Nr.495 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 252 Bezugspreis: 3dentlich 70 Bfennig, monatid 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Luxemburg Defterreich, Litauen, 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Sied. Lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich ameimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Cozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareilleseile 80 Bfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Kleine Unzeigen" das fettgedrudte Wort 25 Pfennig ( zuläffa zwei fettgedruckte Worte). febes weitere Wort 12 VPfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, iebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben aählen für amet Borie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für bie nächste Nummer müffen bis 4½½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden. frake 3, abaegeben werden. Geöffnet Don 8% Uhr früh bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 20. Oftober 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Boftscheckkonto: Berlin 37 536 Das Friedenswerk von Locarno. – Rheinpakt. Vier Schiedsverträge.- Erklärung zu Artikel 16.- Frankreichs Oftverträge. Das Bertragswert von Locarno wird in dieser Stunde durch die Presse der ganzen Welt bekanntgegeben. Es zerfällt in fieben international- rechtliche Dokumente: Das Schluß protokoll der Konferenz, unterzeichnet von allen Teil nehmern der Konferenz, auch von Polen und der Tschechoflowakei, den Rheinpatt, paraphiert von den Staats männern der fünf an der deutsch- französischen Grenze intereffierten Länder, vier Schiedsabkommen Deutschlands mit je zwei westlichen und östlichen Nachbarländern( wobei die auf den Rheinpaft bezüglichen Abkommen" und die östlichen ihres felb ständigen Charakters megen ,, Verträge" genannt sind) und schließlich einer Erläuterung des umftrittenen Böllerbundsartifels 16, die die übrigen Teilnehmer der Konferenz anläßlich des deutschen Eintritts in den Bölferbund abgeben. Der Vertrag von Locarno, wie die über ein volles Hundert übersteigende Zahl der Bertragsartikel genannt wird, offiziell genannt wird, ist noch nicht geltendes Völkerrecht. Er befindet sich an dem Ende des ersten Stadiums, das die unterzeichnenden Minister verpflichtet, sich für die Annahme der Verträge durch ihre Regierungen einzusetzen. Diese Baraphierung genannte vorläufige Unterzeichnung bedeutet jedoch, allen planmäßigen Irreführungen zum Troß, daß die Berhandlungen ein für allemal ab geschlossen sind, und die paraphierten Berträge nur im gangen angenommen oder abgelehnt werden können. Das zweite Stadium ist die Unterzeichnung durch die Regierungen, die für den 1. Dezember in Aussicht genommen ist und in London stattfinden soll. Hier ist Zeit genug gewährt, um den verantwortlichen Staatsmännern aller beteiligten Länder Gelegenheit zu geben, sich über die Rückwirkungen auszulassen, von denen das Sigungsprotokoll in sehr allgemeinen Wendungen spricht. Insonderheit ergibt sich hier für die Staatsmänner der Entente eine sechswöchige Frist zur Durchführung der Maßnahmen im befezten Gebiet, deren Zusage die deutschen Vertreter ihrem eigenen Bekenntnis nach veranlaßt haben, vorläufig das Vertragswert zu unterzeichnen. Diese Frist ist lang genug, um auch die Zustimmung der Parlamente zu erlangen, die in den nächsten Tagen bereits in Frankreich, in Deutschland erst um die Novembermitte zufammentreten werden. So könnte sich, formal gesehen, an die Unterzeichnung alsbald die Ratifitation schließen, die die eine Voraussetzung für das Inkrafttreten der Verträge ist. Die andere Voraussetzung hierfür ist der Eintritt Deutschlands in den Bölferbund. So wird sich, wenn alles wie vorgesehen abläuft, die Umfegung der Ber tragsentwürfe von Locarno in die internationale Rechtswirtlichkeit in vier Stadien vollziehen. Das erste Dokument, das Schlußprotokoll, befundet die Absichten, mit der die Konferenzteilnehmer an die Arbeit gegangen find. Sie haben sich vereint, um die Mittel zum Schuh ihrer Bölfer vor der Geißel des Krieges zu suchen. So flingt folgerichtig die Konferenz in der schriftlichen Fest: ftellung aus, daß die Entwaffnung das oberste Ziel internationaler Konferenzarbeit ist und die beteiligten Staaten ihre Berwirklichung durch eine allgemeine Entwaffnung erftreben. Damit ist zugleich der Wert des Vertragswerkes gefennzeichnet. Es bedeutet keine Vollendung, sondern einen Anfang zur Sicherheit, einen Meilenstein an dem Wege, der zur völligen internationalen Sicherheit führt, die erst mit der Durchführung der Entwaffnung völlig gewährleistet ist. Als Einzelheiten des Schlußprotokolls feien zwei Erflärungen hervorgehoben: die eine, von französischer Seite, daß es für sich und seine Bundesgenossen den Nugen" aus den abgeschlossenen Verträgen sichert. Diese Formulierung deutet auf das Problem der Garantie Frantreichs hin. Es ist der deutschen Delegation zwar gelungen, eine aus drückliche Bezugnahme auf die Garantie Frankreichs aus dem Bertrage auszuschließen, damit ist aber die Garantenrolle Frankreichs nur von Deutschland nicht anerkannt; fie hat fich in die Abkommen Franfreichs mit Polen und der Tschechoslowafei geflüchtet, über deren Inhalt wir an anderer Stelle berichten. In dem Schlußprotokoll findet sich ferner ein Hinweis auf die Erläuterung des Artikels 16 der Völkerbundsagung, um den die deutsche Delegation so lange hat ringen müssen, weil sie völkerrechtliche Bedeutung der Angelegenheit zu einer politischen Haupt- und Staatsaktion hat werden lassen. Wie der Text der Erklärung ergibt, haben sich die Konferenzmächte feineswegs zu einer Abänderung, sondern nur zu einer auf alle Bundesmitglieder anwendbaren Auslegung entschloffen. Es ist nicht nur fein Ausnahmerecht für Deutschland nefchaffen, fondern es ist in dieser Ertlärung nur die im Bölferbund längst übliche Praris, noch einmal ausgedrückt und die allgemeine Meinung schriftlich noch einmal niedergelegt worden, daß jedes Bundesvolk gehalten ist, loyal und wirk fam mitzuarbeiten, um der Sagung Achtung zu verschaffen in einem Maße, das mit seiner militärischen Lage verträglich ist und seiner geographischen Lage Rechnung trägt". Damit ist der Vorschlag der deutschen Juli- Note noch weiterhin abgeschwächt, der eine Ausnahmestellung Deutschlands bis zur An unsere Parteigenossen! Nur noch fünf Tage bis zur Stunde der Abrechnung! Mit Begeisterung und erhöhtem Arbeitseifer wollen wir die wenigen Tage für die gerechte Sache der weiftätigen Bevölkerung nühen. Am 25. Oktober muß eine sozialdemokratische Mehr heit in das Berliner Rathaus einziehen. Die bürgerlichen Parteien, die sich am werttätigen Bolt fo schwer verfündigt haben, fühlen schon die Schläge, die das arbeitende Bolt Berlin austeilen wird. Die Arbeiter wollen von den Brotwucherparteien und ihrem Preisabbau- und Aufwertungsschwindel nichts mehr wissen. den bürgerlichen Parteien irregeleiteten Wähler und Wählerinnen Parteigenoffen und-genofsinnen! Jeder einzelne muß die von dahin aufklären, daß nur die Sozialdemokratische Partei die Bertreterin ihrer Intereffen ist. Wenn wir alle uns der hohen Verantwortung gegenüber unserer Partei bewußt bleiben, dann muß der Sieg am 25. Oktober unfer fein! In lehter Stunde ergeht daher an alle Parteimitglieder die Mahnung, alles zu tun, damit der Erfolg am 25. Oktober ein überwältigender wird. Es lebe die Sozialdemokratie Berlins! Unfer der Kampf und unfer 3m Sturm wollen wir wieder unser Berlin zurüderobern! der Sieg! Der Bezirksvorstand der SPD. Groß- Berlins. Durchführung der Abrüstung vorschlug. So ergibt die Prüfung dieser vielumstrittenen Formel unbestreitbar, daß sich Deutschland als Teilglied in Europa einzufügen hat, daß es die Rechte und Pflichten aller Bundesmitglieder zu übernehmen hat, wenn es im Rate der Völker die erstrebte Gleichberechtigung für sich in Anspruch nimmt. Mit dem Locarno Bertrage wächst Deutschland auf Gedeih und Verderb in die europäische Schicksalsgemeinschaft hinein. Das bedeutet freilich nicht, daß die kommunistische Rennzeichnung des Vertrages als eines Kriegspaftes" auch nur im mindesten zuträfe. Der Vertrag ist ein Wert des praf. tischen. Pazifismus, auch wenn er für seine Teilnehmer die Möglichkeit von Bundeserekutionen ebenso vorsieht wie die alte bundesstaatliche Verfassung des deutschen Kaiserreiches und sogar die jetzige einheitsstaatliche Berfassung der Republif. wahrhaftige Auslegung des Rheinpattes, behaupten zu wollen: der Hinweis, daß die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Besihstandes nur in der in dem folgenden Artikel bestimmten Weise" erfolge, sei nur ein bedingter und teilweiser und kein vollständiger. Der Verzicht auf Elsaß- Lothringen ist in den flaren Worten des Bölkerrechtes ausgedrückt. Hier im Rheinpakt kristallisiert sich auch die politische Bedeutung des Vertrages. England und Italien übernehmen nicht nur die Garantie Frankreichs und Belgiens als ihrer bisherigen Alliierten, sondern ihre Garantie wird in gleicher Weise Deutschland zuteil. Jede Vertragsverlegung soll nach dem Sinn des Vertrages England auf der Seite des Verletzten oder des Angegriffenen finden. Damit hört die zwei teilung Europas in Sieger und Besiegie auf. Deutschland unmittelbar ergebender Vorteil ist die Bestim Ein weiterer wesentlicher, sich aus dem Vertragswert für mung, daß hinfort und darin geht Locarno über London hinaus jegliche Auslegung des Versailler Ber trages nicht mehr dem Ermessen der einen machtpolitisch stärkeren Seife, sondern dem Richterspruch unparteiischer Infianzen überantwortet ist. Der Rheinpatt bringt, wie der Artikel 6 sagt, ausdrücklich feine Renderung des Versailler Bertrages, er läßt die aus ihm entspringenden Rechte und Pilichten völlig unberührt, aber er unterwirft sie der Interpretation und der Auslegung nach dem Bergleichsverfahren, das die Schiedsverträge versehen...... übereinstimmenden Schiedsverträge sind ähnlich den bisher Diese vier im Wortlaut, mit einer Ausnahme, mörtlich von Deutschland abgeschlossenen Schiebsverträgen gebaut. Aber in ihnen ist die Tendenz zur obligatorischen Schieds. gerichtsbarkeit zu weiterer Entfaltung getommen. Das Berfchren vor der ständigen Vergleichstommiffion ficht für Rechtsstreitigkeiten als zweite Instanz den ständigen internationalen Gerichtshof vor; für politische Streitigkeiten ist Instang, der Völkerbundsrat eingesetzt. und das ist etwas wesentlich Neues ebenfalls eine zweite Lebendige Kraft und Bedeutung erhält der Vertrag durch den Eintritt Deutschlands in den ölterbund. Denn wichtiger noch als alle schriftlichen Festlegungen, als alle Verzichte und Schlichtungstommiffionen ist der Gedanke, dak Deutschland sich eingliedert in die Gemeinschaft der europäischen Nationen und im Rate der Völker mitwirkt an der Erhaltung des Friedens der Belt.. # Wir geben im folgenden den ungefürzten Wortlaut des Schlußprotokolls der Locarno- Konferenz, des Rheinpaftes, der fogenannten Erläuterung zu Ariitel 15. Die vier Schiedsverträgle, deren Einzelheiten dem betannien Muster entfprechen, sind verkürzt abgedruckt. Mit einer Ausnahme ( Artikel 19 der Schiedsverträge) stammen die erläuternden Ueberschriften innerhalb des Tertes ausschließlich von uns. Das Protokoll der Schlußßizung. Die Vertreter der deutschen, belgischen, britischen, französischen, italienischen, polnischen und schechoslowatten Regierung, die vom 5. bis zum 16. Oftober 1925 in Cocarno vezeini maten, um gemeinsam die Mittel zum Schuhe ihrer Böller vor der Geißel des Krieges zu fuchen und für die friedliche Regelung von Streitigkeiten jeglicher Art, die etwa zwischen einigen von ihnen entstehen könnten, zu sorgen, haben ihre Zustimmung zu den Entwürfen der sie betreffenden Berträge und Abkommen gegeben, die im Laufe der gegenwärtigen Konferenz ausgearbeitet worden sind und sich aufeinander beziehen: Bertrag zwischen Deutschland, Belgien, Frantrelch, Großbritannien und Italien( Anlage A), Schiedsabkommen zwischen Deutschland und Belgien( Umlage B), Schiedsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich( Anlage C), Schiedsvertrag zwischen Deutschland und Bolen( Anlage D), Schiedsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei( Anlage E). Der praktische Pazifismus des Bertragswertes tritt in den folgenden Urfunden unanfechtbar in die Erscheinung. Hier verwirklicht sich der Gedante des dauernden Friedens in einem Maße, der alle Wünsche einzelner Vertragsmächte weit in den Hintergrund treten läßt. Es wird erstens der Rheinpakt geschlossen, der die Berpflichtung des ewigen Nie wieder Krieg" bedeutet: die feierliche Verpflichtung in feinem Falle zu einem Angriff oder zu einem Einfall oder zu einem Kriege gegeneinander zu schreiten". Damit ist ver tragsmäßig für immer und alle Zeiten ein Angriffstrieg Deutschlands gegen Frant reich oder Belgien und ebenso ein neuer Ruhrtrieg unter was für Namen auch immer ausgeschloffen. Denn wenn sich auch die Worte ein Diese Urkunden, die schon jetzt ne varietur"( unveränderlich. emiger Bertrag" oder„ unkündbarer Bertrag" in dem Rhein Red. d.„ B.") paraphiert werden, follen das heutige Datum tragen. patt nicht finden: die aus den früheren Bündnisvertrags entwürfen zwischen England und Frankreich her bekannte und herstammende Bestimmung, daß der Vertrag durch Zweidrittelmehrheitsbeschluß des Völkerbundsrates außer Kraft gefcht werden kann, falls die Sicherheit allen Bertragsteil nehmern ausreichend gewährleistet erscheint, bedeutet eben, daß der Vertrag von einer Seite unfündbar ist. Rhein- Red. Diese Unfündbarkeit von feiten Deutschlands oder eines anderen Vertragsstaates und diese Au hebbarkeit nur durch die Zustimmung der überwiegenden Mehrheit der Völker bundsstaaten gibt auch der Vorschrift ihre wahre Bedeutung, die sich im Artikel 1 des Rheinpafts findet, der Aufrecht. erhaltung des heutigen Gebietsstandes am Rhein. Es wäre eine Heiterfeit ermedende, wenn nicht un Die fünftige Unterzeichnung. 3ember d. 3. in Condon zusammenzutreten, um in einer Sigung die Die Vertreter der beteiligten Parteien vereinbaren, am 1. Deförmliche Unterzeichnung der sie betreffenden Urkunden vorzunehmen. Die Einwirkung auf die Bündnisverträge Frankreichs. Der französische Minister der auswärtigen Angelegenheiten macht Mitteilung davon, daß im Anschluß an die oben erwähnten Entwürfe von Schiedsverträgen Frankreich, Polen und die Tschecho flowatel in Cocarno gleichfalls Entwürfe zu Abkommen gestellt haben, um sich gegenseitig den Ruhan diefer Verträge zu sichern. Diese Abfommen werden regelrecht beim Bölterbund hinterlegt werden; Herr Briand hält aber schon jetzt Abschriften davon zur Verfügung der hier vertretenen Mächte. Die Erläuterung des Artikels 16. Der großbritannische Staatssekretär für auswärtige Angelegen heiten schlägt vor, daß zur Beantwortung gewisser vom deutschen Reichstanzler und Außenminister gestellter Forderungen nach 2lufflärung des Artikels 16 der Bölkerbundsfahung das im Entwurf hier gleichfalls angefchloffene Schreiben( Anlage F) gleichzeitig mit ber förmlichen Unterzeichnung der oben erwähnten Urkunden an sie gerichtet wird. Dieser Vorschlag wird angenommen. Das Ziel des Vertragswertes. Die Delegierten der hier vertretenen Regierungen erklären ihre feffe Ueberzeugung, daß die Infraftsetzung dieser Verträge und Abkommen in hohem Maße dazu beitragen wird, eine moralische Entspannung zwischen den Nationen herbeizuführen, daß fie die Lösung vieler politischer und wirtschaftlicher probleme gemäß den Interessen und Empfindungen der Völker start erleichtern wird, und daß sie durch die Festigung des Friedens und der Sicherheit in Europa das geeignete mittel sein wird, in wirksamer Weise die im Artifel 8 der Böllerbundsfahung vorgefehene Entwaffnung zu beschleunigen. Gie verpflichten sich, an den vom Bölkerbund bereits aufgenommenen Arbeiten hinsichtlich der Entwaffnung aufrichtig mitzumirten und die Verwirklichung der Entwaffnung in einer allgemeinen Verständigung anzustreben. Geschehen zu Locarno am 16. Ottober 1925. gez. Dr. Luther, Stresemann, Emile Bandervelde, A. Briand, Austen Chamberlain, Benito Mussolini, A. Skrzynski, Dr. Eduard Benesch. Der Rheinpakt. ( Anlage A.) Der deutsche Reichspräsident, Seine Majestät der König der Belgier, der Präsident der franzöfifchen Republit, Seine Majestät der König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland und der überseeischen britischen Lande, Kaiser von Indien, Seine Majestät der König von Italien, bestrebi, dem Wunsche nach Sicherheit und Schuh zu genügen, der die Böller befeelt, die unter der Geißel des Krieges 1914-1918 3n leiden gehabt haben; im Hinblid auf die Tatsache, daß die Berträge zur Neufralisierung Belgiens hinfällig geworden sind, und im Bewußtsein der Notwendigkeit, den Frieden in dem Gebiete zn fichern, das so oft der Schauplah der europäischen konflitte gewesen ist; in gleicher Weise beseelt von dem aufrichtigen Wunsche, allen beteiligten Signatarmächten im Rahmen der Völkerbundsfahung und der zwischen ihnen in Kraft befindlichen Verträge ergänzende Garantien zu gewähren; griff oder zu einem Einfall oder zum Kriege gegeneinander zu schreiten. Diese Bestimmung findet jedoch keine Anwendung, wenn es fich handelt 1. um die Ausübung des Rechtes zur Berteidigung, das heißt des Rechtes zum Widerstand gegen eine Verlegung der Berpflichtung des vorstehenden Absatzes oder gegen einen flagranten Verstoß gegen die Artikel 42 oder 43 des Vertrags von Versailles, sofern ein solcher Verstoß eine nicht provozierte Angriffshandlung darstellt und wegen der Zusammenziehung von Streitkräften in der demilitarisierten Bone ein fofortiges Handeln notwendig ist; 2. um eine Aktion auf Grund des Artikels 16 der Bölferbunds fagung; 3. um eine Aftion, die auf Grund einer Entscheidung der Ber. sammlung oder des Rates des Böllerbundes erfolgt, vorausgesetzt, daß sich die Aktion in diesem letzten Falle gegen einen Staat richtet, der zuerst zum Angriff geschritten ist. Die Verpflichtung zur friedlichen Regelung. Artikel 3. Im Hinblid auf die von ihnen im Arfifel 2 beiderseits übernommenen Verpflichtungen verpflichten sich Deutschland und Belgien( Frankreich, Polen, Tschechoslowakei), auf friedlichem Wege, und zwar in folgender Weise alle Fragen jeglicher Art zu regeln, die sie etwa entzweien und die nicht auf dem Wege des gewöhnlichen diplomatischen Verfahrens gelöst werden fönnen. Alle Fragen, bei denen die Parteien über ihre beiderseitigen Rechte im Streite sind, follen Richtern unterbreitet werden, deren Entscheidung zu befolgen die Parteien fich verpflichten. Jede andere Frage ist einer Bergleichsfommission zu unterbreiten. Wird der von dieser Kommission vorgeschlagenen Regelung nicht von beiden Parteien zugestimmt, so ist die Frage vor den Bölterbundsrat zu bringen, der gemäß Artikel 15 der völkerbundsfahung befindet. Die Einzelheiten dieser Methoden friedlicher Regelung bilden den Gegenstand besonderer Abkommen, die am heutigen Tage unter. zeichnet worden sind. Die Garanfie gegen eine Vertragsverlegung. Artikel 4. 1. Ist einer der Hohen vertragschließenden Teile der Ansicht, daß eine Berletzung des Artikels 2 des gegenwärtigen Bertrages oder ein Berstoß gegen die Artikel 42 oder 43 des Vertrages von Bersailles begangen worden ist oder begangen wird, so wird er die Stage fofort vor den Bölterbundsrat bringen. 2., Sobald der Bolterbundsrat festgestellt hat, daß eine felche Verlegung oder ein solcher Bersto B begangen worden ist, zeigt er dies unverzüglich den Signatarmächten des gegen wärtigen Vertrages an, und jede von ihnen verpflichtet sich, in selchem Falle der Macht, gegen die sich die beanstandete Handlung haben beschlossen, zu diesen Zweden einen Vertrag zu schließen, und haben zu Bevollmächtigten ernannt:( Hier werden bei der fünftigen Unterzeichnung des Vertrages die Namen der von den Regierungen der Vertragsstaaten ernannten Delegierten eingerichtet, sofort ihren Beistand zu gewähren. legt. Red. d.„ B."), die, nachdem sie ihre Bollmachten ausgetauscht und in guter und gehöriger Form befunden haben, über folgende Bestimmungen übereingekommen sind: Die Garantie des Befihstandes am Rhein. Artifel 1. Die Hohen vertragichließenden Telle garantieren, jeder für sich und insgesamt, in der in den folgenden Artikeln bestimmten Weise die Aufrechterhaltung des sich aus den Grenzen zwischen Deutschland und Belgien, und zwischen Deutschland und Frankreich ergebenden territorialen Status quo, die unverleglichfeit dieser Grenzen, wie kie durch den in Versailles am 28. Juni 1919 unterzeichneten Friedensvertrag oder in dessen Ausführung festgesetzt find, sowie die Beobachtung der Bestimmungen der Artikel 42 und 43 des bezeichneten Vertrages über die demilitari fierte 3one. Das Verbot des Krieges und der Invafion. Artikel 2. Die Garantie gegen flagrante Bertragsverlegungen. 3. Jm Falle einer flagranten Berlegung des Ur. fitels 2 des gegenwärtigen Vertrages oder eines flagranten Bertoßes gegen die Artikel 42 oder 43 des Vertrages von Bersailles durch einen der Hohen vertragichließenden Telle verpflichtet sich schon jeht jede der anderen vertragichließenden Mächte, sobald ihr er. fennbar geworden ist, daß diese Verlegung oder diefer Berfloß eine nicht provozierte Angriffshandlung darstellt, und daß im Hintlid, jei es auf die Eröffnung von Feind fcligteiten oder die Zusammenziehung von Streiffräften in der demilitarisierten Zone, ein fofortiges Handeln geboten it, demjenigen Teile, gegen den eine solche Verlegung oder ein solcher Derffoß gerichtet worden ist, fo fort ihren Beistand zu gewähren. Deffenungeachtet wird der gemäß Abfaz 1 des gegenwärtigen Ar. titels mit der Frage befaßte Völkerbundsrat das Ergebnis seiner Feststellungen bekanntgeben. Die Hohen vertragschließenden Telle verpflichten sich, in solchem Falle nach Maßgabe der Empfeh lungen des Rates zu handeln, die alle Stimmen mit Aus. nahme derjenigen der Vertreter der in die Feindseligkeiten verDeutschland und Belgien und ebenso Deutschland und Frankreich verpflichten sich gegenseitig, in teinem Falle zu einem Anstrichten Teile auf sich vereint haben. Sackgasse oder Atempause? Die Entwicklung des neuen Tanzstils, des abstrakten Stils, ist in ihren Grundformen zum Abschluß gelangt. Die Fundamente ftehen. Wie nun weiter? Der vorige Winter hat feine Klärung gebracht. Der Weg ging teils im Streife herum, teils rückgewandt zu älteren, scheinbar überwundenen Zielen. Sackgasse oder Atempause? war die bange Frage. drucks reicht teine an sie heran. Eie hat, für sich, das letzte Ziel der Kunst erreicht. Der Gipfel, auf dem sie steht, ift unzugänglich ber Wege und Ziele mehr. Wer wird sie uns erschließen? Was in für alle anderen. Aber die Entwicklung drängt vorwärts. Es gibt formen, die Berwendung des Gewandes zu förperrhythmischer Geben drei Visionen versucht wird, das Heranziehen fremder Stilstaltung und die Beschränkung der tänzerischen Ausdrudsmittel auf Hand, Fuß und Antlig bedeutet nur im Sololanz der Wigman etwas Neues. Und auch hier im Grunde nur eine Aeußerlichkeit. Eine Erweiterung ihres persönlichen Stils liegt nicht darin. Und der Entwicklung der modernen Tanzkunft stedt es teine neuen Biele. Für diese bleibt die Frage: Sackgasse oder Atempause? noch immer offen. John Shitomsti Hat Moses gelebt? Man weiß, daß das Alte Testament berichtet, das Bolt Israel fei nach dem Abzug aus Aegypten( Migrajim) über ble Halbinsel Sinai gewandert. Dort sei es gewesen, wo Gott aus einem brennen den Dornbusch zu Mofes gesprochen und ihm seine Miffion erteilt hat. Im Deuteronomium, dem 5. Buch Mose, und im Buch Josua wird gesagt, Moses habe die Geseze in teinerne Tafeln gebauen. Josua foll die Tafeln auf einem Berg bei Sichen auf. gestellt haben. | Eingreifen der Garantiemächte oder des Bölferbundrates. Artikel 5. Die Bestimmung des Artikels 3 des gegenwärtigen Bertrages wird in nachstehender Weise unter die Garantie der Hohen vertragschließenden Teile gestellt: Wenn sich eine der im Artikel 3 genannten Mächte weigert, das Berfahren zur friedlichen Regelung zu befolgen oder eine Schiedsgerichtliche oder richterliche Entscheidung auszuführen, und eine Ber letzung des Artikels 2 des gegenwärtigen Vertrages oder einen Verstoß gegen die Artikel 42 oder 43 des Vertrages von Versailles begeht, so finden die Bestimmungen des Artikels 4 Anwendung. Falls eine der im Artikel 3 genannten Mächte, ohne eine Berfetung des Artikels 2 des gegenwärtigen Bertrages oder einen Ber ftoß gegen die Artikel 42 oder 43 des Bertrages von Bersailles zu begehen, sich weigert, das Verfahren zur friedlichen Regelung zu befolgen oder eine schiedsgerichtliche oder richterliche Entscheidung auszuführen, so wird der andere Teil die Angelegenheit vor den Bölferbundsrat bringen, der die zu ergreifenden Maßnahmen vorschlagen wird; die hohen vertrag schließenden Teile werden diese Vorschläge befolgen. ab Das Verhältnis zum Versailler Bertrag. Artikel 6. Die Bestimmungen des gegenwärtigen Bertrages lassen die Rechte und Pflichten unberührt, die sich für die hohen vertrag schließenden Teile aus dem Friedensvertrag von Versailles fomie aus den ergänzenden Bereinbarungen, einschließlich der in London am 30. August 1924 unterzeichneten, ergeben. Die Ergänzung der Bölkerbundsatzung. Artikel 7. Der gegenwärtige Bertrag, der der Sicherung des Friedens dienen soll und der Völkerbundsfagung entspricht, fann nicht so ausgelegt werden, als beschränke er die Aufgabe des Bölkerbundes, die zur wirksamen Wahrung des Weltfridns geeigneten Maßnahme zu ergreifen. Die Dauer des Dertrages- bis zur Außerkraftsetzung. Artikel 8. Der gegenwärtige Bertrag foll gemäß der Völkerbundsschung beim Bölferbund eingetragen werden. Er bleibt so lange in Signaturmächten anzukündigenden Antrag eines der Hohen vertragschließenden Teile, mit einer Mehrheit von mindeffens zwei Dritteln der Stimmen feststellt, daß der Völkerbund den Hohen vertragschließenden Teilen hinreichende Garantien bietet. Der Bertrag tritt aledann nach Ablauf einer Frist von einem Jahre außer Kraft. Kraft, bis der Rat, auf den drei Monate vorher den anderen Seine Garantiepflicht der britischen Dominions. Urtitel 9. Der gegenwärtige Vertrag soll teinem der britischen Dominions noch Indien irgendeine Berpflichtung auferlegen, es sei denn, daß die Regierung der Dominions oder Indiens anzeigt, daß fie biele Verpflichtungen annimmt. Ratifikation und Infrafttreten des Bertrages. Artikel 10. Ratificationsurfunden sollen sobalb cis möglich in Genf im Archio Der gegenwärtige Bertrag soll ratifiziert werden, und die Ratificationsurfunden sollen fobalb als möglich in Genf im Archio des Bölferbundes hinterlegt werden. Er soll in Kraft treten, sobald alle Ratifitationsuttunden hinterlegt sind und Deutschland Mitglied des Bölfer. bundes geworden ist. Die Schlußformet. Der gegenwärtige, in einem einzigen Exemplar ausgefertigte Bertrag foll im Archiv des Böllerbundes hinterlegt werden, deffen Generalsekretär gebeten wird, jedem der Hohen vertrag fchließenden Teile beglaubigte Abschriften zuzustellen. ber dann auch„ Mosche" genannt wird, Oberfter der Bauleute und der Steinmeße bei jenem Tempelbau gewesen ist, daß er selbst baß sie ihn aus dem Wasser gezogen habe, und bon einer ägyptischen Königin in Stein Dank sagt, bafür, einem ist die Rede, der im Dornbusch seine Heimat hat. Tempeleingang feinen Tod gefunden, fein Grab jedoch auf ber Es wird von diesem Mann in Felsschrift berichtet, daß er am Höhe des Berges habe. Die Hoderſtatue aber, eine dazumal übliche Darstellungsart hoher Beamter usw., stellt nach ihrer Inschrift feinen anderen dar, als jenen Mofche, der übrigens in der Bibel selbst als Bater des Gerson auch„ Menasche genannt ist. barin, daß feine Lesart ber nach ihm urhebräischen Inschrift der darin, daß seine Lesart der nach ihm urhebräischen Inschrift der Sphing durchaus übereinstimmt mit der längst feststehenden AufLösung der ägyptischen Inschrift auf dem gleichen Gegenstand Natürlich ist mit all diesen Ergebnissen jahrelanger intenfiofter Forscherarbeit noch gar nichts über die Religionsstifterrolle aus gefagt, die nach der Bibel dem Moses doch wohl zuzuschreiben wäre. Dem Zuhörer ging dabei nur durch den Kopf: Wenn ein katholischer Mönch in Mitteldeutschland Millionen Gläubige von Rom abriß marum sollte da nicht ein Baumeister auf dem Sinai gegen bie ferne ägyptische Herrschaft mit Erfolg rebelliert haben." R. Bn. Der große Räuber. Mary Wigman, die den Stil zur höchsten Bollendung ge: führt hat, zeigte jetzt im Blüthner Saal neue Tänze. Drei Bisionen" standen im Mittelpunkt. In der ersten, einem Mastentanz, erschien die pretiose, fingerspreizende, bauchtänzerische, den Leib in Schlangenwindungen schwingende Rototograzie asiatischer Plastik lebendig geworden. Nicht im Sinn äußerer Nachahmung, sondern als eine vom Geifte Indiens befruchtete elementare NeuSchöpfung. Die zweite Bision: der Fiebertraum eines Kranken. Irgendwo im Halbdunfel des Zimmers hängt ein Gewand. Gestalt los, in unbestimmten Umrissen. Leise, erst taum merklich, fangen die Falten an, sich zu bewegen. Sie nehmen Formen an. Scheinbar deutlich und doch nicht faßbar. Flimmernd. Immer wieder verIchwindend. Beunruhigend, beängstigend. Qual, Grauen, Entfeßen. Dann allmähliches Zusammenfinten, Erstarren, Berschwinden. Nichts Pantomimisches, reiner Formenrhythmus. Sichtbarer Träger des Natürlich ist es möglich, daß der Sinai der Bibel nicht der Rhythmus ein wallendes Gewand, das den Körper der Tänzerin geographische Ginai ist, sondern etwa irgend ein anderes unfrucht. vollständig verbirgt. Die dritte Bision: Ein Tanz der Hände, der bares Land zwischen zwei fruchtbaren Ländern bedeutet. Allein, Füße und des Gesichts. Diese fünf Farbformen leuchten aus der bie Steine des Sinai haben zu sprechen begonnen. Dunkelheit des Hintergrunds und des schwarzen Trikots hervor. Es ist längst festgestellt, daß die alten Aegypter auf dem Sinai Sie allein tragen die rhythmische Bewegung: das erregte Guchen, Bergbau getrieben haben. Solch ein verlaffener Stollen auf einem Tappen, Finden, Verlieren, die Spannung und Lösung. Dazu eine öden Felsplateau mit der Ruine eines Tempels der ägyptischen wunderbar juggestive Geräuschmusic. Göttin Hathor ist vor bald 20 Jahren von dem englischen Aegypto. Die„ Bisionen" wurden umrahmt von spanischen und russischen logen Flinders Betri aufgesucht und befchrieben worden. Der Eng. länder und seine Begleiter fanden dort auch eine ffeine Sphing. Tänzen. Eine Polonaise" in mächtigen Galoppsprüngen, fabel- eine oder statue und ein Räucheraftärchen. Diese Gegenstände hafter Aktion der Hände und Arme, in hinreißendem Furor der Her- sind heute aufgeteilt auf die Museen zu Kairo, London und Brüssel. ausforderung und des Kampfes, leitete das Programm ein. Es Kurz vor dem Aufbruch der Expedition entdeckte Frau Flinders folgte ein Allegretto", weich und doch kraftvoll mit weit aus Betrie noch eine Anzahl mehr oder weniger gut erhaltener Steingreifenden Schwüngen. Im Cancion" prachtvolle Raumgestaltung tafeln, die offenbar von den Felsen abgebröckelt und herunterund Auflösung. Ein räifelhaftes„ Allegro arioso" schloß den ersten gefallen waren. Wie die Sphing und die Hockerſtatue tragen dieje Teil Thema, vielleicht: Ridi Pagliaccio. Leichtes belustigendes Tafeln eingemeinelte Schriftzeichen, die abgezeichnet und, Diese Schriftzeichen Spiel, bann Selbstbesinnung, Abſchütteln der Tändelet, zum Schluß waren zunächst für die Fachwissenschaft nicht zu entziffern. Sie ein atemraubender, wütender, befreiender Wirbel, in dem sich alle wiesen zwar einige geringe Aehnlichteiten mit ägyptischen Hiero Spannung und Schwüle löst. Eine Gipfelleistung. Einer der glyphen auf, die bekanntlich eine Schrift aus Wortbildern sind. schönsten, stärksten und hefften Tänze der Bigman, gleichgültig, Der Engländer Gardiner, der Deutsche Sethe, beibes führende wie man ihn verstandesmäßig auffaßt. Der Kehraus des Abends Aegyptologen, besonders aber der Orientalist der Universität Münster bestand in einer wuchtigen, temperamentvollen Tanzfolge ruffischer in Westfalen, Prof. Dr. Grimme, haben sich um die Entzifferung um ihre Knochen schwebt des Opfers Duft. Lieder". " Noch ist diese Tänzerin die größte unferer Zeit. Noch hat sie teine Konturrentin gefunden. Im Höchsten ihrer Kunst, in der feelenausschöpfenden Gestaltung leidenschaftlichen Empfindens und in der flassisch großlinigen Schlichtheit des törperrhythmischen Ausfeine Arbeit berichten zu hören. Nach Grimmes Erflärung sind Goeben hatte ich Gelegenheit, rof. Grimme selbst über jene Schriftzeichen vom Sinai althebräisch. 3ft feine Lesart richtig. so ist aus jenen Inschriften um es furg zufammen zufassen nichts Geringeres herauszulesen, als daß ein Menasche", Nach Li- tai- pe von Klabund.*) Der große Räuber bindet feinen Helm mit einem dicen Stride feſt. Sein Gabel ist glatt wie Gis und leuchtet wie Firn. Wenn er die harten Schenkel an den Schimmel preßt, Stürmt übern Horizont ein schweifendes Gestirn. Wer sich ihm stellt, muß es in zehn Sefunden büßen. Was sind ihm hundert Meilen, die er doch in einer Nachi burchfuhr? Er schüttelt nach dem Kampf den Staub von seinen Füßen. Mieraand weiß seinen Namen. Niemand weiß seine Spur. Zuweilen besucht er den Brinzen Si- ling. Er schnallt den Säbel ab und legt ihn über die knie. Der Bring verehrt ihm einen geheimnisvollen Ring, Und wie zwei beste Freunde freffen und saufen fie. wiel leichter würdest du von einem Gott als ihm betrogen. Drei Becher Wein sind wie ein Händedruck beliebt. Wenn er schwigt und der Wein seine Bilde trübt, fängt er Sterne wie Fliegen, umarmi einen Regenbogen. Gin Hammer in seiner Hand genügt, ein Königreich zu retten. Die Donnerhall in feines Namens Schrei. Nach ewigen Herbsten noch fahren Kinder entsegt aus den Betten, Träumen fie von Si- ling und von Tschü- hai. Ruhmloser steigt er in die Gruf Der Dichter ist beschämt. Die bleiche Stirn errötet. Als der, der tausend Menschen tötet. Sur heutigen Erstaufführung des Kreibetreis". 3u Urtund dessen haben die eingangs genannten Bevoll! mächtigten den gegenwärtigen Vertrag unterzeichnet. Geschehen zu Locarno am 16. Ottober 1925. 2. Str. E. B. 21. B. A. C. B. M. Die Schiedsverträge. Anlagen B- D. Die Einleitungen der Schiedsablommen mit Belgien und Frankreich. Die mit gehöriger Bollmacht versehenen Unterzeichneten, von ihren Regierungen beauftragt, die Einzelheiten des Berfahrens festzusehen, wonach, sowie dies in Artikel 3 des heute zwischen Deutschland, Belglen, Frankreich, Großbritannien und Italien geschloffenen Bertrages vorgesehen ist, zur friedligen Cösung aller Fragen gefchritten werden foll, die nicht durch gülliche Uebereinfunft zwischen Deutschland und Belgien ( Frankreich) gelöst werden fönnen, find über die nachstehenden Bestimmungen übereingetommen: Die Einleitungen der Schiedsverträge mit Polen und der Tschechosloawkei. Der deutsche Reichspräsident und der Präsident der Republik Polen( Tschechoslowakei), gleichermaßen entfchloffen, den Frieden zwischen Deutschland und Polen( Zichechoslowate) aufrechtzuerhalten, indem sie die friedliche Regelung der zwischen beiden Ländern etwa eutftehenden Streitigteilen fidjern, im Hinblick auf die Tatsache, daß die internationalen Gerichte zur Achtung der durch die Verträge begründeten oder aus dem Böllerrecht sich ergebenden Rechte verpflichtet sind, einig darin, daß die Rechte eines Staates nur mit felner Zustimmung geändert werden können, und in der Erwägung, daß die aufrichtige Beobachtung des Verfahrens zur friedlichen Regelung der internationalen Streifigteiten die Möglichkeit gibt, ohne Anwendung von Geto alt die Fragen zu lösen, die die Staaten entzweien fönnten, haben befchloffen, ihre gemeinsamen Absichten in dieser Hinsicht in einem Bertrage zu verwirklichen und haben zu Bevollmächtigten ernannt:....( Hier folgen die Namen der Regierungsvertreter bei der künftigen Vertragsunterzeichnung) die, nachdem sie ihre Bollmachten ausgetauscht und in guter und gehöriger Form befunden haben, über folgende Bestimmungen über. eingetommen find: Teil I. Das Vergleichsverfahren für Rechtsstreitigkeiten. Artikel 1. Alle Streiffragen jeglicher Art zwischen Deutschland und Belgien ( Frankreich, Polen, Tschechoslowakei), bei denen die Parteien über ihre beiderseitigen Rechte im Streite sind und die nicht auf dem Wege des gewöhnlichen diplomatischen Berfahrens gütlich geregelt werden können, follen in der nachstehend bestimmten Weise, sei es cinem Schiedsgericht, fei es dem Ständigen Jnternationalen Gerichtshof zur Entscheidung unterbreitet werden. Das Bergleichsverfahren. Artikel 2. Bor jedem Schiedsverfahren und vor jedem Berfahren bei dem Ständigen Internationalen Gerichtshof fann die Streiffrage durch Bereinbarung der Parteien zur Herbeiführung eines Ver. gleichs einer ständigen internationalen Kommission, genannt Ständige Bergleichstommiffion", unterbreitet wer den, die gemäß dem gegenwärtigen 26kommen gebildet wird. Artikel 3 ( bestimmt, daß Urteile innerftaatlicher Gerichte erft Rechtstraft erlangt haben müssen, bevor sie international behandelt werden). Die Zusammenfehung der Vergleichstommiffion. Artikel 4 Die In Artikel 2 vorgesehene Ständige Bergleichstommiffion besteht aus fünf Mitgliedern, die wie folgt bestellt werden: Die deutsche und die belgische Regierung( französische, polnische, tschecho flomatische) Regierung ernennen jebe einen Kommiffar ihrer Staatsangehörigteit; fie wählen die drei übrigen Kommiffare in gegenseitigem Einvernehmen unter den Staatsangehörigen dritter Mächte. Diese drei Kommissare müssen von verschiedener Staatsangehörigkeit fein; aus ihrer Mitte bezeichnen die deutsche und belgische( französische, volnische, tschechoslowakische) Regierung den 2orsigenden der Kommission. Die Kommisfare werden für drei Jahre ernannt, thre Bieber ernennung ist zuläffig. Artikel 5. Die Ständige Bergleichstommission mirb innerhalb von drei Monaten nach Infrafttreten des gegenwärtigen Ab tommens gebildet. Herbelführung eines Bergleichsverfahrens. Artikel 6. Die Ständige Bergleichstommiffion tritt in Tätigkeit auf einen Antrag, der von den beiden Parteien in gegenseitigem Einver nehmen oder mangels eines solchen Einvernehmens von einer der beiden Bartelen an den Borfihenden zu richten ist. Der Antrag enthält eine turze Darstellung des Streit falls und das Ersuchen an die Stommiffion, alle geeigneten Maß nahmen zur Herbeiführung eines Bergleichs anzuwenden. Artikel 7 ( regelt die Ersetzung eines Vergleichstommiffers durch eine Person lichkeit von besonderer Sachtunde). Artikel 8. Die Durchführung eines Vergleichsverfahrens. Der Ständigen Bergleichstommiffion liegt es cb, die ftriffigen Fragen zu klären, zu diesem Zwed alles geeignete Material auf dem Wege einer Untersuchung oder sonstwie zu sammeln und sich zu bemühen, einen Vergleich zwischen den Barteien herbelzuführen. Sie fann nach Prüfung des Falles den Parteien die Bedingungen der ihr angemessen scheinenden Regelung mitteilen und ihnen eine Frift zur Ertlärung jegen. Nach Beendigung ihrer Arbeiten stellt die Kommiffien ein Profofoll auf, das je nach Lage des Falles feststellt entweder, daß fich die Parteien verständigt haben und gegebenenfalls unter melchen Bedingungen die Verständigung erfolgt ist, oder aber, daß die Parteien nicht zur Annahme eines Vergleichs gebracht werden fennten. Die Arbeiten der Kommiffion müffen, wenn die Barteien nichts anderes vereinbaren, innerhalb von fechs Monaten nach dem Tage beendet sein, wo die Kommission mit dem Streitfall befaßt wurde. Ariffet 9 bis 12 ( regeln technische Einzelheiten des Vergleichsverfahrens). Vergleich durch Stimmenmehrheit. Artikel 13. Soweit das gegenwärtige Abfommen nichts anderes bestimmt, werden die Entscheidungen der Ständigen Bergleichskommission mit Stimmenmehrheit getroffen. Frankreichs Ostverträge. Der Ersatz für anerkannte Garantie. Baris, 19. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Die beiden von Frankreich mit Polen und der Tschechoslowakei abgeschlossenen Garantieverträge sind in ihrem Wortlaut vollkommen identisch. Sie besagen in ihrer Einleitungsformel, daß die Signatarmächte aus dem Wunsch, Europa durch das Mittel der loyalen Innehaltung der in Locarno unterzeichneten Berträge zur Aufrechterhaltung des Friedens vor neuen friegerischen Berwicklungen bewahrt zu sehen, übereingekommen feien, sich gegenseitig die Wohltaten diefer Vertrage durch ein im Rahmen der Bölkerbundsfagungen und der bestehenden Verträge abgefchloffenes Abkommen zu garantieren. Artikel 1 hat folgenden Wortlaut: flowakei) Opfer einer Berfehlung gegen die unter gleichem Tage Für den Fall, daß Frankreich oder Polen( bzw. Tschechozwischen ihnen und Deutschland zum Zwed der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens abgefchloffenen Berträge werden sollte, verpflichten sich Frankreich und Polen( Tschechoslowakei) in Anwendung des Artikels 16 der Bölferbundsfagung, fich gegenseitig unverzüglich Hilfe und Beistand zu leisten, wenn diese Verfehlung von einem nicht provozierten Rüdgriff auf Pflicht zur Förderung des Verfahrens. Artifel 14. die Waffen begleitet sein sollte. Für den Fall, daß es dem Völkerbundsrat in Entscheidung einer auf Grund der oben erwähnten Berpflichtungen vor das Forum gebrachten Frage nicht gelingt, den seinen Zitgliedern, fowelt fle nicht Bertreter der an dem Streiffall beteiligten Parteien find, erstatteten Vorschlag zur Annahme zu bringen und daß Frankreich oder Polen( Tschechoslowakei) Gegenstand eines von ihnen nicht provozierten Angriffes fein würden, erpflichten fich die Signatarmächte, fich gegenfelfig in Anwendung des Artikels 15 26fat 7 unverzüglich Hilfe und Beistand zu gewähren. Artifel 2 bestimmt, daß feine der in den vorstehenden Berträgen enthaltenen auseln, die den vectragschließenden Parteien aus ihrer Zugehörigkeit zum Bölferbund erwachsenden Rechte und Pflichten beeinträchtigt, noch als eine Einschränkung der dem Bölkerbund zustehenden Mission, die zur wirksamen Aufrechterhaltung des Beltfriedens geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, interpretiert Die Artikel 3 und 4 enthalten die Bestimmungen für die Rati fitation und das Intrafttreten der Berträge sowie die Modalitäten ihrer Hinterlegung beim Setretariat des Bölferbundes. Schlußformel. Das gegenwärtige, in einem einzigen Eremplar ausgefertigte Abkommen soll im Archio des Wölferbundes hinterlegt werden, beffen Generalsekretär gebeten wird, jeder der beiden vertragschließen. Regierungen beglaubigte Abschriften zuzuftellen. Die deutsche und belgische( französische, polnische, tschechoslo. matische) Regierung verpflichten sich, die Arbeiten der Ständigen Vergleichskommission zu fördern und ihr insbesondere in möglichsten weitem Maße alle zweddienlichen Urkunden und Auskünfte zu liefern, sowie die ihnen zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden, uni ihr auf dem Gebiete der Parteien und gemäß deren Gefeßgebung die Vorladung und Bernehmung von 3eugen und Sachverständigen sowie die Einnahme des Augenscheins zu ermöglichen. Artikel 15. ( Bestimmt die Bergütung der Bergleichskommissare.) Die Berufung an eine zweite Jaftanz. Artifel 16. Kommt es vor der Ständigen Vergleichstommiffion nicht zu einem Vergleiche, so wird die Streiffrage mittels einer zu vereinbarenden Schlebsordnung unterbreitet: entweder dem Ständigen Internationalen Gerichtshof gemäß den in seinem Statut vorgesehenen Bedingungen und Berfahrensvorschriften oder einem Schiedsgericht gemäß den Bedingungen und Verfahrensvorschriften, die im Haager Abkommen zur friedlichen Erledigung internationaler Streitfälle vom 18. Oktober 1907 vorgefehen find. Der Einlaffungszwang in zweiter Instanz. einigen, so ist jede von ihnen, nachdem sie dies einen Monaf Können sich die Partelen über die Schiedsordnung nicht vorher angefündigt hat, befugt, die Streiffrage durch einen 2nfrag unmittelbar vor den Ständigen 3nternationalen Gerichtshof zu bringen. Tell II. Das Bergleichsverfahren für politische Streitigkeiten. Artifel 17. Alle Fragen, fiber die die deuffche Regierung und die belgische( französische, polnische, ffchechoslowakische) Regierung un einig find, ohne fie auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege güt lich lösen zu können, und bei denen nicht gemäß Artikel 1 des gegenwärtigen 26kommens die Colung durch Richterspruch verlangt werden kann, merden, falls für ihre Regelung nicht schon durch andere zwischen den Parteien geltende Abkommen ein Ver. fahren vorgesehen ist, der Ständigen Bergleichstommiffion unterbreitet. Diese hat die Aufgabe, den Partelen eine annehmbare Cöfung vorzuschlagen und jedenfalls einen Bericht zu etftatfea. Das in den Artikeln 6 bis 15 des gegenmärtigen Abkommens vorgefchene Berfahren finbet Anwendung. Der Böllerbundsrat als zweite Justanz. Artikel 18. Wenn ich die Parteien nicht innerhalb eines Monats nach 25schluß der Arbeiten der Ständigen Vergleichskommission verftändigt haben, wird die Frage durch Antrag einer der Parteien vor den Völkerbundsrat gebracht, der gemäß Artikel 15 der Völkerbundsfahung zu befinden hat. Allgemeine Bestimmungen. Anordnung vorläufiger Maßnahmen. Artifel 19. Geschehen zu Locarno, am 16. Oftober 1925. ( Hier folgen die Initialen Stresemanns und des entsprechenden Außenministers.) Die Erläuterung des Völkerbundsartikels 16. Die deutsche Delegation hat gewisse Klarstellungen hinfichtlich des Artikels 16 der Völkerbundsfagung verlangt. Wir sind nicht zuständig, im Namen des Bölkerbundes zu sprechen. Wir zögern aber nicht, nach den in der Versammlung und den Kommissionen des Bölferbundes bereits gepflogenen Betatungen und nach den zwischen uns ausgetauften Erläuterungen Ihnen die Auslegung mitzuteilen, die wir unsererseits dem A: fitel 16 geben. Nach dieser Auslegung find die fich für die Bundesmitglieder aus diesem Artikel ergebenden Verpflichtungen so zu verstehen, daß jeder der Mitgliedstaaten des Bundes gehalten ist, loyal und wickfam mitzuarbeiten, um der Satzung Achtung zu verschaffen und um jeder Angriffshandlung entgegenzutreten, in einem Maße, das mit seiner militärischen Cage verträglich ist, und das feiner geographischen Cage Rednung trägt E. B. A. B. 2. C. B. M. Dr. B. A. S. ( Dies find Anfangsbuchstaben der unterzeidhmenden Minister. Reb. d. 2.) Deutschnationale und Locarno. Verwirrung und Widersprüche. Die deutschnationale Reichstagsfraktion wird heute zufammimentreten, um zu den Verträgen von Locarno Stellung Deutschnationale Presse bewegen sich in Widersprüchen. Gegenzu nehmen. Die deutschnationalen Organisationen und die über ber Stellung des deutschnationalen Landesverbandes Hamburg, der dem Wert von Locarno ein, ein" entgegen seht, ist die Zustimmung der Berliner Deutschnafio nalen Tagespost" sehr bemerkenswert. Sie schreibt: Locarno einen sehr wesentlichen Teil der uns so nahe berührenden " Susammenfassend muß gefagt merben, baß die Konferenz vort politischen Fragen in eine feste Form gebracht hat. Ein anderer Teil ist noch sozusagen im weichen Stadium geblieben. Wir haben eine neue Stufe gewonnen, auf der wir weiter arbeiten und bauen fönnen. Wir tönnen den Sicherheitspaft als Hebel benugen, um unsere Propaganda in der Abrüstungsfrage stärker zu gestalten. Wir fönnen die Schiedsgerichtsverträge zur Waffe gegen den Versailler Vertrag und gegen all das benutzen, was den Frieden zwischen uns und unseren Nachbarn gefährdet. Alles in allem: Wir stehen am Anfang einer neuen Entwicklung. Die Konferenz von Locarno hat uns mit ihrem Ergebnis nicht voll befriedigt, aber sie gibt uns den Mut, mit vereinten Kräften weiterzuarbeiten an dem Wiederaufbau deutscher Macht und Stärke." Bei solchen Gegensätzen wird die Entscheidung der deutschnationalen Reichstagsfraktion nicht ganz einfach sein. Eberts Heidelberger Grabdenkmal. Was beabsichtigt die Reichsregierung? lebergabe von Eberts Grabbent mal an die Stadt Heidelberg Ueber merkwürdige Borgänge anläßlich der bevorstehenden Heidelberger Volkszeitung", zu berichten. Wie das Blatt erfährt, durch die Reichsregierung weiß unser Heidelberger Parteiblatt, bie beabsichtigt nämlich die Reichsregierung, die Uebergabe nicht in der für diesen Att felbstverständlichen feierlichen und würdigen Grabdentmals soll in aller heimlichkeit vor sich gehen. BeForm vorzunehmen, sondern die Uebergabe des jetzt fertiggestellten In allen Fällen und namentlich dann, wenn die zwischen den Parteien streitige Frage aus bereits vollzogenen oder unmittelbar bevorstehenden Handlungen hervorgeht, wird die Ständige Bergleichstommission oder, falls diese nicht mit Internationale Gerichtshof. und zwar dieser gemäß Artikel 41 feines der Angelegenheit befaßt ist, das Schiedsgericht oder der Ständige Etatuts, so schnell wie möglich anordnen, welche vorläufigen Maß nahmen zu treffen sind. Es ist Sache des Bölferbundsrats, menn er mit der Frage befaßt wird, gleichfalls vorläufige Maßnahmen anzuordnen. Die deutsche und belgische( französische, polnische, tschecho flomatische) Regierung verpflichten fich, diese Anordnungen zu bereits am vergangenen Donnerstag follen einige Herren aus Berlin folgen, fich jeder Maßnahme zu enthalten, die eine nachfeilige Rüdwirkung auf die Ausführung der Entscheidung oder der von der Ständigen Bergleichskommission oder dem Völkerbundsrat vorge schlagenen Regelung haben könnte, und allgemein jegliche Handlung zu vermeiden, die geeignet wäre, die Streitigkeit zu verschärfen oder auszudehnen. Vergleichsverfahren jedem Vertragspartner gegenüber. Artikel 20. Das gegenwärtige Abkommen gelangt zwischen Deutschland und Belgien( Frankreich, Polen, Tschechoslowakei) auch dann zur An wenburg, menn andere Mächte gleichfalls an dem Streitfall be telligt sind. Hier folgt in den Verträgen init Bolen und der Tschechoslowatel ein Artifel 21, der feststellt, daß der Vertrag die aus der Bötterbund fagung entspringenden Rechte und Pflichten nicht berührt und die friebliche Wirksamkeit des Bölferbundes nicht einschränkt.) Ratifitation und Inkrafttreten. Artikel 21. $ ( Artifel 22 des polnischen und tschechoslowakischen Vertrages.) Das gegenwärt ge 2bkommen foll ratifiziert werden. Die Ra tifitation surtunden follen gleichzeitig mit den Ratifita tionsurkunden des heute zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich legt werden. und Italien geschlossenen Bertrags in Genf beim Bölterbund hinterFür das Inkrafttreten bes Abkommens und feine Gel tungsdauer gilt das gleiche wie für den genannten Bertrag. in Heidelberg gewesen sein, um in diesem Sinne bei der Stadtverwaltung tätig zu sein. In Heidelberg verdichtet sich immer mehr die Auffassung, daß die Reichsregierung einer Ehrung des republifanischen Präsidenten Ebert aus dem Wege gehen will. Angesichts dieser Tatsachen erwartet die republitanische BeDölferung von der Reichsregierung, daß sie sich über ihre Abfichten unzweideutig äußert. Sowjetrußland und die Wahrheit. belgischen Deputiertenkammer, wollte als Begleiter und UeberDer Redakteur des Peuple", Piérard, Mitglied der feger mit der internationalen Bergarbeitertommiffion nach Rußland fahren. Man hatte ihm zugesagt, daß er das Einreisevisum nach Rußland erhalten würde. Er kam nach Berlin, um sich hier das Visum erteilen zu lassen. Seine Verfuche, Tschitscherin zu sprechen, maren pergeblich. Es gelang ihm mur, mit dem russischen Botschaftsrat eine Unterredung zu erhalten. Gestern erhielt er nun den Bescheid, daß ihm das Einreisevisum aus politismen Gründen verweigert würde. Die Episode zeigt, wie wenig den Russen an einer objet. tiven Berichterstattung über die Berhältnisse in Sowjetrußland gelegen ist. Bielleicht haben sie gefürchtet, daß Piérard der Deffentlichkeit Aufschlüsse über die Behandlung von Sozialdemokraten in Rußland geben könnte. Die Unfallpolitik der Reichsbahn. Gegen die Unfälle und Die auffällige und bedenkliche Zunahme der Eisenbahn.| unfälle in letzter Zeit, die auch die Deffentlichkeit in startem Maße beunruhigt, hat die Reichsbahngesellschaft veranlaßt, das Berfonal mit aller Schärfe auf die genaueste Einhaltung der für die Sicherung des Eisenbahnbetriebes geltenden Bor chriften hinzuweisen und die strafbare erfolgung von Berstößen gegen die Vorschriften auch dann angedroht, wenn durch die Außerachtlassung der Unfallverhütungsvorschriften ein Be triebsunfall oder eine Störung des Betriebes nicht eingetreten ist. Sie hat angeordnet, daß vorkommende Zuwiderhandlungen gegen die Sicherungsvorschriften in jedem Falle der vorgesetzten Behörde zu melden find. Diese hat dafür zu sorgen, daß die erforderlichen Maßnahmen gegen die Schuldigen unverzüglich getroffen werden, wobei auch die Dienstentlassung ins Auge zu fassen ist. Bom Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands wird die Notwendigkeit anerkannt, die frühere Sicherheit der deutschen Eisenbahnen wiederherzustellen und der steigenden Unfallziffer entgegenzumirten. Er geht mit dem Bestreben der Reichsbahngesellschaft, die Einhaltung der Vorschriften für die Sicherung des Eisenbahnbetriebes sicher zustellen, durchaus fonform. Nur ist es bedauerlicherweise die Reichsbahngesellschaft selbst, die durch ihre Maßnahmen auf perfonalpolitischem Ge biete die betriebssichere Durchführung des Eisenbahnverkehrs gefährdet. Zweifellos beginnt sich der übertriebene Ber fonalabbau, darunter eines großen Teiles gut ausgebildeter alter erfahrenen Betriebsleute, in nachteiliger Weise auf die Betriebssicherheit auszuwirken. Durch das ungesunde System von Antreiberprämien fogenannte Leistungszulagen wird das Bersonal zur oberflächlichen Handhabung der Sicherungsbestimmun gen geradezu verleitet, um eben die gewünschten Höchstleistun gen unter allen Umständen zu erzielen. Ebenso trägt dazu bei der ständige Abbaudrud und die Furcht, dienstliche Nach Streikbeschluß der Berliner Werksarbeiter. Noch ist eine Verständigung möglich. Das endgültige Ergebnis der Irabstimmung in den städtischen Gas- und Wasserwerfen und der Gasbetriebsgesellschaft ist folgendes: Abgegeben wurden 6757 Stimmen; davon waren für Streit 6257, gegen Streit 501, ungültig 49. Die Zahl der in den drei Werken Beschäftigten ist 8130. Von den Beschäftigten haben insgesamt 77 Broz, von den Abstimmenden 92,5 Broz. für Streit geftimmt. Die 1373 fehlenden Stimmen sind auf Krantheit, Urlaub und dergl. zurückzuführen. Die geftrige Funktionärtonferenz beschloß einstimmig, den Obleuten die Vollmacht zu geben, den Zeitpunkt des Streitbeginns zu bestimmen, da von ver schiedenen Seiten versucht wird, noch im letzten Moment neue Verhandlungen herbeizuführen. Die Lage wird in den maßgebenden Gewerkschaftskreisen nach wie vor sehr ernst angesehen, da mur durch ein ziemliches Entgegenkommen der Direktionen die Streitgefahr beseitigt werden kann. Sollte es zu einem Streit tommen, besteht für die Baffer versorgung Berlins teine Gefahr, da die Wasserhebewerte nicht stillgelegt werden sollen. Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie! Zahlreichen Anfragen aus den Betrieben zufolge geben wir nachstehend den Wortlaut des Urteils des Landgerichts I vom 15. Oftober 1925 in der Feststellungsklage des Verbandes Berliner Metallindustrieller bekannt: „ Es wird festgestellt, daß zwischen den Parteien eine Gesamtvereinbarung mit dem Inhalt des vom Reichsarbeitsministerium für verbindlich erklärten Schiedsspruches, welcher am 23. Mai 1925 unter dem Borsiz des Schlichters für den Bezirt Groß- Berlin gefällt worden ist, vom 1. Mai bis 31. Juli 1925 insoweit nicht bestanden hat, als er sich auf die Uebergangsvorschrift des Tarifs vertrages vom 19. Januar 1925, Teil III, 3iffer 2, bezog. Die weitergehende Klage wird abgewiesen. Die Kostenentscheidung bleibt einem Schlußurteil vorbehalten." Da die schriftliche Begründung des Urteils zurzeit noch aus. steht, fann eine endgültige Stellungnahme der Afa- Organisationen noch nicht mitgeteilt werden. Gleichzeitig weifen wir darauf hin, daß am Montag, den 19. Ottober, unter Anwesenheit aller am Tarifvertrage beteiligten Angestelltenverbände von Amts wegen angefegte Vergleichs verhandlungen über den Schiedsspruch vom 20. September beim Schlichter für den Bezirk Groß- Berlin stattgefunden haben. gegen das Personal. teile zu erleiden, menn in der Abwicklung des Berkehrs Berzöge rungen eintreten, die auch bei einer peinlichen Beachtung der Dienstvorschriften vielfach nicht zu vermeiden sind. Es ist kein Wunder, daß sich im Eisenbahnpersonal nach der Bekanntgabe der eingangs erwähnten verschärften Anweisung der Reichsbahndirektion eine Unruhe bemerkbar macht, zumal von Gewerkschiftsseite auf die unvermeidlichen Folgen der verfehlten Personalpolitik der Reichsbahn wiederholt erfolglos hingewiesen worden ist. Das um so mehr, als in der neuerlichen Veröffentlichung im Reichs arbeitsblatt behauptet wird, daß sich für rund zwei Drittel aller Eisenbahnunfälle ein Berschulden oder Verlagen der Betriebsleute nachweisen lasse. Tatsächlich sind nach einer Denkschrift des Reichsverkehrsministers beispielsweise als Ursachen von Entgleisungen in der weit überwiegenden Zahl der Fälle Schäden am Oberbau und an Fahr zeugen festgestellt. Das Personal steht gewissermaßen unter doppeltem Drud: einerseits verschärfte Androhung der Bestrafung bei nicht genauer Einhaltung der Sicherheits. vorschriften, andererseits der Drud der Dienststellen, trotz unzureichender Personalbelegung Höchstleistungen zu er unzureichender Personalbelegung Höchstleistungen zu er zielen. Auch das Personal hat ein Interesse daran, den früher mit Recht gerühmten sicheren Betriebsstand der deutschen Eisenbahnen wiederherzustellen, sowohl im Interesse des reisenden und verfrachtenden Publikums als auch im eigenen Intereffe, um sich und seine Familien vor Schäden an Gesundheit und Leben zu schüßen und nicht den strengen Bestimmungen des Strafgesetzbuches über die Gefährdung von Eisenbahntransporten anheimzufallen. Der Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands hat es an Aufklärung nicht fehlen lassen, um seine Mitglieder von der Notwendigkeit der gewissenhaften Einhaltung der für die Sicherung des Eisenbahnbetriebes geltenden Vorschriften zu überzeugen. Die Da der V BMJ., wie üblich, zu diesen Verhandlungen nicht erschienen ist, fonnte fein Resultat erzielt werden. Stellungnahme der einzelnen AfA- Organisationen zum Schiedsspruch ist ja hinreichend durch die Veranstaltungen und Pressenotizen betannt. Die Entscheidung selbst liegt jetzt beim Schlichter, die aber erst im Laufe der nächsten Tage zu erwarten sein dürfte. Sobald ein endgültiges Resultat vorliegt, werden wir weitere Pressenotizen folgen lassen bzw. Bersammlungen ansetzen. Af A MetallfartelL Günther, Lange, Rothe. Die Möbeltransportfirmen lehnen den Schiedsspruch ab. Der Schiedsspruch für das Möbeltransportgewerbe, der am 14. Oftober vom Schlichtungsausschuß gefällt und von den Arbeitern angenommen wurde, ist vom Verein Berliner Möbel. transporteure abgelehnt worden. Er sieht eine Erhöhung des Wochenlohnes der ständigen Arbeiter von 48,50 m. auf 53 M., sowie der Tagelöhne der nichtständigen Arbeiter von 9 auf 9,85 M. vor. beantragten Verbindlichkeitsverhandlungen feine Einigung erzielt Sollte in den vom Deutschen Verkehrsbund merden, so ist nach der Stimmung der Möbeltransportarbeiter mit einem Streit zu rechnen. $ 7 der Arbeitszeitverordnung. Berlin, 19. Oktober.( RD.) Die Denkschrift des Reichsarbeitsministeriums, die aus Anlaß der„ Attennotiz" Dr. Meißingers herausgegeben wurde, nimmt u. a. Bezug auf§ 7 der Arbeitszeitverordnung und betont, daß zwar über weitere Ausführungsverordnungen des§ 7 der Reichswirtschaftsrat seine Be ratungen im Einverständnis mit dem Ministerium fortsetzt, weitere Ausführungsverordnungen sich jedoch durch die fortschreitende endgültige Regelung der Arbeitszeitgesetzgebung wohl bald von selbst erledigten Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats sah sich dadurch vor die Beantwortung der Frage gestellt, ob feine Arbeiten und Verhandlungen in dieser Frage überhaupt weiter geführt werden sollten, wenn doch teine Aussicht bestünde, die von ihm zu erstattenden Gutachten verwirklicht zu sehen. Der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums gab hierzu aber die Erklärung ab: Der Reichsarbeitsminister wünsche, daß die Ver. handlungen fortgefeßt würden. 3war werde die Borlage des endgültigen Arbeitszeitgefeges mit Beschleunigung betrieben, es müsse aber mit unerwarteter Berzögerung bis zur Verabschiedung TIETT Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Gute billige Romane 175 klarer Druck, sorgfältige Auswahl u. Bearbeitung, hübsche Einbd. Alexis, Die Hosen d. Herrn v. Bredow Artzibaschew, Ssanin Boccaccio, Dekameron lachrote Buchstabe Das Haus mit den 7 Giebein Hugo, Die Elenden Jacobsen, Niels Lyhne Keller, Der grüne Heinrich Keller, Die Leute von Seldwyla Kügelgen, Jugenderinnerungen Brachvogel. Friedem. Bach Hugo, Der Glockner von Bulwer, Die letzten Tage Notre Dame von Pompeji Bulwer, Harold, der letzte Sachsenkönig. Hist. Rom. 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Die Arbeiten des Reichswirtschaftsrats feien hierzu nicht zu entbehren Der Ausschuß beschloß nach eingehender lebhafter Aussprache die beschleunigte Fortführung der Unterjuchungen zu§ 7, da ja auch für das fünftige Arbeitszeitgeſetz die Beratungen und die Zusammenstellung von Material von großem Werte sind. Ein Untera usichuß wird in den nächsten Wochen zu prüfen haben, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die am 1. April d. 3. auf Grund des§ 7 in Kraft gesetzten Ver ordnungen für Hochöfenbetriebe gezeitigt haben. Streik in der Lichtenberger Wollfabrik A.-G. Am Sonnabend voriger Woche ist die Belegschaft dieser Firma in den Streit getreten. Der Grund dafür ist folgender: Der Deutsche Verkehrsbund war von den Arbeitern der Rohproduktenbetriebe beauftragt worden, das Lohnabkommen zum 24. September zu tündigen und eine Erhöhung der bestehenden Löhne um 20 Proz. zu fordern. Da die Unternehmer diese Forderung ablehnten und sich auch in den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß zu feiner Lohnerhöhung bequemten, wurde vom Gewerberat Körner ein Schiedsspruch gefällt, nach dem sich die Löhne um 2 bis 3 Pfennig erhöhen sollten. Die Arbeiter nahmen den Schiedsspruch an und beantragten die Verbindlichkeitserklärung, des von den Unternehmern abgelehnten Spruches. Vom Schlichter Groß- Berlins wurde die Berbindlichkeit nicht ausgesprochen, sondern ein Vergleichsvorschlag gemacht, nachdem die Parteien in Berhandlungen treten sollen, wenn eine weitere Steigerung der Lebenshaltungskosten in nennenswertem Umfange eintreten sollte. Die Unternehmer haben natürlich diesem Vergleichsvorschlag, der sie nichts foftet, zugestimmt, während die Arbeiter ihn abgelehnt haben. Die Arbeiter der bestreiften Firma verlangen nichts Ungebührliches, wenn sie die Anerkennung des Schiedsspruches fordern. Die jetzt in dieser Branche gezahlten Löhne von 41 bis 71 Pfennigen entsprechen wirklich nicht der schweren und ungesunden Arbeit. Sollten die übrigen Unternehmer ebenfalls bei ihrem ablehnenden Siandpunkt bleiben, so ist anzunehmen, daß der Streit größere Kreise zieht. Bor einem Streit der Töpfer. Gestern vormittag beschäftigte sich im Gewerkschaftshaus eine Dom Baugemertsbund einberufene, überfüllte, öffentliche Töpferversammlung mit der Lage, die infolge der Ablehnung des Gewerberates Körner durch die Unternehmer entstanden ist. Es waren außer den Vertretern und Mitgliedern. des Baugewerksbundes der Vorstand und die Mitglieder der Freien Bereinigung Berliner Töpfer vertreten. In der ausgedehnten Disfussion wurde pon den Anhängern wie auch von den Vorständen beider Organisationen zum Ausdruck gebracht, daß es unbedingt nötig sei, zusammenzuarbeiten, um zu einem annehmbaren Tarifabschluß zu kommen. Angesichts der herausfordernden Haltung der Unternehmer müßten die politischen Gegenfäße zwischen beiden Verbänden hintangestellt und Schulter an Schulter gegen die Töpfermeister Front gemacht werden. Es wurde eine Lohn= tommission gewählt, bestehend aus je vier Mitgliedern der beiden Organisationen, die der heute abend stattfindenden Innungsversammlung die Forderungen unterbreiten soll. Es wurde beschlossen, an der ursprünglichen Forderung von 1,60 m. Stundenlohn und Herauffezung der Atfordbafis auf 160 Proz. festzuhalten. Am Mittwoch vormittag wird eine neue öffentliche Bersammlung zu dem Verhandlungsergebnis Stellung nehmen und die notwendigen Beschlüsse faffen. Sollten sich die Unternehmer weiter so ablehnend verhalten wie bisher, so ist am Mittwoch bestimmt mit dem Etreitbeschluß zu rechnen. Hineinleuchten in die Kartellwirtschaft! Amsterdam, 19. Oftober.( Eigener Bericht.) Der Internationale Gewerkschaftsbund hat einen Ausschuß mit dem Studium der Frage der Kartellierung in der Eisen- und Stahlindustrie betraut. Diefer Ausschuß wird am 6. und 7. Dezember in Amsterdam zusammentreten, um zu dem in Rheinland- Westfalen geplanten Bergbautiust Stellung zu nehmen. Baugewerksbund. Seute, Dienstag, nachmittag 5 Uhr, Baubeleglerten versammlung der Firma Sallert bei Laufch. Wiclef Ede Bredow straße. Der Betriebsobmann. 21, Oftober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus öffentliche Versammlung. Deutscher Bangewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Am Mittwoch, den Tagesordnung: Bericht von den Verhandlungen. Die Lohntommiffion. Bilbhaner. Die Mitglieder des Deutschen Solzarbeiterverbandes verfam meln sich am Mittwoch, den 21. Oktober, 7 Uhr, im Gigungsfaale, Rungestr. 30. Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Chforn; Feuilleton: K. H. Döfcher; Lokales und Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdrüderel und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin G. 68. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". 2x5= 10 Gebrauche Lavaren Es schafft Dir schöne Haare Bis in die späten Jahre. Billige Bücher Antiquarische Werke* Bruno Wille, Lebensweis-| Goethe, Fanst, m. Bildern heit. Eine Deutung unseres Daseins von F. Simm. 200 Seiten. Gebd. in Aussprüchen führender Geister. 150 257 S. Karton., früh. 3.00. jetzt G. Hermann, Das Biedermeier im Spiegel seiner Zeit. 418 S. Karton, früh. 3,00, jetzt 250 Walter Scott, Romane: Quentin Durward. 346 Seiten. Kenilworth. 356 Seiten. Jeder 135 Band gebunden.. 150 Ch. Dickens, Romane: pie Pickwickier. Dic Eroberung von Mexiko durch Ferdinand 277 Seiten mit Halbleinenband, 75 früher 5,00, jetzt Cortez 1519-21. Von Prof. Anton Hottmann. 1922 180 Bildern. Das Buch der Mütter. 135 536 Feiten. Klein Dorrit. 544 Sciten. 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Söhne Erzäh- Wallace, Ben Hur Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray Zola, Germinal lungen Hauff, Lichtenstein Jacobsen, Niehls Lyhne Der Kurier des Zaren. 836 Seiten. Das versunkene Abend- Die Narrenklippe. Die Abenteuer des Kapitän land. Abentenerl. Liebesgeschicht Erzählungen von L. Schwenger. Hatteras. 400 Seiten. Jeder Band gebanden nur 135 Im Liebesrausch. Berliner Roman v. Heinz To vote.41.Aufl., 195 Sturm820 S. Gebunden, früher 5,00, jetzt Walter Bloem, signal. Ein Dokument aus grosser Zeit. Wahrheit und Geschichte. 250 578 Selt. Gebund, früh. 6,00. jetzt Fräu ein Grisebach. Roman von Heinz To vote. 1919. 846 S. 195 Gebunden früher 5.00. jetzt Die den Weg bereiten. Ein Zeiti oman von Anny Wothe, 1919. 330 Seiten. Gebunden, früher 3.50, 150 jetzt von W. Franke. Illustriert. Gebunden.... von Pauline Klaiber. 246 Seiten. 45Pf. Der Hochlandsptarrer. Von In geb. Maria Sick. 15. Aufl Roman aus dem Därischen übersetzt Halbleinenband, früh. 4,50. jetzt 195 Die drei Lieben des Gaston Meder. Ein Roman in 3 Büchern, in 1 Band gebunden, 165 440 Seiten. 20P Cords. 90 Seiten. Broschiert, früher 1.00, jetzt Roman von Romantik. Olga Wohlbrück. 460 Seiten. 195 Gebunden..... früher 4.25. jetzt Vom Leben und Sterben des Giorgione, von L. Schwenger 48 Seiten, lein illustriert, gebd. PL früher 1.50, jetz W. Alexis, Hist. Romane: Der Werwolf, 384 Seiten Der talsche Waldemar, 502 Seiten. Jeder Band gebund n. FELIX DAHN, Ein Kampf um Ram Historischer Roman. in Halbleinen gebunden 152. Auflage. ****** Bände, früher 18 CO, nur 135 950 Nr. 495 ♦ 42. Jahrgang 1. Seilage ües vorwärts Vkastag, 29. Gktober 1925 Zrohe?ugenö- sorgenfreies �lter. Das sind die zwei Pole. Viele, allzu viele Genossen haben weder das Eine noch das Andere. Ohne Schuld, das Schicksal war stärker als sie. Jedenfalls: schuldig, oder nicht schuldig, die Gesellschaft hat im eigenen Interesse dafür zu sorgen, daß möglichst alle ihre Mitglieder physisch und geistig so gerüstet sind, daß sie de» Kamps »mit des Geschickes Mächten" erfolgreich führen können. Das ist die Auffasiung der Sozialdemokratie. Darum ist sie, nicht geleitet von wehleidigem Mitleid oder gar diktiert von einer Sucht nach öffent. lichsn Ehren, sondern aus Prinzip, zwangläufig, für eine weit- gehende, umfassende Jugendpflege, wie für eine wohlverdiente Der- sorgung im Alter, nach einem arbeitsreichen Leben, das der Gesell- schaft wohl Werte geschaffen, nicht aber in der Lage war, dabei einen sorgenfreien Lebensabend sich zu erringen. Im Friedrich-Wilhelm-Hospital in der FrSbelstrahe ist dies Prinzip in vorbildlicher Weise in die Praxis umgesetzt. Die Anstatt untersteht der Verwaltung des Bezirks Prenzlauer Berg. Von den 1�00 Insassen sind etwa Dreifünftel alte, bett- lägerige Personen, z. T. Krebskranke und Nervenleidende, fonstige Altersschwache, die dauernder Pflege bedürfen. Vielfach handelt es sich um Kranke, die, weil lheilersoige kaum noch zu erwarten waren, im Krankenhaus Platz machen mutzten für neue Patienten. Gebrech. lich, hilflos, ohne Angehörige mutzten sie elendiglich umkommen, wenn die Gemeinde sich nicht ihrer annähme. Zwölf Aerzte mit einem Stab von geschulten Pflegern und Pflegerinnen sind ständig zu ihrer Wartung und Pflege bereit. Eine eigene Apotheke und ein Laborqftmum sowie ein moderner Röntgenapparat gestatten eine wissenschaftlich korrekte Behandlung aller Krankheitsfälle. Im Altersheim wird auch der andere Ehegatte, selbst wenn er noch nicht ganz invalid ist, mit aufgenommen! die alten Leutchen sollen an ibrem Lebensabend nicht voneinander getrennt werden. Der«ine Teil verpflegt dann den anderen. Unter den Insassen befinden sich Leute von 70, 80 und selbst 95 Iahren. Die grotze Zentralküche sorgt für gutes, reichliches und schmack- Haftes Essen. Viermal in der Woche erhalten die Pfleglinge se 200 Gramm Fleisch und einmal Fisch. Außerdem gibt es zum zweiten Frühstück und zum Abendbrot Belag oder Eier zum Brot. Margarine wird schon längst nicht mehr verwendet. Trotz der schwierigen Zeiten ist in der Anstatt unter der Leitung des Stadtrats Genossen Weber viel geschehen. Die ganze Anstatt wurde mit elektrischem Licht versehen, das Essen verbessert. Um das Ganze den alten Leuten heimischer zu- gestalten, das Anstalts- mäßige weniger hervortreten zu lassen, wurden die Wände mit Bildern, die Fenster und Tische mit Blumen geschmückt. In der ge- räumigen Kapelle werden auch Vorträge, musikalische und gesangliche Veranstaltungen abgehalten. Durch Radioanschluß mit Lautsprechern, die bald In dem einen, bald in dem anderen Saal aufgestellt werden, wird ebenfalls für geistig« Anregung gesorgt. Die ganze Anstalt, bestehend aus sieben großen Gebäuden, liegt mitten in gärtnerischen Airlogen, in denen die chospttaliten spazieren gehen oder spazieren gefahren werden oder auch auf Bänken sich ausruhen können. Ein werk wahrer Menschenlieb«, das nur erhalten und weiter ausgebaut werden wird, wenn der 25. Oktober eine genügend große Zahl sozialdemokratischer Stadtverordneter bringt. Die bürgerlichen Parteien folgen aus dem Gebiete der Wohl- fahrt nur unwillig und zögernd, nur soweit, als die Macht der Sozialdemokratie sie zu folgen zwingt. Berlin„nd die Hochbahn. Die Klage der Stadt Berlin gegen die Elektrische choch- und Untergrundbahn A.-G. wegen Einziehung von 50 000 Lerwerhrngs- aktieri, die unter dem Rubrum„Thaelmann und Genossen" bann Landgericht I angestrengt war, ist heute abgewiesen worden. In der Begründung der Abweisung wurde vom Gericht ausgeführt, daß diese Aktien geschaffen seien, um«Ine Ueberfremdung zu ver- hüten. Eine Ueberfremdung könne aber auch von inländischer Seite erfolgen. Die Stadt Berlin hätte ein Interesse daran, sich die Mehrheit der Aktien zu verschossen, weil sie eine Option aus die Bahnttnien habe. Dem stebe das Interesse der Aktionäre entgegen, das durch Schaffung von Schutzaktien gewahrt werden müsse. Im übrigen wäre ja auch die Stadt Berlin nicht der Ansicht gewesen, daß diese Schutzaktien unsittlich seien. Denn sonst hätte sie ja nicht eine Beteiligung an diesen Aktien oerlangen können. Das Mitstimmen der Aktien, welch» sich in der Hand der Elektrischen Licht- und Kraft-A.-G. befinden, sei eine interne Angelegenheit der Gesellschaft. Aus den gleichen Gründen wurde die Klage des Aktionärs Busch abgewiesen. Die Stadt hat gegen dieses Urteil sofort Berufung eingelegt. V!e Untat Szs ,polnisthen ffoni'. 10 Zahre Zuchthaus als Sühue. Unter der schweren Anklage des Raubmorde» hat sich der Schmied Anton Griebl vor dem Schwurgericht des Land- gerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Tolk zu verant- warten. Im Januar d. I. schlug er seine Wirtin, die zugleich seine Gellebte war, eine Witwe Johanna Zmuda, in ihrer Wohnung in Städtische Beamte! Die Wahl zur verlmer Stadtvervrdnetenversammttmg m kommenden Sonntag hat für Euch die größte Bedeutung. Noch haben di-> Rechtsparteien die Aufhebung' des B e- soldungssperrgesetzes oerhindert. In der Berliner Stadt- oerordnetenverfammlung hat sich der Führer der Bolkspartei v. Eynern mtt aller Energie für sei«« Beibehaltung ausgesprochen. Die Sozialdemokraten traten für seine sofortige«nf- Hebung ein und« r r e t ch t e n die Annahme eines dahingehenden Antrages. Noch in der letzten Stadtverordnetenversammlung setzten die Sozialdemokraten einen Antrag durch, der den Beamten der Stadt Berlin die gleichen Zuwendungen sichern soll, dt« der Preußische Landtag auf Grund eines sozialdemokratischen Antrages verlangt hat. Während der Dauer der aeuzu wähl enden Stadtverordneten- Versammlung muß das Befoldungssperrgesetz fallen. wollt Ihr dann Euer Schicksal wieder in die Hände der Rechtsparteien legen, die sich ofsen zum alten vbrlgkeltsstaat und zur Monarchie bekennen? wer drückt die Gehälter der Beamten? Der deutfchaatloaale Reichsfinanzminifler v. Schliebea im Auftrage der Generaldirektoren der Privatwirtschaft. Keine Stimme Euren feinden, den Rechtsparteieuj Wählt Sozialdemokraten! der Elifabethstroße 64 erst mtt einem Bell nieder und würgt« sie dann mit einem Handtuch. Anton Griebl hat in seiner Jugend niemals die strenge Hand eines Vaters kennen gelernt. Schon mit 20 Iahren verheiratete er sich, wie er in der Verhandlung angibt, ohne jede Liebe. Nur weil es seine Mutter von ihm oerlangte. Die Ehe war nur von kurzer Dauer. Schließlich geriet er in jene Kreise am Schlesischen Bahnhof, unter denen er, als gewalttätig und roh gefürchtet, bald den Spitznamen»der polnische Tont" bekam. In jener Gegend lernte er die Witwe Johanna Zmuda in einem Lokal rennen und zog zu ihr. Man wurde sich sofort darüber einig, später mal zu heiraten. Griebl, der stets brutal und jähzornig rit, kam aber mit einer Frau zusammen, die ihm an Zank und Streit- sucht nicht» nachgab. Auseinandersetzungen, die oft genug rn Tätlichkeiten ausarteten, waren bald an der Tagesordnung. Aus Anlaß eines Streites, well er sich ernstlich von der Frau trennen wollte, soll die Zmuda ein Beil ergriffen und den Angeklagten da- mtt bedroht haben. Dieser will sich im ersten Moment nur zur Wehr gesetzt und dann erst aus sie eingeschlagen haben. Auch das Handtuch, das später, fest um den Hals der Getöteten geschlungen, gefunden wurde, will Griebl nur zu seiner Verteidigung benutzt haben. Im Gegensatz dazu stehen die Angaben des Medi' zinalrats Dr. Störmer, der als erster den medizinischen Befund am Tatort aufgenommen hat. Noch seiner Darstellung sind die Beilhiebe mit größter Wucht geführt worden. Das Handtuch wurde auf der Rückseite des Halses verknotet cm der Leiche aufgefunden. Die Ausfagen�ber 17 Zeugen eröffnen Einblicke in ein trostloses, Der bedrückendes Milieu. Staatsanwatt glaubt, daß Ueberlegung bei der Ermordung vorhanden gewesen ist und beantragt Todes- strafe. Dos Gericht kommt zu folgendem Urteil: Von der Anklage des Diebstahls wird Griebl in einem Fall freigesprochen. Auch die Anklage wegen unerlaubten Waffenbesitzes fällt unter die Amnestie und kommt daher nicht in Frage. Bei dem Totschlag ging das Gericht von der Ansicht aus, daß der Angeklagte nicht mit Ueberlegung gehandelt habe, sondern durch das leicht reizba« Wesen der Ermordeten in einen Zustand der Erregung gebracht worden sei. Die Verurteilung erfolgt also nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags. Griebl wird zu einer Zuchthausstrafe von 10 Iahren unter Anrechnung vom 6 Monaten Untersuchungshaft oerurteilt, auf die gleiche Dauer werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte abgesprochen. Totschlagsprozeß Dr. Schreiber. Zu 3V4 Jahren Gefängnis verurteilt. Unter großem Andränge des Publikums fand vor dem Schwurgericht III, unter Leitung von Landgerichtsdirektor Bombe, die Derhandlung gegen den früheren Studienreferendar und jetzigen Redakteur Dr. Schneider statt, der beschuldigt wurde, am 4. De- zember 1924 seine Ehefrau durch Hammerschläge auf den Schädel vorsätzlich, aber ohne Ueberlegung, getötet zu haben. Der Fall er- regt durch die Begleitumstände«in beonsderes psychologisches Interesse. Die Verteidiger betonen aber von vornherein, daß in keiner Weise auf den§ 51 Anspruch erhoben werde. Der Angeklagte, ein nicht unsympathisch aussehender, 34 Jahre alter Mann schildert zunächst sehr gewandt seinen Lebenslauf. Er hat Philologie studiert, war im Felde, wurde Osflzier, hat dann promoviert und wurde später Journalist. Seine Frau hatte er 1915 geheiratet« um»eine Ehrenpflicht zu erfüllen". Der Angeklagte läßt durchblicken, daß seine Ehefrau mehrmals durch gewaltsame Em- miffe verhindert habe, daß sein Wunsch erfüllt weroe, einen mann- lichen Erben zu erhalten. Im Jahre 1916 wurde ein Junge geboren, der aber nach 10 Tagen starv. Er habe seine Gründe, nicht an einen natürlichen Tod zu glauben. 2m nächsten Jahre hatte seine Frau eine Fehlgeburt, die nach ärztlicher Meinung die Folge eines Eingriffs war. Seit diesem Jahre dattere seine Rei- dung zu starkem Altoholgenuß. Er habe dann seine Stellung auf- gegeben und so schnell keine neue finden können. Darüber sei seine Frau so erbittert gewesen und sie habe ihm oft Vorwürfe gemacht. In einem solchen Streit habe sie ihm zugerufen, sie habe schon wieder abgetrieben. Ich geriet, berichtet der Angeklagte, in Wut: da zog sie einen Revolver und richtete ihn auf mich. Ich nahm einen Hammer und wollte den Revolver beiseite schlagen. Da hörte ich das Knacken der Pistole, die aber nicht losging: als sie wieder anlegte, schlug ichzu. Ich soll vier Schläge auf den Kopf gegeben haben, das weiß ich nicht. Als meine Frau zu Boden sank, trug ich sie ins Bett und gab ihr Milch zu trinken. Als alter Soldat sah ich aber, daß nichts mehr zu machen war. Jetzt sah ich mir den Revolver an und sah zu meinem Schrecken, daß keine Patronen darin waren. Da erkannte ich, daß meine Frau vielleicht nur um einen Scherz niedergeschlagen worden war. Dann schllderte der Angeklagte, daß er zunächst die Leiche im Bett gelassen, darauf mit Tüchern umwickelt und aus den Boden geschafft habe, wo er sie mtt Zeitungsvnpier bedeckte und so hinlegte, daß jeder, der durchging, sie leicht hätte entdecken könnim. Es war aber merkwürdigerweise eine Mumifizierung der Leiche einge- treten, so daß kein Letchengeruch wahrnehmbor war. Die Mutier des Angeklagten war dann beim Wegräumen eines Zettungsballens auf die Leiche gestoßen, da sich chr plötzlich eine Leichenhand entgegenstreckte. Darauf erfolgte am 3. März seine Verhaftung. Vors.: Wenn sich der Sachoerhall so abgespielt hatte, dann war es doch naheliegend, daß Sie die Bedrohung mtt dem Revolver in chren eingehenden Ausführungen hervorhoben. Angekl.: Ich hatte keine Ahnung von dem Begriff der Putativnotwehr. Als ehrlicher Mensch wollte ich alles auf mich nehmen und sagen, daß ich meine Frau im Streit erschlagen hätte. Das ist die psycho- logische Erklärung meines Schweigens. Ein Bruder der getöteten Ehefrau des Angek.agtsn Dr. Schreiber mochte seinem Schwager den Vorwurf, daß er sich nicht gescheut habe, sein Opfer noch mit dem Verdacht des Ehebruches zu beschmutzen. Der Zeuge wurde von dem Angeklagten überall herumgehetzt, um nach der Vermißten zu forschen. Sechs Wochen lang habe Dr. Schreiber ein beispielloses Theater mit der Familie aufgeführt. Medizinalrat Dr. Störmer als gerichtlicher Sachverständiger erläuterte sodann dem Gericht die Schädelvcrletzungen an de? Leiche. Die Obduktion war in diesem Falle ganz besonders schwieriß. Das unbegreifliche Ich. 60 GeschichteeinerIugend. Roman von Tom Kristensen. (Berechtigte llebersetzung au» dem Dänischen von F. E. Bogel.) „Sa, milde gesagt!" höhnte ich, und mir war, als ob ich das schon früher gesagt hätte. Aus dem anstoßenden Zimmer erklang ein leises Lachen. Sch trat mit großen Gebärden ein. Das war eine spaßige Schwindelkomödie, in die ich da geraten war. Ein magerer Mann mit einem unangenehmen Lächxln um den Mund stand auf. Cr hatte keine Augenbrauen, und ich erkannte ihn sofort. Das war der Herr, der damals in Bredgade mit der blonden Damen zusammen gegangen war. Sch befand mich also auf dem richtigen Weg nach vorwärts, vorwärts. Sede Wegbiegung stihrtf mich näher an das Ziel. Doch plötzlich wurde ich heiß und wild. Das war ja Schwin- delei, was ich da oorhattel Er war ein Freund des Sn- genieurs. Der Sngenieur kannte sie vielleicht auch. Und ich war ein Bilderschwindler. Sch näherte mich chr ja von der verkehrten Seite. „Guten Abend. Urgente!" sagte er mit einer Stimme, als ob er einen Hintergedanken dabei hätte, und er gluckste bei jedem Wort. Sch trat einen Schritt zurück und suchte mir Haltung zu geben. Srgendein Gedanke entglitt mir. als ich ihn gerade aussprechen wollte. „Sa. wirf dich nieder und lecke den Staub von meinen Fußen!" Sein schwaches.Lächeln veränderte sich nicht. Es lag eine unbeirrbare Sicherheit darin. Raavad und Börgesen lachten laut, und ich war wütend. „Er ist gar nicht so langweilig!" bemerkte Börgesen an- erkennend. „Er ist primitiv wie ein Schwarzbrot!" sagte Raavad boshaft. „Durstig!" knurrte ich. Sch wälzte die Worte wie Klöße von meinen Lippen, dicke, undurchsichtige Worte. Das war eine neue Art, zu kämpfen. Das war wieder das Gelächter. Doch ich ahnte, daß ich die Gegner nicht würde überwinden können. Sch konnte mich bloß selbst decken. „Sa, hier ist Tee, bitte sehr, mein Herr," antwortete Bör- gesen mit einer höflichen Drehung des Körpers. Sein« Augen waren stets bereit, vor mir auszuweichen, wenn ich meinen BUck auf ihn heftete. „Tee, ist das was für uns Genies?" stachelte mich Raa- vad auf. „Sch habe richtigen Durstl" lautete meine Orakelantwort, und dann schloß ich die Lippen. Die Wirkung meiner Worte vei nahm ich wie das Echo eines fernen Gelächters: doch in meinem Snnern drehten sich die Fetzen von Gedanken mit einer solchen Schnelligkeit, daß es ordentlich dampfte vor Hltze. Diese Verwirrung mußte ich oerbergen. Mein Gesicht mußte unerschütterlich dumm aussehen. ,L>u, Richard Dam." sagte Börgesen mit der Zuvor- kominenhcit, die sich für einen Wirt gehört,„willst du nicht so freundlich sein und den kleinen Schrank da in der Ecke aufmachen. Da steht im zweiten Fach eine Flasche King George." „Kann das den Durst von Genies stillen?" fragte Richard. Sein bleicher Blick ließ nicht von mir ab. Er machte kein Geheimnis daraus, daß er im Begriff stand, meine Art zu bestimmen. Raavad schenkte für mich und für sich ein. „Er ist ironisch, der Riech— ard da, das sind alle die, die keine Genialität leiden können," brummte er. „Genialität und Ohrfeigen" antwortete ich dumpf und starrte auf den Whisky. Hinter diesem Starren versteckte ich mich. Em schallendes Gelächter ertönte um den Tisch: doch ich trank. „Das ist der Zusammenhang!" fuhr ich fort. Richard Dam lachte leise. Es klang wie ein langes Atemholen. „Sst er nicht herrlich primitiv, was? Ein WUder?" rief Raavad und klopfte mich auf die Schulter, wie ein Sahr- marktsausrufer seinen eine halbe Elle großen Riesenbären klopft.„Sch habe ihn bei Regenwetter mit einem Schwarz- brot unterm Arm gefunden--" „Protoplasma!" murmelte ich. «Trinken Sie!" forderte mich Börgesen lachend auf. „Na also. Dann haben wir ihn uns zunächst mat etwas vorgenommen, nämlich: Kursus in Urgenialität! Und gleich war er dabei und legte diesen Fladen hin. Er kann rein nichts! Er glaubt, Farben und Ohrfeigen wären ein und dasselbe!" „Wir wollen uns mal den Fladen, wie Sie sagen, be- sehen!" lachte Börgesen. Die steifen Manschetten mit den Goldknöpfen klirrten. „Run seht euch das mal an!" rief Raavad und zog meine Malerei hervor. Sch betrachtete sie erschrocken. Die großen, roten Klexe leuchteten häßlich. Das Gesicht war wie in rote Grütze getaucht. „Hm. hm. hm!" schluckte Börgesen.«Kräftig ist es und sicher: aber— es ist nicht geschlossen genug in der Kam» Position." Richard Dam stieß ein Kichern aus: doch plötzlich be- merkte ich, daß sein Blick Raavads kleine, lauernde Augen traf und ein verständnisinniges Lächeln glitt über fein Ge- ficht. Börgesen und ich waren jetzt die Lächerlichen geworden. Unmerklich war ich aus der BerfchwLrimg geglitten. Sn Richard Dams Augen war ich nur ein kleiner, gleichgültiger Schwindler. „Was meinst du, Richard?" fragte Börgesen. Seine Hände waren unruhig, und ein paar nervöse Falten zeigten sich über den Augenbrauen. „Nicht so übel!" antwortete Richard Dam. „Es ist so unkultiviert!" stöhnte Börgesen. Raavad hob höhnisch die Oberlippe hoch, so daß die un- regelmäßigen Zähne zum Vorschein kamen.„Unkultivierte Urkraft, ha, sind Sie total übergeschnappt, Börgesen? Sst rohes Fleisch vielleicht kultuviert?" „Rohes Fleisch ohne Haut!" knurrte ich und trank wieder. Richard Dam kicherte. Sein Lachen hatte stets Hem- mungen, die es beseitigen mugie. „Worüber lachst du?" fragte Börgesen nervös. „Ueber das Genie da!" er nickte zu mir hin. «Mollen Sie es verkaufen, Herr Schwarzau?" fragte Börgesen. „Fünftausend Kronen!" Raavad schlug sich auf die Schenkel und tobte los. Bör- gesen lachte überlegen. „Gib ihm fünf!" sagte Richard Dam. „Rein, dann will ich es lieber zerstören!" schrie ich hitzig. Endlich erblickte Ich einen Ausweg, und mit einer ungeheuren Erleichterung jagte ich ein Messer durch die Leinwand. „Aber Mensch, was machen Sie denn da?" rief Bör- gesen aus. „Sie teure Leinwand!" knurrte Raavad. Aber ich packte das Bild, brach den Blendrahmen entzwei und warf es zu Boden. i „Sch habe, verdammt noch mal, keine Luft mehr, die Ko- mödie zu spielen. Sch ich— ,»Hoho!" lachte Raavad. Richard Dam saß vornübergebeugt und starrte mich an. Sch strich mir über die Stirn, doch ich konnte die Augen nicht fortbekommen.(Fortsetzung folgt.) eller e satt einer Etuanie u hun butte. Die Seidhe mor o in etwor Befibahn verpackt und verfchart, bab eine faft sofandige ein frodnung, wie bei einer richtigen Museumsnumie, eingetreten war. Der Tod ist durch Schädelzertrümmerung erfolgt. Jede einzelne der burch sechs schmere Hammerschläge hervorgerufenen Berlegungen war tödlich. Staatsanwalt Gabriel beantragte, den Angeflagten wegen Totschlages, unter Versagung mildernder Umstände, zu fünf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverluft zu Derurteilen. Das Schwurgericht verneinte bie Notwehr und verurteilte den Angeklagten wegen Totschlages, billigte ihm jedoch mildernde Umstände zu, weil er wiederholt von der Frau start gereizt worden war. Das Urteil lautete auf nur 3 Jahre Gefängnis, unter Anrechnung von sechs Monaten Unterfuchungshaft. Als ehrlos hat das Gericht die Tat nicht angesehen und daher von einer Ehrenstrafe Abstand genommen. Man vergleiche zu diesem verhältnismäßig milden Urteil den an anderer Stelle veröffentlichten, vielfach sehr ähnlichen Prozeß des Anton Griebl, der mit zehn Jahren Zuchthaus für den Täter endete. Die billige Provinz. Berlin zur Nachahmung empfohlen! Wie bereits mitgeteilt, haben die Bädermeister von Rassel vor einigen Tagen beschlossen, den Preis für ein 4- fund Brot auf 55 Bf. herabzusetzen. In Breslau tostet ein 4- Pfund- Brot zurzeit 56 Pf. in Frankfurt a. d. Oder sogar nur 52 Pf., in München ist vor furzem der Preis für das Pfund Brot um 1 Bf., also für ein 4- Pfund- Brot um 4 Bf. herabgesezt worden. In Frankfurt a. M. wurde der Preis für ein 3- PfundBrot um 4 Pf., der Preis für ein Brötchen um 1 Bf. ermäßigt. Dagegen foftet in Berlin das Rilogramm Brot nach den legten amtlichen Mitteilungen 35 Pf. Ein 4- Pfund- Brot würde also in Berlin 70 Pf. fosten! Erfreuliche Kunde tommt auch aus Bürttemberg. Wie aus Stuttgart gemeldet wird, haben die württembergischen Fleischer im Hinblick auf die Gesamtlage der Bevölkerung die Fleisch und Wurstpreise erheblich ermäßigt. In Stuttgart foftet auraeit ein Pfund Rindfleisch erster Qualität 1,10 m., ein Pfund Kalb. fleisch erster Qualität 1,30 m, ein Pfund Schweinefleisch erster Qualität ebenfalls 1,30 m. Die Preise für Wurst sind gleichfalls den neuen Fleischpreisen angepaẞt. Die Eigenschaft der Berliner Hausfrauen, sich das Aufrun. den von Pfennigbeträgen nach oben widerspruchs los gefallen zu lassen, wirft fich gerade jetzt bei den hohen Preisen besonders peinlich aus. Im Westen und Süden Deutschlands läßt man sich das Aufrunden nicht gefallen. Wie aus Münster i. B. gemeldet wird, hat die Polizeiverwaltung festgestellt, daß viele Händler ihre Preise durch Aufrunden völlig unge. rechtfertigt erhöhen. So wurde z. B. der Preis für Salat von 27 f. auf 30 Pf., der Preis für Fleisch von 1,46 M. auf 1,50 Mart aufgerundet. Die Wucherstelle in Münster wurde daraufhin angewiesen, in jedem Falle, in dem eine unzulässige Aufrundung festgestellt wird, ein Strafperfahren gegen die Schulbigen einzuleiten. Dachstuhlbrand in Pankowo. Am Montag abend, in der neunten Stunde, ftand der Dach. stubt des Eckhauses Berliner Str. 88 in Bantow, an ber Westerlandstraße, plöglich an mehreren Stellen in Flammen. Als die Feuerwachen aus Bankowo, Niederschönhausen und vom Wedding an der Brandstelle anlamen, war das Feuer fchon längt über seinen Herd hinaus. Es gelang schließlich, den Brand auf den Dachstuhl einzuschränken und die angrenzenden Bauten zu schüßen, Der Sachschaden ist bedeutend. Die Wohnungen in den oberen Geschossen baben durch eingedrungenes Wasser er heblich gelitten. Die Entstehungsurface war gestern abend nicht mehr zu ermitteln. Bermutlich liegt Brandstiftung vor. 25 Jahre Verband Berliner Spezialgeschäfte. Im Rahmen ber 25jährigen Jubiläumsfeier des Verbandes Berliner Spezialgeschäfte fand ein Festabend statt, zu dem führende Bersönlichkeiten des Handels und der Industrie, Bertreter der Finanz. Politik und Presse erschienen waren. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr Heinrich Grünfeld, begrüßte in seiner Gröffnungsrede die erschienenen Gäfte und Mit glieder des Verbandes. Er gab einen furzen Ueberblid über die Entwicklung des Verbandes. Weiter sprachen Ministerialdirektor Norden, der die Glückwünsche der Reichs und Staatsbehörden überbrachte, der Präsident der Industrie und Handelskammer, Franz von Mendelssohn, fowie viele andere. Kommerzienrat Guggenheim dankte im Namen des Verbandes. Die Ferienheim- Genossenschaft Naturfreunde e. 6. m. b. H., Thiringen, bat es dant threr Organisation auch in diesem Jahre möglich gemacht, Hunderten von Broletariern einen angenehmen Ferienaufenthalt für wenig Gelb zu verfchaffen. Um die Bevöllerung Berlins, in erster Linie die or ganisierte Arbeiterschaft, mit unseren Bielen vertraut au machen, hat die Drtsgruppe Groß Berlin beschlossen, am Donnerstag, den 22. Oftober, abends 7 Uhr, in der Schulaula des Sophien- 2ygeums, Berlin E, Beinmeisterstraße 16/17, einen öffentlichen Lichtbildervortrag zu halten. Eintritt fret. Thema: Eine Rennfteinwanderung von Eisenach bis zum Stutenbaus unter Benubung der Heime der Genoffenschaft. Befäftsftelle für Grot Berlin: Wilhelm Grothe, Berlin, Bettenfoferstraße 10 Profpeft auf Wunsch fostenfrei. Arbeitsplan der Freidenfer- Boltshochschule, Belter Dr. B. Arische, Berlin Bichterfelde, Dftober 1925 bis April 1926. Die Kurse finden durchweg in Form von Arbeitsgemeinschaften und zwar mit Ausnahme der Beihnachtssulferien jeden Dienstag abends von 7%, bis 9, im stanischen Gym nasium, Berlin SW, Hallesches Ufer 24/26, am Anhalter Bahnhof, ftatt. Gefamihonorar für 22 Abende 4 M., Ginzelabende 0,20 m. A) Theoreßische Grundfragen. 1. Kursus, 2 Abende, Dienstag, den 20. und 27. Dt. tober: iftoriser Materialismus und Religions. problem, die Religion als Kulturhemmnis. 1. Abend: Grundsäßliches. Referent: Dr. H. Dunder; 2. Abend: Die Stellung des Margismus zur Religion von Marg bis Lenin. Referent: Henner Friedag. 2 Rurfus, 2 Abende, Dienstag, den 8. und 10. November: Gemeinschafts. tultur. Referent: Dr. Paul Krische. 8. Rurfus, 3 Abende, Dienstag, ben 17., 24. November und 1. Dezember: Das moderne 28 eltbild. 1. Abend: Das astronomische Weltbild. Referent: Feltz Linke.( Mit Lichtbildern). 2. Abend: Entwidlungsgeschichte( naturwiffen chaftlich). Referent: Dr. Paul Krische. 3. Abend: Entwidlungsgeschichte( fulturgeschichtlich). Referentin: Frau Petroff. Weitere Kurse werden angekündigt. Patentschuh, Warenzeichen usw. für Kaufleute, Ingenieure und Chemiler Behandelt Patentanwalt Dr. Dstar Arendt in der Humboldt- Hochschule. Die Bortragsfolge beginnt am Freitag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, im Bureau des Dozenten, Joachimsthaler Str. 87. Parteinachrichten Ginsendungen für diese Rubrit find Berlin B. 68, Sindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Ceztrfsjefretariat. 2. Soi. 2 Eres. rechts. a ridgten 2. Steels Tiergarten. Abt. 9-18. Die Einlobungssettel für ble Rundgebung am Freitag, den 28. Oftober, find in der Spedition Jofeph. Bilhelms havener Str. 48, abzuholen. 3. Krcis Webbing. Dienstag. ben 20. Dobet, 7 Uhr, Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Bildungsansschuß. Seute, Dienstag ben 20. Oktober, 7% Uhr, Sigung bei Schola, Adolfitt. 12. Evtl. Ber tretungen schicken. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Seute, Dienstag ben 20. Oftober, fchiden die Abteilungsleiter alle Fahnen zum Genoffen Seidler, Belforter Str. 11. 5. Kreis Friedrichshain. Achtung, Abteilungsleiter! Mittwoch, den 21. D tober, 5% Uhr, find Flugblätter und Sandzettel bei Rosin, Gubener Straße 19, abzuholen. Es sind 3 bis 4 Genoffen aus jeder Abteilung mitzubringen. 14. Rreis Reukölln. Seute, Dienstag, ben 20. Oktober, 7 Uhr, im Berteb bureau, Neckarstraße, furae Besprechung mit den Abteilungsleitern. 17. Kreis Lichtenberg. Die Abteilungsleiter der 114. bis 119. Abt. Tönnen die Einladungszettel zur Wahlfundgebung von der Bormärts"-Spedition Seidel, Wartenbergstr. 1, abholen. " 20. Arcis Reinidendorf. Die Mitglieder aller Abteilungen beteiligen fich an der am Mittwoch, den 21. Oktober, 7% Uhr, im Lokal Bohne, Rosenthal, Sauptstr. 1, stattfindenden öffentlichen Wahlverfammlung. ReinickendorfOft und Tegel sofort Sandzettel für die Freitag- Bersammlungen vom Bezirksfekretariat abholen. Berlin- Mitte. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Donnerstag, den 20. Dt. tober, pünfflich 8 Uhr, findet in der Aula Weinmeisterstr. 17/18 ein Licht. bildervortrag des Genoffen Frik Schmidt über Reifeeindrüde eines Sozialiften in Sowjetruhland" ftatt. Genoffe Fris Schmidt, welcher mit der Lehrerdelegation Rußland burdyreiste, hat viel Interessantes erlebt und gefeben. Rarten au 30 Bf. an der Abendkasse. Heute, Dienstag, den 20. Oftober: 13.5, 8 hr bei Bausch, Bredowite. 35, Funktionärverfammlung. 14. t. 8 Uhr bei Gillwald, Butbufer Str. 24, Funktionärverfammlung. Mittwoch, ben 21. Oftober, 7% Uhr, in der Schule Butbuser Straße Ab tellungsversammlung. 81. Abt. Bezirke 874-877 im total von Rochyba, Bornholmer Str. 85, 48 Uhr. 38. 5. Achtung! Parteigenoffen, forgt für guten Besuch der öffentlichen Wählerkundgebung im Böhmischen Brauhaus. Auch Besucher aus den Nachbarabteilungen sind eingeladen. B. K. 6,45 Böhmisches Brauhaus. 5. Abt. 7 Uhr bei Bertsch. Wiener Str. 39, Sigung des Abteilungsvor ftandes, der Gruppen- und Bezirksführer und der Randidaten. 104. Abt. Rieberschöneweibe. 6 Uhr äußerst wichtige Flugblattverbreitung von Thiele, Berliner Str. 38, aus. 131. Abt. Rieberschönhausen. Die Bezirksführer holen heute abenb ble Ct Rowames. Tabungen für die Berfammlung vom Genoffen Amberger ab. 8 Uhr im Eisenbahnhotel" Mitgliederversammlung. erstattung vom Barteitag in Heidelberg. Morgen, Mittwoch, den 21. Oktober: Bericht 3. t. 8 Uhr im Lokal Emil Relaer, Engelufer 23, Funktionärversammlung. 5. Abt. 7% Uhr bei Bertheim, Lothringer Str. 65, Sigung der Funktionäre und aller Wahlhelfer. Erscheinen ist unbedingt notwendig. 6. Abt. 8 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Funktionärverfamm. lung mit den Wahlleitern. 7. 21st. 7 Uhr Sablabende: bei Aube, Strehliker Str. 50. Döll, Beng ftvaße 71. Dahms, Gdlegelfte. 3. Beirau, Pflugfte. 1. Diege, Bonenstr. 19. 8. Abt. 7% Uhr bei Rildert, Steinmenftr. 36a, Funktionärversammlung. Die Mitgliederversammlung am felben Tage fällt aus. Die Verbreitung der Wählerin" und Einladung zur Versammlung erfolgt am Donnerstag, den 22. Oktober, abends. Jeber hat sich daran zu beteiligen. 11. 6t 7 Uhr bei Berger, Levegowitt. 21, außerordentliche Mitglieder versammlung. Wichtige Tagesordnung und Wahleinteilung für Sonntag. 13. Abt. 7 Uhr gemeinsamer 8ahlabend bei Krüger, Butligstr. 10, und bei Lausch, Bredowftr. 35. Tagesordnung: Wahlarbeit. 16. bt. 7 Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34, Mitgliederversammlung. 25 Abt. 7 Uhr bei Gott, Kniprodestraße, Handzettel zur Rundgebung abholen. 27. 6t. 7% Uhr Rahlabende bei Mehlberg, Gairdnftr. 6. Bogdalowik, Sonnenburger Str. 1. Leifer, Ropenhagener Str. 37. Besprechung ber Bahlarbeit. 30. Abt. 7 Uhr in der Spedition Greifenbagener Str. 22, FunktionärserfammTung. Alle Funktionäre müffen bestimmt erfdeinen. 33. Abt. 7 Uhr Rahlabende in folgenden Lofalen: Wegner, Stoalaner Allee 31. Soffmann, Stealauer Allee 17. Jenseits der Bahn biesmal bel Jurid, Roperiritusftr. 23. Achtung! Um 6% Uhr Borstandssigung bei Wegner. 6 39. Abt. 6 Uhr im Megandriner, Megandrinenfte. 37a, FunktionärversammTurng. 7 Uhr im gleichen Lotal Wählerverfammlung. 20. Abt. 7% Uhr in der Bodbrauerei, Fidicinftr. 2, öffentliche Wählerkund. gebung. Tagesordnung: Die Rukunft Berlins im Spiegel der Parteien" Der Kampf um das Rote Haus". Referenten: Gen. Edardt und Gen. Dr. Treitel. Es ift Pflicht aller Mitglieder, für einen guten Besuch der Versammlung au forgen. Sandzettel file die Bersammlung find zweds Berteilung fofort vom Genoffen Reufner, Sagelberger Str. 20a, abzuholen. 4. Abt. Schwerhörige. 7 Uhr im Jugendheim, Bindenftr. 3, Mitglieder. verfammlung. Bortrag per Genoffin Dr. Räthe Frankenthal liber:„ Die politische Lage und die Stadtverordnetenwahl". Erscheinen aller Genoffen ift unbedingt notwendig. Charlottenburg. 55. Abt. 7% Uhr Rahlabende. 8. Gruppe: Eagert, Wallftraße 90. 9. Gruppe: Reimer, Wilmershorfer Ste. 21. 10. Gruppe: Bohne, Schloßftr. 45. Cinteilung der Wahlarbeiten. Die Bezirksführer milfsen hierzu einladen. 56. pt. 8 Uhr bei Lierich, Rantftr. 62, Funktionärverfammlung. Der Abteilungsvorstand der 57. Abt. i bazu eingeladen. 78. Abt. Wilmersbort. 8 Uhr bei Rroths, Solfteinische Straße, außerordent licher Rahlabend. Tagesordnung: Cintellung der Wahlarbeit. Um 7 Uhr Borstandsligung mit ben Straßenführern. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr bei Klabe, Sandjernftr. 60/61, Sikung der Funk tionäre mit den Wahlhelfern. Alle Geroffen müffen erscheinen. 82. Abt. Steglik. 7% Uhr bei Schelhafe: Mitaliederversammlung. Bericht von der Konferens in Marseille und vom Barteitag in Seidelberg( Referent: Franz Rünstler). 84. Abt. Lantwik. 8 Uhr bei Lehmann, Raifer- Bilhelm- Strake: Mitafteber. versammlung. Bortrag über: Die Stadtverordnetenwahl und bie politische Lage"( Referent: Genoffe Göring). 88. ht. Mariendorf. 8 Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19: Wahlbefprechung mit ben Funktionären und Wahlhelfern. 92. bt. Reutöffn. Aur Wählerversammlung am Mittwoch, 7% Whe, in den Baffage- Feltfalen. Beraftraße, milffen die Funktionäre unbebinat einladen und die Handzettel verteilen. Der Saalfchuk der Abteilung tritt bereits und 7 Uhr an. Riemand bart fehlen. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 20. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Literarische 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Funkkapelle. Stande( Biographische Romane). 7.30 Uhr abends: Edlef Köppen: Das Buch. 8. Vortrag. Die Bücherei des Hauses. 7.55 Uhr abends: Polizeihauptmann Erwin Saal:„ Straßenunfallverhütung". 8.30 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 2. Veranstaltung. Der Pfarrer von Kirchfeld", Volksstück von Ludwig Anzengraber. Graf Peter Eberhardt; Hell, Pfarrer von Kirchfeld: Alfred Braun; Brigitte, von Finsterberg: Hugo Schuster; Lux, dessen Revierjäger: Willi seine Haushälterin: Agathe Prasch- Grevenberg; Vetter, Pfarrer von St. Jakob in der Einöd: Josef Bunzel; Anna Birkmeier, ein Dirndl aus St Jakob: Eleonore Ehn; Michel Berndorfer: Emil Birron; Talmüller- Loisl: Alfred Fischer; Der Schulmeister von Altötting: Wilhelm Krüger; Der Wirt an der Wegscheid: Fritz Alten; sein Weib: Jeanette Bethge; Hannsl, beider Sohn: Lore Braun; der Wnrzelsepp: Ferdinand Bonn. Landleute von Altötting und Kirchfeld, Kranzeljungfern, Musikanten. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterund Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Winke für Funkbastler. Badan son ben befanda Sires p 30. WEL peaid, ammtor Bertabt: 8 Mb Rebluba sot Detas Schulze, Bahnhoffte. 84- Riek und Altabt: 8 Uhr bei Wiebach Müggelheimer Str. 1 118. Abt. Bidtenberg. Begir! Schütze: The bet Sempel, Gubrunftr. 7, Extrasahlabend. Sämtliche Genoffen haben au erfcheinen. 128./130. 6. und Seinersdorf. 7% Uhr im Türkischen Relt, Breite Straße: Wahlbelferverfammlung mit den Abteilungs- und Gruppenführern. Ber treter der Junafozialisten und der Arbeiterjugend find daau eingeladen. 138. Abt. Hermsdorf. 8 Uhr bei Böttcher: Extrazablabend. Alle Genoffinnen und Genossen müffen erscheinen. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 21. Oktober: 58. Abt. Charlottenbura. 7% Uhr im Sigungsfaal, Rantefte. 4 vorn 4 Er: Frauenversammlung. Bortrag der Genoffin Schenfalowsty#ber: Die Sntereffen der Frau an der Rommunalpolitik." 77. Abt. Schöneberg. Der Frauenabend fällt aus. Die Genoffinnen beteiligen fich an der Proteftlundgebung in der Hohenzollernschule, Belziger Straße. 140. Abt. Borkigwalde. 7% Uhr bei Woitschach. Ernstftr. 1: Bortrag des Genossen Secht. 1 Jungfozialisten! Seute, Dienstag, 5% Uhr: Sigung bes Arbeitsausschuffes in ber Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Gruppe Tempelhof- Marienbort. Scute. Dienstag, 8 Uhr, im Jugendheim, Tempelhof, Germaniastr. 4/6. 1. Abend der Vortragsreihe über: Allgemeine Fragen der Sngiene."( Bor tragende Lotte Christeleit.) Alle Teilnehmer des Gymnastikfurfus im Werbebezirk Teltowlanal der SAJ. find herzlichft eingeladen. Gruppe Süden. Heute, Dienstag, 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 3. Distuffion über:„ Gefellschaft und Staat bei Marr." * 82. Abt. Stenlik. Arbeitsgemeinfchaft der Rinderfreunde Treffen um 4 Uhr nachmittags in der Albrechtstr. 47. Jugendveranẞtaltungen. Mtafieber! Aur Broletarischen Feierstunde am Sonntag, den 8. Rovember, im Großen Schauspielhaus find Rarten zum ermäßigten Breise zu haben. Aeltere, fräftige Jugendgenossen, # welche arbeitslos find unb ein eigenes Rad befigen, werden für einige Lage zur Aushilfe benötigt. Melbungen im Jugendsekretariet von 9-5 Uhr. Achtung, Abteilungsleiter! Gorgt dafür, daß die noch ausstehenden Wander fparmarten abgerechnet oder dem Sekretariat zurückgegeben werden. Heute, Dienstag, den 20. Oftober, abends 7½ Uhr: Webbing- Norb: Scule Munerftr. 48. Aussprache: ,, Landwirtschaftliche Fragen". Schönhauser Borstadt I: Schule Jbsenstr. 17. Bortrag: ,, Bub und Mädel". Brenzlauer Vorstadt: Schule Danziger Str. 23. Bortrag: Die Rune und ihre Bedeutung". Senefelber Viertel: Schule Eberswalder Str. 10, Rimmer 12. Bortrag: ,, Entwidlung der Arbeiterjugend". Südwest: Beteili gung an der Gründungsfeier der Gruppe Safenheide. Göneberg I: Jugend. heim Rubens Ede Hauptstraße. Bortrag: Bolitisches Allerlei". beza II: Schule Frankenstr. 10. Aussprache: Aufgabe der Stadtverorbneten". Weften: Schule Ballasftr. 15. Bortrag und Aussprache: ,, Sinn der Arbeiter. fugendbewegumg". Wilmersdorf: Jugendheim Sildegardstr. 4 Vortrag:, Bro= lebarifche Lebensreform". Mariendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7. Bortrag: ,, Bon der Runft zur freien Gewerkschaft". Treptow: Flugblattverbreitung. Reinidendorf- Oft:„ Geebad", Residenzstr. 46. Bortrag: Das Lehrlingswesen von der Runft zur Jektzeit". " 1 Schöne Bezirk Niederbarnim. Dienstag, den 20. Oftober, 8 Uhr, Betershagen a. d. Ostbahn, Lokal ,, Alter Deffauer", Hennickendorfer Straße, Filmvortrag: ,, Der Hamburger Jugendtag". Einlaßkarte 50 Bf. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Berliner Handwerkerverein, Sophienftr. 18. Mittwoch, 21. Oktober, 8 Uhr, Lichtbildervortrag von Curt Boenisch: ,, Durchs Grondnertal nach König Laurins Rosengarten". Arbeiter- Nabio- Klub, Gruppe Sceneberg. Donnerstag, ben 22. Oftober, 18 1hr, Versammlung aller Mitglieder und werktätigen Radiofreunde bei Botrak, Gedanstr. 53. Bastelabend und Beginn des Morseturfus. Gäste will tommen. Gemeinschaft proletarischer Freibenter, Steglik. Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 21. Oftober, 8 Uhr, im Jugendheim Kniephofstraße. Vortrag Ada Beil. Gäste willkommen. Die Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin, hält ihre nächste Ber fammlung am Donnerstag, den 22. Oftober, 8 Uhr, lm Astanier", Anhalt ftraße 11, ab. Serr S. v. Gerlach spricht über das Thema: Die Außenpolitit. nach Locarno". Friedensfreunde find herzlich willkommen. Longfellow English Debating Club, Berlin W, Bülomstr. 104, Guttmann faal. Mittwoch, den 21. Oftober, 8 Uhr. Rev. R. S. Cragg M. A. Mefopotamia. Reichsbunb ber Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter bliebenen, Ortsgruppe Rerben 14. Dienstag. Den 20. Dttober, 7% Uhr, Mit aliederversammlung in Büttners Festfälen Schwedter Str. 23. Bortrag über: Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahl für Kriegsbeschädigte und Krieger hinterbliebene". Referentin: Selene Schmit. Ortsgruppe Neukölln, Gen fchäftsstelle Donauftr. 128. Mittmod, ben 21. Oktober, 7 Uhr im Ideal Rafino, Beichfelfte. 8, Sinterbliebenenverfammlung. Tagesordnung: 1. Die Ortsfagung der Berliner Wohlfahrtspflege, Referent: Ram. Mende. 2. Dia Sinterbliebenen und der Gautag. Bünktliches und restloses Erscheinen alles Romeradinnen ist unbedingt erforderlich. Sport. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 19. Offober. 1. Rennen. 1. Trompeter( v. Bachmahr), 2. Sambur( Hr. Soniker), 3. Angriff( Hr. Bartelt). Toto: 45: 10. Blat: 19, 21, 24:10. Ferner Mein Leopold, Heliade. liefen: Bollenschieber, Centrifugal, Gigerl, Puppe, Mataswind, Quellnymphe, 2. Rennen. 1. Rebes Trumpf( Kränzlein), 2. Roft( Dertel), 3. Emis grant( Bismark). Toto: 64: 10. Bia: 19, 18, 19: 10. Ferner liesen: Erdferfel, Stieglie, Ulfter, Dzema, Friedchen, Idol, Atlantic, otria 3. Stennen. 1. Tod und Leben( Dertel), 2. Belladone( Stys), 3. Mustafa Kemal( Mesa). Soto: 36: 10. Blas: 17, 63, 20: 10. Ferner liefen: Alleluia. Nasvidr, Borgo, Berifles, Melodie, Hegentanz, Simonetta. 4. Rennen. 1. Abenteurer( Haufer), 2. Rappellopf( Lüder), 3. Gue nole( Schuldt). Toto: 52:10. Plan: 27, 42, 29: 10. Ferner liefen: Rotdorn, Don II, Eichwald, Narr, Raufbold, Miralel, Daim II, Baulus, Dtavi. 5. Mennen. 1. Balamon( v. Steller), 2. Luftpoft( b. Megfch), 3. Mundlejen: Quo vadis, Martini, Basalt, Dieite! St. fhent( Hr. Staudinger). Toto: 18: 10. Blag: 12, 16, 14: 10. Ferner prins( Dertel), Teto: 34:10. Blab: 12, 12, 12:10. Ferner liefen: Livadia, 6. ennen. 1. Prometheus( Morig), 2. Boruffia( Lüder), 3. Mai Bielliebchen, Maravedis, Aviator, Spaniola. Arbela. weibe( Sabor). Toto: 268: 10. Blak 15, 20, 28: 10. Ferner Itefen: Firn, 7. Rennen. 1. Lelia( Bachmaier), 2. Dalberg( Strüger), 3. inter Licht, Alberich, Riftil, Fliegender Fuchs, Fegefeuer, Befel, Columbus, Dunst Bitjieben, Belide. Geschäftliche Mitteilungen. Die gett bez bendbefuche if wieber gekommen. Wer aber bei fetnex Gastgebern und bei den übrigen Gästen einen vorteilhaften Einbrud machen will, bez nehme fich die Reit, vor dem Fortgehen pasch noch die Schuhe mit Erbal au puten. Crbal verleiht den Schuhen einen spiegelnden Hochglana. wodurch auch ältere Schuhe wie neu erscheinen. schläge. Wefter für Berfin. Sehr fühl, zeitweise helter, ohne erbebliche Nieder Für Deutschland. Im Dften troden, Nachtfröste, im Besten wieder Bemöllung und später neue Niederschläge. Das Firmenschild erhält seine Werbefraft erst durch ausgiebige Beleuchtung. Reichliche blendungsfreie Beleuchtung macht es in den Abendstunden besonders wertvoll Das Lichtheft Die Beleuchtung des Firmenfchildes" ist bei Elettrizitätswerten, Osram Verkaufsstellen und anderen Elektro Fachgeschäften zum Preise von 25 Pf. erhältlich. OSRAM ZZZZZ 100 Das deutschnationale Rüstzeng. Die Deutschnationalen sind mit einer Agitationsbroschüre auf den Plan getreten, die sie als Rüstzeug Nr. 25" bezeichnen. Sie wollen den Wahlkampf in erster Linie" gegen lints ,, vor allem gegen die Sozialdemokraten führen. In zweiter Linie so sollte man logischerweise erwarten täme der Kampf gegen rechts. Aber kein Wort gegen die Brüder der Völkischen, cbgleich Reichs- und Preußenpolitik in dem Flugblatt an erster Stelle mitbehandelt werden. $ In dem Kabinett 2uther fel mit Hilfe der Deutschnationalen mehr geleistet worden, als in den früheren Rabinetten Cuno, Strese mann und Marg zusammen. Richtig! Mit Hilfe von 50 Broz. der Deutschnationalen ist der Dawes plan angenommen, der Battvertrag, die Locarno Ronferenz unter Zustimmung der vier deutschnationalen Minister in die Wege geleitet. Und weiter ist es den Deutschnationalen gelungen, den Großgrund. befizern und der Schwerindustrie die hohen Schutzölle zuzuschanzen, dagegen die versprochene 100- Prozent Aufwertung in eine gänzlich unzulängliche umzuwerten. Schließlich freiden sie sich als besonderes Berdienst an, daß überhaupt det STADT BEILAGE DES vor dem drohenden Fiasto, ift beängstigend und läßt uns auf alles gefaßt sein. Die getrönten Schmaroßer der mittelalterlichen Zeit hatten bie nette Angewohnheit, ihr Familienmobiliar durch einen 5ofnarren zu ergänzen. Die Deutschnationalen feßen, ihrer tonfervativen Gesinnung getreu, die Tradition fort und bilden fich zu Wahlnarren aus. Wähler- Kundgebungen heute, Dienstag, den 20. Oktober, abends 7, Uhr: Prenzlauer Berg( 28. Abt.): Büttners Festfäle, Schwedter Straße 23. Friedrichshain( 38. Abt.): Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11/13. Schmargendorf: Schüßenhaus, Hundefehlestraße 20. Mahlsdorf- Süd: Heidefrug, Köpenider Allee. Buch: Lokal Göpfert, am Bahnhof. RK. VORWARTS nicht vorgebildete Kraft gewählt würde. Ajo da haben wir es Die Raße ist aus dem Sad. Ein Boltsschullehrer ist immer ungeeignet zum Letter des Berliner Schulwesens, selbst wenn er im übrigen auch von seinen Gegnern als ein erfahrener mann bezeichnet wird. Daß die Boltsschulen 90 Prozent des Schulwesens ausmachen, fpielt dabei gar keine Rolle. Nach Meinung der Rechts. parteien tann zwar ein aus dem höheren Schulwesen hervor. gegangener Fachmann über die Frage des Boltsschulwesens ent. Scheiben, aber umgekehrt, das märe eine Beleidigung und würde zu unerträglichen Zuständen führen. Die Berliner Lehrerschaft wird fich dieses offenherzige Geständnis merten müssen und daraus den Schluß ziehen, daß sie den Reaktionären bei der Stadtverordnetenwahl ihre Stimme nicht geben darf. Aus den Bezirken. 13. Kreis Tempelhof. Redner: Eckhardt, Kreuziger, Dr. Mofes, Cinnede, Mieft, Arbeiten der Bezirksversammlung unter besonderer Berücksichtigung Dr. Silberstein. Tagesordnung: ganze Fragenkompleg( der Aufwertung) seine gefeßliche Regelung Der Kampf um das rote Hans- Berlin im Zeichen der SPD. Magiftrats mit Ernst baran gearbeitet wurde, die Folgen der In gefunden hat. Wie bescheiden! Die Preußenpolitif beginnt mit der Anrempelung Severings, der die Berseuchung der Verwaltung" durch Sozial demokraten betreibe und das Reichsbanner unterstütze. Der BarmatAusschuß natürlich hat Rorruptionsstandale aufgedeckt. Damit meinen die Deutschnationalen sicherlich den Höfle- Skandal und die Uebergriffe der Staatsanwälte, denn ihre eigenen Bertreter im Untersuchungsausschuß haben ja selbst erklären müssen, daß gegen führende Sozialdemokraten nichts, rein gar nichts Belaftendes fich ergeben habe. Trotzdem spricht das Flugblatt von Verbrechern. die in Freiheit gesetzt worden seien. Das wagen die berufsmäßigen Chrabschneider zu sagen, obwohl troh neunmonatiger Untersuchung die Deffentlichkeit noch immer darauf wartet, zu erfahren, was denn eigentlich die Barmats verbrochen haben sollen. Mit Heze, Lüge, Berleumdung leiten die Deutsch nationalen den Wahlkampf ein. Am 25. Oktober hat die Berliner Bevölkerung Gelegenheit, mit dieſen politischen Brunnenvergiftern abzurechnen. Eine verdiente Ohrfeige. Wir haben von der beutsch nationalen Renommier anfrage über den Stand des städtischen Haushalts berichtet. Mit solchen Kinterlichen will die Bartei des Radaupfarrers Roch ihre blamable Situation bei den Bahlen verbessern. Jeder Stadtver ordnete, der wirklich mitgearbeitet hat, fonnte über diese An frage nur lachen. Bemitleidenswert die Wähler, die auf solche Schaumschlägereien hereinfallen. Wenn die deutschnationale Anfrage zu Recht bestünde, dann würde sie nur beweisen, daß die de, nationalen Bertreter sich in den städtischen Ausschüssen nicht um die Finanzverhältnisse der Stadt kümmern. Erfreulicherweise bekommen sie von der Finanzverwaltung auf Veranlassung des Kämmerers die ihnen gebührende Antwort. Das Nach richtenamt gibt zu der deutschnationalen Wahlanfrage folgende Erklärung ab: ,, Der Abschluß der Stadthauptkasse für 1924 wird in den nächsten och en erfolgen. Ueber das Steuerauf tommen 1924 ft die städtische Finanzdeputation fortlaufend unterrichtet worden. Die Erträge der einzelnen Steuern ebenso wie der Gesamtertrag und der gegenüber dem Voranschlag eingetretene Mehrertrag sind seit der Beratung des Haushalts für 1925 eingehend mitgeteilt und erörtert worden. Die jämtlichen Zahlen darüber find im gedrudten Haushalt 1925 Seite 143 bis 144 veröffentlicht. Die Berwendung der Mehrerträge ergibt sich im wesentlichen aus den Beschlüssen der Stadtverordneten vom 23. Oftober 1924( 5 Millionen für Wohnungsbau, 5 Millionen für die alten Sparer) und den sonstigen Beschlüssen über die Verwendung und Erhöhung der Borbehaltsmittel, namentlich zur Berbesserung des Krankenhauswesens. Die Mehrerträge ber Steuern, besonders der Gewerbesteuer 1924, ermöglichten Er mäßigungen, zum Teil Beseitigung anderer Steuern. Im Laufe des Jahres 1924 wurde die Beherbergungssteuer aufgehoben, ebenso im wesentlichen die Pferbesteuer und die Kraftbroschtensteuer. Ferner unterblieb die Einziehung der Berufsschulbeiträge für 1924. Die Betriebsüberschüsse der städtischen Werke und Güter für 1924 er= geben sich aus den Jahresberichten und Bilanzen, die zurzeit im städtischen Haushaltsausschuß behandelt werden. Ueber den Erwerb von Hochbahnaktien hat der Magistrat der für Die Hochbahnfragen gewählten Deputation berichtet. Ueber die Bestände der städtischen Vermögensfonds an solchen Aktien find der Finanzdeputation und dem Haushaltsaus. schuß Uebersichten vorgelegt worden. Soweit solche Attien wieder verkauft wurden, ist dies nicht mit Berlust, sondern mit erheblichen Gewinnen geschehen. Die Attien stehen weit unter dem Börsenfurs zu Buch." Die Antwort ist sehr höflich, aber auch sehr deutlich. In gutes Denisch übertragen lautet fie: Ihr Esel, wenn Ihr nicht geschlafen hättet, hättet Ihr Euch Eure Anfragen selbst beantworten fönnen." Es wird Sache der Wähler sein, möglichst wenig deutschnationale Efel ins Rathaus zu entfenden. Schmierige Propaganda. Heute, Dienstag, den 20. Oktober, abends 7%, Uhr: Große Protest- Kundgebung gegen den Anschlag der Reaffion auf die Schule und gegen die Berliner Schulpolitit. Schöneberg: Aula der Hohenzollernschule, Belziger, Ede Eifenacher Straße. Es sprechen: Reichstagsabgeordneter Dr. Kurt Cowenstein, Stadtschulrat, und Oberstadtschulrat Wilhelm Paulsen. Feuerwehr- Wählerversammlung heute, Dienstag, den 20. Oktober, abends 7 Uhr, in der Schulaula Schule Roppenplag. Tagesordnung: Feuerwehr und Stadtverordnetenwahlen. Referent: Stadt verordneter W. Reimann, Mitglied der Feuerlöschdeputation. Mittwoch, den 21. Oftober, abends 7% Uhr: Kreuzberg: Bodbrauerei, Fidicinstr. 2.-( 39. n. 48. Abt.): Alexandriner, Alexandrinenstr. 37.( 43. 2bt): Rabe, Fichteftr. 29.( 47. Abt.): Behrends Festfäle, Manteuffel Straße 95. Zehlendorf: Lindenpart, Berfiner Str. 8. Neukölln( 92. u. 95. Abt.): Passage- Festfäle, Bergstr. 151/152. -( 96., 97. u. 98. Abt.): Aula Emfer Str. 133/137. Oberschöneweide: Mörners Blumengarten, Oftendstraße. Alt- Glienide: Bohn, Grünauer Str. 55. Lichtenberg( 117. Abt.): Schule, Lückstr. 60. Friedrichsfelde: Tempel, Prinzenallee 30. Rosenthal: Manthey, Hauptstr. 1. Redner: Bublih, Rob. Breuer, Edhardt, Guffchmidt, 2d. Hoffmann, Kuttner, Landa, Leid, Dr. Lowenftein, Dr. Lohmann, Robinson, Rohde, Reuter, Reimann, Stelling, Karl Schneider, Thurm, Dr. Treifel, Urich. Frauen- Kundgebung Mittwoch, den 21. Oftober, 7% Uhr, in Wilmersdorf- Halensee, in den Flora- Sälen, Halensee, Johann- Georg- Straße 21. Rednerin: Frau Bohm- Schuch, M. d. R. Die übliche Wahllüge. 1 Bei dem Razzenjammer, der in den Reihen der Rechten herrscht, müssen selbstverständlich Schwindelnachrichten in die Welt gesetzt werden, um die geduldigen Schäfchen bei der Stange zu halten. Die bürgerliche Rechte fühlt sich sowohl von den So zialdemokraten, wie auch von den Demokraten bebroht. Jede nur denkbare Gemeinheit wird deshalb den Demofraten an den Hals gelogen. Diese Kerle haben sich unterstanden, Berrat an der gemeinsamen Sache zu begehen, die parteiler Benete nicht zum Stadtschulratsposten verholfen. heiligsten Güter der Nation preiszugeben. Sie haben dem Bolts. Das ist Berrat an den dreimal geheiligten Intereffen des Bürger. blocks und dieser schmähliche Berrat muß nun in den Wahlversamm. lungen der Rechtsparteien herhalten. Um die Gemeinheit der Demokraten ins rechte Licht zu setzen, wird in der Rechtspresse ein Sozis den Demokraten bei der Wahl des Stadtschulrats ein neues neues Märchen aufgetischt. Danach sollen die geriffenen Geschäft angeboten haben. Sie sollen angeblich den Stadtschulrat Nydahl, der augenblicklich im Berliner Magistrat Dezernent für das Volksschulwefen ist, als ihren Kandidaten zum Leiter des GroßBerliner Schulwesens präsentieren und dafür bereit sein, Herrn Merten, der angeblich schon lange in den Magistrat gewählt werden möchte, die Leitung des städtischen Berufsschul. wesens nicht als Dezernent, sondern als Mitglied des Magistrats anbieten. Diese ganze Geschichte ist selbstverständlich von A bis 3 erlogen. Die fozialdemokratische Fraktion hat sich fein einziges Mal mit der Neuwahl des Stadtschulrats befaßt. Sie hat stets ohne jede weitere Aussprache nur den Standpuntt vertreten, daß die jezige Stadtverordnetenversammlung darüber nicht mehr entscheiben fönne. Wahr ist an der gangen Geschiche nur das eine, daß zwischen den Rechtsparteien und den Demo. traten, soweit wir wissen, Berhandlungen auf einer ähnlichen Grundlage versucht wurden, die aber scheiterten. In der Lichtenrader Zeitung vom 14. Ottober 1925 schriftstellert der frühere Tischlergeselle und Sozialdemokrat, jezige Fourage händler und deutschnationale Bezirksverordnete Wundrich über bie der Intereffen des Ortes Lichtenrade. Er spricht von den unheilvollen Folgen der Inflation und fährt wörtlich fort: Heute darf man es wohl aussprechen, daß in den leitenden Kreifen des Berliner flation zu überwinden und manche Wünsche der verschiedenen Orts. teile zu erfüllen.... man wir ertennen müssen, daß die Einge. meindung des Ortes Lichtenrade für den Ort selbst ein großer moralischer Erfolg war." Das schreibt 1% Wochen vor der Wahl ein deutschnationaler Bezirksverordneter, der bisher nicht genug den früheren sozialistischen Magiftrat herunterreißen tonnie und die Loslösung Lichtenrades von Groß- Berlin forderte. In einem zweiten Artikel derselben Nummer berichtet Wundrich über die letzte Bezirksversammlung und schließt mit der Mitteilung, daß Blantenburg, der Bauafsistent, der an dem Kassenraub in Tempelhof beteiligt war, Mitglied der SPD. sei. Das ist glatt erlogen, Blantenburg war alles mögliche, nur tein SPD.. Genosse, seine früheren engeren Kollegen halten ihn für rechtsstehend, also für einen Parteifreund des Herrn Wundrich. B., ber jetzt zu gern fiegreich Frankreich schlagen möchte", hat während des Krieges sofort, als er nach dem Schüßengraben kommen follte, einen Bekannten gebeten, ihn burch die Firma Daimler als Tischler reklamieren zu laffen, er wollte ihm dafür ewig bankbar fein, wie er schrieb. Die Reklamation gelang, der Fouragehändler arbeitete wieder als Tischler, bis der Krieg vorbei war. So sieht ber Führer der Deutschnationalen in Lichtenrade aus, der an vorderster Stelle auf der Liste der Deutschnationalen Partei erscheint. Mieterschutz und Bodenreform". In Obwohl der Bund der Bobenreformer es ab. gelehnt hatte, mit einer eigenen Lifte in den Wahlkampf zu ziehen, haben einige Mandatjäger im 10. Wahlfreis, Steglig Zehlendorf- Tempelhof, doch einen besonderen Vorschlag eingereicht unter der Bezeichnung Mieterschutz und Bodenreform. Arbeitertreisen wird mit der Begründung für die Lifte Stimmung gemacht, daß durch sie den Rechtsparteien Stimmen abgenomment werden können; ob die Randidaten dazu in der Lage sind, nachdem einige von ihnen vorher bei rechtsftehenden bürgerlichen Parteien um ein Mandat angeflopft haben, erscheint mehr als zweifelhaft. Mariendorf, der noch zu den Dezemberwahlen im vorigen Hauptträger dieser ganzen Sonderaktion ist der Mieterbund Jahre ein Flugblatt herausgab, in dem es hieß: Nicht durch Splitterparteien wird der Mieterschaft geholfen, sondern durch eine planmäßige Stärkung derjenigen großen Parteien, denen wir die bisherige Mieterschußgefeßgebung verbanken. Auch den Mietergruppen( Mieterverband Deutschland und Partei für Volkswohlfahrt", Mieterschuh und Bodenrecht) ist die Stimme nicht zu geben, meil es fich hier um Eigenbröteleien handelt. Diese Worte vom Dezember 1924 gelten aber auch noch am 25. Oftober 1925, und es ist Pflicht unserer Genossen in den Mietervereinen, gegen die Eigenbröteleien einzelner Mandatlüfterner ganz energisch aufzutreten. Unsere Wahlfundgebungen. Im Rahmen der Wählerversammlungen veranstalteten die Sie machen fidh tatsächlich jeden Tag lächerlicher, die ver. zweifelten Herren Deutsnationalen. Ihre Versammlungen erfreuen sich trots wüster Schimpfereien, die das schlechte Gewissen verdecken sollen, einer unheimlichen Beere. Die rote Schmach zieht nicht mehr. Berlin will von den Zöllnern nun einmal nichts wiffen. So erhigen die Propagandachefs der gefährdeten nationalistischen Partei fich felbft durch wilde Flugblätter und Blafate, deren hemmungslose Gehäffigfeit man ernst nehmen fönnte, wenn nicht die Ohnmacht einer banterotten Politit für den anderen daraus nicht so vergnüglich offenbar würde. Seit Sonntag haben sie ein Blatat in Umlauf gebracht, das selbst für das fümmerliche Gesicht dieser Partei ein wenig zuviel des Schlechten bedeutet. Diese Gudelei, die sich würdig dem Badehosenpamphlet des voltsparteilichen Beschwichtigung wollte man den Unwillen ber Lehrer. Ab 1. Oktober 1925 veren Engrospreisen Bruders an die Seite stellt, zeigt die Karikatur eines Berschaft über die hochnäsige Arroganz der rechtsparteilichen Oberliner Bären. Dieſer total heruntergekommene Bär ift natürlich uriſten abtun. Heute hört man es ganz anders. Heute heißt es Herren- und Damenstoffe Frauen des ersten Streifes fürzlich in den Musikerfälen, Katſers Wilhelm- Straße, einen Bunten Abend. Gin Arbeiterjugend- Mädelchor begrüßte die Versammlung mit einem Kampflied. Außerordentlich beifällig aufgenommen wurden die Rezitationen des Genossen M. Dann folgten liebliche Darbietungen der Kindergruppe vom Prenzlauer Berg, die durch Boltstänge und Wanderlieder wahres Entzüden hervorriefen. In eindringlicher Weise verstand es die Genoffin Bohm Schuch, die Frauen auf ihre Wahlpflicht hinzuweisen. Anknüpfend an die politischen Auswirkungen der Dezemberwahlen auf die Lebensbedingungen des einzelnen, legte die Rednerin die stärkere Belastung der Gemeindeverwaltung dar, zeigte die Erfolge der Wohlfahrts, inbesondere der Jugendwohlfahrtspflege unter der Leitung sozialdemokratischer Stadträte in den einschlägigen Refforts auf. hielt dagegen das Verhalten der bürgerlichen Barteien, die dem Aufstieg des Proletariats entgegen stehen, wie sich das ins besonders in dem Abbau des Stadtschulrats Paulsen offenbarte. Einen besonders starten Eindrud machten die Ausführungen, mit denen die Gen. Schuch die unwahren Behauptungen der bürgerlichen Barteien über die religiösen und filtlichen Ab. fichten sozialdemokratischer Schulpolitik geißelle. Den Schluß des fehr gut verlaufenen Abends bildeten Darbietungen des Jugendchors Auf einer gutbesuchten Frauenversammlung in Biesdorf fprach am Sonnabend abend die Genoffin Rreffe über die arbeiterfeindliche Bolitit der bürgerlichen Barteien, be fonders der Deutschnationalen und der Deutschen Boltspartel. Sie belegte ihre Darlegungen mit hinweisen auf das Berhalten dieser Parteien in der Frage der Städtischen Werte, die dem Privattapital verschachert werden follten. Sie tennzeichnete meiter die Bestrebungen, bie auf eine Berschlagung Groß- Berlins gerichtet find, geißelte die reaftionäre Schulpolitit des bürger. Im übrigen ift diefe neue Schwindelnachricht in einer anderen lichen Magistrats und wies auf die Maßnahmen hin, die hinsichtlich ber Wohlfahrtspflege dringend der Durchführung harren. Geleistet Beziehung interessant. Als beim Abbau Paulsens der Ber liner Lehrerverein gegen eine Aeußerung des arroganten Herrn fann diese Arbeit nur durch die Sozialbemokratie werden, darum v. Ennern protestierte, der Baulsen die Befähigung au Frauen, wählt fozialdemokratisch! Gute musikalische feinem Amte absprach, wurde feierlich versichert, daß der Mangel Darbietungen und Rezitationen umrahmten die eindringlichen Ausan Befähigung bei Baulsen nicht in seiner Eigenschaft als Boltsführungen der Referentin. schullehrer, sondern in seiner Person liege. Durch diese so feuerrot, daß einem beim bloßen Ansehen schon die Augen peh tum. In der einen Hand schwingt das Ungetüm ein geißelähnliches Beitscheninstrument, in der anderen ein seltsames Gebilde, das wie eine verschlungene Kreuzung von Sowjetstern und ruffischen 3aren. infignien aussieht. Neben dem Patriotenporträt befindet sich ein nationales Anpreijungszitat. Dieser Fieberzustand, rund eine Woche in der Deutschen Tageszeitung" von Nydahl, er fei 3 war ein im Boltsschulwesen erfahrener Mann(!!). Für das höhere Schulwesen ist er aber mindestens ebenso ungeeignet, wie zu unseren auch an Privatkundschaft es Herr Baulsen war. Es wäre eine Beleidigung für die akademije Tuchhaus Ehrig& Tiedke Akt.- Ges., Lehrerschaft und würde zu unerträglichen Zuständen führen, wenn wieder zum Stadtfchulrat für das Berliner Schulwefen eine fachlich Leipziger Straße 104, I. Stock ( gegenüber Kempinski, kein Laden) Arbeitersport und Kommunalpolitik. Die Zusammenlegung der Gemeindeverwaltung hat einen ganz bestimmten und nicht zu unterschäßenden Einfluß auf die Aus. geftaltung des Sports und auf feine Förderung. Auch der Sport muß wirtschaftliche und materielle Grundlagen haben, deren Be Schaffenheit fogar richtunggebend für seine ganze Gestaltung werden fann. Derartige Stüzpunkte find bie Turnhallen und die Sportpläge. Die Turnpläge unterstehen zwar der Schulverwaltung, dem Rettor ist jedoch ein besonderes Berfügungsrecht eingeräumt. Nur Indirekt über Jugendamt und Schuldeputation und durch die ent Sprechende Befehung der Rettorenstellen ist eine Einwirtung von auben möglich. Und das ist immerhin wichtig, weil manche Rektoren dem Sport immer noch gleichgültig gegenüberstehen. Anders ift es schon mit den Spiel und Sportplägen. Hier ist das Jugendamt verantwortlich, das für die objektive Bergebung der vorhandenen Spielpläge an die zahlreichen Bereine haftet. Auf die Zusammenfegung des Jugendamtes und der Depu lation für Jugendwohlfahrt aber fommt es an, wenn man vom Bugendamt Initiative zur Schaffung neuer Sportpläge und sport licher llebungsmöglichkeiten verlangt. Dem Jugendamt untersteht ferner die Verteilung der von der Stadt zur Verfügung gestellten Mittel, mit denen die Sportvereine ihre Sportgeräte ergänzen und erneuern fönnen. Dieser Bunft spielt im Leben der Arbeiter. Sportbewegung eine überaus wichtige Rolle. Das Jugendamt hat weiter Einfluß auf das andern. Hier handelt es sich schon nicht mehr um rein sportliche, sondern gleichzeitig um wichtige pädagogische Einflüsse, deren Richtung natürlich auch die Arbeitereitern, deren Kinder vom Jugendamt hinausgeführt werden, start intereffieren. Warum nun eine Zusammensetzung der Deputationen, der Bezirksversammlungen und legten Endes auch der Stadtverordnetenversammlung von Wichtigkeit für den Arbeitersport ist, das mag aus der Braris bewiesen sein. Es steht allgemein feft, daß die vielgepriesene Objektivität der Behörden manchmal doch noch allzu fehr auf sich warten läßt. So ist schließlich der Einfluß ber Sozialdemokraten auf die Berwaltung bei der Berteilung der Gelder sowohl, wie auch bei der Buteilung der Spielpläge notmendig. Bei der Schaffung neuer Pläge, der Erhaltung und Ber befferung der vorhandenen usw. haben anerkannterweise gerade die Bezirke Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichs. hain, Neukölln und Treptom im letzten Jahre Außer. ordentliches geleiftet. Im Bezirk Friedrichshain hätte fogar noch bedeutend mehr getan werden fönnen, hätten die Sentralbehörden mehr Rückhalt geboten. Soll also der Sport im allgemeinen gefördert merden, foll im besonderen dem Arbeitersport volltommene Gleichberechtigung zuteil werden, so ist die Zusammen. fegung der Stadtverordnetenversammlung und noch mehr der Be girtsverordnetenversammlungen, cus deren Mitte auch die Deputation für Jugendwohlfahrt gebildet wird, für die weitere Ausgeftaltung des Arbeiterfports von großer Wichtigkeit. Das mögen die Arbeitersportfer und die Arbeifereltern, deren Kinder Sport freiben, am 25. Oftober bedenken und deshalb Sozialdemokraten wählen! Internes Schwimmfest BSV. Welle. Der Berliner Schwimm- Berein" Belle"( Mitgl. des Arb.-T. u. 3.) peranstaltete am Sonntag im Stadtbad Friedrichshain sein diesjähriges internes volkstümliches Schwimmfeft. Bei sehr gutem Befuch wurde das Geft mit einer Ansprache eröffnet, wobei auf die Motwendigkeit der Beibesübungen für die Arbeiterschaft überhaupt und insbesondere des fo gefunden Schwimmfportes hingewiesen wurde. Die gezeigten abwechslungsreichen Vorführungen gaben ein gutes Bild der Arbeit des Vereins auf allen Gebieten des jo nielseitigen Schwimmsportes. Jedes Geschlecht und jedes Alter purde entsprechend der natürlichen Beranlagung berüdlichtigt und hatte Gelegenheit, im frieblichen Bettlamps, ohne Diplome und fonftige Ehrenpreise, die durch intensive und planmäßige lebung erreichte Leiftung zu prüfen. Den Schwimmschülern war in einem Hohwimmen Gelegenheit gegeben, die im Berein erlernte Kunst Freunden und Bekannten zu zeigen. Besonders merbend wirkte die Vorführung, wie leicht und auf welche Art und Weise bas Schwimmen zu erlernen ist. Ein eraft burchgeführtes Riegenfchwimmen gab den Zuschauern die Möglichkeit, alle vier Schwimmorten im einmandsfreien Stil zu beobachten. Mit dieser Beranftaltung wird der Berein bestimmt piele neue Anhänger geworben haben und es fei nochmals darauf verwiesen, daß bie Uebungs Stunden jeden Sonntag vormittag pon 9 bis 12 Uhr im Stadtbad Friedrichshain stattfinden, Aufnahme und unentgeltliche Aus. bildung von Nichtschwimmern findet dort statt. Anfragen in allen es Unferem alten Rampfgenoffen Karl Döhling an feinem 60. Geburtstage bie beften Glidmliniche! 102/6 Die Mitglieber ber 16. bt. Nach langem, fchweren Seiben ent fchlist unfere gute Mutter, Schwieger, Groß und Urgroßmutter Marie Gericke geb. Tritschak Die Beerdigung findet am Donners tag nadm 4 Uhr pon der Leichen halle des Emmaustirchhofes aus ftatt Familie Otto Sentfcher. Mal- u. ZelchenBedarf L- Juergens Angelegenbetten find an A. Buck, Reukölln, Marefchftr. 6, n. I, au| bber hos Beiträge en ben Rarbellverband wide bis zum 1. Dezember 1 richten. Nachstehend die Refultate: Erstlingsschwimmen, 2 Bahnlg.( Mädchen): 1 Suligt, 45 Set.; 2. Beera 45% Set.( Rnaben): 1. Bechthold 88% Sel.; 2. Christoph 40% Set.( Jugend): L. Christoph 34% Get; 2. Ritfche 39% Get.( Männer): 1. Rimmer, 80% Set.; 2 trilger 82% Gel. Foeiftilflafette, 4x2 Bhig.: 1. Schwarze Rappen 1:44 in. Brustschwimmen, 10 Bhlg.,( Jugend): 1. Hoffmann 8:32 Min.; 2. Ulbrich 4: 07% in.( Männer): 1. Schmidt 3: 40% Min.; 2. Ammier 3: 41% Min. Frauenschwimmen, bel. 5 Bhlg.: 1. Ende 1: 49% Min.; 2. Saafe 2:04 in. Ropfweitsprung( Jugend): 1. Goeldner 14 Meter; 2. Fuchs 13% Meter.( Männer): 1. Rüntel 17 Meter; 2. Rinner 16% Meter. ( Männer über 35 9.): 1. Emmler 16 Meter; 2. Preuß( 61 Jahre) 13% Meter. Rettungsschwimmen( Jugend): 1. Gühring 1:32 min; 2. Schmidt 1: 35% Min.( Männer): 1. Rabtte 1:21 min.; 2. Better 1: 31% Min. Männer Ichwimmen( über 35 Jahre), 2 Bhlg.: 1. Rrilger 48 Get.; 2. Reumann 49% Get. Teller Wafferballspiel( Jugend): Union- Welle 7: 6 Tore. tanchen( Sugend): 1. Soffmann 9 Teller.( Männer): 1. Better 13 Zeller. Jugendlagen stafette 4x2 Bblg.: 1. Bierte Mannschaft 2: 12 min. Gemischte Stafette 6 × 2 Blg.: 1 Erfte Mannschaft 3:30 Min. Bafferballspiel: Awei tombinierte Mannschaften 7: 4 Zore. Saalsportfest URB. Solidarität". Am Sonnabend famen in der Neuen Welt die Saal. meisterschaften des Gaues Brandenburg des ARB. Solidarität zum Austrag. Die Borwettbewerbe, an denen fich 36 Orts gruppen Brandenburgs beteiligten, fanden bereits am Nachmittag statt. Die Entscheidungen zogen sich dann bis gegen 2 Uhr morgens hin; die Qualität der gebotenen Leistungen stand auf einer off unerwarteten sportlichen Höhe. Die besten Leistungen vollbrachten u. a. die Luckenwalder Damenmannschaft in einem Achter. [ chulreigen, die Reinidendorfer in einem prächtig gefahrenen Farbenreigen, ferner der Bundesmeister Luckenwalde in seinem erstklassigen Achterkunftfahren. Den Höhepunkt des Tages bildeten unstreitbar die Fahrkünfte der Familie Schie. rig( Dauben). Auf Einrädern ohne Lentern, auf dem Eifelrad und im Bierkunftreigen vollbrachten die Künstler afrobatische Kunstftüde, die fonkurrenzlos dastanden. Sehr interessant war das im Saal neugezeigte Rad polo. Es gehört eine große Geschicklichkeit und Gewandtheit dazu, auf der immerhin beschränkten Saalfläche Don etwa 100 Quadratmetern, sich voll entwickeln zu fönnen. Alles in allem ein sehr gelungenes Fest, das einen Besuch von etwa 4000 Buschauern aufzuweisen hatte. Erich Hanisch hielt als Gauleiter die Festrede, in der er der Hoffnung Ausdrud gab, daß die Turnhallen der Schulen auch den Arbeitersportverbänden zur Verfügung gestellt werden sollten. Die Ergebniffe: Rabpolo: Tegel- Berlin 5: 1. Awettabball: Reinidendorf- infterwalde Dreiradball: Räschen( Nieder- 2.) ohne Rampf, ba Reinickendorf aufgab. Sechferingendreigen( Damen und Berren): Friebrichshain( NieberAterjugendreigen: Zudenwalde. 2.). Einerkunftfahren: Burback( Röpenid) gegen fünf Ronkurrenten. Gechferkunftreigen, Rlaffe B: Ciche- Golm. Biererkunstreigen: Guben im Alleingang. Rweierkunftfahren: Mulad Burbad( Rövenid) gegen Ludenwalde, Brandenburg, Sommerfeld und Räschen. Achterschulreigen( Damen): Luckenwalde im Alleingang. reigen: Reinidendorf geoen Berfin. Nathenow und Ludenwalde. funftreigen, Riaffe A: Reinidenborf gegen Geifersdorf, Friedrichshain und Brandenburg. Gruppenkunftfahren: Näfchen im Alleingang, Abrudern auf der Oberspree. Achterfarben. Sedfer fite die erften brei Quartale eingefandt haben, werben von allen Ber günstigungen ausgefchloffen. Bablber Berwaltungsausfcaffe. Jedes Bezirkskartell muß fofort bei seinem zuständigen Bezirksjugendamt drei oder vier Namen von Berfonen einreichen mit dem Bemerken, daß diese fitr bie Wahl des Verwaltungsausschusses zum Bezirksjugendamt in Frage komm n. Artikel 9 der Ausführungsbestimmungen zum Reichsjugendwohlfahrtsgefeg. Fußballresultate vom 18. Oktober Sm Rorbbeairt gab es am Sonntag verschiedene Ueberraschungen. Die größte leiftete fich Bernau, indem fie die favorisierte Arbeiter- Sportverein- 24Mannschaft mit dem Resultat 3: 1 schlug. Nordista fertigte den Sportverein Eifenfpalterei mit dem hohen Sieg 9: 1 ab. Abler tonnte gegen Wader 20 nur ein 1: 0 herausholen. Das Tor fiel durch einen Durchbruch des AdlerSturms. Arbeiter- Turnverein Bantow mukte fich von Selvetia eine 0: 4Niederlage gefallen laffen. Alemannia und Fichte- Gesundbrunnen trennten fich unentschieden 0: 0. Damit ist der erste Freie Fußballverein Spandau wieder an die Spike ber Tabelle gerüdt. Bantom 08 tonnte gegen Borufia nur inavy mit 3: 2 gewinnen. Union- Bantom und Borwärts- Hennigsdorf mukten das Spiel megen starten Regens abbrechen. Spandau 03 tonnte gegen Staaten einen 3: 0- Gieg herausholen, Tegel 24 mußte fich dem besseren Spiel von Einigkeit mit dem Resultat 1: 4 beugen. Bittenau gewann gegen Birkenwerder knapp mit 3: 2. Im Often gewann Lichtenberg I gegen Friedrichshagen nach bauernb über Legenem Spiel mit 5: 0. Tasmania- Fredersdorf und Berliner Sportverein 22 teilten fich mit dem Resultat 2: 2 bie Buntte. Luftig- Fidel verschenkte an Adlershof awei wichtige Bunkie, indem fie au spät antraten. Das Gesellschaftsfpiel endete 1: 1 Askania mukte fich von Britannia- Lichtenberg eine 1: 4Rieberlage gefallen laffen. Einen heißen Rampf gab es in der Wuhlheide. Oberfpree unb Treptower Ballspielflub waren hier die Rivalen. Nach auf regendem Spiel fieaten die Treptower mit 3: 0, nachdem vom Schiedsrichter auf beiden Seiten brei Spieler herausgeftellt wurden. Reuthen schlug die Johannisthaler mit 5: 2. Brandenburg 24 trat aeaen Sertha 22 nicht vollzählig an. Stralau fonnte gegen Alt- Glienice frog besseren Spiels nur einen 1: 0- Sieg herausholen. Sparta 11 und Brandenburg 02 teilten fich mit dem Stefultat 2: 2 die Buntte. Berliner Sportverein 16 gewann gegen Neuenhagen mit 4: 2. Erst nach der Bause gelang der Sieg. Weißenfee und Richterswalde trennten fich 4: 1 filr Weikenfee. Tasdorf und Germania- Weißenfee fpielten bis zur Baufe unentschieden( 1: 1). Nach der Baufe tonnte Germania noch dreimal einfenden und so ben Sieg erringen. Eintracht Müncheberg schlug die zweite Mannschaft von Borwärts mit 8: 1 Berein für Bewegungsspiele tonnte gegen Merkur hoch mit 5: 1 gewinnen. Retfchendorf aoa es vor, nicht nach Lichtenberg au fahren. Lichtenberg II fonnte gegen Sadowa nur mit 4: 2 gewinnen, Bezirk Südwest. Luckenwalde II fchlua die Charlottenburger mit 2: 3. Brandenburg a. d. B. gewann gegen Schöneberg mit 4: 2, Wilmersdorf konnte gepen Stern- Marienfelbe nur fnapp mit 2: 1 gewinnen. Neukölln mukte fich den Nowawefern mit 1: 2 beugen. Neuköllner Ballspielklub tonnte gegen Britannia nur 1: 0 gewinnen. Im Gefellschaftsspiel schlua Adler 08 bie Neutöllner Berolina mit 3: 1. Jüterbog lieferte negen Teltow ein schnelles Spiel und fonnte mit 2: 1 gewinnen, Wader- Lankwik und Viktoria trennten fich unentschieden mit 2: 2. Sehr hoch gewann Kreuzberg mit 9: 1 aeaen Ballfpielklub Moabit. Auch Botsdam leifbete sich einen hohen Gied gegen Fukballring mit 7: 1. Eine Ueberraschuna gab es beim Spiel Frischauf aegen Raftig- Borwärts. Die Tueköllner fiegten mit 2: L Luckenwalde I aewann gegen Rehlendorfer Ballspielflub mit 2: 0. Rirchmöser tonnte gegen Branden burg III nicht gewinnen( 0: 3). Infernationale Treffen. Im September wurde in Basel ein leichtathletischer Wettkampf zwischen ATSB. Klein- Basel und der Freien Turnerschaft Karlsruhe( Baden) ausgetragen, bei dem die Karlsruher Sportgenossen mit 54% gegen 50% Buntten Sieger blieben. Es ist beabsichtigt, dieses Treffen jedes Jahr stattfinden zu laffen. Raztelligung 4. Bezirk Brenzlauer Berg. Am 21. Oktober bei R. Berner, 8 Uhr, Senefelderstr. 82. Jeder Delegierte hat zu erscheinen und den Aus weis feines Bereins mitzubringen. Der Ruderverein Borwärts", der früher sein Abrudern für sich veranstaltete, ging in den letzten Jahren dazu über, diese Fahrten mit Brudervereinen gemeinsam zu begehen. Am Sonntag, den 18. Oftober, fand das diesjährige Abrudern in Berbindung mit dem Ruderverein Freiheit", der Rudervereinigung 1913" und dem Ruderverein Butab" statt. Alle Beteiligten waren fich darüber einig, derartiges für die Zukunft beizubehalten, um vor allem der Fahrt, an der sich die Vereine mit 70 Booten beteiligten, war eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls herbeizuführen. Das Ziel Neu- Heringsdorf. Der um 11 Uhr beginnende Kommers, in deffen Berlauf zwischen Vorwärts" und dem Ruderverein" Butab" fowie ber als Gaft anwesenden Paddelabteilung des Schwimmvereins Neptun" Freundschaftsflaggen ausgetauscht wurden, dauerte bis 1 Uhr, um dann noch einige Stunden für einen fröh lichen Tanz frei zu laffen. Die Rüdfahrt fand wie ftets in fehr gemütlicher Stimmung statt mit dem gleichzeitigen Wunsche, daß der Minter recht oft diesen Kreis zusammenbringen möge. Männliche Genoffen, die sich dem Rudersport widmen wollen, tönnen ihre riege von 8.15-9, Frauen und weibliche Jugend von 7,30-9 Uhr. Meldungen bei den obigen Vereinen abgeben. Die Bogabteilung Norboft" trainiert von Freitag, den 23. Oktober, ab in ber Schule Prenzlauer Allee 228( gegenüber der Immanueltirche) regelmäßig einen ausführlichen Lehrgang im griechisch- römischen Ringen regelmäßig Diens tags und Freitags 8-10 Uhr Turnhalle Chriftburger Str. 7. An dem Rurfus tönnen Jugendliche und Erwachsene ohne befondere Gebühr teilnehmen. Freie Ruberer und Ranufahrer, Sportfommiffion. Sigung am Mittwoch, den 21. Oktober, im Zolal von Bolter, Nungeftr. 17, 8 Uhr. Erscheinen jedes Delenierten ift Blidt. Dienstags und Freitags 8-10 Uhr abends. Die Ringerabteilung beginnt Berliner Ruberverein Freiheit" e. B. Am Dienstag, den 20. Oktober, außerordentliche Generalversammlung in Berlin- Weißenfee, Lehderftr. 122, Ede Greifswalder Straße, bei Gallas. Bichtige Befchlußfassung, daher Erscheinen Un alle Kartellvereine. Auf Grund bes surgeit guten Raffenbeftendes bes Rartellverbandes ift ben Bereinen die Rahlung des Kartellbeitrages für das 4. Quartal 1925 erlaffen. Die Vereine. bie noch im Südftanb find, milffen bis fpätestens 1. Dezember 1923 ihre Beiträge gezahlt haben. Berficherung für unfere aliebfaft feiner gesamten Bereine genen Unfall. Diebstahl und Feuersgefahr Bereine. Der Kartellverband beabsichtigt, auf eigene Roften die Mit au verftchern. Au biefem Amede werben im November durch die Kartell porfigenben an alle Bereine Fragebogen herausgegeben. Diese milffen fofort ( und wahrheitsgemäß) ausgefüllt merben, fo baß ab 1. Januar bie Mitglieder farthotel eingerichtet fein und die Versicherung abeefdloffen werden kann. Bereine, die hinsichtlich der Einsendung ber ausgefüllten Fragebogen fäumig Builos Knoblauchfaft ift stets frisch in allen Apotheken Berlins unb, falls irgendwo nicht vorrätig, im Generaldepot für Berlin, Andreas- Apotheke, Andreasftr. 15, Tel. Königft. 2789, erhältlich. Der gute KapitänAlexanderplatz Kantabak is in desten Zigarrentellenangebote finden im Vorwärts geschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Fake Kurfürstenstraße Gardinen Sonderangebote Blanos, prächtige Inftrumente. be Gelegenh.- Kaufe besteBeachtung gueme Rahlweiſe burgerftrake 42. Sil Sachter. Dranien. 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Oktober, findet in der Turnhalle der 15. und 16. Gemeindeschule in Charlottenbure. Spreeftr. 29. ber Serienlampf ftatt Anfang 8 Uhr. Freie Schwimmer Neukölln. Seute Uebungsabend im Stadtbad Neukölln, Ganghoferstraße. Jugendliche fchwimmen von 7.30-8,15, Männer und Afters Nicht fhmimmer werden im Schwimmen unentgeltlich unterrichtet. Aufnahmemeldungen werben in der Badeanstalt von den Abteilungsleitern entgegen. genommen. Touristennerein Die Naturfreunbe"( Rentrale Bien), Ortsgruppe Berlin. Mittmam, ben 21. Oftober, 28 Uhr in der Aula ber Schule Beinmeister ftraße 16/17, Bortrag des Gen. Dr. Biktor Engelhardt über Die heutige Bage in der Jugendbewegung". Gäste, insbesondere Jugendgenoffen und Junge foiraliften, willfommen, Abt. Webbing. Dienstag, den 20. Oftober, im Heim Lütticher Str. 48 Mitgliederversammlung. Gäste willkommen! bt. Friedenau. Dienstag, ben 20. Oktober, im Jugendheim Offenbacher Str. 5a Bortrag: Menfch und Religion". Abt. Norden. Dienstag, ben 20. Oktober, im Seim Sonnenburger Str. 20 Bortvag: Winterfchlaf der Pflanzen". Boranzeige: Dienstag, den 27. Oktober, Bortrag: Arbeiterdichtung". Abt. Lichtenberg. Donnerstag, ben 22. Oftober, im Jugendheim Bartaue 10, 7% Uhr. Lieberabenb. Musikinstrumente nicht vergessen. Gäste willkommen. Wenn Sie mich fragen. dann sage ich Ihnen: Benutzen Sie zur Pflege Ihrer Schuhe das. was Millionen kluger Hausfrauen tagtäglich gebrauchen: die altbewährte Schuhcreme Erdal Erdal Die Normaldose schwarz 25 Pfg. Q Gegr.1891. tepp. u. Daunen- Decken am preiswerteiten, beftes Fabritat. Fabri. Bernhard Strohmandel, Berlin Walite. 72( Untergrundbahn Infelbrüde) Filiale: Spittelmarkt, Ede Senbelfte, itolsburger Plat 2, Ede Trautenaufte. Steparat. jeb. Art. Jauftr. Breistatalog gratis. und Westen, " Wettbewerb Sur Erlangung bon Entwürfen für die Bebauung ber lintsrheinischen Rampe der Kölner Hängebrüde wird von der Stadt Köln ein deen Wettbewerb unter den im Deutschen Reiche einschließlich des Saargebietes, im Freistaat Danzig und in der Republik Desterreich anfäffigen Architetten ausge chrieben Die Firma Leonhard Ties A- 3. beabsichtigt. bas ber Stadt Köln gehörende Gelände zu beiden Seiten der linksrheinischen Rampe der Hängebrücke für Bureau und Gefchäftszwede zu bebauen, Die Be bauung des Geländes foll feiner städtebaulichen Bedeutung. feinem wirtschaftlichen Werte und den besonderen Um ftänden der Dertlichkeit und des Verkehrs entsprechen. An Arbeiten werden verlangt: Lageplan 1: 500, Hauptgrundrisse, Ansichten und Schnitte 1: 200, zwei Echaubilder, Eintragung der vorgeschlagenen Bebauung in wet Photographien, ein turzer Erläuterungsbericht und Berechnungen von Rußflächen uno umbautem Raum Das Preisrichteramt übernehmen die Herren: Oberbürgermeer Dr. Abenauer, Köln; Profeffor Beter Behrens, Berlin; Professor German Beſtelmeyer, München; Stadtverordneter Beyer, Köln; Profeffor Martin Elfäffer, Franffurt a. M.; Profeffot Emil Fahrenkamp, Diffeldorf; Mag Grünbaum, Röln: Breußisch Landestonfervator Minift rialrat Siecke, Berin; Profeffor Jofer Hoffmann, Wien; Stadtverordneter Juftigrat Dr. Raifer, Köln; Beigeordneter Lehmann, Köln; Domprobft Dr. Middendorf, Röln; Stadtverordneter Justizrat Mönnig, Köln; Architekt Otto Salvisberg, Berlin; Alfred Sieg, Röln; Bantdirettor Dr. Troeltsch, Ludwigshafen a. Rh.; Professor Dr. Jng Bengel, Aachen 3ur Berteilung tommen ein erifer Breis von 20 000 Mart, ein zweiter Breis von 15000 Mart, nht Untäufe zu je 3000 Mart Besondere Umstände bedingen eine verhältnismäßig furze Bearbeitungsfrist. Einlieferungsschluß ist am 24 Dezember 1925, mittags 12 Uhr. Die Unterlagen liefert gegen Einsendung von 20 M. das Stadterweiterungsamt der Stadt Köln, Stadthaus. 8immer 220 a. Röln, den 16. Oftober 1925. Adenauer, Oberbürgermeister Nagelpflege- Garnituren Kopp& Joseph in vornehmer Ausstattung. BERLIN W Potsdamer Str 122. tir. 495 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Die breiten Volksmaffen dürfen zahlen. Zur Halbjahrsübersicht der Reichseinnahmen. Die Ueberschußwirtschaft des Reiches auf Kosten der| licher, menn auch im Verhältnis nicht immer gleich hoher Ueberschuß. minderbemittelten Steuerzahler hält unvermindert an. Die Uebersicht über die Reichseinnahmen an Steuern, Zöllen und Abgaben ergibt für das erst Halbjahr Reichseinnahmen in Höhe von 3584 Millionen Mart, während der Voranschlag für das erste Halb: jahr nur 3172 Millionen Mark erwarten ließ. Der Voranschlag ist also um 412 Millionen Mark überschritten. Es lohnt sich, die ein zelnen Einnahmeposten des Reiches daraufhin genauer anzusehen, welchen Steuerquellen Herr v. Schlieben diese Mehreinnahmen verdantt. Das geht aus der folgenden reichsamt lichen Aufstellung hervor: Uebersicht der Einnahmen des Reichs an Steuern, Zöllen und Abgaben für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1925. Bezeichnung der Einnahmen Aufgekommen find Sep tember 1925 Dom 1. April 25 bis 30. Gept. 25 Für das 1. Salbi find im Saus Dienstag, 20. Oktober 1925 Arbeiter zuviel bezahlte. Nur daß sonst mit der Hergabe solcher Kredite auch Pflichten der Unternehmungen gegenüber ihren Kapitalgebern verbunden werden feine Bank gibt ihren Kredit ohne reichliche Unterlagen und Garantien. Hier aber ist es anders, Die Steuergelder des Staates gehen bestenfalls als Darlehen, in der Regel sogar noch zu ermäßigten Zinsen jenen famosen Wirtschafts. führern zu, die sich immer wieder anmaßen, allein ein Recht auf den Staat zu besigen. Das gilt zum Beispiel für die allgemeine Umsatzsteuer, deren Daß das Steuersystem Schlieben darauf angelegt ist, die BefitzErtrag im Monat September mit 116 Millionen Mart hinter dem steuern abzubauen, um die breiten Boltsmassen desto mehr zur des Bormonats um 1 Million zurüdbleibt, obwohl die Umsatzsteuer Tragung der Staatslasten heranzuziehen, das ist ja nachgerade tein noch zu dem alten Gag von 1½ Proz. erhoben worden ist. Man Geheimnis mehr. Daß aber von Verbrauch und Einkommen außerfann aus dieser Feststellung einen Rüdgang der Umsaghalb des Haushaltsplanes fortgesezt viel größere Beträge tätigteit in Industrie und Handel schließen, wie sie durch die erhoben werden, als das Parlament bewilligt hat, das wächst sich vielen Berichte der einzelnen Gewerbezweige schon angekündigt worden ist. Nichtsdestoweniger sind im ersten Halbjahr bereits fast erinnert werden, daß das Reichsfinanzministerium schon im vorigen nun schon zum öffentlichen Standal aus. Es muß daran 60 millionen Mart an Umfabfieuern mehr eingegangen, als erwartet Jahre die Vorschäzung der Einnahmen aus den Steuern der minder wurde. Einen Ueberschuß von 32 Millionen Mart, also fast die bemittelten viel niedriger angesezt hat, als sie dann tatsächlich geHälfte des im Haushalt vorgesehenen Betrages ergibt die Bewesen find. In diesem Frühjahr hat man das gleiche getan und hat 81% Millionen Mart mehr als veranschlagt ergaben auch die 3oll gung der Lohnsteuer und eine weitergehende Herab. förderungssteuer auf Personenfahrkarten. Rund nech später bei der Beratung im Etat eine wirt same Ermäßiwirtsame einnahmen. Obwohl die erhöhten Zollsäge noch nicht in Kraft fegung der Umsatzsteuer befämpft, weil man sonst ein getreten sind, sondern nur die provisorischen Getreide und Mehlzölle Defizit für das Reich erwartete. Nun wohl, das Defizit ist genau in Geltung waren, gingen im Monat September bereits 10 Mil- wie im vorigen, so auch in diesem Jahre wieder da, aber nur bei lionen mehr an Zolleinnahmen ein als im August. An der Tabat den Steuern, die die Reichen zu tragen haben. Die breiten steuer wurden im ersten Halbjahr 44 Millionen Mart mehr ver- Boltsmassen machen mit ihren Steuerzahlungen einnahmt, an 3udersteuer fogar 52,5 Millionen, an Bier. dieses Defizit nicht nur wett, sondern zahlen noch darüber steuer 57 Millionen über den Voranschlag hinaus. Die fleinen hinaus so ungeheure Summen, daß sich ein Ueberschuß für den Ge Verbrauchsabgaben schneiden mit geringeren Ueberschüssen, hier und famthaushalt des Reiches ergibt. Wenn Herr v. Schlieben fürzlich da auch mit einem Fehlbetrag ab. Immerhin brachte allein die behauptet hat, es ließe sich nicht voraussehen, wie fich der ReichsWeinsteuer rund 9 Millionen Mark mehr, als man vorher errechnet haushalt in den letzten Monaten des Jahres entwickeln würde, und hatte. Ein Defizit gegenüber dem Voranschlag findet sich bei dem man befürchte niedrigere Einnahmen, so ist eine derartige Be 250 000 Branntweinmonopol hauptung angesichts der fortgesetzten Fehlschägungen seines Amtes einfach unglaubwürdig. Jedenfalls wird das Parlament Veranlassung nehmen müssen, darauf hinzuweisen, daß die breiten Boltsmassen es satt haben, sich zum Prügelfnaben für die Steuerdrückerei des Besizes machen zu lassen. Darüber muß jetzt einmal ein deutliches Wort geredet werden. haltplan Borgesehen in 1000 Mart A. Befih- und Verkehrssteuern. a) fortdauernde Steuern. Einkommensteuer: a) aus Lobnabzügen b) Steuerabzug v. Kapitalertrage c) andere Körperschaftssteuer Kapitalertragssteuer Vermögenssteuer Vermögenszuwachssteuer Erbschaftssteuer Umfagsteuer: a) allgemeine b) Hersteller u.Kleinhandelssteuer Gründerwerbssteuer Kapitalverkehrssteuer: a) Geſellſchaftssteuer b) Wertpapiersteuer c) Börsenumiazsteuer. d) Aufsichtsratssteuer. Börsensteuer: a) Börienbefuchssteuer b) Börienzulassungssteuer Kraftfahrzeugsteuer Versicherungssteuer Rennwvetts und Lotteriesteuer: a) Totalisatorsteuer b) andere Rennwettsteuer c) Lotteriesteuer Wechselsteuer Beförderungssteuer: a) Berionenbeförderung. b) Güterbeförderung . 83 724 120 394 2560 21 704 3917 26 749 660 55 061 380 909 93 769 4 961 2347 14841 116 047 5666 2558 749 532 49768 18 542 2555 523 3880 21 260 4 146 26.907 897 11 955 4 654 2608 1960 1 343 2 601 4402 17 026 13 983 2237 87 708 20 117 12-761 8812 -16 974 42 107 97116 76 991 150 000 18.000 690 000 Was wird aus den Mehreinnahmen? Der Ueberschuß der Reichseinnahmen über die Ausgaben müßte demnach noch viel größer sein, als er tatsächlich ist. Allein aus den vorstehend genannten Mehrerträgen der Einkommen und Ber 7 500 brauchssteuern würde sich ein Ueberschuß von 682,6 millionen Mark ergeben. Aber ein großer Teil dieser außerplanmäßigen Belastung 15 000 des Einkommens und Verbrauchs, die das Parlament in dieser Höhe 2000 nicht bewilligt hätte, menn man sie hätte voraussehen können, 48.000 wird von den Mindererträgen an Besitzsteuern wieder aufgezehrt. Nicht weniger als 270 Millionen werden von diesen Mindererträgen absorbiert, weitaus der größte Teil entfällt davon auf das Defizit bei den Verkehrssteuern. 30 000 15 000 20 000 10 000 25 000 65 000 76 000 Summe a 835 658 2572 656 2 331 500 b) Einmalige Steuern. Rhein- Nubr- Abgabe: a) von Einkommensteuerpflichtigen b) von törperschaftssteuerpflichtig. c) von Kraftfahrzeugsteuerpflichtig. Betriebsabgabe: a) Arbeitgeberabgabe. b) Bandabgabe Steuer zum GeldentwertungsausgI.: bei Schuldverschreibungen( Dbli. gationensteuer) Zölle Tabatilener: 984 4565 87 3 687 ŏ 20 43 806 24 83 1 800 15.957 Summe b 2818 24451 Summe A 338 477 2597 107 B. Zölle und Verbrauchsabgaben. a) Verpfändete. 50 128 259 632 62 968 2 26826 24140 324 479 12 145 023 144 079 59 172 932 397 111 11 33-000 83.000 2 364 500 Fehlbeträge bei den Besitzsteuern. Hier ist es fast gleichgültig, an welche Besitzsteuer man fich flammert. Die Körperschaftssteuer allein brachte im ersten Halbjahr 56 Millionen Mart weniger, die Vermögenssteuer sogar 116 millionen Mart weniger, die sehr sparsam veranschlagte Erbschaftssteuer 3 Millionen Mark weniger, als der Boranschlag erwarten ließ. Eine Ausnahme macht die Grunderwerbssteuer, die noch einen Ueberschuß über den Voranschlag läßt, ebenso wie die Gesellschaftssteuer. Hingegen reißt allein die Börsen umfaß steuer wieder ein Loch in die Ueberschußzwirtschaft des Herrn v. Schlieben; ihr Halbjahrsertrag bleibt um etwa 21 mil. lionen Mart hinter dem Voranschlag zurüd. Die einmaligen Besitzsteuern der letzten Inflationszeit, die unter der Gruppe A. b. des vorstehenden Nachweises enthalten find, haben ihre Bedeutung für den Staatshaushalt fast gänzlich eingebüßt, ebenso wie die fleinen Rückstände aus der Brotversorgungsabgabe sich ebenfalls nur noch wie ein verehrungswürdiges Andenten an die Inflationsnöte und an die unglaublich langfame Tätigkeit des Ver waltungsapparates ausnehmen, der befanntlich mit den Besitzenden immer noch vorsichtig und zögernd umgeht. Soll das fo weitergehen? # Go tommt es, daß anstatt des Ueberschusses aus Einkommen. und Verbrauchssteuern, der sieht man tom Branntweinmonopol ab 682 Millionen Mark betragen müßte, nur ein tatsäch licher Ueberschuß von 412 Millionen Mart bleibt. Auffallend 178 025 ist es, daß es immer die Besizsteuern sind, die hinter dem Voranschlag zurückbleiben, während die von den breiten Bevölkerungs92 500 87 000 75 000 } 280 100 fchichten getragenen Steuern nicht nur voll ausgeschöpft, sondern weit über den Haushaltsplan hinaus in Anspruch genommen werden. Der Arbeitende, dem so mit dem Lohnabzug und mit den Steuern auf den Warenverbrauch viel mehr weggeholt wird, als der Staat ihm an Steuern selbst zugedacht hat, tann sich damit 712 625 trösten, daß die notleidende Industrie in Stügungsaftionen und Subventionen einen großen Teil dessen wieder erhält, was der 700 29 750 4.550 a) Tabalsteuer b) Tabateriagstoffabgabe Zuckersteuer Biersteuer. • Aus dem Branntweinmonopol 10 964 Summe a 175 023 b) Anbere. 403 5194 689 1243 38 837 B 088 929 4956 916 8 220 93 240 23 586 Summe b 8.487 Summe B 183 510 54 115 986 512 850 44 750 757 375 C. Sonstige Abgaben. Brotbersorgungsabgabe. Summe C 89 39 468 468 gündwarensteuer Effigiäuresteuer. Weinsteuer Salzsteuer. Leuchtmittelsteuer Statistische Gebühr Epielfartensteuer Aus dem Süßstoffmonopol. 874 1310 4.500 3450 450 500 Jm ganzen 622 026 8 584 087 3171 875 Die Mehreinnahmen an Einkommen und Berbrauch. Bon vornherein zeigt sich ein starfer Ueberschuß bei der Eintommensteuer. Aus ihr wurden im ersten Halbjahr 850 Millionen Mart an Einnahmen erwartet; tatsächlich gingen ein 1185,6 Millionen Mart, also 335,6 Millionen Mart mehr, als vorgesehen waren. Bei fast allen Berbrauchssteuern zeigt sich ein ähn W NR. 5845 POSTSCHECKAMT STUTTGART fammelt alle Gaben für die Zeppelin- Edener- Spende enn man infolge Leberarbeitung, Krankheit, Nervosität zc. das Bedürfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomalz. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und angenehmeres Mittel; feines erfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Sebung des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu verjüngt. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes angeblich„ Ebensogutes". Achte genau auf das Etikett. Ebenso werden Beiträge von allen Reichsbankstellen, Sparkassen und Banken entgegengenommen und Fostenlos anden Reichsausausschuß für die ZeppelinEckener- Spende, Berlin, Kurfürstendamm 13, geleitet Der Kahn- Konzern in Schwierigkeiten. Stüßungsbedürftig wegen verlängerten Motorpflugwechseln. Der Richard- Kahn- Konzern, die von dem Kaufmann Richard Kahn gegründete Interessengemeinschaft von neue Wertzeuge, Motoren- und landwirtschaftliche Maschinenfabriten, ist in die Reihe der stügungsbe. dürftigen Konzerne getreten. Die Richard- Kahn- Gruppe ist die erste große Gruppe der Maschinenindustrie, die stügungsbedürftig wird. Es handelt sich um einen zwar hauptsächlich in der Inflationszeit aufgebauten, im ganzen aber ftreng auf die Maschinenindustrie beschräntten Ronzern, der nicht nur technisch, faufmännisch und finanziell sorgfältig durchorganisiert ist, sondern mit seinen Betrieben auch technisch auf der Höhe steht. Es handelt sich diesmal nicht um hohe turzfristige Auslands tredite, deren Nichtbezahlung mit dem Kredit ber deutschen Wirtschaft der deutschen Baluta gegenüber gefährden. Die Schwierigkeiten im Kahn- Konzern, die mit großen Berliner abriten( Niles- Riebewert- Rhemag) auch für die Berliner rbeiterschaft bedeutungsvoll find, scheinen vielmehr eine be trebite zu sein, die das Reichsernährungsministerium Ende achtenswerte Folge der produttiven Landwirtschaftsvorigen Jahres zur technischen Verbesserung der Bodenbearbeitung der Landwirtschaft gewährt hat. Millionen M. Attienkapital und 27 Broz. Gewinnbeteiligung das Die Stod Motor Pflug A.-B., Berlin, mit 4,85 größte Wert des Konzerns, hat nämlich aus diesen Krediten einen Teil im Betrage von 2,5 mill. M. erhalten. Diese Kredite an die Stod- Motorpflug wurden aber mit der ausdrücklichen Auflage ere teilt, die von den Landwirten für die gelieferten Pflüge hereingenommenen Wechsel zu prolongieren. Die großen Käufe der Landwirtschaft erforderten, die erhaltenen Kredite ermöglichten eine Steigerung der Monatsproduktion von 50 auf 200 Motorpflüge. Gleichzeitig wurden, infolge der besonderen durch die Kauffähigkeit der Landwirte erzeugten Konjunkturlage, große Aufwendungen zur Einführung und Verbilligung der Serienproduktion notwendig. So mußten die Verpflich tungen über das durch die Zahlungseingänge gedeckte Maß hinaus beträchtlich wachsen. Obwohl die Wechsel der Landwirte prolongiert werden mußten, war ihre Verwendung als Zahlungsmittel durch die Stock- Motorpflug A.-G. auf dem Weg der Distontierung notwendig. So sollen heute allein aus weitergegebenen Landwirtschaftswechseln Berpflichtungen der Stod- Motorpflug A.-G. in Höhe von 7 Mi11. M. bestehen, gegenüber einem Bestand von 157 000 m. in der legten Bilanz Ende 1924. Es scheint also tatsächlich der Fall zu sein, daß die Kreditaktion der Regierung zu einer Uebersteigerung der Produktion und des Rationalisierungsaufwandes geführt hat, der sich an dem Wert und dem Konzern heute rächt. Es läßt sich noch nicht übersehen, wie die Schwierigteiten behoben werden sollen. Die größten Gläubiger sind nach dem Berliner Tageblatt" die Distontogesellschaft und die Commerz und Privatbant; außerdem sollen die Reichstredit- Gesellschaft und die Berliner Stadttasse interessiert sein. Um Zinsen zu sparen, soll versucht werden, die Goldpfandbriefe freizubekommen. Das Wichtigste wäre natürlich, Distontierungsmöglich feiten für die vom Kahn- Konzern gezeichneten Landwirtschafts mechsel zu schaffen. Aus dem ganz besonderen Grunde, aus denen die Haupts schwierigkeiten entstanden sein dürften, der Prolongierung der Kultie vierungswechsel der Landwirtschaft, scheint sich in diesem Falle der Stügungsbedürftigkeit eine besondere Berantwortung öffent Neu: Biomalz- Schokolade, je 100- Gramm- Tafel 60 Pf. und Biomalz- Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Susten und Heiserkeit, vorzüglicher Geschmack, je Beutel 30 Pf. Erhältlich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Geschäften. Preis einer Dose Biomalz 1.90 m., mit Lecithin 5 m, mit Eisen( zur Stärkung für Blutarme und Bleichsüchtige) 2.20 M., mit Kalt ertra( zur Stärkung für Lungenleidende) 2:50 M. Druckschriften auf Wunsch umsonst und postfrei, Gebr. Patermann, Teltow Berlin 10. licher Stellen zu ergeben. Es zeigt sich zwar auch hier, wo| produttive Kredite der Landwirtschaft zu Komplitationen im Wirtschaftsleben geführt haben, das Berderbliche aller Bumpwirtschaft. Auch auf die Rahn- Gruppe fällt, genau wie bei den anderen„ gestügten" Inflationstonzernen, eine beträchtliche Verantwortung. Da aber die staatlichen Landwirtschaftskredite den Kahn- Konzern zum Mindesten zu seiner Erweiterung und Verschulbung ermuntert haben, ist der Staat zur Mitwirkung bei der Regulierung des Obligos aus den Landwirtschaftswechseln wenn auch nicht juristisch, so doch moralisch verpflichtet. Das Dringlichste wäre deshalb eine Trennung der Verantwortlich. teiten, um das Eingreifen des Staates im Falle der Stod- Motor pflug A.-G. nicht über seine moralische Berpflichtung hinaus dem ganzen Kahn- Konzern zugute fommen zu laffen. 2n feiner moralischen Bindung fann der Staat auch um der Belegschaften willen nicht vorbei, die in diesem Falle durch die Kreditwirtschaft des Staates in Mitleidenschaft gezogen werden tönnten. Kleinarbeit im Landtag. Die gestrige Landtagssigung verftet bei der Beratung des Haus. halts Der Porzellanmanufattur Der Beschlußunfähigkeit. In der nächsten, sofort danach anberaumten Sigung wird dieser Haushalt angenommen. Bei der Beratung ber Lofferieverwaltung fordert Benoffe Otto Meyer- Berlin, daß das Gewinnbeteilt. gungsinitem bei der Lotterieverwaltung enblich versajwindet. Infolge der mit der Inflation verbundenen Schwierigkeiten für die Lotterienerwaltung wurde seinerzeit durch Abänderung des Bes amtendiensteintommengefeßes den Beamten ein Gewinnanteil in höhe von 2 Broz. zugebilligt. Die Zunahme des Lotteriespiels, im Jahre 1924 hatte zur Folge, daß die Beamten mindestens ein Ertrajahresgehalt als besonderen Gewinn in die Tasche stedten. Die Beamten der General- Lotteriebireftion möchten den jezigen Zustand natürlich verewigen. Bei 8 Millionen Reingewinn betragt nämlich die Ge winnbeteiligung des Präsidenten nicht weniger als 18 800 m., die eines Direttors 8000 m., und so geht es herunter bis zu den Be cmten der Gruppe II, bie 1767 m. erhalten.( 3uruf des Abg. Theater, Lichispiele usw. Volksbühne 8 Uhr. Wer weint um Juckenack? Morgen 72 Uhr Hamlet Dir. A. fel.mer Lessing- Th. 8 Uhr: Gier unter Ulmen von O'Neill Staats- Theater Regie B. Viertel Opernhaus 7% Uor. Itofimanus Erzählungen Opernhaus am Königsplatz Gerde Müller Wegener, Müther Kleines Th. 8 Uhr 7 Uhr Rigoletto Hochzeitstage Schauspielhaus 8 Uhr Hannibal Schauspiel von Geraldy Schiller Theater Trianon- Th. 8 Uhr: Weihnachtseinkäufe Liebelei 8 Uhr Städtische Oper Damencoupé Charlottenburg T½ Uhr Aida Schwank von Hannequin and G. Mitchel Die Koblanks #quen& Unr im Theater in d. Abonnem Turnus 4 Lützowstr. 112 Ecke Flottwellstr. Deutsches Theater Mntw.nchm. 4 Uhr. 7 Uhr: Rotkäppchen Vorzeig dies. zahlen Zum ersten Male: nur halbe Preise von 50 Pfg. an. Der Kreidekreis von Klabund Regie: M. Reinhardt Hammerspiele 8 Uhr Parable will nicht heiraten von Jerome K. Jerome Täglich 8 Uhr: HALLER REVUE Theater im Admiralspalast Die Komödie ACHTUNG! Kurfürstendamm 207 & Unr Gesellschaft v John Galsworthy WELLE 505!" Regie: M. Reinhardt II. Rang von 2 Mk. Berliner Theater Parkett von 4 Mk. Gastspiele des Logen von 8 Mark Maskauer Kdastier- Th. Muxa. Buhne unt Ltd. urand. u. Hauptreg Wladimir Central Theater Nemirowitsch- Banischenke Heute Uhr Trieschübel Unr Lysistrata Uhr 8Uhr: Romida von Aristophanes Metropol- Theater Mittwoch und Sonnabend 8 Uhr: Carmencita u. d. Soldat Uhr: Claire Dux als Trag. Spiel von K. Lipskere Mamsell Ango Mus. Carmen, Bizet Donnerstag 8 Uhr Kirchhoff, Leux zum 1. Male: Hansen, Arno Ange Piton ( Die Tochter dar Mad. An of Komische Oper Lustspielhaus 8 Unr: Musik von Lecocq Bitter Blaubarts Waliner- Theater 8 U.: Meiseken achte Frau Th. a. Hollendorfpl. Residenz- Th. 8 Uhr: 8 Uhr: Die hellblauen Circes Heirat Trude Hesterberg Schwestern Die neue KünneckeOperette Deutsches Oskar Sabo Adolphe Engers André Mattoni Künstler- Theater Thalia- Th. Ladendorff von der Wirtschaftspartei: Alle zufammen!) Nein, jeder| botenen Salonwagen für eine Reife in Deutschland durchaus einzelne.( Hört, hört!) Dieser unhaltbare Zustand war auch dem nicht abgelehnt. Bei der Kritik an den Untersuchungsaus. Finanzminister zu bunt. Wir haben bereits im Ausschuß die schüssen dürfe man nicht vergessen, daß es zweierlei Unterpöllige Beseitigung des Gewinnbeteiligungs. fuchungsausschüsse gebe, solche, die sachlich und solche, die vielfach items verlangt, sind aber leider damit nicht durchgedrungen. unfachlich arbeiten, wie z. B. der Barmat Ausschuß. Deshalb Abg. Dallmer( Dnat.) lehni den Antrag unserer Genossen auf fönne man aber nicht das Recht des Landtags, UntersuchungsausBeseitigung an der Gewinnbeteiligung ab, und Abg. Dr. Wiemet schüsse einzusetzen, antasten. Wenn die Kommunisten die„ Strangu( D. Bp.) beantragt, die Neuregelung erft vom 1. Oftober 1925 in lierungsparagraphen" der Geschäftsordnung beseitigt haben wollen, Beltung treten zu lassen, d. h. abermals fast ein ganzes Jahresgehalt fo find wir, betonte Genosse Brecour, durchaus bereit, den Kommu als Gewinnbeteiligung zu verfchenfen. Abg. Wieglow( Dem.) jtimmt nisten entgegenzukommen, zumal die jetzige Taftit der Kommu für die Borlage des Finanzministers. Die Borlage wird endgültig niften zeigt, wie falsch ihre frühere Haftung im Landtag war. Allein ongenommen; der Haushalt der Lotterievermaltung wir tönnen natürlich nicht zugleich mit der Beseitigung der„ Strangulierungsparagraphen", wie die Kommunisten das fordern, alle wird genehmigt. Paragraphen der Geschäftsordnung aufheben, die zur Sicherung einer ordentlichen Berhandlung notwendig sind. Wir tönnen z. B. doch nicht dem Präsidenten das Recht nehmen, Ord. nungsrufe zu erteilen. Ueber die Bertleinerung der Zahl der Abgeordneten läßt sich reden, aber Boraussetzung hierfür ist die Beseitigung des Staatsrats. Abg. Schmiljau ( Dem.) betont, die Demokraten seien für die Aufhebung des Staatsrats nicht zu haben; man müsse in diesem Buntt erst noch weitere Erfahrungen sammeln. Der Haushalt des Landtags wird genehmigt, ebenjo der Haushalt des Staatsrats. Der Antrag, die Ausgaben für den Staatsrat zu streichen, wird gegen die Kommunisten und Sozialdemokraten abgelehnt. % Ohne Aussprache erledigt das Haus die Haushalte der Münzverwaltung, des Gefeßsammlungsamts und des Deutschen Reichs und Breußischen Staatsanzeigers. Beim Haushalt der Oberrechnungskammer fritisiert Genosse Kleinmeyer, daß das Staatsrechnungswesen völlig veraltet sei und nach Reform geradezu schreie. Da rede man seit Jahren über die Notwendigkeit der Verwaltungs reform und hier, wo man endlich einmal einen Schritt vormärts tun tönne, bleibe alles beim alten. Die versteinerte Oberrech nungstammer habe für ein modernes Staatswesen feine Be rechtigung mehr. Wohl habe fie der frühere Finanzminister Dr. v. Richter als unparteilsche Rechnungsinstanz gepriesen, allein in Wirklichkeit fomme sie nicht über den kleinen und fleinsten Rechnungsfram hinaus und jei nur ein Semmschuh für die Behörden. Neun Behniel ihrer Tätigkeit sei nichts anderes als Pfennig. fuch feret; fie führe eine Art Froschmäusetrieg. Für wirf lich großzügige Kontrollmaßnahmen wie z. B. zur Nachprüfung der Arbeit der Staatsbant fei fie völlig ungeeignet. Das Haus geht gegen Ende der Sigung noch an die zweite Beratung des Justizhaushalts. Mit der Beratung wird der Bericht über die Feststellung des Höfle- Ausiójuffes verbunden. In der Aussprache teilt Staatssekretär Frizze mit, daß der Justizminister durch seinen Gefundheitszustand noch immer an das Die Abg. Dr. Leidig( D. Bp.), Weißermel( Dnat.) und Laden- Bimmer gefeffelt ist. Ueber die im Untersuchungsausschuß zur dorff( p.) perteidigen das veraltete System der Oberrechnungs- Sprache gebrachten Berfehlungen von Beamten der Staats. fammer mit bem Hinweis, daß gerade heute im parlamentarischen anwaltschaft ist, wie der Staatssekretär betont, der General Staat über jeden Pfennig genau Buch geführt werden müsse. Der fiaatsanwalt veranlaßt worden, die angeschuldigten Persönlichkeiten Haushalt wird nach den Hauptausschußanträgen bewilligt, ebenso der zu vernehmen. Der Direttor des Berliner 11nterHaushalt der Staatsfuld. Beim Haushalt des Landtags teilt fuchungsgefängniffes, ber feinem Boften nicht gewachsen Gen. Brecour mit, daß der Hauptausschuß fich für die feste 2n- war, wird anderweitige Verwendung finden. Für die Zukunft soll stellung aller über 15 Jahre im Hause tätigen Gehalts- und Lohn die Kompetenz der Anstatt särzte erweitert und ihre empfänger entschieden hat. Die Kommunisten, die in einem Antrag Bahl vermehrt werden. Zur Neuregelung der für die Pfleger die große Zimmerzahl des Landtagspräsidenten beanstanden, werden maßgebenden Bestimmungen schmeben noch Berhandlungen. Nach unfauft an das Repräsentationsbedürfnisbergroßen den Ausführungen des Abg. Seelmann, der im wesentlichen Sowjetherren erinnert. Ischitscherin habe z. B den Sowjetherren erinnert. Tichitscherin habe z. B den die vorgekommenen schweren Mißgriffe während der Untersuchungspor einigen Tagen von der Deutschen Reichsregierung ange- i haft Dr. Höfles zugibt, vertagt sich das Haus auf Dienstag 12 Uhr. Merrnfeld- Gummi- Deutscher Th. am Schiffbauerdamm Gummi- Deutscher Metallarbeiter- Verband Ufa- Palast am Zoo Das schönste Theater des Kontinents Die Theatersensation von 1825 11700 Personen haben Sonnabend und Sonntag den Ufa Palast am Zoo besucht. Tausende mußten umkehren, weil keine Karten zu haben warch. Billatthändler haben 15 bis 20 Mark pro Platz orhalten. 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Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung hat jeder Dritder die Lehrlinge be friarmit hinzufchiden Domaresfag den 22.Offober, abends 7 2hr, bei Sachje, Cinbower Str. 25: De frauensmanerfonferens der Heffelschmiede. Am Sonnabend, den 24. Diteber. findet unfe: Herbstvergnügen im Segeicr Strandjelo ftatt Anjang 7 Uhr. Eintritt 1 2. Achtung! Betriebsräte Achtung! Die Betriebstäte Beitschrift Nr. 21 ist erfantenen und fonn gegen Borlegung der Des 2 gitimationsfarte Betriebsrats. obmannes in unserem Bürenu. Bimmer 5, in Empfang genommen werden. Dle am 22. Oftober turnusgemäß tattfindenbe Branchenverfammiung der Bigarettenmaschinenführer u.Betriebshandwerter fällt wegen außerordentlich wichtigen Gründen aus. Der neue Termin über Abhaltung der Bianchenversammlung wird den Kollegen noch belannt gegeben. Die Ortsverwaltung. Erfolg haben Inserate Vorwärts Unwiderruflich! Ziehung 23. und 24. Oktober ohlfahrts W Lose zu 1.20 M. 373 000 L- se, 12367 Gewinne u. 1 Prämie im Gesamtwerte v. M. 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Es klingt, als ob man Llengstliche ermutigen und schweren Abschied erleichtern wolle. Auf allen Decks, in allen Gängen ein drängendes Gewimmel. Dielen gibt ein Angehöriger dos Geleit bis an Bord. Händedrücke, Tränen, Küsse überall. In einer Nische hält sich ein junges Paar um- Ichlungen, als könne es sich nicht trennen. Ein« Mmter beugt das feuchte Gesicht zur Tochter nieder, ein Doter gibt dem auswandernden Sahne letzte Mahnungen. Dazwischen Geschäftsleute, Vergnügungs- reifende, Globetrotter, denen die Fahrt über den Ozean nichts Neues und nichts Seltenes ist. Sie schauen nicht anders drein als der Reisende, der auf dem Bahnsteig die Abfahrt des Schnellzuges ab- wartet. Die Mannschaft des Schiffes trifft die letzten Vorbereiten- gen. Die Stewards drängen die abschiednehmenden Gäste von Lord, aber ünmcr noch fluten die Gruppen treppauf und treppab. Piöxlich ein Kommandowort: Ein Ruf:„Die Stege werden eingezogen: Begleitung von Bord." Da und dort muh ein Steward einem Abschied beinahe mit Gewalt«in Ende machen. Noch ver- gehen Minuten, bis alles außer den Passagieren das Schiff geräumt hat. Nun stehen die Neifenden, die Auswanderer an den Brüftun, gen der Decks zur Landseite, einen Slemwurf weit am Pier die cnderen. Noch arbeiten die Schiffsmaschinen nicht. Noch ist für Sekunden ein Steg die Drücke nach dem Lande. Doch schon greifeiz die Fäuste der Matrosen zu, auch den letzten Steg von Bord zu trennen. Da durchbricht eine Mutter die Sperre, stürzt mit dem Aufschrei„Anna! Anna!" bis ans Geländer des Unterdecks vor und umhalst ihre Tochter. Dann eilt sie zurück ans Land. Sekunden später beginnt sich der Dampfer langsam, langsam von der Kante des Kais zu lösen. Winten, Rufe, Grüße herüber und hinüber. Seewärts geht die Fahrt. In die Abschiednehmenden am Land« kommt Bewegung. Viele halten noch Minuten Schritt mit dem ausreisenden Dampfer. Immer noch erkennen sich die Ge- stalten und rillen sich Wünsch« zu. Immer noch im Abenddunkel wehende weiße Tücher und grüßende Hände. Ein letztcr Land- norspnmg am Hafen. Bis hierhin sind die geeilt, denen der Ab- schied am schwersten ist. Musik und Gesang an Bord„Muh i d«nn, muß i denn..." Dann plötzlich Stille. Die Laternen vom Lande erreichen nicht mehr die iveite Wasserfläche. Finsternis umhüllt das Schiff. Weither von drüben aber, wo Land und Menschen im Dunkel versinken, oerklingt der Ruf einer Frauenstimme:„Anna, Anna!.." Lucsnstown. Nordsee, Kanal, englisch« Küste und irisch« De« sind passiert. Da steht am dritten Morgen der Dampfer still. Im Morgengrauen heraus aus der Koje. Hunderle Möoen spielen um da» Schiff. Hoch hebt sich die irische Küste aus dem Meere. Ein kleiner Dampfer legt an unserem an, Fahrgäste zu bringen und Fahrgäste für Irland zu übernehmen. Zugleich kommt«in sonderbarer Schwärm an Bord: Frauen mit Körben und Bündeln, die einen Teil des Schiffe« im Nu in einen Laden für Spitzen, Decken und Schals oerwandesn. Ihr Geschäft geht gut. Nicht wenige weibliche Passagiere entdecken auf einmal, daß sie dringend irischer Spigen und Gewebe bedürfen. Mittlerweile sind am Mannschaftsdeck Moschinisten und Heizer, Matrosen und Köche, Stewards und Bäcker mit Schwimmwesten um den Leib in Reih und Glied angetreten. Ein irischer Arzt prüft sie auf Gesundheit und Bereitschaft der Rettungsmutel. Es geht zu wie-bei einer Musterung. Ein flüchtiger Blick unter«in Augenlid, ein Griff an den Puls, und Mann für Mann sind als kerngesund befunden. Inztoifchen sind die Rettungsboote klar gemacht worden. Eins wird mit einem Offizier und etlichen Mann heruntergelassen, um einige Hebungen auszuführen Haustief liegt es unter dem Promenadendeck. Eine Stricckleiier führt hinab. Da» Boot wird einig« hundert Ruderfchlöge von Bord seewärts und zurück gefahren. Es scheint alles zu kloppen. Die See ist ruhig, der Morgen hell. Wie aber mag sich das Bild gestalten, wenn bei grober oder stürmt- scher See einmal aus diesem Manöver Ernst werden sollte und an die tausend Menschen und mehr rasch über diese Strickleitern in die auf- und niedertanzenden Boote hinabsteigen sollen? Das muß für manchen den Sturz in das Meer bedeuten, und auch die übrigen werden nicht alle heil im Boots ankommen. Große Schiffsunfälle sind ja glücklicherweise selten geworden. Die Vorführung des Rettungsbootes bietet schwerlich eine Beruhigung. Es erscheint dem Seeunkundigen nicht gerade als ein lockendes Rettungsziel. Aus der dritten Klasse gehen deutsche Arbeiter auf den kleinen irischen Dampfer. Sie machen Elektrizitätsanlagen in Irland. Einer hebt die Hand: seine Kameraden stellen sich um ihn, und deutsche Wanderlieder klingen nach der Irischen Küste hinüber. Die Auswanderer an Bord der„Bremen" antworten mit dem Liede, das alle kennen:„Das Wandern ist des Müllers Lust", und schließ» lich, während der kleine irische Dampfer schon weit drüben über das Wosicr rauscht:„Sei gegrüßt in weiter Fern«, teure Heimat. sei gegrüßt!" Sie klingen etwas anders als dnheim, diese Lieder. wenn deutschlandmüde Auswanderer mit Frauen und Kindern st« fern auf dem Weltmeere singen, das die meisten für immer von der Heimat trennt. „Still ruht der See." Westwärts stampft unser großes Schiff. Lange noch fährt es die irische Küste entlang. Reizvolle Landschaftsbilder in tiefem Grün mit schlanken Kirchen und Städtchen und Dörfern, mit Schlössern am Strade und Burgen landeinwärts schmücken den Ab- schied von Europa: Noch ein Kap und noch eins. Dann liegt Irland hinter uns. Ein letzter hoher Berg bleibt nach für Minuten sichtbar. Nun ist auch er hinab. Der Blick findet nur ein? npch: das Meer-- das Meer. Ich weiß nicht, wie wir uns am Meergeist versündigt haben, ober jedenfalls hat er schwer gezürnt. Er strafte uns im Herbst mit einer richtigen Winterfahrt Vielleicht glaubte er auch nur, zu einer Studienfahrt gehöre alles, was das Meer zu bieten hat: Regen und grobe See, Gewitter und Sturm, dichter Nebel mit nächtlichem Sirencnhsulen, Wind in allen Stärkegraden mit Ausnahme«ine» Orkans. Wellenschlag oller Arten, Stampfen. Schlingern, Rollen. Sturzseen und Schlagseiten. Umwege und Verspätungen, bis au» Abend und Morgen elf Tage werden, sind ein bißchen reichlich für das erstemal. Etwas ängstlich sucht man am ersten Abend auf dem Ozean seine Koje auf. Die schwankt wie eine Schiffsschaukel im Lunapart. Beim Ausziehen vollführt man Sprünge wie ein Kunsttänzer. Bald findet man sich an einer Schranktür«, bald unter dem Waschtisch Die Lügenkanone. Pfarrer Koch tchießt ab öie Lügenkanone. Waren schon gegen Ebert seine Zeugen nicht ohne, So muß er sich jetzt ösm Münchhausen verschreiben, Um seine SeutZchnationalen LugblZLer Zu vertreiben. wieder. Rur ins Bett, in die Koje, cm deren Rand der ahnungs- voll« Steward ein sauberes Blechgefäß mit runder Oeffnung aus, gehängt Hot! Es dient zur Aufnahme von Speisen, leider schon verzehrten. Das Bett macht den nächtlichen Tanz lustig mit. Tief sinkt der ohnehin schwere Kopf nach unten, während die Füße steigen ixie Zeppeline, Krampfhast schließt man di« Augen. Nur nicht sehen, nur nicht sehen, wie sich alles hebt und dreht! Endlich schläft man hoch. Am Morgen tobt die See. Leider nicht nur sie. Do» Innere des angehenden Seefahrers hat sich gegen alle Autoritär seines Willens empört. Er hat nicht mehr über sich selbst zu ge- bieten. Irgendein viele Ilsteto? langer fürchterlicher Drehwurm windet sich vom Gehirn durch alle Nerven Usch streckt sich schwer im Magen aus. Man torkelt nach dem Waschbecken, um sich im Wasser zu retten. Da grinst einem aus dem Spiegel ein gänzlich fremdes grünes Gesicht entgegen und aus hohlen Augen höhnt die See- kronkheit. Das Meer schäumt gegen die Kabinenfenster. Sturzwogen überspülen die Decks. Bis auf die Koinmandobrücke spritzt die Gischt. Das Schiff läuft wie ein riesiges Schaukelpferd. Ein Jammer gelli durch die morgenstillen Kähmen und ein verhaltendes Fluchen auf Seine Heiligkeit den Herrn Neptun, der gerade mit seinen Meeresweibern frühstücken mag. Ach, ja, Frühstück! Der See- kranke denkt an den Speisesaal wie der Verurteilte an das Schasott. Er meint zu sterben, aber während er mit dem sündigen Leben ab- zuschließen denkt, erfährt er schon, wie die schnöbe Welt ihn und sein Leben einschätzt. Vom Deck heraus klingt das Wecken, ein Horn- fignal, und der boshafte witzige Trompets? schmetterte in den Sturm hinaus:„Still ruht der See..."(Fortsetzung folgt.) Die ersten fünf Roten im Roten yaufe. ILLZer Remimizenzen von Adolph hossmann. Die ersten vier sozialdemokratischen Stadtverordneten mit P a u l S i n g« r an der Spitz« waren nach Auslösung des Stabtparlamenis durch Puttkomer gewählt. Das Eis, welche» die Einfahrt zu dem Berliner Noten Hause den Sozialdemokraten bisher versperrte, war gebrochen. Jetzt ga>t es, die Fahrstraße nicht wieder vereisen zu lassen, sondern sür weitere Einjohrten frei zu halten. Ein« Stichwahl hatte die„A rbelterpartei"— denn die Sozioldemotcatie war auf Grund des Sozialistengesetzes verboten— noch auszukämpfen, und zwar im Osten Berlins. Hier standen sich als Kandidaten der Tischlsr August Herold von der„Arbeiter- parte!" und der Professor Wullenweber von der sogenannten Bürger- parte!(Antisemiten) gegenüber. Der„zweite Luther"(Stöcker) und sein Anhang setzten Himmel und Hölle in Bewegung, den od des Sieges von vier Sozialdemo. traten aufgeregt in der gewaltsam gebrochenen Fahrrinne umher- schwimmenden Bürger-Eieblock wieder zusammenzutreiben, um eine wettere Einsuhr der„Roten" im Roten Hause auf alle Fälle zu ver- hindern. Fehlte e» auch der Sozialdemokratie nach fünfjährigem unhell- vollen Wirten des Sozialistengesetzes nicht an Kräften, um die„inne- ren" gefahrvollen Arbeiten, Organisation. Agitation, besonders Schriftenverbreitung zu bewältigen, so war doch ganz besondere Bor» ficht geboten den Personen gegenüber, die öffentlich herausgestellt werden mußten, denn gerade Anfang der achtziger Jahre wurde der Belagerungszustand mit seinem Damoklesschwert der Ausweisung besonder» rigoros gehandhabt, und man muhte bedacht darauf sein, ihm so wenige Opfer wie möglich preiszugeben. Die Genossen, auf deren Schultern die„innere Bewegung" lag, mußten au» zwei wichtigen Gründen im Hintergrund bleiben. Ein- mal, weil sie schwer zu ersetzen waren, dann, weil jeder, der öffent- lich In Erscheinung trat, die ganze Spitzelgarde auf seinen Fersen hotte und damit die unter tausend Gefahren geschaffene Organisation gefährdet». Trotz aller Bedenken, trotz aller Gefahren war alles, was zu uns hielt von ganz Berlin, auf den Beinen, um den fünften Genosien ins Rote Haus zu bringen. Die preistreide? unü LLhneSrücker, Sie spielen sich auf als Staölbegiücker. Osch mögen sie dlühenSe Mä?chsn erzählen... »Das Volk hat gsieen! unS weiß jetzt zu wählen/ Ja, das war eine Lust.zu arbeiten! In kaum einer Viertel- stunde waren alle Häuser mir Flugblältem und Stimmzetteln belegt, da jeder Genosse oft nur einen Ausgang erhielt. Denn jeder Flug- blattverbreiter der Sozialdemokratie, den man iahte, wurde zur Wache gebracht, seine Person festgestellt, und er mußte damit rech, nen, daß er für den nächsten Ausweisungcschub vornotiert war. Zum mindesten» wurde er auf die List« der zu„Observierenden" gesetzt. Da war also Schlagfertigkeit und Firigtcit geboten, denn auch die Flugblätter wurden konfisziert und, wänn überhaupt, dann meist erst nach der Wahl zurückgegeben. Bei solcher Tätigkeit war erste Bedingung, eine Lezittmation, aber nichts Kompromittierendes in den Taschen zu haben, denn daß jeder, der arretiert, auch visitiert wurde. war selbstverständlich. Aber trotz alledem oder gerade deshalb machte die exakte Arbeit der Aerbreitung Laune Traf es sich doch nicht selten, daß, wenn der„Attentäter" schon wieder zu Hause war, einer der herum- spionierenden Spitzel klingelte und anfragte, ob hier ein sozialdemo- kratisches Flugblatt abgegeben fei. Die ironische Anttvort:„Nein, haben Sie solche, so geben Sic bitt-! eins her," genügte schon, um den Vorlauten in die Liste der„Anrüchigen" einzutragen. Viele Hände, machen auch großer Arbeit schnell ein Ende, könnte mon hier den Dichter variieren. Tie Fixigkeit hat!« aber noch einen anderen Nutzen: Niemand wurde mit viel Arbeit überlastet. Je meyr „Arbeitswillige", desto geringer die Gefahren und um so schneller waren die Frmilie» der Verbreiter von der Sorge um die Ihrigen befreit. Die Frauen hatten nicht nötig, darüber zu„brummen", daß die Parteiarbeit den Mann ganz der Famll-e entzog. Würde das auch heule manchmal bedacht, so wäre die Agitation eine Freude, könnte Intensiver, vollkommener und noch schneller be- werkstelligt werden, ohne die Tätigen den Ihren lange zu entziehen. Eine oder zwei Stunden sollte und würde jeder gerne opfern. Ja damals, als noch die Bersolpung den Kitt bildete, der alles zusammenhielt, wurde nicht nur fixe Arbeit geliefert, sondern es blieb dabei sogar Zeit, Denunzianten ganz«remplarisch abzustrafen. Ein Fall sieht noch frisch in meiner Erinnerung. Koppenstraß«. Ecke Rüdersdorser Straße, war der Hauswirt der Inhaber der Cckdestillation, ein Mann, der ausschließlich von Ar- beitern lebte Er hatte de» Genossen, der in diesem Hause unier Flugblatt verbreiten wollte, einem Polizeibeamten überliefert, weil er nicht dulden wollt-, daß„seine" Mieter solch»..Giftwische" erhielten. Eine halbe Stunde später waren Flure und Treppen seine« Hauses, die erst neu gemalt, buchstäblich von der vierten Etage bis � Parterre mit Flugblatt an Flugblakt beklebt, und zwar mit so ball- barem Kl-bestoff, daß tagelang geseift und gekratzt werden mußt«, um die„Giftwische" wieder zu entfernen und der Maler dann noch- mal« in Aktion zu treten hatte. Da außerdem die„Giftbude" von sehr vielen Arbeitern gemieden wurde, war ihm die Lust zu denunzieren, nachdem seine schäumend« Wut sich gelegt hatt« und seine ausgesetzte Belohnung für Ermittlung der„Raten F-me" ohne Erfolg geblieben war, endgültig vergangen. Am Stichwohltage konzeut-ierie sich notü-lich das politische Leben Bertins auf den Osten. In der Schule Rüdersdorser Straß« war das Wahllokal. In der Nacht zum Wahltage, d. h. um �-4 Uhr morgens, nack»- dem die Spitzel vom vergeblichen Warten m"'de und schlapp sich nach Hauie gertollt hatten, waren die setzten Wohivordereittingen ge- troffen. Und auch mancher Nichisozialdemotrat lachte ob der viel- seitigen. den verwöhntesten Ansprüchen genügenden Wahlpropaganda, die er allenthalben vorfand. Ein Kupferschmied im Grünen Weg brauchte Leitern, um die Wahkplokate von seinen beiden Kupferfirmenkesseln herunterzu- seifen. Immer mebr füllt« sich die kurze Strecke der Rüdersdorfer Straße von der Frucht- bis zur Koppcnstraß« mit Menscb-n und— Spitzeln, Kriminalbeamten und uniformierter Polizei. Bald rückte auch die reitende Schutzmannschaft an. Sie begnügt« sich nicht da- mit, den Fahrdamm freizumachen, sondern„säuberte" di« Bürger- steige, indem sie auf denselben In Masse hineinritt. (Schluß folgt.) Großer Textil- Waren- Verkauf Kinder- Konfektion tena Zweites Angebot Kleider reinwollen. Cheviot, 1.9 Jahre für Mädchen, Kieler Form, 18.75 für Mädchen, hübsche Mäntel arten, mod. Farben,£ 3 Jahre 13.75 Wollwaren weiß und viele Farben Blusen- Schoner reine Wolle, 3.45 Ueber- Blusen eine Wolle, weis 4.95 Damen- Westen reine Wolle, 5.50 Mäntel 12.75 Pull- overs the 9.50 Knaben, ganz Anzüge gefüttert, mod. 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