Nr. 467 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 238 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic 8,- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saare und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Gonntags beilage Boll und Reit" mit„ Gied lung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. seile 80 Pfennig. Reflamezeile 5, Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worts). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Pfennig, tedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch. staben zählen für amei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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In den Kreisen der Reichsregierung hat niemand erwartet und fonnte niemand erwarten, daß die alliierten Regierungen die Erklärungen des Memorandums über den deutschen Standpunkt in der Kriegsschuldfrage zustimmend beantworten würden. Es wird noch geraumer Zeit und langwieriger, entschossener Aufklärungsarbeit bedürfen, bis die Schuldfrage eine Klärung findet, die von allen Mächten anerkannt wird. Dagegen handelt es sich für die Reichsregierung im gegenwärtigen Stadium der politischen Entwid lung darum, das jetzt geplante große Friedenswert des Sicherheitspattes nicht zu beginnen, ohne noch einmal mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen, daß sich das deutsche Volk moralisch nicht an das 1919 in Versailles erzwungene Schuldbekenntnis gebunden fühlt, und daß es nicht nur in den äußeren politischen Formen, sondern auch in seiner ganzen inneren Einstellung seinen Verhandlungspartnern mit dem Anspruch auf volle Gleichachtung und Gleichberechtigung gegenübertritt. Gewiß ist schon 1919 in Ber sailles und seither bei manchem anderen Anlaß der gegen Deutsch land erhobene Vorwurf von deutscher Seite zurückgewiesen worden. Das fonnte die Reichsregierung aber nicht davon entbinden, die Sicherheitsverhandlungen, durch die nach Auffassung aller beteiligten Regierungen eine neue michtige Etappe auf dem Wege zur endgültigen Befriedung Europas erreicht werden soll, ihrerseits mit einer Wiederholung jener 3urüdweisung zu eröffnen. Das mußte um so mehr geschehen, als die Erklärung des Reichsfanzlers Marg vom 29. August 1924 noch nicht zur amtlichen Kennt nis der Verhandlungspartner gebracht war. Der Schritt war auch gerade jetzt deshalb geboten, weil die Alliierten den Gedanken des Eicherheitspattes auf das engste mit dem Bölkerbundsgedanken verbunden haben, und weil, wie schon das deutsche Memorandum vom September 1924 betont, der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht denkbar wäre, wenn er als ein stillschweigendes Sichabfinden mit dem Versailler Schuldspruch gedeutet werden könnte. Das Ziel, das die Reichsregierung bei ihrer Aktion allein im Auge hatte, ist somit durch die Tatsachen der Ueberreichung und Entgegennahme des neuen deutschen Memorandums erreicht. Hieran vermögen die alliierten Antworten, die sich auf die formale Regelung der Schuldfrage im Bersailler Bertrag berufen, nichts zu ändern. Soweit diese Antworten neben der formalen Berufung auf den Versailler Vertrag noch Bemerkungen enthalten, die auf eine fachliche Stellungnahme zur Schuldfrage und auf einen erneuten Vor der Abreise der deutschen Delegierten hat die deutsche Regierung erklärt, der 3med ihres Memorandums sei es, für Locarno den Weg zu ebnen". Nach ihrer Abreise wird entdeckt, daß der Weg nicht geebnet ist. Zwischen der deutschen und der französischen Regierung ist vereinbart worden, daß mit der Veröffentlichung des Memorandums und der Antworten darauf der Zwischenfall erledigt" sein solle. Jetzt wird erklärt, daß der Zwischenfall nicht erledigt sei. Vor dem Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund oder auch vor seinem Nicht eintritt, also auf alle Fälle, soll das Memorandum allen Signatarmächten des Versailler Vertrags noch einmal zugestellt werden. Dabei sagt die neueste Erklärung:„ Niemand konnte erwarten, daß die Alliierten die Erklärungen des Memorandums zustimmend beant worten werden." Es werde noch einer geraumen 3eit bedürfen usw. Erwartet man, daß in acht oder vierzehn Tagen die Zeit für zustimmende Antworten reif fein werde? Oder will man fich die so angenehm flingenden englisch- französisch belgischen Antworten auch noch von Bolivien, Brasi lien, China, Cuba, Ecuador, Griechenland, Guatemala, Haiti, Hedschas, Honduras, Li beria, Nicaragua, Panama, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Siam, der Tschechoslowakei und Uruguayden Siganatar mächten von Bersailles bestätigen laffen? Wer macht zurzeit deutsche Außenpolitit? Nach welchen Gesichtspunkten macht man fie? Etma nach der neuesten deutschnationalen Resolution aus Potsdam? Dort wird ja der Unsinn verlangt und angefündigt, der jetzt gemacht wird! Der Streit um den„ Sieg". Das Ergebnis der Kriegsschuldaktion in deutschnationaler Beleuchtung. Ergebnis der Aktion der Rechtsregierung in der KriegsschuldDie deutschnationale Bresse hat sich eifrig bemüht, das frage als einen Erfolg- und vor allem als einen Erfolg versicherte die„ Deutsche Tageszeitung", daß der Erdeutschnationaler Politik hinzustellen. Noch gestern abend deutschnationaler Politik folg der Aktion den Erwartungen entsprochen habe. Sie entdeckt sogar in der„ rauhen Schale" der englischen Erklärung einen nicht gar so bitteren Kern". Die Reichsregierung hat ihren Schritt mit der Absicht begründet, dadurch den Zustand gegenseitiger Achtung und innerer Gleichberechtigung herzustellen, der die Voraussetzung für einen Erfolg der jetzt in Aussicht genommenen vertrauensvollen Aussprache bildet." Daß dieser 3wed erreicht ist, fann nicht behauptet werden. Die Regierungen des Feindbundes haben vielmehr auf die deutsche Note mit beabsichtigter Nichtachtung und verlegendem Hohn geantwortet. Zur gleichen Zeit aber veröffentlichte die Kreuz Vorwurf gegen Deutsch I and hinzubeuten scheinen, genügt ei tung" eine Entschließung, die der Gesamtvorstand des ihnen gegenüber der Hinweis, daß es ein vergeblicher Ber- Kreisverein Potsdam der Deutschnationalen Volkssuch ist, achtlos an all den schon jetzt vorliegenden Ergebnissen partei in seiner Sigung vom 1. Oktober 1925 einstimmig vorübergehen zu wollen, welche die objektive wissenschaftliche Forgefaßt hat. Diese Entschließung steht im schroffften Gegenfab schung seit dem Ende des Weltkrieges, insbesondere die lückenlose zu den Bemühungen, die diplomatische Niederlage der deutAftenpublikation des deutschen Auswärtigen Amtes, gezeitigt hat. fchen Regierung in einen Sieg umzudeuten. Sie lautet: Selbstverständlich wird die deutsche Regierung auch weiterhin an threm Standpuntt festhalten. Insbesondere fann fein Zweifel sein, daß überall da, wo bei den politischen Auseinandersetzungen so grundlegender Fragen, wie der Eintritt Deutschland in dn Völker bund zur Erörterung gelangen, der Standpunkt zu wahren ist, daß Deutschland niemals einen politischen Akt vollziehen kann, der als Anerkennung irgendwelcher, eine moralische Belastung des deutschen Boltes in fich schließender Feststellungen anzusehen märe. Das wird bei einem etwaigen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, aber auch dann, wenn es nicht dazu tommen sollte(!), den Signatarmächten des Versailler Ber trages, denen gegenüber die jetzige mit den bevorstehenden Berhand lungen zusammenhängende Erklärung nicht abgegeben ist, unmittelbar zum Ausdrud gebracht werden. Das ist nichts anderes als ein felbstverständlicher Ausdrud der Ueberzeugung, daß sich die Mitglieder der Bölterbundsgemein schaft nicht mur äußerlich, sondern auch moralisch als gleich. berechtigt anerkennen müssen, wenn sie das Friedensziel des Völkerbundes verwirklichen wollen. Diese Erklärung wird in einem Augenblid verbreitet, in dem sich der Reichskanzler Dr. Luther, der Außenminister Dr. Stresemann und der Staatssekretär v. Schubert bereits im Zuge nach Locarno befinden. Es wird wichtig sein, festzustellen, ob sie noch in Anwesenheit dieser drei Herren abgefaßt und zur Veröffentlichung bestimmt worden ist, oder ob das erst nach ihrer Abreise geschehen ist. Im zweiten Fall würde es sich um die Verlaufbarung einer Regierung und eines Auswärtigen Amtes handeln, die in doppeltem Sinne des Wortes topflos geworden sind. Die Erklärung behauptet, daß mit dem berüchtigten Memorandum der beabsichtigte 3wed erreicht sei. Wenn das der Fall wäre, wozu wäre es dann nötig, die verunglückte Attion nach dem Wort Doppelt hält besser" zu wiederholen? Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostschedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Was ist's mit Rußland? Das deutsch- russische Vertragswerk. Sozial demokratie und Bolschewismus. Wenn das deutsch russische Vertragswert hält, was gestern von ihm in einer deutschen halbamtlichen Anfündigung versprochen wurde, so wird es überall in Deutschland freundlich begrüßt werden. Es wird dann nachholen, was durch den Vertrag von Rapallo nicht erreicht worden ist. Vor dem Kriege stand Deutschland mit Rußland politisch miserabel, es war aber trotzdem Rußlands erster Importeur. Seit Rapallo steht Deutschland mit Rußland politisch ausgezeichnet, feine Einfuhr ist aber hinter jener anderer Länder, vor allem Englands zurückgeblieben. Deutschland und Rußland sind schon durch ihre geographische Lage darauf angewiesen, sich gegenseitig wirtschaftlich zu ergänzen. Kommt durch das neue Bertragswerk dieser alte Gedanke wieder zur Geltung, so ist ihm die allgemeine Zustimmung gewiß. " Auf einem anderen Blatt steht die Frage, ob die Aufma chung, in der uns dieses Ereignis serviert wurde, diplomatisch besonders geschickt war. Aus der deutschen halbamtlichen Mitteilung bricht ein Strom des Glückgefühls hervor. Es ist ein besonders glückliches Zusammentreffen, daß die Entscheidung der Reichsregierung über das Vertragswert dem in Berlin anwesenden Volkstommissar, Herrn Tschitscherin, persönlich bekannt ge geben werden konnte." Ganz zufällig trifft sich das wohl nicht. Ganz zufällig trifft es sich wohl nicht, daß der russische Außenminister gerade jetzt in Berlin anwesend ist. Und ebensowenig trifft es sich zufällig, daß die Zustimmung der deutschen Reichsregierung in dem Augenblick verkündet wurde, in dem die deutsche Delegation den Zug bestieg, um nach Locarno zu reisen. Die Parallele mit dem Vertragsabschluß von Rapallo drängt sich auf, der gerade während der Berhandlungen mit den Westmächten in Genua erfolgte. Sie ist auch in der französischen Presse schon gezogen worden. 11 Der russische Außenminister hat gestern zwei bürgerlich demokratischen Blättern Interviews gegeben, in denen er sich über die Feindschaft Englands gegen Sowjetrußland bitter beklagt. In dem Augenblick, in dem er den russisch- englischen Gegensatz fonstatiert, feiert die deutsche Regierung die deutsch- russische Freundschaft. England aber soll Krieg"-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich überjetzt die Rolle des unparteiischen Garanten im Nie- wieder nehmen; das ist das Ziel der Berhandlungen von Locarno. endung des Vertragswerks von Locarno und nach seinem Zu billigen ist es, wenn Deutschland auch nach der VollEintritt in den Völkerbund in seiner Rußlandpolitik felbft ständig bleiben will. Möge man es doch gerade herausfagen, daß es niemals der Zweck des Westpakts sein darf, Deutschland in einen Konflikt zwischen Rußland und England hineinauziehen! Je lauter Deutschland seine Stimme im Rat der Völker erheben kann, desto wirkungsvoller farin es jeden Gedanken an eine militärische Intervention bekämpfen. än de weg von Sowjetrußland!" sagen auch wir, nicht weil uns Sowjetrußland ein heiliges Land ist, sondern weil wir der Meinung sind, daß sich das russische Bolf seinen Weg zur Freiheit selber suchen soll ohne die freundliche Hilfe fremder Bajonette. Ein flares Aussprechen dieses Gedankens scheint uns zweckmäßiger, als der Schwulst des halbamtlichen Dokuments von gestern. Die Ankündigung des deutsch- russischen Bertrags in diesem Augenblic und in dieser Form ist eine fymbolische Handlung. Symbole haben aber die Eigenschaft, dunkel zu sein und allen möglichen Auslegungen Raum zu geben. An diesen, auch an unfreundlichen, wird es mun nicht fehlen. Wir setzen es als selbstverständlich voraus, daß die Reichs regierung diese neue gewollte Verlegung von Die auswärtige Politik fann nicht allein von den GeDeutschlands Ehre nicht auf sich beruhen läßt, und fühlen abhängig gemacht werden, mit denen man die troß der Zurückweisung durch Frankreich und England die deutsche inneren Zustände der einzelnen Länder betrachtet. Damit foll Erflärung aufrecht erhält. Wird diese für uns unerläßliche nicht gesagt sein, daß diese Gefühle gleichgültig sind, aber oft Borbedingung nicht erfüllt, so halten wir ein weiteres Bergenug ist es nötig, sie zu überwinden. Ein Beispiel einer bleiben der deutschnationalen Mitglieder in der Regierung solchen besonders heroischen leberwindung bietet die ganz benicht für möglich. fondere Freundschaft zwischen dem bolfchemistischen Rußland und dem faschistischen Italien, eine Freundschaft, die so intimn ist, daß schon von ihrer Umwandlung zu einem förmlichen Bündnis gesprochen wird. Wir erwarten von Parteileitung und Reichstagsfraktion, daß fie fich für unsere Forderung mit allem Nachdruck einfeßen. Der deutschnationale Abgeordnete des Wahlkreises Pots dam ist der Graf West arp. Es muß ihm bei so weit auseinandergehenden Meinungen darüber, ob die Kriegsschuldaktion der deutschen Regierung mit einem Erfolg Deutschlands oder mit einer Niederlage geendet hat, einigermaßen schwer werden, fich zu entscheiden, ob er sich nun für einen Sieger erklären, oder ob er den in seiner nationalen Ehre gefränften Mann spielen soll. Jedenfalls wird diese im vollen Gegensatz zu den Darlegungen der deutschnationalen Parteiblätter stehende Entschließung mit dazu beitragen, daß die Deutschnationalen jene verantwortungslose, nur aus inneren Partei rücksichten zu erklärende Politit fortsetzen, die, wie das Ergebnis der Kriegsschuldaktion zeigt, zu einer Beeinträchtigung der internationalen Stellung Deutschlands führen muß. Erfolg: Siehe oben! In Deutschland sind es die Kommunisten allein, die das Bündnis mit Rußland propagieren, weil sie von der Anwendung russischer Methoden in der ganzen Welt die allgemeine Glückseligkeit erwarten oder zu erwarten vorgeben. Freilich sind auch die deutschen Faschisten Rußland gegenüber nicht weniger bündnisfreudig als ihre italienischen Gesinnungsgenossen, fie find es aber mur, ebenso wie diese, aus rein machtpolitischen Gründen. Die deutsche Sozialdemo kratie lehnt sowohl die kommunistische wie die faschistische Ostpolitik ab. politik ab. Sie glaubt nicht an die Aufgabe Rußlands als Freiheitsbringer, und sie will kein deutsch- russisches Bündnis gegen den Westen. Nur verbohrter Fanatismus tann in einer solcher Haltung eine Feindschaft gegen Rußland erblicken. In ihrem Verhält nis zu Sowjetrußland befand sich die deutsche Sozialdemokratie| ffaaten, ta auch nicht auf die Mongolei, desgleichen auch stets in der Defensive. Mo stau hat die deutsche nicht auf die mandshurische Sphäre. Des weiteren ift Rußland ein Arbeiterbemegung gespalten in einer Zeit, in Einfuhrtontingent von 40 000 füdrussischen Schweinen der Einigkeit nötiger war, denn je. Es hat den Bruderfrieg unter den üblichen Quarantänebedingungen zugesichert worden. Im zwischen deutschen Arbeitern entfesselt, es hat seine Gläubigen übrigen gilt bis zum Abschluß eines Spezialvertrages der aufozum Sturm gegen die deutsche Sozialdemocratie aufgeboten, nome 3olltarif und Königsberg wäre auf diese Weise in die | weil diese nach bestem Wissen und Gewissen die Anwendung Lage versetzt, dem deutsch- russischen Handel seinen Hafen zu öffnen. ruffischer Methoden auf Deutschland verwarf. Daß von Daß von Die Verhandlungen zum Abschluß eines Spezialvertrages betreffend diesem Kampf manche Bitterfeit zurückbleiben mußte, versteht den neuen Joltarif sollen unmittelbar nach der Unterzeichnung des sich von selbst. Aber die Bitterkeit wird gemildert durch Handelsvertrages beginnen und dem Prinzip der gegenseitigen Zollden Umstand, daß die deutsche Sozialdemokratie in diefem ermäßigung folgen. Rampf Siegerin geblieben ist. Heute, wo sich die Sonne der russischen Somjetmacht in dem fläglichen Scherbenhaufen der KPD. melancholisch wider. [ piegelt was wäre er ohne diese Vergoldung! fann man über manches, was der Vergangenheit angehört, ruhiger sprechen. Heute weiß jeder verständige Mensch in Rußland, und Tschitscherin weiß es am besten, daß die Spekulation auf den deutschen Kommunismus verfehlt war. Die Ver achtung, mit der die deutschen Kommunisten von der Mos fauer Zentrale behandelt werden, nicht nur in Worten, sondern auch durch die Lat, läßt sich faum noch überbieten. Eine Führergarnitur nach der andern wird abgefägt, und jede neue wirft sich brünstig den russischen Machthabern zu Füßen: Mostau zermalmt alles!" Kommunist. 3wischen diesem deutsch- kommunistischen Boffenspiel und dem großen Drama Rußlands weiß die deutsche Sozialdemo= fratie wohl, einen Unterschied zu machen. Sie ist genug marristisch geschult, um das russische Geschehen aus den speziell ruffifchen Borbedingungen zu begreifen. Und daß die russi schen Methoden für Deutschland schlechthin unanwendbar sind, weiß heute im Grunde seines Herzens auch jeder deutsche Rein deutscher Kommunist glaubt zum mindesten an ihre Anwendbarkeit unter den gegenwärtigen Zeitumständen. Man befindet sich, nach fommunistischer Ausdrucksweise, " zwischen zwei Wellen der Revolution". Dieses Wellental follte man vernünftigerweise dazu benügen, die russischen Berhältnisse objektiv zu würdigen und die besonderen Borbedingungen zu ſtudieren, unter denen sich bie foaiale Neugestaltung in wirtschaftlich hochtapitalistischen, demokratisch regierten Ländern vollziehen fann. Ein solches Studium würde freilich zur Liquidation der fommunistischen Bewegung außerhalb Rußlands führen, und darum wird es nicht beliebt. Mostau sollte aber aufhören, den schweren Befreiungsfampf der Arbeiterklasse in Europa zu stören. Es sollte auf den Wahn verzichten, das Mekka des internationalen Sozialismus zu sein. Er sollte aufhören, alles zu zermalmen". Damit würde es nicht nur der internationalen Arbeiterbewegung nügen, sondern ganz besonders auch fich felbft. Einzelheiten des Rußlandabkommens.. Vorläufig feine Zollherabsetzung. Ja Ergänzung der mit Zustimmung des Reichskabinetts bevorftehenden Unterzeichnung des Deutsch- tussischen Handelsvertrages und der amtlichen Bekanntgabe erfährt der Ufien- Osteuropa- Dienst von unterrichteter Seite u. a. folgende nähere Angaben: Den von Herrn Tschitscherin gestellten Egterritoriali tätsforderungen ist nicht stattgegeben worden, fomeit es fich um Hamburg handelt. Für Hamburg tonnte nur neun höheren Sowjetbeamten die lediglich persönliche Unantastbarkeit zugestanden merden. Die Erterritorialität der russischen Handelsvertretung in Berlin dagegen ist erweitert worden. = Pariser Beurteilung der Besuche Tschitscherins. auf der Konferenz in Locarno ift die des Garanten für den vorgeschlagenen Rheinlandpati Das diplomatische Korps auf dem Bahnhof. Gestern abend um 9 Uhr 20 Minuten hat die deutsche Delegation com Anhalter Bahnhof aus Berlin im Sonderzug verlassen. Die Abfahrt der Delegation war von den amtlichen Stellen qus mancherlei Gründen bis zum letzten Augenblid geheimgehalten worden. Der Anhalter Bahnhof selbst war abgesperrt worden und nur Personen, die sich im Besiz einer Ausweisfarte des Auswärtigen Amtes befanden, durften den Bahnsteig betreten. Kurz vor 9 Uhr murde der Sonderzug, der aus zwei Güterwagen als Schuhwagen, zwei Salonwagen, einem Speisewagen und drei Schlafwagen beParis, 2. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Bon den Besuchen frend, in die Halle hineingeschoben. Hinter den beiden Güterwagen Tschitscherins in Warschau und Berlin erwartet man hier nicht nur befanden sich die Salonmagen, die für die leitenden Herren der eine Besserung der russisch- polnischen Beziehungen, sondern auch eine Delegation reserviert sind. Merkwürdigerweile hatte man einen Klärung des Berhältnisses zwischen Deutschland und Sowjetrußland. älteren Salonwagen gewählt, der noch mit Gasbeleuchtung vermit Befriedigung wird hier festgestellt, daß die Spannung zwischen sehen war und der infolge dessen an der Schweizer Grenze. abSowjetrußland und Bolen erheblich abgenommen hat und in der gehängt werden muß, da nach dem furchtbaren Unglück bei Bellinlegten Zeit auf verschiedenen Gebieten eine 2nnäherung zwischen 3ona Wagen mit Gasbeleuchtung Schweizer Gebiet nicht mehr über. den beiben Ländern erzielt werden konnte. Im Zusammenhang mit schreiten dürfen. Die Salonwagen hatten ebenso mie die Speise der Baltpolitik fordert die hiesige Bresse, daß die deutsche aus wagen einen besonderen Schmuck durch gelbe Rosen erhalten. Kurz nach 9 Uhr trafen fast gleichzeitig Reichstanzler wärtige Politif sich entweder nach Westen oder nach Osten orien tiere. Die russenfreundliche Richtung der deutschen Bolitit, wie sie im Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann mit Vertrag von Rapallo niedergelegt sei, so sagt man, werde mit dem ihren Familienangehörigen auf dem Anhalter Bahnhof ein und wurden dort von Staatsjefretär Dr. Meißner begrüßt, der im Abschluß des Sicherheitspattes und dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ein Ende nehmen. Diese Aussicht beunruhige stark besten Wünsche des Reichspräsidenten für ihre schwierige Aufgabe Auftrage des Reichspräsidenten Hindenburg den beiden Herren die Sowjetrußland, das den Bölkerbund als im Dienste des eng zum erstenmal tischen Imperialismus stehend betrachte. Der Besuch überbrachte. Wenig später erschienen Tschitscherins in Berlin wird hier mit diesen Befürchtungen in Zugation. Mit dem Nuntius Pacelli kamen die Botschafter Englands, treter des diplomatischen Corps zur Abfahrt der Deiesammenhang gebracht und man glaubt, daß Tschitscherin versuchen gation. Mit dem Nuntius Pacelli kamen die Botschafter Englands, werde, auf Stresemann einzuwirken, glaubt aber nicht, daß der Frankreichs und Italiens. Nuntius Pacelli als Doyen des Diplo= Drud Rußlands Deutschland dazu bringen könne, die einmal ein- matischen Corps plauderte längere Zeit mit dem Reichskanzler, geschlagene Richtung zu verlassen und auf den Sicherheitspatt und während Lord d'Abernon mit Minister Dr. Stresemann in längerem Die Aufnahme in den Bölkerbund zu verzichten. Deutschland Gespräch vermeilte. Dann kamen die übrigen Herren der Delegation, werde das um so weniger tun, führt der„ Temps" aus, als die die Staatssekretäre Kempner, D. Schubert, MinisterialBesserung der russisch- polnischen Beziehungen bie Möglichkeit eines direktor Gaus, Ministerialdireitor Dr. Riep, der Leiter der Konfliktes zwischen Sowjetrußland und Bolen als wenig wahr Presseabteilung des Auswärtigen Amies und der Generalsekretär der. scheinlich erscheinen lasse und Deutschland daher die Hoffnung Delegation, Legationsrat edelhammer. aufgeben müsse, daß ein Krieg zwischen den beiden Ländern ihm Sekretäre, Stenotypistinnen usw. nahmen am Ende des Zuges in Gelegenheit geben werbe, eine Henderung der deutsch- polnischen zwei Wagen zweiter Klasse Blas. Das Aftenmaterial war in einem Güterwagen untergebracht worden, der von zwei Kriminalbeamten bewacht wird. Pünktlich um 9 Uhr 20 Minuten fatte sich der Sonderzug in Bewegung. Grenze zu erreichen. Abreise nach Locarno. Nach Abschluß der Besprechungen mit Tschitscherin. Gestern, Freitag, abends 9.20 Uhr, hat die deutsche Delegation vom Bahnhof Friedrichstraße die Reise nach Cocarno angetreten. Vorher beendete Dr. Stresemann die in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag abgebrochene Unterredung mit dem ruffischen Außentommiffar. Sie bezog sich in erster Linie auf den Abschluß des deutsch- russischen Handelsvertrags, dessen Unterzeichnung in den nächften Wochen bevorsteht, und auf den Abschluß eines Rheinlandpatis, in dem England die Rolle eines Garanten übernähme. So meldet der Sozialdemokratische Pressedienst. Die WIB.Meldung lautet: Der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Strejemann empfing heute nachmittag den russischen Volkskommiffar für auswärtige Angelegenheiten Tichliferin zugleich mit dem ruffischen Botschafter in Berlin. Die mehr als einstündige. Unterhaltung bildete den Abschluß des geffera begonnenen Gedankenaustaulds, der fich auf alle zwischen Rußland und Deutschland schwebenden polifischen und wirtschaftlichen Fragen eritredte, Ber. Die zahlreichen Sonntag Vorbesprechung Briand- Chamberlain. Paris, 2. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Außenminister Briand und fein Generalsekretär Berthelot sind Freitag früh im Auto abgereist. Sie beabsichtigen am Sonntag in Locarno anzufommen, gleichzeitig mit dem englischen Außenminister Chamber. Iain, Für Sonntag nachmittag ist eine Unterredung zwischen den beiden Außenministern geplant. Der Achtstundentag. Internationale Arbeiterkonferenz zu seiner Wiedereroberung. Amfterdam, 2. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) 2m 8. Oftober werden in Amsterdam der Jnfernationale Gewerkschaftsbund und die Sozialistische Arbeiter- Internationale in Ausführung eines Beschluffes der Marieiller Tagung die Frage des chiflundentages beraien. Bon der Arbeiter- Internationale nehmen Friedrich Adier und Cramp( England), vom Jnternationalen Gewerkschaftsbund Der amtliche britische Funfdienst meldet: Die Arbeiten der Jouhour und Oudegeeft an den Beratungen teil. Außerdem follen deutschen, franzöfifchen, belgischen, italienischen und britischen Ju- Tom Sham( England) und de Brouckère( Belgien), die auf dem riften auf ihrer im vergangenen Monat abgehaltenen Konferenz Marseiller Kongreß die Arbeitszeit- Entschließung maßgebend beftellen zweifellos das Gerippe dar, aus weichem der Bau des vorge- einfinzt haben, zu den Beratungen hinzugezogen werden. schlagenen Sicherheitspattes hervorgehen wird. Die Krone dieses Baues werden die Sicherheitsverträge bilden, welche zwischen den Das Prinzip der meist begünstigung hat man fich gegen einzelnen intereffierten Staaten und zwar zwischen Deutschland feifig zugesagt, jedoch erstreckt sich die Zeiffbegünstigung in bezug und Polen und zwischen Deutschland und der Tichecho. cuf Deutschland nicht auf die zur Sowjetunion zählenden Oilowatei abgeschloffen werden sollen. Englands Rolle Die mit Kenntnis des Reichsfabinetts den russischen Wirtschaftsorganisationen zugestandenen deutschen Wirtschaftskredite umfassen 100 millionen Mart Don Juan und Faust. Christian Dietrich Grabbe, fchon als Säugling von feiner Mutter mit Schnaps genährt, damit er ruhig schlafen könnte, träumte während seiner ganzen Studentenzeit davon, die wildesten Typen der Weltliteratur zu sammeln, zu schmelzen und eine einzige ungeheure Gestalt durch diese Bermischung zu erzeugen. Und er vergiftete sich weiter durch Schnaps, und seine Sehnsucht, in der er fich als Sieger über Goethe und Shakespeare sah, murde immer tobfüchtiger. Eine einzige Erdentreatur erschaffen, in der Faust und Don Juan ineinandergefügt sind, oder eine Tragödie bauen, in der Faust und Don Juan so aufeinander geworfen werden, daß die Faust- Idee, d. h. die Idee des Gedankenmenschen ebenso flar werde, wie die Don- Juan- Idee, d. h. die Idee des Menschen, der nur seiner finnlichen Lust dient. Das war schließlich sein riesiger Plan. Was dann Form wurde, soll nach der Ansicht fleißiger und gläubiger Philologen die erste Formulierung jenes Uebermenschen geworden fein, der sich nicht behaupten fann im Baradies des bloßen Genusses und darum in die Hölle hinunterfintt. Man hat aus der Don Juan und Fauft- Tragödie Grabbes ganze Seelen- und Moraltheorien abgeleitet. Sagen wir es aufrichtig: Die Schulmeister haben ein ganz närrisches und überflüffiges Geschäft geleistet. Sie haben ein furchtbar entartetes Wert der Dichtung, ein aufgeplustertes Nichts, ein gewaltsam in die sogenannte Klassit hineingezerrtes Wert des Größenwahns und des phantastischen Deliriums mit Ehrungen beschenkt, die ihm gar nicht gebühren. Die unselige, niemals ausgereifete Seele Grabbes hat getastet und getobt, fie hat nach dem Unbegreiflichen gegriffen, sie hat den Kleist- Traum vollenden wollen, den Phelion auf den Offa zu ftülpen. Doch es merben nur winzige Etstafen aufgewühlt. Es bleibt zurück, was auch die Schulmeister behaupten und sich raufen mögen, nichts als diese unerfüllte Buber tätsdramatit, diese ganz äußerlich verknüpfte und zusammengebundene Gegenspielerei Faustens und des Don Juans, die verbrüdert mit dem Spizbuben Leporello und Mephistopheles, dem Fürsten der Hölle, um die spanische Donna Anna sich bewerben. Octavio, der Bräutigam, wird ermordet, Don Gußmann, der Gouverneur wird umge bracht, der steinerne Gast erscheint an der Tafel Don Juans. In Rom und auf den Mont Blanc, Szenen der Hochzeit, der Teufelsbeschwö rung und der stürmischen Liebe. Noch einmal seht Fauft ausein ander, wie er fich mit allen Rätseln der Welt und des Wissens herumschlug und zu feiner Wahrheit gelangte und Don Juan ver tündete die Ruchlosigkeit, in der er fich gefällt. Was ist ihn Morgen, was ist ihm Erstechen? Nur er, nur er soll gelten, er, Don Juan. Er hat, so behaupten die Geschichtsforscher, mirtlich gelebt. Und als er in Sevilla begraben wurde, fegte man auf seinen Brab stein die Inschrift: Hier ruht der schlechteste Mann, der jemals auf Der Welt gewesen ist." | Staatssekretär Meifter bleibt in Berlin. Die Meldung, wonach der Staatsjefretär im Preußischen Ministerium des Junern, Dr. Meister, demnächst einen hohen Verwaltungsposten in der Broving übernehmen solle, trifft nicht zu. feuchte Genie, wußte nicht der Frau zu nüßen, die fich zu ihm per. irrte. Die Frau, die er erdichtete, ist nur ein Schatten, und auch Fritta Brod verstand es nicht, diesem schallenden Schatten irgend welche gewinnende Empfindsamkeit einzuhauchen. Mar Hochdorf. Roh ist alles gezimmert. Merkwürdig ist nur in dieser| sein Genie nicht und er, das höllisch heimgesuchte, durch Alkohol ver. unverbesserlichen und taum zu beffernden Bubertätstragödie eines nie ganz ausgemodelten Genies die Selbstverräterei. die Selbstverräterei. Grabbe, der Revolutionär, verrät fich. Der raftlose Säufer, der in den Stunden der Nüchternheit den Frieben ergründen mill und die Gesundheit erfleht. Auch das verrät sich. Der getretene Mensch bekundet sich, der hinaus will aus einer proletarischen Eri stenz. In manchen Sentenzen und in schmetternden Schreien. Der Psychologe kann vieles aus dieser Tragödie herauslesen. Der Kunst richter, der nicht betrügen will, stellt immer wieder fest, daß er troß allem falt bleibt. Sm Theater der Königgräger Straße, wo Direfior Barnowiti als sein eigener Regisseur das verwahrlofte Genie chren will, wird überlegte Retter und Dramaturgenarbeit getan. Um teden Preis soll das Gedankensfelett herausgeschält werden. Barnowski dachte sich das Spiel sehr plastisch. Die großmäulige Redensart fou durchaus zusammenflingen mit dem bunten Bühnenbild. Der Einbildungskraft soll eigentlich gar nichts zugemutet werden. Wian mill das Auge ebenso start betäuben wie das Dhr. Der Plan gelang nicht immer, und vieles war im Worte und auch in der Farbe und in der Bewegung viel zu grell. Wenn z. B. in dem Hochzeitsbilde die menuettanzenden Baare gezeigt werden, die sich vor dem Bartett wiegen und verneigen, so ist solch Auftritt eine ganz äußerliche Belebung, die keineswegs dazu beiträgt, das Sid dem Huschauer, seinem Gefühl und seinem leczenden Ohr naher zu Stingen. Don Juan: Herr erster. In der prachtigen Erscheinung und in der blendenden Pfauentleidung ein famoser Berjührer, der alle Wittel glanzen laht. Doch das Wort, das heilige Bort! Da wurde viel von dem Schauspieler gesündigt. Don Juan verfügte nicht über die rollende Suada, nur einige Brunstfrete, nur einige Laute bes Entzückens oder der Gemeinheit gelangen ihm. Minutenweise verfant er in eme Gewöhnlichkeit, die weder vom Dichter nod; vom Regiffeur beabsichtigt war. Dann jah es so aus, dann hörte es sich) so an, als menn nur ein ganz ordinärer Shürzenjäger und Baga bund auf Weiberraub und Messerstecheret ausginge. Und der Faust wiederum, Herr Kay Bler, tonnte wohl gefallen in dem wühlen den Grübeln. Die Leidenschaft der Liebe schmolz nicht von seiner senst hallenden Stehle. Der Kampf zwischen Don Juan und Faust war so von Anfang an ein totes Rennen, deffen Ausgang nicht mehr zweifelhaft war. Der Sinn der Tragödie verflachte, Munterer, höllischer, mehr geboren, um ihren Charakter gerecht zu werden, waren schon Kortner als Teufel und Etlinger als fpig bübischer Lakai Leporello. Ueberraschend schön und klar sprach Dieterle feinen Gouverneur. Fritta Brod spielte die Donna Anna, die nur Tugend, die nur Ehre, Gradheit, Kindesliebe und Aufopferung fein foll. Grabbe wollte die Frauen kennen, der arme, er hat sie wohl nie gefannt im Leben und auch in der Dich tung. Die Frau, die er im Leben an sich reißen wollte, verdiente " Deufiche Schulbücher im Auslandsurfeil. In der niederländischen Bresse wird eine Meldung des Daily Chronicle" viel besprochen, nach der an deutschen Schulen noch im Jahre 1925 Schulbücher ge braucht werden, in denen von Wilhelm II. als regierendem Kaiser gesprochen und eine Darstellung der Vorgeschichte des Krieges ge geben wird, die mit den Tatsachen nicht in Einflang zu bringen ist. In Amsterdamer Blättern wird dazu bemerkt, daß gewisse deutsche republikanische" Erzieher bestimmte Tatsachen im allgemeinen als ebenjowenig bemerkenswert zu betrachten scheinen, wie das Bestehen der Republik überhaupt. Damit dürften die Blätter leider nicht ganz Unrecht haben! Was find alte Bücher wert? Im Graupesden Antiquariat in Berlin fand fürzlich eine Bersteigerung von Büchern aus der Goethe Beit statt. Dabei wurden u. a. für die Goeschensche Quartausgabe der Werte von Wieland( 36 Kalblederbände) 2300 Mart, für den einzigen Jahrgang der von Kleist in Dresden herausgegebenen Zeit schrift Phoebus 1700 Mart, für einen Brivatorud von Goethes Iphigenie" mit einem handschriftlichen Widmungsgedicht an die Sängerin Milder 3000 Mart, für das Faust"-Fragment von 1790 1050 Mark bezahlt. Der ehemalige Kronprinz gegen die Trodenlegung. Der ver floffene deutsche Kronpring hat sich fürzlich vermutlich in der Er innerung an die felige Champagne Beigegen ein Alkoholverbot ausgesprochen mit dem Hinweis auf die verhängnisvollen" Folgen in Amerifa. Die Folgen sind allerdings auch fürchterlich. So hat 3. B. Massachusetts 7 von seinen 21 Landgefängnissen geschlossen und zwei davon seit Beginn des Altoholverbotes per? auft! Ist es nicht troftlos, wenn man bedenkt, wieviel Gefängniswärter dadurch ar beitslos geworden sind? Unkauf der Ebert- Büfte von Prof. Kolbe durch die sozialdemo fratische Fraffion. Die sozialdemokratische Fraktion des preußischen Landtags hat am Freitag beschlossen, die viel umfehdete Ebert- Büste von Profeffor Kolbe zur Ausschmückung ihres Fraktionszimmers, des Coales 12 bes Landtagsgebäudes, anzulaufen. Der Präsident des Landtags hat bereits die Genehmigung zu der Aufstellung gegeben. In der Städtischen Oper geht am Sonnabend, den 3. Dktober 1925, 7, 115r. Die Bohème in Szene mit Maria Svoglin als Mimi. In stein und Ripnis beschäftigt. Die fzenische Zeitung hat Dr. Pauly, die onderen Cauptrollen find Fräulein Wald und die Herren Belina, eher, musikalische Stapellmeister Dessau. Die Vorstellung findet außer Abonnement statt. Auf der Offoberausstellung des Sturm werden zum ersten Male Gemälde des tschechischen Malers Jan Brzany gezeigt. Die Ausstellung wird vor ge eröffnet. Gleichzeitig sind Blakate der Internationalen Bereinigung der labenem Bublifum durch den tschechoslowakischen Gesandten Dr. Krofta Expressionisten( E. B.) von zwanzig Künstlern ausgestellt. Schlieben und die Konsumvereine. Er will nichts gesagt haben. Der Reichsfinanzminister Schlieben hat in einer Be. fprechung mit den Bertretern der Beamten die Wünsche der Beamten abgewiesen und ihren dafür den guten Rat gegeben, in Konsumgenossenschaften zu faufen und die Geschäfte zu bontottieren, die zu hohe Preise perlan gen. Wie zu erwarten war, hat dieser gute Ratschlag des deutschnationalen Finanzministers in den Kreisen des Mittelstandes, die sich auf den deutschnationalen Finanzminister glaublen verlassen zu tönnen, ziemliche Erregung hervor. gerufen. Das B. L." hat eine Zuschrift aus Mittelstands. freifen erhalten, in der es heißt: „ Die Bemerkung des deutschnationalen Reichsfinanzministers wird den weitesten Kreisen von Kleinhandel, Handwerk und Gewerbe zeigen, was von den Wahlversprechungen der Deutsch nationalen zu halten ist; der deutschnationale Finanzminister gibt diese Schichten preis, ja, er sucht sogar die durch die verkehrte Steuer- und Wirtschaftspolitik verursachte Teuerung nunmehr allein dem Mittelstand zur Last zu legen! Werden diese Kreise jezt endlich erfennen, in weicher Weise die Parteien und die Regierung der Nechten ihre Interessen mahren?" Der Reichsfinanzminister v. Schlieben antwortet darauf mit einem lendenlahmen Dementi: Die Zeitungsmeldung, daß der Reichsfinanzminister beim Emfang der Vertreter der Beamtenorganisationen diese aufgefordert habe, dafür zu sorgen, daß die Mitglieder nur in den Geschäften der Konsumgenossenschaften taufen, entspricht in feiner Weise den Tatsachen. Er hat die Beamtenschaft aufgefordert, ihren Einfluß sowohl in den Konsumgenossenschaften als auch in privaten Geschäften im Interesse des Brisabbaus geltend zu machen. Der Minister hat zu der Frage, ob Konsumgenossenschaften oder Privatgeschäfte zu bevorzugen feien, in feiner Weise Stellung genommen. Wie aus den Worten des Minifters eine feindselige Haltung gegenüber dem Mittelstand geschlossen merden tann, ist unerfindlich." Der Reichsfinanzminister v. Schlieben versucht, mit feinem Dementi den Eindruck feines guten Rates an die Beamtenvertreter zu verwischen. Sein Motiv ist verständlich. Das schließt aber nicht aus, daß sein Ratschlag gut war wenn ihm jetzt auch unangenehm ist, daß er ihn gegeben hat. Deutsche Ghetto- Freunde. Staatssekretär Ulrich gegen die Judenfreffer. Der hessische Staatspräsident, Genosse Ulrich, hat in einer Rede auf der Wormser Tagung des Bundes jüdischer Frontsoldaten über den Weg der jüdischen Staatsbürger von der Unterbrüdung zur Gleichberechtigung gesprochen. Er bezeichnete die Zeit der Unterdrückung der Juden, die Zeit des Ghetto, als Barbarei, und bezeichnete die antisemitische Bemegung, die die Gleichberechtigung auf heben und die alte Barbarei miederherstellen wollte, als eine Schmach unseres Boltes. Diese deutlichen Worte haben die Judenfresser aus dem Heffen lande in Harnisch gebracht. Der bekannte Antisemit Dr. Werner hat eine Anfrage im hessischen Landtag veranlaßt, in der achtmal hintereinander gefragt wird, ob der Antisemitismus wirklich eine Schmach fei. Herr Werner steht wahrscheinlich auf dem biblischen Stand. puntt, daß man fiebenzig mat fiebenmal lieben müsse, aber nur die Antisemiten. Mit seinen acht Anfragen wird er aber nur eine achtfache Uniwort erzielen, die das Gegenteil von Liebe darstellt. Der Handelsetat im Landtag. 1000 Genoffin Hanna über Gewerbeaufsicht und Arbeitslosenversicherung. In der gestrigen Landtagssigung wurde zunächst auf Antrag des Dftausschfies beschlossen, zur Behebung der Notlage Oberile. liens das Staatsministerium um Abhilfsmaßnahmen zu ersuchen. Das Haus fegt die allgemeine Aussprache fort über den Handelsetat. Abg. Frau Hanna( Soz.): triebe ist in den legten Schren geringer geworden; trozdem Die Zahl der durch die Gewerbeaufsicht revidierten Bes soll der Personaletat der Gewerbeaufsicht gegen das Vorjahr vermindert werden. Wenn das Heimarbeitergesez durchfernen zu fultivieren und den Mut zur Rationalisierung Abg. Dr. Pinferneil( DVp.) ermahnt die Wirtschaft, wieder zu geführt werden soll, muß den Gewerkschaften die Gewerbeaufsicht zur Seite stehen. Wir brauchen daher durchaus eine Vermehrung zu finden, d. h. Anpassung der Produktion an den Verbrauch, Verder Zahl der Gewerbeaufsichtsbeamten, wie sie ja auch vom Auszicht auf Eigenbrötelei, Normung und Ausschaltung über. fuß dringend empfohlen wird. Jetzt werden nur noch 39 Proz. fluffiger 3mischenglieder. Ferner müsse die Banken aller Betriebe und wenn man die Heimarbeiterbetriebe hinzunimmt, und Kreditpolitif grundlegend reformiert werden. Der faum 20 Broz. aller Betriebe tontrolliert. Biel zu gering ist die Disfontfag fönne ermäßigt werden, wichtiger sei aber noch die Bahl der Gewerberätinnen und GewerbepflegeBertützung der Spanne zwischen Diskontsag und Leih- innen; sie fehlen jogar auch in den Betrieben, wo die rauen3 in s. Breußen müsse gegenüber der Reichsbahn jeinen arbeit sehr start vertreten ist. Falsch angebrachte Sparsamkeit ist Einfluß zur Erzielung einer gefunden fra dy ten politit geltend Berschwendung auch hier; hier muß nicht nur die Regierung sondern machen. Die Haltung der Reichsbahn gegenüber den Anschlußiu auch das Haus nach dem Rechten sehen, und ich appelliere an die haberi getche einem Stanboi.( Sehr richtig!) Ein großer Teil de: Parteien der Rechten, unseren Anregungen nach diefer Richtung mehr ommuner fönne sich my nicht auf unsere Armut be Beachtung zu schenken. In sämtlichen Berliner Gewerbeaufsichtsfinnen, er müsse sparen lernen. In bezug auf die Sozialpolitit ämtern ist nur ein einziges Exemplar der Gesetzsammmeint der Redner, daß die Arbeitsgemeinschaft daran habe scheitern lung im Umlauf( hört! hört!); ist das nicht auch falsche Sparsam müffen, daß sie nicht in dem Geiste gehandelt habe, wie Stinnes und feit? Für die Gewerkschaften ist es untragbar, daß die Hilfskräjte Legien gewollt hätten. der Gewerbeaufsicht aus Arbeitertreifen immer weiter unter Abg. Sabotta( Komm.) begrüßt unter dem Gelächter der Rech der Verzögerung der Prüfungen und der Verhinde ten die Anwesenheit des russischen Bolfskommissars Tschitscherung des Aufstiegs leiden sollen. Es scheint faft, als ob die Löhne und die Berlängerung der Arbeitszeit. England fichtsbeamten teilt, die diese Hilfskräfte als Eindringlinge berin in Berlin und wendet sich dann gegen die Herobjegung der Regierung den Standpunkt der akademisch gebildeten Gewerbeaufund Frankreich betrieben ben Sicherheitspatt nur zur Steigerung trachten; es handelt sich hier aber um die Einlösung einer früheren ihres eigenen Profits. Sowjetrußland fönne 600 Millionen Bud feierlichen Busage. Die Erwerbslosenfürsorge muß so an Brotgetreide ausgeben, aber die deutsche Handels- und Wirt rasch mie möglich in eine Erwerbslosenversicherung umgewandelt fchaftspolitik verhindere das Zustandekommen eines vernünfti werden. An die Preissenfung glauben wir nicht; die Preise gen Handelsvertrags, weil sie sich nicht um das Glend bes find ja ganz ungemessen hoch getrieben und bleiben es, auch wenn deutschen Proletariats fümmere. Das Heil der deutschen Handels hier oder da ein Pfennigbruchteil abgesetzt wird. politit jei nicht im Westen, sondern nur im Osten zu suchen; der russische Kommunismus fönne die Welt befruchten. Abg. Goll( Dem.) erklärt es für einen Unsinn wenn dieselben Barteien, die in Preußen handwerkerfreundliche Anträge stellten, im Reich eine Steuergefeggebung machen, durch die gerade der Mittelstand aufs schwerste belastet werde. Mit der 3oll politit erreiche man den Anschluß an die Weltwirtschaft nicht. fei weiter nichts als eine Wiedereinführung der 3 wangswirt. Die Preiskontrolle beim Handwerf und beim fleinen Kaufmann fchaft, während die wirklich Schuldigen frei ausgingen. Gine Berbilligungsaftion fei nur bei herabjegung der 3ölle mög lich. Den Synditaten und Kartellen müsse man zu Leibe gehen, die die hohen Breise diktieren. Handwert und Kaufmannfchaft müßten wieder den Weg der Selbsthilfe finden, aber es müsse ihnen auch eine stärkere Kredithilfe gegeben werden. perheißenen Schutz des Mittelstandes und verlangt Gerechtigkeit in Abg. Mohrbotter( Wirtsch. Bg.) vermißt den in der Berfassung ber Steuerverteilung durch Gewährung des Gemeinbezu fchlagrechts zur Einkommensteuer. Haufierhandel und Gefäng nisarbeit schädigten die ortsangesessenen Raufleute und Handwerker. Ein Regierungsvertreter verweist in der Frage der Elettri zitätsversorgung auf die Ausführungen des Ministers, daß die staatlichen Manopoistellen nicht dahin ausgenügt werden, daß unangemessen hohe Breise genommen werden ,; andererseits sei aber auch der Staat cuf eine gewisse Berzinsung angewiefen. barum zu tun sei, die deutsche Volkswirtschaft aufzulöfen und als Abg. Wiegershaus( Bölf.) meint, daß es heute gewissen Mächten besondere Abteilung ihres großen internationalen Ramh balars aufzuziehen. Die moderne Konzernentpidiung habe zur Entwurzelung unserer Wirtschaft beigetragen, das gelte auch Dom Stinnes- Konzern, mit dem fich die Juftizbehörden befaffen sollten. In diesem Falle hätten die Banten einen geradezu verbrede rifchen Beutezug unternommen. Es gehe das Gerücht, bas der Jude Silverberg, der sich in die Gunst des verstorbenen Stinnes eingeschlichen habe, aus dem Rongern heraus seinen Raise genosjen einen Bint gegeben habe, wann man zufeffen tönne. Auch bie Firma Krupp jolle in beftimmte Abhängigkeit geraten fein. Unsere Industriefapitäne follten fich aus der Umfiammerung der jüdischen Wirtschaftshyänen befreien Redner fordert eine Novelle zum Börjengeleg und verurteilt die Häujung von Aufsichtsratsposten in einer und derselben Hand. Schluß des Labour- Kongresses. Dawceplandebatte. Liverpool, 2. Oftober.( Elgener Drahtbericht.) Die Neuwahl der Exekutive der Arbeiterpartel ergab mit geringfügigen Benderungen die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Nur diejenigen Genoffen, deren kommunistische Neigungen bekannt find. wurden nicht mehr gewählt. Verschiebung im Finanzausgleich. Eine Novelle zum preußischen Ausführungsgesek. Mit dem 1. Oftober tritt in dem Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden eine wesentliche Berschie. bung ein. Der Anteil der Länder und Gemeinden am Ertrage der Reichseinkommensteuer verschiebt sich von 90 auf 75 Pro3. Wenn auch durch das Kompromiß bei dem legten Finanzausgleich den Ländern und Gemeinden vom Reiche feste Mindestfäße an dem Gesamtsteuereinkommen garantiert worden sind, so stehen doch die Länder vor der Notwendigkeit, ihre Berteilung der Steuerüber. meisungen auf Staat und Gemeinden neu zu regeln. Die preu. Bische Regierung hat dem Staatsrat eine Rovelle zum Ausführungsgeseß zum Finanzausgleich vorgelegt, nach der in Zukunft der Staat sowohl an der Einkommen und Körperschaftssteuer wie auch an der Umsatzsteuer mit 50 Broz. beteiligt sein will. Dadurch wird das Verhältnis etwas zuungunsten der Gemeinden verschoben. Zum Ausgleich will der Staat auf die Liverpool, 2. Oftober.( MTB.) In der heutigen Schlußfizung Einnahmen aus den Verwaltungsgebühren für Austragsangelegen des Rongresses der Arbeiterpartei wurde eine Reihe weiterer Ent heiten, die im übrigen start eingeschränft werden sollen, verzichten. fchließungen über die politischen Richtlinien der Partei ohne it är tere Oppofition angenommen. Bei der Aussprache Außerdem schlägt die preußische Regierung einen stärkeren Lasten über die außenpolitischen Fragen erklärte der Borfizende bes ausgleich innerhalb der Gemeinden vor. Deshalb soll der sogenannte Bergarbeiterverbandes Herbert Smith, die Bergarbeiter ver Berteilungsschlüssel. dadurch verbessert werden, daß die im März langten zwar nicht die Ablehnung des Dawes Blanes, müßten aber Dieses Jahres eingeführte Garantiemindeſtgrenze Dom Steuerein auf die ernste Lage hinweisen, in welche der Bergbau felt der Tommen nicht mehr 80, sondern 100 Proz. des Friedenseinkommens Annahme diefes Blanes geraten sei. Ramsay Macdonald betragen soll. Diese Aenderung wird mit den Berhältnissen der ertlärte, er habe für die Lage der Bergarbeiter volles Berständnis rheinisch- westfälischen, der oberschlesischen und auch der oftpreußischen und gebe zu, daß sie eingehend geprüft werben milffe. Dagegen Gemeinden begründet. Ferner sollen die in Aussicht stehenden Erwandte er sich gegen die Unterstellung, daß die von ihm geleitete trägnisse einer fünftigen Erhöhung der Hauszinssteuer, zu der Regierung ben Dames- Plan als das ideale Manifest des Arbeitermillens ins Herz geschlossen habe. Aber wenn man Breußen durch Reichsgefeßgebung gezwungen sein wird, ebenfalls heute die Lage Europas überblice, so müsse man erkennen, daß der zur Berbefferung des Laftenausgleichs unter den Gemeinden per Dames- Plan bei sachgemäßer Durchführung einen Dames Plan bei fachgemäßer Durchführung einen mandt werden. Dadurch hofft die Regierung eine bessere Berüd Fortschritt zur Befreiung der arbeitenden sichtigung der wirtschaftlich schwächeren Gemeinden durchführen zu lassen bedeuten tönne. Durch ihn fei die Reparationsfrage vom fönnen. Die in ihren Einzelheiten fomplizierte und in vielen politischen auf das wirtschaftliche Gebiet übergeführt worden. Bunften auch anfechtbare Novelle wird jedenfalls auch den LandDer Vorfißende des Bergarbeiterverbandes, Smith, griff die tag noch beschäftigen. Kommunisten heftig, an. Er fagte: Der Kommunismus fann für uns nicht das geringste erreichen. Ihr, die ihr von Revo lution sprecht, habt nicht soviel Kampfmut im Leibe wie ein Bagd. hund. Ich bin bereit, die Bergarbeiter abstimmen zu laffen und weiß, daß fie im Berhältnis zwölf zu eins gegen ben Kommunismus stimmen. Schweigepflicht in Steuersachen. Franko- amerikanisches Kompromiß. Für fünf Jahre. In einem gemeinsamen Runderlaß des Breußischen Ministers des Innern und des Finanzministers wird auf Beschwerden hinge wiesen, denen zufolge Gemeindevorsteher oder Gemeindevertreter, die nach§ 23a der Reichsabgabenordnung zu den Sizungen des Steuerausschusses zugezogen werden, die Schweigepflicht nicht strenge innegehalten hätten. Hierdurch wird die Bevölkerung beunruhigt und die Verwaltungsarbeit der Finanzbehörden erschwert. Wie der Amtliche Breußische Breffedienst mitteilt, weisen die Minister deshalb darauf hin, daß nach§ 23a Abs. 2 der Reichsabgabenordnung in der Fassung des§ 43 der Dritten Steuernotverordnung des Reichs vom 14. Februar v. 3. auch auf die Personen, die namens der Gemeinden im Besteuerungsverfahren mitwirken oder als Beamte, Angestellte oder Beauftragte von Gemeinden oder als Inhaber pon Ehrenämtern Kenntnis über Verhältnisse, Ceschäfts- oder Betriebsgeheimnisse eines Steuerpflichtigen erhalten,§ 10 der genannien Ord Der ameritanijche vorläufige Borschlag, der nur eine Regelung nung, Pflicht zur Wahrung des Steuergeheimnisses, Anwendung für fünf Jahre vorsieht, verlangt von Frankreich Jahreszahlungen findet und sie sich bei Berlegung des Steuergeheimnisses strafvon 40 millionen Dollar. In diesem Betrage, der nach Auffaffung rechtlichen und disziplinarischen Folgen aussehen ber beiden Delegationen der gegenwärtigen Zahlungsfähigkeit Paris, 2. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die franzöfifch. ameritanischen Schuldenverhandlungen in Washington, die am Donnerstag geschlossen worden find, haben nicht zu einem enb gültigen Abtonimen geführt, wenn man auch nicht von einem Abbruch der Berhandlungen sprechen tann. Der amerikanische Vor schlag, den Caillaur vorläufig angenommen hat, bebarf der Genehmigung durch die französische Regierung und das Barla. ment wie durch den amerikanischen Kongreß. Abg. Conradt( Dnati.) gibt zunächst eine Erflärung seiner Frak tion ab, monach bei der Dames Abstimmung die Reichstags= fraftion ihren Mitgliedern die Abstimmung freigegeben hat.( Lachen links.) Die Behauptung, daß eine Abtomman. bierung stattgefunden habe sei eine niedrige Verleumi dung.( Lärmender Widerspruch links.) Abg. Altegoer( 3.) wendet sich gegen die Ueberspannung des artellgebantens. Die Kartelle übten eine Breistyrannei alts. Hohe Löhne müßten für Qualitätsleistungen bemilligt werden, aber übermäßigen Lohnforderungen fielle sich auch das Handwerf entgegen. Die hohen Kreditzinsen bedeuteten für das Handwerk vielfach direkt den Ruin. Handelsminister Schreiber stellt fest, daß bei Bergebungen von Aufträgen die mittelständischen Betriebe durchaus nicht ausgeschaltet werden sollen. Abg. Bayer- Waldenburg( DBp.) erflärt, Handwerk und Gemerbe würden garn und freubig an einer Breisfenfung mitarbeiten, wenn ihnen nicht durch steuerliche Maßnahmen der Weg hierzu ver= baut werde. Die Gefängnisarbeit müsse abgebaut werDen, wo sie als Konkurrenzunternehmen für das Handwerk wirkt. Abg. Rehbein( Romin.) polemisiert gegen die Ausführungen des Borrebners und behauptet, die Handwerksmeister trieben vielfach Bucher. Abg. Aniest( Dem.) meint, daß es in früheren Zeiten um Mittelstand und Handwert nicht besser als heute gewesen sei. Abg. Dr. Klamt( Birtsch. Bg.) ist der Anficht, daß der einzige Erfolg, den die vom Kanzler eingeleitete Breisfenfungsaktion bisher sehabt hat, aus dem gewerblichen Mittelstand herausgeholt worden fei. Bon einem fichtbaren Erfolg dieser Ation am 1. Oftober sei feine Rebe. Die Grplosion des Boltsunwillens gegen den Preispucher tönne jeden Augenblid erfolgen, Um 48 Uhr wird die Wetterberatung auf Sonnabend 11 Uhr pertagt. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags beriet den Entwurf der lleberleitung der Gewerbesteuer in das regelmäßige Veranlagungsverfahren. Ein deuifnationaler Antrag auf Ermäßigung bzw. Erlas von Gewerbefapital bzw. Lohnummensteuerbeträgen, falls eine Gemeinde mehr als 500 Pro 3. 3usdlag zu den Grundbeträgen der GewerbekapitalSteuer oder mehr als 1500 Pro 3. Zuschlag zu den Grundbeträgen bar Lohnjummensteuer erhebt, wurde zurüdgezogen, nachdem von der Regierung erflärt worden war, daß diese Anregung bei der beabsichtigten Neuregelung Berücksichtigung finden werde. DRAW Frankreichs entspricht, find bereits die von Frankreich für die leberlassung der beim Baffenstillstand in Frankreich liegenden amerikanischen Heeresporräte gezaljlten Zinsen( 20 Millionen Dollar) mit enthalten, so daß Frankreich an Amerita nur noch 20 Millionen Tolfar mehr zu zahlen hat als bisher. Mit anderen Worten: Die Bereinigten Staaten haben sich bereit erfläct, den von Frankreich für die Ueberlaffung der Borräte geschulbeten Betrag von rund 400 Millionen Dollar für die Dauer des Provisoriums auch als politische Schuld zu betrachten, infolgedessen der Schulten.' betrag auf etwa 4 Milliarden Dolar steigt. Frankreich wird dadurch der Verpflichtung enthoben, 1929 an Amerifa 400 millionen Dollar zurückzuzahlen. Sollte allerdings vor Ablauf des Proviferiums eine endgültige Regelung nicht erzielt werden, so ist Amerifa berechtigt, die Zurückzahlung diefes Betrages im Jahre 1930 zu fordern. Die Annahme dieses Provisoriums wird für Frankreich außerdem noch einen weiteren Borteil mit sich bringen. Die Bereinigten Staaten ertlären fich nämlich bereit, die Jahreszahlungen von 40 Millionen Dollar als Berzinsung des Gesamtbetrages der Schuld zu betrachten, so daß die franzöfifte Schuld, die im Laufe der letzten Jahre jährlich um den Betrag der rückständigen Sinsen, d. h. um etwa 200 millionen Dollar, zugenommen hat, nicht weiter anwächst. Caillaur Hoffnung, aus Amerita mit einem endgültigen Abtommen zurüdaufehren, hat sich also nicht erfüllt. Er bringt nur den Entwurf eines Provisoriums mit. das für Frankreich zweifellos gewiffe Borteile enthält, die endgültige Regelung des Problems aber der Zukunft vorbehält und infolgedessen den Bereinigten Staaten die Möglichkeit läßt, zufünftig viel höhere Zahlungen zu forbern, als sie bei diesen Berhandlungen getan haben." Rückgang des Frankenkurses. New Bort, 2. Oftober.( BTB.) Die Enttäuschung, die das nichtzustandekommen einer dauernden Schuldenregelung mit Frant reich verursacht hat, führte dazu, daß an der hiesigen Börse der Trant a cht Bunfte nachgab und für alle hier gehandelten Bapiere teine Nachfrage war. Trop offiziöfen Dementis ist man in Wallstreet überzeugt, daß die vorläufige Regelung ber Schuldenfrage die Vorbereitung war für eine neue innerhalb der nächsten Monate hier aufzulegende französische Anleihe von fchäzungsweise 100 Millionen Dollar. Ein Reparationskonflikt. Schiedsgerichtliche Entscheidung wird erfolgen. Frankreich hat nach ben Versailler Bestimmungen bas Recht auf Reftitutionen und hat es auch jest Deutschland gegenüber geltend gemacht. Die Reichsregierung steht jedoch auf dem Standpuntte, daß auch diese Angelegenheit im Rahmen der Dawes Gefeße zu erlebigen fei. Ein Schiedsgericht nach Anlage II 8iffer 1 bes Bondoner Abkommens wird entscheiden. Gewerkschaftsbewegung leben Unfälle oder sonstige Erschütterungen hervorrufen, so ist einzig an dem fich die Parteien bis zum Dienstag zu erklären haben, Berliner Betriebsrätekonferenz. Morgen, Sonntag, findet eine Konferenz der Betriebsräte der freien Arbeiter und Angestelltengewerkschaften statt. Nach einer längeren Bause ist dies wieder eine Zusammenkunft von Delegierten der Betriebsräte aller Gruppen und Branchen. Inzwischen haben einzelne Berliner Gewerkschaften der Metallarbeiterverband zu= fammen mit den AfA- Gewerkschaften der Metallindustrie-Besprechungen der Betriebsräte abgehalten. " Die gemeinsame Konferenz der freigewerkschaftlich organisierten Berliner Betriebsräte ist der ernste Versuch, im Rahmen der im Sommer 1924 von den Berliner Spitzenkörperschaften geschaffenen Richtlinien praktische Arbeit zu leisten. Für die Konferenz sind auch die zum Teil wenig angenehmen Erfahrungen verwertet worden, die aus den früheren Generalversammlungen der Berliner Betriebsrätezentrale" gewonnen werden konnten. Der Berliner Betriebsräteausschuß und die leitenden Körperschaften der örtlichen Spizenzentralen die die Träger der Konferenz sind, haben in eingehenden Beratungen für diese Konferenz die Entwürfe zum Arbeitsgerichtsgeseh" und zur Arbeitslosenversicherung" zur Behandlung vorgeschlagen. Im Rahmen der kommenden Geseze über die Arbeitsgerichte und über die Arbeitslosenversicherung werden die den Betriebskollegen oft am tiefsten berührenden Nöte zu behandeln sein. An all die zahllosen Fälle ungerechtfertigter Entlassungen sei hier erinnert. Der ernst arbeitende Betriebsrat muß wissen, welche vorbereitenden Rechtsratschläge er dem Hilfesuchenden geben kann, dem aber auch für den unabwendbaren Ernstfall die Unterstützungsmöglichkeiten und die sonstigen Auswirkungen der in Betracht kommenden Gesetzesbestimmungen befannt gemacht werden sollen. Die weitere Ausnützung dieser Möglichkeiten wird dann Sache der zuständigen Gewerkschaften sein. Also nun weiß man es. Benn soziale Mängel im Wirtschafts-[ bon 92 auf 98 Pf. für die Stunde vorsieht. Der Schiedssprud foll bis zum 31. Dezember Geltung haben. und allein daran schuld, daß wir keine ausgediente Soldaten" haben. Wenn wir die Sache aber recht bedenken, dann scheint uns die Behauptung der Deutschen Zeitung" doch etwas gewagt. Nach dem Stahlbad des Weltkrieges, zu dem alles herangezogen wurde, was nur irgendwie frauchen konnte, gibt es heute in Deutschland ausgediente Soldaten mehr, als es jemals gegeben hat. Wenn also das Rezept der„ Deutschen Zeitung" wirkungsvoll wäre, dann müßte heute in Deutschland alles wie am Schnürchen hergehen. Da aber gerade unmittelbar nach dem Kriege nicht nur in Deutschland, sondern in allen kriegführenden Staaten alles mehr oder weniger drunter und drüber ging, und sich die Verhältnisse in dem Maße einrenkten, je mehr wir uns vom Kriege und von dem Zustande des ausgedienten Soldaten" entfernten, will uns scheinen, daß der militärische Drill zur Lösung der sozialen Frage am allerwenigsten geeignet ist. Deffentl. Wählerfundgebung heute, Sonnabend, abends 8 Uhr, in Biesdorf- Güd, bei Döring, Köpenicker Str. 13. Vortrag über: Giedler und Sozialdemokratie. Redner: Adolf Hoffmann. Bolle will den Streik! Gestern fanden mit der Firma Bolle wieder Verhandlungen statt. Die Hauptstreitpunkte waren Urlaub, Krantenzuschuß und Kündigung. Im alten Tarif heißt es: von sechs Monaten bis zu einem Jahr 6 Werktage, bis drei Jahren 12 Werktage, von drei bis fünf Jahren 15 Werktage, über fünf Jahre hinaus 18 Werktage Urlaub. Die Firma Bolle will an Urlaub gewähren: nach einem Jahr 3 Tage, nach zwei Jahren 4, drei Jahren 5, vier Jahren 6, fünf Jahren 7, sechs Jahren 8, sieben Jahren 9, acht Jahren 10, neun Jahren 11, zehn Jahren 12, elf Jahren 13, zwölf Jahren 14, vierzehn Jahren 15, sechzehn Jahren 16, achtzehn Jahren 17, zwanzig zehn Jahren 15, sechzehn Jahren 16, achtzehn Jahren 17, zwanzig Die Oktoberfonferenz ist ein Anfang! Weitere Konferenzen sollen und werden folgen. Zu anderen sozialen und wirtschaftlichen Broblemen muß grundsäglich Stellung genommen werden, wobei die speziellere rein instruktive Arbeit von den Bil- Jahren 18 Werftage Urlaub. dungseinrichtungen des Berliner Arbeiterfulturfartells( Gewerkschaftsschule usw.) wie bisher ergänzend wird geleistet werden müssen. Beim Vergleich mit dem, was früher im Berliner Betriebsrätebereich war und geschah( oftinals auch nicht geschah), wird die Bedeutung der Konferenz erkannt werden. Ihre Arbeitsergebnisse müssen der Wiederbeginn einer lebendigeren Gestaltung der Berliner Betriebsrätearbeit werden. Deren Berbundensein mit der praktischen Gewerkschaftsbetätigung wird zum Nuzen der Gesamtbewegung den Betriebsräten um so deutlicher fühlbar werden, je klarer die besondere Anteilnahme der Gewerkschaften erkennbar wird. Mögen die Konferenz und ihre Nachfolgerinnen hierbei mitE. F. helfen! Einheitsfront von Arbeitern und Beamten. Die freigewerfichaftliche Postorganisation geeinigt. Am 1. Oktober ist der Zusammenschluß des Deutschen Verkehrsbundes, Abteilung Post, Telegraphen- und Fernsprechpersonal, mit der Allgemeinen Deutschen Poſtgewerkschaft erfolgt. Alle Zuschriften find in Zukunft zu adressieren: Allgemeine Deutfáje pojfgewerkschaft, Mitgliedschaft im Deutschen Berkehrsbund, Berlin SO. 16, Michaelfirchplatz 1. Damit ist, nach der Verschmelzung der Eisenbahner, auch die der freigewerffchaftlichen Arbeiter, Angestellten und Beamten der Boit Der Krankenparagraph sah vor: bei Krankheitsfällen von sechs Krankengeld, von mehr als einem Jahr bis zu drei Jahren für sechs Monaten bis zu einem Jahr für drei Wochen 25 Proz. Zuschuß zum Wochen 30 Broz, von mehr als drei Jahren für neun Wochen 35 Proz. Zuschuß. Dahingegen schlägt die Firma vor: diesen Paragraphen nach seiner Fassung bestehen zu lassen mit der Aenderung, daß in der ersten Woche der Krankheit ein Zuschuß nicht gewährt wird. Sonst soll der angeführte Paragraph die Fassung behalten. Nach dem alten Tarif besteht bis zu drei Jahren Dienstzeit eine Kündigungsfrist von a cht Tagen, nach drei Jahren tritt eine vier ehntägige Kündigungsfrist ein. 3 Bolle will, daß eine Kündigung überhaupt erst nach dreijähriger Dienstzeit, und zwar von drei Tagen eintritt, nach zehn Jahren eine wöchentliche Kündigung. Diese Verschlechterungen sind so einschneidend, daß eine Aussicht auf friedliche Beilegung des Konfliftes unmöolich erscheint. Heute, Sonnabend, nehmen die Funktionäre von Bolle zu dem Ergebnis der gestrigen Verhandlung nochmals Stellung und am Montag findet in den Arminiushallen, Bremer Str. 72, wieder eine Vollversammlung statt, wo die endgültige Entscheidung fallen wird. Die Aussperrung bei Mig u. Geneft. Die Belegschaft der Firma Mig u. Geneft, in Stärfe von 2200 Mann, die wegen des Streits der Einrichter von der Firma ausgesperrt morden war, hielt gestern eine Versammlung im Birkenwäldchen in Tempelhof ab, um zu den rigorosen Maßnahmen der Firma Stellung zu nehmen. Galle schilderte das " Doppelzüngigkeit. ( IGB.) In England: Tomski, Präsident des Alrussischen Gewerkschaftsbundes, auf dem britischen Gewerkschaftsfongreß 1925: Wir unsererseits verlangen von feinem Menschen, daß er seinen Ideen untreu werde. Weshalb sollen in einer Internationale nicht verschiedene Ideen Geltung haben, wenn wir uns über liken und Protestanten, Leute verschiedenen Geschlechts und ver das gemeinsame Ziel einig sind? In Gewerkschaften gibt es Kathoschiedener Rasse. Hindert dies die Einheit? Es handelt sich nicht darum, eine politische Organisation, sondern eine einheitliche Gewerkschaftsorganisation ohne Unterschied der Rasse, der Religion und des Geschlechts zu schaffen, mit dem Hauptziel der Befreiung der Arbeiter vom Joch des Kapitals." In Rußland: Losowsty, Vorsitzender der Roten Gewerf. schaftsinternationale, auf einer Tagung der Exekutive der Kommu nistischen Internationale:„ Wenn wir sagen, daß wir bereit sind, uns zu einer einzigen Organisation zusammenzuschließen und zu fämpfen, so bedeutet das nicht, daß wir eine mittlere Linie finden wollen. Reinerlei Kompromisse, teinerlei Kombinationen zwischen Reformismus und Kommunismus, sondern er. bitterter Kampf auf Tod und Leben mit schonungsloser Ausrottung. Die Frage der Bolschewisierung der Parteien berührt nicht nur eine Seite der Frage. Bolschewisierung der Parteien bedeutet, auf allen Gebieten der Arbeiterbewegung boIschemistisch zu arbeiten und insbesnodere auf dem Gebiete der Gewerkfchaftsbewegung." Eine farbige Gewerkschaftsinternationale? Der japanische Arbeitervertreter beim Genfer Internationalen Arbeitsamt Bunji Suzuki hat, wie uns unser japanischer Mitarbeiter mitteilt, nach seiner Rückkehr nach Japan in einer Rede in Tofio sein Absicht geäußert, im Jahre 1926 nach Schanghai eine Arbeitertonferenz Aftens einzuberufen. Diesen Plan habe er mit dem indischen Vertreter in Genf erörtert. Der Plan Suzukis geht dahin, gegenüber der weißen" Internationale( Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale) eine farbige" Internatio nale ins Leben zu rufen. Sein Plan scheint allerdings in China wenig Gegenliebe zu finden. Chinesische Arbeiterführer haben sich Internationale ausgesprochen, da sie der Meinung sind, daß diese bereits gegen den Plan einer auf Asien beschränkten Konferenz und niemals imftande sein werde, die schwierigen Arbeiterfragen in China allein zu lösen. Berichtigung. Der Vorstand des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes in Hamburg ersucht uns unter Berufung auf§ 11 des Pressegefezes um folgende Berichtigung: „ Die in Nr. 449 des Vorwärts" in der Notiz ,, Das Kölner Streichbrechergesindel und seine Vermittler" aufgestellte Behaurtung, daß die Streitbrecher auch durch den Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verband, Hamburg, vermittelt worden seien, ist un richtig. Der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband vers mittelt grundfäßlich nur kaufmännische Stellungen. Aber auch auf diesem Gebiet würde er die Vermittlung von Streifbrechern ablehnen." Eine Nachprüfung der Angelegenheit ergab, daß es sich hier tatsächlich nicht um den Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Berband handelt, sondern um einen Nationalen Handlungsgehilfen und Arbeiterverein" in Hamburg, Greifswalder Str. 34, der sich gewerbsmäßig mit der Zu fammenstellung von Arbeitswilligenfolonnen befaßt und in diesem Falle einen Transport von 34 arbeitslosen Mitgliedern des Stahlhelmbundes zu Streifbrecherdiensten nach Köln gebracht hat. Wir bedauern, daß bei der telephonischen lebermittlung unserer Notiz aus Köln, in der von einem, Deutschnationalen Handlungsgehilfen= Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband passierte. in einer Einheitsorganisation vollzogen. Wie bei den Eisenbahnern Zustandekommen und die Zuspigung des Konflikts. Die Einrichter verband und Arbeiterverein" die Rede ist, eine Verwechslung mit dem sich bereits die wohltätigen Folgen des Zusammenschlusses bemerkbar machen, so fann man auch das gleiche von dem Zusammenschluß in der Allgemeinen Deutschen Bostgewerkschaft innerhalb des Ber tehrsbundes erwarten. Die Befürchtungen, die viele aus altüber. tommenen Vorurteilen gegen die freigewerkschaftliche Organisation der Beamten hegen und pflegen, werden sich auch hier als hinfällig erweijen Eine militaristische Lösung der sozialen Frage. Sie taugt aber nichts. Die letzten Unfälle bei der Berliner Straßenbahn haben der Deutschen Zeitung" eine wunderbare Idee eingegeben. Jeder mann weiß, daß die Unfälle, auch wenn die Direktion ein„ Ber: schulden des Fahrers sofort nachweist, in der Hauptsache zurückzuführen sind auf den gesteigerten Berkehr, der an das Per jonal Forderungen stellt, die aber infolge der überlangen Arbeitszeit und der wirtschaftlichen Sorgen, verursacht durch schlechte Entlohnung, einfach nicht immer erfüllt werden können. Wir haben auch wiederholt die technischen Mängel erwähnt, die gleichfalls zu den Unfällen beitragen. Die Deutsche Zeitung" weiß es besser. Sie schreibt: " Man fennt die Schwierigkeiten der Verwaltung. Früher hatte sie die Möglichkeit, ausgediente Soldaten für ihren Dienst zu gewinnen. Das waren pflichtgetreue Männer. Man hat jetzt versucht, durch strengere Ausbildung das weti zu machen. Mit welchem Erfolg, das lehren die neuesten Unfälle." hatten eine generelle Lohnerhöhung von 20 Pro3. gefordert, die trop verschiedener Verhandlungen mit der Direktion und dem VBMI. abgelehnt wurde. Geboten wurden nur 5 Broz., die etwa 3 bis 4 Pf. pro Stunde ausmachen. Die Antwort hierauf war der Streit. Hierauf verordnete die Direktion die Aussperrung Zu der Versammlung war auch der Generaldirektor der Firma Mir u. Genest, Kubijarsti, erschienen, um von der schlechten Geschäftslage und dem üblichen Drum und Dran zu sprechen. Es gehört schon eine Portion Naivität dazu, solchen Worten überhaupt Glauben zu schenken. Schließlich sah sich der Herr Generaldirektor nicht auf die Spitze zu treiben. Statt der gebotenen 5 Broz. war er wohl doch veranlaßt, ein Zugeständnis zu machen, um die Situation nun bereit, eine Erhöhung von 10 Proz. zu gewähren, was pro Stunde eine Zulage von etwa 6 bis 8 Pf. ausmacht. Die Einrichter zogen sich hierauf zu einer Abstimmung zurück und beschloffen, den Vorschlag der Direktion anzunehmen, vorbehaltlich der Auswirkung bei der nächsten Lohnzahlung. Damit ist die Aus Sperrung beendet. Am Montag tritt daher die gesamte Belegschaft geschlossen die Arbeit wieder an. Schiedsspruch im Kohlenhandel. Am gestrigen Freitag fanden vor dem Schlichtungsausschuß Lohnverhandlungen wegen der Forderungen der Arbeitnehmer im Berliner Kohlenhandel statt. Da die Verhandlungen zunächst teine Einigung zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber brachten, machte der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses von seinem Rechte Gebrauch, von sich aus einen Schiedspruch zu fällen, der eine Erhöhung der Löhne von der laufenden Woche ab Der Vorfikende des englischen Gewerkschaftskongresses. London, 2. Oftober.( WTB.) Der neue Generalrat des Gewerkschaftstongresses wählte zu seinen Vorsigenden den Generalsekretär des Verbandes der Eisen- und Stahlarbeiter Arthur Bugb, der von den Blättern als Anhänger der gemäßigten Richtung bezeichnet wird. Zum Streif im Eisen- und Stahlgroßhandel erschien in unferer gestrigen Abend ausgabe infolge eines technischen Versehens eine Notiz unter der Ueberschrift: Zum Streit der Speditionsarbeiter". Das Versehen ist durch die Leser wohl selbst berichtigt worden. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Der Kämpfer" Nr. 16 ist fertiggestellt und kann im Bureau, Lindenstr. 3, Klein- und Mittelbetriebe werben ersucht, rechtzeitig abzuholen. Parteiausweis ist mitzubringen. Bezirksverband Berlin der SPD., Betriebssekretariat. Achtung, Zimmerer! Alle Verbandskameraden werden dringend ersucht, zu den heute abend in allen Bezirken stattfindenden Bezirksversammlungen vollzählig zu erscheinen, da gleichzeitig eine statistische Erhebung vorgenommen wird. Rentralverband der Zimmerer Deutschlands, Zahlstelle Berlin u. Umg. Deutscher Solzarbeiterverband, Musikinstrumentenarbeiter. Am Montag den 5. Oktober, abends 7 Uhr, Sigung der Branchenkommission, Rungestr. 30. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Boul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". 2. Sof, 2 r., in Empfang genommen werden. Besonders die Berbeter ber Porzellan. Speiseteller, gute Qualität, weiß -.38 Spelseteller. Brotkerb, durchbrochen Kakaokrug Extra preiswerte Angebote in Porzellan Glas- und Wirtschaftsartikel. Steingut. Emaille. .95 12 Wassereimer, 28 cm, grau. nur-.75 68 Kaffeekanne, schöne Form. Kannenuntersatz Basarwanne, grau -.95 .48 Nachtgeschirr, weiß -.35 Kartoffelschüssel mit Deckel .95 Milchtopf, schöne Form. -.28 Zuckerdose, weiß. Gemüse- und Kartoffelschüssel, 23 cm, weiß -.12 5 Speiseteller mit Cobaltrand, tief oder flach Bratenplatte, oval. groß -.95 Kasserolle, extra groß und schwer. 24 cm 1.95 -.78 Kochtopf, beste Qualität 1.25, .95 1.45 <-. 85 -.68 3 Vorratstonnen mit Deckel Waschgarnitur, groß, mit Goldrand, 5 tlg. Milchbecher, bunt nur 9.73 <-. 10 Wirtschafisartikel. .. <-. 95 Obertasse, weiß -.05 Aluminium. Waschwanne, gute Qualität, Zink Waschtopf mit Deckel und Einlage, verzinkt Toilettepapierhalter, weiß 12.50 von 4.90 an -.65 Kaffeeservice, Stig., fein dekoriert 3.50 Satz Töpfe mit Deckel, 16-24 cm Original- Thermosflasche,%, Liter 1.45 Tortenplatte, weiß, auf Fuß mit Durchbruch. 99 1.95 Sanciere, weiß. -.95 <-. 48 mit Holzstiel, schwere Garantieware Milchtopf, schwere Garantieware schwere Garantieware, 16-24 cm 10.75 Kasserolle, schwere Garantieware 7.50 Stahl- und Nickelwaren. 7.75 Bestecke, schwarz... .95 .95 Kaffeelöffel, Alpaka, modernes Muster Kochtöpfe, 16 cm, schwere Garantieware Milchkrüge mit Bügel, schwere Qualität, 1 Ltr. Inhalt -.75 -.95 1.75 EBlöffel .95.85 .35 .75 2.45 .95 Tasse, Schalenform, Randdekor und Goldrand Tafelservice, 23tlg., vornehmer Randdekor, 6 Personen.... 34.50 Tortenplatte, fein vernickelt Kannenuntersatz, fein vernickelt Lederwaren sowie Reiseartikel besonders preiswert Porzellan- Emaille- Markt Johanna Pögel Spe Spezialgeschäft größten Stils Berlin- Wilmersdorf. Berliner Straße 30-31 ftr. 467 4 42.?aheg«»G 7. Seilage des vorwärts Soaaabeaö, 5. Oktober 1425 Der Sürgerblock im Rathaus. Z« de« Stadtverordueteuwahlen. A» bem schNmmste» BeJxtn, Mc her«Be Lbrtzkett-ftaat tter Delrtschland gebracht hat. gehört die politische Unreife und die poli- tische Unerfahrenheit des Volkes. Nur weil da» deutsch« Börger. tum in den früheren Jahrzehnten allen öffentlichen Fragen geradezu erschreckend gleichgültig und unwissend gegenübergestanden hat. konnte das Schicksal Deutschland» den traurigen Verlaus nehmen. unter dem wir jetzt so schwer zu leiden haben. Die Fragen der hohen Politik, die Auswirkung«» vo« E«setzen. die in den Parlamenten beschlossen werden, pflegen nun.»on oer- schwindenden Ausnahmen abgesehen, stch nicht schnell und unmtttel- bar. sondern erst allmählich und langsam dem einzelneu bemerkbar zu machen. Wäre dem nicht so. so hätten die schwere« Kämps«. die die sozialdemokratische Reichstagsfraktion in den letzten Monaten und Wochen um eine soziale Gestaltung des Steuersystems und wegen des Zolltarifs geführt hat, in ganz aicherer Weis«, als es geschehen ist, auch in den nichtsozialdemokratischen Wählerschichren WiderHoll finden müssen. Ander» liegen die Dinge tu der Gemeinde. Was die Gemeinde tut oder unterläßt, wird dem einzelnen Bewohner sofort und unmittelbar fühlbar und tu de» Kämpfen um die Gemeinde ist auch den ungeschulten Massen die Bedingtheit de» eigenen Geschick» von der Allgemeinheit leichter»ah« zu bringen. Die Berliner Sozialdemokratie begrüßt<• daher mit Freude und Stolz, daß den großen Auseinandersetzung«» im Reich»- Parlament der Kampf um die Stadtgemeinde Berlin sich unmittelbar anschließt. Sie ist sich der Bedeutung, die gerade deswegen diese» Wahlen zukommt, voll bewußt und wird ihre ganze Kraft einsetze». um die kommenden Wahlen zugleich zu einer vernichtenden Ab- rcchnung mit den Zollräubern zu gestallen, die im Reich wie in der Stadt brutal und rücksichtslos ihre Interessen über Wohl und Wehe des arbeitenden Lölkes gestellt haben. Wie lagen die Dinge in der Stadt bei Beginn der jetzigen Wahl- Periode? 8 Stadtgemcinden, 59 Landgemeinden, 27 Gutsbezirk« mit zusammen etwa 4 Millionen Einwohnern und 886 Quadratkilometer Fläche, waren durch das Gesetz vom 27. April 1920 zur Stadt- gemeinde Berlin vereinigt worden. Es gall, die häufig weil au»- einanderklasfenden, ja widerstreitenden Interessen zu versöhnen und unter einen Hut zu bringen. Diese on sich schon überaus schwierige Ausgabe wurde unendlich erschwert durch die Röte der Nachkriegs- zeit und Inflation sowie durch die skrupellose, von den Rechts- Parteien getriebene Hetz« gegen Groh-Ber lin, die in der �Los-von-Berlin-Bewegung' systematisch organisiert war. Erschwert auch durch die Tatsache, daß es den bürgerlichen Parteien gelungen war. bei den Neuwahlen im Herbst 1921 mit einer Mehrheit von ö Stimmen in das Stadtparlament einzuziehen. Niemals zuvor sind sozialdemokratische Gemeinde- und Magistratsvertreter vor fchwiegere Aufgaben gestellt gewesen. Die rasend« Geldentwertung in den Iahren 1922 und 192Z hat der Berliner arbeitenden Be- völkerung schwerste Wunden geschlagen. Das für den Bezirk einer Gemeinde zu hindern, war niemand imstande. Die sozialdemokratische Fraktion ist darüber hinaus vor«npopu- lären Maßnahmen nicht zurückgeschreckt. Im Änteresi« schnellerer Gesundung, wie im Interesse des Dollsganzen, hat sie sich nicht ge- scheut, den Masten noch Laste» aufzuerlegen, und hat sich in diesem für notwendig erkannten Handeln auch durch das Toben der Kom- inunisten nicht beirren lasten. Auch dem Drängen der bürgerlichen Parteien, durch Auf- nähme von Privatkapital in die Städtischen Werke die Schwierig- leiten des Augenblicks zu vermindern, ist unsere Fraktion, unter. stützt vom Magistrat, mst unbeugsamer Entschlostenheit entgegenge- treten und sie wird im Wahlkampf mit Genugtuung darauf hin- weisen können, daß es diesem ihrem Wirken zu danken ist. wenn Berlin aus den fürchterlichen Inslationsjahren gesund und heil und bester als zahlreiche andere lvtadte herausgekoinmen ist. Die sozial- demokratische Fraktion hat aber nicht nur einseitig der Berliner Bevölkerring Lasten auferlegt, sondenr in dem Augenblick, als im Jahre 1924 das Schlimmste hinter uns lag und man den Blick von der traurigen Gegenwan weg in die Zukunft richten konnte, sofort als erste und einzige den Ruf erhoben:»Nun wieder zurück z»r S«»l«lp»llttN. In«wem»mfastenden pevgrmmnakkfche» Antrag oerlangte die Fraktion die alsbaldig« Inangriffnahme bo> stimmter sozialpolitischer Maßnahmen und die Ergebniste dieses An- trags waren für die unbemittelle Bevölkerung nutzbringender, als alle kommunistischen Agitationsanträge zusammen- genommen. Nicht» war bequemer, al» die Kommunfftentakttt w der ad- laufenden Wahlperiode. Oft genug mußten sie in den Ausschuß- sitzungen selber zugeben, daß ihre Anträge unter de» gegebenen Unser ÄstensüHm. Hugo Heimana Berhöltnifsen gar nicht durchzuführen war««. St« stellte» st« ja auch nicht, um die Not und das Elend des Volles zu lindern, sondern um die Sozialdemokratie zu.entlarven". Wie dem Rechtsblock im Reich, so stand dem Bürgerblock in der Stadt unsere Partei als einzig ernsthafte Gegnerin gegenüber. Die Kommunisten waren dort wie hier nichts als die Steigbügelhalter der Rechtsparteien. Nur in einem Punkt Hot der Bürgerblock, der i» dem Kampf gegen Groß-Berlin fest zusammenhielt, seinen Willen durchgesetzt. Wir haben jetzt statt eines sozialistischen eine« bürgerlichen Magistrat. Allein auch dieser Erfolg der bürgerlichen Majorität ist in Wirklichkeit zu einem Siege der Kommunalpolitik geworden, die von der Sozialdemokratie ge- sührt wird. In allen, für die Zukunft unseres großen Gemein- wesens wichtigeren Fragen sah dieser bürgerliche Magistrat, sicher- lich gegen seinen Wunsch und Willen, sich für die Durchsührung feiner Plön««tf dt« Mitwirkung und Unterstützung der großen soziatdemokrattfche» Fraktion angewiesen. Das trifft zu für alle »arauischauende» Maßnahmen auf den Gebieten der Finanz-, Wirtschaft»-. Berkehr», und Siedelungspolitik, wie für alle Fragen der Erziehung und Bildung und der Ausdehnung der künstlerischen Betätigung der Stadt. Das Ziel des Bürgerblocks im Rathaus ist gewesen, die Sozialdemokratie� sowohl in der Versammlung wie im Magistrat von der Entscheidung wichtiger Fragen auszuschalten und eine reine Bürgerblockpolitik zu führen. Erreicht ist das Gegen- teil. Es hat sich herausgestellt, daß selbst ein bürgerlicher Magistrat, der über das Heute und Morgen hinausschaut, mit der engstirnige» Beschränktheit des Bürgerblocks Berlin nicht oerwalten kann, und daß die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Stadt, an denen alle Ein- wohner in gleicher Weise interessiert sind, nur gesördert werden können nicht gegen uns. sondern nur im engsten Benehmen mit einer tatkräftigen Sozialdemokratie. E« wird unsere Hauptaufgab« sein, diese Tatsachen im konuneu- den Wahllamps de» Wählermasten klarzumachen. Denkende Wähler werde» da»» wisten. wo» sie zu tun haben. Niemal» hatte die Berliner Parteigenostenschost für den Kampf um die Gemeinde einen bester«« Kampfboden unter den Füßen. Niemals war es wichtiger und aotweudiger. de» Zollräuber» und Brolverteurer» auf der eine», de» hemmungslose» kommunistische» Demagogen auf der andere» Seile mil dem Stimmzettel in der haud eine klare, ein- denkig« Antwort jn geben, al» bei den kommenden Skadtwahlen. Da» arbeitend« voll Berlin»»»ird am Wahltag dieser großen Ausgabe sich würdig erweisen. Hugo Heimann. Vas Museum. «gentllch fegt Bowdam außerhalb de» Leben», am Rand« der Beegangenheit, trotzdem e» von Berlin in dreißig Minuten zu er- reich«» ist. E» tp überhaupt kein« Stadt der Gegenwart, wenn auch einige schön lackierte Autobusse stch bemühen, am Bahnhof eine groß- städtische Atmosphäre zu erzeugen und in diesem Tun durch«ine Reih« unbeschäftigter Autodroschken unterstützt werden. Alle» ist in Potsdam Museum, hat festgelegten, geschichtlichen Wert: von dem trostlosen Grau des Bahnhofs über die Miniatur- ausgab« der Straßenbahn und die ehrwürdigen Zylinderhüte der Droschkenchef» bi» zu dem Pflaster und der Sammlung von Hohen- zollernandenten in Posttartenform, die in jedem Papiergeschäft zu finden ist. Allerdings sind einige Kostbarkeiten dieses Museums nach dem Kriege entfernt worden, z. B. die Mustersammlung der Garderegimenter, dafür sind aber Sanssouci und der sogenannte Geist Friedrichs des Großen erhalten geblieben, und die westen Schlösser und Kirchen können noch immer als dt« Prunkstücke dieses Museums gellen. Alles staunt sie ergriffen on und weiß im Grund« nicht» mit ihnen anzufangen. Hin und wieder betet man aber davor ein völkisches Tedeum. In der ganzen Stadt weht Vtufeumsluft, und viele Bewohner wirken wie langjährige Angestellte des Mu< seums, die sich vor den Kunstwerten entsetzlich langweilen, ober doch einen ununterdrückbaren Stolz im Busen beherbergen. Und diese Museumslust drückt auf die Gemüter. Man kennt nur noch die Vergangenheit. Ueber dem Museum lagert Dämmerung, auch wenn die Sonn« noch so hell scheint. Um neun Uhr wird das Museum geschlossen. Die Museumsangestellten gehen schlafen. Ucberoll herrscht die Stille eines Friedhofs. Leider fehlt der Nachtwächter mit feinem Horn, der die Stunden ausruft. Eigentlich könnte der. Staat die Bewohner einmal in einer anderen Gegend ansiedeln. dort, wo frische Lust und lebendiger Geist wehen. Potsdam selbst könnte dann aber al» groß angelegtes Museum gegen Eintrittsgeld besichtigt werden. Die Unkosten würden sicherlich gedeckt werden. Heine Verlängerung der Sipho. Entgegen anderslautenden Gerüchten wird die Kipho, Kino- und PootoauSstellung 1S2ö nicht verlängert. Eine solide Absiibt hat wohl, mit Rück- ficht auf den großen Erfolg der Ausstellung, bestanden, sie läßt sich jedoch aus technischen Gründen nicht durchführen. Die Ausstellung bleibt lomit nur noch bis einschließlich Sonntag 10 Uhr abends geöffnet. Das unbegreifliche Ich. vOf Geschichte einer Jugend. Roman von Tom krislcnsen. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F.®. BogcL) Am Sonnabend rief er mich stets zu sich herein, und er pflegte zu sagen:„Hast du noch Taschengeld?� „Nein." „Hast du es jetzt schon verbraucht? Wozu brauchst du es denn? Vernaschst du es in Lakritze? Man möchte meinen, du wärest zu groß für solche Kindereien." Ich pflegte nicht zu antworten. „Waldemar," konnte er fortfahren,„auf die Art kann es nicht weitergehen. Es gibt doch Grenzen für meine Geduld, und eins will ich dir bloß sogen, ich lasse mich nicht um mein Geld prellen. Hier hast du etwas Taschengeld." Samuelsens Benehmen war mir ein Rätsel-, aber eine einzelne Begebenheit ließ mich den Zusammenhang zwischen seiner Wohltätigkeit und seiner Brutalität gegen mich ahnen. Eines Sonnabend abends hatte er vergessen, mir das übliche Taschengeld zu geben, und ich hatte ihn auch nicht darum gebeten. Am nächsten Sonnabend kam es deshalb zu einer heftigen Szene. „Waldemar!" rief er. „Ja'" „Weshalb, zum Teufel, hast du mich nicht in der vorigen Woche um Taschengeld gebeten? Glaubst du, es paßt mir, wenn du ohne ein Ocre in der Tasche herumgehst, ja? Du kannst doch wohl den Mund aufmachen, und du sollst ihn aufmachen, verstanden! Du kannst doch wohl um das di— iltcn, was du brauchst?" „Ich brauche gar nichts!" antwortete ich leise. „Hör mal, Waldemar, du bist, Gott strafe mich, so trotzig und so undankbar, daß du nächstens--" Er hielt plötzlich ein und riß das Taschengeld für zwei Wochen aus seiner Tasche. „Du kannst doch wenigstens darum bi— itten, das ist doch nicht;*u viel verlangt!" Ich ließ das Geld auf dem Tisch liegen und ging heraus. Am Sonntag wurde ich dadurch geweckt, daß die Geld- stücke durch die Tür zu mir hercingeworfcn wurden. „Ich will nicht, daß sich deine Sachen und dein Geld auf Meinem Tisch drin herumtreiben. Du bist ebenso uuordem- lich wie deine Mutter war. Man sollte wahrhaftig glauben, du wärst ein Millionärsohn!" Ich blieb störrisch im Bett liegen. Eine Stunde später steckte er den Kopf herein und wurde puterrot, als er das Geld noch sich auf der Erde herum- treiben sah. „Solch Schweinestall! Das ist aber doch stark! Wirst du machen, daß du aus dem Bett kommst und ausräumst, aber auf der Stelle!" Ich streckte die Beine langsam aus dem Bett und sammelte die Münzen auf. Er knurrte und verschwand. Aber diese Woche wurde eine wahre Hölle für mich. Das Geld hatte ich auf das Fensterbrett gelegt, und ich ahnte, daß er jeden Tag hereinkäme und es nachzählte. Eines Tages ging er so weit, daß er mir eins gegen den Kopf gab. Ich sprang in die Höhe, lief um ihn herum und auf die Straße hinaus, und erst am Abend kam ich nach Haufe. Samuelsen trank Kaffee mit der blonden Frau Petersen, und als ich eintrat, sagte er bloß:„Na, da haben wir ja den Sünder." Ich ging in meine Stube. Hier blieb ich hinter der Tür stehen. Meine Knie zitterten und mir war schwindlig. Was sollte ich anfangen? Konnte ich nicht von dieser Dankbarkeit loskommen? Sollte ich in ewiger Schuld zu diesem Menschen stehen? Ich ging hin und setzte mich auf die Betttante. Was half es, wenn ich flüchten wollte? Wenn ich ein paar Stunden in den fremden Borarten herumgegangen war. wurde mir immer schwach, und ich ging langsam nach Samuclsens Laden zurück. Schließlich stand ich auf, ging zum Fensterbrett hin und nahm das Geld an mich. Am nächsten Tage war Samuelsen freundlicher. „Etwas Demut würde dir wohl anstehen, m.v boy," sagte er und lächelte.„Mit deinem Trotz kommst du nicht weit!" Darauf entschloß ich mich, jeden Sonnabendabend gut- willig zu ihm zu gehen und um Taschengeld zu bitten, und obgleich ich die Art, womit er sich im Stuhle hintenüber legte, wenn er in seiner Westentasche nach 23-Oere-Stllcken herum- suchte, nicht ausstehen konnte, machte ich es mir doch jetzt zur Regel. Nach jener Zeit wurden die Verhältnisse auch ertrag- licher. Ich lernte gewisse dankbare Phrasen zu gebrauchen. und das befriedigte Samuelsen.- Nach dieser Periode des Kampfes kam eine Zeit der Stühe, wo ich bei ihm drin saß und las, wenn Frau Petersen oder das Küchenmädchen nicht zu Besuch waren. Samuelsen saß stets, den Rücken halb gegen den Tisch gewandt, so daß das Lampenlicht auf die Zeitung fiel. „Liest du Nick Carter?" fragte er. „Ja!" antwortete ich atemlos vor Spannung. „Hm. was unternimmt dieser Teufelsdetektio jetzt?" „Er läuft hinter einer Droschke her und verkleidet sich während des Laufens. Er zieht einen falschen Bart aus der Tasche." „Oho, ist das spannend?" „Ja." Bald danach legte er die Zeitung fort und sagte:„Hör nun auf, diesen Dreck zu lesen. Das ist nicht halb so spannend wie das Leben selbst. „Ich erlebe aber nicht so spannende Dingel" ant- wartete ich. „Das kommt noch, warte bis du stirbst." Ich sah ihn verständnislos an: doch er nickte. „Ja, das stimmt. Jn dem Augenblick, wo der ätherische Körper das magnetische Band, der ihn an unseren physischen Körper bindet, zerreißt, ist der allerspannendste unseres Lebens. Man kann sehen, wie er sich von der Leiche in einer violetten Wolke erhebt, die genau die gleiche Form und die gleichen Züge hat wie der Verstorbene." „Haben Sie das gesehen?" fragte ich rasch. „Nein!" „Auch nicht, als Mutter starb?" „Nein, ich saß da und sah sie die ganz« Zett an, aber ich habe nicht den astralen Blick." „Was ist das?" „Ja, dann kann man alle die unsichtbaren Dinge sehen: doch ich bin zu sehr gebeugt unter der Last der Sinnlichkeit!" seufzte er. Er lächelte trübe. „Ich muß mich gewiß lange in Kama Loka aufhalten, bevor ich rein werde und die Erlaubnis erhalte, zum zweiten- mal zu sterben." „Kama Loka?" „Ja, da wird man gereinigt: aber daß bloß meine Sinn- lichkeit nicht so schwer wird, daß ich in die Bordelle und Wirtshäuser heruntersinke,- um meine bösen Lüste zufrieden- zustellen,"•*,•-1*....' (Fortsetzung folgt.) Der Lehrer und fein Bildungsgang. Die Tagung der entschiedenen Schulreformer. Um britten Tage der großen Veranstaltung des Bundes der entschiedenen Schulreformer sprach als erster Redner Studienrat Ratte über den Schulmeister als Lebensmeister. Er erklärte, daß das Leben unbedingt wieder in der Schule berücksichtigt werden müsse, wenn die Kinder wirklich erzogen werden sollen. Der Lehrer der neuen Schule müsse ein Kenner des wirtschaftlichen und politischen Lebens sein, sonst werde es ihm niemals möglich sein, junge Menschen zu führen. Der Lehrer dürfe feine Reproduktionsmaschine sein. Dem freien Spiel der Sträfte müffe Raum gegeben werden. B Prof. Senffert( Dresden) referierte sodann über: Das Erziehungswissenschaftliche Inftitut und die Hochschule". Er gab zu diesem Problem theoretische Grundlagen, die er sich als Leiter des Pädagogischen Instituts an der Technischen Hochschule in Dresden erworben hat. Profeffor Seyf fert führte aus: Die Reichsverfassung fordere, daß die Lehrer bildung einheitlich nach den Grundsäßen für die höhere Bildung gestaltet werden solle. Diese Forderung nach Wortlaut und Sinn folgerichtig durchgeführt, werde im Laufe der Zeit den einheitlich vorgebildeten Lehrerstand bringen. Den pädagogischen Inftituten falle außer der Bermittelung wissenschaftlicher Erkenntnis die Aufgabe zu, die zukünftigen Volksschullehrer in die seelischgeistige Ministerildirettor Gesamthaltung ihres Berufes einzuführen. Fadrus( Wien) berichtete über die österreichischen Schulreformen nach der Revolution. Es wurde im Ministerium eine befondere Schulwissenschaftliche Abteilung gegründet, die die wichtig ften Reformen vorbereitet und durchgeführt hat. In Wien wurde eine Bundeserziehungsanstalt geschaffen, in der bie besten Schüler unterrichtet werden. Die Boltsschule murbe zur Simultanfchule ge staltet. Das Lesebuch ist in Defterreich abgeschafft. Die Schüler büchereien wurden von aller Schmug- und Kriegs. hegliteratur gefäubert. Jezt ist das Ministerium mit der Lösung der Lehrerbildungsfrage beschäftigt. Als vierter und letzter Rebner sprach am Bormittag der Leiter ber österreichischen Bundeserziehungsanstalt Tesar über Unterrichter, Erzieher und Wirtschafter. Der Unterricht, erklärte er, sei ein Teil der Erziehung. Der missen fchaftliche Unterricht sei psychologisch zu einseitig. Der ganze Mensch müsse erzogen werden. Der Erzieher verderbe, menn er sein Lebenlang nur mit Kindern und Jugendlichen zu tun habe. Shm fehle der erwachsene gleichgewichtige Gegenfpieler und Gegen fämpfer. Erzieher und Unterrichter müßten in das werftätige wirtschaftende Leben der Erwachsenen einbezogen werden. Am Nachmittag sprach zunächst Studienrat Susanne Engelmann über„ Den zufünftigen Lehrer des Deut. chen": Wenn der deutsche Unterricht lebendiger Kern der deutschen Schule sein solle, so müsse die Ausbildung der Deutschlehrer grundlegend geändert werden. Die philo. fophisch- pädagogische Vorbildung des Deutschlehrers müsse sich be. fonders auf die Teilgebiete Ethit, Aesthetit und differentielle Psychologie des Kindes und Jugendlichen erftreden. Die technischfünstlerische Schulung des Deutschlehrers müsse darauf ausgehen, ihn sprechen, lefen, vortragen und schreiben zu lehren. 21s legter Redner des Tages sprach Oberschulrat Franz Hilter über den Lehrer als Erzieher zur Körpertultur und zu technischer und tünstlerischer Produttivität. Die Grundlage für die Ausbildung der technischen und fünstlerischen Fähigkeiten des Lehrers müsse auf den allgemein bildenden Schulen gelegt werden. Erst wenn die sogenannten technischen Fächer wirtlich aus ihrer Winkelstellung herausträten und die 3. L. begonnene Reform des Zeichnens, Mufit, Turnen und Werfunterricht durch geführt sein werde, sei eine Basis für die spätere Lehrerfachbildung gegeben. Gymnastische Durchbildung befreie von allen falschen förperlichen, feelischen und geistigen Spannungen und schaffe die physischen Borbedingungen für werfliche, geistige oder fünstlerische Leistung. Werttätige Arbeit entwickele alle Kräfte in gemeinsamer Bildung, schärfe den Blick für sinnvolles und finnloses Schaffen, erziehe den sozialen Menschen durch das Erlebnis der Abhängigkeit des einen vom anderen und der Wirkung des gemeinsamen Schaffens. Nicht Brandstiftung, sondern Fahrlässigkeit. Der Bodenbrand in der Goethestraße 16 zu Neukölln, der feit Sonntag die Brandtommission der Kriminalpolizei beschäftigte, ist jetzt aufgetlärt. Es brannte damals in einem Berschlage, in dem teils frodene, teils noch nasse Wäsche hing. Die Ermittlungen ergaben, daß in der fritischen Zeit niemand anders als eine Frau auf dem Boden gewesen ist. Diese war ½ bis 4 Stunden vor Ausbruch des Feuers hinaufgegangen. Die sehr nervöse Frau hat jezt zugegeben, daß fie ein Streichholz angezündet habe, um das Schloß zu öffnen. Sie hat es dann weggeworfen, will es aber vorher ausgeblasen haben. Nach allen Fest Stellungen unterliegt es feinem Zweifel, daß der Brand auf diese Fahrlässigteit zurückzuführen ist. Es ist das bisher das vierte Feuer, das nicht auf vorfäßliche Brandlegung, fondern auf Unvorsichtigteit und Fahrlässigteit zurüdzu führen ist. eintraf und 2. ben Hauseingang beobachtete, war doch keine Spur mehr von den verdächtigen Individuen mehr zu finden. Eine genaue Beschreibung kann T., da es auf dem Boden ziemlich dunkel war, nicht geben. Unter der Hand". Das geheimnisvolle Manto in der Kaffe. Recht leichtsinnig hat der Prokurist R. seine Stellung aufs Spiel gesetzt. Nicht nur seine Familie, zu der drei Kinder in unmündigem Alter gehören, auch seinen Freund Sch., der Kaffierer bei derselben Bant war und ebenfalls Familienvater ist, hat er mit in das Unglüd geriffen. Beide hatten die Bant um 30 000 Goldmart geschädigt. Wegen Betruges und gemeinen Dieb. Anlaßlich der am 25. Oftober stattfindenden Wahlen in Berlin veranstaltet die Berliner Organisation, als Auftakt zum Wahlkampf, am Dienstag, den 6. Oktober, in allen Ortsteilen Berling Oeffentl. Kundgebungen unter der Parole: Rüftet zum 25. Oktober, dem Tag der Abrechnung mit den Parteien, bie in der Aufwertungsfrage das deutsche Boll belogen und betrogen haben, die auch den Berlinern neue, un gebeure Steuerlaften aufbürdeten, die durch eine schamIofe 8ollräuberpolitil alle wichtigen Lebensmittel berteuerten und die im Berliner Rathanfe niemals ber Algemeinheit gedient, sondern nur Gelbfadpoliti! getrieben haben. ftabis mußten fie fich nun vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte verantworten. R. wurde als Hauptschuldiger aus der Untersuchungshaft vorgeführt 20. Kreis Reinidendorf. Sammiche Abteilungen müffen fofort von der Borwärtsspedition Bahle, Reinickendorf- Oft, Brovinastr. 56, die Handzettel für Sonntag, die am Dienstag stattfindende Wählerversammlung abholen. den 4. Oktober, Beteiligung sämtlicher Genossen und Genossinnen en der Filmaxfnahme im Schloß Schönhoz. Treffpunkt Schloß Schönholz. Dienstag, den 6. Oktober, Beteiligung an der öffentlichen Wahltundgebung abends 7% Uhr im Lokal Ramlow, Reinidendorf- Oft, Schönholz 14. Heute, Sonnabend, den 3. Oktober: 25. t. 6 Uhr bei Gott, Aniprodeftraße, Einladungen für die DienstagRundgebung abholen. 118. bt. Sittenberg. Nachmittags von Uhr ab Ausgabe der Sandzette! an die Bezirksleiter im Bobal von Tempel, Gudrunstraße. Sonntag, den 4. Oktober, vorm. 9 Uhr, Berbreitung der Sandzettel von den beBannten Lokalen aus. Morgen, Sonntag, den 4. Oktober: 1. bt. Familienausflug nach Schönhola. Treffpunkt vorm. 9 Uhr beint Genoffen schiefing, Aderstr. 1. 10. Abt. Treffpunkt aue Teilnahme an der Filmaufnahme im Schloß Schönhola vorm.% 49 Uhr Chriftianiapromenade und Brinzenallee- Ede. 20. Abt. Treffpunkt zur Teilnahme an der Filmaufnahme im Schloß Schön hola vormittags 49 Uhr Chriftianiapromenade und Rofoniestraßen- Ede. 37. Abt. Treffpunkt zur Filmaufnahme im Schoß Schönhola 8 Uhr bei Bfeiffer, Hausburgstr. 2. Fahnen und Banner sind vom Abteilungsleiter usдuholen. 43. bt. Borm. 10 Uhr bei Neim, Urbanstr. 29, wichtige Zusammenkunft der Funktionäre. 47. Abt. Treffpunkt sur Filmaufnahme im Schloß Schönholz morgens 8 Uhr am Feuerwehrdenkmal Mariannenplak. Charlottenburg. 53. Abt. Treffpunkt vorm. 9 Uhr am Bahnhof Beuffelftraße zur Filmaufnahme. Rote Fahnen mitbringen. 58. bt. Borm. S Uhr am Bahnhof Roo, gemeinsame Abfahrt nach Schloß Schönhola. 91. Abt. Neukölln. Treffpunkt aur Filmaufnahme norm. 8 Uhr Biebrich, Ede Hermannstraße. Fahrt mit Linie 36 bis Sdönhola. 125. Abt. Weißenfee. Borm. 9 Uhr Besichtigung des von der städtischen Ge. meinde aur Friedhofserweiterung gewünschten Laubengeländes. Treffpunkt 9 Uhr Schule Wörthstraße. 123./130. bt. und Heinersdorf. Die Mitglieder beteiligen fich an der Filmaufnahme. Treffpunkt 9% Uhr Schloß Schönhola. Banner und Fahnen find mitzubringen. 143. bt. Waidmannslust. Treffpunkt aur Filmaufnahme im Schloß Schönhola Bahnhof Waidmannsluft vorm, 9% Uhr. Am Dienstag, ben 6. Oktober, abends 75 Uhr, Beteiligung an der öffentlichen Rundgebung bei Ramlow, Schönhola. Treffpunkt Bahnhof Baidmannsluft abends 7.10 Uhr. Jungfosialisten. Gruppe Neukölln I: Früh 7 Uhr Treffpunkt Ringbahnhof Reuton Jugendveranstaltungen. Borfikendenkonferenz heute, Connabend, ben 3. Oftober, abends 7 Uhr, im Jugendheim 2inbenstr.&. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein Sutritt. Die Arbeitsgemeinschaft bes Genoffen Abraham tagt im Winter. halbjahr wegen der ftarten Teilnehmerzahl in amei Gruppen: 1. jeden Dienstag 7 Uhr: Einführung in die Boltswirtschaftslehre. Beginn: Dienstag, 6. Oftober; 2. jeden Mittwoch 7% Uhr: Probleme des Sozia Tismus". Beginn: Mittwoch, 7. Ottober. Die Rufammenfinfte finden porläufig im Jugendheim Lindenste. 3 ftatt. Reue Teilnehmer werden auf den Eröffnungsabenden beider Gruppen noch angenommen. Für die Sngendreihe am Sonntag, ben 4. Dftober, norm. 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus find noch Karten anm ermäßigten Breise im Jugend Die Genoffen, die bei der Jugenbweihe am 13. unb fetretariat zu haben. 20. September als Orbner tätig maten, bitten wir, auch morgen, Sonntag, um 9 hr zu erscheinen. * Stoppenstz. 76, Abt. Fricbrichshain: Anla bes Andreas- Gommafiums, Schulen tlaffungsfeier am Sonnabend, ben 8. Dober, aberbs 7 Uhr. Lentwig: Funktionärversammlung beim Genoffen Bade. Morgen, Sonntag, den 4. Oktober: Bruno Schönlant lieft abends 7 Uhr im Jugendheim Sindenftr. 3 ans find herzlich eingelaben. Untofienbettreg 20 1. eigenen Werken vor. Die Jugendgenoffen und genoffinnen anderer Gruppen Ueber die Vorgeschichte schwebt ein gemisses Dunkel, das auch heute in der Berhandlung noch nicht aufgeklärt werden fonnte. Die Stellung des R. bei der geschädigten Bant war ziemlich einflußreich. So gelang es ihm, seinen Freund, der aus der Filmbranche tam und Dom Bankleben recht wenig Ahnung hatte, als Raffierer bei sich unterzubringen. Sch. will sich gegen diese Verwenduna zuerst gestraubt haben, hat sich aber als guter Rechner sehr schnell darin zurechtgefunden. Als ihm eines Tages auf ganz unerklärliche Weise 300 Mart aus seiner Raffe fehlen, vertraut er sich seinem Freunde an, der sich verpflichtet, die Sache unter der hand" in Ordnung zu bringen. Um seine Stellung nicht zu verlieren und damit seine Familie in die größte Not zu bringen, ging Sch. darauf ein. Der Profurist ließ nun auf einen Reichsbantsched Geld holen, deffen Eingang er nicht verbuchte. Sum großen Leidwesen des Raffierers blieb es aber nicht bei diesem einen Manto, sondern in noch weiteren fieben oder acht Fällen verschwanden ihm aus feiner Kasse auf diefelbe geheimnisvolle Weise Beträge, die schließlich die Summe von 4000 mart erreichten. Immer wieder war es der Profurist, der feinem Freunde half und die Fehlbeträge ersezte. Allmählich geriet Sch. mun vollkommen unter den unheilvollen Einfluß feines Freun des, der ihm auch noch Barzuwendungen von 2000 Mart machte, ihn dafür aber wie einen Lehrling behandelte. Das Geld haben beide, wie sie in der Verhandlung offen zugaben, auf recht leichtsinnige Weise verjubelt. Das Gericht machte feinen Hehl daraus, daß doch schließlich nur R. als Profurist Gelegenheit finden fonnte, an die Raffe heranzukommen. Der Angeklagte bestritt dies aber entschieden und will mit den Diebstählen nicht das gerinaite zu tun gehabt genoffen wegen Werbeabend in Briz. haben. Der Staatsanwalt ging mit beiden Angeklagten ziemlich scharf um, er betonte den außerordentlichen Leichtsinn beider Angeftellten, die sich in ausfömmlichen Verhältnissen befunden hätten. Ein derartiger Bertrauensbruch muffe, wenn auch beide bisher noch unEr beantrage gegen den bestraft wären, hart geahndet merden. Broturisten R. ein Jahr und sechs Monate Gefängnis, gegen den Raffierer Sch., den er allerdings als den Verführten ansehe, eine Ge fängnisstrafe von vier Monaten. Das Gericht sah die Sache dies. mal noch ziemlich milde an, es hielt den beiden das offene Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit zugute. Ferner fonnte the aur Filmaufnahme Schloß Schönholz. Rote Fahnen fub mitzubringen. es auch den Tatbestand des Betruges nicht aufrechterhalten, sondern nahm fortaefeßten gemeinsamen Diebstahl an R. wurde zu fieben Monaten, Sch. zu drei Monaten Gefängnis Derurteilt. Mit Rücksicht darauf, daß R. Bater mehrerer unmündiger Kinder ist, murde der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Erdbeben und Unwetter in Japan. Tofio, 2. Dftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Umgebung von Colio und Botobama wurde am Donnerstag durch einen heftigen Erbstoß erschüttert, das Meer überschwemmte gleich Wieder find zahlreiche zeitig einen Teil des Landes. Menschenleben zu beklagen. In der Nacht zum Mittwoch batte ein furchtbarer Sturm und Regen eingefeßt, wie ihn Japan seit Jahren nicht erlebt hat. In otobama wurden burch die Katastrophe 20 Personen getötet. Schwerer Unfall eines Brandmeisters. Gestern abend brach in der Tischlerei in der Roppen. Hobelspänen usw. reichlich Nahrung fand. Die Feuerwache aus der Memeler Straße entsandte einen Löschzug, der das Feuer nach einstündiger Tätigkeit löschte. Der Brandmeister Falg geriet bei seiner Arbeit in einen Fahrstuhlschacht und stürzte hinab. Mit schweren Verlegungen wurde er in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. mittag gegen 4½ Uhr stand ein großer Kornfpeicher auf dem Gute Schmetzdorf bei Bernau in hellen Flammen. Die freiwillige Feuerwehr aus Bernau rückte an und rief Hilfe aus Berlin herbei. Zwei Fahrzeuge aus Berlin rückten an und gaben aus zwei B- und drei C- Rohren zwei Stunden lang Wasser. Nach angestrengter Tätigkeit gelang es, des Feuers Herr zu werden. Der Kornspeicher ist völlig niedergebrannt. straße 68 ein Fußbodenbrand aus, der an umberliegenden Parteinachrichten Gestern nachNeue Straßenbahnunfälle. In Steglik ereignete fich vor dem Hause Schloßftr. 116 in den gestrigen Abendstunden ein schwerer Straßenbahnunfall. 3wei Arbeiter, der 51jährige Buzer Kärtl aus der Borhagener Str. 113 und der C2 Jahre alte Arbeiter Karl Raporte, Oberschöneweide, Frischenstraße, wurden von einem Triebwagen der Linie 44 gefaßt und zu Boden geworfen. Kärt wurde mit einer schweren Rippenperlegung nach dem Rettungsamt Steglig und von dort nach dem Schöneberger Krantenhaus übergeführt. Kargorte, der eine Armwunde erlitten hatte, fonnte nach Anlegung eines Motverbandes nach Hause entlassen werden. Am Freitag nachmittag gegen% 4 Uhr ereignete fich ein anderer Straßenbahnunfall, bei dem glücklicherweise niemand zu Schaden fam. An der Ede Kaiserallee und Regensburger Straße in Wilmersdorf fuhr ein Straßenbahnwagen der Linie 77 in einen vollbeladenen Kohlenwagen hinein. Der Wagen tippte um und die ganze Ladung sperrte längere Zeit den Verkehr. Die Feuerwehr beseitigte das Hindernis. Bewaffnete Brandstifter? Der Gärtner Tolli, Friedenau, Thorwaldsen str, 13 wohnhaft, hörte auf dem Boden vers dächtige Geräusche. Ohne sich Hilfe zu holen, schlich er sich leise die Bodentreppe hinauf und beirat durch die offen stehende Tür den Borboden. Blöglich traten ihm zwei Männer mit den Worten: einen Laut, oder wir fiegen!" entgegen, wobei sie einen Revolver auf ihn gerichtet hielten.. flichtete eiligst die Treppe hinunter, rannte auf die Straße und rief das Ueberfalltommando herbei. Dbgleich dieses in furzer Beit Einfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, 2inbenstraße 3, für Groß- Berlin flets en bas Beatrissekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. 1. Streis Mitte. Beute abend 6 Uhr bei Archiefing, Aderfte. 1, Furze, äußerft wichtige Besprechung des engeren Vorstandes mit den Abteilungsleitern und Ordnerobleuten. Ausgabe der Sandzettel. 5. Kreis Friedrichshain. Achtung, Abteilungsleiter! Seute, Sonnabend, 6 Uhr, Sandzettel abholen von Rofin, Gubener Str. 19. 7. Kreis Charlottenburg. Aweds Abschreiben der Wählerlisten treffen fich fämtliche fchreibgewandten Genoffen Sonntag, den 4. Oftober, vormittags 9 Uhr, im Lotal Reimer, Wilmersdorfer Str. 21.- Die Sandzettel für Die Rundgebung müffen im Jugendheim abgeholt werden. Bei Bunge melden. Die Juristische Sprechstunde findet jeht wieder regelmäßig aweimal im Monat im Jugendheim Rofinenstr. 4 flatt, und zwar ant Sonnabend nach dem 1. und nach dem 15. eines jeden Monats nachmittags Don 5-6 Uhr, erftmalig alfo am 3. Oktober. 11. Areis Schöneberg- Fricbenan. Gonnabend nachmittag zwischen 5 anb 6 Uhr Abholen der Handzettel für die Dienstagverfammlung in der Spedition Belziger Str. 27. 14. Kreis Neukölln. Abteilungsleiter: Sonnabend, ben 3. Oktober, von 5 bis 7 Uhr wichtiges Material abholen vom Kreisbureau, Redarstraße. Die Abteilungen müssen Material aum Sonntag vorbereiten. 17. bt. Lichtenberg. Sonntag, den 4. Oktober, Handzettelverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. Die Sandzettel zur Wahlfundgebung am 6. Oktober können von der Spedition Seidel, Bartenbergstr. 1, abgeholt werden. 19. Streis Pankow. Die Sandzettet file die Bersammlung am Dienstag find om Sonnabend abend von Rißmann abzuholen. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 3. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner FunkSempelhof: Fahrt in die Dubrow. Treffpunkt 6 hr 961. Tempelhof. Steglis: Mondfcheinfpaziergang. Treffpunkt 6 Uhr Seim. Faltenberg: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Orlinau. Schönhauser Bortabt I: Heimabend im Jugendheim Schönfließer Str. 7. Werbebezirk Kreuzberg: Alle Genossen, die an der Jugendfeier mitwirken, müssen bestimmt um 9 Uhr zur Genepal probe im Orpheum, Safenheide, erscheinen. Werbebegirt Reukölln: Nachm. 4 Uhr im Seim Canner Straße Rufammenkunft aller Neuköllner JugendAbt. Weißenfee: Abends 47 Uhr im Sugendheim Noelde, de Charlottenburger Straße, Schufentlassungsfeier. Parteigenossen, Eltern und Freunde der Bewegung find herzlich eingeladen. Werbebezirk Ostbahn: Nachm. 2½ Uhr auf dem Städt. Spielplag in der Wuhlheide Waldfeft. Gefang, Mufit, Resitation, Ansprache, Bollstänze, gemeinsame Spiele. Treffpunkt 1% Uhr hf. Stoalau. Rummelsburg. Fahrt bis Gadowa. 115 Alle Genoffer treffen fich am Sonntag, soweit fie abtömmlich find, um Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefo& ftstelle: Berlin G. 14. Sebastianfte. 37/38. Sof 2 Tr. Gauvorstand. Sur Fahrt nach Belzig am Sonntag, ben 4., benuken bie Rameraden die Vorortailge ab Bhf. Charlba, bis Beeh- Seilftätten 7.17 und 10.55 Uhr. Dort umsteigen und Weiterfahrt nach Belzig. Kahroveis hin und zurrild 3,60 M. Rur Fahrt nach Müncheberg die Bilge 6.43, 6.56, 7.37 Uhr ab Schles. Bhf. Gonntagsrückfahrkarte 4. Klaffe Wafferfportabtellung: Rug Dahme, ligael und Faltboot Sonn2.10 m. tag, b. 4., vorm. 11% Uhr, Seddinfee, Alte Berliner Schweiz. Abends gemüt liches Beifammenfein bei Albrecht. Borhagener Str. 62, am Bhf. Stralau Rummelsburg. Kreuzberg: Sonntag, den 4., vorm. 10 Uhr, Treffpunkt Bhf. Friedrichstraße gegenüber Sentralhotel ne fahrt nach Belzig. BorortAugrüdfahrtarten 3,60 m. Ibsen. Treptow: Sonntag, ben 4., Herbstwande rung Tiefenfee Strausberg. Abfahrt vorm. 5.41 Uhe Briezener Bahnsteig. Sonntagsrildfahrkarte lösen, auch aur Rüdfahrt von Strausberg gültig. Breis 1,60 M. Bundesleidung. Ober, Riederschöneweide, Johannisthal: Go., b. 3., abends 6.10 Uhr, Antreten Sauptportal Bhf. Niederfchönew. Joh. zur Fahrt nach Tiefenfee. Reinidendorf: Co., d. 3., abends 7 Uhr, Antreten Borsig walber Festfäle in Borsigwalde, Spandauer, Ede Konradstraße. Sonntag, den 4.: Die nicht zur Filmaufnahme un 9% Uhre im Schloß Schönhola eingeteilten Rameraden fahren vorm, 6.56 oder 7.37 Uhr ab Schlef. Bhf. nach Münche berg. Erfner: Sonntag, den 4., vorm. 8 Uhr, Antreten bei Birling gue Auto- und Rabfahrt nach Müncheberg. Bohnsdorf: So., b. 3., 46 Uhr, Antreten der Rameraden im Reft. Heimann zum Bropagandaumaug burch Faltenberg. Kreisverein Treptow: Heute abend pinktlich 6 Uhr Antreten ber gesamten Mannschaften des Kreisvereins am Bhf. Grimau. Tambour forps ebenfalls dortfelbst. Fahnen und Schärpen find mitzubringen. Arbeiter Samariter- Bund, Rolonne Berlin. Sur Propagandafahrt treffen fich die Radfahrer am Sonnabend, ben 3. Oktober, mit Aembinde( weißen Ueberzug), Brunnenstraße, Ede Gustav- Meyer- Allee, 5 Uhr: 8ahlreiche Be teiligung wird erwartet. Die Landsmannschaft Birnbaum nub Umgegend Groß- Berlin begeht am Sonntag, den 4. Oktober, nachmittags 5 Uhr, in ben Germaniasälen, Chauffee. ftraße 110, ihr 13. Stiftungsfest. Gäfte find willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, vormittags 11 Uhr, Bappelallee 15, Bortrag bes Herrn Abolf Harndt: Luther, der Reaktionär". Harmonium: Aus Die Afrikanerin"( Menerbeer). Gäfte willkommen. Reichsbund der Kriegsbefjädigten und Hinterbliebenen, Bezirk Sentrum. Mitgliederversammlung am Montag, ben 5. Oftober, 8 Uhr Rofenthaler Hof, Rofenthaler Str. 11/12. Referent: Ramerad Chring vom Bundesvorstand. Das Geheimnis des Odol- Erfolges. Es ist wahr: Nicht viele Toilette- Gegenstände erfreuen sich so allgemeiner Beliebtheit wie die Odol- Flasche und das dazugehörige Mundspülglas. Sie würden staunen, wenn Sie hörten, wiekapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends biel Patete tagtäglich in alle Welt versandt werden. Fritz Badicke: Herbstwanderungen in die Mark" 6. Vortrag: „ Die Briese". 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Spiel und Sport. Dr. R. W. Schulte: Die Eignung zum Sport- und Verkehrsflieger": 7.30 Uhr abends:" Abt. Sprachunterricht. Esperanto( Direktor Jul. Glück). 3.30 Uhr abends: Chopin: 1. a) Ballade As- Dur. b) Nocturne Dos- Dur. c) Walzer Ges- Dur. 2. a) Etüde E- Dur, b) Etüde Ges- Dur, c) Etüde As- Dur, d) Nocturne H- Dur, e) Polonäse As- Dur( Paul Schramm, Klavier). Porten spricht über Erinnerungen aus meiner Filmtätigkeit. 9 Uhr abends: Lustiges Wochenende. 10 Uhr abends: Henny Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Dürfen wir Ihnen das Geheimnis dieses Erfolges anvertrauen? Es liegt in der überragenden Wirkung des dol. Denn nach dem heutigen Stande der Wissenschaft ist Ddol das beste Mittel zur Pflege von Mund und Zähnen. Serr Baul Rose, Karlshorft, Tage nach der VeröffenMichung ab ac- 12 Uhr während der oben bezeichneten] Junker- Jörg- Str. 30, beabsichtigt die rechnet, Schriftlich in doppelter Aus- Frist zur Einsicht aus. anbean Berlin, ben 30. September 1925. Der Stadtausfuk Berlin, Abt. L Dr. Gordan. Berlin. den 30. September 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I. Dr. Gordan. biblaiv 252. Bedarf Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Eisen-, Revolverdreher, Allen Freunden u. Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Vater, Schwager und Großvater Hermann Thieleke Rundschleifer u.-dreherinnen! am 29. Sept. Im 76. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Unfer diesjähriger Kunstabend findet am Sonnabend, den 31. Oktober, in der Karten zum Preise von 1,50 m. inkl. Tanz und Steuer find bei allen KomL- Juergens miffionsmitgliedern und täglich bis 4 Uhr im Berbandshause, Schalter 13; ab 4 Uhr Alexanderplatz bis 7 Uhr, außer Sonnabends, Zimmer 4 zu haben. stoda Achtung! Betriebsräte Achtung! Preuss. Sudd. Montag, den 8. Oftober, abbs. 7 Uhr, im Sigungsfaal bes Berbandshaufes, Cinienfte. 83/85: Gruppenvolversammlung der Hauptgruppe II, nter gruppe 3 und 4. Der Gruppenvorstand trifft sich um 6 Uhr. Bollzähliges Erscheinen ist erforderlich. Mitgliedsbuch und-tarte legitimieren. Die Tagesordnung wird in ber Bersammlung bekanntgegeben. Errichtung einer Anlage zum Einsalzen fertigung oder zu Protokoll anzubringen. Rur mündlichen Erörterung der rechtungegerbier Tierfelle in Berlin auf dem Nach Ablauf dieser Frist tönnen Einseitig erhobenen Einwendungen wird Grundstücke Des städtischen Schlacht- wendungen nicht mehr erhoben werden. Dor unserem Kommiffar, Stadtoberhofes an der Thaerstraße( Kleinvieh Beschreibung und Reichnungen der ge- infpektor Genft, auf Mittwoch, den Stall C, Stall Nr. 11). planten Anlage liegen in unferem 21. Ottober 1925, vormittags 9 Uhr, in Etwaige Einwendungen gegen diefe Bureau, Berlin C. 2, Baifenstr. 27, unserem Bureau ein Termin anbeAnlage sind bei dem unterzeichneten 1 Treppe, Rimmer Scr. 59, an den Ge- raumt, au dem der Unternehmer fowie Stadtausichuk binnen 14 Tagen, vom fchäftstagen in der Reit von 9 bis bie Widersprechenden unter der Gröff Mal- u. Zelchen- euen Belt", Hasenheide, statt. Tage nach der Veröffentlichung ab ge- 2 Uhr während der oben bezeichneten nung geladen werden, daß auch bei rechnet, fchriftlich in doppelter Aus- Frist zur Einsicht aus. ihrem Ausbleiben mit der Erörterung fertigung oder zu Protokoll anzubringen. Rur mündlichen Erörterung der recht der Einwendungen vorgegangen wird. Nach Ablauf dieser Frist fönnen Ein- zeitig erhobenen Einwendungen wird wendungen nicht mehr erhoben werden. vor unserem Kommissar, Stadtober. Beschreibung und Zeichnungen der geinspektor Genft, auf Mittwoch, den planten Anlage liegen in unferem 21, Ottober 1925, vormittags 9 Uhr, in Bureau, Berlin C. 2. Baifenstr. 27, unserem Bureau ein Termin anbe 1 Treppe, Rimmer Nr. 59, an den Ge- vaumt, au dem der Unternehmer fomie schäftstagen in der Zeit von 9 bis die Widersprechenden unter der Eröff2 Uhr während der oben bezeichneten nung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung Frist zur Einsicht aus. Sur mündlichen Erörterung der recht der Einwendungen vorgegangen wird. zeitig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Kommiffar, Stadtoberinspektor Senft, auf Mittwoch, den 21. Oftober 1925, vormittags 9 Uhr, in Serr Walter Sachs beabsichtigt bie unferem Bureau ein Termin raumt, au dem der Unternehmer sowie Errichtung einer Anlage zum Einfalzen die Widersprechenden unter der Eröff- ungegerbter Tierfelle in Berlin auf dem nung geladen werden, daß auch bei Grundstüde des städtischen Schlachthofes der Thaerstraße( Schlachthaus C, Etwaige Einwendungen gegen diese Anlage find bei dem unterzeichneten Stadtausschuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach der Veröffentlichung ab ge Serr Siegfried Abrahamfohn rechnet, fdriftlich in doppelter Ausbeabsichtigt die Errichtung einer Anfertigung oder zu Brotokoll anzubringen. lage zum Einfalzen ungegerbter Tier Nach Ablauf diefer Frift fönnen Cin felle in Berlin auf dem Grundffilde mendungen nicht mehr erhoben werben. des städtischen Schlachthofes an der Befchreibung und Reidnungen ber geThaerstraße, Rinderstall A, Stall 10. planten Anlage liegen in unferem Etwaige Cinwendungen gegen biefe Bureau, Berlin C. 2, Balfenftr. 27. Anlage find bei dem unterzeichneten 1 Treppe, Rimmer Str. 59, an den Ge Stadtausschuß binnen 14 Tagen, vom fchäftstagen in der Reit von 9 bis Tage nach der Beröffentlichung ab ge- 2 Uhr während der oben bezeichneten rechnet, schriftlich in doppelter Ausrift aur Einsicht aus. fertigung oder zu Protokoll anzubringen. Aur mündlichen Erörterung ber rechtNach Ablauf dieser Frist tönnen Ein- zeitig erhobenen Einmendungen wird wendungen nicht mehr erhoben werden. por unferem Rommiffat, StadtoberBeschreibung und Reichnungen der ge infpeftor Senft, auf Mittwoch, ben planten Anlage liegen in unferem 21. Oftober 1925, vormittags 9 Uhr, in Bureau, Berlin C. 2, Waifenftr. 27, unferem Bureau ein Termin anbe Treppe, Rimmer Nr. 59, an den Geraumt, an dem der Unternehmer fomie fchäftstagen in der Reit von 9 bis die Widersprechenden unter der Eröff 2 Uhr während der oben bezeichneten nung geladen werden, bak auch bei Frift aur Einsicht aus. ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin. Den 30, September 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. L. Dr. Gorban. ihrem Ausbleiben mit der Grörterung Stall 13). der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin. den 30. Ceptember 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I. Dr. Gordan. Aur mündlichen Erörterung der recht aeitig erhobenen Einwendungen mir vor unferem Ronimiffar. Stadtober. inspektor Genst, auf Mittwoch. ben 21. Oftober 1925, vormittags 9 Uhr, in Sert Siegmund Martufe beabsich unferem Bureau ein Termin anbe vaumt, au dem der Unternehmer fomie ligt die Errichtung einer Anlage aum die Bidersprechenben unter der Eröff. Einfalzen ungegerbter Tierfelle in Bernung geladen werden, daß auch bei in auf dem Grund ftüde bes städtischen ihrem Ausbleiben mit der Grörterung Der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 29. September 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. L Dr. Gordan. bichstall A, Stall Nr. 4). Schlachthofes an der Thaerstraße( KleinCtwaige Einmenbungen gegen blefe Anlage find bei dem unterzeidyneten Stadtausfchuk binnen 14 Tagen, som Tage nach der Beröffentlichung ab ge Ser Lofer BIum Io beabsichtigt rechnet, fchriftlich in doppelier Aus die Errichtung einer Anlage zum Ein- fertigung oder au Brotokoll anzubringen, falzen ungegerbter Tierfelle in Berlin Nach Ablauf dieser Feist tönnen Einauf dem Grundstücke des städtischen wendungen nicht mehr erhoben werden. Schlachthofes an der Thaerstraße, Rin- Befchreibung und Reichnungen der gederschlachthaus C, öftlicher Eingang. planten Anlage liegen in unserem Etwaige Einwendungen gegen diefe Bureau, Berlin C. 2, Balfenste, 27, Anlage find bei dem unterzeichneten Treppe, Rimmer Nr. 59, an den GeStadtausschuß binnen 14 Tagen, Dom fchäftstagen in der Reit von 9 bis Tage nach der Beröffentlichung ab ge- 2 Uhr während der oben bezeichneten rechnet, Idriftlich in doppelter Ausrift aur Einsicht aus. fertigung oder au Brotokoll anzubringen, Rue milndlichen Erörterung der recht Nach Ablauf diefer Frift fönnen Cin- aeitig erhobenen Einwendungen wird wendungen nicht mehr erhoben werden, vor unserem Rommiffar, StadtoberBeschreibung und Reichnungen ber ae. infpektor Genft, auf Mittwoch, den planten Anlage liegen in unferem 21. Oktober 1925, vormittags 9 Uhr, in Bureau, Berlin C. 2, Baifenstr. 27, unferem Bureau ein Termin anbe 1 Treppe, Rimmer Nr. 59, en ben Geraumt, au dem der Unternehmer fomic fchäftstagen in der Reit von 9 bis die Widerfprechenden unter der Gröif 2 Uhr während der oben bezeichneten nung geladen werden, daß auch bei Frift zur Einsicht aus. Rur mündlichen Erörterung der vecht zeitig erhobenen Einmenbungen mirt Dor unferem Rommiffar, Stabtoberinfpettor Genft, auf Mittwoch, ben 21. Oftober 1925, vormittags 9 Uhr, in threm Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin. den 30. September 1925. Der Stadtausschus Berlin, Abt. L Dr. Gordan. unferem Bureau ein Termin anbe die Coriditung einer Anlage zum EinSere Mfred flaume beabsichtigt raumt, au dem der Unternehmer fomie fazen ungegerbter Tierfelle in Berlin die Bidersprechenden unter der Eröff: auf dem Grundstide des ftähtischen nung geladen werden, daß auch bei Schlachthofes an der Thaerstraße( Mittel ihrem Ausbleiben mit der Erörterung gang des Schlachthaufes A). Der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin. den 30. September 1925. Der Stadtausschak Berlin, Abt. L Dr. Gordan. Etwaige Einwendungen gegen biefe Anlage find bei dem unterzeichneten Stadtausschuk binnen 14 Tagen, vom Tage nach der Veröffentlichung ab geBere Mar Alein beabsichtigt bie rechnet, fchriftlich in doppelter Aus Errichtung einer Anlage zum Ein- fertigung oder zu Protokoll anzubringen. falzen ungegerbter Tierfelle in Berlin Nach Ablauf diefer Frist tönnen Ein auf bent Grundstilde des ftabtischen mendungen nicht mehr erhoben werden. Schlachthofes an der Thaerstraße, Beschreibung und Zeichnungen der me Schlachthaus C, Stall 9. planten Anlage liegen in unserem Etwaige Einmendungen gegen diefej Bureau, Berlin C. 2, Waifenstr. 27, Anlage find bei dem unterzeichneten 1 Treppe, Rimmer Nr. 59, an den Ge Stadtausschuß binnen 14 Tagen, vom fchäftstagen in der Reit von 9 bis Er und J.H Du Dein Alter genieße in Ruhe und telle biefe Tage wieber mit den Kindern. Nicht die Zahl an Jahren machen Dein Alter, fondern allein nur ber Umstand, wie alt Du Dich fühlst. Du kannst länger fung bleiben und Dein Alter fonnig verbringen. Die täglichen feinen Brisen Dr. Schröder's- Aufbaufalz Täglich machen e Dir fehlt baber mus 2x1 Brife Aufbau- Sals 1 gange Leben Jugenbl Das Salz bes Lebens" ist ein vitaminhaltiges Nähr falz- Präparat, hergestellt nach ben neuesten Errungen fchaften der Bitamin- Nährsalz- Wissenschaft Efchafft gefunded, alfaltreiches Blut. Es behebt. 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Tod Schiller Theater 8 Uhr: Doppel selbstmord Grevenberg, Müthel, Wegener Preise: 1,50-12 M. KleinesTheater Heute geschloss. Montag, d. 5. Okt. 7 Uhr Zum 1. Male: Hochzeitstage Schauspiel von Geraldy Preise: 3,00-15,00 Trianon- Th Tägi. 8 Uhr Städtische Oper Im Damencoupé Charlottenburg Heute 7 Uhr: Die Bohème Abonnem.- Turnus 1 Schwank von Hennequin and G. Mitchel Preise: 1,00-8,00 Täglich 8 Uhr: 1. Woche HALLER Dentsches Theater REVUE 7 Uhr: 1925/26 Die heilige ACHTUNG! Johanna von Shaw WELLE Preise v. 1,50-12 M. Kammerspiele 8 Uhr: Mann Tier Tugend 505!" THEATER ADMIRALZ. PALAST Friedenspreise! II. Rang von 2 Mk. Parkett von 4 Mk. von Pirandello Logen von 8 Mark Sonntag Die Komödie vorstellungen Kurfürstendamm 207 8 Unr Gesellschaft v. John Galsworthy 3 u. 8 Uhr Nachm die ganze Vorstellung zu halben Preisen Central Theater 8 Regie: M. Reinhardt Trieschübel SCALA Metropol- Theater 8 Uhr Internat. Varieté Sonntags 30 zu ermäßigt. Preis. das volle Progr. Täglich 8 Uhr: Claire Dux als Mamsell Angot Kirchhoff, Leux Hansen, Arno Karsavina Preise der Plätze: von Mark 2,- an Stg nachm. 3 Uhr: Harusell Angot Komische Oper Direktion: James Klein Heute Premiere 1 der größten Revue der Welt Von A- Z Jan Eine Reise durch die Weltgeschichte in 3 Stunden von Gustav Rickelt u. Schmitt f. d. Revuebühne bearbeitet v. James Klein mit Einlagen von Leo Heller, in Szene gesetzt von Dir. James Klein. Tänze: Trojanowski. Musikal. Leitung: Fr. Dölle. Musik: Zusammenstellung der kommenden internationalen Schlager- Musiken. 40 Bilder! 300 darstellende Mitwirkende! Die Komische Oper bringt in diesem Jahr eine Ausstattungspracht, die selbst die kühnste Phantasie des Revue- Besuchers überraschen wird. Aus der Bilderreihe: Im Paradies Im Wundergarten In Babylon Bei den Germanen Der Brand Roms Die Rheinberge Das Leben in Japan Sanssouci en miniature 1813 Berliner Leben Kreuzworträtsel Zukunftsbilder ,, Im Reiche der Pelze"| ,, Der Schmuck d. Fran" mit Chinchilla- Vorhängen ( Elne Ueberraschung) In d. Hauptrollen: Paul Beckers, Paul Westermeler Elisabeth Balzer Olly Stüver Lotte Dobischinski Else Reval Miss Maud Nielsen Tutti Rüter Else Fischbach Nada Careni Erich Poremski Georg Erich Schmidt Joseph Rehberger Paul Bechert Hans Kubitzki Richard Senius Hans Berg Karl Kahlmann Auftreten von Karinska und Dolinoff berühmtestes Tänzerpaar der Welt v. Casino de Paris 7 Hassans, Meisterspringer; Overburg, Meisterstepptänzer; Ludy Sambl, Vedette v. Folies Bergère, Paris; Juanita Casanova, die sebönste Spanierin; Mister Robinson, Tanzmeister vom Colosseum, London. Vorverkauf für die Premiere u. die ersten 8 Tage hat begonnen Eintrittspreise 2 bis 20 Mark Berliner Theater 8 Uhr: Gastspiel Kammersänger Theater in der Kommandantenst Großes Schauspielhaus 8 Uhr: Zum 316. Male Marie Escher a G. Rich. Tauber Anneliese v. Dessan Musik. Leitung E. W. Korngold Eine Nacht Stg, nachm. 31 U. Kleine Preise! in Venedig Anneliesey.Dessau Operette in 3 Akten von Johann Strauß Neues Th. a. Mollendorfpl. 8 Uhr: Die hellblauen 99 Direktion Karl Rosen Täglich 8% Uhr: Für Dich!" Regle: Erik Charell 12 2 WINT DORTEN શ્રેણી 7 6 Amarantina im Rahmen des abwechslungsreichen Musik u.Gesangstexte: Ralph Benatzki Oktober- Spielplans Bühnenbilder u. Kostüme: Ernst Stern Parkett M. 5.-, Balk. M. 4.-, I. Rang M 3.-, 2. Rang M. 1. 0, 3. Rang M. 0.75, Logen u. Theater am Vorverkauf ab 10 U. vorm. ununterbr. Täglich 8 10 Uhr: Morgen 2 Vorstellungen Schwestern Olly- Polly Für Dich! Die neue Künnecke Operette von Kollo Operette 66 Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise, Th. Rauchen gestattet ( Neues Operettenhaus) am Schiffbauerdamm Circus 8: Lady Fanny und Uusch die Dienstbotenfrage Wallner- Theater 8 U.: Meiseken 3- Uhr Nachmittags- VorEmmy Sturm stellung zu ermäßigten HerrnfeldDie Koblanks Curt Bois Täglich 8 Uhr im Theater i. d. Lützowstr. 112 Ecke Flottwellstr. 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Dem Jahresbericht des ostelbischen Braukohlensynditats für 1!i?4/2S find bemerkenswerte Daten über die heutige Lage der deutschen Braunkohlenindustrie zu entnehmen. Die deutsche Braun- kohlenindustrie hat in den Kriegs- und Inflationsjahren eine mächtig« Entwicklung durchgemacht. 1913/14 bis 1922/23(dem letzten Inflationsjahr vor dem Ruhrkrieg) war die Rohbrounkohlenförderung von 94,9 auf 136,2 Millionen Tonnen gesteigert worden. Der R u h r k r i e g brachte infolge der Einschränkungen des Steinkohlenbergbaues an der Ruhr gerade- zu ein« Treibhouskonjunktur besonders für die Braunkohlen- industrie Mitteldeutschlands und der Riederlausttz, die durch die gleich- zeitig erfolgte Mattsetzung der rheinischen Braunkohlenberg. werke noch gesteigert wurde. Mitteldeutschland und das ostelbische Gebiet konnten infolge des Ruhrkrieges ihr« Prvzentanteile an der Gesamtförderung von 43,9 auf 49,6 bzw. 27,6 auf 31,4 Proz. steigern, während die rheinischen Bergwerke mit ihrer anteiligen Förderung von 27,1 auf 17.6 Proz. zurückgingen. Dies« Treibhauskonjunktur der Kriegs- und Inflationszeit führte natürlich zu starken Ausbauten der Bergwerke und zu immer neuen Aufschlüssen von Braunkohlenseldern. Ein mächtiges Kapital wurde investiert. Das zeigen die Aktienkapital- summen, die beispielsweise bei den 13 größten Werten des mitteldeutschen Gebiets heute im Bergleich zur Borkriegszett aus- gewiesen werden. Während diese 13 Gesellschaften im Jahre 1913/14 mit 116,7 Millionen Mark Aktienkapital arbeiteten, verlangten im Jahre 1924/23 254,6 Millionen, da» sind 118 Proz. mehr. Gewinne und Dividende. Di« Stabilisierungskrife in Deutschland, die die Folgen der Ueberkapitalisierung enthüllte, und die internattonal« Steinkohlenkrife, die zur verschärften Konkurrenz der vielfach verdrängten Steinkohle gegen die Braunkohle führen mußte, mußten sich infolgedessen auch scharf gegen die Braunkohlenindustrie richten. Die heftigen Erschütterungen der deutschen In- dustri« fett dem Ende vorigen Jahres, die Versuche der Stein- kohle des In- und Auslandes, den an die Braunkohle v e r- 'orenen Boden zurückzuerobern, die von der Steinkohle erziellen Subventionen und Frachtenermäßigungen mußten sowohl die Absatzziffern als die Konkurrenzverhältnisie zuungunsten de? Braunkohle verändern. So ist es kein Wunder, daß die Braun- kohlenindustrie, die noch vor einem halben Jahre als eine der lukrativsten Deutschlands angesehen wurde, heute klagt. Zwar zeigen die Gssamtförderungsziffern für 1924/25 noch kein« auffälligen Rückgänge. Die Förderung blieb mit 129,4 Millionen Tonnen nur wenig hinter dem Rekordjahr 1922/23 mit einer Förde- rung von 136,2 Millionen zurück. Aber die zu dem neuen Geschäfts- jähr 1925/26 gemeldeten vielfachen Stillegungen und Ueber- tragungen der Förderungsbeteiligungen auf andere Gruben, auch die zwischen der Deag undd«nRütgerswerkenz.B. er- folgte Vereinigung der Braunkohleninteressen lassen auf eine be- deutend erschwerte Lage schließen. So klagt das ostelbische Braun- kohlensyndikot schon für das abgelaufene Jahr 1924/25 über einen Rückgang der Rohkohlenverladung, die besonders für die Industrie in Frage kommt, der gegenüber 1923/24 43,2 Proz., gegenüber 1922/23 gar 64,9 Proz. beträgt. Was diese Ziffern de- deuten, kann man daraus ermessen, daß 99 bis 95 Proz. des Rohkohlenobfatzes an die Industrie erfolgt(davon in den einzelnen Jahren 39— 45 Proz. allein an elektrische Kraftwerke). Wie die Ziffern des ostelbifchen Syndikats beweisen, liegt der chauptrückhalt der Braunkohlenindustrie heute in der Brikett- Herstellung für den Hausbrand, die Landwirtschaft und das Kleingewerbe, auf die in den Iahren 1921/22 bis 1924/25 57 bis 68 Proz. des Brikettsabsatzes entfielen. Rur das rheinische Braunkohlengebiet dürfte in einer günstigeren Loge sein, einmal, weil es den Vorzug der Wasserwege und der Nähe massierter In- dustrien hat, sodann weil die dortigen Bergwerke für die direkte Verwertung(Kraft und Chemie) bessere Bedingungen haben. Der heftige Kampf, der heute von der Braunkohlenindustrie für Frachtenoerbilligung geführt wird(die Frachten sind in- folge des Wassergehalts und des leichteren spezifischen Gewichts der Braunkohle für die Konkurrenzfähigkeit entscheidend), ist daher begreiflich. Um so mehr muß aber, nachdem der Hausbrand zur Hauptquelle für die Rentabilität geworden ist, die Preispolitik befremden, die den Hausbrand mit besonders hohen Winterpreisen zugunsten billiger Sommerpreise für die Industrie auswuchert. Daß es heute auf großen Absatz und kleinen Nutzen ankommt, wenn man die Konkurrenz schlagen will, scheinen die Braunkohlenleute noch wcht begriffen zu haben. Auch die furchtbaren sozialen Mißstände in der Braunkohlenindustrie Mitteldeutschlands und besonders der Lausitz, die kürzlich im»Vorwärts� in dem Artikel �Höll« auf Erden' geschildert worden sind, erhallen durch die Loge der Industrie keine Rechtfertigung. Wenn die Braunkohlernndustri« in schwiegere Verhältnisse gekommen ist, so ist das in der Hauptsache die Folge der Ueberorganisation und der Dispositionsfehler der Unternehmer selbst. Heute alle Folgen auf die Ar- b e i t e r s ch a f t abzuwälzen, ist nicht nur brutal, sondern es muß sich auch an der Industrie selbst aufs schwerste rächen. tzänülerweisheit. Die Konsumvereine find schuld an der Teuerung! In der„Deutschen Kolonialwaren- und Lebensmittel-Rundschau' vom 13. September 1925 stand zu lesen: Die Konsumvereine als Lebensmittelverteuererl Die Konsumvereine behaupten von sich, preisermäßigend auf die Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände einzuwirken. Mit dieser Behauptung gehen sie hausieren und aus den Gimpelsang. Sogar kein geringerer als der höchste' Beamte des Reiches, Reichskanzler Dr. L u t h e r, ist dieser bewußten Irreführung zum Opfer ge- fallen: er hat bekanntlich den Beamten, Angestellten und Arbeitern den Beitritt zu den Konsumvereinen empfohlen. Die Konsumvereine schlachten denn auch diese Entgleisung des Reichs- kanzlers reichlich aus, wie wir schon in mehreren Artikeln beleuch- teten. Wie in Wirklichkeit die Konsumvereine genau das Gegen- teil von dem sind, was sie behaupten, also statt Lebensmittel-Der- billiger Lebensmittel- V e rt e u e r e r, mag neben den sonstigen Beispielen folgender Fall zeigen: In der letzten Sitzung des Nah- rungs- und GenußmIttelausscKusses der I n d u st r i«- und Handelskammer zu Berlin unter dem Vorsitz des Vize- Präsidenten Richard R i e l wurde von einein Sachverständigen auf diesem Gebiete erklärt, daß die Preise für Konserven in letzter Zeit so gesttegen seien, sei lediglich Schuld der Große! n- kauss- Gesellschaft Deutscher Konsumvereine, Hamburg. Wie in derselben Sitzung betont wurde, habe man in diesem Jahre bei allen Obst- und Gemllsearten, die für die Konservenindustrie in Be- tracht kommen, eine Minderernte. Die Konservenfabrik der Konsum- vereine habe im Gegensatz zu den anderen Konservenfabriken keine eigenen Gemüse- und Obstplantagen. Sie ist also gezwungen, samt- liches Gemüse und Obst aufzukaufen. Um nun den erforder- lichen Bedarf heranzuschafscn, kaufte sie auf, was sie konnte, und zahlte jeden geforderten Preis. Dadurch trieb sie die Preise für Gemüse und Obst in die Höhe, und infolgedessen sind die Preise für Obst- und Gemüsekonserven gestiegen. Man sieht auch hieraus wiederum, daß auch bei den Konsum- vereinen nur mit Wasser gekocht wird. Unsere Leser aber mögen diese Preisoerteucrungsmethode der Konsumvereine ihrer Kundschaft, wenn sie über die hohen Preise für Konserven schimpft, mitteilen, und so durch diese Aufklärung über den Ladentisch hinweg für den eigenen Berufsstand tälig sein.' Wir sind von Verbandssyndici an volkswirtschaftlicher Weisheit schon allerhand zu hören gewohnt. Was hier aber von einem angeblich Sachverständigen vor einem angeblich ebenfalls sachverständigen Gre- nlium vorgetragen und sogar der Drucklegung für wert befunden wurde, das übertrifft die kühnsten Phantasien, die man sich bisher von dem„Sachverständnis' der Interessenten machen konnte. Die Groheinkaufsgesellschaft ist, das weiß man, und das ist auch bis zu einem gewissen Grade verständlich, vielen Händlern ein Dorn im Auge. Es ist kein Wunder, daß man sie nieder- konkurrieren will. Ein Wunder ist es aber, daß die Kon- seroenfabriken diese wundervolle Gelegenheit im letzten Jahre so voll- ständig verpaßt haben. Denn wenn es wahr ist, daß die meisten Konservenfabriken ihr Gemüse und Obst in eigenen Plantagen ziehen, so waren diese doch von dem Marktpreis vollkommen u n a b- h ä n g i g und sie hätten der GTG. einen empfindlichen Schlag oer- setzen können, wenn sie nun eine umfassend« Schleuderkonkur- renz eingeleitet hätten. Daran dachten sie natürlich in ihrem gut- artigen Gemüte nicht, sie dachten auch nicht daran, daß der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, und daß sie die Mög- llchkett hatten, durch ein starkes Angebot ihrer billig her- ge st eilten Konserven alle.Merteuerungsabsichten' der Großeinkaufsgesellschaft zu durchkreuzen. Wahrscheinsich war diesen Leuten der Prosit lieber als der Kampf. Auch das wäre oer- ständsich. Unser st ändlich wäre es dann aber, daß sie aus- gerechnet die GEG. der Preistreiberei bezichtigten, während sie doch selber alles dazu getan haben, um ohne Grund die Preise hochzuhalten, während sie auf der anderen Seite zugeben müssen, daß die GEG. ihre Preispolitik auf ihren teueren Einkaufspreisen auf- bauen mußte. Die ganze Beweisführung der Händler bricht demnach voll- kommen zusammen. Gehässigkeft ist eben ein schlechter Führer in ökonomischen Fragen. Sämtliche Gemüsekonserven- sab r i k e n müßten, wenn der famose Sachverständige recht hätte, unter Anklag« wegen Wuchers gestellt werden, weil sie unter Ausnutzung einer Notmarktlage Preise mit unangebrachtem Gewinn genommen haben. Wir glauben nicht, daß man damit das Richtige treffen würde: eher glauben wir, daß die Darstellung de» Sachverständigen ebenso falsch war wie seine ökonomischen Schlußfolgerungen. Wert wäre es immerhin, den Namen des Mannes zu hören, der sich nicht schämt, sich so freimütig zu blamieren. Ge- glaubt wird seine Dummheit von dem amtlichen Organ der Deut schen Kolonialwaren- und Lebensmittelhändler, da» die Intelligenz seiner Verbandsmitglieder in einer geradezu beleidigenden Weise ge- ring einschätzt. Vielleicht nehmen diese Veranlassung, sich dagegen zur Wehr zu setzen._ Der Stumm-Konzern in Aahlungsnötea. Bevorstehende Sanierung? Nach dem Zusammenbruch des Sttnnes- und des Sichel-Konzerns mußte die Nachricht, daß auch der Stumm- Konzern in Zahlungsnöte geraten ist, großes Aufsehen erregen. Ebenso wie beim Stinnes-Konzern sollen auch hier Auslandswechsel den Anstoß dazu gegeben haben, daß das Unternehmen sein« Zahlungen nicht voll erfüllen, sondern um eine Stützungsaktion nachsuchen muhte, zu der die beteiligten Großbanken auch bereit zu sein scheinen. Der Betrag. der zur Flottmachung de» Unternehmens benötigt wird, soll sich aus etwa 8 Millionen Mark belausen. Diese Summ« ist im Verhältnis zu den Unternehmungen des Konzerns nicht groß. Man kann also den Versicherungen aus Banktreifey Glauben schenken, wonach wahr scheinlich größere Schwierigkeiten oder gar«ine Liquidation des Konzerns nicht in Betracht kommt. Man wird sich aber dabei daran erinnern müssen, daß auch beim Zusammenbruch de» Stttmes-Kon zerns die Bankschulden anfangs viel niedriger angegeben wurden, als sie schließlich in Wirklichkeit betragen haben und daß später die von den Banken zur Liquidation de» Konzerns durchgeführten Maß nahmen in einem auffallenden Widerspruch zu dem Optimismus standen, der in den ersten Pressemitteilungen der Gläubiger ent halten war. E» heißt denn auch, was übrigens beim Stinnes-Konzern'' an- fangs auch gesagt wurde, daß die Vermögenswerte die Schulden weil übersteigen und daß es sich nur um Zahlungsschwierig leiten vorübergehender Art handelt. Man wird ab- warten müssen, ob sich diese günstige Beurteilung bestätigt. Daß die Oeffentlichkeit ihr vollen Glauben schenkt, werden die Banken nach der bisherigen Art ihrer Presseinformationen kaum erwarten können, zumal Cinzeiheiien über den Status, der den Gläubigern vorgelegt wurde, bisher nicht bekanntgegeben worden sind. Lerhandlungen haben u. a. auch mit der Reichsbank stattgefunden, die bisher einen günsttgen Verlaus genommen haben sollen. Der Swmm-Konzern, der durch seinen reaktionären politisch außerordentlich tätigen Gründer schon vor dem Kriege eine große Rolle gespielt hat, war zunächst nach dem Kriege durch die Ab tretung des größten Teiles seiner Besitzungen, die vornehmlich an der Saar und in Nord-Lothringen lagen, empfindlich geschädigt worden. Die geriage Ersatzleistung die da»»eich zahlte, genügte ader, im Zusammenhang mit dem Inflationsraub der Sachwertbesitzer eine neue Konzernbildung zu ermöglichen. Man erwarb den Essener Bergwerksverein und den Aplerbecker Aktien-Berein für Bergbau. Die Expansion erfolgte besonders in der rheinisch-west- fälischen Eisenindustrie. Das Kernwert bilden die bekannten Gelsenkirchener Gußstahl- und Eisenwerke. Weiter gehören dem Konzern die Gußstahlwerke in Annam, die Stahlwerke Oecking und Kraft und das Gußstahlwerk Witten an. Außerdem besitzt es eine ganze Reihe von kleinen Betrieben in der Eifenhalb- fertigwarenindustrie im südlichen Ruhrrondgebiet, im Wuppertal und im Kölner Gebiet. Der Grosthandelsindex. Die auf den Stichtag des 39. September berechnete Groß- handelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegen- über dem Stande vom 23. September(124,9) um 9,6 Proz. auf 124,1 zurückgegangen. Gesunken sind die Preise für Roggen, Weizen. Hafer, Zucker, Speck, Hopfen, Rindshäute, Baumwolle, Benzin und einige Nichteisenmetalle. Höher lagen die Preise für Fleisch, Baum- wollgarn, Rohjute und Zink. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 129,9 auf 118,7 oder um 1,1 Proz. nachgegeben, während die Industriestoffe mit 134,2(Vorwoche 134,3) nahezu un- verändert blieben. Für den Durchschnitt September ergibt sich ein R ü ck- g a n g der Großhandelsindexziffer von 131,7 im Durchschnitt August auf 125,9 oder um 4,4 Proz._ Eine merkwürdige Bilanz. Für das Buchdruckgewerb« brachte das Jahr 1924 ein« außerordentlich günstige Konjunktur. Es gab weder unbeschäftigte Betriebe noch in irgend bemerkenswerter Zahl Arbeitslose. So erzielte auch die mit großen Konzernen des Buchdruckgewerbes zusammenarbeitende A. Seydel u. Cie. A..G., Berlin schöne Gewinne. Niemand wird ihr diese Ge- Winne zum Vorwurf machen: denn zum Gewinnemachen ist eine private Aktiengesellschaft da. Aber da die Gesetzgebung für Aktien- gesellschaften vorschreibt, daß sie öffentlich bilanzieren und ihre Bilanzen wahr sein müssen, sollte man auch erwarten, daß die Gewinne richtig ausgewiesen werden. Darüber er- weckt die Bilanz der Seydel u. Cie. A.-G. aber gründliche Zweifel. Sie weist einen Reingewinn von 141 945 M. auf ein Kapital von 1 Million aus: davon gibt es 7 Proz. Dividende für die Aktionär«, während der Rest an den Reservefonds und auf neue Rechnung geht. Es werden auch Abschreibungen in nicht zu großer Höhe ausgewiesen: 89 999 M. auf Werte von rund 499 999 M. Immerhin 29 Proz. Soweit ist alle» in Ordnung. Schwerste Zweifel in die Richtigkeit des ausgewiesenen Gewinnes aber er- weckt der Vergleich mit der Goldbilanz. In der Ab- schlußbilanz sind nämlich große Posten einfach ver- s ch w u n d e n: so der ganze Posten Grundstücke mit 369 591 M. In den Schulden fehlt der Hypochekenposten mit 127 959 M. Wenn Grundstücke verkauft oder Hypotheken in so relativ großer Höhe gelöscht werden, erwähnt man das gewöhnlich im Geschäfts- bericht. Ueber den Vertauf der Grundstücke ist aber auch sonst nichts bekannt geworden. So dürften sie noch da. aber einfach abgebucht sein, um Gewinn« unterzubringen. Die Hypocheken- schulden find sicher aus Gewinnen getilgt. So darf man schon 488 451 M. tatsächlich erzieltien Reingewinn gegenüber der Ausgangsbilanz mehr annehmen als ausgewiesen ist. Wir wollen absehen davon, daß die Effekten und Beteiligungen um rund 156 999 M. höher bewertet sind als in der Goldbilanz. Auch darin stecken offenbar zu Aktienkäufen verwendete Gewinne. Ebenso davon, daß die Bestände um V* niedriger erscheinen, obwohl das Geschäft sich stark ausdehnte. Hier sind stille Reserven versteckt, was ohne größere als die ausgewiesenen Gewinne nicht möglich ist. Jedenfalls läßt der Vergleich mit der Goldbilanz ver- muten, daß nicht 141 945 M., sondern mindestens 639 999 M. Gewinn gegenüber der Goldbilanz erzielt wurden, unter Einrech- nung der neuen Beteiligungswerte sogar 7 86 9 9 9 M. Und zwar bei einem Aktienkapital von nicht mehr als 1 Million. Zu diesem Schluß muß man kommen, wenn der Geschäftsbericht und die Bilanzen alles für die Oeffentlichkeit Wissenswerte sagen würden. Möglich wäre allerdings, daß die Grundstück« doch verkauft worden sind und die Vermehrung der Betelligungen den Preis dafür darstellen. Das hätte dann ober unbedingt im Geschäftsbericht mitgeteilt werden müssen. Ob sich die Gesellschaft zu dieser merk- würdigen Bilanz äußern wird? Zur Hebung de» denlsch-itaNenifchen Warenaustausches. Das aus einer deutschen und einer italienischen Gruppe bestehende Transalpine Konsortium, das eine Hebung des Handels zwischen Süddeutschland und den Adriahäfen bezweckt, hielt dieser Tage in München eine Konferenz ab, an der von Italien sieben Ver- treter, darunter auch Regierungskommissare. teilnahmen. Aus dem Tätigkeitsbericht des Konsortiums wurde festgestellt, daß es gelungen fei, erfolgreiche Verhandlungen mit den deutschen, italienischen und österreichischen Eiscnbohnverwaltungen für eine Verbilligung der Frachtsätze und andere Erleichterungen im Güterverkehr zu schaffen Die Verhandlungen über den elektrischen Ausbau der Brennerlinie sind so gefördert worden, daß im Jahre 1926 mit der Ausnahme des eleluischen Betriebes auf der gesamten Strecke von München bis Venedig gerechnet werden kann Beide Gruppen kamen dahin übcrein. daß es notwendig sei, alsbald zwischen dem Deutschen Reich und Italien ein« Vereinbarung zu schaffen, wodurch die gegenwärtig noch bestehenden Reibungen in: Güterverkehr bc- seitigt werden sollen Verzögerung des Baues der schlesischen Berginanlage. Bekannt- sich soll auf Grund des Berginverfahrens tti Schlesien und zwar in Waldenburg, eine Fabrik errichtet werden, die Kohlen zu Oel verarbeiten will. Diese Anlage soll von einem dortigen Industriellen Dr. Gärtner, der Lizenzen auf das Berginverfahren besitzt, erbaut werden. Zum Bau der Fabrik sollte der Preußische Staat Kredite zur Verfügung stellen. Wie die„Konjunktur-Korrespondcnz' hört. sind in letzter Zeit Schwierigkeiten insofern aufgetreten, als der Preußische Staat für die gewährten Kredite gleichzeitig Recht« auf die Lizenzen beansprucht. Da über diesen Punkt bisher keine Einigung erzielt ist, wird in dem Bau vorläufig eine Verzöge- rung«intreten, so daß der früher in Aussicht genommen« Termin des Beginns der Produktion hinausgeschoben wird. Zinsberabscßang in Holland. Die Niederländische Bank setzte den Bantzinsfuß von 4 auf 3Z4 Proz. herab. Gerade die frühherbftliche Erkältung ist so gefährlich! Sie währt bis tief in den Winter fort und schwächt Ihr« Lebenskraft, so daß Sie sich ganz elend fühlen. Entledigen Sie sich ihrer! Es ist ganz einfach! Machen Sie zuerst einen gewöhnsichen Sirup aus 259 g Zucker in% Liter heißem Wasser, rühren Sie ihn gut um und fügen Sie 69 e Anfy(dreifach konzentriert) hinzu. Damit haben Sie für geringe Kosten einen Vorrat eines guten Hustensirups für eine Familie. Dieser angenehm schmeckende, selbst- bereitete Sirup tötet nicht nur die Erkältungskeimc, fondern schafft auch den entzündeten Membranen Linderung und Heilung. Ansy verschafft sofort Erleichterung und heili gewöhnlich den hartnäckigsten Husten in 24 Stunden. Wenn Sie wirtlich Heilung suchen, weisen Sie Ersatzmittel zurück! L. Arbeitersport. Arbeiter- Fußball am 4. Offober. " Am Sonntag finden im Berliner Arbeiterfußball einige sehr wichtige Spiele statt. Im Norden, Gruppe A, ist das Haupttreffen zwischen ,, Nordiska" und. Adler 08" auf dem Egerzierplag in der Schönhauser Allee. Teutonia 09" muß sich sehr anstrengen, wenn sie gegen den Arbeiter- Turnverein Pankow" gewinnen wollen. Das Spiel findet auf dem Andreas- HoferPlay in Pankow statt. Jn Abteilung B ist als wichtigstes Spiel Alemannia" gegen„ Spandau 25" auf dem„ Adlerplat", Christianiastraße, anzusehen. ,, Spandau 25", der jüngste Verein unserer Bewegung, hat sich überraschend gut geschlagen. Ob es aber gegen die gute Alemannia" reicht? Weitere Spiele im Norden: Gruppe A Bernau" gegen Hegermühle" in Bernau; Brig" in Brig. gegen Adler 12" „ Wacker 20" gegen Eisenspalterei" auf dem Exerzierplas Echönhauser Allee. Arbeiter- Sport- Verein 24" gegen Helvetia" " Sport. Kehraus in Treptow! Die fleine Treptower Bahn wird am fommenden Sonntag den legten diesjährigen Renntag veran stalten. Die allzeit rührige Direktion hat wieder ein gutes Pro. gramm zusammengestellt. Bei den Dauerfahrern ist als erster der bekannte Amerikaner Corry, der bereits im vorigen Jahre im Großen Preis von Berlin" im Stadion starten sollte, zu nennen. Corry ist einer der besten amerikanischen Dauerfahrer und, wie alle Amerikaner, Spezialist kleiner Bahnen. Seine Gegner sind Bauer und Krupkat, die beide in Treptow besonders gut eingefahren auf dem„ Teutoniaplay" in der Christianiastraße. Abteilung B" Borussia" find, sowie der Araber Nefatti, der bereits vor einiger Zeit auf der Olympia- Bahn sein erstes Debut gab. Die Fahrweise Ne= fattis brachte ihn sofort in die Gunst der Berliner Radsportfreunde und sein Zusammentreffen mit den Borgenannten dürfte daher mit besonderer Spannung erwartet werden. Besonders er, freulich ist der Entschluß der Bahnleitung, am legten Renntag den Anhängern des Fliegersports noch einige glänzend besezte Fliegerrennen zu bieten. Unsere besten deutschen Fahrer, an der Spize unser deutscher Meister Gottfried, Hahn und Rütt werden auf den Australier Spears und den Engländer Bailey treffen. Hiermit wird der kommende Renntag am 4. Ottober zu einem großen radsportlichen Ereignis gestempelt. Alle Teilnehmer bis auf Gottfried sind bereits in Treptow eingetroffen, um sich für die legte große Prüfung genügend vorzubereiten. Beginn der Rennen 3 Uhr. gegen Minerva" in Reinickendorf, Lindauer Straße. Fichte- Gesundbrunnen" gegen Sparta"-Nauen am Schäfersee in Reinickendorf- Ost. Viktoria" gegen ichte"-Nord in Eberswalde. Hertha" gegen„ Elstal" in Steinfurth. Bankow 08" gegen Vorwärts" in Pankow, Kissinger Straße. Abteilung C Spandau 63" gegen Sansa" in Spandau, Falkenhagener Chaussee. Wacker 24" gegen Sportverein 22" in Lichterfelde. Brieſelang" gegen„ Staaten" in Briefelang. Einigkeit 25" gegen Birkenwerder" in Repernid. ,, Wittenau" gegen Amateure" in Wittenau. Tegel 24" gegen Arminia" in Tegel. Jm Osten, Abteilung A, stehen sich in Adlershof, Bismardstraße, Fichte. Güd- Ost" und Adlershof" gegenüber. Frisch- Frei" gegen Alt- Glienice" in Niederschöneweide, Gasanstalt. Beuthen" gegen Treptower Ballspiel- Club" in Reuthen. Oberspree" gegen Verein für Bewegungsspiele" in der Wuhlheide, Städtische Spielwiese. Lustig- Fidel" gegen„ Dierfur" in Rubow, Neuköllner Straße. Abteilung B Lichtenberg II" gegen Borwärts 20" im Stadion, Lichtenberg. Weißensee" gegen Berliner Sport- Verein 16" in Weißensee, Rennbahn. Hertha 22" gegen Strausberg" in Lichtenberg, Wagnerstraße. Tasmania" gegen Neuenhagen" in Fredersdorf. Richterswalde" gegen Sadowa" in Richterswalde. Berliner Sport- Berein 22" gegen Brandenburg 22" in Hohenschönhausen, Sommerstraße. Abteilung C sieht das HauptSpiel in Lichtenberg i" gegen Brandenburg 02" auf dem Sportplag in der Sinnaststraße( Stralau- Rummelsburg). Lichtenberg III" gegen Friedrichshagen" in Lichtenberg, Trescow- Allee Romet" gegen Tasdorf" in Fürstenwalde. Askania" gegen Ketschendorf" in Cöpenid, Grüne Trift.„ Germania" gegen Sparta" in Weißensee, Rennbahn. Bezirk Südwesten, Gruppe A Nomawes" gegen„ Ballspiel- Club Moabit" im Park Babelsberg, Nowawes. Neukölln gegen Behlendorfer BallSpiel- Club" in Neukölln, Dammweg. Woltersdorf" gegen Schöneberg" in Woltersdorf. Luckenwalde 1" gegen Kreuzberg" in Ludenwalde.„ Berolina" gegen Brandenburg" auf dem Tempelhofer Feld. Abteilung Bertha" gegen Charlottenburg" in Luckenwalde. Lankwig" gegen udenwalde II" in Lant. wiz, Gemeindepart.„ Viktoria" gegen Rüstig- Borwärts" in Tempelhof, verTängerte Kaiferin- Augusta- Straße. Frisch- auf" gegen Rolzenburger SportBerein" in Luckenwalde. Abteilung C Mariendorfer Sport- Club" gegen Potsdam" in Mariendorf, Edernfühl. Jüterbog" gegen Ludenwalde III" in Jüterbog. Britannia" gegen Fußballring" auf dem Tempelhofer Feld. Trebbin" gegen Luckenwalde V" in Trebbin. Pflichtspiele: Teutonia 3" gegen Joachimsthal 1". Petersdorf" gegen Stralau". Rontordia" gegen Britannia". Neuköllner Ballspiel- Club" gegen Johannisthaler Ballspiel- Club". Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität, Ortsgruppe Berlin. Touren fir Sonntag, den 4. Oktober. Früh 8 Uhr im Treptower Park( Nundteil), große Spielwiese, Ausfahren des Bezirksmeisters im 100- Meter- Langsamfahren. Abteilungen, die noch nicht geübt, resp. ausgefahren haben, tönnen von morgens 7 Uhr an das Bersäumte nachholen. 1. Abt.: 7 Uhr Gamengrund, 12 Uhr Blumberg. Start Bülowffr. 55. 2. Abt.: 6 Uhr Päger Borderfee nach der Dubrow. Start Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: 8 Uhr Rüdersdorfer Raltberge, 1 Uhr Sirschgarten( Waldburg). Start Laufizer Plaz. 4. Abt.: Großes Rad. fahrer- Sportfest auf dem Sportplag Friedrichshain. Gammelstart 12 Uhr mittags Weberwiese. 8. Abt.: Sonnabend, den 3., Lampiontour nach Plögenfee( Waldhütte). Start abends. 7 Uhr Waldenserstr. 19. Sonntag, den 4., 2 Uhr nachmittags Streifzüge durch die Jungfernheide. Start Waldenser. Straße 19. 9. Abt.: Machnower Schleuse, Endziel gehlendorf, Karlstr. 12. Start 12 Uhr Schulftr. 114. 10. Abt.: Sportfest der 4. Abteilung. Start 12 Uhr Weberwiese. Ortsgr. Charlottenburg: Streifzüge Groß- Lichterfelde- TeltowRehlendorf, Karlstr. 12, 8 Uhr frith; 1 Uhr Rehlendorf. Start Galvaniſtr. 13. Ortegr. Niederschönhausen: 3. Ott. 20. Stiftungsfest in Bankow. 8 Uhr im Bürgerpark: 4. Oft., vorm. 10 Uhr, Sohen- Schöpping. Start Friedensplan. Ortsgr. Tegel: 1 Uhr am Start Schlieperstr. 67. Ortsgr. Lichtenberg: Streif züge durch den Grunewald. Start 1 Uhr Traveplag. Ortsgr. Neukölln: Streif züge Moorlate- Rehlendorf( Geride). Start 8 Uhr. 1. Abt. Herzbergplag, 2. Abt. Bahnhof Hermannstraße. Mittags 1 Uhr Rehlendorf beide Abteilungen. Bahnzennen des Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität". Da des Regens wegen am lekten Sonntag die Bahnrennen um die Bezirks- und Gaumeisterfchaften im Stadion Grunewald nicht stattfinden konnten, werden diese nunmehr am Sonntag, den 4. Oktober, dort ausgefahren. Antreten der Fahrer um 1 Uhr. Die Straßenrennen am 4. Oktober bei Gütergog fallen aus. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität“. Ortsgruppe Berlin, 4. Abteilung. Sonntag, den 4. Oktober, findet auf dem Sportplag Friedrichshain, Eingang Birchowstraße, ein. Sportfest der 4. Abteilung statt. Gammelstart für sämtliche Abteilungen, Weberwiese, mittags 12 Uhr. 1.45 Uhr Auffahrt zum Sportplag; bortselbst sportliche Vorführungen: Schul- Farben und Runstreigen; Rabball und Radpolo sowie leichtathletische Wettkämpfe. Eintritt 20 Bf. Nachdem gemütliches Beisammensein in Kellers Festfälen( Alhambra), Roppenstraße. Für die Genossen, die am Festzug teilnehmen, ist der Zutritt zum Sportplag frei. Touristenverein Die Naturfreunde"( Rentrale Wien), Ortsgruppe Berlin. Abt. Friebenau: Am Freitag, den 2. Oktober, Mitgliederversammlung. Referat des Genoffen Maspfuhl über Die Naturfreundebewegung". Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. Abt. Treptow: Freitag, den 2. Oktober, abends 28 Uhr, im Jugendheim Treptow, Elsenstr. 3, Lichtbildervortrag: Thüringen und der Rennsteig". Referent Genoffe Schuppa. Gäste willkommen. Gonnabend, den Ottober, Besichtigung der Vorwärtsdruderet. Treffpunkt 145 Uhr vor dem Eingang. Voranmeldung bis Freitag im Seim erforderlich. Aseite: Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, den 4. Oktober, Felth 6 Uhr, Streifzüge durch den Blumenthal. Endziel Tiefensee. Nachmittags 1 Uhr Ahrensfelde bei Schneider. Start Mariannenplag, Ede Waldemarstraße. Gäste willkommen. Freie Turnerschaft Biesborf. Berbehandball. und Faustball. fpiele zur Einweihung des Sportplages am Sonntag, den 4. Oktober, nachmittags 2 Uhr. Es spielen Handball: Biesdorf I gegen Moabit I, Oberspree gegen Neukölln 11; Fauftball: Biesdorf gegen Grünau( Frauen), Biesdorf gegen Mahlsdorf( Männer). Vorher Umzug vom Umkleibelotal Porath, Marzahner Straße 31, durch Biesdorf zum Sportplay. Sportgenossen und Freunde werden um rege Beteiligung gebeten. Touristenverein Die Naturfreunde", 8entrale Wien Abt. Norben. Sonntag, ten 4. Oktober, Fahrt nach Geegefeld, Faltenhagener See. Abfahrt Gesundbrunnen 7.04 Uhr, Bahnhof Putligstraße 7.22 Uhr. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 2. Oktober. 1. Rennen. 1. Cofimo( Ch.Mills), 2. Freiberg( Przyrembel), 3. Natal ( Herm. Schleusener). Toto: 23:10. Blaz: 14, 18, 17: 10. Ferner liefen Franlet, Liebesbiener, Die Leşte, Ingrid Halle, Konstanz, Edelreis, Möglich, Effi, Kurfürst, Cilento. 2. Rennen. 1. Thefter Belle( Ch. Mills), 2. Frechheit( H. Grube) ,: 3. Kammerfänger( Hedert). Toto: 25: 10. Blab: 19, 18, 28: 10. Ferner liefen: Crassus, Heidemann, Alvater, Elfchen, Aftorie, Corona Mc. Kinney, Johannistäfer, Alpenfeg, Baron Alatawah, Kuba, Allene, Torrero, Altgold, Karneval. & Rennen. 1 Dunajec( 6. Rautenberger), 2. Beter.( 2. Beiß), 3. Salome( F. Thomas). Tofo: 130: 10. Plat: 36, 30, 54: 10. Ferner liefen: sarwelle, Draga Watts, Heidefrau, Dilemma, Daisy Borthy, Sylvia Stout, Anna Larau, Morgensonne, Quitte B., Erane, Baron Gabler, Stüraffier, Kletterrose, Rotula, Elfenfönigin, Modern, Dina Watts, Armenier, Florida, Deutscher, Mailuft, Langemann. 4. Rennen. 1. Florian( Herm. Schleusener), 2. True For( Sauß jr.), 3. Fels( I, Mills). Toto: 113: 10. Plat: 28, 21, 16: 10. Ferner liefen: Aberglaube, Königsadler, Gänger, Hetman, Koranna, Lutullus. 5. Nennen. 1. Lebenstünstler( M. Ringius), 2. Herostrat( Hedert), 3. Manrico( Treuberz). Toto: 46: 10. Plat: 19, 17, 15: 10. Ferner liefen: Erich S., Sphing I angeh., Magowan, Donar, Roblenkönigin. 6. Rennen. 1. Mixer( Ch. Mills), 2. Altmart( Hedert), 3. Hochfels ( Raupper). Toto: 21: 10. Blaz: 15, 17, 16:10. Ferner liefen: Hilde I, Tudora, The Kitty. Cirano, Schwarzwaldmädel, Siegleicht, Barmaid, My Darling, Venus, Hadubrand, Bovan. 7. Rennen. 1. Sonbrette( Ch. Mins), 2. Edith Worthy( Hedert), 3. Juneleaf( J. Dfterhoff). Toto: 18:10. Blat: 16, 18, 79:10. Ferner liefen: Brogreß, Fafner J., Addie, Precious Watts, Brinzeß Berta, Barones Lybia, The Great Midwest, Pechfadel, Anna viva, Satyre, Kittyschor. 8. Rennen. 1. Diagonale( M. Bauer), 2. † Bainsca( Korzenid), 2. † lud( Kleinau). Toto: 24: 10. Blag: 16, 40, 51: 10. Ferner liefen: Quera, F. Bessiebell, Else B. I, Baron Watts jr., Unheil, Mary Rogers, Blaumeise, Novelle I, Erzellenz. Interessant, Lump, Höhensonne, Adler, Pontresina. 9. Rennen. 1. Abteilung: 1. Wafferlauf( Herm. Schleusener), 2. Sybill( F. Schulz), 3. Federnelke( F. Bahr). Toto: 74: 10. Blaz: 48, 18, 105: 10. Ferner lieien: F. Meister B., Coriolanus, Importation, Billy I, Johannes, Fistus, Madel, Starl Alexander, Heiderose B., Wildfage. - 2. Abteilung: 1. Zafna( M. Ringius), 2. Filmdiva( Th. Neiter), 3. Erst. Wolfers( A. Rogowski). Toto: 90:10. Blaz: 54, 68, 51: 10. Ferner liefen: Fürst, Heidefee, Lenz I, Baron 300, Friedrich I, Kazbach, Jeffries jr., Alpengeier, Verdun. Geschäftliche Mitteilungen. benor. Besonders hervorzuheben ist, daß die Sahl der mittleren Gewinne fowie Die Siebung I. Rlaffe der Breußisch- Süddeutschen Staatslotterie steht nahe der Gesamtbetrag derselben bedeutend erhöht wurde. Es wird auf das Inserat in unserer heutigen Ausgabe des staatlichen Lotterie- Einnehmers Heinz, Berlin B. 8, Friedrichstr. 83, hingewiesen. Wie spart man das halbe Buffergeld ohne Butter entbehren zu müssen? Antwort: Man faufe Rahma buttergleich"! Rahma Margarine buttergleich ist ein Edelerzeugnis, zu dem feinste Frisch. milch verwendet wird. Die Rahma" fann fich in bezug auf Nährwert und edlen Wohlgeschmad der feinsten Butter an die Seite stellen, ist aber noch nicht einmal halb so teuer wie diese. 12 Pfund nur 50 Pfennig. Rahma buttergleich Rinderzeitung Der fleine Coco" oder ble Lachzeitung Fips gratis. 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Die Leute nahmen dabei stets die sonst sestgewachsenen hüte ab, bekreuzten sich und murmelten ihr Ave Maria. Worauf mit dem letzten Glockenschlage die Kugel schon wieder unter die Neune flog. Eines Tages— es mochte ungefähr die Zeit des.Bettläutens" sein— tat der Kegelbub. eben als der Herr Kooperator die Kugel zum Schub aus dem Kasten holte, einen scheinbar grundlosen Juhschrei. Im nächsten Augenblick setzte die Glocke— die Kirche stand neben dem Wirtshaus— zum Abendläuten ein. Der geistliche Herr behielt die Kugel in der Hand. bekreuzte sich, faltete dann die Hände unter dem Bäuchlein und lieh die schwere Kugel sanft in der also gebildeten Höhlung liegen. Gebetläuten ist für den Mehner ein Geschäft, dauert daher gewöhn- lich nicht lange. Die Glocke setzt- einmal ab: das erste Ave. Bald setzte sie wieder au«: das zweite. Und läutete dann endlos. Der Kooperator blieb ernst, ober unruhig blickten die Augen. Die Glocke läutete weiter. Das geistliche Gesicht rötete ungeduldiger Zorn. Die Glocke läutete weiter. Die Hände mit der Kugel zitterten. Di« Bauern grinsten verstohlen. Die Glocke läutete weiter. Da hotte der geistliche Herr aus und schob mit einem»Himmelherrgott- sakrament!' den noch stehenden Saunagel weg. Dah das lange Läuten eine abgekartete Rache de, Mehner» gewesen war, weil der Kooperator mit ihm einen Strett gehabt hatte, erfuhr ich erst nachher. So einförmig wie da» Vergnügen war damals mein Essen. Die Wirtin konnte nicht kochen. Die Dienstboten bekamen den einen Tag Rohrnudeln mit Kraut, den anderen Tag Geselchtes mit Kraut. Das löste sich das Jahr hindurch ab. Und des Abends«rhiell ich auf meine Frage, was es denn heute gebe, ein schüchternes, aber stereotypes: ,0a*(Eier). Die Eieresserei wurde mir nun doch langweilig und eines Tages entschloß ich mich, zum Abendesien nach dem nächsten größeren Ort, einem Marktflecken, zu gehen. Ich kehrte iu der»Post* ein. Saßen da an einem Tisch etliche Herren, darunter auch zwei Geistliche, die sich— holder Anblick!— an herrlichem Schweinebraten mit Knödeln vergnügten. Ich setzte mich, die bedienende Maid trat heran und ich machte ihr klar, daß ich auch so was möchte.»Ham's Dispens?* fragte sie erstaunt. Ich noch erstaunter:.Dispens?*»Heute is Freitag, da brauchens«inen Dispens, wenn» a Fleisch ham wollnl* Ich sei doch Fremder, meinte ich. Das ändere nichts, meinte sie.»Ja Herrgott,* fuhr ich auf, ,da sitzen doch auch Leute, die Fleisch esien. Sogar Geistliche sind dabei!* Ja, die hätten eben Dispens, erklärt« die Dirn. Daß ich auch Dispens hätte, glaubte sie mir nicht mehr. Und so aß ich denn an diesem Abend in der»Post* auch wieder»Oa*. W. R. wird durch den zweiten bis fünften Finger nach Art eine» Regen- schirmes ausgespannt. Bei unseren heutigen Vögeln tragen die zum Teil verwachsenen Handknochen gemeinsam mit dem Unterarm die Federn, die die Flugsläche bilden. Saurier, Fledermäuse und Vögel lernten ganz unabhängig voneinander fliegen, und anfangs war die Flughaut zweifellos viel mehr nur ein Fallschirm als ein Mittel zum Äufwärtssteigen. Aus dem Herabgleiten und Schweben zur Ver- Warnendes Gxempel. Wie üie Vögel öas fliegen lernten. Wie der heute sS'hpch entwickelt« Flug mit der Flugmaschin« von mühieligen Schwebeoersuchen mit einem mit Stoff überspannten Nahmen ausging, so hat auch in der Tierwelt das Fliegen mit einer Art gleitendem Fallschirm begonnen, um über zahllose Entwicklung?- stufen hinweg die Erdenschwere zu besiegen. Dieser Fallschirm wurde, wie Karl W. Neumann in»Reclams Universum* ausführt, auf zweierlei Art gebildet, durch Neuerwerb von Organen oder durch Um- aeftaltung der Gliedmaßen, die die Tiere schon hatten. Den ersten Weg gingen die Insekten, unter denen es bei weitem am meisten Flieger im Tierreiche gibt, den zweiten die Wirbeltiere, von denen heute rund 1300 Vogelarten und 600 Arten von Fledermäusen sliegen können. Die Art, wie die Umbildung der Vordergliedmaßen bei den Wirbeltieren vor sich ging, war bei den ausgestorbenen Flugsauriern anders als bei den fliegenden Säugetieren, den Fleder- mäusen und ihre» Verwandten. Die geflügelte Echse der Jura- und Kreidezeit flog gleichsam mit einem einzigen Finger, und zwar gerade mit dem fünften, der sonst der»kleine* ist, der aber bei de» Sauriern schr verstärkt und riesenhaft verlängert war und eine seitliche Haut- falte des Rumpfes und Armes als trogende Flugsläche auszubreiten hatte. Bei den Handslatterern, den Fledermäusen, erstreckt sich dagegen die Hautschwinge mindestens bis an die Hinterbeine und So sieht ein Außenminister au», dem die Deusichnakionalen den Rücken gestärkt haben. längerung eines Sprunges entwickelte sich langsam ein unbeholfenes Torkeln, bis sich die Fluglust einstellte und allmählich brauchbare Werkzeuge schuf. Alle fliegenden Tiere sind entweder noch Kletterer, oder sie sind es zweifellos früher gewesen: sie lebten als solche also auf Baumen und hatten reichlich Gelegenheit, als Fallschirm verwendbare Körper- einrichtungen wirklich auszunutzen. Wie solche Tiere die Lust durch- segeln, zeigen am besten die in Ostindien lebenden Flugeichhörnchen: sie brauchen Arme unid Beine, um ihren Fallschirm auszuspannen. der au» einer derben Haut an beiden Körperflanken besteht. Ein buschiger Schwanz dient ihnen als Steuerruder, das ihnen die Möglichkeit gibt, mitten in ihrem Schwebefluge durch plötzliches Wenden die Richtung zu ändern. Man hat die Flugeichhörnchen schon 60 Meter weit von Baum zu Baum gleiten sehen, und doch werden sie in der Sprungweite noch vom Kaguang oder Flattermaki übertrosfen, dessen Fallschirm bereits am Halse beginnt, sich über alle vier Beine erstreckt und erst an der Spitze des kurzen Schwanzes endet. Er kann einen Schwebeflug auf 70 Meter ausführen, wobei er auf je 5 Meter mir 1 Meter sinkt. Die Vögel haben demgegenüber von vornherein ihre verbreiterten Vordergliedmaßen als Fallschirm benutzt. Die Uebergänge vom Fall- schirm zum Flügel ,m einzelnen aufzuzeigen, ist aber nicht möglich, denn gerade diese ersten Anfänge hatten keine Aussicht, erhalten zu bleiben. Es gibt kein Wirbeltier, das»Schwingen* von einer Art besitzt, die als Vorstufe für den Flügel der heutigen Flügel direkt oder indirekt gelten könnte. Wir wissen nur, daß die Vogclahnen ganz ausgesprochene Daumtiere waren und Kletterfähigkeit besaßen. Das Bedürfnis, schnell von Baum zu Baum zu gelangen, führte zum Glett- und Schwebeslug, der Ansangsstuse des wirklichen Fliegens, wobei sich naturgemäß die Vorderbeine zum Flugwerkzeug formten, da sie beim Klettern zum Greifen und Aufwärtsziehen verwendet wurden und so natürlich mehr den Beruf hatten, beim Flug durch die Luft als Ruder zu dienen als die stützenden Hinterbeine. Der älteste Vogel, den wir kennen, der Urvogel Archäopteryx, der in der Jura- «poche lebte, besaß am Flügel noch freibewegliche bekrallte Finger, ein Zeichen, daß seine.Flughand* einst ausschließlich Kletter- und Greiforgan war. Sein Flug war«in Flatterflug, der leicht in den Fallschirmslug überging und wesentlich unbeholfener war als der eines Rebhuhns oder Fasans. An ein Durchfliegen größerer Strecken war bei diesem Urvogel noch nicht zu denken. Herkulesse der pflanzenwell. Es ist bereits des öfteren auf die «rftaunttchen Kräfte bingewiesen worden, die sich gerade bei manchen niedrigen Formen der Tierwett finden. Diese winzigen Tiere, besonders die Insekten, verfügen im Verhällnis über viel größere Stärke als die Säugetiere oder der Mensch. Ein Mensch, der so gut springen könnte wie ein Grashüpfer, würde eine große Strecke mit wenigen Sprüngen zurücklegen können. Ein Arbeiter, der über die Kräfte einer Spinne verfügle, könnte einen gewaltigen Steinblock auf ein Gebäude heben und eine Leistung vollbringen, die für uns nur mit Hilf« eines Krans möglich ist. Ebenso ist es mit Erd- arbeitern, die die Kräfte von Käsern besäßen, usw. Aber nicht nur in der Tierwett werden erstaunliche Kraftleistungen vollbracht, son- dern es gibt auch im Pflanzenreich gerade niedrigere Formen, die ganz herkulische Kräfte entwickeln. Kürzlich wurde von einer deut- sehen wissenschaftlichen Expedition über einen gewaltigen Pilz be- richtet, der sich in der Nacht so ungeheuer entwickelte, daß er eine Hütte eines tropischen Dorfes überwucherte. Bäume entwurzelte und mit der Gewalt seines Wachstums sogar Felsen sprengte. Bei- spiele von der erstaunlichen Kraft einzelner Schwämme lassen sich auch im gemäßigten Klima feststellen. So erzählt der englische Vo- taniker Dr. F reden k Graves, daß die Bewohner einer englischen Stadt, deren Hauptstraße neu gepflastert worden war, init Miß- fallen bemerkten, wie die Straße ganz unregelinäßig und für den Verkehr geradezu gefährttck wurde. Einige der größten Steine, die 22: 21 Zoll maßen, und 80 Pfund das Stück wogen, wurden, obwohl sie fest einzementtert waren, in die Höhe gehoben und das ganze Pflaster gelockert. Es zeigte sich, dah Giftpilze die ttr- fache waren, die sich unter dem Pflaster entwickelten und es zer- sprengten. Der Boden eines Landhauses begann sich plötzlich in der Mitte zu wölben. Der erstaunte Bewohner beobachtete, wie sich der Boden von Tag zu Tag mehr hob, bis er schließlich der Länge nach auseinanderbarst: es zeigte sich darunter eine Ansamm- lung von Schwämmen, die diese Leistung vollbracht hatten. Auch mächtige Feuersteine des Herdes sind schon von Schwämmen in lile Höhe gehoben worden. Graves berichtet weiter einen Fall, bei dem eine Kiste mit Wein, die zerbrochen war, einem ganzen Wald von Pilzen Unterkunft gewährt«. Diese Schwämme erfüllten allinählich den ganzen Keller und hoben die Kiste bis zur Decke empor. Manche der sogenannten Löcherpilze zeigen erstaunliche Kräfte, wenn sie Bauinricsen umschlingen und sie so vollkomnien durchdringen, daß diese zusammenstürzen. In feuchten heißen Ländern vermag ein Wald von Schwämmen durch ein Wachstum von wenigen Tagen ein ganzes Dorf zu überwuchern. Die größte Zeitung. Wie in manchen anderen Dingen, wo es sich um Schnelligkeit und Monumentalität handelt, ist Nordamerika Europa auch im Zettungswesen durch den Umfang seiner Zeitungen und ihrer Ausloge überlegen. So hat die„New Jork Times* kürz- lich die an Umfang bisher größte Zeitungsnummer herausgebracht. die mit ihren 12 Sektionen 192 Seiten amerikanischen Formates, dos bekanntlich bedeutend größer als das übliche deutsche Zeitungsformat ist, umfaßt. Die Auflage dieser Zeitungsnummer betrug S6S000 Exemplare, die nicht weniger als 875 000 Kilogramm wogen. das Kind nach zehn fahren. Von Karl Bröger. ..gakob auf der bimmelsleiter* nennt Hart Brdsee keine soeben bei I. K. W. Die« Rachf. erschienen« iZamniIun« von ?rzablunaen. woraus unter« Prob« stammt. Im Mittelslinkt stehe» immer Rind«. Eic sind alle mit de» Auaen«ine» Rinderfreunde» (l«schollt, der dem Dichter da» Erlebnis»utru«. Nie hätte die ehrenwerte Frau Philomela Roth gehofft, daß ihr dieses hohe Glück zuteil wurde. Oester war sie schon die Zunge von wichtigen Ereignissen gewesen, doch eine interessantere Bot- schast als diesmal durfte sie noch nicht verkünden. Ihr gutes, breites Gesicht strahlte in seligem Widerschein der Neuigkeit. Wie sie so die Nachbarschaft abrannte mit ssatternden Schurzbändern, glich sie täuschend einer vom Nest aufgescheuchten Henne. In jedem Hause erzählte Frau Philomela von dem Kinde, das zehn Jahre verspätet in unserem Jammertal angekommen ist. »Und denken Sie bloß, er schämt sich und geht allen Bekannten aus dem Weg! Weil er nämlich Spötteleien fürchtet! Na. diese Männer!* Bald ging im ganzen Viertel ein großes Gackern an, und wo sich zwei Frauen trafen, steckten sie die Köpfe zusammen und mühten sich redlich, dem Kind der Eheleute Dubs ein Ei in die Wiege zu legen. Dieses Kind war vor drei Togen geboren worden und ahnte nichts von der Aufregung, die seine Geburt hervorrief. Es lag in einem weißen Steckkissen an der Seite der Frau Gertrud Dubs, die mit einem schwachen, verlegenen Läcbeln zu ihrem Manne aufsah, der bei ihrem Bett saß und ein nachdenklich finsteres Gesicht schnitt. Christian Dubs war ärgerlich. wirNich ärgerlich, und er wußte auch warum.— Zehn Jahre waren sie nun verheiratet und hatten eine sehr bequeme, ruhige Ehe geführt. Anfangs ging ihr Sehnen wohl auch nach einem Kinde, aber Jahre einer unerfüllten Hoffnung schläferten den Wunsch sachte ein. Sie hatten sich damit abgesunden. baß sie ollein bleiben müßten, hatten sich den Vorteil dieses Zu- pandes gegenseitig eingeredet und richteten dann ihr ganzes Leben danach. Manchmal kam es ihnen ja vor, als ob sie sich unmerklich immer weiter voneinander entfernten, und«in Erschrecken siel in ihre Gemüter. Doch gingen solche Anwandlungen immer schnell vor- über, weil sie beide glücklich beanlagte Naturen sind. Die Eheleute Dubs legten ihr Leben nebeneinander an und ihr Verhältnis war dos von zwei guten Nachbarn, die über den Zaun ihrer Gärten weg freundlich zusammen plaudern, wenn es nichts mehr zu reden gibt, das Gespräch beenden und vom Zaun zurück- treten. Hie und da öffnete wohl auch eins dem anderen die Tür de» eigenen Gartens, doch w»ßt« jedes, dah es auf diesem Boden nur Gast ist, und zog sich nach einer Plauderstunde wieder aus den eigenen Grund zurück. So vergingen Jahr«. Nach außen führten die Dubsleute eine stille, von Stürmen ziemlich verschonte Ehe. In Wirklichkeit bestand diese Ehe aber nur in dem genieinsamen Hausstand. Menschlich entwickelten sich Christian und Gertrud Dubs mehr und mehr zu Hagestolzen, denen dos seltene Glück helfend zur Seite stand, daß eins die Sonderborkeilen des anderen in ruhiger Freundlichkeit ertrug. Und sie hatten alle beide chre Steckenpferd«! Christian züchtete Tauben, Gertrud trug ihre Freude und Liebe zu den Blumen. Di« Zeit war wie Rost auf ihr Blut gefallen und überzog das ehedem blanke Metoll ihrer Gefühle. Dann war dieses Wunder eingetreten. Christian Dubs sann noch, wie es denn eigentlich geschah, und seine Gedanken kamen immer wieder auf einen bestimmten schönen Srmmernbend zurück. Was war. nur vamols in Gertrud aufge- wacht? Noch heute glaubte er, die weiche, behutsame Zärtlichkeit zu fühlen, mit der sie ihn an jenem Abend umgeben hatte. Daß jedoch das daraus werden sollte, hatte ihm bi» in die letzte Zeit Kopfschütteln verursacht. Er glaubte nicht an den Zu- stand Gertruds und wurde von ihrer Niederkunft völlig überrascht. Jetzt gab e« ja keinen Zweifel mehr, denn der Beweis lag offen am Tag. und eben schickte er sick� an, lebendig zu werden. Christian Dubs war wirklich sehr ärgerlich. Wie kam dieser kleine Balg der aussah wie ein gelottener Krebs, zu solch abgefeimter Bosheit? Macht ihn ohne viel Um- stände zum Vater und reißt ein, was man sich in zehn langen Jahren mühsam zupaß gezimmert hat! Was. auch heulen will der Dengel noch? Dazu hätte wahrhaftig er— Christian Dub»— mehr und besser Gründe. Verwöhnt durch ein Jahrzehnt der Stille mar es ohne weiteres erklärlich, warum Christian Dubs so wütende Ge- sichter schnitt, als srin Sohn kräftig loskreischte. Kindergeschrei ist jedem anständigen Mann ein Greuel, wieviel mehr noch ihm, der Beschaulichkeit über alles stellt! Gertrud, in der olles aufgewacht war an Mütterlichkeit, was zehn kinderlose Jahre geschlummert hatte, sah mit ruhigen Augen in das unwirsche Gesicht ihres Mannes. »Gib mir doch den Topf her, Christian!... Ja, den mit Tee... Obacht, der Tee muß noch ziemlich heiß sein.* Christian pendelte, den Topf hoch in der Rechten, äußerst ge- wissenhaft heran, übersah jedoch vor lauter Vorsicht und Aufmerk- samkeit den Teppich, strauchelte und— da lag er auch schon vor dem Wochenbett. Gleichzeitig schrillte ein schreckliches Gebrüll los. Ein umher- spritzender Tropfen mußte das Kind getroffen haben. Aengstlich richtete sich Gertrud im Bett hoch, um nachzusehen, aber noch viel schneller war Christian aus den Beinen. Die Aerger- lichkett in seinem Gesicht war wie weggewaschen. Leichenblaß beugte er sich über das Kind, nahm mit täppisch zugreifenden Fingern die kleinen Hände und blies aus vollen Bocken die übrigens ganz harmlose Brandstelle. Es war ein denkwürdiger Augenblick, als Christian sein Pusten einstellte und sich ausrichtete. Da sah er nämlich das halb ver- wunderte, halb gerührt« Gesicht Gertruds vor sich und merkie nun, daß er sich oerraten hatte. Schleunigst wollte er wieder seine sauer- töpfische Miene aufsetzen, was ihm aber gar nicht gelang, fluchte auf den verdammten Teppich, der an allem schuld sei, und ging in die Küche hinaus, um Tee zu brauen... Dos sst die Geschichte vom kleinen Ludwig Dubs, der feine Eltern zehn Jahre warten ließ, ehe er zu ihnen kommen mochte. Er ist a»ch dos einzige Kind geblieben, und sein Vater vergifzt nie, wenn er von ihm erzählt, so zu schließen: »Ich war wütend auf den Bengel, aber was hat's geholfen? Am dritten Tag schon bin ich vor ihm auf den Knien gelegen. Wa� sagen Sie dazu?* 00 000 Glockenmantel maderner, Cord- Menné, sehr fesch.... 1950 um Quartal 0 0 Konfektion. Kleiderstoffe Flauschmäntel 975 mollige, teilweise m. Krimmerbesatz. .... 13.50 Jugendl. 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Unserem langjährigen Bezirksführer Genoffen Wilhelm Schulz und seiner lieben Frau Eulerstr. 10, die herzlichsten Glüdwünsche zur Silberhochzeit Die Genoffen des 809. Bezirks 19. Abteilung[ 1303b 99999996666ESE Herzlichsten Glückwunsch zum filbernen Hochzeitstage sen den unserm alten treu erprobten Genoffen 1302b Wilhelm Schulz u. Gattin Eulerstr. 10 Die Genoffen der 19. Abteilung Unserem Genoffen Friedrich Girle Ehefrau zu ihrer Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Die 20. Abteilung KLEINE ANZEIGEN Fredonale, emotinganalige, von fein- haus Stofenthaler Tor, Linienſtraße tentmatraßen, Jedes Wort 12 Pr. Algen, welche für die Fettgedrucktes Wari 25 Pf. ( zalässig 2 feftgedruckte Worte).- Stellengesuche das 1. Wert( fettgedruckt) 15 Pf., jedes weitere Wort 10 Pt. 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