Nr. 50342. Jahrg.jobstall od N Ausgabe A nr. 256 61 Basi doxe Morgenausgabe Bezugspreis: redan mod bus cled good dris Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilege Bolt und Reit" mit„ Gied Tung und Kleingarten sowie bez Beilage Unterhaltung und Wifeng und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmalay Telegramm- Abreffe: -Sozialdemokrat Berlin heye 2 stel od simplish old ad stold u Vorwärts Berliner Volksblatt and 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareilleeile 80 Pfennig. Reklamezeile Reichsmart. ,, Kleine Anzeigen 5. bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche bas erite Bort 15 Bfennig. lebes weitere Wort 10 Pfennin. Worte über 15 Buch Staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. 3 Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Sonnabend, den 24. Oktober 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.5., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536 Banktonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Ballstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Deutschnationale Krise- Regierungskrise? Das„ Unannehmbar!" der Parteileitung. Widerspruch des Grafen Westarp. Die Fraktion soll entscheiden. Der Parteivorstand und die Landesverbandsvorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei faßten gestern, wie WIB. meldet, mit erdrückender Mehrheit folgende Entschließung: In Fortführung der von der deutschnationalen Reichs tagsfraktion bereits ergriffenen Initiative erklären der Parteivorstand und die Landesverbandsvorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei: das nunmehr vorliegende Bertragsergebnis von Cocarnoist für die Partei un annehmbar. Graf Be it a rp fündigte hierauf an, daß er die deutschnationale Reichstagsfrattion auf Sonntag nach mittag einberufen werde, um nach diesem Beschluß über die erforderlichen Schritte zu beraten. In späterer Abendstunde wird durch WTB. gemeldet: Zu der heute abend verbreiteten Meldung über die angeblichen Rüdwirkungen der Entschließung des Parteivorstandes und der Landesverbandsvorfihenden der Deutschnationalen Bolfspartel hinfichtlich des Vertragsergebniffes von Cocarno erfahren wir von dem Borsigenden der Reichstagsfrattion der Deutschnationalen Volfspartei( Grafen Westarp. Red d. B.), daß die maßgebende Entscheidung über diese Frage von der Beschlußfaffung der deutschnationalen Reichstagsfraktion abhängt, die erst am Sonntagnachmittag zusammentritt. aliping Alle vor dieser Entscheidung an die heufige Entschließung gefnüpften Schlußfolgerungen entbehren somit der tatsäch lichen Grundlage. midt sid brud Bon dem Beschluß der deutschnationalen Barteileitung, der allerdings im Gegenfaz, zu jenem der deutschnationalen Reichstagsfraktion unzweideutig ist, bis zur Abstim mung im Reichstag ist noch ein weiter Weg. Nach den Er: mung im Reichstag ist noch ein weiter Weg. Nach den Erfahrungen, die man bisher mit den Deutschnationalen gemacht hat, ist kein Beschluß der Welt imstande, Zweifel über das weitere Berhalten dieser Partei zu beseitigen. Immerhin wird auch durch diesen Beschluß, selbst wenn man ihn nicht als endgültig betrachtet, etwas geschaffen, was man eine neue Lage" nennt. Die Barteileitung der größten Regierungspartei hat die Regierung in einer außenpolitischen Frage von entscheidender Bedeutung im Stich gelassen. Sie hat die deutschnationalen Minister, die sich einmütig auf den Boden der Ergebnisse von Locarno stellten, in gröbster unzweideutigſter Weise des avouiert. Das Zustandekommen des Vertrags von Locarno erscheint bedroht, zum mindesten nur über ernste innere Krisen hinweg erreichbar. Für diese außerordentlich schwierige Situation und die aus ihr drohenden Schäden für das Deutsche Reich und Volk trägt die Deutschnationale Partei die volle Berantwortung. Denn die Politif, die jetzt durch den Beschluß der deutschnationalen Parteileitung zum Scheitern gebracht werden soll, mar die Politit der Regierung, an der die Deutschnationalen maßgebend beteiligt waren. Hielten die Deutschnationalen diese Politik für schädlich, so hatten sie schon früher die Pflicht, sie mit allen Mitteln, die einer Regierungspartei zur Verfügung stehen, das heißt mit der Drohung des Ausfritts aus der Regierung zu verhindern. Seit dem 9. Februar dieses Jahres zum mindesten wußten fie genau, wohin der Beg ging. Sie wußten auch, daß die Erschütterungen, die ein Wechsel des auswärtigen Kurſes mit sich bringt, desto stärker werden mußten, je weiter die Berhandlungen gediehen waren. Trotzdem tamen sie zu feiner flaren Stellungnahme. Ihre Minister stimmten noch am letzten Donnerstag morgen für die Fortsetzung der Politit von Locarno, und ihre Reichstagsfrattion faßte einen Beschluß, der jeder Auslegung zugäng lich war. schlüsse daheim einzutreten. Von dieser Verpflichtung, der das weiter erfährt, liegt der Sinn des Beschlusses darin, daß der MiKabinett durch seinen Beschluß vom Donnerstag morgen ein- nister Schiele die Konsequenzen feines Austrifts mütig beigetreten ist, können sie durch den Beschluß einer mütig beigetreten ist, fönnen sie durch den Beschluß einer aus dem Minifterium wird ziehen müssen. Minister Barteileitung nicht entbunden werden. Sie sind daher ver v. Schlieben hat sich schon vor einigen Tagen geäußert, daß er pflichtet, unbeirrt auf ihrem Weg zu bleiben und das Ihre zu aus der Stellungnahme der Fraktion die konsetun, damit die Ergebnisse von Locarno die Billigung nicht nur des Kabinetts sondern auch des Reichstags finden. des Kabinetts fondern auch des Reichstags finden. quenzen ziehen würde. Von dem Minister Neuhaus iff eine Willensmeinung noch nicht bekannt geworden. Normalerweise fann also eine Klärung der Situation nur im Reichstag erfolgen, dessen schleunige Einberufung tanzler im Reichstag eine Niederlage, so bleibt ihm die Wahl nun zur Notwendigkeit geworden ist. Erleidet der Reichs wischen Rücktritt und Auflösung. Erfolgt aber die Billigung der von der Regierung geführten Außenpolitit etwa durch eine andere Mehrheit als die, auf die sie sich bisher geftügt hat, so ergibt sich zugleich mit dem Sieg dieser Außenpolitik eine innerpolitische Strife, die auch nicht anders als durch eine Befragung des Boltes zu lösen sein wird. Graf eft arp, der mit Schiele zusammen bemüht war, eine Festlegung der Partei zu verhindern, hat die deutsch nationale Reichstagsfraktion für Sonntag einberufen. Sie wird hoffentlich gleich in Berlin bleiben tönnen, um an einer Sigung des Reichstags teilzunehmen. Denn weder ein Be fchluß des deutschnationalen Parteivorstandes noch einer der deutschnationalen Reichstagsfraktion dürfte etwas Entscheidendes bewirken fönnen. Wirklich entscheidend ist nur das Ber halten der größten Regierungspartei im Plenum des Reichstags selbst. Die Volkspartei redet gut zu. Bon maßgebender volksparteilicher Seite erfährt WIB., daß die durch den Beschluß der deutschnationalen Delegiertenversamm lung gefchaffene Lage zwar als ernst, aber nicht als endgültig angesehen wird. Die Deutsche Volkspartei hat das Bertrauen zu den in gemeinsamer Arbeit bewährten staatserhaltenden Kräften der Deutschnationalen Volkspartei, daß sie bei der endgültigen Stellungnahme in der Angelegenheit sich der faum ausdenfbaren Folgen auf außen- und innenpolitischem Gebiet, welche eine Regierungstrije im gegenwärtigen Augenblick nach sich ziehen würde, bewußt sein wird. Die Deutsche Boltspartei tann danach nur annehmen, daß bei aller Würdigung der schweren Bebenten, welche die Deutschnationale Boltspartei gegen die Abmachungen von Locarno hegen au müssen glaubt, sich die Aufrechterhaltung der gegen. wärtigen Regierungstoalition und auf dieser Grundlage die weitere Verfolgung der mit der Note vom 20. Juli be aruid spild af inschrittenen flaren außenpolitischen Linie wird ermöglichen laffen. Indes ergibt sich aus Nachrichten, die in später Abendstunde eintreffen, daß zunäch st Laverrenz verkündet...! in der Deutsch nationalen Partei eine Rrise ausgebrochen ist: Graf Westarp, der in der Sitzung des In einer deutschnationalen Wählerversammlung in den Rammer Parteivorstandess und der Landesverbandsvorsitzenden das fälen in der Teltower Straße verkündete gestern abend Abg. Lave: Referat hatte und eine Niederlage erlitt, erklärt nach Rüd- renz unter lautem Jubel seiner Anhänger den Beschluß der deutschsprache mit dem Reichskanzler Dr. Luther- den gestern nationalen Parteileitung. Er erklärte, die Partei und die Reichs Fraktion allein für entscheidend. Die gefunden Zweifel, die in halten. Der Reichspräsident sei von ihm bereits gefaßten Beschluß für nicht maßgebend und den Beschluß der tags frattion(?) würden an diesem Beschluß unbedingt festdie Haltbarkeit deutschnationaler Beschlüsse gesetzt werden, er offiziell verständigt worden. Caverrenz stellte eine Aufweisen sich damit wieder einmal als berechtigt. Allerdings löfung des Reichstages in nahe Aussicht. scheint die Deutschnationale Partei vor der Spaltung zu stehen, denn selbst wenn sich in der Fraktion eine Mehrheit für die Auffassungen des Grafen Westarp ergeben sollte, würde die Minderheit nicht mitmachen und eine Rebellion der Anhänger wäre unvermeidlich. Das Ende, das im Interesse des deutschen Boltes zu er streben ist, heißt: Sieg des Wertes von Locarno über den Trümmern der Deutschnationalen Partei! Schiele und Schlieben treten zurück!? Stresemann verteidigt das Werkvon Locarno Eine Wahlrede in Karlsruhe. Karlsruhe, 23. Oktober.( WTB.) In einer Rede, die Reichs minister Dr. Stresemann in Karlsruhe über die Verhandlungen von Locarno hielt, führte er folgendes aus: Was bisher in Locarno geschaffen worden ist, kann die Zustimmung jedes Deutschen finden, der sich dessen bewußt ist, daß nur auf dem Boden friedlicher Entwicklung Wie das Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungs- in Europa die innere und wirtschaftliche Wiedererverleger zu dem Beschluß der deutschnationalen Partelinftanzen ft artung Deutschlands möglich ist. Aus voller Ueberzeugung доб по ad sid Erobert Berlin! Erkämpft die sozialdemokratische Mehrheit! Morgen wird über Berlins Schicksal für die nächsten vier Jahre entschieden. Die Sozialdemokratie hat seit der Reichstagswahl vom Mai 1924 bis zur Präsidentenwahl vom März d. J. ihre Stimmenzahl von 449 000 auf 752,000 gesteigert. Der Prozentsatz sozialdemokratischer Stimmen ist von 20 Proz. auf 34 Proz. angewachsen. Der morgige Wahltag muß der Sozialdemokratie mindestens 51 Proz. aller abgegebenen Stimmen bringen, wenn Berlins Verwaltung vorbildlich und fortschrittlich geleitet sein soll. Rechts steht der Feind! Volkspartei und Deutschnationale, zu einem Rechtsblock verbunden, tämpfen mit allen Mitteln um den Sieg des Bürgerblocks. Sie wollen Berlins Aufwärtsentwicklung hemmen. Links haben sie ihre Bundesgenossen. Die Kommunisten werden auch in der neuen Angesichts dieser Tatsache kommt keine Rabulistit gegen diese Feststellung auf: Die Deutschnationalen haben durch ihre Direttionslosigkeit und ihre 3 wei deutigkeit Deutschland an den Rand einer Stadtverordnetenversammlung sich jeder verantwortlichen Mitarbeit entziehen. schweren außenpolitischen Krise geführt. Der Bantrott des Rechtsturses ist pollendet. Der morgige Wahltag muß ein Tag des Gerichts über die Reaktionäre und ihre Bundesgenossen Wie sollen die Dinge nun meiter gehen? Für die Regie- werden. Morgen gehört jede Stimme des werktätigen Volkes rung fann der Beschluß einer Parteileitung normalerweise noch feine Tatsache von entscheidender Bedeutung sein. Die Delegierten der Regierung haben sich in Locarno in völkerrechtlich bindender Form verpflichtet, für die dort gefaßten Be der Liste 1, der Sozialdemokratie! berechtigter Betätigung eröffnet, die uns bisher versagt war. Bon Bersailles bis Locarno war ein weiter Beg. Bon Locarno an wird ein weiter Beg sein, war ein weiter Weg. Von Locarno an wird ein weiter Weg sein, um das zu erwirten, was das Ziel jeder deutschen Regierung sein wird und sein muß: der Wiederaufbau Deutschlands in einem zum gemeinsamen Wirten vereinten Bestreben der öfter Europas. haben wir uns zu diesem Deutschland des Friedens als Mittelpunkt| Entwicklung, die uns diejenigen Möglichkeiten friedlicher und gleich. eines friedlichen Europas bekannt. Wir glauben uns damit in Uebereinstimmung zu befinden mit der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes. Wenn Deutschland durch den Vertrag von Locarno den Beweis seiner dauernd friedlichen Einstellung gibt, dann muß aber das, was bisher geschaffen wurde, auch erweitert werden durch die Befundung unserer Vertragskontrahenten, auch ihrerseits die Folgerungen aus diesem neuen Stand der Dinge zu ziehen. Auch ohne jeden Zusammenhang mit den Berhandlungen in Locarno muß zunächst die Differenz wegen der Besetzung der ersten Rheinlandzone beseitigt werden. Die nördliche Rheinlandzone ist am 10. Januar nicht geräumt worden, und wer über den Geist des, Mißtrauens in dem deutschen Volte flagt, der soll nicht vergessen, daß gerade diese Nichteinhaltung des Räumungstermins von Köln genügend Grund zu diesem Mißtrauen gegeben hat. Eine auf Bertrauen aufgebaute Politik der Zukunft muß die Kölner Frage bereinigen. Ich habe Grund zu der Annahme, daß dies gefchehen wird. In bezug auf die Rüdwirtungen handelt es sich. vor allem um die Sorgen des Rheinlandes, das in den nach dem Bertrag Schon jetzt ein Unterzeichnungs- Bankett festgesetzt! London, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Londoner Stadtrat hat am Donerstag beschlossen, am 1. Dezember aus Anlaß der Unterzeichnung des Locarno- Bertrages ein großes Frühstüd in der Guildhall zu veranstalten. Die aus. ländischen Minister, bie die Unterzeichnung vollziehen und das gesamte englische Rabinett sind dazu geladen.. Mit der Unterlassung weiterer Optantenvertreibung leistet Polen der Entgiftung seines Verhältnisses zu Deutschland einen großen Dienst, für den es warme Anerkennung verdient. Hoffen wir, daß der Geist des Entgegenkommens und der Ver ständigung bald auch den Handelskrieg zwischen den beiden Nachbarstaaten beendige! Der 1922 in Wien zwischen Deutschland und Polen geschlossene Bertrag über die Ausführung des die Optantenfrage nicht zweifels. frei regelnden Versailler Vertrages hatte festgelegt, daß die im polnischen Grenzgebiet und in den Rayons polnischer Festungen wohnenden Optanten Polen am 1. November verlassen sollten. Es handelt sich um 475 deutsche Familien, und zwar meist um fleine Grundbefizer. Etwa 400 bavon sind kleine Bauern, die übrigen haben städtischen Befit inne; im ganzen etwa 2000 Personen, deren Ausweisung jetzt aufgehoben ist. Die Auswanderung der Optanten ist bereits weit fort. geschritten. Wie wir hören, hat schon etwa die Hälfte Polen besetzt bleibenden Gebieten unter dem Drud einer übermäßigen Be Deutsche Entwaffnungsantwort überreicht. verlassen und der Abtransport der übrigen war sorgfältig vor. segung und unter dem Druck des Rheinlandregimes zu leiden hat. Irgendein logischer Grund, neben dem Patt den Frieden durch eine jahrelange militärische Befeßung zu sichern, liegt nicht vor. Die Auswirkungen des Sicherheitspattes tönnen und müssen diese Entwicklung sicherstellen. Nur muß man sich auch in Deutschland klar darüber sein, daß man nicht gleichzeitig die Annahme des Pattes in 3weifel ftellen und die weltgehendsten Maßnahmen als Rüdwirkungen einer in Zweifel gestellten Annahme verlangen kann. Ebenso wenig dient es der Sicherheit des Zustandekommens des Wertes, wenn man in bezug auf die eintretenden Rückwir. tungen alles der Zukunft überlassen will und von bedingungs. 1ofer Annahme der Verträge von Locarno spricht. Die Stellungnahme der Reichsregierung und des deutschen Bolkes soll darin bestehen, die Entscheidung zu fällen, sobald wir erkennen tönnen, daß das, was bisher in Locarno vor sich gegangen ist, sich für das Rheinland auswirkt. Das sage ich nicht aus irgend einem Mißtrauen heraus gegen die Staatsmänner, mit denen wir in Locarno verhandelt haben. Jch lege vielmehr Wert darauf, zu erklären, daß die deutschen Delegierten die Berantwortung für die Paraphierung deshalb übernommen haben, weil sie selbst davon überzeugt sind, daß die Herren Briand, Chamberlain und Bandervelde die Berftändigung mit Deutschland aus innerster Ueberzeugung wollen und fich mit allen Kräften dafür einsetzen, daß, statt eines gegen Deutschland gerichteten Blods der Siegerstaaten ein Zusammenwirten der europäischen Mächte erfolgt, 201 zumal die Entwidlung nach dem Weltkriege wohl für jeden, der denten tann, ergeben hat, daß es europäische Sieger im Endergebnis dieses gewaltigen Weltringens nicht gibt, sondern nur ein aus tausend Wunden blutendes und deshalb in feiner geistigen Emanation und wirtschaftlichen Kraft gefchwächtes Europa. Dr. Stresemann legte dann bar, daß die Behauptung, daß die in Locarno vereinten Mächte beabsichtigen, einen Blod gegen Rußland zu schließen, vollkommen unrichtig sei, und erklärte, Deutschland würde eine solche Politif nicht mitmachen, da es auf die alten Beziehungen zu Rußland, die sich aus der Lage des Landes und der Beziehungen beider Völker ergeben, nach wie vor den größten Wert legt. Dieses Ziel der deutschen Politit wird auch durch die inneren Verhältnisse Rußlands für uns nicht beeinträchtigt, da wir es als Grundfah annehmen, uns in innere Ber hältnisse anderer Bölfer und Staaten nicht einzumischen, wie wir das von anderen Staaten und Böltern für uns voraussehen. Der Abschluß des deutsch russischen Handelsvertrages hat den Willen Deutschlands, mit Rußland in guten Beziehungen zu bleiben, flar und praktisch zum Ausdrud gebracht. Ich bin im übrigen überzeugt, daß die Stellungnahme der Westmachte sich mit In seinen weiteren Darlegungen führte Dr. Stresemann aus: Wenn die Grundlagen gegeben sein werden, um zu einem pofitiven Endergebnis zu fommen, dann muß hinter diesem Ergebnis die große Mehrheit des ganzen Boltes stehen. Locarno barf teine Frage der Parteipolitit fein. Es darf nicht zum Aus. gangspunkt innerpolitischer Swiftigteiten gemacht werden. Wir sind ungebrochen als Großmacht in moralischer Beziehung. Der Friedenswille einer überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes kann und wird der Ausgangspuntt fein für eine Stille Tragödie. Von Albert Zimmer. etonation Es war immer Friede und Glüd in ihrem Heim. Da wurde ihm eines Tages feine Stellung gefündigt, weil die Geschäfte ständig zurückgingen und der Bureauvorsteher die kaum nennenswerte Korrespondenz miterledigen mußte. Botschafter Hoesch bei Briand. Paris, 23. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Bon der deutschen Botschaft wurde am Freitag abend folgende amtliche Mel. dung ausgegeben:„ Herr von Hoesch, der am Donnerstag nacht von Berlin zurüdgekehrt ist, hat am Freitag morgen durch den stellvertretenden Botschaftsrat dem Generalsekretär der Botschaftertonferenz eine Note über den gegenwärtigen Stand der deutschen Abrüftung üerreichen laffen. Am Freitag nachmittag hatte Herr von Hoefd eine längere Unterredung mit Briand und dem General sekretär des Außenministeriums Berthelot, Herr von Hoefch gab beiden Herren einen Ueberblick über die Eindrücke, die er bei seinem Aufenthalt in Berlin gewonnen hat. Jm weiteren Verlauf der Unterredung tamen verschiedene Fragen zur Sprache, die mit der Gestaltung des zünftigen Verhältnisses der beiden Länder in Beziehung stehen." Wie der„ Temps" mitteilt, wird die von Deutschland überreichte note sofort an die Vertreter der allierten Regierungen in der Botschaftertonferenz weitergeleitet werden, die in den nächsten Tagen zu einer neuen Sigung zusammentrefen wird. Die deutsche Note foll folgende drei Abschnitte enthalten: 1. Die von Deutschland bereits durchgeführten Maßnahmen zur Entwaffnung: 2. die Forderungen, die zu erfüllen Deutschland noch bereit ift und 3. die Punkte, über die eine Einigung mit der Militärkontrolltommission nicht erzielt werden konnte. Rückwirkungen auf die belgischen Militärausgaben. 15 Brüssel, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Einfluß von Locarno macht sich in Belgien bereits prattisch fühlbar. Der Oberste Rat der Volksverteidigung beriet diese Woche wiederholt unter Borsiz des Kriegsministers, General Rest ens, über mögliche Ersparnisse im Heere. Der Oberste Rat ist entschlossen, namentlich die Kavallerie wesentlich einzuschränken. Ferner sollen sechs Infanterieregimenter abgeschafft und dadurch das belgische Heer von vier Armeekorps auf drei herabgesetzt werden. Außerdem soll die Dienstzeit bei der Infanterie abgekürzt werden. Ein Teil des Obersten Rates ist für die Herablegung der Dienstzeit auf zehn Monate, ein anderer Teil auf acht Monate. of, ind i Keine Optantenausweisung! Ne Erklärung Strzhuftis gegenüber dem deutschen Gesandten. Warschau, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Außen minifter Strzynski hat heute dem deutschen Gesandten Genoffen Ulrich Rauscher erklärt, daß die polnische Regie rung in Anbetracht der in Locarno angebahnten CutEntspannung zwischen Deutschland und Polen und um sie noch zu fördern, von ihrem Rechte, zum 1. november d. 3. die zweite Gruppe derjenigen auszuweisen, die seinerzeit für Deutschland optiert haben, teinen Gebrauch machen wolle. Der Außenminister fügte hinzu, daß dieser Entschluß noch der Billigung durch den Minifterrat bedürfe. An dieser Billigung dürfte jedoch nicht zu zweifeln sein. dne 15 entdeckt worden, einer am Himmel, einer auf der Bühne. Nichts, steht still. Eisenbahntarife werden ausgeflügelt, Minimum und afton Magimumpreise festgelegt, eine besonders praktische Haarnadel wird gerade patentiert. Da machen Buchungsmaschinen Buchhalter brot los, hier reflamieren Autoren die rückständigen Theatertantiemen. zehn Tage, um eine Wette zu gewinnen. Irgendein Statistiker Da fliegt einer zu neuem Höhenrekord auf, hier hungert einer bereits zählt die vorüberfaufenden Kraftfahrzeuge, während ein Stodmert höher ein Gelehrter dicke Wälzer studiert, um festzustellen, welchen Bruftumfang wohl Sofrates gehabt habe. Immerfort Bewegung. vielleicht mit den Achseln und haben bestenfalls ein paar Worte des Im Preſtiffimo rafen wir alle an dieser Trabgödie vorbei, zuden Mitleids auf der Bunge. and siste str.eod.) an Und das Leben rollt meiter, graufam, vernichtend und wieder aufbauend, ohne Pausen, ohne Stillstand, ohne Aufatmen. 3 Beider Liebe fämpfte um Dauer. Die fleinen Ersparnisse waren aufgebraucht. Möbel wurden verkauft, und die kleinen Darlehen von Freunden und Berwandten wurden magerer, bis sie schließlich ganz aufhörten. Aussichten auf eine Stellung gab es teine. Die Armut fam, zuerst langsam, dann immer rücksichtsloser. Mit ihr der Hunger. Alte Kleidungsstücke wurden wieder hervorgeholt. Bon morgens bis abends durchstreiften die beiden die Straßen auf der Suche nach Brot, Arm in Arm. War auch alles vernichtet, ihre Liebe wollten sie festhalten. Was hatte denn die Liebe mit ihren schäbigen Kleidern zu tun! Trogigen Auges gingen die beiden an verwunderten, gepuzten Menschen vorbei. Gaben die ihnen Arbeit? Fragten die, welcher Schmerz in ihnen fraß? Komm, Lieber, fümmern wir uns nicht um die beleidigenden Blicke der Vorübergehenden," sagte fie, mit Anstrengung ihm zulächelnd. Du hast recht," erwiderte er und brüdte fie nach fefter an sich. So ging das Tag für Tag. Und besser wurden die Kleider nicht. Denn schon brehten sich die Leute auf der Straße nach ihnen um, einige blieben neugierig stehen, andere lachten verstohlen. Tag für Tag, Woche für Woche. Und als die zwei armen Menschen sich der musternden, aufdringlichen Blicke der Baffanten nicht mehr erwehren konnten und nicht mehr die Kraft hatten, sich zuzulächeln und sich fester anzuschmiegen, sah er Tränen in ihren Augen. Er fragte nicht. Stumm gingen sie nebeneinander her, durch lichterfüllte Straßen, an Läden vorbei, deren leckere Auslagen ihnen Stiche ins Herz gaben, an Kaffeehäusern vorüber, aus denen jauchzende Musik tam. Wer gab Antwort auf ihre Frage, ob so grausam das Leben sein könne? Bar leerem Tisch in der fahlen Wohnftube faßen fie bis spät in die Nacht hinein und sprachen kein Wort. Dann löschte er die Lampe. Es ward dunkle, tiefe, stille Nacht. Die Morgenblätter meldeten einen Doppelfelbstmord. Irgendwo auf einem Amt tauchte ein Schreiber den Halter ins Tintenfaß, schrieb zwei Namen und Sterbedaten aufs Papier und frühstückte. Das Leben raft meiter. Draußen rattert die Straßenbahn, der Barbier rasiert seine Runden, wizelt und erzählt Neuigkeiten, irgendeine schöne Frau schmückt sich zum Ball, Hausfrauen faltulieren, wieviel wohl ein anständiger Sonntagsbraten toften mag, ein Dichter zermartert sich den Kopf, um Motive zu finden. Der unerbittliche Motor Leben läßt teine Pausen zu, tein Aufatmen. Eiserne Energien arbeiten und suchen fieberhaft nach neuen Wegen, in Fabriken, Bureaus, Ministerien und Redaktionen. Bielleicht ist eben ein neuer Stern 17 anzeiger. Das preußische Handelsministerium in Berbindung mit Ergebnis des Preisausschreibens für einen Schlagwettererlassen, in dem 5000 m. für die Erfindung eines Schlagwetter bem Reichstohlenrat hat im September 1922 ein Preisausschreiben anzeigers ausgesetzt wurden. Zur Bedingung wurde gemacht, daß der Apparat 1. für den Untertagesbetrieb brauchbar sein mußte, 2. daß er schlagmettersicher sei und 3. daß er Grubengas auch in nichterplofiblen Gemischen meldete oder erkennen ließ. Die zuerst festgesette Frist bis zum 1. Oftober 1923 ist wegen der Ruhr42 Bewerbungen find 29 jofort beiseite gelegt worden, da fie wegen belegung bis zum 1. April 1924 verlängert worden. Bon den Berstoßes gegen die eine oder andere der Bedingungen für die Bewertung nicht in Frage tamen. Von den übrigen 13 tamen 5 in die engere Wahl. Da fein Apparat allen Anforderungen restlos entsprach, ist der Preis geteilt worden. Ein Betrag von 3000 m. wurde dem von der Firma Neufeld u. Kuhnke hergestellten Apparat Nellie" zugesprochen. Die restlichen 2000 m. wurden zu gleichen Teilen auf den Apparat Carbofer" der Gefell. haft für Kohlen- und Erforschung in Neubabelsberg und den Apparat Gnom der Firma Siemens u. Halste Luft und Gasgemische fich zu vermischen suchen( diffubieren), wobei verteilt. Der Apparat Nellie" arbeitet nach dem Prinzip, daß reine auf einen dazwischen befindlichen Körper ein Druck ausgeübt wird, der gemessen werden kann. Dieser Apparat ist vollständig schlagmetterficher, da er ohne Berbrennung arbeitet. Er zeigt auch die Zusammensetzung des Gasgemisches auf Bruchteile von Prozenten genau an. Seine Handhabung erfordert jedoch eine gewisse umsicht, außerdem ist er sehr empfindlich gegen Luftfeuchtigkeit. Die fähigkeit von Grubengas und Luft. anderen beiden Apparate beruhen auf der verschiedenen WärmeleitFreiftudium für füchtige Abiturienten. Die„ Studienstiftung des Deutschen Volkes bei der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft nimmt neue Gesuche von Abiturienten, die im Sommersemester 1926 erstmalig ihr Studium beginnen wollen, entausnahmsweise tüchtigen und begabten, menschlich wertvollen Abitu gegen. In Frage tommen nur Bewerbungen von wissenschaftlich rienten aller Stände, denen die Mittel zum Studium fehlen. Die bereitet. Es handelt sich dabei nicht nur um die Personen, sondern um ihre gesamte bewegliche Habe, die Erträgnisse der letzten Ernie und das Bieh. Es war in Ausficht genomm Es war in Aussicht genommen, die deutschen Optanten in Dst= und Westpreußen wieder anzusiedeln. Auch diese Ansiedlung ist weit fortgeschritten. Dabei ist es zum großen Teil gelungen, den Besiz polnischer Optanten in Deutschland einzutauschen. Obgleich die polnische Staatsverwaltung fich bemüht hatte, den deutschen Besitz in polnische Hände gelangen zu lassen, ist das nicht gelungen. Es haben sich nicht genügend polnische Käufer mit barem Kapital gefunden. Dagegen haben die deutschen Besizer es in den meisten Fällen erreicht, daß ihr Besiz in die Hände pol. nischer Staatsangehöriger deutscher Nationalität überging. Die hierzu notwendigen Mittel sind großenteils von den deutschen Genossenschaften in Westpolen aufgebracht worden. Latente Kabinettskrise in Frankreich. Noch keine Noch keine Entscheidung im Ministerrat. Paris, 23. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Der am Freitag abgehaltene Rabinettsrat hat die erwartete Rlärung der innerpolitischen Lage nicht gebracht. Die über die Sizung ausgegebene amtliche Meldung ist von nichtssagender Dürftigkeit. Es wird lediglich mitgeteilt, daß das Kabinett die Besprechung des Finanzproblems eröffnet habe und daß diese am Montag vormittag in einem neuen Rabinettsrat fortgesetzt werden soll. Die endgültigen Beschlüsse sollen dem am Montag nachmittag zu sammentretenden Ministerrat unter Borsiz des Präsidenten der Republif vorbehalten bleiben. Aus der Einschiebung eines neuen Rabinettsrats geht unzweideutig herver, daß die Aussprache zu feine- r Berständigung geführt hat. Die Abendblätter wissen außerdem mitzuteilen, daß die Meinungsverschiedenheiten zwischen Caillaug und zum mindesten einem Teil seiner Kollegen in unverminderter Schärfe fortdauern. " Der Paris Soir" schreibt am Freitag abend über die innerpolitische Lage: In ausgesprochenem Gegensatz zu einem Teil des Rabinetts und von den Parteien der Linten auf das heftigste angegriffen, scheine Caillaug in einer außerordentlich schwie. rigen Lage. Man spreche bereits von seinem Nachfolger, der voraussichtlich Bainlevé selbst, unterstützt von einem Unterstaatssekretär, fein merde. Die große Frage fei, ob ein Rücktritt des Finanzministers lediglich eine Um bildung des Kabinetts oder, dessen Befamtdemission zur Folge haben werde. Die Entscheidung barüber werde von dem Ausfall des Ministerrats am Vontag und nicht zuletzt von dem Ergebnis der Besprechungen abhängen, zu der die Gruppen des Lintstartells am Montag auf Anregung der Sozialisten hin zusammentreten 3166 olen Weiteres Sinken des Frank. Paris, 23. Oktober.( TUL) Der französische Frank ist heufe meiter gefallen. Das Pfund Sterling erreichte nachmittag 116 und ging zum Schluß auf 114,70 zurüd. Der Dollar stieg Don 23,19 auf 23,94. Einreichung der Gesuche fann lediglich durch die Schulleitungen der höheren Lehranstalten erfolgen und ist auf anderem Wege zwedlps. Sämtliche Bewerbungen müffen spätestens am 20. Dezember 1925 in Dresden- 2. 24, Kaizer Straße 2, bei der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft, Abteilung„ Studienstiftung des Deutschen Bolles", vorliegen. Frühere Einsendung ist im Interesse eines geGefuche fönnen unter feinen Umständen Berücksichtigung finden und ordneten Geschäftsganges dringend erwünscht. Später einlaufende werden wieder zurückgesandt. Die Entscheidung über die Gesuche erfolgt voraussichtlich Mitte März 1926. Bon London nach dem Kap auf dem Landmeg. Unter dem Bortagte kürzlich der französische Ausschuß, der zur Prüfung der Proftz des ehemaligen Ministers der öffentlichen Arbeiten Le Trocquer bleme eingesetzt ist, die mit der neuerdings wieder geplanten Untertunnelung des Aermeltanals zusammenhängen. Der Ausschuß faßte den Beschluß, den Präsidenten der Handelskammer in Paris fomie den Präsidenten der franzöfifchen Handelstammer in London und den der Handelstammer von Toulouse um Unterstützung des Profuchen. Gleichzeitig wurde eine von dem Rongreß der Wirtschafts. jetts, zunächst durch Beteiligung an den Prüfungsarbeiten, zu er vereinigung des Südwestens Frankreichs ausgearbeitete Dentschrift Tunnels unter dem Aernelkanal einfegt, sondern überdies einen zur Kenntnis genommen, die sich nicht nur warm für den Bau eines zwischen Tunnel fordert, der unter der Meerenge von Gibraltar ver London und dem Kap geschaffen werden würde. laufen soll, wo durch eine durchgehende Landverbindung zwischen der Newa wird auf Anordnung der Hauptverwaltung für Kunst. Umbau der Peter- Pauls- Feftung. Die Peter- Pauls- Feftung an angelegenheiten einem Umbau unterzogen werden. Die genannte Sowjetbehörde will der Festung das Aussehen wiedergeben, welches fie in älterer Zeit gehabt hat. Zu diesem Zweck sollen mehrere Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gänzlich niedergelegt werden, und die Festung wird auf das Gelände beschränkt werden, welches sie zufolge den alten noch vorhandenen Plänen und Abbildungen ehemals eingenommen hat. Alle Arbeiten bei diesem Umbau follen von Arbeitslosen ausgeführt werden, denen auf diese Beise eine Berdienstmöglichkeit gegeben wird. Rudolf Belling, der Berliner Bildhauer, hat bon der Gewerkschaft der Buchdruder den Auftrag erhalten, für den großen Sigungsiaal bes von Mag Taut neugebauten Sauses der Gewerkschaft das Bildms von deren Gründer, Härtel, zu schaffen. fowie das Wappen der Buchdruder für das Treppenhaus zu gestalten. Der Auftrag ift im Vergleich zu der sonstigen Burudhaltung öffentlicher Stellen gegenüber der modernen Stunft besonders begrüßenswert. Wilhelm Bölsche hält am 30. Dtober, abends 8 Uhr, in der Hochschule für Mufit( Harbenbergstr.) einen Vortrag über: Neue Probleme zum Liebesleben in der Natur. Tagung Die Mittelschule". Im Rahmen der vom 3entralinstitut für Erziehung und unterrigt ins Leben gerufenen Tagungen findet in der Zeitvom 28. bis 30. Dezember im Bentralinftitut eine Tagung ftatt, auf der die gesamten bie- Mittelschule berührenden Fragen in Vorträgen und Aussprüchen behandelt werden sollen. Das Programm ist Damer Str. 120, zu erhalten. auf Wunsch bei der Geschäftsstelle des Zentralinstituts, Berlin W. 35, Bots Das einmütige Kabinett. Und der tendenziöse Schwindel der Deutschen Tages. zeitung". Die Deutsche Tageszeitung" bezichtigt die volksparteiliche Lägliche Rundschau", das Organ Herrn Siresemanns, des tendenziöfen Schwindels", weil fie erflärt hatte, daß das Kabinett insgesamt auf dem Boden dessen steht, was in Locarno erreicht worden ist". Seltsamerweise beruft sie sich dabei auf den Vorwärts". Sie schreibt:: Nun ist durch eine Mitteilung bes„ Borwärts" über eine Aeußerung des Reichskanzlers im Auswärtigen Ausschuß ganz flar der Beweis erbracht, daß die tatsächlichen Borgänge innerhalb des Stabinetts feinerlei Anhalt für eine derartig tendenziöse Auslegung geben, wie die„ Tägliche Rundschau" sie vornimmt. Nach dem Borwärts" nämlich hat Dr. Luther im Ausschuß festgestellt: „ Der Herr Außenminister hat auf Grund eines einstimmigen Kabinettsbeschluffes berichtet. Das entscheidende Wort in dieser Feststellung ist das leßte. Herr Dr. Stresemann hat in der Tat berichtet; aber der Kabinettsbeschluß, der ihn dazu ermächtigte, war rein formaler Art und bedeutete feinerlei ma terielle Stellungnahme zu den Ergebnissen von Locarno. Selbst für einen bescheidenen Verstand ist dieser Unterschied bei einigem Bemühen zu begreifen. Wir wollen dahingestellt sein laffen, worauf die Begriffsstuhigkeit der Täglichen Rundschau" beruht. Daß diese selbe Begriffsftußigkeit beim Vorwärts" Dorhanden ist, daß er, schlimmer als das Rammerfäßchen in Minna von Barnhelm"," Geschriebenes nicht gut lesen tann", selbst wenn er's felbst geschrieben hat, braucht nicht zu verwundern. Denn dieses Unvermögen entspringt bei ihm der heißen Sehnsucht, möglichst bald die Dinge in eine Regierungsfrise hineinzutreiben, wozu ihm jeder Schwindel eben recht ist. Dazu haben wir zu bemerken: Die sozialdemokratischen Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses hatten sich noch während der Sigung an maßgebender Stelle danach erfundigt, ob der Kabinettsbeschluß etwa nur eine Ermächti gung zur Berichterstattung bedeute, also nur formaler Art Schüßengraben nicht nach der Ronfeffion gefragt habe,| einzustellen, wenn die bulgarischen Truppen feinen neuen fo müsse man auch in der Erziehung des deutschen Bolles zusammenhalten. Die Faschisten wüten weiter. Das sozialistische Parteibureau zum 4. Male verwüstet! Bon der italienischen Partei wird uns aus Rom mitgeteilt, daß in der Nacht zum 6. Oftober die Faschiffen zum vierten Male in die Cofale des Partelvorstandes eingedrungen sind und alles verwüstet haben. Zum vierten Male in einem Jahre! Die wachhabende Karabinieri hat den Eindringlingen nur eine der Partei gestohlene Schreibmaschine abgenommen. Vieles andere wurde gestohlen Auch die magimalistische Partel hat dasselbe Schidjal erlebt. Nachwirkungen des Presseboykotts gegen Mussolini. Rom, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Als der italienische Ministerpräsident in Locarno versuchte, einen internationalen Breffe empfang zu veranstalten, blieb ein großer Teil der Korrespondenten und Korrespondenzvertreter der Einladung fern. Mussolini wurde zum allgemeinen Gespött, und das scheint jetzt seine Nach mir. tungen haben zu sollen. Am Donnerstag hat bereits der„ Popolo d'Italia" nicht nur die dem Empfang ferngebliebenen. Breffe. vertreter, sondern auch den Außenminister Vandervelde an geflegelt, weil er es nicht für notwendig gehalten hat, Musso. Der Wahlkampf im entscheidenden Stadium! Heute und morgen noch steht die Berliner Sozialdemokratie in einem entscheidungsvollen Kampfe. Heute, neben der letzten Flugblattverbreitung, andere Arbeiten der Propaganda und des Werbens. Morgen früh Fortsetzung derselben und die notDarum wendigen Schlepp- und Wahlarbeiten. Genoffen und Genoffinnen: Angriff mehr unternehmen. In einer Bekanntmachung erklärt die Regierung, daß sie zur Betonung ihres Friedenswillens ihrer Note an Bulgarien feinen ultimativen Charakter gegeben habe.. Sofia, 23. Dtt.( Bulg. Telegr.- Agentur.) Die Regierung hat die Mitglieder der Militärtontrolltommission eingela. den, sich an den Ort des bulgarisch- griechischen Grenzzwischenfalls zu begeben, um sich an Ort und Stelle zu unterrichten. Es liegt alle Veranlassung vor, anzunehmen, daß Griechenland die Aftion gegen bulgarisches Gebiet seit langem forgfältig porberettet hat. Schon feit gewisser Zeit fuchten griechische Soldaten fyfte matisch, einen Zwischenfall herauszufordern. Sie haben sich nicht gefcheut, Grabdenkmäler der im Baltantrieg gefallenen bulgarischen Offiziere und Soldaten zu beschädigen. griechische Vormarsch auf bulgarischem Gebiet scheint gegenwärtig zum Stillstand getommen zu sein. Südslawien neutral. Der Belgrad, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Regierung teilt amtlich mit, daß sie in dem griechisch- bulgarischen Konflikt v oll, tommene Neutralität wahren wird. einer Die Buße von Damaskus. Nach dem Sieg der Franzosen. Paris, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Stadtväter von Damaskus haben nach englischen Meldungen folgende fran1. Entrichtung zösischen Bedingungen angenommen: Schadenersaßsumme von 40 000 ägyptischen Pfunden, 2. Einführung der Kriegsgelege während 15 Jahren und 3. Auslieferung von 50 000 Gemehren. Die durch bie Beschießung der Stadt verursachten Schäden sollen sehr groß sein. Biele Gebäude seien in Brand geschossen worden, dar unter der Bahnhof von Meidan und ein Teil des Palaftes Azi. Etwa 1000 Menschen seien getötet oder verwundet worden. 400 französische Soldaten, zum größten Teil Al gerier, follen gefangen worden sein. Die Berbindung zwischen Damastus und Deraa sei unterbrochen. Das Eintreffen von 10 000, Mann französischer Verstärkungen wird für die nächste Woche er gewesen sei, oder ob er eine materielle Stellungnahme Auf zum Kampfe und zum Siege der Sozialdemoftratie! wartet. zu den Ergebnissen von Locarno in sich schließe. Das lettere murde ausdrücklich bejaht Wir bedauern, daß ein so hervorragendes Organ der größten Regierungspárten wie die Deutsche Tageszeitung" offenbar teine Möglichkeit befigt, sich über die Bedeutung eines Kabinettsbeschlusses zu informieren. Denn daß die ,, Deutsche Tageszeitung" andere des tendenziösen Schwindels bezichtigt, während fie felber bewußt schmin delt, wagen wir natürlich nicht anzunehmen. Nun wird fie gewiß ihre unbeftechliche Wahrheitsliebe dadurch beweisen, daß sie unsere Feststellung schleunigst ab druckt. Sie würde sonst allerdings dem Vorwurf, ihren Lesern absichtlich die Wahrheit zu verschweigen, nicht entgehen fönnen. 02 44 Nur Redensarten! ihm nichts! " lini aufzusuchen. Am Freitag wird in der gesamten faschistischen Presse diefe Kampagne fortgesetzt, und selbst das Organ Farrinaccis, die„ Terra nova", ein Blatt, das sich bisher nur für innerpolitische Dinge interessiert hat, bringt einen Leitartikel über die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien. In ihm wird unter dem Vorwurf der Undanfbarfeit für die von Italien dem westlichen Europa ge währte Kriegshilfe, von Vergiftung der politischen Atmosphäre durch die französische Presse gesprochen und von der Pariser Regierung verlangt, daß sie durch Einschränkung der Pressefrei. beit(!) diefen Feldzug steuere. * Getreu seiner sozialistischen Ueberzeugung hat Genoffe Ban. dervelde in der Tat jede Berührung mit dem Anftifter zur Er mordung Matteottis in Locarno vermieden. Nicht nur, daß er ihn Sixt v. Armin verleugnet den Kaiser". Aber es hilft nicht besuchte, sondern er ignorierte ihn auch im Sigungssaale der Konferenz. Chamberlain und Briand waren übrigens von dieser Absicht Vanderveldes unterrichtet und haben nicht den geringsten Versuch unternommen, ihn umzustimmen. Auch sie hätten es zweifei los vorgezogen, wenn ihnen die Begegnung mit Mussolini erspart geblieben wäre. Jedenfalls gereichen die Anpöbelungen durch die Faschistenpreffe dem Genossen Vandervelde mir zur Ehre. übrigen ist die But der Faschisten über den Breffebontott gegen Mussolini um so größer, als die Bresse der ganzen Welt aus. führlich darüber unterrichtet wurde, namentlich burch ein längeres Telegramm der Havas- Agentur, und als diese Blamage des„ Duce auch in den italienischen Blättern registriert werden mußte. Der Faschistenüberfall auf den Korrespondenten des Pariser Deuvre in Locarno, Barbe, am Tage nach Schluß der Konferenz, hat die moralische Isolierung Mussolinis nur verstärkt. Der Reichsdienst der deutschen Presse erfährt: Die Entscheidung des Ministers in der Affäre Sixt von Armin steht unmittelbar bevor. Aus den Akten geht hervor, daß Sirt von Armin erklärt, nur von einem Gruß des Raisers" gesprochen zu haben, nicht aber von einem Auftrag des Raisers Diese Darstellung wird vom General von Haac, dom Vertreter des, Reichswehrminifteriums, und von dem General a. D. von Wrisberg bestätigt. Sigt von Armin hat ferner erklärt, Teinen Auftrag von Raiser Wilhelm erhalten zu haben. Aftenmäßig teht feft, daß General Sigt von Armin im Bereiche des früheren rierten Korps( Magdeburg) rund 40 Denkmäler für gefallene Heeresangehörige eingeweiht hat, ohne daß von diesen Feiern irgend ein Anstand gemeldet wurde. Der General gibt zu, den paffus von dem„ erlauchten Sproß gesprochen zu haben, legt aber diesem Sah nar den Wert einer Rebensart bei. Wie man hört, wird nun der Borfall bei der Auguftaner- Feier von den zuständigen Stellen faum zum Anlaß genommen werden, ein generelles er bot der Teilnahme von Reichswehrangehörigen an derartigen Feierlichkeiten zu erlassen.. Man hofft auch fernerhin mit einer ftraffen Handhabung der seinerzeit vom Reichspräsidenten Ebert er. laffenen Vorschriften das Auslangen zu finden. Da die Affäre Sigt von Armin beim Oberreichsanmalt schwebt, so ist es deffen Aufgabe, den einwandfreien Tatbestand festzustellen. Sobald die Entscheidung des Reichswehrministers gefallen ist, wird die Deffentlichkeit durch eine offiziöse Kundgebung benachrichtigt werden. Die Erklärung befriedigt in feiner Weise. Sie geht an den Tatsachen, auf die es ankommt, vorbei. Nicht bestritten wird, daß der General, der sich jetzt in so heldenhafter Weise aus der Affäre zu ziehen versucht, in Gegenwart der Tra ditionskompagnie der Reichsmehr von Seiner Majestät, dem Kaiser und König und von der ehrfurchtsvollen Dankbarfeit und unwandelbaren Treue zu ihm gesprochen hat. Nicht bestritten wird vor allem der Paffus in seiner Rede: „ Das oberste Gefeß für uns alle ift das der Pflichterfüllung. getreu den Kriegsartikeln und dem Fahneneid, den wir Seiner Majestät geschworen haben." Das ist eine glatte Aufforderung zum Hochverrat, ge richtet u. a. auch an die Mitglieder der Reichsmehr. Und darüber hilft feine Berlegenheitsphrase von allgemeinen Redensarten" hinweg! Stresemann gegen das Reichsschulgesetz. Für Freiheit der Erziehung. Karlsruhe, 23. Ottober.( TU.) Im Verlaufe seiner heutigen Rede fam Reichsaußenminister Dr. Stresemann auch auf den Reichs hulgelegentwurf zu sprechen und wies in feinen Ausführungen den Vorwurf, er habe den Reichsschulgesetzentwurf gebilligt oder zum mindesten nicht gegen ihn Stellung genommen, entschieden zurüd. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß der betreffende Entwurf dem Reichskabinett überhaupt noch nicht porgelegen habe, daß er also in diesem Rahmen noch feine Stellung habe nehmen fönnen. Er wolle aber einer Stellungnahme nicht aus dem Wege gehen, und seine Auffaffung zu dem Entwurf des neuen Reichsschulgesetes sei durch die Eigenschaft der Deutschen Beltspartet als einer liberalen Partei gegeben. Die Deutsche Bolts partei und damit auch er als deren Führer vertrete getreu der Ueberfteferung, der Nationalfliberalen Bartei, aus ber sie hervorgegangen sei, den Standpunkt der Freiheit der Erziehung. Er be taure den Streit der Ronfeffionen in Deutschland aufs schmerzlichste. Die Deutsche Boltspartei merde sich im Ranipfe um die geistige Freiheit von feiner anderen Partei übertreffen lassen. In wirt fchaftlichen und anderen Fragen fönne wohl ein Kompromiß möglich fein, aber in dieser Frage, der Frage der Erziehung, tönne es ein selches unter feinen Umständen geben. Wenn man im Weltfricge im Schweizer Nachspiel zum Faschistenüberfall. Bern, 23 Oktober.( WIB.) In der heutigen Bundesrats. figung wurde der Locarneser Zwischenfall Casetti- Barde behandelt. Bekanntlich hatte der italienische Kriegsverstümmelte und ehemalige Hauptmann Casetti den Mitarbeiter des Pariser Blattes Deuvre" megen einer Bemertung über die faschistische Bemachungs. mannschaft des italienischen Ministerpräsidenten Musolini geohr feigt, ein Zwischenfall, der unliebjames Aufsehen erregt hatte. Ter Bundesrat hat beschlossen, Casetti eine Berwarnung er teilen zu lassen mit der Androhung der Landesvermei. sung für den Fall einer nochmaligen Berlegung der schweizerischen Gastfreundschaft. Briand mahnt Athen und Sofia an ihre Völkerbundspflichten. Paris, 23. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Einberufung des Böllerbundsrates auf Montag nachmittag nach Paris hinaus hat Briand an die Regierungen von Sofia und Athen Telegramme gerichtet, in denen er ihnen die Verpflichtungen ins Gedächtnis ruft, die sie auf Grund des Artikels 12 des Bölferbundffatuts übernommen haben, und sie auffordert, die militärischen Operationen fofort einzustellen und ihre Truppen jenseits der Grenze zurüd nehmen. Nach einer Meldung des Temps" follen außerdem bereits zwischen den Kabinetten von Paris, London und Rom Berhand. lungen darüber im Gange sein, ob ein gemeinsamer Schrift in Athen und Sofia angebracht fel. Chamberlain hat bereits fein Erfcheinen zur Sihung des Bölferbundsrates zugefagt. Der griechische Einmarsch in Bulgarien. Sofia, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Amtlich wird mit geteilt: Die griechischen Truppen find am Freitag früh 2 Uhr in Bulgarien mit drei Regimentern Artillerie und einigen Regimentern Infanterie mit Maschinengewehrabteilungen eingebrungen und haben fofort drei bulgarische Grenzbefestigungen eingenommen Sie sind im Laufe des Tages bereits 6 kilometer in bul. garisches Gebiet eingedrungen. Die bulgarischen Grenz machen haben den Befehl erhalten, sich zurüdzuziehen und alles zu tun, um weitere Bwischenfälle zu vermeiden. Einige Dörfer bei Petritsch haben sie breits geräumt. Trotzdem wurde das Dorf Martoftinovo, östlich von Petritsch, von den Griechen be. fchoffen Gelbst griechische Bombenflugzeuge find bereits in Attion getreten. Der bulgarische Generalffab hat sich daraufhin entfchloffen, aus feiner bisher geübten Defensive herauszutreten. Der Kriegsminister hat entsprechende Beisungen gegeben. Die offiziöfe Athen. 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Agence Athen" meldet, daß die griechische Heeresleitung befchloffen hat, die Stadt Petritsch nur einzuschließen, um etmaige Berlufte durch einen frontalen Angriff zu vermeiden. Die Regierung hat dem Generalstab strenge Weisung gegeben, den Vormarsch sofort London, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Aus Beirut wird gemeldet, daß die letzten. Unruhen in Damastus auf die öffentliche Ausstellung der Leichen von 24 Räubern, die von den Franzosen erschossen waren, zurückzuführen seien. Die Stadt selbst ist jetzt ruhig, es werden jedoch neue Unruhen bes fürchtet. Die Zahl der Opfer der Beschießung wird auf min destens 1000 Personen(?) geschäßt.( Englische Zeitungsmeldungen über die Vorgänge in Syrien haben sich in letter Beit meist als übertrieben erwiesen. Red. d. B.) Die alte Aera. Kriegsreden eines Konteradmirals im Cofmann- Prozeß. München, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.). Wenn schon die Zeugenaussagen der vier ersten Verhandlungstage im Dalchstoße prozeß flar gezeigt haben, daß sich der Kläger Coßmann ausschließ lich auf typische Vertreter des wilhelminiſchen Obrigkeitsstaates ſtügt, fo brachte der fünfte Berhandlungstag durch die Bernehmung des Konteradmirals a. D. v. 2evehow den nicht mehr zu überbietenden Höhepunkt in dieser Richtung. Was sich dieser Zeuge als früherer Chef des Stabes der Seefriegsleitung, also die rechte Hand des Admirals Scheer im Großen Hauptquartier, an Anmaßung und Terror des ganzen Gerichtsfaales leistete, dürfte wohl in den Annalen der deutschen Prozeßgeschichte einzig dastehen. Es hafte zunächst den Anschein, dah feine Bernehmung recht furs fein mürbe, da der Zeuge felbft erflärte, der von ihm im ersten Dolchstoßbeft abgedruckten Denfschrift nich Befentliches hinzufügen zu tönnten. Durch das Drängen bes Borfigenden ließ er sich jedoch herbei, die 17 Seiten seiner Denfschrift in den Süddeutschen Monatsheften nahezu Bort für Wort vorzulesen und dazu überall boy, mo er es aus politischen Gründen für vorteilhaft hielt, lärmenbe und schimpfende Einschaltungen fritischer Art zu machen, so daß seine „ Bernehmung" eine Philippila gegen das Kriegsfabinett des Sanzlers Prins Mag von Baden wurde und drei volle Stunden in Anspruch nahm. Wie oft er auch feinen Rafernenhofton bis zum Gebrüll fleigerte, mie oft er auch mit beiden Fäuften in die Luft und auf den Tisch trommelte, wie rübe und über. heblich er sich wiederholt gegen den Brinz Mag von Baden, gegen Herrn v. Baner und andere ausließ mal unterbrach ihn der Borsigende. Gegen einen in unerhörten Mißbrauch einer Beugenaussage fann nicht scharf genug Einspruch erhoben werden. nicht ein einziges Abgesehen davon, daß es nicht statthaft ist, daß ein Beuge feine Aussage größtenteils wörtlich aus einer gedruckten Zeitschrift ablieft, entbehrte es vollständig jeden Zusammenhanges mit dem Prozeßftoff. menn diefer beschäftigungslose Admiral in einer langen Randbemertung zu seiner Dentschrift eine leidenschaftliche persönliche Berteidigungsrede auf Ludendorff hielt und ihn als einen gewaltigen Menschen, eine Titaneriraft", im Vergleich sehte zu den jammervollen und kläglichen Gestalten des Kriegslabinetis Prinz May von Baten. Was fümmerte diesen Militaristen reinsten Wassers die zwiespältige Hasardeurhaltung Ludendorffs vom 29. September bis 1. Oftober 1918, als dieser von der Reichsregierung die fofortige Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen verlangte, während er ihm gegenüber nur den Wunsch nach baldigen Berhandlungen aussprach! Auf den materiellen Inhalt dieser Zeugenaussage einzugehen, erübrigt fich; denn sie ist nachzulesen im ersten Dolchfloßheft des Klägers Cozmann. Auf Grund der schweren Beschuldigungen des Admirals v. Lepehom gegen den Prinzen Mar von Baden und den Bizetangler ron Bayer erklärte der Verteidiger Dr. Hirschberg, daß er im Anschluß der bisher vom Vorsigenden zugelaffenen Zeugenliſte seinen schon vor Monaten geftellten Antrag auf Ladung des Prinzen Mag von Baden und v. Payers als 3cugen wiederholen merde, damit diese beiden Männer Gelegen. heit hätten, von der Stelle des Gerichts aus für den Schuß ihrer Ehre felbst einzutreten. Die fachlich notwendige Berichtigung zur Klarstellung ter politischen und militärischen Berantwortung während ber Oftoberiage 1918 wird bei der Erstattung des Sachverständigen gutachtens durch die Herren Delbrüd, klud und Schwerdtfeger erfolgen. gutachtens durch die Herren Delbrüd, klud und Schwerdtfeger erEinige furze Fragen des Verteidigers Dr. Hirschberg lehnte der Zeuge in schnodderigem Feldwebelton ab zu beantworten. Begreif lich, denn diese Fragen waren ihm außerordentlich unbe quem, so vor allem die Frage, ob ihm befannt sei, daß sich Prinz Mag von Baden der Forderung Ludendorfis nach fofortigem fügte, als Ludendorff sein Verlangen mit der fatastrophalen Cage an Waffenstillstand mit allen Mitteln widerfekte und sich erst dann der Weltfront begründete. Daß der Zeuge als einer ber verantwort lichen Männer der Marine nie von der Stimmung der Mannschaft auf den Schiffen mußte, gab er selbst zu. Drei weitere Stunden füllte die Bernehmung von brei ehemaligen Kapitänen, Hingmann, Scheibe und v. Waldener- Hark, cus. Der ägyptische Ministerpräsident Siwar Pafcha hat Freitag Paris verlassen, um sich nach Berlin zu begeben. Der Kampf gegen den Achtstundentag. Mit Hilfe des Reichsarbeitsministeriums. Zu der bereits gemeldeten Aussperrung der 18 000 Weiß glasarbeiter in Schlesien sollen jegt noch 6000 Weißglasarbeiter Sachsens hinzukommen. Die Glasindustriellen Sachsens haben die Belegschaften zum 31. Oftober gefündigt. Die Ursachen der beabsichtigten Aussperrung fassen wir noch einmal furz zusammen. Machdem der Kampf vier Wochen währte und die Unternehmer der Verbandsgruppe 1 die Hoffnung aufgeben mußten, die fämpfende Arbeiterschaft niederzuringen, gingen die Unternehmer der Verbandsgruppen 2 und 3 dazu über, die Belegschaften zum 10. Of. tober auszusperren. In der Verbandsgruppe 1 standen 5000 Arbeit.r im Kampf; weitere 13 000 famen burch die Aussperrung in der Gruppe 2 und 3 hinzu. Der Schutzverband Deutscher Glasfabriken hat seine Organifotion in Bezirksgruppen eingeteilt. Seit dem 31. August befinden fich die Arbeiter der Verbandsgruppe I( Brandenburg) im Streif. Am 4. Juli 1925 murde vom Schutzverband Deutscher Glasfabriken in der Bezirksgruppe 4( Sachsen) eine Aussperrung vorgenommen, weil nach Ablauf der bestehenden Wertstarifverträge die Arbeiter acht Stunden arbeiteten. Die Aussperrung in der Berbandsgruppe 4 endete nach zweiwöchentlicher Dauer mit dem Ergebnis, daß für die Feuerarbeiter die achtstündige tägliche Arbeitszeit vereinbart wurde, mit Ausnahme zweier Kleinglashütten, die noch das Recht haben sollten, bis zu 8% Stunden täg lich arbeiten zu laffen. Für die übrigen Arbeiter wurde verein- fabriken die Kündigung ausgesprochen werden müsse. Schutz bart, daß die wöchentliche Arbeitszeit bis zu 54 Stunden ausgedehnt werden tann. Grundsäglich wurde die achtstündige Arbeitszeit für alle Arbeiter anerkannt. Der für die Gruppe 1( Brandenburg) bestehende Tarifvertrag wurde munmehr gekündigt und verlangt, daß auch dort die achtstündige Arbeitszeit für die Feuerarbeiter festgesezt wird; für die übrigen Arbeiter wurde die Ausdehnung der Arbeitszeit bis zu E4 Stunden wöchentlich zugelassen, mit der Maßgabe, daß für die Ueberstundenarbeit ein Zuschlag von 25 Prozent zu zahlen ist. Die Unternehmer der Verbandsgruppe 1 lehnten Berhand lungen ab; auch über die aufgestellten Lohnforderungen wollten die Unternehmer nicht verhandeln. Die Arbeiter reichten deshalb in den Betrieben die Kündigung ein. 2m 28. Zuguſt jong ngrem Reichsarbeitsministerium in Berlin eine Berhandlung statt. Es wurde nach vorher gegangenen ergebnislojen Verhandlungen der Parteien vor der Schlichtungstammer ein Schiedsspruch gefällt, der eine Er höhung der Löhne für die Affordarbeiter um 6 Prezent und für die Zeitlohnarbeiter um 8 Prozent vorsah. Die beantragte Neuregelung der Arbeitszeifdauer wurde völlig unberüdsichtigt gelaffen, obwohl die Unternehmer der Verbandsgruppe 4 die achtstündige Arbeitszeit für die Feuerarbeiter zugestanden hatten und auch in anderen Verbandsgruppen diefelbe Arbeitszeitregelung von den 1Internehmern anerkannt war. Zudem war auf Veranlassung der Unternehmer der Verbandsgruppen 1( Brandenburg), 2( Weiß maser) und 3( Penzig) die Auffündigung des Arbeitszeitabkommens in der Verbandsgruppe 4 zum 31. Januar 1926 erfolgt war. Die Arbeiter der Verbandsgruppe 1 lehnten den Schiedsspruch ab, worauf die Arbeitseinstellung am 31. August erfolgte. Festgefahren. Bergebens versucht sich die Rote Fahne" herauszuschwindeln. Sie hat aus wahlagitatorischen Gründen in fenfationeller Auf machung die Lüge verbreitet, daß die städtischen Betriebe her untergewirtschaftet seien, die Tarife um 50 Pro 3. erhöht werden müßten, ohne daß den Arbeitern eine Lohn erhöhung gewährt werden könne. Das ist die denkbar schwerste Quertreiberei, die uns je während eines Gewerkschaftskampfes vorgekommen ist. Wenn das die neue Richtung der KPD. iſt, Um sich aus dieser Situation herauszuschwindeln, schnauzt die Rote Fahne die Obleute der Gas- und Wasserarbeiter an, die zur guten Hälfte Kommunisten sind, und verlangt fofortige Durchführung des Streitbeschlusses. bann fann man ja auf allerlei gefaßt sein. Also erst bringt die„ Rote Fahne" durch ihre verlogene Sen. sationsmache die Arbeiter in eine schwierige Situation, dann ver langt sie von ihnen, fie sollen in dieser Situation den Abschluß des Schiedsverfahrens nicht abwarten und streiten. Damit niemand im Zweifel fein fann, wohin diese Niederlage: strategen die städtischen Arbeiter führen möchten, hat der Wahlhelfer die zwei ersten Seiten der Roten Fahne" mit Beschlag belegt, um Den anvergänglichen Ruhm" des Hamburger Oftoberaufstandes zu verfünden, eine der blutigsten und leichtfertigsten Niederlagen, in die die KPD. jemals deutsche Proletarier hinein. gestoßen hat. Wenn aber die Rote Fahne die Arbeiter sozusagen mit der Nase darauf stößt, wohin die Reise gehen soll, hält sie ihre be dauernswerten Leser für so dumm, nicht mehr zu wissen, was zwei Tage vorher dort gedruckt wurde. Am Mittwoch war auf der ersten Seite fettgedruckt und als Ueberschrift hervorgehoben, folgendes zu Da die Arbeiter Widerstand leisteten, beschlossen nunmehr auch die Unternehmer der Verbandsgruppe 4( Sachsen) die Aussper rung. Obwohl die Unternehmer dieser Verbandsgruppe ein Ar= beitszeitabtommen mit dem Zentralverband der Glasarbeiter abgeschlossen hatten, obwohl eine weitere Bereinbarung vor liegt, daß bis zum 31. Oftober eine neue Bezir? slohntafel geschaffen wird, geben die Unternehmer der sächsischen Weißgíasindustrie ihren Belegschaften durch Anschlag bekannt, daß wegen unerfüllbarer Forderungen der Arbeiter der Bezirksgruppe 1 und auf Beschluß des Schuhverbandes Deutscher Glasverband und Bezirksgruppe werden also tarifbrüchig. Was aber fut das Reichsarbeitsministerium, um diesen Schwerarbeitern den Achtffundentag zu sichern? „ Unerfüllbare Forderungen" sind nach Ansicht der Glasindustriellen aufgestellt worden. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Forderung in der Arbeitszeit von den Unternehmern der fächsischen Weißglasindustrie und von anderen Bezirken aner fannt und durchgeführt wurde. Selbst Bertreter des Schutzverbandes Deutscher Glasfabriken haben anerkannt, daß die Durchführung der achtstündigen Arbeitszeit für die Feuerarbeiter teine Nachteile für die Industrie bringe. Praktische Erfahrungen haben gezeigt, daß sogar eine rationellere Ausnügung ber Betriebe durch die Einführung der achtstündigen Schicht für die Feuerarbeiter erreicht werden kann. Unternehmer im Kampfgebiet waren es, die selbst zum Ausdruck brachten, daß sie die geforderte Arbeitszeit für die Feuerarbeiter anerkennen, daß fie aber die Zustimmung hierzu nicht geben dürfen, weil der Schutzverband, der in anderen Bezirken auch zu dieser besseren Einsicht getommen ist, es ihnen untersagt. Unerfüllbare Forderungen? Die Unternehmer der Verbands gruppe 1 haben die Mittel, die Defen nun schon acht Wochen unter Feuer zu halten und täglich tausende Tonnen Kohlen zu verfeuern, ganz abgesehen von dem Produktionsausfall. Verluste gehen bereits in die Millionen. Dazu ist Geld vorhanden! Die Weißglasindustrie war es ja auch gewesen, die bis in die jüngste Zeit nur freibleibend verfaufte. Das Reichsmirtschaftsministerium mußte erst auf dem Klagewege die Unternehmer zwingen, diese Wucherpolitik aufzugeben. Aber für das Reichsarbeitsministerium eriftiert feine Arbeitszeitfrage in dieser Industrie, die zwar eine der ungesundesten, aber auch lufratioften ist. Die lesen:„ Die städtischen Betriebe in Grund und Boden gewirtschaftet. Die städtischen Betriebe sind schon längst erneuerungsbedürftig. Sie können den an sie gestellten Ansprüchen nur noch durch eine schamlose Ausbeu. tung der in den Werken beschäftigten Arbeiter notdürftig genügen." Und weiter oben fonnte man in großen Lettern lesen, daß die städtischen Werfe ihre Tarife um 50 Proz steigern und feinerlei Lohnerhöhungen Arbeitern gewähren wollen". Das Bolschewistenblatt, das ſeine Leser offenbar für ausgemachte Idioten hält, bestreitete etwas Derartiges veröffentlicht zu haben. Wenn auch nur Hälfte der am Mittwoch hinausgeschleuderten Behauptungen wahr wäre, dann könnten die städtischen Arbeiter allerdings ihre Forderungen einpacken. den Was tat Frant Hodges?" fragt die„ Rote Fahne", indem sie mit einer Retourtutsche unserer Feststellung auszuweichen sucht. Das wollen wir ihr nochmals fagen. Am 10. Oftober be schloß die Erefutive der Bergarbeiter- Internationale, daß keine Streitbrecherfohle nach Amerita gehen darf. Das tat Frank Hodges. Und was tat Coot? Er ließ und läßt Streifbrecherkohle nach Amerita verschiffen. das Unbillige Härte. col In einem Betriebe von Siemens Halste wurden einige Arbeiter beordert, nach Feierabend einen Wagen zu entladen. Einer der betreffenden Arbeiter, der sich an dieser Ueberarbeit nicht beteiligte, sondern beim Schluß der regulären Arbeitszeit nach Hause ging, wurde wegen Arbeits Dermeigerung entlaffen. Beim Gewerbegericht focht er seine Entlassung als unbillige Härte an mit dem Erfolg, daß die Firma verurteilt murde, ihn weiterzubeschäftigen oder mit 80 M. zu entschädigen. Begründend führte der Vorsitzende, Magiftratsrat Dr. Sell aus: Die Weigerung des Klägers, fich an der Ueberarbeit, die nach Angabe der Beklagten etwa eine Viertelsiunde gedauert haben würde, zu beteiligen und daß er, ohne dem Meister etwas zu sagen, nach Hause ging, sei nicht zu billigen. Da aber der Kläger schon jahrelang im Betriebe arbeitete, ohne daß er sich etwas zuschulden kommen ließ, so fönne dieser einmalige und erstmalige Vorfall nicht als aus= reichender Entlassungsgrund angesehen werden. Es wird abgebaut. Herne, 23. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Verwaltung der Herner Zechengruben der Harpener Bergbau- A.- G., also der Bechen von der Heydt, Julia und Redlinghausen I und II, hat am Donnerstag den Belegschaften durch Anschlag befannigegeben, daß sie bei dem einreißenden Absagmangel in dieser Woche eine zweite Feierschicht einlegen müffe. Neunkirchen, 22. Oktober.( TU.) Auf dem Neunkirchener Eisenwerk müssen wegen Mangel an Auftragserteilung 400 Arbeiter entlassen werden. Die Stadtverwaltung ist bemüht, einen Teil der Entlassenen anderweitig zu beschäftigen. Ter drohende Streit in der Kanal- und Weferschiffahrt. Herne, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) ( Eigener Drahtbericht.) Der Deutsche Bertehrsbund teilt mit: In einem Teil der Presse wird ver fucht, die in der westdeutschen Kanal- und in der Weserschiffahrt bestehende Streitgefahr als nichtbestehend hinzustellen. Diese tendenziöse Meldung wird wohl am besten durch die Tatsache richtiggestellt, daß der Reichsarbeitsminister angesichts der drohenden Stillegung der Kanal- und Weserfchiffahrt das Schlichtungsverfahren zur Beilegung, des Konfliktes angeordnet hat. Die Organisationen des Deck- und Maschinenpersonals haben dem Verkehrsbund vollständige Handlungsfreiheit für die sofortige Durchführung ver Streifattion ohne vorherige Abstimmung gegeben." Aussperrung in der chemischen Industrie Bayerns. München, 23. Oftober.( TU.) Zum Lohnkonflikt in der chemischen Industrie Bayerns wird gemeldet, daß seit Mittwoch 4000 bis 5000 Arbeiter ausgesperrt sind. Dies geschah auf Veranlassung des bayerischen Arbeitgeberverbandes in allen Betrieben, die feine Werksvereinbarung mit den Arbeitern getroffen hatten. Der größte Teil der Aussperrung betrifft München, Nürnberg, Augsburg und einige Werke in Oberbayern. Die Saarbergarbeiter fordern Grubenkontrolleure. Saarbrüden, 23. Oftober.( Mtb.) Die Bergarbeiterorganisationen des Saargebiets fordern in einer Eingabe von der Regierungsfommission die Bestellung von Grubentontrolleuren aus den Reihen der praktisch tätigen Bergleute, wie sie in Preußen in der Durch führung begriffen find. Im Saargebiet ist trog wiederholter Protefte der Bergarbeiterschaft immer noch das unzulängliche System der Sicherheitsmänner in Geltung, nachdem sich die Re gierungsfommission bisher der Durchführung der Verbesserungen durch das Betriebsrätegesetz verschlossen hat. Die Textilarbeiteraussperrung in Nordböhmen. Warnsdorf, 23. Oktober.( Eigener Bericht.) Obwohl seit dem 20. Oftober sämtliche Textilbetriebe, einschließlich der Wirkwarenindustrie, durch die Aussperrung von über 19 000 bis nahezu 20 000 Arbeitern und Arbeiterinnen stillgelegt sind und das gesamte mirtschaftliche Leben des Textilindustriebezirks brachgelegt ist, hat das Fürsorgeminifterium bis jetzt noch nichts unternommen, um VerTagen verliefen nach einer Dauer von etwa 20 Minuten ergebnis. handlungen herbeizuführen. Die ersten Verhandlungen vor 12 los, worauf der Verhandlungsleiter erklärte, er müsse sich vor neuen Berhandlungen erst neue Richtlinien beim Ministerium einholen. Die Arbeitnehmer forderten 15 Proz. Teuerungszulage, während die Unternehmer nur 8 Proz. bewilligen wollen. ( Der Auffassung, daß der Industrie nicht zugemutet werden fönne, Verhandlungen anzuregen und auch die Organisationen sich nichts vergeben möchten, wenn auf baldiges Eingreifen der Regierung gewartet wird, fönnen wir nicht beipflichten. Die Gewerk. schaften vergeben sich durchaus nichts, wenn sie die Unternehmer um Berhandlungen ersuchen. Wenn die Arbeitgeber fich durchaus weigern, zu verhandeln, müßte die Regierung zur Vermittlung angerufen werden. D. R. d.„ B.") Einstweilen geht der Kampf weiter, der eine tägliche Lohneinbuße von 500 000 Str, bedeutet. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Chlorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin EW. 68. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". BILLIGE ANGEBOTE Elegante Mengenabgabe vorbehalten Oberhemden Damen- Hemdchen Sportflanell Reinw. 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Grundlage jedes Familienlebens ist die Wohnung. Wir erleben es immer wieder, daß die Ungemütlichkeit einer engen Wohnung die Frau mißmutig macht, den Mann ins Wirtshaus treibt. Die feuchte, sonnenarme Wohnung macht die Familie krank und elend, so daß Frohsinn und Lebensmut schwinden und eiyer traurigen Hoffnungslosigkeit Platz machen. Am härtesten spüren es die, die ohne eigene Wohnung sich als Untermieter in eine andere Familie einquarrieren, wie sehr der Vegriss Aamilie an ein gutes heim ge> knüpft ist. Es ist daher eine Lebensfrage aller Großstädte, der nach dem Kriege furchtbar um sich greifenden Wohnungslosigkeit zu steuern. Die Gemeinde Wien hat ein großzügiges Wohnungsbau- Programm aufgestellt, das sie nicht nur einhalten, sondern womög- lich noch überschreiten wird. Sie baut jährlich 5000 neue Wohnungen. io daß in 5 Jahren ein« Stadt von 25 000 Wohnungen entstanden ein wird. Aber nicht nur daß sie baut, sondern wie sie baut, muß man beachten. Neben kleinen, von Garten und Feld umgebenen Siedlungshäusern, die zwar in gesundheitlicher Hinsicht das Ideal darstellen, aber infolge der geringen Ausnützung der Baufläche teuer sind, baut sie schöne Hochhäuser, die keineswegs den Charakter von Mietskasernen tragen und mit ihren weiten Höfen, den Spielplätzen, Planschbecken. Eislaufflächen für die Kinder geradezu ein Paradies für den Großstädter darstellen. Die Häuser sind unter gründlicher Beachtung hygienischer Gesichts- punkte gebaut: es gibt keine unbesonnte Wohnung: viele Häuser haben Vachflächen, die zu Lust- und Sonnenbädern benutzt werden können: jede Wohnung hat eigenes Klosett und eigene Wasserleitung. Die technischen Erleichterungen, die solch neues Haus bietet, wer- den das Herz jeder Hausfrau erobern. Es gibt nur elektrisches Licht: jede Wohnung hat einen Gasherd, Warmwasser, einen Spültisch. Die Küche ist nach dem Muster von Speisewagen- und Schiffsküchen, wo es gilt, im engsten Raum die größte Zweckmäßigkeit zu er- reichen, eingerichtet. Sie ist oft Wohnküche mit Silznische am Fenster. Hervorragend ist die Waschküche. Die elektrisch de- triebenen Maschinen, die dem Hausbewohner zur Verfügung stehen, ermöglichen es, in wenigen Stunden die Wäsche getrocknet und ge- rollt wieder in die Wohnung zu bringen. Ein Gemeinschaftsraum mit Bühne für alle Hausbewohner, in dem Versammlungen abgehal- ten werden, künstlerische Veranstallungen stattfinden können, nimmt die Kinder auf, die von der Mutter nicht beaufsichtigt werden können. Häufig sind sogar Bibliotheken in solch einem Hause vor- handen. Auf Grund dieser Einrichtungen kann sich ein ganz neues Gemeinschaftsleben entwickeln. Die M i e t e in diesen neuen Häusern ist zwar etwas höher als in den alten, sie ist aber nicht unerschwing- lich, so daß jeder Proletarier, der das Glück hat, eine solche Woh- nung vom Wohnungsamt zugewiesen zu erhalten, sie auch beziehen kann. Wiens billige Werkstarife. Etwas, das die Hausfrau stets in Atem hält, sind die preise. ist im Besitz von Wasser-, Gas-, Elektrizitätswerken, Straßenbahnen usw. Während früher die von den Christlichsozialen verwaltete Gemeinde diesen Besitz al» Einnahmequelle benutzte. Gas, Wasser und Elektrizität erheblich besteuerte und damit die Lasten auf die schwächsten Schultern abwälzte, gibt die sozialistische Ge- meinde Wien Gas. Wasser und Elektrizität zum Selbstkostenpreis ab, weil sie weih, daß indirekte Steuern das Leben der arbeitenden Beoölkening am stärksten und ungerechtesten belasten. So hat Wien es fertiggebracht, Gas� Wasser und Elektrizität billiger zu liefern als vor dem Kriege. Die sozialistische Gemeinde besteuert lieber die Vergnügungsstätten und Schlemmerlokale, lieber die Reichen, die Autos und Pferde besitzen und Dienstboten halten, als daß sie die Dinge, die jeder Mensch braucht, verteuert. Sozialistische Schulpolitik. Das Leben der Fron als Mutter ist aufs engste verknüpft mit der Schule. Di« Mutter erlebt mit ihrem Kind gemeinsam die Schuljahre. Je nachdem sich das Kind mit der Schule abfindet, wachsen ihre Sorgen oder ihre Freude. Der Wiener Mutter nimmt die Gemeinde eine große Sorge ab: die Kosten für die Bücher und Hefte. Zn Wien sind alle Lernmittel frei. Das Kind erlebt nicht mehr die Klagen der Eltern über die»neue Ausgabe�, oder d> beschämende Ueberreichung des von der Schule gespendeten Buches für dos»arm« Kind". Erlebt manches Kind beim Geschenk der Lernmittel oft zum ersten Male die Erkenntnis seiner sozialen Lage. so kommt sie ihm noch mehr �zum Bewußtsein in der Frühstücks- pause. Die im weitesten Umfange durchgeführte Schulspeisung orgt dafür, daß kein hungriges Sind auf der Schulbank sitzt und infolge seines Hungers dem Unterricht nicht folgen kann. Die f fc tt.„. Wiener Eltern haben in den letzten Jahren alle beobachtet, daß ihre Kinder gern zur Schule gehen. Die verständnisvoll und energisch durchgeführte Schulreform des sozialistischen Magistrats hat die Schule umgewandelt in eine von Frohsinn und Schaffenslust erfüllte Stätte, in der sich die kindlichen Kräfte voller Freude am eigenen Wachstum entfalten. Arbeit wird Spiel und Spiel ist Arbeit. Das kann jeder beobachten, der die Wiener Kinder auf ihren zahlreichen Lchrjpaziergängen oder in den Schulräumen bei ihren schönen Schulbüchern sieht. vorbllöliche Wohlfahrtspflege. Eine große Anzahl vorzügsicher wohlfahrtselnrichtungen sorgt für das Wohl der Beoölkening. Immer ist es ja die Frau, die unter den Wechselfällen des Lebens, die die Inanspruchnahme einer Wohlfahrtsstelle notwendig machen, am meisten leidet. Das neu organisierte Wohlfahrtswejen der Gemeinde Wien betrachtet den Hilfsbedürftigen nicht als den Bettler, dem man eine Gabe gibt und der sich dafür bedanken muß, sondern als den Staatsbürger, der Anspruch auf Hilfe hat. sobald er allein den Kampf mit dem Leben nicht bestehen kann. Eine Reihe gut eingerichteter und geleiteter Wohlfahrtsanstatten nimmt Kranke,' Erholungsbedürftige, Wöchne- rinnen, Kinder, Alte und Sieche auf. Viele Kinder erhatten einen längeren Landaufenthalt. Die Zahl der Kinderhorte und -gärten mird ständig erhöht, um der arbeitenden Mutter die Sorge für da» Kind abzunehmen. Inmitten alter, parkähnlicher Fried- Höfe, die ganz in Gärten umgewandelt wurden, errichtete sie Kinderhäuser, wunderschön eingerichtet, in denen Kindergärten und Horte Unterkunft fanden. Die Stätte des Todes wurde so in eine Stätte des Lebens umgewondett. Bon der Erkenntnis ausgehend, daß die Fürsorge für das Kind schon vor der Gebui� einsetzen müsse, betreibt die Gemeinde mit besonderer Sorgsalt die Schwangerenfürsorge und hat eine Eheberatuugs- stelle eingerichtet, in der Braut- und Eheleute unentgeltlich Rat erhalten. « So sehen wir, daß eine sozialistische Gemeindeverwaltung am besten geeignet ist, der Frau als Hausfrau und Mutter Erleichterungen zu bieten, die dankbar empfunden werden In jeder Stadt liegen die Verhältnisse anders, es würden sich in Berlin vielleicht andere Aufgaben zeigen. Aber überall bietet sich Ell.-gen- heit, der arbeitenden Bevölkerung durch eine von wahrhaft sozialem Geist getragene Gemeindcpolitik das Leben zu erleichtern. Frauen und Mütter, denkt daran bei der Siadwerordnetenwahl, indem ihr Sozialdemokraten wählt! Das unbegreifliche Ich. e3Z EeschichteeinerIugend. Roma» von Tom Kristensea. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. E. Vogel.) Da stand ich auf. Ich war nicht mehr melancholisch. Sie ging auf ihren sicheren Füßen die Straße hinunter; doch ich wußte, daß die kleinen, selbstbewußten Schritte mich nicht mehr traurig machen konnten. Sollte ich ganz sachte mich aus dem Staube machen, meine Verbindung mit Richard wie etwas. Gleichgültiges abbrechen? Rein, das hätte mich an meine Vergangenheit erinnert! So war ich auch ins Dunkel hinter Samuelsens Rücken hinausgeglitten. Ich wollte nicht feige flüchten, sondern ihm gerade entgegengehen, und ihn fragen, weshalb er mich zum Narren gehalten hätte, und ich wollte so ruhig frin, daß ich ihm sogar für seine Freundschaft danken wollte. Wohin ich dann gel>en sollte, wußte ich nicht; doch bei dem Gedanken krümmte ich mich zusammen, als ob ich vor einem großen Sprunge stände. Ich hatte keine Besitztümer. Meine Mütze und ein alter Mantel, den Richard mir geschenkt hatte, hingen draußen im Korridor. Es war nichts zu ordnen. Meine Malereien konnten gern stehen bleiben. Sie waren mir ganz gleichgülttg. Aber wie hübsch doch das Zimmer war! Ich machte Licht und genoß die Wände und die Möbel zum letztenmal. Ich fühlte voller Stolz, daß ich wirklich auf etwas verzichtete. In diesem Augenblick wurde ein Schlüssel in die Entree- tür gesteckt: ich löschte das Licht und ging auf den Korridor, um ihm zu begegnen, doch bereute ich plötzlich, daß ich nicht heimlich hinter seinem Rücken verschwunden war. Es hatte keinen Sinn, ihm Lebewohl zu sagen. Ich hatte die Tür geöffnet. .Was, bist du noch auf, Waldemar?" fragte Richard überrascht. „Ja, ich— will dir Lebewohl sagen— will nicht hier bleiben." „Was soll denn das heißen?" wandte er ärgerlich ein. „Ich bin ja talentlos— und so-- aber warum hast du mir das nicht gestigt, warum hast du es mir nicht gesagt?" stöhnte ich auf. Meine Ruhe war verschwunden. Es tat weh, von Richard scheiden zu müssen. „Was nützt das, wenn es ein anderer sogt. Wir können einander doch nicht helfen. Wir sind alle zusammen Menschen »hne Hände," sagte er still. Niemals vorher hatte in diesen Ton bei ihm gehört. „Zkber wir brauchen deswegen einander doch nicht zu perwirrcn, meine ich." „Einige müssen zugrunde gehen!" antwortete er.„Aber mir tut die Sache leib, denn ich habe dich gern. Ich weiß nicht, weshalb." „Ja. und das ganze war ein Plagiat nach Raavad!" schrie ich plötzlich los. Ich konnte merken, daß Richard schwach war und ich inußte zuschlagen. Er schwieg. Die Korridortür hatte er nicht geschlossen und ein kalter Zug fegte durch den Flur. „Gehst du jetzt gleich?" fragte er schließlich. .Ja." „Kannst du nicht bis morgen warten, ich bm nämlich müde—" „Ja, weil du bei deinem Mädel gelegen hast!" höhnte ich böse. „Achtung, Raavad!" sagte er und lachte leise._„Ich würde gerne mit dir sprechen. Aber ich kann dich ja ein Stück begleiten. Wo gehst du hin?" „Das weiß ich nicht."» Wir gingen die Treppe hinunter und auf. die kalte Straße. Es war Frostwetter und im Laternenschein huschten lange, unruhige Fäden über die Wasserpfützen hin. Der Himmel war sternenklar. Richard schlug mit feinem Stock gegen die Hausfassaden, als ob er Gedanken aus ihnen herausschlagen wollte. Wohin wir gingen, wußten wir nicht. Er glaubte, daß ich einen bestimmten Weg einschlagen wollte, und ich glaubte dasselbe: und wir bogen deshalb in Seitenstraßen ein und gingen auf Hauptstraßen hinaus, durch Alleen, ohne Ziel. „Wo gehen wir hin?" fragte er. „Das mußt du wissen!" antwortete ich. „Rein, ich glaubte, du— na. es ist ja auch gleichgültig." Wir kamen an einem Neubau vorbei, der mit leeren Fenstern und langen Latten in den klaren Froschimmel emporragte. „Wir gehen da rauf!" lachte Richard. Wir stießen eine Tür in einem Bretterzaun auf und wateten zwischen Kalkhaufen und Mauersteinen vorwärts. „Hier ist kein Hund und kein Wächter, solch Glück!" sagte «r.„Wir wollen diese Leiter nach oben klettern!" Langsam krochen wir aufwärts, während wir in die leeren, dunkeln Zimmer und auf die dunkle Mauer mit ihren großen Kalkspritzern starrten. Die Straße lag tiefer und tiefer unter uns. Wir sahen eine Laternenreihe entlang. Da ging ein Betrunkener und lärmte. Die Leiter ragte in den Himmel hinaus und ich fühlte, daß man von der obersten Sprosse einen Sprung in die Unendlichkeit tun mußte. Ich klammerte mich fest und wagte nicht an die Sprosse zu denken. Die ganze Zeit stand ein Mann da oben, der sich nicht mit den Händen festhalten konnte. Er hatte den weiten Raum um sich herum, und in dem Raum gab es keine Wände, gegen die er sich stützen konnte. Er mußte fallen. Es stand ein Mann da oben, und das war ich: und es war ein Mann weiter unten auf der Leiter, er klammerte sich fest, und das war ich auch. „Bist du schwindlig?" fragte Richard von oben. „Ja!" stöhnte ich. Der Schweiß stand auf meiner Stirn und die Hände, die die Leiter umklammerten, zitterten vor Kälte. „Jetzt sind wir oben!" Ich kroch langsam das letzte Stück, schwang ängstlich das eine Bein auf den Absatz, als ob es in den leeren Raum hinaus wäre, und löste widerstrebend die Hände. Ich stand auf den Brettern, die am obersten Stockwerk entlangliefen; doch wenn ich mich jetzt nicht hinsetzen konnte, müßte ich in das leere Dunkel treten, ivußte ich. Es lag grade neben meinem Fuß und unter den schwankenden Brettern ausgebreitet. Rings um mich war leerer Raum, und es schien, als ob mein Körper in dieser schwarzen Tiefe um mich herum nirgends eine Stellung finden könitte. Meine Füße wollten den einen Augenblick schräg unter mir stehen und den nächsten nach der anderen Seite ausgleiten. Ein teuflisches, schwind- liges Verlangen packte mich. Ich wollte die ganze Zeit den einen Schritt über den Rand ttin, weil dieser Raum unmöglich vorhanden sein konnte. Ich setzte mich auf den Rand der Mauer und fühlte mich an Armen und Beinen gelähmt. Es war mir unmöglich zu gehen. „Ist es nicht ein herrliches Gefühl em kleines Stück draußen im Weltenraum zu fein?" fragte Richard und lachte. „Donnerwetter, ich danke!" antwortete ich rasend. Richard setzte sich an meine Seite. „Kannst du jetzt meine Weltanschauung nachfühlen?" sagte er neckend. „Zum Teufel mit deiner Wettanschmiung! Was soll ich damit!" Er legte die Hand auf mein« Schulter. „Nimm die Hand�fort!" rief ich wütend. Er nahm sie augenblicklich fort und blieb ganz steif sitzen. „Da ist der Karlswagen und da ist die Kassiopeia," sagte er, ohne sich zu rühren.„Kennst du die?" „O ja." „Ich bin so wütend auf alle Sternbilder. Warum muß man sie grade auf die Art verbinden? Ich möchte sie am liebsten ganz vergessen, und mir meine eigenen Sternbilder schaffen, neue, phantastische Verbindungen, um sie dann wieder vergessen zu können. Der Karlswagen ist eingetrocknete Phantasie, die durch den Weltenraum dahintreibt. Ich will ihn zerschneiden. Ich will nicht, daß die sieben Sterne etwas miteinander zu tun haben." (Schluß folgt.) Der letzte Tag. Die Heftigkeit des achtzehnfachen Liebeswerbens um die Gunst Berlins beginnt von Stunde zu Stunde zu steigen. Alle Ventile find offen. Hemmungslos ergießt sich die Flut. wohlpräparierter Phrasen auf das Volt. Mit einem Flugblattschwindel ohnegleichen arbeitet das Konsortium der Reaktion, bedingungslos unterstützt von einer Presse, der die lächerlichste Lüge noch gut genug dünft, um den verhaßten Roten Stimmen abzujagen. Die Privilegien der Ausbeutung und des schrankenlosen Profits find in Gefahr. Seht, in welcher Aufregung fie auf dieses Stichwort eingehen. Die Rechtsblöckler kämpfen den Kampf der Verzweiflung und im Reglement jener politischen Freibeuter ist jedes, auch das schäbigste Mittel, Jett gilt es aber gerade zu stehen, Männer und Frauen Berlins! Die Bolksfeinde stehen einlaßbegehrend vor den Toren. Jene Leute, die mit der würgenden Waffe des Hungers und der Lohndrückerei neues Elend und neue Berzweiflung über die Maffen bringen wollen, sehen ihr Fiasko vor Augen. Geld spielt keine Rolle, die Tausendmarfscheine der Industrie gehen reichlich ein, und so werfen sich die Chefs der schwarzweißroten Retfame in die Speichen des Berliner Rades, um den Siegesweg des roten Berliner Bären zu bremsen, um zu retten, was noch zu retten ist. recht. Werdet ihr Berliner und Berlinerinnen so schnell vergessen, wie fie euch das Leben Tag für Tag verefelt haben? Wie Luthers für den 1. Oktober angesetzter Preisabbau zur elenden Farce wurde, da doch tagtäglich die Preise stiegen und noch immer steigen? Wie Du Zwei Stimmzettel. nila Einer für die Stadtverordnetenwahl einer für die Bezirkswahl. Daß die Sozialdemokraten durch die Liste I vertreten werden, daß der Wähler auf seinem Stimmzettel das Kreuz im ersten Feld anzeichnen muß, wenn er richtig wählen will, das ist jetzt allgemein bekannt. Biel zu wenig ist aber bekannt, daß bei der Berliner Gemeindewahl zwei Stimmzettel abgegeben werden. Der weiße Stimmzettel gilt für die Stadtverordnetenwahlen, der grüne Stimmzettel gilt für die Wahlen zu der betreffenden Bezirksversammlung. Auf beiden Stimmzetteln muß in dem Felde der Liste I das Kreuz jedes Wählers angebracht werden. Wird das Kreuz nur auf einem Stimmzettel angebracht, dann ist der andere Stimmzettel ungültig und verloren. Darum achte jeder bei der morgigen Wahl darauf und fülle beide Stimmzettel, den weißen wie den grünen, richtig aus. Jede Stimme zählt, jede Stimme gehört in das erste Feld, gehört der Sozialdemokratie. Wahl der Stadtverordneten 1925 fie euch mitleidslos auf die Straße warfen, wenn der Profit nicht 1 hoch genug seine Wellen schlug? Denkt ihr daran, daß sie euch die Schule der Volksverblödung, der geistigen Versumpfung aufzwingen wollen, um, eine willen und energielose Arbeiterschaft unter sich, desto ungestörter ihr verderbliches Spiel treiben zu fönnen? Berliner, sie wollen euch födern. Umsonst aber wird der große Aufwand sein! Berlin, die Stadt der Arbeit wird nie Berliner Wahlkreis. Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10 2 Deutschnationale Volkspartel 20 ſchwarzweißrot werden. Alle Mann an Dedi Heraus 3 also für den Sieg des Boltes, der euer Sieg, der auch der Sieg Berlins sein wird. Was heißt Dreiklassenwahlrecht? Der jüngeren Generation, die das allgemeine gleiche geheime Wahlrecht bereits als etwas Selbstverständliches hinnimmt, aber auch den früher politisch rechtlosen Frauen wird gar nicht so recht flar sein, was das eigentlich bedeutet: Dreitlaffenwahlrecht. Hier eine fleine Erinnerung aus der schlimmen alten Zeit. Unser Beispiel. bezieht sich auf die Stadtverordnetenwahlen von Lichtenberg im Jahre 1909. Jm ganzen waren damals 16 Stadtverordnete zu wählen, und zwar 5 in der ersten, 6 in der zweiten und 5 in der dritten Klasse. Die Einteilung der Wahlberechtigten in diese drei Klassen erfolgte so: Sämtliche Steuern des Wahlortes wurden in drei gleiche Teile geteilt und es entfielen auf die erste Klasse die Anzahl Wähler, die das erste Drittel der Gesamtsteuersumme aufbrachte. Und zwar wurde„ von oben herab" gerechnet. In der ersten Klaffe wählten diejenigen, die die höchsten Steuern zahlten. Lichtenberg hatte damals 13 012 Wahlberechtigte. Von ihnen brachten 93 das erste Drittel der Steuern auf. Also hatten diese 93 das Recht, in der ersten Klasse jene 5 Stadtverordnete zu wählen. Da fie außerdem die 5 Stadtverordneten in einem Bezirt wählen fonnten, so tann man sich vorstellen, daß es eine ordentliche Wahl überhaupt nicht zu nennen war. Man einigte sich untereinander sehr schnell oder knobelte sich die zu Wählenden aus. Das waren also die Erst flaffigen. Das zweite Drittel der Steuern wurde von insgesamt 1844 Wählern aufgebracht, die das Recht hatten, in drei Wahl bezirken weitere 6 Stadtverordnete zu wählen. Das letzte Drittel Steuern wurde von den Armen, dem Proletariat aufgebracht und infolgedessen hatten die 11075 Wähler der dritten Klasse das Recht, in fünf Bezirken sich um die restlichen 5 Stadtverordneten zu balgen. Sieht nun die heutige Generation, fehen besonders die Frauen an diesem frassen Beispiel das ungeheure Unrecht, das man damals den arbeitenden, produzierenden Klassen antat? 93 jchwerreiche Wähler hatten dasselbe Recht wie 11075 proletarische Wähler. Gegen dieses infame Bahlrecht in Preußen und in den Gemeinden kämpfte die Sozialdemokratie einen harten, opferreichen Kampf. Heute hat der höchst besoldete Generaldirettor, der reichste Billenbesizer im Grunewald mit dem allerärmsten Proletar nur je eine Stimme, während nach jener Lichtenberger Wahl jeder der 93 ersttlassigen Wähler soviel Einfluß hatte wie 120 proletarische Wähler der dritten Klasse zusammen. Ist nun das neue Wahlrecht ein gewaltiger Fortschritt oder ist er es nicht? Auf die Wähler allein fommt es jetzt an Wenn die hunderttausende unter der fortschreitenden Teuerung leidenden Hausfrauen, wenn die vielen zehntausend Bodenreformer, Siedler, Mieter, von denen leider noch viele Beamte zu den Rechts: parteien neigen, wenn die vielen tausend Straßenhändler, Kriegsinvaliden, Kriegerwitmen, die vielen erbärm lich abgespeisten Arbeitsinvaliden, die schmachvoll behandelten Hausangestellten und Portiers, die ausge beuteten Handlungsgehilfen und Unterbeamten, die von dem deutschnationalen Handlungsgehilfenverband niemals ernst genommenen weiblichen Handlungsangestellten einsehen würden, daß das neue Wahlrecht das einzige Mittel ist, ihnen zur Durchsehung ihrer gerechten Forderungen in der Gemeinde zu verhelfen, dann helfen sie, daß die Sozialdemokratie am 25. Oftober einen überwältigenden Sieg davonträgt. Neuer Betrug der betrogenen Sparer? Bolt der Sparer und Aufwertungsgläubiger, wie hat man dich betrogen! So flagt ein Blatat des Sparerbundes an, das dazu auffordert, am 25. Oftober den Sparerbund zu wählen. Warum bekennt man hier nicht klipp und flar Farbe? Warum fagt man den Enttäuschten, den politisch Mißbrauchten nicht, wie die Dinge in Wirklichkeit stehen? Warum erzählt dieses Blatat den Reninern, den kleinen Sparern nichts von dem schamlosen Betrug, den die nationalen Mannen, die Gralshüter von Wahrhaftigteit und politischer Lauterteit, um elender politischer Spekulation willen, an ihnen begangen haben?! Die Rentner sind wie Sklaven von den strupellosen Managern der Hindenburgwahl verhandelt worden. Die Sozialdemokratie war es denn doch wohl, die alle parlamentarischen Mittel ins Treffen führte, aus dem nationalistischen Aufwertungs": gerede eine wirtliche Aufwertung zu machen. Die Bürger blocmehrheit hat das zu verhindern gewußt. Mit gutem Grund! Noch nie sind die Taschen des Kapitals für andere offen gewesen. Und dann hatte man auch die Rentner nicht mehr nötig. Was alfo foll die absurde 3eriplitterungsliste des Sparer bundes? Im Grunde fommt es doch nur darauf hinaus, daß die Massen der kleinen Rentner und Sparer auf allerlei Um- und Nebenwegen erneut dem Block der Volksausplünderer in die Arme geführt werden. Also, ihr Rentner und Sparer, am 25. Oktober feine Stimme dem Zersplitterungsfrattiönchen Sparerbund", das ohnmächtig und einflußlos im Stadtparlament bald ein Spielball der reaktionären Gruppen sein würde. Am 25. Oktober wählen die Sparer, Mann für Mann, Frau für Frau sozialdemokratisch! Wahlhilfe der Arbeiter- Samariter im 20. Bezirk, Meldeftelle im Lolal von Ulrich, Reinickendorf, Markstr. 7. Tel.: Neiniden dorf 3577 oder im Seebad Reinickendorf. Deutsche Volkspartei 4 Kommunistische Partei Deutschdemokratische Partei 5 #. f. f. 30 40 50 Chetragödie in der Untergrundbahn. Mord und Selbstmord. Ein entfeßlicher Borfall spielte fich am Freitag abend in einem Abteil zweiter Klaffe eines fahrenden Untergrundbahnzuges ab. Als fich der Zug in voller Fahrt zwischen den Stationen Klosterstraße und Mexanderplat befand, zog plöglich ein Fahrgast einen Revolver, ichoß auf die neben ihm sigende Frau und brachte sich unmittelbar darauf selbst einen Schuß bei. Der Vorfall verursachte in dem Abteil eine ungeheure Aufregung. Auf dem Untergrundbahnhof Klosterstraße wurden beide aus dem Zuge geschafft. Der herbeigerufene Arzt fonnte nur noch den Tod feststellen. Die sofort eingeleitete Untersuchung durch die Kriminalpolizei hat ergeben, daß es sich um den 28 jährigen Uhrmacher Friz Ehlert und seine Ehefrau Erna, beide wohnhaft Binetaplag 4, handelt. Die Gründe, die E. veranlaßt haben, zu der Waffe zu greifen, find noch unbekannt. Beide Leichen wurden nach dem Schauhaufe transportiert. Wo wird gewählt? Jeder Wähler hat seine Stimme da abzugeben, wo er in der Wählerliste steht. In der Wählerliste steht er da, wo er seine Wohnung hat oder zur Zeit der Wählerlistenaufstellung hatte. Amtliche Bekanntmachungen über die Lage der Wahl. lokale, die zu den einzelnen Stadtbezirken gehören, sind bereits heutigen Sonnabend und am morgigen Sonntag nochmals an den Anschlagfäulen veröffentlicht worden. sollte jeder Wahlberechtigte sich beizeiten über die Lage an den Anschlagfäulen erscheinen. Aus diesen Bekanntmachungen feines Wahllotals unterrichten. Sie werden am Hindenburgs Reichshauptstadt. Dem normalen Staatsbürger galt Berlin bisher als die Hauptstadt des Deutschen Reiches. Das scheint, nachdem der greife Feldmarschall auf den Präsidentenstuhl der deutschen Republik gelangt ist, anders geworden zu sein. Anders wenigstens für unsere Monarchisten. Herr Laverrenz hat es ja schon am Mittwoch abend in der nationalistischen Revue im Clou" gesagt, und auf einem deutschnationalen Wahlplatat wird es ihm nach gebetet, daß Berlin Hindenburgs Reichshauptstadt" sei. Das haben sie Wilhelms Gottesgnadentum abgegudt. Der hatte auch die etwas trankhafte Angewohnheit, mit schwulstigem Getöse Don Seinem Bolt" und" Seiner getreuen Hauptstadt" zu sprechen. Sllavische Gesinnung ist dieser Gesellschaft zur zweiten Natur ge worden. Hindenburgs Reichshauptstadt? Des deutschen Boltes Hauptstadt! Und die Stadt des Berliner Boltes, das am 25. Oftober feine Bertreter und nicht die Hintermänner der politischen und sozialen Reaktion ins Stadtparlament schicken wird. Auch ein Grund zum Selbstmord. Der seit längerer Zeit ohne Bohmmg befindlichen Witwe Schult in Belten tonnte fürzlich in dem Ort eine schöne ein wandfreie Wohnung nachgewiesen werden, die sie auch bezog. Da fich die Witwe am letzten Vormittag nicht sehen ließ, wurde die Tür gewaltsam geöffnet, und man fand die Frau in ihrem Blute auf der Erde legend vor. Der herbeigeholte Arzt stellte feft, daß sich die Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 24. Oktober. Frau mit 2yfol vergiftet habe. Durch das scharfe Gift war bel der Lebensmüden ein Bluterguß hervorgerufen worden, wodurch die Blutlache ihre Erklärung fand. Auf dem Tisch lag ein Bettel, in welchem Frau Sch. schrieb, daß sie sich das Leben nehme, weil ihr die Wohnung nicht gefällt und sie eine andere nicht bekommen konnte. Die Stimme des Volkes. Es war in ihrer Gesamtheit eine machtvolle Rundgebung des arbeitenden Berlin, die sich gestern abend im einzelnen in den ver= fchiedensten Stadtteilen abspielte. Nahezu 40 Versammlungen mit über 60 Referenten fanden statt. Die Partei rief und alle, alle famen! Die Versammlungen waren zum größten Teil überfüllt, die Stimmung prachtvoll und siegesgewiß. In Kaulsdorf wies כר In diesen Kreis gehört Dein Kreuz! eine deutschnationale Bersammlung- 22 Teilnehmer auf. Mancher Gegner mußte, sei es neidvoll, sei es mit unverhohlener Be munderung, unter vier Augen zugeben, daß es teine andere Partei gebe, die derartiges fertig bringe. Man rühmte dann wohl die betannte und bewährte Disziplin unferer Genossen. Aber die Disziplin ist es doch wohl nicht allein, die die Massen in diesen letzten Wochen in die Versammlungen trieb. Ob es nun jene Männer und Frauen sind, die verstandesmäßig den Aufbau von Demokratic und Sozialismus bis zu seiner letzten fraftvollen Klarheit durchdacht haben, ob es jene find, deren startes Gefühl und heißes Herz für Freiheit und Gerechtigkeit sie zu uns geführt hat, alle vereinigen sich doch in der unerschütterlichen Ueberzeugung, daß die Sozialdemo tratie die einzige Partei ist, die den Namen Aufbaupartei verdient, daß fie allein imftande ist, das deutsche Bolt in unermüdlicher, unverdroffener Arbeit aus der Tiefe des Elends, in der die bürgerlichen Parteien das Bolt mitleidslos verkommen lassen würden, her auszuführen. Wer die in nichtswürdigstem Gossenton gehaltenen ungeheuerlichen Beschimpfungen gelesen hat, die die Journaille des Berliner Lokal- Anzeigers" noch im letzten Augenblid den fozialistisch republikanischen Erziehungs-, Schul- und Bildungsidealen glaubte versetzen zu können, der muß selbst wenn er nicht zu uns gehört die Ueberzeugung gewonnen haben, daß dieses schwarzweißrote, fich deutsch nennende Bürgertum, fitt lich bereits perfommen, rettungslos dem Untergang geweiht ist. Deshalb muß und wird dem großartigen Berlauf aller unserer Wahldemonstrationen ein überwältigender sozialdemokratischer Sieg am Wahlsonntag folgen. In der öffentlichen Rundgebung des 4. Streises sprach gestern der Stadtverordnetenvorsteher Genosse Haß. Er geißelte zunächst die Demagogie der Kommunisten, die in einer der lezten Nummern der Roten Fahne" von dem Banterott der Stadt Berlin sprachen und wies darauf hin, daß die Stadt im Interesse der Bevölkerung gezwungen ist, große Anleihen aufzunehmen, daß es aber eine ganz perlogene Art der" Roten Fahne" ist, wenn man deshalb von einem Banferctt der Stadt Berlin spricht. Im übrigen zeigte er die Berdienste der Sozialdemokratie um die Erhaltung der Städtischen Werte auf und geißelte dann das Berhalten der bürgerlichen Parteien, die es bisher verabscheut haben, für die breite Masse das Notwendigste zu tun. Genosse Haß forderte die Anwesenden auf, nicht nur für bie Sozial demokratie zu stimmen, sondern auch für sie zu werben. Ein besonders treues Spiegelbild von der Stimmung weitester Kreise der Berliner Bevölkerung geben die Bersammlungen in Berlin- Mitte. Hier sprachen vor überfüllten Bersammlungen und unter stürmischem Beifall Genosse Mieliz und Genoffin Adele Schreiber. Der Raummangel verbietet es, auf die übrigen Versammlungen noch im einzelnen einzugehen. Wir lassen aber noch bie Berichte einiger Bersammlungen der letzten Tage, die gleichfalls wegen Raummangels zurüdbleiben mußten, folgen. richshagen sprach Genossin Margarete Reil Mit Freude In der Frauenfundgebung des 16. Bezirks in Friedvernahm man die Anerkennung der von der Sozialdemokratie geschaffenen Einrichtungen durch die Frauen. Aber die Deutschnationalen geben sich auch in Friedrichshagen redlich Mühe, auf ihre störende Gegenwart aufmerksam zu machen. Und erst die Einheitsgemeinde Berlin fonnte erreichen, daß die Ufer. gelände des Müggelsees nicht mehr an Private bergeben werden, und daß vielleicht auch, wenn der Biderstand gebrochen ist, Land für eine Promenade enteignet werden fann. Trübe sieht es im Wohnungswesen aus. Es werden wohl Beamtenwohnungen gebaut, unerschwinglich für Arbeiter, aber es gibt noch feinen Gemeindebau im 16. Bezirt. Wozu dient die Hauszinssteuer? Die Rednerin flagte über die Schule. Der Elternbeirat hat es sehr schwer, mit den teils sehr deutschnational gesinnten Lehrern nur das Mindeste zu erreichen. Es soll teine neuen Schulbücher geben, bevor die alten verbraucht sind, und man lieft noch immer von Prinzessinnen und Hohenzollern. Die Reinigung des Lehrtörpers Odol und seine Werbekraft. Als es noch wenig Zeitungen und gar keine Lichtreklame gab das ist noch gar nicht so lange her begann Odol seinen Siegeszug durch die ganze Welt. Das Wort Odol drang in Bütte und Palast. Arm und Reich, Jung und Alt lernten Odol tennen und schätzen. Außer dem üblichen Tagesprogramm: F- Moll, b) Katzenfuge, c) Pastorale, d) Capriccio. 2. Liszt: 4.30-5 Uhr nachm.: Klaviervortrag. 1. Scarlatti: a) Sonate Durch seine großzügige Aufklärungs- Propaa) Liebestraum III, b) E- Dur- Polonäse( Margarete Spangenberg) 5.05-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funk. kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.45 Uhr abends ganda hat Odol sich eingeführt. Durch Sanitätsrat Dr. Paul Frank: Medizinisch- hygienische Plauderei. feine Güte hat Odol seit mehr als 30 Jahren prachunterricht. Esperanto( Direktor Julius Glück). 7.45 Uhr feine einzigartige Stellung behauptet. 7.15 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Durch abends: Ministerialrat Dr. Kaisenberg:„ Die Wahlen der Reichshauptstadt"( anläßlich der Stadtverordnetenwahlen am 25. Oktober Empfehlung von Mund zu Mund hat Odol die 1925 in Berlin). 8.30 Uhr abends: 1. Händel: a) Rezitativ Tröstet Zion, b) Arie Alle Tale", aus dem Oratorium" Der Messias 3ahl seiner Freunde Zahl seiner Freunde seit 1913 verdoppelt!! 2. Schumann: a) Mit Myrthen und Rosen( Heine), b) Stille Tränen ( Kerner), c) Brahms: Wie bist du meine Königin( Daumer). d) Es Wer für Minderwertiges Propaganda machen hing der Reif( Groth), o) Meine Liebe ist grün( P. Schumann); wollte, würde nur Augenblickserfolge erzielen, e) b) Freundliche Vision( Bierbaum), c) Heimliche Aufforderung denn nur Gutes hält sich auf die Dauer. Richard Strauß: a) Traum durch Dämmerung( Fierbaum), ( Mackay), d) Zueignung( v. Gilm)( Alfred Wilde. Tonor). Am ende. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten TagesFlügel: Bruno Seidler- Winkler. 9 Uhr abends: Lustiges Wochennachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Seit mehr als 30 Jahren ist Odol das Mittel zur Pflege von Mund und Zähnen. Tieres als etwa eines Urmenschen, wie wir ihn uns wohl vorstellen. Dressiert ist John Daniel nicht, sondern in allem, was er tut, ist und bleibt er unverfälschter Gorilla. Den vor dem Gitter sich drängenden Besuchern schenkt John Daniel nicht viel Beachtung, und zuweilen macht er ein Gesicht, wie wenn er von uns Menschen keine besonders hohe Meinung hätte. Er bleibt etwa vier Wochen in Berlin und empfängt Befuche" täglich in den Stunden von 11 bis 5 Uhr. st bitter nötig. Genoffin Keil verlangte auch größere Beachtung| gaben heranziehen kann. Der Sozialdemokratie wird vorgeworfen,| Hintergliedern geht immer bietet er den Anbfid weniger eines des Fürsorgewesens. Mädchen, die in Fürsorgeerziehung find, befommen feine Berufsausbildung. Anschließend sprach Genossin Gaedete. Sie verlangte eine für die erwerbstätige Bevölkerung zugängliche Badeanstalt und Beseitigung der Mißstände in der Rahnsdorfer Zentralschule. Die Rechtsparteien wollten die sechs stufige statt der achtstufigen Schule, und es tommt vor, daß ein begabter Junge, der ins Gmnasium geschickt wird, nicht mehr hingeht, weil ihm die Mitschüler seiner schlechten Kleider megen beschimpfen. Die Versammlung bankte den Rednerinnen für ihre interessanten Ausführungen. In der Senefelderschule sprach Genoffe Abolf 5 off mann vor überfüllter Versammlung. Der Andrang war so start, daß viele umkehren mußten. Der Redner wies in seiner befannten drastischen Form nach, daß alle von den Bürgerlichen getriebene Politit ein Unglück für die arbeitende Bevölkerung fei. Er zerpflückte dann den Inhalt einer Anzahl gegnerischer Flugblätter, von denen er nachwies, daß sie sich seit dem ersten Auftreten sozialistischer Barlamentarier bis zum heutigen Tage auf dieselben Lügen beschränken und erntete dafür stürmischen Beifall. Trotz mehrfacher Aufforderung meldeten sich Gegner, die stark vertreten waren, nicht zum Wort. Mit der Auf forderung, die wenigen noch zur Verfügung stehenden Stunden im Interesse der Partei zu nutzen, und einem Hoch auf die deutsche Sozialdemokratie schloß Genosse Kranz die Bersammlung. # Die Arbeit am Wahltage. Wir machen unsere Genoffen und Leser darauf aufmerksam, daß auf der nächsten Seite dieser Beilage die Adressen der Zentralwahllokale und andere wichtige, auf die Wahl bezügliche Mitteilungen enthalten find. Es wird zweckmäßig sein, sich die Mitteilungen auszuschneiden. O alte Burschenherrlichkeit! Weinfelige alte Herren und verständige Schupo. daß sie mit genialer Liederlichkeit mit dem Stadtfädel umgesprungen sei. In Wirklichkeit richtet sich die ganze Bolemit der Volkspartei nur gegen den Stadttämmerer Dr. Karding und gegen den Oberbürgermeister Böß, die in erster Linie für die Finanzpolitit verantwortlich sind und die allerdings auf Schritt und Tritt bei jeder noch so notwendigen Maßnahme mit der hochnäsigen Schulmeisterei der Volksparteiler zu rechnen haben. Die morgige Wahl wird dafür sorgen, daß Herr v. Eynern von der ersten Bank der Stadtverordnetenversammlung verschwindet. Das wird die Arbeit im Stadtparlament sehr wesentlich erleichtern, und Herr Hallens leben ist der allerleßte, der anderen Vorträge über sparsame Wirt- boldt in der Sonnenburger Straße Ede Ropenfchaft zu halten hat. Bauunfälle und fein Ende. Kein Tag vergeht ohne einen oder mehrere Bauunfälle. So verunglückte auf dem Neubau Hum= hagener Straße wieder ein junger Arbeiter, der 23 Jahre alte Walter Bubowitz aus Mühlenbeck, der aus der ersten Etage in den Fahrstuhlschacht stürzte und besinnungslos liegen blieb. Mit schweren Kopfperlegungen wurde der Berunglückte durch einen Wagen des Letzte Wähler Kundgebungen -Rundgebungen Städtischen Rettungsamtes in das Birchow- strankenhaus eingeliefert. Jugendveranstaltungen. Mitglieber! Sur Broletarischen Feierstunde am Sonntag, ben 8. November, im Großen Schauspielhaus find Rarten zum ermäßigten Preife au baben. Achtung, Abteilungsleiter! Gorgt dafür, daß die noch aussichenden Wandersparmarten abgerechnet oder dem Sekretariat zurückgegeben werden. Heute, Sonnabend, den 24. Oktober: heute, Sonnabend, den 24. Oktober, abends 7% Uhr: Schöneberg: Lindenhof( Siedlung), Ledigenheim Haselhorst: Sporthaus. Gatow:" Bur Linde"( Inh. W. Krause). Cladow: Lokal Hans Bäuermann. Lichtenrade: Stieler, am Dorfteich. Bohnsdorf: Bierbach, Bahnhofstraße. Biesdorf- Süd: Dieze, Köpenicker Straße. Buchholz: Rossad, Hauptstraße 72. Karow: Lokal Sutow, Dorfstraße. Borfigwalde: Borsigwalder Festsäle, Spandauer Straße. Redner: Fechner, Hermes, Dr. Herz, Kreuziger, Kubig, Südwest: Bormittags 8 Uhr Treffpunkt aur Wahlhilfe am Borwärts. Dr. Löwenstein, Peters, Thiele, Urich, Dr. Weyl. Tagesordnung: Haltet am Sonntag Abrechnung!" „ Es lebe das sozialdemokratische Berlin." Ereptow: Flugblattverbreitung. Nenkölln II: Jugendheim Canner Straße. Funktionärsikuna 7 Uhr. Es ist Pflicht eines jeben Funktionärs, pünktlich Ait erscheinen. Sübweft: Nachmittags 5 Uhr Treffpunkt Chamiffoplag zum Bahlumzug. Morgen, Sonntag, den 25. Oftober: Achtung! Alle Genoffinnen und Genoffen ellen fich ben zuständigen Bartei. abteilungen zur Wahlhilfe aur Berfügung. Sämtliche Wanderungen usw. fallen aus. Weißenfee: Jugendheim Bideftr. 157. Proletarischer Dichtevabend. E Werbebezirk Tiergarten. Sämtliche Jugendgenolinnen und genoffen treffen fich zur Bahlarbeit um 8 Uhr morgens in ber Borwärtsfpebition Wilhelmshavener Str. 48. Das Erscheinen eines jeden ist Pflicht. Augemeiner Treffpunkt für Sonntag bei Schmidt, Wiclefite. 17. Werbebezirk Krenzberg. Alle Genoffen, die in ihren Abteilungen zur Wahlarbeit nicht gebraucht werden, stellen sich dem Zentralwahllotal ( fiehe Borwärts) des Kreifes zur Einteilung zur Verfügung. Diens tag, den 27. Oktober, im Sortzimmer der Schule Dieffenbachstr. 51 Gründungsversammlung der Gruppe Hafenheide. Werbebezirk Zeltowkanal. Beginn des Bildungskursus Montag, fchaft und Kultur". Referent: Gen. Abraham. IN Verträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin G. 14. Gebaftianfte. 87/38, Sof 2£ t. Schöneberg- Fricbenau. Go., b. 24., 6 Uhr, mit Tambourkorps Bhf. Ebersstraße. Gonntag, d. 25., Dormittags 8 Uhr, bei Will, MartinPetershagen- Frebersdorf. Sonntag, d. 25., nachmittags 5 Uhr, Lobal Graßmann in Petershagen Kameradschaftsverf. Gäste und Damen willkommen. Beruau. Ab 1. November verlieren alte Mitgliedstarten thre Gültigkeit und find fofort bei den Gruppenführern umzutauschen, andernfalls erfolgt Streichung.-Treptow. Sämtliche Spielleute versammeln sich am Mo., 26., 7 Uhr pünktlich bei Räthel, Rieberschöneweibe, Brückenstraße, sum Uebungsmatfch. 3mei alte Herren, der Berliner Universitätsprofeffor H. und der Berliner Oberstudiendirektor M., treffen sich in Potsdam, tauschen Erinnerungen aus, erst auf der Straße, dann im tiefen Reller bei zwei, drei Flaschen Liebfrauenmilch. Und plöglich fizzen Ist der Doppelmörder Gerth geisteskrank? fie nicht mehr in Potsdam, sondern unter einer blühenden Linde, Zu der Frage, ob über die Geistesverfassung des doppelten und der schwarzbefracte Kellner wird ihnen zum alten Kellermann. „ Stramm stehen, oller Freund!" fommandierte der Universitäts- Frauenmörders, Polizeiwachtmeister Bruno Gerth, den 26. Oftober, 18 Uhr, Schule Ringstraße, Steglik. Thema:„, Birt professor, aber Potsdam ist nicht Alt- Heidelberg. Der Herr Ober noch ein weiteres oberstes Gutachten einzuholen fei, hat der Straf war ganz gefränfte Würde, legte die Rechnung auf den Tisch und senat des Kammergerichts jetzt entschieden. Wie fürzlich mitgeteilt, gebot Feierabend. Die alten Herren aber dachten nicht ans Zahlen, war das Obergutachten des gerichtsärztlichen Ausschusses der Stadt Berlin dahin gegangen, daß Gerth mit größter Wahrschein fondern an die nächste Flasche Liebfrauenmilch. Nun wurde Schupo geholt und die Personalien gefordert, die aber nicht gegeben wurden. lich feit geiftestrank sei. Das Schwurgericht II hatte jedoch Schließlich ging es aus dem tiefen Keller über frisch gefallenen angeordnet, daß noch ein Gutachten der obersten preußi. Neuschnee zur Polizeiwache. Die Straße erschien den alten Herrenschen Medizinalbehörde, des LandesgesundheitsWunderlich, sie dachten auf dem Bautboden zu stehen. Kommandos rates eingeholt werden soll. Hiergegen hatte der Berteidiger BeAuf zur Mensur!" schallten durch die Luft, und die Beamten hatten schwerde beim Kammergericht erhoben, weil er nach der Strafprozeß uther- Str. 69. ihre liebe Not mit den„ Weinleichen". Endlich tam man zur Wache. ordnung die Ansicht vertrat, daß nur ein Obergutachten zulässig sei. Wochen gingen über diese Episode ins Land, da erhielt eine Das Kammergericht hat diese Beschwerde zurückgewiesen und sich hohe Justizbehörde in Berlin eine fleine Notiz aus der Presse über auf den Standpunkt gestellt, daß gegen einen Beschluß des erkennendiese feuchtfröhliche Nacht und nahm die Sache natürlich furchtbar prozeßordnung keine Beschwerde zulässig sei. Der Stand des Berden Gerichts außerhalb der Hauptverhandlung gemäß der Straf tragisch. Der Herr Polizeipräsident in Potsdam mußte Bericht erfahrens ist jetzt so, daß auf dem Wege über das Justizministerium statten und Strafbefehle wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt hinaussenden. Nunmehr kam diese Angelegenheit vor das die Akten an den Landesgesundheitsrat gehen und daß dieser den Potsdamer Schöffengericht in der Berufungsinstanz Psychiatrischen Sachverständigen, dieser obersten preußischen Medizur Bernehmung. Der Oberstudiendirektor zog eine Viertelstunde zinalbehörde, Geheimrat Profeffor Dr. Bonn höffer, zum Untervor Beginn seine Berufung zurüd. Er konnte es nicht über sich fuchungskommissar und Berichterstatter des Landesgesundheitsrates Seiben itte bringen, vor Gericht zu stehen. Aber der Herr Universitätsprofessor Termins zur Hauptverhandlung gegen Gerth vor dem Schwurgericht ernennen wird. Infolgedessen steht die Anberaumung eines neuen hatte Mut. Unsere feelische Verfassung hat uns dazu getrieben. Es schmerzt uns, daß wir uns so vergessen noch in weiter Ferne. haben, Herr Borsigender, meinte reumütig der Angeklagte. Und dann marschieren vier Schupobeamte auf, die den Transport zur Wache gebracht hatten. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Dr. Wester tamp: Machte das Hinaufbringen zur Wache Schwierigkeiten?" Erster Schupomann: Betrunkene müssen da immer ein bißchen geschoben werden." Bors.:„ Haben Sie einen Schlag vor den Bauch betommen?" Zweiter Schupo:" Die alten Herren wollten ein bißchen mit uns boren." Haben Sie das als Widerstand aufgefaßt?" Dritter Schupo:" Nein. Den einen stellten wir an die Band, der andere fiel wieder um." Bors.:„ Behandeln Sie alle Be: truntenen fo?" Bierter Schupo:" In solchen Fällen erstatten wir feine Anzeige. Nun hatte der Herr Staatsanwalt nicht mehr viel zu sagen. Die mustergültige Haltung der Polizeibeamten hob der Borsigende in seiner Urteilsbegründung hervor, als er das auf Staatsfosten erfolgende freisprechende Urteil verfündete. 4 Unerbetene Schulmeister. Weil er besonders dazu berufen ist, hat sich der Herr Justiz rat Hallensleben, der Mann mit der foftbaren Unterschrift, befleißigt, der volksparteilichen und deutschnationalen Bresse einen besonderen Vortrag über die notwendige Sparfamkeit in Berlin zu halten. Als Resultat seiner Bemühungen findet man in den Spalten der Scherl- Presse lange Abhandlungen über die furchtbaren Gemeinheiten des Berliner Steuersystems. Da wird einem ganz gruselig, wenn man liest, mie sich Berlin mit der Vielgestaltigkeit feiner Steuern ein Werkzeug geschaffen hat, durch das es in verhältnismäßig unmerklicher Weise die sogenannte unbesitzende Schicht, d. h. das mehr oder weniger verarmte Bürgertum, zu geradezu riesenhaften AbA Kumet Freilauf gehört in jedes Fahrrad! Unverwüftlich im Gebrauch gr Gastspiel von„ John Daniel" im Zoo. bliebenen, Besie! Rentrum Sonntag, den 25. Ottober, 5 Uhr. Wohltätigkeits. Reichsband der Kriegsbeschädigtes Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter. feft für die Rindermeihnachtsbefcherung der Kriegereltern, Residenz- Festfäle, Landsberger Str. 31. Bollstraft- Bund. Ueber das Thema: Mann und Beib" hält Dr. Adolf Heilborn Mittwoch, den 28. Oftober, in der Aula Georgenstr. 30 einen öffent. Sport. Rennen zu Grunewald am Freitag, den 23. Oktober. 1. Rennen. 1. Ping Pong( Staudinger), 2. Malachit( Thielemann). 3. Ezel( D. Schmidt). Zoto: 32:10. Blat: 14, 16, 14:10. Ferner liefen: Gold Gerhan, Formosa, Marcus II, Fritjof, Boefie, Kronprinz, Freia IV, Radieschen. ( Huguenin). Toto: 35:10, Blah: 21, 13, 27: 10. Ferner liefen: Tannen2. Rennen. 1. Bafute( B. Tarras), 2. Hanum( H. Blume), 3. Maid berg II, Mäbchenjäger, Roffint, Borta Westfalica, Rheintochter, Giramete. 3. Rennen. 1. Indigo( Bregner), 2. Bishnu( Dlejnih), 3. Kronos Der Berliner 300 bietet für einige Wochen den Besuchern die feltene Gelegenheit, einen lebenden Gorilla zu sehen. Eine Engländerin bereist mit dem ihr gehörenden Tier die Großstädte verschiedener Länder und ist von New York und Philadelphia über London nach Berlin gelangt. Nicht zum ersten Male tommt ein Gorilla hierher, aber die Berliner haben allerdings schon seit vielen Jahren einen solchen Gast nicht mehr bei sich gehabt. Noch niemals ist auch ein Gorilla von der Größe diefes Affen in der Gefangen- Geiliger narr, Löwenherz II, Senow. schaft lebend gezeigt worden. Dieser Gorilla wurde in einem Alter, das man auf etwa zwei Jahre schäßte, in der Wildnis eingefangen. Sein jeßiges Alter ist auf fünf Jahre zu schäßen, er wiegt aber erst einen 3entner. Wenn er einmal voll entwickelt und aus= gewachsen sein wird, fenn er vier Zentner wiegen. -5. Rennen. ( Barga). Toto: 51: 10. Blag: 19, 18, 23: 10. Ferner liefen: Lampos, 4. Rennen. 1. Grosa( Gabor), 2. Befel( M. Dreißig), 8. Dioscur ( D. Schmidt). Soto: 161: 10. Blaz: 39, 28, 29: 10. Ferner liefen: Isonzo, Primas, Great Gala, Frechdachs, Stafima. 1. Rettelbed( Ungerer), 2. Silberfafan( Staudinger), 3. Ledine( D. Schmidt). Toto: 96: 10. Blat: 31, 22, 22: 10. Ferner liefen: Mohn, Lefels, Malus, Fehrbellin, Coriolan, Moros, Bijbos, Traunegg, Sanskrit, Saperlot, Stalliebling. 6. Nennen. 3. Pan Robert( Bleuler). Toto: 34: 10. Blat: 19, 19: 10. Ferner 1. Palamedes( D. Schmidt), 2. Labrador( Haynes), liefen: Baides Bruder, Kolumbus. 7. Rennen. 1. Ulan 11( D. Schmidt), 2. Falter( Krüger), 3. Caracas ( Schönfisch). Zoto: 104: 10. Blaz: 38, 28, 46: 10. Ferner liefen: Regina II, Efto, Sonnenschein, Mainberg, Calderon, Fiberstedt, Riuma, Sanguinifer, Dbotrit, Bürgerwehr, Aarau. Wetter für Berlin und Umgegend. Beiterhin mild und meist bewölft mit einzelnen leichten Regenfällen. Für Deutschland. In ganz Deutschland sehr mild, vielfach etwas Regen. -John Daniel, wie der Gorilla von der Eigentümerin genannt worden ist, hat in der Affenstation des 300 ein besonderes Quartier bezogen, doch verweilt er in ihm mir in den Tagesstunden, in der Zeit der für die Besucher festgesetzten Sprechzeit", wenn man so sagen darf. Seine Wohnung hat er in einem Berliner Hotel. Im Auto fährt er von dort zum 300, begleitet von seinem und dorthin fehrt er am Abend im Auto zurüd. Um ihn im 300 Pfleger, mit dem er wie mit einem Freund und Gespielen verfehrt, vor zu intimer Berührung mit Besuchern zu bewahren, fann ihm leider nur gestattet werden, sich hinter einem Drahtgeflecht und bei schlechtem Wetter in einem Glashause zu zeigen. Aber das ihm zugewiesene Reich ist so groß, daß seine Bewegungsfreiheit faum ge hemmt scheint. Er tummelt sich darin auf eine Art, die von Sach- Auch Sie werden tennern( den Gästen gab Dr. Heck, der Sohn des 300- Direktors Prof. Dr. Heck, dankenswerte Erläuterungen) als ungezwungen und natürlich bezeichnet wird. An Lebhaftigkeit bleibt er hinter anderen Affen zurück, die wir im Berliner 300 finden. Dafür ist er ihnen aber in seinen Bewegungen und in seinem ganzen Tun an Menschenähnlichkeit so weit voraus, daß es einen hohen Reiz bietet, ihm zuzuschauen. Der Unterschied z. B. zwischen Bavian und Gorilla ist fast größer als der Unterschied zwischen Gorilla und Mensch. Wenn John Daniel am Baumstamm emportlettert oder am Seil schaufelt, wenn er sich auf einem Stuhl niederläßt und Milch aus dem Becher trinft, wenn er Sand nach seinem Pfleger wirft oder ihn mit anderen Scherzen neckt, wenn er aufgerichtet auf den Lesen Sie bitte! so begeistert sein! Im Gegensatz zu anderen Haarwaschmitteln war mein Haar nach dem Waschen mit„ Eliba" weich und ließ fich ungemein leicht ondulieren. Viola Skaria, Opernsängerin, München. Ich habe alle anderen Mittel beiseite geschoben und gebrauche nur noch Elida". Frau A. Schneegass, Halle a. d. S. Geradezu begeistert bin ich bon, Eliba"-Haarpflege. Ich empfinde fie als eine Medizin des Haares. Agnes Delsarto, Leipzig. Sie acko din gute. Einlage für alle Füßleidenden an. albtob.anbi verhindert Senkfuß, Hohlfuß und beseitigt Fußschmerzen. Die gute federleichte Tacko- Einloge schmiegt sich dem Fuß anatomisch Tacko vermeidet das drückende Metall ebenso wie das läftige Aufpumpen. 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Kreis Lichtenberg: Seipfe, Kronprinzenstraße 47. Königstadt 851. noffinnen und Genoffen begeben sich pünktlich 8 Uhr in ihre Ab- 18. Kreis Weißenfee: Gallas, Lehderstraße 122. Weißensee 877. teilungen an die ihnen bekannten Stellen. Wer in der Abteilung 19. Kreis Pankow: Türkisches Belt", Breitestraße 14. Bantom 266. leine Arbeit zugewiesen erhält, oder wer in der Abteilung an der 20. Kreis Reinidendorf: Lehmann, Reinidendorf- Ost, Haupt Mitarbeit behindert ist, meldet sich im Zentralwahllofal des Kreises straße 56. Reinickendorf 1220. an folgenden Stellen: Zentralwahllokale: 1. Kreis Miffe: 3schiesing, Ackerstraße 1. Norden 2736. 2. Kreis Tiergarten: Schmidt, Wiclefstraße 17. Hansa 663. 3. Kreis Wedding: Schade, Rösliner Straße 9. Moabit 9781. 4. Kreis Prenzlauer Berg: Klug, Danziger Str. 71. Humboldt 725. 5. Kreis Friedrichshain: Lojad, Beymestraße 8. Alexander 2570. 6. Kreis Kreuzberg: Krüger, Grimmstraße 1. Morigplatz 12 702. 7. Kreis Charlottenburg: Restaurant Haafe, Spreestraße 50. Wilhelm 5383. 8. Kreis Spandau: Vereinshaus Balme", Ritterstr. Spandau 1290. 9. Kreis Wilmersdorf: Kroihs, Holsteinische Str. 60. Pfalzburg 1103. 10. Kreis Zehlendorf: Midley, Potsdamer Str. 25. Behlendorf 3919. 11. Kreis Schöneberg: Will, Martin- Luther- Str. 69. Stephan 4049. 12. Kreis Steglih: Hartwig, Düppelstraße 7. Steglig 1356.( Frig Hamburg). 13. Kreis Tempelhof: Niendorf, Mariendorf, Chausseestraße, Ede Strelizer Straße. Südring 1548. 14. Greis Neukölln: Ideal- Passage, Weichselstraße 8. Neukölln 406. 15. Kreis Treptow: Adlershof, Feuerwehrdienstgebäude, Selchow straße. Adlershof 27. Die Zentralwahlleitung ift im Bezirkssekretariat, Lindenstraße 3. Telephon: Dönhoff 5086, 5087, 5088. Wichtige Vorkommniffe, die allgemeines Inferesse haben, find dorhin zu melden. Samariter. Die Arbeiter Samariter- Kolonne Berlin E. B. hat einen umfang: reichen Hilfsdienst organisiert. Zur Unterstügung von franten und älteren Wahlberechtigten find in allen Stadtteilen Wachen eingerichtet, die bei Bedarf anzurufen sind. Die Zentralftelle befindet sich bei Zimmer, Schönhauser Ullee 65. Telephon: Humboldt 434. Die Wachen find an folgenden Stellen: mitte: Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag. Morigplaz 7608. Tiergarten: Krüger, Butligstraße 10. Moabit 1766. Wedding: Bellin, Schulstraße 12. Moabit 165. Steglitz: Schulz, Birkbuschstraße 90. Steglig 3018. Tempelhof: Niendorf, Mariendorf, Chauffeestraße 19. Südring 1548. Neukölln: Kern, Reuterstraße 47. Neukölln 851. Treptow: Elsenstraße Ede Beermannstraße. Treptom 339. Köpenid: Stippekohl, Schönerlinder Straße 5. Köpenid 607. Adlershof: Sanitätsbarade. Lichtenberg: M. Motorf, Rigaer Straße 95. Königstadt 854. Weißenfee: Ballas, Lehderstraße 122. Weißensee 877. Pantow: Türkisches Belt", Breitestraße 14. Bantom 266. Beinidendorf: Reinidendorf Dst, Gesellschaftshaus, Scharnweber. straße 116. Hermsdorf: Eggebrecht, Albrechtstraße 1. Tegel 315. 1 Radfahrer! ihren übteilungen zur Berfügung der Wahlleiter. Die parteigenössischen Radfahrer stellen sich am Wahlfage in Das Wahlresultat. Das Wahlresultat der einzelnen Stimmbezirke wird in jeder Abteilung fofort nach Schluß des Wahlattes zusammengestellt und dann auf dem schnellsten Wege dem Bezirkssekretariat und dem Prenzlauer Berg: Zimmer, Schönhauser Allee 65. Humboldt 434. Kreise übermittelt. Es genügt nicht, dem Kreise allein Mitteilung Friedrichshain: Bartusch, Friedenstraße 88. Königstadt 2795. Kreuzberg: Holfe, Bergmannstraße 69. Morigplay 13 125. Charlottenburg: Thelen, Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Straße 45. Wilhelm 3190. Schöneberg: R. Rosenthal, Ebersstraße 66. Stephan 2932. zu machen. Zur Berichterstattung an die Preffe braucht das Sefrefariat die Zahlen jeder Abteilung. Teilrefultate und Resultate ein geiner Stimmbezirke find wertlos. Der Bezirksvorstand. Theater, Lichtspiele usw. Volks bühne 71% Uhr: Hamlet Morgen 3 Uhr Batterid 8: Der Kaufmann Von Venedig Staats- Theater Opernhaus 8 Uhr: TOSCA Opernhaus am Königsplatz 7% U: Cosi fan tutte Schauspielhaus 8 Uhr. Hannibal Schiller Theater Dir. A. Hellmer SU. Lessing- Th. Gier unter Ulmen von O'Neill Gerde Mailer Wegener, Müthel Sonnt. nehm 3 Biberpelz 7 zu halb. reisen SU. Kleines Th. Letzte Vorstellungen! Großes Schauspielhaus Norden 2951/58. SONNTAGS: 2 Vorstellungen nachm.& Uhr zu ermäßigten Preisen. Für Dich! Die große Charell- Revue( 800 Mitwirkende) tägl. 8% Uhr Preise der Plätze: Parkett M. 5.- Balkon M. 41. Rang M.& 2. Rang M. 1.50, Logen unt KlubBessel M. 7-12 8. Rarg M. 0.75 Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen. Die Koblanks Central Theater Täglich 8 Uhr im Theater in d. Lützowsir. 112 8 Uhr Trieschübel Täglich 8 Uhr: HALLER REVUE Ecke Flottwellstr. Theat. d. Westens Sonnt. nchm. 4 Uhr. Hochzeitstage Rotkäppchen Schauspiel von Geraidy Sonntag nchm.4: D.schöneMelusine zu halb. Preisen Vorzeig dies. zahlen 8 Uhr: Weihnachts- Berliner Theater einkäufe Liebelei Gastspiele des Moskager Künstler- Th. Städtische Oper med rund. u. Charlottenburg Musikal Bühne unt Lte.d. Hauptreg Wladimir TUhr Tieflandemirowitsch- Bantschenko 11 Uhr abends: Johann Strauß- Feier des Reichsverb. der Sonnab 8U Carmencita und der Soldat Trag. Spiel van K. Lipskeroff Mu ik, Carmen"-Bizet Deutschen Presse: Sonnt. Ange Pitou 2. Akt. Die Fledermaus( Die Tochter der Med. An of Mont. 8 U z.1 Male: Perichole Deutsches Theater Komische Oper von Offenbach 7% Uhr: Der nur halbe Preise von 50 Pfg. an. Barnowsky- Bühnen Das große Operettenhaus Tägl. 8 Uhr: Gastsp. Hubert Theater im Marischka Admiralspalast Theater in der Der Orlow Höniggrätz.Str. Heute bis Montag 8 Uhr: SU Theater 8U. Don Juan u. Faust in der Klosterstr. 43 Die Tribline Tägl 8 Uhr: Zurück zu Methusalem Homödienhaus Tä 18 Uhr: Fr WarrensGewerb. Th. am Schiffbauerdamm ( Heves Operettenhaus) 8: Lady Fanny und die Dienstbotenfrage Residenz- Th 8 Uhr: Circes Heirat Trude Hesterberg Oskar Sabo Adolphe Engers André Mattoni Thalia- Th. 8 Uhr: Annemarie Lotte Neumann Paul Heidemann Josefine Dora Baselt, Metelka Sonntg nchm 31 Kleine Preise! Im weißen RŎB'I Theater in der ACHTUNG! Kommandant.Str. WELLE 505!" II. Rang von 2 Mk. Parkett von 4 Mk. Logen von 8 Mark 2 2 8 Uhr: Anneliese von Dessau Marie Escher a G. Sonnig. nchm.3 Kleine Preise! Annelieser Dessau Kopf oder Schrift Metropol- Theater vorstellungen 3 u 8 Uhr Casino- Theater Kreidekreis Komische von Klabund Kammerspiele 8 Uhr. Parable will nicht heiraten von Jerome K. Jerome Die Komödie Kurfürstendamm 207 8 Unr Gesellschaft John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Th. a. Nollendorfpl. 8 Uhr: Die hellblauen Schwestern Die neue KünneckeOperette Neues E am Theater o Täglich 8 10 Uhr: Olly- Polly 84 Oper Dir.: James Filetn 8 GrößteRevue der Welt Von " Abis Z Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeigt worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkende i Das Tagesgespräch Berlins Parkett 6.- M. Preise 2. bis 12.- M. ( Logen 15 M.) Sonntag 3 Uhr Jeder Erwachsene 1 Kind frei Halbe Preise Vorverkauf ununterbr. geöffnet Operette von Kollo Ufa- Palast am Zoo Erna Nitter Curt Bois Parkettpl.v. 2-12 M Th. am Kurfürstendamm 8 Uhr Wenn ich wollte...! Rose- Theater 4 Uhr Frau Holle Uhi: Der Mann, der die Ohrfeigen bekam mit Lon Chaney Regie: Viktor Sjöström Metro Goldwyn Film der Ufa König Krausea- Symphonie- rahester, Dirigent: Circus Busch Tägl.71 Stg. a 3U Die gr. Sensation! Fliegend. Torpedo Russ. Clown Durow und das Chr. r. Circusprogr. 9 Uhr 1000 Jahre Deutscher Rhein Gr. Wasserapotheoss SCALA 8 UDT Internat. Varieté Sonntags 3 zu ermäßigt. 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Gewinn- und Verlustrechnung 2 956 652.81 Gewinn- und Berlustrechnung. 1. Sandlungsunfoften 2. Reingewinn Ausgaben. 2117 285,31 278 179 701, 8 204 815.96 49 347 987,24 67 755,59 20 000, 33 564 418,30 363 501 964,22 2 000 000, 230 000, 359 775 994,90 326 543,40 1 149 425,91 363 01 964.21 1475 057,29 1 149 425,91 2 624 483,20 Einnahme it. 611 342.95 1706 417,75 241 392,27 1 Gewinne aus Frachtundung 2. Gewinne aus Zinsen 3. Gewinne aus Brovisionen 4. Gewinne aus Devisen 65 30,22 2621 483,20 Die Generalversammlung vom 20. Oftober 1925 genehmigte Dorftehende Bilanz sowie die Gewinn- und Berlustrechnung und bello, fit bas Gefäftsjahr 1924/25 etne Dividende von 12 Broz. auszufchütten. Die fälligen Gewinnanteile gelangen Gewinnanteilscheine unferer Das ,, Kruschen- Kraft- Gefühl Er springt über den Flügel wie einer der ganz Jungen, er amüsiert sich ausserordentlich gut. Die meisten jüngeren Männer beneiden ihn um seine Gesundheit, seine Unermüdlichkeit und seine Beliebtheit. 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Winzer est am Rhein Der Vorstand. Prerauer. b. Schaewen Schlesinger. Berliner Konzerthaus Täglich Manerstrage 82 Täglich Vier- Uhr- Kaffee( PromenadenKonzert Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Gesellschaftsabend Tanz Reichshallen- Theater Allabendlich 8.Uer u. Seant aq mathm 3 Uhr Stettiner Sänger Nachm. halbe Preise! Dönhoff- Brett'l: Familien Varleté. Anfang& Uhr Sonntags 51% Uhr. Berliner Tik- Trio Neukölln, Lahnstr. 74/75 Theater, Bülowstr.6 Heute 8 Uhr: Premiere Lustspielhaus 8 Uhr. Deutscher Metallarbeiter- Verband Ritter Blaubarts montag. 26. Oftober, abends 7 Uhr. achte Frau im Sigungsfaal bes Berbandshanses, Cinienftr. 83/85: SCHUTZ MARKE Branchenversammlung der Elettromonteure und Helfer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Bortrag: Was Quittungs- Rabat bringt das Arbeitslosenversicherungs. u Reklamemarken gejen? 2. Verbands und BranchenNeti seif 45 Jahren angelegenheiten. 3. Berschiedenes. Conrad Müller zu erscheinen. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich Stall Levy mit Spezialitat E. wahre Begebenh a.Ruhleben in 3 Akt von Ant. Herrnfeld Schkeuditz Leipz Adolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aus der Barlaments- und Ministerzeit. Preis 1 Mart. Porto 5 Pfennig. Borrätig in allen VorwärtsAusgabestellen. Achtung! Buchstabent empner! Montag, 26. Oftober, abends 6 Uhr. im Lotal von Schulz, Elifabethstr. 30: Versammlung aller in den Buchstaben- u. Reflamebetrieben beschäftigten Kollegen. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung betanntgereben Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend erforderlich. Die Ortsverwaltung. Der gute KapitänKautabaksiden ist in den meisten Zigarrengeschaffen erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Nr. 503+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Deutscher Außenhandel im September. teiligungen, die Verluste bringen konnten, wurden abgestoßen, Der deutsche Außenhandel zeigt im September eine beträchtliche Abnahme der Einfuhr und eine beachtliche Steigerung der Ausfuhr. Der Einfuhrüberschuß, der im Vormonat 454 Millionen Mart war, ist auf 292 Millionen Mark gesunken( reiner Warenverkehr). Es betrug die 1. Lebende Tiere 2. Lebensmittel und Getränke 3. Rohstoffe u. Halbfertige Waren 4. Fertige Waren. Reiner Warenverkehr 5. Gold und Gilber . Einfuhr Ausfuhr Sept. Aug. Jan.- Sept. Sept. Aug. Jan- Sept. 1925 1925 1925 1925 1925 1925 in Millionen R.-M. nach Gegenwartswerten 12,2 12,9 99,4 0,6 0,4 10,9 413,3 453,6 3 205,2 24,0 28,0 350,1 458,1 552,4 4913,5 149,5 143,4 1156,2 185,5 159,7 1 567,5 602,3 552,7 4843,7 1069,1 1178,5 9785,7 776,6 724,6 6361,0 84,5 124,9 628,5 8,6 2.9 25,1 Sujammen 1103,6 1303,4 10 414,1 780,2 727,5 6386,1 Le reine Waren einfuhr weist im September gegenüber dem Bormonat einen Rückgang um 109 Millionen Reichsmart auf. Dieses ist um so beachtlicher, als die Einfuhr im September noch vielfach im Zeichen der Bollerhöhung steht. Am deutlichsten zeigt das die Einfuhr an Fertigwaren, die infolge der Bor= eindedung an Barnen und Geweben eine nicht unbeträchtliche Zunahme( um 26 Millionen Reichsmart) aufweist. Der erhebliche Rückgang der Einfuhr erklärt sich durch die verminderte Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken( um 40 Millionen Reichsmarty und Rohstoffen und halbfertigen Waren( um 94 Millionen Reichsmart). Die reine Waren a usfuhr zeigt gegenüber dem Vormonat eine Zunahme um 52 Millionen Reichsmart. Hiervon entfallen rund 50 millionen Reichsmart auf Fertigmaren. Die Lebensmittelausfuhr ist leicht zurückgegangen( um 4 Millionen Reichsmart), während die Ausfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Waren eine leichte Zunahme( um 6 Millionen Reichsmart) aufweist. Wir behalten uns vor, auf die Einzelheiten der Außenhandelsstatistik, die diesmal besonders interessant sind, noch zurückzukommen. Eine lehrreiche Verlustbilanz. Braun, Bowerie u. Cie., Mannheim. jede Bankverschuldung vermieden und Zinsbelastungen gespart. Be teiligungen, die Verluste bringen konnten, wurden abgestoßen, so die seit 1913 datierende an den Howaldt- Werken Kiel. Die Zahlungsflüssigkeit wurde gleichzeitig dadurch erhöht. So erscheinen die Vorräte nur noch mit 11,23( 15,56) Millionen und die Beteiligungen mit 0,89( 1,77) Millionen. Man kann auch den Borwurf nicht erheben, der bei sehr vielen deutschen Gesellschaften sonst zu ungenügenden Erträgen führt, daß die Gewinnansprüche bei der Kapitalfestlegung zu hoch geschraubt worden wären. Das Gold= tapital beträgt heute 5 Millionen Mart, 1913 betrug es 9 Millionen Mart. Da damals außerdem noch hohe Obligationszinsen zu zahlen waren, hat die heute in bedeutend größerem Umfang arbeitende Gesellschaft die Stabilisierungsrisiken sorgfältig berüc sichtigt. Sonnabend, 24. Oktober 1925 bezug verbilligt und die Spesen bei der Beschaffung herabgesetzt werden. Voraussichtlich dürften in dieses Synditat weiter eintreten folgende österreichische Firmen: Krupp- A.- G., Siemens- SchuckertWert, Felten u. Guilleaume, M. Hainisch, Metallwarenfabrik Ded, die österreichischen Chaudoir- Werke, die Kabel- und Drahtindustrie A.- G, Georg Zugmayer und Söhne und einige kleinere Betriebe. Eine Preissteigerung ist vorläufig nach Mitteilung aus interessierten Kreisen unwahrscheinlich, vielmehr wird man durch billige Abschlüsse im Großen an der Londoner Börse eine Preisreduktion durchzuführen versuchen. Rahn- Ron. Die Stügungsaktion für den Kahu- Konzern. Die bei den gestrigen Berhandlungen über die Stüßung des Rahn Ron= zerns anwesenden Banten haben sich grundsätzlich zur Sanie. rungsaftion bereit ertlärt, unter der Borauslegung, daß die wenigen nicht anwesenden Banten sich an der Stüßung ebenfalls beteiligen. Mit den letzteren sind die Verhandlungen bereits im Gange. Es liegt also ein Verlustabschluß vor, der deutlich der erschwerten Situation, in der sich dieser Industriezweig befindet, Ausdrud gibt. Ein Berluftabschluß aber auch, zu dessen Bermeidung von der Berwaltung nichts 3weckmäßiges unterlassen zu sein scheint. Solche wohlverständlichen und im Geschäftsbericht fubstantiierten Verlust abschlüsse sind auch der öffentlichen Meinungsbildung über die wirt- werten. Die vor einiger Zeit aufgenommenen Verhandlungen amiBerständigung zwischen den deutschen und belgischen Walzdrahtliche Lage der Volkswirtschaft und vielleicht vorhandene Organischen dem deutschen Balzdrahtverband und den maßgebenden Berfationsfehler wahrhaft nüglich. Ganz anders jedenfalls als das von den deutschen Unternehmungen im allgemeinen vernommene Jammern, das auch berechtigten Klagen alle Resonanz raubt. R-. Rückgang des deutschen Kaffeeverbrauchs. Während die Einfuhr aller jener Artitel und Bedarfswaren, die in den Inflationsjahren nicht ausreichend beschafft werden konnten, im ersten Stabilisierungsjahr und in diesem laufenden Jahr um so stärker gestiegen ist, ist dies beim Kaffee nicht der Fall. Die Importziffern gegenüber der Borkriegszeit sind derart unterschiedlich, daß eine nähere Betrachtung und Vergleichung gewiß lohnt. In den Jahren 1911 bis 1913 schwankte die Einfuhrziffer zwischen 183 000 und 168 000 Tonnen( 1911: 183 190 Tonnen für 251,56 Mill. Mart; 1912: 170 867 Tonnen für 252,6 mill. M.; 1913: 168 344 Tonnen für 219,72 mill. M.); sie betrug im ersten Stabilisierungsjahr 1924: 55 440 Tonnen für 115,17 Mill. M., während 1923 für 51,83 Mill. M. 38 744 Tonnen Rohkaffee eingeführt wurden. Entsprechend der so start gesuntenen Einfuhr hat sich das Berhältnis der Kaffeelieferanten untereinander start per der Friedenszeit mit fast 75 Broz. der gesamten deutschen Einfuhr schoben. Vor allem mußte Brasilien Einbuße erleiden,.das in alle anderen Konkurrenten weit überragt. Während z. B. 1912 127 299 Tonnen für 183,31 Mill. M. Brafillaffee bezogen wurde, die Qualitätsfrage und die Weltkonjunktur spielen hierbei fonnte 1924 nur 26 620 Tonnen für 49,35 mill. M. abgesetzt werden; Kaffee aus Brasilien weit weniger, nämlich 36,19 Mill. M. bezahlt. eine nicht fleine Rolle, so wurden 3. B. 1923 für 28 949 Tonnen Guatemala hat gegenüber der Friedensäiffer noch nicht ein Drittel eingebüßt, vor allem ist die dreifache Steigerung gegenüber 1923 bemerkenswert. Die Veränderung der anderen Länder, die gegen diese beiden Hauptlieferanten nicht aufkommen, sind weniger deutlich. Die Gründe des Rüdgangs im Kaffeeverbrauch liegen einmal Den deutschen Unternehmern ist das Klagen zur Gewohnheit in der Berdrängung des Kaffees durch den Katao; geworden. Deshalb fann man ihr Klagen in den meisten Fällen letzterer hat ja eine mehr als 65 prozentig gestiegene Einfuhr gegen nicht mehr ernst nehmen. Eine Unternehmung, die zu flagen ein über der Vorfriegszeit. Zum anderen aber wirkt auch die soziale Recht hat, ist die Brown, Boveri u. Cie. A.-G. in Mannheim- Käfer- Umschichtung, die während der Kriegs-, Nachkriegs- und Inflations tal, deren Geschäftsbericht für 1924 uns vorliegt. zeit vor sich gegangen ist, besonders auf den Konsum gewisser entSie ist die deutsche Tochtergesellschaft des Weltbehrlicher Lebensmittel, zu denen auch der Kaffee gehört. Schließlich Ponzerns für den Bau von Großdampfturbinen und elektrischen wird aber noch das Aufkommen der verschiedenen Ersatmittel Krafterzeugungs- und Großmaschinen Brown, Boveri u. Cie in während der letzten zehn Jahre, die hinter uns liegen, zu berückBaden( Schweiz), die in Deutschland, Desterreich, Frankreich, fichtigen sein. Gine große Anzahl von Konsumenten, die vielleicht Italien, Norwegen riefige Werte hat und fürzlich durch ihre a meri fanische Neugründung( American Brown, Boveri Electric gerade noch den Kaffeegenuß sich verschaffen könnten, sind im HinCorporation) Aufsehen erregt hat. Wie alle Tochtergesellschaften der verschiedenen Erfazartikel stehengeblieben. blick auf die Teuerung anderer Bedarfswaren bei der Verwendung tämpft auch die Mannheim- Käfertaler mit ihren über 3000 Arbeitern und Angestellten in der scharfen Luft der internationalen Konkurrenz. Bei der Größe der Objekte, die immer in die Hunderttausende gehen, bei der Unmöglichkeit, solche Objekte etwa freibleibend" abschließen zu wollen, bei den vielfach ein- bis eineinhalbjährigen Bauzeiten für die einzelnen Stücke, bei der außerordentlichen Kostspieligkeit der Apparatur, die für den Bau einer Maschine oft das Mehrfache für neue Werkzeugmaschinen erfordert, hängt restlos alles für den Geschäftserfolg von einer genauen und in ihren Grundlagen vor allem stabilen kalkulation ab. Daß bie Bedingungen für eine solche Raifulation im Jahre 1924 in Lohn- und Zinsbedingungen die Kalkulation gestört haben, das ist die lauteste Klage der Gesellschaft. Wenn sie daneben über die Sjö he der Löhne und Steuern flagt, so nimmt sie ihrer wohlberechtigten Klage über die Unmöglichkeit einer stabilen Kalfulation leider etwas von ihrem Gewicht, denn ihre Muttergesellschaft in der Schweiz zahlt höhere 2öhne; und mehr Steuern zahlt die deutsche Industrie, weil durch ihre Mitschuld der Rentner- und Sparerstand zerstört worden ist. Jedenfalls bleibt ein wirklich berechtigter Rest von Klagen, und ihn belegt die Brown, Boveri u. Cie. durch ihre Bilanz. Sie schließt für das Geschäftsjahr 1924, das sehr große und erst im zweiten Halbjahr etwas abflauende Aufträge gebracht hat, mit einem Verlust( 141 000 m.). Wie wenig die Löhne die Ursache des Berluftes gewesen sein können, beweist die Schweizer Muttergesellschaft, die unter ganz gleichen Konkurrenz- und Produk tionsbedingungen bei höheren Löhnen 6 Broz. Dividende verteilt hat. Ebenso ist der Verlustabschluß Mannheim- Käfertals auch teine Ausnahme im Konzern; gut die Hälfte der Tochtergesellschaften blieb ohne Dividende. Der Roh gewinn betrug 10,09 Millionen, aus dem sich nach Abzug der normalen Abschreibungen ( 0,57 Mill.), der Generalunkosten( 8,33 Mill.) und der Steuern ( 1,33 Mill.) der Verlust ergibt. Dieser Verlust scheint das wirtliche Geschäftsergebnis und auch nicht durch irgendwelche Zufälle oder verlustbringende Transattionen veranlaßt zu fein. Seine Begründung durch die bisherige Unmöglichkeit ftabiler Kalkulation, vielleicht auch die Höhe der Steuerbelastung ergibt sich aus dem Ansteigen der Schuldner von 3,12 auf 8,11 Millionen und des bedeutend geringeren Ansteigens der Gläubiger von 8,63 auf 10,98 Millionen. Die Verwaltung hat auch in ihren Geldverhältnissen forgfältig disponiert. Im Gegenfaz zur Inflationszeit, wo sie Entwertungsverluste durch eine hohe Lagerhaltung möglichst ausschloß, hat fie im Stabilisierungsjahr die Borratshaltung fyftematisch gesenkt. So wurde Rorrespondenz erfährt, zu dem Ergebnis geführt, daß sich Einzeltretern der belgischen Walzdrahtwerfe haben, wie die Konjunkturparteien mit sofortiger Wirkung verpflichtet haben, sich gegeneinander teine konturrenz mehr zu machen, d. h. also, daß weder Deutschland in Belgien, noch Belgien in Deutschland Walzdrahtofferten direkt oder durch Exporteure machen läßt. Man hat sich festgelegt und diesen Saß vorläufig nicht unter 5 englische Bfund sogar auf einen Mindestpreis für die eigenen Geschäfte in Walzdraht 15 Schilling per englische Tonne festgelegt. Wie die KonjunkturRorrespondenz" weiter erfährt, sind in Düsseldorf weitere Sigungen in Aussicht genommen, die auf eine genaue Abgrenzung der Absa 3 gebiete hinzielen. Jedoch ist hier bisher weder eine Entscheidung erfolgt, noch ein Termin festgesetzt worden. Die englische Schiffbankrise und die deutschen Löhne. Die gemeinsam von englischen Schiffbauern und Arbeitnehmern des Schiffbaues angestellte Untersuchung über die Ursachen der tatastro= phalen Lage des englischen Schiffbaues hat in einem foeben veröffentlichten Bericht ihren vorläufigen Abschluß gefunden. in dem Bericht wird zunächst festgestellt, daß die in den legten brei Jahren erzielten Preise nach Abzug der Löhne und sonstiger Un foften einen minimalen Ueberschuß ermöglichten, der knapp zur Deckung der Steuern ausreichte. Dieser Sachverhalt wird auffallenderweise auf die längere Arbeitszeit und die niebrigen Löhne des Auslandes zurüdgeführt. Dies bezieht sich in der Hauptsache auf Deutschland und Holland. Es ist bezeichnend, daß unter den empfohlenen Gegenmaßnahmen bie Arbeitszeitverlängerung in England nicht erwähnt wird, dagegen wird beantragt, Schritte zu unternehmen, um die Kürzung der Arbeitszeit im Auslande zu erwirken. Der„ Daily Telegraph" meint in einem ausführlichen Kommentar zu dem Bericht, daß es schwer fallen würde, die ausländischen Konkurrenten zu einem Berzicht auf die aus dieser Sachlage fich ergebenden Vorteile zugunsten der englischen Schiffbauindustrie zu veranlaffen. hang mit der ständigen Erweiterung der Produktion der staatlichen Die Neuausrüstung der russischen Industrie. Im ZusammenIndustrie in Rußland ist die Frage der Erneuerung der machinellen Anlagen der russischen Fabriken immer dringender dieses schwierigen Problems nur mit Unterstützung des Auslandes geworden. Es bestand von vornherein kein Zweifel, daß die Lösung schiedene russische Kommissionen, darunter die belante Textilkomerreicht werden kann. Nachdem im laufenden Jahre bereits vermiffion, im Auslande geweilt baben, um maſchinelle Anlagen für einzelne Industriezweige zu bestellen, unternimmt der Oberste Bolks. wirtschaftsrat der Sowjetunion nunmehr Schritte, die eine weitgehende Mitarbeit des Auslandes am Wiederaufbau der russischen Industrie bezwecken. Er entfendet nämlich 12 Rommissionen nach Deutschland, Frankreich, England und Amerika, die den Ankauf von Fabrikausrüstungen für eine gehören 40 Sachverständige an. Die Kommissionen find angewiesen worden, mur dann Einkäufe und Bestellungen zu tätigen, wenn dabei weitgehende Kredite( auf zwei bis drei Jahre) bei Teilanzahlung von ausländischen Firmen gewährt werden sollten. Insgesamt sollen im laufenden Wirtschaftsjahr für 273 Millionen Rubel Fabrikausrüstungen im Auslande angekauft werden. Stärterer Güterverkehr auf der Reichsbahn. Wenn auch die deutsche Wirtschaftslage im September feine bemerkenswerte Besserung erfahren hat, ist doch der Güterverkehr der Reichs- Reihe russischer Industriezweige besorgen sollen. Den Kommiffionen bahn nach der gestellten Wagenzahl gestiegen. Im Durch schnitt wurden arbeitstäglich etwa 5000 Wagen mehr als im Vormonat gestellt. Die Gründe dafür sind in erster Linie auf den zunehmenden Ernteverfehr, auf gesteigerten Versand von Kohlen, Düngemitteln, Kartoffeln und Baustoffen zurückzuführen. Auch ist es gelungen, im Güterbeförderungsdienst Verkehr vom Auto wieder für die Reichsbahn zurückzugewinnen, dagegen find bedeutende Gütermengen auf die Binnenwasserstraßen abgewandert. Für den gesteigerten Kohlenversand wurden 27 000 Wagen mehr gestellt; für den gestiegenen Versand an Dünge. mitteln 5500 Wagen. Kartoffelverladungen erforderten ein Mehr allein wurden 36 000 Wagen von 11 000 Wagen. Der Zuckerversand ging zurück. Für Zement 7000 mehr als im Vormonat erhebliche Transporte über die Grenzbahnhöfe zu leiten. Der Güterangefordert. Infolge der Zollerhöhung waren gegen Monatsende fahrzugplan wurde ausgebaut und das Güterkursbuch erweitert. Der Personenverkehr war in der ersten Monatshälfte noch sehr start, in der zweiten aber trat ein mertlicher Rückschlag ein. Nur in Bayern blieben die Leistungen hoch. Gründung des öfferreichisch- englischen Kupferfyndikats. Das österreichisch- englische Kupfersyndikat ist unter der Führung der Firma Schroeder u. Co. in London und Jacob Neurath in Wien nunmehr zustande gekommen. Durch den Zusammenschluß in Gestalt einer gemeinsamen Einkaufsorganisation wird der RohstoffDr. Schröder's Aufbausalz bewährt bei allen Zuständen. In Apotheken und Drogerien zu haben. 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Dieselbe Stimmung habe dann die Beratungen des Justizetats im Hauptausschuß getragen, in dem man einmütig bestrebt gewesen sei, die Mißstände in der preußischen Rechtsprechung zu überwinden. Leider sei dieser Wille zur Objektivität in der Justizdebatte vor dem Plenum bereits wieder verfolgen. Es müsse doch aber endlich einmal, nachdem man sechs Jahre lang darüber geredet habe, gelingen, flarzustellen, wohin die Justizkritik der Linksparteien zielt. Das Streben ginge nach einer Objektivierung der Rechtsprechung, wobei man den einzelnen Richtern durchaus nicht zum Vorwurf machen brauche, daß sie bewußt das Recht beugten. Aber sei es ein Wunder, daß das Richtertollegium, das sich in seiner überwiegenden Mehrheit aus rechtsgerichteten Bersönlichkeiten zusammensetze, von einseitigen Boraussetzungen ausgehe? Das Zentrum werde wahrscheinlich Widerspruch erheben, menn man behauptet, daß 95 Proz. der preußischen Richter auf dem Standpunkt der Rechtsparteien stünden, da ein Teil der Richter ja auch aus Zentrumsfreifen stamme. Aber es sei doch ein unmöglicher Zustand, daß nicht nur vor dem Kriege teine liberalen Richter innerhalb der Justiz geduldet wurden, sondern daß selbst heute noch, sechs Jahre nach Schaffung der Weimarer Berfaffung, das Richterkollegium diefelbe Zusammensetzung habe, wie in der Kaiserzeit. Dieser Zustand müsse zu Fehlurteilen und Irrtümern führen, die von der Sozialdemokratie als Klassenjustiz bezeichnet werden. Auch Bismard habe sich im Jahre 1866 über parteiliche Justiz beschwert, worunter er den Kampf der liberalen Richter gegen seine Person meinte. Aber er selbst habe sich sieben Jahre später gerühmt, diese liberalen Kreisrichter überwunden zu haben. Seit dieser Zeit datiert die reaktionäre preußische Justiz bis auf den heutigen Tag. Der Landtag habe zwar im Jahre 1922 einen Antrag angenommen, der auch von der Volksparteiunterzeichnet war, die leitenden Stellen der Justiz nur mit unbedingt zuverlässigen Vertretern der republitanischen Verfassung zu besetzen und dasselbe Prinzip auch auf das Personalreferat in allen Zweigen der Justiz anzuwenden, aber dieser schöne Beschluß, der für immer eine Ehre für die Boltspartei bleiben werde, ist nur ein Beschluß geblieben. Unter sämtlichen Landgerichts-, Amtsgerichts- und Oberlandesgerichtspräsidenten in ganz Preußen finden sich vielleicht ein halbes Dußend wenigstens lonale Diener der Republik. Ausgesprochene Republikaner befänden sich unter diesen Präsidenten überhaupt nicht, ausgesprochene Rechtspolitiker seien in einer geradezu überwältigenden Zahl.( Sehr richtig! links.) Einige Beispiele dafür, wie sich das in der Bragis auswirft: Ein Hauswirt, namens Nordheimer, hatte die Räumungsflage angeftrengt, weil ihn fein Mieter, ein Ausländer, wiederholt deutsches Schwein" geschimpft hatte. Das Amtsgericht Berlin Mitte lehnt die Klage mit der Begründung ab: Tkläger ist unbeschadet seiner deutschen Staatsangehörigkeit der Abstimmung nach nicht eine Persönlichkeit, die der Sprachgebrauch des Boltes zu den Deutschen zählt.( Lebhaftes Hört, hört! links.) Es könnte sich also dieser Mann, der Hauswirt Nordheimer, der in Deutschland geboren und deutscher Staatsangehöriger ist, durch die Bezeichnung deutsches Schwein" nicht getroffen fühlen, denn er gehöre ja nach dem Sprachgebrauch nicht zu den Leuten, die man als Deutscher ansieht!( Burufe bei den Sozialdemokraten.) lleber dieses Urteil wurde Beschwerde geführt, aber der Amtsgerichts präsident lehnte ab, einzuschreiten, und es bedurfte erst eines Eingriffs des Justizministeriums, um die Sache zu forrigieren. Troy alledem hat es der Amtsgerichtspräsident Lieber unterlaffen, gegen diesen Richter einzuschreiten. Anders bei republikanischen Richtern, wie dem Amtsrichter Dr. Scholz, der in eine Urteilsbegründung hineinschrieb, die betreffende Person habe sich vor Gericht so ungebührlich betragen, wie das eine Arbeiterfrau nie tun würde. Wegen dieser Bemerkung hat ihm der Amtsgerichtspräfident seine Schöffenabtei Tung genommen und auch aus seinem Amt als Vormundschaftsrichter wurde er megen Förderung der Un= Sittlichkeit" hinausgedrängt, weil er es ablehnte, einer geschie denen Frau, der die Kinder rechtsfräftig zugesprochen waren, diese später zu nehmen, weil sie zwar in einem Ronfubinat, aber in einem durchaus geordneten, eheähnlichen, lebe, so daß eine Gefähr dung der Erziehung der Kinder nicht nachzuweisen sei!( Hört, hört! bei den Soz.) Ein weiterer Fall: Vor drei Jahren bat mich Justizminister Am Zehnhoff, als ich ihm flagte, daß fein einziger unserer republikanischen und sozialistischen Richter Präsident seiner Behörde sei, ihm doch eine Persönlichkeit zu nennen, die die nötige Qualifikation habe. Ich nannte dem Minister einen Namen, worauf er ihn als einen der beften qualifizierten Richter in Berlin bezeichnete.( Hört, hört!. bei den Soz.) Anderthalb Jahre nach diesem Gespräch war dieser beftqualifizierte Richter jo gründlich erledigt, daß von irgendwelcher Beförderung gar nicht mehr die Rede wer. Das wäre wahrscheinlich nicht der Fall gewesen, wenn ich ihn nicht als Parteifreund bezeichnet hätte.. = " Was wir vom Justizministerium verlangen, das ist die Forderung, den paar demokratisch republikanisch eingestellten Richtern endlich Bewegungsfreiheit zu geben und dafür zu sorgen, daß diese Leute nicht schlechter behandelt werden als alle anderen Richter. Das Zentrum steht unserer Kritit etwas skeptisch gegenüber, aber was würde das Zentrum wohl für Töne anschlagen, wenn unter sämtlichen preußischen Gerichtspräsidenten nicht ein ein3iger Zentrumsanhänger wäre? Sie würden sicherlich mit allem Nachdruck erklären, daß ein solcher Zustand für fie gnaz unerträglich sei und daß sie sich als Männer minderen Rechts nicht fühlen wollten. In diesen Zusammenhang gehört der Fall Kroner. Die Rechtsparteien gehen mit dem RM SPARKASSE nachgewiesener Befangenheit aufgehoben wurde, haufieren. Da möchte ich doch einmal daran erinnern, was Generalstaatsanwalt Lindom seinerzeit in der Strafverhandlung gegen Kroner ausgeführt hat. Er sagte: Kroner hat an dem Magdeburger Urteil eine scharfe Kritik geübt. Ich fann nicht umhin zuzugeben, daß die kritit nicht nur scharf, sondern daß fie auch großenteils berechtigt ist und daß Herr kroner seine Absicht großenteils mit Erfolg durchgefeht hat. Seine kritit des Magdeburger Urteils erfcheint mir in vollem Umfang beachtenswert.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Generalstaatsanwalt hat damals fein Urteil dahin zusammengefaßt, daß lediglich eine formale Beleidigung vorliege, da Kroner sich in der Uebereilung in einigen Ausdrüden ver griffen habe. Und deswegen sollte Herr Kroner erledigt sein? Warum solidarisiert sich der Preußische Richterverein gerade mit den zwei Richtern von Magdeburg, marum nicht mit einem Oberverwaltungsgerichtsrat? Es ist durchaus erfreulich, wenn einem Mann, der einmal ein echtes und männliches Wort gegen Unrecht gewagt hat, aus verlegtem Rechtsgefühl und Gerechtigkeitsstreben heraus auch die Genugtuung zuteil wird, daß sein Kampf ums Recht Anerkennung findet. Das ist aber in der preußischen Justiz ein ganz seltener Ausnahmefall.( Sehr wahr! bei den Soz.) Namentlich im Bereich des Justizministeriums haben mir folche Ausnahmefälle überhaupt noch nicht erlebt, und darum möchte ich an der Spitze des Justizminifteriums einen Mann, der sich darüber klar ist, daß die einseitige, aus der Kaiserzeit stammende Zusammensetzung des Richtertorps in polifischer und sozialer Beziehung eine Gefahr für den Staat ist und durch die dazu geeigneten und möglichen Mittel bekämpft werden muß. ( Sehr wahr! bei den Soz.) Was die Staatsanwaltschaften anbelangt, so ist ihnen gegenüber die Macht des Juftizministeriums weniger beschränkt als in anderer Beziehung. Und ich möchte in diesem Zusammenhang heben, die die Verfolgung eines Reichswehrleutnants, der gegen die Staatsanwaltschaft in Kassel Beschwerde er eine schwarzrotgoldene Fahne heruntergerissen hat, ablehnte, sich da gegen zum Sammelpunttaller Stahlhelmangelegen heiten gegen die sozialdemokratische Zeitung in Kaffel macht. Die felbe Staatsanwaltschaft hat auch eine sehr poreilige Be. stehungsanflage gegen einen 70jährigen sozialdemokratischen Stadtrat in Kassel erhoben, die sich später als gänzlich haltlos herausstellte. Es ist in der Justiz nicht alles so, wie es sein sollte! Da hat nun der erste Herr Redner der Deutschnationalen Bolts. partei gefagt, das ginge auf die Dauer nicht, daß die größte Regierungspartei die preußische Rechtsprechung herabseze. Wenn man genau wissen will, was eine Regierungspartei tun und lassen muß, bann soll man nur bei den Deutschnationalen anfragen( Heiterfeit bei den S03.); die haben das jetzt bei Locarno und vorher schon ganz gründlich gelernt. Aber die Frage der Gerechtigkeit ist für uns teine Parteifrage, und die Kritik an der Juftiz, die Kritik am Richtertum ist teine Kritit an der Person des Herrn Justizministers; davon ist niemals die Rede gewesen. Was mir forbern und verlangen, ist eine Justizreform an haupt und Justizkritit auch dann nicht schweigen tönnte, wenn etwa an der Gliedern, und ich fönnte mir sehr wohl denken, daß unsere Spiße des Justizministeriums zufällig ein Sozialdemokrat ſtände. Die Uebelstände der Justiz liegen tiefer, als daß sie mit einem bloßen Personenwechsel beseitigt werden können. Aber um den Kampf gegen diefe Mißffände zu führen, ift vor allem an der Spike des Justizminifteriums ein Mann notwendig, der das Ziel und den Weg mit feftem Schriff geht.( Sehr richtig! und lebhafter Beifall bet den Soz.) Im weiteren Berlauf der sehr langwierigen Debatte protestiert Abg. Suffner( Goz.) gegen die Beschlagnahme der Zeitschrift Lachen lints in Lünen wegen angeblicher Herabwürdigung der Person des Reichspräsidenten. Das Gehalt des Justizministers und die sonstigen Besoldungen Im Ministerium werden bewilligt. Annahme findet auch der Gesetzentwurf zur Abänderung der Gerichtsgemeinschaftsverträge. Die Einzelabstimmungen finden am 29. Oftober statt. Nächste Sizung: Mittwoch, den 28. Oftober 1 Uhr: Anträge auf Erhöhung der Pfarrergehälter; Haushalt der Bergverwaltung. Schluß 7 Uhr. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, au richten. Achtung, Abteilungsleiter! Wo es an Flugblättern fehlt; im Bezirkssekretariat, Sinbente. 2, Bub islibe bis heute nachmittag 3 Uhr noch zu haben. * 7. Areis Charlottenburg. Alle Abteilungen müffen heute, Gonnabend, abend 7 Uhr Flugblätter vom Jugendheim Rosinenftr. 4 abholen. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Seute, Gonabend, ab 5 Uhr von ben Abteilungslokalen aus Flugblattverbreitung. Um 6% Uhr pünktlich Abmarsch mit Musik zum Demonftrationsumzug von Rosenthal, Ebersftr. 66. Alle Genoffinnen und Genossen sowie die gesamte Jugend müssen fich daran beteiligen. 14. Kreis Neukölln. Alle Radfahrer der SPD. und Gesinnungsfreunde treffen fidh Sonntag, den 25. Oktober, vormittags 9 Uhr Jdealbafino, Beichfelstr. 8. 19. Kreis Bantow. Buch, Rarow, Blantenburg, Buchholz: Bon 4-6 Uhr bei Karl Schirmer, Breite Str. 13 in Bantom, Material heute, Gonnabend, abholen. Heute, Sonnabend, den 24. Oktober: 4. Abt. Ab 2 Uhr nachmittags Flugblattverbreitung von Lutschat, Neue Friedrichstr. 108. Um 5½ Uhr Demonstration mit Mufit am RaiserFranz- Grenadier- Blah. Sonntag, den 25. Oftober, morgens 8 Uhr, Treffpunkt der Wahlhelfer bei Lutschat, Reue Friebridyftr. 108. 5. Abt. Treffpunkt zum Bropagandaumzug abends 6 Uhr am Roppenplak, Ede Linienfstraße. Zur Wahlhilfe erscheinen die Genossen am Sonntag den 25. Oktober, morgens ab 8 Uhr, bei Mathias, Linienftr. 29. 10. Abt. Nachmittags 4 Uhr Flugblattverbreitung von Trimper, Flensburger Straße 3, aus. Erscheinen unbedingt erforderlich. 12. Abt. Achtung, Genoffen! Nachmittags 5 Uhr Flugblattverbreitung son Schmidt, Wiclefftr: 17, aus. 29. Abt. Nachmittags Flugblätter von Burg abholen. Sonntag, den 25. Oftober, morgens 8 Uhr, Bezirtsführer Material empfangen. Genossen, die nicht zur Wahlarbeit eingeteilt find, von 9 Uhr ab ebenfalls bei Burg. 33. Abt. 6% Uhr bei Lojad, Bemmestr. 8, Funktionärversammlung. Am Sonntag, den 25. Oftober, treffen fich die Genoffen morgens 8 Uhr zur Bahlarbeit bei Lojack, Benmeftr. 8. 36. 6 5 5 Uhr von Bush, Tilstier Str. 27, und Bittiöuk. Beiersburger Straße 5, Flugblattverbreitung. Bollzähliges Erscheinen notwendig. Am Sonntag, den 25. Oktober, treffen sich sämtliche Mitglieder 8 Uhr Dormittags im Zentralwahllokal von Busch, Tilsiter Str. 27. Telephon: Rönigstadt 1105 42. Abt. Nachmittags 5 Uhr treffen fich alle Genossen in ihren Rahlabend. Lofalen zur Flugblattverbreitung. Flugblätter für die Bezirksführer liegen bei Biersdorff, Urbanstr. 6, zur Abholung beeit. Am Sonntag, den 25. Oftober, treffen fich alie nicht eingeteilten Genoffen bei Höhlke, Bergmannstr. 61, aur Resultatverkündung schon vormittags 10 Uhr und nicht, mie meist angenommen, um 6 Uhr abends. 46. Abt. Bon 6 Uhr abends ab bei Eichholz, Cuvryftr. 23, lehte Flugblatt. Derbreitung. 48. Abt. Ab 5 Uhr nachmittags im Lokal Keller, Fürftenftr. 1, Ausgabe der Flugblätter. Noch nicht eingeteilte Genoffen melden fich am Sonntag. Dafelbft den 25. Oktober, morgens 8% Uhr, bei Reller, Fürstenstr. 1. müssen auch im Laufe des Sonntags die Sammellisten abgerechnet werden. Charlottenburg. 51. bt. Ab 5 Uhr Flugblätetrverbreitung. Am Sonntag, den 25. Oktober, vormittags 8½ Uhr, treffen sich alle Genossen zur Wahlarbeit in den bekannten Lokalen. 56, Abt. beteiligt sich heute am Bropagandaumaug 6 Uhr Stuttgarter Blak. 77. Abt. Schöneberg. Alle Varteigenoffen find verpflichtet, sich in den bekannt. gegebenen Lokalen für den Wahltag zur Mitarbeit zu melden. Renföün. 91. Abt. Abends 6 Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen aus: 20., 21., 39., 41. Bezgirt bei Röfter, Rarlsgartenstr. 4. 40. und 50. bei Lübbecke, Rarlsgartenstr. 12. 38. bei Ramin, Mainzer Str. 12. 37., 42., 48., 49. bei Stahmann, Münchener Ede Reuterstraße. Anschließend findet eine furze Besprechung der Bezirksführer und Borfteher abends 8 Uhr bei Liddede, Rarlsgartenstr. 12, ftatt. 92. Abt. Seute, Sonnabend, leste Flugblattverbreitung, an der sich alle Genoffen beteiligen. Sonntag morgen, spätestens 8 Uhr, müssen alle Genossen der Bezirke 31, 44, 45 und 55, fomeit fie noch nicht zur Wahlarbeit in ihren Bezirken eingeteilt sind, fich in der Rentrale der Abteilung, Restaurant Wolff. Raiser- Friedrich- Str. 173, restlos melden. 101. Abt. Treptow. Flugblattverteilung findet am Sonnabend nachmittag 5 Uhr von der bekannten Stelle aus ftatt. Listenführer treffen fich um 7 Uhr in der Spedition zur Besprechung. 102. Abt. Baumschulenweg. Pünktlich 15 Uhr Flugblattverbreitung vom Lokal Fak. Anschließend treffen sich um 6 Uhr sämtliche Genossinnen und Genoffen zur Wahltundgebung an der Wald. Ede Baumschulenstraße. Am Suge nehmen 2 Rapellen teil. Fadeln werden dafelbft ausgegeben. 114. Abt. Lichtenberg. Rachmittags pünktlich 5 Uhr Flugblattverbreitung. Alle Genoffen müssen erscheinen. Biban. Sonnabend, ben 24. Oktober, 7% Uhr, in der Schule. Der Film vom Samburger Jugendtag. Eintritt 50 Bf. Morgen, Sonntag, den 25. Oktober: 3. bt. Das Rentralwahllokal befindet sich bei Krüger, Engelufer 23. Fernsprecher: Amt Morigplak 117 68. Alle Mitglieder und Wahlhelfer finden sich vormittags 8 Uhr dort ein. 6. Abt. Wahllotal befindet sich bei Dobrohlam, Eminemünder Str. 11. Alle Genoffen, die nicht zur Wahlarbeit eingeteilt find, melden fich daselbst morgens 8 Uhr. 7. Abt. Die Genossen, welche noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt find, haben fich morgens 8 Uhr bei Dams, Schlegelftr. 9, einzufinden. Abt. Wahloral befindet sich bei Rüdert, Steinmehstr. 36a. Bahllakal der 8b Abt. bei Meyer, Lüßowstr. 7. Jeder Genosse muß sich dortfelbit morgens 8% Uhr zur Wahlhilfe melden. 9. Abt. Alle, Genosinnen und Genossen treffen fich morgens 8 Uhr im Wahl. Lotal von Sübner, Wilsnader Str. 34. Auch die Jugend muß sich be teiligen. 11. Abt. Die Genoffen, welche noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, haben sich morgens 81 Uhr bei Berger, Bevegowstr. 21, einzufinden. 13. Abt. Alle Genossinnen und Genossen treffen fich zur Wahlarbeit morgens 8 Uhr bei Liebsch, Wilhelmshavener Ede Birkenstraße.. 15. Abt. Alle Genossen treffen fich zur Wahlarbeit morgens 8 Uhr bei Otio Repp, Swinemünder Str. 30, Ede Vinetaplas. 22. Abt. Vormittags 8 Uhr Einteilung zur Wahlarbeit bei Sönifch, Bor. wärtsspedition und bei Reuter, Föhrer Str. 13. 32. Abt. Abteihungswahllobat befindet sich bei Balentin, raufftr. 36. Telephon: Alexander 2716. Jm gleichen Lokal nachmittags 3 Uhr Bor. standssitung. 39. Abt. Morgens 8 Uhr Bahlhilfe bei Lehmann, Sallesches Ufer 14. Telephon: Nollendorf 4382. 41. Abt. Abteilungswahllofal bei Luke, Bergmannstr. 93 Ede Solmsstraße. Alle Genoffen, die in ihren Bezirken noch nicht eingeteilt find, treffen fich vormittags 8% Uhr daselbst. 45. Abt. 8 Uhr Wahlhelfer einfinden in den Gruppenlokalen: Minnig, Laufiger Str. 45. Sebestreit, Reichenberger Str. 127. Bartsch, Wiener Straße 39. Wienziers, Reichenberger Str. 104. 58. Abt. Charlottenburg. Wahlbureau: Banreuther Str. 31( Berkehrsbund). Alle Wahlhelfer treffen sich dortfelbft morgens 8 Uhr. 68. Abt. Halensee. Wahllotal: Rlingebeil, Johann- Georg- Str. 13. Die Gen noffen treffen sich um 8% Uhr zur Bahlarbeit. 72. Abt. Wilmersdorf. Die Genoffen treffen fich zur Bahtarbeit bei Schäfer, Augustas Ede Detmolber Straße morgens 8 Uhr. 7. Abt, Schöneberg. Wahllokal: Groß. Sedanstr. 17. Sämtliche Genginnen und Genoffen haben fich von 8 Uhr ab aut Bahlarbeit einzufinden. Bon 8 Uhr abends ab Berkündung der Bahlrefultate. 84. Abt. 2antwik Bahllotal: Lehmann, Railer- Wilhelm- Str. 29/31. Die noch nicht eingeteilten Genoffen treffen fich vormittags 9 Uhr zur WahlHilfe daselbst. 85. Abt. Tempelhof. Wahllokal: Aur Linde", Werder Ede Friedrich- Rar Straße. Die Bezirksführer finden fich aur nochmaligen hursen Besprechung 8 Uhr im Wahllofal ein. Die Wahlhelfer sowie fämtliche Genoffent haben 8 Uhr in den Bezirkswahllokalen zu erscheinen. Ueberzählige Kräfte melden fich fofort im Zentralwahllofal. 1. Bezirk bet Stuhlmann, Dorfftr. 50. 2., 3., 4., 5. Bezirk bei ,, Linde", Werder Ede FriedrichRarl- Straße. 6. Bezirk bei Lange, Ringbahnstr. 4. 7. Bezirk bei Sappel, Gottlieb- Dunkel- Str. 11. 8. Bezirk bei Abraham, Dreibunbftr. 15. Resultatverkündung findet abends 7% Uhr bei Stuhlmann statt, verbunden mit gemütlichem Beisammensein. Reukölln. 89. Abt. Vormittags 8 Uhr Flugblattverbreitung. 1. bts 5. Bezirk bei Brose, Sanderstr. 10. 6., 11., 12. Begirt bei Richter, Nansen. Ede Montiusstraße. 7., 10., 18. und 19. Bezirk bei Schula, Sobrechtstr. 64. 91. bt. WahПlobal: Mäufeler, Münchener Str. 23. Es ift Bflicht eines jeden Genoffen, fich zur Berfügung au ftellen. 104. Abt. Rieberschöneweibe. Ballotal: Thiele, Berliner Str. 38. Abends 8 Uhr Resultatverfündung bei Schmidt, Berliner Str. 97/98, mit gemüt Hichem Beisammensein. 128./130. Abt. Bankow und seinersbort. Morgens 8 Uhr Pflichtbeteiligung aller Genoffinnen und Genoffen an der Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilte Genoffen melden sich im Türkischen Relt", Breite Str. 14. 130. Abt Tegel. Bormittags 8½ Uhr im Jugendheim Bahnhofftr. 15 finden fich sämtliche Genoffinnen und Genoffen aurr Wahlhilfe ein. Jungsozialisten. Gruppe Rorben: Seute, Sonnabend, Flugblattverbreitung. Sonntag, den 25. Oftober, Beteiligung an den Wahlarbeiten. Abends 7 Uhr gemeinsam mit der Arbeiterjugend: ,, Gottloser Abend im Jugendheim, Lebigenheim, Schönstedtstr. 1. Gruppe Mitte: Heute, Sonnabend, Treffpunkt zur Wahldemonstration abends 6 Uhr Roppenplag Ede Linienstr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 46. Abt. Unfer Genoffe Rar! Strohbach, Cuvryftr. 37, ift verstorben. Ein äfcherung am Dienstag, den 27. Oktober, nachmittags 3% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung erwünscht. 48. Abt. Unfer Genoffe Otto Rlamm, Waffertorstr. 75, ift an den Folgen eines vor längerer Reit erlittenen Schlaganfalls verstorben. Einäscherung em Dienstag, den 27, Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baumschulen. weg. Rege Beteiligung erwünscht. M. SCHULMEISTER Fischule melater Hochbahnstation Kottbuser Tor Mollige Winter- Mäntel Mk. 49.-, 54.-, 60.-, 70.-, 80.-, 100.Mollige Jünglings- Mäntel Mk. 29.-, 34.-, 38.-, 41.-, 50-, 60.Sportpelze v.150.-, Gehpelze v.225.Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.-G. Berlin S. 14, Wallstr. 65 Hamburg, Besenbinderhof 57-59 SPARKASSE: { zu 6 Proz. mit täglicher Kündigung zu 8 Proz. mit monatlicher Kündigung Spareinlagen von 1 Mark an Verwaltung von Wertpapieren Kassenstunden: 9-3 und 5-7 Uhr / Schließfächer RM SPARKASSE Sonnabends: 9-1 Uhr ..rr« Unterhaltung unö �Vissen jzz Ver billige Jakob. Immer ran, immer ran! Hier ist Verlini Offeriere zu Herstellungspreisen Mein reichhaltiges Wahl magazin. Gut erhaltene Artikel aus befferen Kreisen! Heldenunterhosen aus Stahl und Eisen! Reelle Offerle! Seine Bestechung! Aeußerst billige Wahlversprechung! Vom schwarzweihroten Durchfall zu retten, Rehmen Sie völkische Areiheitstadletteu Gegen Verstopfung in nationalen Gehirnen! Prima leicht angestoßene Birnen? Troditionsspaliervbst! Reichswehrpatent! Kleine Lehrpläne mit religiösem Moment? Die lustigen Hinze- und Kunze-Lurlesken? Die neuesten deutschen Zustizgrotesken. Raffiniertes Grevesmühleufabrikat: Was dem einen recht, wird dem andern nicht billig! Herrschaften, seien Sie nicht widerwillig! Verstellbare Gesinnungen, auf Draht? Konserven? Gepökelte Rehringsrogeu? Werden dollar- und pfundweise abgewogen!— Immer ran! Ab 25. bin ich verzogen! Herr Appellmeister, machen Sie mal Muflke! Rin in die Berliner Ramschbudike! Die Geschichte einer öombe. von v. Traven Mexiko). Der Indianer Eduards Llaca hotte drei hübsche Töchter. Alle fiei heiratsfähig: die jüngste dreizehn, die älteste sechzehn Jahre alt. Eines Tages kam zu ihm der Indianer Guido Salvotore, der hier am Orte mehrere Wochen im Busch gearbeitet und für etwa fünfzig Pesos Holzkohle gebrannt hatte. Nachdem er sich ein neues Hemd, eine neu« Hose und einen neuen Hut gekauft, sowie der alten Negerin, bei der er in Kost gewesen war, die Rechnung bezahlt hotte, blieb ihm nicht viel übrig. Am Samstag war Tanz gewesen, der bis zum Morgen gedauert hatte. In dieser Nacht war Salvatore mit den drei hübschen Mädchen bekannt geworden: es war ihm leider nur sehr selten ge- lungen, mit ihnen zu tanzen, weil die anderen Burschen immer viel flinker waren als er. Den Sonntag hatte er gebraucht, um einen Gedanken zu ve- kommen. Und dieser Gedanke arbeitete an ihm Montag, Dienstag und Mittwoch. Am Donnerstag war der Gedanke so reif geworden. daß er am Freitag klare Gestalt annehmen konnte und seinen Er- zeuger am Samstag zu jenem Vater führte. «Welche willst du denn haben?" fragte Llaca. .Diese da!" sagte Salvatore, wobei er auf Bianca zeigte, die gerade vierzehn Jahre alt war und die das hübscheste Gesicht hatte. .Das glaube ich dir, die würde dir wohl schmecken! Wie heißt du denn übrigens?" Nachdem Salvatore seinen vollen Namen, den er wohl nennen, ober nicht buchstabieren konnte, hergesagt hatte, fragte ihn der Bater, wieviel Geld er habe. .Achtzehn Pesos," sagte er. Das war doppell so viel, als er wirklich besaß. .Da kannst du Bianca nicht haben: ich brauch««ine neu« Hose, und die Alle hat keine Schuhe. Wenn du so hoch hinaus willst, Bianca zu heiraten, können wir nicht in Lumpen herumlaufen. Eine Hose für mich und ein Paar Schuhe für die Alte— oder wir können dich in der Familie nicht gebrauchen. Gib mir mal Tabak!" Nachdem die Zigaretten gerollt und angezündet waren, sagte Salvatore:.Ich kann auch die da nehmen!" Dabei zeigte er auf Elvira, die Aelleste unter den dreien. .Du bist nicht dumm, Salvatore. Sag«, hast du denn Arbell?" .Ich habe einen Esel." ..Kein Pferd?" Diese Fragen nach seinem Vermögen setzten Salvatore ein wenig in Verlegenheit. Er spuckt« ein paarmal aus und sagte dann: ..Ich habe«inen Onkel, der arbeitet in einer Mine bei Torreon. Da gehe ich rauf, wenn ich eine Frau habe, und warte, bis ich auch in der Mine arbeiten kann. Man kann dort leicht drei Pesos du» Tag verdienen." „Drei Pesos ist hübsches Geld," sagte der Alte.„Aber die achtzehn Pesos, die du host— damit können wir nicht einmal die Hochzeit machen." .Soviel kann die doch gewiß nicht kosten! Einen Pfarrer können wir nicht nehmen, und die Qizcnz fsir das Standesamt können wir auch nicht bezahlen." .Freilich nicht." sagte der Alte,„soviel Geld gibt es gar nicht. "Aber wir müssen doch wenigstens zwei Musikanten haben für den Tanz und zwei Flaschen Tequlla, sonst sagen die Leute uns nach, Elvira sei überhaupt gar nicht oerheiratet, sondern sei nur mit dir davongelaufen. Und so etwas machen meine Töchter nicht. Warte nur darauf nicht— du könntest sonst alt werden!" Es wurde dann hin und her gerechnet, daß Salvatore noch drei Wochen oder vier im Busch Kohle brennen müsse, um das Geld sür die Musikanten zusammen zu haben, wie auch für den Tequila, für ein Kilo Kaffee, drei Kilo Zucker, ein paar Schuhe für die Mutter und ein« Hose für den Dater. Als er damit einverstanden war. wurde ihm erlaubt, daß er bei den zukünftigen Schwiegerellern in Kost gehen könne, wofür er ein Drittel weniger zu bezahlen habe als bei der Negerin: man wolle ihn inzwischen schon als Sohn anerkennen. Er möge sich dort in der freien Ecke ein Schlafgestell einrammen, und wenn er eine zweite Decke für Elvira kaufen wolle, so könne sie schon jetzt bei ihm schlafen, damit nicht so viele Umstände gemacht zu werden brauchten. Denn verhindern ließe es sich ja doch nicht. Nachdem Salvatore auch die Decke für Elvira zugestanden hatte, wurde Elvira selbst, die wie plle Familiemnitglieder der ganzen Verhandlung beigewohnt hatte, gefragt, ob sie etwa, einzu- wenden habe. „Ich würde ganz gern nach Torreon gehen," war ihre Antwort: »:nd damit war diese wichtige Familienangelegenheit erledigt. Dem guten Salvatore fehlten aber jene neun Pesos, die er sich in die Tasche gelogen hatte. In den vier Wochen, die er zu arbeiten hatte, ging auch das Hemd in die Brüche, und für die Hoch- zeit mußte er unbedingt ein neues haben. Diese beiden Tatsachen waren die Ursache, daß einem in der Nähe wohnenden amerika- nischen Farmer eines Tages zwei Kühe fehlten, die nie wieder kamen. Nachdem der Tanz gewesen war, der alle Llaca sich betrunken hatte, eine neue gelbe Zwirnhose für ihn und für die Sennora ein Paar neue Schuhe in Erscheinung getreten waren, durfte Salvatore das Mädchen Elvira als seine rechtmäßige Gattin betrachten, die ihm niemand entführen oder verführen durfte, ohne seine Ehre zu ver- letzten und seinen Zorn hervorzurufen. Salvotore packte seine beiden Decken, einen Kasfeekessel, sein Machete, seine Art und seine Elvira auf den Esel und wanderte in die Minengebiete von Torreon. Nur eine Woche lungerte er herum, dann bekam er Arbeit in einer Erzgrube. Die Arbeit war schwer, aber er fürchtete sich nicht davor. In der freien Zeit, die er hatte, baute er sich eine Hütte, in der er mit seiner Elvira ein glückliches Leben führte. Sie kochte ihm das Essen, wusch seine Wäsche, flickte ihm seine Hosen, prickle ihm die Sandflöhe aus den Füßen und wärmte ihm in den kalten Nächten, die in jener Derggegend so häufig sind, das Bett. Er fühlte sich wohl, und sie hatte keinen Grund zu irgend welcher Klage. Dielleicht wäre das ein ganzes Menschenleben so geblieben, wenn nicht eines Tages ein Bursche mehr in Elvira entdeckte, als Salvotore je fähig war in ihr auch nur zu ahnen. Als Salvatore jenes Abends heimkam, war Elvira ausgeflogen. Und da sie die schöne Decke, ihr zweites Hemd, ihre beiden Kleider und den Kamm mitgenommen hatte, wußte Salvatore, daß es für immer war, daß sie nicht gedachte, die eheliche Gemeinschaft mit ihm fortzusetzen. Die Hütten der eingeborenen Bevölkerung sind nicht imstande, irgend welche Geheimnisse zu verbergen, denn die Wände sind kaum dichter als«in Lattenzaun aus rohen Staketen. Nachdem Salvatore etwa zwei Dutzend Hütten abgesucht hatte, fand er die richtige. Er hörte seine Elvira darin lachen und schwatzen. Er spähte durch die Wände und erblickte Elvira schmeichelnd an der Seite ihres Neuerwählten sitzen. Sie war in vortrefflicher Laune. Außer diesem Paar waren noch zwei andere junge Paare in der Hütte. Alle waren lustig und guter Dinge, und sie hatten sich zu einen: gemütlichen Abendschwätzchen zusammengefunden. Der Name Salvatore wurde gar nicht erwähnt: sein Träger war ausgelöscht aus dem Gedächtnis dieser Leutchen. Als er sich davon überzeugt hatte, daß seine Elvira sehr glück- lich war, offenbor viel glücklicher und viel verliebter, als er sie je- mals gesehen hatte solange sie seine Frau war, daß also keine Hosf- nung blieb, sie je wieder als Ehegesponst zu haben, beschloh er, einen dicken Strich unter diesen Abschnitt seines Lebens zu ziehen. Mit der ganzen Geschicklichkeit und Intelligenz, die den mexi- konischen Indianern eigen ist, fabrizierte er in überraschend kurzer Zeit eine ausgezeichnete Bombe aus den denkbar primitivsten Mitteln. Um ihre Wirkung ganz sicher zu machen, arbeitete er sich mit großer Mühe in die Wcrkzeugbude und verschaffte sich Dynamit, Hütchen und Zündschnur. Als alles fertig war. schlich er sich wieder zu jener Hütte, wo die lustige Gesellschaft noch immer beisammen war und wahrschein- lich im Sinne hatte, zu übernachten. Türen haben diese Hütten nicht, und so war es eine einfache«ache, die Bombe, nachdem die Zündschnur gut Feuer gepackt hatte, in die Hütte zu schleudern. Nachdem das geschehen war, verließ Salvatore die Nähe der Hütte und ging ruhig nach Hause, um sich zu Bett zu legen. Was ein Mensch nur tun konnte, um eine Bombe wirkungsvoll zu machen, das hatte er getan. Dos Resultat kümmerte ihn nicht. Ging die Bombe aus, war es recht, ging sie nicht auf, war es auch recht. Nachdem die Bombe verfertigt und sachgemäß an die richtige Stell« gebracht worden war, hatte die ganze Ehegeschichte jegliches Inter- esse für Salvatore verloren. Morgen und für den Rest ihres ganzen Lebens war Elvira und ihr neuer Gatte und alle, die bei diesem Drama bewußt oder unbewußt helfend mitgewirkt hatten, vor dem Zorn Saloatores so sicher, als ob er nicht existiere. Für ihn war der Fall Elvira gänzlich abgetan. Nicht aber für die lochende Gesellschaft in der Hütte. _(Schluß folgt.) Elektronen unö Heöankenübertragung. Die Forschung über die Radioaktivität und über Röntgenstrahlen hat allmählich ergeben, daß die Atome aller Körper, also die Atome aller chemischen Elemente, sich aus den Atomen der Elektrizität zu- sammensetzen. Die gewöhnliche Materie, die Masse oller Stoffe, rührt bloß her von den elektrischen Ladungen, die die Elektronen tragen. Und da man zwei Arten von Elementarquanten unterschei- den muß, die negative, welche von den negativen Elektronen ge- tragen wird, die man speziell ohne Zusatz als Elektronen bezci hret, und die positive, deren Träger man jetzt als Protonen bezeichnet, so sind die Elektronen und Protonen die Grundelemente aller Materie. Da nun die Elektronen, wie Prof. Graetz, der berühmte Physiker, >n seinem soeben erschienenen Buch„Alte Vorstellungen und neue Tatsachen der Physik"(Akademische Verlagsgesellschast m. b. H., Leipzig) ausführt, in einer engen Verknüpfung mit dem Aether stehen, so sieht man, daß danach auch die gewöhnliche Materie in derselben engen Verknüpfung mit dem Aether verbunden sein muß. Es ergibt sich daraus unter"anderem die Folgerung, daß Äcwsgun- gen der gewöhnlichen Materie immer begleitet sein müssen von Zu- standsänderungen und Bewegungen des Aethers, daß also z. B. jeder Stein, der durch die Luft geworfen wird, jeder Mensch, der auf der Straße spazieren geht, gewisse Aenderungen in dem Aether hervorruft, die sich in diesem mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Wir besitzen bei weitem nicht die genügenden Mittel, um diese Wir- kungen, die vorhanden sein müssen, nachzuweisen. Aber man kann aus dieser Betrachtung auch folgern, daß alle Bewegungen unserer G e h i r n m o l e k ü l e in den Ganglien ebenfalls irgendwelche Bewegungen in dem Aether erzeugen, die sich durch ihn fortpflanzen und die auch wieder Bewegungen von Elektronen ver- anlassen können. Alle die vielen Aussagen über Telepathie. Gedankenübertragung usw., die bisher wohl meistenteils nicht wissenschaftlich exakt' konftaticrt sind, würden, wenn die Wissen- schaft sie einmal anerkennen sollte, durchaus keine Umwälzung in unserem Weltbilde Heroorbringen müssen, sondern ließen sich ganz wohl in das Bild einreihen, welches die Elektronentheorie über den Zusammenhang von Elektronen und Aether aufgestellt Hot. Die älteste Schilderung eines Unterseebootes. Schon im 12. Jahrhundert ist das Unterseeboot von einem Dichter geahnt worden. In dem Spielmannswerk.Salman und Morolf" hören wir zum erstenmal von einem Schiff, das unter Wasser fährt und volle vierzehn Tage aus dem Grunde des Meeres liegt. Morolf, der Held des Spielinannswerkes, entflieht auf diesem Unterseeboot, das bezeichnenderweise aus Leder hergestellt ist. Es wird in der Dichtung folgendermaßen beschrieben: Morolf hieß ihn bereiten ein Schisslein von Leder, das war mit Pech begossen. Er stieß es auf das Meer, zwei Fenster gaben ihm Licht. Wir sehen daraus, wie sich der Dichter dieses erste Unterseeboot der Welt dachte. Auch für Zufuhr von Luft wußte er zu sorgen, da die heutigen wissenschaftlichen Hilfsmittel zur Luftversorgung der Unter- seebootmannschaften noch nicht bekannt gewesen sein dürften. Ein langes Rohr an der Wasseroberfläche diente dazu, ihm Luft zu verschaffen: Ein Rohr in das Schifflein ging, womit Morolf den Atem fing. Spaßig wird beschrieben, wie Morolf die Sicherung seiner Lust- zufuhr betrieb. Er benutzte dazu einen ledernen Riemen, um dos Rohr gegen die Gewalt des Wassers zu festigen. Mit diesem Unter- seeboot entfloh Morolf seinen Verfolgern, die ihn mit 2A Galeeren einsangen wollten. Zum größten Entsetzen der Schiffsmannschaften ließ sich das Unterseeboot plötzlich vor aller Augen auf den Grund des Wassers nieder. Hier verblieb Morolf volle 11 Tage. Er hat damit schon damals eine Höchstleistung vollbracht, die bis heute noch nicht übertroffen sein dürfte. Wir wissen nur von dem Aufent- halte eines französischen Unterseebootes während 8 Tage unter Wasser._ Riesen-Eier. Die größten Eier, die in unserem Weltzeitalter gelegt werden, rühren von dem Strauß her. Hartgekocht wiegt ein solches Straußenei Z Pfund und würde ein ausreichendes Frühstück für eine große Familie- darstellen. Im Verhältnis des Eis zur Körpergröße legt wohl die gewichtigsten Eier der Kiwi, ein in Neu- feeland heimischer Vogel, der selbst nur 4 Pfund wiegt, dessen Eier aber 4lW Gramm und mehr wiegen. Gewaltige Eier legte ein aus- gestorbener Vogel, der Aepyronis: man findet diese Eier hie und da in Museen, und jedes ist so groß wie 150 durchschnittliche Hühnereier. Der Aepyronis war ein Vogel auf Madagaskar, der erst vor einigen Jahrhunderten ausgestorben ist. Ebenfalls riesengroß waren die Dinosauriereier, von denen man jetzt eine ganze Anzahl in Zentralasien gefunden hat. In dem vulkanischen Sand von Neu- seeland entdeckte ein Forscher ein teilweise verbranntes Ei, das größte Vogelei, das wohl je gesunden worden ist. Ein großer Herrenhut würde kaum genügt haben, um dafür als Eierbecher zu dienen. Der Vogel, der dies Riesenei legte, war der vorgeschichtliche Dinoris, und man vermutet, daß er gegen 14 Fuß groß war. WOHLFEILE WOCHE Damen- Konfektion| Kleiderstoffe- Seide Trikotagen, Strample Herren- NormalGlocken- Mäntel Taffet- Schotten reine 2.60 Hemden oder Hosen..2.45 Flausch Mouliné B mit Biberettbesatz. 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Allen Freunden und Bekannten ble traurige Nachricht, daß meine herzens. gute Frau und treusorgende Mutter Frau Luise Hoffmann im Alter von 38 Jahren, am 21. Dft., nachm. 4 Uhr, an den Folgen einer schweren Operation sanft entschlafen ist. Dies zeigen schmerzerfüllt an Herm. Hoffmann nebst Töchterchen Irmgard. Schöneberg, den 23. Oftober 1925. Einäscherung Montag, nachmittags 122 Uhr, Krematorium Wilmersdorf. 79. Abteilung Schöneberg. Am Mittwoch nachmittag verftarb nach furzem Leiben eine unserer tüchtigsten Funktionärin, die Genoffin Luise Hoffmann im Alter von 38 Jahren. Gie hat fich um die Partet in hervorragender Weise verbient gemacht 1348b Die Einäfcherung findet am Montag, nachm. 12% Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Die Genossen und Genoffinnen beteiligen fich vollzählig. Der Abteilungsführer. Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten günstig an Priv. Kat. 650 fr. Eisenmöbelfabr. Suh! Thür. 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