Abendausgabe fr. 496 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 246 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Sel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Dienstag 20. Oktober 1925 Beclag und Angetgenabteilung: Sefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Bocwärts- Berlag Gmb5. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Deutschnationale Verantwortung. Illoyale Baktauslegung. Nachdem das Vertragswerk von Locarno, gleichzeitig die| hinwegtäuschen? Diese illoyale Parteiauslegung ist unwahr französischen Ostverträge, der Deffentlichkeit unterbreitet haftig und unwürdig. Die Furcht der Deutschnationalen, die worden sind, wissen die Deutschnationalen, was sie zu ver- Berantwortung für den Berzicht auf Elsaß- Lothringen zu überantworten haben. Die Deffentlichkeit weiß es auch. Nun ist nehmen, ist verständlich. Aber das Bemühen, ihre innere es zu Ende mit Vorbehalten und bedingten Urteilen, jetzt heißt Situation zu erleichtern, darf nicht auf Kosten der Wahrheit es prüfen und entscheiden. und der Loyalität gehen. Die Prüfung der Berträge durch die deutsch natio nale Presse hat im allgemeinen zu der Note:„ völlig ungenügend" geführt. Das ist das Werturteil der Deutschen Tageszeitung" und der Kreuzzeitung". Der" ofalanzeiger" ift etwas zurüddeutsches haltender; er sieht immerhin die bedingte Möglichkeit, über die fchweren Bedenten vom deutschnationalen Standpunkt aus hinwegzukommen. Die Deutsche Zeitung" lehnt un bedingt ab, fie spricht von restloser Selbstaufgabe, Würde losigkeit, Erbärmlichkeit und Willensunfreiheit, Mißbrauch des Bertrauens des Kabinetts durch die Unterhändler." " Aus diesen Berturteilen zieht nun die Deutsche Beitung" politische Schlußfolgerungen. Die eigentliche deutschnationale Parteipreffe vermeidet eine egatte Stellungnahme zu der Frage, ob die Deutschnationalen die Verantwortung für das Vertragswert übernehmen wollen und fönnen. Sie fürchtet sich, der Frage der Berantwortung ins Gesicht zu sehen. Gie hofft auf Beitgewinn. auf Verschiebung der Entscheidung. Wie sie sich das vorstellt, zeigt flar die Kreuzzeitung": " Frankreichs Ostverträge. Ein dunkler Punkt. Der Bormärts". war. heute morgen als einziges deutsches Blatt in der Lage, neben den übrigen Dokumenten von Locarno auch den Inhalt der Verträge milteilen zu fönnen, die Frankreich mit Polen und der Tschechoslowakei geschlossen hat. Wie es fam, daß diefe Nachricht den andern Zeitungen vorenthalten blieb, ist ein noch ungelöstes Rätsel der Berichterstattung. Sicher ist nur foviel, daß es unmöglich ist, vom Ganzen der Vertragswerte eine richtige Vorstellung zu gewinnen, wenn man diese wichtigen Berträge nicht fennt. tigen Berträge nicht fennt. Ursprünglich war, wie schon bekannt, geplant gemefen, daß Frankreich ebenso die Garantie für die Öftverträge über nehmen sollte, wie England für den Westpakt. Die deutsche Delegation hat diesen Plan aus naheliegenden Gründen besondern schlechter. England und das später miteingetretene fämpft. Was aber jetzt herausgekommen ist, ist nicht besser, Italien haben die Garantenpflicht nach beiden Seiten hin übernommen, sie sind ebenso verpflichtet, Deutschland vor französischen Bertragsverletzungen zu schützen wie Frankreich vor deutschen. Diefe Doppelfeitigkeit und Unnarteilichkeit wird priefen, weil jetzt England- Italien nicht mehr als Alliierte und von deutscher Seite mit Recht als ein großer Fortschritt ge Mitsieger neben Frankreich, sondern als Unparteische zwischen Frankreich und Deutschland stehen. Der erste Aft wäre die Paraphierung der Verträge, der zweite die endgültige Unterzeichnung in London, der britte die Ratifizierung und der vierte ihr Inkraftöfifchen treten, indem Deutschland Mitglied des Bölterbundes wird. Ein langer weg, der noch zu durchschreiten ist. Erhebliche diplomatische Kämpfe stehen noch bevor. Endgültig abschließend wird man erst urteilen fönnen, wenn man weiß, ob und wie weit die Gegenseite in der Zeit bis Ende November sich bereit gezeigt hat, ben deutschen Forderungen nachzukommen." Man fürchtet sich, freimütig die Verantwortung zu über nehmen, man will den Weg zögernd gehen, man will sich fchleifen lassen. Man will gleichzeitig die Größe der Berantwortung verbergen. . Zu diesem Zwed gibt die deutschnationale Presse wie auf Befehl dem Artikel 1 des Rheinpattes eine Auslegung, die den Berzicht auf Elsaß Lothringen Derbergen foll. Wir geben diese Auslegung in der Fassung der Deutschen Tageszeitung" wieder: Den Charakter eines Berzichts auf deutsches Land wird man aus dem einschlägigen Wortlaut des eftpatts wenigstens bei loyaler Auslegung nicht herauslejen tönnen. Denn die Aufrechterhal tung des Status quo im Weft en wie die Unverleglich teit der dort durch das Dittat von Bersailles hergestellten Grenzen wird nicht an und für sich, sondern nur in der durch die einzelnen Artikel des Pattes bestimmten Weife garantiert. Das bedeutet eine Ein schränkung, die rein juristisch wohl als ausschlaggebend gelten fann." Diese Auslegung ist nicht nur illoyal. Sie wird in der ganzen Welt ein fchallendes Gelächter hervorrufen. Warum sich selbst und das deutsche Volk so über die Wahrheit Die Hauptaufgabe der Londoner Konferenz. Briand über die Auswirkungen. Paris, 20. Oktober.( WIB.) Briand erklärte gestern abend franzöfifchen Journalisten über die gestern nachmittag geführte Unterredung zwischen Painlevé, Chamberlain und Briand: Wir haben uns über die Folgerungen, die man aus dem Bertrage von Locarno ziehen muß, unterhalten. Was die Umgruppierung der Truppen im Rheinlande betrifft, so wird es Hauptaufgabe der Londoner Konferenz sein, sich hiermit zu beschäftigen. In Wirklichkeit haben wir den französischen Ministerpräsidenten genau darüber in Kenntnis gesetzt, was in Cocarno gefchehen ist. Niemand in Frankreich fann jetzt behaupten, die französische Grenze fel nicht gefchüht. Frankreich hat in Co. carno teines feiner Rechte aufgegeben. Wir fönnen die Berhandlungen, die zu Ende geführt wurden, als solche bezeichnen, die eine wahrhafte Förderung des Weltfriedens bringen werden. Empfang Briands. Ein deutscher Glückwunsch. fich durch die Ostverträge für den Fall der Bertragsverlegung Wie aber ist die Sache mit Frankreich? Frankreich hat an Bolen und die Tschechoslowakei zur Hilfeleistung gegen Deutschland verpflichtet. Umgefehrt hat es sich aber zur Hilfeleistung an Deutschland gegen Polen und die Tschechoflowakei nicht verpflichtet. Frankreich ist somit Garant der zwischen Deutschland einerseits und Polen und der Tschechoflowatei andererseits geschlossenen Verträge, aber nicht unparteiischer, sondern einseitiger Garant gegenüber jenen beiden Staaten. Man hat gefagt, daß man nach Locarno von ,, Alliierten" im Sinne des Vertrags von Bersailles nicht mehr sprechen fönne. Das trifft zu auf Frankreich- England- Italien, es trifft aber nicht zu auf Frankreich- Polen- Tschechoslowakei. Frank reich übernimmt Polen und der Tschechoslowakei gegenüber ftärfere Berpflichtungen als Deutschland gegenüber. Gleichgewicht des Bertragswerts von Locarno, das sonst feine Das Alliierten fennt, erleidet dadurch eine empfindliche Störung. War eine solche Entwicklung der Dinge nicht zu verhindern, fo wäre es vielleicht beffer gewesen, sich mit der offiziellen Garantie Frontreichs für die Ostverträge abzufinden. Bon der ferneren Entwicklung muß erwartet werden, bak fie eines Tages auch einen Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich über den Osten bringt, der das gestörte Gleichgewicht wiederherstellt. Amerikas Gewerkschaften. Freundschaft mit Deutschland, Ablehnung der englischen Entwicklung. Bon Kurt Heinig. Atlantic City, Mitte Oftober. Der 45. Jahreskongreß der American Federation of Labor hat mehr Bedeutung als die einer Alljahrszusammenfunft. Zum ersten Male feit ihrer Gründung steht ein neuer Führer an der Spize. Samuel Gompers ist seit dem porjährigen Kongreß verstorben. Green, fein Nachfolger, tommt aus der Bergarbeiterbewegung. Der neue Führer hat wichtige innere Aufgaben vor sich, zugleich damit ist die auswärtige Politik der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung, ihre Stellung zu den Gewerkschaftsbewegungen anderer, und im besonderen europäischer Länder entsprechend den gegenwärtigen Berhältniffen zu gestalten. Schon äußerlich kam hier in Atlantic City diefe Situation zum Ausdruck. Es sind fünfzehn deutsche Gemertschaftler und Bolts wirt fchaftler in den Bereinigten Staaten, um die hiesigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse zu studieren. Nach einem Besuch im Hauptquartier der Federation of Labor in Washington und einem Empfang beim Präsidenten Coolidge, find fie - der zu herzlichen Freundschaften führte fämtlich zum Kongreß gefommen. Neben ihnen ist Purcell, der Borsigende des englischen Trade Union Kon greffes und der Amsterdamer Internationale, zum Kongreß gefommen, weiter sind Vertreter der kana bischen und der megitanischen Gewerkschaftsbünde anwesend. Die Begrüßung der deutschen Gewerkschaftler durch den amerikanischen Gewerkschaftsfongreß mochte man noch als aufmerksame Höflichkeit auffaffen, die Art aber, in der ihr Sprecher, der Borsigende des Deutschen Holzarbeiterverbandes, Tarnow, von den Delegierten begrüßt und nach seiner und Widerhall. Tarnow fprach deutsch, nur ein kleiner Teil Rede applaudiert wurde, das war mehr, das war Zustimmung der Kongreßbesucher verstand, was er über die hinter unseren Gewerkschaften liegenden Schwierigkeiten, über ihren der aber en del vom Deutschen Holzarbeiterverband überfekte zeitigen Wiederaufbau und ihre geistige Einstellung sagte, seine Rede nicht nur äußerlich, sondern in allen ihren Feinheiten, so vermochten die Amerikaner der Rede des Verireters der deutschen Arbeiterbewegung in allen ihren Einzelheiten zu folgen. Das führte zu außerordentlicher Beachtung und zu fich immer wiederholender Zustimmung. sprechender Redner, antwortete mit einer Unterstreichung: Der Präsident Green, ein temperamentvoller, frei Da die Prinzipien der deutschen Gewerkschaftsbewegung gefund gewesen seien, da sie an ihren alten Grundsätzen festgehalten habe, deswegen sei fie fieghaft geblieben. Im übrigen betonte er nochmals, daß den deutschen brüderlichen Freunden in den ganzen Bereinigten Staaten alle der Federation angeschlossenen Verbände, deren Zentralen, Sekretariate und überall werde man sie herzlich aufnehmen, und in jeder Hin Ortsverwaltungen für sie und ihre Studien offen stünden, ficht unterstützen. Das waren feine Redensarten, dies geht schon daraus hervor, daß eine ganze Reihe der Vertreter deutscher Organisationen, im besonderen die Bergarbeiter, Holzarbeiter und andere, von ihren hiesigen Bruderorganisa tionen für das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten begleitet werden; auch die Studienfahrten der übrigen Bertreter find durch die amerikanischen Bruderverbände nach Aufnahme der persönlichen Beziehungen weitgehend organisiert worden. Die Begrüßung des Amerikanischen Gewerkschaftsfon. greffes durch Purcell wurde für die Preffe zu einer Sen fation. Hatte schon die Anwesenheit der Deutschen große Aufführers am nächsten Kongreßtage und deren Beantwortung durch den neuen Führer der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung brachte fie au spalteníangen Berichten. Briano erklärte, er erwidere die Glückwünsche der deutschen Regie- merksamkeit erregt, die Rede des englischen Gewerkschaftswünschte ihn zu dem guten Ausgang der Konferenz von Locarno. rung und hoffe, Botschafter v. Hoesch in einigen Tagen sprechen zu können. Als Briand und Chamberlain den Bahnsteig verließen, wurden sie von der im Bahnhof anwesen den Volksmenge mit Vive la paix empfangen. Dieser Ruf pflanzte sich bis auf die Straßen fort, wo eine zahlreiche Boltsmenge die Ankunft der Minister erwartete. Der Widerhall im Herzen der Völker". Paris, 20. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) In seinen Er. flärungen gegenüber der Pariser Presse gab Chamberlain am Montag einen Rückblick auf die internationale Lage in dem Zeit punkt, da er die Leitung der englischen Außenpolitik übernahm. Damals habe noch die vergiftete Atmosphäre des 3mmerhin aber habe man schon die Erkenntnis gewonnen gehabt, Krieges die Beziehungen zwischen den Mächten beherrscht. daß Europa, wenn es nicht gelänge, diesen Zustand zu überwinden, in türzester Zeit neuen furchtbaren Katastrophen entgegentreiben müsse. Diese Erkenntnis sei es gewesen, die die Berhandlungen von Locarno beherrscht habe. Alle Delegationen feien von dem gleichen Verantwortungsgefühl erfüllt gewesen, und Erfüllung auf unüberwindliche Schwierigkeiten hätte stoßen tönnen. teine habe der anderen Bedingungen und Forderungen gestellt, deren Die Einigung erfolgte im Vertrauen auf die glücklichen politischen und wirtschaftspolitischen Folgen, die die durch den Abschluß der Verträge herbeigeführte Entspannung in den Beziehungen Das Ausmaß des glücklichen Ausgangs der Verhandlung von Das Ausmaß des glücklichen Ausgangs der Verhandlung von Locarno werde in erster Linie bestimmt durch den widerhall, den die Berträge im Herzen der Bälter finden würden; denn nicht auf die formelle Ratifitation der gefchloffenen Berträge durch die Regierungen und Parlamente, sondern auf die zu ftimmung der Völker selbst tomme es an. Paris, 20. Oktober.( WTB.) Um 9.25 Uhr ist im Sonderzug Don Locarno fommend Außenminister Briand gestern abend hier angekommen. Im gleichen Zuge reifte Außenminister Cham. berlain. Briand wurde von sämtlichen in Paris an wesenden Ministern empfangen. Außerdem waren zur Begrüßung anwesend für die deutsche Botschaft der Geschäftszwischen Deutschland und den Alliierten auszulösen bestimmt fel. fräger Gesandtschaftsrat Dr. Kirchholtes, der englische Botschafter Lord Creme und der polnische Bots after sowie der aus Locarno vorausgereifte Generalsekretär im Ministerium des Aeußeren Berthelot. Ferner waren viele dem Kartell der Linken angehörende Abgeordnete zum Empfang erschienen. Gefandt fchaftsrat Dr. Kirchholtes begrüßte namens des in Berlin weilenden deutschen Botschafters v. Hoesch Briand und beglüd. Purcell perlas seine Rede nach dem Manuskript. Sie war sichtlich sorgfältig vorbereitet. Es fehlte nichts, was zu einer inspirativen Kongreßrede gehört, nicht einmal die Erinnerung an den gemeinsam geführten Weltkrieg, fie gipfelte etwa in der folgenden Schlußfolgerung, die die Einladung, der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale beizutreten, beinahe völlig in den Schatten treten ließ:„ Es ist mir oft aufgefallen, daß die Amerikaner, obwohl sie in technischer und fationen am fortschrittlichsten sind, sie doch sehr langsam in der wirtschaftlicher Hinsicht, in Erfindungen und Betriebsorgani Ich hoffe, daß von jekt an die Arbeiter Amerikas die engsten Aufnahme neuer sozialer und politischer Jdeen erscheinen. brüderlichen Beziehungen mit den organisier ten Arbeitern werden". Rußlands aufnehmen portarbeiterverbandes, Ben Smith, etwas weniger aggreffio als Nach Purcell sprach der Bertreter des englischen TransFührer der merikanischen Gewerkschaftsbe fein Borrebner. Ihm folgte Roberto Saberman, ein wegung. Seine Rede glich einem wahren Feuerwerk an Beweisen, Anflagen und Gründen gegen die fommunistische Bewegung. Man erfuhr, daß Rußland von Meriko aus die amerikanische Gewerkschaftsbewegung afzurollen die Absicht hatte, daß die Sowjetregierung mit dem von einem Arbeiter präsidenten, Calles, regierten Merito die diplomatischen Be zichungen abgebrochen habe, daß die meritanische Gemertfchaftsbewegung in ihren schwersten Zeiten immer wieder gerade vi der amerikanischen Federation of Labor unterst worden sei und vieles andere. Nach kurzer Begrüßung des Kongresses durch D o n D e a r vom kanadischen Gewerkschaftskongreß, die in der allgemeinen Unruhe unterging, erhob sich Green, um den Gästen, im besonderen Purcell für seine Anwesenheit und die den amerikanischen Gewerkschaftlern gegebenen Ratschläge zu danken. Dann aber begann er Gedanken zu formulieren, die man als programmatische Erklärungen der amerikanischen Arbeiterbewegung bewerten muß. Green sagte, sicher kann die Befreiung der Arbeiterschaft imr ihr eigenes Werk sein. Aber in der entscheidenden Stunde sei nicht die Stärke der Philosophie— die Theorie—, sondern die ökonomische Kraft der Arbeiterbewegung ausschlaggebend. Die wichtigste Aufgabe sei, die Arbeiter in die Lage zu ver- fetzen, daß sie Waren zu kaufen vermögen. Ln Amerika seien — im Gegensatz zu England— feit dem Kriegsende keiner- lei Lohnherabsetzungen eingetreten! Das neue Nußland«ei von der amerikanischen Arbeiterbewegung begrüßt worden, weil man gehofft habe, daß aus dieser Entwicklung eine soziale Republik entstehen werde. Ueberall sei die ameri- konische Federation vf Labor auf die Seite der Arbeiter ge- treten, so habe man gegen die Ausbeutung der chinesischen Arbeiter protestiert, die Sympathie für das indische Volt sei ausgesprochen morden und vieles andere sei geschehen, das alles in der gleichen Richtung gehe. Aber man habe auch gesehen, daß sich in der Welt Arbeiterorganisationen gebildet hätten, die gegen die Arbeiterbewegung seien.„W irsind fürdie Arbeiterbewegungen der Welt, die auf demo- kratischem Boden aufgebaut, sind! Wir treten nicht für Arbeiterorganisationen ein, die Bernichter der Arbeiterbewegung sein würden! Wir kennen die Apostel von Moskau!" Green unterstrich energisch, daß jene Bewegung nicht m i t der amerikanischen Arbeiterbewegung zusammenarbeiten, son» dern sie erobern und kontrollieren wolle. Die amerikanischen Gewerkschaften feien keine Gegner neuer Ideen, aber wenn in den Vereinigten Staaten die Arbeiter auf Verbesierung ihres Loses warten sollten, bis eine Revolution kommen, dann seien sie in der Zwischenzeit alle gestorben. Purcell möge zu seinen Freunden die Antwort mit» nehmen, daß sich die amerikanischen Gewerk» schaften den Russen nicht anschließen und deren Theorien nie übernehmen würden. Green erklärte feierlich, daß die American Federation of Labor auf dem Wege bleiben werde, den sie bisher gegan- gen fei. Seine Ausführungen wurden vom gesamten Kongreß durch stürmischen Beifall unterstrichen. Ihre Synthese ist, daß die cuneritanischen Gewerkschaftler durchaus gewillt sind, mit der Arbeiterbewegung der Welt zustmmen zu arbeiten. Daß sie es «der ablehnen auch nur über England den Weg noch Rußland zu gehen. Diese Einstellung wird erst in ihrer Bedeutung völlig ver- ständlich, wenn beachtet wird, daß die amerikanischen Gewerk- schaften sich im Sinne ihres Kontinentes schon heute als Inter- nationale fühlen. Die Beziehungen zu den Gewerkschafts- bewegungen Kanadas und Mexikos haben sich ständig mehr i efestigt, die Ausstrahlungen dieser kontinental-internationalen Entwicklung haben noch nicht ihr volles Ausmaß— Südamerika— erreicht. Europas Internationale tritt erst infolge der Nachkriegsentwicklung der amerikanischen Wirtschast wieder mehr in den Jnteressenkreis der amerikanischen Gewerkschaften. Dazu kommt, daß sich m den Vereinigten Staaten für die Gewerkschaften neue Organisations- und Kampffragen heraus- bilden, so die ständig notwendiger erscheinende Organisation der Angestellten, der Kampf gegen die in die wirtschaftlichen Streitigkeiten der Gewerkschaften immer wieder eingreifenden amerikanischen Gerichte, der Kampf gegen die Kinderarbeit und noch manches andere. Im besonderen dem deutschen Gewertschaftler mag an den emerikanischen Arbeiterorganisationen manches schwer ver- ständlich erscheinen. Er muß sich damit abfinden, daß sie auf ihrem Wege es zu 2 800 000(1925) in der Federation vereinigten Arbeitern gebracht haben. Auf falschem Wege wird auf die Dauer keine Bewegung zu einer Millionenmocht. So wird die hiesige Gewerkschaftsbewegung auf amerikanischem Boden im ganzen die ihm angemessene Orgamsationsfvrm und Kampfesgemeinschaft sein. Und chre Einstellung zu doktri- nären, sogenannten kommunistischen Ideen, die in Wirklichkeit die Kraft der Arbeiterbewegung schwächen, statt sie zu festigen und zu stärken, macht sie uns Deutschen geistig rerwandt. Das ist das wichtigste Resultat des Gewerkschaftskongresses von Atlantic City und des Besuches deutscher Gewerkschaftler in den Bereinigten Staaten. Deutschnationaler Antisemitismus. Bettelbriefe a» jüdische Firme«. Au« dem Ruhrrevier wird dem.Sozialdemokratischen Presse- dienst" geschrieben: Die Dcutschnationale Partei, die Deutsche Volk». partei und die Stahlhelm- und Iungdo-Gesolgschaft haben in Gelsenkirchen unter dem Titel.Deutsche P o st" ein neues Parteiorgan gegründet.An« zeigers". seine Leute. Das ist da» große Reservoir der« w i z Dummen, der ewig Gestrigen, auf die die Reaktion baut. Herr Hussong hat zwar von den Problemen der Berliner Kommu- nalverwaltung nicht den blassesten Schimmer, aber warum sollt« er nicht die Leser des.Lokol-Anzeigers" und die deutschnationalen Wähler kennen? De wollen wir ihm Fachkenntnis nicht abstreiten. So sehen sie wirtlich aus, wie Herr Lehmann, Tante M i« n ch e n und Fräulein Ella, dl« Wähler des Groß-Berliner Bürgerblocks. Schade nur, daß in diesem Falle Selbsterkenntnis nicht der erste Weg zur Besserung sein wird. Der Fall scheint hoffnungslos. Wahlen im Memeiiand. Außerordentlich starke Beteiligung. Memel, 20. Oktober.(MTB.) Me anßerordenlNch stark die Teilnahme der memelländiichen Bevölkerung an der Mahl. h a n d l a u g gewesen ist. ergibt stch daraus, daß j. B. in winden- bürg die gesamte Wählerschaft mit Ausnahme von 6 kranken zur Wahlurne gegangen ist. Dabei hatten die Wähler einen weg von 20 Kilometer hin nnd znrück zu Wasser and zo Land« zurückzulegen. Ja Schwarzorl und Rldden haben 97 Pro,.. I« preyl 95 Prvv, ia Proekuls über 87 JJroz, In Heydekrug 90—95 Praz. und in Ruß über 90 Praz. gewählt. Di«««»Zählung der Stimmen hat um 10 Uhr vormittag» begonnen. Da» Ergebnis liegt noch nicht vor. Monarchisten gegen Großdeutschiand. Die Tchwarzgclbcn wider den Anschluß. Wien. 20. Oktober.(TU.) Vorgestern fand in Wien unter dem Vorsitz de» Generals von Dankel und bei Anwesenheit des Grasen Glammartinitz«ine Versammlung der österreichischen Monarchisten statt, die sich scharf gegen den Anschluß Oesterreichs an Deutschland aussprach._ Segen die Berläugerung der Pollzelstuude. Die sozlakdems- kratische Landtagsfraktion ersucht w einem Urantrag dos Staats- Ministerium, von einer Verlängerung der Polizeistunde in Berlin abzusehen. Dem großstädtischen Verkehrsbedürfnis oll durch Erteilung von Nachtkonzessionen für alkohol- reien Ausschank an in wichtigen veriehrszentren gelegenen Lokalen Rechnung getragen werden. Zum Ablauf de» deussch-spawsche» Handelsvertrages schreibt der„Sol":.Deutschlands Auefuhr nach Spanien sei zehnmal stärker als seine Einfuhr aus Spanien. Trotzdem hätten die überrnäßigcn Zugeständnisse an Delttfchlands Industrie nur schlechten Dank g?« funden." Gespenster öer Vergangenheit. Bon Hans Bauer. Eis waren dahergekommen, aus allen Enden Deutschlands und trugen auf dem Kopf einen Zylinder, an der vom Schöpfer eigens zu diesem Behuf« geschaffenen Brust die Ordenstafel aus dem Kon- vcrsationelexiton und in der zumeist zittrigen Faust eine Fahne... und es war wie eine endlose Prozession. Nein, als reißende Wölfe wird man sich das Gros des Kysshäuserbunde», dessen Mit- glieder das Hauptkontingent zu dem Leipziger Reichs» kriegertage stellten, nicht vorstellen dürfen. Diese Leute sind gegen das Neue, aber sie sind von keinem fanatischen Haß gegen das Neue beseelt, weil sie überhaupt unbeseelt sind. Es sind die als Individuen durchaus harmlosen Kleinbürger, die ihren Schützen» verein und ihren Kriegerbund wohl von gerissenen politischen Schiebern als gefährliche Angrisfswasfe benutzen lassen, ihn im innersten Herzen aber doch nur als weltanschaulich fundierten Kegel- klub meinen, der den Vorteil bietet, daß in ihm eine standesgemäße Geselligkeit gepflogen werden kann. Ich habe mir die Kysshäuser- bündler angesehen. Es war in ihren Augensternen etwas Merk- würdiges zu lesen, nämlich dies, daß Kriege sür diese Männer nur der Vorwand für festliche Umzüge sind, die man nach ihnen oeran- stalten kann. Sie gingen nicht, sondern schritten. Sie hatten kein Gesicht, sondern trugen eine Miene zur Schau. Ihre Fahnen ichwebten nicht über ihnen ol» Symbole großer Gedanken, sondern, damit die Aufmerksamkeit aus die Fahnenträger gelenkt werde. Es war eine unübersehbare Menge von nichtssagenden Männern, d!« nur dafür demonstrierten, daß sie als ehrbare Bürger geachtet würden und die dem Vergangenen im Grunde nur deshalb nach- lrauerten, weil das ihre Werte verhärteter Behäbigkeit und ver. wcster Wohlanständigkeit offiziell anerkannt hatte. Der Ausmarsch des Reichsbanners bedeutet das eindeutige Be- lenntnis zu dem scharsumriflenen Gedanken der Erhattung der republikanischen Staatsform. Zu was bekannten sich diese Schützen- gilden und Militärverelne? Zum Trommeln und Querpfeifen, zu bunten Schärpen und silbernen Epauletten. Es waren Gespenster, die anrückten, geistige Mumien, an denen, tagsüber im Bureau und abends in der Kneipe, nicht nur die Antworten auf neue Fragen, sondern schon die Fragestellungen überhaupt spurlos vorllberge- gangen waren. Sie kamen dahergewackelt als lebendlggewordcne Witzblattausschnitte mit würdevollen Mienen und Schnauzbärten. Es waren Unpersönlichkeiten. die aus der Leere ihrer Gedankenwelt in den Kotillonartikel einer Kriegsauszeichnung oder einer Kriegs, schnür geflüchtet waren und dadurch wieder Inneren Hall zum Glauben an sich selbst gewonnen hatten. Dieser Gespenstertag herausstaffierter Kuriositäten hatte sich so rlwas wie seine geistige Nachfolge mitgebrocht. Werwölse und Stahlhclmer. die mit Liedern gegen die Juden und gegen die Franzosenbrut auf den Lippen und mit Tornistern auf dem Rücken. die aber wohl kein Kriegs-, sondern nur Freßmaterial beherbergten. durch die Straßen zogen, vertraten die jüngere Generation deutscher Stupidität. Ein phantastischer Spuk, dieser Leipziger Reichskriegertag, ein unerhörtes Gemälde des Grausens: lebendige Menscheg, aus deren Augen in tausenderlei Variationen dl« Derstorbenhett funkelle, Agenten des Todes, die um die Provision der Berauschung an der Phrase für ihren großen Meister arbeiten. vas»eannen�-�xperimevt öer Knflfci». Sie nennen es»Earmencita und der Soldat". Ob ein noch so enialer Regisseur— und Danitschenko ist so etwa«— da« Recht at, für seine dramatischen Zwecke Noten und Phrasen zu verändern. inzuzusetzen, abzuschneiden, Szenen aufzuspalten, andere zu lockern. zu kürzen, die Schauplötz« zu oereinheitlichen, InHalle auch neben- sächlicher Art umzudeuten, da» ist geschichtskriminallstische Frage. Aus der Not primitiver Bogen- und Treppenkulissen machen die Moskauer eine Tugend. Seetische Konslltt« oerdichten sich, Drama- tische» springt in der Berkürzung aller Linien Iketchortig hervor. Nach der zwangsläufig einheitlichen Szenerie richtet sich der Lauf de» Stücks. Es gibt kein Gebirge, kein Sevilla, es gibt nur In- terieur, Stube, Tisch, Stuhl, Trepp«. Macaelo, die lyrisch« Gestall, besagt für die Spannung und Kompression des Carmen-, des Iose-Dramas nicht allzu viel. Sie fchll also, ihr« Arien sind chorisch geteilt, ihr« Stimme klingt fernher wie aus dem Unterbe» mußtsein de» sinnenden Soldaten. Der ist im Gegensatz zur Rasfi- niertheit, zur Suggestiokroft einer Carmen ganz primitiv, tumb angelegt, der rein« Tor gegen die unreine Begierde, das Gefühl des Herzens gegen die Trieb« des Bluts gestellt. Er erhält vom Offizier in der Weinstube einen Säbelschlag über den Kopf und ersticht den Borgesetzten. Wie im Taumel läßt er nun olles mit sich geschehen. So unbewußt löst« er auch der faszinierenden Carmen im ersten Akt die Fessel. Man fühlt: aus Theater wird Leben, au» Parodie und Keckheit Ernst, Tragik gestaltet. Ironisch« Apostro- phierungen, die sonst dem abgeblitzten Ossizier gelten, klingen jetzt, sanfter, dem verletzten Soldaten entgegen. Wo sonst Karten gelegt werden, ergötzen sich jetzt die Mädchen an geraubten Kleidern, an Geschmeide. Und Carmen selber gießt Blei. Immer»st Chor da und immer ist es ein Teil der Handlung, wie der Miterlebenden. Wie diese schonen spanischen Frauen lauschen, tanzen, rasen, Fächer knallen lassen, wie sie mit dem Ton de« Orchester» lebendig mit- spielen, das ist urwüchsigste, dennoch raffiniert durchdachte Au»« drucksbewegung. BIzets.(Tannen" aber zerfällt in seine Teil». Die Gesamthal- lung nicht nur des Stückes, auch die Musik flattert, zittert, vibriert. Eingrisse, unvermeidbar bei solcher psychologischen Deutearbett, stechen dem Musiker in da» Herz, das dem größten romanischen Mustkdrama zuschlagen möchte. Di« Musik wird mitgenommen, nicht um ihretwillen atmen, spielen diese schicksalhaft ausbegehrenden Menschen. Aber sie spielen eben, spielen wie keine deutsch« oder italienisch« Truppe e« fertig bringt. Um diese» faszinierenden per- sönlichen Spiel» willen soll die Einmaligkeit diese« zroßartiaen Experiments bewundert, nicht gescholten sein. Keiner kümmert sich um den Kapellmeister, der sacht oder energisch zu folgen hat, keiner hat da» Auge, den Körper ander« wohin gerichtet al» auf dos Auge, die Seele de, Partners. Ein Souffleur«ristiert nicht. Stumm- Bewegungen stnd von seltsamer Haltekraft, schweigen wird deredt. die Glieder sind gelockert. Man glaubt wieder an Opernmenschen. Nur so wird der Wiederstand gegen dt« Sezieruno einer Oper überwunden. Und man hätte nur zu wünschen, daß die Russen die Originalpartitur hervor- holten und mit ihren Leibern, ihren Leidenschaften. Ihrem Gesangs« Brio, Ihren Schicksalsaugen die ganze Musik einflnaen, stimmungs- hast verteilten, in die Allgegenwart ihrer Menschlichkeit rückt-n.. Ein einziger sang, der nickt musikalisch disponiert war, der Eseamill.". Di« anderen aber, Musiker durch und durch, überstrahlte noch die einzigartige Gcstaltungskunst der herrlichen Baklanowa. In der Lysistrata ganz Heroine, Antigone, Chorfüyrerin: hier ein- Carmen von hypnotischer Gewalt, vollendeter Kunst der Sinn?, «in Weib» ein Tier, ein Feuer,«in Dämon, ein Wunder. _ Kurt Singer. kammerspiele:„Pareble will nicht Heiraken." Roch nie hat man versucht, in den Kammerspielen so billige Ergötzung zu ver- schenken. Ierom« K. Ierom« ist«in ganz lustiger Mann. aber dieses sein Stücklein vom Großmaul der Volksversammlungen ist höchstens«in Fundobjekt für Liebhabertheater. Nur in England ist es auch möglich, daß politische Satire so honigsüß oder llmonaden- dünn versucht wird. Also: Parabie will nicht heiraten, weil die Stimmrechtsmegäre, die es auf ihn abgesehen hat. ein Greuel ist. was sie auch bekundet, indem sie in Mäimerhosen und ebensolch in Nöckchen herumläuft. Parable entgeht nun dieser Lebensgesahr, indem er sich sein« Köchin für die Eh« sichert. Dos geschieht aklee, indem die Langeweile außerordentlich geschickt verlängert wird. Selbst Gülstorfs, der den erst so heiratsunlustigen und dann so hetratsfrohen Sonderling spielt, und selbst Frau E y s o l d t, die sich für da» sozialpolitische Ungeheuer opfert, können mit ihren bunten und gewinnenden Talenten die Schläfrigen nicht munter machen. Heiter und lieblich spielte Camilla Spiro, die jung« Dame, die vom Kochherde in das mollige Ehegemoch hlneln- wandern darf. M. H. Kinderland. Infolge eine» Versehens ist in der Bücherschau der Sonntageauegab« de»„Vorwärts" die Berlags-Firma des neuen Jahrbuches.Mndcrland" falsch angegeben worden. Wir weisen b:- richtigend darauf hin, daß dieses vom Reichsausschuh für sozialistisch« Bildungsarbeit herausgegeben« Buch im Verlag der Vor- wärts- Buchdruckerei und Verlag, anstatt, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, erschienen ist. Auch diesesmal ist das Jahrbuch in äußerst geschmackvoller Welse herausgegeben und enthält neben zahlreichen Illustrationcn, Gedichten, Erzählungen und Fabeln eine Anzahl belehrenoer Auf- sätz«. die dem Empfinden der proletarischen Jugend ongepoßt sind und ihren Wissens'reG erweitern dürsten. Ein besseres Jahrbuch für die Buben und Mädel des arbeitenden Volte» kann man stch kaum wünschen. Als Weihnachtsgeschenk dürste e» bei unserer Jugend Helles Entzücke« auslösen. der Zall tzöfle km k!anötag. Ei« Opfer deutschuationaler Hetze und Verleumdung. Der Preußische Landtag setzte heute in seiner zweiten Beratung des Haushalt» des Justizministeriums die allgemeine Aussprache über den Jall Höfte fort. Genosse KuUner hält dabei eine scharfe Abrechnung mit der von den Deutschnotionalen so durchsichtig zu politischen Zwecken betriebenen Ausschlachtung der Fälle Barmat und Höfte. Di« Le- schlüffe des Ausschusses seien taktisch richtig gewesen, in ihnen komme aber nicht der unmittelbare Eindruck dessen zur Geltung, was die Mitglieder des Ausschusses schaudernd erleben mußten. Um den Fall Höfte richtig beurteilen zu können, müsse man in die Unter- gründe und Hintergründe hineinleuchten. Es fei festgestellt worden, daß so wenig der Gefängnisarzt Dr. T h i e l e wie der Medizinal- rat Etörmer pflichtgemäß gehandelt haben. Dazu komme der Mißbrauch mit narkotischen Mitteln, der die falsche Anwendung des Ofrlasses des Wohlfahrtsministeriums, die vom Terror Auhenftehen- beeinflußt« Stellung des Untersuchungsrichters und zu alledem >e Zaghaftigkeit des Justizministeriums, das zu spät eingegriffen ab«. Besonders ungeheuerlich sei gewesen, daß im Anschluß an den Offenbarungseid das Meineidsverfahren durch- geführt worden ist. Auf Grund einer öffentlich betriebenen Hetze ist hier ein Terror ausgeübt worden, wie man ihn ähnlich nur in Frankreich seinerzeit im Dreyfus-Prozeß erlebt habe. Jetzt erst nach dem Abschluß der Ausschußberawngen spricht der Abg. Dr. Pinkerneil von einem preußischen Pana» wo. Wer das vor sechs Monaten gesagt hätte, der wäre in einer Flut von Beschimpfungen und Gelächter erstickt worden, wie hat man gegen Sbert gehetzt! Selbst der deutschnationale Herr v. W a l d- hausen hat das Verlangen gestellt, daß man Ebert Genugtuung für die Verleumdungen, die gegen ihn geschleudert worden sind, ver- schaffen müsi«. Es gäbe keinen 5afl Höste, wenn es keine deutfchaakionate und kommunistische Hetze gegeben hätte. Hier hat Herr Seelmann fachlich gesprochen. Aber seiner Fraktion muß man das Dichterwort entgegenrufen:„Ihr sätet Blut und steht bestürzt, da» Blut ist ausgegangen!' Was hat man nicht alles dem Ministerium vorgeworfen, man behauptet sogar, daß es sich einer Begünstigung in der Barmat» ossäre schuldig gemacht hätte. In der deutschnationalen Press« tonnte man lesen, daß das Justizministerium eine„Bs- treiung des Oberschiebers Höfie" unternehmen wolle. Jetzt betiagca sämtliche Parteien den traurigen Ausgang diese» Falles. Die Deutschnattonalen und die Kommunisten soll- nn aber bei sich zu Rate gehen, dann würden sie die eigene Schuld daran feststellen. In der deutschnationoten Presse wurde der Tatbestand vollkommen verdreht, aber die deutschnalionalen Ausschuß» Mitglieder haden es nicht für notwendig befunden, gegen die Urheber dieser Artikel irgend etwa» zu unternehmen. Der Redner erinnert die Kommunisten daran, daß sich die„Rote Fahne' zuerst an der Hetze gegen Höst« beteiligt habe, daß die„Rote Fahne' verlangt habe, Höst« solle strenger behandelt werden, daß dieses Blatt sich auch schützend vor die Amtsvergehen des Herrn K u h m a n n gestellt hat. Viele an diesem Fall beteiligte Beamte sind dem Terror erlegen. Man hat keine Rücksicht auf die Familien der Angegriffenen genommen, ebenso wie vor einigen Tagen der Minister H i r t s i e f e r. sind Männer, die sich nicht verteidigen. konnten, durch die Gosse geschleift worden. Es steh« fest. daß die moralisch« Schuld am Tode Höstes die Staat sanwallschast trage. Sie hat um ihr« Existenz gekämpft. Au» Karrte«gründen such» sie altes zusammen, um ihr« Stellung zu halt««. Bezeichnend ist da» Wart des Herrn Linda: „wenn mir die Sache mißlingt, denn bin ich irgendwo in Pose- muckel.' Den Medizinern ist von außen he? suggeriert worden, daß Höste an einem Selbstmord zugrunde gegangen sei. In geradezu infamer weise haben sich dt« vevtsSinaSonatea in diesem Fall« benommen. Im Ausschuß verhandeiten ihre Vertreter allerding» sachlich, umso Trudc Hesterberg als EIrce. Für alles Gepfeffert« und De- falzenc, für die erotischen Ungezogenheiten, die sichtbaren und hör- baren Eochonerien sind die Pariser Vühnenratlkel wie emst im Mai wieder unentbehrlich. Die Ehebruchschwänk« grassieren aufs neue bei uns. und kann man im Refidenz-Theater eine unserer origxnellstcn, vollsaftigsten, korikawrbegabtesten Künstlerinen— kCrnde Hesterberg— nach Ihren Experimenten und Kabarett und Operette, nunmehr wieder der Sprechbühne dienstbar machen will. n:uß eine französische Komödie von Picard und Jäger- Schmidt den Texr dazu liefern. In Circes Heirat sind olle wirksamen Ingredienzien für ihre Launen. Canaillerien, derben Lustigkeiten, Spöttereien enthalten nnd noch einige mehr, die man ihr und dem Stück« gern geschenkt hätte. Di« Hesterberg ist in ihrem Element, wenn sie den Zirkus Ihrer Verehrer in Freiheit dressiert verführt. Sie ist auch eine kluge Bändigerin ein»? Millionc-s, der guter Junge und etwas trottelhaft ibr fein« Millionen zu Füßen legt und sie durchaus heiraten will. Ihre ganze Höh« zeigt sie aber in dem ausgelassenen zweiten Akt, wo sie Abschied feiert und im Scktrausch Ehanson singt und tanzt. In der Rocht darauf entdeckt sie die wahr« Liebe in Gestalt eines jungen Anbeters und ftol; proklamiert sie am nächsten Morgen, auf ihrem Lette, wie auf einem Throne stehend, ihre Liebeskreihelt. Der Millionär fliegt, aber die Illusion der Liebe ist vorbei, der junge Mann ist viel zu praktisch, um sich in Ihre Unkosten zu stürze««. So kehrt CIrce wehen Herzens zu dem Millionär zurück, der sie wie«in treuer Hund liebt und selbst d»n Dritten dulden würde. Aber sie mag den nicht mehr, und so schließt das Stückchen höchst sentimental mit einer Apnthese der Liebe bei bengalischer Beleuchtung. Reben der Hesterberg konnte sich Adolph« Engers, als herzensguter, schick-gemütlicher Millionär und Andre M a t t o n I als der erwählte Herzensfreund und schwach» tend« Jüngling wohl sehen lassen. Herr Engers hatte eine an- steckende Fröhlichkeit.— Der starke Erfolg der Hesterberg enthebt uns nicht der Frage: gibt«» kein« besser« Aufgaben für sie?— r. Ein fliegendes Aulomobll. Man ist bereits seit längerem be- strebt, ein«'praktische Verbindung zwischen einem sich aus festem Boden bewegenden Krasiwagen und einem Wasserfahrzeug herzu- stellew Wie in„Reclams Universum' berichtet wird, ist nun ein« Darmstädter Flugzeugsinno mit einer eigenartigen Neukonstruktion an die Oeffentlichkeit getreten, dem sogenannten Aeromobil. Dieses ..fliegende Automobil verbindet ein Leichtsegelflugzeug mit einer autotechntschen Fohrvorrichtung für den Stroßc-nverkehr. Es kaim ror dem Start mit eigener Kraft durch die Straßen zum Flugplatz fahren und nach wenigen Handgriffen als Flugzeug benutzt werden. vle Russen vertragen keinen Schnaps mehr. Die sowjewress« ist äußerst erregt über den großen Alkoholgenuß in der letzten Woche. Im Zusammenhang mit der Einberufung des Jahrgangs 1823 war der Verkauf von Alioholgetränken verboten. Am 4. Oktober wurde der Verkauf von«Oprozentigem Schnaps freigegeben. Die Folge davon war«in« unoloubllch« Schnapsoertilgung. Am S. Oktober wurden In die Krankenhäuser Moskaus 4S00 Personen in sinnlos betrunkenem Zustand« eingeliefert. Ate«alerte V».«»lblchmibk. vr. Vallerstetn. S»Sneberger Wtx 96a nMrnt Ihr«»'«»jährige«u«ilk0ung»sailon mit»emälden von M a u r i r. Ntrill» iwvte«tt««er Seih««-»gewähtter Aquarelle von Paul Signa» größer war die Schlammflut von Verleumdungen, die von ihrer Presse in das Land gewälzt wurde. Jetzt«roch wird ein deutfchnationales Flugblatt zu den Berliner Stadtverordnetenoerfammlungen verbreitet, auf dem weder der Lerfasier, noch der Verleger, noch der Drucker vermerkt ist. Nur aus dem Anmeldeformular ergibt es sich. daß es sich um ein d e u t s ch n a l i o n a l e s Flugblatt handelt. Hier werden alle Verleumdungen wiederholt, die im Ausschuß selbst von deutschnationaler Seite als unrichtig gekennzeichnet worden sind. (Stürmische Zurufe von links.) Wir werden dafür sorgen, daß diese lluwahrhasiigkeit der Deuischaationalen vor den Wählern ausgedeckt wird. Der Redner erklärt zum Schluß, daß es nicht positio festgestellt worden fei, wie Höfte geerrdet habe. Einen Selbstmord halt« er für ausgeschlossen. Die indirekte Ursache des Todes von Höst« fei hetze und Verleumdung.(Lebhaftes sehr richtig links.) Jetzt muh dafür gesorgt werden, daß ähnliche Fäll« sich nicht mehr ereignen. Es sei anzuerkennen, daß das Justizministerium Besserungen herbeiführen will. Solange es aber in Deutschland üblich sei, fachliche Gegensätze mit persönlicher Hetz« und Verleum- dunz auszutragen, solange wir an diesem Krebsschaden zu leiden haben, können wir leider nicht die Gewißheit haben, daß sich der Fall Höste nicht wiederholen wird.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der nächste Redner ist Abg. Dr. Böhm«(v. Dp.)- tzeute Kabinettsitzung. Unter Borsitz des Reichspräfidente«. Da« Reichskabinett ist heute vormittag lOX Uhr unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten o. Hindenburg erneut zusammen- getreten, um die gestrigen Beratungen über das Vertragswert von Locarno fortzusetzen. Erst heute nachmittag 4 Uhr werden die Ver- treter der Parteien und wirtschaftlichen Verbände des befetzten Ge- biets empfangen werden. Sie werden hierbei der Reichsregierung eingehend ihre Wünsche hinsichtlich des Befatzungsregime» sowie auch der wirtschaftlichen Auswirkungen der Abmachungen von La- carno zum Ausdruck bringen im Zusammenhang mit den von den Alliierten in Locarno gemachten Zusagen, von deren Erfüllung die Unterzeichnung der Verträge wesentlich abhängen dürste. Heut« trifft im Reichstag der Vorstand der deutsch- nationalen Reichstogssraktion zusammen, um sich mit den Ergebnissen der Locarno-Konserenz zu befassen. Die Gesarnt- sraktion ist für Mittwoch einberufen. kreftinski be! Stresemann. Der russische Botschafter in Berlin Krestlnski, der sich gleich«nn ersten Tage nach der Rückkehr der deutschen Delegation beim beut» scheu Außenminister angesagt hatte, ist. wie TU. meldet, am Montag nachmittag von Dr. Stresemaim zu einer längeren Besprechung empfangen worden. Süüüeutsche Dolchstößerei. Prozeß Coßmann— Gruber. München, 20. Oktober.(Eigener Bericht.) Der Mllnchener Dolchstoh-Prozeß nahm am Montag vor dem Amtsgericht in der Au einen recht stillen Anfang. Das Publikum interessiert« sich wenig dafür. Die paar Bänke im Zuschauerraum waren nur schwach desetzt. Dagegen ist fast die Hälft« des Saales von«ircheimifchen und auswärtigen Pressevertretern mit Beschlag belegt. An die 40 Journalisten mögen anwesend sein. Bon den ursprünglich für«inen späteren Termin vorgesehenen Sachverstän- digen waren nach dem Willen der Verteidigung bereits am Montag anwesend. Anusgerichtsrat Hertz, Dr. Fischer. Sekretär des Unter- suchuilgsausfchusses, Oberst a. D. Jochim. Reichsarchwrat Voll- mann und Simon Katzenstern. Die Anklage lautet auf Vergehen der Beleidigung und der üblen Nachrede, begangen durch die Press«. Nach Verlesung de» Erösfnungsbcschlussss erhob Dr. Hirschber� Einspruch gegen den Sachverständigen Jochim. Oberst a. 2.. d? dieser bei der März» offensive 1S18 an hervorragender Stelle der 17. Armee Bülow stand, die sowohl nach dem Urteil Ludendorsks als auch nach dem Urteil des militärischen Sochoerstöndigen im Untersuchnngsausfchuß bei jener Offensive besonders versagt hat. Jochim müsse also unbe- dingt als befangen erklärt werden, da er kein positives Urteil über die Frage der Unzulänglichkeit der Obersten Heeresleitung abzugeben in der Lage sei. Der Vorsitzende forderte den Sachverständigen Jochim auf, sich in den nächsten Tagen schriftlich zu dem Antrag der beklagten Partei zu äußern, woraus dann das Gericht Beschluß über den Antrag fassen wird. Hierauf verlas der Vorsitzende sämtliche Artikel der„Mümhener Post', die zur Abwehr der beiden Do'ckstoßnummern der„Süd- deutschen Monatshefte' im April und Mai 1824 geschrieben wurden u«rd gab dann dem Beklagten, Genossen Grober, das Wort. Diefer erklärt, daß er den s a ch l i ch e n Inhalt aller dieser Artikel kennt und die Verantwortung für sie übernimmt. Diese Artikel sind geschrieben zur Abwehr von verleumderischen An- griffen aus die Sozialdemokratisch« Partei, ihr« Führer und ihre Politik. Unserer Partei imd ihren Führern ist nicht» Geringeres vorgeworfen, als daß sie die Front im Rücken erdolcht und den Zusammenbruch herbeigeführt und daß sie dabei sogar im Einverständnis mit den Feinden gehandelt haben. Diefer Vorwurf kann nicht erhoben werde««, und es ist daher be- greiflich, roenn gegen einen derartigen, nach unserer Ueberzeugung völlig unbegründeten Vorwurf in der allerschärssten Weif« vorgegangen wird. Dazu kommt, daß der Privatkläger sich in da» Mäntelchen der Wissenschaft gehüllt hat und weiter, daß da» ge- fchehen ist in einem Zeitpunkt, da wir ln einem heftigen Wahlkampf standen. Wenn man eine solche Arbeit herausgibt mitten im Wahl- kämpf, dann verrat man damit ohne weiteres, daß es einem nicht um gewissenhafte Erforschung des Zusammenbruchs, um die Er- forfchung der Wahrheit zu tun ist, sondern, daß es sich um ein« parteipolitische Hetze handelt zu rein parteipolitischen Zwecken, um eine Hetze gegen oie Sozialdernokratie, die man in diesem Wahl- kämpf so stark als möglich schwächen wollte- Wenn Eoßnrann in seinem ersten Heft gegen die Sozialdemokratie etwa» zurückhalte«» mar, aber im zweiten Heft in voller Eindeutigkeit sein« schimpflichen Vorwürfe gegen unsere Partei und ihr« Führer erhob, so ist dos wohl darauf zurückzuführen, daß feine Hintermänner, nämlich Gras Reventlow und er alldeutsch-völkische Klüngel von ihm ein etwas deutlicheres Auftrumpfen verlangt haben, und es ist nicht unbe- kannt, daß Reventlow sogar gedroht haben soll, er«verde sonst den Zuschuß von 13 000 Mark sperren, und daß zu>eite Hest würde dann nicht erschienen sein. Wenn es Coßmonn um die Wahrhest zu tun gewesen wäre. dann durfte er nicht einzeln« Tatfachen, die ihm zugetrogen wurden. ohne ihr« Richtigkeit zu prüi-n, einfach veröffentlichen, und das, was er sonst noch wußte, oerschweigen. Er durste vor allem nicht verschweigen, was in den Tagen vom 29. September bis zum 3. Oktober 1918 vorgegangen ist, und wenn er es verschwiegen hat. dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn ihm der Vorwurf der GefchichtsfSlschung gemacht wird. Die schlimmste politifch« Geschicktsfälschiing. die wohl fe vorgekommen ist, ist das, was in diesen Dolchstoßhcfien niedergelegt ist. In diesem Ginne sind dl« Artikel der„Münchener Post' zu verstehen: lediglich als Abwehr Segen die verleumderisiben Angriffe. Wir haben keinen Anlaß, en Vorwurf der bewußten Gefchtchtssälfchung und der politischen Brunnenvergistung heute zurückzunehmen. Wir halten diele Vor- würfe gegenüber Coßmann aufrecht, und wir werden den Beweis für ihre Richtigkeit erbringen. Anschließend an diese eindrucksvolle Selbstverteidigung des Genossen Gruber gab dann Verteidiger Dr. Hirschberg ein" Bild dar Taktik der Coßmonnfchen Geschichtssälschung. Der Vorwurf d?r Geschichtsfälschung ist vor allem gegeben durch die zahllosen Weg- l a s f u n g e n in den beiden Heften, die das geschichtliche Bild für den unkundigen Leser zu fälschen suchen. Zum Beweis dafür hat Dr. Hirschberg in 14 Punkten die wichtigsten Fälschungen zusammen- gestellt und ihnen jeweils die Antithese der geschichtlichen Wahrheit gegenübergestellt. Dieses gedruckt vorliegende Beweismaterial wird im Laufe des Prozesses noch eine bedeutende Roll« spielen. An die Verlesung dieses Materials schloß Dr. Hirfchberg dann folgend- Aus- fühnrngen: Die Vorbereitung des Prozesses hat ungewöhnlich lange Zeit gedauert. Während dieser Zeit ist, im Jahre 1923, ein neues Heft der„Süddeutschen Monatshefte" erschienen, und dieses Heft enthielt nicht mehr und nicht weniger als eine Preisgab« der beiden Dolch st oß-Hefte durch den Prioatkläger selbst. Im übrigen ist die Frage, ob der Inhalt beider Hefte Geschichte- fälfchungen sind, ausschließlich eine Frage der Sachverständigen. Bei Eoßmann handelt es sich nicht um einen Fanatiker seiner Joe«, son- dern um«inen skrupellosen Fanatiker, der in der Wahl feiner Mittel nicht«vählerifch ist. Zum Beweis für diese Behauptung führte Dr. Hirschberg eine Reihe von Urkunden an, so einen Brief des Berliner Historikers Marcks an Valentin, weiterhin einen Briefwechsel des Legationsrots Rietzler mit Coßmann, in dem gegen letzteren infolg« eines schmählichen Vertrauensbruch» außerordentlich schwere Vorwürfe persönlichster Art erhoben wurden, ohne daß Eoß- mann Anklag« erhoben hätte. Hierauf nahm der Kläger Eoßmann dos Wort und«rNürt«, daß er später ausführlich auf die persönlichen Angriff« gegen ihn ant- warten werde. Zur Frage Reventlow wußte er nur zu sagen, daß er den Grasen nur einige Male gesehen hat. nämlich einmal im Jahr- 1918 und zwei- bis dreimal im Jahre 1918/19. Verbindungen zu diesen völkischen Kreisen habe er niemals gepflogen. Am Dienstag früh begann die Beweisaufnahme mit der Der« nehmung des früheren Majors Roeder, der während des Krieges im Generalstab die Spionogeabieilung leitete und ausführlich schll- dert, wie die gegnerische Propaganda in Deutschland betrieben wurde, oder wie da» Militär diese Propaganda ansah. ßememorö oüer Unglücksfalls Eine Berichtigt!« Wir erhalten aus Wismar von dein Londessuperintendenten R t s ch e eine Zuschrift, die sich auf eine in unserer Sonderausgabe gegebene Darstellung de» Todes des Seeoffiziers Otto bezieht. Dieser Seeossizier Otto ertrank aus einer Segelfahrt auf der Ostsee. die er mit einem Sohn des Wismarer Superintendenten unter- nommen hatte. Allgemein wird allerding» bezweisett, daß es sich nur um einen Unglücksfall geharrdelt hat. Herr Superinien- denl Rische schreibt un» aber: „Der Seroffizter Otto war niemuls ein Freund Bauers. Dagegen war Otto der beste Lugendfreund und Kriegskamerad meine» Sohne» Berno. Di« drei jungen Leute«oaren aus einer Vergnügungsfahrt nach Kopenhagen auf der Eegelsacht Ottos. Bei der stürmischen Einfahrt am 3. September 1822 in den Tuborghasen von Kopenhagen vurde Otto, während meine beiden Söhne vorne da» Focksegel«inzogen, vom berumschlagen- den Groß bäum über Bord gefegt. Aus seinen Hilferuf .Mann über Bord' eilten beide Brüder schleunigst noch hinten und warfen Ihm Taue und Kissen hin: Otto aber versank, wie auch ein Mann auf dem etwa 59 Meter entfernten User gesehen und ausgesagt hat, plötzlich im Wasser. Er litt schon lärrgere Zeit am Herzen und hat also einen Herzschlag bekommen. Dies alles ist dort in Kopenhagen von der Polizei, sodarm hier von dem belannten gegenvölkisaren Oberst der Sicherheit?- polizei Lang« in Schwerin und endlich endgültig vom Land- geeicht in München im Februar 1923 festgestellt.' Wir können die Richtigkeit dieser Angaben im Augenblick nicht nachprüfen, geben sie aber layalenveise wieder. Di« Kreis« der völti- scheu Hetzer brauchen sich nickst zij wundern,«verrn bei den nachgewiesenen zahlreichen Fememorden auch einmal ein Unglücksfall irrtümlich auf i h r Konto gesetzt wird. Sie haben e» sich selber zu zu- schreiben, wenn man ihnen«be» alle» zutraut. Deutjibe Hochschule für polstik. Borlesungen deS Wintersemesters. Die Hochschule für Polttik versendet das Borlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1923/28. Es ist vom Sekretariat, Berlin W. 38, Schinkelplatz 8, Alle Bauakademie, zu beziehen. Die Hochschule für Politik ist eine freie Hochschule. Ihr i Besuch ist deshalb grundsätzlich nicht an dem Nachweis besondere- Prüfungen geknüpft. Ihre Vorlesungen nehmen darauf Dedacht, daß Hörer mit verschiedeuarttgen Voraussetzungen der Vorbildung mit Nutzen an ihren Vorlesungen teilnehmen können. Di« Anmeldefrist für das Wintersemester hat vor einigen Tagen begonnen: sie läuft am 7. November ab. Zum Zweck der Anmeldung und der Belegung von Vorlesungen steht dos wochentäglich sonst von 19 bi» 2 Ahr g»- öffnete Sekretariat vom 28. Oktober ab täglich van 19 bis 8 UI,r zur Verfügung. Um allen Werktätigen und Verusstätigen, die da» Streben nach ernster politischer Ausbildung haben, zugänglich zu sein, firrden die Vorlesungen ausschließlich nach- Mittagsundabend« in der Zeit zwischen 3 und 9 Uhr statt. Die Hochschul« für Politik, die durch die Art ihre« Ausbaue» die Ziel« einer Volkshochschule mit der einer wissenschafflichen Air- stall verbindet, ist eine überparteiliche Organisation: Vertreter aller Weltanschauungen kommen ln ihr zu Wort. Wir er- wähnen, daß die Sozialdemokratie in ihrem Vorstand durch den Ge- nassen Pros. Dr. Radbruch. In dem Berliner Kollegium durch Dr. Nu» dolf Hilferding und Karl Mennicke vertreten ist. Die Hochschule für Politik hat einen zweijährigen S t u d i« n g a n g, der in vier Semester zerfällt. Diese viersemestrige Gliederung bedeutet keinen schematisch zu befolgenden Schul- gang: da» Studium kann ftderzeit begonnen und je nach de» Interessen, Bedürfnissen und der Vorbildung des Hörers zusammen, gestellt werden. Don den 21 für da» nächst« Semester angekündigten Vorlesungen erwähnen wir die nach dem Gegenstände oder nach dem Vortragenden für unsere Leser besonders interessanten: Falk: Di« deutsch« Reichrrsrsassung unter vergleichender Berücksichtigung frem» den Staatsrechtes: Wilhelm Haas: System der Polittk: Strunz: Imperialismus der großen Mächte im und nach dem Kriege: Pro- fessor v. S ch u l tz e- G ä v e r n i tz: Die geistige Prägung des Angel- sachscn und England-Amerika in Wirtschaft und Politik: Professor Bonn: Krise der Demokratie: Reichstagsabgeordneter H« u ß: Ge- schichte der politischen Parteien: Reichsgenchtspräsident Simons: Ausgewählte Probleme de« Böllerrechtes: Ministerialdirektor S ch ö f f« r: Die wirtschaftlichen Probleme des Friedensvertrages von Versailles: Dr. Palyi(ein Schüler Max Webers): Grundzüg« der Wirtschaftsgeschichte: Dalberg: Gegenwartsprobleme der Währung»- und Kreditpolitik: Staatssekretär Hirsch: Moderne Industrieproblem«: Prof. Kaskel: Arbettsrecht: Regierungsrat Wal dt: Produktionstechnik und Beiriebsorganisttion in der In- dustriewirtschast: Mennicke: Soziale Volkskunde. Zu den Vorlesungen fügen sich die Hebungen, wie: Polltische Debatteübungen. Praktisch« Fragen der Wohlfahrtspflege usw. Zum ersten Male ein geopolitlsches Seminar statt, in dem von de» Staatswissenschasten und der Politik ausgegangen wird. Gewerkschaftsbewegung Der Konflikt in den Gemeindebetrieben. Ein Bermittlungsversuch. Bie wir erfahren, wird der Schlichter noch heute bie Barteien im Konflikt der Berliner Gemeindearbeiter zu einer Be. sprechung vorladen. Die Obmännertonferenz der Gasund Wassermerte, die die entsprechenden Beschlüsse zur Durchführung ber Streitaktion zu fassen hat, ist für heute nachmittag einberufen worden. Es ist wahrscheinlich, daß durch das Eingreifen des Schlichters die Durchführung des Streitbeschluffes mit turger Frist vertagt wird. Es märe zu wünschen, wenn die verantmortlichen Stellen im Magistrat und die Direktionen der städtischen Gas und Waffermerte sich der ungeheuren Tragweite hrer Haltung endlich bewußt würden. Beschlüsse des JGB. In der letzten Sigung des Vorstandes des Internationalen Gewertschaftsbundes wurden unter anderem folgende Beschlüsse gefaßt: Die bereits eingeleiteten Vorarbeiten für eine im Frühjahr des nächsten Jahres abzuhaltende internationale Wirt schafts- und Ein- und Auswanderungstonferenz follen fortgesetzt werden, wobei auch zu untersuchen ist, ob beide Konferenzen miteinander verbunden werden können. Das Inter nationale gewerkschaftliche Arbeiterinnenfomitee wird am 3. November in Amsterdam tagen. Eine Borlage betr. Festlegung neuer Bestimmungen für internationale hilfsaktionen foll dem Ausschuß und mit deffen Zustimmung dem nächsten Ge mertfchaftstongreß unterbreitet werden. Dem Bunsche der Sozia liftischen Jugend- Internationale auf Herbeiführung übereinstimmen. ben Arbeitens auf dem Gebiete des internationalen Jugendschutes foll in geeigneter Weise entsprochen werden. Im Zusammenhang mit der am 21. Auguft 1901 in Kopenhagen abgehaltenen ersten Internationalen Gewerkschaftskonferenz wurde beschlossen, am 21. Auguſt 1926 bas fünfundzwanzig jährige Bestehen der internationalen Gewerkschaftsbewegung zu feiern. Die Einzelheiten sollen in der nächsten Borstandsfizung Die Tagesordnung der am 4. und 5. Dezember stattfindenden Ausschußfizung wird folgendermaßen festgefeßt: 1. Tätigkeitsbericht: 2. Attionsprogramm für das fommende Halbjahr; 3. Finanzbericht über 1924; 4. Genehmigung des Finanzplanes für das tommende Jahr; 5. Internationale Unterstügungen bet Streits und Aussperrungen; 6. Beziehungen zu Rußland; 7. Anti- Kriegs- Propaganda; 8. Geplante Stongreffe: a) Internationale Wanderungsfonferenz; b) Gewerkschaftliche Baltantonferenz; 9. Fünfundzwanzigjähriges Jubiläum der internationalen Gewertschaftsbewegung; 10. Internationale Arbeiter. Bildungsfragen und Internationale Sommerschulen; 11. Internatio. nales gewertschaftliches Arbeiterinnen- Komitee. beraten merden. Im Hinblick auf die hohe Sahl der in Buremburg befchäf tigten fremden Arbeiter und die dadurch eingetretenen unerfreu lichen Zustände für die eingefeffenen Arbeiter soll eine Konferenz der Geweiffchaften Luremburgs mit den Gemertschaftszentralen der benachbarten Länder einberufen werden, die die Lage untersuchen und Mittel und Bege ausfindig machen soll, um die in Luxemburg beschäftigten ausländischen Arbeiter der Gewerkschaftsbewegung auzuführen. Bei der Besprechung der Lage in Bulgarien wird zur Renntnis genommen, daß der Abhaltung der gewerkschaftlichen Im Zusammenhang mit den neuesten Borfommnissen in Italien und besonders der Unterdrückung des Koalitionsrechts soll mit den angeschloffenen gemertschaftlichen Landeszentralen Fühlung genommen werden Balkankonferenz in Sofia nichts im Wege steht. In einer gemeinsamen Sizung mit den internationalen Berufsfetretariaten der Bergarbeiter, Fabritarbeiter, Metallarbeiter und Transportarbeiter wurde über die Ausführung der Beschlüsse des Wiener Internationalen Gewerkschaftsfongresses betr. Befämpfung Don Arieg und Kriegsgefahr beraten. Gemeingefährliche Arbeitsbedingungen. Zunahme der Eisenbahnunfälle. Berschiedene in letzter Zeit vorgekommene größere Eisenbahn. unglüde, wie im polnischen Rorribor, in Herne, in Kreiensen ufm., und die fich häufenden Meldungen über fleinere Unfälle haben die Deffentlichkeit auf die Sicherheitsverhältnisse bei der Reichsbahn auf. merffam gemacht. Die Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahn gesellschaft hat darüber auch eine Dentsdyrist an den Reichstag eingereicht. Aus dieser ist zu entnehmen, daß die Zahl der Unfälle tat. fächlich gestiegen ist. filometer Es betrugen die Betriebsunfälle im ganzen auf 1 Million Bug. im Jahre 1913 " " 1923 1924 4,66 6,23 6,33 Danach war die Unfallhäufigkeit im Jahre 1924 noch um 36 Prozent größer als Jahre 1913 und sie ist auch gegenüber dem Jahre 1923 nicht gefunten, sondern gestiegen. An der Steigerung find nicht nur die Eisenbahner, sondern auch die Reisenden be teiligt. Auf eine Millio Zugfilometer der Personenzüge zählte man im Jahre 1913: 1,83 getötete und verlegte Reisende; im Jahre 1924 aber stellte sich diese Zahl auf 8,19 oder um 74 Prozent höher als im legten Borkriegsjahr. Auf Seite 2 zählt die Denkschrift 13 größere, in ben Jahren| liche Schutzbestimmungen unter bewußter, Ausnutzung der wirtschaft. 1921 unb 1922 Dorgefommene Eisenbahnunfälle auf, bei denen lichen Notlage der Angestellten mit einem Federstrich zu beseitigen 58 Tote und 524 Berletzte zu verzeichnen waren und bemerkt dann um so verwerflicher. Es wird erwartet, daß die zuständigen dazu: Reichsbehörden, insbesondere aber auch das Reichsarbeitsminifterium zu diesen Dingen sich äußern, dami in gleichen, also unmittelbaren Staatsbetrieben in allererster Linie die noch zum Schutze der Arbeitnehmer bestehenden Gesetze respet. tiert werden. " Diese Unfälle sind nicht als ich were anzusehen(!). Die hohe Zahl der Berlegten erklärt sich dadurch, daß die Reisen die in startem Maße dazu neigen, sich bei Eisenbahnunfällen als verlegt zu melden, auch wenn es sich nur um geringfügige Rontufionen oder überhaupt nicht wahrnehmbare Schäden handelt. Sie müssen dann als verlegt in der Statistit nachgewiesen werden ( im Gegensatz zu den Bediensteten, die erst bei einer 14, tägigen Dienstunfähigkeit als solche gezählt werden), was die Statistik ungünstig beeinflußt." Achtundfünfzig Tote nimmt die Hauptverwaltung also als leicht. Man sollte eigentlich gegen die Neigung", sich als die Unfallhäufigkeit bei der Reichsbahn auch noch im ReichsarbeitsAußer in der Denschrift ist berlegt zu melden, einschreiten.. blatt, Heft 23, 1925, besprochen. Dort heißt es: " Besonders auffällig ist, daß die Zahl der tödlichen Un fälle, von denen Reisende und Bahnfremde durch eigene Un vorsichtigteit ereilt wurden, 1922 rund 17mal größer war als die Zahl der unverschuldet tödlich Berunglückten, die bei Bugunfällen und durch Berfehlungen von Eisenbahnern umfamen." Hier ist nicht von geringfügigen Rontusionen oder überhaupt nicht wahrnehmbaren Schäden" die Rede In 17 von 18 Fällen nimmt die Berwaltung aber, wenn nicht dirett Selbstmord, so doch jo etwas wie Lebensüberdruß an. Es scheint in der Hauptverwal tung die Ansicht zu herrschen, daß jeder, der die Eisenbahn benugt, damit eine unvorsichtigteit begeht. In dem amtlichen Nachrichtenblatt der deutschen Reichsbahngesellschaft Nr. 32, 1925, lieft man aber, daß als Ursachen der Ent gleisungen in der weit überwiegenden 3ahl der Fälle Schäden am Oberbau und an den Fahrzeugen festgestellt find". Grundsäglich stehen natürlich auch die Af A- Berbände auf dem Standpunkt, daß derartige Maßnahmen in Zeiten wirtschaft. licher Depression, um Entlassungen von Arbeitnehmern zu verhindern, akzeptiert werden sollen, aber nur unter Einhaltung der im Einzelarbeitsvertrag vorgesehenen Kündigungsfrist. Da die Direktion der DKB. diese doch nur selbstverständliche Forderung ablehnt, wurde in beiden Bersammlungen das Angebot ein. stimmig abgelehnt und beschlossen, nur den Anweisungen der Angestelltenvertreter zu folgen. Ueber die Gründe der Unrentabilität dieses Betriebes werden sehr beachtliche Angaben folgen, falls die Direktion nicht noch in legter Stunde eine Verständigung mit den Angestellten anstreben follte. Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Berlin. Die für Mittwoch, den 21 Oftober, im Böhmischen Brauhaus anberaumte Abteilungsver fammlung. Abteilung Betrieb, findet unvorhergesehener Umstände halber erit am Mittwoch, den 28 Oktober, 7 Uhr, im felben Lofal ftatt. Die Funktionäre werden ersucht, die Mitglieder schneüftens zu informieren. Wirtschaft Eine neue Fleißwarenfabrik der GEG. S Seit dem Jahre 1921 betreibt die Großeintaufs- Ge fellschaft Deutscher Konjumpereine m. b. H., Hamburg, Wenn der Reichsbahngesellschaft ein solches unbedachtes Ge. auf dem Gebiete der Fleisch- und Wurstfabrikation ebenfalls Eigenständnis entschlüpft, sollte sie auch bei steigender Unfallziffer in produktion. Der Eigenart diefer Barengattung entsprechend wurde ciner Denfschrift, die den gesetzgebenden Körperschaften unterbreitet der Umfang der Eigenproduktion auf die Artikel beschränkt, die wird, nicht von einem faft ausschließlichen Selbstverschulden der ohne Qualitätsbeeinträchtigung eine längere Bersanddauer an bie Reifenden reben und im Interesse des reisenden Bublifums tein Konsumvereine im Reiche vertragen konnten. Durch die Aufnahme Mittel unversucht laffen, die Unfallziffer zumindest wieder auf den der Fleischkonservenfabrikation steigerte sich der Umfaz weiter, so Stand von 1913 herunterzubringen. Das ist möglich, wenn das daß sich bereits im Jahre 1924 die Fleischindustrie in Altona als zu Material beffer in Ordnung gebracht und das Ber mußte fich schon seit längerer Zeit damit beschäftigen, in welcher fonal durch Bermeidung von Ueberanstrengung mußte fich schon seit längerer Zeit damit beschäftigen, in welcher unb ausreichende Entlohnung diensttauglich geeise der gesteigerten Nachfrage nach Fleisch und Wurstwaren halten wird. Aber gerade hier treibt die Reichsbahn eine Bo- Rechnung getragen werden könnte. Infolge der außerordentlich hohen Baukosten wurde der Plan eines Neubaues einer Fleisch. litif, die zu einer Häufung der Katastrophen führen muß. warenfabrit zunächst zurückgestellt. Inzwischen wurde der Großeintaufsgesellschaft eine im Jahre 1923 erbaute, bicht vor den Toren Hamburgs in Elmshorn belegene Fleischwarenfabrik zum Kauf angeboten. Das Angebot murde zum Kauf. Bereits am 1. Oktober d. 3. konnte die Fleischwarenfabrik übernommen und in Beschen Bieherzeugungsgebiet. Mit dem Erwerb dieser Fabrik dürfte trieb gelegt werden. Die neue Fabrit liegt direkt im holsteinidie Großeintaufsgesellschaft einen weiteren Schritt zur Abtürzung des Weges zwischen dem Erzeuger und dem Berbraucher getan haben. Das erforderliche Rohmaterial tann unter Umständen direkt vom Erzeuger in die Fleisch. warenfabrik der Großeinkaufsgesellschaft geliefert werden und dort zu den verschiedenen Fleischwaren verarbeitet und direkt durch die Konsumvereine an die Verbraucher geliefert werden. Einigung im Gaftwirtsgewerbe. Die Unternehmer des Gastwirtsgewerbes haben in ihrer Sigung am Montag beschlossen, der vom Zentralverband der Hotel, RestauGültigkeitsdauer des Schiedsspruchs zuzustimmen. Der rant und Caféangestellten beantragten Bertürzung der Schiedsspruch gilt somit nicht bis zum 26. Februar 1926, fondern nur bis 9. Januar. Von dieser Entscheidung der Unternehmer hängt die Entschließung der Angestellten ab. Durch die Zustimmung der Unternehmer fann nunmehr der Lohnkonflitt als beendet betrachtet werden. Gehaltsbewegung der Bankangestellten. mitteilt, hat der Reichsverband der Bankleitungen den Antrag der Bie der Allgemeine Verband der deutschen Banfangestellten Gehaltsläge einer Revision zu unterziehen, abgelehnt. Der Angestelltenverbände in freien Berhandlungen die jetzt geltenden Allgemeine Verband der deutschen Bantangestellten hat daraufhin Gehaltssäge einer Revision zu unterziehen, abgelehnt. Der beim Reichsarbeitsministerium die Bestellung eines Schlichters beantragt. Konflikt in der Kanalschiffahrt. Das Ded. und Maschinenpersonal der westdeutschen Kanäle, Weserschiffahrt und staatlichen Schleppämter hat einen Antrag auf 20prozentige Lohnerhöhung eingereicht. Eine ftarte Erbitterung herrscht bei dem Personal über die außerordentlich niedrigen Löhne bei überlanger Arbeitszeit. Die Arbeit. geber haben die geellten Forderungen abgelehnt. Es ist daher möglich, daß es zu Arbeitseinstellungen fommt, die das Bersonal der drei Wafferstraßen umfassen, so daß der Binnenschif fahrtsverkehr im gesamten westdeutschen Ranal- und Wefergebiet zum Erliegen kommen fann. Was geht in den Deutschen Werken in Spandan vor? In zwei sehr start besuchten Versammlungen nahmen die Angestellten dieses früher zum Konzern der Deutschen Werte gehörigen Betriebes am Mittwoch, den 14. Oftober zu den angekündigten Sparmaßnahmen" der Direktion Stellung. Die Geschäftsleitung beabsichtigt, allen Angestellten Reverse vorzulegen, demzu folge fie sich verpflichten sollen, ab Montag, den 19. Oftober nur noch fünf Tage in der Woche bei entsprechender Kürzung bes Gehaltes zu arbeiten. Trotzdem bereits im Laufe der letzten zwei Monate nicht weniger als 180 Angestellte entlassen worden find, fonnte geben, daß bei Annahme dieses Borschlages weitere Ent. die Direktion der Betriebsvertretung teine 3uficherungen laffungen von Angestellten vermieden werden. Die Direttion stellt sich lediglich auf den Standpuntt, daß es sich um ein Egperiment" handelt, um mit den jegt noch vorhandenen Be triebsmitteln die Lahn- und Gehaltssummen für die nächsten Monate sicherzustellen. Da es sich hier um einen gemeinwirtschaft. tichen Betrieb hanbelt, in dem der Einfluß des Reiches über 75 Bros. beträgt, ist das Vorgehen dieser Geschäftsleitung gefeß. " Das erworbene Grundstüc umfaßt etwa 3000 Quadratmeter, von denen etwa 2000 Quadratmeter bebaut sind. An nugbarer Fläche stehen für die Fabritation von Fleischwaren rund 2500 Fabrit beträgt wöchentlich 40000 kilogramm Wurstwaren. Quadratmeter zur Verfügung. Die Leistungsfähigkeit dieser Besonderer Wert soll auf die Fabrikation einer billigen Konsummare gelegt werden, die trotz des billigen Preises in einer einwand freien und guten Qualität schnittfest und farbehaltend geliefert werden foll. Die bisherige Entwicklung der Fleischereibetriebe der Großeinkaufsgesellschaft beweist, daß die Genossenschaften sehr woht in der Lage find, auch dieses schwierige Gebiet zu meistern, wenn die zweckmäßigen Fabrikationseinrichtungen vorhanden sind und wenn sie über Personal verfügen, das zur Leitung dieser Betriebe un bedingt erforderlich ist. Die Fufion im Anilinkonzern. Die Aufsichtsratsfizungen innerhalb des Anilintonzerns, die sich mit der definitiven Fusion der Gesellschaften befaffen werden, werden laut B. T." Ende Ok. tober stattfinden. Die Generalversammlungen werden dann einen Monat später einberufen. Ein Morgan- Kredit für Defterreich. Die deutschösterreichische Bundesregierung hat mit dem amerikanischen Bankhause Morgan und Co. einen Anleihevertrag über fünf Millionen Dollars unterzeichnet. Aus der Partei. Die fozialdemokratisch verwaltete Gemeinde Wien hat mehrere ihrer riesigen Volkswohnungebauten nach verdienten Vorlämpfern der Partei benannt: den Laiialle Hof, den Neumann Hof of nach dem vor zehn Jahren noch jung verstorbenen Redner und nach dem ersten parteigenöiüichen Bürgermeister und den Winarski Organisator. Berantwortlich für Politik: Craft Reuter: Wirtschaft: Artur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: A. S. Döfchez; Lofales und Sonstiges: Frig Rarftädt; Anzeigen: Sh. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB. 68, Lindenitrake& Sierzu 1 Beilage. UNION Kredit an Jedermann bis zu 12 Monaten bei ganz geringer Anzahlung Herrenzimmer, Spelsezimmer, Schlafzimmer, weiße und bunte Kaden, Kleider- Schränke, Vertikows, engl. und Metallbettstellen, Sofas, Ruhebetten usw, Fahrgeld wird vergütet Möbel- u. Waren- Kredit- Haus UNION G.m. b.H. Berlin N, Elsasser Str.39( a.Oranienb.Tor) 99 Eine wird schon passen * , Angengliser und gute Kleidung aben einen Punkt gemeinsam: Sie befriedigen den Kanden nur dann wirkllek, wenn Sie individuell und fachgemäß angepast sind!" Maßanfertigung Einer wird schon passen!" Vollständige optische Sehschärfenprüfung mit neuesten Apparaten, sowie Garantie für völlige Zufriedenstellung sind im Preise einbegriffen. Größte Auswahl! Liefer. f. Krankenkassen Billigste Preise! Nickelkneer.. von 0.75 an Ra'benow.Al ser pro Paar v.1.00 am Doublékneifer.. von 1.80 an Zeles' Punktel- isoriager Max Trusch Spencer Berlin SO 26, Dresdener Straße 131( Kottbuser Siegmund Flatows Optiker- Meister FLORA" Schöneberg, Hauptstraße 144 Täglich 8 Uhr: = 11 erstklassige= Varleté- Attraktionen Volkstümliche Preise Sonntage 4 Uhr: Kleine Preise. Ale 15 Tage neues Programm. Korbmöbel eigener Herstel ung in gesiegenen Ausführungen kaufen Sie bei gr. Auswahl vorteilhaft u. bi lig im Spezial- Korbmöbelbaus Edmund Voß Neukölln, Berijner Str. 14. Náhe Hermannolatz. Tel Hentai 2254. Zahlungserleichterung. Tor) Stein der Weijen Die ideale Nagelpflege uberall erhä tiich KOPP& JOSEPH BERLIN W. Sind Sie krank? So beach ten Sie unsere, an 500 000 Berliner Familien gratis zur Ablie erung gelangende 80 Seiten starke Broschüre: Herbakalaja, eine neue Richtung in der Heilkunst. Das Büchlein ist in kranken und gesunden Tagen ein Hausschatz für jede Familie Machen Sie einen Versuch mit den durch ihre auffallende Wirkung schnell bekannt gewordenen Herbakalaja- Tabletten, der erfolgi elchen biochemischen Kräuterheilmethode Erhältlich in allen Apotheken, wo nicht, erfolgt Nachweis durch uns. HerbakalajaHellmittel- Vertriebs- G. m. b. H. Linkstr. 11, V:: Telephon: Lützow 65. Oliva 6991. Gardinen Küchen Sonderangebote Gelegenb.- Käufe in Resten Stores, Bettdecken Madras end Künstlergardinen. pezial- Gardinenwerkstat TO Riesen- Auswahl, enorm preiswert! rmaillier Anrichte- Riche Garly. 85 N. 130 M. Anrichte- Küche Maria.... 95 M. 150 M Anrichte- Küche Bremes... 150 M. 215 M Kleiderschränke, 90 cm 38 M. 55 N Küchenmöbel- Fabrik Laserstein, Luckager Straße 1 Ecke Oranienstr, nahe Moritzplatz Meukölln, Bergstr.67 Besonders wirksam sind die am Kleinen Anzeigen Gesamt Auflage h de Nr. 496 42. Jahrgang Bei der Volkspartei". Beilage des Vorwärts minifterium gebilligten Munderlaß vom 30. Januar 1920 die Ueber. lajjung von Schulräumen an Bersönlichkeiten oder Berbände, die Eine Auffiärungsrevue für das Berliner Boff. eine Henderung der bestehenden politischen Berhältnisse auf an Die Deutsche Volkspartei veranstaltete am Monias ausgeschloffen ist. Das Berbot gilt allgemein und ist nicht berem als gefeglichem Wege erstreben, grundsäglich abend in den Kammerfälen, Teltower Straße, eine Bahlverfammals eine Sondermaßnahme gegen die Kommunistische Partei an Lung, die überaus stürmisch verlief und in der es zu so unerhörien zusehen. Der Erlaß ist den Brovinzialfchulfollegien und Regierungen Uebergriffen des Versammlungsleiters und Spitzenfandidaturreferen- fowie den Schulleitungen in Erinnerung gebracht worden. ten fam, daß die maßlose Hegveranstaltung unter dem Eingreifen der Schutzpolizei zu Ende ging. Man hätte nur gewünscht ,, den breitesten Maffen Gelegenheit geben zu fönnen, dieser tingeltangelhaften Radauveranstaltung beizuwohnen; es wäre der schlagfräffigste Aufklärungsunterricht gegen die schwerindustrielle„ Elitepartei" gewesen. u Der erste Redner, der Stadtverordnete RIindhardt, Inp des rapide zunehmenden Syndicus in gehobener Stellung, wurde, anscheinend aus Merger darüber, daß von den Besuchern dieser Bers anstaltung mindestens 75 Pro3. Gegner waren, nach anfäng. licher Mäßigung unglaublich ausfallend. Bon einiger Heiterfeit war die Behandlung seines Themas:„ Sünden und Berdienste der Stadtverordnetenversammlung." Er redete viel und im schlechtesten Lofalanzeigerftil und wartete dann mit einem politischen Bonmot ganz delikater Art auf:„ Diefe Regierung sei besser, weil sie es eben verstände, fern demokratischer Knochenerweichung, anders und mannhafter mit dem Gegner zu pattieren." Dieser viel belachte Scherz mar die Ouverture zu weitaus gröberen Geschügen. Die Korruption ist riesig gewachsen."( Stürmisches Sehr richtig!) Die Barmat, Heilmann, Scheidemann...(!!)( Rufe: 3igewiß, Spritweber, Bruß...) Und darauf Herr Klindhardt: Ach was, Bizemiz! Der ist ja nur von golizischen Juden reingeritten wor ben."(!!!). Dann tamen schmugige Beschimpfungen Severings:„ Gevering hat die galizischen Juden unterstüßt. Das ift charakteristisch für ihn, er ist ein Totengräber."( Stürmische Rufe gegen die Schmäher.) Der hezerische Sermon bes wohlgenähr ten Mannes endete se: Die alte treudeutsche faufmännische Treue muß wieder zurückkehren"( Stürmische Heiterfeit) und dann sollten tie Sozialdemokraten zuerst Deutsche und dann Parteileute fein." ( Große Unruhe. Aus der Mitte der Versammlung erheben sich unter demonstrativem Beifall der Mehrheit mehrere Besucher, die in größter Bewegung gegen diese infame Beschimpfung protestieren.) Dann tam Herr Heidenreich, der sehr lebhaft mit den Händen und in einem seltsamen Jargon durch die Nase sprach. Dieser melodische Herr hielt sich ebensowenig an fein Thema„ Angestellten und Beamtenfragen" wie der Vorredner. Er murmelte etwas von„ demokratischer Knochenerweichung", der Boitsfreundlich. feit des Kapitals( Seiterfeit), feiner aufbauenden Wirkung im Interesse des deutschen Boltes."( Steigende Vergnügtheit auf der ganzen Linie.) Nun begann eine Distuffion. Stürmischen Beifall fanden die Jugendgenossen Frig und Bogel, die mit hen Geschwollenheiten der volksparteilichen Stimmenfänger abrechneten und auf die Zollwucherpraffiten dieser engelsreinen Humanisten hin wiesen. Es sprach noch der Redakteur Winterberg, der Streje mannsche Töne anschlug, Professor Rolthoff von derselben Fatultät, Herr Lewin und ein anderer Herr von den Demofraten.( Es hatte eine zweite Rednergarnitur eingefeßt.) Dann trat ein Lümmel auf, der sich„ nationaler Arbeiter" nannte und es wagte, das deutsche werttätige Bolt aufs gemeinfte zu beschimpfen. Den minutenlangen Tumult, den diese freche Provokation hervorrief, steigerte der vor. figende Feldwebel noch mit eindeutigen Drohungen. Schließlich sprach auch Herr Dr. Bfalz mit einer anmaßend schnoddrigen Groß. zügigkeit, fuchte die Schlafenden zu belehren", versicherte den Ber. fammelten, daß Hopfen und Mals an ihnen verloren fei", und reagierte auf einen Zwischenruf, indem er versicherte, daß fie( die Volksparteiler) den anderen( den Roten) eine träftige in die Fresse hauen würden Nach diesen Lieblichkeiten gab es neuen Lärm und Dr. Pfalz schrie den anwesenden Gegnern zu, fie follten fich heraus und zum Teufel scheren. ,, Auch seine Engelsgeduld" fönne ein Ende haben. Da stürzte fich plöglich der stellvertretende Vorsitzende, Herr Chefredakteur Dr. Ohlsberg, Berlin, Tempelhofer Ufer 1a, ouf das Publikum und fing, frebsrot vor But, richtiggehend zu prügeln an. Schußpolizei fommt in den Saal gestürmt, verhaftet den Berprügelten und zwei andere Leute, nimmt aber später auch den Herrn Borsigenden fe ft und bringt ihn in Begleitung von drei Boliziften zur Wach e. Nach diesen erhebenden Vorfällen lief die Bersammlung auseinander. „ Ueberparteilichkeit." Was die Rechte darunter verfteht. Nichts wird der Sozialdemokratie von den bürgerlichen, insbesondere den Rechtsparteien zum schwereren Borwurf gemacht, als baß sie es gemagt hatte, den Magistrat mit Männern ihres Bertrauens zu befeßen, sobald sie nach der Revolution die Möglichkeit bazu erlangt hatte. Die Mitglieder des Magistrats wie die städti schen Beamten überhaupt müßten über den Parteien stehen und bürften in ihrem Wirfen nicht abhängig fein von der Meinung der Mehrheit der Bevölkerung. Daß bis zur Revolution niemand, der auch nur irgendwie freiheitlicher Gesinnung verdächtig war. Macht mächter werden durfte, daß der gesamte Beamtenapparat damals fich in strafffter Abhängigkeit von der tonservativen Bartei befand, baß auch heute die Benede und sonstige bürgerliche Mitglieder des Magistrats in ihrem Tun und Lassen sich in erster Reihe partei politisch orientieren, das alles fümmert die Herrschaften nicht. Die schönen überparteilichen Grundsäge werden be: fanntlich immer nur für die anderen, b. h. für die Sozialdemokraten aufgestellt. Heiligen Eifers voll be fchwört in einem langen Artifel eines Berliner Rechtsblattes der Führer der Reaktion im Rathaus, der vollsparteiltche Stadtver ordnete v. Ennern, seine Klaffengenossen, doch die unfelige Bartei zersplitterung aufzugeben und sich zusammenzuschließen, weil fonst eine etwa fommende sozialistische Mehrheit sofort die Gelegenheit zur Betätigung ihrer personalpolitischen Begabung finden würde". Solchen Anschauungen gegenüber sei die Meinung eines Mannes angeführt, der allerdings mit den heutigen Ennern, Roch, Caspary und Ronsorten nicht in einem Atem genannt werden darf, und der zu einer Zeit, als niemand noch die heutige Entwicklung voraus fehen fonnte, an maßgebender Stelle genau die entgegengesezten Anfichten verfocht. Der preußische Staatsrat Wilhelm v. Hum. boldt schrieb 1819 in einer Dentfchrift über eine die Kommunal. rechte einschränfende fönigliche Kabinetteorder: Die Abhängigfelt der städtischen Beamten von der öffentlichen Meinung und den Gee finnungen in ihrer Gemeinde ist gerade etwas, das erhalten, nicht unterdrückt werden muß. Es liegt darin und in dem engen zu fammenhang der Bürger mit ihren Borstehern das Instinktive einer Munizipalverfaffung, und wenn man eine solche dem Belen und der Tat nach tadeln will( sonst ist es beffer, ganz darauf Berzicht zu leiften), fo muß man das nicht gering einschäzen." " Die Wähler und Wählerinnen Berlins werden dar ce Stum abgabe am 25. Oktober zeigen, daß fie im Rathaus eine fozialdemofratliche Fraffion zu haben wünschen, die in der Lage ist, nicht nur perfonalpolitisch", fondern auf allen Gebieten gemeindlicher Tätig feit das durchzuführen, was im Interesse der werftätigen Bevölte rung gelegen ft. Ein Film für die Frauen. Jur Werbung für die Konfumgenossenschaft. Die Konjumgenossenschaft Berlin und Um gegend ist bereits die größte Serbraucherorganisation im Deus, schen Reich. Es entspricht dem Genossenschaftsgedanten, daß fie immer weitere Kreise der Berbraucherschaft zu erfassen fucht. Das wirisamfte und erfolgreichste Werbemittel der Konsumgenossenschaft war, ist und bleibt die Güte ihrer waren, mit der sie jeden Wettbewerb auszuhalten vermag. Um aber Beachtung auch bei stehen, muß fie fich auch der medernen Reklame bedienen. Jetzt hat benen zu finden, die in Unfenntnis ihrer Leistungen ihr noch fern fie einen 23 erbefilm„ Unser Konsum" herausgebracht, der von der Deulig- Film- A.- G. hergestellt ist. Am Sonntag rollte er " Frauen Berlins! Die Sozialdemokratie hat Euch nach der Revolution das gleiche Wahlrecht wie den Männern erobert. Sie hat Euch die volle Gleichberechtigung gesichert. Auf Euch spekulieren die einde der Boltsfreiheit und des Fortschritts, die Rechtsparteien. Bollt Ihr, daß die Berliner Schulen zu mustergültigen Anstalten für Eure Kinder ausgebaut werden, wollt Ihr, daß für die Bedürftigen Berlins eine wirkliche foziale Bohlfahrts pflege betrieben wird, mollt Ihr Arbeit und Brot für das pflege betrieben wird, mollt Ihr Arbeit und Brot für das fchaffende Bolt, Freiheit im Innern und Friede nach außen, dann wählt nicht die monarchiffifchen Kriegsheher, wählt die Verteidiger der Frauenrechte! Wählt Sozialdemokraten! zum ersten Male ab vor einer aus geladenen Gästen zusammengesezten Zuschauerschaft, die den Saal des Orpheums in der Hasenheide bis auf den legten Blag füllte. Dienstag, 20. Oktober 1925 Umzug durch den Ort verlief unter starter Beteiligung ausmärtiger Reichsbannerfameraden sehr gut. Das Fest hinterließ bei en Teil nehmern und auch bei der Bevölkerung den besten Eindruc Die Siedlungsaufgaben der Gegenwart. Die Bereinigung Deutsches Archiv für Sied. fungswesen" E. B. veranstaltet vom 19. bis 25. Oftober, gla gleich als Feier des 10jährigen Bestehens des Archios im Ministerium für Bolkswohlfahrt in der Leipziger Straße, eine Vortragsreihe, in der vom Leiter des Archivs, Regierungsbaumeister a. D. Gustas Langen, das neuzeitliche Planungswesen und die Siedlungsauf gaben der Gegenwart in eingehender Weise behandelt werden. In den Stand der gegenwärtigen Berhältnisse. Er ging davon aus, daß die Gefahr des Siedlungswesens lange Zeit mar, daß aus der Liebe zur Form Formalismus wurde, eine Gefahr, die auch heute noch nicht ganz überwunden wäre. Es fehlt der sogenannte Bauherrn. Weise zu fördern. Wir stehen vor dem Problem, mehr Menschen als nedanfe". Man hat jetzt immer noch große Mühe damit, den Genossenschaftsgedanten auf dem breiten Lande in der notwendigen bisher selbst zu ernähren. Es gilt vor allem, die Frage Streu Siedlung oder Sammelsiedlung amedmäßig nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu beantworten. Es scheint, dah aus Wasser und Lichtversorgung, Berlehrs- Belehrungs- und vielen anderen Gründen die intensive Sammelfiedlung die empfehlens wertesie Möglichkeit ist. Auch vom Broduktions- und vom fultur Bir haben heute rein technisch die Möglichkeit, die vorhandenen politischen Standpuntt aus erscheint sie als die überlegene form. Intensivzonen zu erweitern( Feldbahnen) und das weitere Hinterland zu erschließen. Aber vor allem ist mehr Aufklärung in landwirtschaftlichen Winterschulen notwendig, Mehr Wirtschaftsberatung und schließlich die Errichtung von Beispiel jieblungen. Durch eine Reihe verschiedener Wirtschaftstypen sind bei ben Dörfern auch eine Reihe von Sozialtypen gegeben. Wir müssen das Dorf selbstbewußter machen, es muß ein gepflegtes, lebensnotes völkerung der Städte jein. Das alles find feineswegs utopische Ge Gebilde und außerdem auch eine schöne Erholungsstätte für die Bedanken, vielmehr hat jeder von ihnen schon irgendwie bewährte Ber wirklichung erfahren. Aus der Dis? ussion find vor allem die Ausführungen des Landtagsabgeordneten Meine de erwähnenswert. Er mies barauf hin, daß der Staat vor der großen Aufgabe stehe, sich auf den Bou von nicht weniger als 2 Millionen Bohnungen einzurichten; mo, so lautet jeht die Frage, sollen fie hingefegt werden? Jahrzehnte lang zogen die Massen vom Often nach dem Westen, nun muß der Osten wieder auf die alte entsprechende d. h. Kulturhöhe gebracht werden. Bichtig ist vor allem, daß die Landbevölkerung auch im Winter auf dem Lande durch gegeignete Beschäftigung feffgehalten wird. Die Forthegung des interessanten Kurses, deffen Besuch jedem irgendwie Interessierten feiner reinen Sachlichkeit wegen empfohlen werden tann, findet am Dienstag nachmittag um 5 Uhr statt. Regierunes. baumeister a. D. Langen spricht über Die Kleinstädte". Nächtlicher Raubüberfall in der Wohnung. Der Film gewährt sehr lchrreiche Einblicke in die einzelnen Abteilungen des ins Riesenhafte gewachsenen Unter nehmens der Konsumgenofenschaft, die legt 152000 mit. glieder hat und die Röpfezahl der angeschlossenen Haushaltungen auf 500 000 fchäzen darf. Biele fennen aus eigenen Besuchen die gewaltigen Anlagen in Lichtenberg, aber auch der Film gibt mun ihnen ein überaus anschauliches Bild, bas mir mühelos betrachten. Er zeigt uns die Anlieferung und Lagerung der Rohstoffe und Baren, führt uns durch die Vorratsräume, durch Mehlböden und Butterfeller, läßt uns zuschauen bei den Arbeiten der eigenen robuftiobetriebe, der Brot- und Kuchenbäderei, der Anfertigung von Weihnachtsgebäd, der Selterwaffer- und Limonadenfabrikation, der Kaffeerösterei, der Eisfabritation, der eigenen Wäscherei, der Reparaturmerthätten. Ueberall bat bie Stonjum genossenschaft sich die neuelten technischen Einrichtungeben habe. Um 11% Uhr erschien dann auch der unbekannte mit gen nugbar gemacht, die zur Verbilligung beitragen und in den Nahrungsmittelzweigen die weitestgehende Gauberteit ermöglichen. Daß alle Maschinen in Betrieb gezeigt werden, versteht fich bei einem Film von selber. Ein Bunderwerk ist die in der Raffeerösterei verwendete Maschine, die Tüten anfertigt, Staffee mengen abmiegt, die Tüten damit füllt, fie schließt und zuflebt. In jeder Stunde fann fie 1500 fertige Badungen liefern. Der Film führt uns auch in die Bertnafsstellen, an die das Lichtenberger Sentrallager wöchentlich waren im Gesamtgewicht von 1 Million Pfund durch die Autos liefert. Er läßt uns schließlich auch die eigenen Warenhäuser der Konfumgenossenschaft durchwandern, von denen jetzt bereits fünf bestehen und fidh gut entwidelt haben. Ein wohlvorbereiteter Raubüberfall wurde in der vergangenen Macht in der Bayreuther Straße 21 zu Charlottenburg verübt. Hier wohnt im hohen Erdgeschoß die Schauspielerin Bar nitom. Während sie gestern abend im Theater beschäftigt war, wurde ihre Stüge in der Wohnung durch den Fernsprecher ange. rufen. Ein Mann teilte mit, daß er in später Stunde noch mit einem Betet tommen werde, das er für die Soja: jpielerin abzudem Paket und flingelte. Sobald die Stütze, die nichts Böses ahnte, öffnete, verlangte er eine Empfangsbescheinigung, trat in die wohnung ein und machte die Tür hinter sich zu. Gleich darauf zog er einen Rzvolver aus ber Tasche, versette dem Mädchen mit dem Rolben einen heftigen Schlag in das Kreuz und drohte ihm mit Er. schießen, falls es sich nicht ruhig verhalte. mit ergehaltenem Revolver zwang er die Stige, thn durch alle Räume der Schauspielerin zu führen und öffnete beren Behältnisse mit den Schlüsseln, die ihm das Mädchen aushändigen mußte. Diefem erflärte er immer mieber, daß er ihm nichts tun merbe, wenn es fich nur ruhig verbalte. Nach Durchsuchung der Näume und der Behälmiffe, bei der er 1500 m. erbeutete, fchleppte er die Stüge mit der einen Hand in ihre Kammer, während er mit geber anderen den Resolver hielt. In der Kammer fesfelte er fie an Händen und Füßen, band sie an das Bett und steckte ihr eineu Dieser Werbefilm unserer Konsumgenossenschaft, die von der Berliner Arbeiterschaft aus dem Nichts in mühevoller Arbeit fchaffen wurde, ist vornehmlich ein Film für die Frauen. 3hnen sei er besonders zur Beachtung empfohlen. Er soll später öffentlich gezeigt werden. Republikanische Tage in Teltow und Hennigsdorf. Knebel in den Mund. Dann ging er hinaus, ließ sich von ben Bförtner, der nichts ahnte, weil die Ueberfallene nicht um Hilfe zu rufen magte, aufschließen und verschwand mit der Beute. Der Gtüze gelang es jegt, fich zu befreien. Weil sie fürchtete, daß der Räuber noch in der Wohnung fet und vielleicht auf dem Flur auch noch Helfershelfer habe, fo lief fie auf den Balton hinaus und sprang hinab. Mit einem gebrochenen Bein blieb sie unten liegen. Ihre Hilferufe alarmierten jegt die Hausbewohner, die dann die Kriminalpolizei benachrichtigten. Der Täter wird geschildert als ein Mann in mittleren Jahren, der einen grauen Anzug und eine große Hornbrille trug. Auf dem finten Bein soll er etwas lohmen. Die gestohlene Diana. Bei einem Einbruch in bas au besaustellungsgebäude am Lehrter Bahnhof ist die Rudolf Knop entwendet worden. Die Statue ist 40 Zentimeter hoch und stellt die Göttin mit einem springenden Hund dar. Nach richten über das Wiederauftauchen des Werkes werden an das Ausftellungssekretariat oder an die Kriminalpolizei erbeten. In dem festlich gefchmückten Städichen Teltom fand am letzten Sonnabend und Sonntag ein großer Republikanischer Lag statt. Am Sonnabend bewegte sich gegen 8 Uhr abends ein Fackel zug, der eima 500 Teilnehmer hatte, durch die Straßen der Stadt. Auf dem Marktplat hielt Kamerad räntel eine Ansprache. Sonntag vormittag begann der Aufmarsch ber einzelnen Kamerad fchaften, die in Starte von 12 000 Mann beteiligt waren. Der große Bug bewegte sich mit zwei Kapellen nochmals durch die Stadt zum Festplaß, wo er durch den Vorsitzenden, Kamerad Febrede, in einer furzen Ansprache begrüßt wurde. Die Begrüßung für die Stadt Teltom nahm der Bürgermeister Oberreich vor. In seinen Ausführungen betonte er, daß Teltom von jeher vom republikanischen Geifte beseelt war und dieser Geift brücke fich auch in der Benennung einiger Straßen der Stadt aus. Sie hat eine Walter- Rathenau- und eine Friedrich- Ebert- Straße und ihre jezige Aufgabe wird es sein, eine Straße nach dem Schöpfer der Reichsverfassung Sugo Breuß Straße zu benennen. Die Feftrede wurde vom Genoffen Minister. präfident a. D. Stelling gehalten. Ausgehend von bem Auguftaner- Standal am lezten Sonntag, verlangte er, daß fich jene arbeitslosen Generale auch ihre Benfionen von dem Herrn in Doorn zahlen laffen follten. Die mehr als brei Millionen Reichsbannerfameraden verlangen, daß jene Herren vor einen Staats. gerichtshof ziiiert werden. Auf die Urtelle in Striegau und Grevesmühlen tommend, ertiärte Genoffe Stelling, daß mir Republifaner zu vielen unferer Richter fein Bertrauen mehr haben. Das Reichsbanner wird gegen jene Ungerechtigkeiten mit eller Schärfe ftändig seine Stimme erheben, und wenn die Republi faner einig und geschlossen sind, wird der Sieg in Kürze an bie schwarzrotgoldenen Fahnen geheftet sein. Als letzter Redner sprach Genosse Schneider vom Bauvorstand, der würdig der Toten des Krieges und der Republit gedachte. Die Fahnen fenften sich und die Kapelle spielte das Lied Ich hatt einen dienstlich irgend angängig tit, Sonderurlaub für diesen Zweck Rameraben". Mit einem nodjmalioen hoch wurde die Feier beendet. Das Erfreuliche an der großen republikanischen Organisation des Reichsbanners ist seine Werbung für die Republi? auf dem Lande. Das zeigte sich bei der Bannerweihe der erst vor fnapp zwei Monaten gegründeten Ortsgruppe Hennigs. dorf, die am Sonntag stattfand. Das republitanische Fest verlief würdig. Der Ort hatte regsten Anteil an der Veranstaltung genommen. Selbft die fonst noch scheuen Geschäftsleute hatten ihre Läden geschmüdt. Das Beachtenswerte war bie eigentliche Feier, bei der sich ein Mitglied des Landratsamtes uf zwei eine Anfragen im Breußischen Landtag, bie fich in und ein Angehöriger der Gemeindevertretung, der gleichzeitig groei Einzelfällen über bie lle berlassung bzw. Nicht über Bolizeiinspettor war, entschteben für die Republit einfegten. Sie Iaffung pon öffentlichen Schulräumen an Rommy. erflärten freudig, Mitglied des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold nisten beschmeren, antwortet, den Amtlichen Breußischen Breffe zu sein und gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, daß auch die anderen bienft zufolge, ber Unterrichtsminister, bas nach seinem vom Staatsson der Republik bezahlten Beamten dies baldigft hun sollten. Der Reberlaffung von öffentlichen Schulräumen. Zweite Preußije Polizeiwose 1925 in Berlin. Die Bermal tungsafademie in Berlin veranstaltet vom 2. bis 7. november d. J. in den Hörsälen der Berliner Universität die ,, II. Preußische Bolizeiwoche 1925", in der durch Vorträge in fnapper wissenschaft. ficher Form ein Ueberblick über den neuesten Stand wichtiger gefeßlicher und Berwaltungsmaßnahmen geboten und burch deren Erläuterung auf gesteigerte Wirtschaftlichkeit in der Berwaltung hingemirtt werben soll. Der Minifter des Innern hält, Dem Amtlichen Breußischen Breffedienft zufolge, eine zahlreiche Beteiligung der Beamtenschaft der Polizei und Landjägerei für im dienstlichen Intereffe überaus wünschenswert und erflärt sich damit einverstanden, daß diesen teilnehmenden Beamten, soweit es gewährt wird. Groß- Berliner Parteinachrichten. 31. bt Der Rahlabend für die Besirle 874-877 inbet nicht heute, Dienstag, fendern morgen, Mittwoch, in der Bornholmer Str. 95 ftatt. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Wilhelm Jofeph in bas Eltefte Raufhaus in Schöneberg Burzeit wird an dem Geldhaftsi aus ein Erweiterungsban vorgenommen, der die Verfeuforaume mefentit sergrößert, um e ben stänbia grö er werdenden Rundenfreis angenehmere Einlaufsmöglichheiten zu fchaffen. Durch den Räumungeausverkauf iit eine felten günftige Raufgelegenheit noch furze Reit geboten, ba fich die Räu mungspreffe gani wefentlich unter ben heutigen Tagespreifen bewegen. Wir ver weisen auf die heutige Anzeige Merkt es euch, Kleingärtner! In der letzten Stadtverordnetensizung stimmten, wie wir berichteten, die rechtsstehenden Parteien gegen ben jozialdemokratischen Antrag, der ein Ortsstatut zur Schaffung von Kleingarten Dauertolonien fordert. Hierzu fei daran errinnert, daß bei einer der von Kleingärtnern veranstalteten Rundgebungen, in der Versammlung für Schöneberg, ein fich als Bodenreformer bezeichnender Diskussions rebner als Bertreter einer rechtsstehenden Partei den Kleingärtnern alle Unterstügung versprach. Man sieht, was solche Zusagen wert sind. Erfreulicherweise ist es der Rechten des Stadtparlaments nicht gelungen, die Annahme unseres Antrages zu verhindern. Aber die Rieingärtner jollten es fich merken, daß die Deutsch nationale Boltspartei und die Deutsche Boltspartei und ihre fleineren Mitläufer dem Antrag ihre Unterstügung persagten. Durch die An. nahme des sozialdemokratischen Antrages, der bereits vom 18. Juni batiert war, erledigte sich der fommunistische Antrag, der erst fünf Tage später, am 23. Juni, eingebracht worden war und sich inhaltlich Don dem sozialdemokratischen Antrag nicht unterschied. Daß über den fommunistischen Antrag nun nicht mehr abgestimmt zu werden brauchte, begriffen auch die Kommunisten, und sie erhoben feinen Biderspruch. Sie hatten von vornherein auch für den sozialdemotratischen Antrag gestimmt. Menerungen im Straßenbahnverkehr. Am geftrigen Tage wurden die folgenden neuen Straßenbahnverbindungen eingerichtet: Die Linie 4, Augustenburger Blak- Treptow, Graefftr., mirb zu einem Ringe mit der Bezeichnung 4, Oft West Ring" geschlossen, und zwar über den Weg der Linie 9 von der Wiener Str. über Oberbaumbrücke, Barschauer Str., Petersburger Str., Elbinger Straße, Danziger Str., Eberswalder Str., Bernauer Str., Streliger Straße, Huffitenftr., Weddingplay, Am Nordhafen, Triftstr. bis 12 große Schaufenster- Auslageni Der große Augustenburger Blaz. Um die Ringlinien als solche besonders fenntlich zu machen und um diese Linien auch unter sich auf den gemeinjam befahrenen Streden besser unterscheiden zu können, werden künftig die Wagen der Ringlinien mit farbigen Stirnschildern versehen. Als erste Linie erhält der neue Ring 4 gelbe Ropfschilder. Die jetzt in Wilmersdorf, Wilhelmsaue, endigende Linie 51 wird über Auguftaftr., Mecklen burgische Str., Bhf. Schmargendorf, Breite Str., Hundefehleftr. bis Rosened verlängert. Zur Inbetriebnahme der neuen Bahnstrede auf dem Hohenzollerndamm zwischen Raiserallee und Emser Play wird eine neue Linie 92, Treptow, Bouchéstr.- Bhf. halenfee, eingerichtet. Die Wagen verkehren über Graeßstr., Wiener Str., Dranienstr., Jerufalemer Str., Simmerstr., Prinz Albrecht- Str., Potsdamer Bhf., Köthener Str., Schöneberger Ufer, Flottwellstr., Lügomstr., Botsdamer Str., Bülowstr., Nollendorfplatz, Wittenbergplag., Tauenienstr., Nürnberger Str., Spichernstr., Raiferallee, Hohenzollerndamm, Fehrbelliner Plaz, Westfälische Str. bis Henriettenplag. mur berechtigt, sondern auch verpflichtet, Schutz zu gewähren. Die jenigen, die es unternehmen, Bersammlungen zu stören, fegen fich also der Gefahr der Bestrafung aus. In der in der vorigen Woche im Polizeipräsidium stattgefundenen Besprechung und auch in der neuerlichen Besprechung mit Vertretern einer Partei hat der Polizeipräsident die Zusicherung, polizeilichen Schutz für Versammlungen zu gewähren, wiederholt, und das Kommando der Schutzpolizei befindet sich im Besiz der erforderlichen Anweisungen. Buchausstellung in Potsdam. In den Räumen des Potsdamer Kafinos, Waisenstraße, veranftalten zurzeit die Potsdamer Berleger und Buchhändler eine interessante Ausstellung unter dem Titel„ Das Buch, seine Gefchichte und Entstehung". Die Ausstellung gliedert sich in fieben Abteilungen, die die geschichtliche und technische Entstehung des Buches veranschaulichen. Durch Leihgaben aus dem Stadtarchiv, der Staatsbibliothet, dem Kupferstichkabinett und dem Museum für Buch und Schrift( Leipzig) ist es den Veranstaltern Scharfe Maßnahmen gegen Versammlungsstörungen. gelungen, eine lüdenlose Entwicklung zu zeigen, die von mittelalterlichen Mönchshandschriften über die erften, spätmittelalterlichen Berschiedene Fälle von Bersammlungsstörungen, die in der Druckversuche, Renaissance- und Barocbände zum modernen Buch letzten Zeit bekannt geworden sind, geben Beranlassung, nachdrüd- geht. Aus der Bibliothet des Schloffes Sanssouci sind kostbare lichst darauf hinzuweisen, daß gegen alle derartigen Störungsver Rofottobände vorhanden. In einer zweiten Abteilung sind die fuche mit Entschiedenheit von der Polizei eingeschritten werden wird. verschiedenen Setz- und Druckverfahren veranschaulicht, sie zeigt, wie Das Recht auf Bersammlungsfreiheit ist allen Staatsbürgern durch ein Buch allmählich wird, gewissermaßen seinen Entwicklungsgang die Berfassung garantiert ebenso wie das Recht, in Versammlungen von der Type bis zum Einband. Daneben eine Ausstellung moderner und durch sonstige Demonstrationen feine Ueberzeugung zu betonen, Bücher: Lurusdrude und einbände, billige Bücher in guter Aufsofern strafbare Handlungen dadurch nicht begangen werden. Dieses Recht schließt zugleich das Recht auf staatlichen Schutz der Ber. machung und Durchschnittsbücher in gewöhnlichen Einbanddecken. fammlungen und Demonstrationen und ihrer Teilnehmer ein. Da die Störungen pon Bersammlungen sowohl eine 200 neue Fernfprechautomaten. Die Reichspoftverwaltung be Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung beabsichtigt die Aufstellung von 200 neuen Fernſprechautomaten in deuten als auch eine Behinderung und Beeinträchtigung des genann Groß- Berlin, die zum Teil in bereits vorhandenen Kiosken, zum ten durch die Verfassung gewährleisteten Rechts, ist die Polizei nicht Teil in neuen Baulichkeiten untergebracht werden sollen. Nur solange Vorrat, diese billigen Angebote. Räumungs- Ausverkauf dauert nur noch kurze Zeit wegen Umbau Große Waren- Posten angestaubter Artikel nur guter Qualitäten zu Räumungs- Preisen. Große Posten Klichenhandischer ree, 63. Stubenhand cher 1, 123 95 PL Whahdaber... en 32 m Hallendecken.. as, 2.45 1.95 Tischtfcher 44 5.22, 4.23 3.45 Beberschlagiakan 1.0, 8.45 6.75 Kissen- Bezüge 2.0, 1.08 1.25 Backbett- Bezüge 6.se, 8.55 4.95 1.95 Große Posten Wäsche- Stoffe Hendentnche 80 cm breit 58 PL Bonfortés... 80 cm breit 18 PL Liners... 80 cm breit 85 rt Dimitis.... 80 cm breit 1.65 Banteste 30 cm breit 1.95 Lakenstoffe 140 cm breit 1.95 Lakesstatic180 cm brett 2.45 Große Posten Taschentücher. Kinderischer.... 12 PL 15 35 Große Posten Damen- Kleiderstoffe Mantelstoffe, refne Wella, 180 ema wrert, Baamangspreis Mtr. 295 Räumungspreis Mtr. gute Winterqualität, hell a. 195 095 Schotten u. Streifen in groter Auswahl, 100 cm breit Kleider- Velours, dunkel, Raumangspreis Mc. Schotten, gen. Jacquard, reine Wolle, in nenesten Farbenstellun Räumungspreis Mtr. modernstes Gewebe, in Wolle a. Seide, 100 cm breit Baumu gspreis Mtr. Lelegante GesellschaftsVelour- Chiffon, kleider, 100 cm breit, Räumungspreis Ntr. K- Selde, einfarbig und gemustert, Räumungspreis Mtr. reine Solde für Lampenschirme, Krepp- Marokaine, 100 em breit Japon, 90 cm breit Räumungspreis Mir. • Seiden- Damast u. Duchesse für Jacken- a. Mantelfutter, doppeltbr., REumungspreis Mtr. Damen- Putz mit Krim Moderne Kinder- Tuchkappe merrand Garnierie Filzhüte to modernen Formen Raamungspreis 295 Große Posten Damen- Konfektion K- Bridentriket in vielen Ausführungen Jumper und Größen...Eäumungspreis 2,90 Kasacks Reine Wolle, Popeline and Foulé Räumungspreis 795 Kasacks Marokaine und Foulardine Räumungspreis 7.95 895 395 Hausblusen 350 Oberhemdform, hübsche Streifen, Räumungspreis 3.75 aus Cheviot, reine Wolle 575 Kleider K.- Seldentrikot 590 Kleider Räumungspreis 495 Kleider Reine Wolle, Schotten und Streifen Räumungspreis 127 850 80 395 340 2.95 2.95 Ramungspreis 395 Bubihut Silkina, Räumungspreis 590 Damentücher mit bestickter 28 PL Beke 63 45 PL Silkinahut che Formen Frauenhut Damon dder mit Hohl电 Perrenitcher Limon, weiß 28 PL mit Kante : 42 Berrentücher Batist mit 60 PL Eante 75 Große Posten Bettücher warms Winterqualität, weiß und bant Räumungspreis 2.95 moderne Farben mit Nadel, relch gezogen, jugendRäumungspreis mit bibscher Reihergarnitar 790 Räumungspreis 1050 Wilhelm Strickwesten, reine Wolle, reiche Farbenwahl, Räumungspreis&, 695 Flausch, Winterqualität, Morgenröcke, absche Farben, Räumungspreis 575 Flausch hübsche Form, neueste Farben Räumungspreis Morgenjacken, 350 Seidenkleider, Jugendliche Form Räumungspreis 1950 Tanzkleider aus schwerem Crêpe de Chine, mit Spitzengarnitur in schwarz 2450 und modernen Lichtfarben Räumungspreis prima Mouliné, Flausch, Damen- Mäntel, Herenform Räumungspreis 1975 in neuesten Strickmustern, Flausch- Mäntel Kragen u. Aermel mit Wollbiberette 3950 Räumungspreis 3250 Räumungspreis Frauen- Mäntel schwere Eskimo- Qualitäten Velours de laine- Mäntel Prima Quali4950 garnit, sus amerik. Opossum od. Biberette, Räumungspreis Joseph Schöneberg, Hauptstr. 163 Berlin, Großgörschenstr. 1 Seit 35 Jahren. Große Posten Damen- Wäsche Untertaillen mit Stickeret. 95 Pt. Untertallien, Makobatlat.. 1.85 Damenhemden Stickerel 2.45 besatz mit breitem .. Damenhemden, weite Form 1.95 schwerer KöNachtjacken, per mit Be- 3.75 sats und Säumchen Prinzeßröcke Wäschebatist 3.15 Herrenhemden aus sehr 4.75 Restposten 15 PL schwerem Renforcé. In Stickereien 30, 20 Großer Posten Herrenartikel Oberhemden, 1 Kragen, 5.90 moderne Muster Oberhemden, 2 Kragen, ge- 7.90 fütterte Faltenbrust Herren- Trikot- Handschuhe ganz auf warmem Futter. 2.25 Damen- Handschuhe, moderne Farben 1.35 Selbstbinder elegante Aur- 2.15 führung, reine Seide Schirme Damenschirme 5.45 mod. Formen, 8 und 12teilig Damenschirme H.- Seide mod. Formen. 8- und 12tellig 8.90 Herrenschirme gute dauerhafte Qualität..5.45 Wolle Wolle für Jumper a Jacken in modernen Farben, 100 gr 1.25 Straugen- und KrimmerWolle Strickwolle schwarz and 0.45 ..... 60 gr 50 gr 0.90 Ohne Kaufzwangi 99 Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Stephan 7400. Saustegpebition: Berlin, Linbenftraße 3, Laben. Dön Charlottenburg:@isfeld, Tauroggener Ste. 11. Sichtenberg III, ricbzichstelbe: Frankfurter Me 185, Saben. Gineberg: Belziger Str. 27. hoff 202-297. Bilbelm 7798. Sichtenrabe: Brin?, Bahnhofftr. 24a. Siemensftabt: Stengel, Brunnenstr. 6, B. L Bentrum: Aderitz. 174, am Roppenplay. Rorb. 121 35. Charlottenburg III: 30 atmt. Ratferdamm 6, Cingang Lichterfelbe- Dft, Bantwik: S. Benael, Lantwis. Siethen. Spanbau: Alfred Rufian, Rlofterftr. 5a. citex: Stegliger Str. 37, Ede Magdeburger Straße. Rognisstraße. Staaten: Böllel, Cfchenwiniel 16. Caben: Darwalbftr. 47, an der Sneifenaustraße. pl. 9538. Therioftenburg IV: Bufeniat. Augsburger Straße 47, Ridderfelbe- West: Berndt, Stegliter Str. 19. Lichter- Stegli: roft, Schabentute 2. Bortier. Sibende: Ludwig, Salsteftr. 36. Bringenftr. 31, Sof redits parterre. " Dex: Bartusfir. 96. er 9733. B Betersburger Blah 4, tez. 9734. * Caboften: Laufitez Blak 14/15. Dipl. 894. * Mezbesten: Smmanueltirdiftr. 24. leg. 9736. Carmen- Sylva- Str. 57, Gillman. Meebit: Bilhelmshavener Str. 48. Sania 4095. Sutten ftr. 67 bet Bitterling. Charlottenburg V: Sis, Dronfenfr. 12, 1. Garth. M. Mabistori: iTherm Rues, Sönower Str. 177. Charlottenburg VI: Ireptom. Schillerstr. 65, v. IV. Doberih: Ditt felb, Buchhandlung am Bahnhof. Erinez: Boite, Flatenftr. 9. Fichtenau: Atatßte, Bismardftr. 1. Friebrichshagen: ittexawei. Linben- ee 14. ftraße 15. Tel.: Lichterfelbe 5108. felde 8198. Marienbert: Auguft Leip. Chauffeeftr. 29. Marieafelbe: Greuil, Berliner Str. 143. Renenhagen: enate, Ritz. 71. Segel, Tegelsst: Spies, Tegel, Schlieverfte. 32. Teltows: Säfe!, Ritterfir. 29. Tempelhof: Sarsbort, Berberftr. 31 D. pt. 製 ㄛ. tempelhof: Randler, Sohenzollerntorfo 5. Trebbin: öring. Bahnhoffit. 62. Zreptom:& ekler, Graenfte. 50. Baidmannsluft: Robbe, Oraniendamm 10. Bannfee: mibt, Rleine Geeftr. 16. Beißenfee: Reinnet. Stöldeste. 175 v. L. Weißenfee 978 Wildan, Seherlehme: Stub. Settom. Boherlehme Chauffeefte. 66. ilmersdorf I: Shubert, Wilhelmsaute 27, Sof I. Wilmersbert II: Frau Getin, Uhlandstr. 46/41. Garth. I. Faltenberg: Salamann, Faltenberg, Gaten habte. 10. Steun I: Stedarfte. 2. Steuton 5707. Frebersbart- Petershagen: Otto Bifinsti. Grebers- Reutoun: Siegfriedftr. 28/29. SteurBln 5706. " Webbing: Müllerftr. 34. Ede Utrechter Str. Sanfe 4094. dorf, Arndtftraße. Rentölln III: Wintler, Sobrechtstr. 40, D. I. Rofenthaler und Oranienburger Baritabt: Battstr. 2. riebenau: Betermann, Rheinftr. 2, de Rönneberg- Reutilla- Brih: Mittag, Briz, Chauffeeftr. 82. Stent. 2550. Sumboldt 7875. fraße. Rheingau 9054. Ren- Schulzenbort: Wilhelm QuI, Brunoftr. 77. Rieberfchöneweibe: Friedrie Gianfewis. Spree itake 4, B. III. Mewames: Rati Rzohuberg, Elfenbahnftr. 10. Oranienburg: Seinr. 2senhatbt, Stralfunder Str. 6. Oberschöneweibe: Robert Baul. Wilhelminenhoffte. 44a. Bankow: Rikmann, Mühlenftr. 70. Botsdam: Reiniger, Waldemarstr. 27, s. II. Rahnsborf: Urbaniat, Rahnsdorf Mühle, Sohen- altersborf: rik erdmann, Eichenbamm 22. sollernftr. 186. " Zehlendorf, Schlachtenfee. Molassee: Rehlendorf, Teltower Straße 8. Reblenborf 1853 Reinidendorf- Dit, SchBubels: Albert Wable. Broving. ftraße 56( Laden). Reuthen, Miersborf: Alb. Behling. Bahnstr. 2. Reinidendsrl- Beft: Benbi. Scharnweberite. 114. Bolts- Roffen: Bitt. Dahnhofftr. 25. haus. " Gefnabizmarn: Baftienfte. 7. Sumboldt 7874. Einbauses Berstadt: Greifenbogener Str. 22. Sumb. 7803. Frahnau: Abolf Rurlies, Sermsbart. Elokfit. 8. blesshot: Tel. 23 alir. Genoffenfchaftstr. 6, pazterre, Grünau:#ner, Röpenider Str. 105. St- Genide: Stewton sti, Grünauer Str. 68. Salenfee, Grnnewald, Eichlamp: Frau Road, Riest Daumschalen weg: StrahI, Riefbolalte. 179. Henriettenplak. Brivatwohnung: Ratharinenftz. 4. Bernau, Röntgentel, Reperuid, Siabrid, Rarem und Buch: Seinersdorf: Frau Golbbam. Rieberschönhaufen, Galokalee 45. Bennigsbort: Frau Rozbalixit, Rathenaufte. 8. Hermsdorf: Suit as shlen, Molttestt. 11. Bobennenenborf: Frau Neuenborf, Berliner Str. 28. Bohenschönhaufen: Martha Thiele, Berliner Gte. 138. Saprenarten: Rauf. Soppegarten- Birtenftein, Bargede Rr. 119. Seixzia Bzole. Bernau, Mühlenftr. 5, Bezpfelbe: Tild. Sobenneuendorfer Straße. Biesberf- Rorb: B. Danneberg, Biftoriaftr. 11. Biesbort- 6b: Georg Winfier, Fortuna- Ace 40. Birkenwerbez: Frau 8sot. Berkfelder Str. 6. Bobxsborf: Ratl Ruste, Eichbufchte. 9. Bergeberf: Sens Coppe 1, Siedlung IV. Bezfigwalbe: Gebauer, Schuber: ftr. 82, D. 8 St. Buchholz- Blankenburg: aaner. Blankenburg. mallfirake 63. Sohannisthat:@ehmana. Railer- Wilhelm- Stt. 6. Rarlsdorft: Berndt, Riest, Bahnhofplat. Burg- Ränigswusterhausen: C. mener. Botsbamer Str. 9. Raulsbort: Boat. Breberedfit. 19. Röpenid, Sirfgarten, Mahlsdorf- Gib: 6 Iag. Röpenid, Rieker Str. 6( Baden). Lichtenberg 1: Lichtenbera, Bartenbergfte. 1. Sirbę. 1536. Sichtenberg II, Stummelsburg Stralen: Berbegener Straße 62 901er. 9737. Cablam, Sensin, Rieberlehme, Stene ile, Rernsbart: 3& tel, Cablom, Mühlenweg 50. Caputh: tenez, Botsbamer Str. 5d. Carlstienburg 1: Selenbeimer Str. 1. Steinpl. 156. Rofenthal: at Dehme!, Gaillerftz. 13. Rubow: Otto Raifer, Baltersdorfer Chauffee. Rübersborf, Ralfberge, Tasbsrf: Abolf oerle, Ralfberge, thebenftr. 15. Babowa, Raulsbert- Sab: Senfte, Raulsberf- Cüb, Bald fivake 66. margenbor! I: Rebab, Breite Str. 3. Swargenborf II: Frau Sorbet, Cunste. 60. Wilhelmshenen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmftr. 81. Wittenan: Ribe!! Sauptftr. 65. Sämtliche Literatur fomie alle wiffenfchaftlichen Berke werden geliefert. Sonntags fiab bie Geschäftsstellen gefchloffen. Die mit einem verfebenen Ausgabeftellen find nad mittags von 2-6 Uhr unter der angegebenen Rumme telephonisch au erreichen.