Nr. 481 42. Jahrg. Ausgabe Afr. 245 Bezngspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlid 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Bee Borwärts mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied lung und Aleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin*. Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille aeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. ,, Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig. tebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für amei aria, Arbeitsmarkt Reile 60 Bfennig. 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Es ist infolgedessen damit zu rechnen, daß am Montag die Paktverhandlungen zu einem formellen Abfchluß gelangen, und am Dienstag die Tichechen und Polen zu den Berhandlungen zugezogen werden können. Am Mittwoch, spätestens am Donnerstag dürfte dann die Paraphierung der Abkommen( d. h. die vorläufige Unterzeichnung mit den Anfangsbuchstaben der Verfragsteilnehmer) vor sich gehen. Kompromiß auf dem Wasser. Eine politische Bootsfahrt auf dem Lago Maggiore. V. Sch. Locarno, 10. Oftober, 9 Uhr abbs.( Eig. Drahtber.) Die Sensation des heutigen Nachmittags war ein Ausflug auf dem Wasser, den ein engerer Kreis von Ministern und Juristen in der luxuriösen Motorjacht Flora d'Oranica" auf dem Lago Maggiore unternahm. Es nahmen teil Chamberlain, Briand, Luther und Stresemann, Sir Cecil Hurst, Berthelot, Fromageot, Gaus, ferner zwei oder drei weitere Herren und Frau Chamberlain. Die Fahrt, die gegen 3 Uhr nachmittags angetreten wurde, war ursprünglich auf zwei Stunden berechnet, denn so wohl Briand als auch der Reichskanzler Dr. Luther hatten ihre Autos auf 5 Uhr an den Landungsplatz von Locarno bestellt. Indessen lam es anders: Die Sonne ging unter und das Boot war noch immer nicht in Sicht. Es wurde Nacht, und die zahlreichen Journalisten, Bolizisten und Touristen, die sich auf der Dampferstation in Locarno eingefunden hatten, spähten immer noch vergebens nach dem Horizont. Endlich gegen% 47 Uhr nahte das Schiff, aber zur allgemeinen leberraschung machte es fnapp 100 Meter vor bem Ufer wieder kehrt und steuerte in voller Fahrt dem jen feitigen Ufer zu. Nun war es flar, daß diese Fahrt nicht den NaturSchönheiten der Gegend galt, von der man in der stockfinsteren Nacht felbstverständlich nichts mehr sehen tonnte, sondern der politischen Aussprache, die in einem spannenden, und vielleicht entscheidenden Augenblick durch die sofortige Landung vorzeitig unterbrochen worden märe. Erft gegen 48 Uhr fehrte die Jacht endlich wieder nach Locarno zurüd. Man sah durch die Fenster der luxuriös beleuchteten Jacht, wie die Herren noch lebhaft tonferierten, nur langsam erhoben sie fich und nahmen herzlich und freundschaftlich Abschied. Selbstverständlich war auch diesmal von ihnen nichts birett zu erfahren außer dem zufriedenen Ausdruck, den sie zur Schau trugen und der Tatsache, daß sie nach den italienischen Orten Pallanza und Luino gefahren wären. Briand machte sich wie immer luftig und erklärte, daß die Teilnehmer etwas besonders Interessantes feft. geftellt hätten, nämlich eine neue Fischart. Später fiderte indessen einiges Ernst hafte über diese Motorfahrt durch. Die vierstündige Unterhaltung hat die besten Ergebnisse gehabt, man hat auf dem Wege zur Einigung wesentliche Fortschritte gemacht, wobei Chamberlain den ehrlichen Matler zwischen Briand und Reichskanzler Dr. Luther gespielt hat. Reichs fanzler Dr. Luther und Stresemann erklärten dabei, daß fie grundfählich für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund seien, schilderten aber in bewegten Worten die innerpolitischen Schwierigkeiten, denen sie von deutschnationaler Seite ausgefeßt wären und die sie zwängen, in dieser Frage auf keinen Fall mit leeren Händen zurückzukehren. Ihre Verhandlungspartner erflärten sich bereit, bis an die äußerste Grenze des Entgegenkommens zu gehen. Es heißt, daß sie äußerste Grenze des Entgegenkommens zu gehen. Es heißt, daß fie bei Abschluß des Sicherheitspaktes eine Erklärung an das Völkerbei Abschluß des Sicherheitspaktes eine Erklärung an das Bölkerbundsekretariat richten wollen, in der sie dem Völkerbundsekretariat bundjekretariat richten wollen, in der sie dem Völkerbundsekretariat nahe legen, die deutschen Wünsche, die sich auf die Interpretation des Art. 16 des Böllerbundatte beziehen, Deutschland gegenüber wohlwollend zu prüfen. Zu demselben Schritte hatten sie sich allerdings schon in ihrer Antwort auf das Memorandum der Mary- Regierung andeutungsweise bereit erklärt. Man rechnet bestimmt, daß die Einigung auf dieser Grundlage, an deren Formulierung die Juristen über Sonntag arbeiten, bis Montag perfekt sein wird. An ein Scheitern ber Konferenz von Locarno glaubt niemand mehr. V. Sch. Cocarno, 10. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die erste Zusammenfunft zwischen Stresemann und Strzynski wird Sonntag abend stattfinden und zwar werden beide Minifter durch Briand zusammengebracht werden. Montag formeller Abschluß? V.Sch. Locarno, 10. Oktober, 2% Uhr nachm.( Eig. Drahtber.) Anstatt der ursprünglich vorgesehenen Plenarsizung, die am heutigen Sonnabend stattfinden sollte, ist nur eine furze Sigung, die kurz vor 11 Uhr begann und gegen 12 Uhr beendet war, abgehalten worden. Sie hat die Entscheidung noch nicht gebracht. Die Nachmittagssigung fällt aus und ist durch private Unterhaltungen ersetzt worden. Die nächste Sigung findet am Montag statt. Die Annäherung bahnt sich langsam an. Die Alliierten sind geneigt, Luther und Stresemann formale Konzeffionen zu machen, die ihnen erlauben werden, den Deutsch nationalen gegenüber zu behaupten, daß fie aus dem Kampf um Artikel 16 nicht mit ganz leeren Händen hervorgegangen find. Aber in der Sache selbst werden sie nicht nachgeben. Unter den Gründen, die sie anführen, um ihre Ünnachgiebigfeit zu begründen, ist einer von ganz besonderem Interesse: Die Deutschen sagen: Wenn Frankreich und England in Locarno sich bereit erklärten, einer Abänderung des Artikels 16 oder einer einschränkenden Erläuterung, die von großer Tragweite für Deutschland ist, zuzustimmen, so be deutet das bei der führenden Rolle diefer beiden Länder in der Genfer Bölferbundsversammlung foviel wie eine vorweggenommene Entscheidung." Die Allierten antworten darauf: Ihr seid im Irr tum. Abgefehen, daß wir formal gar nicht das Recht besitzen, über die Köpfe der anderen Mitglieder des Bölfer bundes hinweg derartige Verpflichtungen zu übernehmen, so beweist Eure Einschätzung der Lage nur, daß Ihr unsere Stellung in der Völkerbundsversammlung nicht richtig einfchätzt. Früher genügte ein Wort von uns Franzosen und Engländern, um die ganze Böllerbundsversammlung zu lenken. Aber als Reaktion gegen die ersten Jahre, in denen wir allmächtig in Genf refidierten, haben sich mittlere und fleinere Staaten zusammengetan und machen darüber, daß wir unsere Befugnisse nicht überschreiten. Wenn wir das täten, was Ihr von uns verlangt, so würden wir uns einer schweren Niederlage aussehen. Ihr Deutschen betrachtet noch immer den Bölferbund als Instrument in den Händen der alliierten Großmächte. Und das ist er längst nicht mehr." In der heutigen Sigung wurde mitgeteilt, daß ein pofitipes Ergebnis erzielt sei, das schon im Rommuniqué erwähnt wird und das schon Scialoja in seiner Erflärung an die Bresse am Freitag angekündigt hatte: nämlich der förm liche Beitritt Italiens zum eft paft in der doppelseitigen Garanteneigenschaft wie Groß- Britannien. In den einzelnen Delegationen verhält man sich dem praktischen Bert dieser Zustimmung gegenüber, wie hier schon gesagt wurde, etwas steptisch. Ein negatives Ergebnis der heutigen Sigung war die Ablehnung des 3 usazantrages Banderveldes im Sinne der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit. Vandervelde erklärte, daß er sich feinen Jllufionen über das Schicksal dieses Amendements hingegeben habe, nachdem bereits die Londoner Juristenkonferenz anders entschieden hätte, doch habe er sich verpflichtet gefühlt, im Einflang mit feiner politischen Ueberzeugung, die der der leber zeugung seines Landes entspreche, wie auch den For derungen seiner politischen Gesinnungsgenossen in der ganzen Welt, diesen Borstoß im Sinne einer restlosen Sicherung des Friedens durch Schiedsgerichtsbarkeit zu unternehmen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 63, Lindenstr.3 Boftscheatonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenste. 3. Um Berlin! Zu den Wahlen am übernächsten Sonntag. Bon heute in vierzehn Tagen wählt Berlin seine neue Stadtverordnetenversammlung. Nach der beiden Wahlgängen der Reichspräsidentenwahl im Frühling Reichstagswahl vom Winter vergangenen Jahres und den ist das die vierte Wahl, zu der die Berlinerinnen und Berliner binnen Jahresfrist berufen sind. Aber seitdem die Wahlen, entsprechend einer alten sozialdemokratischen Forderung, auf die Sonntage verlegt sind, kann man nicht behaupten, daß in einer solchen Häufung eine übermäßige Beanspruchung Der Gang Don der Wohnung der Wähler liege. zu dem nahegelegenen Wahllokal ist feine Strapaze, wer ihn scheut, beweist, daß er den Wert des Staatsbürgerrechts, das ihm die Demokratie verliehen hat, noch nicht erkennt. verordnetenversammlung eine ganz andere Bedeutung. DaIn der guten alten Zeit" hatten Wahlen zur Stadtmals waren nicht nur die Frauen vom Bahlrecht ausgeschlossen, sondern die Wähler waren je nach ihrer Steuerleistung in drei Klaffen geteilt. Dem Besiz, das heißt bei den Gemeindewahlen vor allem dem Hausbesit, mar damit die Vorherrschaft ohne weiteres gesichert. Die Interessent des städtischen Grundbesitzes und des Kapitals dominierten. Jeder Gedanke daran, daß die Masse der besiglosen, von ihrer förperlichen oder geistigen Arbeit lebenden Stadtbürger zu maßgebendem Einfluß gelangen tönnte, war von vornherein ausgeschlossen. Unter diesen Umständen gehörte für die Sozialdemokratie schon eine gewijse Ueberwindung dazu, an den Stadtverordnetenmahlen überhaupt teilzu nehmen, jahrelang wurde um diese Beteiligung in der Partei geftritten. Längst hatte Berin bei den Reichstagswahlen eine gewaltige rote Mehrheit, aber es war nicht daran zu denken, daß sich der Berliner Boltswille, der bei diesen Wahlen zu so eklatantem Ausdruc fam, in der Stadtverwaltung Geltung verschaffte. Nach dem Fall des niederträchtigen Dreifiassensystems, Revolution hätte danach eine sozialdemokratische Mehrheit im nach dem Sieg der Gemeindedemokratie durch die Stadiverordnetenparlament eine Selbstverständlichkeit sein müssen. Wenn die arbeitende Bevölkerung Berlins auf dem Weg zu diesem Ziel noch einmal zurückgeworfen wurde, so hatte das zwei Ursachen. " Die befizenden Klassen und die zu ihnen stehenden Parteien hatten unter dem alten System feinen Grund gehabt, fich sonderlich anzustrengen. Denn in der Gemeinde war ihnen eben durch das Klassenwahlrecht die Herrschaft gewiß, bei den Reichstagswahlen auf der anderen Seite standen die Berliner Wahlkreise, jener der inneren Stadt allein ausgenommen, als sicherer Befitstand" der Sozialdemokratie da; die Stimment der Minderheit hatten feinen Einfluß auf die Zusammenfegung der Boltsvertretung. Jetzt müssen die bürgerlichen Parteien, wenn sie nicht in Berlin einflußlos werden wollen, in die Massen hineingehen, und sie tun es nach Kräften. Dazu kommt, daß bei dem jetzt geltenden Ver hältniswahlsystem in Reich, Staat und Gemeinde jede Stimme der Partei, für die sie abgegeben wird, auch praktisch zugute kommt. Darum ist das Ringen um die Seele jedes einzelnen viel härter geworden, als es früher mar. Der erhöhten Aktivität der bürgerlichen Barteien steht gegenüber hätte, gegenüber die 3ersplitterung der Arbeiter bewegung. Wäre es immer so geblieben, daß alle sozialiftisch empfindenden Berliner Arbeiter im Wahlkampf eine einheitliche Maffe bildeten, so wäre bei den Kommunalwahlen dieser Masse der Sieg sicher geblieben trog aller verzweifelten Anstrengungen der Gegner. Nie hätten die bürgerlichen Parteien daran denten können, der Sozialdemokratie die Herrschaft in Berlin streitig zu machen, möre ihnen nicht zu ihrer freudigen Ueberraschung in der Kommunistischen Partei eine freiwillige Helferin entstanden. Briand stimmte ihm grundsäglich zu, indem er darauf hinwies, daß Frankreich selbst bemüht gewesen sei, durch das Genfer Sicherheitsprotokoll die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit einzuführen und damit die Möglichkeit auszuschalten, daß ein Staat zu den Waffen greife. Nachdem aber das Genfer Protokoll einstweilen gescheitert sei, müsse man sich mit einer unvollständigen Lösung abfinden, die im Sicherheitspaft enthalten sei. Danach gab Chamberlain die bedeutsame Erklärung ab, daß auch England, obwohl es dem obligatorischen Schiedsgericht nicht zustimmen fönne, in dem Sicherheitspakt eine feierliche moralische Berpflichtung fämtlicher Beteiligten erblide, alle friedlichen Mittel zur Beilegung etwaiger Konflikte zu erschöpfen und nicht Ge= walt anzuwenden. Hierauf erklärte nun auch Reichskanzler Dr. Luther, daß Deutschland den Batt ebenfalls als eine solche moralische Bindung betrachte. Durch diese gegenseitigen Erklärungen ist die Atmosphäre von Locarno noch vertrauensvoller und freundschaftlicher geworden. Wären alle Menschen politisch denkende Wesen, so märe der Sozialdemokratie am 25. Oftober ein alle Vorgänger überstrahlender glänzender Wahlsleg von vornherein gewiß. Wer kann heute noch- nur um die beiden aktivsten Gegner hervorzuheben deutschnational, wer fann heute noch tommunistisch wählen? Sicher nur derjenige, der fich von dumpfen Gefühlen treiben fäßt, aber von allem politischen Geschehen vollkommen unberührt bleibt. Aus dem politischen Geschehen des legten Monats ergibt fich die große allgemeine politische Bedeutung der Entscheidung, die am übernächsten Gomtag fallen wird. Es wird sich an diesem Tage zeigen, wieviel ählerinnen' und Wähler noch gewillt sind, den Rechtsparteien zu folgen trotz ihres Berrats an ihren angeblich nationalen" Grundsägen, trotz ihres Wortbruchs an den Sparern und Rentnern, trotz Bollwucher, Teuerung und mißglüdtem Preisabbau". Noch nie ist eine Partei auf allen Gebieten so bankrott gewesen wie die Deutschnationale Partei. Ber tann ihr noch die Stimme geben? Welcher Berliner Arbeiter, Angestellte oder Beamte ist mit der Wiedereinführung der " 2ebensmittelzölle einverstanden? Wer ist blind und humpf genug, noch immer nicht zu begreifen, daß alle nationalistische Demagogie, alle fchwindelhaften Versprechungen nur dem einen 3med gedient haben, der Deutschnationofen Bartei und ihren Mitläufern die Kraft zu verleihen, die brauchten, um brutale Besiginteressen burchzu fegen? Zwei Mittel haben die Vertreter herrschender Klassen, ihre Herrschaft zu befestigen: die Rechtlosigkeit der Maffen und ihre politische Unwissenheit. Jetzt, wo die Rechtlosigkeit ein Ende gefunden hat, feßen fie ihre ganze Spekulation auf die Unwissenheit. Sie soll ihnen helfen, in Der Demokratie zu regieren, wie sie unter dem Dreiklassenwahlrecht regiert haben. Wie lange soll ihnen das gelingen? Menn aber die Eroberung der Stadtgemeinde Berlin durch Zum Tode von Hugo Preuß. Der Preußische Minister des Innern, Genosse Sepering, hat an Frau Preuß folgendes Schreiben gerichtet: die Sozialdemokratie ein großer Schritt vorwärts ist, dann Die Beileidskundgebung des Preußischen Innenministers gilt es, nicht über ihn zu debattieren, sondern ihn zu tun. Und wer ihn verhindern will, der. handelt, trotz der allerrevolutionärsten Redensarten, die er im Munde führt, gegen den Fortschritt der sozialen Umwälzung, fonterrevolutionär. Sehr verehrte gnädige Frau! Auf der Rückkehr von einer Bierzehn Tage sind's noch bis dahin! Bierzehn Tage furzen Reife erreichte mich die Nachricht vom Tode Ihres von mir Zeit, um Licht in die Köpfe zu bringen! Bierzehn Tage Zeit, hochverehrten Gatten. Tief erschüttert von dieser Trauerkunde bitte den Sieg vorzubereiten. Keiner darf nuklos verloren gehen! ich, Ihnen und Ihren Angehörigen meine herzlichste Teilnahme verfichern zu dürfen. An der Bahre des Berstorbenen trauert mit Ihnen der größte Teil des deutschen Voltes, das dankbar der hingebenden Arbeit gedenkt, die er an dem großen Verfassungswerte von Weimar geleistet hat. Mit diesem festen Fundament der Neuordnung unseres staatlichen Lebens wird das Andenken Hugo Preuß' auf immer verbunden sein. Wie sie kämpfen. Es ist eine der großen politischen Fragen des 25. Oktober, wie sich die Erfahrungen, die die Wähler mit der Rechts- Partei wird in der Roten Fahne" fortgesetzt. Die Form Demagogie gemacht haben, jetzt in ihrer Entscheidung aus wirken werden? * Und die andere große politische Frage: Wieweit sind wir auf dem Wege gekommen, der das ganze arbeitende Volk wieder unter dem Banner der Sozialdemokratie zu sammenführt? In welchem Maße ist es gelungen, die Störungen und Schädigungen zu beseitigen, die der Kommunismus der Arbeiterbewegung zugefügt hat? Auch für den Fortbestand der Kommunistischen Partei wirft heute nur noch ein Gesez, das Gesetz der Trägheit. Rommunistisch wählen tann nur, wer es bisher getan und fich inzwischen nicht mehr die Mühe genommen hat, die Ent wicklung der Partei, der er gedankenlos feine Stimme gibt, meiter zu verfolgen.. Begeisterte Kommunisten gibt es heute ebensowenig wie es begeisterte Deutschnationale gibt. Sinnlosen Streit und 3ant haben die Kommunisten in die Arbeiterbewegung hineingetragen, in finn losem Streit und Zant verzehren sie sich jetzt selbst. Den Glauben an die nahe Weltrevolution haben sie verloren, zur praktischen Vertretung von Arbeiterinteressen innerhalb der gegebenen Berhältniffe fehlt ihnen jede Möglichkeit und Fähig feit. Ihre Unfähigkeit bescheinigen sie sich selbst, indem sie jede Führergarnitur, der sie gestern noch zujubelten, heute davonjagen, wie das alles zermalmende Mostau ihren befiehlt. Kommunistisch wählen wahrhaftig, ein stumpfsinniges Bergnügen! Glaubt etwa jemand, die in innerem Stant erstidende Kommunistensette tönnte im Berliner Stadtparlament die Mehrheit erringen? Glaubt jemand, fie fönnte mit dieser Mehrheit etwas Bernünftiges anfangen? Was tann also die Stimmabgabe für die Kommunisten anderes fein als eine boshafte Schädigung der Arbeiter bewegung? Negativ geht es am 25. Oftober um die Frage, wieviel vom Bürgerblockbrei und Kommunistensput übrig bleiben wird. Positiv geht es um die Frage, ob die Sozial demokratie aus dem Wahlkampf start genug hervorgehen wird, um die Verwaltung der Hauptstadt der deutschen Republit in ihre Hand nehmen zu fönnen. Alles Geschwäß von sozialer Revolution ist nichts gegen über den Tatsachen der sozialen Umwälzung. Daß es gelang, in Deutschland alle politischen Privilegien der be fizenden Klassen zu beseitigen, war eine große Tatsache der fozialen Umwälzung. Und wenn es gelingt, der Masse des arbeitenden Boltes den entscheidenden Einfluß in der größten Gemeinde des europäischen Kontinents zu nerschaffen, so wird auch das eine große Tatsache der sozialen Umwälzung fein: ein großer Schritt vorwärts! Freilich, gewiß, es geht nur Schritt für Schritt. Aber fann jemand behaupten, daß es irgendwo und irgendwie anders geht? Selbst der gläubigfte Kommunist wird nicht finden können, daß das heutige Rußland mit einem Sprung zur sozialen Bollkommenheit gelangt sei. Auch dort fann es, wenn es gut geht, höchstens Schritt für Schritt vorwärts gehen. Ein Kampfruf Gerhart Hauptmanns. In dem Stampfe gegen bie Unterbrüdung der Cafe bebeteanfationen er gefigen Arbeiter am Sonntag im Theater am Nollendorfplatz ausfechten wollen, erscheint Gerhart pauptmann als Bundesgenoffe. Er hat an den Berliner Schriftsteller Heinrich Eduard Jacob, einen der geistigen Urheber der Berfammlung, das nachstehende Schreiben gerichtet, das zur Veröffentlichung bestimmt an temperamentvoller Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Hochgeehrter Herr Jacob! Persönlich fern Ihrer Protestversammlung, bin ich im Geisie bei Ihnen. Das, wofür Sie fämpfen, ist größter deutscher Kultur. besig. Das, wogegen Sie tämpfen, stammt aus einer verstaubten Rüft- und Folterfammer überlebter Zeiten. Das eine heißt Freiheit der Kunft. Das andere--? Ja, wie nennen wir bas? Wollen wir die Liste unfagbarer Fehlgriffe, blinder Fäuste, Deutscher gegen Deutsche, wie sie vergangene Jahrhunderte gesehen haben, aufrollen? Sie gewänne ben Umfang eines Konversations. legitons. Unnüße, finnlose Martern, blind um sich wirkend, Erzeugniffe der Unduldsamkeit, Denfträgheit und höchft lächer licher, gegenstandsloser Furcht! Unsere regierenden Herren, der Herr Reichspräsident an der Spize, felen mit allem hohen Respekt ersucht, ihren Blick auf diejenigen lebens. wichtigen Gebiete der deutschen Republit hinwenden zu wollen, wo man hysterisch- dratonisch mit Kanonen nach Spaßen schießt. Gewiß, ein Staatswesen hat sich so gut wie der menschliche Körper iciner Feinde, fie mögen von innen oder außen fommen, mit Kraft und Entschiedenheit zu erwehren. Aber, um bei dem Bilde des menschlichen Körpers zu bleiben: man jagt ihm nicht, um einen läftigen Floh zu töten, einen Dolch in den Unterleib! läftigen Floh zu töten, einen Dolch in den Unterleib! Wenn man dem verantwortungsvollen deutschen Richter auf poli tischem Gebiet etwas wünschen soll, bas man eigentlich zu fordern hat, so ist es ein leidenschaftsloser und vor allem parteilofer Blick und ein wohlgeschultes Gehen in richtiger Proportion. Wenn man unter anderem einen Mimen wegen des Auffagens einiger überall bekannter Gedichte und der Inszenierung einer fleinen Bretterrevolte, sei es auch in ausgesprochen politischer Atmosphäre, etwa mit einer ganz geringen Geldstrafe büßte, so ließe sich das möglicher wetse verteidigen. Der größte Industrielle von Effen, den feiner zeit die Franzosen seiner Freiheit beraubt haben, sagte mir: 3d würde unseren Richtern wünschen, einmal meine Gefängniserfahrung gemacht zu haben, damit sie einen Begriff davon befommen, was die Strafe, die sie verhängen, eigentlich ist. Ein so geschulter Richter würde niemals feine Hand bazu bieten, diesen fleinen Mimen für einen Sturm im Wasserglase einundeinviertel Jahr einzufertern. Und was die fittliche, was die feguelle Frage betrifft: heimliche Schäden find immer die ärgften gewefen. Wollte man hier überall mit dem Strafgesetzbuch dazwischen fahren, es müßte sich ein Zustand ergeben, wie der im Märchen, Das Verhältnis der Kommunisten zur Wahrheit. Der Kampf der Richtungen in der Kommunistischen dieser Diskussion läßt den Schluß zu, daß die Haupttätigkeit der gereinigten Zentrale der KPD. darin besteht, täglich gemeinsam mit einem Bertreter der Erefutive die Argumente und Barolen auszufnobeln, die in der Roten Fahne" den Diskussionsartikeln der mit dem großen Erefutivebann belegten Linten entgegengehalten werden. Dabei erfährt die Deffentlichkeit ungewollt Einzelheiten über das Ausmaß des Rampfes in der KPD. Gestern erwiderte die ,, Rote Fahne" entrüftet auf einen Diskussionsartikel von Lilli Korpus: " Dann beschwert sich die Genoffin Korpus über die Bor= mürfe der doppelten Buchführung" gegen die bisherige Führung. Nun, Genoffin Rorpus, mir fragen Dich, was ist das, wenn die Genoffin Ruth Fischer in Moskau den Brief der Crefutive unterschreibt und damit bestätigt, daß sie alle Vorwürfe, die gesamte Rritit der Crefutive anertennt und dann diefelbe Genoffin Ruth Fischer, faum nach Berlin zurückgekehrt, den Rampf gegen ben tribrief mit ihren Freunden und Anhängern organisiert?" und der Widerruf von Ruth Fischer in Mostau nur ein Daraus geht also hervor, daß die reuiae Unterwerfung sie ohne Widerruf nicht die Möglichkeit haben würde, nach Täuschungsmanöver war. Bielleicht hat sie geglaubt, daß Deutschland zurückzukehren, um hier den Richtungstamof gegen Sinowjem zu organisieren. Sie fämpft alfo, aber wie es scheint, nach den Methoden der Erefutive selbst, unterirdisch und mit List. Lift und Täuschung sind also die Kampfmittel der Kom muniften bei ihren inneren Barteiauseinandersehungen. Rommuniften untereinander können sich nicht auf einander gegebene Bersprechungen und auf feierliche Unterschriften verlaffen. Wieviel weniger mert müssen da erst die Versprechun gen und Unterschriften sein, die Kommunisten gegenüber Nichtkommunisten abgeben! Die Kommunisten brauchen fich nicht zu wundern, daß die sozialdemokratischen Arbeiter hinter jedem ihrer Worte eine argliftige Lüge, und hinter jedem Vorschlag zu angeblich gemeinsamer Aktion einen bewußten Täuschungsversuch sehen. Auch eine Zwecklüge? In der Roten Fahne" vom Sonnabend finden wir folgende Beruhigungsnotiz: Aus Oberschöne weide wird uns berichtet, daß dort in der Mitgliederversammlung der Partei der Genosse Paul Schlecht ausgeführt hat, der Abonnenten stand Der R. F. fet infolge der Schreibweise bei der Parteidistuffion um mehrere Taufend zurückgegangen. Den Mitgliedern von Oberschönemeide zur Kenntnis, daß diese mitteilungen des Genossen Schlecht glatt erfunden sind. Die Barteidiscussion in der„ R. F." geht seit dem 1. September. Geit dieser Zeit hat sich der Abonnentenstand der R. F." um einige Hundert gehoben und nicht um mehrere Tausend gesenkt." Bei der hemmungslosen Verwendung der Smedlüge bei ben Rommunisten werden die fommunistischen Mitglieder dies Dementi mit einigem Achselzucken zur Kenntnis nehmen. wo ein armer Schwartenhals" den lieben Herrgott auf seinem Thron vertritt und sich, mit Blige und Schemelschleudern auf die Erde, im Strafen nicht genug tun tann, bis ihm der gute nachsichtige Throninhaber lächelnd die Macht aus den Händen nimmt, so daß die nuglos verwirrte Erde wieder aufatmet. Die gewaltige Bewegung, die sich in Deutschland erhoben hat, um für das Recht der Kunst, für die Freiheit der Kunst einzutreten, ist ein Beweis für die immer noch vorhandene Macht des deutschen Geistes. Er möge fie behalten und im Kleinen und Großen immer neu beweisen. Ihr Gerhart Hauptmann. Städtische Oper: Don Pasquale. und stürmischen Zuspruch gesehen; zum erstenmal vielleicht tonnte Zum erstenmal hat man im neuen Haus wirkliche Begeisterung jeder bem Gefühl Recht geben, daß auch dieser Stätte der Oper eine Zukunft in Berlin blüht. Befürchtungen mußten zunächst überwunden werden, zum Beispiel, ob das Spielorchester Donizettis den Raum füllen, ob ein Wagnerfänger den Ernesto stimmlich beherrschen werde, ob Erinnerungen an Brodersen, Mantler, Erd unterdrückt werden könnten durch Frische und Jugend bes neuen Eindrucks. 3ador ist ein guter, fein idealer Don Basquale, Dazu fehlt ihm bei aller Deutlichkeit der Zeichnung der breite, felbstber ständliche Humor, die Komit der Figur, das Feifte und auch das Gebrechliche. Er scheint relatis hübsch, jung und gefund. Gutt mann spielt den Malatesta sehr favaliermäßig, mit andeutender, nicht ganz ausgesponnener Gesangswärme. Krauß war im Entfalten feiner Stimme gehemmt, er preßte start und fählen müde vom Lied der Erde. Dies alles fei vorausgeschickt. Dennoch: eine here liche, fingende und quellende Aufführung. Das Wunder vollbrachte einer feiner Lieblingsstüde, bas er als Spielleiter und Dirigent auf Bruno Walter, von dem wir das Werk schon mehrfach hörten, Bastelltöne stellt, dessen durchsichtige Partitur er mit zarfester Hand flingen macht, verliebt und boch minutiös ausbeutend, piano und doch ausdrucksvoll, wie im Hauch einer alten, nicht schlechteren Zeit schwebend. Das Orchester folgt dieser Zurückhaltung und bringt dadurch den Reiz langer Vorschläge, finnlicher Läufe, das wizice Bibrato von Hörnern, das ironisch- elegische Säufeln und das ſtille Begleiten um so besser heraus. Alles aber verblaßt vor der mas fie geben fann, das Beste aber auch, was es im Biergefang Joogün. Ihre farbfrohe Norina ist eben der Zerdinetta das Beste, der Oper überhaupt gibt. Die gesunde Lebendigkeit der wieder glodenflaren Stimme, das Charmante, Beherende und Luftige ihrer Koloratur, das Schnippische, Schmollende, meibhaft Ueberlegene ihrer Bewegung, ihrer Haltung, ihres Mäulchens das ist aus dem Geist der Buffooper geboren, die ein schönster Nachklang Rossinis bleibt. Die Joogün ist die Führerin auch im Quartett. Als fie nach dem zweiten Aft frohlockend und steghaft den kleinen Fuß auf den breiten Rücken Don Pasquales setzt, da jubelt ihr das Haus Der Barbier von Sevilla", der Figaro" und der Falstaff" lohnten zu. Mehr von diefer Roft!" möchte man in den Jubel hineinrufen. die schnellste Einstudierung. In einer Zeit des Leidens ist die fomische Oper allein fähig, Geld in die Kaffe zu tragen. R. S. Aber auch Preußen ist ihm für sein raftlojes Mühen um das dig. Bis zum letzten Tage feines erfolgreichen Lebens ftritt er um Zustandekommen der preußischen Berfassung Dant schulwichtige staatsrechtliche Aufgaben, deren Lösung das von mir geleitete Ministerium vorzubereiten hat, mit unermüdlicher Zähigkeit und doch in Formen, die ihn stets als den lauteren, guten Menschen ertennen ließen. Mir war er ftets ein unschäzbarer Berater, ein uneigennügiger, treuer Helfer, ein guter Kamerad. Sein Tod reißt eine Lücke, die nur schwer auszufüllen sein wird. Aber sein Wert und sein Wirken werden lebendig bleiben. Genehmigen Sie, verehrte gnädige Frau, die Versicherung meines aufrichtigen Beileids. Ihr ergebener Severing, Staatsminister." Eine Katastrophe. Republikaner werden befördert! Gibt es eine Klaffenjuftiz? = Genosse Kroner, bisher Landgerichtsdirektor, ist zum Das bringt die gute„ Kreuz 3eitung" so außer Fassung, Oberverwaltungsgerichtsrat ernannt worden. daß sie in folgendes Wehgeschrei ausbricht: republikanischen Richterband ist, bei seiner bewiesenen Einstellung gar nicht in der Lage ist, unparteiische Entscheidungen zu treffen, liegt auf der Hand. Es geht mit der preußischen Justiz iegt in der Tat im Sturmtempo bergab. Für das Oberverwaltungsgericht bedeutet die Ernennung des Herrn Kroner einen Affront schlimmster Art." " Daß Herr Kroner, der noch überdies führender Mann im Dem Blatt der deutschnationalen Regierungspartei entschlüpft damit ein niedliches Geständnis. Republikanische Juftigbeamte dürfen also nicht befördert werden. Das be deutet für die Herren Richter einen Affront schlimmster Art. ibt es nun eine schwarzweißrote Justiz oder nicht? Nein, es gibt feine schwarzweißrote Klaffenjuftiz! Denn wir erhalten aus Leipzig einen Bericht, in dem zu lesen steht: Der Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte in Leipzig hat am 10. Oftober einen sozialdemokratischen verurteilt, weil er in einer öffentlichen Versammlung im Januar Rechtsanwalt t wegen Beleidigung der deutschen Richter 1924 gegen die deutschen Richter den Vorwurf der Klassenjustiz erhoben hatte. Das aus 7 Mitgliedern der Deutschnationaten Boltspartel, darunter 4 Reichsgerichtsräten, bestehende Gericht hat ausgesprochen, daß der Vorwurf der Klaffenjuftiz abfolut un wahr fel. Der deutsche Richter sei an sich auch ein Mensch mit allen Fehlern, aber sobald er sein Amt ausübe, sei er absolut unpartelisch.(!) Ein sozialdemokratischer Rechtsanwalt habe daher gerade die Pflicht, gegen diefes vollkommen unbegründete Borurteil anzufämpfer. Selbst wenn er den Vorwurf nur objektiv für gerechtfertigt erachtete, müsse er doch damit rechnen, daß von der masse der Parteimitglieder dies anders verstanden werde; da. her habe er die Pflicht, diefen Borwurf überhaupt nicht zu er heben, sondern im Gegenteil gegen ihn Stellung zu nehmen, denn cr sei ein Organ der Rechtspflege.(!) Wir fragen nochmals: gibt es nun eine schwarzweißrote, eine Klaffenjuftiz oder nicht? Jum 100. Male: Annemarie". Das Thalia Theater ist versorgt und aufgehoben. Das Gilbertsche heitere Spiel, das schon im Schillertheater als Sommeroperette einschlug, hat im zweiten Hause schon die 100. Aufführung erreicht( und weitere werden folgen). Lotte Neumann ist jetzt die Annemarie. Sie ist vom Film her gewöhnt, das füße Mädel zu sein und bringt alle Qualitäten der Filmberühmtheit auch auf der Sprechbühne zur vollen Wirtjamkeit. Sowas von Augen gibt's sonst gar nicht mehr auf der Bühne! Da sie ebenso gewandt im Gesang und Tanz, wie liebreizend in ihrer Erscheinung ist, schwimmt das Haus in Bonne. Die anderen Rollen sind ebenfalls bis auf die letzte erfttlaffig befeht, so daß man seine Freude an der gesamten Aufführung hat. Bafelt und Diegelmann stellen ein paar ullige Nudein auf die Beine; Paul Heidemann ist unübertrefflich und unerschöpf lich in der Ausgeftaltung feines Liebhabers. Josefine Dora, Mizzi Dienerphyfiognomie auf, die unvergeßlich ist. Und das Orchester Mateltä, fie alle verdienen volles Lob. Edgar Kanisch setzt eine holt unter Rudolf Berats schneidiger Leitung den letzten Peraks Schmiß aus der Partitur. D. The fünfundzwanzigjähriges Bestehen feierte in diesen Tagen bie Meteorologische Station auf der 3ugipize. Zu der Jubiläumsfeier hatten sich befannte Meteorologen und Wiffenfdjaftler aus allen Zeilen Deutschlands eingefunden. Glückwunsch telegramme waren eingelaufen von der Zentralftelle für Meteorologie in Berlin und der Deutschen Seemarte in Hamburg, pon der Ungarischen Meteorologischen Gesellschaft, von der Meteorologischen Anstalt in Zürich, von dem Leningrader Beniralobfervatorium ufm. Während der Feier auf dem 3000 Meter hoch gelegenen Observatorium auf der Zugfpipe freifte ein Flugzeug des Süddeutschen Mero Lloyd, von München fommend, über dem Observatorium und warf einen Stranz mit weißblauer Schleife als Glückwunsch über dem Observatorium ab. In allen Ansprachen, die während der Feier gehöchsten Observatoriums in Deutschland hingewiesen. halten wurden, wurde auf die Notwendigkeit und die Wichtigkeit des Dirantello in Betfn. Quigi Pirandello, der, mole toir bereits Berichtet baben, mit feinem Teatro d'Arte vom 12. bis 14. im Berliner Staatstheater gastieren wird, trifft mit der Truppe am Eountag, den 11, nachmittags bier ein. Sonntagabend gibt der italienische Botschafter einen großen Empfang zu Ehren des Dichters und Montagabend wird der Sntendant die fremben Gäite im Anschluß an die Festborstellung in den Räumen des Staatstheaters festlich begrüßen. Stailer- Friedrich Museum: Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts. Führungen in den staatlichen Museen. Sountag, den 11. Ditober, Stlosterstr. 36: Die Eigenart deutscher Slämme. In beiden Beginn 10 Uhr. theater eine Wiederholung der englischen Vorstellung„ The Laughing English Theatre. Sonntag, vormittags 11, Ubr, findet im ResidenzLady" von Alfred Sutro statt. der Elfa Federn- Kohlhaas beginnt ihre Vorträge am Mittwoch 8 Uhr in Wer fireude", Potsdamer Str. 104, Eingang Kurfürstenstraße. Die Vorträge Rathenau als titer finden Freitags statt. Die Herbst- Unsstellung der Berliner Sezeffion wird im Laufe der Woche niiten von Signac bis Zeger wird ausfüörlich gezeigt werden. Gerner eröffnet. Die Bewegung der französischen Runit nach den großen Impressio fommen die letzten Werte Corinths neben den neuesten Arbeiten der übrigen Mitglieder und Gäste zur Ausstellung. �w�enburg, Republik, Nonarchie. �.eutschuatiouale Geburtstagsfeiern. Hindenburg hat vor einigen Tagen Geburtstag gehabt. Die Deutschnationalen haben das gefeiert. C» gehört keine übermäßig starke Phantasie dazu, um sich auszumalen, wie diese Feiern ausgefallen sind. Der Zentrumsabgeordnete Andre schildert eine dieser deutsch- naiionalen Hindenburg-Eeburtstagsfeiern in Hof. Er empört sich darüber, daß die deutschnationalen Festefeierer Hindenburg zum Eid- und Verfassungsbruch aufsordern und in ihm den Träger des kaiserlichen Deutschland und desien Platz- Halter sehen: .Die Deutschnationalen sind Im Reich und in Bayern in der Regierung vertreten. Are Minister haben jeweils den E i d auf dteVerfassung geleistet. Die Minister sind zugleich die Vertrauensmänner der deutschnationalen Fraktionspolitik. Da ist es verständlich, daß auch im Zentrumslager die Frage erörtert wird, was die e i g e n t l i ch« n Z i e l e deutsch. nationaler Politik überhaupt sind. Derartig« Äundgebungen, wit die von Hof in Bayern, und jene auf dem Stahlhelmtag in Osnabrück wirken wie S p r e n g p u l v e r auf die Zusammen- arbeit derjenigen Parteien, welche die Reichsregierung zu stützen haben. Regierunosparteien können, wenn sie ehrlich sein wollen, nicht das Ziel haben, den Staat zu beseitigen, in dessen Regrerunq sie ihre Vertrauensmänner als Minister entsandt haben. Derartige Kundgebungen geben aber leider jenen Kreisen recht, me sagen, daß die Deutschnationalen n u r in die Reichsregte- rung hineingegangen seien, um den Staat in die Hände zu be» kommen und ihn' beherrschen zu können.' Derartig kritische Betrachtungen und die Erregung de» Zentrumsabgeordneten sind sicherlich ebenso begründet wie verständ- lich. Aber ist es nicht em wenig zuviel, von den D e u t s ch n a t i o- n a l e n zu verlangen, daß sie ehrlich sind? Wann sind sie es je gewesen und wer kann au» seiner Haut heraus? die Notlage im westlichen Industriegebiet. Bochum, 10. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die Stadtver- ordnetenoersammlung nahm in mehrstündiger Eigung zu der im Induftriebezirt herrschenden Notlage Stellung. Einstimmig war man der Ansicht, daß die Reichs- und die Stoatsregierung dieser Notlage auf dem Gebiete der Für- sorge durch größere Zuwendungen gerecht werden müsie. Es wurde gefordert, daß die Vertreter der Jnduftriestödt« des Westens bei der Regierung energisch vorstellig werden sollten unter dem Hinweis, daß die Kommunen des Westens bei ihrer ungünstigen Finanzlage nicht in der Lage seien, die Mittel aufzu- bringen, die große Not der Erwerbslosen, der Kurzarbeiter, der Sozial- und Kleinrentner und der Kriegsbeschädigten auch nur einigermaßen zu lindern. Oberbürgermeister Dr. Ruer stimmte dieser Forderung rückhaltlos zu. Die große Not der Bevölkerung der Industriestädte des Westens aus eigenen Kräften zu befestigen, gehe über die Kräfte der Städte hinaus. Darüber seien Reichs- und Staatsregierung wiederhast von den Oberhäuptern der Städte unter- richtet worden. Im westlichen Jnduftriebezirk sei die Arbeits- losigteit fünfmal größer als im übrigen Deutschland. Dr. Ruer gab die Versicherung ab, daß man die ernsten Vor- stellungen bei der Reichsregierung fortsetzen werde. Nach der Aus- spräche beschloß das Stadtverordnetenkollegium einmütig, einen von der Zentrumsfraktion gestellten Antrag, daß der M a o i st r a t ersucht werde, gemeinsam mit den übrigen Stadtverwal- t u n g e n des Jndustriebezirks an die Reichsregierung mit dem Er- suchen heranzutreten, besondere Mittel für die Industriestädte zur Linderung der Not aur Verfüaung zu stellen. Bochum. 10. Oktober.(Eigener Drahtbertcht.) Der Lerg- arbeiterverband teill mit: Durch die Tagespreffe ist eine Notiz ver, breitet worden über eine Sonderunter st ützung für Arbeit- nchmer im besetzten Gebiet, die durch Arbeitslosigkest in ein, be- sondere Notloge geraten sind. Aus vielfachen Anfragen muß ent- nommen werden, daß angenommen wird, die Bergarbeiter- verbände hätten an den vom Reichrarbeitsministerwm auf- gestellten Richtlinien mitgewirkt. Dies trifft nicht zu. Sie haben es wegen der Unzulänglichkest der geplanten Maßnahmen abgelehnt, an diesen Richtlinien mitzuarbesten. Wie mitgeteiv wird, sind die Wohlfahrtsämter mst der Durchführung der Maßnahmen beauftragt. Dos Clenö im �ulengebirge. Sozialdemokratischer Uran trag. Die sozialdemokratische Fraktion des Landtags fordett in einem Urantrag vom Staatsministertum, dem Elendsgebiet des Eulengebirges seine ganz besondere Sorgfast zu widmen. Das Staatsministerium soll zur Bekämpfung des Typhus und der Tuber- kulose. zum Bau von Wasserleitungen und zur Schaffung sanitärer Einrichtungen reichliche Msttel zur Verfügung stellen. Ein großer Test der Bevölkerung ist bedenklich unterernährt und die Elendbezirke weisen daher große Sterblichkeitszissern auf. Unter diesen Umständen sind die an sich schon äußerst schlimmen Wohnungsverhältnisse doppell unerträglich. Zur Verbesserung und Vergrößerung des Wohnungsraumes fordert der Antrag deshalb einmal die Gewährung besonderer Staatszuschüsse und dann reich- liche Zuteilung von Hauszinssteuerhypotheken. Echlußsihunyen unü kein Enöe. Neue Debatte im Barmat« Ausschuh. Der Barmat-Ausschuß beschloß gestern, erst am Montag den Bericht des Unterausschusse» entgegenzunehmen, da der Unteraus- schuh mit dm Feststellungen über die Kuhmann- Easpart- Affäre noch nicht fertig ist. Die Deutschnationalen widersetzten sich dem vergeblich. Wenn es nach ihnen ginge, würde diese Seite der Angelegenheit einfach links liegengelasten. Sie beweisen damit wieder einmal, daß sie den Antrag auf Einsetzung eine» Larmat-Untersuchungsausschusies nur aus dem Bedürfnis parteipolitischer Hetze gestellt heben. Sie beweisen aber auch, daß sie der Entscheidung im Falle Kuhmann-Caspari nicht ruhig entgegensehen. Wie immer, idenn die Kommunisten positive Politik machen, ernteten sie auch gestern im Ausschuß mst einem Antrag. die Beweisaufnahme noch einmal zu eröffnen, um Heilmann und Bauer noch einige Fragen zu stellen, lediglich Spost. Die Fragen an Heilmann wurden zwar zugelasien und man trat in die zweite„Beweisführung' ein: ein positives Refuttat- förderte sie aber nicht zutage. Man vertrödelte die Zell, schloß die Beweis- aufnähme.feierlich' ein zwettes Mal und vertagte sich auf Montag. Zememoröe auch in Sapern. Aber Nachforschungea bleiben erfolglos. München, 10. Ottober.(Eigener Drahtbericht.) In einer Be- trachtung der norddeutschen Fememorde weist der..Bayerische Kurier', das Münchener Organ der in Layern maßgebenden Bayeri'chen Volkspartei, darauf hin. daß auch in Bayern noch ähnliche Taten ihrer Sühne harren: resign-crt meint das Bloit. daß bei den norddeutschen Ermittlungen ein« größer« Klarhett ge- schaffen werde, als bei den Ermittlungen und Verhandlungen über Der Kampf gegen öle Teurung. Tagung der mittleren Preisprüfungsstellen Preußens. Der Amtliche preußische Pressedienst teilt mit: Am 8. und 9. Oktober d. I. fand im Preußischen Ministerium de« Innern eine gemeinsame Tagung der mittleren Preisprüfungs st eilen Preußens statt, um die in den letzten Wochen und Monaten eingetretenen Preissteigerungen für Gegen- stände des täglichen Bedarfs zu erörtern. In einer einmütigen Entschließung brachten die Preisprüfungsstellen ihre Meinung dahin zum Ausdruck, daß die entscheidende Wendung im Preisabbau von einer richtigen Anwendung wirtschaftspolitischer Maßnahmen durch die Zentralstellen des Reiches und der Länder erwartet werden muß. Richtlinien für die Tatigkeil der Preisprüfungssiellen. Als Ergebnis der Tagung wurden allgemeine und besondere Richtlinien für die Tätigkeit der mittleren Preisprüfungssiellen in den nächsten Wochen und Monaten aufgestellt. Als Ziel dieser Tätigkeit wurde die Aufgabe bezeichnet, alle wirtschaftlichen Hemmungen zu beseitigen, die heute noch der freien Wirtschaft ent» gegenstehen und deshalb gegenwärtig eine, ausgleichende und ver- mittelnde Tätigkeit der Preisprüfungssiellen noch erforderlich machen. Als maßgebende Grundlage wurde der Marktpreis, d. h. der meistgezabste Preis einer guten Mittelsorte im Sinne der Reichs- teuerungszahl, angesehen Im Verhandlungswege sollen alle übermäßigen Gewinnspannen herabgesetzt und alle ungerecht- fertigten Nachwirkungen der Geldentwertung beseitigt werden. Gleichzeitig soll durch enge Fühlungnahme mit der Tag«»- presse und den Verbraucherverbänden eine wciigchende Aufklärung und Mitarbest der Verbraucherschast herbeigeführt werden. Unzulässige Zwangsmaßnahmen bei der Preisbildung sollen dem Ministerium berichtet werden, um die erforderlichen Maßnahmen zur schleunigen Befestigung aller festgestellten Mißstände unverzüglich und zentral zu veranlassen. wie z. B. bei Markenartikeln und bei Kartellpreisen. Reben dem Strafverfahren soll bei groben Mißständen und Aus- wüchsen der Preisbildung als Verwaltungsmaßnahme der Erlaß eines Handelsverbots. sofortig« Geschäfts» s ch l i e ß u n g und Veröffentlichung in der Tagespresse durchgeführt werden. Gleichzeitig werden regelmäßige Prüfungen von Maßen und Gewichten. Preisschildern und Preis- Verzeichnissen und der gewerbepolizeilichen Dorschriftcn ein- setzen. In enger Fühlungnahme mit den Gerichts- und Strafver- foigungsbehörden wird eine befchleunigt« Abwicklung aller Straf- verfahren unter Hinzuziehung geeigneter Sachverständiger angestrebt werden. Richtlinien für die Einzelwaren. Brot. Im Verhandlungswege sollen die Preisprüfungssiellen für ein gleichbleibendes Brotgewicht in größeren Bezirken und für die Festsetzung eines einheitlichen Brotgewichts in diesem Bezirke Sorge tragen unh mst besonderem Nachdruck durch- setzen, daß die Senkung des Mehl- und Getreidepreises sich im Brot- preis auswirkt. Vieh und Aleisch. Gegen unlautere Mache nschafteu bei der Bildung de» Marktpreises für Vieh auf den Viehmärkten werden die Preisprüfungsstellen mst der zuständigen Marktpolizei einschreiten. Bei der Festsetzung und Veröffentlichung des Markt- Preises soll der Unterschied zwischen Erzeugerpreis(Stallpreis) und Marktpreis besonders hervorgehoben werden.. Die Groß. schlächter sollen ihre Unkosten und ihren Gewinn aus dem Erlös oer Häute, der Innereien, der Abfälle usw. entnehmen und keine besondere Gewinnspanne berechnen. Bei dem Kleinhändlerpreis ist infolge der wesentlichen Verände- rungen der wirtschaftlichen Verhältnisse eine nennenswerte Ermäßigung der bisherigen Gewinnspanne, die keine innere Berechtigung mchr hat, anzustreben. Kartoffeln. Die Preisprüfungssiellen sollen darauf hinarbeiten, daß die Kleinhandelspreise in möglichst kurzer Frist der bereits eingetretenen Senkung der Erzeugerpreise solgen. Obst und Gemüse. Auf dem Obst- und Gemüsemarkt sollen die freisvrüfunasstellen ungerechtfertigte Erzeugerpreise, überflüsstgen rvischenhandel und übermäßige Gewinnspannen beseitigen. Milch und Butler. Der Preis für inländische Butter wird fort- gesetzt auf seine Angemessenheit im Vergleich zum Milchpreis und dem Preis für ausländische Fette überwacht. Beim Milchpreis selbst wird aus eine möglichste Verbilligung der Erzeugerpreise, eine Ange- messenheit der Handelsspanne und eine genaue Jnnehallung der Kleinhandelspreise hingewirkt. Margarine. Die von der Reichsregierung herbeigeführt« Auf- Hebung einer Bindung des Kleinhandels an Mindsswerkausspreise soll sich tatsächlich im Einzelhandel durch eine Senkung der Laden- preise auswirken. Deistungswucher. Allen Fragen des Leistungswuchers werden die Pveisprüfungsstellen nach wie vor ihre ernsteste Aufmerksamkeit zuwenden. Die Richtlinien zeigen, mit welcher Energie die preußische Re- gierung das Problem der Preisbildung behandelt. In der Tat Ist die behördliche Ueberwachung des Marktes um so notwendiger, als die mit soviel Reklame angesagte Preissenkungsaktion der Relchsregierung keinen Erfolg gezeltigt hat. Wenn deshalb die Presse jener Kreise, die die sogenannte Preissenlungs- aktlon als Argument für die Niedrighaltung der Arbeitslöhne miß- brauchen, zugleich nach dem Abbau der behördlichen Ueberwachung schreit, so beweist das nur, wie diese Kreise die Preissenkungsaktion auffassen. Nach der Preissenkung rufen darf die Regierung soviel sie will, nur eingreifen darf sie nicht! die bayerischen Fememorde bis jetzt erreicht worden ist. E» handelt sich in Bayern vor allem um die E r m o r d u n g/des von den Nutznießern der bayerischen Ordnungsstelle als Ankläger gefürchteten unabhängigen sozialdemokratischen Abgeordneten G a r e i s und eines Dienstmädchens namens Sandmeier sowie eines Kellner» Härtung, die Waffen der ehemaligen Einwohnerwehr an die Entente verraten haben sollten. Don Zell zu Zeit wird immer wieder verkündet, daß Nachforschungen und Vernehmungen angestellt würden, von einem positiven Ergebnis hört man aber nie. Ein Prozeß wegen des Mordes an Härtung, der mit dem Freispruch der beiden Angeklagten endetet«, wurde hinter verschlossenen Türen geführt. Der für Bayern beschämende Vergleich mit Norddeutsch- land, den der„Bayerische Kurier' anstellt, ist ein Hieb de» voll«- parteilichen Blattes gegendendeutschnationalenIustlz- minister G ü r t n e r. Leider vergißt der„Bayerische Kurier' zu erwähnen, daß alle diese Mordtaten geschehen sind unter der von der Bayerischen Voltspartei eingesetzten und gehaltenen Regierung Kahr und daß sie Auswirkungen der nationalistischen bayerischen Ein- wohnerwehrpolitit waren._ Kommuniftenreinfall. In Frankreich so wie überall. Paris. 10. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die von der kam- muniftischen Verkehrsgewerkschast ausgegebene Streikparol«(gegen die Kolonialkriege) ist nur von einigen Autobusschassnern der Vororte befolgt worden. Alle anderen Verkehrsmittel wie Unter- grund- und Straßenbahn verkehren regelmäßig. Da sich der französtsch« Gewerkschastsbund an diesen kommumstischea Kund- gedungen nicht beteiligt, müssen sie Mißersolge werden. Selgische provinzialwahlen. Zuversicht der Sozialisten. Brüssel, 10. Oktober.(Eigener Drahtberichst) Am 8. November finden in den neun Provinzen Belgiens die Wahlen zu den Pro- vinzialoersammstmgen statt. Diese Körperschasten sind mit w«lt- gehenden Rechten ausgestattet, ihre Budgets belaufen sich aus viele hunderte von Millionen, und sie üben tiefreichenden Einfluß aus das gesamte wirtschastliche, soziale und kulturelle Leben der Bevölkerung und vor allem der A r b e i t er bevölkerung au». Schon au» diesen Gründen ist der Aussall dieser Wahlen von erheblicher Bedeutung. Es kommt ihnen aber außerdem noch eine große direkte polstische Bedeutung zu. einmal, weil die Parteiverhälmisje in den Provinz- körperschasten genau so gegliedert sind wie im Parlament und die Provinzialwahlen deshalb einen ziemlichen sicheren Schluß auf die polstische Haltung der Wählerschaft— die gleichfalls dieselbe ist wie zum Parlament— zuläßt. Und dann, weil die Provinzialoer. lammlungen insgesamt 40 Senatoren wählen und infolge- dessen der Wahlausfall einen direkten Einfluß auf die Zusammen- seßuna des Senats ausübt. In den a u f g e l ö st« n Provinzialversammlunaen hatten die Sozialisten die absolute Mehrheit in den Provinzen Hennegau und Lüttich: in Lüttich betrug diese Mehrheit allerdings nur eine Stimme, und der Kampf der Gegner konzen- triert sich natürlich darauf, die sozialistische Mehrheit in dieser Pro- vinz zu brechen. Dabei rechnen sie vor allem aus Zuwachs aus den neubelgischen Gebieten von Eupen und Malmedy, deren vor- wiegend katholisch gesinnte Bevölkerung jetzt zum erstenmal mst- wählt, und zwar zur Provinz Lüttich. Die Katholik en hatten die absolute Mehrheit und die Alleinregierung in den Provinzen Westflandern. Ostslandern. Limburg. Luxemburg und Namur. In Antwerpen tellten sich Katholiken und Liberal« in die Regierung, in Brabant Sozialisten und Liberale. Von den 40 durch die Pro- vinzialversammlungen gewählten Senatoren waren 21 Katholiken. 12 Sozialisten. 7 Liberale. Der Wahlkampf ist bereits nut großer Heftigkeit entbrannt. Die Sozialisten sehen ihm mit großer Zuversicht entgegen. Sie hoffen bestimmt, nicht nur ihre Mehr- hellen in den beiden großen industriellen Provinzen von Hennegau und Lüttich zu behaupten, wo die Arbeiterbevölkerung die Wohllaten eines sozialistischen Regimes kennen und würdigen gelernt hat, son- deru ihr« Stärke auch in den anderen Provinzen merklich zu er- höhen. Insbesondere hoffen unsere Partelgenosien, sich diesmal«inen Platz in der Regierung der Provinz Antwerpen erobern zu können und ferner als Gelamtergebni» der Wahlen die sozialistische Fraktion im Senat um einige Sitz« oermehren zu könne»,__ internationale Rrbeiterkonferenz. JGB. und TAI. in Amsterdam. Amsterdam. 10. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) An der hier abgehaltenen, schon in Marseille beschlossenen Besprechung zwischen der Sozialistischen Arbeiterinternationale und dem Internationalen Gewerkschaftsbund nahmen teil: für den IGB. Iouhaux (Frankreich), Merten»(Belgien), Leipart(Deutschland), B r a m l e y(England) und O u d e g e e st: für die SAI. de Brouckire(Belgien), Tom Shaw(England) und Adler (Deutschö sterreich). Den Ausgangspunkt der Verhandlungen bildeten die Beschlüsse de» Marseiller Kongresse» über Achstundentag und Arbeitslosigkeit, in denen bezüglich verschiedener konkreter Probleme das Zusammen- wirken der gewerkschaftlichen und der politischen Internationale an- geregt wird. In allen diesen Punkten trat in der Konferenz volles Einvernehmen zutage. Vor allem wurden die zur Ausführung der Ratifikation des Washingtoner Abkommens in der nächsten Zeit erforderlichen Schritte eingehend besprochen. Die Konserenz nahm einstimmig den Vorschlag Bramley» an, in allen Ländern, wo die Ratifikation noch nicht erfolgt ist, In der Zeit vom IS. November bis Mitte Dezember eine spezielle Propaganda zugunsten der Ratifizierung de» Washingtoner Achtstunden-Abkommens einzuleiten. Und zwar werden die Vorstände der gewerkschaftlichen Landesorganisationen, der sozialistischen Parteien und ihrer Parlamentsfraktionen in den einzelnen Ländern aufgefordert, sich sofort darüber ins Einver- nehmen zu fetzen, welche parlamentarischen und propagandistischen Atttonen in der genannten Zeit durchzuführen sind. Das Problem eines Boykotts gegen alle Waren, die in Unternehmungen erzeugt sind, in denen die Washingtoner Besttm- mungen über den Achtstundentag nicht beachtet werden, wird auf feine positiven Wirkungen, aber auch auf seine Gefahren(der Ausbeutung zu schutzzöllnerischen Manövern) genau untersucht werden. Zur Untersuchung der Wanderungsprobleme, insbe- sondere in ihrem Zusammenhang mit den Fragen der Zlrbeitslosig- telt, wurde ein gemeinsames sechsgiiedriges Komitee eingesetzt, das die Vorarbeiten für eine große Konferenz, die im Frühjahr zu- fammentreten wird, vorzunehmen hat. Schließlich wurde auf Antrag Iouhaur'(Frankreich) folgende Resolution angenommen: „Die gemeinschaftliche Sitzung des IGB. und der SAI. protestiert mst allem Nachdruck gegen da» verbrecherisch« vorgehen de» liallenischen Faschismus. Sie brandmarkt die von der italienischen Regierung getroffenen Maßnahmen, die den Zweck haben, das Recht auf gewerkschaftliche Organisationen zu einem Monopol der faschistischen Organisattonen zu machen. Dieses Vorgehen steht im Gegensatz zu der in allen übrigen Ländern anerkannten gewerkschaftlichen Freiheit und Sieichemaßen in striktem Gegensatz zu den im Teil Xlll des iriedensvertrages, in der Charte der Arbeit aufgenom- menen Prinzivien. Die wirtschaftlich und polttisch international organisierte Arbeiterbewegung erklärt, daß sich Italien durch fein Vorgehen und seine Gewaltakte außerhalb der zivili- sierten Nationen stellt. Die beiden Internationalen geben ihrer Sympathie und ihrem Solidaritätsgefühl für das feiner Rechte beraubte und vergewaltigte Italienische Proletariat Ausdruck und appellieren an die öffentliche Meinung der ganzen Welt, ein Regierungssystem zu brandmarken und zu verurteilen, das sich auf die brutalste Gewalt stützt und zu den ungeheuer- lichsten Ungerechtigkeiten führt.'_ % Die italienischen Freimaurer weichen dem Faschistenterror. San, 10. Oktober(Eigener Drahtberichi). Durch ein Rund» schreiben de« Großmeisters der Freimaurer weiden olle Logen Italiens vorübergehend aufgelöst, bis durch die ongelündigten neuen Gesetze der faschistischen Negierung ein neue« Lersamm- lungSrecht geschaffen und damit auch die Stellung der Logen gesetzlich festgelegt ist. Der Großmeister erklärt, daß die Vorgänge jn Florenz und im übrigen Toskana, wo die Faschisten die Sitzungen der Freimaurer gewaltsam gesprengt haben, der Aulatz für diese Maßnahme der Freimaurer ist. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Der Konflikt bei Maffei- Schwarzkopff. Maßregelungen und Abbau geplant. 30 Am Freitag wurde im VBMI. über den Streit der Wertmeister bei Maffei- Schwarzkopff und der damit verbundenen Aussperrung zwischen der Direktion der Firma und dem Wertmeisters und Metallarbeiter- Verband verhandelt. Nach fünfstündiger Aussprache fam es zu einem Verhandlungsergeb. nis, deffen wesentlicher Inhalt folgendes besagt: Die Arbeit wird von den Werkmeistern am Montag, den 12. Dt. Bier der ftreifenden Wertmeister tober, wieder aufgenommen. werden nicht wieder eingestellt. Die nicht wiedereingestellten Meister erhalten ein Monatsgehalt als Abfindung. Soweit das Monats gehalt der wiedereingestellten Meister unter 300 m. liegt, foll es unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit" des einzelnen angemessen erhöht werden. Die Firma behält sich die Kündigung weiterer sechs Meister zum 30. November vor, mit Rücksicht auf die notwendige Betriebseinschränkung". Diese Meister sollen dann auf das Einspruchsrecht gegen ihre Entlassung Berzicht leisten. Die Firma verpflichtet sich, außer den vier während bzw. nach dem Streit eingestellten Meistern bis zum 31. Dezember feine neuen Meister einzustellen. Von der Belegschaft sollen nur etwa 70 Proz wieder eingestellt werden und zwar zunächst 30 Proz. und in etwa 8 bis 10 Tagen die restlichen 40 Proz. Härten sollen möglichst vermieden werden. Die Werkmeister haben am Sonnabend zu diesem Berhandlungs. ergebnis Stellung genommen und die Ablehnung beschlossen. Sie find nicht einverstanden mit der Nichtwiedereinstellung resp. beab. fichtigten Kündigung von insgesamt 10 Wertmeistern. Des weiteren ift die Sperrzeit bis 31. Dezember zu kurz bemessen, da damit der Firma die Möglichkeit gegeben ist, an Stelle der unbeliebten und zur Entlassung kommenden Wertmeister am 1. Januar 1926 betriebs fremde Wertmeister einzustellen. Die gut besuchte Belegschaftsversammlung nahm zu dem Ergebnis ebenfalls Stellung und lehnte es ebenfalls a b. Bei Nichtwiedereinstellung von 30 Broz. der Belegschaft würden etwa 300 Mann auf der Strede bleiben. Die Versammelten find vor allem empört darüber, daß der BBMI. trog der formellen Entlassungen seine Betriebe für die Arbeiter sperrt und ihnen damit die Möglichkeit nimmt, anderweitig Arbeit zu bekommen. Die Arbeiter müssen sich an der Geschlossenheit der Unternehmer ein Beispiel nehmen und durch den Anschluß an die Freien Gewertschaften dem Machtwillen der Unternehmer zu be gegnen fuchen. Morgen, Montag finden erneute Berhandlungen| schaftshaufes gefchehen. In diesen Sprechstunden wir an über flatt, worüber am Dienstag berichtet wird. Es ist zu erwarten, daß alle anderen mit dem Studium und der Gewertschaftsidhule die Firma ihre Maßregelungsabsichten aufgibt und damit den sammenhängende Fragen Auskunft erteilt. Konflikt beendet. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit. Bie alljährlich, so beginnt auch diesmal wieder in der Woche Dom 12. bis 17. Ottober der Winterunterrichts abschnitt der Berliner Gewerkschaftsschule. Die Schule hat in den letzten Jahren ihren Unterricht außerordentlich start intensiviert. Sie veranstaltet nicht mehr allein kurze Lehrgänge über einzelne Themen des gesellschaftlichen Lebens, sondern ist bestrebt, auf die Einführungskurse langfristige, auf ein bis zwei Jahre berechnete Arbeitsgemeinschaften aufzubauen, um den berechnete Arbeitsgemeinschaften aufzubauen, um den Mitgliedern und Funktionären der Berliner Gewerkschaften eine wissenschaftliche Ausbildung zu ermöglichen, die völlig dazu ausreicht, um auch den gewiegtesten Unternehmervertretern geistig ebenbürtig entgegentreten zu fönnen. Die Schule erfaßt im Jahre durchschnittlich 3500 bis 4000 Hörer und hat einen drei Stufen umfassenden Lehrplan ausgebildet. Die Unterstufe besteht aus Einführungskursen von je 10 Abenden: die mittelstufe besteht aus Arbeitsgemeinschaften von ein bis zwei Jahren Dauer; die Oberstufe wird durch drei Seminare für Boltswirtschaft, Arbeitsrecht und Kulturpolitik gebildet. Am Montag, den 12. Oftober, beginnt im Sophien2yzeum, Weinmeisterstraße 16/17, abends 7 Uhr, ein Einführungsfurs: Wirtschaftliches und Sozialpoli. tisches aus der Tageszeitung"( Lehrer: Richard Linnefe), am Dienstag, den 13. Oftober, in der gleichen Schule ein Lehrgang: Die Frau in der heutigen Gesellschaft"( Lehrer: Maria Hodann), ferner im Leibniz Gymnasium eine riannenplag, eine Arbeitsgemeinschaft für Anfänger über Betriebslehre( Lehrer Fritz Frice). Am Donnerstag, den 15. Oftober, beginnt im Sophien Lyzeum eine Arbeitsgemeinschaft: Gewertschaftswesen( Lehrer Richard Seidel), im Leibniz- Gymnasium eine Arbeitsgemeinschaft über Kulturpolitit"( Lehrer: Maria Hodann) und Rechtswissenschaftliche Arbeitsgruppe für Anfänger"( Lehrer: Dr. Theodor Tichauer). Am Freitag, den 16. Ottober, beginnen im Leibniz- Gymnasium eine Boltswirtschftliche Arbeitsgruppe für für Anfånger"( Lehrer: Paul Roste) und eine Arbeitsrechtliche Gruppe für Anfänger"( Lehrer: Regierungsrat Dr. Joachim). " $ Außer den vorgenannten Lehrgängen enthält das Unterrichtsverzeichnis eine Reihe von anderen Lehrgängen für Fortgeschrittene. Die Anmeldung zu den Kursen tann beim Kursbeginn in der Schule oder in den Lehrberatungssprechstunden Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr im Zimmer 23 des Gewert Kein Brauereiarbeiterftreit. Gestern wurde das Ergebnis der Urabstimmung in den Betrieben der Brauereien festgestellt. Die für den Streit er. forderliche 3 weidrittelmehrheit wurde nicht erreicht Die Lohnkommission wird über die weiteren Maßnahmen noch beschließen. Nene Tapeziererlöhne. Laut Bereinbarung in Berhandlung der beiderseitigen Rommisfionen am 28. September erfolgt auf alle zurzeit bestehenden Löhne ab 1. Oftober ein Zuschlag pro Stunde für Gruppe 1 von 5 Pf., Gruppe 2 von 4, Gruppe 3 von 3, Gruppe 4 von 4 und Gruppe 5 von 2 Pf. Die Mindestlohne betragen demnach in Gruppe 1 für Gehilfen über 2 Jahre nach beendeter Lehrzeit 1,10 Mart, Gruppe 2 für Gehilfen bis 2 Jahre nach beendeter Lehrzeit 72 Pf., Gruppe 3 für geübte Tapezierernäherinnen 80 Pf., Gruppe 4 für ungeübte Tapezierernäherinnen 55 Pf., Gruppe 5 für Matraßennäherinnen 72 Pf. Für Affordarbeiten gelten dieselben Zuschläge. Dieses Abkommen gilt bis auf weiteres. Die Kündigungsfrist wird auf 2 Wochen festgesetzt. Verbindlich erklärte Schiedssprüche. Der Schlichter in Magdeburg bat die Schiedssprüche für die Arbeitszeit und die Lohnverhältnisse in der mitteldeutschen Metallindustrie, d. h. den drei Tarifgebieten Anhalt, Halle und Magdeburg für verbindlich erklärt. Damit bleibt die bisberige Arbeitszeit beste ben. Die zugestandene Lohnerhöhung tritt ab 11. Oftober in Kraft. 8DA.- Bezirksversammlungen. Dienstag, den 18. Oftober: Spanbau: Restaurant Roter Abler, Botsdamer Straße. Beginn 8 Uhr. 1. Lichtbilder vortrag: Durch die Sächsische Schweiz: Referent: Roll. Eric Bredow. 2. Mufit, Rezitation, Ansprache. Donnerstag, den 15. Oftober: Charlotten. burg, Berlin 62: Charlottenburger Ratskeller, Berliner Straße. Be ginn 8 Uhr. Angestellte und Kommunalpolitit; Referent: Stadtverordneter Roll. Karl Bublig. Funktionäre bes 8b.! Am Freitag, den 16. Oftober, T½ Uhr, in den ,, Armin- Sälen", Kommandantenstr. 58/59, allgemeine Funktionärversammlung. 1. Das Arbeitsgerichtsgefeh. 2. Angestellte und Kommunalpolitik. Kein Funktionär darf fehlen! Sum Eintritt berechtigt der gültige Funktionär. ausweis. Berantwortlich für Bolitit: Ernft Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Estorn; Feuilleton: R. S. Discher; Lokales und Sonstiges: Frih Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Verlaasanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB 68, Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen, Aus der Filmwelt und Unterhaltung und Biffen". Man verlange den Herbst- u. Winter- Katalog Strickkleid Jumper und Rock ΣΚ Strickmantel Vier Nisrael Besonderes GEGR. 1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE B Stockwerke Möbel Einrich ⭑ htungsha Trikotwaren und Strümpfe Trikotwaren für Herren, in 3 Größen Unterjacken wollgemischt, mit Armeln Beinkleider Baumwolle gelblich zu extra billigen Preisen Trikotwaren für Damen Schlupfbeinkleider 2.75 starker Trikot..... 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März 1848 gefallen find, eine würdige Grabstätte zu errichten. Heftige Kämpfe zwischen den staatlichen und städtischen Behörden sind aus gefochten worden, wie die Aften des Magistrats der Stadt Berlin und des Bezirksamtes Friedrichshain beweisen. Die Wahl des Plates. Die Wahl des Friedrichshains als Begräbnisplatz für die 255 Opfer der Revolutionsfämpfe am 18. und 19. März 1848 erfolgte auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom Tage vorher. Am 2. Juni 1848 richtete die Kommission der Berliner Studentenschaft ein Schreiben an den Magistrat der Stadt Berlin und teilte ihm die Absicht mit, einen Demonstrationszug vom Gendarmenmarkt zum Friedhof der Märzgefallenen zu veranstalten. In dem Briefe heißt es: Uebelstand zu beseitigen. An Euer Hochwohlgeboren wende ich mich deshalb mit der ganz ergebenen Bitte, für die baldige Her stellung einer festen und hohen Umzäumung des Begräbnisplatzes gefl. Sorge tragen und mich seinerzeit von Ihrem desfallsigen Entschluffe hierauf, wie von dem weiteren Berlauf dieser An gelegenheit geneigteft in Kenntnis segen zu wollen. Berlin, den 22. Oktober 1856. Der Polizeipräsident. J. B.: gez. Lüdemann. Zu diesem Briefe muß man berücksichtigen, daß schon brei Jahre vorher der Friedhof mit einem hohen, türlojen Bretterzaun umgeben war und der letzte Zugang, der bis dahin noch bestand, umgepflügt und mit Kartoffeln bepflanzt worden war. Der Magiftrat antwortete auf diesen Brief in einem sehr gewundenen Schreiben, in dem er ausführt, daß es eine nicht zu verantwortende Die Tendenz des Juges ist es, der vielfach ausgesprochenen Mißbilligung und Berteherung einer Revolution zu antworten, der wir die Vervollständigung unserer politischen Rechte ver danken, und den durch Verleumdung getränkten Namen der Geo fallenen zu ehren. Wir halten uns verpflichtet, den hochlöblichen Magistrat aufzufordern, dieser Handlung dankbarer Gerechtigkeit durch seine Teilnahme eine höhere Bedeutung, und dem Bolte den Beweis zu geben, daß der hochlöbliche Magistrat das Wesen des Freiheitstampfes und das Berdienst seiner Kämpfer nicht perfenne. Schon damals entstand der Gedanke, den Märzhelden auf dem Friedhof am Friedrichshain ein Denkmal zu errichten. Daß Berlin," so schreibt die Bossische Zeitung" vom 7. Juni 1848, daß Preußen den Märzfämpfern ein Denkmal schuldig ist, daß dies unter allen Umständen errichtet wird, daß es aber eine Schande wäre, wenn erst der tommenden Generation die Abtragung der Schuld überlassen bliebe, das wird niemand in Zweifel ziehen." Schon damals begann sich langsam ein Widerstand gegen den Märzgefallenenfriedhof zu regen. Erst im März 1850 jedoch brangen die ersten Nachrichten darüber an die Deffentlichkeit. Dens Pratisther Chal den78 und 19 Mary TREX Die rote Fahne von 1848, die heute bei derKundgebung des Reichsbanners im Zuge getragen wird. doch idig stand einer Beratung in der Stadtverordnetenversammlung. Bis zum Ausbruch der Revolution änderte sich jedoch nichts. In den nun folgenden Jahren wurden noch 31 bei der Revolution von 1918 und bei den späteren Unruhen Gefallene auf dem Friedhof im Friedrichshain beigesetzt. 3wei davon wurden später erhumiert und auf anderen Friedhöfen beerbigt. Am 18. März 1923 jährte fich zum fünfundzwanzigsten Male der Tag der 48er Revolution, und von zahlreichen Seiten wurde gewünscht, daß zu diesem Tage der Friedhof ein würdiges Aussehen erhalte. Infolgedessen faßte die Bezirksversammlung Friedrichshain am 5. April 1922 einen Beschluß, in dem die Herstellung einer angemessenen Umwehrung und eines würdigen Eingangstores sowie die Errichtung eines Dentsteines innerhalb der Umwehrung gefordert wird. Aber erst am 15. März 1923 fonnte sich die Stadtverordnetenversammlung mit dieser Frage befassen. Auch da gelang es nicht, das ge wünschte Resultat zu erzielen, so daß nach großen Standalszenen schließlich nur der Antrag angenommen wurde, den Magistrat zu erfuchen, baldigft eine Borlage zu machen, wie der Friedhof der Märzgefallenen dauernd in würdigem Zustande zu erhalten ist". Erst am 15. Januar d. 3. wurde vom Magistrat ein Entwurf des Geheimen Baurats Dr. Ludwig Hoffmann für ein neues Eingangstor zum Friedhof genehmigt. Die Koften trägt das Bezirksamt Friedrichshain. # Die jest fertiggestellte neue Pforte( auf dem obenstehenden so eBilde wiedergegeben) zeigt zwei viereckige Boftamente, auf denen trauernde Figuren mit gefentter Fadel ruhen. Die Berbindung zwischen den beiden Pfeilern stellt ein niedriges schmiedeeisernes Tor her. Im Augenblid ist man dabei, die Wege in Ordnung zu brin gen und den gärtnerischen Schmud des Friedhofes neu herzurichten. Die Grabfteine werden nur so weit etwas gehoben, als fie vollständig eingefunten find. Im übrigen will man im fünstlerischen und historischen Interesse von Renovierungen an den Grabstätten selbst absehen. Jedoch will man die Gräber der Revolutionsopfer von 1918, die fich lints vom Eingang befinden, später ebenso wie die übrigen durch Aufschüttung der Zwischengänge verbinden. Mit dieser Neuherrichtung hat der Kampf, der seit 75 Jahren um den Friedhof geführt worden ist, einen vorläufigen Abschluß gefunden. Härte fei, wenn man den Angehörigen der Märzgefallenen, von denen viele teine Schuld an ihrem Tode tragen, die Möglichkeit nähme, das Grab ihres Angehörigen zu besuchen. Andererseits erflärt sich der Magistrat bereit, durch Einwirtung auf die An gehörigen zu geeigneter Beit und in geeigneter Weise durch 3ufeßen, daß die Leichen nach und nach vom Friedhof entfernt würden. Der Polizeipräsident antwortete darauf am 3. Dezember 1856, daß er mit dieser Art der Translokation der Leichen einverstanden sei. Ueberführung der Toten. Der Widerstand des Polizeipräsidenten. Den ersten offiziellen Schritt unternahm im Februar 1853 der Polizeipräsident v. Hindelden. In einem Brief an den Magistrat bat er um die Affen über die Beisehung der Märzgefallenen. Der Magistrat schrieb zurüd, daß er die Aften nur sehr ungern aus den Händen gebe, da dieselben einen Gegenstand betreffen, von dem wir wünschen, daß er nicht zu neuen unerquidlichen Mit Bis zum 10. Dezember 1857 war es gelungen, die Angehörigen teilungen und Besprechungen benugt werden möge". Der Polizei- von 115 Märzgefallenen zu bewegen, die Leichen nach den Begräbpräsident war jedoch noch nicht zufrieden und fragte in einem vernisplähen der betreffenden Kirchenparochien fchaffen zu laffen. traulichen Brief beim Oberbürgermeister Krausnid an, ob nicht Die Genehmigungserflärung erhielt der Magiftrat in den meisten noch anderweite Akten über diese Angelegenheit, namentlich vielleicht Fällen mur dadurch, daß er erflärte, man werde sonst auch ohne über die Verwaltung des Begräbnisplatzes und etwaigen dazu ge Bewilligung der Angehörigen und ohne diese zu benachrichtigen, sammelten oder aus öffentlichen Kaffen angewiesenen Fonds die Ueberführung vornehmen. Unter dem 16. September 1858 existieren" und bat eventuell um Uebersendung auch dieser Aften. teilte die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat mit, daß fie In einem Schreiben vom 18. Mai bestreitet der Oberbürgermeister dem Antrage, sämtliche Leichen auf andere Friedhöfe zu überführen, die Existenz weiterer Atten. Zwischen 1854 und 1856 taucht in nicht zustimmen fönne, jedoch mit der Translofierung derjenigen Beitungsnotizen wiederholt die Meldung auf, daß der Magistrat mit Toten einverstanden sei, deren Angehörigen ihr Einverständnis zu Angehörigen der Märzgefallenen über eine Ueberführung der Leichen Protokoll gegeben haben. Die Kosten wurden aus Kommunalmitteln auf andere Friedhöfe verhandele. Daß das nur in geringem Um gewährt. Die Ausgrabung und Ueberführung fand im Laufe des fange und ohne Wissen der Staatsbehörden geschehen ist, beweist ein Jahres 1860 in den Nachtstunden statt. 2m 15. Mai 1861 fonnte die Brief des Polizeipräsidenten, den wir als ein intereffantes Dokument Bossische Beitung" berichten, daß der Zutritt zu den Grabstätten der schlimmsten Reaktionszeit im Wortlaut wiedergeben wollen: im Friedrichshain dem Publikum wieder gestattet sei. An den Königlichen Geheimen Oberregierungsrat und Oberbürgermeister, Ritter Herrn Krausnid, Hoch wohlgeboren, hier. Der Stangenzaun, welcher den Begräbnisplatz im Friedrichs hain abfchließt und vor einigen Jahren aus Beranlassung eines augenblicklich bringenden Bedürfnisses errichtet worden ist, um den Blaß dem Auge des Publikums zu entziehen und dasselbe von dem Besuche der Grabstätte zurückzuhalten, entspricht in seinem jezigen aus denen der Zaun besteht, sind zum Teil morsch und verwitteri und lassen sich mit der größten Leichtigkeit durchbrechen und abum sie zu entfernen und durch die entstandene Lücke den ein gehegten Platz zu betreten. Es ist dieser Uebelstand nicht allein Don Dieben benutzt worden, um auf und in den Gräbern gestohlene Sachen zu verbergen, sondern gibt auch unaufhörlich einigen Böswilligen Veranlassung, an den auf den Gräbern stehenden Kreuzen aufreizende Infignien und Inschriften anzubringen. Diesem Uebelstande ist namentlich auch zuzuschreiben, daß der Begräbnisplatz im Friedrichshain noch immer an beftinimten Tagen zu unliebſamen und zum Teil gefährlichen Demonstratio, nen Beranlaffung gibt und noch immer ein Gegenstand der Neugierde und Beachtung für einen großen Teil der hierher fommenden Fremden bildet, was fofort aufhören wird, sobald der Plaz in geeigneter und zwedentsprechender Weise abgeschlossen ist Bet Betrachtnahme der hier einschlagenden Verhältnisse ist wiederholt in Vorschlag gekommen, die Uebelstände ein für allemal dadurch zu beseitigen, daß die dort begrabenen Toten weg genommen und auf den betreffenden Kirchhöfen begraben würden. Dennoch muß ich noch sehr begründete Zweifel hegen, daß von den Angehörigen der dort ruhenden Toten die erforderliche Zu stimmung zu erlangen sein würde, und ich bin geneigt zu glauben, daß dieser Weg ein mehr als wünschenswertes Aufsehen haben und daher der Absicht, jenen Blaz möglichst der Bergessenheit an heimfallen zu lassen, nicht entsprechen würde. Ich halte den festeren und nicht so leicht zerstörbaren Abschluß des Plazes und bas Absperren aller Wege und Zugänge zu demselben mittels bichten bornigen Gefträuches jebenfalls für das befle Mittel, jenen Streit um den Friedhof. Die rote Fahne von 1848. Gelegentlich der Feier auf dem Friedhofe der Märzgefallenen wird heute von Reichsbanner- Männern eine rotfeidene Fahne getragen werden, welche mit goldgestickten Buchstaben die Inschrift trägt: Demotratifer Klub, 18. und 19. März 1848. Ob diese Fahne wirklich an jenen bentwürdigen Tagen ihre Weihe und Feuertaufe empfangen hat, läßt sich urkundlich nicht nachweisen, auch läßt ihr äußeres Ansehen nicht darauf schließen. Dagegen spielte fie und ihr damaliger Träger, der Student Friedrich, bei dem späteren Sturm auf dem Zeughause und Boltsanjammlungen eine gemiffe Rolle, die in dem Hochperratsprozeß des Berliner Kriminalgerichts vom 25. Februar 1849 ihren Niederschlag fand. Nach der Anflage soll am Abend des 14. Juni 1848 ein Volks haufe von der Schloßbrüde aus über den Schloßplay, die Lange Brüde und die Königsstraße entlang bis zur Neue Königsstraße in die Nähe des Ordonnanshauses gezogen sein, an deffen Spize fich der Angeklagte Friedrich, eine rote wehende Fahne tragend, befunden habe, während die Menge fortwährend geschrien: Es lebe die Republit! Aus dem Munde des Angeklagten foll der Ruf: Vive la Republique! zuerst erfchollen sein. Da die Bevölterung der Hauptstabt an jenem Tage sich in großer Erregung befunden, so ertennt der Staatsanwalt in diesem Zuge ein Unterdehmen auf gewaltfame Umwälzung der Verfassung und hat gegen den Studenten Friedrich die Anlage wegen Hochperrats er. hoben. Die Bernehmung der Be- und Entlastungszeugen in der Ber handlung bestätigten in der Hauptsache den in der Anflage begrün beten Tatbeftand. Bon einem Beugen wurde angegeben, daß in dem Zuge fich einige Bewaffnete befunden hätten und sollen neben dem Angeklagten, mit Merten und Säbeln bewaffnet, gegangen sein. Als der Haufe in die Gegend des Meganderplates tam wurde er angehalten, weil man an der Ede der Landsberger Straße bereits Barritaden erbaut hatte und hierauf die Fahne pflanzen wollte. In seinem Plaidoyer findet der Staatsanwalt alle die das Ver brechen des Hochverrats nach dem§ 92 des Strafrechts charakteri fierenden Requisite. Er beantragt, den Angeklagten des Hochverrats für schuldig zu erachten und ihn in contumaciam zur Todesftrafe des Rabes von unten auf zu verurteilen. gegen das Contumacialverfahren in öffentlicher Verhandlung. Er widersetzt sich in glänzender Ausführung der Ansicht des Staatsanwalts. Durch den Ruf: Es lebe die Republif! würde eine Berfassung nicht gestürzt und eine Demonstration sei fein Hochperrat. Eine neue Debatte über den Friedhof entspann sich in der Stadtverordnetenversammlung vom 29. Dezember 1897. Der Führer ber jozialdemokratischen Frattion hatte einen An trag gestellt, der die Errichtung eines Dentsteins forderte mit ber Inschrift: Dem Andenten der am 18. März 1848 Gefallenen die Stadt Berlin." In der Diskussion über diesen Antrag setzte sich auch Denksteines ein. Nach langen Für- und Widerreden wurde der Antrag Singer abgelehnt und an Stelle dessen ein Antrag BangerDenksteines innerhalb der Umfriedung ersucht wurde. Die Aus führung sollte zur 25jährigen Wiederkehr des Revolutionstages er. folgen. Man wartet heute noch darauf. Ein neuer Streit zwischen Magiftrat und Polizeipräsidium um den Märzgefallenenfriedh entstand im Jahre 1899. 21s an die städtische Baudeputation ein Befuch um Erteilung der Bauerlaubnis für einen Entwurf zum Eingang zum Friedhof der Märzgefallenen eingereicht wurde, ver fagte der Polizeipräsident Windheim die beantragte Bauerlaubnis, Das Urteil des Gerichtshofes lautete dahin, daß der Anbabas Bauwert eine Ehrung der dort begrabenen Märzgefallenen, getlagte, Stubent Friedrich, von der Antlage des mithin eine politische Demonstration zur Berherrlichung der Revo- operrats zu entbindenfei Someit belannt geworden ist, ist der tapfere Fahnenträger im lution bezmede. Oberbürgermeister Kirschner gab der Stadtverordnetenversammlung von dieser Antwort durch eine Borlage Jahre 1850 im Auslande gestorben. Die Fahne aber selbst fam in Renntnis und teilte mit, daß er gegen diese Verfügung Klage beim Händen der bekannten Familie Kapells, wo sie als ein historisches Bezirksausschuß erhoben habe. In der Stadtverordnetenverfamm. Erinnerungsstüd aus bem tollen Jahre mit Liebe und Sorgfalt lung vom 8. Februar 1900 wurde dann bekanntgegeben, daß sowohl von Eltern auf die Söhne Otto und August übergehend, verber Bezirksausschuß wie das Oberverwaltungsgericht gegen den wahrt wurde. Magistrat entschieben hatten. Es wurde beschlossen, von einem neuen Entwurf Abstand zu nehmen. Nach heftiger Debatte be. willigte die Stadtverordnetenversammlung dann 4000 Mart zur Berschönerung des Friedhofes, lehnte dagegen den Antrag ab, eine Marmortafel mit den Namen der Märzgefallenen zu errichten. Seitdem war der Märzgefallenenfriedhof fast in jedem Jahre Gegen Die Roman- Fortsetzung finden unsere Lefer heute auf der zweiten Seite der 2. Beilage. Erst im Jahre 1917 überwies August Kapell das heilige Bermachinis feines Vaters unserem Parteiarchiv, wo es feifdem, neben den übrigen Denkwürdigkeiten, eine bleibende Stätte gefunden hat Benn heute die Fahne denselben Weg getragen wird, um da= mals auf die Barrikaden in der Landsberger Straße aufgepflanzt zu werden, so heute, nach 77 Jahren um als stummer Zeuge die ruhenden Toten auf dem Märzfriedhofe zu ehren. Brachte der damalige Fahnenträger ein Hoch auf ble zu erfämpfende Republit aus, fo find bie heutigen Träger derfelben Fahne die berufenen Schüßer und Berteidiger der deutschen republikanischen Staatsform. Gut bürgerliche Ehrlichkeit. Wie es bei den Arbeitgeberverbänden zugeht. Vor einigen Tagen stand der Kassierer und Buchhalter des Ar. beitgeberverbandes, Walter Schubert, vor dem Schöffen gericht Berlin- Mitte unter der Anklage, größere Unterschla. gungen begangen zu haben. Die sehr interessante Berhandlung führte zu geradezu sensationellen Enthüllungen über faft unglaubfiche Zustände im Bureau der Bereinigung deut. scher Arbeitgeberverbände, die hart ans Kriminelle grenzen. Auch manchen Arbeitgeber wird es interessieren, für welche Bedürfnisse er die 200 Broz. Aufschlag auf die Drucksachen der Organisation zu zahlen hatte. Nachdem der Verteidiger des Angetlagten, Rechtsanwalt Bahn, festgestellt hatte, daß auch der Borgänger des beschuldigten Kaffierers wegen Unterschlagung von 50 000 m. entlassen worden war, ertannte das Gericht unter Bubilligung mildernder Umstände auf eine Strafe von 8 Monaten Gefängnis, weil die Kontrolle eine so mangelhafte war. Der Angeklagte Schubert hat zu seiner Berteidigung n. a. folgende Erbaulichkeiten zu Protokoll gebracht: Für jegliche faufmännische Buchführung und Leitung fehlte den Geschäftsführern jegliche Renntnis, weil für die sogenannten leitenden Angestellten fast mur Offiziere herangezogen wurden. Im November 1923 wurde der Raffierer entlassen, angeblich wegen Unfähigkeit. Der Hauptgrund seiner Entlassung waren jedoch seine Mahnungen zur Sparsamkeit. Er sprach oft über die kolos. fale Berschwendung der Geldmittel und betonte, daß er die Dinge nicht lange mehr so ruhig mit ansehen würde. Nach feinem Abgang bekam Sch. den Poften des Kassierers zu seinem Buchhalterposten. Trog sehr großer Arbeitsleistung hörte er fein Wort der Anerkennung; im Gegenteil, ich wurde von allen Herren immer gehegt, damit sie ihre Gehälter nur zur rechten Zeit ausgezahlt erhielten. Sie waren darauf bedacht, soviel Geld wie möglich aus der Firma zu ziehen. Trogdem bas Gehalt der 3 Geschäftsführer zusammen zirta 6000 m. monatlich( 1) betrug, hatte Sch. immer noch Vorschüffe, die ebenfalls in die Taufende gingen, zu verwalten. Außer ihrem Gehalt erhielten die leitenden Beamten dann noch besondere Suwendungen, die aber nicht über das Gebalts tonto laufen durften, um damit nicht der Einkommensteuer zu unterliegen. Schwarze Fonds wurden gegründet, bei denen innerhalb einiger Wochen, infolge Rundschreiben an die angefchloffenen Verbände und Firmen, Hunderttausende eingingen, an geblich um für einen gemeinnüßigen Zwed verwendet zu werben. Ein Teil wurde jedoch zu weiteren Vorschüssen und Darlehen ge nommen. Ueber Dienstreisen wurden nie Belege beigebracht, meist wurde irgendeine Summe genannt. Wenn Sch. dann erwähnte, daß noch Geld zurückzuzahlen wäre, da die Reisefoften unter dem gezahlten Borschuß blieben, wurde die Reife einfach teurer eingefeßt. Beim Besorgen der Fahrkarten 2. Klasse mußte gleichzeitig der Breis für die 1. Klasse festgestellt und dann in eine Liquidation eingelegt werden. Tag für Tag wurden Sigungen in den beft renommiertesten Weinrestaurants abgehalten. Die Ausgaben für Diners und Beine waren hier bie Hauptsache. Bet Antauf von Einrichtungsgegenständen von anderen Firmen wurde von den Geschäftsführern der größte Teil der Möbel, besonders Klub seffel und Bücherschränke, für einen lächerlich geringen Breis privat aufgetauft. Die übrigen Bureaumöbel wurden dann zu dem entsprechend höheren Preise gebucht. Alle diese Handlungen find fämt lich ohne Wissen der angeschlossenen Berbände geschehen. Um die roßen Ausgaben dann zu deden, wurden ben angeschloffenen Mit liedern die Drudiachen und Broschüren, auf die fie als Beitragszahlende doch zumindest zum Herstellungspreise Anspruch batten, mit einem Aufschlag pon 100 bis 200 Brozent bertauft. Es muß immer wieder betont werden, daß tein milglied der Geschäftsführung irgendeine Auskunft in Kaffen oder Buchhaltungsfachen geben fonnte. Mehrere Male wurd Sch. aur Berschwiegenheit verpflichtet und auch sonst um Still Ichweigen gebeten. Nur immer Geld und wieder Geld war die Lofung. Alle waren bei jeder Gelegenheit mur darauf bedacht, wie am besten Geld für eigene Rechnung herauszuschlagen sei. monatlichen Ausgaben an Gehältern betrugen für die drei Geschäfts führer etwa 6000 mt., für neun weitere Mitglieder der Geschäftsführung 6000 Dtt. und der Reft von 7000 mt. wurde dann an etwa 45 Angeffellte gezahlt. Das Ronto Allgemeine Ausgaben mar immer am stärksten belastet. Die Soweit der Raffierer. Es ist anzunehmen, daß diesen famosen Geschäftsführern, denen es fchwarze Fonds ermöglichten, in fostspieligen Weinlofalen ihre Ronferenzen abzuhalten, und die da bei eine so feine Spefentaltulation betrieben, im Zivilberuf die wildesten Schreier gegen die rote Korruption" waren. Es geht eben doch nichts über gut bürgerliche Ehrlichkeit. Immerhin ist auch das eine Angelegenheit, an die dte Berliner Wähler am 25. Ottober benten follten Neue Berliner Verkehrsprojekte. Umgestaltung des Plates vor dem Brandenburger Tor. Die zuständigen Stellen des Magistrats beschäftigen sich, wie wir erfahren, wieder mit einigen Verkehrsprojekten, die auf eine Beschleunigung des Bertehrs im allgemeinen und auf die möglichste Ausschaltung von Unfällen hinzielen. Eins dieser Projette befaßt fich mit der schwierigen Aufgabe der Umgestaltung des Blazes vor dem Brandenburger Tor. Das Projekt des Magiftrats sieht eine reisumfahrung des Blazes vor und will au diesem Zwede, ähnlich wie beim Botsdamer Blah, in der Mitte eine Rasenfläche schaffen. Die Schienen der Straßenbahn, die bisher den Blag überquerten, sollen in nächster Nähe des Bürgersteiges um den Plaz herumgeführt werden. Mit diesem Plan ist auch ein Entwurf verbunden, der verschiedene Beränderungen der Char Tottenburger Chaussee in vertehrstechnischer Beziehung herbeiführen will. So sollen dort zum Schuße der Bassanten Rettungsinseln, insbesondere vor den Haltestellen der Straßenbahn angelegt werden. Bisher hat man dort zum Schuße des Bublifums die neuen Schußpfeller zur Martierung der Straßenbahnhaltestellen aufgestellt, die vor einigen Wochen am Kurfürstendamm probeweise Berwendung gefunden haben. Wie wir hören, haben sich dieje Schußpfeiler, deren Zwemäßigkeit durch mehrere Arten ausprobiert werden soll, bisher als recht praktisch erwiesen. Auch der Spittel marti foll, wie bereits bekannt, eine völlige Umgestaltung erfahren, und vor allen Dingen sollen dort die vielen Berkaufshäuschen und Reflameschilder verschwinden, die verkehrserschwerend wirfen und die Uebersicht stören. Ein Hüter der Ordnung.in Ausschreitungen eines ehemaligen Schutzpolizeibeamten. Grobe Ausschreitungen führten den früheren Bolizeiunterwachtmeister Schulz vor das Amtsgericht mitte unter der Anflage der Nötigung, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs und der gefährlichen Rörperverlegung. Der 23 Jahre alte Angeklagte hatte zu einer Zeit, als er noch im Bolizeidienst stand, fich ohne jebe Beranlaffung gröbliche Aus schreitungen einem 55 Jahre alten Hauswart St. gegenüber zu schulden kommen lassen. Der alte Mann hatte eines Abends auf dem Hofe seines Hauses mit der Hauswirtin eine fleine Ausein. andersetzung wegen der Abstellung der Hausbelend tung gehabt, war dann aber schon in feine im Hintergebäude gelegene Bohnung gegangen, als Schulz plöglich auftauchte. Der Bolizeibeamte in Uniform, der gar nicht einmal Dienſt hatte, forderte ihn in barschem Tone auf: Du alter Bursche, tomm mal raus. Als St. hinter der durch Sicherheitsketten geschützten Tur fich weigerte und erft fragte, was man denn von ihm molle, Feuerte der Schapomonn feinen Revolver durch den Türspalt ab. Nur durch das rechtzeitige Zurüdspringen bes St. wurde ein größeres Unglüd verhütet. Die Rugel war burch eine Rabizwand gedrungen und hatte das Bett der Ehefrau getroffen. Zum Glück befand sich niemand darin. Nicht genug damit, zog Schulz auch noch sein Seitengewehr und hämmerte auf die Sicher beitsette los, bis die Schrauben nachgaben und er durch die Tür eindringen fonnte. Der alte Mann betam mit dem Seitengewehr hiebe über das Armgelent, so daß er start blutete, trotzdem wurden ihm auch noch Handschellen an gelegt und er wurde dann hinausgezerrt, um zur Wache gebracht zu werden. In diesem Augenblic erschien die Ehefrau, und den Bemühungen der Frau im Verein mit Hausbewohnern gelang es, den blutüberströmten alten Mann zunächst zur Unfallstation zu bringen. Schulz nahm dann von einer weiteren Verfolgung ohne weiteres Abstand. Erst als St. am nächsten Tage zur Revierwache ging, um Beschwerde zu führen, setzte sich Schulz hin und erstattete eine Anzeige wegen Widerstandes gegen die Staatsgemalt. Es tam jedoch nicht zu einer Anflage gegen St., sondern umgekehrt, gegen den Schupomann, für dessen gewalttätiges Borgehen jede Erklärung fehlt. Bor Gericht behauptete der Angeklagte Schulz, daß er auf dem Hofe beim Borbeigehen an dem Hause großen Lärm gehört habe und daß zwei Kinder ihn aufgefordert hätten, zu Hilfe zu tommen, da St. seine junge Frau mißhandele. In Wirklichkeit war Frau St. zu jener Zeit gar nicht zu Hause. Der Angeklagte leugnete auch, baß er geschoffen habe, wurde aber durch zahlreiche Zeugen, die den Schuß gehört hatten und durch den Augenschein der durchschlagenen Band vom Gegenteil überführt. Wie der Reviervorsteher befundete, hatte sich Schulz schon vorher verschiedener Dienstverstöße schuldig gemacht und dieser Fall hatte das Maß zum Ueberfließen gebracht, gegen Schulz im vollen Umfange der Anklage auf eine Strafe Don 8 Monaten Gefängnis. Gegen das Urteil ließ der Angeklagte Berufung einlegen. Der neue städtische Fleischgroßmarkt. Am Montag, den 12. Oftober, 6 hr früh, wird der neue Fleisch großmartt der Stadt Berlin an ber& ands. Berger Allee dem Betrieb übergeben. Aus diesem Anlaß ist eine Dentschrift erschienen, die sich in der Hauptsache mit der wirt schaftlichen Seite der Bieh- und Fleischversorgung Berlins beschäftigt. Aus dem Material ist interessant die Feststellung, die nicht oft genug wiederholt werden kann, daß Deutschlands Landwirtschaft jetzt weniger denn je in der Lage ist, das für die Fleischverforgung des Landes notwendige Bieh zu produzieren. Nach der Biehzählung von 1924 fallen gegenüber 1913 noch 23 Proz. Kälber, 25 Broz. Schweine und rund 6 Broz. Rinder. Rechnet man die Fehlmenge auf den Kopf der Bevölkerung um, so beträgt sie sogar noch mehr, nämlich bei Schweinen 30,6 Broz. und bei Rindern 12,8 Broz. Qualität und Gewicht der Tiere tönnen sich ebenfalls nicht mit denen der Bor friegszeit meffen. Solange die Landwirtschaft aber nicht genügende Biehmengen bereitstellen fann, gibt es nur einen Weg, nämlich Dedung der Fehlmengen aus dem Auslande. Diese Tatsache allein gibt schon der Landwirtschaft und dem Handel gegenüber den KonDas Rundfunkprogramm. Sonntag, den 11. Oktober. fumenten ein erhebliches lebergewicht, und es ist schon aus diesema Grunde eine mehr als vertehrte Wirtschaftspolitit, durch Zollmaß nahmen die Einfuhr zu erschweren und damit die Ueberlegenheit der genannten beiden Gruppen noch zu verstärken. Gewiß sind die Preise von Angebot und Nachfrage abhängig. Aber je nach der Stärke der sich gegenüberstehenden Parteien fann ein Angebot fünstlich verstärkt oder die Nachfrage fünstlich knapper gemacht werden. Und die Händler und Produzenten haben es ja in der Hand, das Angebot so zu verringern, wie es ihren Interessen entspricht. Das ist teine natürliche, sondern eine künstliche Preisbildung. Alle Behauptungen, daß die augenblicklich bestehenden zahlreichen zwischenstationen im Berliner Vieh- und Fleischhandel sich als notwendig" erwiesen haben, werden uns nicht abhalten, in der Denkschrift immer wieder die Forderung zu erheben, den Weg des Fleisches vom Viehzuchter bis zum Konsumenten fo turz wie möglich zu gestalten, um auf diese Weise die Preisbildung nach unten zu beeinflussen. ohne den Biehzüchter zu schädigen. Diese Forderung in die Tat umzusehen, wird ein wesentliches Moment des Wirkens der neuen Stadtverordnetenversammlung sein. Und gerade aus diesem Grunde ist die Denkschrift nicht nur eine Festschrift zur Eröffnung der neuen Fleischmarktgroßhalle, fondern auch eine Mahnung für den Wahltag am 25. Oktober. „ Warum gerade Deutsche Volkspartei?" verordnetenwahlkampf offenbar recht übel. Der Deutschen Boltspartei geht es in diesem StadtIhre Versammlungen erfreuen entweder durch eine gähnende Leere oder schließen in wildem Tumult, wobei sich die beiden Bürgerblockbrüber, die volksparteilichen Schwerindustrieritter und die Bulle- Mannen, stets mäch tig in die Haare geraten. Manchmal kommt auch Polizei, um die widerspenstigen Hakenkreuzfreunde auf die Straße zu sehen. Selbst das rote Badehosenpamphlet, mit dem man den Propagandazug so lieblich begann, scheint nichts genutzt zu haben. Wenn schon, dann ficher im umgekehrten als erwarteten Sinne. So hat sich der verzweifelten Gesinnungsgenossen des Herrn von Eynern eine Art Galgenhumorstimmung bemächtigt, und mit urwüchsiger Komit_beginnen sie über sich selbst mehr oder minder gute Wize zu machen. Da war an den Litfaßsäulen ein schwarzweißrotes drapiertes Blatat angeschlagen, auf dem ein Vortrag des Dr. Fall angezeigt war über das Thema: Warum gerade Deutsche Boltspartei?" Barum gerade Deutsche Boltspartei?! Das fragen wir uns auch. Kein Mensch wird es wissen! Das Erstaunen des wackeren Dr. Falt über die Zumutung, ausgerechnet volksparteilich zu wählen, ist der Beweis, daß selbst die Manager dieser famosen„ Wie- es- trefft"-Politit fich über das Groteste dieses Vorschlages durchaus im flaren sind. Am erstauntesten aber find die Berliner. Und die schwarzweißroten Herrschaften fönnen versichert sein, daß dieses Erstaunen über den phantastischen Borschlag noch bedeutend durchschlagender sein wird als ihr eigenes. Dafür soll der 25. Oktober den Beweis liefern. Siechenfürsorge. Erweiterung der Berliner Preisstatistik. Das Hauptgesundheitsamt teilt mit: Sur Behebung des für den Winter zu erwartenden Plazmangels in den städtischen Hospitälern, bie auch zur Entlastung der zur Winterszeit stets überfüllten Krantenhäuser dienen müssen, hat das Hauptgesundheitsamt gemeinsam mit anderen städtischen Dienststellen ein Uebereinkommen mit dem Berbande der Groß- Berliner Hauspflegevereine ge 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. J. S. Bach: Präladium B- Mol troffen. Nach dieser Vereinbarung sollen in größerem Maßstabe ( Thno von Freden, Harmonium). 2. Tersteegen: Ich bete an die als bisher hilfsbedürftigen und gebrechlichen Personen, deren AufMacht der Liebe( Dorothea Pröstel, Sopran; am Flügel: Organist nahme in ein Hospital nicht unbedingt notwendig ift, HausJohann Krieg). 8. Ansprache des Herrn Pfarrer Pfeiffer, Berlin- pflegerinnen gegen einen entsprechenden, von der Stadt an die Tempelhof). 4. Wolf Dietmar: Judas Ischariot( Ilse Fischer Hauspflegevereine zu zahlenden Entschädigungssatz zur Verfügung Ramin, Rezitation; am Flügel: Thno von Freeden). 5. a) Hugo gestellt werden. Diese Hauspflegerinnen haben die Aufgabe, die notLeichtentritt: Maria, Gnadenmutter, b) Karl Kämpf: Vesper& G. Neumark: Wer nur den lieben Gott läßt walten( Jhno nahme in ein Hospital oder Altersheim sonst nötig werden würde. gesang( Dorothea Pröstel; am Flügel: Organist Johannes Krieg). wendigsten Hausarbeiten bei Personen zu übernehmen, deren Aufvon Freeden, Harmonium). 12 Uhr mittags: Die Stunde der So wird es möglich sein, manches Hospitalbett zur Erleichterung Lebenden.( Havemann- Quartett: Prof. Gustav Havemann, erste des Betriebes der Krankenanstalten frei zu machen." Violine; Georg Kniestädt, 2. Violine; Hans Mahlke, Viola; Adolf Auch vielen Siechen wird sicherlich damit gedient sein, daß sie Steiner, Cello. Mitwirkende: Karl Reitz, 2. Viola; Ernst Silber- weiter im eigenen Heim bleiben können, so klein und bescheiden stein, 2. Cello). 1. Philipp Jarnach: Streichquintett: Prae ambulum es auch sein mag. Thema Variation I: Sinfonia Variation II: Melodram Variation III: Giga Variation IV: Aria Variation V: Rezitativ und Marsch Variation VI: Choralvorspiel- Variation VII: Finale( Doppelfuge). 2. Arnold Sebönberg: Verklärte Nacht, Streichsextett( nach Dehmelschem Text) Sehr langsam etwas bewegt- lebhafter breiter lebhaft bewegt sehr breit. 2.30 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Prof. Dr. Ladwig: Knollenkrankheiten für Anfänger( E. Nebermann). 3.30 Uhr nachm.: Funkheinzeland Ueberwinterung der Kartoffeln. mann bei der Glockenblumenkönigin, von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30-6 Uhr abends: Zum 100. Geburtstage von Konrad Ferdinand Meyer. Einleitende Worte: Edlef Köppen. Rezitationen: Leonore Ehn und Prof, Ferdinand Gregori. 6.05 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus. 6.30 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper. Spielzeit 1925/26. 3. Uebertragung. Zum Geburtstage von Giuseppe Verdi( geb. 10. Oktober 1913). Aïda, Oper in vier Akten. Musik von Giuseppe Verdi. Personen: Der König; Amneris, seine Tochter; Aida, Bethiopische Sklavin; Radamés, Feldherr: Ramphis, Oberpriester; Amonasre, König von Aethiopien und Vater Aidas; ein Bote, Priester, Priesterinnen, Minister, Hauptleute, Soldaten, Beamte, Sklaven, Gefangene. Aethiopier, Volk. Die Handlung spielt in Theben und Memphis zur Zeit der Herrschaft der Pharaonen. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 11. Oktober. 3 Uhr nachm.: Schachfunk Im Einvernehmen mit den Bezirksämtern hat das Statistische Amt der Stadt Berlin eine erhebliche Erweiterung der Berliner Statistit der Lebensmittelpreise in die Wege geleitet. Während bisher die Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensbedürfnisse durch Beamte des Polizeipräsidiums hauptsächlich in den inneren Stadtfaufspreise in jedem der zwanzig Berwaltungs. teilen ermittelt wurden, werden daneben fünftig die Kleinver= bezirke durch besonders damit beauftragte Beamte der Bezirksämter erhoben werden. Außerdem werden durch das Entgegen tommen der Markthallendirektion in jeder der zehn städtischen Martthallen die Kleinhandelspreise für die hier gehandelten Waren laufend festgestellt werden. Des weiteren ist in Ausficht genommen, demnächst auch eine Erhebung der Kleinver taufspreise auf Wochenmärtten zu veranstalten. Hierdurch wird es dann möglich sein, nicht nur etwa vorhandene Unterschiede in der Preisentwicklung in den einzelnen Stadtteilen und Bermaltungsbezirken dauernd zu verfolgen, sondern auch Breisunterschiede in Ladengeschäften, Markthallen und auf Bochenmärkten festzustellen. Die Ergebnisse der neuen Preisstatistik werden wie bisher in dem vom Statistischen Amt der Stadt herausgegebenen Berliner Wirtschaftsberichten regelmäßig veröffentlicht werden. Der Schrecken der Neubauten. 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert. Mitwirkende: Paula Liachowsky, Gesang; Nora Williamson. Violine; Ewel Stegman, Cello: am Flügel: Waldemar Liachowsky. 1. Vieuxtemps: Konzert A- Moll, Nr. 5. op. 37( Nora Williamson). 2. Schubert: a) Webmut, b) Fischerweise. c) Der Wanderer an den Mond, d) Die Männer sind mechant( Paula Liachowsky). 3. a) Mattheson: Air, b) Dvorák: Andante, c) Goens: Scherzo( Ewel Stegman). 4. Brahms: a) Aufwürde. Er hatte vorher den Namen der Malerfirma ausgefund dem See, b) Das Mädchen, e) Reger: Schlaflied, d) Marie auf der Wiese( Paula Liachowsky). 5. a) Schubert: Adagio, b) Cui: Cantabile, e) Lalo: Intermezzo( Ewel Stegman). 6. a) PugnaniKreisler: Präludium und Allegro, b) Dvorák: Largo, e) Paganini: Caprice Nr. 22( Nera Williamson). 12 Uhr mittags: EsperantoMontag, den 12. Oktober. Montag, den 12. Oktober. vortrag. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau( Kleinigkeiten"). 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik Technische Wochenplauderei( Jng. Joachim Boehmer). 7.25 Uhr abends: Dr. Th. Tichauer: Aufbau und Aufgaben des Völkerbundes". 8 Uhr abends: Oberingenieur Otto Nairz: Funkpraktikum. 7 Vortrag. Allgemeine Ratschläge zur Behebung von Empfangsstörungen aller Art. 8.30-9.30 Uhr abends: Heiteres Konzert. 1. a) Pfitzner: Gretl( Busse), b) Mengelberg: Nelken ( Storm), c) Bransen: Thomas macht( Greif), d) Blech: Tintenheinz und Plätscherlottchen( P. Dehmel)( Edith Bach. Sopran). 2. a) Lully- Godowsky: Courante, b) Bach- Labunski: Präludium, c) Hummel: Rondo favorite( Karol Szreter, am Flügel). 3. Rezitationen( Else Heims). 4. a) Gumbert: O bitt euch liebe Vögelein ( Prutz), b) Bizet: O süße Stand'( Hartmann), e) Liebesfrühling, schwedisches Volkslied, bearbeitet von D. Arlot de Padilla, d) Mozart: Wiegenlied( Gotter)( Edith Bach). 5. a) Rachmaninoff: Prélude Gis- Moll, b) Chopin: Scherzo B- Moll( Karol Szreter). 6. Rezitationen( Else Heims). 9.35 Uhr abends: a) Horatio Nicholls: Schanghai, chinesische Romanze( Robitschek), b) Benatzky: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. aus der Revue Für dich. Text und Musik, c) W. Kollo: Wenn die d) Jones:„ Chinisisches Wiegenlied( Robitschek( Alexander Fleb Mädchen von Liebe träumen, aus der Operette Olly Polly" burg). Am Flügel: Waldemar Liachosky. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Raubzüge auf Neubauten hat der vielfach vorbestrafte ehemalige Maler Friedrich Weese unternommen. Nach Feierabend erschien er auf Neubauten und erzählte den Wächtern, daß er von dem Malermeister, der die Malerarbeiten in dem Neubau ausführe, beauftragt worden sei, Farben und das Arbeitsmaterial abzuholen, da es für einen anderen Neubau am nächsten Morgen gebraucht faftet. In zahlreichen Fällen gelang ihm dieser Schwindlertrick und es wurden ihm die gewünschten Sachen ohne weiteres ausgeliefert, obwohl schon längst vor dem Schwindler in den Zeitungen gewarnt worden war. So fonnte Beese in den Jahren 1922 23 fein Unwesen treiben und es waren jest gegen ihn 21 Fälle zur Anlage gebracht worden. In einigen Fällen hatte Weese auch furzerhand einen Einbruch auf den Neubauten verübt. Zur leberführung des Angeklagten war ein großer Zeugenapparat aufgeboten, unter ihnen eine große Zahl von Malermeistern und Hauswarten. Im Untersuchungsgefängnis hatte Weefe einen gewaltsamen Att der Selbstverstümmelung verübt, weil er hoffte, ins Rrantenhaus zu kommen, um von da aus leichter entfliehen zu fönnen. Er hatte sich nämlich selbst Nägel und Schrauben in den Leib gebohrt, um Eiterungen hervorzurufen. Borhaben war ihm aber nicht gelungen. Geh.- Rat Prof. Dr. Straßmann bezeichnete Weese als einen Pathologen und erklärte, daß eine berartige unempfindlichkeit gegen Schmerzen sehr oft bei minderwertigen Leuten vorkomme. Das Schöffengericht Charlottenburg Schidte den gemeingefährlichen Menschen auf 2½ Jahre ins Ge fängnis. Außerdem erhielt Weese noch einen 5jährigen Chrverlust. Schwere Straßenunfälle. Sein Bor dem Hause Chausseestr. 78 in Bri verunglüdte am Sonnabend abend um 6% Uhr der 37 Jahre alte Artur Hilde brand aus der Bürgerstr. 13 in Brig tödlich. Angeblich kam H., der etwas angeheitert war, durch eigenes Verschulden unter den Triebwagen einer Straßenbahn. In schwerverletztem Zustande wurde der Verletzte in das Neuköllner Krankenhaus gebracht, mo er bald nach seiner Einlieferung verstarb. Ein zweiter schwerer Unfall trug sich gegen 7 1hr abends in der Prinzenallee Ede Soldiner Straße zu. Hier geriet der 62 Jahre alte Arbeiter Hoffmann aus der Kolonieftr. 36 unter eine Straßenbahn und zog sich einen schweren Schädelbruch zu. In bedenklichem Zu stande wurde 5, in das Virchow- Krantenhaus eingeliefert. Auch ein Erfinder! Die„ Irania" hatte gestern abend zu einem Bortrag des Ingenieurs August Boß über das elektrische Fernsehen angekündigt, in dem ein neuer Weg zum Fernsehen mittels lichtelektrischer Zellen gezeigt werden sollte. Dazu sollten dann auch die in der Umschau" beschriebenen Fernsehapparate von Voß vorgeführt werden. Der Hörsaal war gefüllt, vor allem waren Fachleute erschienen, die sich durch persönlichen Augenschein von der Wirksamkeit der neuen Geräte überzeugen wollten. Herr Ingenieur" Voß begnügte sich zunächst damit, eine sehr oberflächliche, ungenügende geschichtliche Einführung in die Materie zu geben, zeigte dann Kurven, die die Lichtempfindlichkeit und Trägheit, sowie den elektrischen Widerstand der lichtempfindlichen Selenzellen zur Darstellung bringen sollten. Dann versagten die Lichtbilder, und der Herr Ingenieur" begann verzweifelt Schaltungsschemen des Kornschen Apparates in einer Weise an die Wandtafel zu zeichnen, die einem ungeübten Schuljungen noch das Zeugnis ungenügend eingetragen hätten. Die Erklärungen, die er dazu gab, waren nicht nur in äußerst mangelhaftem Deutsch gegeben, sondern auch fachlich völlig unzulänglich. Das Tollste aber bot der Vortragende seinen Zuhörern, als er eine rohe Apparatur vorführte, von der er selbst sagen mußte, daß fie nicht funktioniere, weil der Apparat einige Fehler habe und weil die lichtempfindliche Zelle zerbrochen" sei. Fachleute warfen ihm vor, daß die Trommel seines Empfangsapparates eine Umfangs geschwindigkeit von 25 000 Kilometer in der Minute haben müßte, wenn die von ihm beschriebene Wirkung eintreten sollte. Die Berficherung des unglücklichen Erfinders, der auf viele Fragen die Antwort schuldig blieb, daß ihm mit seiner Apparatur Bildübertragungen auf Fernleitungen gelungen seien, fonnte daher nur allgemeines Kopfschütteln erregen. Die„ Urania"-Direktion, die für den Besuch dieses Vortrages felbstverständlich Eintrittsgeld erhoben hatte, hätte fich vor einem derartigen Reinfall schüßen fönnen, wenn sie die Fähigkeiten des Herrn Vortragenden rechtzeitig unter die Lupe genommen hätte. Das Institut hat einen Ruf zu verlieren, und die Wiederholung derartiger Standale ist nicht dazu angetan, ihm weitere Freunde zu erwerben. Wieder ein Dachstuhlbrand. In der Sesenheimer Straße 28 in Charlottenburg stand nachmittags gegen 8 1hr der Dachstuhl des modernen vierstödigen Wohnhauses an mehreren Stellen in Flammen. Es liegt vermutlich Brandstiftung vor. Kriminalbeamte waren bald zur Stelle und bemühten sich vergeblich, eine Spur der Brandstifter zu er mitteln. Der Feuerwehr gelang es, die Flammen auf den Dach stuhl und die Bodenräume zu beschränken. Die Agrarbewegung der russischen Juden. Der Ort, der Verband der Gesellschaften zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden, hatte am Sonnabend abend die Berliner Presse zu einem Informations. abend in den Kaiserhof" geladen, in dessen Verlauf Dr. Singa Tomsti, Mitglied der Zentralverwaltung der Organisation, an Hand eines umfangreichen und detaillierten Materials Art und Aufgaben der folonisatorisch- kulturellen Ort"-Bewegung und ihres jüdischen Wiederaufbaufonds darlegte. Der Vortrag behandelte vor allem die bisher in Rußland in folonisationstechnischer Hinsicht geleistete Arbeit und gab über den dort in Fluß befindlichen Umschichtungsprozeß der ukrainischen und weißrussischen jüdischen Bevolterung, von händlerischer Wurzellosigkeit zum Bodenbeständigen, interessante Aufschlüsse. Die Pogromatmosphäre im zaristischen Rußland, die verzweifelte Situation während der Revolutionswirren, sowie die den jüdischen Mittelstand schwer gefährdende Monopolifierungsbewegung der polnischen Regierung, hat das Judenproblem im Osten auch im Interesse der übrigen Bevölkerung überaus dringlich gemacht. Das Fazit der von der Organisation geleisteten folo nisatorischen Arbeit ist eine jüdische Agrarbevölkerung von 135 000 Menschen in Weißrußland, sowie rund eine Viertelmillion jüdischer Bauern der ganzen Welt. Der Redner definierte den starken Drang, den der russische Jude zum Boden habe, als einen Hunger nach Land. Am 15. Oftober werden in einer konstituierenden Versammlung praktische Tätigkeit festgelegt werden. der deutschen Zentralstelle des Verbandes die Richtlinien für die Die Stadtverordnetenversammlung hat ihre nächste Eizung am Donnerstag um 45 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen u. a. ein Antrag und drei Anfragen wegen des Unfalls in der Badeanstalt an der Oderberger Straße. Auch die Sozialdemokratische Fraktion fragt, was der Magistrat zur Berhütung derartiger Unfälle zu tun gedenkt. Eine Werbewoche veranstaltet das Warenhaus Tieg in seinen Schaufenstern. Eine Revue, zum Teil auserlesener Reize, wenigstens was die ausführliche Garderobe anbetrifft. Weniger reizvoll, aber von erheblicherem allgemeinen Interesse waren jene Fenster, die dem Wirtschaftbedarf der breiten Massen gewidmet waren. Ein Lebensmittelfenster erregte durch seine Ueberladenheit. Aber was das wichtigste ist: diese ästhetischen Genüsse, die man im Innern des Hauses teilweise durch maschinelle Borführung in ihrem Entwidlungsgang prattisch demonstrierte, find Anschauungsunterricht. Und das für den Proletarier leider in doppeltem Sinne. „ Berliner Turn- und Sportwoche 1926." Auf Veranlassung des Oberbürgermeisters Böß fand fürzlich eine Sigung statt, die sich mit der Festlegung des Zeitpunktes der nächsten Berliner Turnund Sportwoche befaßte. Von den versammelten Vertretern der Turn- und Sportverbände und Behörden wurde als Termin der 29. August bis 5. September 1926 gewählt. Ein von der Versammlung gewählter Arbeitsausschuß wird sich mit der Neuorganisation der Veranstaltungen in dieser Woche befassen, um den erstrebten 3wed, eine machtvolle Werbung für den Gedanken der Leibesübungen, zu erreichen. Eröffnung von Tagesheimen im Bezirk Mitte. Mit Eintritt der falten Jahreszeit eröffnet das Wohlfahrtsamt Mitte am 15. d. M. seine Tagesheime Resielstraße 3/4, Neue Königstr. 21 und Kommandanten str. 80/81. Die Einrichtung dient dem Swede, den bedürftigen Einwohnern des Be zirts, vornehmlich den Rentenempfängern, denen es an einer warmen Unterkunft mangelt, einen gemütlichen Tagesaufenthalt zu schaffen. Die erforderlichen Einlaßkarten find für Rentner bei den Fürforgeſtellen, für alle übrigen Bersonen mit Ausnahme der Obdachlosen bei den Borstehern der zuständigen Wohlfahrtskommissionen zu haben. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Internationale Bolts tänze und Boltslieder. 1. Veranstaltung: Sonntag, 25. Oftober nachm. 3%, Uhr, im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße. 4 Beranstaltungen im Abonnement 4- M. Einzelfarte pro Beranstaltung 1,20 M. Wir bitten, die noch ausstehenden Zeichnungslisten fofort zurüc zureichen. 5 große Proletarische eierstunden im Großen Schauspielhaus. Im Abonnement alle 5 Beranstaltungen 4,- M., Einzelfarten 1,20 M. Die Abonnementsliste für die Feierstunden müssen bis zum 25. Oftober zurüdgereicht werden. Staatliches Schillertheater Charlottenburg, Sonntag, 18. Dtober, nahm. 3 Uhr, anstatt Rheinische Rebellen Doppelfelbstmord" bon Anzengruber. Die für Rhei nische Rebellen ausgegebenen Starten bebalten Gültigkeit.. Die Aufführung Rheinische Rebellen" wird auf Sonntag, 15. November, verlegt, wofür neue Starten ausgegeben werden. Am Sonntag, 1. November, abends 8 Uhr, liest der Arbeiterdichter Heinrich Lersch aus eigenen Werken im Starten für Andreas- Realgymnasium, Stoppenftr. 76. Eintritt 50$ 31. fämtliche, Veranstaltungen find in den bekannten Berlantsstellen zu haben. Jm heutigen Konzert des Philharmonischen Orchesters( Dirigent Prof. Brüter) ivirten solistisch mit: Ronzertmeister Beit( Biol.) und Harzer( Flöthe). Die 25. Boltsbücherei, O. 17, Fruchtstr. 38, wird am 12. Dtober wieder eröffnet. Die Ausleie findet am Montag, Mittwoch und Sonnabend von 4-8 Uhr statt. Orkan an der italienischen Küste. In der Gegend am Jonischen Meer wütete am Sonnabend ein heftiger Orfan. Von dem Sturm wurde eine über den Fluß Ponza führende 14 meter lange Eisenbahnbrüde weggerissen. Ein kurze Zeit darauf auf der Strecke Cantazaro Reggio di Calabria herannahender Zug, bestehend aus einer Lokomotive und einem Personenwagen, stürzte über die Trümmer der Brücke in den Fluß. Vermißt werden verletzt. Kurz darauf stürzte auch eine etwa 500 meter von der 15 Personen, darunter 3 Eisenbahner. 10 Personen wurden ersten Unglücksstelle entfernte Brücke über einen Bach zusammen. Eine dritte Eisenbahnbrücke wurde schlichlich auf derselben Strecke zwischen den Stationen St. CatarineGuardavalle fortgerissen. Auch hier stürzte eine Lokomotive in die Tiefe. Personen find hierbei nicht zu Schaden gekommen Der Unterstaatssekretär für das Verkehrswesen und Vertreter der Behörden begaben sich an die Unglücksstelle, um die Wiederherstellungsarbeiten zu leiten. Der Verkehr auf der Strecke soll in einigen Lagen wieder aufgenommen werden. Der Rundfunk am Meeresgrunde. Hamburg, 10. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Ein außerordentlich interessantes Experiment hat am Freitag die Norddeutsche Rundfunkgesellschaft mit Erfolg ausgeführt. In Gegenwart von Bertretern der Reichspostdirektionen Hamburg, Bremen und Hannover und zahlreicher Pressevertreter wurde vom Hapagdampfer " Kehr wieder" aus vor Helgoland ein Taucher, in dessen Helm Mikrophone und Kopfhörer eingebaut waren, auf den Meeres= grund geschickt, um von dort aus seine Beobachtungen an die Hörer des norddeutschen Rundfunks mitzuteilen. Die im Mikrophon des Taucherhelms erzeugten Fernsprechströme wurden durch Zuführungsdrähte auf einen an Bord des Dampfers aufgestellten Verstärker und von da aus über das Seekabel Helgoland- Curhaven über die Rüftenfunkstelle nach dem Fernamt Hamburg und non dort zu den Rundfunksendern Hamburg, Bremen und Hannover geleitet; hier in Hochfrequenzschwingungen umgesetzt, wurden die Fernsprechströme von den Sendestationen ausgestrahlt. Die Teilnehmer an Bord des Dampfers waren durch dessen Empfangsanlagen imftande, die einwandfreie Uebertragung zu fontrollieren. Eifenfönig Breifbart in Lebensgefahr. Der unter dem Namen Eisentönig bekannte Schwergewichtsartist Breitbart hat sich soeben der Amputation eines Beines unterziehen müssen. Es besteht die Gefahr, daß Breitbart nicht mit dem Leben davontommt. Professor Dr. Schleich's Wachsmarmorseife sing reinigt die Hände mühelos von Schmutz, Fett, Öl und Farbe, ohne Gebrauch von Bürsten und macht die Haut glatt und geschmeidig. Unentbehrliches Reinigungsmittel für jeden Haushalt, Gärtner, Landarbeiter, Chauffeur, Schlosser, Dreher, Fabrikarbeiter CHEMISCHE FABRIK SCHLEICH& BERLIN NW6 Damen- und Kinder- Kleidung A.WERTHEIM Extra- Angebote Leipziger Straße Königstraße Velvet- Kappe 790 mit Nadel- Garnitur Jumper 1675 Wollkrepp, aparte bunie Muster Besonders preiswert Rosenthaler Straße Moritzplatz Damenmantel grünfarbiger Winterstoff m. Opossumkrag. 45M Damenkleid schottisch, mit Gariel. 1650 Nachmittagskleid Velours de laine, gestr. mit Gürtel Tanzkleid Crêpe de Chine m. Perlstickerei Ripskleid reine Wolle, Faltenrock, mod. 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In der Bewegung der Weltschisfahrt spiegelt sich das Auf und Nieder des U e b e r I e e h a n d« l»; bei der großen Bedeutung der Ueberseegebiete für die Rohstoff- und Nahrungsmittelversorgung der Industriestaaten auf der einen Teste und bei dem starken Export» bedürfnis der industriellen Länder auf der andern kann er als Gradmesser des internationalen Warenaus- t a u s ch e s angesehen werden. Gewaltig« Umschichtungen sind auf diesem Gebiete seit der Vorkriegszeit, die man so gern zum Vergleich heranzieht, erfolgt. Alle Begleiterscheinungen der kapitalistischen Wirtschaft— Mangel an Transportmitteln bei lebhafter Kon- junktur, Ueberkapitalisierung des ganzen Gewerbes nach einer chausieperiode, Vergeudung von Produktionsmisteln— sie zeigen sich auf diesem Gebiete mit einer geradezu trasien Deutlichkeit. Die Wirkungen des Krieges und der Blockade spielen in der Ent- wicklung der Weltschiffahrt eine besondere Rolle. Die Krise, die aus den verschiedensten Ursachen hereingebrochen ist, scheint noch weit von ihrer Lösung entfernt zu sein. wcllhandelsflolle und Wellschiffbau. Mitte 1325 umfaßte die Welthandelsflotte 32315 Schiffe mit 64 641 613 Bruttoregistertonnen. Dies« Ziffer bedeutet gegenüber dem vorigen Jahre einen Tonnagezuwachs von 617 851 Bruttoregistertonnen. Es ist Insofern eine Aenderung eingetreten, als im Jahre 1324 ein Rückgang der Welttonnage festzustellen war. Der Bestand des in Angriff genommenen Weltschiffbaues war Mitte dieses Jahres ungefähr so groß, wie in der ersten Hälfte von 1324 und betrug Ende Juni 2.4 Millionen Bruttoregister- tonnen. Die Reihenfolge der wichtigsten Schiffbauländer nach dem Umfang der gegenwärtig im Bau befindlichen Tonnage ist die folgende: Großbritannien. Deutschland, Italien, Frankreich, Holland, Vereinigte Staaten, Dänemark, Schweden und Japan. Deutsch- land steht demnach mst 407 266 Tonnen an zweiter Stelle. llagenuhle Schiffe. Diese Welltonnage wird sedoch nicht voll ausgenudt, sondern wird zu einem beträchtlichen Teil aus dem Verkehr gezogen, also „ausgelegt". Während die Welttonnage sehr erheblich höher steht, als vor dem Krieg, hat der Welthandel das Ausmaß der Vorkriegs- zeit noch nicht erreicht. Dem jüngst veröffentlichten Balsourbericht zufolge erreichte 1323 die englische Ausfuhr 75 Proz.. die deutsche 52.3 Proz. der Vorkricgsmengen und seitdem ist eine namhafte Er- höhung nicht eingetreten. Dagegen steigerte sich die Weltonnage von 43 Millionen Tonnen im Jahre 1314 auf 64,6 Millionen im lausenden Jahr. Diese große Zunahme der Welthandelsslotte. her leine entsprechende Zunahme des Außenhandels gegenüber steht, böoirlie den Sturz der Frachtraten, die Mitte des laufen- den Jahres ihren Tiefstand erreichten. Im Mai dieses Jahre» lagen die Frachtsätze 24 Proz. unter dem Frachtenstand vom Januar diese, Jahres und waren vielleicht die einzig« Leistung, deren Preisstand unter dem Friedensnioeau blieb. Seitdem ist ein« Steigerung der Frachtraten eingetreten, was infolge der Getreide- bewegungen nach der Ernte ein« Saisonerscheinung ist. Indessen liegen die Frachtsätze immer noch sehr tief. Die verhältnismäßig zu große WeUhandelsslotte führt zur Auslegung von Schiffsraum. außerdem aber auch der Umstand, daß die modernen Schiffe, vor- nehmlich Motorschiffe, die älteren Typen im Konkurrenz. kämpf oerdrängt haben. Eine eigentümliche Entwicklung der Roch- kriegszeit ist außerdem die Verdrängung der Trampschiffahrt, der Einzelschisfahrt, zugunsten der Linienschis fahrt. Di« Trampschisfohrt konnte der herrschenden Depression in der Schisfahrt germgere Widerstandskrast entgegensetzen als die Linienfahrt und mußt« daher verhältnismäßig großen Schiffsraum ungenudt lasten. Die aufge. legte Welllonnage betrug nach den Feststellungen de» amerikanischen Handelsamtes im ersten Halbjahr 1325 6,7 Millionen Brutto- registertonnen und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um eine volle Million Tonnen. Die Auflegung der Tonnage er- folgte vor allem in den Vereinigten Staaten, wo über 4 Millionen Tonnen Schiffsraum aus dem V«rk-hr gezogen sind. Dieser Schiffsraum gehört aber zum größten Teil dem Staat. Bekanntlich wurde während des Krieges aus Staatskosten ein« riesige Handelsmarine erstellt. Die Tonnag« der nordamerikanischen Staatsflotte war noch Mitte dieses Jahres, trotzdem viel« Schiff« beretts an Private verkauft wurden, noch größer als die der Privat- flott« und betrug beinahe 6 Millionen Tonnen gegenüber 5.2 Mll- lionen Tonnen in Privatbesitz. Der größte Teil dieser Staatsflotte wurde aufgelegt. Auch in England hat sich die auf- liegende Tonnage im laufenden Jahre erheblich vergrößert, des- gleichen die der Handelsflotte Frankreichs und Norwegens. Es ist anzunehmen, daß dieser Prozeß der Auslegung von Handelzschiffen in Zukunft in verstärktem Maße vor sich gehen wird. Dazu führen vor allem die internationalen Vereinbarungen von Schiffahrtsgesellschasten, die in einer Anzahl von Fragen bereits sich verständigt haben; man kann wohl auch mit einem Inter- nationalen Zusammenschluß für organisiertes Auflegen von Schiffs- räum rechnen. Dazu kommt noch, daß in der letzten Zeit in ver- schiedenen Ländern, vor allem in England, eine Belebung der Schiffbautätigkeit festzustellen ist. Da der Weltverkehr sich nicht entsprechend erhöht hat, so wird der Zunahme der Schiffsbauten eine vermehrte Auflegung von weniger konkurrenzfähigen Schiffen gegenüberstehen müssen. Im übrigen erfolgt in einigen Ländern auch die endgültige Vernichtung der aufgelegten Schiff«. indem diese abgewrackt werden. Auch auf diesem Gebiet haben die Bereinigten Staaten die Führung. Das Schisfahrtsamt hat erst vor kurzem an Henry Ford 200 aufliegende Schiffe mit 816 000 Tonnen zwecks Verschrottung verkauft(Ford hat 2 Dollar je Tonne bezahlt, während die amerikanische Regierung für den Bau der Schiffe einen Preis von über 200 Dollar zahtte! Die Staatskasse erlitt also einen Verlust von. 160 Millionen Dollar. Wieviel Ford an dem Geschäft gewonnen hat, können wir nicht feststellen, doch muß dies eine statttiche Summe fein. Die japanisch« Regierung plant die Erzwingung de» Abwrackens aller Schiffe, die älter als 30 Jahre sind,— das wäre eine Tonnage von 300 000 Tonnen,— um auf diese Weise die japanische Handelsflotte zu modernisieren. Subvenkionea für die Schiffahrt. Di« gedrückt« Lage der Schiffahrt führt« in verschiedenen Ländern zur Unterstützung der Schissahrtsgesellschaften durch die Regierungen. Die Unterstützung besteht in einigen Fällen in un- mittelbaren Zuwendungen aus der Staatskaste. Solche Subventionen werden gewährt von der italienischen Re- gierung für bestimmte Ueberseedienste, von denen sich Italien«ine Steigerung seines Exports verspricht: in Spanien, wo sowohl der Schiffahrt, wie dem Schiff bau ebenfalls Subventionen ge- währt werden. Bekanntlich wird jetzt auch in England eine ener- gische Propaganda für die Gewährung staatlicher Unterstützung an di« Schissahrtsgesellschaften geführt, die aber bisher ohne Erfolg blieb. In den Vereinigten Staaten erfolgt die Unterstützung der Schiffahrt auf Umwegen, vor allem durch den billigen Verkauf ootr Regierungsschissen an Private. Es ist aber möglich, daß mandortauch zu dir e kten Subv e nti o n e n übergehen wird. Bei den Handelsvertrogsvekhandlungen weigerten sich die Dereinigten Staaten, in die Handelsverträge Abreden auszunehmen, di« einer Subvention ihrer Handelsflotte Schwierigkeiten in den Weg gelegt hätten. Ander« Länder unterstützen ihre nationale Schiffahrt durch Bevorzugung ihrer Schiffe in ihren Häfen. So klagt man w britischen Reederkreisen über die nachteilige Behandlung brittscher Schiffe in den Häfen Italiens, Spanien usw. Zwischen Italien und Spanien kam es sogar wegen der Auswandererbeförderung zu einem Konflikt, der erst vor kurzem durch ein Abkommen beigelegt werden konnte. Frankreich gewährt Subventionen für den Bau von Tankschiffen. Die Mittel für diese Subventionen werden aus dem Erlös der Einfuhrzölle auf Oel bereitgestellt. In Japan be< absichtigt die Regierung, den Schiffseigentümern, die ihre ver- atteten Schiffe abwracken, Entschädigungen zu gewähren, indem man ihnen den Unterschied der Markt- und Buchpreise ihrer zum Ab- wracken verlausten Schiffe erstallen will. Man kann wohl be- greifen, daß die Schisfahrtsunternehmer überall Subventionen und ander« staatliche Unterstützungen fordern. Indessen kann die klln stliche Belebung der Schiffahrt durch Subventionen zu unerwünschten Folgen führen, indem sie überall zur Sonderbehandlung der eigenen Schiffahrt und damit zu internationalen Verwicklungen Anlaß geben kann. Auch bietet di« Subventionierung von Privatgesellschaften kein« Gewähr dafür, daß die aus den Taschen der Steuerzahler erteilten Sub- ventionen richtig verwendet werden und nicht einfach der Erhöhung der Gewinne dienen. A. H. Um öie vaterfthafi üer preissenkungsaktion. Bezeichnend für die Bedeutung und den Erfolg der Preis- fcnkungsaktion der Reichsregierung ist die Tatsache» daß prominente Persönlichkeiten der Wirtschast sich dafür bedant«n. al» Ur- Heber derselben hingestellt zu werden. So hat da» Mitglied des Präsidiums des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie, der Reichs- tagsabgeordnet» Rechtsanwalt L a m m e r», in einem Schreiben an den Reichsverband sich energisch dagegen verwahrt, daß man in Wirtschaftskreisen die Preissenkungsaktion der Regierung auf 1 feine politische Initiative zurückführt. Er stellt ausdrücklich fest, daß die Preissenkungsaktion völlig der eigenen Initiativ« der Reichsregieruag entsprungen ist und daß er mit seiner Skepsis hinsichtlich der etwaigen Möglichketten auch gegenüber dem Kabinett nicht zurückgehalten habe: „Meine Bemühungen haben sich bei Abschluß der Zollverhandlungen lediglich auf di« Herabsetzung der Umsatz- It eu'er beschränkt. Auf den fetten, der Regierung gemachien Einwand, daß eine Herabsetzung d«r Umsalzsieuer sich in den Preisen erfahrungsgemäß nicht auswirken würde, habt ich die Dcfassung der Spigenorganisationen mit dieser Frage zugesagt und dabei zum Ausdruck gebracht, daß ich mich für ein« fichtbar« Einstellung der Umsotzsteuerersparni» in di« Preiskalkulatton ein- setzen würde." Die Geschäftsführung de« Retchsoerbande« d«r Deutschen Industrie stellt in einem Rundschreiben an die Vorstandsmitglieder und di« Mitglieder der Kartellstelle bestätigend fest,.daß Herr Rechtsanwalt Lammers in seinem Bericht über die Preissenkungsaktion, erstattet in der gemeinsamen vorstandssttzung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und d«r Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbänd« am 21. August d. I., die Vor- gänge der Preissenkungsaktion der Regierung ausführlich und er- schöpfend behandelt hat, ohne daß seinen Aussührungen der geringste Widerspruch aus der Versammlung erngegen- gebracht wurde. Die Entschlleßung dieser gemeinsamen Sitzung vom 21. August, die sich auf den Ausführung«« des Hirn» Rtchts- anmalt. Lammer» aufbaut«, wurde feinerzett«instimmig an- genommen." In den Vorstandskreisen der erwähnten Spitzenverbände hat also schon vor mehr als sechs Wochen niemand ernsthaft an den Erfolg der Preissenkungsaktion geglaubt. Ein« für die Haltung der Arbettgeber bei Lohnfragen immerhin wichtige Feststellung!_ Um öle Preisschere. Nachdem U» diesem Jahr« die Getreidepreise außerordentlich stark gefallen sind, nicht zuletzt, weil die Landwirtschaft das ihr an- geboten« Schutzsystem der gleitenden Zolle im Vertrauen auf stetig« Preissteigerungen abgelehnt hat, versucht man auch jetzt wieder da, Märchen von der Preisscher« aufzutischen. Nun kann kein Zweifel darüber bestehen, daß angesichts des günstigeren Ernteaussalles auch bei den jetzt ermäßigten Preisen der Ertrag der Ernte des Jahres 1325, in Geld auegedrückt, für di« Landwirte sich günstiger stellt, als der Ertrag der Ernte des Jahres 1324. Gerade von landwirtschaftlicher Seite-- Dr. Sagawe im Agrarenqueteousschuß— wurde betont, daß die rein« Preisvergleichung nicht ausreicht, wenn man nicht auch di« erzielten Roherträge an Getreide berücksichtigt, d. h. wenn in der Gleichung n X?— L(x= Ernteertrag in Doppelzentnern. «--Preis, L-- Gesamtertrag der Ernte in Geld) g kleiner wird und x größer wird, so ist es erst das Produtt von beiden Faktoren, das bei der Auswertung der Preisrelation für die Beurteilung der Lag« der Landwirtschaft wesentlich und wichtig ist. Während im Borjahr«« sehr stark anstieg war x sehr klein. In diesem Jahr« liegt es umgekehrt. Das berührt jedoch nicht ent- scheidend die Lage der Landwirtschaft, solange da, Produkt beider Faktoren nicht kleiner geworden ist. Trotzdem oersucht die„Deutsche Tageszeitung" vom 3. Oktober(Morgenausgabe), nachdem die landwirischastlichen Der» treter selbst den rein«« Preisoergleich abgelehnt hotten, ihn jetzt wieder hervorzuziehen, und behauptet obendrein, daß die Preise für landwirtschaftliche MaschinenundDüngemittel wesent- lich im Preise gestiegen seien, eine Behauptung, die nur für einig« Maschinen und Düngemittel— und sicher nicht für die wichtigsten— zutrifft. Eo sind z. B. Motorpflüge und Stickstoff. düngemittel im Preise gegenüber der Vorkriegszeit zurückgegangen. Obendrein sieht-es mit der Behauptung, daß die Arbeitslöhne gestiegen seien, überaus zweifelhaft aus Denn zweifellos ist es in sehr vielen Fällen, und sicherlich bei den bestgeleiteten Betrieben, möglich gewesen, durch Anwendung zweckmäßiger Arbeitsgeräte und Arbettsmethoden an menschlicher Arbeitskraft sogar zu sparen. Im ganzen muß es sogar zweifelhaft erscheinen, ob überhaupt die Steigerung der Löhne ins Gewicht zu fallen brauchte. Jedenfalls darf sie nicht einfach ihrer Nominalhöhe nach berücksichtigt werden: denn dies bedeutet eine ganz unnötige Herabsetzung der in der landwirtschaftlichen Technik gemachten Fortschritte. Wie die Preisrelation zurzett steht, läßt sich selbstverständlich überhaupt nicht genau überblicken, da die Getreidepreise noch überaus starken Schwankungen unterworfen sind. Entgegengetreten werden muß aber den Behauptungen, die heut« schon wieder den Versuch machen, die Lage der Landwirtschaft grau in grau malen. Der berliner /lrbeitsmarkt. Die Arbeitsmarktlage in Berlin ist— abgesehen von Schwankungen in den einzelnen Berufen— in ihrer Gesamtheit gegenüber der Borwoche fast unverändert geblieben. Die Zahlen der bei den Arbeitsnachweisen eingetragenen Personen haben demgemäß auch keine wesenlliche Veränderung erfahren. Eine Entlastung erfuhr der Arbeitsmarkt durch die Vermittlungstätigteit für die Landwirtschaft und Forstkullur. Im allgemeinen ist jedoch eine Zurückhältung in der Anforderung von Ar- beitskräften zu verzeichnen. Bemerkenswert ist auch, daß der Bedarf an weiblichen Arbeitskräften nicht mehr so in die Erschei- nung tritt, als wie es in dem früheren Zeitraum der Fall war. Dieses ist namenllich in der Metallindustrie zu verzeichnen. Bei den Angestellten ist der Stellenmarkt noch fernerhin sehr un- günstig. Der Bedarf erstreckte sich hier in der Hauptsache nur auf Spezialkräfte und Personen jüngeren Alters. Hervorzuheben ver- dient auch, daß in Industrie und Handel bei den kleineren Betrieben die Geschäftslage im allgemeinen sich noch nicht so ungünstig aus- gewirkt hat. als wie es in den größeren Betrieben der Fall ist. Insbesondere ist der Rückgang der Beschästigungsmöglichkeiten für Angestellte In denjenigen größeren Betrieben zu verzeichnen, die während der Inflation zu umfangreichen Erweiterungen geschritten sind. E» waren 43 335 Personen bei den Arbeitsnachweisen«Inge» tragen, gegen 43 152 der Vorwoche. Darunter befanden sich 36 117 (37 085) männliche und 13 277(12 067) weibliche Personen. Unter- stützung bezogen 15 276 114 811) männliche und 1308(2313) weib- liche, insgesamt 18 256(17 724) Personen, davon bei Notstands- arbeiten beschäftigt 1414. von der Geschäflsaufsichl zur Akliengesellichaft. Die vor Mo- naten unter Geschäftsaufsicht gestellte Firma I. Krümling. die bekannte Magdeburger Elbreederei, hat nach Abschluß des Zwangs- Vergleichs laut„Magdeburgischer Zeitung" die Umwandlung i 6 e i n e Aktiengesellschaft unter dem Namen Reederei A.-S. vorm. I. Krümling erfahren. Beteiligt sind außer der Stadt Magdeburg und bekannten Spedttionsfirmen auch die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellfchaft. Das Aittenkapttal beträgt 40000) RM. Sie wachen den Preisabbau nicht mit. In einer in Berlin ab- gehaltenen Besprechung des Vereins deutscher Eisengießereien wurde, wie die„Koniunktur-Korrespondenz" hört, infolge der gestiegenen Herstellungskosten eine Aenderung der Preise für Maschinen- und Handelsguß sowie für Bauguß für den Monat Oktober nicht vor- genommen. TalernaNonale Finanzierung des französischen BJohnungsbaves. In Paris ist soeben eine neue sranzösisch-amerikanische Finanzgesell- fchnst gegründet worden, die den Zweck hat, in Frankreich ameri- tonische Geschäftsmeihoden im Städtebau einzuführen. Die Gesell- schast, die unter dem Namen„Le Credit Franco-Ameri- cain* ins Leben gerufen ist, verfügt über ein bar eingezcchltes Gründungskapital von 20 Millionen Frank. Präsident der Gesell- schast ist John Calvin Brown, ein bekannter amerikanischer Finanzier und Wirtschaftler, und im Aufsichtsrat sitzt u. a. Claud Welman, Präsident der englischen Handelskammer in Paris. Syn- dikus des Credit Fronco-Americain ist Gaston Pergerey, früher Kabinettschef unter Herriot. Di- Gesellschaft beabsichtigt den Häuser- bau in Frankreich, und vor allen Dingen in Paris zu fördern, indem sie denjenigen, oie Häuser bauen wollen, Gelder auf H y p o- t h e k« n b a s i s vorschießt und dann auf Grund dieser Hypacheken eigene Obligationen zu 8 Proz. in Höhe von 500«zronk aufwärts auf den Markt bringt. Es besteht ferner die Absicht de: amerikanischer Teilnehmer am Credit Franco-Americain, ihre Fi- Nanzoperationen auf Deutschland auszudehnen für den Fall, daß sie in Frankreich damit Erfolg hoben. Da» Schweizer Gekreidemonopol. Zu unserer Notiz über den neuen Gesetzentwurf, der die Getreideeinfuhr nach der Schweiz monopolisiert, wird uns von änderer Seite noch mitgeteilt, daß es sich hierbei nicht um ein neues Monopol handele, sondern um die Aufrechterhaltung des staatlichen Getrcidemononols, dos beretts.feit K r i e g« a n f a n g in der Schweiz besteht. Danach ist der Staat verpflichtet, das Getreide von den Bauern zu im vor- aus bestimmten Preisen zu übernehmen: auch hak er die Getreide« i n f u h r als Monopol. Bekanntlich mutz der größte Teil des inländischen Bedarfes durch Einfuhr gedeckt werden. Nach dem Kriege begann man unter dem Schlagwort des Abbaues der Zwangswirtschaft mit einer Propaganda für die Abschaffung des Getrewemonopols. Es wurden von der Regierung(Bundesrat) und verschiedenen Kommissionen im vorigen Jahre monopolsrei« Lösungen ausgearbeitet, welche die Getreideversorgung ohne Mo- nopol sicherstellen und di« Bauern durch Gewährung von Anbau- Prämien zum Getreideanbau anreizen sollten. Vor kurzem hat jedoch der Nationalrat mit großer Mehrheit die Aufrechterhaltung des Getreidemonopols beschlossen. Die Regierung selbst wurde wieder monovolfreundlich, und in der Verteidigung des Monopols haben sich Sozialdemokraten und Bauernpartei zusäm- men gefunden. Für die Sozialdemokratie waren vor allem grundsätzliche Gesichtspunkt« der Sozialisierung, der Verstaatlichung der Lebensmittelversorgung maßgebend. Das Getreidemonopol ver» mochte die Getreideoerforgung gut zu lösen: es hat die Ansammlung von Vorräten und einen Preisausgletch zwischen den Perioden Höherer und niedrigerer Getreidewcltmarktprcise und zwischen den einzelnen Gebieten des Landes ermöglicht. Unter der Herrschaft des Monopols besteht ein Einheitspreis für alle Gegenden: die Gebirgegegenden erfreuen sich daher durch Ersparung der Trans- portkosten einer Erleichterung. Die Bauern waren mit dem Monopol zufrieden, weil von ihnen"der Staat das Getreide über dem Weltmarktpreise übernommen Hot: auch wurde die Bauern- schaft durch die gegenwärtige rückläufige Tendenz der Wektgetreide- preise für die Beibehaltung des Monopols freundlich gestimmt. Lei der neuen Bemessung der den Bauern zu»nhlenden Uebärnohms- preise werden freilich Sozialvemokrotie und Banernpartc-. mchi mehr zusammengehen— der Kampf der Eetreidepioduzenien und der der- brnnche» muß in dieser Frage ausgesochten werden. 3 Der Prozeß der 500 Bauern. Die Affäre von Tatar- Bunar. Bon Alexander Baciu, ehemals Landeshauptmann in Siebenbürgen In der ganzen Weltpresse wird vieles über diesen Prozeß geschrieben. Gutes und Schlimmes, Wahres und Unwahres. Aber den eigentlichen Kernpunkt der ganzen Sache hat man, ob absichtlich oder unabsichtlich, bleibe dahingestellt, noch nicht berührt. 500 Bauern find wegen Hochverrats angeflagt; Klein bauern, die im schärfsten Gegensatz zu den Bojaren( Groß grundbefizern) stehen. Welcher Verbrechen sind diese Bauern eigentlich angeflagt? Durch welche Berhältnisse sind sie unter die Anflage gefommen? Und was ist die treibende Rraft ihres Tuns? Angeflagt find fie des Hochverrats, begangen in TatarBunar im Jahre 1924. Die treibende Kraft war die maß Infe, teilweise gewaltsame Agitation russischer tom munistischer Banden, die wiederholt den Djnefter überschritten Sie nuzten, unterstützt durch reichliche Geldmittel aus Mostau, die Unzufriedenheit und Bedrüdtheit der Kleinbauern mit vollendeter Demagogie aus, und hatten durch einen Gewaltstreich leichtes Spiel, die verirrte Bevöl ferung zu bewaffnetem Borgehen gegen ihre Unterdrüder zu bewegen. Die rumänische Verfassung stellt zwar das Königtum auf demokratische Grundlage, sie wird jedoch an allen Eden und Enden von der herrschenden Klaffe durch brochen. Nach der vorübergehenden Regierung von Tate Jonescu berief der König den Großbojaren Bratianu. Dieser schrieb Neuwahlen aus. Durch Terrorismus schlimmster Art auf der einen Seite, wie durch Versprechung einer Agrar reform nach der anderen Seite erlangten die Bojaren die Mehrheit im Parlament. Ihre erste Handlung war, sämtliche wichtigen Regierungsposten mit sicheren Mitgliedern ihrer Partei zu besetzen, d. h. die Stellen der Präfekten, der poli tischen Landeshauptleute( Chef de Sigurantza), fouie der Berwaltungschefs der neurumänischen Gebiete wurden erz reftionären Militärs in die Hände gespielt, gerade auch in Baffarabien. Diese leitenden Beamten sind zum Teil die. felben, die vorher wegen forrupter Amtsführung, wegen Ge fezwidrigkeiten sowie wegen sonstiger Bergehen abgesetzt waren. Die unteren Beamten sind um nichts besser. Zu ihrer Berfügung stand die Sigurantza) politische Polizei), und diese wurde zahlenmäßig in Bessarabien in gewaltigem Maße eingesetzt. Aufgabe dieser Beamten war speziell, das Vordringen des Bolschewismus zu verhindern. Der Bol fchemismus aber fing für die Polizisten bei jedem Anders benfenden an, zumal in der unterdrückten Landbevölkerung, die oft anderer Meinung wie die herrschende Raste war und dem oft Ausdrud gab. In den Grenzgebieten wurde der Belagerungszustand verhängt. Die von der Zentralregierung eingesetzten Bürgermeister ufw. waren geldgierige Glücksritter, die vor allem sich die Taschen füllen wollen. Zu diesem Zwed wurde die Bevölke rung mit illegalen Steuern belegt. Wurden diese nicht bezahlt, so sperrte man einfach den Betreffenden ein, und in einem abgekürzten Verfahren wurde er zu 25 Gtod hieben verurteilt! Das geschah manchem freien rumänischen Bauern in einem Lande, das die Prügelstrafe feit langen Jahren abgeschafft" hat. Außerdem tam er auf die schwarze Lifte, d. h. er war ein Bolschewit. Unter diesem Syftem wurde aus der sogenannten Agrarreform zugunsten der Kleinbauern natürlich nichts. Es war daher nicht zu verwundern, wenn in dem nördlichen Teil Beffarabiens, dessen Bevölke rung zum großen Teil aus Ruffen, Bulgaren und Deutschen besteht, die Mostauer Agitation leicht Eingang fand und diesem Landvolk eine bolschemistische Regierung er träglicher schien als die meiß- bolfchemistische der Bojaren! Es ist daher zu verstehen, daß einer größeren bolfchemistischen Bande unter Führung Klujnitschoffs als Befreier zu gejubelt wurde. Um so mehr, als die verhaßten Bürgermeister und Gemeindevorsteher von den Bolschemisten verjagt oder sogar hingerichtet wurden. Da die Bolschewisten ver: 57] Das unbegreifliche Ich. Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Kristensen. ( Berechtigte Ueberlegung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Samuelsen zog ein Taschentuch heraus und trodnete sich die Stirn. ,, Wollen wir uns nicht versöhnen, alter Tanzbär?" schlug ich neckend vor. In meiner neuen, flaren Welt war Sa muelsen mit dem dicen Bauch und der faltigen Beste lächerlich wie ein Hahnrei geworden. Er hing fest und zappelte in seiner eigenen Gemeinheit. Ich hielt mir sein Mädel für fein eigenes Geld. Es war zum schreien fomisch. ,, Das ist denn doch zu start!" brüllte er und flog in die Höhe. Ich stand ebenso schnell auf und rief:„ Achtung, die Lampe fällt um!" Er setzte sich verwirrt. ,, Was ist denn mit dir los?" jammerte er. Laffen Sie mich doch ungeschoren!" antwortete ich höhnisch und fah ihm grade ins Gesicht. Er schlug die Augen nicder. Er war unsicher. Er war endlich besiegt! In der Nacht schlief ich bei verschlossenen Türen, damit er mich nicht überrumpeln und durchprügeln fonnte, während ich schlief. Die folgenden Tage verliefen unter Stillschweigen. Sa muelsen blies sich auf, wenn ich ihn ansah; doch ich lächelte bloß hinterliftig, so daß er die Brauen runzelte und sich am Bart zupfte. Chne ein Wort zu sagen, ging ich an dem Abend aus; ich follte Klara und ihren Bater besuchen. Danit Samuelsen mich nicht ausspionieren fonnte, schlug ich die Richtung nach Nyhavn hinunter ein und gelangte so auf einem Umweeg nach dem alten Haus, wo ich einmal gewohnt hatte und wo immer noch Klaras Heim lag. Ich hatte früher noch teinmal darüber nachgedacht. Ich mar heiß vor Sehnsucht die altbekannte Treppe hinaufgeschlichen; doch an diesem Abend tam es mir plöglich zum Bemußtsein, daß sich mein Leben spiralförmig bewegt hatte. Ich war wieder an die alten Orte zurückgekommen; doch trotz dem hatte sich alles etwas verschoben. In unserem Laden wohnte noch der Radfahrhändler. Die Kirchendienerin wohnte auch noch im Hause. Auch Klara wohnte noch da. Aber ich fehrte als Frember zurüd ficherten, fie feien nur die Bortruppe und ganz Rußland werde| fetarier waren, bei seiner Anklage bebenten und jeden ein jezt Bessarabien befreien und den Bauern zu ihrem Recht Derhelfen, schenkte man ihnen Glauben. Einer Division ruma nischen Militärs gelang es leicht, den Aufstand zu unter. brüden. Der Führer Klujnitschoff, dem auch zur Last gelegt war, 350 000 Lei aus den Gemeindefassen geraubt zu haben, wurde ft andrechtlich erschossen. Die Bevölkerung des Norddistrikts, insbesondere die auf der schwarzen iste stehende, wurde gefangen genommen, und jetzt wird 500 von ihnen der Prozeß wegen Hochverrats vor einem Standgericht gemacht. Das ist der Aufstand von TatarBumar! Die Angeklagten haben beinahe ein Jahr unter förperlichen und seelischen Qualen in den noch unter dem ziristischen Regime gebauten Kasematten von Rischinem gefchmachtet. Wer diese Kasematten fennt, weiß, daß der Aufenthalt in ihnen schon Strafe genug ist. Das sollte auch der Antläger Beerchtt, dessen Vorfahren selbst ProWähler- kundgebungen heute, Sonntag, den 11. Oktober: Charlottenburg( 52. und 53. Abteilung): Lokal Bretschneider, Königsdamm( a. d. Rennbahn). Beginn vorm. 10% Uhr. Schöneberg: Schloßbrauerei, Hauptstr. 124. Beginn vorm. 10 Uhr. Cantwith: Lehmanns Feftfäle, Kaiser- Wilhelm- Straße 23/31. Beginn vorm. 10 Uhr. Blankenfelde: Lokal Stab. Beginn nachm. 3 Uhr. Redner: Großmann, Hetzschold, Ad. Hoffmann, Cempert. Montag, den 12. Oktober, 8 Uhr abends: Grunewald: Gymnasium, Cafpar- Theyß- Straße. Redner: Rob. Breuer, Dr. Treitel. Dienstag, den 13. Oktober, 7% Uhr abends: Mikolasfee: Lofal Wezel, am Bahnhof. Brig- Budow: Beders Gefellschaftshaus, Briz, Chauffeestr. 96. Blantenburg: Klug, Dorfstr. 2. zelnen Fall dieser 350 Seiten umfassenden Antlageschrift rein menschlich, unter Würdigung der Berhältnisse, behandeln! Er sollte nicht vergeffen, daß schuld an diesem Brozeß die Rommunisten, sowie die herrschende Regierung im gleichen Maße haben. Deshalb steht auch weder der einen, noch der anderen Seite ein Recht zu, sich in diesem Prozeß zu empören. Die Bojaren haben durch ihre Unterdrückungspolitif das Bolt zur Berzweiflung gebracht, und die Kommunisten haben durch ihre gewiffenlose Agitation die unglüc feligen 500 in dieses Wirrsal gestürzt. Auch über mein Rumänien wird eines Tages die Sonne scheinen, aber nicht durch das blutige Gewölf von Aufruhr und Unterdrsdung. Dapon haben wir auf dem Ballan genug. Die Gerechtig feit muß durch die Macht ihrer Idee fiegen. Die ganze Opposition, alle gerecht denkenden Rumänen werden sich mit allen Mitteln den bei dieser Zusammensetzung des Gerichts zu erwartenden harten Strafen widersezen. Die Demokratie aller Länder fordert das. Amtsniederlegung der Verteidiger. Da der Befehl erteilt ist, den Prozeß bis Anfang November zu beendigen, wird jeht auch nachts bei Bechfadelschein ,, verhandelt". Die 485 Angeklagten müssen während der ganzen Berhandlungs. dauer stehen und vorher dreistündige schwere 3wangsarbeit leiften, damit sie müde genug sind. Schußbereite Maschinengewehre find stets auf sie gerichtet. In schier unendlichen Kämpfen hatten die Berteidiger es erreicht, daß die Angeklagten die Massenmorde der rumänischen Soldatesta und ihre eigenen grauenhaften Leiden zur Zeit der Niederwerfung des Aufstandes und während der Berfolgung und Untersuchung schildern konnten. Der vorfizende Oberst sagte Dazu öfter: ,, Das intereffiert uns nicht, außerdem weiß man das. Am 2. Oftober machte der Militärauditor 3 eciu mit einem einzigen lapidaren Ausspruch dem„ Gezänt der Advokaten ein Ende.„ Gezänfe" nennt er nämlich die stetigen Einwände der Verteidiger gegen die vom Vorsitzenden aufoftronierte neue Prozeßordnung, nach der den Angeflagten das Recht genommen wird, sich in freier Rede zu verteidigen. Beciu erklärte:„ Wir fennen die Beweggründe zu diesen unausgesetzten Protesten. Die Angeflag. ten sollen in die Lage verjetzt werden, noch mehr Greuel. geschichten zum besten zu geben. Wir werden aber nicht zulaffen, daß die Ehre der rumänischen Nation und unserer Armee Buchholz: Lokal Rochow, Bajewalter Straße. Redner: Amberg, Gutschmidt, Dr. Löwenstein, Schröder, in den Kot gezerrt wird. Dr. Silberstein, Dr. Wagner. Tagesordnung: Berlin im Spiegel der Parteien. Die Pofifit im roten Haufe! Oeffentliche Beamtenkundgebung Dienstag, den 13. Oktober, abends 7, hr, in Charlottenburg: Leibniz- Schule, Schillerstr. 125. Vortrag des Ministerialrats a. D. Albert Faltenberg über Die Zukunft der Beamtenschaft im Spiegel der polis tischen Parteien." Parteigenössische Beamte! Helft mit, daß diefe Rundgebung zu einer eindrudsvollen Demonstration gegen die Bollräuberparteien wird. Frauenkundgebungen zur Stadtverordnetenwahl am Montag, den 12. Oktober, 71, Uhr abends: 2 Neuföln: Aula Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Str. 208/10. Rednerin: Frau Prof. Dr. Anna Siemfen. Prenzlauer Berg: Lyzeum, Greifswalder Str. 25. Rednerin: Frau Hilde Wegscheider, M. d. L. Dienstag, den 13. Oktober, 71% Uhr abends: Tiergarten( 8. Abt.): Nationalhof, Bülowstr. 37. Dars bietungen des Gesangvereins Liedertafel- Weft. Rednerin: Frau Liesbeth Riedger, Stadtverordnete. Wilmersdorf: Vittoria- Luife- Schule, Uhland- Ede Gasteiner Straße. Musikalische Darbietungen. Rednerin: Schrift stellerin Adele Schreiber. Genoffinnen! Agitiert für diese Kundgebungen, rüttelt Die Angeklagten haben so zu antworten, wie es uns gut fcheint. doch nicht so auf, meine Herren, weil diese Banditen in der Bor Wir handeln übrigens in höherem Auftrag. Regen Sie sich untersuchung mißhandelt wurden. Ist es denn nicht Tatsache, daß in allen Ländern die Untersuchung durch Prügel vor. trefflich gefördert wird? Der Gerichtshof muß bei seinem Beschlusse bleiben, denn schließlich sind alle diese Greuelgeschichten ja Iängst befannt." Unter dem Eindrud dieser Ertlärungen verließen die Berteidiger torporatio den Saal Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin 6. 14. Sebaftianfte. 87/38. Sof 2 Tr. Waffersport- Wht. Rua Sanel. mi., 6. 14. geselliges Beifammen fein mit Damen in Wilhelmshof. Charlottenburg, Spreefte. 8. Ein führung von Gästen erwünscht. Mitte. Rug 1. Mo., b. 12, 8 Uhr, Sophien. Straße 30/31. Wilmersdorf. Rameradschaft Beft. Mo., b. 12., 7 Uhr, Grunewald- Gymnasium, Cafpar- Thenk- Straße: Do., b. 15., 7 Uhr, Johann. Georg- Säle, Salenfee, Johann Georg- Straße, Bollaähliges. Antreten mit Fahnen Aur Wählerverfammlung. Der Ramerabfchaft Gülb wird der Besuch ber Frauen. Lundgebung, die am Di., d. 13., 8 Uhr, in der Bittoria- Buife- Schule, Bilmers borf. Gasteiner Straße, ftattfindet, empfohlen.- Bohnsdorf. Sonntag, b. 11., madim. von 2 Uhr ab, Sufammenkunft 8iebarth, Faltenhorst. Brandenburger Jugendkapelle. Brenzlauer Berg. Conntag, b. 11., nachm. 12 Uhr, Antreten Danziger Ede Greifswalder Straße. Reinidenborf. Achtung! Sonntag, Kreuzberg. b. 11., Antreten um 12 Uhr( nicht 11!) Stettiner Borortbahnhof. Di., d. 13., 7% Uhr, Abt. 10 Berfammlung bei Mendler. Dieffenbachstr. 54. 1 Gauvorstand. Die Beisekungsfeierlichkeit bes Reichsministers a. D. Sugo Breus findet Di., d. 13., vorm. 10 Uhr, im Breußischen Landtag ftatt. Rahl Kameradschaftsführer. reiche Teilnahme der Rameraden bringend geboten. Räberes burd bie Berliner Taubftummen- Schwimmverein 1900. Sonntag, ben 18. Oktober, nadym. 3 Uhr, im Stadtbad Wedding, Gerichtftr. 65/66, neuntes verbands. offenes Schwimmfeft aus Anlaß des 25jährigen Bestehens. Gesellschaft für Segualreform. Bortrag Mittwoch, ben 14. Oftober, 8 Uhr, tritt für Mitglieder 30 Vf. einfchl. Steuer, fülr Gäfte 75 Bf. einschl. Steuer. die uns fernstehenden Frauen und Mädchen auf und bringt in der Comaula Friedrichstr. 126. Oskar Sübner: Cheliche Brobleme". Einfie mit in eure Versammlungen. Ich flingelte. " Klara machte auf. Sie hatte eine Wirtschaftsschürze um. ,, Das ist schön, daß du kommst! Famos, famos, famos!" flüsterte sie und zog mich schnell herein. Nun mußt du bloß nicht überrascht sein, wenn er anfängt von Verlobung und ähnlichem Quatsch zu reden. Er ist so tomisch in solchen Dingen, obgleich man, weiß Gott, annehmen sollte, daß Mutter ihm das abgewöhnt hätte!" Ich hängte meinen Hut an einen Hafen und besah mich in einem Spiegel. ,, Er ist ja blind!" ficherte Klara. ,, Bas schadet es, wenn du aussiehst, als ob die Mäuse in deinen Haaren gewesen wären!" Einige fchwere Schritte erflangen und eine Tür wurde geöffnet. Eine große, schwere Gestalt tam heraus und reichte die Hand an mir vorbei. ,, Guten Tag, Herr Rasmussen!" Die Hand ging hin und her in der Luft; doch ich war viel zu sehr mit dem Weißen in den Augen und dem unsicheren Lächeln, das gleichsam auf ein unbestimmtes Ziel gerichtet war, beschäftigt, so daß ich die Hand nicht bemerkte, bevor ich nicht seinen Mund sich hilflos öffnen sah. ,, Guten Tag!" antwortete ich herzlich und griff nach seiner Hand. Sie befand sich gerade vor meiner Jacentasche. Klara schüttelte den Kopf und lachte lautlos. ich fann ja nicht so gut sehen, ich muß hören. Ach Gott ja." ,, Sie haben eine gute Stimme!" sagte der Bater. Ja, Komm nun herein, Waldemar, damit wir es uns gemütlich machen können," sagte Klara und legte die Arme um mich. Sie führte mich in ein EBzimmer mit hellen Eichen möbeln; doch plötzlich sah ich sie erschrocken an. War es ein dunkler Lader, in den sie mich führte? War es eine Gelbschublade, zu der ich hingedrängt wurde? Ich sah auf Klara herunter. Ihre Knie bewegten sich unter einer züchtigen, strahlend reinen Schürze, und ich beugte mich herab und füßte sie unterm Ohr, weil ich Schmerz empfand. Wir setzten uns an einen gedeckten Kaffeetisch. Vor Klaras und meiner Tasse stand ein Likörglas, und ich erhob das meine mit einer festlichen Bewegung. Da traf mich ihr Blick, drohend und liftig zugleich mit seinem schwarzen Gefunkel, und ich stellte das Glas wieder hin. Klara half dem Bater die Serviette unters Rinn binden. Er wiegte den Kopf hin und her, als ob er darauf lauschte, wo ihre Hände waren, und mit einem tagenartigen Sag fing er fie, streichelte sie und ließ sie wieder los. Sie war gedämpft und ruhig in ihren Bewegungen, doch sie verzog den Mund. ,, Klara ist so lieb!" sagte er und lächelte in die leere Luft. ,, Ja, das finde ich auch," antwortete ich unsicher. Ich drehte nervös das Liförglas. ,, So, Sie sind also der fleine Junge mit den blonden Haaren, der hier unten im Laden wohnte," wandte er sich an mich. Ich fonnte die matten Augäpfel hin- und hergleiten sehen, als ob sie suchten. Ja!" antwortete ich, und nun richteten sich die Augen grade auf mich. ,, Bott, ich fonnte ihn damals nicht ausstehen; ist das nicht Spaßig, Bater?" fagte Rlara. Sie schenkte den Raffee ein und ich sah zu ihr auf. Ich erkannte auf einmal ihre Stimme wieder, und ahnte ihre Glieder, ihre Brüste, ihre Hüften, so wie sie unter dem schwarzen Kleid und der Schürze waren. Sie wirkte plöglich, als ob fie verkleidet märe. ,, Es ist meistens gut, wenn es so anfängt!" antwortete der Vater und führte vorsichtig die Tasse an den Mund. Ich schütte gewiß etwas über, das tue ich immer!" Klara zeigte eifrig auf etwas, und ich sah einen großen, braunen Kaffeefleckt sich über die Serviette breiten. Dann beugte er sich über den Tisch und lachte unhörbar. Ich schüttelte mit dem Kopf. ,, Herr Raßmussen, können Sie sich darauf besinnen, wer damals hier im Hause wohnte?" fragte er und stellte tastend die Tasse weg.. Klara war dabei, Likör einzuschenten. Sie ließ die flare Flüssigkeit langsam an den Seiten der Gläser heruntergleiten, daß fein Laut zu hören war. so Ja, ich besinne mich auf Remn." ,, Uh, er war so verlaufst!" rief Klara. Der Vater lächelte. Dann hob er plöglich den Kopf und schnüffelte. Das ist ein merkwürdiger Geruch, so was Süßliches!" bemerkte er ,,, was fann das sein?" Klara schnitt eine ärgerliche Grimaffe. Ich fann nichts riechen, riechst du was, Waldemar?" ,, Nein, nichts. Sie ,, Na, dann ist es wohl auch weiter nichts. Also befinnen sich auf den Schauspieler. Ja, er hat sich ja erhängt!" Was hat er?" rief ich aus. ( Fortsetzung folgt.) Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Gemeindearbeiter und Stadtverordnetenwahl. Ein vergeblicher fommuniffifcher Reinwaschungsversuch. In Nr. 234 der Roten Fahne" vom Sonnabend behandelt der KPD.- Bonze B. Gnadt die Frage Gemeindearbeiter und Stadtverordnetenwahl. Neben einer Anzahl durch aus richtiger Darstellungen über die Haltung der bürgerlichen Frattionen enthält der Artikel auch Beschuldigungen gegen die fozialdemokratische. Fraftion und Partei, die fast restlos jeder Unterlage entbehren, zum Teil direft unwahrheiten find. Ganz besonders hat es dem Schreiber der Borwurf angetan, daß die Kommunistische Partei beim Abbau sozialdemokratischer Magistrats- und Bezirksamtsmitglieder der Realtion Hilfs. dienste geleistet hat. Nicht aus der Welt schaffen läßt sich diese Verfündigung an den Intereffen des Proletariats und im be sonderen der städtischen Arbeiter. Die Vorgänge find so offen. fundig, daß sich jedes Wort darüber erübrigt. Der Schreiber behauptet u. a., sehr oft haben die sozialdemotratischen Stadträte die Interessen der Arbeiter mit Füßen getreten". Eine allgemeine Behauptung ohne jede Unterlage und Begründung. Dem Schreiber, der, someit wir unterrichtet sind, Angestellter des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter ist, muß bekannt jein, daß seine eigenen Parteifreunde in den Kreisen der städtischen Arbeiter fich fast bei allen Differenzen und Schwierigkeiten in den Betrieben nicht an ihre eigenen Barteigenossen, sondern an die sozialdemokratischen Stadträte und Stadtper ordneten wenden, sicherlich nicht in der Auffassung, daß dadurch ihre Intereffen vernachlässigt und verraten werden, sondern aus dem Grunde, weil die sozialdemokratischen Stadträte es sind, von denen sie annehmen, daß in ihren Händen die beste Vertretung ihrer Intereffen liegt. G. behauptet, daß nach dem Februarstreit 1921 sozialdemoPratische Stadträte für die Maßregelung ihrer eigenen Genossen gestimmt haben. Das Gegenteil ist richtig. Mit Hilfe unserer Genossen ist es damals gelungen, eine ganze Anzahl entlassener städtischer Arbeiter, die durch den statutenwidrig von den Kommu niften angezettelten Streit ihre Arbeitsstelle verloren, wieder in die Betriebe hineinzubringen. Daß ein sozialdemokratischer Stadtrat die städtischen Häfen für ein Spottgeld an eine Privatfirma verpachtete, ist grotesfer Unsinn. Die Berpachtung der Häfen geschah gegen die Stimmen der fozialdemokratischen Fraktion, auf Beschluß der bürgerlichen Stadtverordnefenmehrheit Ebenso hat die sozialdemokratische Fraktion mit allen Kräften versucht, die Schäden zu heilen, die aus der Stillegung der Straßen bahn entstanden sind. Die Umwandlung der Straßenbahn in eine Umwandlung der städtischen Werke in Attiengesellschaften, nur mit dem Unterschiede, daß bei der Straßenbahn die Möglichkeit des Zu griffs des Privattapitals wesentlich größer war dadurch, daß durch die Direktion der Straßenbahn diese systematisch in ihrem Berte zmeds Uebernahme an das Privatfapital heruntergewirtschaftet morden mar. Friseurgewerbes diese Forderung. Mein die Berliner Gehilfen. Formoorsritten verlegt sei, im Gesetz ftehe aber nichts schaft, die mit ihrem tariflichen Wochenlohn trog Sonntagsarbeit um etwa 10 m. hinter dem Tariflohn in Hamburg ohne Sonntagsarbeit zurückbleibt, hat begreiflicherweise wenig Luft, noch länger auf eine reichsgefeßliche Einführung der Sonntagsbetriebs: ruhe zu warten. Die obere Berwaltungsbehörde befaßt sich jetzt mit der Erwägung, entweder die Sonntagsruhe auf dem gegebenen Wege bes§ 41b der Gewerbeordnung herbeiführen, wozu es einer 3 weibrittelmehrheit der ſelbſtändigen Friſeure be be darf, oder aber die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen an Son fagen zu Derbieten. Dieses Beschäfti gungsverbot würde auch die hartnädigsten Gegner der Sonntagsruhe in ganz furzer Zeit der Betriebsruhe geneigt machen. Zunächst aber würde derfelbe Zustand einreißen wie er in der Zeit von 1895 bis 1900 bestand, als die Beschäftigung von Arbeitern nach 2 Uhr nachmittags verboten mar, während die Selbständigen ihre Läden offenbalten fonnten, folange, fie Lust dazu hatten. Nur mit dem Unterschied, daß damals feine Möglichkeit bestand, einen einheits lichen Sonntagsladenschluß auf gefeßlicher Grundlage herbeizuführen, während jezt diese Möglichkeit auf Grund des§ 41b ber Gemerbes ordnung besteht. August Bebel befam damals Dantschreiben von Friseur. innungen für sein Eintreten zur Einführung dieser Bestimmung in die Gemerbeordnung, die speziell für das Friseurgewerbe erfolgt ist. Hoffentlich ziehen. die selbständigen Friseure die rechte Lehre daraus. Die Sonntagsruhe im Friseurgewerbe tann vielleicht noch furze Zeit gehemmt werden, verhindert werden tann fie nicht mehr. Sft sie aber erst eingeführt, werden auch die Berliner Friseure fich fragen, weshalb fie nicht längst dem Beispiel ihrer Berufsgenossen in anderen Städten gefolgt sind. davon, daß der Wahlvorstand das Recht habe, die Wählbarfeit der Borgeschlagenen nachzuprüfen. Dies sei lediglich Sache des Arbeitsgerichts, wenn die Wahl wegen Nichtwählbarkeit der Gewählten angefochten werde. Der Wahlvorstand habe, da die Formvorschriften erfüllt waren, die eingereichte Liste zur Wahl stellen Das Gericht( Rammer 7) stellte sich auf den Standpuntt des Klägers und beschloß: Der Wahlvorstand ist nicht berechtigt, 2isten deswegen zurückzuweisen, weil die darin aufgestellten Personen nach seiner Anficht nicht mählbar sind. Eine Feststellung darüber, ob Personen, die ihr Arbeitsverhältnis unterbrochen haben, wählbar find, wird für jetzt abgelehnt. Nach diesem Gerichtsbeschluß hat also der Wahlvorstand auf Grund einer ihm aufs neue einzureichenden Liste die Wahl unbea dingt vornehmen zu lassen. Wird die Wahl dann ange. fochten, dann hat das Gericht zu prüfen, ob das Arbeitsver hältnis durch den Streit aufgelöst oder nur unterbrochen ist. In legterem Falle sind alle, die auf der zurüdgewiesenen Lifte standen, wählbar. Mas tut Cook? Aus Bochum wird uns geschrieben: Er In einer von der JAH. in Essen zum 31. Auguft einberufenen Bersammlung sprach der englische Bergarbeitersekretär Coof. bezeichnete sich in der Versammlung als Vertreter des englischen Bergarbeiterverbandes, obwohl er in Effen als Privaimann war und teinen Auftrag des englischen Bergarbeiterverbandes hatte. Nach dem Bericht des ,, Ruhr- Echo" vom 2. September führte Cook aus: waleeiber müssen wir feststellen, daß die deutschen Bergarbeiter. führer sehr wenig international fühlen. Ja, bei dem legten eng. lischen Kampf rebeten sie sich damit heraus, daß die deutschen Bergarbeiter schlecht organisiert seien und sie nichts zu unserer Hilje Unternehmern und Regierung." Weiter führte Coof aus:„ Für uns unternehmen fönnten, außerdem hätten sie 3wangsverträge mit gelten nur Solidaritätsverträge der internationalen Bergarbeiterfchaft. Daß Coot des weiteren an persönlichen Verdächtigungen der deutschen Bergarbeiterführer es nicht fehlen ließ, soll nicht be. fonders hervorgehoben werden. ... mindestens 10 Stunden. Wale Herr Mar Millig, Berlin, Bayreuther Straße 2, Bertreter der Kölnischwasserfirma Ferd. Mülhens, teilte einer stellen wolle. Aus dem Schreiben intereffiert hier lediglich der AbKontoristin die Bedingungen mit, unter denen er sie zur Brobe ein schnitt über die Arbeitszeit. „ Die Geschäftszeit dauert mindestens 10 Stunden, da das Einarbeiten sehr viel Zeit erfordert. Bor Weihnachten, also Ottober bis Januar, und bei Arbeitsanhäufung muß ohne weiteres nach gearbeitet werden, so daß jeden Tag die laufenden Arbeiten erledigt werden." Nach vorstehenden Ausführungen müßte der unbefangene Leser annehmen, daß Coof als englischer Bergarbeiterführer darauf brennen müßte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit feine internatio nale Solidarität nicht nur in Worten, sondern auch in Taten, mie er sie von den deutschen Bergarbeiterführern fordert, zu bes weisen. In Effen ließ er davon nichts merfen, obwohl er Gelegen. heit dazu hatte. Oder follte er etwa teine Ahnung davon gehabt haben, daß einen Tag später 150 000 Bergarbeiter der Anthrazittohlengruben in Pennsylvanien in den Streit traten? das Die Arbeitszeitverordnung existiert für solche Firmen einfach nicht. Sie diftieren die Arbeitszeit ihren Angestellten, und wem es nicht paßt, der fann gehen. Leider handelt es sich um teine Ausnahmeerscheinung. Gerade in kontoren wird die Notlage der weiblichen Angestellten, ihre Angst vor Verlust der schlechtbezahlten Stellung, ausgebeutet, um fie zu unbezahlten Ueberstunden zu nötigen. Dabei wird nicht die mindeste Rücksicht auf das förperliche Rückgrat verfrümmen oder sonst gesundheitlich Schaden nehmen find sie öfter trant, dann fann man sie nicht mehr gebrauchen und sucht und findet neue Hände, die mindestens 10 Stunden regelmäßig und darüber hinaus ohne weiteres" nacharbeiten. In den 3d 2.! damit dieser Rücksichtslosigkeit wirksam begegnet werden kann. G. m. b. 5. ist unter denselben Voraussetzungen geschehen, wie die Entwicklungsstadium der Jugendlichen genommen. Mögen sie sich Die Frage in der Ueberschrift: Was tut Coof?" ist daher allzu Die von dem Schreiber angezogene eintägige Stillegung der Straßenbahn hat mit dieser Tatsache nichts zu tun, zeugt vielmehr von der Untenntnis des Schreibers von diesem Vorgang. Die Stillegung der Straßenbahn ist eine einseitige Handlung der Direttion, gegen die mir entschieden Front gemacht haben, die aber durch eine Rechtsbeugung im Schiedsverfahren noch leider als zulässig bestätigt worden ist. Die durch diese Rechtsbeugung entstandenen Schädigungen für die entlassenen Straßenbahner hat bie jozialdemokratische Graftion mit allen Kräften zu mindern nerfucht Bet den fortgelegten wilden Streitbemegungen in den städtischen Betrieben bis zum Jahre 1923, bei denen die Kommunisten mangels eigenen Mutes ftets die Betriebsräte Dor ihren Wagen spannten( f. Auguftstreit 1923, 21er und 15er- Ausschuß der Betriebsräte), find schwere Schädigungen der Arbeiter entstanden. Nur dem Eingreifen der gewerkschaft lichen Organisationen und der sozialdemokratischen Fraktion ist es zu verdanken, daß die irregeführten Opfer dieser milben Beme gungen vor dem Zusammenbruch ihrer Existenz bewahrt wurden. Bei all diesen Gelegenheiten waren es die Arbeiterverräter der SPD. und die Gemertschaftsbureautraten", die das wieder gut machen mußten, was unverantwortliche tommunistische Drahtzieher angerichtet hatten. Die Erfahrungen der Gemeindearbeiter mit der Kommunistischen Partei find berartig, daß sie in ihrer über großen Mehrheit diese Politit auf das entschiedenste ablehnen. Am 25. Oftober werden die städtischen Arbeiter ben Rommunisten die Quittung für ihre arbeiterschädigende Bolitit überreichen. Sonntagsruhe im Friseurgewerbe. Bährend in fast allen übrigen Großstädten des Reiches, in Süddeutschland ausnahmslos, die Barbier und Friseurgeschäfte an Sonntagen gefchloffen bleiben, werben fie in Berlin noch bis 12 Uhr mittags offen gehalten. In den Vororten wird dafür vielfach des Montags geschloffen gehalten, ein blauer Montag gefeiert. Die Befürchtungen, die anfänglich allenthalben vors herrschten, als werde das Gewerbe durch den Sonntagsladenschluß geschädigt, find durch die günstigen Erfahrungen, die überall gemacht wurden, als gegenstandslos erwiesen. Seit Jahren hat tagungen den Beschluß erneuert, die reichsgesegliche Ein führung der vollständigen Sonntagsruhe herbeizuführen. Selbst verständlich vertritt auch der Arbeitnehmerverband des Ein wichtiges Ereignis der Woche i bie Riehung ber 1. Klaffe der 26/252. Preußisch- saddeutschen Alaffenlotterie, die am 16. und 17. Oftober ftattfindet. Be an ben bedeutend perbesserten Gewinnaussichten der über hundert Jahre be ft genden Staatslotterie. Die fich nach wie vor bes uneingefchränkten Vertrauens aller Kreise erfreut, teilnehmen will. verfäume daher nicht, fich fofort sein Los zu fichern, denn bekanntlich vnlegt in den Tagen vor Beginn der Ziehung die Nach frage nach Losen ihren Höhepunt au erreichen, und es ift dem Bernehmen nach mit einem Ausverkauf zu rechnen. Mit einem Achtellos für 3 92. tönnen schon in ber 1. Klaffe bare 10000 m. gewonnen werden. Kommunistische Agitationskanale. Die KPD.- Leute führen ständig das Wort Gewertschafts. einheit im Munde, um dem Begriff der Gemertschaftseinheit um so ungenierter Gemalt anzutun. Ein Ein Flugblatt an die im Gemeinde- und Staatsarbeiterner band organisierten Berliner Kanalisationsarbeiter" ladet zu einer allgemeinen Betriebsversammlung der gesamten Beschäftigten der Stadtentwässerung Groß- Berlins zu Montag abend nach einem Lotal ein, dessen größter Raum etma 200 Personen faßt. Ein Delegierter der Rußlanddelegation soll berichten. Das Flugblatt ist in Form eines Antwortschreibens der Moss fauer Ranalisationsarbeiter gehalten, auf einen Brief, den angeblich die Berliner Kanalisationsarbeiter ant sie gerichtet hätten. In diesem Antwortschreiben" merden die Verhältnisse der Mosfauer Arbeiter als geradezu idyllisch geschildert. Es schließt:„ Mit bürgerlichem Gruß, ein Druckfehler, der das Redaktionstomitee", J. A.: Boltmann, in einige Berlegenheit bringen wird. Die Mitglieder des Gemeinde und Staatsarbeiterverbandes, denen die Gewerkschaftsarbeit am Herzen liegt, lassen dieses Re: battionsfomitee" famt feinem Rußlanddelegierten am besten hübsch unter sich, damit die zu der Versammlung abtommandierten Massen" der KPD.- Leute genügend Platz finden. , . Sabotage der Betriebsratswahl durch die Betriebsleitung. Infolge eines Streits in den Deutschen Kabel. werfen war das Amt des Betriebsrats erinschen. Nach Wieder. aufnahme der Arbeit mußte eine Neuwahl stattfinden. Zur Betreibung derselben jezte die Firma einen Wahl vorstand ein, der aus drei Arbeitern bestand, die den Streit nicht mitgemacht hatten. Dem Wahlvorstand wurde eine Borschlags, lifte eingereicht, auf der nur Namen solcher Arbeiter standen, die den Streif mitgemacht hatten und nach Be: endigung des Streits mieder eingestellt waren. Die ehemals Firma war es offenbar darum zu tun, daß keiner von den am Arbeitswilligen hatten feine Lifte aufgestellt. Streit beteiligt gewesenen Arbeitern in den Betriebsrat gewählt würde. Auf Beranlassung der Firma wies der ihr gefügige Wahl. porstand die Vorschlagsliste zurüd mit der Begründung, die Borgeschlagenen seien nicht wählbar, weil feinar von ihnen sechs Monate im Betriebe beschäftigt sei, denn sie seien ja na ch dem Streit neu eingestellt morden. Infolge dieses Vor: sehens des Wahlvorstandes tam es nicht zur Bahl, und deshalb find die Deutschen Kabelwerte seitdem ohne Bes triebsrat Im Beistand eines Vertreters des Fabritarbeiterver bandes flagte der Führer der zurückgewiesenen Liste beim Ge werbegericht gegen den Wahlvorstand. Die Klage wurde so zurückweisen, menn eine der in der Wahlordnung aufgeführten begründet: Der Wahlvorstand dürfe eine Borschlagsliste nur dann Die Mutter rät der Tochter: Lassen auch Sie sich ratén: ( ges. gesch.) Beim Betten- Einkauf Die ideale Bettfüllung: Echt chinesische Monopoldaunen Pfund M. 8.50 Prinzen3-4Pfd.zum Oberbett NUR Straße 46 Lassen Sie sich durch ähnliche Angebote nicht täuschen Als Spezialhaus der Bettfedern, Betten- u.Bettartikel- Branche einzigartig: ca.4000 Quadratmeter Verkaufs- fabrikations- u.Lagerräume. berechtigt. Der Streit dauert schon B Wochen und sein Ende ist noch nicht abzusehen. Dadurch wird der amerikanische Kohlenhandel beunruhigt und sucht den Ausfall an Anthrazitkohlen in England zu deden. Aus diesem Grunde hat das Internationale Bergarbeiter. fomitee in der fürzlich in Brüffel abgehaltenen Sigung beschlossen, darüber zu machen, daß der Streif nicht durch den Import eng lifchen Anthrazits nach den Vereinigten Staaten gebrochen wird. Wie berechtigt dieser Beschluß war, geht aus der Lages. preffe hernor. Nach der Deutschen Bergwerts- Zeitung" hat der ameritanische Rohlenhandel die Lieferung auf mallifische Kohlen in Höhe von 2 millionen Dollar, gleich 8,4 millionen Mart, in Auftrag gegeben. Wo bleibt nun die Durchführung der für Cock allein gültigen internationalen Solidaritätsverträge der Arbeiter? SollRegierung Ende Juli abgeschloffenen und bis Mai 1926 gültigen ten für Cool nun auch die von ihm mit den Unternehmern und der Berträge maßgebend fein? Bir haben bisher nichts gehört, daß er diese zerrissen den Unternehmern und der Regierung vor die Füße geworfen hat. Fred Bramley gestorben. Amsterdam, 10. Oktober.( Eigener Drahtbericht.). Fred Bramley, britisches Ausschußmitglied des Internationalen Gewerfschafisbundes, der hier an einer Sigung des JGB. mit den Bertretern der Internationalen Berufssekretariate teilnahm, ist in Amsterdam gestorben. Berufsjetre ST2JJAW Tuberkulose ist die Geißel der Menschheit geworden. Sie au verhüten und den Betroffenen Hilfe zu bringen ist das Bestreben, welches die Nymphosan Alt.- Ges., München 38, leitet. Das Präparat Nymphosan. Sirup" hat bereits großen Gegen geftiftet und einige tausend DantBreis pro Flasche M. 3,-, vorrätig in: Berlin C, Alerander- Apoth. Alexanderftr. 8, Elefanten- Apoth., Tönboffplag, Apotb. z. roten Adler, Seßitr. 26/28, Simon's Apoth., Spandauer Str. 17; Berlin N: Adler- Apoth.. a. Weddingpl., Brettschneiders Apoth. 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Wenn auch dies Schiff nach der Landung nicht durch eine Katastrophe zerstört wurde, wie 16 Jahre vorher sein Vorläufer 3. 4. jo ging es uns doch auf andere Weise verloren. Wir mußten es ausliefern. So wie damals das Volt für Fortführung des Werkes forgte, so muß es auch heute als unabweisbare Pflicht betrachten, das Bert Abendfeier Sonntag, 11. Oktober 1925 Aus der Partei. Die deutschen Sozialdemokraten in der Tschechoslowakei haben erklärt, mit den deutschen bürgerlichen Parteien Verhandlungen über eine Einheitsfront und Einheitsliste nicht eingehen zu fönnen, dabei betonten sie jedoch, daß ein gelegentliches Zusammengehen so wie in früherer Zeit auch in der Zukunft möglich sein werde. Die Parlamentswahlen sind Mitte November. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 11. Oktober: Salensee: Besuch des Postmuseums. Treffpunkt: 9 Uhr Bahnhof Salenfee. Tempelhof: Lnzeum Germaniaftr. 4-6. Elternabend. Raulsdorf: Besuch ber Sternwarte. Treffpunkt: nachm. 5 Uhr Bahnhof. Bautow: Der Zutritt aum Jugendheim ist Sonntags nur noch mit Mitgliedsbuch gestattet. II: Führung 49 -Neufür die Leserinnen und die Freunde der„ Frauenwelt" taler vünktlich 10 uhr Märkisches Muſeum. – Südwesten: Das JugendMittwoch, den 21. Oktober, abends pünktlich 7% ühr, im Saalbau Friedrichshain Mitwirkende: Die Spielgemeinschaft der Jungsozialisten; Arnim Liebermann( Cello), Frl. Elli Brandenburg( Klavier). Ansprache: Clara Weyl. Acht Jahre waren verflossen, seitdem Zeppelin sich zum ersten Male mit seinem Luftschiff erhoben hatte. Nach unbeschreiblichen Enttäuschungen, Anfeindungen, Kämpfen und Opfern war nun wir sind im Jahre 1908 das vierte Schiff fertiggestellt. Welch Los wird ihm beschieden sein? Das war die bange Frage, die die teilnehmenden Gemüter in Deutschland beschäftigte. Wird die Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin( SPD) harte Fauft des Schicksals auch auf dies Gebilde der Menschenhand. zerstörend und zerschmetternd, ohne Erbarmen, herniederfahren? Zunächst schien es, als ob diesmal die Dinge gut gehen würden. Am 1. Juli 1908 tauchte der Graf in seinem Schiff plöglich über dem Bierwaldstättersee auf und verfekte das internationale Kurpublitum von Luzern geradezu in einen efstatischen Taumel. Bald wurde das Schiff über Zürich gesichtet und rief dort die gleiche Begeisterung hervor. Bei Sonnenuntergang landete das Luftschiff glatt auf dem Bodensee im Heimathafen Manzell. Eine ewig denkwürdige Reise war beendet. Sechs Wochen später, am 4. August 1908, startete der Graf zu einer 24stündigen Fernfahrt. Zunächst ging es nach Schaffhausen. Dann das ganze Rheintal abwärts. Mit beispiellofer Be geisterung und nicht endenwollendem Jubel wurde das Schiff und sein Erbauer von der temperamentvollen Bevölkerung durch Glockengeläut und Böllerschüsse begrüßt. Wie ein Festtag wurde das Ereignis von den fröhlichen Anwohnern des Rheins gefeiert. Bei Nierstein wurde auf dem Fluß zwecks Behebung eines Motordefekts eine Zwischenlandung gemacht. Nachdem der Schaden beseitigt war, wurde die Fahrt fortgesetzt. Gegen Mitternacht überflog man Mainz. Nun wurde die Richtung auf Mannheim, Heidelberg, Stuttgart auf. genommen. Aber ehe man diese Stadt erreichte, mußte wegen eines erneuten Motorschadens wieder gelandet werden. Bei Echterdingen. Man war noch mit der Reparatur beschäftigt, da erhob sich auf einmal ein Gewittersturm. Er entriß das Fahrzeug den Händen der Haltemannschaften die ihm wie verzweifelt nachstürzten. Ganz plöglich schoß aus dem Ballonförper eine Flammengarbe heraus. In wenigen Sefunden war das herrliche stolze Schiff, das eben noch so viele entzückt hatte, nur noch ein Trümmerhaufen. Erschüttert und entsegt nahm Deutschland die Kunde von der Katastrophe dieses Wunderwerkes entgegen, auf das es flolz zu sein ein Recht hatte. Die tiefe, allgemeine, menschliche Anteilnahme gebar den festen Willen, das Wert Zeppelins nicht untergehen zu laffen. Die Schweizer Fahrt und die Rheinreise hatten wohl allen die Augen geöffnet. Ueberall wurden spontan Hilfssammlungen eingeleitet. Schon am nächsten Tage fonnte dem Grafen eine namhafte Summe avisiert werden( ca. 1 Million Mark). Von allen Seiten strömten die Gaben herbei. Kein Stand schloß sich aus. Der Wille zu helfen war allgemein. Er triumphierte über Konfeffionen, Klassenunterschiede und Parteirüdsichten. Bald waren 6 Millionen Mart zusammen. Jetzt war das Wert Zeppelins, der bisher stets von chronischem Geldmangel geplagt worden war, durch den Opfermut des Volkes auf eine sichere und solide finanzielle Basis gestellt. Der jahrelange Kampf um Sein oder Nichtsein hatte sein Ende erreicht. 1. a) Andante b) Menuetto. 2. Rezitationen Borttagsfolge: 1. Zell Maffenet Berter a) Religionsphilosophie. Arno Holz b) Lied eines Armen.. Ricarda Such c) Bring Redner..... Robert Brug 3. a) Elegie... Hoens 3. b) Bolonäse Bopper 4. Ansprache von Clara Weyl 2. Zeil 5. a) AndalusifcheSerenade Rämpf b) Zigeunertang Jeral 6. Die Bandlung( 2 Szenen) Ernst Toller 7. a) Tambourin Soffed Bopper b) Tarantella Eintrittspreis 0.30 m. Karten find noch zu haben im Frauenfetretariat, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, 2. Hof II, Zimmer 1( SPD). heim bleibt am Sonntag und am Donnerstag, den 15. und 22. Oktober, ge. fchloffen. Die Rusammenkünfte finden Donnerstags in der Schule Rochftr. 13 ftatt. Chöneberg 1: 9 Uhr vorm. Treffen aur Flugblattverbreitung bei Rönig. Feurigstraße. 6 Uhr Besuch des Werbeabends der Abt. Westen, Bolksschule Ballasstraße; anschließend Heimabend Rubensstraße. Weften: In der Schulaula Ballasstr. 15, abends 6 Uhr, Jugendfeier. Die Eltern unferer Jugendgenoffen, ebenso die Barteigenossen mit ihren Rindern, find herzlichst eingeladen. Eintritt: Erwachsene 40 Bf., Jugendliche bis 17 Jahren frei. Jugendgenossen! Rehat am Sonntag, den 11. Oktober, vorm. 11 Uhr, im Theater am Rollendorfplak an der Rundgebung für die Freiheit der Stunft teil. Der Bezirksvorstand. Sugendgenoffinnen und genoffen, die Zuft haben, an der Aufführung von zwei Szenen aus Tollers Wandlung" aur Abendfeier für die Leserinnen und Freunde der Frauenwelt" am Mittwoch, den 21. Oktober, im Saalbau Friedrichshain mitzuwirken, werden gebeten, an unserer nächsten Brobe( Mitt. moch, den 14. Oktober, abends 7 Uhr) in der Schule Neukölln, Schudoma ftraße 53( nahe Singbahnhof Raiser- Friedrich- Straße) teilzunehmen. Spielgemeinschaft der Jungsozialisten, Gruppen Friedrichshain und Brenzlauer Berg. Morgen, Montag, den 12. Oftober, abends 7% Uhr: Der Jugendchor übt abends 7% Uhr im Jugendheim Lindenste. 3. Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplag. Bortrag: Warum SAJ.?" Nordring: Vorwärtsexpedition Greifenhagener Str. 22. Bortrag: Seguelle Fragen". Silbost G.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Einführungswefen im Mittelalter". des inzwischen verstorbenen Grafen abermals zu retten. Wir dürfen die Arbeiten nicht abreißen, die Werft nicht veröden, die geschulte Facharbeiter- und Angestelltenschaft sich nicht zerstreuen, die tausendfältigen Erfahrungen nicht untergehen lassen. Gewiß sind die Nöte, die uns andrängen, groß, aber sie dürfen uns den Blick für die Zufunft nicht verschleiern, das heißt, für die vielen fulturellen Entwicklungsmöglichkeiten, die in der Luftfahrt noch verborgen liegen. abend. Friedenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Bortvag: Feudal Ein jeder, gleichviel welch Standes er ist, sollte es als Ehre betrach ten, hier mithelfen zu dürfen, mitwirten zu fönnen, daß Deutschland im Zivil- Luftschiffbau, trotz aller Einengungen, die uns die Entente noch immer auferlegt, führend bleibt. Wie groß das Schiff, das wit bauen werden, ausfallen wird, und welches dementsprechend seine Aufgaben sein werden, ist eine Frage zweiter Ordnung. Das wesentliche ist zunächst einmal, daß wir überhaupt bauen. Wir sind ein Bolt von etwa 63 Millionen. Gibt jeder mur 10 Pfennige, dann sind schon 6,3 Millionen zusammen. Die Arbeiterschaft vertritt den Gedanken der Völferver. ständigung und Versöhnung. Hier ist für jeden die Mög lichkeit gegeben, praktische Arbeit auf diesem Gebiete zu leisten. Wer den internationalen Bertehr verbessert, dient dem Frieden. Freudig muß von uns allen zur Sammlung beigesteuert werden. Achtung, Abteilungsleiter! Gebt bie Monatsprogramme für November ab! Paul Karle Herren- und Damenstoffe Velour de laine, Tuche, Ripse, Gabardine Kleiderschotten, Sammete, Seal, Biberette Crêpe de Chine, Kleider- und Futterseiden in großer Auswahl kaufen Sie bei uns am besten und billigsten 1. Geschäät: 2. Geschäft: Warschauer Str. 79 Frankfurter Allee 49 Gegründet 1901 15000 Mark für frohe Gesichter! 25 MASSA DELE Ko Simmerl 4444 MAS SARY வரம் WIE DER Sorgen haben wir alle. Wer keine hat, macht sich welche. Trotzdem: fort mit den Sorgenfalten, nicht so mißvergnügt dreinschauen! Mehr Lebensfreudigkeit! 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Die Mittler der Lebensfreudigkeit. die Verkäufer der Delft- Zigaretten, sollen dabei nicht leer ausgehen: hundert von ihnen werden ebenfalls mit einem Schein in gleicher Höhe überrascht werden. In Berlin fangen wir an! Am 14. Oktober geht's los! Wer den 50- Mark- Schein erhält. muß eine Quittung unterschreiben. Wenn der Empfänger damit einverstanden ist, wird sein Name in den Tageszeitungen veröffentlicht. Freunde, wird das einen Spaß geben! Massary- Delft kennt jeder als Qualitätszigarette. Die neue steuerliche Belastung zwingt uns zu einer Vereinfachung der Packung, weil an der Güte nicht gerüttelt werden darf. Der Verkaufspreis ist fortan nicht mehr 6. sondern 5 Pfennig. Selbstverständlich bleibt MASSARY- DELFT EDEL WIE DER NAME! MassaryZigarettenfabrikAG.Berlin S42 www ա. Parteinachrichten Cinfendungen für biefe Rubrit find Berlin B. 68. Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. & Kreis Brenzlauer Berg. Beamtenwerbeausschuß: Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25, Gizung. Jede Abteilung muß vertreten fein.. Montag, den 12. Oktober, nachmittags 3 Uhr, treffen fich die Genoffen bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25, aum Plakatetragen. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, ben 12. Oftober, abends 7 Uhr, in Schmidts Funktionärtarten, Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 86a, Funktionärsigung. bie zum Eintritt berechtigen, find bei ben Abteilungsleitern abzuholen. Gämtliche Abgeordnete des Kreises, fomie bie Funktionäre sind verpflichtet, zu erscheinen. Mitgliedsbuch und Funktionärtarte oder Mandatstarte ist mitzubringen. & Kreis. Arbeiterwohlfahrt. Montag, ben 12. Oktober, abends 7 Uhr. Wichtige Besprechung der Abteilungsleiter bei Wolf, Graefeftr. 26. 9. Kreis Wilmersdorf. Alle Genossen haben die Pflicht, an der Versammlung am Montag, den 12. Oftober, abends Uhr, im Grunewald- Gymnasium, Cafpar- Thenk- Stvaße teilzunehmen. Die Plakate und Handzettel für die Bersammlung am 15. Ottober in Halensee find bei Kroihs abzuholen. Beim Obmann des Bildungsausschusses, Genossen Michel, Aachener Straße 41 III, find noch Karten zu dem fünfattigen Schauspiel Rheinische Rebellen", bas am 18. Oktober im Schillertheater Charlottenburg aufgeführt wird, au entnehmen. Gleichfalls find noch Einzelfarten zu den Winter veranstaltungen und zu ben Proletarischen Feierstunden zu haben. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Montag, ben 12. Oktober, abends pünktlich 7 Uhr, bei Rosenthal, Ebersstraße, ordentliche Sigung der Arbeiterwohl. Anschließend fahrt, Rinderfreunde und Wohlfahrtskommissionsmitglieder. Sigung bes Kulturfartells. Dienstag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr, in der Spedition Belzigerstraße, Gigung ber 8eitungskommission. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. 1 Kreis Treptow. Montag, den 12. Oktober, abends 7% Uhr, in. NieberSchöneweibe, Berliner Ede Fennstraße, bei Thiele, Kretsvorstandssigung. Abteilungsleiter und Obleute der Revisoren aller Abteilungen sind ein geladen. 17. Streis Lichtenberg. Montag, ben 12. Oftober, abenbs 7 Uhr, im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße, Funktionärversammlung. Heute, Sonntag, den 11. Oftober: 12. bt. Borm. 8% Uhr von Schmidt, Wicleffte. 17 aus Flugblattverbreitung. 39. Abt. Am Sonntag und Montag Wählerin" abholen bei Albrecht, Königgräger Str. 70 ptr., Hinterhaus. 85. Abt. Tempelhof. Die Hanbzettel für unfere Rundgebung am Donnerstag, ben 15. Oktober, sind heute vom Genossen Schlawe, Konradinstr. 2, abFlugblätter für die heutige Flug zuholen und Dienstag zu verbreiten. blattperbreitung find von der Genoffin Harsdorf( Vorwärtsspedition) abzuholen. Die Bezirksführer treffen fich zum Empfang des Schlepp. materials und der Listen Montag, ben 12. Oktober, abends 7 Uhr, beim Genossen Burgemeister, Berliner Str. 90. 131. Abt. Niederfönhaufen. Die Parteigenoffen treffen sich nachmittags 2½ Uhr am Straßenbahnhof in Norbend und nehmen an ber Bersammlung in Blankenfelde teil. Morgen, Montag, den 12. Oktober: 4. st. 7% Uhr bei Roch, Schillingstr. 30, Funktionärversammlung. 6. Abt. 8 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Gigung sämtlicher Funktionäre. 14. bt. 8 Uhr bei Gillwald, Putbuser Str. 24, Funktionärversammlung. 15. Abt. 7 Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, Funktionärversammlung. Jeder Bezirk muß vertreten fein. 17. bt. 7 Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärversammlung. Erscheinen aller Genoffen ist Pflicht. 18, bt. 7% Uhr bei Müller, Uferftr. 12, Funktionärversammlung. Achtung! Am Mittwoch findet der Bahlabend gemeinsam statt und nicht getrennt; bei Sachse, Lindower Str. 26. 19. Abt. 7 Uhr bei Schregel, Grünthaler Str. 13, Funktionärversammlung. 20. Abt. 7 Uhr bei Bose Funktionärversammlung. versammlung. 24. Abt. 7 Uhr bei Winzer, Christburger Straße, Funktionärversammlung. 39. Abt. 7% Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionär. 44. bt. 7 Uhr bei Nagel, Manteuffelste. 47, Sigung der Funktionäre, Be triebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Abrechnung. Teppiche M.Lammfromm & Dogel mur 127 Potsdamer- Stn Berlín 46. t. 8 hr bet Eichhols, Cuvryftr. 25, Sunktionde. unb Beatrisfibres fizung. 48. Abt. 8 Uhr bei Päste Funktionärversammlung. 6. Rennten. 1. Mädchentraum( Bregner), 2. Rom( 5. Blume) 3. Diando( F. Kasper). Toto: 53: 10. Plat: 23, 20, 98: 10. Ferner 107. Abt. Faltenberg. 7 Uhr im Jugendheim in Faltenberg Borstandssitzung.liefen: Grille, Schwalberich, Floßhilde, Elegreich, Sanskrit, Amenophis, Gold Geryan, Bellona, Ratibor, Petronius, Torre, Clothilde. Die Bezirksführer laben zur Mitgliederversammlung am 14. Ottober bet Saberecht, Alt- Glienice, ein. Uebermorgen, Dienstag, den 13. Oktober: 9. bt. 7% Uhr bet Sübner, Wilsnader Str. 34, Funktionärverfammlung. 10. Abt. 7% Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, fehr wichtige Funktionär. versammlung. Funktionäre müssen unbedingt erscheinen. 16. Abt. 75 Uhr bei Döhling, Brunnenstr. 79, Funktionärversammlung. 22. bt. 7 Uhr bei Rabzan, Brilsseler Str. 48, Funktionärverjammlung. 55. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Funktionärversammlung. 85. bt. Tempelhof. 2. und 5. Bezirk: 8ahlabend bei Bufe, Berder Ede Kalfer- Wilhelm- Straße. Neukölln. 94. Abt. 7 Uhr bei Schröder, Steinmekte. 52, Funktionärver. fammlung. 98. bt. 7 hr bei Teich, Knesebedste. 135, Gigung fämt licher Funktionäre, Wahlvorsteher und Stellvertreter. Bezirksführer laden befonders cin. Sungsozialisten. Gruppe Saboft. Montag, ben 12. Oktober, 8 Uhr, im Jugend. heim, Reichenberger Str. 66, Gruppenabend. Thema: Die Aufgaben ber Soziologie." Gruppe Reinidenborf. Montag, ben 12. Oktober, im Geebad, Residenzstr. 49. Werbeveranstaltung: 8wed unb 8tele ber jungsozialistischen Bewegung." Parteigenoffen und Jugendgenoffen sind hierzu eingeladen. Frauenveranstaltungen am Montag, den 12. Oftober: 82. bt. Steglig. 8 Uhr im Restaurant Thiel, Albrechtstr. 87, Frauenabend. Tagesordnung: 1. Bortrag über Frauentrantheiten. Referentin: Genoffin Dr. Löwn- Hartenborf. Aussprache. 2. Wahl. 3. Berschiedenes. 104. bt. Rieberschöneweibe. 7% Uhr Frauenfundgebung bei Rätel, BrildenStraße 15. Bortrag bes Genossen Dr. Roeder über: Gesundheitswesen unb Rommunalwahlen."( Lichtbildervortrag.) Arbeitersport. Cin Jubiläum bes Frauen turnens. Bor 35 Jahren wurde eine ber erften Damen- Turnabteilungen von bem Turn- Sport- Berein Webbing, ber feht der Freien Turnerschaft Groß- Berlin angeschlossen ist, gegründet. Bu damaliger Reit bestand bas Damenturnen aus Freiübungen, Schrittarten und Reigen tänzen, während heute bie fungen Mäbchen und Frauen gleich ben Männern alle Sportarten treiben. Am heutigen Sonntag findet aus Anlaß der 35- Jahrfeier ein Schauturnen in der Turnhalle bes Leffinggymnaftums, Pantstr. 18, ftatt. Anfang 8 Uhr nachmittags. Gäste wiltommen. Touristenverein Die Raturfreunde"( Rentrale Wien), Abt. Lichtenberg. Donnerstag, den 15. Dttober, im Jugendheim Doffefte. 22 Glasbrenner- Abend. Anfang pünktlich 7% Uhr. Gäste herzlich willkommen. Freie Schwimmer Charlottenburg 04 E. B. Am Dienstag, ben 18. Oftober, 7% Uhr, Bierteljahresversammlung bei Schellbach, Rönigin Elifabeth- Str. 6. 2. Bereins. Tagesordnung: 1. Bortrag des Sportsgenoffen Adolf Bud angelegenheiten. 8. Berschiedenes. In Anbetracht des lehrreichen und intereffanten Vortrages muß feber Sportsgenoffe, auch die Jugendgenoffen, er fcheinen. Bor Beginn und nach Schluß der Bersammlung werben bie Rarten zum Schwimmfest ausgegeben. Buzernsportler Sitenberg. Ru ber am Montag, ben 12. Ottober, 7 Uhr, im Cäcilien- nzeum, Rathausstraße, stattfindenden Sugenbveranstaltung des Arbeiter- Sport- Rartells Lichtenberg bitten wir um zahlreichen Besuch unserer Genoffen. Wir erwarten von ben Sosialistischen Organisationen, wie SAJ., Jungfosialisten, GJ., 88A., Reichsbanner, ASB., TV. Wien ufm., restlofes Erscheinen. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 10. Oktober. 1. Rennen. 1. Note( Suguenin), 2. Senow( Barga), 3. Bing Bong ( Haynes). Toto: 31: 10. Bla: 14, 15, 20: 10. Ferner Itefen: Frauen insel, Nettelbed, Fehrbellin, Idea, Herzog Chriftoph. Engadin. 2. Rennen. 1. Holunder( Barga), 2. Teifi( D. Schmidt), 3. Falter ( Stafper). Toto: 148: 10. Blat: 28, 16, 20: 10. Ferner liefen: Blas häger, Dunst, Aarau, Varus, Lump. 3. Rennen. 1. Söbur( Dlejnit), 2. Lefels( Quguenin), 8. Getourab ( Bonce). Toto: 20:10. lag: 12, 16, 17: 10. Berner liefen: Bortia, Prospero, Traunegg, Ingo. 4. Rennen. 1. Rubin( Pregner), 2. Prilep( D. Schmidt), 8. Frobfinn ( O'Neill). Toto: 57:10. Plat: 22, 21, 28:10. Ferner liefen: Lindwurm, Banter, Saturn, Marienburg, Eleazar, Hedenstrauch, Aspasia. 5. Nennen. 1. Graburg( A. Torle), 2. Hanum( H. Blume), 3. Rheintochter( W. Zarras). Toto: 48:10. Blag: 20, 17, 28 10. Ferner liefen: Gravitas, Biffleben, Simonetta, Chiemgauerin, Bhatagirl, Malepartus, Amana, Bazige. 7. Rennen. 1. Katastrophal( Bregner), 2. Kiuma( Haynes), 8. Erb Schleicher( Hutter). Toto: 128: 10. Plaz: 39, 23, 56: 10. Ferner liefen: Sarazener, Henricus, Mainberg, Great Gala, Sonnenschein, Regina IL, Sielberg, Primas, Betraca, Kotoro. Wetter für Berlin und Umgebung. Größtenteils bewölft und ziemlich Für Deutschland. Jm öftlichen Küsten fühl ohne erhebliche Niederschläge. gebiet vielfach Negen, im Südwesten ziemlich heiter mit Reigung zu Rachtfrösten. Geschäftliche Mitteilungen. File ben kommenben Winter bringt die feit 20 Jahren bestehende Schneiderei. unter dem Namen„ Soffgenoffenfchaft Soffnung", Brunnenstr. 185, die nung" Bekleidungs- Industrie G. m. b. S. burch die Konsumgenoffenschaft Berlin und Umgegenb weitergeführt wird, besonders gute Qualitäten in Winter- Ulsters und Baletots sowie Joppen zum Verkauf. Es ist dies ein rein genossenschaft liches Arbeiterunternehmen und dürfen wir hoffen, daß die gesamte Arbeiter schaft bei Bedarf obiges Unternehmen unterstüßt. Wir verweisen auf bas heutige Inferat. Den Ratsweinfeller im neuen Schöneberger Rathaus hat am 1. Ottober ber weit über Schönebergs Grenzen hinaus bekannte Dekonom Herr Julius Schwen wieder übernommen und wird unter feiner bewährten Regie her Rats weintellet mit seinen behaglichen Räumen wie früher ein Anziehungspunkt für alle merben, bie gute Küche und gepflegte Beine schägen. 15 000 Mart für frohe Gesichter! 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Früh stirbt ihm der Pater, und er bleibt tu der Obhut einer Mutter, die, geistig bedeutend, umschattet ist vom drohenden Gespenst eine» Gehirnleidens. Seine eigene Jugend ist Kampf mit depressiven Vorstellungen der Unfähigkeit. Er verbirgt sich, und als Dreihigjähriger sucht er für eine Welle Rettung in einer Irrenanstalt. Aber sein Wille ringt gegen das Erliegen, gegen das Versinken. Reisen bringen die Rettung. Sie füllen sein Aug« mit Bildern und befreien seine Seele zum Leben. Seine Schwäche hebt sich an der Bewunderung der Größe. Nach 18(50 erscheinen seine Balladen. Das Jahr seiner Befreiung, seiner wirk- liehen Geburt ober wird das Jahr 1870. Das Schwankende seines Wesens, zwiespältig auch zwischen französtscher und deutscher Art geteitt, fand im Geschehen jenes Jahres den inneren voltlichen An- schluß an die deutsche Stammesverwandtschaft, und in jenen Tagen schrieb er, der Schweizer, jenes Gedicht vom Kämpfer für Deutsch- lands Einheit: Ulrich Hutten, damit sein Dichtertum begründend und zugleich den Reigen jener Werke erössnend, die seinen Namen bisher unvergeßlich gemacht haben. Wenn man den Namen Konrad Ferdinand Meyer nennt, kommt einem gleichzeitig und unwillkürlich der Name des anderen Großen ein, der gleichzeitig mit ihm in Zürich lebte und schuf: der Name Gottfried Kellers. Es ist kein Gegeneinanderausspielen, wenn man beide miteinander mißt, vielmehr bestimmt stch auf diese Weise einer am anderen, und e« ist vielleicht nicht ohne Sinn, daß derselbe Boden zu gleicher Zeit zwei solch« Erscheinungen aus seinen Kräften hervortreibt, saftreicher Stamm der ein« aus dem breiten Schoß des Dolkswms, Edelgewächs der andere und feinste zarte Kultur- blüte: Vollendung in jedem Worte. Meyer hat nicht Kellers quellen- den Reichtum, nicht seine ursprüngliche Frische und den natürlichen Glanz seiner Farbe; aber er hat den großen Kunstverstand und den unablässigen Kunstwillen, der nichts aus der Hand läßt, das nicht vollkommen durchgebildet ist, und sein Werk in seiner scheinbaren Kühle umschimmert der Goldglanz der späten, ihrer selbst be- wußten Schönheit. In polaren Gegensätzen äußert stch hier das- selb« Volkstum: die ewig stch neu zeugende Grundkrast und die Vollendung in Kultur und Tradition. Beide Erscheinungen aber haben hier ihr« Größe, die keins dem anderen mindern kann. Dollendung: da» ist in jedem Sinne das Wort, dos für Meyer gilt. Sein Werk ist das Gebild eines überwachen Kunstwillens, der das Produkt langer Zucht und aller Tradition ist. Es ist künstlerischer Aristokratismus, der nur die vollkommene Form gelten läßt. Ihr Prinzip ist edle Gleichmäßigkett und Abgerücktheit der Gestaltung: Altmeisterlichkeit, für die frühere Künstlergeschlechter nicht umsonst ihren Besitz an Schönheit aufgehäuft haben. Für Meyer ist nur da» darstellbar, was stch restlos in die Plastizität des Bildes fassen läßt, das ganz aus stch selbst lebt und in nichts die subjektiv« Bewegtheit des Schöpfers und den Schmerz der Empfängnis verrät. Er kennt nicht das Gelegenheitsgedicht, sondern nur das bewußt gehämmerte und ausgefeilt« Kunstgebilde. Ja. diese bildnerisch« Neigung führt ihn in den Novellen oft zu einer Ueberbetonung de» plastischen Moments auf Kosten der psycholo- zischen Deutllchkeit und Wahrhett. Denn noch kann man Meyers Schäpfertum nicht als Artismus im Sinne eines leeren Schönheitsbegriffs bezeichnen. Vielmehr ent- stammt sein Wille zur Form dem Willen zur Größe. Sie ist Pro- dukt der Zucht; ist auch der Panzer um die Unbewehrthett seiner überzarten Seele: die Marke seiner Scheuheit. Aber ste ist auch da» Gefäß für die großen Inhalte dieser Seele, für die Kämpfe zwischen Leidenschaft und solchem Wollen, denen er nur den höchsten und letzten Ausdruck zu finden strebt. Wirklichkellsfern, dünn- blutig, flieht er in die Geschichte, In das Geformte des Lebens. Aber wie er die, bereits Abgerückte nimmt und in künstlerisches Formgebilde wandelt, wie er es von innen her mit Größe füllt, hebt er mit seinen Bildnerhänden das Kunstwerk in die Höhe des Monumentalen. Monumentalität ist es, die er nicht immer er- reicht, aber immer erstrebt, und in Werten wie.Der Heilige" und .Die Sünde des Pescara" und in einigen Gedichten ist er dem Letzten nahe. Heut« neigt man dazu, die Größe Meyers zugunsten derjenigen seines Landsmannes»eller herunterzusetzen. Eines freilich läßt sich nicht verrennen: daß manches heute atelierhaft wirkt. Man stellt feine Beziehung zur historischen Schule fest und zu den Geschmacksneigungen einer vergangenen Zeit. Seine Farben er- scheinen oft schon verblaßt, wenn die Kellers von Jahr zu Jahr tiefer leuchten, lind dennoch bleibt der Schimmer von Schönheit um sein Werk, und ol» Ganze» ist e» edelste« Gewächs aus dem Boden eines hohen Kunstwillens und eines großen wollenden Menschentum»._ Peter Hamecher. Eine moralische Geschichte. von Paul Ilg. „Das wird Ihnen nie gelingen. Haha! Ein« wahrhaft mora- tische Geschichte? Nein, unmöglich— geben Sie stch keine Mühe!" lachte die reizende Frau des Hauses und sah mich dabei fast mitleidig an. als hätte sie das Bild meines inneren Menschen— völlig ver- wachsen, mit abstoßendem Faunsgesicht— deuttich vor Augen. Ich konnte der Spötterin leicht mit Maximen klassischer Kalle- gen über Kunst und Moral aufwarten oder ganz einfach ver- ächtlich die Achseln zucken. Statt dessen fühlt« ich den Stachel und ließ mich weiter auf» Glattein» locken. „Bitte, erklären Sie doch, weshalb diese untergeordnet« Fähig- teit mir durchaus abgehen soll!" „Ein Geburtsfehler vielleicht... Ich kann mich nicht deutlicher ausdrücken. Aber ich bin gewiß, wenn es hieße:.Entweder schreiben Sie bis dann und dann eine richtiggehend« moralische Ge- schichte oder Sie werden enthauptet— daß Sie dann... nun ja, Ihren Kops verlieren würden." An jenem Abend setzte ich mich mit dem festen Vorsatz hin, da» scheinbar Unmögliche zu vollbringen. Ein saures Stück Arbelt, wahrhaftig! Stundenlang mühte ich mich vergeblich, den rechten Tonfall(der bei solchen Geschichten nicht tief genug angeschlagen werden kann) herauszubekommen. Und erst die Fabel! Das Mora« lisch« versteht stch durchaus nicht von selbst. Kurz, nun gast e», alle Elemente schlichter Lebensweise und biederer Denkart zu- sammenzusassen, eine schon durch die Stoffwahl geadelte Erzählung zu ersinnen, die einst die Fibel der Schuljugend zieren mochte. Ich gab ihr den verheißungsvollen Titel: Da« große Los l In dem Dörfchen Ix. unwett der Stadt Dpstlon, lebt« ein wackerer Bauer mit Frau und Kind, nicht eben mit großen Gütern gesegnet, doch kraft ihrer Hände Fleiß auskömmlich und ehrenwert. Die Kuh kalbte, das Schwein warf, was es in naturgebotenen Abständen nur immer konnte und die allergrößten, bodenguten Kar- toffeln taten ein Uebriges, den jungen Wohlstand zu fördern. Das alles, die unschätzbare Gottesgabe Gesundheit miteingerechnet, hätte jedoch ein dauerhaftes Glück schwerlich verbürgen können. Dazu gehört« vor allem jene wurzelhafte Frömmigkeit des Mannes, die bewirkte, daß er nach des Tages Müh und Deschwer nimmer die Muße des Trinkens und Spielen» am Wirtstisch erstrebte, sondern gelassen zu Hause saß und sich nach alter Väter Sitte in der Au»- legung der helligen Schrift übte. Sein beste» Erbteil war nämlich eine mächttge alle Bibel, Inkunabel genannt, in Schweinsleder ge- Kunden, mit Cisenbeschlägen, prächtigen Stichen und himmelstreben- der gotischer Schrift. So teuer war ihm da» ehrwürdige Buch, daß— wäre ein Brand ausgebrochen— er gewißlich zuvörderst dieses Erbstück und dann erst Weib und Kind in Sicherheit gebracht hätte. Die junge Bäuerin hörte meist strickend und flickend zu. wenn der Geist über ihn kam, ja, sie achtet« ihn hoch ob seiner tief- gründigen Belesenhett. Und dennoch tonnte es geschehen, daß ihre Gedanken abschweiften, an irdischen Dingen hänge«, blieben: zum Exempel an dem so viel stattlicheren Anwesen des Nachbars, der mit hurtigen Pferden pflegte, während ste nur einen alten Leimsieder von Ochsen anzuspannen hatten. Diese stumm wuchernde Habsucht und Unzufriedenheit des Weibes war der Boden, auf dem der Bcr- fucher sich festsetzen konnte. Eines Tages machte die Familie stch auf, mit Körben voll Kohl, Rüben und Eiern den Markt in Apstlon zu befahren. Indes die rührigen Eltern Seite an Seite den schweren Handwagen zogen (der barbarische Brauch eines Ziehhundes war dem Bauer ein Greuel), saß das vierjährig« Knäblein so recht al» Fuhrmann auf einem Salatkorb und freute stch ohnegleichen, Vater und Mutter durch Hü und Hott anzuspornen. Zuweilen steMen die beiden stch säumig, um den zornigen Zuruf des Lenker» herauszufordern und sodann in drolligen Trab zu verfallen. Ein rührendes Bild, wohl wert, von einem niederländischen Meister verewigt zu werden! Aber auch aus dem Markt durfte der Kleine stch durch Handreichungen nützlich machen, was ab und zu eine vornehme Käuferin bewog, ihm wohlwollend übers Kraushaar zu streichen und angesichts der bukolischen Glückhaftigkeit ihren Bedarf reichlicher als sonst zu decken. Kein Wunder, daß die Vorräte der braven Leutchen schneller als die der anderen zur Neig« gingen. Des schönen Erlöse» froh, wollten sie just den Heimweg antreten, als ein rechter Schreihals von Los- Verkäufer die Marktstraße entlang kam:„Da» große Los! Bare Hunderttausend. Wer will sein Glück oersuchen?" Der Bauer lachte geringschätzig. Sein Weib jedoch hatte den höllischen Lockruf nicht sobald vernommen, als ste schon wie behext in die Tasche griff. „Ebensogut könntest du'ne Mandel frische Eier auf die Straße schmeißen!" versuchte der rechtschaffene Mann zu wehren. Umsonst, die törichte Habgier hiell bereits so ein täuschendes Spieglein künfti- gen Reichtums in Händen und auf dem ganzen Heimweg wiegte sie stch, aller klugen Einreden ungeachtet, in Hoffnungen eines un> wahrscheinlichen, ja verwerslichen Glücks. Zu Hause schrieb sie die Nummer des Lose» vorsorglich an die Wand, um sie stets vor Augen zu haben und verwahrte den Schein in ihrer Schatulle. Indes— ihr närrisches Gehaben verdroß den Bauer so sehr, daß er an diesem Abend nicht wie sonst Kraft und Erbauung aus der Postille gewann. Die Vorsehung jedoch bemächtigt« sich der Seele des unschuldigen Kindes, das einen Augenblick des Alleinseins be- nützte, um das geheimnisvoll« Papier aus der Schublade zu holen. Die Neugier war freilich bald gestillt. Das Los blieb zwischen den Blättern der Bibel, an deren Bildern stch der Kleine ergötzte, liegen und dieser vergaß sein« Missetat. Dann kam aber ein Morgen, an dem ein unfaßbarer Segen vollends alle Stützen redlichen Gedeihens zunichte machte... Der Briefträger brachte die heißerfehnte Lifte der Gewinne und kaum hatte dos betörte Weib einen Blick darauf geworfen, war sie wie in einen Wirbel gerissen, bald rot, bald blaß, kaum mehr der Sprache mächtig. Die Ziffer an der Wand, die Ziffer des Hauptgewinns— wahrhaftig, es war die gleiche! Dann wurden die Zahlen vor ihren Lugen zu tanzenden Hieroglyphen. Die ganze Stube begann sich um sie zu drehen. Doch keinen Laut brachte sie über die Lippen. Erst als sie die Schatulle aufriß, entfuhr chr ein gellender Schrei. „3)as große Los... wer hat mir das Los gestohlen? Gib's her, du Dieb, du scheinheiliger Gauner! Mein ist der Gewinn!" drang sie gleich einer Furie auf den bestürzten Mann ein, der ver- geblich seine Unschuld beteuerte. Sie war gewiß, daß er das Los gestohlen habe, um sich mit dem gewonnenen Gut heimlich aus dem Staube zu machen. Durch Tage und Nächte schrie und suchte sie nur nach dem verlorenen Schein, sie lief aufs Gericht und zur Lotteriekommisston... alles umsonst, die Leute spotteten ihrer Trä- nen und Flüche. So wandelte sich nach geraumer Zeit der ver- sallene Hauptgewinn in ein heilwirkendes Bächlein der Wohl- tätigkeit... Monde waren seitdem vergangen. Das unglückselige Weib verfiel mehr und mehr in Trübsinn und der geschlage Mann nahm seine Zuflucht zum Maßkrug. Armut und Elend hausten in der verwahrlosten Hütte... Allein an einem stürmischen Winterabend, während draußen körniger Schnee gegen die Fenster prasselte, kam es den armen Teufel von Bauer an, nach langer Zeit heilloser Ab- kehr wieder einmal die ganz vergessene Bibel vom Schranke zu holen und da Trost zu suchen, wo er ihn früher immer gefunden hatte. Eine gute Weile blätterte er verlegen hin und her... dann hielt er unversehens inn« und starrte, starrte, als schaute er das jüngste Gericht. Allmächtiger Himmel, da, wo während Monden kein Aug es gesucht hatte, lag das verhängnisvolle täuschende Spieglein des Glücks... Daruter jedoch stand zu lesen:„Was hülfe es mir, wenn ich die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an meiner Seele?" Stumm ergriff er das wertlose Blatt Papier, hielt es über die Lampe und ließ es langsam zu Asche werden. Es war wie eine Beschwörung anzusehen. Ein Blitzschlag der Erkenntnis erhellte die lichtscheuen Seelen. Mann und Weib hatten den tiefen Sinn, die Weisheit des Himmels verstanden. Erschüttert hielten die beiden sich umschlungen und von stundan zog der Friede wieder in chre Herzen ein, jenes einzigwahre Glück, das nicht an irdische Güter ge- Kunden ist. * .Urteilen Sie, ob ich meinen Kopf verloren habe!" sagte ich zu der reizenden Frau des Hauses, als ich das Manuskript dieser wohldurchdachten Geschichte mit zuversichtlicher Miene in ihre Hände legte. Sie sah mich eine Weile sehr merkwürdig an und begann zögernd zu lesen. Aber bald— grundgütiger Himmel! kein Zweifel, ihre lieblichen Züge verzogen sich zu tränkender Heitertest und end- lich lachte sie, daß ihr die hellen Tränen herunterliefen. „O Gott, verzeihen Sie," lallte ste atemlos,„ich kann nicht mehr. Da» ist je«in« Geschichte, wie sie höchstens noch Karlchen Mi«»nick geschrieben hoben könnte!" Bestürzt ergriff ich die beiden Zipfel meiner Weste und zog daran, doch die verletzende Heiterkeit der Dame wollte kein Ende nehmen. .Nicht mal ein Schuljunge wird Ihnen das glauben.� Lassen Sie um Himmelswillen die Hände davon. Nie werden Sie eine wahrhaft moralische Geschichte schreiben!" Gegen Vorurteile kämpfen Götter selbst vergebens. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Kurz entschlossen tilgte ich meinen ehrlichen Namen auf dem Manuskript und setzte das Pseudo- nym Traugott Kohlrausch hinein. Unter dieser Flagge hat„Da» große Los" seither Millionen Herzen gerührt. Es gilt weit und brest als Muster einer moralischen Geschichte, die namentlich der reiferen Jugend nicht warm genug empfohlen werden kann. Das Spektrum de» Slriusmondes. Einem amerikanischen Astronomen ist e» gelungen, das Spekirum des kleinen Begleiters des Doppelsternes Sirius zu photographieren Das wäre an sich für den Laien kein sonderlich erschütterndes Ereignis, wenn das Ergebnis der Aufnahmen nicht zugleich auch die letzte noch aus- stehend« Bestätigung der Einsteinfchen Relativitätstheorie darstellte. Die komplizierten Berechnungen Einsteins führten seinerzeit zu drei wesentlichen Schlußfolgerungen, deren Nachweis die Bestätigung seiner Lehre bedeutet. Die ersten beiden Punkte wurden bereits im Jahre 1910 bestätigt, der letzte, die Verschiebung der roten Linien im Eirwsspettrum, ist also jetzt nachgewiesen, womit die Ummgreiü barkeit der Einsteinfchen Lehre festgestellt scheint. Die Menschheit. Bon Ronrad Ferdinand Meyer. Ich schaute- wundersamer Morgentraum In eines Kampf's gestaltenvollen Raum. Ein mächtig Ringen war's der Geisterwelt, Bon weh'nden Flammen wechselvoll. erhellt. In Welschland, wenn ich mich befinnen mag, Sah schier ich so gemalt den Jüngsten Tag: Wo, streng gerichtet, was von Even stammt, Zur Hälfte fteigt, zur Hälfte fintt, verdammt. Doch nein! Die letzte Scheidung war es nicht. Es war ein mut'ger Sturm empor ins Licht! Sie rangen alle, mit vereinter Kraft, Nessel von eines Kranzes Leidenschaft. Bantt einer wie gelähmt von Pfeilgeschoß Den riß empor ein ftärf'rer Rampfgenoß. $ 16 Und mancher Kühne stieg in schwerem Flug, Der einen Wunden auf der Schulter trug Da hab ich eines Führers Ruf gehört: „ Der Kerter," schrie er, Geister, ist zerstört!" Das Tor gebrochen! Offen ist die Bahn! Befreit die Brüder! Auf! Empor! Hinan! Aus Sichten Wolfen scholl Posaunenton, Doch war's ein Siegesjubel, nicht ein Drohn. Da plötzlich stund ich im Gewölfe vorn Und stieß aus voller Brust ins Jägerhorn. Aufschwebt der feel'ge Zug in macht'gem Drang, Ich stieß ins Horn, daß mir das Herz zersprang. ( Huttens legte Lage Wie wird das Winterwetter? Die fett bem Jahre 1610, seit der Erfindung des Fernrohrs, berliefert sind. Astronomen, die wie ich ihr Leben dem Studium der Sonne widmen, haben fürzlich eine Tatsache entdeckt, die für die Verteilung des Klimas auf unserer Erde von größter Wichtigkeit ist. Es ist die Tatsache, daß nach zwei Perioden von 11 Jahren das Sonnenfieber zu einem ungemöhnlichen Grade anwächst, und diese Erscheinung wiederholt sich alle 34 oder 35 Jahre. Unter dem Einfluß diefer gesteigerten Sonnentätigkeit verdoppelt sich der Regen auf der Erde, und wir beobachten eine Periode der Nässe, die ungefähr 17 Jahre dauert und von einer ebenso langen Periode der Trockenheit gefolgt wird. Gewöhnlich glaubt man, daß wir uns gegenwärtig in einer nassen Periode befinden; in Wirklichkeit sind wir mitten in einer Periode der Trockenheit. Dies läßt sich schon daraus erkennen, daß der Stand der unterirdischen Wasserschichten gegenwärtig sehr niedrig ist. Der Wasserstand in unseren Brunnen wird weiter bis zum Jahre 1928 fallen; dann wird er sich allmählich wieder erheben und seinen normalen Stand 1935 erreichen." Die Kunst za wandern. Sx feinem fchen Reisebuch„ Redarfeber ( 3.$. B. Die Nachf., Berlin) gibt 3of. Marie frant eine Anleitung zum rechten Banbern: Wanderwege, wo sie auch führen mögen ob zwischen Masurens ftillen Seen, ob meerentlang durch die Hansestädte, ob durch die Berge Tirols, ob ftromentlang durch die Ebenen, ob am Rhein, an der Mosel, am Main, am Nedar, durch Thüringen, durch den Harz, durch die Eifel, ob in Schlesien oder im Sauerland, in Franken oder in Pommern, immer sind sie eingesäumt mit den Rilometersteinen der Zeitgeschichte. Der beschauliche und besinnliche # 30 Wanderer sieht sie und vermag zu lesen, was die Steine fünden. Wir haben die Kunst zu wandern" vergessen. Wir Menschen des Jahrhunderts aller Reforde verstehen es nicht mehr, den tiefen Sinn, der in unserer beſten Leidenschaft, dem Wandertrieb, enthalten ift, zu erfaffen; wir glauben, Wandern sei Reford marschieren, sei Sport, fei Atmen, sei Augenfreude, und sehen nicht mehr die Steine am Weg, auf dem wir gehen; wir hasten vorwärts und verstehen nicht mehr die Kunst, stehen zu bleiben und rückwärts zu schauen. Und sind dennoch verliebt" in eine Vergangenheit, die wir meist nicht fennen. Der französische Astronom Abbé Moreur, der sich seit mehr als einem Bierteljahrhundert in seinem Observatorium zu Bourges besonders mit dem Problem der Sonnentätigkeit und ihres Einflusses auf das Wetter auf der Erde beschäftigt, besitzt als Wettervorhersager eine gewisse Berühmtheit, denn er hat sowohl das Erdbeben von San Franzisto im Jahre 1900, wie das von Messina im Jahre 1908 Borausgesagt. Auch sonst sind seine Vorhersagen schon sehr häufig eingetroffen. Er hat über die fünftige Witterung auf unserem Blaneten wichtige Mitteilungen gemacht. Der kommende Winter," fagt er, dürfte fälter werden als sonst üblich. Der nächste Sommer mird wärmer sein, als wir in den letzten Jahren gewohnt waren. Die Jahreszeiten werden wieder zu der Regelmäßigkeit zurückkehren, die sie in der Zeit meiner Jugend( der Abbé ist 57 Jahre) besaßen. Wir werden also von jetzt an Winter mit ausgesprochener trockener Kälte haben und mit viel Schnee, und andererseits Sommermonate, in denen eine gleichmäßige Wärme herrscht. Es sind auch schwere Erdbeben zu erwarten schon innerhalb der nächsten Wochen und Monate. " Die Beobachtungen und Voraussagen Moreur' stützen sich auf das Studium der Sonnenflecken, denen er wie so viele andere bedeutende Astronomen heutzutage einen entscheidenden Einfluß auf unsere Witterung zuschreibt. Wie viele Menschen vergegenwärtigen sich wohl immer, daß jede Minute die Sonne eine Masse in Brand setzt, die 1½ Millionen Planeten wie der unsrige entspricht. Sonnenfleden sind der sichtbare Ausdruck der Tätigkeit, die beständig in der Sonne vor fich geht," fuhr er fort. Immer mieber ist die Sonne von furchtbaren Explosionen und Stürmen brennender Gase erschüttert, die wir als Sonnenflecken und Protuberanzen sehen. Diese Perioden von Tätigkeit und Ruhe wechseln etwa alle 11 Jahre ab, wie sich aus den Berichten erkennen läßt, Wandern im wahren Sinne ist mehr als gehen"; Wandern ift Sehen und Erfennen, Erleben und Erfühlen, Zusammenfaffen und dann vorwärtssehen in Landschaft, Natur, Bolt, Kultur, Sitte und Geschiche. Wo du auch wanderst, Freund, du wanderst nicht nur durch, banal gesprochen, Begend", sondern du gehst durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und du begreifft, wenn du das erkennst, wenn du lieft, was die Rilometersteine der Ge schichte" fünden, wenn du hörst, wie die Tropfen ins unendliche Meer der Beit" fallen, wenn du den Wanderweg der Menschheit und ihrer„ Kultur" überschlägst, aus der Bewegung den Troft zu schöpfen, den dir die Welt so manchmal rauben will, nämlich, daß Schöpfen, den dir die Welt so manchmal rauben will, nämlich, daß Welt und Menschheit dennoch vorwärts schreiten. Und du genießest zu allem nicht nur die Schönheit an sich", sondern darüber hinaus die Schönheit der Reliquie, mag sie zu loben oder zu tadeln sein! Im stärksten Maße aber wird das zum Erlebnis, führt der Wanderweg durch die Heimat, für uns durch Deutschland; und in stärkstem Maße zu einer Erfenntnis, die uns namentlich heute doppelt mertvoll ist. Wir lieben Deutschland, wir lieben seine Ber gangenheit, nicht, weil seine Vergangenheit liebenswert ist, sondern weil sie das enthält, das uns beseelt, unseren tausendjährigen Rampf um Freiheit und Recht, unseren" Rampf gegen Knechtschaft und Unrecht, den Kampf, den wir immer noch führen. Und die Erkenntnis, wie die Rämpfer vorwärtsstürmend Fuß um Fuß Boden faßten, gibt uns den Mut, den Ulrich von Hutten hatte, und die Gewißheit:„ Es muß gan!" So fünden die Steine am Wanderwege.... Das Radio der Zukunft. Die vom 1 bis 14. Geptember angestellten Bersuche der europäischen Rundfunksender, um jeder Sendestation eine solche Welle zuzuweisen, daß möglichst wenige Störungen durch die einzelnen Sendestationen erfolgen, haben ergeben, daß die Sender sich nicht mehr gegenseitig beeinflussen, wenn sich die Wellenlänge der einen Station von der Wellenlänge der anderen Station um 10 000 Fre: KONFEKTION FÜR ALLE Pelzkragen, Pelzjacken, Pelzmäntel UND WENN EINMAL DAS GELD NICHT REICHT, KAUFT MAN BEI Teppiche, Gardinen, Wäsche ( Mitglied des Reicheverbandes des kreditgebenden Elazelhandels) FEDERLEICHT BRUNNENSTR 1 FRANKFURTER ALLEE 350 KOTTBUSER DAMM 103 CHARLBG, SCHARRENSTR. 5 Zu niedrigsten Preisen mit allerkleinsterAnzahlung. Für Beamte u. Festangestellte besond.günstige Zahlungsbedingungen AUF TEILZAHLUNG Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1924: 13 500 Besucher. quenzen unterscheidet. Benn also eine Station& B. auf der Bellenlänge von 300 Metern arbeitet, was einer Frequenz von 1000 000 entspricht, so fann die nächste Station mit einer Bellenlänge von 297 Metern arbeiten, die einer Frequenz von 1010 000 gleich ist. Je fürzer die Wellen sind, desto günstiger werden die Verhältnisse. Bei einem Wellenlängenbereich von 900 bis 1000 Meter sind z. B. 5 Stationen möglich, bei einem Wellenlängenbereich von 100 bis 200 Metern dagegen 150 Stationen. Da bei einem Wellenlängenbereich von 1000 bis 200 meter nur insgesamt 120 Stationen möglich sind, so hat das Wellenlängenbereich von 100 bis 200 meter allein mehr Möglichkeit für Errichtung von Stationen als das Wellenlängenbereich von 200 bis 1000 Meter. Da sicherlich die Zufunft große Verbesserungen des Rundfunks bringen wird, so fann man annehmen, daß auch das Bereich der fürzeren Wellenlängen in absehbarer Seit für den Rundfunt Bedeutung gewinnen wird, sobald die Empfänger für ganz furze Wellen erfunden sein werden. Dies ist eine Frage der Wissenschaft und der Technit, die sicherlich gelöst werden wird. Wie Dr. P. Lertes in der Umschau ausführt, geht die Anzahl der Stationen bei fürzeren Wellenlängenbereichen, z. B. von 1 bis 3 meter bereits in die Tausende, bei einem Wellenlängenbereich von 5 bis 6 Meter find 1000 Stationen möglich, bei 1 bis 2 meter bereits 15 000. Sobald Sender und Empfänger gefunden werden, die eine Welleneinstellung bis zu Bruchteilen eines Zentimeters gestatten, besteht auch die Möglichkeit, daß man den drahtlosen Fernsprecher einführt und jeder Teilnehmer seine eigene Wellenlänge hat. Diese Wellenlänge würde dann ungefähr dieselbe Bedeutung haben wie heute die Fernsprechnummern. Bei 15 000 möglichen Stationen ist die Herstellung eines verhältnismäßig großen Fernsprechneges schon durchzuführen. Auch sehr große Fernsprechnete liegen im Bereiche der Möglichkeit, wenn die Wellenlängen noch fleiner genommen werden können. Bei 10 Zentimeter Wellenlänge gibt es bereits 75 000 Stationen, die nebeneinander möglich sind, und bei Es sind 2 bis 1 Zentimeter jogar bereits 1500000 Stationen. dadurch also Fernsprechanschlüsse möglich, die die Zahl der Anschlüsse von ganz Deutschland erreichen. Alles diefes ist natürlich noch Zukunftsmufit. Aber wenn man bedenkt, daß noch vor ganz furzer Zeit der Rundfunt eine Phantasie war, so wird man glauben dürfen, daß auch diese Verbesserung des Rundfunts durchaus im Bereich der Wahrscheinlichkeit liegt, zumal sie den physikalischen Gesezen in feiner Weise widerspricht. Auch heute ist es, ja bekanntlich schon möglich, sehr furze Bellen her zustellen. Allerdings find diese Bellen noch nicht für den Rundfunk zu verwenden. Wann wirkt der elektrische Strom födlich? Wenn man die be fannten Schilder mit dem Blizzpfeil und der Aufschrift:„ Achtung! Hochspannung! Lebensgefahr!" sieht, fönnte man der Meinung sein, daß unmittelbare Lebensgefahr nur bei Anlagen mit ganz hohen Spannungen bestehe. Das ist aber nicht der Fall; auch viel niedrigere Spannungen fönnen tödlich oder wenigstens schädigend wirken. Sind doch Tötungen mit 100 Volt tatsächlich schon vorgekommen. Demgegenüber fann man aber wieder anführen, daß mancher schon, wer weiß wie oft, in Berührung mit 110 oder 220 Bolt geraten ist und einen fräftigen Schlag" erhalten hat, ohne daß er einen Schaden davontrug. Es fann demnach die Spannung allein nicht maßgebend sein. Die eigentliche Gefahr für das Leben liegt in der Größe des Stromes, der den Körper durchfließt. Dieser„ Körperstrom" ist es, der alle Schädigungen im lebenden Organismus hervorbringt. Die Schäden, die der Strom an lebenden Wesen verursacht, fönnen unmittelbare und mittelbare Folgen der Stromwirfung sein. Der schwerstwiegende moment ist wohl, daß der durch den Körper gehende Strom zersetzend auf das Blut usw. einwirkt. Wie Erwin Gendrieß in der Technik für Alle" ausführt, darf man den elektrischen Strom auch unterhalb einer gewiffen Spannung nicht als ungefährlich bezeichnen. Wenn mehrere ungünstige Umstände zusammentreffen, so besteht für alle in der Startstromtechnit benutzten Spannungen die theoretische Möglichkeit, schädlich oder sogar tödlich zu wirken. Die ältefte franzöfifche Patenturkunde. Im Pariser Kriegsminifterium befindet sich ein Dokument, aus dem hervorgeht, daß am 20. Februar 1640 dem deutschen Waffenschmied Wilhelm Ralt hoff aus Solingen ein Patent ausgeftellt wurde, das die von ihm erzeugten Modelle vor unberechtigten Nachahmungen schützte. Dieses Patent war das erste seiner Art in Frankreich. Daß es gerade einem Deutschen erteilt wurde, ist eine hübsche Ironie der Weltgeschichte. SCHUTZ- MARKE De Thompsons Seifenpulver THOMPSO SEIFENPULVER -MARKE gibt blendend weiße Wäsche! Drum prüfe, wer sich ewig bindet Ich liefere als Selbsthersteller Ges. geschützt Preisliste gratis! 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Obwohl das Werk eine» der stillen, sast abwegigen und billigem Geschmack verschlossenen war; obwohl sich die Bersoslerin,' die der aristokratischen Diplomatie angehörte, zunächst in eine vornehme Anonymität hüllte und also durchaus nicht auf die propagandistische Mithilfe ihrer Kreise rechnen durste. Die starke Menschlichkeit de» Buches, auf ein Stmder-Frauenschicksal projiziert, wirkte, und irgend- ein, heute nicht mehr zu erfühlendes suggestives Moment trieb die Wertung zum Sensationsersolg. Der kompositorische Reiz des Romans,— das Buch liegt heut« in 191. Auflag« vor— bestand darin, dasi sich Schicksale und Begebenheiten in der Abgcklärtheit einer Briefseri« abrollten, die ihre Bestimmung nicht erreichten. Dieser Roman ist nun verfilmt. Di« Textdichter sind ehrlich genug, zu behaupten, dah sie nur Motive daraus übernahmen, die sie aus ihrer noblen, epischen Starre zur Bewegtheit, zur bildhaften Lebendigkeit ausbauen wollten. Und wahrhaftig: die Motive des Romans klingen nur sehr von nebenher in das Bild. Besonders der hübsche Einfall von den Briefen, die am Ziele vorbeiliefen, er- scheint aufgezwungen, vergröbert, unorganisch verwendet. Was blieb. ist die Ehetragit im Spezialfall eines hochgesellschaftlichen Kreises: ist eine zwischen bewuhter Feinheit und bewußt gesetzten Akzenten schwanlende chinesische— im Milieu übrigens stimmungsträchtig getroffene— Parallelhandlung: und eine Reihe wirbelig gestellter, nur in ihrer Lautheit allzu unvermittelt in die zart vorwärts ge- führte Handlung eingesprengter Bilder vom Baxeraufstand. lieber- houpt: der Regisseur Zelnik, der hier, durchaus glücklich, aber keineswegs gleichmäßig,«inen Kammerfilm zu schaffen sich bemühte, schwankt zwischen köstlich breit ausgespielter Szene und äugen- sättigendem Rummel. E» bleibt«in Riß. immerhin: hielte nur jeder Spielleiter so rein! Und wäre nur jeder Film so delikat photographiert. Und so vollendet dargestellt. wie von B a s s e r m a n n, der in das leiseste Regen des mit- erlebenden Gesichtes seelisch-physiognomische Wunder streut: von G o e tz k e, der den Chinesen in eine fanatisch asiatische Starre preßt: von Manja Tzatschewno, die wie eine Kirschblüte durch den Film flockt und dem erschütternd hündisch ergebenen Chinesen Rien-Sön-Ling. Nicht mal die arme, ausdrucksleere Schönheit der Marcella Albani kann diese darstellerische Geschlojsenheit stören. E» gab einen gewaltigen Erfolg. m. ,wenn Määchen träumen". (Richard-Oswalh-Lichlspsele.) Bei nicht allzu hohen Ansprüchen verlebt man mst dem Film „Wenn Mädchen träumen" einen angenehmen Abend. Je nun, die Geschichte von dem immer noch schönen Onkel, der ein verwöhntes, malitiöses Mädel von seiner Neigung zu einem wertlosen Gecken heilt und auf dem Wege der Liebe zur Einfachheit zurückführt, ist nicht eben neu. auch nicht besonders kurzwellig. Sie ist auch nicht besonders auspeitschend gestaltet, ober sie ist ganz nett mit den Erlebnissen eines kleinen, nach Dänemark zur Erholung oerschickten deutschen Mädchens verkoppelt, das einer mißgelaunten reichen Familie klar macht, wie unverdient gut sie es hat. Der Film hat leider wenig Temvo, er wird aber gut und geschmackvoll gespielt— von Gunnar Tolna e», der zum Liebhaber freilich schon reichlich alt ist, von Karina Bell als reizender Nichte, Nils A st h« r als dem Dandyliebhaber, Mathilde Nielsen als dänischer Ausgab« der Ilka Grüning und vor allem von den reizenden Kindern Else Nielsen und Martin Herzberg. Voran ging ein famoses amerikanische« Lustspiel„Radio- ?l Ii t o" mst köstlicher Selbstbewegung eines ganzen Zuges von Ford-Wagen. �_ f.h.c. Wa-" .Toroaüo." f" OJtimoMJtriafL) Ss handelt sich um«inen amerikanischen Film, in dem ent. fesselte Naturgew asten, Orkan, Plaizrcgen. Ueberschwemimingen. uns in sehr guter Photographie übermittelt werden. King Bag- g o t t. der Regisseur, war ein aufmerksamer und feiner Beobachter. Er schildert dos Leben und Treiben im kleinen Holzfällerdorf sowie den eigenartigen, geheimnisvollen Zauber der weiten kalifornischen Wälder interessant und echt, ohne daß hinter jeder Szene«in Auf. zwingenwollen der Wirkung lauert. Der bewußt« Krampf setzt erst in Verfolg der Handlung ein. Der Held des Dramas bekommt die ihm zukommend«, jedoch von einem«hemaltgen Freunde gestohlene Frau. Darum muß er vorerst als Holzfäller in die Woldwildni» gehen und zum Schluß die Frau aus einem umgestürzten Eisen- bahnwagen retten. Diel« Tat wird ihm insofern erleichtert, weil er gerade zur rechten Zeit auf einem Holzstamm dahergeschwommen kommt. Der dem guten Abschluß im Wege stehende Ehemann er- trinkt rechtzeitig. Dl« Handlung ist voller Spannung, nur logisch ist sie nicht. Honse Peters spielte den Holzfäller. Er hat für den kräftigen Naturburschen die richtige Figur, auch ist sein Mienen- spiel voller Natur und jeder Theatralik abhold. Man freut sich semss Sieges über die Strauchdiebe, der tresslich al» Episode be- bandest wird, fern der üblichen in den Vordergrund gestellten Kraftmeierei. Ruth E l> f f o r d. die unglückliche Frau, und Richard Tuck-r. der Schuft von Ehemann, spielten nach amerikanischem Klischee. Ungenannt blieb ein drolliges, liebes Kind, an dem man seine helle Freude hatte. Der Photoaraph verstand es, die Film- lulissc zM Wirklichkeit werden zu lassen und furchtbare Wirklich- lest als grausig schönes Raturschanjpiel anzufangen. Auch sein Name blieb ungenannt. Warum? Der Photograph spielt in jedem FUm, besonders aber ht diesem Film, eine bedeutsam« Roll«, b. »Ihre romautisthe Nacht". Mit dem neuen, im Ufa-Theater Kurfürstendamm gespiesten amerikanischen Film„Ihre romantische Nacht" verschafft die Ufa ihren Besuchern einen wirklich oenußreichen und vergnüg- lichen Abend. Dieses reizende und graziöse Spiel um die Ehe herum gewährt dem abgespannten Weltstadtmenschen den Genuß, durch sechs kurzweilige Akte hindurch drei liebenswürdig« und Humor- begabte Menschen in dankboren Hauptrollen agieren und daneben mehrere geschmackvolle Chargenspieler an der Arbeit zu sehen. Das Thema ist alt genug: die Milliardenerbin, die nicht um ihres Geldes, sondern ihrer selbst willen geheiratet werden will und schließlich doch einen hübschen Leichtfuß glücklich macht. Aber der eigentliche Zauber des Films besteht eben darin, daß sowohl dieser Bruder Liederlich — Ronald C o l m o n— wirklich charmant ist und auch ein nor- moler Sterblicher diesen Frauengcschmack verstehen kann, als auch in der Schönheit und damenhaften Zurückhallung, mit der Eon- stance T a l m a d g e die Dollorprinzessin ausstattet. Ferner in der Geschicklichkeit der Handlungsführung, bei der immer neue Der- Wicklungen eintreten, wenn man gerade schon das junge Paar sich in den Armen liegen sieht: und schließlich in dem gütigen Humor, nüt dem der prächtige Albert Grau, ein« eleganter« Ausgab« unseres Jakob Tiedtk«, den Schnibberkönig und Bater der reichen Erbin begabt. Endlich wieder einmal ein Film in reichem Milieu, ohne daß man bei Raffkes zu Gaste zu sein glaubt. Eine vergnüg- liche Unterhaltung auch ohne Nullitäten und in allen Ehren. Auf die den Film vorangehenden, neuerdings scheinbar«wer- meidlichen Stepptänzer hätte ich verzichten können. I. h. e. Uabe all U*a-Wochonschau Nr.4 ET.' ,ver Senator unö öle Tänzerin." (Tlmenh!en.Valasl.) Der Titel ist für ein gewisses Publikum sehr verlockend, deutet er doch eine seriöse Angelegenheit mst frivolem Einschlag an. Der Film kommt nämlich aus Amerika, und dort ist ein Senator durch und durch Respektsperson und eine Tänzerin durchaus nicht ge- jellschaftsfähig. Der Manuskriptschreiber ging eigene Wege. Er schildert die Treue eines kleinen Sekretärs, der unerschütterlich zu seinem Herrn hält. Dieser hat eine Frau, die stets auf Reisen ist, weshalb er sich an eine Tänzerin wendet. Das ist an und für sich verständlich, unverständlich aber, dah es gerade zur Wahlzeit ge- schieht. Denn nun wird die ganz« Pressemeut« durch gegnerische Schnüffler auf die Spur des Senator-Kandidaten gehetzt. Als aar die Tänzerin durch einen Unglücksfall ums Leben kommt, wird der Sekretär des Senators unter Mordverdacht verhaftet. Der Unter- suchungsrichter,«in politischer Gegner gehässigster Sorte, treibt den jungen Menschen in einen Nervenzusammenbruch. Der Geauälte bleibt standhaft. Sein« von ihm über alles geliebte Frau hält ihn für untreu, der kleine Sekretär verrät den Senator nicht. Zum Schluß sieht man zwei Sieger, den Senator, der nach Washington zieht, und den kleinen Sekretär, der jedem politischen Ehrgeiz ent- sagt und im bescheidenen Heim bei seinen, überglücklichen Frauchen bleibt. Dieser Vorwurf ist die gegebene Veranlassung zu unendlich feiner Kleinmalerei. Der Regisseur Frank Lloyd schilderte auch die kleinen Alltäglichkeiten des häuslichen Lebens sehr nett, jedoch in steter Anlehnung an bewährte Vorbilder. Er bringt nicht» Eigene«. Früher arbeitete Amerika mal mit jämmerlich schlecht kolorierten Modeschau-EInlogen. Diese abgeschmackte Anstreicherei hat Frank Lloyd auf die Barietä-Tanzlzenen übertragen. Er ver- unstaltet sie gehörig, das muß man zugestehen. Der Film wäre überhaupt durchweg— und nicht nur am Anfang— bedenklich lang- weilig, wenn nicht Glenn Hunt er die Hauptrolle spieste. Dieser Darsteller ist so menschlich, so natürlich, daß man ihm seine Hingabe glaubt und über den Glauben hinaus mit ihm empfindet. Hassent. lich ist er starkwillig, damit er der amerikanischen Schablone ent- geht. Bestie Looe ist ein reizendes Frauchen, sprühend von munterer Natürlichkeit. Sie hat den Borzug, prachtige' dunkle Lugen zu besitzen, die sich in hervorragendem Maß« zum Photo« graphieren eignen. Hobarth Bosworth war der kühle, aber rechtlich denkende Senator. Auf der Bühne wurde fleißig getanzt. Man muß ober den Vorhang ordentlich aufziehen, damit nicht schon während de» Tanze» zwei oder drei Girl» hinter ihm verschwinden. e. b. »Soll man heiraten!" fltT. Surfürstendamm.) Diesem Film mtt dem nahezu indiskret fragenden Titel ging der Ruf voraus, recht lustig zu sein. Da zudem der Regisseur Manfred Raa bereits durch beachtenswerte Arbeiten bekannt ist: waren die Erwartungen ziemlich hoch gespannt. Und da soll sogleich berichtet werden, daß die Freunde der Kleinmalerei voll auf ihre Kosten kamen und die Freunde eines lauten Lachens bis Wochen- mitte warten mußten, bis sie das ihnen zusagende Vergnügen hatten. Dos von Robert L i e b m a n n verfaßte Filmmanustript läßt näm- lich in sieben Tagen allerlei Ereignisse an einer Ehe vorübergeben. Da ist der nur seine Arbeit kennende Ingenieur Carstens, den Max Londa in bewundernswerter Routine spielte. Lisst, die Frau, von der reizenden Olga Tschechows mit beabsichtigt knappen Mitteln dargestellt, möchte natürlich, daß der Mann sich nicht nur mit seinen Zeichnungen, sondern auch einmal mit seiner Frau beschästige. Wie sehr sie vernachläsiigt wird, erzähst ihr überzeugend der Rechtsanmalt Nqström, Hausfreund und Spezialist in Ehescheidungen zugleich Angela Ferrari spiest diesen Schmarotzer an fremder Leute Glück tn hervorragend gutem Typ. Er scheint für dies« Rolle be- sonder» ausgesucht zu sein. Die Sekretärin, mtt der die Frau eifersüchtig gemacht wird, Ist bei Dilma Banky gut aufgehoben. Heiraten will dieses Mädel auf jeden Fall. Der ihr zugedachte Professor ist ein zu großer Tolpatsch, der verehrte Chef läßt sich nicht scheiden, folglich heiratet sie den Windhund von Rechtsanwalt. Am Wochenfchlutz ist alles wieder in schönster Ordnung. Aber, soll man heiraten? Die Frage läßt der Film ohne Be- antwortung. Ja. wer weiß denn auch, was die nächste Woche bringt? Raa hat sehr nette Beobachtungen darüber angestellt, wie e» während eines gemütlichen Essens am Familientisch aussieht, wenn der Mann in seine Fachzeitschrift vertteft ist, die Frau tele- phoniert und der Sohn des Hause» in einem Jndianerbuch liest. Des- gleichen ist die Steigerung in der Abstrafung des Rechtsanwalts einfach famos. Di« Sekretärin gibt ihm eine Ohrfeige, die Fr«, zwei, der Mann wirft ihn zu Bosen und der nur an die Indianer- bücher denkende Junge wollte ihn eigentlich mit einer geliehenen Pistole erschießen. Mitunter ging man freilich in oll dem gefälligen Zierat, der jede Szene füllt, etwas zu sehr in die Breite.-. d. Z» dl« Region tn de, ewigen Eise» versetzt im» der Film, der von der letzte»«xpedMon«mundsen«, im Sommer 1925, heraeitellt worden ist. «ufnabme» von grandioser Schönheit vermitteln einen ttesen Eindruck von dem Reiz der Polarlandschast. Die Koop Film To. G. m. B. H., Berlin, hat diesen Film allgemeinen Interesses für Deutschland erworben. »Ans« lilgllch Bröl.. N Itter diesem Titel wird die Orsenvanm- gikm-G. m. d. H. tn den nächsten Tagen die tliisnahmen z« einem großen sozialen Sittenstlm beginnen. Die weibliche Hauptrolle spielt Jmogene Robertson. Enri Roes«, d««rsolgrelche Regisseur der Terra»Fllm«»Die drei Portiermädei' und»Wenn du eine Tante Haft', ist sllr einen neuen Film der Terra»Grüß' mir da» blonde Kind am Rhein' verpflichtet. Telephon and Kino. Neberraschende Einblicke In das Jeden und Treiben ein« großstädtischen Telephonzenttale gibt der neue Sternhrim-Ftlm der Ufa „DaS Fräulein vom Amt', der im Laufe der nächsten Noch« in Berlin zur vrauffllhrung gelangt. Die Regie führt Hann» Schwarz. vi« geößl« Zllmgeselljchast der Welt. Die FamouS-PlaherS-LaSkst Korporation, die zu den größten Fümsabttlanten der Welt gehört, hat flch auch zu d« größten Besitzerin von Kino» entwickelt, denn ihr gehören nicht wentger al» 700 große Filmtheater. IM-Mdsf Qm ÄD- awieWrfcr-Wviaj: Charleys u ante � i 6.OW0W ite IkrMSbmjderdk Mit anmekanntes Sochkenntnis chen KERSTEN PUTEUR Das baus der Moden Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Dir. A. Hellmer 3 Uhr: Piesko & Uhr: Der Kaufmann von Venedig Morgen 8 Uhr: Der Haufmann von Venedig Lessing- Th. Tägi. 7 Uhr: Zum 31 Male Götz v. Berlicuingen Preise: 1,50-12 M Dienstag, 13 Okt Staats- Theater 7 U. Uraufführe Opernhaus 7 Uhr: Aida Opernhaus am Königspiatz 22 Nathan d.Weise 7/2 Uhr Tiefland 2 Schauspielhaus 8 Uhr.: Peer Gynt Schiller Theater Uhr: Jugend 8 U: Charleys Tante Städtische Oper Charlottenburg Heute 7 Uhr: Carmen Gier anter Olmen von O'Neill Gerde Müller Wegener, Müthel egie B. Viertel Sonntag, 18. Okt nachm 3½, U Biberpelz zu halb. PreisenKleines Theat. Tägl. 8 Uhr Hochzeitstage Schauspiel von Geraldy Trianon- Th. Täg. 8 Uhr Im Damencouné Schwank von Hennequin und G. Mitchel Wallner- Theater haben wir unsere chäuser in allen Artikeln sortiert Kleider Blusen, Jackenkleider, Complets, mäntel, Pelze, chüte, modische Stricknaren. Für das, was wir bieten, sind unsere Preise unerreicht niedrig. KERSTEN& TUTEUR Täglich 8 Uhr: Haller Revue im Theater im Admiralspalast Dir. Herman Haller LEIPZIGER STR. 36, ECKE CHARLOTTENSTR. Zweigniederlassung Kurfürstendamm Ecke Rankestrasse Achtung! Welle 505" II. Rang v. 2.-, Park. vou 4.-, Log. You 8, 2. 60 Bilder Heute Vorstellungen 2 Nachmitt. zu halben Preis. die ganze Vorst. Vorverkauf ununterbrochen Casino- Theater Herrnfeld- Cathriner Str. 37. Theater, Bülowstr.6 Täglich 8 Uhr Was fut side Séparé? How! Tagl. 8 Uhr Nea Die Frau Im gefährl. Alter Vorher das bunte Programm Deutsches Theaters U.: Meiseken mit Dr. Anton Berrafeld Martin Löwe 712 Uhr: Die heilige Johanna von Shaw Regie: Max Reinhard Preise v. 1,50-12 M. Kammerspiele 8 Uhr. Mann Tier Tugend von Pirandello Die Komödie Karfürstendamm 207 8 Unr Gesellschaft v John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Berliner Theater Letzte 5 Gastsp. Kammersänger Rich. Tauber 8U: Eine Nachi in Venedig Operette in 3 Akten von Joh. Strauß Ab Freitag 16 Okt: Gastspiele des Moskauer Künstler- Th Musikal. Bühne 1. Abd.: Lysistrata Luna Park Hente voller Betrieb Feuerwerk Ermas Preise Lustspielhaus 8 Uhr: Bitter Blaubarts achte Frau BarnowskyBühnen. Theater in der Königgrätz.Str. 8 Uhr: Don Juan u. Faust Mont. 8: Wie es euch gefällt Die Tribune Tagl 8 Uhr: Zurück zu Methusalem Homödienhaus Tägl. 8 Uhr: Margarine SCALA & UNT Internat. Varieté Sonntags 330 zu ermäßigt. Preis. das volle Progr. Artbar Wright Das Grosse Programm Residenz- Th Letzte Vorstellungen! 8: Jugendfreunde Freitag, 16 Okt. 8 Uhr! Oeffentl. Generalprobe Sonnab. 17. 7 U. Premiere Circes Heirat Trude Hesterberg Adolphe Engers Ernst Pröckl Oskar Sabo Thalia- Th. 8 Uhr: Annemarie Lotte Neumann, Paul Heidemann, Josefine Dora, Baselt, Diegelmann, Metelka, Wiifan Heute 32 Uhr Kleine Preise! Im weißen Röß'L Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Zum 330. Male Angeliese v. Dessau Marie Escher a. G. Heute 34 Uhr Kleine Preise! Anneliesev.Dessau 1) Ouvertüre. Op., Dichter und Baner".. v. Suppé 2) Ufs- Wochenschan Nr.& 3) Auf der Bühne: Gesellschaftsabend im Savoy- Hotel. Walter Steiner, Chiabrando& Kiki& G. Soll man heiraten? Das Intermezzo einer Ehe in 7 Tagen ven Robert Liebmann. In den Hauptrollen Olga Tschechowa, Vilma Banky, Max Landa, Angelo Ferrari. Regie: Manfred Noa. Wochentags 7 u. 9 Uhr, Sonntags 5, 7 u. 9 Uhr Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Fernsprecher: Hansa 4883. Uta- Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Strassenbahnlinien: & 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, 119. Autobuslinien: Nr. 11, 28, Stadtbahn: Bahnhof Bellevee Circus Busch Am Sonntag nachum. 3 U. bel halben Preisen: Romantisch Manege- Schaustück Der Rattenfänger von Hameln In beiden Vorstellungen: ,, Das Seil des Todes" Fliegendes Torpedo usw. 1000 Jahre Deutscher Rhein Uhr: Große Wasserapotheose Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 160 77. Tägi.8Uhr, auch Sonntag nachm, 8 Uhr( zú halben Preisen) □ Wandelndes Gilck Großer Soletell u. Winzer est am Rhein Reichshallen- Theater Allabendlich& Uhr a. Sonatag nachm. 3 Ohr Steffiner Sänger Nachm. halbe Preise' Dönhoff- Brett'l: Familien Varieté. Anfang& Uhr Sonntags 5 Uhr. 11 Flasche von M. 1.- an Alleiniger Ratskeller Groß- Berlins mit städtischen Regiewelnes Abend- Konzert Mittagessen M. 2.75 Stadtküche Bürgersaal Brandenburghalle u.] Sitzungen für 600-1000 Personen tsstuben ,, Prunkräume" für 15-80 Pers., Privatfe Gute Küche im Ratsweinkeller Pächters Schöneberg Julius Schwenk MARIA MINZENTI MARGARETE SCHLEGEL CHARLES WILLY KAYSER IN DEM NEUEN EMELKA- FILM DIE FRAUEN ZWEIER FILMS JUNGGESELLEN REGIE: FRANZ SEITZ DER GROSSE ERFOLG DER SCHAUBURG KÖNIGGRÅTZER STRASSE 121 WINT BORTEN Little Tich der beste englische Exzentrik- Komiker Amarantina spanisch. Tanzstar sowie die 10 Oktober- Attraktionen. Sonntag nachm. 3%, Uhr halbe Preise! Rauchen gestattet Film Grohes Schauspielhaus SONNTAGS: 2 Verstellungen Norden 2361/58 nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen. Für Dich! Die große Charell- Revue( 800 Mitwirkende) tigl. 8% Uhr Preise der Plätze: Parkett M. 5.- Balkon M. 4Neues 1 Rang M.& 2. Rang M. 1.50, Logen und KlubBessel M. 7-12 & Rarg M. 0.75 Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen. The aler Puhlmann und Bühne Berlin, Schönhauser Allee 148 Ab heute bis 15. Oktober: Das alte Ballhaus Ein Filmspiel aus dem alten Berlin Yor dem Kriege in 10 Akten Außerdem die Große Bühnenschau am Täglich 8 10 Uhr: Deatsches Künstler- Theater Tagl. 3 Uhr: Gastspiel Fritzi Massary: Olly- Polly Die Teresina Operette von Kollo Emmy Sturm Curt Bois Parkettpl.v. 2-12 M Luna Park Komische 814 Oper Dir.: James Klein 814 GrößteRevue der Welt Von Abis Z Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeigt worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkende Unter anderem. Die Pracht der Pelze und Brillanten ( Dies.Bild erscheint erst nächste Saison im Original in Amerika) Die Federn u. Fächer Das Unerhörteste, was an Kostümen je gefertigt wurde Das silberne Rom Das Paradies Sanssouci mit 60 Knaben u. Zwergen und weitere 40 Bilder Auftreten 7 Hassans Karinska u. Dolinoff Sambyv.Folies Bergère Juanita Casanova Overburg 120 Girls! Darsteller: Paul Beckers Paul Westermeyer Erich Poremski Else Balzer Olly Stüwen Lotte Dobischinsky usw. Sonntag, 11. Oktober, 3 Uhr: 1. Nachmittags- Vorstellung bei halben Preisen Jeder Erwachsene 1 Kind frei Vorverkauf ununterbr. geöffnet. Rose- Theater The am Schiffbauerdamm ( Neues Operettenbaus) 4 Uhr: Die Ehre 8: Lady Fanny und 8114 U: Rönig Krausel die Dienstbotenfrage WIEN BERLIN Jägerstraße 63a Täglich 8 Uhr unter Leitung des Komponister Erich Ziegler Was alles in der Zeitung steht Else Bötteker. Berliner Theater Eugen Rex und andere Sonntag 4 Uhr: Nachmittags- Vorstellung mit Eugen Rex Th. a. Hollendorfpl. Berlins größtes Bier- Kabarett 8 Uhr: Die hellblauen Schwestern Die neue KünneckeOperette Heute nachm. 3, U. Kalte u. warme Küche Rennen zu Karlshorst Der letzte Kuf Sonntag, den 11. Oktober Operette von Rab. Winterberg Philharmonie 7 Uhr: Heute nur40 PL. Konzert Th. am Kurfürstendamm Hachm.-. Abd.- Konz Tärlich 8 Uhr: Der glas. Pantoffel Feuerwerk nachmittags 11, Uhr Haupt- Hürdenrennen des Philharm. Orch Berliner Dirigent: Ulk- Trio Prof. Jul. Prawer Neukölln, Lahnstr. 74/75 L DIE ANNELIESE VON DESSAU Ein Spiel von Liebe und Ruhm in 6 Akten Regie: James Bauer Titel: Maly Deischaff rolle: UFA- THEATER/ TURMSTRASSE Heute Sonntag, vorm. 11% Uhr: 1. Sonntags- Vormittags- Konzert OSBORN/ TRANSKY/ URACK Das Theater- Orchester Konzertdirektion Robert Sachs Täglich 8 Uhr: Täglich der große Erfolg Wittelsbach- Palast Berliner Straße 166 am Bayerischen Platz Wochentags 515 710 900 Sonntags 350 515 710 900 8. Woche Deutscher Metallarbeiter- Verband HALLER Dienstag, ben 13. Oftober, nachm. REVUE 1925/26 5 Uhr, in Ewalds Bereinshaus", Staliger Straße 126: Versammlung aller in Kundenbetrieben beschäft. ACHTUNG! Metauschleifer, Galvaniſeure, WELLE 505!" THEATER IN Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Die Situation in den Rundenbetrieben und die Maß nahmen der Unternehmer. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. ADMIRAL Achtung! Werkzeugmacher Achtung! PALASY Friedenspreise! Dienstag, den 13. Offober, abends II. Rang von 2 Mk. 7 2hr, im großen Saal des GemertParkett von 4 Mk. fchaftshauses, Engelufer 24/25: Logen von 8 Mark 3 u 8 Uhr Branchenversammlung 2vorstellungen 2 der Wertzeugmacher, Scharfschleifer und Werkzeughärter. Tagesordnung: 1. Bericht vom halben Preisen tuffion. zu Gewerkschaftstongreß in Breslau 2 Dis 8. Branchenangelegenheiten. 4. Berschiebenes. Nachm die ganze Vorstellung Central Theater 8 17 Die Spezialbetriebe find besonders einUhr Trieschübel selaben. Metropol- Theater 8ahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Mittwoch, den 14. Oftober, abends Uhr: Claire Dux als hr. im Sofal von Lehmann, Jeughofftroke, Ede Mustauer Straße: Mamsell Angol Gemeinschaftt. Bersammlung Kirchhoff, Leux Hansen, Arno Karsavina Heute 12 Uhr mittags der in der Bierdrud- u. Schänkenindustrie beschäftigten Perjanen. Tagesordnung: 1. Die wirtschaft liche Lage in unserer Branche. 2. Ber Niddy Impekoven ebenes Die Rollegen werben ersucht, zahlreich Neue u. alte Tänze Vorverk. ununterbr u erscheinen. Theat. d. Westens ung! Bauauschläger Achtung! Das große Operettenbaus Tägl. 7% Uhr: Gastsp. Hubert Marischka Folgende Bauten der Schlosserei Blume, Charlottenburg, Schillerstr. 97, find für Bauanfchläger gesperrt: Bau Joan und von Zamolski, Bayerische Straße, Ede Wittelsbacher Straße Bau Jacobiwig, Blodbamm, Ede Röpenider Chauffee. Der Orlow Bou Süfengut und Steinhard, Rein Theater in der Klosterstr. 43 8 Uhr: Elektra Die Koblanks Täglich 8 Uhr im Theater in d. Lützowstr. 112 Ecke Flottwellstr. Heute nachm. 4 Uhr zum letzten Male: Hänsel u. Gretel Vorzeig.dies. zahlen nur halbe Preise von 50 Prg. an. Park Lunar Letzt. Sonntag Alle Preise ermaß. Feuerwerk bahnftraße 4. Ban Heinrich Joan, Bichelsdorf, Ruggenhornstraße. Bau Bollmann u. Comp., Wilmersdorf, Friebenau, Livlandtsche Straße. Bau Glavia- Film am 800, Harden bergstraße. Bau Siedlung freie Scholle, Bittenau, Charlottenburger Straße. Bau Heimstädten- Siedlung, Tempelhof, Alarichstraße. Spar- und Erbbauverein, Berlin 9, Genter, Ede Limburger Straße, Firma Benede, Berlin, Chauffeeftraße, find folgende Bauten geiperrt: Bau Disconto- Gesellschaft, Behrenstraße. Bau Commerz Brivatbant, Behrenstraße Umbau Hotel Fürstenhof, Potsdamer Blag. unb Bau Deutsche Gesellschaft, Schabowftr. 6. Bau Semmel, Dahlem, Cäcilien- Allee. Umbau Aschinger, Rosenthaler Blag. Bap Straße 88, Rosened( Grunewald). Bir bitten, dieses freng zu beachten. Achtung! Generalversammlung! Apollo- Theater be ordentliche Generalversammlung Dir. Jam.Klein 8 Uhr Der Mann, der sich verkaufte mit Bruno Kastner Vorverk, den ganz Tag Am Montag, ben 30. November, findet unserer Berwaltungsstelle für das dritte Quartal ftatt. Anträge dazu müssen bis spätestens 24. Oftober bei ber Berwaltung einge gangen fein. Die Wahlförper- Bersammlungen milffen in der Zeit vom 9. bis 21. Sto sember stattfinden. Reuanmeldungen von Delegierten müffen bis zum 23. November erledigt sein. Die Ortsverwaltung. Sind Sie krank? So beachten Sie unsere, an 500 000 Berliner Familien gratis zur Ablieferung gelangende 80 Seiten starke Broschüre: Herbakalaja, eine neue Richtung in der Heilkunst. 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