39 1 do Abendausgabe Str. 470+ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 232 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhof 282-29% Tel.- dreffe: Sozialdemokrat Berlin int stadestion alls( 10 Pfennig Vorwärts Berliner Volksblatt Montag 5. Oktober 1925 Berlag und Anzeigenabteilung: Gefäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Beginn in Locarno. Keine Wiederaufrollung Eröffnung der Konferenz 11 Uhr vormittags. vormittags.- Keine V. Sch. Cocarno, 5. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Konferenz von Locarno ist heute vormittag um 11 Uhr eröffnet worden. Die erfte Sigung findet nicht öffentlich flatt, nur die Beteiligten dürfen das Konferenzgebäude betreten. Der Bürgermeister von Locarno hieß die verjammelten Staatsmänner in einer Ansprache willkommen. Man war schon vorher dahin übereingefommen, daß Chamberlain den Vorsitz während der Konferenz führen würde, doch trägt diese Stellungnahme feinen offiziellen Charakter, sondern frägt lediglich dazu bei, die Geschäftsführung zu erleichtern. Ueberhaupt ist zwischen den Staaten vereinbart worden, die Konferenz fo inoffiziell wie nur möglich zu gestalten. Im Gegensatz zu den Konferenzen von Spaa, Genua und Condon wurden feine Eröffnungsansprachen gehalten. Ein Aufsatz des Grafen Bestarp in der KreuzZeitung" vom Sonntag hat hier in den Kreisen, denen er durch drahtliche Uebermittlung befannt wurde, nicht geringes Erstaunen hervorgerufen. Die in diesem Aufsatz enthaltene Behauptung, die deutsche Delegation werde zu Beginn der Ronferenz die Kriegsschuldfrage nochmals aufrollen, ist vollkommen falsch. Man denkt hier nicht daran, die schwierigen Verhandlungen der Konferenz durch ihre Berquidung mit einer nochmaligen Diskussion über diese historische Frage noch mehr zu erschweren. Formell dürfte sich nicht einmal eine Gelegenheit dazu ergeben, die Verhandlungen mit irgendeiner feierlichen Deklaration zu eröffnen, da beabsichtigt ist, ohne besondere Formalitäten nach erfolgter Konstituierung am heutigen Nachmittag schon in die sachliche Beratung einzutreten. Man legt auf Beremonien und Feierlichkeiten hier überhaupt wenig Gewicht. Darum hat man sich über die Frage, wer den Vorfiz in der Konferenz führen soll, auch nicht sonderlich den Kopf zerbrochen. Zunächst ist vereinbart, daß der englische Außenminister Chamberlain den Borsiz übernehmen soll, dann wird er wahrscheinlich in der Reihe herumgehen. Die Stimmung der deutschen Delegation scheint feines regs pessimistisch. Offenbar glaubt man, die Opposition daheim nicht allzu tragisch nehmen zu müssen. Immerhin hatten Luther und Stresemann, wie schon gemeldet, den Zug in Bellinzona verlassen und sich per Auto nach Locarno begeben, weil auf Grund gewisser Nachrichten mit der Möglichkeit eines attiven Hervortretens pölfischer Fanatiter gerechnet wurde.( Es handelt sich dabei nicht nur um Drohbriefe, wie fie bei folchen Gelegenheiten zahlreich einzulaufen pflegen.) Aus dem gleichen Grunde maren auch die Bahnhöfe, auf denen der Zug der deutschen Delegation hielt, polizeilich abgesperrt. Die deutsche Delegation ift von mehreren Kriminal beamten begleitet, die vom Kriminaloberkommissar Weigel geführt werden. Erklärungen Luthers und Stresemanns. Reichstanzler Luther und Außenminister Stresemann emp. fingen Sonntag vormittag im Hotel Esplanade die Bertreter der Bresse Reichstanzler Luther betonte, daß die Konferenz nielleicht entscheidend für die Erreichung eines endgültigen Friedens merden könne. Bis jetzt bestünden noch große Schmierigteiten, die durch die Forderung der Alliierten auf Eintritt Deutschlands in den Bölterbund bezeichnet würden. Das Bestreben, den westlichen Garantiepaft und die östlichen Schiedsge. richtsverträge miteinander zu verbinden, werde meiterhin er. fdmerend auf die Verhandlungen mirten. Doch habe Deutschland diese Forderung angenommen und sei troß seiner schwierigen Lage, in der es sich durch Besetzung und Eniwaffnung befinde, bereit, an jeder tragbaren" Lösung mitzuarbeiten. Reichsaußenminister Stresemann äußerte fich über seine mit Ischitscherin geführten Berhandlungen. Der Abschluß des deutsch russischen Handelsvertrages bedeute feine Demonstration gegen Locarno, sondern stelle lediglich den Abschluß zweijähriger Verhandlungen dar. Nach Ansicht Strese manns hat das deutsch- russische Handelsabkommen als erfter Bertrag, der zwischen einem Staat mit einer Privatwirtschaft und einem Etaat mit einem staatlichen Ausfuhrmonopol abgeschloffen wurde, grundsägliche Bedeutung. Deshalb werde dieser Vertrag als Wirtell für andere dienen; das Zustandekommen dieses Vertrages beweise, daß der Weg nach Rußland offen bleibe, was aber feines wegs bedeute, daß die deutsche Regierung Gegensäge zwischen Weft und Ost fonstruieren wolle. Un die deutschen Journalisten richtete Stresemann die Bitte, Erörterungen über die Kriegsschuldfrage in der deutschen Preffe zu unterlassen, da diese geeignet feien, den Verhandlungen in Locarno zu schaden( was von deutschen Regierungserflärungen zur Kriegs. fauidfrage wohl nicht gilt welche Selbsteinschätzung! Red. d. B) Während des folgenden Empfangs nicht reichsdeutscher Journa fiften miederholte 2uther im mefentlichen seine Erklärungen und denfte der Schweizer Regierung für ihre Gastfreundschaft. Strefe manx betonte nochmals, daß feine Ostpofitit dem Westen teinen Riegel vorfdjiebe. Curapa dürfe aber nicht vergeffen, daß Ruß der Kriegsschuldfrage. Iand stets ein bedeutsamer Faftor in der internationalen Politit bleiben werde. Das Ziel deutscher Politit bleibe die Ronfolidierung Europas, das teine Santtionen, Reprefalien und Kriegsdrohung mehr fennen dürfe. Der großeuropäische Gedanke müsse über dieser Konferenz in Locano schweben. Auf die Frage, ob die Konferenz als eine Vor fonferenz zu betrachten fei, antwortete Stresemann, daß legten Endes alles von den Berhandlungen abhinge. Wenn man aber Einverständnis erziele, feien endgültige Beschlüsse möglich. Preffeempfänge Briands und Chamberlains. Sonntag nachmittag 6 1hr empfing Briand die französische Breffe und entwickelte ihr die Richtlinien der französischen Dele. gation. Er erflärte, daß er mit dem ehrlichen und festen Willen gekommen fei, einen Frieden zu schließen, dessen Europa und die ganze Welt so dringend bedürften. Er sprach die feste Hoffnung aus, daß die Konferenz von Locarno zu einem guten Ende führen werden. Um 6 Uhr empfing Chamberlain die englische Presse. Auch er unterstrich den ehrlichen und festen Willen der britischen Regierung, die von dem glücklichen Ausgang der Konferenz von Locarno das Heil für die Völker Europas erhoffe. England werde mit allem Nachdrud dafür eintreten, baß auf der Ronferenz bie ehemaligen Alliierten und Deutschland auf dem Fuß der völligen Gleisberechtigung verhandeln würden. Der englische Außenminister schloß: Laßt die Toten ihre Toten begraben", daß wir zu einer glücklichen Zukunft gelangen und unsere Nachkommen die Schrecken des Krieges mie wieder erfahren. Interessant waren einzelne Antworten Chamberlains auf An fragen, die von Vertretern der Breffe gestellt wurden. So erklärte er auf eine diesbezügliche Anfrage, daß er in der Anfündigung der unterzeichnung des deutsch- ruffischen Handelsvertrages tein Hindernis für ein gedeihliches Zusammenwirken auf der Konferenz von Locarno erblicke. Es sei dem Frieden ein Dienst erwiesen durch die Erflärungen, die Stresemann gestern über diesen Punkt der Breffe gegeben hätte. Chamberlain hatte während seiner Ausführungen nur von fünf Mächten gesprochen. Er wurde gefragt, ob nicht noch andere Mächte hinzukommen würden. Er bejahte dies insofern, als er fagte, es mürde wohl noch ein Zeitpunkt tommen, wo die Arbeit auf der Konferenz auch die Interessen anderer Staaten berühren würde. 3m übrigen ist der Bürgermeister von Locarno all diesen Erörferungen zuvorgekommen, indem er auf das Konferenzgebäude neben den Fahnen der fünf Hauptmächte bereits die Flaggen der Tschechoslowakei und Polen hat hissen lassen. Erste vertrauliche Besprechungen. Die deutsche Delegation hat am Sonntagabend den offiziellen Berkehr mit den alliierten Delegationen durch Kartenüberreichung aufgenommen. Die alliierten Minister hatten am Sonntagnachmit tag die erste vertrauliche Besprechung. Deffentliche Sitzungen der Konferenz sind vorläufig nicht vorgesehen. Die Bresse bleibt auf offiziöse Mitteilungen und private Informationen angewiesen. Durch ihr gemeinsames Friedensbedürfnis feien alle miteinander vereint. Keiner werde dulden, daß Bergangenes fförend eingreife. Warnungen der englischen Presse. Condon, 5. Oftober.( WIB.) Anläßlich der heutigen Er öffnung der Konferenz von Locarno bringen die Morgenblätter lange Auffäße über die Aussichten der Konferenz. Der Ton ist der eines gemäßigten Optimismus. „ Daily Rems" fagt, trog aller Schwierigkeiten sei die Stimmung in britischen diplomatischen Kreifen hoffnungsvoll. Berschiebene Blätter, wie„ Daily Telegraph", Morning Bost" und Westminster Gazette" find beunruhigt megen der Möglichkeit, daß Deutschland versuchen könnte, die Frage der Kriegsschuld aufs Tapet zu bringen. Morning Post" fagt, die einzige Folge davon würde fein, ernste Zweifel bezüglich der Ehrlichkeit der deutschen Regierung zu erregen. Daily Telegraph fagt in einem Leitartikel: Die deutsche Regierung hat leider schädliche 3ugeständnisse an den chauvinistischen Geist in Deutschland gemacht, aber Stresemann ist zweifellos überzeugt, daß der Erfolg des Pattunternehmens von ausschlaggebender Bedeutung für Deutschlands Stellung in der Welt und besonders für die Eröffnung der Quellen internationalen Kredits ist, dessen die deutsche Wirtschaft so dringend bedarf. Stresemann spielt in der deutschen Po litit ein Spiel, das voll von Schwierigteiten und vielleicht von persönlicher Gefahr für ihn selbst ist. Schon allein aus diesem Grunde kann nicht erwartet werden, daß die Berhandlungen einen leichten und sicheren Fort gang nehmen werden und wenn irgendetwas als sicher erwartet werden tann, ift es das, daß irgendein Ergebnis, das ehrliche Freunde des Friedens als befriedigend erachten würden, die Spieß ruten einer scharfen und entschloffenen Oppofition in Deutschland wird passieren müssen, bis bas Ratifitationsfiegel barunter gesetzt werben fann. Tagesbefehl nach Locarno. Weftarp befiehlt eine neue Kriegsschulderklärung. In der Kreuzzeitung" und bezeichnender Weise auch in der völkisch- radikalen Deutschen Zeitung" vom Sonntag veröffentlicht der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstagsfraftion, Graf West arp, einen Aufsatz, in dem er u. a. erklärt: Da in Cocarno der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, von dem ja auch der Sicherheitspatt abhängig gemacht ist, im Vordergrunde der Erörterungen stehen wird, so ist der Sinn der geftrigen 2infündigung( gemeint ist die deutsche halbamtliche Erklärung am lehten Freitag. Red. d. B."), daß nunmehr gefchehen wird, was von Anfang an nicht verlangt worden war und erst durch die ausländischen Antworten nötig geworden ist: In Cocarno wird die deutsche Regierung den Widerruf des Schuldbekenntniffes erneut aufrecht erhalten und dadurch 3 um Gegenstande der Besprechung machen. Da der Widerruf eine der Borausjehungen für die deutsche Gleichberechtigung ift, wird das an die Spike der Erörterungen zu ftellen, wirkungsvoll zu gestalten und in flarer und kraftvoller Form öffentlich bekanntzugeben fein. Daß von solchen Absichten in Locarno selbst nicht das geringste befannt war, geht aus unseren, an anderer Stelle wiedergegebenen Meldungen aus Locarno flar hervor. Die Erklärung vom Freitag ist bekanntlich nach der Abreise Luthers und Stresemanns nach Locarno veröffentlicht worden, und wir haben sofort die Frage aufgeworfen, ob die Veröffentlichung noch in Anwesenheit dieser beiden verant mortlichen Männer beschlossen worden sei. Diese Frage ist bejaht worden. Nun aber ergibt sich, daß zum mindesten über den Sinn oder Unsinn- dieser Erklärung zwischen dem Chef der Regierung und dem Chef der größten Regierungspartei erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Nach der Darstellung des Grafen Westarp soll die neue Aktion in der Kriegsschuldfrage notwendig geworden sein, weil die Antworten auf das deutsche Memorandum zu abweisend und unhöflich ausgefallen feien. Unmittelbar nach der Veröffentlichung dieser Antworten erflärte fich aber die deutschnationale Breffe für zufriedengestellt:„ nur Kindstöpfe", fo fonnte man damals dort lesen, hätten etwas anderes erwarten dürfen. Es war die sozialdemokratische und die demokratische Presse, die sofort der Kaze die Schellen umhängten und den wahren Charakter der Antworten signalifierten. Jezt auf einmal findet die deutschnationale Presse diese Antworten so unerhört, daß unbedingt etwas gegen sie geschehen müsse. Die„ Tägliche Rundschau", die das Organ Stresemanns ist, wenigstens wenn der Minister in Berlin weilt, geht zwar nicht so weit, eine neue Attion zu fordern, findet aber jetzt euf einmal auch die Sprache der Antworten unerhört scharf und gereizt". Damit ist auf der ganzen Linie eine Schwenfung eingetreten. Es mird jezt zugegeben, daß sich die deutsche Regierung mit ihrer mißglückten Aktion, vor der sie jeder Verständige gewarnt hatte, eine Abfuhr geholt hat. Ein ganz uns erlaubtes Manöver vollzieht aber die Rechtspresse, menn sie die Dinge so darstellt, als empfänden mir über diese Abfuhr schadenfrohe Genugtuung. Der als Stilkünstler bekannte Graf Bestarp spricht in diesem Zusammenhang sogar von Purzelbäumen, die lächerlich sein würden, wenn sie nicht verbrecherisch sein würden". Ganz abgesehen von der Frage, ob ein Purzelbaum ein Verbrechen sein kann, finden mir, daß die Burzelbäume ganz wo anders geschlagen werden. Unfer aufrichtiges Bestreben war, die deutsche Außenpolitik vor den Erzessen der deutschnationalen Kinderstube zu bewahren. Darum haben wir eben gewarnt und warnen wir weiter. 97 Der unangebrachte schnodderige Ton der englischen Antwort ist im Borwärts" schon zurückgewiesen worden, als sich die deutschnationale Breffe noch trampfhaft bemühte, so zu tun, als regnete es, wenn gefpuct wird. Diese Presse ist also in feiner Weise berufen, andern über die Wahrung der nationalen Würde" Belehrungen zu erteilen. Sachlich bleiben wir dabei, daß die ganze Kriegsschuldaktion in diesem Augenblick fnur innerpolitischen, parteiagitatorischen Bedürf niffen entspringt und daß sie Deutschland weder Ehre noch Nußen bringen kann. Wir haben gewarnt und warnen weiter. Erfurt, 5. Oktober.( TU.) Der erweiterte Vorstand der Deutschnationalen Boltspartei Landesverband Thürin gen, verstärkt durch zahlreich anwesende Parteimitglieder des Bahltreises, hat in der Tagung vom 4. Oftober 1925 zu Erfurt nach eingehender Berichterstattung durch die Reichstagsabgeordneten Graef und Dr. Schneider deren Verhalten in der Fraktion poll gebilligt und denen volles Vertrauen ausgesprochen wurde, nachstehende Entschließung gefaßt: „ Nachdem durch das Memorandum nom 9. Februar 1925 ber Reichsaußenminister Dr. Stresemann die unter Teilnahme unserer lichen Berliner Genossen dem sich vollziehenden Bündnis zwischen den Ultralinten und der Gruppe Ruth Fischer Maslom ruhig zusteht und zum Teil selbst diese Entwidlung unterstüßt." Bartei gebildete Reichsregierung vor eine vollendete Tal- ablehnt, sieht es so aus, als ob ein Teil der verantwort sache und damit für Behandlung der Fragen Sicherheitspaft und Eintritt in den Völferbund eine formale 3wangslage geschaffen hat, anerkennen wir den guten Willen unserer Fraktion, dieſe außenpolitischen Aktionen im Simme nationaler Grundsäße zu beeinflussen. Bedauern müssen wir aber, daß die Stellungnahme der Feindbund Regierungen zur Berbalnote, betreffend Widerruf der Kriegsschuldfüge nicht unverzüglich die gebührende Zurückweisung erfahren hat. Wir erwarten nunmehr, daß bei Weiterverfolgung dieser Linie unsere Frattion noch mehr als bisher ihren Einfluß aufbieten wird, ein Ergebnis der deutschen Außenpolitik zu verhüten, das der Ehre und den Lebensinteressen des Baterlandes Eintrag tut. Als folches Ergebnis würden wir A5machungen mit den Feinden ansehen müssen, durch die oder vor deren Abschluß nicht folgende mindest forderungen erfüllt werden: 1. Rücknahme des Bersailler Schuldbekenntnisses gegenüber allen Signatarmächten. 2. Ein Berzicht auf deutsches Land darf nicht ausgesprochen werden, weder direkt noch indirekt. 3. Vertragliches Zugeſtännis der in der deutschen Note vom 20. Juli 1925 vorbehaltenen Forderungen. 4. Räumung der Kölner Zone und vertragliche Regelung der Entwaffnungsfrage. 5. Die Abrüstungskontrolle über Deutschland ist einzustellen, die Einleitung der im Versailler Vertrag verheißenen allgemeinen Abrüstung vertraglich zu sichern. 6. Deutschland wird von den Bestimmungen des§ 16 des Völkerbunds statuts vertraglich entbunden. 7. Einstellung der von französischen und belgi chen Kriegsgerichten auf deutschem Boden geübten Schandjustiz und Befreiung ihrer Opfer. In der Berliner Organisation der KPD. vollzieht sich also ein erbitterter Machtkampf. Die Methode der Zentrale in diesem Rampf tommt faft einer Auflösung der Berliner Drganisation der KPD. in der bisherigen Form gleich. Die Demokratisierung der Kommunistischen Bartei" besteht darin, daß die Leitung diktatorisch Teile der Organisation benutzt, um unbequeme Instanzen abzu sägen. Die Dittatur von oben bleibt es wechseln nur die Diktatoren auf Befehl von Mostau. " Die Mörder- Gesellschaft. Verhaftung des Frh. v. Senden. Ein weiterer Feres mord in Spandau? Nachdem laut amtlicher Mitteilung der Fememord an den Schützen Pannier restlos aufgeklärt ist und sämtliche Täter verhaftet sind, können über die Personen der Täter und den Mord selbst nähere Einzelheiten mitgeteilt werden, über die bisher im Interesse der polizeilichen Ermittlungen Stillschweigen bewahrt werden mußte. Beamtenprotest gegen Schlieben. Stürmische Versammlung des Deutschen Beamtenbundes. Am Sonntag tagte im„ Admiralspalast" eine von mehreren tausend Mitgliedern des Deutschen Beamtenbundes, Provinzfartell Berlin, besuchte Protestversammlung, die sich mit der Ge- zu nennen, ein ehemalger Baltikumer und Oberschlesienkämpfer, ferner haltspolitik des Reichsfinanzministers v. Schlieben beschäftigte. Der Referent Rausch zerpflückte in fachlich wirkungsvoller Rede die Argumente, die Herr v. Schlieben auf„ Befehl der Herren von der Wirtschaft" gegen eine Besserstellung der Beamten schaft ins Treffen führte. Die lebhafte wiederholte Zustimmung der Bersammelten und die für den Reichsfinanzminister wenig schmeichelhaften Zornesausbrüche zeigten, daß die Geduld der Beamtenschaft zu Ende ist. Auch die wenigen Diskussionsredner gaben unter stürmischem Beifall ihrer Empörung über diese Art der Pferdetur" Schliebens Ausdruc. Der Schüße Pannier gehörte zur Maschinengewehrabteilung des schwarzen Reichwehr"-Regiments v. Senden, die im Elstal an der Straße Döberiz- Bustermart seinerzeit einquartiert war. Seine Ermordung erfolgte im Juni 1923, angeblich meil er sich verdächtig gemacht hatte. Als Täter bzw. Mithelfer und Begünstiger tommen eine Reihe von ehemaligen Mitgliedern dieser Formation in Betracht, die, wie bereits mitgeteilt, nach und nach verhaftet werden konnten und deren Namen zum Teil bereits genannt sind. Abgesehen von Oberleutnant Schulz und Fähnrich meder sowie dem auch hier beteiligten Feldwebel Klapproth ist von den übrigen an erster Stelle der Oberfeldwebel Steelberg cin Leutnant Schürmann und ein Feldwebel Büsching. Die Namen Klapproth und Büsching tauchen in verschiedenen Fememordaffären auf, und es wird behauptet, daß diese beiden dann auch immer die eigentlichen Täter waren. Büschings Spezialität" sollen zwei Schüsse in den Hinterkopf des zu erledigenden Opfers gewesen sein. Tatsache ist, daß diese beiden gar nicht zu der betreffenden Maschinengewehrabteilung gehörten, vielmehr Mitglieder einer schwarzen" Kraftfahrabteilung mit einem anderen Standort waren. Gie wurden aber im Juni 1923 plöglich in der Unterkunft der Maschinengewehrschüßen des Regiments" v. Senden einquartiert, daß die Annahme besteht, daß die Durchführung dieses„ Urteils" eigens Büsching und Klapproth übertragen wurde. Die übrigen n- ußten davon bzw. gehörten sie zu dem Kommando, das die Leiche verscharrte. Jedes Abweichen von diesem Mindestprogramm würde für unter lung: Richard Kunze wollte als erster Reichstagsabgeordneter und menige Tage später wurde der Fememord an Pannier verübt, nationales Leben Untragbarkeit des Sicherheitspattes und eines Bölkerbundabkommens bedeuten. Eine weitere Mitarbeit unserer Fraktion würde damit unmöglich werden. Wir erwarten von unferer Reichstagsfrattion, daß fie die Entwicklung dieser Aktion mit äußerster Wachsamkeit verfolgen, bei Ueberschreitung der vorſtehend gesteckten Grenzen den äußersten Widerstand leisten ohne Rücksicht auf Regierungsfrisen und bei nationalem Bersagen von Regierung und Reichstagsmehrheit den Appell an das deutsche Solf betreiben wird." Der Krach in der KPD. Absägung der Berliner Bezirksleitung. Die interessantesten Momente brachte der Schluß der Versamm. sprechen. Der Leiter der Versammlung, der sicher nicht wußte, daß Knüppel- Kunze diesmal nicht die Ehre hat, den Reichstag zu zieren, erteilte ihm auch das Wort. 3ischen, Pfeifen und Pfuirufe ertön ten, als Knüppel- Runze zu sprechen begann. Aus der Mitte des Saales wurde darauf aufmerksam gemacht, daß Kunze gar fein Reichstagsabgeordneter ist. Er mußte darauf, unter Händeklatschen Versammlung, daß der Genoffe Steintopf das Wort nehme. der Versammlung, vom Rednerpult wegtreten. Jegt verlangte die In furzer, aber von stürmischem Beifall begleiteten Rede zeigte unser Genoffe, welche Parteien die Beamten nur als Stimmvieh benutzen und welche Parteien für die Beamten fämpfen. Die Ermittlungen haben nun aber, wie die BS.- Korrespondenz weiter erfährt, auch zu einer Belastung des Führers jenes ReMorde schuldig gemacht hat. Freiherr v. Senden ist nun giments, des Freiherrn v. Senden, geführt, gegen den der Berdacht auftauchte, daß er sich der Anstiftung zu diesem porgestern, am Sonnabend früh, als er nach seiner am Freitag Dollzogenen Bermählung gerade die Hochzeitsreise antreten wollte, in Berlin verhaftet worden. Von ihm wird ferner auch behauptet, daß er der Anstifter zu mishandlungen gewefen ist, denen einen Monat später, im Juli 1923, ein OberfeldLandtagswebel mit dem Spignamen Rheinländer" durch Meder und Stegelberg unterworfen wurde. Dieser Feldwebel, der bei einer mit zwei Schüssen im Hintertopf als Leiche aus der Spandauer Formation stand, wurde einige Tage darauf ebenfalls Havel geborgen. Diefer legtgenannte Fall dürfte noch zu weiteren Erörterungen Anlaß geben. Als dann der Reichstagsabgeordnete Bierath von der KBD. sprechen wollte, scholl ihm entgegen:„ Wir haben von der tommu Die von Mostau desinfizierte Zentrale der Kommunistischen Politik nun genug." Die Abgeordneten Maretti und nistischen Partei bedient sich im Kampfe gegen die nicht restlos Ebersbach von der Deutschnationalen Landtags unterwerfungsbereite Berliner Bezirksleitung der Bellen- frattion faßen mit puterroten Köpfen in der Abgeordneten obleute und Gewerkschaftsfunktionäre der Berliner KPD. Eine Bersammlung dieser Bertrauensleute hat mit 3u loge" des Versammlungsraumes und wagten nicht, zu reden. Das stürmische Verlangen der Versammlung, die Abgeordneten Mostimmung der Zentrale mit 500 gegen 30 Stimmen eine augerordentlich scharfe Resolution gegen die Berliner Bezirks- ath, Schmidt( Stettin) und Laverrenz möchten ihre Be leitung angenommen. Darin wird die Abfägung der Berliner linfen Bezirksleitung gefordert: % „ Die jetzige Bezirksleitung, die durch ihre schwankende Haltung gegenüber dem Brief der Exekutive, die durch ihr weite res Bertreten der von der Exekutive scharf verurteilten Ruth Fischer Maslow Tendenzen und durch ihre zweideutige Stellung gegenüber den uliralinken Tendenzen nicht int stande ist, die Berliner Organisation auf der Linie der Komintern zusammenzureißen, muß so fhnell wie möglich durch die Wahl einer neuen, vorbehaltlos auf dem Boden der Kominfern stehenden Bezirksleffung, in der die in den Betrieben und Gewerkschaf ten verwurzelten Genoffen entscheidenden Einfluß besigen, ersetzt werden." = Die Abfägung erfolgt auf den Verdacht hin, daß die Berliner Bezirksleitung gemeinsam mit der Maslow Gruppe und der Gruppe Scholem zum Widerstand gegen die Exekutive rüstet. Die Zentrale der KPD. beschuldigt fie: Während die Mitgliedschaft sich immer enger um die Komintern zusammenschließt und die ultralinken Tendenzen entschieden Aufruhr in München. Von Hans Bauer. " amtenpolitit rechtfertigen, fonnte leider nicht erfüllt werden, da diese Herren vorsichtigerweise nicht gefommen waren. Um bezeichnendsten für die große Erbitterung in der Beamten schaft war die Beschlußfaffung: wie die fast schüchtern maßvolle Resolution, welche die Bundesleitung einbrachte, sofort verworfen wurde, als Egner Neutölln seine furze, fräftige, undiplomatisch das Kind beim Namen nennende Resolution einbrachte, die in der Stimmung der Protesttundgebung selbst entstanden ist: „ Die am 4. Oktober 1925 versammelten Mitglieder des Provinz fartells Berlin des Deutschen Beamtenbundes rufen ihre tiefste Erbitterung und hellste Empörung in die Ohren des Reichsfinanzministers, daß er die graufame Bferdefur" der Beamtenperelendung weiter aufrechterhalten will, auf Befehl einer übermächtigen Wirtschaft! Wir fordern, daß auch diese sich der Staatsnotwendigkeit des gleichen Rechtes für alle auf Grund des Art. 151 der Reichsver faffung füge und das Gesamtstaatswohl nicht weiter durch Selbst begünstigung gefährde. Die Versammlung hält jedes weitere Wort zur Sache für entbehrlich!" Diese Resolution wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. ertragen. Aber schließlich soll man den Wert des Blutes, das geflossen ist, doch nun auch nicht mit demjenigen des Bieres vergleichen, das nicht geflossen ist. Der Fall liegt schlimm genug. Denn wer vermöchte es mit Sicherheit festzustellen, ob der gewiffenlose lleberschank von 20 Broz. nicht die Differenz bis zu jenem Grade der Alkoholisierung darstellt, den die bayerischen Bürger zur endgültigen Liquidation der Revolution benötigen. Das Leben für die Revue. In München geht es hoch her. Nein, diesmal nicht wegen des Hitler. Die bayerischen Bürger haben sich auf ihre alte Tradition besonnen und berauschen sich lieber an den realen Erzeugnissen ihrer eingesessenen Brauereien als an denen eines, wenn man es jo recht nimmt, landfremden Anstreichergesellen. Das war ja fein schlechter Ohrenfchmaus, wenn die Wände wiberdröhnten von Ber wünschungen gegen Juden und Sozialisten, auf die Dauer ist aber der Gaumenschmaus, der von dick eingekochtem Bier und von Bier und eine halbe Stunde habe ich es ausgehalten, von 7 bis Schweinswürsteln gebildet wird, zumal wenn sie nach dem Blatt 12 Uhr, in der Romischen Oper, aber dann war ich so von für die Idioten Münchens den Münchener Neuesten Nachrichten", der Fülle der Farbenräusche, der leppigkeit der Ausstattung, der ,, vorzüglich im Saft bleiben", doch der größere von zwei Genüffen. Maffeninvasion von nackten Beinen usw. dermaßen erschlagen, daß Es ist ja doch auch so, daß das geistige Fundament für Suff und ich mich an der weiteren Konsumtion der Augenlufullerei nicht mehr be Fraß, die monarchistische Ueberzeugung, noch lange nicht zu furz teiligen fonnte. Man muß, um so einen Speisezettel von James Klein zu kommen braucht. Der rote Turm der Löwenburg, eins der on A bis 3" zu absolvieren, die Nerven jener pantagruelischen größten Lokale auf der Oktoberfestwiese ist mit dem föniglichen Schlingfünstler haben, die alle Genüffe des schwedischen talten Wappentier versehen und erstrahlt nachts im Flimmerglanz. Aber Büfetts austoften auf die Gefahr hin, 14 Tage magentrant zu fein. Jedenfalls rate ich jedem, der diese Bühnenschau von A bis 3cuch sonst bricht sich, vornehmlich in vorgeschrittenen Stadien des so heißt sie mitmachen will, vorher Urlaub zu nehmen, die Nerven Alkoholkonsums, das Bekenntnis zur monarchistischen Staatsform zu schonen und sich gründlich auszuschlafen. Denn die Parole heißt: machtvoll Bahn. uns fann feiner und die Welt soll sich amüsieren, und wenn sie dabei draufginge. Gustav Ridelt hat versucht, die Flucht der Erscheinungen humorvoll einzurahmen. Statt der Wigjagd anderer Revuen wird hier eine durchgehende Idee untergelegt: ein Großindustrieller( der immer ullige Paul Beders) und fein Diener Auguft( eine famose Berliner Type Paul Westermeiers) flüchten aus dem deutschen Dalles, erlangen durch einen Zaubertrunt die Fähigkeit, sich in jede Bergangenheit versehen zu fönnen und erleben nun das Paradies, Babylon, Rom, das alte Germanien ( hübsche Parodie) usw. usw., mit der philosophischen Bointe, daß es früher auch nicht besser war. So möchte es scheinen, daß in München alles in schönster Ordnung wäre. Indeffen, grad als ob dunkle( wahrscheinlich also jüdische!) Mächte am Wert wären, die dieses gequälte Bolt nicht zur Ruhe kommen lassen wollten, sind am friedlichen Himmel der Oktoberfestwiese schwarze Wolken aufgezogen und hängen unheilverkündend über dem dickgekochten Bier und den vorzüglich im Saft bleibenden Schweinswürfteln. Es läßt sich nicht verhehlen, daß das Gemurr und Geraune schon wochenlang ging. Einer jagte es dem anderen: Mit dem Einschenken stimmt etwas nicht. Noch wollte man nicht an das Schlimmste glauben und auf bloßen Verdacht hin nicht schreckliche Beschuldigungen ausstoßen aber schließlich rissen die Sturzfluten des tief beleidigten bayerischen Gemüts die schwachen Dämme des Vertrauens zum Boltsgenossen nieder. Man schichte sich en, den Dingen doch einmal auf den Grund zu gehen, der bei den Biergläsern immer so schnell erreicht war. Ein entseglicher Anblick bot sich dar: ein Ueberschant nämlich von etwa 20 Proz., den gewissenlose Schenkkellner sich hatten zuschulden fommen laffen, ungeachtet des Verbrechens, das sie damit am feimenden Wiederaufleben bajuvarischer Stammeseigentümlichkeit begingen. Wohl bemühten sich die Brauereien in einem eiligen Dementi, die( fürwahr!) ..ungeheuerlichen Nachrichten", die über diese Entdeckung in Umlauf gerieten, auf das( und auf die) Maß der vereinzelten Berfehlungen weniger zurückzuführen, aber nimmermehr vermochten sie den katastrophalen Eindrud abzuschwächen, den besagter Ueberschant naturgemäß hinterlassen mußte. Nicht, daß das bayerische Bürgertum Es hat den Vorwurf, Mörderzentralen in seinem Lande zu begünftigen, mit dem Gleichmut ausgeglichener Seelen Heinlich wäre. Diese umklammernde Handlung versackt aber je länger, je mehr. Wir werden mehrlos in den Strudel der Augengenüsse und Ohrenschmause( die Musik besteht zumeist aus lauter bewährten Nummern) geriffen. Zuweilen erinnert ein Wiz daran, daß ein Geist über den Wassern schweben sollte. Wer nennt die Bölfer, zählt die Namen? Ein Schlangenballett( Marte Paris) schwelgt in der längst typisch geworden Akkumulation der Beine und Arme. Mimosen( Marte Baris) find eine bezaubernde Sommernachtssymphonie in Gelb und Blau, Rosa und Silber, ein schillerndes Leuchten, deutsche Reben am Rhein ein entzückendes Farbenspiel. Dazwischen stürmt ein Rudel unerhört lärmender und springender arabischer Afrobaten herein, tanzen berühmte internationale Tanzpaare, Fandango Juanita Cafanova. Eine ganze Serie japanischer Landschafts- und JahreszeitenGalat. Alle Stunde gibt es ein neues Hauptgericht: eine Kombibilder überflutet uns. Eine überleffe Grunewaldszene würat den nation fabelhafter Belze( die kostbarste Schau der Welt") mit Nuditäten, Brillantenzauber, eine Wolfe von Hermelin, oder eine unerhörte Lurusentfaltung von Federn, die nicht von Menschen, sondern auf Gestalten getragen werden, Sanssouci mit Rofoffofigürchen( der olle Frizz tann nicht fehlen)... Tausend Künfte, Ein Stahlhelm- Ueberfall. Osnabrüd, 5. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Am Stahihelmtag, der am Sonntag hier flattfand, versuchten schwarzweiß zote Rowdies mit Gewalt ins Gewerkschaftshaus einzubringen, wobei fieben Republikaner schwer verlegt wurden. Die Schupo nahm den Stahlhelmern eine Anzahl Schußwaffen ab, nachdem eine Reihe von Schüffen abgegeben war. Gemeindewahl in Posen. Bofen, 5. Oftober.( Mth.) In Bosen fanden gestern die Bahlen zur Stadtverordnetenversammlung statt. Ein abschließen. des Ergebnis liegt noch nicht vor. Die Deutschbürgerlichen haber einen Wahlvorschlag nicht eingereicht. Der deutsche Wahlausichuz hat aber Stimmabgabe für die Liste der polnis en sozial. demokratischen Partei empfohlen, deren Programm für einen Schutz der Minderheiten noch die meiste Aussicht biete und die an aussichtsreicher Stelle einen deutschen Arbeiter als Kandis daten aufgestellt hat. ein ungemessenes Nebeneinander von Lurus, Brunt, Bracht, technischem Raffinement und maderer Arbeit. Bon A bis 3? Nein, der Mensch von Geschmack sucht sich seine Gänge aus, er ißt nicht die D. ganze Speisekarte ab. " " Der Staatsgefährliche Körperteil. Wie die Moskauer ,, Prawda" mitteilt, hat das„ staatliche Spielplanfomitee" foeben folgende Maß nahmen beschlossen:„ Die Oper Lohengrin" muß als romantisch mystisches Wert vom Spielplan entfernt werden. Sie fann aber durch den„ Siegfried", der in ideologischer Beziehung dem ruffischen Theaterleben näher steht(!), erfeßt werden. In der Oper Eugen Onegin" muß aus dem ersten Aft die verlogene idyllische Episode mit den leibeigenen Bauern" gestrichen werden. Die Oper Werther mird verboten, da es unangebracht ist, heutzutage Werther- Stimmungen zu nähren. Schillers Maria Stuart" wird als„ monarchistisch- religiöses" Werf gleichfalls verboten. Auch die( dramati fierten) Briber Karamajom" von Dostojewsky dürfen nicht aufgeführt werden, da das Wert einen schädlichen Einfluß haben fönnte." Die ,, Prawda" teilt weiter mit, daß ein Moskauer Verlag ein neues Stüd verlegen wollte, das in Afrika unter Affen spielt und in dem zwei feindliche Affengruppen vorkommen. Die einen follten eine rote und die anderen eine blaue Siggelegenheit haben. Die Zenjur erlaubt das Stüd nur unter der Bedingung, daß der rote Hinterteil durch einen Zur Ehre der gelben ersetzt wird! Brawda" muß gesagt werden, daß sie weit davon entfernt ist, solche Maßnahmen zu billigen, und es sogar wagt, den Zensoren Nicht ben schmeichelhaften Namen„ Sowjetnarren" zu verleihen. zuletzt dant dieser scharfen Stellungnahme ist jetzt die bisher ver boten gewesene Oper Mona Lisa" von Mag v. Schillings zur Aufführung freigegeben worden. Ein neuer urgefchichtlicher Fund. Am 2. Oftober wurde in einer Riesgrube in Süßenborn bei Weimar ein Zeuge aus der Urgeschichte gefunden und freigelegt. Es handelt sich um einen großen Mammut Stoßzahn von etwa 2½ Meter Länge und einem Umfang von über 60 Zentimetern. Der Riesenzahn wurde in vorsintflutlichem Schotter gefunden. Das Alter des wunderbar erhaltenen Stückes schäzt man auf 400 000 bis 450 000 Jahre. Der Fund ist dem Weimarer Museum für Urgeschichte als Geschenk überwiesen worden. Johann- Strauß- Feier. Der Reichsverband ber bentichen Breffe veranstaltet am Sonnabend, den 24. Oktober, anlöhlich des hundertsten Geburtstages von Johann Strauß in der Städtischen Oper eine Suldigungsfeier für Strauß. Die Feier findet in Form einer Nachtvorstellung unter der Leitung von Prof. Bruno Walter und unter Mitwirkung erster deutscher Bühnenfünstler statt. An die Aufführung, die um 11 Uhr abends beginnt, schließt sich ein Gesellschaftsabend mit Ball. Die theinische Musicschule Kölns wurde Sonntag durch einen Festakt im Saale der Hochschule für Mufik( des früheren Konservatoriums) eröffnet, Preisfenfung in den Münchner Privaffheatern. Um weiteren Streifen ben Eintrittspreise um durchschnittlich 20 Prozent ermäkigt. Es treten nunmehr Theaterbefuch zu ermöglichen, bat der Verband Münchner Privattheater die gemeinsame Einheitspreise von 1 bis 8 M. in Straft. schaften hot beschlossen, sich an den Arbeiten des internationalen Komitees Neuausgabe der Werte Eulers. Die Ruffische Akademie der Wissenfür eine Neuausgabe der Werke des deutschen Mathematikers Euler, der auch Mitgld der Russischen Akademie war, zu beteiligen. Deutschnationales Preissenkungstheater. Im Rathaus haben die Deutschnationalen bekanntlich einen Antrag über die Teuerung eingebracht. Ausgerechnet die Partei der Bollwucherer und Steuerräuber will vom Magistrat wissen, was er gegen die von ihnen verschuldete Teuerung zu tun gedenkt. 11m die Abfichten des hochwohlweislichen Magistrats zu ergründen, tagte heute vormittag ein Stadtverordnetenausschuß. Der deutschnationale Stadtrat Dr. Richter referierte und tam zu dein Ergebnis, daß die Stadtverwaltung gar nichts tun könne. Der deutschnationale Pfarrer Koch war mit der Leistung seines Barte: freundes sehr unzufrieden und wünschte vom Magistrat die Ausarbeitung einer Denkschrift und die Beschaffung statistischen Materials. Bon seinen eigenen Parteifreunden mußte er sich sagen lassen, daß aus der ganzen deutschnationalen Attion selbstverständlich nichts werden kann. So beschloß denn der Ausschuß nach furzer Debatte, vom Magiftrat weiteres Material zu verlangen und sich felber zu vertagen. Das Ganze nennt sich: deutschnationale Preissentung. Wieder ein Kriegerdenkmal. Wilhelm II. und Sohn telegraphieren! Die Kriegerdenkmäler mehren sich in Berlin. Am Sonntag wurde wieder ein Denkmal dieser Art enthüllt und eingeweiht. Den zum Feuerwerfs- und 3eugpersonal der Armee und Marine gehörenden Toten des Krieges 1914-18" haben überlebende Kameraden ein Denkmal gewidmet, das in dem Garten der ehemaligen Oberfeuerwerkerschule an der Invalidenstraße aufgestellt ist. Zur Enthüllungsfeier war Reichspräsident hinden burg eingeladen worden. Er sprach brieflich sein Bedauern aus, daß er nicht an der Feier teilnehmen fönne, weil er zurzeit nicht in Berlin sei. Hätte er, der bei seinem Rheinlandbesuch sich mit den Farben Schwarz- Rot- Gold schmückte, sich darüber gewundert, daß bei dieser Denkmalseinweihung das schwarzrotgolbene Banner der deutschen Republik fehlte? Man sah nur die feine schwarzrotgoldene Gösch an der deutschen Kriegsflagge, deren sich breit machendes Schwarz- Weiß- Rot alles beherrschte. Die Weiherede des früheren Feldpropftes Schlegel wünschte den leberlebenden ein Feuer von oben. Der Geistliche sprach davon, daß beim Feuer nicht die Zerstörung das Letzte sei, sondern das Neue, das aus der Zerstörung fommt. Meinte er mit dem neuen die Staatsumwälzung. die aus dem Weltbrand des Krieges gefommen ist? Nein, er dachte an das Feuer, das„ Jesus auf die Erde wirft", an das Feuer, das Läuterung durch den Geist Gottes ift". Das Dentmal aber, deffen Hülle dann fiel, hat mit Gott und dem Feuer Jesu nichts zu tun. Es zeigt bie rohe Kraft einer Waffe des Krieges, die furchtbare Gewalt einer einschlagenden Granate. Das von dem Bildhauer Boltel Friedenau gefchaffene eigenartige Bert stellt Die bei der Explosion des Geschosses auffliegende Erdfahne" dar. Den Künstler foll, erzählt eine zur Dentmalsenthüllung herausgegebene Festschrift, die Absicht geleitet haben, in der Darstellung Ser emporreißenden gewaltigen Kraft auch den Beschauer emporzu reißen aus der Not und Qual unserer Tage". Bei der Feier gab es eine leberraschung", ein Telegramm aus Schloß Doorn in Holland oder für die Renner war es vielleicht doch keine Ueberraschung. Wilhelm II., der im November 1918 fein Heer verließ und ins Ausland floh, schichte jetzt ein teilnehmendes Begrüßungstelegramm. Ein Gene ral a. D., der es vorlas, nannte es eine allerhöchste Botschaft" von Seiner Majestät dem Kaiser". Daß er dem geflohenen Ertaiser noch den Titel„ allerhöchster Kriegsherr gab, follte feine Bronie Jein. Auch Wilhelm, der Sohn des Ertaisers, hatte aus Schloß Dels, wo er als Bürger des Deutschen Reichs( der Republif) gebulbet wird, ein Telegramm gesandt. Als Seine fönigliche Hoheit den Kronprinzen" bezeichnete ihn der das Telegramm vorlesende Ber. treter des Dentmalsausschusses. Wilhelm II. und Sohn sollten, empfehlen mir, ihren Telegraphiereifer ein bißchen zügeln. Gerade bei der Enthüllung eines Kriegerdenfmals täten fie beffer, fich noch tiefer in ihre Wintel zu verfriechen. Die meisten der gestern zu der Enthüllungsfeier erschienenen Hinterbliebenen, die in Trauer um ihre Toten an die schweren Opfer des Arieges dachten, werden für den Ertaiser samt dem Erkronprinzen nicht sehr freundliche Empfindungen gehabt haben. Dachstuhlbrand am Kottbuser Ufer. Die Reihe der Dachstuhlbrände wurde auch am Sonntag fortgesetzt. Am Vormittag in der 10. Stunde wurden die Löschzüge 8 und 11 nach dem Kottbuser Ufer 58, nahe der Admiralstraße, von mehreren Seiten alarmiert. Hausbewohner hatten die Feuerwehr benachrichtigt. Als die Wehr an der Brandstelle erschien, stand der mächtige Dachstuhl des zweiten Quergebäudes schon in solcher Ausdehnung in Flammen, daß unverzüglich mit Die mehreren Motorsprigen Wasser gegeben werden mußte. Die Treppenaufgange maren vollständig verqualmt, so daß eine große mechanische Leiter auf dem zweiten Hofe aufgerichtet und zum Angriff benutzt werden mußte. Leider ertranften mie. der einige Feuerwehrmänner. Nach zweistündiger Tätigkeit war um mittag das Feuer in der Gewalt der Behr. Die Aufräumungsarbeiten nahmen längere Zeit in Anspruch. Den Flammen find eine Menge Möbel und Hausrat der zahlreichen Mieter mit den Bodenräumen und der Dachkonstruktion zum Opfer gefallen. Die Polizei war gleich nach Ausbruch des Brandes zur Stelle und vermutet wieder Brandstiftung. Genaue Ermitt lungen werden noch angestellt. Der Schaden ist abermals ganz er heblich und nur teilweise durch Bersicherung gebedt. Ein geheimnisvoller Schuß. Mit einer schweren Schußperlegung in der Brust wurde gestern Nacht der 25 Jahre alte Kutscher Willy B. auf einer Bank in den Anlagen am Weißen See aufgefunden. Gegen 2 Uhr fam ein Bekannter des W. durch die Anlagen und fah plöglich, wie der junge Mann sich von einer Bant erhob und auf ihn zu taumelte. 3. gab an, daß er, von einem Bergnügen heimfehrend, fich ein Weilchen auf die Bant gefeßt habe und eingefchlafen fein muffe. Plötzlich habe er in der linken Bruftseite einen stechenden Schmerz verspürt. Es müffe also ein unbefannter Schüße auf ihn geschossen haben. Der Bekannte benachrichtigte die Po fizei, und da die Begleitumstände verdächtig erschienen, so wurde die Mordkommiffion alarmiert. Die Ermittlungen ergaben, daß die Aussagen des jungen 23. allem Anschein nach nicht stimmen. Es wurde teine Baffe bei ihm gefunden, doch hatte er in seinen Taschen Briefe, aus denen Lebensüberdruß spricht. Auch Freunden und Bekannten gegenüber hat er in letzter Zeit wieder holt Selbstmordgedanken geäußert. Bermutlich hat der junge Mann sich selbst den Bruftschuß beigebracht und ist dann, während er bewußtlos auf der Bant saß, um die Waffe bestohlen worden. W. felbst, der in das Auguste Bittoria- Krantenhaus in Weißensee übergeführt wurde, liegt dort noch vernehmungsunfähig darnieder. In der Fischerhütte an der Großen Krampe wurde gegen Mittag des 4. die Leiche eines unbekannten etwa 30 bis 35 Jahre alten Mannes mit einer Schußwunde aufgefunden. Die Leiche hat etwa 2 bis 3 Wochen gelegen. Die Kriminalpolizei stellte einwandfrei fest, daß es sich hier um einen Selbstmord handelte. " Bezirkstag der Frauen. Zollpolitik und Gemeindewahlen. Im Plenarsigungsfaal des Preußischen Staatsrates tagte gestern, wie die neue Zollvorlage, beschlossen werden, find alle fürsorgeunter dem Borsig der Genoffin Wengels die Frauenfonferischen Geseze hinfällig. Aus der Begründung der soll. renz des Bezirksverbandes Groß- Berlin Saal und vorlagen geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß die LebensTagesordnung zur Erledigung vor: Die Berichte von den Frauen müssen. Die Hoffnung, daß die Industrie die Berteuerung der Galerien sind start besetzt. Der Konferenz lag eine reichhaltige Der Konferenz lag eine reichhaltige mittel- und Industriezölle ganz wesentlich zur Einschräntung der Lebenshaltung weitester Boltstreise führen tonferenzen in Marseille und Heidelberg, das Referat fonferenzen in Marseille und Heidelberg, das Referat Lebenshaltung durch Lohnerhöhungen ausgleichen werde, ist bei uns und die soziale Lage des Volkes und auf die Gemeindepolitit", die letzten Zeit haben uns Recht gegeben. über die Wirkung der 3ollpolitik auf die Bolksgesundheit von Anfang an nicht vorhanden gewesen und die Ereignisse der stattet wurden. von den Genosfinnen Dr. Stegmann und Todenhagen er mußte wegen Behinderung der Genoffin Wurm abgefeßt werden. Das Referat über„ Lebenshaltung und 3ölle" Bor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte Genosse Künstler im Namen des Bezirksvorstandes die Konferenz. Er betonte, daß die Frauenfonferenz nicht nur im Interesse der Frauen und Mäd chen, sondern für die Gesamtpartei zu arbeiten haben werde. Ein Hinweis auf die Bedeutung der bevorstehenden Stadiver ordnetenwahlen wurde von den delegierten Genosfinnen mit startem Beifall aufgenommen. Den Bericht von der Internationalen Frauenkonferenz in Marseille erstattete Genessin Bohm- Schuch. Die Rednerin gab einen Ueberblid über die Ergebnisse der Frauenkonferenz, die im Anschluß an den allgemeinen Sozialistenkongreß stattfand. Besonders erwähnte die Rednerin die große Entschließung, die die wirtschaftliche und politische Gleichberechtigung und die Erfüllung der sozialpolitischen Forderungen der Frauen verlangt. Der allgemeine Internationale Rongreß stimmte auch dem Berlangen der sozialistischen Frauen nach einer Vertretung im Internationalen Bureau zu. Damit foll teine besondere Frauenorganisation in der Internationale verbunden sein. was unter Zustimmung aller Frauendelegationen von der Genoffin Popp- Desterreich besonders betont wurde. Als Hauptergebnis des allgemeinen Kongresses bezeichnete die Referentin die allgemeine Friedensrefolution, die von der Notwendigkeit der Mitarbeit der Sozialisten in den Länderregierungen und im Bölterbund spricht. Zusammenfassend tönne die Internationale Frauenkonferenz sowohl inhaltlich wie äußerlich als ein Ereignis bezeichnet werden, das die gewünschten Aus wirfungen auf die sozialistische Frauenbewegung haben wird. Ueber die deutsche Frauenbewegung in Heidelberg sprach Benoffin Schmit. Sie berichtete über das Referat der Ge noffin Juchacz, die die Gleichberechtigung der Frau behandelte und über den Bericht des Parteivorstandes. Der Borstandsbericht und über den Bericht des Parteivorstandes. Der Borstandsbericht habe gezeigt, daß die Mitgliedschaft der Frauen in unserer Partei durchaus noch ausbaufähig ist. Aus dieser Situation ergibt sich die scheinbare Zurückjegung der Frau im öffentlichen and im Partei leben. Mit einer eingehenden Berichterstattung über das Referat des Genoffen Sänger," Die Frau im Strafrecht, beschloß Be noffin Schmit ihren Bortrag. Die Berichterstattungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der Diskussion forderte die Genoffin Adele- Schreiber- Krieger, daß die Bartei. genossenschaft in den Frauen die Empfindung fördern möge, gleich gefchäßt und gleichgeachtet zu sein. Genoffin Lodenhagen verpflichtete die Genoffinnen, im wirt. schaftlichen und politischen Konturrenzfampf nicht freiwillig zurüd zutreten. Dadurch werde dem Manne der so oft betlagte Bortritt crleichtert; dagegen muß auf den Frauenabenden die Frau sich çanz als Sozialistin fühlen und mirten, um so auf die Gäfte und Zuhörer sozialistisches Fühlen, Denten und Benehmen auszuftrahlen. Gegenüber der Beschwerde einer Diskussionsrednerin erklärte Genosse Künfiler, daß der Bezirksvorstand feinen Einfluß auf die Kandidatenaufstellung der Kreise zu den Stadtverordnetenwahlen ausgeübt habe. Das läge auch weder in der Zuständigkeit, noch in der Absicht des Borstandes. Genoffin Jahrenwald trat dafür ein, daß die Reichs- Frauenfonferenzen wieder wie früher vor dem Parteitag stattfinden mögen. Im übrigen sprach sie sich für den Ausbau der Frauenleseabende aus. Nach einem Schlußwort der Gen. Schmih und Bohm- Schuch hält Gen. Dr. Stegmann das Referat über die Wirkung der Zölle auf Volksgesundheit und foziale Lage Die Gefundheit des Boltes, so führte die Bortragende aus, ift ein Gut, für das sich verlohnt, au fämpfen. Wir haben eine Für forge für alle möglichen Krankheiten, Seuchen und Gefahren, und wenn man unseren rechtsstehenden Regierungsleuten glauben wollte, wäre fein Anlaß zum flagen. Sobald aber von der Rechtsregierung und den hinter ihr stehenden Parteien solche Maßnahmen. regierung und den hinter ihr stehenden Parteien solche Maßnahmen, Schluß der Kipho. Die Nipho, die Kino- und Photo- Ausstellung am Kaiserdamm, ist am gestrigen Sonntag geschlossen worden. Der letzte Sonntag führte der Ausstellung noch einmal einen Besuch zu, wie ihn die größten Tage der Herbst- Ausstellungen und Messen nicht zu ver zeichnen hatten. Die geschäftlichen Erfolge der Aussteller finotechnischen und phototechnischen Branchen konnten auch eine Anwaren über alle Erwartungen befriedigend. Die Lieferanten der zahl von Auslandsverkäufen buchen. Anläßlich des Besuches der Ripho durch ausländische Filmfadhleute ist in Berlin auch eine bemertenswerte Anzahl von deutschen Filmen nach dem Ausland vertauft worden. Die 14. Große Allgemeine Seifenfachmesse, die alljährlich zweimal vor sich geht, wurde am gestrigen Sonntag unter Anwesenheit der Vertreter der Behörden und der Presse eröffnet. Die Ausstellungsleitung hatte diesmal auch Bertreter der ausländischen Handelsvertretungen gelaben. Die Ausstellung selbst, die in den Gesamträumen der Neuen Welt" untergebracht ist, gibt wieder einen interessanten Ueberblid über die Erzeugnisse der Geifenindustrie. Die Veranstalter haben sich redlich Mühe gegeben, diese Fachmesse gegenüber der letzten Ausstellung noch weiter auszubauen. Man findet alle in das Fach des Seifenhandels fallenben Artikel, wie einfache Waschseifen, feinste Toilettenfeifen, Parfü merien, Bußmittel, Scheuertücher, Besen- und Bürstenwarenfurzum, all die Dinge, die die Hausfrau in ihrem Haushalt braucht. Auch größere Wirtschaftsartikel, die für den Seifentleinhändler bestimmt sind, werden zur Schau gebracht. Die Messe, die vom Schuhverband Deutscher Seifenhändler E. B. und der Einkaufszentrale der Seifenhändler von Groß- Berlin e. G. m. b. 5. veranstaltet ist, bleibt noch heute, Montag, und morgen, Dienstag, von 3 bis 10 Uhr geöffnet. Dänische oder auftralische Butter? Der Butterbedarf Deutschlands wird, soweit er nicht aus der heimischen Produktion der Landwirtschaft und der Molkereien gedeckt werden fann, zum größten Teil durch dänische Butter befriedigt. Dänemart ist ein Land, das einen Produktionsüberschuß an Butter hat und gerade deswegen fällt es auf, daß die dänische Handelsbilanz in der Einfuhr bedeutende Mengen australischer Butter aufweist. Diese australische Butter, die Nach den Errechnungen der Regierung belasten die neuen Jölle den Jahresetat einer fünftöpfigen Familie um jährlich 150 mt., wobei man fich den schlechten Scherz erlaubte, die Lebensverhällnisse der Kohlrübenzeit während des Krieges zugrunde zu legen. Auch die Industriezölle belasten gerade den Arbeiterhaushalt am stärksten. Schon bei dem jungen Menschen, dem Säugling, wirten die Zölle Wenn heute 59 Proz. der Säuglingssterblich feit auf Ernährungsschwierigteiten zurüdzuführen sind, so bedeutet das doch, daß daran vornehmlich die Prole= tarierfinder beteiligt sind. Infolge der Lebensmittelzölle schlecht ernährte Mütter fönnen ihre Kinder auch nur unvoltommen nähren. So wirft die Zollvorlage schon auf die Kinder, obwohl man die Milch zollfrei ließ. Die 3ölle auf Gemüse und Obst verteuern ebenfalls nur die Ernährung der Arbeiterschaft. wollte, hätte, statt Zölle beschließen zu lassen, für Aufklärung in Eine Regierung, die wirklich etwas für die Bolksgesundheit tun Ernährungsfragen forgen müffen. Bei der Wohnungsfrage ist die Regierung gleichfalls untätig geblieben. Auf der einen Seite schützt man die gefährdete Sittlichkeit vor, um den berüchtigten§ 218 bestehen zu lassen, andererseits gestattet man die fürchter lichsten Wohnungsverhältnisse. Da die Zölle die Bodenrente erhöhen, der Grund und Boden also teurer wird, sa wird auch an einen ausreichenden Wohnungsneubau nicht zu denken sein. Das Bolf trägt schwer an dieser Bodenrente und muß einen großen Teil des Einkommens dafür opfern. So geht der Kreislauf fort. Wenn heute die Frauen infolge der schweren Lebensverhältniffe ihres Lebens nicht froh werden, wenn sie am Leben fast ver. zweifeln, fo wird man von ihnen nicht erwarten fönnen, daß fie frohen Herzens Rinder gebären, die auch nur wieder diese elenden Zustände durchleben müßten. So wirten die 3ölle nicht nur auf die Ernährung und Cebenshaltung, sondern direkt auch auf die Erhaltung unseres Boltes. Grenzen und Zölle find Mittel des Imperialismus; fie tönnen nie zur Berständigung der Bölker beitragen. Deshalb muß unser Kampf dem Zolltarif gelten. Zolltarif und Gemeindepolitik. Dann behandelte Genossin Todenhagen die Wirkungen des Zolltarifes auf die allgemeine Wirtschaft, um dann die Auswirkungen auf die Gemeindepolitit zu untersuchen. Daß die Zölle als„ Schus für die einheimische Industrie versagen, beweisen am beften die Arbeitslosenziffern, ble feit dem Infrasitreten der Zölle, ja felbft schon seit der Anfündigung und Beratung im Reichstag im Steigen sind. Das sind neben der Berteuerung aller Lebensmittel und Bedarfsartikel die ersten Wirkungen der deutschnational- vollsparteilichen Zollpolitit. Genoffin Todenhagen zeigte weiter an unzähligen Beispielen, wie die Berelendung der Massen durch die verschlechterte Lebenshaltung gerade die Gemeinden belafte. Die gemeindliche Wohlfahrtspflege hat die Sünden wieder gut zu machen, die die Rechtsparteien an den unteren Boltsschichten begangen haben. tolug So war es auch eine elende Komödie, wenn fürzlich die Deutsch nationalen in der Stadtverordnetenversammlung vom Magiftrati Mittel und Wege erfahren wollten, die geeignet feien, die Lebensmittelpreise zu jenten. Dieselben Kreise, die durch den Bolltarif erft alles verteuerten, fügen jegt zum angerichteten Schaben noch den Spott. Mit einem lieberblid über die Arbeiten der Arbeiter- Wohlfahrtspflege und mit einem Appell an die Frauen zu tatkräftiger Hilfe.und Mitarbeit in der Partei und bei den Wahlen schloß Genossin Todenhagen ihren interessanten Bortrag. men Die beiden Referate wurden mit lebhaftem Beifall aufgenom Die Diskussionsrednerinnen unterfirichen die Referate, oder gaben ihre Erfahrungen in der Wohlfahrtspflege zum besten. Damit war die Tagesordnung erschöpft. In ihrem Schlußwort ermahnte Genoffin Wengels die anwesenden Barteigenoffinnen, alle Kräfte dafür einzusetzen, daß am Tage der Stadtverordnetenwahl die Mehrheit des Bürgerblods gebrochen werde. Mit einem Hoch auf die Bartei schloß gegen 5 Uhr die Frauenkonferenz. qualitativ sehr minderwertig ist, und deswegen im Preise sehr niedrig. fommt auf dem Umwege über London nach Dänemart. Der größte Teil dieser Butter soll, Fachblättern zufolge, nach Deutschland gehen und hier in der Hauptsache zu Badzweden verwandt werden. Mit der australischen Butter haben wir schon in Borfriegszeiten sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Sie fommt infolge der schlechten erpadung und des langen Transportweges zum größten Teil zum Genuß nicht besonders geeignet hier an. Es wäre fehr angebracht, wenn sich die zuständigen Behörden einmal mit dieser Frage beschäftigen würden und eine Untersuchung dahingehend vornehmen würden, ob nicht erhebliche Mengen der australischen Butter dirett dem Berbrauch zugeführt werden, und ob nicht unter der Flagge der dänischen Butter australische Butter nach Berlin fommt. Auslandsbutter mird bekanntlich zu höheren Breisen ver fauft als Inlandsbutter. Wenn aber die billige australische Butter das Signum dänische Butter trägt, so wären die hohen Preise zum mindesten für diese Butter nicht gerechtfertigt. Friedrich- Ebert- Straße in Niederlehme. Die Gemeindevertretung Nieber lebme( Kreis Beestow- Stortom) hat auf Borschlag des Gemeindevorstandes mit allen gegen 2 Stimmen beschlossen, die Straße am Stroffinsee Friedrich Ebert Straße zu benennen. Dagegen ftimmte bezeichnend genug 1 Kommunist und 1 Vertreter vont fogenannten Ordnungsblod", der sich politisch zu knüppel- Kunze rechnet. Achtung, Teilnehmer am Gymnaffiffurfus! Der für Dienstag, hen 6. d. M., angelegte Uebungsabend muß umständehalber ausfallen. Der nächste lebungsabend wird voraussichtlich am 27. b. M. stattfinden. aus Autounglück auf einer Reichsbannerfahrt. Bochum, 5. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Als ein in voller Fahrt mit 40 Reichsbannerleuten belegtes 2astauto Linden Dahlhausen die Hattinger Straße durchfuhr, brach plöglich der adet aften auseinander. Sämtliche Infassen stürzten auf das Pflaster. 3ehn Mann erlitten Knochenbrüche. Die Arbeiter Raumann und Chur wurden schwer verletzt. Sämtliche Verletzten wurden ins Elisabeth- Krankenhaus gebracht, einer fonnte nach Anlegung eines Notverbandes wieder entlassen werden. Das Auto wurde von der Polizei beschlagnahmt. Jungfozialisten: Die Mitgliederversammlung und die Arbeitsausschußigung finden nicht im Landtag, sondern im Friedrich. Wilhelm- Gymnasium, Kochstr. 13, statt. Morgen, Dienstag, abend Wählerfundgebungen der Sozialdemokratie Berlin Gewerkschaftsbewegung Die Sozialversicherungsangestellten. Um das Dienstrecht. Die Angestellten der Sozialversicherung gehören zu den wenigen Gruppen von Arbeitnehmern, denen die Vorteile des modernen Arbeitsrechts immer noch streitig gemacht werden. Die Ber. ficherungsbehörden, denen ein Genehmigungsrecht bei der Regelung der Arbeits- und Bergütungsbedingungen der Angestellten der Kranfenfassen und Berufsgenossenschaften zusteht, wollen weder bie uneingeschränkte Anwendung des Tarif noch des Betriebsräie. rechts für diese Angestellten zulaffen. Ihre Berufsgewertschaft, der 3entralverband der Angestellten, hält am 11. Oktober in Rudolstadt eine Reichstonferenz ab. Diese Reichstonferenz wird eine machtvolle Rundgebung für ihre Forderungen fein, ein einheitliches und modernes Dienstrechi zu schaffen. Außerdem wird sich diese Konferenz mit der Reform der Sozialversicherung beschäftigen und zu anderen aktuellen Berufsfragen Stellung nehmen. Aus dem Berficherungsgewerbe. Bie uns vom Zentralverband der Angestellten mitgeteilt wird, it der geltenbe Reichstarifvertrag 1925 für die Angestellten der privaten Versicherungsunternehmungen sowohl von Arbeitgeber- wie von Arbeitnehmerseite zum 31. Dezember gekündigt worden. Teil II diejes Tarifvertrages, der die Behälter regelt, war von den am Tarifvertrag beteiligten Angestelltenverbänden befanntlich bereits zum 30. September 1925 aufgefündigt worden. Tarifausschuß und Hauptversammlung des Arbeitgeberverbandes deutscher Versicherungsunternehmungen haben eine Erhöhung der Behälter ab 1. Oktober mit der Begründung abgelehnt, daß im Hinblick auf die allgemeinen wirtschaftlichen Berhältnisse, durch welche die Bersicherungsunternehmungen unmittelbar oder mittelbar in gleicher Weise betroffen würden wie alle übrigen Zweige von Handel, Gewerbe und Industrie, eine Erhöhung der Tarif, fäge für abfehbare Zeit nicht in Frage fommen forme. Es tönne auch nicht anerkannt werden, daß bei Weitergeltung der berzeitigen Tariffäße die Lage der Versicherungsangestellten eine ungünstigere fei als die des weit überwiegenden Teiles der deutschen Bevölkerung überhaupt. Daß die Bersicherungsdiref toren, die befanntlich troß der angeblichen Notlage des Gewerbes außerordentlich hohe Gehälter und Tantiemen beziehen, sich etwa bereit erflärt hätten, mit Rücksicht auf die fchwierige Lage der Versicherungsunternehmungen auf einen Teil ihrer Bezüge zu verzichten, hat der Arbeitgeberverband nicht behauptet. Der Tarifftreit wird nunmehr dem tarifvertraglichen Reichsschlichtungsausschuß unterbreitet, der voraus fichtlich am 15. oder 16. Oftober zusammentreten wird. Der Speditionsarbeiterstreit beendet. Nachdem auch die Unternehmer dem Schiedsspruch zugestimmt haben, ist der Streif beendet und die Arbeit heute früh wieder aufgenommen worden. Bemerkenswert ist, daß der Verkehrsbund infolge feiner geschickten Lattif es verstanden hat, den Plan zu durchkreuzen, die Technische Nothilfe einzusetzen. Der Streif würde dann taum so rasch beendet worden sein, mit einem Erfolg der Streifenden. Funktionärversammlung der Handelsarbeiter. In der start besuchten Bersammlung der Betriebsräte und Ber. trauensleute der Handelsarbeiter Berlins, referierte der Bezirisoor: fizende Ortmann über die gegenwärtigen gemertschaftlichen Aufgaben, welche fich aus den Beschlüssen des Bundestages und Gewertchaftsfongreffes für die Handelsarbeiter ergeben. tap Die von der Seftionsleitung vorgeschlagenen Mitglieder für den Beiraf der Reichsabteilung wurden widerspruchsios anerkannt. In der allgemeinen Aussprache wurde von mehreren Dis fuffionsrednern auf das reaktionäre, arbeiterfeindliche Verhalten der Barenhausfirma Wertheim aufmerksam gemacht, welche mit einem raffiniert organisierten Spizeldien jede gemertschaftliche Tätigkeit unterbindet. Nach den wiederholt erfolgten Maßregelungen von Betriebsratsmitgliedern geht sie nun auch Für Dich Charel!-Revue Grosses Schauspielhaus Täglich 8 Uhr. Parkett Mk. 5.Balkon Mk. 4.1. Rang Mk. 3. 2. Rang Mk. 1.50 3. Rang 0.75 Logen u. Klabressel Mk. 7-12. - Vorverkauf nnunterbrochen. 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Sämtlichen Arbeitern der Stahlwerte Röchling- Buderus A.-G. in Holsterhausen ist die Kündigung zugestellt worden. Das Arbeitsverhältnis wird zum 14. Oftober gelöst. Aussperrung in der Metallindustrie. Hagen, 8. Dftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Einigungsberhandlungen aur Beilegung des Konfliktes in der oben. limburger Metallindustrie sind gefcheitert. Somit trift die vom Arbeitgeberberband angekündigte Gesamtaussperrung in Straft. Bon ibr werden 3000 Arbeiter der Hohenlimburger Metall industrie Betroffen. Der Schiedsspruch für die Seeschiffswerften. Hamburg, 3. Ottober.( BTB. Der am 26. Geptember vom Sonderfchlichtungsausschuß des Reichsarbeitsministeriums in der Tarifbewegung auf den deutschen Seeschiffswerften gefällte Schiedsipruch ist von der Mehrheit der Arbeiter in den Werftorten a b. gelehnt worden, doch wurde die in diesen Urabstimmungen Streif gilt somit als abgelehnt und der Schiedsspruch erforderliche Dreiviertelmehrheit nicht erreicht. Ein Nach dem Schiedsspruch bleibt die ersten nun noch für ein weiteres Jahr bestehen. Die Arbeitszeit von 54 Stunden in der Woche auf den Stundenlöhne erhöhen fich für gelernte Arbeiter und ausgelernte Jugendliche um 3 Pf., für angelernte und ungelernte um 2 Bf. Die Löhne für Affordarbeit werden statt wie bisher mit Die neuen Bereinbarungen sind auch von den Arbeitgebern an 90 Broz. in der vollen Höhe des Zeitlohns garantiert. genommen worden und gelten bis 31. Januar 1926. als angenommen. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Der Kämpfer" Nr. 16 ist fertiggestellt und laun im Bureau, Zindenstr. 3, 2. Sof, 2 r., in Empfang genommen werden. Besonders bie Bertreter der Klein unb Mittelbetriebe werben ersucht, rechtzeitig abzuholen. Barteiausmeis ist mitzubringen. Bezirksverband Berlin der SPD., Betriebssekretariat. tag, bei Zange anberaumte Sigung des Unterausschusses muß ftait 7 Uhr fchon Ortsausschuß des DGB., Unterausschuß Tempelhof. Die su morgen, Diens um 6, Uhr pünktlich beginnen, ba um 8 Uhr eine wichtige Parteiseranstaltung stattfindet. Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Bezirk Charlottenburg. Heute abenb pünktlich 7%, Uhr im Rathaus, Gigungs zimmer 1: Wichtige Fraktionsfigung mit den Bürger deputierten. 21. Abt. Montag, ben 5. Oftober, von 5 Uhr ab holen die Bezirksführer dis Handzettel zu der morgigen Berfammlung bei Rroll, Utrechter Str. 21. ab. 36. Abt. Abends ab 5 Uhr von Busch, Tilsiter Str. 27: Wichtige Handzettel verteilung für die ganze Abteilung. 38. Abt. Die Genoffen holen noch heute( Montag) abend die Handzettel bei Batusch, Friedenftr. 88. ab. Die Bezirke 189 a. b, c beim Abteilungsleiter. 43. Abt. 125-129. Beair! Heute abend 7% Uhr: Bortrag und Besichtigung des Gefundheitshaufes am Urban. 56. Abt. Montag, ben 5. Dttsbet, abends 71, Uhr: Funktionärversamm lung bei Lierich, Kampftr. 62. Sangfoziallten. Gruppe Tempelhof Mariendorf. Dienstag, ben 6. Ottober, abends 8 Uhr im Jugendheim Tempelhof, Germaniaftr. 4/6: Gruppenabend. Genosse Fechenbach spricht über: Ethit des Klaffentamptes". Arbeiterjugend, intereffierte Parteigenossen und Gefinnungsfreunde find herzlichst eingeladen. Sport. Gruptat fiegt in Treptow. Der gestrige Renntag der Treptomer Bahn mies einen die Treptower Direktion diesen Renntag nicht wie geplant als„ ehrannehmbaren Besuch auf. Sollte das Wetter sich halten, so dürfte aus" gelten laffen, sondern noch einmal die. Pforten der Bahn öffgingen mit folgender Besetzung vor sich: Bauer, Kruptat, nen. Die Dauerrennen über 30 und 50 Kilometer Corry( Amerita) und Neffati( Arabien). Jm 30- kilo. teffati( 640), dessen Fahrweise lebhaft afklamiert wurde, Bauer( 510) meter Rennen fiegte Kruptat in 27 min. 54,1 Set. vor und Corry, der einen glanzvollen Berjager mimte( 4170 Meter zurüd). In Refordzeit gewann der luftige Franz" auch den Großen Herbstpreis" über 50 Kilometer in 46 min 15,4 Set. Dor Bauer( 510), Nefatti( 970) und Corry( 9200 Meter zurüd). Die Anhänger des Fliegersports fahen hübsche Kampjesmomente. Im Hauptfahren qualifizierten fich für den Endlauf Rütt, Hahn, Bailey( England) und Spears( Australien), der im Endlauf auch als Sieger gegen Hahn, Rütt und Behrendt hervorging. Die Unplacierten des Hauptfahrens gaben sich dann in b hiedspreis über 3 Runden ein Stelldichein. Hier gewann Stabe vor Münzner, Häusler und Behrendt. Im Inter. nationalen 12- Runden Punktefahren, das vier Wertungen vorsah, belegte Rütt dreimal den 1. Platz und ging fo im Gesamtergebnis mit 22 Puntien als Sieger gegen Bailen( 11), Spears( 10) und Hahn( 7 Bunfte) hervor. Ein 2 Runden. Handitap brachte ben Sieg Hahns( 20), der Stabe( 15), Behrendt( 35) und Häusler( 40 Meter Borgabe) hinter fid) ließ. 1 Bor großen Streiks in Nordböhmen. Warnsdorf, 3. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Die nord. böhmische Textilindustrie scheint vor großen Streits zu stehen. Seit einem Halbjahre laufen, immer wieder ergebnislos und in die Länge gezogen, Berhandlungen um Erhöhung der Löhne um zehn Prozent. Eine solche Erhöhung wird allgemein begriffen, da sämtliche Bedarfs artifel langfam aber stetig im Breise gestiegen sind. Außer fleineren Teilstreits einzelner Industriezweige blieb der Hauptbetrieb bisher immer aufrecht. Nunmehr aber wollen sämtliche Gewerkschaften ihre Forderungen endlich erfüllt sehen. Es wurde ein Ultimatum von 24 Stunden ausgegeben. In zahlreichen der großen Industrieorte Norbböhmens ist bereits ein großer Teil der Lertilbetriebe am 2. Oftober zum Stilstand gekommen. In der Grenzstadt Barnsdorf, neben Reichenberg dem Hauptindustriezentrum, begann der Ausstand am 2. früh in der größten Spinnerei Böhmens, jener von Johann G. Haebler. Die übrigen Tertilbetriebe aber werden, nachdem in anderen Orten der Ausstand schon begann, folgen. Wie man vernimmt, dürfte auch die Eisenindustrie, gleichfalls in Nordböhmen start vertreten, mit Streit brohen. Die Lage der Gewerfschaften erscheint diesmal günstiger als sonst. In einigen der größten Betriebe wird mit Ueberschichten gearbeitet, nachdem es sich um dringliche Fertigstellung großer Aufträge aus Rußland handelt. Ein Stillstand auch nur für ganz wenige Tage ist daher faum tragbar und müßte fich im gefamfen Leben fatastrophal auswirken, da es fich in ganz Nordböhmen um Abertausende von Arbeitern handelt. Ruskiche Gewerkschaftsapostel aus Japan abgeschoben. Blat: 11, 13:10. Ferner liefen: Marbus. Roland. Mostau, 3. Oftober.( ADD.) Aus Tofio wird gemeldet: Das japanische Innenministerium hatte die russische Gemert. schaftsdelegation erfugi, Japan jofort zu ver laffen, da sonst große Ausschreitungen fich nicht vermeiden lassen würden. Die Regierung fönne anderenfalls feine Berantwortung tragen. Die Delegation sträubte sich jedoch, der Aufforderung Folge zu leisten und erhob durch den russischen Gesandten in Totio, Ropp, Einspruch. Das Innenministerium ordnete daraufhin die Be fchlagnahme fämtlicher Dotumente der Delega. tion sowie die fofortige 3wangsabschiebung ber Russen an. Rennen zu Grunewald am Sonntag, den 4. Oktober. 1. ennen. 1. Sigtuna( Jentsch), 2. Note, 3. Mutatis mutandis. Toto 247: 10, Blat: 46, 87, 19:10. Ferner liefen: Grille, Mohican, Casanova, sagen, Fraueninsel, Epel, Maestoso, Freia IV, Nutria, Diana. 2. Rennen. 1. Hedenstrauch( Gabor), 2. Manlius, 3. Malatefis. Du kennst noch nicht Die Verfassung des Deutschen Reiches? Neu erschienen mit Reichstagswahlgesetz und Sachregister Invalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sematas 10-12. Jaraby. Preis 35 Pfennig -Tapeten 25 Pf. 30 Pf. 35 Pl. Riefenauswahl in allen Breislagen herrliche Muster Tapeten- Magazin Humboldt Brunnenstraße 112, Ecke Voltastraße mur 1. Etage, tein Saben ( Stingfrei, baher tonturner glos binig.) 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