Nr. 505 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 257 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 3.- Reichsmark voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig. Saar und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Sonntags beilage Boll und Reit mit„ Gieb. Lung und Kleingarten fowie bez Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. acile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 25 Bfennig ( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Bud ftaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für bie nächste Summer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. Atrake 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Sonntag, den 25. Oktober 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedtonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten unb Beamten, Wallftr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenste. 3. Berlin, entscheide! Für die Vermehrung der öffentlichen Wohlfahrt!- Gegen die bankrotte Politif Heute gehen die Wähler von Groß- Berlin zu einer wich tigen Entscheidung. Es geht um die Grundsätze, nach denen die Verwaltung der Reichshauptstadt in den nächsten vier Sahren geführt werden soll. der Rechtsparteien! erhalten, so wird jeder Bersuch, in der Berwaltung für eine Bermehrung der öffentlichen Wohlfahrt zu sorgen, immer wieder an die Schranken stoßen, die das gegenseitige Miß trauen der Völker einem wirtschaftlichen Wiederaufstieg in den Weg stellt. Die Entscheidung über diese Grundsäße wird tief in das Leben des einzelnen einschneiden. Es ist die Aufgabe der Die großen Gefichtspunkte sind die gleichen für die Ent Gemeinden, die öffentlichen Einrichtungen zu entscheidung über die fünftige Verwaltung von Groß- Berlin und wickeln, die der Vermehrung der Wohlfahrt der für die politische Entscheidung über die Bedeutung des Bevölkerung dienen, auf dem Gebiete der Wirtschaft wie Friedenswertes durch die Deutschnationalen: es gilt den des Verkehrs, dem Wohnwesen und der öffentlichen Gesund Sieg des Berantwortungsbewußtseins für heitspflege, der Erziehung und Kultur mie der Fürsorge. Die das Gemeinwohl herbeizuführen über den Geist des Gemeinden haben an der Herbeiführung befferer Zeiten zu beschränkten Eigennuges in Politik und Verwaltung. arbeiten. Die Millionenmassen der Bevölkerung der Reichshauptstadt, die von der täglichen Arbeit leben, tönnen für die Zukunft nicht vorsorgen, indem sie Privatbesig und Vermögen auffpeichern. Sie können ihren Kindern nicht wie die Reichen Vermögen hinterlassen, die ihnen erhöhte Lebenshaltung und ein besseres Dasein ermöglichen. Das Erbe, das fie ihren Rindern geben fönnen, besteht in der Verbesserung der öffent lichen Einrichtungen, der Vermehrung der Leistungen der Gemeinden für die Gesamtheit. Ihre Hoffnung auf beffere Zeiten für sich und ihre Kinder gründet fich nicht auf eine Bermehrung des Privatbesizes, sondern auf eine Bermehrung des öffentlichen Besizes an allgemeinen Wohlfahrts-, Erziehungs, Verkehrseinrichtungen, auf eine Verbesserung der Verwaltung des öffentlichen Eigentums, auf die Durchdrin gung der Berwaltung mit sozialem Geiste. Es geht heute um den Geist der Verwaltung. Bird fie entscheidend beeinflußt von Parteien, die eine Politit des Eigennutes betreiben, statt das Gemeinwohl im Auge zu haben, so wird sie aus einer Dienerin der öffentlichen Wohlfahrt zu einem Instrument des Partei- und Klassenegoismus. Soll die Verwaltung in sozialem Geifte getragen sein, soll sie die öffentliche Wohlfahrt vermehren, so müssen bei dieser Wahl die Parteien des Besitzes und des Eigennutzes entscheidend zurückgedrängt werden. Wir wollen bessere Lebensverhält niffe, wir wollen Abhilfe gegen die schweren sozialen Schäden, die die Zusammendrängung von Millionen in der Großstadt mit sich bringt, mehr Wohnungen und beffere Bohmungen, beffere Erziehungsverhältnisse. Bessere Zeiten für uns und unsere Rinder! Das sind die allgemeinen Forderungen, die die Sozial Demokratie an die Verwaltung der Reichshauptstadt stellt, das für hat Berlin heute zu entscheiden! Die Wahl geht heute nicht nur um den Geist der Verwaltung von Groß- Berlin. Sie hat Bedeutung für das ganze Reich. Die Berliner Wähler gehen in einem ernſten Augenblid zur Wahlurne. Die Politik des Friedens und der Verständigung, die die Grundlage bilden soll für bessere Zeiten, ist bedroht. Bedroht durch die stärkste Regierungspartei, die Deutschnationalen, die einst als Oppofitionspartei die Politik zu hemmen und zu durchkreuzen ver fuchten, und die nun als Regierungspartei dem Versuche in den Rücken fallen, eine friedliche Berständigung der europäischen Bölker herbeizuführen und die Streitfragen auszutilgen, die sie verfeinden. Im Augenblid, wo die Berliner Wähler zur Wahl schreiten, wird vielleicht das Wert von Locarno durchgestrichen durch den Parteiegoismus und die Ber antwortungslosigkeit der Deutschnationalen, eine ernste Regierungstrife und politische Krise im Reiche herbei geführt, werden vielleicht Reichstagsauflösung und Reichstagsneuwahlen zur unumgänglichen Not wendigkeit. Es gilt, zugleich mit der Entscheidung über den Geist der Verwaltung ein politisches Urteil herbeizu führen über die Politit der Sabotage ber Friedensarbeit. Diese Wahl muß Abrechnung mit den Deutschnationalen sein. Sie sind die Partei, die den privaten Eigennut vertörpern und über die öffentliche Wohlfahrt stellen, sie sind die Partei, die den Frieden fabotiert. Die Sorge für beffere Bermaltung und die Sorge für eine Politif des Friedens find untrennbar. Bleibt der ver morrente Zustand des Europa von gestern aufrechts Die Berliner Wähler sind zur Abrechnung mit den Parteien des Rechtsturfes berufen. Ihr Botum fann auf den Ausgang der politischen Krise im Reiche zu gunsten des Sieges des Friedensgedantens einwirten. Es fann der Welt zeigen, daß der Wille der Deutschnationalen nicht der Wille des deutschen Volkes ist. Wird in der Reichshauptstadt die Politik deutschnationaler Verantwortungslosig: feit aufs Haupt geschlagen, so wird die Welt darin einen Beweis des Friedens- und Berständigungswillens des deutschen Bolles sehen. Berlin fann gutmachen, was die Deutsch nationalen perdorben haben. 3wei Tage vor der Wahl ist der Schlußstrich unter die Bilanz des Rechtsturses in Deutschland gezogen worden. Die erste Tat des Rechtsturses war der Betrug an den Opfern der Inflation, der Bruch des feierlichen Versprechens, das den Sparern und Gläubigern von den Deutschnationalen gegeben worden war... 3weite Tat: eine sozial ungerechte Neuregelung des Steuerfystems, das die Laften aus dem Dawes- Plan nicht nach dem Grundsatz der Bemeffung der Leistung und der Leistungsfähigkeit verteilte, sondern die Hauptlast den besiglosen Massen auferlegte. Dritte Tat: die Wiedereinführung der Lebensmittelzölle, die die Lebenshaltung der Gesamtbevölkerung herabdrückt, um den Wohlstand jener Interessenten freise zu heben, die hinter den Rechtsparteien stehen. Die Laten des Rechtsturses im Reich sind ein Triumph der Politik des frivolen Eigennutes, der Berschlechterung der Lebenshaltung der Bevölkerung, eine Hemmung des Wieder. aufstiegs des deutschen Boltes zu besseren Zeiten. Brutaler Befigegoismus in der Behandlung der innerpolitischen Probleme geht Hand in Hand mit volli gem Bantrott in der Außenpolitit. lungswert von Locarno die Zustimmung zu geben, so ist die Wenn die Deutschnationalen es ablehnen, dem Berhand ußenpolitit des Rechtsturies bantrott. Sie liefern dem deutschen Volfe und der Welt den Beweis, Bartei verlassen fönnen, sondern daß feine Regierung in der daß nicht nur die deutschnationalen Wähler sich nicht auf ihre Außenpolitik sich auf die Deutschnationalen ftüßen kann, wenn sie sich nicht dem Borwurf der Unaufrichtigkeit und Unzuverment, mit den Deutschnationalen eine Bolitik des Friedens lässigkeit und Doppelzüngigkeit aussehen will. Das Erperiund der aufrichtigen Berständigung zu führen, ist vollständig mißglüdt. über das Gemeinwohl stellen, heißt: die nationalen Interessen Deutschnationale Politik heißt, den brutalen Befihegoismus Deutschlands verraten um eines engen agitatorischen Bartei intereffes willen. Deutschland ins Unglüd. Der Rechtsturs unter deutschnationaler Führung stürzt sein. Aber sie rechnen mit der Dummheit ihrer eigenen AnUnaufrichtiger als die Deutschnationalen fann feine Partei | hanger, die systematisch vom politischent Denten ferngehalten werden. Sie rechnen damit, daß die Schar der politisch Unmündigen ihre frivole und die nationalen Interessen mit Füßen tretende Politit für eine nationale Tat halten werde. Sie schäzen ihre Anhänger ein nach dem Niveau jenes Kontreadmirals D. Levezom, der im Coßmann- Prozeß in München das Wort prägte: Ich bin Soldat, war es und werde es sein bis zu meinem letzten Atemzuge. Die Politit tümmert mich nicht, ich bin ein deutscher Mann". Ein deutscher Mann vom Schlage Levegows und nach dem Ideal der Deutschnationalen hat nur an die deutschnationale Phrase zu glauben. So, wie die Deutschnationalen ihre Wähler einschäßen, so betreiben sie selbst Reichspolitik. Die Bolitit fümmert sie nicht. Sie sind deutschnational und nehmen Zollwuchergeschenke. Die Politik fümmert sie nicht, sie reden deutschnationale Phrasen und zerschlagen den außenpolitischen Kredit des Reiches. Saben sie sich nicht einmal die Führerpartei genannt? Ihre Führung bestand in der Spekulation auf die Dummheit. Jetzt sind sie in Schwierigkeiten geraten, da lassen sich die Führer von der Dummheit führen. Ein jeder Berliner Wähler müßte die Zumutung, einer solchen Partei seine Stimme zu geben, als eine Beleidigung empfinden. Ein heller Berliner soll für eine Partei stimmen, die auf die politisch zurückgebliebenen spekuliert und bald mit der Dummheit Manöver macht und bald hinter ihr herläuft? * Der Rechtsturs ist bankrott. Der Rechtskurs ist eine Gefahr für das deutsche Volk. Der Rechtsturs tann nicht regieren, nur fabotieren. Der Rechtsturs fann nicht verwalten und aufbauen, er fann nur bedrücken und zerschlagen. Der Rechtskurs ift Hemmung der Arbeit für das Gemeinwohl. Er taumelt der tommenden Abrechnung entgegen. Heute ist das Vorspiel der fommenden Abrechnung. Heute müssen die Wähler der Reichshauptstadt den Parteien des Rechtskurses zeigen, weffen sie sich zu versehen haben, wenn allgemeine Reichstagswahlen ein Bolfsurteil über die Arbeit des Rechtsturses herbeiführen. Diefe Abrechnung erfordert die Stimme, der Berliner Wähler für die Sozialdemokratie um der Erfüllung der Groß- Berliner Berwaltung mit sozialem Geiste, um der Demonstration gegen die friedensfeindliche Sabotagepolitif der Deutschnationalen willen. Sorge für das Gemeinwohl oder eigennüßiges Besitzinteresse? Politik des Friedens. oder Politik der Sabotage der nationalen Interessen? Sozialdemokratie oder Rechtsturs! Berlin, entscheide! Die Krise. Vor der Sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraktion. der Deutschnationalen Boltspartei" versichert, daß sich die Die deutschnationale Reichstagsfrattion tritt heute um 6 Uhr abends zusammen. Die parteiamtliche Korrespondenz Fraktion dem Parteibeschluß anschließen werde. Damit jei Fraktion im Reichskabinett gegeben". Also Schiele foll auch die Stellungnahme für den Vertrauensmann der herausgezogen werden, wie er vordem hineingesteckt wor den ist. Und Schlieben? Und Neuhaus? Und Raniz? Der Reichstanzler hatte gestern nachmittag eine Besprechung mit dem Grafen Wefiarp. Herausgekommen ist partei. dabei nichts. Dann empfing er Herrn Scholz von der VolksDie Kreuz- Zeitung" sagt, daß zu dem Beschluß der Parteileitung die Haltung jener Presse mit beigetragen habe, " die immer wieder an der Ernsthaftigkeit der ablehnenden Montag: Sonderausgabe des„ Borwärts" Sattung der Deutschnationalen Zweifel hege. Dann fährt fie Die Resultate der Berliner Stadtverordnetenwahlen und der Badischen Landtagswahlen werden am Montag früh durch eine Sonderausgabe des Vorwärts" befanntgegeben werden. mörtlich fort: Auch müssen wir zugeben, daß feit der ver. hängnisvollen Abstimmung über den Dawes Blan am 29. Auguft vorigen Jahres in vielen Rreifein gewisses Mißtranen bestand, daß die Partei auch tatsächlich an einmal gefaßten Be schlüssen fest halften würde. Um diese auch in der deutsch nationalen Wählerschaft um sich freffenden Zweifel zu beseitigen, war es zwedmäßig, reinen Tisch zu machen, obwohl dieses partei politische Moment nicht den Ausschlag gegeben hat gegenüber den ernsten Befürchtungen in allgemeiner politischer Beziehung. Ein niedliches Geständnis. Die Kreuz- Zeitung" gibt zu, daß niemand mehr die Deklamationen der Deutschnationalen ernft genommen hat. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, macht man jetzt eine Krise! Schieles verspäteter Fluchtversuch. Einige Feststellungen. Herr Martin Schiele, offizieller deutschnationaler Berbindungsmann im Kabinett Luther und Reichsminister des Innern, foll zurücktreten. Das ist der flare Sinn und die erste logische Konsequenz des Freitagsbeschlusses des deutsch nationalen Parteivorstandes und der Landesverbandsoorfizenden. Niemand von uns wird Herrn Schiele eine Träne nach weinen. Von uns aus mag er gehen, fieber heute als morgen, mitſamt seiner einzigen Miniſterleistung: dem von drei Biertel des deutschen Boltes mit hohn und Entrüstung abgelehnten Reichsschulgesehentwurf. Uber Herr Schiele und seine Bartel dürfen sich nicht ein bilden, daß fie durch eine solche Flucht vor der Berantwort lichkeit alles rückgängig machen fönnen, mas fie bereits auf fich genommen haben! Die Demission wird ihnen nichts mehr nügen, sondern nur noch mehr schaden. Die Deutschnationalen wollen die Regierung Luther ver. laffen, weil das Ergebnis von Locarno einen Berzicht auf deutsches Land" in sich schließt. Sehr richtig! Aber sie waren über die Absicht eines solchen Verzichtes bereits seit Monaten unterrichtet. Die Tatsache des deutschen Angebots vom 9. Februar ist seit Anfang März bekannt. Es war genau am 4. März 1925, daß übereinstimmende Telegramme aus Baris meldeten, daß Botschafter v. Hoesch im Auftrage seiner Regierung ein Angebot folgenden Inhaltes unterbreitet hätte: 1 Alle europäischen Staaten, die am Rhein interessiert find, also alle angrenzenden Staaten sowie England und Belgien garantieren die gegenwärtigen Grenzen Westeuropa; " in Nach den Verhandlungen des Ministerialdirektors Gauß im September in London und in voller Kenntnis des dort vereinbarten Baktentwurfes beschloß das Reichskabinett einmütig die Annahme der Einladung zur Konferenz von Locarno. als von einer unbedingten Voraussetzung des Pattabschlusses| Bresse selbst ist es, die den Deutschnationalen entgegenhält, daß fie die Rede. mit ihren Forderungen, deren Erfüllung längst sichergestellt sei, offene Türen einrennen. Das in Frankrich geltend ge machte Argument, daß, wenn die alliierten Zusicherungen nicht in offizieller, fsondern nur in offiziöser Form gemacht worden seien, das noch nicht zu Zweifeln in die Loyalität dieser Bersprechungen berechtige, findet jedenfalls eine starke Stüge in dem Hinweis auf das Beispiel von London. Es sei daran erinnert, daß damals im Gegensatz zu der Verpflichtung zur Räumung der Ruhrgebiete, die in einem Schriftwechsel zwischen den alliierten Delegationschef und dem Reichskanzler festgelegt worden war, die Ausdehnung dieses Räumungsversprechens auf Düsseldorf und Duisburg- Ruhrort Herrn Dr. Marr nur in einer privaten Unterredung gegeben worden war. Tatsächlich hat das Briand nicht gehindert, die Rechtsverbindlichkeit dieser Zusage für die französische Regierung in vollem Umfange anzu erkennen. In Locarno selbst haben Luther und Stresemann mit den alliierten Ministern verhandelt und ihre in Berlin zurückgebliebenen Kollegen fortlaufend unterrichtet. Einen Zweifel daran, daß der Pakt mit dem freiwilligen Berzicht auf die Wiedereroberung Elsaß- Lothringens, d. h. mit dem Berzicht auf deutsches Land" gleichbedeutend wäre, fonnte es in feinem Augenblick der Verhandlungen geben. " Darüber, daß die Rückwirkungen" nicht Gegen ftand der offiziellen Berhandlungen in Locarno fein würden, murden die Deutschnationalen rechtzeitig unterrichtet. Ebenso darüber, daß die französischen Militärbündnisse mit. Polen und der Tschechoslowatei nicht aufgehoben werden würden. Ebenso darüber, daß die Kriegsschuldfrage von den Deutschen in Locarno nicht zur Sprache gebracht werden würde. Ebenso darüber, daß der Artikel 16 des Bölferbundes nicht abgeschafft oder abgeändert, sondern nur erläutert werben würde.abge Das alles haben sie gewußt. Noch zwei Tage vor der Paraphierung find die in Berlin zurüdgebliebenen Minister, einschließlich Schiele, durch den Bericht des Staatssekretärs Rempner darüber unterrichtet worden, was erreicht werden könnte und was nicht. Dennoch ist Kempner nach Locarno zurückgekehrt ohne den Auftrag, gegen die Paraphierung Einspruch zu erheben, sondern umgekehrt mit der 3 ustimmung des Rabinetts zur Paraphierung. Mag nun jetzt Herr Schiele die Flucht ergreifen wollen, für ihn und seine Partei ist es zu spät- acht Monate 3u fpät! Die Zutreiber Poincarés. So beurteilt man in Paris die Weftarpfente. Ein bezeichnender Austritt. Für Republikaner kein Platz in der Volkspartei? Darmstadt, 24. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Konflikt der Deutschen Boltspartei mit dem Oberbürger meister Dr. Gläßing hat einen vorläufigen Abschluß gefunden. In einem am Sonnabend in der Bresse veröffentlichten Schreiben legt der Oberbürgermeister ein entschiedenes Befenntnis zur Weimarer Berfaffung ab. Er erklärt, daß die Arbeit des Wiederaufbaues nur auf dem Boden der Berfassung vor sich gehen könne. Seine Stellungnahme zu der Teilnahme der Stadtverwaltung an dem Reichsbannertag in Darmstadt rechtfertigt er wie folgt:„ Die Stadtverwaltung hat, wie zu den Seiten der Monarchie, die Pflicht, in dem Augenblick eine Veranstaltung zu verlassen, in dem in tattlöser Weise die Staatsform der Gegenwart verletzt wird. Nur parteipolitische Borein= genommenheit fann einer Beranstaltung( Reichsbannertag), Die auch zu Ehren der gegenwärtigen Staatsverfassung erfolgt, die Baterlandsliebe absprechen."-Am Schluß seines offenen Antwort Schreibens erflärt der Oberbürgermeister seinen Austritt aus der Deutschen Boltspartei Sozialdemokratie und Schutzpolizei. Paris, 24. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Ungeachtet der innerpolitischen Krise, deren Bestehen so ziemlich die ganze Bariser Bresse feststellt, verfolgt man hier die Auseinandersetzungen in parteien spielen sich der Deffentlichkeit gegenüber als die besonderen Die bürgerlichen Parteien, vor allem die RechtsDeutschland über das Konferenzergebnis in Locarno mit ge So sich in Paris während Wie aus2. Deutschland verpflichtet sich, eine Revision seiner Ofte der Dauer der Berhandlungen durch die tendenziöse Stimmungs, fieht, zeigten die Abstimmungen über den Polizeietat im grenzen nur durch friedliche Mittel, d h. durch direkte mache der deutschen Rechtspreise in dem Glauben an einen Erfolg Landtag. Fast alle Anträge, die die Beſſerſtellung der Polizei. Berhandlungen mit den betreffenden Ländern oder durch Anrufung der Konferenz hat beirren lassen, ebensowenig vermag jetzt das beamten zum Ziel hatten, stammten von der Sozialdemofrades Artikels 19 der Bölferbundsfagung zu betreiben." Protestgeschrei der Deutschnationalen die hier herrschende Zuversichttischen Bartei und nur ihrem energischen Eintreten ist es zu Noch an demselben Tage schrieb der Vorwärts" zu auf die Ratifikation der zustandegekommenen Berträge durch alle perdanken, wenn überhaupt etwas erreicht wurde. Besonders fraß diefer ersten, für alle überraschenden Meldung: beteiligten Länder einschließlich Deutschland au erschüttern. Man trat die Freundschaft" der bürgerlichen Bartelen für die Polizei„ Gleichotel, welches Schicksal dem von Botschafter Hoesch hat hier das Doppelspiel der äußersten deutschen beamten zutage, als die sozialdemokratische Frattion unterbreiteten Borschlag beschieden werden mag, die Tatsache steht Rechten von Anfang an durchschaut und weiß sehr wohl, daß die den Antrag stellte, die Beamten der Schußpolizei unter Aufhebung feft: eine Regierung, in der mindestens drei deutschnatio. Demagogie der Hergt, Westarp und Konsorten in erster Linie dem des preußischen Schußpolizeibeamtengeleges in bas allgemeine nale Minister fizen und die sich auf eine Koalition stützt, in 3wede gilt, den ll mfall, den die Bartei in der Außenpolitik voll Beamtenverhältnis einzugliedern. Der Antrag tam zu Fall, der die Deutschnationalen das ausschlaggebende Moment find, hat zogen hat, den eigenen Anhängern gegenüber zu vertuschen. weil die Deutschnationalen, die Volkspartei und das Zentrum, beren fich bereit erklärt, auf Elsaß- Bothringen, Malmedy, Deshalb nimmt man weder den Beschluß der Deutschnationalen Redner noch furz zuvor beweglich über die Not der Polizeibeamten Eupen endgültig zu verzichten, und sie will fich ferner Partei, der das Ergebnis von Locarno als„ unannehmbar" be geklagt hatten, bagegen stimmten! Der sozialdemokratische Antrag feierlich dazu verpflichten, eine Revision der deutschen Oftgrenze zeichnet, noch die Anfündigung eines Rücktritts der deutschnationalen hätte den Bolizeibeamten eine wertvolle Stüße im Kampf ums ausschließlich mit friedlichen Mittein zu erstreben!" Reichsminister allzu tragisch.. Dasein gegeben. Aber was liegt den Rechtsparteien daran! Sie begnügen sich mit Worten und Bersprechungen, wenn es gilt tatkräftig zu helfen, zeigen sie die falte Schulter. Es vergingen danach die Monate März, April. Mai, Juni, Juli. In diesen fünf Monaten wurde das Problem des Sicherheitspattes nach allen Richtungen hin in der deutschen und in ber ausländischen Presse erörtert. Der Charakter des deutschen Angebots war inzwischen nur noch deutlicher in Erscheinung getreten, ohne daß die Deutsch nationalen durch Austritt aus der Regierung ihre Ablehnung dieser Baktpolitik zum Ausdrud brachten. Vielmehr haben sie Mitte Juli ihre Zustimmung zu der deutschen Antwortnote gegeben, die sich nochmals zu den Grundsägen des deutschen Februarangebots befannte. Weder im Februarangebet, noch in der Juliantmort war von den Rückwirkungen des Battes auf das Rheinland Die Ausstellung des Märchenkönigs. Das ist ein König, den alle gern mögen, ob sie jung sind, ob sie alt sind, ob sie denten so oder so, der Märchenschah der Völter ist ein Schatz der Menschheit und der Märchendichter Hans Christian Andersen gehört uns allen. Andersen war Däne, aber der 120. Geburtstag oder der 50. Todestag, die beide in unsere Zeit jetzt fallen, das sind Daten, die nicht nur die Dänen zum Ge denken mahnen, Leuchteten nicht auch unsere Augen, glühten nicht auch unsere Sinne, flopften rege nicht auch unsere Herzen, als mir zumeist ja leider nur im Kindesalter die Märchen lafen nom Fliegenden Roffer", vom Großen und fleinen Klaus" und von tausend, zehntausend verschiedenen Wunderlichkeiten? Aber mehr noch als Dankbarkeit für romantische Stunden empfinden mir, pürbar ift uns auch das Gefühl, ftart beeinflußt worden zu fein, beeinflußt zum Guten, zum Einfachen, zum Menschlichen. Sicher märe es besser, menn auch wir Großen uns den Boeten öfter mal vornehmen würden: Hans, spiel mit deinem Ball jekt, gib mir mal das Buch. Die Breußische Staatsbibliothet Unter den Linden hat am Sonnabend mittag die schon längst angekündigte AndersenAusstellung feierlich eröffnet; wir sind ihr sehr dankbar für uns und für die internationale Sache. Gottweißmer ist dagewesen, Fräde der Reichsregierung, Fräde der Staatsbehörden, der Stadt, der Kunst, der Literatur, der Wissenschaft es war eine hübsche Andacht vor dem Kindergott aus dem Lande der Butter und der Friedlichkeit. Erst sprach Kultusminister Beder. Bor Jahresfrist hätten die Kopenhagener vielerlei von Goethe ausgestellt, um so größer sei jegt die Freude bei uns zu Hause, Andersen ehren zu fönnen. So sehr wir den Dichter lieben würden, und so bekannt er bei uns auch wäre, über sein Leben und seine Persönlichkeit wüßten nur wenige Bescheid. Und die Ausstellung fönne hier ficher fehr viel iffen vermitteln. Andererseits, tönne fie natürlich auch wiederum ins Märchen einführen, wennschon es natürlich wirklich nicht nötig wäre, für den großen Dänen die Reklametrommel zu rühren. Daß die Ausstellung möglich geworden sei, verpflichte Herrn Prof. Larsen, den dänischen Behörden der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen und vielen dänischen und deutschen Sammlern gegenüber zu großem Dant. Und so Aehnliches und gemiß nichts Schlechteres fagten dann noch der dänische Staats. minister 3able und Prof. Karl Larsen, Andersen Forscher von Beruf, Ehrendoktor in Jena und ein fympathischer Gelehrtenkopf. Nach dem feierlichen Zeremoniell erfolgte der Einzug in des Dichters Reich, lauter Dänen standen um einen herum, gemütliche Leute, sie paßten zu ihrem großen Landsmann. Sicher freuten fie fich nicht weniger als wir über all die hübschen ausgestellten Sachen: die Bilder aus Odensee, in dem der Sohn des Flickschusters und der Baschfrau das Licht dieser durchaus nicht märchenhaften Welt er blidt hatte, Schulauffäge, Zeugnisse, Dolumente aus der Studenten und Theaterzeit, Manuskripte, Bässe und Tagebücher( einer. Reifen, die erste Gedichtsausgabe, mancherlei Erinnerungen, Bücher, Bilder, Briefe, Ehrungen, Scherenschnitte seiner geschickten Hand, Bilderbücher, die er selbst oft für feine Lieblingskinder zusammenstellte, schließlich auch noch einige Zimmernachbildungen mit des Dichters Möbeln, Nichtsdestoweniger aber fcheint das Maulheldentum, mit dem die deutschen Rechtsblätter ihrem Unbehagen über die für sie fatale Situation Luft machen, mehr und mehr zu einer ernsten Gefahr für Deutschland zu merben. Die tägliche Bolemit droht nicht nur die in Locarno geschaffene Atmosphäre zu vergiften, sondern sie gibt auch den französischen Nationalisten bie Waffe in bie Hanb, in ihrem Kampf gegen die von der französischen Regierung behumbete Bereitschaft, der veränderten Situation durch fehr weitgehende Konzefsionen an die deutschen Wünsche in bezug auf die Räumung von Köln und das Rheinland. und Saarregime Rechnung zu tragen. Wenn die Deutschnationalen behaupten, daß die deutsche Delegation mit leeren Händen nach Hause gekommen fei, so ist das eine bewußte Entstellung, die franzöfifche Und als die Lehten den Saal verfießen, bereichert, beschenkt, aber auch herzlich müde, da tamen schon wieder neue Besucher: dänische Kinder, die für acht Tage Gäste der Berliner find. Das ist eine leine Dantesquittung für die dänische Hülfe zu jener Zeit, als die Hungersnot bei uns am schlimmsten wütete, freilich nur eine ganz fleine Quittung.... Erich Gottgetreu Anläßlich der Andersen- Ausstellung findet ein Vortrags. plus zum Gedächtnis des Dichters, abgehalten von dänischen und deutschen Gelehrten, in der alten Aula der Univerfi. tät ftatt; am Montag abend um 8 Uhr spricht Prof. Bedel. Kopenhagen über Andersen- Märchen in europäischer Beleuchtung, am Montag, den 2. november, Brof. Gustav Nedel. Berlin über Andersen und Deutschland. Am heutigen Sonntag vormittag. 11% Uhr, findet eine Morgenfeier im Staatstheater am Gendarmenmartt statt. Ramsay Macdonald in Berlin. Genosse amfan Macdonald traf am geftrigen Conn abend, von Brag fommend, abends 10.45 Uhr in Berlin ein. Er wurde auf dem Anhalter Bahnhof im Namen des Parteivorstandes rom Genoffen Dr. Hilferding, von der Reichsregierung durch den Staatssekretär v. Schubert und von einigen Mitgliedern der britischen Botschaft begrüßt. Er hat bei dem britischen Botschafter Wohnung genommen. Genoffe Macdonald wird voraussichtlich bereits Dienstag nachmittag nach England zurückkehren. treffenden farbigen Massenszenen) und Oberländer, der ver ftorbene, aber höchft lebendig mirtende Humorist. Verismus deuten Dito Dig, Fritsch, Wilh. Schmidt und nunmehr auch Unold an; leider zu schmach vertreten. Bon neuen Namen darf man fich merken: Heinrich Schwarz, Martha Stein. bart, Herber, Kronenberg, die fehr Tüchtiges beiSteuerten. Unter den Bildhauern ragen E. de Fiori, Cruson, Charlotte Fröhlich Barsenow hervor. Dr. Paul F. Schmidt 1 Ein neuer Stahl. Nach langen Bemühungen ist es gelungen, herausbringt, Freund- Stahl" genannt wird. Es handelt sich, wie einen neuen Stahl herzustellen, der nach der Berliner Firma, die ihn herausbringt, Freund Stahl" genannt wird. Es handelt sich, mie in Reclams Univerfum mitgeteilt wird, um ein neues Herstel. lungsverfahren für unlegierten Stahl, der eine Gewichtsersparnis Don 30 Broz. ermöglicht. Auch feine Gußfähigkeit ist hervorragend. Die Eigenschaften diefes Stahls, die vom staatlichen Material prüfungsamt festgestellt wurden, gestatten es, daß auf Sug beanfpruchte Maschinenteile in Zukunft viel leichter gehalten werden fönnen. Der erste Sowjet. Am 26. Oftober vollenben sich 20 Jahre feit der Gründung des überhaupt ersten Somjets in Rußland. Un diesem Tage murde im Jahre 1905 während der revolutionären Mirren in Petersburg ein Sowjet( Rat) der Arbeiterdeputierten einberufen, der dann während der Revolution eine bedeutende Rolle spielte. Nach Niederwerfung der Revolution durch die damals noch fiegreiche Zarenregierung hörte der Somjet natürlich auf zu bestehen; er hatte im ganzen nur anderthalb Monate existiert. In der heutigen Somjetrepublit mill man aber in diesem Jahre, in welches der 20. Jahrestag der Revolution von 1905 fällt, die„ Kelm zelle des Sowjetsystems" befonders feiern, und es wird daher am 26. Oftober im Petersburger Marientheater ein Geftaft stattfinden, ber dem Andenten an den ersten Sowjet und feiner Bedeutung als Einleitungsfapitel in der Geschichte der russischen Revolution gewidmet sein wird. Herbstausstellung der Akademie. Die Berliner Atabe. mie hat wieber, wie alljährlich, ihre herbstliche Beranstaltung prächtig aufgezogen. Es ist ein unterhaltsames und buntes Bei einander vieler Künstler, die gemäß der den Deutschen ureigensten Begabung sich mit Aquarellen, 3eichnungen und Gra phit von ihrer beften Seite zeigen. Wenn man unsere Malerei nur nach diesen Ausstellungen beurteilen mollte, märe ein ge maltiges Plus zu buchen. Und warum sollten wir unsere Künstler nicht nach ihren glücklicheren Schöpfungen einschägen? Schließen wir die Augen vor den mancherlei Ungudänglichkeiten der ölbe malten Leinwände und der bronzenen Lebensgröße. Es bleibt ein stattliches Niveau übrig, menn wir das Fazit dieser Herbstschau ziehen; allerdings zeigt sich auch hier wenigstens, nichts, was über mäßiges Format anfündigte. Der Akademie ist es, wie noch jedes Mal, gelungen, einen geschmackvollen und bemerkenswerten Durch schnitt aufzubauen. In diesem Niveau fehlt diesmal ganz die impressionistische Note, die sich freilich mehr im Delbild als in der Zeichnung zu erkennen gibt. Gehen mir von Mar Liebermann ab, der auch in seinen Zeichnungen der alten Fahne treu bleibt, so entsteht der Eindrud, daß der Impressionismus endgültig abge bantt habe zugunsten der reinen Startfarbigkeit und des Flächen aufbaues. Der fröhlich träftige Realismus der Dettmann, Behrend, Degener, die schmetternden Fanfaren der Akademie größen Kampf und Blontfe das alles gehört so wenig in bie alte Kampffront, wie die farbenheiteren Landschaftsaquarelle, bie das Bild der Ausstellung fast Gaal für Saal bestimmen und von Hübner, Frand, Bato bis zu den expressionistischen Aufruhr der Röhricht, hedendorf und Kraustopf führen, um sich in Kamere und Domscheid zur machtvollen Fläche, in Seewalds schönen Südküsten- Aquarellen zur struf tiven Linienflarheit zu beruhigen. Diese bilden gewissermaßen das Rückgrat der Schau, farbig fchön dominierend. Die Ausbrudskunft. ist daneben mit herrlichen Beichnungen von Hofer und Barlach, mit Graphit von Bedmann, mit ftarten Farbigkeiten von Schmidt Rottluff und Masfe gut netreten. Bech fteins halber Realismus fällt dagegen ab. Jur foliden Mitte neigen die ausgezeichneten Porträtstudien Großmanns, Drlits spanische Typen und die Glanzpunkte der rein zeichne rischen Kunst: Räthe Rollwig, 3ille( mit außerordentlich Bolfsbühne. In den Borstellungen von Kaufmann von Benedig" am 27., 29. Oftober, 1. und 2. November( pielt Agnes Straub bie Porzia", am 26., 30. und 81. Dtober Reonore hn. Die Inpographia", Gelangverein Berliner Buchbruder und Schrift. gießer, unter Leitung ihres Chormeisters Aleganber Weinbaum. gibt am 29. Ditober, abends 8 Uhr, im Konzertsaal der Hoiule für Mufi ein angert. Mitwirkung: Andreas Belsgerber, Bioline. bei Bote& Bod, A. Bertheim und an der Abendkasse. Wiederholung des Stonzerts am 5. Robember in der Hochschule. Karten 30. b. M. ein Konzert unter Mitwirkung des Berliner Sinfonie- Drchenters. Der Friedrich- Hegar- Chor"( Mitglied des Arb...- B.) veranstaltet am Es gelangt u. a. aur Uraufführung das Bert König Laurins Rosengarten" von Fris Bolbach. Als Solift wirkt es van der yt mit. Beitung 6. Rohrbad. Die Berliner Märchenbühne führt zum Gedächtnis Andersens, in Char lottenburg, Spreeftraße 18, das Puppenspiel Der standhafte Binnsoldat" Sonntag 1,3 Uhr und Mittwoch 4 Uhr auf. gorfer Barenhaus Bannamater hat fich eine nene zeitgemäße Abteilung Ein amerikanisches Warenhaus für kleinflugzeuge. Das bekannte Newzugelegt: Metallflugzeuge. Ein Dugend folcher Flugzeuge steht zum Bertauf der Preis beträgt pro Flugzeug bie Rleinigkeit von 25 000 Dollar. Der Dolchstoß vor Gericht. Amtliche Geheimakten als Reklame für die Tolchstotzlüge. Genosse Wilhelm D i t t m a n n schreibt uns: Vor einem Schöffengericht hat sich wieder einmal die Weltgeschichte gu verantworten. Diesmal in München. Der„Dolchstoß sitzt auf der Anklagebant. Profesior Coß- mann, der Herausgeber der„Süddeutschen Monatshefte", hat vor mehr als eineinhalb Jahren zwei ganze Nummern seiner umfangreichen Zettschrift mit„Material" gefüllt, durch das er die Existenz des Dolchstoßes vor Mit- und Nachwelt beweisen wollte. Zu seinem großen Leidwesen hat die Mit- welt davon kaum Notiz genommen. Nur die„Münchener Post" hat es sich nicht versagen können, die Dolchstoßhefte des Herrn Coßmann kritisch zu beleuchten und dabei von„Geschichtsfälschungen" zu sprechen. Deshalb hat sich der verantwortliche Nßdakteur der„Münchener Post" jetzt wegen Beleidigung des Herrn Coßmann zu verantworten. Der Prozeß ist die willkommene Gelegenheit zur Neklame für die Dolch stoß lüge. Deshalb läßt Herr Coßmann die Verfasser der einzelnen Ar- tikel, die seine Dolchstoßhefte füllten, meist höhere Marine- offiziere a. D., als Zeugen aufmarschieren. Das unparteiische Gericht gestattet diesen Zeugen, zwei- und dreistündige Vor- träae zu halten und dabei fortgesetzt Auszüge aus unver- öffentlichten amtlichen Akten vorzulesen! Durch den Uebereifer, den die Herren dabei entwickeln, zeigen sie die Quellen auf, aus denen sich feit Jahren die Lügenschlamm- slut über den„Dolchstoß" ergießt. Um es vorweg mit aller Deutlichkeit zu sagen: Diese Quellen fliehen aus den amtlichen Marine stellen. Der Reichswehrminister Dr. Geßler, der parlamentarisch für die Marine verantwortlich ist, wird darüber gefragt werden müssen, ob das mit seinem Einverständnis geschieht. Das Material, das in München vorgetragen wird, ist gegen- über dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß des Reichstags, dem es auch vorgelegen hat, als geheim be- zeichnet worden, ja, man wollte feine Benutzung selbst im Reichstage nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen ge- statten. In München aber steht es früheren Marineoffizieren und Gerichtsoffizieren in einem privaten Beleidigungs- prozeß zur unbeschränkten Verfügung. Dabei benutzen es die Zeugen zu Ausfällen gegen den früheren Marinestaats- fekretär Capelle, gegen den verstorbenen Oberreichs- anwalt Dr. Z w e i g e r t, gegen den früheren Reichskanzler Maxv. Baden und den früheren Vizekanzler v. P a y e r, ohne daß der unparteiische Vorsitzende des Schöffengerichts das irgendwie hindert. Seit wann können Privat» Personen so unumschränkt über angeblich geheime amtliche Marineakten verfügen? Ist dem Herrn Reichswehrminister bekannt, daß auch die Artikel der Coßmannschen Dolchstoßhefte zu einem großen Teil aus Auszügen aus einer Marinedenkschrift be- stehen, die von der Marineleitung dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß des Reichstags unterbreitet worden ist und bis heute noch als vertraulich behandelt wird? Diese Marinedentschrift habe ich im Untersuchungsausschuß als tendenMäses Machwerk bezeichnet und bin daraufhin vom Ausschuß beauftragt worden, ein G e g e n r« s e r a t zu er» statten. Zu diesem Zweck hat de? Ausschuß die einschlägigen Akten der Marine und des Reichsgerichts eingefordert. Ich habe st« durchgearbeitet und werde nach dem Wiederzusam- mentritt des Reichstag« mein Referat erstatten. Man hat versucht, mich zu bewegen, das schon Mitte Oktober zu tun, also kurz vor dem Münchener Prozeß! Warum wohl? Die Akten hatte die Marineleitung �ich für einige Wochen während der Reichstagsferien zurückerbeten, wie sich jetzt zeigt, um sie den früheren Marineoffizieren für den Münchs» ner Prozeß zur Verfügung zu stellen! Das Vorgehen der Herren in München ist eine Entlystungsoffenfive gegen mein Referat, das ich vor dem Untersuchungsausschuß halten werde. Man will die öffentliche Meinung vorher gegen mich bearbeiten, daher die Attacken in München gegen mich. Die Beschuldigungen, die dort wegen angeblicher Beteiligung an der angeblichen politischen Marine- meuteret von 1917 gegen mich erhoben worden sind, sind schon am 9. Oktober 1917 im Plenum des Reichstags schmählich zusammengebrochen. Mein Referat vor dem Untersuchungsausschuß wird der Oeffentlichkeit ein anderes Bild der Vorgänge bei der Marine vom Jahre 1917 vermitteln, als es die tendenziöse Aktenoerlesung in München tut. Ich will hier an einem Beispiel zeigen, wie die Akten in München„verwertet" wer- den. Der Admiral o. T r o t h a hat dort Aeußerungen Eberts gegenüber dem Staatssekretär v. Capelle verlesen, durch die der Eindruck erweckt werden muß, daß Ebert sich am 9. August 1917 gegen die damalige USP. gewendet und sie für die angeblichen Vorkommnisse auf der Flotte ver- antwortlich gemacht habe. Dieser Eindruck konnte nur durch F o r t l a s s u n g ganzer Teile der protokollarisch niederge- legten Aeußerung Eberts entstehen. Vollständig lautete Eberts Aeußerung folgendermaßen: Er(Eberl) fei der Ansicht, daß die SAG. als Partei mlt dem Alagblalt gar nickzls zu tun habe, das sei nach seiner An» ficht das Machwerk einer Ortsgruppe von rabiaten Gesellen, die von falschem Tatendrang beseelt seienundglaubten, etwastunzumüssen. Erkenn« aus dem früheren Zusammenarbeiten seine Kol- legen Haas«, Ledebour usw. ganz genau, der Ausruf sei nicht ihr Slil. so schreiben sie gar nicht und seien auch nicht so dumm, etwas derartiges zu tun. Wenn kein weiteres Beweismaterial gebrocht werde, werde die TAG. als Partei die Sache glatt abbleugnen. Wahrscheinlich habe die Sache in Kiel ihren Ursprung, dort säßen sehr rabiate Anhänger der SAG. Es sei in dem Material ja auch von der Orts- gruppe in Kiel die Rede. In Rüstringen sei seines Wissen» kein solch rabiater unabhängiger Sozialdemokrat. Er(Ebert) habe recht gute Verbindung mit Wilhelmshaven, speziell mit dem zweiten Bürgermeister(Hug) von Rüstringen. Niemals in den letzten Wochen sei ihm etwas von einer derartigen Bewegung geschrieben worden, er sei daher völlig überrascht von dem Mitgeteilten. E i n derartiges Vorgehen(was auch er lEberts als krassen Landesverrat bezeichnete und in den schärfften Ausdrücken ver- urteilte) widerspreche durchaus den Ansichten von Haas« und Ledebour. das wisse er ganz genau, diese würden zu einem ausgesprochenen Landesverrat niemals die Hand bieten. Selbstverständlich verurteile seine Partei(die sozialdemokratische Fraktion) die Angelegenheit aus das äußerste, sie könnte uns nur den Feinden ausliefern. Er sei in jeder Weise bereit, den Gedanken der Gegenwirkung Folg« zu geben. Zwei von den Haase-Leuten seien bereits in Stockholm, gewisier« maßen als Horchposten, und sie selbst würden einen Vertreter zum selben Zweck hinschicken. Er werde zunächst dafür sorgen, daß in Stockholm Uebertreibungen der Angelegenheit entgegengetreten würde, und dann, daß dies auch von seiner Partei in jeder Weise geschehe. Es handle sich nach seiner Ansicht um«inen ganz lokalen Putsch, wie er jetzt überall vorkäme, und diese Ansicht werde er vertreten. Zur Vorbereitung der Gegen- Wirkung durch die rechtsstehende sozialdemokratische Press«, die sich. wie er ganz sicher sei. voll und ganz auf den gleichen Standpunkt stellen werde, bitte er, ihn etwa 4— Z Tage vor der beabsichtigten Veröffentlichung von dieser Absicht zu unterrichten. Dann werde er «in geheimes Rundschreiben an die sämtlichen Chesr.dakteur« der rechtsstehenden sozialdemokratischen Zeitungen veranlassen, damit sie auf das schroffste gegen das Vorgekommene Stellung nehmen.-Er halt« es aber auch hier richtig, daß. so wie die Sache spruchreif sei. möglichst bald der Haushaltsausschuß des Reichstags einberufen werde, natürlich unter einem Vorwand«, dann könne die Angelegen. heit dort klargestellt Werden. Er sei ganz sicher, daß in diesem Fall« sämtliche Parteien, einschließlich der SAG., von dem Putschversuche weit abrücken würden, und damit werde der polltische Erfolg erzielt, daß das Ausland sich nicht falschen Ideen über die Demorallsierung von Heer und Flotte in Deutschland hjngeben könne. Die vorstehend durch Fettdruck hervorgehobenen Sätze hat Admiral v. Trotha nach den übereinstimmenden, sehr ausführlichen Berichten der..Münchener Post" und der ..Münchener Neuesten Nachrichten" nicht v e r l e s e n. Sie besagen aber das G e g e n t e i l des Eindrucks, der durch ihre Fortlassung erziell wird. Hat Admiral a. Trotha, der als Zeuge geschworen hat.„nichts zu verschweigen". diese fett gedruckten Stellen nicht gekannt? Hat er sich tendenziös frisierte Auszüge in die Hand drücken lassen? Das eine wie das andere wäre gleich ungünstig für die Be- wertung seiner Zeugenaussage. So aber steht es mit der ganzen Beweisführung der Entlastungsstrategen in München. Die unterbleibende Gptantenvertreibung. 711 Personen verschont. Warschau, 24. Oktober.(TU.) Das Außenministerium ver. össentüchl die Liste der deutschen Optanten, auf deren Ausweisung jetzt verzichtet wird. Es sind im ganzen 711 Personen, darunter 136 im Kreis« Menczezkow, 98 in Rawicz, 34 im Kreiss Okczefzow, 12 in Posen, 8 im Kreise Posen und weiter einzelne Familien in verschiedenen Stödten. Dörfern und Gütern im Innern Polens. Wie das nationaldemokratische(erzchanvinistische) Parteiorgan „Gazella Poranna Warszawska"(Warschauer Morgenzeitung) er- fahren haben will, intervenierten die nationaldcmokrcllischen Abgg. S o l t y s i a t und S o t l n t c a beim Mnsterpräsidenten und beim Außenminister wegen des Verzichts auf die Optantenausweisungen. Beide Minister versicherten, daß von einem grundsätzlichen Verzicht auf die für Polen aus dem Wiener Abkommen sich er- schließenden Rechte nicht die Rede sein könne. Es sei nur ein Umstand eingetreten, der es ratsam erscheinen ließe, vorläufig von der Durchführung der Zwangsousweisung obzusehcn. Wenn bei dieser Meldung des Chauvinistenblattes nicht nur der Wunsch Vater des Gedankens ist, dann sollte sie Deutschland im Interesse der Optanten veranlassen, die Ent- spannung nicht wieder zur Spannung werden zu lassen. Deutschland hat um so mehr Pflichten gegen diese Optanten, als man ihnen seinerzeit von Berlin aus dringend empfohlen hatte, für Deutschland zu optieren: besonders laut riefen das die Deutfchnationolen hinüber. Wir können mitteilen, daß alle Meldungen über D e d i n- g u n g e n oder Gegenleistungen, an die der Verzicht auf die Optantenvertreibung geknüpft sei, vollkommen falsch sind. Die Frag« der Zulassung deutscher Konsuln (�xegimtiir) in weiteren polnischen Städten wird, wie wir hören, in entgegenkommendem Sinne gelöst werden. Es bleibt bei der Nichtausweisung. Warschau, 24. Ottober.(WTI.) Di« Lag« in der Frag« der deutschen Optanten, wie sie einerseits durch das Versprechen des Außenministers, ab 1. November auf Optantenausweisungen zu verzichten, andererseits durch den Widerstand gewisser nationaldemokratischer Kneis« geschaffen wird, ist folgende: Die polnische Regierung hat tatsächlich aus die Aueübung des Ausweisungsrechtes der deutschen Optanten endgültig ver» z i ch t e t und. wie hier in Erfahrung gebracht werden konnte, auch schon die entsprechende Verfügung vorbereitet. Es erübrigt sich. darauf hinzuweifen, daß sich der Verzicht der polnischen Regierung auch auf diejenigen deutschen Optanten erstreckt, die schon am 1. August 1925 das Land hätten verlassen sollen, sich aber noch in Polen aufhalten._ Der 5emberger fittentatsprozeß »nd die Erklärung des prenhische» Justizministers. In dem Lemberger Attentatsprozeß gegen den Studenten Steiger hat, so ist Wiener Linksblättern zu entnehmen, die Antwort des preußischen Justlzministers auf die Anfrage des Abg. Gen. Dr. B a d t da» größte Aussehen hervorgerufen. Es wird die Möglichkeit einer Verschiebung der Verhandlung bi» zur Feststellung der Der- antworttichkelt der geheimen ukrainischen Terrororganisationen an dem Attentat gegen den Präsidenten der Republik ins Auge gefaßt. Die Verteidigung Steigers wäre allerding» mit einer solchen Wendung nicht zufrieden, da sie über genügend Beweise für die Unschuld Steiger» verfügt und eine solche Verschiebung des Pro- 'zessee den Rachtell hätte, daß er weller in Untersuchungshast bleiben müßte. 5n der Gerichtsverhandlung selbst teilt, der Verteidiger Dr. Löwen st«in mll. daß sich die Gatttn des Obersten des polnischen Generalstab«» Hanusz bei ihm«ingefunden und sich freiwillig bereit erklärt habe zu bezeugen, daß sowohl sie als auch ihr Mann. ihr Sohn und ein Militärarzt am Tage des Attentats deutlich gesehen haben, daß die gegen den Präsidenken geschleudert« Pombe vom zweiten Slockwerk des Eafö de lo Pays au» geworfen wurde. Steiger stand unten aus der Siratze. Frau Hanusz erklärt weller. sie hätte früher keine Aussage machen wollen, da sie in die Zlngelegenhell nicht verwickelt werden wollte. In der letzten Zell hätte ihr aber ihr Gewissen keine Ruh» gegeben, sie hätte schlaflose Rächte verbracht und sich darum endlich entschlossen. Ihre Beobachtungen freiwillig in einer Zeugenaussage bekanntzugeben. l>eute wählt auch Sie Schweiz. Die Aussichten der Sozialdemokratie. Zürich, im Oktober.(Eigener Bericht.) Pie geschlossene letzt« Session unserer beiden Parlamente Mntionalrat und Stände rat, die zusammen die„Bundes- Versammlung" bilden) stand auch noch an ihrem Ende im Zeichen der Reaktion. Der wilde Ansturm des Lnuernführers und Advo. taten Dr. Abt auf di, angebliche Massenjimulation von Militärpatienten soll eme wesentliche Aerschlechte- rung der M il i t ä r v« r s i ch eru n g dringen, wie da, wohl auch die bürgerliche Mehrheit meint, die dem bezüglichen Antrag zustimmte. Und die gleiche bürgerlich« Majorität gab auch ihre Zu- stimmung zurFAufhebung de» Mieterschutzes im Jahr« 1S2S Im vollen B-wuhtsei» und mit der Absicht, dadurch di- Bahn freizumachen für den unbegrenzten Mietzinswucher. „Wahldemagogie" zur Gewinnung weitester Kreis« der Million Stimmberechtigter wird man diese grellen Schlußaktorde. mit denen die bürgerliche Mehrheit de» N-llionalrot-s ihr« dreijährige Tätigkeit beendete, nicht nennen können. Die großen Massen des besitzlosen und lohdiubeitenden Volke« sind durch dies« brutale Politik doch derart brüskiert worden, daß sehr viele Wohler nun den reaktionären bürgerlichen Parteien den Rücken kehren werden. Nach der Bundesv-rsassung ist der Ratio nalrat am letzten SoiMtag im Monat Oktober neu zu wählen. diesmal also am 2 ö. Oktober. Er zählt 198 Mitglieder und wird nach dem Proporz aus die Dauer von drei Jahren gewählt. In dem abtretenden Parlament war die Vertretung der politischen Parteien folgende: Freisinnige und Demokraten. öS. Katholiken 44. Sozialdemokraten 43. Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei 33, Liberalkonservative 9. Sozialpolitiker 3, Kommunisten 2 und Wilde 4. Die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen betrug fcirka 170 000, ein erhebkicher Teil der Million Stimmberechtigter. In den S t ä n d« r a t mll seinen 44 Mitgliedern wurde ein e i n- »iger Sozialdemokrat in der Person des Genossen Bürtlm in Gens gewählt. Auch der Stöndercll wird am 2S. Oktober neu gewählt, aber es wird voraussichtlich bei dem einen sozial- demokratischen Vertreter bleiben, wennschon in mehreren Kantonen sozialdemokratisch« Kandidaten auch für diese- Parlament aufgestellt werden. Orientierend sei dazu bemerkt, daß I-der Kanton zwei ver- treter in den Ständerat wählt: jedoch wählen sechs Holbtantone je«inen Vertreter. Bei verschiedenen WahlenimlaufendenJahrehatdie sozialdemokratische Partei Erfolg« erziell, so in den Kantonen Zürich, Aargau und Genf. Ihr gegenwärtiger Stand ist nicht un> besticolgend. Di« Wunden, die die Spaltung durch die Kam- m u n i st e n tm Jahre 1 S 2 0 der Partei zufügte, sind gehetll und vernarbt. Die valksschädigend« kapitalistische Klossenpolllit der bürgerlichen Parteien wirkt aufklärend und erzieherisch auf di« großen indifferenten Arbeitermassen. So sollte auf den Gewinn weiterer Zehntausende Arbeiterstimmen und auch dem- entsprechende Vermehrung ihrer Bertreterzahl im Notionalrat gerechnet werden können. Englanü uns üer Grientkpnflikt. Ter Haager Schiedshof soll schlichten. London. 24. Oktober.(TU.) Lord C e e i l gab in einer RÄ>« in Aberdeen der Erwartung Ausdruck, daß die Völkerbundmächte nicht mehr in den mazedonischen Konflikt eingreifen brauchen. Dies müßte aber geschehen, wenn di« beiden Baltanmächt« ihr« völkerbundverpslichtungen verletzen würden. Da sich beide Staaten in Genf der Anerkennung des Ständigen Gerichtshofe» im Haag angeschlossen haben, müßten sie setzt diesen Gerichtshof als Schiedsrichter anrufen und seinen Schiedsspruch anerkennen. Der griechische Bormarsch eingestellt. Sofia. 24. Oktober.(WTB.) Nach einer Mitteilung aus dem Kriegsministerium haben die griechischen Truppenbewegungen auf der ganzen Linie aufgehört.' Die Positionen der Griechen sind von diesen durch weihe Fahnen kenntlich gemacht. Di« Soldaten werfen.Schützengräben aus. Petrllsch ist von den griechischen Vorposten verlassen. Das Gros der griechischen Truppen steht unmittelbar vor der Stadt, und griechisch« Flugzeuge zeigen«Ine lebhafte Tätigkeit über dem ganzen Strumatal. Der durch die zweimalig« Beschießung von je ein und zwei Stunden der Stadt Petritsch verursachte Schaden wird bei ober- flächlicher Schätzung auf 29 Millionen Leoa geschätzt. Einig« Volksschulen. 2 Kirchen und zahlreich« Privathäuser wurden zer- stört. Das Krankenhaus erhielt«inen Treffer in den Operationssaal. Die im Hinterland« gelegenen Städte Gorna-Gjumaja, Küsten- dtl und Dubnitz« sind von Tausenden Flüchtlingen über- schwemmt. Alle Schulen. Theater us«. sind geschlossen worden, um Zufluchtsstätten zu schassen. Demonstratio« bulgarischer Studenten in Berlin. Bulgarische Studenten zogen am gestrigen Sonnabend nach einer Versammlung über die Bismarck- und Hardenbergstraße zur bul- garischen Gesandtschaft. Budapester Straße 237. Legationsrat Dr. St oy an off erklärte in Erwiderung der ihm ausgedrückten Gefühle, er sei überzeugt, daß der Völkerbund, an den sich das ahn« jeden Grund angegriffene Bulgarien gewandt habe, di« ge- rechte Sache der Bulgaren in die Hände nehmen werde. Dies« Wort« wurden mit Hurra, und Hochrufen und dem Absingen der Nationalhymne aufgenommen. Der Demonstrationszug trat danach über den Kursürstendamm den Rückweg zum bulgarischen Studentenheim an. Die Ermordung zweier Austauschgesaug-me, der gewesenen pol- nlschen Offiziere B a g i n s k i und W i e c z o r k i e w i c z � die wegen kommunistischen Terrors zum Tode verurteill waren, aber nach Rußland ausgetauscht werden konnten, hat jetzt das Gericht in Rawo- grodek beschäftigt. Der Mörder. Wachtmeister M u r a s z- R o ist —— zu zwei Jahren Gefängnis verurteill worden. Wem gibt die Schwerindustrie Wahlgelder? Das will jetzt ein Untersuchungsausschuß der französischen Kammer ermtiteln. Der Senator Ratier, Vizepräsident des Senats, ist wegen ver- Weigerung der Aussage zu 800 Franks Geldstrafe per» urteilt worden. Tschechische Mllttärflieger. die auf dem Rückfluge von Warschau nach Prag s ch l e s i s ch e s Gebiet, insbesondere Breslau, über- flogen, hatten hierzu die Erlaubnis der zuständigen deutschen Stellen eingeholt und erhallen. Der SgypNsche TMnIfkerprSstdenk Zwer Pascha ist. von Paris kommend, in Verlin eingetroffen und war bereits beim Reichs- Präsidenten. Gewerkschaftsbewegung Der Schiedsspruch für die Gas- und Wasserwerke. In dem Lohnstreit des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter gegen die Direktionen der Städtischen Gas- und Wasserwerte ( Attiengesellschaften) wurde am 24. Oftober unter Borsiz des Schlichters Wissell nachstehender Schiedsspruch gefällt: Die Löhne der Gas- und Wasserwerksarbeiter werden mit Geltung ab 5. Oftober 1925 wie folgt festgelegt: a) männliche: Gruppe 1( Ungelernte) 73 Pf. Stundenlohn, Gruppe 2( Ungelernte) 79 Pf. Shundenlohu, Gruppe 3( Gelernte) 90 Pf. Stundenlohn, Gruppe 4( Betriebsarbeiter) 90 Pf. pro Stunde. Die Löhne der Wochenlöhner werden auf Grund der bisherigen Bestimmungen errechnet. Affordbasis 5 Pf. unter den Säzen. b) Weibliche: Gruppe 1: 54 Pf., Gruppe 2: 56 Pf., Gruppe 3: 59 Pf. Stundenlohn; Reinemachefrauen mit weniger als 6 Stunden 57 Pf. Die übrigen Bestimmungen des bisherigen Lohn tarifes bleiben unverändert.( Frauenzulage 3 Pf. pro Stunde, Kinderzulage 3 Pf. pro Stunde.) Das Lohnabkommen läuft bis zum 31. März 1926. Sofern sich innerhalb der Geltungsdauer des Lohnabkommens eine Aenderung der Berhältnisse ergeben sollte, die geeignet ist, die Levenshaltung der Arbeiter wesentlich zu erschweren, fönnen die Parteien in neue Verhandlungen eintreten. Im Falle der Nichteinigung darüber, ob diese Aenderung ein. getreten ist, entscheidet ein Schiedsgericht, bestehend aus je einem Bertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite und einem unparteiischen Vorsitzenden, den, falls die Parteien sich über seine Person nicht einigen, der Schlichter im Bezirk Groß- Berlin benennt. Er. flärungsfrist bis zum 31. Oktober 1925, mittags 12 Uhr. Wie nach dem Schiedsspruch für die städtischen Elettrizi tätswerte nicht anders zu erwarten war, ist auch den Arbeitern der Gas- und Wasserwerfe nur eine Stundenlohnerhöhung von 3 Bf. zugestanden worden. Wir wollen der Beurteilung dieses Echiedsspruches durch die Arbeiter nicht vorgreifen, deren Bertreter morgen, Mnntag abend, über Annahme oder Ablehnung entscheiden werden. Nur soviel sei gesagt: Die Berliner Gemeinde. arbeiter werden bei den heutigen Wahlen ihrer Meinung deutlich Ausdrud geben. Streik im Berliner Kohlengroßhandel. Die geftrigen Berhandlungen über die Verbindlichkeitserklärung tes am 2. Oktober gefällten Schiedsspruches, der eine Lehnerhöhung von 6 Pf. ergab, mit Geltung bis zum 31. Dezember, tie von den Arbeitern angenommen, von den Arbeit gebern jedoch abgelehnt worden war, ließen erkennen, daß mit einer Berbindlichfeitserflärung nicht zu rech nen ist. | tatiit gefrönt sehen, indem fte forderten, daß die Lohnzulage anstatt ab 2. Oftober erst ab 26. Oftober erfolgen solle und die Geltungsdauer des Lohnabkommens nicht, wie im Schieds. spruch vorgesehen, bis Jahresschluß, sondern darüber hinaus bis zum 3. Februar 1926 ausgedehnt werden soll. Der Verkehrsbund machte nach den Verhandlungen noch einen legten Berjuch zur Einigung, indem er sich mit einer Berlängerung der Geltungsdauer um zwei Wochen bereit erklärte. Allein dieser Versuch)[ cheiterte an dem Verhalten des Verbandes Berliner Kohlengroßhändler, der bis zur festgesetzten Frist sich zu diesem Vorschlag nicht äußerte. Den Arbeitnehmern blieb nach allem nichts weiter übrig als der Streitbeschluß, den die Funktionäre gemäß ihrer Bollmacht am Sonnabend abend gefaßt haben, um dem Spiel, das nun seit drei Wochen nach dem Schiedsspruch mit ihnen getrieben wurde, ein Ende zu machen. Der Streif erstreckt sich lediglich auf die Firmen, die die Forderungen nicht bewilligen. Diejenigen Unternehmer im Kohlengroßhandel, die die Bewilligung der For derungen dem Streit vorziehen, haben noch Gelegenheit, dies dem Deutschen Berkehrsbund( Telephon: Morig play 4747 oder 4509) am Montag früh mitzuteilen. Streik im Möbeltransportgewerbe. Am 14. Oftober war ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Erhöhung des Spizenlohnes von wöchentlich 48,50 m. auf 53 m. porjah und eine Zulage für nichtständige Arbeit von täglich 85 Pf. Die Arbeiter nahmen den Schiedsspruch an, die Unternehmer lehnten ihn ab. Der Berkehrsbund beantragte die Berbindlichkeits. erflärung des Schiedsspruchs. Da die gestrigen Verhandlungen ergaben, daß der Schiedsspruch nicht für verbindlich erklärt wird und mit dem Verein Berliner Möbeltransporteure feine Einigung zu erzielen war, mird der für diefen Fall angefündigte Streit in der Vollversammlung am Montag abend beschlossen werden und am Dienstag morgen beginnen. Da die Herren Möbeltransportunternehmer die Gewohnheit haben, die Arbeiter für einen Teil des Lohnes auf Trintgelder der Kundschaft anzuweisen, wäre es an der Zeit, bei dieser Gelegenheit auch hier einmal der Beseitigung des Trint. geldunmejens näherzutreten. Im übrigen machen sich die Arbeitnehmer über den das Ber. bindlichkeitsverfahren betreffenden Teil der Aften notiz" ihre eigenen Gedanfen. Straßenbahnerstreit in Rheinland- Westfalen. Effen, 24. Dttober.( Eigener Drahtbericht.) In einer star? besuchten Nachtversammlung haben die Straßenbahner in Effen, Duisburg und Dortmund beschlossen, zur Durchsetzung ihrer Lohnforderungen in den Streit zu treten. Der Streif ist in Essen und Dortmund bereits seit Sonnabend morgen durchgeführt. Der Straßenbahnbetrieb wird durch einen Notverkehr aufrechterhalten. Die drei Metallarbeiterverbände haben beschlossen, zur Regelung des strittigen Lohnes den Schlichter anzurufen. Nachdem die Straßenbahner sich 2 Monate lang mit ihrer Lohnbewegung hinziehen ließen und die Arbeitgeber einen SchiedsSpruch mit 5 Bf. Lohnzulage in der Spize ablehnten, die Berbindhandlungen scheiterten, wurde den Straßenbahnern die Geschichte lichkeitserklärung des Schiedsspruches abgelehnt und erneute Ber Auf Veranlassung der Unternehmer wurde die Erklärungsfrist breimal verlängert. Damit nicht genug, forderten sie eine weitere Verlängerung, die jedoch abgelehnt wurde. Bisher hatten die Unternehmer stets erflärt, fie fönnten die sechs Pfennige Lohnerhöhung nicht tragen ohne eine entsprechende Erhöhung der Kohlenpreise. Diesen Einwand ließen sie in der gestrigen Der Streif hat die Schwebebahn Bohwinkel- Elberfeld- BarVerhandlung fallen, doch wollten sie ihre Verschleppungsmen- Rittershausen erfaßt, die Elberfelder Talbahn, die den Berkehr Kleid Crepe marocain, Halbseide... 59.Kleid a Köper- Samt..45.Lind ener srael BERLIN C SPANDAUER STR. 16 KÖNIGSTRASSE 11-14 Besonderes Möbel- Haus 4 Stockwerke Möbel zu dumm. | zwischen Elberfeld- Somborn und Barmen- Schwarzbach ver. mittelt, die Straßenbahn in Gevelsberg im Hagener Bezirk, sowie die Bestischen Kleinbahnen. Wie die T. meldet, haben die Unternehmer der Tarifgemeinschaft der rheinisch- westfälischen Straßenbahngesellschaften gestern nachmittag in Essen im Kaiserhof" zu dem Streit der Straßenbahner Stellung genommen. Der Frankfurter Straßenbahnerstreik. Frankfurt a. M., 24. Oftober.( Tul.) Der Magistrat nahm heute nachmittag erneut Stellung zu dem Straßenbahnerstreik. In dieser Sigung wurden die in Berlin geführten Verhandlungen beftätigt und beschloffen, falls bei den heutigen Bezirksverhandlungen in Darmstadt die Arbeitnehmerschaft auf ihrem grundsätzlich ablehnenden Standpunkt verharrt, die Direktion der Straßenbahn zu ermächtigen, die zur fristlosen Entlassung erforderlichen Schritte einzuleiten. Metallschleifer und Galvaniseure! Die Firma Ehrich u. Graeg hat unseren Schleifern einen Abzug von 30 Pro 3. auf Blätteisen angeboten. Als die Kollegen nun diese Arbeit ver weigerten, wurden fie fristlos entlassen. Bir befinden uns also im Abwehrkampf. Die Firma wird nun versuchen, ihre Arbeit in den Kundenbetrieben unterzubringen. Wir ersuchen daher alle unsere Kollegen, jede Arbeit von der Firma Ehrich u. Graeg ftritte zu vermeigern, und wenn solche Arbeiten angeboten werden, sofort nach dem Bureau, Linienftr. 83/85,( Kollege entel) Nachricht zu geben. Die Ortsverwaltung. Achtung Rohrer! Die Lohndifferenzen bei der Firma Arendt find im Augenblick beigelegt Wir ersuchen alle Kollegen, morgen, Montag, abends 7 Uhr, in der Versammlung der Rohrer im Gewerkschaftshaus, Saal 2, zu erscheinen. Die Gruppenleitung. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Caféangestellten mitteilt, sind die folgenden Gastwirtsbetriebe für die Mitglieder gesperrt: Balais des Oftens, Inhaber Pfeifftifter, Barschauer Straße 34/35, Prälaten des Ostens, Große Frankfurter Straße 16, Böhmisch- Brauhaus Landsberger Allee 11, Restaurant Fr. Baarmann, Oberbaumstraße 1, Restaurationsbetrieb und Tunnel im Walhallatheater, Weinbergs weg 21, Jordans alte Bierstube", Inhaber Stockflet, Rosenthaler Blah, Restaurant 3ur Münzflause", Inhaber Flick, Münzstraße. Gas- und Wasserwerksarbeiter! Margen, Montag, abenb 7 the Perfommlung im Berbandshaus Johannis traße 14/15. Stellungnahme zum Schiedsspruch. Baugewerkschaft Berlin, Fachgruppe Glaser. Morgen, Montag, abend 7 Uhr im Gemertfchaftshaus Mitgliederversammlung. Die Stellung des Baugewerk. bundes in der Wirtschaft und in der Arbeiterschaft. Es ift Pflicht jedes Kollegen, in diefer Bersammlung zu erscheinen. SBD Sattler, Tapezierer und Portefeuiller. Dienstag, den 27. Oktober, abends 7 Uhr, im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Bersamm damer Internationale ftehenden Mitglieder. Wichtige Tagesordnung. Vollfung aller SBD.- Kollegen und der auf dem Boden der Amſten. sähliger Befuch wird erwartet. Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage. Berantwortlich für Bolitit: Craft Renter: Wirtschaft: Artur Sateruus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Chlorn; Feuilleton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frih Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaesanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierau 3 Beilagen ,,, Aus ber Filmwelt" und Unterhaltung und Wiffen". 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Fries u. Spitze 13.75 Garnitur Emmin mit handgest. Orn. u. Eins. 16.00 grau, mit Streifenkante, 6.40 Schlafdecke Halbwolle 140X190 cm....... Jacquard, aparte Muster, 140x190 cm.. Reisedecke Sealskin, 18.75 geligert 125x150 cm 14.00 Reisedecke Reinw. 1Seit.kar.130x160cm 29.50 Reisedecke Kamelhaar, naturfarbig mit Leder- Einfassung Autodecke 140 × 38.- 140 × 200 cm 170 cm 130 44.Autodecken aus Mohärplüsch 130 46.- 20056.Pelz- Autodecke Dingofell 165 cm mit blauem Tuch, cm 1500 195.00 02 Nr. 505 ♦ 42. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 25. Gktober 1025 Lerlw hat heut« das Dort! Die vielen hunderttausend«, die das einzigartige Räderwerk Berlins in harter Arbeit in Gang bringen, das Volk Berlins, erhebt seine Stimme. Mit einem giftigen Ansturm ohnegleichen, mit einem Trommelfeuer verlogener Flug. blätter und hetzerischer Bersammlungsreden hat die Reaktion dos gefestigt« Bollwerk der Republik mürbe zu machen versucht. Das rote Berlin, das Berlin der Arbeit und der Freiheit, soll schwarzweißrot, soll ein Tummelplatz der Finsterlinge und Kulturrückschrittler werden. Soll jene zu ollem entschlossene Rotte der Zollplünderer das Heft in die Hand erhalten? Mögen sie mit den Wahlmillionen einer interesiierten Industrie Berlin in einem Meer lügnerischen Druckpapiers ertränken, mögen sie die Spritzer ihres Hasses, ihrer bodenlosen Hetze, ihrer Derleumdungssucht an dem Bug des sieg- haften Schiffes der Sozialdemokratie zerschellen lassen: die reaktiv- näre Flut wird geteilt Blusser und Auswertungsbetrüger, die Fraktion der schworzweihroten Schwerindustrie, die kommunistischen Zersplitterer, sie alle müssen schwimmen lernen. • Der von den Bewohnern einer Stadt heute noch nicht weiß. daß in allen Lebenslagen sein Geschick mit dem seines Gemeinwesens unlösbar auf Gedeih und Verderb verbunden ist, dem wird nie zu helfen sein. Bei der Wahl am heutigen Sonntag muß von den Wählern nicht nur die große Zahl und Wichtigkeit der wirtschaftlichen Auf- gaben unserer Stadt ins Auge gefaßt werden, sondern diese Wahl hat vor allem auch seine große politische Bedeutung. Wie m Berlin, dem Brennpunkt des ganzen öffentlichen Lebens in Deutsch- land, gewählt wird, findet überall im Inland wie in den fremden Ländern die größte Beachtung, und der Ausgang solcher Wahlen gilt ollgemein als Barometer der jeweiligen politischen Stimmung Deutschlands. Mit den Wahlen zur badischen Landesversammlung sind die heutigen Stadtverordnetenwahlen die ersten Wahlen, die in Deutsch- land nach dem ungeheuerlichen Raubzug vorgenommen werden, den die Rechtsparteien im Derein mit dem Zentrum durch die neue -Zoll- und Steuergesetzgebung auf die Taschen des arbeitenden Volkes verübt haben. Aus allen Wählcrversammlungen der Rechts- Parteien ging hervor, wie sehr sie die Abrechnung der werktätigen Bevölkerung fürchten. Die Acbeilermassen Verlins werden durch die Mahl der sozialdemokratischen Liste dafür sorgen, daß diese Abrechnung zu einer wuchtigen und eindeutigen gemacht wird. Der heutige Wahltag hat zugleich aber erneut die Antwort zu geben auf die Frage: Wie steht Berlin zur Republik? Bei den beiden Reichspräsidentenwahlen am 2S. März und 26. April hat Berlin sich gut bewährt. Seitdem ist ein halbes Jahr verflossen. Seitdem sind Provokationen der republikanisch gesinnten Bevölkc- rung erfolgt, wie sie vorher kaum erhört waren. Auf diese Herausforderungen gilt es heule die Antwort zu erteilen. Nicht lau und Im |ft%0 I**** zögernd, sondern in voller Hingabe für die Republik. Unsere Gegner von rechts und llnt» sind Feinde der Republik, die sie lieber heute als morgen beseitigen möchten. Die Mittelporteien sind Bernunft» republikaner. Nachdem die Dinge sich nun mal so entwickelt hoben, glauben sie, die gegebenen Tatsachen anerkennen und sich auf den Boden der Republik stellen zu sollen. Mit dem herzen stehen zur Republik nur die sozialdemokratischen Massen. Nur sie sind der Fels, auf dem unsere demokratische Republik fest und unerschütterlich ruht Dieser Tatsache gilt es, heute klaren, sinnfälligen, weithin sichtbaren Ausdruck zu geben. Jeder sozialdemokratische Stimmzettel ist«ine solche Antwort. Darum, sozialdemokratische Wähler und Wählerinnen: Geht heute lückenlos zur wahk und macht diesen Tag zu einem Siegestag für die Republik und für unsere Partei! Auszug aus See wohlorünung. Dahlzeit von 9 Uhr morgens bis S Uhr abends. Der Tisch, an dem der Wahlvorstand Platz nimmt, soll so ausgestellt werden, daß er von allen Seiten zugängig ist. Es tst Vorsorge zu treffen, daß der Wähler seine Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag zu legen vermag. Die Stimmzettel müssen für die Stadtverordnetenwahlen von weißem oder weißlichem Papier, für die Bezirksverordnetenwahlen von hellgrünem Papier sein. Der Wähler hat für beide Stimmzettel nur einen Umschlag zu benutzen. Die Abgabe von zwei Umschlägen durch einen Wähler ist unzulässig. Zutritt zum Wahlraum hat jeder Wähler. Ansprachen darf niemand darin halten. Nur der, Wahlvorstand darf über das Wahlgeschäft beraten und beschließen. Der Wahloorstand kann jeden aus dem Wahlraum verweisen, der die Ruhe und Ordnung der Wahlhandlung stört: ein Wähler de« Abstimmungsbezirks, der hiervon betroffen wird, darf vorher seine Stimme abgeben. Nachdem der Wähler in dem Nebenraum den Stimmzettel in den Umschlag gelegt hat, tritt er an den B o r st a n d s t i s ch, nennt seinen Namen, und übergibt, sobald sein Name in der Wählerliste aufgefunden ist, den Umschlag mit den Stimmzetteln dem Wahl- Vorsteher, der ihn sofort u n e r ö f s n e t in die aßahlurne legt. Wähler, die des Lesens unkundig oder durch körperliche Gebrechen verhindert sind, ihre Stimmzettel eigenhändig auszufüllen oder in den Umschlag zu legen und diesen dem Wahlvorsteher zu übergeben, dürfen sich der Beihilfe eines Vertrauensmannes bedienen. Nach Schluß der Mahlzeit dürfen nur noch die Wähler zur Stimmabgabe zugelassen werden, die zu diesem Zeitpunkt im Wahlraum schön anwesend waren. Hierauf erklärt der Wahlvorsteher die Abstimmung für geschlossen. Bei der Ermittlung des W a h l r e su l t a t s ist zu bc achten, daß in folgenden Fällen Stimmzettel ungültig sind: 1. die nicht in einem amtlich abgestempelten Um- schlag oder die in einem mit einem unzulässigen Kennzeichen versehenen Umschlag übergeben worden sind, 2. die nicht als amtlich h e r g e st e l l t e erkennbar sind. 3. aus deren Kennzeichnung der Wille des Wählers nicht u n- zweifelhaft zu erkennen ist, 4. denen irgendein durch den Umschlag deutlich fühlbarer Gegen st and beigefügt ist, 5. die mit einem unzulässigen Vermerk oder mtt einem Vorbehalt oersehen sind. Die ersten Serllner Staötverorönetenwahlen Nur sehr ivenige werden wisien, wie die ersten Berliner Stadt- verordnetenwahlen zustande kamen. Freiherr von Stein war es, der nach dem unglücklichen Kriege von 1806 beim König« darauf drang, den Städten die Selbstverwaltung wiederzugeben. Die Grundlage dazu bot die»cm ihm geschaffene Städteordnung vom 10. November 1808. Danach durste sich die«taatsregierung nur in besonderen Fällen in die Geschäfte der Stadtverwaltung mischen. Zwei Behörden, eine gesetzgebende, die Stadtverord- n e t e n und eine verwaltende, der Magistrat, wurden eingesetzt. Die ersteren wurden von der Bürgerschaft, der letztere von den �Stadtverordneten gewählt. Wahlberechtigt und wählbar war jeder Würger, der das Bürgerrecht erworben hatte. Di« söge- nannten Einwohner, die nicht im Besitz« des Bürgerrechts waren, hatten kein Wahlrecht. Da das Bürgerrecht mit allerlei Pflichten verbunden mar., hatten es die meisten Einwohner nicht so eilig, es zu erwerben. Nur die Haus- und Grundbesitzer waren dazu ver- pflichtet. Natürlich war die Wahlhandlung damals eine andere als heute. Die Kirche spielte noch überall ein« große Rolle. Bon den Kanzeln herab wurde auf die Wahl aufmerksam gemacht und die Bürger ermahnt, ja richtt,g und ordentlich zu wählen. Einen Wahl- kämpf gab es nicht, weil man ja noch keine Parteien kannte. Am Tage der Wahl wurden von allen Kirchen die Glocken geläutet, die Bürger begaben sich in die Kirchen, wo auch die Wahlhandlung vor- genoinmen wurde. Die er sie Wahl der Stadtverordneten fand vom 18. bis 22. April 1800 statt, aber die Stadtväter fanden nirgends Platz für ihre Beratungen. Beide Rathäuser, sowohl das Cöllnische als auch das Berlinische, waren von anderen Behörden besetzt. Durch Entgegen kominen eines bekannten Adligen tonnt« die erste Sitzung, die am 25. April stattfand, und von dem damaligen Pollzeipräsi- deuten Bruner eröffnet wurde, in seinem Palast abgehalten werden. Es war damals nicht leicht, in Berlin einen Saal zu mieten der für 102 Personen genügend Raum bot. Nach großen Bemühungen gelang es endlich, in dem Haufe K u r st r a ß e 5 0 die„Belle-Etage", bestehend aus 1 Saal, 7 Stuben, 1 Küche, 2 Kammern. 1 Kabinett und 2 Holzböden auf ein halbes Lahr für den Preis von 125 Talern zu mieten. Um Geld zu sparen, wurden die Räum« zur Mitbe- nutzung dem Generalstab der Berliner Bürgergarde überlasten. Nun hatte man wohl vorläufig ein Unterkomme», aber noch keine Sitz- gelegenheiten. Der Direktor des Opernhauses war so freundUch und lieh den Stadtvätern seine Bänke. Nach Ablauf des Mietsvertrages in der Kurftraße wurden etwas größere Räum« im Haufe Nieder- lagstraße 12 gemietet, die wiederum zur Kostenersparnis der Bürger- garde zur Mitbenutzung überlasten wurden. Bald aber oerlangt« der Direktor des Opernhauses feine Bänke zurück. Nach abermaliger Bewilligung eines Kredits konnte endlich das Geld für eigen« Bänke beschafft werden und vom Jahre 1814 an hatten die Etadwerord- neten auch vorläufig ihr eigenes Heim. Seditter Sünöen— öerliaer Wünsche. Ein Vortrag über das Wesen der Großstadt. Einer der interestantesten Vorträge aus dem vom»3)eut- sch en Archiv für Siedlungswesen"' veranstalteten Zyklus war der über das Wesen der Großstadt, der im wesenllichen die Form eines sehr instruktiven Vortrages über Groß- Berlin annahm. Regierungsrat a. D. Lang konnte darauf verzichten, den Be- weis dafür zu erbringen, daß der Berliner Grundbesitz in geradezu skandalöser Weise ohne jeden Gedanken an Gemeinnützigkeit ge- wirtschaftet hat. Es ist allgemein bekannt, daß es während der Inflationszeit möglich gewesen wäre, den Ring der Macht des Grundbesitzes zu durchbrechen, ebenso bekannt ist es aber, daß diese Möglichkeit glänzend verpaßt worden ist; es hätte damals, wie füb>de Grundbesitzer selbst zugeben, sehr viel Land in die Hand dör.�esfentlichkeit gebracht werden können. Falsch aber wäre nun natürlich der Standpunkt, sichi seinem Schicksal zu überlassen, in der Erkenntnis, daß Versäumtes nicht wieder gut gemacht werden kann. Auch heute Ist es noch möglich, auf die Bildung von S p« z l a l» gewerbevierteln hinzuarbeiten. Das speziell Großstädtische muß natürlich— im Gegensatz zu allen spezialwirtschaftlichen Instituten und Spezialbehörden, Versicherungen usw.— in der Großstadt bleiben: die Wirtschaftsverwaltungen, die Ministerien, die geistigen Zentralinfttttite, wie die Universität, Vergnügungsstätten, Kaufhäuser und Wohnhäuser je nach Notwendigkeit. Was man nun zur Bildung neuer Stadtteile auf dem zur Verfügung stehenden Bauland vorgeschlagen hat, war im wesentlichen nur Schlagwort« mäßiges, das kein organisatorisches Wachsen, sondern nur ein mecha- nisches Größerwerden der Stadt zur Folge haben kann. Es ist selbstverständlich, daß mit jeder aus der Stadt hinausverlegten Fabrik Das unbegreifliche Ich. 69' GeschichteeinerIugend. Roman von Tom krisievsea. (Berechtigte Uebcrsetzung aus dem Dänischen von F. T. Vogel.) (Schluß.) „Gott, was quatscht du da, Richard!" «Ich quatsche nicht. Die Menschen erobern den Welten- räum auf gar zu leichte Art. Sie nehmen sich eine Hand voller Sterne und freuen sich darüber. Sie nennen sie den Orion. Das ist schön. Doch sie behalten die Sterne in der Hand und sagen zu einander: Weißt du nicht mal, daß das der Orion ist? Das ist der Orion und nicht Petersen I Und schließlich sind sie soweit, daß sie sagen: Na, da haben wir ja den Orion. Das ist nur der Orion." Ich redete kein Wort. Ich ahnte nicht, wo hinaus er mit seinem Sternengespräch wollte: doch Richard hatte die ganz« Zeit das Gesicht zum Himmel gekehrt und der verschleierte Schein der Sterne fiel daraus hernieder. Er redete weiter und ich konnte an seiner Stimme hören, daß er froh war, zu sprechen. Ich selbst war merkwürdig uninteressiert. Ich hörte auf seine Gedanken und Vorstellungen, wie man den auf- steigenden Rauch eines brennenden Holzstoßes betrachtet. „Und so sind die Religionen auch. Das ist nur das Himmelreich. Das ist nur die Hölle. Das ist nur der Hades. Das ist nur Nirwana. Als ob ein Nur den Weltenraum ausfüllen könnte. Sobald ich den Sinn einer Religion ver- standen habe, werfe ich sie über Bord. Keine von ihnen ist die richtige. Selbstverständlich sind sie verkehrt. Das ist nur die Gerechtigkeit, das ist nur die Absicht, das ist nur das Streben. Alle mit einander. Ich weiß nur. daß keine von ihnen groß genug ist. Der Raum verschlingt sie alle." Er lachte leise. «Nein, die schwarze Tafel in der Schule ist mächtiger als alle Religionen. Wir zeichneten Kreise darauf und wischten sie wieder aus. Wir rechneten Aufgaben und wischten sie wieder aus. Und der Raum ist ebenso. Wir haben den Himmel und die Hölle gezeichnet: aber wir sollten sie wahr- hastig wieder auslöschen. Wir zeichnen den aufwärtsgehenden Bogen nach Karmai doch weshalb soll der Kreidestrich bis zur nächsten Stunde stehen bleiben. Nein, die Menschen sind faul und können das Schwindelgefühl nicht vertragen." „Und du kannst das auch nicht!" fügte er neckend hinzu. «Aber»ch kann es. Das Schwindelgefühl im Raum und das Schwindelgefühl in mir selbst. Und das ist meine einzige das Kreuz in Äste Eins. Zwei Stimmzettel müssen abgegeben werden. Ein weißer für die Stadt- verordneten- und ein grüner für die Bezirksverordnelen- wählen. Auf beiden Zetteln muß das kreuz in das Feld der Liste 1. der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- lands. eingezeichnet werden. nicht nur das gesundheitliche Niveau gehoben, sondern auch die Verkehrskalamität, die sich nachgerade zu einer Katastrophe erweitern könnte, gemildert wird. Aber heute ist man sich nicht einmal über die Notlösungen im klaren. Man vergesse bei künftigen Planungen auch nicht, was dadurch versäumt wurde, daß man die geographischen Eigenheiten des Lodens nur in ganz geringem Maße beim Bau der Stadt beachtete: was für eine ideale Grünstätte hätte z. B. das Panketal werden können! Auch der Bedarf an Kleingärten wurde früher kaum berücksichtigt, und leider ist das bis jetzt ebenfalls nicht besser geworden. Falsch ist es nun, einen Rettungsweg in der steten Vergrößerung zu sehen. Der Eingemeindungswahn kann in seinen Uebersteigerungen geradezu zu einer Gefahr im Gesamtleben des Staates werden: nicht Quantität, sondern Qualität muß das Ziel sein. Danach ist zu streben, daß landwirtschaft- lich« Jntensivzonen wie ein Gürtel die Stadt umgeben. Hier ist ohnehin schon aus der Tendenz des Bodens Neues, ja sogar Vollendetes zu entwickeln. Und über eines muß man sich auch im klare» fein: Großstadtwerden ist ein Problem, das nur in modernem Staötifihes Werk. Aus karger Erde wuchs der Arbeit Schwur Zu hohen Türmen klingt das Leben wieder Hier schuf des Lichtes mächtige Spur Zn stetem Kampf die Schar der Arbeitsbrüder. werktätig Volk, aus dem die Zukunft winkt. Wo taufeudfältig Same in die Erde sinkt, Laß heiligen Ruf aus tiefer Flamme glüh'nr Schaff' heut' ein sozialistisches Verlin! Entschuldigung. Und deshalb habe ich dich auch gequält. Man kann schwindlig davon werden, einen Menschen zu miß- handeln, den man gern hat. Weißt du das nicht?" „Wirft du auch Bibeke— Fräulein Dreyer mißhandeln?" fragte ich zögernd. „Haha, für einen Proleten bist du gar nicht so dumm. Ja, das müßte ich eigentlich. Ja, das— müßte ich. Er schüttelte den Kopf, wie um den Gedanken los zu werden. „Du bist doch ein Teufel, Waldemar! Und hier meinte ich endlich einen Ausweg gefunden zu haben. Siehst du, Raavad hat dich mißbraucht, weil er sich an den Kunstsnobs und dem Publikum rächen wollte. Er hätte es gern gesehen, daß du mit all deiner Talentlosigteit berühmt geworden wärst. Raavad ist stets er selbst. Alles dient ihm als Mittel, und braucht er einen Gott, dann macht er sich einen. Aber ich— ja, ich will schwindlig sein." „Schwindel und Dummheit!" höhnte ich.„Wozu müssen denn Striche an den Himmel? Der Himmel ist ein einziges großes Loch." Ich erhob mich schwankend und griff nach der Leiter, und als wir endlich herunter gekommen waren, sagte ich: „Es ist weiter gar nichts draußen im Weltenraum. Als Junge ging ich einmal in einen Keller, um auf einen Knopf zu drücken. Dann fällte sich eine Falltür öffnen, und ich sollte in eine unerhörte Orgie herabgleiten: doch— es— war— gar— kein— Knopf da. Und so ist es immer gewesen. Geht man im Leben dem Geheimnisvollen direkt zu Leibe, ist bloß ein Loch da." Richard zwinkerte mit den Augen. „Du bist ja mächtig überlegen geworden!" antwortete er. „Ich mache mir jedenfalls keine Wellanschauung, um ver- antworten zu können, daß ich einen Kameraden gequält habe. Na, lebe wohl, wir haben uns wohl nichts mehr zu sagen!" Ich streckte die Hand aus: doch Richard ergriff sie nicht. Er drehte sich um und ging weg. Ich starrte seiner dahinschlendernden Gestalt nach. Er gehörte zu dem Typ, der ab und zu in Samuelsens Laden aufgetaucht war, um zu fragen, ob wir eine rquchbare Zigarre hätten. Dann drehte ich mich gleichfalls um und schlug die ent- gegengefetztc Richtung ein. Am Vormittag kam ich an Samnelsens Geschäft vorbei, und ich dachte einen kurzen Augenblick daran, hinein zu gehen und den astralen Plan und Karma zu verhöhnen: doch ich gab es als zwecklos auf. Seist, also mit Hilfe der junge», moderne» Generation ffff&l werden kann. Di« ausgezeichneten Aussührungen des Redners wurden mit reichem Beifall belohnt, instinktiv wohl aber bei vielen auch mit dem Gedanken, am heutigen Sonntag nicht jenen Parteien die Stimme zu geben, die sich immer und immer wieder als bewußte und unbewußte Gegner einer großzügigen freien Entwicklung im Städtebau gezeigt haben._ Novembermiete unverändert. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, tritt in der Berechnung der gesetzlichen Miete für den Monat November gegen- über dem Vormonat keine Aenderung ein. Es bleibt bei dem Oktobersatz in Höhe von 82 bzw. 78 proz. Vie rotgestempelten Tausender. vereiusmeierllche Schaumschlägerei. Gestern fand vor dem Kammergericht als. zweiter Instanz die Verhandlung des Prozesses statt, die der„R e i ch s b a n l- gläubigeroerband Dortmund" angestrengt hat, um ein« Aufwertung der rotgestempelten Tausend- markscheine zu erreichen. Zur Verhandlung standen zwei Klagen unter dem Rubrum„Iaentsch gegen Reichsbank" und«Wini�r gegen Reichsbank". Beide verfielen der Abweisung. Di« Abgewiese- nen beabsichtigen Revision beim Reichsgericht einzulegen. Im Zu- sammenhang mit diesem Prozesse wollen wir erwähnen, daß der Auf- wertungstaumel von gewissenlosen Menschen immer noch benutzt wird, um Dumm« zu fangen. So existiert in Berlin die F i n a n z- aktiengesellschaft Zentropa, welche die mit völkischer Sauce übergössen« Wochenschrift.Panther' herausgibt. Diese Aktiengesellschaft nimmt alle auftvertunasniöglichen Forderungen und Papiere an. Der Einreicher muß sich verpflichten, an Gebühren 15 Jahre lang eine Mark pro Monat zu bezahlen. Er erhäll nach 15 Jahren den vollen Betrag, den er eingereicht hat. Ist er mit den Bedingungen der Zentropa nicht einverstanden, so kann er den Bertrag kündigen, und er erhält nach drei Monaten die eingezahlten Gebühren zurück. Ueber die Maßnahmen, die die Gesellschaft zu treffen gedenkt, um die Aufwertung zu ermöglichen, bewahrt sie vollkommenes Stillschweigen: sie verweist auf«in demnächst erscheinendes Buch von einem Dr. B. Wir warnen Neugierige!_ Wisentausstellung Im Museum für Naturkunde. Das Museum für Naturkunde in der Involidenstraße eröffnete am Sonnabend eine Sonderausstellung über den Wisenr. Dieses Tier, das letzt« Wildrind Europas, ist bis auf etwa 7 0 S t ü ck, die sich in verschiedenen Tiergärten und Gattern befinden, ausge- starben. Reben dem im 16. Jahrhundert ausgestorbenen Auer- ochsen bleibt es das einzige Wildrind, dos in Europa bekannt ist. Schon auf den Zeichnungen der Höhlenmenschen, die in Spanien vor dem Kriege entdeckt wurden, findet sich der Wisent in einer überraschend naturgetreuen Wiedergabe. Die Ausstellung im Mu- seum für Naturkunde zeigt Zeichnungen und Stiche, die den Wisent darstellen vom Mtttelalter bis zur Gegenwart: gleichzeitig sind Geweihe, Skelette und Felle ausgestellt. Zwei ausgestopfte Wisent» oervollständigen die Sammlung. Hieraus und aus den gc- fundenen Knochengerüsten au» der Eiszeit kann man feststellen, daß eine Degeneration des Wisents im Laufe der Zeit stattgefunden hat. Die Hörner— wie auch die gesamte Schädelbildung— ist zurückgegangen. Au» dem Steppenwisent wurde der Waldwisent, das Sleppentter mußte stch den neuen Lebensbedingungen anpassen und hat sich in Europa bis heute in wenigen Exemplaren«rhalteii. Während des Mittelalters waren Wisente in ganz Europa noch häusig, bis zum Spätmittelalter starb das Tier in Süd« und West-, deutschland aus und zog sich in dos Gebiet de» heutigen Ostpreußen und Bolen zurück. In unserer Zeit ist nur noch ein sehr kleines Gebiet, der Urwald von Biolowiez im heuttgen Polen, mit Waldwisenten bewohnt. Ein Verwandter de« Wisents ist der Bison Amerikas, der durch die rücksichtslose Verfolgung durch Weiße und Indianer dem Aussterben nahe gebracht wurde. Di« Schutzmaßnahmen der Regierungen hatten aber den Erfolg, daß sich der Bison wieder stark vermehrte, so daß die Gefahr des Aussterbens end- gültig beseitigt erscheint. Anders liegen die Dinge beim Wisent: durch den Krieg und durch Wilderei sind auch die Wisentbestände in Bialowicz stark gelichtet worden.— Um weite Kreise auf den Wisent und auf die ihm drohend« Gefahr des gänzlichen Aussterbens aufmerksam zu machen, hat das Museum für Naturkunde diese Aus- stellung eröffnet. Es sei noch daraus hingewiesen, daß diese Aus- flellung einzigartig ist, da kein Museum soviel Rest« von diesem seltenen Tier besitzt. Unten in Ryhavn traf ich einen Seemann mit einem flachsgelben Bart. Es war Simon, der mich in der Todesnachl meiner Mutter mit Kaffee bewirtet hatte. Zwei Tage später wurde ich Messejunge auf dem Schiff. wo er Matrose war. Wir hatten Fracht nach Lissabon. IS. Waldemar Rasmussen war auf dem Weg nach Norden. Um ihn herum befanden sich die zitternden Wände eines Speisewagens, schmale Tische und rülpsende Chinesen, die sich mit großen Tischmessern in den Zähnen herumstocherten. Er ertappte sich dabei, wie er an die Decke des Wagens starrte und auf einige eiserne Ornamente dort. Er war der gleiche wie damals, als er in Kopenhagen im Kaffee saß und die grünen, glasierten Steine betrachtete. Um ihn herum befand sich fremdartiges Leben, waren fremdartige Dinge, die er aufgesucht hatte, um den leeren Raum und sich selber zu vergesien. Sie strömten an ihm vorbei. Vor den Fenster» drehten sich gelbe Felder mit blaugekleideten Männern und rotgekleideten Frauen. Das Leben war wie rinnendes Master. Er stand auf und öffnete feinen kleinen Handkoffer. Zwischen einigen Hemden, einigen Toilettegegenständen und einem Revolver lag ein Stoß Papier. Das war es, was er suchte. Er wollte nicht darin lesen, er wollte bloß darin blättern und daraus sein Leben spüren, so wie er ihm in diesem Fetzen Papier Form gegeben hatte. Das Leben war wie rinnendes Wasser. Spiegelbilder von Menschen und Dingen glitten darüber hin, zuweilen un- zusammenhängend und verwischt, zuweilen leuchtend und klar. Auf einmal war es, als ob er im Schlafe lächelte. Er dachte an fein Leben hier in China, an Man und an Robert Scott, und wieder mußte er lächeln. Jene Emsode erinnerte ja an all die kleinen Erlebnisse, die aus diesen Blättern empor- stiegen. Trotz stündlichem Wechsel, trotz allem Hin- und Her- schwanken war er doch immer derselbe. Was half ihm die Fremde? Was half ihm die Der- gangenheit? Charbin oder Kopenhagen? Das waren alles bloß Aeußerllchkeiten, die funkelten, leuchteten' und lärmten: doch hinter ihnen lag der ewig leere Raum. Und in ihm drin lag dies unbegreifliche Ich, das auf seiner Flucht vor sich selbst nur seinem eigenen Gesetze folgte. Er war stets derselbe, ein kleiner Mensch, der bald seinem Schatten nachjagte und bald vor ihm floh, ein kleiner Mensch im leeren Raum. Er lächelte. In zwölfter Stunde! Bählt, wählt, wählt...! Aus Lautsprechern, Flugblättern, Versammlungsreden, Lichtreklamen und Straßenumzügen hallt es. Auch unsere Genossen waren mit aller Rührigkeit auf dem Damm, um die Forderungen des Volkes und die Aufgaben des Wahlsonntags in die breitesten Massen zu tragen. Eine Welle elementaren Beifalls schlug, insbesondere in den Arbeitervierteln, den Propaganda- Autos der Sozialdemokratie entgegen, die, mit Frauen und Jugendgenossen bejeẞt, unter mehenden Fahnen für die Sache der Arbeit warben. Ein letter Mahnruf Heute abend müssen an alle Säumigen und Pflichtvergessenen. die Lichtreklamen es den Massen verkünden: Die Sozial demokratie hat überwältigend gesiegt! Bolts genossen, sorgt durch unermüdliche Arbeit, durch Anspannen der legten Kräfte in zwölfter Stunde dafür, daß diese gebieterische Forderung des Fortschritts und der Freiheit leuchtende Wahrheit werde. Dummenfang bei der Deutschen Bolkspartei. Die Deutsche Boltspartei hat es für nötig erachtet, fich fünstlich zu erregen und eine Berichtigung zu senden. Diese Partei von Befig und Bildung( zweifellos mehr Besitz als Bildung) hätte alle Ursache, sich mäuschenstill zu verhalten. Sie scheint zu glauben, man wisse nicht mehr, was sie vor vier Jahren zu der da maligen Statbtverordnetenwahl sich bereits geleistet hat. Zunächst eine ungemein freche Doppelzüngigteit. Ein Flugblatt wandte sich an die Handwerfer, Gewerbetreibenden, Hausbesiger und Angehörigen des Mittelstandes und fragte fie, ob sie wie bisher selbständige Existenzen bleiben oder Proletarier werden wollen. Die proletarische Eistenz wird also hier als etwas minderwertiges hingestellt. Das andere Flugblatt wendet sich aber an die Proletarier, die Arbeitnehmer, die Arbeiterfrauen und beschimpft die in der Inflationszeit ganz besonders schwere und aufreibende Rommunalarbeit der Sozialisten als Schluder- und Mißwirtschaft. In dem ersten Flugblatt behauptete die Deutsche Volkspartei mit dreifter Stirn: Die Kommunalisierung und Sozialisierung gehe über die Leichen des Mittelstandes. In demselben Flugblatt wünscht sie schein heilig aber auch ein einmütiges Zusammenwirten von Mietern und Vermietern zur Behebung der unfäglichen Wohnungsnot. Was gerade die Deutsche Boltspartei im weitestgehenden Maße für die in schwerster Not befindlichen Mieter Groß- Berlins nicht getan bat, das werden aufmerksame Leser aus den Berichten über die Berliner Stadtverordnetenversammlungen entnommen haben. Und Dann wagt es diese Partei, die sich auch noch Volkspartei nennt, in dem einen Flugblatt die Mittelständler aufzufordern, die Bolts. partei als die starte Partei des bürgerlichen Mittelstandes zu wählen, während sie den Mut hat, die Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen in dem zweiten Flugblatt, in dem sie natürlich teine Silbe davon verlauten läßt, daß sie eine ausgesprochene Partei der selbständigen Unternehmer sein will und ist, aufzufordern, als Arbeitnehmer für sie, die Partei Der Arbeitgeber und Unternehmer zu stimmen. So fängt man Dumme! fagt der fluge Berliner Arbeiter und die Arbeiterin mit einer bezeichnenden Handbewegung zur Stirn, sagen die Tausende von Beamten, Angestellten, Kriegsbeschädigten und Invaliden und wählen heute die Sozialdemokratie. Ein gutes Wort zur rechten Zeit. In der Zeitschrift„ Das deutsche Wandergewerbe", dem offiziellen Organ des Reichsverbandes ambulanter Gewerbetreibender" ist auch ein Beitrag zu den heutigen Stadtverordneten wahlen enthalten, in dem es u. a. heißt: ,, Am 25. Ottober liegt es in der Hand eines jeden einzelnen, die Zusammenfegung der Stadtverordneten- resp. Bezirksversammlung im ureigenen Interesse zu beeinflussen. Das ambulante Gewerbe muß bei dieser Gelegenheit feststellen, daß die Vertreter der Deutschnationalen Boltspartei, ebenso der Deutschen Volkspartei seine Interessen bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Füßen getreten haben. Es muß weiter feststellen, daß die Bertreter der Wirt. fchaftspartei jede Gelegenheit benutzt haben, um das ambulante Gewerbe zu erdrosseln. Ausdrücklich muß bei dieser Gelegenheit betont werden, daß die Vertreter der Arbeiterschaft stets bereit gewesen sind, die Interessen des ambulanten Gewerbes im Stadt- wie Bezirksparlament wahrzunehmen und darüber hinaus in der Deffentlichkeit bei Angriffen gegen unser Gewerbe unserem Berufe ftets vollste Unterstützung zuteil werden ließen.... Auch im Berliner Stadtparlament steht der Feind rechts. Aus wirtschaftspolitischen Gründen ist es daher Aufgabe des ambulanten Gewerbes, dafür Sorge zu tragen, daß seinen Feinden am heutigen Tage eine vernichtende Niederlage bereitet wird. Das ist ein gutes Wort zur rechten Zeit und es besteht kein weifel, daß die vielen Tausende der Kleinhändler dieser Parole folgen werden und sie werden helfen, die Niederlage der Reaktion vollständig zu machen. Die Wahlresultate werden heute abend, sofort nach Eingang bei der Redaktion, in den Schaufenstern der Hauptegpedition des Vorwärts", Lindenstr. 3, bekanntgegeben. Vor 8 Uhr sind jedoch keine Resultate zu erwarten. Raubüberfall in einer Küsterei. Etn dreifter Raubüberfall wurde gestern mittag in der Rüsterei der Matthäitirche in Steglig verübt. Ein junger Mann, der zunächst einmal durch eine Auskunft, die er sich in der Rüfterei holte, das Terrain fondiert hatte, tam nach furzer Zeit zum zweitenmal wieder und zwang die anwesende Kirchnerin Elisabeth Werner mit vorgehaltenem Revolver, ihm das in der Kaffe befindliche Geld zu zeigen. Der Räuber entnahm dem Schrant 500 Mart. Unter ständigen Drohungen mit der Baffe zwang er die Dame auf ihren Stuhl am Schreibtisch zurüd, steckte ihr ein Taschentuch als Knebelinden Mund. fesselte ihr Hände und Füße mit einer Gardinenschnur und band sie außer dem mit ihrem Mantelgürtel an dem Stuhle fest. Nachdem er sie fo wehrlos gemacht hatte, ging er nochmals an den Kaffenschrant und st a hl weitere 500 Mart in größeren Scheinen, während er fleinere Geldscheine liegen ließ. Hierauf nahm er seine Waffe dom Lisch wieder an sich, drohte der Sefretärin nochmals und verließ das Zimmer, dessen Tür er von außen abschloß. Auf das Hilfegeschrei der Eingeschlossenen eilte eine Frau, die mit ihrem Hunde auf der Straße vorüberfam, herbei, schloß die Tür auf und befreite die Ein geschlossene. Bon dem Räuber, der im ganzen 1000 mart erbeutet hat, fehlt jede Spur. Alle zweckdienlichen Mitteilungen, die zu seiner Ergreifung führen können, find an Kriminaloberinspektor Flieger im Polizeiamt Stegliz zu richten. Der Beratungsabend für Frauen und Meffer von Groß- Berlin findet Montag, den 26. Oft., im Berliner Rathaus, Saal 109, Eingang Jüdenstraße, ysterie und deren Heilung". Distuffion. Anfang 8 Uhr. Zutritt frei. ftatt. Oberregierungsrat Dr. Beyer spricht über das Thema: Nervofität, Wetter für Berlin und Umgegend. Noch ziemlich mild, wechselnd bemöllt ohne erbebliche Niederschläge. Für Deutschland. Jm Besten stellenweise leichte Regenfälle, überall noch ziemlich mild. 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Der Winter vor den Türen Sinnt herrisches Gebot. Cernt zeifig Feuer schüren Und wehrt der Wintersnot! Ein einziger Tag entscheidet Und wägt nach strenger Zahl. Jns Herbstgewand gekleidet 3ft ernst der Tag der Wahl. Ihr Hände, die im Schaffen Der Stadt Ernährer find, Gebt acht auf gute Waffen Und auf den rechten Wind. Wir wollen neu erstreiten Den alten stolzen Flug, Der Fahne, die in Weiten Das Wort vom Bolke frug. 3hr Geister, die auf Wegen Der Freiheit Wacht und Schutz, Sprecht euren stärksten Segen Und wahrt den alten Truh! Sie sollen nicht zerstören, Was Keim und hoffen regt. Dem Bolt soll auch gehören, Was Fleiß des Boltes hegt. Und steht ihr freu im Bunde Zur rechten Tat bereit, So herrscht nicht eine Stunde Das Grabrecht alter Zeit. Wir haben tief begraben, Was fühn ein Tag zerschlug, Und wollen nicht mehr haben Sput und Gespenstertrug. Der Friede ifft auf Erden Nur, wo die Freiheit spricht, Die foll uns Führer werden Und schönrer Zukunft Licht. So wird Gefahr gewendet So wehrt ihr Wintersnot. 3hr Redlichen, vollendet Der Freiheit Kampfgebot! Franz Rothenfelder. reinigt die Hände mühelos von Schmutz, Fett, Ol und Farbe, ohne Gebrauch von Bürsten und macht die Haut glatt und geschmeidig. Unentbehrliches Reinigungsmittel für Jeden Haushalt, Gärtner, Landarbeiter, Chauffeur, Schlosser, Dreher, Fabrikarbeiter CHEMISCHE FABRIK SCHLEICH BERLIN NW6 Professor Dr. Schleich's Wachsmarmorseife Extra- Preise Montag bis Mittwoch Glockenrock mit Tresse 3750 Damen- Jumper Kunstseidentrikot, mit Metallborte, moderne Farben Pelzwaren flotte 275 Skunkskragen Före 135M 135M Skunksmuff Taschen 120M Opossumkragen 125M amerik., kurze Schalf., 125 cm lg. Opossum- Muff amerik. Tonnenform Opossum- Rollkragen Skunksgabel- Rollkrag. amerik, gerade Form Zobelelektrik- Roll gerade Form krag. gerade Form Scalkanin- Roll kragen ungefüttert, gerade Form Damenmantel mit Glocke, aus gestreift. 42 M Mouliné, Biberettekragen Damenkostüm Velours- Mohair, m. 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Ein großes Hindernis der Ber daruauf kam die Meldung von den Zahlungsschwierigkeiten des breitung von landwirtschaftlichen Maschinen bilden aber in Europa die noch immer zu hohen Preise der zum Betrieb erforder Kahn- Konzerns, die im„ Borwärts" bereits gewürdigt wurden lichen Brennstoffe, die im übrigen in der legten Zeit wieder Bei dem größten Werk des Konzerns, der Stock- Motorpflug- A.- G. fehr im Steigen begriffen sind. In Frankreich wird 3. B., wie im entstanden die Schwierigkeiten nicht infolge Mangels an Aufträgen, legten Heft bes Engineer" ausgeführt wird, der llebergang zur sondern im Gegenteil infolge eines Ueberflusses. Der Bedarf der Verwendung landwirtschaftlicher Maschinen tro Mangels an deutschen Landwirtschaft an Maschinen ist seit dem Krieg mächtig an Arbeitskräften durch die hohen Brennstoffpreise erschwert; es werden gewachsen. Dementsprechend wurden die Fabriken, welche landwirt aber Anstrengungen gemacht, um der Landwirtschaft ein billigeres schaftliche Maschinen herstellen, erweitert; die Maschinen mußten Brennmaterial zur Verfügung zu ftellen. aber auf Kredit geliefert werden, der infolge der Geldknappheit der Landwirte immer wieder verlängert werden mußte. Ein vorMaschinenproduktion für die Industrie. züglicher Renner der deutschen Landwirtschaft, Universitätsprofessor Folgende Umstände sind es, welche die Erweiterung der MaBedmann, stellte erst fürzlich fest, daß die deutsche Land schinenproduktion für industrielle Verwendung seit dem Kriege ge wirtschaft heute mit Maschinen sehr gut, wahrscheinlich auf fördert haben. Jahre hinaus, versorgt ist. Die Landwirte haben ihre Inflader neu entstandenen Nationalstaaten. Die jungen Industrien dieser Die Industrialisierung der überseeischen Gebiete und tionsgewinne zu einem erheblichen Teil zur Beschaffung von Länder, vor allem die Textilindustrie, haben sich zur Einrichtung landwirtschaftlichen Maschinen verwendet. Mit Rücksicht auf die ihrer Betriebe Maschinen anschaffen müssen. Diese wurden in der große Nachfrage wurden die Maschinenfabriken während der In- Regel aus den Bereinigten Staaten, England oder, während der flationszeit erheblich erweitert. Wenn sich auch die Kauftraft der Inflationszeit, aus Deutschland eingeführt. Die englische Textil Landwirte infolge der erhöhten Lebensmittelpreise gebessert hat, maschinenprobuftion war deinzufolge immer im Gang, so mußte dennoch infolge der vorhandenen Kreditnot ein Rück- sonst haben aber die Vereinigten Staaten, die in der Lage find, schlag erfolgen, als dessen Ausdruck auch die erwähnten Schwierig die Maschinen mit langfristigem Kredit zu liefern, am meisten von feiten des Richard- Kahn- Konzerns zu betrachten sind, die in ähn dieser Lage profitiert. Am deutlichsten zeigt sich dies in China, lichen Unternehmungen ebenfalls wirksam sein dürften. Man fann wohin der größte Teil der Maschinen aus den Bereinigten Staaten geliefert wurde. die Leistungsfähigkeit der erweiterten Betriebe nicht voll ausnutzen. Der märchenhafte Aufschwung der Automobilindustrie. Daher auch die Klagen der Fabriken für landwirtschaftliche Maschinen Es ist allgemein bekannt, daß in den Bereinigten Staaten in den über Mangel an Bestellungen. Dieser Fall legt uns eine Unterlegten Jahren jährlich mehr als 4 Millionen Automobile in den suchung der Weltlage der Maschinenindustrie nahe. Es Berkehr gebracht wurden. In anderen Ländern find zwar die sind in der Tat auf diesem Gebiet sehr große Aenderungen Vorausseßungen für eine Entwicklung in ähnlichem Umfang nicht eingetreten. Man fann wohl im allgemeinen feststellen, daß die gegeben, dennoch war auch in Europa eine außerordentliche AusMaschinenindustrie von der allgemeinen Industriefrise nicht betroffen behnung dieser Industrie zu verzeichnen. Für England wird z. B. wurde. Die Eisen- und Stahlproduktion der Welt ist erheblich im letzten Heft der Zeitschrift Economist gezeigt, daß dort tro3 zurückgegangen. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen in den der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse die Zahl der Brivat personenautomobile in den letzten vier Jahren sich um 132 Prozent europäischen Ländern im allgemeinen viel geringere Mengen als vermehrt hat Don 250 000 auf 580 000 besgleichen ist eine sehr vor dem Kriege. Die Armeen als Auftraggeber find vielfach aus. erhebliche Zunahme der Motorräder, Lastautos und Motorpflüge gefallen, die Bautätigkeit hat sich verlangsamt, auch hat der Betonbau festzustellen. den Eisenbedarf verringert. Jedenfalls war der Rückgang der EisenIn und Stahlproduktion nicht auf die verminderte Nachfrage der Maschinenindustrie zurückzuführen. Diese zeigt weltwirtschaftlich gesehen durchweg einen guten Beschäftigungsgrad. Selbst in England, wo die Maschinenausfuhr im Vergleich zur Vorkriegs zeit erheblich zurückging, ist die Beschäftigung in der Maschinen industrie angesichts des sehr vermehrten inländischen Kon fums trotz der allgemeinen Wirtschaftsfrise eine gute. Welches find die Gründe für die vermehrte Produktion der verschiedenartigen Maschinen? Die Maschinen in der Landwirtschaft. Gaben in Deutschland die Inflationsgewinne der Landwirtschaft ben Antrieb zur Beschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen, fo ift die gleiche Tendenz in anderen Ländern aus anderen Gründen norhanden. Als Hauptursache fann man die Landflucht anführen. In einer Anzahl von Ländern, vor allem in den Bereinigten Staaten, aber auch in Kanada, Australien, Südafrifa, in Europa, in Frankreich und Spanien verlassen die Landwirte zu Hunderttausenden das Land und strömen in die Städte. Der Zauber des städtischen Lebens, die höheren Industrielöhne zu Zeiten der Industriefonjunttur auf der einen, die gedrüdie Lage der Landwirte infolge der hohen Boden- und Pachtpreise, die die Verschuldung und die Zinslaft der Farmer erhöhten, und die bis zum vorigen Jahr im Verhältnis zu den Industrieprodukten niedrigen Lebensmittelpreise auf der anderen Seite haben diese Bewegung ausgelöst. Bielfach wurde auch die Lage der landwirtschaftlichen Arbeiter nach dem Kriege verbeffert, es wurden ihnen höhere Löhne und niedrigere Arbeitszeit bewilligt, auch fonnten sie sich die neu errungene Organisationsfreiheit und die Tarifverträge zunuze machen. Um die fehlenden Arbeitskräfte zu ersehen, teils auch um die Produktionskosten zu senten, schritten die Landwirte zur Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen, von Trafioren, Motorpflügen usw. In den Ber. einigten Staaten haben die billigen Traktoren von Ford u. a. die Pferde vollkommen verdrängt. Wiederholt wurde fürzlich ein stolzer Ausspruch von Ford zitiert, demzufolge die landwirtschaftliche Arbeit bei ausreichender maschineller Ausrüstung in etwa 20 Tagen jährlich zu bewältigen fel. So übertrieben diese Behauptung ist, pie Tatsache der rapiden Vermehrung der landwirtschaftlichen Maschinen in den Bereinigten Staaten und auch in anderen Ländern fteht feft. Reuerdings macht Rußland die größten Anstrengungen, landwirtschaftliche Maschinen in großen Mengen einzuführen. Einer jüngsten Aufstellung zufolge führte Rußland in den letzten Monaten aus den Bereinigten Staaten landwirtschaftliche Maschinen im Werte von mehreren Millionen Dollar ein, die zum größten Teil auf Der gewaltige Fortschritt der Elettrifizierung. sämtlichen Induftrieländern wurden große Kraftzentralen errichtet, teils um die vorhandenen Wasserkräfte auszunuzen, teils um Ersparnisse in der Wärmewirtschaft durch bessere Ausnutzung der Kohle zu erzielen. Riesige Summen wurden für den Ausbau dieser Kraft zielenden Stromverbilligung sehr rentabel und bilden eine geeignete zentralen verwendet. Diese Werte sind infolge der durch fie zu er Grundlage für Krebitgemährung. Amerikanische Kre tite find am ehesten für Errichtung von Elektrizitätswerfen zu be schaffen. Die Bersorgung der Landwirtschaft mit Elektrizität ist ein wichtiger wirtschaftspolitischer Programmpunkt sowohl in Frank reich wie in Rußland, wo sich bereits eine Anzahl ven Großzen. tralen im Bau befinden, Was den Schiffbau anbelangt, jo mar auf diesem Gebiet angesichts der riesigen Vermehrung ber Handelsflotten während des Krieges und nach dem Waffenstillstand ein Rüdschlag eingetreten, um so mehr als der Weltmarenverfehr noch immer nicht den Bortriegsstand erreicht hat. Es mußten viele Millionen Tonnen Schiffe eine vermehrte Schiffbautätigteit festzustellen. Die ver aus dem Verkehr gezogen werden. Indessen ist in der legten Beit Schärften Konkurrenzverhältnisse zwingen die Schiffahrtsgesellschaften, fich moderne Schiffe anzuschaffen. Im Personenverkehr wird in weitgehendem Maße eine Umstellung der Dampf auf MotorSchiffe vorgenommen. Kriege durch Erschließung neuer Delquellen war ebenfalls die UrDie gewaltige Ausdehnung der Delproduktion seit dem fache vermehrter Maschinenproduktion für diese Industrie. Frankreich führte zur Wiederherstellung der beschädigten FabrikanDer Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in lagen, die mit den modernsten Maschinen ausgerüstet worden sind. Infolge der Geldschwierigkeiten in Frankreich wurden in der letzten Zeit bie noch verbliebenen Arbeiten verlangsamt. Die zerstörten Fabriken find also bereits faft restlos wiederhergestellt. Den wichtigsten Grund für die Fortschritte der Maschinen industrie in der letzten Zeit bilden aber die Bestrebungen zur Rationalisierung der Produktion durch Einführung arbeitsparender Maschinen. Der Antrieb fommt auch auf diesem Gebiet beschränkungen in Konjunkturzeiten Mangel an Arbeitsträften aus den Bereinigten Staaten, wo infolge der Einwanderungsherrscht. Auch möchten sich dort die Industrieunternehmer für die hohen Löhne und die vertürzte Arbeitszeit durch Einführung von arbeitsparenden Maschinen schablos halten. Eine riesige Schar von Technikern ist an der Arbeit, um immer neue Maschinen zu erfinden; fast jeden Tag werden neue Maschinen auf den Markt gebracht, und Sonntag, 25. Oktober 1925 bas Organ der amerikanischen Schwerindustrie The Iron Age" stellte erst fürzlich fest, daß infolge dieser Umstellung der Markt mit den bisher benutzten Maschinen überschwemmt sei. Die verarmten europäischen Länder sind nicht in der Lage, dieſe ar beitsparenden Maschinen in erheblichem Umfang anzuschaffen, fo weit sie nicht zu diesem Zweck amerikanische Kredite erhalten. Trotzdem erfolgen auch von der europäischen Industrie derartige Neu anschaffungen. Dem Iron Age" zufolge stehen Deutschland und England als Einfuhrländer für diese Maschinen an der Spize. Als Beispiel sei die Umstellung der Bankbetriebe auf mafchinelle Arbeit erwähnt. Die deutschen Großbanken haben sich fämtlich die neuesten Rechen- und andere Maschinen angeschafft, in der Absicht, dadurch einen erheblichen Teil des Personals überflüssig zu machen. A. H. Fortschreiten der Krise am Arbeitsmarkt. Das Landesarbeitsamt Berlin berichtet: In der Gesamtheit hat die Arbeitsmarktlage wiederum eine recht erheb liche Verschlechterung erfahren. Der Zugang Arbeit. fuchender beträgt allein in der Berichtswoche rund 3900 Personen, so daß die Steigerung in den letzten beiden Wochen sich auf etwa 9200 beziffert Auch die Zahlen der Erwerbslosenunter. gleichfalls eine recht erhebliche Steigerung auf. Die Bu stützungs empfänger weisen demgemäß mit etwa 1900 nahme beträgt hier in den legten Berichtsperioden etwa 2900 Perfonen. Zahlenmäßig find die bei den Arbeitsnachweisen zur Ein tragung fich meldenden männlichen Personen in größerem Maße an der Arbeitslosigkeit beteiligt, als weibliche Arbeitskräfte. Der Bugang weiblicher Personen, wobei bis vor kurzem noch bessere Arbeitsmöglichkeiten vorlagen, erreichte dennoch einen verhältnis. mäßig recht hohen Anteil an der Gesamtsumme. Allgemeinhin be trachtet, entfiel der Hauptbestandteil der Steigerung mit etwa den für Berlin maßgebenden Industriezweigen ist nur die 3200 Personen auf Angestellte und Facharbeiter. Von Ronfettion noch als gut beschäftigt anzusehen. In der Metallindustrie ist die Arbeitsmarktlage ungünstig und in der Holz industrie haben sich die Arbeitsmöglichkeiten weiterhin verringert. Dasselbe trifft in recht hohem Um fange für Angestellte zu. Dagegen zeigt das Baugewerbe, neben einigen anderen Berufen, die jedoch für die Gesamtbeurteilung nicht ausschlaggebend find, noch einen guten Beschäftigungsgrad. In diesem Zusammenhang verdient aber hervorgehoben zu werden, daß infolge Fertigstellung der Reparaturarbeiten und mangels Inangriffnahme von Neubauten größeren Umfanges die Beschäftigungsverhältnisse für Zimmerer, Maler und Heizungsrohrleger sich wesentlich abgeschwächt haben. Bemerkenswert ist, daß die Indu strie bemüht ist, durch einfachere Gestaltung ihrer Fa britate sich der geringen Kaufkraft der Verbrauchertreise an zupassen. Dieses tritt insbesondere in der Möbelindustrie hohen Grad erreicht hat. Auch verdient noch hervorgehoben zu hervor, wodurch die Arbeitslosigkeit für Bildhauer einen recht merden, daß Handel, Industrie und Gewerbe bemüht sind, durch umfangreiche Propagandatätigkeit ihren Ausdehnungs. freis zu erweitern Hierdurch wird die Arbeitsmarktlage für das Vervielfältigungsgewerbe teilweise günstig beeinflußt. Es waren 58 586 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge tragen, gegen 54 679 der Vorwoche. Darunter befanden sich 41 797 ( 39 389) männliche und 16 789( 15 290) weibliche Bersonen. Unterftügung bezogen 17 479( 16 075) männliche und 3695( 3159) meib liche, insgesamt 21 174( 19 234) Personen, davon bei Notstands arbeiten beschäftigt 1332. Notleidende Genossenschaften des Reichslandbundes. Zu den Meldungen von einer Uebertragung der Ge. nossenschaften des Reichslandbundes an den Reichs.. Konjunktur- Korrespondenz" von einer über diese Vorgänge gui verband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften wird der unterrichteten, aber nicht direkt interessierten Finanzseite folgendes mitgeteilt: Die Schwierigkeiten vieler zum Landbund gehöriger Genossenschaften bilden nur einen Ausschnitt aus der allgemeinen Juliquidität in der Landwirtschaft und den ländlichen Genossenschaften. Eine organisatorische Bereinheitlichung im Genossenschaftswesen war schon seit langem nötig, zumal an vielen Stellen mehrere Genossen schaften der verschiedenen Berbände nebeneinander bestanden und einander Konkurrenz machten. Wenn jetzt der Reichslandbund cher zu unseren Ab 1. Oktober 1925 verkaufen wir Engrospreisen Herren- und Damenstoffe auch an Privatkundschaft Tuchhaus Ehrig& Ticke Akt.- Ges., Leipziger Straße 104, I. Steek( kein Laden) Geschäftszeit 9-7 Uhr.- Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Ein Wort zur 15000 MarkeDELFT Niemand geht leeraus! Mehr als hundert Delftfreunde haben den Fünfzig- Markschein bekommen. Unbeeinflußt geht die Verteilung weiter. Im Grunde genommen gewinnt jeder dabei. Wer immer, zu der Marke Delft greift, macht eine wertvolle Bekanntschaft. MASSARY IST WERTERZEUGNIS DURCH UND DURCH. Daß sie aus Edeltabaken hergestellt wird- müssen wir das erst sagen? Der nachhaltige Erfolg unserer Propaganda hat eine begründete Ursache: Tausenderauchen Massary- Delft weiter, weil sie sich freuen, eine wahrhaft genußreiche Zigarette gefunden zu haben. Urteilen Sie selbst l MASSARYfür frohe MASSARY EDEL WIE Spende Gesichter. DER NAME Delft 59 IGARETTENFABRIK A G KI BERLIN S bereit ift, auf eine Zusammenlegung einzugehen, fo erklärt sich das natürlich aus den Schwierigkeiten im gegenwärtigen Moment. Es müssen durch Bereinheitlichung Ersparnisse gemacht werden. Neben schlecht rentierenden Genossenschaften gehören aber dem Reichslandbund auch verschiedene Warengenossenschaften mit großem Umfag und einer gewissen Rentabilität an. Es ist also sehr wahl denkbar, daß für die Uebertragung an den Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften( außer diesem tommt auch der Raiffeisenverband in Frage) eine gewisse Kauf. Die Zahlung fann jumme gefordert und gezahlt wird. vielleicht auch in Raten erfolgen. Von einer festen Jahresrente an den Reichslandbund kann jedoch nicht die Rede sein. Auch die verschiedentlich genannten Ziffern für eine Finanzierung der Transattion in Höhe von 20 bis 25 Millionen Mark müssen als phantastisch bezeichnet werden. Derartige Summen fommen überhaupt nicht in Betracht und würden unter gegenwärtigen Berhältnissen für diesen Zweck auch nicht aufzutreiben sein. Bon genossenschaftlicher Seite wird der Konjunktur- Korrespon denz" zur gleichen Angelegenheit eine Darstellung gegeben, die den obigen Ausführungen in sehr wesentlichen Punkten widerspricht. Hiernach war die in der Inflationszeit groß gewordene Bant für Landwirtschaft, die dem Reichslandbund besonders nahesteht, die hauptsächlichste Geldgeberin der Genossenschaften des Reichslandbundes( zugleich auch der politischen Organisationen des RLB. Die Red.). Dieses Institut soll jenen Genossenschaften Kredite im Gesamtumfange von girta 40 millio nen Marf gegeben haben. Die Geschäftstätigkeit verschiede ner dem Reichslandbund angeschlossener Genossenfachften, namentlich in Schlesien und in Brandenburg, ist schon seit geraumer Zeit Gegen stand einer scharfen Kritit gewesen. Da die Preußentasie der Bank für Landwirtschaft erhebliche Kredite gewährt hat, ist sie an einer Neuordnung der Verhältnisse stärkstens interessiert. Es ist deshalb anzunehmen, daß die Finanzierung der geplanten Transaktionen' hauptsächlich von dieser Seite erfolgen wird. Allerlei Schwierigkeiten dürften sich bei der endgültigen Regelung aus dem Umstande ergeben, daß verschiedene Mitglieder der Genossenschaften des Reichslandbundes statutenmäßig und freiwillig für größere Engagements haften, wobei es noch sehr zweifelhaft erscheint, ob sie dieser Haftung nötigenfalls gewachsen sein werden. Jedenfalls liegen die Verhältnisse so, daß die Deffentlichkeit schon mit Rücksicht auf die Rolle der Preußentasse in dieser Sache ein Recht auf restlose Aufklärung der Borgänge hat, die im Parlament erstrebt werden sollte! Die Handelskammern über den Sicherheitspakt. Am 24. Oktober d. I. hielt der Hauptausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstags in den Räumen der Industrie und Handelskammer Berlin unter dem Borsiz seines Präsidenten Franz v. Mendelssohn seine aus allen Teilen des Reiches sehr zahl reich besuchte Herbstigung ab, die der Beratung spezieller wirtschafts- und finanzpolitischer Angelegenheiten gewidmet war, die in späteren Sigungen fortgesetzt werden soll. Vor Eintritt in diese Beratung gab nach einem fnappen allgemeinen Bericht des Ersten geschäftsführenden Präsidialmitglieds Reichsminister a. D. Hamm über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage Präsident v. Mendels john der Hoffnung Ausdruck, daß das Wert von Locarno zu Wirklichkeit und Wirtsamteit werden möge, und daß die Ereignisse der nächsten Wochen allen denen, die ernst und mirklichkeitsbewußt die schwere Lage unseres Baterlandes würdigen, die Zustimmung zu dem Bertragswerte ermöglichen werden, zu der der Weg offengehalten werden solle. Unter lebhafter Zustimmung der Bersammlung zu seinen Ausführungen sprach er den Wunsch aus, daß durch Taten, die Deutschland nun vom Auslande ermarten dürfte, sich die erhoffte große Wendung unzweideutig anzeigen und Deutschland die Gewißheit der mirtlichen Gleich= berechtigung und eines aufrichtigen, auf gegenseitiger Achtung beruhenden Friedens der Völker gegeben werden möge, wie ihn nicht allein das geistige und seelische Bedürfnis, sondern auch die wirtschaftliche Wohlfahrt aller Völker verlange. Nachspiel einer Zechenstillegung. Die in der letzten Gemertversammlung der Zeche Alter Haase" aufgetretene Oppofition gegen eine Liquidierung des Unternehmens wird an das preußische Staatsministerium herantreten, um den preußischen Staat zur Intervention zu veranlassen. Entsprechende Schritte find bereits bei dem preußischen Handelsminister erfolgt. Man will den preußischen Staat dazu bestimmen, das modern aus gebaute Bergwerf, das bei einer Belegschtaft von 1100 Mann noch einen Rohlenvorrat für 50 Jahre hat, zu erwerben. Sollte der Mef- Stoffe durch Güte und Preiswürdigkeit seit Jahren bekannt. Anzug, Paletot, Ulster Neuheiten Mark 20.50, 18.30, 14.10, 10Velours de laine und Mouliné, la Qualitäten Mark 940, 12 50 M. E. Freitag Molkenmarkt 14 Bildschöne JungmädchenMäntel In Velours de laine mit Pelz und Glocke 39.- 45.SeidenplüschJacken ganz auf Crêpe de Chine hocheleg. 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Eggert, Wallstr. 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 10. Gruppe bei Bohne, Schloßstr. 45. 57. Abt. Zur Wahlarbeit treffen fich fämtliche Genossinnen und Genossen vormittags 8% Uhr. 1. Gruppe bei Arndt, Rantftr. 51. 2. Gruppe. bei Thunack, Wielandstr. 4. 69. Abt. Wilmersdorf. Heute stellen sich die Genoffen und Genofsinnen bei Kroihs, Holsteinische Str. 60 Telephon: Pfalzburg 1103 zur Verfügung. 77. Abt Schöneberg. Alle Genossen haben sich zur Wahlarbeit zur Verfügung zu stellen. 1. Bezirk bei Milde, Nollendorfftr. 16. 2. und 3. Bezirk bei Schmidt, Grunewaldstr. 16. 4. Bezirk bei Koschner, Apostel- Paulus- Str. 27. 81. Abt. Friedenau. Telephon: Wahlbureau: Klabe, Handjernstr. 60/61. Rheingau 6145. Abends Treffpunkt dortfelbft. Bekanntgabe der Wahlresultate( Radio). 95. Abt. Reukölln. Zur Wahlhilfe müssen sich die Genossinnen und Genoffen bei Röseler, Steinmegitr. 46, melden. Jeder Bezirk muß um 10 Uhr einen Genoffen dorthin senden. 131. Abt. Niederschönhausen. Die Genossen stellen sich für die Wahlarbeit vormittags 9 Uhr im Wahllotal Gräb, Am Bismardplas, zur Verfügung. Jungsozialisten. Charlottenburg: Heute abend 8 Uhr im Jugendheim Rofinenftraße 4, v. 1 Trp., Mitgliederversammlung. Morgen, Montag, den 26. Oktober: 32. Abt. 7 Uhr bei Valentin, Rrautstr. 36, Funktionärverfammlung. 42. Abt. Achtung, Bezirksführer! Abrechnung bei Höhlke, Bergmannstr. 69, 7 Uhr. Martenbücher sind zur Kontrolle mitzubringen. 45. Abt. Pünktlich 7 Uhr Sigung des Abteilungsvorstandes, der Gruppenund Bezirksführer bei Gommer, Wiener Str. 27. Tagesordnung: 1. Die Ausgestaltung der Gruppenversammlungen. 2. Welche organisatorischen Maßnahmen sind zur Stärkung der 45. Abt. notwendig? Jungsozialisten. Gesamtveranstaltung im Breußischen Landtag, Prinz- AlbrechtVortrag: Grundsäke sozialistischer Erziehung". Gen. Dr. Löwenstein.-Um 7 Uhr Sigung des Arbeitsausschusses daselbit. Straße 5. Uebermorgen, Dienstag, den 27. Oktober: Referent: Die Frauenwelt" steht mit ihrem neuen Heft 22 unter dem Zeichen des Goethe- Wortes:" Wir bekennen uns zu dem jungen Geschlecht, das aus dem Dunklen in das Helle strebt." Den Reichsbehandelt Rose Ahnert in einem aufrüttelnden Auffah, der deutschulgesetentwurf und den Kampf um die weltliche Schule lich zeigt, welch schwerer Schlag der Entwurf gegen die allgemeine erzählt davon, wie oft durch Not und Verbitterung dem ArbeiterVolksschule ist, wenn er Gesetz werden sollte. Lisbeth Riedger find die Liebe der Eltern nicht fühlbar wird und die Arbeitermütter dadurch um das Schönste, um die zärtlichen AeußeDas Leben des Proletariers ist so arm an Freuden, darum fülle es mit Liebe! Ein Aufrungen findlicher Liebe, gebracht werden. fag über die Nachtarbeit im Zeitungsgewerbe von Martha Taust erhebt Anklage gegen die Grausamkeit, die darin liegt, daß arme Proletarierfrauen und ihre Kinder in den frühesten Morgenstunden von Haus zu Haus gehen müssen, damit die Zeitung beim Neukölln. Jungfoizalisten. Arbeiterjugend und Kinderfreunde: Donnerstag, Frühstück gelesen werden kann. Auf die Fortsetzung des Romans von Baul Zech warten die Leserinnen der Frauenwelt" schon mit Spannung, und die Kinder werden an der Beilage Kinderland" ihre Freude haben. Die Modenschau und die Modebeilage„ Die fchaffende Frau" umfassen zusammen sechs Seiten und vom nächsten Heft ab tönnen Abplättmuster zu allen Handarbeitsmustern geliefert werden. Die Frauenwelt" foftet 30 Pf., mit Schnittmusterbogen 10 Bf. mehr. Zu beziehen durch alle Postanstalten und Volfs= buchhandlungen. „ Die Gemeinde", die Halbmonatsschrift für sozialistische Arbeit in Stadt und Land, ist ein unentbehrlicher Ratgeber für alle, die in irgendeinem Zweige der Gemeinde- oder Stadtverwaltung tätig find. Heft 20 steht unter dem Zeichen der Berliner Stadtver ordnetenwahl. Wilhelm Reimann schildert in einem ausführlichen Auffah die von der Sozialdemokratischen Partei in der Stadtgemeinde Berlin geleistete Arbeit in den wichtigsten Verwaltungsgebieten. Vier Jahre bürgerliche Mehrheit in Berlin haben gezeigt, daß die Mehrheit jede schöpferische Tätigkeit vermissen ließ. Alle Initiative ging von der Sozialdemokratie aus. Das neue Heft der Gemeinde" bringt außerdem eine große Zahl, wichtiger Mitteilungen und Notizen aus der Rechtsprechung, den Bariamenten, Ländern und Gemeinden. Bezugspreis monatlich 60 Pf., dutch alle Postanstalten und Volksbuchhandlungen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Zinbenftraße 3. Tiff's 43. Abt. 7% Uhr im Hortzimmer der Schule Dieffenbachstr. 51 Gründung der Gruppe ,, Hafenheide" der Sozialistischen Arbeiterjugend. Die Genoffinnen und Genossen werden gebeten, ihre Jugendlichen von 14-18 Jahren auf diese Veranstaltung hinzuweisen und für regen Besuch zu sorgen. * den 29. Oktober, 7% Uhr, Versammlung in der Aula des Lygeums Berliner Straße 10. Gen. Löwenstein spricht über: ,, Erziehung und Sozialismus“. Frauenveranstaltungen am Montag, den 26. Oktober: 8. Abt. 72 Uhr bei Rüdert, Steinmenftr. 36a. 34. Abt. 72 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19. Bortvag: Frauenwerbearbeit". Referentin: Gen. Gener. 36. Abt. Frauenleseabend bei Busch, Tilfiter Str. 27, 7½ Uhr. Vortrag: ,, Klassische Dichtungen". Referent: Gen. Neumann. Rege Beteiligung wird erwartet. 37. Abt. Frauenabend am Montag fällt aus. Dafür restlose Beteiligung an der Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 28. Oktober. 38. Abt. 7 Uhr Frauenleseabend bei Bartusch, Friedenstr. 88. Bortrag der Genoffin Agnes Fahrenwald. Rege Beteiligung wird erwartet. 74. Abt. Zehlendorf. 8 Uhr bei Schmorre, Rehlendorf, Botsdamer Str. 3. Bortrag: Seguelle Frage in der Erziehung". Referentin: Lisbeth Riedger. Alle Frauen müssen erscheinen. 139. Abt. Tegel. 7% Uhr im Jugendheim Bahnhofstr. 15 Frauenabend. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 27. Oktober: Neukölln. 94. Abt. 7 Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11, Seiterer Abend. Referent: Gen. Stadtrat Schneider, Gäste willkommen. 97. Abt. 7 Uhr bei Ruzki, Leinestr. 1, Bortrag der Genossin Dr. Sanna Colen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 48. Abt. Unfer Genoffe Otto Klemm, Wassertorstr. 75, ist an einem Schlaganfall verstorben. Einäscherung Dienstag, den 27. Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung erwünscht. 79. Abt. Schöneberg. Die Frau unferes Schriftführers Genossen Hermann Soffmann ist am Mittwoch, den 21. Oktober, nachmittags verstorben. Einäscherung am Montag, den 26. Oftober, nachmittags 12% Uhr. Zusammenkunft Beteiligung ist Bflicht. für Groß- Berlin hierau am Montag, vormittag 11½ Uhr bei Groß. Sedanſtr. 17. Zahlreiche ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trev. rechts. zu richten 7. Reis Charlottenburg. Propagandafahrt mit Autos. Treffpunkt: Seute früh 9 Uhr im Jugendheim Rofinenstr. 4. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 26. Oftober, 7% Uhr, Sigung der Beitungstommission, Weichselftr. 28( Bibliother). Sämtliche Mitglieder müffen unbedingt erscheinen. Heute, Sonntag, den 25. Oftober: 10. bt. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt aus. 14. Abt. Wahlbureau: Söhnte, Gwinemünder Str. 45. Treffpunkt: DOTmittags 8 Uhr. 16. Abt. Alle Wahrhelfer treffen sich frith 8 Uhr bei Gatos, Boltaftr. 37. Dafelbst Wahlbureau der Abteilung. 24. Abt. Wahlbureau: 1. Gruppe: Doelk. Immanuelfirchstr. 24. Gruppe la: Wulf, Marienburger Str. 37. Gruppe 2: Winzer, Chriftburger Ede Wins froaße. Gruppe 3: Kluth, Naugarder Str. 43. 25. 6t. Wahllotal: Gott, Kniprodestr. 6. b früh 8 Uhr Ausgabe der Ballarbeiten. 26. Abt. Früh 8 Uhr treffen fich alle Genoffinnen und Genoffen bei Seilens, Meher Ede Brenzlauer Straße. 31. Abt. 8% Uhr treffen sich alle Genoffinnen und Genoffen bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. 37. Abt. 8 Uhr treffen fich alle Genoffinnen und Genoffen bei Pfeiffer, Hausburger Str. 2, aur Wahlarbeit. 38. Abt. WahПlobal: Bartusch, Friedenftr. 88. Telephon: Rönigstadt 2795. 40. Abt. Alle nicht zur Wahlarbeit eingeteilten Genoffen und Genossinnen haben sich im Wahlbureau Hagelberger Str. 20a einzufinden. 44. Abt. Wahlbureau: Ewald, Ghaliger Str. 126. Nach der Wahl Verkündung der Bahlresultate. Die Mitglieder sind eingeladen. Die zur Wahlarbeit noch nicht eingeteilten Genossen melben fich im Abteilungswahlbureau. 48. Abt. Wahlbureau: Ballentnn, Görliher Str. 72. Telephon: Morigplak 129 64. Es ist Pflicht der Mitglieder, fich von morgens 8 Uhr an zur Bahlarbeit zur Verfügung zu stellen. 47. Abt. Alle Genossinnen und Genossen, auch die eingeteilten, find ab 8 Uhr morgens im Wahlbureau Musbauer Str. 35. Mitgliedsbücher mitbringen, da Wahlhilfe bescheinigt wird. Alle Gammellisten sind schnellstens beim Genoffen Rahn abzurcnen. 86. Abt. Mariendorf. Unser Genoffe Bezirksführer Jofef Marek ift nach schwerem Leiden verstorben. Einäscherung am Dienstag, den 27. Oktober, nach mittags 5% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Gadiel Immer weitere Kreise Etwas Besonderes: StrickKleider reinwollene, moderne Farben, größte Formenauswahl 15.- 25.Mittwoch# 4 Kindertag: Okt. Blendend schöne VelvetKleider in vorzügl. 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Die Sparkasse der Arbeiterbanf stellt an jedermann Sparbücher mit täglicher und monatlicher Kündigung aus. Zurzeit beträgt der Zinsfuß für täglich abhebbare Sparguthaben 6 Proz. und für monatlich fündbare Sparguthaben 8 Broz. pro Jahr. Einzahlungen auf Sparbücher tönnen in folgender Weise vor genommen werden: 1. Einzahlungen werden in den Kassenräumen ber Sobald der Gesamtbetrag der eingeflebten Marken 10 Reichsmart erreicht hat, tann die erfparte Summe auf ein Spartonto übertragen werden. Bei der Vorlegung bzm. Uebersendung der Spar farte ist Name, Stand, Adresse und Sparbuchnummer anzugeben. Sollte ein Sparkonto noch nicht bestehen, so genügt der Vermerk ür ein neues Ronto". Die Ortsausschüsse, die Ortsverwaltungen, die Arbeiterbant und ihre Filiale in Hamburg stehen allen Gewerffchaftsfollegen zur weiteren Auskunft gern zur Verfügung. Es schaft in die Sparkasse der Arbeiterbanf fließen. Ein Gewerkschaftsfommt jetzt darauf an, daß alle Spargroschen der Arbeitnehmers An unsere Lefer! Jeder unserer Lejer und Freunde weiß die Notwendigkeit und Wichtigkeit der sozialdemokratischen Preffe zu würdigen. Jeder weiß, wie der„ Borwärts" ununterbrochen im Kampfe tehen muß gegen die große Zahl der vom Schwertapital aus gehaltenen und beeinflußten Preise, die als ihre Aufgabe lediglich die Verleumdung der Sozialdemokratie betrachtet. Jeder weiß, wie notwendig gerade in Wahlzeiten ein großes, schlagfräftiges Organ für die werktätige Bevölkerung ist. 50 Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin S. 14, Wallstraße 65, von 9 bis 3 Uhr und von 5 bis 7 Uhr, Sonnabends von 9 bis 1 Uhr, und außerdem in der Filiale in Hamburg, Besenbinderhof 57/59 entgegengenommen. Aber trohdem das alles jeder weiß, stellen wir die Frage: Hal Die Sparbücher werden an den einzelnen Sparer ausgehändigt. auch jeder das Seine getan, um dem Borwärts" neue Cefer 2. Einzahlungen tönnen ferner mittels der in den Ortsaus. und Freunde zuzuführen? Die Auflage des Vorwärts" ift erschüssen bzw. Ortsverwaltungen erhältlichen Postscheckzahlfarten auf das Bostichedkonto Berlin 3898 geleistet werden. Wenn ein Spar- freulicherweise in fländigem Aufstieg begriffen. Aber noch immer fonto noch nicht besteht, wird das neu ausgestellte Sparbuch den Sparern durch die Post übersandt. Ist auf diesem Wege eine Einzahlung für ein bestehendes Ronto erfolgt, so behält der Einzelzahler den Postscheckabschnitt als vorläufige Quittung. Die Eintragung ins Sparbuch findet bei gelegentlichem Vorkommen in der Spartasse, spätestens bei der zum Jahresschluß erfolgenden Gutschrift der Zinsen statt. 3. Einzahlungen fönnen auch bei den Ortsausschüssen und Orts verwaltungen selbst gemacht werden. Bird das Sparbuch vorgelegt, so quittiert die vereinnahmende Raffe sofort im Sparbuch. Geschieht die Einzahlung ohne Vorlage des Sparbuches, erhält der Sparer von der betreffenden Kasse eine Quittung. Zur Sicherung der Sparguthaben wird zu jedem Sparbuch eine mit der gleichen Nummer versehene Sicherungsfarte ausgefertigt. Es empfiehlt sich, diese Sicherungstarte getrennt vom Sparbuch aufzubewahren. Rückzahlungen werden nur geleistet, wenn Sparbuch und Sicherungsfarte vorgelegt werden. Falls Rückzahlungen durch die Post angefordert werden, ist das Sparbuch und die Sicherungsfarte in getrennten Briefen einzusenden. Rüdzahlungen finden statt an der Kasse der Arbeiterbant, Berlin S. 14, Wallstraße 65, und deren Filiale in Hamburg 1, Befenbinderhof 57/59; ferner leisten die Kaffen der Ortsausschüsse und Ortsverwaltungen Rückzahlungen, wenn Sparbuch und Sicherungskarte in der vorgeschriebenen Weise vorgelegt werden. Die Sparer fönnen auch das Sparbuch und die Sicherungstarte durch die Post an eine der beiden obengenannten Adressen einsenden und die Rückzahlung eines Betrages fordern. In diesem Falle wird das Geld durch Postbarsched, Sicherungsfarte und Sparbuch durch die Bost an die Sparer übersandt. RM Bei der Arbeiterbant in Berlin, ihrer Filiale in Hamburg und bei den Ortsausschüssen und Ortsverwaltungen werden ferner Spartarten sowie Spar marten in den Werten von ½, 1 und 2 Mart ausgegeben. Für die zu sparenden Beträge sind bei den Drtsausschüssen, Ortsverwaltungen, Betriebsobleuten und den Arbeiter banten Sparmarten zu kaufen und in die Spartarte einzufleben. Rüdzahlungen der auf diesem Wege gefparten Beträge erfolgen nur in der Arbeiterbant, Berlin S. 14, Wallstraße 65, und in Hamburg 1, Besenbinderhof 57/59, und dann, wenn mindestens 10 Mark gespart sind. Die Spartarten fönnen in den Kassenstunden vor gelegt werden oder durch die Post nur SPARKASSE oder über die Gewertschaften eingesandt werden. Die leberweisung der Sparbeträge erfolgt durch die Bost direkt an den auf der Sparfarte bezeichneten Spartarteninhaber. lehen Zehntausende abfeits, die zwar ihrer fozialen Cage nach zu uns gehören, und auch bei Wahlen ihre Stimme für die Partei der fchaffenden Arbeit abgeben, aber zu dauernder Kampfgemeinschaft durch das Abonnement des Vorwärts" noch nicht gewonnen sind. Sie gilf es jetzt zu gewinnen! Die Gelegenheit ist günftig! Die Stadtverordnetenwahl mit der schamlosen und verlogenen Hehe der Rechtsparteien gegen die sozialdemokratische Arbeit in der Gemeinde sollte auch den Lauesten bei der Ehre paden. Sonntag, 25. Oktober 1925 Als die Entlassene beim Gewerbegericht flagte, spielte sich der Bertreter der Firma noch als den Getränkten auf. Er verlangte allen Ernstes, die Arbeiterin hätte während der Krankheit in ihrer Ausgehzeit in den Betrieb tommen und den Tarif unterzeichnen müssen. Dadurch, daß sie es nicht tat, habe sie die Autorität des Arbeitgebers verlegt", um so mehr, da sie als Betriebsratsmitglied für Ordnung im Betriebe zu sorgen habe! als Eine merkwürdige Auffassung- bemerkte der der Klägerin zur Seite stehende Vertreter des Zentralverbandes der Fleischer zu erfüllen. ob der Betriebsrat dazu da wäre, um alle Bünsche des Unternehmers Das Gericht erkannte dahin, daß die Kündigung der Klägerin ungerechtfertigt und als vom Arbeitgeber zurüdgenom men anzusehen ist. Der Firmenvertreter versicherte, daß er die Klägerin trojdem nicht weiterbeschäftigen werde. Darauf wurde ihm eine Klage auf Lohnzahlung in Aussicht gestellt. Schiedsspruch im Hamburger Großhandel. Hamburg, 24. Oktober.( TU) In der Lohnbewegung der An geftelten im Großhandels, Transport und Schiffahrtsgewerhe durch den für die Seit vom 1. Oftober 1925 bis 31. März 1926 hat der Schlichtungsausschuß Hamburg einen Schiedsspruch gefällt, die Löhne der männlichen Angeftelten vom vollendeten 21. Lebens. jahre an um 5 Pro3. erhöht werden, die Löhne der übrigen Angestellten aber unverändert bleiben. Streit und Aussperrung in der Chemie. Frankfurt a. M., 24. Oftober.( WTB.) Die Gewerkschaften haben im Laufe des geftrigen Tages den Firmen Leopold Celela 11. Co., Wert Maintur; Chemische Fabrit Griesheim- Elektron- Wert, Dehler in Offenbach a. M.; Merd, Darmstadt; Peters- Union A.-G. in Frankfurt a. M. und Merk in Mainz schriftlich mitgeteilt, daß die Betriebe ab Freitag abend als bestreift zu gelten haben. Dieser angefagte Streit wurde am Sonnabend früh durch die Belegschaften der genannten Werte auch tatsächlich durchgeführt. Der Arbeitgeberverband hat infolgedessen heute früh zum Schuße seiner bestreiften Mitglieds- Werfe die Stillegung sämtlicher Verbandswerte der Proving Hessen. Jeht gilt es zu werben für euer Blatt, den„ Borwärts! Seiner Nassau und des Freistaats Hessen angeordnet. Es streifen darf dabei fehlen! 6000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Durch die vom Arbeitgeber. verband angeordneten Betriebs- Stillegungen werden meitere 24000 Arbeiter und Arbeiterinnen in den Arbeitsfampf verwickelt. In den nächsten Tagen beginnen wir mit dem Abdrud eines neuen Romans: „ Die Passion" von Clara Biebig. Ein Wert von feinster Beobachtung und fiefer psychologischer Wirfung! Das Wert einer Dichterin, die mehr als einmal in ihrer vornehm- fchlichten Gestaltungskraft das Leben der arbeitenden Menschen für arbeitende Menschen dargestellt hat und deren Name der fozialempfindenden Bevölkerung einen guten gerade in Klang haf. Die Gelegenheit ist günftig! Genoffen, denkt daran, daß jeder neue Cefer des„ Vorwärts" gleichzeitig ein neuer Milkämpfer für die Partei ist! Darum: Wie der Wiederaufban der Wirtschaft aussieht. Bochum, 24. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Bochumer Berein teilt mit: Der anhaltende Rüdgang an Aufträgen gmingt uns zu weiteren Einschräntungen unserer Produktion. Wir werden deshalb Mitte November unsere Belegschaft verringern müssen. Die Kündigung wird vornehmlich mehr ungelernten Arbeitern zugestellt werden. Die Schiedsspruch- Sabotage. Werbt neue Leser für den„ Vorwärts"! der sich im Lohnstreit in der Metallindustrie die Parteien follege muß den andern auf die Arbeitersparkasse aufmerksam machen. Jeber Ortsausschuß, jede Ortsverwaltung muß ein Sammel. beden für die Arbeiterspartaffe werden. Bereinzelt und verstreut bedeuten die Arbeitergroschen nichts, zusammengefaßt und gesammelt find auch fie eine Macht. Unternehmerterror. Die Darmhandlung von Faltenthal u. Lange legte ihren Arbeitern und Arbeiterinnen einen Haustarif vor und verlangte, daß dieser durch Unterschrift aller anerkannt werde. Die Belegschaft lehnte das ab, weil bereits ein zwischen den beiderseitigen Organisationen abgeschlossener Tarif besteht. Um die Annahme ihres Tarifs zu erzwingen, fündigte die Firma der ganzen Belegschaft. Diese beriet vor Ablauf der Kündigungsfrist und beschloß mit Mehrheit, den Tarif der Firma anzu erkennen. Die Minderheit fügte sich dem Beschluß und der Tarif wurde von allen unterzeichnet. Nur eine Arbeiterin, die zur Zeit frant und gar nicht im Be triebe anwesend war, lonnte ihre Unterschrift nicht leisten. Deshalb wurde sie entlassen, und zwar unter einem groben Verstoß gegen das Betriebsrätegefeß. Die betreffende Arbeiterin ist nämlich mit. glied des Betriebsrats und durfte ohne dessen Zustimmung weder gekündigt noch entlaffen werden. Die Firma hatte aber den Betriebsrat gar nicht um feine Zustimmung befragt. Machen, 24. Oftober.( TU.) Gestern lief die Frist ab, innerhalb über Annahme oder Ablehmung des Spruches des Schlichtungsausschusses erklären sollten. Dieser sprach den Arbeitern eine Erhöhung der nicht affordmäßigen Zulagen um 50 Broz. zu. Die Abstimmung der Arbeitnehmer in drei Bersammlungen der verschiedenen Gewerkschaftsgruppen ergab eine Mehrheit für Annahme des Sprues, bie Arbeitgeber indessen haben den Spruch abgelehnt. Einigung in der Hohenlimburger Metallindustrie. Dortmund, 24. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In der Hohenlimburger Metallindustrie haben die Barteien den vom Reichskommissar gefällten Schiedsspruch angenommen, wodurch die Aussperrung der 3000 Arbeiter rüdgängig gemacht wird. Die Arbeitsaufnahme findet sofort statt, soweit es die Betriebslage zuläßt. Koch& Leeland bringen die feinsten Aachener Fabrikate Herren- Stotie iür Anzüge, Paletots, Ulster, das Beste im Tregen 10.- 15.- 20.- 25.Damen- Stoffe für Mäntel, Kostüme, Kleider, neue geschmackvolle Farben 8.- 10.- 12.- 16Gertraudienstr. 20/21 Patrikirche gegenüber Die richtige Wahl Warum verursacht die richtige Wahl meist so viel Kopfzerbrechen? Weil man nach den häufig gemachten Erfahrun gen niemals weiss, ob das gegebene Verspre chen auch gehalten wird. Bei uns gibt es in dieser Hinsicht kein Risiko: Unsere grosse Lei stungsfähigkeit ist durch lange Jahrzehnte erprobt. Die Riesenauswahl unserer Warenläger für Gross und Klein ist stadtbekannt. Dass wir nur beste Qualitäten zu den allerbilligsten Preisen führen, weiss jedermann. bleibt immer Kinderstiefel Lackbesatz m, farb. Chevr.- Einsatz auch Lack, 4 Spangenstief, hochw. Mat. 20-22 Damen Halbschuhe echt Boxcalf und Chevreau in moderner halbrunder Form mit halbhohem Absatz Damen- Schnürstiefel echt Boxcalf in halbrunder Form, mit halbhohem Abs., echt rahmengen. 88-89 90 Mädchen- Schnürstiefel echt Rindbox, in besonders kräftiger Verarbeitung... 27-30 5.90, 31-35 6 90 Damen- Spangenschuhe echt R'Chevreau mit niedrigem Absatz Damen Halbschuhe 100 echt Boxo. u. Chevr., in verschied. mod. rund. Formen, mit halbhoh. Absatz 35-38 braun echt Boxe, i. halbrund. 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Ferner liefen: Schneewittchen, Mandarine, Balla Balla, 3mmer Borwärts, Alfe II, Eldgaffeln, Duilon, Villoria, Ratibor. 2. Rennen. 1. Balamon( b. teller), 2. Angriff( Sr. Bartels), 3. Credulite( pr. Staudinger). Toto: 20: 10. Blag: 14, 26, 15: 10. Ferner liefen: Phyllis, Wetterscheide, Mirakel, Centrifugal, Trumpf, Grish Stoto, Sulamith, Baubenton, Mero. 3. Rennen. 1. Ama( St. Edler), 2. Soft( Stutulies), 3. Friedchen( Walt. Heuer). Toto: 25:10. Blab: 16, 20, 75: 10, Ferner liefen: Jool, Tornado, Schelmerei gef., Fippa, Eulalia, Humor, Lichtstrahl, Sturm, Loga. 4. Rennen. 1. Samos( D. Borte), 2. wo( n. Megf), 3. Heimweh ( Dr. Bartels). Toto: 96: 10. Blag: 82, 18, 40: 10. Ferner ficien: Seldin, Couci le Chateau, Haefeler, Albatros gef. Fibula, Badmata, Streiterin, Freia, Puppe II. Zurniboigt, Napoleon II. 5. Rennen. 1. Cardinal II( St. Ebler). Toto: 9:10. lag: 13:10. 17. Tod und Reben( Dertel). Toto: 17:10. Blat: 12: 10. 3. Fidite ( Stranglein). Plat: 23: 10. Ferner llesen: Trombeter, Efailolf, Minenhof, Hazard, Kriegsgewinnler, Faufta, Aman, Antin, Stürmer II, Spiritift. 6. Rennen. 1. Allegro( Dertel), 2. Maas( Reimfobl), 3. Lebebame ( Bebelt). Toto: 22.: 10. Blag: 14, 76, 143: 10. Ferner liesen: Hebe, Kornblume, Perlenfeite, Jbis, Lichtung, Querkopf. 7. Rennen. 1. Abteilung: 1. Döberit( A. Torte), 2. Nimrod ( Olejnit), 3. Dran( D. Blume). Toto: 31: 10. Blog: 20, 24, 18: 10. Ferner Liefen: Tor di Quinto, Oddrun, Trajan, Morgenbost, Mottlau, Barus. 2. Abteilung: 1. Abendwind( Pouce), 2. Schneeberg ( Bleuler), 8. Stattliche( Kurzawa). Toto: 63: 10. Blag: 18, 24, 23: 10 Ferner liesen: Cea, Glasbäger, Saps, Salzgraf, Piasti, Lava. Dorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 37/38. Sot 2 St. Tiergarten. Jugendgruppe I. Sprechabend Mo., b. 26., 8 Uhr, bei Berger, Lenehomitr, 21. Räpenid und Untergruppen. Mo., b. 26., 8 uhe, bei Schulz, Bahnhofftt. 34. 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Böhme)( Margarete Böhme- Heidenreich, Sopran: Gustav Polzin, Baß; am Harmonium: Dr. Artur Böhme). 4. Ansprache des Herrn Generalsuperintendenten D. Burghardt. 5. Herta v. Hammerstein: Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, Kantate ( Marg. Böhme- Heidenreich, Heinrich Kramer, am Harmonium: Dr. Artur Böhme). 6. Aus dem Epheser- Brief( Johannes Schulzke). 7. L van Beethoven: Largo eon expressione, op. 1 Nr. 3( Gerda Reichert. Violine; Herta Mack- Reichert, Klavier; Heinr. Kramer, Cello). 12 Uhr mittags: Die Stunde der Lebenden. 1. Sergei Prokofieff: Sonate D- Moll. op. 14. Allegro ma non troppo Scherzo( Allegro marcato) Andante Vivace( Theophil Demetriescu, Flügel). 2. Eug. Goossens: Rhapsodie op. 13( Sela Trau, Cello: Th. Demetriesen. Klavier). 8. E. R. Blanchet: Vier Stücke aus der Suite Türkei, op. 18. Kaiken Eioub Im Garten des alten Serail Abaned in Ramadan( Theophil Demetriescu). 4. Rich. Strauß: Sonate F- Dur, op. 6, Allegro con brio- Andante ma non troppo Finale( Allegro)( Sela Trau und Theophil Demetriescu). 3 Uhr nachm.: Schachfunk für Anfänger( E. Nebermann). 3.30 Uhr nacbm.: Funkheinzelmann im Land der Tiere". von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Fankheinzelmann. 4.30 bis 6 Uhr abends: Johann- Stranß- Feier. Einleitende Worte: Alfred Schattmann. Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Gartenbandirektor Meermaun:„ Der landwirtschaftliche Gemüsebau". III Teil. 7.15 Uhr abends: Geh. Reg.- Rat Georg Cleinow: Die Bedeutung des deutsch- russischen Handelsvertrages". 7.45 Uhr abends: Dr. Otto Everling: Deutsche Geistesarbeiter und deutsche Wirtschaft". 8.30 Uhr abends: Kammermusik. Triovereinigung: Leonid Kreutzer, Flügel; Josef Wolfsthal. Violine; Gregor Piatigorsky, Cello. 1. L. van Beethoven: Trio C- Moll, op. 1, Nr. 3, Allegro con brio cantabile con variazioni Menuetto( quasi allegro) ( prestissimo). 2. P. Tschaikowsky: Trio A- Moll, elegisches Stück Thema mit Variationen und Finale. Nach dem Konzert: Bekanntgabe der Ergebnisse der Stadtverordnetenwahl bis 1 Uhr nachts. Während der Pausen spielt das Blasorchester Woitschach. Außerdem: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 25. Oktober. Andante - Finale Oper Tosca. b) Eines Tages, Arie aus der Oper Butterfly" ( Dorothee Manski). 7. a) Bizet: Hier an dem Herzen treu geborgen, Blumenarie aus" Carmen", b) Puccini: Es blitzen die Sterne, Arie aus der Oper Tosca"( Adolf Dimano). 8. Verdi: Triumphmarsch mit Ballettmusik aus der Oper, Aida"( Orchester). Berliner Funkorchester. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk ( E. Nebermann). Jugendveranstaltungen. Mitglieder! Aur Proletarischen Feierstunde am Sonntag, den 8. November, im Großen Schauspielhaus find Rarien zum ermäßigten Breife zu haben. Achtung, Abteilungsleiter! Gorgt bafilt, daß die noch aussiehenden WanderIparmarten abgerechnet oder dem Sekretariat aurcüidgegeben werden. Heute, Sonntag, den 25. Oktober: Atung! e Genoffinnen und Genoffen feller i den zuständigen Vertei abteilungen zur Wahrhilfe zur Verfügung. Sämtliche Wanderungen usw. fallen aus. Weißensee: Jugendheim Röldfeftr. 157. Broletarischer Diaterabend. Südwest: Bormittags 8 Uhr Treffpunkt zur Wahlhilfe am Borwärts. Ren folla III: Treffpunkt zur Wahlhilfe vormittags 9 Uhr Lobal Serkbergstr. 12. WHITED Werbebezirk Tiergarten. Sämtliche Jugendgenoffinnen und-gensen treffen fich zur Wahlarbeit um 8 Uhr morgens in der Borwärtsspedition Wilhelmshavener Str. 48. Das Erscheinen eines jeben ist Bflicht. Me: bebezirk Kreuzberg. Alle Genossen, die in ihren Abteilungen zur Wahlarbeit nicht gebraucht werden, ftellen fich dem Bentralwahlobal Diens ( fiche Vorwärts) des Kreises aur Einteilung zur Verfügung. tag, den 27. Oftober, im Hortzimmer der Schule Dieffenbachstr. 51 Gründungsversammlung der Gruppe Safenheide. Werbehezirk Neukölln. Abends 28 Uhr Leben zur Revolutionsfeier im Helm Nogatstr. 53. Erscheint alle. Werbebezirk Zeltowlanal. Beginn des Bilbungsfirefus Montag, den 26. Oktober, 18 Uhr, Schule Ringstraße, Steglik. Thema: Birt fchaft und Rultur". Referent: Gen. Abraham. Morgen, Montag, den 26. Oktober, abends 7% Uhr: Jugendchor! Der Uebungsabend fällt aus. Schönhauser Borstadt II: Funktionärhitung beim Gen. Bergemann. Norb ring: Spedition Greifenhagener Str. 22. Bortrag: Sozialistengefeh". Süboft G.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Bortrag: Erlebniffe im Ruchthaus". Friedenau: Jugendbeim Offenbacher Str. 5a. Ausfpradhe: ,, Das Aleib des Menschen". Sermstorf: Jugendheim Roonstraße. Bortrag: Die Steingeit". Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Roch u. Geelanb, Gertraubtenfte. 20, gegenüber der Betrifirche, hat durch ihren modernen Schaufensterumbau Berlin um einen Anziehungs puntt vermehrt. Mit Recht kann diefes Saus als erftes in der Brande bezeichnet werden. Nach dem Grundfake: In der Mode stets voran" findet man dort immer eine reichhaltige Auswahl gediegener und ftreng moderner Stoffe fire Damen- und Herrenbekleidung bester Qualitäten zu erstaunlich billigen Breifen. Die Firma Roch u. Seeland ist in den 32 Jahren thres Bestehens ständig bem Brinsip: Großer Umfah geringer Nugen" treuz 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert. Mitwirkende: Edith Bach. Sopran Ilse Freimann- Wartenberg. Violine; Elsbeth Owert und Klara Bach am Flügel. 1, Schumann: a) An den Sonnenschein. b) Mondnacht, e) Taubert: Der Vogel im Walde, d) R. Strauß: Ich schwebe( gesungen von Edith Bach). 2. a) Schumann: Träumerei, b) Pergolesi: Tre giorsi( Ilse Freimann- Wartenberg). 3. a) Schubert: Leise flehen meine Lieder, b) Schmalstich: Peterchens Mondfahrt( Edith Bach und Ilse Freimann- Wartenberg). 4. a) Schumann: Aus dem Davidsbündler( Klaviersolo Elsbeth Owert). 5. Schubert: Ave Maria( Edith Bach und Ilse FreimannWartenberg). 6 Rach: Air( Ilse Freimann- Wartenberg). 7. Arien, petuniäre Frage geregelt ift. Es follte jeder, ob Mann oder Frau, ob lebig gesungen von Edith Bach, 8. Flotow: Die letzte Rose( Edith Bach). 12 Uhr mittags: Esperantovortrag. Montag, den 26. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Grabbe". Einleitende Worte: Paul Friedrich. Rezitationen: Paul Bildt. 5-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.05 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am 27. Oktober. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau( Der Besuch beim eigenen Ich"). 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Technische Wochenplaudarei( Jng. Joachim Boehmer. 7.25 Uhr abends: Postrat Hermann Thurn: Deutschland im Weltnachrichtenverkehr. Abteilung Völkerkunde Dr. Paul Ostwald:„ Das moderne Japan". 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 1. Vortrag. Das japanische Inselreich und seine Bewohner". 8.30 Uhr abends: Orchesterkonzert. Unter Mitwirkung von Dorothee Manski, Sopran, und Adolf Dimano, Tenor. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 1. Berlioz: Carneval romain( Orchester). 2. a) SaintSaens: Sieh mein Herz erschließet sich, Arie aus der Oper Samson und Dalila, b) Verdi: Als Sieger kehre heim, Arie aus Suite I( Orchester). 4. a) Puccini: Wie eishalt ist dies Händchen, der Oper Aida"( Dorothee Manski), 3. Bizet: L'ArlésienneArie aus der Oper La Bohème. b) Verdi: Holde Aïda, Arie aus der Oper Aida( Adolf Dimano). 5. Bizet: L'Arlésienne- Suite II ( Orchester). 6. Puccini: a) Von unserem Häuschen, Arie aus der Außergewöhnlich geblieben. Schüße beine Familie! Diefen Mahnruf follte jeber. fich au Serzen nehmen, denn wieviel Elend und Sorgen bleiben beim Sinscheiden eines lieben Ber wandten ben Hinterbliebenen erfpart, wenn für den Fall des Todes die ober verheiratet, bei Lebzeiten an die eigene Bestattung benten und bie Silfe, die der Deutsche Begräbnis- und Lebensperfidherungsverein 6. Deutscher Serolb einem jeben bietet, annehmen. Aber nicht nur für den Todesfall, fondern auch für den Lebensabend und für das Fortkommen der Kinder forat der Berein, indem er günstige Lebens, Aussteuer- und Ausbildungsverfiche zungen bietet. Seine gemeinnüthige Tenbens ift allgemein bekannt. 100 Jahre aushaus Fr. Schn. Ein Etüd Alt- Berliner Geschichte behentet ber Werdegang und die Entwidlung diefes Geschäftshauses. Am 27. Oftober 1825 gründete Friedrich Sahn im Saufe Landsberger Str. 62 eine Geiben. weberei und-handlung. Das Gefchäft entwidelte fich aus fleinen Anfängen heraus, infolae aroßer Gefchäftstüchtigkeit feines Begrünbers, schnell au großer Blitte. Rur Feier feines 100jährigen. Bestehens am 27. Oftober 1925 prangt bas Haus im mitrdigen Girlandenschmud. Anläßlich des 100jährigen Bestehens veranstaltet die Firma einen Jubiläumsverlauf in allen Abteilungen. Sämt liche Lager bieten in ihrer Reichhaltigkeit nur allererste Qualitätsmaren au äußerst niedrigen Breilen und fei an dieser Stelle noch auf bas heute er fcheinende 3nferat aufmerksam gemacht. Teppiche Tomm M.Lammfromm & Dogel Taur 127 Potsdamer- Str. Berlin Persil bleibt Persil Dies Worl, von überzeugten Verbrauchern geprägt, zeigt, wie sehr das ausgezeichnete Waschmittel sich die Zuneigung der Hausfrau errungen hat. Wirklich, die Beliebtheit, die es genießt, ist ohnegleichen. 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Die Bombe sehen und raus aus der Hütte, ohne ein Wort zu sagen, ohne auch nur einen Warnungsschrei auszustoßen, dauerte nur den Bruchteil einer Setunde. Dann erfolgte eine fürchterliche Explosion, die die Hütte splitterweise einige hundert Meter weit fortschleuderte. Elvira und ihre neue Liebe waren mit dem Schrecken, der feine ernsten Folgen bei ihnen zurückließ, davongefommen. Auch die übrigen Leutchen waren heil, bis auf eine der anderen beiden jungen Frauen, die in dem Augenblick, als die Bombe auf der Bildfläche erschien, sich in einer Ecke gerade mit den Kaffeetassen beschäftigte und deshalb weder die Bombe, noch den wortlosen Abschied ihrer Gäste bemerken fonnte. Diese bedauernswerte Tochter Merifos machte die Reise der Hütte mit, und da sie sich in der furzen Zeit nicht so rasch entscheiden konnte, mit welchem Teil der Hütte sie die Fahrt machen sollte, landete sie stückweise an zwanzig verschiedenen Stellen der Umgegend. 3wei Tage später erschien auf dem Arbeitsplaße Salvatores ein Polizeibeamter. Das Berhör ging vor sich, ohne daß sich Sal vatore in seiner Arbeit viel stören ließ. Nur dann gerade, menn er sich sowieso die Zeit nahm, eine Bigarette zu rollen, gab er Auskunft. „ Sie haben da in die Hütte des Juan Guennel eine Bombe geworfen?" „ Das ist richtig. Das geht aber Sie gar nichts an. Das ist eine reine Familienangelegenheit." Salvatore ist in seinem guten Recht. Bei dieser Bombengeschichte ist aber eine Frau getötet worden." „ Das weiß ich, das brauchen Sie mir nicht zu sagen. Das ist meine Frau, und ich denke doch, daß ich mit meiner Frau machen fann, was ich will, denn sie friegt doch von mir das Essen und die Kleider, und die Musik für die Hochzeit habe ich auch bezahlt." Salvatore ist abermals in seinem guten Recht. „ Es ist aber nicht Ihre Frau Elvira, die getötet wurde, sondern die Frau des Juan Guennel." Dann geht mich die ganze Geschichte überhaupt gar nichts an. Die Frau vom Juan tenne ich gar nicht, die hat mir gar nichts getan, und wenn die dabei draufgegangen ist, dann war das nicht meine Absicht. Das ist dann ein Unglüdsfall. Und für Unglücks. fälle bin ich nicht verantwortlich. Die Guennel- Frau tonnte besser ochtgeben." Seine Damit ist für Salvatore bie Angelegenheit erledigt. Sigarette ist aufgeraucht; er wirft den Stummel fort, nimmt seine Bichade und wütet gegen den Berg, daß dem Beamten die Brocken nur so um die Dhren fliegen. Acht Tage barauf ist die Gerichtsverhandlung. Salvatore hat fich wegen Mord zu verantworten. Die Geschworenen sind india. rische Arbeiter, mie er einer ift. Irgend jemand hat ihm gefagt: Im Gerichtssaal hältst bu einfach bie ganze Zeit das Maul. Ent. weder du sagft fein einziges Wort, ober, wenn du schon was fagft, ontwortest du immer nur: Das weiß ich nicht." Daran hält sich Salvatore Sm großen und ganzen ist ihm das alles ganz egal. Wird er verurteilt, ist es ihm recht; wird er frei. gesprochen, ist es ihm audy recht. Er rollt sich seine Zigaretten und macht sich in dem Gerichtssaal einen faulen Tag. Auch die Ges schworenen rauchen frischweg. Wenn man es ihnen verbote, würden sie nach Hause gehen und man hätte teine Geschworenen. " Der Angeschuldigte hat den Morb eingestanden. Der hier als Zeuge anwesende Beamte hat den Angejchuldigten an seinem Ar. beitsplage vernommen, und die Tat ist ohne weiteres zugegeben worden. Der öffentliche Antläger vertritt eine flare, sichere Sache; er hat so gut mie gar teine Arbeit. Ein Geschworener läßt Salvatore durch den Vorsitzenden fragen, ob er den Mord eingestanden habe. Das weiß ich nicht", sagt Salvatore. Darauf setzt er sich wieder und raucht weiter. Ein anderer Geschworener wünscht das Protokoll zu sehen, in dem Salvatore unterschrieben hat, daß er dem Beamten gegenüber die Tat nicht geleugnet habe. „ Das Protokoll ist nur von dem Beamten unterzeichnet, da Sal natore weber lefen noch schreiben tann. Er hat aber gestanden, und dafür haben wir das Wort und das Protokoll bes Beamten, eines ehrenhaften Mannes." Der öffentliche Anfläger wird ein wenig nervös. Ein dritter Geschworener will wissen, warum sie, die Ge, frorenen, dem Beamten, der im Dienste und Boyn des Staates ftehe, mehr Glauben und Vertrauen schenken sollen als Salvatore, ter fich seinen Lebensunterhalt verdiene, ohne von den Steuern der Leute zu leben. Salvatore wird sofort auf freien Fuß gefeßt. Er geht mit den Beugen, Elvira und ihren Neuvermählten eingeschlossen, in den nächsten Saloon, wo sie eine Flasche Tequila leeren, wobei fie ber Reihe nach die Flasche an den Mund führen, weil Bläser zu un bequem sind. Am Nachmittag desselben Tages ift Salvatore bereits wieder in der Brube Ein vierter Geschmorener verlangt. daß Salpatore hier in Gegenwart der Geschworenen erflären soll, ob er den Mord bes gongen habe, da er nicht sehe, auf Grund welcher Beweise er Salba. vatore schuldig sprechen könne. „ Bekennen Sie sich schuldig?" Der Bertreter der Anflage spielt seine legte Karte aus. Er läßt die Beugen aufmarschieren: Elvira, ihren Geliebten und die anderen drei Leutchen, die an jenem Abend in der Hütte waren. Sie alle wissen, was der ganze Ort meiß und morüber gar fein 3weifel herrscht, da Salvatore viel zu viel auf seine Ehre hält, als paß er irgend jemand darüber im unflqren ließe, wie er eine ungetreue Frau behandelt. Am Abend Salvatore ist schon längst von der Arbeit heim. gefehrt fieht sie plöglich, während sie die Frijoles auf den Tisch ftellen will, eine alte Sonservenbüchse mit einer schmökenden Zünd fchnur baran, mitten auf dem Fußboden liegen. Beilage des Vorwärts Wahl der Stadtverordneten1925 1 2 3 4 Berliner Wahlkreis. Sozialdemokratische Partes Deutschlands. Wahltag! In Treue steht Berlin zur Republik, 30 456 Und schmunzelnd brummt der Bár an ihrer Belte: Der farlowitzelnden Radaumufit, Der unentwegten Mampepolitik Bescheren Heut' wir eine Riefenpleite.' The fennt das Wort: Es darbt bei vollen Scheuern Der Arbeit Wolf in Gram und bittrer Not! Wohlan: Wollt ihr des Rückschritts Macht erneuern Und frevelnd Brot und Milch und Fleisch verteuern, So geht zur Urne, stimmt für Schwarzweißrot! Frau Berolina denkt an altes Weh Und spricht: The fangt uns nicht mit eurem Bettel! Man hat zuviel erlebt am Strand der Spree. Rein Jaudern gibt's! Wir wählen SPD. Und kreuzen Liste 1 auf unserm Zettel!' Zir beiseite laffen und nur fragen, mer von den Mufifern das Glüc hatte, Menschen glüchaft, froh, luftbetont zu stimmen, bann steht an der Spitze dieser besonderen Kategorie von Künstlern Johann Strauß. Mozart, versteht sich, band beide Möglichkeiten, die gefchichtlich- grandiose und die menschlich- zwingende, in seinem Merk zur Einheit. Solch Genie ist Johann Strauß nicht gewesen. Aber ihm( und uns allen, die wir Mufit um ihrer selbst willen lieben) genügte der Zauber, den Musik ohne Tiefgang wirtt; er wollte Am Abend des näfien Tages ift Tanz. Salvatore ist auch nichts anderes, als durch die Rhythmik und Melodie feiner Walzer Er findet eine neue Frau, die sehr hübsch ist und noch in der die Menschheit in Bewegung, Laune, innere Gehobenheit, Freuden ftimmung verfeßen. Für eine halbe Stunde vielleicht, für eine Nacht in sein Haus einzieht. Nachmittags geht sie aus, um ihre Habseligkeiten, die sie macht. Aber der Zauber wirfte doch immer, wirfte auf alle, ob sie „ Das weiß ich nicht." Salvatore feht sich wieder und beginnt einem Schilfforbe aufbewahrt, von ihrer bisherigen Unterkunftsstelle nun mufitantische Bildung hatten oder nicht, ob sie im Geifte zu arbeiten gewohnt waren oder mit der Kraft des Armes, ob sie an einer neuen Bigarette zu rollen. zu holen und in das neue Heim zu bringen. Grübler oder Fanatiker des Bergnügens, ob sie Berstands- oder Gefühlsmenschen waren, Solche Weltarbeit an der Freude der Menschheit leistet selten ein Genie. Nach aller Gelehrsamkeit, allem Pathos, aller Wichtigkeit und Ethik in der Musik leuchtet Strauß als Befreier. Kein Zufall, daß die Meister der ernſten Kunst ihm huldigten, die Wagner, Cornelius, Brahms, Bülom, Reger; fein Zu fall, baß jeder einmal in schöpferischer Laune die Schmerblütigkeit abreagiert im Tanz, im Waizer. Wien ist die Geburtsstätte dieses Bunders der Frühlingsstimmen und der Geschichten aus dem Wald. Wiener Blut in jedem Dreivierteltatt. Schuberts Ländler flingt noch heute in der nachklassischen Sinfonie, Johann Straußens Walzer wollen im Rosentavalier" Auferstehung feiern, geben der guten Wiener Operette das Stichwort. Bieber, wie aus boltstänzerischer, schwärmerischer, auch tränenfeuchter Stimmung erblüht, Couplets mit dem sofort padenden, martanten Rhythmus, weise und füffende Untermalung fröhlicher Situationen durch das Medium eines ge tonnten Orchesters all das, all das in Schwebungen und Schille rungen über den Furchen der Erde zeigt der Zigeunerbaron", fingt die Fledermaus". Niemals derb, immer salonhaft fein, nie zubringlich, eher feusch in der Ausnugung von Effekten. Big und Keckheit, Parodie und Ironie sind eingefangen, tlanglebendig geworden in Straußens Mufit. Schmachtendes wird durch Pausen, Einschnitte, Ausdrucksgeften der Musik zur Luft gemacht(„ D je, o je, wie rührt mich das"), Schmerz lieblich verwandelt( glücklich ist, wer vergist"), Eheprobleme einer bestimmten Gesellschaftsschicht mit dem Die Zeugen erflären einmütig, daß sie nicht gesehen haben, wer die Bombe geworfen habe. Und auf die Frage, ob fie glauben, daß Salvatore es gewesen sein fönne, erffären sie wieder einmütig, es fönne auch ebensogut der frühere Liebhaber der Frau Guennel gewesen sein; er wohne zwar seit einem halben Jahre in Barral mit ciner Frau, aber er sei sehr eifersüchtig. Elvira fügt hinzu, sie fenne Salpatore sehr gut, da sie seine Frau gewesen sei, und eine Bombe würde er nie werfen, sicher nicht gegen eine Frau, die er gar nicht fenne. Dem öffentlichen Vertreter der Anklage ist sein wunderschöner Ruchen zertrümelt. Die Geschworenen ziehen sich zurild, und nach einer ViertelStunde Anstandsberatung geben sie ihr Urteil ab:„ Salvatore ist un jchuldig mit allen Stimmen, Sie fonnte noch rechtzeitig entweichen. Aber von Salvatore ist nicht einmal mehr ein Hosenknopf übrig geblieben, den fie als trauernde Witwe hätte bemeinen fönnen. Johann Strauß. ( 3u feinem 100. Geburtstag.) Bon Dr. Surf Singer. Wenn man die Genialität eines schaffenden Künstlers daran er tennt, daß er fraft seines Wertes die Menschen in die Scheinregionen der Entrüdtheit, des geistigen Hochflugs, der Gedanklichkeit, bes ge steigerten Ausdruckerlebens führen kann und all diesen Reichtum an Reuem, Unerhörtem noch paaren mit dem Reiz finnlicher Lebendig feit, bann sind unsere Musitheroen Bach, Beethoven, Mozart, Bagner, Bruckner und die historisch beglaubigten Meister erster und meiter Ordnung. Wenn wir die Problematit, die Bedeutsamkeit, bas Zukunftsweisende, Entwicklungsbestimmende eines Mufitmerts Finger, nicht mit der Fauft bedroht. Auch wenn es einmal ernst wird zwischen den Menschen, brennt das Feuer der Freude nicht zu Asche ab. Mit der Beige in der Hand, sprungbereit, fast schon im Tanzschritt, stimmt der Meister den Berföhnungsjang an. Einfall über Einfall, und jeder findet die gleiche Form. Gewiß, das ist lingende, lachende Luft, nicht übgründigkeit, fröhliche Bewegtheit einer schönen Oberfläche, nicht Gang zu den Müttern. Aber es ist auch die Jugend, die Knoipe, bas treibende Element, das Geheimnis bes Nicht- altern- Könnens. Bo Freude trunken macht, da ist Straußscher Walzer am rechten Blag. Bo Straußscher Dreivierteltaft erflingt, da erwacht die Sehnsucht und das Lachen und die Luft. Lernt wieder lachen und froh sein! So ruft uns der 100. Geburts: tag des ewig jungen Johann Strauß zu. Strauß- Anekdoten. Ben Richard Blasius. Ein Eulenspiegelstreich. Es war im Jahre 1848, und Gott sei Dant, daß es in jenera Jahre war, Johann Strauß wäre fonst nicht so leichten Rauses davongekommen. Der junge Meister unternahm seine erste Sunstreise nach Steiermarf, Ungarn, Serbien und Rumänien. In Belgrad faß zu jener Zeit ein türkischer Pafcha, dem Strauß, in die Kapellmeisteruniform der Wiener Bürgergarde gekleidet, seine Auswartung machte. Und die schmude Uniform bewirkte, daß man ihn für einen hohen Würdenträger hielt und mit allen militärischen Ehren empfing. Die Gläubiger allerdings ließen fich weniger beirren, und nur durch List gelang es Strauß, eine Pfändung der Musikinstrumente zu bereilein. In Rumänien wurde er von den dort lebenden Desterreichern wie ein Triumphator empfangen. Und hier war es, wo Strauß ein Borgänger bes Hauptmanns von Köpenid murde. Seine Lands, leute waren mit dem österreichischen Konsul nicht zufrieden und hedten im Berein mit Strauß den Schildbürgerplan aus, der Künstler folle seine Uniform als Blender benügen und den mißliebigen einfach abfejen. Der fidele Wiener Kapelimeister ging lachend darauf ein, erschien bet dem Ronful, erklärte im Namen der vor dem Hause versammelten Menge seine Abfegung, und tatsächlich glückte das Manöver. Als Strauß nach Bien zurüdtam, lag allerdings auch schon die behördliche Borladung da, die eine Aufklärung des Falles perlangte. Strauß wurde nur durch die kommenden Ereignisse des Jahres 1848 vor Strafverfolgung geschützt. Geschwindigteit ist feine Hererei. Johann Strauß Schuf seine zahlreichen Kompofitionen mit einer fast beispiellosen Leichtigkeit. Gehörte schon eine eijerne Sonstitution dazu, um allnächtlich den Anforderungen der Ballseison gerecht zu werden, so verlangte Strauß von seinem Körper no viel mehr. Ob der Leib auch müde und matt war, wenn der Arm stundenlang den Dirigentenstab geschwungen hatte, die Seele ließ ihn noch nicht ruhen. Die Hände flogen daheim über das Notenpapier, und Walzer, die ihre Hörer in einen Taumel des Entzückens verjetten, sind oft in der furzen Spanne einer Stunde ohne weiteres gleich in Partitur geschrieben worden. Sibirienverdächtig. Schon hatten den jungen Künstler feine Konzertreisen durch ganz Deutschland geführt, als er sich War. schau als Reiseziel wählte. Diese Meise war lang und beschwerlich und vor allem unsicher, weshalb die Mufiter fich so reichlich mit Waffen verfehen hatten, daß die Rapelle fast den Eindruck einer Räuberbande machte. Und als folche wurde sie auch vom Gouver neur angesehen, der ihnen mit Abfchub nach Sibirien drohte, wenn die vermeintlichen Verschwörer nicht sofort Stadt und Land ver= laffen roürden. Der Warschauer Mufithändler bot Bürgschaft für die Echtheit der Kapelle. Die Mufiter spielten probeweise der Bolizei vor. Alles umfonst. Erst als die Kaiserin die Ankunft des berühm ten Wiener Komponisten erfuhr und ihm die Ballmusit bei Hofe übertrug, wandte fich das Blatt. 21 meritanishe tonftrofitäten. Im Jahre 1872 folgte Johann Strauß einem Rufe nach Boston, wo er ein Arrange| Am ment vorfand, dem er sich am liebsten durch eiligste Flucht entzogen hätte. Eine Riesenhalle mit 100 000 Zuhörern, darin eine Musif. tribüne mit Taufenden von Sängern und Musikern. Die Masse sollte es machen. Zwanzig Unterdirigenten sollten es ermöglichen, daß Straußsche Gesangswalzer zu Gehör gebracht wurden. höchsten Bulte stand Strauß. Ein Kanonenschuß war das Zeichen zum Beginn für die Zwanzigtausend. Strauß erzählt selbst darüber: Ich gebe das Zeichen. Meine zwanzig Subdirigenten folgen mir, fo gut fie tönnen. Und nun geht ein Spettafel los, den ich mein Lebtag nicht vergessen werde. Da wir so ziemlich zu gleicher Zeit angefangen hatten, mar meine ganze Aufmerksamkeit nur noch darauf gerichtet, daß wir auch zu gleicher Zeit aufhörten. Gott sei Dank, ich brachte auch das zuwege. Es war das Menschenmöglichste. Die hunderttausendtöpfige Zuhörerschaft brüllte Beifall. Und ich atmete auf, als ich mich wieder in frischer Luft befand. Am. nächsten Tage mußte ich vor einer Armee Impresarios die Flucht ergreifen, die mir für eine Tournee durch Amerifa ein ganzes Kalifornien verSprachen. Ich hatte an dem einen Musit ,, fest" gerade genug und fehrte mit möglichst beschleunigter Geschwindigkeit nach Europa zurüd." Der Hafen des Herbstes. Bon Armin T. Wegner. Kopenhagen, im Oftober. Immer sind die Minde in den Straßen dieser Stadt, die wie ein blauer Hafen des Herbstes ist. Sie fommen von draußen über das Meer, über das weite flache Infelland Dänemark mit seinen vielen Seen, Buchten und Wasserengen. Sie pfeifen von der Höhe der schwedischen Berge herab, von Jütland, von Bornholm, und tragen eine schwere feuchte Luft, menn fie aus dem Süden, von Deutschland fommen. Brausend fahren sie den Strandweg der Langen Linie" entlang, in die offenen Straßen, über den gewun denen Drachenturm der Börse, über Kongens Nytorm und die helle Destergade, von der schon Andersen uns erzählt hat. Denn Kopen hagen ist die nordische Stadt der ruhelosen Winde, und selbst im Juli fnattern sie in der Sonne wie helle, glühende Bahnen über den Dächern der Häuser. Ob es die Winde sind, die den Dichtern Dänemarks ihre Worte zutrugen und die ihre Sprache so stark und flar gemacht haben, daß ihre Werte uns unvergeßlich find? Denn noch immer scheint Ropen hagen die Stadt, in der Dänemarks beste Dichter zu Hause sind, in der sich ihr Leben auf besondere Art, enger und bedeutungsvoller zusammenschließt. Es ist Nacht. Wir sigen in dem vornehmen, fanften Salon von Otto Rung, dem bekannten dänischen Dichter und Staatsbeamten, dessen zahlreiche Werke auch in das Deutsche übersetzt wurden. Das Haus liegt an einer Ede der Hafenstraße. Um die Kanten der Mauern jagt und scheuert der Wind, der aus ten Ranal herauskommt und röchelt, in der Tiefe des Kamins. Die Gattin Otto Rungs, eine geistvolle Polin, ist die langjährige Sefretärin von Georg Brandes. In ihrer Bibliothek finde ich die Urschriften aller seiner Hauptwerte über Goethe, Voltaire und die Literaturströmungen des 19. Jahrhunderts, viele Seiten, forgsam gefüllt mit feiner zarten und flugen Schrift, in mächtige Lederein bände gefunden, die sie einst der dänischen Staatsbibliothek zum Geschent machen will. Und draußen am Strand Boulevard sigt Georg Brandes, der 3meiundachtzigjährige, dieser Schneegipfel unter dem Glanz jeiner Arbeitslampe. Bom Alter nur wenig gebeugt, noch immer unermüdlich, versammelt er noch immer einen Kreis anregender Menschen um sich und steht durch einen zahlreichen Briefwechsel in lebendiger Berührung mit allen Ländern der Welt. Einen einsamen Adler" unter den Geistern hat ihn fürzlich ein Kritiker Dänemarts genannt, und in der Tat nach dem Tode von Anatole France, wieviel befizen wir noch, die ihre erhabenden Schwingen über Europa breiten? Johannes B. Jensen t feßhaft geworden. Hoch oben in der Rabeckstraße, in dem obersten Stockwerf eines neuen Hauses, betrete ich seine hellen, flaren Räume, die eine strenge, nordische Sachlichkeit atmen. Aber auch ihn grüßen auf der Höhe seines Zimmers die breiten Winde dieser Stadt, die den Duft aller Länder zu ihm zu tragen scheinen, in denen er, ein wahrer Kolumbus der Literatur, so viele Jahre weilte. Auch für ihn verschloß der Krieg auf Jahre hinaus die Welt. Gerade für ein so abenteuerndes glühendes Lebenstemperament mie Jensen, mußte der Weltkrieg die gewaltigste Lockung bedeuten. Es spricht für den Ernst und die Ehrfurcht dieses weltweisen schöpferischen Geistes, daß er, in den Grenzen seiner eigenen Größe verharrend, es verschmähte, sich als unbeteiligten Zuschauer oder Berichterstatter in die gewaltigen Schickfale der Völker zu mischen. Nun sind seine Söhne herangewachsen und Jensen, der zurzeit an einem Buche über die zahlreichen, fast unbekannten Porträtbüsten von Thorwaldsen arbeitet, scheint ein hingebender Vater zu sein. Vor zwei Jahren wurde ihm ein Nach fömmling geboren, ein Kind mit blauen Augen, deffen Haar hell ist wie die Sonne und das mir der schönste Knabe der Welt scheint. Ein„ Skrab- Kagen", sagte Jensen, der Gesezte und doch noch immer Jugendliche mit einem heiteren und doch zugleich schmermütig refignierenden Lächeln( Strab Kragen nennen die Bäder in Kopenhagen den übriggebliebenen Teil im Backtrog, aus dem sie das letzte Brot" baden). Jensen ist nicht der einzige Dichter in Dänemark, dem auch von Ferne das ungeheure Phänomen des Krieges zum Problem wurde. Die objektiven unter ihnen erkennen sehr wohl, daß sie das mangelnde Miterleben von dem letzten Verständnis unferes heutigen Wesens für immer ausschließt. Eines Nachts schreite ich mit ge von Kohl durch die Stadt. Der Wind tollt über den einfamen Rathausplay, unter den blankgescheuerten Sternen. Age von Kohl, ein ehemaliger dänischer Offizier, jeßt Dramaturg, am föniglichen Theater und ein glühender Bewunderer Deutschlands, ist auch bei uns durch einen dreibändigen Roman Im Palaste der Mikroben" befannt geworden. Neben Goethe und Beethoven scheint ihm auch dieser Krieg einen gewaltigen Zug in dem heroischen Antlitz Deutsch lands zurückzulassen. Wie gerne möchten wir glauben, was wir, erstickt im Efel des Blutes, in Selbstfucht und fleinliche Zwiftigkeit, nicht mehr zu schauen vermögen. Seiner Stimme lauschend schloß ich die Augen, und eine Sefunde lang schienen alle Heerführer, Staatsmänner, Parlamentarier, alle Pazifisten und Militariſten in einen nichtigen Abgrund zu stürzen, daß ich nur noch die große untrennbare und namenlose Masse unseres Boltes erkannte, in einer cinzigen heroischen Gebärde, mit der es den Kampf und die Leiden dieser Jahre getragen hat. Ueber den geschlossenen Augenlidern aber fühlte ich von neuem den schlaflosen Wind dieser Stadt, wie er die inbrünstigen Worte des älteren Freundes an meinem Arm davontrug. Oben in dem hellen Klubsaal der Zeitschrift Theatret" aber liegt seit einigen Tagen, einsam auf einem großen leeren Tisch ausgestellt, die Totenmaste Hermann Bangs. Der erste Anblid dieses Gefichtes muß den Beschauer beinahe enttäuschen, etwas fett und zu ruhig, spricht es wenig von dem überempfindsamen Geift des Dichters aus. Beugt man sich aber tiefer über die Maske herab, die wahrhaft edle Form der Stirn näher zu betrachten, jo gewinnt sie ein zwiefach schauerliches Leben; denn in dem Originalabguß der Maske sind einzelne Augenwimpern und Haare des Toten haften geblieben, die sich von der Gipsform übertragen haben und bei ihrem Anblick scheint es fast, als fühlten wir den falten Atem des nahen, noch unverwesten Leichnams dieses Toten, der einst in seinem Blute gewissermaßen die ganze raftlose Unruhe der Winde dieser nordischen Meerstadt trug, die ihn unermüdlich über die weite Erde trieben, ihn in einem tiefen, unbarmherzigen, aber doch harmonischen Sinne feines Schicksals auf den verlassenen Wagenpolstern eines fremden Eisenbahnzuges verscheiden zu lassen diese ewigen, wilden, rasselnden Winde, die in den hellen Herbsttagen über dieser Stadt aufbligen wie ein geschwungenes Floreit, das sich in den schönen und flaren Augen der Häuser spiegelt. 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Die große Masse hat ihre Kenntnis nur aus den zahlreichen Veröffentlichungen über dieses Thema, ins- besondere aus dem im Auftrage von Ford unter seinem Namen erschienenen Buch und aus zahlreichen in Zeitschriften veröffent- lichten Abbildungen geschöpft. Der Phantasie des einzelnen blieb es überlassen, diese Dinge innerlich lebendig zu gestalten. Jetzt wurde zum ersten Mole in der".Urania" ein Film gezeigt, der das Getriebe der Fordschen Fabrik dem Beschauer in lebendigen Bildern vor Augen führt. Der Film ist als bewußte Werbung für Ford geschaffen worden, er ist aber cbenso gut ein Werbefilm gegen Ford. Er ist zweifellos psychologisch außerordentlich geschickt gemacht, und sein großer Vorzug ist es. daß man beim Betrachten niemals den Eindruck einer gewissen Gründlichkeit und Wissenschaftlichkeit verliert. Selbst wenn man das rein Werbe- technische abzieht, bleibt noch genug Anschauliches und Unter. richtendes. Wenn man erfährt, daß Fords Fabriken, von denen vier vor allem die eigenllichen Teile herstellen und etwa dreißig in aller Herren Länder nur als modernste Montagewerkstätten zu betrachten sind, an jedem Arbeitstage von 8 Stunden etwa 7500 Autos herstellen, was einer Jahresproduktion von annähernd zwei Millionen Autos entspricht, so wird man begreifen, daß diese Leistung nur mit den raffiniertesten Einrichtungen zu be- wältigen ist. Der Film zeigt, wie versucht wurde, alles, von der Rohstoffgewinnung bis zum letzten Arbestsgang zu mechanisieren. den Menschen durch die Maschine zu ersetzen. Mechanische Sägen schneiden im Augenblick die gewolligen Bäume der amerikanischen Wälder. Man gewinnt den Eindruck, als ob einer mit dem Rasier- messer die gewalligen Stämme schnitte. Traktoren befördern sie fast mühelos in die Wcrkstäten oder zu den Eisenbahnstallonen. In der Schmiede sehen wir Schmiedemaschinen die kompliziertesten Leistungen ausführen. Und auch in der Gießerei ist versucht worden, iowetl es hier möglich ist, den Arbeitsvorgang mechanisch zu gestallen. Die.fließende Fabrikation", von der bisher auch in den Verösfenl- lichungen so viel gesprochen wurde, ist auch im Film das Ueber- raschendste. Der ganze Ford-Betrieb ist ein einziges, dauernd in Bewegung gehaltenes Lager von Einzelteilen, die im richtigen Augenblick ani richtigen Plag« sind, überall ist die Stückarbeit durch Bandarbeit, die Platzmonlage durch Bandmontag« ersetzt. Der Zlrbeiter wird in diesem Betrieb« zu äußerster Kraft- anspannung gezwungen. Er wird zur seelenlosen Maschine. Diesen Eindruck vermillelt der Film besonders stark und übertreibt ihn, da er viel schneller abläuft, als das wirkliche Arbeitstempo war. Ford versucht, diesem Mangel durch hohe Arbeitslöhne und niedrige Arbeitszeit und andere Vergünstigungen entgegenzuwirken. Trotz- dem aber ist der Arbesterwechsel in den Fordschen Betrieben außer- ordentlich stark. Es wäre zu wünschen, daß dieser Film ins- besondere den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern vorgeführt werde, und daß der Vortragende, Dr. Busse, bei dieser Gelegenheit gerade auf das Verhälmis des Arbeiters zum Fordschen Betriebe sehr eingehend zu sprechen käme. Bielleicht wäre es dann auch angebracht, den Film etwas langsamer laufen zu lassen und auch einige Erklärungen, die insbesondere für den geschulten Arbeiter überflüssig sind, knapper zu fassen. W. M. „Der Mann» üer sich vertäust'. (IL 1. Friedrichslraße.) Einer launenhaften Schauspielerin kann man schließlich alles zutrauen, waium soll sie es sich nicht auch einmal in den Kopf setzen, einen Mann heiraten zu wollen, der verheiratet ist. Schwierig ist die Sache ja. aber die Frau weiß sich Rat. Infolgedessen wird ein Baron gekauft, der als hoher Vetter, talentierter Schuldenmacher und eleganter Nichtstuer lebt. Er soll die verheiratete Frau zum Ehebruch verleiten. Vorerst hat er Bedenken, doch da die Gläubiger drängen und der Flirt ihm auch gerade keine unangenehme Be- schäftigung ist, gibt er nach. Als er jedoch die Frau sieht, verliebt er sich ernstlich in sie. Nun will er von seinem Vertrag los, aber der brutale Ehemann will ihn zur Erfüllung zwingen. Hier hätte ein Drama einsetzen können, das sich ernstlich mit Seelenzuständen der Menschen beschäftigt, doch heutzutage denkt man beim Schreiben des Romans schon an seine Verfilmung. So kommt man zu der Patent- lösung, den Ehcutann kurzerhand durch den Chauffeur des Barons ermorden zu lassen. Damit Spannung erzeugt wird, gibt es ziemlich lange kriminelle Verwicklungen. Der Baron und die Schauspielerin geraten in Mordverdacht, ein Graf erweist sich schlauer als Unter. suchungsrichter und Kriminalbeamte, weshalb er zum Entdecker des Morders wird, und zum Schluß aller Entwirrungen bekommt der Baron die Frau, die er verführen lallte. Gestrafft, nach den Gesetzen des Films, haben Max G l a ß und Hans S t e i n h o s f aus einem Roman ein Filmmanuskript gemacht. Auf der Lemwand sind wir an knallige Handlungen gewöhnt, darum verwundert man sich auch diesmal nicht. Der Regisseur Steinhoss möge sich aber in Zukunft vor der übertriebenen Eleganz hüten. Sonlt geht die Illusion ver. loren, und das gestellte Bild drängt sich auf. Olaf Fjord, bisher aus nordischen Filmen bekannt, war ein guter Typ für de» Mann, der sich verkaust. Bruno K a st n e r wollte offenbar nicht in der gleichen Maske erscheinen wie Olaf Fjord, darum trug er einen Schnurrbart. Das Filmpublikum aber liebt die schönen Männer bartlos. Es amüsierte sich szenenlang über Bruno Kastners ange- klebten Schnurrbart. Hans Mierendorfs war glaubhaft als bru, toter Willensmensch, und Robert Garrison zwang als aufgeregter Theaterdirektor die Lacher auf seine Seite. Nora Gregor spielte die Dame, Helga M o l a n d e r war ihre schöne Freundin, und Virian G i b j o n verkörperte in der bei ,hr bekannten geschmack- vollen Zurückhaltung den Typ aus der Halbwelt. Mred Hansen lieferte eine sorgfältige Photographic. In der Spieltischszene, wo er aus einer erleuchteten Platte nur die Hände sichtbar werden läßt, und in den Szenen, wo er durch den Zeiwngsinhalt bildlich die Mordtat veranschaulicht, trist er sogar mit neuen Ideen hervor.— g. „Der Herr GeneralKirektvr'. Der Inhalt des neuen Maxim-Films der Ufa ist ziemlich ab- geschmackt: ein mächtiger Generaldirektor, im Stile etwa von Stinnes seil., erglüht in Liebe zu seiner kleinen blonden Steno. typistin, wird deshalb von seiner stolzen, ihm seelisch fremden Frau in seiner Stellung im Aktienkonzern bedroht, schließlich aber doch mft HUfe ihrer Liebesbriefe, die ein adliger Erpresser ihm in die Hände spielt, gerettet und kann nun die kleine Sekretärin heiraten. Welche Zuckerbäckerei, welche Kolportage! Aber gleichzeitig: wie gut gespiest! Zwar B a s s e r m a n n, der den Generaldirektor gibt, ist kein Filmschauspieler: er sieht ernst und nobel aus, doch es fehlt seinem Mienenspiel die besondere Beweglichkeit, die der Film erfordert. Dafür ist der zweite Direktor, Sallentin, Hans Dampf in allen Gassen, hervorragend. Alfred Abel gibt die ausgezeichnet« Studie eines Balkaniers aus der Inflationszeit, Vesperman« die gelungene Photographie der so wohlbekannten Eintagsbankiers jüngsten Lebensalters, v. Alten einen seiner bekannte« vornehmen Schurken. D i e g e l m a n n ist ein biederer, alter Fabrikant. Van den Frauen sieht Hanna Ralph noch immer sehr schön aus: Alexandra Sorina ist ein liebes kleines Mädel, aber daß sie Generaldirektoren von solchem Format beherrschen kann, glaubt man chr nicht. Der Film.Felix der Kater und die Bananen", der voranging, ist in der Erfindung etwas dünn, aber doch lustig. _ f. h. c. „Die Frau ohne Selü". tillhambra.) Ralf Bendor, sehr reich und sehr edel, sieht ans der Bühne eines Revue-Theaters die schöne Rena Palmer, oerliebt sich in sie und heiratet sie int Handumdrehen zum Entsetzen aller lieben Der- wandten, die natürlich schon lange aus sein Geld spekuliert hasten. Ralf und Rena aber sind vorerst so glücklich, daß es gar nicht genug Superlative gibt, das auszudrücken. Doch Männer sind sehr leicht- gläubig, besonders in Fllmtnanuskripten: und so läßt sich Ralf ohne Schwierigkeit von der zärtlichen Verwandtschast einen Floh ins Ohr setzen:.Sie hat dich ja nur des Geldes wegen geheiratet." Er entschließt sich, die Probe aufs Excmpel zu machen" Also wird er «WM» DER NEUE INTERNATIONALE EMELKA-FILM MIT ARLETTE MARCHAL/ MARGARETE SCHLEGEL/ MARIA MINZENTI HUGH MILLER/ JOHN STUART JACK MYLONG-MÜNZ REGIE: WALTER HIEBUHR DER GROSSE ERFOLG IN DER SCHAUBURG 121 KÖNIGGRÄTZER STRASSE 121 l Voranzelgci ab Freitag, den 30. Oktober 1925, 1000:1=Haro3d Lloyd UFA-Palast am ZOO plötzlich arm, d. h. er tut natürlich nur so. Nachdem er die Sorgen- rasten genügend vor dem Spiegel geprobt hat, tritt er zu Rena: .Ich habe mein Vermögen verloren." Sie schwört ihm ewige Treue und oerläßt mit ihm Villa, Auto und Dienerschaft, um künftig in einer winzigen Hoswohnung als braoe Hausfrau zu schalten. Doch .man soll nichts versuchen", sagt der Berliner. Durch gewagte Spekulationen wird Ralf wirklich arm. Zwar so ganz.wirklich" ist es auch diesmal nicht: nur der Verfasser des Manuskripts, Kurt I. Braun, tut so. Zum guten Ende der Geschichte rettet Ralf Bendors edler Freund, der Bankier Eyrus Mann, doch das bedroht« Vermögen und damst Villa, Zluto, Dienerschaft und Frau. Soweit der Inhalt des Films, dessen Nebenrollen all« aus- gezeichnet besetzt sind: Rasa B a l e t t i, Dlandine E b i n g« r. Margarete Kupfer, Ziurt Vespermann. Hübsche Regieetn- fälle hat Fritz Kaufmann in den Arme-Leute-Szsnen: so etwa. wenn aus einer Kellerwohnung plötzlich ein Schuh emportaucht und eine Hand dazu sichtbar wird, die sich bemüht, ihm bei Tageslicht Hochglanz zu oerleihen. Oder wenn auf den Einzug der.Neuen" die Gesichter der Hausbewohner herabhlicken: und dann etwas später, als die Arbest des Schornsteinfegers die kleine Küche mit Ruh erfüllt und Rena, die Reouetänzerin, die Millionärsfrau, die Als-ob-Arme, jäh in eine kleine Mulattin verwandelt. Für die übrigen Szenen aber ist die feftumrisiene Tradition, die für Filme dieser Art besteht, nicht durchbrochen: auch nicht von den beiden männlichen Helden, Mar L a n d a(der edle Freund und außerdem Kaufmann) und Alfons" F r y l a n d(der reine Tor— bitte nicht falsch betonen!). Grete Reinwald t ist lieb und rührend und genügt damit der Gestall der Rena Palmer durchaus. Tes. „Das Iwale Se? Liebe'. (Ufa-Theater am Surfürstendamm.) Leo B e r i n s k i hat das etwas abenteuerliche und in der An- läge nicht immer wahrscheinliche Manuskript geliefert, das Felix Bäsch in Regie umsetzte. Die schöne Gräfin Elena flirtet mst dem eben llntersuchungsrichter gewordenen Dr. Lassor. Obwohl er vor- lobt ist, lieg! er in ihren Banden. Mit Recht sagt sich der Zuschauer- hier muß ein Kriminalfall kommen. Und in der Tat: er kommt. Ein alter Freund der Gräfin wird plötzlich ermordet, und der Unter- suchungsrichter sieht sich veranlaßt, die Gräfin wegen Verdachts der Beteiligung zu verhakten. Im Gefängnis erzählt sie ihm ihre Ver- gangenheit, die sie in Abhängigkeit von einem gewissen Chassard gebracht hat, der sie verführte und dann heiraten mußte. Er ist der Anstifter des Mordes, aber der Untersuchungsrichter entläßt ihn und seine Frau, weil der Ausüber der Tat gefunden ist. Am» neue gerät er ins Netz der Gräfin, der er nach Rom folgt.(Die ersten Szenen spielten in Tivoli und geben Veranlassung, wunder- volle Garten- und Architekturbilder vorzuführen. Auch aus Rom werden schöne Hintergründe gezeigt.)" Durch die Dazwischenkunjt Chassards wird der Untersuchungsrichter in die Affäre verstrickt. Chassard wird aufs neue oerhaftet, und um sich zu rechtfertigen, stellt sich der von Chassard angeschuldigte Loslar selbst dem Gericht. Das Finale besteht darin, daß Chassard bei der Flucht aus dem Gefängnis verunglückt und die Gräfin, bestürmt van den Bitten von Lastards Mtilter, diesen freigibt und auf neue Abenteuer aus- zieht, während Lassar zu seiner Verlobten zurückkehrt. Die Dar- stellerin der Gräfin, Lucie D o r a i n e, verfügt über alle man- dänen Verkührungskünste, sie ist nicht nur schön, sondern auch voll prickelnder Lebendigkeit. Freilich in den tragisch zugespitzten Situativ- nen-versagt ihr noch der Ausdruck. Nils A st h c r ist der Unter- suchungsrichter, er weiß den Ernst seines Beruiss mit dem jugenit- lichen Feuer eines Verliebten zu vereinen. Luigi S e r v e n t i gibt den Ehassärd geschmeidig und mit dem gehörigen Schuß des Aden- tcurers. Lina Lossen als die Mutier, und Lia E i b e n f ch ü ß als Verlobte des Dr. Lassar repräsentieren die gediegene bürgerlich- Scste des Films. Voraus ging ein außerordentlich belustigender und an Ueber- roschungen reicher Trickfilm..Tintenmännchen im Variete". Ein gleichfalls amerikanischer Märchenfilm von Dr. Storch führte nette Kinderszenen vor, war aber in der Storch- geschichte allzu läppisch. Die neue Ufa-Wochenschttu litt darunter. daß sie zuoiel Repräsentation?- und militärische Szenen bot. Es gibt doch ichließlich in der Welt noch andere und wichtigere Dinge als den Stopcllouf eines Kreuzers oder ein englisches Luftschiff oder eine Eröffnung mit Hindenburg. D. „Die Versuchung üer Liebe.' (Mnrmorhaus.) Die Liebe der Tänzerin haben die Amerikaner schon oft zum Vorwurf genommen. Um das Thema besonders schmackhait zu machen, arbeitete man diesmal mit Koloriernngen. Man muß ein- gestehen, obwohl die Tanzszenen, also viel Bewegung, sarbig dar- geboten wurden, deckten die Farben. Auch wurde endlich einmal ein flimmerfreies Rot gezeigt. Sonst bietet man noch, bei einer an und für sich guten Photographie, die verschiedensten Tönungen. Sie wirken nicht verblüffend, sie zerreißen mir die Einheitlichkeit des Gesaniteindruckes. Und der Inhalt? Ach, er ist so unlogisch, wie die Amerikaner ihn sich eben leisten dürfen. Die umjubelte Tänzerin geht als Kameradin eines Ingenieurs in dos unwirtliche Gebiet der Silberminen. Fern aller Bsauemlichkciten und aller Lebensg:- staltungsmöglichkeften geht die Liebe in die Brüche. Als die Tänzerin dann wieder daheim ümjubelt �wird, sieht sie ein, daß sie ohne den Ingenieur nicht leben kann. Sie werden also fortan in Glück und Frieden gemeinsam ihr Leben führen. So weit die Amerikaner. Der grüblerische Deuffche denkt skeptisch, na, da draußen werden sich die Austritte wiederholen. Zumal diese beiden Menschen sich um ein Nichts zerfleischen. Beispielsweise kann der Mann es nicht ertragen, wenn die Frau Geld verdient usw. Deutschland ist so hart mit- genommen, hier sind Tausende von Ehepaaren srah, wenn Mann und Frau verdienen können. Der sonst so anerkennenswert geschickte Walter Jonas tat nichts, um durch leine Bearbeitung den Film dem deutschen Empfinden näher zu bringen. George Fitz Maurices Regie war auf den großen Publikumserfolg zugeschnitten. In den Tanzszenen sorgte er für eine gefällige Augenweide, im Brand der Blockhütte mit Deckeneinsturz für den nötigen Nervenkitzel und in manchen Großaufnahmen für's Gemüt. Blanche Sweet mit ibrem hellblonden Bubikopf ist nicht schön, aber außerordentlich interessant. Ronald C o l m a n, ein guter Spieler, ist für das verwöhnte Film- Publikum nicht elegant genug.__ e. b. „Der Farmer aus Texas.' (Tauenhien-Palast.) Joe May, ein Altmeister der Filmregisseur«, Sckföpfer bekannter Großfilme, ging diesmal unter die Literatur, denn er verfilmte Georg Kaisers Lustspiel„Kolportage". Freilich schrieben Joe May und R. Bonloo das Manuskript, und es wurde so ge- schrieben, daß sowohl dem Regisseur wie dem Photographen eine tüchtige Arbeit erwuchs. Daher endete die Geschichte des infolge einer falsch ausgeführten Entführung als Grafen erzogenen Sohnes der Witwe Avpelboom und die des als Farmer in Texas heran- gewachsenen Grafen mit einer fabelhaft wirkungsvollen Rettung aus Wassersnot. Die Baronin Barrenkrona.'wahrer Liebe fähig, will ihren Verlobten, den Pfeudograsen, vor dem Selbstmord be- wahren. Bei dem sich entspinnenden Kamps stürzt sie vom Felsen. Der Verlobte springt ihr nach, und beide werden gerettet durch den gleichfalls vom Felsen springenden echten jungen Grafen. Di« Sprünge von den Felsen, der Kamps mft den Wellen, das Tauchen »ach de» Untergegangenen, das in einer Unterwasseraufnahme ge- e. b. zeigt wird, find photographische Taten, durch die Drews und Fren| berartig rafferetner und blaublütiger Baron Barrentrona, baß an guelli beredt gelobt werden. Nach den wirklichkeitsgetreu gespielten ihm jeder Zoll zum Trottel ward. Alles in allem beweist Joe Szenen im Wasser befremdet es später sehr, daß die nahezu Er- Maŋ, wie auch er dem Gegenwartsgeschmack mit seinen Arbeiten trunkenen sich durch ein über ihre nassen Kleider gefchlagenes Tuch dienen kann. erwärmen. Der Film ist voller Spannung, er verläßt nie die Grenze des guten Geschmacks und wird feine Kolportage. Ein vorzügliches Zusammenspiel der Darsteller tat das seine zum Gelingen. Mady Christians, die freilich in 20 Jahren nicht alterte, spielte sympathisch die Frau Bratt, Klara Greet wirkte als Frau Appelboom nie tomisch, weil sie so ganz Mutter war. Edward Burns, der in Texas Erzogene, war ein prächtiger Junge, dem man Kraft und Freimut glaubte, und Willi Fritsch als Blazhalter wider Wissen wirfte auch wahr. Frieda Richard war die föstliche Hofdame, die ins Raritätentabinett gehört, und Hans Juntermann ein Theater Lichtfpiele fw. Volksbühne 3 Uhr. Datteri dh 8 Uhr: Der Kaufmann von Venedig Morgen 8 Uhr Der Kaufmann von Venedig Staats- Theater Opernhaus 7 U: Zigeunerbaron Opernhaus am Königsplatz 2: Nathan d.Welse 7: Fledermaus Schauspielhaus 8. Uhr: Hannibal Schiller Theater 3 Uhr: Doppelselbstmord 8 Uhr: Weihnachtseinkäufe Liebelei Städtische Oper Charlottenburg 72 Uhr: Tannhäuser Abonnem.- Turnus 4 Deutsches Theater 71 Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Kammerspiele 8 Uhr Parable will nicht heiraten von Jerome K. Jerome Die Komödie Kurfürstendamm 207 8 Unr Gesellschaft v John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Berliner Theater Gastspiele des Moskauer Künstler- T Musikal. Bühne Letzte Woche! Sonntag 8 Uhr: Ange Pitou ( Die Tochter der Mad. An af) Komische Oper. Masik v.Lecocq Mont 8U z.1 Male: Perichole Kam. Oper. Musik v. Offenbach Dienst u. Donnersag: Perichole Mittw. Ange Pitou Th. a. Nollendorfpl. 8 Uhr: Die hellblauen Schwestern Die neue KünneckeNeves Operette am „ Die blonde Mia".( Richard- Oswald- Lichtspiele.) Ein Berk aus der französischen Produktion, teine Sensation, aber sauber und ordentlich gearbeitet, mit einfachen Mitteln so hingestellt, daß etwas in dem Zuschauer zurückbleibt. Das Thema hängt sich an die alte Weise von dem schönen Landmädchen, das in die Großstadt zieht hier ist es sogar Paris.- und tiefer und tiefer in dem Abgrund versinkt, den eine verführerische Oberfläche deckte. Der Verführer steckt hier in der Livree eines herrschaftlichen Dieners; er ist es, der den Abstieg des Mädchens vorbereitet und ihn zur Vollendung bringt. 4 Pf. | Dorftellerisch wird Erstklassiges geleistet. Typen werden aufgestellt und bis ins kleinste mit einer Sorgfalt durchgeführt, wie wir es nicht allzu oft gewöhnt sind. Die Regie wird von Chimot mit Sicherheit gehalten und zu dramatischen Höhepunkten geleitet, daß man sich der besten deutschen Arbeiten erinnert, die unzweifelhaft als Borbild gedient haben. Auf jeden Fall ist es ein Film, dem man ein k. gutes Schicksal wünschen mag. „ Namenlose Helden", diefer hier bereits gewürdigte padende AntiStriegsfilm, der die Kehrseite der Medaille zeigt, wird im„ Filmpalast Hansa", Marienbad- Kino" und" Prinzenpalaft" gezeigt. Das Drtstartell der Aja und der Drtsausschuß des ADGB. empfehlen den Besuch. 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Charleys Tante mit Sid Chaplin Die erfolgreichste Komödie seit vierzig Jahren Regie: Scott Sydney Wochentags 7 u. 9 Uhr, Sonntags 5, 7 u. 9 Uhr Vorverkauf ohne Aufschlag läglich mittags 12-2 Uhr Fernsprecher: Hansa 4883. Uta- Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Strassenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, 119. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue Komische 814 Oper Dir.: James Klein 814 GrößteRevue der Welt Von " Abis Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeigt worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkende! Das Tagesgespräch Berlins Parkett 6.- M. Preise 2.- bis 12.- M. ( Logen 15 M.) Sonntag 3 Uhr Jeder Erwachsene 1 Kind frei Halbe Preise Vorverkauf ununterbr. geöffnet Täglich 8%, Uhr: HALLER- REVUE Theater im Admiralspalast Achtung! Welle 505" H. 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Werkzeugindustrie). Tagesordnung: Berichterstattung Don dem Betriebsrätekongreß am 4 Ottober im Reichswirtschaftsrat. des Mittwoch, den 28. Oftober, abends 7 Uhr, im Parterrefaal Verbandshauses, Cinienste. 83/85: Branchenversammlung aller in den Eisenfonstruktionsbetrieben beschäftigten Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht vom Breslauer Gewertschaftsfongreß. Referent: Rollege Zista. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist jeder Kollege verpflichtet, zu erscheinen. Achtung! Gold- n. Silberschmiede! Mittwoch, den 28. Oftober, nachm. 4% Uhr, im Dresdener Garten", Dresdener Straße 45: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Brandenange Tegenheiten. 2. Berschiedenes. Die Ortsverwaltung. Küchen roh emailliert Küche Loftchen 42 80 Mk. Küche Adele 70 125 Mk. Küche Kermine 85 135 Mk. ' Riesenausw.roher, lackiert., lasiert. Küchen u. einzelner Schränke jetzt enorm billig. Kleiderschränke 90 cm 120 cm roh 40 M. 55 M. weiß 55 M. 70 M. 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Abteilung( Neukölln). 99900666eese Für die uns erwiesenen Aufmertfamtetten zu unserer Silberhochzeit fagen wir unseren herzlichsten Dant Hermann Stolzenhain nebst Frau. Allen Freunden und Bekannten die traurige Rachricht, daß mein lieber Mann, unfer freuforgender Bater, Der Rabigspanner Hermann Engel nach langem, fchwerent, mit Gebulb getragenem Befden, im Alter von 47 J. am 23. b. M., fellh 5% Uhr, an Herzlähmung fanft entschlafen ist.[ 13516 Dies zeigen schmerzerfüllt an Lutse Engel nebst Kindern. Einäscherung Dienstag, b. 27. Ott, abends 7 Uhr, im Kremator. Gerichtstr. Am 21. Oftober verstarb nach turzer Krankheit unfer lieber Stollege Hermann Bommer 1550b im Alter von 26 Jahren. Er war uns ein treuer Rollege. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Kollegen der Rotationsabtellung Otto Elsner K.-G. Beerdigung Montag, nachm. 3 Uhr, Gemeinbefriedhof Brtz. Am 21. Ott. Derichted nach furzem, schwerem Leiden imfer herzensguter Sohn, Bruder, Bräutigam, Schwager 1354b und Ontel Hermann Bommer im hoffnungsvollen Alter von26Jahren. Su tiefer Trauer Familie Joh. Bommer u Angehörige Nach langem Leiden entschlief am Mittwoch mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Ontel, der Dreher UferEmil Larczyk, fraße 18 Dies zeigen tiefbetrübt an[ 13566 we. Martha Larezyk nebft Kindern Einäscherung Dienstag, 27. Oftober, abends 6 Uhr, im Kremator. Gerichtstr. Haft., Ges Special und Rein, wenn behandl. ärzti. festgestellt, Nur für le 15 Tagen sind schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Hellerfolge Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Invalidenstraße 106. 11. H Soulag 10-12. 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