Nr. 491 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 250 Bezugsvreis: Böchentlich 70 Bfennig. monaffid 8,- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Sitauen. Suremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit ber Gonntags beilage Bolt und Reit mit Gicb. Tung und Aleingarten sowie bez Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich aweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreife: Die einfpeitiae Ronpareille geile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Bfennig. ( auläffia zwei fettgedruckte Borte). febes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Biennig. febes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Pfennig. Anzeigen für bie nächste Summer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftrake 3, abaegeben werden. Geöffnet von 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonnabend, den 17. Oktober 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftfchecktonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Ballstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Der Sieg des Friedens. Westpakt und Schiedsverträge vorläufig unterzeichnet.- Feierlicher Schlußaft. Das Vertragswert von Locarno ist abgeschlossen. Deutsch land, Frankreich und Belgien garantieren einander ihren gegenwärtigen Befihstand an ihren gemeinsamen Grenzen. England und Italien übernehmen die Rolle der Garanten. Deutschland schließt mit Frankreich, Belgien, Bolen und der Tschechoslowakei Schiedsverträge ab, die die Kriegsgefahr auf ein Mindestmaß herabdrücken, menn nicht völlig ausschalten follen. Deutschland tritt in den Böllerbund ein und erhält einen Sig im Völkerbundsrat, seine besondere geographische und militärische Lage soll besonders berücksichtigt werden. Die Kölner 3one wird geräumt, nachdem über die restlichen Forderungen der Entwaffnung Deutschlands Einigung erzielt worden ist. Dies der wesentliche Inhalt der Vereinbarungen. Einzelheiten werden erst erkennbar sein, wenn die Beröffentlichung erfolgt ist. Locarno illuminiert. größten Regierungspartei" Deutschlands bleibt es dunkel. Sie hatte auf ein Scheitern der Konferenz gehofft, weil das für sie eine gewisse Erleichterung in ihrer schwierigen Lage bedeutet hätte. Der Erfolg der Regierung, die sie mitträgt und für die sie mitverantwortlich ist, vernichtet ihre Hoffnungen, stellt sie vor die peinlichste Entscheidung. Die Zustimmung zu dem Vertragswert bedeutet für die Deutsch nationalen zweifellos einen Bruch mit ihren Grundsägen und ungewollt eine völlige Zurüdnahme aller Angriffe, die sie gegen die Linke wegen ihrer auswärtigen Bolitik erhoben hatte: eine Betehrung zu dieser Politik. Rechtstoalition, der sie ihren maßgebenden Einfluß Die Ablehnung bedeutet die 3ertrümmerung der auf die Steuer und 3o11politik und verschiedene an dere Annehmlichkeiten verdanken. Nun gilt es für sie zu entscheiden. Aber wie immer fie Was bedeutet Locarno? Bielleicht eins der größten weltschehene tommen sie nicht mehr los. Die Re entscheiden, von der Berantwortung für das Ge geschichtlichen Ereignisse. Vielleicht eine Zeitenwende. Sicher gierung, die das Bertragswert abgeschlossen, den Verzicht auf aber bedeutet es einen Teilsieg der sozialistischen Bewegung, Elsaß- Lothringen ausgesprochen, den Eintritt in den Böller einen Sieg des Prinzips. bund beschlossen hat, war ihre Regierung. Der Sündenfall Mit dem Eintritt Deutschlands in den Bölferbund, mit ist getan. Die ,, nationale Zuverlässigkeit" ist dahin. Der Sieg dem Abschluß von Schiedsverträgen zur Sicherung des Frieder von der Sozialdemokratie geforderten Außenpolitik ist, dens werden Forderungen erfüllt, die die deutsche Sozial unter Assistenz der Deutschnationalen, Tatsachen geworden und demokratie mit unermüdlichem Eifer vertreten hat. Nun ist es an ihr, darüber zu wachen, daß die Ausführung im rechten Geiste geschieht. Sie ist sich dessen gewiß, daß ihre fozialistischen Bruderparteien mit dem gleichen Eier dafür wirken werden, daß das Friedenswert nicht bloß ein Stück Bapier bleibt, sondern daß es in den Willen der Völker auf genommen und immer wirksamer, immer lebendiger wird. Für die internationale fozialistische Arbeiterbewegung ist bas jüngste weltpolitische Ereignis die stärkste moralische Ermutigung. Denn es ist ein Sieg über die Chauvinis men der ganzen Welt, über die veralteten machtpolitischen Ideen, über die Mentalität verfalter Militärs. unwiderruflich. Das Vertragswert von Locarno ist abgeschlossen worden, während die Deutschnationalen in der Regierung waren. geßt liegt sein Schidsal nicht mehr in ihrer hand. Ablehnung wäre eine leere Gefte. Ihre Flucht vor der formalen Berantwortung fönnte an ihrer sa ch= lichen Verantwortung nichts mehr ändern. Was bedeutet Locarno? Den ewigen Frieden Deutsch lands mit allen seinen Nachbarn? Vielleicht! Den Bankerot der nationalistischen Demagogie gewiß, alfo auf alle Fälle einen großen Fortschritt. Des wollen wir uns freuen! Der letzte Akt. V. Sch. Locarno, 16. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Konferenz von Locarno ist am heutigen Abend 7% Uhr glücklich beendet. Schnell änderte sich das Bild im Laufe des Nachfalls zeigten. Der belgische Jurist Rolin zeigte in der hocherhobenen Rechten das unterzeichnete Dokument. Wieder ertönte jubelnder Beifall. dann Luther, Stresemann, Bandervelde rourden mit brausenden Nun verließen die Delegierten das Gebäude. Chamberlain, Rufen empfangen. Dann erfolgte ein allgemeiner Sturm der Journalisten nach den Hotels der Delegationen, wo man erst Einzelheiten über den Berlauf der letzten Sizung erfuhr. Zunächst hatte die Unterzeichnung stattgefunden, oder beffer gefagt, die Baragraphierung der einzelnen Berträge. Diese ParaParaphierung der einzelnen Verträge. Diese Paraphierung zelnen Minister, nicht der gesamten Regierungen. bedeutet folgerichtig einstweilen nur die Bindung der eineinen Minister, nicht der gesamten Regierungen. Ministerreden nach der Paraphierung. V. Sch. Cocarno, 16. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) In der feierlichen Schlußfihung wurden lieben Dokumente unterzeichnet, und zwar der Patt, bestehend aus 10 Artifein, von allen, die träge sind abgeschloffen zwischen Deutschland und Frankreich, DeutschSchiedsverträge von den jeweils zuständigen Ministern. Schledsverland und Belgien, Deutschland und der Tschechoslowatel fowie Deutschland und Polen. Außerdem wurden zwei Erklärungen Frankreichs an Polen und die Tschechoslowafel von den beteiligten Staaten unterschrieben. Als die Unterzeichnung vollendet war, zeigten sich Briand und Dr. Cuther demonftrativ aus eigener Initiative, unter dem Beifall der harrenden Bevölkerung, Schulfer an Schulter an einem Fenster des Justizpalaffes. Der Unterzeichnung folgte zunächst eine Rede Dr. Stresemanns, in der er die Schwierigkeiten schilderte, die überwunden werden mußten, um den Verhandlungen in der öffentlichen Meinung Deutschlands einen Refonnanzboden zu verfchaffen. Er sprach die Hoffnung aus, daß sich die Alliierten ständig der Haltung der deutschen Delegation erinnern werden und baß die Konferenz den Beginn einer neuen Aera bedeuten möge. darauf, mit vollem Herzen mich den Gefühlen anzuschließen, die der Briand führte aus: Als Vertreter Frankreichs lege ich Wert Delegierte Deutschlands dargelegt hat, und ich würde ein Unrecht an dem Geist der Gerechtigkeit begehen, wenn ich nicht in dieser Stunde an die noble Gefte erinnern würde, die am Anfang dieser Konferenz stand. Ich vergesse nicht das Memorandum, das am 9. Februar die Regierung des Deutschen Reiches auf die Initiative des Herrn Stresemann an die franzöfifche Regierung richtete. Dies Memorandum war der Ausgangspunkt unserer Bemühungen, und es ist das Bor sieben Jahren rettete die sozialdemokratische Arbeiter. schaft Deutschland vor Untergang und Zerfall durch die Gründung der de motratischen Republit. Nach den Forderungen des Erfurter Programms wurde die deutsche Verfaffung umgestaltet, das gleiche politische Recht aller Staatsbürger wurde zum Grundsaz erhoben. Damit war für den Stresemann. Die Wolfen vom Donnerstag abend verschwanden, Resultat dieser Beste, der ich heute huldigen will und das wir heute Wiederaufbau Deutschlands der feste Grund gelegt. Zu diesem grundsätzlichen großen Erfolg auf dem Gebiete des inneren Staatslebens gefellt sich jetzt ein vielleicht nicht weniger bedeutsamer Erfolg auf dem Gebiet der auswärtigen Politit. Es ist die verfemte Politit der Erfüllung, durch die der Unterschied zwischen Siegern und Besiegten verwischt, das ganze europäische System geändert, die Gleichberechtigung des deutschen Boltes wieder hergestellt ist. Unrecht wäre es, in dieser Stunde derer zu vergessen, die in diesem schweren Kampfe als Bundesgenossen mit uns gegangen und für die gemeinsame Sache gefallen sind: Erz berger und Rathenau! Das Vertragswert erfüllt nicht alle unfere Hoffnungen. Die Besetzung der zweiten und der dritten Zone, die Trennung des Saargebiets vom Reich bleiben vorläufig weiter bestehen. Sie passen als letzte Reſte des Kriegszustands schlecht in eine Beit hinein, die wirklich dem Frieden gehören soll. Mögen sie bald verschwinden! Aber auch im Innern ist das große Ringen, das den Ber: handlungen von Locarno vorausging und sie begleitete, noch nicht abgeschloffen. Schon die Art der Berichterstattung aus dem Konferenzort war ein Zeichen für die Schärfe der Span nungen. Welchen Vorwürfen war der Bormärts" ausgefeht, weil er in seiner Berichterstattung, unbeirrt durch alle unvermeidlichen Zwischenfälle und tendenziöse Schwarzfeher fünfte, einen Optimismus befundet hatte, der nun recht behalten hat! Locarno mar gestern abend illuminiert. Bei der die Deutschen ließen von den neuen Forderungen ab, die Polen hatten auf ihre für Deutschland unannehmbaren Klauseln verzichtet, die die Arbeit der ganzen Konferenz in Frage zu stellen schienen. Kurz nach 2 Uhr, wenige Minuten nachdem Stresemann das Palace hotel verließ, verbreitete sich in den Kreisen der französischen und englischen Journalisten die Nachricht, daß die Unterzeichnung tion versicherte man, die Lage sei stationär und es liege nichts noch heute erfolgen würde. Nur in der deutschen Delega Neues vor! Um 4 Uhr trat bie Bolltonferenz wieder zusammen. Jetzt endlich wurde auch deutscherfeits bestätigt, daß die Unter zeichnung bevorstehe. Nach einer Stunde verließen die Dele gierten jedoch wieder das Gebäude, allerdings nur auf furze Zeit. Man erfuhr, daß die technische Ausfertigung der Dokumente noch eine urge Berzögerung erfahren habe und daher eine zweite Sigung auf 6% Uhr anberaumt werden mußte. fand- als erfte Sigung seit Konferenzbeginn nach Eintritt der Die letzte Sigung Dunkelheit statt. So war der Justizpalast festlich beleuchtet und eine für Locarno ungeheure Menschenmenge umfagerte das Gebäude und die Zufahrtsstraßen. Nach etwa einstündiger größter Epannung hörte man, wie aus dem Konferenzfaal hände flatschen ertönte. Die Menge antwortete darauf mit lautem Beifall. Die Fenster öffneten sich, die Delegierten zeigten sich an den Fenstern und wurden lebhaft begrüßt. Ein Orfan der Begeisterung etbrauffe, als Cuther und Briand allein Schulter an Schulter im gleichen Fenster fich zeigten und der Menge freundlich zuriefen. Alle Hüte wurden geschwenkt und der Jubel nahm erst ein Ende, als beide Minister sich wieder zurüdzogen. Er brauste wieder besonders lebhaft auf, als Cham. berlain und Bandervelde auf einige Augenblicke fich eben erreicht haben. paraphiert, die in Locarno ausgearbeitet worden sind. Damit ist Ich habe foeben die Berträge, Ronventionen und Abkommen mein Mandat erfüllt Infolgedeffen rede ich jetzt in meinem persön lichen Namen, aber mit der Gewißheit, die Gefühle nicht allein meiner Regierung, sondern auch der großen Mehrheit meiner Landsleute wieberzugeben. Wenn wir hier nur die Sagungen unser Land zurückkehren würben, um es glücklichen Zufällen zu eines Bertrages verhandelt hätten und wenn wir danach jeder in überlassen, daß die Verpflichtungen erfüllt werden, die er enthält, nicht einem neuen Geist entspricht, wenn sie nicht den Anfang würden wir nur eine leere Geste getan haben. Wenn diese Geste einer Aera von Vertrauen und Zusammenarbeit bedeutet, dann wird fie nicht die großen Wirkungen hervorrufen, die wir erwarten. Es muß aus Locarno ein neues Europa erstehen. Herr Luther und Herr Stresemann, mit benen ich außerhalb dieser Konferenz offiziöse Unterhaltungen gehabt habe, in denen wir uns ganz offen auseinandergefeßt haben, haben mir gesagt, mit welchen Hoffnungen Deutschland das Werk betrachtet, das sich hier vollzog. Und ich habe ihnen mit absoluter Loyalität geantwortet. 3wischen unseren beiden Ländern bleiben Reibungsflächen und schmerzliche Punkte. Der hier unterschriebene Paft muß ein Balsam auf diese Wunden sein. Die noch bestehenden Schwierigkeiten müffen beseitigt werden. Mit einer Disfretion, für die ich ihm Dank schulde, hat Herr Stresemann auf gewiffe Gegenden Ihres Landes angespielt, an denen Sie nicht Recht haben, sich zu desintereffieren. Auch ich habe nicht das Recht, mich für diese Gegenden zu des. intereffieren. Ich bin sicher, daß ganz Frankreich die Tragweite dieses Bettes begreifen wird und bestrebt sein wird, alles zu tun, was in seiner Macht liegt, damit zwischen uns ein Gefühl der Be ruhigung und der Entspannung entsteht. Die Männer, die hier Frankreich vertreten, werden sich angelegen fein lassen, sobald sie es möglich machen können, alles zu tun, damit die Bedingungen erfüllt werden, die zwischen unseren beiden Ländern eine tiefgehende Entspannungspolitik gestatten werden, die in der Folge auch eine Politik verständnisvoller Zu Jammenarbeit sein wird. Wenn das getan ist, wenn die Fragen, die noch zu lösen find, geregelt sein werden, werden wir gemeinsam auf allen Gebieten daran arbeiten fönnen, das Ideal eines Europa zu vollenden, das sein Schicksal erfüllt, indem es allen denen die Treue hält, die feine Bergangenheit und Zivilisation und ihren Edelmut verförpern. In diesem Geiste sind wir, die einen wie die anderen, hierher gefommen. Ich hoffe, daß unsere beiden Länder bald die Segnungen diefer Politit empfinden werden und daß feine lange Frist vorübergehen wird, bevor wir die glücklichen Wir. fungen des Vertrages registrieren fönnen, den wir soeben para phiert haben. Auch Chamberlain dankte den deutschen Delegierten in bewegten Worten und erflärte, nach den Reden Stresemanns und Briands so gerührt zu sein, daß er im Augenblick nicht imftande sei, eigene Erklärungen abzugeben. Dann folgte Bandervelde. Er schloß sich den Ausführungen Briands volfinhaltlich an und be. tonte, wie sehr er und sein Land die mutige Haltung der deutschen Delegierten zu fchäßen wüßten. Er fügte bei diefer Gelegenheit hinzu, daß er der einzige Minister im Saale sei, der den Ver trag von Versailles unterschrieben habe. Er habe seine Unterschrift damals geleistet nach bester Ueberzeugung, weil der Ver. trag seinem Lande wieder die Freiheit und Unabhängigkeit sicherte. Aber er habe immer vor Augen die Erinnerung an die Tatsache, daß Männer und Freunde, die das gleiche soziale Ideal haben wie er, diesen Vertrag auf der Gegenseite unterzeichnen mußten unter dem 3 wang der Notwendigkeit. Wenn er sich jegt vergegenwärtige, wie heute in einer allgemeinen Jubelstim mung diefer Sicherheitspaft von beiden Seiten unterschrieben werde, dann sei er überzeugt, daß man auf dem richtigen Wege sei. Dieser Baft bedeute für niemand Opfer, bringe aber allen Vorteile. Dieses Ergebnis sei dem gemeinsamen guten Willen der Männer zu verdanken, die hier zusammengetroffen sind, zu vers danken dem juristischen Wissen Scialojas, dem von Friedensgefinnung geleiteten Willen Briands, der loyalen Voraussicht des guten Engländers und großen Europäers Chamberlains und der mutigen Festigkeit, mit der Luther und Stresemann die wirklichen und dauernden Interessen ihres Landes verteidigt hätten gegen diejenigen, bie nur an die Bergangenheit denken, anstatt in die Zukunft zu blicken. Bor allem aber fet das erzielte Ergebnis zu verbanten der übermächtigen Kraft des Friedensbedürfnisses, das allen Völkern innewohnt und das alle Staatsmänner zu dieser Konferenz gebracht hat. Stresemann habe die Hoffnung ausge sprochen, daß jezt eine neue Friedensära eintrete; er schließe sich mit pellem Herzen dieser Hoffnung an und fei überzeugt, daß die Zeit balo nahe sei, wo die moralische Abrüstung auf Grund der Verträge von Locarno den wahren Frieden sichern werde. Schließlich sprach Mussolini ein paar Worte, um ebenfalls zu erflären, daß das Wert von Locarno den Beginn eines neuen Zeitalters bedeute. Als die Delegierten den Juftizpalast verließen, wurden fie non der Menge jubelnd begrüßt. Die Opationen fetten sich bis zu dem Quartier der franzöfifchen und englischen Delegation fort. Mährend der ganzen feierlichen Schlußfizung erflangen sämtliche Glocken von Locarno und Umgebung: Friede war ihr Geläute! Den ganzen Abend ist die Stadt illuminier Heimfahrt der dentschen Abordnung. Locarno, 16. Ottober. Nach einer Meldung des Sonderberichterstatters des WTB. wird die deutsche Delegation am Sonnabend Nachmittag mittels Sonderzuges Locarno verlassen. Der Schuster Kuley. Bon Hans Bauer. Es geht vorwärts in Deutschland. Die Demokratisierung des öffentlichen Lebens macht unverkennbare Fortschritte. Beispiels weise die Justiz! Früher, zu Wilhelms Zeiten, mußte man schon dem exklusiven Korps Borussia oder, gar der nächsten Umgebung des Kaisers angehören, um eine gewisse Gewähr gegen den brutalen Zugriff der Justiz zu haben. Heute ist das besser geworden. Heute vermag sich auch der gemeine Mann das Brivileg einer begrenzten Straffreiheit zu verschaffen. Hochwohlgeborenheit und Zugehörig. feit zur Finanzaristokratie sind nicht mehr unentbehrliche Borausfegungen für die Sonderbehandlung vor Gericht: Es genügt heutigentags schon die Mitgliedschaft beim Stahlhelm. Immer noch gibt es unverbesserliche Republikaner, die eben nicht in die Welt passen, in der Deutschland, Deutschland über alles geht und die es verschmähen, die fabelhaften Chancen auszunußen, die sich bieten. Aber daneben tauchen doch auch immer häufiger fire Jungs auf, die sich schnell auf die herrschende Inflation des richterlichen Gerechtigkeitsgefühls einzustellen verstanden und die behende in den vor Gericht allein geltenden Sachwert der nationalen Gesinnung geflüchtet sind. Kürzlich erst war zu lesen, daß einer der in Greves. mühlen Angeklagten noch rechtzeitig das republikanische Schiff verlaffen und sich den Bölkischen angeschlossen hatte. Der Erfolg trat quf der Stelle ein! Sein Verfahren wurde von dem seiner früheren Kameraden abgetrennt. Und jetzt ist auf der Tagung der Reichs. bannerführer von dem Magdeburger Schuster Kuley die Rede gewesen, von dem vor Gericht festgestellt worden war, daß er vom Roten Frontkämpferbund zum Stahlhelm hinübergewechselt ist, weil er nicht einfah, warum er der Bergünstigungen entraten sollte, deren er dadurch bei den Richtern teilhaftig wurde. Der Schuster Kulen hat es wahrlich gut gemeint. Sein Herz schlägt warm für das rote Räterußland, aber so hat er sich gesagt, was fann ich mir dafür schon in deutschen Gerichtsfälen faufen! Er fab sich feine innere Ueberzeugung einmal recht gründlich an und fand, daß fie fich bei vorsichtiger Behandlung wohl reparieren lasse. Bor Gericht hat dann der Gegner Kuleys, ein deutsch nationaler Boftfchaffner, den Richter darauf hingewiesen, daß es mit dem Beklagten nicht in Ordnung sei. Dieses Schlaucherl sei in Wahrheit gar tein Stahlhelmmann. Er täusche diese Gesinnung nur vor, um sich vor Gericht Vorteile zu verschaffen, die ihm gar nicht zufämen. Wäre der Richter von jener Rigorosität gewesen, die man beut schen Richtern fälschlicherweise oft nachsagt, so hätte er den Stulen eigentlich gehörig ins Gebet nehmen müssen und vielleicht hätte sich auch ein Staatsanwalt gefunden, der gegen ihn wegen feines betrügerischen Bersuchs, sich eine unberechtigte Vergünstigung zu ver. Der amtliche Schlußbericht. Locarno, 16. Offober.( WIB.) Das zwischen den Delegafionen vereinbarte Kommuniqué bejagt: In der letzten Bolsitzung der Konferenz, die am Nachmittag des 16. Oktober stattfand, wurde zunächst der Text der Schiedsvertragsentwürfe zwischen Deutschland und Polen, bzw. der Tshechoslowakei angenommen. Alsdann wurde der Tegt des Schlußprotokolls über die Arbeiten der Konferenz von Cocarno erörtert und angenommen. 3m Schlußprotofoll werden die Ziele und Ergebnisse der Konferenz festgestellt fowie die Rd witfungen, die fich für die Stabilisierung des Friedens und der Sicherheit in Europa ergeben sollen. Die von der Konferenz ausgearbeiteten Berträge und Konvenfionen, die mit der klausel„ ne varietur"( unabänderlich. Red. d. Borm.".) in Locarno paraphiert sind und das Datum des heufigen Tages tragen werden, laufen wie folgt: britannien und Italien; 1. Vertrag zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Groß2. Schiedskonvention zwischen Deutschland und Belgien; 3. Schiedskonvention zwischen Deutschland und Frankreich; 4. Schiedsvertrag zwischen Deutschland und Polen; 5. Schiedsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Der französische Minister des Auswärtigen machte der Konferenz fodann Mitteilung über die Bereinbarung von machungen zwischen Frankreich, Polen und der Tschechoslowatei mit dem Ziele, sich die Vorteile der obengenannten Schiedsverträge zu sichern; diese Abmachungen sollen beim Belferbund niedergelegt werden, Abschriften stehen jehf schon zur Verfügung der bei der Konferenz vertretenen Mächte. Für die förmliche Unterzeichnung der in Locarno vereinbarten und paraphierten Verträge ist der 2. Dezember 1925 bestimmt. Die Unterzeichnung wird in London statt. finden. Der Sonderberichterstatter des WTB. meldet: Staaten jeder Angriffstrieg zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, fomie jede gewaltfame Verletzung der Grenzen zwischen diesen Ländern ausgeschlossen wird. Außerdem sind die Entwürfe zu vier Schiedsgerichtsverträgen zwischen Deutschland einerseits und Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoslowakei andererseits paraphiert worden. Diese Schiedsgerichtsverträge sehen für Rechtsstreitigkeiten ein Verfahren mit bindendem Richterspruch, dagegen für Interessentonflitte ein Schlich tungsverfahren ohne endgültige Bindung vor. Entwurf für eine Erklärung der Vertreter Englands, Frankreichs, Artikel 16 der Völkerbundsfahung Italiens und Belgiens aufgestellt worden, durch die dem Endlich ist ein eine der bekannten deutschen Auffassung entsprechende Auslegung gegeben wird. Die Paraphierung der verschiedenen Entwürfe bes deutet einmal die persönliche Zustimmung der Delegierten zu dem Inhalt der Instrumente, die infolgedessen nicht abgeändert, sondern mur angenommen oder abgelehnt werden fönnen. Die endgültig. Entscheidung über die Annahme der Entwürfe liegt hiernach, soweit Deutschland in Betracht kommt, zunächst bei der Reichsregierung und alsdann bei dem Reichsrat und dem Reichstag. Die Veröffentlichung der Terte wird Dienstagfrüh erfolgen. Die Ministerpräsidenten der Länder sind auf Mittwoch zusammenberufen. Dem Borsigenden des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags ist die Einladung des Ausschusses zweds Entgegennahme des Berichts der deutschen Delegation auf nächsten Donnerstag anheimgegeben worden. Reichskanzler Dr. Luther gab zu diesen fachlichen Mitteilungen dem WIB.- Berichterstatter folgende Erklärungen: Der Westpatt mit den Schiedsgerichtsverträgen bedeutet eine Berwirtlichung der Grundgedanken des deut. Ichen Memorandums vom 9. Februar d. 3. und zwar entsprechend den Ausführungen der deutschen Note vom 20 Juli. Er enthält somit jene Neugestaltung der europäischen Staatenbeziehungen, die wir zur Herbeiführung eines wirklichen Die Schlußfihung der Konferenz von Locarno begann um Friedens in Europa und im Interesse Deutschlands erstrebt 6,30 Uhr und dauerte nahezu eine Stunde. Um 7,28 Uhr verhaben. Die Bekanntgabe der einzelnen Vertragsentwürfe wird fündete. Hän de flatschen, das durch die geschlossenen Fenster manche in der Deffentlichkeit jetzt aufgetauchte Zweifel ausräumen. des Konferenzsaales bis auf die Straßen hörbar war, die Boll Die von England, Frankreich, Italien und Belgien gegebene Ausendung des feierlichen Attes. Das zahlreiche Publikum legung des Art. 16 entspricht dem deutschen Standund die Vertreter der Weltpresse nahmen den Applaus auf, Ra teten wurden abgefeuert und nach wenigen Minuten öffneten sich punft, wie er ebenfalls in der Note vom 20. Jult niedergelegt war. Was die rheinischen Fragen betrifft, so bilden die die Fenster des im ersten Stockwert belegenen Konferenzjaales, an Erklärungen des französischen, des englischen und des belgischen denen gruppenweise Briand und Luther, Chamberlain und verschiedene Delegationsmitglieder erschienen, von verstärktem Bei Außenminifters in der Schlußsizung und ihre sonstige Stellung fall begrüßt. Schließlich zeigte der belgische Jurist Rolin dem nahme in den ausführlichen Besprechungen, die wir mit ihnen über die Rheinfragen gehabt haben, eine feste Grundlage für Publikum das foeben paraphierte Schriftftück. Zuerst verließ die polnische Delegation das Haus. Es folgten Bandervelde, Briand die zu erwartende Gestaltung dieser Probleme und unter lautem Evoiva Mussolini. Als nach einer fleinen Pause in der nächsten Zeit. Bor den deutschen Reichsstellen liegt die deutsche Delegation entblößten Hauptes auf der Freitreppe etdie wichtige Aufgabe, auf dieser Grundlage weiter zu arbeiten. schien, stieg der Jubel der Menge auf seinen Gipfelpunkt, um schließ. Bevor Reichsrat und Reichstag ihre endgültige Entscheidung über lich Chamberlain, der von seiner Battin abgeholt wurde, die Berträge und Bölferbundseintritt fällen, muß sichergestellt und letten Dvationen zu bringen. Der Bertrag von Locarno, wie die deutlich geworden sein, daß der allgemeine Geist eines echten amtliche Bezeichnung der sieben paraphierten Dokumente lautet, ift Friedens sich auch vor allem in den Rheinfragen wirklich in die damit abgeschlossen und die Delegationen dürften sämtlich morgen, Tat umfeßt. Daß die tatsächliche Entwidiung sich so vollzieht, dafür Sonnabend, die gaftliche Stadt, deren öffentliche und private Getragen die beiden Delegierten vor dem deutschen Bolle die Verbäude entlang dem Seeufer den ganzen heutigen Abend festlich antwortung. illuminiert bleiben, verlassen. Was sagt die deutsche Regierung? Die Bedeutung der Verträge und ihre Behandlung. Aus Locarno melbet LB.: Sondertagung des Völkerbundes. Cocarup, 16. Oftober( Eigener Drahlbericht unferes Sonderforrespondenten), Die für Anfang Dezember in Madrid geplante Sigung des Völkerbundes ist auf März fommenden Jahres vershoben worden. Staft deffen findet eine Tagung in Genf stait, auf deren Tagesordnung lediglich der Eintritt Deutschlands in den Bölferbund stehen wird. Die Arbeiten der Ministertonferenz in Locarno find heute dadurch zum Abschluß gebracht worden, daß die Delegierten der beteiligten Bänder, die während der Zusammenfunft ausgearbeiteten Paris, 16. Oftober.( Cigener Drahtbericht.) Nach Blätter Vertragsentwürfe paraphiert( D. h. mit den Anfangsbuchmeldungen aus Locarno soul dort am Donnerstag u. a. vereinbart staben ihrer Namen gezeichnet) haben. Es handelt sich zunächst worden sein, daß der Völferbundsrat bereits am 7. Dezember zu um den Westpakt, also den Batt zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien, England und Italien, durch den unter der Garantie jedes einzelnen diefer schaffen, eingeschritten wäre. Nun, der Magdeburger Richter hat das durchsichtige Manöver Kulens noch einmal durchgehen lassen. Immerhin ist durch diesen Borfall ein Problem atut geworden, das dringend der Klärung bedarf. Wie nämlich, so muß die Frage lauten, ist vor Gericht das wirkliche Stahlhelmmitglied vom an geblichen zu unterscheiden? Wohin tämen wir und welche Rechts. unsicherheit für das monarchistisch empfindende Deutschland be deutete es, wenn jeder beliebige Republikaner oder Kommunist nur dem Stahlhelm beizutreten brauchte, um einen Freibrief zu haben. Es wird Aufgabe der nationalen Berbände sein, Listen über zuverlässige und seit mindestens drei Jahren in der Organisation tätige Mitglieder anzufertigen, an die sich der Berdacht des Konjunttur- Nationalismus nicht heranwagen tann. Diefe Listen müßten den Gerichten in periodischen Abständen eingereicht werden. " Aftronomie im Gefängnis. Wie start die Sternenfunde felbft die Gemüter der Sträflinge in ihren Bann zieht, zeigt ein Bericht von Renate Gräfin zu Dohna an den Bund der Sternenfreunde", wird. Die Dame hielt im Gefängnis zu Görlig einen Bortrag mit der in der Zeitschrift dieses Vereins„ Die Sterne" wiedergegeben faffen des Zuchthauses gebeten wurde. solchem Erfolg, daß sie um einen weiteren Vortrag für die 600 InMan hatte mir große Angst gemacht, schreibt sie, denn vor 14 Tagen hat ein Ingenieur mit Lichtbildern im Gefängnis geredet, der zweimal aufhören mußte, weil sich die Leute so müst benahmen. Heute waren die 205 Plätze der Kirche" gepreßt voll. Außerdem standen noch dicke Mauern. Sm ganzen waren etwa 300 Sträflinge da, hauptsächlich Männer. Es ist eben doch etwas Besonderes um die Sterne, es war so still und sie haben mit solcher Hingabe zugehört, daß man hätte eine Nadel fallen hören fönnen." Der Beifallssturm am Schluß war geradezu beweglich. diesem Winter geradezu katastrophaf zu werden. Noch hat die Die Wiener Theaternot. Die Theaternot scheint in Bien in Saison faum begonnen und ichon friselt es an allen Eden und Enden. Vor furzem ist bereits die Große Boltsoper in Konturs geraten. Bald darauf hörte man. daß für die beiden Wiener Stadttheater, die Oper und das Burgtheater ein fapitalfräftiger Bächter gesucht wurde, weil der Staat tas Defizit unmöglich tragen tönnte. Jegt fommt die Nachricht, daß das Moderne Theater" in Wien unter den Hammer geraten fei. Augenblicklich verhandelt man mit Mag Reinhardt, um ihm dieses Unternehmen zu überlaffen. Die Bekämpfung des Analphabetentums in Sowjetrußland. Die besondere Kommission, die den Kampf gegen das Analphabeten tum leitet, hat festgestellt, daß sich in Mostau auch heute noch 124 883 Berfonen befinden, die des Lesens und Schreibens unfundig sind. In Petersburg ist man bereits viel weiter gefommen. Bon den 26 000 Analphabeten der Stadt sind in den letzten Monaten 9000 so weit gebracht worden, daß sie das Lesen und Schreiben wenigstens notoürftig beherrschen. Immerhin wurden in der Fabrit Krasny Treugolnit unter den 15 000 Arbeitern 900 Analphabeten registriert. Am 15. Oftober werden in Petersburg 165 Lehrstuben fammentreten foll, um über das deutsche Aufnahmegesun zu entscheiden. Der Eintritt soll dann in der Woche darauf in einer für den 15. Dezember einzuberufenden außerordentlichen Bollverfammlung des Bundes formell erfolgen. neu eröffnet werden, wo Schriftkundige unterrichtet werden sollen. Auch find Stoßtrupps" von Studenten und Studentinnen gebildet worden, welche auf Wunsch im Hause Unterricht im Lesen und bat starkes Befremden erregt, es soll auch in dieser Hauptstadt des Schreiben erteilen. Die große Zahl von Analphabeten in Mostau geführt werden. Sowjetbundes nunmehr der Schriftfundefeldzug energisch durch" Die Rüdfehr von Mütterchen Woofa. Die ruffische Zeitung Branda" fann nicht genug Worte finden, um die Freude zu schil dern, die die Aufhebung des Alfoholverbots in ganz Rußland aus gelöst hat. Tatsächlich ist die russische Bevölkerung in der Vorfreude bes lang entbehrten Schnapsgenusses ganz außer Rand und Band, und es fehlt nicht an solchen, die verlangen, daß der 1. Oktober zu Ehren der Rückkehr des Mütterchens Bobta zum Nationalfeiertag erflärt werde. Wie man weiß, Fildete das Spiritusmonopol unter der zaristischen Regierung eine reich fließende fistalische Einnahme nahmen lieferte. Die Sowjetregierung scheint der Hoffnung zu leben, quelle in Rußland, die den dritten Teil der gesamten Staatsein. daß auch heute diese Steuerquelle, die so lange ungenügt war, wieder reichlich fließen wird. Die Städtische Oper teilt mit: Die berfügbaren Abonnementspläge sind zum größten Teil bei griffen. An den Wochentagen tönnen nur noch wenige Blaze im Dicheiter und 1. Nang abgegeben werden. Für die Sonntage stehen noch eine Anzahl Parkett- Bläge zur Verfügung. Hedwig- Wangel- Matinee. Am Sonntan, 11%, Ubr bormittags, spricht Sedwig Bangel zugunsten ihrer Hedwig- Wangel- Hufe in den Richard. Diwald Richtipielen, Raniftr. 163, im Nahmen einer Mat nee. 1. a. wird auch der Sumatra- Jim Das Land der 1000 Freuden gezeigt. " Die Deulich- Schwedische St diengemeinschaft ladet auf Montag, dex 19. Dtober 1925, abends 6 Uhr, im großen Saal des Sentralinstituts für Erziehung und Unterricht zu einer Besprechung mit folgender Tages. ein eilung ein: Stud. Rat Dr. Hans Gerloff, früher Lektor an der Schwedische Bildnisse". Univerfität Lund: Lich bildervortrag: Einrichtung von schwedischen Kursen. Aussprache über den weiteren Ausbau der Studiengemeinschaft. Mar- salbe- Ausftellung. Zum 60. Geburtstag Mar Salbes hat bas Münchener Theatermuseum eine be'ondere Halbe- Ausstellung veranstaltet, die alle Dramenentwürfe und Manuftripte, deutsche und fremdsprachliche Ausgaben seiner Werke, den Briefwechsel Halbes mit Theater direktoren und Schriftstellern, Porträts und Karikaturen bes Dichters umfaßt. Die 8. Tagung der deutschen Trope medizinischen Gefell haft began Mittwoch im Hamburger Tropeninftitut. Die diesjährige Zusammenkunft ber 1907 auf dem 15. Internationalen Rongreß für Hygiene und Demographie in Hamburg gegründeten Gesellschaft, deren Mitglieder zabl zurzeit über 200 beträgt, erhält eine erböbte Bedeutung durch das 23jährige Jubi läum des Hamburger Tropeninstituts. Eugenetisches Gefeßgeburgserver! ment. Eine Meldung aus Des Moines im nordamerifanichen Staate ema besagt, daß als Folge des neuen Raffenverbesserungs- Bejeges 100 000 Bürgern dieses Staates die Fähigkeit und das Recht zur Ehe abgesprochen worden sind. 55 neue Theater in Amerita. Im Laufe des letten Jahres wurden in den Bereinigten Staaten 55 Verträge fitr Theaterneubauten abgeschloffen. Die Bautosten sind auf annähernd 26 Millionen Dollar veranschlagt worden. Die erste Regierung, die zustimmt. Die französische. Paris, 16. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) In dem Ministerrat am Freitag morgen unter dem Vorsiz des Präsidenten der Republit hat Painlevé die aus Locarno eingetroffenen Dokumente verlesen. Der Ministerrat hat einstimmig den Sicherheitspaft gutgeheißen und den Ministerpräsidenten gebeten, Briand die Glüc wünsche der Regierung telegraphisch zu übermitteln. Nach Schluß der Sigung erklärte Painlevé, die Berlesung des Tertes des Sicher heitspaltes, der das Statut über das Gebiet, das in der Geschichte am häufigsten von Blut überschwemmt worden sei, der internatio nafen Moral anvertraue, habe einen starten Eindruck auf die Minister gemacht. Das Kapitel Mussolini. Locarno, 16. Oftober.( Drahtber. unseres Sonderforrespond.) Wenn einst die Geschichte der Konferenz von Locarno gerieben wird, darf das Kapitel Mussolini nicht fehlen. Der Ehrgeiz hat diefen geborenen Komödianten nach Locarno getrieben, blamiert und geachtet ging er von dannen. m Freitag vormittag hatte er den„ Mut" aufgebracht, unter Bewachung eines Dugend Geheim polizisten und von mehr als zwanzig Schwarzhemden seiner Beib garde aus Rom begleitet, den am Vortage versäumten diplomatischen Gepflogenheiten nachzukommen. Was wollte er machen? Luther und Stresemann hatten von seiner Anfunft offiziell. feine Kenntnis genommen und es abgelehnt, in der Residenz des Faschisten. häuptlings einen Höflichkeitsbesuch zu machen. Also mußte er sich selbst in das Hotel Esplanade begeben, wo er eine halbe Stunde ver. blieb, um fich dann zu einem Gegenbesuch bei Chamberlain und Briand anzumelden. Das mußte man sehen. Seine Getreuen machten ihn der lauernden Menge unsichtbar, sobald er dem Auto ent. stieg und geleiteten ihn bis vor die Türe der Minister, die sie förmlich belagerten... Um Gotteswillen, dem Komödianten tönnte etwas geschehen! Gegen die Republikfeinde. Das Reichsbanner Schwarz Rot Gold versammelte| monarchistischen Generale bei den Denkmalsenthüllungen dem Bolfe sich gestern abend auf dem Gendarmenmarkt zum Protest, antun, ist es, daß sie die Toten, die draußen in frember Erde ruhen, um in muchtiger Rundgebung gegen die lange Sette an Republikanern für ihre politischen Zwede auszunuzen versuchen. Dieser Gemein begangener und ungefühnter Justizmorde sowie gegen die Parade heit müssen wir ein Gelöbnis entgegenjegen, nicht zu taften und vor dem Hohenzollern- Delegierten von Armin zu demonstrieren. Was u ruhen, bis die Republik gefestigt ist. Mit den mit starkem Beifall fagt das? War diese Kundgebung eine jener parolenüberfütterten Republik und fojlale Republir" schloß er seinen leidenschaftlichen aufgenommenen Worten„ Es lebe die deutsche Republik, die freie Theaterveranstaltungen, wie sie die Rechtsparteten zu jeder paffen Bortrag. den und unpassenden Gelegenheit veranstalten? Bidelgamaschentreffur vor einer Hoheit, ein Krateel nach Wilhelma- Muster ohne seelischen Sinn und 3wed? Nein, diese Kundgebung des republita. nischen Berlin war eine Abwehraftion, étne flammende Mah. nung an jene Dunfelmänner, die nun seit Jahren schon faft tagtäglich mit einem System unerhörtester Brovokationen den republikanischen Maffen ins Gesicht schlagen. Paraben über Paraden, Mißbrauch staatlicher Inftitutionen, des republikanischen Retchsheeres; unver hüllte hochverräterische Propagierung des Regiments der Gewalt. Der Freispruch des Frontbannmörders Rehnig, das Grevesmühlener Blut- und Fehlurteil: Zwei Etappen auf dem langen Berwilderungs. weg, den unsere politische Justiz gegangen ist. Diesem System der Ummoral und der Provokation galt die machtvolle Demonstration am gestrigen Abend. Der Aufmarsch. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold hatte in den gestrigen Abendstunden auf dem Gendarmenmarkt zu einer Protestfundgebung aufgerufen. Anlaß dazu gab das Schandurteil von Grevesmühlen, wo verfassungstreue Reichsbannerleute zu harten Gefängnis strafen verurteilt wurden, und der Monarchistenrummel, der sich am Genosse Vandervelde hatte am Donnerstag dem höflich" legten Sonntag bei der Einweihung des Auguftaner- Rachedenfmals erbetenen Besuch in der Residenz Mussolinis nicht entsprochen und blieb infolgedessen am Freitag von einem Gegenbefuch verfchont. Gegen 7 Uhr lag der weite Platz noch verlassen da. Nur das starte im Beisein des Staatsoberhauptes der deutschen Republik abspielte. Größer war noch die Pleite für Mussolini bei einem Empfang der Schußpolizeiaufgebot, in den Nebenstraßen verteilt, ließ ertennen, Journalisten. Es ist schwer, bie erhabene und eingebildete Art zu daß sich hier etwas Außergewöhnliches abspielen follte. Allmählich fchildern, mit der Mussolini die Treppe zum Empfangsraum für die fanden sich die ersten Teilnehmer ein. Gruppen bildeten sich, die oft Bresse hinabstieg. Hier zeigte sich der Komödiant, mieder estortiert in erregten Worten die Arbeit der heutigen Justiz besprachen. 21s is von seiner Leibgarde. Er wollte groß erscheinen und erweckte doch erster geschlossener Zug rückte dann die Jungmann. nur den Eindruck eines bemitleidenswerten Spießbürgers, der sich in schaft Süd- Ost an, dann folgte in glänzender Stärte mit feiner eigenen Haut nicht wohlfühlt. Dann folgte der Höhepunkt! Die wehenden Fahnen die Kameradschaft mitte. Beltere Abteilungen fozialistischen Sonderforrespondenten sowie die Bertreter der befezten den Platz. Die große Freitreppe des Schauspielhauses mar großen Agenturen Reuter und Havas, der größte Teil der schnell von Männern und Frauen bis auf den letzten Blazz besetzt, amerikanischen und französischen Preffe, überhaupt so daß der Zugang bald abgesperrt merden mußte 50 Broz. aller anwesenden Journalisten blieben dem Breffeempfang Hornmufit tlang in den Abend, und noch immer wollten die Züge Schlag und aus Proteft gegen die Unterdrückung der Pressefreiheit in Italien fein Ende nehmen. Im Biered nahmen die einzelnen Kamerab fern. Die restlichen 50 Broz. tamen zum größten Teil aus Neufchaften Aufstellung. As die vereinigten Tambourkorps des Reichsgierde. Das Ende vom Liebe war, daß Herr Mussolini nichts zu banners, die hart an der Freitreppe ihren Stand hatten, die ein. fagen hatte, so daß die großen Agenturen übereinstimmend die drucksvolle Rundgebung mit einem Trommelwirbel eröffnen, wartete hämische Meldung verbreiteten: Der italienische Ministerpräsident eine nach Tausenden zählende Menge der Reden. hat beim Empfang der Presse nichts anderes gesagt als es der italienische Delegierte Scialoja schon vor vier Tagen getan hat." Basta! Die Mißvergnügten. Berichterstattung bei Scherl. Die Scherl- Preffe, die jetzt Hugenberg- Bresse heißt, fann ter Beltgeschichte vorauseilen oder ihr nachhinten, wobei stets der Wunsch der Vater des Gedankens ist. In den verhängnis pollen Augusttagen von 1914 meldete das berüchtigte Ertra blait des„ Lokal- Anzeigers" die Mobilmachung einen Tag früher als sie befohlen war. Diesmal ist es anders. zu gleicher Zeit, da in Locarno unter dem Gloden geläut aller Stirchen die feierliche Unterzeichnung der Verträge ftattfand, veröffentlichte das Berliner Scharfmacherblatt, die Nachtausgabe des Hugenbergschen Tag", in Fettorud fol gende geistreiche Rundgebung: Die Reden. Es sprach der Landtagsabgeordnete Riebel, beffen Rede eine flammende Anflage gegen das Unrecht unverantwortlicher Generale war. Die Enthüllung von Denkmälern durch monarchistische Generale müsse aufhören. Es fet geradezu ein Berbrechen, wenn, während balte, mit der er der deutschen Regierung Schwierigteiten bereite. unfere Regierung in Locarno weile, ein deutscher General eine Rede Girt v. Armin, der den längst vergessenen König und Raiser vertreten und noch vor dem Präsidenten der Republit ben trans niedergelegt habe, hat in provokatorischer Weise die Fadel der 3wvietracht in das deutsche Boit geschleudert. Er folle fich faine Benfion auch von seinem Staiser zahlen laffen und nicht von der Republit. Tener Mann in Holland made fich in einer Welse bemerkbar, bie Zeichen der Ueberalterung trage. Das größte Unrecht, das die Die Agitation der Beftmächte geht deutlich darauf hinaus, die Der Zuchthaus direktor als Mörderprotektor. Untersuchung durch das Justizministerium. Mir meldeten vor einiger Zeit, daß Strafanstaltsdirektor deutsche Delegation durch eine besonders optimistische Dar legung der Lage zu einem Abschluß der Berhandlungen am Sonnabend zu zwingen, ohne daß die politischen Forderungen er. füllt find. Sollten die Westmächte bei diefer Tattit verharren, so wird nach Auffassung fehr maßgebender Berliner poliitolat in Lichtenberg den Scheidemann- Attentäter uft ert zu tischen Kreise die Konferenz von Locarno eben ohne Unterschrift auch unter dem Westpakt enden müssen. Die Konferenz würde damit gefcheltert sein und man würde sich in sehr maßgebenden Kreisen nicht scheuen, dafür die Verantwortung zu übernehmen, zu mal den Führern der Delegationen der Westmächte die politischen Forderungen Deutschlands in vollem Umfange feit längerer Zeit bekannt sind und bisher auch allgemein unverbindliche Zusagen schon gemacht worden sind. Diefe angeblich maßgebenden Berliner politischen Kreise, die hinterher irgendeine Verantwortung" zu übernehmen fich nicht fcheuen" wollen, werden nicht schlecht erstaunt gewefen fein, als fie fast gleichzeitig mit der Lektüre dieser stolzen Anfündigung die Nachricht erhielten, daß in Locarno schon alles fig und fertig sei! Die Berichterstatter von Scherl- Hugenberg aber haben es fehr eilig, in den Krieg hineinzukommen, der Frieden dagegen kommt ihnen immer zu früh! Das Tafelgeschirr des Kronprinzen. Eine bezeichnende Antwort. " Der Vorwärts" hat seinerzeit über die Schicksale des ffon. prinzlichen Tafelgeschirrs berichtet. Anläßlich der Hochzeit des ehemaligen Stronprinzen hatten 40 preußife Städte ein Tafelgeschirr von hohem fünstlerischen Werte anfertigen laffen. Die Herstellung hatte fich verzögert, und während des Krieges tam es nicht zur Auslieferung. Nach seiner Rückkehr aus Holland hat der notleibende Kronpring die Aushändigung verlangt Daraufhin hat sich das Schenfungskomitee der in Frage fom. menden preußischen Städte, in dem Oberbürgermeister und Stadt. verordnetenvorsteher vertreten sind, neu tonstituiert und neulich be. fchloffen, eine Kommission aus drei Oberbürgermeistern nach Dels zu entfenden. Diese Kommission, an deren Spitze der Stettiner Oberbürgermeister Dr. A der mann steht, sollte mit dem Kronprinzen eine die Intereffen der Deffentlichkeit befriedigende Regelung vereinbaren. Jetzt hört man, daß der Bertreter des Er fronprinzen der Kommiffion mitgeteilt hat, daß der Schloßherr von Dets nicht in der Lage sei, die Kommission zu empfangen! Der Kronprinz habe außerdem vom deutschen Bolte soviel Undant geerntet, daß er in diesem Falle auf seinem Rechte bestehen müffe! Nun ist das Recht in diesem Falle ausnahmsweise mal gar nicht cuf feiten des jungen Mannes von Dels. Aber der Herr charatteri fiert sich doch selber glänzend dadurch, daß er es überhaupt ablehnt, die Oberbürgermeister zu empfangen. Hoffentlich bekommt er von dem Schenkungskomitee der preußischen Großstädte die einzig richtige Antwort, daß man sich jetzt endlich dazu entschließt, dem Verlangen der Deffentlichkeit Rechnung zu tragen, die unter feinen Umständen dulden wird, daß diese Schenkung unter den heutigen veränderten Umständen aufrecht erhalten wird. Eie war damals, vor Jahren, als ein Gefchent an den Kronprinzen des Reiches ge dacht; der heutige Privatmann hat gar tein Recht darauf, Millionengeschenke feines undankbaren Boltes zu empfangen. feinem besonderen Liebling erforen und dem Gefängnisgeiftlichen Hahn- Zumpt gegenüber geäußert habe, das Hauptverbreen Susterts fei in feinen Augen, daß er Scheibemann nicht wirklich umgebracht habe. In einer Kleinen Anfrage fragte darauf umgebracht habe. In einer Kleinen Anfrage fragte darauf die sozialdemokratische Landtagsfraktion, was das Justiz ministerium in dieser Angelegenheit unternommen habe. Die Antwort liegt jetzt vor. Es heißt darin:„ Der Juftizminister hat, als er in der Sigung des Hauptausfuffes vom 14. Juli d. J. von der angeblichen Aeußerung des Strafanstaltsbirefiors Mifolai erfuhr, unverzüglich den Bräsidenten des Strafvollzugsamts in Raumburg a. S. beauftragt, die erforderlichen Fe ft stellungen 3u treffen. Diefer hat den Direktor Nikolai gehört; nikolai hat jedoch in Abrede gestellt, die behauptete Aeußerung getan zu haben. Demgegenüber ist Hahn- 3umpt bei feiner Behauptung verblieben; hat aber bisher keine näheren Angaben über die Umstände, unter denen die Aeußerung des Direktors Nikolai erfolgt sein soll, gemacht. Der Sachverhalt fann hiernach noch nicht als ausreichend geflärt an gefehen werden. Es bedarf noch einer eingehenden Vernehmung sowohl des Pfarrers Hahn- Zumpt als auch des Direktors Nikolai. Hahn- Zumpt, der wegen Krankheit feit langer Zeit teinen Dienst tut, hat bisher nur furze schriftliche Erflärungen abgegeben. Auch der Direktor Nikolai versieht feit Ende Juli d. I. wegen schmerer Lungenkrankheit feinen Dienst; er befindet sich zur Heilung seines Leidens in einem Sanatorium." er Ein Dolchstoßprozeß. Beeinflussungsversuch als Auftakt. München, 16. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Münchener Dolchstoßprozeß, der am tommenden Montag beginnt und beffen Dauer zunächst auf drei bis vier Wochen angesetzt ist, hat am Freitag bereits ein liebliches Vorspiel gezeltigt. Der eine Prozeß beteiligte, Profeffor Coßmann, Herausgeber ber Süddeutschen Monatshefte" und Spiritus rektor ber münchener Neuesten Nachrichten", hatte für Freitag eine Reihe bürgerlicher Journalisten zu sich in das Gebäude der Münchener Neuesten Nachrichten" ge laden, um ihnen durch seine Beauftragten, den bekannten Wittels bacher Königsbündler, Freiherrn von Arentin, einen Einleitungsvortrag über den Prozeßstoff halten zu lassen. Unter den Eingeladenen befanden sich neben den Bertretern der Münchener bürgerlichen Bresse auch zahlreiche Vertreter rechts stehender norddeutscher Blätter, wahrscheinlich alle jene, von denen Coßmann annehmen zu dürfen glaubt, daß sie über feinen Brozeß in einem ihm nicht abwegigen Sinne berichten werden. Die große Zahl der erschienenen Journalisten scheint sich feine Gedanken barüber gemacht zu haben, daß sich ein solches Anfinnen mit der Objektivität eines verantwortungsbewußten Trägers der öffentlichen Meinung überhaupt nicht vereinbaren läßt und daß hinter diesem plumpen Versuch der Beeinflussung nichts anderes gefucht werden kann, als die Angst des schlechten Gewissens | bei den„ Dolchstößern". Dann sprach Ben. Kuttner, deffen Rede eine harte Unktage gegen die Juffiz war. Zu der Rotscheu sei eine neue grassierende Krankheit in der Richterwelt ausgebrochen: die Schwarzrotgeldschen Der größte Teil unserer Richter ist erfüllt von Haß gegen die Republik und er fann sich nicht zu der Objektivität zwingen, die fein Reichsbannerprozessen. Die Angreifer erscheinen als Zeugen und Amit verlangt und dieser Haß finde auch seinen Ausdruck in den die Angegriffenen als Angeflagte. Entlaftungszeugen werden mit verhaftet, weil sie ja mit dabei gewesen sein müßten, wenn sie Angaben machen fönnen. Er erinnerte an den Striegauer Reichs bannerprozeß, wo ein Stahlhelmer einen Gummifnüppel getragen hatte und der Richter dem Zeugen antwortete: es fönne ja auch eine Flöte gewesen sein. Diesem Richtertum müßten endlich einmal die Flötentöne beigebracht werden. Weil in Grevesmühlen ein paar Reichsbannerleute an die Scheiben eines Cafés geflopft haben, mo Stahlhelmer faßen, fühlten diese sich mit dem Leben bedroht, schossen mit Revolvern, schlugen mit Knüppeln und gebrauchten Dolche. bannerleute unter die Anflage des Landfriedensbruchs gestell: Dies galt als Art der Notwehr, während die verwundeten Reichs wurden. Ein Reichsbannermann, der einen Dolchstoß in den Rüden mit der Begründung:„ Wer mit dem Dolche gestochen wurde, muß erhalten und Strafanzeige erstattete, murde unter Anflage gestellt teilgenommen haben!" Die Befundung der Schuhleute unter Gid. als unglaubwürdig bezeichnet., Diefe Justiz richtet nicht nach Schuld daß fie von den Stahlhelmleuten mit Snüppeln geschlagen worden das erftemal vor einem deutschen Gerichtshof oder Unschuld, fie fucht nicht Recht oder Unrecht, sondern fie läßt fich auf die Formel zufammenziehen: Bist du schwarzrofgolo, dann bist du ein Schult. Bist du aber schwarzweißrot, dann wirst du freigesprochen. Die Urteile einer solchen verächtlichen Justiz Wir können hier den Alten Friz sprechen lassen, der über eine ungeeriftieren nicht für uns und fönnen uns nicht die Ehre absprechen. rechte Justiz gesagt hat: feien, wurden licher und schlimmer wie eine Diebestande, vor die fann man fich Ein Juffisfollegium, das Ungerechtigkeiten ausübt, ft gefährschüken, aber vor Schelme, die den Mantel der Juffiz sebrauchen, um ihre üble Paffiones auszuführen, vor die fann fich fein Mensch schützen, die find ärger wie die gröhlen Spikbuben, die in der Welt find, und verdienen eine doppelte Bestrafung." Noch manches Opfer wird dieser Justiz zum Opfer fallen, aber wir werden den Kampf für die Remublit durchführen trotz alledem. Wir verzagen nicht und wenn die Welt voll Richter wär', es wird uns doch gelingen. Nach der mit ftarfem Beifall aufgenommenen Rede sprach der Borfihende des Reichsbanners, Rod, der darauf hinwies, daß der Schuk der Republit nötiger sei als je und mit ihm das Reichsbanner. Das deutsche Bolt im staatsbürgerlichen Sinne zu erziehen, fei feine Hauptaufgabe. Jim deutschen Vaterlande müsse es dazu bei. aragen, daß Recht wieder Recht werde. * gefunden und tangfam schoben sich die Formationen zur Straße hin. Die offizielle Rundgebung des Reichsbanners hatte ihr Ende Hell aufleuchteten die Fackeln gegen den nächtlichen Himmel, Trom. mein raffelten und gaben auf dem von Häusern umftandenen Blak ein beinahe brohendes Echo zurdd. Mit Spiel und Bang beim Scheine der Fadeln traten die Teilnehmer den Rüdmarsch an. Rein Paktieren mit der Reaktion! Der Parteitagsbeschluß von Nizza. Mzza, 16 Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Der Barteltag der Raditalen und der Raditalsozialisten hat trotz aller Bemühungen der nach rechts Geneigten mit überwältigender Mehrheit eine Resolution beschlossen, die der Herriotschen Formel entspricht, nämlich Ablehnung leglichen Kompromiffes mit den Parielen auch der gemäßigten Reaffion und Rückkehr zur Politik des 11. Mai. Diese Entschließung wird allgemein als das betrachtet, was fie ist: die endgültige Rampfanjage an das Ministerium Painlevé. Die Aeußerung Herriots am Donnerstag, daß er feinen Freund Painlevé lieber in den Reihen der aufrechten Republikaner fallen als mit den Parteien der Mitte weiterregieren fehe, scheint dieser Auffassung recht zu geben. Painlevé felbst, ber am Sonnabend nach Nizza fährt, um dort vor dem Forum bes radikalen Barteltages feine Bolitik persönlich zu vertreten, scheint zwar the noch nicht alle haffnung aufgegeben zu haben, die stärkste Partei des Kartells, das die Politik feines Finanzministers Caillaug unmittelbar vor dem Beginn der Parlamentsferien gesprengt hat, wieder zu verföhnen. Diese Hoffnung dürfte darauf gegründet sein, daß sich die Gegnerschaft der Linken in der Tat nicht so sehr gegen Bainlevé felbft richtet, deffen republikanische und demokratische Ge finnung über allen Zweifeln erhaben ist, als vielmehr gegen Caillaug, der nicht nur durch seine ausschließlich von den Wünschen der Reattion inspirierte Finanzreform, sondern vor allem auch durch die wenig vornehme Art feines gegen die Linke gerichteten Stampfes selbst seine überzeugtesten Anhänger vor den Stopf gestoßen hat. Da weiterhin die Sozialisten schon im Sommer jedes weitere Zusammenarbeiten mit dem Minifte rium Painlevé unwiderruflich abgelehnt haben, so daß, selbst wenn die Rabitalfozialisten sich erneut vor dessen Bagen spannen ließen, die gegenwärtige Regierung unter feinen Umständen eine reine Lintsmehrheit hat, hält man den Versuch Painlevés, die der ministeriellen Existenz seines Kabinetts drohende Gefahr durch per fönliche Intervention zu beschwören. für wenig aussichtsreich. Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß es wahrscheinlich schon in den ersten Tagen der am 27. Oftober beginnenden neuen parlamentarischen Saison zum Ausbruch der Krise tommen wird. Strafantrag gegen Senatspräsident Japf. Die Republikanische Beschwerdestelle bat gegen die aus dem Prozeß Lemte bekannten Gerren 8apf. ehemals Staatssekretär beim Reiche finansministerium, Beinte, ehemals Bräsident des Landesfinanzamts Groß- Verlin, Oberregierung rat Mäusel und Abteilungspräsident cling mann Strafantrag wegen Aftenunterdrückung, Beiiciteid affung von Aften, Rechtsbeugung, Begünstigung im Amte Strafanzeige erstattet. 300 Bergarbeiter eingefchloffen. in vers Fohnsdorf( Steiermark), 16. Oftober.( WTB.) Infolge verfagens eines Aufzuges in der Sohlengrube der Alpine Mon. tanggesellschaft zerschmetterte eine Förderschale, so daß es nicht möglich ist, die im Bergwerf in einer Tiefe von breihundert bis neunhundert Metern schiedenen Stollen befindlichen dreihundert Arbeiter zu Tage zu fördern. Für die eingeschlossenen Bergarbeiter besteht jedoch angeblich teine mittelbare Gefahr. Es wird aber mehr als ein Tag dauern, bis es möglich sein wird, den Schaden zu beheben, um die Cingefchlossenen aus dem Bergwert herauf. holen zu tönnen. Es ist Borforge getroffen, um die Eingeschlossenen mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Eisenbahner in der Notwehr. Genaue Einhaltung der Dienstvorschriften. m Dienstag tagte in den Residenzfestfälen eine Funktionär tonferenz des Bezirks Berlin des Einheitsverbandes der Eisenbahner, die aus dem ganzen Bezirk zahlreich beschickt war. Der Bezirksleiter Dreffel schilderte die jetzigen Berhältnisse im Eisenbahnbetrieb. Der fortschreitende Personalabbau zeitige ganz unhaltbare Bustände. Die Unfälle, bei denen nicht nur Bersonal, sondern, wie aus der Veröffentlichung in der Tagespresse hervorgeht, auch Reisende getötet und verstümmelt werden, häufen sich in erschreckender Weise. Der Krantenstand sei ein abnorm hoher. Das Personal, das bei der ungenügenden Entlohnung sich nur mangelhaft ernähren fann, breche zusammen und die Leistungen müßten selbstverständlich in nächster Zeit erheblich zurüdgehen. Für diese Zustände mache die Ber waltung aber das Bersonal verantwortlich, wie aus der Verfügung der RBD. Often ersichtlich sei. Dieselbe Verwaltung, die durch ihr Antreiber und Ausbeutersystem zur Ueberschreitung der Dienstvorschriften zwinge, bedrohe rücksichtslos selbst mit Dienst entlassung diejenigen, die die Vorschriften übertreten. Bflicht jedes einzelnen sei, fich felbft zu schügen und sich seiner Familie zu erhalten, deshalb müßten fämtliche Dienst- und Unfallverhütungsvorschriften streng von jedem beachtet werden. Alle Diskussionsredner stellten sich auf den Boden des Referenten und versprachen, in diesem Sinne aufklärend zu wirken. Die Stärkung der Organisation wurde als oberste Pflicht anerkannt, damit der reaktionärste Arbeitgeber in Deutschland, die Reichsbahn. Gesellschaft, gezwungen wird, menschenwürdige Verhältnisse und ausreichende Entlohnung zu schaffen. * Zur Illuftration führen wir einige Unfälle dieses Monats an: In der Nacht vom 1. zum 2. Oftober fuhr in Raffel infolge angeblich falscher Weichenstellung eine Maschine auf den von Han nover- Münden fommenden Bersonenzug auf. Der Lokomotivführer des Personenzuges, der die Gefahr erkannte, fezte sofort die Schnellbremse in Tätigkeit, so daß der Zusammenstoß start abgeschwächt wurde. Trotzdem wurden der Lokomotivführer, 2 Bugbeamte und 10 Reisende verlegt. An demselben Lage wurde in Blingen t. Württbg. der 45 Jahre alte verheiratete Eisenbahnarbeiter rohmer von einem Bersonenzug erfaßt und getötet. Der Berunglückte, der fchon seit vielen Jahren als Streckenarbeiter tätig ist, war bei dem Unfall mit Ablascharbeiten an einem Nebengleise beschäftigt. Am 2. Oftober fuhr in Görlig ein Zug in eine mit Aus. befferungsarbeiten beschäftigte Gruppe von Stredenarbeitern, die fich infolge der Kreuzung zweier Züge, und weil sie kurz vor dem Tunnel beschäftigt waren, nicht schnell genug in Sicherheit bringen fonnten. 5 Arbeiter wurden überfahren. Davon wurde einer leicht, die anderen 4 schwer verletzt, so daß sie mit einem Auto ins Krantenhaus geschafft werden mußten. Der Konflikt in den Gemeindebetrieben. Die Berantwortlichen verteidigen sich schlecht. Die BS.- Korrespondenz verbreitet folgende Zuschrift, die ihr von städtischer Seite zugeht: Das zweitemal aljo in noch nicht drei Monaten wollen die Bertreter der Arbeitnehmerschaft einen ablehnenden Schiedsspruch mit sofortiger Arbeitsniederlegung beantworten. Bei einer solchen Stellungnahme der Arbeitnehmerschaft wird selbstverständlich das Schiedsverfahren illusorisch, denn wenn das Schiedsgericht nur dazu da sein soll, Lohnerhöhungen zu bewilligen und nach den Anträgen der Arbeitnehmer zu entscheiden, hat es jeden Wert als Schlichtungs ftelle verloren. Was sagt der Schiedsspruch, der gestern gefällt und sogleich von ben Arbeitnehmern abgelehnt worden ist? Er führt aus, was jeder nur billigen fann, daß bei der jeßigen wirtschaftlichen Lage der faum erreichte leidliche Stillstand in der Aufwärtsbewegung der Preise nicht durch Bohnerhöhungen gefährdet werden darf, und daß man wenigstens einige Wochen abwarten soll, um zu übersehen, ob tat sächlich die Aufwärtsbewegung der Preise zum Stillstand gelangt ist oder nicht. Schon Anfang November, also nach etwa zwei bis drei Wochen, sind nach diesem Schiedsspruch neue Verhandlungen zwischen den Werkleitungen und den Vertretern der Arbeitnehmerschaft möglich. Die Löhne der Arbeiter der Gas- und Basserwerte Berlins, und zwar sowohl der im städtischen Befiz befindlichen Werte wie der der Deutschen Gasgesellschaft( früher Englische Gasgesellschaft) stehen auf gleicher Höhe mit denen der Kämmerei, Reichs- und Staatsarbeiter. Bei der Beurteilung der Höhe der Löhne in den städtischen Betrieben darf aber auch nicht übersehen werden, daß neben den sonstigen Borteilen eines günftigen Tarifvertrages allen Arbeitern, Am 3. Oftober versah in Leipzig Blagmit der 52 Jahre alte Schrankenwärter Otto Krämer seinen Dienst. Dabei wurde er von einem rangierenden Güterzug überfahren und so schwer verlegt, daß er bald darauf verstarb. Am 3. Oktober fuhr infolge dichten Nebels der D- 3ug Köln. Ostende in der Nähe der Station Rote Erde bei Aachen auf einen dort haltenden Güterzug auf. Beide Hauptgleise des Bahnhofs Rote Erde mußten gesperrt und der Berkehr durch Umleitung aufrecht erhalten werden. Am 4. Ottober ftürzte infolge angeblich falscher Weichenstellung in Chemnig ein Personenzug um. Dabei wurden 3 Reisende getötet und 12 verlegt. Also ein furchtbares Anflagematerial. Sechs Tote und 40 Berstümmelte zeigen, wohin der Kurs der Reichsbahnhauptverwaltung und der Storruptionsgeldempfänger gesteuert wird. Dennoch versucht die Berwaltung, die Deffentlichkeit im Geschäftsbericht( 1. April 1923 bis 30. September 1924) von einer zunehmenden Verkehrssicherheit zu reden. Nur" 96 Tote und 362 Verletzte bucht dieser Bericht. Eine Bagatelle! Wenn schon von Betriebsunfällen geredet werden soll, dann müssen im Interesse der Deffentlichkeit fämtliche tagtäglich ich ereignenden Unfälle im Gesamtbetriebe, d. h. alle Unfälle in den Eisenbahn- Ausbesserungswerfen, Betriebs- und Wagenwerfstätten, in der Bahnunterhaltung usw. einbezogen werden. Wir empfehlen der Reichsbahnverwaltung, die Unfallziffern und die hiermit in Berbindung stehenden Krankheitsfälle bei den Betriebskrankenhassen einzuholen. Rechnet man die allein im Bierteljahr 1924 nur beim Rangieren beschädigten Wagen, Materialschaden, so ist dies der beste Gradmesser, d. h. 9718 Stud, hinzu und den hieraus entstandenen ungeheuren wie die Verwaltung wirtschaftet. Zu dieser Mißwirtschaft haben die Funktionäre des Berliner Bezirks Stellung genommen, weil sie am Ende ihrer Kraft sind. Sie wollen nicht mehr Leben und Gesundheit der eigenen den und rücksichtslosen Geschäftemachern, gegenüber sich langweilen Berson und ihrer Familie aufs Spiel fezen gegenüber faltrechnen den Räten und Amtsvorständen, die das Personal mit Löhnen und Gehältern abspeisen, das in feinem Verhältnis steht mit den Lebens. haltungsfoften. Der Beschluß der Funktionäre der Eisenbahner ist ein erzwungener in doppelter Hinsicht. Die Verwaltung zwingt sie nach der von ihr angeordneten Dienſtvorschrift( siehe Verfügung der Reichsbahn- Direktion Berlin) ftritte zu arbeiten, weil sie sonst rücksichtslos entlassen resp. mit hohen Geldstrafen bestraft werden. Die Eisenbahner selbst aber müssen sich, ihr Leben und ihre Gesundheit schüßen, und zwar nicht zuletzt im Interesse des reisenden Publikums selbst. die über zehn Jahre beschäftigt sind, für den Fall der Arbeitsunfähig feit oder des Todes Ruhegeld oder Hinterbliebenenversorgung zu gesichert ist, und daß die Mehrzahl der Arbeiter eine dauernde Beschäftigung hat. Wenn die Arbeitnehmerschaft bei der Behandlung der Löhne darauf hinweist, daß der Friedensreallohn nun insofern nicht erreicht set, als der jegige Wochenlohn nominal nur unwesentlich über dem der Friedenszeit liegt, so darf nicht übersehen werden, daß die Stundenlöhne 30 bis 40 Broz. über den Borkriegslöhnen liegen. die Stundenlöhne 30 bis 40 Broz. über den Borkriegslöhnen liegen. Wenn trotzdem R der frühere Wochenrealfohn nicht erreicht** wird, so liegt das daran, daß die Arbeitszeit früher 54 Stunden, heute 48 Stunden beträgt. Es darf auch nicht übersehen werden, daß, wenn die städtischen Werke jezt die Löhne steigern würden, eine solche Erhöhung nicht nur eine Aufbefferung der Löhne in der gesamten Stadtverwaltung bedeuten würde, sondern daß weiter darüber hinaus für Staat und Reich die Rüdwirtung nicht ausbleiben könnte. Eine allgemeine Erhöhung der Löhne bei Stadt, Staat und Reich müßte aber im gegenwärtigen Augenblic sich auch in Handel, Gewerbe und Inbuſtrie auswirken und somit eine allgemeine Verteuerung der Lebenshaltung herbeiführen." . Dazu ist zunächst zu bemerken, daß die städtische Seite offenbar der Auffassung ist, daß die Schlichtungsinstanzen die Aufgabe haben, auch die bescheidensten und berechtigten Lohnforderungen der Ar beiterschlaft abzulehnen. Es ist den Vertretern des Gemeinde und Staatsarbeiterverbandes natürlich nicht eingefallen, zu ver langen, daß der Schlichtungsausschuß bzw. die tarifliche Schiedsstelle die Pflicht hätten, sich ohne weiteres die Forderungen der Arbeiterschaft zu eigen zu machen. Immerhin waren die Forderungen diesmal so bescheiden und berechtigt, daß die Arbeiterschaft die Billiger Freitag und bei Sonnabend Silkina- Hut fesche kleine Form Silkina- Nut gezogen, floueNadelgarnitur Kasak aus kunstseidenem Trikot, mit Stickerei, viele Farben Kleiderrock aus reinwollenem Kammgarn- Cheviot, Plisseelorm, marine Straßenkleid aus gutem Erwartung hatte, die Schlichtungsinstanzen würden diesen For derungen Rechnung tragen. Run erzählt die städtische Seite",„ daß die Aufwärtsbewegung der Preise augenblicklich zu einem Stillstand" gekommen sei und man, ehe man dieser eingetretenen Teuerung Rechnung trage, erft abwarten müsse, ob die Aufwärtsbewegung auch anhalte. Mit einer solchen Methode der Abgeltung der bereits einge tretenen Teuerung könnte die Arbeiterschaft bis auf den St. Nime merleinstag warten. Es ist aber wirklich ein starkes Stüd, jetzt noch mit der alten Lüge zu tommen, wonach eine Lohnerhöhung zur Teuerung führe. Ausgerechnet die städtischen Werke ,, bei denen der Lohnfaftor eine immer geringere Rolle spielt, kommen mit diesem alten Ladenhüter, den selbst die Bereini gung der Arbeitgeberverbände nicht mehr zu gebrauchen wagt Es wird In diesem Zusammenhang ist es notwendig, auf eine Notiz zurückzulommen, die gestern in der bürgerlichen Presse zu finden war. Es wurde da die märchenhafte Behauptung aufgestellt, daß die Gemeindearbeiter mit ihrer Lohnbewegung die bevor. stehenden Gemeindewahlen abgewartet hätten, weil sie da auf ein günstigeres Entgegenkommen rechnen fönnten. fogar hinzugefügt, daß diese Lohnbewegung von angeblich radi. taler Seite, zu dem zwecke, fie für die Wahlagitation auszu nüßen, angezettelt worden sei. Diese offenbar gleichfalls von„ städ= tischer Seite inspirierte Notiz verkennt die einfache Tatsache, daß der ohnvertrag am 30. September abgelaufen ist und daß die Ablehnung der Forderungen der Gemeindearbeiter durch den Magistrat und die städtischen Werke und das Hinziehen durch die Schlichtungsinstanzen es mit sich gebracht haben, daß wir heute furz vor den Wahlen unmittelbar vor einem Streit der Gas- und Wafferarbeiter und vielleicht auch der übrigen Gemeindearbeiter stehen. Die radikale Seite" ist in diesem Falle einzig und allein der Magistrat und die von ihm in. fpirierten städtischen Werte. Es wird dann weiter behauptet, daß die Gas- und Wasserarbeiter dieselben Löhne hätten wie die Kämmerei und Staatsarbeiter, was freilich nicht viel besagen will. Faktisch sind die Löhne der Handwerker bei den Kämmereiarbeitern um 2, bei den Staatsarbeitern bis zu 3 Pf. höher; bei den Arbeitern der Elektrizitätswerke sind die Löhne um 8 bis 10 Pf. die Stunde höher! Wie eine Berhöhnung flingt es, wenn man z. B. den Gasarbei tern das Ruhegehalt und die dauernde Beschäftigung porrechnet. Vor dem Kriege beschäftigte die Stadt Berlin mit den ist die Belegschaft weiter um 1500 Personen verringert worden, seitdem hinzugekommenen Gaswerfen rund 8000 Gasarbeiter. Da von waren bis zum 1. Januar 1924 rund 1000 abgebaut. Seitdem obwohl inzwischen noch das Gaswert von Niederbarnim mit 300 Arbeitern dazu fam und obwohl sich der Gastonsum im Laufe des Jahres allein um 17 Proz. erhöht hat. Nun gibt die städtische Seite" selbst zu, daß die Friedensreallöhne nicht erreicht sind, obwohl der Stundenlohn haupten, daß die Teuerung feit 1914 nur 30 bis 40 Proz. beträgt? um 30-40 Proz. erhöht worden ist. Will man damit etwa beOder daß die Löhne 1914 besonders hohe waren? Wenn man die verminderte Stundenzahl hervorhebt, dann wäre es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der städtischen Seite" gewesen, hinzuzufügen, daß gleichzeitig ist. Man hätte auch hinzufügen müssen, daß der Wochenlohn weiter die Leiftung außerordentlich geffiegen verkürzt wird durch die erhöhten Abzüge. Warum aber diese verlogene und deshalb höchst ungeschicte Verteidigung? Ungesdidt ist sie, weil die Deffentlichkeit, sobald sie über den wahren Stand der Dinge aufgeklärt sein wird, fich gegen die Tendenzlügen der städtischen Seite" wenden wird und weil die städtischen Arbeiter durch solche Lügen nur noch mehr er. bittert werden müssen. Die städtische Seite gefteht es am Schluß ziemlich unverblümt ein, warum man die Lohnerhöhung ablehnt, Unternehmer der Privatindustrie fürchten, diese Lohn beren Berechtigung man nicht zu bestreiten wagt. Weil die erhöhungen könnten auch auf die Privatindustrie eine Rüd wir. tung haben. Um nur ein Darauf ist zu erwidern, daß die städtischen Werfe einmal erst die Löhnef zahlen sollen, die in der Privatindustrie gezahlt werden, ehe sie sich auf diese berufen. Beispiel zu wählen: Im privaten Kohlenhandel beträgt der Lohn der Kohlenarbeiter 98 Pf.; in den Gaswerten 75 Pf. die Stunde. Alfo ein Minus von 23 Pf. Die Gemeindearbeiter verlangen eine Aufbesserung von 10 Pf. Wer fann behaupten, daß diese Forderung unbescheiden ist? Wer tann die Stirn haben, wenn ihm diese Tat fachen bekannt sind, gegen die Gasarbeiter Vorwürfe zu erheben? Wenn es nach dem Willen des Magistrats und der Werke bei der 2blehnung der bescheidenen Forderung bleibt und es zur Katastrophe tommt, dann wird die Deffentlichkeit allein die Reaktion im Magistrat dafür verantwortlich machen. Gewerkschaftsbewegung: iebr. Entorn: Feuilleton: K. H. Döfchez; Lotales und Gonftiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlagsanstalt Taul Singer u. Co., Berlin GSW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". 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Hunderten allerdings so etwas wie günstige Lage vor. denn zunächst zählte er zu den den deutschen Besitz gegen den wendischen Osten in der Lausitz abschließenden Plätzen, die in dem nahen Kloster Dobrilugk ihr geistiges Zentrum hatten. Dann aber nahm in späteren ruhigen Zeiten der chandelsweg von Schlesien nach Magdeburg und chamburg seinen Gang durch Finsterwalde, in dem auch die Tuchmacherei florierte. Einige Angaben mögen den Werdegang kurz erläutern. Im Jahre 1416 belehnt König Menzel von Böhmen Hans von Polenz mit Schloß und Stadt. später(1533) kam es in die Hände der Brüder Otto und Johann von Dieskau. 1540 Einführung der Reformation. 1625 Verkauf an Kurfürst Johann Georg l. von Sachsen. Im Dreißigjährigen Krieg 1637 und 1642 verheert: 1675 durch Brand zerstört. Von 1652 bis 1738 Besitz der Herzöge von Sachfen-Merfeburg, dann dem Kurfürstentum Sachsen wieder zugeteilt— endlich 1815 preußisch. Die Entwicklung in kommunaler Hinsicht zeigen folgende Zahlen: im 16. Jahrhundert 350 Feuerstätten, 1687 deren nur 250, 1806 203 Häuser in und 56 vor der Stadt: 1800 2000 Einwohner, dar- unter 141 Tuchmacher und 100 Spinner, die über 4000 Stück Tuch fertigten. 1850 5400 Einwohner— 40 000 Stück Tuch. 1867 7000, 1917 13 000, jetzt 14 000 Einwohner. Der günstige Aufschwung nach 1867 ist zweifellos durch die 1868 erfolgte Eröffnung der Bahn Halle— Finsterwolde— Kottbus usw. bewirkt, ober— und damit streifen wir wieder die Frage der günstigen Lage— sicher wäre er noch größer, wenn Finsterwalde direkt an einer Berliner Haupt- bahn gelegen wäre Jetzt muß man in Dobrilugk-Kirchhain, Sta- tion der Berlin— Dresdener Bahn, umsteigen. vom alten IlnstenvalÜe. Eine jene? Jahrhunderte überdauernden festen Mauern, wie sie in einigen Kleinstädten sich vorfinden, hat Finsterwald« nie de» festen: die etwa» überragende Dura bot Schutz den Machthabern, und die Bürger mußten sich mit Pallifaden, Gräben und Wällen behelfen. Die 1413 zerstörte Burg wurde 1553—97 von den Dieskaus schloßartig aufgebaut: aus einem einfachen vorderschloß ge- langte man in das stattliche hlnlerschloß durch einen dreigeschossigen Turm. Im Hos dieses Hauptgebäudes befanden sich Arkaden, von denen die aus dem Nordwestflügel noch erhalten sind. Jetzt nicken Blumen auf den Beschauer herunter— die.Ritterfräuleins" Eingang zum Schloß. find verschwunden und die Prosa de, Leben» in der Nachkriegszeit ist eingezogen. Da» Hinterschloß beherbergt das Katasteramt, ein« Domenjchneiderei, einen Schuhmacher und einen Sattler. Das Borderschwß kam 1885 in den Besitz der Stadt: dort befinden sich die Magistratsräume. Ein Flügel ist jetzt recht geschickt zum Feuer- wehrdepot ausgebaut worden. An die Dieskau-Zeit erinnert noch die.Kurtsburg" in der Schloßstraße, ein 1550 errichtetes Gebäude, da»«in schönes Portal mit Sitznischen aufweist. Das Schloß liegl ~ �.......... che? Kr' er naturgemäß auch eine Berliner Straße aufweist. Er führt über den großen Marktplatz, am Ende des vom Bahnhof mit anfänglicher Krümmung sich' durch die Stadt erstreckenden Straßenzuges, der nawrgemäß auch eine an dessen Ende sich das Ralhau» erhebt, ein rechteckiger Bau mit hohem Satteldach und zierlichem Dachreiter mit offener Laterne und geschweifter Haube. Hinter dem Rarhaus ist wieder ein kleiner latz, und hinter einem schmalen Rechteck von Häusern folgt die von allen Seiten dicht von Gebäuden umgebene Kirche, deren gegen- wärtige Gestatt— dreischissige Hallenkirche mit dreiseitigem Chor- abschluß und einem in der Eck« der Westfront angebrachten schmö- leren Turm— auf dem Umbau von 1580 bis 1618 beruht. 1881 erfolgte eine dem damaligen vernunftwidrigen Kunstgeschmack ent- sprechende Erneuerung, welch« die alten Ausstattungsstiicke wenig pietätvoll behandelt«. Wie au» den mitgeteillen Jahreszahlen her- vorgeht, fiel der Umbau in die glanzvoll« Dieskau-Zeit, und so finden sich in der Kirch« bemerkenswerte Dieskaufche Grabmäler. gegenwärtig im Chor, halb von dem Gestühl verdeckt, ausgestellt. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen dazu Denkmäler der Patrizier. samilien: an der Außenwand der Kirch« befinden sich zahlreiche, stark verwitterte Grabplatten. Schön ist die S o n d st e i n- k a n z e l, die von einer Mosesfigur getrogen wird, 1615 von den Dieskaus gestiftet. In den Häusern der Marktumgebung— die charakteristischen Straßennamen: Große. Kleine Ringstraße, Grabenstraße usw. zeigen diesen allen Kern— ist noch manches malerische Detail m entdecken: der Nützlichkeitsstandpunkt, den die Bewohner von jeher walten lasten mutzten, hat allerdings keine besonderen architektonischen Schönheiten hervorgebracht; einig« Versuch«, bei Neubauten im Stadtinnern moderu-protzig zu bauen, werden hoffentlich vereinzell bleiben. Vas neue ,rote� Iknftenvalöe. Mit Zahlen kann man bekanntlich alle» beweisen, aber wenn sie so charakteristisch sind wie hier, so beweisen sie in der Tat etwas: 4000 sozialdemokratische Stimmen gegen 2000 aller übrigen Par- tcien. und in kommunaler Hinsicht 12 sozialdemokrattsche Stadtver- ordnete gegen 2 kommunistische und 10 mehr oder weniger rechts- gerichtete und als Bürgermeister unseren Genossen Dr. Okowski. Ein reges politisches und geistiges Leben ist vorhanden: an den Wahlen nehmen etwa 95 Proz. der Wähler teil. Seit einem Jahre besteht ein dreimal wöchentlich erscheinendes sozialdemokratisches Blatt, das.Bolksblatt für Finsterwalde". Die Arbeiter— 1000 in den drei großen Tuchfabriken, 100 in der Schraubenfabrik, 400 in den zwei großen Fahrradfabriken, dann die in Tischlereibetrieben, im Tobokqewerbe, in der Glashütte im nahen Masten, endlich die zu? Lrdelt im benachbarten Braunkohlengrubengebiet fahren- d«n— sind in der weitaus größten Zahl treue Parteionhänger; der Kommunismus hat Kier keinen günstigen Boden. Die kam- mnnale lällakeil ist vorbildlich zu nennen. In den letzten Jahrc»! fnd je 40—50 Wohnungen bereitgestellt worden, eine Kriegsbesch»' igtensiedlung begonnen, die Kanalisatton— bekanntlich eine dö! weile ZNarktvlah in den Dienst des Volkes gestellt werden, derart, daß sich wirtliche Volksfeste auf ihm abspielen können. Ein Versuch in diesem Jahre, den Verfassungstag zu einem wirklichen Volkstag. besonder» für die Schuljugend, zu gestalten, ist durchaus geglückt. Mit Nachdruck sei noch hervorgehoben, daß der mit Anlagen ge- schmückte Platz an dem Wasserturm, in der Nähe des Bahnhofs, den Namen Friedrich-Eberl-Plah erhalten hat?— Für Sportbetätigung steht ein 12 Morgen großer Sportplatz am Stahnsdorfer Weg zur Verfügung, Musik wird in starkem Maße gepflegt. Die Volksbühne bietet Vorstellungen des Ostdeutschen Landestheaters. < Die Genügsamkeit der bodenständigen Arbeiter hat Finster. walde in früheren Jahren zu dem gemacht, was es heute ist. Hoffen wir, daß die neue Zeit, die das Gefühl für Menschenwürde in allen Kreisen unseres Volkes geweckt hat. oie Wünsche aller Beteiligten erfüllen möge. Ansätze dazu sind in Finsterwalde in reichem Maße vorhanden. 6*1 Das unbegreifliche Ich. Geschichte einer Jugend. Roman von Tom krislensen. (Berechtigte Ucbersegung aus dem Dänischen von F. E. Vogel.) Ich mußte recht fest geschlafen haben, denn als ich wieder erwachte, in allen Gliedern steif, spürte ich einen feuchten Duft von Erde in der Nase. Ein rieselnder Laut ging durch die Hecke, und der Weg war dunkel und glänzte. Es regnete. Mühsam stand ich auf und ging zu einem kleinen, stroh- gedeckten Bauhaus hin. Ohne recht zu überlegen, was ich tat, öffnete ich eine Tür und ging auf das Haus zu. um mich unter die Dachrinne in Schuß zu stellen. Die herabströmen- den Regenschauer tönten bis tief in mein Inneres hinein. Ich mar wehrlos gegen alle Eindrücke. Mir war, als ob ich der Regen wäre, und wenn ich auf die schrägen Regenstreifen starrte, stieg ich zu den dunklen, zerrissenen Wolken, die unter- einander dahinjagten, in die Höhe. Ich war die Wolken. „He, du da, m't deinem nassen Schwarzbrot unterm Nrm!" höhnte eine Stimme. Ein runder Kopf mit einem breiten, fast flachen Schädel und dünnem hellen Haar wurde zum Fenster herausgesteckt. Er wirkte furchtbar wie ein St-erkopf, der sich in nächster Nähe neben meinem Gesicht beland. „Schwarzbrot!" grinste er...._ Ich stand mit meinem Rest Schwarzbrot unter dem Arm. Es war wie ein lebendes Wesen, und deshalb drückte ich es fest an mich..- „Sieh doch nicht so böse aus. Laß das sein. Sonst komme ich bloß hinaus und dann würde unsere Freundschaft bald ein Ende nehmen!" brummte er, und die kleinen blauen Augen lauerten tief drin in dem massiven Schädel. „Kannst du mich nicht in Frieden unter deiner Rinne stehen lassen!" antwortete ich müde. Ich brachte es nicht ein- mal fertig, Dachrinne zu sagen. Er zeiate die Zähne und lachte. „Du bist nicht zu knapp frech: doch du bist nicht frech genug! Weshalb gehst du nicht einfach ins Haus und schmeißt mich raus?" fragte er. Ich öffnete die Tür und ging in ein kleines Zimmer herein. Es standen nur ein eisernes Bett, ein hölzerner Tisch und zwei Stühle darin. An den Wänden dingen ein paar Malereien in scbreienden Farben. Der Boden war mit Farbenflecken bedeckt. „Bist du ein Genie?" höhnte ich. Ich war von seiner Stimme angesteckt worden. Ich war alles, was ich traf, so müde war ich. „Ja, mindestens, und du bist Schwarzbrotfabrikant. Setz dich hin und tu, als ob du zu Hause wärst. Wenn du fünf Stunden lang das Maul halten kannst, magst du meinet» wegen hier bleiben." „Danke!" antwortete ich demütig. Sagst du obendrein danke! Solche Frechheit! Na, mich schert das nichts weiter. Paß auf, daß du dich nicht an deinem Schwarzbrot verhebst." Ich ließ das Brot auf den Tisch schlagen und siel auf einem Stuhl zusammen. „Ich heiße Raavad, damit du es weißt, und nun weißt du wohl auch, wer ich bin?" „Nö!" Raavad krümmte sich vor Lachen und kratzte sich die Ellenbogen. „Da hört doch alles auf! Das ist denn doch zu toll! Dann kennst du wohl auch nicht Michel Angela oder Christian den Zehnten? Du mußt lange fortgewesen sein!" Er schüttelte den Kopf. Darauf wandte er sich zu einer Leinwand hin und betrachtete sie sich eine Weile. Es waren ein paar blaue Baumstämme. „Sieh mal, das ist Kunst, nich? Das ist ein schrecklicher Mist, verstehst du, aber unsere idiotische Gegenwart kann, zum Donnerwetter noch mal, trotzdem das nicht bester machen." Dann pfiff er, ging hin und wühlte unter einigen ver- bogenen Tuben in einem Malkasten herum. Endlich entschloß er sich, nahm eine Tube mit blauer Farbe, drückte sie auf der Leinwand aus und setzte den Daumen mitten hinein. Ein Schwung, und ein neuer dunkelblauer Zweig schlängelte sich in den lichten Himmel hinaus. „Sieh mal, das würde eine verdammte Sauerei fein, wenn es nicht genial wäre!" brummte er und drehte sich um. „Du bist in einer Stube mit einem Genie, das ist dir wohl noch nicht ganz klar. Du glaubtest vielleicht, Genies wären Männer mit Bärten, solche richtigen Künstler, was, die über Stimmung reden." „Ich glaubte überhaupt nichts," antwortete ich schlaff. „Ach, hör damit auf. Du machst dir was aus Stimmung. Das sieht man dir schon an den Augen an: aber Stimmung ist Kistch." Er fing an auf und ab zu gehen, und jedesmal, wenn er an eine Wand kam, wischte er seinen Daumen daran ab. Es waren ringsumher im Zimmer lange, blaue Striche. ,Heel" grinste er vor sich hin,„kannst du mich nicht in Frieden unter deiner Rinne stehen lasten! Hee, das war nicht übel gesagt! Wie heißt du?" „Rasmussen!" „Rasmussen! Na, aber nun höre mal, so kann man nicht heißen, unmöglich. Was willst du damit anfangen? Und dann heißt du vielleicht auch noch Alexander, was?" „Nein, Waldemar." „Zu Hilfe, das ist ja gräßlich! Waldemar Rasmusten! Das ist doch kein Name für einen lebendigen Menschen! Donnerwetter nein, du mußt einen anderen Namen haben! Walras, Walraun, Marmus, Markmus— das geht nicht. Warte mal, Schwarzbrot, Waldemar Schwarzbrot, der Teufel soll mich holen, ja, Waldemar Schwarzau, ja, das klingt ver- dämmt adlig! Was bist du, Schwarzau?" „Ich sollte Zigarrenhändler werden--* „Du solltest Zigarrenhändlcr werden, großartig. Du hast was Geniales an dir. Du hast übrigens Erde im Gesicht; aber ich wagte es nicht, dir zu sagen, sonst hättest du es bloß abgewischt. Wo wohnst du?" „Nirgends. Auf den Haustreppen!" „Famos, famos! Ein Glück, daß du hie? reingekommen bist. Ich kenne einen furchtbaren Snob, einen Ingenieur, Börgesen heißt er, ein Geizhals, ein Idiot, der Bilder sammelt. Er hat verschiedene meiner Sachen gekauft, natür- lich viel zu billig, und dann behauptet der Idiot noch dazu, mir fehle Primitivität. Er sucht nach einem Urgenie unter der jungen Generation, der Idiot! Berdammt noch mal, das wäre ein Geschäft für dich!" Ich saß und döste vor mich hin. Zuweilen hob ich den Kopf und sagte müde:„Ich verstehe nicht. Ich verstehe nicht." „Was, verstehen? Glaubst du, Urgenies verstehen etwas? Du wurstelst bloß irgend etwas zusammen. Nicht was Rich- tiges, sondern was du geträumt hast. Was ganz Unverstand- liches. Was hast du denn anders in deinem stumpfsinnigen Gehirnkasten drin? Steigen nicht, wenn du die Augen schließt, in deinem ekelhaft dunkeln Grips alle möglichen Farben auf? Schmeiß sie doch auf die Leinwand, zum Teufel!" Raavad fing an im Zimmer herumzusuchen.„Hier ist es," brummte er und zog ein Stück Leinwand auf einem Blendrahmen unter einem Haufen Sachen hervor.„Darauf sollst du was malen, sonst kriegst du Keile'/ zischte er, während er die Leinwand aufstellte.(Fortsetzung folgt.) Der Magistrat als Futterkrippe. Der Kampf um den Stadtschulrat. In einem Schmutzblatt fondergleichen, das die Deutsche Boltspartei zum Stadtverordnetenwahlkampf verbreitet, wird in großer Aufmachung das sehr richtige Schlagwort unterstrichen: Der Magiftrat foll teine Futtertrippe fein!" Die Boltsparteiler haben dabei offenbar an sich und ihren Herrn Benefe gedacht. Der Berjuch, diesem Herrn die Stadtschulrats stelle von Groß- Berlin zuzuschieben, ist bekanntlich gefcheitert. Jetzt broht Herr Benete ein furchtbares Geschic. Nachdem er fünf Jahre lang befoldeter Stadtrat in Berlin gewesen ist und sich bei der Gelegenheit von seinem Amt als Studienrat so lange hat beurlauben laffen, besteht jetzt die sichere Aussicht, daß er nach der Neuwahl überhaupt nicht mehr in den Magistrat zurückgekehrt. Die Bolfsparteiler wissen ganz genau, daß sie bei der Neuwahl mindestens halbiert werden. Zur Besetzung einer unbefoldeten Stadtratstelle, die bekanntlich nach der Verhältniswahl erfolgt, sind aber mindestens 18 Stimmen notwendig. Es besteht die Gefahr, daß die Bolkspartei mit ihren 35 Mandaten auf 15 zusammengehauen wird. Dann wäre es mit der Herrlichkeit des Herrn Benete vorbei. Der arme Mann müßte als ganz gewöhnlicher Studienrat an feine Schule zurückkehren und wieder, wie andere Sterbliche, Unterricht erteilen. Das nuuß unter allen Umständen verhindert werden. So munfelt man denn hinter den Kulissen des Magistrats von aller. hand Dingen, die sich vorbereiten. Herr Beneke soll turz vor Tores schluß zum städtischen Beamten und zum Dezernenten für das höhere Schulwesen ernannt werden. Das ist sozusagen beste Illustration zu der schönen Parole von der Futtertrippenwirtschaft. Die Heuchler der Rechtsparteien perstehen darunter nur, daß sie mit ihren hochnäfigen und arroganten Bertretern allein alle maßgebenden Boften zu besetzen haben. Ueber den Herrn Studienrat Benete wird uns im übrigen aus der Stadtverordnetenfrattion geschrieben: Bei der Vorbereitung der Wahl des Berliner Stadtmedizinalrats waren die bürgerlichen Fraktionen mit der Sozialdemokratie darüber einig, daß für diesen Posten nur ein Mann in Betracht fommen fönnte, der mindestens unter den Medizinern einen wissenschaftlichen Ruf genießt. Diefe Forderung ist auch an den Stadt baurat gestellt worden, der bekanntlich erst von der neuen Stadtverordnetenverfammlung gewählt werden wird. Gerade die Parteien der Rechten verlangten eine wesentliche Erhöhung des für diese Stelle vorgesehenen Gehalts, weil sich sonst nicht Kräfte erſten Ranges bewerben würden. Um so erstaunlicher ist es, daß die selben Politiker zum Leiter des Schulwesens einen Mann auscrsehen haben, der in den pädagogischen Kreisen außerhalb Berlins vollständig unbekannt ist, der den Durchschnittsphilologen nicht im geringsten überragt. Münchens Stadtschulrat war viele Jahre hin burch Rerschensteiner, der auf dem Gebiete des Fach- und Fortbildungsschulwesens, der Staatsbürgerurfunde und des Arbeitsunterrichts in ganz Deutschland unbestritten als Autorität gilt. Der Mannheimer Stadtschulrat Sidinger hat sich dadurch einen Namen gemacht, daß er in den Volksschulen die Kinder nach ihrer Leistung und ihrer Begabung in besonderen Abteilungen gruppierte; in verschiedenen Städten ist dies Mannheimer System nachgeahmi worden, z. B. in Charlottenburg. Lübecks Stadtschulrat war lange Professor Bych gram, dessen pädagogische und schulpolitische An sichten von den unsrigen durch eine Kluft getrennt sind, von dem mir aber nicht bestreiten, daß es als Pädagoge einen Ruf besitzt und schon befaß, als er nach Lübeck berufen wurde. Sogar der Bots damer Stadtschulrat Ohms, der von den Parteien der Rechten leider aus politischen Gründen abgebaut worden ist, ist als padagogischer Schriftsteller und als Leiter der Zeitschrift Die gemeindliche Schulverwaltung" befann. Aus denselben Erwägungen ent fchieden sich die beiden sozialdemokratischen Fraktionen vor fünf Jahren für die Wahl Paulsens, da dieser in der gesamten deutschen Boltsschullehrerschaft seit vielen Jahren einen Ruf hatte und in den Hamburger Lebensgemeinschaftsschulen etwas Neues geschaffen hat. Aber die Hauptstadt des deutschen Reiches soll jetzt von den Parteien der Rechten dadurch degradiert werden, daß diese an den Leiter ihrer Schulen, deren Zahl sich fast auf tausend beläuft, geringere Ansprüche stellen, als Mannheim, Lübeck und Botsdam. Wer also die Schulen der Viermillionenstadt vor Herrn Benete bewahren und ihnen nicht eine geringere Bedeutung wie denen Münchens, Mannheim, Lübeds und Potsdams beimeffen will, muß am 25. Oftober feine Stimme der Sozialdemokratie geben. Die Bäckermeister beschweren sich. Begen das„ beleidigende" Borgehen der Polizei. Am Donnerstag fand, wie bereits angekündigt, vor der mittleren Preisprüfungsstelle eine Besprechung statt, in der sich, nach Meldung der BS.- Rorrespondenz, die Vertreter des 3wedverbandes der Bädermeister Groß- Berlins vor allem gegen die am Mittwoch durch geführte„ beleidigende" Razzia, durch die das Gewerbe„ vor der Deffentlichkeit herabgesetzt werde", wandten und dagegen Einspruch erhoben. morden, bie ber Swedverband als Spikenorganisation der Berfiner| mitteilt, ber Wohlfahrtsminister in einen Erlaß an die Stegie Bäderinnungen dem Reichsernährungsministerium amtlich als die rungspräsidenten usw., daß fünftig neben der eigentlichen Berufstatsächlichen Brotgewichte unterbreitet hat und die sich bezeichnung( wie Köchin, Stüße usw.) für die Quittungskarten der ständig innerhalb der nach den Richtlinien der Breisprüfungsstellen 3nvalibenversicherung nur die Bezeichnung aus. zulässigen Grenzen hielten. Es ist aber vom genannten Ministerium gebilfin, für die Versicherungsfarten der Angestelltenin Uebereinstimmung mit vielfachen Beschwerden auch in versicherung Hausangestellte gewählt werden dorf. Tageszeitungen den Spizenverbänden der Bäder gegenüber wiederholt nachdrücklich darauf hingewiesen worden, daß offenbar für einen nicht unerheblichen Teil der Bäder, die von Zweckverband mit geteilten 3ahlen nicht zuträfen. Nach dem Ergebnis der inzwischen durchgeführten polizeilichen Nachprüfung scheinen diese Beschwerden tatsächlich in weitestem Umfange beschwebt gegenwärtig ein Strafverfahren wegen nicht weniger als gründet zu sein. Ein netter Dreibund. 140 000 Mart unterschlagen. Im Augenblick hat das Schöffengericht Berlin- Mitte eine Art Hochsaison in Unterschlagungen und Beruntreuungen. Gestern hatten fich wieder ein Direktor Theodor Sch., ein Buchhalter Billi E. und der Expedient Karl M. wegen Urfunden. Billi E. und der Expedient Rari M. wegen Urtunden fälschung und Unterschlagung vor dem Richter zu ver antworten. Die drei Angeklagten haben sich zu einem richtigen Feldzug an Betrügereien gegen die Versicherungsgesellschaft Deutscher Blond", deren ausgiebiges Vertrauen sie besaßen, zusammengetan. Der Direktor und der Buchhalter leisteten Unterschriften für alle aus Wähler- Kundgebungen heute, Sonnabend, abends 7%, Uhr: kaulsdorf- Süd: Restaurant Jägerheim. Biesdorf: Porath, Marzahner Straße 31. Redner: Erna Kreffe, Käming. Sonntag, den 18. Oktober: Köpenid- Müggelheim: Nachmittags 3 Uhr, Lofal Kellermann, Müggelheim. Marzahn: Nachmittags 3 Uhr, Schule. Malchow: Nachmittags 5 Uhr, Gasthof Weißensee: Nachmittags 2 Uhr, Wartenberg, Sum goldenen Stern". Niederschönhausen: Abends 7 Uhr: Rofenthal- Dorf, Bruseberg, Hauptstraße. Redner: Großmann, Hermes, Klodt, Polenske. Tagesordnung: Der Kampf um das rote Haus. gehenden Postschecks. In ihre Hände gelangten also täglich An weisungen über erhebliche Summen Geldes, die sie vom Postschecamt abholen ließen. Statt aber den ganzen Betrag an die Kaffe abzu führen, behielten sie sehr oft fleinere und größere Beträge für sich zurüd, die sie dann untereinander teilten. Diese Unterschlagungen mären aber unmöglich gewesen, wenn nicht der mit der Abholung der Gelder beauftragte Er pedient Rarl M. ins Vertrauen gezogen worden wäre. Leider ließ sich dieser allzu willig jofort darauf ein und erhielt dafür ein Drittel der veruntreuten Gelder. Um eine Entdeckung möglichst lange zu verhindern, fälschte der Buchhalter E. die am nächsten Tage eingehenden Rontoauszüge des Bostscheckamts durch geschichte Radierungen. Die Handlungsweise der Drei ist um so unverständlicher, als auch nicht ein einziger von ihnen in irgendwelcher Notlage war. Sie alle bezogen ein austömmliches Gehalt Sch. gab in der Verhandlung unumwunden zu, daß er täglich allein 60 art vertrunten, das übrige Geld aber verwettet habe. Die anderen beiden vervoll ständigten ihre Briefmartensammlungen und tauften sich Gegenstände für die Wirtschaft. Erst als die Höhe der Unterschlagungen bereits 140000 mart betrug, wurden die Ber fehlungen durch eine unvermutete Revision entdeckt. Die Gesellschaft wollte den ungetreuen Angestellten eine gerichtliche Bestrafung ersparen, entließ sie nur und verlangte ratenweise Zurüderstattung des unterschlagenen Geldes. Aber durch einen feltfamen Zufall erhielten andere Leute davon Kenntnis und machten eine anong me Anzeige bei der Staatsanwaltschaft die das Strafverfahren ein leitete. Das Gericht ging mit den geständigen Angeklagten ziemlich milde um und verurteilte jeden von ihnen zu 9 Monaten Ges fängnis. Ein ehrlicher Bürger! Spanbau einen Schußpolizeibeamten auf einen Menschen auf Gestern abend machte ein Mann in der Adamstraße zu merksam, der durch sein Gebaren auffiel. Beide folgten den Spuren, doch der Berdächtige war verschwunden. Als man noch nach ihm Umschau hielt, entdeckte man, daß in dem Hause AdamDes weiteren protestierten die Bertreter der Bädermeister straße 5 das Parterrefenster des dort befindlichen Herrengegen angebliche llebergriffe einer Reihe von Beamten bei der garderobengefchäfts eingedrüdt war. Der Beamte stieg in Be Razzia. Biele der Beamten hatten nämlich die Bäckermeister ein- gleitung des Mannes durch das Fenster in den Laden. Im Neben gehend verhört und sich die Preise für das Mehl sowie die Bezimmer bemerkten sie einen Lichtschein. Als man die Tür öffnete, zugsquellen fagen lassen. Ferner murde in der Besprechung darauf faß auf einem Stuhl ein bis auf die Unterhosen ausgezogener hingewiesen, daß der Reichsernährungsminister vor acht Tagen an Mann, der im Begriff war, sich einen neuen Anzug anerfannt habe, daß das Bädergewerbe teine Veranlassung, gu Klagen zuziehen. Mergerlich über die Störung, schrie er den Beamten gäbe, während man jezt einen Stab von 400 Beamten einfege, um an: Scheren Sie sich raus und belästigen Sie einen gegen friedliche Gewerbetreibende in einer Art vorzugehen, die sonst ehrlichen Bürger nicht!" Auf die Entgegnung, daß das mur Verbrechern gegenüber angewandt werde. Die Vertreter der Fenster auf sei, fagte er:„ Das geht Sie gar nichts an. Entfernen Bäder forderten, daß man ihnen das Material vorlege, das zu Sie sich gefälligft, aber plöglich!" Den Gefallen tat ihm nun zwar diesen Maßnahmen Anlaß gegeben habe, sowie dasjenige, das bei der Beamte nicht, sondern er forderte ihn auf, mit zur Bache zu den angestellten Ermittlungen gefunden worden ist. Des weiteren fommen, veranlaßte ihn auch, die auf dem Erdboden liegenden alten wurde Beschwerde dagegen erhoben, wie die Breffeftelle des Bolizei- Kleidungsstüde anzuziehen. Auf der Wache wurde der ehrliche präsidhunns Don ben polizeilichen Maßnahmen der Deffenilichkeit Bürger als ein schon vorbestrafter Schneider S. Korsti aus Berlin Mitteilung gemacht hat. Der Vorsitzende der mittleren Preis- festgestellt. In dem Berhör gab er dann auch zu, daß er eingeprüfungsstelle Dr. Söhner erwiderte auf diese Ausführungen stiegen sei, um zu stehlen und sich zuerst und vor allen Dingen einund bedauerte es, wenn lebergriffe vorgekommen fein sollten. Die mal einen neuen Anzug zu„ Derpaffen", Beranlaffung zu den polizeilichen Maßnahmen habe ein Beschluß Der Konferenz der Preisprüfungsstellen gegeben, nach dem auf Grund Statistischer Erhebungen das durchschnittliche Brotgewicht in GroßBerlin festgestellt werden soll. An fich ist nicht einzusehen, aus welchem Grunde ein solches Borgehen der Polizei beleidigend" sein soll. Hätte nämlich die Razzia" ergeben, daß das Brotgewicht niemals unterschritten wurde, dann wäre bas doch sehr ehrenvoll für das ganze Bädergewerbe gewefen. So aber haben diejenigen, die es verstanden mehr Brote als die anderen aus der gleichen Mehlmenge zu gewinnen, bem ganzen Stande geschadet. Und, menn das Borgehen der Bolizei, das in weiteften Bevölkerungsfreisen begrüßt wurde, bewirfte, daß gegen gutes Geld auch ftets ehrliches Gewicht geliefert wird, dann stände es um des Ansehen der Bäckermeister ficherlich nicht schlecht und nichts gäbe es, was ihren Stand beleibigen" fönnte. Zu der Meldung, daß der Zwedverband der Bädermeister Groß- Berlins fich gegenüber ber Preisprüfungsstelle auf das Anerfenntnis des Reichsernährungsministers berufen habe, wonach das Bädergewerbe feine Beranlassung zur Klage gäbe, wird vom Reichs ernährungsministerium folgendes mitgeteilt: Allerdings hat das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft des öfteren zum Ausbruck gebracht, der Brotpreis in Groß- Berlin gebe im allgemeinen zu Beanstandungen teinen besonderen Anlaß, und habe fich den Schwankungen der Mehlpreise im wesentlichen angepaßt. Bei diesen Erklärungen ist aber immer von den Zahlen ausgegangen Hausgehilfin- Hausangestellte, Bei ber Beitragsüber tachung it feitgestellt worden, baß vielfach auf Berfide. rungsfarten für Köchinnen, Stüßen, Hausmädchen, Rindermädden usw. als Berufsbezeichnung Hausangestellte" angegeben ist, während diese Beschäftigten unter den Begriff Hausgehilfen" fallen. Zur Vermeidung von Irrtümern über die Berfiderunge augehörigkeit bestimmt, wie der Amtliche Preußische Pressedienst Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 17. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Ein geriffener Schwindler. Strafverfahren wegen vierzig Diebstähle. Gegen den beschäftigungslosen Bernhard Riederowicz 40 Diebstählen. Unter einem falschen Namen hatte sich Riederowicz in Hotels, meist ersten Ranges, einquartiert und von seinem Zimmer aus Raubzüge verübt. Meistens trat er mit hochtönenden Titeln auf und legte sich auch den Doktorgrad bei. Als Mann von großer Intelligenz und Gewandtheit war es dem„ Doftor" gelungen, sich mit der Schwester eines Arztes in einem Berliner Vorort zu verloben. Die Familie hatte natürlich feine Ahnung, daß R. bereits unzählige Male in Gefängnissen und Zuchthäusern gewesen war. Seit dem Jahre 1908 war er mit furzen Unterbrechungen fa ft ständig hinter Schloß und Riegel gewesen. Einmal hatte er sogar vier Jahre Zucht haus erhalten. Seine legte Freiheitsfrist hatte er zu den Hotel biebstählen benugt, derentwegen er demnächst abgeurteilt werden wird. Jetzt hatte er ein fleines Straffonto vor dem Schöffengericht Mitte wegen eines raffinierten Kreditbetruges, dessen Schauplatz auch wieder ein Hotel Unter den Linden war, auszugleichen. Er war eines Tages in einem Geschäft in der Leipziger Straße erschienen und hatte sich einen Anzug, Mantel und Wäsche bestellt, so daß er sich von Kopf bis zu Fuß neu einkleiden konnte. Die getauften Sachen sollten von einem Hausdiener in dem Hotel Unter den Linden abgeliefert werden, wo dann auch gegen Quittung Bahlung erfolgen sollte. Riederowicz verstand es, dem alten Hausdiener in der Halle des Hotels das Patet abzunehmen und ihn warten zu laffen. Inzwischen war er aber durch einen Nebenausgang in ein in dem Hotel befindliches Blumengeschäft getreten und hatte den Ausgang auf die Straße genommen, wo er dann verduftete. Gefängnisarzt Dr. Bürger begutachtete die Minderwertigteit des Angetlagten und führte an, daß Riederowicz im Gefängnis start fimuliert hätte, und daß er die Diebstähle nach seiner eigenen Angabe unter einem unwiderstehlichen 3mange verübt haben will. Der Diebstahl wirte angeblich auf ihn phium. Obwohl der Staatsanwalt Riederowicz wiederum ins so aufpeitschend, wie bei einem anderen Rotain und Mor= Buchthaus schiden wollte, erfannte das Schöffengericht wegen dieses Falles nur auf ein Jahr Gefängnis. Das chemisch- elektrolytische Feilenschärfverfahren. Eine in der Alten Jakobstraße gelegene Firma Beniter suchte fürzlich in zahlreichen Inseraten im Automartt Pößned und im Maschinenmartt Pößned Interessenten für Lizenzen eines angeb lich ganz neuen, patentierten und unfehlbaren, chemisch elet. trolytischen Feilenschärfperfahrens. Auf bie marft schreierischen Anpreisungen fielen Laien und Sachverständige herein und zahlreiche zum Teil namhafte Eisenwerte erwarben die wertlosen Lizenzen für Beträge von 1000 bis 4000 m. Die Inhaber der betrügerischen Firma, Walter John und Georg Heydemann, sowie deren Prokurist Rögel standen nun vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte unter der Anklage des Betruges. In einer mehrstündigen Beweisaufnahme tam das Gericht zu der Auffaffung, daß es sich um ein seit Jahren betanntes Reinigungs-, aber nicht um ein Schärfungsverfahren handele und daß Heydemann als der kaufmännisch versierte Leiter des Unternehmens für den verübten Betrug verantwortlich sei. Mit einer billigen Drahtbürste hätte man das gleiche erzielen tönnen wie mit dem unter hochtrabendem Namen angefündigten Berfahren. ohn und Rögel wurden als fachunkundige Gehilfen und Werkzeuge des Hendemann freigesprochen; Heydemann erhielt eine Geldstrafe von 4000 Mart. Rundgebung des österreichisch- deutschen Volksbundes. Der österreichisch- deutsche Boltsbund veranstaltete am Donnerstagabend im Bereinshaus deutscher Ingenieure in der Friedrich Ebert- Straße einen Bortragsabend, bei dem an Stelle des durch Krankheit verhinderten Abg. Nuschte, Professor Dr. HobohmPotsdam über die Eindrücke und Resultate der Anfang Septemveranstalteten Desterreichreife sprach. Der Redner gab eine Schilde ber unter Führung des Reichstagspräsidenten, Genossen Löbe, rung des elementaren Widerhalls, die die große Ansprache Bobes vor und im Rathaus von Wien bei den zu vielen Taufenden versammelten Maffen Wiens fand. Er schilderte die Wirkung dieses Freundschaftsaustausches bis in die fernsten und entlegensten Dörfer Niederösterreichs, die aller ohnmächtiger Haß einer fleinen verblendeten Gruppe von monarchistischen Anschlußgegnern nicht abschwächen fonnte. Im Anschluß daran sprach der Auswirkungen der Desterreichreise aufzeigten und in der Hoffnung bemokratische Abgeordnete Heile einige Worte, die die europäischen gipfelten, daß auch die Entente die Unmoral dieser erzwungenen Trennung zweier Brudervölker über furz oder lang erkennen solle. Dr. Mischler, der Borsigende des Boltsbundes, richtete zum Schluß Bewegung zu stellen und durch eifrige Mitgliederwerbung ihre einen Appell an die Bersammelten, sich mit aller Energie hinter die Mitgliederzahl zu vervielfachen. Er wandte sich sodann in heftiger Bolemit gegen den österreichischen Außenminister Mataja, der ein Berräter an der großen Anschlußfache sei. Die Akademischen Wohnungsämfer wenden sich wiederum an bie gesamte Berliner Einwohnerschaft mit der herzlichen Bitte, ihnen gute, brauchbare und preiswerte Zimmer für die Stu benten zu überlassen. Die Wohlhabenden, die nicht auf Verdienst aus der Bermietung angewiesen sind, werden gebeten, für die ganz bedürftigen Studierenden unentgeltliche Zimmer oder folche gegen geringes Entgelt zur Verfügung zu stellen. Auch 3immer gegen Nachhilfeunterricht, Beaufsichtigung der Schularbeiten oder sonstige Gegenleift ungen werben dringend benötigt Angebote nehmen entgegen: Die Akademischen Wohnungsämter der Univerfi tät, Zimmer 26/27, Fernsprecher: Bentrum 109 80, und der Tech nischen Hochschule, Zimmer 157, Fernsprecher: Steinplag 9000. Englische und französische Sprachturfe. Die Anmeldungen zu den neuen Anfängerturien für Erwachsene( Abendunterricht) und Kinder( Nachmittagunterricht) finden start vom 19. bis zum 24. Chober von 5-8 Uhr abends bei Genoffin Seß, W 50, Spichernftr. 16, Gartenhaus 3 Tr. Teilnehmer mit Borkenntnissen fönnen jederzeit Mittelfurfen beitreten. Anmeldungen auch schriftlich. Sprachschule für Proletarier. Odol der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. 4 Uhr nachm.: Onkel Doktor als Märchenerzähler:„ Die kaufaule Grete( erzählt von Dr. med. E. Mosbecher). 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 8.45-7.35 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). 6.45 Uhr abends: Abteilung Spiel und Sport, Walter Grund:„ Eislaufen im Freien und in der Wieviel Veränderungen auf allen Gebieten haben wir seit Halle 7.15 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Esperanto Beginn des Jahrhunderts erlebt! Neue Richtungen find ( Direktor Julius Glück). 7.45 Uhr abends: Leopold Lehmann. schönsten Tropeninstitut der Welt. 8.30 Uhr abends: Konzert. gekommen und gegangen. Aber weder Zeit noch Mode 1. Bruch: Adagio. 2. J. Suk: Quasi Ballata. 3. J. Suk: Appassio4. J. Suk: Un poco triste. 5. J. Suk: Burleska( Simon haben an der überragenden Stellung des Odol etwas Goldberg, Violine) Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler 9-10 Uhr geändert. Besseres ist nicht gefunden worden. Nach abends: Lustiges Wochenende, 10 Uhr abends: Dritto Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Dem heutigen Stande der Wissenschaft ist Odol das Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Mittel zur Pflege von Mund und Zähnen. nata. Der Potsdamer Wunderdoktor. Er heilte alles und war von Jesu gesandt. Bor dem erweiterten Potsdamer Schöffengericht fand unter dem Vorfiz des Landgerichtsdirektors Dr. Westerkamp die Berhandlung gegen den angeblichen Schweizer Arzt Werner Hauser statt, der wegen fahrlässiger Tötung aus§ 222 Abs. 2 angeflagt ist. Neun medizinische Sachverständige, darunter Ferühmte Rapazitäten auf dem Gebiete der Zuderharuruhrertranfungen, ein Universitätsprofessor und viele Apothefer und Drogisten waren als Sachverständige geladen. Der Angeklagte betrachtet sich als von Jeju gesandt" und als Bekämpfer des vor zwei Jahren freigegebenen Heilmittels Insu. lin, das gegen Diabetes angewendet wird. Hauser ist im Jahre 1901 als Sohn eines Kohlenhändlers in Bern geboren, hat die Boltsund Sekundärschule besucht, wurde dann mechaniter und hat eine Vorstrafe von 10 Monaten Arbeitshaus. 1924 tam Hauser nach Berlin und hielt sich unangemeldet hier auf und begann mit feiner Heilbehandlung, die in einem tombinierten Verfahren bestand, und zwar aus Bädern, Kräutern, Dämpfen und Harlemer Del. Er erfreute sich eines großen Zuspruchs, wohnte stets bei seinen Batienten. Sein Ruf drang nach Potsdam, der hier einen tragifchen Abschluß fand. In Potsdam übernahm der Angeklagte die Behandlung ber an jugendlichem Diabetes erfrantten 20jährigen Tochter eines höheren Botsdamer Kriminalbeamten. Die Batien tin starb unter furchtbaren Umständen. Diese Vorgänge führten zu der Anklage. Hauser, der mit seinen stechenden Augen und schwarzem Knebelbart einen unheimlichen Eindruck macht, erflärt dem Gericht, das er mit Ihr" und" Euch" anredet, unter einem höheren muß zu stehen. Ihr habt einen feltenen Angeflagten vor Guch, denn ich bin durch Jeju berufen, die Menschen zu heilen." Briefe des Angeklagten werden verlesen, die er nach Baris gesandt, und Ausführungen werden von ihm gemacht, so phantastisch und ungeheuer, daß man glaubt, einen Bahnsinnigen vor sich zu haben. Er tündet dem Gericht an, daß, wenn die Beweisaufnahme gefchloffen wird, er mit etwas ganz Großem tommen werde. Dann werden seine verschiedenen Berliner und Pots Damer Patienten vernommen, denen der Angeflagte hohe Summen für Tee abgenommen hat. Angeblich wurden die Kräuter mit Flugzeug aus Spanien und der Schweiz herbeigeholt. Die Batienten schwören auf aufer und fühlen sich nicht ge. fchädigt. Der Sachverständige Professor Umber vom Krantenhaus Westend- Berlin, eine Kapazität, bezeichnet die Maßnahmen des Angeklagten bei der Patientin in dem zur Verhandlung stehenden Fall als schwere Verschulden. Es war der beste eg zum sicheren Tod. Die angeblichen Heilerfolge bei den anderen Patienten, die nur Scheinerfolge waren, rief er feiner fuggeſtiven Straft zu. Die Mediziner sprachen ihm jede medizinische Wissenschaft ab. Profeffor Siefert aus halle a. b. S. hat den Angeklagten auf feinen Geisteszustand hin untersucht. Er bezeichnet Hauser als einen entarteten Psychopathen. Diese Individuen find nicht geiftestrant, sondern geistig minderwertig. Der§ 51 ist nicht an wendbar. Raum war die Beweisaufnahme geschlossen:, da stellte der Angeklagte einen furchtbaren Beweisantrag: das Gericht möge fich zum Friedhof an das Grab der Toten begeben und dieses öffnen laffen. Denn das Grab ift leer, die Leiche ist fort, schrie der An getlagte mit Etstafe. Der Gerichtshof zog sich zurüd und lehnte den Beweisantrag ab. Das Urteil lautete auf vier Jahre Gefängnis. Ein republitanischer Tag findet am Sonntag, den 18. Oftober, in Teltow ftatt, dem heute Sonnabend abend bereits eine Vorfeier mit adelzug vorausgeht. Die republilanische Bevölkerung Berlins, besonders der westlichen und südwestlichen Bororte möge den Tag unterstügen Ein alter Sämpfer. Senoffe August Sleemann, Lichtenberg, Gryphius. ftraße 18, wird am 17. Dtober 60 Jahre alt. Er ist einer von denen, die fich schon mit jungen Jahren mitten in das Aufwärtsringen der Arbeiter Ilaffe fteten, frot schwerster eigener wirtschaftlicher Note. Seit 1887 ist er Abonnent des Borwärts, seit nunmehr 35 Jahren un interbrochen Mitglieb ber Partei suerit im 1. Streis und bis heute cin zmar ftiller, aber immer rühriger, unverdroffener Funktionär. Auch auf eine rege, fruchtbringende Tätigkeit als Freigewerkschafter fann Genoffe Seleemann zurüdjehen. Jubiläum. Am 17. Oftober feiert Fräulein Martha Maa thr 251azi ges Jubiläum als baufmännische Angestellte der Firma R. v. 6. Moses, Reinidendorfer Str. 9-10. Urbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Brenzlauer Berg. Heute, Sonnabend, 17. Difober: Elternabend in der Aula Greifenhagener Str. 58. Gäste herzlich willkommen. Die„ Elife- Sänger berschaffen ihrem Bublifum mit dem guten reichhalt gen Oftoberprogramm einige angenehme Stunden. Der Clou des Abends ist ein tolleitüd Bandelndes Glid" in zwei Affen, in dem die 10 Sänger, teils in Damenrollen, ihr legtes hergeben. Das Stüd selbst behandelt die ernfte Seite des Lebens. Nach allerlei Crnitem unterbrechen pingach heitere Szenen das Stüd, in denen das Haus vor Lachen dröhnt. In dem Bingerfest am bein, einem Liederspiel von Croé, geben die Sänger ihr Beftes, Das Ende ist ein glüdliches" für das Favoritenpaar des Stüdes. Hans René fowie Mag Hennings find in ihren Damenrollen gefanahch und schauspielerisch auf der Höbe. Engelmann entzüdt als fächfische Type gut die Berliner. Mit guten ernsten Liedern füllt der Bariton Mattini feine Nummer aus. Bobby Walden wieder ist mit ieinen Chansons auf der Höbe. Bornemann treibt den Humor auf die höchste Spike. In seiner Burleste Wandervogel" zwingt er alles zu Lachen. Das Hausorchester unter der Leitung von H. Blüthgen ist lebenswert. Die Tschechoslowakei fördert den Fremdenverkehr. zahlt find. Die Bohemia schreibt bazu: ,, Bon der Anbringung zwet prachiger Tafeln enthält die Berfügung kein Wort. Der Erlaß bürfte Parteinachrichten den beabsichtigten Zwed, den lezten deutschen Gast vom Besuche der tschechisierten Gebirgswirtschaften abzuhalten, sicher erreichen. Man braucht teine deutschen Gäste! Die Hauptsache ist, daß in den sogenannten Bauden perläßliche patriotische Wirte sizen und die betommen ja reichliche Staatsfubventionen. In anderen Staaten verfehr zu fördern. Bei uns hat man andere Sorgen". findet es die Regierung zweckmäßig, den internationalen FremdenDer Rhönwettbewerb 1926- ein Versuchswettbewerb. Im Juni nächsten Jahres soll in der Rhön ein Bersuchswettbewerb stattfinden, in dem von einem Kreise von Sachverständigen neuartige motorlose Flugapparate bzw. Modelle geprüft und bewertet werden sollen. Für diejenigen Ausführungen, denen die besten Gedanken zugrunde liegen und die für die Zukunft einen wesentlichen Fortschritt erhoffen laffen, stehen Preise und Brämien in beträchtlicher Höhe zur Verfügung. Bei der Bewertung kommt es nicht unbedingt darauf an, daß der betreffende Apparat fofort schon große fliegerische Leistungen zeigt, fondern vor allem darauf, daß er bei zweckmäßiger Weiterentwidlung besondere Leistungen verschricht. Unter den Aufgaben, die zu behandeln find, zählen Flugzeuge mit möglichst großer Geschwindig teitsspanne, besondere Borrichtungen zur besseren Ausnußung der Windträfte und Erzeugung eines Vortriebs, Anordnungen besonderer Hilfeflächen, veränderliche Tragflächen, flugfähige Drachen usw. Alle diejenigen, die glauben, durch neuartige Ausführungen zur Entwidlung des Flugwesens beitragen zu fönnen, wollen ihre Gedanken bzw. ihren Entwurf mit den nötigen Angaben( Stizzen, theoretische Grundlagen usw.) bis zum 15. Dezember 1925 eingeschrieben institut der Rhön- Rofitten- Gesellschaft, zu Händen des Prof. unter genauer Angabe von Namen und Anschrift an das ForschungsDr. Schlink in Darmstadt, Technische Hochschule, einfenden. Das Forschungsinstitut wird dann Auskunft geben, ob der betreffende Entwurf als wertvoll und aussichtsreich anzusehen ist schluß vom Wettbewerb führen. Borgelegte Entwürfe und Ideen oder nicht. Verspätete Einreichung der Entwürfe tann zum Auswerden selbstverständlich vom Forschungsinstitut vertraulich behandelt werden. struktionswettbewerb werben um die Jahreswende bekanntgegeben. Die näheren Ausführungsbestimmungen für den KonEin furchtbarer Irrtum. Während einer Tanzunterhaltung in Brohn, in der Nähe des Brunnenstädtchens Bilin in Böhmen, entspann sich eine wüste Rauferei. 3mei üble Raufbolde, die Bergarbeiter Jiriva und Echanda, wurden gewaltsam zur Tür hinausgeworfen. Sie lauerten die ganze Nacht und sennen auf Rache. Als früh der Bergarbeiter Schramm nach Hause ging, überfielen die beiden den jungen Mann hinterrüds unb töteten ihn durch einen Stich ins Herz. Schramm war gar nicht an dem Streit beteiligt, und die Mörder hatten sich in ihrem Opfer geirrt. Sie wurden verhaftet. Reisepässe für Danzig. Im reisenden Bublifum ist die falsche Ansicht berbreitet, daß zur Ausreise nach Danzig ein Bah nicht nötig sei. Dadurch sind häufig den Reifenden nach Danzig Unannehmlich feiten an der Grenze entstanden, die bei Beachtung der Vorschriften fich leicht hätten vermeiden laffen. Der Amtliche Breußische Breffedienst weist deshalb ausdrüdlich darauf hin, daß paßtechnisch vuch die Freie Stadt Danzig als Auslanb angesehen werden muß, und daß baber jeder Reichsdeutsche bei der Ausreise nach Danzig, wie überhaupt beim Berlaffen des Reichsgebietes eines Reisepasses bebarf. Stufendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 4. Kreis Prenzlauer Berg. Beute, Sonnabend, den 17. Oftober, 7 Uhr, in der Schulaula Greifenhagener Str. 58, Elternabend. Freunde herzlichst willkommen. Die Abteilungsleiter fchiden alle Fahnen am Dienstag den 20. Ottober, sum Genoffen Geidler, Belforter Str. 11, zum schmüden des großen Gaales im Friedrichshain zur Beranstaltung ber Frauenwelt". 2. Kreis Charlottenburg und Spandan. Die Juristische Sprechstunde findet am Sonnabend, den 17. Ottober, nadmittags von 5-6 Uhr im Jugendheim Stofinenstr. 4 ftatt. Dienstag, den 20. Oftober, 7% Uhr, bei Bogel, Spreeftt. 8, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. 7. Areis Charlottenburg. 52, 53. und 54. Abt.: Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 10% Uhr, Wahltundgebung auf dem Goslarer Blat Anschließend Propagandaumzug durch die Straßenzüge obiger Abteilung. 11. Areis Schöneberg- Friebenau. Heute, Sonnabend, den 17. Ottober, nachmittags, bei Rönig, Feurig, Ede Brinz- Georg- Straße, Schleppzettel abbolen. 78. bis 81. Abt.- Die für Dienstag, den 20. Ottober, anberaumte Sigung des Wahlausschusses findet erst am Mittwoch, den 21. Oktober, 7% Uhr, bei Rönig flatt. 19. Kreis Bankow. Montag, den 19. Oktober, 7½ Uhr, im Türkischen Belt, Breite Straße, Sigung des Kreisvorstandes. 12. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich am Gonntag, ben 18. Ottober, an der öffentlichen Bersammlung auf dem Goslarer Plag. Am Dienstag, den 20. Oktober, 7% Uhr, bei Schmidt, Wiclefftr. 17, Funktionärversammlung. 13. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich am Sonntag, den 18. Oktober, an dem Propaganbaumzug in Charlottenburg. Treffpunkt Goslarer Plah( Kaiserin- Augufta- Allee), Neues Ufer, vormittags 10 Uhr. 18., 19., 20. Abt. Am Sonntag, den 18. Oktober, Wahlumang auf bem Gesundbrunnen. Die Genossen müssen vormittags 9 Uhr vollzählig aure Stelle fein( Brunnenplak), da der Demonstrationszug unbe bingt pünktlich 9 Uhr abmarschieren muß. 31. Abt. Gonntag, den 18. Oktober, vormitbags 9% Uhr, bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, wichtige Funktionärversammlung. Rein Funktionär darf fehlen. 42. Abt. Gonntag, den 18. Oktober, Sandzettelverbreitung zur BerfammIung am Montag. Die Genoffen treffen sich am Montag nach der Bersammlung im Verkehrslobal. 47. Abt. Am Montag, den 19. Oktober, nachmittags 5 Uhr, Sandzettel au unferer Mittwoch- Wählerversammlung( Behrendts Festsale) von Gieden. topf, Musbauer Str. 35, abholen. Die andere für Montag angesagte Parteiarbeit fällt aus. 56. bt. Charlottenburg. Gonntag, den 18. Oftober: 2. Gruppe vormittags 8 Uhr Solhendorffitt. 20; 1. und 3. Gruppe Kantstr. 62, Treffpunkt aur gemeinsamen öffentlichen Rundgebung auf dem Goslarer Blah. Abmarsch 8% Uhr von der Rantstr. 62. Alle Genossen müssen fich beteiligen. 99. Abt. Brig. Sonntag, den 18. Oktober, Spaziergang aller Genoffinnen und Genoffen nach Budow. Abmarsch nachmittags 3 Uhr vom Rathaus Brit Chauffee, Ede Sermannstraße. Sm Parteiintereffe darf teiner fehlen. 108. Abt. Räpenid. Die Genoffen treffen fich am Sonntag, den 18. Oktober, nachmittags 12% Uhr am Schloßplag. 125. Abt. Weißenfee. Sonntag, den 1& Oftober, beteiligen fich alle Genoffen an der Bersammlung in Wartenberg. Abmarsch nachmittags 1 Uhr Dom Grünen Baum". Sonntag den 18. Ottober, Familienausflug zur Unterſtügung der Bersammlung in Malchom. Abmarich nachmittags B Uhr vom Grünen Baum". Montag, den 19. Ottober, 7% Uhr, bei Gallas, Bebberftraße, Sigung bes Borfbandes. Heute, Sonnabend, den 17. Oktober: 25. bt. Achtung, Kleingärtner! Seute abend 8 Uhr bei Gott, Kniprode ftraße 6, Flugblätter für die Laubenkolonisten abholen. 38 bt. Die Genoffinnen und Genossen fönnen schon heute. Sonnabend, die Bersammlungseinladungen zure Wählerkundgebung am Dienstag, den 20. Oftober, bei ihren Bezirksführern in Empfang nehmen. Bei Bartusch, Friedenste. 88, liegt für alle Genoffen reiches Wahlmaterial bereit. 43. Abt. Seute 5 Uhr bei Wolff, Gräfe-, Ede Mullenhoffstraße, Funktionär. besprechung und Abholung der Sandzettel. 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr im Barteilobal wichtige Funktionärversammlung. Alle Bezirkslafficrer, Funktionäre sowie Wahlhelfer müffen unbedingt ericheinen. 85. Abt. Tempelhof. Seute nachmittag 4 Uhr Treffpunkt zum Umzug butch Tempelhof in ber Linde", Werder, Ede Friedrich- Karl- Straße. 98. 96. Reutölln. Allgemeine Rranten- und Sterbefaffe der Metallarbeiter. e. B.: Mitgliederversammlung um 8 Uhr bei Grieger, Leffingstt. 9. Sunglozialisten. Spielgemeinschaft: Sonntag, ben 18. Oktober, pünktlich vor mittags 10% Uhr, im Saalbau Friedrichshain( nabe Rönigstor), General. probe zu Zollers Bandlung. Alle Mitwirkenden müffen unbedingt pünktlich erscheinen. Werbeausschus ber Bost- und Telegraphenbeamten. Wichtiges Werbematerial lagert im Gewerkschaftshaus, gimmer 26. Jeder Funktionär muß es ab bolen. Amateurfuntausftellung in Leipzig. Der Arbeiterrabio Ilub Dentichlands e. B. veranstaltet in Leipzig, in der Meßballe in der Gohliser Straße vom 14. bis 22. November 1925 eine größere Ausstellung für Radioamateure. Sie soll dem Austausch von Er fahrungen dienen und den Außenstehenden einen Ueberblid über die bisherigen Leistungen vermitteln. Darüber hinaus soll die Ausstellung demonstrieren, wie es schon mit geringen Mitteln möglich ist, auch hochwertige Apparate selbst zu bauen. Die Anmeldungen laufen schon jest zahlreich ein, sodaß die Ausstellung recht gut beschickt zu werden verspricht. Die Ausstellungsleitung, recht gut befchidt zu werden verspricht. Die Ausstellungsleitung. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. die in bewährten Händen liegt, hat ihr Bureau in Leipzig, Stern wartenstr. 40 ptr., Kel. 11811. Der Prozeß Hans Grans in Hannover. Der Prozeß gegen den Freund des hingerichteten Mörders Haarmann, Hans Grans, wird in der am 9. November beginnenden Schwurgerichtstagung in Hannover zur Verhandlung lommen. rechnet mit einer Verhandlungsdauer von drei Tagen. ft weſt 9.15 Uhr Magdeburger Blak. Nachaligier 10 Uhr Bhf. 800. Rad. Etwa 20 bis 25 Beugen werden bernommen werden. Man Neuer Sender in Genf. Am 15. Oftober wurde die Sende. station der Radiogesellschaft in Genf eingeweiht. An der Feier nahmen Vertreter des Regierungsrates und des Gemeinderates von Genf, Direktor Rothen von der Schweizerischen Marconi Gesellschaft und die Herren Nußmann unb Calame sowie ein zahl reiches Bublifum teil. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefdäftstelle: Berlin G. 14. Gebaftianfit. 37/38. Sof 2 St. Waffersportabteilung einschließlich ng Savel: Sonntag, den 18., Lokal Gende, Restaurant am Sportdentmal in Grünau, Abschied vom Sommer. Treffpunkt der Boote: Treptow 7% Uhr( Altes Eierhaus), Röpenid 10 Uhr( Dahmebrüde), Dämeritfee 7% Uhr( Gafener Graben), Strampenburg 915 Uhr, Faltboote 9 Uhr am Bhf. Grünau. Rameraden willkommen. Tiergarten: Sonntag, den 18., vorm. 9 Uhr, Gozłowskybride. Kameradfahrer bafelbft. Straßenbahn: Linie 177 bis Teltow. Kreuzberg( Südost): Sonntag, den 18., vorm. 8% Uhr, Rottbufer Tor( Normaluhr) zur Fahrt nach Teltow. Schöneberg- Friedenau: Sonntag, den 18., vorm. 9 Uhr, Bhf. EbersStraße. Fahrt nach Teltow. Steglig: Co., b. 17., Pflichtveranstaltung Teltom. Antreten 6 Uhr Bhf. Gieglik. Für Lichterfelde, Lankwik, Südende 6.15 Uhr hf. Lichterfelbe- Oft. Gonntag, den 18., Antreten 10% Uhr Bhf. Steglig, abends 1.15 Uhr, Sammeln bei Gonorre. Sonntag, den 18., vorm. 10% Uhr, 11 Uhr Bhf. Lichterfelbe- Oft. Zehlendorf: Teilnahme in Teltow. Go., b. 17., Sammeln Bhf. Mitte zum Abmarsch. Tempelhof: Gonntag, den 18., vorm. 9.15 Uhr, Antreten am Alarichplag in Tempelhof zur Fahrt nach Teltow. Baumschulen meg: Co., d. 17., Treffpunkt 6 Uhr am Bhf. zum Propagandamarsch nach Niederschöneweide. Weißensee: Sonntag, den 18., nachmittags 1 Uhr, Antreten in Bannerkleidung mit Fahnen Grüner Baum". Kreis verein Reinidendorf: Go., d. 17., ffahrt nach Hennigsdorf zur Teilnahme am 12.44 Uhr, ab Bhf. Schönhola Fahrt nach Hennigsdorf. Sämtliche Untergruppen nehmen teil. Enfgleifung des Schnellzuges Tiflis- Petersburg. Bei Churbalan im autasus entgleiste der Schnellzug, der bon Petersburg über Moskau nach Tiflis geht. Das unglüd entstand dadurch, daß der Bug bersebentlich auf ein Ge- Fadelsug. Abfahrt Bhf. Schönholz 6.44 Uhr. Sonntag, den 18., nadm. leise gelenkt worden war, dessen Schienen ausgebessert wurden. Die Lokomotive, ber Boftwagen und ein Güterwagen stürzten um. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Welter für Berlin und Umgegend: Bei wechselnder Bewölkung noch einzelne leichte Niederschläge. Temperatur im ganzen wenig verändert. Aus Brag wird folgendes gemeldet: Kürzlich wurde mitgeteilt, daß laut Buschrift der Verwaltung der staatlichen Wälder und Güter in Oberrochlik die deutschen Wegetafeln entfernt werden müssen. Es wurde vermutet, daß ein lebergriff untergeordneter Organe vorliege. Die betroffenen Deutschen ersuchten um Aufschub mit Hinweis auf die feit langer Zeit schwebenden Berhandlungen der deutschen Das Centluftschiff als Flugzeugmutterschiff. Das Luftschiff Gebirgsvereine mit dem Tschechischen Touristenklub, der vom Staate R. 33 ftieg gestern in Bulham mit einem Flugzeug. bas unter für Deutschland: Fortdauernd unbeständig und sehr fühl mit großen Geldmitteln und Befugnissen ausgestattet ist. Jetzt ist feiner Sülle befestigt war, au einem Brobeflug auf. Eine Vierteleine Berordnung von der höheren Berwaltungsbehörde erlassen, nach stunde nach dem Aufstieg wurde das Flugzeug von der Borrichtung, der bestätigt wird, daß die deutschen Orientierungstadie es mit dem Luftschiff verband, gelöst und machte selbständige fein ohne Aufschub im Laufe einer Woche beseitigt werden Flugübungen. um dann wieder an dem Luftschiff befestigt au müffen. Andernfalls werden die Tafeln durch die Verwaltung ab. werden. Es war das erstemal, daß ein Luftschiff als Flugzeug genommen und so lange deponiert, bis die entstandenen Auslagen bes mutterihiff benutzt wurde. Wir haben eine der größten und ältesten Schuhfabriken Deutschlands. 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Wilsnacker Str. 22 C, Rosenthaler Str. 14 N Brunnenstr. 37 N, Danziger Str. 1 N, Friedrichstr. 130 N, Müllerstr. 3 Neukölln, Bergstr. 30/31 Potsdam, Brandenburger Str 54 Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 122/23 Gewerkschaftsbewegung Zur Aussperrung in der Weißglasindustrie. Das unfäfige Reichsarbeitsministerium. Ein flassisches Beispiel, mie sich die Politik des Reichsarbeitsministeriums in der Frage der Wiederherstellung des Achtstundentages auswirft, bietet die Aussperrung in der Weißglasindustrie in der Niederlaufig und in Schlesien. Es handelt sich da um Arbeiter, für die auf Grund des§ 7 der Arbeitszeitverordnung längst der Achtstundentag als Höchstarbeitstag vorgeschrieben fein müßte. Unter den äußerst schädlichen gesundheitlichen Verhältnissen bei ganz außerordentlich hohen Temperaturen müssen diese Glasarbeiter vor dem Schmelzojen arbeiten. Daß der Achtstundentag hier wirklich ber zulässige Höchst arbeitstag ist, geht übrigens aus der Tatfache hervor, daß der Vorsitzende des Schußverbandes der Weißglas industrie, der jetzt die Aussperrung von 15000 Arbeitern vorgenommen hat, im Juli d. J. mit dem Deutschen Glasarbeiterverband ein Arbeitszeitabkommen getroffen hat, das für die Glasarbeiter in Sachsen den. Achtstundentag festlegt. Wir können weiter anführen, daß auch im Rheinland, in Bayern und in den größten Teilen Thüringens der Achtstundentag in der Glasindustrie auch von den Unternehmern eingehalten wird. Es besteht aber auch die unmittelbare Gefahr, daß die Ausperrung zu einer Stillegung in der Metallindustrie führen muß. Die Betriebe in Weißwasser und Muskau, die die Glasfolben für die Glühlampenindustrie herstellen, find gleichfalls stiligelegt. Nur in diesen beiden Orten werden die Glas folben erzeugt. Ein längerer Kampf muß unvermeidlich auch zu feiner Stillegung in der Berliner Glühlampenin. dustrie führen. Menn das Reichsarbeitsministerium seine in der Arbeitszeit verordnung flar vorgeschriebene Pflicht nicht so sträflich vernachfäffigt hätte, dann würde dieser Kampf überhaupt nie ausgebrochen fein. Schon deswegen und im Hinblick auf die wirtschaftliche Gefahr, bie eine Berlängerung des Kampfes bringen muß, wäre es die Pflicht des Reichsarbeitsministeriums hier einzugreifen. Man ge. Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Dir. A. Kelimer 8 Uhr: SU Lessing- Th. Der Kaufmann Gier unter Binien von Venedig Morgen 8 Uhr: Der Kantmana von Venedi Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr: Carmen Opernhaus von O'Neill Regie B. Viertel Gerde Müller Wegener, Müthel Sonntag, 13. Okt nachm 3 U Bibernelz zu halb. P.e sen U leines Th am Königsplatz Hochzeitstage 7 Uhr: Zar und Zmmermann Schauspiel von Geraldy Schauspielhaus SU. Trianon- Th 7 Uhr. Hannibal Schiller Theater 8 Uhr: Weihnachtseinkäufe Liebelel Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Im Damencoupé Schwank von Hennequin and G. Mifchal Täglich 8 Uhr: HALLER Aida REVUE Denisches Theater Theater im 7½ Uhr: Die heilige Johanna von Shaw- Regie Max Reinhard' Preise v. 1,50-12 M. Admiralspalast ACHTUNG! WELLE winnt nachgerade ben Einbrud, daß sich bas Reichsarbeitsministerium an die vertraulichen" Besprechungen mit Dr. Meißinger so gebunden fühlt, daß man nicht wagt, in einen Kampf einzugreifen, der nie ausgebrochen wäre, wenn das Reichsarbeitsministerium seine Pflicht getan hätte. Glänzende Konjunktur. Aber die Löhne können nicht erhöht werden. Das Deutsche Kalisyndikat. teilt mit: In einer Aussprache von Vertretern aller Wertsgruppen der ftattgefunden hat, ist die gegenwärtige Lage der Industrie eingehend deutschen Kalfindustrie, die vor furzem im Deutschen Kalisyndikát erörtert worden. Hierbei wurde auch die 2ohnfrage besprochen und einmitig festgestellt, daß, nachdem die Industrie im Sommer eine Lohn- und Gehaltserhöhung ohne Kenderung der Preise vorgenommen hat, es im gegenwärtigen Augenblid aus. geschlossen sei, Löhne und Gehälter wiederum einer Erhöhung zu unterziehen. Eine Eingabe, in der dieser Standpunkt näher be gründet worden ist, ist den Reichswirtschaftsministerium überreicht worden." Das Deutsche Kalisyndikat scheint Bike machhen zu wollen. Deffentlich und vertraulich haben bekannte Führer der Rallindustrie öfter betont, daß es dieser im Besize der Borteile des deutschfranzösischen Raliabkommens und eines unbestrittenen Abfahmarktes geradezu glänzend geht. Man kann darauf gespannt sein, wie es diese Industrie mit der glänzenden Ronjunttur be gründen will, wenn fie fich in der notwendigen Anpassung der Löhne an die Teuerung vorbeidrückt. Früharbeit in Bäckereien und Konditoreien. Der Amtliche Preußische Breffedienst schreibt: Aus den auf den Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 4. Mai d. 3. erstatteten Berichten ist zu entnehmen, daß von der in§ 5 der Bäckereiverordnung vom 23. November 1918 vorgesehenen Ermächtigung, die ghtstündige Betriebsruhe in den Bäckereien und Konditoreien auf die Zeit von 9 Uhr abends Gebrauch gemacht worden ist, daß aber die Genehmigung zur Borbis 5 Uhr morgens zu verschieben, zwar in weitem Umfange verlegung des Arbeitsbeginns auf 5 Uhr in vielen Bezirken erst fo spät erteilt worden ist, daß Erfahrungen über die Wirkung dieser Maßnahme noch nicht vorliegen. Soweit bisher festgestellt werden Großes Schauspielhaus SONNTAGS: 2 Vorstellungen Norden 2951/58. nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen. Für Dich! Die große Charell- Revue( 300 Mitwirkende) tägl. 8% Uhr Preise der Plätze: Parkett M. 5.- Balkon M. 4.1 Rang M. 8. 2. Rang M. L50, Logen un Klub sessel M. 7-12 ' 8. Rag M. 0.75 Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen. 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Er braucht keine Dekoration, nichts als sein Spazierstöckchen, sein Englisch verstehen die wenigsten Zuschauer, aber jede seiner Gebärden verstehen sie, jedes Zucken des Mundwinkels sitzt, wirkt und erschüttert zu Lachsalven." Prachtvoll auch der Komiker Richard Hayes, ebenso der komische Kanonenkönig Revin. Die Spanierin Amarantina ist in ihren letzten Tänzen besser geworden, entzückend die Geschwister Bitter, wenn sie mit orangegelben Zylinder hüten Charleston tanzen." Sonntag Nachm. 3, Uhr halbe Preise. Rauchen gestattet Rennen zu Hoppegarten Elite- Sänger Sonnabend, 17. Oktober Kottbuser Str. S. Tel Mpl. 163 77. Tägi.SUhr, auch Bonntag nachm. 3 Uhr( zu halben Preisen) U. Wandeindes Glück Großer Solotell u. Wiazer est am thei Reichshallen- Theater Allabendlich& Uhru. Sonntag nachm. 3 3 Ohr Stettiner Sänger Nachm. halbe Preise Dönhoff- Brett'i: Familien Varieté. Sonntags 512 Dhr. Anfang 8 Uhr nachm. 11, Uhr ( Clou) Der tonnte, hat die Früharbeit in den Bädereien und Konditoreien einst weilen zu besonderen Unzuträglich feiten, die es ge boten erscheinen ließen, den Arbeitsbeginn schon jetzt wieder allgemein auf 6 Uhr festzusetzen, nicht geführt. Der Minister ermächtigt deshalb in einem Erlaß( Nr. III 8524) die Regierungspräsidenten, die im Abjazz 5 Biffer 7 des Erlasses vom 4. Mai be zeichnete Frist für die Geltungsdauer der Genehmi gungen bis auf den 1. April 1926 hinauszuschieben, sofern dies nach Lage der örtlichen Berhältnisse gerechtfertigt erscheint. Dabei wird vorausgesetzt, daß die für die Zulaffung des 5- Uhr- Beginns vorgeschriebenen Richtlinien und Bedingungen auch fernerhin strengste Beachtung finden. Der BBMJ. lehnt alles ab. Gestern fanden mit dem Berband Berliner Metallindustrieller Berhandlungen statt über die notwendige Aufbesserung der Löhne der Transportarbeiter der Metallindustrie. Wie uns vom Deutschen Verkehrsbund mitgeteilt wird, sind diese Verhandlungen an der unnachgiebigen Haltung des VBMI. gescheitert Infolgedessen ist zunächst der Schlichtungsausschuß angerufen worden. Gescheiterte Lohnverhandlungen in der Schwerindustrie. Bochum, 16. Ditober.( Eigener Drahtbericht.) Nach Mit teilung des Metallarbeiterverbandes find die Lohnverhandlungen für die nordwestliche Gruppe der Metallindustrie gescheitert. Die Arbeiter hatten eine 15prozentige 2ohnerhobung berlangt, während die Unternehmer erklärten, auf einer 10prozentigen Lohnherabfegung bestehen zu müssen. Diese Zumutung, die Löbne um 10 Broz. abzubauen, ist felbft für Schwerindustrielle ftailer Tabat. Komet Freilauf gehört in jedes Fahrrad! Unverwüftlich im Gebrauch! Der Mann, der die Ohrfeigen bekam Ein Film, der einen lachen und weinen macht, der anregt und unterfält, der die berzen Bößer schlagen läßt Regie: VIKTOR SJÖSTRÖM Hauptrolle: CON CHANEY Metro- Goldwyn- Film der Ufa Ufa- Symphonie- Orchester. 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Die weiteren Ausführungen des Redners, die sich gegen den Minister Severing richten, gehen fast restlos in andauerndem Lärm unter. Abg. Schlange- Schöningen( Dnat.) führt namens seiner Parteifreunde aus: Wenn uns in Locarno eine Lösung vorgeschlagen werden sollte, die den nationalen Selbstverständlichkeiten nicht Rech nung trägt, so werde im deutschen Bolte ein Sturm der Entrüftung sich erheben, dem die Deutschnationalen Rechnung tragen würden. Redner wendet sich im übrigen in frasser Form gegen Minister Severing. Helfferich, nicht Severing habe der Inflation ein Ende gemacht. Die vaterländischen Verbände seien rein nationale Organisationen, während das Reichsbanner eine parteipolitische Organifation sei. Wenn Tyrannenmacht unerträglich werde, dann müsse ein so großes Volt, das frei sein wolle, seine unveräußerlichen Rechte von den Sternen herunterholen( Lebhafter Beifall rechts, Lärm links.) Die Ausführungen des Abg. Leinert über die Niederlegung des Kranzes des Kaisers hätten die Tatsachen durch aus verdreht, auf der Kranzschleife habe nur gestanden:" Der frühere Kriegsherr ehrt seine gefallenen Auguftaner." Es sei mehr als tatt los, gegen einen so wehrlosen Mann wie den früheren Kaiser fortwährend zu hezen!( Lärm links.) Der Redner wirft dem Minister vor, er wünsche, daß an Stelle der weltberühmten preußischen Moral eine brüchige Moral trete. An dieser Entwicklung sei das Zentrum mitschuldig. Im übrigen gratuliere er dem Minifter, daß er nun endlich auch die Unterstützung der Kommunisten gefunden habe.( Großer Lärm lints.) Der erste Minister, der an Severings Stelle trete, werde hoffentlich als erster Wiederaufbauminister Breußens zu bezeichnen sein.( Lebhafter Beifall rechts. Bischen und Pfeifen links.) Bolfswohlfahrtsminister Hirffiefer: Die Behauptung des Abg. Gieseler, daß ich bei meiner legten Anwesenheit in Wien auf der Mariahilfer Straße schwer betrunten in Gesellschaft von zwei Freudenmädchen aufgefunden und auf die Polizeiwache gebracht wor den bin. erkläre ich in vollem Bewußtsein dessen, was ich tue, für eine ehrlose Lüge und Berleumdung.( Stürmischer Beifalls links und in der Mitte, andauernder Lärm rechts.) Minister des Innern Severing: Deutschnationale ,, Opposition" Sonnabend, Severing antwortet. unter ein Sozialdemokrat! Er wolle ihm aber nicht den Vorwurf machen, er habe damit voltsparteiliche Politik gemacht. Man müsse dieselbe objektive Beurteilung auch dem Minister Severing zuteil werden lassen. Die Sozialdemokratie stehe auf dem Boden der demokratischen Republit grundsählich und endgültig. ( Abermaliger großer Lärm rechts und stürmische Zurufe: Unerhört:)| einige 20 Oberschulräte in Breußen ernannt worden, bar. Als im März 19 23 gewisse Kreise den passiven Widerstand in den aktiven Widerstand umwandeln wollten, hat gerade das preußische Ministerium des Innern auf der Wacht gestanden, um Explosionen zu verhindern. Als dann infolge unseres Währungsver. falls die Kommunistische Partei Oberwasser zu gewinnen drohte, sind nicht militärische Stellen eingeschritten, sondern gerade die preußische Polizei, und dann auch in den Augusttagen, als Krisen drohten, war es die preußische Polizei und niemand anders, die Ruhe und Ordnung schaffte. Ich nehme gar feinen persönlichen Ruhm für mich in Anspruch, wohl aber für mein Ressort. Der Reichswehrminister hat selbst erklärt, wenn es gelungen sei, die Ruhe aufrechtzuerhalten, so wäre das gerade der starten Polizeimacht in Preußen zu verdanken. Der Abg. Leidig hat davon gesprochen, daß es die Aufgabe des Innenministers sei, zwischen der alten und neuen Zeit zu vermitteln. Darauf habe ich gar teine beffere Antwort geben können als die mit dem Schillerschen Wort von der Befreiung der Knechte.( Stürmischer Beifall links, heftiges Zischen rechts.) Abg. v. Ennern( D. Bp.): Der Minister hat mir meine Fragen hinsichtlich des zum Oberverwaltungsgerichtsrat ernannten Herrn Kroner nicht beantwortet. Ich glaube danach feststellen zu dürfen, daß diese Ernennung lediglich aus politischen Motiven erfolgt ist. Abg. Prelle( Wirtsch. Bereinig.) fritisiert die parteiische Stellungnahme des Ministers zum Reichsbanner. Abg. Beuermann( D. Bp.) bespricht die Not in Oberschleften und in der Grenzmart und wünscht, daß mehr als bisher die Regierung das Geficht nach Osten wende. Minister Severing weist ein Berschulden des Innenministeriums in der Optantenfrage zurück und warnt davor, zu versuchen, die polnische Gefahr mit fleinlichen Unterdrückungsmaßnahmen zu bannen. Man würde dadurch die Polen nur zu Repressalien reizen. Zudem würde man bei den Bolen in Deutschland eine Stimmung erzeugen, die im GefahrenInnenministerium und dem Auswärtigen Amt hat in der Einstellung moment fehr unangenehm fein fönnte. Zwischen dem preußischen zu den Polen eine Diskrepanz nicht bestanden. Der Minister verliest hierauf eine Aftennotiz über eine Reffortbesprechung im Oftober 1924, die Klarheit bringen sollte über die Frage der Unterbringung der Optanten; wegen der Abwesenheit der Vertreter des ReichsfinanzminifteIch verstehe sehr wohl die Erregung des Herrn Kollegen Hirtriums fei, wie affenfundig gemacht worden wäre, die Erörterung fiefer; auch ich würde mich vielleicht in ähnlicher Lage in diesem dieser Frage in dieser Sigung unmöglich gewesen. Temperament geäußert haben. Aber als ich den Abg. Gieseler hörte.( Lebh. Hört, hört! fints.) Nach einem Schreiben des preußischen als ich seine staatsrechtlichen Auffassungen vernahm, als er mir in Finanzministers an den Reichsfinanzminister vom 12. Dezember aller Form wegen der Behandlung der von ihm und seinen Partei 1924, das der Minister gleichfalls verlieft, fonnte die Frage in einer freunden eingebrachten kleinen Fragen den Krieg erflärte, als er mir später anberaumten Sigung, in der die verwaltungsmitteilte, ich hätte, um die Unterstügung der Kommunisten zu gemäßigen Maßnahmen für die abwandernden Optanten durchge toinnen, 2300 ihrer Parteigänger in die Schuhpolizei aufgenommen, sprochen werden sollten, wiederum nicht zur Erörterung da habe ich es doch mit dem Wort gehalten: Herr, vergib ihm, denn gelangen, er weiß nicht, was er tut!"( Große Heiterkeit.) Ich muß aber einen Schritt weitergehen, indem ich dem Abg. Gieseler und feinen Freunden erkläre, daß ich eine ihrer Anfragen nicht beantworten werde.( Große Bewegung rechts.) Sie wissen, daß ich die Rechte des Parlaments hochachte, aber ich bin es meiner Selbftachtung und der Achfung des Staatsminifteriums fchuldig, daß ich nicht auf solche Anfragen eingehe, wie die, die mit den Worten beginnt: ,, Warum macht sich der Preußische Minister des Innern zum Diener Frankreichs?" ( Bfuirufe bei den Sozialdemokraten.) weil der Kommissar des Reichsfinanzminifteriums nicht anwesend war. ( Wiederholtes hört, hört! lints.) Deshalb mußte auch eine Bertagung der Reichsratsporlage eintreten. In dem Schreiben wurde ferner betont, daß Einigkeit bestünde darüber, daß eine Flüchtlingsfürsorge und eine Lagerfürsorge es nicht mehr geben tönne. Das liege im Interesse der Abwanderung selbst. Diefer Finanzminister ist Herr v. Richter gewejen. ( Erneutes lebhaftes Hört, hört! lints.) Der Minister zitiert weiter ein Schreiben an den Regierungspräsidenten von Schneidemühl vom 10. Januar, worin er um Maßregeln ersucht habe, die Abwanderung planmäßig vor sich gehen zu lassen, damit eine regellose Abwanderung verhütet werde. Die Voraus fezungen und Bedingungen, die er gestellt habe, um eine regelrechte llebernahme zu ermöglichen, seien bis Mitte Juli dieses Jahres nicht erfüllt gewesen.( hört, hört! links.) Er enthalte sich jedes Kommentars, er lasse nur die Aften sprechen, das Haus möge sich nachher selbst das Urteil darüber bilden, men die Schuld treffe.( Stürmische Unterbrechungen rechts.) Durch das Schreiben des Finanzministers und durch die Attennotiz sei- feft gestellt, daß über den Kosten puntt eine Einigung an den zuständigen Stellen nicht erzielt werden fonnte.( Der Lärm auf der Rechten dauert an, auch nachdem Bizepräsident Dr. v. Kries dem Abg. Dr. Heß das Wort erteilt hat.) um die Demofrafie zu stürzen. Würde hier in diesem Hohen Hause mündlich eine solche Anfrage an mich gerichtet, ich bin überzeugt, der Präsident würde Veranlassung nehmen, eine solche Fragestellung mit aller Entschiedenheit als ungehörig zurückzuweisen. Ich möchte auch den verehrten Herrn Bräsidenten dringend bitten, daraufhin die Formulierung der fleinen Anfragen genau zu prüfen. Zu den Ausführungen des Abg. MüllerFranken über meine Mittelstandsfeindlichkeit kann ich nur sagen, wenn das richtig wäre, was er über die Behandlung des Mittel standes in Preußen ausgeführt hat, so müßten er und seine Freunde doch dieselben Beschwerden über die Regierungen von Thüringen und Mecklenburg erheben. Der Abg. Schlange hat darauf auf mertfam gemacht, daß ich als Sozialdemokrat gar nicht die Inter essen des Mittelstandes wahrnehmen fönnte, weil ja im Programm der Sozialdemokratie nichts davon stände. Wenn er die Tagesordnung der heutigen Sizung aufmerksamer gelesen hätte, so würde er darauf eine Große Anfrage der Abgeordneten der Wirtschaftspartei gefunden Abg. Dr. Heß( 3.): Der Abg. Schlange- Schöningen, die schärfste haben, die die Sicherung der staatsbürgerlichen Rechte des Mittel- Nummer, die die Deutschnationalen überhaupt aufzuweisen haben, standes betrifft und worin über die Berlegung der staatsbürgerlichen gestattet fich, mir den Vorwurf der Bergiftung der politischen Rechte von Angehörigen des Mittelstandes, nämlich über Berrufs- Atmosphäre zu machen. Warum nimmt er denn seinerseits nicht erflärungen gerade durch die Deutschnationalen, endlich Stellung zu dem ersten Brief seines Bartel Belchwerde geführt wird.( hört, hört! lints.) Auf gewiffe Korge noffen Bachem? Die Herren Deutsynationalen erklären im ruptionserscheinungen im allgemeinen einzugehen, versage ich mir. Lande draußen die schwarze Gefahr für so groß wie die rote Das gehört nicht hierher, sondern vor die Strafgerichte.( Broße Un Gefahr, und hier reden sie von Bergiftung der politischen Atmoruhe und zurufe rechts.) Solche Fälle sind auch zu den Zeiten der sphäre!( Andauernder lauter Lärm rechts.) Sie wollen die politische alten Regierung vorgekommen und es waren sogar hochgeftellte Per Macht in Preußen wieder erobern; doch nur fönlichkeiten beteiligt. Herrn Schlange gegenüber bemerke ich, daß ich die Erklärung des Abg. Heß für außerordentlich wirksam halte. Ich bin dem Abg. Schlange sehr dankbar, daß er mir Beran laffung gibt, diese Erklärung noch einmal ausdrücklich zu unterffreichen, und ich bin überzeugt, daß die Angehörigen der Zentrumspartei und die chriftlichen Gewerkschaften die Aus führungen des Abg. Heß in bezug auf das Reichsbanner zu ihrem Nuhen und Frommen lefen werden. Große Unruhe und Zurufe rechts.) Herr Schlange hat mir vorgeworfen, daß ich Unterstützung bei den jenigen suchte, die in ihr Programm den Sturz des heutigen Staates und der Gesellschaftsordnung aufgenommen haben, also bei ben Kommunisten. Meine Herren von der Kommunistischen Bartei, ich foll mich alfo um Ihre Unterſtügung bemühen. Ich bin ja aller. dings in diesen Tagen von Ihnen glimpflich behandelt worden. Aber ich bin Ihr erbittertster Gegner, und wenn es darauf antommt, finden Sie( zu den Kommunisten) wohl auch Gelegenheit zu Erklärungen derart, wie sie Herr Schlange gemacht hat. Herr Schlange fragte mich auch, was ich in den Tagen des Hindenburg. Befuches im Rheinland erlebt hätte. Ich muß fagen, in der Stadt, in der sich auf meinen besonderen Wunsch das Reichsbanner und die Gewerkschaften beteiligt haben, habe ich ein schwarzrotgolde nes Fahnenmeer gesehen. Schwarzweißrof war nur ein Tronken.( Bebhafte Unruhe und Widerspruch rechts.) Haben die vaterländischen Organisationen je etwas zur Festigung des Vaterlandes getan?( Großer Lärm rechts und Zurufe: Noste!) Sie haben alles zur Beunruhigung, aber nichts zur Feftigung getan.( Erneuter Lärm rechts und Zurufe: Fragen Sie mal den Oberpräsidenten Noste! Wie war es denn im März 1919?) Auf der einen Seite gab es Einwohnerwehren. auf der anderen Seite Arbeiterwehren. Ich habe von Anbeginn im Einverständnis mit allen militärischen Stellen gegen diese vaterländischen Organisationen Stellung genommen. Als sie sich polizeiliche Befugnisse anmaßten, war es meine verfluchte Pflicht, dagegen einzuschreiten. Ich wiederhole: Nichts zur Festigung, fondern alles zur Erschütterung haben diefe vaterländischen Berbände getan. Sie treffe sich hierin mit der Demokratischen Partei und dem Zentrum. Man begrüße auch, daß die Wirtschaftspartei sich unzweideutig auf den Boden der demokratischen Republit gestellt habe. Nur im Kampfe gegen ihre Gegner auf der äußersten Rechten und Linken werde die Republit bestehen. Abg. Mehenthin( D. Bp.): Am 31. Juli tonnten 20 000 Flüchtlinge erwartet werden. Das Innenministerium hat für 3000 notdürftigste Unterkunft besorgt und sich um die übrigen nicht gefümmert. Abg. Klimas( Bole), der sich als Wilder" zweimal vergeblich zum Wort gemeldet hat, darf nach einer ausgedehnten Geschäftsordnungsdebatte sprechen): In den unteren Instanzen wird das Recht der polnischen Staatsbürger dadurch gebeugt, daß ihre Wahl zu Gemeindevertretern nicht bestätigt wird, und zwar lediglich deshalb, weil sie Polen sind, weil sie der polnischen Minderheit angehören. Im Kreise Ratibor allein handelt es fich um etwa 20 derartige Fälle. Auch sonst gingen die unteren Verwaltungsbehörden mit den schlimmsten Willfürmaßregeln, Berhaftungen usw. gegen die polnische Minderheit vor. Damit schließt die allgemeine Aussprache. In einer persönlichen Bemertung hält Abg. Giefeler( Bölt.) feine Behauptung aufrecht. Abg. Bachem( Dnat.) ftellt gegenüber dem Abg. Heß feft, daß er nie dem Zentrum angehört habe. Der 3wed des ersten Briefes fei lediglich gewesen, einem unqualifizierbaren Angriff des Zentrums gegen die Deutschnationalen im Rheinland die Spize abzubrechen. Nach einer persönlichen Bemertung geht das Haus zur allgemeinen Besprechung der über. Polizeiangelegenheiten Mit der allgemeinen Besprechung der Polizeiangelegenheiten wird verbunden die Beratung einer großen Anzahl von Anträgen über Beamtenfragen, über Befämpfung der Schund- und Schmutzliteratur, über Berkehrsunfälle, Störung von Versammlungen usw. Auch die Große Anfrage der Zentrumspartei über die Nadtkulturbewegung im Theater- und Lichtspielwesen sowie der Sozialdemo traten über die Ueberfälle von Mitgliedern rechtsgerichteter Berfonen stehen zur Beratung. gerichteter Bersonen stehen zur Beratung. In Beantwortung der leggenannten Großen Anfrage teilt der Regierungsvertreter mit, daß erfahren anhängig feien, deren Ausgänge abgewartet werden müßte. Die Anfrage der Zentrumspartei, ob dem Staatsminifterium bekannt sei, daß sich gegenwärtig im Theater, Lichtspiel- und gesamten Schauftellungswesen eine im Kunstinteresse in feiner Weise begründete, vielmehr der Lüfternheit dienende ,, Nadtkulturbewegung" geltend mache, beantwortet ein Regierungsvertreter in längeren Ausführungen dahin, daß für bedauerliche Mißstände in der Art der Darstellung bestimmte Bereinigungen nicht verantwortlich gemacht werden fönnen. Soweit polizeiliche Maßnahmen in Frage tamen, sei ben zuständigen Stellen der Ministerialerlaß vom Jahre 1923 in Erinnerung gebracht worden. Nachdem Abg. Heilmann( S03.) über eine Reihe von Aenderungen der Etatsätze berichtet hatte, nahm als erster Redner in der allgemeinen Ausfprache zum Abschnitt Bolizeiwesen" das Wort. Abg. Mardwaldt( Soz.) Der Redner verlangt die Höherstufung der Polizeibeamten in der Besoldung durch ein besonderes Boizeibeamtenbe oldungsgeseh. Alles Mißtrauen zwischen den verschiedenen Schichten der Beamtenschaft müsse beseitigt werden. Der Rebner erörtert dann im einzelnen die Besoldungsforderungen der verschiedenen Gruppen der Schuhpolizeibeamten. Ungerechtigkeiten müßten beseitigt werden. Für die Beförderung in höhere Stellen müffe die persönliche Tüchtigkeit maßgebend sein, ohne pedantische Rücksichtnahme auf die theoretische Vorbildung. In der Wohnungsfrage müsse für die Schuhpolizeibeamten mehr getan werden. Der Redner erhebt dann Beschwerde über rohe Behandlung von Unterbeamten durch obere Beamte. Der Redner wendet sich gegen die Agitation, die der Landtagsabgeordnete Polizeimajor a. D. Bolizeibeamte Jei dazu da, die Republik gegen gewaltsame AenderBord unter den Polizeibeamten gegen die Republit entfalte. Der rungsversuche der Rechten mit Gewalt zu verteidigen. Abg. Bord( Dnat.) führt aus: es habe in der Schutzpolizei an Bahrhaftigkeit gefehlt.( Lärm fints.) Der Minister hat gezeigt, daß ihm nichts an der Ruhe des Staates liege, sonst hätte er sich nicht gegen die Kasernierung der Schuhpolizei menden dürfen.( Lärm bei den Komm.) In der Schußpolizei gehe ein sehr bezeichnender Wih um: der Schußpolizeibeamte habe die vier Taschen seines Roces zur Unterbringung von Barteimitgliedsbüchern; das jeweils ihm Müzlichste ftede er in die Herztasche. Das Verbandsleben habe der Minister für seine Barteizwede ausnußen wollen. Der nicht auf frei gewerkschaftlichen Boden stehende Polizeibeamtenverband werde als überflüffig und schädlich bezeichnet, während der freigewerkschaftliche Berband Jogar Kommunisten in ihren Bersammlungen[ prechen laffe. Der Polizeipräsident Lübbring ziehe Erfundigungen über die einwandfreie politische Gesinnung neu zu ihm versetzter Beamten ein; das sei unerhört. Der„ Stoderlaß des Polizeipräsidenten wirke sich verderblich aus. Das Haus vertagt fich auf Sonnabend 10 Uhre Welterberatung. Schluß nach 7 Uhr. Das wird ihnen nicht gelingen! Halten Sie uns für föricht genug, daß wir zu den fortgefeßten Angriffen auf die katholische Kirche Schweigen follen? Barum hat heute morgen Herr SchlangeSchöningen fein Wort des Tabels gegen die Heße des Evange lischen Bundes gefunden? Er findet es sonderbar, daß ich nur für Angehörige des Zentrums eintrete; ja, warum haben Sie denn nicht seinerzeit die katholische Abteilung im Ministerium zugelaffen. ( Stürmische Heiterfeit.) Es sei doch recht undankbar, wenn in der deutschnationalen Breffe es jetzt so dargestellt würde, als seien die Deuifcnationalen durch die veränderte Haltung der Rommunisten von einem Alpbrud befreit worden. Der stärffte Trumpf in dem deutschnationalen Kartenspiel hinsichtlich der Reubildung der Regie rung jei doch gerade der Bied. Bube gewesen.( Stürmische im Großen Schauspielhaus And Karten sum ermäßigten Treife au baben. Heiterkeit.) Der Kreuz- Zeitung" ist heute morgen ein Zentnerstein von der Seele gefallen, nachdem die Kommunisten erklärt haben, sie würden zwar fein Mißtrauensvotum einbringen, mohl aber gegen Den Etat stimmen. Jugendveranstaltungen. Abteilungsfelter! Gebt ble Monatsprogramme fir November ab. Mitalieber! Rur Broletarischen Feierstunde am Sonntag, ben 8. November, Wannsee: Beteiligung am Elternabend der Abt. Staaten. Berbebezirk Oberfpree: Seute 7 Uhr aben die Musiker im Jugendbeim Röpenid, Grünauer Str. 5. Am Sonntag, ben 18. Oftober, vormittags 10 Uhr, im WBT., Oberschöneweibe, Ebifonftraße, am Marktplah. Borführung des Sam burafilms. Eintritt 40 Bf. H Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff befaßt sich mit Beltungs Ausführungen zum Finanzausgleich richten. Er stellt fest, daß der artifeln, z. B. in der Deutschen Tageszeitung", die sich gegen feine zustimmende Beschluß zum Finanzausgleich übereinstimmend von allen Mitgliedern des preußischen Kabinetts gefaßt fei. Seine ab lehnende Haltung in der Frage der Erhöhung der Beamtengehälter sei von der Rücksicht auf die Lage der Staatsfinanzen, Nur auf dem Wege der Demokratie werde der Staat wieder hoch- aligler melden fich beim Genoffen Lucht, Sindenfit, 2. nicht auf den Reichsfinanzminister v. Schlieben diftiert worden. kommen.( Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) In der Morgen, Sonntag, den 18. Oftober: Selmbolkplak: Fahrt. Treffpunkt 7 hr Bhf. Prenzlauer Allee, Frieb richshain: Fahrt nach Strausberg. Treffpunkt 7 Uhr Edlef. Bhf. westen: 9 Uhr Flugblattverbreifung. Treffpunkt vor bem Borwärts. Nach Friedenau: Bahlagitation. Schöneberg I: Beteiligung an den Wahlarbeiten. Steglig I: Bunter Abend mit befonderem Programm. Jugendliche, Eltern, Bartel genoffen find herzlich eingelaben. Ceglik: Jugendheim Solsteinische Straße 3, Seiterer Abenb. Tempelhof: Fahrt nach dem Grunewald. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Tempelhof. Reutonn: Fahrt Bernau- Birkenwerber. Treffpunkt 17 Uhr Ringbhf. Bichtenberg Nord: Wahlagitation. Pantom: Szenen aus Tollers Wandlung" am Mittwoch, den 21. Oktober( Abendfeier Museumsbesuch. Treffpunkt 29 Uhr Flora, Ede Mühlenstraße. Genosfinnen und Genoffen, die Lust haben, an der Aufführung von zwei für die Leserinnen und Freunde ber Frauenwelt, mitaumiefen, werden ge 10% the punti im Goalbay Felebricobain( nabe Rönigstor), fellamebmen beten, an unferer Generalprobe am Sonntag, ben 18. Ottober, vormittags Banderarbeiter werde in Ostpreußen, Pommern und BranAbg. Hellmann( Soz.): Die größte Bahl polnischer denburg beschäftigt. Darin müsse aus nationalen Gründen eine Aenderung eintreten. Breissentungsfrage fei Rolle spielen. Im Osten müsse die Republit in fultureller zuzugeben, daß die Länder da eine sehr wenig rühmliche Beziehung das nachholen, was das Kaiserreich verfäumt habe. Vor dem Rückfall in hakatistische Politit müsse man fich hüten. Unter dem voltsparteilichen Kultusminister Dr. Boelig findabrothauslagen werde aucliderfatte Die neue Konzentrationsbewegung. fommt. Be? ommen wir einen Zementtruft? Unter den Interessenten der deutschen Portlandzementindustrie herrscht gegenwärtig eine ungewöhnliche Spannung und Bes triebsamfeit. Nicht des laufenden Geschäfts und der Kon junktur wegen. Beide waren 1924 und auch 1925 verhältnis mäßig günstig. Aber Ende Dezember 1925 laufen für alle diei Berbände der Zementindustrie, den norddeutschen, den rheinisch, westfälischen und den süddeutschen 3ementverband, die Syndikats nerträge ab, und es ist zweifelhaft, ob es zu einer Erneuerung Jedenfalls fann niemand sicher damit rechnen, daß neue Ber. träge zustande fommen. Wenn hohe Preise und eine gewisse Kontingentierung der Produktion zur Regelung des Angebots auch im Intereffe jeder Zementfabrit liegen, auch des größten und stärksten Konzerns, se sind die neuen Berträge doch nicht möglich, ohne daß cine Anzahl Berte auf der Strecke bleiben oder ihre Selbständigkeit etnbüßen. Dem Abschluß neuer Berträge muß ein Kampf um die Beteiligungen vorangehen, und dieser Kampf wird sehr hart, da in der Machtverteilung zwischen den einzelnen Werken und Gruppen große Veränderungen vor sich gegangen sind. Die merte, Mühlenwerte I. Eyberberg A.-G. Köln- Mülheim, Leyfieffer u. Kiesekamp A.-G. Münster und die Wittener Walzmühlen- A.- G.. um die es sich handeln dürfte, werden durch Majoritäts- oder größe ren Teilbefiz der Aktien von der Getreidekommissions. 2. G. beherrscht. Die Getreidetommiffions- A.- G. treibt Ge treibehandel. In ihrer Goldbilanz wurden aber schon über treidehandel. In ihrer Goldbilanz wurden aber schon über 4 Mill Mart Effetten und Beteiligungen ausge wiesen. Seitdem wurden noch bedeutende Pakete anderer Mühlen merte hinzuerworben. Das Attienfapital betrug 1913 1,8 millionen. In der Goldbilanz ist es, obwohl nur etwa 900 000 Goldmart durch Kapitalerhöhungen neu zugeflossen sind, auf 4 Mill. Mart festgestellt. Für 1923/24 wurde auch eine Golddividende verteilt. Getreidezwangswirtschaft seit 1914 scheint der Getreidekommissions A.-G. gut bekommen zu sein, wie es scheint, sogar besser als den in zwischen aufgekauften Mühlenwerken. In dem schwierigen InIn dem schwierigen In flationsjahr 1923 vermochte die Getreidetommiffions- A.- G. neben einer holländischen Guldenanleihe auch eine Beizenanleihe unter zubringen, deren Ertrag und niedrige Berzinsung( vom Weizenpreis abhängig, bisher zirka 8 Proz.) fie finanziell sehr stärkte. Die an gekündigte Interessengemeinschaft ist demnach viel weniger ein Ber trag freier Werke, als vielmehr eine Transaktion der Getreide fommissions- A.- G. und ihres Leiters, die man als Borstufe zur finanziellen und geschäftlichen Vereinigung bezeichnen kann. Es wird mit anderen Worten nur die geschäftliche Konsequenz aus schon be stehenden Tatsachen gezogen, ähnlich wie bei den 87 Interessengemeinschaftsverträgen des Wintershallkonzerns. Die Mehlerzeugung und Mehlversorgung des rheinisch- westfälischen Induſtriegebiets wird in einer Hand vereinigt. Zusammenschluß in der deutschen Luftschiffahrt. gefaßt, ihre eigenen Berte ganz oder teilwelle ftillzulegen. Hieraus ist schon ersichtlich, melche großen wirtschaftlichen Borteile die Ferne Dersorgung bietet. Die technische Entwidlung ermöglicht es, durch Rompreffion das as in Röhren mit Kleinem Durchmesser auf weite Entfernungen zu leiten. Das Gas braucht also nicht am Berbrauchsort erzeugt zu werden, sondern kann aus Großgaswerken bezogen werden, wo die Kohle am wirtschaftlichsten ausgenutzt wird. Die wirtschaftlich beste 3erlegung der Kohle in ihre Nebenprodukte, die bei der Entund Bergafung entstehen, wird natürlich am vorteilhaftesten in einem fabrifmäßig produzierenden Großbetrieb geschehen. Die dort aufBroduktionskosten. Die Beheizung der Gasungstammern ist besser gestellten Großraumöfen erlauben Ersparung an Kohle und als bei Horizontal- Retortenöfen. Es werden hier eine große Menge Kots und Destillationsprodukte wie Teer, Ammoniat, Benzol u. dgl. gewonnen, was für die weiterverarbeitende Industrie bei der Preisgestaltung nicht unwesentlich ins Gewicht fällt. Des weiteren kann hier die Abhige der von den Destillationsöfen aufsteigenden Heizgase und der aus den Defen entfallenden glühenden Rotsschladen zur Dampferzeugung verwendet werden. Wie unwirtschaftlich gerade die mittleren und fleinen Werte arbeiten, ergibt sich daraus, daß die Erzeugungstoften gegenüber einem Großgasmert in mittleren Berten das 1,2- bis 1,7fache, in fleinen Werfen das 2- bis 2½fache betragen. In der Elektrizitätsversorgung hat sich eine planmäßige Bersorgung nach einheitlichen Gesichtspuntten schnell durchgesetzt und darin liegt die große Entwicklungsfähigkeit der Elektrizitätswirtschaft. Man ist nicht davor zurückgeschreckt, fleine, unwirtschaftliche Berke stillzulegen und durch Strombezug aus leiunwirtschaftliche Werke stillzulegen und durch Strombezug aus leistungsfähigen Zentralen zu ersehen. ftungsfähigen Zentralen zu erfeßen. Eine weitere Ursache, warum heute die Gaserzeugungsstätten zum großen Teil rückständig sind und zu teuer produzieren, ist der Raub bau, der getrieben wird. Anstatt rechtzeitig eine Wertserneuerung vorzunehmen, werden alle Ueberschüsse zur Balan zierung des Etats verwendet. Die Gemeinde Wien hat hier wiederum vorbildlich gewirkt, indem sie nach der Stabilisierung der Krone den Gaspreis um 25 Proz. niedriger als vor dem Kriege gejetzt hat. Sie verzichtet im Interesse einer gefunden Preispolitik auf die Inanspruchnahme von Betriebsüberschüssen. Das war ihr natürlich nur möglich durch die Errichtung einer modernen Gas. erzeugungsstätte, die in Birklichkeit einer chemischen Fa brit entspricht und in der die Nebenprodukte in wertvolle chemische Produkte verwandelt werden. H. 2. Bedarf an ausländischen Textilien, bie trog ber 3ölle noch billiger Weniger in dem Norddeutschen Verband. Abgesehen von dem oberschlesischen Konzern der Vereinigten Portlandzement werfe Schimishow A.-G. gibt es im Norddeutschen Zementverband neben Einzelwerfen nur fleinere Konzerne von wenigen Fabriken. Um so heftiger wird der Quotenkampf im Rheinisch Die Gasfernversorgung setzt sich in Deutschland erst allmählich Bestfälischen und im Süddeutschen Verband geführt werden. Der durch. Der Bartikularismus der deutschen Gemeinden im wirtschaftRheinisch Westfälische Verband wird mehr und mehr lichen Sinne behindert die Errichtung leistungsfähiger interfommubeherrscht von der Widing Portlandzement- und Wasserfalt, So wird man den Interessengemeinschaftsvertrag als Ronnaler Werte, die ganze Wirtschaftsgebiete verforgen. Nur am Niederwerke A.-G. Münster, die seit der Borkriegszeit eine mächtige Aus- zentrationsbewegung im Mühlengewerbe ansprechen rhein, in Westfalen und Sachsen hat eine schnelle Entwicklung der dehnung erfahren hat und mit der Herrschaft über fast 1% Dutzend müssen, die vom Getreide handel, nicht von den Werten aus. Gasfernversorgung eingesetzt. Zementwerke Rheinland- Westfalens die Hälfte aller Kontin geht. Da der Getreidehandel, besonders der großen Firmen, zugleich gente des Syndikats auf sich vereinigt. Während ihr Aktienkapital als Bantier der Mühlenwerte fungiert( die zeitweise des ge. 1913 nur 4,5 Millionen Mart betrug, ist es in der Golderöffnungs- wohnten Bolles entbehrten und bis 1926 nur von dem ermäßigten bilanz auf über 20 Millionen angewachsen. Der Kampf in der 3oll von 8 M. pro Doppelzentner profitieren), zeigt sich auch hier rheinisch- westfälischen Synditatsgruppe wird noch verschärft durch die geringere Stärte der Fabritationsbetriebe einen bedeutenden Außenseiter, die Zementfabriten und Bort gegenüber Lieferanten und Finanziers. Der zum mindesten nicht landzementfabriken Dyderhoff Söhne GmbH., die sich auch gestiegene Brotkonsum und der start rückgängige Fleischverbrauch, der ihrerseits, mit weiterer Außenseiterschaft rechnend, durch Interessenwegen der Futtermehle für die Mühlen wichtig ist, dürften ein gemeinschaftsverträge mit Fabrien in Ulm, Bonn, Oberkassel und übriges getan haben. Als erstes Anzeichen weitgreifender Konübriges getan haben. Als erstes Anzeichen weitgreifender KonKupferdreh für den Kampf vorbereitet haben. Der Biding- Konzernzentration im Mühlengewerbe tommt dem Interessengemeinschaftshat erst fürzlich, zu demselben Ziel der Machtstärkung, fich noch vertrag eine besondere voltswirtschaftliche Bedeutung zu. weitere mestfälische Werke zugegliedert. Aehnlich liegt es im Süddeutschen Verband. Auch hier steht ein in den Kriegs- und Inflationsjahren mächtig ausgedehnter Verband im Vordergrund, die als Heidelberger Ronzern bekannten Portlandzement werfe Heidelberg, Mannheim, Etuttgart A.-G. Diese großen Konzerne geben dem Kampf sein beson. deres Gepräge. Wenn ihre Syndikatsbeteiligungen auch entsprechend den vorgenommenen Angliederungen gemachfen find, so hat fich doch gleichzeitig auch der Leerlauf bei ihnen entsprechend vergrößert. Denn die schon in ter Borkriegszeit, als die Wirtschaftsentmidlung in mächtigen Sprüngen vorwärtseilte, übergründete und überkapitalisierte 3ementindustrie arbeitet heute 50-60 Broz. ihrer Leistungsfähigkeit. Die Krise in der Montanindustrie, die ein starker 3ementtäufer ist, die über Er. warten lange fortdauernde Wohnungszwangswirtschaft, die Fortdauer der Kapital und Kreditverlegenheiten in der ganzen Wirtschaft machen den Leerlauf zu fostspielig. Außerdem brauchen ihn die ftarten Konzerne für ihren Teil nicht zu dulden. To find die Synditate augenblidlich ein Hemmnis. Ein vertragloser Zustand, wenn auch nur vorübergehend, durch den die fapitalstarten Konzerne zur pollen Ausnugung der Leistungsfähigkeit und zur Nieder. fonfurrierung der auszuscheidenden Werke tommen, fann den Aus gleich schaffen. Damit erfolgt aud; die für die deutsche 3ement. industrie erforderliche Konfolidierung. Obwohl das Inlandgeschäft gegenüber der Vorfriegszeit zurüdsteht, arbeiten z. B. die 18 an der Berliner Börse notierten Portlandzementgesellschaften mit 86.08 Millionen Mark Attienkapital gegenüber 61 Millionen 1913. Gleichzeitig ist das Auslandsgeschäft noch stärfer zurüd. gegangen. Wenn das Jahr 1924 auch faum mehr dividendenlose Gesellschaften gezeigt hat als die Borkriegszeit, so liegen die Dividenden doch tiefer. Die Aussichten für die nächste Zukunft find ziemlich trübe. So find die Bedingungen für eine tiefgreifende Snnbitatstrife und für eine Reinigungs. und Ron zentrationsbewegung in der Sementindustrie erfüllt. mit In den Verhandlungen, die gegenwärtig schweben, tommt die Konzentrationstendenz schon deutlich zum Ausdrud. Charakte ristischerweise machen die Zusammenschlüsse aber nicht halt an den Gebietsgrenzen der einzelnen Verbände. Wie gemeldet wird, haben die beiden stärksten Konzerne Rheinland- Westfalens und Süddeutschlands, Bicking und Heidelberg, auf 10 Jahre einen Interessengemeinschaftsvertrag geschlossen, ber die spätere Berschmelzung vorsicht und zugleich eine gemeinfame Marschroute für die Syndikatsverhandlungen vorfieht. In diesem Bertrag ist der kommende deutsche Zementtrust vorgezeichnet. Heute schon beherrschen die beiden Konzerne ein Drittel der deutschen 3ementproduktion. Es fann nicht lange dauern, bis er fie ganz beherrschen wird. Aber auch der Berlauf der fommenden Synditatsverhandlungen ist durch den Vertrag vor herbestimmt. Es wird sich nur darum handeln, ob die großen Zementkonzerne friedlich oder im Kampf ſiegen werden. Wenn sie friedlich fiegen und kommt es zur Erweiterung der Berträge, so bedeutet das höchstens etwas für das Tempo, nichts aber für das Ergebnis: auch die deutsche Zementindustrie befindet sich das Ergebnis: auch die deutsche 3ementindustrie befindet sich fin Stadium beschleunigt fortschreitender Konzentration. Konzentration im westdeutschen Mühlengewerbe. Wie aus Köln gemeldet wird, ist zwischen einer Anzahl Mühlen werten des Rhein, Weser und Emsgebiets ein Interessengemeinschaftsvertrag abgeschlossen worden. Es handelt sich um Werke, die zum größeren Teil schon längere Zeit der Getreidetommissions A. G. in Düsseldorf nahe. standen oder von dieser in der letzten Zeit erworben wurden( gulegt die Wittener Walzmühlen- A.- G.). Als 3med des Bertrages wird der Austausch von Erfahrungen auf wirtschaftlichem und technischem Gebiet genannt. Die Meldung ist reichlich dunkel. Wenn der Austausch von Erfahrungen der wirtliche Sinn des Vertrages wäre, so wäre der Vertrag ziemlich überflüssig. Es gibt taum ein Gewerbe, in dem der technische Produktionsgang in allen Betrieben, sofern fie nur Großbetriebe und modern eingerichtet sind, einheitlicher wäre als im Mühlengewerbe. Das ist selbstverständlich bei einem so einfachen Produkte wie Brot- und Futtermehl. Die Meldung erhält aber Sinn, wenn man weiß, daß der Spiritus rector des Vertrages die Getreidefommissions- A.- G. Düsseldorf und ihr Leiter, Dr. h. c. Hugo Mener ist. Die Krefelder Mühlenwerte A.-G., Wefermühlen A.-G., Rheinmühlen A.-G. Düsseldorf, Dortmunder Mühlen. Mitteilungen in der Presse über einen bereits erfolgten Zufammenschluß zwischen der Deutschen Aeroflond A.-G. und der Junkers Luftverkehr A.-G. eilen, wie die Kojunkturforrespondenz erfährt, den Tatsachen voraus. Anfang dieser Woche hat das Reichsverkehrsministerium mit dem Hinweis auf eine Veränderung der Verhältnisse beim Juntersfonzern die Deutsche Aerolloyd A.-G. erfucht, Pläne für die von ihm längst erstrebte Bereinheitlichung des deutschen Luftverkehrs möglichst bald zu unterbreiten, da eine Bereinheitlichung der beiden Luftverkehrsinteressen nunmehr ins Auge gefaßt werden könnte. Diefe Pläne sollten sich auf eine Berschmelzung der Deut. chen Aerolloyd A. G. und der Junters Luftver. tehr A. G. beschränken. Sie find im Augenblid Gegenstand der Beratungen innerhalb der Deutschen Aerolloyd A.-G. und der Junters Luftverkehrs A.- 9., haben aber endgültige Formen noch nicht angenommen Fusion im Bergbau. Die langgeplante Fusion zwischen der Lothringer A.-G. und der Bergbaugesellschaft Präsident steht vor dem Abschluß, und zwar ist ein Attienumtausch geplant, der noch von der Generalversammlung, die im November stattfinden wird, zu genehmigen ist. Die Senkung der Gastarife. Das Problem der Betriebsverbesserung. Nach dem großen Fehlschlag der allgemeinen Breisfenfungs. aktion der Reichsregierung versucht sich das Reichswirtschaftsmini fterium auf einem neuen Experimentierfeld. Es wird angekündigt, baß die Gas., Wasser und Elettrizitätstarife ge lentt werden sollen. Die Regierung greift zweifellos zu diesem Mittel, um ihren Mißerfolg zu verschleiern. Denn auf diesem Gebiete hat sie ja nicht zu riskieren, daß sie außerordentlich stark mit den Interessen des Großkapitals kollidiert. In der Hauptfache befinden sich die Gas, Wasser und Elektrizitätswerte in tommunalem Befiz. So weit sie Privateigentum find, genügt doch die Begrün dung„ besonderer Berhältnisse", um von einer Sentung der Tarife abzusehen. Es steht außer allen Zweifeln, daß im Durchschnitt die Tarife für diese lebensnotwendigen Produkte zu hoch sind. Preise von 22 und 23 Pf. pro Kubikmeter Leuchtgas find durchaus nichts Seltenes, während nur wenige Städte mit modernen und Leistungsfähigen Werken nahezu den Durchschnittsfriedenspreis von 15,5 Pf. pro Kubikmeter erreichen. Wenn die Reichsregierung aber die Gemeinden vielleicht durch die Landeszentralbehörden auf dem Berordnungswege zwingen will, ihre Tarife zu ermäßigen, so zäumt sie das Pferd beim Schwanze auf. Ein wesentlicher Faktor der heutigen hohen Gas- und Elet. tohle. Die Reichsregierung müßte also zunächst einmal die Kohlen trizitätspreise sind die immer noch hohen Preise für Stein barone veranlassen, die Kohle billiger zu liefern. Die kommunalen Werte können sich natürlich den Einflüssen der tapitalistischen Wirtschaft nicht ganz entziehen, was ja am besten durch ihre Abhängigkeit von den Kohlenmagnaten beleuchtet wird. Andererseits muß ohne weiteres zugegeben werden, daß die zum großen Teil noch rückständige Produftians. und Ver. teilungsweise insbesondere beim Gaspreis erhöhend wirkt. Nur dort, wo andere Heiz- und Beleuchtungsarten mit dem Gas in wirksame Konkurrenz treten, find die Tarife niedriger. Soweit das Gas in Frage fommt, muß also einer durchgreifen. den Tariffenfung eine weitgehende Rationalisierung der Produktion und Verteilung vorausgehen, wenn nicht die Kommunal wirtschaft Schaden erleiden soll. Die Gasindustrie ist heute derjenige Produktionszweig, der in seiner organisatorischen und wirtschaftlichen Entwicklung am weitesten zurückgeblieben ist, während die technischen Fortschritte sich mit an. deren Industrien messen können. Dertleine und mittlere Be trieb ist in Deutschland vorherrschend, während nur wenige Gebiete, wie das niederrheinisch- westfälische Industriegebiet, eine vollendete Gasfernversorgung besitzen. Hier werden 85 Städte mit rund 5 Millionen Einwohnern in einem Umkreis von 120 Kilometern don 22 Kofereien mit Ferngas versorgt. Selbst die Städte wie Effen, Hamborn, Elberfeld, Barmen, Solingen u. a. haben den Entschluß Die hohen Preise für deutsche Tegfilmaren bewirten einen starten als die deutschen sind. Der Textilhandel von Lancashire mit Deutschland ist in dauernder Zunahme begriffen. Trog der neuen Zollfäße in Deutschland sind in der letzten Zeit große Räufe Deutschlands in Textilien nach England gelegt worden. In den letzten Wochen haben Käufe in Höhe von zirka 300 000 Pfund Sterling stattgefunden und zwar find die Käufe hauptsächlich aus den dortigen Lägern befriedigt worden, so daß die Lagervorräte beinahe geräumt find. In der Hauptsache sind Tuche für Bekleidung verkauft worden. Von der Kunstseide zur Kunstwolle. In der Weltkunstseiden industrie macht man schon seit einiger Zeit die Beobachtung, daß man bestrebt ist, die Fabritation nicht allein auf die Kunstseidenerzeugung einzustellen, sondern auch nach Möglichkeit andere Kunststoffe zu fabrizieren. Die italienische Snia Viscosa, die mit einem Milliardentapital in Lire arbeitet, hat, laut New Yorker Kabelbericht des Konfektionär", auf dem Amerikamarkte zum ersten Male eine Kunst wolle erzeugnis Sniafil" angboten und versucht in diesem Artikel besonders große Abschlüsse zu erzielen. " Elektrizitätswert Liegnih. Die Mehrheit der Aktien der Elettri zitätswert Liegnig A.-G. ist auf die Elettrowerte A.-G. übergegangen. Borbefizer dieser Mehrheit war die Rheinisch- Westfälische Elektrizitätswert A.-G. und die Aktiengesellschaft für Energiewirt schaft. Der Erwerb dient der Ausdehnung des Inter effengebietes der Elektrowerke A.-G. in Schlesien, wo sie bereits in Niederschlesien an der Kommunalen Elektrizitäts- LieferungsGesellschaft A.-G. in Sagan und in Oberschlesien an der Ueberlandwerf Oberschlesien A.-G. weitgehend beteiligt ist und in freundschaftlicher Beziehung zu der Elektrizitätswert Schlesien A.-G. steht. Das Elektrizitätswert Liegnig versorgt auf Grund von langfristigen Konzeffionsverträgen den Stadtkreis Liegniß und die Landkreise Liegnig, Rüben, Steinau und Wohlau. Es arbeitet mit einem Attienkapital Don 3,3 Mill. Mart. Das Statistische Jahrbuch für das Deufsche Reich, das in seinem 44. Jahrgang fürzlich erschienen ist, bringt wieder eine ungeheure Fülle des Zahlenmaterials über die Bewegung der Bevölkerung, der Wirtschaft und des Finanzwesens sowie die für die Sozialpolitit wichtigsten Zahlenangaben der letzten Jahre. Einen be= fonderen Ausbau hat der Teil Internationale Uebersichten" erfahren. Von den 19 größeren Handelsstaaten sind fyftematisch Angaben über Produktion, Berkehr, Konjunkturentwicklung, Geldwesen usw. zusammengestellt. Diese einzigartigen Uebersichten ermöglichen es, jede aus diesen Staaten kommende Nachricht über wichtige Vorgänge im Handel und Verkehr in Bergleich zu sehen mit der bisherigen Wirtschaftsentwicklung. Auch sonst ist das Jahrbuch diesmal von einer wesentlich höheren Bedeutung als die vorausgegangenen Jahrgänge. Die Wert= zahlen, die sich auf deutsche Wirtschaftsvorkommnisse beziehen, find für das letzte Jahr bereits wieder durchweg in Goldmark ermittelt, so daß jezt zum ersten Male nach dem ungeheuren Zahlens wirrwarr der Inflation eratte Vergleiche möglich findieber ist das in der Volkswirtschaft geworden, soweit diese zahlenmäßig erfaßt entbehrliche Wegweiser zur Beurteilung aller wichtigen Vorgänge vom Statistischen Reichsamt herausgegebene Buch wieder der unwerden können. Das war es schon in der Vorkriegszeit, ist es heute aber in viel höherem Grade, nachdem die Reichsstatistik wesentlich ausgebaut worden ist. Der billige Preis von 4 Mart, zu dem man das Buch vom Verlag für Politit und Wirtschaft, Berlin S. 48, be= ziehen fann, macht das Werk jedem, der sich gründlich in die Wirtschaftszusammenhänge vertiefen will, zugänglich. Italiens Kohlenversorgung. Unter den europäischen Ländern, die in großem Umfange ausländische Kohlen einführen müssen, steht Italien an erster Stelle. Seine jährliche Kohleneinfuhr betrug in den letzten Jahren durchschnittlich; 10 Millio nen Tonnen. Sie belief fich laut Fachblatt Industrie- Rurier" in der ersten Hälfte des Jahres 1925 auf insgesamt 5 165 605 Tonnen ( 1. Hälfte 1924 5 140 880 Tonnen, 1. Hälfte 1923 4 769 590 Tonnen). Hiervon entfallen auf Lieferungen aus England allein 3 497 697 Tonnen, d. h. 67,7 Broz. der Gesamtlieferungen( 1924: 2 831 545 Tonnen, 1925: 3 398 385 Tonnen). An zweiter Stelle steht Deutschland mit 338 078 Tonnen 6,55 Bro3.( 1924: 403 000 Tonnen, 1923: 27.852 Tonnen) und mit Reparationstohlenliefe 17,45 Pro3.( 1924: 1 454 247 rungen in Höhe von 901 086 Tonnen Tennen, 1923: 950 628 Tonnen). Weiterhin sind als Hauptliefe ranten zu nennen Amerika mit 223 403 Tonnen( 1924: 279 469 Tonnen, 1923: 162 299 Tonnen) und Frankreich mit 108 733 Tonnen( 1924: 118 484 Tonnen, 1923: 205 304 Tonnen). Ferner waren an den Lieferungen mit geringeren Mengen beteiligt: Belgien, Jugoslawien, Polen und die Schweiz. Sonnabenö 17. Gktober lgZS Durste kostienkow heiraten! Von Max Barthel. Auch Hellmut folgte dem berühmten Zug der Zelt und schloß sich einer Gesellschaft guter Genossen an, die Rußland bereisten. Das war schon vor einigen Jahren gewesen, aber noch heute gibt Hellmut sehr gern von jener Reise Neine absonderliche Geschichten zum besten. Wir saßen wieder einmal zusammen Hellmut hatte da» Wort. Wir ließen ihm das Wort und drängten seinen Redestrom gelinde in die uns angenehme Richtung. Vor einigen Tagen waren deutsche Kameraden aus Rußland zurückgekommen, des Lobes voll und einige mit großen Zweifeln also: dos Thema unseres Ge- spröches war Moskau, und Hellmut erzählte davon. Endlich machte er Schluß mit den politischen Berichten und setzte sein uns wohl- bekanntes Gesicht auf, in dem sich Heiterkeit und Schwermut so schön mischten und sagte: „Die Leute haben recht, wenn sie begeistert sind, sie kamen ja aus der täglichen Arbeit und erlebten da drüben einen einzigen Feiertag. In ihrem Lande sind sie Unterdrückte, da drüben aber Umjubelte. Sie sehen Fremdes und Unbekanntes, Sonderbares und eine märchenhafte Oberfläche: Asien und Europa. Ja, sie sehen nur. Sonst aber sind sie taub. Sie hören nicht die Sprache des Volkes. Hören nur das ihnen Zugedachte. Sind auch stumm, denn ihr« Worte und Reden klingen am Ohr des Volkes unverstanden vorbei. Wenn sie trotzdem begeistert sind, so sind sie's einfach aus Klasseninstinkt heraus. Sie stellen sich auf die Seite der Revolution. Ich war ja auch maßlos begeistert. Es war ein einziger Triumphzug, als wir durch die Ukraine fuhren.. „Von dieser Fahrt müssen Sie erzählen,' sagte Beate,«in junges Mädchen, das unserm Kreise nahe stand. .Hab' ja schon viel von dieser Reise erzählt,' antwortete Hell- mut.„Aber jetzt steigt vor mir ein Sommertag auf. schön und heiß wie die Sonne. Es war im Süden der Ukraine,' fuhr er fort. .JDet große Bandit Machno wollte uns fangen. Riß mit seiner Garde Eisenbahnschienen auf. Einmal sprengten sie ein« Drücke. Wir fuhren aber sicher. Vor uns dampfte ein Panzerzug die Streck« ob. Auch hinter uns fuhr ein Panzerzug. So umpanzert und ge- schützt kamen wir nach Mirgorod.' „Mirgorod?' siel Beate lebhaft ein und zelgte ihre literarisch« Belesenheit.„Ist das nicht die Stadt, in der Gogol geboren wurde?' „So ist es,' sagte Hellmut.„An einem heißen Sommertag kamen wir nach der Stadt. Das ganze Land duftete nach Blumen und Brot. Den Bahnhof umwimmelten rote Soldaten, di« an die Front in den Krieg gegen die Polen zogen. Erst vor einigen Wochen war Kiew zurückerobert... Es gab an diesem Tag keinen grö- ßeren Kontrast als den strahlenden Himmel und die vielen Sol- baten, dei von den Schatten eines jähen Todes gestreift wurden... Stellt euch vor: eine klein« Etation, schon ganz südlich. Vor dem Bahngebäude schimmert das Denkmal des Dichters Gogol. Unweit davon kühlte ein kleiner Garten mit hohen Bäumen. Und dort in diesem Garten lag ein Soldat, der nicht mit in den Krieg ziehen wollt«. Er war tot. Da lag nun der junge Mensch, der Iwan»der Madimir, auf einer Bank. Das helle'Blut rieselte in dünnen Strömen Über das wachsbleiche Gesicht. Eine Handgranate hatte, als sie sich selbst entzündete, sein Licht ausgelöscht. Der jung« Mensch war sofort tot. Er war nicht verstümmelt. Nein... Ich sehe ihn vor mir liegen,' sagte Hellmut langsam und schloß die Augen.„Sein Mund ist dünn und rosafarben. Die Stirn schimmert. Die Augen sind zu. Haare wehen im Wind, der durch den Garten streicht. Die Kameraden haben den Toten gewaschen. Die Uniform trieft von Wasser... Wasser oermischt sich mit Blut und Erde... Das Leben geht weiter. Auf einer andern Bank wird ein Hammel ge- schlachtet. Tierblut mischt sich mit Menschenblut und düngt den Staub... Und noch drei Schritt, dann stehst du im Sommerlicht. Drei Schritte vom toten Tier und vom toten Menschen lebt das schön erhitzte Leben. Bauernweiber oerkaufen Sonnenblumenkerne, Eier, Tomaten, Melonen, Milch. Und das alles, der tote Mensch, das tote Tier, die lebendigen Menschen, die grünen hohen in sich versunkenen Bäume, der goldne Atem der Steppe: und in all das leuchtet das Denkmal des Dichters Gogol...' „Das ist schön und traurig zu gleicher Zeit,' rief da« Mädchen Beate,„ich sehe auch das weithinglänzende Land... Hier bei uns ist olles so wohlgeordnet, so nüchtern, so organisiert, so an- ständig! Wenn es doch wenigstens richtiggehende Räuber gäbe!' „Richtige Räuber gibt es schon,' sagte darauf der Herr Lamp- recht.„Aber wir sind ja ein Volk mit hoher Kultur. Da gehen auch die Banditen und Schufte mit der Zeit. Viele von ihnen tragen Frack und Binde. Manche haben eigene Autos und gehören zu den berühmten Stützen der Gesellschaft!" „Ach,' seufzte Beate Hellmut an.s„Sie haben ja so viel erlebt. so schöne Dinge, so sonderbare Dinge.. „Ja, so sonderbare Dinge," sagte darauf Hellmut.»Ein ab- seitiges Erlebnis will ich euch berichten," fuhr er fort und wandte sich an das Mädchen„Denken Sie sich eine kleine Stadt bei Kiew. In diese kleine Stadt schlug Lärm der Welt. Krieg mit Polen. Das wissen wir ja schon. Grischka Tschatjew war Vorsitzender der Partei. Auch er muhte an die Front. Sein Stellvertreter hieß Kossjenkow. Der blieb zurück in der Stadt. In der Zeit, als Grischka kämpfte, verliebte sich Kossjenkow. In ein Bürgermädchen. Sie hieß Nina. In drei Wochen hatten sie sich geheiratet. Die Hochzeit war ukrainisch, bunt und wild. In derselben Nacht, in der Kossjen- low bei seiner Nina lag, wurde Grischka vor Warschau verwundet. Nach drei Wochen kam er in seine Stadt zurück. Da sah er, daß in derselben Zeit und in derselben Nacht, als ihn die Kugel traf, sein Genosse ein bürgerliches Mädchen geheiratet hatte! Ein Mäd- chen aus derselben Klasse, die er. Grischka» mit der Waffe in der Hand, bis aufs Blut bekämpfte. Das konnte er nicht verstehen. Nein. Vor Warschau fielen die Genossen und Kossjenkow heiratet, freut sich und mischt sein proletarisches Blut mit der Oberflächlichkeit einer bürgerlichen Frau...' „Aber konnte denn Nina dafür, daß sie ein Bürgermädchen war?" unterbrach Beate den Erzähler.„Bestand denn nicht die Hoffnung, daß sie sich mit der Liebe auch die Wellanschauung ihres Mannes erobern konnte?" „Weiß nicht." sagte Hellmut feindlich.„Hab' nicht darüber nachgedacht. Nur das weiß ich, daß ich damals für Grischka und gegen Kossjenkow war... Und nun kommt der Schluß: Tschatjew be> antragte, den Kossjenkow aus der Partei auszuschließen, weil er mitten im Bürgerkrieg die Grundsätze seiner Klasse verraten und ein Bürgermädchen geheiratet hatte..." „Als ob es eine rote und eine weiße Liebe geben könne!" rief Beate eifernd aus.„als ob die Liebe nicht klassenlos sei, überstaat- lich, Musik des Herzens, Stimme des Blutes!" öeilage öes vorwärts Willkommen! fihtt der soll üraußen bleiben! „Ja und denken Sie sich," wandte sich Hellmut weller ungerührt an das Mädchen und hatte uns ganz vergessen.„Nach vielen Sitzungen wurde auch beschlossen, den Kossjenkow aus der Partei auszuschließen, weil er mllten im Bürgerkrieg die Grundsätze seiner Klasse verraten und ein Bürgermädchen geheiratet hatte...' „Weil er geliebt hat, als die andern haßten und kämpften?" griff das Mädchen an und hatte ein ganz weißes Gesicht. Wir hörten ihr Herz schlagen. Hellmut fand darauf keine Antwort. Er zuckte hilflos mll der Schuller und war ärgerlich über sich selbst. Dann sah er das Mädchen Beate an. Wir beobachteten mit großem Vergnügen, wie sich sein Gesicht jünglingshaft rötet«, wie das Blut in di« Stirn schoß und auf Beate übersprang. „Das ist eine echt russisch« Geschichte," sagt« bedächtig der Herr Lamprecht und rettete die Situatwn.„Sie ist russisch und einmalig. Wer sie in einem andern Lande wiederholen will, verfälscht und entwertet sie...' Der Genosse Lobe zog aus dieser Schlußfolgerung noch allerlei politische Wurzeln, wir ließen ihn gelassen roden und lobten am Ende den tapferen Holzhacker. Noch lange saßen wir zusammen und besprachen die Frage: Durste Kosssenkow willen im Bürgerkrieg ein bürgerliches Mädchen heiraten? Mikas begrabene Städte. In der Kalahari-Wüste, die zwischen dem Orange- und Zambesi- Fluß liegt, hat Prosessor Schwarz, wie bereits berichtet wurde, neue Städte und Völker entdeckt. Diese überraschende Mitteilung erklärt sich dadurch, daß diese Wüste früher ein fruchtbares Land war, das gewaltige Seen enthielt. Heute ist- es ein« sandige Einöde, aus der in den trockenen Monaten des Jahres'!ein Oberflächenwasfer vor» honden ist, und der Sand hat die einstigen Städte, die hier blühten, begraben. In der mittleren Kalahari-Wüste sind zwei ausgedehnt« Senkungen, die nach den Seen, di« sie einst ausfüllten, Ngami und Makarikari genannt werden. Diese Seen zogen sich einst über Tausend« von Kilometern hin und standen mit dem Bolletle-Fluß in Verbindung: sie wurden auch mit Wasser von dem Okawango-, Kwando- und Zambesi-Fluß gespeist. Man vermutet, daß dies gewaltige Jnlandsmeer seine Ufer sprengte und seine Wasser über die Viktoriofälle ergoß. Livingstone, der 1830 Ngami entdeckte, war auch der erste, der das Vorhandensein früherer großer Seen fest- stellte. Noch bei seinem Eintreffen war der Ngami über einige Quadratkilometer hin mit Wasser gefüllt. Heute ist er eine trockene Fläche, und ebenso ist der Makarikari, in dem einst große Mengen von Flußpferden und Krokodllen lebten, sell vielen Iahren trocken. Wenn man diese weiten Gebiete durchstreift, so kann man noch die Spuren von großen Seen und zahlreiche parallel laufende alle Fluß- läuse erkennen. Die Kalahari-Wüste trocknet immer mehr ein und geht dem Schicksal einer zweiten Sahara entgegen. Da durch diese Aus- trocknung die benachbarten Länder Südafrikas in Mitleidenschast ge- zogen werden, so schlägt Schwarz vor, zwei der Flüsse, die früher die großen Seen mll Wasser versorgten, durch Staudämme wieder in die alten Bahnen zu leiten und dem Lande Feuchtigleit zuzuführen. In den Zeiten reicher Bewässerung haben hier natürlich An- siedelungen bestanden, und ganze Stadt« sind heute unter dem Sand und Gestrüpp begraoen» die das Land bedecken. Gewaltige steinerne Ruinen sind in Mozambique und Südrhodesicn gesunden worden, und man vermutet, daß es sich hier um Wohnstätten arabischer Stämme aus früherer Zeit oder vielleicht sogar von Phöniziern handelt, die hier nach dem Goldland Ophir suchten. Sie sind dann wohl auch nach der Kalahari vorgedrungen, und vielleicht gehen einzelne der neuaufgefundenen Städte auf sie zurück. Wahr- scheittlicher aber sst es, daß es sich um Dörfer von Stämmen handelt, die durch die Trockenheit vertrieben oder durch Fehden ausgerottet wurden. Die Bevölkerung der Kalahari hat sehr abgenommen: sie betrug aber noch im Jahre 1921, wie in dem„Geographical Journal" ausgeführt wird. 17 00V Seelen, und in Ngamiland allein gab es noch gegen 130 000 Stück Vieh. Die Bevölkerung besteht Haupt- sächlich in einem Sklavenstamm, den Makubas, die von den Batawana beherrscht werden. Es sind Bantuneger. Nördlich von Naomiland lebt ein anderer Bantustamm, die Mambukuschu, deren Häuptling für einen großen Regenmacher gilt. Man sagt, daß er einen geheimnisvollen„Topf zum Regenmachen" besitze und für seine „Medizin" Kinderblut verwende. vom üeutfiheu Seist. Von Henri Barbusse. Sell jenen schon fernen Jahren, als ich Student der Philo- fophie war, habe ich niemals aufgehört, Kant als das moderne Fun- dament unseres Denkens zu betrachten. Kant scheint mir in dos Gebiet der Erkenntnis eine solche Wiedergeburt gebracht zu haben, daß die ganze zeitgenössische Philosophie von diesem Gedankentreis nicht abweichen kann und daß sie sich in ihrem produktiven Teil darauf beschränkt, die großen festgesetzten Richtlinien der tantischen Philosophie zu ergründen, zu erklären oder einfach zu wiederholen. Durch die Pracht des großen Vorbildes eines Goeche angezogen, habe ich in meiner bescheidenen Sphäre versucht, die mehr und mehr beschränkten formalistischen Grenzen des Romans zu er- weitern. Das ist der individuelle deutsche Geist, der mich beherrscht. Und nun kann ich nicht unterlassen, hinzuzufügen, wie sehr ich jenen universellen Geist bewundere und liebe, der die Massen des beut- schen Volkes beseelt, mit denen ich öfters die Freude hatte, in Ber- bindung zu kommen. Obgleich die gegenwärtigen Umstände die schöpferische und erneuernde Macht des Proletariats im Augenblick aufheben, denke ich, daß es im deutschen Volke tiefe Hilfsquellen gibt, dank seinem Willen, seiner Zähigkeit, und daß dieser Geist der Disziplin, welcher augenblicklich den Sieg eines Gedankens ver- zögert, ihn eines Tages um so harmonischer und beständiger machen wird. Aber, es bedrückt mich fast, vom deutschen Geist zu sprechen, zu einer Zeit der großen Sache organisierter Brüderlichkeit, der ich mich gewidmet habe. Seit so langer Zeit habe ich die Gewohnheit angenommen, die großen Proletariate der anderen Länder nicht mehr als Fremde zu betrachten. Und wenn ich mich unter einem von ihnen befände, würde ich nicht verstehen, wenn man mir sagte, daß dies« Menschen und ich nicht dasselbe Vaterland haben. Mit Geilrinnliwn« des tkrnst-Ztoivoblt-Veelag«« btt neuen Wochenschrift„Die literarische Welt"«ntnonnnen. Die größte ZNeeresllese. Seit einem halben Jahrhundert glaubt man immer wieder, die größte Meerestiefe gefunden zu haben-und jedesmal stellt es sich als ein Irrtum heraus. Die 1874 gesundtne „Tuscarora-Tiefe" bei den Kurilen galt mit ihren 3313 Metern lange als die tiefste der Welt. Erst 1893 wurden bei den Kermadek-Jnseln nördlich von Neuseeland gleich zwei verschiedene, ziemlich weit von- einander liegende Tiefen von 9412 und 9427 Metern entdeckt. 1K99 stieß das amerikanische Vermessungsschiff„Nero" bei Auslotungen für die Verlegung des Pazifik-Kabels bei der Marianen-Insel Guam auf die sogenannte Nero-Tiefe von 9633 Meter, die 13 Jahre long den Tiefenrekord behauptete; 1912 wurde in den Gewässern där Philippinen eine noch größere Tiefe von 9780 Metern gefunden, die wiederum 13 Jahre den Rekord hielt. Nunmehr aber ist, wie Dr. Hennig in der„Leipziger Illustrierten Zeitung" mitteilt, van dem japanischen Kriegsschiff„Mandkjoe" nur 90 Kilometer von der japanischen Küste entfernt eine neue größte. Meerestiefe entdeckt worden. Noch bei 9800 Metern konnte man keinen Grund bekommen, und die Lotung mußte abgebrochen werden, da man keine längere Senkleine chall«. OKTOBER de HERMANN Wochen Tiefz jede 1 Anknöpfhöschen 155 Late für Kinder, wollgemischt, gute Qualität. 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