Nr. 124. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Parteigenollen! Auf Sonntag, den 16. August, ist nach Brüssel der Internationale Arbeiterkongres" Sonntag, den 31. Mai 1891. Meberarbeit im Verkehrswesen. Expedition: Beuth- Straße 3. ungeheure Gewinne gemacht und Aktionäre mit fettglänzenden, schmunzelnden Gesichtern streichen die Dividenden ein, die solch eine rentable Pferdebahn abwirft. Sie verfehlen auch bei keiner Gelegenheit, zu betonen, welch' gemeinDer Streit der Pariser Omnibuskutscher hat genau nügigem Zwecke sie gedient, indem sie ihre Aktien bezahlt einberufen, dessen Beschickung auf dem Parteitag zu Halle be- wie einst der Streik der Tramwaykutscher und Konduk- und dadurch zum Zustandekommen des ganzen Unterschlossen worden. Es tritt an uns somit die Frage heran, wie teure in Wien ein grelles Schlaglicht auf die übermäßige nehmens beigetragen haben. Wer aber den Betrieb selber unsere Partei in Brüssel vertreten sein soll. Von Seiten des Ausbeutung der Arbeitskraft im Verkehrswesen geworfen. genau ins Auge faßt, der bemerkt sofort die Kehrseite Parteivorstandes und der Fraktion sind die Genossen Bebel, Man kann den Parisern gratuliren, denn mit dem Siege der Medaille. Am frühen Morgen muß das Fahrpersonal Liebknecht und Singer mit der Vertretung beauftragt, es ist aber der Omnibuskutscher ist einer der schlimmsten Uebelſtände zum Dienst antreten; es wird ihm faum Zeit gelassen, in auch wünschenswerth, daß die Genossen im Lande eine unserer zwar nicht beseitigt, aber doch gemildert und abgeschwächt den kurzen Zwischenpausen mit Hast sein Essen hinab zu Partei entsprechende Anzahl Delegirter nach Brüssel entfenden. worden. Zwölf Stunden Arbeitszeit ist immer noch viel " Nun fanden aber im Laufe des Frühjahrs und finden im zu viel und es ist bezeichnend genug, daß nicht nur die schlingen; keine Erholung und keine Ruhe in dem nervenLaufe des Sommers neben dem Brüsseler Kongreß noch eine ganze Mitglieder des Syndikats der Verkehrsbediensteten erst Städten und zu gewissen Stunden gesteigerten Verkehrs zerrüttenden Fahrbetrieb, der namentlich in größeren Reihe von Gewerkschaftskongressen und Delegirtenkonferenzen der ver- brutal entlassen worden sind, sondern daß man auch die für den Kutscher und den Schaffner aufreibend ist. Bis schiedensten Art statt; auch unser jährlicher Parteitag wird zu Anfang Verordnung von 1848 über den zwölfstündigen spät in die Nacht muß der Betrieb fortgesetzt werden und Oktober zusammentreten, so daß an die Opferwilligkeit der orga- Maximal- Arbeitstag aus dem Staube der immer noch müssen die gleichen Leute, schlaftrunken und nisirten Arbeiterschaft nach dieser Richtung hin die größten An- Rumpelkammer hervorgezogen und zur Grundlage der abgehetzt wie die armen Pferde, den Dienst versehen. forderungen gestellt werden. Verhandlungen gemacht hat. Als ob die Zeit nicht über Freilich, wenn ein Pferd fällt, so geht ein Werth verVerlangt das Ansehen unserer Partei auf der einen Seite diese Verordnung, die immer nur eine papierne geblieben loren; wenn ein Bediensteter der Anstrengung erliegt und eine würdige Vertretung am internationalen Arbeiterfongreß, so ist, hinweggeschritten wäre! Die Sympathie des Publi- frank wird, hat man ohne Mühe und Kosten gleich wieder haben wir auf der andern Seite auch mit den Mitte in der Partei fums und auch die Anstrengungen des Pariser Gemeinde- einen anderen. gewissenhaft zu rechnen. Unter diesen Umständen dürfte es sich also raths, der von den berufsmäßigen Dividendenjägern wohl empfehlen, wenn die Genossen größerer Bezirke über die Ent- bereits als zweite Kommune" betrachtet wird, Auf solche Weise kommen die hohen Dividenden zu Stande. sendung eines Delegirten sich verständigen; wo für einzelne Pro- haben ihr Theil dazu beigetragen, daß die OmnibusEs würde der Menschlichkeit weit eher entvinzen oder ganze Länder die Genossen sich Organisationen ge- futscher einen Erfolg erreichten. sprechen, wenn die Dividenden etwas niedriger und der schaffen haben, wird es Sache dieser Provinzial- und Landesorgani- Ganz von selbst richtet sich bei dieser Gelegenheit Arbeitsstunden der Bediensteten etwas weniger wären. sationen sein, die Delegirtenangelegenheit in die Hand zu der Blick auf die Zustände im Verkehrswesen Deutsch- Im gesammten Verkehrswesen ist die übermäßige Lands. Die Uebelstände, gegen welche der Ausstand der Ausnutzung der Arbeitskraft zur Praxis geworden. Wir Auf alle Fälle ist es nöthig, daß diese Frage von den Genossen Pariser Omnibuskutscher gerichtet war, bestehen bei uns erinnern nur an die tausend und aber tausend Beschwerden, Auf alle Fälle ist es nöthig, daß diese Frage von den Genossen in gleichem oder in erhöhtem Maße, und wenn einige die schon wegen der allzu langen Arbeitszeit der Schaffner, besprochen wird, und wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß fie geregelt wird, wie es die Würde, die internationale Ver- patriotische" Blätter schadenfroh den Splitter bei den Heizer, Bremser, Weichenwärter, Bahnwärter und HilfsFranzosen gesehen haben, so wollen wir aufrichtig genug arbeiter bei den Eisenbahnen erhoben worden sind. Eine sein, an den Balken bei uns selber zu erinnern." Menge von Unglücksfällen auf der Eisenbahn hat darauf Man braucht nur mit einem Kutscher oder auch einem zurückgeführt werden müssen, daß Bahnbedienstete, auf Schaffner auf der Pferdebahn und im Straßen- Omnibus ein denen eine schwere Verantwortlichkeit lastete, zugleich so Gespräch anzuknüpfen und man wird die Wunder erfahren, mit Arbeit überhäuft und mit so langer Arbeitszeit bewelche die Profitsucht in der Ausbeutung der Arbeitskraft zu dacht waren, daß sie unmöglich die peinliche Vorsicht wirken vermag. Ach, wie glücklich wären die Bediensteten und Aufmerksamkeit anwenden konnten, die bei einem unserer Pferdebahnen und Straßen- Omnibusse, wenn sie, folchen Betrieb erforderlich ist. Wir wollen sehen, wie die Franzosen, auch eine zwölfstündige Arbeitszeit ob die Resolution des Reichstages, die verbünhätten! Die Arbeitsbedingungen und Dienststunden sind deten Regierungen möchten sich mit den Verhältnissen zwar in den verschiedenen Städten verschieden, aber so der Verkehrsbediensteten befassen, eine praktische Wirkung ziemlich überall find sie zu hoch und die Bezahlung ist dem hat. Wir haben von solchen Resolutionen eine sehr pessibei Weitem nicht angemessen. In den Städten, wo große mistische Auffassung, wozu uns langjährige Erfahrungen Pferdebahn- Aktiengesellschaften sich gebildet haben, werden durchaus berechtigen. nehmen. pflichtung und das Interesse der Partei erfordert. Im Anschluß hieran können wir die Mittheilung machen, daß unsere im Gesangverein" Fraternité" vereinigten deutschen Genossen in Brüssel schon vor längerer Zeit sich bereit erklärt haben, den nach Brüssel kommenden deutschen Delegirten in allen Angelegenheiten, besonders was die Wohnungsfrage betrifft, mit Rath und That zur Seite stehen zu wollen. Alle diesbezüglichen Anfragen und Briefe find zu richten an: J. P. Funk, Rue de Bon Secours 3, Brüssel. Berlin, Ende Mai 1891. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 72 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Saweichel. reich, in dem sie Wurzeln schlagen könnten. Ihre Saat fällt hier auf unfruchtbaren Acter. " So werde ich ihn düngen, und wenn es sein muß, mit meinem Herzblut," lächelte der Bikar. Sie schieden mit einem tiefen Blicke der Eine in des Andern Auge. " Ach, Brosi, das hättest Du nicht sagen sollen," flüsterte Lisei, welche in demselben Augenblicke mit Afra sich ihm genähert hatte. " It's etwa nicht wahr?" fragte Ambros heftig. Lisei erkundigte sich nach Stasi und Ambros antwortete kurz und ungeduldig, daß sie zu Hause geblieben wäre. Kirche und auf dem Friedhofe gescheut; über die SchleedornSie hatte in ihrem Zustande das Gedränge in der hecke droben, die mit weißen Blüthen wie überschneit war, hatte sie bem Begräbniß zugeschaut. Der Priester betet, absolvirt, ertheilt Indulgenz, Gnade, Heil und öffnet und schließt die Pforten des Paradieses. Nun wohl, ich will aus dem Felsen, zu dem die katholische Kirche versteinert ist, den lebendigen Duell schlagen; ich will das religiöse von jezt kommen Sie und ermahnen mich, davon abzustehen meinten Andere, dann thäte man am Besten, mit dem Bikar lässigung über seiner Erscheinung. Unterdeffen wogten die Menschen auf dem Friedhofe und dem Anger durcheinander. In den Gruppen, die sich bildeten, fielen schadenfrohe und harte Aeußerungen über den Bikar. Man erörterte die Frage, was anzufangen wäre, wenn der Vikar der Nachfolger Moltenbecher's würde? Es wäre doch unmöglich, daß man die Kinder von dem abtrünnigen fungen Jergs über ihren Bruder, und ihrem weiblichen Lisei gedachte mit einent stillen Seufzer der BemerBriefter im Glauben unterrichten ließe. Just darauf hätte Scharfblicke entging es auch nicht, daß Ambros nicht stattes die Regierung abgesehen, hieß es. Wenn es so stände, lich wie sonst ausschaute. Es lag ein Anflug von Vernachmich dem Despotismus der Hierarchie, die all das Uebel gehörte zu den Aufgeregteften und Erbittertſten. Es hatte daß der Jerg Arigaya um Dich freit," nahm jetzt Afra Lechner verfahren. Vefa" Ich bin's gewesen, die Deinem Bruder erzählt hat, verschuldet hat, an dem unsere Kirche bis in die tiefsten fie schon gereizt, daß die geistlichen Herren sich nicht wie das Wort. Er hat es mir immer nicht recht glauben Wurzeln krankt, zu unterwerfen! Hat es in Ihrem Leben üblich vor der Beerdigung im Trauerhause versammelt mögen." denn nie eine Stunde gegeben, in der Sie den Druck dieser hatten, wo sie einen Imbiß gerichtet hatte. Nun lud sie Sklaverei empfunden haben? Hat sich Ihr Gewissen, Ihre Sie Herren dazu ein, der Dechant aber dankte für Alle: wenn er mir nicht immer aus dem Wege ginge," sagte " Ich hätte den Jerg selbst schon darum gefragt, Ueberzeugung nie dagegen empört?" man sete sich nicht mit einem schariot zu Tisch und theile Ambros. Auf eine Reiche hat er es freilich immer abmit ihm nicht das Brot. gesehen gehabt, das weiß ich. Aber für so ungescheidt hätt' ich ihn nicht gehalten, daß er die Hand nach dem Klosterhof ausstrecken sollte." Hannes, der ihm mit pochendem Herzen zugehört hatte, fühlte, wie ihm bei diesem Appell das Blut in die Wangen stieg und er vermied es, dem feurigen Auge des Vilars zu begegnen. Er schwieg und es entstand eine kleine Pause. Sie haben entsagt und sich gefügt", sagte der Vikar, der ihn verstanden hatte. Ich vermag Ihrem Beispiele nicht zu folgen. Mich ruft die Stimme der Menschheit und ich werde lämpfen!" " Die Geistlichen verließen den Kirchhof. Vefa wieder holte zu Jedermann, daß der Bikar ein Ischariot sei, und das Wort schlug ein. Einzelne Stimmen riefen nach einem Blos um eine Reiche soll's ihm zu thun sein?" fragte Stricke, damit er sich hängen könnte. Vefa schwur, daß Lisei" stockend. fie feine Stunde länger mit ihm unter einem Dache bliebe; Natürlich hat er Dir's nicht von der Seite vormorgenden Tages wolle sie die Pfarre ausräumen. Der gestellt," sagte Afra. Denn das wirft Einer der Gitsche Ischariot sollte zusehen, wer ihm in den vier nackten Wänden doch nicht ins Gesicht, daß ihm blos an ihrem Geld gewirthe. Legen ist. Gegen seinen Vater hat er kein Hehl daraus gemacht." „ Mich ruft die Stimme meines Nächsten", äußerte Hannes leise und blickte ihn traurig an. Ich bin nicht" Da thäte die Muhme doch Unrecht," spottete eine zum Reformator berufen und fühle, daß ich nicht die Stimme neben ihr; denn ist der Vikar ein Jichariot, so Gabe besize, Ihre Ueberzeugung zu erschüttern. Nur be- perkuppelt sie ihr eigenes Fleisch und Blnt. Einen besseren denken Sie, daß die Freiheit, für die Sie schwärmen, aus Herrn fann fie also nicht finden?" dem Boden des Vaterlandes herauswachsen muß, wie das Vefa zuckte zusammen, als wäre sie mit nacktem Fuß Edelweiß auf unseren Alpen. Ihren Ideen fehlt das Erd- in Dornen getreten und schoß sie davon. E Lifei machte eine traurige Miene. Nicht ihre Eitelkeit war verletzt, sondern ihr redliches Gemüth. " Jerg als Klosterbauer, das ist luftig", rief ihr Bruder mit Höhnischem Auflachen. Drohend fuhr er fort: Laß Dir nicht bange machen, Lisei! Der Jerg soll Dich schon In der Bourgeois- Gesellschaft ist die Rentabilität, I und nich tamtliche Theil amtlicher Drgane von] d. h. der möglichst große Kapitalprofit und Unternehmer- dem Publikum und sogar auch von den Beamten nicht gewinn, der erste Zweck eines Betriebes und sonach auch streng auseinandergehalten wird. " der Verkehrsanstalten. Wenn einmal gesundere Auf- Und wer ist denn Schuld daran, daß ein das Ansehen faffungen sich Bahn gebrochen haben werden, wird an der Justiz so schwer schädigendes Mißverständniß" Wochen Stelle der sogenannten Rentabilität in erster Linie die lang unaufgeklärt blieb? Wenn es je eine Nachricht gab, Rücksicht auf zweckmäßigkeit und Gemeinnüßigkeit treten. effe lag, so war es diese, und wir forderten deren sofortige amtliche Dementirung im öffentlichen InterSelbstverständlich muß ein Betrieb auf seine Kosten wiederholt ein Dementi. tommen, wenn er bestehen soll; aber gerade im Ver" Standard" erfährt, der wirkliche Vertagungsgrund für di Reise des Baren nach Mostau war die Entdeckung, daß vie Dynamittisten in das Ausstellungsterrain eingeschmuggelt waren, vermuthlich von Nihilisten. Die Entdeckung fand ert drei Tage vor dem geplanten Kaiserbesuch statt. Unmittelbar darauf untersuchten die Behörden die Umgebung der Kaiser tribüne, um herauszufinden, ob Erdausgrabungen stattgefunden hätten. Die Beh örden streuen das Gerücht aus, daß besagte Kisten seit der Vorausstellung im Jahre 1882 liegen geblieben feien, um die Empfindlichkeit der Franzosen zu schonen, da die Entdeckung ihnen höchst unangenehm sein müßte. Außerdem soll die Polizei eine Dynamitmine auf der Eisenbahn nahe bei Twer entdeckt haben. Dieselbe habe ungewöhnliche Vorsichts maßregeln getroffen; auf allen zwischen Petersburg und Moskau liegenden Bahnstationen wurde sogar die höhere Ortspolizei ohne besondere Prüfung nicht durchgelassen. Die Polizei in Moskau zwang die Einwohner, den oberen Theil der Ehrenpforte wegzunehmen. -O tehrswesen sollte weniger die Rücksicht auf Dividenden ohne Bemerkung die Notiz mit der Nachricht ab Statt eines Dementis druckte der Reichsanzeiger" und andere Erträgniffe, als auf gute und zweckmäßige was als Bestätigung aufgefaßt werden mußte, und allgeEinrichtungen vorherrschen. Die lange Arbeitszeit kann mein auch so aufgefaßt worden ist. bei einer Pferdebahn- Gesellschaft wohl die Dividenden Das Mißverständniß", welches der preußische Justizder Aktionäre steigern, sie wirkt aber schädigend auf die minister beklagt, ist also einzig und allein durch Pünktlichkeit und Sicherheit des Betriebes ein. Bei die preußischen Behörden verschuldet, und zwar erstens den Eisenbahnen ist dies in weit höherem Grade der durch das Justizministerium selbst, welches die zu dem In der Neger- Republik Haiti kam es zu Unruhen Fall. schöffenrichterlichen Mißverständniß führende Notiz im amt- Eine Pariser Depesche des Wolff'schen Bureaus weiß hierüber Der Kampf der Arbeiter um bessere Arbeits- Bedin- lichen Drgan, wenn auch in dessen nichtamtlichem Theil, ab- zu melden: gungen hat längst auch die Verkehrsbediensteten erfaßt. brucken ließ; und zweitens durch diejenige StaatsDie Umerikaner sind darin vorangegangen. behörde, welche den Reichsanzeiger" zu leiten hat, und Das große welche in diesem obersten offiziellen Organ des Publikum handelt nur in seinem eigensten Interesse, wenn Deutschen Reichs, den Bericht über die Reichenberger es mit dieser Bewegung sympathisirt und wird wohl nicht Schöffengerichtsverhandlung veröffentlichen ließ. so thöricht sein, den Eigennutz und den arbeitslosen Erwerb einiger Aktionäre mit dem Gesammtinteresse zu verwechseln. Politische Ueberlicht. " Berlin, 30. Mai. " 11 Ueber die Zusammenberufung des Reichstags zu einer außerordentlichen Session ist noch nichts bestimmt. Die Schutzöllner lassen in letter Stunde noch alle Minen springen sie wissen: ist einmal der Reichstag berufen und der Stein ins Rollen gebracht, so giebt es kein Aufhalten mehr und wird der Damm der Getreidezölle von der Springfluth der öffentlichen Meinung weggeschwemmt. Nach einer der Gesandtschaft von Haiti zugegangenen tele graphischen Meldung hat am 28. d. M. in Port au Prince eine bewaffnete Erhebung stattgefunden. Dieselbe wurde jedoch infolge der energischen, von der Regierung ergriffenen Maß regeln alsbald unterdrückt und die Ruhe wiederhergestellt. Im Westdepartement, zu welchem Bort au Prince gehört, ist der Belagerungszustand erklärt worden. Die anderen Punkte der Insel sind von der Bewegung nicht ergriffen. der Getreidezölle von Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 91. Sigung vom 30. Mai. 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. Miquel, von Maybach und Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung der Sekundärbahn- Vorlage. Kommissare. Damit es in so ernster Zeit nicht an einer heiteren Jm Abgeordnetenhause wurde gestern die Frage des Abwechselung fehle, präsentirte sich gestern als Vertreter der vielbesprochenen Zirkulars an die Gerichte behandelt, Freund Dr. Max Hirsch und wadelstrumpfte um billiges deutschen Arbeiterklasse bei Hrn. v. Bötticher unser braver in welchem Zirkular strenge Bestrafung in allen Fällen, wo Brot für das Bolt! Jezt purzeln die Kornzölle gewiß. es sich um Religionsschmähung" oder" Beleidigung von Geistlichen" handelt, gefordert sein sollte. Bei Berathung Wenn sich eine Meldung der„ Kölnischen Zeitung" be-§ 1 ermächtigt die Staatsregierung zur Herstellung verdes Justiz- Etat 3 erklärte der preußische Justizminister stätigt, hätten die Brotvertheuerer zu jubeln. Das schiedener Eisenbahnlinien und zwar I. von Fordon nach Schönsee v. Schelling, ein derartiger Erlaß sei überhaupt nicht rheinische Blatt erfährt nämlich aus gut unterrichteten( 12 347 000.). ergangen, auch an die Staatsanwälte sei keine ähnliche Regierungsfreisen, bis Montag werde die Staatsregierung Die Budgetkommission beantragt Bewilligung. Mahnung gerichtet worden. Es liege ein Mißvereine Erklärung des Sinnes abgeben, daß die Herabsehung ginie, indem er behauptet, daß wirthschaftliche Interessen die Abg. v. Czarlinski( Pole) bemängelt die vorgeschlagene ständniß" vor, und zwar explizirte der Herr Justiz- oder Aufhebung der Getreidezölle vor dem Inkrafttreten des Führung der Bahn in der südlichen Linie am Culmer See verminister nach dem ausführlichsten der heute Morgen vor- österreichischen Handelsvertrages nicht erfolge. Eine Reihe langten, deren Herstellungskosten auch geringer fein würden. Liegenden Kammerberichte das Mißverständniß" wie folgt: neuer Berichte seien eingelaufen, welche die ursprünglichen Geh. Rath Mücke erwidert, daß die Regierung nach reifDer Schöffenrichter( in dem fraglichen Fall) hat sich auf eine Befürchtungen einer diesjährigen Mißernte beseitigten. Mehr- lichen Erwägungen sich für die nördliche Linie entschieden habe Bemerkung bezogen, die im nichtamtlichen Theil des Justiz fache Meldungen besagen, daß recht beträchtliche Weizen- und daß die Kosten mit Rücksicht auf die Interessen der Landesministerialblattes stand. Ich habe nämlich bekanntlich vor zwei und Roggenmengen sich zur Einfuhr nach Deutschland unter- vertheidigung nicht zu beträchtlich seien. Abg. Graf Limburg Stirum stimmt der Ansicht des sich über verschiebene Fragen, so u. a. bie der Einführung der wegs befinden, wenngleich infolge der Unklarheit über die Abgeordneten von Czarlinsti bei und schlägt vor, die beanbedingten Berurtheilung zu äußern. Die eingegangenen Berichte Bollherabsehung die Grenzen gesperrt sind. find dann zu einer Zusammenstellung im nichtamtlichen Theile Die Bestätigung dieser Meldung ist abzuwarten. Sollte tragte Bewilligung hier auszusprechen, bei der dritten Lesung der des Juſtizministerialblattes verwandt worden. In dieser Zu dieselbe sich aber doch bewahrheiten, so dürfte sich die Re- orlage aber einzufügen, daß die Bahn am Kulmer See entlang geführt werde. sammenstellung wird auch eine Aeußerung in einem Berichte gierung auf ein außerordentliches Wachsen der Opposition In demselben Sinne erklären sich die Abgg. Dr. Sattler( nl.), erwähnt, und diese Aeußerung in der Fassung, wie sie der gefaßt machen. Dr. Gerlich( frt.) und v. Huene( 3tr.). Die Bewilligung wird Schöffenrichter in der Verhandlung wiedergab, lautet dahin: ausgesprochen, ebenso für die Linien 2, von Lissa i. P. nach Gerade in gegenwärtiger Beit thut es bei der Die Frage der Rückberufung der Jesuiten dürfte Wolstein( 3 240 000 m.), 3, von Meferis nach Landsberg a. W. großen Freiheit des Individuums, bei der demnächst in Fluß kommen, da die bayerische Re- oder einem in der Stäbe belegenen Punkte der Bahnlinie Loderung aller Zuchtmittel dringend noth, gierung in den nächsten Tagen beim Bundesrath Rüstrin- Kreuz( 4 300 000.), 4, von Sorau nach Christianstadt die Schranken Bes Gesetzes fest und die den Antrag stellen wird, die Rückkehr der Redemptoristen,( 1 640 000 M.), 5, von Lauban nach Markliffa( 920 000 M.) und Achtung vor demselben hoch zu halten; der einer Spielart der Jesuiten, zu gestatten. Unseren 6, von Walsroda nach Soltau( 2 400 000 m.). Uebermuth, sich über die Gefehe hinweg Standpunkt in der Frage der Rückberufung der Jesuiten zusehen und die Frivolität der jungen Burschen, die Neigung, Gewaltthätigkeiten haben wir schon öfters dargelegt. zu verüben, hatin bedenklicher Weise sich ge= steigert. Der Richter hat erklärt, daß er sich diese Aeußerung zu eigen mache und das Schöffengericht hat diese Erwägung als maßgebend erachtet." Nationalliberale Blätter betheuern hoch und heilig, im Grunde sei die Partei" einig, und auf dem morgigen „ Tag" werde es zu keiner Spaltung" kommen. Das glauben wir gern. Oder kann Brei sich„ spalten"? Also im nicht amtlichen Theil des Justizministerialblatts hatte eine Aeußerung gestanden, welche den Reichen- Ende dieses Monats fand in Norrköping der berger Schöffenrichter zu dem Mißverständniß" veranlaßte, schwedische Sozialistenkongres statt, welcher seinem in den maßgebenden Regionen wünsche oder verlange man ganzen Verlaufe nach ein Beweis für die starke Entwickelung für Fälle der bezeichneten Art eine besonders strenge Be- der Sozialdemokratie in Schweden und für den guten Geist strafung. Da die betreffende Aeußerung ohne jegliches der dortigen Arbeiterschaft war. Wort der Kritik im amtlichen Justizministerialblatt mitlegenen Bunkte der Linie Kaffel- Warburg nach Boltmassen Bezüglich der Nr. 7 von Kassel oder einem in der Nähe ge( 5 900 000 M.) beantragt die Budget- Kommission ebenfalls Be welche die Staatsregierung um eingehende Prüfung der Frage ivilligung, gleichzeitig aber die Annahme einer Resolution, durch einer thunlichst direkten Vollbahnverbindung zwischen Rassel und Köln ersucht wird. Abg. Dr. Enneccerns( ntl.) erklärt, daß eine direkte Verbindung von Kassel nach Köln zu den längst gehegten Wünschen der betheiligten Kreise gehöre, die in allen möglichen Petitionen an die Regierung ihren Ausbruck gefunden habe. Diese Wünsche hätten bisher keine Berücksichtigung gefunden und die hier vorgeschlagene Linie eigne sich durchaus nicht zu dem Anfange der so hochwichtigen direkten Verbindung zwischen Kassel- Köln. Es handele sich hier durchaus nicht um einseitige Interessen getheilt war, und da notorisch die Grundsätze und An- Der Zar will, so wurde offiziös gemeldet, die fran- Kassels, sondern um große allgemeine Interessen. Auch der gegenschauungen des krassen Fanatismus, den jene Aeußerung zösische Ausstellung in Moskau nicht besuchen, weil der athmet, in weiten und einflußreichen Kreisen verbreitet sind, Kartenverkauf für dieselbe von einem Juden monopolisirt so hat das Mißverständniß des Reichenberger Amtsrichters sei. Nach London gekommene Meldungen geben aber andere auch durchaus nichts Ueberraschendes, ist im Gegentheil Gründe an, welche auch uns veranlassen müssen, die Untersehr natürlich. Der Herr Justizminister hat aber vielleicht lassung des Ausstellungsbesuches zu vermerken. Dem Bureau durch dieses Beispiel gelernt, daß der amtliche Herold wird nämlich aus London telegraphirt: wärtige Chef des Generalstabes habe die große strategische Be deutung einer Vollbahn von Kassel nach Köln betont und die Frage ob hier jetzt eine Sekundärbahn gebaut werden solle, sondern werde hier dadurch brennend, weil es sich nicht darum handele, darum, ob hier eine solche Bahn gebaut werden solle, welche den Bau der direkten Vollbahn verhindere. Man solle deshalb vorsichtig sein und den Bau der vorgeschlagenen Sekundärbahn fein in Ruh lassen. Ich werd' ein Wörtlein mit ihm Neues Geschrei unterbrach ihn: der Pfarrer sei um der Ge- ihnen zu vergelten, wenn sie ihm Unkraut unter seinen reden, daß ihm die Lust auf den Klosterhof ein für alle meinde willen da und folglich müßten sie auch das Recht Weizen säen sollten. Er beschloß, Lisei auf ihrem HeimZeit vergehen soll." haben, ihn zu wählen. Freilich! Ja wohl!- Ruhe, wege aufzulauern und während die allgemeine AufmerkſamAber Lisei wurde durch diese Versicherung nichts Stille! Lasset den Herrn Falkner reden!" so rief es feit auf Hannes gerichtet war, entfernte er sich von dem weniger als beruhigt und sie beschwor Ambros, sich nicht durcheinander. Hannes gab es auf, sich verständlich zu Kirchhofe und schlenderte über die Trift nach dem Vigilbache, einzumischen. Sie würde schon allein mit Jerg ins Reine machen und wandte sich nur an seine nächste Umgebung. Er mußte lange warten, und um sich die Zeit zu verkürzen, tommen. Auch Herr Moltenbecher hätte seine Nachfolge gewünscht, versuchte er eine kleine Schaar von Gänsen, die es in einer Dein Bruder meint, weil wir Frauen nicht gleich mit sagte er ihnen. Der Herr Dechant hätte es ihm mitgetheilt geschützten Bucht des Baches sich wohl sein ließen, aus der Faust parat sind, darum richten wir gegen die Manns- und auch nach dem Wunsche des Verstorbenen an den hoch- dieser in das heftig strudelnde Wasser zu scheuchen. Mit Ieute nichts aus," scherzte Afra. Aber still, wenn man an würdigsten Herrn Bischof in Brixen berichtet. Die Bischöfe einem von den Thieren gelang es ihm und er lachte hämisch, den Wolf denkt, ist er nicht weit." hätten nur das Recht des Vorschlages; die Ernennungen als es von den raschen Fluthen fortgerissen wurde. Das Ambros drehte lebhaft den Kopf nach der Richtung gingen von der Regierung aus. Man müßte daher die Element war indessen barmherziger als der Mensch hin, in welche die Augen der schönen Müllerin deuteten und Entscheidung der Regierung abwarten, und er ermahnte, und warf den ängstlich schreienden Vogel eine Strecke richtig, nicht weit von ihnen stand Jerg, halb verdeckt es in Ruhe zu thun. Er selbst würde mit Freuden einem bachabwärts an das Ufer. durch das prunkende Grabkreuz, welches der Klosterbauer Rufe nach St. Vigil folgen, denn ihm könnte ja nichts seiner Frau hatte setzen lassen. Ambros sah nur noch seinen lieber sein, als in der Heimath für den wahren Glauben Rücken; denn als er sich von seiner Stiefmutter entdeckt zu wirken. fand, verlor er sich rasch unter den Menschen, die eben vor Diese Versicherung wurde mit großem Jubel aufgedem Kirchenportal sich zusammenzudrängen begannen. nommen und man gab ihm allmälig Raum, damit er sich Immer mehr Leute strömten dorthin und auch Ambros entfernen konnte. Dabei mußte er unzählige Hände schütteln. folgte mit Lifei und Afra dem Zuge. Die lange und Er selbst hatte keinen Glauben an seine Berufung. hagere Gestalt des Kuraten von St. Martin ragte aus bem Menschenknäuel hervor. Achtes Kapitel. Jetzt kam Lifei, jedoch nicht allein. Ihr Bruder Hannes begleitete sie und Beide sprachen angelegentlich mit einander. Jerg drückte im ersten Augenblick ärgerlich die Hand zur Faust zusammen, im nächsten durchblizte ihn ein Gedanke, der ihm sehr glücklich schien. Wie, wenn er Hannes gegen Afra und Ambros ausspielte? Hatten diese Beiden, woran er nicht zweifelte, ihm bei Lisei zu schaden versucht, dann war Hannes ein trefflicher Bundesgenosse für ihn. Er hatte keine allzu große Meinung Als Hannes aus der Kirche gekommen, hatte der Blau- Gs fiel allgemein auf, daß der angesehenste Mann der von dem Verstande des Kuraten, hatte Hannes doch färber von St. Vigil, der mit Anderen in der Nähe des ganzen Thalschaft bei dem Begräbnisse des Pfarrers fehlte. in seinen Schülertagen, wenn er zu den großen Ferien das Portals gestanden, laut gerufen: Da kommt unser fünftiger Der Klosterbauer war nicht erschienen. Wie Lisei auf die heim gewesen, von ihm wehrlos sich hänseln lassen! Es Herr Pfarrer!" Die Anderen griffen das Wort lebhaft auf. vielen Fragen, die nach ihm gestellt wurden, erklärte, waren dünkte ihn daher ein Leichtes, Hannes für seine Sache zu Ja, Hannes sollte ihr Pfarrer werden, riefen auch sie; sie sie zusammen von dem Klosterhofe fortgegangen, auf dem gewinnen, wenn er sie in demselben Lichte darstellte, wie er wollten sich nicht durch den Vikar lutherisch machen lassen, Wege nach Monthan aber ihnen ein Bote aus Bruneck mit es bereits bei Lifei gethan hatte, und zwar in deren Gegenund von Mund zu Mund ging der Ruf weiter. Hannes einem Briefe für ihren Vater begegnet. Da der Bote den wart. Herzensgüte gilt den Schlechten ja stets für geistige sollte gleich dableiben und von der Pfarre Besiz ergreifen, Brief nur gegen Unterzeichnung des Postscheins auszuliefern Beschränktheit. schlug der Färber vor, und: Nach der Pfarre! Nach der beauftragt war, so wäre der Vater wieder umgekehrt, wäh- Jerg schloß sich den Geschwistern, die still vorüberPfarre!" riefen unzählige Stimmen. Nur mit Mühe ge- rend sie vorausgegangen. Weshalb er nicht nach gehen wollten, mit unbefangener Miene an. Dem Kloster lang es Hannes, sich Gehör zu verschaffen. Wurden aber gekommen, nachdem er den Boten abgefertigt, mußte bauer müsse doch wohl etwas zugestoßen sein, äußerte er, und die Nächsten still, so dauerte der Lärm unter den ferner Lisei nicht anzugeben. Jerg war es lieb, daß der Kloster- er wolle daher Lisei auf den Hof begleiten, um sich zu erStehenden fort, indem sie fragten, was es gebe? was Hannes bauer nicht zugegen war. Er hoffte nun ungestört kundigen. Lisei und ihr Bruder schwiegen und Jerg fuhr sage? und in Beifall ausbrachen, als sie erfuhren, um was seine Angelegenheit mit Lisei zu Ende zu bringen. Als fort: Wenn ich ungelegen bin, will ich wieder es sich handelte. Hannes suchte den Leuten begreiflich zu machen, er sich aber Lisei eben nähern wollte, kam ihm seine Stief gehen, aber ich hab' halt gemeint, Lisei, daß der Herr Kurat daß sie nicht das Recht hätten, sich ihren Pfarrer zu wählen und mutter zuvor und dann sah er Beide mit Ambros zusammen- weiß, wie wir Beide mit einander stehen." es nicht bei ihm stände, eine solche Wahl anzunehmen. stehen. Mißtrauisch beobachtete er sie und gelobte sich, es ( Fortsetzung folgt.) man = wann * gur Seit ablehnen, die von der Kommission vorgeschlagene fchreiben, unfere Agitation hätte teinen Erfolg, denn das Ver- Jeingereicht worden ist. Ferner sollten einzelne Mitglieder, Resolution dagegen annehmen. hältniß zwischen dem Bauer und seinen Knechten bezw. seinem welche abgereift waren, nicht rechtzeitig abgemeldet worden sein. Abg. Althaus( tons.) befürwortet die Bewilligung, da die Gesinde fei gut, und nur auf einigen Rittergütern gäbe es berechtigte Gegen diesen Strafbefehl hat der genannte Vorstand gerichtliche oom Vorredner gemachten Ausführungen feinen Grund abgäben, unzufriedenheit, so täuschen sie damit Keinen, der die Verhältnisse Entscheidung beantragt und Termin stand am 21. d. M. vor denr den Bau der vorgeschlagenen Bahn noch um ein Jahr zu ver- fennt. Läge es der Sozialdemokratie bei uns nur daran, die Schöffengericht hier an. Die Angeklagten vertheidigten sich selbst ögern, die namentlich für die Arbeiterbevölkerung von Kassel von Knechte zu gewinnen, so würde sich die Arbeit nicht lohnen; und beriefen sich auf ein Erkenntniß des Obertribunals vom denn die kleinen Bauern sind nicht in der Lage, einen 16. 4. 1874, wonach derartige Vereine immer nur unter Aufsicht wesentlicher Bedeutung sei. Abg. Plek( Bentr.) erkennt die Vorzüge des Staatsbahn- Knecht zu halten, ja es giebt viele Dörfer, wo nicht ein einziger einer bestimmten Polizeibehörde stehen können, da die Mitglieder, Systems vollkommen an, ist aber der Ansicht, daß dasselbe nicht Knecht bei einem Bauern anzutreffen ist. Gerade die kleinen welche in anderen Polizeibezirken wohnen, niemals eine eigene dazu benutzt werden dürfe, um eine so dringend nothwendige Landleute haben alle Ursache, mit ihrer Lage unzufrieden zu sein. Vereinsthätigkeit entfalten, ferner alle Vereinsversammlungen in Bum Bahn, wie die von Kassel nach Köln unmöglich zu machen. Dies Wenn nun aber ein Bauer einen Knecht hält, so ist begreiflich, daß Uetersen stattfänden. Dieser Polizeibehörde wären jedoch die thue aber die hier vorgeschlagene Sekundärbahn und beantrage das Verhältniß zwischen ihnen ein gutes ist, denn beide sind nöthigen Anzeigen immer rechtzeitig gemacht worden. arme Schlucker und essen aus einer Schüssel. Die Arbeitszeit zweiten Punkt der Anklage bemerkten die Angeklagten, daß sie er deshalb die Ablehnung der Forderung. früh um 6 Uhr und bauert bis nicht wiffen können- wie die Polizeibehäbe wohl annehing andere Mitglied des Vereins 08 Abg. Knobel( tons.) ist der Ansicht, daß die Regierung beginnt für beide früh um 6 Uhr und dauert bis nicht wissen können wie die Polizeibehörde wohl annehme mit ihrer Vorlage das Richtige getroffen habe. Die vorge in die Dunkelheit hinein. Sie haben allerdings Luft und Sonne, Schlagene Linie sei dringend nothwendig und trete dem Projekt prima Qualität, gratis; nach tonservativer bezw. freifinniger abreise, sobald sie Kenntniß erhalten, wären dieselben soDer Amtsanwalt beantragte, ohne jegliche BegrünRassel- Köln nicht entgegen. Die Forderung dieses Projekts sei Ansicht sind aus diesem Grunde die ländlichen Arbeiter ganz gut fort abgemeldet worden. Sie beantragten kostenlose Freiälteren Datums, tonnte aber wegen der entgegenstehenden tech- daran und beffer, als die städtischen. Am schlechtesten ist die sprechung. nischen Schwierigkeiten bisher nicht zur Ausführung gebracht Lage der Knechte auf einigen Gütern. Auf dem uns nächst dung, die Strafbefehle aufrecht zu erhalten. Das Urtheil lautete werden. Er empfehle deshalb die Bewilligung der vorge gelegenen Gute im Dorfe G. hat das Gesinde laut Rontratt auf fostenlose Freisprechung. Die Begründung des Urtheils Sonntags und einmal in der Woche Fleisch( Mittags) zu be war ungefähr folgende: Die Angeklagten wären der Verpflichtung schlagenen Linie. Abg. Simon- Waldenburg( nl.) ist der Ansicht, daß die Re- anspruchen, trotzdem giebt es dafür manchmal Gemüse oder ein des§ 2 des preußischen Vereinsgefezes dadurch, daß sie gierung in der Lage sei, die Angelegenheit sicherer zu beurtheilen, paar Gier. Wie sieht es ferner aus mit der Lage der Häusler, Statuten 2c., Mitgliederlisten der Orts- Polizeibehörde in Uetersen als die Volksvertretung und der Regierung daher Büdner und Bauern? In vier Dörfern, für die wir zu diesem Zweck eingereicht hätten, vollkommen nachgekommen. In Betreff des die Verantwortlichkeit für die vorgeschlagene Linie über eine Statistik aufgenommen haben, sind alle Häusler und Bauern ohne zweiten Punttes mußte den Angeklagten geglaubt werden, daß, laffen tönne. Wäre das Projekt Kassel Köln von so Ausnahme vom Großgrundbesitzer abhängig, der eine mehr, der andere fobald dieselben Kenntniß von der erfolgten Abreise einzelner so weniger. Die Häusler müssen den Acker vom Gutsherrn pachten, Mitglieder erhalten, dieselben sofort abgemeldet hätten. Bemerkt großer strategischer Bedeutung, wie behauptet werde, würde der Generalstab und dessen verstorbener Chef, Graf weil sie selbst tein Land oder höchstens 1-2 Morgen besitzen. sei noch, daß, als einer der Angeklagten den Amtsanwalt aufMoltke, schon lange für deren Herstellung eingetreten sein. Aehnlich geht es den Büdner und Bauern; sie müssen meist einen forderte, seinen Antrag zu begründen, der Vorsitzende des Gerichts Die spätere Umwandlung der projektirten Sekundärbahn in Acker pachten und nur wenige von ihnen sind in der Lage, ihren erwiderte, daß der Herr Amtsanwalt dies nicht nöthig hätte. eine Bollbahn werde nach der Erklärung der Regierungs- Bedarf an Biehfutter selbst zu decken. Am schlimmsten sind sie Ein anderer Angeklagter, welcher die Schöffen ermahnte, daß sie vertreter in der Rommission nicht präjudizirt. Er trete indessen mit der Streu daran, und gerade dadurch sind sie am meisten sich nicht von der politischen Parteistellung der Angeklagten In den vier Dörfern ist nur ein Bauer, dem die beeinflussen lassen möchten, wurde vom Herrn Vorsitzenden zur der von der Budgetkommission vorgeschlagenen Resolution bei, abhängig. weil er annehme, daß die Regierung, bevor sie zur Ausführung Streu ungefähr langt. Der Grundbesitzer ruft immer die Ein- Sache verwiesen. Die Anklage gegen den Vorstand des Band der Sekundärbahn schreite, das Bollbahnprojekt einer eingehenden wohner je mehrerer Dörfer zusammen und verkauft nur so viel macher- Vereins zu Neuendeich, welche eben so lag, wie oben anStreu, daß es etwa für die Hälfte reicht; ein großer Theil muß geführt, endete ebenfalls mit Freisprechung. Prüfung unterwerfen werde. Kalbe. Wie gefährlich der Besuch der gegnerischen VerAbg. Graf Limburg Stirum( tons.) befürwortet die Be- unverrichteter Sache abgehen, obwohl Streu genug da ist. Daß willigung. Er sei nicht geneigt, Privatäußerungen hier Gehör dabei die Preise hoch getrieben werden, darf nicht Wunder zu geben. Er tönne nicht annehmen, daß die direkte Bahn nehmen. Man bedenke: ohne Streu kein Dünger. Wenn der sammlungen sein kann, erhellt wieder einmal aus der Verhand Kaffel- Köln so dringend nothwendig sei, um den betheiligten Boden aber keinen Dünger bekommt, giebt er der Saat teine lung gegen den Genossen Beims aus Kalbe. B. war in einer Nahrung. So sind die Leute gezwungen, hoch zu bieten. Der gegnerischen Versammlung gewesen und hatte bei der AusKreisen die hier geforderte Sekundärbahn zu verweigern. Geh. Rath Mücke betont, daß, wenn die Eisenbahn Ver- Preis hat sich seit 15 Jahren mehr als verdreifacht und es ist bringung eines Hochs auf den Kaiser sich nicht von seinem Size waltung die Luxusbahn Kassel- Köln zur Ausführung bringen würde, nichts Seltenes, wenn der Morgen Streu 40 M. foftet; die Pacht erhoben. Das Gericht erblickte hierin den Thatbestand der die nothwendigen Mittel zur Befriedigung der dringendsten Ver- des Ackers beträgt im Durchschnitt etwa 18 M. Die Schuld an den Majestätsbeleidigung und verurtheilte den Genossen Beims zu fehrsbedürfnisse der betheiligten Kreise nicht vorhanden sein würden. hohen Preisen den Bauern zuzuschreiben, weil sie fich treiben, ist drei Monaten Gefängniß. Bekanntlich wurden vor wenigen nebrigens würde man auf der hier geforderten direkten Linie blutige Fronie. Dabei ist der Wald voll Streu, fie fann Tagen mehrere Genossen vom Landgericht in Eberswalde freiRaffel- Köln immer noch zwölf Minuten länger fahren müssen, gar nicht alle verbraucht werden. Der kleine Landwirth erntet gesprochen, die sich desselben Verbrechens" schuldig gemacht als auf der jetzt bestehenden Linie über Arnsberg.( Hört! hört!) nur wenig, weil er nicht ordentlich düngen fann. Zum Verkauf hatten. Es lebe die Einheitlichkeit der Justiz! Elberfeld, 27. Mat. Die Straftammer beschäftigte fid) in Die Regierung erkenne dabei aber an, daß die direkte Linie bleibt von der spärlichen Ernte nichts übrig. Das Vieh wird Raffel- Köln wünschenswerth sei und sie sei bei ihren Plänen schlecht gefüttert, fast das ganze Stroh wird den Winter hindurch Es giebt daher wenig ihrer heutigen Sizung nochmals mit einem Nachspiel des Wupperauch darauf bedacht gewesen, diesem Projekte nicht entgegen- verfüttert, mit etwas Heu vermengt. zutreten und ohne besondere Schwierigkeiten könne die hier vor- Milch und Butter. Gewiß wird Butter verkauft, die ganze thaler Sozialistenprozesses. Die Verhandlung richtete sich gegen geschlagene Linie Kassel- Volkmarsee der direkten Linie eingefügt Butter, nicht weil etwas übrig ist, sondern weil jeder Groschen den Redakteur der Freien Presse", Genossen Hermann Grimpe. nerden. Mit der Ablehnung der gegenwärtigen Forderung würde nothwendig gebraucht wird. Der Bauer produzirt wohl Butter, Derselbe war beschuldigt, am 15. Juli v. J. durch einen in der man nur erreichen, dem betreffenden Landestheile die Wohlthat aber er genießt teine. Fast alle Häusler und Bübner und die von ihm gleichzeitig redigirten Düsseldorfer Arbeiterzei tung" der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zu entziehen, ohne das meisten Bauern gehen noch auf Lohnarbeit, weil sie vom Ertage enthaltenen Artikel sich des Vergehens gegen§ 184 St.-( 3.- 3. des Ackers nicht leben können. Einige Bauern haben ein paar schuldig gemacht zu haben. Es handelte sich um die Berichtandere Projekt dadurch zu fördern. Abg. Rickert( dfr.) empfiehlt ebenfalls die Ablehnung der Ochsen und machen dann und wann eine Holzfuhre oder bebauen erstattung der Gerichtsverhandlung gegen die drei DüsselIn Forderung zu Zeit, da man nicht ein klares Urtheile werde fällen den anderen das Feld. Ein Lehrer versicherte mir, daß zwei dorfer Zeugen aus dem Sozialistenprozeß Krause und Genossen, tönnen, wenn die verlangten Erwägungen stattgefunden hätten. Drittel der Einwohner feiner Gemeinde während der Feiertage welche des wissentlichen Meineides angeklagt waren. Minister v. Maybach: Der Hauptaccent bei dieser Ange( es war Ostern) tein Fleisch habe. Meist wird ein Theil der diesem Bericht fand die Staatsanwaltschaft eine Verlegung des Legenheit liege in der Frage, ob die Linie Raffel- Köln durch die Ackerpacht abgearbeitet, die Tagesarbeit des Mannes wird mit Schamgefühls. Die Straftammer in Düsseldorf erkannte aber Borlage präjudizirt werde, und da glaube er sagen zu können, 75 Pf., die der Frau mit 60 Pf. berechnet. Daß die Bauern auf Freisprechung, da eine gröbliche" Verletzung des Schamgefühls in diesem Artikel nicht zu finden sei. Hiergegen Legte die daß man das Eine thun könne, ohne das Andere zu lassen. Die von den Zöllen keinen Nußen haben, ist nach alledem klar. Noch ein Geschichtchen. In der Gemeinderaths- Sigung zu Staatsanwaltschaft Reviston ein, welche vom Reichsgericht auch Militärverwaltung habe allerdings eine Linie Raffel- Köln als wünschenswerth hingestellt, allein die Wünsche seien nicht dahin Särchen bei Triebel fam nämlich eines Sonntags ein geistlicher angenommen wurde, da es zur Verurtheilung des Angeklagten gegangen, die Linie als nothwendig hinzustellen. Die Resultate Herr, der erklärte, er habe den Auftrag, dem Gemeinde- einer gröblichen" Verlegung des Schamgefühls nicht bedürfe, es Der Eisenbahnverwaltung, welche trog der mannigfachen elemen- rath einen Vortrag über die Sozialdemokratie zu halten. vielmehr genüge, wenn das Schamgefühl überhaupt verletzt werde. taren Ereignisse und trotz der hohen Kohlenpreise und Arbeits. Es waren in dem Dorfe am 20. Februar einige sozial- Gleichzeitig wurde die hiesige Straftammer mit der nochmaligen Löhne, nach Verzinsung und Amortisation der gesammten Staats- demokratische Stimmen abgegeben worden und es solle dem Verhandlung beauftragt. Die Verhandlung fand heute unter schuld einen Ueberschuß von 90 Millionen ergeben hätten, ergeben weiteren Eindringen sozialdemokratischer Ideen vorgebeugt wer- Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Das Gericht erkannte im feinen Grund, etwa aus Sparsamteits- Rücksichten den Bau der den und der Gemeinderath möge hierbei behilflich sein. Da er- Anschluß an die Rechtsprechung des Reichsgerichts und verurtheilte unterlassen, wenn er fich als hob sich ein Mitglied und sagte:" Ja, Herr Pastor, wir sollen G. zu 50 M. Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Bahn Kassel Köln nothwendig herausgestellt hätte. Das Haus könne davon über Ihnen behilflich sein, wir wissen aber gar nicht einmal, was die Monate Gefängniß beantragt. zeugt sein, daß nichts geschehen werde, was der Ausführung des Sozialdemokraten für Leute sind, das müssen sie uns erft erDas sind die Leute, welche nicht zufrieden sind." Projekts hindernd entgegentren könnte; nur sei zu bedenken, daß flären." für dasselbe neun verschiedene Linien in Vorschlag gebracht seien. Ja, wenn das so ist," meinten nun mehrere, dann wären Im Interesse des Landestheiles, um den es sich hier handele, wir ja alle Sozialdemokraten." Es war den Bauern damit empfehle er die Bewilligung der Regierungsforderung.( Beifall.) bitterer Ernst. Sie legten dem geistlichen Herrn nun dar, wie Nachdem Abg. Schmidt( Warburg, 3.) ebenfalls die Be- viel Grund zur Unzufriedenheit sie hätten. Särchen gehört noch willigung befürwortet, wird die Diskussion geschlossen, die Linie zu den wohlhabenderen" Orten unserer Gegend. Raffel- Voltmarfen bewilligt und die von der Kommission beanSonneberg. Wegen Beleidigung des freisinnigen Reichs: tragte Resolution angenommen. Abg. Laffen( Dane) beantragt den Bau einer Eisenbahn- tagsabgeordneten für Meiningen II, Dr. Witte in Rostock, wurde Linie von Tinglaff an der Schleswig'schen Hauptbahn über Seegard der Redaktenr des" Thüringer Voltsfreund" in Sonneberg, Genach Sonderburg( 1 800 000 M.) und entsprechende Erhöhung nosse Burkhardt, zur Zeit in Berlin, zu vier Wochen Gefängniß für Beschaffung von Betriebsmitteln ausgeworfenen verurtheilt. Hoffentlich ist die Ehre des freisinnigen ReichsSumme und begründet diesen Antrag mit Hinweis darauf, tagsabgeordneten, die er durch einen Strafantrag aufzubeisern daß in der ganzen Provinz Schleswig Holstein der Kreis für nöthig fand, jetzt wieder hergestellt. Hoffentlich reißt aber Sonderburg der einzige sei, der noch ohne Eisenbahnverbindung burch solche Beispiele die Luft nicht noch weiter ein, wegen Beleidigungen, die im politischen Parteikampfe erfolgt sind, den dastehe. Strafrichter in Anspruch zu nehmen. ber zu Abg. Mithoff beantragt den einfachen Uebergang zur Tagesordnung über den Antrag, der der Budgetkommission nicht vorgelegen habe und dessen Erledigung absolut nicht bringlich sei. Abg. Lassen zieht darauf seinen Antrag zurück. In§ 1, 11., werden 26 305 500 M. in 19 verschiedenen Positionen zur Anlage zweiter und dritter Geleise und zu den dadurch bedingten Ergänzungen und Geleisveränderungen verlangt und ohne Debatte unverändert bewilligt. Unter 111. find im Ganzen 29 424 000 M. zu verschiedenen Bau- Ausführungen gefordert. Die Kommission hat die Forderung bewilligt. * * ## * " Mannheim, 28. Mai. Die sozialistischen Stadtver ordneten haben folgenden Antrag auf Aufhebung des Ottrois( Mahlzolls) " Die unterzeichneten Stadtverordneten stellen folgenden gestellt: Dringlichkeitsantrag an den Stadtrath, mit dem Ersuchen, in der nächsten Bürgerausschuß- Sizung, die alsbald anzuberaumen iſt, die Aufhebung des Ottrois zu beantragen: in Erwägung, daß durch die ungünstigen Saatenstandsverhältnisse, die mit Bestimmtheit eine schlechte Getreide- Ernte für dieses Jahr erwarten lassen, und die Knappheit des in Deutschland noch vorräthigen Brotgetreides die Mehl- und Brotpreise in rapider Weise gestiegen sind; me in fernerer Erwägung, daß in absehbarer Zeit deshalb ein Sinken der hohen Mehl- und Brotpreise nicht zu erwarten steht, daß durch den an sich schon überaus hohen Getreidezoll, mit dem schon vorweg die Reichsregierung das wichtigste Nahrungsmittel des Boltes belegt hat, verbunden mit dem diesjährigen schled ten Geschäftsgang die Lebenshaltung des Arbeiters im Allgemeinen eine georucte ist: " Schwertu i. M. Die Bekämpfung der Sozialvemokratie wolle der verehrl. Stadtrath in möglichster Bälde eine durch einen Arzt charakterisirte ein kürzlich abgedruckter, an einen Straßfurter Genossen gerichteter Brief. Wir sind heute in der Bürgerausschuß- Sitzung einberufen und in derselben die AufLage, einen Fall ähnlicher, wenn auch nicht ganz so schroffer Art, hebung des Ottrois beantragen. Ein dortiger junger Arzt, Mannheim, 27. Mai 1891. aus Schwerin 1. M. zu melden. welcher auch Kassenarzt war, wurde zu einer Arbeiterfamilie ge- J. Buttle, Chr. Deuscher, K. Feng, J. Friedel, J. Gutfleisch, rufen. Als derselbe beim Betreten des Hauses statt irgend eines N. Grüner, W. Hänsler, K. Heller, W. Henne, E. Lorenz, frommen Haussegens die Parole Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" oberhalb der Thür angebracht fah, ließ er eine längere Rede vom Stapel, in welcher er darauf hinwies, wie Das Haus genehmigt ohne besondere Diskussion diese gut es den Arbeitern ginge, und wie wenig Grund dieselben zur Forderungen, unter Anderem von 5 Millionen für die Grünzufriedenheit hätten, und in welcher er schließlich die Leute weiterung des Bahnhofes Hohe Thor in Danzig, 1160 000 m. aufforderte, besagte Inschrift zu entfernen. für die Vermehrung der Freiladegeleise auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin, 15 Millionen für die Vermehrung, Erweiterung und bessere Ausrüstung der Werkstätten, Lokomotiven und Wagen schuppen. Unter IV. ist die Summe von 53 800 000 m. ausgeworfen zur Beschaffung von Betriebsmitteln für die bereits bestehenden Staatsbahnen. Der Rest des Gesetzes wird ohne erhebliche Debatte unverändert genehmigt, die Petition durch die Beschlußfassung für erledigt erklärt. Schluß 3½½ Uhr. Fr. Raith, A. Sattler, H. Schivars, 2. Ullrich." Chemnitz. Der Redakteur der Presse", Genosse Paeplow, Besagter wurde zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, weil er die Strafverfügung eines Gemeindevorstandes kritisirt hatte. Gemeindevorstand hatte einen Einwohner, dessen Hund durch Dies geschah auch, und der Arzt rühmte sich später im Be- Bellen die Nachtruhe störte, wegen groben Unfugs verurtheilt, fanntenkreise seiner erfolgreichen Bekämpfung der Sozialdemo- und darüber hatte sich Paeplow lustig gemacht. Biebrich Mosbach, 29. Mai. Die Lorbeeren der Kriegerfraten. Sollte er sich wirtlich einbilden, die sozialdemokratischen A Ideen so leicht ausrotten zu können und sollte er gar nicht auf den Gedanken kommen, daß die Familie nur aus Furcht, er vereine lassen die hiesigen Gastwirthe nicht ruhen. An den tönne ein für sie unerschwingliches Honorar fordern, oder, falls Wirth Bum goldenen Stoß", in welch' letterem die sozialdemosie in einer Raffe war, er möge sie minder eifrig behandeln, wenn fratische Partei in Mosbach ihre Versammlungen abhält, ging fie die Inschrift nicht forinähme, sich zu diesem Schritt unterm 27. d. M. als Einschreibebrief nachstehendes Kulturzeugniß ab: drängen ließ! Trebbin. Am 3. Pfingstfeiertag sollte dahier eine öffentliche Nächste Sigung Montag 11 Uhr.( Landgemeinde Boltsversammlung für Männer und Frauen stattfinden mit der Tagesordnung: Die Taktik der Sozialdemokratie und der ReichsOrdnung.) tag". Die Versammlung wurde jedoch unter folgender Motivirung Korrespondenzen und Parteinachrichten. verboten: " Auf die Anzeige, vom 14. b. M., heute hier eingegangen, wird ihnen zum Bescheid ertheilt, daß die am 19. d. M., Nach mittags 4 Uhr, im Große'schen Lokale abzuhaltende Volksverfammlung im öffentlichen verkehrs- und sicherheitspolizeilichen Interesse hiermit verboten wird." wird. Die Polizeiverwaltung. Schottmüller. Aus dem Nothenburger Kreise, 29. Mai. Die VisitationsDie Beschwerde ist hiergegen eingelegt und man muß ab reifen des Herrn General- Superintendenten G. in unserem Streise scheinen den Nebenzweck zu haben, der Sozialdemokratie das warten, ob dem Verbot auch ein wirklicher Grund beigegeben Feld abzugraben. Nach der Prüfung der Volksschüler und der fonfirmirten Jugend kommen die Bäter und Mütter an die Reihe; es wird ihnen der Kirchenbesuch und an Stelle des Wirthshauses der Spaziergang empfohlen. In M. meinte er: Die Kirche verliert hier an Einfluß, um so mehr wird die Sozialdemokratie an Einfluß gewinnen. Unfere Agitation auf dem Lande gefällt begreiflicherweise Den Freifinnigen schlecht. Wenn die Organe des Freisinns aber B An Herrn G. Dergel Wohlgeb., Mosbach. Wir ersuchen Sie laut Beschluß unserer heutigen Vorstands ſigung uns binnen 24 Stunden das Resultat threr Meinung ob Sie weiter gesonnen die Sozialdemokratische Versammlung in ihrem Lokal weiter abhalten wollen oder nicht und die Antwort unserm 1. Vorsitzenden H. Hoffreith einzuschicken. follte biß Morgen Abend feine Nachricht da sein nehmen wir an Sie führen es weiter und sind Sie dann aus der Mitgliederliste zu streichen. Der Vorstand des Gastwirth- Verbandes Biebrich- Mosbach. Herr Dengel gedenkt Einspruch gegen diefen Ukas des Vorstandes zu erheben, da er der Ansicht ist, daß nur die Generalversammlung feine Ausschließung verfügen könne, jedenfalls fällt es ihm nicht ein, sich den Wünschen des schneidigen Vorstandes zu fügen. Uetersen. Den Vorstandsmitgliedern des hiesigen sozialdemokratischen Wahlvereins war auf Grund der§§ 2 und 18 des preußischen Vereinsgesetzes ein gerichtlicher Strasbefehl zugegangen. Das Vergehen follte darin bestehen, daß die Mitgliederlisten 2c. mehr zu haben. nur der Polizeibehörde in Uetersen und nicht auch den anderen Polizeihehörden, wo der Verein Mitglieder hat, lung in Leipzig. Preis uns unbekannt. Briefkaffen der Expedition. 3. G. in Schw. Die angefragten Flugblätter sind nicht O. Gorges in St. Bei Wilh. Friedrich, Berlagsbuchhands Theater. Sonntag, den 31. Mai, Opernhaus. Mignon. Montag: Oberon, König der Elfen. Schauspielhaus. Der neue Herr. Montag: Das Räthchen von HeilLeffing- Theater. Der Probepfeil. Montag: Geschlossen, bronn. besitzer. Neue Walhalla. Sommer- Theater, Hasenhaide. Heute, Sonntag, den 31. Mai: Gr. Gala- Vorstellung. des Ardel u. West, genannt die Zulu- Könige mit der hochkom. Pantom.: Meyer Letztes Auftreten des Monsieur Loisset mit seinen dress. Klapperstörchen, in Afrika". Frl. Waldowski, weibl. Komifer. Gustav Rose, Gesangs- Romiter. Geschw. Bertini, Ges.- und Tanz- Duettisten. Madm. de Clairmont, schneidigste Chansonette der Welt. Edi Rennert, Univers.- Humorist. Kapelle: Musikdir. Bachhofer mit dem Hausorchester. Entree 30 Pf., Parquet 50 Pf., Sperrsit 75 Pf., Loge 1 Mt. Sozialdemokratischer Wahlverein 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Große Versammlung am Dienstag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, im ,, Eiskeller", Chauffeestraße 88. Zagesordnung: 1. Vortrag( Referent wird in der Versammlung teller. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Berliner Theater. Der Hütten- Rassen- Eröffn. 4 Uhr. Anfang des Konzerts 1/25 Uhr, der Vorstellung 5 Uhr. bekannt gemacht). 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest im EisMontag: Dieselbe Vorstellung. Avis: Morgen, Montag, den 1. Juni 1891: Vollständig neues Programm. Deutsches Theater. Der Weg zum Herzen. Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Montag: Des Meeres und der Liebe Heute, Sonntag, 806L Wellen. sowie von jeht ab täglich: Neue Welt, Die Zahlstellen des Vereins( wo jeden Sonntag von 10-12 Uhr Beiträge entgegengenommen und Mitglieder aufgenommen werden) befinden sich in folgenden Lokalen: Franz Gleinert, Müllerstr. 174( Ecke Fennstraße); Louis Bieck, Birkenstr. 24; Alex Lünnicke, Beusselstr. 57; Julius Otto, Pant straße 32; Steinbach, Antonstr. 1( Bigarrengeschäft); Oskar Kleinau, GartenEmil Schmidt, Tresckow- und Diedenhofenerstraßen- Ecke. Auf allen Zahl stellen werden auch gelesene Arbeiterzeitungen entgegengenommen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Konzert. Künstler- Spezialitäten. Ball.aße 171; Johann Gnadt, Brummenſtr. 38; Berth. Wortig, Templinerſtr. 12; Montag: Dieselbe Vorstellung. Wir Wallner- Theater. Der verlorene Geretty, Produktionen auf d. 60 Miss Blanche, Drahtseil. hohen Schwungseil. Madamoiselle Adela, Pyramide. ersuchen nun die Genossen, ihre Zeitungen jede Woche, wenn es möglich ist, Sohn. Vorher: Das Modell. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance Theater. und Cacolet. Tricoche Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Der liebe Onkel. Vorher: Der Zigeuner, Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Montag: Diefelbe Vorstellung. Ostend- Cheater. Heinrich Heine. Montag: Dieselbe Vorstellung. Faison- Theater. Borstellung. Hanfmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten Borstellung. Pantomime: sise. Monstre- Feuerwerk. nach den 3ahlſtellen hinzubringen. Inftigen Schwiegermütter. Anf. 4 Uhr. Entree 25 Pf., im Vorverkauf 20 Pf. Kinder frei. Montag und folgende Tage um 5 Uhr: Konzert und Künstler- Vorstellung. Hasenhaide Th. Keller's Hofjäger Bergmannstr- Eeke. 804 2 Heute, Sonntag, den 31. Mai 1891: Jm großen Saale: Großes Militär- Concert. Ball. Auf d. Marionettentheater: Gr. Vorstellung. Volksbelustign. Anf. 4 Uhr. Entree 15 Pf., im Vorverkauf 10 Pf. A. Froelich. Mittwoch, den 3. Juni cr.: Graßes Kinderfest mit Gratisverloofung. Ernst Gründer's Festsäle, Hasenhaide 21. Jahnstrasse 8. Große und kleine Festsäle, Vereinszimmer von 50, 100, 200 bis 3000 Personen, tomfortabel eingerichtet, habe zu Vereinsfestlichkeiten, Versammlungen und Hochzeiten unter den foulantesten Bedingungen zu vergeben. Täglich: Große Chantant- und Spezialitäten- Vorstellung. Entree frei. Jeden Sonntag: Großer Ball in allen drei Sälen. Montag und Mittwoch: Ball bei gänzlich freiem Entree. 957b Bratweil'sche Bierhallen Restaurant zum„ Bukunftsstaat" Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernfängers u. Ronzertmalers Signor Travieki aus Rom. Cobal Adolph Scholz, 341/16 Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung aller industrieller Hilfsarbeiter folgender Branchen: Anilin- Fabriken, Färbereien, Filzschuharbeiter, Glasarbeiter und-Puker, Gasarbeiter, Seifensteder, Gummiarbeiter u. s. w. am Dienstag, den 2. Juni 1891, Abends 8 Uhr, in Norbert's Festsälen, Beuthstrasse No. 22. Zages Ordnung: 157/16 1. Vortrag:„ Die jetzige Organisation und wie organisiren wir uns in Bukunft?" Referent: Stadtv. Herr Otto Klein. 2. Diskussion. 3. Bericht vom dritten Kongresse der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter zu Halle a. d. Saale. 4. Diskussion. 5. Wahl einer Kommission: a) zur Agitation, b) zur Abrechnung der Delegirtengelder vom Halle'schen Kongreß. 6. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Es ist Pflicht eines jeden in obigen Branchen thätigen Arbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Fachverein der Tischler MS Versammlung West und Süd- West. am Dienstag, den 2. Juni, Abends 812 Uhr, im Restaurant Königshof", Bülowstrasse 87-40. Tagesordnung: 1. Vortrag des Cand. Herrn Hoffmann über ArbeitsJohn". 2. Diskussion. 3. Besprechung von Werkstatt- Angelegenheiten, wozu die Kollegen der Werkstatt von Reddemann, Groß- Görschenstraße 18, hiermit besonders eingeladen find. Gäste haben Zutritt. 382 L 314/55 Kaftanien- Allee Nr. 35.( Bis 12 Uhr Nachts geöffnet). DE Arbeiterliteratur inkl. ,, Gazeta Robotnicza liegt aus. Treptow Restaurant Karpfenteich. Jeden Sonntag: Der Bevollmächtigte. Kranken- und Begräbnisskasse der Bau- und Fabrikarbeiter Berlins( E. H.-K. No. 13). An den Wochentagen für Vereine, Große außerordentl. General- Versammlung der Mitglieder Empfehle zugleich meinen Frühstücks- Freikonsert, Tanz, Kaffeekochen. An den Wochentagen für Vereine, und reichhaltigen Mittagstisch, fowie Hochzeitgesellschaften 2c. jederzeit zur Verfügung. Zu recht zahlreichem Besuch 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen ladet ergebenst ein [ 756L] Saal zu Vergnügungen und Verfammlungen. 659 L An der F. Sodtke. Verbindungsbahn. Treptow. Henze. Köpnicker Landstrasse. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. W. Jacob. Gtablissement Buggenhagen ff. Sagerbier 0,4 Siter 15 Pf. Kaffeeküche. Kegelbahnen. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Passage- Panopticum. Anter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier mit 4 Armen, 4 Beinen. Bartdame. Vitreo ißt Coacs, Glas, alte Stiefel etc. etc. Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Castan's Panopticum. Jetzt: 11 Schmöckwitz. Gasthaus Zur Balme". Empfehle mein reizend am Wald und Wasser gelegenes 2okal mit großen Sälen, Hallen, zwei Kegelbahnen, großer Kaffeeküche etc. den geehrten Vereinen u. Fabriken zu Landparthien u. Ausflügen. Dampferstation. Station am Sonntag, den 7. Juni, Vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29. Zages Ordnung: # 1. Erhöhung der Beiträge. 2. Innere Rassenangelegenheiten und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. 1109b Der Vorstand. Verband deutscher Korbmacher Filiale Berlin. der Görliher Bahn, Chaussee bis vor die Thür. Carl Kurras, Gastwirth zur Palme. Sonnabend, den 6. Juni 1891, in Krösche's Gesellschaftshaus, Bom Anhalter Bahnhof in 12 Minuten zu erreichen. Garten mit Kegelbahn. Südende. Der Fahrpreis beträgt hin und zurück nur 25 Pf. Familien- Kaffee- Küche. Restaurant zur schönsten Esche Deutschlands. Für Gesellschaften Saal mit Pianino. Es ladet ergebenst ein Ad. Risch. Hey Jeden Freitag: Fricassee von Huhn. R 1075 b Berliner Hippodrom Am Kurfürstendamm, Station Zoologischer Garten. Römischer Circus Heute Sonntag: ACTIEN- BRAUERE FRIEDRICHSHAIN Aktien- Brauerei Friedrichshain Königsthor. Heute, Sonntag: Großes MilitärKonzert Arnold. Anfang 4/2 Uhr, Eintritt 30 Pf. Programm unentgeltlich. Treptow. Stat: Friedrichstr. 165. 2Vorstellungen, Bade's Volksgarten. Lappländer Lappländer aus den nordischen Schneegebirgen. He Ohne Extra- Entree! E Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus Alt Monbit 80-81. Artistische Leitung Wilhelm Fröbel. Täglich Gr. Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. WEF Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. A Roloffaler Jubel der urtomischen Pantomime Die Gibsfigur. I Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Blas 50 Pf. Raffeeküche ist geöffnet. Boltsbeluftigungen aller Art. Sonntag, Montag, Mittwoch Grosser Ball. Helmuth Peters. Mariendorf! Genossen! Das einzige Lokal ist Oswald Schensch, Feldstr. 14, welches zu Versammlungen zu haben ift; unterstützt nur diesen Wirth, da um 4 non- far 4 1. Ballon- Auffahrt Uhr des Luftschiffers Mons. Leo Coeurmont. Römisches Wettfahren. Wettrennen, Steeple Chase. Lockhart's Hafenhaide, Fichtestraße 29: I. Stiftungsfest verbunden mit Sommernachts- Ball. Anfang 8 Uhr. Raffee- Bause: Feftrede, gehalten von Herrn Theodor Mehner. Hierauf AbUm 10 Uhr: Prolog, gesprochen von Frl. Reddemann. Während der fingen der Arbeiter- Marseillaise von sämmtlichen Anwesenden, sowie Gesangs vorträge des Gesangvereins Fortschritt" und komische Vorträge. Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. bei folgenden Kollegen: Jungnickel, Wienerfir. 11; Reddemann, Koppenstr. 53 bei Wolf. Alle Freunde und Gönner ladet hierzu freundlichst ein Das Komitee. 193/6 Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. Montag, den 1. Juni, Abends 6 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79: Ordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: M 1. Vortrag. Referent: Herr Peus. 2. Berschiedene sehr wichtige Vereinsangelegenheiten. Quittungsbuch legitimirt. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Kollegen ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Mitglieder- Versammlung 317/10 Jeden Parkstraan in beiden des Unterſtüßungsvereins der Maurer im Sonntag Tanz Sälen. Kaffeeküche. Kegelbahn. Volks belustigungen aller Art. Westen Berlins Vorzügliches Weiß- u. Bairisch- am Montag, den 1. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale Königshof, Bier. Seeschlöschen Reinickendorf. Pferdebahn von Weidendammer Brücke. Jeden Sonntag 6 dress. Riesen- Elephanten. Frei- Concert u. Ball. Ferner Auftreten des gesammten Rünstler Personals. Im großartigen Parte von 4 Uhr ab: Militär- Doppel- Konzerte. Konzert- Entree 30 Pf., inklusive der Hippodrom- Vorstellung 50 Pf. Vittoria- Park. Gneisenaustraße 67. Blücherstraße 31. Jeden Sonntag von 4 Uhr ab Grosses Concert und Spezialitäten- Borstellung. Entree 15 Pfg. Vorher 10 Pfg. Kaffeeküche von 2 Uhr ab geöffnet. Um gutigen Besuch bittet F. Sihenstock. 7234 Kaffeeküche v. 2 Uhr an geöffnet. Boltsbeluftigungen jeder Art. Bülowstraße 37. Zages Ordnung: 1. Vortrag von Herrn 2ange. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Tapezirer. 239/6 Ausschank von Weiß- und Bair.- Bier. 8. Juni, bei Feuerstein statt. Bon da ab 14tägig Montags. Die nächste Fachvereins- Versammlung findet am Montag, den Es ladet ganz ergebenst ein 777L H. Böttcher. Am Sonntag, den 7. Inni, findet eine Restaurant Grossjean Landpartie mit Damen Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25. Mein Lokal mit schönem, schattigen nach Friedrichshagen Garten, Kegelbahn u. grossem Saal jei statt. Sämmtliche Kollegen und Freunde, sowie deren Damen werden freundhiermit bestens empfohlen. Die Kaffee- lichst ersucht, sich daran zu betheiligen. Abfahrt mit Arbeiter- Rückfahrtkarten: hiermit bestens empfohlen. Die Kaffee- 58 füche steht den geehrten Damen von Friedrichstraße 6 Uhr 50 Min., Alexanderplatz 6 Uhr 38 Min., Schlesischer Berfügung.„ Vorwärts" Bahnhof 7 Uhr 5 Min. früh. Teffpunkt Restaurant„ Seeschlöschen" ( A. Schulze), Friedrichshagen. u. ,, Volksblatt" liegen aus. Wilh. Grossjean, Gastwirth. Niederschönhausen. Dss Komitee. 311/11 Feder. Lindstädt. Schwanz. Pönicke. Brederet. Billigste Quelle für Wiederverkäufer. E Mein Lokal mit Kegelbahn halte ich Lassalle- Bilder mit rother Fahne 100 Stück 27 Mart. Wahre allen Genossen bestens empfohlen. Jacob" 5 Pf.„ Glühlichter" Pf. 802 Sozialdemokratische Buchhandlung ihm die Tanzkonzeffion entzogen ist. Vereinsabzeichen, virung, empf. D. L 1122 b Stempel u. Gra d. Genoffen G. Kleist, Waldemarstr. 48. Berantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hempel, Buchholzerſtr. 8. Th. Mayhofer Nachf., Berlin N., Weinbergsweg 15b( Rofenth. Th.) 1098 b Der Bertranensmann. Hierzu zwei Beilagen 1 auj mi al 111 1 zu ge ti 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 124. Abonnements- Einladung. Sonntag, den 31. Mai 1891. 8. Jahrg. in diesem Monat nicht weniger als 1900 Gesuche um frühere Be bindung des Redakteurs dieses Blattes, Frau Kapitänin Windfreiung vom Schulunterricht bewilligt werden, weil nach den ange- müller, von einem kräftigen Knaben in seiner legten Nummer stellten Recherchen die wirthschaftliche Lage der Eltern der Kinder eine anzeigt. Der„ Redaktionssprößling" ist sofort zum„ Kadetten" so bedrängte war, daß in der That nicht gewartet werden konnte, der Heilsarmee ernannt worden! Für den Monat Juni eröffnen wir ein neues Abonnement bis das Kind das für die Entlassung gefeßmäßige 14. Lebensjahr auf den Vorwärts Berliner Volksblaff mit dem „ Sonntagsblatt" als Gratisbeilage. Der frühere Kriminal- Schuhmann Eckert, von dem wir erreicht hat, sondern es zeitiger in das praktische Leben eintreten muß, um durch sein Mitverdienen das Elend zu Hause zu mildern. vor einiger Zeit( in unserer Nr. 106 vom 9. Mai) in dem LokalDieses Elend erwies sich bei 50 Familien so groß, daß die Kinder artikel„ Aus dem Berliner Verbrecherleben" mittheilten, daß er schon mit 12 Jahren vom Schulzwange freigesprochen wurden! infolge einer von dem Töpfergesellen Paul Siebenhaar vor Bitte, Herr Oberbürgermeister!- Als ganz besondere mehreren Jahren erhaltenen Verlegung verstorben sei, befindet Illustration wird dann noch ein Fall angeführt, der nicht minder sich noch am Leben. Eckert ist allerdings pensionirt und beschäf= bezeichnend ist und der sich in einer hiesigen Gemeindeschule nach tigt sich, nach Art vieler Pensionäre, als Billeteur in einem VerAngabe zugetragen hat. Der gedachte Fall betrifft einen acht gnügungslokal in der Umgegend Berlins. Da aus unserem jährigen Knaben, welcher inmitten der Unterrichtsstunden so fest Leserkreise uns diese Mittheilung in sehr bestimmter Form zueingeschlafen war, daß der Lebrer ihn energisch" emporrüttelte. geht und Werth auf die öffentliche Berichtigung der vorerwähnten Erschreckt bittet der Kleine, ihn nicht zu bestrafen, er tönne ja Mittheilung gelegt wird, so geben wir dieser Berichtignng mit nicht dafür, denn um 12 Uhr Abends fame er erst zu Bett und dem Wunsche Raum, daß dem Todtgesagten nach der beum 1/25 Uhr müsse er wieder aufstehen. Die Aussagen des Kindes tannten Regel noch ein langes Dasein beschieden sei. Die erwiesen sich später als richtig. Bis Mitternacht mußte es auf gleiche Nachricht über seinen Tod ist übrigens auch zahlreichen den Straßen Streichhölzer feilhalten und vor 5 Uhr Morgens anderen Blättern zugegangen und von diesen ebenso wie von uns schon wieder bei einem Bäckermeister zum Austragen der Früh veröffentlicht worden. ent- stücksbeutel antreten, deren er 150 zu besorgen hatte.- Vielleicht auch dem Herrn Oberbürgermeister! Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Benthstr. 3, Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pf. monatlich, frei ins Haus, entgegen. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1 Mark 10 Pf. für den Monat Juni gegen. Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bevölkerung wird durch den vorläufigen Bericht des königl. hierdurch wiederholt ergebenſt mit, daß wir gern bereit sind, auch 330 Korrespondenzen und Parteinachrichten. Freiburg i. B., 29. Mai. Unser Genosse Philipp Teufel, der als Redakteur des Volksfreund" zu einer Gefängnißstrafe von 15 Monaten verurtheilt wurde und dieselbe im hiesigen Landesgefängniß verbüßt, wird rücksichtsvoll behandelt. Wenn er allerdings mit der sehr geistestödtenden Arbeit der Dütenfabrikation seine meiste Zeit verbringen muß, so sind ihm inzwischen einige Stunden zur geistigen Beschäftigung( Studium der Stenographie, Literatur) gewährt, auch erhält er eine politische Wochenschrift und ein fachgewerbliches Organ zur Lektüre. Auch die Behandlung des Genossen Geck im Kreisgefängniß zu Offenbach ist eine gute zu nennen. In Baden ist somit seit jener erregten Kammerdebatte über die Behandlung politischer Gefangener doch eine Wendung zum Besseren eingetreten. * Der Lokalkommission von Johannisthal ist folgendes Schreiben zugegangen: Bezugnehmend auf die mit unserem Herrn Die Dichtigkeit des Zusammenwohnens der Berliner Direktor Kampfhentel gepflogene Rücksprache theilen wir Ihnen preußischen statistischen Bureaus über die Volkszählung vom ferner die Räume in unserer Brauerei mit Ausschluß der Konzert1. Dezember 1890 beleuchtet. Berlin hatte am 1. Dezember 1890 tage zu Ihren Versammlungen herzugeben resp. unseren Dekonom eine ortsanwesende Bevölkerung von 1579 244 Personen, welche zur Hergabe zu veranlassen, sobald demselben die nachgesuchte sich auf 29 559 bewohnte Wohnhäuser( unbewohnte Wohn- Ronzession definitiv ertheilt worden ist, was hoffentlich recht bald häuser waren 922 vorhanden) und 2212 andere bewohnte Bau- eintreten dürfte. Hochachtend: Brauerei Boruffia, Attien- Geselllichkeiten, also auf zufammen 31 771 Wohnstätten vertheilten. schaft. Reimann. Julius Kampfhenkel. Im Durchschnitt tamen also auf jede Wohnstätte rund 50 Personen, In dem erwähnten Gespräch mit dem Direktor Herrn Kampfwährend im ganzen preußischen Staate 9, in den Städten 14, in henkel erklärte derselbe auf Ehrenwort, daß die Brauerei keine den Landgemeinden 7 und in den Gutsbezirken 13 Personen pro Konzession hätte und nur der Amtsvorsteher Rittmeister v. Oppen Wohnstätte ermittelt wurden. Wenn die 13 Standesamts- von Tag zu Tag die Erlaubniß zum Bierausschank gebe. An Bezirke Berlins einzeln betrachtet werden, so ergiebt sich, daß die dem Wort des Direktors zweifeln wir feinen Augenblick, ob aber Zahl der durchschnittlich auf jede bewohnte Wohnstätte entfallen- der Dekonom, Herr Dolinšti, sich unter diesen Ausnahmezuständen den Personen zwischen rund 26 und 83 schwankt. Selbst- uicht besonders wohl fühlt, wissen wir nicht; eine günstigere Geverständlich giebt es aber Häuser, deren Bewohnerzahl noch weit legenheit dürfte sich ihm so bald nicht wieder bieten, um verüber dieses Minimum beziv. Maximum hinausgeht. Unter dem hindern zu können, daß wir keine Versammlungen abhalten Durchschnitt von 50 Personen pro Wohnstätte liegen die reicheren fönnen. Die Lokalkommission. J. A.: F. Mielenz. Stadttheile im Innern und im Westen, über dem Durchschnitt die ärmeren, vorwiegend von Arbeitern bewohnten Bezirke an Ein furchtbarer Fabrikbrand wüthete gestern früh auf der Peripherie. Die Bevölkerungsdichtigkeit ist am geringsten im dem Grundstück Gitschinerstraße 79, das aus einem VorderBezirk I, Berlin- Köln- Dorotheenstadt, und am größten in haus mit zwei zu Wohnzwecken dienenden Seitenflügeln Bezirk V b, östlicher Theil der jenseitigen Louisenstadt, d. h. in besteht. An den linken Flügel stößt ein neuer Fabrikbau, der Gegend des Görlitzer Bahnhoses. in dem sich Komptore und Lagerräume befinden und von dessen Treppenflur aus man durch eiserne Thüren in die fünf Stockwerke des großen Quergebäudes tommt, daß ausschließlich Fabrikzwecken dient und sein Licht durch 25 große Fenster ers hält. In diesem Fabrikgebäude befindet sich unten rechts die Schraubenfabrik von Brinkmann, parterre links, sowie in dem 1. und 2. Stock, die je einen großen Saal bilden, die Album- Fabrit von Külper und im 3. und4. Stock Stock die Papierfabrik von Frank u.Vos. Ein Fahrstuhl verbindet alle fünf Stock werte. Gestern früh, kurz nach 6 Uhr, stellten sich in den Fabriken die Arbeiter und Arbeiterinnen ein. Zu letzteren gehört auch die am 16. De Die tägliche Zufuhr von Aalen nach hier ist jetzt nicht zember 1869 geborene Therese Polenz, welche hierselbst bei Die Polenz ist unbedeutend und doch sind dieselben keineswegs billig, denn ihren Eltern in der Cuvryftraße wohnt. man zahlt per Pfund 70 Pf. bis 1,50 M. Der Preis richtet sich als fleißige und sorgsame Arbeiterin bekannt und hatte ihren der einzelnen Fische, womit Werkplatz in nächster Nähe des Fahrstuhls. bekanntlich nach der Größe Ihre Arbeit nun die größten und besteht in dem Antleben von Celluloidverzierungen. Dem Brauche jedoch keineswegs gesagt ist, daß stärksten Exemplare auch immer die schmackhaftesten gemäß hatte sie heute früh mit einem Fidibus die Gasflamme find. Nach Jedermanns Geschmack ist Aal überhaupt nicht, ja des Leinsieders angezündet und dann auf kurze Zeit den noch alle Diejenigen, welche wenig körperliche Bewegung und nur leeren Arbeitssaal verlassen. Als sie den Raum wieder betrat, einen schwachen Magen besitzen, können diesen Fisch weder ge- schlagen ihr helle Flammen entgegen. Wie man annimmt, hat räuchert noch in Sauer gekocht vertragen, im Allgemeinen aber die Arbeiterin den Gashahn zu früh geöffnet, so daß zu viel wird hier die Aalsaison lebhaft herbeigesehnt. Dieselbe dauert Gas entströmt war, oder sie hat den noch brennenden Fidibus Bitte, Herr Oberbürgermeister! Einen fleinen, aber recht von jetzt an bis zum Herbst, alsdann wird der Aal weniger unachtsam weggeworfen, jedenfalls waren die auf dem Werktisch bezeichnenden Einblick in das Berliner Leben" gestattet eine schmackhaft und trotzdem noch theurer. Der Aal wächst nämlich liegenden Gelluloide explodirt und hatten ein gewaltiges Feuer Notiz, die sich unbedachtsamer Weise in ein hiesiges lammfrommes nicht so schnell, als man gewöhnlich annimmt, ein zweijähriger veranlaßt. Von Angst und Schrecken erfaßt, hatte die Polenz Er gedeiht nur bei reichlicher den Fabrikraum wieder verlassen, war mit dem Rufe Feuer! bürgerliches Blatt verirrt hat, und die deshalb an solcher Stelle Fisch wiegt nur ¼ Pfund. um so mehr in die Augen springt. Die besagte Notiz behandelt Insektennahrung und verlangt ein großes Jagdrevier, weshalb Feuer!" zusammengefunken und in schreckliche Krämpfe verIm Nu hatte sich währenddem das Feuer über die vorzeitige Entlassung von Kindern aus den Berliner Gemeinde- sich die Haltung desselben in geschlossenen Gewässern nicht fallen. schulen. Die Schulpflicht dauert bekanntlich bis zum vollendeten empfiehlt. Der Aal verzehrt nicht nur entwickelte Wasser- den ganzen Raum ausgedehnt und bei der Fülle brennan eine wahrhaft verheerende 14. Lebensjahre, doch können nach dem Schulreglement auch vor- insekten, sondern er frißt schon die Eier und Larven derselben barer Stoffe von Beginn Gewalt erhalten. Um 6 Uhr 28 Minuten erfolgte endzeitige Entlassungen aus dem Schulzwange statthaben und wer- und verursacht dadurch Nahrungsmangel für die Mitfische. lich die Alarmirung der Feuerwehr. Das Feuer selbst den derartige Gesuche stets im Monat Mai erledigt, indem beDer Redakteur eines hiesigen Blattes ist dieser Tage hatte währenddem den hölzernen Schacht des Fahrstuhltreffs der vorzeitigen Entlassung nur Schüler oder Schülerinnen war durch diesen nach allen Stockin Frage kommen, welche bis zum 30. April das 13. Lebensjahr von einem kräftigen Jungen" glücklich entbunden seiles erfaßt und Als die ersten Züge anrückten, und die erste Klasse entweder, oder doch die Reife für dieselbe er worden. Diese Nachricht, so unglaublich sie auch klingen mag, werken hin verbreitet worden. reicht haben. Wie es nun heißt, waren bei der städtischen Schul- entnehmen wir dem amtlichen Moniteur der Heilsarmee, dem hatten die Flammen schon das Dach ergriffen, es wurde infolge deputation Tausende derartiger Gesuche eingegangen und mußten Kriegsruf", der unter dem Titel„ Verstärkung" die Ent- dessen sofort weitere Hilfe herbeigeholt und waren schließlich die Aus der Pfalz, 28. Mai. Der sozialdemokratische Arbeiterverein in Kaiserslautern hatte in einem Schreiben vom 22. d. M. den Reichstags- Abgeordneten für den Wahlkreis Zu dem Artikel in Nr. 119 unseres Blattes, der von Kaiserslautern- Kirchheimbolanden, Herrn Brunck, aufgefordert, der Soldatenbeschäftigung in dem Lokale des Herrn Dannenberg, über seine Thätigkeit im Reichstag in einer öffentlichen Sigung nicht Falkenberg, wie irrthümlich angegeben war, in Schloß Bericht zu erstatten. Herr Brunck hat auf dieses Schreiben Schönholz handelt, wird uns von der Pankower Lokalkommission folgende Antwort gesandt: Kirchheimbolanden, 26. Mai 1891. berichtigend mitgetheilt, daß die Soldaten nicht 1,50 Mart, Herrn Friedrich Moris, 1. Vorstand des Arbeiter- Wahlvereins sondern 2 Mart, Essen und vier Biermarten pro Mann er Kaiserslautern. Sehr geehrter Herr! In Beantwortung Ihrer hielten. Die Arbeitszeit war von 1/24 Uhr bis 1/210 Uhr Zuschrift vom 22. d. M. beehre ich mich, Ihnen mitzutheilen, Abends. daß ich nicht die Absicht habe, Ihrem Ersuchen Folge zu leisten. Hochachtungsvoll Brund."-Auf dies ablehnende Schreiben hin beabsichtigt nunmehr die sozialdemokratische Partei in Kaiserslautern einen ander en Reichstagsabgeordneten nach dort zu berufen, der nicht allein über die Thätigkeit des Reichstags, sondern auch über die Thätigkeit des Abgeordneten für Kaisers Lautern- Kirchheimbolanden im Reichstag Bericht erstatten soll. Lokales. Sonntagsplauderei. " 1 blinzelt tückischen Blickes über dieselbe hinweg und fragt die Anderen verdammen die Agrarier, bald ist der Eine das alte Liebe wieder " fie als der Minister auch einen ihrer Anhänger zitirte- aber Und der Magistrat will nicht läftig fallen mit unvon alledem wird man nicht satt, und das Magenknurren ist ein bequemen Petitionen, und in seiner weitschauenden Fürsorge R. C. In den schönen Jahren, wo bei angehenden Geräusch, welches auch von der schönsten Muſik nicht übertönt legt er dringliche Eingaben dahin, wo sie sicher vom Rost und Männern die Unaussprechlichen hinten noch nicht geschlossen wird. Es ist eine höchst überflüssige Angewohnheit namentlich des von den Motten gefressen werden. Sie haben ihre Schicksale, sind, wird man in der Schule mit allerlei schwierigen und niederen Volkes, daß es von Zeit zu Zeit etwas Greifbares die Petitionen wie alle übrigen Schriftwerke und die Musterhinterliftigen Rechenerempeln verfolgt und moleſtirt. Der genießen will, aber man hat ein vorzügliches Mittel, um verwaltung wird durch das Schicksal dieser Petition in weise Magister schiebt sich die Brille auf die Nasenspitze, den Hunger abzulenken: die Einen schimpfen auf die Börse, launiger Weise illustrirt. Während die Bevölkerung vom linken Flügel des Freiden geängsteten Schüler mit lauernder Miene, was wohl Schuld an der Theuerung, bald der Andere, und dem finns abwärts sehnsüchtig auf die Aufhebung der Getreideein Biergroschen- Brot kosten würde, wenn der Scheffel Dritten, dem Duldenden, läuft inzwischen das Wasser zölle wartet, tobt der männermordende Kampf im nationalRoggen plöglich auf dritthalb Thaler achtzehn gute Groschen stromweise im Munde zusammen; aber er wagt doch liberalen Lager ruhig weiter. Vorsichtige Leute wenden sich und neun Pfennige zu stehen käme. Und dem armen nicht auszuspucken, weil der Mensch doch nicht ganz ab von ihrem Herrn und Meister in Friedrichsruh, und die Knäblein stürzt das Blut in den Kopf, trampfhaft und und gar vom Luftschnappen existiren kann. Inzwischen Verbleibenden schimpfen wacker auf ihre bisherigen Gemit sausender Geschwindigkeit eilen ihm Ziffern durch aber erwägt man und stellt Erhebungen an an maßgebender finnungs- Kumpane. Man muß sich würdig vorbereiten und während der behördlichen Anordnungen auf die Streitigkeiten des Parteitages, und die verversucht Gehirn, er zu rechnen, unterdrückt Stelle, und während der den Schlucken, der ihn vor Angst befallen hat, und fördert stehen die Uebrigen krumm vor Hunger und hungern eben. steckten Bosheiten, die man sich als Einleitung gegendann unter Stottern und Stammeln die ewig denkwürdige Es ist das eine langweilige Beschäftigung, das kann und feitig an die Köpfe wirft, haben gewiß den Zweck, Aber aufzuwärmen. Wahrheit zu Tage, daß unter solchen Umständen ein Vier- soll ohne Weiteres zugegeben werden, aber muß denn heut bie groschenbrot leicht„ Sechs Jute" kosten könnte. zu Tage auch Alles mit Eilzugs- Geschwindigkeit gehen? haben Grund, stolz zu sein und sich aufzublähen, denn Ein ähnliches Rechenexempel stellt jetzt unsere Staats- Meit nichten! Man blicke auf den Magistrat, auf die bie nationalliberale Partei hat einen Zuwachs erhalten, auf weisheit mit den steuerzahlenden Kindern auf. Das Ex- majestätische Ruhe, die seine Amtshandlungen auszeichnet, den sie sicher nicht gerechnet hatte. In Einbeck hat sich ein periment ist etwas praktischer Natur, indem versucht wird, auf die gemessene Würde, mit welcher er Petitionen, die Sozialist von der Unausführbarkeit der sozialdemokratischen wie wenig Brot man sich gestatten darf, den Leuten für ihm zur Uebermittelung an die Regierung übergeben werden, Ideen überzeugt, und ist mit geschlossenen Augen und beiden theures Geld anzubieten, und während der darbende in seiner Schublade liegen läßt. Das hastige Getriebe, das Beinen zugleich mitten in die nationalliberale Partei hineinFamilienvater sich den Schmachtriemen immer enger anzieht, nervöse Gedränge unserer Zeit zerschellt an diesem gesprungen. Es war begreiflich, daß Herr Eugen Richter trazzt sich Herr von Bötticher hinter den Ohren und konferirt bronzenen Felsen; die eherne Ruhe des Magistrats vor Wuth schäumte, daß dieser überzeugungstreue Mann mit dem Generalrath aller Gewerkvereine, Herrn Max Hirsch, übt auch einen besänftigenden Einfluß auf Diejenigen nicht zuerst zum Freisinu übergegangen ist, denn wenn er die vor Hunger aufmucken wollen, wie einen lebendigen Menschen hätte vorweisen können, den er und statt der Aufhebung der Getreidezölle verspricht der höf- aus, liche Minister alles mögliche, die hungrigen Wäuler werden säuſelndes Flüſtern, wie murmelndes, sanftes Quellen- durch seine Frrlehren in die beglückenden Gefilde des Freivorläufig mit glatten Artigkeiten gestopft, und als die frei- geplauder überkommt es auch den verzweifeltſten Hungerleider: finns eingeführt hätte er wäre vergangen vor Freude und finnige Deputation sich wieder auf der Treppe des Minister- stille, stille, kein Geräusch gemacht der Magistrat schläft, vor Lust. hotels befand, da muß ihr doch wohl allmälig der Gedanke und wer schläft, sündigt nicht, und eine so wackere und ehrenaufgebämmert sein, daß sie doch eigentlich jetzt genau so feste Körperschaft soll man nicht zur Sünde verführen. schlau wäre wie vorher. Mit dem großen Unbekannten operirte der Minister nun allerdings nicht, dagegen führte er einen ungenannten Freihändler ins Treffen, und die freifinnige Deputation mag nicht schlecht gekatzenbuckelt haben, Jch warne Dich, als Mensch und Christ, Kind, hüte Dich vor allem Bösen: Es macht Plaisir, wenn man es ist Es macht Verdruß, wenn man's gewesen!" Aber die Hoffnung braucht er noch nicht aufzugeben, er soll dem Herrn ein Exemplar seiner Irrlehren zustellen, und wer weiß, ob sich aus dem jezigen Nationalliberalen nicht noch ein strammer Freisinniger entwickelt. Beide Parteien können solchen Zuwachs gebrauchen. den Zweck der Antheilnahme am Streit verfolge, und hiervon in der Resolution feine Rede sei. Der Gerichtshof war jedoch anderer Ansicht, er erblickte darin eine Verrufserklärung und verurtheilte den Angeklagten zu 1 Woche Gefängniß. Büge 9, 10, 17, 18, sowie Hauptwache und Zentralzug zur Stelle.[ werb eordnung doch nur die Verrufserklärung bestrafe, welche eine Mark erzielt werden. Der verdorbene und theilweise von Man fetzte zwei Dampfsprißen mit fünf Schläuchen und zwei Druckfrißen in Thätigkeit und ging dem Feuer, das auch nach dem Parterre zu sich ausgedehnt hatte, von allen Stockwerken aus zu Leibe. Der Kampf war bei der großen Ausdehnung und der Fülle brennbarer Stoffe ungemein schwierig; drei Stunden dauerte es dann auch, bis die Gewalt der Flammen gebrochen war. Nicht minder umfangreich find die Aufräumungsarbeiten, und erst nach 11 Uhr konnte der Haupttheil der Feuerwehr die Brandstelle wieder verlassen. Der Schaden ist ganz enorm, was die Flammen nicht verzehrt haben, ist durch Waffer ruinirt, selbst die Maschinen haben durch die Size insofern gelitten, als einzelne Theile verbogen sind. Den Hauptschaden hat die Leipziger Versicherung zu tragen. Die Polenz befindet sich in einem wahrhaft bedauernswerthen Zustande. Sie liegt noch immer im Zustande des Starrtrampfes. Ungeziefer verfressene Vorrath an Waare deutete auch darau hin, daß das Geschäft schon lange feinen Umfah gehabt hatt Es stellte sich auch heraus, daß der Ehemann Riedel die erwähnt Stelle garnicht antrat und durch diese Umstände mußte de Käufer annehmen, daß man zu falschen Vorspiegelungen gegriffen Die naive Rechtsauffassung, man könne fich durch Selbst habe, um das wenig einträgliche Geschäft los zu werden. 3 hilfe Ersatz für einen, von einem Andern zugefügten Schaden dieser Ueberzeugung gelangte auch der Gerichtshof auf Grund verschaffen, brachte den bisher vollkommen unbescholtenen Schiffs- der umfangreichen Beweisaufnahme und bei dem groben Ver eigner Fris Barney aus Köpenick auf die Anklagebant megen trauensbruch, der in der Handlungsweise der Angeklagten liege Diebstahl. Der Genannte war bei einem anderen Schiffseigner hielt der Gerichtshof eine empfindliche Strafe am Playe. Das in Diensten, und war, als sein damaliger Arbeitgeber zu erfahren Urtheil lautete auf je zwei Monate Gefängniß. bekam, daß Barney sich selbständig machen wolle, von diesem plöglich entlassen worden. Es entstanden eine Reihe von Privat- Als ,, Sekondelieutenant" bei der Heilsarmee fonnte sich lagen, in denen Barney zum großen Theil Recht behielt. Es gestern der Druckschriftenhändler Bornheimer dem Schöffen sind jedoch noch eine ganze Anzahl von Gegenständen gericht vorstellen, welches ihn vor sein Forum geladen hatte, weil in den Händen des ehemaligen Prinzipals geblieben er unbefugt eine feste Handelsstelle eingenommen hatte. Der 22jährige Ein nicht unerheblicher Brand brach in der vorlegten Nacht und glaubte dadurch Barney sich geschädigt. Der Angeklagte erschien in voller Uniform; auf dem rothen Wamms gleich nach 12 Uhr in der Drakestr. 81 zu Groß- Lichterfelde be- Weg der Privatklage schien ihm zu lang und so nahm unter dem uniformartigen Rittel prangte das Wort„ Heilsarmee", legenen Billa des Bankiers Alexander Löwenherz aus, welcher er dem früheren Prinzipal einfach einige Gegenstände fort. Er am Kragen bezeichnete ein" S" die militärische Charge des An in Berlin wohnt und sich bereits auf seinem Sommerfitz befin- entschuldigte sich im gestrigen Termin vor der 1. Straftammer geklagten, ganz unvorschriftsmäßig dagegen erschien der große det. Im ersten und obersten Stockwerk der Villa lag neben der des Landgerichts II mit den Worten: Wenn Du mir mein gelbe Strohhut, welchen derselbe zu der Uniform angelegt hatte. Mädchenkammer und, von dieser nur durch eine Bretterwand ge- Eigenthum nicht wiedergiebst, nehme ich Dir Deins." Außer den Ob die große Narbe, welche dem Angeklagten über die rechte trennt, das Badezimmer, welches am Abend geheizt worden war. Kleinigkeiten, die der Angeklagte zugiebt, fortgenommen zu haben, Kopfhälfte geht, die Erinnerung an eine gegen die fündige Durch die dem Ofen entströmende Hiße oder durch das im fehlen aber noch andere Sachen, die der Angeklagte ebenfalls ge- Menschheit geschlagene Schlacht" ist, blieb leider unerörtert. Innern brennende Ofenrohr muß nun die Bretterwand oder das stohlen haben soll. Es kann hierfür aber kein Beweis erbracht Durch die Anklage konnte der junge Gottesstreiter erkennen, wie Dach angeschwelt worden sein. Den beiden Dienstmädchen der werden. Ferner soll er noch einer dritten Person eine Säge in der bösen Welt auch das Erhabenste in den Staub gezogen Familie war es in ihrer Rammer infolge der dorthin mitgetheilten unterschlagen haben. Der Vertheidiger ist nun der Ansicht, daß wird. war von der Heeresleitung dazu ausersehen, Wärme zu heiß geworden, sie öffneten daher ihr Fenster und be- die Absicht der rechtswidrigen Zueignung nicht er in einer der lebhaftesten Straßen des großen Spree Babels, gaben sich in den kühlen Park. Durch die Zugluft wiesen ist, da er nach nach seiner Rechtsauffassung den in der Friedrichstraße, auf Vorposten zu stehen und durch wurde nun das Feuer alsbald entfacht und schlug in sogenannten„ Diebstahl" " Diebstahl" als einen Aft der Selbsthilfe Traktätchenvertheilung um die Seelenrettung sich verdient zu hellen Flammen zum Dach heraus. In diesen Augenblick betrachtet habe, und daß es nicht die Absicht des Gesez- machen. Er kam dieser Aufgabe auch mit dem ihm inne woh fuhr ein von Berlin nach der Kadettenanstalt heimkehrender gebers gewesen sei, solche irrthümliche, in der Unbildung des nenden kriegerischen Elan nach, vergaß aber dabei, daß eine Offizier auf der elektrischen Eisenbahn an der Brandstelle vorbei Angeklagten begründete Rechtsauffassung als„ Diebstahl" zu be- polizeiliche Borschrift besteht, welche eine besondere Erlaubniß und alarmirte sofort die Feuerwehr, welche aus den zum Kadettenkorps abfommandirten Soldaten der verschiedensten zum Einnehmen einer festen Handelsstelle erfordert. Da er eine folche nicht besaß, erfreute er sich eines polizeilichen Strafmandats Truppen gebildet ist und welche unter Führung eines Offiziers in Höhe von 3 M. Das von ihm angerufene Schöffengericht verund mehrerer Unteroffiziere mit ihren Löschwerkzeugen bald an mochte zwar seiner Darlegung, daß er ja nicht ſtillgestanden, sondem Drt des Brandes eintraf. Als nach ihnen die freiwillige dern immer einige Schritte hin und her gegangen fei, feine ent Feuerwehr erschien, war es dem Militär bereits gelungen, ein schuldigende Bedeutung beizumessen, hielt aber bei der ganzen weiteres Umfichgreifen des Elementes zu verhindern. Es brannte Sachlage eine Strafe von 1 M. für genügend. aber trotzdem das Dach ab und mehrere Bimmer gänzlich aus, während die unteren Räume durch die Wassermassen beschädigt wurden. Die Mädchenkammer und deren Habe sind völlig vernichtet worden; zum Glück waren die Insassen im Garten und retteten so ihr Leben. Die gleichfalls im ersten Stock schlafende Familie Löwenherz konnte noch rechtzeitig geweckt werden. Nachdem die Hauptgefahr beseitigt worden war, rückte die Soldaten feuerwehr wieder ab. Der Brand war gegen 2 Uhr gelöscht. strafen. Das Gericht ist nach Lage der Sache nicht in der Lage, fich der Ansicht der Vertheidigung anzuschließen; es wird der That bestand des schweren Diebstahls, der darin liegt, daß der Angeklagte ein Fenster aufgestoßen und in den Raum, der zur Aufbewahrung der betreffenden Gegenstände diente, eingestiegen sei, als erwiesen angenommen, und es erfolgt unter Ablehnung der vom Vertheidiger gestellten weiteren Beweisanträge die Verurtheilung zu 6 Wochen Gefängniß, während in Bezug auf die Unterschlagung auf Freisprechung erkannt wird. Die II. Straffammer hiesigen Landgerichts I verurtheilte gestern die Wittwe Laura Gäbler, welche dem unmoralischen Leben ihrer eigenen Tochter aus eigennügigen Motiven Vorschub ge leistet hatte, wegen schwerer Ruppelei au einem Jahre 3 u chthaus. Arbeiterbewegung. BO Bürsten und Pinselmacher- Kongreßt. Vom 17. bis Sieben Monat unschuldige Untersuchungshaft hat der Arbeiter August Huwe durchkojen müssen, welcher am 30. d. m. zusammen mit einem gewissen Karl Brack unter der Anklage des Verbrechens gegen die Sittlichkeit vor den Geschworenen am Landgericht I. stand. Es handelte sich um eine unschöne nächtPolizeibericht. Am 27. d. M. Nachmittags wurde auf dem liche Szene im Humboldthain, an welcher der zweite Angeklagte Hofe des Grundstücks Chausseestr. 74 die fünfjährige Bertha zweifellos betheiligt war, während der erste Angeklagte in seiner Meinicke beim Spielen von einem anderen Mädchen umgestoßen langen Untersuchungshaft stets seine völlige Unschuld behauptet und erlitt eine so schwere Gehirnerschütterung, daß sie am batte. Diefelbe wurde in der Schwurgerichts- Verhandlung 19. Mai tagte in Apolda der 2. deutsche Bürsten- und Pinsel29. d. M. Morgens verstarb. Am 29. d. M. Nachmittags auch so klar erwiesen, daß der Vertheidiger, Rechts- macher- Kongreß. Vertreten waren: Wien, Berlin, Hamburg, sprang ein Mädchen in der Nähe der Moabiter Brücke in die anwalt Leonh. Friedmann, nicht nur die Freisprechung Leipzig, Dresden, Freiburg, Donaueschingen, Apolda und Nürn Spree, wurde jedoch, anscheinend ohne Schaden genommen zu seines Klienten in Antrag brachte, sondern auch beanspruchte, berg, welche sich sämmtlich für eine gemeinsame Organisation haben, wieder aus dem Wasser gezogen und nach seiner Wohnung daß die Kosten der Vertheidigung der Staatskasse aufgebürdet aussprachen, worauf auch die vorgelegten Statuten mit einigen gebracht. In dem Hause Invalidenstr. 9 fiel Abends ein un- würden. Er begründete diesen Antrag damit, daß, wenn in dem unwesentlichen Alenderungen angenommen wurden. Der Vorsitz bekannter, etwa 35 Jahre alter Mann in der Trunkenheit eine Vorverfahren eine Gegenüberstellung der Belastungs- und Ent- wurde nach Beschluß des Kongresses nach Freiburg verlegt. Die im Seitenflügel belegene Kellertreppe herab und erlitt eine so laftungszeugen stattgefunden hätte, die Hinfälligkeit der Anklage Verhandlungen wurden durchaus in ruhiger und fachlicher Weise bedeutende Berlegung an der Stirn, daß er besinnungslos sich von selbst ergeben haben würde. Der Gerichtshof erachtete geführt, und steht zu hoffen, daß die Entwicklung der Organi liegen blieb und nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden diese Gründe als zutreffend und erkannte nach dem Antrage des fation in Anbetracht ihrer immensen Wichtigkeit für die Arbeiter Vertheidigers. Der Angeklagte Brack wurde zu 6 Monaten egensreiche Fortschritte macht. Mit einem Hoch auf die inter Gefängniß verurtheilt und die Straße auf die Untersuchungshaft nationale Arbeiterbewegung und dem Absingen der Marseillaise angerechnet. wurde der 2. deutsche Bürsten- und Pinselmacher- Kongreß ge schlossen. mußte. Gerichts- Beitung. bedeutend Aus Bochum wird der Kreuz- 3tg." telegraphirt: Die gelaffen hatte, allen Bergleuten, welche nunmehr an drei Streits Firma Krupp hat, nachdem sie eine vierwöchentliche Bebentzeit betheiligt gewesen sind, die Abkehr gegeben. Unterschlagungen von beträchtlichem Umfange führten gestern den Kaufmann Michael Edel vor die zweite Straffammer Unter der Anklage der Majestätsbeleidigung stand Jahre 1888 von der Kleiderfirma Grundmann und Höseler in des Landgerichts 1. Der Beschuldigte wurde im gestern Dr. F. Lütgenau vor der 4. Strafkammer des Land- Meran i. S. als Agent angenommen. Später stellte der Angegerichts I. Die Majestätsbeleidigung sollte durch einen Vortrag flagte seinen Chefs vor, daß es für das Geschäft beffer sei, wenn im Berein der deutschen Schuhmacher begangen worden sein. er ein Kommissionslager erhalte und gleichzeitig mit der Befug Nach der Aussage des überwachenden Polizeibeamten hätte niß zum Einkassiren der außenstehenden Forderungen ausgestattet bericht: In Wien stehen 3000 Buchdruckergehilfen und Hilfs Die Generalfommission verschickt folgenden Situations Redner gesagt, daß der Kaiser soziale, sozialistische, sozialdemo- werde. Die Firma ging auf den Vorschlag ein, Edel erarbeiter aus. Die Ursache, sowie der bisherige Verlauf des Tratische diese Ausdrücke feien, wie der Zeuge meinte, gleich hielt einen Posten Waare Ideen habe und deshalb den Unternehmern nicht der stets je nach dem Abgange wieder zum Betrage von 3000 m., Kampfes ist allgemein bekannt. Infolge der Feier des 1. Mai sympathisch sei. Im Zusammenhang damit habe der Redner die Von erneuert wurde. wurde eine Anzahl Buchdrucker entlassen, worauf die Gesammt " Mittheilung" von der bevorstehenden Abdankung des Monarchen Hause meist nur Aufträge für Besteller diesem Zeitpunkte an hat der Angeklagte feinem heit derselben die Arbeit einstellte und den neunstündigen Arbeits gemacht. Ferner habe er gesagt, daß der Kaiser bei den ver Namen geschickt. mit falschen tag forderte. Da die Aufträge von dem hiesigen schiedenen Konferenzen auf der äußersten Linken gestanden" Lager ausgeführt wurden und der Angeklagte fechs Monate angeblich wegen Statutenüberschreitung, behördlich geschlossen Trotzdem der Unterstützungsverein der Buchdrucker in Wien, habe. Der Angeklagte suchte aus dem Protokoll und den münd- Biel gab, so dauerte es geraume Zeit, bevor die Firma hinter worden, so ist der Stand des Streits nach den uns gewordenen lichen Aussagen des Poltzeibeamten nachzuweisen, daß dieser den die Unregelmäßigkeiten ihres Agenten fam. Dann stellte fich aber Berichten ein sehr günstiger, da auch bei diesem Ausstande dies Bortrag fehr mangelhaft aufgefaßt habe. Er habe nur von einer heraus, daß 42 Aufträge auf nicht existirende Besteller aufgegeben felbe Einmüthigkeit, wie wir sie schon öfter bei größeren Streits Anerkennung fozialdemokratischer Forderungen durch den Kaiser worden waren. Das Kommissionslager war nicht mehr vor- in Wien beobachten konnten, unter den Genossen herrscht. Durch gesprochen, damit fei eine wahre Thatsache ausgedrückt. Was handen. Die Firma Grundmann u. Höseler war außer Stande, die Schließung des Vereins ist den Ausstehenden jedoch ein wesent Der Beamte sonderbarer Weise als eine Mittheilung“ verstanden die ausstehenden Forderungen einzuziehen, denn der Angeklagte liches finanzielles Hilfsmittel geraubt worden, und wenden sich und für eine Thatsache gehalten habe, war nur Erwähnung eines an jenem Tage aufgetauchten Gerüchtes, das geben. Die Firma schäßt ihren Verluft auf über 17 000 M. und die weigerte sich entschieden, die wahren Namen der Besteller anzu- dieselben an uns um Unterstützung. er( Redner) keineswegs für glaubhaft erachtet und das er auch schreibt es hauptsächlich diesem Umstande zu, daß sie den Konkurs uns gewährt werden kann, so dürfte doch die Aufforderung Wenn diese auch direkt nicht in ausreichendem Maße von nicht um des Gerüchtes selbst willen, sondern nur in einem be- bat anmelden müssen. Auch im Verhandlungstermine blieb der unsererseits stimmten, geeigneten Zusammenhang zu einem anderen Zweck Angeklagte bei seiner Weigerung, anzugeben, wo die Waaren die deutschen Genossen anspornen, ihr Möglichstes zu unseren österreichischen Genossen zu helfen, erwähnt habe. Auf der äußersten Linken habe( so sei von ihm geblieben, er behauptete, die wahren Namen der Besteller deshalb leisten um besonders auch das brutale Machtmittel, wel nur ausgeführt worden) der Kaiser auf der Arbeiterschutz- Konferenz verschwiegen zu haben, weil er befürchten mußte, daß man ihn ches durch die Vereinsschließung angewandt worden ist, gestanden; das heiße: am meisten links von den Konferenz- Mit- nach Anbahnung aller dieser Geschäfte entlassen und die Ver- zu Nichte zu machen. Wenn in der Weise seitens der Behörden gliedern, und bedeute noch nicht: an sich links. Wenn er( Redner) bindung für eigene Rechnung weiterführen würde. Auch habe er Bartei genommen wird, dann haben die deutschen Genossen sich dem Raiser selbst die Anerkennung von noch mehr Forde sich sichern müssen, weil sein Haus ihn fortwährend um die Aus- jederzeit doppelt opferfreudig gezeigt, weil sie selbst erfahren rungen der Sozialdemokratie zugeschrieben hätte, so würde er ftellung von Gefälligkeitsatzepten anging, zu deren Deckung er die haben, wie solche Eingriffe in die Rechte des Staatsbürgers damit von seinem Standpunkt sicher nicht das Bewußtsein der eingezogenen Außenstände benutzen sollte. Der Zeuge Grund- empfunden werden. Majestätsbeleidigung verbunden haben. Der Staatsanwalt be- mann gab zu, daß in neun Fällen solche Wechsel zum Gesammtantragte drei Monat Gefängniß; denn wenn wir es schon für betrage von 9000 M. ausgestellt worden seien, damals habe das den großen Ausständen in Deutschland die österreichischen Ges Wir erinnern auch noch daran, daß im vorigen Jahre bei eine Beleidigung halten, daß man uns Sozialdemokraten nennt, Guthaben an den Angeklagten aber über 25 000 m. betragen. noffen nicht unthätig in Unterstützung waren; wir erinnern aud wie viel mehr ist es eine Beleidigung der Majestät, zu sagen, Der Staatsanwalt hielt die Handlungsweise des Angeklagten für daran, wie uns während des Tabalarbeiter- Ausstandes in Ham daß dieselbe sozialdemokratische Ideen habe." Wertheidiger so gegen Treu und Glauben im kaufmännischen Verkehr ver- burg in diesem Jahre aus verschiedenen Ländern Unterstützung Assessor Heine und Angeklagter hoben das Unzutreffende der stoßend, daß er eine Gefängnißstrafe von drei Jahren und fünf zu Theil wurde und glauben bei diesem Hinweis nicht vergeblich staatsanwaltschaftlichen Auffassung scharf hervor und plädirten Jahre Ghrverlust beantragte. Der Gerichtshof hielt nicht unter an die deutschen Genossen zu appelliren, wenn wir sie erjuchen, für Freisprechung, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. Die schlagung, sondern einen fortgesetzten Betrug für vorliegend, auch in diesem Falle die internationale Solidarität zu be Kosten des Verfahrens wurden dem Staate auferlegt, nicht aber wofür auf eine Gefängnißrafe von zwei Jahren weisen. die Kosten der Vertheidigung, wie diese beantragt hatte. und dreijährigen Ehrverlust erkannt wurde. In den anderen gemeldeten Ausständen ist eine Aenderung Wien. Ueber den Buchdruckerstreit geht uns folgender Adressen für Wien: Wegen Verrufserklärung durch Verlesung bezw. AnGeldsendungen an: Heinrich Erdinger, Wien II, Obere Donaus nahme einer Resolution in öffentlicher Versammlung hatte sich Alfred Samfcher, welcher wegen Ürkundenfalschung und Der frühere Prokurist des Bankhauses Pant Polke, straße 63. gestern der Buchbinder Greiffenberg vor dem hiesigen Beruntreuung entlassen Briefe an: Carl Höger, Wien VII, Burggaffe 57. Schöffengericht zu verantworten. Am 21. April fand im Saale darauf eine Denunziation gegen P. bei der Staatsanwaltschaft legten sämmtliche Gehilfen die Arbeit nieder, weil sie die grobe entlassen worden war und als Antwort In Barmen( Posamentenfabrik von Meier u. Schönborn) des Restaurants Königsbank" eine öffentliche Versammlung der einreichte, ist nunmehr, wie wir hören, auf Beschluß der Behandlung seitens des Werkführers nicht weiter ertragen Arbeiter und Arbeiterinnen der Rartonbranche statt, in welcher Strastammer auch verhaftet worden. unter dem Vorsitze des Angeklagten Streifangelegenheiten verhandelt es bekanntlich unternommen, noch eine außerordentliche General zuges. Hamfcher hatte fonnten. Die Ausstehenden bitten um Fernhalten des Zu wurden. Dabei gelangte eine Resolution Schrader zur Annahme, versammlung der Berliner Messinglinien- Façonschmiede" einzuwelche folgenden Inhalt hatte:" Die Versammlung spricht ihre berufen und angeblich soll dies mit den Grund zu seiner schleu- nicht eingetreten. Entrüftung darüber aus, daß sich Kollegen und Kolleginnen gefunden nigen Inhaftnahme abgegeben haben. haben, welche durch Uebernahme der Arbeit von Streifenden ihre genannter Gesellschaft, welche ihm die Aktien zur Vertretung in Diejenigen Aktionäre Kollegen schädigen. Die Versammlung beschließt, jede Gemeinschaft der Generalversammlung überlassen haben, gerathen dadurch in den Stand am 28. d. M. darlegender Bericht zu: mit solchen Kollegen zurückzuweisen." Die Staatsanwaltschaft eine gewisse Nothlage. hatte darin eine Verrufserklärung erblickt und sowohl dem AnDurch die Konfistation des letzten Situationsberichtes und tragsteller als auch den Vorsitzenden, der die Resolution zur Ver- Unwahre Angaben bei dem Verkauf eines Geschäftes find wir erst heute in der Lage, über den Verlauf der am 25. Mai die 24stündige zuwartejrist zur Ausgabe eines neuen Berichtes Lesung und Abstimmung gebracht, unter Anklage gestellt. Der führten gestern den ehemaligen Borkosihändler Max Niedel abgehaltenen Versammlung berichten und den Kollegenfreifen Erstere war freigesprochen worden und das gerichtliche Protokoll und dessen Ghefrau Marie Riedel unter der Auflage des Betrugs weitere Mittheilungen über den Stand unserer Bewegung machen verzeichnete, daß der überwachende Polizeilieutenant bei seiner vor die IV. Strafkammer des Landgerichts I. Im Februar zu können. Bernehmung als Beuge nicht auszusagen vermochte, ob der vorigen Jahres veröffentlichten die Angeklagten durch die Zeitung, Schlußsah der Resolution wirklich in derselben gestanden. Bei daß sie ihr gutgehendes und einträgliches Geschäft frankheits- nahmen an derselben Theil und mehrere Hunderte mußten, theils Die Versammlung verlief glänzend. Etwa$ 500 Personen der gestrigen Verhandlung gegen Greiffenberg änderte sich insofern balber verkaufen wollten. Es meldete sich ein Bewerber, dem wegen Mangel einer von der Behörde vorgeschriebenen, sie als die Sachlage, als der abermals vernommene Polizeilieutenant versichert wurde, daß das Geschäft eine tägliche Losung von Buchdruckerei- Arbeiter fennzeichnenden Legitimation, theils wegen entschieden behauptete, daß seine damalige Aussage falsch protokollirt 30-40 Mart habe, und daß sie dasselbe nur veräußerten, weil Mangel am Raum umkehren, oder in dem Vorhofe des Saales worden sei. Er befundete auf das Bestimmteste, daß der fragliche der Ehemann eine Kammerdienerftelle beim Hofmarschallamt er- und im Hausflur Posto fassen. Nach einem eingehenden Referate Schlußsah thatsächlich verlesen worden sei. Der Angeklagte halte und die Ehefrau frank sei. Der Bewerber erstand darauf über den Stand des Streits seit dessen Beginne, wurde von machte für sich geltend, daß er als Vorsitzender einer Ber- das Geschäft für 600 M. Bald mußte er einsehen, daß er betrogen einem Kollegen der Antrag gestellt, es sei auf die Forderung sammlung doch verpflichtet sei, alle eingehenden Anträge zur war, das Geschäft war nie lebensjahig gewesen und statt der ver- Wegfalles der Kündigungsfrist zu verzichten und an das Berlesung zu bringen und behauptete, daß der§ 153 der Ge- heißenen 30-40 Dt. konnte nur eine Einnahme von höchstens Gewerbe- Inspektorat heranzutreten, damit dasselbe die Vermitt Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Lübeck'scher Turnverein am von 8-10 Uhr, Männerabtheilung.- ,, Berliner Turngen offenschaft" scheine der Kaffe keine Kosten bereite. Kollege Back spricht im Restaurant Sebwia, Rosenthalerstr. 45. ftraße 14 bet Rach. Verein der Oberlausiber", Montag, Abend 9 Uhr Verein Dresdenerstraße 45. Gäste willkommen. " Tung zwischen den beiden streikenden Theilen übernehme. Der der Versammlung gewählt werden. Gewählt wurden die Herren Theater- und Vergnügungsverein„ Vorwärts". Sonntag, den erstere Theil dieses Antrages wurde mit allen gegen zwei Feder als Vorsitzender, Göz und Heinrich als Beisther, Schwarz Gigung init Damen, Aufnahme neuer Mitglieder. Nach der Sigung: Tanz, 31. Mai, Nachmittags 5 Uhr, in Schneider's Restaurant, Adalbertstraße 8, Stimmen, der zweite Theil mit einer Minorität von etwa hundert als Schriftführer. Nachdem der Rendant Staudinger die Präsenz verbunden mit humoristischen Vorträgen. Gäste willtommen. Stimmen abgelehnt, doch ausgesprochen, daß es immerhin liste der Delegirten verlesen hat, wird in den ersten Punkt der Tageswünschenswerth wäre, daß die Gehilfenschaft, so lange sie start ordnung eingetreten. Die Revisoren erstatteten Bericht über diekassen- Sonntag, Abends von 6-8 Uhr, 2. Lehrlingsabtheilung; am Montag, Abends ist, sich eventuell angebotenen Unterhandlungen gegenüber nicht Revision, es folgt eine Erklärung des Rendanten und Ertheilung 1. Lehrlings- Abtheilung turnt Montag von 8%-10% Uhr Bant str. 9-10 im ablehnend verhalten solle, damit den Leitern der Bewegung der Decharge. Bum zweiten Punkt verliest der Schriftführer die Beffing- Gymnasium. Turnvereinsten"," Behrlingsabtheilung, Montag sowohl wie den Streifenden überhaupt der Vorwurf erspart Protokolle der Vorstandssigungen. Zunächst wird verhandelt über von 8-10 Uhr Abends, Blumenftr. 630. werde, sie hätten muthwillig im Streite beharrt und keinerlei die Beschlußfassung über die neu eingerichteten fünf Meldestellen Reichenbergerstr. 71. Rauch klub, Weiße Worte", Montag, bends Nauchtlub, Arcona", Montag, Abends 8%-10% Uhr bei Biplinsti, Versöhnungsabsichten gezeigt. Dem Gehilfenausschusse wurde für betreffs Verabfolgung von Medizinſcheinen. Es entspinnt sich von 9-11 Uhr, Streltzerfir. 16 bet Becker. Rauchtlub Deutscher dessen bisheriges Vorgehen einmüthig die vollste Zustimmung aus eine lebhafte Debatte. Rendant Staudinger begründet die Noth- Rauchttub, Fretheit", jeden Montag um 9 Uhr bei Wuttre, FriedrichsbergerMichel Montag Abend von 8-10% Uhr bei Schöneburg, Grüner Weg 9. gedrückt und allen in- und ausländischen Kollegenkreisen unter wendigkeit derselben damit, daß sie zur Bequemlichkeit der Mit- straße 4. tofendem Jubel der herzlichste Dant für die bisherigen reichlichen glieder eingerichtet wären und die Verabfolgung der Medizin- Verein Wanderluft", Sigung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, GrünauerUnterstützungen ausgesprochen. Man beabsichtigt in PrinzipalFriedrichs- Verein", treifen Soldaten, welche gelernte Buchdrucker sind, zur Hilfe heran- entschieden dagegen, die Interessen der Kassenmitglieder würden ehemal. Schüler des Friedrichs- Waisenhauses, Montag, Oranienfit. 34. zuziehen und sollen solche schon vom 1. Juni ab eingestellt werden. dadurch nur geschädigt. Die Arbeiten der Kaffenverwaltung würden Verein ehem. Schüler der 4. Gemeindeschule am Montag Damen- Sigung. Bei der kolossalen Erregung unter den feiernden Arbeitern zerplittert, da die Meldestellen nicht zu jeder Zeit Medizinscheine Prinzenstraße 106. Bergnügungsverein, Freundestreue", 9% Uhr, im Restaurant Gerth, steht zu befürchten, daß Vergnügungs- Verein Reichstrone", Sigung daß eine solche Herbeiziehung mili verabfolgen könnten und die Mitglieder sich doch an das Kassen- Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, im Bittoria- Ballsalon, Perlebergerfir. 13. Gäfte tärischer Auxiliarkräfte die Erbitterung nur noch steigern und zu lokal wenden müßten; außerdem habe jedes Mitglied das Recht, willkommen. Vergnügungsverein Fidelio", Montag Abends 9 Uhr im Komplikationen führen dürfte. Wir hoffen aber, daß das öfter- einen Kaffenarzt mit dem Mitgliedsbuch einmal zu konsultiren. Restaurant" Sum Reichsgarten", Drantenſtr. 168. Damen und Herren als willkommen. Vergnügungsklub reichische Kriegsministerium eine solche Hilfe der typographischen Gin Antrag auf Beibehaltung der Meldestellen wird angenommen. 8% Uhr bet Wolff, Brunnenſtr. 35a. Mephisto", Montag Abend Bergnügungsverein, Edelweiß 2" Unternehmung, die durch ihre Ausbeutungsgelüfte die wehr Verhandelt wird dann weiter über den Beschluß über die Zurück- jeben Montag im Restaurant Reichsgarten, Oranienſtr. 108. Bergnügungspflichtige Jugend, soweit dieselbe in der Typographie verwendet zahlung der Kassenbeiträge des Herrn Kellermann. Diese Wilhelmstr. 118. Amicitia", Sigung Sonntags um 3 Uhr im Vereinshaus, Damen und Herren willkommen. Vergnügnngs wird, friegsuntauglich machen, denn doch nicht beistellen wird. Rückzahlung wird abgelehnt, weil die Firma zu Schöne- verein Annita". Montag Abend von 8 bis 10 Uhr bei Roth, Am 1. Juni Abends soll abermals eine Versammlung stattfinden. berg gehört, aber die An- und Abmeldungen unter Naunynstr. 31. Theater- Verein Blumenlese", Vorf. E. Wuthe. Nach derselben wird der 7. Bericht zur Versendung gelangen. Berlin W. gefandt hat. Die Angelegenheit ist erst durch Sizung mit Damen Sonntag Nachmittag 4 Uhr im" Dresdener Garten". Geldsendungen sind erbeten, an Kollegen Han 3 Denunziation des Obermeisters Kreß an die Deffentlichkeit ge- nung", Sonntag, Abends 8 Uhr, bei Krebs, Ohmgaffe 2. Gäste, Damen und Privat- Theatergesellschaft off= Czermat, Wien, I. Am Bergl 1. Briefe wolle man gefälligst kommen, weil sich die Firma dem Innungs- und Lehrlingswesen Serren, willkommen. Privattheater- Gesellschaft Augusta Victoria". adressiren an: Karl Höger, Wien, VII. Burggaffe 57. nicht unterstellen wollte. Im dritten Punkt gelangen die Sonntag 3 Uhr im Bittoria- Saal, Berlebergerstr. 18. Gäfte willkommen. erklärt, daß ihm für die zweite Berwaltungsstelle 1/2 pet. Wrangelfir. 141." Geselliger Vergnügungsverein Beschwerden und Anträge Fricke zur Verhandlung. Kollege Fricke on Club Gintracht", bei Gustav Schulze, Wienerftr. 68. Gäſte willtommen. Klub Geselligtett", Sigung Sonntags 6 Uhr bei Schmidt, Nord" Sonntag NachTantième bewilligt war, nach Erhöhung der Beiträge aber 1/2 pt. mittag 4 Uhr bet Rade, Müllerstr. 161. Gäste, Herren und Damen, willabgezogen wurde, und fordere deshalb die Nachbezahlung. Sund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und Umgegend. Rendant Staudinger erklärt, daß allen Beamten der Kaffe 1/2 pet. Sonntag: Theater- Gesellschaft abgezogen wurde. Die Versammlung erklärt sich jedoch für Stermann, Melchtorstr. 15. Melchiorstr. 15. Montag: Theatergesellschaft, Ataste", 9 Uhr bei Nachbezahlung des halben Prozents an Fricke, da der Rendant und Kassirer einen bedeutend höheren Prozentsah erhalten, der in keinem Verhältnisse steht zu demjenigen des Kollegen Fricke. Dagegen wird ein Antrag Fricke auf Wohnungszuschuß Lohhöfner, begründet Fricke damit, daß der Kassirer in letter felber" Reſtaurant Trieſchmann, Jüdenftraße 65.-& tebertafel ber abgelehnt. Einen weiteren Antrag auf Entlassung des Kassirers Beit immer frank gewesen sei und sich von Kollegen Kollbrun water und verwandten Berufsgenossen bet Berg, Kaifer- Franz- Grenadiervertreten ließe; er hebt noch besonders hervor, daß dadurch den Platz 7. Gesangverein Myrthenblätter, Alte Schönhauserstraße 42, Kassengeschäften, die eine volle Kraft beanspruchen, nicht Genüge Männer- Gefangverein Bieberluft", Fichteftraße 29 bei kroſche( früher bei Reimann. Gefangvereinarmonte", Meyerbeerstr. 9 bei Dornblatt. geleistet werden fönnte, außerdem sollen noch Unregelmäßigkeiten Moewes). Gesangverein, Geselligfeit 2", Münzstraße 11 bei Bemter. in der Kasse vorhanden sein. Kassirer Lohhöfner weist Arbetter- Gefangverein Vorwärts"( Südoft) bet Biemer, Cuvrydiese Vorwürfe entschieden zurück; er habe die Stasjeninteressen traße 16. Gefangverein ,, yra", Charlottenburg, Rosinensir. 8 bei Grischow ganz auch während seiner Krankheit gewahrt. Quartett" Grüner Weg 20 bet Gold. voll und Redner verliest zur Charakterijirung des Kollegen Fricke noch eine Denunziation an die königl. Regierung zu Potsdam, in welcher er verschiedene Kollegen als sozialdemokratische Agitatoren gekennzeichnet hat. Kollege Fricke sucht sämmtliche Anschuldigungen feinerseits zurückzuweijen, redet sich aber dadurch nur noch mehr hinein. Auf Veranlassung des Rendanten, welcher sich auch für den Kassirer einlegt, wird demselben ein Vertrauensvotum ertheilt. Ueber die folgenden Anträge Fricke wird zur Tagesordnung übergegangen. Da es sehr spät war, wird ein Antrag des Kollegen Biester, eine neue Generalversammlung im Juni einzuberufen, einstimmig angenommen und die Versammlung geschlossen. Aus Brüssel ist der Boff. 3tg." die Nachricht zugegangen, daß gestern injolge verweigerter Lohnerhöhung sämmtliche 500 Arbeiter der Hennegan'schen Steinbrüche in Lessines ausständig geworden sind. Nachrichten über die Ausstands- Bewegung der Bergarbeiter im Becken von Charleroi liegen heute nicht vor. Roubaig, 30. Mai. Die Arbeiter, welche die Arbeit wieder aufgenommen haben, fordern Erhöhung der Löhne und den achtstündigen Arbeitstag. Im Falle der Ablehnung ihrer For derungen beabsichtigen dieselben von Neuem zu streifen. London, 30. Mai. Der Ausstand der Schneidergesellen ist beendet. Die Arbeitgeber haben in allen Punkten die Forderungen der Gesellen bewilligt. London, 30. Mai. Ein Massenstreit des Personals der Londoner Omnibus- und Tramway- Gesellschaften zur Erlangung des zwölfftündigen Arbeitstages ist nicht ausgeschloffen. Das hiesige Streitfomitee hat mit dem in Paris Glückwunsch depeschen gewechselt. Boziale Lebericht: Quittung über eingegangene Gelder bei der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands in der Zeit vom 21. bis 27. Mai. Gesammelt von den Arbeitern Fürstenbergs 5,70 M. R. Weißhaupt, Augsburg 10,-. A. Genzel, Nordhausen 1,50. Von Schönfeld's Bau in Eimsbüttel 15,-. 3. Verschiedenes. tommen. Hoffnung 5 Uhr, bet Stehmann, Berein ,, Weiße Wolte", 9 Uhr bei Becker, Streligerstr. 16. Vergnügungsverein, Fidelio", 9 Uhr im Reichsgarten, Oranienste 108. Bergnügungsverein Maiglöckchen", 9 Uhr, bei end, Rösltuerstr. 17.- Theaterverein" Gamitta", bei Schröder, Manufer 15. Nachher Tanz. Gäste willkommen. Stern", 9 Uhr bei Cranz, Tempelhofer Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder- Gesangverein SeneTheaterverein von 8 bis 10 Uhr. Gefangverein Norddeutsches Doppelaobasdre 2eb Sprechlaal: Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiziert zu werden. Geehrte Redaktion, ich ersuche um Aufnahme folgender Zeilen zu dem Bericht über die öffentliche Versammlung der Für den Maifonds sind weitere Beträge eingegangen: Buzer Berlins und Umgegend in der Nr. 120. Es heißt in dem. Vorige Quittung 8008,75 M. Gewerkschaften Bergedorfs 383,50. Vertrauensmann der Metallarbeiter Halle a. S. 75,-Abends 8% Uhr, Bersammlung bei Reyer, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: Bentralisation fönne heute den Arbeitern Heil erwachsen". Verein deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin). Montag, den 1. Juni, die Delegirten hätten gefagt: nur durch eine gewerkschaftliche Bericht über die Verhandlungen des 8. deutschen Maurertongresses, Gewerkschaften. Flensburgs 100,-. Schiffszimmerer, Trachau Siebe Inferat. Dresden 37,50. Gesammelt von den Hutmachern Ebingens 59,75. Steinbildhauer- Verein, Montag, den 1. Junt, Abends 8 Uhr, Ver- Dies ist mindestens unklar, wenn nicht ungenau ausgedrückt, Maifeier in Gießen 41,-. G. Steinhard, Zweibrücken, abzügl. 3. Berschiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. fammlung, Johannisstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Geschäftliches. und könnte zu Mißdeutungen führen, die heute leider zu sehr an Porto 8,50. Kontrollkommission Bremen 350,-. Bildhauer Schneider- und Schneiderinnenverband. Bersammlung am Montag, der Tagesordnung sind. Es haben alle Redner mehr oder Berlins 200,-. Schießtlub Centrum", Kl.- 3chachwiz 15,35. ben 1. Juni, Abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, minder betont, daß unter der heutigen Gesellschaftsform eine unterer Saal. Tagesordnung: Vortrag des Stadtv. Zubeil. Maurer und Zimmerer Husums 20,80. Durch D. Mittag, Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure. Versammlung am durchgreifende Besserstellung der Arbeiter nicht zu erwarten sei; Giebichenstein 14,80. Maurer. in Lütgendortmund 6,-. Von Montag, den 1. Junt, Abends 8% Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener- doch müsse der Kampf aufgenommen werden, und um diesen den Gewerkschaften. Stuttgarts 800,-. Stofcheck, Löbtau i. traße 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bereinsangelegenheiten. Kampf führen zu können, müßten die Arbeiterorganisationen G. 28,20. Verband der Vergolder, Goldleistenarb. u. verw. Be Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Capezirer Deutschlands. gekräftigt werden, dies geschehe am besten durch Zentralrufsgen., Brandenburg 41,20. Maurer Gaardens 34, Rom- iltale Berlin. Allgemeine Bersammlung am Dienstag, den 2. Juni, Abends verbände. In der Wirklichkeit hat sich gezeigt, daß mission der Tabakarbeiter Berlins 140,- Vereinigung der 8 Uhr, in Feuerstein's Salon( unterer Saal). Tagesordnung: 1. Bortrag des auf dem Lande und in den kleinen Städten die Herrn Dr. med. Badet. 2. Distusfion. 3. Berichterstattung der am 21. April Schmiede, Fil. Barmbeck 59,-. M. Weiß, Krempe 29,50. Tischler 1891 gewählten kommiffion betreffs Neu- Organisation der Filiale Berlin und 2otalorganisationen auf die Dauer nur mit schweren Opfern Güstrows 19,-. Generalfom. D. Gewerksch. Braunschweigs 400,- Berfchtebenes. Bei der Wichtigkeit ist es im Interesse jedes Einzelnen zu er- für die einzelnen zu halten sind, und schon deshalb ist hier die Von den Bildhauern Dresdens, 80,-. Von den Kupferschmieden fcheinen. Gäste willkommen. Unterstützung der Großstädte erforderlich; auf der anderen Seite Der Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins hält am Dienstag, Elbings 12,30. B. Bullem, Köln a. Rh. 9,25. D. Reiche, Sanger- den 2. Juni, abends 9 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jatobstr. 75, 1£ r., feine müssen die Großstädte darauf Bedacht nehmen, daß die Arbeiter hausen 30,- Maurer Fachverein in Grevesmühlen 30, Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Bortrag des mehr aufgeklärt und in ihrer Heimath auskömmlicher Lohn geF. Regenberg, Rixdorf, 28,75. Arbeiterschaft Durlachs 128,75. Serra Rohrlack über: Welchen Gefahren iſt bie arbeitertaffe ausgefezt zahlt werde, es wird dann auch der übergroße Zuzug nach den F. Kattwinkel, Lüdenscheid, inkl. Porto 82,75. Von den Weiß- Abrechnung vom zweiten Mastenball und Ausgabe der Billets zum Sommer: Großstädten und damit die Lohnbrückerei wegfallen. Die einfache gerbern Durlachs 15,-. Von polnischen Sozialisten in Berlin fest am 21. Junt. 4. Fragetaften. Gäste gern gefehen. Tattit erfordert es, daß dies in einer möglichst festen ZenAchtung, Suchbinder! Den Mitgliedern des Fachvereins zur Nachricht, tralisation geschehe, und da auch die politische Bewegung heute 88,75. Von den Weißgerbern Berlins 230,-. Von Hohenfelder Genossen 105,- Vou ca. 200 Webern und Spulern, Rixdorf ftattfindet. Treffpuntt 2 Uhr, Bahnhof Jannowizbrüde, von, de brang big wieder freier athmen könne, so sei auch in dieser Beziehung da Fahrt 121,75. Gewerkschaften Leipzigs, durch D. B. 1600,-. H. Wilhelms, Friedrichsberg. Tieffpunkt für Nachzügler bet Lange( Kamerun), Frankfurter Jedermann Gelegenheit gegeben, Fortschritte zu machen. Ferner Bilden 17,25. Gewerkschaften Hamburgs 10 000,-. Aus Grimma Chauffee( Friedrichsfelbe). Um zahlreiche Betheiligung wird erfucht. sprach wohl der Kollege Grothmann dagegen, doch stüßte er Der Zentralverein der Haus- und Geschäftsdiener Berlins hält i. Sachsen 38,25. Aus Gera( Heuß j. 2.) 205,25. Bigarrenarbeiter am Dienstag, den 2. Junt, Abends 9 Uhr, bet Detgmüller, Alte Jakobftr. 48a, feine Einwendungen hauptsächlich auf frühere Vorkommnisse, in Priebus 5,-. Von Drechslern, Gera( Reuß j. 2.) 7. In eine Mitgliederversammlung mit Damen ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des nach welchen die Berliner Maurer benachtheiligt sein sollen, die Herrn Reichling über Gottesbegriff und Christenthum. 2. Distuffton. 3. Mit aber mit der beschlossenen Zentralisation nichts zu thun haben; Summa für den Maifonds 23 601,90. theilung und Aufnahme neuer Mitglieder, fowie Ausgabe ber Billets sum er empfahl auch am Schlusse seiner Rede allen Kollegen den A. Dammann, Rassirer. Sommerfest. 4. Verschiedenes und Fragefasten. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäfte, Damen und Herren, Anschluß an den Verband, nur er könne nicht eintreten. Nun, willkommen. mag er das mit sich selbst abmachen. A. Daehne, Vorsitzender Bentral- Krankenkasse der deutschen Schmiede. Mitgliederversamm lung am Dienstag, den 2. Junt, Abends 8% Uhr, bet Hoffmann, Kaiserstraße 4. der öffentlichen Buzerversammlung vom 25. Mai 1891. Tagesordnung: 1. Bekanntmachung des Vorstandes. 2. Raffenangelegenheiten. Arbeiter- Bildungsschule. Alle die Arbeiter- Bildungsschule betreffenden Buschriften find jetzt wieber an den unterzeichneten erften Vorsitzenden zu richten. E. Bogtherr, N.-W., Stephanftr. 27a. Hamburg, Zollvereinsniederlage, Wilhelmstr. 13, 1. Et. In der vorigen Quittung muß es heißen statt Groß- Auchheim, Groß- Auheim. Die Einsender von Geldbeträgen werden dringend ersucht, auf dem Postabschnitt anzugeben, wie der Betrag quittirt werden soll, ob für Gewerkschaften, Vereine, Arbeiterschaft oder sonstwie. Versammlungen. Distuffion. 2. Mittheilung, Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Geschäftliches, Borstand. Antwort wird nicht ertheilt. Achtung! Allgemeiner Arbeiterinnenverein. Da wegen zu schwachen Briefkaffen der Redaktion. Besuchs die Generalversammlung am Mittwoch vertagt werden mußte, findet Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich dieselbe am Dienstag, den 2. Juni, Abends& Uhr, in Scheffer's Salon, Insel ftraße 10, statt. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Ersagwahl des Vorstan bes. 3. Vereinsangelegenheiten. Mitglieder, wir appelliren an Euer Solidaritätsgefühl, daß Ihr um nichtiger, fleiner Sachen wegen nicht Euren Berein werden, wenn Sie die Broschüren zu höheren Preisen verkaufen. B. K., Pirmasens. Sie können gerichtlich nicht belangt Eine außerordentliche Generalversammlung der Orts- läßt und sämmtlich in der Generalversammlung am plate fetb. Der Den Unterschied zwischen Anarchismus und Sozialismus können Frankentaffe für das Tapezirergewerbe zu Berlin tagte am Kollegienfchaft Gemüthlichkeit. Berein der Berliner Barbier- und wir nicht im Briefkasten darlegen. Wir wollen nur bemerken, 22, d. M. Auf der Tagesordnung fland: 1. Bericht der Revisoren Friseurgehilfen( Borsitzender: Anton Mendat). Montag, den 1. Juni er, in daß tiefgreifende prinzipielle wie taktische Differenzpunkte zwischen und Ertheilung der Decharge. 2. Bekanntmachung der Beschlüsse Preußer's Restaurant, Seydelstr. 30 außerordentliche Bereinsversammlung, Sozialismus und Anarchismus existiren. In der Rede Liebknechts des Vorstandes. 3. Beschwerden und Anträge des Herrn Fricke. au welcher alle Kollegen hierdurch eingeladen werden. Gäste willkommen. Anfang 10 Uhr Abends. am St. Galler Kongreß finden Sie hierüber Aufschluß. 4. Anträge des Herrn Pöricke. 5. Verschiedenes. Da Be- Lese- und Diskutieklub" Mas Kayser", Sonntag Bormittag 10% Uhr G. mit; die Deffentlichkeit hat nichts damit zu thun. D. M., Streligerstr. 28. Theilen Sie Ihren Protest Herrn schwerden gegen den Vorstand vorlagen, mußte ein Bureau aus bet kummer, Bergmannstr. 30. Unserem Roll., dem Töpfer erb. Freunden und Genossen empfehle p Empfehle mich Freunden u. Genossen Stagemann gen. Rabe, zu seinem meine preiswerthen Cigarren und zur Anfertigung von Herren- Garderobe ager v. Schuhen u. Stiefeln, Bertha Winzer ausgesprochene Be 705 1111b 29. Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Tabake, Benno Stabernack, jeder Art. Hoch. Na Nante, wie gefällt Dir det Wrangelstr. 85. Theater? Sämmtl. Koll. von E. Daber. G. Richter, Ackerstr. 159, v. IV. verfertigt von den ausgesperrten Schuhmachern Erfurts. Unserm Freund und Genoſſen Bant Cohn's Hosen- u. Anzugfabrik Ich empfehle den gehrten Genoffen Chr. Geyer, Oranienstr. 202. meinen Rafir, Frifir und Haar( 3wisch. Heinrichspl. u. Manteuffelstr.) 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Schlafft. i. a. Gen. 3. verm. Oranienstr. 200, b. Wartenberg. 1125b straße 122a,§. 2 Tr. f. 1 od. 2 Herren, sep., Schlafft. f. 2 anst. Hrn. Brunnen 1064b Achtung! Große öffentliche Versammlung der freien Dissidenten- Gemeinde Charlottenburgs am Montag, den 1. Juni, Abends 8 Uhr, im grossen Saale der Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Th. Mehner aus Berlin über„ Religion der Zukunft". 2. Diskussion. 3. Anfragen. 142/8 Entree 10 Pf. Um zahlreichen Besuch von Damen und Herren bittet Der Vorstand. Ferner findet am 2. Juni, Abends 8 Uhr, im kleinen Saale der Bismarckshöhe, eine beschliessende Gemeinde- Versammlung statt. Das Erscheinen der Mitglieder ist sehr dringend. Maler. Vereinigung deutscher Maler u. S. W. Montag, 1. Juni, Abends 8/2 Uhr, bei Gründel, Dresdenerstr. 116: Komb. Mitgliederversammlung sämmtl. Filialen Berlins. Tages- Ordnung: 1. Unser Arbeitsnachweis. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Th. Greetz, Simeonstraße Nr. 25, 1. Bevollmächtigter der Filiale I( Süden). Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein. 211/5 Dienstag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10: Große General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Erfahwahl des Vorstandes. 3. Vereins- Angelegenheiten. Da am Mittwoch die Versammlung wegen zu schwachen Besuchs vertagt werden mußte, werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen und nicht Kleinigkeiten den Verein und die Sache entgelten zu lassen. 102/21 Der Vorstand. Achtung! Möbelpolirer! Adtung! Montag, den 1. Juni, Abends präzise 8 Uhr, in dem Lokale des Herrn Gnadt, Brunnenstraße 38; Große Versammlung Etablissement Ostbahn- Park. 71 Rüdersdorferstraße 71. Sonntag, den 31. Mai: Grosses Konzert. Auffahrt des kühnen Luftschiffers Herrn Drechslers Herrn Hugo Kubasch. Ernst Syring in Begleitung des Im Garten Volksbelustigungen aller Art. Anfang präzise 4 Uhr. Entree 20 Pf. Kinder 10 Pf. 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Vortrag des Herrn Peus über: Der Fanatismns und seine Opfer. Nachdem: Gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, willkommen. 368/5 Achtung! Achtung! Lackkirer! Saal für Vereine und Versammlungen, 400 Pers. fassend, zur gefl. Benuzung. Rudolf Wendt, Röslinerstr. 17. Allen Freunden und Genossen empfehle mein 695L Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Hermann Wuttke, Elfafferstr. 36( Eing. Eichendorffstr.). Nordhäuser Korn, echt, Str. 55 Pf. Cognac, Rum 1 M. Weinessig 10 Pf. " " Brauer& Grützmann, 63 Andreasstr. 63. Kaiser- Weissbier, 45 Fl. à 1/2 Str. 3 M. Central-Weissbier- Brauerei, 63 Andreasstraße 63.[ 798L 1 Mark 75 Pf. Vom 1. Juni ab befindet sich der die so beliebten grünt. Sommer- Jackets, Dertliche Verwaltungsstelle Berlin C.| Arbeitsnachweis der Lackiver- 1 M. 50 Pf. Sommer Waschhosen, Sonntag, 31. Mai, Borm. 10/2 Uhr: gehilfen Berling nur allein bei Schulanzüge für Knaben von 2,75 M. Tempel, Breslauerstr. 27. Die an, liefert der Zentral- Bazar für HerrenArbeitsausgabe geschieht von Abends und Knaben- Garderobe von[ 808 L Mitglieder- Versammlung im ,, Königshof"( kleiner Saal), Bülowstraße 37. Tagesordnung: 1. Anträge zur Statutenänderung. 2. Stichwahl zu der am 14. Juni stattfindenden GeneralVersammlung. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes in der Versammlung zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch legitimirt. zu zahl reichem und pünktlichem Besuch ladet ein Die Ortsverwaltung. Vereinigung der deutschen Maler und verw. Berufsgenossen. Filiale Berlin III, Often. Dienstag, 2. Juni, Abends 81 Uhr: Mitglieder- Versammlung Blumen- Straße Nr. 38. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Filialangelegenheiten. 3. Verschiedenes.- Gäste willkommen. Die Bevollmächtigten. 213/6 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. 8-9 Uhr, Sonntags von 10-11 Uhr unentgeltlich. 214/4 Der Vorband. Schneider- und Schneiderinnen- Verband. Montag, den 1. Juni, Abends 81/2 Uhr: Julius Lindenbaum, Große Frankfurterstraße 139. Roh- Tabak. Mein reichhaltiges Lager in allen Sorten und in allen Preislagen von [ 870/12 Rohtabaten empfiehlt zur geneigten 1120 b Versammlung Berücksichtigung im unteren Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Vortrag des Stadtv. Zubeil. Freie Vereinigung W. Lindenstädt, Landsbergerstraße 72, Braunenftrake 134, Wafferthorstraße 25a bei Herrn 0. Grepling. auf Theilzahlung, Möbel Cohn Gebr. P., Kommandantenftr. 51, Ecke Alexandrinenstraße. Beamten ohne Anzahlung. DI Zur rothen Cravatte. Invaliden- Straße Nr. 147, Ecke der Bergstraße.[ 738 L Billigste Bezugsquelle für Sonnen- u. 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Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 124. geschrieben: Tokales. währten guten Willen der Aerzte für das Allgemeinwohl verSonntag, den 31. Mai 1891. 8. Jahrg. Gerichts- Beitung. Sodann zitirte der gehen pflegte. Unter zehn Fällen hat er sich dabei mindestens nicht strafrechtlich verfolgt werden, und nach einiger Zeit wurden neunmal überzeugen müssen, daß er es mit feinem Simulanten zu die hiesigen Behörden von Frankreich aus dahin verständigt, daß thun hatte, und durch die vereinzelten Fälle vom Gegentheil hat Kaiser in ein Irrenhaus gebracht worden sei. Die preußische Zu dem in der Beilage zu Nr. 117 enthaltenen Artikel er sich nicht irre machen lassen. Die Erfahrungen, welche er auf Regierung wurde ersucht, den Mann nach Deutschland bringen über Schul Gesundheitspflege wird uns von einem Arzte diese Weise gesammelt hat, haben wesentlich mit dazu beigetragen, zu laffen, und erklärte sich auch dazu bereit, wurde aber, nachdem ihn zu einem Sozialdemokraten zu machen. Wir kennen auch die Verhandlungen ihre Erledigung gefunden hatten, von den französi Der erwähnte, in dem Artikel etwas ironisch behandelte Be- eine sozialdemokratische Arbeiterin, welche, nachdem sie mit der schen Behörden davon in Kenntniß gesetzt, daß der Kaiser unterdessen schluß der 29. Lehrer- Versammlung entspringt offenbar derselben Verabreichung von Speisen an Bettler einige Male üble Er- aus der Anstalt entlassen worden sei. Seitdem hat man nichts von dem Quelle, wie die„ schneidige" Zurückweisung des Antrages Stadtfahrungen gemacht hat, grundsätzlich nur Geld giebt, um sich Schwindler gehört, bis in diesen Tagen ein Berliner, der vor Jahren hagen durch Herrn Stadtschulrath Bertram, d. h. einer durch nicht durch neue Enttäuschungen, die sie möglicherweise erfahren die Dienste des Heirathsinstituts" Fortuna" in Anspruch geernsthaftes Studium der medizinisch- technischen Schwierigkeiten könnte, hartherzig auch gegen wirklich Bedürftige machen zu nommen und demselben vertrauliche Mittheilungen gemacht hat, in feiner Weise getrübten Selbstschäßung. Die Aerzte tönnen laffen." Die Damen der Bourgeoisie, welche es in gleicher Lage aus Paris eine Postkarte erhielt, die von dem Direktor des„ Rechtsdarüber mit demselben bezeichnenden Stillschweigen hinweggehen, wie über die in der damaligen Gizung von Herrn Spinola und vorziehen würden, künftig jedem Bettler die Thür vor der Nase schutzvereins Themis" unterzeichnet, angeblich im Auftrage des Generaldirektors dieser Gesellschaft, Le Comte, abgeschickt, die Dr. Langerhans gethanen Aussprüche. - Da es bei uns leider zuzuschlagen, tönnen sich ein Beispiel daran nehmen. patriotisch" geworden ist, ja teine französische Einrichtung Nur nicht den Muth verlieren!" sagen auch wir. Wenn es Aufforderung enthielt, für die Rückerstattung der Briefe, die der beſſer zu finden als unsere eigenen, so dürfte auch die Heranziehung nicht gelingen will, sich von dem Vorhandensein von Elend Berliner dem Bureau„ Fortuna" geschrieben hatte, 200 m. einDer Pariser Verhältnisse die Sache taum fördern. Cher läßt sich zu überzeugen, der gebe den Versuch nicht gleich auf. Wir zusenden. Der Berliner übergab diese Postkarte der Kriminalvielleicht ein Fortschritt im Sinne des Stadthagen'schen Antrages empfehlen den Besitzenden, statt erfundene Geschichtchen nachzu polizei, der es nicht schwer gefallen ist, in dem Absender den anbahnen, wenn man den letzteren zunächst auf ein enger be- plappern, lieber in die Volksküchen und Volks- Kaffeehäuser zu vielgewandten Kaiser, alias Kleist, alias Kinsly, alias Cäsar grenztes Biel- Verhütung der Schulepidemien gehen, aber nicht als geladene Ehrengäste zu Eröffnungsfeier- wieder zu erkennen, und gewiß nicht verfehlen wird, so weit es beschränkt. Die Schulen, und zwar aus vielen naheliegenden lichteiten, Jubiläen und ähnlichem Humbug. Wenn sie dort in ihren Kräften steht, den gefährlichen Menschen unschädlich zu Gründen in erster Linie die Gemeindeschulen, sind notorisch eine incognito" ihre 15 Pfennig- Portionen hinunterwürgen müssen, machen. der geeignetsten Stätten zur Weiterverbreitung der ansteckenden und zwar ohne die Aussicht auf ein nachfolgendes opulentes Krankheiten( Diphtherie, Scharlach, Masern, Stidhusten 2c.). Dem Diner, dann werden sie doch wohl etwas nachdenklich werden. Entstehen von Epidemien durch die Schule möglichst vorzubeugen, und wenn das noch nicht wirken sollte, dann mögen sie in ihrer giebt es einen Weg, deffen Beschreiten feine unerschwingliche Kosten schlechtesten Kleidung nach dem Asyl gehen es würde ja nur verursachen würde, aber wesentlich ein verständiges Zusammen- studienhalber", also in allen Ehren geschehen!- und dort eine Beleidigungen der schwersten Art, gegen das Richters arbeiten der Lehrer mit den Aerzten zur Veraussetzung hat. Be Nacht zubringen. Dann werden sie einsehen, daß alle„ Wohl- Kollegium einer Ziviltammer gerichtet, führten gestern den fanntlich werden jegt alle Fälle von ansteckenden Krant fahrtseinrichtungen" zusammen nicht ausreichen, um auch nur den Schneidermeister Albert Hardel auf die Anklagebank der Schneidermeister Albert Hardel auf die Anklagebank der heiten durch besondere Meldekarten dem Polizeipräsidium zehnten Theil des vorhandenen Glends zu beseitigen, daß das zweiten Straffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte hat angezeigt, sobald sie in ärztliche Behandlung kommen. vielmehr nur durch eine vollständige Umgestaltung der bestehenden seit Jahren einen Prozeß mit einer Mäntelnäherin geführt, von Dadurch, daß diese erfrantzen Rinder und ihre Geschwister Gesellschaftsordnung geschehen kann. der er wegen eines verdorbenen Mantels einen Schadenersatz von bis nach stattgehabter Schlußdesinfektion der Schule ferngehalten Unsere neuliche Gloffe zu dem Projekte einer Schlächterei- 4,50 m. verlangte. Er ist in allen Instanzen unterlegen und hat werden, werden sie für die Weiterverbreitung unschädlich gemacht; Ausstellung benutzt das Hamburger Wurstblatt„ Allzeit voran", die nicht unbedeutenden Kosten tragen müssen. Am 1. Januar es bleibt aber der große Bruchtheil der nicht in ärztlicher Be- Organ zur Wahrung der Interessen der Schlächterei, Wurst d. I. erhielt der Landgerichtsdirektor Hoffmann, welcher den handlung befindlichen Fälle eine danernde und für Berlin felten fabrikation 2c., zu einer Polemik und zu persönlichen Ausfällen Vorsitz in der letzten Instanz geführt hatte, von dem Angeklagten versiegende Quelle zu neuer Ansteckung. Aus der bisherigen halben läßt sich nun eine ganze Arbeit dadurch gegen unseren leitenden Redakteur. Dies sei ihm gnädig ver- ein langes Schreiben, welches von Beleidigungen strohte. Der Ein altes Sprichwort lautet geben! also: Sage mir, Brief trug als Motto die sonderbare Behauptung: Unschuld thut machen, daß der Rektor täglich die Liste der ohne ärztliche Be- mit wem bu umgehst, so will ich dir sagen, wer du bist" weh!" Sodann ging der Angeklagte zur Kritifirung der in scheinigung fehlenden Kinder den im Bezirke seiner Schule und da das Organ des Viehhandels naturgemäß mit allerlei Ge- seiner Sache erfolgten richterlichen Urtheile über. Er meinte, daß wohnenden Aerzten zugehen läßt. Diese theilen unter einander die Arbeit nach den einzelnen Straßen, suchen die fehlenden Kin- thier umzugehen hat, so fann man leicht einen Schluß auf den der Amtsrichter sich zwei Jahre lang den Kopf darüber zerbrochen unbekannten Artikelschreiber ziehen. Wenn wir uns mit dem habe, wie er eine Unwahrheit herausfinden solle und dies under in den Wohnungen auf und stellen das Resultat bis zum Fachblatte hier befassen, so geschieht es nur zu dem zwecke, um gerechte Urtheil sei von den höheren Instanzen bestätigt worden, nächsten Tage zusammen. Durch eine derartige dauernde Ueber- demselben nicht als unhöflich zu erscheinen und auf eine gestellte um den Vorderrichter nicht bloszustellen. wachung auch in den( scheinbar) gefunden Zeiten wird es ge- Frage nicht die Antwort schuldig zu bleiben. Das Fachblatt Angeklagte einen angeblich von Friedrich II. stammenden Auslingen, die Anfänge der Epidemien zu erkennen, und man fragt nämlich, woher wir die in unserer Notiz als Ausstellungs- fpruch über ungerechte Richter, und knüpfte hieran Beleidigung wird jedenfalls mehr damit nügen, als jetzt mit der Schließung objekt in Borschlag gebrachten ausgemergelten" Schlächter- an Beleidigung bis zum Schlusse des Briefes. Der Angeklagte einzelner Klassen oder Schulen, nachdem die Epidemie schon gesellen zu beziehen gedenken? beziehen gedenken? Damit will das Fach- meinte, er müsse das Schreiben in einem Zustande geistiger Vervollständig entwickelt ist. Bei dem trok so vieler harten blatt augenscheinlich andeuten, daß es deren überhaupt wirrung verfaßt haben. Er sei von der felsenfesten Ueberzeugung Prüfungen durch die sozialpolitischen Experimente noch immer be- nicht giebt! Da das Fachorgan Da das Fachorgan eine so geringe Fach- durchdrungen, daß ihm Unrecht geschehen sei. Am Sylvester nünftige Opfer zu bringen, ist nicht anzunehmen, daß die fenntniß entwickelt, so wollen wir ihm gern eine Lektion in Abende habe er die Aufforderung zur Leistung des OffenbarungsHierüber sei er in eine Aerzte durch zu hohe Forderungen die Ausführung dieser Maß- feinen fachgewerblichen Angelegenheiten ertheilen. Ohne Frage eides erhalten, wegen der letzten Gerichtskosten, die aus dem erist das Schlächtergewerbe ungemein strapaziös. Die tägliche wähnten Prozesse entstanden waren. regeln unmöglich machen werden. Im Gegentheil dürfte ein mit dem Arbeitszeit eines Schlächtergesellen beträgt bis zu 18 Stunden, hochgradige Erregung gerathen und in diesem Zustande habe er nöthigen Interesse für die Sache begabter Rektor durch Umfrage bei den Aerzten feines Schulbezirks die angenehme Ueber nicht schlecht„ Knuffen" müssen, ist klar, und daß eine solche diese fast krankhafte Erregung zu Gute, indem er nur eine Geldfrage bei den Aerzten seines Schulbezirts die angenehme Ueber- natürlich wird auch Sonntags noch gearbeitet. Daß die Gesellen den Brief geschrieben. Der Staatsanwalt hielt dem Angeklagten raschung erleben, daß die Herren in ausreichender Bahl Arbeit ben Rörper sehr bald ruinirt, ist ebenso flar! Die meisten strafe von 300 M. in Antrag brachte, der Gerichtshof war aber ihre Arbeitskraft für diesen Versuch vorerst unentgelt- Schlächtergesellen sind junge Leute von 18-30 Jahren, darüber der Ansicht, daß die unerhörten Beleidigungen entschieden mit lich zur Verfügung stellen, sofern nur von autoritativer Seite( d. h. nicht etwa durch die Polizei, sondern in erster Linie hinaus werden nicht viele anzutreffen sein, weil dann durch die einer Freiheitsstrafe gefühnt werden müssen und erkannte deshalb von der Schule aus) die Eltern der betr. Kinder darüber lange und schwere Arbeit der Körper eben ausgemergelt" ist, auf einen Monat Gefängniß. weil dann die Kräfte nachgelassen haben, weil er dann nicht belehrt werden, daß und wie Der ehemalige Vize- Feldwebel und Kaffirer des dentfich bei diesen ärztlichen mehr so radern kann, wie die Herren Meister es wünschen, weil fchen Offiziervereins, Johann Hoffmann, wurde gestern Besuchen den Aerzten gegenüber angemessen zu verhalten haben. Die Herren Meister die ausgemergelten" Gesellen bei Seite werfen der ersten Straftammer des Landgerichts I vorgeführt, um sich Derjenige Schulleiter, welcher möglichst bald den Versuch- durch und junge leistungsfähige Arbeitskräfte einstellen. Alle schweren unternimmt, welchen nur genügt, nie geschadet werden kann Berufe, wie Steinträger, Steinfeger 2c., können von den Betreffen- wegen Unterschlagung einer Summe von über 9000 Mark zu wird sich ein wirkliches Verdienst um die ganze Stadt erwerben, den nur eine gewisse Zeit ausgeübt werden, bis die Kräfte verantworten. Der Beschuldigte, der bei dem genannten Verein da die Erfolge in seinem Bezirke alle anderen Schulbezirke verbraucht sind, bis sie fertig" find und es schlechterdings nicht seit dem Jahre 1884 erst als Registraturgehilfe und später als 3wingen werden, zu folgen. mehr geht! Gerade so ist es mit den Schlächtergesellen! Den Unterkassirer angestellt war, räumte sein Bergehen reumüthig ein. „ Nur und hat sich die Entdeckung dadurch so lange verzögert, weil dem ,, Nur nicht den Muth verlieren!" heißt der Titel einer Berfall der Körperkräfte zu beschleunigen, tragen noch andere Die Unterschlagungen sind im Laufe der letzten Jahre begangen in der Boſt" abgedruckten Stizze, in welcher erzählt wird, wie Faktoren, die alle auf Rechnung der Herren Meister zu ſehen Angeklagten ein großes Vertrauen geschenkt und es mit der KonZu den Obliegenein junger Mensch unter dem Vorgeben, in diesem strengen sind, gar wesentlich bei. Wir nennen die ungefunden Arbeitsdes heiten Winter" feine Arbeit finden zu können, lange Zeit hindurch die räume, die viele Nässe, die häufig wechselnde Temperatur, die trolle nicht so genau genommen wurde. Angeklagten gehörte es gehörte es u. A., die Bons für Theaterbillets an die Mitglieder des Vereins zu Mildthätigkeit" einer reichen und leichtgläubigen Frau, die sich schmale Kost, die ebenso schlechten wie ungefunden Schlafdeshalb allerlei Entbehrungen auferlegen muß", mißbraucht, und stätten u. f. iv. Eine Reihe von Jahren Schlächtergeselle- und endlich als Mitglied einer wohlorganisirten Bande von jungen Gicht, Rheumatismus und andere schleichende Krankheiten sind verabfolgen, wofür Beiträge von 10 bis 15 Pfennigen bezahlt Sozialdemokraten der ärgsten Sorte" entlarvt wird, die diese die Früchte der Arbeit! Aus diesem Grunde ist auch die durch- werden. Der Verkauf regelt sich nach laufenden Nummern, die Prellerei gewerbsmäßig betreiben und den Raub bei Wein und schnittliche Sterblichkeit unter den Schlächtergesellen den Jahren nicht monatlich abgeschlossen, sondern auf den folgenden Monat übertragen werden. War bei der monatlichen Abrechnung die Kartenspiel verprassen. Die geprellte Dame verhärtet infolge nach eine niedrige. Das sind unserer Ansicht nach ausgemergelte" letzte Nummer beispielsweise 16 730, so begann der Angeklagte im zwar ausgemergelt von von Meistern dieser Entdeckung ihr Herz, wird aber durch die Worte eines Schlächtergesellen und folgenden Monat mit der Zahl 16 630, wodurch er die Beträge Bastors ermuthigt, fich von neuem der Bethätigung praktischer lediglich im Interesse der Meister, die sich dafür settes Bäuchlein mästen. Fette Schlächtergesellen sind uns für verkaufte 100 Bons erübrigte, die er in seine Tasche fließen Nächstenliebe zuzuwenden. Es steht zwar jedem, der unter dem Strich" schreibt, frei, noch niemals zu Gesichte gekommen, trotz der Fleischkost" bei ließ. Dies betrügerische Manöver hat zuletzt einen immer größeren Daß es uns irgendwie umfang angenommen. Der Angeschuldigte, der eine Pension von 21 M. und ein Gehalt von 140 M. monatlich bezog, will durch fich zusammenzuphantafiren, was er will, was sich nie er den Herrn Schlächtermeistern! eignet hat und, wenn es ihm Spaß macht, auch was sich nie Schwierigkeiten bereiten sollte, solche ausgemergelte" SchlächterDer Staatsanwalt ereignen kann. Aber da das traurige Machwert sichtlich nur gesellen zu beziehen", wird wohl selbst das Hamburger Wurst- Krankheiten und Todesfälle in seiner Familie zurückgekommen zu dem Zweck verfaßt worden ist, die Sozialdemokraten als blatt nicht glauben, trotzdem der schandvollen Verhältnisse im und dadurch auf Abwege gerathen sein. arbeitsscheue Subjekte hinzustellen, und auch literarisch werthlos Schlächtergewerbe wegen die Gesellen schaarenweis anderen Ge- beantragte zwei Jahre Gefängniß und zweijährigen Ehrverlust, ist, so erlauben wir uns, es mit demselben Maßstabe zu messen, werben zuströmen und selbst, um nur diesen Zuständen zu ent- das Urtheil lautete dem Antrage gemäß. Ein netter Prinzipal. An amerikanische Zustände erwie gewisse Reporterphantasien, vermittelst deren die bürgerlichen fliehen, ein schimpfliches Gewerbe nicht verschmähen. Ist es doch Blätter, welche auf dem offenen Schlachtfelde des politischen erwiesen und allbekannt, daß das berüchtigte Zuhälterthum fich innerte eine Verhandlung, welche gestern vor der zweiten StrafTheiles Niederlage auf Niederlage erleiden, im lokalen Theile zu einem bedeutenden Theile aus den Kreiſen der Schlächter fammer des Landgerichts I stattfand. Der Restaurateur Hugo einen versteckten Guerillakrieg gegen die Sozialdemokratie führen. gesellen rekrutirt! Und das haben die Meister verschuldet, und träufel befand sich wegen Nöthigung auf der Anklagebant. Ueber den läppischen Einfall, Sozialdemokraten sich zum gewerbs wenn wir ihnen einige ausgemergelte" Schlächtergesellen als Als der Beschuldigte eines Abends mit seinem Kellner abrechnete, mäßigen Bettel zusammenthun zu lassen, haben wir uns nicht auf- Ausstellungsobjekt anempfehlen, so hatte das seine, allerdings gerieth er mit demselben wegen zwei Glas Bier in Meinungszuregen vermocht. Aber gemein ist es, daß ein Blatt, welches alle sehr traurige Berechtigung. Hoffentlich weiß nun das Ham- verschiedenheit. Er nannte den Kellner einen Betrüger und als Vorgänge innerhalb der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, und zwar burger Wurstblatt, was wir unter" ausgemergelten" Schlächter- dieser sich alle Beschimpfungen verbat, eilte der Angeklagte zum nicht blos diejenigen, die sich auf politischem und gewerkschaftlichem gesellen versiehen, und zweifelt nicht, daß wir ihm mit so vielen Büffet, holte einen Revolver Hervor und mit demselben auf den Gebiete abspielen, mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, also Gelegenheit aufwarten tönnten, daß, sollte es diese zum Frühstück verspeisen Kellner zielend, erklärte er ihm, daß er ihn ohne Weiteres über genug hat, die sozialdemokratischen Arbeiter fennen zu lernen, müssen, es sie wohl schwerlich würde verdauen können! den Haufen schießen werde, wenn er nicht schleunigst das Lokal dergleichen seinen Lesern vorzusetzen wagt. Die Stizze, welche verlasse. Der Bedrohte, welcher wußte, daß der Revolver geEin internationaler Hochstapler, der vor Jahren viel von laden war, erhielt keinen geringen Schrecken, im nächsten Augeneinen hervorragenden Platz in dem Arsenal geistiger" Waffen gegen die Sozialdemokratie verdient, steht auf gleicher Höhe mit sich reden machte, unter dem Namen eines Grafen Kleift", blicke war er zur Thür hinaus. Der Staatsanwalt beantragte Den sensationell zugeftutzten Mittheilungen über undankbare" Grafen Kinsky" und eines Herrn" Le Comte" Schwindeleien eine Geldstrafe von 20 Mart, der Gerichtshof erkannte aber auf Bettler, welche erst um ein Stück Brot oder einen Teller Suppe aller Art verübte und von den Staatsanwaltschaften des Inlandes 30 Mart. flehten und, nachdem sie sich in der Erwartung, gerade durch und des Auslandes wegen Betruges verfolgt wurde, hat wieder diese Anspruchslosigkeit besonders Mitleid zu erregen und noch ein Lebenszeichen von sich gegeben. Die hiesige Kriminalpolizei denn die " " ein Unter der Anklage, 9000 M. gestohlen zu haben, ein Geldgeschent herauszuschlagen, getäuscht fahen, die gereichte hat von dem Manne gulegt 1886 gehört. Damals ging den wurde gestern die Ehefrau des Schankwirths Hensel, Johanna Nahrung auf den Treppenflur schütteten. Die Bourgeoisie lieft hiesigen Behörden von der franzöfifchen Regierung die Mit- Senfel, der I. Straflammer des Landgerichts I aus der UnterSie bieten ihr theilung zu, daß in Paris ein Schriftsteller Caefar, allem suchungshaft vorgeführt. Die Angeklagte hat im Jahre 1886 derartige Notizen mit Genugthuung. vor sich selbst Anschein nach ein Norddeutscher, der sich bald für einen ihren jezigen Mann geheirathet, welcher damals Wittwer war. nicht nur vor anderen, sondern auch einem Ungarn, bald für einen Desterreicher, mitunter auch für Seine frühere Schwiegermutter, eine Wittwe Wolter, blieb im Besitzenden suchen, vielleicht aus die letzten Reft von Schamgefühl, in diesem Punkte auch einen Kurländer ausgebe, wegen Schwindeleien und Erpressungs- Hause und war das Lokal auch auf ihren Namen gemiethet, da einen versuchen verhaftet worden sei. Dieser Schriftsteller Caefar hatte Hensel wegen einer geringen Vorbestrafung die Konzession nicht vor sich selbst das Aeußere zu wahren erwünschten Vorwand, von nun an keinem Bettler mehr etwas in Paris ein Heirathsinstitut Fortuna" begründet, bot reiche erhalten konnte. Die Hensel'schen Eheleute führten kein glückFrauen aus und begnügte sich nicht nur mit der Einkassirung liches Zusammenleben, es tam häufig zu Zwistigkeiten. Dies gezu geben. Es ist zweifellos, daß es arbeitsscheue Individuen giebt, die bedeutender Borschüsse für die zu ermittelnden Partien, sondern schah auch am Abende des 4. Februar, nach einen bösen Auftritt den Bettel gewerbsmäßig betreiben und auf die Leichtgläubigkeit veranlaßte auch die Kunden, welche sich vertrauensvoll an das verließ der Ehemann das Haus, um sich Berstreuung zu suchen. Bald anderer spekuliren. Das haben wir nie bestritten. Wir bestreiten Bureau Fortuna" wandten, zu den eingehendsten Mittheilungen darauf entfernte sich auch Frau Hensel, indem sie ihrer Schwiegeraber, daß, wie man die Bourgeoisie fast täglich behaupten hören über ihre intimsten Familienverhältnisse und forderte, nachdem mutter sagte, sie wolle ihren Mann aufsuchen. Sie kam nicht wieder fann, jeder Arbeitslose ein Arbeitsscheuer und jeder Bettler ein er diese Auskünfte erhalten hatte, für die Rückgabe der betreffen- und mit ihr waren preußische Konsols in Höhe von 9000 M., die in geheimer Schlemmer sei. Wenn sich die Bourgeoisie die Mühe den Briefschaften erhebliche Summen. Damals wurde von der einem Wäscheschrank aufbewahrt wurden, verschwunden. nehmen wollte, in jedem einzelnen Falle der Sache auf den Grund Berliner Kriminalpolizei festgestellt, daß der Schriftsteller Caesar Angeklagte ist nach Dresden gereift, von wo sie später ihrem zu gehen, dann würde sie bald eines anderen belehrt werden. mit dem Hochstapler identisch war, der unter den Namen der Manne 4500 M. zurückgeschickt hat. Bei ihrer Berhaftung hatte Wir fennen. einen Mann, welcher eben aus dem angeführten Grafen Kleist und Kinsky und des Herrn Le Comte gearbeitet sie 1500 m. verbraucht, den Rest von 3000 m. hat sie ihrer Grunde jedem Bettler, der um Brot bat, zu essen gab und sogar hatte, und ferner stellte es sich heraus, daß der Mann, ein ge- Angabe nach einem Freund in Dresden in Verwahrung gegeben. mit denen, die ihn auf der Straße ausprachen, in ein Lokal zu borener Berliner, Kaiser hieß. In Paris konnte der Schwindler Die Angeklagte will in dem Glauben gewesen sein, daß ihr die Die Hälfte der 9000 M. rechtmäßig zustehe, da die ganze Summe von Versammlungen. W Nach einer sehr lang ausgedehnten Diskussion stellte die Nather die entworfenen Statuten des Fachvereins der Uhr dem gemeinschaftlichen Arbeiten der Eheleute stamme. Die Beugin Versammlung sich auf den Standpunkt der am 11. Mai in der macher und verwandten Berufsgenoffen Berlins und Umgegend Wolter behauptet dagegen, daß sie Eigenthümerin des Geldes sei, Buchbinderversammlung angenommenen Resolution Freudenreich, zur Verlesung, welche im§ 1 besagen: Der Fachverein c. bes da die Konzeffion auf ihren Namen gehe und sie 1200 M. zum welche sich für den Zusammenschluß sämmt- fagen: Der Fachverein 2c. bezweckt die Wahrung und Förderung Antaufe des Geschäfts gegeben habe. Ihr Schwiegersohn habe somit licher in der Papierbranche beschäftigten Arber gewerblichen Interessen aller Fachgenossen, in erster Linie nur die Rolle eines Geschäftsführers gespielt, der erst nach ihrem beiter und Arbeiterinnen ausspricht. feiner Mitglieder. Dieser Zweck foll erreicht werden durch Tode Anspruch auf den aus dem Geschäfte erzielten Gewinne Unter Verschiedenem legte Kollege Pickert einen Rechenschafts- a) Einführung eines zeitgemäßen Arbeitstages, Beseitigung der habe. Der Beuge Hensel mußte einräumen, daß er seine Ehefrau bericht ab über die bei der Maifeier bisher eingekommenen Sonntags- und Ueberstundenarbeit unter Zugrundelegung eines über die Geschäftsverhältnisse im Dunkeln gelassen habe und die Gelder, es find dies insgesammt 71,70 m. Lohnes, welcher für die Befriedigung aller vernunft Lettere hätte vielleicht annehmen können, daß der Schwiegergemäßen Bedürfnisse der Berufsgenossen und deren Familien mutter nur 1200 Mart aus dem Geschäfte zuständen. Auch Die Maler, ausreicht; b) Errichtung eines unentgeltlichen Auskunfts stellte sich zur Ueberraschung der anwesenden Schwiegermutter Anstreicher und Berufsgenossen hatten sich am 27. Mai sehr zahl- und Arbeitsnachweise- Bureaus; c) Pflege der Berufs heraus, daß die Eheleute Hensel im vorigen Jahre hinter ihrem reich unter dem Vorsitz des Herrn Hohlwegler versammelt, statistik; d) unentgeltlichen Rechtsschutz in allen gewerb Rücken ein gegenfeitiges Testament gemacht hatten. Der Staats- um einen Vortrag des Regierungs- Baumeisters a. D. Genossen lichen Angelegenheiten; e) wissenschaftliche und fachgewerb anwalt hielt dennoch für erwiesen, daß die Angeklagte den Reßler über„ Die Bedeutung des 1. Mai und des achtliche Vorträge; f) Besprechung und Pflege von Gewerbe- und wahren Sachverhalt in Betreff der Eigenthumsverhältnisse ge- stündigen Arbeitstages" zu hören und dann über die allgemeine Fachangelegenheiten; g) Lesen von Fachschriften nebst Gründung fannt habe, er beantragte gegen diefelbe se ch 3 Monate Ge Mairesolution abzustimmen. Es sollte das nachgeholt werden, und Unterhaltung einer Vereinsbibliothet; h) Pflege der Gesellig fängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronter, plä- was die Polizei in ihrer Fürsorge für Leben und Gesundheit keit unter den Mitgliedern. Der Monatsbeitrag beträgt dirte dagegen für Freisprechung. Bom moralischen Standpunkte der Arbeiter am 3. Mai inhibirt hatte; es war an dem be- 50 Pf., die Aufnahmegebühr 1 M. Statut und Rechtsschutzaus möge die That der Angeklagten zu verurtheilen sein, straf- treffenden Tage die zum gewählten Saal führende Thür nicht Reglement fanden seitens der Versammlung einstimmige Annahme. rechtlich könne man ihr aber nichts anhaben. Der Gerichtshof den Anforderungen der Polizei entsprechend" gewesen. Die Versammlung schritt sodann zur Wahl des provisorischen nahm ebenfalls zu Gunsten der Angeklagten an, daß sie das Geld eßler führte ungefähr folgendes aus:„ Wir halten ein Borstandes. Dieselbe hatte folgendes Ergebniß: Bordt( erster als das Eigenthum ihres Mannes angesehen habe und da ein Arbeiterschutz- Gesetz für diejenigen, welche noch bei Kräften Vorsitzender), Lüderit( zweiter Vorsitzender); Lätsch( Kassirer), Diebstahl zwischen Eheleuten nicht strafbar ist, mußte auf Frei- find, in der heutigen Gesellschaft für durchaus unerläßlich. Es möhring( erster), Conrad( zweiter Schriftführer), Müller, sprechung erkannt werden. genügt heute nicht, daß man Kranke, Invaliden und Verunglückte Böse( Beisiger). Das Vereinslotal befindet sich Markgrafen schüßt, man muß man muß auch die gesunden Arbeiter schützen. straße 87 bei Weigt. Die Versammlungen finden des Sonn Es wird gegen die Forderung nach Arbeiterschutz immer wieder abends statt, die erste Fach vereinsversammlung die alte Fabel von freien Arbeitern ins Gefecht geführt, an die am Sonnabend, den 6. Juni. Dem Vereine traten 75 Mit Niemand mehr glaubt und deren Anwendung von uns längst glieder bei. Mit stürmischen Hochrufen auf den neugegründeten als kleiner Theil der Heuchelei, welche die heutige Wirthschafts- Fachverein schloß die Versammlung. weife großgezogen, erkannt ist. Der Arbeiter steht als Besißloser Die Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen dem besitzenden Unternehmer wahrlich nicht mit freiem Wollen Die Stuckateure und Berufsgenossen hielten am 27. Mai ( Steinschleifer und Präger) Berlins hielten am behaftet gegenüber, seine Besiglosigkeit und die Konkurrenz auf unter dem Vorsiz des Kollegen Schulz eine öffentliche Versamm 28. Mai eine fombinirte Versammlung der in Berlin bestehenden dem Arbeitsmarkt" nehmen ihn den freien Willen gegenüber den lung ab, in welcher zum ersten Gegenstand der Tagesordnung Filialen des deutschen Verbandes ab, um einige der Haugtorgane Kaufbedingungen des Arbeitskraftkäufers. Und da hat der Staat Herr Bruns über das Gesez, betreffend die Gewerbeschiedsgerichte Der Berliner Kollegenschaft zu schaffen; so einen allgemeinen den Schwachen beizustehen und nicht Nachtwächter zu spielen. unter lebhaftem Beifall referirte, In der hierauf folgenden Dis Arbeitsnachweis, eine Rechtsschutz Kommission und eine Unter- Auf der großen Boltsmasse beruht die Stärke der Gesellschaft; fusion sprachen einige Redner im Sinne des Vortragenden. Den stübungs- Kommission. Die Versammlung war sehr gut besucht. geht ihre Kraft zu Grunde- und das muß sie, wenn die Aus- dritten Punkt der Tagesordnung bildete die Berichterstattung ter Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden, Herrn beutung derselben nicht hemmender Schranken verfällt, dann Delegirten von der Bau- Arbeiter- Konferenz. Durch die umfang Friedewald, erhielt Herr Preuß das Wort. Er legte den werden bei großen Völkerstürmen alle noch so mächtigen zivilifirten reichen Verbände seitens der Unternehmer haben sich die Baus immenſen Werth des Arbeitsnachweises dar und wies auf das Reiche zu nichte werden, und mit ihnen ihre Kultur; gleich den Arbeiter veranlaßt gefühlt, ein Kartell zu schließen, und ihm sind Streben der Unternehmer hin, welches dahin geht, diese Infti- mächtigen Reichen der orientalischen Zeit werden nur Schutt und bereits zehn Gewerkschaften beigetreten, und zwar die Maurer, tution in ihre Hand zu bekommen, um dadurch die Aufsicht und Trümmer an sie erinnern. Wir sind uns wohl darüber klar, Bimmerer, Maler, Töpfer, Stuckateure, Steinmetzen, Tapezirer, Kontrolle über die Arbeiter zu vermehren, welche das Unter- daß uns der Arbeiterschutz nicht vorwärts bringt; er soll uns Bau- Anschläger, Dachdecker und die Bau- Arbeiter. Dieses Kartell nehmerthum für sich in Anspruch nimmt. Redner stellt den An- blos die Wegzehrung sein während unserer Wanderung durch die steht unter der Leitung eines Ausführungs- Ausschusses, welcher sich trag, eine Kommission aus neun Personen bestehend zu wählen. Beit des Ueberganges der alten in eine neue Gesellschaft; so möchte zur Aufgabe gestellt hat, die einzelnen Gewerkschaften eng zusammen Diefer Antrag wurde angenommen, die Zahl der Mitglieder dann man es nennen. Ein Unsinn ist der Gedanke, man fönnte an Stelle der zu schließen, um durch den Zusammenschluß eine Entlastung der aber auf 12 festgefest. In die Debatte wurde auch die Frage mit heutigen verlotterten Gesellschaft mit ihrer Heuchelei und Lüge mit Arbeiterbewegung herbeizuführen; ferner das Solidaritätsgefühl hineingezogen, ob für die neu zu wählende Kommission das Lokal, einem Male eine neue fezen, so wie man vielleicht einen Teller auf zu pflegen, sowie die gegenseitigen Anfeindungen aus dem Wege welches der bis zur Zeit bestehende Arbeitsnachweis der Steindrucker einen Tisch seht; die Uebergangsformen müssen durchgemacht zu räumen. Wie ja wohl ein jeder weiß, sind zu diesem Unterund Lithographen inne hat, als Amtslokal beibehalten werden werden. Die Gesellschaft muß sich aus sich selbst heraus zu einer nehmen auch Mittel erforderlich, und deshalb werden die Kollegen oder ob der neue Nachweis zu Brall verlegt werden soll. Letzteres andern entwickeln. Einen Haupttheil der von uns geforderten aufgefordert, zu unserem Fonds beizusteuern. Im übrigen wurde wurde durch Annahme eines Antrages verneint, und bleibt somit Wegzehrung umfaßt die achtstündige Arbeitszeit. Sie soll den ein Antrag angenommen, dem Ausführungs- Ausschuß 50 Mart zu der Arbeitsnachweis bei Wernau, früher Kuhlmey, Rosen- und Arbeiter möglichst von der mechanischen Last, der er schier unter- überweisen. Auch wurde bei dieser Gelegenheit unser Fachorgan, Neue Friedrichstraßen- Ecke. Mit dem Infrafttreten der neuen liegt, befreien, fie möglichst einschränken, damit die Gesundheit Der Bauhandwerker", welcher die Interessen der Gewerkschaften Kommission ist die Amtsthätigkeit der bestehenden beendigt. Die der Arbeiterklasse erhalten bleibe, fie befähigt werde au geistiger wahrt, behandelt, und zum zahlreichen Abonnement auf nun vorgenommene Wahl der Mitglieder der Nachweistommission, Thätigkeit. Denn nur mit einer förperlich und moralisch starten gefordert. Der Bericht des Delegirten zur Berliner Streit- Kontroll in der jede Branche für sich wählte, ergab folgendes Resultat: Arbeiterflaffe läßt sich das gefteckte Ziel erreichen. Redner geht fommission konnte nicht entgegengenommen werden, da der Delegirte, Lithographen: Graßmann, Gisen, ernide und nun auf den Pariser Kongreß vom Jahre 1889 ein, und zeigte, Rollege Friz Grünenberg, nicht anwesend war, aber sich ents Preuß. Steindrucker: Fisch, Kroll, Brühlow und wie hier die Forderung aller Arbeiter nach einem achtstündigen schuldigte. Bu Gunsten unseres Fonds wurde der Antrag ange Klingberg. Schleifer: Rose und Karge. Präger: Ditt Arbeitstag feste Form annahm und zu der in Szenesetzung der nommen, den Delegirten zur Streit- Kontrollkommiffion abzuberufen. mann und Amberger. Bekannt gegeben wurde noch, daß Demonstration dafür führte. Der 1. Mai sei der Kettentag der In„ Verschiedenem" übte man eine scharfe Kritik an der in wahrscheinlich bald ein ständiges Arbeitsnachweis- Bureau in Arbeiter; an ihm solle er an seinen Ketten reißen, sie ihm da- Hamburg ansässigen Generalfommission der Gewerkschaften Berlin errichtet werden wird. Hierauf wurde beschlossen, eine durch fühlbar werden mehr wie sonst und ihn zur Zerbrechung Deutschlands, dieselbe fei, da sie von den Gewerkschaften nicht Rechtsschutz- Kommission zu wählen, welche aus 9 Mitgliedern zu derselben anfpornen.( Stürmischer Beifall.) Die Resolution gewählt, auch nicht anzuerkennen. Es entspann sich noch eine bestehen hat. Gewählt wurden die Herren Preuß, Dübelt wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung erhebt sich Debatte über die am 1. Mai gesammelten Gelder und die Verund Burmeister( Lithographen); Siemer, Obiger darauf und singt begeistert den ersten Vers der Marseillaise; eine sammlung bewilligte von diesem so entstandenen Fonds an die und Spielmann( Steindrucker); Quappe( Schleifer) ergreifende Szene! Nach Erledigung einiger fleinerer Angelegen- durch den Ausstand gemaßregelten Bergleute 50 M. Ein und Scharnow und Schäfer( Präger). An der nun heiten wurde die Versammlung mit einem stürmischen Hoch auf anderer Antrag, der Parteitasse 30 M. zur Verfügung eröffneten Debatte über die eventuelle Wahl einer Unterstützungs- die Sozialdemokratie geschlossen. Die Maler Berlins haben so zu stellen, wurde vom Antragsteller wieder zurückgezogen. tommiffion betheiligten sich mehrere Kollegen. Von diesen wurde die ihnen von der Polizei verhinderte Demonstration vom 3. Mai Einige Kollegen in der Versammlung konnten sich nicht die Wahl einer derartigen Kommission gutgeheißen, welche würdig nachgeholt. enthalten, den Charakter des Kollegen Rarsch öffentlich 31 Matinee'n und Aehnliches arrangire, um aus den Ueberschüssen beleuchten: derselbe ist nicht zur Pflege der Kollegialität zu be und sonstigen eingekommenen Geldern in besonders dringenden Eine öffentliche Volksversammlung fand am Montag, wegen und läßt sich auch noch beschuldigen, daß er früh und spät, Fällen an Kollegen, beziehungsweise an deren Angehörige Unter- den 25. Mai cr., im Saale der„ Volksbrauerei" zu Moabit statt. bis 8 Uhr Abends, arbeitet. Nachdem noch Kollege Braum er fügungen zahlen zu können. Nach Schluß der Debatte hierüber Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag des Genossen sucht, die Sammellisten wieder abzuliefern, sowie diejenigen wurde ein Antrag angenommen, der die Wahl einer aus 15 Per- Hennig über das Thema:„ Wird die Sozialdemokratie uns den Kollegen aufordert, welche noch nicht zum Maifonds gezeichnet fonen bestehenden Unterstügungskommission vorsieht. Die Ab- Bölkerfrühling bringen?" Der Redner besprach in längeren Aus- haben, dieses unverzüglich zu thun, erfolgte der Schluß der Verstimmung geschah diesmal auf eine Anregung des Kollegen Sillier führungen die großen Uebelstände der heutigen Gesellschafts- fammlung. allgemein, nicht nach Branchen. Ueberhaupt soll bei kombinirten ordnung, das scheinbare Bestreben der besitzenden Klasse, BeffeVersammlungen die Branchenabstimmung von nun an möglichst rung herbeizuführen und schloß damit, daß nur die Sozialdemovermieden werden, um den Geist der Einhelligkeit mehr fratie den Völkerfrühling bringen werde und könne, da sie die zu Tage treten zu laffen. Gewählt werden die Herren Leh- einzige Partei sei, der das wirtliche Wohl der gancen Menschheit mann, W. Schmidt, Schicker, Brall, Clermont, am Herzen liege. Die Versammlung spendete dem Redner reichen Reemus, Braun, Schönfee, Wigel, Peter, Beifall. P. Neumann, J. Eckardt, Gaudich, Scheiden. reich und Wilke. Bei der Diskussion trat zunächst der bekannte Herr Kuntz als Unter Verschiedenem" gelangte ein Gegner auf und machte den Versuch, einzelne Lehren der Sozial Antrag zur Annahme, vom Verein aus zu ermäßigten Preisen für die Kunstausstellung beforgen zu laffen legt. An der Diskussion betheiligten fich ferner die Genossen 500 Billets demokratie als irrig zu bezeichnen. Er wurde gründlich wider und unter den Kollegen zu vertreiben. Zur Ausführung dieses Ernst, Senst, Börner und andere, die eine Kritik an dem VorBeschlusses wurden die Herren Dübelt, Braufedorf trag übten. Unter Berschiedenem" versuchte Loyti eine Sache und Brall gewählt. Die Versammlung wurde dann, nachdem zur Sprache zu bringen, wobei ihm jedoch die Versammlung sorganisation bedürfen. Leider ist die Zahl der indifferenten den Anwesenden noch verschiedenes in Bezug auf die Funktionen unzweideutige Beweise ihres Mißfallens gab, daß er es vorzog, der einzelnen Organe der Gesammtvereinigung erklärt worden, zu schweigen. Hierauf wurde die Versammlung mit einem drei vom Vorsitzenden geschlossen Es ist somit wieder eine Arbeiter fachen Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. organisation weiter ausgebaut worden. " Der Fachberein der Metallschleifer und verwandten Berufsgenossen hielt seine legte Generalversammlung behufs Auflösung des Vereins ab. 8um ersten Punkt bemerkte der Bor sigende, Kollege Schwarz, daß man seit dem einjährigen Bestehen des Vereins mit dem Resultat zufrieden sein kann, denn bei dem trassen Indifferentismus, welcher unter den Schleifern herrscht, in Betracht ziehen, daß der Verein unter den denkbar ungünstig muß man das Grreichte schon anerkennen. Weiter muß man noch sten Berhältnissen während der vorjährigen, durch die Uneinigkeit der Berliner Metallarbeiter mißglückten Maibewegung gegründet worden ist, wo die Schleifer erkannt hatten, daß sie wieder einer worden ist, wo die Schleifer erkannt hatten, daß sie wieder einer Schleifer aufwachen und ihre Klaffenlage erkennen. Der Kassirer Kollegen noch groß. Hoffen wir nun endlich, daß auch die erstattete sodann den Kassenbericht, welcher von den Revisoren für richtig befunden wurde, worauf der Raffirer entlastet wurde. Die Uhrmacher und verwandten Berufsgenossen Kollege Niemetscheck erstattete den Bericht vom Arbeitsnachweis, Eine öffentliche Versammlung fämmtlicher Berlins und Umgegend hielten am 28. b. M. unter Vorsiz er bemerkte, daß fünf Stellen unbefest bleiben mußten, da die in Glacé und Kartonpapierfabriken beschäftigten Arbeiter des Herrn Nät her bei Gratweil eine öffentliche Versammlung Kollegen sich zu wenig daran betheiligten. Zum 2. Punkt der und Arbeiterinnen ab zwecks Gründung eines Fachvereins. Der Vorsitzende erläuterte Tagesordnung: Auflösung des Vereins, bemerkte der Vorsitzende, tagte Donnerstag Abend unter dem Vorsitz des Kollegen Jahn. zunächst in einem längeren Vortrage die Nothwendigkeit einer Kollege Schwarz, daß über den Weg, welchen die Berliner Zunächst hielt Dr. Lütgenau einen Vortrag über Kirche und Organisation für die Uhrmacherbranche zur Wahrung der Inter- Metallarbeiter einzuschlagen gedenken, wohl völlige Klarheit herrscht. Schule". Bon einer Diskussion wurde Abstand genommen und effen der in dieser Branche beschäftigten Arbeiter. Die Noth- Nun muß jeder einzelne Kollege, da der Fachverein fich aufgelöst hat, folgende Resolution, nachdem der Referent zu derselben nochmals wendigkeit einer derartigen Organisation ergiebt sich zur Genüge für den Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter" gesprochen, angenommen: aus dem Umstande, daß bei durchschnittlich elfstündiger täglicher agitiren. Die Kollegen Schöpfe und Niemetfched sprachen in " 1 Die heutige Versammlung der Glacé- und Kartonpapier- Arbeitszeit, beinahe obligatorischer Sonntagsarbeit, bei dem ver- denselben Sinne. Es wurde beschlossen, den Fachverein nach Arbeiter und Arbeiterinnen erklärt sich mit den Ausführungen langten eigenen Halten von Werkzeugen monatlich 75-80 M. Schluß der Versammlung aufzulösen. Demzufolge wurde eine des Referenten, Herrn Dr. Lütgenau, voll und ganz einverstanden Gehalt gezahlt werden. Eine Organisation bestehe zwar, aber Liquidationskommission, aus den Kollegen Schwarz, Niemetscheck und verpflichtet sich, mit allen Mitteln dahin zu streben, daß die eine durchaus unzeitgemäße, nämlich der auf einer ganz falschen und Schöpte bestehend, gewählt, und zwar mit dem Hinweis, daß Religion Privatsache werde." Grundlage aufgebaute Verband, dem sich auch der ebenso alle Diejenigen, welche noch Verpflichtungen, sowie Forderungen Hierauf trat die Bersammlung in eine Berathung des ange- unleistungsfähige, schon seit 12 Jahren bestehende Berein haben, sich an die Liquidationskommission zu wenden haben. regten Zusammenschlusses aller in der Papierbranche beschäf Berliner Uhrmachergehilfen angeschlossen habe. Referent beleuchtete unter Verschiedenem wurde die Angelegenheit der Firma u. Arbeiterinnen. Kollege Beyer gab nochmals des Näheren den Verband und seine Wirksamkeit. Rakenius tigten Arbeiter und Ro., Bimmerstraße 98 einer sehr ab= als Mitglied ber bazu erwählten Agitationskommission Diesem Verbande noch länger anzugehören, sei eine Unmöglichkeit. fälligen Kritik unterzogen. Der Vorsitzende theilte mit, Die Bu Bereits 50 Mitglieder hätten sich bereit erklärt, der neuen Fahne daß einen Bericht über deren Berathungen und Erfolge. Firma, sowie die Arbeiter derselben brief nächst legt er die Erwägungen dar, welche die Kommission zu folgen und eine weit größere Bahl warte nur auf die Gelegen- lich zu der Versammlung eingeladen, aber leider, wie zu er bei ihren Entschließungen leiteten und welche zu der Beschluß- heit, sich dem neuen Vereine anzuschließen. Dieser Verein könne warten war, nicht erschienen feien. Folgende Resolution wurde fassung führten, eine Totale Zentralisation für sämmtliche in dem nur ein Fachverein fein, welcher eine zeitgemäße Verkürzung der einstimmig angenommen:" Die in der heutigen Versammlung Beruf beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Vorschlag zu Arbeitszeit( vorläufig 9 Stunden) Beseitigung der Sonntags- und anwesenden Schleifer erachten das Vorgehen der Firma Rakenius bringen. Bon den Albumarbeitern, den Kartonarbeitern und den Ueberstundenarbeit, eine Aufbesserung der Löhne zu erstreben, u. Go. für ungerechtfertigt. Die anwesenden Schleifer sehen in Buchbindereien beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen fei einen geregelten Stellennachweis zu schaffen, statistische Erhebungen ferner eine Herabsetzung des bisherigen Rufes der Firma darin, eine darauf hinzielende Resolution des Kollegen Freudenreich an- au veranstalten habe, den Mitgliedern Rechtsschutz und Unter- daß sie der Nachsucht eines Arbeiters Gehör verlieh und ihre genommen worden und er empfehle ihnen auch die Annahme süßung gewähren und vor allen Dingen auch ein Bildungsver- bisherigen Schleifer auf Grund der Denunziation desselben Derselben. ein sein müsse. Eine solche Organisation allein trage den Be- entließ, und denselben wieder einstellte. Ferner wurde In der Diskussion über diesen Punkt pflichtete Rollege dürfnissen und Verhältnissen der Berliner Uhrmacher Rechnung. die Angelegenheit des Kollegen Jarschel einer Richtig Greiffenberg( Kartonarbeiter), dem Vorredner im Wesentlichen bei, Deshalb müsse eine radikale Aenderung in dem bisherigen Kurse stellung unterzogen. Es wurde bisher systematisch verbreitet, und wollte er es jetzt noch unerörtert lassen, ob man eine Lokal- der Berliner Uhrmachergehilfen- Bewegung eintreten, und die Ber- derselbe habe seiner Zeit das Reisegeld vom Verein erhalten. organisation oder einen Zentralverband schaffe, für letzteres jedoch liner Uhrmacher seien verpflichtet, mit allen Kräften die neue Dies verhält sich folgendermaßen. Er hat das betreffende Geld Organisation zu stützen, sich derselben anzuschließen. In ihrer aus privaten Mitteln als Darlehn erhalten und der gesammte Die Kollegen Schlegel, Marwig und Saß legten ihren schon Hand liege es, die bessernde Hand an die traurigen Verhältnisse Vorstand hat dafür gut gesagt, die Angelegenheit nimmt jest in der Buchbinder- Versammlung vertretenen Standpunkt der anzulegen. Das Motto des neuen Vereins werde heißen: Vorwärts! ihren gerichtlichen Ausgang. Kollege Niemetscheck machte noch Versammlung flar, sie traten für eine Sonderorganisation der( Großer Beifall.) Nach einer kurzen, dem Referenten durchaus zu befannt, daß bei ihm Marken zum Maifonds zu haben sind, und Frauen ein und führten an, daß die letzte Generalversammlung stimmenden Diskussion gelangte nachstehende Resolution zur ein ersuchte die Kollegen, ihrem Beschluß getreu zu bleiben und einen des Fachvereins der in den Buchbindereien beschäftigten Arbeiter stimmigen Annahme:„ Die heute am 28. Mai in Gratweils Bierhallen Theil von Arbeitsverdienst am 1. Mai zum Maisonds zu opfern. mit 230 gegen 3 Stimmen den Zusammenschluß verworfen habe. tagen de öffentliche Uhrmachergehilfen- Versammlung erklärt sich mit Der Vorsitzende erklärte hierauf den Fachverein der MetallDie Kollegen Pickert, Beyer, Jahn und Drews traten den dem Referenten vollständig einverstanden, erachtet die Gründung eines schleifer Berlins und Umgegend für aufgelöst. Ausführungen der Vertreter des Fachvereins der Buchbinder neuen Vereins als nothwendig und verpflichtet sich hierdurch, sich entgegen. demselben anzuschließen." Im Anschlusse hieran brachte Herr trat Redner warm ein. Muster- Versandt nach ausserhalb franco. LOUIS KATZ Alte Schönhauserstraße Nr. 59, Ecke der Linienstraße. Infolge sehr bedeutender Abschlüsse verkaufe nachstehend verzeichnete Waaren in nur neuestem Geschmack zu außergewöhnlich billigen Preisen. 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Der inzwischen herangewachsenen Generation sei das Buch dringend zur Anschaffung empfohlen; es ist für sie von Bedeutung, zu erfahren, wie diese große Bewegung entstanden ist, welche Elemente fie gebildet, welche Leidenschaften bei ihr mit gespielt, welche Rolle die doktrinären Republikaner und die Bourgeois gespielt, mit wie viel oder wie wenig Fähigkeit die Aufständischen die öffentliche Gewalt gehandhabt, welchen Muth fie im Kampf und welche Grausamkeit die Sieger gezeigt haben. Möge das Buch, das bei seinem ersten Erscheinen, 1878, der Gegenstand der Besprechungen fo vieler Vertreter des deutschen Sozialismus war, der neuen Generation zeigen, für welch große Sache Paris sich erhoben und bis zum Tod gelitten hat. Der Kaufmann und die Sozialdemokratie. Von 118197 Albert Auerbach. T 3& ogen gr. 8. Preis broschirt 50 Pfennig. Inhalts- Uebersicht: 1. Die Lage des selbständigen Kleinkaufmanns. 2. Die Lage der kaufmännischen Arbeiter: a) Gehilfen, b) Gehilfinnen, c) Lehrlinge. 8. 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Engels weist an der Hand der Doku mente das Grundlose der Brentano'schen Verdächtigungen nach und giebt im Uebrigen ein in furzen Bügen entworfenes Bild der englischen Zustände im Anfang der sechsziger Jahre, das, an und für sich Lehrreich, eine wichtige Stütze für die so sehr angefochtene Auffassung von Mary wird, wie sie in der Inauguraladreffe der Internat. Arbeiter- Assoziation von 1864 zur Geltung fommt. Hochflut. Sozialistische Zeitgedichte. 6. Auflage. 80. Preis 20 Pf. Safeten und Lengifugeln. Truznachtigall. Geschleudert in der Nacht des Sozialistengesetzes von S. Kokosky. Preis brofchirt 20 Pf. Von Karl Henckell. Preis elegant brofchirt 1,50 M., elegant gebunden 2 M. Die vorstehenden poetischen Erscheinungen unserer Literatur werden bei den Parteigen offen bie beifälligste Aufnahme finden. 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