Abendausgabe fr. 482 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 238 nu simile( 10 Pfennig = Vorwärts Bezugsbedingungen und anzeigenpreife find in der Margenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernlprecher: Dönhof 292-29% Tel- bree: Sozialdemokrat Berlis Berliner Volksblatt Montag 12. Oktober 1925 Berlag und Anzeigenabteilung: Sefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Ferusprecher: Dönhoff 292-29% Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Um Artikel 16. dnod netolineat Wieder wesentliche Fortschritte in Locarno. V. Sch. Cocarno, 12. Oftober.( Eig. Drahtber.) Die legte Blenarsizung dauerte von 11 bis 2 Uhr. Als Briand in das Balast- Hotel zurüdfehrte, murde er von den Journalisten umlagert, da am Bormittag bereits unbestimmte Gerüchte in Umlauf gefegt waren, die angeblich aus den Kreifen der deutschen Delegation stammten. Briand äußerte fich sehr optimistisch und zufrieden, und erflärte, man hätte heute wieder wesentliche Fortschritte über Wrtifel 16 gemacht. Das offizielle Kommuniqué, das am Schluß der Konferenz vereinbart worden ist, ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. Die Tatsache, daß es ausdrücklich die Morte von, mefentlichen Fortschritten" enthält, wurde von Briand und von anderer Seite bestätigt. Die Juristen haben eine Zusammenkunft mit Strzynski. Von dem Ergebnis ihrer Unterhaltung hängt es ab, ob am Nachmittag eine neue Plenarsizung stattfinden Sonst fanden wenige private Zusammenfünfte statt. Aus einer Aeußerung von Strzynski, daß er Luther in den nächsten Tagen sehen werde wird geschlossen, daß das Tempo der Konferenz sich etwas verlangsamt habe. Ministerialdirektor Dr. Gaus trifft sich heute nach mittag mit Benesch und dem ständigen juristischen Sachnerständigen Kretschmar, um den Inhalt des Schiedsvertrages zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei zu besprechen und, wenn möglich, schriftlich niederzulegen. wird. Paris, 12. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Nach den Meldungen der französischen Blätter aus Locarno hat am Sonnabend auf der Bootsfahrt der Hauptdelegierten die entfcheidende Aussprache über den Artikel 16 der Völkerbunds. fagungen, vor allem den Rechten und Zugeständnissen gegollen, die die Alliierten nach dem Eiriritt Deutschlands in den Böllerbund und nach der Unterzeichnung des Sicherheltsvertrages zu gewähren berell fein follen. Außer der in fürzester Zeit vorgesehenen Räumung von Köln und einer Abänderung nicht nur des Befahungsregimes im Rheinland, fondern auch der. bisherigen Berwaltungsmethoden im Saargebiet foll Reichsbannertagung in Berlin. Reichsausschuß und Gauvertreter. nach dem„ Echo de Paris" u. a. auch die Möglichkeit erörtert worden fein, Deutschland das Mandat über eine oder mehrere feiner früheren Kolonien zu übertragen. In Paris erhält sich nach wie vor der Eindrud, daß die Konferenz in Locarno den fritischen Punkt überschriften habe und daß, vorausgefeßt, daß nicht von Bolen irgendwelche unerwarteten Schwierigkeiten erfolgen sollten, die Konferenz späteffens Donnerstag oder Freitag mit einem vollen Erfolg zu Ende gehen wird. Die Ostfragen. Cocarno, 11. Oftober.( TU) Kurz nach der Rüdtehr des deutschen Außenministers von seinem Sonntagsausflug erschien der schechische Außenminister Benesch im Hotel Esplanade, wo er eine von 7 bis 8,15 Uhr dauernde Unterredung mit Dr. Besprechung Stresemanns mit dem polnischen Außenminifter Stresemann hatte. Die für heute abend 6 Uhr vorgesehene wurde auf morgen abend verschoben, da einige Herren von ihren Sonntagsausflügen nicht rechtzeitig zurück fein konnten. Die neue Woche beginnt im Zeichen der östlichen Probleme Es scheint Einigkeit darüber zu herrschen, daß Tschechen und Polen erst zugelaffen werden, wean die schwebenden Fragen von den Hauptmächten genügend vorbereitet sind. Der tschechoslowakische Gesandte in Berlin,& toffa, ist nach Locarno abgereift. V. Sch. Cocarno, 12. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die gegnung zwischen Stresemann und Skrzyniti fand heute vormittag bei Briand ffatt. Sie tonnte nur von kurzer Dauer fein, da bereits um 11 Uhr die Delegierten sämtlicher Länder sich im Konferenzgebäude von Locarno zu einer Plenarsißung trafen. Kein Eingreifen Hindenburgs. BIB. meldet: Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß Reichs. präsident v. Hindenburg ein prominentes Mitglied der deutschen Delegation zur persönlichen Berichterstattung nach Berlin berufen habe, ist, wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, unrichtig. nicht die anderen die Mehrheit haben und daß wir mit den Farben der Republit ihm die Achtung, die ihm gebührt, entgegenbringen." Beiter beschäftigte sich hörsing mit den Veranstaltungen, fügte hingu:„ Wir müssen mit allen Kräften jegt darauf hinwirken, die in Zukunft von dem Reichsbanner getroffen werden sollen und die in Zukunft von dem Reichsbanner getroffen werden sollen und daß ein lebermaß von Veranstaltungen aufhört". Sehr eingehend erörterte der Bundesvorsitzende sodann die Buftände, wie sie sich in der Am Sonntag vormittag fand aus Anlaß des Zusammentretens des Reichsausschusses des Reichsbanners Swarz- Rot- fügte Gold im ehemaligen Herrenhaus in Berlin eine Tagung der Bundesleitung des Reichsbanners mit den Führern der 32 Gaue statt. Als Bertreter der Bruderorganisation in Deutschösterreich nahm auch Staatssekretär a. D. Dr. Deutsch aus Wien an der Sigung teil. Die Tagung diente im wesentlichen der Klärung und Besprechung organisatorischer Fragen Sie ergab, daß sich die Organisation im Laufe der letzten Monate wesentlich gefestigt hat und bie Berichte aus allen Landestellen zeigten deutlich, daß die Behauptungen der politischen Gegner, das Reichs banner besinde sich in einer rückläufigen Bewegung, falsch find und gerade das Gegenteil festzustellen ist. Am Nachmittag um 2 Uhr fand dann im Plenarsizungsfaal des ehemaligen Herrenhauses die Tagung des Reichsaus. schusses und der Bauvorstände unter Leitung des Bundesvorstandes des Reichsbanners statt. of Bon Mitgliedern der preußischen Regierung waren Minister. präsident Braun und Minister Severing erschienen, meiter fah man den Berliner Polizeipräsidenten Grzesinsty. Die Sizung wurde durch eine Rede des Bundesvorsitzenden Oberpräsident Otto Hörfing Magdeburg eröffnet. Hörfing erinnerte zunächst an die große Reihe der im Lauf bes Jahres verstorbenen führenden Mitglieder des Reichsbanners, aber auch daran, daß eine große Anzahl von Kameraden von hatentreuglern ermordet worden sind. In Berlin wurde unfer Kamerad Erich Schulz im Wahlkampf von einem Frontbannmann erschossen. Erschossen wurde gleichfalls don einem Jungdomann der Kamerad Bruno Boltmann in Oder berg. Stahlhelmer, die leider nicht ermittelt werden, er. Ichlugen unfern Kameraden Heinrich Bräuer in Bantwit bei Roblen i Schl. Hafenfreuzler erschossen den Kameraden Richard Wollow in Salih in Mecklenburg. Im Anschluß an den Nachruf auf die Toten und die Opfer der hafentreuzlerischen Banden tam Hörsing auf die politische Haltung des Reichsbanners gegenüber der jetzigen Reichsleitung zu sprechen und legte dar, warum das Reichsbanner fich nicht an dem Berliner Empfang des damals noch unvereidigten Reichspräsidenten Hinden burg beteiligt habe. Die Angriffe, die wegen biefer Nichtbeteiligung Don der Rechtspresse auf das Reichsbanner niederhagelten, feien ein Beweis dafür, daß die Haltung des Reichsbanners richtig ge wesen ist. Aber: Niemand von uns wird jemals die Roheit an den Tag legen, die unsere Gegner von rechts und lints dem verstorbenen Reichspräsidenten gegenüber zeigten Reichspräsident von Hindenburg ist fein 3antapfel für uns, auch teine umftrittene Bersönlichkeit, folange er im Sinne und Geiste der Reichsverfaffung fein hohes Amt ausübt. Wir werden ihm die Achtung, die dem Reichs präsidenten gebührt, ent gegenbringen. Aus diesem Grunde haben wir es auch für richtig gehalten, den Reichspräsidenten zu der diesjährigen Haupt verfassungsfeier, die in Berlin stattfand, einzuladen. Unser Bund wird in Zukunft überall, wo der Reichspräsident erscheint, und wo unfere Beteiligung irgend möglich ist, ftets auf dem Plane fein. bem Reichspräsidenten zu zeigen, daß die Republitaner und gegen das Reichsbanner gerichteten Juffizpraris herausgebildet haben. Er protestierte gegen die einfeilige Recht sprechung, wie sie in Striegau, Lüneburg und jetzt in Grevesmühlen gehandhabt würde und forderte die Mitglieder des Reichsaus. Schuffes auf, ihren Einfluß bei den Regierungen dahin geltend zu machen, daß diese Art von Juſtiz nicht erſt zu einer Katastrophe treibe, die vielleicht manchen Kreiſen nicht unangenehm sei. Bun Schluß wandte er sich gegen die Treibereien, die von gewisser pa. zifistischer Weise gegen das Reichsbanner veranstaltet würden und schloß mit der Bersicherung, daß ein einiges großes Deutschland, eine starte Republit das Ziel des Reichs. banners bleiben werde. Die Rebe des Oberpräsidenten Hörfing wurde wiederholt von lebhafter Zustimmung unterbrochen und zum Schluß mit einmütigem starten Beifall aufgenommen. In der sich dann anschließenden Diskussion spielte die Stellung zu dem extremen Pazifismus eine Rolle Darauf ergriff Bundesvorsitzender Hörfing das Wort zu fol. genden Schlußausführungen: Die pazifistische Frage ist für den Bundesvorstand durch seine Erklärungen erledigt. Das Verhältns des Reichsbanners zu den republikanischen Parteien muß mit Ruhe und Verständnis in der bisherigen Weife weitergeführt werden. Was die Jugendfrage angeht, so müssen wir, da, wo es feine politischen und gewerkschaftlichen Jugendorganisationen gibt, die Jugend von der Schulentlaffung an erfaffen, weil sonst die Gefahr der Aufnahme durch die reaktio. nären Berbände besteht. Wenn gesagt wird, daß das Reichsbanner die Parteien schädigt, so fragen wir, ob die Parteien ohne das Reichsbanner aus den politischen Kämpfen der letzten Zeit beffer hervorgegangen wären. Barteiprogramme mügen allein nichts, es muß eine Macht, wie unfere Organisation, hinter ihnen stehen. Zum Schluß ging Hörfing noch auf die österreichische Anschlußfrage ein und betonte, daß sie nur im Einvernehmen mit den österreichischen Kameraden gelöst werden kann. Abg. Koch sprach dann unter lebhaftem Beifall im Namen des Reichsausschusses Hörfing für die Energie, mit der er das Reichs banner bisher geführt habe, den Dant aus und wünschte, daß er noch lange an der Spize des Bundes stehen möge. Staatssekretär Dr. Dentsch- Wien, mit Beifall begrüßt, erklärte, daß die österreichischen Rameraden mit der taftvollen Haltung des Reichsbanners einverstanden seien. Unser Gefühl zieht uns zu Deutschland, wir sehnen den Tag herbei, wo wir Brüder des großen Deutschen Reiches werden. Das aber ist nur möglich, auf dem Boden der Republik. Bir sehnen herbei das Reichsbanner von der Nordsee bis zu den Karparthen, vom Rhein bis zur Donau. Mit der Mitteilung, daß der Bundesvorstand an der Beisehungs feierlichteit für den Minister a. D. Preuß teilnehmen werde, schloß Hörfing die Sigung. 250 Aufgepast Republikaner! Wilhelm läßt in Berlin ein Denkmal einweihen.- Die Reichswehr wird zur Treue für ihn aufgefordert. Die Hauptstadt der deutschen Republik war gestern der Schauplatz einer monarchistischen Demonstration, an der der Reichspräsident und die Reichswehr beteiligt waren. Auf dem Garnisonfriedhof wurde das Gefallenendentmal des Regiments Auguſta enthüllt. Die Einweihung erfolgte im Auftrag S. M. des Kaisers und Königs" durch den General a. D. Sigt v. Ar min. Die von diesem Herrn auf tragsmäßig gehaltene Rede ist eine besondere Unverschämtheit. eine unerhörte Herausforderung der Republik und des republikanischen Berlin. In Anwesenheit einer Reichswehr- Traditionskompagnie" - der Reichspräsident traf erst später ein führte der Beauftragte des Ertaisers aus: Ich habe die hohe Ehre, daß Seine Majestät, der Salset und König mich beauftragt haben, das Denkmal des Regiments Augufta und seiner Referveregimenter 55 und 202 einbarkeit und unwandelbarer Treue und find so, wie er zuweihen. Wir gedenken seiner in ehrfurchtsvoller Dankbei uns, im Geifte bel ihm. 3ch begrüße den Prinzen Ostar von Preußen, den erlauchten Sproß des Kaisersind, daß sie vom selben Geiste wie das alte Heer beseelt ift. ferner die Vertreter der Behörden, vor allem den Oberbürgermeister von Koblenz, dem alten Garnisonort der Auguffaner. Ich begrüße weiter die Offiziere und Kameraden des Regiments Augufta und feiner Referveregimenter 55 und 202, fowie ihre Angehörigen. Wir bewahren den gefallenen Kameraden ein treues Gedenken, aber wir wollen auch einen Tag des Wiedersehens mit den lebenden Kameraden feiern. Wenn wir den alten Kameraden die Hand drücken, so steht der 3auber der Tradition vor unseren Augen. Die Tradition foll uns aber nicht nur erheben, sondern sie muß uns fräftigen für die Gegenwart und für die Zukunft, für den Kampf um die Gefundung unferes Boltes und den Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Das oberste Gefeß für uns alle ist das der Pflichterfüllung, gefreu den kriegsartifela und dem Fahneneld, den wir Seiner Majestät geIchworen haben. Unsere Jugend muß wieder erzogen werden zu Zucht und Siffe und zur Autorität gegenüber Goff, Volk und Vaterland. Dieser Tag hat nur 3wed, wenn er uns fräffigt und zufammenfaßt, zum Wohle für das Vaterland zu arbeiten und zu fämpfen. Diese Rede wurde im Rahmen eines Festgottesdienstes" gehalten, der charakteristischerweise mit ihr begann. Nach der verschiedenen Konfeffionen, als Vertreter des„ Höchsten", dem Bertreter des Allerhöchsten" durften auch Geistliche das Wort ergreifen. feier, zu der dann auch der Reichspräsident- in Dem Festgottesdienst folgte die eigentliche EnthüllungsGeneralfeldmarschallsuniform- eintraf. Nun nahm der Beauftragte des Ertaisers abermals das Wort, um den Reichspräsidenten zu begrüßen und das Denkmal dem Vertreter der Reichswehr, General Ritter vom Haag. zu übergeben. Sodann legte Sirt v. Armin im Auftrag des Ertaisers einen Kranz nieber, darauf durfte dann der Reichspräsident, als verfassungsmäßiger Repräsentant der immerhin noch bestehenden Republik, das gleiche tun. Das Denkmal trägt auf dem Sockel die Inschrift: Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor." Aus unseren Gebeinen wird ein Rächer entstehen." " " Eine fachliche Auseinandersetzung mit den Auffaffungen, von denen die Feier beherrscht war, erübrigt sich. Was das deutsche Volf dem letzten Saifer zu danken hat, weiß es. Mögen fich Generalsgehirne den Lehren der Geschichte ver schließen, sie beweisen damit nichts als ihre eigene Enge. Für den ungeheuerlichen Stand al dieser Rundgebung für Monarchie und Revanche in den Tagen von Locarno!- trägt die Reichsregierung und trägt vor allem der Reichswehrminister die Verantwortung. Wir fragen: War es dem Herrn Reichswehrminister bekannt, daß das Denkmal von einem Abgesandten des Ertaisers mit einer frechen Provokationsrede eingeweiht und der Reichswehr übergeben" werden sollte? Und wenn ihm das bekannt war, hat er es nicht für nötig gehalten, den Reichspräsidenten vor der Beteiligung zu warnen und der Reichswehr die Beteiligung zu verbieten? baren Hat der Herr Reichswehrminister, der noch immer, wie jetzt bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen, als de mo tratischer Wahlredner auftritt, fein Gefühl dafür, daß fich die republikanische Bevölkerung Berlins diese breiste Herabwürdigung der Republit nicht gefallen laffen tann? Nehmen wir den allerdings vielleicht ganz undentfompagnie ein republitanisch gesinnter Soldat beFall an, daß sich in der Reichswehr- Traditionsfunden hätte, und daß dieser an Ort und Stelle mit einem Ausruf des Protestes auf die Herausforderung reagiert hätte - was wäre, Herr Geßler, diesem Soldaten geschehen? Aber, wie gesagt, dieser Fall ist ja undenkbar. Denn die Reichsmehr, so belehrt uns der Abgesandte des Ertaisers, lebt im Geist des faiserlichen Heeres. Sie ist in Gedanken ganz in Doorn. Sie erschauert in Ehrfurcht beim Anblick eines erlauchten Sproß des Raiserhauses". ,, ir alle," sagte der Abgesandte des Ertaisers ,,, sind treu dem Fahneneid, den wir Sr. Majestät geschworen haben." Also auch die Reichswehr ist auf Se. Majestät ver< leidigt? Herr Geßler auch? Wie steht es dann mit der Treue zum Eid auf die republi-| Partel nach dem bisher in Berlin geltenden Organisations tanische Verfassung? Diese Treue gilt offenbar unter dem system zusammenberufen, sondern eine für diesen 3wed Regiment des Herrn Geßler nicht mehr. Der Soldateneid eigens neu aufgezogene Körperschaft. Es wird ist heilig. Nur wenn er auf die Republik geschworen am Mittwoch ein sogenannter 3 ellentag einberufen. In ist, dann darf er gebrochen werden! Bellen- Gruppenversammlungen werden die kommunistischen Mitglieder nach Betrieben gegliedert zusammentreten, um die Umstellung vorzunehmen. Dies Verfahren bedeutet, wie die Rote Fahne" schreibt, eine Revolution in der Berliner Kommunistischen Partei: Unter solchen Umständen kann natürlich auch nicht erwartet werden, daß der Reichswehrminister in Formen respettvoller Vorstellung den Reichspräsidenten darauf aufmerksam macht, was ihm die Würde dieses Amtes gebietet. Gewiß, die Republik fällt noch nicht um, wenn ihr oberster Bertreter bei einer offiziellen Feier einem andern den Vortritt läßt. Aber wenn dieser andere der Vertreter des nach Holland geflohenen letzten Kaisers ist, so wirkt das einiger maßen grotest. Sollte der Herr Reichspräsident der Meinung sein, er wäre nur der Zweite im Deutschen Reich und Wilhelm II. wäre noch immer der Erste, so wäre das eine falsche, gefährliche und mit der Würde seines Amtes nicht zu vereinbarende Auffassung. Indes, mit Worten wird hier wenig geholfen werden. Hier stehen Meinungen gegen Meinungen, Gefühle gegen Gefühle. Und so sei gefagt: Die republitanisch ge finnte Bevölkerung der Hauptstadt der Deutschen Republit wird es sich nicht nehmen lassen, auch ihre Gefühle zu deutlichem Aus druck zu bringen. " " Die Reorganisation des Parteiapparates auf die neue Basis, auf die Betriebszellen bedeutet eine tleine Revolution. Denn es tritt nicht nur eine neue Gruppierung der Gesamtmitglied fchaft ein, sondern auch die Zusammenfegung der unteren Leitungen erfährt einen grundlegenden Wechsel... Die Durchführung der Wahl der provisorischen Bellengruppenleitung bedeutet, daß eine große Anzahl neuer Kräfte aus den Betriebszellen in die untere Parteileitung hereinfommt. Wir werden vielleicht einige wild gewordene Spieß bürger, die im Wohnorte sehr radikal", in ihrem Betrieb aber Angsthafen und Drückeberger find, aus den verschiedenen Funktionär posten verlieren." Bei dieser Reorganisation handelt es sich darum, einen ficheren Apparat für die Oberbefehlshaber aus dem russischen Erefutivfomitee in Moskau zu schaffen, der hemmungslos bei der Abfägung der renitenten linken Führung und der un fritischen Durchführung der wechselnden Parolen von Sinomjew funktioniert. in dem er Barmat als einen zuverlässigen Geschäftsmann bezeichnet, der seine Berbindlichkeiten bisher prompt erfüllt habe, in Ansehung der erheblichen Differenzen, die hinsichtlich des Geschäftsverfehrs Barmats mit den Reichsstellen zu seiner Kenntnis gekommen waren, nicht die Vorsicht angewandt hat, die er bei seiner Stellung im öffentlichen Leben Deutschlands der Staatsbank gegenüber hätte walten laffen müssen. Als erster Redner erhielt zu seinem Plädoyer Genosse Dr. Waenfig das Wort, dessen überaus sachliche Stellungnahme von Ausschuß mit großer Aufmerksamkeit gewürdigt wurde. Er wies mit Recht darauf hin, daß die Entrüftung über den Kutisterund den sogenannten Barmat- Standal unter der Einwirkung von Ereignissen, die nur unter dem Gesichtspunkt der allgemeineu finanziellen Lage zu würdigen find, im Gegensatz zu der großauf. gemachten Hezfampagne der Rechtsparteien, im Abflingen ist. Inzwischen habe man den Zusammenbruch des Stinnes.Kon. 3ernes erlebt, für dessen Sanierung fich die Staatsbant großzügig eingefegt habe. Wenn heute von der Landwirtschaft die ihr gewährten Kredite zurüdgezogen werden, so hätte man den größten Zu fammenbruch der Landwirtschaft zu erwarten. Genosse Waentig würdigte fodann das Verhalten und das Geschäftsgebaren der Staatsbank einer eingehenden Kritif. Er warf die Frage auf, was wohl unter dem früheren Finanzminister v. Miquel geschehen wäre, wenn die Staatsbant solche Geschäfte gemacht hätte. 3weifellos hätte fich ein Gewitter schwerster Art über den verantwortlichen Personen zusammengezogen. Welches Geschrei hätte wohl die Rechtspreise erhoben, wenn in jener Zeit nicht der Volksparteiler Dr. v. Richter, sondern Genosse Lüdemann Finanzminister und wenn der Präsident der Staatsbank nicht Schröder, der den Rechtsparteien angehört, sondern etwa der Genosse Loeb gewesen wäre. Soweit Berstöße und Bergehen einzelner Be amten vorgekommen sind, sind sie zu mißbilligen und mußte für deren Abstellung gesorgt werden, und sicherlich sind auch Mängel am insofern Milde walten zu lassen, als in den Jahren der Inflation und der darauf folgenden Deflation( 1923 und 1924) selbst eine überragende faufmännische Leitung dazu gehört hätte, Verluste zu vers meiden. Sehr interessant waren die Ausführungen des Redners in wirtschaftspolitischer Beziehung und seine Parallelen, die er in bezug auf die Handelsgesellschaft und den Anilin- Konzern zog. Berlin ist nicht München. Die Berliner werden es sich nicht gefallen lassen, daß das so weitergeht. Hört dieser Standal nicht auf, dann wird die unmittelbare Gegenmirtung nicht ausbleiben. Es wird sich dann zeigen, ob man in der Hauptstadt der Republik nur noch für die Die Schlußßigung des Untersuchungsausschusses über die Syſtem festgestellt worden. Aber abgesehen davon, sei er doch barn, Monarchie demonstrieren darf oder ob es auch erlaubt ist, für die Republit und gegen die uniformier fen Monarchisten zu demonstrieren. Wir verlangen nachdrücklich, daß mit diesen Herausforderungen Schluß gemacht wird und machen den Reichswehrminister noch einmal auf seine Verantwortung auf mertfam. Mehr Mut zur Wahrheit. Also haben die Deutschnationalen bisher gelogen. Auf einer deutschnationalen Rundgebung in Stettin hielt der Reichstagsabgeordnete Schlange- Schöningen eine Rede, deren wesentlich politischer Inhalt die Erklärung war, daß die Deutschnationalen um jeden Preis in der Regierung bleiben müßten. Am Schluß dieser Rede tam Schlange Schöningen auf das Führerproblem zu sprechen und forderte von den politischen Führern der nationalen Bewe gung mehr Mutzur Wahrheit, auch wenn diese Wahr heit den Massen nicht angenehm sei. Diese moralische Forderung und dieser Appellandas Berantwortungsbemußtsein der deutschnationalen Führer birgt in sich das Geständnis, daß es den Deutsch nationalen bisher an Mut zur Wahrheit gegenüber den Massen gefehlt habe. Dieser Mut fehlt ihnen auch heute noch. Warum wagen sie es nicht, den Massen zu sagen, daß fie in der Kriegsschuldfrage bei ihnen falsche Hoffnungen er medt haben? Warum versichern sie immer noch, sie würden niemals einen Verzicht auf Elsaß Lothringen unterschreiben, während sie in Wahrheit doch bereit sind, das Ergebnis der Konferenz von Locarno, das den Verzicht auf Elsaß- Lothringen im Nie- wieder- Krieg- Bertrag in sich Schließen wird, zu akzeptieren? Die große Säge. Die Reinigung" der Berliner KPD. Am tommenden Mittwoch wird die große Säge in ber Berliner Organisation der Kommunistischen Partei in Lätig feit gesetzt werden. Ein großer Schub der Funktio näre wird vollzogen werden. Zu diesem Zwecke werden nicht die entscheidenden Unterinstanzen der Kommunistischen Niddy, das Kind. Middy Impetoren, die einst als Wunderfind begann, ist eine Reihe von Jahren in Berlin nicht mehr aufgetreten. Man fonnte zweifelhaft sein, wie sie jetzt, wo sie längst fein Kind mehr ist, wirken würde. Die Matinee, die sie am gestrigen Sonntag im Metropoltheater veranstaltete, bemies, daß ihre Kunst ihren Charakter und ihre zauberische Wirkung bewahrt hat. Der stürmische Beifall des überfüllten Hauses war wohlverdient. Die Tänze der Impekoven sind noch immer Tänze eines Kindes. In der Kindlichkeit der Bewegungen, die einer Welt naiver Gefühle fcheinbar unentwickelten Formausdrud geben, liegt der charafte ristische Reiz dieser unvergleichlichen, unwiderstehlich fesselnden und bezaubernden Kunst. Klein ist diese Welt, aber sie ist voller Schönheit und Märchenglanz. Aus großen, umflorten, feltfam glänzen den Augen blickt dieses Kind, wehes Lächeln auf den Lippen. Ein frankes Kind. Selbft über umhertollender Ausgelassenheit schwebt ein melancholisches Wöllchen. Rührend das drollige Auftrumpfen, die grimassierende Gebärde. Ergreifend die kleinen Sehnsüchte, die zum Himmel ftreben, nicht sich aufschwingen, sondern hilflos zu flettern fuchen. Spannungen und Entspannungen von einer sanften, füßen Weichheit, die fade erschiene, wenn sie nicht dem Stil des Kindlichen entspräche. Ein wunderbar durchgearbeiteter Körper. Die Ausdrucksformen nicht vielgestaltig, aber in phantafievoller, reid) muancierender Anwendung allen Intentionen gehorchend. Dabei ganz eigen, teiner Schule oder Richtung vergleichbar. Charafte ristisch das Hochziehen des Knies, die schöpfende Aufwärtsbewegung der Arme, die einheitliche Aktion der rechten oder linten Körperhälfte. Wunderbar das Spiel der Hände(„ Das Leben der Blume") und die Ueberwindung der Schwere, die etwa im Andante gra. zioso" komplizierte Balletteffekte mit schlichtesten, fünstlerisch vor nehmen Mitteln erzielt. Die Kompositionen von großer Einfachheit, fonsequent und durchsichtig im Aufbau, äußeren Effekt verschmähend. Wirksam durch den persönlichen Charme der Künstlerin und die Redlichkeit des Gefühls, die auch gotische Stilanflänge(„ Credo") lebendig und glaubhaft werden läßt. Zwei Mängel sehe ich in der Kunst der Impefoven. Sie ist untrennbar und rettungslos der Musik verhaftet. Ohne deren Begleitung nicht denkbar. Zuweilen erscheint es zweifelhaft, wer die Führung hat: die Tänzerin oder der Flügel. Die Mufit unterstreicht dann nicht nur die bewegungsrhythmischen Atzente, sondern sie gibt fie selbständig. Der Tanz scheint auszusetzen und die Mufit fegt ein. Das höchste und legte Ziel des modernen Tanzes, der musiflose Tanz, ist der Kunst der Impefoven unerreichbar. Und dieser Kunst fehlt auch die Kraft der rhythmischen Raumgestaltung. Mit jedem Sprung und Schwung der Wigman oder der Palucca scheint die Szene mitzufchwingen. Hier konzentrieren und beschränken sich Blid und Gefühl auf den bewegten Körper der Tänzerin, die Bühne bleibt unbelebt. Dieses große Geheimnis des modernen Tanzes hat sich der Impefoven nicht entschleiert. Aber trotz jolcher Mängel bleibt ihr Tanz eine unvergleich liche, in ihrer Art nicht zu übergipfelnde Leistung. Und er wird feinen Wert und feine Wirkung behalten, solange die Bühnenerscheinung der Tänzerin den Ausdruck des Kindlichen gestattet, Barmat- Untersuchung am Ende. Kreditgebahrung der Staatsbank. Heute vormittag wurde dem Untersuchungsausschuß die umfangreiche Formulierung vorgelegt, die der zu diesem Zwede eingefeßte Unterausschuß in langwierigen Berhandlungen ge funden hatte. 11. a. wird in derselben festgestellt, daß das Gesamt engagement der Staatsbanf bei der Stein- Bant( Kutister) in Höhe von 14,25 Millionen Mark, abgesehen von zugegebenen Unredlich feiten einzelner Beamten, die zu untersuchen nicht Aufgabe des Aus schusses war, durch eine ganze Reihe von organisatorischen und persönlichen Fehlern von Mitgliedern der Generaldirektion und Beamten der Staatsbank entstanden sei. Die Hergabe von Geldern an Kutister war vom volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt aus nicht zu rechtfertigen. Bu mißbilligen ist, daß die Staatsbant sich mit Rutister in spefulative Geschäfte eingelaffen hat. Wichtig ist folgende Feststellung: Eine Verbindung zwischen den Geschäften Barmats und Kutisters bei der Staatsbant bestand nicht. Hinsichtlich der Kredithergabe an den vielgenannten Barmat. Konzern wird gefagt, daß die Hergabe des Kredits deshalb angreifbar war, weil es fich um eine so große häufung von Kre. diten an einer Stelle handelte. Der 3 med des Rredits lich im allgemeinen zu rechtfertigen. war, im Gegensatz zu dem Kutister Kredit, volts wirtschaft. weiter: Was die Beziehungen von im öffentlichen Leben stehenden Es heißt dann in der ziemlich umfangreichen Formulierung Persönlichkeiten zu Barmat betrifft, fo hat die Beweiserhebung nicht ergeben, daß bei der Gewährung der Staatsbankkredite an die hier behandelten Konzerne im politischen Leben stehende Bersonen sich direkte oder indirekte Borteile verschafft haben. Im übrigen ist der Aussuchß der Auffassung, daß der Abgeord. Dr. v. Richter im Dezember 1924 sich insofern unvorsichtig vers nete Hellmann bei seiner Besprechung mit dem Finanzminister Kredites für Barmat durch die Seehandlung in Kenntnis gelegt war, halten hat, als er, nachdem er von der Ablehnung eines weiteren den mit dieser geschäftlichen Angelegenheit amtlich nicht befaßten Finanzminister zu veranlaffen verfuchte, feinen Einfluß dafür einzu feßen, daß die Staatsbant eine Krediterhöhung gewähre. Abg Heilmann ging dabei von der Ueberzeugung der Kreditwürdigkeit des Barmat Ronzerns und der fachlichen Prüfung seines Gefuches aus. heilmann usw., b) der Polizeipräsident Richter in der Art Im übrigen ist der Ausschuß der Auffaffung, daß a) der Abg. feines privaten freundschaftlichen Verkehrs mit Julius Barmat nicht diejenige zurückhaltung bewahrt hat, die feine besonders exponierte amtliche Stellung erfordert hätte; c) der Reichskanzler a. D. Bauer bei der Erteilung des Empfehlungsschreibens an die Staatsbant, in dem der kennzeichnende Reiz ihrer Schöpfungen liegt. Belche Wege der Entwicklung dann einschlagen wird, menn Riddy, das Kind, nicht mehr glaubhaft erscheint, muß die Zukunft lehren. Freuen wir uns heute, daß uns diese Fülle reiner fünstlerischer Schönheit geboten wird, und genießen wir dankbar das Gebotene. John Schitowsti Das 4. Mufiffest der Deutschen Gitarren- und Caufenfpieler hat am Sonntag abend uns auch die Gitarre als Soloinstrument vergeführt. Ob das Lautenspiel über seinen alt hergebrachten Cha rafter als Begleitmusit hinaus mit Erfolg zum Solovortrag entwickelt werden kann, mußte uns Gegenwärtigen, die mir in ge fteigerter Instrumentalwirkung aufgewachsen sind, zweifelhaft ereinen. Immerhin haben Orchester von Lautenschlägern, besonders russische Balalaitaspieler, große Erfolge erzielt und auch die Tamborizzatapellen und Mandolinenorchester haben ja von Südeuropa ihren Weg zu uns gefunden. Luise Balter, ein anmutiges, erst 15jähriges Mädchen, spielte nun Gitarrensolo. Sie hat damit schon in Wien, ihrer mufitliebenden Heimat, große Erfolge erzielt, und fie zeigte im Meistersaal ebenso fichere Technit wie Mufitalität. Die vorgetragenen Stüde, meist tlaffische, aber auch moderne[ panische von Tarrega, hörten sich um so hübscher an, als das vorzügliche Instrument ebenso vollllingende Attorde, besonders in der Tiefe, wie ganz zartes Piano hergibt. Nur das eben bei der Gitarre wie bei der Bither der plögliche Uebergang von der Tiefe in die Höhe mit jener eigenartigen Tonfolge verbunden ist, die das flavier- und orchestergewöhnte Ohr befremdet. Innerhalb dieser Begrenztheit leistete die junge Künstlerin ganz Ausgezeichnetes. r. bn, | dem Antrag, der zur Einsehung des Untersuchungsausschusses führte, Die Frage der Staatsbant und deren Geschäftsgebaren fei nach gewissermaßen nur so nebenbei behandelt worden. Er hat seine Aufgabe darin gesehen, festzustellen, inwieweit politische Per. sönlichkeiten bei der Vermittlung der Kredite mitgewirkt haben, inwiefern unlautere Beeinflussungen stattgefunden haben und direkte oder indirekte Borteile sich Politiker dabei verschafften. rials nach, daß in feinem Falle etwas derartiges festgestellt fei. Aft rials nach, daß in feinem Falle etwas derartiges feſtgeſtellt fei. Art... elles Interese habe lediglich der sogenannte Fall Heilmann, deffen Intervention beim Finanzminister v. Richter der umstrittene Bunkt sei. Genoffe Waentig vertrat die Auffassung, daß Hellmanns Vorgehen im Gegensatz zu den Bekundungen Dr. v. Richters, der feine Aussagen natürlich im guten Glauben gemacht habe, feinen Anlaß bieten tönne, ihm eine ankorrekte Handlungsweise vorzuroerfen. Nach seiner Auffaffung feien die Ausführungen des che maligen Finanzministers nicht richtig, da er zum mindesten sich der Einzelheiten des Gespräches und der sogenannten Intervention übergramm nach, daß Richter sich an einem Tage bei seiner Bernehmung haupt nicht erinnern fönne. Genoffe Waentig wies aus dem Steno nicht mehr erinnern fonnte, was vorher durch den Vorsitzenden en Hand von Dokumenten festgestellt war. Heilmann habe selbst zu= gegeben. daß er, der persönlichen Freundschaft zu Barmat zuliebe, wohl Mitglied des Aufsichtsrats feines Konzerns gewesen wäre, daß Dr. Waentig fam zu dem Schluß, daß nach dem ganzen umfang er es aber absolut abgelehnt hat, geschäftlicher Berater zu sein. reichen Beweismaterial höchstens eine Unvorsichtigkeit Heilmanns festzustellen sei. Über diese Festsieilung sei das alleräußerste. Genosse Waentig wies an Hand des vorliegenden Beweismates Dr. Deerberg mußte in feinen voltswirtschaftlichen Ausführun gen zugeben, daß die Kredite an Barmat mittelbar und unmittelbar voltsmirtschaftlich gerechtfertigt maren. Er spricht noch meiter. Die englifche Arbeiterpartel hat ber Breffe mitgeteilt, baß burch Zirkulare alle Lofalverbände angewiefen morden feien, in Uebers einstimmung mit dem Beschluß des Parteifongreffes von Liverpool alle Rommunisten aus den Barteilisten streichen zu lassen. Das Deutsche Theater in Eger ist auf behörbliche Berfügung geschlossen worden. Wie es heißt, soll durch diese Gewaltmaßregel die Geftattung tschechischer Borstellungen, die von der Stadtgemeinde abgelehnt worden sind, erzwungen werden. den Jahr in Mailand dafür zu sorgen, daß der Bölferbund eine ständige offizielle Feuerbestattungstommiffion einrichtet, die dem bestehenden Komitee angegliedert werden soll Schlyter hat bereits die Unterstügung der Bertreter vieler Länder gefunden. Feldzug gegen das Mitofin in Amerika. Aehnlich wie den Alkoholgenuß will man in den Bereinigten Staaten auch den Tabat befämpfen. Eine Anti- Zigaretten- Liga, die aber auch jede andere Form des Rauchens bekämpft, will unter der Leitung des Chemilers Dr. Harvey Willen einen groß angelegten Antinikotinfeldzug eröffnen, zu dessen Unterstügung ein Kampffonds von einer Million Dollar vorgesehen ist. Der überflüffige Henker. Die dänische Regierung hat ihrem enter mit halbjähriger Frist gefündigt, denn die Tätigkeit dieses anderswo sonüßlichen Mitgliedes der menschlichen Gesellschaft bestand nur noch in der Einziehung seines Gehaltes. In Däne mart hat seit über 30 Jahren feine Hinrichtung mehr stattgefunden, obwohl die Todesstrafe noch nicht offiziell abgeschafft worden ist. Glückliches Land! Auch die Sphing wird alt. Die Berwaltung der ägyptischen Altertümer hat vor furzem mit Arbeiten begonnen, die befiimmt find, den Sphingfoloß auf dem Byramidenfelde bei Gisch von den Sandmassen zu befreien, die ihn zu ruinieren drohten. Ein Teil des berühmten Monuments ist bereits vom Sand befreit und freigelegt. Jest soll der Rücken der Sphing, der durch die Sandmassen eingedrückt worden ist, in seiner ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt werden. Im Verlauf der bisher durchgeführten Arbeiten stieß man auf ein neues Grab, dessen Innendeforation von bemerkenswerter Schönheit ist. Leider ist der Sartophag, den man in dem Grab auffand, leer. Die berühmte Sphung von Gisch, die Wettbewerb für zwei Brunnenanlagen im Botanischen Garten. aus dem Felsen herausgehauen worden ist, mißt vom Scheitel bis Der Kultusminister hat foeben unter den preußischen Bildhauern einen Wettbewerb zur Gewinnung von Entwürfen zur Sohle zwanzig Meter. Sie mußte bereits im Jahre 1818 pon für zwei Brunnenanlagen im Botanischen Garten schütten drohte. Solche Ausgrabungen erwiesen sich in der Folge Caviglia aus dem Wüftensand ausgegraben werden, der sie zu ver in Berlin Dahlem ausgeschrieben. Bestimmungsgemäß follen die Brunnen in der Grundform und Größe gleich und zirka 1,60 noch des öfteren als notwendig. So hat im Jahre 1886 eine fran Meter hoch sein. Zur Beseitigung aufgetretener Zweifel wird beefische Gesellschaft das wieder nahezu verschüttete Monument erneut freigelegt und durch eine Mauer vor fünftiger Versandung zu tanntgegeben, daß diefe Höhe nur für die Wasserentnahmestellen schüßen versucht. Aber auch dieser Schuß erwies sich gegenüber den maßgebend ist. Die Brunnen selbst dürfen höher sein, sollen sich ständig vordringenden Sanddünen der Wüste als wirtungslos, jo allerdings in ihren Größen dem Charakter des Gartens einfügen. daß jezt neue umfangreiche Arbeiten notwendig wurden, um die Die Ausführung foll in wetterbeständigem Material erfolgen. Diese Sphing vor dem Ruin zu bewahren. Bestimmung ist somit erweitert. Die Brunnen waren bisher nur in Stein gedacht. Die im Bunft 3 der Wettbewerbsbestimmungen angegebene Höhe( 50 bis 60 Zentimeter) fommt in Wegfall. = Ein internationaler Feuerbestattungstongreß ist für fommendes Frühjahr in Mailand aus Anlaß der 50. Wiederkehr des Tages, an dem dort das erste Krematorium errichtet wurde, geplant. Der dieser Tage in Paris abgehaltene internationale Städtetag, auf dem 40 Staaten vertreten waren, hat die Vorbereitungen dazu getroffen. Es wurde beschlossen, auch Deutschland zu dieser Konferenz einzuladen. Im Namen des Weltvereins der Feuerbestattungsvereine hat Stadtfynditus Gustav Schlyter aus Helsingborg( Schweden) einen Bericht über den Stand des Feuerbestattungswesens erstattet und darin besonders die Bedeutung des deutschen Feuerbestattungsmejens hervorgehoben. Die Bestrebungen gehen dahin, im tommenDer Männerchor Jichte- Georginta 1679" gibt am Sonntag. ben 18 abends 7 Uhr, in der Alten Garnisontire, ein Konzert. Starten Aum Preise von 1,20 Mt., einschließlich Programm, find noch an der Abend taffe erhältlich. Mary Wigman wird ihre neuen Tänze am 17. Dttober im Blüthner sa al zum ersten Male zur Aufführung bringen. Die Gemäldegalerie Carl Nicolal, Biftoriastraße 26 a, bat am 1. D tober eine umfangreiche Kollektiv- Ausstellung von Werfen des Malers Schuppner- Hamm eröffnet, die figürliche Kompofitionen, Porträts, Land shaften und Blumen zeigt. Humbold- Hochschule. Ueber Naturwissenschaft und Weltanschauung bricht Dr Victor Engelhardt, Mittwoch, abends 8 Uhr, in ber Aula Dorotheenstraße 12 Für die Freiheit der Kunst. Riesenversammlung im Theater am Nollendorfplatz. Das Eintreten für die Freiheit der Kunst muß heute praftisch mul fientisch sein mit dein Protest gegen ihre dauernde Vergewaltigung. Es ist zu hoffen, daß der imposante Berlauf der geftrigen Proteft Derfammlung in dem überfüllten Theater im Rollendorfplat tenjenigen eine ernste Mahnung sein möge, die da glauben, daß sich die Freien im Lande jede und auch die tollste Bevormundung gefallen lassen werden. Freiheit der Kunst ist eine Selbstverständlich feit, und Eingriffe der Staatsgewalt müssen abgewehrt werden!" erflärte Ernst Fidelt, der Präsident der Bühnengenoffenschaft unter tosendem Beifall. Feier bei den Märzgefallenen. Die Weihe des neuen Portals auf dem Friedhof im Friedrichshain. Der deutsche Republitanismus huldigt einer schlichten, prunt.| porsigender des Reichsbanners, das Bodium zu einer Ansprache, losen Ausdrudsform, ganz im Gegensatz zu jenen monarchischen, die in ber er dem Bürgermeister Genoffen Mieliz und feinen tai fonnten und dazu beigetragen haben, der Monarchie im Bolt jeden banner im Geist der 48er Kämpfer bie Erziehung des deutschen sich in Pomp und Brunt und verlogenem Schein nicht genug tun fräftigen Mitarbeitern den Dank für das Gefchaffene aussprach. Zum Schluß brachte der Redner das Gelöbnis aus, daß das Reichs: nur wünschenswerten Abbruch zu tun. Die schlichte, fast farge Boltes vornehmen wolle, die Erziehung zu einem freien Menschen. Gemessenheit republikanischer Anschauung fommt auch in der neuen tum, denn nur ein freies Menschentum verbürge einen freien BoltsPforte zum Ausdruck, die vom Stadtbaurat Hoffmann entworfen staat. Das Reichsbanner wird den Bürgern Berlins diese Stätte und von Bildhauer Placzek gestaltet, endlich in würdiger Form zu erhalten wissen. Die Farben, für die die Toten gefämpft, find den Eingang zu dem kleinen Friedhof der Märzgefallenen im Reichsfarben geworden. Es gilt nunmehr, fie in die Seele des Boltes zu verpflanzen, aus dem Baterland einen wirtlichen freien Friedrichshain an der Landsberger Allee eröffnet, und die weihungsfeier der Deffentlichkeit übergeben wurde. am gestrigen Sonntag mit einer würdigen, ebenso schlichten Ein. Boltsstaat zu machen. Nach ihm sprad) Senatspräsident Freymuth: Kritif on der Rechtspflege ist notwendig und wird auch von einfichtsvollen on der Rechtspflege ist notwendig und wird auch von einfichtsvollen zünftigen Juristen in Zukunft getrieben werden, auch wenn man mirklich die Mitglieder des Republikanischen Richterbundes aus dem großen deutschen Richterbund ausschließen will. Soll man als ehr licher und aufrichtiger Mensch etwa fchweigen zu dem hinlänglich befannten Fall des Schauspielers und Rezitators Gärtner, der zu einem Jahre und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, zu der Verhaftung des Dichters Johannes R. Becher, zur Beschlagnahme der Bücher von Kurt Kläber, Larissa Reisner, Berta Last, Otto Wolf, soll man schweigen zu dem polizeilichen Ueberfall auf Curt Corinth und zu der eben eist vorgenommenen Hausfuchung im Sozialwissenschaftlichen Archiv in Berlin? Barum verbietet man dann nicht auch ganze Kapitel der Bibel, den„ Göt Don Berlichingen, Michael Rohlfinken, ehe man den Kämpfern für deutsche Freiheit, die an dieser haas, Rabale und Liebe", die Bücher von Tolstoi, 3ola, Anatole France und die eber" von Haupt mann? Warum werden nicht die Räuber beschlagnahint und marum nicht Wilhelm Tell", in dem doch ein Landnogt er. mordet wird, der oufreizenderweise auch noch den Namen Geßler trägt? In der Deutschen Reichsverfassung heißt es: daß das deutsche Bolf gewillt sei, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern. Aber in den genannten Fällen vermißt man wirklich Gerechtigkeit und Freiheit, und deshalb müssen wir, jo traurig es ift, Schiller variierend, rufen: Deutsche Republit, gib bu deinen Staatsbürgern allen Gedantenfreiheit!( Stür mischer Beifall.) Wolfgang Heine, der nächste Redner, erinnerte im Ein. gang seiner Ausführungen an die Der Heinze und betonte, daß mun ein Bierteljahrhundert später, da die Dummheit ja unsterblich fet, derselbe Rampf noch einmal geführt werden müsse. Es handelt fich, fo fonstatierte er weiter, nicht um die Machtansprüche stumpffinniger Bureautraten, sondern um eine Belle bösartigen Philister tums. Früher legitimierte fich das Ewig- Beftrige als dynastisch, es ist nicht ungefährlich, wenn es sich heute als demokratijch und fozial aufführt. Eine Demokratie, die den Durchschnittsverstand zum Herrn macht, würde einen Herdengeist züchten und noch unmahr. haftiger fein als das alte Gewaltregiment.( Betfall.) Dem Bhilifter ift geistiges Streben von Natur aus zumiber, weil er sich stets mit Neuem auseinandersetzen muß. Wir sehen uns gegenüber einer wahren Springflut des Philiftergeist es, die Deutich fand zu überschwemmen droht. Aber jetzt ist es genug: Gärtner fizt noch im Gefängnis( Pfui!-Rufe), von der Anmestie ist er ausgefchloffen wir fordern feine Entlassung!( Stürmischer Beifall.) Tnpisch ist es übrigens auch, wenn ein bayerischer Theaterdirektor verwarnt wird, weil er nicht nur Kabale und Liebe", sondern eine Spielzeit vorher fchon Emilia Galoffi hat aufführen laffen, or raus eine hochmahlöbliche Stadtverwaltung ben Schluß zog, daß hier nichts Ruchloferes als die Erziehung zur Demotratie beabsichtigt sei. Es wird der Begriff ber Borbereitung zum Hochperrat so weit ausgedehnt, baß er das Bachfen einer bee Schon unter Strafe ftellt; damit verläßt man den Boden bes Besches und bestraft schlimmstenfalls bie Borbereitung zur Borbereitung einer Borbereitung. Bo soll das ein Ende nehmen? Stets vergißt man, daß bie politische gitation und bie Runst zwei ganz verschiedene Sprachen sprechen und infolgedeffen auch ganz verschiedene Wirtungen ausüben; besonders schlimm ist es freilich, daß man sich nicht belehren laffen will und die Gutachten wirklicher Sachverständiger fast grundsäglich ablehnt. Ber tann da noch mit seinem Namen beden, was unter folchen Umständen zustande kommt? mich hat der Fall Gärtner jedenfalls veranlaßt, cus dem Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit auszutreten! Bravo- Rufe!) Nun ist auch noch eine zweite Leg Heinze gegen die Jugend in Vorbereitung, obwohl wir heute genug junge Menfchen haben, die mit ihren 15 oder 16 Jahren viel reifer sind als die Ber faffer solcher Baragraphen. Was im alten Staat Tradition allen falls verständlich machen fönnte, ift in der Republik unerträglich, würdelos und eine Schmach.( Stürmischer Beifall.) Dann sprach Ludwig Fulda, sicher nicht mehr ein Bertreter der jüngsten Generation, trotzdem aber wie alle empört, mas dieser zugefügt worden. Als Triebfeder der gegenwärtigen Ungeiftigkeit bezeichnete er die Nachtwächterfront vor der Freiheit des Gedantens, eine Furcht, die immer zu ängft. lich ins alarmierende Horn stößt, uneingebent der alten Erfahrung, daß die offene Flamme viel weniger gefährlich sei als die schwelende. Ueberall, stellt der Redner feft, würde man schreibend und redend heten und schmähen fönnen, soviel man wolle, trop der Berfassung. Nur wenn das freie Wort geläutert in der Dichtung erscheint, jetzt es fich der Verfolgung und der Bestrafung aus. Bir verlangen die Gedantenfreiheit, nicht weil wir die Auflösung, fondern gerade meil wir die Gefittung wollen, die ohne jedes Recht nicht denkbar ist. Wir wollen den freien Gedanken im freien deutschen Staat!( Stürmischer Beifall.) Bu einem Höhepunkt, und nicht nur zu einem oratorischen, führte die Ansprache von Emil Bind, dem Regisseur der SaltenburgBühnen; besonders wenn er ohne Manuskript sprach, riß er zu vielen Zwischenrufen hin. Senatspräsident Freymuth behandelte noch einmal furz den Fall Bandt und machte die erfreuliche Mitteilung, daß fich die Reichsanwaltschaft dem Antrage auf Wiederaufnahme des Berfahrens angefchloffen habe. Der Schriftsteller Heinrich Eduard Jacob rerlas ben bereits im„ Borwärts" veröffentlichten Brief von Gerhart Hauptmann, und Ernst Ridelt verlas eine Resolution, die einstimmig angenommen wurde. Die Resolution lautet: „ Die am 11. Oftober 1925 in Berlin versammelten Bertreter der geiftigen Arbelt und ihrer Verbände erheben Einspruch gegen die fortdauernden unerträglichen Eingriffe von Verwaltung und Juffis in die Selbständigkeit der Kunst fowie gegen Pläne der Gefeggebung, die eine Gefahr für die deutsche Kultur bedeuten. Unter dem Vorwande, den Staat, die Religion, die Sittlichkeit oder sonst irgend ctwas zu schüßen, versäumt man den Schuh der Schaffenden, unterdrüft man die persönliche Freiheit des Dentens und Handelns im Gebiet des geiffigen Lebens, die für ffarte Ceiffungen unentbehrliche Boraussetzung ft; der besonderen Gefühlewelt und Ausdrufsform der Kunst steht man verfiändnislos gegenüber und mißt fie an philifterhaften Maßstäben. Die Bersammlung warnt die junge deutsche Republit vor diefer Gefahr innerer Unfreiheit und fordert die umgehende Entlaffung Gärtners aus dem Gefängnis." Zunächst sah man nichts von der Pforte, denn sie wurde burch eine große schwarzrotgolbene Fahne ver. hüllt. Davor hatte ein Bannerträger mit der alten roten 48er Demotratenfahne, über die gestern im Vorwärts" berichtet wurde, Aufstellung genommen. Im Halbtreis umfäumten geladene Gäste den Plaz. Große Menschenmassen rüdten auf allen Straßen und Wegen an. Zuerst ergriff der Bürgermeister des Bezirks Friedrichshain, Genoffe mielig, das Wort. 77 Jahre, fagte er, find vergangen, zwei Generationen mußten ins Grab Stätte fchlummern, eine würdige Eingangspforte jegen konnte. Ein schlichtes Portal aus hartem Stein und zähem Eisen, von Künstler. hand entworfen, wird der Deffentlichkeit übergeben werden. Es fann fich nicht meffen mit den Denkmälern einer vergangenen Epoche, es will sich auch nicht mit ihnen meffen. Das Erhebende aber an der Feier ist, daß zu ihr viele Tausende herbeigeeilt find. schilderte, wie nach 1848 die Reaktion siegte, und wie sie ihren Der Redner gab dann einen geschichtlichen Rücblid, in dem er Haß gegen die Freiheit an den toten Kämpfern ausließ, indem sie zu verhindern wußte, daß man sie im Tode in der bei chriftlichen und zivilifierten Bölkern üblichen Weise ehrte. Das arbeitende Bolt von Berlin aber hat die Toten niemals vergeifen und ihnen jedes Jahr Kränze gebracht. Die ehemaligen Berliner Polizeipräsidenten jedoch duldeten nicht einmal die roten Schleifen an den Kränzen. Heute ist es wesentlich anders. Heute meilt der Berliner Polizei präsident Grzesinski selber der Feier bei. Heute stehen die repu blifanischen Beamten der Schußpolizei bereit, um der Feier jebe Störung fernzuhalten. In warmen Worten gedachte Genosse Mielik des Heimgangs von Hugo Preuß, des Schöpfers der Weimarer Berfassung, und schloß mit den Worten: Wir sind des Er. reichten froh, aber an dieser Stätte wollen wir uns geloben, nicht zu ruhen, sondern das vor 77 Jahren begonnene Wert, dessen Berteidiger die stillen Schläfer hier waren, zur Bollendung zu bringen. Die Trommeln wirbelten, die Fahnen fentien fich, bas Portal wurde ben Blicken frei. Run betrat Genosse Friz Koch, GauDer Propagandasonntag. Das war gestern des Tag des ersten Kräftemessens. Alle hatten fie ihre Wahlzettelverteiler auf die Straßen geschickt. Selbst die Partei der Mampenationalen fonnte es sich nicht vertneifen, in schmuftigen, verlogenen Flugblättern die so dumm eingeschägten Berliner zu ihrer unmöglichen Wahl aufzufordern. Auch die Leute mit der gesegneten Bigblattftimmung, die Volksparteiler, zitierten Bibel und Alten Frig, um bie braven Bürger vor dem roten Sodom und Gomorrha zu bemahren, das ihnen angeblich havor. steht und dann unsere Genoffen! Bom frühen Morgen an waren die Jugend sowie eine große Zahl älterer Genoffen treppauf, treppdie Jugend sowie eine große Zahl älterer Genoffen treppauf, treppab im Dienste unserer großen Sache unermüdlich tätig. In die engen Wohnungen der Hinterhäuser gelangten die Aufklärungsund Abrechnungs" blätter ebenip mie in die Vorderhäuser. Diskussionen wurden angetnüpft, Mißverständnisse beseitigt, und manchem Zweifelnden die Sache des Boltes mieder nahe gebracht. Die geftrige Sonntagspropaganda mar nach den Maffenversamm. fungen der großzügige Auftaft unserer Berbearbeit. An dem starfen Willen der Arbeiterschaft werden alle fommunalpolitischen Verschlechterungspläne des Bucherblods zuschanden werden. V Eine Stahlhelmer- Tat. in dem Lotal Don Barwintel, das unweit des Bahnhofes Köll In Neukölln gab es in der Nacht vom Sonntag zum Montag nische Heide in der Steinbodstraße liegt, eine Schlägerei amifchen Stahlhelmleuten und Reichsbannermännern. Wolffs Bureau verbreitet darüber die falsche Nachricht, die Reichsbannermänner feien fingend die Straße entlang gezogen, und es sei dann zu einer Schlägerei zwischen ihnen und Straßenpaffanten gefomunen. Nach der uns gegebenen Darstellung ist der Sachverhalt der, daß einige in dem Lotal einkehrende Reichsbannermänner beim Bier ein Frei Heil! ausbrachten, und daß sie darauf von anwesen den Stahlhelmern angegriffen wurden. Ein Stahl helmer pacte einen Reichsbannermann von hinten an der Kehle und würgte ihn, und aus diesem Angriff und dem Versuch der Ab. wehr entwickelte sich dann eine Schlägerei. Wolffs Bureau meldet, daß drei Reichsbannerleute verlegt worden feien. Er litten habe der Buchdrucker Karl Eichholz eine Nasenverlegung, der Arbeiter Erwin Krüger eine Verlegung am Auge, der Schlächter Werner Bübbert eine Berlegung am Hinterkopf. Die drei Verletzten wurden durch das zu Hilfe gerufene Ueberfallfommando nach der nächsten Rettungsstelle gebracht und erhielten dort die ersten Ver. bände. In der Nachricht des Wolfffchen Bureaus bleibt unerwähnt, griff ausging. Wie man uns mitteilt, ift jene Gegend schon öster dah Stahlhelmer beteiligt waren und daß von ihnen der Anburch Stahlhelmer unsicher gemacht worden. Ein Giftmordprozeß in Potsdam. Die Tragödie einer alternden Frau wird heute por dem Pots. damer Schmurgericht verhandelt. Wegen bes versuchten Batten. damer Schmurgericht verhandelt. Wegen bes versuchten Gatten. mordes ist die 43jährige Förstersfrau Go ette aus Neuhof bei Brüd angeklagt. Neben ihr steht ihr früherer Liebhaber, der 22jährige Knecht Willi Gardegti aus Berlin, dem Beihilfe vor. geworfen wird. In Neuhof fand man im Forsthaus am 11. De zember 1923 den Förster Reinhold Goette mit einem Herzschuß tot auf. Er hatte Selbstmord verübt. Bald darauf schenkte die Försters: frau ihrem Liebhaber, dem Knecht, der in dem Forsthaus gestellt war, die goldene Uhr, Pelz und Anzüge des Verstorbenen, zog mit ihm nach Berlin und ergab sich dem Kokain. Mit ihrem Ehemann hat bie Angeklagte in denkbar unglüdlichfter Ehe gelebt. Der Förster, der dem Trunk ergeben war, hat sie mit der Reitpeitsche oft geschlagen. Schließlich wurde aber der Knecht der alternden Frau überbrüssig und er perfehrte mit einer jungen. In ihren Rache gefühlen ging die Frau nun zur Polizei und bezichtigte lidh und Gardegti des perfuchten Giftmorbes an dem Förster. Für die Berhandlungen, zu der zahlreiche Zeugen geladen find, sind zwei Tage in Aussicht genommen. Die Eröffnung der Fleischmarktgroßhalle. Heute früh um 6 Uhr wurde die neue Fleischmartigroßhalle an der Landsberger Allee offiziell dem Verkehr übergeben. Das Leben und Treiben, das man schon um dieje 3eit an den Berfaufsständen der Halle, die sehr übersichtlich angeordnet sind, beobachten fonnte, zeigt am deutlichsten, wie notwendig dieser Bau Und Als letzter Redner beftieg der greife Genoffe Frig Zubeil das Podium. Was jene Tapferen, so sagte er, zur Aussaat brachten, das sind wir, Aeltere und Jüngere, verpflichtet, zur pollen Reife gelangen zu laffen. Noch sind wir von dem Ziel weit ent fernt, noch muß ungeheuer getämpft werden. Ehe es fomeit getommen ist, daß wir die Pforte dieses Friedhofes meihen fönnen, hat es lange und erbitterte Kämpfe in der Berliner Stadtverord netenversammlung gegeben. Jahr für Jahr mußten wir Sozia liften darum fämpfen. Aber wir waren in der städtischen Ber tretung zu schwach, um derartiges durchsegen zu fönnen. von jenem Teil der Bürgerlichen, von denen wir Berständnis für das Opfer der Freiheitstämpfer und für die Notwendigkeit ihrer Ehrung erwarten durften, wurden wir auch nicht genug unterſtüßt. Aber in jedem Jahr wallfahrtete die Berliner Arbeiterschaft mit Kränzen zum Friedhof der Märzgefallenen. In jedem Jahr aber wiederholte sich auch das für den Tiefstand deutscher politischer Kultur und Sitte bezeichnende und tief beschämende Schauspiel, daß Bolizeileutnants mit großen Scheren bereit ab und zerschnitten und den Kranzträgern vor bie Füße warfen. standen, die die von der Arbeiterschaft gestifteten Kranzschleifen Manches ist nun zwar erreicht, aber mir dürfen unser waches Mißtrauen nicht verlieren. Leicht fann bie Zeit fommen, wo wir noch einmal tatkräftig werden eingreifen müssen, um den Sieg des Boltes sicherzustellen. Das arbeitende Bolt von Berlin aber wird es dem Bezirksamt Friedrichshain nicht vergessen, daß es dafür gesorgt hat, daß die toten Kämpfer in dieser würdigen Weise geehrt werden. In dem Augenblid, als Groß- Berlin gegründet wurde, wurde diese Frage in Angriff genommen, die jetzt zu einem glücklichen Ende geführt worden ist. Darauf traten die Festteilnehmer einen Rundgang burch den ftillen, in seiner Urwüchsigkeit schönen Friedhof an. Inzwischen hatten in der Landsberger Allee die Kamerabschaften des Reichsbanners Aufstellung genommen und marschierten in einem eine halbe Stunde dauernden Zug an dem Portal vorbei. Ungeheure Menschenmaisen säumten die umliegenden Straßen als Beweis für die werbende Kraft, die dem republikanifchen Gedanken heute mehr denn je innewohnt. für die Fleischversorgung Groß- Berlins ist. Weil aber die Halle bei weitem nicht den Ansprüchen genügt, die an sie gestellt werden, ist ja fchon ein Neubau in Angriff genommen, der mit dem neuen Kühlhause, mit dessen Herstellung ebenfalls begonnen ist, in etwa einem halben Jahr dem Berfehr übergeben werben soll. Gleich Beitig foll, um den Verkehr des Fleisches über die Landsberger Allee vom Schlachthof zu der Engroshalle zu unterbinden, für den Transport ein Tunnel gebaut werden. Folgenschwerer Straßenbahnzusammenstoß in Tegel. Ein schmerer Straßenbahnzusammenstoß ereignete fich Sonntag nachts 12 Uhr in der Sendligstraße in Tegel in der Nähe des Jugendheimes. Ein Triebwagen ber inie 25 fuhr aus bisher noch Bucht das Anpralls murbe ber Anhängemagen start beidhädigt. Cine wigeflärten Ursachen auf den Anhänger der Linie 27. Durch bie große Anzchl Berfonen erlitten Quetsch und Schnittmunden, boch waren alle Verlegungen alüdlicherweise leichter piatur, fo hag bie Berlegten sämtlich ihre Wohnung aufsuchen tonnten. Lediglich eine Frou, die sich im Baul Gerhard Stift verbinden ließ, deren Berfo. nelien auch nicht mehr feftgestellt werden konnten, hatte Start blutende. aher nicht gefährliche Barlegungen erlitten. Der schmerbeschädigte Wagen mußte abgeschleppt werden. Das Reichsbanner bei der Trauerfeier für Suno Breuk. Das Reichsbanner Schwarz Rot Golb, beffen Reichsausschuß der verstorbene Reichsminister a. D. rgo Breuß angehörte nimmt mit Abordnungen an der am Dienstag, beit 13. Ottober ftattfindenden Trauerfeier teil. Die Mitglieder bes Reichsbanners treten auf dem Plag vor dem Abgeordne tenhaus in der Brinz- Albrecht- Straße um 10 Uhr en, und zwar bie Kamerebichaften Tiergarten, Kreuzberg, Charlottenbure, Wilmers borf, Schöneberg, Tempelhof. Neufölin, Trepiom, operid und Stegliz. Alle anderen Romeradschaften um 12 lbr por dem Krematorium in der Gerichtstraße. Fahnen sind mitzubringen. Breitbart gestorben. Der Eifenfönig" Breitbart ist nun doch in der Privatstation der Universitätsklinik in der Ziegelstraße an den Folgen der schweren Blutvergiftung, die er von einem rostigen Nagel bekommen hatte, gestorben. Die Amputation bas verlegten Beines hat ihn nicht mehr retten fönnen. Das deutsche Barieté ver liert an Breitbart eine hervorragende Kraft und eine auch menjdlich fympathische Persönlichkeit. Der erst 42jährige hinterläßt Frau und Kind. Eine Tragödie der Wohnungsnet. Bierfacher Mord und Selbstmord. In dem zu Frankfurt a. M. gehörenden Stadtteil Bornheim wurde eine Frau Sophie Schmidt, eine Frau Werlein und brei Kinder tot aufgefunden. Es fonnte alsbald festgestellt werden, daß es sich um ein schweres Verbrechen handelt, deren Urheberin sich allerdings durch Selbstmord dem Gericht entzogen hat. Aus bisher noch nicht bekannten Gründen, die durch die Bernehmung des Mannes der Frau Schmidt und des Batten der Frau Berlein, einer Tochter der Frau Schmidt, noch der Aufklärung bedürfen, er. broffelte bie Tochter ihre Mutter und vergiftete dann ihre Kinder und sich selbst. Man nimmt an, daß bie Tat schon einige Tage zurückliegt. Ihre Ursache dürfte in häuslichen Streitigkeiten zu suchen sein, wobei besonders die Gefahr der zwangsweisen Wohnungsräumung, die durch die Streitigkeiten der beiden Männer hervorgerufen worden mar, eine große Rolle gespielt haben dürfte. Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Kreis, Charlottenburg. Dienstag, ben 13. Oftober, abends 7%, Uhr, bei Bogel, Spreeftraße 8. Fun tionärinnenversammlung. 11. Abteilung. Dienstag. ben 13. Ottober, abends 8 Uhr, bei Raifer, Goglowsty ftraße 84, Funktionärversammlung. 38. Abteilung. Die Funktionärtarten find heute abenb am Saaleingang beim Ge nofien Frante in Empfang zu nehmen. 48. Abteilung. Abenbs 8 Uhr bei Bräfte, Prinzenstraße 23, Funktionärversammlung. 74. Abteilung, Behlendorf. Frauengruppe heute, Montag, pünktlich 8 Uhr Besc abend bet Schnorre. Ericheinen aller Frauen wird erwartet Freie Schulgemeinde und Arbeitsgemeinschaft der Rtuberfrennbe, Saöneterg. Heute, Montag, ben 12. Oftober, abends 8 Uhr, bet Rosenthal, Eberstraße, Referat des Gen. Schmüder über: Unser Schulfampt". Sahlreiches Erscheinen erwünscht. Gewerkschaftsbewegung noch eine günstigere Urlaubsregelung für jugendliche windoshi Fred Bramley. Fred Bramley, ber Sekretär des Britischen Gewertschaftsbundes, ist wie gestern bereits furz berichtet in der Nachi vom 9. zum 10. Oktober in Amsterdam gestorben. Noch am Donnerstag nahm er an einer Sigung des Borstandes des Internationalen Gewert fchaftsbundes teil. Schon hier gab seine schwache Stimme von der Müdigkeit und Erschöpfung seines Körpers Kunde, obgleich er mit derselben Folgerichtigfeit sprach und mit dem gleichen überlegenen Scharffinn und Biz. die seine Reden immer auszeichneten. Bei feinen Ausführungen tam die ganze Tragit eines Menschenschidjals zum Ausdrud, das törperlich zur Neige geht, während der Geist noch mit alter Schärfe arbeitet und sich bis zum äußersten gegen das brutale Bersagen der förperlichen Kräfte wehrt. Der Verstorbene stand ungefähr im fünfzigsten Lebensjahr. Als Generalsekretär des Britischen Gemertschafts. bundes war er einer der angesehenſten führenden Geneffen Schon geraume Zeit mußte er sich äußerste Schonung auferlegen, und erst fürzlich fehrte Bramley von einer vom Generalrat des Britischen Gewerkschaftsbundes angeordneten Erholungsreise nach Südamerika zurüd. Leiber erwies fich aber die Befferung nur als norübergehend. Die Kunde vom Tobe Bramleys traf in der Morgenfizung des Samstag ein und wurde von der ganzen Bersammlung als ein schmerzlicher Schlag empfunden. Mit Bramley, geht ein großer Führer dahin und ein Mensch, der von Jugend an sein ganzes Wirten in den Dienst der Arbeiterklasse stellte. Schon früh wurden feine Fähigkeiten von seinen eigenen Berufsgenossen, den Mobel. tischlern, erkannt, und bald rüdte er zum Hilfsfetretär des Gewertschaftsbundes und im Jahre 1923 zum Generalsekretar ber eng lischen Landeszentrale vor. Neben seinen großen organisatorischen Fähigkeiten brachte er aud; seine Fähigkeiten zu methodischer Arbeit zur Geltung, besonders auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Ergründung des gewertschaft lichen Gedankens. Die Sitzung des JGB. mit den Internationalen Berufsfetre tariaten wurde nach Bekanntgabe der traurigen Kunde vertagt, und die holländischen Kameraden traten zusammen, um Anordnungen für die lekten Ehren zu treffen, die dem Gestorbenen, der zu Beginn der Woche auf Kosten des JGB. nach England übergeführt wird, zuteil merden sollen. Der Tod Bramleys ist nicht nur ein Berlust für die eng lischen Arbeiter, sondern für die ganze internationale Gemert hafisbewegung. Sie verliert in ihm einen Führer, der sich auch auf internationalem Gebiet durch seine große Ilmficht und Mäßigung auszeichnete und bestrebt war, ohne Einseitigkeit und Barteilichkeit die Dinge zu erfassen und zu gestalten. Schutz der jugendlichen Arbeitskraft! Bei der Festsetzung der Arbeiisverhältnisse im Tarifvertrag für faufmännische Angestellte hat zu jeder Zeit eine besondere Rolle die Regelung der Arbeitszeit und die Gestaltung des Urlaubs für Lehrlinge und jugendliche Ange ftellte gespielt. Dabei hat der Zentralverband der Angestellten den Standpunkt eingenommen, daß Industrie und Handel ein be fonderes Interesse an der Heranbildung eines gefunden und damit auch leistungsfähigen Nachwuchses haben müßten. Krieg und Nachkriegszeit haben aber durch die schlechten Ernährungsverhält nisse während dieser Zeit besonders nachteilig eingewirkt auf die junge Generation. Durch eine möglichst starte Begrenzung der Arbeitszeit und die Gewährung eines höheren Urlaubs sollten die jugendlichen Angestellten gesundheitlich gefördert werden. Diesen Erwägungen zeigten sich auch einige Arbeitgebergruppen geneigt und so wurde in einer Anzahl von Tarifen ein ausgedehnterer Urlaub für die jugendlichen Angestellten festgelegt und vielfach auch bestimmt, daß von der Leiftung zu fäffiger Ueberstunden die Jugendlichen ausgenommen fein follten. Eine Zusammenstellung von 80 Tarifverträgen, die der Zentral. verband der Angestellten für die Zeitschrift Das junge Deutschland| Ufa- Palast am Zoo Leizter Sonnabend! Charleys Tante mit Sid Chaplin Ula- Symphonie- Orchester, 75 Mann Ufa- Ballett. Wochentags 7.9 Uhr. Sonntags 5. 7, 9 Uhr. Preise 1.50 bis 4, Tal. Bestellang Foll. 62, 1397, 5284, 5281. Vorverk, tägl. ab 11 Uhr ununterbr WINTERTEN Little Tich der beste englische Exzentrik Komiker Amarantina spanisch. Tanzstar sowie die • 10 Oktober Attraktionen. Sonntag nachm. 3%, Uhr halbe Preise! Rauchen gestattet Elite- Sänger Kottbuser Str. 5- Tel, Mpl 160 77, Tägi.SUhr, auch Sonntag nach m. 3 Uhr( zu halben Preisen) Wandeindes Gitick Großer Solotell u. Wiazer.esi am Rhein Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr n. Sonntag madh. 3 Uhr Stettiner Sänger Nachm. halbe Preise! Dönhoff- Brett'l: Familien- Varieté. Anfang 8 Uhr Sonntags 5 Uhr. Apollo- Theater Dir. 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Der Zentralverband der Angestellten wird fich über jeden Bundesgenossen freuen, der seinen Kampf um den Schuß der jugendlichen Arbeitskraft unterstüßt. Vor einem Streit im Kohlengroßhandel. Eine Bollversammlung der im Rohlenhandel Beschäftigten be faßte sich am Sonntag in Böfers Festfälen mit der Frage des Sireilbeginns. Dilge teilte mit, baß die Erklärungsfrist zum Schiedsspruch bis zum Mittwoch verlängert worden sei. Er sowie Ortmann und Nöllinger vom Berkehrsbund ersuchten die Versammlung, aus beſtimmien tattischen Gründen erst die Erflärungsfrist verstreichen zu laffen, ehe zu Kampfmaßnahmen gegriffen werden soll. Die Bersammlung war von der zweckmäßigkeit eines berartigen Vorgehens schwer zu überzeugen und wollte den Kampf schon am Montag aufnehmen. Nach einer ausgedehnten Diskussion beschloß die Versammlung jedoch, einer gewählten Streiffeitung die Bollmacht zu geben, ben Zeitpuntt des Rampfes zu bestimmen. Der Lohnftreit im Berliner Gastwirtsgewerbe. Die Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß hatten zu der Vereinbarung geführt, eine Kommission von 6 Arbeit gebern und Arbeitnehmern einzufeßen, die den Versuch einer Einigung machen follte. Die Unternehmer hatten es in den Verhandlungen dieser Kommission außerordentlich eilig, eine für fie günstige Regelung der Steuerberechnung für Roft und Logis zu erzielen. Sie hatten es auch sehr michtig und sehr eilig, von den Arbeitnehmern zu verlangen, ihren Widerstand gegen die Berlängerung der Polizeiflunde aufzugeben. Die Arbeit geber waren bereit, nach Aufgabe des Widerstandes Lohnerhöhungen zu bewilligen. Das hinderte fie nicht, bei den letzten Verhandlungen die Dinge mieber umzudrehen und zu erklären, daß fie nicht gemit und nicht in der Lage feien, den lezten Mindestvorschlag der Arbeitnehmer zu be milli gen Sie feien überhaupt nicht in der Lage, über 10 Broz. Lohn erhöhung für alle ohne Rost beschäftigten Arbeitnehmer hinaus zugehen und müßten es ablehnen, für die bei ihnen in Roft und Logis stehenden Arbeitnehmer Lohnerhöhungen zu be. willigen. Dabei handelte es sich beispielsweise bei dem mit Roft beschäftigten weiblichen Hilfsperfonal um eine Lohn Man mutet den erhöhung von einer Mart pro Woche. Arbeitnehmern zu, für Aufhebung der Polizeiftunde einzutreten, also möglichst bis 6 Uhr früh Nachtarbeit zu leisten, aber auf einen angemeffenen Lohn zu verzichten. Und derartige Zumutungen stellen dieselben Unternehmer, die es trotz allem Preisabbaugefchrei meisterhaft verstehen, ihre Preise zu erhöhen. Den gaft wirtschaftlichen Arbeitgebern muß gezeigt werden, daß auch ihre Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die männlichen und weiblichen Angestellten im Gastwirtsgewerbe merden in zwei öffentlichen Bersammlungen am Mittwoch, und zwar nachmittags 5 Uhr, in den Sophiensälen und nachts 1 Uhr in den Germaniasälen zu dem Verhalten ihrer Unternehmer ihre Meinung sagen. Der Textilarbeiterstreik in Nordböhmen. Warnsdorf. 11. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Inzwischen haben die Arbeiter auch diejenigen Betriebe verlaffen, in denen nach dem Streitgefeß die angefangenen Arbeiten fertiggestellt werden müffen. Dieser Gefeßesbestimmung find auch die Streitenden in ben Fällen nachgekommen, in denen sie sich zuerst geweigert hatten. Sie wurden aufgeklärt und gaben ihre Beigerung auf. Die Zahl der Streifenden ist auf nahezu 20 000 geftiegen. An der Streit. leitung find die drei Organisationen( freigewerkschaftlicher, christlicher und fommunistischer Richtung) mit je vier Bertretern beteiligt. Die Streifleitung befchloß, die Unternehmer nicht um Berhandlungen zu ersuchen. Das Ministerium für soziale Fürsorge hat jedoch die Anbahnung von Verhandlungen veranlaßt, die voraussichtlich am Montag beginnen werden. Tapeten 25 Pf. 30 Pl. 35 PL. Stiefenemewahl in ellen Breislagen- herrliche Mafter Tapeten- Magazin Humboldt Brunnenstraße 112, Ecke Voltastraße nur 1. Etage, fein Laden ( Ringfrei, baher fonturrerzlos billig.) Borzeiger erhält 5% Rabatt. JOSEF ROTH APRIL DIE GESCHICHTE EINER LIEBE Ganzleinen 1.70 Mk. Kartoniert 1.- Mk. Zu beziehen durch: J.H.W.Dietz Nachf. G.m.b.H. Berlin SW. 68, Lindenstr. 2, Abt. Sortiment. Die Bigognefpinnerei Schniper in Barnsborf, eine Groß firma, hat sich schriftlich bereit erklärt, ab Montag die geforderte ohnerhöhung zu zahlen, so daß sie weiterarbeiten fann. Zwei weitere Firmen haben mündlich die Erfüllung der Forderung zugefagt, die Arbeiterschaft verlangt jedoch schriftliche Zusicherung. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wie uns der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Caféangestellten mitteilt, sind die folgenden Gastwirtbetriebe gesperrt: Restaurant Hoppe, Roitbufer Damm 22; Palais des Ostens, Inhaber Pfeilstifter, Barschauer Straße 34/35; Prälaten des Oftens, Große Frankfurter Straße 16; Böhmisch Brauhaus, Landsberger Allee 11, Restau rationsbetrieb und Tunnel im Walhallatheater, Weinbergs weg 21; Jordans alte Bierstube", Inhaber Stockflet, Rosenthaler Blaz: Restaurant Sur Münzflause, Inhaber Flid, Münzstraße. Die Sperre für den Betrieb Franz Wizschnewsti, Falden fteinstraße 47, ist aufgehoben, da die Differenzen durch Berhandlungen beigelegt find. 18 000 Glasarbeiter sind auf Beschluß des Schußverbandes deutscher Glasfabrikanten infolge des Streiks in der Weißhohlglasindustrie in der Lausiz und in Schlesien ausgesperrt. Sport. Abschiedsrennen auf der Olympiabahn. Der gestrige Abschiedsrenntaa der Olumniabahn wies trotz der Kühle recht guten Besuch auf. Von den Dauerfahrern waren Sawall, Lewanow, Kruptat, Dobe, Parijot und Nefatti verpflichtet. Im Olympia Preis", einem Dauerrennen über 40 Kilometer, stand der brave Emil Lewanow fo recht seinen Mann. Gleich nach Beginn des Rennens nahm er die Spige und behauptete diese hartnädig trot recht fräftiger An Walter" mußte fich griffe, die besonders von Samall ausgingen. mit Blaz 2( 90) vor Krupfat( 210), Parijot( 250), Nefatti( 1420) und Dobe( 1930 Meter zurüd) begnügen. Lemanom fuhr die 40 Kilometer in 34 min., 25,1 Set. Das zweite Dauerrennen über 60 Kilometer um den Großen Abschiedspreis mar eine überaus sichere Angelegenheit des Matadors der Olympiabahn Sa mall. In der 29. Runde besetzte er die Spiße und überrundete im Verlauf des Rennens das ganze Feld. Spannende Kämpfe belebten das Rennen bis zum Schluß. Sawall fuhr die 60 Kilometer in 51 min., 37,2 Gef. 3weiter wurde Parisot( 660) vor Lewanow( 1390), Nefatti( 2080), Dobe( 2240) und Krupkat ( 2310 Meter zurüd). Bei den Fliegern gemann im Mannbie Mannschaft Beh. fchafts- Berfolgungsrennen rend- Münzner Stolz nach 9 min., 05,3 Set. gegen Häusler. Sennecke- Schwab. Knappe, Otto Tieg und Stolz gewannen im Mal., Borgabe bzw. Punttefahren. J. " Rennen zu Karlshorft am Sonntag, den 11. Offober. 1. Rennen. 1. Rasvidr( Obienburg). 2. Bubi( Sloſe), 8. Bollett schieber( Bittner). Toto: 104: 10. Bias: 13, 12, 11, 10. Ferner liefen: Teufelsnarrin, Karrara, Mataswint, Dddrun, Calderon. 3. Gisenfrone( St. Ebler). Toto: 47:10. Blag: 15, 17, 17: 10. Ferner 2. Rennen. 1. Quo vadis( H. Gröichel), 2. Faufta( E. Lüneberg), liefen: Luftpoft, Kriegsgewinnler, Revolutionär, Streiterin, Eichlake, Solo, Sulbo, Gito. 3. Rennen. 1. Stoft( Derfel), 2. Maga( E. Eichhorn), 3. Boruifia ( Lüder). Toto: 39: 10. Blag: 14, 13, 18: 10. Ferner liesen: Freidchen, Harma, Maipring, Eintalt, Fippa, Doftor Mabuse. 4. Rennen. 1. Valamon( B. Wurft), 2. Minenhof( Dertel), 3. Munde fchen!( R. Edler). Toto: 16: 10. Blaz: 11, 12, 18: 10. Ferner liesen: Mellarola, Cid, Diestel N., Royal Blue, Samos. 5. Rennen. 1. Trianon( Ponce), 2. Victoria( Huguenin), 3. Landols ( B. Schröder). Toto: 91: 10 Blaz: 21, 19, 19: 10. Ferner liefen: Brandmeister, Eigiliaga, Brotlamation, Cambrena, Elandal, Clive, Lydia, se II, Reftar, Rovara. 6. Rennen. 1. Eigiloff( Kranzlein), 2. Maral( Cb. Lange), 3. Miralel ( Schmid). Toto: 19:10. lat: 14, 36: 10. Ferner lief: Phyllis. 7. Rennen. 1. Eulalia( Dertel), 2. Eidferfel( S. Gröichel), 3. Gilda (. Derfchug). Toto: 60: 10. Blag: 19, 15, 70: 10. Feiner liesen: Gerold, Kurfürst, beinjage, Schwertlilie, Sturm, Brandung. Berantwortlich für Bolitit: Een Renter: Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Estorn; Feuilleton: R. H. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fri Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlas G. m. b. 9.. Berlin, Drud: Borwäris- Buchbrucere! und Berlaasauftalt Baul Singer u. Co.. Berlin SB 68. Lindenstraße 3. 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