Nr. 47942. Jahrg. Ausgabe 401 Nr. 244 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic 8, Reichsmart potauis zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelaebiet. Desterreich. Litauen. Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gied lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise Die einfpaltige Nonpareille teile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia awei fettgedruckte Worte), ledes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erite Wort 15 Pfennig. fedes meitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Woriz Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Der heutige Freitag war absichtlich sizungsfrei gelassen morden, um den Delegierten Gelegenheit zu geben, durch private Unterredungen die Ueberbrüdung des scharfen Gegenfazes zu ermöglichen, der am Ende der Donnerstagssigung über die Frage des Artikels 16 so deutlich in Erscheinung getreten war. Bon dieser Gelegenheit wurde nun ausgiebig Gebrauch gemacht. Am Vormittag trafen fich Strefe mann und Briand, sowie Vandervelde und Schubert, am Nachmittag erfolgte durch zufälliges Zufammentreffen eine furze Begegnung Stresemanns mit Benesch, die sich bei diesem Anlaß fennen lernten, und am Spätnachmittag fanden zwei Unterredungen zwischen Cham berlain und Luther statt, die zwar als formelle Höflichkeitsbesuche aufgezogen waren, aber natürlich hochpolitischen Charakter trugen. Die äußere Form dieser gegenseitigen Höflichkeitsbesuche, die furz hintereinander stattfanden, machte einen beinahe grotesten Einbrud. Zunächst war gegen 5 ihr Chamberlain nach dem Hotel Esplanade gekommen und hatte mit Luther etwa drei Biertelstunden fonferiert. Dann begab er sich wieder nach dem Balast- Hotel und stürmte die Treppe hinauf zu seinem Zimmer, und schon erschien der Neichskanzler Luther hinterher, der ebenfalls ungefähr drei Biertelstunden bei ihm blieb. Die diplomatische Höflichkeit zwang also die beiden Minister, ihre erste Unterhaltung nach ungefähr drei Viertelstunden abzubrechen, um sie nach einer förmlichen Autojagd im Palast- Hotel fortzusetzen. Hoffentlich haben die beiden Minister dabei nicht den Faden verloren. Ob die beiden Unterhaltungen dazu beigetragen haben, die Widerstände der deutschen Delegation gegen den Artikel 16 zu lockern, oder ob es der deutschen Delegation gelungen ist, Bugeständnisse zu erringen, läßt sich zur Stunde noch nicht erfennen. Die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Busaz antrages vom Jahre 1920, der damals infolge des franzo sischen Widerstandes nicht in Kraft treten fonnte, gilt als fehr gering, weil die Franzosen bisher keine Neigung zeigen, ihren damaligen Standpunkt zu revidieren. Indessen wird davon gesprochen, daß man auf andere Art der deutschen Delegation entgegenkommen fönnte, indem Deutschland anheimgestellt würde, feine Bedenten gegen Artifel 16 einseitig zu Protokoll zu geben. Daran, daß die Konferenz von Locarno schließlich an dieser Frage scheitern tönnte, glaubt im Grunde feines Herzens hier niemand. Der Sonnabend dürfte jedenfalls Klärung und Entscheidung bringen. Auch die Juriften haben sich im Hotelzimmer von Ministerialdirektor Gaus am Nachmittag eingefunden und mehrere Stunden an der Formulierung der Garantie der östlichen Schiedsverträge gearbeitet. Obwohl die Ostfragen für den Augenblid durch den Kampf um Artifel 16 scheinbar in den Hintergrund gerückt worden sind, fommt ihnen doch angesichts der Anwesenheit von Benesch und Strzynski in Locarno aftueller Charakter zu. Das tommt zum Ausdruck in dem großen Andrang der internationalen Presse bei dem Empfang, den der polnische Außenminister am Nachmittag für sie veranstaltete. Seine ErSeine Er flärungen waren zunächst ganz allgemeiner Natur und wirften in Ton und Inhalt recht sympathisch, wobei nicht vergeffen werden darf, daß zwischen den stets formvollendeten und schönen Worten des polnischen Außenministers und manchen Handlungen des Regimes Grabitis bedauerliche Gegenfäße bestehen. Es ist der Hinweis, den er auf die innerpolitischen Faktoren machte, mit denen die hier anwesenden Delegierten rechnen müßten, der auf die jetzt start nationalistisch beeinflußte Regierungskonstellation Polens hindeutete. Weit intereffanter waren die Antworten, die Strzynski auf Fragen der Berichterstatter aus der Bersammlung erteilte. Es waren hauptsächlich amerikanische und deutsche Berichterstatter, die sich an diesen Fragen beteiligten. Die Ameri faner wollten vor allem wissen, was der letzte Besuch des russischen Außenministers Tschitscherin in Warschau zu bedeuten habe. Strzynski bezeichnete den Besuch als Beweis der friedlichen Absichten Bolens und als erfolgreichen Verfuch, ein Bertranensverhältnis zwischen Polen und Rußland her zustellen. Er fündigte die Fortsetzung dieser Bestrebungen an und teilte mit, er selbst beabsichtige in einigen Monaten den Besuch Tschitscherins in Moskau zu erwidern. " 1 Die deutschen Zeilungsvertreter interessierten sich für die Stellungnahme Polens gegenüber einem deutsch- pol nischen Schiedsvertrag. Nachdem Skrzynsti einer ersten Frage dieser Art ausgewichen war, richtete der Vertreter des Borwärts" die fonfrete Frage an ihn:" Der tschechische Außeniminister Benesch hat fürzlich in Berlin den Abschluß eines Schiedsvertrages zwischen Deutschland und der Tschecho flowatei angeregt. Beabsichtigt die polnische Regierung ähn liche Schritte oder erwartet sie eine deutsche Initiative?" Der polnische Außenminister zögerte einen Augenblid und erwiderte bann:„ Die Initiative ist schon im deutschen Memorandum vom 9. Februar gegeben. Meine Antwort darauf ist meine Antunft hier!" Diese tnappe und flare Antwort muß um fo größeres Aufsehen erregen, als es das erstemal ist, daß Bolen anerkennt, daß ein deutsches Anerbieten vorliegt, was bisher im allgemeinen bestritten wurde. Nicht nur, daß Bolen auf dieses Angebot nicht zustimmend geantwortet hatte, sondern die polnische Breffe hatte auf den Pattvorschlag mit Entrüftung reagiert. Jetzt hat der polnische Außenminister Strzynski feine Bereitwilligteit erilärt, auf Grund des deutschen Februarmemorandums einen Schiedsvertrag mit Deutschland abzuschließen. Daran läßt sich ertennen, welche Fortschritte der Friedensgedanke auch in Bolen in den legten Monaten gemacht hat. In der Atmosphäre von Locarno dürfte sich diese Bereitwilligkeit Polens, zu einer Verständigung sowohl mit Deutschland wie mit Polens Alliierten zu gelangen, nur verstärfen. Eine Stunde vor dem polnischen Breffeempfang hatte der italienische Hauptdelegierte Sci aloja ebenfalls die Journalisten empfangen. Die Beteiligung der Preffe war allerdings wesentlich schwächer, wie überhaupt Italien auf der Konferenz eine sehr untergeordnete Rolle spielt, und sich mehr AntiBerson des Delegierten Ecialoja, der auch von seinen inner pathien als Sympathien erworben hat. Das gilt nicht der politischen Gegnern als aufrechter Mann bezeichnet wird, fondern dem faschistischen Regime überhaupt. Diese Antipathie gilt vor allem den Storruptionsmethoden des faschistischen Regimes, die neuerdings bei den wiederholten Indiskretionen der italienischen Regierungspresse über die Konferenz von Locarno in Erscheinung getreten find. Wenn Mussolini von der Beteiligung Italiens an der Konferenz eine Stärfung feiner Stellung im Innern durch eine Vermehrung des außenpolitischen Prestiges Italiens erhofft hat, so dürfte er sich schwer getäuscht haben hat, so dürfte er sich schwer getäuscht haben und schon diefes Ergebnis der Konferenz fönnen wir als Sozialisten mur lebhaft begrüßen. Offenbar um gegen diese moralische Isolierung zu reagieren, veranstaltete Scialoja feinen Breßempfang. Das er fagte, war recht unwesentlich und sollte dazu dienen, die Anwesenheit Italiens, deren Notwendigkeit eigentlich von niemand recht beftritten wird, zu rechtfertigen. Diese zweifel wurden auch in den Fragen angedeutet, die an ihn über die Stellung Italiens zum Bait gerichtet wurden. Er versicherte, daß Italien nach Locarno nicht mehr lediglich wie bisher als Beobachter gekommen sei, sondern um seinen Beitritt zu einem Baft zu erklären. Mehrmals wiederholte er, daß taliens Stellung zum Paft derjenigen Englands gleiche. Der Sinn seiner Formulierung war: Jialien will einen nicht ein feitigen Westpakt in derselben Weise wie England garantieren, an dem Oftpaft ist es nicht interessiert. In den führenden Konferenzfreisen legt man dieser Stellungnahme wenig Bedeutung bei, denn man ist über zeugt, daß fich Italien im Ernstfalle nur durch seine Inter: effen bestimmen lassen würde. Auf einen Borstoß zur Garan tierung der Brennergrenze hat Italien angesichts der völligen Aussichtslosigkeit eines solchen Verfuches völlig verzichtet. Die Italiener sind und bleiben in Locarno das fünfte Rad am Wagen, an diesem Eindruck werden die Erklärungen Scialojas faum etwas geändert haben. Bezeichnend war folgender Borfall, der sich am Schluß ereignete. Als ein Pressevertreter Scialoja danach fragte, sb Muffolini noch in Locarno erscheinen werde, gab dieser zunächst nur eine zögernde ausweichende Antwort, und als er sich anfchickte, die Antwort zu ergänzen, flopfte ihm der hinter ihm stehende faschistische Oberbonge Unterstaatsfetretär Brandi auf die Schulter und blickte ihn scharf an. Der Universitätsprofeffor Scialoja wurde verlegen wie ein Schuljunge, den der Lehrer ertappt hat, verbeugte fich vor der Bresse und verzog fich V. Sch. Cocarno, 9. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Am Abend veranstaltete Strefemenn ein Effen für die Mitglieder der englischen und amerikanischen Bresse und zog sich dann zusammen mit dem Reichskanzler Luther und Staatssekretär v. Schubert zurück, um die endgültige Stellung festzulegen, die Deutschland am Sonnabend auf der Konferenz zu Art. 16 vertreten wird. Für Sonnabend wird in Locarno der deutsche Gesandte in Bern, Adolf Müller, erwartet. Pariser Darstellung. Paris, 9. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Auf Grund eigener Informationen glauben mir folgendes Bild der Entwicklung in Locarno entwerfen zu können: Die deutsche Delegation scheint sich mit der franzöfifchen Ga rantie der Oftverträge abgefunden zu haben unter der Be bingung, daß diese nicht, wie es in der ursprünglichen Absicht Frankreichs gelegen hat, einseitig zugunsten Bolens und der Schechoslowakei mirtiam sein soll, sondern ähnlich wie die von England für den Weftpatt gegebene Garantie die abjolute Gegenseitig feit zur Grundlage habe. Grantreich soll also im Falle eines Konflittes zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn gegebenenfalls auch zugunsten Deutschlands Partet er. greifen müssen, falls dieses der angegriffene Teil wäre. Praktisch würde das die Preisgabe der Militärbündnisse zwischen Frankreich und seinen östlichen Alliierten bedeuten. Frankreich soll außerdem zugestanden haben, daß seine Garantie in jedem Falle erst auf Grund eines formellen Beschlusses des Wölfer. bundes praktisch wirksam werden soll. Das bedeutet, daß im fenfreten Falle eines Konflittes der Völkerbundsrat nach seiner Gagung zunächst festzustellen haben wird, wer Angreifer ist. Das muß praktisch zur Folge haben, daß jedes französische Eingreifen wird, wer lift for den Charakter eines Böllerbundmandates erhalten würde. " pridt, glaubt man damit in Baris, eine Lösung gefunden zu haben, Borausgesetzt, daß dieser Konpromißformel nicht Bolen widerpricht, glaubt man damit in Paris, eine Lösung gefunden zu haben, die für alle Beteiligten annehmbar sein wird. flärt am Freitag der Paris Coir", daß die am Donnerstag von Zur Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund er. Luther und Stresemann ins Feld geführten Argumente einer ge wissen lle berzeugungstrast nicht entbehrten. Deutschland führe gegen die den Mitgliedern des Bölferbundes in Artikel 16 auferlegten Verpflichtungen mit Recht an, daß es bisher allein entwaffnet sei und daß es deshalb unter allen Umständen in einem Konflikte neutral bleiben müsse. bie Armee, die man Deutschland gelaffen habe, nicht einmal hinreiche, die deutschen Grenzen zu schützen, geschweige denn mit zu verhindern, daß Deutschland im Falle eines bewaffneten Zusammenstoßes Kriegsschauplaß werde. Das Blatt erfennt an, daß hier tatsächlich ein unvereinbarer Widerspruch zwischen dem Versailler Bertrag und der Völkerbundsfahung besteht, und es meint, man würde den deutschen Vorbehalten ohne allzu große Schwierigkeiten gerecht werden fönnen, wenn man nur die Gewißheit hätte, daß die deutsche Regierung wirklich von dem Geiste der frieblichen Demokratie beseelt fei. Es zeigt sich eben auch hier wieder, daß das Mißtrauen, das eine in so hohem Maße von den Deutschnationalen abhängige deutsche Re gierung dem Auslande einflößt, das Haupthindernis für eine den deutschen Interessen in vollem Umfange gerecht werdende Verſtändigung ist und man wird unschwer den Schluß daraus ziehen dürfen, daß eine auf die demokratischen Parteien gestützte deutsche Regierung in Locarno jedenfalls in der Lage wäre, weit größere Konzessionen für Deutschland herauszuschlagen. Konzeffionen für Deutschland herauszuschlagen. Welches Schiedsvertragssystem? Locarno, 9. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die juristischen Sachverständigen arbeiten an drei verschiedenen Systemen für die endgültige Formulierung eines Schiedsvertrages. Das erste, fogen. absolut juristische System fieht vor, daß alle Konflikte zwischen zwei Staaten Schiedsgerichten unterbreitet werden sollen, die auf Grund der bestehenden Berträge für die Parteien bindend ent scheiden. Das zweite System besteht darin, daß alle Fragen einem Schiebsverfahren unterbreitet werden sollen. Ausge. nommen sind die Probleme, welche die territoriale Unversehrtheit, die Ehre und die Lebensinteressen der Länder betreffen. Also gerade jene Fragen, die praktisch zuerst zu einem Kriege führen fönnen. Im Schiedsverfahren sollen die einzelnen Fragen einem fünfgliedrigen Komitee überwiesen werden. das aus je einem Bertreter der im Streit liegenden Staaten und aus dret Richtern des Haager Gerichtshofes Bestehen soll. Dieses Komitee urteilt nicht nach dem Bertragstert, sondern nach allgemeinen Grundfäßen der Billigteit. Seine Entscheidung soll nur emp fehlender, nicht bindender Natur sein. Nach dem dritten System follen zwischen einzelnen Staaten auftretende Konflikte dem gleichen Verfahren wie im Bölterbundsstatut vorgesehen, unterliegen. Da jedoch dieses Statut im Abschnitt 7 Artikel 15 eine üde gelassen hat, die einem Krieg noch die freie Bahn läßt, müßte bei Annahme dieses Systems jeder Teilnehmer von vornherein quf die Bestimmung dieses Artikels ausdrücklich verzichten. Jeder Schiedsvertrag muß sich in eines der drei Styfteme einreihen lassen. An diesen Problemen arbeiten die Juristen. Benesch hat einen Entwurf mitgebracht. Locarno, 9. Oftober.( WTB.) Benesch hat einen ferligen Entwurf für den deutsch- tschechoslowakischen Schiedsgerichtsvertrag mitgebracht. Dieser Entwurf, der bisher der deutschen Delegation nicht porliegt, da die erste Fühlungnahme ein rein zufälliges Zusammen treffen des deutschen und des tschechoslowakischen Außenministers bei Tisch in einem dritten Hotel war, soll sich an den zwischen der Tschechoslowakei und Polen bestehenden Schiedsgerichtsvertrag anlehnen. Ein Ruf nach Locarno. Sugo Preuß über den Völkerbund. Am 24. Februar 1919 hielt der gestern verstorbene Hugo Breuß in der Nationalversammlung eine Rede, die in manchen Partien heute besonders aktuell erscheint. Das gilt vor allem von einer Stelle über Deutschlands Verhältnis zum Völkerbund. Der Reichsminister der Regierung Scheidemann führte damals aus: Einen geeinten, freien, nationalen Staat wollen mir organifieren, aber nicht in nationalistischer Abschließung. Wie einst die Bereinigten Staaten von Nordamerika in den Kreis der alten Staatenwelt eintraten mit dem Bekenntnis zur bindenden Straft des internationalen Rechts, so bekennt sich die junge deutsche Republik in Artifel 3 zur Geltung des Völkerrechts, und Artikel 63 weist auf den erhofften fünftigen Träger und Fortbildner des internationalen Rechts hin, den Völkerbund. Aber eine unerläßliche Voraussetzung ist dabei: Die deutsche Demokratie tann nur einen Bölferbund begrüßen, der selbst eine wahrhaft demokratische Berfassung hat, der die Freiheit und Gleichberechtigung aller seiner Glieder ohne Borbehalt anertennt. Wir wollen feine Bürger minderen Rechts in unserem Reich, aber wir wollen auch nicht Glieder minderen Rechts in einem Bölferbund sein. Ein Bolt tann nicht im Innern frei sein, wenn es nach außen unfrei ist. Das müssen die älteren Demokratien endlich begreifen, wenn sie nicht den demotratischen Fortschritt der Menschheit freventlich verhindern wollen. Dieses Bekenntnis zur Idee des Bölterbundes legte Preuß ab zu einer Zeit, in der diejenigen, die jetzt bereit find, den Eintritt zu vollziehen, noch ganz anderer Meinung waren. Möge nun Deutschland in diesem Geifte seinen Eintritt in den Bölterbund vollziehen und in diesem Geiste in ihm wirken. Zum Tode von Hugo Preuß. Beileidskundgebung des preußischen Ministerpräsidenten. Der preußische Ministerpräsident Braun hat an Frau Reichs minister a. D. Prof. Preuß das folgende Telegramm gerichtet: Zu dem unerfeßlichen Berlufte, der Sie, sehr verehrte gnädige Frau, und Ihre Familie durch den Helmgang Ihres von mir hoch verehrten Gatten betroffen hat, fpreche ich Ihnen, zugleich im Namen der preußischen Staatsregierung das feffigefühlte und auf Damen richtigfte Beileid in der Ueberzeugung aus, daß das deutsche Bote in dem Schöpfer feiner Reichsverfassung einen seiner wertvollsten Bürger verliert, dessen glühender Vaterlandsliebe sich efne tiefe Kenntnis der geschichtlichen Zusammenhänge und der politischen Notwendigkeiten unseres Baterlandes und eine unerfchöpfliche Arbeitskraft für das Wohl der Heimat verband, die den Dahingegangenen niemals vergeffen wird." Der preußische Minister für Handel und Gewerbe, Dr. Shret| wurf aussehen will, daß er sich mit der höhnischen Beber, hat an die Witwe des Reichsministers a. D. und Abgeordneten Dr. Hugo Preuß folgendes Beileidstelegramm gesandt: Schmerzlich betroffen von dem unerwarteten Ableben Ihres verehrten Herrn Gemahls, fpreche ich Ihnen mein herzlichstes Bei leid aus. Mit Hugo Preuß ist ein Mann dahingegangen, der dem Baterlande in schwerster Beit Dienste leistete, deren Größe und Bedeutung für unser Bolt wohl erst spätere Generatio nen voll erkennen werden. Die Erinnerung an diesen ausgezeich neten Patrioten, mit dem mich jahrelang gemeinsame Arbeit in der preußischen Boltsvertretung verbunden hot, wird in mir immer lebendig sein." Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns hat namens der Reichsregierung an Frau Preuß und den Borstand der Reichs tagsfraktion der Demokratischen Partei Beileidstelegramme gerichtet. Die Beisehungsfeierlichkeiten. schmutzung der preußischen Landesregierung solidarisch ers tlärt, wird er in aller Offenheit einen flaren Trennungsstrich zwischen sich und den Autoren des unsauberen Dokuments ziehen und die beleidigende Zumutung, der wohlwollende weisen müssen. Empfänger derartiger Schriftstücke zu sein, geziemend zurückDie Seme. Zwei weitere Berhaftungen. neuer Mordtaten. Auf der Spur In der Angelegenheit des Fememordes an dem Schützen Bannier ist nunmehr auch der frühere Schüße 3eidler und der frühere Unterfeldwebel Schneider vom Regiment v. Genden verhaftet worden. Sie sollen zum mindesten Mitwisser, wenn Die Trauerfeier für den verstorbenen Reichsminister a. D. Dr. nicht gar Beteiligte sein. Weitere Verhaftungn dürften bevorstehen. reuß findet am Dienstag, den 13. Ottober, vormittags Es wurde bereits angedeutet, daß die Fememorde im schwarzen 10 Uhr in der Wandelhalle des Landtags statt. Als Vertreter des Regiment v. Senden sich nicht nur auf Döberitz beschränkten, sonReichskanzlers und der Reichsregierung wird dabei Reichs.dern auch innerhalb der Spandauer Abteilungen arbeitsminister Dr. Brauns das Wort ergreifen. Für die demokratische Landtagsfraktion, der Preuß zugehörte, spricht der Borsitzende Justizrat Falt. Wer von der Demokratischen Partei und wer vom Präsidium des Landtags sowie von der preußischen Staatsregierung sprechen wird, steht noch nicht fest. Außerdem werden Vertreter der republitanischen Organisationen, deren Borstand der Verstorbene angehörte, das Wort ergreifen. Am Dienstagmittag findet dann die Einäscherung im Krematorium in der Gerichtstraße im fleinsten Kreise statt. Stahlhelmdepesche an Schiele. Unverschämtheiten gegen die preußische Regierung. Die reaktionäre Presse hat in den letzten Tagen einen fyftematischen Berleumdungsfeldzug gegen das Reichsbanner eröffnet, indem sie in verleumderischer Weise behauptet, daß das Reichsbanner die öffentliche Sicherheit gefährde. Auf die Lügenmeldungen im einzelnen einzugehen, soll hier vermieden werden; sie sind schon oft genug widerlegt worden. Festgehalten zu werden verdient es dagegen, wenn sich der Stahlhelm- Landesverband Halle- Merseburg mit einem Telegramm an den deutschnationalen Reichsinnenminister Schiele wendet, in dem behauptet wird, infolge des Stockverbois des preußischen Innenministers feien in den letzten drei Tagen fünf Stahlhelmer schwer verlegt worden, und insgesamt habe der Bund in letzter Zeit fünf Ermordete und 21 Swerverwundete zu beklagen. Das Telegramm macht für diese Bluttaten ausdrücklich die Reichsbannerführer Sörfing, feine Gönner und Freunde Se vering und Grüner" verantwortlich und ruft pathetisch den Schutz der Reichsregierung an, damit nicht in Deutschland alte Frontsoldaten hingemordet und schwer verlegt werden können, nur weil sie treu blieben und feine Sumpen wurden." Man fennt die Unverfrorenheit und Gewissenlosigkeit der Düsterlinge in Halle zu genau, um darüber erstaunt zu sein, daß die Schauermär von den fünf Toten und 21 Schmerperlegten einfach aus der Luft gegriffen ist. Tatfache ist, daß innerhalb der letzten drei Monate der Stahlhelm infolge Brügeleien mit roten Frontbündlern einen Toten und zwei Schwerperlegte zu verzeich nen hatte, und daß es der Polizei trok der Brovokationen des Stahlheims und seiner Bresse im allgemeinen gelungen ist, Susammenstöße zu verhindern. Das Reichsbanner hat mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. Doch das nebenbei. Ungeheuerlich ist es aber, in welchem Ton die Macher Dom Hallenser Stahlhelm, die dumme Jungen zu nennen ihr Alter verbietet, in ihrer Lügen depesche dem Reichsinnenminister gegenüber von der preußischen Regierung und ihren ersten Beamten zu sprechen wagen. Die deutschnationale Presse erlaubt sich natürlich das billige Bergnügen, die Flegeleien der Deffentlichkeit zu unterbreiten. Wenn der Reich sinnenminister sich nicht dem Vorder gleichen Formation, die in der dortigen Zitadelle untergebracht waren, eine Rolle gespielt haben. Der Oberfeldwebel, der im Juli 1923, also 4 Wochen nach dem Fememord an Bannier, mit zwei Schüssen im Hinterkopf aus der Havel gezogen wurde, hieß, wie roir erfahren Wilms. Wie seine übrigen Leidensgefährten, soll auch er sich angeblich der Spigelei verdächtig gemacht haben, und er soll deswegen noch wenige Tage vor seiner Ermordung von Fähnrich Meder und Oberfeldwebel Stegelberg, die übrigens eng miteinander befreundet waren, schwer mißhandelt worden sein. Seine Leiche soll in einen Sad genäht mit zwei schweren Eisenstücken beschwert aus der Havel geborgen wor den sein. Die eingehenden Ermittlungen, die zurzeit in Spandau und an anderen Orten angestellt werden, dürften Klarheit darüber übt worden find. schaffen, wieviel weitere Fememorde in Spandau und Döberitz verIn Schwerin steht ein zweiter Fememordprozeß bepor, und zwar wegen Ermordung eines gewissen Boldt. Die bepor, und zwar wegen Ermordung eines gewissen Boldt. Die Antlage wird sich, nachdem die Voruntersuchung nunmehr abgeschloffen worden ist, gegen Feldwebel Beyer und Genossen richten. Rettungsmanöver. Die KPD. wird opportunistisch. Die Schwentung der fommunistischen Parteizentrale zum Re formismus" wirft fidh bereits in den Landesorganisationen der Kom munistischen Partei aus. So hat die tommunistische Fraf. tion des württembergischen Landtags in einem Rüdfall in fleinbürgerliche Ideologie eine große Anfrage an die Regierung gerichtet, in der sie fragt, ob die Regierung bereit ist, die gefeglichen Schlichtungsinstanzen anzuweisen, die Forderung der Arbeiter und Angestellten auf Erhöhung ihrer Löhne zu unterstützen. Weiter wird die Regierung gefragt, ob sie bereit ist, Stommissionen zum Zweck der Nachprüfung und Festlegung der Fabrika. tions- und Erzeugerpreise einzusehen. Die Parteimitglieder der KPD. werden nicht wenig über diese taftische Schwenfung" erftaur sein. Denn eine derartige Anfrage erscheint auf den ersten Blick durch und durch opportunistisch". Bisher hat jeder flassenbewußte Kommunist die Schlichtungsaus schüsse, die nach seiner Auffassung von der sozialdemokratischen Partei geschaffen worden sind, um die Arbeiter vom revolutionären Klaffen. fampf abzuhalten und sie an die Rapitalisten zu verraten, in Grund und Boden verdammt. Nun muß man erleben, daß die Kommuniften sich an eine bürgerliche Regierung wenden und um Schlichtungs ausschüffe und Kommissionen petitionieren, die die Aufgabe haben zu bessern! Selbstverständlich wird auch dieses Scheinmanöver den follen, auf dem Wege der Verhandlungen bas Los der Urbellerklate gänzlichen Busammenbruch der württembergischen tommuniſtiſchen Partei um feinen Tag länger hinausschieben. Die Beschiefjung Tetuans durch ein weittragendes Geschüß der Rabylen dauert qn. Der französische Kreuzer Baris" ist jmer zerschoffen zur Reparatur in Toulon eingelaufen. „ Selig find die geistig Armen..." fürzlich sehr genaue Untersuchungen über die Sterblichkeit der Säug: mitgeführt wurden, die in foložen Tierlazaretten in erfolgreicher Das Jubeljahr 1925 brachte großes Heil! Die Aachener Helligtümer, die feit 1909 nicht mehr gezeigt waren, wurden wieder einmal der„ öffentlichen Verehrung" preisgegeben. Vor 16 Jahren maren 650 000 Männlein und Weiblein, die öffentlich ihren Geistes. zustand dokumentierten, und nicht viel weniger sollen heuer ihre sauer ersparten Groschen nach Aachen getragen haben, um das Kleid zu sehen, das„ Maria trug, als sie den Beltheiland gebar", ferner die Bindeln ihres Kindes, das Tuch, auf dem des Täufers Haupt lag, als es die teuflische Salome ven ihrem Geliebten ertanzt" hatte, und das Lendentuch, das Marias Sohn am Kreuze getragen haben soll. An zwölf verschiedenen Stellen der Stadt wurden diesem religiösen Bahn volle vierzehn Tage lang Orgien gefeiert. Hundert tausende von Wesen mit aufrechtem Gange, mit Augen, die das Licht der Sonne sehen tönnen, nahmen daran teil. Ist es da ein Bunder, daß vor einigen Monaten in Amerita ein Affenprozeß stattfinden tonnte? In Nordwestfrankreich, südlich von Boulogne- sur- Mer liegt das bretonische Städtchen Le Portel. Arme Fischer bewohnen den Ort, der etwa 8000 Einwohner zählt. Dort existiert noch der Brauch des Anteils Gottes". Der achte Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Fische wird der Kirche gegeben. Das sind jährlich im Durchschnitt 15 000 Frant. Ueberall feiert der Rapitalismus seinen Totentanz. Hundert taufende von Proletarierfindern hungern; hunderttausende fleißiger Arme müssen feiern. In dumpfen Kirchenhallen, umwallt von Weihrauchwolken, steht ein Priester und singt:" Selig sind, die da hungert und dürftet Und draußen in der Vorstadt sterben Broleten vor Entfräftung. Aber die Kirche erhält ihren Anteil Gottes"! Auf dem„ Eucharistischen Kongreß" in Speyer mußte auch der bayerische Innenminister seine Sprüchlein auffagen. Besonders beifällig aufgenommen wurde die Stelle: Bayern und Pfalz, Gott erhalt's!" Das erinnert so sympathisch an Hopfen und Malz...!" „ Für fatholische Arbeiter steht die soziale Frage im Mittelpunkt des Interesses, und diese kann nur gelöst werden im Sinne des Christentums. Also sprach Stüzel. Da lächelte der Bischof von Regensburg leise vor sich hin. Am 2. Juli 1910 hatte er nämlich in der bayerischen Kammer der Reichsräte gesagt:„ Das Christentum hat sich mit der sozialen Frage jahrhundertelang nicht beschäftigt. Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben!" Also sprach Bischof Henle. Er mar entschieden der Ehrlichere. F. A. Celtis. • Thomas Mann eröffnet die diesjährigen Dichterabende des Verbandes Deutscher Erzähler am Wrontog, den 19 Dttober, abends 8 Uhr. im Plenar faal des Herrenhaufes mit einer Borlejung aus seinen Werten. Säuglingsfferblichkeit. In acht amerikanischen Städten wurden linge angestellt, welche zu einem beachtenswerten Ergebnis geführt haben. Danach ftarben in den acht Städten im Berlaufe eines Jahres 187 000 Säuglinge, davon 98 000 also über die Hälfte im ersten Monat. Dann nimmt die Sterblichkeit von Monat zu Monat ab. Am geringsten ist die Sterblichleit der jüdischen Kinder ( 5,3 Broz. der Gesamtzahl der Todesfälle). Dann folgen die amerifanischen, deutschen, italienischen, polnischen, franzöfifchen, fanabischen und schließlich die portugiesischen Kinder, bei denen die Sterbwurden festgestellt: Magenkrankheiten, Ertranfungen der Aimungs lichkeit am größten ist, nämlich 20 Pro3. Als häufigste Todesurfache organe und übertragbare Krankheiten. Auch die Jahreszeit ist nicht ohne Einfluß auf die Sterblichkeit. Die Sterblichkeit der magen tranten Kinder ist am geringsten im Januar und am größien im August. Die Todesfälle infolge Erkrankungen der Atmungsorgane find am größten im Februar und am geringsten im Auguft. An Infectionstrantheiten leidende Kinder werden meist im Winter und in der Frühjahrszeit hinweggeraffi. Unter den im Auguft geborenen Kindern ist die Sterblichkeit am geringsten, am größten dagegen unter den im Juni geborenen. Die Sterblichkeit der Kinder männ lichen Geschlechts ist um ein Biertel größer als die des weitlichen Geschlechts. Außerdem ist die Sterblichkeit der Erstgeborenen etwas größer als die der nächstgeborenen. Ohne Einfluß auf die Sterb. fichkeit ist im allgemeinen das Alter der Mutter, ausgenommen bei den Erstgeburten, bei benen ein Alter unter 20 und über 40 als ungünstig betrachtet wird. Die Sterblichkeit ist größer für diejenigen nachfolgenden Rinder. Die in furzen Zeitabftänben geboren werden, als für jene, deren Mütter in den letzten vier Jahren nicht geboren haben. Bei zu früh geborenen Kindern ist die Sterblichkeit sechsmal höher als bei normal geborenen. Außerdem sterben Zwillinge und Drillinge häufiger ois andere Kinder. Ebenso ist die Sterblichkeit der nur mit fremder Milch genährten Kinder größer, und zwar breibis viermal so groß als die der nur mit Muttermilch genährten. Natürlich spielen die sozialen Verhältnisse der Eltern im allgemeinen die Hauptrolle. Kinder, deren Mütter in einem Berufe tätig sind, haben eine größere Sterblichkeit als die anderen. Je niedriger das Einkommen des Vaters, um so größer ist die Sterblichkeit der Kinder. Tierschutz in England. Man fann England wohl als das Land der ausgedehnteften Tierschuhmaßnahmen ansehen. In feinem anderen Lande der Welt wird so auf systematische Weise der Mißhandlung pon Tieren entgegengetreten, mie in England, wo der Tierschuß nicht in Händen privater Vereine, sondern in der Hand des Gesetzgebers liegt. So ist lebthin dank der Propaganda der englischen Tierschuhverbände die behördliche Kontrolle auch auf die in den Varietés und Birtussen zu Kunststücken dressierten Tiere ausgedehnt worden. Außerdem tann man von einer programmäßigen Fürsorgetätigteit für Arbeitstiere in England sprechen. Während vor allem in den romanischen Ländern ertranfte oder verunglückte Tiere durchweg ihrem Schicksal überlassen oder günstigstenfalls getötet werden, fordert die englische Tierfürsorge Heilung für die Kreaturen. So fonnte man vor furzer Zeit in den Times" Bhotographien von fahrbaren Tierlazaretten jehen, die in den Straßen Londons an der Arbeit find. Es gab fogar im Frühjahr dieses Jahres einmal eine große Prozession durch die Straßen der Londoner Borftäbte, bei der Tiere Behandlung gewesen waren. Diese Prozeffion follte eine Retiame zugunsten der Boltsapotheken für trante Tiere" darstellen. Die Gesellschaft, die diese Prozession veranstaltete, hat im Laufe eines Jahres mehr als 25 000 Tiere gepflegt Rundfunk- Internationale. Durch die Union Internationale de Radiophonie", die ihren ständigen Siz in Genf hat, ist eine internationale Organisation des Rundfunkwesens aller Länder erfolgt. Zur Regelung der internationalen Zusammenarbeit auf diesem Gebiete aller Radio- Organisationen stattfinden, bei der auch die internationale soll im nächsten Frühjahr in Bern eine internationale Konferenz Radio- Breffe ihre speziellen Aufgaben in einer besonderen Zusammen tunft behandeln wird. Die Vorbereitungen werden schon jetzt vom Schweizerischen Radioklub betrieben. Deutsche Buchausstellung in Amerifa. Die Columbia- Univerfität in New York veranstaltet gegenwärtig, wie wir bereits mitteilten, eine Ausstellung von 15 000 neu erschienenen deutschen Büchern, die einen lleberblid über die deutsche Geistesgeschichte der legten zehn Jahre darstellt. Der Eröffnung der Ausstellung wohnten eine große Anzahl befannter Gelehrter, Schriftsteller und Berleger bei. Der Präsident der Universität, Nicholas Murray Butler, hielt die Festrede, die in einen Aufruf zur Einigkeit an die geistigen Kräfte fer Welt austlang. Deutschland, Frankreich, England, Italien und 2merifa, führte der Redner aus, fönnen, wenn sie wollen, so ein Band des Friedens fnüpfen, das feine Gemalt zu zerreißen vermag. In der Städtischen Oper findet am Sonnabeud, ben 10. Oftober, um 7 Uhr die Erstaufführung des nenein udierten Don Basquali unter der musikalischen und szenischen Leitung von Bruno Walter statt. Maria Joogün wird die Rolle der Norina fingen. Ein reuer Weg zum eleffrischen Fernsehen mittels lichtelettrischen Sellen heißt der Vortrag mit Experimenten des Herrn Jugenieurs Bor, der am 10. Ottober, abends 7 Uhr, in der Urania, Taubenstraße 48/49, gehalten wird. Beschlagnahmen, Berhaffungen, Berurteilungen immer neue von Tag zu Tag! Die faliche Auslegung des Rebublifichuggefehes bringt Dichter, Wer der Gefährdung Schauspieler, Zeichner vor den Staatsantvalt. eines unserer wichtigsten Kulturgü er steuern mill, der fommt am Sonntag vormittag 11 hr in die Brotest versammlung der geistigen Organisationen ins Theater am Rollendorfplat". Humboldt- Hoch chule. Dr. Richard Suelsenbed hält für die Humboldt. Hochschule Montan aberd 6 Uhr in der Aula Dorotheenstr. 12 einen Lichtbildervortrag: Meine Reise nach Javan, China und Indien 1924/25. liden Stelle für Naturdenkmalpflege beginnt am 13. Ottober mit der ersten Die Studiengemeinschaft für wiffenfchaftliche Heimatfunde bei der Staat Borlesung dieses Jabres. In Verbindung mit den Borlesungen werden Der Geschäftsstelle der Staatlichen Stelle für Naturbenkmalpflege Berlinzahlreiche Ausflüge veranstaltet. Teilnehmerfarten und nähere Auskunft bei Schöneberg, Grunewaldstr. 6/7. amerita schon mehrere Sahrhunderte vor Kolumbus von Normannen ent Vorgänger von Kolumbus. Die wissenschaftliche Annahme, daß Nordbedt worden sei, hat jest eine neue Bestätigung durch Forschungsergebnisse gefunden, die Kapitän Macmillan van der Halbinsel Labrador mitgebrant hat Macmillan till jogar Spuren einer etwa 15 000 Jahre alten Siedlung gefunden haben. Städtetag gegen Schieles Schulgesetz. Die angebliche Mihwirtschaft der Städte. E. R. Flensburg, 9. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Der Vorstand des Deutschen Städtetages beschäftigte sich in feiner heutigen Sigung mit dem Referentenentwurf zum Reichsschulge seg. Er beschloß nach längerer Aussprache in den Hauptpunkten einstimmig, im übrigen mit jehr großer Majorität, die Annahme folgender Entschließung: Der Deutsche Städtetag hält es nicht für seine Aufgabe, zu den politischen, fulturellen und Weltanschauungsfragen des Gefeßentmurfes Stellung zu nehmen. Er hält es aber für seine Pflicht, vom Schultechnischen und finanziellen Gesichtspuntte an dem Entwurf forgendes zu beanstanden: 1. Im Entwurf fehlt eine Regelung der Rechte der Eltern, die die Simultanschule wünschen. 2. Die Ausgestaltung des Antragsrechtes der Eltern muß in einer Weise erfolgen, die den praktischen Bedürf niffen entspricht, und verhüten, daß eine tatsächliche Beeinträchtigung des geordneten Schulbetriebes entsteht. Die in dem Entwurf vor gefehene Einrichtung von Schulen auf Antrag von nur 40 Eltern würde insbesondere in den großen Städten den Schulorganismus auf das schwerste schädigen fönnen und die Bildung von Weltschuleinrichtungen hervorrufen. Das Antragsrecht muß fo geregelt mer den, daß die Gliederung der neu einzurichtenden Schulen nicht mesent lich hinter dem örtlich bestehenden Normaltypus zurückbleiben darf. Nähere Bestimmungen darüber sowie die Festlegung von Mindest ziffern für die Schaffung neuer Aufnahmeklassen sind der landesrechtlichen Regelung zu überlassen. 3. Die Mehrfosten, welche durch Neugründung von Schulen, durch Vermehrung der Klassenzahl oder zum Beispiel durch Aus. schaltung von Lehrern, die den Bestimmungen des§ 5 entgegenhandeln( vgl.§ 5 Absah 7) entstehen, müssen vom Reich und von den Ländern übernommen werden. 4. Es fehlen Sonderbestimmungen für Förder, Hilfs, Be gabten usw. laffen." Fertiginduftrie merkt genau, daß sie bei der fünstlichen Verteuerung ihrer Rohstoff- und Halbfabrikate vor die Hunde geht und exportunfähig wird. Sie hätte sich das freilich früher sagen können, zumal die Sozialdemokratie diese Folgen der reaktionären Bollpolitik angekündigt und deswegen gegen die Rohstoffzölle angefämpft hat. Immerhin ist der Brief ein Zeichen dafür, daß selbst im Lager der deutsa nationalen Industriellen die Ertenntnis der verheerenden Folgen deutschnationaler Bollpolitik wächst und daß sich die Bolldemagogie an ihren Urhebern rächt. Besprechungen über den Preisabbau. Reichswirtschaftsministerium und Landesregierungen. Am Freitag, den 9. Oktober, fand, wie amtlich mitgeteilt wird, im Reichswirtschaftsministerium eine eingehende Aussprache über das Zusammenwirten von Reichs- und Landes. regierungen auf dem Gesamtgebiet der Preissenfung statt. Die Landesregierungen ließen zum Ausdrud bringen, daß sie die Bestrebungen der Reichsregierung nachdrücklichst und in jeder Hinsicht zu unterestützen bereit sind. Alle durch die Gesetze gegebenen Mittel sollen zur Erreichung der Sicle der Reichsregierung eingesetzt werden. Es wurden Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen Reich und Ländern erörtert; die den Landesregierungen als Rundschreiben der beiden Wirtschaftsressorts des Reichs noch schriftlich zugeleitet werden. Die Meinung war vorherrschend, daß für die Aufhebung der notwirtschaftlichen Gesez gebung der augenblickliche Zeitpunkt ungeeignet sei. Es bestand Einigkeit darüber, daß die zur Erfüllung der staatlichen Aufgaben auf dem Gebiete des Preis- und Kartellwesens gefchaffenen Stellen, die die Borgänge auf diesen Gebieten beob. achten und Mißständen schnell und wirksam enigegentreten sollen, arbeitsfähig erhalten werden müffen. " Grundsäglich sprachen sich die Vertreter für die Beseitigung aller Preisbindungen durch Verbände oder durch einzelne Unternehmungen, insbesondere derjenigen Bindungen aus, die die Preisstellung der nachfolgenden Wirtschaftsstufen beschränken. Au gemein und mit befondevem Nachdruck wurde die Beseitigung der Misstände in der Preisgebarung der örtlichen Kohlen. händlerverbände und die Beseitigung des diesen Preisfest fezungen von den Syndikaten, insbesondere den Braunfohlen. syndikaten, durch Sperrmaßnahmen gewährten Preisschutes ver. langt. Es tam ferner zur Sprache, daß von Innungen, u. a. von nen Verhältnissen in der Praxis ais Preisbindungen wirfen. Das Recht zur Festsegung von Richtpreifen werde vielfach mißbraucht und führe zu übersetzten Forderungen einzelner Kreise des Handwerks, ein Zustand, dessen man nur durch Beseitigung dieses Rechts Herr werden fönne. Gesetzliche Maßnahmen zur Beseitigung der vorerwähnten Mißstände wurden gefordert. Die Annahme dieser Resolution durch den Borstand des Deutschen Städtetages bedeutet aber in feiner Weise etwa, daß Der Deutsche Städtetag in seiner Mehrheit den Gefeßentwurf auch nur für diskutabel hält. Die Beschränkung auf einige rein schultechnische und finanzielle Gesichtspuntte erfolgte in dieser Resolution vielmehr nur aus dem Grunde, weil man die Busammenlegung des Städtetages nach fommunalen und angeblich nicht politischen Gesichtspuntten| 3wangsinnungen, aufgestellte Richtpreise unter den gegebedurch eine Mehrheitsentschließung gegen den Reichsschulgesetzentwurf nicht gefährden wollte. Im übrigen beschäftigte sich der Vorstand des Städtetages eingehend mit den Angriffen, die durch die angebliche Mißwirtschaft der Städte von der Industrie und von einem Teil der von der Industrie beeinflußten Deffentlichkeit erhoben werden. Der Vorstand beschloß, in der energischsten Weise gegen diese Angriffe Stellung zu nehmen und für eine beffere Aufflärung der Deffentlichkeit über die mirtliche Lage der Gemeinden und ihrer finanziellen Bedürfnisse zu sorgen. Deutschnationale Schutzollpolitik. Verarbeiter gegen Schwerindustrie. Die unheilvollen Folgen der 3011 politit des Kabinetts Luther sind von uns längst vor der An nahme des Gesezentwurfs über das Zollgeleg vorausgefagt worden. Jetzt nachdem die Rohstoffpreise steigen, Lehnen sich felbst Verarbeiter im deutfcnationalen Lager gegen die einseitige Begünstigung der Schwerindustrie dur die Offizielle deutschnationale Parteileitung auf. Dem Reichs Dienst der deutschen Presse ist von einem Schreiben des Rreisvereins Siegen der Deutschnationalen Boltspartei Renninis gegeben worden; das Schreiben befaßt sich mit der Rollpolitik der Partei und enthällt mehrere schon ihrer Schärfe wegen interessante Bemerkungen. Der Brief lautet: Deutschnationale Bolfspartei. Kreisverein Siegen. An den Siegen, den 14. September 1925. Parteivorstand & Hd. des Herrn Dr. Winkler Hochverehrter Herr Doktor! Berlin Bernburger Str. 24. Wir bitten Sie, beiliegendes Schreiben an den Reichsinnenminister weiterzuleiten und mit aller Entschiedenheit zu unterstützen. Zu gleicher Zeit machen wir darauf aufmerksam, daß die gesamte Fertiginduftrie und weiterverarbeitende Judufttle über die Industriezölle, soweit sie bis jetzt eingeführt sind, empört ist. Sie sieht darin eine Bevorzugung der Schwerindustrie auf Kosten der verarbeitenden Industrie, die sie niemals dulden kann. Der Reichssyndikus der verarbeitenden Industrie hat nunmehr den Firmen mitgeteilt, daß in den Ausschußberatungen vor allen Dingen die Deutsch nationale Boltspartei sich für die Schwerindustrie eingefegt und die weiterverarbeitende Industrie vollständig übersehen habe, während die Bolkspartei fidh vor allen Dingen für lettere eingesetzt habe, ja, bei den Berhand Jungen hätte man mehr bei den Demokraten als bei den Deutsch nationalen erreichen können. Die hiesigen Fabrikanten in der der arbeitenden Industrie, die zum größten Teil unserer Partet angehören oder nahe stehen, sind erstaunt über die Art und Weise, wie die deutschnationale Reichstagsfraktion hier gehandelt hat. Sie machen darauf aufmerksam, daß die verarbeitende Industrie zum größten Teil schon seit Jahren zur Deutschnationalen Boltspartei gehört und ihr nahe steht, daß dagegen die Schwerindustrie erst in den lezten Jahren teilweise zur Deutschnationalen Boltspartei abgeschwentt sei. Sie machen weiter darauf aufmertjom, daß, falls bie Bartei ihren Standpuntt gegenüber der verarbeitenden Industrie nicht ändert, fie nicht in der Lage find, weiter die Partei zu unterstützen und zu wählen. Auch voltswirtschaft lich ist es von ungeheurer Bedeutung, die verarbeitende Industrie, die 70 Broz. aller Industriearbeiter beschäftigt, zu unterflüßen, denn wir müssen zur Herstellung einer afttiven Handelsbilang unser Hauptaugenmert darauf richten, Edelerzeugnisse auszuführen. Hochverehrter Herr Doftor, der Unterzeichnete wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie ihm möglichst bald die genaue Einstel. lung der deutsch nationalen Handelsfraktion zu dieser Frage mitteilen fönnten und wenn Sie Ihren ganzen Einfluß darauf verwenden würden, daß auch die verarbeitende InEuftrie auf ihre Kosten kommt. Da die Erregung in der verarbeitenden Industrie des hiefigen Bezirts fehr groß ist, wäre ich Ihnen sehr dankbar, menn Sie mir möglichst bald eine Antwort zulommen ließen. Mit deutschem Gruß Unterschrift. Die Demagogie der Deutschnationalen trägt jetzt also auch auf dem Gebiet der Schußzollpolitif ihre Früchte. Die Dieser ersten Aussprache werden weitere Besprechungen mit den Landesregierungen folgen, um einen regen Gedanken und Er. fahrungsaustausch sowie ein wirtsames Zusammenarbeiten aller Stellen zu sichern. Kyffhäuserbund und Republik. Und Hindenburg? Die Spthenorganisation der Kriegervereine, der Reichs triegerverband Kyffhäuser", hat schon oft bewiesen, daß er der Republit ablehnend gegenübersteht Er liefert einen neuen Beweis dafür, indem er duldet, daß Reichsbannermit. glieder mit der Erklärung aus den Kriegervereinen verdrängt werden, die Mitgliedschaft zum Reichsbanner sei mit den Bestrebungen des Kyffhäuserbundes nicht vereinbar. Das Ziel des Reichsbanners ist lediglich der Schuß der Republik und die Erziehung zum republifanischen Gedanten Wenn das mit der Zugehörigkeit zum Kyffhäuserbund nicht vereinbar ist, hat der Bund nach den Gesezen der Logit republiffeindliche, also verfassungsfeintliche Tendenzen LPA- Prozeß. Aufgedeckte Lügen Verschleierte Bilanzen. In der gestrigen Sigung des LPA.- Prozesses wurde festgestellt, bak v. Ehdorf aus seiner ersten Stellung als Bankvolontär wegen betrügerischer Manipulationen entlassen wurde. Dann gab es eine Sensation: Bankdirektor Fleischmann, der von dem Adelstonsortium verdächtigt war, die Gelder für die Londoner Reise zum Teil für sich beansprucht zu haben und der inzwischen nach London übergefiedelt sein sollte, tritt als Zeuge auf. Die Be. hauptungen des Adelskonsortiums erwiesen sich als Lüge. Direktor Fleischmann ist in die Angelegenheit nicht vermidelt. Er hat sogar einen Bestehungsversuch des Adels. fonsortiums zu rüdgewiesen. Für Nehring und Lüders nimmt der Prozeß insofern eine neue Wendung zum Schlechten, als dem Gericht mitgetelt wurde, daß im Jahre 1923 in der Bilanz, der B. ein zweiter Posten von 67 548 m. falsch gebucht wurde, so daß die Verschleierungen in der Bilanz noch größer geworden find, als bisher angenommen wurde. Diese Angaben werden augenblicklich nachgeprüft. Heute werden die Zeugen Rechtsanwalt Beckdorf und Dr. Kann vernommen. Ein Notschrei aus Waldenburg. Studienreisen des Ostausschusses. Breslau, 9. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Oftausfuß des Preußischen Landtages begab sich am Donners tag ins Waldenburger Rotstandsgebiet, wo in Niederfalzbrunn ein Empfang durch die Behörden stattfand. Oberpräsident Genoffe 3immer wies einleitend darauf hin, daß die Provinz Niederschlesien durch die neue Grenzziehung im Osten ebenfalls empfindlich gelitten habe und z. B. in der Frage der Bohnungsnot mit denselben Schwierigkeiten fämpfe wie Oberschlesien. Darauf hielt der Breslauer Regierungspräsi bent ein Referat über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Bezirks. Er gab die Schuld an der völlig unzureichenden Regelung der Wohnungsfrage der Verteilung des Hauszinssteuerauftommens. Der notleidende Regierungsbezirk Breslau bringe z. B. 35 Millionen Mart Hauszinssteuer auf, von denen nur 15% Millionen wieder zum Hausbau für den Bezirk zurückfließen. Dabei sind die Wehnungsverhältnisse so entseglich, daß in dem großen Bergarbeiterort Beißstein etma 65 Proz. der Bevölkerung, darunter Familien mit mehr als drei Köpfen, in Einzimmerwohnungen hausen muß. In den alten Notstandsbezirken der niederschlesischen Weber und Blasarbeiter ist die Lage nicht wesentlich besser. Vertreter der Waldenburger Selbstverwaltung und der dortigen Wirtschaftsfreise ergänzten dieses traurige Bild und konnten z. B. nachweisen, daß in einem anderen großen Bergarbeiterort nur 4 Proz. der Einwohner über Behausungen verfügen, die hygienisch als nicht aus. reichend bezeichnet werden fonnten. Der Borsigende des Ost. ausschusses fonnte grundfäßlich zu den verschiedenen Hilfsanträgen in seiner Antwort noch nicht Stellung nehmen, wies aber darauf hin, daß Preußen bereits beim Reich gegen die Regelung der Hauszinssteuer vorstellig geworden fet, die zu einer jo bedauerlichen Lähmung des öffentlichen Wohnungsbaues führe. Fair play! Eine Aufforderung des britischen Handelsministers. Handelsminister bat die Gemeinden, die während des Krieges befchloffen batten, mit Teutichland nicht mehr in geschäftliche Be ziehungen au treten, aufgefordert, diefen Leichluß notmals zu prüfen. England babe jest mit Deutschland einen andelsbertrag unterzeichnet und es gelte, diefen Vertrag nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Geifte nach dur& auführen. London, 9. Dtober.( Eigener Drahtberidt) Der englische Der Matteotti- Prozeß naht. Die Auftraggeber follen freigesprochen werden! dacht der Ermordung Matteottis verhafteten Faschisten ist die 2nRom, 9. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Den unter dem Bertiageschrift übermittelt worden. Die burtellung der Mörder foll durch ein römisches Geschworenengericht erfolgen. Gegen die UusEhrenvorsigender des Kyffhäuserbundes ist Reichspräsident Hindenburg. Wenn jemand, so hätte er die Pflicht, entweder von dem fagungsgemäß politisch neutralen" Bund zu perfangen, feine Stellung zum Staat zu ändern, ober den Ehren rorfiz niederzulegen. Der Westfälische Demokrat" in Hagen, der den Reichspräsidenten auf das Treiben des Kyffhäuserbundes auftraggeber Marinelli und Cesare Roffi ift die Freisprechung beantragt, mertfam madhte, erhielt folgende Antwort aus dem Bureau des Reichspräsidenten: 97 " In der Angelegenheit betr. das Berhalten der Krieger vereine gegenüber den Mitgliedern des Reichsbanners SchwarzRot- Gold teile ich Ihnen ergebenst mit, daß der Herr Reichspräsident zwar noch Ehrenpräsident des deutschen Reichstriegerbundes„ Ayffhäuser ist. Aus verfaffungsrechtlichen Gründen übt er aber die mit diesem Amt verbundenen Rechte und Befugnisse während der Dauer feluer Reichspräsidentenschaft nicht aus. Er muß sich deshalb jeder Einmischung in die von Ihnen Lorgebrachte Angelegenheit enthalten und hat sich darauf beschränkt, diese dem Vorsitzenden des Kyffhäuserbundes, Herrn Generaloberst von Heeringen, zu überweisen." Das Schreiben muß außerordentlich befremden. Es bestätigt auf der einen Seite, daß Reichspräsident Hinden burg noch Ehrenvorsitzender des Kyffhäuserbundes ist, lehnt auf der anderen Seite unter dem Vorwand, daß Hindenburg während feiner Amtsdauer aus verfassungsrechtlichen Gründen von den fich aus dem Ehrenvorsiz ergebenden Rechten keinen Gebrauch macht, jede Einmischung ab. Damit bekennt sich der Reichspräsident auch weiter zum Kysshäuserbund, obwohl ihm deffen verfassungsfeindliche Gesinnung befannt ist, ohne sich um diese Tendenzen zu fümmern. Reichspräsident Hindenburg bleibt Ehrenporfigender eines Vereins, der die Repu blit und die Republifaner betämpft! Von Korfu nach Altona. Aufstellung des Heine- Denkmals in Altona. Altona, 9. Oftober.( Eigener Drahtbericht). Die städtischen Kollegien beschlossen, das eine Dentmal, das früher in Storfu gestanden hat und seit Jahren in Hamburg berpackt aufbewahrt wird, in liona zur Aufstellung au bringen. Diesem Befchluß, der von den Sozialdemokraten, Stommunisten und Demotraten gefaßt wurde, ging eine heftige Debatte voraus, bei der die Rechtsparteien durch ihr Benehmen zeigten, daß fie die brandmarkende Verewigung ihrer geistigen Vorfahren durch Heinrich Seine mit vollem Recht auf sich beziehen dürfen. Was Du ererb bon Deinen Vätern baft, erwirb es, um es zu befizen!" Patentdeutsche: Das ist von Goethe, nicht von Heine.) ( für Die thüringische Regierung madte fürzlich den Verfuch, die fozialdemokratischen Streiedirettoren Böbme in Altenburg und 8fhaidh abzubauen. Auf vielfache Proteste hin und infolge eines einstimmigen Befchluffes des Kreisrates Altenburg nahm die Regierung von dem Abbau des Genossen Böhme Abstand. Nuinmehr hat die Regierung wiederum den Abbau des Genossen Ridhäsich verfügt. Es handelt sich um eine rein politische Maßregelung. gegen den Direktor des Corclere Siallano", Filipelli, wird die Ver. handlung wegen Vorbereitung des Verbrechens durchgeführt werden. Sozialistenwahlfieg in Riga. Bei den Parlamentswahlen. Riga, 9. Oftober.( Mib.) Bei den Barlamentswahlen in Riga haben die Deutschen gegen die letzte Behl im Jahre 1922 ihren Stand verbessert. Sie erhielten 28 530 Stimmen gegen 25 956. Den größten Gewinn haben in Riga die linken Sozialdemo fraten erzielt, deren Stimmenzahl großenteils auf Kosten der Rechtssozialisten angewachsen ist. Am chinesischen Nationalfeiertag. Ein Manifest der Partei Kuo- Min- Tang. Heute, am 10. Ottober, ist der chinesische Nationalfeiertag. Dazu erläßt die Gettion der Kuo- Min- Tang in Deutschland ein Manifest, dem wir folgendes entnehmen: Die Kuo- Min- Tang hat unter Führung Sunnatsens die Mandschudynastie gestürzt und die neue chinesische Repubitt gegründet. Daran soll der Nationalfeiertag erinnern. Aber in China unterjochen ungetrönte Kaiser, die militärischen Machthaber und die ausländischen Imperialisten, das chinesische Volt weiter. Unsere Revolution, fagte unser unvergeßlicher Führer in seinem Ber mächtnis, hat bis jetzt noch nicht zum vollen Erfolg geführt. Es gilt, den inländischen Militarismus und den ausländischen Imperia lismus niederzuwerfen und eine Regierung nach der Lehre Sun yatsens zu schaffen, eine Regierung des Boltes, durch das Wolf, für das Bolt. In seinen legten Lebensstunden hat Sunyatsen folgende Säße, die uns heiliges Gebot sein müssen, an vierzigmal mit sterbender Stimme ausgerufen: Rämpft energisch! Rettet China! Ewiger Weltfrieden!" Wie arbeiten die Konsuln? Peting, 9. Ottober.( BTB.) Der holländische Gesandte hat im nomen der Mächte dem Außenministerium eine Note übergeben, in der darauf Bezug genommen wird, daß in einem amtlichen chinesischen Rundschreiben behauptet worden war, die fremden Konsuln seien bestechlich und Fremde gingen, wenn sie Chinesen töteten oder perlegten, strafios aus, da sie in jeder Weise geschüßt würden. Die Note bezeichnet es als fast unbe. greiflich, daß eine Regierungsstelle sich befreundeten Mächten gegenüber einer derart beleidigenden Sprache bedient. Da der Unferausschuß des Barmat Unterfuchungs. ausiufies mit seinen Arbeiten noch nicht fertig geworden ist. findet eine Bollfigung erft heute, nachmittags 1 Uhr. ftatt. Die Schlußigung mit ben Abstimmungen erfolgt voraussichtlich am Dienstag. Die Quelle des Mißtrauens. Urteil aus den Reihen der christlichen Gewerkschaften. Bauarbeiter oder Filmtarif? Diefe Frage beschäftigte die Kammer 19 des Gewerbegerichts in mehreren Sigungen, und zwar aus folgendem Anlaß: = Ein in der Bauabteilung( Aufführung von Filmbauten) der Universum Film Gesellschaft beschäftigt gewesener 3immerer flagte auf Weiterbeschäftigung, weil er als Mitglied des Betriebsrats ohne Zustimmung desselben ent. Im Anfang an die Erffärung in der Rechtfertigungsschrift| ob sie denn allein diejenigen sein sollen, die alle Laft auf sich zu lassen sei. Der Kläger berief sich auf den allgemein verbindlichen bes Reicharbeitsministeriums, es habe jebe wirtschaftlich nehmen haben, während es den flagenden Unternehmern gar nicht Tarif für das Baugewerbe, welcher bejagt, daß die auf tragbare" Berbesserung der Arbeitsbedingungen begrüßt und einfällt, sich in ihrer Lebensführung zu beschränken und unproduktive den Baustellen gewählten Baudelegierten die Funktionen des Be Jei stets na Möglichkeit für den Schutz der wirtschaftlich Ausgaben für überzählige Direktoren, für wirtschaftsfriedliche Vertriebsobmanns baro. Betriebsrats auszuüben haben. Auf Grund dieser Bestimmung sei er nebst zwei Kollegen von den 70 Zimmerern Schwächeren eingetreten, wiesen wir im Vorwärts"( Nr. 474) bände aller Art usw. aufzuheben. ber Universum- Film- Gesellschaft gewählt worden. Uebrigens habe barauf hin, daß hier ber munde unft berührt sei. die Firma durch ihr Verhalten gegen die Baudelegierten diese tatfächlich als die gefeßliche Betriebsvertretung der 3 immerer anerkannt. Was ist wirtschaftlich tragbar? Wer zieht den Rahmen bes wirtschaftlich möglichen?" Der Deutse", der fly in seiner Nr. 238 mit den Er flärungen aus dem Arbellsminifterium befaßt, sagt über den Grund des Mißtrauens der Arbeitnehmerschaft gegen das Ministerium: „ Es brauchte aber absolut nicht erst über eine gelegentliche gleiche Beurteilung der Dinge durch Arbeitgeberverbände und Reichs arbeitsministerium gesprochen werden. Manches ist in der Pragis des Reichsarbeitsministeriums und der ihm nachgeordneten Stellen geschehen, was fene Webereinstimmung erfennen ließ, ohne daß sie ausgesprochen wurde. Die Arbeitnehmerschaft, die den Schaden trug, wurde von istrauen erfüllt und selbst in den Reihen jener, -für die die Lauterkeit der Gesinnung und des Willens des Reichsarbeitsministers außer allem Zweifel steht, stellte sich manche Ents und täuschung ein. Das Reichsarbeitsministerium hat nur zu oft hier liegt die Quelle der wirklich vorhandenen Differenzen mit der Arbeitnehmerschaft die Birnchefisiage peffimistischer beurteilt als die Arbeitnehmer. All Entschiedenheit wird bestritten, daß der Reichsarbeitsminister fich feine Auffassung von den Arbeitgebern habe suggerieren faffen; man habe sich stets nur auf die unter lagen der Regierung geftigt, d. h. auf die Angaben der Gachberater im Reichsarbeitsministerium. Frage: Wer aber liefert dem Reichswirhaftsaverium die Unterlagen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Berhältniffe? Die amtlichen und nichtauflichen Inffitufionen zur Wahrnehmung der Intereffen der Wirtschaft, die bei der einseitigen Zufunumentegang jener Körperschaften in WirtRichkeit die Jantereisen der Arbeitgeber find! So schließt sich der Ring und erklärt sich auch die Einstellung des Reichsarbeits minifteriums zu manchen Fragen, die in der Arbeitnehmerschaft nicht immer verstanden wurde." Die Zukunft wird zeigen, ob es dem Reichsarbeitsministerium möglich ist, sich von der einseitig gebildeten Auffassung der Wirtschaftslage durch das Reichswirtschaftsministerium zu lösen. Für die Rückgewinnung des Vertrauens weiter Kreise der Arbeitnehmer mie uns scheint die einzige Borausist das die erste und ſekung." Was diese durchaus zutreffende Beurteilung des Verhaltens des Arbeitsministeriums infolge seiner Beeinflussung durch die Rechtsregierung und damit indirekt die Kreise der Wirtschaft" besonders be merkenswert macht, ist der Umstand, daß sie in einem Blatte erfolgt, das weit davon entfernt ist, etwa aus Boreingenommenheit gegen den ihm politisch nahestehenden Arbeitsminister zu urteilen, dabei aber die Intereffen der christlichen Gewerkschaften vertritt. Die Ausrede, Deutschland fönne das Washingtoner Achtstundentag, abfommen nicht ratifizieren, weil England nicht mitmache, wird im Deutschen" ebenfalls mit fachlicher Schärfe zurückgewiesen: Bekanntlich ist der achtstündige Arbeitstag in England praktisch bereits in noch weit stärkerem Maße durchgeführt als in Deutschland. Englands Konkurrenzüberlegenheit gegenüber Deutschland liegt demnach feinestoegs in einer längeren Arbeitszeit begründet; ebensomenig in einer stärkeren Arbeitsintensität der einzelnen Arbeitnehmer oder in geringeren Löhnen. Unseres Erachtens kann die Ratifizierung durch England für die deutsche Stellungnahme weniger| entscheibend fein, wie das Ergebnis eines Gesamtvergleiches der Wirtschaft beider Länder." Der„ Deutsche" stimmt mit uns auch hierin überein, daß es mit Erflärungen nicht getan ist, sondern die Aftennottz" durch die praktische Tätigkeit des Arbeitsministeriums als gegenstandslos zu erweisen ist. ,, Der Schaden läßt sich nicht durch Erflärungen beheben, sondern nur allmählich durch den in der Praris geführten Rachweis, daß ,, Alle amtlichen und regierungsfeitigen Darlegungen fönnen das Reichsarbeitsministerium sich durch die Wünsche und durch das bie Arbeitnehmerschaft nicht mehr davon überzeugen, daß die Arbeit Geschrei sozialreaktionärer Kreise nicht beeinflussen läßt." geber die Wirtschaftslage se zeigen, wie sie in Wirtlichkeit Die Aftennstiz hat das Mißtrauen gegen die Bragis im ift. Die Arbeitgeber haben die Arbeitnehmerschaft schen zu oft arbeitsministerium nicht erst hervorgerufen, sondern sie nur zu behinters Licht geführt", als daß jene noch Anspruch darauf erheben fönnten, in ihren ewigen Beteuerungen über den schlechten Standsonders deutlichem Ausdruck gebracht. Dieses Mißtrauen läßt sich der Wirtschaft, eru genommen zu werden. An dieser Tatsache wird das Num. in Zukunft weniger vorbei sehen dürfen. Die Arbeknehmer sehen zu viel, um an die Ehrlichkeit der Arbeitgeberbetenerungen glauben zu fönsen. Sie fragen fich mit vollem Stedt, Der Streit im Eisen- und Stahlgroßhandel. Streifbrecherschuh. Die Firma wandte dagegen ein: Da ihr Betrieb fein Baubetrieb sei, so könne der Bauarbeitertarif für sie nicht in Frage tommen. Für sie gelte nur der Tarif für das Filmgewerbe, dem Arbeitnehmer der verschiedensten Berufszweige angehören. Die von den Bimmerern im Aufnahmegelände errichte Wortes, sondern Theaterdekorationen. In ihrem Be ten Bauten seien teine Bauten im eigentlichen Sinne des triebe bestehe ein von allen Arbeitergruppen gewählter Betriebsrat, dem der Kläger nicht angehöre. Wenn sich die Zimmerer an der Wahl dieses Betriebsrats nicht beteiligten, wie der Kläger fage, dann fönnten sie daraus tein Recht auf eine Sondervertretung her leiten. Das Gericht tam zu der Ansicht, daß, wenn die Bauabiellung der Beklagten als ein Baubetrieb anzusehen sei, der allgemein ver bindliche Bauarbeitertarif auch hinsichtlich der Betriebsvertretung hier Anwendung finden müsse. Eine grundsätzliche Entscheidung in dieser Hinsicht erübrige sich aber, weil das Gericht aus einem hier Anwendung finden müsse. Eine grundsätzliche Entscheidung formalen Grunde zur Abweisung der Klage fam. Der Bauarbeitertarif bestimmt nämlich, daß die Amtstätigfeit des Baudelegierten erst dann beginnt, wenn seine Wahl dem Arbeitgeber schriftlich angezeigt ist. Im vorliegenden Falle war die Anzeige nur mündlich erfolgt. Die Formvorschrift des Tarifs war also nicht erfüllt. Damit war die Klage haltios geworden selbst wenn alle Borausjegungen für die Anwendbarkeit des Bauarbeitertarifs vorgelegen hätten. Der Streik in der Papenburger Glashütte. In dem seit der 3. Auguft dauernden Streit der Papenburger Glasarbeiter und-arbeiterinnen haben am 5. Oktober unter dem Vorsitz des hannoverschen Schlichters, Regierungsrat Gärtner, sowie im Beisein des Gewerberats Herwig, Lingen, EinigungsReichsverhandlungen stattgefunden. Die Firma erklärte, daß selbst bei einer Wiederaufnahme des Betriebes eine Erhöhung der Löhne nicht in rage fame. Die Gewerkschaftsvertreter be eine Beendigung tonten die Bereitwilligkeit zu Verhandlungen, erfläiten aber, daß ohne eine Lohnerhöhung an des Kampfes nicht zu denken sei. Der jetzt bereits zehn Wochen dauernde Streit der Glasarbeiter wird infolge der ergebnislofen Einigungsverhandlungen weitergeführt. Troydem in den letzten Monaten eine Berteuerung verschiedener Lebensmittel eingetreten ist und die Lebenslage der Glasarbeiter troftlos tief steht, sollen sie weiter darben. Allen möglichen Schi fanen waren die streikenden Glasarbeiter bisher ausgefeht, um sie auf die Knie zu zwingen. Das soll den Unternehmern nicht gefingen. durch die in der Hauptsache recht anfechtbaren Erklärungen nicht ohne weiteres aus der Welt schaffen. Dazu bedarf es vor allem der endlichen Ratifizierung des Washingtoner Achtstundentagabfammens. tion nicht gefördert. Auch nicht durch Leute, die in den Bureaus völlische Agitation treiben, In den Funktionärfenferenzen des Betriebes wurden Wochen 15 hn e von 3, 5, 8 und se bis 15 M. befannt. Im Lohnbuch findet fich mitunter der Bermerf: Befommt tein Geld." Man sollte bei Ford so viel gelernt haben, um zu wissen, daß durch Lohndrud die Wagen nicht billiger werden. Die Umstellung führte dazu, daß die Liefertermine nicht innegehalten werden fonnten. Dabei find Fir men unter den Bestellern, die vor 3 bis 5 Monaten noch flüffiges Geld hatten, jezt nicht mehr. Die Betriebsmittel liegen nun in den Autos fest, sa daß auch die NAG. in Geldknappheit tommt. Die Rettung ist wiederum Kurzarbeit. Die Unternehmer des Eisen- und Stahlgroßhandels fezen sich auf's hohe Pferd. Sie weigern sich nicht nur mit der Dr. ganisation zu verhandeln, sondern lehnen auch ftrifte jede Berhandlung mit den Betriebsvertretungen ab. Durch Injerate werden„ Arbeitswillige" mit dem Hinweis gesucht, daß Mitglieder des Deutsen Berfehrsbundes nicht in Betracht kommen. Leider ist es mehreren Firmen gelungen, Streif brecher zu bekommen. Es ist festgestellt, daß es sich beispiels weise in der Eisenlagergemeinschaftinder Sidingen ftraße teilweise um eine organisierte Streifbrecher Leider steht ein Teil der Arbeiter den Dingen gleichgültig gegengarde handelt. Ein Teil diefer Subjekte hat vor turzer Zeit über und will immer noch nicht begreifen daß er sich seiner Orga während des Streits bei der Firma Riedel jein trauriges Hand- nisation anschließen muß, um bei allen derartigen Ümwert ausgeübt. Es wäre den Firmen ficherlich nicht gelungen, eine ftellungen nicht zu sehr ins Hintertreffen zu fommen. größere Anzahl dieser nüglichen" Elemente aufzutreiben, wenn die Polizei ihnen nicht einen allzu sorglichen Sajuz gewährte. Dugende von Schuhleuten stehen vor den Betrieben. Einigung in der Bilderrahmenbranche. Streitgefahr im Berliner Gastwirtsgewerbe. Duhende führen die Streifbrecher truppreise nach den Betrieben Die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeit findel auf dem Fahrrad der auf dem Bock bei ihrer Fahrt durch die fodak die Gefahr eines Streits nunmehr in den Vordergrund geund holen sie des Abends wieder ab. Dupende begleiten dieses Genehmern im Gastwirtsgewerbe in Berlin sind abermals gescheitert, Straßen. Diefe notorischen Lumpen werden in ihrem ehrlojen rüdt ist. Die Differenzen drehen sich in der Hauptsache um die Handeln reichlich unterstützt; den Unternehmern muß die Polizei Bewilligung einer Lohnerhöhung für die mit kost be auf diese Weise Bütteldienst leisten. Den Herren schwillt der Kanim schäftigten Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber im Gast und fie berufen fich stolz darauf, daß wie es in einem Rund wirtsgewerbe beschwören wegen einer Lohnzulage von 1 bis 1,50 Wil. Schreiben heißt nach Besprechung mit dem Polizeipräsidium und dem Kommando der Schuhpolizei genügend polizeilichen Schutz pro Woche unnötig einen Streit herauf. zugesichert worden auch für die Begleitung der Fuhrwerke ist. Den ehrlichen, um ihre Eristen; ringenden, teilweise über 40 Jahre in den Betrieben tätigen Arbeitern wird so der notwendige und berechtigte Kampf um ihre Existenz fast unmöglich gemacht. Nur mit Hilfe der Polizei wird es den Firmen ermöglicht, die Orga nisation und die Arbeitervertretungen zu umgehen und durch Anlegung von schwarzen en ehrliche Arbeiter brotlos zu machen. In der Sidingenstraße artet dieser Schutz geradezu zum Standal aus. Die Bevölkerung ist über das Verhalten der Polizei empört. Jeden Morgen und Abend marschiert dort ein Trupp der Streitbrecher, von Polizeimannschaften begleitet, auf. Die Herr schaften fühlen fly und so rufen sie frech den Streifenden noch Schmährufe zu. Die Kinder sagen: Jegt fommen die Gefangenen. Den Schuyleuten selber ist die Geschichte offensichtlich unangenehmer als den„ Nettern in der Not". ft den Leitern der Polizei noch nicht der Gedante gekommen, daß durch dieses provokatorische Auftreten die Auhe und Ordnung eher gestört werden fann, als wenn bie Polizei fich neutral verhält? Aus der NAG., Oberschöneweide. Die Umstellung auf Kurzarbeit. Nach der Amertiareise des technischen Direktors wurde eine Umstellung angefündigt, mit der Bersicherung, daß sie nicht auf Kosten der Arbeiter erfolgen werde. Der Umstellungsplan brachte zunächst für 1200 Arbeiter die Einführung der Kurzarbeit. Die Umstellung der Abteilungen auf höhere Produktion follte folgen. Troß großer petuntärer Opfer war der Erfolg nicht befriedigend; nur einzelne Abteilungen wurden leiftungsfähiger, Der Plan war offenbar nicht genügens burthgearbeitet. Die Wagen sollten billiger hergestellt werden, allein durch Einstellung einer ganzen Anzahl ven Borarbeitern, Kontroleuren und ähnlichen Maßnahmen, stiegen die Untoften ganz erheblich. Durch bloße Antreiberei wird die ProdukAm Mittwoch beschäftigte sich eine Vertrauensmännerfonferenz der Bilderrahmen- und Goldleistenbranche mit dem Angebot der Unternehmer von 8 Proz. Lohnzulage. Nach reiflicher Aussprache stimmte die Bersammlung einem Antrag zu, wonach die Ortsverwaltung beauftragt wurde, das neue Ishnabkommen mit den Unternehmern abzuschließen. Der Tariflohn beträgt nunmehr für Facharbeiter 1,04 m., angelernte Facharbeiter 93 Pf., Hilfs arbeiter, Facharbeiterinnen erhalten 73 Bf., angelernte arbeiterinnen 64 Pf. und Hilfsarbeiterinnen 55 Pf. Bom Menschenabban. Dortmund, 9. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Durch Stifffegung der Zeche Glückauf- Tiefbau und durch teilweise Stillegung des Baroper Walzwertes ist die Zahl der Hauptunterstügungsemp fänger beim Arbeitsamt in Hörde um rund 1800 gegenüber der Borwoche gestiegen. Der Stand der Arbeitsuchenden hat dieselbe Höhe erreicht wie im Ottober 1924, doch ist eine wesentliche Ver. ftellen, da die Zahl der Erwerbslofen am 1. Ottober 1924 8024 betrug, bis zum 1. Juli 1925 aber durch rege Vermittlung in die Landwirtschaft und auf auswärtige Zechen sowie zu verschiedenen auswärtigen Notstandsarbeiten, z. B. nach Luxemburg, auf 825 vermindert werden konnte. Seit dem 1. Juli 1925 ist eine Steigerung um ungefähr 7000 Erwerbslose eingetreten. Angesichts der wenigen Biffer nicht zu rechnen. Vermittlungsmöglichkeiten ist mit einer schnellen Abnahme dieser schlechterung des Arbeitemarktes gegenüber dem Vorjahre feftaue In dem Restaurant Hoppe, Koffbufer Damm 22, werden, wie uns der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Caféhaus angestellten mitteilt, organisierte Angestellte nicht beschäftigt. Sowohl der Inhaber Hoppe, seine Frau und die bei ihm beschäftigten Kellner, erlauben sich Beschimpfungen gemeinster Art gen organi fierte Arbeiter. Den Verbandsvertretern wurde das Betreten des Betriebes verboten. Frau Hoppe erlaubte sich zu sagen: Sperren Sie ruhig unfer Lotal, dann kommen die Arbeiter erst recht zu uns." Herr Hoppe gab seinen Biderwillen gegen die organisierten Arverzichte gern auf Arbeiter als Gäste. Wir bitten, alle Gleichbeiter, Angestellten und Beamten dadurch fund, daß er erklärte, er gesinnten, davon Kenntnis zu nehmen. 400 Krafibroichtenführer in Hamburg frelfen, weil ihre Lohnforderungen abgelehnt wurden. Die etwa 300 Fabrer der AußenFachbetriebsgenossenschaft sind nicht vom Streit erfaßt, da sie über Tarif bezahlt werden. Die Löhne der übrigen Altersstaffeln sowie die Aftordtarife erhöhen fich gleichfalls um 8 Broz. Der neue Lohntarif ist dem Löhne gelangen ab 9. Oftober zur Auszahlung. Das Abkommen Unternehmerverband zur Unterschrift zugestellt worden. Die neuen gilt von der Lohnwoche, in die der 5. Oktober fällt, bis zur letzten Lohnwoche im Dezember. Tarifbewegung der Rohrer. Der Tarif der Rohrer, jene Spezialgruppe der Maurer, die das Schilfrohr zwischen den Zimmerdeden legen, war zum 30. September gefündigt und eine Erhöhung der Löhne sowie die obligatorische Einführung des Arbeitsnachweises gefordert worden. In den Ber handlungen mit den Unternehmern fonnte es zu feiner Einigung tommen. Die Unternehmer bestanden auf einen Abbau der Löhne; ebenso widersetzten sie sich der Einführung des Arbeitsnachweises. Eine Vollversammlung der Rohrer nahm am Donnerstag im Gewerkschaftshaus zu der Situation Stellung und beschloß nach eingehender Diskussion, die Organisation zu beauftragen, nochmals mit ben Unternehmern in Berhandlungen zu treten. Sollten diese Berhandlungen wieder zu feinem Ergebnis führen, so wird eine neue Bollversammlung schärfere Maßnahmen beschließen. Funktionärausweis tein Zutritt. Elfenbahner! Um Dienstag, ben 13. Oftober, 7 Uhr, in den Nebengfefiäten, Landsberger Straße 31, Konferens her anttionäre und Betriebsräte bos Einheitsverbandes Der eifenbahnee Deutsonbs, Ortsgruppe Berlin. Ohne Mitgliedsbus) und Die Ortsverwaltung. Transportarbeiterfunktionäre der Metallindustrie. Dienstag, den 13. Oftober, 6% Uhr, im Gaal 1 bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Funktionärvesfammlung. Stekungnahme zur Kündigung des Lohnvert eges. Autoite zur Versammlung haben alle Transportarbeiter. funktionäre, die den Organisationen des Metallfestells angeboten. Mitatiebs ausmeis und Funktionäclarte bienea eis Segitimation and find der Gaalfontrolle vorauseigen. Ohne Ausweis ein Einlaß. Das Metalliartell Gewerkschaft Deutscher Bollsleheer, Ortsgruppe Beslin, Sente, Gennabend, Uhr, Sigung im Rathaus, Rimmer 58 oder 55. Gewerkschaftlines. Schulwefen in Rußland. Vortrag des Genossen Schmidt. Gäfle williommen, Muftiuftaumentenarbeiter. Rommissionsung heute, Sonnabend, nachm. 2 Uhr pünktlich, im Verbandshaus, Rungestr. 30. Kohlenarbeiter! Morgen, Sonntag, vorm. 10 Uhr, in Böters Festfälen, Weberstr. 17, Bellversammlung. Berantwortlich für Bolitik: Ern Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Chlorn; Feuilleton: R. H. Discher; Lofales und Sonstiges: Frig Karfäst; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Betlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Verlagsenitalt Baul Ginger u. Co. Berlin G 68 Lindenstraße 3 Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Achtung beim Einkauf! Man verlange stets ausdrücklich MAGGI Würze und achte auf den Namen MAGGI und die gelb- roten Etiketten. Die beste Garantie der Echtheit ist der Einkauf einer großen Or ginalflasche zu RM 6.50, deren Verschluß plombiert ist. Nr. 479 ♦ 42. Jahrgang 7. Seilage ües vorwärts SoavabenS, 7». Oktober 1925 Scrichtsbarkeiten hat es von jeher gegeben. Denn mli den Menschen zugleich kamen auch Recht und— Unrecht auf die Welt. Heute herrschen, soweit das Handeln des Einzelwesens in Frage kommt, Sitte und Gesetz. Dem Staatsbürger wird sein Recht vor dem Forum des Staates. Und nur den Völkern in ihrer Gesamtheit bleibt die traurige Erinnerung an altersgrau« Zeiten vorbehalten, wenn sie gegeneinander ihr Recht suchen in Länder verwüstenden, mönnermordenden Kriegen! Zeugnisrecht und-Pflicht. Durch das ernste Zeremoniell, dem Anrufen der Gottheit beim Zeugnis und früher auch beim Urteil, durch die oft schicksalsschwere Wendung im Leben des Schuldigen hastete den Stätten der Recht- sprechung etwas Geheimnisvolles an, das sich auch bis auf den heutigen Tag bei der großen Menge des Volkes erhalten hat. Niemand be- tritt gern den Gerichtssaal, in den ihn ja nicht immer die Derant- wortung für eine schwere Tat zu rufen braucht. Auch der Zeuge empfindet oft ein leises Unbehagen, wenn er an die hohe Bedeutung seiner Aussage denkt, die für den anderen dort auf der Anklagebank vielleicht das Ende eines ganzen Lebens sein kann. Und doch ist es ja nur die reine Wahrheit, die man verlangt! In den meisten Fällen entsvringt aber Furcht und Scheu nur der Unkenntnis der wahren Sachlage. Das Paragraphensystcm eines Strafgesetzbuches ist so schwierig zu beherrschen, daß es nicht nur Laien schwer fällt, sich zurecht zu finden. Aus diesem Grunde dürften einige ausklärende Worte über Zeugnisrecht und-Pflicht wohl am Platze sein. Der Zeuge genügt einer staatsbürgerlichen Pflicht, wenn er der Ladung des Gerichts folgt. Eine Verweigerung des Zeugnisses gibt es nicht! Rur in einigen Fällen, die weiter unten Gegen- stand der Besprechung sein werden, kann man von dem Recht der Ver- Weigerung Gebrauch machen. Wird die Aussage oder die Eides- leistung ohne gesetzlichen Grund nicht abgegeben, kann zur Er- zwingung die Haft angeordnet werden. Sie darf allerdings nicht über die Zeit der Beendigung des Verfahrens in einer Instanz dauern. Auch kann sie nicht länger als S Monat« dauern und darf bei Uebertretungen nicht über 6 Wochen hinausgehen. Der Cid selbst wird durch Erheben der unbedeckken. ganzen rechten Hand, nicht einzelner Finger, wie man noch heute häufig sieht, bekräftigt. Der alte Aberglauben, man könne mit nach unten gehaltener linker Hand seine Worte wieder.abschwören", ist selbstverständlich irrig und würde vor dem Gericht im Falle eines Meineides nicht die geringste Berücksichtigung finden. Grundsätzlich ist die Eidesformel nicht reiigiSs, religiöse Zusätze sind ober statthaft. Es ist heute Jedem überlasten, den Eid entweder unter Anrufung Gottes oder in freier Form zu leisten, bleiben doch die Kernpunkte:.nach bestem Wisten die reine Wahrhest zu sagen, nichts zu verschweigen und nichts hin- zuzusetzen!" Während im allgemeinen jeder Staatsbürger, der das IS. Lebensjahr vollendet hat, zur Ablegung des Eides herangezogen werden kann, sieht dar Gesetz in nachstehenden Fällen eine Befreiung dieser Verpflichtung vor. Zeugnlsvenvekgeruag. Sein Zeugnis verweigern kann der Verlobte de» Beschuldigten und der Ehegatte, auch wenn die Ehe nicht mehr besteht. Dasselbe Vorrecht genießen Personen, die mit einem Angeklagten in gerader Linie verwandt, verschwägert oder durch Annahme an SIndesflakt verbunden sind. Auch Verwandtschaft lo der Seitenlinie bi» zum Z. Grade oder Verschwägerung bis zum 2. Grade, selbst wenn die Ehe nicht mehr besteht, durch welche die Schwägerschaft begründet ist. rechtfertigen eine Perweigerung der Zeugnispflicht. Alle diese Personen sind vor ihrer Vernehmung darüber zu belehren und gleich- zeitig ist ihnen mitzuteilen, daß sie den Verzicht aus diese» Recht auch während der Aussage widerrufen können. Bei weiteren Prozeß» beteiligten wird ebenfalls kein Zwang einer Aussage ausgeübt, wenn sie Geistliche. Verteidiger, Rechtsanwälte oder Aerzte sind, denen bei Ausübung ihres Berufes etwas anvertraut ist. Es sei nur in Kürze gestreift, daß auch dann ein Zeugnis nicht abgelegt werden braucht, wenn durch die Aussage dem Wohle des Reiches oder eines deutschen Landes Rachteil bereitet wird. Hierunter fallen in erster Linie der Reichspräsident und der Präsident eines deutschen Landes, die Mit- glieder der Reichsregicrung und sonstige öffentliche Beamte. Weitere Ausnahmefälle bilden Personen, die wegen mangelnder Verstandes- reife oder wegen Verstandesfchwäche von dem Wesen und der Be- dcutung des Eides keine genügende Vorstellung haben. Wer schon einmal wegen Meineides vorbestraft oder sonst nach den Bestimmungen de, Strafgesetzes dazu unfähig ist, oder solche Leute, die als Tellnehmer, Begünstiger oder Hehler in der zur Verhandlung stehenden Tot verdächtig sind, werden ebenfalls nicht vereidigt. Alz Letzte kommen für solche Fälle dann noch die Personen in Betracht, die sich durch ihre Aussage selbst einer strafbaren Handlung be- zichtigen würden. Bei der ungeheuren Bedeutung der eidlichen Aus» sage, entscheidet sie doch fast immer die Schuld oder Unschuld des Angeklagten, muß natürllch mit den strengsten Maßnahmen gegen gewissenlose Leute vorgegangen werden, die sich mit Absicht und Vorbedacht eines Meineides schuldig machen oder ober andere dazu anstiften. Darum bezeichnet das Strafgesetzbuch derartige Hand- lungen als schwere verbrechen, die nur mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft werden. Schon die geringste Zuchthausstrafe beträgt bekanntlich 1 Jahr. Nur dann, wenn Jemand sich durch einen Meineid vor Strafe schützen wollte, obwohl er in solchem Fall zur Zeugnisverweigerung berechtigt war. kann das Gericht die an sich verwirkte Strafe auf die Hälfte bis ein Viertel ermäßigen. Beträgt der Rest weniger als 1 Jahr, nur dann kann auf Gefängnis erkannt werden. In allen anderen Fällen tritt unnachsichtig bei Meineid und Verleitung zum Meineid nur Zuchthausstrafe ein. » Gerade die letzte Zelt uad leider auch die in Aussicht stehenden Verhandlungen vor den kommenden Schwurgerichts- Perioden zeigen eine erschreckende Ausdehnung der Vi e i n e i d s- oerfahren. Mögen die vorstehenden Zeilen dazu beigetragen haben, aus die schweren Folgen hinzuweisen, die leider ost ein ganzes Menschenleben vernichten, während Besonnenheit und Ueberlegung, vor allen Dingen aber Kenntnis der Gefahr, so schweres Unglück leicht vermeiden können. Um das zu erreichen, ist es aber notwendig, daß die Jugend bereits in der Schul« auf die Bedeutung des Eides und seiner besonders schweren Bewertung durch die Justiz hingewiesen wird._ Das nennt fich �Preisabbau". Am 27. September zahlle Frau I, die im vierten Stock des Hinterhauses eine kleine Wohnung ihr Heim nennt, für ein pfuud Butter Z,l0 M. Als sie in diesen Tagen den kleinen Laden, der hinter blinden Scheiben ständig im Halbdunkel lag, betrat, sollte sie für dasselbe Pfund Butter 2,30 M. zahlen. Man sah es dem Verkäufer an, ihm war es nicht recht. Ein kleiner buckliger Mann, der schwer zu kämpfen hatte. Er zuckte die Achseln und sagte: .Ich kann nichts dazu." Der Rentner M. ist gewohnt, sich täglich einen Hering zum Abendessen zu kaufen. Es ist kein lukullisches Mahl, aber nur der Schuft tauft mehr, als er bezahlen kann. Dieser abendliche Hering hat sich seit einigen Wochen um einige 30 Proz. verteuert. Es ist ja nicht sehr erheblich für einen Hering, aber für den Rentner M. ist es eine beträchtliche Summe. Sein Budget ist verschoben und die Kalkulation des kleinen Haushalts über den Haufen geworfen. Der Hcringsverkäufer ist sicherlich kein schlechter Kerl. Er zuckt die Achseln und sagt mit einem etwas traurigen Lächeln:.Ja. wissen Sie, ich kann nichts dazu. Das ist mal nun so. Der Luthersche Preisabbau!" Der Schwerindustrielle U., der Besitzer einer Villa und einer eleganten Limousine ist. hat die die Volkswirt- schaft fördernde Angewohnheit, zum Abendessen eine Flasche Sekt zu trinken. Herr U. tut das nicht gern, es ist ihn« sozusagen zur l ä st i g e n Angewohnheit geworden. Eines Tages kommt Herr U. zu seinem Weinlieferantcn, der ihm freudestrahlend auf die Schulter klopft:.Was sagen Sie, der Sekt ist billiger geworden! Sehen Sie, das ist Luthers Preisabbau! Der Mann hält Wort. Nun. wenn einer so richtig national ist..." Die Sektverbilligung ist zwar für Herrn U. keine wesentliche Verschiebung des Budgets. Auch die Kalkulation ist kaum über den Haufen geworfen. Aber Herr U. ist ein Philosoph. Er zuckt gleichmütig die Achseln und sagt:.Wenn schon; man nimmt es eben mit!" Uebrigens: Am 1. Oktober sollte der große Preisabbau der Luthersche» Rechtsregierung vollzogene Tatsache sein. Herr Luther, es stimmt da etwas nicht. Das mit der Butter und den Heringen. Der Sekt muß billiger werden, Herr Dr. Luther, viel billiger. Denn auch der Schwerindustrielle U. ist kein Millionär. Trotz aller Zölle nicht. Im Vertrauen: es fehlen nur noch einige tausend Mark. Das braucht allerdings die Steuer- behörde nicht zu wissen. Tut das Eurige, Herr Reichskanzler, die Sektindustrie hat das ihrige getan. Und der gute Bürger? Frau I., der man die Butter nach sinnreichem System zu Margarine werden läßt, Herr M., dessen Hering nach der Decke strebt, werden sie am 25. Oktober die Hungerknnstler wählen? Oder wollen sie das nicht lieber Herrn U., dem Sektfreund, überlassen?! Uebrigens wird der sicherlich nicht sozialdemokratisch wählen. Das unbegreifliche Ich. 06] Geschichte einer Jugend. Sonum von Tom Krislensea. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. E. Vogel.) Etwas später am Vormittag kam Samuelsen. Er war tn glänzender Laune und rieb sich die Hände. „Das hat mal gut getan, so ein bißchen frisch« Lust w die Lungen zu kriegen!" rief er und polterte herum. Am Abend traf ich mich mit Klara. Ich war nicht ganz sicher, ob ich in sie verliebt war. Ich war es wohl d?»ch nicht: ober ich fühlte ein starkes Selbstbewußtsein, wenn ich sie be- gleitete. „Du darfst Samuelsen nicht mehr besuchen, hörst du?" sagte ich traurig. „Darüber habe ich doch selber zu bestimmen," antwortete sie im Schutze ihres großen Hutes. Wir gingen die Bredgade hinunter auf die Langelinie heraus. Trotzig sah ich zum zweiten Stock hinauf, wo eine gewisse gelbhaarige junge Dame wohnte, und ich lächelte wie einer, der gut Bescheid weiß. Aber ich wandte mich stets wider meinen eigenen kleinen Schmerzen zu. Sie verliehen meinem Verhältnis zu Klara eine zitternde Unruhe, einen Reiz, die mich ihr peinliches Interesse für die blanken Kronenstücke in Samuelsens� Schub» lade vergessen ließen. Ich mußte sie vor allem Häßlichen, vor dem alten, dickbäuchigen Samuelsen beschützen, meinte ich. „Du hast Samuelsen seit damals nicht besucht?" fragte ich. ..Seit wann?" ..Seit dem Abend, wo ich dich kennen lernte." „Ach— nein, ich glaube nicht!" lachte sie. „Glaube, glaube? wiederholte ich böse. „Haha, wie naiv du doch bist!" flüsterte ste zärtlich. Wir machten kleine Spaziergänge die Langelinie herunter und saßen zwischen den dunkeln Büschen auf den Bänken um Ivar Hvidtfelts Denkmal herum. Die schwarze Säule ragte hoch in die milde Nacht empor. „Du küßt nicht besonders!" seuf'te sie an meinem Ohr. Ich wurde unruhig und preßte sie an mich. „Au, du erwürgst mich ja! Gott, wie roh du bist— trotzdem!" Rings um uns saßen dunkle Gestalten, und wir hörten ein beständiges Gemurmel. „Es ist so nett hier mit all den Pärchen!" flüsterte Klara und kroch näher zu mir.„Sag' nun mal was Ulkiges, wa» recht Verdrehtes!" Ich machte einen Versuch: doch ste verzog bloß den Mund. „Nein, du bist dumm!" sagte sie.„Aber vielleicht muß man dich erst erziehen. Aber höre mal. ich habe mit dem Allen über dich gesprochen, und er will es schrecklich gern, daß du zu uns raufkommst, er will es, du!" „So!" antwortete ich unwillig. .T)as könntest du doch gern tun. Dann kann ich auch des Abends leichter weglaufen." „Nein," sagte ich bestimmt. „Na, dann läßt du es eben sein!" rief sie höhnisch und sprang mit einem Satz von der Bank auf. „Ich kann so etwas nicht leiden," antwortete ich verzagt. Klara schwang ihre Tasche um den Zeigesinger herum und setzte den einen Fuß keck vor. „Ich habe ja gesagt, daß du es sein lasten kannst; aber so wahr wie ich hier stehe, will ich nichts mehr mit dir zu tun haben Du hättest so gut übermorgen kommen können." Ich stand auf und griff nach ihr. Sie riß sich los und lief fort. Ich setzte ihr nach und fing sie. „Daß du mich nicht anrührst, sonst schreie ich!" zischte sie und wand sich wieder los. Ich blieb mitten auf dem Kies- weg stehen. Es schien tyir hoffnungslos; aber dort im Dunkeln unter den Bäumen hörte ich Klara lachen. „Gott, wie bist du dumm!" rief sie. Ich ging auf sie zu; doch sie lief sofort weg. Das wieder- holte sich ein paarmal. Dann drehte- ich mich um und wollte fortgehen. Ich war am Pavillon vorbeigekommen und ging am Master entlang. Ein paar Kutter wiegten sich draußen im Dunkeln noch, weiter leuchteten einige Laternen, und jeden Augenblick jagte ein langer Lichtstreifen von einem Leucht- türm über den schwarzen Himmel. Da hörte ich rasche Schrille hinter mir, und ich wußte, es war Klara. „Du willst mich doch nicht hier draußen allein herum» gehen lasten; wenn nun ein betrunkener Seemann kommt!" stöhnte sie. „Du kannst dir immer noch ein Stück Geld bei ihm ver- dienen." „Was sagst du? Und das wagst du mir zu bieten! Ich glaubte nicht, daß du so roh wärst!" Ich betrachtete ihre dunkle, geschmeidige Gestalt und wurde auf einmal traurig. „Ich halte das nicht aus, Klara, ich halte es nicht aus!" Sie trat ganz dicht an mich heran, legte den Kopf In den Racken, so daß der große Hut das Gesicht freigab. i „Küß mich! Und dann kommst du, nicht wahr? Du tust mir einen Gefallen damit." Wir gingen versöhnt zurück, und ich schllch mich mit ihr nach oben. Bon nebenan konnte ich die schweren Atemzüge ihres Voters hören. „Das ist mächtig spannend, nicht?" flüsterte sie. Als ich mich von ihr trennte, regnete es. Ich schlug den Kragen hoch und machte einen längeren Spaziergang durch die Stadt. Ich fühlte mich wie einer jener Nachtwandler, die vornübergebeugt mit schnellen Schritten vorwärtseilen und nur an das Geheimnis' denken, das die Nacht in sie gesenkt hat. Spät kam ich nach Hause, doch entdeckte ich zu meiner Ueberraschung, daß im Hinterzimmer Licht brannte. Ich trat gleichgültig herein und schüttelte meine nassen Sachen aus. Samuelsen sah böse von einem seiner gelben Bücher in die Höhe. „Was sind das für nächtliche Rumtreibereien?" knurrte er und legte das Buch fort. Er richtete sich ehrfurchtgebietend und streng in die Höhe. „Ach, bekümmern Sie sich um sich selbst," antwortete ich und war selber erstaunt über meine eigene Kühnheit. „Was sagst du da, du Lümmel?" rief er und fuhr in die Höhe; aber ich war mit einem Satz am Tisch und achtete darauf, daß sich die ganze Zeit die runde Tischvlatte zwischen uns befand. Er versuchte, mich zu fangen. Ich entwich ihm andauernd. Er griff nach mir. stolperte, und wie in einem Karussell jagten wir um den Tisch herum. Als er erschöpft seine Bewegungen verlangsamte, schrie ich:„Wollen Sie nicht eine neue Photographie für Ihr Album haben?" „Flaps!" brüllte er, und seine Wut gab ihm neue Kräfte, mich zu verfolgen: doch ich war die ganze Zeit auf der anderen Seite des Tisches. „Wollen Sie nicht neue Daten eintragen?" „Zum Teufel noch mal, hast du in meinen Sachen gewühlt?" Und der Tanz ging wieder von vorn an. „Sie sollten grade von nächtlichen Rumtreibereien reden! Pro Mädchen zwei Kronen, nicht wahr!" hohnlachte ich. „Was weißt du denn überhaupt, was weißt du denn?" stöhnte er und setzte sich außer Atem hin. Ich ließ mich in einiger Entfernung auf einen Stuhl nieder und starrte ihm grade in seine dummen, runden Augen. „Aller Bockt" grinste ich und schlug mich auf die Schenkel. lFortsetzung folgt.) Pferde, Waffen, Weiber. Ein Zigeunerdrama vor Gericht. Der Potsdamer Schwurgerichtssaal gleicht einem Zigeunerlager. Auf den Zeugenbänken im Zuhörerraum die Ge stalten der Zigeuner. Frauen in bunten Tüchern, braungebrannte Männer, heute modisch gefleidet. Und in der Anklagebank der Primas diefer Sippe, der 38jährige Kunstschüße Anton Steinbach. Angeflagt megen vorfäßlicher Tötung des Artisten Rarl Winter, mit ihm angeflagt der 29jährige Artist Bruno Winter wegen versuchten Totschlages des Angeklagten Steinbach. Bei Aufruf der Beugen wenden die Zigeunerinnen ihr Haupt zur Erde. Die Witwe des Erschoffenen, ganz in Schwarz gekleidet und Mutter von neun Kindern, wendet den Angeklagten den Rücken zu und betet still vor sich hin. Andere halten ein Amulett in den Händen. Kaum beginnt der Borsigende mit der Bernehmung der Angeklagten, da fängt das Temperament der Zigeuner im Zuhörerraum an durchzugehen. Zwei Gippen fämpfen um ihren Primas, sie sind nicht gewöhnt, Schranken zwischen sich zu haben. Der Angeflagte Steinbach erzählt feinen Lebenslauf. Man hört immer wieder Pferde, Waffen und Weiber". Bei den Stämmen, zu denen die beiden Angeflagten gehören, herrscht nach ihrer Angabe die Sitte, daß ein Mann, der nach seiner Heirat einen älteren Ber wandien seiner Frau trifft, sich bei diesem entschuldigt, daß er in deffen Berwandtschaft hineingeheiratet hat. Wegen Verlegung dieser Sitte entstand am 12. Mai in der Nacht im Lager der Zigeuner zu Neufriedersdorf bei Rathenom ein Streit, in dessen Berlauf der 38jährige Artist Karl Winter von Steinbach erfchoffen wurde. Nach der Tat fuhr Steinbach gen Rathenow mit seinem Wagen und der Angeklagte Bruder Winters schoß mehrere Mole in den Wagen von Steinbach hinein. Bei der Zeugenvernehmung stellte es sich heraus, daß eine Beugin vor Angst ausgerüdt war, fie hatte vor dem Termin von den Zigeunern eine Tracht Brügel bekommen. Ein Kriminalbeamter hat sie in Bots. dam wieder aufgegriffen. Der Staatsanwalt beantragt mit Rückficht auf das Milieu der Angeklagten und mit Rücksicht darauf, daß dieser Feuerfampf gewiffermaßen einen Rampf um die Zigeunerehre darstellt, mildernde Umstände. Sein Antrag geht bei Steinhach auf ein Jahr Gefängnis, bei Bruno Winter auf vier Monate Gefängnis. Die Geschworenen nahmen in beiden Fällen Notwehr an und erkannten gegen Steinbach und Winter auf Frei. fprechung. Das Urteil im Autoomnibusprozeß. Der Angeklagte erhält Gefängnis mit Bewährungsfrist. Das Schöffengericht Schöneberg fällte gestern nach dreitägiger Berhandlung das Ürteil in dem Prozeß wegen des Autounglücs am Schöneberger Ufer am 8. Januar. Der Kraftwagenführer der Autoomnibuslinie 1, Karl Neumann, wurde wegen fahr läffiger Tötung in Berbindung mit fahrlässiger Körperperlegung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, der mit angeklagte praktische Arzt Dr. Silberberg wurde freigesprochen. Neumann erhielt, da die Tat nicht auf verbrecherischen Willen, sondern auf lnbesonnenheit zurückzuführen ist, eine dreijährige Bewährungsfrist. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Schneider aus, daß der folgenschmere Unfall des Autoomnibusses 1 dadurch entstanden ist, daß der Wagen aus der Fahrtrichtung abgelenkt wurde, über die Bordschwelle auf den Bürgersteig auffuhr und zum Umfippen fam, indem das Auto gegen einen Baum fuhr. Das Gericht stand vor einer schwierigen Aufgabe bei der Entscheidung der Schuldfrage, meil im ersten Moment nicht alles getan war, um den Tatbestand festzustellen. Das Gericht hat feinen Zweifel gehabt, daß beide Angeflagte, die einen einwandfreien Eindrud machten, sich nicht herausreden wollten, sondern bemüht waren, das zu sagen, mas in ihrer Erinnerung geblieben war. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ist Neumann auf der freien Strede von der Potsdamer Brüde ab flott gefahren, aber es ist nicht erwiesen, daß er übermäßig fonett gefahren sei. Dagegen tft erwiesen, daß er seinen Wagen nicht mit absoluter Sicherheit gewendet hat, er hat ihn in einem gewissen Bidzadturs geführt. Dr. Silberberg durfte mit seinem Auto an dem Autoomnibus vorüberfahren und tonnte das, ohne die zulässige Geschwindigkeit zu über. schreiten. Die Antlage hat nicht erweisen fönnen, daß Dr. Gilberberg unvorsichtig an dem Autoomnibus vorübergefahren ist. Die Beweis aufnahme hat vielmehr das Gegenteil bewiesen. Der fritische Moment war, als Neumann eine Schwenkung nach links machte und dann aus Furcht vor einer Berührung mit dem gerade vorüberfahrenden Auto seinen Wagen scharf nach rechts warf. In diesem Moment muß auch die Berührung der beiden Autos erfolgt sein. Diefe Berührung war aber nicht durch ein fahrlässiges Verschulden Don Dr. Silberberg verursacht, sondern dadurch, daß Neumann von der Fahrtrichtung abgewichen war. Neumann hat auch die Hupensignale des Dr. Gilberberg nicht beachtet. Dem Angetlagten Neumann fann der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß er es an der für einen Autofahrer notwendigen Sorgfalt hat fehlen lassen. Daß die Folgen des Unfalles besonders schwere maren, fann dem Angeklagten Neumann nicht als straffchärfend angerechnet werden. Es liegt hier das Verfagen eines an fich pflichttreuen Mannes vor, was jedem Menschen einmal passieren fann. Deshalb hat das Gericht geglaubt, daß hier ein Fall vorliege, in dem es das Recht habe, dem Angeklagten Be mährungsfrist zu gewähren. Rechtsanwalt Robert Heine legte sofort für den Angeklagten Neumann wegen der Berurteilung Berufung ein. berweigert worden zu fein. Die Reichsbahnbirektion in Berlin| durchaus nicht auf der Höhe ist. Weit beffer ist das foge bringt jezt ihren Schalterstellen in Erinnerung, daß die alten nannte Landbrot, das in den Milchläden verkauft wird. Es hat tatGoldstude nach wie vor als gefegliche 8ahlungssächlich den Anschein, als ob der Berliner Bäcker sich von seiner mittel gelten und ihre Annahme nicht verweigert werden darf. Lehrzeit an viel mehr auf die Herstellung von sogenannten feinen Backwaren, die ihm bekanntlich erheblich mehr Geld einbringen, einstellt, als auf die Herstellung von Brot, das doch bekanntlich als eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Boltsnahrungsmittel zu bezeichnen ist. Hoffentlich nimmt die Berliner Bäckerinnung Beranlassung, ihr Augenmert neben der Regulierung der Preise auch einmal dasselbe der Ausbildung ihres Nachwuchses in dieser Hinsicht zuzuwenden. Der Mord in der Grolmannstraße. Wardanowski zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. In dem Mordprozeß Wardanowski- Trenkwald bestreitet der Angeklagte ganz entschieden, mit einem Besucher seiner Untermieterin, Charlotte Trenkwald, in der Nacht einen Streit gehabt zu haben. Die Mitangeklagte Trenkwald gab zu, daß sie einen Besucher in ihrer Wohnung gehabt habe, mit dem sie oben wegen der Gelbfrage einen Streit gehabt hätte. Beim HinunterMorgen Sonntag vormittag ist Flugblattverbreitung in allen Abteilungen Groß- Berlins. Hierzu finden sich sämtliche Mitglieder in den bekannten Lokalen ein. begleiten habe der Mann ihr im Hausflur einen Fauftschlag gegeben. Darauf sei fie schnell hinausgeeilt, um einen Schupomann zweds Feststellung zu holen. Die Haustür habe sie hinter sich zugeschlossen. Als sie mit dem Schuhmann zurücfam, war der Mann nicht mehr zu sehen. Beim Hinausleuchten auf den Hof durch das offene Flur fenfter hätte der Schupomann jemand auf dem Hofe liegen sehen. Sie bestreite aber entschieden, daß ihr Besucher mit dem auch verlezt aufgefundenen Müller identisch sei. Die Hauptbelastungszeugin der Anflage, ein junges Mädchen, das Wardowski in der Nacht bei sich in der Wohnung hatte, siel bei ihrer eid Sie hatte früher lichen Bernehmung vollständig um. ausgefagt, daß sie schon vorher einen Streit gehört habe und daß dann eine Weiberstimme gerufen habe: Richard, fomm doch zu Hilfe." Dann wollte sie auch Hilferufe eines Mannes gehört haben. Jetzt wollte sie von alledem nichts wissen. Sie will felt geschlafen haben und sprachlos gewesen sein, als fie am nächsten Morgen von dem schrecklichen Vorfall hörte. Landgerichtsdirettor Bombe hielt der Beugin vor, daß sie bei der Polizei und auch beim Untersuchungs richter eine ausführliche Schilderung der Vorgänge in der Nacht gegeben habe. Die Zeugin blieb jedoch bei ihrem Biberbaß fie das alles nur gejagt habe, weil fie Angst vor der ruf. Auf Befragen der Verteidiger erklärte die 3eugin schließlich, Polizei gehabt habe, die sie sonst vielleicht dort behalten und unter Kontrolle gestellt hätte. Die Bernehmung der weiteren Zeugen erstrecte sich zu einem großen Teil auf die Kreise der Zuhälter und der Dirnen aus der Gegend des Savignyplazes. Im ganzen wurden 54 3eugen vernommen. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt des Staatsanwalts, urteilte ben Warbanowsti nur wegen Totschlages zu einer ließ die Anflage wegen Mordes bzw. Beihilfe dazu fallen und ver3uchthausstrafe von 10 Jahren, Aberfennung der bür gerlichen Ehrenrechte auf dieselbe Dauer und rechnete ihm ein Jahr der erlittenen Untersuchungshaft an. Bei der Trentwald nahm das Gericht mur Begünstigung an und verurteilte sie zu 9 Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Von der Anklage der Kuppelei wurde Mardanowski freigesprochen. Zu teueres Brot. Ein Dreipfundbrot 42 Pfennig in- Breslau. Man schreibt uns: Aus Breslau wurde vor einigen Tagen berichtet, daß dort der Preis für 1 Kilogramm Brot 28 Pf. beträgt, das macht also für ein Dreipfundbrot 42 Bf. Dabei wird ausdrücklich her vorgehoben, daß es sich um schönes weißes Brot handelt, das gewiß nicht schlechter, sondern viel besser ist, als an vielen anderen Stellen. Diese Meldung lenft von neuem unsere Aufmerksamkeit auf die Berliner Verhältnisse, wo das Brot immer noch 50 Pf. foftet. Dabei haben sorgfältige Rachprüfungen in den lehten Tagen er geben, daß das Gewicht des Brotes in Berlin außerordent fich verschieden ist. Ein Bäder im Westen z. B. lieferte ein Brot, deffen Gewicht nur 1140 Gramm betrug, in anderen Fällen wurden 1400 bis 1450 Gramm festgestellt. Weiterhin ist bekannt, daß vor einigen Tagen im Berliner Westen einzelne Bäcker dem Publikum dadurch eine Preisherabsetzung für Brot vorzutäuschen versuchten, daß sie das Brot nicht unwesentlich verfleinerten. Man sieht aus dieser ganzen Methode, daß das Berliner Bublifum bisher in bezug auf Brotgewicht und Brotpreise der Willkür der Bäcker ausgeliefert ist. Dies verdient um so mehr hervorgehoben zu werden, als sich in Berlin die Zentralbehörden befinden und von hieraus die ganzen Breisfentungen mit besonderem Nachdruck erfolgen sollten. Wir werden aus diesen Zuständen nicht heraustommen, folange man sich nicht dazu entscheidet, ein feststehendes Gewicht für das Brot( vielleicht drei Pfund) festzusehen und demnach den Preis zu bemessen. Nur dann ist das Publikum in der Lage, jederzeit Gewicht und Preis nachzuprüfen und auch die Polizei hat eine Handhabe, gegebenenfalls einzuschreiten, was ihr bei den bisherigen Verhältnissen jedenfalls sehr erschwert wird. Es wurde bereits vor einigen Tagen in der Presse darauf hingeowiefen, daß nach den Feststellungen des Reichsernährungsminifteriums in der Zeit vom 10. März bis zum 30. September 1925 die Tonne Roggen von 248 auf 148., für den Doppelzentner Mehl von 35 auf 23,25 M., der Preis für das Kilogramm Brot dagegen von 40 auf 35,6 Pf. zurückgegangen ist. Der Preisrüd gang während der gleichen Zeit beträgt also bei Roggen 40,32 Prozent, bei Mehl 33,57 Prozent, bei Brot aber nur 11 Prozent. Das sind Zahlen, die jedenfalls durchschlagend wirten müßten. Es ist klar, daß die Bäder wie gewöhnlich alle möglichen Gründe, wie Steigerung der Produktionstoften, Steuern usw. zur Rechtfertigung ihrer hohen Preise vorbringen. Demgegen. über dürfte es sich lohnen, dem Publikum einmal die eine oder andere Kalkulation derartiger Betriebe vorzulegen. Für heute fei mur auf die eine Tatsache hingewiesen, daß vor furzem in Württemberg ein Geschäftsmann in feiner Raltulation u. a. auch fann, so muß man in Berlin jedenfalls in der Lage sein, dem die Kirchensteuer aufgeführt hatte. Benn in Breslau ein Dreipfundbrot für 42 Bf. geliefert werden Bublifum ein Dreipfundbrot für 45 Pf. zu liefern. Heute tommt es auf jeden Pfennig an. Bei dieser Gelegenheit sei auch einmal in bezug auf das Material, als in bezug auf die Verarbeitung darauf hingewiesen, daß das Brot der Berliner Bäder weniger Fürsorge für Kranke und Pfleger. In der am Freitag vormittag stattgefundenen Sizung der Deputation für das Gesundheitswesen vermochten unsere Genoffen eine Reihe bemerkenswerter Erfolge für die Kranten und für das Pflegepersonal zu erzielen. Der von Dr. We ŋl gestellte Antrag, die Krankenhäuser Irrenhäuser und Hospitäler mit und funtanlagen auszustatten, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Auf eine Frage der Verwaltung, ob das bisherige Berfahren, nach dem besondere Nebenkosten für teuere Meditamente mie Insulin, Salvarsan usw. neben dem Kur- und Berpflegungsfoftensatz in den städtischen Krankenhäusern nicht berechnet werben, aufrechterhalten werden soll, erreichten unsere Genossen sein sollen. Es wurde allfeitig verurteilt, daß im Charlottenburger den Beschluß, daß mit dem Bauschalsat sämtliche Kosten abgegolten und im Moabiter Krankenhaus von den Krantentassen oder gar von den Patienten besondere Nebentoften erheben wurden. Auf den Antrag unserer Genossen wurde beschlossen, daß die von den Krankenkaffen oder den Kranken für besondere Kuren verauslagten Beträge zurückerstattet werden müssen. Die Deputation unterhielt fish usin ver Schuhmaßnahmen gegen Erfrankungen des Pflegepersonals auf den Tuberkulofestationen. Die Verwalt ng beantragte, dem Pflegepersonal eine Kostzulage in Höhe eines halben Liters Milch und 30 Gramm Butter pro Tag zu verabfolgen. Auf Antrag der Genossen Wygozinsti und eŋ! wurde darüber hinaus beschlossen, daß auch den Aerzten auf diefen Stationen diese Belöftigungszulage gewährt wird. Außerdem oder dreiviertel Jahr wedjeln, und endlich soll zunächst auf diesen ſtundentag zur Durchführung kommen, um den Angestellten soll das Personal auf diesen Stationen etwa nach einem halben Stationen auch für das sogenannte untere Pflegepersonal der Achtdie Möglichkeit, sich in frischer Luft zu ergehen, zu schaffen. Die alten Goldflüde gelten! Es ist noch nicht lange her, als mit unseren früheren Goldstücken ein lebhafter Handel getrieben und auf ihren Erwerb förmlich Jagd gemacht wurde. In legter Zeit scheint die Annahme solcher Goldstüde an öffentlichen Kassen Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 10. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-5 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkabends: Medizinisch- hygienische Plauderei( Sanitätsrat Dr Paul Das Geld kommt zum Vorschein. Weitere Aufklärung zum Tempelhofer Kaffenraub. Bon den beim Einbruch im Tempelhofer Bezirksamt geraubten Geldern sind jetzt weitere 60 000 marf wieder herbeigeschafft worden. Das Geld stammt von Pamlat,„ dem Schwarzen Peter", der zunächst entschieden beftritt, von der Beute auch nur einen Pfennig erhalten zu haben. Pawlat hatte einem Geschäftsmann in der Blücherstraße, der ihn nur als einen feinen, liebenswürdigen und zuvorkommenden Menschen tannte, ohne von seiner Verbrecherlaufbahn eine Ahnung zu haben, einen Koffer in Verwahrung gegeben. Er hatte ihm erzählt, daß seine Frau verreist sei, und daß auch er selbst geschäftlich viel abwesend sein müsse. Der Koffer enthalte Wertsachen, die er nicht gern in der unbeaufsichtigten Wohnung belassen möchte. Der Geschäftsmann tat ihm gern den Gefallen und hob den Koffer auf. Sobald ihm jedoch die Beitungsberichte das wahre Bild Pawlats lieferten, vermutete er gleich einen Zusammenhang mit dem Kassenraub und brachte den Bawlat hatte das Geld zunächst in Koffer zur Kriminalpolizei. mehrere Bogen Papier gepadt, das Batet dann versiegelt und es hierauf nochmals eingewickelt und in den Koffer gelegt. Wahrscheinlich haben auch die anderen Berbrecher auf ähnliche Weise Geld in Paketen oder Koffern in Verwahrung gegeben. Um sich nicht noch der Begünstigung und Hehlerei schuldig zu machen, tun die Verwahrer gut, sich bei dem Geldschrankdezernat, Kriminalfommiffar Bünger, im Polizeipräsidium zu melden. Die Prüfung der Stadtwahlvorschläge. Der Stadtwahlleiter teilt mit: Am Montag, den 12 Ottober, mittags 12 5r, tritt der Stadiwahlausschuß im Rathause, Saal 109, 3 Treppen Eingang Jüdenstraße, in öffentlicher Sigung zur Prüfung und Festfegung der für die bevorstehenden Stadtberordnetenwahlen eingeflärungen zusammen. Der Zutritt au der Sigung steht den Wahlgangenen Stadtwahlvorschläge und ihrer etwaigen Verbindungserberechtigten offen. Bürgerliche Atemnot. Die„ DA3.", das abgestoßene Stinnes- Papier aus der bante rotten Erbschaft des großen Raffers, ist in großer Not. Sie fühlt die Stimmung der Bürgerschaft, fie merkt, daß die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung zum Tage der Abrechnung mit der fehler. Politit der Blöckler merden wird. Die flaue überreichen Politit der Temperatur fucht das Lensch- Blatt mit dem grell an die Band gemalten roten Schrecken zu elettrisieren. Wenn die DAZ." von einem Jozialdemokratisch tommunistischen Bünd. nis" fafelt, so ist das offenbarer Tendenzunfinn Dieser Unsinn muß besonders lächerlich in dem Augenblid wirken, in dem die Sozialdemokratie von den Kommunisten in wahlbemagogischer Weise so gehässig wie nur möglich angerempelt wird. Aber noch etwas hat der nationalistische Propagandaschreiber entdeckt: daß man den Roten die gefchloffene Front des Bürgertums entgegenstellen müsse. Also eine zarte Aufforderung an Böllische und eigene Gesinnungsgenossen, sich nicht auch weiterhin mit Stuhlbeinen und Bierseideln die Schädel einzuschlagen. Schließlich zitiert das Blatt den unvermeiblichen alten Friz, nur um auf die voltsparteiliche Pointe zu tommen: Macht mir meinen rechten Flügel start."(!!) Da haben wir's. Und nun ist der Wahlzirkus fertig. Einweihung des Portals auf dem Friedhof der Märzgefallenen. Der Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain, die Ruhestätte der Revolutionsopfer aus den März tagen des Jahres 1848, hat in der Borkriegszeit und vor allem in der Kriegszeit eine nur geringe Pflege erfahren. Seit dem vorigen Jahre hat sich das Reichsbanner Schwarz- RotGold, Gau Berlin- Brandenburg, der würdigen Ausgestaltung der Gräber angenommen und trat mit entsprechenden Wünschen an den Magistrat Berlin heran. Das Bezirksamt Friedrichshain hatte für die Wünsche des Reichsbanners, die mit den Wünschen der gesamten deutschen Republifaner übereinstimmen, volles Verständnis und nahm sich der neuen Ausgestaltung der Friedhofsanlagen der Freiheitstämpfer mit besonderer Wärme an. Unter der tatträftigen Förderung durch den Begirtsbürgermeister Mielig wurden die Gräber mit einer Tarushede umgeben und ein würdiges Portal nach den Entwürfen von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann geschaffen. Am Sonntag, den 11. Ottober um 1.30 Uhr nimmt das Reichsbanner die Einweihung des neuen Bortals unter Mitwirkung der Fahnenab ordnungen der Berliner Kameradschaften vor. Die Weiherede hält Bürgermeister Mielig, nach dem der Gauvorsitzende Frizz och für das Reichsbanner spricht. Von den alten Vorkämpfern für die würdige Ausgestaltung des Friedhofes wird der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Fritz Zubeil sprechen. während des fallens der schwarzrotgoldenen Hülle wird das Reichsbanner- Tambourforps einen Wirbel schlagen. Die Feier ist in ihrem Rahmen und Umfang ber Würde des Ortes angemessen. Die Brandstiftungsaffäre Peschkau. Bor zwei Tagen wurde über den raffiniert angelegten Brand durch den Schriftsteller Emil Pesch kau in Lichterfelde berichtet. Der Redakteur Fiedler, der mit seiner Frau in der Brandnacht allein im Hause anwesend war und vom Brande überrascht wurde, schreibt uns jeẞt folgendes:„ Noch sind nicht zwei Tage vergangen, feit das kleine Haus Dahlemer Straße 73 in überlegtefter Weise mit bestimmten Mordabsichten an vier Stellen angezündet worden ift und nur, wie die Brandinspektion wiederholt versicherte, durch hindert wurde, da erscheint mein schnelles Eingreifen eine völlige Zerstörung des Hauses verDom Untersuchungsder gemeingefährliche richter..... freigelaffen, Täter wieder unerwartet im Hause. Die Kriminalpolizei läßt alſo Odol ist nicht ein einfache. Mundwasser im landläufigen Sinne, Odol ist ein Mundwasser. Extrakt, deshalb genügen auf ein Glas Weffer wenige Tropfen Odol, während Sie von anderen Mundwässern drei- bis viermal so viel kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy, Kauffman. 6.45 Uhr Frank). 7.15 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). nehmen müssen. Bedenken Sie also bei Ihrem Abteilung Sprachunterricht. Esperanto( Direktor Julius Glück). Einkauf: Odol ist das billigste Mundwasser der Aesthetik des Buches. 830 Uhr abends: Lustiges Wochenende. Welt. Odol hilft Ihnen Ihr Geld sparen. Und 7.45 Uhr abends: Edlef Köppen: Das Buch". 2. Vortrag. Zur 1. Suppé: Ouvertüre zu der Operette Banditenstreiche". 2. Walter Steiner singt Couplets. 3. Jessel: Potpourri aus der Operette Schwarzwaldmädel". 4. Walter Steiner. 5. Blon: Heil Europa, heute muß jeder sparen. Vergessen Sie nicht: Marsch. Kleines Funkorchester. Leitung: Konzertmeister Ferdy Das wirksamste und im Gebrauch billigste Odol. Mundwasser ist in der ganzen Welt Kauffman. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. ben geständigen Täter frei, verweigert der Familie und uns den polizeilichen Schutz durch sichere Festsetzung des Beschtau, und verfäumte ferner die unbedingt nötige Einlieferung des Täters in eine Anstalt zur Beobachtung seines Geisteszustandes, wenn sie schon glaubte, ihn bis zu den Verhandlungen nicht in Untersuchungshaft behalten zu dürfen. Schließlich ist das Verhalten der Kriminal polizei auch dem Emil Beschlau selbst gegenüber unverantwortlich, denn sie entließ ihn ohne Begleitung und obdachlos aus der Haft." Ausbau der Heidekrautbahn. zumachen. In letzter Zeit ist es nun häufiger vorgekommen, bah Wagenführer, unbekümmert um die Warnungszeichen der Feuer. wehr, ihre Fahrt fortsetten und durch ihre Fahrlässigkeit die Fahrzeuge der Feuerwehr zwangen, ihren Weg zur Vermeidung von Zusammenstößen zu unterbrechen. Die Polizeibeamten, insbesondere die Straßenaufsicht und Berkehrsbeamten, sind von ihrer vorgefehten Behörde aufgefordert worden, mit aller Energie eine freie Bahn für die Feuerwehr zu schaffen, damit diese teine Berzögerung erleidet, die eventuell den Berlust von Menschenleben zur Folge hoben fann. Eine weite Ralamität im Straßenverkehr bilden die zahlreichen Rollschuhläufer, die meist aus Jugendlichen bestehen. Sie sind besonders für die Passanten, aus deren Kreisen dauernd lebhafte Klage bei der Polizei eingehen, eine Gefahr, da sie die Anordnungen der Polizeiposten nicht im geringsten beachten. Auch gegen sie wird rücksichtslos vorgegangen werden. Die bekannte Kleinbahn Reinidendorf Rosen. thal- Liebenwalde- Groß- Schönebed wird jezt nach zwei Richtungen ausgebaut und dadurch einmal dem Berliner Verkehr nähergebracht, dann an den Staatsbahnbetrieb angeschloffen. Die heidekrautbahn" wird mit der Industriebahn Friedrichsfelde- Tegel verbunden, die sich belde bei Rosenthal schneiden. Die Industriebahn, welche bisher nur Güterverkehr hatte, wird auch für Personenverfehr eingerichtet und so weiterem Berkehr im Norden Berlins zugänglich gemacht. Auch die Anlage einer Straßenbahnzubringerlinie vom Straßenbahnneg in Reinidendorf, vom Schnittpunkte der Residenz- und Hauptstraße bis zum Bahnhof Reinickendorf- Rosenthal, wo die Heide frautbahn" beginnt und wo eine Umsteigemöglichkeit von und zu der Vorortbahn Berlin- Oranienburg besteht, wird beabsichtigt. Ferner wird die Heidekrautbahn in ihrem nördlichen Gebiet in einer Ausdehnung von 21 Kilometern verlängert, wodurch ein Anschluß an die Staatsbahn Löwenberg- fam Templin Prenzlau hergestellt wird. Sämtliche Projette sind für den gesamten Ausbau genehmigt worden und die Arbeiten haben zum Teil schon begonnen. Nicht standesunwürdig! Tragödie zweier Jugendlicher. Reun. 89. t. Borm. The innblattverbreitung für ben 1.- 5. Bezirk bei Brose, Ganderfte. 10. 7.- 10. und 18.- 19. Bezirk bei Schulz, Hobrecht ftraße 64. 6., 11. und 12. Bezirk bei Gläser, Kanner. Ede Pflügerstraße. 91. Abt. Borm. 9 Uhr Flugblattverbreitung. 20., 21., 38., 39. und 41. Bezirk bel Röster, Karlsgartenstr. 4. 40. und 50. Bezirk bei Lüddecke, Karlsgartenstr. 12. 37., 42., 48, und 49. Bezirk bei Stahmann, Münchener Ede Reuterstraße. 94. Abt. Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Die Bezirksführer holen von 8 Uhr ab das Material von Günther ab. gichtenberg. 114. bt. Borm. 9 Uhr von Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17, Flugblattverbreitung. 116. Abt. Vorm. 9 Uhr Ausgabe der Flugblätter an alle Mitglieder bei Morr, Neue Bahnhofstr. 28. 117. Abt. Borm. 8 Uhr Flugblattverbreitung von Krüger, Türrschmidtstr. 33, und Klose, Eitel- und Ruprechtstraße Eche. 128./130. bt. Pankow und Heinersdorf. Borm. 9 Uhr Flugblattverbreitung und Berteilung der Wählerin" von den bekannten Stellen aus. Die Junglozialisten find besonders eingeladen. 134. bt. But Borm. 10 Uhr treffen fich sämtliche dienstfreien Genoffen im Lokal Göpfert aur Flugblattverbreitung. Jungsosialisten. Borm. 10 Uhr Tabet die ,, Bolfsbühne aure Beteiligung an der Rundgebung für die Freiheit der Kunst ein. Treffpunkt: norm. 210 Uhr Billomplag. Männerchor Solidarität. Nachm. 3 Uhr Genesalversammlung im Schul museum, Stallschreiberstr. 54. Kein Sänger darf fehlen. Nachdem gemitt liches Beisammenfein im Gewerkschaftshaus. Gäste willkommen. Jugendveranstaltungen. Heute Sonnabend, den 10. Oktober, abends 7% Uhr: Gibweten: Radytfahrt Melchow- Nonnenfliek. Treffpunkt: 8 Uhr Steffiner Bahnhof. Sonntag 7 Uhr morgens Stettiner Bahnhof an der Uhr. In ber borbergangenen Nacht trug sich in einem Hotel am Stettiner Bahnhof eine blutige Tragödie zu. Der 17 Jahre alte Bruno Radle und der 18jährige Wilhelm Fregin, von denen jener in der Breußifchen Str. 30, diefer Greifenbagener Str. 2a in Stettin wohnhaft waren, brachten sich durch Schüsse in den Kopf ich were Verlegungen bei. Man fchaffte fie nach der Charité, wo Fregin bald nach der Einlieferung starb, während Rable in febr bedentlichem Zustande darnieberliegt. Aus vier hinterlassenen Briefen an Einführungsabende und Schulenflaffungsfeiern mit besonderem berabredete at handelte, deren Motiv aber noch undie Eltern geht einwandfrei hervor, daß es sich um eine gemeinbekannt ist. Nicht Waffer auf frisches Obft trinken! Programm: Balten Webbing: Schufentlaffungsfeier. Webbing/ Norb: Berbeabend. vlak und Barshaner Biertel: Sugendheim Tilsiter Str. 4. Einführungsabend. Tegel: Sugendheim Bahnhofstr. 15. Gründungsfest und Einführungsabend. bt. Buchholz: Lokal von Roffed, Hauptstr. 71. Werbeabend, verbunden mit Bannerweihe und Schulentlassungsfeier. Werbebezirk Oberspree: Jugendheim Röpenid, Orttnauer Str. 5. NebungsMorgen, Sonntag, den 11. Oktober: Saft täglich wird in den Beitungen davor gewarnt, noch bem abend der Musiker. Genuß bon frischem Obst nicht fogleich affer hinterher zu trinken. Leider wird diese Warnung wenig be achtet, fobak täglich schwere Krankheits-, fogar Todesfälle infolge dieser Gedankenlosigkeit hervorgerufen werden. So hatte die 14 Jahre alte Schülerin Elise Sunnemann nach dem Genuß bon Weintrauben Waffer getrunken. Rach turzer Zeit ftellten fich beftige Beibfrämpfe ein. Obwohl der herbeigeholte Arzt fofort die leberführung nach dem Krankenhaus verordnete, starb das Mädchen Die Aerztekammer, die mit ihren Ehrengerichten der höchste Richter über den fittlichen Lebenswandel eines deutschen Arztes von der wohl patentamilich angemeldeten Gruppeber berufenen Hüter der Boltsgesundheit ist, hat dem preußischen Wohlfahrtsministerium den Fehdehandschuh zugeworfen und gedroht, wenn das Ministerium ihren Forderungen nicht nach gebe, werde der Vorstand zurücktreten. Es handelt sich wieder einmal um den Bertrag, den der Berliner Universitätsprofessor tepunter entseglichen Dualen mann mit dem Hauptverband Deutscher Krantentassen als Leiter der Minit des Caecilien- Hauses und des Deut schen Instituts für Frauenfunde abgeschloffen hat und den die Aerztekammer für standesunwürdig erklärt. Die gleiche Kammer erflärt sich natürlich auch gegen die Berufung des Ge nossen Weyl in den Landesgesundheitsrat, wobei von einem Be richterstatter der Ton auf sozialistisch gelegt wird. Bas aber nicht standesunmürdig ist und deshalb nicht gegen die ethischen Interessen standestreuer Aerzte verstößt, zeigt ein Boffebahnenjugend. Sur gemeinsamen Lelinabme an der Rundgebung Far die Freiheit ber Stunft am Sonntag bormittag im Theater am Rollendorfplatz treffen fich die Arbeitsgemeinschaften der Boltsbühne, die Jugend und alle Intereffenten um 9%, Uhr am Balomplag Beschluß des Ehrengerichts der Kerstetammer für Parteinachrichten die Rheinprovinz und die hohenzollernschen Lande, den der Raffenarzt", das Sentralorgan des Berbandes der Kaffenärzte, in Nr. 33 im Wortlaut mitteilt. Dieses Ehrengericht hat die Eröffnung des ehrengerichtlichen Strafverfahrens gegen den praftischen Arzt Dr. med. Baum in Bad Münster a Stein abgelehnt. Die Allgemeine Ortstrantentasse in Rodenhausen( Pfalz, Bayern) hatte Anzeige gegen den praktischen 2rzt Dr. med. Baum erstattet, meil er bei der Behandlung einer Frau Schäfer die Berufs- oder Standespflichten verlegt habe, indem er sie gefragt habe, mann fie zum legten Male ge. habe, und er auf die Bitte, ihr einen Krankenschein zu schreiben, erwidert habe, der Kassenkontrolleur solle ihm..... und so weiter. Die Urteilsgründe sagen hierüber: „ Die stattgehabten Ermittlungen haben nun zwar ergeben, baß Dr. Baum, welcher die Beschuldigung bestreitet, die behaup. teten Aeußerungen getan hat, menigstens befunden dies die Zeuginnen Frau Zahn und Frau Schäfer, und es besteht fein Grund, an der Richtigteit ihrer Betun dungen zu zweifeln Auch bekundet Frau Zahn, daß Dr. Baum auf ihre Bitte um fostenlose Erteilung eines Krankenscheines erklärt habe, felbiger foftet 10 M. Auf die Antwort der Frau Zahn, sie sei eine arme Frau, es falle ihr schwer, 10 M. zu bezahlen, habe Dr. Baum erwidert, wenn sie noch lange warte, toste es 15 M., und da Frau Zahn weiter zögerte, habe Dr. Baum gesagt, nun fofte es bald 20 m., worauf Frau Bahn ohne den Krantenschein fortgegangen fei. Diese Tatsachen lassen zwar erkennen, daß Dr. Baum sich im Verkehr mit den genannten Zeuginnen nicht als sehr rücksichtsvoll erwiesen und anscheinend recht derb geäußert habe, jedoch fann in seinem Berhalten ein Verstoß gegen feine Berufs- und Standes. pflichten im Sinne des§ 3 Ehrengerichtsgesetzes nicht er. blidt werden, weshalb im Einverständnis mit dem Herrn Beaufs tragten des Oberpräsidenten von der Einleitung eines ehrengerichtlichen Berfahrens gegen Dr. Baum abzusehen war. 4 Einsendungen für diese Rubrik stab Berlis 6. 68. Bindenstraße 3. Salenfee: Besuch des Boftmuseums. Toeffpunkt: 9 Uhr Bahnhof Salenfee. Beften: Baugewerkschule Kurfürstenstr. 141, 7 Uhr Elternabend, verbunden mrit Schulentlassungsfeier. Tempelhof: Enzeim Germaniaftr. 4-6. Elternabend. Kaulsdorf: Besuch der Sternwarte. Treffpunkt: nachm. 5 Uhr Bahnbof. Bankow: Der 8utritt aum Jugendheim ist Gonntags nur noch mit Mitgliedsbuch gestattet. Reutölin II: Führung durch Alt- Berlin. Treffpuntt: 49 Uhr Hermannplag. Fitr Nachzügler pünktlich 10 Uhr Märkisches Museum. Südwesten: Das Jugendheim bleibt am Sonntag und am Donnerstag, den 15. und 22. Oktober, gefchloffen. Die Zusammenfünfte finden Donnerstags in der Schule Rochstr. 18 fiatt. Schöneberg 1: 9 Uhr vorm. Treffen zure Flugblattverbreitung bei König, feurigstraße. 6 Uhr Besuch des Werbeabends Der Abt. Weften, Bollsschule Ballastoake; anschließend Seimabend Rubensstraße. -Jugendgenoffen! Rehm am Sonntag, ben 11. Oftober, vorm. 1 r, Im Theater am Rotenbartelek an der Kundgebung für die Freibeli ber Sunft tell, Der Bezirksverhand für Groß- Berlin feiebeidsbain mitzumieten, werden gebeten, an unferer nächsten Probe( Mittftets an bas Bestetssekretariat, 2. Sot, Trep. redts, an ridhten Matung, 32. Abteilung! Die Bezirtsführer und alle Genoffen, die Gelder abzurechnen haben, rechnen diefe von heute an mit bem Genossen Bintelmann, Memeler Str. 51, ab. Täglich, außer Mon3. A: Aleg Bagels. tags und Freitags. 2. Areis Charlottenburg. btellungsleiter mitfen Material ems bent Sugendbeim Rosinenstraße abholen. Melben bei Bunge. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Das Abschreiben der Wählerliten findet vom Montag, den 12. Oftober, von 4 Uhr nachm. ab im Simmer 88 des Reven Rathauses statt. Alle schreibgewandten Genossen und Genoffinnen werden gebeten, fich an den Arbeiten restlos au beteiligen, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Beißenfee, Morgen, Conning fabet nach Kinderland", Birkenwerder. Treffpunkt 18 Uhr an bee Spize Gustan- Adolf- Straße. Fahrgelb ufm. beträgt etwa 80 Bf. Heute, Sonnabend, den 10. Oktober: 21. 25. Bon 5 Uhr nachm, ab Abholen ber flugblätter von Kroll, Utrechter Straße 21 Sonntag, den 11. Oftober, vorm. Uhr, Berbellung ber Flugblätter von ben bekannten Lokalen aus. Um 10 Uhr Dorm bei Rroll, Utrechter Str. 21. funktionärversammlung. 22. Abt. Bon 5-7 Uhr Borbereitungen aur Flugblattverbrettuna tu ben bekannten Lokalen. 27. Abt. 6 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Bobalen aus 41. bt. Ab 5 Uhr nachm, empfangen die Gruppenleiter bie Flugblätter bet Schult. Am Sonntag, den 11. Ottober, von folgenden Bofalen aus Flugblattverbreitung: Simon, Belle- Alliance- Str. 30. Lube, Bergmannftr. 9. Schuster, Chamiffoplak 4. Mende, Gneisenauftr. 6. 2. Abt. Die Bezirksführer bolen die Flugblätter am Sonnabend von Blersdorff, Urbanftr. 6, ab. Die Genossen des 116. Bea.. Blücherftr. 13-24 Johanniterstr. 1-19 und Johannistisch 1-10, treffen fich am Sonntag vorm. 10 Uhr bei Biersdorff au einer wichtigen Besprechung. 3. Abt. Bezirtsführer Flugblätter abbolen ab 5 Uhr von Wolff. 48, bt. 96 5 Uhr nachm. Einteilung aur Flugblattverbreitung belles, Fürften fir. 1. 55. bt. Charlottenburg. b 5% Uhr flugblattverbreitung.&. Gruppe bet Eggert, Wallfir. 90. 9. Gruppe bei Reimer, Bilmersdorfer Str. 21. 10. Gruppe bei Bohne, Schloßftr. 45. 70, Abt. Wilmersdorf. 7 Uhr bei Kroihs, Solsteinische Str. 60, bolen bez Flugblätter. 74. Abt. Rehlenders. Bon 4-9 Uhr Abholung der Flugblätter unb DerSammlungseinladungen vom Barteilokal. Solange diefe Ehrengerichte, beffer: Ausnahmegerichte, bestehen, merden sich die Parlamente und das Proletariat noch sehr oft mit den privilegierten Hütern der Standeswürde und Ethit der sogenannten deutschen Aerzteschaft zu beschäftigen haben. 104. bt. Niederschöneweibe. 6 Uhr vom Zobal Thiele, Berliner Ede KennDas Eisenbahnattentat erdichtet. Einen geplanten und vorbereiteten Anschlag auf einen Borortzug wollte, wie wir bereits berichtet hatten, ein Weichenwärter vom Stellwert Stralau- Rummelsburg- Ost am Montag früh vereitelt haben. Die eingehenden Vernehmungen des Anzeigenden, eines 35 Jahre alten Hilfsweichenstellers H., ließen jedoch allmählich einen Verdacht gegen ihn selbst auftommen. Schließlich legte er das Geständnis ab, das ganze Attentat erfunden zu haben. H., der verheiratet und Bater von zwei Kindern ist, stand seit 1919 im Dienft der Eisenbahnverwaltung und war Hilfsweichensteller. Er hatte mehrere Kurse mit gutem Erfolg durchgemacht. Eine Nachlässigteit im Dienst jedoch, die er sich zuschulden kommen ließ, drohte seiner Laufbahn ein Ende zu machen. Es war gegen ihn ein Disziplinarverfahren einge. leitet, und er fürchtete, entweder nach Abschluß des Verfahrens gleich entlassen oder wenigstens bei nächster Gelegenheit abgebaut zu werden. Durch Entdeckung und Bereitelung eines Attentats" hoffte er, die Schuld ausgleichen und in seiner Stellung bleiben zu tönnen. Der Entlarvte wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Eine Messe der Hausfrauen. Im Jugendheim Charlottenburg veranstaltet gur zeit der Charlottenburger Hausfrauenverein unter Mitwirtung des Verbandes für deutsche Frauen. tleidung und kultur eine hauswirtschaftliche Ausstellung, die auch für Frauen aus dem Arbeiterstande als besichtigenswert bezeichnet werden muß. Es ist immerhin erfreulich zu sehen, wie die Bestrebungen, Kitsch durch Schönes und Ungesundes durch Gefundes verdrängen zu wollen, auch in jenen Kreisen an Boden gewinnen, deren Gesellschaftsinteressen das nicht ohne weiteres verlangen. Man sieht in der Ausstellung, die am Freitag nachmittag für die kurze Dauer von drei Tagen eröffnet wurde, eine hübsche Auswahl von nicht zu teuren, geschmackvollen Kleidern, die aus maschinengewebten Stoffen und zwar zum Teil im Sozialpädagogischen Seminar des Jugendheims hergestellt sind, eine gute Busammenstellung von hygienischen Artikeln und neben manchem anderen wohl zum ersten Male die Vorführung des an geblich unzerreißbaren Seidenstrumpfes Betto". Die Ausstellung ist nicht zu umfangreich, aber sie bietet der Hausfrau sicher manches Borteilhafte. Was im Straßenverkehr beffer werden muß. Nach der Berliner Straßenpolizeiverordnung haben alle Fuhrwerte beim herannahen der Feuerwehr. magen, die fich durch dauernde Klingelsignale bemerkbar machen, fofort zu halten und insbesondere die Straßenfreuzungen frel 81. Abt. Friebenan. Treffpunkt von 5 Uhr ab bei Riabe, Sanbjernfte. 00/61. Sonntag, den 11. Ottober, Treffpunkt um 9 Ubr vorm. bei Klabe, Sandiernftr. 60/61. Straße aus. 106. Abt. Johannisthal. Die Genoffen treffen fich Tre bei Gobin aur Flugblattverbreitung. 118. Abt. Lichtenberg. Nachm. 4 Uhr Flugblattausgabe an die Besirle bel Tempel, Gudrunstraße. Sonntag, den 11. Oktober, vorm. 9 Uhr, Flugblattverbreitung von den bekannten Rotalen aus. 131. Abt. Niederschönhausen. 7% Uhr bei Rubasa Funktionärverfammlung. Die Flugblätter sind von den bekannten Stellen abzuholen, Morgen, Sonntag, den 11. Oktober: 1. st. Borm, 9 Uhr von 8fchiefing, Aderfte. 1, aus flugblattverbrettung. 2. Abt. Borm. 9 Uhr von Ohngemach, Rommandantenstt, 88, FlugblattDerbreitung. 2. Abt. Vorm. 9 Uhr von Emil Krüger, Engelufer 23, aus Flugblatt b Handzettelverbreitung. 4. Abt. Vorm. 9 Uhr Flugblattverbreitung. Treffpunkt bei 20schert, Neue Friedrichstr. 108. 8. Abt. Berm. 9 Uhr vom Bobal Mildert, Steinmekte. 36a, aus Flugblattverbreitung. 9. Abt. Borm. 9 Uhr von Silbner, Wilsnader Str. 34, aus Flugblatt verbreitung. 13. Abt. Borm. 19 Uhr von der Borwärtsfpedition Wilhelmshavener Str. 48 aus Flugblattverbreitung. 15. Abt. Borm. 9 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. Alle Genoffen müssen erscheinen. 22. Abt. Borm. pünktlich 9 Uhr Flugblattverbreitung von ben 2obalen: Reuter, Föhrer Str. 13. Radzay, Brüffeler Str. 43. Richter, Buremburger Str. 5. 24. Abt. Flugblattverbreitung ber Gruppen 1 und la von ben bekannten Lokalen aus. 25. Abt. Borm. 9 Uhr bei Gott und Kramer, Cotheniusftz. 8, Flugblattverbreitung. Erscheinen ist Bilicht, auch ohne besondere Einladung. 31. Abt. Alle Genoffinnen und Genossen treffen fich vorm. 9 Uhr bei Gold. famidt, Stolpische Str. 36, aur Flugblattverbreitung. 33. 5t. Alle Genosien treffen fich zur Flugblattverbreitung in den bekannten Lokalen. Die Bezirksführer holen die Flugblätter am Sonnabend von Lojad, Benmesir, 8, ab. 37. Abt. Vorm. 9 Uhr Flugblattverbreitung für den 1.- 3. Bezirk von Pfeifer, Sausburgstr. 2, und für den 4.- 6. Bezirk von Röhler, Mattern ftraße 14, aus. Gleichzeitig Verteilung der Wählerin. Alle Genoffinnen und Genossen, auch die Gewerkschaftsangestellten, haben au erscheinen. 38. bt. Borm. 29 Uhr pünktlich Flugblattverbreitung. Die Bezirke 157 und 158 bei Gohlke, Friedrichsberger Str. 22. Die Bezirksführer müssen die Flugblätter am Sonnabend von der bekannten Stelle abholen. 44. bt. Treffpunkt sur Flugblattverbreitung vorm. 9 Uhr. Stadtbezirk 79 bei Vogel, Briger Str. 42. Stabtbezirk 84 bei Gemmeder, Naunynstr. 28. Stadtbezirk 85 bei Eiffert, Oranienftr. 196. Stadtbezirt 87 bei Schiebold, Admiralite. 5. Stadtbezirk 91 bei Nagel, Manteuffelstr. 47. Stadtbegirt 92 bei Melchert, Manteuffelfte. 62, Quergebb. 1 Trp. 45. Abt. Familienabenb im Gewerkschaftshaus. Mitwirkende: Berliner UIETrio, Mädchenabteilung der Freien Turnerschaft, Männerchor ,, Solidarität", augunsten der Weihnachtsbeicherung. Die Genoffen mit ihren Familien find herzlichst willkommen. 47. bt. Borm. 9 Uhr von Giedentopf, Mustauer Str. 85, aus FlugblattDerbreitung. Charlottenburg. 51. Abt. Borm. 9 Uhr Flugblattnerbreitung von den befannten Lofalen aus. 58. Abt. Vorm. 9 Uhr Flugblattverbreitung. Material bei Hinrichfen, Bayreuther Str. 25a. 69. Abt. Wilmersdorf. Borm. 9 Uhr von Andreas, Pfalzburger Str. 55, wichtige Flugblattverbreitung. 73. Abt. Emergendorf. Borm. 10 Uhr Aufammenkunft bei Babe aur Flugblattverbreitung. 81. Abt. Friedenau. Borm. 9 Uhr Flugblattverbreitung von Alabe, Sandjernftr. 60/61, aus, Jugenbonoffianen unb genoffen, die Buf baben, an der Aufführune sox awel Egenen aus Tallers Wandlung" aur bendfeier file bie Beferinnen und Freunde der Frauenwelt" am Mittwoch, den 21. Ottober, im Saalbau Friebrichshain moch, ben 14. Oktober, abends 7% Uhr) in der Schule Neukölln, Schudomaftraße 58( nche Ringbahnhof Raiser- Friedrich- Straße) teilzunehmen. Spiel. gemeinschaft der Jungfosialisten, Gruppen Friedrichshain und Brenalaner Berg. Arbeitersport. Der Streks bes Arbeiter- Athleten- Bundes peranfbaltet Sonntag, den 11. Ottober, in Kliems Festfälen, Sasenheide, feinen diesjährigen Serbst. Artisten- Weitstreit unter Aufsicht der Internationalen Artiften- Loge. Etma 24 mur erstllaffige Barietenummern( u. a. aus Leipzig, Chemnik usw.) haben ihre Meldung abgegeben, fso daß diese Veranstaltung einen guten Bariete abend verspricht. Die Arbeiter- Amateur- Artisten wirken bei allen Gemertfchafts- fowie Barteineranstaltungen mit, und so wäre ein volles Haus zu wünschen. Anfang 3 Uhr nachmittags. Touistenverein Die Naturfreunde( Zentrale Wien), bt, Lichtenberg. Am Sonntag, ben 11. Oftober, Fahrt ins Blaue. Treffpunkt 7 Uhr früh Bahnhof Stralau- Rummelsburg, Eingang Sonntagstraße. Gäfte herzlich willkommen. Sport- Club Siegfried 09( Mitglied des AABD.). Die infolge Bauarbeiten während der Sommerzeit in der Turnhalle Wicleffte. 53( Moabit) eingestellten Trainingsftunden finden wieder Dienstag und Freitag von 7-9 Uhe statt. Sportliebende, die sich in Sportarten wie Bogen, Ringen, Heben und Artistit ausbilden wollen, finden unter Leitung bekannter Sportirainer gute und fachliche Ausbildung. Mittwoch, den 14. Ottober, 7½ Uhr, außerordentliche Mitgliederversammlung bei A. Niederstraß. Embener Str. 52. Sauptpunkte: Die bevorstehenden Serienfämpfe, Rampftage am 30. Oftober unb Totensonn tag( Moabiter Gesellschaftshaus). Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 9. Oktober. 1. Rennen. 1. Lilac( Ch. Mins), 2. Craffus( Schumann), 3. Torrero ( Hans Schleusener). Toto: 13:10. Plag: 13, 16, 23: 10. Ferner liefen: Coriolanus, Benus, Billy A., Bunier, Smportation. 2. Rennen. 1. Sphing I( Sauß jun.), 2. Kasimir( G. Lautenberger), 8. Jmgrid Halle( Hedert). Toto: 34: 10. Blaz: 23, 42, 26: 10. Ferner liefen: Konstanz, Möglich, Lindenbummler, Flamberg, Dreimaster, Cilento, Freiberg, Kurfürst, Lur, Einsicht, Michael 3. Rennen. 1. Brinzessin Etawah( H. Grube), 2. Sybill( F. Schulz), 3. Filmbiva( Th. Reiter). Toto: 225: 10. Blab: 39, 24, 46: 10. Ferner liefen: Mädel, Erst. Wolfersomer, Paula Bingen, Cadiac Apworthy, Fenelon, Fiametta, Friedrich I, Blaumeife, Federnelle, Angriff, Altgold, Erzellenz, Marne, Handfest, Heidemann, Klud. 4. Rennen. 1. Sudan( Ch. Mills), 2. Duadrat( 3 mins), 3. Buchbruder( E. Treubers). Toto: 21:10. Blab: 15, 21, 48:10. Ferner liefen: Baula A., Karl Alexander, Heroftrat, Lebensfünfiler, Winnie, Alpengeier, Basserlauf, Razbach, Mixer. 1. Mary H.( Sauß jun.), 2. Edith Borthy( Hedert), 8. Joll( Jauß jen.). Toto: 30: 10. Blab: 16, 23, 83:10. Ferner liefen: Carleta, Dui vive, Baffenmädel, Lord Ellerslie, Kittyschor, Trotteur, Marcel, Feuerwehr, Progreß. 5. Rennen. 6. Rennen. 11. Zump( M. Bauer), 2. Pontresina( Weidner), 3. Bainsca( Korzenid). Loto: 34: 10 Blat: 19, 28, 23: 10. Ferner Itesen: Kronprinz I, Fürft, Rovelle I, Interessent, Ludmill I, Quera, Flora Bingen, Heidepring I, Alpenfez, Zeitgeist, Flieger L, Ddessa, Jeffries jun, Diagonale, Bei dun. 7. Rennen. 1. Salome( F. Thomas), 2. Langemann( J. Mills), 3. Denkmünze( G. Lautenberger). Toto: 75: 10. Blaz: 21, 26, 21: 10 Ferner liefen: Morgentau, Baron Gabler, Sonntagspring, Daisy Worthy, 28intermärchen, Quitte B., Armenier, Ordensjäger, Mantua, Jbikus, Leuchtfadel, Lottie Anvil, Dina Watts, Dstmart, Freibeuter, Isarwelle, Ludwig, Etatshöferin. 8. ennen. 1. Elfchen( Herm. Schleusener), 2. Aberglaube( 3.ins), 3. Hetmann( Jauß). Toto: 120: 10. Blat: 29, 15, 31: 10. Ferner liefen: Native Forbes, True For als 1. disq., Wildkaze, Kammerfänger, Roranna, Karneval. Briefkasten der Redaktion. Martha 100. Solche Zeitschrift gibt es nicht. Unwiffend. 1. Rleinrentner find erwerbsunfähige Berfonen, die infolge eigener oder fremder Bor forge ohne die eingetretene Geldentwertung nicht auf die öffentliche Fürsorge angewiesen wären. 2. Ru den Sozialrentnern gehören die Perfonen, die Invaliden oder Unfallrente ufw. beziehen. 3. Ja. Die Ehefrau muß allerbings dauernd invalide sein. Solange das nicht der Fall ist, wird die Witwenrente nicht gewährt. Danzig. Gie tönnen einen Antrag auf Aufwertung ftellen. D. R. 361. Sie müssen Alage auf Serausgabe der Bettstelle beim auständigen Amtsgericht erheben. Corinth. Ja. Das eigenhändige Testa ment bedarf teiner Beglaubigung durch eine Behörde oder einen Beamten. S. 8. 200. 1. 72,53 6. 2. 58,20 69. Bekanntmachung Bom früheren Ortsteil Berlin- Lichterfelde( Verwaltungsbezirk Steglik) mirb der südöstlich des Teltowkanals belegene Tell, umfassend die Steuerbezirke, Steglig 38, 39, 40 und 41, mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 ab vom Finanz amt Groß- Lichterfelde, Berlin- Dahlemt, Rietenstraße 24, abgezweigt und dem Finanzamt Steglis, Berlin- Stealis, Rothenburgstraße 16, zugeteilt. Berord nung des Herrn Reichsministers der Finanzen vom 30. September 1925 Str. III P 23 137. Berlin, den 6. Ditober 1925. Der Präsident des Landesfinanzamts Berlin. Komet Freilau gehört in jedes Fahrrad! Unverwüftlich im Gebrauch! Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gef&& ftstelle: Berlin S. 14. Sebaftianftr. 57/38, Sof 2 Tr. Tiergarten. Gonntag, d. 11., vorm. 11½ Uhr, Kleiner Tiergarten. Banner und Rameradschaft West 10% Uhr Magdeburger Blag. Kreuzberg. Jung Südost Sonntag, d. 11., vorm. 8 Uhr, 8uMufit. fammenkunft bei Ewald, Staliger Str. 126. Charlottenburg. Sonntag, d. 11., nadm. 12 Uhr, Abmarsch Bhf. Alex. aum Friedhof der Märzgefallenen. Wilmersdorf. Sonntag, d. 11., vorm. 11% Uhr, Antreten Bhf. 800.( JebensStraße). 8um Friedhof der Märzgefallenen. Spielleute und Fahnen zur Stelle. Schöneberg- Friedenau. Sonntag, d. 11., nachm. 1 Uhr, Antreten Lands berger Blah. Neukölln- Brig. Gonntag, b. 11., nadm. 12 Uhr, Antreten mit Spielleuten und Fahnen Hermannplag. Marsch zum Friedhof der März gefallenen. Baumschulen weg. Sonntag, b. 11., nachm. 12% Uhr, Antreten Röpenid. Sonntag, am Bhf. Marsch zum Friedhof der Märzgefallenen. Wretrefine Gemetube. Conning vorm. 11 The Bappelallee 15. Bortrag bes Serrn Dr. S. Saffe: Das Evangelium der Arbeit. Harmonium: Einleitung 3. At Meistersinger( Wagner). Gäste willkommen. " Arbeiter- Radio- Klub e. B., Gruppe Friedrichshain. Montag, den 12. Dt. tober, 7% Uhr, im Lokal Arndt, Warschauer Str. 59, Bastelabend. Am Montag, den 19. Oktober, beginnt eine Vortragsreihe: Einführung in die Radiotechnik". Gäfte zu allen Veranstaltungen willkommen. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen. Dienstag, den 13. Oktober, 8 Uhr, in der Aula des Gymnafiums in Oberschöneweide. Vortrag des Herrn Justus Popp über: Die Freude im Leben eines Rindes". Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Krieger Hinterbliebenen, Ortsgruppe Reukölln( Geschäftsstelle: Donauftr. 128), veranstal tet am Dienstag, den 13. Oftober, pinktlich 7% Uhr, im ,, Etablissement Rarlsgarten", Rarlsgartenstr. 6/11, eine außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bierteljahrsbericht, 2. Stellungnahme zum Gautag, 3. Wahl der Delegierten zum Gautag. Pünktliches und restloses Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich. Arbeiter Samariter- Bunb. Rur Bropagandafahrt treffen fich die Radfahrer am Sonnabend, ben 10. Oktober, um 4% Uhr Mariannenplak( FeuerwehrRege Beteiligung wird erwartet. Mitglieder der Abt. Kreuzbera treffen sich auch dort. Die Mitglieder der Tempelhofer Abteilung erwarten die Radfahrer am Bahnhof Tempelhof. Sonntag. But Propagandafahrt treffen fich die Radfahrer um 9½ Uhr vormittags Briger Str. 3, Rege Beteiligung wird erwartet. am Waffertorbeden. Mitglieder der Abbeilungen Neukölln und Treptow treffen fich dort ebenfalls. b. 11., mittags 12 Uhr, Bhf. Röpenid mit Tambourkorps und Fahnen zur benkmal). Lichtenberg. Sonntag, Fahrt nach Berlin zum Friedhof der Märzgefallenen. b. 11., nachm. 12% Uhr, Antreten einschl. Untergruppen und Spielmannszug bei Schmukler, Möllendorfftr. 78( 6. Rug). Rein Fahrgeld. Pflichtveranstaltung. Weißensee. Gonntag, d. 11, nachm. 12% Uhr, Antreten Grilner Baum. Bflichtveranstaltung. Bankow mit Untergruppen. Sonntag, d. 11., nachm. 1 Uhr, Landsberger Allee Ede Virchowitzake. Antreten zum Friedhof der Maragefallenen, um 3½ Uhr Berliner Ede Mühlenstraße Antreten mit SpielIeuten, Banner und Fahnen. Nachrichtendienst labet ein. Riederschönhausen. Antreten 34 Uhr bei Rubasch, Uhlandstraße. 1 Freie Mandolinisten- Bereinigung Reufölla 1908( Mitgl. d. Deutsch. Arb.Mand.- Bundes), Neukölln, Weserstr. 51, Refurant Karl Ohm. Uebungsabend Dienstags 8 Uhr. Blattkundige Spieler werden jederzeit aufgenommen. Conning, ben 11. Oftober, Rongert im Sobel Deutscher Sof, Berlin, Sudanes Straße 15; anschließend großer Ball. Einlak 4 Uhr. Anfang plintili 5% Ubz. Eintritt 1- M. Geschäftliche Mitteilungen. Sunapart. Rum endgültigen Saifonschluß veranstaltet bie Direktion bes Lunaparts am morgigen Sonntag bei bedeutend ermäßigten Preisen für Eintritt und Attraktionen einen Boltsfonntag mit Feuerwerk und großem Bark Konzert. Ehren- und Freitarten find gültig. An teurem Fleisch und Brennmaterial spart die Hausfrau, wenn fie dis zum Trinken und Rochen, zu Suppen und Soßen benötigte Fleischbrllhe aus Maggis Fleischbrühwürfeln herstellt. Der Rattenfänger im Rirkus Busch. Sonntag nachmittags um 3 Uhr findet auf vielseitiges Verlangen, anschließend an den reichhaltigen artistischen Spielplan die Aufführung des romantischen Manegeschauftuds ,, Der Rattenfänger von Hameln" statt. Adolf Steinmann hat das berühmte deutsche Märchen nach Julius Wolfs Aventüre und Sperlings Chronik der Stadt Hameln für jung und alt bearbeitet, und zwar so bearbeitet, daß hier der Jugend eine Nachmittagsunterhaltung geboten wird, die sie nicht nur auf das föstlichste unterhält, sondern auch ihr vaterländisches Wiffen bereichert. Kinder und Erwachsene zahlen halbe Breise. Wetter für Berlin und Umgebung. Beitweise nebelig, font troden und ziemlich heiter, Temperaturen wenig verändert. Für Deutschland. Im Nordosten leichte Niederschläge, in Mittel- und Süddeutschland Nachtfröste. Das bunte berückende Zirkusleben, die Aufregung Der Manege und Die packende Erzählung des Lebens hinter den Kulissen zeigt der Film: Der Mann, der die Ohrfeigen bekam Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Hellmer- Bühnen Heute 7 Uhr: HAMLET Morgen 3 Uhr: Fiesko 8 Uhr: Der Kanfmann Von Venedig Staats- Theater Opernhaus Lessing- Th. Tägl. 7 Uhr: Zum 30 Male Göiz v. Berlichingen Preise: 1,50-12 M Kleines Theat. Tägl. 8 Uhr 7: Figaros Hochzeit Hochzeitstage Opernhaus am Königsplatz 72: Lust. Welber von Windsor Schauspielhaus 8: Die große Katharina Der Bär Schiller Theater 8 Uhr: Doppelselbstmord Städtische Oper Charlottenburg Heute 7 Uhr: Erstaufführung Schauspiel von Geraldy Trianon- Th. Tägi. 8 Uhr Im Damencoupé Schwank von Hennequin and G. Mitchel Täglich 84 Uhr: 8. Woche HALLER REVUE 1925/25 Großes Schauspielhaus SORTAGS: 2 Verstellungen Norden 2951/58. nachm. 3 Uhr su ermäßigten Prefsen, Für Dich! Die große Charell- Revue( 800 Mitwirkende) tägi. 8 Uhr Preise der Plätze: Parkett M. 5.- Balkon M. 41. Rang M. 8. 2. Rang M. 1.50, Logen und KlubBessel M. 7-12 8. Rarg M. 0.75 Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen. Theater in der Lützowstr. 112 Täglich 8 Uhr: Die Koblanks Sonntag 4 Uhr: Ausschnelden! Große Kindervorstellung Hänsel und Gretel Vorzeiger dieses zahlen auf allen Plätzen and Sonntags halbe Kassenpreise, von 50 Pig. an. Lustspielhaus( Th. am Schiffbanerdamm 8 Operettenbaus) Don Pasquale ACHTUNG! Ritter Blaubarts 8: Lady Fanny and Dentsches Theater WELLE 7 Uhr: Die heilige 505!" Johanna von Shaw Regie: Max Reinhardt Preise v. 1,50-12 M. THEATER ADMIRALS PALAST Friedenspreise! Kammerspiele. Rang von 2 Mk. 8 Uhr: Mann Tier Parkett von 4 Mk. Logen von 8 Mark Sonntag Vorstellungen 3 u 8 Uhr Tugend Nachm die ganze von Pirandello Die Komödie Vorstellung zu halben Preisen Kurfürstendamm 207 Central Theater 8 Unr Gesellschaft Regie: M. Reinhardt 8 Uhr Trieschübel John Galsworthy Metropol- Theater 8 Uhr: Berliner Theater Claire Dux als Mamsell Angot Letzte Woche! Gastsp. Kammersg. Kirchhoff, Leux Rich. Tauber Hansen, Arno 8 Uhr: Karsavina Sonntag, 11. Oktbr Eine Nacht 12 Uhr mittags in Venedig Niddy Impekoven Operette in 3 Akten Neue u. alte Tänze von Joh. Strauß Vorverk. ununterbr. Ab Freitag 16 Okt: Gastspiele des Moskauer Künstler- Th. Residenz- Th Musikal. Bühne Letzie Vorstellungen! 1. Abd.: Lysistrata 8: Jugendfreunde Th. a. Nollendorfpl. Freitag, 16. Okt. 8 Uhr: 7 Uhr z. 1. Male: Die hellblauen Circes Heirat Schwestern Die neue KünneckeOperette Sonnt. nachm. 31% U. Der letzte Kuk Operette von Rob. Winterberg Trude Hesterberg Adolphe Engers André Ma toni Oskar Sabo Rose- Theater Theat. d. Westens 4U: Dornröschen 8/ Uh: König Krause BarnowskyBühnen. Das große Operettenhaus Tägl. 74 Uhr: Gastsp. Hubert Marischka Theater in der Der Orlow Höniggrätz.Str. Heute 8 u. Sig.72 Don Juan u. Faust Mont. 8: Wie es euch gefällt Die Tribtine Tágl 8 Uhr: Zurück zu Methusalem Komödienhaus Tägl. 8 Uhr: Margarine Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Zum 328. Male Marie Escher a G. Anneliese v. Dessau Stg. nachm 34 U. Kleine Preise! Anneliesey Dessau achte Frau die Dienstbotenfrage Komische 84 Oper Dir.: James Klein 84 Größte Revue der Welt Von Apis Z Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeigt worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkende! Unter anderem · Die Pracht der Pelze und Brillanten ( Dies.Bild erscheint erst nächste Saison im Original in Amerika) Die Federn u. Fächer Das Unerhörteste, was an Kostümen je gefertigt wurde Das silberne Rom Das Paradies Sanssouci mit 60 Knaben u. Zwergen und weitere 40 Bilder Auftreten 7 Hassans Karinska u. Dolinoff Sambyv Folies Bergère Juanita Casanova Overburg 120 Girls! Darsteller: Paul Beckers Paul Westermeyer Erich Poremski Else Balzer Olly Stüwen Lotte Dobischinsky usw. Sonntag, 11. Oktober, 3 Uhr: 1. Nachmittags- Vorstellung bei halben Preisen Jeder Erwachsene 1 Kind frei Vorverkauf ununterbr. geöffnet. Neves Theater amo Deutsches Künstler- Theater Tägl. 48 Uhr: Gastspiel Täglich 8 10 Uhr: Fritzi Massary: Olly- Polly Die Teresina Operette von Kollo Emmy Sturm Curt Bois Parkettpl.v. 2-12 M Th. am Kurfürstendamm Tärlich 8 Uhr: Thalia- Th. 8 Uhr: Annemarie Lotte Neumann, Paul Heidemann, Josefine Dora, Baselt, Diegelmann, Der glas. Pantoffel Metelka, Wilfan Wallner- Theater 8 U.: Meiseken Stg. nachm 3 U Kleine Preise! Im weißen RŎB'I SCALA Herrnfeld& Unr Internat. Theater, Bülowstr.6 Täglich 8 Uhr Varicié was tut sich im Séparé? Sonntags 3 zu ermäßigt. Preis. das volle Progr. mit Dir. Anton Herrafeld Casino- Theater Lothrin er Str. 37. Ufa- Palast am Zo0 al Tagl. 8 Uhr Bon Letzter Sonnabend! Charleys Tante mit Sid Chaplin Uta- Symphonie- Orchester, 75 ann Uta- Ballett. Wochentags 7. 8 Uh Sonntags 5, 7, 9 Uhr. Preise 1.50 bis 4Tel. Bestellung Hollaf. 62, 1397, 5280, 5281. Vorverk. tägl. ab 11 Uhr ununterbr WINTER BARTEN Little Tich der beste englische Exzentrik- Komiker Amarantina spanisch. Tanzstar sowie die Die Frau im gefabri. Alter Vorher das bante Programm Martin Lowe Arthur Wright Die Koblanks Täglich& Uhr im Theater in d. Lützowstr. 112 Ecke Flottwellstr. Sonntag nachm. 4 U. zum letzten Male: Hänsel u. Gretel Vorzeig dies. zahlen nur halbe Preise von 50 Prg. an. Circus Busch Tägl. 71, Stg. a 3 U.: Seil des Todes" asw. 9 Uhr: Manegeschaustück 1000 Jahre deutscher Rhein Voranzeige Stg. nachm.z 1.M. 10 Oktober Attraktionen. Der Rattenfänger Sonntag nachm. 3%, Uhr halbe Preise! Rauchen gestattet k LUNAPARK Letzter Sonntag Volkssonntag bei ermäßigten Eintritts- u. Attraktionspreisen FEUERWERK Parkkonzert/ Voller Betrieb Eintritt 40 Pfg Elite- Sanger Kottbuser Str. 6 Tel, MpL. 160 77. Tagi.sUbr, auch Sonntag nachm 3 Uhr zu halben Preisen 0. Wandelndes Glück Großer Solotell and von Hamein zu halben Preisen Apollo- Theater Dir. Jam.Klein 8 Uhr Der Mann. der sich verkaufte mit Bruno Kastner Ververk. den ganz Tag DIE ANNELIESE VON DESSAU Ein Spiel von Liebe und Ruhm in 6 Akten Regie: James Bauer The Maly Delschaff rolle: Täglich der große Erfolg Hansa- Palast Alt- Moabit 47/48 Wochentags 600 845 Sonntags 400 600 845 Wittelsbach- Palast Berliner Straße 166 am Bayerischen Platz Wochentags 515 710 900 Sonntags 330 515 710 900 Berliner Konzerthaus Täglich Mauerstraße 82 Täglich Vier- Uhr- Kaffee( PromenadenKonzert) Dienstag. Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Gesellschaftsabend** Tanz Schwere Zeiten? Für den Herrn: Sel gescheit! Kredithaus Für die Dame: Garderobe FELIX Elegante Anzüge, Ulster, Mäntel, Rockpaletots vis a vis Jandorf. 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Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Sinfcheiden meines lieben Mannes 9/15 Max Hänsch fagen wir allen Genoffen der SPD. 21. Abteilung unseren herzlichsten Dank: Ww. Frau Clara Hänjch u. Kinder. Garderobe für Damen und Herren Teilzahlung! 1 Große Auswahl Gross Große Frankfurter Straße 141, I Kastanien- Allee 103 Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat. 650 frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Berliner Tik- Trio Neukölln, Lahnstr.74/ 75% Nr. 479 42. Jahrgang Zur Lage der Schwerindustrie. 2. Beilage des Vorwärts Der Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller veröffentlicht in der letzten Nummer der Zeitschrift Stahl und Eisen" Bro. duktionsstatistiken für Roheisen und Rohstahl. Dabet macht er einen jener beliebten Vergleiche mit der Borkriegszeit, die Unvergleichbares auf einen gemeinsamen Renner zu bringen suchen. Er vergleicht nämlich Produktionsziffern von 1924 und 1925 mit denen von 1913, ohne die Abtretung von Gebieten mit großer Eisenund Stahlproduktion im Friedensvertrage von Versailles und infolge der Teilung Oberschlesiens zu berücksichtigen. Wenn man diefe Abtretungen nach den Angaben des letzten Statistischen Jahrbuches berücksichtigt, so ergeben sich die folgenden Ziffern: Produktion von 1. Robeifen( 1918 1924 1925 Januar Februar • Zonnen Monatsdurchschn. von 1913 Tonnen in Proz 909.667 651 019 10 916 000 7812 231 809 849 71,6 89,0 873 319 96,0 . März 990 606 108,9 • April 896 362 98,5 Mai 960 541 105,6 Juni 941 201 103,5 Juli 885880 97,4 • Auguft 765 901 84,2 Januar/ August 1925 7 123 659 890 457 97,9 11 603 300 966 942 9 835 255 819 605 1 180 908 1155 351 1 209 294 84,8 122,1 119,5 125,0 1064420 110,1 1114 746 1108 748 1 030 983 115,3 114,7 106,6 93,0 113,3 2. Rohstahl( 1918 1924 1925 Januar Februar März April Mai Juni Juli Auguft. Januar/ August 1925 899 421 8 763 871 1095 484 Es ergibt sich also, daß praktisch bei Roheisen die Friedensproduktion erreicht und bei Rohstahl über. schritten ist. Besonders bemerkenswert erscheint angesichts diefer Produktionsziffern die Tatsache, daß die Erze für die Roheisenproduktion bis nor ganz furzer Zeit offensichtlich vom Lager genommen wurden, so daß die Lagerbestände überaus beträchtlich gewesen sein müssen. Man vergleiche mit den obenstehenden Produktionsziffern die folgenden amtlichen Angaben über den Einfuhrüberschuß an Eisenerzen. Er betrug im 1. Quartal 1924 2. Duartal 1924 8. Quartal 1924 4. Duartal 1924 1. Quartal 1925 • 1000 Tonnen 57,4 445,1 500,8 1948,8 2587,2 3112,2 1136,2 1765,9 2. Quartal 1925 Juli 1925 August 1925. Dabei ist gleichzeitig eine bemerkenswerte Berschiebung in den Herkunftsländern des Eisenerzes eingetreten. Es machte aus: die Einfuhr aus Schweden Spanien in der Gesamteinfuhr tat im im 1. Quart.25 2 Quart. 25 Juli 25 Auguft 25 bem westeurop. Minettegebiet. 16,94 14,74 11,58 Neufundland Nordafrila. • 8,93 62,78 57,5 70,96 73,68 18,99 17,14 8,2 6,23 5,68 0,89 0,49 2,57 6,72 5,72 1,18 8,25 Die Einfuhr aus den franzöfifchen und luxemburgischen Erzgebieten nimmt also ftetig ab, während die schwedische stetig zu nimmt. Gleichzeitig beginnen im 3. Quartal 1925 die neufundländischen Erze wieder eine größere Rolle zu spielen, und zwar ist in wenigen Monaten die Einfuhr aus Neufundland größer gewesen als im ganzen Jahre 1913. Es zeigt sich also jetzt auch in der Statistik die abnehmende Verwendung der Minette und die stete 3unahme wertvollerer Erze bei der Roheisenproduktion. Dies erflärt bekanntlich zum Teil auch den Rückgang im deutschen Steinkohlenverbrauch, da diese höherwertigen Erze beim Hochofenprozeß geringere Steinkohlenmengen erfordern als die Minette. Es ergibt sich also, daß alles in allem die Produktion der eisen schaffenden Industrie ihren Bortriegsstand wieder er. reicht hat und hinsichtlich der Rationalisierung ber Produktion, zum mindesten bei der Erzbeschaffung, sogar einen beträchtlichen Fortschritt, der noch anhält, verzeichnen kann. Leider liegt noch teine Berufsstatistit vor, aus der sich ersehen ließe, wie groß die in der Schwerindustrie beschäftigte Arbeiterzahl ist und ob etwa auch hier munmehr auf den einzelnen Arbeiter ein größerer Teil des Produkts entfällt. Die Preisbildung der Kartelle. Bekanntlich hat das Reichswirtschaftsministerium fich fett langem nachdrücklich für die Beseitigung des Borbehalts frei bleibender Preise( die Berechnung erfolgt zu den am Tage der Lieferung geltenden Verbandspreisen) aus den Lieferungs- und Zahlungsbedingungen eingefeßt. Diese Bemühungen haben, wie jetzt amtlich mitgeteilt wird, den Erfolg gehabt, daß eine große Zahl von Verbänden in Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeit, daß fich der Warenverkehr auf einer festen Grundlage vollzieht, die Frei bleibend- Klausel aufgegeben hat und dazu übergegangen ist, zu den am Tage der Auftragsbestätigung geltenden Preisen zu vertaufen und zu liefern. Es dürften mehr als girta 150 Berbände in den letzten Monaten auf diese Weise zu Festpreisen übergegangen fein und damit Rückstände der Inflationszeit aus ihren Lieferungsund Zahlungsbedingungen ausgemerzt haben. Gegen eine Reihe von Berbänden, die den Anregungen des Reichswirtschaftsministeriums feine Folge gegeben haben, ist beim Kartellgericht Klage auf Beseitigung des Borbehalts freibleibender Preise aus den verbandsmäßigen Lieferungs- und Zahlungsbedin gungen und auf Gewährung des Rüdtrittsrechts aus Verträgen, die unter diesen Bedingungen abgeschlossen sind, unter Erteilung des Rücktrittsrechts nach§ 10 Kart O. erhoben worden. Die Klagen richteten sich zunächst gegen 15 Verbände, die vorwiegend der Glasindustrie, der Ziegeleiindustrie, der feramischen Industrie, der Tertil industrie, der Eisen- und eisenverarbeitenden Industrie angehören. Unter ihnen befindet sich die Bereinigung Mitteldeutscher Hohl glasfabriten, Dresden, die Vereinigung Deutscher Stein gutfabriten, Neuhaldensleben, die Verkaufsgesellschaft Deut cher Steinzeugwerte, Berlin, die Bertriebsgesellschaft Deutscher Ba ummollnähfäden Fabrifen, München, die Ber einigung Deutscher Fabrikanten von Baumwoll, Strid und Handarbeitsgarn( Striga), Engelskirchen, der Verein Deut scher Farbindustrieller, Berlin, und der Bengolfabrit des Oftens, Berlin. Wenn es angesichts der Tatsache, daß der Reichs # Sonnabend, 10. Oktober 1925 Preisabbau und Konsumgenossenschaften. Erfolge in der Preissenkung. Selbsthilfe der Verbraucher. Wie zur fefigen oder besser unseligen Inflationszelt des geschrieben, alfo zur notwendigen Neubildung des BetriebsJahres 1923 erhebt sich auch jetzt wieder in den entgegengesetzten tapitals verwendet werden, so ergibt sich, daß die Genossen Lagern politischer und wirtschaftlicher Organisationen die Frage: schaftspreise insgesamt 8 bis 10 Proz. billiger sind, daß aber allerWo bleiben die Konsumvereine? Es wäre ja auch dings die Differenz zunächst nicht der Allgemeinheit der Bevölkerung, ganz unverständlich, wenn angesichts der vorhandenen 2500 Ber- sondern eben nur den Mitgliedern der konsumgenossenschaftlichen brauchergenossenschaften mit über 4 Millionen Familien diese Frage Organisationen zugute tommen, wobei aber die automatische nicht auftauchen würde. Sie entspricht also der wirtschaftsorgani Auswirkung zugunsten der Allgemeinheit der Bevölkerung nicht zu satorischen Bedeutung der Konsumgenossenschaften, denen man ohne unterschäßen ist, wie eingangs gezeigt wurde. weiteres einen entsprechenden Einfluß auf die Preisbildung zuschreibt. Und mit Recht, wenn auch zunächst in negativem Sinne, d. h. wenn eine positive Preisminderung zur gegebenen Zeit und für bestimmte Waren auch nicht zu verzeichnen ist. Denn es läßt sich mit Bestimmtheit sagen: Wenn die genossenschaftlichen Bergeben tonnten, so erscheint es immerhin angezeigt, die mittel aufbraucherorganisationen mit ihren auf Massenumsatz eingerichteten Verteilungsstellen und Zentrallagern nicht vorhanden wären, dann würde das Preisniveau der von den Konsumgenossenschaften gemeinnüßlich bewirtschafteten Waren ein noch viel höherer sein, als es zurzelt festzustellen ist. Beweis: Ueberall da, wo sich die Preisbildung ber Bare ohne den Einfluß der Konsumgenossenschaften vollzieht set es, weil sie von ihnen überhaupt nicht geführt wird, oder die Preisdiktatur von Industrie und Handelstartellen( fiehe Kohlenversorgung) den Einfluß der Konfumgenossenschaften auszuschaften in der Lage ist, ist die Spannungsdifferenz zwischen Erzeuger und Kleinverkaufspreis mefentlich größer als bei den auch von den Konsumgenossenschaften geführten Waren. In diesem Zusammenhang muß wohl daran erinnert werden, daß die wirtschaftliche Leistung der Konfumgenossenschaften in der Borkriegszeit weniger nach der Höhe der von ihnen ausgeschütteten Rüdvergütung an ihre Mitglieder, als nach der von allen ernsthaften Nationalötonomen anerkannten Tatsache eingeschäßt wurde, daß ohne Konsumgenossenschaften bie Preffe immer unb überall höhere waren, als wo folche beftanden. So konnte fich die finanzielle Rückvergütung der deutschen Konsumgenossenschaften an ihre Mitglieder in einem Jahre auf 50 bis 60 Millionen Mark belaufen, während die preisregulierende Wirkung für die Gesamtheit der Bevölkerung auf mindestens das Zehnfache angenommen werden Von diesem Gefichtspunkte aus muß deshalb die gestellte Frage behandelt und beurteilt werden, wenn man zu richtigen Schlüffen gelangen will. Und die Unterredung, die der Reidystanzler Dr. Luther am 30. September mit den Vertretern der Sentralver bände der deutschen Konsumgenossenschaften hatte, bildete nur eine Bestätigung der vorerwähnten Tatsache. Denn wenn nach einem Bericht der an der Unterredung beteiligten Bertreter des Hamburger Zentralverbandes deutscher Ronfumvereine der Reichskanzler be merkte, daß nach einer ihm vom Privathandel( 1) gewordenen Mitteilung die Ronfumvereine zurzeit in der Preisstellung nicht in dem Maße wie vor dem Kriege voranschritten," so ist hierin einerlei ob die Mittellung richtig ist oder nicht die autoritatiofte Bestätigung von der abfolut preisregulierenben wirtung der Konsumgenossenschaften vorhanden. Aber diese Wirtung hat eben dann ein Ende, wenn ihr möglichstes Ziel erreicht, oder an den Quellen der Preisbildung Industrie- und Handelsfartelle unabhängig und willkürlich die Preise festgesezt werden und neue Zölle und Steuern einen Tell der Preisteuerung bilden. Es ist im übrigen von einigem Interesse, wenn die Genoffen schaftsvertreter feststellen konnten, daß auf Grund der amtlichen Ermittlung des Statistischen Amts in Hamburg der bort maßgebende Konsumverein Probuftion" im Monat Juft im Durchschnitt um 6 Broz. billiger als der sonstige Handel gewefen fel". Eine Feststellung, die die Regierung fofort mit der Ergänzung erwiderte, Feststellung, die die Regierung fofort mit der Ergänzung erwiderte, „ es sei festgestellt worden, daß die Konsumvereine im Durchschnitt 5 Broz. billiger selen als der Handel". tagion Nimmt man zu diesem von der Regierung anerkannten Bt1Tigerpertaufspreis der Konsumgenossenschaften im allgemeinen die Tatsache, daß schon eine große Anzahl derfelben ihren Mitgliedern wieder eine Rücvergütung von 3 bis 5 Broz. auf den Waremumsatz geben tönnen die aber ben Gefäftsanteilen zuverband der Deutschen Industrie in mehrfachen Entschließungen und daß auch die Bereinigung der Arbeitgeberverbände nachdrücklich be. tont haben, daß die Gesundung unserer Wirtschaft wesentlich von der Rückkehr zu Feftpreifen abhängt, und daß daher im Interesse der Gesamtwirtschaft der Verkauf zu feften Breisen verlangt werden müsse, noch einer besonderen Begründung bedürfte, daß die Anwendung dieser Klauseln die Gesamtwirtschaft gefährdet, 10 genügt es wohl, auf folgendes hinzuweisen: Für eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft ist die Schaffung einheitlicher und fester Kaltulationsgrundlagen Don ausschlaggebender Bedeutung. Das System des Berkaufs zu festen Breisen sichert diese und beruhigt die Preisbildung einmal burch eine grundsäßlich psychologische Einstellung der an der Preisbildung beteiligten Kreise und ferner durch die Auslösung der preis ausgleichenden Tätigkeit des Handels. Da der Berkäufer, der zu Festpreisen verkauft, das Haufferisiko ins besondere für die Entwicklung der von ihm aufzuwendenden Einzelfosten läuft, dagegen Vorteil aus einer Senkung zieht, ist er an einer Breissteigerung für die verkauften Mengen nicht interessiert. Bei der Anwendung des Vorbehalts freibleibender Preise ist die Ein stellung des Verkäufers die umgefehrte. Er zieht einen Vorteil aus jeder Preissteigerung und fann bei einer Preissenfung mur verlieren. | Da nun die Reichsregierung mit dieser Leistung der Konfumgenossenschaften noch nicht zufrieden gewesen zu sein scheint, obwohl die Genoffenschaftsvertreter die bündigsten Ertlärungen über die iparsamste Raltulation der Konsumgenossenschaften abzuzeigen, wie der Preis abbau sowohl im allgemeinen wie bei den Konsumgenossenschaften wirtsam und prattisch gefördert werben tönnte. As folche Mittel erscheinen: 1. Die gänzliche Befreiung der Konsumgenossenschaften von der Il magteuer, ble fie boppelt bezahlen müssen. Denn die von den Mitgliedern der Konsumgenossenschaften zu bezahlende Umsatzsteuer ab 1. Oftober beträgt nicht 1, sondern 2 Broz, da sie für die gleiche Ware pon den gleichen Kunden( Mitgliedern) zweimal bezahlt werden muß. 2. Die Befreiung der Ronfumgenoffenfchaften von ben angeregten Gewerbesteuern der Länder, und zwar durch die Reichsgefeggebung; wenn nötig durch eine Berordnung über den Preisabbau". Ein rechtlicher Hinderungsgrund fanu nicht bestehen, nachdem durch die Reichssteuergeseßgebung( Körperschaftsfteuer$ 4) sorte bardh richterliche und höchftrichterliche ( Reichsfinanzhof) Urteile festgestellt ist, daß die Konsumgenossenschaften gar teine Gewerbebetriebe darstellen. 3. Die eventuelle Gewährung von Staatstrebit an Ronfumgenoffenschaften zu den gleichen billigen Säßen wie er der Landwirtschaft und dem Handwerk( und wohl auch bald der Industrie?) zur Verfügung gestellt wird. Denn nach der Ber nichtung ihres genossenschaftlichen Betriebskapitals durch die Inflation sind die Konsumgenossenschaften fast allgemein gezwungen, furzen Banttredit in Anspruch zu nehmen, was vor dem Krieg und der Inflation unnötig war. Diese dret Mittel, deren Anwendung von dem guten Willen der Regierung abhängig ist, würden eine wesentliche Entlastung der tonsumgenossenschaftlichen Breistaltulation und ohne weiteres Preisabban bedenten; denn man braucht nur zu bedenten, daß infolge neuer Steuern und erhöhter Frachten, Rollgelder, Sinsteigerung die Warentaltulation bei den Konfum. genoffenschaften um 10 Bros. geftiegen ist.( Woraus fich übrigens ergibt, daß die ganze übrige Preisdifferenz zwischen Borfriegs und heutigen Breifen in Höhe von etwa 60 Prog. durchschnittlich an ber Quelle und auf dem Wege zum Detailhandel ober den Ronfum genossenschaften hängen bleibt.) Aber es bleibt noch ein Mittel für den Bretsabbau übrig, bei welchem die Mitglieder der Konsumgenossenschaften selbst und im Berlaufe der welteren Entwicklung die Allgemeinheit der Bevölkerung Subjett sein tann, während beide seither in starfem Maße mur das Dbjeft ihrer eigenen turzfichtigen Handlungen find." Es ergibt sich nämlich aus den Feststellungen, daß der Waren. umfaß in den Konsumgenossenschaften auf das Jahr und Mitglied ( Familie) berechnet, ta um 200 m. beträgt, gegen etwa 300 m. der Vorkriegszeit. Da mun die Warenpreise um durchschnittlich 75 Broz höher stehen als vor dem Artege, müßte mindestens ein Durchschnitt von 450 m. erzielt werden. Aber auch dieser Durch schnitt ist noch viel zu gering, denn er tönnte mindestens doppelt so hoch fein, wenn die genoffenschaftlich organisierte Berbraucherschaft die Einsicht befäße, daß steigender Umfab sintende Untoften bedeuten. Daß mithin die Berbraucher selbst in den Konsumgenossenschaften am Brelsabbau in mirtsamster Weise teilnehmen fönnen durch grundsätzliche und praktische Ber. menbung ihrer Rauftraft in den Ronfumgenossen fchaften. Und dies Mittel bedarf glüdlicherweise feiner Gesetzgebung. Dafür aber um so mehr der Einsicht und der freien Willensenergie. Franz Feuerstein Tatsache, daß als Folge der Anwendung dieser Klausel eine stärtere Festlegung von Rapital zu unwirtschaftlichen Zweden erfolgt. Dies ist beim Handel insofern der Fall, als die Ungewißheit über die Höhe des eigenen Einkaufspreises einen Weiterverkauf nach erfolgter Liefe rung sehr erschwert und daher der Warenumschlag verlangsamt wird. Bei der Industrie wird dagegen vielfach, um einen höheren Preis zu erzielen, die Lieferung in der Hoffnung auf Preiserhöhungen über Gebühr hinausgezogen. Das hat zur Folge, daß der Handel, wenn er vor erfolgter Lieferung an ihn Ware weiterverkauft, das Rifito einer späteren Preiserhöhung läuft, was er wieder durch entsprechende Risitozuschläge ausgleichen muß. Diese Gedankengänge des amtlichen Rommuniqués verdienen allgemeine Beachtung. Vom Reichsverband landwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Der Reichsverband landwirtschaftlicher Klein. betriebe tagte am 6. und 7. Oftober in Berlin. Der Verlauf dieser Veranstaltung beweist erneut, daß der Verband in den letzten Jahren eine angesehene Stellung als fortschrittliche Spizenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe errungen hat. Zahlreiche Neugründungen von flein- und mittelbäuerlichen Organisationen sowie der Zustrom neuer Gruppen, insbeson dere auch aus Kreisen mittelbäuerlicher Betriebe, machten eine Namensänderung erforderlich. Der Verband nennt sich in Zukunft: „ Reichsverband landwirtschaftlicher Klein- und Mittelbetriebe", um dadurch allen Außenstehenden gegenüber seinen Charafier als Berufsvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe flarer hervor treten zu laſſen. Die Bedeutung, die der Handel in der Borfriegszeit für den zeitlichen Mengen- und Preisausgleich gehabt hat, ist bekannt. Die Möglichkeit, in der früheren Weije preisausgleichend zu wirken, ist ihm unter der Herrschaft freibleibender Preise genommen. Wenn ihm jede Lieferung, die an ihn erfolgt, zu den gegebenenfalls erhöhten Breisen im Zeitpunkt der Lieferung berechnet wird, so ist er außerst and e, wie früher aus laufenden, zu günstigen Festpreisen Die Beratungen erstreckten sich im wesentlichen auf Organi. getätigten Abschlüssen und unter Verzicht auf die volle Ausschöpfung des Markt- und Verbandspreises im Zeitpunkt der Lieferung den fations. und Genossenschaftsfragen sowie auf die zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung in nächster Zeit Verbrauch zu beliefern und damit auf die Markttendenz und auf die Die erforderlichen Maßnahmen. Es wurde beschlossen, bei der Beratung Preispolitik eines Verbandes mäßigend zu wirken. Klaufel freibleibender Preise wirtt noch aus weiteren Gründen der preußischen Berwaltungsreform dahin zu wirken, daß die preissteigernd. In erster Linie ist die schon erwähnte grundsägliche Siedlungsaufgaben in Butunft den Organen der SelbstEinstellung der an der Preisbildung beteiligten Streife à la hauffe verwaltung in den Kreisen übertragen werden. von Bedeutung. Dazu kommt, daß die Hausseeinstellung des zu freibleibenden Preisen abschließenden Berläufers das Streben nach Rationalisierung und Kostensentung er. fahrungsgemäß einschläfert, weil er mit der Abwälzung auch unwirtschaftlicher Kosten auf den Käufer rechnen fann, während ein Berkäufer zu Festpreisen in Wahrnehmung der Baisfechance seine ganze Tatkraft darauf verwenden wird, seinen Betrieb voll auszunuzen und ihn technisch und organisatorisch zu rationalisieren. Diese verschiedene Einstellung wirkt über den Einzelstand hinaus auf die Preispolitik der Berbände Breissteigerub mirti auch die Die Ufa in Jtalien. Die Verwaltung der Iniverfum. Film Attiengesellschaft teilt mit, daß fie die Majorität der Aftien der Westi Film Società Anonima Italiana in Rom erworben hat, um diese Gesellschaft unter dem Namen Ufa- Film S.-A.-J. fortzuführen. Außer der römischen Hauptnieder laffung gelangen damit die Filialen in Genua, Neapel und Palermo in den Besitz der Ufa, denen fich in nächster Zeit weitere Zweig stellen und auch Theater in verschiedenen großen Städten Italiens anreihen sollen. der Berordnung belgegebene Aufstellung zählt ble in Be-| mit bestimmten Zahlen, die sich zwischen 1,65 und 1 bewegen, Stand der Sozialversicherung.acht tommenden Strankheiten einzeln auf. Durch diese Ber- je nachdem der Unfall in den Jahren 1885 bis 1914 eingetreten Was die Versicherten wiffen müffen. Or Bon Fr. Kleeis. Unsere Sozialversicherung ist das Schmerzenskind der Gesetzgebung. Auf keinem anderen Gebiete werden stets derartig viel Aenderungen durch Gesetze, Erlasse usw. bekanntgegeben mie auf diesem. Die Gesezmaschine fommt hier überhaupt nicht zur Ruhe. Es ist selbstverständlich, daß es dem Fachmann schwer fällt, und dem Laien und dem Versicherten schier unmöglich ist, sich auf diesem doch so überaus wichtigen Gebiete auf dem laufenden zu halten. Es kann trotzdem dem Versicherten nur immer wieder ans Herz gelegt werden, sich mit der Materie etwas vertraut zu machen, um sich und seine Familie vor Nachteilen zu bewahren. Die einzelnen Gebiete unserer Sozialversicherung, die so richtig ein Kind der modernen Arbeiterbewegung ist, wurden nach vieler Mühe erstmalig in der Reichsversicherungsordnung einheitlich zufammengefaßt und geregelt. Die einzelnen Abschnitte( Bücher) dieses Gefezes traten nicht gleichzeitig in Kraft, sondern nacheinander. Durch die Bestimmung über die Schließung aller bestehenden Gemeindekranteniassen, welche am 31. Dezember 1913 in Kraft trat, waren nunmehr alle Bestimmungen über fämtliche Zweige unserer Sozialversicherung in der Reichsversicherungsordnung zusammengefaßt. Fachleute und Verficherte maren erfreut hierüber, wurde doch durch das neue Gefeß Gelegenheit geboten, die Versicherungen leistugnsfähiger zu gestalten. Aber der Krieg und die nachfolgenden Inflationsjahre machten diesem Zustand ein Ende. Notverordnungen und Erlasse überſtürzten sich, so daß sich bald fein Mensch mehr aus den jeweils gültigen Bestimmungen herausfand. Dieser Zustand wurde immer unerträglicher und unhaltbarer. Die Regierung fonnte sich den berechtigten Wünschen der Versicher ten auf Abänderung nicht verschließen. Am 22. Dezember 1924 veröffentlichte der Reichsarbeitsminister die Reichsversicherungsordnung in neuer Fassung vom 15. Dezember 1924". Wir hatten also wieder ein einheitliches, einziges Gesetz, welches alle in Frage kommenden Bestimmungen enthielt. Diese Freude war aber auch nicht von allzuianger Dauer. Schon furz nach Beröffentlichung des neuen Gesezes famen wieder Aenderungen und Verbesserungen. Diese haben bereits einen derartigen Umfang angenommen, daß die neue Reichsversicherungsordnung wieder illusorisch ist. Es ist notwendig, einmal furz die feit Einführung der neuen Reichs versicherungsordnung erlassenen michtigsten Verordnungen und Nachträge zu streifen. ordnung ist ein längst ersehnter und auch vollkommen berechtigter Wunsch der Bersicherten erfüllt. Nach langen Beratun gen, in denen die verschiedenen Meinungen oft hart anein anderplatten, wurde das zweite Gesetz über Aenderungen in der Unfallversicherung vom 14. Juli 1925" veröffentlicht. Dieses umfangreiche Gesetz bringt weitgehende Aenderungen, die in vielen Fällen nicht immer den Versicherten von Vorteil sind. Die Versicherung gegen Betriebsunfall ist ausgedehnt auf den Weg von und zur Arbeitsstätte, sowie Beförderung, Verwahrung und Instandhaltung, Reinigung usw. von Arbeitsgeräten. Als vollkommen neue Leistung ist die Berufsfürsorge eingeführt worden. Diese Berufsfürsorge umfaßt die berufliche Ausbildung der Berunfallten zur Wiedergewinnung oder Erhöhung der Erwerbsfähigkeit, insoweit der Verlegte durch den Unfall in der Ausübung seines oder eines ähnlichen Berufes wesentlich beeinträchtigt ist. Nötigenfalls wird GeWähler- Kundgebungen ist. Bei Unfällen, die sich nach dem 30. Juni 1914, aber vor dem 1. Juli 1924 ereignet haben, wird der Jahresarbeitsverdienst nach Durchschnittssäzen berechnet, die von einem für jede Berufsgenossenschaft bzw. Sektion zu bildenden Ausschuß festzusetzen sind. Durch diese Regelung gelangen nunmehr auch wieder die Empfänger von 10- und 15prozentigen Renten, die bisher 1 M. vierteljährlich erhielten, zu ihrem Rechte. Fast ebenso einschneidende Aenderungen wie in der Unfallversicherung haben wir in der Invalidenversicherung zu verzeichnen. Nach langen Beratungen wurde am 31. Juli 1925 ein Gesetz über Aenderungen in der Invalidenversicherung im Reichsgesehblatt veröffentlicht. Dieses Gesetz sieht sowohl Erhöhungen der Leistungen als auch der Beiträge vor. Die Beiträge der fünf Lohnstufen erhöhen sich auf 25, 50, 70, 100 und 120 Pf. Hierzu fommt noch eine Lohnklasse 6 mit einem Beitrag von 1,40 m. wöchentlich. Diese Beitragserhöhung tritt mit dem 28. September 1925 in Kraft. Alle nun folgenden Aenderungen, die im Gesetz vom 28. Juli enthalten sind, traten bereits mit dem 1. Juli 1925 in Kraft. Der Grundbetrag der Invalidenrente ist von 120 auf 168 m. heraufgesetzt. Der Steigerungsfag für alle nach dem 31. Jaheute Sonnabend, 10. Oktober, 7%, Uhr abends: nuar 1923 verwendeten Beiträge beträgt 20 Broz.( vorher Staaten: Gasthaus Wolff, Spandauer Straße. Cladow: Gasthaus Hans Bäumann. Gatow: Gasthaus zur Linde. Redner: Dr. Herz- Spandau, Hermes, Kreuziger. Tagesordnung: Der Rechtsfurs in Deutschland und die Parteien! Warum muß Berlin am 25. Offober fozialdemokratisch wählen?" Sonntag, den 11. Offober: Charloffenburg( 52. und 53. Abteilung): Lokal Bretschneider, Königsdamm( a. d. Rennbahn). Beginn vorm. 10% Uhr. Schöneberg: Schloßbrauerei, Hauptstr. 124. Beginn vorm. 10 Uhr. Lantwik: Lehmanns Feftfäle, Kaiser- Wilhelm- Straße 23/31. Blankenfelde: Lofal Stab. Beginn nachm. 3 Uhr. Beginn vorm. 10 Uhr. Blankenfelde: Lokal Stab. Beginn nachm. 3 Uhr. Redner: Großmann, Hehschold, Ad. Hoffmann, Lempert. Tagesordnung: treten. im Roten Hause. " 10 Proz.). Der Kinderzuschuß ist von jährlich 36 auf 90 m. heraufgesetzt worden. Böllig neu ist auch eine Bestimmung, daß bei Versicherten, deren wöchentliches Entgelt die Summe Don 6 M. nicht übersteigt und bei Lehrlingen der Arbeitgeber die vollen Beiträge allein zu ents richten hat. Es ist durch diese Bestimmung den gering entlohnten Versicherten ein schon lange gefordertes Entgegenfammen nun endlich gezeigt worden. Im Gegensatz hierzu find die Selbstversicherten und die Weiterversicherten in ihren bisherigen Rechten etwas beschränkt worden. Der§ 1440 erhielt im Absatz 1 folgende Fassung: Bei der Selbstversicherung und Weiterversicherung sind Beiträge in der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Lohnklasse, mindestens aber Es dürfen in der Lohntlasse 2 zu entrichten." also von den Selbstklebern" in feinem Falle mehr Beitragsmarfen nach der ersten Lohnklasse verwendet werden. Der Reichszuschuß für jede Invaliden-, Witwen- und Witwerrente beträgt nach dem Gesetz über Aenderung in der Berechnung der Renten aus der Invalidenversicherung vom 23. März 1925 ab 1. April 1925 jährlich 72 m. Ebenso ist der Zuschuß des Reiches zu den Waisenrenten vom gleichen Tage ab auf je 36 M. erhöht worden. " 1 In den Beziehungen der verschiedenen Ber ficherungsträger untereinander find ebenfalls Aenderungen eingetreten, die durch die eben geschilderten neuen Ge Berufsgenossenschaft nicht mehr wie bisher vom Beginn der 14. Woche der Erwerbsunfähigkeit die Leistungen der Krankentasse, sondern vom Beginn der neunten Woche. Die Be stimmungen über das Zusammenarbeiten zwischen Krankentassen und Berufsgenossenschaften sind überhaupt in vielen Beziehungen geändert. Da diese Fragen mehr rein fachtechnischer Natur sind, brauchen wir hier nicht näher auf diefelben einzugehen. Die Krankenversicherung ist seit der Beröffent lichung der Reichsversicherungsordnung in neuer Fassung von großen und entscheidenden Aenderungen verschont geblieben. Berlin im Spiegel der Parteien!- Die Politit fete bedingt find. Bei den Betriebsunfällen übernimmt die Man tann dies nur mit Freude begrüßen. Die steten Aenderungen und neuen Verordnungen tragen selten dazu bei, ein ersprießliches Arbeiten zu ermöglichen. Die Einkommensgrenze, bis zu der faufmännische Angestellte, Wertmeister und Angestellte in ähnlich gehobener Stellung frankenversicherungspflichtig sind, ist durch die Verordnung des Reichsarbeitsministers über die Dienst- und Einkommensgrenze in der Krankenversicherung vom 10. Januar 1925 von 2400 auf jährlich 2700 Mart heraufgeschraubt worden. Alle Versuche der Gewerkschaften, diese Grenze höher hinaufzuschieben, schlugen fehl. Ueber die Leistung und Zahlung der reichsgesehlichen Wochenhilfe, die ja auch den Krantentassen angegliedert ist, ist ein neuer Gefeßentwurf in Beratung, der noch nicht verabschiedet worden ist. Cin früherer neuer Gefeßentwurf auf diesem Gebiete stieß auf großen Widerstand sowohl bei den Versicherten, als auch den Versicherungspraftifern. Durch das groeite Gesetz über Aenderungen in der Unfallversicherung find Aenderungen der Leistungen der Krankenkassen bei Betriebsunfällen eingetreten. Die größten und grundsätzlichsten Aenderungen haben wir in der Unfallversicherung zu verzeichnen. Und das mit Recht, denn gerade die Unfallversicherung ist der 3weig unferer Sozialversicherung, der noch am meisten und gründlichsten einer Organisation und einer Verbesserung bedarf. Durch die Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 12. Mai 1925 find ab 1. Juli 1925 die Berufstrantheiten mit in die Unfallversicherung einbezogen worden. Die über die Entschädigung bei Betriebsunfällen bestehenden Borschriften werden sinngemäß auf die Berufskrankheiten angewendet. legenheit zur Erlernung eines neuen Berufes gegeben. An Stelle der bisherigen Hilfslosenrente" ist die Pflege" geDie Pflege besteht in Hilfe und Wartung durch Krankenpfleger usw. oder in der Gewährung einer Barentschädigung für diesen Zweck in Höhe von 20 bis 75 Mart monatlich. Als Kinderzulagen werden für jedes eheliche oder diesen gleichgestelltes Kind bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres 10 Praz. der Rente gezahlt, folange der Berletzte eine oder mehrere Renten von mindestens 50 Proz. der Bollrente oder mehrere Renten von mindestens 50 Broz. der Vollrente bezieht. Die Witwenrente beträgt ein Fünftel, solange jedoch die Witwe mindestens die Hälfte ihrer Erwerbstätigkeit durch Krankheit usw. verloren hat, zwei Fünftel des Jahresarbeitsverdienstes, wenn die Beschränkung der Erwerbsfähigkeit länger als drei Monate bestanden hat. Der Höchstbetrag der Hinterbliebenenrenten ist von drei Fünftel auf vier Fünftel des Jahresarbeitsverdienstes erhöht worden. Bon besonderer Bedeutung sind die neuen Borschriften über die Rentenberechnung. Die bisherige ,, Drittelungsgrenze" von 1800 m. ist aufgehoben. Die Zulagen und Sonder aulagen fommen in Wegfall. Die alten Renten, die bisher in Papiermark zu berechnen waren, werden nunmehr in Reichsmart umgewertet. Hat sich der Unfall vor dem 1. Juli 1914 ereignet, so gilt als Reichsmartbetrag des Jahresarbeitsverdienstes der nach den bisherigen Borschriften in Markwährung berechnete Betrag des Jahresarbeitsverdienstes, vervielfältigt Billiger Freitag und bei Sonnabend Schreibhefte holzfr. Papier, alle LiniaOberhemden turen mit Löschbl. 12 St. 85 Pt durchgeh. Perkal, gefütterte Faltenbrast, Oktayhefte holzfr. 5 Pt Papier Aufgabenhefte Lösch- Blätter Block 25 Stück. Schulfedern Duzd Federhalter Hols Bleistifte verschied Stärken. A.W. Faber Bleistifte Dessin" Federbüchsen Blech oder Aluminium, Radiergummi für Blei und Tinte Schüler- Etuis Leder..... 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Juli 1925 erlassen ist, schaffen. Diese Borschrift bezweckt die leichtere und vermehrte Gewährung von Heilverfahren bei allen Berficherungsträgern. Die Reichsregierung fann nach Anhörung der Versicherungsträger und der Aerzte besondere Richtlinien_betreffend das Heilverfahren in der Reichsversicherung erlassen. Auch soll das Zusammenwirken der Versicherungsträger untereinander und mit den Einrichtungen der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege auf dem Gebiete des Heilverfahrens und der fozialen Hyaiene durch Richtlinien der Reichsregierung neu geregelt werden. Jandorf Kaffeedecken 365 790 Künstlergardinen 2.⁹⁰ gewebter Tüll, 2 Schals und Querbehang Bettdecken gewebter Täll 650 Kleiderrock Fenster aus haltbarem Stolf, dunkle Farben 78 Straßenkleid . einfarbig od weiß ca. 130x130 ca. 130X160 ca. 130x225 m. 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Gktoberl92S Unterhaltung unö ÄNissen Settage des vorwärts hohenzollern im Nachtgewanö. Bon Hermann Schützinger. Die„S i e g e s a l l e e� wird renoviert. Bretterzöim« wachsen an den Denkmälern empor, um die.schadhaften" Herren des Hohen- �ollernhauses zu.reparieren" und die vielen abgebrochenen Krönlein, Adlerschnäbel und-schwingen wieder anzupappen. Der deutsche Spießer stößt sich nicht daran, dgß in der belebtesten Ecke des.Tier- gartens" immer noch die Kitschware des.Wilhelminischen Zeit- geistcs", die schlechteste Durchschnittsware der Berliner Ateliers um die Jahrhundertwende sich breit macht. Er hält es für vollkommen richtig, daß die Republik in den kommenden Jahren Unsummen in die Reparatur dieser„Denkmäler" steckt, deren Marmorblöcke west auseinanderklaffen und deren Fundamente nach rechts und links in den Sandboden.absacken". E i n Gutes hat die Verschleuderung der Gelder an das monu- mentalfte Denkmal von Wilhelms Geschmacklosigkeit aber doch! Die Erinnerung an diese eigenartige Familie, die dort in Marmor ver- ewigt ist, und zwar an alle zusammen, nicht an besonders ausge- wähste Musterexemplare, bleibt! Seit ich das Buch von Dr. Graß- hoff„Das wahre Gesicht der Hohenzollern"(Verlag Gustav Ziemsen, Berlin) gelesen habe, sage ich sogar: Steckt den legten Pfennig der Republik in die Siegesalle«! Kümmert euch um den allerletzten dieser Steinklötze neben der Friedrich-Ebert-Straße, damit gar nichts kaputt geht an diesem Man- slrum der Hohenzolleln-Dynasti.e! Denn jeder davon ist sein Geld wert— in seiner Art— für die Republik! Mehring und Maurenbrecher haben ja die politischen Unter- und Hintergründe der„Hohenzollernlegende" schon gründlich aufgedeckt und den permanenten Verrat der Hohenzollern am Kaiser und am Reich und letzten Endes auch am eigenen Volk gebührend in den Vordergrund gerückt. Graßhoff aber hat sich die Mühe genommen. die Menschen dieser spaßig-ttagischen Dynastie so zu zeichnen. daß sie uns von jetzt an als liebe und freundliche, gute, aste Bekannte von ihre» Sockeln heruntergrüßen, mit einem Augenzwinkern, das uns bedeuten fall: Heda, wir kennen uns, aller Freund! Da steht der erste brandenburgische Hohenzoller, der Burg- gras Friedrich, wie ein Gralsritter auf seinem Postament! Wie er in die Mark Brandenburg gekommen ist, verschweigt der Zollernhisioriograph: Der Adel verweigert ihm die Huldigung: die Städte, vor allem Berlin, hauen ihm die Tore vor der Nase zu— und am.Kremmer Damm" bezieht er im Jahre des Heils 1412 zunächst einmal tüchtige Prügel und die Hälfte semer fränkischen Ritterschaft beißt ins Gras. Markgraf Kasimir. Ein feiner Herr!„Ein Scheusal in Menschengestalt: durch und durch feige, grausam, heuchlerisch und verlogen." Seine erste Tat war der.Dolchstoß" gegen den Vater! Mit feinen beiden Brüdern fiel er über den Alten her raubte ihm den Markgrafensessel, sperrte ihn zwölf Jahre in die.Plasienburg", bis er elend verkam! Im übrigen pflegte er sein Mütchen an den Bauern zu kühlen.„Markgraf Kasimir", berichtet nach Graßhoss der.Ehrliche Heller" in seiner.Bayreuther Chronik",„lieh etlich tausend Bauern durch sein Kriegsvolk hin und wieder im Land um- bringen, zog danach gen Culmbach, da ließ er in zwei Tag 14 Mannen von Bayreuth, Pegnitz und Culmbach die Köpfe abschlagen: ferner zu Kissingen ließ er 32 Bürgern und Bauern die Augen ausstechen. Mindestens 50l1 Personen überlieferte dieser grausamste Bauern- und Lürgerschinder dem Scharfrichter und zog über 100 000 Gulden Strafgelder ein." Ein reizender Landesvater, wirklich ein seiner Herr! Ein guter.Geschäftsmann" war Markgraf Albrecht! Er ließ sich zum Hochmeister des Deutschen Ordens wählen und legte mit einem widerwärtigen Kuhhandel das Fundament zum Preußen st aat. Seine Hochmeisterwürde benutzte er nämlich lediglich dazu, um durch Eid- und Wortbruch den Lrdcnsstaat als weltliches Herzogtum in die Tasche zu stecken. Schließlich begab er sich als„teutscher und protestantischer" Mann zur Sicherung des schweren Kicchenraubes unter die Oberhoheit des katholischen Polen- königs. Um eine Ausrede ist ein Hohenzoller natürlich nie verlegen: „Solche Mummerei kann mit gutem Gewissen geschehen zur Beförde- rung der göttlichen Lehre." Ja, die Hohenzollern und der üeb« Gott— die stehe?!, wie man sieht, schon seit fünfhundert Iahren in engstem Kompaniegeschäft! Markgraf Albrecht Friedrich war ein Schwächling übelster Sorte. Bald verfiel er in Blödsinn. Damit sich die „Dementis präcpx" im Hause Hohenzollern nicht zu rasch wieder verflüchtige, zwang ihn der märkische Adel zur Heirat mit einer ebenfalls blödsinnigen Prinzessin v. Cleve. Als der hohe Herr den Vollzug der Trauungszeremonie verweigert«, sagte ein Herr o. Wam- bach zu seinem„angestammten Fürsten":.Wollen Euer Gnaden nicht folgen so wird man nicht sagen, gnädiger Herr, sondern du Lecker!— Und über den Tisch gezogen und ein Gut's abgestrichen!" Wirklich eine rührende Anhänglichkeit an das Hohenzollernhaus! Unter Kurfür st Joachim steigerte sich die Liebe des bran- denburgischen Adels zum angestammten Fürstenhaus zu schwindeln- der Höhe. Ein Herr v. Otterstedt schrieb mit Kreide an die Tür des Herzogs die sinnigen Worte:„Jochimke, Jochimke, hüte dich— wo wir dich krygen, hangen wy dich!" Er wurde hingerichtet und ge- vierteilt. In kurzer Zeit sielen mehr wie 70 altadelige gut branden- burgische Köpfe. Im übrigen hat sich Joachim durch seine stumpfsinnigen und grausamen Judenverfolgungen und durch seinen Streit mit Martin Luther einen Namen gemacht. Joachims Frau war, angeekelt von ihres Mannes sexuellen Exzessen, zu dem Wittenberger Reformator geflüchtet. Luther aber hat den Markgrafen durch sein« offenen Briefe und durch einjge moralische Ohrfeigen zum Gespött des da- maligcn Deutschlands gemacht. Bekannt ist Joachims plötzliche Flucht vor der dem Rurfürsten im Jahr» 1525.unter dem Siegel der Verschwiegenheit" prophezeiten „Sintflut" aus dem Berliner Schloß auf den Kreuzberg. Die Berliner konnten seinetwegen mit Mann und Maus versaufen! Wenn nur er selber in Sicherheit war! Ein echter Hohen- zoller! Der Mann verdient seinen Stein! Kurfürst Joachim II. zeichnete sich vor allem durch seine negativen Feldherrnqualitäten aus. In der Schlacht bei Ofen.zog er ab mit Spott, der ganzen Christenheit zum Nachteil, über 15 000 Mann der guten Streiter gingen verloren. Nie ist so große Schmach und Unehre im Reiche geschehen!" Man sieht, lauter Fridericus- Nexe sind's nicht gewesen! I o h a n n G e o r g ist ein prächtiger Ahnherr, wie ihn Wilhelm der Letzte sich nicht schöner denken kann. Aberglaube und Mystizis- mus,„Klingclrennen, Turniere und Mummenschanz" mischen sich mit lärmenden Gesten und prahlerischen Reden. Er starb hochbetagt pnd ließ uns 23 junge Hohenzollern zurück. S!e brauchen neue Tricks. tz Vu August, schaff mir eine neue Hammer. Wir find mit unfern Kühlern sehr in Äöten. Wenn vir nicht veiter ihr Gehirn verlöten, Geht noch das ganze publilum uns fiöten... Schon schmeckt dem hergt nicht Mmpe mehr noch Sommer. Su August, schaff mir einen neuen Schvindel, Saß wieder in Segeiffrung fie geraten. Avfvettvng, Patt, deotschnationale Taten, Wie stinlen unsre allerbesten Braten... Such neues Schwein mit schvarzweißroter Windel. Georg Wilhelm ist zweifellos der Traurigste aller Hohe?»- zollern. Boll viehischer Genußsucht u?tt> Geldgier, besessen von Aus- schweifungen und Saufereien, verlaust er sich in der traurigen Zeit des Dreißigjährigen Krieges heute dem Kaiser, morgen dem König von Frankreich:.Was geht mich die gemeinsame Sache an, wenn ich alle meine Reputation und zeitliche Wohlfahrt verlieren soll?" Höchstens der.Große Kurfürst" kommt ihm an Skrupel- losigkeit und Virtuosität im Reichsverrat gleich. Ihm ist bekanntlich die Preisgabe des Elsaß und der linksrheinischen Gebiete in erster Linie zu danken! Ueber den ersten Preußenkönig Friedrich schreibt Friedrich II., sein Enkel:„Groß in Kleinigkeiten und klein in großen Sachen war er eine falsche Größe, die nur in eitlem Gepränge und prunkvoller Schaustellung leerer Zeremonien bestand." Und so rollt dann die Hohenzollerntragödie über den„rohen Schinder und Pferdeknecht" Friedrich Wilhelm I.(wie ihn seine leibliche Tochter bezeichnet), über den skrupellosen ur?d ehr- geizigen Friedrich II„ über die beiden Schrvächlinge und Nullen FriedrichWilhelm II. und III. in die„herrliche"«aiserjett hinein. Trotz alledem— den kläglichen Abschluß mit Wilhelm IL haben die Hohenzollern nicht verdient. Es waren auch ein paar ganze Kerle dabei! So erbärmlich braucht« die Dynastte nicht gerade zu enden. Wilhelm» de» Letzten Steingalerie Im Tiergarten aber wollen wir stehen lassen! Die nach uns kommen, sollen auch daraus lernen und sie richtig betrachten dürfen— die Hohenzollern im Nacht- gewandl. Heilige Vögel. In der Bedeutung, die aller Volksglaube heute noch vielen Tieren und Pflanzen, Tagen und Monaten zulegt, in der Ausdeutung, die er manchen Naturereignissen gibt, in alten Sprüchen zu sympathetischen Kuren, kurz in allem, was man gewöhnlich als Aberglauben zu bezeichnen pflegt, hat die Wisienschaft ein wichtiges Quellenmaterial erkannt für die älteste deutsche Vorzeit, für das germanische Heidentum und seinen Mythus. Dieser Aberglaube hat, ebenso wie manche Kinderspiele, ein Stück alter deutscher Kultur und Religion bewahrt. Unter den Tieren sind es besonders die Vögel, denen oft eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird. In vielen Gegenden Deutschlands gilt die Schwalbe als Beschützerin des Hause« gegen Blitzcinschlag und Feuersnot. Das findet seine Erklärung darin, daß bei den alten Deutschen die Schwalbe wegen ihrer roten Brust und ihres blitzschnellen Dahinschießens dem rotbärtigen Donar ge- weiht war, dem Beherrscher des Blitzes und des Feuers. Wer eine Schwalbe fing oder gar tötete, erregte den Zorn des Donar, der beim nächsten Unwetter den Blitz in das Anwesen des Uebeltäters einschlagen ließ oder, wie es auch in manchen Gegenden hieß und noch heißt, die Milch seiner Kühe rot färbte, daß sie unbrauchbar wurde. In manchen Teilen Deutschlands gelten die Schwalben auch als Verkünder eines bevorstehenden Sterbefalls, die das Haus ver- lassen, in dem bald ein Toter stehen wird. Aus ihrem GezwiHcher hört man überall menschliches Sprechen heraus. Sie kummern sich um die Wirtschaft und lieben, vor allem an der Hausfrau, Sauber- keit und Ordnung. In einem Harzer Spruch lobt eine Kirchen- schwalbe das Aussehen und die Kleider einer jungen Frau. Aber die Küchenschwalbe, mit der sie sich unterhält, antwortet daraus: „Wenn du se sehst, wenn ick se seh— wenn je Middags in ehr Köken steht, süt se ut as de Düwel in de Hölle!" Die Störche waren ebenfalls Donar und außerdem noch der mütterlichen und ehelreundlichen Frau Holle geweiht. Daher ist der weitverbreitete Kinderglaubc vom Storch als Kinderbringer ebensowenig ein Zufall wie seine in Norddeuischland vorkommenden Namen Adebar, Attebar, Hadebar tt. a., die alle soviel wie Kinder- oder Seelenträger bedeuten. Denn nach altem heidnischen Glauben behütete Frau Holle die Seelen der Ungeborenen in einer Höhle, in einem hohlen Baume oder einem See. In vielen Städten des Mittelalters gab es Storchenbrunnen. Der Dresdener„Queck- brunnen"— Lebensbrunnen— entstand aus solchem alten Brunnen, der mit einer Kapelle überbaut wurde, weil man seinem Wasser die Kraft zuschrieb, kinderlosen Frauen zur Nachkommenschaft zu ver- helfen. Auf Rügen glaubt man, daß in einem Hause, auf dem Störche nisten, aber keine Eier legen, auch keine Kinder geboren werden. Zluf dieser Insel darf man auch keinen Storch schießen, zveil er dann Tränen weint, von denen jede ein Vorbote eines großen Unglücks ist. Auf die Beziehung des Storches zur Ehe deutet auch der westfälische Glaube, nach dem Störche das Dach verlassen. unter dem zwischen den Eheleuten Zank und Streit herrscht, ebenso wie die schwäbische Ueberlieferung, daß die Störche vor ihrer Abreise im Herbst einen„Ungraden" töten, d. h. ein überzähliges Männchen oder Weibchen, die keinen Ehegefährten finden werden. Sett rvann benutzt mm» die Sohle? Die Kohl« ist zwar schon seit aller Zeit bekannt, aber ihre technische Ausnutzung setzte doch erst viel später ein. Allerdings wurde, wie in der Leipziger„Illu- ftrierten Zeitung" ausgeführt wird, die Kohle von den Schmieden und Erzgießern des Altertums bereits benutzt, und auch China besaß die Kenntnis der Kohlen schon lange, aber in Europa wurde ihr Nutzen während langer Zeit vollkommen vergessen. Erst im Jahre 1113 wird hier in Urkunden der bis jetzt als der älteste be- kannte Berghau auf Kohlen erwähnt. Das Augustiner-Klosier Klosterode bei Aachen betrieb Koblenberabau. In der Zwickauer Gegend reicht der Kohlenbergbau wahrscheinlich bexeits in das 10. Jahrhundert zurück, in Urkunden wird er hier jedoch eist im Jahre 1348 angeführt. In England baute man schon im Jahre 1183 in Sheffield Kohlen ab. Belgiens Kohlenbergbau geht bis auf das Jahr 1300 zurück. Der schlesischs Kohlenbergbau begann erst iii? 16. Jahrhundert. Was damals an Kohle gewonnen wurde, benutzte man zum Schmieden, als Heizunzsmaterial kamen die Kohlen nicht in Frag«, da man in den Wäldern noch ungeheure Holzvorräte hatte. Erst um das Jahr 1750 herum wurden die Holzbestände knapper und man begann mit Kohle zu heizen, aber die Entwicklung ging zunächst nur langsam vor sich. Noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ist die Förderung von Stein- und Braunkohlen recht gering In> Jahre 1860 gewann man in 1000 Tonnen an Steinkohlen 12 347,8, an Braunkohlen 4362,7: im Jahre 1921 hatte sich die Gewinnung von Steinkohlen etwa auf das elffache, von Braunkohlen auf das mehr als das fünfundzwanzigfachc gesteigert. Vermehrung der Unterseekabel. Man könnte versucht sein an- zunehmen, infolg« der Entwicklung des Funkverkehrs müßte der weitere Ausbau der Unterseekabellinien unterbleiben. Das ist aber keineswegs der Fall, denn Ende 1923 gab es auf der ganzen Welt 3621 Linien mit 610 731 Kilometer Länge gegenüber 3566 Linien mit 590181 Kilometer im Oktober 1922. Das bedeutet eine monat- liche Zunahme von 1400 Kilometer. Im Juni 1925 zählte man schon 3650 Linien mit 637 741 Kilometer. Die monatliche Zunahme betrug also schon 1600 Kilometer. Den Löwenanteil an den Kabellinien haben natürlich England und die Dereinigten Staaten. Gauriscmkar und Mount Everesl. In dem Beitrag„Die Tier- welt des Mount Everest"(in Nr. 469) ist nach dem alten populären Gebrauch der Mount Everest mit dem Gaurisankar gleichgesetzt. Tatsächlich sind es nach dem heutigen Stande der Forschung ganz verschiedene Gipfel. Der Gaurisankar ist„nur" 7144 Meter, der etwa 60 Kilometer davon entfernte Mount Everest dagegen 8880 Meter hoch. Letzterer allein verdient den Titel des höchsten Berge» der Erde. Der Gaurisankar wird von einer ganzen Reih« von Bergen ganz erheblich an Höhe übertroffen und zwar vom Tschomalhari(7346 Meter), Gosaitham(8011 Meter). Hokaln (8473 Meter) und Kantschindschinga(8557 Meter). e HERMANN Wochen Mietz Sonnabend Taffetkleider 1975 Ein Posten Herren- Anzüge Kasak aparte Form, gestreift, vorzügliche Qualit Mäntel flotte Faltenform, mit Damen- Hemd Nachthemden 1975 125 aus gutem Hemdentuch, mit Hohisaum garniert.. Morgenröcke aus gutem Flansshstoff, tesche Form. 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