Nr. 140. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle ober deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Fall Bading Mittwoch, den 19. Inni 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Thätigkeit, die der Papierverkäufer dem Urkunden- die Mittheilung des Rosen, man bekäme eine rothe Nummer fälscher, der Druckereibefizer dem Echriftsteller zur Verfügung zum Druck, stillschweigend entgegengenommen und keine ist von uns in der Nr. 138 vom 16. d. Mts. bereits bestellt, ist eine mechanische. Sie ist nur unter einem be- Verfügungen getroffen hätte, welche eine Verlegung des handelt worden. Wir sind bei den damaligen juristischen stimmten Gesichtspunkte strafbar, unter dem des Ge§ 130 des Strafgesetzbuches hätten verhindern können. Mit Darlegungen mit dem Urtheil davon ausgegangen, daß hilfen. anderen Worten: der Gerichtshof nimmt an, daß es Pflicht man den Autor und den Drucker einer Druckschrift in Für die Presse erfreulicherweise ist der§ 49 des Str.- des Bading gewesen wäre, sich zu erkundigen, was denn in gleicherweise als gemeinsame Thäter behandeln G. B., der die Strafbarkeit des Gehilfen ausspricht, klar der rothen Nummer enthalten sei. Daß sich hieraus kein fönne wie z. B. zwei Leute, die gemeinsam einen Einbruch und bestimmt. Als Gehilfe wird bestraft, wer dem Thäter eventueller Dolus herleiten lasse, haben wir in unserem verüben. Wir haben damals ausgeführt, daß, selbst wenn zur Begehung des Verbrechens oder Vergehens durch Rath ersten Artikel dargelegt. Aber auch abgesehen hiervon ist diese Annahme zuträfe, das Urtheil hinfällig sei, weil es oder That wissentlich Hilfe geleistet hat. Der Para- die Ausführung des Urtheils verfehlt. Sie verstößt gegen den dolus eventualis mit Unrecht für festgestellt erachte. graph spricht aus, daß der Gehilfe wissen muß, daß er das Preßgesetz. ( Schluß folgt.) Prüfen wir nun diese Auffassung einer gemeinsamen zur Begehung eines Verbrechens Hilfe leistet. Für die AnThäterschaft, so können wir nur sagen, daß sie völlig verwendung des dolus eventualis ist dabei kein Raum. Und fehlt ist, einmal weil sie die Natur eines Breßbelitis an deshalb könnte die Presse und das Buchdruckereigewerbe ge Politische Lebersicht. sich verkennt und ferner, weil ihr die Vorschriften des Preß- trost abwarten, ob mit dieser Strafvorschrift ihre Thätiggesetzes entgegenstehen. teit in den Zustand strafrechtlicher Unsicherheit gebracht Strafrechtliche Verstöße mittels der Literatur werden werden könnte. Stellt der Druckereibefizer dem Schriftsteller gegen Zahlung den Druck her, so handelt er nicht anders, wie der Berkäufer eines Revolvers jedem Kunden gegenüber, der seinen Laden betritt. Wie man den Waffenverkäufer als Mitthäter nur bestrafen kann, wenn er bei Ausführung der That bewußt mitgewirkt, so den Druckereibesitzer nur, wenn er das, was der Schriftsteller veröffentlichen lassen will, gelesen, zum Druck gegeben, um in Gemeinschaft mit dem Schriftsteller die Veröffentlichung auszuführen. er " Berlin, 18. Juni. Verschämt war die„ Norddeutsche Allgem. Zeitung" anders begangen als die sonstigen Delikte, darüber herrscht Es ergiebt sich aus vorstehenden Anführungen, daß bisher in ihren Angriffen auf das allgemeine Wahlrecht. in der juristischen Theorie und Praxis Einverständniß. Der die Bemerkungen, welche mehr rechtsstehende Beitungen aufs unverschämteste und ohne jegliche Zurückhaltung der Tas paßt der„ Konservativen Korrespondenz" nicht, die Inhalt des Druckwerks, die mittels der Druckerpresse wieder aus Anlaß des Falles Falles Bading gemacht gemacht haben, Regierung den Vorwurf macht, nicht tapfer genug gegebenen Gedanken sind der Sitz der strafbaren Handlung. es sei vielleicht wünschenswerth, das Preßgesetz zu Der Druck und das Papier, sie sind die Form, deren sich ändern, um statt der Strohmänner die eigentlichen Männer gegen das allgemeine Wahlrecht vorzugehen, und noch„ beder Gedankenfünder bedienen muß, wenn er wider das zu treffen, recht überflüssig waren. Wo der Druckereibesitzer denklichen Beeinflussungen durch das allgemeine Wahlrecht" eines Revolvers, der Urkundenfälscher des Papiers und der werk einen strafbaren Inhalt habe, es drucken lasse, kann Regierungskreisen von solchen„ Beeinflussungen" jetzt frei Gesez verstoßen will.- Wie der Mörder sagen wir mit verfaßt hat oder wo er wissend, daß das Schrift zu unterliegen. Dagegen hat heute die Kreuzzeitung" den Troft", Grund zu dem Glauben zu haben, daß man in Dinte bedarf, um seine verbrecherische That zu verüben, so auch heute schon zur Verantwortung gezogen werden. der Preßdelinquent der Druckerpresse. Wir heben dies besonders hervor, weil wir fürchten, sei. Man sicht, die Umsturzratten sind tüchtig an der Arbeit. daß aus den Bemerkungen dieser erwähnten Zeitungen eines Tages die reaktionären oder offiziösen Preßstimmen Gelegen- Die Paftoren, welche gegen die Umsturza heit nehmen könnten, wieder einmal zu rufen, daß etwas vorlage protestirt haben, erhalten nun Verweise. geschehen müsse", dieses Mal nämlich gegen die Presse. Das Bolt" theilt nämlich das folgende mit: Wir heben es ferner hervor, weil wir meinen, daß alle Was wir für unglaublich hielten, wird uns jetzt bestätigt: Parteien und die Zeitungen aller Richtungen ein Inter- Mehreren Unterzeichnern der im Volt" veröffentlichten Erklärung esse daran haben, daß die logisch daß die logisch und begrifflich evangelischer Geistlicher gegen die Unifturzvorlage ist von ihrem zutreffenden Gesetzes bestimmungen angewandt werden. Denn Konsistorium ein Verweis ertheilt worden. So weit ist es also mit unserem Staatskirchenthum schon gekommen, daß es den nur so kann, wer seine Gedanken, besonders wenn sie der Geistlichen verwehrt wird, ihre Meinung über eine Gesetzesherrschenden Gewalt mißliebig sind, aussprechen will, fich vorlage zu äußern." bemühen, sie so zu sagen, daß nichts Strafbares in ihnen Die evangelische Kirche ließ sich so gerne nachrühmen, liegt. Die Sozialdemokratie insbesondere hat sich stets be- daß in ihr im Gegensatze zur fatholischen Kirche die volle müht, mit dieser Vorsicht zu verfahren, und deshalb sind Freiheit der Kritik herrsche. Wir betonten hiergegen freilich wir überzeugt, daß der Buchdruckereibesitzer Bading den stets, daß der Klassenstaat den Geistlichen wie den Beamten Druck des Flugblattes abgelehnt hätte, wenn ihm bekannt zum Werkzeug der herrschenden Klassen herabdrücke. In gewesen wäre, daß das Flugblatt etwas Strafbares ent- den Verweisen" an die nicht mit Herrn Stumm in ein halten hätte. Wir können auch nicht unterlassen, hier nochmals Horn blasenden Geistlichen findet sich ein Beleg für unsere darauf hinzuweisen, daß er, auch wenn er selbst mit dem Auffassung. Verfasser Schulze verhandelt hätte, auch wenn er selbst das Manuskript gelesen hätte, völlig im guten Glauben den Druck hätte vornehmen lassen können, denn Schulze hätte ihm sicher entgegengehalten, daß in den früheren Jahren, soweit überhaupt auf grund des Flugblattes ein Verfahren eingeleitet worden war( 1894 war nichts erfolgt), dasselbe mit Freisprechung geendet hatte. Von alledem ist dem Angeklagten Bading nichts nach zuweisen gewesen. Er ist unzweifelhaft an der Abfassung des Flugblattes völlig unbetheiligt gewesen. Selbst wenn man mit dem Landgericht I. Berlin annehmen wollte, daß man durch eine Hervorhebung des 18. März als Jahres tages der Revolution verschiedene Klassen der Bevölkerung in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zu Gewaltthätigkeit gegen einander öffentlich anreize, selbst dann kann man nie dazu kommen, den Druckereibesitzer, der bei dem Inhalt des Flugblattes nicht mitgewirkt hat, als an der Abfassung betheiligt, als Mitthäter mit verantwortlich zu machen. Hier zeigt sich in dem Urtheil des Landgerichts I. Berlin eine totale Verkennung des Begriffs der Mitthäterschaft. Wer geistig nicht mitwirkt an einem Geistesprodukt, der ist auch nicht Mitthäter an der sträflichen That, die darin liegt." Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Berliner Märztage. 41 Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. Mit munterem Lachen fiel Ferdinand der Schwester um den Hals. Er wollte ihr eben von seinem kleinen Scharmügel mit Frau Mucenich erzählen, allein Lotte hielt ihm den Mund zu und bedeutete ihm, daß er schweigen solle. " Nann? Was ist denn? Ihr seid doch alle wohl?" fragte Dora besorgt die Schwester. Lotte antwortete nicht. Leise stieg sie die Treppe zu der väterlichen Wohnung empor, während die andern ebenso leife folgten. Dora, die im Knöchel einen heftigen Schmerz empfand, wurde von Bruno und Schnick hinaufgetragen. Da bringen wer' ne Verwundete aber' s is man nicht schlimm, rief Ferdinand nach der lächelnden Dora weisend, schon von der Treppe her dem ihnen entgegentretenden Schwager zu. Bft! Da liegt noch jemand!" flüsterte Hans Hartung und wies nach dem aufgeschlagenen Bett an der Erschrocken hemmten die Ankömmlinge ihren Schritt: was war das, o Grausen!? Indeß der Gerichtshof rügt in dem Urtheil, daß Bading „ Er lebt!" jubelte Dora, während ihr Thränen der Freude und des Schmerzes in die Augen traten. Vater Mathias nickte noch einmal und lächelte den Umstehenden zu. Dann schlossen sich von neuem seine Augen. XII. " I füddeutschen Staaten und die Hansastädte sollen sich gegen Zur internationalen Währungskonferenz. Alle die Einberufung der internationalen Währungskonferenz ausgesprochen haben. Dementirt wird die Nachricht von der Demission des Kultusministers Bosse. Bei der Unsicherheit der Minister, in ihrer Stellung zu bleiben, wird dies Herrn untrennbar und eins wären bis mun urplötzlich eine gähnende Kluft sich zwischen ihnen aufgethan hatte. Trozig und machtbewußt, bis an die Zähne be= waffnet, stand die Partei der despotisch- oligarchischen Ueberlieferungen der Vergangenheit da, um jenes altersgrane Gebäude an der Mittelspree, das königliche Schloß, als ihr Hauptquartier geschaart. Für die edelsten Güter, die höchsten Ideale der Menschheit, wie sie dieselben verstand, gab diese Partei vor zu kämpfen. Herrlich, wie Tags vorher, stieg am Morgen des 14. März die Sonne über dem Häusermeer der alten Spreestadt empor, mit ihren Strahlen die taum getrockneten Blutlachen ver goldend, die von dem Gemetel des verflossenen Abends Ihr gegenüber stand, noch unorganisirt und ungeBeugniß ablegten. Bierhunderttausend Menschen saßen an wappnet, ja sich ihrer eigenen Existenz noch kaum bewußt, diesem Morgen in ihren Behausungen, ohne einen Blick der die neugeborene, gleichsam über Nacht erstandene Partei der Freude, der Rührung, des Dankes für die allliebende Spenderin Zukunft. Auch diese Partei war begeistert für die höchsten des Lebens, die ihnen den Frühling gebracht hatte, die Ideale und die edelsten Güter der Menschheit, nur daß diese überall rings im Lande auf Aeckern und Auen, in Gärten Güter und Ideale sich in ihrer Vorstellung himmelweit verund Wäldern treibende Kräfte weckte und die Lebewesen schieden ausnahmen von den Vorstellungen der Geguer. zur Luft des Daseins lockte. Wider ihren Willen hatten die letzteren mit blutigen Vierhunderttausend Menschengemüther blieben ver- Schwerthieben die Nabelschnur zerhauen, durch welche diese düstert von bitteren Empfindungen und finsteren Leiden- Partei der Zukunft mit der Vergangenheit zusammens schaften, deren dunkles Gewölk kein lächelnder Lichtstrahl gewachsen war. Aus dem Schooße der Dinge war hier ein zu durchbrechen vermochte. Umsonst war alles Locken und scheinbar neues gesellschaftlich- politisches Gebilde erstanden, Lächeln der hehren Liebesprophetin: sie wollten nicht hören dessen Existenz sich nicht mehr hinwegleugnen ließ. In auf ihre weiche, zärtliche, sänftigende Stimme, sie konnten Wirklichkeit war es eben da, wie es immer dagewesen, nur heut nur zürnen, grollen, klagen. baß es jetzt auf einmal sein natürliches Recht aufs Dasein Es war ein Tag, wie ihn Berlin in seiner nach Jahr zu begreifen und geltend zu machen begann. Auf seinem Lager hingestreckt, mit geschlossenen Augen, hunderten zählenden Geschichte noch nicht erlebt hatte. Inner- Noch wußte niemand so recht, was es mit diesem Neuen, eine klaffende Wunde auf der blutigen Stirn, lag Mathias halb derselben hochragenden, nur an den achtzehn Thoren Werdenden, nach Licht und Luft Ringenden eigentlich auf Wernicke, der tapfere Kämpfer von Leipzig, der wackere der Außenwelt geöffneten Stadtmauer, auf einem Stück sich hatte. Mit höchst verdugten Gesichtern steckten die Patriot und Ritter des eisernen Kreuzes.. Erde von kaum einer Viertelquadratmeile lagerten durch Zeichendenter der alten Ordnung die Köpfe zusammen und Starr vor Schrecken blickten die Eintretenden auf den einander und neben einander, Wand an Wand und Rücken suchten unter Aufbietung all ihrer verschimmelten Weisheit wie leblos Daliegenden. Dann stürzten sie an das Bett, an Rücken, zwei feindliche Gewalten, die erst vor wenigen die Natur dieses Neuen, Unbekannten, das vor vierundum sich zu überzeugen, ob es nicht gar ein Todter war, den Stunden sich grimmig ins Auge geschaut und nun ihre zwanzig Stunden noch nicht dagewesen, zu errathen. Sie fie fahen. Quartiere bezogen hatten, um vielleicht im nächsten Moment fahen, daß sich da etwas regte und reckte, etwas Großes, Ta schlug Vater Mathias langsam die Augen auf, zu neuem Ringkampfe aufzuspringen. Ungeschlachtes, Unbeholfencs, aber was cs war, was wandte ihnen mit sichtlicher Anstrengung den Kopf zu und Jahrhundertelang hatten diese Gewalten so Seite an das wußte keiner von ihnen so recht zu sagen. nickie, wie zum Zeichen, daß er ihre Ankunft bemerkt habe. Seite aclebt, in dem guten Glauben, daß sie für immer ( Fortsetzung folgt.) Wand. Bosse wohl nur als schwacher Troft erscheinen. Morgen sie in oder bezüglich der Anstalten öffentlichen und privaten gang nicht zweifelhaft sein kann, weil Rußland zur Beit bereits kann doch Herr Lucanus ihn besuchen. welchen sie angehört, die übelsien Erfahrungen gemacht bezw. den Osten und einen großen Theil Europa's besißen wird. schlimme Dinge gehört und theilweise schlimme Mißhandlungen Als das„ Testament Peters des Großen" entstand Die Erörterung von Militärmißhandlungen wird erduldet hätten." das zwar nicht von diesem, aber in der russischen Reichss in Deutschland fast unmöglich gemacht. Die Presse hat bei Wir bezweifeln nicht die Richtigkeit dieser Mit- tanzlei geschrieben ist, sah die Welt etwas anders aus, als Veröffentlichung derartiger Fälle Anklagen auf grund von theilung, findet sie doch ihre Bestätigung in den zahl- heute, die Grundgedanken der russischen Eroberungspolitik § 185 und 186 Strafgesetzbuchs zu gewärtigen und anonyme reichen Briefen, die auch uns zugehen. Sie be- find aber dieselben geblieben; und die französischen Buschriften über angebliche Soldatenschindereien, die den weisen aber nichts für die guten Alexianerbrüder, Chauvinisten thäten ganz gut, sich das Aktenstück, das Militärbehörden in großer Anzahl zugehen, wandern, wie sondern gegen den Stand der Frrenpflege überhaupt. leider noch immer zeitgemäß ist, etwas anzusehen. das Generalkommando des VI. Armeekorps mittheilen läßt, Deshalb scheint es uns auch nicht richtig, wenn die Re- Nun die Chauvinisten sind nicht mit Vernunfts ohne weiteres in den Papierkorb. Die Anzeigen kommen gierung jezt blos gegen die in der Frrenpflege sich be- gründen zu kuriren, denn sie treiben die Politik als Ges wohl deshalb anonym oder durch Vermittelung der Preffe thätigenden Orden und Kongregationen vorgehen will. Vor schäft und ihr Geschäft blüht nur im Ruin der Völker. zur Kenntniß der Militärbehörden, weil das Vertrauen des allem wäre auf die geſchäftsmäßig betriebenen Privat- Bum Glück haben sie in Frankreich wenig zu sagen. Und Publikums zum geheimen militärischen Gerichtsverfahren Frrenanstalten das Augenmerk zu lenken. Auch die Bodel- die Masse der Franzosen hat längst begriffen, daß das fehlt und die Anzeiger fürchten müssen, wegen angeblich schwingh'sche Anstalt wäre der Berücksichtigung nicht un- Liebängeln der russischen Diplomatie nur dem wohlgefüllten falscher Denunziation belangt zu werden. werth. Die hierauf bezügliche Notiz der Berl. Corresp." Portemonnaie der schönen França" gilt und auf Beutels schneiderei niederster Sorte hinausläuft. Ob dieses System die Liebe zum Militarismus und die Bereitwilligkeit, für denselben Opfer zu bringen, steigern wird, überlassen wir der Beurtheilung derer, die hieran ein Interesse haben. Duellirende Richter. Die Straftammer in Meseritz verurtheilte den Amtsrichter Wollenhaupt aus Bentschen, der vor einiger Zeit im Chroschniger Wäldchen mit dem Amtsrichter Handtmann ein unblutiges Pistolenduell hatte, zu drei Monaten Festung. Distriktskommissar von Anderten erhielt wegen Kartelltragens drei Tage Festungshaft, während Handtmann, der in zwischen von Bentschen versetzt ist, der„ Posener Zeitung" zufolge vom Militärgericht abgeurtheilt wurde." Wenn Richter die Gesetze verlegen, dann hat man wahrlich teinen Anlaß, sich über die Verminderung der Autorität zu wundern. " lautet: Der Kultusminister hat die Regierungspräsidenten aufgefordert, umgehend anzuzeigen, an welchen Orten ihres Verwaltungsbezirkes Orden oder ordensähnliche Kongregationen der fatholischen Kirche in der Frrenpflege, sei es in öffentlichen oder Kranken- und Verpflegungsanstalten u. s. w., welche Geistesprivaten Irrenanstalten, oder in öffentlichen oder privaten franken Aufnahme gewähren, thätig sind." " Parlamentsberichte. Abgeordnetenhans. 77. Sigung vom 18. Juni 1895, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, v. Hammerstein, Eine Hoffentlich ist die Kontrolle jetzt genauer wie bisher. v. Berlepsch. Erfährt doch die Köln. 8tg." zuverlässig, daß innerhalb Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung der letzten 25 Jahre in den Revisionsverhandlungen der des Gefeßentwurfes betreffend die Errichtung einer Bentral beiden letzten bei der Regierung angestellt gewesenen Me- anstalt zur Förderung des genossenschaftlichen dizinalräthe bezüglich der Verhältnisse in den Alegianer- Personalkredits. anstalten und der dort beobachteten Zustände niemals Finanzminister Miquel: Die Borlage will oder bezweckt Ausstellungen gemacht wurden. Beide Medizinal die Errichtung einer Bentral- Genossenschaftsbank zur Förderung Zum Umsturz in der Kreuz- Zeitung" weiß heute beamte haben ebenso wenig wie die Anstaltsärzte und des Genossenschaftswesens im Lande in einer Richtung, die Volks- Zeitung" das folgende zu melden: Aerzte der Provinzialverwaltung wegen der Unzulänglichkeit anstalt anzusehen ist; der Staat soll nicht mit seinem ganzen daß sie nur in beschränktem Maße als eine eigentliche StaatsAuch innerhalb des Kuratoriums( Herausgeberkomitee), der ärztlichen Pflege im bloßen Nebenamte jemals Bedenken Bermögen haften, andererseits aber auf die Leitung und Ge welches für die„ Kreuz- Beitung" eingesetzt ist, scheint man bisher erhoben.schäftsführung dieser Bank, vorerst wenigstens, einen ents eine Verständigung nicht erreicht zu haben, vielmehr hören wir scheidenden Einfluß ausüben, weil das ganze Grundkapital zuverlässig, daß jeht sogar zwei Mitglieder ihren Austritt aus Das Gespenst des russisch franzöfifchen Bünd- dieser Bank zur Zeit allein vom Staate hergegeben werden soll. demselben erklärt haben, nämlich der Graf Kanit( nicht niffes, dieses nothwendige Produkt der Bismarck'schen Diese Bank soll das Genossenschaftswesen in seiner bisherigen der bekannte Abgeordnete, sondern der Vice- Oberceremonienmeister) und der Abgeordnete von Kröcher. Dieses Kuratorium Räuberpolitik, spukt wieder einmal mit besonderer Leb- Entwickelung fördern; der Zweck dieser Bank soll sein eine ist dadurch gegenwärtig auf vier Personen reduzirt worden, haftigkeit, seit der französische Minister des Aeußern bei zentrale Ausgleichung der Bedürfnisse an flüffigen Mitteln nachdem vor kurzem der Abgeordnete von Riffelmann, der jüngsten Kammerdebatte über den Kieler Flotten- und der Verwendbarmachung überschüssiger Mittel. welcher demselben auch gehörte, verstorben ist. Ein Theil maß- Spektakel von dem Verhältniß" zwischen Frankreich und Gefährdung der eigenen Thätigkeit und der Selbsthilfe der bis. gebender Parteimänner und Standesgenossen" des Herrn Rußland statt des bisher gebräuchlichen Ausdrucks herigen Genossenschaften liegt weder in der Absicht der Regierung v. Hammerstein will diefen, der zu viel Interna von der konser- Entente"( Einvernehmen) das konkretere Wort Alliance" noch wird dies eine Folge dieser Einrichtung sein. Es handelt sich vativen Partei weiß, um jeden Preis halten, wogegen die große( Bündniß) gebraucht hat. hier um die Förderung des Personalkredits und zwar wesentlich Nun, ob Bündniß oder des Mittelstandes in Stadt und Land. Ich verstehe darunter die Mehrzahl der fonservativen Abgeordneten ebenso wie der führenden Einvernehmen für jeden vernünftigen Menschen ist das Klassen, welche auf eigenes Risito mit mäßigem Kapital und Männer der Partei seine Beseitigung unter allen Umständen für geboten hält, selbst auf die Gefahr hin, daß Herr v. Hammerstein höchst gleichgiltig, denn bei gutem Einvernehmen können eigener Kraft arbeiten, und diese klassen zu stüßen, zu erhalten geboten hält, selbst auf die Gefahr hin, daß Herr v. Hammerstein zwei Staaten einen dritten bekriegen auch ohne formelles und zu fräftigen, hält die Staatsregierung für eine hochHerr v. Kröcher zeichnet noch heute als Verleger der Bündniß; und das beste Bündniß auf dem Papier ist nichts wichtige, soziale Aufgabe, und ich bin sicher, daß sie Kreuz- Beitung". Wie lange er dies noch thun wird, steht werth, wenn im kritischen Moment das Einvernehmen" in dieser Beziehung auch auf die Zustimmung des ge ( Zustimmung rechts.) Die freilich dahin. fehlt. Alles kommt darauf an, in welcher Richtung die fammten Hauses rechnen kann. wachsende Verschuldung des Grundbesizes hat ihre wesent beiderseitigen Interessen sich bewegen. Daß in dieser liche Ursache in der bisherigen mangelhaften Organisation des talmudistisch- silbenstecherischen Weise um das Wort Alliance Personalfrebits( Bustimmung rechts). Wenn wir vielleicht einmal geftritten werden kann, zeigt so recht die Ungesundheit und auf eine Verschuldungsgrenze des Grund und Bodens dringen nervöse Ungewißheit der herrschenden Zustände. wollen, dann ist die unerläßliche Voraussetzung eine durchgreifende und allgemeine Organisation des Personalkredits. Hier sind nun manche Lücken auszufüllen. Die Vorlage knüpft an das Leben an; sie steht im Kontakt mit den Genossenschaften im kleinen und will daher von vornherein der Verwaltung als wichtig einen beiräthNachdem Schweden zerstückelt, Persien überwunden, lichen Ausschuß beifügen, der in den wichtigsten Fragen gehört werden Polen unterjocht, die Türkei erobert, unsere Heere vereinigt, soll, seine Wünsche äußern und hoffentlich demnächst auch materiell das baltische und schwarze Meer von unseren Schiffen überwacht die einzelnen Verbände an dieser Anstalt betheiligen soll, so daß sind, müssen wir gesondert und im Geheimen erft dem Hofe von einer Befürchtung einer bureaukratisch staatlichen Organivon Versailles( Frankreich), dann dem von Wien fation nicht die Rede sein kann. Bisher hat man in der Landdas Anerbieten machen, mit uns die Weltherrschaft wirthschaft die Erfahrung gemacht, daß monatelang im Jahre zutheilen. Wenn eine von den beiden Mächten unser An- Kredite erforderlich sind, während in anderen Monaten erheb erbieten annimmt( was feinem Zweifel unterliegt, wenn wir liche Ueberschüsse vorhanden sind. War Bedarf vorhanden, so ihrem Ehrgeiz und ihrer Einbildung schmeicheln), dann müssen mußten die bisherigen Genossenschaften fich wenden an Privatwir diese benugen, um die andere zu zerstören, bankiers oder an die Seehandlung oder die Reichsbank oder gar dann müssen wir schließlich die Uebrig bleibende an Privatpersonen. Gine Sicherheit, zu angemessenen Zinsen vernichten, indem wir einen Kampf beginnen, dessen Aus- den erforderlichen Kredit ชิน bekommen, war nicht hinterher aus der Schule plaudert." Engen Richter foll neben Ahlwardt sitzen, so ist es in der für das Festessen in Holtenau entworfenen Tafelordnung bestimmt. Da Herr Richter einer der wenigen bürgerlichen Abgeordneten ist, welche es vorziehen, die Byzantinerei bei der Kanaleröffnung nicht mitzumachen, so wird ihm der angenehme Tischnachbar- zu dem außerdem noch der Pastor Iskraut ausersehen gewesen sein soll erspart bleiben. Der Vorgang, an fich ja gewiß sehr gleichgiltig, reiht fich würdig der Einladung des Reichstagspräsidiums zur Fest tafel am 1. April an, von welcher die" Post" erst meinte, daß es sich um einen gelungenen Aprilscherz handle. Wer den Schaden aus diesen kleinen Scherzen" hat, steht freilich auf einem anderen Blatte. Zum Mellageprozeß schreibt die Kölnische BoltsBeitung": " Bahlreiche Buschriften aus allen Theilen des Landes sind uns aus Anlaß des Prozesses Mellage zugegangen. Manche der selben rühren von früheren Insassen von Freen- Anstalten her. Die Verfasser, und zwar solche protestantischen wie katholischen Bekenntnisses, bieten uns Material an zum Nachweise, daß auch " Wir wollen bei dieser Gelegenheit an den§ 18 des berühmten Test a ments Peters des„ Großen" erinnern. Derselbe lautet: Von der Nordostsee- Kanal- Feier." Ich bin ein Preuße", während die Deutschen mit der Marseillaiſe Stillschweigen der indirekten Majestätsbeleidigung" schuldig zu antworteten. Leider haben die Arbeiter der Stadt Kiel zum machen. Zweifellos werden neben den Taschendieben großen Theil Arbeitsruhe während dieser Tage, und nur die auch die gleichwerthigen Spigel und Denunzianten faiserliche Werft bezahlt den verlangten Feiertag. Das Bolt hat in großer Bahl bei dem Fest zugegen sein, und am allermithin nicht nur die Zeche zu bezahlen, sondern muß mit leeren besten ist es, diesem Gesindel so weit wie möglich aus dem Wege Taschen zusehen, wie die herrschenden Klassen Feste begehen. zu gehen. Nebenbei wird die stumme Zurückhaltung des eigent lichen Voltes, aus dessen Taschen all' die Herrlichkeiten des Festes bezahlt werden, auch eine Demonstration sein. Man lasse die von Neugier getriebenen Thoren und die auf ihre Beschränktheit spekulirenden Diebe und Spigel hübsch allein. Dadurch wird man sich vor Schaden wahren." * " Von unserem Korrespondenten wird uns aus Kiel geschrieben: Mit dem heutigen Tage ist längs beider Ufer des Kanals eine militärische Macht aufgestellt, wie sie im wirklichen Kriege bei der Bildung einer Vorpostentette nicht stärker verwendet wird. Infanteristen, feldmarschmäßig ausgerüftet, und pro Mann Wie man in der hamburgischen Arbeiterschaft mit 10 Patronen versehen, nehmen einige Meter von der Böschung über den Pomp denkt, der dieser Tage in der Hansastadt verAusstellung, um zu verhindern, daß irgend ein Zivilist den Kanal anstaltet wird, das ergiebt sich aus einem Aufruf, den ein am resp. die durchfahrenden Schiffe zu sehen bekommt. Die Posten 1. Mai Ausgesperrter im Hamburger Echo" an die Parteitette findet Verstärkung durch Kavallerie und Gendarmerie, genossen erläßt: Eine außerordentlich große Tattlosigkeit muß man es nennen, legtere in besonders verstärktem Aufgebote hat Wege Nur noch ein Tag und es bietet sich Euch die schönste Gelegen- wenn man, wie es in Hamburg in der That geschehen, die Volksund Chauffeen zu besetzen, und macht somit schon heit, mit Frau und Kind als Staffage dienend, die Straßen Hamburgs schüler, also durchwegkinder sozialdemokratischerEltern, auffordert, das Militär überflüssig. Allein auf der etwa fünf zu füllen. Die ganze innere Stadt wird für den Wagen- und Karren- bei der Fürstenverherrlichung als Staffage zu dienen. Man Kilometer langen Strecke von von der Levensauer Hochbrücke verfehr gesperrt, sicher werden viele Wertstätten und Arbeitspläge für muthet den Kindern zu, sich über eine Stunde lang in Parade" bis Holtenau stehen 3 Kompagnien Infanterie, die vierte, man Euch am Nachmittag geschlossen und Euch somit zwingen, einen aufzustellen, sich drängen, stoßen und in jeder Weise gefährden foll es kaum glauben, steht in Reserve am Ranal jederzeit marsch- unfreiwilligen Feiertag zu halten und die Arbeit ruhen zu lassen. zu lassen. Es fehlt ja leider nicht an Leuten, so schreibt das fähig bereit. Mithin gleicht der Nord- Ostsee- Kanal am 19. und Gedentet des ersten Maitages, wie man Euch da verhöhnt und„ Echo", die sich zu jedem noch so faden Schaustück drängen, und 20. d. M. einer russischen Eisenbahn, die Wäterchen benußt; nur mit allen Mitteln der Gewalt bekämpft, nur weil Ihr es waret, den Knüffen und Püffen dieser Sehwüthigen werden gewiß kein ist bei uns ein Unterschied noch vorhanden: an besonders für die die einmal im Jahr einen Arbeiterfeiertag verlangtet. Jene verständiger Vater und feine sorgsame Mutter ihre Kinder ausPolizei zur Ueberwachung günstig gelegenen und von einem traurigen Helden von damals, sie werden es jetzt gern setzen. Wenn die Behörden das nicht einsehen, dann werden die höheren Generalsstabsoffizier für gut befundenen Terrains tann sehen, wenn Ihr aufgeputzt als Figuranten an einem Itern diese Einsicht gewiß umso mehr bekunden und die bürgerliche Kanaille Aufstellung nehmen. Daß die von Euch nicht gewollten Feiertag die Straßen füllt, ihre Kinder von dem bei jedem ähnlichen Festrummel üblichen Fähren und Brücken, welche sich seit einiger Zeit einer damit die freiwilligen und unfreiwilligen Stribenten jener Gedränge der Neugierigen fernhalten. besonderen verschärften Bewachung erfreuen, für die Zeit Gesellschaft von einer imposanten begeisterten Voltsmenge in den Die Hamburgische Großbourgeoisie schwimmt natür der Eröffnung gänzlich gesperrt werden, braucht wohl nicht be- Blättern berichten können. Hamburg giebt jezt für Pomp und Flitter lich in Wonne. Es giebt wohl feine widerwärtigere Erscheinung sonders erwähnt zu werden, und sind deshalb von den betr. mehr als 1 Million Mark aus, ohne zu rechnen, was noch privatim auf der weiten Welt, als wenn ein Krämer in Begeisterung Eisenbahndirektionen sämmtliche Züge, die den Kanal zur frag- geleistet wird; aber im legten harten und langen Winter, als die geräth, und die tollsten Kapriolen werden von dieser Sorte lichen Zeit paffiren müssen, aus dem Fahrplane gestrichen. Und Arbeitslosigkeit und mit ihr das Elend eine erschreckende Höhe Republikaner gemacht, um sich der ihnen bevorstehenden Ehren wozu diese so schneidig durchgeführte Absperrung mit ihren un erreicht hatte, wie viel hatte man da über für die armen Arbeits- würdig zu zeigen. Unter anderen Tollheiten machte ein schönheits. berechenbaren Verkehrsstockungen? Die nächsten Tage werden es lofen mit ihren hungernden Familien? Noch kaum den 7. Theil sinniger Patriot" den Vorschlag, für den Kaisertag" das beweisen, daß alles überflüssig war. deffen, was heute für einen halben Tag ausgegeben wird. Dabei 3ifferblatt der St. Michaelisthurmuhr zu überspannen und die Am schärfsten wird jedoch die Absperrung an der Mündung darf nicht übersehen werden, daß die Arbeitslosen für die überspannte" Uhr mit der Aufschrift Willkommen" zu ver durchgeführt, statt Gendarmen und Soldaten haben hier ihnen gegebenen Löhne eine dem Gemeinwohl nüßliche Arbeit sehen! zweihundert Berliner Schuhleute in Uniform und diverse verrichteten. Wenn man am 19. Juni erst die gepußten Straßen in Zivilfleidung Verwendung gefunden, und nur den am Jungfernstieg 2c. gesehen und man kehrt dann zurück zu den Inhabern der zahlreich vorhandenen Tribünenplähe ist erbärmlichen Arbeiterwohnungen im Gängeviertel mit all dem es gestattet, das„ Volksfest" für schweres Geld mit verborgenen Elend und der Noth, so kann man Hamburg mit zufeiern. Mithin müssen die großen Massen von Fremden, die seit Recht vergleichen mit einem armen Weibe, deren hohle Wangen Sonntag mit der Bahn nach Kiel kommen, Verzicht leisten, geschminkt und deren zerrissenes und zerlumptes Unterkleid mit irgend etwas von dieser mit so großem Pomp ausgestatteten Seide verdeckt wird. Genossen, bezwingt Eure Neugier!" Hoffestlichkeit zu sehen. Nur der Anblick des Kriegshafens mit Bei dieser Stimmung war es am Playze, daß unser all den fremden und heimischen Kriegsschiffen ist offen geblieben Hamburger Partei- Organ die Bevölkerung eindringlich vor und eine Fahrt durch den Hafen daher auch sehr lohnens dem sogenannten Bergehen ter Majestätsbeleidi werth. Hier haben die verschiedenen Nationen gezeigt, gung warnte." Hütet Cure Bungen", fo schreibt es, wie widerfinnig ihr Bestreben ist, im Kriegsschiffsbau sich noch sind die Gedanken frei, und mit dem Denken möge fich Beitung" sehr milde, daß das Bauwert, das einem Riesens gegenseitig zu überflügeln. Wer vermag in Riel heut jeder begnügen, bis einmal die Zeit tommt, wo man auch in spielzeug gleicht, einem künstlerisch gebildeten Auge nicht bes zu sagen, welches von den vielen Schiffen das modernste, das der„ Republit" Hamburg seine Gedanken straflos zum Ausdruck hagen kann. praktischste ist? Niemand ist dazu im stande; die Vorzüge des bringen tann." Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch noch Den ganzen Vorbereitungen zur Hamburger Feier hätte einen Schiffes gehen dem anderen verloren und die Folge dieser auf etwas anderes aufmerksam machen. Selbstverständlich gehört natürlich die höhere patriotische Weihe gefehlt, wenn es ohne Flottenschau wird die Kombinirung der unfinnigften Ideen sein, zu einem richtigen patriotischen Fest auch eine nach Hundertausenden Sabbathschändung abgegangen wäre. Es wird berichtet, welche, wenn sie fertig sind, Kriegsschiff im modernsten Stil ge- zählende, begeisterte Voltsmenge, aus deren Mitte unaufhörliche, daß die Vorbereitungsarbeiten den ganzen Sonntag über im donnernde Hochrufe erschallen", wie es immer so schön in der Gange waren und selbst während der Kirchenstunden nicht Am gestrigen Tage sind bis auf einige, fast alle Schiffe im nationalen" Presse heißt. Diese Voltsmenge heranzuziehen, ruhten. Man sieht, mit welcher peinlichen Gewissenhaftigkeit Hafen eingelaufen. Erwähnt mag dabei werden, daß sich das läßt man es an allerlei Schaugepränge nicht fehlen. Wir hoffen das ganze Fest genau nach Berliner Muster vorbereitet wird. russische Geschwader mit dem französischen in der Ostsee vereint indessen, daß nicht nur jeder Sozialdemokrat, sondern auch jeder Zu dieser Meldung past vortrefflich die weitere Bekanntgabe, hatte, um gemeinsam gegen Mittag des gestrigen Tages nach Riel e dh te Republikaner am Fürstentage zu Hause bleibt oder daß während der Festtage die Polizeift unde für die ganze zu fahren. Als das französische Thurmschiff Hoche das deutsche sich in jenen Stadttheilen hält, wo er nicht in Gefahr kommt, Nacht aufgehoben ist. Wird das ein patriotisches Treiben Wachtschiff passirte, ertönte von der an Bord befindlichen Kapelle zu einem Hoch" gezwungen zu werden oder sich bei in der Echwieger- und Utritusstraße werden. nannt werden. " " Am meisten scheinen die Hamburgischen Behörden noch einen klaren Kopf für die reale Lage der Dinge bewahrt zu haben. Wenigstens entnehmen wir dies aus einer Meldung über ein offizielles Bankett, daß am Montag Abend den fremden Journalisten gegeben worden ist. Es wird da berichtet, daß die große Fest- und Begrüßungsrede an die Vertreter der Presse verständnißinnig von dem Chef der HamburgischenPolizei gehalten worden ist. Was will man mehr? Ueber die vielbesprochene fünftliche AI sterinsel, diesem Hauptspaß an der ganzen Festlichkeit, werden vielfach Stimmen recht respektwidriger Kritik laut. So schreibt auch die„ Vossische tommen. Abg. Plek( 3.): Mir ist das Gesetz hochwillkommen. Der Staat erinnert sich der Pflicht, die er gegen diejenigen hat, welche mit irdischen Glücksgütern nicht gefegnet sind. Die Vorlage läßt aber nach einer Seite einen großen Mangel erkennen. Sie wird günstig für die Landwirthschaft wirken, weniger aber, oder vielleicht garnicht für das Handwerk. Unter den heutigen Verhält nissen ist es überatis schwer, dem Handwerk zu helfen, weil es nicht organisirt ist. allmonatlich amtliche Nachweise über die Benutzung der gegeben. In den Ueberschußmonaten hatten aber die Genossen-| Schenkung machen; ein mäßiger Zins und die Deckung ber| gingen, haben für das Komitee keinen Werth. Nur Abschriften fchaften Schwierigteiten, eine angemessene Rente zu be- Kosten der Verwaltung ist alles, was ich erstrebe; auch fönnte der Urtheile u. f. w. entsprechen unseren Zwecken. Da in diesem Diese Zentralanstalt soll dieses Verhältniß aus- es Ihnen nicht angenehm sein, wenn man Ihnen den Jahre der Landtag tagt, so muß unseren Abgeordneten gleichen. Weber die Seehandlung noch die Reichsbant fonnten Vorwurf machen könnte, daß Gie von Staats vorher alles Material zur Verfügung gestellt werden, Die hier vorliegende Aufgabe erfüllen, die Hauptaufgabe der zuwendungen leben.( Sehr richtig! rechts.) wenn sie die Regierung wegen ihres Borgehens interReichsbank besteht ja in der richtigen Führung der Diskont Abg. Graf Kanik( t.): Ich kann mich nicht ganz und gar pelliren sollen. Wir ersuchen deshalb unsere Genossen, alle in politik und der Währungsfrage. Sie ist ihrer Natur nach auf den Ausführungen des Ministers anschließen. Er glaubt, daß ihren Händen befindlichen Schriftstücke solcher Art unverzüglich Kredite im kaufmännischen Sinne angewiesen. Sie muß ihre wir darin einig wären, daß die wachsende Verschuldung zu einem an das Zentralfomitee abzuschicken. Diese Sendungen, sowie alle Mittel flüssig halten und solche Unterlagen haben, daß sie wesentlichen Theil ihren Grund in der bisherigen mangelhaften Buschriften, Anfragen, betreffend Besorgung von Rednern zc. find jederzeit ihre Mittel leicht wieder flüffig machen kann. Organisation des Personalfredits habe. Ich glaube, die Ur- zu richten an Anton Heilwed in Dresden- A., Jakobsgaffe 15, Deshalb tann fie naturgemäß nur fürzere Kredite fachen hierfür liegen auch auf anderen Gebieten, die ich nicht 2 Tr. I. gewähren. Die Vorwürfe, die man bisher der Reichsbant weiter berühren will, aber ein Theil der Schuld liegt allerdings in dieser Beziehung gemacht hat, sind nach meiner Meinung auf diesem Gebiet. Mag der Bruttoertrag der Landwirthschaft schon gemeldet iſt, am 28. Juni in Würzburg abgehalten Für den dritten unterfränkischen Parteitag, ber, wie völlig unbegründet. Diese Zentralanstalt soll nun die Reichs- noch so hoch sein, die meisten Landwirthe sind eben genöthigt, einen wird, sind als Tagesordnung folgende Punkte in Aussicht ge= bank entlasten von einer Aufgabe, die sie nicht erfüllen kann. großen Theil ihrer Erträge zu Schuldzinsen zu verwenden. wird, sind als Tagesordnung folgende Punkte in Aussicht geEs ist ein dringendes Bedürfniß, eine Organisation auch auf Daraus leite ich nicht bloß das Recht, sondern auch die Pflicht nommen: 1. Beschlußfassung über die Geschäftsordnung und dem Gebiete des Realkredits herzustellen, welche der Landwirth des Staates her( Zuruf des Abg. Gothein: die Schulden der Wahl des Bureaus. 2. a) Geschäftsbericht der Zentralleitung; schaft leicht und schnell die Vortheile des heruntergehenden Bins Gutsbesitzer zu bezahlen!), Maßnahmen zu treffen, welche ge- 4. Stand der Agitation und Organisation in Unterfranken; b) Raffenbericht. 3. Die Parteipresse. Referent Fülle. fußes sichert, ich meine eine Konvertirung der ganzen noch heute eignet sind, die drückenden Laften einigermaßen herabzusetzen. Situationsberichte der Vertrauensmänner. vorhandenen Berzinsung auf dem Lande. Nicht blos im Osten, Der Staat hat ein sehr naheliegendes Interesse daran, daß aus 5. Gewerkschaftliche fondern auch im Westen. Für die Entlastung der Landwirthschaft dem Areal unter dem Pfluge, diesem wichtigen Bestandtheil des und politische Bewegung. 6. Anträge. 7. Ev. Wahl der Zentralfann hier noch ungeheuer viel geschehen. Aber nicht allein für Nationalvermögens, ein möglichst großer Nutzen gezogen wird. leitung. die Landwirthschaft, sondern für den ganzen Mittelstand, Der Staat hat die Pflicht, den wirthschaftlich Schwachen seine Bei der Gemeinderathswahl in dem hessischen Dorfe namentlich auch für den gewerblichen Mittelstand, wird Hand zu bieten, und ich hoffe, daß dieses Prinzip von dem Hainst a dt siegten unsere Kandidaten A. Wich und W. Reis dieses Gesetz ſegensreich wirken. Das Bedürfniß für den Hand Hause anerkannt wird, und damit wäre wenigstens die Grund- ing mit 102 und 92 Stimmen über die Gegner. Unser dritter werker ist in dieser Beziehung nicht minder dringend lage, auf welcher die Vorlage aufgebaut ist, gewonnen. Kandidat, R. Merget, unterlag mit der stattlichen Bahl wie für die Landwirthe, und auch nach dieser Richtung Die Vorlage läßt den Realkredit vorläufig unberührt. Es thut von 82 Stimmen. Insgesammt waren 195 Stimmen abgegeben hin wird das Institut feinen Nutzen und Segen entfalten. Wir mir leid, daß diese Frage, welche vielleicht noch wichtiger ist, als worden. wollen auch hoffen, daß die Einrichtung dieser Zentralkasse die des Personalkredits, nicht gleichzeitig mitbehandelt werden namentlich den torporativen Organisationen des Handwerks Ver- konnte. Allerdings stehen hier besondere Schwierigkeiten ent- Verein in Köln veranstaltet eine Reihe von Vorträgen über Aus den Partei- Organisationen. Der Sozialdemokratische anlaffung giebt, sich der Vereinigung Kleinerer Kräfte zum Nutzen gegen. Es ist schon von verschiedenen Seiten hervorgehoben der Gesammtheit mehr anzunehmen. Den ersten Vortrag, worden, daß es sich hier um die Interessen des Mittelstandes das sozialdemokratische Programm. Die Befugnisse, welche die Kasse nach der Vorlage erhält, handelt. Gerade beim Realkredit ist der kleine Mann viel über den allgemeinen Theil, hielt am Sonntag Dr. Lütgenau fcheinen zwar ziemlich weit ausgedehnte zu sein und es ist die schlechter gestellt als der große.( Sehr richtig rechts.) Auch aus Dortmund. Befürchtung daran geknüpft, daß wir gewissermaßen das Bank auf dem Gebiet des Realkredits find bedeutende Aufgaben tragte in seiner legten Sigung den Vorstand, bei der Stadt Der sozialdemokratische Boltsverein in Iberfeld beauf wesen verstaatlichen wollten. Davon ist gar nicht die Rede. Ob das Ganze gelingt, hängt schließlich nicht von den eines gefunden Mittelstandes. Die Sache hat also eine erheb: sucht wird, die Stadtverordneten- Bersammlung möge einen Beschluß zu lösen. In beiden Fällen handelt es sich um die Erhaltung erheb- verordneten- Bersammlung einen Antrag einzubringen, worin erParagraphen der Vorlage ab, sondern von einer zweckmäßigen liche sozialpolitische Bedeutung, und diese Vorlage hat vielleicht sucht wird, die Stadtverordneten- Bersammlung möge einen Beschluß und kundigen Verwaltung. Die Personenfrage wird hier aller eine höhere Bedeutung als manche anderen Geseze, welche auf herbeiführen, wonach der Vorsitzende der Arbeits- Verdings sehr stark in den Vordergrund treten. Da ich selbst dem Boden der Sozialpolitik erwachsen sind, und nur zu einer mittelungsstelle, Herr Beigeordneter Dieße, gehalten ist, wünsche, daß bei der schwierigen Lage des Hauses, bei den er- Belastung geführt haben.( Sehr richtig! rechts.) heblichen Aufgaben, die dem Hause trotz der Kürze der Zeit Eine Kalamität ist es für die Landgemeinden Arbeits- Vermittelungsstelle zu veröffentlichen, sowie die in der leider nicht haben erspart werden können, die Diskussion nicht z. B., wenn sie eine neue Schule bauen sollen.( Sehr Geschäftsordnung niedergelegten Bestimmungen zu respektiren. zu weit ausgedehnt wird, so will ich schließen: Wenn das Haus richtig! rechts.) Wei den außerordentlich hohen Ansprüchen, die Wird der Antrag abgelehnt, so sollen die Arbeitervertreter ihre diese Vorlage annimmt, dann wird jeder im Hause fich sagen von seiten der Schulbehörden in bezug auf die Ausstattung ge- weitere Mitwirkung an der Arbeits- Bermittelungsstelle verfagen können, daß Sie für unsere Mittelklassen nicht blos schöne, wohl stellt werden, bedeutet ein solcher Bau in der That eine Kalamität. und es soll zur Besprechung dieser Angelegenheit eine Bolts- Berwollende Worte gehabt, sondern auch für die Erhaltung, Auch die steuerlichen Leistungen zwingen den Landwirth häufig, sammlung einberufen werden". Stärkung und Kräftigung eine heilsame That mit nach Hause den Kredit in Anspruch zu nehmen. An vielen Grundbesitzern bringen.( Lebhafter Beifall rechts.) Das dritte Versammlungslokal ist jetzt den Parteigen offen ift die Steuerreform des Herrn Finanzministers spurlos vorüber in Wolgast an der Ostsee zur Verfügung gestellt. Der gegangen, fie müssen sogar noch mehr Steuern bezahlen als früher. Sozialismus macht dort gute Fortschritte, beim Bürgerthum ich bin selbst in der Ergänzungssteuer so hoch veranlagt wenigstens insofern, als es einsteht, daß unsere Ideen nicht worden, daß ich vor mir selbst Respekt befam.( Heiterkeit.) dadurch aus der Welt geschafft werden, daß man uns Ver Ich habe geglaubt, die heutige Gelegenheit benutzen aufammlungen unmöglich macht. So wird denn auf die Wirthe müssen, um dem Finanzminister diese kleine Blume ins Knopfloch nicht mehr ein so großer Druck ausgeübt, als früher. zu stecken.( Seiterkeit.) Ich halte es für einen glücklichen Gebanken, daß mit der Vorlage an das Bestehende angeknüpft wird; Aus Saalfeld berichtet unser dortiges Bruberorgan, das es wird sich dadurch ermöglichen, daß auch in denjenigen Landes- Saalfelder Boltsblatt": Lange Gefichter gab es in der vorige Abg. Knebel( natl.): Jch begrüße die Vorlage mit Freuden theilen, wo jezt derartige Kaffen noch nicht existiren, folche ins Woche abgehaltenen Generalversammlung der Saalbahn, als Herr als den Schlußstein der vielversprechenden genossenschaftlichen Leben treten und auch lebensfähig erhalten bleiben. Ich wünsche, Bürgermeister Heinrich aus Rudolstadt feststellte, daß die NachOrganisation, die entwickelt werden muß, wenn dem Klein- daß auch die bestehenden Kreis- und städtischen Spartaffen, richt über die von Preußen an die Saalbahn- Verwaltung zur befiß nicht ganz gewaltige Gefahren drohen sollen. Die wenigstens provisorisch, der Wohlthat dieses dieses Gesetzes Beamten Gehaltsaufbefferung überwiesenen 11 000 m. zuerst in Genossenschaft ist unbedingt erforderlich, wenn der Klein- theilhaftig werden; e3 find häufig die einzigen dem sozialdemokratischen Volksblatte" und erst dann im Schwarzbesitz gegenüber dem großen Betrieb lebensfähig bleiben Institute, die den Personalkredit" befriedigen tönnen. burg- Rudolstätter Regierungsblatte gestanden habe. Von der foll. Daß die Vorlage fich an die bestehenden Genoffen- Im übrigen bin ich mit den Prinzipien der Borlage durchaus Saalbahn wollte man die ganze Angelegenheit vertraulich" be schaften anschließt, anschließt, verspricht ihr eine große Zukunft. einverstanden, wünsche aber noch eins: wenn es die erwünschte handeln und nun wissen die bösen Rothen eher von der Ge Eine wichtige Aufgabe der Zentralanstalt wird es sein, den Wirkung des Gesetzes sein wird, daß der Schuldner unter schichte, als die Betheiligten selbst! Es ist wirklich zu fatal! Zinsfuß für den Landmann und den Handwerker zu ermäßigen. günstigeren Bedingungen als bisher neue Schuldverbindlichkeiten Ich halte die Vorlage für einen außerordentlich glücklichen Griff eingehen und alte lösen tann, so sollten auch Vorkehrungen getroffen Aus Eschwege wird dem Voltsblatt für Heffen" ge der Regierung. Ehe die Genossenschaften selbst sich eine solche werden, welche einer übermäßigen Verschuldung vorbeugen. Jede schrieben: 13 bei der Nachwahl in unserem ReichstagswahlZentralanstalt hätten schaffen können, hätte es vieler Jahre be- Erleichterung der Schuld, jede Herabsetzung des Binsfußes schließt treise ein fast in allen Kreisen unerwarteter Zuwachs der sozialdurft. Im einzelnen habe ich auch Bedenken gegen die Vorlage. Die Versuchung in sich, die Schuldenlast zu vermehren, und demokratischen Stimmen zu verzeichnen war, kannte der Haß Dem Handwerk wird sie in der ersten Zeit allerdings in die Lage fann dann viel kritischer werden als bisher. und die Verfolgungswuth unserer Gegner schier feine Grenzen geringem Maße zu gute kommen, weil der Handwerker- Unsere auf dem Gebiete des Kreditwesens liegenden Aufgaben mehr. War es doch zum ersten Mal, daß ein Kandidat der stand in der Bildung von Genossenschaften ganz und gar zurück- find mit der Annahme dieser Vorlage noch keineswegs erledigt, bürgerlichen Parteien mit einem Sozialdemokraten bei der engeren geblieben ist. Indeffen tönnen die Handwerker dies es bleibt noch ein bedeutendes Arbeitsfeld für den Gesetzgeber Wahl um das Mandat ringen mußte, und zwar nach Lage der sehr gut nachholen, würden sie nicht nach dem würden sie nicht nach dem ab- übrig.( Beifall rechts.) Sache mit zweifelhafter Aussicht. Das Schrecklichste, die Wahl gelebten Phantom der Innungen ihre Bestrebungen richten, sondern Abg. Herold( 3.). Die Vorlage trifft das richtige darin, des Sozialdemokraten, hätte sich ereignen tönnen, und das fich auf den gesunden Boden der Genossenschaftsbildung stellen. daß sich die Zentralfasse nur mit den Genossenschaftsverbänden mußte unter allen Umständen verhindert werden. Es begann Bedentlich ist die Bestimmung, daß der Reingewinn, wenn er und nicht direkt mit den einzelnen Genossenschaften in Verein Refseltreiben, das würdig ist, der Schlacht bei Sprenge an die eine gewisse Summe übersteigt, in die Staatskaffe zurückfließen bindung setzen soll. Ferner ist es ein berechtigtes Prinzip, Seite gestellt zu werden. Zwar waren die Treiber nicht wie foll; man sollte diesen Gewinn lieber zur Ermäßigung des Zins- daß die Kaffe sich nicht auf die Befriedigung des land- dort, fanatisirte Bauern, sondern es war ein protenhaftes Unterfußes der Anstalt verwenden. Ferner sollte man die Anstalt wirthschaftlichen Personalkredits beschränken, sondern auch nehmerthum, daß seine wirthschaftliche Machtstellung dazu benutzte, mehr in Verbindung mit den Sparkassen bringen. Die Vorlage den Kredit des gewerblichen Mittelstandes befriedigen soll die Arbeiter auch noch geistig zu tnechten, das, statt des Dresch wird für das Handwerk und die Landwirthschaft den Kredit ver- Sonst tönnte auch ein entsprechender Ausgleich nicht statt flegels, die Hungerpeitsche schwang. Weiter wird in der Zuschrift billigen. Die Durchberathung des Entwurfes muß mit der finden, der nur bei der Betheiligung verschiedener Berufszweige u. a. angegeben, daß ein Fabrikant in Wannfried einige Tage größten Sorgfalt erfolgen und ich beantrage deshalb, die Vor- und aller Landestheile möglich ist. Zweifelhaft ist mir, ob die vor der Stichwahl erklärte, wer ihm nachwiese, daß einer seiner lage nicht der Budgetfommission, sondern einer besonderen Rom- Verwendung der Hälfte des Reingewinns für den Reservefonds Arbeiter unfern Kandidaten Huhn gewählt habe, solle 20 m. mission von 14 Mitgliedern zu überweisen und hoffe, daß wir richtig ist. Andererseits ist zu erwägen, ob es richtig ist, daß, bekommen. Im Wahlkreise Eschwege ist bekanntlich der Pfarrer fie dann möglichst einstimmig annehmen.( Lebhafter Beifall bei wenn der Reservefonds eine gewisse Höhe erreicht hat, die Iskraut gewählt. den Nationalliberalen.) weiteren Ueberschüsse in die Staatskasse zurückfließen. Darin Abg. Gamp( fr.): Die wirthschaftlichen Vortheile der fann auch ein Anreiz liegen, eine möglichst hohe Ber die Ausbreitung unserer Partei zu hindern. Brachte da das Es ist nichts zu albern, das nicht versucht würde, um Vorlage werden nicht so bedeutend sein, aber sie ist politisch zinsung zu nehmen.( Sehr wahr! im Zentrum.) ultramontane„ Fränkische Volksblatt" die Mittheilung, bei der von großer symptomatischer Bedeutung, indem der Staat seine Finanzminister Miquel: Der westfälische Bauernverein ist Verpflichtungen gegen Landwirthschaft und Handwerk anerkennt. allerdings auf der Agrarfonferenz nicht vertreten gewesen. Das sozialdemokratischen Konferenz in Höchberg habe einer unferer Daß ein Bedürfniß nach dieser Richtung vorliegt, steht fest. Die beruhte lediglich auf einem bedauerlichen und entschuldbaren ein breipfündiges Stück Fleisch gestohlen. Zum Schluß dieser Bürzburger Anhänger in der Küche des Gasthauses zum Bamm Schulze Deliksch'schen Genossenschaften, die 5-6 pCt. Zinsen Versehen. nehmen, haben nicht genügend zur Befriedigung des Kredit- Abg. Hammacher( natl.): Es ist eine durchaus weise und Mittheilung fagte das Blatt: Den Höchbergern und den Be Abg. Hammacher( natl.): Es ist eine durchaus weise und wohnern der anderen umliegenden Ortschaften empfehlen wir bedürfnisses gethan; ihr Binsfuß ist viel zu hoch. Ob die jetzigen nothwendige Beschränkung des Gesetzentwurfs, daß die Kredit- dringend, bei allenfalsigen weiteren Besuchen der Herren Sozi Genossenschaften als eine geeignete Grundlage für eine derartige anstalt ihren Kredit auf die Vereinigungen der Genoffen- ihre Thüren, Schränke, Steller u. s. w. vorsichtig geschlossen zu Kreditgewährung anzusehen, ist mir zweifelhaft. Die kredit schaften beschränkt. Preußen geht mit diesem Experiment allen bedürftigen Landwirthe sind in den Genossenschaften in verschwindend übrigen Staaten voran; darum ist Vorsicht geboten und der Ergeringer Bahl vertreten, und es ist ein Mangel dieser Vorlage, folg wird von den Personen abhängen, die zur Ausführung des daß sie die Staatsmittel lediglich verwenden will, um Gesetzes an die Spige der Anstalt gestellt werden. Es wäre vereinem verhältnißmäßig fleinen Bruchtheil der messen, gerade mit Rücksicht auf die mit der Einrichtung des Landwirthschaftlichen Bevölkerung eine Erleichte Instituts verbundenen Gefahren und Risiken, der Anstalt die rung in ihren Binslaften zu theil werden zu lassen. Gleichwohl Aufgabe zu stellen, unmittelbar in Kreditverkehr mit den einbin ich damit einverstanden, daß man zunächst diesen Weg zelnen Genossenschaften zu treten. beschreitet, aber ich meine, man soll alles aus dem Gesetz herausDer Deutsche Arbeiterverein in Basel, der jetzt über laffen, was der zukünftigen Entwicklung dieses Kreditinstituts die Vorlage der Budgetfommission zu überweisen. nach anderen Richtungen hin hinderlich ist. Ich hoffe, daß diese Das Haus tritt diesem Antrage bei. zum weißen Kreuz, übergesiedelt. Vorlage nicht der Schluß, sondern Grundstein für eine weitere Es folgt die Verlesung der Interpellation der Abgg. Drganisation auf diesem Gebiete bilden wird. Die Summe von Sattler, Stengel und Graf zu Limburg Stirum, deutschen wie slavischen Bourgeoisie die Lokale zu VersammDie Sozialdemokratie Brünus in Mähren, der von der 5 Millionen ist eine sehr minimale, namentlich wenn man be- betr. die staatliche Beaufsichtigung von Irrenlungen gleichmäßig verweigert werden, hat einen Verein gerücksichtigt, welche Vortheile die Reichsbank durch das Privilegium anstalten. der Notenausgabe und der absoluten Steuerfreiheit erhalten hat. Ministerialdirektor v. Bartsch: Namens der Staatsregierung gründet, der den Zweck hat, den Bau eines allen Anforderungen Der Verwaltungsapparat ist zu fomplizirt. Eine follegialische stelle ich dem Hause anheim, die Debatte über diese Interpellation Namen„ Arbeiterheim" führen soll. entsprechenden Vereinshauses zu ermöglichen, das den Berathung könnte vielleicht bei der Kreditgewährung Platz greifen; auf 8 Tage auszusetzen, da der Herr Kultusminister, welcher bis im übrigen aber muß man den Leuten persönlich eine gewisse zum 22. d. M. nach auswärts beurlaubt ist, Ende dieser Woche Polizeilich, Gerichtliches 2c. Freiheit lassen und sich nicht an allgemeine Schablonen halten. heimkehrt und die Absicht und den Wunsch hat, die InterpellaRedakteur Reinhold Schebs in Breslau, der Ich hoffe, daß das Gesetz dazu beitragen wird, daß Landwirthe tion namens der Staatsregierung zu beantworten. Ich bin dort wegen mehrerer Preßvergehen 14 Monate Gefängniß zu und Handwerker sich mehr associiren werden, um der Vortheile meinestheils von der Staatsregierung nicht ermächtigt, die verbüßen hat, ist am Sonnabend wegen des Todes seines dieses Gesezes theilhaftig zu werden.( Beifall rechts.) Interpellation heute zu beantworten. Schwiegervaters gegen Stellung von 3000 M. Kaution auf eine Woche beurlaubt worden. Nach der Volkswacht" läuft nun feine Strafe am 20. Januar nächsten Jahres ab. Möge ihm die lange Haft feinen bauernden Echaden an seiner Gesundheit bringen! In Crimmitschau war der Parteigenosse Fiedler vom Stadtrath wegen Verkaufs von Maifest Zeichen zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt worden, obwohl er Handelsmann ist. Das Schöffengericht sprach ihn frei, indem es entschied, daß die Das Beutral Agitationskomitee für Sachsen erließ Maifest Beichen zur Kategorie der Galanteriewaaren gehören; folgende Bekanntmachung: Laut Beschluß der Landeskonferenz zwar habe dies eichen eine politische Tendenz, es würden jedoch Finanzminister Miquel: Ich möchte dringend rathen, dieses von 1894 find alle wichtigen Gerichtsurtheile, Festzeichen ähnlicher Art, wie z. B. anläßlich des 80. Geburts Institut aus fleinen Anfängen und es sich erst mit dem weiteren Verfügungen und Erlasse, welche auf die Partei bezug tages des Fürsten Bismarck, verkauft, ohne daß es jemandem Bedürfniß weiter entwickeln zu lassen. Hoffentlich wird sich bald haben, ferner Mittheilungen von Uebergriffen der Polizei und einfalle, hierin einen Verstoß gegen die Gewerbe Ordnung zu eine Vorlage über die Organisation der Eparkassen ermöglichen sonstiger Behörden, auch hinsichtlich des Büchtigungsrechtes in den erblicken, und da Fiedler Handelsmann sei, so habe er garnicht Ioffen. Die Borlage hat fein fistalisches Interesse, sondern nur Boltsschulen u. s. w., an das Zentralkomitee zu senden. Beitungs- nöthig, sich für jede Galanteriewaarenfache einen Gewerbeschein en sozialpolitisches, anderseits[ aber will ich auch gar keine ausschnitte u. dergl., wie sie im letzten Jahre mehrfach uns zu besonders zu lösen. halten." " Und was ist wahres an der Sache? Ein naher Verwandter der Wirtheleute, der mit der Sozialdemokratie nicht das mindeste zu thun bat, hatte das Stück Fleisch eingesteckt, um sich mit den dem fränkischen Pfaffenblatte, müssen sich nun unsere bayerischen Wirthsleuten einen Ulf zu machen. Mit solchem Gesindel, wie Genossen Jahr für Jahr herumschlagen! Abg. Graf Limburg Stirum stellt den formellen Antrag, 500 Mitglieder hat, ist in sein neues eigenes Heim, das Hotel Abg. v. Woyna( ft.): Ich freue mich, daß man sich in dieser Die Interpellation wird von der Tagesordnung abgefeht. Vorlage an diejenigen Institute angeschlossen hat, welche sich Schluß 21 Uhr. Nächste Sitzung Montag, den 24. Juni, bisher die Förderung des Personaltredits in Deutsch 12. Uhr.( Eisenbahn- Verstaatlichungsvorlage und Kleinere Borland haben angelegen sein lassen. Auch bin ich da- lagen.) mit einverstanden, daß man möglichst klein anfangen soll. Die Betheiligung des Staates scheint mir zu juristisch konstruirt, auch ist es mir bedenklich, daß der Finanzminister in die Geschäftsgebahrung des Direktoriums eingreifen darf. Jede fleinliche Beschränkung in der Geschäftsgebahrung muß unbedingt vermieden werden. Parteinachrichten. " und 0 Eine intereffante Entscheidung fällte die Straffammer in allerorts zu erwägen und den Provinzialkommiffionen von dem wünschen. Hierauf wurde zur Berathung ber AbänderungsWaldenburg. Am 11. d. M. standen die Parteigen offen Resultat Mittheilung zu machen; gleichzeitig ist auch die Koften- anträge zum Statut geschritten. Im Laufe der heutigen Vers Püschel und Wunder zum vierten Mal unter der Anklage frage in den Kreis der Erwägung zu ziehen. Wir würden vor- handlung famen Anträge von hervorragender Bedeutung nicht vor Gericht, am Grabe des Genossen Baer Reden gehalten schlagen, von den 14 Kommissionen je einen, höchstens zwei Mann zur Verhandlung. Nach Verlesung von 17 Telegrammen aus dadurch die Regierungs- Polizei Verordnung vom zu delegiren. Wir legen besonderen Werth auf unseren Vorschlag, verschiedenen Gauen und Mitgliedschaften Deutschlands, sowie 31. März 1855 übertreten zu haben, welche besagt: Das Reden- die Delegirten aus den Mitgliedern der bisher bestehenden aus Desterreich, der Schweiz und von einem deutschen Kollegen halten auf Kirchhöfen ist Laien verboten. Es stellte sich aber Provinzialfommissionen zu ernennen, weil diese Art der Or- in Amerika wurden die Verhandlungen vertagt. heraus, daß dieser Verordnung eine vom Jahre 1889 gegenüber ganisation bei der vergangenen Kampagne sich unserer AnDie Maurer Reichenbergs i. B. haben die Arbeit einsteht, worin gesagt ist, daß sich die Verordnung vom ficht nach sehr gut bewährt hat und die betheiligten Pers Jahre 1855 nur auf kirchliche Kirchhöfe, nicht sonen schon mit dergleichen Arbeiten sich vertraut machen konnten. gestellt, weil die Unternehmer die Erhöhung des Stundenlohns aber auf Gemeinde Kirchhöfe, sogenannte politische Kollegen Deutschlands! Erwägt diesen unsern Vorschlag in um 1 Kreuzer ablehnten, Zuzug ist fernzuhalten. 3 bezieht. Da der Kirchhof zu Nieder Wüstegiersdorf, wo die Euren Versammlungen und zwar baldigst. Laßt Eurer zuständigen Reden gehalten worden waren, den Gemeinden Kaltwasser, Kommission schnell Nachricht zukommen. Ueber Zeit und Ort Dörnhau und Nieder Wüstegiersdorf gehört, konnte die würde man sich bald verständigen. Glaubt nicht, der Plan sei Verordnung vom Jahre 1855 nicht plazgreifen, infolge- verfrüht, die Erklärungen der Regierungsvertreter zwingen uns dessen wurden Püschel und Wunder in der Berufungsinstanz zu frühzeitigen Gegenmaßnahmen, ferner sind wir der Majorität freigesprochen. Dem Antrag Püschel und Wunder, ihnen die baaren des Reichstages gegen eine höhere Tabaksteuer nicht so sicher, als Auslagen zu ersehen, wurde stattgegeben, da der Amtsanwalt daß wir die Agitation gegen neue Zabatsteuerpläne nicht immer es laut Grundalten hätte wissen müssen, daß der Kirchhof ein in Fluß behalten sollten. Wir dürfen uns nicht in Sicherheit politischer ist. wiegen und uns nicht überrumpeln lassen. Diese Ansicht hat hier Als Einberufer einer Versammlung erhielt in Bitter die Oberhand behalten und geben wir hiermit die Anregung, zum feld( Provinz Sachsen) der Parteigenosse Rößler ein Straf- kommenden Feldzug jezt schon Stellung zu nehmen. mandat über 6 M., weil die Plakate zur Versammlung ohne Die Kommission der Tabatarbeiter Berlins. polizeiliche Genehmigung angeklebt worden waren. Rößler hat J. A.: Karl Butry, Stralsunderstr. 17, 2 Tr. mit dem Ankleben garnichts zu thun gehabt. Der Streik der Korbmacher in der Werkstatt des Herrn werner in Friedrichsfelde bei Berlin dauert unverändert fort. Gin Einigungsversuch ist gescheitert, da sich Herr Zwerner meigerte, den Lohntarif zu zahlen, der von den anderen fleinen Es wird deshalb das Meistern am Orte innegehalten wird. dringende Ersuchen an die Korbmacher gerichtet, den Zuzug nach hier fern zu halten. - Je 20 M. Strafe sollten der Parteigenosse Grosser und der Gastwirth Pohl in Wüste giersdorf nach Ansicht bes Amtsvorstehers zahlen, weil in einem Kränzchen ohne polizeiliche Genehmigung getanzt worden war. Das Schöffengericht erkannte auf Freisprechung, da es sich selbstverständlich um ein Vereins-, nicht um ein öffentliches Vergnügen handelte. Die Rosten wurden der Staatskasse auferlegt. " Der Redakteur des Offenburger Volts: freundes", Otto 3ielowski, wurde wegen Beleidigung des Fabrikanten F. Juhler in Schopfheim vom Landgericht zu 70 M. Geldstrafe oder 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, während ihn das Schöffengericht seinerzeit freigesprochen hatte. Soziale Nebericht. Danziger Verbandstag der deutschen Berufsgenoffen schaften. Der gestrige Bericht, dessen Material, wie schon erwähnt, dem„ Berliner Tageblatt" entnommen war, ist in einigen Punkten ungenau. Es find für die Unfallversicherung im Jahre 1894 allein nicht in einem Jahrzehnt, wie man 65 Millionen nach der Art der Darstellung annehmen könnte Mart verwendet worden. Hiervon kamen auf Entschädigungen, d. h. auf Renten, 45 Millionen, dagegen betrug die Rücklegung für den Reſervefonds ca. 13 Millionen und die Verwaltungs. foften beliefen sich auf nur 7 Millionen Markt, also nicht, wie angegeben war, auf 20 Millionen. Hoch genug sind die Verwaltungskosten also immer noch. Chinesisches aus Deutschland. Der Vorsitzende des Düsseldorfer Gewerbegerichts hat an das zu Solingen ein Schreiben gerichtet, worin gewünscht wird, höheren Ortes zu beantragen, es möge den Mitgliedern der föniglichen Gewerbegerichte, insbesondere aber dem Vorsitzenden gestattet werden, die für Berufsrichter eingeführte Robe tragen zu dürfen". Vom Leipziger Maurerstreit ist noch mitzutheilen, daß die Maurer in der Versammlung, wo sie den Schiedsspruch an erkannten, zugleich beschlossen, daß der Montagsversammlung des Bundes der Bauunternehmer noch folgende Forderungen zu unterbreiten seien: a) Die Mittagspause bleibt im ganzen Jahre eine einstündige; b) es müssen die Baubuden aus gesundheit lichen Rücksichten aus luft und wasserdichtem Material( event. Fachmauerwert) hergestellt sein; c) die Einrichtungen von Bedürfnißanstalten sind bestimmt einer Verbesserung zu unterziehen; d) Maßregelungen am Streit betheiligter Personen haben zu unterbleiben. Der Bauunternehmer- Bund hat in der Montagsversammlung aber nur in Beziehung auf den Schiedsgerichtsspruch Beschluß gefaßt. Er stimmte diefem bekanntlich zu. Die vorstehend angeführten Forderungen der Maurer soll in einer späteren Versammlung der Unternehmer berathen werden. In der gestrigen Notiz über das Ende des Maurerstreits hat der Druckfehlerteufel zwei Sätze bedenklich entstellt. Diese Säße sollten richtig lauten:" Man ersieht aus dem Verlaufe des Leipziger Maurerstreiks, daß derartige Differenzen leicht in fried: licher Weise erledigt werden können, wenn die Unternehmer es nicht an Entgegenkommen fehlen lassen. Den Arbeitern ist der Streit nie Selbstzweck gewesen." " Gerichts- Beitung. Skandalöse Vorgänge in einer in der Gertraudtenstraße belegenen Privat- Badeanstalt lagen einer Anklage wegen Ruppelei u grunde, welche gestern von der III. Straffammer hiesigen Angeklagt waren die HoffLandgerichts verhandelt wurde mann'schen Eheleute, die Besitzer der Badeanstalt. Wie aus der im übrigen unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführten Verhandlung hervorging, haben die Angeklagten, um ihre zurückgegangene Anstalt wieder in Flor zu bringen, einen unfittlichen Verkehr der Bademädchen mit den Besuchern der Badeanstalt geduldet und begünstigt. Ferner gestatteten sie ihren Gästen hin und wieder einen Einblick in die Geheimnisse der Badezellen, wenn letztere von Besucherinnen der Anstalt benukt wurden. Der Gerichtshof hielt die Angeklagten für überführt und verurtheilte fie zu je 3 Monaten Gefängniß. 2. Aus Zwickan wird uns berichtet: Der bekannte Rechtsanwalt R. Schraps wurde am Sonnabend vom hiesigen Landgericht zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Schraps hat nacheinander drei Amtsrichter beleidigt und soll nun dafür 9 Monate und 1 Woche, brummen". Der letzte Fall betraf die Beleidigung von Feiligsch in Hohenstein, den des Amtsrichters wiederholt vorgeworfen hatte, daß sein Großoheim Frei herr Erbschaften von Feiligsch sieben holländische sich erschlichen habe. Schraps hat allein für vier Erbs schaften das nette Sümmchen von 48 800 000 Gulden ausgerechnet, davon sollen die v. Feiligsche in Sachsen und Bayern ein Fideifommiß gegründet haben. Das Gericht hat beim Urtheilsspruche diese Angaben in Verbindung mit dem Vorwurf der Parteilich= feit aus Privatinteresse gegen den Amtsrichter v. F. als nicht erwiesen angesehen und nach§ 186 beurtheilt. Gegen Schraps schwebt noch eine Klage wegen vorzeitiger Veröffentlichung eines Gerichtsbeschlusses und eine wegen Beleidigung seines Kollegen, des Advokat Hempel. Vom Reichsgericht. Auf die Revision des Staatsanwalts hat das Reichsgericht das vom Berliner Gerichtshofe am 13. März d. I. gefällte Urtheil aufgehoben, soweit durch dasselbe der Redakteur des Bundschuh, v. Mosch, von der Anklage der Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft freigesprochen wurde. Dersammlungen. leber Solidarität italienischer Arbeiter schreibt die Sächsische Arbeiter- Zeitung" in Dresden: Eine sehr lobenswerthe Handlungsweise haben fürzlich italienische Arbeiter, die beim Bau der fünften Glbbrücke beschäftigt waren, bekundet. Rigdorf. In einer wegen des strömenden Regens nur Am Freitag ist bei diesem Brückenbau ein Streit aus gebrochen. 18 deutsche und 40 italienische Caissonarbeiter mäßig besuchten öffentlichen Versammlung aller Gewerkschaften, ( das sind solche, die bei Preßluft unter dem Wasser beschäftigt die am 17. Juni in den Viktoriasälen stattfand, hielt ReichstagsMuß denn alles uniformirt werden? werden) sind nicht wieder eingefahren. Sie forderten anstatt des Abgeordneter Max Schippel einen sehr beifällig aufbisherigen Stundenlohnes von 45 Pf. einen solchen von 60 Pf. genommenen Vortrag über das Scheitern der Sozialreform in leber bayerische Weberlöhne berichtet das„ Oberfränkische Wenn man in Erwägung zieht, daß die Leute bei ihrer Arbeit Deutschland". Der Redner führte seinen aufmerksamen Bus beispiels oder sich -O Voltsblatt": Nach der Statistik, die von der Sektion II der einer überaus großen Gefahr für ihre Gesundheit ausgesetzt hörern vor Augen, daß in andern Ländern Wo bereits für be= Einsturz eines Neubaues ein Menschenleben vernichtet worden. 8 Personen tamen mit schweren, ebenso viele mit leichten Verlegungen davon. Der Bau- Unternehmer Reuter wurde auf der Unglücksstätte verhaftet. In der Konkordiengrube bei 3 abrze wurden am Dienstag 3 Mann verschüttet, von denen 2 als Leichen zu Tage gefördert wurden; der dritte ist bisher noch nicht aufgefunden worden. Gewerkschaftliches. V leider Süddeutschen Textil- Berufsgenossenschaft dem Rechenschaftsbericht find, so wird man die Forderung als eine zum mindesten geweise in Amerika und Australien, beigegeben ist, beträgt der Durchschnittslohn der in der oberrechte befinden. Uebrigens hat für dieselbe Arbeit bei deutende Industrien der Achtstundentag bestehe ohne den vielen Lärm, der bei uns fräntischen Textilindustrie Beschäftigten 548,88 m. ber 4. Glbbrücke die Dresdener Firma Roft bei weit günstigerer durchsetze Obwohl hierbei auch die Arbeiterinnen mit inbegriffen sind, dürfte Arbeitszeit 75 Pf. pro Stunde gezahlt. Jetzt muß natürlich in Deutschland von der sogenannten Sozialreform gemacht werde, fich doch in den Lohnverhältnissen keine wesentliche Verschiebung billiger gearbeitet werden, und man hat es unternommen, die die Arbeiterschaft bedeutend mehr Vortheile erreicht habe. Der zu gunsten der Arbeiter herausstellen. Besonders in den mecha- Arbeiten der Firma Harfort aus Duisburg zu übergeben. Hier Redner suchte des weiteren flarzulegen, daß es bei sozialen nischen Webereien sind die Löhne der männlichen und weiblichen wird nun wieder einmal bewiesen, daß bei solchen Verbilligungs- Reformen weniger auf den guten Willen der herrschenden Arbeiter ziemlich gleich. Diese Löhne stehen in starkem Kontrast bestrebungen immer und immer wieder die Arbeiter es sind, Klaffen, als auf die Machtstellung der Arbeiter ankomme. Was zu den Dividenden, die die Herren Aktionäre einfaden, zugleich die die Kosten tragen müssen. Das einmüthige Vorgehen man in Deutschland Sozialreform nenne, sei nicht der Rede läßt sich daraus auch ein Schluß ziehen auf die Lebens der Italiener und der Umstand, daß diese fich werth die Schuld liege an dem Stand unserer industriellen haltung unserer Arbeiterbevölkerung. Kartoffeln und Häring auch mit einem Vergleich, pro Stunde 50 Pf., unter feinen Um Entwickelung, zum theil auch an den Arbeitern selbst. Auch in find die hauptsächlichsten Nahrungsmittel, die den Tisch ständen einverstanden zeigten, hat die Firma zu der Erklärung England sind die Arbeiter Verfolgungen aller Art ausgesezt des Textilarbeiters zieren, und eine Hauptrolle spielt veranlaßt, daß sie nie wieder Italiener einstellen würde. Seit gewesen, erst 1824 erhielten sie das Koalitionsrecht, das sie in noch die elende Zichorienbrühe. Um sich anständig nähren zu Montag sind nur deutsche Arbeiter, allerdings in weit geringerer einer Weise wie kaum die Arbeiter eines anderen Landes ausfönnen, reicht diefer Hungerlohn selbstverständlich nicht aus. Die Bahl, eingefahren. Diesen ist ein Stundenlohn von 50 Pf. zunuzen verstanden; auch das fast allgemeine Wahlrecht mußte Herren bauen sich Paläste und die Arbeiter müssen fortgesetzt den zugesagt worden. Infolge ter beträchtlichen Verminderung ihnen schließlich ertheilt werden. Fast in jeder Legislatur Hungergürtel fester schnallen, und trotzdem kann man bei jeder der Arbeiterzahl wird ja nun die ganze Arbeit auch bedeutend periode wird es erweitert, ein Beweis der Machtstellung, in großen Städten und passenden und unpassenden Gelegenheit das alte Lied von der langsamer vor sich gehen, vielleicht auch zu dem vereinbarten die sie sich errungen haben; Industrie Zentren geben sie den Ton an. Die Macht" Begehrlichkeit" der Arbeiter hören. Der schlechten Lebenshaltung Termin gar nicht fertig werden. Aber was thut's! entsprechen auch die Wohnungsverhältnisse, denn bei diesem VerBedauerlich ist es, daß der Unternehmer deutsche Arbeiter ftellung der deutschen Arbeiter ist infolge unserer niedrigeren dienst ist der Arbeiter nicht in der Lage, sich eine zweckentsprechende fand, wo die Italiener ein so schönes Beispiel von Solidarität wirthschaftlichen Entwicklungsstufe noch nicht so groß. Das zeige Wohnung miethen zu können. Wer angesichts dieser Verhältnisse gegeben hatten. fich auch bei den Arbeiterschuß Gefeßen. Doch gehen diefelben sich noch nicht bewogen fühlt, seiner Organisation beizutreten, dem Unternehmerthum noch viel zu weit und an den Aeußerungen Ju Nürnberg hat der Streit der Wagnergehilfen des Wortführers der Großindustriellen, des bekannten Rönigs dem ist weder zu rathen noch zu helfen. Wieder ein Hauseinsturz! In Bamberg ist durch den mit dem Siege der Arbeiter geendet. Die Dauer des Ausstands Stumm, könne man ersehen, wo diese Reaktionäre eigentlich betrug 4 Wochen. hinaus wollen. Die Arbeiterschaft soll nicht blos politisch rechtman möchte ihr gern auch Verbaudes der los gemacht werden, nein, Erste Generalversammlung des deutschen Buchdrucker in Breslau. Erster Verhandlungstag, ihre legten wirthschaftlichen Waffen nehmen, und diese reaktionären Absichten bei der Regierung 17. Juni. Der Vorsitzende, Döblin aus Berlin, eröffnete die finden Sigung um 11/2 Uhr mittags. Anwesend sind die gewählten freundliches Entgegenkommen. Schon die verschiedenartige Hand61 Delegirten aus 22 Gauen, vom Zentralvorstand Vorsitzender habung der das Koalitionsrecht einschränkenden vereinsgesetzDöblin, Hauptverwalter A. Beyer, Kassirer G. Gifler. lichen Bestimmungen den Arbeitern einer- und den UnternehmerAls Gäste sind anwesend die Verbands Vorstandsmitglieder der Organisationen andererseits gegenüber zeigt, wie der Wind weht österreichischen Kollegen J. Dworacek und W. Schiegl und einer Rückwärtsrevidirung der sozialpolitischen Rechte aus Wien, der Sekretär des internationalen Buchdrucker-( Streit, Boykott) nach den Wünschen des Unternehmerthums sei Sekretariats Reimann aus Bern; die Generalfommission jetzt die Regierung mehr denn je geneigt. Dem gegenüber haben ist vertreten durch A. Demuth aus Hamburg. Ins Bureau die Arbeiter sich nur auf sich selbst zu verlassen und wie ein werden gewählt als stellvertretender Vorsitzender K. Knie aus Mann zusammen zu stehen; sie werden dann doch vorwärts Die Vertrauensmänner, Vereinsvorstände 2c., welche Stuttgart, als Schriftführer Blumenthal aus Berlin, und zum Ziele gelangen.( Lebhafter Beifall.) An der Diskussion betheiligten sich Töpfer Wolf und uns Bekanntmachungen, Aufforderungen, Berichte u. f. w. im Seibel aus Leipzig und Steinbrüd aus Dresden. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende zunächst Schlosser Sigirist, von denen besonders der letztere den Namen ihrer Organisation oder sonstwie in offizieller Eigen des Ablebens des ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des Unter- traffen Indifferentismus der Mehrheit der Nixdorfer Arbeiterschaft zum Zwecke der Veröffentlichung zusenden, werden von füßungsvereins Deutscher Buchdrucker, F. Sulz. Die Ver- fchaft scharf geißelte.- Zum 3. Punkt der Tagesordnung be uns dringend ersucht, jede derartige Buschrift mit dem Stempel fammlung ehrt das Andenken des Verstorbenen durch Erheben richtete Gemeindevertreter Tischler Sch ent über die am letzten ihrer Organisation zu versehen. Es ist dies eine im von den Sihen. Der Bericht des Vorstandes und der Rechen- Donnerstag in der Gemeindevertreter- Sitzung gepflogene BerJutereffe der betr. Organisationen absolut nothwendige Kontroll- schaftsbericht, die gedruckt vorliegen, werden durch den Vor- handlung betreffs Errichtung eines Arbeitsnachweises. Auf AnInteresse der betr. Organisationen absolut nothwendige Kontroll- fitzenden Döblin noch mündlich ergänzt. Er streift dabei die Vertrag des Genoffen Hilpert wurde der herannahenden Polizeimaßregel, auf deren Erfüllung wir fortan bestimmt rechnen. hältnisse des Buchdruckgewerbes und zeigt, wie trotz der humanen stunde wegen beschlossen, diese wichtige Angelegenheit in einer Für Mittheilungen, welche nicht unterstempelt sind, können wir Bestrebungen der Gewerkschaften diesen das Leben durch die Be- späteren Versammlung eingehend zu behandeln. Der Arbeiter- Rancherbund von Berlin und Umgegend teine Garantie, daß dieselben aufgenommen werden, übernehmen. hörden schwer gemacht wird. Die Thätigkeit des Vorstands war in der abgelaufenen Geschäftsperiode sehr umfangreich. Auf sendet uns einen Bericht, aus dem wir entnehmen, daß der Beallen Gebieten war er bemüht, die Interessen der Mit- schluß, den Bund zu gründen, von einigen Vereinen am An die Tabakarbeiter Deutschlands! Kollegen! Die glieder mit Nachdruck zu vertreten. Obwohl dem Verbande 28. April gefaßt wurde. Die Idee babe vielseitige Zustimmung Steuervorlage ist gefallen, aber der Reichsregierung ist der von den Gegnern große Schwierigkeiten bereitet wurden, gefunden und es feien darauf in zwei Versammlungen, welche Appetit nach einer Mehrbelastung des Tabats noch nicht ver- hat dieser eine größere Mitgliederzahl erreicht als seine Vorgänger, am 27. Mai und 10. Juni stattgefunden hätten, die Statuten gangen und hat auch der Schatzsekretär Graf Posadowsky er der Deutsche Buchdruckerverband und der Unterstützungsverein berathen worden. Inzwischen feien weitere Rauchervereine dem flärt, daß die Regierung auf den Tabat nicht verzichten könne, deutscher Buchdrucker. Zu dem Antrage Gröber und Genossen Bunde beigetreten. In einer für den 24. d. M. anberaumten es sei denn, der Reichstag willige in eine Mehrbelastung des im Reichstage, wonach der Buch- und Kolportagehandel noch Versammlung sollte die Vorstandswahl stattfinden; auch habe Bieres. Wir wissen nun nicht, ob der Reichstag auf dieses mehr eingeschränkt werden folite, der Vorstand die letzte Versammlung die weitere regelmäßige Herausgabe des Projekt eingehen würde, aber wir sind fest überzeugt, daß die ebenfalls Stellung. Auch hier hat es sich gezeigt, daß, Organs Die Freie Raucherzeitung" beschlossen. Regierung doch immer und immer wieder auf den Tabak zurück wo die Unternehmer ihre Interessen gefährdet sehen, sie greifen wird, weil der Tabak in ihren Augen das denkbar die sonst von ihnen drangfalirten Arbeiter gern zu Hilfe beste Steuerobjekt abgäbe. Wir müssen also darum stets auf der rufen. Nachdem der Vorsitzende den Vereinsfunktionären Wacht und gerüstet sein, unsere vitalsten Interessen zu ver- den Dank für die Unterstützung ausgesprochen hat, wird der theidigen. Kollegen Deutschlands! Wir unterbreiten Euch des Geschäfts- und Rechenschaftsbericht genehmigt. Hierauf spricht Wolff's Telegraphen- Bureau. halb folgenden Vorschlag: Um eine geregelte Agitation und der Verbandssekretär der österreichischen Kollegen J. Dworacet London, 18. Juni. Der„ Times" wird aus Sansibar vom zweckentsprechende Abwehr bei einer neuen Steuervorlage in den Dank aus für die gute Aufnahme und bemerkt, daß die Kollegen Szene setzen zu können, findet im Monat Auguft eine Konferenz jenseits der deutschen Grenzpfähle den Verhandlungen das größte 17. b. M. gemeldet: Da das britische Ultimatum von dem Araber von Delegirten der einzelnen Provinzialkommissionen statt, Interesse widmen. Er ist beauftragt, den deutschen Kollegen von M'bruck ben Raschid unbeachtet gelassen worden ist, wurden welche Mittel und Wege zu berathen hat, wie der den Defterreichern herzlichen Gruß zu überbringen und der gestern in Jakaungu 850 cingeborene Soldaten, 300 Matrosen Verbandes der deutschen und 3 Kanonen gelandet; Gongora wurde ohne Widerstand be= drohenden Gefahr einer ständigen Beunruhigung der Industrie ersten Generalversammlung des Verhandlungen Glück zu setzt. Magpie" ist nach Malindi abgesandt worden. zu begegnen ist. Dieser Vorschlag ist in den Bersammlungen Buchdrucker Gierzu eine Beilage. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Noland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthfiraße 2. Die Redaktion. zu den nahm viel " Depeschen. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 140. Tokales. Vertrauensleute. " Mittwoch, den 19. Juni 1895. 12. Jahrg. aus einem Duhend Küchen. Wie die Gesellschaft die Müllmassen| derart berichtigt werden können und wünschen nur, daß auch in des Winters in der von ihr vertragsmäßig übernommenen und anderen Dingen eine gleiche Noblesse im Reiche des Herrn Thielen Charlottenburg. Den Parteigenossen zur Kenntniß, daß vorschriftsmäßigen Form beseitigen will, bleibt ihr Geheimniß. obwalten möge. wir für Sonntag, den 7. Juli d. J., einen Familienausflug ver- Jedenfalls sind die ausbesitzer jetzt so unzufrieden, daß es ihnen In nichtswürdiger Weise werden gegenwärtig Arbeitslose anstalten; wir ersuchen daher, von ähnlichen Arrangements und schwerlich jemand verdenken wird, wenn sie die Genossenschaft von Schwindlern um ihre letzten Groschen geprellt. Gewissenlose Versammlungen an diesem Tage Abstand zu nehmen. Alles sich selbst überlassen." nähere ergeben die demnächst zum Aushang tommenden Platate, drastisch dargestellten Zustände mit eigenen Augen wahrnehmen. zu schicken unter der Vorspiegelung, daß sie dort bei der Kirschen Ein jeder, der durch die Straßen Berlins geht, kann die hier Menschen machen ein Geschäft daraus, Arbeitslose nach Werder sowie die Annoncen im Namentlich in den Arbeitervierteln ist außer den von uns ernte lohnende Beschäftigung erhalten könnten. In der Meinung, mehrfach geschilderten neuen Uebelständen, auch nicht die geringste es mit beauftragten Werbern zu thun zu haben, geben die Die Sonntagsschändung in der Aegirkirche findet in Aenderung seit dem 1. Juni, an welchem Tage die polizeiliche Leute gern auch das letzte, was sie noch besitzen, hin, weil sie ficher erwarten, sofort zu einem Erwerb zu kommen. Um so einer Reihe zuschriften, die an uns gerichtet sind, weitere all- Neuordnung betreffend die Müllabfuhr in kraft getreten ist, vom gemeine Verurtheilung. Ein Leser schreibt uns zu dem lieblichen Publikum wahrzunehmen. Nach wie vor fahren die offenen müssen, daß es dort an Arbeitskräften gar nicht fehlt, daß viel größer ist dann die Enttäuschung, wenn sie in Werder erfahren Vorgang, daß am Sonntag nachmittags um 5 Uhr noch im Wagen umher und nach wie vor wird der Hausmüll nach dem Thurm der Kaiser Wilhelms Gedächtnißkirche", wie der weit- Alt- Berliner Muster staubwirbelnd ausgeschüttet. Es wäre inter- mehr schon sehr viele vor ihnen um dieselbe Hoffnung ärmer schweifige offizielle Name des frommen Inſtituts lautet, noch wie effant zu erfahren, wie viele Strafmandate unsere der Arbeiter- geworden sind wie sie. Die Werderschen Obstpächter haben in toll gearbeitet worden ist; dem Lärm nach wurden um diese schaft gegenüber bekanntlich so energische Polizei wegen Vergehens auftragt; Arbeitsuchende seien daher vor den Schwindlern ge Berlin niemanden mit der Werbung von Arbeitskräften beZeit die Eisentheile des Glockenstuhles zusammengenietet. Die gegen die neue Abfuhrordnung schon ausgefertigt hat. warnt. Hammerschläge erdröhnten weithin in der Runde, sodaß namentlich unter dem im Zoologischen Garten versammelten Ein schwerer Unglücksfall hat sich am Montag Nach Gesperrt ist für Fuhrwerke und Reiter die Paulstraße von Publikum je nach der Gesinnung der Zuhörer außerordentlich mittag in der Eisengießerei- Aktiengesellschaft vorm. H. J. Eckert der Straße Alt- Moabit bis zur Gerhardstraße. scharfe Worte der Entrüstung oder des Spottes über die feier Berladen einer ca. 20 Zentner schweren landwirthschaftlichen in Friedrichsberg ereignet. Etwa 15 Arbeiter waren mit dem lichen Klänge laut wurden, die vom Thurm her die Sonntags- Maschine beschäftigt und suchten diese auf einen Eisenbahn- 40jährige Frauensperson in der Gegend des Landsberger Thores Irrfinnig. Unbekleidet irrte vorgestern Abend eine etwa ruhe so stimmungsvoll afkompagnirten. Gestern wurden im Hierbei erlahmten die Kräfte umber. Die alsbald Festgenommene wurde als eine Wittwe Beisein des Hofes und der Behörden die Glocken„ geweiht". Aus wagen hinaufzuschieben. dem Bericht, den wir über diese Festlichkeit erhielten, geht nicht mehrerer Männer, so daß sie den schweren in schräger Schaack rekognoszirt, welche innerhalb kurzer Zeit ihren Gatten hervor, ob der Pastor, dem die fromme Verrichtung oblag, Ge- Lage befindlichen Apparat nicht mehr zu halten ver- und ihr einziges Kind, ein vierzehnjähriges Mädchen, durch den neralsuperintendent Faber, Muth genug hatte, vor dem ver- die beiden Arbeiter Köhler und Kröcke. Wenngleich es gelang, Geist der unglücklichen Frau verwirrt zu haben, so daß fie plötz mochten, derselbe schlug um und begrub unter fich Tod verloren hatte. Dieser doppelte Schicksalsschlag scheint den sammelten hohen Publikum auch der Sabbathfchändung zu ge- die Berunglückten sofort aus der schrecklichen Lage zu befreien, lich in Irrfinn verfiel. Da auf der Polizeiwache gemachte denken, welche Arbeiter zur höheren Ehre des Christengottes auf Befehl ihrer frommen Arbeitgeber" am letzten Sonntag verüben hatten beide doch schon lebensgefährliche Verlegungen erlitten, Redensarten darauf schließen ließen, daß die Nermste einen mußten. Die modernen Musterchristen fin de siècle find un- wie alsbald im Krankenhause Friedrichshain, wohin sie geschafft Eelbstmord beabsichtige, erfolgte gestern ihre Ueberführung nach bezahlbar für unsere Agitationszwecke! worden, konstatirt wurde. Köhler hat eine Quetschung des Brust- der Charitee. fastens erlitten, an welcher er in hoffnungslosem Zustande dar" = 15 M.- Annonce. -wohnt, Etwas für Antisemiten- Nasen. In unserer vorletzten niederliegt. Kröcke hatte eine Quetschung beider Hände erlitten Wegen Verdachts, ein Sittlichkeitsverbrechen begangen Nummer hatten wir dem hiesigen Radau- Antisemiten- Organ eine und obwohl seine Wiederherstellung zu erhoffen, wird er doch zu haben, ist ein Gymnasiallehrer Dr. B. ins Untersuchungsfleine Lektion zu ertheilen. Es handelte sich um die Ver- dauernd ein Strüppel bleiben. Hoffentlich wird die Untersuchung gefängniß eingeliefert. Ein sechsjähriger Schüler behauptet, daß dächtigung eines Juden und um einen nichtswürdigen Angriff des Falles Klarheit darüber bringen, ob es nicht durch Ein- Lehrer B. ihn erst mit einer Flüssigkeit betäubt und sich dann an auf uns, weil wir uns der Verdächtigung nicht sofort an- ftellung einer größern Anzahl Arbeitskräfte oder durch entsprechende ihm vergangen habe. Von unterrichteter Seite wird uns dazu geschlossen. Natürlich empfing das Radaublatt die verdiente Vorrichtungen möglich gewesen wäre, daß solch großes Unglück mitgetheilt: Die Verhaftung ist vom Staatsanwalt verfügt worden auf die erregte Aussage der Mutter des 6jährigen Züchtigung. Heute nun erfahren wir aus zuverlässiger Quelle, verhütet werden konnte. daß Banquier Samuel zwar Pariser Platz 1 Anklägers, der nach 8 Tagen, nach verschiedenen anderen Schadenersatz für zerrissene Kleidung fordert von der nachgewiesenen Lügen, endlich auf diese quest. ungeheuerdem betreffenden Inserat jedoch ganz fern steht. Der Direktion der Stadt- und Ringbahn der Kaufmann Klein, Frank- liche Anschuldigung gekommen ist. Weitere Be- oder Ent Staatsbürger Zeitung" eine Berichtigung zu schicken, hält furterstraße, welcher am Sonntag mit seiner Gattin in Grünau laftungszeugen sind überhaupt nicht vernommen. Es sind alle er unter seiner Würde. Vielleicht sieht aber die Staatsbürger- weilte. Als das Ehepaar am Abend die Rückfahrt antreten Schritte gethan zur Aufklärung, die bereits zur Erweisung der Zeitung" den Adreßkalender nach. Sie wird dann finden, daß wollte, befand sich auf dem Bahnsteig eine große Menschenmenge vollsten Unschuld des Dr. B. recht gute Fortschritte macht. Herr Samuel nicht der einzige Bewohner des genannten Hauses und bei dem Einlaufen des Vorortzuges entstand natürlich ein ist. Dasselbe beherbergt auch chriftlich germanische Persönlich lebhaftes Gedränge. Hierbei wurde der Frau K., als sie gerade Auf eine sonderbare Art tam am Montag Nachmittag teiten. Und wenn die Staatsbürger- Beitung" sich bei diesen in ein Koupee einsteigen wollte, das neue Tüllkleid zerrissen und der 52 Jahre alte Steindrucker Christian Ullrich schwer zu erkundigt, entdeckt sie möglicherweise den Urheber der famosen natürlich gelang es nicht, den Urheber des Unfalls zu ermitteln. Schaden. Nachmittags gegen 6 Uhr fuhr durch die SchumannR. glaubt daher von der Bahnverwaltung eine Entschädigung straße ein mit Eierkisten beladener Wagen, der einiges Aufsehen verlangen zu dürfen und beabsichtigt im Falle einer Abweisung erregte. Oben auf die thurmhoch aufgestapelten Kisten hatten feiner Ansprüche im Klagewege vorgehen zu wollen. die Begleiter des Wagens, Ullrich und ein zweiter Mann, zwei Stühle gestellt und darauf Platz genommen. Als vor der Wenn irgend ein Unternehmen mit großen Worten ins straße verunglückten Feuerwehrleute ist den Umständen nach be Das Befinden der fünf bei dem Brande in der Köpenicker- Kaserne des zweiten Garderegiments der Kutscher eine Wendung Leben getreten ist und gleich in den ersten Wochen gründlich friedigend. Die beiden nach dem Krankenhause Bethanien über- und fielen mit sammt machte, geriethen die Iuftigen Size plötzlich ins Wanken Fiasko gemacht hat, so ist es die Wirthschaftsgenossenschaft Ber- führten Feuerwehrmänner Plig und Pylke befinden sich außer herab. einigen Kisten auf die Straße liner Grundbefizer mit ihrer Müllabfuhr. Die Berliner HausUllrich wurde am Kopfe ziemlich schwer verlett und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Der zweite besitzer, die ihren Worten vertrauten, tommen aus den Verlegen- Gefahr und gehen langsam ihrer Genefung entgegen. heiten gar nicht mehr heraus. In der ersten Juniwoche kümmerte Auf grund der Mittheilungen einer Lokalkorrespondenz be- Mann fam mit einer geringeren Berlegung am Knie davon. sich die Genossenschaft um die Müllabfuhr vielfach garnicht. In richteten auch wir am 11. d. M., daß bei der Eisenbahn- Die Leiche eines weiblichen Kindes wurde am Montag früh der darauf folgenden Zeit hat sie ihre Zusagen aber auch nicht verwaltung entgegen der bei der Post- und Telegraphenverwaltung im Eammelbecken Nr. 7 der städtischen Kanalisation in der gehalten und weder regelmäßige noch staubfreie Abfuhr bewirkt. gehandhabten Praxis die noch nicht festangestellten Beamten Genthinerstraße gefunden. Ein Arbeiter, der mit dem Neinigen Mit der größten Gelassenheit werden die Müllkasten auf die während ihrer Heranziehung zu militärischen Üebungen ihre Be- des Beckens beschäftigt war, stieß zufällig darauf. Die Leiche, Straße getragen und auf offenen Tragen, ganz wie züge gänzlich verlieren. Dazu schreibt die Berl. Korresp.": die ganz unbekleidet war, zeigte schon so starte Spuren der Ver früher, ihres staubigen Inhalts entleert. Das schlimmste aber Diese Angabe ist, soweit sie sich auf die preußische Staats- Eisen- wesung, daß das Alter sich vorläufig nicht feststellen ließ. ist, daß die Genossenschaft den Hausbesigern so kleine Mülltaften bahnverwaltung bezieht, unrichtig. Bei dieser wird in dieser Be- Polizeibericht. Am 17. d. M. vormittags wurde in der zur Müllaufnahme und Umwechseln gestellt hat, daß sie schon ziehung zwischen fest angestellten und nicht fest angestellten Be- Sammelgrube der Pumpstation in der Genthinerstraße die Leiche jetzt im Sommer versagen. Kasten, die für 60 heizbare Räume, amten tein Unterschied gemacht. Beide beziehen während ihrer eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Nachmittags sprang einschließlich Küchen, zwei Tage lang ausreichen sollten, genügen Heranziehung zu militärischen Uebungen das Diensteinfommen in ein Mann von der Bellealliancebrücke in den Landwehrkanal, jezt im Sommer kaum zur Aufnahme des zweitägigen Mülls gleichem Umfange fort. Wir freuen uns, daß die Mittheilungen wurde jedoch noch lebend aus dem Waffer gezogen und nach Das Wirken der Wirthschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer bei der Müllabfuhr wird in einer an die " Vossische Zeitung" gerichteten Zuschrift wie folgt geschildert: Der Nord- Ostsee- Kanal. II. 8500 Meilen, fast das doppelte des Erdumfanges! Ein Heer Jede Schleuse besteht aus drei ungeheuren parallelen Granitvon Arbeitern war nöthig, um dieses Werk durchzuführen. pfeilern, zwei an den Ufern und einer in der Mitte des KanalDazu kommt, daß der Boden den Arbeiten oft ganz außer bettes. Ihre Länge beträgt 250 Meter, ihr Abstand von einander Der Kanal beginnt bei dem Dörschen Brunsbüttel, das am ordentliche Schwierigkeiten entgegensetzte. Einige Beispiele sollen 25 Meter, so daß auch sehr große Schiffe in einer solchen Raminer rechten Ufer der Elbe einige Stunden unterhalb Hamburgs ge- das zeigen. Der Moorboden, der weite Strecken hindurch das bequem Platz finden. Nur ganz außerordentlich große Schiffe, legen ist. Von hier aus verläuft er zunächst in nordöstlicher jezige Bett des Kanals deckte, wich unter jeder Belastung zurück deren Zahl sehr gering ist, können die Schleuse nicht benutzen. Richtung. Bei dem Orte Taterfahl wird er von der West- und zog alles in seine unergründliche Tiefe. Die Arbeiter hatten An den Enden der Pfeiler befinden sich vier mächtige eiserne holsteinischen Eisenbahn, die von Jhehoe nach Heide führt, ver- also gar keinen festen Standpunkt, von dem aus sie an die Arbeit Thore, die bis auf den gemauerten Grund reichen und den Wassers mittelst einer Drehbrücke überschritten. Gleich dahinter durch hätten herangehen können. Deshalb mußte erst ein solcher Stand zufluß und Abfluß unmöglich machen, sobald sie geschlossen schneidet der Kanal den sumpfigen Kudensee, eine Stelle, die in punkt geschaffen werden. Das war ein schweres Stück Arbeit. find. Sie werden mit hydraulischer Kraft betrieben und ein einbautechnischer Beziehung zu den schwierigsten des ganzen Kanals Man schüttete Erde in das Moor, die immer wieder zelner Arbeiter setzt diese Eisenkolosse ohne Anstrengung in gehörte. Bei dem freundlichen Städtchen Burg macht der Kanal versant und immer wieder nachgefüllt wurde, bis endlich Bewegung. eine Biegung nach Norden und geht nun in dieser Richtung bis vom Grunde des Moores auf ein schmaler Damm entstand, Will ein Schiff von der Elbe in den Kanal fahren, so wird Grünenthal, wo ihn die Eisenbahn Neumünster- Tönning auf einer der zwar nicht sehr widerstandsfähig war, aber doch wenigstens das äußere Thor geöffnet. Der Wasserstand der Schleusenkammer monumentalen festen Hochbrücke überschreitet. Jetzt macht der fleine Lasten tragen konnte. Auf diesem Damm wurde auf gleicht sich dadurch mit dem der Elbe aus, und das Schiff kann Kanal die Wendung nach Nordosten wieder zurück, geht durch Stelzen eine ganz leichte Brücke geschlagen, auf der man Sand- ohne Schwierigkeit in die Schleusenkammer hineinfahren. Darauf das Reitmoor, das dem Bau außerordentliche Echwierigkeiten farren vorschob und ihren Inhalt in das Kanalbett entleérte. wird das äußere Thor geschlossen. Steht nun die Elbe und damit also entgegenseßte, schlägt nach Durchquerung des zugeschütteten Meckel- Durch den versunkenen Sand bildeten sich dann an der Ober- auch das Wasser in der Schleusenkammer tiefer, als das Wasser im fees wieder eine mehr nördliche Richtung ein und verläuft nun fläche Aufbauchungen, die an der Sonne trockneten und durch Kanal, so wird durch eine Zuflußleitung so lange Wasser aus dem bis Rendsburg, der Hauptstation des Kanals. Hier überschreiten ihre eigene Schwere wieder versanken, dadurch neue Auf Kanal in die Echleuse gelassen, bis der Wasserstand in der Schleuse den Kanal zwei Drehbrücken, eine für den Wagenverkehr, die bauchungen bildend. Erst als auf diese Weise nach unsäglicher ebenso hoch ist wie der im Kanal. Dann wird das innere andere für die Eisenbahn Neumünster- Flensburg. Hinter Rends- Mühe ein fester Baugrund geschaffen war, konnte man an die Schleusenthor geöffnet, und das Schiff kann ungehindert in den burg durchläuft der Kanal den Audorfer und den Schir Ausschachtung gehen. Kanal einfahren. Steht dagegen die Elbe höher als der Kanal, nauer See, macht nach dem Austritt aus diesem die letzte größere Ein anderes Beispiel der Schwierigkeiten, die zu überwinden so läßt man Wasser aus der Schleuse in den Kanal abfließen, Biegung und geht dann, unter theilweiser Benutzung des alten waren, bietet der Flemhuder See. Dieser See, den der Kanal bis der Wasserstand in der Schleuse auf den im Kanal gesunken Giderkanals, in östlicher Richtung seinem Ziele, der Ostsee, zu. durchschneiden mußte, lag 7 Meter höher als der Kanalspiegel. ist. Will ein Schiff aus dem Kanal in die Glbe, so ist die Sache Bei Landwehr nimmt er den Flemhuder See in sich auf, bei Hätte man nun einfach den Kanal durchgelegt, so wäre der See natürlich umgekehrt. Levensau überschreitet ihn die Bahn Kiel- Flensburg auf einer um 7 Meter gefallen, also so gut wie ausgelaufen, und die an- Als ein außerordentlicher Vortheil ist es zu bezeichnen, daß zweiten prächtigen Hochbrücke, und bei Holtenau tritt er in die, liegenden Ortschaiten wären um ihr Wasser gekommen. Um das außer den beiden unentbehrlichen Endschleusen sonst alle Kieler Bucht. zu vermeiden, baute man an den Ufern des Eees einen Rings Schleusen im Kanal vermieden sind. Das Schleusen bringt Die Länge des Kanals beläuft sich auf 98,65 Kilometer kanal, den man durch einen Damm gegen den See abschloß. natürlich einen großen Zeitverlust. Der alte Giderkanal zählte ( etwa 13 Meilen). Die Ufer, die zum Schuße gegen Wellen. Dann durchstach man den See, nachdem man sein Bett noch auf seiner verhältnißmäßig turzen Strecke nicht weniger als sechs schlag mit Steinen gepflastert sind, haben am Wasserspiegel etwas vertieft hatte. Der See fiel dadurch um 7 Meter und Schleusen! einen Abstand von 60 bis 65 Metern, an der Sohle einen ist heute nur noch den dritten Theil so groß als früher. Für den Landverkehr ist in genügender Weise gesorgt. Die solchen von 22 Metern. Dieser Abstand ist groß genug, Seine Zuflüsse aber nimmt jetzt der 7 Meter höher liegende Brücken sind bereits erwähnt. Namentlich die beiden festen um zwei Handelsschiffe ungestört an einander vorüber- Ringkanal auf, aus dem dann das Wasser in einem schönen Brücken bei Grünenthal und Levensau find wahre Prachtwerte. fahren zu laffen. Für zwei unserer modernen Seekriegs: Wasserfall in den verkleinerten See hinabstürzt. Sie liegen 42 Meter über dem Wasserspiegel und bestehen aus Ungethüme, die bis 20 Meter und darüber breit sind, reicht das Das sind nur Beispiele von den Schwierigkeiten, die beim je einem einzigen Bogen, die eine Spannweite von 1561/2 bezw. freilich nicht aus. Da nun aber der Kanal vorzugsweise für Bau zu überwinden waren. Sie lassen den Uneingeweihten 1631/2 Meter haben. Das sind die größten Spannweiten, die diese bestimmt ist, so sind auf der ganzen Strecke eine Reihe so- ahnen, welch eine Summe von Arbeit hier geleistet worden ist. bisher in Deutschland erreicht worden sind. Mächtige, schön genannter„ Ausweichen" angelegt worden, Stellen, an denen das Eine achtjährige angestrengteste Thätigkeit vieler Hunderter ist ausgestattete Thürme dienen an den Ufern als Widerlager. Kanalbett fich verbreitert und wo die Schiffe, die sich mit Handel nöthig gewesen, das alles zu vollenden. Alles in allem: Dieser Kanal ist ein großartiges, herrliches oder sonst einer nüglichen Thätigkeit beschäftigen, so lange hübsch Die interessantesten Einzelbauwerke des Kanals sind die beiden Wert, auf das nicht nur die Schöpfer, sondern die ganze Menschwarten müssen, bis etwa einer jener uns ach so theuren" Schleusen, die ihn an beiden Enden abschließen, die Brunsbütteler heit stolz sein kann. Panzerkolosse den vorliegenden Abschnitt durchfahren hat. Die und die Holtenauer Schleuse. Sie haben den Zweck, den Kanal Ich möchte jedoch nicht schließen, ohne noch ein recht interZiefe beträgt 9 Meter, so daß die größten Kriegs- und Handels- von den Wasserstandsverhältnissen der Meere unabhängig zu effantes Kapitel aus der Geschichte des Baues zu berühren, das dampfer den Kanal ohne Gefahr, sitzen zu bleiben, durchfahren können. machen. Das ist namentlich an der Elbe wichtig, in der die unsere Leser besonders interessiren wird. Wer hat den Kanal Interessant ist ein Vergleich mit den Maßen des Suezkanals. Ebbe und Fluth den Wasserstand so häufig und so stark ver- gebaut? Ich meine damit nicht diejenigen, die die bürgerliche Der Suez- Kanal ist nur acht Meter tief, im Durchschnitt un- ändert. Wäre die Brunsbütteler Schleuse nicht da, so würde Gesellschaft gewöhnlich darunter versteht, nämlich die den Bau gefähr so breit wie der Nord- Ostsee- Kanal und 162 Kilometer zur Zeit der Ebbe das Wasser im Kanal so stark sinten, daß geleitet haben fein Mensch wird leugnen, daß ihnen die höchste ( 211/2 Meilen) lang. alle größeren Schiffe auf Grund geriethen; zur Zeit der Ehre und der wärmste Dank gebührt sondern diejenigen, die Es war eine Riesenarbeit, das Bett des Kanals aus: Fluth aber würde das Wasser so hoch steigen, daß den Kanal mit ihren Händen geschaffen haben. Was sah man zuschachten. 64 Millionen Kubikmeter Erde mußten heraus- die großen Echiffe nicht unter den festen Brücken hin- da alles zusammengewürfelt! Deutsche, Polen, Russen, Italiener geschafft werden. Diese Erdmassen würden einen Würfel mit durch fahren könnten. Die Ostsee ist solchen Schwankungen und andere Völkerschaften waren da vertreten. Kurz, es war 400 Meter Kante bilden, und könnte man die einzelnen Kubit- nicht so sehr ausgesetzt; die Echleuse von Holtenau ist darum ein internationales Arbeiterheer, das dieses„ nationale" Werk meter aufeinanderthürmen, so erhielte man eine Säule von über von geringerer Bedeutung, aber deshalb nicht etwa entbehrlich. geschaffen hat! Wetter- Prognose für Mittwoch, 19. Juni 1895. Ziemlich warmes, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit Gewitterregen und mäßigen südlichen Winden. Berliner Wetterbureau. " dem Krankenhouse gebracht. Bei der Anbringung eines Hänge- hypnotisirt und veranlaßte die 27jährige, sehr imposante Dame, Jetwas dabei Ob sich ihre beiden anderen gerüftes stürzte ein Arbeiter von dem Dache eines vierstöckigen mit ihm nach Eberswalde, Frankfurt a. M. und Köln zu reisen. Töchter Visitenkarten mit der Bezeichnung Prinzessin Ghika" haben Hauses in der Thaerstraße auf das Dach eines im Hofe Auf der Reise hatte die Schöne dem Referendar anvertraut, daß drucken lassen, wisse sie nicht, denn sie habe sich darum nicht stehenden Schuppens hinab und erlitt außer einem Bruche des sie den Roloff gar nicht mehr leiden könne. Der Rechtsbeslissene bekümmert. Sie wisse auch nicht, daß sich die Töchter als Nasenbeins anscheinend schwere innere Verlegungen. sah deshalb seine eigenen Chancen steigen und trug kein Be-„ Durchlaucht" haben anreden lassen. Sie will auch nicht gewußt denken, auf den Reisen etwa 3100 M. auszugeben. Auch ein haben, daß ihre Tochter Anna sich für eine Erzherzogin von anderer Bekannter des Roloff, ein junger Kaufmann bewarb sich Osterreich- Este ausgegeben habe, wisse auch nichts davon, daß um die Gunst der jungen Erzherzogin und war glücklich, als sie sie in einem Tingeltangel als Sängerin aufgetreten sei. Bekannt ihn erhörte. Er überschüttete sie mit Geschenken, gab ihr Dar- sei ihr nur, daß sie sich Baronesse von Rigano nannte und zwar lehne und ließ ihr Malunterricht ertheilen. Im Oktober 1893 nur, um zu verbergen, daß sie niedriger Herkunft sei. Die Anbefand sich die Erzherzogin im Bellevue- Theater zu Stettin. geklagte behauptet ferner, daß sie nur wiederholt alte Kleider Dort lernte fie einen Offizier fennen, mit dem von ihrer Tochter Anna erhalten habe, sonst aber nichts. fie oftmals später in Berlin zusammentraf. Der Offizier hatte Sie habe tein Mißtrauen in die Angaben ihrer nicht übel Luft, sich mit der schönen Dame zu verloben und gab Tochter Anna gesetzt, denn ein Dottor in Stettin habe ihr einmehrere tausend Mark für Geschenke aus. mal gesagt: Ihre Tochter macht ein großartiges Glück, denn der Graf Fint von Finkenstein sei unermeßlich reich, er sei bei dem Kaiser ein- und ausgegangen und sei Kammerjunker. Die Hochstapeleien der falschen Erzherzogin von Oesterreich- Efte. "! " " " gar Die Angeklagte Lade will gleichfalls unschuldig sein. Sie habe eines Tages ihre Echwester Anna in Berlin getroffen und da sie sehr fein aussah, sie gefragt, ob es ihr denn sehr gut gehe. Ihre Echwester habe dies bejaht und ihr verrathen, daß sie einen sehr reichen Bräutigam habe. Sie habe sie damals in ihr schönes Logis geführt und ihr gesagt, daß sie sie ihrem Bräutigam als Prinzessin Ghika vorstellen werde. in In ihrer luxuriösen Wohnung empfing die Erzherzogin oft Vor der II. Straffammer hiesigen Landgerichts I fand eine mals den Besuch einer älteren Dame, welche die Gräfin Strafverhandlung ab, die einen äußerst romantischen Hintergrund Dubary" sein und ihr von dem rumänischen Gesandten, dem hatte und das Leben einer Hochstaplerin fin de siècle vorführte. Fürsten Ghifa, als Anstandsdame" zugesandt sein sollte. Als Wegen wissentlicher Beihilfe zum Betruge bezw. Hehlerei standen Bersonen traten in diesem Idyll ferner noch auf: zwei Prinvor der genannten Straftammer die Arbeiterfrau" Rüdinger zessinnen Marianne und Elisabeth Ghita, angeblich Nichten geb. Dubberstein aus Stettin, deren älteste Tochter Bertha des hiesigen rumänischen Gesandten, und ein Frl. Schulz, die Lade geb. Dubberstein, Ehefrau des Feldwebels Lade zu die Rolle einer Vorleserin bei der Fürstin Ghika, der Gattin des Torgau, beren andere Tochter unverheirathete Elise rumänischen Gesandten spielte. Rüdinger, und eine unverehelichte Schäfer. Gegen eine Mehrere Male fuhr die Erzherzogin mit den genannten Prin Die dritte Angeklagte, Elise Rüdinger, erzählt unter fünfte Angeklagte, die verehelichte Herbst ist das Ver- zessinnen und einem ihrer Anbeter vor dem rumänischen Thränen, daß sie als 15jähriges Mädchen eines Augenübels fahren ausgefeßt worden, weil sie frant ift. Den Vorsiz im Gesandtschaftshotel vorüber, die Prinzessinnen stiegen aus und wegen nach Berlin gekommen und zu ihrer Schwester gezogen Gerichtshofe führt Landgerichtsdirektor Brausewetter, die verschwanden in dem Gesandtschaftshotel. sei. Auch ihr sei der Etudent Roloff als Graf von Finkenstein Anklage vertritt Staatsanwalt Gödicke, die Vertheidigung In dieser Weise lebte die junge Erzherzogin hier in der vorgestellt und ihr gesagt worden, daß sie sich Prinzessin Ghifa führen Rechtsanwalte Dr. Goßmann und Dr. Werthauer. Reichshauptstadt herrlich und in Freuden und genoß die Lebens- nennen müsse. Sie habe bei ihrer Schwester Anna auch einen Im Jahre 1891 tauchte hier in Berlin eine bildschöne junge genüsse, die ihr bereitet wurden, mit Genie und Grazie. Da Lieutenant Großkreuz kennen gelernt. Die Schwefter habe ihr Dame auf, welche sich als die Erzherzogin Katharina rückte denn der Tag näher und näher, an welchem sie angeblich gesagt, diefer werde dafür sorgen, daß Graf Finkenstein Fürst von Desterreich- Este ausgab. Als ihren Vater nannte sie ihre Großjährigkeit erlangen sollte und die glücklichen jungen und Gesandtschafts- Attaché werden würde. Richtig sei den verstorbenen Herzog von Modena, der mit der Prinzessin Männer, auf welche ein Schein ihrer Huld gefallen war, es, daß sie einmal, als sie mit der Schwester und Adelgunde von Bayern vermählt war. Sie behauptete, daß sie hofften nun, daß sich ihre Hoffnungen nunmehr erfüllen einem Freunde derselben einer Equipage vor dem schon in früher Jugend von ihrer Mutter verstoßen sei und des- würden zumal fie schon sämmtlich große Aus rumänischen Gesandtschaftshotel vorbeifuhr, auf den ihr halb erst mit ihrer Großjährigkeit am 16. Sept. 1894 in den Befit gaben für die Erzherzogin gemacht hatten. Die Großjährigkeit vorher ausgedrückten Wunsch der Schwester dort ausgestiegen ihres ganz enormen Vermögens gelange. Nach einer teftamentarischen blieb aber noch immer aus und die Erzherzogin machte allerlei und in das Hotel hineingegangen sei. Kurz nachdem die Equipage Bestimmung ihres Vaters solle das Vermögen, wenn sie vor Ausflüchte. Schließlich kamen allerlei Gerüchte über sie in die weggefahren, sei sie aus dem Hause wieder herausgekommen. ihrer Großjährigkeit sterben sollte, an den Fürsten von Bulgarien Beitungen und im Auguft wurde in der Presse die Mittheilung| Dagegen bestreitet sie die weitere Behauptung der Anklage, daß fallen und deshalb werde ihr nach dem Leben getrachtet. Tes- gemacht, daß die angebliche Erzherzogin eine Schwindlerin sie ein zweites Mal bei dem Vorbeifahren der Equipage aus halb müsse sie sich bis zu ihrer Großjährigkeit verborgen halten fei. Als sie mit einem ihrer Galans in prachtvoll geschmücktem einem Fenster des Gesandtschaftspalais herausgesehen und der und den Namen Gräfin Rigano" beilegen. Die Könige von Wagen den Blumenforso besuchte, zeigte sie ihm lachend angeblichen Erzherzogin zugerufen habe:" Onkel ist nicht Sachsen und Rumänien sollten angeblich ihre Vormünder sein, die Zeitungsnotiz und freute sich schon im Voraus auf zu Hause!" Bugeben muß die Angeklagte, daß sie der Schwester außerdem sollte der rumänische Gesandte Fürst Ghita ihr die großen Augen, die die Zeitungsberichterstatter machen würden, Anna im Beisein anderer wiederholt Geschenke mit dem BeGönner sein. Sie selbst wollte erst, nachdem sie lange von ihrer wenn sie erführen, daß sie doch arg düpirt worden seien. merken überbracht habe:„ Das ist von Mama aus Dankbarkeit." Mutter verstoßen worden war, von dem General Grafen v. Wedell Jm Stillen bereitete aber die Erzherzogin ihre Abreise sans Diese Geschenke hat sie vorher von der Anna Dubberstein zu ihre vornehme Abstammung erfahren haben. Ihr gesammtes adieu vor. Sie fand Gelegenheit, sich noch rechtzeitig vor der gesteckt erhalten. Sie will sich bei der ganzen Komödie auch nichts Auftreten war ein derartiges, daß man in der That Berliner Polizei in Eicherheit zu bringen, indem sie sich furz Böses gedacht haben. glauben fonnte, daß man es mit einer Person aus der höchsten entschlossen einem Ozeandampfer anvertraute, der sie über das Aristokratie zu thun hatte und würde sie denn bald große Wasser" allen Unannehmlichkeiten entzog. von Mitgliedern der Berliner Lebewelt umschwärmt. Ein junger Die angebliche Erzherzogin war natürlich eine ganz geStudent, dessen Mittel ihm diesen Lurus gestatteten, gehörte zu riebene Schwindlerin, die mit ihrem wahren Namen Anna den Anbetern der Frau Erzherzogin und war überglücklich, als Dubberstein heißt und die uneheliche Tochter der jetzigen ihm diese ihre Gunft zuwandte. Ja, die hohe Dame schwur ihm ersten Angeklagten ist. Die angeblichen Prinzessinnen Ghita find hoch und theuer, daß sie ihn heirathen würde, sobald sie mit ihre Schwestern, die jetzt mitangeklagten Frau La de und die Glise ihrer Großjährigkeit in den Besitz ihres Vermögens fonimen Rüdinger, die angebliche Vorleserin Frl. Schulz ist in Wahrheit die Der Studioses Roloff schwamm in Glück und Arbeiterfran" Anna Agnes Herbst, geb. Koppelmann. Die Seligkeit. Er riß die Erzherzogin aus ihrer durch die letzte Angeklagte, Elisabeth Schäfer aus Linden bei Hannover, widrigen Umstände veranlaßten augenblicklichen Mittellosigkeit, war bei der angeblichen Erzherzogin als Mädchen für alles" miethete ihr in der Kaiserin Auguftastraße, später in der angestellt und soll die Flucht der Dubberstein begünstigt haben. Corneliusstraße eine fürstlich eingerichtete Wohnung, um Die auf der Auflagebant sigenden drei ersten Angeklagten gab sie mit allem ihrem Stande entsprechenden Luxus, nament- sehen keineswegs besonders nobel aus und es ist unbegreiflich, lich auch sorgte er für die eleganteste Garderobe. Der junge wie so viele gebildete Esel sich in dieser Weise haben Mann hatte ein mütterliches Erbtheil von 60 000 m., welches dupiren lassen und den großartigen Schwindel glauben konnten. unter diesen Verhältnissen sehr bald verpufft war. Der junge Die Schwestern und die Mutter der Dubberstein sollen Roloff entdeckte sich nun seinem Vater, dem Rentier Adolf sich verantworten, weil sie die Komödie mitgemacht und das gute Roloff zu Wernigerode und diesem schmeichelte es nicht wenig, Leben mitgenossen haben. Sie erklären sich sämmtlich für nichtder Schwiegervater einer veritablen Erzherzogin werden zu schuldig. sollen, zumal ihm sein Sohn erzählt hatte, daß er die Erz- Frau Rüdinger behauptet in aller Unschuld, daß sie in herzogin zum ersten Male in einer fürstlichen Equipage gesehen der That geglaubt habe, ihre Tochter Anna habe ein überund sie dabei vor einem gegen sie geplanten Attentat geschüßt menschliches Glück gemacht. Alles, was sie gethan, habe sie auf habe. Der alte 68 jährige Herr ließ sich sehr bald überzeugen, den Rath ihrer Tochter gethan, welche ihr gesagt habe, daß Arbeiterrisiko auf modernen Neubauten. Aus Bamdaß bei den glänzenden Aussichten, die sein Sohn hatte, es davon ihr Lebensglück abhänge. Ihre Tochter Anna sei früher feine väterliche Pflicht sei, für ein standesgemäßes Auf Verkäuferin in Stettin gewesen, von dort verschwunden. Später berg wird vom Dienstag berichtet: Ein unter Dach gebrachter treten feines Sohnes und der Erzherzogin zu sorgen. Er habe sie Nachricht aus Berlin gegeben und mitgetheilt, daß es dreistöckiger Neubau in der Pödeldorferstraße im neuen Viertel gab dem Sohne nach und nach 90 000 m., die dieser gleichfalls ihr sehr gut gehe und sie in der Corneliusstraße wohne. Als ist gänzlich in sich zusammengestürzt. Bis jetzt find 7 schwer und sehr bald an den Mann brachte. Der verliebte Musensohn nahm sie dann nach Berlin gekommen sei, habe sie ihre Tochter besucht 6 leicht Verwundete geborgen. Drei Mann befinden sich noch bann seine Zuflucht zur Ausstellung von Wechseln und lieh von und gesehen, daß dieselbe ganz großartig lebte. Anna unter den Trümmern. einem Bäckermeister Schleich 7000 M. und von einer Frau Speer habe ihr den jungen Roloff als Graf Fink von Finkenstein und Ju Sizilien und namentlich in der Provinz Messina richten Heuschreckenschwärme entsegliche Ver= 4000 M. Eine österreichische Erzherzogin scheint aber großartige ihren Verlobten vorgestellt und auch der alte Herr Roloff sei in fortdauernd Lebensansprüche zu haben, denn die Mittel des jungen Roloff, der Wohnung anwesend gewesen. Sie sei dann von dem jungen heerungen an. Die Getreidefelder sind in vielen Gemeinden total der von allen seinen Freunden um sein übergroßes Glück be- und dem alten Grafen Finkenstein eingeladen, mit ihnen bei vernichtet. neidet wurde, wurden bald knapper und knapper und nun sprangen Dressel zu essen. Ihre Tochter habe ihr gesagt, sie müsse ihrem einige andere junge Herren für die Erzherzogin mit ihrem Porte- Verlobten gegenüber nicht merken lassen, daß sie niedriger Hermonnaie ein. Ein Gerichtsreferendar, der sie durch funft sei und deshalb müsse sie vor den Leuten" als Gräfin Roloff tennen gelernt hatte, war durch fie völlig Dubary auftreten. Sie habe das dann auch gethan, ohne sich treffende. Gruß. würde. Klempnerei, verbunden m. Gas- und Wasserl.- Ant., zu vert. RüdersdorferStraße 24. 1658b Gelegenheitskauf für Brautleute: Im Möbelspeicher Neue Königstr. 59, vorn I., sollen über 100 Wirthschaftseinrichtungen, furze Zeit verliehen gewesene u. neue Möbel spottbillig verkauft werden. Ganze Einrichtungen 100, 150, 200-1000. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. 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" Die letzte Angeklagte ist Dienstmädchen bei der Dubberstein und dem jungen Roloff gewesen; sie will in den drei Monaten ihres Dienstes von Schwindeleien nichts gemerkt haben, denn zu Hause sei Herr Roloff immer nur bei seinem richtigen Namen genannt worden. Bei der Flucht der Anna Dubberstein habe sie gar nicht mitgewirkt. ( Fortfehung folgt.) Versammlungen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 19. Juni, abends 8% Uhr: Versammlung der Schleswig- Holsteiner im Restaurant„ Kommandanten- Garten", Kommandantenſtr. 10-11. Kutscher und aller im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter Berlins und umgegend. Conntag, den 23. Juni, nachmittags 4 Uhr, in Wilte's Salon, Andreasstraße 26: Deffentliche Versammlung. Vortrag. Referent: Herr Jahn. Vergnügungsverein Italia. Mittwoch, den 19. d. M., abends 9 Uhr, bet Thiessen, Bionstirchplay 1: Sigung mit Danten. Wichtige Tagesordnung. Besprechung über die Fidelitas. Arbeiter- Bildungsschule. 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Auguste Henschel ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre das Fräulein für ehrenhaft. Mäusel. u. Beers digungs fomtoir, Sargmagazin Schuhmacher( fr. 140 im Keller), jetzt Swinemünderstr. 142, im Laden. Arbeitsmarkt. Aelterer Gesangverein! ( Mitgl. d. A.-S.-B.) fucht für Freitag tüchtigen Dirigenten. 1670b Schriftliche Offerten sind zu richten an F. Vogel, Rest., Bernauerstr. 35. Kartonarbeiterinnen, geübte, verl. J. Schwandt, Neue Jakobstr. 6. Silberarbeiter 37902 1. Gebr. Sauerland, Sebaftianft.84. Barodvergolder verl. Rigdorf, Prinz Handjernstr. 73. Spanner auf Drahtwände verl. sof. Schade& Bahrt, Belle- Allianceftr. 63. Für den Juhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 19. Juni. Berliner Theater. Der Geizige. Der ungläubige Thomas. Neues Theater. Tata- Toto. Schiller Theater. Die Neuver. mählten. Ein Diener zweier Herren. Aleranderplay- Theater. Heinrich Heine. Ein Modell. National Theater. 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Ebert. 1661b An die Arbeiter und Arbeiterinnen der Musikinstrumenten- Industrie ( Mechanit- und Harmonika- Arbeiter und Arbeiterinnen, Horn- und Steinnuß- Knopfarbeiter und Arbeiterinnen, Stockarbeiter und Arbeiterinnen, Vergolder und Vergolderinnen und verwandte Berufsgenossen). Am Mittwoch, den 19. Juni 1895, Abends 19 Uhr, findet eine Versammlung für die in der Holzindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Lokale ,, Altes Schühenhaus", Linienstr. 5, statt. 139/4 Lages Ordnung: 1. Welche Aufgaben erwachsen den in der Solzinduſtrie beschäftigten Arbeitern u. Arbeiterinnen? 2. Diskussion. Referentin: Frau W. Kähler- Hamburg. Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint alle in der Versammlung, agitirt für dieselbe. Die Berliner Gewerkschafts- Kommission. J. A. R. Millarg. C. Riediger. Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe Berlins und Umgegend. Freitag, den 21. Juni, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Rohr, Rixdorf, nefebedstraße 14-15: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: # 1. Diskussion über in lester Zeit gefällte Erkenntniffe in bewilligten Rechtsschutzsachen und welche Stellung nimmt der Verein in Zukunft hierzu ein. 2. Die Beschwerden der Mitglieder in Rechtsschutz- Prozessen gegen den Syndikus und die Beantwortung und Rechtfertigung des Syndikus. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um vollzähliges Erscheinen bittet Der Vorstand. Freie Vereinigung der Kaufleute, Berlin. Donnerstag, den 20. Juni, abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Brüning, Rosenthalerstr. 12: Versammlung. I Tages Ordnung: # " 1. Vortrag des Genossen Hoffmann über: Gesez und Recht". 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung 171/7 der Lohgerber, Lederzurichter und Berufsgenossen Berlins am Sonnabend, den 22. Juni 1895, abends 8 Uhr, bei Feind, Weinstraße 11. Außerordentliche Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 19. Juni, abends 8½ Uhr, im Saale der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: : 1. Vortrag des Genossen Reichstags Abgeordneten August Bebel. 2. Distusfion. 3. Anträge auf Abänderung des Vereinsstatuts. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung werden sämmtliche Mitglieder ersucht, zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. 40/15 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Donnerstag, den 20. Juni, Abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Auer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 286/12 Der Vorstand. Achtung! Rixdorf. Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. General- Versammlung Mittwoch, den 19. Juni, abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn ber Vertreter der Arbeitgeber u. Arbeitnehmer der Kummer, Berlinerstr. 136: Versammlung. Zages Ordnung: . Nosko( Branben 1. Vortrag des Kollegen G. Noske( Brandenburg). 2. Diskussion. Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse 3. Berbandsangelegenheiten. der Maschinenbau- Arbeiter u. verwandten Gewerbe zu Berlin am Freitag, den 28. Juni d. J., abends 8 Uhr, im Restaurant Brüning, Rosenthalerstr. 11/12, oberer Saal. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über§ 1 des Statuts und Antrag auf Zurückziehung der in der GeneralVersammlung vom 24. März 1895 beschlossenen Abänderung des§ 1. 2. Antrag Stolzmann u. Gen.: " Wie stellen sich ferner die Delegirten zur freien Arztwahl, event. Erneuerung des Vertrages mit dem Verein der frei gewählten Raffenärzte." Wegen der Wichtigkeit der TagesOrdnung ist zahlreiches und pünkt. fehr erwünscht. Um pünktliches Erscheinen ersucht Verband aller in der 212,8 Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 6. Juli 1895: Gr. Sommernachts- Fest in den Gesammträumen der Brauerei Friedrichshain, am Königsthor. Grosses Doppel- Concert, ausgeführt von einer 50 Mann starten Kapelle der Freien Vereinigung der Berufsmusiker unter Zeitung des Herrn Schonert. Auftreten einer renommirten Sänger- Gesellschaft. Großer Ball. Um 10 Uhr: Kinder- Fackelpolonaise. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoſſen Näther. 2. Diskussion. liches Erscheinen der Herren Bertreter Um 4 Uhr morgens: Großes Früh- Concert. 3. Bericht des Gewerbegerichtsbeisigers. 4. Wahl der Agitations- Kommission. 5. Verschiedenes. Achtung! 166/9 Der Einberufer. Achtung! Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Weimann's Volksgarten, Gesundbrunnen, Badstraße 56. Sonnabend, den 22. Juni: Gr. Sommerfest, gr. Sommernachts- Ball etc. etc. Unter Wit verbunden mit Spezialitäten- Vorstellung, wirkung des Gesangvereins ,, Senefelder". Die Raffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Bei Eintritt der Dunkelheit: Gr. Kinder- Fackelpolonaise, wobei jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Billets à 25 Pf. sind bei allen init Plakaten belegten Geschäften, sowie an der Rasse zu haben.- Herren, die am Zanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 5 Uhr. Da der Ueberschuß für die arbeitslosen Kollegen bestimmt ist, so bittet um rege Betheiligung. Das Komitee. J. A.: Oscar Frick. Achtung! Maurer. Sonnabend, den 22. Juni, in den Gesammträumen der Brauerei Friedrichshain( fr. Rips) am Königsthor: 12. Stiftungsfest Das Mandat legitimirt. 16695 Berlin, den 17. Juni 1895, Der Vorftand. Karl Thieme. H. Steinfeldt. Klagen, Eingaben, Unfallsachen, putzger, Steglißerftr.65 Fertige Kleider zu fehr billigen Preisen. Fertiges Kleid aus sehr haltbarem Wollstoff in modernen Farben 15, 20, 25 M. Fertiges Kleid aus reinwoll. engl. Stoff, beliebtes Straßenfleid( Rock und Jaquet) 15 M., 18 M. Fertiges Kleid, elegantes Reise. und Promenaden- Façon, engl. Stoff( Rock u. Jaquet) 20 M., 25 M., 30 M. 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Juni: Großes Concert und Parade-Feuerwerk. NB. Das Lokal ist noch an Wochentagen zu vergeben. 3 M., 4 M., 5 M. Morgenrödte in schönen Waschstoffen, stets großer Lager- Borrath in allen Weiten, 3, 4, 6 M. in gr. Auswahl, Staubmäntel, febr bilig, 8, 10, 12 M. neue apart. Façons Reisemäntel, 10, 15 und 20 M. Sielmann& Rosenberg, Kommandantenstraße, Ecke Lindenstraße. Schindler Carl Likör + Fabrik. Amt III. 8917. Chausseestr. 55. empfiehlt und liefert nur gute Fabrikate Entree inkl. Tang 30 Pf. Alles nähere befagen die beim Betreten des Lokales zur Ausgabe gelangenden Programme. 194/17 Billets find bei den Raffirern, bei den Vertrauensleuten, in allen Bahlstellen und im Arbeitsnachweis, Annenstraße 39, zu haben. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Zur besonderen Beachtung! Der Billetverkauf wird bereits am 1. Juli gefchloffen. Billets, welche bis Mittwoch, den 3. Juli, nicht D. D. zurückgegeben sind, werden als verkauft angesehen. Achtung! Kurhaus Friedenau. Sonntag, den 23. Juni, nachmittags 4 Uhr: Großes Sommer- Fest Großes Achtung! der Arbeiter- Gesangvereine von Friedenau u. Steglitz ( Mitgl. d. A.-S.-B.). 1667b Gr. Vokal- u. Instrumental- Konzert. Auftreten zweier Liedersängerinnen, gen. die Nachtigallen. Im großen Saale Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Entree 20 Pf. Fahrgelegenheit mit Ring u. Wannsee- Bahn. Die Kaffeküche ist geöffnet. Das Komitee. Brauerei Gambrinus Wallstraße 94 Charlottenburg Bismarckstr. 22a. Schönfter, schattigster Garten Charlottenburgs. Heute Mittwoch: Grosses Künstler- Konzert ausgeführt von der Kapelle des Herrn H. Goes. Anfang 7 Uhr. [ 1662b] Es ladet freundlichst ein Entree frei. Albert Stegmeyer. Ausstellung Italien in Berlin. Donnerstag, den 20. Juni 1895: Zweiter grosser Elite- Tag. Erste Programm: I. Maestro Gatti's Bersaglieri- Orchester. II. Concert der Kapelle des Garde- Husaren- Regiments aus Potsdam, unter Leitung des Stabstrompeters Herrn Hamm. III. Auftreten des Chors des teatro filodramatico aus Mailand unter Zeitung des Maestro. Donizetti. IV. Maestro Gialdo Gialdini mit seinem auf 130 Musiker verstärkten Symphonie- Orchester. Aufführung des von Maestro Gialdini komponirten Festmarsches ,, Eviva Germania". V. Während des ganzen Nachmittags und Abends: Concert der 22 neapolitanischen Gesang- und Tanztruppen. Auftreten der berühmten Tarantella- Tänzerinnen unter Leitung des Maestro Maranno. Neu einstudirt: ,, Das Fest der Modistinnen", tomische Balletpantomime. VI. Grosse venetianische Preis- Ruder- Regatta auf dem Canala grande.( Beginn abends 7 Uhr.) VII. Abends von 8-11 Uhr: Große Festvorstellung des teatro americano. Während des ganzen Tages: Vorführung des neu erfundenen Edison'schen Kinetoscop und der gewerblichen italienischen Ausstellung( u. a. zu besichtigen: Seidenspinnerei, Strohflechterei). Abends: Grosser Gondel- Korso, Produktionen der neapolitanischen Perlenfischer. Volksszenen aus dem italienischen Leben. Grande Illusion ,, Astarte". Entree I Mark. Heute: Große Vorstellung. Gialdini- Symphonie- Concert fowie Auftreten sämmtlicher italienischer Künstlertruppen. Die italienische Gewerbe- Ausstellung ist bis 12 Uhr abends geöffnet. Entree 50 Pf. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2.