gehören wieder noch der sozialdemokratische Antrag, ein Drtsstatut zur Schaffung von leingartenDauertolonien zu erlassen, und der aus dem Ausschuß zurüdkommende sozialdemokratische Antrag auf Unterstützung abgebauter Gemeindearbeiter. fäffigkeit entstand, beschäftigte am Montag nachmittag und abend die Ein sehr gefährlicher Kellerbrand, der angeblich durch Fahr. Berliner Feuerwehr längere Zeit in der Garde- du- Corps- Str. 4. Als die Löschzüge an der Brandstelle antamen, hatten die Flammen schon eine solche Ausdehnung erlangt, daß die Feuerwehr fofort mit mehreverqualmt. Es gelang nach harter Arbeit, die Flammen auf den ren Schlauchleitungen vorgehen mußte. Das Wohnhaus war völlig Keller zu beschränken. Holz und Kohlen, fowie eine Menge Hausrat und Borräte sind den Flammen zum Opfer gefallen. stelle stieß der Motori priz wagen von Charlottenburg 3 in Unfall einer Motorfeuerfpriße Auf dem Wege zu einer Brand der Bestalozzistraße mit einem Straßenbahnwagen zu fammen. Bersonen sind nicht verlegt, aber der Motorsprisenwagen ist schwer beschädigt und mußte von dem Arbeitswagendes Ruges der Feuerwehr abgeschleppt werden. Die Ordner der Proletarischen gelerffunden treffen sich zur Jugendweihe am Sonntag, den 4. Oktober, im Großen Schauspielhaus pünktlich& Uhr an der bekannten Stelle. Batermörder. 50 M. für abgefundene Rentenempfänger. Kriegsbeschädigte, die im Dezember 1922 eine Rente von 20 Proz. nach den Vorschriften des Reichsversorgungsgefeßes be: zogen haben oder deren Rente später entzogen wurbe, erhielten nach der Novelle zum Reichsversorgungsgesetz vom Jahre 1923 eine wertlose Papiermartabfindung. Ihnen fann, wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten mitteilt, auf Grund des Art. 2 des 3. Gesetzes zur Abänderung des Reichsversorgungsgefehes vom 28. Juli 1925, wenn sie aus der Rentenversorgung ausgefchieden und nicht wieder rentenberechtigt geworden sind, einmal der Bes nicht wieder rentenberechtigt geworden sind, einmal der Be- Ein seltsamer Unfall. Helßen( Kreis Mülheim a. d. Ruhr), 28. September( WTB.). Als ber 58 jährige Gärtner Rosen von seiner Arbeitsstätte nach Hause zurüdtehrte, wurde er von seinen beiden Söhnen auf grausame Weise ermordet. Der 25 jährige Sohn brachte dem Vater einen Schlag mit dem Hammer auf den Stopf bei, während der Bater die Schuhe auszog. Der 15 jährige zweite Sobn soll dann dem Bater mit dem Brotmeffer die Kehle durchgeschnitten haben. Beide Söhne stellten sich eine Stunde nach der Tat der Polizei. ul sid Das Rundfunkprogramm. j Dienstag, den 29. September. di dmu n Außer dem üblichen Tagesprogramm: Literarische Stunde( Neue Novellen"). 7.80 Uhr abends: K. W. 4.30-6 Uhr abends: Heiterer Wiener Nachmittag. 7 Uhr abends: Goldschmidt:" Vom Norden zum Süden Italiens. 4. Vortrag.„ Die Stadt der Jahrtausende. Römische Wanderungen", II. Teil 8 Uhr abends: Einführung zu dem Sendespiel am 30. September. 8.30 Uhr abends: Variationen. Dirigent: Dr. Wilhelm Buschkötter. 1. Joh. Brahms: Variationen über ein Thema von Haydn. 2. César Frank: Sinfonische Variationen für Klavier und Orchester( Hansi Freudberg, Klavier; Dirigent: Leonid Kreutzer). 3. Jos. Hass: Variationen über ein Rokokothema( Berliner Funkorchester). meiner Filmtätigkeit". Anschließend: Dritte Bekanntgabe der 10 Uhr abends: Harry Piel spricht über Erinnerungen neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnach richten, Theater- und Filmdienst. aus Duisburg, 28. September.( WTB.) An der hiesigen Drebbrüde Blieb ein zur Reparatur gefpanntes Drahtseil an dem Schornstein eines Safenbootes hängen, als dieses an der Drehbrüde vorbeifuhr. Plöglich löste fich das Seil und schnellte mit großer Bucht gegen einen auf Ded des Bootes stehenden 65jährigen Arbeiter, bem durch das Seil der Unterleib aufgerissen wurde. Er starb an den Berlegungen furz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus. Großfener auf einem medlenburgifchen Riffergut. Ein berbeerendes Großfeuer entstand nach einem Telegramm aus Schwerin auf dem Rittergut Robrom bei Lage, Defizer Otto von Bühlow. Das Feuer vernichtete den afstall und mit ihm 425 Gafe und 16 Kälber sowie ca. 50 Fuber Futter. wieder sehr unbeständig mit Regenfällen; fortdauernd fühl, Welfer für Berlin und Umgegend: Borübergehende Aufbeiterung, später land: Ueberall unbeständig und fühl, mur vorübergehend etwas auf Für Deutsch heiternd. Arbeitersport. 3m 10- Kttometer- Rennen gerieten die Fahrer Erich Schmidt und Zielste hart aufeinander, doch zeigte es sich im Endspurt, daß Schmidt darin der Bessere ist. Er konnte somit den Sieg auf sein Konto bringen. Das 20- Kilometer- Fahren war ein Duell zwischen Wulst- und Drahtreifenfahrer. Genosse Faustmann drehte gleich gehörig auf, um die zwei Minuten Vorgabe, welche er seinen Rivalen als Drahtreifenfahrer zu geben hatte, aufzuholen, doch glückte ihm das erst beim vierzehnten Kilometer. Das interessanteste Rennen des Tages waren die 50 Kilometer; hier blieb das Feld während der ersten Runde( 10 Kilometer) zusammen, doch schieden bei Beginn der zweiten Runde Trischel und purt, daß Schmidt darin der Beſſere iſt. Er konnte fomit den Sieg Berliner Arbeiter- Schachklub, bt. Wilmersdorf. Wir haben unser Rimmer ieht für uns allein und sind keinen Störungen mehr ausgefeßt. Wir ipiel erlernen wollen. Da wir gleichzeitig Mitglieder der Freien Turnerschaft hoffen, daß alle jest wieder vollzählig erscheinen, auch solche, die das SchachWilmersdorf find, ist Gelegenheit zum Turnen und Sport gegeben. Spielabend jeden Donnerstag ab 8 Uhr im großen Vereinszimmer der Freien Turnerschaft Wilmersdorf, Württembergische Str. 54, Ede 8ähringer Straße, Sportplag. Arbeitersport und Stadtverordnetenwahlen. Ueber dieses Thema tischt die Rote Fahne" ihren geduldigen Lesern eine Schauergeschichte auf, in der wieder einmal bewiesen wird, daß die bösen Sozialdemokraten an allem, aber auch an allem schuld find. Diesmal handelt es sich um die Schaffung eines Stadt amtes für Leibesübungen, einer alten Forderung der Berliner Arbeitersportler, die von den Sozialdemokraten und der KPD. im Rathause unterstützt wurde. In einem Unterausschuß, in dem die Sache beraten wurde, hätte nun nach der Roten Fahne" der Sozialdemokrat Dr. Lohmann, als das Stadtamit für Leibesübungen schon beinahe fertig auf dem Tische lag, in letter Heute, Dienstag, den 29. September, abends 7% Uhr, Schule Königstraße: Tiergarten: Dienstag, 29. September, Schule Bremer Minute Bedenten bekommen, weil man der Schulverwaltung mit der Schaffung des neuen Stadtamtes wichtige Kompetenzen aus der Hand nähme. Für die armen Leser der„ Roten Fahne" ergibt fich natürlich daraus die Folgerung, daß bei den Stadtverordneten wahlen nur Kommunisten gewählt werden dürfen. Außerdem sagt ihnen das die Rote Fahne" noch extra. Wir brauchen nicht besonders hervorzuheben, daß unsere Frat. tion und ihre Sprecher, Dr. Lohmann und August Schmidt, die Schaffung eines Stadtamtes für Leibesübungen mit allen Mitteln fördern. Genosse Dr. Lohmann hat in der fraglichen Ausschußfizung nur gegen das Verlangen der Kommunisten Bedenken geäußert, den Turnunterricht gänzlich aus der Schule herauszunehmen, um ihn dem neuen Stadtamt zu übertragen. Lohmann sah den Schulturnunterricht als einen notwendigen Bestandteil des gesamten Erziehungs- und Schulwesens an und trat deshalb dafür ein, daß der übliche Turnunterricht als Unterrichtsfach bei der Schule belassen wird. Alle Schlußfolgerungen, die die„ Rote Fahne" daran knüpft, find natürlich irrig. Wie fo oft, stellte sich auch in diesem Falle die Haltung der Kommunisten als eine Verzögerung der ganzen Angelegenheit heraus. Die Arbeitersportler, denen die Fähigkeit noch erhalten geblieben ist, politisch selbständig denken zu fönnen, werden daraus die notwenbige Lehre ziehen und durch die Wahl von Sozialdemotraten dafür sorgenhelfen, daß die Arbeitersportfache im Rathaus die ihr gebührende Beachtung findet Ein sauberer Patron. Man schreibt uns: In der Berliner Arbeitersportbewegung tauchen Leute auf, deren Bergangenheit oft nicht ganz einwandfrei erscheint. So macht sich in Arbeiter Wassersport freisen, besonders des Westens, jezt ein Mann breit, dessen Bergangenheit der Romantik nicht entbehrt. Bor Jahren ging eine aufsehenerregende Meldung durch die gesamte Bresse, wonach in einer nicht unbedeutenden oftdeutschen Stadt der zweite Bürgermeister als ein Doppelgänger entlarpt worden sei. Der Mann hatte es verstanden, durch Beilegung eines falschen Namens und des Doftortitels sich als ehemaliger Strafgefangener zum Bürgermeister der Stadt aufzuschwingen. Als solcher hatte er eine Frau aus besten Kreisen" genommen und war zu einer angesehenen Stüße der Gesellschaft geworden. Nach seiner Entlarvung ist der Mann zu den Kommunisten gegangen und macht die böse Sozialdemokratie für feinen Fall verantwortlich. In seiner Gefolgschaft befindet sich noch ein zweiter, von dem man auch nicht meiß, wo seine arbeitersportliche Bergangenheit sich abgespielt hat. Vielleicht genügen diese Zeilen, um diese Leute zu warnen, ehe wir uns genötigt sehen, etwas deutlicher zu werden. Borwettbewerb ARB. Solidarität. Der Bezirk Berlin des Gaues 9 hielt am vorigen Sonntag feinen zweiten Borwettbewerb für die Gaumeisterschaften ab. Durch den in der Nacht herniedergegangenen Regen waren die Straßen in schlechtester Verfassung. Die Zeiten litten start darunter. Vorständekonferenz im Lehrer- Vereinshans( kl.Festsaal, 1Tr.), Alexanderplatz. Tagesordnung: Der Wahlkampf zur Stadtverordnetenwahl am 25. Oktober. Stoppenr. 84; Charlottenburg: Dienstag, 13. Ottober, Leibniz- Oberrealschule, 125–127; Freitag, 9. Ottober, Alte Schule: Friedrichshagen: Montag, 12. Ottober, KönigArbeiter- Camariter- Bund, e. B., Kolonne Berlin, Geschäftsstelle N., Schönholzer Str. 20. Die Rolonne veranstaltet auch in diesem Jahre wieder Kurse in der ersten Hilfe. Niemand sollte es versäumen, fich die Kenntnisse anzueignen, um feinen Mitmenschen und Arbeitskollegen bei eintretenden Unglücksfällen sachgemäß helfen zu können. Die Ausbildungskurse der Arbeiter. Samariter stehen unter ärztlicher Aufsicht. In folgenden Stadtteilen finden Kurfe ftatt: Treptow: Montag, 5. Oktober, Schule Wildenbruchstraße; Weißenfee: Dienstag, 29. September, Schule Roelde-, Ede Streustraße; Kreuzberg: Donnerstag, 8. Oktober, Schule Bergmannstr, 60-65; Neukölln: Donnerstag, 1. Oktober, Schule Rütlistraße; Tempelhof- Mariendorf: Freitag, 2. Oktober, Straße: Prenzlauer Berg: Donnerstag, 1. Oktober, Schule Rastanienallee 82-83; Schöneberg: Donnerstag, 8. Oktober, Schule Feurigftr. 57; Lichtenberg: Donnerstag, 8. Oktober, Schule Kronprinzenstr. 12 und Dienstag, 13. Oftober, Schule Frankfurter Allee 37; Friedrichshain: Donnerstag, 1. Oktober, Schule Montag, 5. Oktober, Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag; Sermsdorf: Dienstag, 13. Oktober, Jugendheim Wittenau; Steglig: Dienstag, 6. Oktober, Schule Plantagenstraße: Königswusterhausen: Friedrich- Schule; Köpenick: Mittwoch, 30. September, Stadt- Theater; Erkner: Donnerstag, 15. Oktober, Lokal Don Schäfer, Königstr. 57; Adlershof: Donnerstag, 8. Oktober, Sanitätsbarade Sadenbergstraße; Reinickendorf: Montag, 12. Oftober, Reinickendorf- Weft, Scharnweberstr. 114; Ober- und Niederschöne weide, Johannisthal: Dienstag, 6. Oftober, Niederschöneweide, Berliner Str. 21, Säuglingsfürsorgestelle; Spandau: Dienstag, 20. Oftober, Lokal von Subke, gegeben; Fürstenwalde: Mittwoch, 14. Oftober, Knabenmittelschule; Mahlow: Lutherplag: Falkensee: Wird bekanntgegeben; Briefelang: Wird bekanntAnfang Oktober, Schule Dorfstraße. Der Besuch des ersten Behrabends ist frei. Der Lehrgang umfaßt 20-24 Doppelstunden. Beginn abends 7% Uhr. ning: Ab Mittwoch, den 23. September, von 8-10 Uhr, im Realgymnasium Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde, Sportabteilung. Sallentraian der Bartaue, Möllendorffstraße. Daran nehmen teil: Der Bezirksvorstand, ein weiterer Vertreter der Kreisvorstände, die Abteilungsleiter u. Abteilungstaffierer. Lehmann aus. Erich Schmidt und Erich Zielste, welche sich auch an diesem Rennen beteiligten, übernahmen auch hier die Führung. Erst nach langem Kampf gelang es ihnen, den kleinen Büttner abzuschütteln. In der dritten Runde hatte Steffen Reifendefekt, der ihn gänzlich aus dem Rennen warf. Paul Bochnig wurde gleichfalls dieser Schaden behoben war, machte er sich mutig an die Verfolgung durch Raddefekt um seine Chancen gebracht. Doch nachdem auch der Spigengruppe. Sein Berluft war aber zu groß. Im Schluß eine Schüler, Frauen- und Männerabteilung, wozu Anmeldungen schon jest spurt tämpften Schmidt und Zielste um den Sieg, den schließlich Erich Schmidt für sich buchen konnte. Nachstehend die Resultate: 10- Kilometer- Rennen. 1. Erich Schmidt( 2. Abt.), 19 Min. 48 Gek.; 2. Crich Riefste( 4. Abt.), dicht dahinter. 20- Kilometer- Rennen( Wulst und Drahtreifenfahrer). 1. Paul Söft( Drahtreifen, 1. Abt.), 44 Min. 15 Get.; 2. Eduard Fauftmann( 4. Abt.), 45 min. 30 Get. 50- Kilometer- Rennen. 1. Erich Schmidt( 2. Abt.), 1 Gtb. 54 Min.; 2. Erich Rielste( 4. Abt.), Die Bahnrennen für die Gaumeisterschaftsvorfämpfe finden am 27. September 1925, frith 8 Uhr, im Stadion Grunewald fbatt. 15 Get. Später Die 1. Reuköllner Jiu- Jitsu- Bereinigung beginnt am Donnerstag, den 1. Oktober, wieder einen dreimonatigen Rurfus im Jiu- Jitsu. Es besteht in den Uebungsstunden Montags und Donnerstags von 6-8 und 8-10 Uhr in der Turnhalle Mariendorfer Weg 69-71 entgegengenommen werden. Touristenverein Die Naturfreunde"( Zentrale Bien), Abt. Wedding: Dienstag, den 29. Geptember, im Heim Lütticher Str. 48, Ausspracheabend über Bub und Mädel". Gäfte willkommen. Berliner Schwimmverein Freiheit 1907". Am Donnerstag, den 1. Oktober, Don 7-8% Uhr, erster reservierter Babeabend im Stadtbad Prenzlauer Berg, Oberberger Straße. Mitgliedsbücher aweds Kontrolle mitbringen, ohne die felben werden keine Bademarken vevabfolgt. Die Beiträge müssen bezahlt fein. Gäfte können am ersten refervierten Babeabend nicht augelaffen werden. Am Freitag, den 2. Oktober, abends 8 Uhr, bei Seidel, Schönhauser Allee 156, fammenkunft der weiblichen Jugend- und Mädchenabteilung. Am Mittwoch, den 14. Oktober, abends 7 Uhr, Rufammenkunft der männlichen Jugendabteilung. Am Mittwoch, den 21. Oftober, abends 7 Uhr, Zusammenkunft der Knabenabteilung in der Schule Raftanienallee 82. Saalsportfest des Arbeiter- Radfahrer- Bundes„ Solidarität". Mitgliederversammlung. Am Mittwoch, den 7. Ottober, abends 7 Uhr, 81und Gaalmannschaften des Gaues 9( Broving Brandenburg) zum Sonnabend, Bum 7. Male rufen Gauvorstand und Gansportausschuß die Ortsgruppen den 17. Oktober, nach der Neuen Welt, Berlin, um im friedlichen Wettkampf ihr Rönnen zu zeigen. Wiederum wird Gelegenheit geboten, zu sehen, mit darität die Kunst des Gaalsports pflegen. Bei der erfreulichen Ausdehnung welchem Ernst und Intensivität die Arbeiter- Radfahrer des Bundes Golibes Gaalfports im A.-R.-B. Solidarität" wird der rührige Gau- Sportausschuk alle Mühe haben, allen Anforderungen um Sulassung zu dieser Konfurrena gerecht zu werden. Auch die Radball- und Radpolospiele find gut befeht. Einen Ueberblick über die Ausdehnung des Gaalsports im Gau 9 bieten folgende Rahlen. In 195 Ortsgruppen wird Saalsport getrieben, es find 300 ausgebildete Saalmannschaften vorhanden, denen 635 eigene Gaalräder zur Verfügung stehen. Die Zahl der ausgebildeten Gaalfahrer beträgt 1746, darunter 398 jugendliche unter 18 Jahren. Die Rahl der Radballspieler beträgt 69, die die Rabpolospieler 27. Das diesjährige Feft wird einen be fonderen Reis durch die Aufführung eines 32er Sunstreigens haben. Der GauTeitung ist es außerdem gelungen, die Runstfahverfamilie Schierik aus Freithal- Deuben, Gau Sadysen, zu verpflichten. Rufagen liegen bereits von Görlig, Leipzig, Dresden, Hamburg, Stettin vor. Alle Anfragen an die Gauleitung des A.-R.-B. Solidarität. R. Sanisch, Berlin- Wilmersdorf, Raiferallee 188, genossen ist die Sengabe von Freiquartieren erwünscht. Meldungen Telephon Pfalzburg 6360. Aur Unterbringung von 200 auswärtigen Bundesmüffen umgehend durch die Ortsgruppen- oder Abteilungsleiter an den Ob mann des Quartierausschusses Willi Falkner, Berlin, Eulerstr. 15, erfolgen. AWI.( Arbeiter- Wintersport- Intereffengemeinschaft). Außerordentliche Mit gfiederversammlung am Donnerstag, den 1. Oftober, pünktlich 7% Uhr, bei Braffer, Michaeltirdftr. 29a Freie Turnerschaft Wilmersdorf, Mufiftorps. Am Sonnabend, ben 3. Ottober, veranstaltet das neugegründete Musikkorps der Freien Turnerschaft Wilmersdorf" einen musikalischen Unterhaltungsabend, dazu wird freundlichst eingeladen. Mufitfreunde, welche gewillt sind, dem Musifforps beizutreten, find willkommen. Uebungsabend jeden Dienstag von 8-10% Uhr. Uebungslokal und musikalischer Abend: Württembergische Str. 54, Ede Bähringer Straße, Bereinsheim ber Freien Turnerschaft Wilmersdorf. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Turnzeiten der männlichen Jugend. abteilungen: Bezirk Süden: Boedhstr. 17-20, Mittwoch und Freitag von 8-10 Uhr: Bezirk Südosten: Forster, Ede Reichenberger Straße, Dienstag von 8-10 Uhr: Bezirk Often: Straßmannstr. 6, Dienstag und Freitag von 8 bis 10 Uhr; Bezirk Norden I: Graunftr. 12, Dienstag und Freitag von 8-10 Uhr; Bezirk Norden II: Driesener Str. 20, Montag und Donnerstag von 128-10 Uhr: Bezirk Wedding: Bank-, Ede Wiesenstraße, Montag und Donnerstag von 8 bis 10 Uhr; Bezirt Westen: Rufmstr. 15, Dienstag von 8-10 Uhr und Elsholz, Ede Ballasstraße, Donnerstag von 8-10 Uhr; Bezirk 8entrum: Gartenstr. 107a, Montag und Donnerstag von 8-10 Uhr. Bezirk Süben: Turnen, Leicht athletit, Sandball. Geschäftsstelle: Rarl Welad, Berlin G. 59, DieffenbachStraße 18. Turnzeiten: Männer Dienstags, Frauen Montags und Donners tags, Jugend Mittwochs und Freitags von 8-10 Uhr: Knaben Mittwochs und Freitags, Mädchen Montags und Donnerstags von 6-8 Uhr in der Turnhalle Boedhitr. 17-20. Jeben Gonnabend Heimabend im Jugendheim Reichenberger Straße( Feuerwehrwache). 4. Oktober: Bodmurftpartie der Männerabteilung nach Fintenkrug. Näheres auf dem heutigen Turnabend und Sonnabend notiz. Alle Alte Herren" müssen davan teilnehmen. Athletik- Sport- Club, e. B. Geschäftsstelle: Rurt Liebruds, Berlin D. 34, Tilfiber Str. 46. Dienstag, den 29. September, Badeabend in der Badeanstalt Schillingsbrilde von 8-10 Uhr. Donnerstag, den 1. Oktober, Training der Schülerabteilung von 6-8 Uhr und der Jugendabteilung von 8-10 Uhr in er Schule Riefholaftr. 51. Waldlauftraining der Männer ab 6 Uhr vom Fichte.. plag in Baumschulenweg, anschließend Borstandsfihung. Freitag, den 2. Okto ber, 8 Uhr, Jahresversammlung im Lobal von Linsener, Mühlenstr. 56. Sonn tag, den 4. Ottober, ab 10 Uhr Waldlauf. Ablauf vom Fichteplak. Arbeiter. eltern! Wir haben eine Schülerabteilung eröffnet. Die Tirenabende finden Donnerstags von 6-8 Uhr in der Riefbolaftr. 51 in Treptow statt. Dort werden neue jugendliche Mitglieder aufgenommen. Berliner Urbeiter- Schachtlub, Abt. Lichterfelde- Lankwik. Spielabenb jeben Dienstaa, 8 Uhr, in Kathums feftfälen, Lichterfelde, Bäbesta. 7. Gäfte feder aeit willkommen. || 17 KAISER'S KAFFEE- GESCHÄFT Kaffeegroẞröftereien u. Malzkaffeefabriken Eigene Schokolade-, Pralinen- Zucker- und Backwarenfabriken 1000 FILIALEN GRATIS- ZUGABEN: bis Sonnabend, 3. Oktober( einschl.) bei Einkauf von 1 Pfund Kaffee eine Orig.Kaiser's Kaffeedose ( Altsilber- Imft.) bel Einkant von 2 Mark an( Zucker ausgeschlossen) eine Original Kaiser's Teedose ( Altsilber- Imit.) bei Elokauf von 1 Mark an( Zucker enegeschlossen) eine Kostprobe ff. Schokolade FILIALEN IN GROSS- BERLIN: N. Badstraße 18 Brunnenstraße 76 Chausseestraße 83 Greifswalder Straße 1 Kastanien- Allee 36a Landsberger Allee 29 Müllerstraße 166 Reinickendorfer Str. 18 Schönhauser Allee 110 Treskowstr. 18 0. Gubener Str. 51 Grüner Weg 40 Kopernikusstr. 18 Krautstraße 48b Petersburger Str. 81 Stralauer Allee 23b SO. Dresdener Straße 115 Neanderstr. 87 Oranienstr. 1 Reichenberger Str. 128 Wrangelstr. 23 S. Bergmannstraße 98 Grilestraße 25 W. Calmstraße 1 Genthiner Straße 26 Gleditschstraße 45 Lützowstraße 83 NW. Alt- Moabit 112 Beusselstraße 29 Luisenstraße 43-46 Stephanstraße 42 Turmstraße 478. Wilsnacker Straße 30 C. Alte Schönhauser Str. 30 Charlottenburg Berliner Straße 115 Dankelmannstr. 58 Grolmanstr. 14 Holtzendorffstr. 4 UEBER 190 SCHUTZ MARKE Suarezstr. 15 Tauroggener Str, 12 Uhlandstr. 32 Wilmersdorfer Str. 71 Wilmersdorfer Str. 126 Wilmersdorfer Str. 148 Spandau Breite Str. 49 Hamburger Str. 85 Jägerstr. 1 Neuendorfer Str. 5 Potsdamer Str. 1a Schönwalder Str. 88 Berlin- Lichtenberg Boxhagener Str. 68 Frankfurter Allee 60 Kaiser- Friedrich- Str. 55 Frankfurter Allee 101 Knobelsdorffsta 3 Frankfurter Allee 224 Wilhelmstr. 10 Kleiststraße 19 fries WIR EMPFEHLEN: Kaiser's Kaffee Pld. n. 240,260,300,340,380,400,420,460 Kaiser's Tee Pid. M. 400, 460, 520, 600, 700 800 ( auch in Packungen) Kaiser's Schokolade, Pralinen, Kakao, Bonbons, Knuspergebäck, Getreidekaffee usw. 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Frau" mit Chinchilla- Vorhängen اوو ( Eine Ueberraschung) In d. Hauptrollen: Paul Beekers, Paul Westermeier Elisabeth Balzer Olly Stüver Lotte Dobischinski Else Reval Miss Maud Nielsen Tutti Rüter Else Fischbach Nada Careni Erich Poremski Georg Erich Schmidt Joseph Rehberger Paul Bechert Hans Kubitzki Richard Senius Hans Berg Karl Kahlmann Auftreten von Karinska und Dolinoff berühmtestes Tänzerpaar der Welt v. Casino de Paris 7 Hassans, Meisterspringer; Overburg, Meisterstepptänzer; Ludy Sambi, Vedette Y. Folies Bergère, Paris; Juanita Casanova, die senönste Spanierin; Mister Robinson, Tanzmeister vom Colosseum, London. Vorverkauf für die Premiere u. die ersten 8 Tage hat begonnen Eintrittspreise 2 bis 20 Mark Ausschneiden 7 Vorträge Magen, Darm, Leberleiden A. Dierssen Naturheilkundiger Wallner- Theater- Straße 13. Mittwoch, 30. Septbr., Bandsberger Str. 31. Residenz Feitfäle, walder Straße 222. Donnerstag, 1. Dit., Union- Feftfäle, Greifs Freitag, 2. Okt., Berliner Allee 211-15. 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September 1925 Unterhaltung und Wissen Sardinische Romanze. Schauplatz der Handlung ist Sardinien. Unter fast immer blauem Himmel lacht hier die Phantasie befruchtende Landschaft von Orgosolo und über ihren Tälern schwebt es wie ein längst vertlungenes Hirtenlied aus ferner Zeit. In den Rahmen ihrer Berge, an deren grünen Abhängen die Schaf und 3tegenherden flettern, hatte das Schicksal die beiden Helden dieser Romanze: Nicolo Succu und Battista Corraine mitten hineingestellt. Die beiden sind die Häupter einer Räuberbande gewesen, die seit mehr denn zwanzig Jahren diesen Teil der Insel unsicher gemacht hat, einer Bande, der keine Polizei beizukommen rermochte, weil sie sich des Schutzes der gequälten Hirten und Bauern selbst zu erfreuen gehabt und weil sie ihre Taten in den blutroten Mantel der Vendetta zu hüllen verstand. Es ist noch gar nicht lange her: Da hielt vor der Carabinieristation in Sassari ein Automobil. Zwei seiner Insassen trugen flammend rote Mäntel, wie sie die Hirten von Orgosolo an festlichen Tagen anzulegen pflegen, und die übrigen drei erschienen in schlichtem und mondänem Schwarz. Es handelte sich um die beiden Räuberhäuptlinge Nicolo Succu und Battista Corraine, die der Kopfjagd müde geworden, fich unter der Deckung ihrer Berteidiger gestellt haben! Die Berhaftung voll30g fich mit italienischer Gentilezza, die man auf Sardinien noch doppelt unterstreichen darf. Die Geschichte dieser Räuberbande von Orgosolo reicht weit zurück. Zwanzig Jahre sind es jetzt her. Da nahmen infolge eines Testamentes die Zwiftigkeiten zwischen den beiden angesehenſten Familien des Dorfes, Cossu und Corraine, ihren Anfang. Der reiche Bauer Domenico Moro war gestorben und hatte sein Testament zuungunsten der einen dieser beiden Familien gemacht. Es ist sardinische Tradition, in diesen Bergtälern wenigstens noch. Bersagt das Gesez, dann holt man sich selbst mit bewaffneter Hand sein Recht. Das war auch hier und diesmal ber Fall, an einem Wintermorgen in der Zeit, wenn die Ziegenhirten von den Schneegipfeln des Giuargentu in die mildere Ebene von Campidano mit ihren Tieren herabgestiegen sind. Carmine Corraine, der älteste von zwei Brüdern und ein Berwandter der Cossus, Egidio Padda mit Namen, gerieten ob jener Nachlaßbestimmungen in Streit. Er endete, wie so oft in Sardinien, mit einem wohlgezielten Büchsenschuß. Corraine war das Opfer. Egidio Padda hatte ihn erschossen. Die GeSchmorenen von Oristano sprachen den Totschläger frei, und die Corraines famen zu dem Entschluß, sich mit der Flinte in der Hand von nun ab selbst Recht zu verschaffen. Giovanni Corraine trommelte eine militärisch organisierte Räuberbande zusammen, die ihn gleich seinem berühmten Vorgänger Karl von Moor zum Hauptmann ausrief. Auch ihm war, wie der junge Schiller sich ausdrückt, das Gesetz unter die Füße gerollt! Giovanni Corraine war ein hochgewachsener Bursche, tollkühn bis zum Wahnmiz und dabei einen Zug von Großmut in seinem Wesen, ganz so, wie sich die Tage der Romantik das Ideal eines Räuberhauptmanns vorgestellt haben. Noch heute rühmt man auf Sardinien seine Augen. Blau seien fie gewesen, wie Farbe des fernen Meeres mit einem grünlichen Schimmer, blonde, tange Locken umwallten sein Haupt, und sein Bart war wie aus Gold. Er lebt in der Einnerung seiner Landsleute als eine friegeBeilage des Vorwärts Ostpreußische Krankheitserscheinungen. www. Tja, Herr Baron, erst das Herbstmanöver, dann der Kronprinzenbesuch und nachher noch die Prinzessinnenparade, das war zuviel. Sie haben eine ganz solide kinnbackenverrenkung, Sie müssen am besten in Bad Dalldorf." risdje Gestalt, die etwas von dem Helden der längst verflungenen dringend eine Hurraentziehungskur durchmachen Sage in nüchterne Zeiten hinübergerettet hat. Außer den beiden Brüdern Corraine gehörten die Succus und Devaddis sowie viele andere junge Freunde der Corraines zu der Bande. Und ihr Mittelpunkt war Basta Devaddis, die unter all diesen Männern eine Jungfrau war... und blieb! Ihres frühen Todes romantische Geschichte bildet eines der er greifendsten Kapitel in der Chronit dieser jardinischen Räuberbande. Pasta Devaddis faß allein in der Hütte. Thren siebzigjährigen Bater hatte man gefangen genommen, und der Alte fiechte in endloser Untersuchungshaft dahin, ohne seinen Richtern vorgeführt zu werden. Berräterischer Mord hatte ihren Bruder Francesco zur Strede ge bracht, und Battista schmachtete im Gefängnis von Civitavecchia. Da faßte Baska den Entschluß, sich mit ihrem Verlobten und dem Rest ihrer Brüder zusammenzutun und fortab wie diese der Räuberbande anzugehören. Das Mädchen war solcher Anstrengung nicht gewachsen. In der Macchia Sardiniens hat sie sich bei den Räubern die Schwindsucht geholt und wurde in einer falten Winternacht Sterbend in des Vaters einsame Hütte zurückgeführt. Hier lag sie auf dem Totenbette, in der feierlich hergerichteten Camera Ardente, umstrahlt von dem Scheine der geweihten Kerzen, befleidet mit föstlichen Gewändern und behängt mit gestohlenen Juwelen und geraubtem Gold. Für das sardinische Bolt eine Heilige in der Armut verfemter Hütte. Ergab doch die gerichtliche Autopsie dieser Leiche Pastas Jungfräulichkeit, die sie sich inmitten der Räuberbande in der Macchia bewahrt hatte... und seitdem man solches festgestellt, fiel der Glorienschein der Ritterlichkeit auf die Corraines und ihre Schar. Die Kunde von den Ereignissen in Orgosolo und der Ruhm der Cossus und der Corraines drang von Sardinien auf die Halbinsel. Jahrelang hat sich daher Italiens öffentliche Meinung mit den Helden dieser sardinischen Romanze beschäftigt, zumal da die Meinung verbreitet worden war, daß die Behörden die Partei der Cossus ergriffen hätten. Blutige Rämpfe zwischen den beiden unverföhnlichen Gegnern und ihren Anhängern sind damals in Orgojolo an der Tagesordnung gewefen. Es tam auf Sardinien zum Terror. Denn der Bande Mitglieder schienen bald allmächtig geworden zu sein. Der mit dem Tode von den Räubern bedrohte Priester Diego Coffu floh in das Eril nach Genua und wagte es nicht, nach Sardinien zurückzukehren. Ein Onkel der Succus zog sich nach Carloforte zurück. Als er sich nen dort fortwagte, fiel er in Benetutti der Rache Giovannis zum Opfer. Antonio Corraine, der alte Bater der Banditen, wurde eines Tages auf dem Grunde eines Brunnens gefunden und ein Kind ron fünf oder sechs Jahren, einziger Zeuge dieser Tat, verschwand ohne Spur. In Badu Ottana fiel Giovanni Corraine im offenen Kampfe mit den Carabinieri gleich einem Helden des Schlachtfeldes, und seine Feinde selber richteten ihm zum ewigen Gedächtnis an der Stätte seines Todes das Grabmal auf. Nun übernahm Onorato Succu das Oberkommando über die Bande. Er war ein vielgesuchter Herr. Begaben sich doch damals viele Journalisten aus Italien und dem Ausland nach der Insel, um den Geheimnissen von Orgojolo auf den Grund zu fommen. Die Räuber haben sie samt und sonders an der Nase herum geführt. Harmlose Hirten sind damals zu den versprochenen Interviews erschienen, aber fein Onorato Succu. Vor dem Bischof zu Nuoro ist es schließlich im Jahre 1916 zu einem Friedenspatt zwischen den sich bekämpfenden sardinischen Banditen gekommen. Freilich Onorato Succu felbft hat sich nicht zu diesem Akte begeben. Er hat sich vertreten lassen, denn auf seinen Ropf waren 8000 Lire gefeßt. 3wei seiner Freunde find nach Amerita ausgewandert, und er selbst rühmte sich, den Friedenspatt immer getreulich gehalten zu haben. Im Volksmund hieß dieser Patt„ Die Prozession von Orgofolo". Bald darauf hat sich Onorato Succu mit Serafina Manca ver heiratet. Das Brautpaar erschien bei dem Bürgermeister Orgofolos, um die Formalitäten zu erledigen, ließ sich in einer fleinen Kirche der Macchia trauen, feierte sein Hochzeitsmahl und ist bei alledem von feinem der Carabinieri gestört worden. Serafina fühlte sich in ihrer ganzen Würde als Frau des großen Räuberhauptmanns. Einem Maler Giuseppe Biafi, der sie porträtieren wollte, antwortete fie:„ Meine Stellung als Onorato Succus Frau verbietet es mir, für Bilder oder Photographien zu posieren." Auch mit den Behörden ist Serafina fertig geworden wie mit dem Maler. Einst fragte man fie, ob Waffen bei ihr verborgen feien, und fie meinte: Onorato Succu ist mein Mann, soll ich ihm daher nicht einen Gefallen tun? Wenn ich eine Flinte für Onorato Succu aufhebe, dann können Sie doch nicht verlangen, daß ich Ihnen solches rerrate." Auch der Regierung hat die Bande Succu einmal einen Dienst erwiesen. Der Räuberhauptmann führte die Seinen geschlossen an die Urnen, als es gegen das sardinische Aktionskomitee zu stimmen galt. Einst wurden in Orgosolo zwei Kinder entführt. Onorato fette die Seinen in Bewegung, und so lieferten die Räuber der strafenden Gerechtigkeit jene anderen Räuber aus. Der Held von Orgosolo, der sich mit solcher Gentilezza den Behörden in Sassari stellte, ist mehr als ein Typ. Er hat antite Größe in sich, und er tommt von den klassischen Studien her. Er hat fogar die Schwelle des Lyzeums gestreift, und nur Familienrüdfichten, wie er das nennt, haben ihn dazu vermocht, die Laufbahn des Gelehrten mit der des Räuberhauptmanns zu vertauschen. Noch heute hat er eine besondere Vorliebe für bedrucktes Papier und ist ein eifriger Zeitungsleser. Der wirkliche Onorato Succu hat sich den Behörden gestellt und damit ist eines der romantischsten Kapitel sardinischer Zeitgeschichte zu Ende gegangen. Dr. Ed. St. Flugtechnik und Flugakrobatik. Die auffallende häufung von Flugzeugunfällen in den letzten Wochen zwingt dazu, ihren Ursachen nachzugehen. Zunächst ist zu betonen, daß von diesen Unfällen in der Hauptsache Sport- und Schulflugzeuge betroffen werden. Unfälle beim Schulen d. h. beim Erlernen des Flugzeugführens find schlechterdings unvermeidbar, wenngleich die Methode der Schulung nach dem dings unvermeidbar, wenngleich die Methode der Schulung nach dem ausgezeichneten, in Kriegszeiten tausendfach erprobten System der Doppelsteuerung, den Flugschüler nach Möglichkeit sichert. Absturzgefahr droht dem jungen Flieger erst dann, wenn er nach der nötigen Anzahl von Schulflügen, bei denen er von seinem Lehrer dauernd fontrolliert und in gefährlichen Momenten sofort forrigiert wird, auf den ersten Alleinflug geschickt wird. Eine mit dem fliegerischen Temperament nur gar zu häufig verbundene Neigung zu Ueberheblichkeit und Boreiligkeit veranlaßt dann den jungen Biloten nur zu leicht, früher als seine Fähigkeiten es erlauben, mit Kunststücken nach berühmten und bewunderten Mustern zu beginnen. Eine andere und noch weitaus schwerere Gefahr für das Renommee des verant wortungsbewußten ernsten Piloten stellen die Unglücksfälle bar, die sich anläßlich von Wettbewerben ereignen. Veranstaltungen, bei denen die Piloten durch hohe Preise veranlaßt werden, einem fenfationslüsternen Publikum sogenannte Hohe Schule" vorzu fliegen, fordern die entschiedenste Ablehnung heraus und sollten polizeilich verboten werden. Ganz zweifelhaft gehört es zu notwendigem Rüstzeug des Piloten, sich auf plöglich eintretende gefährliche Situationen durch Einüben von gefährlich aussehenden Tricks vorzubereiten. Unverantwortlich aber ist es, wenn solche angeblichen Kunstflüge Looping, seitliches Abrutschen, trudeln, Rücken flug usw. zu Geschäftszweden inszeniert werden. Entweder wird auf den Piloten seitens der Geschäftsleitung ein Druck ausgeübt, das Publikum dadurch zu befriedigen, daß er seine Kunststücke in mög: lichst geringer Höhe ausführt. Dadurch aber wird sowohl der Bot als auch das Publikum auf das gefährlichste bedroht. Es gibt faum eine Situation, aus der sich ein geschickter Pilot nicht hinausretten könnte, vorausgesetzt, daß er die nötige Höhe hat. Seßt er sich aber folchen Situationen in Höhen pon einigen hundert Metern aus, fo muß er mit annähernder Sicherheit darauf rechnen, bei dem geringsten Zwischenfall rettungslos abzuftürzen, möglicherweise in das Schaupublitum hinein. Andernfalls, b. h. wenn der Pilot in ausreichender Höhe, alfo 500-1000 Metern fliegt, sieht das Publikum nichts von den Einzelheiten der Sensationen, die ihm eine fmarte Reflame versprochen hat und die Fliegerei wird zum Nepp. Was die vermeintlichen Unfälle betrifft, von denen in letzter Zeit Verkehrsflugzeuge heimgesucht wurden, so dente man an das Gesetz der Serie, das z. B. lezthin in ganz furzer Zeit in Frankreich vier schwere Eisenbahnunfälle fast unmittelbar aufeinander folgen ließ. Gerade das die Nachricht von Berkehrsflugunfällen gang besondere Aufmerksamkeit erregi, führt notwendig zu dem Schluß, daß solche Unfälle glücklicherweise schon zu den Seltenheiten gehören, was auch durch die Statistiken der Luftverkehrsgesellschaften bezeugt wird, die bei Hunderttausenden von zurückgelegten Kilometern und Laufenden von beförderten Baffagieren durchweg eine fast hundertprozentige Luftverkehrssicherheit nachweisen. 3m Herbstwald. Nun sprenteln, statt der Blumen, zahlreiche Pilze den Waldboden. Wiederholte Regengüffe haben sie rasch entfaltet, und schon sizen ihre Verfolger ihnen auf den Fersen. Mit Bilzkörben bewaffnet, treiben fie angewandte Botanit". Sie fingen den Wald nicht an, fümmern sich nicht im geringsten um seine Schönheiten, werfen fogar den prächtigsten rotmeißen Fliegenpilzen, die viele Waldblumen an malerischer Wirksamkeit übertreffen, giftige Blicke zu und suchen starren Blickes und gebeugten Rumpfes den Waldboden ab, als gelte es, die Bestandteile einer zerrissenen Perlenfette zusammenzufinden. Bei jedem schönen Steinpilz aber, den sie finden, verklärt sich ihr Gesicht, und wenn sie schließlich mit gefülltem Rorbe wieder strahlend zum Bahnhof ziehen, sind sie die liebenswürdigsten Menschen von der Welt. Wer ihren Spuren im Walde folgt, dem blüht so leicht kein genießbarer Steinpilz mehr. Da wir aber die Pilze mit den Augen, statt mit dem Gaumen genießen wollen, so finden wir noch genug. Außer den schon erwähnten Fliegenpilzen, die mit ihren bunten Kappen förmlich Reflame für fich machen, sind da die bis zur Tellergröße heranwachsenden Milchpilze, mit beim Zerbrechen tropfenweise herausfließendem weißen Milchsaft, der straff aufrechte Parasolpilz und das Heer der meist gemiedenen Täublinge, dazu die unvermeidlichen Knollenblätterschwämme. Am Grunde alter morscher Strünke dichtgedrängte Scharen des gelben Schwefeltopfes. Er ist giftig und doch harmlos, denn sein Aussehen ladet nicht zu Kostproben ein. Dies gilt noch weit mehr von der zum Glück nicht sehr häufigen Stintmorchel. Wo sie ihre Reize entfaltet, tut fie es mit so nachdrücklichem Barfüm, daß der Waldgast sich mit Graufen wendet, noch ehe er fie erblickt hat. Dafür zieht sie Scharen von Fliegen an, die die Absichten der Natur in diesem Falle besser als wir zu würdigen wissen. Hier und da auf grafigen, feuchten Waldwegen Scharen von Tintenpilzen. Die Hüte sind kegelförmig, die Blättchen der Unterseite schwarz, und bald schmilzt die ganze Gesellschaft in eine schwarze Flüssigkeit zusammen, die die Sporen wieder dem Boden zuführt. In den Haselbüschen reifen die Nüsse, die ersten Eicheln fallen zu unseren Füßen und Kinder spähen nach den ernsten braunen Roßtastanien und stachlig grüner Hülle. Denn der Herbstwind ist an der Arbeit. Die Vögel find verftummt, und durch die Wipfel ziehen rauschend die Melodien, die das Ende diefes Sommers betrauern. Das Wachstum der Gummibäume. Die in Australien vorkommenden Gummibäume erreichen schon innerhalb sechs Jahren eine Höhe von zwanzig Metern und werden in ausgewachsenem Zustande über 150 Meter hoch. Das schnelle Wachstum hat zugleich die günstige Wirkung, fumpfige Gegenden zu entwässern und dadurch fieberfrei zu machen. Das Holz ist wegen seiner Schwere und seiner Unangreifbarkeit durch den Holzwurm sehr geeignet für Wasserbauten. Wirtschaft zufammenlegungen wie in der Konzernbildung und der Auslands.| tontrolle wirken sich Kapitalverluste aus, die bei der Reinigung eines übersetzten Gewerbes und beim Niederreiten der Lohnfrage und Gewinne in der Zigarettenindustrie. Schwachen durch die Starken unvermeidlich find. Die Belegschaften der Zigarettenindustrie gehörten von je zu den schlechtest bezahlten Gruppen der Arbeiterschaft. Ihre Lage nach der Inflationszeit wird durch die starte Uebersehung der Industrie infolge der sehr zahlreichen Neugründungen noch verschärft. Gegen über den Arbeitgebern ist ihre Lage schwierig, weil diese sich für ihre lohnfeindliche Haltung nicht nur auf die Schleuderton kurrenz berufen können, die sie untereinander treiben müssen, sondern auch auf die Tabaksteuer- und Zollerhöhungen, die nicht immer voll abgewälzt werden können. Unter diesen Umständen sind die Bilanzen aus der 3igarettenindustrie, die über die Geschäftslage Auskunft geben, besonders interessant. Es liegen zwar nur wenige Abschlüsse bisher vor, aber es ist aus ihnen doch zu entnehmen, daß es Teilen der Industrie nicht nur gut, sondern sehr gut geht. Die Frage ist nun, ob die Belegschaften sich durch die Klagen der Arbeitgeber, von denen die Kleinen jammern, daß sie niedertonfurriert werden, die Großen aber, daß das Geld kostet, imponieren lassen dürfen oder ob sie die Abschlüsse der gut stehen den Firmen zur Richtschnur für ihre Lohnpolitik zu machen haben. Die Frage löst sich von selbst wenn man weiß, daß der 3igarettenbedarf relativ feststeht und wenig veränderlich ist, die Leistungsfähigkeit der Fabriken aber weit über den Bedarf hinausgeht. So oder so muß die Stabilisierung der Wirtschaft zur Ausmerzung der überflüssigen Fabriken führen. Rüdfichtnahme der Belegschaften in der Lohnpolitik kann daran nichts ändern. Für die Sieger im Konkurrenztampf aber würde die zurückhaltung der Belegschaften einen Rapitalschutz bedeuten, der das Niederreiten der Schwachen noch schneller ermöglicht. Das Ergebnis wäre, daß die Belegschaften den Großen den Kampfpreis bezahlen würden, die kleinen Betriebe aber dennoch furz über lang entweder aufgekauft oder stillgelegt würden. Der Schluß für die Belegschaften liegt also auf der Hand. Von dem Muratti- Konzern haben wir schon früher berichtet. Er ist es, der jene Dividende von 21 Proz. verteilt hat, die in Deutschland unerreicht dasteht. Von der relativ fleinen Rud. Greiling- A.- G. Dresden liegt ein Abschluß vor, der, obwohl nach außen nur 4 Proz. Dividende verteilt werden, im Verhältnis zum Aktienkapital die von Muratti erzielten Gewinne wohl noch übertrifft. Bei einem Aktienkapital von 800 000 m. erfolgt aus dem Gewinn eine Rückstellung von nicht weniger als 564 000 m. Aus dem buchmäßigen Reingewinn von 155 000 m.tember 1925 enthält folgende Noliz: fommen 10 000 M. an die ordentliche Reserve, 105 000 m. an einen Spezialfonds und 40 000 m. auf die Dividende. Der Gesamtgewinn beträgt also 719 000 m. bei einem Rapital von 800 000 m. Dabei vermochte die Greiling- A.- G. Mitte dieses Jahres( offenbar aus den Gewinnrückstellungen) die Zigarettenfabrik Juwel und die Bonidas A.-G. sich anzugliedern. Von der Reemtsma G.in Altona- Bahrenfeld, die fürzlich mit der Jasmazi-.- G. eine Interessengemeinschaft abschloß und die Majorität der Ma= noli A.-G. und der Karmitri Attien befigt, haben wir seinerzeit eine Dividende von 10 Pro 3. berichtet. In der Bilanz der Reemtsma, die unter den deutschen Bilanzen wohl einzigartig dasteht, da die Millionenwerte der Grundstücke und Fabrikgebäude in Altona- Bahrenfeld, Aachen, Berlin, Charlottenburg, sämtliche Maschinen Mobilien und Kraftwagen mit einer Mart verbucht sind, zeigt sich eine rapide Ausdehnung der Geschäfte. Gegenüber der Goldbilanz sind die Außenstände versechsfacht, die Warenbestände verdoppelt, die Bilanzsumme verdreifacht. Wenn auf der anderen Seite die Schulden an Lieferanten und Zollämter noch stärker gestiegen sind, so steht das Unternehmen doch sehr gut, was die Niedrigkeit der Bankschulden und die Höhe der Gesamtreserven be weist, die mit 1,38 Millionen 40 Proz. des Attienkapitals( 3,25 Mill.) ausmachen. Agrarier und ihre Rechenkunststücke. Der„ Deutsche Landwirtschaftsdienst vom 18. Sep„ Gegenüber dem Halbjahresdurchschnitt der Getreidepreise Berliner Notierungen vom Januar bis Juni 1925 ist der Roggen Ende August um zirka 63 Mt., der Weizen um zirka 35 Mt. je Tonne gesunken. Die Ernte 1924 an Roggen betrug 5,7 Millionen Tonnen abzüglich Aussaat von 0,7 bis 0,5 millionen Tonnen, an Weizen 2,4 minus 0,2 gleich 2,2 Millionen Tonnen. Rechnet man je Tonne Roggen einen Verlust von 63 M., je Tonne Weizen von 35 M., so ergibt sich zusammen ein Verlust von 392 Millionen Marf." Nun ist es zwar richtig, daß viele Zigarettenfabriten, besonders die Reemtsma, bei der Goldumstellung ihr Attien tapital riedrig gehalten haben, um zu der heutigen scharfen Kontur renz besser gerüstet zu sein. Auch ist es richtig, daß, abgesehen Auch ist es richtig, daß, abgesehen von bekannten„ konzernfreien" Martenfirmen, wie Halpaus, Neuer burg, Garbaty, Muratti, Yenidze, Eckstein, Greiling, zahlreiche große Firmen mehr oder weniger von a meritanischen, franzöfi schen und griechischen Firmen tontrolliert werden, m. a. W. dem Ausland gehören. Sowohl in den starten Kapital Diese Berechnung zeigt wieder einmal, wie unzuverlässig landwirtschaftliche„ Statistiken" aufgemacht werden. Ohne im einzelnen auf diese Berechnung eingehen zu wollen, sei hier nur festgestellt, daß man die August preise ja natürlich nur mit der Ernte des Jahres 1925 in Beziehung sehen kann. Die betrug aber, wie wir bereits festgestellt haben, für Weizen 3,2 Millionen Tonnen, abzüglich Saatgut, also 3 Millionen Tonnen, für Roggen 8,4 Millionen Tonnen, abzüglich Saatgut, also 7,7 Millionen Tonnen. Ein einfaches Rechenegempel würde den Deutschen Landwirtschaftsdienst" dahin belehren, daß der Verkauf einer größeren Menge zu niedrigerem Preise unter Umständen mehr Ertrag bringen kann als der Verkauf einer fleinen Menge zu hohem Preise. Es ist ganz zweifellos, daß selbst bei den jezigen Preisen die Ernte für 1925 einen größeren Geldertrag bringen wird als die Mißernte von 1924. Freilich ist unbestreitbar, daß der Landwirtschaft durch die deutsche Handelspolitit an zwei Stellen erheblicher Schaden zugefügt wurde und zugefügt wird. Das erste Moment war die ganz überflüssig späte Aufhebung der Ausfuhr verbote durch das Reichsernährungsministerium, gegen deren Verschleppung unseres Wissens die Interessenvertreter der Landwirtschaft nicht ein Wort zu sagen wußten. Das zweite Moment stellt der deutsch- polnische Handelskrieg dar, der wesentlichen Anteil an der Verschlechterung der polnischen Währung und der preisbrüdenden Auslandskonkurrenz durch polnisches Getreide hat. Auch gegen diesen Zollkrieg haben unseres Wissens. die Interessenvertreter der Landwirtschaft nichts einzuwenden gehabt. Sie haben dabei immer wieder vergessen, daß man zwar ausländisches Getreide durch Kampfzölle vom Inlandsmarkt abschließen kann, daß man aber dann seine Konkurrenz auf dem Weltmarkte um so empfindlicher zu spüren bekommt. Da die deutsche Landwirtschaft zurzeit Getreide exportieren muß, ist unter Umständen die Konkurrenz des polnischen Getreides auf dem Weltmarkt für sie noch empfindlicher als auf dem Binnenmarkte. Daß jedoch auch die 3ölle nunmehr ihre Wirkung auszuüben beginnen und der Preissturz auf dem inländischen Markt ein Ende erreicht hat, soweit sich diese bisher übersehen läßt, mögen die folgenden Preisvergleiche zeigen: Weizen in New York am 21. September 1925 22. 23. " 24. " 25. 26. in Berlin 164,- bom 21.- 24. Sept. 25 204-216 162,25 am 25.September 1925 203-209 159,25 26. 202-208 156,25 154,87 152,50 " Hier sieht man deutlich die Vorauswirtung der Einfuhrscheine und der durch sie gewährten Exportprämie. Weitere Stinnesverkäufe. Das Banthaus Gebr. Arnhold teilt mit, daß die Verhandlungen über den Verkauf der Buch- und Bellstoffgewerbe Hugo Stinnes G. m. b. 5., die bereits Ende voriger Woche weit fortgeschritten waren, zum Abschluß gefommen find. Die in der„ Buz" vereinigten Betriebe gehen aus der Hand der Banken an ein unter Führung des Bankhauses Gebr. Arnhold stehendes Konsortium, dem Berliner und Leipziger Fachfirmen angehören, über. Weiter sollen Verkaufsverhandlungen über die Veräußerung der zum Stinnes- Konzern gehörigen Hotels Esplanade in Berlin und Atlantic Hamburg mit der englischen Carlton- Riz- Gesellschaft und Gebrüder Brenner- BadenBaden dicht vor ihrem Abschluß stehen. Die Einzelheiten, die von anderen Blättern über den Verkauf gemeldet wurden, werden bisher vom Stinnes- Konzern dementiert. Einführung der Goldfrone in Ungarn. Die Entscheidung über die neue ungarische Geldeinheit ist nunmehr gefallen. Die Regierung hat sich für die Einführung der Goldkrone entschieden und wird nach Wiederzusammentritt des Parlaments einen Gesezentwurf in diesem Sinne vorlegen. Nach diesem Entwurf wird ein Kilogramm reines Gold mit 3280 Goldtronen figiert. Die Umrechnung erfolgt entsprechend dem tatsächlichen Wert der Goldkrone, nämlich zu 14500 derzeitig ungarischen Papierfronen. Die Golddedung beträgt etwa 58 Proz. Das Kleingeld wird vielfach in Silbermünzen bestehen. Das Finanzministerium hat in den letzten Monaten große Mengen Silber im geheimen auftaufen lassen, um sie zur Ausprägung von Einkronenstücken zur Verfügung zu haben. Genau wie bei uns. Die Iuremburgische Regierung hat, wie Generaldirektor Deder erklärte, in Brüssel dagegen protestiert, daß Belgien das Handelsabkommen mit Deutschland ratifizierte, ohne daß der luxemburgische Weinbau die in Aussicht gestellten Erleichterungen für den Absatz in Deutschland erlangt hätte. Die belgische Regierung plant eine großzügige Hilfsaktion zugunsten der notleidenden Winzer. diesem Protest an die Haltung der Deutschnationalen gegenüber dem Unwillkürlich wird man bei deutsch- spanischen Handelsvertrag erinnert. Die Schüßer der nationalen Arbeit" fopieren einander getreulich in allen Ländern. " Besonders preiswerte Angebote = Glas- Porzellan- Wirtschaftsartikel= Steingut Speisetellernach 35PL tier 45PL Abendbrotteller.. tig., Abendbrotteller............ 20PL Tafelservice 23 g, Steingat 975 Küchengarnituren 22 teilig 975 Kompotteller............. 10PL Waschgarnituren bunt, stig. 295 Terrinen Waschgarnituren 345 450 bis 975 bunt, 5teilig.... 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Seidensch., ca. 80 cm 5500 Prima Alpaka Kaffelöffel... Stack 35Pf. poliert, Perlmuster 3950 4850 1950 2050 Plättbretter 2500 2700 Aermelbretter 105 H E 239 Stack 35Pf. Esslöffel........ Stück 65 Pf. Essbestecke.... Paar 1,90 Teemaschinen innen vergoldet........ Besonders preiswert! 1000 165 ******** Ein Posten Wirtschaftswagen Obsthorden offen....... 6 teilig 2000 2250& 2500 10 3300 475 Wäscheleinen.... 290 375 Obsthorden verschliessbar, 2750 3000 3500 104800 125000 85PL Gebäckkästen stack 95 145 Leitern stafg390 7stafg455 8stufig 520 9stufig 585 10stung MA EIZ N N 6 teilige bändert, ca. 44/100..... Stick ca. 46/100.. $ 650 Stubenhandtücher Gerstenkorn, gesäumt und ge- 65 Pf. Stubenhandilcher Damast gesäumt und gebändert, 110 Wischtücher prima Reinleinen, grau and rot kariert, 65Pf. ca. 60/60.. .Stück Stück Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, 2indenftraße 3, für Groß- Berlin Verband d. graphischen Hilfsarbeiter flets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, au richten. Die Sammellifte zur Stadtverordnetenwahl Nr. 1128 ist im Betriebe Lorenz, Tempelhof, abhanden gekommen. Bei einem eventuellen Versuch, darauf noch weiter zu sammeln, ist diese Liste anzuhalten und an das Bureau einzusenden. . J. A.: Alex Pagels. 1. Streis mitte. Die Mandatsannahmeerflärungen find bis spätestens Diens tag abend beim Genoffen Riese, Refselftr. 34, abzuliefern, da sonst Schwierigkeiten zu befürchten find. 6. Areis Rrenaberg. Mittwoch, den 30. September, pünktlich 7% Uhr, Kreis mitgliederversammlung bei Rabe, Fichteftr. 29. Tagesordnung: Berichterstattung vom Parteitag, Fortsehung. Bildungsausschußmitglieder treffen fich ein halbe Stunde früher zum Bücherempfang. 11. Areis Schöneberg- Friebenan. Seute, Dienstag, 7 Uhr in der Zeitungs fpedition Belziger Straße, außerordentliche Zeitungstommiffionsfigung. 14. Kreis. Mittwoch, den 30. Geptember, 7% Uhr, bei Schröder, Steinmet straße 52, Funktionärsigung. 17. Kreis Lichtenberg. 8 Uhr Sigung der Zeitungskommiffion in der Borwärtsspedition, Borhagener Str. 62. 20. Kreis Reinickendorf. Die Abteilungskaffierer werden gebeten, umgehend mit dem Kreistaffierer Genoffen Sonnenburg Reinidendorf- OR Site Straße 2, abzured nen. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde Groß- Berlin. Selfertigung Mittwoch, den 30. September, 7% Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Linden ftraße 3, 1. Sof, part., Bortrag des Genossen Löwenstein: Wie feiern wir mit unseren Kindern Weihnachten?" Heute, Dienstag, den 29. September: Jungfozialisten. Gruppe Süben: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Linden Straße 3, Arbeitsgemeinschaft: Staat und Gesellschaft von Marg". Frauenveranstaltung am Dienstag, den 29. September: 26. Abt. 7% Uhr in Büttners Festfälen, Schwedter Str. 23, Bortrag ber Genoffin Kunert:„ Die Bedeutung der Stadtverordneten wahlen". Gäste willkommen. Morgen, Mittwoch, den 30. September: S 3. St. 7 Uhr im Gaal 5 bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, Mitglieder. versammlung. Bortrag des Genossen Dr. Fabian: Der kommende Kulturkampf". " and-arbeiterinnen Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin. Am Mittwoch, den 30. September 1925, nachm. 5 Uhr, im ,, Gewertschaftshaus" ( Großer Saal), Engelufer 24/25 Mitgliederversammlung Tagesordnung: 1. Bortrag: Schutzoll Steuern, Krise u. Gewerkschaftswesen. Referent: Gen. Friz Fride( Leiter der Berliner Gewertschaftsschule). 2. Mit3. Berteilungen der Verwaltung. schiedenes. [ 164/15 Eintritt nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches. Ber länger als 4 Wochen mit feinen Beiträgen im Südftande ist, hat feinen Zutritt. Der Ortsvorstand J. A.: Otto Gloth Achtung Zollerhöhung !! Trotz großer Preiserhöhung!! 50000 Liter Fruchtweine mit Zucker vergoren, süß ca. 14% stark Heidelbeer- u. Apfelwein. Ltr. M. 0.87 Feinst. Fruchtw. Malaga- Typ 99 99 Johannisbeerwein Stachelbeerwein Kirschwein 99 99 0.98 9 99 1.04 • 19 99 1.10 99 99 1.15 25000 Liter Süßweine garantiert echt, unverschnitten Feinst. Tarragona süß 16%, Ltr. M. 1.50 Malaga Samos 99 16% 16% 99 Douro Portw., 20% " 99 99 9 1.73 2.07 2.76 13. Abt. 7½ Uhr im Artushof, Berleberger Straße, Mitgliederversammlung 25 000 Fl. Rot- u.Weißweine Bortrag des Stadtv. Genoffen Schlegel: Die Stadtverordnetenwahlen". 28. Abt. 72 Uhr Gigung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Büttner, Schwebter Str. 23. 31. bt. 7 Uhr Zahlabend. Bezirke 860, 861, 962, 863, 864 und 884 bei Meißner, Schivelbeiner Ste. 34. Referent Genosse Entorn. Bezirke 865, 866, 867, 868, 869, 874, 875, 876, 877, 878 bei Goldschmidt, Stolpifche Straße 36. Bezirke 870 bis 873, 879, 880, 882, 883, 885 bei Nik, Schievel. beiner Str. 22. Referent Genoffe Galle. Charlottenburg. 54. Abt. 7½ Uhr Rommunale Ronferens im Rathaus, 8. 1. Vortrag des Genossen Caarlinsti. 57. Abt. 7% Uhr öffentliche Wählerversammlung in der Schule Bestalozziftr. 89-90. 83. Abt. Lichterfelbe. 8 Uhr in den Lichterfelder Feftfälen, Behlendorfer 0,92, 1,33, 1,73, 2,07 und 2,30 M. Feinste Spirituosen Ia Aquavit, 35% la Echter Weinbrand, 38% la Weinbrand Verschnitt, 38% la Spezial- Likör, 35% la Liköre, alle Sorten, 38% Ltr. M. 2.95 3.2 99 99 99 99 4.20 3.40 99 " 99 99 4.45 Preise mit Steuer Keine Ausstattg.- Nur Qualität. Straße 5, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Seibel Ausschank direkt vom Faß berger Barteitag. Referent Genoffe Stelling. 2. Parteiangelegenheiten. 99. Abt. Brig. 8 Uhr im Zindenpart, Chauffeeftr. 19, Mitgliederversamm Tung. Thema: Der internationale Rongres in Marseille". Referent Genoffe Künſtler. 101. und 102. Abt. Treptow- Baumschulen weg. 7% Uhr Sihung des Bildungsausschusses in der Spedition Graeftr. 50. 108. Abt. Röpenid. 7% Uhr Funktionärsigung bei Schula, Bahnhoffte. 34. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 30. September: 53. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei 2er, Ufnaufte. 1, Bortrag ber Genoffin Kreffe: Die Stadtverordnetenwahlen". 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Gobin, Roonstr. 2, Bortrag bes Ge noffen Stadtrat Peters: Schukaufficht und Jugendgerichtshilfe. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 29. September, abends 7½ Uhr: Webbing Nord: Müllerstr. 48, Bortrag: Jugend und Gewerkschaft". Senefelder Biertel: Eberswalder Str. 10, 8immer 12, Bortrag: Wilhelm Busch".- Neukölln IV: Lotal Bärwinkel, Steinbodstr. 20, Mitgliederversamm lung. Internationaler Jugendschuk". Rieberschöneweibe: Berliner Straße 31, Bortrag: Rörperpflege und Reformtleidung". Reinidendorf- Dft: Geebab, Residenzstraße, Bortrag: Arbeitsdienstpflicht". Selmbolyplag: Achtung, Kostproben gratis. Likör- und Essenzen- Fabrik Eduard Süsskind Hauptgeschäft: Brunnenstraße 43 Tel.: Humboldt 7011& 7012 Niederlagen: Berlin: Koppenstr. 87 Tel.: Königstadt 8075 Neukölln: Berliner Str. 13 Tel.: Neukölln 1994 Reukölln V: Schierkeftr. 44, Mitgliederversammlung und Bortrag: Charlottbg.: Friedr.- Karlpl. 5 Tel.: Westend 2740 Neueröffnet: neues Jugendheim! Morgen, Mittwoch, in der Eberswalder Str. 10, 8. 11. Moabit: Wilsnacker Str. 25 Werbebezirk Kreuzberg. Alle Genoffen, die im Bezirk Safenbeide mohnen, treffen fich um 7% Uhr abends au einer Befpredrung im Jugendheim Lindenstr. 3. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebaftianfte. 87/38, Sef 2 Tr. Treptow: Mi., b. 30., abends 7% Uhr, bei Dettinger, Elfenftr. 100, Mitgl.- Berf. Arbeiterverein für Biochemie and Lebensreform i. 8. B., Bezirk Moabit. Mitgliederversammlung am 1. Oftober, 18 Uhr abends, bei Lent, Kleines Gesellschaftshaus, Stromste. 28. Tagesordnung: 1. Referat über Nierenleiden. ( Herr Dr. Reifer.) 2. Aussprache. 3. Wahl einer Bezirksleitung. 4. Berschiedenes. Eintritt frei. Arbeiter- Radio- Klub. Technische Kommiffion: Betersburger Str. 39. Bortragsabend Dienstag, den 29. September. Aufnahmen von Rennlinien an Sand eines Experimentierbrettes. Borgetragen von Dipl.- Ing. Rümmich. Arbeiter, benußt unsere Radio- Alinit, jeden Tag ab 7 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Gäste willkommen. Ortsgruppe Charlottenburg: Zur Gründung einer eigenen Ortsgruppe treffen fich alle werftätigen Radiofreunde am Diens tag, den 29. Geptember, abends 7 Uhr, im Lokal Thunad, Wielandstr. 4. Gäste willkommen. Bezirk Kreuzberg. Ortsgruppe Rottbuser Zor: Donners tag abend 8 Uhr im Restaurant Wollschläger, Adalbertstr. 21, Experimentierabend. Gäfte willkommen. Fortschrittliche Berkehrstechnik, e. B. Filmvortrag des Dr.- Ing. Steinig über In der Luft" liegende Berkehrsprableme", mit Borführung des lett. ner- Rotors, Donnerstag, den 1. Oktober, 8% Uhr, im Nollendorf- Rafino, KleistStraße 41. Eintritt für jedermann frei. Sport. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 28. September. 1. Rennen. 1. Bubi( H. Gröschel), 2. Eisenkrone( K. Edler), 3. Sambur ( Rutulies). Toto: 27:10. Plat: 14, 42, 32: 10. Ferner liefen: Rasvidr, Steinberger, Georg, Hartenstein, Cicero, Kürassier, Macbeth, Fliegender Holländer. Turfball, Puppe II, Solo, Notbart. 2. Rennen. 1. Duilon( Staudinger), 2. Nektar( Bregner), 3. Novara ( Huguenin). Toto: 20: 10. Blag: 13, 14: 10. Ferner liefen: Ilse II, Va banque, Mirabelle. 3. Rennen. 1. Abenteurer( Hr. Gülcher), 2. Notung( b. Metsch), 3. Cid( Hr. Echnizer). Toto: 45: 10. Plat: 18, 12: 10. Ferner lief: Denkstein, gef. 4. Rennett. 1. Labrador( Bismark), 2. Mixed Double( Mate), 3. Eigilolf( Rutulies). Toto: 82: 10. Blag: 23, 20, 19:10. Ferner liefen: Battle Cruifier, Cutandearmem, Le Challenge, Bafur, Lobredner, Bardes Bruder. 5. Rennen. 1. Ama( S. Edler), 2. Schelmerei( Kränzlein), 3. Eulalia ( Willi Heuer). Toto: 24: 10. Platz: 13, 16, 23: 10. Ferner liefen: Dottor Mabuse, Laurin, Per Mala, gef., Sandaron. 6. Rennen. 1. Palamon( b. Keller), 2. Herzog( b. Borle), 3. Credulite ( Hr. Staudinger). Toto: 31: 10. Platz: 10, 10, 10: 10. Ferner liefen: Minenhof, Irish Stow, Miratel, Belladone, Daubenton. 7. Rennen. 1. Prometheus( Moris), 2. Nordlicht( Bismark), 3. Missa ( Dertel). Toto: 34: 10. Blat: 14, 18, 14: 10. Ferner liefen: Rost, Harma, Mildred, Arbela, Lauj, Santta Lucia, Höllenfee, Aviator, Feingold, Atlantic. Ecke Birkenstraße abom Oxuntistsal sunl Isindmush 1002-1912903 Ziehung 1. Klasse 16. und 17. Oktober Preuß.Staats- Lotterie 600 000 Lose, 234 000 Geldgewinne, Gesamtbetrag über 45 Millionen R.-M. Höchstgewinn auf ein Doppellos: 2 Millionen R: Höchstgewinn auf ein ganzes Los: M. 1 Million R. 4 × Hauptgewinne und Prämien: 500 000 ** 300 000 2 X 10X Los200000 100 000 M. M. R. R. M. 1/8 1/4 1/2 1/1 Doppellose preise: 3.- 6.12.- 24.- 48.-R.-M. Staatl. 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