Abendansgabe Nr. 480 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 237 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreffe find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 292-29% Tel- breffe: Sozialdemokrat Berlin 10 Pfennig Sonnabend Vorwärts= Berliner Volksblatt 10. Oktober 1925 Beclag und Anzeigenabteilung: Seschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin S. 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Stillstand in Locarno. Kurze Vormittagssigung, keine Nachmittagstagung. bevorstehe. Unter diesen Umständen werde wahrscheinlich der Termin der Räumung Kölns noch in Locarno festgestellt werden West und Ost. Gebietsgarantien und Schiedsverträge. Bon den beiden Schwierigkeiten, die einem Erfolg der Konferenz in Locarno im Wege stehen, fann nur eine von der Konferenz unmittelbar gelöst werden. Die Frage des Locarno, 10. Oktober.( UT.) Die heutige Bollfihung der ganisation der deutschen Polizei eine Einigung unmittelbar Durchmarsches durch Deutschland Abänderung oder beibe Konferenz begann furz nach 11 Uhr. Man nimmt an, daß sie nicht sehr lange dauern wird, weil die gestrigen Besprechungen über den Artikel 16 noch keine irgendwie greifbaren Unterlagen geschaffen haben, auf die sich die Diskussion einer Vollversammlung aufbauen ließe. Die Konferenz fiht am Wochenende also nach wie vor fest. Unter diesen Umständen ist die Beurteilung in deutschen Kreisen auch heute morgen ernst. Die Vormittagsfihung dauerte 1% Stunden. Gegen 12 Uhr fuhr der Reichskanzler mit Staatssekretär Kempner zum Hotel Esplanade zurüd, bald darauf verließ Dr. Stresemann das Justizgebäude. Die Konferenz hat befchloffen, die für heute nachmittag angefetzte Bollfihung abzusagen Der amtliche Bericht. Cocarno, 10. Ottober.( WTB.) Das von den Delegafionen vereinbarte Kommuniqué lautet: Es wurden heute auf Grund der von den Juriffen ausgearbeiteten Abänderungsvorschläge die Artifel des Patientwurfs in zweiter Lesung durcberaten. In der Einleitung wurde der Aufzählung der vertragschließenden Staaten der Name Italiens hinzugefügt, der im Londoner Tegtentwurf nicht enthalten war Diefe Hinzufügung bestätigt die Erklärungen des italienischen Delegierten hinsichtlich der Abficht Italiens, an dem Sicherheitspaft als Garant unter den gleichen Bedingungen fich zu beteiligen, wie Großbritannien. Die Erörterung ergab die endDie Erörterung ergab die endgültige Formulierung der Mehrzahl der Artikel des Entwurfs. Die übrigen Artikel wurden einer späteren Erörterung vorbehalten. Die nächste Zusammenkunft findet am Montag, 12. Offober, 10,30 Uhr vormittags, ffaff. Den heutigen fihungsfreien Nachmittag benutzen Chamberlain, Briand, Cuther und Stresemann zu einer gemeinfamen Motorbootfahrt auf dem Lago Maggiore. Kritisches Konferenzstadium. Condon, 10. Oktober.( EP.) Nach Ansicht des diplomatischen Korrespondenten des Daily Telegraph" ist die Konferenz von Locarno insofern in ein fritisches Stadium getreten, als munmehr die östlichen Schiedsgerichts- und Garantieverträge zur Be sprechung tommen müssen. In London hält man daran fest, daß die englische Delegation dabei bleiben müsse, die öftlichen Garantie verträge nicht mit dem Rheinlandpakt zu verbinden. Dies babe Baldwin in seiner Rede in Brighton bestätigt, der ertiärte, daß die englischen Berpflichtungen sich nur auf den Rheinlandpatt erstrecken sollen. Briand habe auf der einseitigen Garantie Frant reichs über die Ostverträge bestanden, deren Eintreten aber von der Entscheidung des Bölferbundes abhängig sei. Ein Wirtschaftsangebot Briands. fönnen. Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß die Konferenz, falls nicht die deutsche Delegation ihre bisherige Haltung ändert, Mitte der nächsten Woche mit einem vollen Erfolg zu Ende gehen wird. Völkerbund und Garantiefrage. Paris, 10. Oftober.( WTB.) Die Agence Havas berichtet aus Locarno, in der Frage des Eintritts Deutschlands in den Bölferbund scheine tein fortschritt erfolgt zu sein. Heute sei die Stellungnahme der Aliierten den Deutschen wohlbefannt, und es sei ihnen nicht möglich, sie abzuändern da diese Frage ausschließlich der Zuständigkeit des Bölferbundsrats unterstehe. Nach dieser Richtung seien Gerüchte im Umlauf, die man dementieren müffe. Es sei unrichtig, daß die Konferenz daran gedacht hätte, eine fofortige außerordentliche Tagung des Böllerbundsrats einzuberufen. In dem Problem der französischen Garantie des deutsch- polnischen und deutsch- tschechischen Schiedsvertrages scheine gestern abend ein ernstlicher Fortschritt angebahnt worden zu sein. Gewisse Formeln seien von den Juristen geflärt worden, worüber sich die Konferenz heute zu entscheiden habe. Es fei übrigens möglich, daß der heutige Tag nicht genügen werde, um einen endgültigen Tert festzusetzen, aber man müsse schon jetzt als eine wichtige Tatsache, die geeignet sei, die Berständigung zu erleichtern, die Erklärung ansehen, die der polnische Außenminister gestern abend abgegeben habe. London, 10. Oftober.( WTB.) Der„ Times"-Bertreter in Locarno meldet: Es besteht guter Grund zu der Annahme, daß die polnische Delegation zu der Ueberzeugung gelangt ist, der fran 3öfifchen Garantie der östlichen Schiedsverträge sei in der französischen und der polnischen Presse eine Wichtigkeit beigemessen worden, bie fie nicht verdiene. Die Frage dreht sich jetzt vielmehr um Deutschlands Eintritt in den Völlerbund. Man glaubt, daß, wenn Deutschland in den Bund eintrete unter der Bedingung, die Sagung des Bundes ohne Borbehalt anzunehmen, und wenn Artikel 16 unverändert bleibe zusammen mit den Rechten und Pflichten Frankreichs gemäß diesem Artikel, dann könne Bolen ohne Gefahr auf die französische Garantie verzichten und foga: auf eine Verbindung der Ostverträge mit dem Westpakt. Aber in diesem Falle fordere der polnische Standpunkt, daß der französisch polnische Vertrag und die Rechte und Pflichten Frankreichs gemäß Artitel 16 der Bundesfagung in Kraft bleiben. Der tschecho slowakische Standpuntt scheint ähnlich zu sein. Im Anschluß hieran fagt Times" in einem Leitartifel: Der Einfriff Deufschlands in den Völkerbund wird eine große Veränderung in der ganzen Atmosphäre des Völkerbundes bedeuten, und es ist feltfam, daß die deutsche öffentliche Meinung sich noch nicht genügend ben großen Borteil flargemacht hat, die die Mitglied den bestehenden Berhältnissen nahezu und entbar, daß Deutsch land zögern oder eine Ausnahmebehandlung verlangen sollte. Ein Bertreter der Westminster Gazette in Locarno erfährt von qut unterrichteter Seite, Polen bestehe nicht auf der Garantie auf after tannt Frankreichs, vorausgelegt, daß im Sicherheitspaft aner tannt werde, daß kein Hindernis für einen Durchmarsch Frankreichs durch die entmilitarisierte Bone zu Bolens Beistand bestehe, menn Bolen ven Deutschland angegriffen werden sollte. Was ein franzo fisches Durchmarschrecht durch Deutschland zur Unterstützung Bolens gegen einen russischen Angriff betreffe, so sei Bolen bereit, hierauf nicht zu bestehen und dadurch den Eintritt Deutschlands in den Böllerbund zu erleichtern. Der Bericht schließt: Somit scheint das Broblem des Pattes im Westen wie im Osten auf gutem Wege 3u einer Regelung zu sein. Locarno, 10. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die zwei- chaft in dieser internationalen Institution bedeutet. Es ist unter stündige Unterredung Dr. Stresemanns mit Briand am Freitagvor mittag erfahren wir: Der französische Außenminister hat in freund schaftlichster Weise auf die günstigen Folgen einer deutsch- franzöfi fchen Berständigung für die gesamte europäische Lage hingewiesen; besonders ausführlich wurden bestimmte wirtschaftliche Dinge und die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit auf diesem Gebiete besprochen. Was den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund an betrifft, so betonte Briand, daß alle Fragen, die Deutschland am Herzen liegen, nach dessen Eintritt viel leichter der Lösung entgegen geführt werden können als in Locarne. Alle Borbehalte Deutsch lands zu gewiffen Artifeln des Völkerbundpattes tönnten erst nach dem Eintritt zur Diskussion gestellt werden.- Auch die Entwaffe nungsfrage und die Räumung der Rölner Zone wurden besprochen, und zwar mit dem Ergebnis, daß die Meinungsverschiedenheiten über die Schutzpolizei, fomeit sie die schwierige Frage der tech nischen Ausrüstung betreffen, als gelöst zu betrachten sind. Dr. Strefemann äußerte fich ant Freitagabend sehr befriedigt über die Unterhaltung mit Briand. Er verwies insbesondere auf beffen Betonung einer wirtschaftlichen Annäherung. In dieser Be. ziehung habe Briand ganz bestimmte Bläne im Auge, die auf Streje. mann ihren Eindrud nicht verfehlt zu haben scheinen. Alles in allem dürften die Aeußerungen Briands wesentlich für die am Sonn. abend in der Bollsizung erwarteten deutschen Erklärungen maßgebend sein. Sie spielten bereits in der am Freitagabend abgehal tenen Delegationsfizung eine große Rolle. Bie wir außerdem erfahren ist im Verlauf der Konferenzdebatte von deutscher Seite auch die Frage der Kolonialmandate angeschnitten worden. Bon alliierter Seite wurde erwidert, daß Deutschland durch feinen Eintritt in den Bölkerbund ohne weiteres auch in diefer Hinsicht gleichberechtigt mit den anderen Großmächten würde. Im übrigen hat man allgemein den Eindruck, daß die Reise Tschitscherins nach Berlin und dessen Angriffe und Herab. Jezungen des Bölkerbundes während seines Befuchs bei Hinden burg, worüber man hier sehr genau unterrichtet ist(!), auf die Haltung der deutschen Delegation bestimmte Rückwirtungen gehabt haben. Paris, 10. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Nach den Mittetungen der Blätter sollen sich die Unterrebungen in Locarno am Freitag auch auf zahlreiche nicht zur offiziellen Tagesordnung ge hörende Fragen bezogen haben. So berichtet der Quntibien", daß man über bie beutsche Entwaffnung am Freitag bereits zu so weit gehendem Einvernehmen gelangt sei, daß insbesondere über die OrSaarländische Delegation nach Locarno. Saarbrüden, 10. Oftober.( Mtb.) Um für den Fall der Be. handlung der Saarfragen die Intereffen des Saargebietes in genügender Weise vertreten zu fönnen, begibt sich heute eine faarländische Delegation nach Locarno. Shr gehören an die Herren Stöchling und Schmelzer( Bp.) sowie Levacher( 3.). Optimismus an der Börse. Auf Grund privater Nachrichten aus Locarno. Der heutige Börsensonnabend hatte wiederum sehr stillen Bertehr. Die gut befestigte Tendenz war aber unverkennbar. Auf Grund günstiger Privatmeldungen aus Locarno glaubt die Börse optimistisch sehen zu dürfen. Das Rheinland rechnet mit sehr günstigen Rückwirkungen auf das Kohlengeschäft, namentlich in bezug auf Räumung der Halden. Dementsprechend lagen Montanwerte sämtlich fest und stiegen teilweise bis über 3 Bros., ba gar teine Ware im Markt war. Auch heute lagen wieder einige Auslandsaufträge vor, namentlich aus der Tschechoslowakei. Im Vordergrund bes Interesses stehen Montan- und Elettromerte. Sonstige Mediopapiere lagen ruhig, aber ohne Verkehr. Schiffahrts attien bei den Terminpapieren und bei den variablen völlig vernachlässigt. Der Geldmartt ist weiter erleichtert. Erfte Firmen erhalten täglich Geld bereits zu 8 bis 8% Proz Die Tichedhoflowatel hat fich verpflichtet, an Amerita während 18 Jahren jährlich brei Millionen Dollars zu zahlen. Die baraut folgenden Zahlungen werden fortschreitend vermehrt. Die gesamte bzahlung der tschechischen Kriegsschuld von 115 Millionen Dollar ist auf 62 Jahre verteilt. Teile befriedigende Kommentierung des Artikels 16 der Völker afte fann endgültig nur vom Bölkerbund selbst gelöst werden; die Konferenz muß sich darauf beschränken, die Löfung vorzubereiten. Anders steht es mit der Verbinbung des Westpatts mit den geplanten Ostperträgen und der Garantenrolle, die Frankreich zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn spielen mill. Hier wird durch eine Bereinbarung der Konferenzteilnehmer, sofern fie die Zustimmung der Parlamente findet, in letter Instanz alles erledigt. Im deutschen Memorandum vom 9. Februar d. J. war nach dem Westen hin ein wirklicher Garantie vertrag vorgeschlagen, d. h. ein Vertrag, durch den die bestehenden Grenzen im Besten durch den freien Willen der Vertragsteilnehmer gesichert werden sollten. Für den Osten aber waren nur Schieds verträge in Aussicht gestellt nach der Art, wie sie Deutschland schon mit anderen Staaten geschlossen hat. Deutschland gab damit die Erklärung ab, daß es sich im Besten bei der Grenzfestsetzung durch den Vertrag von Versailles beruhigen wolle, für den Osten aber wurde eine solche Erklärung nicht gegeben. Diese Differenzierung zwischen West und Ost rief in Polen starte Beunruhigung hervor. Man schloß aus ihr, Polen starte Beunruhigung hervor. Man schloß aus ihr, daß Deutschland auf etwaige territoriale Ansprüche im Westen nur verzichte, um solche Ansprüche im Osten desto nachdrüc licher verfolgen zu können. Man fah sich nach einem Schuh gegen Deutschland um und richtete den Blick fragend Für Polen, oder auf den Bundesgenossen Frankreich. wenigftens für einen Teil der öffentlichen Meinung Bolens, stellte sich demnach das Problem so, ob Frankreich, um sich felber Ruhe zu sichern, aufhören wollte, Polen gegen deutsche Ansprüche zu schüßen. Zwischen der Haltung Deutschlands Bolen gegenüber und der französischen Garantenrolle besteht also ein innerer 3ufammenhang. Je mehr man auf der anderen Seite an unfreundliche deutsche Absichten gegen Polen glaubt, desto hartnädiger wird Frankreich in seiner Abficht sein, als Bundesgenoffe Bolens auch die Rolle des Garanten für den deutschen Batt mit Polen zu übernehmen. Und doch ist diese Verbin dung eine konstruktive Unmöglichkeit. Bon einem Garanten muß man verlangen, daß er das Verhalten beider Teile ruhig und unvoreingenommen beobachtet, um gegebenenfalls eine vollkommen unparteiische Entscheidung fällen zu tönnen. Wie aber soll das möglich sein? Nach den bisa herigen Erfahrungen ist anzunehmen, daß bei jedem deutschpolnischen Streitfall der größte Teil der französischen Presse leidenschaftlich für Bolen Partei greifen wird. Auch in dem Fall, daß Deutschland recht hätte, fönnte die französische Regierung durch ein Eintreten für Deutschland in Gegensatz zu einem starten Teil der französischen Boltsmeinung geraten, und wäre dem Borwurf ausgeseht, das Bündnis mit Polen Derraten" zu haben. Man fann ebensowenig Bundesgenosse und Garant zugleich sein, wie man Richter in eigener Sache sein kann. Ganz anders läge der Fall dann, wenn Frankreich zu Deutschland in demselben Freundschaftsverhältnis stände wie zu Polen, dann wäre es in allen Streitfällen der natürliche Schiedsrichter. Aber so meit sind wir noch nicht, wenn mir auch hoffen, uns auf dem Weg dahin zu befinden, so weit merden mir auch nach Locarno noch nicht sein! Frankreich ist der Bundesgenosse Polens, Frankreich ist deshalb an der Frage der deutsch- polnischen Grenzen nicht in dem Maße desinteressiert wie vielleicht England. Wann immer und in welcher Form immer deutsch- polnische Grenzfragen aufgeworfen werden, wird Frankreich auf Seite Polens ftehen. Warum hat die deutsche Februarnote den Unterschied zwischen Westen und Often gemacht? Von Deutschland aus gesehen, scheint es ja sehr billig, den vielberedeten Berzicht auf Elsaß Lothringen" zu erflären, man ver zichtet damit auf ein Land, das man nicht bekommen fann und das gar nicht zu Deutschland zurück will. Und doch ist der Berzicht auf Elsaß- Lothringen" ein großer Fortschritt, weil er in Frankreich Beruhigung schafft und zum Ausdruc bringt, daß es territoriale Streitfragen zwischen den beiden großen Nachbarvöltern nicht mehr gibt. Deutschland wird nicht, wie es Frankreich getan hat, vierzig Jahre lang an Elsaß- Lothringen denken, es wird nicht, wie es Frankreich getan hat, von der Tatsache des Verlustes Elsaß- Lothringens feine ganze auswärtige Politik bestimmen laffen endlich einmal foll der Streit um dieses Stück Erde zur Ruhe kommen, und damit wird der Weg zu einer beutsch französischen Annäherung frei. Eine Geste gleicher Art auch nach der polnischen Seite hin war eine pfychologische Unmöglichkeit. Die Abschneidung Oftpreußens vom übrigen Deutschland durch den Rorridor, die Zerreißung Oberschlesiens sind für Deutschland zu schmerzliche Tatsachen, als daß eine deutsche Regierung in Form eines feierlichen Staatsvertrags erklären fönnte, Deutschland wolle fich damit abfinden. Damit ist aber nicht gesagt, daß die deutsche Außenpolitit irgendeine Aktivität zur Neuregelung der Ogrenzen ent falten sollte und fönnte. Gewiß, wäre es möglich, auf dem Weg friedlicher Vereinbarung zu einer Neuregelung zu gelangen, so würde das in Deutschland allgemein begrüßt werden. Leider jedoch sind für das Gefühl der Völker Gebietsfragen noch immer Kriegsfragen. Wer den Krieg als Mittel zur Neuordnung des Verhältnisses der Staaten zu einander ablehnt, für den werden Grenzfragen immer heifle Fragen bleiben, die mit äußerster Vorsicht behandelt werden müssen. Zu einer solchen Borsicht ist Deutschland nicht nur durch die bestehenden Machtverhältnisse gezwungen; fie entspricht zweifellos auch dem Willen einer gewaltigen Mehrheit des deutschen Bolles. Diese Mehrheit denkt nicht daran, in irgendeiner absehbaren Zeit das blutige Würfelspiel um verlorenes Land wieder aufzunehmen. Der Stimmung des deutschen Boites entspricht die Bereitwilligkeit der Regierung, auch im Often Schiedsverträge abzuschließen und auf den Krieg als ein Mittel zur Entscheidung schwebender Streitfragen zu der zichten. Gerechterweise wird also anerkannt werden müssen, daß der Abschluß eines förmlichen Garanten pafts im Beften in Berbindung mit gleichzeitig abzuschließenden Schiedsverträgen im Osten einen ganz gewaltigen Fortschritt zur Befriedung Europas darstellen würde. Es ist falsch, auf die Differenzierung zwischen Weft und Ost ein übertrieben großes Gewicht zu legen. Die abzuschließenden Berträge sind nach beiden Seiten hin in ihrem Kern Nie wieder Krieg Verträge. Je stärker sie als solche von den Bölfern empfunden und in ihrem Willen aufgenommen werden, desto geringer wird die Bedeutung der Unterschiede, die bei ihrer Formulierung gemacht werden müssen. A Die Berträge, die in Locarno vorbereitet werden, wären von deutscher Seite doppelt garantiert dadurch, daß fie einmal von einer Recht's regierung abgeschloffen, zum andern Faber vom Willen und der Ueberzeugung der Opposition in Deutschland getragen würden. Heute stehen die Dinge so, daß die Deutschnationalen auf die Unnachgiebigkeit der andern Seite spekulieren, weil sie ihnen die Befreiung aus einer schwierigen Lage brächte, während die Sozialdemokraten auf Zugeständnisse und Entgegenkommen von beiden Seiten hoffen, weil ein pofitives Ergebnis der Konferenz in Locarno in der Richtung ihrer eigenen Friedenspolitik liegt. Alle diejenigen in Deutschland, die fich aus den Vorstellungen der alten Machtpolitit nicht befreien tönnen, wünschen der deutschen Regierung in Locarno schlechtes Wetter. Alle diejenigen, die eine neue Politit und ein neues Europa wollen, wünschen ihr gutes Wetter. Sollte das nicht ein Fingerzeig sein für die Mächte, die in Locarno das politische Wetter machen? Zum Tode Hugo Preuß. Der Tote und sein Werk. Der Tod des Schöpfers der deutschen republikanischen Reichsverfaffung hat der Presse aller Richtungen Anlaß gegeben, nicht nur zum Mann, sondern auch zu seinem Werf Stellung zu nehmen. Die Presse der größten Regierungspartei" hat sich dabei die Gelegenheit nicht entgehen laffen, über die Berfaffung von Weimar ihre hämischen Randbemerfungen zu machen. Aber das Auffällige an ihrer Kritit ift, daß sie in feiner Weise als schöpferisch betrachtet werden fann. Man verzeichnet Ausbrüde des Mißvergnügens über die Republik und den demokratischen Parlamentarismus, aber feine Spur eines Vorschlages, mie es beffer gemacht werden Tönnte. Am beliebtesten ist der Bormurf, daß die Verfassung von Weimar zu sehr nach mefteuropäischen Muster geformt und daher undeutsch" sei. Wie aber eine deutsche Berfaffung aussehen sollte, darüber erfährt man fein Sterbenswort. Gerade diese Art der Kritik zeigt, wie fe ft das Wert be gründet ist, das der Verstorbene in Gemeinschaft mit den Berfaffungsparteien, d. h. vor allem der Sozialdemokratie, gePolizei und Dichter. Bon Paul Gutmann Die unerklärliche Feindschaft, die im Tierreich zwischen Hund und Raße besteht, scheint unter den Menschen eine Parallele im Berhalten der Polizei gegen den Künstler, befonders den Dichter zu finden. Tiere find der Belehrung nicht immer zugänglich. Deshalb kann man dem Dackel nicht beibringen, daß die Stubentahe ein ganz harmloses Geschöpf ist. Der Polizei ließe sich vielleicht doch einige nüßliche Aufklärung über das Wesen des Dichters geben, so daß fie in Zukunft bei ihm teine Stundenlange Haussuchungen hält, ihn nicht in seiner, wie man weiß, fo gewinnbringenden Arbeit hindert oder ihn gar ins Gefängnis wirft. Böswillige fönnten allerdings einmenden, daß die Wut der Polizei gegen den Dichter im Konkurrenzneid ihre Wurzel hat. Die Unfittlichkeit ist für den Polizisten eine der hauptsächlichsten Grundlagen feines Berufes, ebenso wie für den Dichter eine nie nerfagende Quelle neuer Stoffe. Bielleicht beruht jene Feindschaft also wirklich auf einer Art Futterneid. Wir wollen aber der Polizei so niedere Motive nicht zutrauen, sondern sind der Meinung, daß fie den Dichter überhaupt nicht fennt. Wisse also, o Polizist: Der Dichter ist tein schlechter Mensch, weil er schlechte Menschen darstellt. Schiller hat sich nicht gegen den§ 250 des Strafgefeßbuches vergangen, weil er in den Räubern" mit großer Sachkenntis deren Handwerk geschildert hat. Kleist hat es ferngelegen, im Michael Rohlhaas zum Landfriedensbruch auf zufordern. Shakespeare war fein ständiger Gast in Verbrecherspelunden, weil er über sämtliche Schändlichkeiten der menschlichen Bestie so genau Bescheid gewußt hat. Florian Gener" von Gerhart Hauptmann bedeutet teine Aufforderung zum Aufruhr und die Beber" unterliegen teineswegs dem Gesez zum Schutz der Republif. Ein Dichter, der ein verrufenes Haus schildert, predigt darum noch nicht das Lafter. Flaubert hat in seiner Madame Bovary" durch30 aus nicht den, ach so beliebten Ehebruch verherrlichen wollen. Aber, Hand aufs Herz, Herr Polizist, Sie fennen ja gar nicht die genannten Herrschaften. Sie wiffen nur, der Dichter ist jener ekelhajie Kerl, der überall seine Nase hineinsteckt und sogar dort noch um Berzeihung plädiert, wo der Staatsanwalt fein lebenslängliches Zuchthaus" hindonnert. Der Dichter hat ein Herz, wo Sie einen Baragraphenfoder haben, ja, der Dichter sympathisiert unter Um ständen mehr mit Ihren Sträflingen als mit Ihnen. So liegt es freilich nahe, daß Sie das Lafter als Ihre Domäne ansehen und es nicht den Händen des neugierigen Dichters ausliefern wollen. Die Tatsache, daß es gefallene Mädchen gibt, beunruhigt Sie nicht weiter, weil Sie genau wissen, wo die Gesetzes übertretung beginnt, und wo Sie einzuschreiten haben. Der Dichter zerrauft sich die Brust über die Schmach, die an seinen Schwestern begangen wird, obwohl es ihn gar nichts angeht und er ja nicht die Strafgelder für sie zu zahlen hat. So gleicht dieser Hansdampf in | schaffen hat. Wohl ist die Gefahr, daß die Verfassung eines Tages zum Gegenstand dilettantischer Experimente gemacht werden könnte, noch nicht vorüber, aber die Erfahrung der legten sieben Jahre zeigt, daß die Republik die geschicht liche Logit auf ihrer Seite hat. Man soll doch nicht vergessen, daß es zwar eine Rechtsregierung, aber doch eine Regierung der Deutschen Republik ist, die jetzt in Locarno mit den Siegern im Weltkrieg auf dem Fuß der Gleichberech tigung verhandelt. Man soll nicht vergessen, daß es die Deutsche Republit ist, die unter Berufung auf die Grundsäge Bolk deutschen der Demokratie dem trog feiner und Gleichberechtigung schweren Niederlage Meltachtung schrittweise zurüderfämpft. Wenn die deutschen Unterhändler in Locarno Erfolge erhoffen, die wir ihnen aufrichtig gönnen und wünschen, so ist die innere Grundlage, von der aus fie diese Erfolge erstreben, die der demokratischen Republit. Es gibt teine andere Grundlage, von der aus ein neuer Aufstieg außen und innen möglich wäre. Die Anerkennung dieser Tatsache lebt auch tin dumpfen Unterbewußtsein jener Schichten, denen es nicht möglich ist, eine positive Einstellung zu den gegebenen Berfassungsverhältniffen zu gewinnen. Darum trägt ihre Haltung beim Lode des Schöpfers der deutschen republikanischen Reichsverfaffung keineswegs den Charakter einer überzeugungsstarken Gegner schaft. Ein paar antisemitische Drecksprißer und einige dröh nende Plattheiten weiter reicht es nicht. Auch ein politisch minderbegabter Lejer müßte bemerken, daß das eine wenig würdige Art ist, Lebensfragen der Nation, wie es Berfaffungsfragen sind, zu behandeln. In der Zeit, in der sich seine ,, nationalen Kritifer in alle Löcher vertrochen hatten, trat Hugo Preuß auf den Blan und leistete Entscheidendes für das deutsche Bolt. Das fönnen sie ihm nicht vergessen. Wenn sie ihn lästern, ist es für ihn nur eine Ehrung. übermittelt: Beileidskundgebung des AP- Bundes. Der Bundesvorstand des AfA- Bundes, auf dessen Münchener Tagung Hugo Breuß fein legtes großes politisches Referat hielt, hat der Witwe des Verschiedenen das nachstehende Beileidsschreiben 3u dem Hinscheiden Ihres von uns hochgeschätzten Gatten sprechen wir Ihnen das herzlichste Beileid aus. sprechen wir Ihnen das herzlichste Beileid aus. Wir denten in diesem Augenblick mit besonderer Dankbarkeit an den lichtvollen Bortrag, den der Schöpfer unferer republikanischen Berfaffung Dor furzer Zeit als eine seiner legten großen Reden auf dem Münchener Af- Kongreß über den sozialen Inhalt des neuen deutschen Boltsstaates gehalten hat. Sie, verehrte Frau Reichsminister, hatten selbst Gelegenheit, Beuge des gespannten Interesses und der Begeisterung zu sein, womit die Delegierten unserer Verbände den Worten des Verstorbenen folgten. Seine Teilnahme an unserer Münchener Tagung wird in der Geschichte unserer sozialen Angestelltenbewegung unvergeßlich bleiben. Unser Af- Bund wird diesem großen sozialen Republikaner ein stetes und ehrendes Andenfen zu wahren wissen." Zu der Trauerfeier wird sich der AfA- Bundesvorstand burch fetne Borfizenden vertreten lassen. Voreiliger Optimismus? „ Kölnische Zeitung" gegen„ Vorwärts". Die deutschvolfsparteifiche„ Röln. 3tg." polemisiert heute morgen, wie uns ein Privattelegramm aus Köln meldet, heftig gegen den Vorwärts" und seine Berichterstattung aus Locarno. Sie schreibt: Auch Deutschland wünscht einen Böllerbund, in dem alle Ratio nen auf dem Boden der Gleichberechtigung die friedliche Arbeit dieses Völkerbundes sichern. So lange aber diese Gleichberechtigung nicht vorhanden ist, so lange Deutschland vollständig entwaffnet mitten unter hochausgerüsteten Rationen ist, so lange noch die nördliche Rheinlandzone unrechtmäßig befest ist, fo lange noch am deutschen Rhein fremde Militärs und Ordonnanzen regieren, so 1ange fleine Nachbarstaaten Deutschlands eine Nachprüfung der deutschen Entwaffnung im Völkerbund durchseßen tönnen, fo lange noch die Gefahr besteht, daß die Investigationen im Rheinallen Gaffen jenem Mann im Simplicissimus, vor dem das zufällig von ihm beobachtete Paar auf der Redoute Reißaus nimmt, mit den Worten: Pfui, der unanständige Kerl sieht zu!" Dieser unanständige Kerl ist in Ihren Augen der Dichter, Daß Unsauber feiten geschehen, ist in Ihrem Weltpian vorgesehen. Aber eine Gemeinheit ist es, wenn solch ein Dichterferl die Unsauberkeit vor aller Augen, nämlich in zwanzig getauften und fünfzig verschenkten Bänden, aufdeckt. Da müssen Sie die Würde der beleidigten Gesellschaft wahren. Wo fämen wir denn hin, wenn dieser Kurpfuscher fich der Straftaten und Vergehen bemächtigt wie ein von Amts wegen dazu bestellter Beamter. Dieser Herumstreicher, der meist feinen festen Wohnsiz hat, häufig im Kontubinat lebt, Schulden macht und feine oder wenig Steuern zahlt, soll das Recht haben, fich zum Sittenrichter aufzuspielen oder etwa noch Gnade zu üben, wie jener in Frankfurt zuständige, später nach Weimar verzogene Goethe, der einer Kindsmörderin Straferlaß zuspricht mit den Worten:„ Gib auch dieser armen Seele, die nur einmal fich vermessen, dein Verzeihen..."? Der fie sogar zu den Heiligen erhebt! Das ist, das fann in Ihren Augen nichts anderes sein, als die unbefugte Anmaßung eines öffentlichen Amtes, Strafgesetzbuch§ 132. Das Raffel des Schachautomaten gelöst. Eine spät und ganz unerwartet fommende Indiskretion hat endlich das Geheimnis ge lüftet, das seit Jahr und Tag über einem mechanische Phänomen schwebte, das seinerzeit die ganze zivilifierte Welt in Atem gehalten hat. Es war dies der berühmte Schachautomat, ein Apparat aus Stahl und Eisen, der äußerlich die gelungene Nachbildung eines türkischen Zauberers war und vor etwa dreißig Jahren überall, namentlich aber in den Kreisen der Schachwelt lebhaftes Aufsehen erregte. Der ganze Mechanismus maß in der Höhe nicht mehr als 1,50 Meter, davon entfielen 1,20 Meter auf die Figur des Türten und 0,30 Meter auf den Sodel der Figur. Es schien vollständig ausgeschlossen, daß sich im Innern dieses Organismus, der noch durch ein Gewirr von Räderchen, Drähten und Hebelchen verkleinert war und vor jeder Vorführung in geöffnetem Zustand demonstriert wurde, ein Mensch verbergen fonnte. Ein Betrug schien deshalb ganz ausgeschlossen. Die mechanische Figur zeigte zudem beim Spiel mit den Schachfiguren die charakteristischen steifen Bewegungen, wie man sie von Automaten her fennt. Wenn die lebendigen Partner, die gegen die Figur spielten, einen falschen oder regelwidrigen Zug taten, so warf die Puppe mit heftiger Bewegung das Schachbrett um. Die Schachspieler, und unter ihnen die brühmtesten, drängten sich, ihr Können mit dem des Automaten zu messen, mußten sich aber zu ihrem Leidwesen davon überzeugen, daß sie hierbei fteis den fürzeren zogen. Es war direkt unheimlich, und das umsomehr, als es völlig unerklärlich schien. Jetzt endlich kommt von Amerita des Rätsels Lösung. Danach hat in dem Wunderautomaten trog der bedeutendsten Schachspieler der Welt war. Er hieß Harry allem ein Mensch gesteckt, und zwar ein sehr kleiner, der aber einer Billsburg und erfreute fich als amerikanischer Schachmeister farge Zeit hindurch des Russ der Unbefiegbarkeit. Mit unglaublicher Geschicklichkeit hatte es der fleine Matador ermöglicht, doch irgend wie im Jumern der Figur Blak zu finden, ohne ertappt zu werden, | land in traff gefeßt werden, Jo fange werben ble amtlichen Bertreter des Deutschen Reiches das Rifito, das sie mit dem Eintritt in den Bölkerbund in seiner heutigen Form auf sich nehmen, doch schwerer und verantwortungsvoller zu bewerten haben, als es der Vorwärts" heute in seinem leichtfertigen Arti tel tut. Damit vergleiche man die Meldung der gleichfalls volfs parteilichen, Herrn Stresemann noch näherstehenden„ Tägl. Rundschau" aus Locarno in ihrem heutigen Morgenblatt. Sie besagt furz und trocken: Die juristischen Sachverständigen hatten heute eine längere Beratung, in der man sich eingehend mit dem Artikel 16 beschäftigte, und es tann gemeldet werden, daß man sich über eine neue Formulierung dieses Artikels geeinigt hat. Hiermit ist eine der Hauptschwierigkeiten überwunden worden, und man nimmt an, daß die weiteren Beratungen nunmehr glatter vonstatten gehen werden. Allgemein ist man der Ansicht, daß die Konferenz bereits am nächsten Donnerstag wird geschlossen werden können. Das Plingt, wie jedermann zugeben wird, etwas anders als die Deflamationen der Köln. 3tg." Ist das nun auch poreiliger Optimismus" und leichtfertig"? Ein Pflüsterchen auf die Wunde? Schiele, Schulgesetz und deutschnationale Partei. Selten ist ein Gefeßentwurf so einmütig abgelehnt worden wie der des deutschnationalen Innenministers zur Reform" der Boltsschule. Es hagelt täglich Resolutionen und Proteste. Ohne Unterschied der Parteien sieht man in dem Entwurf den Versuch, die Voltsschule im Gegensatz zu den flaren Bestimmungen der Reichsverfassung der geistlichen Aufficht auszuliefern und den Lehrer einem Gewissenszwang zur unterwerfen, was nicht mir dem Geift unserer Kultur, sondern auch dem Geist des Reformators Luther widerspricht. Die deutschnationale Parteiführung stand dieser Sintflut erregter Proteste gegen das Werf ihres Innenministers hilflos gegenüber. Kein Wort der Entgegnung. Kein Wort der Verteidigung. Ja, die Pommeriche Tagespost", das Organ der Reaktionärsten unter den Deutschnationalen, veröffentlichte sogar eine Entschließung des Pommerschen Lehrervereins, die einem Mißtrauenspotum gegen Sie le gleichtam, ohne sich bemüßigt zu fühlen, auch mir eine Zeile hinzuzufügen. Es sah so aus, als sei Schiele von seiner eigenen Partei im Stich gelassen worden. Nun meldet sich die Parteileitung der Deutschnatio nalen Sachsens mit einer schüchternen Resolution, in der die Schularbeit Schieles als eine geeignete Grundlage für die Verordnung" bezeichnet wird. Besonders geeignet für Sachfen Sie entspreche den Wünschen weitester Kreise. Sie sei durchaus geeignet, die Ausführung gewisser Verfassungsbestimmungen zu gewährleisten.... Aber, aber... BAY „ Es ist erforderlich, daß bei der Endgestaltung des Gesetzes die berechtigten pädagogischen und wirtschaftlichen Anforde rungen beachtet werden und daß die staatsrechtliche Stellung des Lehrers gewahrt wird." Ein Pflästerchen auf die Wunde? Ach nein, auch hier Zenfur mangelhaft, menn auch in einer Zudertüte überreicht. Der Landratsprozeß von Liebenwerda. Das Urteil. Torgau, 10. Ottober.( BS.) Heute mittag murde in dem Prozeß gegen Landrat Vogl und Sparkassendirektor Metres das Urteil gefällt. Danach werden die Angeklagten Vogl und Merres wegen einer gemeinschaftlich begangenen Untreue Bogl mit einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten, Meeres außerdem wegen Bergehens gegen§ 348 des Strafgesetzbuches mit einer Gesamtstrafe, von 4 Monaten 2 Wochen Gefängnis verurteilt. In den übrigen Punkten der Anklage werden beide Angeklagten freigeprochen. Die Untersuchungshaft wird voll angerechnet. Die Roften des Verfahrens tragen, soweit Berurteilung erfolgt ist, die Angeflagten, im übrigen die Staatstaffe. wobei er es natürlich alles eher als beqeum hatte. Trotzdem brachte er es fertig, die die Schachfiguren handhabenden Hände der eisernen Puppe auf dem Schachbrett zu dirigieren, und zwar so gut und gleichzeitig so überlegen, daß er jede Partie gewann und niemand den Schwindel merffe. Amfliche Museumsführungen. Auch im tommenden Winter finden in den staatlichen Kunstsammlungen zu Berlin öffentliche Sonntagsführungen( 10-11 1hr) durch Direktoren oder andere leiter werden in der Tagespresse und durch Aushang in den Museen seibst bekanntgegeben. Zulaßfarten ebenda vor Beginn der Führumgen( 50 Pf.). Die Teilnehmerzahl richtet sich nach der Große des beanspruchten Saales und der zu betrachtenden Kunstwerke. Jede Führung ist in sich abgeschlossen. Ziel der Veranstaltung ist die Erschließung der Kunstsammlimgen durch Einführung auch in fernerliegende Kulturen, sowie als Anleitung zu verständnisvollem Sehen. Das gehörte Wort erscheint vielen Besuchern vor dem Kunstwert eindrucksvoller als Stulptur und Malerei nicht völlig wiedergibt, dürften Borträge. vor das gelesene, und da die beste Reproduktion die Schönheit von Driginalen schwer zu entbehren sein. " Die medizinische Wissenschaft und das werftätige Bolf." Unter dem Motto„ Die medizinische Wissenschaft und das werttätige Bol veranstaltet die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft unter ihrem Ehrenvorsitzenden Dr. Schmidt- Ott im Krupp- Gaal des Städtischen Saalbaus in Elfen in der Zeit vom 25. bis 31. Oftober eine medizinische Woche. Die Notgemeinschaft findet regste Unterstützung für diese Veranstaltung, vor allem durch die Gewerkschaften des Ruhrgebiets. Auf einem wichtigen Teilgebiet der deutschen Wiffenschaft, der medizinischen, soll vor der. Arbeiterschaft ein leberblic über den gegenwärtigen Stand der Forschung gegeben werden, um darzulegen, wie diese Fragen das gesamte Bolt, vor allem auch die Arbeiterschaft angehen. Die Eröffnung der medizinischen Vorträge soll am Sonntag, den 25. Oftober, vormittags erfolgen. Erffaufführungen der Woche. Mont. Staatsth.: Pirandello Gaftfpiel Dienst. Resingtb.: Gier unter Ulmen". Miliw. Schillerth.: Weihnachtseintäuje". 2iebelei. Mittw. Schloßparkth.: Rosenmontag". Donn. Staatsoper:, Afritanerin.- Theater Frau Warrens Gewerbe". Freif. Komödiens b. Klofterstr.: Kopf oder Adler. Residenzth.: Circes Heirat". Berliner Stammerspiele: Parable will nicht beiraten". haus: " bistrata Sonnab. Staatsth: Hannibal". Kurfürstendamm: Wenn ich wollte. B " Th. a. Urania- Borträge. Sonnab. 5 Uhr: Das Gesicht des roten Rußlands". Sonnt. 7 Uhr: Jobann Strauß". Von Montag Freitag 7 Uhr: Das Land der tausend Freuden.- Im ab täglich: Durch das Land Abd el rims. Donnerstag, görsaal: Urwalder Ameritas. N Mufitchronit. Luise Baller, eine fünfzehnjährige Gitarresoliftin, spielt Sonntag im Meistersaal Gitarrensoli von Sor, Giuliani, Albeniz, Tarrega und Bach. Die dritte allruffische Kirchenfonferenz wurde in Mo& tau gefchloffent. fätigt, wonach das Patriarchat, augehoben und die Synode die höchste Die Bersammlung hat die Beschlüsse der Kirchenkonferenz von 1923 bc firchliche Gewalt bleibt. Mit geringer Stimmmehrheit wurde die ukrainische Stirche für selbständig erklärt. Hergts Elberfelder„ Triumph". Die Deutschnationalen und der Völkerbund. Ueber die Elberfelder Bersammlung vom 5. Oftober, in Der Herr Hergt nicht gerade glänzend abgeschnitten zu haben scheint, ist schon berichtet worden. Der völkischen Presse aber gefällt die Geschichte so gut, daß sie nicht müde wird, das schon bekannte durch immer neue Einzelheiten zu ergänzen. So läßt sich das„ Deutsche Tageblatt" aus Elberfeld u. a. noch folgendes mitteilen: Ueber den sehr heiklen Bunft des Sicherheitspattes ging Herr Hergi recht oberflächlich hinweg. Recht eigenartig mutete es aber an, daß er verkündete, die Deutschnationalen wären gegen einen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Als der deutschvölkische Reichstagsabgeordnete Henning demgegenüber in seinen Entgegnungen feststellte, daß die Deutschnationalen im Auswärtigen Ausschuß sich fürzlich für den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund bekannt hätten, und die Ausführungen Hergts demgemäß eine bewußte unwahrheit darstellten, um seine Wähler dumm zu faufen, da ging selbst über die Gesichter der Unentwegt- Deutschnationalen in der Zuhörerschaft ein bestürztes Erstaunen. Hergt konnte den Ausführungen Hennings auch nicht widersprechen. Seine ausweichende Antwort, er persönlich habe im Auswärtigen Ausschuß gar nicht das Wort ergriffen", erregten im Saale einen Sturm der Heiterfeit und lebhafte Entrüstungs= rufe. Da die Rede des Grafen Westarp im Auswärtigen Ausschuß, unter den verfassungsmäßigen Schutz strengster Bertraulichkeit fällt, müssen wir uns versagen, auf die Streitfrage, was eigentlich von den Deutschnationalen erklärt wurde, näher einzugehen. Aber auch ohne ein Geheimnis zu verraten, darf man wohl sagen, daß der Standpunft der Deutschnationalen auch in dieser Frage ein echt deutschnationaler, b.h. ein fünfzigprozentiger, ist. Sie stehen hier und können auch anders. Von Herrn Hergt und der Rolle, die er in der Elberfelder Versammlung spielte, wird dann gefagt:„ Es hagelten gerade zu moralische Ohrfeigen auf ihn herunter, während er selbst immer mehr in sich zusammenfant." Es scheint danach in den Auseinandersehungen zwischen den echten Bertretern völkischer Belange und den noch echteren recht gemütlos zugegangen zu fein. " Die Stahlhelmdepesche. Selbst die Gesinnungsfreunde rücken ab. Die Lügendepesche des Hallenser Stahlhelms an den Innenminister Schiele veranlaßt selbst die Tägliche Rundschau", die den Bestrebungen des Bundes nahesteht, zu einer fehr flaren Stellungnahme. Sie erklärt, daß sie den Angaben der Depesche von vornherein teinen Blauben geschenkt hat, und fährt dann fort: " Wir wissen sehr wohl, daß überall mit der Verschiedenheit der Temperamente zu rechnen ist, und wo einmal die Leidenschaften besonders erregt sind und die Führung in besonders temperamentvoller Hand liegt, ist die Gefahr auf allen Seiten sehr nahe gerückt, daß die Gesinnungsgegenfäze schärfer als gut ist aufeinanderplatzen. In jedem Falle aber erscheint es besonders bedauerlich, wenn eine Sache, deren Zielen wir gern unsere Sympathie zuwenden möchten, sich durch blinde Leidenschaftlichteit ins nrecht fest und statt, besonders in der Jugend und in der Maffe- echte Hingabe und Begeisterung für das Baterland zugleich mit der Achtung vor Gesetz und Ordnung zu pflegen, den inneren Unfrieden schürt und die strenge Wahr. heitsliebe außer acht jest Daraus fann nichts Gutes erbhen und dem Vaterlande fein Heil erwachsen." Die Depesche der Hallenser Düfterlinge hat also das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung hervorgerufen. Die Leiter des Hallenser Stahlhelms haben sich selbst bei ihren bisher sehr geduldigen Freunden verächtlich und unmöglich gemacht, die deutschnationale Hezpresse hat wieder einmal ihre Gewiffenlosigkeit in bengalischer Beleuchtung gezeigt und Reichsinnenminister Schiele ist schon allein durch die Tat fache blamiert, daß man ihm den Empfang einer solchen Depesche zumuten konnte. Etwas für den Landbund. Leifrrgen deutschnationaler Verwaltungsbeamter. Im Lande wird jetzt um die Neubildung der Kreis. tage and Provinziallandtage gekämpft. Da die Landbündler und ihr deutschnationaler Anhang wissen, daß nach der großen Blamage der deutschnationalen Reichspolitiker hierbei feine großen Lorbeeren zu gewinnen sind, bemühen sie sich, etwas Befonderes zu bieten. Von dem Landbund der Provinz Sachsen wird beispielsweise berichtet, daß er sich befleißigt, Material über Unregelmäßigkeiten in den Berwaltungen" zusammenzuholen. Diesen Bestrebungen gegenüber gewinnt ein Bericht an Intereffe, der in Nummer 80 des Halleschen„ Landbote" aus Bansfelde, Mansfelder Gebirgstreis, abgedruckt wird. Der Bericht lautet: Am Dienstag, dem 29. September, erregte hier die Anwesenheit eines Landjägeraufgebotes in Stärfe von 5 Mann großes Aufsehen. Der Gemeindevorsteher Richter von hier, der nicht frei nach dem Landbundwahlaufruf Seine Fähig feiten in den sozialistischen Gewerkschaften erworben hat, sondern ein Schüler der Altdeutschen war, hat Schiffbruch erlitten. Schwere Urkundenfälschung und Unterschlagung von etwa 100 Reichsmart Erwerbslosengeldern und Unterschlagung von vermutlich 500 Reichsmart Gemeindegeldern begangen zu haben, hat er bereits vor den Landjägern ein Geständnis abgelegt. Die Untersuchungen werden fortgesetzt. Der Landrat iſt ſofort zur Amtsenthebung geschritten und hat die Geschäfte dem Schöffen Rodmann übergeben. Disziplinarverfahren auszuweichen, hat Richter sein Amt nieder gelegt. Aus diesem Grunde ist für Mitte Oftober die Neuwahl eines Gemeindevorstehers angeordnet worden." Um dem Wir fönnen verstehen, daß dieser Vorfall, der uns die Verwaltungstreue eines deutschnationalen Verwaltungsbeamten besonders drastisch vor Augen führt, für die Materialsucher des Landbundes der Proving Sachsen peinlich ist. Trotzdem wird der Fall registriert werden müssen, soll die Materialsammlung Anrecht auf Bollständigkeit haben. Abg. Eppftein verhaftet. Wie der„ Roten Fahne" gemeldet mird, wurde der preußische Landtagsabgeordnete Eppstein auf richterlichem Befehl in seiner Wohnung verhaftet. Da Eppstein sich unter Berufung auf die Immunität weigerte, freiwillig zu folgen, brangen die Beamten gewaltsam in die Wohnung ein und führten Eppftein ins Gerichtsgebäude. Wenn die Angaben richtig find, wird die Justizverwaltung Auskunft geben müssen, warum sie eine flagrante Berlegung der Abgeordnetenimmunität angeordnet bat. Ist Eppstein etwa in seiner Wohnung bei einer strafbaren Handlung betroffen" worden? Die Auftraggeber des Maffeoffi- Mordes, Rossi, Marine und Filipelli sollen nicht erst freigesprochen, sondern gleich auf Grund Der letzten Amnestie straffrei werden. Sie wissen nämlich zuviel, als daß man ihnen mehtun dürfte. Denkmalswahnsinn. Es sind wirklich sonderbare Heilige, die bei uns für des Bolles Bohl und Zufriedenheit sorgen. Da ist die„ Siegesallee", das jammerliche Kitschprodukt einer verlogenen Zeit. Anstatt jene Trümmer einer jeden Geschmacks baren, zuinnerst unfünstlerischen Zeit endgültig auf dem Schutthaufen verschwinden zu lassen, ist man voll Eifer dabei, die Hohenzollernsche Ahnengalerie neu aufzuarbeiten. Wenn August dem Schiefäugigen die fleine Zehe abbricht, so werden mehrere Dutzend Sachverständigerfommissionen in Bewegung gefeßt, um den allerhöchsten Krümel zu renovieren. Für Otto den Faulen, den kleinen Schmarozer aus dem Geschlecht der großen Echmaroher, läßt ein entfesseltes Geheimratskomitee Zehntausende von Mart auf die Straße werfen. Wenn das Volk darbt, haften unsere schwarzweißroten Patrioten die Zeit anscheinend überhaupt besonders geeignet für farnevalistische Volksbelustigungen. Augenblicklich ist die Einweihung von Dentsteinen an das große Massenmorden des Weltkrieges zur nationalistischen Manie geworden. Man könnte nun schon von vornherein fagen, sorgt für die hungernden Lebenden, ehe ihr Erinnerungsmale an die Millionen Opfer eines unjeligen Systems der Gewalt unter pompösem Tamtam errichtet. Während Taufende an Unterernährung zugrunde gehen, während die rachfüchtige volfsfeindliche Politik der Morgen Sonntag vormittag ist Flugblattverbreitung in allen Abteilungen Groß- Berlins. Hierzu finden sich sämtliche Mitglieder in den bekannten Lokalen ein. Schwerrechtsregierung den Proletarier immer tiefer in Rot und Berzweiflung hegt, indes die Kaffen des Kapitals sich mit der erjagten Beute füllen, ist ein Stüd troden Brottausendmal mehr wert als hundert titschige Granitblöde. Aber wie sie feiern, das ist noch das Beschämendste! Selbst der Tote ist diesen Hasardeuren Spekulationsobjekt. Es ist kein innerliches Gedenken an jene Verstümmelten und Zerstampften, die in Massengräbern ruhen. Hier ist teine Spur irgendwelcher Erkenntnis. An den schwarzweißrot tapezierten Kriegervereinsveteranen, die mit schwülstiger Gebärde ihre militaristischen Sprüche auffagen, sind die vier Jahre des Schreckens anscheinend völlig spurlos vorübergegangen. Welches Verbrechen der Mißbrauch von zwei Millionen toten deutschen Soldaten ist, den diese entfesselten Heimtrieger betreiben, geht ihnen nicht in den Sinn. Am 25. Ottober hat die Berliner Bevölkerung Gelegenheit, mit ienen läglichen Konjunkturpolitikern gründlichst abzurechnen. Diese Leute, für die die nationalistische Phrase gerade gut genug scheint, um das Volk mit neuen Betrugsmanövern einzuseifen, sind der gefährlichste Hemmschuh für die gesunde Entwicklung einer Millionenstadt. Hunderttausenden von Rentnern sind in den verflossenen Monaten über die deutsche Betrugspartei, die sich in schauerlicher Verkennung ihrer wahren Natur deutschnational zu nennen wagt, die Augen geöffnet worden. Der 25. Ottober muß eine sozialdemokratische Mehrheit bringen. Dieser Kampf für die Sozialdemokratie ist legten Endes fein Kampf für eine Partei, fendern ein Gesamttampf für die Interessen bes fchaffenden Boites, und darauf kommt es an. Ein gefährlicher Liebhaber. Er wollte seine Braut im Schlaf erschießen. Eine Eifersuchtstragödie rief gestern spät abends in dem Haufe Gerichtsstraße 76 große Aufregung hervor. Im Quergebäude wohnt dort bei einer Frau R. als Untermieter ein 24 Jahre alter aus Spandau gebürtiger Arbeiter Frig Steppte. Dieser erhielt gestern abend den Besuch seiner Braut Frieda Werner und geriet mit ihr in Streit, meil er sie in seiner Eifersucht der Untreue beschuldigte. Das Mädchen bestritt, daß er dazu Veranlassung habe, und so fam es zu einer heftigen Auseinandersehung. Blöglich zog Steppte einen Revolver und gab auf seine Braut drei Schüsse ab. Einer traf sie in die rechte Schulter, der zweite in den linken Unterarm und der dritte in die linke Hand. Nachbarn, die auf den Lärm und die Schüffe herbeieilten, fanden das Mädchen zusammengebrochen daliegen. Steppte stand im Begriff, sich felbst zu erschießen, wurde aber daran gehindert. Die Verlegungen des Mädchens find nicht lebensgefährlich, aber doch so schwer, daß es nach dem Birchow- Krankenhaus gebracht merden mußte. Steppte wurde der Kriminalpolizei vorgeführt und von ihr vernommen. Wie er sagt, war er mit dem Mädchen feit einigen Monaten verlobt. Er glaubte aber, daß seine Braut ihm untreu sei. Er beschloß daher, fie und sich selbst zu erschießen. Bu diesem Zwecke fuhr er nach Fürstenwalde und taufte fich dort einen Revolver. Gestern traf er seinen Nebenbuhler auf dem Wedding, stellte ihn zur Rede und gab ihm eine Ohrfeige, worauf der Geschlagene davonlief. Abends besuchte ihn seine Braut und bat ihn bieb aber bei seinem Blan und wollte die Braut veranlassen, bei ihm zu übernachten, um sie dann im Schlaf zu erschießen. Als sie sich weigerte, griff er gleich zum Revolver und gab drei Schüsse ab, nachdem er seine wirtin, die seine Schwester ist, eingefchloffen hatte. Fachschule für Kynologie. Er An der Tierärztlichen Hochschule wurde fürzlich unter Beteiligung aller interessierten Kreise eine Fachschule für Kynologie eröffnet. Die Anregung zu ihrer Errichtung ging vom Deutschen Schäferhundverband aus, der zur Durchführung feines Planes die Unterſtügung der Tierärztlichen Hochschule und des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten fand. In der Begrüßungsansprache betonte der Rektor der Tierärztlichen Hochschule, daß in der Fachschule Praktiker und Theoretiter gemeinsam arbeiten wollten. Man würde sich u. a. mit der Anatomie, der Psychologie, der Physiologie und der Vererbungslehre beschäftigen. Für die Leistungsprüfungen der Hunde wollte man eine wissenschaftliche, reale Bafis finden. Deutscher Schäferhund und Dobermannpinscher erliegen sehr leicht der Staupe, darum gilt es, der Verkümmerung dieser Hunderassen entgegen zu arbeiten. 1. a. ist auch eine beffere Erziehung zur Geruchsarbeit nötig. Die wissenschaftliche Durcharbeitung aller der einschlägigen Fragen wird in wirtschaftlicher Hinsicht von Nutzen sein. Eine große Anzahl von Rednern brachte der Fachschule die Glückwünsche dar. Redner betonte, daß erst, wenn sämtliche tierärztlichen Hochschulen und landwirtschaftlichen Hochschulen einen Lehrstuhl für Kynologie eingerichtet bätten, der hund zum„ ebenbürtigen" Haustier( im Bergleich zu Pferd und Rind) geworden sei. Gute Worte wurden für die alten bodenständigen Hütehundschläge gesprochen, deren Leistungen von Allgemeininteresse sind. Zudem wurde noch recht eindringlich flargemacht, daß man auch in der Hundezucht nicht vorwärtskommt, wenn man nur nach einer sogenannten Ahnentafel sieht. Einer der Berlängerung der Straßenbahnlinie 154. Zur Verbesserung der Berkehrsverbindungen nach dem Often wird die Straßenbahnlinie 154, Spandau- Schlesisches Tor, vom 12. Oktober dieses Jahres an im 15- Minutenverfehr über Schlesischestraße, Fallensteinstraße, Oberbaumbrüde, Barschauer Straße und Frant furter Allee bis zum Ringbahnhof Frankfurter Allee meitergeführt. Die Wagen der Linien 89 und 154 ergänzen sich auf der gemeinjamen Strecke zwischen Frankfurter Alee und Yorckstraße zu einem durchschnittlichen 7% Minutenbetrieb. Der Mord an dem Reichsbannermann Schulz. Revision vor dem Reichsgericht. Das freisprechende Urteil gegen den Landwirt Alfred Rehnig, präsidentenwahl in Schöneberg erschossen hatte, hat, wie erinnerlich, der das Reichsbannermitglied Schulz am Vortage der Reichs zu lebhaften Erörterungen in der Deffentlichkeit geführt. Die vom Justizminister vorgenommene Prüfung der Atten ist nun. mehr beendet. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das freisprechende Urteil Revision eingelegt. Gleichzeitig haben auch die bei der Schießerei mit verletzten Rechsbannerangehörigen Stoehr und Wernicke durch Rechtsanwalt Dr. Artur BrandtBerlin gegen dieses Urteil Revision einlegen lassen, indem sie sich gericht wird nunmehr über die Berechtigung beider Revisionen, die dem Verfahren als Nebentläger angeschlossen haben. Das Reichs. im wesentlichen auf die Verkennung des Begriffes der Notwehr gestützt sind, zu entscheiden haben. Gegen die Beseitigung des Mieterschuhes. Kundgebung der Mieterbeifiher. Zu einer machtvollen Kundgebung gegen die Beseiti gung des Mieterschutzes und der Mitwirtung von Laien in der Mietgerichtsbarkeit gestaltete sich die Bollversammlung der Mieterbeisiger und Mieterschöffen GroßBerlins, welche in der vorigen Woche im überfüllten Bürgerfaal des Berliner Rathauses stattfand. Genosse Ruben referierte über die Tagung der Mieteinigungsämter in Dresden und sprach im Anschluß daran über die Notwendigkeit nicht nur die Laien bei den Streitigkeiten über Kündigungen beizubehalten, sondern zu einer Ausgestaltung der Mietgerichte zu gelangen. Da auch die Beschwerdeinstanz allmählich eine reine Tatsacheninstanz geworden ist, ist die Zuziehung von Laien auch in diesen Instanzen unbedingt erforderlich. Der Redner wies auf die scharfe Kritik hin, die in Dresden Professor Hein an der weltfremden Mietjustiz, insbesondere das Rammergericht geübt hat. Die empörenden Aeußerungen des Reichsgerichtsrats Linz in Dresden darüber, daß der Mieterschuh dem Voltsempfinden widerspreche", laffen auch die Forderung gerechtfertigt erscheinen, auch beim Reichsgericht nach dem Vorbild der zu schaffenden Arbeitsgerichtsbarkeit etwas mehr Bolt" auch bei den Mietprozessen vor den höchsten Gerichtshof zu ziehen. Der Redner geißelte unter dem Beifall der Berfammlung die reaktionären Bestrebungen, die sich hinter der scheinBolt wird feine Mitwirkung an den Mietprozessen und darüber baren Objektivität bei der Beurteilung dieser Frage verbergen. Das hinaus sein Mitrecht an Wohnung und Heim nicht mehr rauben lassen. Eine sehr rege Aussprache und zahlreiche Mitteilungen des Borsitzenden des Groß- Berliner Ausschusses, Genoffen Paul Lange schlossen sich dem Referat an. Der einmütige Bille der Versammlung wurde durch entsprechende Refolutionen zum Ausdruck gebracht. Ein Redner wies auch auf die mieterfeindlichen Bestrebungen gewiffer Parteien hin, welche ießt gerade in Berlin um die Stimme der Mieter sich bewerben. abend eine Bersammlung des Berliner Mieter- Bereins statt. Der Syndikus des Vereins, Rechtsanwalt Dr. Balter Goebel, sprach über das Thema:„ Die Pläne der Regierung gegen den Mieterschuh". Er führte aus, daß die Novelle zum Mieterschutzgesez den Mieter seinem Wirt gegenüber pöllig fuglos mache, so daß man heute von einem Mieterhuzgesetz überhaupt nicht mehr reden tönne. Die Novelle sei vom Interesse der Hausbefizer diftiert. Ein wichtiges Moment bei dem alten Gefeß war die Stellung eines gleichwertigen Ersagraumes bet einem durch Richterspruch notwendigen Wohnungswechsel. Heute ist das Wort gleichwertig" gestrichen worden, und die Willkür des Richters fann irgendeinen Raum als genügend" betrachten. Am schwersten leiden natürlich Gewerbetreibende und Kaufleute unter dieser Maßnahme. Ja, man geht so weit, daß überhaupt nur dann ein Raum zur Verfügung gestellt wird, wenn mit dem Geschäft ein öffentliches Intereffe verknüpft ist. Wann ist dies aber vorhanden? Die Versammlung nahm eine Entschließung an, nach der die Re gierung unbedingt ihre Politif den Mietern gegenüber ändern müsse. In der Diskussion hatte ein Propagandaredner der Deutschfozialen einen stürmischen Heiterfeitserfolg. Die Kleingärtner zur Wahl. Der In Reinickendorf- Ost fand am Freitag abend eine Bersammlung der Kleingärtner und Siebler des 20. Bezirks statt. Als Referenten waren die Genossen Stadtverordneter Wendt und Stadtrat Meyer erschienen, die darauf hinwiesen, daß die meisten deutschen Städte der Ausweisung von Kleingarten- und Siedlungsgelände nicht das nötige Entgegenkommen gezeigt haben. Sie haben damit die tulturelle Seite völlig verkannt. Die Kleingartenbewegung hat durch den Krieg einen großen Aufschwung genommen. Barten brachte nicht nur einen Zuwachs an Erd- und Baumfrüchten zu den fargen Mahlzeiten, sondern gab auch den Menschen Licht und Sonne, die aus der Enge der Steinfäfige nach Schluß der Arbeitszeit und an freien Tagen dort die Stunden der Muße verbringen wollten. Der Bodenspekulation tommt es nur darauf an, Profit zu schlucken, ohne sich irgendwie Gedanken über das Wohl und Wehe der Mitmenschen zu machen. Heute sind die Bodenspekulanten bereits wieder in Front, und leider befindet sich die Hälfte des in Berlin zur Ausweisung kommenden Geländes noch in Brivatbesiz. Die Referenten gaben der Hoffnung Ausdruck, daß in nächster Zeit auch den Idealen, die unserer Partei vorschweben, insbesondere auf dem Gebiete der Dauerfleingärten und Siedlungen in großzügiger Weise stattgegeben wird. In der Diskussion richteten fommunistische Agitationsredner heftige Angriffe gegen das Bezirksamt, die ge radezu lächerlich waren. Sonderbar erscheint das Interesse, das die Kommunisten auf einmal für die Kleingärtner entdecken. Einige Barteigenossen, die sich gegen die Lügen der kommunistischen Redner wandten, wurden geschäftsordnungswidrig am Reden gehindert.(!) Stadtrat Genosse Meyer und Stadtverordneter Genosse Wendt rechneten aber im Schlußwort mit den Phrasenhelden ab, die ja gar feine Dauerfolonien wollen, sondern durch demagogische Umtriebe unaufgeflärte Kleingärtner in ihre Reihen zu ziehen veretwas erreichen und darin finden sie in der Sozialdemokratie einen fuchen. Nur durch Kampf und Aufklärung können die Kleingärtner willigen Helfer. Verurteilung eines deutschen Fischdampferkapitans. Koppenhagen, 10. Ottober.( WTB.) Das Ministerium teilt mit: Das Fischereiinspektionsschiff Island Balt hat am 7. Oktober den deutschen Fischerdampfer Börse, Kapitän Bernhard Friedrich, wegen Fischerei in den Gewässern von Portland( Island) angehalten. Der Kapitän, der bereits schon früher angehalten worden war, weil er sich in den genannten Gewässern mit Fischereigeräten aufgehalten hatte, die in Unordnung waren, wurde zu einer Geldstrafe von 12 000 kronen in Gold, Einziehung der Geräte und Tragung der Kosten verurteilt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 25. Abt. Seute abenb 7 Uhr treffen sich alle Genoffinnen bei Gottlieb, Anip rodeftr. 6, zur Verteilung der Wählerin". 46. bt. Die für die Berbreitung bestimmten Flugblätter liegen beute Sonnabend non 6 Uhr und morgen, Gonntag, den 11. Oktober, non 9 Uhr vormittags ab bei Eichholz, Cuprnstr. 23, zur Abholung bereit. 56. Abt. Charlottenburg. Gonntag, den 11. Ottober, vormittags 8 Uhr, Flugblattverbreitung. 1. und 3. Gruppe bei Miersch, Rantstr. 62; 2. Gruppe bei Jistowiał, Solgendorffftr. 20. 71. Abt. Wilmersdorf. Abends 6 Uhr Abholen ber Flugblätter von Jonas, Durlacher Straße. Die Bezirksführer forgen für die Verbreitung in bcen Bezirken, Gewerkschaftsbewegung Gegen die Verlängerung der Polizeistunde. Die berechtigten Einwände der Arbeiterschaft. Bom Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Caféangestellten wird uns geschrieben: Die Gastwirte haben es in legter Zeit vorzüglich verstanden, mit Hilfe einer dienstwilligen bürgerlichen Presse einen Sturmlauf gegen die Polizeistunde zu inszenieren, während die organisierten Arbeiter, für welche diese Presse nur sozialklingende Redensarten übrig hat, sich auf eine ftille fachliche Abwehr an zuständiger Stelle beschränken mußte. Da aber die Entscheidung vor der Tür steht. feien die Gründe, welche die Arbeiterschaft zum Rampfe gegen die Polizeistundenverlängerung zwingen, der werf. tätigen anderen Arbeiterschaft Berlins gegenüber einmal turz zu jammengefaßt. Vor allem ist es die sozialpolitische Unzuver Täffigkeit der gastwirtschaftlichen Unternehmer, zu deren Stellungnahme gegen jede Zwangswirtschaft" ausgesprochener maßen auch der Kampf gegen alle Arbeiterschuhgefege( Arbeitszeitverordnung. Arbeitsnachweisgefeß, Unfallverficherung usw.) gehört. Diesen Kampf führen sie in der Praxis burch tausende, fich täglich wiederholende und nur selten und mit lächerlich geringen Strafen geahndete Uebertretungen aller Schutzvorschriften und zwingen damit zu der Auffassung, daß jede Verlängerung der Polizeistunde gleichbedeutend sein werde mit unbe. zahlter Berlängerung der Arbeitszeit. Diese Be fürchtung erscheint umso begründeter, als die Unternehmer ja selbst erklären, die Verlängerung der Bolizeistunde marke für viele Betriebe so unlohnend sein, daß man von ihr feinen Gebrauch machen werde. Die Behauptung der Unternehmerorganisationen, die Verlänge rung der Polizeistunde sei gleichbedeutend mit vermehrter Arbeitsgelegenheit und erhöhtem Verdienst, hat sich bei den wiederholten Berlängerungen der Polizeistunde nach dem Kriege als so aufge= legter Schwindel ermiesen, daß sie jetzt nur noch in jehr verstedter Form gewagt wird. Am schwerwiegendsten aber sind die Befürchtungen, die mir wegen der sittlichen Gefahren hegen müssen, denen die weiblichen jugendlichen gastwirtschaftlichen Angestellten ausgefekt find, die befonders in Berlin überwiegend nicht im Hause des Unternehmers wohnen. Es ist schlimm genug, daß diese Knaben und Mädchen schon jest pät nach Mitternacht tagtäglich die Strudel des großstädtischen Nachtverkehrs besonders an den Stellen passieren müssen, wo fie am gefährlichsten wirbeln. Hunderte dieser Angestellten müssen zu nächtlicher Zeit die Friedrichstraße, Leipziger- und Potsdamer Straße und die noch verrufenere Gegend um die Raifer Wilhelm- Gedächtniskirche herum paffieren. Dugende müssen um dieselbe Zeit, von den westlichen Arbeitsstätten fommend, den Tiergarten durchqueren, um nach ihren jenseits der Spree liegenden Behausungen zu kommen. Sollen diese Angestellten wirklich in noch späteren Nachstunden allerlei Gefahren ausgesetzt werden, nur damit ein sehr beschränkter Kreis von Unternehmern mit Hilfe der nach Mitternacht oft noch erhöhten Preise Geld machen fann, während ihre Konkurrenten und deren zahlreiche Angestellten notgedrungen fich ebenfalls allen Bettschonern und Nachtschwärmern zur Verfügung stellen würden, ohne einen einigermaßen entsprechenden Lohn zu finden? Es dürften sich für Berlin sicher beffere Gelegenheiten finden, an der Spitze zu stehen, als mit Hilfe der verlängerten Polizeistunde. Wenn hier das Publikum nicht an allen Eden und Enden und zu jeder Tages- und Nachtzeit gneppt merden tann, so wird das dem Rufe der Reichshauptstabt sicher nicht schaden. * aup Zu diesen durchaus triftigen Gründen find noch eine Reihe anderer Gründe hinzuzufügen. Mit demselben Recht, mit dem die Gastwirte die Berlängerung der Polizeistunde fordern, tönnen alle Geschäftsleute, alle Indu strie und Handelsbetriebe die unbeschränkte Arbeitszeit verlangen. Wenn man schließlich immer mehr die Arbeits- und Geschäftszeit in den anderen Berufen eingeschränkt hat, ohne auf das Geschrei der Unternehmer von ihrem sicheren Ruin zu achten, so geschah dies, weil die Vorteile dieser Beschränkung die angeblichen Nachteile weit überwogen. Die tomint man nun dazu den Angestellten des Gastwirtsgewerbes, die bereits unter einer Arbeitszeit leiden, die nach jeder Hinsicht unsozial ist, noch eine weitere Berlängerung ihrer ungefunden Nachtarbeit aufzuhalsen! Steht etwa die Rücksicht auf die Leute, die ihre Zeit in Nachtlofalen verbringen, höher als die Rücksicht auf die Gefundheit der Arbeiterschaft und die öffentliche Moral? Denn daß das nächtliche Offenhalten der Schantstätten, eine fittliche Gefahr ist, darüber dürfte doch kein Zweifel bestehen. Welches Intereffe erfordert denn die Berlängerung der Polizei stunde? Das der Gastwirte? Es ist eine hundertjährige Erfahrung, daß man die Unternehmer zur sozialen Einsicht zwingen muß. Benn die Gastwirte über schlechten Geschäftsgang flagen, dann mögen sie einmal ihre Breise mit den Friedenspreisen und mit dem Einkommen der großen Maffe der Bevölkerung vergleichen. Und feit wann ist der Staat verpflichtet, allen Liförstuben, Bars usw., die wie giftige Pilze aus der Erde schoffen, ein lufratives Einfo men zu sichern? Wenn irgendwo teine Rüdsicht am Plage ist, jo ist es gegenüber den Eristenzen, die volkswirtschaftlich zum mindesten feine Bereicherung darstellen. Den anständigen Gastwirtschaften würde damit mur ein Dienst geleistet werden. Protest der Fleischergesellen. Der Deutschnationale Busch verlängert die Arbeitszeit. Eine gut besuchte, Brotestversammlung der auf dem Schlacht und Bichhof Beschäftigten nahm am Freitag in der Biehhofsbörse Stellung zur Bekanntmachung der Schlachthof. direttion betreffend Eröffnung der Fleischgroßmartt halle. Schulz vom Zentralverband der Fleischer schilderte in seinem Referat die jetzt schon schwierigen Arbeitsverhältnisse dieser Branche, die bei einer Durchführung der Bekanntmachung, den Schlacht- und Bichhof sowie die neue Fleischgroßmarkthalle eine Stunde früher als bisher zu öffnen, noch weiter verschlechtert würden. Alls vor einigen Tagen das Gerücht umging, die Schlachthofdirektion beabsichtige, die Eröffnungszeiten des Schlachthofes und der neuen 2000000000 Fleischgroßmarkthalle auf 2 bzm. 3 Uhr morgens gegen bisher 5 bzm. 6 Uhr zu verlegen, wurde das von der Direktion als ein leeres Gerede hingestellt. Sie erklärte, auch bei der Eröffnung der neuen Halle mit den bisherigen Eröffnungs. zeiten auszukommen. Im übrigen würde man sich wegen einer beabsichtigten Frühereröffnung mit den Interessenvertretungen der Arbeiter sowohl wie der Unternehmer in Verbindung setzen. Man war nicht wenig erstaunt, als ungeachtet dieser Abmachung Anfang dieser Woche eine Befanntmachung herausfam, nach der die Eröffnungszeiten des Schlacht und Viehhofes sowie der neuen Fleischgroßmarkthalle ab 12. Oftober eine Stunde früher als bisher festgesetzt werden. Begründet wird diese Maß nahme damit, daß durch das hinüberschaffen des Fleisches vom Schlachthof zur neuen Fleischgroßmarkthalle in der Landsberger Allee in den bisher festgesetzten Stunden der Verfehr erheblich gestört würde. Mit dieser Tatsache hätte eine weitsichtige Stadtver waltung aber schon beim Bau der Halle rechnen und zugleich mit deren Errichtung die Untertunnelung der Landsberger Allee vornehmen müssen. Das hätte um so mehr erwartet werden müssen, als seinerzeit gerade wegen der Störung des Verkehrs der Fleischgroßhandel von der Halle am Alexanderplatz nach dem Schweineschlachthof verlegt wurde. Schon jezt ist die Arbeitszeit der Engrosschlächtergesellen eine überaus lange, teilweise bis 3u 16 Stunden am Tage. Der Schlächter muß morgens die Pferde füttern, zum Schlachthof fahren, das Fleisch vom Schlachthof zur Halle schaffen, dann verkaufen und nachmittags wieder im Schlacht hof erscheinen. Das bedeutet, daß der Schlächtergeselle bei der beabsichtigten Deffnung am Montag und Donnerstag um 4 Uhr, an den anderen Tagen schon um 2 bzw. 3 Uhr sein Heim verlassen muß und es in den späten Abendstunden erst wieder aufsuchen fann. Sollte diese Bekanntmachung nicht zurüdgezogen werden, so werden die Fleischergesellen mit allen Mitteln diesen Anschlag auf ihre fozialen Errungenschaften zurückzumeisen wissen. Die Ausführungen des Referenten wurden noch ergänzt durch den Vertreter der christlichen Fleischergewerkschaft und dem Stadt perordneten Auguft Schmidt als Mitglied der Deputation für das Schlacht- und Viehhofwesen, die bei Erlah der Bekanntmachung auch glatt übergangen wurde. Nach einer regen Diskussion fand eine Resolution im Sinne des Referats einstimmige Annahme. Neues Angebot der Mühlenbesitzer. Swed's Beilegung der Differenzen zwischen den beteiligten Ber. bänden fand gestern eine mehrstündige Berhandlung statt, bie bamit endete, daß der Unternehmerverband, um den Arbeitsfrieden zu er halten, noch 50 Pfenige zulegten. Zu diesem Angebot werden die Funktionäre am Montag Stellung nehmen. Streik und Aussperrung der schlesischen Steinseher. Breslau, 10. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) In Breslau sind am 30. September abgelaufen war und die Arbeitgeber bisher jebe die Steinsetzer in den Streit getreten, weil das Lohnabkommen Berhandlung abgelehnt haben. Jetzt haben die Arbeitgeber Ber handlungen zugejagt, fordern aber, daß vor der Berhandlung die Arbeit aufgenommen werden müsse. Diese Zumutung haben die Steinfeger einmütig abgelehnt. Nunmehr drohen die Arbeitgeber mit der Aussperrung der Steinfeger von ganz Schlesien. Der rote Arbeiterrat bei Siemens- Schuckert. Wie wir in Nummer 453 des Vorwärts" berichteten, hat das Gewerbegericht auf Antrag der Firma Siemens- Schuckert den miesenthoben, weil er im Arbeiterratszimmer rote Schleifen Arbeiterratsvorsißenden des Rabelwerts feines und eine rote Fahne aufgehängt hatte. Nach dem zwangs des Arbeiterrats freiwillig ihre Aemter nieder. Infolgedessen wurde eine Neuwahl anberaumt und der frühere Vorsitzende P. vom Arbeiterrat als Wahlvorstand ernannt. Darauf wurde P. von der Firma entiaffen. Er betrachtete seine Entlassung als Maßregelung, erhob mit Erfolg Einspruch beim Arbeiterrat und flagte dann beim Gewerbegericht. Hier wurde nun die Frage erörtert, ob nach dem Rücktritt der 8 Mitglieder noch ein beschlußfähiger, zur Entscheidung über einen Einspruch berechtigter Arbeiterrat bestehe. weisen Rücktritt des Vorsitzenden B. Legten 8 von den 19 Mitgliedern Der Kläger berief sich auf die Bestimmung des BRG., wonach der alte Arbeiterrat solange im Amt bleibe, bis der neue gewählt sei. Die Firma machte dagegen den Einwand, die freiwillig Zurüdgetretenen tönnten doch nicht mehr als Mitglieder des Arbeiterrats angesehen werden, denn es fönne doch niemand gezwungen werden, ein freiwillig niedergelegtes Amt weiter zu führen. Also bestehe tein beschlußfähiger Arbeiterrat. Wirtschaft Die Großhandelspreise steigen. Die auf den Stichtag des 7. Oftober berechnete Groß. handelsindegziffer des Statistischen Reichsamts ist gegen über dem Stande vom 30. September( 124,1) um 1 Proz. auf 125,3 gestiegen. Höher lagen die Preise für Getreide und Kartoffeln, Butter, Hopfen, Rohjute, Jutegarn und einige Nichteisenmetalle. Ge sunken sind die Preise für Schmalz, Zucker, Rind- und Schweinefleisch, Milch, Kaffee, einige Textilrohstoffe und Halbwaren, Blei, Gasol, Rohle und Eisen. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 118,7 auf 120,7 oder um 1,7 Proz. angegen, während die Induſtrieſtoffe mit 134,1( Borwoche 134,2) nahezu unverändert blieben. Schen vor der Oeffentlichkeit. Die Beder- Fiebig- Bau- Union A- G., die an dem Bau der Untergrundbahn Nord- Süd durch Aufträge beteiligt ist und an deren Geschäftsergebnissen infolge ihrer Beteiligung an öffentlichen Arbeiten die Deffentlichkeit das größte Interesse hat, hielt es für richtig, die Bresse von der Teil. nahme an ihrer Generalversammlung auszu schließen. Hat die Gesellschaft irgend etwas zu verbergen? Die Automobilindustrie im Konkurrenztampf. Der 1. Oktober hat für die Automobilindustrie eine veränderte Situation gebracht. Auf der einen Seite find die neuen, starf erhöhten 3011 fäge in Kraft getreten. Auf der anderen Seite auch die bisher wirksamen Einfuhrverbote aufgehoben worden. Befannt ist, daß seit einigen Monaten die starte Berkaufstonjunttur der Automobilindustrie, die bis dahin der Aufträge nicht Herr werden fonnte, vielfach wie abgeschnitten ist. Selbst die am längsten und stärksten zur Serienfabrikation übergegangene Firma Opel war infolgedessen vorübergehend zu Betriebseinsräntungen gezwungen. Der Rückgang des Inlandsabfazes, die Deffnung der Grenzen und die heftige Konkurrenz der technisch überlegenen Bereinigten Staaten und des durch die Inflation begünstigten Frantreich bringen die Schutzzölle um einen großen Teil der von der Automobilindustrie erwarteten Wirkung. Die Foige ist eine he f tige Ronkurrenz der deutschen Firmen um den Inlandabsaz, die vielfach zu erheblichen Preisermäßigungen geführt hat. Da die Kredit- und Kapitalmarttiage Deutschlands fich in absehbarer Zeit nicht wesentlich bessern fann und der hohe Bollschuh gerade Die billigsten Wagen am meisten verteuert, werden die Absazziffern im Inland eher sinten als steigen. Der vorgesehene allmähliche Zollabbau wird die Konkurrenz des Auslandes immer mehr verschärfen. So ist es begreiflich, daß in den letzten Wochen der deutschen Automobilindustrie sich häufen und die alten Autodie Nachrichten von Zusammenschlußbestrebungen in mobilkonzerne( Gemeinschaft deutscher Automobilfabriken und deutscher Automobilkongerne) ihre Produktion auszubauen und zu verbilligen suchen. Sehr bemerkenswert ist auch der Versuch, nach amerikanischem Muster den Inlandsabsatz durch instema tischen Ausbau des Abzahlungstredits zu forcieren. Wie gemeldet wird, schweben Verhandlungen mit der amerikanischen „ Amstea Financial Corporation", die den deutschen Firmen den gesamten Kaufpreis bezahlen und ihrerseits die Regelung der Ratenzahlungen und das Risiko übernehmen soll. Wie die Absaz- und diesem Bersuch vorläufig nicht viel versprechen können. Binsverhältnisse in Deutschland heute liegen, mird man sich von Ausfuhr nach Deutschland die Niederlande start intereſſiert fine. Ueber den Abbau von Zöllen auf Gartenbauprodukte, an deren finden zwischen der deutschen und der holländischen Regierung Unter handlungen statt. Theater der Woche. --Bom 11. bis 19. Oftober 1925. Boltsbühne: Der Raufmann von Benedig. Opernbons: 11. iba. 12. Fledermaus. 18. Troubadour. 14. Galome. 15. und 18. Die Afrikanerin. 16. Tristan. 17. Carmen. 19. Fidelio. Schauspielhaus: 11. Peer Gynt. 12., 13. 14. Stalienisches Gastspiel: Sechs Personen fuchen einen Autor. 15. Jugend. 16. Candida. 17., 18. und 19. Sannibal. Atroll- Oper: 11. Tiefland. 12. Freischük. 13. und 19. Mignon. 14. Barbier von Sevilla, 15. Butterfin. 16. Rauberflöte. 17. 8ar und Rimmermann. 18. Evangelimann. Schiller- Theater: 11. Charlens Tante. 12. Minna von Barnhelm. 13. und 16. 15. Doppelmord. Jungfrau von Orleans. 14., 17., 18, und 19. Weihnachtseintäufe, Liebelei. Deutsches Theater: 12., 14., 16. und 19. Man fann nie miffen. 13., 15., 17. und 18. Die heilige Johanna.- Kammerspiele: 12. Mann 1 Um die Entscheidung der Frage, welche von diesen beiden Auffaffungen die richtige sei, fam das Gericht dadurch herum, daß es gräger Strake: 11., 13., 14., 15., 17., 18. und 19. Don Juan und Fauft. feststellte, daß die ausgeschiedenen Arbeiterratsmitglieder zu der Sigung, welche über den Einspruch des Klägers entschied, nicht geladen waren. Somit war eine Form vorschrift des BRG. nicht erfüllt und aus diesem Grunde mußte die Riage abgewiesen werden, ohne Rücksicht darauf, ob der alte Arbeiterrat nach dem Rücktritt der 8 Mitglieder noch bis zur Neuwahl zu Recht besteht oder nicht. Tier Tugend. 13., 14., 15., 19. Sechs Bersonen fuden einen Autor. 16., 17., Die Komödie: Gesellschaft. Leffing- Theater: 18. Parable will nicht heiraten. 12. Gök von Berlichingen. Ab 13. Gier unter Ulment. Theater in der König. 12. und 16. ie es Euch gefällt. Städt. Oper Charlottenburg: 11. Carmen. 12. Die Bohème. 13. Götterdämmerung. 14. Die Zauberflöte. 15. Der Trous badour. 16. und 19. Don Pasquale. 17. iba. 18. Die Meisterfinger von Nürnberg. Großes Schauspielhaus: Für Dich. Große Bollsoper im Theater des Weftens: Der Orlow. Renaiffance Theater: Kampf der Gefchledster. Die Tribüne: Surüd au Methusalem. Deutsches Künstler- Theater: Die Tere fina. Romöbienhaus: Margarine. Berliner Theater: Bis 15. Eine Nacht in Benedia. 16. bis 18. 2yfiftrata. 19. Carmencita und der Soldat. Neues Theater am Res: Only Bolln. Trianon Theater: Jm Dantencoupé. Resi benz- Theater: Bis 15. Jugendfreunde. Ab 13. Circes Heirat. Bentral Theater: Triefchübel. Theater in ber Rommandantenstraße: Anneliese von Dessau. Komische Oper: Von A bis R. Bustspielhans: Ritter Blaubaris achte Frau. Metropol- Theater: Mamfell Angot. Theater am Schiffbauer. demm: Lady Fanny und die Dienstbotenfrage. Thalia Theater: Annemarie. Theater am Rollendorfplek: Die hellblauen Schwestern. Theater am Stur fürftendamm: Bis 16. Der gläserne Bantoffel. Ab 17. Wenn ich wollte. Kleines Theater: Sochzeitstage. Wallner Theater: Meifelen. Theater in ter Riesterftraße: Dis 14. Elektra und Der zerbrochene Rrug. 26 15. Frau Warrens Gemerbe. Rose Theater: Rönig Arauſe. Rafins- Theater: Die Schloßpact Theater Steglik: Bis 18. Der Leibe futscher des Fridericus Rer. Ab 14. Rofenmontag. Theater in her 2ühow. ftzake: Die Roblants. Theater im Admiralspalast: Antung, Belle 505! Apollo- Theater: Der Mann, der fich verkaufte. Wintergarten und Gealas Internationales Barieté. Serrafeld- Theater: Was tut fich im Separée? rid Nachmittagsvortellungen. Bolfsbühne: 11. Fiesto. 18. Datte Broll- Oper: 11. und 18. Nathan der Weife. Schiller Theater: 11. Jugend. Großes Schauspielhaus: 11. und 18. Flr Dich. Große Bollsheater: 18. Moral. oper im Theater des Beftens: 11. und 18. Das goldene Kreuz. Bentral Theater in der Rommandantenftzaße: 11. und 18. Anne Tiefe von Defiau. Romische Oper: 11. Bon A bis 8. Metrepol- Theater: 18. Jhre Soheit die Tänzerin. Thalia- Theater: 11. und 18. Jm weißen MBRI Theater am Rollendorfplag: 11. und 18. Der lekte Ruß. Theater: 17. Dornröschen. 18. Hans Sudebein. Schloßpart Theater Steglig: 11. und 18. Anna- Llefe. Theater in der Bügowftraße: 11. Sänfel und Gretel. 14. Rotkäppchen und der Wolf. Theater im Admiralspalast: 11. unb 18. Achtung, Welle 505! 12000 Tertilarbeiter in Norbböhmen im Streit. Warnsdorf i B., 10. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Tegtilarbeiterstreit im nordböhmischen Kreistertiloertragsgebiete hat große Ausbreitung angenommen. Im Zentrum Warnsdorf ftreifen 24 Großbetriebe, in Rumburg fämtliche Firmen, ebenso in Schludenau und den anderen Orten. Insgesamt stehen vau im gefährlichen Alter. bereits rund 12 000 Arbeiter im Ausstande. Einige Kleinbetriebe arbeiten noch, werden aber noch folgen. Die Stimmung der Arbeiterschaft ist diesmal selten einmütig hoffnungsfroh. Einige Be triebe ließen am 8. Oftober früh die Maschinen anlaufen, um den Arbeitern Arbeitsmöglichkeit zu bieten. Es tamen aber nur wenige und diese arbeiten mit den Meistern die wichtigsten Arbeiten auf, da durch das plögliche Weggehen der Arbeiterschaft in einzelnen Branchen die Ware, z. B. in Farbe oder Beize liegen blieb und bedeutende Werte von Bernichtung bedroht find. Früh 6 Uhr schon zogen Streitposten auf. Im Laufe des Tages wurden in allen Orten Bersammlungen abgehalten, ein Streifausschuß gebildet und die Streitpostenfrage geregelt. Zu irgendwelchen Ausschreitungen fam es nicht. Trotzdem erhielt das Gebiet, vornehmlich Warnsdorf, große Gendarmerieverstärtung. Eine Verhandlungsmöglichkeit besteht noch nicht und es dürfte allerbestenfalls erst in tommender Woche zu Berhandlungen tommen. Ein Uebergreifen des Streifs auf andere als Tertilbetriebe ist bisher nicht zu fürchten. Berliner Elektriker- Photoapparate, Feldstecher gut im Genossenschaft Photo- Spezialhaus Haller, Kottbuser Damm 98 angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen- Verkauf aller .. elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl. Reparaturen • Preiswerte, gediegene Arbeit Damentaschen- Fabrik Party- Cases, die große Mode von 3.25 an!- Auch Einzelverkauf! 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