�benöausgabe nr. 514 ♦ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 255 BtjugäBeiinnungtn und Anzeigenpreise fino in der Msrgenau-gabe angegeben Sedattloa: SA». LS, Liadenslrabe 3 Jernsprech«: VSnhoff 292— 201 TaU-SSrelserSozialdemokra» Berlin Derlinev VolKsblatt ßreitag 30. Oktober 1H25 Verlag und Anzeigenabteilung! SefchSft-zeit»-S Uhr Verleger: Bonnärin.llerlag GmbH. Berlin Sw. SS, Cinbenflra&e 3 Zernsprether: VSnhoss 202— 201 SW Zentralorgan der Sozialdemokrattfcben Parte» Deutfcblands Die Dolchstoßlüge auf der Anklagebank Scheidemanns Aussagen im Coßmannprozetz. München, den 30. Oktober 1923.(V.d.Z.) Heute erfolgte im Cobmann-Prozeß die Vernehmung des ehe- maligen Oberbürgermeisters von Kassel, Scheidemann, der ungefähr folgende- ausführte: Was in den Kriegsjahren von deutschen Soldaten an Tapferkeit geleistet worden ist, sind Dinge, auf die unser deutsches Volk stolz sein kann. Der Kern dieses Heeres war aber das schaffende Volt. Warum sind wir hinausgezogen? Um das Vaterland zu verteidigen. Infolge des Hungers und des Elends unterlag Deutschland schließlich der gewaltigen Uebermacht. Wir unterlagen vor allem, weil es an einer Führung fehlte, die es verstanden hätte, rechtzeitig Frieden zu machen. Die Feinde habe» nachträglich zu ihrer Deckung behauptet, man müsse Deutschland die Lasten auferlegen, weil Deutschland allein Schuld am Kriege sei. Das war eine Unwahrheit. Schuld sind meines Trachtens alle Staaten, die am Kriege beteiligt waren. Welches Maß von Schuld auf Deutschland fällt, wird sich erst her- ausstellen, wenn man die Archive aller Staaten geöffnet hat. Aber das Eine stehi fest, daß der Teil der Schuld, der uns zu- geschrieben werden kann, ausschließlich aus diejenigen sälll, die vor dem Kriege genau dieselbe nationalistische Politik betrieben haben, die sie jetzt nach dem Kriege sortseizten. Die Vorwürfe der Gegner sind verständlich. Ich habe aber kein Verständnis dafür, daß aus unserem eigenen Volke heraus von nationalistischer Seite unsere Volksgenossen als Landes- verräter, Dolch st ößler usw. beschimvft werden. Eine solche Beschimpfung ist erbärmlich, ja noch viel schlimmer, sie ill dum m. Wo soll da de' Respekt herkommen, wenn im Aus- l-nd immer mehr der Eindruck besteht. Deutschland bestehe zu einem großen Teil aus Lumpengesindel und Landesverrätern, die nicht nur ihr Vaterland verraten haben, sondern auch in Zukunft bereit sein werden, das von neuem zu tun. Sechs Jahre lang haben die nationalistischen Kreise ihre Geschäfte mit dem Dolchstoß- L � w i n d e l gemacht. Das fing an mit der Unterzeichnung des Frisbensvertrages von Versailles. Man hat sich weiter dabei be- rufen auf den Wasfenstiilstand und zwar wider besseren Wissens. ' Tilan hat bshaapiek. daß Erzberger den Waffenstillstandsverlrag unterzeichnet ha»", um Deutschland wehrlos zu machen, während jederzeit nachgewiesen werden kann, daß Erzberger auf Befehl des jeßigen Reichspräsidenten v. hindenburg unterzeichnete. Erzberger hat damals an Hindenburg die Frage ge- richtet:.Wissen Sie, was unterzeichnet werden soll?" H Inden- bürg hat geantwortet:.3a, ich weiß es. Sehen Sie zu, daß Sie Diilderungrn durchsetzen können. Aber wenn Sie nichts durchsehen können, unterzeichnen Sie doch." Die weiteren Verhandlungen mit der Entente waren von den- selben Erscheinungen begleitet. Als das D a w e»- A b k o m m en in Deutschland di-kutierr wurde, schrien die Nationalisten: Ein neuer Verrat! Es wurde erklärt, daß dies« Dawes-Gesetze noch schlimmer seien als das Versailler Diktat. Gewisse nationa- listische Gruppen kalkulierten dann allerdings, daß, wenn sie trotz dieser feierlichen Flüche und Schwüre das Abkommen annähmen, Vorteile dabei herauskommen könnten, nämlich vier Minister- sitze Deshalb haben sie ihre Taktik geändert. Man hat weiter- geschimpft, aber schließlich doch zugestimmt. Derselbe Spektakel wiederholt sich jetzt bei L o c a r n o. Durch die wüste Agitation der Nationalisten ist die politische Atmosphäre auss schlimmste verdichtet. Durch diese Hetze gegen die sogenannten Novemberverbrecher und gegen die Dolchslößler war es möglich, daß der kapp- Lndeudorff-Pulsch im 3ahre 1920 gemacht werden konnte. Ein O p s e r dieser Hetz« wurde Erzberger und später R a th e• rau Ich darf auch daran erinnern, daß es nur einem Zufall zu verdanken war. daß ich nicht damals in demselben Jahre um die Ecke gebracht worden bin Ich darf daran erinnern, daß ich auch einmal von der Münchener Polizeidirektion durch Vermitllung der Volizei in Kassel gewarnt wurde vor einem Mordplan, der in München vorbereitet wurde, und der von einem Studenten Bauer ausging. Dieser Bauer ist dann selbst das O p f e r e i n e r Feme geworden, eine Einrichtung, die auch als eine der übelsten Eumpspfianzen aus dein Boden des nationalistisch verseuchten Deutschlands gewachsen ist. Solange diese Atmosphäre des Mordes nicht bereinigt ist und solange dieser ganze Dvlchstoßschwindel nicht aus der Welt ge- l äffen wird, solange wird in Deutschland dos Elend weiterbestehen, und solange wird sich unsere Wirtschast nicht erholen können, weil es unmöglich ist, das Ausland mit Vertrauen zu erfüllen, das wir brauchen, wenn in Deutschland wieder gesunde Verhältnisse ein- treten sollen. Wenn nun irgendein Anstreicher oder sonstwie ein harmloser Mensch mit dem Dolchstoßschwindel hausieren geht, so kann man annehmen, daß das nicht lange dauern wird und daß solcher Unsinn bald erledigt fei. wenn aber derartige vorwürfe in ein wlssenschasklich ausge- putzte» INänlelchen gehüllt werden, so befleht darin eine Gefahr. Ich habe Tausende von Drohbriefen erhalten und bin auch wiederholt das Objekt von Angriffen gewesen. D'« Politik meiner Partei im Kriege war absolut gerade. Wir begannen 1914 mit der Feststellung, daß wir jetzt wahr- machen wollten, was wir immer gesagt hatten: In der Stunde der Gefahr lassen wir das Vaterland nicht im Stich. Die Bildung einer Regierung im Jahre 1918 war nich. möalich ohne die Mitwirkung der Sozialisten. Wenn irgendetwas wahr pewefen wäre von dem, was uns später nachgesagt worden ist, so müßte man an- nehmen, daß darüber niemand besser orientiert wäre als der jetzige Reichspräsident Hindenburg und General G r ö n e r. die nach dem Zusammenbruch 1918 und 1919 mit uns zusammengearbeitet haben. Man muß sich vorstellen, was es bedeutet, daß diese Menschen mit uns zusammengearbeitet haben. wenn die Vorwürfe der valionalistcn richtig wären, könnte man sich nur vorstellen, daß ein wann wie hindenburg mit Vorliebe mit Landesverrätern zusammenarbeitet. Unsere Politik der Landesverteidigung während des Krieges war klar und entschieden daraus gerichtet, die Unversehrtheit des Reiches, die Selbständigkeit der deutschen Ration und seine wirtlchastliche Entwicklungsmöglichkeit zu wahren. Unsere Posittk erklärt sich«ms unserer Liebe zum Daterlande. Wir wußten auch, daß es im Inter- esse der deutschen Arbeiterschaft lag. wenn wir die Mittel zum Kriege bewilligten und wenn wir nicht wünschten, daß Deutschland eine Niederlage erleidet. Es hat sich ja auch erwiesen, daß im Falle der Niederlage die A r b e i t e r s ch a f t d e r l e i d t r a g e n d e T e i l ist. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr häufen sich die Klagen aus dem Felde und aus der Etappe. wir haben die Beschwerden der Soldakcn im kriegsminifkerlum vorgetragen, wo man immer olle Klagen als übertrieben bezeichnete. Wir sind niemals im Hauptquartier gewesen, wie fälschlicherweise behauptet wird, sondern wir haben den zuständigen Stäben unsere Beschwerden vorgetragen. Es ist uns in vielen Fällen gelungen die Ursachen der Beschwerden zu beseitigen. Diese Beschwerden waren darauf zurückzuführen, daß Tausende prachtvoller Front- offiziere, die in den Tod gegangen waren und von denen die Sol- baten mit größter Liebe sprachen, ersetzt werden mußten durch Nach- folger von weniger guten Qualitäten. Je schlechter die Lage des Heeres wurde, desto größer wurden die E r o b e- rungspläne der Nationalisten, so daß sich die Soldaten fragten: Sind wir hinausgeschickt worden, um unser Vaterland zu verteidigen oder um Frankreich bis Calais zu erobern? Reichskanzler v. Velhmann Hollweg hat uns unter vier Augen zogestonden, daß er diese Forderungen für Wahnsinn Halle: er Hot aber nicht den Mut gefunden, in offener Reichstagssihung diese Leute abzuschütteln. Er hat uns oft gesagt, in welcher oerzweifelten Lage er sich befand. Er schwur uns, daß er nie daran denke, derartige Forderungen zu vertreten. Mit diesen rein kapitalistischen Forderungen,>die nach den Erzgebieten von Belgien zielten, waren dynastischeForde- r u n g e n verbunden, Forderungen von geradezu unglaublicher Borniertheit. Für Elsaß-Lothringen sollte ein neuer Landesvater, wenn ich nicht irre, aus Bayern ausgesucht werden. Mau verleilte bereits die verschiedenen neuen Herzogtümer. 3ch erinnere auch daran. wie der Kabincltschef eines solchen tandessürslen za mir kam,. ich sollte darauf hinzielen, daß wenigstens ein mecklenburgischer Prinz nach Litauen käme, denn das wäre noch einer der ge- scheitesten. Mit solchen Dingen beschäftigten sich die Herren, die glaubten, den Krieg weiterführen zu können, während unsere Väter, Söhne und Brüder«mf dem Felde oerbluteten. Dann kommt der Zeuge auf die Vorgänge bei der E r ö f f- n u n g des rücksichtslosen O'-Boot-Krieges zu sprechen. Die Sozialdemokratie hat den U-Boot-Krieg abgelehnt, well sie der festen Ueberzeugung war, daß H e l f f e r i ch recht hatte, als er dringend davor warnte, weil dieser Krieg zu einem Fiasko führen müsse. Für uns stand die absolute Gewißheit fest, daß Amerika durch einen U-Boot-Krieg unsererseits in den Krieg hineingezwungen würde. Auch Bethmann Hollweg war«in entschiedener Gegner dieses Unternehmens. Ich fragte ihn später, warum er nicht demissioniert habe, obwohl der rücksichtslose U-Boot- Krieg eingeleitet wurde. Er erwidert«, er habe dabei auf unsere Stellung Rücksicht nehmen wollen, und später die Verantwortung dem Kaiser überlassen. Auch verschiedene Staatssekre- täre waren entschieden« Gegner des U-Boot-Krieges. Für die Stockholmer Konferenz im 3ahre 1917 waren ich und Eberl die treibenden Kräfte. Bethmann Hollweg hat uns jede Erleichterung verschasst, um nach Stockholm zu kommen. Leider hatten unsere Verhandlungen nicht den erwarteten Erfolg. lieber unser Memorandum, das wir über diese Konserenz ausgearbeitet hatten, hatte sich selb st der Kaiser sehr anerkennend ausgesprochen. Es war dies eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen auch der Kaiser Berständnis zeigte. Es kam dann die Friedensresolution vom Jahre 1917. Diele wurde durch den Reichskanzler Michaelis zerschlagen, diesen furchtbar frommen Mann, der uns hineingelegt hat. Er hat gegen die Verabredung mit uns seine Rede zur Friedensresolution mit der bekannten Wendung„wie ich es ausfasse" unwirksam gemacht. Es kam dann noch die dritte Friedensaktion, ein« der wichtigsten, aber auch der traurigsten Vorgänge, der Frledensver- mittlunqsversuch des Papstes. Der Kaller war mit dem RuntiusPacelli zusammengekommen und hatte diesem in einer Anwandlung von großer Sehnsucht nach Frieden gesagt, die katholische Kirche sei die berufenste Instanz, den Friedensgedanken zu propagieren. Weller hat der Kaiser gesagt, die Sozialdemokratie habe die Bedeutung einer solchen Propaganda richtig erkannt. Damit sie aber nicht allein da» Verdienst haben solle, solle die Kirche eingreisen. Der Nuntius sagte darauf, der Kaiser scheine nicht über alles informiert zu sein,.sonst müßte er wissen, daß der Papst sich »m die Einleitung von Friedensoerhandlungen bemüh«, aber keine Aktion unternehmen könne, wenn der Erfolg nicht sicher sei. Der Papst richtete dann sein bekanntes Rundschreiben an alle Mächte, und von allen Seiten wnr der Friedenswille erkennbar. Zu dem vierten Punkte in dem päpstlichen Friedensvermtttlungs- versuch, zu der Herausgabe Belgiens, wurde deutscherseits kein offenes Wort gesprochen, weil man hoffte. Belgien als wichtiges Kompensationsobjekt bei den Friedensverhandlungen verwerten?u können. So zogen sich diese Dinge infolge des deutschen Ber- Haltens monatelang hin. Der Pap st monierte, aber es geschah nichts, und der allerchristlichste Reichskanzler Michaelis brachte es fertig zu sagen, seines Erachtens müßt« das Bestreben Deutschlands dahin gehen, das Odium eines etwaigen Schetterns des päpstlichen Dermittlungsversuchs auf unsere Gegner abzuwälzen. Cr beabsichtigte daher, die Angelegenheit ziemlick, dilatorisch� zu be- handeln, bis eine zweckdienliche Stellungnahme ermöglicht sei. Der Papst drängte und drängte Am 2?. September»ele- graphlerle kühlmann an den Papfloerkreler: Aus unserer Friedens- bereitschasl darf keineswegs eine Friedensnokweudigkeil gefolgert werden. Die Greuel von Damaskus. Nach englischen Darstcllnngen. (Bon unserem englischen Berichterstatter.) 12. FV. London, 29. Oktober. Die englischen Blätter der letzten beiden Tage haben außerordentlich interessante Drahtmeldungen aus Damaskus gebracht, die die ganze ungeheure Schwere der dortigen Bor- gänge erkennen lassen. Aus allen diesen Berichten— und es liegt ein so zuverlässiger vor, wie der des„Times'-Korre- spondenten, der unmittelbar nach der Beschießung in Da- maskus eingetroffen ist— geht hervor, daß sich die f r a n z ö- fischen Militärs ausgesprochen provokativ benommen haben. Die britische Presse ist insbesondere geneigt, ein groß Teil der Schuld für die grauenhaften Borgänge General Sarrail persönlich zuzuschieben. Im folgenden soll aus dem überaus ausführlichen „Times"-Bericht, der von der gesamten Presse abgedruckt und zur Grundlage der Beurteilung in London gemacht wurde, das Wichtigste in Uebersetzung wiedergegeben werden. Der Korrespondent stellt zunächst fest, daß die franzö- fischen Kämpfe mit den Iebel-Drusen, insbesondere die franzö- fische Niederlage, jene Atmosphäre geschaffen heben, aus der heraus sich die Vorgänge von Damaskus überhaupt erst ent- wickeln konnten.„Hätten die Drusen seinerzeit, als die Fran- zosen gezwungen worden waren, Damaskus zu räumen, die ihnen hierdurch gebotene Gelegenheit ergriffen, so hätten sie da- Mals die Stadt beseyxn können und das ganze Land hätte sich ihnen angeschlossen. Sie haben damals ihre Chancen ver- paßt. Aber was sich seither im Iebelgebiet ereignete, hat einerseits zur Entfaltung der nationalen Bewegung beigetragen, andererseits den Geist der Gesetzlosig- k e i t gefördert, der in Fällen von Räubereien znm Ausdruck kam und mit den Damaszener Vorfällen seinen Höhepunkt er- reichte. Die Briganten waren außerhalb der Stadt außerordent- lich ungewöhnlich aktiv gewesen, und die Tätigkeit der un- längst verstärkten fran'ösischen Truppen bestand zum großen Teil in der Durchforschung derjenigen Ortschaften, die ver» dächtig waren, den Briganten Unterschlupf zu gewähren.... Um den 10. Oktober herum haben die Franzosen mehrere im Südosten von Damaskus gelegene Ortschaften in Brand ge- steckt und einige Dutzend Brigantenleichen nach Damaskus gebracht, und sie hier, auf Kamels gebunden, durch die Hauptstraßen führen lassen, worauf sie sie auf dem Marghi-Platz öffentlich zur Schau stellten. Ins- besondere diese Parade der im Takte der schreitenden Kamele schaukelnden Leichname wirkte in höchstem Maße auf- reizend und empörend. Diese Schaustellung war als eine Warnung an die un- ruhigen Elemente gedacht. Der Effekt war jedoch genau entgegengesetzt. Es erbitterte die ohnedies schon äußerst ge- reizte Bevölkerung nur noch mehr, ganz besonders, gl" einige der Leichen als Einwohner von Damaskus erkannt wurden." Der Bericht schildert hierauf, wie sich im Laufe des nächsten Tages die Bandenüberfälle mehrten, wie Basare und Geschäftshäuser im Zentrum von Damaskus gevlündcrt wurden, was schließlich in einigen Bezirken zur Entwaffnung der Polizei und weiteren Plünderungen führte. Dabei schosien diese um allerlei dunkle städtische Elemente verstärkten Banden ständig in die Luft und erzeugten dadurch, wohin sie kamen, die gewünschte Panikstimmung. Dabei kam es u. a. auch auf einen blutigen Ueberfall auf das armenische Quartier, da die aus Drusen bestehende Bande die Armenier für die Schuld»- gen an der Plünderung eines ihrer Dörfer hielt, während nachweislich hierfür die den französischen Truppen attachierten Tscherkessen verantwortlich waren. In diesem Zeitpunkt war die ganze Stadt vom Widerhall eines planlosen Schießens er- füllt. Da niemand wußte, was sich eigentlich ereignete, so erreichte die allgemeine Nervosität einen Siedepunkt. Anscheinend waren die französischen Militärs der Mei- nung, daß diese Schüsse das Signal für einen allgemeinen Aufftand von feiten der Bevölkerung seien. Denn„an: Mittag des 18. begannen sie mit Kriegstanks aufzufahren. Diese sausten, ununterbrochen feuernd, nach allen Seiten durch Straßen und Basare. Der Mob, der hinter den Tanks Barri- kaden zu errichten begann, beschoß diese nunmehr, sobald sie den Rückweg nahmen, von oben herab, wobei zahlreiche fran» zösische Tanksoldaten verwundet wurden. Um 6 Uhr abends setzte das französische A r t i l l e r i e f e u o r auf die alte Stadt ein. Die Franzosen feuerten zunächst nur mit großen Zwischenpausen und verwendeten hierbei, soweit bekannt. fürs erste nur blinde Geschosie— was allerdings die Ber- wimmg unter der eingeborenen und der zahlreichen euro- päischen Bevölkerung, deren Stadtteile unter dem Feuer lagen, nicht verminderte. Die Beschießung dauerte die ganze Nacht hindurch an. Am nächsten Morgen wurden plötzlich und ohne jegliche vorhergehende Ankündigung sämtliche Truppen von der Alten Stadt(inklusive des christlichen Stadtteils) zurück- gezogen und nach dem französischen Stadtbezirk Salihych konzentriert, aus dem alle dort ansässigen französischen Fa- milien vorher evakuiert worden waren. Ab 19 Uhr morgens setzte hierauf von feiten der außerhalb der Stadt postierten Artillerie eine vierundzwanzig st ündige De- schießung der Stadt ein, wobei nunmehr regelrechte Kriegsmunition oerwendet wurde. Dieses Artilleriefeuer wurde von Aeroplanen unterstützt, die über der Stadt kreisten. Bomben abwarfen und mit Maschinengewehren schössen. Erst am Mittag des 20. Oktober hörte das Feuern auf." Die Stadt bietet ein jammervolles Bild der Zerstörung.| selbst bedeuten, daß fie ein Symbol für die Unraft Wenn man durch die Basare geht, die noch vor menigen Tagen find, die heute den gesamten Often erfüllt. Diese Unrast muß ein Bild der Blüte und des Wohistandes geboten haben, so sich zu einer lebensgefährlichen Bewegung auswachsen, wenn wirft der Anblick der Zerstörung, die dort herrscht, die zivilisierten Nationen, so wie hier die Franzosen, ärger doppelt niederschmetternd, ein Eindruck, der noch verstärkt als eingeborene Plünderer hausen, die Empfindlichkeit der wird, wenn man die kleinen Seitenstraßen besieht, die zu Eingeborenen, so wie es hier der Fall war, auf solche un den Basaren hinführen. Ebenso schlimm ist der Saghur Be- erhörte Art verlegen und schließlich ohne Rücksicht auf Kulturzirf zugerichtet, und am Sut el Kharratin( Drechslermarkt) schätze, religiöse Heiligtümer und Menschenleben eine militäscheinen sich Haus auf Haus und Laden neben Laden in einem rische Maschine in Bewegung segen, die in ihrer blinden Wut Zustande der Zerstörung zu befinden. Die Löcher weisen unver- tausendmal mehr zerstört, als alle Plünderer zusammen, gegen fennbar auf Artilleriebeschießung hin und der Rauch, der die sie angeblich in Bewegung gesezt worden ist. Die Bes zwischen den Dachsparren und den Feuerwehrleuten, die an den schießung von Damastus ist ein 3eichen der Schwäche, Dächern arbeiten, hervorquillt, zeugt unwiderstehlich von dem und es kann kein Zweifel dafür herrschen, daß die EingeCharakter der jüngsten Ereignisse. Glücklicherweise entging borenen es als solche werten werden. die Große Mosche e diesem Schicksal, obgleich sie sich nahe der unter Feuer befindlichen Zone befand, leider aber nicht die wundervolle mit grünen und blauen Ziegeln gedeckte Senanineh Moschee, in deren Kuppel sich ein ungeheures Loch befindet und deren Mosaiffenster teilweise zerstört wurden... Vom Minaret dieser Moschee aus hat man einen wundervollen Blick auf die gesamte Stadt, von hier aus habe ich erst den ganzen Umfang der Zerstörung erkennen können." " Ein überhaupt nicht wieder gutzumachender Verlust ist die Vernichtung des Azm- Palastes. Er war eines der wundervollsten und merkwürdigsten Gebäude der Stadt und be= herbergte das Muselmännische Kunst- und archeologische Museum".... Es umfaßte viele seltene Kunstobjekte, insbe= fondere alle archeologischen syrischen Ausgrabungen der legten Zeit... Praktisch ist nichts von alledem übrig geblieben. Die Briganten plünderten oder zerstörten mutwillig die Kunst gegenstände, während das Artilleriefeuer kaum die Wände stehen ließ." Der Bericht setzt hierauf feine ausführliche Beschreibung der wichtigsten Kunst- und historischen Stätten fort, die den Plünderungen auf der einen, dem Artillerie feuer auf der anderen Seite zum Opfer gefallen sind und schließt diese Aufzählung mit folgenden Worten: Worte verfagen, um wiederzugeben, welchen Anblick die alte und ge= heiligte Stadt heute bietet." Daß " In London, wo man geneigt ist, den obigen Times" Bericht eher für eine abgeschwächte als übertriebene Dar ftellung der Vorgänge in Damastus zu halten, ist man sich in der Kritik des französischen Verhaltens einig und fürchtet vor allem von diesem Vorgehen des französischen Militärs schlimme Rückwirkungen auf die Beziehungen der Araber zu den europäischen Kolonialmächten; eine Frage, an der Großbritannien angesichts seiner bereits bestehenden Schwierigkeiten mit den Arabern in Palästina auch politisch das allergrößte Interesse hat. Die neue Schuldfrage. Wer hat die Rechtskoalition erdolcht? Die volksparteiliche Presse beschäftigt sich in gereiztem Ton nicht nur mit der offiziellen deutschnationalen Erklärung, die heute morgen hier besprochen wurde, sondern auch mit Aufsätzen, die Graf We starp in der Kreuz- Zeitung" und Paul Baeder in der Deutschen Tageszeitung" in gleichem Sinn und zu gleichem Ziel veröffentlichten. Dabei kommt der Bressedienst der Deutschen Volkspartei, die Nationalliberale Korrespondenz", mit folgender Erklärung heraus: " Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages hat Reichsaußen minister Dr. Stresemann das Wert von Locarno vertreten imd die Stresemanns gebilligt, bis fie durch einen Beschluß der Parteileitung zum Rüdtritt gezwungen wurden. Nach der„ Deutschen Zeitung" soll Graf Westarp in einer Rede in Dresden erklärt haben: Das Gesamtfabinett hat weber während der Ronferenz noch nach ihrem Abschluß das Ergebnis von Locarno gebilligt. Dieser Ausspruch fann nach allem, was festgestellt wird, mur noch als eine letzte verzweifelte Offensive gegen die ges schichtliche Wahrheit betrachtet werden. * Die„ Germania" veröffentlicht eine Zuschrift aus parlamentarischen Kreisen, die sich gegen die Reichstagsauflösung, aber für den Rücktritt Luthers ausspricht, da ohne die Mithilfe der Sozialdemokratie eine Lösung nicht zu finden fei, die Sozialdemokratie aber zu Luther in Oppofition stehe. Die Deutschnationalen tönnten jetzt von feiner Seite mehr als bündnisfähig betrachtet werden, was sie der Volkspartei und auch dem Zentrum angetan hätten, das stehe in der parlamentarischen Geschichte einzig da. Für das Reich wie für Preußen sei ihre Ausschaltung für lange Zeit vollzogen. Dazu möchten wir bemerken: Wie sich Herr Luther, der Kanzler des Rechtskurses, der feine Mehrheit mehr hat, im Reichstag aus der Affäre ziehen will, ist seine Sache. Aber wir glauben nicht, daß sein ohnehin zu erwartender Rücktritt an der ganzen Situation grundsäglich etwas zu ändern vermöchte. Das fann nur durch Neuwahlen geschehen, in denen das Bolt selbst sein Urteil über Locarno abgibt. Ist das Einheitsfront? " Mit Manövern!" Die„ Rote Fahne" tobt gegen den Vorwärts". Er hat den Brief Stoeders an den sozialdemokratischen Fraktionsvorstand Brief Stoeders an den sozialdemokratischen Fraktionsvorstand nicht abgedruckt! Was folgt daraus? Nicht mehr und nicht weniger, als daß die sozialdemokratischen Führer trog ihres Auflösungs geschreis die große Koalition ohne Reichstagsauflösung erstreben". Man sieht, der Roten Fahne" gegenüber hilft keine Kunst der schwarzen Herzen. Einmal hat der Vorwärts" etwas gedruckt, dann lieft fie das Gegenteil von dem heraus, was drin steht, und ein andermal hat der„ Borwärts" etwas nicht gedruckt, dann werden daraus die verräterischen Absichten der verruchten SPD. erst mäßig gut herausfam, daß sie nicht den Plünderern zum Opfer legungen erfolgten im Auftrage des gesamten Kabinetts, wie Reichs. Berstellung. Ihr Blick dringt in die geheimsten Falten unserer gefallen ist, das ist nicht den organisatorischen Maßnahmen von seiten der Franzosen, sondern der Hilfsbereitschaft der Mohammed aner zu danken. Diese haben sich wahr haftig glänzend benommen, fie organisierten nach dem Abzug der Truppen, die Ordnung im christlichen Quartier und verteidigten dieses gegen Versuche des plündernden Mobs, hier einzudringen." Auffallend scharf ist, was der von Hause aus gewiß nicht franzosenfeindliche Times"-Korrespondent über das Verhalten der Franzosen zu sagen hat: Es besteht sowohl in Beirut wie in Damaskus erhebliche Erbitterung darüber, daß eine offene Stadt wie Damaskus, mit ausgesprochen und offiziell anerkannten europäischen Bezirken, be= schossen, und daß alle Truppen von den europäischen Bezirken abgezogen werden konnten. Man ist darüber um so mehr erbittert, als von den Franzosen stets die Versicherung abgegeben worden war, daß Europäer unter allen Um ständen geschützt würden. Im kritischen Augenblid wurden fie in Wirklichkeit dem Mob auf Gnade und Un gnade ausgeliefert, während die franzöfifchen Familien von den Truppen hinter ihre Linien zurüdgezogen worden waren. Es wird leider erhebliche Zeit dauern, bis die Bitterfeit hierüber wieder verschwinden wird." ** Die hier geschilderten Ereignisse hätten zweifellos, die gesamte zivilisierte Menschheit vor dem Krieg wochenlang in Atem gehalten; heute gehen sie im Wirbel der innerpolitischen Ereignisse und infolge der jahrelangen Gewöhnung, die der Weltkrieg mit sich gebracht hat, in Europa beinahe unbemerkt vorüber. Unsere Gleichgültigkeit gegenüber den Vorgängen im Orient darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß gerade heute diese Vorgänge mehr als sich Kammerspiele. Mag Reinhardt liebt es, die Bühne zum Gotteshaus zu machen, und er läßt dann den Bürgern, die dafür zahlen, eine entzückende, fast ganz reine Christuslehre der Güte und der Liebenswürdigkeit verkünden. So gefiel er sich darin, das Apostel spiel von Mar Mell erst in Salzburg aufzuführen, wo die fröhlichen Sommerreifenden bei Mozart, Galadiners und Flirt durch das Theater religiös erbaut werden. Und nun, Mag Reinhardt ist ein Regisseur, dem man sich heute noch ganz verzückt anvertrauen darf. Das Apostelspiel des delikaten, aber doch wohl formal sehr gebundenen Herrn Mells ist gemischt aus Rofegger, Anzengruber und Hoffmannsthal. Die Verse bezaubern oft durch fast einfach wirkende Künstelei. Die spielenden Leut' find Bauern hoch oben im verschneiten Gebirg. Da hausen in der Kate die Enkelin und der Großvater. Der Vater fiel im Krieg, die Mutter starb. Die Entelin liest die Bibel und glaubt alles bis aufs Wörtlein. Glaubt so sehr, daß fie ganz mit dem Gedanken vertraut ist, Jesus Christus und die Apostel fönnten einmal bei ihr einfehren. Bald fommt, was sie erhofft. Zwei Burschen stellen sich ein, reden sich das Herz herunter, daß sie mit der ganzen Welt unzufrieden sind und deshalb bereit, selbst dem armen Bauern die Kuh abzufillen, das Enkelkind zu schänden und den roten Hahn aufs Dach zu setzen. Aber, heißa, die Enfelin entwaffnet die Halunken, da sie ihnen zeigt, daß lauteres Gottvertrauen die schönste Wehr und Waffen ist. Die Halunken ziehen in die Sternennacht. Es ist mondklar in der Welt, die Enfelin ist sicher, daß zwei von den Aposteln, Johannes und Peter, wirklich bei ihr Kaffee tranten und Kaiserschmarren aßen. fanzler Dr. Luther auf einen Zwischenruf des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Breitscheid erklärte und wie dies schon vorher durch das halbamtliche Wolfffche Telegraphenbureau angekündigt war. Der Feststellung des Reichsfanzlers und den Ausführungen des Reichsaußenministers ist von den deutschnationalen ministern, die vollzählig im Auswärtigen Ausschuß vertreten waren, nicht widersprochen worden! Wenn die Haltung des Reichs fabinetts jetzt in 3weifel gezogen wird, so bleibt nichts übug, als die Bekanntgabe des fraglichen Rabinetts beschlusses zu verlangen. Die Dinge find auf die Spitze getrieben worden, restlose Aufklärung ist notwendig. Der Kabinettsbeschluß wollte doch nicht bloß dem Reichsaußenminister die Erlaubnis geben, im Auswärtigen Ausschuß zu sprechen, das Recht besaß er sowieso; nein, wenn Borte einen Sinn haben, dann tonnte die Beauftragung Stresemanns durch das Reichstabinett nur eins besagen: Der Reichseußenminister sollte vor dem Auswärtigen Ausschuß die in Locarno paraphierten Berträge vertreten und dafür, wie er es unter stillschweigender Billigung der deutschnationalen Minister getan hat, auch die Billigung des Auswärtigen Ausschusses fordern. Damit ist auch die Antwort an den Lofal- Anzeiger" ge geben, der heute noch einmal den„ V or wärts" als Gides helfer für die Deutschnationalen herbeizitiert. Der Auffah, auf den sich das Hugenberg- Blatt mit so großem Eifer stürzt, be weist nichts anderes, als daß vom deutschnationalen Standpunkt aus die Verhandlungen über den Sicherheitspaft etwas waren, was ihren angeblichen„ Grundsäzen" ins Gesicht schlug. Daß die Ergebnisse von Locarno unvereinbar sind mit den großen Redensarten, mit denen die Deutschationalen ihre Anhänger verwirrt hatten, liegt doch auf der Hand. Dennoch haben die Vertreter der Deutschnationalen in der Regierung die Politit Luthers und Frau fämpft. Diese Frau macht einen sehr anspruchsvollen Eindruck, indem fie andauernd behauptet, die langen Jahre ohne Mann feien teine Kleinigkeit gewesen, wohingegen fie für das gewiß nicht amüsante Zuchthausleben ihres Mannes nicht viel Mitgefühl aufbringt. Dabei entſteht im Zuschauer ein vom Autor nicht gewollter Eindruc; ihre Kühle erscheint schließlich als grobe Herzlofigkeit, da der Gatte völlig unschuldig ist. Er ist wegen Mordes zum Tode verurteilt, zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und nach 17jähriger Haft freigelassen worden, als der wahre Täter ermittelt wurde. Mit dem Aufspüren dieses Stückes erweist die Direktion des wallner Theaters ihren Sinn für Attualitäten. Der In halt erinnert, wie man sieht, an den Fall Hau, der augenblicklich die Gemüter vieler Zeitgenossen in Aufregung verfekt. Leider erinnern die Fäden auch an den„ Berlorenen Bater" oder man fann nie wissen" von Bernhard Shaw. Und man ftellt gleich im Anfang höchst peinliche Anklänge an die geiftsprühende Komödie des Iren fest. Aus den Fäden" wäre vielleicht etwas geworden, wenn der Verfasser den Mut gehabt hätte, den Gatten zu einem wirklichen Mörder zu stempeln. Dann wäre der Komplikationsstoff nicht so papieren und an den Haaren herbeigezogen gewesen. = Den Eindrud einer verfehlten Vorstellung, vervollständigte der sonst so verständige Emil Lind mit seiner Inszenierung. Stantons Komödie ist auf einen leichten Ton abgestimmt. Herr Lind schlug ein schleppendes Tempo an und machte in hochdramatischer Tragil. Vielleicht waren ihm durch die Art der Besetzung die Hände gebunden. Die Hauptdarstellerin Else Heims hatte den Sinn der Komödie völlig mißverstanden. Sie spielte wieder die große Tragödin mit Madonnenblid, unerträglich langsamer Sprechweise und ewig larmoyantem Ton, so daß sie in schreienden Gegensatz zu den übrigen Schauspielern geriet. Die famosen Leistungen der Herren v. Winterstein, Rudolf Amendt und Wolfgang Bilzer, die ihre Rollen ganz richtig locker angefaßt hatten, tamen dadurch nicht zu rechter Geltung. Das Wallner- Theater spielt zum Teil für Volksbühnenmitglieder. Es dürfte sich empfehlen, die Auswahl der Stücke etwas schärfer unter die Lupe zu nehmen, damit ihren nicht ständig Talmikunst Dgr. serviert wird. Mar Mell, der seine Stile mischt, ist darum nicht zu verwerfen. Er bemüht sich schon um einige Herzensreinheit. Man darf ihn nicht tadeln, weil die Sprache der urchristlichen Jungfrau ihm nicht gegeben war. Raffiniertheit ist teine Schande. Frau Thimig spielt das gläubige Bauernmädchen so rührend, daß der Zuhörer im Parkett, mag er auch etwas mürbe und durch die schlechten Börsengeschäfte verstimmt sein, sich minutenlang urchristlich verirrt. Frau Thimig moduliert ihre weltenferne Eintönigkeit so tostbar, daß sie in mannigfacher Bewegtheit schillert. Dabei ist sie durchaus Bäuerin, durchaus nicht anzengruberisch mastiert, sie ist außerdem play las am Donnerstag abend der 60jährige und dabei doch so Mar Halbe- Abend. Im Rittersaal der Oper am Königs unbedingt gläubig, feiner zweifelt, daß sie direkt vom Himmel aus inspiriert wurde. Und Hans Thimig und Ostar Homo Ita jung gebliebene Dichter Max Halbe für die Boltsbühne aus eigenen Werfen. Die einleitenden Worte sprach schlicht und mit charakterisieren die mit den Aposteln verwechselten Halunken mit soviel Laune und Buntheit, daß sie das Parkett siegreich an fich tiefer Wärme der frühere langjährige Vorsitzende Prof. Dr. Conrad Schmidt, der auf die Beziehungen Halbes zum Friedrichsreißen. Selbst dann, wenn der Dichter den Zeitgeist irgendwie behagener Kreis und zur jungen„ Boltsbühne" hinwies und zugleich fingert, und es fnabenhaft oder auch greisenhaft tut, füllen die ein lebendiges Bild der naturalistischen Kampfperiode erstehen ließ. Schauspieler die Lücke, die der Dichter ließ. Und der Regisseur Mar Halbe las erst einige seiner Gedichte, die bis auf die Mittags schließt noch einmal diese Lücken, sodaß die wirklich bewunderungs- blume" von einer wehmütigen Resignation durchzittert waren. Der würdigen Einfälle seiner Phantafie einer sehr schwachen Dichtung Ring des Lebens", den er folgen ließ, zog die Zuhörer des dichtzum starten, nachwirtenden Erfolge verhelfen. gefüllten Saales in seinen Bann. Es war interessant zu beobachten, wie die Jugend von heute dem Dichter der Jugend", die, vor mehr als 30 Jahren geschrieben, immer noch erschüttert und aufwühlt, an den Lippen hing. Doch auch viele Alte hatten sich eingefunden, um einem der hervorragendsten Vertreter der naturalistischen Epoche zu huldigen. Wundervoll, wie Halbe die Landschaft des westpreußis schen Tieflandes erstehen läßt und wie der Dialog seiner Menschen M. H. Ein Talmi- Shaw im Wallner- Theater. Frant Stanton behandelt in seiner Komödie Fäden" die mannigfaltigen Komplifationen, die sich aus der Rückkehr eines Zuchthäuslers in sein Heim ergeben. Außer erwachsenen Kindern findet er nämlich in seinem Haus eine Art Hausfreund vor, mit dem er um die Liebe seiner recht flar. Aber Bech! Der„ Borwärts" hat den Stoeder- Brief abgedruckt. Er hat das freilich erst heute getan, weil er ihm nicht ganz dieselbe Bedeutung beilegte, wie die„ Rote Fahne". Und warum nicht? Die KBD. versucht sich nach den neuen Vorschriften des Etti an die Sozialdemokratie heranzudrängen, fie fordert von ihr eine ge meinsame Attion für die Einberufung des Reichstags. Darüber wird die sozialdemokratische Fraktion bekanntlich am nächsten Freitag entscheiden. Bermutlich fordert auch sie schleunigen Zusammentritt. Aber wenn der Reichstag beisammen ist, werden die Sografbemotratet für Locarno sein, und die Kommunisten gegen Locarno, fie werden im Reichstagsplenum und später bei den Wahlen im Troß der Deutschnationalen marschieren, und sie werden uns Arbeiterverräter schimpfen, weil wir nicht das Gleiche tun wollen. Wäre es ihnen mit der Einheitsfront ernst, so müßten fie doch Iant ausgeschlossen, weil er die Einheitsfront ohne manover" gefordert hatte. Sie wollen die Einheitsfront mit Manövern", d. h. die Einheitsfront selbst ist für sie nur ein Manöver. und dann beschweren sie sich, weil die Sozialdemokratie diesen manövern gegenüber eine gewisse Vorsicht zeigt! anders vorgehen. Dann hätten sie auch nicht Reinhold SchönDer Rat des Weltverbandes der Völkerbundsgesellschaften beschloß in feiner eben abgeschlossenen Tagung in Lausanne, den Rongreß nächsten Jahres in Dresden abzuhalten. Aufgehobene Ausweisung. Das jugoslawische Ministerium des Innern hat die seinerzeit verfügte Ausweisung des Korrespondenten des Berliner Tageblattes", Theodor Berfes, aufgehoben. die feinsten feelischen Regungen enthüllt, mit einem lyrischen Adagio, „ Wenn wir alt sein werden" schloß er unter stürmischem Beifall B. Sch. seine Borlesung. " „ Das Mädel vom Rhein", Operette in drei Aften von Kurt Lauermann und Philipp Malburg, Musik von Friß artmann, wurde im Theater in der Lüzowstraße erstaufgeführt. Bei einem Höchstmaß musikalischer Anspruchslosigkeit fann man ein paar gefällige, schmissige Melodien darin entdecken. Im übrigen lebt das Werkchen von der Rheinstimmung, die den Spießer an Spree und Pleiße überfleußt, wenn im Regelflub die 12. Runde schlägt. Das deutsche Gemüt tommt im Mädel vom Rhein" reichlich auf seine Kosten. Denn es liebt die gottgewollte Ordnung, und die wird gewahrt, wenn das Finchen, die das Ge tändel des Herrn Baron ernst genommen hat, im 3. Att endlich weiß, wo sie hin gehört", nämlich zu ihrem rauhen Anton mit deni goldenen Herzen. Dazu blizen von der Bühne herunter Uniformknöpfe, zu militärmarschähnlichen Geräuschen wird ein Barademarsch hingelegt, und die Vertreter des Deutsch- und Franzosentums werden in primitiver Hell- Dunkelmalerei als Helden und Schuste hingehauen. Zur Aufführung wäre zu bemerken, daß einzig Erni Berty ais Finchen durch Schmiß und Temperament die Sache erträglich machte. Sie sang zwar nicht schöner als die anderen, aber lauter, was schon zu Dant verpflichtete. Ueber die übrigen garantiert echten Rheinländer von Spree und Bante sei mit schonendem Schweigen hinweggegangen. Ein Orchesterlein von 6( sechs) Mann wimmerte dazwischen. Dem Publikum aber gefiel alles über die Maßen. H. S. Das Deutsche Inffitut für Zeitungsfunde wird mit dem fommenden Wintersemester seine Arbeit in bedeutend erweitertem Umfange aufnehmen. Im Rahmen des Lehrauftrages für Geschichte und Systematik des Zeitungswesens lieft Dr. Martin Mohr an der Universität Berlin über: Das Nachrichtenwesen im 19. Jahr hundert und in der Gegenwart, sowie über die Anfänge des Zeitungswesens in ihren Beziehungen zur Struktur der Zeitung der Gegenwart. Zur Vertiefung dieser Vorlesungen dient das Deutsche Institut für Zeitungskunde als akademisches Seminar. Die dort durch Dr. Mohr und Dr. Emil Dovifat veranstalteten zeitungsWintersemester durch Vorträge führender Persönlichkeiten aus allen geschichtlichen und publizistischen lebungen werden im kommenden Teilen und Arbeitsgebieten der Berliner Bresse eine Ergänzung erfahren. Die Lehrmittel des Instituts sind durch den Auftauf wertvoller Zeitungssammlungen sowie durch Stiftungen von Modell- und Anschauungsmaterialien durch große Zeitungen und Firmen des graphischen Gewerbes in umfangreicher Weise bereichert worden. Das Institut wurde im vergangenen Sommersemester von über 50 Studierenden besucht, bie den Aufgaben und Arbeitsmethoden des Instituts entsprechend meist den höheren Semestern angehörten. Der Deuliche Schriftfieller- Berbard veranstaltet am 2. November, abends 8 Uhr im Saal des Ringver bandbauses einen Vortragsabend für Mitglieder und Gäfte mit Vorlesungen von Frau Dr. Else Beyer, aus Dihtungen bon Arno Holz und Wilheim Wendlandt. Lieder von Schubert, Kaun und noch ungebrudte Lierer werden von der Konzertjängerin tau lein Gerda Heuer, begleitet von Frau Ellen Fecht Forster, vor getragen werden. 6 Der Nobelpreis für Medizin wird dieses Jahr nicht verteilt. Meineidsprozeß Loeb. Das Ergebnis der Zeugenvernehmung. C. G. Weimar, 30. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Freitagvormittagssigung begann mit der Bernehmung des Präsidenten des Reichsaufsichtsamtes Ja u p. Er äußerte sich ausführlich über die Rechtslage im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen die Süddeutsche. Auf die Frage der Verteidigung, ob Loeb nach der von ihm dargelegten Fragestellung die von ihm beschworene Auskunft habe erhalten fönnen, antwortet der Zeuge, daß dies möglich sei. Der Zeuge, Versicherungsdirettor Stoder sagt unter Eid aus, er set am Tage nach Loeb im Aufsichtsamt gewesen und habe von Regierungsrat Meißner im mesentlichen dieselbe Ausfunft erhalten, die Loeb beschworen habe. Daraus ergibt sich folgendes: Meißner, der Auskunft erteilt haben foll, fann sich nicht erinnern. Der Präsident des Aufsichtsamtes hält diese Auskunft für möglich. Loeb ist jederzeit bereit, fie neu zu beschwören und Stoder schwört auch. Nur die Staats anwaltschaft weiß ganz genau, was Meißner gesagt hat und was er nicht gesagt haben tann und gründet darauf eine Meineidsantlage! Ein unbefangener Geschworener. Im Prozeß Loeb hat die Berteidigung den Geschworenen Buch druckereibefizer Richter aus Stadtroda als befangen abgelehnt. Richter ist Herausgeber einer im völtischen Sinne geleiteten Zeitung, die in der ganzen Angelegenheit in der feindseligsten Weise Stellung gegen Loeb genommen, alle unbewiesenen Beschuldigungen als wahr unterstellt und echt völkische Hezartitel gegen Loeb ver. öffentlicht hat. Die Berteidigung hat traffe Beispiel dafür vor gebracht. Richter führte dagegen an, nicht er, sondern sein Sohn sei der verantwortliche Schriftleiter, er fühle sich nicht befangen. Das Thüringische Schwurgericht hat den Beschluß gefaßt, daß bie Aufsätze in der Hitlerschen Beitung nur in dem partei politischen Pressetampf über die Entlaffung des Ange. tlagten als Staatsbantpräsidenten Stellung nehmen, ohne daß dabei eine gerade gegen die Person des Angetlagten gerichtete feindliche Einstellung hervortritt". Es hat die Ablehnung zurüdgewiesen. Die persönliche Verdächtigung und Berunglimpfung fintsstehender Barteien und Elemente durch völlische Schimpfhelden richtet sich also nicht gerade gegen ihre Personen"! Sanierung der Aga unmöglich? Ergebnislose Berhandlungen. Die zwischen der Konsortialleitung der Stinnesabwid. lung und dem Bertreter der Geschäftsaufsicht der Aga geführte Berhandlung verlief, wie WTB. mitteilt, negativ. Das Bantentonsortium fieht nach Brüfung aller in Betracht zu ziehenden UmStände teine Möglichkeit, die Sanierung der Aga durch zuführen. Ueber das Schicksal der Aga wird nunmehr, soweit andere Verhandlungen gleichfalls fein günstiges Ergebnis erbringen, eine bemnächst einzuberufende Gläubigerversammlung ent scheiden müssen. Zum Tode des Generals Müller. Die Untersuchung des Unglücksfalles. BS. Jüterbog, 30. Oftober. Der Unglüdsfall, dem bei der geftrigen Scharfschießübung in Jüterbog Generalleutnant Müller zum Opfer gefallen ist, beschäftigt alle in Frage kommenden Kommandobehörden der Reichswehr, das Reichswehrminifterium, den Standort Jüterbog und das Wehrfrcise tommando IV. Reichswehrminister Dr. Geßler hat einen beson deren Schießfachverständigen nach Jüterbog enisandt, um die Untersuchung durchzuführen, in Jüterbog felöst werden die Ermittlungen von Oberstleutnant Marg geleitet. Durch Bers nehmungen der in Frage kommenden Schützen der an der Liebung mitwirkenden schweren Maschinengewehre sowie durch eingehende Untersuchung des tödlichen Geschosses und an Hand des ärztlichen Obduktionsbefundes foll versucht werden, die Ursache dieses so ver hängnisvollen Unfalles zu ermitteln. Nach Ansicht von Sachverständigen bestehen zunächst drei möglichkeiten, aus denen sich das Unglüd erflären ließe: einmal daß bei einem Maschinengewehr der Bauf ausgeschossen war oder daß das Kühlwasser versiegt war. In diesen beiden Fällen fängt die Geschoßgarbe des Maschinengewehrs start zu streuen an, so daß die Gefahr besteht, daß die Schüsse rechts und links weit von dem ins Auge gefaßten Biel entfernt einschlagen. Die dritte Möglichkeit besteht in dem Vorhandensein einer zu schwachen Pulverladung in einer Patrone, wodurch die Flugbahn des Geschosses start verkürzt werden fann. Es hat den Anschein, als ob Generalleutnant Müller tatsächlich durch eine Augel aus einer zu schwach geladenen Patrone getötet worden ist. Für diese Annahme spricht vor allem der Obduktionsbefund. Wahlkosten pro Morgen.. Aber kein Geld für die Landarbeiter. Das Gerede der Landwirte über ihre Notlage wird wieder einmal durch einen Bericht glossiert, der in Nr. 242 der„ ver. barnimer Nachrichten" über eine in Briezen stattgefundene Aus. Schußversammlung des Landbundes Oberbarnim abgebrudt wird. Es heißt in dem Bericht: „ Die Wahl often( gemeint sind die Unfosten für die Kreistags und Provinziallandtagswahlen. D. R.) mußien auf gebracht werden, und habe sich der Großgrundbesig bereit, gefunden, 8 Pfennig je Morgen in die Wahlfaffe zu zahien. In Anbetracht des niedergeschlagenen Ratebeitrages 1925 schlug der Borfigende vor, daß der klein- und Mittelbefih 5 Pfennig je Morgen an die Wahlkaffe abführen soll. Nach längerer Aussprache beschloß die Gesamtausschußigung, dem Vorschlage des Borsigenden zu folgen und beauftragte die Geschäftsführung, sofort mit der Einziehung dieser 5 Pfennig je Morgen zu beginnen." Dieser Beschluß berührt um so eigenartiger, ais feststeht, daß die Landwirte des Kreises Oberbarnim jede Erntegulage anbie Landarbeiter mit dem Bemerten ablehnten, es gehe der Landwirtschaft sehr schlecht und sie könne nur noch mit größter Mühe die bisherigen Löhne weiterzahlen. Man sieht eben immer wieder, daß Demagogie und Unwahrheit zwei Dinge find, zu denen die Agrarier eine besonders ausgeprägte Anhänglichkeit zeigen. Löbes Dank an Amerika. Beim Antritt der Heimreife. New York, 29. Oftober.( TB.) Reichstagspräsident 25 be und die übrigen deutschen Parlamentarier haben heute auf dem Dampfer Deutschland" die Heimreise angetreten. In seinen AbSchiedsworten stellte der Reichstagspräsident feft, daß die den deutschen Gästen von dem amerikanischen Bolte bereitete Aufnahme außerordentlich herzlich gewefen fet. Sie verließen Amerika voller Dankbarkeit und mit der lleberzeugung, daß sich zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Bolte die Bande echter Freundschaft neu gefnüpft hätten. Der Reichstags präsident fündigte an, daß sich der Reichstag demnächst mit dem Locarno Patt befassen werde. Der Siedlerskandal von Basdorf. Alle Parteien stimmen darin überein, daß den Giedlern von Basdorf unbedingt geholfen werden muß, alle wissen, daß hier ein großes Unrecht begangen wird, das sich hinter dem Schein sammlung, die die Basdorfer Siedler in den„ Nordischen Hof", des Rechts zu verbergen bemüht. In der gestrigen Protest ver Invalidenstraße, einberufen und zu der sie Vertreter des Justiz minifteriums, der Stadtverordnetenschaft und der Fraktionen ge. laden hatten, erklärten die Vertreter der Parteien einstimmig, daß fie den Siedlern helfen wollten, so weit es in ihrer Macht stände. Landtagsabgeordneter Genosse Peters führte aus, daß die Sozialdemokratische Partei im Landtag den Antrag gestellt hätte, den Fall eingehend zu untersuchen und daß sämtliche Parteien diesem Antrag zugestimmt hätten. Nach dem, was bis jezt in die Deffentlichkeit gedrungen ist, und nach den Ausführungen des Referenten der Basdorfer Siedler in der Protestversammlung scheint es sich hier um einen Fall zu handeln, der so folportagehaft wirft, daß er selbst für einen Abenteurerfilm unmöglich wäre. Es ist eine Angelegenheit, die so fein in Szene gesezt worden ist, daß es augenblicklich zweifelhaft bleibt, ob das Gericht der gerechten Sache Recht geben tönnte. Biele Siedlungsgesellschaften hingen fich ein soziales Mäntelchen um, das ihre wahren Absichten verhüllen sollte, die Basdorfer Bodengesellschaft" hat von vornherein auf diese Bose verzichtet, sie beschränkte sich darauf, einen geschäftlich foliden Eindrud zu machen. Ihre Verträge zeigten sogar so etwas wie einen preußischen Adler als Kopf. Alles war auf Solidität gestellt. Man faufte ein Stüd Land zu einem annehmbaren Preis, unterzeichnete einen Vertrag und glaubte fich als unantastbarer Be fizer des Bodens; der Boden war auch provisorisch vermessen worden, es fam aber zu feiner Auflaffung, da man das Land nicht fataftergemäß vermessen hatte. Vielleicht lag hier ein Fehler der Basdorfer, wie der Stadtverordnete Fiedler später in der Diskussion ausführte. müffen, aber schließlich ist dieser Vorwurf hinfällig, denn einer der Man hätte auf fataftergemäße Bermeffung bestehen Käufer erklärte sich bereit, die Kosten für die Auflassung zu über nehmen, ließ das Land vermessen, aber am Tage der Auflassung erschien fein Bertreter der Basdorfer Bodengesellschaft". Moment wirft unbedingt schwer belastend für das Unternehmen. Es Dieses ficht so aus, als ob diese Berschleppungstaftit nur angewandt wurde, um sich Möglichkeiten offen zu lassen. Riefen die Siedler die Ge schäftsführung der Bodengesellschaft an, so erflärte diese, der Landmesser müsse jeden Tag erscheinen; riefen sie dagegen den Land messer an, dann vernahmen sie, der Landmesser könne nicht die Ver. messungen vornehmen, da er nicht wisse, ob er von der Gesellschaft honoriert werden würde, denn die Gesellschaft befand sich damals schon in dauernden 3ahlungsschwierigteiten. Abgesehen von den geheimnisvollen Wechselgeschäften, die die Basdorfer Bodengesellschaft mit einer Firma Neiß u. Co. betrieb und in der die felben Männer faßen, abgeschen von anderen Beleihungen, bleibt die Aufnahme einer Hypothef von 250 000 m. auf das bereits verBodengesellschaft" entschleiert. Hier liegt eine zweifelhafte Absicht faufte Land ein Unterfangen, das die eigentlichen Absichten der Dor. Auf Treu und Glauben hatten die Siedler das Land als ihr eigen angesehen, es reculär bezahlt, waren aber nicht derart mit allen Aniffen einer raffiniert arbeitenden Geschäftsführung vertraut, um mit größter Entschiedenheit auf schleunige Abwidlung der fataftergemäßen Vermessung zu bestehen, durch die ihr Kaufvertrag erft legte gerichtliche Wirkung erhielt. Daß nachher noch die Geschäftsführung der Bodengesellschaft" mit den faulen Ausreden von zu billigem Kaufpreis antam, belastet das Unternehmen noch mehr. י, 37 Die weitere Entwicklung des Falles in Beziehung auf die Hypound Schuldner nicht gerade auf Hauen und Stechen stehen und daß thet spielt hier feine Rolle, sie zeigt vielleicht nur, daß Gläubiger die Subhastation, die am 19. November in Szene gehen soll, annehmbare, geschäftliche Hintergründe aufweisen tann. Der Staatsanwalt hat die Siedler auf den Weg der Privat Ia ge verwiesen, der bekanntlich viel Geld fostet, und der Regierungspräsident von Potsdam erklärte sich nicht für fompetent, in die Abwicklung der gerichtlichen Geschäfte eingreifen zu fönnen. Der einzige Weg, der drohenden Enteignung zu entgehen, ist der, die gesellschaft" anzumelden. Es ist jetzt Sache des Gerichts, den Siedlern Subhastation aufzuschieben und vorher den Konturs der Bodenfinanzielle Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Die Sympathien aller Gerechtdenkenden stehen hinter den Siedlern. Die Fahrt nach dem Hansaplah. Ein Chauffeur im Tiergarten feines Autos beraubt. alte Droschtenchauffeur Richard Lange im Tiergarten von zwei In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr wurde der 21 Jahre Fahrgästen überfallen, betäubt und seiner Barschaft und feines Bagens beraubt. Lange war in der Bimmerstraße kurz vor der Prinz- Albrecht- Straße von zwei unbeHansaplas angenommen. Einer der beiden Fahrgäste setzte sich fannten Männern angerufen und zu einer Fahrt nach dem Bagen Plazz. Der Chauffeur wunderte sich zwar, daß der eine zu ihm auf den Führersiz, der zweite nahm hinten im Mann sich neben ihn setzte, dachte sich aber nichts Böses dabei, weil das ja öfter vorkommt. Dieser Fahrgast gab ihm nun die Weisung, welchen Weg er nehmen solle, und so fuhr man durch die BellevueAllee, in der es nicht allzu hell ist. Zwischen dem Kemperplaz und dem tleinen Stern faßte der Fahrgast neben dem Chauffeur diesem plöglich an die Kehle, würgte ihn und versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht. Der zweite hielt ihm ein mit einer Flüssigkeit getränktes Tuch unter die Nase und betäubte ihn. Als der Chauffeur wieder zur Besinnung fam, fand er sich auf einer Bant im Liergarten wieder. Die beiden Räuber waren mit seinem Wagen und 42, M., die er eingenommen hatte, verschwunden. Eine Schupostreife, die den Mann auffand, ging, mit ihm nach dem 21. Revier im Polizeiamt Tiergarten und nahm alsbald die Nach forschungen auf. Diese hatten bisher keinen Erfolg. Der Beraubte tann die Räuber nicht beschreiben, weil er sie sich nicht genauer angesehen hat. Mitteilungen zur Aufklärung nimmt das Raubdezernat im Zimmer 80 des Bolizeipräsidiums entgegen. lungen nach den Räubern aufgenommen hatte, wurde heute morgen Nachdem die Kriminalpolizei von Charlottenburg die Ermittder Revierpolizei mitgeteilt, daß unweit der Charlottenburger Brüde ein Auto in der Spree liege. Die Feuerwehr machte fich burger und Salzufer etwa einen halben Meter unter Wasser und alsbald an die Bergung des Wagens. Er lag zwischen Charlottenwurde mit Flaschenzügen gehoben. Es ergab sich, daß es tatsächlich die geraubte Autodroschke I. A. 9748 ist. Der Verbleib der Räuber ist noch unbekannt. Unter dem Verdacht des Kirchenraubes verhaftet. Bon der Kriminalpolizei wurde gestern in Steglit ein Mann namens Billy Lange, ein 33jähriger Dekorationsmaler aus Steglig, unter dem Berdacht verhaftet, den Raubüberfall in der Küsterei der Stegliger Matthäuskirche am vergangenen Sonnabend perübt zu haben. Bei seiner ersten Bernehmung verwickelte er sich in Widersprüche. Es war aufgefallen, daß Lange einige Tage nach bem Ueberfall im Besiz großer Geldscheine eines 100- Marks Scheines und zweier 50- Mart- Scheine war, über deren Herkunft er feine befriedigende Erklärung abgeben fonnte. Der blinde Orga nift will ihn auch an der Stimme wiedererkennen, denn Lange foll mit verschiedenen Anfragen nicht weniger als dreimal in der Rüfterei gewesen sein. Lange beftritt bei der ersten Bernehmung jede Täterschaft. Er ist dann noch einmal spät abends eingehend vernommen morben, aber auch dieses Berhör beim Raubbezernat ergab tein bes Rauschgistes etwas mitgenommen. Er bleibt bei der Be anderes Bild. Lange, ein starter Morphinist, ist durch Entziehung hauptung, daß er sich auf nichts mehr besinnen tönne. Er hat auch teine Ertlärung dafür, woher das viele Geld stammt, mit dem er verschiedenes bezahlte. Der Alibibeweis, den er zunächst zu führen versuchte, ist ganz mißlungen. zu einer dritten Vernehmung wird Lange dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Zwei Todesopfer der Explosionskatastrophe. Das Explosionsunglüd in Reinickendorf, bei dem bekannNich zwei Arbeiter schwer, andere leichter verletzt wurden, hat jetzt zwei Todesopfer gefordert. Der Zustand des schwer verletzten Rutschers Siebert und des Arbeiters Kolberg, der von vornherein als sehr ernst bezeichnet wurde, hatte sich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag erheblich verschlechtert. Beide Verunglüdie hatten Ber brennungen zweiten und dritten Grades liche Verlegungen das heißt lebensgefähr fundung sehr fraglich schien. Artur Siebert ist gestern nacht gegen erlitten, so daß die Hoffnung auf eine Ge 12 Uhr verstorben; gegen 12 Uhr nachts trat der Tod des Arbeiters Stolberg ein. flären. Wenn die Nachricht tatsächlich zutrifft, nach der der Kutscher Siebert mit einer brennenden 3igarette den Explosions. raum betreten haben soll, wodurch die Katastrophe hervorgerufen wurde, wird es schmer möglich sein, das Dunkel der Affäre aufzu friminalpolizei an der Unglücksstätte, um nochmals einige Heute vormittag weilten Kriminalbeamte der Bezirks. Untersuchungen anzustellen. Gleichfalls wird in den Nachmittags. stunden eine Bernehmung der leichter Berunglückten erfolgen. Das Befinden der Leicht verlegten hat sich nach den uns ge wordenen Mitteilungen so weit gebeffert, daß die geplante Bernehmung aller Wahrscheinlichkeit nach bestimmt stattfinden wird. Schwerer Verkehrsunfall. An der Potsdamer Ede Stegliger Straße fam es heute um 11 Uhr zu einem 3usammenstoß zwischen einem Wagen Straßenbahnlinie 60. Der Anprall war so heftig, daß der Linie 5 der Aboag und einem Triebwagen der zwei Personen von dem Berded des Autobusses heruntergeschleudert wurden. Beide trugen Schirn balbert Engelhardt aus St. Goar, Rheinlande( schwere erschütterungen davon. Die Namen der Verletzten find: Kaufmann Gehirnerschütterung), Major a. D. Otto Reßler aus Hamburg ( leichte Gehirnerschütterung). Die beiden Berlegten wurden nach dem Elisabethtrantenhaus gebrac Die Ladenfleischer zur Fleischpreisfrage. Der Interessenverband der Berliner Laden. fleischer hielt gestern abend eine öffentliche Borstandssitzung ab, in der er sich zu Anfang mit der Gefrierfleischfrage be. faßte. Es wurde festgestellt, daß bis 3. November alles beim alten Gefrierfleisch faufen könne, die er zu kaufen wünsche. Nach dem bleibe, daß ohne befondere Regelung jeder Fleischermeister die Menge 3. November foll die Regelung eintreten, die wir schon in unserem Artikel Preise und Wahlen" behandelt haben. Es scheint so, daß der Ladenfleischer sich durchaus nicht um den Verkauf von Gefrier. fleisch reißt. Die Motive find ganz offensichtlich. Die Kontrolle ist erstens sehr scharf, und dann kommen infolge der Geringfügigkeit der zollfrei einzuführenden Menge nur fleine Umfäße in Frage. Weiter fam ein Fall der Schließung eines Ladens wegen Preisüberteuerung zur Verhandlung. Ohne über den einzelnen Fall urteilen zu wollen, muß doch gesagt werden, daß bei den heutigen Berhältnissen die Preiskontrolle eine unbedingte gezeigt. Es sprach dann Defonomierat Kaiser von der Notwendigkeit ist. Das hat sich ja bei den Bäckern ganz deutlich Hauptlandwirtschaftskammer über die Preisfrage. Cin richtiges Bild, wer eigentlich an den hohen Fleischpreisen schuld ist, fann man fich aus den Darlegungen der Interessenten überhaupt nicht machen. Aber man erfuhr sehr intereffante Einzelheiten. U. a. wurde die Feststellung gemacht, daß die Landwirte das Bieh, wenn sie es auf den Markt bringen, starf überfüttern, um auf diese Weise hohe Ge wichte zu erzielen. Dieses Gewicht verliert natürlich das Bich, bis es geschlachtet wird, und auch dadurch wird der Preis verteuert. Aus der Spree gelandet. Am Charlottenburger Schloßgarten wurde die Leiche eines unbekannten Mannes aus der Spree ge landet. Der Tote ist etwa 1,59 Meter groß, hat schwarzgraumeliertes Haar mit großer Glaze, einen dunkelblonden Schnurrbart und lückenhajte Zähne. Er trug einen dunkelgrauen Jadettanzug. Um die linke Brust hatte er einen tunstgerecht an. Kriminalpolizei des Polizeiamtes Charlottenburg. lange, noch nicht ganz verheilte Wunde bedeckt. Mitteilungen an die gelegten Leinenverband, der eine 10 bis 12 3entimeter Vom Kran gestürzt. In den Großfraftwerten Rummelsburg, Köpenicker Chaussee, stürzte der Arbeiter Bil. Teil der Arbeiten ausführt, beschäftigt ist, vom Kran und blieb mit helm 3öllner, der bei der Firma Tesch u. Co., die dort einen einer schweren Kopfverlegung und einer Gehirnerschütterung liegen. Ein Wagen des städtischen Rettungsamtes brachte den Berunglückten nach dem Lichtenberger Krankenhaus. Zöllner wohnt in Werder an der Havel. sich der 20 Jahre alte R. P. in der Wohnung seiner Eltern, Kame Selbstmordverfuch eines Zwanzigjährigen. Heute morgen schoß runer Straße 11, eine Kugel in den Kopf. In schwer verletztem Bustande wurde B. durch einen Wagen des Städtischen Rettungssich beigebrachten schweren Verlegung hoffnungslos darniederliegt. amtes in das Birchow- Krankenhaus übergeführt, wo er infolge der Der Band für Kunstausstellungen in Sdnlen E. B. und die hobere achschule für Tegfilmnd Belleidungsindustrie Berlin, für erzieherische Zwede. Die Eröffnung der Ausstelung findet am Sonntag, D17, Marfchauer Platz 7-8, veranstalten gemeinsam eine Stunitau hellung den 1. November d. 3. mittags um 12 Uhr in der Aula der genannten Schule statt. Ermordung eines Arztes durch eine Krankenschwester. Am Donnerstagnachmittag gegen 4 Uhr wurde der vierzigjährige Chirurg stunde von der angeblichen Krantenschwester Wilhelmine Flessa er. Dr. Ernst Seit aus Frantfurt a. M. während der Sprech schossen. Die Täterin versuchte sich bei ihrer Vernehmung zu ver giften, fonnte aber im Krankenhaus, wohin man sie sofort brachte, führen sein. gerettet werden. Die Tat dürfte auf persönliche Motive zurückzuEin tödlicher Jagdunfall. Der sächsische Generalleutnant Don Renher ist, wie aus Dresden gemeldet wird, auf der Jagd tödlich verunglückt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 74. Abt. Zehlendorf. Auf die heute Freitag. 8 Uhr, bei Mickley, ftattfindenden funttionärversammlung werden die Funktionäre hingewiesen, ebenso die Ber treter der S. A. J. Jugendveranstaltungen. Borfigendentonferenz im Jugendheim. Lindenitr. 8. Tagesordnung 1 Veridt De Achtung, Abteilungsleiter und Jugendbeträte! Sonnabend, abends 7 Uhr, Bezirksverftandes; 2 Bericht von der Bzirksleiter- Aus prae in Tänig; 3 zungswahlen für ben Bezirksvorstand Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch ein Geschäftliche Mitteilungen. Das bekannte Spezialhaus für Herren und Knabenhef'eibung. Su Schöneberg, Hauptstr. 1, Ede Grunewaldstr., bringt vom 2-15$ 2 ember cngebote in fämtlichen nach dem Umbau wesentlich vergröferten Abel ung und bewahrt guten Qualitäten zu außerorden lich billigen Preizen en bietet fich Gelegenheit Mäntel, Ulfter und Baletots, fowie inzienen fent Bestätigen Sie ohne Raufawang die reichhaltigen Läger Gewerkschaftsbewegung Vorsicht bei Arbeitsvermittlung ins Ausland. Die Berliner Firma Döhler G. m. b. 5. betreibt als Speziafität das Spritgußverfahren. Sie richtet auch Betriebe fremder Firmen im Auslande für diesen Fabrikationszweig ein und fenbet gelegentlich Arbeiter, die bei ihr beschäftigt und mit dem Springußverfahren vertraut sind, nach den ausländischen Betrieben, um diese in Gang zu bringen. So wurde auch ein Arbeiter von der Firma Döhler nach Spanien gesandt. In der Meinung, es handele sich um eine spanische 3 weigniederlassung der Firma Döhler und er bleibe deshalb in Stellung bei seinem bisherigen Arbeitgeber, dachte der Arbeiter gar nicht baran, einen schriftlichen Arbeitsvertrag abzuschließen oder sonstige Sicherungen für den Fall seiner Rüdfehr mit der Firma Döhler zu vereinbaren. Nachdem der Arbeiter eine Zeitlang bei der spanischen Firma beschäftigt war, nahm er Urlaub nach Berlin, um die filberne Hochzeit seiner Eltern mitzufeiern. Während der Urlaubszeit erhielt er dann seine Entlassung von der spanischen Firma megen Arbeitsmangel". Er ging zur Firma Döhler, in der Meinung, er stehe noch bei ihr in Arbeit und könne sein Arbeitsverhältnis fortfeßen. Aber die Firma erklärte ihm, sie habe teine Berwendung für seine Arbeitskraft. Nun stand der Arbeiter existenzlos da. Seine legten to mittel hatte er für die Herreise und für den zur Rückkehr nach Spanien, auf die er den Umständen nach doch rechnen fonnte, benötigten Auslandspaß ausgegeben. Sein Koffer mit seinen Habfeligkeiten an Kleidung, Wäsche usw. befindet sich in Spanien und dem Ersuchen, den Koffer nach Berlin zu senden, ist die spanische Firma nicht nachgetommen, obgleich schon fünf Wochen seit seiner Entlassung verstrichen find. Durch eine Klage beim Gewerbegericht beanspruchte der Arbeiter von der Firma Döhler Erfaz seines Schadens. Er hatte aber damit feinen Erfolg, denn es wurde festgestellt, daß die spanische Firma ein selbständiges, mit Döhler in teiner Berbindung stehendes Unternehmen ist und daß feine rechtliche, wohl aber eine moralische Pflicht der Firma Döhler besteht, den auf ihre Veranlassung nach Spanien gegangenen Arbeiter nach seiner Rückkehr wieder zu beschäftigen. Zur Erfüllung einer moralischen Pflicht kann aber niemand durch ein Gericht gezwungen werden. Wenn der geschädigte Arbeiter zu feinem Recht tommen will, dann müßte er die spanische Firma bei einem spanischen Gericht verklagen, was dem mittellosen Arbeiter natürlich nicht möglich ist. Auf Betreiben des Vorsitzenden, Magistratsrats Schulz, fam schließlich ein Bergleich dahin zustande, daß sich die Firma Döhler verpflichtet, alles aufzubieten, um dem Kläger zur Erlangung feines Roffers und einer Entschädigung seitens der spanischen Firma zu verhelfen. Ob das gelingen wird, weiß man natürlich nicht. Jedenfalls zeigt dieser Borgang, daß nicht blindes Vertrauen, sondern äußerste Borsicht am Blaze ist, wenn Arbeiter von einem Unternehmer nach dem Auslande geschickt werden. Beendigung des Streiks in der Likörindustrie. In den gestrigen Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der Getränkeindustrie und dem Berband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter sowie dem Verkehrsbund wurde nach längerem Berhandeln ein Schiedsspruch gefällt, der im wesentlichen befagt: Der Wochenlohn des gewerblichen Arbeiters erhöht sich von 36,50 m. auf 40 Mart. Die Löhne der Rutscher und Kraftwagenführer erhöhen sich von bisher 38 bzw. 39,50 M. auf 42,50 bzw. 45 m. Alle übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten auf ihre bisherigen Löhne die gleiche prozentuale Zulage mie die gewerblichen Arbeiter. Dieses Lohnabkommen gilt vom Beginn 16. Oftober b. 3. bis zum 15. Januar 1926. Maßregelungen der, die innere Berfassung der Kammer. Sie bestimmen a., daß die Streifenden bei Kahlbaum dürfen nicht stattfinden. Tagesordnung der Sigungen die nicht öffentlich find, ebenso wie ihre Geschäftsordnung nicht von der Kammer selbst sondern von der Regierungstommission festgesetzt werden soll. Die Verordnung entspricht durchaus nicht dem Entwurf wie ihn der Landesret festgelegt hat, und ruft auch bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmen gleicher Weise Mißstimmung hervor. Eine Streitbersammlung der Kahlbaum- Belegschaft nahm heute vormittag im Rosenthaler Hof" zu dem Schiedsspruch Stellung. Schmit vom Verband der Lebensmittel- und Getränkes arbeiter gab den Bericht und empfahl den Streifenden, den SchiedsSpruch anzunehmen. Wenn man bedenkt, daß der erste Schiedsspruch mit einer Gültigkeitsdauer vom 1. November bis 28. Februar 1926 eine Lohnzulage von 1,50 m. in der Woche vorsah, so hat der dreieinhalbiägige Streit bei der Firma Kahlbaum für die gesamte Berliner Liför- und Weinindustrie einen ansehnlichen Erfolg geben von den Bundesbeamten aufgestellten Forderungen auf AusNach einer längeren Diskussion wurde in geheimer Abstimmung des Schiedsspruch angenommen, so daß ab Sonnabend die Arbeit bei der Firma Kahlbaum wieder aufgenommen wird. Der Lohnkampf in der chemischen Industrie. Frankfurt a. M., 30. Oftober.( B.) Die Zahl der streitenden und der ausgesperrten Arbeiter in der chemischen und der Gummiindustrie beläuft sich zurzem 26 Betrieben auf 15 413. Da Don entfallen allein auf ie 5 öchster Farbwerte, höchst a. M., etwa 9000 Arbeiter. Es fann damit gerechnet werden, daß in der nächsten Zeit weitere Aussperrungen erfolgen, wodurch die Zahl auf etwa 26 000 steigen dürfte. Besonders schwer sind von der Aussperrung die Stadt Höchst und die angrenzenden Orte betroffen, wo der Konflikt sich bereits stark in dem gewerblichen Leben bemettbar macht. Alle Tanzvergnügungen in den Gemeinden find verboten. Der Straßenbahnerstreit im Westen beendet. Effen, 30. Oktober.( WTB.) Nachdem gestern die Verhandlungen im Straßenbahnerstreit zwischen den beiden Parteien unter Verim Straßenbahnerstreit zwischen den beiden Parteien unter Bermittlung des Schlichters fortgeführt worden waren, die zu dem Ergebnis führten, daß die die Arbeit wieder Aufnehmenden mit den alten Rechten wieder eingestellt werden, beschloß eine darauf abgehaltene Vertrauensmännerfizung der Arbeitnehmerorganisationen, den Streit abzubrechen und die Arbeit morgen früh wieder aufzunehmen. Ueber die Wiedereinstellung der einzelnen Streifenden, die infolge der Neueinstellungen nicht sofort wieder eingestellt werden können, wird die Verwaltung mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln. Ablehnung des Schiedsspruchs für die Schwerindustrie. Effen, 29. Dktober.( Eigener Drahtbericht.) Der Deutsche Metallarbeiterverband hat den Schiedsspruch für die Metallindustrie, Nordwestliche Gruppe, abgelehnt. Die Saarbrücker Arbeitskammer. Streit der österreichischen Bundesbeamten? Wien, 30. Oftober.( TL) Der Kabinettsrat hat sich gestern mit zahlung einer außerordentlichen Zulage in der Höhe eines halben Monatsgehaltes beschäftigt. Man rechnet damit, daß die Forderung abgelehnt werden wird. In Beamtenfreifen wird erflärt, daß eine Ablehnung das Zeichen zum Ausbruch eines allgemeinen Streites der Beamten Desterreichs sein werde. Bei der letzten Urabstimmung haben sich 95 Proz aller Beamten für den Streit ausgesprochen, falls ihre Forde rungen von der Regierung feine Berücksichtigung finden follten. Streikdrohung der belgischen Grubenarbeiter. Paris, 30. Oktober.( TU.) Nach einer Brüsseler Meldung des " Journal" haben die belgischen Grubenarbeiter neue Lohnforderungen aufgestellt und für den Fall der Nichtbewilligung mit Streit gedroht. Die Regierung hat unverzüglich mit Rücksicht auf die kritische Lage eine Sigung des gemischten Ausschusses herbeigeführt, der vier Minister beiwohnten. Um einem Ausstand vorzubeugen, beschloß die Regierung, unverzüglich 50 000 Tonnen Kohle monatlich den belgischen Gruben abzukaufen, die auf Grund der Reparationsleistung von Deutschland bezogen werden sollten. Die Regierung hat ferner versprochen, 3 ölle auf die Einfuhr von Kohle zu legen. Gleichzeitig haben Vertreter der Regierung der Erwartung Ausdrud gegeben, daß die Arbeitgeber vom 1. Januar ab eine fünfprozentige Lohnerhöhung vornehmen werden. Lohn in belgischen statt französischen Franken. Curemburg, 29. Oftober.( Mtb.) Wegen der Entwertung des französischen Franken trat die Belegschaft der Erzgrube Blechwies bei Deutsch- Dth, die größtenteils aus lug emburgischen Arbeitern besteht, in den Ausstand und forderte Lohnzahlung auf belgischer Franfenbasis. Die Grube gehört zum Ronzern Terre rouge. Waffenstillstand in der englischen Kohlenkrise. London, 30. Oftober.( WTB.) Der Vollzugsausschuß der Bergleute wird am 5. November mit dem Bergbauminister zusammentreffen, um eine Vereinbarung zwischen der Regierung, den Bergwerksbejizern und den Bergleuten, betreffend die Bedingungen des Waffenstillstandes in der Kohlenkrise und die Fragen, die im Zufammenhang mit der Regelung des Streites über die Möglichkeit einer Herabsetzung der Grundlöhne stehen, zu erörtern und die Vereinbarung zu vollziehen. Saarbrüden, 29. Oktober.( WTB.) Die von der Regierungstommiffion erlassene Verordnung über die Errichtung einer Arbeitsfammer im Saargebiet gründet sich auf die§§ 19 und 23 der Anlage zum Abschnitt 4 Teil III und auf Teil XIII( besonders das Vorwort) des Vertrages von Versailles und bekundet in der Einleitung die Absicht, die Eintracht zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu fördern, und den Entschluß, zwischen dem Saargebiet und dem Internationalen Arbeitsamt dauernde Zusammenarbeit zu ermöglichen. Die Verordnung, die 13 Artifel umfaßt, foll nach ihrem Wortlaut der Arbeitskammer das Recht geben, Gutachten und Wünsche der Regierungstommiffion zu unterbreiten", die die Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer betreffen. Diese Gutachten und Wünsche sollen sich erstrecken auf Arbeitszeit, Schutzbestimmungen, Arbeitsmarkt, Krankheitsschutz, Sozialversicherung, Fortbildung, Berufsvertretung, Tarifbestimmungen und Kriegsbeschädig tenarbeit. Dasselbe gilt auch von den Entschließungen und Entwürfen, die die Internationale Arbeitskonferenz angenommen hat. Auch sie sollen von der Arbeitskammer auf die Möglichkeit ihrer Einführung im Saargebiet geprüft werden. Die Zahl der Mitglieder der Arbeitsfammer beträgt 18 Arbeitnehmer- und 18 Arbeitgeberver: Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Bucoruderet treter. Ihre Amtsdauer umfaßt 2 Jahre. Die übrigen Artikel regeln Freitag, Dieser Zusammenfunft soll sich eine Konferenz anschließen, auf der von den Gewerkschaften der Bergleute, der Eisenbahner, der Transportarbeiter und anderen die Bildung einer neuen industriellen Allianz erwogen werden soll. SPD.- Buchdruder, Bezirk 7. Morgen Sonnabend, abends" 8 Uhr, Fraktions fizung bei Banste, Schöneberg, Bahnhofftr. 25. Der Fraktionsvorstand. Bigaretten- Industrie. Am Dienstag, den 3. November 1925, nachm. 5 Uhr, im Rosenthaler Hof, Berlin, Roſenthaler Str. 11/12, Sigung fämtlicher Betriebsräte und Bertrauenspersonen der Zigaretten- Industrie. Der Kartellvorstand. Berantwortlich für Bolitit: Craft Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: R. H. Discher; Lokales und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. Sieczu 1 Beilage. den 30. Oktober erien- Tage! 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Was" Sling" seinem Blatte aus Bernburg berichtet habe, sei im höchsten Grade fubjektiv unrichtig, zum großen Teil geradezu verdrehend gewesen. Sling war nicht anwesend, er fonnte sich nicht verteidigen. Aber seit wann ist es unzulässig, in der Presse Kritik zu üben an Sachs verständigen, an Zeugen, an der Art der Verhandlungsführung? Kritik ist nötig, und mer in der Presse nicht den Wut zu ihr hat, verdient nicht, ein Journalist zu sein. Und wägt man die Sünden der liberalen Bresse gegen die Sünden einer reaktionären Rechtsprechung, so ist noch fraglich, wo die Last am drückendsten ist. Sitzungen selbst anlangt, so wäre einwandfrei festgestellt worden, daß man das Medium nicht etwa frei reden ließ,' ondern es locte, b. h. daß man falsche Aussagen verbesserte, wodurch es natürlich Die letzte Sigung der Psychologischen Gesellschaft im Institut für schließlich auf das Richtige zutappen mußte. Hellfeberet wäre nicht praktische Psychologie ron Prof. Moll lohnt ein näheres Eingehen. ei wiesen worden und damit schon gar nicht die Verwendbarkeit von Landgerichtsdirettor Hellwig beschäftigte sich fritisch für Hypnose geeignete Menschen zu Zwecken hellseherischer Aufmit dem Bernburger Hellseherprozeß, in dem er be- flärung. Leider war die Polizei in Bernburg anderer Ansicht, und fanntlich ein eingehendes Gutachten abgegeben hat. Hellwig versicher ist mit auf den Drostschen Einfluß hin ein Unschuldiger var= teidigte feinen negativen Standpunkt, da er deswegen, vor allem in uiteilt worden. der bürgerlichen Bresse lebhaft angegriffen worden ist. Bevor Hellwig mit seiner Preffepolemit begann, betonte er, daß die drei Sachverständigen in vielen Fragen des Drost- Prozesses durchaus einer Meinung gewesen wären. Dann resümierte er: Drost, ein Boltsschullehrer von nicht sehr großer. Bildung, beschäftigte sich mit Offultismus. Im Jahre 1921 tam er auf den Gedanken, ob es nicht möglich sei, seine Medien in der Hypnose zum Hellsehen zu erziehen. Eines Tages war in Bernburg die Frau eines gewissen Heese unter Umständen aufgefunden worden, die den Verdacht aufkommen ließen, daß ihr Mann fie erwürgt habe. Mehrere Tage später wurden Drost und sein Medium hinzugezogen und das Medium zur Aussage im Trancezustand veranlaßt. Ein Protokoll über die Angaben des Mediums besteht nicht, sondern nur der Bericht des damals anwesenden Polizeibeamten. Liest man den Bericht, könnte man allerdings die Empfindung gewinnen, daß das Medium ein Wunder vollbracht habe, denn als man dem im Trancezustand Beschuldigten den Bericht vorlas, legte er ein Geständnis ab. Nun, von der Tat und ihrem Berlauf hatten Drost und das Medium nichts gewußt. Aber einen Tag vor der Sizung war ein Zeitungsbericht erschienen, der richtige, d. h. tatentsprechende Angaben und Vermutungen, die sich ebenfalls bestätigten, enthielt. Diesen Bericht hat das Medium gelesen, ihn hat es wiedergegeben. Da ist dann weiter der Fall des Sanitätsrats Dr. Danziger in Ballenburg, dem das Medium bei einer Diebstahlsaffäre, bei der man ihm genau vorhergesagt hatte, was gestohlen worden war, die Angabe machte, daß ein Scheckbuch entwendet worden sei, von dem Herr Dr. Danziger selbst nichts wußte. Wohl aber war dem Medium vorher ein Heft Scheckformulare für de Landesbant" als fehlend angegeben worden. Hellwig beschwerte sich in diesem, in den vorher wiedergegebenen und noch in anderen Fällen über tendenziöse Berichterstattung einer offenbar gegen ihn bereingenommenen Presse, die den Tatbestand der Hellseherei gleichfam als erwiesen annahm, bevor aus rechtlichen, aber auch nur aus rechtlichen Gründen der Freispruch erfolgt war. Hellwig sagte, er fonne als Hellseherci nur den Erwerb von solchen Kenntnissen arsehen, die das Medium nicht auf normalem, also auch nicht auf suggestivem W: ge erlangt haben könne. Hellsehen und Telepathie wören bis heute noch richt eraff erwiesen, es gäbe wohl Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, aber noch feine Beweise. Alle drei Beinburger Sachverständigen hätten darin übereingestimmt, daß nicht in einem einzigen der vorgetragenen vierzig Fälle der Beweis für collendete Hellseherei ertracht worden wäre. Die Protokolle wären durchweg ungenau und unvollständig gewesen, die Zeugenaussagen halten sich auf Dinge beziehen müssen, die Jahre zurückliegen, mun eigentlich stets schon vor der Sigung erfahren hätte. Was die das Vorhandensein einzelner Stücke zu verstehen, die, aus dem Herr Landgerichtsdirektor Hellwig wünschte cm Eingang feirer Ausführungen, daß nun endlich ein besseres Verhältnis zwischen Justiz und Bresse geschaffen werden würde. Ach, gäben uns doch die Gerichte recht häufig Veranlassung zur Liebestat! Die ernste Bresse stent heute der Hellseherei noch sehr mißtrauisch gegenüber, aber ihr Haß richtet sich gegen alle Dunkelmänner. Es tut ihr aufrichtig leid, daß die Dunkelmänner so oft den Talar des Richters tragen. Erich Gottgeireu. Keramik- Ausstellung. 0 Getrennt von der eben veranstalteten großen Keramitausftellung zeigen die Steingutfabriken Belten Bordamm in der Vereinigten Staatsschule für freie und angewandte Kunst eine Ausstellung von teramischen Arbeiten von Charlotte Hartmann. Daß sie nicht den Spitzenleistungen, sondern dem gesamten Wert der Künstlerin gilt und in diesem Sinne einen Ueberblick geben soll, wird von den Ausstellern besonders hervorgehoben. Und in der Tat ist es unerläßlich, das in geschickter Uebersicht Dargestellte unter diesem Gesichtswinkel zu betrachten, um der Ausstellung gerecht zu werden. Denn das scheint mir ihr wahrer gewerbliches Schaffen ging, um zu dem längst bekannten und doch oft außer Acht gelassenen Ziel zu gelangen: den Charakter des Sinn zu ſein: die Wege klar zu legen, die ein gesundes funft besonders schwierig wäre auch festzustellen gewesen, was das Medium Grundmaterials zu erfassen und flar herauszuarbeiten. So nur ift Freitag, 30. Oktober 1925 Ganzen herausgerissen, als schwache Versuche taum Beachtung ver dienen würden, sie aber inmitten des Wertes zu wesentlicher Bedeutung gelangt. Charlotte Hartmann ist fein überragendes Talent; doch ihr künstlerischer Eifer und ihre sichere Ablehnung alles Falschen, aus dem vereint ihr die Erkenntnis des Richtigen erwächst, geben ihrem Wert eine erstaunliche Geschlossenheit und machen es für jeden beachtenswert, der überhaupt Interesse für dieses Gebiet des Kunstgewerbes hat. Daß das Steinzeug in erster Linie für Gebrauchszwede bestimmt ist, betont sie immer wieder durch zwed. mäßige, hübsche Formen, ohne allerdings hier im wesentlichen neue, eigenartige Wege zu finden. Weit stärker prägt sich eine echte Begabung in Farbe und Dekoration aus. Die Befähigung der Künstlerin, ebene und gebogene Flächen ihrer Eigenart entsprechend auszufüllen, ist erstaunlich. Oft ist der Schmuck dabei in primitivster Art ausgeführt, doch mit einem überaus feinen Verständnis dessen, was für das betreffende Stück wirksam ist, und häufig mit bewundernswerter Ausschöpfung aller farblichen Möglichkeiten. Es hat keinen Sinn, einzelnes herauszugreifen, da das Berständnis dafür mur aus der Betrachtung der gesamten Ausstellung erwachsen kann. Nur auf eins sei hingewiesen. Mehrfach finden sich Wiederholungen des= felben Motivs für denselben Gegenstand. Gerade hier sind Bergleiche überaus anschaulich, da sie dem Betrachter besser als. Worte oft das Ziel der Künstlerin und die Wege dazu deutlicher machen. Jubiläen. Genoffe Karl Fiebiger, Ofbahn Nr. 17( 34. Abt.), beging fein 25jähriges Parteijubiläum. Der Hutmacher Emil Goepel und Frau geitstag. Geit diesem Tage ist er auch Leser unseres Blattes. Die Genoffen Ernst Hartmann und Mar Bartmann begingen in diesen Sagen in felten geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag. Beide Genossen find als Funktionäre der 32. Abt. heute noch sehr rührig für die Partei tätig. Martha, geb. Rabe, Lebufer Gir. 15, begehen am 2. November ihren 40. SocAus der Partei. Die Exekutive der Sozialistischen Arbeiter- Internationale wirt am 4. und 5. November in London zusammentreten, um in erster Linie zu den Verträgen von Locarno Stellung zu nehmen. Außerdem stehen auf der Tagesordnung die internationale Attion für den Achtstundentag und die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund in der Frage des Wande rungswesens, ferner die Lage in Marotto und die Verhält nisse in Ungarn und Estland. Gleichzeitig werden zur Be ratung administrativer Angelegenheiten auch das Bureau und die Geschäftskommission der SAJ. zusammentreten. Wir fabrizieren l gute Herren- und Knabenkleidung S. und schalten dadurch feden verteuernden Zwischenhandel aus, deshalb am leistungsfähigsten und am billigsten. Hoffmann, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 12. Enorme Auswahl in unseren anerkannt guten Qualitäten Niedrigfte Preise* Vorzügliche Paßform Herren- Ulster Ma- 5300 rengo- Cheviot, moderne Form Herren Ulster reinwoll. 7100 Marengo- Chev.s.strapazierfäh Herren- Ulster prima Marengo- Cheviot, besonders 9000 dauerhafte Qualität.210.Herren- Ulster aparte Mode- Neuheit.m.Ueberkaros, 12500 Sakko- Anzüge mod. gemust. 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