Nr. 515 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 263 Bezugspreis: öchentlich 70 Bfennig, monatlid 8. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten sowie bez Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint mochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreife: Die einfaltige Ronpareille. seile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgedrudie Bort 25 Pfennig ( zulässia zwei fettgedrudie Worte). fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erite Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. 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Daß in Locarno die Gleichberechtigung nalen Boltspartei veröffentlichten Beschlüsse, insbesondere und Gegenseitigkeit auf dem Gebiete des Heer die in der heutigen Morgenpresse erschienene Erklärung des deutsch- wesens nicht erreicht sei, fönnte nur dann behauptet werden, nationalen Parteivorstandes über die Konferenz von Locarno, ent wenn man darunter die Beseitigung der Abrüstungsbestimmungen halten über die bisherige Stellungnahme des Reichskabinetts zu den des Versailler Vertrages oder die Durchführung einer vollständigen Sicherheitsverhandlungen, über das Verhalten der beiden deutschen Abrüstung der anderen beteiligten Länder vor dem Abschluß des Delegierten, sowie über den Inhalt der in Locarno paraphierten Vertragswerkes verstehen wollte, ein Standpunkt, der in den Be Vertragsentwürfe selbst eine Reihe von Angaben, die sich mit den schlüssen des Reichskabinetts niemals vertreten worden ist und nieTatsachen nicht decken. Die Reichsregierung hält es mit den deutschen Interessen nicht vereinbar, in einem Augenblick, wo die internationalen Verhandlungen über einen wesentlichen Teil der in Locarno erörterten Fragen noch im vollen Gange sind, das gesamte in Betracht kommende Material der Deffentlichkeit preiszugeben. Sie muß sich deshalb einstweilen darauf beschränken, gegenüber den Auslassungen der Deutschnationalen Volkspartei folgende Tatsachen festzustellen: 1. Die Stellungnahme des Reichstabinetts zu der Sicherheitsfrage ist seinerzeit durch einmütige Zuffimmung zu der deutschen Note vom 20. Juli 1925 festgelegt worden. Bor der Konferenz von Locarno find fodann, und zwar ebenfalls einmütig, Richtlinien für die Verhandlungen aufgestellt worden, die auf dem Gedanken beruhten, daß als Grundlage für das gesamte weitere deutsche Vorgehen die Ausführungen jener Note zu gelten hätten. 2. Die deutschen Delegierten find während der Verhandlungen in Locarno in feinem Punt te von den aufgestellten Richtlinien, insbesondere von den Grundfäßen der Note vom 20. Juli, abgewichen. Die Behauptung, daß die Paraphierung der Bertragsentwürfe. in unerwarteter leberstürzung erfolgt sei und gegen getroffene Abmachungen verstoßen habe, ist unrichtig. Die deutschen Delegierten haben sich zu der Paraphierung entschlossen, weil, soweit der Inhalt der Vertragsentwürfe in Betracht kam, nach ihrer übereinstimmenden Ansicht die vom Reichsfabinett aufgestellten Richtlinien erfüllt waren, und weil ihnen in Ansehung der nicht in diesen Entwürfen behandelten Fragen eine den deutschen Lebensinteressen gerecht werdende Rege lung in Uebereinstimmung mit den Richtlinien des Kabinetts hinreichend sichergestellt erschien. Am 22. Oftober 1925 hat das Reichstabinett unter BorFitz des Herrn Reichspräsidenten vor Beginn der Beratungen des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages einstimmig( also mit Zustimmung der drei deutschnationalen Minister! Red. d. V.) folgenden Beschluß gefaßt: " Das Reichsfabinett haf den Bericht der deutschen Delegation über die Minister zusammenkunft von Locarno entgegengenommen und beschlossen, das auf der Grundlage der deutschen Note vom 20. Juli 1925 in Locarno eingeleitete Vertragswert zu einem Abschluß zu bringen, der den Lebensnotwendigfeiten des deutschen Boltes gerecht wird. Die Reichsregierung geht dabei von der durch die feierlichen Erklärungen der Außenminister Englands, Frankreichs und Belgiens begründeten feffen Erwartung aus, daß die logische Auswirkung des Werks von Locarno, besonders in den Rheinlandfragen, sich alsbald verwirkliche." Durch diesen Beschluß ist, entsprechend der Auffassung der deut schen Delegierten, anerkannt worden, daß das Vertragswert von Locarno auf der Grundlage der Note vom 20. Juli eingeleitet worden ist und daß die weiteren Berhandlungen über den endgültigen Abschluß des Vertragswertes fich nicht auf den WortIcut der als unabänderlich festgestellten Vertragsentwürfe, sondern auf die in diesen Entwürfen nicht behandelten Fragen zu erstreden haben würden. Irgendwelche Tatsachen, die zu einer veränderten Stellungnahme hätten Anlaß geben fönnen, sind nach dem 22. Oliober nicht bekannt geworden. Die in den deutschnationalen Auslaffungen am Inhalte der Bertragsentwürfe selbst geübte Kritit stimmt weder mit den verschiedenen erwähnten Beschlüssen des Reichsfabinetts überein, noch ist fie fachlich gerechtfertigt. Zum Berständnis des Sinnes und der Tragweite der Entwürfe bedarf es teiner schwierigen und fünftlichen Auslegung, sondern nur eines vorurteilsfreien Studiums des flaren Wortlautes. Ohne auf die schon im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages und auch bei anderer Gelegenheit ausführlich erläuterten Einzelheiten des Vertragswertes nochmals einzugehen, sei an dieser Stelle zu den Einwendungen der Deutschnationalen Volkspartei nur folgendes bemerkt: Durch die Entwürfe von Locarno wird weder das Selbstbestimmungsrecht der Völker beschränkt, noch auf andere Weise der friedlichen Entwicklung vorgegriffen. Im Vergleich mit der durch die Machtverhältnisse bedingten gegenwärtigen Lage Deutschlands würde das Infrafttreten des Vertragswerkes nicht eine Einschränkung der deutschen Handlungsfreiheit bedeuten, sondern viel mehr der Anfang und die Grundlage für eine attive iederbeteiligung Deutschlands an der Politif ber europäisen Großmächte fein. Den fich aus der Böllerbundsfatung für Deutschland wegen seiner besonderen Bage ergebenden Gefahren wird durch die verabredete Erklärung zum Ar titel 16 der Sagung, die im übrigen genau den Forderungen der mals vertreten werden fonnte. E Gegenüber der Behauptung, daß durch die Garantie- und Schiedsverträge für Deutschland neue Fesseln geschaffen würden, ist darauf hinzuweisen, daß das Verbot von Angriffsfriegen und 3nvasionen im Berhältnis zwischen Deutsch. land, Frankreich und Belgien, die Garantie dieses Verbotes durch England und Italien und endlich die schiedsrichterliche Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten, namentlich von Streitigkeiten über die Auslegung des Berjailler Bertrages und des Rheinlandabkommens, durchaus im Interesse der Befreiung und Wiederer startung Deutschlands liegen. 5. Die Kritik an den mangelnden Auswirkungen des Bertragswertes auf die Fragen der befegten Gebiete ist zum min beften verfrüht, da die Verhandlungen hierüber noch im Fluffe find. Die deutschen Delegierten haben weder in Locarno noch später jemals einen, Zweifel darüber gelassen, daß die pataphierten Ber tragsentwürfe nur einen Teil des in Betracht kommenden Fragen tompleres regeln, und daß fie deutscherseits nicht in Kraft gesetzt werden fönnten, wenn nicht auch der andere Teil, die Rüd mirtungen auf die besezten Gebiete, eine den deutschen Lebens. notwendigkeiten entsprechende Regelung erfährt. In diesem Sinne werden die Verhandlungen mit den anderen beteiligten Regierungen auch zurzeit weitergeführt. 6. Die Behandlung der Kriegsschuldfrage vor und auf der Konferenz von Locarno steht in genauester Uebereinstimmung mit den einmütig darüber gefaßten Beschlüssen des Reichskabinetts. Feststellung, daß die drei deutschnationalen Parteiminiſter noch Das Entscheidende an dieser Erklärung ist die aftenmäßige unmittelbar vor dem entgegengesetzt lautenden Parteibeschluß im Kabinett für Locarno gestimmt haben. Alle Kritif, richten, trifft ihre Bertreterim kabinettmit. die die Deutschnationalen gegen Locarno Sihung der Rumpfkoalition. WTB. meldet: Reichskanzler Dr. Luther hat die Borfihenden der Parteien, die durch Vertrauensmänner im Reichskabinett vertreten find, zu einer gemeinschaftlichen Aussprache über die politische Lage auf nächsten Dienstag nach Berlin eingeladen. Die Meldung flingt wie ein schlechter Witz. Luther versammelt die letzten Reste seiner Getreuen. Was ist ihm denn noch geblieben außer Curtius und Scholz? Otto Braun über Locarno. Im Preußischen Landtag stand gestern der Etat des Staatsministeriums zur Beratung. Bei dieser Gelegenheit sprach der Ministerpräsident Genosse Otto Braun über sprach der Ministerpräsident Genosse Otto Braun über Locarno und eröffnete den parlamentarischen Angriff gegen die hinterhältige und volksfeindliche Politik der Deutschnationalen. Wir berichten über diese außerordentlich interessante Sigung in der 3. Beilage dieser Ausgabe. Das Europäerwerk von Locarno. Briands Dank für den Glückwunsch des Völkerbundes. Paris, 30. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die von den Vertretern Japans und Spaniens ausgesprochenen Glückwünsche zum Abschluß der Verträge von Locarno gaben Briand Gelegenheit, sich mit bemerkenswerten Ausführungen über das Verfragswert, feine Entstehungsgeschichte und seine Wirkungen zu äußern. Als er die erfte Begegnung mit dem deutschen Reichskanzler hatte, habe er ihm gesagt, daß der Erfolg der Verhandlungen einzig und allein abhänge von der Auffaffung, die beide von ihren Aufgaben mitbrächten. Wenn Herr Luther nur als Deutscher und er als Franzose gekommen fein würden, dann halte er die Hinderniffe für unüberwindlich, wenn beide dagegen als Europäer oder als Weltbürger im beften Sinne des Wortes und in aufrichtiger Friedensbereitschaft sich an den Verhandlungstisch sehen würden, dann müsse das unternommene Werf gelingen. Glücklicherweise feien alle Unterhändler von dieser Auffaffung befeelt gewesen. Sie hätten die Verhandlungen geführt, nicht nur um dem eigenen Lande die Sicherheit zu garantieren, sondern um der ganzen Welt den Frieden zu sichern und den Keim zur Neuordnung der Dinge zu legen. Dieser Seim werde fich weiter entwideln. Was man auch immer fagen möge, die Atmosphäre sei geschaffen, und der Friede habe einen entscheidenden Sieg über den Arieg errungen. Vorwärts- Verlag G.m.b. 5., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostschecktonto: Berlin 37 536, Bankkonto: Bant bez Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depoßtienkaffe Zindenstr. 3. Frevelhaftes Spiel! Die Deutschnationalen und der Vertrag von Locarno. Von Rudolf Breitscheid. Die Deutschnationalen bemühen fich mit allen Mitteln, ihre plögliche Flucht aus dem Kabinett, die mit der von ihnen zu den Vorbereitungen des Vertragswerts eingenommenen Haltung in frassem Widerspruch zu stehen schien, zu erklären und zu rechtfertigen. Sie suchen die Dinge so darzustellen, als hätten die Reichstagsfraktion und ihre Bertreter im Kabinett stets nur mit Vorbehalten ihre Zustimmung zu den Berhandlungen gegeben, und als hätten sich insbesondere die drei je zt ausgeschiedenen Minister mit der Paraphierung der Berträge durch Luther und Stresemann feineswegs einverstanden erflärt. Eben erst hat Graf West arp in einer Sigung des Landesverbandes Sachsen der Deutschnationalen Volkspartei behauptet:„ Das Gesamtfabinett hat weder während der Konferenz noch nach dem Abschluß das Ergebnis von Locarno gebilligt". Wir müssen, damit Klarheit geschaffen wird, unbedingt verlangen, daß das Protokoll des Kabinettsrats, der unmittelbar vor der Sigung des Auswärtigen Ausschusses am 22. Oftober stattgefunden hat, alsbald veröffentlicht wird.( Ist inzwischen geschehen. Red. d. V.) Inzwischen aber sei noch einmal an die Vorgänge erinnert, die sich im Ausschuß selber abgespielt haben und von denen auch einige volksparteiliche Organe, wenigstens andeutungsweise Mitteilung machen. Herr Stresemann hatte Bericht über die Konferenz von Locarno und ihre Ergebnisse erstattet. Er hatte zwar die Annahme der Verträge nicht ausdrücklich empfohlen- da der Auswärtige Ausschuß in der Regel teine Beschlüsse faßt und bindende Entscheidungen überhaupt nicht treffen kann, war das auch nicht notwendig aber die Tendenz der Dar legungen des Außenministers ging doch dahin, daß wir mit den Abmachungen zufrieden seien und unter Boraussetzung der Innehaltung der von der Gegenseite gemachten Busagen über die Erleichterungen des Regimes in den be= fezten Gebieten den Verträgen unsere 3 ustimmung geben fönnten. Seine Worte konnten gar feinen anderen Sinn haben, als den der Befürwortung der Ratifizierung durch das Parlament. " weiß, fein flares Nein aus, aber es flang doch aus feinen Hierauf redete Graf West arp. Er sprach, wie man Worten ein unannehmbar, das sich nicht nur auf seine 3weifel Kritik an dem Inhalt der Berträge felbft ſtützte. Die Ausan den Rückwirkungen", sondern auch, auf seine lebhafte führungen des Redners der stärksten Regierungspartei standen also in deutlichst erkennbarem Gegensatz zu den Darlegungen des Außenministers. Es war selbstverständlich, daß ich als Sprecher. der sozialdemokratischen Ausschußmitglieder zunächst die Frage zu stellen hatte, in wessen Namen denn eigentlich Herr Stresemann geredet habe. Es gab eine kurze Berlegenheitspause, bis der Reichstanzler durch einen Zwischenruf antwortete: ,, err Stresemann hat seinen Bericht auf einstimmigen Beschluß des Kabinetis erstattet". Dieser Bescheid war sicher nicht ganz klar und eindeutig. Da aber der Bericht, wie gefagt, mehr gewesen mar als eine trockene Darstellung der Verhandlungen und ihrer Ergebnisse, war ich befugt, auszusprechen, daß also, was die Befürwortung angehe, feine Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedern des Kabinetts- ich nannte in bestehen, und daß nur ein Gegensatz zwischen der Deutschdiesem Zusammenhang ausdrücklich Herrn Schiele bestehen, und daß nur ein Gegensatz zwischen der Deutschnationalen Fraktion und ihren Vertretern in der Regierung vorhanden sei. Gegen diese Feststellung wurde weder von der Regierung noch von den deutschnationalen Ausschußmitgliedern Einspruch erhoben und ihre Berechtigung wurde Luther bestätigt. außerdem einem unserer Genossen privatim von Herrn Diese Tatsachen sprechen deutlich gegen die jetzt von den Deutschnationalen aufgestellten Behauptungen, und ihre Minister werden sich höchstens noch mit der Erklärung herausreden können, daß sie ihre Zustimmung mit inneren Vorbehalten erteilt hätten, die sie je nach Bedarf auch öffentlich auszusprechen bereit gewesen wären. Doch die ganze Angelegenheit wird nun meiter fom pliziert durch die Bekanntgabe der Bedingungen, die die Fraktion des Grafen Westarp für die Teilnahme an der Konferenz gestellt hat. Sie sind an anderer Stelle dieses Blattes im Wortlaut zu finden. Man erkennt auf den ersten Blick, daß eine Innehaltung dieser Bedingungen gänzlich unmöglich war, weil sie von vornherein jede Berhandlung illusorisch gemacht hätten. klärung. Jezt aber bedarf eine Reihe von Fragen dringender Auf1. Haben wenigstens die übrigen Regierungsparteien von den deutschnationalen Borschriften Kenntnis erhalten? 2. Welche Stellung haben die Herren Luther und Stresemann zu ihnen eingenommen? 3. Waren die Deutschnationalen( Fraktion und Minister) mit der Teilnahme an der Konferenz einverstanden, obwohl die von ihnen formulierten Voraussetzungen nicht erfüllt waren? 4. Ronnten die deutschen Bertreter in Locarno an nehmen, daß die von ihnen paraphierten Abmachungen die Zustimmung der stärksten Regierungspartei finden würden, nachdem dem Katalog ihrer Forderungen nur in einem äußerst beschränkten Umfang entsprochen worden war? Auf die Beantwortung dieser Fragen warten wir mit Spannung, aber schon heute muß gesagt werden, daß hier nicht nur ein zweideutiges, sondern ein frevelhaftes Spiel hinter dem Rüden des deuschen Boites und der Boltsvertretung getrieben worden ist. Schon heute verstehen wir auch flar und deutlich, warum Herr Luther es nicht gewagt hat, aus der Kriegserklärung der Deutschnationalen sofort die gebotenen Schlußfolgerungen zu ziehen. Wenn noch irgendeine Rechtfertigung für die Haltung der Sozialdemokratischen Partei erforderlich gewesen wäre, so wäre sie hier gegeben. Wenn die Notwendigkeit eines Appells an die Wähler noch eines besonderen Beweises bedurft hätte, hier ist der Beweis. Aber die Wähler haben jetzt nicht mehr nur ihre Meinung über Locarno und das Verhalten der Deutschnationalen fund zu tun, fie müssen sich gleichzeitig über die mehr als verdächtigen Methoden der Regierung äußern, fie müssen zu erfennen geben, ob nach ihre Ansicht in einer demokratischen Republik für die Manöver des Herrn Luther Raum ist. 3. Zeitliche Begrenzung der deutschen Berpflichtung durch Ein. führung eines wirffamen Kündigungsrechtes jebes vertrag. schließenden Teiles. Dies ist zu erreichen durch: a) Aenderung des Art. 8 des Londoner Entwurfes, b) Zusatz zu Art. 11 des Londoner Entwurfes, daß Paft und Schiedsverträge nur solange in Geltung bleiben, als sämtliche Signatarmächte dem Bölferbund angehören. c) Ausdrückliche Anerkennung, daß die in Artikel 1 Abs. 3 der Völkerbundsjagung aufgestellte Voraussetzung für ein Ründi. gungsrecht für Deutschland hinsichtlich feiner Reparations. verpflichtungen durch das Dames- Abkommen, hinsichtlich seiner Entwaffnungsverpflichtungen durch Erledigung der legten Entwaff nungsnote erfüllt ist. Sachlich bedeutet das in der Hauptfache folgendes: Die Deutschnationalen waren bereit, auf den Strieg zur Bieber: gewinnung Elsaß- Lothringens zu verzichten, aber nicht auf den Krieg zur Wiedergewinnung jetzt polnischer Gebiete. Auch das Abkommen mit Frankreich sollte auf dem Weg über den Austritt aus dem Völkerbund fündbar sein. Deutschland sollte also dafür, daß es für gemessene Zeit auf einen Krieg gegen Frankreich verzichtete, freie hand gegen den Osten erhalten. Dieses Programm wurde der Regierung in der Form eines schneidigen Befehls bekanntgegeben. Die Regie rung hätte schon damals von sich aus den Bruch mit ben Deutsch nationalen herbeiführen müssen, wenn sie einen legten Rest von Würde wahren wollte. Dadurch, daß sie das nicht getan, sondern einen, wenn auch bescheidenen Teil bes Befehls ausgeführt hat, hat sie sich vor dem Inland und dem Ausland aufs schwerste kompromittiert. Im übrigen verweisen wir auf die Ausführungen des Gen. Breitscheib im Leitauffaß diefer Ausgabe. Die Rückwirkungen gefährdet? Ankündigungen der Pariser Preffe. Das bedeutet die Schaffung einer neuen europäischen Binchologie, das neue europäische Gleichgewicht. Das bedeutet, daß das heutige Rußland nolens volens gezwungen sein wird, mit Europa zu einem Uebereinkommen zu kommen. Es wird vielleicht in nicht zu langer Zeit zu einem zweifen Locarno fommen, wo ganz Europa mit Rußland ein lebereinkommen schließen muß, au Nuß und Frommen Rußlands und Europas. Ich gebe mich feinen Illusionen hin, und sage nicht, daß wir für immer gesichert sind und daher vielleicht die Wachsamkeit, abschwächen dürfen. Das wäre eine Sünde am Staate und an der die Vorsicht und das Berantwortlichkeitsgefühl unserer Regierung Nation. Unsere Politik hat unsere Ziele voll erreicht. Zu der bisherigen Garantie unserer Sicherheit haben wir neue bedeufende Garantien erhalten. In den sieben Jahren hatten wir mit Deutschland eine ernste In den sieben Jahren hatten wir mit Deutschland feine ernste Differenz. In Locarno fonnten wir dies mit Dr. Luther und den beiden Staaten teine Differenzen weder bezüglich Dr. Stresemann neuerlich fonstatieren und betonen, daß zwischen der Grenzen noch sonst irgendwie criſtieren. Unser Berhältnis zu Deutschland triff in eine neue Periode. Zu Frankreich bleibt unfer bisheriges Berhältnis voll auf. rechterhalten. Auch unser Verhältnis zu England ist geregelt. England gibt uns mehr als nur die moralische Anerkennung unseres Vertrages mit Frankreich, die moralische Garantie unseres Bertrages mit Deutschland. Aehnlich verhält es sich mit Italien. Das Ver hältnis zu den Staaten der Kleinen Entente bleibt unverändert. Mit olen haben wir in Locarno in voller Harmonie gearbeitet. Es bleibt uns demnach nur noch das russische Problem. Schließlich kann ich nicht umhin zu betonen, daß auch bei uns im Innern bei allen lassen und bei allen Nationalitäten, insbesondere bei den Deutschen, aus dem Vertrage von Locarno die richtigen Schlüsse gezogen werden. Ich zweifle nicht, daß die neue Gesamtfonfolidierung jeden aus den Illusionen, soweit er ihnen verfallen ist, herausführen wird und die friedliche und loyale Mitarbeit aller auch im Innern beschleunigen wird. Sodann gedachte Dr. Benesch des tattvollen aber entschiedenen Auftretens des Ministers Chamberlain und der Konzilianz und der Besonnenheit Briands gegenüber Deutschland, wodurch er es ben deutschen Staatsmännern ermöglichte, in gleicher Weise vorzu gehen. Er schloß: Die deutschen Delegierten hatten eine schwierige Stellung; aber das allgemeine Urteil ist, daß fie ein fehr gu.zs Wert für Deutschland und für die allgemeinen Intereffen der Ruhe und des Friedens Europas vollführt haben. Man darf nicht vergeffen, baß der Bertrag von Locarno in feiner tontreten forminifters Eristenz der Initiative der deutschen Regierung, des Ministers Dr. Stresemann, verdantt Locarno- Warschau. Die Optantenfrage. Wir könnten uns sehr wohl vorstellen, daß all diese Schiebungen und halben imd ganzen Ünwahrheiten bei den mißtrauischen Elementen im Ausland neue Zweifel an der Zweckmäßigkeit von Friedens- und Schiedsverträgen mit Deutschland erweden. Wir fönnten uns denken, daß unter dem Eindruck solcher Enthüllungen die englischen und franzöParis, 30. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Das öffentliche sischen Minister mit ihren Zusagen über die Rückwirkungen Intereffe wendet sich mehr und mehr den in den letzten Tagen start zurückhaltender würden. Aber eine solche Politik wäre ververnachläffigten Fragen der auswärtigen Politik zu. Hier ist es fehlt, da die Mehrheit des deutschen Bolles mit einer Diplo naturgemäß in erster Linie der Gabotascheversuch ber Deutschnatio. matie, wie sie von den Herrn Luther und Westary betrieben nalen gegen das Bertragswert von Locarno, der die öffentliche wird, nichts zu tun hat. Das wird sich bei den Neuwahlen Meinung Frankreichs beschäftigt. Wenn auch je nach der innerpoliflar herausstellen, und die Mehrheit der Friebens. tischen Einstellung die Meinungen über die von ben Barteien ber und Verständigungswilligen wird um fo größer fein, je ficherer wir sein dürfen, baß Opportunität einer Reichstagsauflösung ausein Linten in Deutschland eingeschlagene Tattif und über die Frantreich, England und Belgien im befeßandergehen als Fazit aller Erörterungen und Kommentare in ten Gebiet die Schlußfolgerungen ziehen, den politischen Kreisen wie in der Presse bleibt die Tatsache bestehen, die sich ganz naturgemäß aus dem Sinn und daß, wie die Dinge sich auch weiter entwickeln mögen, das deutsche Geist der Berträge von Locarno ergeben. Bolt in seiner Gesamtheit die Kosten für die von schnödem Parteiegoismus diftierte Haltung der Deutschnationalen zu tragen haben wird. Wenn man auch mindestens an der endgültigen Unterzeichnung der Verträge von Locarno durch das Kabinett Luther- Stresemann nicht zweifelt, so fann es doch gerade für die politischen Folgen, die das deutsche Volf von Locarno zu er. warten berechtigt ist, b. h. für die Rückwirtungen, nicht ohne Einfluß bleiben, wenn diejenige Partei, deren Vertreter im Kabinett an den Vertragsverhandlungen attivsten Anteil genommen haben, sich in der entscheidenden Minute ihrer Berantwortung zu entziehen versucht. So erklärt am Freitag der„ Temps", daß angesichts der innerpolitischen Lage in Deutschland die allierten Reber Beschluß der polnischen Regierung 1800 Deutschen, die schon am gierungen die Pflicht zu bentbar größter Borsicht sowohl in der Frage der Räumung von Köln wie hinsichtlich der für die besetzten Gebiete in Aussicht genommenen Er. leichterungen hätten, und daß man sich in Berlin nicht wundern dürfe, wenn die Alliterten, die teine Luft hätten, das Opfer einer innerpolitischen Krise in Deutschland zu werden, entDie Bedingungen" der Deutschnationalen. Man enthüllt sich.. Bon deutschnationaler Seite erhält die Telegraphen- Union den Wortlaut der Entschließung, die von der deutschnationalen Reichstagsfraktion unmittelbar vor ihrer Zustimmung zur Annahme der Einladung von Locarno dem Kabinett bekanntgegeben wurde. Die Entschließung lautet: A. Die Antwortnote muß zum Ausdrud bringen: 1. Deutschland hält an der Note vom 20. Juli als Grundlage für weitere Besprechungen und Berhandlungen fest. II. Die Besprechung der Außenminister hat nur informel len und vertraulichen Chara! ter, bindende Ab. machungen auch über Einzelpunkte finden also nicht statt. B. Spätestens gleichzeitig mit der Annahme der Einladung wird den Signatarmächten des Bersailler Bertrages gegenüber durch Erklärung der deutschen Reichsregierung das erzwungene Schuld betenntnis des Art. 231 ausdrücklich aufgefagt. C. Folgende Grindsäge werden durch Kabinettsbeschluß für die weiteren Berhandlungen und Besprechungen festgelegt: I. Eine Konferenzeinladung an Deutschland wird nicht an. genommen werden, wenn nicht vorher die Entwaffnungsnote befriedigend erledigt und die Räumung der Rölner 3one zu einem bestimmten, möglichst nahen Termin vertraglich sichergestellt ist. . II. Eine Konferenzeinladung wird weiter nicht angenommen, wenn nicht die Beseitigung aller Rechtswidrigteiten des Be. jagungsregimes im besetzten Rheinland und Saargebiet, und eine Revision des Rheinlandabkommens, sowie der erlaffenen III. Ein Verzicht auf deutsches Land und Bolt ist schon im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht der Bölfer unmöglich. Ordonnanzen fichergestellt ist. Daher darf ein abzuschließender Sicherheitspatt nichts Beiter gehendes als den Verzicht auf Angriff. Einfall oder Krieg zur Uenderung der bestehenden deutschen Grenzen im Westen enthalten. Dies ist von der Reichsregierung auch der Deffentlichkeit gegen über flarzustellen. Die Präambel des Londoner Entwurfs ist entsprechend zu ändern. Weitere Einzelvorschläge fiehe Anlage. IV. Ein Sicherheitspaft und Schiedsgerichtsverträge sind nur anzunehmen, wenn: reich ausgeschlossen wird, 1. jede Garantie östlicher Berträge durch Frant 2. politische Fragen, namentlich Streit über die Gren zen lediglich einem Vergleichsverfahren unterworfen werden, 3. der unparteiische und paritätische Charakter des Schiedsverfahrens sichergestellt ist. V. Der Eintritt Deutschlands in den Bölter. bund erfolgt nur, wenn: 1. Alsbaldige Verhandlungen über die allgemeine Ab. rüstung gesichert sind, 2. im Hinblick auf die allgemeinen Abrüstungsmaßnahmen des Bölferbundes, denen auch Deutschland sich unterwerfen wird, und auf die bereits durchgeführte völlige Entwaffnung Deutschlands alsbald alle einseitigen Entwaffnungs- und Kontrollmaßnahmen gegen Deutschland( oor allem die Investigationsbeschlüsse) fiftiert werden, 3. Bis zur Durchführung der allgemeinen Abrüstung, durch rechtlich bindende Abmachungen die Anwendung des gesamten Inhalts des Art. 16 der Bölferbundsfagung auf Deutschland ausgeschlossen wird. VI. Die schließliche Annahme der Verträge bleibt davon abhängig, daß bei den Verhandlungen, etwa unter Hinweis auf Art. 431 eine Abkürzung der Besagungsfrist in der zweiten und dritten Rheinlandzone und eine frühere Boltsabftimmung im Saargebiet erreicht wird. Diese Forderung ist bereits vor den Borbesprechungen anzumelden. Anlage zu C III. Jeder Zweifel über die Beschränkung eines durch Annahme des Sicherheitspattes und Eintritt in den Völkerbund auszusprechenden Berzichtes wird ausgeschlossen, wenn folgendes erreicht wird: 1. Ausdrücklicher Vorbehalt Deutschlands gegenüber Art. 10 der Bölferbundsfagung, 2. Aenderung des bezüglichen Bassus der Präambel bes Londoner Entwurfes. sprechende Borkehrungen treffen würden. Benesch über Locarno. Das künftige deutsch- tschechische Verhältnis. Prag, 30. Oftober.( Meldung des Tschechoslowakischen Preise. bureaus.) Der Ständige Ausschuß der Nationalversammlung trat heute zu einer Sigung zusammen, in der Außenminister Dr. Benesch ein von allen tschechoslowatischen Mitgliedern des Ausschusses mit Beifall aufgenommenes Erposé über den Bertrag von Locarno hielt. Der Minister gab zunächst eine Darstellung, wie es von der Friedenskonferenz zum Vertrag von zelnen Bestimmungen des Rheinpattes und der SchiedsgerichtsLocarno gekommen sei und erläuterte sodann detailliert die ein. verträge, wobei er insbesondere die politische Bedeutung des abgeschlossenen deutsch- tschechischen Schiedsvertrages hervorhob, der in negativer Uorm betone, daß beibe Staaten teinen Krieg gegeneinander führen wollen und die internationalen Berträge refpeftieren. Der Ministerpräsident fuhr fort, außerdem haben sich Deutschland und die Tschechoslowakei in Artikel 21 des genannten hervorgehen, vorbehalten. Dadurch ist betont, daß Deutschland Bertrages die Rechte und Pflichten, die aus dem Bölkerbundspaft gegenüber der Tschechoslowakei ebenso wie umgekehrt die Tschecho. lowakei gegenüber Deutschland als Völkerbundsmitglied im Sinne des Artikels 10 des Partes die Pflicht haben wird, die gegen. märtige territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit zu achten. Daneben bedeutet der Bor behalt des Artikels 21, daß in dem tschechoslowakisch- deutschen gegenüber Deutschland den Artikel 15 Absatz 7 und Artikel 16 des Bertrag nichts enthalten ist, was die Tschechoslowakei hindern würde, Battes für den Fall der Berlegung& B. des Rhein pattes oder des deutsch- französischen Schiedsgerichtsvertrages zur Geltung zu bringen, oder mit anderen Worten, es bleiben hier unsere Garantieverpflichtungen gegenüber Frankreich gewahrt, ebenso wie umgekehrt. In Besprechung des tschechoslowakisch- französischen Garantievertrages erflärte der Minister, daß er ein weiteres Mittel bilde, um sich möglichst dem Rheinpaft anzunähern und das Problem der Sicher heit für Zentraleuropa zu lösen. Durch diesen Garantievertrag ist rantreich verpflichtet, der Tschechoslowakei automa. tisch Hilfe und Unterſtügung zu gewähren, falls von der anderen Seite eine Verlegung des Garantievertrages erfolgen sollte. Nur die beiden Bertragsstaaten find berufen zu beurteilen, ob der casus foederis eingetreten ist. Der tschechoslowakisch- franzöfifche Garantievertrag bildet einen wesentlichen Bestandteil des Vertrages von Locarno. Er hat keine gegen Deutschland gerichtete Spike, das ihn zur Kenntnis genommen hat, indem es das Schlußprotokoll unterschrieb, wo in einem besonderen Abfah auf den Abschluß dieses Abkommens verwiesen wird. Alle diplomatischen Atten von Locarno bilden ein Der Beschluß der polnischen Regierung, die Optantenausweisung einzustellen, ist von der deutschen Regierung damit beantwortet worden, daß auch die Ausweisung polnischer Optanten aus Deutschland eingestellt wird. Die deutschnationale Bresse zeigt sich darüber sehr ungehalten, nach ihrer Meinung hätte es bei der Ausweisung der polnischen Optanten aus Deutschland bleiben müſſen. Nach polnischen Angaben wären für die Ausweisung aus Deutschland zum 1. November etwa 20 polnische Optanten in Betracht gefommen, später etwa 150, zum 1. Juli 1926 etwa 50, im ganzen rund 220 polnische Staatsbürger. Dagegen ermöglicht es 1. August auswandern sollten, aber Friften erhalten hatten, ferner 2000 Deutschen, die am 1. November gehen sollten, im Lande zu bleiben. 5500 Deutsche sollten am 1. Juli 1926 hinaus, sie werden auf ihrer Scholle bleiben können, wenn es bei der Zurücknahme der Ausweisung bleibt. Danach handelt es sich auf deutscher Seite um viele Tausende, auf polnischer um einige Hunderte. Um an diesen einigen Hundert ihr Rachegelüft frönen zu fönnen, wollen die Deutschnationalen Tausende von Deutschen in Polen dem Schicksal der Austreibung überlassen! Die„ Tägliche Rundschau" bezeichnet einen Protest des polnischen Westmartenvereins gegen die Zurüdnahme der Ausweisungen als einen Beweis farmatischer Lüde". Es gibt eine farmatische Lüde" und es gibt eine„ borussische Tücke", und beide sind einander wert! Wahlfolgen in Lettland. Rücktritt des Staatspräsidenten und der Regierung. Riga, 30. Oftober.( DE.) Sogleich nach Zusammentritt des neuen Parlaments wird Staatspräsident Tschafte zurüd. treten. Die Neuwahl wird in einer der ersten Blenarsizungen des Barlaments erfolgen. Die Regierung wird noch vor Eröffnung der Session ihre Demission geben, voraussichtlich aber vom Staatspräsidenten mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte beauftragt werden. hat die Sozialdemokratische Arbeiterpartei 260 000 oder 33 Broj Bei den fürzlich erfolgten Parlamentswahlen in Lettland aller Stimmen und 33 Abgeordnete erhalten gegenüber von 242 000 oder 31 Proz. aller Stimmen im Jahre 1922. Die Partei hat zwei nette Size errungen. In mehreren Städten und in der Armee haben wir die Majorität. Im ganzen hat die Partei 44 Broz. aller Stimmen in den Städten und zirka 30 Broz. der Stimmen auf dem Lande. Die Mehrzahl der neuen Bauern und Kleinbauern wieder für die Sozialdemokratie. Auch die arbeitenden Massen der sowie auch selbstverständlich die Mehrzahl der Landarbeiter stimmte nationalen Minderheiten, d. h. der Russen, Juden, Polen und Deutschen stimmten für unsere Partei. Im großen und ganzen hat sich durch die Wahlen das Kräfteverhältnis im Parlament wenig geändert. Neben den 33 sozialdemokratischen Abgeordneten hat die äußerste Rechte( 6 fleine Gruppen) 14 Abgeordnete( 14 cuch bis jegt), die tonservativen Barteien( 10 verschiedene Gruppen) unter Führung des Bauernbundes 33( 30), die Liberalen( 7 fleine Parteien) 16( 18) und die Rechtssozialisten 4( 7). den Tod ihrer Kinder flagende Mutter darstellend, wird Sonntag Nie wieder Krieg! Ein Denfmal mit dieser Aufschrift, eine über auf dem Wiener Zentralfriedhof zum Gedächtnis der dort begrabenen 17 000 Soldaten enthüllt. Geschaffen hat es Prof. Ha nad im Auftrage der sozialistisch verwalteten Stadt Wien. Fälscher Huffong im Rüdfall. Herr Hussong versucht nicht einmal zu bestreiten, daß er einen Artikel des Borwärts" in gefälscht. Kölnische Zeitung", die vor ihm die gleichen Fälschungen begangen tendenziöser Weise zitiert hat. Er verfriecht sich aber hinter die habe. Eine sonderbare Entschuldigung. Mit beispiellofer Unverfrorenheit wiederholt er seine Fälschung, nur deutet er dies. mal durch Büntichen an, daß er Säße herausgelassen hat. Er ist fogar der dümmste Lefer des Lokal- Anzeigers" fofort erkennen natürlich zu feige, um diese wenigen Beilen abzudruden, weil dann würde, daß im Vorwärts" etwas ganz anderes stand und gemeint war, als Herr Hussong es mit Hilfe seiner Fälschungen unterstellt hat. Er ist und bleibt ein Fälscher. unauflösliches politisches Ganzes. nach meinem Urteil tönnte der Vertrag von Locarno nur dann ersetzt werden, wenn das Genfer Brotokoll oder ein ähn liches Syſtem angenommen würde. Ich will nicht behaupten, daß dies die definitive Beseitigung des Krieges bedeutet, aber jedenfalls bedeutet er eine große Erschwerung und eine Hinausschiebung von Kriegen auf Jahrhunderte Der Vertrag bedeutet daher eine ErFriedensvertrag zwischen Jugoslawien und der Türkei unterzeichnet höhung der europäischen Sicherheit und eine Stärtung des Bölferbundes. Die politischen Folgen find zunächst der Eintritt Deutschlands als vollberechtigter und gleichwertiger Faftor in das europäische politische Lebe Ein später Friedensschluß. Gestern wurde in Angora der Jugoslawien hatte seinerzeit in Lausanne den neuen Friedens. vertrag nicht unterschrieben. Dieser ist nun nach längeren Berhand lungen in Angora abgeschlossen worden. Gleichzeitig wurde ein Freundschaftspatt zwischen Jugoslawien und der Türket unter. zeichnet. Die Totenstaöt Damaskus. Englische Presseberichte. London. 30. Oktober.(WTB.) Nach einer Meldung der..Daily Mail"' aus Kairo schildern Flüchtlinge Damaskus als eine Stadt der Toten. Es ist unmöglich, die Anzahl der Toten zu schätzen, da Hunderte Leichen unter den Trümmern begraben liegen. Eine Anzahl französischer Offiziere und Mannschaften brachen in eins der ersten Juweliergeschäfte von Damaskus ein und schafften die dort befindlichen Gegenstände fort. Es ver- lautet, daß 1200 Insassen des Gefängnisses in der Zitadelle durch Granaten getötet wurden. Aus Jerusalem meldet„Daily Mall", daß die französische Aktion in Damaskus st arte Entrüstung unter den Arabern hervorgerufen habe. Der arabische Vollzugsausschuß bereitet einen formellen Protest an den Völkerbund vor, und die mohammedanischen Länder werden dringend ausgefordert, Protestkundgebungen an den Völkerbund zu senden, in denen betont wird, daß Damaskus eine der heiligen Städte des Islams ist. Der oberste mohammedanisch« Rat telegraphierte an König Fuad von Aegypten und an andere Persönlichkeiten. Die Rückwirkung in Paris. Paris, 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Di« Vorgänge in Syrien beginnen die französische öffentliche Meinung zu a l a r» mieren. In der Kammer ist eine Reihe von Jnterpellatio- n e n über diesen Gegenstand angekündigt und die e r st e n B e. s ch l ü s s e, die das neu« M i n i st e r i u m zu fassen haben wird. werden wohl die Fragen der Verwaltung des französischen Mandats in Syrien betreffen. Der„Matin" glaubt zu wissen, daß die Re- gierung jedenfalls einen Zivilkommissar für Syrien zu ernennen gedenke, dessen Befehle Sarrell unterstellt werden soll. Havas berichtet, daß Ministerpräsident Painlevt dem sozialisti- schen Abgeordneten Paul Boncour den Posten eines Zivil» residenten von Syrien angeboten habe, doch habe dieser abgelehnt, well er auch fernerhin Delegierter beim Völkerbund bleiben wolle. Unter diesen Umständen, so schreibt die Agentur, scheint der gegenwärtige Zustand provisorisch beibehalten werden zu wollen. Es sei jedenfalls vorauszusehen, daß General S a r r a i l binnen kurzer Frist nach Paris berufen werde, um über die Vorgänge m Syrien und über die Mittel, ihnen ein Ende zu machen, Bericht zu erstatten. Diplomatische Konsequenzen. , Park, 30. Oktober.(Eigener Drohtbericht.) Die aus Syrien vorliegenden Nachrichten bestätigen, daß dort die Lage sehr viel e r n st e r ist als bisher angenommen wurde. Die Dementis, die General Sarrail den Meldungen aus englischer Quelle entgegen- setzt, finden selbst in Paris wenig Glauben mehr, nachdem die dem Kabinett nahestehende„Depeche de Toulouse" am Freitag die sranzö- fischen Verluste bei den Operationen in Syrien in den letzten sechs Wochen auf 6000 Mann allein an Toten beziffert. Die englische Meldung, daß die in der Umgegend von Damaskus operierende Kolonne des Obersten Gamelin von den Drusen ein- geschlossen worden sei. und bei ihrem Rückzug aus die Stadt 3000 Tote verloren haben soll, wird trotz der offiziellen Ableugnung eben- falls für wahr gehalten. Auch auf diplomatischem Gebiete machen sich die Rückwirkungen der jüngsten Ereignisse in Syrien für Frankreich in sehr unangenehmer Weise bemerkbor. Wenn auch bestritten wird, daß die Regierungen in London und W a s h i n g- ton wegen der Beschießung von Damaskus in Pari» offiziell Protest erhoben haben, so wird doch vom Auswärtigen Amt zu- gegeben, daß berell» eine Reih« von Schadensersatzansprüchen eng- lischer und amerikanischer Staatsangehöriger angemeldet worden find. Die.Liberte" will darüber hinaus wissen, daß der Völker- b u n d, in dessen Auftrag Frankreich Syrien verwaltet,«in« Unter- s u ch u n g an Ort und Stell« angeordnet habe. Bezeichnend für die Loge ist, daß nunmehr selbst linksstehende Blätter wie der«Paris Soir" die sofortige Abberufung des Generals Sarrail fordern. Damaskus vor dem Völkerbund? London. 30. Oktober.(WTB.) Der diplomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph" schreibt: Syrien ist französisches Mandatsgebiet. Nun erörtern diplomatische Kreise die Rechtsfrage, ob«ine Beschwerde Englands an die Mandatarmacht(Frankreich) auf dem üblichen diplvinati- schen Wege gerichtet oder im Völkerbundsrat oder m der ständigen Mandatslommission des Völkerbundes auf- geworfen werden sollte. Einige britische Juristen sehen das letzt- genannte Versahren ols das korrektere an. Dies würde jedoch llarer- weise für einen Staat wie Amerika, der nicht Mitglied des Vulk�k» bundes ist, unmöglich sein. Andererseits vertreten namhafte Juristen die Auffassung, daß zunächst an die Mandatannacht direktherangetxeten werden sollte, wenn irgendeine Abhllfe gesucht werde, und daß e r st dann, wenn ein derartiger Schritt gescheitert sei. die Aufmertsamleit des Völkerbundes selbst auf die Beschwerde gelenkt werden sollte. Bisher hat keine Macht die Frage der Vorgänge in Syrien auf- geworfen. Wenn diese Frage nicht noch besonders aufgeworfen wird. wird der Mandatskommission nur der Mandatebericht für das ver- ganzen« Jahr vorzulegen fein, der den Ereignissen in der allerletzten Zeit nicht Rechnung trägt. Der Dalkankonflikt geschlichtet. Schlußsitzung des Bülkerbundrates. Paris. 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Der Völkerbundrat hat die zur Schlichtung des griechisch-bulgarischcn Zwischenfalls einberufene außerordentliche Tagung geschlossen. Nach der Verlesung des inzwischen eingetrossenen Berichtes der mit einer örtlichen En- guete beauftragten französischen, englischen und italienischen Militär- »Haches und der Feststellung, daß beide Parteien der erfolgten Auf- sorderung gemäß die Feindseligkeiten eingestellt und ihre Truppen hinter die Grenze zurückgezogen haben, dankten der bulgarische und der griechische Gesandte dem Rat für die schnelle Beilegung des Zwischenfalls. Mit kurzen Worten wiesen dann Briand und Chamberlain darauf hin, daß dem Völkerbund zum erstenmal Gelegenheit gegeben gewesen sei, einen bs- waffncten Konflikt beizulegen und so von der Autorität und den Machtmitteln, die ihm im Interesse der Aufrechterhallung des Welt- sriedens übertragen worden seien. Gebrauch zu machen. Tie Untersuchung. London, 30. Oktober.(Amtlicher britischer Funkdienst.) Di« vom Völkerbundrat« bestimmte Untersuchungskommission für den grie- chisch-bulgarischen Konflikt, zu deren Vorsitzenden der britische Ge- sandte in Madrid Sir Horace R u m b o l d ernannt worden ist, wird am 6. November in Genua eintreffen, um sich von dort nach D e- mirkapu zu begeben, wo die Untersuchungsarbeit beginnen wird. In der Zwischenzeit haben aus Anordnung des Bölterbundrates britische, französische und italienische Offiziere das Material so weit zu sichten, daß sie bei der Ankunft der Kommission mit ihren ge» sammelten Informationen zur Dersüguna stehen können. Die grie- chisch««od die bulgarische Regierung habe» sich gegenseitig Rückzug öes Weimarer Staatsanwalts Der Meineidsprozeß gegen Loebe. Weimar, 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Wer heute ahnungslos in den Schwurgerichtssaal in Weimar gekommen wäre, hätte geglaubt, in einem langweiligen Verficherungs- prozeh zu fein. Stundenlang wurde geredet über Transport- Versicherung und Aufruhrversicherung, über Ansichten von Ver- sicherungssachverständigen, von Reichsbeamten, von Zeugen. Vor- lesung und Diskussion, manchmal einschläfernd, manchmal inter- essanter. Aber es gibt neben diesem Dersicherungsprozeß noch«inen MeineidsprozeßLoeb. Und es gibt einen Angeklagten. um dessen Schicksal es geht. Was ihn betrifft, das fällt mehr so nebenbei ab, so daß der Zeug« Becker, Referent im Reichsaussichts- omt, mit Bestimmtheit aussagt, Loeb sei nicht bei ihm gewesen. daß er angibt, die erste Senatsentscheidung über die Genehmigung»- Pflicht der Aufruhrversicherung sei am 30. Januar 1920 erfolgt. Damit erhält die Auskunft, von der Loeb geschworen hat. daß er sie im Oktober 1919 im Reichsaufsichtsamt erhallen habe, innere Wahrscheinlichkeit. Sie ging nämlich dahin, daß eine Ent- scheidung des Senats bevorstehe. Bei der Befragung des Zeugen Becker gab es einen Zusammen- stoß zwischen dem Rechtsanwalt Dr. Alsberg und dem Borsitzenden. Auf die Frage von Alsberg, ob man von vornherein die Form der Aufruhrversicherung als Transportoersicherung als unzulässig bezeichnen könne, wichderZeugesichtlichous. Erst Rechtsanwall Levi erhiell von chm die Antwort, daß das Reichsaufsichtsamt auf diese Frage nicht von vornherein eine positive Antwort geben konnte. Man Halle den Eindruck, daß das Reichsaufstchtsamt sein« Entscheidung in Sachen der Süddeutschen von damals unter allen Umständen stark verteidigt. Aber der Prozeß Loeb ist kein Versicherungsprozeß und die Antwort, die Alsberg nicht erhiell und die schließlich Levi durch schärfste Formulierung erzwang, war von großer positiver Be- deutung für die innere Wahrscheinlichkeit der beschworenen Loeb'schen Aussage, also für das Schicksal des Angeklagten. Bei Vegil'i» der Vernehmung von Loeb stellte der Vorsitzende fest, daß Loeb nicht vorbestraft sei. Loeb tovrigierte ihn und stellte fest: 1. Es ist einmal von einem Rechtsanwalt K. gegen ihn Privat- klage wegen Beleidigung erhoben worden. Loeb hatte behauptet, er habe den K. zur Staatsbank herausgeschmissen. Di« Klage endete mit einem Vergleich. � verpflichtet, ihre Gefangenen freizugeben, ebenso das r e- quiriertc Vieh und das übrige, dem anderen Staate ge, hörende Eigentum oder deren Gegenwert z u r ü ck z u- erstatten._ Die Regierungskrise ist zu Enüe. Tie Ainanzkrise dauert an. Paris, 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die Schnelligkeit, mit der es Painleve gelungen ist, fein neues Ministerium zu bilden, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß damit die Schwierig- leiten, die zum Ausbruch der Krise geführt haben, noch keines- wegs überwunden sind. Durch die Ausschiffung Caillaux', mit dem di« überwiegende Mehrhell der Linken ein weiteres Zusammen- arbeiten abgelegt Halle, ist zwar die Voraussetzyng für einen neuen Zusammenschluß der Parteien des K a r t« l lj» zu einer soliden und tragfähigen Mehrheit der Kammer geschaffen. Die finan- zielle Misere aber dauert mll unvermindsrter Heftigkell fort. Painleve, der mit einem Mute, der selbst im gegnerischen Lagpr An- erkennung findet, die dornenvollste Aufgabe des neuen Kabinetts übernommen hat, hat nur wenige Tage zur Verfügung, um di« Maßnahmen und Gesctzesentwürfe vorzubereiten, die der un- gewöhnliche Ernst der Situation erfordert. Gleichviel welcher Art diese sein werden, das Kabinett wird damll nicht nur in der Kammer, sondern vor allem im Senat mit der erbitterten Gegner- schaft der gesamten Reaktion rechnen müssen, zu der sich aller Voraussicht nach viele persönliche Freunde des Herrn Caillaux ge- setzen werden. Caillaux hat bereits heute mit dem von chm angekündigten Kampf begonnen, indem er im„Petit Parisien" den von ihm im letzten Kabinettsrat vorgelegten„Sanierungsplan" ver- öffentlichen ließ,«in Expose von stark theoretisch-akademlschcn Charakter ohne konkrete und positive Vorschläge, dessen ganze Tendenz ossensichtlich darauf hinausläuft, die Loge in einem weit günstigeren Licht erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Der „Ouotidien" hat unter diesen Umständen nur allzu recht, wenn er von einem Wechsel in der Taktik der Gegner spricht, der zweisellos dahin zielt, die von dem neuen Ministerrum geplanten«ner- glichen Maßnahmen van vornherein zu diskreditieren durch die Behauptung, daß sie im Grunde gar n i ch t n ot w« nd i g seien. Die Linkspresse warnt Painleve auss eindringlichste, m diese Falle zu gehen._ Die sozialistischen Gemeinden Zrankreichs. Bildung eines Verbandes. Paris, 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die Gemeinde- wählen des Frühjahres haben in Frankreich der Sozialistischen Parrei in einer ganzen Reihe Gemeinden, darunter Lyon, Lille, Marseille. Roubair, G renoble usw. die ab- s olu t e M e h r h« i t' gebracht. Ein von allen Gemeinden mit sozialistischer Mehrheit beschickter Vertrctertag. der am Freitag in Paris zusammengetreten ist, hat nach eingehender Aussprache ein- stimmig die Kründung eines Verbandes sozialistischer Gemeinden beschossen. Zur Ausarbeitung der Satzungen wurde ein Ausschuß eingesetzt, der am Sonnabend vormittag der Konferenz einen Ent- wurs vorlegen soll.__ Kölns Destzi/. Arbeitsloscnunruhen. Köln. 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Di« Kölner S t a d t- oerordnetenoersammlung, die am Donnerstag abend eine Entscheidung über die Erwerbslosenunterstützung fällen sollte, wurde auf Antrag der bürgerlichen Mehrheit vertagt. weil man sich über die Dorschläge zur Deckung des bisher vorhandenen Defizits in der Wohlfahrtsfürsorg« nicht einigen konnte. Dieser Beschluß hat in den Reihen der Kölner Erwerbslosen eine ungeheure Erregung hervorgerufen. Am Frellag vyrmittag kam es am Kölner Arbeitsnachweis zu lebhaften An- sammlungen. wobei kommuni(tische Drahtzieher den Versuch machten, die erregte Stimmung parteipolitisch auszuschlachten und noch mehr zu schüren. Die Folge war, daß die Polizei eine berittene Hundertschaft vorgehen lieh, wobei nicht nur der Polizei- säbel und Gummiknüppel eine Rolle spielten, sondern auch blinde Schliffe abgegeben wurden. Nachdem«ine Anzahl von Verhaftungen vorgenommen war, wurde die Straße ohne weiter« Zwischenfälle gesäubert.— Bei dem Kölner Arbeitsnachweis sind gegenwärtig rund 20000 Erwerbslose gemeldet. 2. Ex ist mit einem S t r a f b e f e h l über 330 Mk. im ver- einfachten Verfahren wegen Beleidigung vorbestraft und er hat in einer Broschüre einem Beamten widerliches Verhalten gegen seine Kollegen vorgeworfen. Zu Beginn der Nachmittagssitzung wurde der Zeuge Ober- regierungsrat Meißner vernommen, der im Jahre 1919 die frag- liche Auskunft an Loeb erteitt haben soll. Der Zeuge hat an die Vorgänge vor 6 Jahren keinerlei Erinnerung mehr. Er schließt weder die Möglichkeit aus, ein solches Gespräch gehabt zu haben, noch eine derartige Auskunst gegeben zu haben. Er Hütt es nicht für möglich zu konstruieren, was er vor 6 Jahren auf ein« bestimmte Anfrage geantwortet haben würde. Er wird mit dem Zeugen Slocker konfrontiert. Stocker schildert in allen Einzel- hellen Ort, Gang und Umstände seiner Besprechung mll Meißner, aber Meißner kann sich auch jetzt nicht erinnern. Er bestätigt jedoch, daß die Angaben Stockers über die Aeuherlichkeiten voll- ständig zutreffen u.id gibt durchaus die Möglichkeit zu. daß er Stocker eine derartige Auskunft gegeben habe. Am Schluß der Zeugenvernehmung gab der Staatsanwatt eine Erklärung ab, die nicht anders als Rückzug und als V e r- such gewertet werden kann, die Verantwortung für die Anleitung des Strafverfahrens und damll für die entstandenen Kosten von der Staatsanwaltschaft auf den Angeklagten abzuwälzen. Er führte aus, daß. wenn Loeb seinerzell nicht auf seiner kommissarischen Vernehmung bestanden hätte, sondern zur Hauptverhandlung nach Frankfurt gegangen wäre, das Gericht schon damals in Frankfurt die Zeugenvernehmung und Gegenüberstellung hätte vor- nehmen können, so daß diese Verhandlung in Weimar erspart geblieben wäre. Der Angeklagte Loeb antwortet daraus:„Ich habe bei Beginn meiner Vernehmung lediglich gesagt, daß am Schluß der Anklageschrift steht, ich hätte die drohend« Gegenüberstellung in der Hauptoerhandlung in Frankfurt zu verhindern gewußt. Ich bin zu dieser Hauptverhandlung nicht geladen gewesen. kann also eine drohende Gegenüberstellung nicht verhindert haben." Morgen früh 9 Uhr beginnen die Plädoyers. Das Urteil ist kaum vor dem frühen Nachmittag zu erwarten. Di« Revision im Hermann-Prozeß verworfen. Weimar, 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die Revision der Staatsanwaltschaft im Prozeß Hermann ist heute mittag vom Reichsgericht in Leipzig verworfen worden. Gegen Sie Wuchergewinne. Ein Vorstoß des bayerische« Sozialministers. Wümhen. 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Der bayerisch« Sozialminister Oswald, der Mllglied der Bayerischen Dolkspartei ist, machte in einer Rede in Waldsassen, wo er für die Reichszentrale für Heimatdienst sprach, einen scharfen Vorstoß gegen die über- mäßigen Gewinne von Industrie und Groß- Handel. Seine Angriffe belegte er mit einigen bemerkenswerten Beispielen. So erhalte der Handel die bayerisch« Kohle pon den Gruben für 1,10 M., verlange ober selbst 2,10 M. Die Z i e g e- leien oerlangten für 1000 Ziegelsteine 48 M.. mährend der Werk- preis 39 M. sei. Bon Innungen hob« er Kalkulationen in der Hand, die de«reinsten Wucher darstellten. Allgemein werde von Arbeitgeberseite auch der Lohnanteil an den Produktionslosten auf das Doppelte und Dreifache von dem, was der Wirklichkeit ent- spreche, angegeben. Gegenüber den Klagen der Industriellen über die zu hohe soziale Belastung erklärte der Minister, er gebe zu, daß die sozialen Lasten wesentlich zugenommen hätten, aber di« Arbeit- geber hätten die s i t t l i ch e Verpflichtung, nicht nur Arbeiter zu haben, wenn sie sie brauchen, sondern auch mitzuhelfen für die Zell, wenn die Arbeiter nicht, mehr arbeiten können. Der Streit gehe heute darum, wer die Ablieferungen an unsere ehemaligen Kriegsgegner zu bezahlen habe, und da stehe«r auf dem Standpunkt, daß nicht die gesamten Lasten wie bisher auf die Schultern der Arbeiter abgewälzt werden dürfen. �bbau üer Selbstverwaltung. Reaktionärer Kurs in Bayern. München, 30. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die b o y e r i s ch e Regierung versucht seit längerer Zeit, das durch di« Umwälzung der Jahr« 1918/19 zustandegekommene bayerische Selbst- Verwaltungsgesetz abzubauen und die damals den Gemein- den, Bezirken und Kreisen eingeräumten Freiheiten in wesent- lichen Punkten zu beschneiden. Die vor kurzem zu diesem Zweck fertiggestellten Regierungsentwürf« haben nunmehr im Hauptausschuß des Bayerischen Städtebundes, der am Frellag in München tagte, eine grundsätzliche Ablehnung erfahren, und zwar einmütig von allen Parteien. Welche Folgen dies« Niederlage des bayerischen Innenministers haben wird, ist im Augen- blick nicht zu sagen. die Reichswehrmunition. Borstellungen bei der Entente wegen des Jüterboger Unglücks? Wie der.Reichsdienst der deutschen Presse" erfährt, wird der Unglücksfall in Jüterbog Gegenstand vof Vorstellungen bei der Botschafterkonferenz werden, im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Entwaffnung. Der Unglücksfall be- (tätigt nach Ansicht amtlicher Stellen den oft betonten deutsch«« Standpunkt, daß das Verbot der Munitionsher st ellung bedauerliche Folgen haben kann. Bei Uebungen wird Munition aus der Kriegszeit verwendet, deren Pulver durch chemische Zersetzung die Schubsicherheit so beeinträchttgt. daß ähnliche Unglücksfälle, wenn auch nicht mit so tragischem Ausgang, sich in den letzten Iahren öfter ereignet haben. Der Streik im Kohlengroßhanüel beendet. Der Deutsche Derkehrsbund, Sektion II, teill mll: Es haben im Laufe des gestrigen Abends zwischen den Der- tretern des Deutschen Verkehrsbund«» und der Arbeitgeber der Berliner Kohlengroßhandlung neue Verhandlungen stattgefunden. die mit dem Ergebnis endeten, daß die Arbeitgeber nunmehr den Schiedsspruch mit Wirkung vom 2. Ottober ab bis zum 31. Dezember restlos anerkannt haben. Damit ist der Streit beendet, die Arbeit wird heut« Sonn- abend früh wieder aufgenommen. Weiter« Einzel- hellen folgen noch. I Gewerkschaftsbewegung Gewerkschaften, wie sie nicht sein sollen. Das sind die russischen. Die Uebelstände, die in diesen Ausführungen in so vernichtender Weise kritisiert werden, wurden auch in einer Plenar. sigung des Verbandsvorstandes der Tertilarbeiter. er. örtert. Hier äußerte sich der Verbandsvorsitzende Kutusow scharf über die Einheitsfront der Industrie mit den Ge. werfschaften". Fast alle Redner hoben hervor, daß die Nach giebigkeit der Gewerkschaften gegenüber den Wirtschaftsorganen zur Mitte Oktober hat sich das Plemum des Vorstandes der Kom- Preisgabe der dringendsten Interessen der Arbeiter führte." Diese Aeußerungen, die einer einzigen Nummer des„ Trud" munistischen Partei Rußlands mit der Gewerkschaftsfrage befaßt und eine Resolution„ lleber die Arbeit in den Gewerkschaften entnommen sind, zeigen das Bild der Entartung der russi angenommen. Da die deutsche kommunistische Presse nicht den Mutschen Gewerkschaften, die sich unter der allgemeinen Recht findet, diese Entschließung ihren Lejern mitzuteilen, wollen wir hier losigkeit und der Diftatur der Kommunistischen Partei unvermeidlich in Anhängsel des fommunistischen Parteiapparates verwandeln mußdie wesentlichsten Teile der Resolution, die die Schattenseiten der heutigen Gewerkschaftspragis tennzeichnen, wiedergeben. Es heißt ten. Es ist charakteristisch, daß die Kommunisten selbst die von uns schon längst gekennzeichnete Entartung der russischen Gewerkschaften, in der Resolution: die vor der ganzen Welt als vorbildlich" gepriesen werden, jetzt ,, lleberlastet mit mannigfaltigen wirtschaftlichen, politischen und öffentlichen Funktionen, sind die Gewerkschaften häufig nicht in der zugeben müssen. Um so mehr haben die deutschen Gewerkschaften Lage gewesen, ihre Arbeit zu bewältigen; fie erwiesen sich einseitig olle Ursache, die Parolen der KPD. abzulehnen, die die Gemerkund rückten ihre wichtigste und hauptsächlichste Aufgabe: die Ber- schaften von ihren eigentlichen Aufgaben ablenken und zu Anhängseln teidigung der ökonomischen Interessen der in ihnen vereinigten der KPD. machen würden. Maffen und die allseitige Arbeit zur Hebung ihres materiellen und geistigen Niveaus in den Hintergrund. Dies führte undermeidlich dahin, daß die Gewerkschaften die Anforderungen der breiten Arbeitermassen in ungenügender Weise beachteten; daß die Methoden des Kriegskommunismus wieder auflebten; daß wichtige Einzelheiten der Gewerkschaftsarbeit nicht in genügendem Maße beachtet wurden; daß die Mitgliederbeiträge in nachlässiger, mitunter sogar in schlampriger Weise verausgabt murden; daß Formalismus und Beamtenwirtschaft in die Erscheinung traten. Gleichzeitig erachtet das Zentralfomitee die einseitige Wirtschaftliche Neigung als schädlich, die von einzelnen Gewerkschaftsorganisationen an den Tag gelegt wurde, und die in den Versuchen zum Ausdruck fam, sich in unmittelbarer unkompetenter Weise in Die Berwaltung der Betriebe einzumischen, die gewerkschaftlichen Funktionen mit den wirtschaftlichen zu vermengen und alle Maßnahmen und Anträge der Betriebsleitungen und der Wirtschaftsorgane durch die Gewerkschaften und ihre Vertreter vor den Arbeitern in Bausch und Bogen zu verteidigen. Dies ist deshalb befonders schädlich und gefährlich, weil eine derartige Haltung die Gemerkschaften in Anhängsel der Wirtschaftsorgane verwandelt und dahin führt, daß sie ihre wichtigste Aufgabe vergeffen, die öfonomischen Interessen der Arbeiter zu vertreten und zu verteidigen.... Die Abirrungen und Mängel der Gewerkschaftsarbeit ebenso wie die Loslösung einer Reihe von Gewerkschaftsförperschaften von den Massen und die Schwächung der gewerkschaftlichen Disziplin find besonders deutlich in einer Reihe ökonomischer Konflikte im Frühjahr 1925 zutage getreten. Parallel damit hat sich ungeachtet der mehrfachen Beschlüsse von Parteifongressen und Parteifonferenzen sowie ungeachtet der Hin weise des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Rußlands erwiesen, daß die Kommunistischen Fraktionen in den Gewerkschaften durch die Parteiinstanzen mangelhaft geleitet wurden. Neben der fleinlichen Einmischung der Parteiorganisationen in die alltägliche Arbeit der Gewerkschaften zeigte sich eine oberflächliche Auswahl der leitenden Funktionäre der Gewerkschaften und ein häufiger Wechsel dieser Funktionäre, der mitunter die Demokratie in den Gewerkschaften verlegte; gleichzeitig wurden die meisten Fragen bezüglich der Arbeitsbedingungen, des Arbeitslohnes und der Kollektivverträge den Barteiorganisationen zur Entscheidung überwiesen, wodurch die normalen Methoden der Gewerkschaftsarbeit verlegt und die Autorität der Gewerkschaften vor den breiten Arbeitermassen untergraben wurde."( ,, Trud" vom 17. Oktober.) Diese Entschließung des fommunistischen Zentralfomitees, die in allen entscheidenden Punkten fast wörtlich die Kritik wiederholt, die in der sozialdemokratischen und gewertschaftlichen Presse seit Jahr und Tag an den russischen Gewerkschaften geübt murde, hat in der russischen Gewerkschaftspresse lebhaften Widerhall gefunden. In derselben Nummer des Trud" äußert sich einer der fommunistischen Führer, der Metallarbeiter Roselem. Er schreibt u. a.: ,, Die Gewerkschaften haben häufig diese oder jene wirtschaftlichen Maßnahmen selber verwirklicht; sie haben bei Konflikten selbst Arbeiter entlassen.( Es gab also in Sowjetrußland Gewerkschaften, die die Arbeiter wegen Teilnahme an Streits auf die Straße warfen! Die Red.) Sie haben die Arbeiter von einer Arbeit zur anderen versetzt und die Arbeitsbelastung der einzelnen Arbeiter erhöht; sie haben in der Stille der Kabinette, ohne die Deffentlichkeit genügend zu unterrichten, über Ronflitte entschieden; sie haben den überaus ernsten Feldzug zur Hebung der Arbeitsleistung durch Erhöhung der Arbeitsnormen und Herabsehung der Löhne ohne vorherige Erörte rung dieser Maßnahmen mit den Arbeitern auf dem Wege bureau. fratischer Rundschreiben, die von der Gewerkschaft und dem Wirtschaftsorgan unterschrieben waren, von oben her verwirklicht; sie haben sich in den Tarif- und Konfliktskommissionen( paritätische Rörperschaften in den Betrieben. Die Red.) mit der Bestrafung der Arbeiter befaßt, Urlaube für die Wirtschaftler" bewilligt und sich überhaupt in äußerst unkompetenter Weise in die Verwaltungstätigkeit der Wirtschaftsorgane einmischt, wodurch sie sich in den Augen der Arbeiter in eine zweite Werkleitung verwandelten. Auf Schrift und Tritt werdet ihr bei dem Besuch der Betriebe hören( blok die Rußlandfahrer haben das nicht gehört! Die Red.): ., Was soll ich in der Gewerkschaft? Sie unterdrückt mich ebenso wie der Fabrikdirektor. Schuh finde ich bei der Gewerkschaft nicht und Unterstützung wird mir von ihrer Seite in feiner Weise zuteil...." Woher kommt das alles? Es kommt daher, daß wir der Ber. teidigung der unmittelbaren Interessen der Mitgliedermassen mitunter nicht die geringste Aufmerksamkeit schenken." C Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplatz nahe Aschinger Königstr. 55 . gegenüber Rathaus W Friedrichstr. 193a Ecke Leipziger Straße Friedrichstr. 150 Leipziger Str. 113 Ecke Mauerstraße Linkstr. 1 Ecke Potsdamer Straße N Schönhauser Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrichstr. 106 Ecke Ziegelstraße Invalidenstr. 164 Ecke Brunnenstraße Invalidenstr. 117 am Stettiner Bahnhof Chausseestr. 72 nahe Müllerstraße Prankfurter Allee 14 nahe Tists Kein Streik in den Gas- und Wasserwerken. Die Mehrheit für Streit nicht ausreichend. Das Abstimmungsergebnis in den Gas- und Wasserwerken somie in der Gasbetriebsgesellschaft über die Frage: Annahme des Schiedsspruchs oder Streit, hat nicht die erforder= liche Dreiviertelmehrheit für den Streit ergeben. Somit gilt der Schiedsspruch als angenommen. Es braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, daß, wenn die Mehrheit für einen Streif nicht ausreichte, damit feineswegs zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Arbeiter, die für die Annahme des Schiedsspruches stimmten, mit diesem irgendwie zufrieden wären. Aber vor die folgenschwere Entscheidung gestellt, eine wirtschaftliche Katastrophe heraufzubeschwören, um bestenfalls einige Pfennige Lohnerhöhung mehr zu erreichen, hat ein Teil der Arbeiterschaft es vorgezogen, für die Annahme des Schiedsspruches zu stimmen. Ist die Geltungsdauer des Schiedsspruches auch sehr lang, ins besondere mit Rücksicht auf die geringfügige Lohnerhöhung, so ist immerhin in dem Schiedsspruch auch ausgesprochen, daß die Parteien zu neuen Verhandlungen zusammentreten sollen, sofern sich innerhalb der Geltungsdauer des Lohnabkommens eine Aenderung der Verhältnisse ergeben sollte, die geeignet ist, die Lebenshaltung der Arbeiter wesentlich zu erschweren. Auch diese Sicherungsklausel gegen eine eintretende Teuerung hatte den Arbeitern die Annahme des Schiedsspruches erleichtert. Bemerkenswert ist an der Abstimmung, daß insbesondere die Gasarbeiter, die zum guten Teil bisher noch den kommunistischen Parolen zu folgen gewohnt sind, die notwendige Dreiviertelmehrheit nicht aufbrachten. Nun hatte die„ Rote Fahne" in den letzten Tagen außerordentliche Anstrengungen gemacht, um die Gasarbeiter zur Ablehnung des Schiedsspruches zu bewegen. Die KPD. fann es sich nun einmal nicht vertneifen, den Gewerkschaften im allgemeinen und den Arbeitern in den Betrieben im besonderen Vor schriften darüber zu machen, wie sie sich bei Lohnbewegungen zu entscheiden haben. In der KPD. weiß man bekanntlich alles und bis ein Donnerwort von Moskau die allwissenfann man alles den Führer zu Jdioten stempelt. Ob dieser Reinfall der Roten Fahne" bei den Gasarbeitern die Leute in der KPD. für die Zufunft zur Vorsicht mahnen wird, bezweifeln wir allerdings. Was Betriebsräte nicht tun sollen. Der Betriebsrat als Händler. Die Betriebsratsfihung der Berliner Hoch- und Untergrundbahn, die am Freitag stattfand, befaßte fich hauptsächlich mit der Anklage gegen ihren Obmann Kollegen Rugti, bei seiner Tätigkeit für gegen ihren Obmann Kollegen Rugti, bei seiner Tätigkeit für die Arbeiterschaft für sich persönliche Vorteile erworben und dadurch das Ansehen der Betriebsräte im allgemeinen schwer geschädigt zu haben. Da durch die geladenen Zeugen fein ganz objektives Bild zu erzielen, immerhin aber für die Betriebsräte zu ersehen war, daß die Geschichte doch nicht so ganz sauber aussah, wurde ein Mißtrauensantrag eingebracht, der mit 14 gegen 2 Stimmenthaltungen Hierauf legte Ruzti sein Amt nieder. angenommen wurde. Es wurde den stellvertretenden Borfizenden anheim gegeben, nie mehr ihre Hand zu bieten für Warenvertrieb und ähnliche Sachen, da dadurch, ob gewollt oder nicht, niemals die Arbeiterschaft einen finanziellen Vorteil, in moralischer Hinsicht nur Nachteile davon hat. Im übrigen will R. gerichtlich vorgehen, um sich ven den Anschuldigungen zu reinigen. Von den Gewerkschaften ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß Betriebsräte feine Ronsumvereine sind und andere Aufgaben haben, als die Versorgung der Belegschaften mit allen möglichen Bedarfsartikeln. Ganz abgesehen davon, daß die Betriebsräte in die Regel gar nicht die fachliche Eignung und Erfahrung zum Händler haben, geraten fie dabei nur zu leicht in Bersuchung, für ihre Arbeit Entschädigungen" anzunehmen, von Händlern, die ihnen ihren Schund„ bejonders preiswert" anbieten. Künstliche Aufregung. Unsere Feststellung, daß die Gemerfschaften ihre besonderen Aufgaben haben und sich nicht an die Stelle der politischen Parteien sezen können, um Gemeindepolitik zu machen, hat die Rot Fahne" sehr in Harnisch gebracht. Es ist ja durchaus wahrscheinlich, daß man in der KPD. nicht weiß, wie man Gemeindepolitit macht. Fordert man deswegen die Gewerkschaften auf, der KPD. zu sagen, was diese nun eigentlich zu machen hätte? Diese Selbsterkenntnis ist keineswegs der Beweggrund, der zur Ausgabe der neuen Parole" geführt hat. Wenn die Moskowiter fündigen, so ist es gewiß nicht durch Bescheidenheit. Es handelt sich nur um eines der beliebten ,, Manöver". Man mill die Gewerkschaften wieder einmal ,, entlarven". Da man sicher ist, daß die Gemertschaften in der Aufstellung von Forderungen weit hinter der KPD. zurückbleiben würden, so gäbe das wieder einmal eine schöne Gelegenheit, gegen die Gewerkschaften zu hetzen. Wenn die Rote Fahne" erzählt, die Gewerkschaftsmitglieder fordern", die gesamte merftätige Bevölkerung" fchließe sich diesen Forderungen der Gewerkschaftsmitglieder an, so sind das vorläufig nur Behauptungen der„ Roten Fahne". Und die wiegen nicht schwer. Die Gewerkschaften lehnen es ab, nach russischem Muster Hilfsorgane der KPD. zu sein und dadurch die eigentlichen Gewerkschaftsaufgaben zu vernachlässigen. Mit dieser Tatsache wird fich die KPD. abfinden müssen. Schiedsspruch für die Metalltransportarbeiter. In den gestrigen Berhandlungen zwischen dem VBMI. und dem Metallfartell wurde durch freie Verhandlungen feine Einigung erzielt. Der Vertreter des BBMI., Herr Kantorowicz, erklärte, daß eine Erhöhung der Transportarbeiterlöhne zu„ fatastrophalsten Konsequenzen" für die gesamte Industrie führen müsse! Eine Erhöhung der Transportarbeiterlöhne würde nicht nur eine automatische Erhöhung der übrigen Metallarbeiterlöhne nach sich ziehen, sondern die Absaßfrise noch mehr vergrößern. Im übrigen bezahle die Berliner Metallindustrie mit Ausnahme von zwei Fällen die höchsten Löhne in der gesamten deutschen Metallindustrie.( Berlin foll wohl hinter Posemudel rangieren?) Im Hinblick auf die äußerst schwierige wirtschaftliche und finanzielle Lage in der Metallindustrie müffe nicht nur die geforderte Erhöhung der Transportarbeiterlöhne um 10 Pf. und der Frauenlöhne von 68 bis 70 Proz. auf 75 Proz. der Männerlöhne abgelehnt werden, sondern überhaupt. jede Lohnerhöhung. Darauf trat der Schlichtungsausschuß unter Borsig des Gewerberats Körner und zwei weiteren unparteiischen Vorsich der Lohn der Transportarbeiter über 21 Jahre in Klasse V Don fitzenden zusammen und fällte einen Schiedsspruch, nach dem 60 auf 64 Pf., in Klasse IV von 63 auf 66 Pf. erhöht. Für die Arbeiter von 18 bis 21 Jahren in Klasse V erhöht sich der Lohn von 48 auf 50 Pf., in Klasse IV von 53 auf 55 Pf., für Hilfsarbeiterinnen über 18 Jahre erhöht sich der Lohn von 42 auf 44 Pf. Für Jugendliche von 14 bis 15 Jahren, männliche und weibliche, erhöht sich der Lohn von 24 auf 25 Pf., von 15 bis 16 Jahren für männliche von 30 auf 31, für weibliche von 28 auf 29 Pf., von 16 bis 17 Jahren für männliche von 35 auf 37 Pf., für weibliche von 32 auf 34 Bf., pon 17 bis 18 Jahren für männliche von 41 auf 43 Bf., für weibliche von 37 auf 39 Pf. Der Lohntarif läuft vom 2. November bis 31. Januar und fann dann mit 14tägiger Frist gekündigt werden. Die Erklärungsfrist läuft bis 6. November. Zu diesem durchaus unbefriedigenden Schiedsspruch, insbesondere im Vergleich zu den Löhnen der übrigen Transportarbeiter, werden zunächst die Funktionäre Stellung nehmen. Die Einheitsfront marschiert. Solingen, 30. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Hier fanden heute in Anwesenheit des Borsitzenden des Deutschen Metallarbeiterverbandes, des Genossen Dißmann, Verhandlungen statt, um einen Weg zu bahnen, der gewerkschaftlichen Zersplitterung der Metallarbeiterschaft des Solinger Industriebezirts ein Ende zu bes reiten. Die Kämpfe zwischen den feit langen Jahren im Solinger Induſtriearbeiterverband zusammengeschlossenen Lokalgewerkschaften und dem Deutschen Metallarbeiterverband haben bekanntlich auch der Sozialdemokratie vor dem Kriege viele Schwierigkeiten gemacht. Nachdem sich seit dem Kriege ein follegiales Handinhandarbeiten zwischen dem Industriearbeiterverband und dem Metallarbeiterverband herausgebildet hatte, ist jetzt aus Mitgliederkreisen des Industriearbeiterverbandes die Anregung zur Versd; melzung mit dem Metallarbeiterverband gekommen. Die heutigen Verhandlungen, die demnächst fortgesetzt werden sollen, haben für die endgültige Einigung gute Borarbeit geleistet. Ultimatum der österreichischen Beamten. Wien, 80. Oftober.( Eigener Drabtbericht.) Am Freitagvormittag sind die Vertreter der Beamtenorganisationen im Bundeskanzleramt erschienen, um die Antwort der Regierung auf ihre Gehaltsforderungen entgegenzunehmen. Die Antwort der Regierung war durchaus aus weichend. Bezüglich der Gehaltsforderungen vertröstete sie die Beamten auf die Dezemberverhandlungen in Genf. Die Forderung nach einer einmaligen provisorischen Auszahlnng lehnte sie ab. Der 25er Ausschuß der Beamten beschloß deshalb, der Regierung bis zum Sonnabend ein ultimatum zu stellen und gegebenenfalls am Mittwoch den Generalstreit aller Beamten in Defterreich auszurufen. Berein ber in Gdriftgießereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 2. November, Bereinsversammlung in den Zentralfestfälen, Alte Jakobstr. 32. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Ob dies auf den vorliegenden Fall zutrifft, wird hoffentlich die gerichtliche Klarstellung ergeben. Die Anwürfe gehen aus von einem nicht berücksichtigten Geschäftskonkurrenten, der eingestandenermaßen Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; selbst diese unsauberen Praftifen ausübt. Solche Behauptungen find noch kein Beweis. Sie fönnen aber nur aufgestellt werden, wenn Betriebsräte fich als Händler betätigen. Dieser Unfug muß endlich aufhören! Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Eklorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Bissen". Wir haben unsere Preise herabgesetzt aus Gold Doublé ohne Rand und ohne Gläser, toftet jetzt nur M. 4.baza 1 Jahr Ruhnke- Garantie. Reparaturen werd. fofort erledigt Kneifer ohne Randfassung aus Gold- Double Diese Ruhnke Patent Brille Wir verkaufen von heute ab: aus Gold- Doublé mit Gläsern: flach M. 5.Punktorit 7.Alle ärzti. Gldier- Berordnungen werden schnell u forgfältig ausgeführt. 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Joachimsthaler Str. 2 nahe Bahnhof Zoo Neukölln: Bergstr. 4 Ecke Ziethenstraße Friedenau: Rheinstr. 18 Ecke Kirchstraße Schöneberg: Hauptstr. 21 Ecke Akazienstraße Wilmersdorf: Berliner Str. 132-133 nahe Uhlandstraße Kr. 515 ♦ 42.�ahrgasg 7. Seilage öes VsriVärts Sonnabend, 51. Gktoier 1425 Durch blaues Wafier, iu dem buntfarbiges Laub herbstlicher Bäume sich schillernd spiegelt, gleitet unser Boot. Vom weit aus. ladenden Wannsee her nahm es seinen Kurs in südöstlicher Richtung. Vorüber an der wundersamen Pfaueninsel, vorüber an Nikolskoe, durch die schmale Furt zwischen dem Babelsberger Part und der Sakrower Halbinsel hinein in den Iungfernsee zur Glienicker Brücke. Mit der Strömung gegen den Wind. Das Wasser wallt und von sanften Schwingungen wird unser leichtes Boot bewegt, auf und nieder. Schleppdampfer heulen ihre Warnrufe, plumpe, dickbäuchige Kähne liegen in ihrem Kielwasser und folgen fernen Zielen. Zum Nucheftranö. Potsdam, die Stadt des Barock, das Museum einer vergangeaeu Zeil, ist erreicht. Schmal wird die Haoelstraße. Rechter Hand ragt das Aitterwert der Gasbehälter, links liegen Bootshäuser und Werften. Ein Polizeiboot mit großer schwarzrotgoldener Flagge läßt auch inmitten des Gewimmels der zahlreichen schwarzweißroten Bootsflaggen nicht vergessen, das Deutschland Republik wurde, aber auch, daß wir Republikaner noch einen harten Kampf um die Vollendung des republikanischen Werkes zu führen haben und daß die Sozialisten unter den Freunden der Republik darüber hinaus noch weit härtere Arbeit leisten müssen, wenn sie diesen Staat mit wahrhaft sozialem Inhalt füllen wollen. Dunkel legt sich über die Stadt. Schemenhaft leuchten die Türme und kuppeln, die ihr schon aus weiter Ferne das Gepräge geben. Wir suchen die Ruthemündung. Leichter Regen beginnt zu rieseln. Es wird ungemütlich auf abend- lichem Gewässer. Ein freundlicher Schiffer weist uns den Weg. Cterndampfer haben sich proßig vor die Mündung des kleinen Flüßchens gelegt, an dessen Ufer das gastliche Bootshaus der Ar- beitersegler und kanusahrer von Rowawes steht. Langsam nur kommt unser Boot gegen die Strömung der Ruthe auf. Endlich ober sind wir geborgen. Wohlverwahrt schlaft das Boot am Ruthestrand eine ganze lange Woche, in der Sturm und Regen toben. Nach Veröer. Mit herzlichem Dank und frohem.Frei Heil" haben wir uns von den gastlichen Arbeitersportlern, die sich ihr schmuckes Bootshaus In eigener Arbeit schufen, oerabschiedet. Schnell läuft das Boot mit der strömenden Ruthe. Was für ein Fluß muß das in ver- gongenen Tagen gewesen sein, als die Schmelzwasser des zurück- weichenden Eises um den Weg zum tief eingesenkten Berlin-Pots- damer Urstromtal kämpften. Heute noch spürt man im leichte« Paddelboot die Kräfte, die diese Landschaft formten, die im ständigen Wechsel zwischen Berg und Tal, Wald und Wiese, See und Fluß, zu den reizvollsten der märkischen Heimat gehört. Fast ohne Paddel- schlag erreichen wir die Hovel. Wieder war ein schöner Herbsttag aufgegangen. Lokomotiven kreischen, Eisenbahnzüge rollen und ein longer Strom fröhlicher Wanderer ergießt sich über die Potsdamer Brücke. Steif grüßen von ihr die Standbilder der alten preußischen Generäle, die so vielen Potsdamern im ganzen Lande noch immer als die Vorkämpfer wahrhafter preußischer Kultur erscheinen... Kurz vor der Eisenbahnbrücke zeigt sich die Stadt noch einmal in ihrer ganzen Eigenart: alte Parks, säulengeschmückte Vorbauten, die Potsdamer Türme und ganz stillos dazwischen gestreut ein Großstadthotel. Das stille Hermannswerder bleibt zur Linken. Don leuchtendem Himmel überdeckt grüßen die Kuppeln der Sternwarle auf dem Telegraphenberg. Eine frische Brise geht auf. Hoch das Segel und das Boot schneidet die Wellen, daß es eine Lust ist. Verträumte Dillen am Wasier, der Luftschiffhasen glesten vorüber, Ausflugsdampfer kommen und gehen. Lustige Zuruf« hinüber und herüber. Ein Herbsttag wie er sein soll, wenn man auf dem Wasier zwischen laubbedeckten Usern fährt. Fast zu schnell ist das obstreiche Caputh erreicht. Ganz schmal wird hier die Havel. Der Wind findet hier nicht den Weg zu ihrem Spiegel. M t leichter Arbeit gleitet das Boot an der Kettenfähre vorüber dem Capulher Gmünd zu. Da öffnet sich der große Schwielowfee. Hier jagt der Wind die Wellen, daß sie laut brandend sich am Ufer brechen. Ein wenig einladendes Bild. Zu groß ist der Gegensatz zwischen der Stille in der Caputher Enge und diesem tobenden See. Scharf gehen wir gegen die Wogen an und halten genau auf die Baumgartenbrücke. Die fast greifbar nahe scheint und aus deren Richtung der Wind die Wogen peischt. Ein Sterndampfer kommt uns entgegen: haarscharf �st sein Bug auf unser Schisflein gerichtet, das wir mühsam durch Gischt und Wogen steuern. Wir können nicht ausweichen und wollen es jetzt auch nicht. Erst wenig« Meter vor uns ändert der große Bruder seinen Kurs, Raum läßt er kaum für einen Paddel- schlag. Hart müsien wir gegen die große Heckwelle des mit voller Kraft laufenden Dampfers wenden. Die Pasiagiere schreien auf. Aber alles geht gut für uns. Ein leichter Steuerdruck auf dem Dampfer hätte von vorherein jede Gefahr unmöglich gemacht. Die Dampferführer lieben nicht die Leute in den kleinen Booten. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Endlich, endlich gleiten wir unter der Baumgartenbrücke hindurch. Bei Geltow, das als Empfangs- station für die� Nauener Hauptfunkstell« Weltruf besitzt und dessen Antennen schon seit langem wie ein feines Spinngewebe grüßte, machen wir kurze Rast, dann geht es mit letzter Kraft auf die Obstkammer Berlins, auf Werder, zu. Im.Schwarzen Adler" finden Boot und Menschen Unterkunft. Draußen heult der Sturm. Die Wellen jagen, der Kellner schaut mißtrauisch auf unser gutes Schiff» lein:.Da haben sie aber Glück gehobt, heute sind schon drei gc- kentert." Und ein.echter Werderianer" fügte hinzu:.Ree, bei det Wetter kriegt mir keencr raus." » 3o die Vublitz. Roch zwei Urlaubstage und einen langen einsamen Abend. Mein Fahrtkamerad war heimgefahren. Wie friedlich dieses Werder auf der Insel ist, geradezu eine Zdylle. Verlasien sind die.Weinberge". Aus den Kellen: strömt süßer Obstgeruch. Hier gärt der Most. Wir sind im„Weingau der Mark". Der Mond scheint fried- lich. Wind und Wasser sind schlafen gegangen, Uetz in der Wubsttz ist das letzte Ztet, dann soll es wieder heimwärts gehen. Der nächste Tag sieht wieder böse aus. Dunkel die Wasierfläche, weiße Kämme darauf. Vor der Eisenbahnbrücke von Werder gehe ich an Land, niache die Spritzwasserdecke fest und dann kann die Fahrt erst recht be- ginnen. An der Brücke arbeiten Maurer. Wir grüßen einander, und dann ist der Große Zernsee da, heute ein ungemütlicher Bursche. Hübsch an das westliche Ufer in den Windschutz, weit hinauf nach Norden. Dort, wo die Havel enger wird, kann man das Boot wenden und mit Wind und Wellen fast mühelos in die idyllische Wubliß hineingleiten. Lange schon sah man das weiße Haus an ihrer Einfahrt. Hier ist es ganz still. Hohes Schilf säumt die Ufer. Angler sitzen in stoischer Ruhe. Ein Kirchlein, einige Häuser, das Dorf Rallwerder. Dann wird die Wubliß etwas breiter. Ein guter Wind führt das Boot bis zur niedrigen Straßenbrücke bei Grube. Rechts yon der Brücke eine Bucht im Schilf mit Booten, spielenden Kindern und schnatternden Gänsen. Segel und Mast' verschwinden. Hinter der Brücke seiern sie Auserstehung. Rauchsäulen künden die Schleppzüge an, die den Schlänitzsee überqueren, wenn sie durch den Sakrow-Paretzer Kanal kommen. Versteckt liegt das Dorf Mar» quardt. desien Badeanstalt die Richtung zur Einfahrt in den letzten Abschnitt der schiffbaren Wublitz weist. Einige Lauben am Ufer und dann nimmt den Wasserwanderer die Schilscinsamkeit wieder auf. Frösche quaken, Wasserhühner fegen dahin, überall ist Leben im kleinen. Selbst jetzt, im Herbst, erschwert dichte« Gewirr von Wasserpflanzen das Bordringen bis Uetz. Ein Pfahl steht mitten im engen Wasier. Dann weitet es sich linker Hand. Das Fischer- hau« ist da die einzige Landestelle von Letz. Der Fischer ist freund- lich. Er hllft das Boot ans Land bringen und verwahrt es. Im Wirtshaus gibt es viel Milch(ein ganzes Weißbierglas voll), Eier und Speck und ein gutes Bett. Weltabgeschieden liegt das Dorf, verwunschen, geheimnisvoll. Theodor Fontane hat diese Zauber- welt besungen und der märkische Heimalsdichter Schmidt von Wer- rchuchen erklärte es zum schönsten Ort im ganzen havellande.— Hinter Uetz ist die Wublitz wirklich zugemauert: ein breiter Straßen- dämm zerschneidet ihr Bett, so daß jetzt die Strömung fehlt und dem Derkrauien kein Ziel gefetzt ist. Dorfbewohner und Wasier- wanderer aber würden es begrüßen, wenn einmal der Bagger seine Arme tn die Wublitz senkte und dieses herrliche Flüßchen vor der Verdammnis rettete. » Prächtiger Rückenwind straffte am letzten Wandertag da« Segel. I» einem Zuge wurde» die Wublitz, der Schlänitzsee, der Sakrow- Paretzer Kanal, der Iungfernsee und endlich wieder die bekannte Havel dt» zum Wanns« durchfahren. Drei herrliche Tage waren in die Vergangenheit entwichen. Der Weltfpartag! Unterstützt Sovfumgeuosseaschast und Gewerkschaftsbank. Auf dem erste» Weltkongreß der Sparkassen aller Länder, der vor Jahresfrist tn Malland tagte, wurde der einstimmig« Beschluß gefaßt, de« jedesmaligen 21. Oktober zum Weltspartogzu erklären und an diesem Tage überoll besondere eindringllch für den Spargedanken iu der Oeffentlichkeii zu werben. Der Grund für diese außerordentliche Maßnahme war bei allen Sparkasien der gleiche: überall merkt man als verderbliche Folge des Krieges und der Nachkriegszeit ein Nachlassen der Spartätigkeir und statt desien den Hang zu unnützen und leichtsinnigen Geldaus- gaben. Davon ist kein Land, auch nicht die Siegerstaaten, verschont gehlteben. Es«itzibt stch daher zwangsläufig die gemeinsame Front aller Sparkassen in dem Kampf gegen das unnötige Geldvertun und für die einfache Lebensweise früherer Zeiten. Die Spartasse der Stadt Berlin ist unablässig bemüht, den Einwohnern der Stadt das Sparen so bequem und so wenig zeitraubend wie nur möglich zu machen. Da» ganz« Stadtgebiet ist mit einem Netz von (30 Geschäftsstellen mit eigener Äontensührung und von über 200 Nebenstellen für Einzahlungen überspannt.' Zum Ansammeln auch kleinster Beträge werden Hermsporkossen ausgegeben. Don ihnen befinden sich zurzeit 2500 Stück im Umlauf, ihr Erzeig war in nur fünf Monaten 24 000 BL, dt« aus Spareinlagen einWliefert wurden. Zur Förderung des Sparstnn» der Jugend sind Schulspartasien ein- gerichtet worden. Die Frucht dieser Bemühungen der Berliner Spartasie ist nich ausgeblieben. Waren bei Begmn der Stabilität der deutfchen Währung Ende 1923 nur 6900 Sparkonten mit 194 000 Mark an Einlagenbestand vorhanden, so stiegen diese Zahlen bis zum 31. Dezember 1924 schon auf 63 000 Konten mit 17 Millionen Reichsmark. Heute beträgt die Kontenzahl über 150 000 und der Die Passion. Roman von Clara viebig. Der andere hatte dagestanden, beide Hände an die Schläfen gelegt und war sehr rot im Gesicht.„Jarzebowski sagt: Arterienverkalkung. Wiltowski, ich glaub«, mich rührt mal der Schlag." „Da fei Gott vor!" Entsetzt wehrte der Lehrer ab.„Was für Gedanken! Das werden die Heiligen verhüten. Herr Berndorff find noch so nötig, sind ganz unabkömmlich. Was sollte aus dem Gut werden, aus der Frau Gemahlin, aus dem Herrn Sohn?" Berndorff wies mit einem kurzen Winten des Kopfes p.ach der Decke:„Oben?" .Lawohl, jawohl!" Der Alte verstand: da war etwas dahinter? der Sohn hatte etwas verbrochen. Der Vater war gekommen, um ihn zur Rede zu stellen. O weh! Gut, daß der junge Mann oben in seinem Stübchen saß, und daß nicht hier unten das Gewitter losbrach. Er möchte das nicht mit anhören, was der jetzt zu hören kriegte, Herr Berndorff sah ja aus, daß man Angst bekommen tonnte! Und noch kleiner werden, als er so schon war, schlurfte er zur Tür und rief nach seiner Tochter:„Olga, schnell, führe den gnädigen Herrn herauf zum jungen Herrn! Olga, hörst du denn nicht?" Sie mußte oben stecken. Berndorff, der bereits unten am Anfang der schmalen Holzstiege stand, hörte oben ein hastiges Flüstern, ein Huschen. Jetzt kam sie schnell herunter, machte auf halber Höhe der Treppe ihren zierlichen Knicks und eine auffordernde Handbewegung:„Darf ich bitten, gnädiger Herr?" Ihr Gesicht leuchtete weiß auf im Halb- dunkel, und ihr Haar, das schön blond und üppig war,, glänzte, geschickt aufgebauscht, in einer hohen Frisur.— Der Primaner Berndorff saß über seinen Büchern. So gehörte sich's. Er mußte wohl nichts davon wissen, daß sein Bater gekommen war, wenigstens tat er so. Er saß am Tisch. auf den vom kleinen Fenster her das Licht nur trübe fiel, hatte beide Hände gegen die Ohren gedrückt und brütete an- gestrengt über einem dickleibigen Band Erstaunt hob er den Blick zu d»em Eintretenden:„Vater, du? Was führt dich denn her?" Der Vater drückte die Tür hinter sich fest ins Schloß: es brauchte keiner zu hören, was er zu sagen hatte. Er ärgerte sich sofort über den Sohn: tat der nicht so, als hätte er keine Ahnung von dem Brief des Direktors, und daß deswegen er kam? Der Bengel mußte doch wissen, wie schlecht es mit ihm in der Klasse stand, und daß es wieder nichts wurde mit dem Examen. So harmlos?! Berndorffs Blicke fuhren für einen Moment in dem Raum umher: alles in Ordnung, sehr bescheiden die Ausstattung. Vor dem Kleiderrechen an der getünchten Wand eine Kattungardine, gegenüber ein ein- faches Holzgestell mit Büchern, fast dürftig das schmale Bett, man sah ihm die Härte an. Ein echtes Schülerftübchen, aber reinlich, sehr reinlich. Hier war nicht die Lust, in der üppige Gedanken gedeihen konnten, nicht das Bett, dem lüsterne Be- gierden entstiegen. Fast wurde der Mann irre, es war alles so einfach, so durchsichttg sauber, und der Sohn selber sah ihn freudig überrascht mit so offenen Augen an, daß deren schönes Braun auch durchsichtig schien. Manfred Berndorff war aufgesprungen und hatte dem Vater die Hand hingestreckt:„Wie schön, daß du kommstl Wie geht's Mama?" Dieser Heuchler! Wie der sich verstellen konnte und so gut den Harmlosen spielen! Des Vaters etwas entwölkte Stirn zog sich wieder finster zusammen, er gab dem Sohn die Hand nicht. Das war denn doch mehr als Frechhest, daß der so unschuldig tat! Freilich, daß seine nächtlichen Gänge bekannt geworden waren, davon hatte er wohl keine Ahnung. Die tiefe Männerstimme grollte:„Was soll das heißen, daß du Ostern nicht das Examen machst?" Er wartete gar keine Antwort ab, die würde äußerlich ja doch nur in einem anscheinend reuigen, in Wirt- lichkeit frech-trotzigen Stillschweigen bestehen. Er packte den Sohn bei beiden Schultern und rüttelte ihn, daß die jugendlich schlanke Gestalt wie zerschüttelt hin und her flog unter mäch- tiger Pranke.„Du Lümmel, du nichtsnutziger, verworfener, weil du dich nachts herumtreibst an Orten— an Orten"— die ganze Scham des sich Gedemütigtfühlens, mit dem er dagestanden hatte vorm Direktor wie ein der eigenen Ehre Beraubter, die ganze Angst: Bedenken Sie, welche Möglich- keiten, welche Gefahren!'— diese nie mehr schwindende Angst zerbrachen seine Stimme. Er ächzte:„Der Direktor— der Direktor hat mir gesagt"— er rang nach Luft, sein eben noch so rotes, erhitztes Gesicht wurde totenbleich. Der eben noch eiserne Griff lockerte sich. Mit einem kurzen Ruck machte der junge Mensch sich frei. Erst war ihm eine flammende Röte ins Gesicht geschossen» nun war auch er totenbleich. Himmel, der Direx hatte wohl Wind bekommen, ihn bei seinem Alten angezeigt! Wie war das möglich, wer hatte Um gesehen, wer ihn verraten? Wie Spürhunde auf der Sucye jagten seine Gedanken— nichts, niemand— einsam war die Gasse gewesen, ganz dunkel, es konnte ihn niemand schleichen sehen. Unbemerkt war er bei Wilkowski wieder auf sein Zimmer gekommen; und so jedes- mal. Es war eine Verleumdung, eine ganz niederträchttge Verleumdung, er konnte leugnen, ja er mußte leugnen, das war die einzige Rettung! Und seiner zitternden Stimme ver- gebens versuchend Festigkeit zu leihen, schrie er:„Wer hat das gesagt? Das ist eine Lüge» eine gemeine Lüge! Ich bin immer zu Haufe gewesen, alle Nacht, hier in meinem Bett.> ich habe geschlafen, ich war müde. Was willst du von mir? Warum packst du mich so an?" „Weil ich dich warnen will," flöhnke der Vater. Er war auf einen Stuhl gesunken und bedeckte das Gesicht mit der Hand.„Du ahnst nicht, was dir zustoßen kann. Laß dich nicht mit solchen ein, mit denen da"— er machte eine un° bestimmt weisende, motte Handbewegung—„wenn du es auch nicht gleich spürst. Gift ist da. schleicht dir ins Blut, macht dich unglücklich— unglücklich." Er lallte fast, seine Erregung war zu groß, Schweiß mischte stch ihm mit Tränen, er war schwach wie ein Kind.„Deine Jugend, deine schöne Jugend — deine Gesundheit— dein ganzes Leben— setzt du aufs Spiel— in Gefahr, Gefahr— Gott erbarme sich!" „Ich weiß nicht, was du willst, ich verstehe gar nicht, warum du so schrecklich aufgeregt bist," sagte der junge Mensch. Er hatte sich nun gefaßt, seine Stimme zitterte nun nicht mehr, sie klang ganz ruhig urch sehr kalt. „Mach dein Examen, oder mach es nicht," klagte der Dater weiter,„das ist mir jetzt Nebensache. Aber werde ordentlich, gib dich nicht mit Weibern ab. mit käuflichen erst recht nicht— ich flehe dich an!" Er faltete bittend beide Hände:„Gib dich nicht mit käuflichen Weibern ab!" Seine Augen, unruhig irrend suchten die des Sohnes:„Sieh mich an, versprich mir, daß du tust, am was ich dich bitte!" „Das kann ich ruhig, zumal ich das ja niemals getan habe." „Das sagst du?" Mißtrauisch prüfte der Blick des Daters das bleiche Gesicht des Sohnes. Sollte es wirklich Verleum- dung sein, hatte der Pedell sich vielleicht getäuscht? Rein. „Er ist mehrmals beobachtet worden," hatte der Direktor gesagt......_.(Fortsetzung folgt.) Mnlagenbcstand nahezu 60 MMonen Ncichsmank. Vber bis zur Erreichung des Vorkriegsstandes ist noch ein weiter Weg.... Der garende organisierte Arbeiter sollte vor allem nicht ocr- gcssen. daß er niit der Anlage seiner Spargelder auch seine eigene Wirtschostsinteressen fördern kann. Er tut das, indem er bei den Sparkassen der Konsumvereine oder bei der Bank der Arbeiter, Angestellten und Banken sein Sparkonto errichtet._ Die Großen und die Kleinen. Eine Geschichte vom Preisabbau. Dem setzt üblich gewordenen Brauche folgend, hat der Reichs- verband deutscher Fruchtgrohhändler eine Pressekonferenz einberufen, inn zur Preisfrage Stellung zu nehmen. Syndikus Dr. Eisner führte aus, daß der Großhandel ein großes Interesse an billigen Ob st- und Gemüsepreisen habe. Er müsse schnell und viel umsetzen, da die Ware, um die es sich hier handle, leicht verderblich sei. Um welche Mengen es sich handle, könne Man am besten daraus erfehen, daß Berlin schätzungsweise pro Tag 4 Millionen Pfund Obst(1 Pfund pro Kopf der Bevölkerungf und 2 Millionen Pfund Gemüse(& Pfunh pro Kopf) verzehre. Die Notwendigkeit. diese großen Mengen in wenigen Stunden in die Kanäle des Klein- bandels zu leiten, bedinge ein sehr kompliziertes Verteilungssystem mit sehr vielen Zwischengliedern. Alle Versuche, diese auszuschalten, seien bisher erfolglos gewesen. Selbst die Produzenten, die unter Umgehung des Zwischenhandels ihre Ware direkt an den Klein- bändler abgeben, verkaufen nicht billiger. Wenn die Obst- und Gcmüsepreise Berlins die billigsten aller Großstädte Deutschlands seien, so hat das seine Ursachen in der Tatsache, daß hier ein gut- organisierter Straßenhandel vorhanden ist, der 70 Proz. der ankommenden Warenmengen aus» nimmt. An einen Preisabbau sei bei der heutigen Marktlage nicht zu denken. Der Redner wies auf die verteuernde Wirkung der Zölle hin. Wir sind z. B. für den Winter auf den Bezug ausländischen Kohls angewiesen. Wenn demnächst der autonome Zollsatz für Einsuhr aus Holland zur Anwendung gelangt, dann bedeutet das einen Zollsatz von 40 bis SO Pf. auf den Kopf Kohl. Am 30. Oktober ist dos Provisorium mit Italien abgelaufen. Auch für die von dort zur Einfuhr kommende Ware dürften die im Zolltarif vorgesehenen Höchstsätze zur Anwendung gelangen. Ks scheint demnach, daß Luthers vielbesprochener Preisabbau sich in einen Preisausbau verwandeln wird. Die Kleinhändler. Der Reichsverband der deutschen Obst- und Gemüsehändler hatte zu gestern nach dem Lehrervcreinshaus eine Versammlung einberufen, um zu den Preissragen seines Gewerbes Stellung zu nehmen. Der Resrent des Abends, Landtagsabgeordneter P« r s ch t e (Wirtsch. Vereinig. l, ist der Ansicht, daß die �Zollvorlage eine Notwendigkeit" gewesen sei(!), um den deutschen Markt von ausländischen Produkten zu befreien und damit auch'„dem deutschen Arbeiter in der deutschen Industrie B e- s ch ä s t i g u n g zu geben"(!!). Eine Auswirkung auf die Preise Kode die Zollvorlage bisher nicht gehabt. Im Gegenteil, die Preife für Lebensmittel seien in der letzten Zeit gesunken. Die ganze Preis- jenkungsaktion habe gar keinen weiteren Zweck, als einen Diener vor der Straße zu machen. Man wolle„die Polizei in die Läden der Kleinhändler hetzen" und behandele die Kleinhändler noch „schlimmer als die Verbrecher". Die Durchschnittspreise, die in den Markthallen errechnet werden und amtlich notiert werden, seien irre- führend. Tatsächlich werden für Inlandsware durchschnittlich 30 bis 40 Proz., oft sogar bis 50 Proz. über den Notierungspreis bezahlt. Auch bei Ausschaltung des Zwischenhandels kaufe der Konsument nicht billiger. Das habe die Praxis bewiesen. Der Obst-, Gemüse- und Kartofselhandel Hobe weder ein Interesse an bohen Preisen, noch könne er im Hinblick auf die starke Konkurrenz hohe Preise ansetzen. Tatsächlich seien die gegenwärtigen Preise für Obst, Gemüse und Kartoffeln nicht höher, wie die der Vorkriegszeit, sondern niedriger. Der Redner wandte sich in allerschärfster Weise g e g e n d i e Presse, die natürlich an der Mißstimmung gegen den 5ileinhandel schuld sei. Ein« Entfchließung, in der die Gedanken des Redners noch einmal zum Ausdruck kamen, wurde einstimmig angenommen. Der Großhandel erklärt sich asso gegen, der Kleinhandel für die Zölle. Beide sind sie gegen hohe Preise, vielleicht sogar gegen das Verdienen überhaupt. Der Verbraucher aber, der die Preise ja als letztes Glied der langen Kette zu zahlen hat, wird sich aus diesem tragikomischen Meinungsstreit seinen eigenen Vers zurechtmachen. Man wird den Kleinhändlern den Verdienst, der ihnen zukommt, gönnen und finden, daß es verzeihlich ist, danach zu streben, unoe» zeihlich aber ist es, daß sich die Kleinhändler als Vorspann reakti» närer Interessen mißbrauchen lassen. Ein KindeSmord. Ein Kindesmord wurde am Freitag morgen am Lletzenfee in Eharlottenburg entdeckt. Ein Parkwächter fand um 8 Uhr mif fernem Rundgang in einem Gestrüpp auf der Uferböschung de» See» ein Paket in weißem Packpapier und darin die Leiche eine» neu- geborenen Knaben, dem der Kopf und da» rechte Bein fehlten. Di« Charlottenburger Kriminalpolizei wurde in Kenntnis gesetzt und suchte mit mehreren Beamten das Gelände ob. Ein Stück Weges von dem Paket entfernt lag dicht am Wasser, ebenfalls in einem Ge- strüpp, der Kopf des Kindes. Die genauere Besichtigung ergab, daß der Knabe lebensfähig gewesen und gleich nach der Geburt e r m o r- d e t wurde. Das Paket und der Kopf sind wahrscheinlich erst in der Nacht zum Freitag oder am Freitag früh an die Fundstelle getom» inen. Es ist wohl versucht worden, sie ins Wasser zu werfen, dieses ist aber nicht erreicht, weil sich der Wasserspiegel zurzeit etwas gesenkt hat. Die Ermittlungen nach der Mutter hatten bisher kein Ergebnis. Der anonyme Brief. Ei» böser Brief führte den Hausverwalter K. wegen Urkun- v e n f ä l s ch u n g auf die Anklagebank. K. lebte mit mehreren Mietern des von ihm verwalteten Hauses in bitterer Feind- f ch a f t, besonders wurde ihm von zwei Mietern M. und Sch. arg mitgespielt. Um sich seiner Gegner zu entledigen, wollte er nach dem alten Gnindsatz„Teile und herrsche" verfahren. Um die beiden Gegner, die bis dahin eng befreundet waren, gegen einander zu hetzen, schrieb er einen Brief an die voegesetzte Behörde des M In dem Schreiben wurde behauptet, daß M. einen großen Aufwand "eibe, große Zechgelage und Feste feiere und weit über feine Verhältnisse lebe. Das könne nicht mit rechten Dingen zugehen und man müsse prüfen, ob er nicht unlautere Nebeneinnahmen habe. Der Brief war unterzeichnet mit dem Namen des anderen Mieters Sch. Gegen M. wurde darauf ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das jedoch die Grundlosigkeit der erhobenen Beschuldigungen ergab. Es gelang auch M., den Angeklagten als den Urheber dieses boshaften Streiches zu ermitteln, und die Folge war, die Anklage wegen Urkunden- iälschung zum Schaden eines anderen, die K. vor das Schöffengericht Berlin-Mitte führte. Der Staatsanwalt beantragte wegen der in der Handlungsweise des Angeklagten liegenden Heimtücke eine empfindliche Strafe von 6 Monaten Gefängnis. Der Verteidiger brachte zur Entschuldigung des Angeklagten vor, daß er durch den Kampf mit den Mietern nervös geworden fei und sich zu dem unüberlegten Schritt m der Erregung habe hinreißen lassen. Das Schöffengericht erkannte auch die Erregung des Angeklagten als Milderungsgrund an und verurteilte ihn nur zu e i n e m M o n a t Gefängnis. Gastspiel der..Spanischen Reitschule". Seit Jahrhunderten ist sie weltbekannt, die„Spanische Reit- schule". Die Lippizianer Schimmel, Angehörige einer Pferde-Tänzer-Generation, gingen in ihr in fast unerreichter Voll- endung alle Gangarten der Hohen Schule. Sie war eine reine Luxusinstitution der Habsburger, die sie sich in Wien hielten. Ein- mal im Monat durfte das große Publikum die Pferde sehen. Doch es kam der verlorene Krieg mit seinen Folgen. Die Habsburg wurden von der Bildfläche hinweggefegt, das alte, wertvolle Gestü Lippizia fiel an die Italiener. Was an Pferden behalten werden konnte, wurde nach P i b e r gebracht. Und die Spanische Reit- schule? Nun, die wurde tagtäglich geöffnet, und die Stadt Wien war um eine viel angestaunte Sehenswürdigkeit reicher. Die Fremden kamen in Scharen und sahen sich die Lippizianer an, und die Wiener sind stolz auf ihre Pferde. Die Reitschule erhält sich selbst. Die Pferde ertanzen sich ihren Hafer und noch etwas darüber. Seit Bestehen der Reitschule geht sie jetzt das erste Mal auf Reisen, und zwar kommt sie nach Berlin, wo sie anläßlich des Reit- und Fahrturniers(31. Oktober bis 8. November) in der Arena der neuen AutoHalle am Kaiserdamm ein Gastspiel absolviert. Ein netter Jremöenführer. Besichtigung in der ZNulackstrasze. Mit Pferden zu handeln mag heute im Zeitalter des Auto- mobils kein einträgliches Geschäft mehr sein. Das mußten wohl auch die beiden„Pferdehändler" Theodor Sk. und Richard H. einsehen, die sich zwar noch so nennen, ober der Berliner Polizei längst als Vertreter eines anderen„Gewerbes" bekannt sind. Beide sollen sehr geschickte„Bauernfänger" geworden sein« die schon manchen Ahnungslosen mit dem so bekannten„Kümmelblättchen" ganz gehörig hereingelegt haben. Das Schöffengericht Berlin-Mitte hatte wieder wegen eines solchen Falles gegen sie zu verhandeln. Als Sk. eines schönen Tages„geschäftlich" in der Gegend des Schlosses spazieren ging, bemerkte er einen Ausländer, der sich später als tschechischer Hauptmann herausstellte. Der Angeklagte fand Gefallen an dem Fremden und hielt ihn seiner Bekanntschaft für würdig. Einer höflichen Ansprache folgt die weitestgehende Bereit- Willigkeit, dem Herrn die Sehenswürdigkeiten Berlins zu zeigen. Wie es denn mit dem Schloß wäre, in dem man»och heute die Privatgemächer des ehemaligen Kaisers sehen könne? Der Tscheche, der nur ganz gebrochen Deutsch spricht, willigte ein, er ist darüber entzückt, daß man in Berlin auf der Straße so nette Leute kennen lernen kann. Nachdem der höfliche Fremdenführer die Besichttgung des Schlosses beendet hatte, folgte ein Spaziergang durch die Straßen Berlins, der so gewissenhaft ausfällt, daß sich der tschechische Haupt- mann ganz plötzlich in einem Stadtviertel befindet, das im all- gemeinen den Fremden nicht gezeigt wird,— man war in der Mulackstraß« angekommen. Hier winkte das einladende Schild eines Bierrestaurants den durstigen Spaziergängern. Man beschloß, sich zu stärke�. Berlin ist doch wirklich klein,— da kommt schon beim Eintreten dem Sk. ein„lieber alter Freund" entgegen. den er„lange" nicht gesehen hat! Es war Richard H., der zweite Angeklagte! In der übergroßen Freude des Wiedersehens beschloß man sofort, sich„einen auszutrudeln"! Dann wurde gemein- sam Platz genommen und«in kleines„harmloses Spielchen" vorgeschlagen. Nun aber machte der Fremde einen Strich durch die Rechnung seiner beiden liebenswürdigen Bekannten. Karten spiele er überhaupt nicht und auch der geschicktesten Ueberredungskunst der beiden Angeklagten gelang es nicht, den Hartnäckigen zu betören. Ganz so leicht aber will der geschäftstüchtige Ek. fein Opfer nicht fahren lassen und er bekommt es tatsächlich fertig, dem leichtgläubigen Ausländer ein D a r l e h n von ungefähr 100 Mark abzulocken. Schon an demselben Abend verpflichteten sich Sk. und H. das Geld zurückzuzahlen. Der Tscheche war denn auch pünktlich am angegeb» nen Ort. muhte aber natürlich vergebens auf feine Schuldner warten. Da er auch das Lokal in der Mulackstraße nicht wiederfand, erstattet« er Anzeige bei der Polizei. Diese wußte sofort, daß nach den Beschreibungen ihrer Tat und ihrer Personen nur die beiden An- geklagten in Frage kommen. Der Geschädigt« hat viel Glück gehabt. er hat sogar durch die Vermittlung der Polizei seine hundert Mark von den Beiden zurückbekommen. Wohlbedacht haben die An- geklagten das Gew zurückgegeben, es war heute ihr einziger Stütz- punkt, der ihre Harmlosigkeit beweisen sollte. Aber all« Leugnen. alles Beteuern der Unschuld half nichts, das Gericht war nicht leicht- gläubig. Sk. und H. hatten auch heute kein Glück mit ihrem„Spiel", sie wurden beide verurteilt, der erster« erhielt neun Monate, der zweite drei Monate Gefängnt». H ReichSbah« und Schuljugend. Das Betragen der jugendlichen Reifenden während der Fahrt auf der Reichsbahn hat in vielen Fällen Beronlaffung zu Beschwerden gegeben. Aus diesem Grunde hat sich jetzt die Reichsbahn an das preußische Unterrichtsministerium gewandt und gebeten, durch die Schulen Einwirkung auf die jugendlichen Reisenden zu nehmen, um den Sinn der Kinder für Ordnung und Sauberkeit zu heben. Es ist vom Ministerium nunmehr ange- ordnet worden, daß die Kinder von den Lehrern energisch aufge- fordert werden, sich während der Fahrt eines anständigen Betragens zu befleißigen: besonders soll ihnen das laute Schreien und Herumbalgen In den Abteilen untersagt werden. Ebenso sollen die Kinder darauf hingewiesen werden, daß da» Fort- werfen von Obst- und Pvpierresten in den Abteilen unter Umständen Veranlassung zu Bestrafungen geben kann. Die Zugbegleiter sind erneut darauf hingewiesen, auf Schulkinder, welche auf dem Wege zur Schule die Eisenbahn benutzen, genau Obdacht zu geben, damit die jugendsichen„Sünder" sogleich der Schule namhaft gemocht werden können, die dann durch Verwarnungen eingreifen soll. Zur Reinickendorfer Explosion. Die Untersuchung der Kriminalpolizei über die Entstehung«. Ursache der Explosion hat noch nicht» Stichhaltige» ergeben. Die bisherigen Zeugenvernehmungen und auch die Vernehmung der Leichtverletzten hatten gleichfalls ein negative» Ergebnis. Die Zeugen, die zur Aufklärung berufen waren, sinv gestorben. Man kam zu der Annahme, daß die Katastrophe auf Kurzschluß zurückzuführen ist. Diese Angabe muß aber auch mit großer Vor- ficht aufgenommen werden. Vom Berliner Westhafe«. Der Verkehr im Berliner Westhafen entwickefte sich derartig, daß schon ein Jahr nach der Eröffnung im September 1324 die Er- Weiterung in Angriff genommen werden konnte. Begünstigt durch den warmen Winter 1024/23, in dem ohne Unterbrechung gearbeitet werden konnte, geht nach unverhältnismäßig kurzer Zeit das dritte Becken seiner Vollendung entgegen. An der gleichen Stelle, an der vor einem Jahre noch eine Kirche, ein Stift mit Park und Häuser standen, werden jetzt die Schiffe in das neue letzte Becken einlaufen. Dieses dritte Hafenbecken hat, wie die anderen, eine Breite von 55 Metern und eine Länge von rund 300 Metern. Lagerhallen, Speicher, Krane usw. sind noch nicht an- gelegt, da hier das Bedürfnis entscheiden soll. Durch diese Er- Weiterung ist das Westhafengelände von 29,6 auf 30.1 Hektar an- gewachsen. Die Kailänge erhöht sich um 1200 auf 3700 Meter und die Gesamtfläche für Lagerplätze um rund 40 000 auf 86 000 Quadrat» metcr. Eisenbahnzusammenstoß bei Strausberg. Auf der Kleinbahn- strecke Strausberg- Bahnhof und Strausberg. Stadt stieß ein Güter- und ein Personenzug zusammen. Auf der Strecke werden die Güterzüge mit Dampf und die Personenzüge elektrisch betrieben.-Infolge Stromunterbrechung mußte der Personenzug dicht bei der Statton Landhaus auf freier Strecke holten. Da der Güterzug einige Minuten später von der Station abfährt und der Schaffner des Personenzuges bei dem dichten Nebel wohl ein Unglück vermutete, so oeranlaßte er die Fahrgäste, darunter mehrere Kinder, den Zug während des Aufent- Halts zu verlassen. Zum Glück taten dieses auch die Fahr- gäste, denn kaum waren die Wagen leer,'da kam der Güterzug in voller Fahrt heran und fuhr in"den Zug hinein. Der Lokomottv- führer S t r a ch e und der Heizer K u c z m e r kamen glücklicherweis« mit dem Leben davon. Immerhin jedoch chatten sie schwere Kopf- und Bru st quetsch u ngen erlitten, die ihre lieber« führung in das Kronkenhaus erforderlich machten. Der Material- schaden ist recht bedeutend: es dauerte mehrere Stunden, ehe die Strecke wieder in Betrieb genommen werden konnte. Sollten auf dieser Strecke nicht besondere betriebstechnische Mängel vorliegen, die ein schleuniges Eingreifen der Aufsichtsbehörden nötig machen? Der Tod des Pagen. Vergebliche Nachforschungen. Zu dem geheimnisvollen Tod des 16jährigen Pagen Gerhard Schnapel werden folgende Einzelheite« gemeldet: Am Freitag war die Mordkommission unter Leitung des Kriminaloberinspektors G e n n a t und der Kommissare S t r e w e und Zapfe mit zahl- reichen Beamten nach Geltow gefahren. Die Beamten waren mit Lichtbildern des jungen Menschen ausgerüstet, die die Pflegeeltern zur Verfügung gestellt hatten. Alle Ausflugsorte in der näheren und weiteren Umgebung von Geltow wurden ausgesucht, besonders den Gastwirten die Bilder gezeigt und hieran Fragen geknüpft, ob ihnen der auffallend hübsche junge Mensch wohl bekannt sei Niemand konnte sich j57Äch erinnern, ihn gesehen zu haben. Um festzustellen, ob es möglich sei, daß die Leiche des Pagen durch die Strömung der Havel in das Röhricht getrieben wurde, stellte man nach dieser Richtung ebenfalls Versuche an. Sie ergaben, daß, wenn der junge Mann tatsächlich hier einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein sollte, der Tatort von dem Fundort der Leiche nicht allzuweit entfernt liegen kann. Auch die Bootsverleiher, die befragt wurden, erinnern sich nicht, den jungen Mann gesehen zu haben. Von ihren Booten vermissen sie kemes. Ein Absuchen der ganzen Geltower Bucht bis zur großen Havelbrücke bei Werder, das sowohl von der Wasser-, als von der Landseite vorgenommen wurde, verlief ebenfalls erfolglos. Man konnte keinen Anhaltspunkt dafür finden, daß an irgend- einer Stelle ein Kampf zwischen einem Mörder und seinem Opfer stattgesunden habe. Am Nachmittag fand in der Friedhofshalle in Geltow in Gegenwart des Potsdamer Oberstaatsanwalts Pfaffe die Obduktion der Leiche statt. Es wurde festgestellt, daß die Lei« letzungen am Auge, am Schädel und am Halse höchstwahrscheinlich auf Tierfraß zurückzukühren sind. Merkmale, die auf Erwürgen oder Erschießen durch fremde Hand schließen ließen, konnten an dem Toten nicht bemerkt werden. Die Nachforschungen werden fortgesetzt. Für den Fall, daß es sich tatsächlich um ein Verbrechen handelt, wird auf die Erqreifung des Täters eine hohe Belohnung aus- gefetzt werden. Zweckdienlich« Mitteilungen zur Aufklärung erbittet nach wie vor die Mordkommission Strewe-Zapfe im Polizei- Präsidium. Besonders wichtig sind die Bekundungen derfemgen Personen, die den Pagen am 1. Oktober um 2 Uhr nachmittags vom „Eafä Vaterland" aLein oder in Begleitung haben fortgehen sehen. Für die Angehörigen von«aabstammen. erlaubten, schwer- hörigen and sprochleidendea Sindern im vorschulpflichligen Aller hält mit Genehmigung de» Ausschusses für das Taubstummentvesen der Direktor der städischen Taubstummenschule. Schorfch. tn seinem Amtszimmer, Berlin, Albrechtstraße 27. jeden Freitag von 9—11 Uhr vormittags eine pädagogische Sprach st und« ab. vi« voll»hoch!chu>e«roß-verll» veranlialtet am Soimtag. den 1. No- vember, vorm. 10 Uhr. im Bürgeriaal de» Berliner Ratbauie» eine G e- denkseier für Prof. Alfred Merz, ihrem verstorbenen Orgam- fator und wissenschaftlichen Berater. Auch ohne besondere Einladung sind Freunde und ehemalige Angehörige der Volkshochschule als Gage willkommen. „vie 5chöpfvva" von Hahdn wird am Sonntag, den 1. November. abend» 6 Ubr, in der Neuen Garnifonkirche, Kaiier-Friedrich-PIatz lvaien- beide,, aufgeführt. Mitwirkende- Nendzascher Thor. Frau Felicitas Kobn-, Willimak. Sopran: Herr tllaus Hülsen. Tenor: Herr S-sef Maria Haul-bi d Baß: Berliner Orchesterverein. Karten zu 1,SO und 1 M. an der Abendlasse. 0-ffeaINch- vortrSge«m Vlufe-m für Aleereskude. Da» Jnfliwt für Meereskunde beginnt die Reihe der öffentlichen Vortrage m diesem Winter Dienstag, den 10. November, mit einem Bortrag des bekannten Geologen Professor Ja ekel(Greifswald, über:„Die Sintflut un d die ArcheNoah." An den weileren Dienstagen folgen Vortröge übegsi .Marokkos w-ltp-ritifch- B-denwng",.Die Höfen Deutsch- Ostasrikas-. .Au» dem Kriege über See zurück in die Heimat"..Da» Rassel de» Aal»'. .Finnland» Küsten und Häsen". Karten für die einzelnen Vottrage(50 Ps.) und für die ganze Reih-(2.S0M.) erhältlich im Museum für MecreStundc. Gevrgenftr. 34/36..«_..., - Genosse vfarrer vleter hält am Sonntag, den t. November, abend» » v h r(ResonnationSsest). in der Trinitatiskirch-, Eharlottenburg. Karl- August-PIatz. eine religiös- Feierstunde lohne kirchliche Formen) ab. Da» Thema lautet:»ehärt dem Protestantismus die Zukunft? Durch mufikalifche Umrahmung wird die Feier verschönt. E» wirken mit: Frau Johner- Rößler(Sologesang). Herr Kammermusiker Heinrich Rühle (Celle), Herr Organist Heim ich Billeb(Orgel), die Schauspielerin Irene Triefch als Bibelrezitatorin. Eintritt frei. Grosic Ueberschwemmung in Armenien. Eriwan, die Hauptstadt der Armenischen Sowjetrepublik, ist von einer schweren Ueberschwemmung heimgeiuckit worden. Infolge mehrtägiger starker Regengüsse trat der Fluß Gedartfchai aus seinen Usern und überschwemmte einen Teil der Stadt. Da die Anstrengungen der Feuerwehr und der Polizei zur Ablenkung de» Wasser« durch Ziehen von Gräben nicht genügten, wurden Pionierabteilungen der Garnison aufgeboten, deren Täiip- keit aber auch ergebnislos blieb. Man rechnet damit, daß der Wasserspiegel sich erst nach Aufhören des Regen» senken wird. von einer Granale zerrissen. Auf dem früheren Artillerie- Uebungsplatz in Ammendorf bei Halle fanden gestern vor- mittag vier spielende Knaben eine Granate. Der zehn Jahre alte Sohn des Schmiedes Leupelt holte aus der Werkstatt seines Vaters einen Hammer herbei und klopfte damit auf dem Geschoß berum. Plötzlich explodierte dieses, dabei wurde Leupelt voll- ständig zerrissen, ein anderer Z�iabe Otto Schmidt wurde so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die beiden anderen Knaben erhielten ebenfalls mehrere Wunden, die jedoch nicht lebensgefährlich sind. Soldaten von Wölfen überfalle«. Bei Gorochowo an der polnisch-russischen Grenze wurde eine polnische Grenz« Patrouille von einem Rädel Wölfe überfallen. Erst al» die Soldaten drei Wölfe erschossen hatten, ergriffen die übrigen die Flucht.— Nicht weniger als 20 Bären wurden auf einer einzigen Jagd in einem Kreise des Gouv. Petersburg erlegt. Wetter für Berlin vnd Umgegend. Morgen» neblig, sonii trocken und meist heiter. In den Tagesstunden ziemlich mild.— JOe Deutschland. Lielsach Morgennebel, im östlichen Küstengebiet wolkige», fönst meist heitere», ziemlich milde» Wetter. Odo/ desinfiziert and erfrischt! Ergebnis der Stadtverordnetenwahlen. Amtliche Feststellung. STADT BEILAGE DES die Gelegenheit ferner nicht vorübergehen lassen, eine Berein. fachung des Billettsystems einzuführen. Warum Klaffenund Stredenunterschiede die den Billettverkauf fo unendlich erDas Ergebnis der Stadtverordnetenwahlen wurde vom Stadt. Schweren und immer zu Differenzen zwischen Fahrgästen und Auf mahlausschuß amtlich festgestellt. Es handelte sich im wesentlichen fichtspersonal Veranlassung geben? Die II. Bagentiaffe ist um eine Formalität, die nur eine Bestätigung des vom Hauptwahl mittel viel fortschrittlicher, hat sie schon vor Jahren abgeschafft. In gang überflüffig. Hamburg, im Hinblick auf die Verkehrs. amt des Magistrats ermittelten Ergebnisses war. Die Gesamtzahl New- Yort gibt es sowohl auf der Untergrund als auch auf der der in Groß- Berlin für die Stadtverordnetenwahlen abgegebenen Straßenbahn nur den Einheitstarif, für den man in der einStimmen ist 1853 129, wie im Vorwärts" bereits mitgeteilt wurde.heitlichen Wagenklaffe beliebig lange fahren tann.( Hierbei sei noch Die Teilung durch 225 ergibt den Wahlquotienten 8236. Die bemerkt, daß in New- York auch die Fahrscheine ganz fortfallen; am Berteilung der Mandate nach Maßstab der in den ein Zugang der Bahnsteige löst man durch Einwurf eines Geldstückes zelnen Kreisen auf die verschiedenen Parteien entfallenen Stimmen. den automatischen Verschluß der Drehkreuze aus, im Straßenbahn zahlen wird von dem Wahlausschuß am 5. november volk wagen wirft man das Geldſtüd in einen am Einsteigende stehenden tontrollierbaren Behälter.) Unser Fahrtartensystem sollte zogen. wenigstens so vereinfacht werden, damit das lange Anstehen an den Schaltern, und die ungleichmäßige Besetzung der Wagen flaffen ein Ende nimmt. Vereinheitlichung der Streden- und Klassenbenutzung sowie Umsteigemöglichkeiten in jedes andere öffentliche Berkehrsmittel werden unbedingt eine viel höhere Frequenz und Ersparnisse an Zeit und Nervenkraft zur Folge haben! Städtische Betriebe und Steuern. Das Ergebnis eines sozialdemokratischen Anfrages. Einer der beliebtesten Einwände gegen die kommunalen Be triebe ist ihre angebliche weitgehende steuerliche Bevorzugung. Es ist richtig, daß die großen Monopolbetriebe Steuerprivilegien genießen. Sie find von der Vermögens- und Körperschaftssteuer und ebenso von der Umsatzsteuer befreit. Sie unterliegen aber, wie alle anderen Betriebe, den sonstigen städtischen Realsteuern und Abgaben. Die Summen, die auf diese Weise von fommunalen Betrieben aufgebracht werden, sind viel erheblicher, als allgemein in der Deffentlichkeit angenommen wird. Auf einen sozialdemokratischen Antrag hin hat die Berliner Finanz- und Steuerdeputation eine Erhebung über die von den großen Berliner städtischen Gesellschaften, den Gas-, Waffer und Elektrizitätswerfen, der Straßenbahn und der Nordsüdbahn im Jahre 1924 und 1925 bezahlten und voraussichtlich zu zahlenden Steuern veranstalten lassen. Das Ergebnis dieser Zusammenstellung ist ein außerordentlich überraschendes. Es zeigt, daß diese fünf Gesellschaften im Jahre 1924 nicht weniger als 5 296 000 m. Steuern bezahlt haben und ihre Steuerleistung im Jahre 1925( infolge der schärferen Heranziehung der Straßenbahn zur Beförderungssteuer) auf rund 9 500 000 m. zu schäßen ist. Das find ganz außerordentliche Beträge. Interessant ist, daß allein die Summen, die für Gewerbe- und Lohnfummensteuer in beiden Jahren zu zahlen sind, sich auf über 2 Millionen Mark belaufen. Das Gesamt aufkommen an städtischer Gewerbesteuer einschließlich LohnfummenSteuer beträgt in Berlin rund 75 Millionen Mart. Diese fünf städtischen Gesellschaften zahlen also rund 3 Proz. der Gewerbesteuer. Außerdem sind sie beträchtlich beteiligt an der Grundvermögens. Steuer, deren Ertrag in beiden Jahren von diesen Gesellschaften etwa eine Million Mark ausmacht. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Lasten der Städtischen Berte auf dem Jahresplan auf Grund des Industriebelastungsgeseges in diesem Jahre zu laufen beginnen. Sie werden im Jahre 1925 mit rund 2 Millionen Mart, 1926 mit rund 4 Millionen und 1927 mit 4,8 Millionen Mart an defeßt. Insgesamt zeigt diese Statistit, die für Berlin feineswegs vquständig ist, da Berlin außer seinen großen Gesellschaften über Dugende anderer durchaus zahlungsfähiger Gesellschaften verfügt, Die bei großen Wirtschaftsumsägen als relativ beträchtliche Steuerzahler in Betracht fommen, mie wenig die Redensart berechtigt ist, daß die städtischen Unternehmungen an der allgemeinen Lasten aufbringung zuungunsten ihrer privaten Ronturrenz nicht beteiligt würden. Es ist vielmehr auf Grund durchschnittlicher Erfahrungsfäge anzunehmen, daß dank der schärferen Kontrolle über den wirtlichen Geschäftsumfang die städtischen Gesellschaften prozentual höher steuerlich belastet werden als die übrigen privaten Unternehmungen. Verkehrsgemeinschaft. Man schreibt uns aus Leserkreisen: 1 | Die Wohnungsnot. Und das Hypothekenelend... RK VORWARTS um so dringlicher. Zudem rangieren hinter diesen erststelligen Hypotheken die Mittel aus der Hauszinssteuer. Es muß eingesehen werden, daß, je schwieriger dem Darlehensnehmer die Verzinsung der ersten Stelle fällt, desto unsicherer die zweite Stelle die Haus zinssteuersteht, und daß jeder Borteil, der durch die 1prozentige Berzinsung der ersten Stelle mit 1 bis 20 Proz. Dem HauszinsHauszinssteuerhypothet geschaffen wird, illusorisch wird durch die Steuerzahler tommt ein fataler Geschmack auf die Zunge bei dem erst veranlaßt und möglich geworden ist durch die Herabsehung der Gedanken, daß die Forderung und Zahlung derartig hoher Zinsen Hauszinssteuerhypothefenginfen, wodurch den Hypothekenbanken mir Wasser auf ihre Mühle geleitet wurde. Es läßt sich an der Hand von Beispielen nachweisen, daß durch diese Berzinsung des Bautapitals eine bescheidene 3weizimmerwohnung heute taum noch unter 75 m. Miete pro Monat zu liefern ist. Es bedarf aber auch durchaus teines Himpeises, daß diese Mieten für die arbeitende Bevölkerung unerschwinglich find. Bon einer Behebung der Wohnungsnot mit den bisher angewandten Mitteln fann doch wohl nach den gemachten Erfahrungen heute teine Rede sein. Das Kontingent der in Berlin mit Hauszinssteuerhypotheten bedachten und beabsichtigten Neubauten mußte fogar auf 75 Prog. herabgesetzt werden, weil die Mittel für weitere Bauten fehlten. Sollte man wirklich nötig haben, es den maßgebenden Behörden ans Herz zu legen, für die Beseitigung dieser üblen und im Hinblick auf die Binsgebarung der Hypothekenbanken geradezu beschämenden Zustände allerschleunigst zu -O Der Kursus der Arbeiterwohlfahrt. In einem Artikel Bieber Bertrauen zu Hypothetenpfand geeigneten Mitteln zu greifen? briefen schreibt die Bauwelt" in ihrer Nr. 41: 3mei Gutachten ber Berliner Handelstammer zeigen, daß die Rebentosten der Hypothekenaufnahme immer noch redyt belangreich sind. Grimdfäßlich ist danach eine Provision in Höhe von 4 Proz. nicht zu be anstanden. Die Auszahlung des Hypothekenbetrages von 75 v. H. bei 9prozentiger Berzinsung wird für äußerst günstig gehalten" usw. Einen Kommentar zu diesen Ausführungen hat der gewiß fachlich orientierte Redakteur der Bauwelt" nicht für nötig er. achtet und sich mit der reichlich merkwürdigen Auffassung der Sachverständigen der Berliner Handelstammer nicht in Gegensatz gebracht, trotzdem man dies hätte erwarten müssen. Da biefe Gutachter die Nebenkosten der Hypothekenaufnahme immer noch recht belangreich finden, ist es immerhin bedenklich, daß fie dann eine Ber. mittlungsprovision von 4 Proz. nicht beanstanden. Nichts ist bei den derzeitigen Zuständen leichter, als wenn man Geldleute hinter sich hat. eine Hypothet zu vermitteln, und gerade die Tatsache, daß derartige Hypothefen bei Hausbefizern und anderen, bemitleidenswerten Baulustigen zu den haarsträubendsten Bedingungen willig Aufnahme finden, ist der Beweis für diese Behauptung. Danach ist aber eine Vermittlungsgebühr von 4 Proz. als unangemessen hoch zu bezeichnen. Die Bauindustrie ersehnt schon lange eine Besserung auf dem Gebiete der Hypothekenbeschaffung, denn gerade dies bedeutet die Lösung des Bauproblems. Warum ist die Beteiligung der hierzu berufenen Behörden so gering? Ein Abgeordneter der Wirtschaftspartei hat lebthin im Landtag für die Aufhebung des Minifteriums für Bolts wohlfahrt die merkwürdigsten Gründe angeführt. So sollen bei Neubauten einer Berliner Siedlung Riffe wegen mangelhafter Berwendung von Zement entstanden sein. Was diefe Mauerrisse mit der Auflösung des Ministeriums für Volkswohlfahrt zu schaffen haben, ist wohl allein dem betreffenden Abgeordneten ertenntlich. Weit wichtiger, als das Ministerium zu beseitigen, dürfte es doch erscheinen, es stärter an der Abschaffung von Mißständen zu beteiligen, die bei längerer Dauer eine nie wieder gutzumachende Schädigung der Boltsgesund. heit und des Volksvermögens bewirken. Es will fast scheinen, als ob man im Ministerium an überall bekannten Tatsachen vorbeigehe, die einer gründlichen und unverzüglichen Abänderung bedürfen, wenn anders die volkstümliche Auffassung von Wohlfahrts und Wohnungsfürsorge nicht noch mehr getrübt werden soll. Der Magistrat hat auf das ihm zustehende Recht, die Hochbahn zu erwerben, verzichtet. Es soll daher aufs neue ein Weg gefunden Klingt es doch geradezu unglaublich, daß staatlich protegierte werden, eine Gemeinschaft aller Bertehrsunter Sypothefenanstalten es sich unter den Augen der Aufsichtsbehörden nehmen Groß Berlins, also der Straßenbahn-, Omnibus leisten dürfen, den Darlehensnehmer für die an erster Stelle genau und Hochbahn- Gesellschaft ins Leben zu rufen. Auch die Stadt- und wie im Frieden gesicherten Hypotheten bei quälenden Bedingungen wie im Frieden gesicherten Hypotheten bei quälenden Bedingungen Ringbahn, die fein selbständiges Unternehmen, vielmehr der Reichs- mit Zinsen zu belasten, die sich in der pyramidalen Höhe von eisenbahn- Gesellschaft unterſtellt ist, soll nach Möglichkeit dem ge- jährlich 16 bis 20 Pro3. bewegen. Welche Verluste durch planten Zusammenschluß beitreten. Eine derartige Bertehrsgemein das früher bei erststelligen Hypothefen ganz unmögliche Damnum schaft, die alle Fragen des Ausbaues des Verkehrsnezes Groß- von 25 bis 30 Broz. der Nominalhypothet, das die HypothekenBerlins zu lösen und zu verhindern hätte, daß Einzelunternehmen gesellschaften schämig als einmaligen Beitrag für die Interessenpolitit treiben, ist zweifellos zu begrüßen. Im Falle diefer Geldbeschaffung und sonstige Spesen" bezeichnen, entZusammenschluß zustande tommt, wäre zu hoffen, daß auch Restehen, ist hinreichend bekannt. Gewiß haben die Hypothefenbanten formen berücksichtigt werden, die einer glatteren Abwicklung des den Einwand, daß sich die Auszahlung für ihre Pfandbriefe nach Verkehrs dienlich sind und eine gewisse Rückständigkeit der jetzt noch dem an der Börse für diese erzielten Kurse richten müssen, daß die in Anwendung befindlichen Methoden beseitigen. Vor allem wäre Banten für den Vertrieb der Pfandbriefe 4 Proz. Umfaßgebühr den Uebergang Fahrscheinen, von einem Berkehrsmittel berechnen, daß die eigenen Unkosten sehr hoch wären usw. Wenn zum anderen, weitestgehende Beachtung zu schenfen, so daß man im aber dies alles zutrifft, dann ist diese Art der Geldmittel Umsteigeverfehr mit ein und demselben Fahrtausweis jedes beschaffung für den Wohnungsbau der minder andere Berfehrsmittel zur Erreichung seines Ziels weiter bemittelten Bevölkerung( gibt es so etwas noch heute?) benuzen fann. Außerdem müßte auch bei den Omnibuslinien als zmedlos und ungeeignet von der Hand zu weisen und die Umsteigeberechtigung eingeführt werden. Man sollte die Notwendgiteit des Eingreifens des Ministeriums Lillich und gut ist eine Vereinigung, die Sie selten finden. Unsere Fabrik, die mit über 2000 Arbeitern täglich ca. 5000 Paar Schuhe herstellt, garantiert für billigen Preis und gute Qualität. same Der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt weist nochmals auf den Nachschulungsturius für Wohlfahrtspflegerinnen hin, der von ihm im Seminar für Jugendwohlfahrt an der Hochschule für Politit in Berlin veranstaltet wird. Der Kursus dauert vier Monate und schließt mit einer Prüfung ab, die zur Erwerbung der staatlichen Anerkennung berechtigt. Der Beginn ist nunmehr endgültig auf den 22. November d. I. festgesezt. Für die Zulaffung zu dem Kursus wird nach ministeriellen Bestimmungen eine mindestens fünfjährige hauptberufliche und umfassende Tätigteit in der Wohlfahrtspflege gefordert. Wir empfehlen allen Fürsorgerinnen, bei denen diese Bedingungen erfüllt sind und die die staatliche Anerkennung nicht befigen, ihren Antrag auf Zulassung umgehend an den Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt E. B., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, einzusenden, da die Genehmigung der Anträge einige Zeit erfordert. Die Bildungsarbeit in den Bezirken. Ein Ausflug in die Sternenwelt. Ueber dieses intereffante Thema spricht am Mittwoch, den 4. November, abends 8 Uhr, in der Aula des Lyzeums in Spandau der Direktor der TreptowSternwarte, Dr. Archenhold, unter Vorführung von Lichtbildern. Eintrittsfarten zu 25 Pf. find schon bei Reez und in der Stadtbücherei erhältlich. Am Dienstag, den 3. November, abends 8 Uhr, veranstaltet das Boltsbildungsamt Kreuzberg im Bezirksamtsgebäude, Dordstr. 11, einen Bildungsabend, an dem Dr. Rudolf Schottländer über Plato( Einführung in die griechische Philosophie) sprechen wird. Bei genügender Beteiligung wird im Anschluß an den Vortrag ein arbeitsgemeinschaftlicher Kursus eingerichtet. Einlaßpreis 50 Pf.; für Mitglieder und Jugendliche 30 Bf. Karten sind im Boltsbildungsamt, Yordstraße 11, Zimmer 136, und an der Abendtaffe zu haben. Rettungskursus der Deutschen Lebens- Rettungs- Gesellschaft. Die im Sommer d. I. so überaus start besuchten Rettungskurse der DLRG. werden auch im Winter fortgesetzt. Die Teilnehmer Herren und Damen werden im Rettungsschwimmen ausgebildet und tönnen nach abgelegter Prüfung den Grundschein der DLRG. er werben. Der erste Rursus wird am 2., 9., 16., 23. und 30. November d. 3., abends 8 Uhr, im Stadtbad Friedrichshain, An der Schillingbrüde 2, abgehalten. Badeanzug ist mitzubringen. Kursusleiter Herr Emil Rausch. Meldungen nimmt die Bezirksleitung Berlin der DLRG., Herr Alfred Saffe, 3offener Str. 52, schriftlich unter Beifügung der Teilnehmergebühr von drei Mart entgegen. Prüfungsgebühr für Erteilung des GrundEintritt zur scheines und Rettungsschwimmabzeichens 1,50 m. Schwimmhalle frei. Bolkstanzkursus. Das Jugendamt des Bezirksamtes Köpenid beabsichtigt in diesem Winter einen Vollstangfurfus au veranstalten. Der Kursus soll so gestaltet werden, daß er sowohl Anfängern, die noch feine oder sehr wenige Voltstänge fennen. fowie Borgeschrittenen gerecht wird. Die Kosten werden sich auf etwa eine Mart bis eine Mart fünfzig Pfennige für den ganzen Kursus( zirla zehn Doppelstunden) pro Berion be laufen. Alle interessierten Jugendlichen werden gebeten, ihr Namen und Wohnung dem Jugendamt, Rathaus Zimmer 10, um gehend mitzuteilen, damit sie eine Einladung zu der Vorbesprechung erhalten fönnen. Ein vorteilhaftes Angebot! Damen- Halbschuh, ansprechende Paßform, gute Verarbeitung. Dam, Halbschuhe in Orig. 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Wilsnacker Str. 22 C, Rosenthaler Str. 14 N. Brunnenstr. 37 N, Danziger Str. 1 N, Friedrichstr. 130 N, Müllerstr. 3 Neukölln, Bergstr. 30/31 Potsdam, Brandenburger Str. 54/ Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 122/23 Der Finanzausgleich. Berlin gegen den augenblicklichen Berteilungsschlüffel. Der Preußische Landtag berät gegenwärtig das Preußische Aus. führungsgesetz zum Finanzausgleich. Der Gefeßentwurf will einen gewissen Ausgleich zwischen den wirtschaftlich und steuerlich leistungsträftigeten Städten und den notleidenden leistungsschwachen Gemeinden her. beiführen. Nach Ansicht des Deutschen Städtetages mit den in ihm vertretenen Großstädten geht aber diese Tende z weit über das finanziell berechtigte Maß hinaus. Nicht mit Unrecht wird in der augenblicklichen Verteilung, vor allen Dingen der Hauszinssteuer, eine ungeheure Benachteiligung der Großstädte zugunsten des flachen Landes gesehen. Schon dadurch, daß die landwirtschaftlichen Zwede dienenden Gebäude von der Zahlung der Hauszinssteuer ausgenommen sind, befindet sich das Land in einer verhältnismäßig viel günstigeren Situation als die Großstädte. Dieser Vorteil wird dadurch noch ganz ungewöhnlich verstärkt, daß für die Verteilung des Gemeindeanteils an der Hauszinsst euer das örtliche Aufkommen nicht maßgebend ist. Augenblicklich wird von dem für Verwaltungszwecke bestimmten Aufkommen an Hauszinssteuer nur ein Fünftel nach dem örtlichen Auffommen und der Rest nach ganz anderen Gesichtspunkten verteilt. Der Berliner Magistrat wendet sich in einer ausführlichen Denkschrift gegen die ungerechtigteiten des augenblidlichen Berteilungsschlüssels, in der er nachweist, daß Berlin infolge des jetzigen Verteilungsmodus gezwungen wird, seine eigenen Realsteuern ungebührlich hoch anzuspannen. Das jährliche Gesamtaufkommen an Hauszinssteuer beträgt in Preußen zurzeit rund 574 Millionen Mart. Davon bringt Berlin allein rund 40 Proz. mit rund 222 Millionen Mart auf. Diese Summen werden folgendermaßen verteilt: Die Hälfte wird für Wohnungsneubauzwede verwandt. Davon erhält der Staat 47,5 und die Stadt Berlin 63,4 Millionen Mart. Die andere Hälfte wird für allgemeine Finanzzwecke verwandt. Davon erhält der Staat 79,2 Millionen. Von dem Rest, der zur Verteilung an die Gemeinden bestimmt ist, entfallen schließlich auf Berlin ganze 13 Millionen Mart. Das ist in der Tat ein Verhältnis, das auf die Dauer ungerecht und unerträglich ist. Von den für den Staat reservierten Mitteln für Wohnungsneubauzwede wird außerdem in Berlin felber fein Pfennig verwandt. Es ergibt sich infolgedessen die Tatsache, daß bei dem Gesamtsteueraufkommen an Hauszinssteuer von 222 Millionen Marf ganze 76 Millionen, also nur der dritte Teil in Berlin verbleibt. Niemand wird behaupten fönnen, daß diese Art des Finanzausgleichs irgendwie zu rechtfertigen ist. Die Hauszinssteuer ist eine unmittelbare Belastung der gefamten Berliner Bevölkerung. Der ungewöhnlich hohe Ausfall, der zugunsten des flachen Landes und der agrarischen Provinzen Breußens vorgenommen wird, zwingt die Berliner Steuerzahler zu bedeutend höheren steuerlichen Aufwendungen. Berlin erhält von dem 700prozentigen Zuschlag für Neubauzwecke 279 und für Wohlfahrtszwede 80, zufammen alfo 359 Proz, d. h. über die Hälfte mehr Infolgedessen ist eine Stadt wie Potsdam in der Lage, die Gewerbesteuer auf 400 Broz. Ertragssteuer, 800 Prog. Lohnfummensteuer zu senken, die Hundesteuer und andere kommunale Steuern zu ganz niedrigen Sägen oder überhaupt nicht au erheben. Der Preußische Landtag wird nicht umhin fönnen, auf diese weit über das erträgliche Maß hinausgehenden Ungerechtig feiten zu achten, da von ihr genau so wie Berlin auch alle anderen Großstädte in gleich ungerechter Weise betroffen werden. Straßenbeleuchtung im Bezirk Köpenid. Der Magistrat hat die bisherige Gasverbrauchsmenge im Bezirk Köpenid weiter erhöht. Für die Straßenbeleuchtung ist damit eine Menge bon 735000 Rubitmeter freigegeben. Durch diese Zuweisung wird das Bezirksamt in die Lage versezt, die Straßen beleuchtung weiter zu verbessern. Der Verein für naturgemäße Heil- und Lebensweise zu Lübed beabsichtigt, im lommenden Jahre erholungsbedürftigen Stadtfindern auf einige Wochen Erbolung in wald- und seenreicher Gegend zu bieten. Minderbemittelte Eltern finderreicher Familien. wollen sich schon jetzt an die Geschäftsstelle des Vereins: Lubed, Braunstr. 22 wenden, worauf ihnen ein Frage bogen zugestellt werden wird. Den schriftlichen Anfragen find 20 Pf. für Borto 2c. beizufügen. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr Sigung im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. * Roch immer fehlen aus folgenden Abteilungen die Wahlrefultate: 52, 53, 55, 56, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 85, 102, 111, 112, 124, 126, 138, 141. Wir bitten bringend um fofortige Einsendung. * 1. Kreis Mitte. Montag, den 2. November, abends 72 Uhr, in den Musikerfälen, Raifer- Wilhelm- Str. 81, Rreismitgliederversammlung. Referent Emil Barth überarbeiterbewegung und ihre Kulturaufgaben". Material muß fofort von Richiefing, Acberstr. 1, abgeholt werden. 7. Streis Charlottenburg. Der Unterricht in der Lebenstunde für Kinder vom 10. Lebensjahre an findet jeden Montag und Freitag von 4-6 Uhr im Rinder im letzten Arbeiter- Jugendheim, Rofinenftr. 4, vorn 1 Tr., ftatt. Schuljahre erhalten den Vorbereitungsunterricht für die Jugendweihe. 9. Kreis Wilmersdorf. Frauengruppe: Sonnabend, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, im Turnerheim der Freien Turnerschaft, Württembergische, Ede Duffeldorfer Straße( unweit des Fehrbelliner Plages), gemütlicher Abend. Brogramm: Kurzer Bortrag über Jugendbewegung und Kinderfreunde". Referent Genoffe Goldenberg. Lieder zur Laute. Rezitationen. Boltsfänge. Raffeetochen( Ronfumtuchen ist zu haben). Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Heute, Sonnabend, den 31. Oftober: 79. bt. Schöneberg. Die Beifegung der Afche unferer verstorbenen Genoffin Luife Soffmann findet heute, Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, auf dem Städtischen Friedhof, Endtftraße, statt. Treffpunkt nachmittags 44 Uhr vor dem Friedhof. Jungfozialisten. Gruppe Schöneberg: Heute, Sonnabend, Fahrt nach Bittenberg. Treffpunkt nachmittags 3 Uhr spätestens am Anhalter Bahnhof. Morgen, Sonntag, den 1. November: Charlottenburg. 51. bt. Refichtigung der Betriebsanlagen der Konfumgenoffenschaft in Bichtenberg. Treffpunkt vormittags 9 Uhr am Bahnhof Westend. Gäfte willkommen. 58. Abt. Bormittags 9 Uhr Treffpunkt am Bahnhof Roo zur Besichtigung der Betriebsanlagen der Ronfumgenoffen. schaft in Lichtenberg. 91. Abt. Reukölln. Besichtigung der Betriebsanlagen der Ronsumgenoffen. fchaft. Treffpunkt vormittags 9 Uhr bei Röfter, Rarlsgartenftr. 4. Innasozialisten. Gruppe Charlottenburg: Fahrt nach Rahnsdorf. Treffpunkt 18 Uhr Bhf. Charlottenburg oder 9 Uhr Bhf. Rahnsdorf. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14, Sebaftianftr. 87/88. Sof 2 Tr. Reenaberg: Bernau- Fahrer Sonntag, den 1., vorm. 9% Uhr Stett. Vorortbhf. Fahrpreis 80 Pf. Reinidendorf: Bernau- Fahrer fahren Gonntag, ben 1., nachem. 12.16 Uhr ab Bbf. Gef. Königswusterhausen: Sonntag, den 1., nadm. 2 Uhr, Aufmarsch und Gründungsfeier im Alten Schühenhaus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Bappelallee 15. Bortrag des Herrn Curt Witthauer: Der Frieden der Kirche mit der Wiffenfchaft". Harmonium: Serenade( Sandn). Gäste willkommen. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 31. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Mabell. unb Segelfing- Berein 2ilienthal 1911. Sonntag. Ben 1. November, vormittags 10% Uhr, findet in den Rehbergen, Transvaal, Ede Geestraße, ein Wettbewerb für Gegelflugmodelle statt. Interessenten herzlich willkommen. Mitglieder und Freunde der republikanischen Parteien können an einem Ausbildungsfurfus für Redner unentgeltlich teilnehmen. Montags 8-11 Uhr abends im Alten Askanier"( fleines Zimmer), Anhaltstr. 11. Bund der Auslandsdeutschen, e. B. Die nächste Versammlung der Abteilung Rußland findet am Montag, den 2. November, abends 8 Uhr, in Haverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 35, ftatt. Die Mitglieder der Abteilungen England, Frankreich, Belgien und sonstiger Länder versammeln sich am Dienstag. den 3. November, abends 8 Uhr, in demselben Lokal. Nur Mitglieder haben Butritt. Arbetter- Radio- Klub, e. B., Ortsgruppe Charlottenburg. Treffpunkt aller merttätigen Funkfreunde Dienstag, den 8. November, abends 7% Uhr, im Reftaurant Thunad, Wielandstr. 4. Gäste willkommen. Berliner Esperanto- Bereinigung Dienstag, den 3. November, abends 8 Uhr, Cafe Rönigsfelt, Botsdamer Str. 128, Ronverfationsabend. Eintritt frei. Gäfte herzlich willkommen. Arbeitersport. Berliner Arbeiter- Schachklub. Die 4. Runde um die Berliner Meisterschaft, die am Gonnabend, den 31. Oftober, bei Ewald, Staliger Str. 126, ausgetragen wird, fent fich wie folgt aufammen: Grothe- Deutschmann, Eyber- Rauch, BogtSchwenke, Grunow- Gronau, Schaffarzid- Schildberg. Jm Nebenturnier: An MannschaftsSchwenafeuer- Linde, Schwenzer- Raputan, Banter- Seidel. Pämpfen finden am 1. Rovember, vormittags 10 Uhr, folgende Treffen ftatt: B- Gruppe: Gibben- Friedrichsfelde bei Sadbarth, Musbauer Str. 10; Norden gegen Humboldt bei Rath, Tegeler Str. 23; Güdwest- Nordring bei Schuldt, Mariendorfer Str. 5; Neukölln- Gesundbrunnen bei Benthin, Reuter, Ede Boddinstraße. 13. Bezirkskartell, Tempelhof. Am Sonnabenb, ben 31. Oktober, findet auf dem Fichte- Turnplak um 8 Uhr die Rartellvertretersigung ftatt: 1. Berichte. 2. Gaalfportfeft. B. Rartellangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Das Statistit material muß beftimmt abgeliefert werden. Arbeiter- Sportlarteen Groß- Berlin, Kartellbezirk 5( Friedrichshain). Nächste Kartelligung nicht Montag, den 2. November, sondern Montag, den 9. November, abends 7 Uhr, bei Mechler, Borhagener Str. 114. Bortrag des Genoffen Friedrich über Hauptausschuß und Deutsche Turnerschaft". Die Vorfizenden der Vereine und Abteilungen werden gebeten, ebenfalls zu erscheinen. Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 30. Oftober. 1. Rennen. 1. Duisi quafi( Hr. A. Jrmer), 2. Hildburg( Buhrmester), 3. Ellen( Bartnid). Toto: 18:10. Blat: 14, 43, 69: 10. Ferner liefen: Franlet, Konstanz, Die Lette, Weinbrand, Natal, Meisterstüd, Einsicht, Möglich, Niederländer. 2. Rennen. 1. My Darling( J. Mills), 2. The Kitty( H. Grube), 3. Karl Alexander( F. Schmidt). Zoto: 25: 10. Blat: 14, 16, 14:10. Ferner liefen: Marne, Dunajec, Meister B., Mailuft, Venus, Dichtung, Doris, Handschlag, Hellina, Katharina, Burmida, Kronpring I. 3. Rennen. 1. Importation( Ch. Mills), 2. Della( Großmann), 3. Höhensonne( Hedert). Toto: 29: 10. Plat: 23, 50, 32: 10. Ferner liefen: Ruba, Beter Harvester, Simplex, Flora Bingen, Altgold, Willy I, Fürst, Ludmill I, Heiderose B., Jeffries jun., Cotta, Blaumeise, Barmaid, Baron Zoo, Willy A., Bontresina, Fenelon, Tell. 4. Rennen. 1. Florentiner( S. Mills), 2. Gaffenmädel( Buhrmefter), 3. Nathan IV( Herm. Schleusener). Toto: 18:10. Blab: 14, 48, 18: 10. Ferner liesen: Margot I, Cadiac Arworthy, Altmart, Filmdiva, Precious Watts, Agworthy J., Lilac, Simbel, Bechfadel, Manfred. 5. Rennen. 1. Kerrigan jun.( H. Baade), 2. Terraria( Ch. Mills), 3. Mantua( Snöpnadel jun.). Toto: 34: 10. Plag: 14, 14, 24: 10. Ferner liefen: Rotula, Wintermärchen, Sharwelle, Heidefrau, Diana Watts, Morgenluft, Hettie, Mantua K., Draga Watts, Kletterrose, Duantität. 6. Rennen. 1. Stella Harf( Buhrmester), 2. Starneval( J. Mills), 3. Kittyschor( Senöpnadel jun.). Zoto: 31: 10. Blag: 13, 14, 26: 10. Ferner liefen: Erdmann, Marcel, Feuerwehr, Trotteur. 7. Rennen. 1. Erzellenz( W. Lenz), 2. Attorie( 3faloff), 8. Baron Livius, Mailönigin I, Erft. Wolfersom, Rammerfänger, Divisionär, Tudora, Baron Batts jun., Parillia D., Crassus, Wainsca, Jlona B., Konsul, Hauptmann, Duera, Unheil, Torrero. 8. Rennen. 1. Stapellmeister( Großmann), 2. Elfchen( Hermann Schleusener), 3. Alpenfer( M. Ringius). Toto: 35: 10. Blag: 17, 12: 10. Ferner liefen: Copal, Amorette, Dompfaff I. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funk- regantle( Saale). Toto: 207: 10. Blaz: 157, 43, 91:10. Ferner liefen: kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.50-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 6.50 Uhr abends: Abteilung Spiel und Sport Werner Kuntze: Rennrudern". 7.20 Uhr abends: Abteilung Esperanto( Direktor Julius Glück). 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 10. Veranstaltung. Die heroische Oper: Zur Feier des Geburtstages der Funkstunde. Iphigenie in Aulis, große Oper in drei Teilen von Christoph W. Gluck( in der Bearbeitung von Richard Wagner). Dirigent: Professor Dr. Max Urlus; Agamemnon: Cornelis Bronsgeest; Kalchas: Karl Braun; v. Schillings, Intendant der Berliner Staatsoper. Achilles: Jacques Arkas Dirk Magré; Klytemnestra: Frieda Leider; Iphigenie: Emmy Bettendorf; Artemis: Violetta Schadow. Fürsten und Heerführer der Griechen, Tessalier, Leibwache des Agamemnon, Frauen der Klytemnestra, Mädchen aus Aulis, Gefangene Frauen aus Lesbos, Priesterinnen der Artemis. Szene: Das griechische Lager am Strande von Aulis. Je 10 Minuten Pause nach dem I. und II. Teil. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Komet Freilauf" gehört in jedes Fahrrad! Unverwüftlich im Gebrauch! 292 Underberg Drecht Gegründet 1846. Semper idem Underberg Das Publikum, welches meine Ware kaufen will, verlangt nicht immer ausdrücklich ,, Underberg", sondern Boonekamp oder echten Boonekamp und glaubt, besonders im letzteren Falle, dass ihm dann mein Fabrikat ,, Underberg" geliefert werden müsse. Diese Auffassung ist irrig. Das Wort ,, Boonekamp" ist Freizeichen und kann deshalb von Jedermann gebraucht werden. Darum bringe ich seit dem 14. Oktober 1916 mein Fabrikat, dessen Zusammensetzung streng gewahrtes Geheimnis meiner Firma ist, nur noch unter der Warenbezeichnung Underberg in den Verkehr. Die Warenbezeichnung„ Underberg" und der Wahlspruch ,, Semper idem" sind mir gesetzlich geschützt. Unter diesen Bezeichnungen darf daher nur mein Fabrikat feilgeboten oder verkauft werden. Ausserdem sind mir auch Ausstattung, Etikett und Vignette meines Fabrikats( vergl. nebenstehende Abbildung) geschützt, und zwar sowohl in ihrer Gesamtheit, wie in den charakteristischen Einzelheiten. Die Fabrikation des„ Underberg", welcher aus den edelsten Kräutern und feinstem Weinsprit hergestellt wird, erfordert viele Monate. Derselbe ist deshalb nicht mit anderen Bitterfabrikaten, speziell mit solchen, welche aus Essenzen hergestellt und in 1-2 Tagen trinkfertig sind, zu vergleichen.„ Underberg" bildet eine Klasse für sich. Sein Wert liegt in der einzig dastehenden, anerkannt vorzüglichen Qualität, die seit der Gründung im Jahre 1846 stets dieselbe geblieben ist, getreu seinem Wahlspruch Semper idem Bei Magenverstimmungen und Verdauungsstörungen hat sich ,, Underberg" seit beinahe 80 Jahren als wirksamstes Hausmittel bewährt.„ Underberg" sollte in keiner Familie fehlen. Man verlange stets ausdrücklich ,, Underberg". H. Underberg- Albrecht in RHEINBERG( Rhld.) Lager: Berlin SW 48, Friedrichstr. 237. Telephon: Lützow 3073. Gegründet 1846. Nr. 515+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Auslandsanleihen der Städte und die Arbeiter. In der Deffentlichkeit wird gegenwärtig ein Feldzug gegen Städteanleihen im Auslande geführt, dem die Arbeiterschaft nicht mehr ruhig zusehen darf. Solange die Unternehmerschaft allein diese Kampagne führte, die hinter jeder Stadtanleihe entweder ein Mittel zu fommunaler Verschwendung" oder eine unerwünschte Konkurrenz auf dem ausländischen Kapitalmarkt sieht, konnte man die Entscheidung des Streites ruhig dem ausländischen Kreditgeber überlassen, der für die zweckmäßige Anlage seines Geldes ein besserer Richter ist als der nur einseitig interessierte deutsche Unternehmer. Auch daß die Staatsbehörden von ihrem Aufsichtsrecht den Kommunen gegenüber Gebrauch machten und Auslandsanleihen der Städte der Genehmigungspflicht unterstellten, konnte noch angehen. Die Sache wird aber hochbedenklich menn, wie es geschehen ist, der Reichsbantpräsident sowohl als angesehene Wissenschafter, wie z. B. Universitätsprofessor Mombert, in die Debatte zugunsten der grundsäglichen Einschränkung der Städteanleihen im Ausland eingreifen und die 3wedmäßigkeit fommunaler Anleihen nur als seltene Ausnahmen" gelten lassen wollen. Wegen der Bordringlichkeit der Befriedigung des industriellen Kreditbedarfs zieht Prof. Mombert( Deutsche Bergwertszeitung" 27. Oftober) sogar den Schluß, daß die Konfurrenz der öffentlichen Körperschaften mit aller Energie ausgeschaltet werden muß. Die scharfe Stellungnahme Dr. Schachts gegen kommunale Auslands. anleihen furz vor seiner Amerikareise ist bekannt. Das Reichsfinanzministerium hat in einem Kommuniqué sich neuerdings der scharfen grundsäßlichen Ablehnung von kommunalen Auslandskrediten angeschlossen, weil sich der Nachweis der Produk tivität städtischer Auslandsanleihen nur in ganz besonderen Ausnahmefällen erbringen lassen werde. Damit ist von den höchsten Autoritäten und der Staatsgewalt selbst das Verdikt über Sta dtanleihen im Ausland gesprochen, und die Arbeiterschaft hat zu prüfen, ob diese Behinderung der freien Konkurrenz der Städte auf dem ausländischen Kapitalmarkt nicht ihre Interessen Derlegt. Was die Arbeiterschaft für sich in Anspruch nehmen muß, ist, daß der Volkshaushalt der arbeitenden Massen nicht zum Aschenbrödel der Industrie gemacht wird. Der Begriff der volkswirtschaftlichen Produktivität ist nicht nach der höchstmöglichen Rente des Geldkapitals, sondern nach der Wohlfeilheit, Reichlichkeit und Güte der Bedarfsdeckung zu bestimmen. Wenn die Aufnahme von Schulden produktiv genannt werden soll, so genügt nicht, daß man auf die Kauffraftsteigerung des Geldfapitals achtet, das in den Betrieben der Privatkapitalisten arbeitet. Genau dieselbe Produktivität liegt vor, wenn die Kauftraft der Konsumentenmassen für die verdienten Löhne und Gehälter gesteigert wird. Soweit der Staat und die Städte eigene Industrie und Berkehrsbetriebe haben, find sie allgemeine Zusazbetriebe der nationalen Erzeugungswirtschaft. Es ist absolut nicht einzusehen, weshalb die Produktivität dieser staatlichen, und gemeindlichen Zusatzbetriebe unter anderen Gesichtspunkten beurteilt werden soll als diejenige der privatkapitalistischen Einzelbetriebe; vorausgesett natürlich, daß diese staatlichen und gemeindlichen Induftriebetriebe nach dem Gesichtspuntt gefunder. Er. Der Bau foftet 50 Millionen. Die gleiche Leistung wie die der Rummelsburg- Werte durch Ausbau der zerstreut liegenden 22 städtischen Werke zu erzielen, würde 75 Millionen fosten. Zur Versorgung Berlins ist die Mehrerzeugung aber absolut nötig. Die Kapitalerspar fönnen, muß dieser Betrag in der ganzen Summe erreichbar nis beträgt also 25 millionen. 11 m sie erzielen zu sein. Das ist nur im Ausland möglich. Liefert Rummelsburg mit, so ist mit einer Strompreissenfung von mindestens einem Pfennig pro Kilowattstunde zu rechnen. Rummelsburg wird nun wenigstens 600 Millionen, fann aber leicht 1 Milliarde Kilowatt liefern. Die unmittelbare Ersparnis Millionen Mark jährlich betragen. an Industrie- und Haushaltstoften wird also zwischen 6 und 10 * Sonnabend, 31. Oktober 1925 direkte Lieferungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse an verschiedene Beamtenfategorien. Der Reichslandbund hat zwar dem Konzern während der Liquidation verschiedentlich da hrlehnsweise kleine Vorschüsse gegeben, will aber organisatorisch mit dieser Gruppe nichts mehr zu tun haben. Vom Konkurs wird also ein größerer Teil der noch zum Landbund gehörenden Genossenschaften nicht berührt. Dement sprechend dürften auch die Verhandlungen über die Uebertragung ber noch zum Landbund gehörenden Genossenschaften an den Reichsverband( Offenbacher Verband) durch diese Konkurseröffnung faum beeinflußt werden. Großhandelsinder. Die auf den Stichtag des 28. Oftober berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegen über dem Stande vom 21. Oftober( 123,3) um 0,6 Proz. auf 122,5 zurüdgegangen, Gesunken find die Preise für Roggen, Gerste, Hafer, Butter, Schmalz, Zucker, Rindfleisch, Milch, Rinds. häute, Kalbfelle, Treibriemenleder und Baumwolle. Höher lagen die Preise für Weizen, Kartoffeln, Schweinefleisch, Sped, Hopfen, Baumwollgarn, Rohjute, Jutegarn, Wolle und die meisten Nichteisenmetalle. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugniffe von 117,7 auf 116,1 oder um 1,4 Broz. nach gegeben, während die Industrie stoffe von 133,8 auf 134,6 oder um 0,6 Proz. anzogen. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn durch die Schuldenaufnahme der Städte die Kaufkraft des in den Industriebetrieben arbeitenden Geldkapitals und der in den Haushaltungen der Konsumentenmassen verbrauchten Löhne und Gehälter verringert würde. Das fönnte aber nur eintreten, wenn die Pflicht zur Balancierung des Etats der Verwaltungen und das Ertragsprinzip der städtischen Betriebe verlegt würde. Erst dann läge volkswirtschaftsschädliche Schuldenwirtschaft vor. Dann würde die Schuldenaufnahme näm lich die Berwegnahme zu fünftiger Steuern und zu fünfschaft. Gegenüber dem Stande nom 31. Dezember 1924 von rund tiger Betriebserträge zur Dedung gegenwärtiger Defizite und Verluste bedeuten. Gerade das aber fann man nicht den deutschen Städten, sondern muß man der pripattapitalistischen Wirtschaft zum Vorwurf machen. Schulden zur Beseitigung tatsächlicher oder drohender Verluste aufzunehmen, war nämlich das Prinzip der Privatwirtschaft während der ganzen Inflation. Vor allem aber war es das Prinzip der Privatwirtschaft bei der Aufnahme ausländischer Kredite während der vielen Monate seit dem Abschluß der Dames- Berträge, in denen die Kommunen in Amerika 3. B. überhaupt keine Gnade fanden, sondern nur die deutsche Industrie. Die heutige furchtbare Betriebskapitalnot der Industrie und der Landwirtschaft ist ja erst die Folge des Mißbrauchs der Kreditwirtschaft: bei der Industrie durch die fehlerhafte furz. fristige Auslandsverschuldung, bei der Landwirtschaft durch die kurzfristige Staatsverschuldung, die beide eine B Berschwendung im volkswirtschaftlichen Sinne maren, weil sie durch die hohen Binslasten die Kauftraft des in den Betrieben arbeitenden Geldkapitals verringerten, ohne den Absatz selbst nur im geringsten steigern zu fönnen. Im Gegenteil, der Abjay, im Inland sowohl wie im Ausland, wurde vielmehr systematisch durch diese verschwenderische Pump- und Kellerwechselwirtschaft gefenkt, weil die Industrie und die Landwirtschaft ihre durch die 3inslasten erhöhten Koften in höheren Breisen hereinzuholen suchten, was ja schließlich in den Schutzöllen seinen Ausdrud gefunden und heute zum Bossenspiel der Lutherschen Preissenkungsattion geführt hat. Verfünffachter Pfandbriefumlauf der Preußischen Zentralstadt4,6 Millionen Goldpfandbriefen betrug der Gesamtgoldpfandbriefumlauf am 27. Oftober 1925 rund 22% Millionen Goldmart. Die Verwaltung weist insbesondere darauf hin, daß sämtliche Goldpfandbriefe als dauernde Kapitalsanlage fest unter gebracht sind und daß ferner die der Preußischen Zentralstadtfchaft angeschlossenen Stadtschaften von Brandenburg, GrenzmarkPosen, Westpreußen, Hannover, Ostpreußen und Pommern( das Berliner Pfandbriefamt, auch Berliner Stadtschaft genannt, gehört dem Verband also nicht an) fagungsgemäß nur Hausgrundstücke beleihen dürfen. Industriell genugte Grundstücke sind von der Beleihung ausgeschlossen. Die Beleihung selbst erfolgt bei Vorkriegsbauten nur bis in Höhe von 15 Broz., in selte nen Fällen bis 20 Broz. des ermittelten Vorkriegsbeleihungswertes und bei Neubauten bis zu 30 Proz., bei ausgemacht guten Objekten bis zu 40 Proz. des Borkriegsbeleihungswertes, bei Siedlungen und dergleichen bis 50 Proz., jedoch dann nur mit Bürgschaft der Liegenschaftsgemeinde. Schon aus der Durchschnittshöhe der ausgeliehenen Hypotheken. beispielsweise von rund 12 000 Goldmark bei der StadtSchaft der Provinz Brandenburg, geht hervor, daß die Beleihung eine äußerst vorsichtige ist und große Objekte so gut wie gar nicht in Frage fommen. Eine Aushändigung der Pfandbriefe an die Hypothekenschuldner erfolgt nur in vereinzelten Fällen in fleinen Beträgen, und zwar im allgemeinen nur unter der Bedingung, daß der etwa spätere Verkauf dieser Goldpfandbriefe durch die Preußische Zentralstadtschaft zu erfolgen hat, so daß diese jederzeit einen Ueberentsprechend auch in der Lage sein wird, den Kurs gleichmäßig zu blick über das Material hat, das an den Markt kommt und demregulieren und hierbei das herauskommende Material aufzunehmen. Weitere Schwierigkeiten in der Automobilindustrie. Die Lage in der Automobilindustrie hat sich weiterhin verschlechtert. Zu den schon längere Zeit bestehenden Zahlungsschwierigkeiten bei den Adler Werten, Frankfurt und der Hiller Automobil werten A.-G.( Ego- Werte), find Zahlungsschwierigkeiten bei der tragswirtschaft bewirtschaftet werden. Soweit die Schulden. ia, in der Industrie zum mindesten ist das Bertrauen in den Segen Audiwerte A. G. 3midau gefomumen aufnahme der gemeinwirtschaftlichen Betriebe dazu führt, daß die Billigkeit und Güte der von ihnen mit den Krediten erzeugten Waren( z. B. Berkehrsdienste, Strom, Wasser, Gas usw.) eine Rauftrafisteigerung der damit versorgten Privatindustrie bedeutet, soweit steht ihre voltswirtschaftliche Produktivität außer Zweifel. Das gilt heute, wo die gesamte deutsche Privatindustrie mitu kohen Kosten arbeitet, ganz besonders. Da gleichzeitig die stadtisten und gemeinwirtschaftlichen Unternehmungen im Ausland einen viel besseren Kredit haben als die Privatwirt schaft, würde es geradezu eine volkswirtschaftliche Torheit bedeuten, durch systematische Drosselung der städtischen Kreditauf. nahmen jene Produktionsverbilligung in der Privatindustrie zu verhindern, die der Ausbau der städtischen Betriebe der privaten Industrie zu verfchaffen vermag. Kauffraft und Werkstarife. Soweit die Schuldenaufnahme städtischer Betriebe aber durch Berbilligung und Verbesserung der in die privaten Haushaltungen geleiteten Strom, Wasser und Gaslieferungen usw. eine Rauftraftsteigerung der Konsumentenmassen herbeiführt, soweit können die Konsumenten an Produkten der privattapitalistischen Industrie mehr taufen. Die Aufnahmefähigkeit des Inlandes für Industrie- und Agrarprodukte wird gestärkt, der heutige Leerlauf der Industrie wird verringert, die allgemeinen Betriebs und Geschäftsuntasten werden pro Einheit des Produkts gesenkt, die sogenannte Betriebsmittelnot wird geringer. So steht die volkswirtschaftliche Produktivität der Schuldenaufnahme von städtischen Betrieben, wo sie der Kauftraftsteigerung der Konsumentenmaffen dient, ebenfalls außer allem 3 weifel. Und meil es für die deutsche Industrie heute, abgesehen von der notwen digen innerbetrieblichen Rationalisierung, ausschließlich auf die Ab. fabsteigerung anfommt, weil sie mit Produktionsmitteln ohnehin übersetzt ist, würde es eine volkswirtschaftliche Torheit sondergleichen sein, diese Kauftraftsteigerung durch die Abdrosselung städtischer Betriebsanleihen zu verhindern. Ein Beispiel aus der Praxis. Der von Groß- Berlin geplante Bau der Werke Rummels. burg erlaubt den Beweis der volkswirtschaftlichen Zweckmäßigkeit Jolcher Anleihen auch zahlenmäßig zu führen. Wie bei den meisten derartigen Fällen handelt es sich um eine Ueberlastung mit Schulden, die in Erwartung einer Glanzkonjunktur durch die AutoNun ist es zwar wahr, die Industrie und die Landwirtschaft haben aus ihren Torheiten gelernt. Man will jetzt langfristige Kredite zur Rationalisierung der Industrie- und Bodenwirtschaft, man ist auch, nach dem Fiasko der Exportforcierung, der Stärkung des Inlandmarktes nicht mehr fremd; der Schutzzölle tief erschüttert. So tann auch die Arbeiterschaft hoffen, daß die kommenden langfristigen Auslandskredite der Industrie und der Landwirtschaft eine vernünftigere Verwendung fin- zölle zur Erweiterung der Produktion aufgenommen worden sind. den werden als furzfristigen früheren. Sie hat deshalb gar fein Interesse, sich gegen die Auslandsanleihen der Industrie im geringsten zu wehren. Im Gegenteil, wenn es dem Reichsbant präsidenten Dr. Schacht in Amerika gelingen würde, die schwere Gefahr der kurzfristigen Auslandskredite durch Umwandlung in langfristige zu bannen und für Industrie und Landwirtschaft große Solidarhaftanleihen vorzubereiten, so wird die Arbeiterschaft das sehr warm begrüßen. Auch von der Daimler Motorengesellschaft- Stutt gart, die schon von Juli bis August über 1500 Mann ihrer 4500föpfigen Belegschaft entlassen hatte, wird. für die Werke in Unter dürtheim und Gindelfingen eine weitere Betriebseinschränkung gemeldet. In der nächsten Zeit soll die Entlassung von einigen Hundert Mann bevorstehen. Der Fall Daimler, wo gerade die Betriebe zum Bau der leichten Serienwagen eingeschränkt werden müssen, ist typisch für die gegenwärtige Lage. Die Glanzfonjunktur für die leichten Wagen wurde erwartet, meil die Autozölle dafür gegenüber den Vertragszollfäßen der Borkriegszeit um das 16fache erhöht wurden. Heute zeigt sich in der gesamten Automobilindustrie die Erwartung auf die tonjuntturanfeuernde Wir. tung der 3ölle als die Ursache der schwersten Erschüt terung, die die Automobilindustrie jemals zu verzeichnen hatte. Aufs schärfste wird sie sich aber zur Wehr zu sehen haben, wenn die Stadtanleihen im Auslande grundsäßlich gedrosselt werden sollen, wie es heute die Absicht ist. Die Steigerung der Kauftraft ihrer Löhne und Gehälter durch Verbilligung der städtischen Warenund Verkehrsdienste erleichtert der Arbeiterschaft den Lohnfampf Zollwirkungen in der Margarineindustrie die Ministerien und verstärkt ihre Beschäftigungsmöglichkeit in der Industrie. Für die Industrie werden die Kosten gesenkt und haben Zeit. Am 18. und 19. Oftober meilte in Berlin eine größere der Absatz erweitert. Die Industrie kommt aber auch nicht teurer Bertretung der Arbeiterschaft der Margarinefabrifen des Niederrheins, die durch die Zollgesetzgebung, insbesondere an die Kredite als die Städte. Die private Industrie erhält gegenden Zoll auf sterilisierte Milch, zu Tausenden in ihrer Eristenz wärtig nur weniger und teurere Auslandskredite, weil sie nach den unmittelbar bedroht ist. Im Beisein einiger Vertreter ihrer geErfahrungen mit Stinnes und Stumm weniger treditwürdig wertschaftlichen Spigen organisationen suchten sie und infolge der ganz allgemeinen Illiquidität auch weniger tre dit bei dem preußischen Landwirtschaftsministerium eine direkte Interfähig ist. Diese Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit zu ver vention zu erreichen. Diese Regierungsstelle erklärte fich jedoch für bessern ist Sache der Industrie. Sie kann sie verbessern, indem sie unzuständig und verwies die Erschienenen an das Reichsfinanzalten Schulden zahlt, neue Schulden nur unter minifterium, wo das Reichsministerium für Ernährung und Landihre wirtschaft für zuständig gepriesen wurde. Um nicht weiter das Garantie der Zinszahlung, d. h. durch gründliche Sanierung beliebte Ballspiel mit sich fortsetzen zu laffen, tamen die Vertreter der Betriebe( auch durch Kapitalherablegungen) aufnimmt und vor der gewerkschaftlichen Spizenorganisationen überein, die Sache dem allem an die Stärkung des Inlandmarktes durch Preisgabe der vergulegt genannten Reichsministerium schriftlich vorzustellen und rückten Schutzzollpolitik und durch Senfung der Preise denkt. Das ersuchten gleichzeitig um eine Besprechung, zu der auch alle anderen alles aber durch den Ausschluß der Städtefonkurrenz auf dem aus beteiligten Ministerien einzuladen seien. Selbstverständlich wurde ländischen Kapitalmartt bewerkstelligen zu wollen, dieses Streben der überaus dringliche Charakter der Sache sehr deutlich betont, da muß auch den schärfsten Widerstand der Arbeiterschaft die Dinge fo liegen, daß tatsächlich jeden Tag 4000 bis 5000 Arbeiter Andere Beschäfti finden, für die eine Drosselung der Städteanleihen Niederhaltung und Angestellte auf die Straße fliegen können. dem Reichsernährungsministerium unter dem 20. Oftober zuge und Schwächung ihrer Rauftraft und Vermehrung der Arbeitsgungsmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Die schriftliche Eingabe ist losigkeit bedeuten fann. gangen, ist also bestimmt am 21. Oftober in seinem Besiz gewesen. Bis heute aber hat dieses Ministerium teine 3eit gehabt, weder die beantragte Besprechung anzuordnen noch eine Ant. mort zu erteilen. Es handelt sich freilich nur um die Interessen von einigen tausend Arbeitern. Wären es ein Dutzend Agrarier, so würde man sich natürlich mehr beeilen! reich des Reichslandbundes ausschied, mit der ausgesprochenen Ab. Landbundgenossenschaften im Konkurs. Der Ende 1923 gegründete Konzern deutscher Bandbundge- sich, sich auf rein wirtschaftlicher Basis zusammenzufinden und sich von nossenschaften, eingetr. Genossenschaft m. b. Haftpflicht, der etwa politischen Tendenzen frei zu machen. Den Vorsiz im Aufsichtsrat 10 genossenschaftliche Provinzial. bzw. Landes. führte Herr von Razmer, der Vorsitzende der Niederlaufizer verbände und eine Anzahl von Einzelmitgliedern umfaßt, hat Landbundgenossenschaft in Kottbus, der in letzter Zeit in anderem gestern Ronkurs angemeldet. Bereits vor enigen Tagen hatten die Busammenhange viel in der Deffentlichkeit genannt wurde. Die Ursache des Konkurses ist nicht in augenblicklicher Zahlungsunfähig mit der Liquidation des Konzerns beauftragten Herren Bollmer und feit, sondern in einer allgemeinen Ueberschuldung des Rechtsanwalt Dr. vom Berg an sämtliche Mitglieder des Aufsichts. Konzerns zu suchen, da ein Teil der Genoffen in Ronturs gegangen Aufsichtsfeit, rates und des Konzerns ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: ist. So schuldet allein die Landbundgenossenschaft Aurich, über die Wir teilen Ihnen hierdurch mit, daß wir wegen Zahlungs- vor einiger Zeit der Konkurs eröffnet wurde, dem Konzern 60 000 m. unfähigkeit das Konfursverfahren für den Konzern deutscher LandDie gesamten Passiven des Konzerns dürften 200 000 m. nicht über bundgenossenschaften in Liquidation am 30. d. M. beantragen steigen. Es ist damit zu rechnen, daß bei dem Konkurs alle Gläubiger werden, da wir in Kürze Zahlungsverpflichtungen in Höhe von voll befriedigt werden, da die Haftsummen der verschiedenen etwa 7000 m. haben, die wir nicht mehr erfüllen können. Es ist außerdem auch leberschuldung eingetreten, da Genoffen die Passiven um ein Mehrfaches übersteigen. Diese Haft fich in legter Zeit herausgestellt hat, daß ein Teil unserer Außen- fummen fönnen aber er ft jest nach Eröffnung des Ron. stände nicht eintreibbar sind. turses herangezogen werden. Es war nicht möglich, die einzelnen Genoffen zu einer freiwilligen Hilfe für den Konzern zu veranlaffen. Außer der oben genannten Landbundgenossenschaft in Aurich hat auch die vor längerer Zeit in Konkurs gegangene Geneffenschaft Selbsthilfe in Berlin wesentlicht zur Erhöhung der Schwierigkeiten beigetragen. Die Selbsthilfe betätigte sich durch Auch die von uns geführten langwierigen Berhandlungen, von welchen wir den Eingang größerer Mittel erwarteten, haben mir als undurchführbar abbrechen müssen." Es handelt sich bei diesem Ronkurs um eine Gruppe von Land. bundgenoffenschaften, die vor etwa 2 Jahren aus dem Einflußbe 12% Proz. Aufwerfung bei Sparkassen. Die erste Berordnung über die Aufwertung der Sparguthaben bei öffentlichen und unter getommen( Seite 151, Gefeßsammlung, Ausgabedatum vom 29. Of. Staatsaufsicht stehenden Spartassen in Preußen ist nunmehr heraus tober 1925). Die Berordnung sieht einen Aufwertungssag von 12% Broz. vor. Ein niedrigerer Betrag ist unzulässig. Gegen Mißffände bei der Einfuhr von Früchten mendet fich eine Eingabe des Reichsverbandes Deutscher Fruchtgroßhändler an den Reichsernährungsminister. Die Eingabe weist darauf hin, daß auf den Hamburger Früchteauktionen eine normale Preis. bildung ausgeschlossen sei, weil sie von einem Händlerring gemacht wird, der in zwei Organisationen zusammen geschloffen ist, nach deren Berkaufsbedingungen die Abschlüsse erfolgen. Nicht zugelaffene Räufer müssen sich der Vermittlung ber zugelaffenen bedienen. Zu den Verkaufsbedingungen gehört die Berpflichtung, nur in englischer Währung zu ver. laufen. Der Reichsernährungsminister hat Abhilfe zugefagt. Der Stinnes- Konzern verkauft seinen Wiener Befih. Die Anteile der Hugo Stinnes 2.-G. für Südosthandel und-industrie in Wien sind zum größten Teil an den Mannheimer Metallindustrieff Dr. 2. Netter verkauft worden. Scheidemann als Zeuge. notice ,, Das Gift der Dolchstoßlüge". Wir mußten ein bantrottes Syffem liquidieren und waren fozusagen Gerichtsvollzieher geworden. Krieg im Sinne eines Annegionsfrieges geführt werden solle. Als das Telegramm des Freiherrn v. dem Bussche über die Lage an der Westfront eintraf, seien die Sozialdemokraten ernstlich bestürzt gewesen. Dem Sozialdemokraten Konrad Haenisch seien die Tränen ausgebrochen. Der Beuge versicherte, er könne der Mehrheitssozialdemokratie nur ein ehrendes Zeugnis ausstellen. Sie habe treu bis zum letzten Augenblick die Pflicht der Im Dolchftoßprozeß schildert Scheldemann als Beuge weiter die| vor der Frage, was wir in diesem Unglüd unseres Baterlandes tun Baterlandsverteidigung hochgehalten. Dieses Ehrenzeugnis tönne Borgänge gegen Ende des Krieges. Das Wasser ging uns bis an den fönnten. Hals. Die Truppen waren im höchsten Grade unwillig, und im Lande hatten wir nichts zu effen. In allen diesen Fragen ist nicht nur das Bolt, sondern auch der Reichstag von den Berfrefern der Regierung belogen worden. Wir sind aber nicht nur belogen worden in der Angelegenheit der päpstlichen Friedens permittlung, sondern auch über den Berlauf des Krieges. Das begann schon bei der Marneschlacht. Diese Lügen wurden aber auch nach Schluß des Krieges noch fortgefeßt. Ins. besondere murde behauptet, daß die Truppen vollständig infiziert waren, daß repolutioniert und geputicht morden sei. Dem ſtehen zahlreiche Aeußerungen und Dokumente hervorragender Berfönlichkeiten entgegen. Es sei zu erinnern an bas Telegram in Hindenburgs und Ludendorffs, worin sie nach Berlin die Forderung des Waffenstillstandes richteten. Es hieß darin: Noch steht das deutsche Heer fest und gefügt und wehrt siegreich alle Angriffe ab!" Kein Wort also von reolutionärer Untermühlung und von Dolch stoß. Weiter schilderte dann der Zeuge die Vorgänge in Kiel im Anfang November 1919. An die Sozialdemokratische Partei war von Kiel die Aufforderung eingetroffen, einen Bertreter der Reichs tagsmehrheit zu schicken. Der Zeuge wiederholt hier im großen und ganzen die Darstellung des Zeugen Noste, dessen Absendung der Zeuge damals vorgeschlagen hat. Scheidemann führte weiter aus: Noste telegraphierte mir, wie die Dinge stonden. An der Spize der Forderungen stand: 1. Weg mit Wilhelm. 2. 2m nestie. Die Leute sahen also ein, daß das, was sie getan hatten, unrecht war. Noste fagte mir telephonisch, wenn das Kabinett teine Ronzeffionen mache, dann glaube er die Situation nicht retten zu tönnen. Am 6. November teilte er mit, er glaube an eine Wiederherstellung der Ordnung, wenn die Konzessionen gemacht mürden. Die Dinge lagen alfo in Riel nicht so toll, wie sie nach träglich hingestellt wurden. Die Flottenmeuferei war nach meiner Meinung entffanden nicht deshalb, well die Flotte, fondern weil die Leitung der Flotte gemeutert hat, und zwar gegen die Reichsregie. rung. Hindenburg und Ludendorff hatten doch nach Berlin die Forderung des affenstillstandes geschickt. In demselben fortsetzen. Es wäre dann jede Bitte um Waffenstillstand abgelehnt Augenblick fonnte man doch nicht an einer anderen Stelle ben Krieg worden. Unserem Heere wäre dann das Schlimmste angetan wor den, daß es die weiße Flagge hätte ziehen müssen. Es mar nicht unsinnig, was sich die Matrosen sagten, daß nämlich die Flotte zu einem letzten Schlag ausholen sollte. Das, woran wir zugrunde gegangen find, war die Aushungerung und Ausbeutung des deutschen Bolles und ein von der Uebermacht der Gegner erdrüdtes Heer. Es ist im Mrozek behauptet worden, daß bezüglich der Abdankung des Raisers von seiten der Sozialdemokraten ein Ultimatum geftellt worden sei, das gedroht hatte, im Nicht erfüllungsfalle würde auf die Straße gegangen werden. Die Sozial demokraten hatten am 17. Nopember allerdings ein Ultimatum ge stellt, das die Abdentung des Kaisers forderte. Für den Fall der Nichterfüllung dieses Ultimatums murde angefündigt, daß die Sozialdemokraten aus der Reichsregierung austreten würden. Von einer Drohung, auf die Straße zu gehen, war feine Rede. Im Gegenteil erließ die Parteileitung eine neue Mahnung an die Bevölkerung, Rube und Besoonnenheit zu wahren. Am 9. November murde die Mitteilung verbreitet, daß der Kaiser zurüdgetreten fei. Prinz Mar von Baden, der auch fortoefekt beschimpft wird und der einer der anständigsten und gebildetften Menschen ist, die ich je tennen gelernt habe, faote au Ebert:„ Wenn überhaupt noch jemand uns in diefer Situation vor dem Schlimmsten bewahren tann, it es 3hre Bartei; denn fie hat die beffe Organisation und den größten Einfluß." Ebert hatte Bedenfen und meinte, er müffe erft feine Freunde fragen. Ich erflärte ihm, bnk das Unfinn sei und dah es feine Reit zu verlieren celte. Behn Minuten später übernahm er die Leitung. In seiner Broflamation erflärte Ebert, daß er im Begriffe fei, die neue Regierung im Einvernehmen mit den Parteien zu bilden. Es ist das eine merkwürdige Art von Revolution, die sich hier zutrug: Die lehte verfassungemäßige Gewalt bittet die Sozialdemofraten, fie mögen den Laden übernehmen. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Deutschland überhauptfeine Revolution gehabt hat. Wenn mir eine Revolution gehabt hätten, märe es unmöglich, daß heute Zeitungen gebrudt werden, in denen wir als Landesperräter beschimpft werden. Wenn es eine Revolution gewesen wäre, hätten wir nach russischem Muster Derfahren müssen, die Zeitungen verbieten und die Nationalisten überhaupt aufhängen müssen, wofür allerdings der Hanf zu schade gewesen wäre. Wir sind ehrliche Demotraten. Ich habe nicht den Ehrgeiz gehabt, Führer der Revolution gewesen zu sein. Ich schwöre die Revolution aber auch nicht ab. Wir haben so rasch wie möglich die Einberufung der Nationalversamm Iung herbeigeführt. Auch die Leute, die später auf uns geschimpft haben, wissen genau, daß fie uns Dant schulden. Das Schidjal Deutschlands lag in den schwierigen Zeiten, wo man gegen die Bolschewisten anfämpfen mußte, in den Händen von drei Männern. Benn Ebert, Landsberg und ich ausgerückt wären, fäßen heute Liebknecht und seine russischen Freunde in Berlin, dann wäre Deutschland ein Broving Don Rußland. Bir perlangen nur, daß man uns Gerechtigkeit widerfahren läßt. Wir haben feine damaligen Staatsleitung und getragen von dem eigenen Bewußtsein bolichemisierten Massen unter Führung der Kommunisten die Herr Der Zeuge erinnert an die schwierige Situation, die entstand, als die bolichemisierten Massen unter Führung der Kommunisten die Herr schaft in Berlin an sich reißen wolten. Wir hatten niemanden hinter uns; das tapfere Bürgertum war ja in die maufe löcher getrochen. Der letzte Deutschnationale, den man gesehen hatte, war Graf West ar p, der uns um einen Schein gebeten hatte, der ihm seine persönliche Sicherheit verbürgen sollte. Als dann später die Berhältnisse geordnet waren und die Nationalversamm lung einberufen wurde, da betamen diese Herrschaften wieder Mut. Der Zeuge faßte schließlich seine Ausführungen dahin zusammen: Das Dolchstoßmärchen ist das schlimmffe Gift, an dem Deutschland noch tranft. Jn Wahrheit ist Deutschland zusammengebrochen, weil feine militärische und politische Führung in der fchlimmsten Zeit verjagt hat. Die deutsche Front wurde schwächer, je mehr die Gegner erstartten. Unsere Sage war so, daß auch der Münchener Berein zur raschen Belämpfung Englands uns nicht mehr retten fonnte. Ich bilde mir nicht em, baß burd) diese Brozeßverhandlungen die Atmosphäre gereinigt wird, aber sie geben doch Mittel an die Hand, um diese Entwicklung vorzubereiten. Profeffor Cohmann stellte feft, daß die„ Süddeutschen Monats. hefte" immer die Auffassung vertreten hätten, daß sich die Borwürfe gegen Die Unabhängige Sozialdemokratische Bartei zu richten hätten. Es sei eine Fälschung der Münchener oft", daß die Borwürfe gegen die Mehrheitssozialdemo fraten gerichtet seien. R... Dr. Hirschberg erflätte: Es wird nicht bestritten, daß an zahlreichen Stellen der Dolchstoßhefte von der USB. die Rede ist. Die Geschichtsfälschung der Süddeutschen Monatshefte beruht technisch darauf, daß amar ftellenweise mit unterscheidungen gearbeit wird, daß aber dann in der Zusammenfassung zu partelpolitischen Zweden verallgemeinert wird. Es werde also beim un befangenen Leser jedenfalls der Eindrud ermedt, baß sich die Be wendet. Der Prozeßgegenfiand für die beklagte Partei sei, daß fie hauptung vom Dolchftoß gegen die Sozialdemofratie den Vorwurf der Geschichtsfälschung aufrecht erhalten und beweisen wolle. Zeuge Scheidemann bemerkte auf die verschiedenen Fragen der flagenden Partei: Im Januar 1916 habe ich im parlamentarischen Ausschuß eine Rede gehalten, in der ich sagte, daß meines Erachtens das Berhalten der USB. schädlich sei. Beuge stellt ferner feft, wie in der USP. alles durcheinander ging und ein Führer sich mit dem anderen in den Haaren lag. Es feien teine zwei Beute in der USB. gewesen, die gemußt hätten, was gemacht werden sollte. Es mar also Unrecht, allgemein von einer Partei oder von den Führern auch im Falle der USB. zu sprechen. Das wäre gerade fo, als menn man pon einem Berrat ber Deutschnationalen( prechen würde, meil ihr Mitglied, der frühere Reichstagsabgeordnete Graf Oppersdorf zum Landesverräter wurde. R.-A. Graf Pestalozza fragte den Beugen, ob er aus eigener Beobachtung etwas von den Abmachungen zwischen General Gröner und Ebert megen der Säuberung Berlins und der Hinausdrängung der USB. aus der Regierung wisse. Beuge Scheidemann erwidert, mas das legtere anlange, so halte er eine solche Abmachung Eberts für, ausgeschlossen. Ebert hätte ohne Einverständnis der Partei eine solche Abmachung nicht getroffen. Da müsse ein Mißverständnis Gröners porliegen. Scheidemann erzählt dann, mie bald nach Ausbruch des Krieges, nach dem Falle von Löwen in ber ausländischen sozialbemo| fratischen Preffe eine heftige Bolemit gegen Deutschland einsette. Damals ift der Zeuge nach Holland gegangen, ein anderer Parteifreund nach Italien; ein anderer nach Schweden, um diese Stellungnahme der sozialdemokratischen Preffe in jenen Ländern zu ändern. Bollständig sei das in Holland geglückt. Auch daraus gehe hervor, daß die Sozialdemokratische Partei sich die größte Mühe gegeben habe, dem Baterlande dienlich zu sein. Eingehend wurde dann in Frage und Antwort nochmals die Abdantung des Kaifers behandelt,.wobei sich gegenüber dem bisher festgestellten nichts wesentlich Neues ergab. Als nächster Zeuge wurde darauf der Bibliothetsdirektor bes Preußischen Landtags, Fr. Thimme, vernommen. Der Zeuge teilt einleitend mit, daß er zurzeit damit beschäftigt sei, die Aften. publitation des Auswärtigen Amts vorzubereiten. Bereits im Ottober 1915 habe er in den„ Süddeutschen Monats heften" zmei Auffäße, betitelt„ Die Sozialdemokratie im neuen Deutschland", veröffentlicht. In diesen Artikeln sei er für die Gleichberechtigung der Sozialdemokratie eingetreten. Auf Grund dieser Veröffentlichungen, die in den Kreisen der Sozialdemo fratie Anflang gefunden haben, sei er in der weiteren Folge in nähere Beziehungen zu sozialdemokratischen Führern getreten. Mit dem Führer der freien Gewerkschaften Karl Legien habe er gemeinsam ein Buch herausgegeben, das bestimmt war, der Bolts gemeinschaft zu dienen. Bei den verschiedenen Gesprächen, die er mit sozialdemokratischen Führern gepflogen habe, sei von diesen immer und immer wieder die Pflicht der Landesverteidigung als Brimäre hingestellt worden. Selbstverständlich habe die Sozial Hemmungen zu überwinden gehabt, so die Auffassung, daß der er nicht in gleichem Maße den Mitgliedern der USP. ausstellen, weil er mit diesen weniger in Berührung getommen sei. Der Zeuge fommt dann auf die Person des Herrn v. Tirpit zu sprechen und bekannte sich als deffen erbittertsten Gegner. Er nehme nicht Abstand auszusprechen, daß er Tirpiz für einen der verhängnisvollsten deutschen Staatsmänner halte. Zweifellos hatte er viele Züge eines hervorragenden Staatsmannes, ein großes Organisations- und Kombinationstalent, er habe das, was man von einem großen Staatsmann erwarte. In der Wahl seiner Mittel sei et frupellos gewesen, was vielleicht in schwierigen Zeiten für einen Staatsmann nötig sei. Für Deutschland wäre es vielleicht besser gewesen, wenn 1909 statt Bethmann Tirpig zum Reichsfangler gemacht worden wäre. Er hätte vielleicht das Berhältnis zu EngIand anders gestaltet. Tirpit habe gegen Bethmann leiden fchaftlich operiert. Der Kaiser habe sich der Entlassung Bethmanns auf das äußerste miderfest. Solche Dinge, wie sie da vortamen, hätten auch auf die Front ihre Wirkung aus. üben müssen. Außerordentlich schädlich habe die von Tirpitz gegründete Baterlandspartei gewirkt, die darauf ausgegangen fet, alle Barteien, die ihr nicht nahe standen, zu defamieren. Der Zeuge erklärte, er tönnte piele Briefe aus dem Felde vorlegen, mie Juli 1916 gesagt: Wir sind hier in München, nachdem uns die Reichsdiese Dinge an der Front gewirkt haben. Auch Coßmann habe im leitung wiederholt angelogen hat, nicht mit ihr zufrieden. Der Beuge ist der Meinung, daß ein schlimmerer Dolchstoß gegen die Boltsgemeinschaft nicht hätte geführt werden können, als durch die Dolch stoßartifel der Süddeutschen Monats. hefte". Im Berlauf von weiteren Fragen, die an den Zeugen( der übrigens außerordentlich schwer verständlich ift) gestellt werden, murde u. a. festgestellt, daß der Beuge früher Beiträge für die„ Süddeutschen Monatshefte" geschrieben hat, darunter einen Artikel, der Weiter wurde festgestellt, daß der Zeuge Thimme in dem vom für die Abschaffung des Dreiflaffenwahlrechts in Preußen eintrat. R... Dr. Hirschberg herausgegebenen Buch über den FechenbachBrozeß geschrieben hat. In Professor Coßmanns Haltung während des Fechenbach Brozesses trat für den Lieferblickenden peinlich zutage, daß es ihm doch nicht allein darum zu tun war, bie Kriegsschuld vor Gericht als solche zu entlarven, um der Wahrheit Novemberverbrecher von 1918 den Kampf gegen das, was man heute um Siege zu verhelfen, sondern daß er darüber hinaus das Ziel verfolgte, zur Bloßstellung und mcralischen Diskreditierung der gemeinhin den Margismus zu nennen pflegt, zu eröffnen; nicht auf bie Gefinmung, sondern auf die moralische Entwurzelung der Sozialdemokratie schien die eigentliche Absicht dieses Borfämpfers in der Kriegsschuldfrage gerichtet zu sein. Der Zeuge Thimme erklärte, daß er dies auf feinen Eid nehme. vormittags 9 Uhr, vertagt. Die Berhandlung wird hierauf auf Montag, den 2. November, Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 31. Oktober: Mofenthaler Borstadt: Funktionärverfammlung. UNTU Achtung, Abteilungsleiter und Jugendbeiräte! 7½ Uhr Borfigenden. Zonferenz im Jugendhe m Lindenstr. 3. Tagesordnung: 1. Bericht bes Bezirksvorstandes: 2. Bericht von der Bezirksleiteraussprache in Tännig: 3. Ergänzungswahlen für ben Bezirksvorstand. Ohne Ausweis und Mitgliedsbud tein Rutritt. Bildungsausfchuh, Berbebezirksleiter unb Bertecter in ben Drtsans faffen für Jugendpflege: 5 Uhr pünktlich Sigung im Jugendheim Lindenstr. 3. Morgen, Sonntag, den 1. November: Friebrichshain: Fahrt. Treffpunkt früh 7 Uhr Schlef. BHF. tu 1: Fahrt ins Blaue. Treffpunkt 27 Uhr Bhf. Raiser- Friedrich- Straße. Abt. Nen Werbebezirk Oflen: Jugendheim Rigaer Str. 102/103, 7% Uhr, Bortrag: Die Bauernkriege". Arbeitsgemeinschaft Abraham und Abt. Baumschulenweg: Sonntag frith Besichtigung bes Barteiarchivs. Treffpunkt 9 Uhr Lindenstr. 3, 2. Sof. Leitung: Genoffe Sinrichsen. Schulur- stane für Funktionäre, Wander-, Spiel- und Werbebezirksleiter: Bormittags 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Themen: a) Die Technik des Wanderns; b) Gesellschaftsspiele im Jugendheim. M. SCHULMEISTER MSchulmeister Here's Knaben Kidung Hochbahnstation Kottbuser Tor Mollige Winter- Mäntel Mk. 49. 54.-, 60, 70.-, 80.-, 100.Mollige Jünglings- Mäntel Mk. 29.-, 34.-, 38.-, 41.-, 50.-, 60.Revolution vorbereitet, fondern wir standen auf die Bitten ber demokratie in der Erfüllung biefer Blicht auch innere Sporipclze v. 150.-, Gehpelze v.225.Großer Teppich- und Gardinen- Berkauf Besichtigen Sie bitte unsere Abteilung Teppiche gute Qualität ca. 160/230 ea, 160/240 zu ganz besonders billigen Preisen! ca. 200/300 Reform- Teppich 1975 2675 ca. 190/290 Imit. Smyrna- Teppich 2975 4850 Bouclé- Teppich 4950 6875 ca. 160/240 ca. 200/800 solides Gewebe ca. 160/250 ca. 200/300 90/180 Pr. 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Beilage des Vorwärts Locarno vor dem Landtag. Braun und Heilmann gegen die Deutschnationalen. Der Breußife Landtag verabschiedete am Freitag zu Beginn der Sigung zunächst die Vorlage über die Bereitstellung von Mitteln für den Ausbau der Schnelldampfer Linie Swinemünde Pillau und die Uranträge verschiedener Parteien zur Beseitigung der Notlage der Küstenfischerei, darunter auch den sozialdemokratischen Antrag zur Behebung der Kreditnot der Fischerei- Genossenschaft, und ging dann zur zweiten Beratung des Haushalts des Staatsminifteriums und des Ministerpräsidenten über. In der Aussprache warf Abg. Röhle( Soz.) Dieitlaffenhaus von tonierpativen Abgeordneten, wie 3. B. dem Abg. Hammer gehalten. Kreditfrage, fährt der Minister fort, haben wir in Preußen uns In der landwirtschaftlichen dagegen gewendet, daß die Kreditanstalt durch einfache Berordnung eingeführt werden sollte. Auch die geplante Zusammensetzung der Verwaltungsbehörden fand nicht unseren Beifall. Es tam übrigens nicht so sehr auf die Schaffung eines neuen Kreditinstituts an, sondern auf die Kredite selbst. Es gab schon genügend Institute, die sie der Landwirtschaft übermitteln fonnten. Dann erklärt der Ministerpräsident zu den Konflifte nur mit Waffengewalt entschieden werden können, verstößt mit einer solchen Auffassung gegen den Geist des Bölferbundes. Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, daß Differenzen unter den Bölkern für alle Zeit nur auf machtpolitischem Wege ausgeglichen werden müssen, sondern ich bin der Meinung, daß auch diese Streitig feiten im Wege des Rechts entschieden werden können. Bon diesem Gedanken sind die Abmachungen von Locarno getragen; fie sollen nicht Kriege regeln, sondern sie verhindern. Es steht zu erwarten, daß wesentliche Milderungen im Befagungsregime ein treten werden und eintreten müssen, wenn der Paft von Locarno durchgeführt wird. Diese für die Bevölkerung des befeßten Gebietes so wichtigen Erleichterungen werden aber gefährdet durch die Politik der Deutschnationalen.( Lebhafter Widerspruch rechts.) Dabei steht es fest, daß die Politif, die am 9. Februar von der Reichsregierung eingeleitet wurde, mit Zustimmung und mit Wiffen der Deutschnationalen eingeleitet worden ist. einen Rückblick auf die Regierungstrife und betonte, daß trotz der Heße er auf dem Standpunkt steht, daß über kurz oder lang Verhandlungen von Locarno: gegen den Ministerpräsidenten das Ministerium Braun heute in Preußen fester daftehe wie je. Die Deutschnationalen hätten bis jetzt mit ihrer Politit im Innern wie nach außen ein geradezu klag liches Fiasto erlitten. Im Innern haben sie mit einer untrag baren Zoll- und Steuerpolitit eine bedenkliche Wirtschaftskatastrophe heraufbeschworen. In der Außenpolitik haben sie die von ihnen selbst mitbegonnene und bis zur Stunde fortgeführte Politit im legten Augenblid verleugnet. Wenn es zum Wahltampf tommt, dann wird das deutsche Volt über die Politit der deutschnationalen Bankerotteure zu Gericht fizen. Dieselben Herrschaften, die bis jetzt nichts als Unglück gebracht haben, treten zugleich mit den frechften Ansprüchen in allen Fragen der Personalpolitit ouf. Das hat sich foeben erst wieder gezeigt, als sie den ihnen nahestehenden Herrn van Reudell, einen vollkommen unfähigen Affeffor im Reichs innenministerium, über nacht zum Oberregierungsrat und ein paar Stunden vor dem Rücktritt der Bertreter der Deutsch nationalen in der Reichsregierung zum Minifterialrat befördert haben.( hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Unter dem Reichsinnenminister Dr. Jarres hat man im Reich die Beamten abgebaut und Herr Schiele hat die deutschnationalen Stellen anwärter, soweit folche noch vorhanden waren, von Amt zu Amt in die Höhe gebracht.( Sehr wahr! lints.) Die Mordhezze der Böl. fischen, die Hinterhältigkeit der Deutschnationalen und der Reinfall der Deutschen Volkspartei mit ihrem Bundesgenossen zur Rechten zeigen mehr als deutlich, wie gut es war, daß in Preußen der bisherige politische Kurs beibehalten wurde. Wir sind deshalb dem Herrn Ministerpräsidenten für die flare Linie dankbar, die er bei seiner Politit eingehalten hat. Ganz besonders erkennen wir die Arbeit der preußischen Staatsregierung für das belegte Gebiet an, wo die deutschen Intereffen jahrelang die schwerste Sorge für uns alle gewesen sind.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Nach einer längeren Debatte, die feine neuen Gesichtspunkte brachte, unternahm plöglich zur Ueberraschung des Hauses der deufschnationale im Abg. Baeder- Berlin eines der Hauptwortführer der Deutschnationalen, einen Borstoß gegen die Staatsregierung. Er griff zunächst den Ministerpräsidenten an, weil dieser nicht genügend für den Schutz der Landwirtschaft eingetreten sei, die infolgedessen heute einer Ratastrophe zutreibe. Dann fam Baeder auf sein eigentliches Thema, um deffentwillen er sich zum Wort gemeldet hatte: Locarno. Nach seiner Ansicht sind die Reichskabineti vereinbarten Richtlinien durch die Abmachungen von Locarno nicht erfüllt worden. Der legte Rabinettsbeschluß in bezug auf Locarno sei jedenfalls nur formeller Art gewesen.( Widerspruch links und im Zentrum.) Die englische Garantie würde praktisch nur wirksam weiden, wenn es gegen Deutschland gehe. Die Rheinland frage jei nicht gelöst, vor allem sei die Auslegung des Artitels 16 völlig unbefriedigend. Das werde sich zeigen, wenn es ou einem Krieg der Beftmächte gegen Rußland tomme, und mit dem Kriegsfall müsse doch unter allen Umständen gerechnet werden. Deutschland habe ferner gegenüber Polen im Vertrag nicht die notwendige Freiheit des Entschlusses zugefichert erhalten. Das Recht des freien Entschlusses in den West- wie in den Ostfragen müffe sich aber Deutschland unter allen Umständen sichern, zumal bas große russische Volt und das deutsche Volt schicksalsverbunden fcien. Ministerpräsident Braun nimmt unnmehr das Wort, um die im Verlauf der Debatte erhobenen Borwürfe gegen das Staatsministerium zurüdzuweisen. Wegen der ungerechten Grenzziehung an der Weichsel wird mit Bolen noch verhandelt. Den Wünschen Ost= preußens soll Rechnung getragen werden. Die Wünsche oftpreußens unterstüße ich schon aus heimatlichem Gefühl heraus. Die Lage der Landwirtschaft ist gewiß jehr ernst. Man hat meine Warnungen, daß nicht die Zölle, sondern die Kredite die Pettung sind, in den Wind geschlagen. Heute sind infolge der verhältnismäßig guten Ernte die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise besonders gering, weil bei der Edwächung der Kauftraft der Konsumenten nur eine schwache Nachfrage vorhanden ist. Der Abgeordnete Ladendorff von der Wirtschaftspartei hat der Weimarer Roalition vorgeworfen, sie habe den Mittelstand zugrunde gerichtet. Solche Reden über das Zugrundegehen des Mittelstandes fint schon seit Jahren hier gehalten worden, sie wurden auch im Damen- Konfektion Eolienne- Kleider Wolle mit Seide, Volant und Rüschengarnierung.... Cheviot Kleider reine Wolle m. aparter Applikation und Knopfgarnierung reine Wolle 1575 925 Popeline- Kleider in all, mod. 1290 Lichtfarben, mit eingel. Falten u. Brokatbesätzen schwere Qualit. 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Damals haben Ihre Parteifreunde( nach rechts) vor der Möglichkeit gezittert, daß der Vertrag abgelehnt werden fönnte und dann die alliierten Truppen einziehen würden. So sieht es auch jetzt innerlich bei den Deutschnationalen aus. Sie möchten uns wegen der Unterschrift als Landesverräter bezeichnen, aber sie zittern vor der Möglichkeit, daß nicht unterzeichnet wird.( Unruhe rechis.) Wenn Deutschland jetzt den Locarnopaft ablehnen würde, so würde es auf Jahre hinaus in der Welt völlig isoliert dastehen.( Beifall links, Unruhe rechts.) Deutschland hat doch das Sicherheitsangebot gemacht, und im wesentlichen enthält der Patt das, was damals angeboten worden ist. Es besteht die Gefahr, daß bei einer Ablehnung des Pattes das Besatzungsregime sich verschärft. Nach einer Ablehnung des Pattes würde auf Jahre hinaus jeder deutsche Protest gegen die Unterdrückung durch die Alliierten in der Welt zur völligen wirkungslosigkeit verurteilt sein.( Lebhafte Zustimmung links und in der Mitte.) Dann würde überall das als wahr gelten, was uns so oft zu Unrecht nachgesagt wurde, daß Deutschland eine Politit der 3 weideutigfeit betreibt. Die Staatsidee, die Sie( nach rechts) vertreten, ist die Joee vom gewaltsam sich durchsetzenden Machtprinzip nach innen und außen. Diese Staatsidee ist in den Blutbädern des Weltfrieges versunken, und Sie werden sie niemals wieder beleben tönnen. In Locarno dagegen hat man jetzt versucht, die Staatsidee der Verständigung anzubahnen. Sie ( nach rechts) wollen alle Probleme des Bölferlebens durch Gewalt lösen. Wer von dieser Ihrer Politif Unheil für Bolt und Baterland erwartet, der muß sie befämpfen. Deshalb wird auch die preußische Regierung im Gegensatz zu Ihren Wünschen sich hinter die Locarno Politik der Reichsregierung stellen. ( Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) # Wenn die Deutschnationalen und vor allem ihr Wortführer Herr Bäder geglaubt hatten, fie fönnten sich mit Hilfe einiger Zwischenrufe, mit denen sie den Ministerpräsidenten beglückten, aus der Affäre ziehen, dann hatten sie sich gründlich getäuscht. Abg. Heilmann( Soz.): führte die Abrechnung mit den deutschnationalen Banterotteuren, die der Ministerpräsident begonnen, unbarmherzig und ohne Schomung zu Ende. Zunächst wurden Herr Ladendorff von der Wirtschaftspartei und Herr Wulle von den Bölkischen mit ein paar fnappen, deutlichen Antworten bedacht. Herr Ladendorff, der für die Misere des Mittelstandes die Weimarer Koalition verantwortlich macht, hat unvorsichtigerweise selbst erklärt, daß die Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes nur gegründet worden sei, um die Weimarer Roalition zu betämpfen. Diese Ertlärung, stellte Heilmann fest, ist etwas Neues; wir sind für diese Erklärung dankbar. Herr Wulle hatte sich im Berlauf seiner Ausführungen auf den Gedanken Machiavellis berufen, daß die Staaten Sonnabend, 31. Oktober 1925 nur durch die Kräfte erhalten werden, durch die sie gegründet wurden. Das trifft, betont Genoffe Heilmann, dann auch für das durch die Kräfte, die es geschaffen haben, insbesondere die Kräfte neue Preußen zu. Auch dieses kann nur erhalten werden der preußischen Arbeiter.( Sehr richtig bei den S03.) Reihe; Herr Bäder, fährt Genoffe Heilmann fort, hat gesagt, wir Nach Ladendorff und Wulle tam Herr Bäder an die stünden vor oder innerhalb einer wirtschaftlichen Katastrophe, die schwerer sei als alles seit der Revolution Erlebte. Wenn wir früher vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten standen, dann war die sozial. feit fast zwei Jahren nicht mehr in der Reichsregierung vertreten demokratische Regierung daran schuld. Jetzt steht eine Wirtschaftskatastrophe vor der Tür, jetzt nachdem die Sozialdemokratie ist. Will Herr Bäcker jetzt seine früheren Vorwürfe an Hand seiner eigenen Ausführungen zurücknehmen? berufen, daß ich im Hauptausschuß sagte, die Zölle tämen nur Herr Bäcker hat sich darauf dem Handel zugute. Nun, die Entwicklung hat mir recht ge= geben. Durch die Geldnot ist die Landwirtschaft gezwungen, fraft aufnehmen fann. Infolgedessen stürzen die Preise und der rascher zu verkaufen, als der Handel bei seiner heutigen Kapitalnatürlich nichts daran, daß die Zolltarifgefetzgebung vor allem ein Landwirt hat von den Zöllen wenig Ruzen. Das ändert Versuch der Großagrarier war, sich die Taschen zu füllen. In jedem Falle aber, gleichviel, ob Großgrundbesig oder Handel Nur das eine ist richtig, daß dieser Versuch bisher mißlungen ist. hafte Zustimmung links.) Wir haben gesagt: die Landwirtschaft gewinnen der Konsument ist aufs schwerfte benachteiligt.( Lebfann nicht alles zugleich haben; entweder Kredit oder Zölle. sie jetzt fein Recht, über mangelnde Kredithilfe zu klagen, ganz abgeSie( nach rechts) haben die 3ölle gewählt und deshalb haben sehen von den manchmal nicht sehr klaren Verwendungszweden der Kredite, auf die der Herr Ministerpräsident bereits hingewiesen hat. Herr Bäder hat gemeint, im Fall Keudell stehenden Reichsinnenminister hätten ihn nicht befördert. Aber wiesei ein Unrecht gutgemacht worden, denn die führenden linksviel Unrecht ist dann gegenüber der Sozialdemokratie gutzumachen, die von der Reichsgründung bis 1918 von allen Beamtenstellungen ausgeschlossen blieb. Im übrigen pergißt Herr Bäder, daß die Empörung über die rasche Beförderung Keudells darauf beruht, daß man ihn, auch in den Kreisen der deutschnationalen Beamten, für gänzlich ungeeignet hält.( Hört! hört! bei den Soz.) Herr Bäcker hebt hervor, daß Innenminister Schiele in den neun Monaten seiner Amtsführung sehr wenig Personalveränderungen vorgenommen habe. Der Grund ist sehr einfach. Der Vorgänger von Herrn Schiele war Herr Dr. Jarres und die Deutsche Volkspartei hat eben für die Deutschnationalen auch hier schon soviel getan, daß Herrn Schiele zu tun fast nichts mehr übrig blieb.( Stürmische Heiterfeit.) Herr Jarres hat bereits die politische Abteilung des Herrn Ministerialdirektors Brecht aufgelöst, hat bereits Herrn Ministerialdirektor Falf in ein Nebenamt faltgestellt. Was sollte Herr Schiele noch tun? Mit viel Vergnügen hören wir Herrn Bäder erklären, daß die Deutschnationale Volkspartei gegenwärtig an der Regierung Preußens desinteressiert sei. Dem Fuchs hängen die Trauben zu hoch und deshalb find fie ihm zu fauer. ( Stürmische Heiterkeit.) Herr Bäder glaubt, die wirtschaftliche und fulturelle Gemeinsamteit zwischen Deutschnationalen und Zentrum werde eines Tages diese Parteien zusammenführen. Versteht er Dom Evangelischen unter fultureller Gemeinsamkeit die Bund und Katholitentag, unter wirtschaftlicher Gemeinsamkeit die der Christlichen Gewertschaften und des Landbundes?( Stürmische Heiterkeit.) und mun zu dem Vertrag von Locarno! Ich muß schon sagen: wenn einer von uns über einen Vertrag des Deutschen Reiches mit einer auswärtigen Macht so gesprochen hätte wie hier Herr Bäder, dann würde uns nicht nur der Vorwurf gemacht worden fein, daß wir Landesverrat treiben, sondern es wäre ganz bestimmt von rechts der Zwischenruf gekommen, was uns Frantreich für diese Rede bezahle.( Sehr gut links.) Wir sind von solchen Unterstellungen weit entfernt, obwohl die Rede Herrn Bäders recht bedenklich war. So ist es sehr be. denklich, wenn er die Präambel des deutsch- polnischen Schiedsvertrages, in der steht:" Die Rechte beider Parteien fönnen nur mit Zustimmung der beiden Parteien geändert werden", dahin ausdeutet, daß darin eine Gebietsgarantie läge. Ich kann mir wohl denken, daß Polen versuchen könnte, diesen Sah so auszudeuten.( Sehr richtig! links.) Bedenklich ist es, wenn Herr Bäcker. von vornherein bezweifelt, ob England seine Garantie wirklich zweifeitig gegeben habe. Bedenklich ist es, wenn er der Erläuterung zu Artikel 16 des Völkerbundsvertrages einen Sinn gibt, von dem er fagt, es sei der Sinn, den nicht die deutsche Regierung, aber die Bertrags gegn er der neuen Abmachung beilegen würden. Herr Kollege Bäder sagt, er sei zu seiner Kritik gezwungen, denn er fönne nicht verzichten auf deutsches Land. Aber schafft denn Herr Bäcker damit aus der Welt, daß die deutschnationalen Minister mit Zustimmung der deutschnationalen Reichs= Um unser junges Unternehmen auch in den weltesten Krelsen bekanntzumachen, veranstalten wir ab heute WERBETAGE Strengste Reelitat, unübertreffliche Prelswürdigkelt bel nur guten und besten Qualitäten vergrößern täglich unsern Kundenkreis. Bitte, besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich selbst in Ihrem eigenen Interesse ohne, Jeden Kaufzwang, und wir werden auch Sle bald zu unseren steten Kunden zählen. Seiden! Sortiment. Wollwaren! Neuheit Hetallsplize in allen Breiten in groß. Ausw. Meter modernen Farben Kleiderseide doppelé breit, im großen 390 Strümpfe schwere Kunstseide, in allen 195 Strümpfe reine Wolle, bewährte Qualität. 265 haltbare Ware Crêpe de Chine qualitat Meter 550 Eolienne Wolle, mit Seide, doppelt breit, 490 Foulardine doppelt breit. Makoware für 275 Eolienne bedruckt, wundervolle Muster.. 425 Kasacks und Futterzwecke Gelegenheitskauf! 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Insf). Vor mir liegt die Note vom 20. Juli. Darin heißt es mörtlich: Die alliierten Regierungen betonen in der Note vom 16. Juni, daß die Regelung der Sicherheitsfrage teine Aenderung der Friedens verträge mit sich bringen dürfe. Die deutsche Regierung vermag aus den Ausführungen der Note über diesen Punkt nicht ohne meiteres zu erkennen, welche Absicht die alliierten Regierungen damit verfolgen. Der Abschluß eines Sicherheitspattes, wie er in der beut en Anregung skizziert wird, bedeutet teine Aende rung der bestehenden Verträge.( hört! hört! links.) Das ist am 20. Juli mit der Unterschrift der deutschnatio. nalen Minister den Unterhandlungsgegner mitgeteilt worden. Meine Herren auf der Rechten, haben Sie denn wirklich nicht begriffen, was Sie am 20. Juli angeboten haben? Herr Bäder be. flagt sich, daß in dem Bertrag keine Sicherheit für das Rheinland gegeben sei. In der Note vom 20. Juli steht sehr deutlich:" Wenn die alliierten Regierungen hervorheben, daß der Sicherheitspakt die geltenden vertraglichen Bestimmungen über die militärische Befehung deutscher Gebiete nicht berühren würde, so ist es richtig, daß das deutsche Memorandum den Abschluß des Paftes nicht von einer Für die vielen Bemeiſe herzlicher Teil Stottern Fachheilung! nahme und Kranzspenden bei der Ein äfcherung meiner lieben Frau und guten Mutter, unsererGroß- u Schwiegermutter Dauererfolg! Ganz neues Syftem! Prosp. frei. G. Nädel Wilmersdorf, Bran denburgische Str. 18 Emilie Bäumler fagen wir allen, welche ihr die legte Ehre erwiesen, unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Sage allen Verwandten, Freunden, Kollegen und Bekannten für die vielen B. weise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines dahingeschiedenen Mannes innigften Dant. 1351 Wwe. Martha Larezyt. Oristrantentaffe für das Buchdrudgewerbe zu Berlin Möbel Kredit sehr günstig bei Camnitzer am Hochbif. Nordring, Die von den Organen unserer Raffe beschlossene 22. Abänderung der Raffen- Schönh. Allee 82,1 fagung ist vom Oberversicherungsamt ge nehmigt worden. Hiernach wird der Beifrag im§ 44 vom 1. November cr. ab von 6 auf 5% Broz. des im§ 16 festgefegten Grundlohnes herabgefegt. Berlin, den 29. Oftober 1925. Der Borstand Alfred Forsberg Alfred Ekström Borfizender Schri tführer Gardinen Deutscher Metallarbeiter- Verband Sonderangebote Gelegenh.- Käufe Betriebsräte der Gruppe 7, Untergruppe 21 und 22. Montag, den 2. November, abends 7 Uhr, im Jugendfaal des Verbandshauses, Cinienftr. 83/85: Sigung der Betriebsräte. Tagesordnung: Bericht von der Delegiertenversammlung vom 4. Oftober. Um pünktliches Erscheinen ersucht in Resten Stores, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Neukölln, Bergstr.67 | | bas Entgegentommen in den Fragen des Rheinlandes und des Saarreviers. Die Deutschnationalen mußten dieses Vorgehen Stresemanns entweder billigen oder sie mußten aus der Regierung heraus. Sie haben feines von beiden getan. Sie haben durch sechs Monate eine zweideutige Haltung eingenommen. Alle ihre jezigen Redensarten über das große Morgen, auf das sie nicht verzichten wollen, sind miderlegt durch ihre Unterschrift unter die unbestreitbar vorliegenden Akten. Locarno ist der Beginn einer neuen Zeit, in der Leute wie die Deutschnationalen, die ewig in die Bergangenheit ftarren, niemals Führer sein können.( Starker Beifall links.) Das Haus vertagt sich auf Montag 12 Uhr: Weiterberatung, Kultushaushalt. Menberung der Befagungsbefttimmungen abhängig gemacht hat ( hört! hört! bei den Goz.) Benn man das am 20. Juli mitteilt, wie fann man dann erwarten, daß drei Monate später das beim Abschluß des Vertrags doch durchgesetzt wird? Nun hat Herr Bäder gesagt, die Deutschnationalen seien aus der Reichsregierung ausges schieden, um zu sehen, ob sie nicht doch eine Aenderung des Vertrages von Locarno durchsetzen könnten. Herr Bäder muß wissen, daß die deutsche Regierung eine solche Aenderung nicht bean tragen fann und darf, meil Luther und Stresemann ihr Wort dafür verbürgt haben. Wenn ein Vertrag vorläufig paraphiert und von den Staatsmännern figniert ist, so bedeutet das, daß bis zu seiner Ratififation über eine Abänderung des Vertrages nicht mehr verhandelt wird. Was die Deutschnationalen angeblich beabsichtigen, ist etwas Sinnloses und kann daher nicht der Grund ihres Regierungsaustrittes sein. Die Deutschnationalen wußten, was Etresemann seinerzeit angeboten hatte, er bot an: Grenz „ Wir sind jung und das ist schön." Der Arbeiterjugend- Berlag garantie. Er bot den Franzosen an, für ewige Zeiten das Verschreibt uns zu dieser Notiz in unserer Nr. 497, daß diefes, von sprechen zu geben, daß Deutschland die deutsch- französische Grenze Jürgen Brandt gedichtete Lied von M. Englert- Hamburg nicht mehr ändert.( 3uruf: Nicht mit Gewalt!) Es genügt, wenn vertont worden ist. Es existieren allerdings in Deutschland und mir jagen, Stresemann bot den Franzosen einen Nie- Wieder- Krieg. Desterreich mehrere Melodien von diesem Gedicht, so daß auch Vertrag an und erhoffte von dieser Lösung der Sicherheitsprobleme Genosse Heinrich Schoof- Wien eine dieser Melodien geschaffen hat. Gratis- Gabe: Aus der Partei. Sie erhalten sofort und gänzlich kostenlos eine OriginalTube Lován- Creme, eine Schönheits- Creme von ganz unerreicht guter Wirkung auf die Haut und feinstem Parfüm, wenn Sie uns Ihre Adresse mitteilen und eine leere Faltschachtel von einer Tube Kaliklora- Zahnpasta mit einsenden. 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Nov., nachm. 5 2hr. im Verbandshaus, Linienstraße 83/85, Barterresaal, Versammlung agesordnung: Aufstellung der Delegierten zum Ausschuß der Ortstrantentaffe der Schloffer und verm Berufe. Der Borstand. J. AL: R. Krüger. Ohne Krankenkassenbuch oder einer Befcheinigung des Arbeitgebers, daß der Betreffende Mitglied der Ortstrantenfaffe der Schloffer ist, tein Eintritt. 116/19 am Ringbahnhot. Innungskrankenkasse der Juweliere, Golda. Silberschmiede( Zwangsinnung) zu Berlin GummiDie Gruppenleitung. Mäntel Einladung zur Metallbetten für Herren, Damen ordentlichen Ausschußsihung Stahlmatratz., Kinderbetten günstig an Priv. u.Kinder, vorrätig u. Kat. 650 fr. Eisenmöbelfabr. Suhi Thür. nach Maß Erfolg haben Inserate Vorwärts Pelerinen u. Windjacken Reparaturen. Spezialgeschäft am Sonnabenb. 7. Rovember 1925, abends Uhr, in Graphischen Bereinshaus", Alexandrinenstr. 44. Tagesordnung: Lieferung schon nach Einlösung der 1: Rate. 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Ein Ohr ist umgedreht— und er macht nicht einmal einen Versuch, es zu spitzem Du host keine Worte: Du kannst nur winseln, wenn man dich schlägt: bis zur Heiserkeit bellen, wenn dein Herr es befiehlt; und nacht? gegen den grünen, bitteren Mond heulen. Aber die Augen... warum hast du so herrliche Augen? Du hebst die Augen und blickst mit ihnen in mein innerstes Wesen, wir sprechen Auge zu Auge, und ich weiß: du bist alt und weise, weiser als wir alle. Ich weiß, du warft Mensch, und du wirst es wieder fein. Aber wann denn? Der greise Herr hiell dich an der Kette, hielt dich in einer schmutzigen Hütte. Du lecktest Spülwasser aus einem schmutzigen Stalle. Du fraßest die Abfälle. Und du hütetest eifrig das Herrengut. Erinnerst du dich: ein heißer Tag, ein Wagen in der Mitte des Hofes, hochbeladen mit Teppichen, geschirrt— er fuhr weg. Du wartetest, über den Hos ging ein« rotohrige Truthenne, guckte mit eitlem Auge auf den Habicht am Himmel, sammelt« die Küken utcker den Flügeln. Der Schatten des Wasserfasses kroch über deine Hütte: der Wagen kehrte iminer noch nicht zurück. Und erinnerst du dich: om nächsten Morgen faßtest du so ein rotohriges Küken, bihest zu— »nd an der Hütte blieben nur noch weiß« rotbesprenkelt« Federn. Und wie dich dann der Herr mit der zweischwänzigen Peitsche über die Augen schlug! Ganz nahe war dir sein dickes Gesicht, ober du wogtest nicht zu beißen: er war der Herr. Und nur au? deinen Augen schössen stille Hundetränen und hinterließen gelbe Ränder von den Augenwinkeln zu der Schnauze. Und des Morgens— erinnerst du dich?— da krochst du, die Schnauze aus der Erde und die Rute zwischen den Beinen, durch den Schmutz dem Herrn entgegen und lecktest ihm die Hand. Und als er dich gnädig tätschelte.— da fielst du freudig aus den Rücken— verziehen! Und du wedeltest mit dem Schwanz und strecktest die Beine in die Luft und schüttellest die Kette und zeigtest deine ganz« knechtische Seele: du hattest vergessen, daß du Mensch bist. Du maßest die Zeit von der einen Schale mit Hundefraß zur anderen. Di« Sonn«— ein feuriger Hund mit rotem Rachen— atmete mit ihrer Glut direkt auf dich. Nicht imstande, den räudigen Pelz abzuwerfen, ersticktest du beinahe, lagst in deiner Hütte wie tot, und einzig die heraushängende Zunge lebte, zitterte. Aber da kam auf den Hof— erinnerst du dich?— ein schmäch- tiger finniger Mensch. Und du vergaßest alles, bäumtest dich hoch— die Kette würgte dich— knurrtest und belltest wütend mit Schaum an der Schnauze: der Finnige war ein Fremder, ein Feind de» Herrn, obgleich er zusammen mit ihm in den Hühnerstall, in das Haus, in den Wogsnschuppen ging. Du hattest deinen greisen Herrn nicht wieder gesehen, er war plötzlich verschwunden, wie für dich plötzlich jeden Abend die Sonn« • hinter den, Fuhrparkschuppen verschwand. Am Morgen— erinnerst du dich?— brachte dir schon jener Finnige die Schale; darin lag ein Stück faules Fleisch. Knurrend verschlangst du es und krochst durch den Staub, den Bauch auf der Erde, wie ein Wurm zu ihm und lecktest ihm die Hände— demselben, gegen den du gestern so wütend gebellt hattest: jetzt war doch er, der Finnige, der Beherrscher der Schale. Uich ist es nicht gleich, wer über dich herrscht? Wenn nur die Schale voll ist. Dein»euer Herr war ein lustiger Kerl. Abends— erinnnerst du dich?— auf dem Hof roch es nach Milch, die Hühner sahen auf ihrer Stange und dich neckte er mit einem Stückchen Zucker und schrie: mach den Diener! Und du hobst deine Augen, dein« mensch- lichen Augen wie zum Himmel— zu dem speicheligen Stückchen Zucker und tanztest schwerfällig auf den Hinterpfoten. Erinnerst du dich an die Abende? Als man dich von der Kette los ließ und zum Spaß aus die Katze hetzte: saß sie! Und einmal— du wirst es nie vergessen— blieb die Katze in der Fuge unter dem Zaun stecken— ein Sprung und knurrend schüttelst du schon den Kopf und vergrubst deine Zähne in den Bauch der Katze, und der Finnige lachte»nd in dem Hllhnerhof schnatterten die ausgeregten Gänse, Truthennen und Hühner. Und dann müde, klirrtest du am Ein- gang in die Hundehütte mit der Kette und knabbertest das Stückchen Zucker. Aber deine Augen waren geschlossen, damit man nicht sieht, daß sie menschlich sind und du seuftest die ganze Nacht: weshalb? Von Schale zu Schale maßest du die Zeit, deine Hundewelt— die Hütte, der Schuppen, der Hof— wurde mtt einem grauen. gl anen Laken bedeckt— dem Herbsthimmel: ergeben ließest du dich naß regnen. Die Sonne kroch heraus in drei eisigen roten Kreisen — purpurn, wie das Blut der totgebissenen Katze: du zittertest vor Scham. Du trugst ergeben die Eiszapfen auf dem Pelz; sie stachen dich, du konntest nicht liegen— aber du trugst sie, bi» sie von selbst auftauten, bis flinke laute Bächlein aus dem Dunghaufen Herausslossen. Mit deinen Augen— den menschlichen— gucktest du den ganzen Tag auf die Sonne und gingst ihr nach, rings um die Hütte, und klirrtest mit der rostigen Kette. Du verwickeltest dich. du zogst und plötzlich platzte sie., Du standst eine Sekunde starr, dann— los! Ueber die Hecke, über die Gräben, mit nahem Bauch, dampfend flogst du hin. be- trunken von der Sonne, von Freiheit, von kaum merkbarer Wärme der Erde unter dem Schnee. Und irgendwo, irgendwie in der Nacht schliefst du. Die Schale gab es nicht mehr, es gab kein Zeitmaß: vielleicht ein Tag, vielleicht ein Monat. Aber es war nicht ein Tag: zu hart ging der Hunger in deinen Gedärmen um. Und du erinnerst dich: mit deiner räudigen Seit« drücktest du dich an dem nassen Zaun entlang in den. Hos hinein; ganz zu- sommengekauert. den Schwanz zwischen den Beinen, das Kettenend« auf der Erde. Auf dem Hof begrühte dich das Hallo. Du legtest dich neben die alle Hütte und hieltest die Schnauze hin. Der Finnige legte dir ein neues, blinkendes Halsband mit einem lauten, lustigen Glöckchen um— an einer neuen Kette. Dann stellte man dir direkt vor die Schnauze die Schüssel, in ihr lag ein riesiges Stück faulen Fleisches. Und erinnerst du dich?— du fraßest und fraßest und schlangest, bis hu ganz dick geworden warst. Der Finnige hatte dich gnädig auf den Nacken geklopft, und du fielst aus die Erde und spieltest mit allen vier Beinen, und schütteltest das Glöckchen und klirrtest mit der Kette. Du lecktest die Hände deines Herrn. Du hottest dich satt gefresien—- was galt dir da die Kette? Seidene Strümpfe. Au bist doch— ein Hofhund.____ ''A �ungvr 5reunö, stellea Sie sich wo anders hin, Sie sind keine gute Reklame für mich." Du hast keine Wort«. Du kannst nur winseln, wenn man dich schlägt: knurrend beißen, wenn der Herr es befiehll; und nachts gegen den grünen, bitteren Mond heulen. Aber- weshalb Haft du so herrliche Augen? Und in den Augen, in ihrer letzten Tiefe.fine so menschliche, traurige Weisheit? Ich weiß: du warst Mensch und du wirst es wieder sein. Aber wann denn? Wann werde ich nicht mehr wagen dir zuzurufen: „Du, Hund!'"' (Aus dem Russischen von M. Tharol.) Operationen mit Diathermie. Bon L. M. Dieck-Man. In der München«? Frauen-Universitätsllinik wurde kürzllch zum erstenmal ein ganz neuartiges Operationsverfahren erprobt, indem ein chirurgischer Eingriff mit Diathermie vorgenommen wurde. Was ist Diathermie, und wie arbeitet das neue Versahren? In der Elektrizitätslehre unterscheidet man bekanntlich hoch- gespannten und starken Strom. Der Starkstrom hat die größte mechanische Arbeitsfähigkeit, er durchdringt den Leiter und schafft ein hohes Potential. Das Kennzeichen des Starkstroms ist: Hohe Stromstärke bei geringerer Spannung, während der Hochspannungs> ström hohe Spannung bei geringerer Stärke ausweist. Run hat der ungarische Physiker Tesla schon vor Jahren gezeigt, daß man die Spannung des Stromes auf Kosten der Stärke erhöhen kann. Er baute einen besonderen Transformator(Umformer), der ihm ge- stattete, Ströme von bisher.unerreicht hoher Spannung zu erhalten. Nach ihm heißt dieser Strom„Tesla-Strom". Er unterscheidet sich wesentlich von den anderen Stromarten. Zunächst ist er trotz oder vielmehr gerade wegen seiner enorm hohen Spannung für den Menschen ungefährlich. Während nämlich Hochspannungs- und Startstrom bei geringster Berührung oft schon töte», kann, man den Tesla-Strom ruhig durch den Körper gehen lassen. Tesla hat an verschiedenen Experimenten gezeigt, daß die nach ihm benannte Stromart nämlich nicht den Leiter durchdringt, sondern an der Ober- fläche entlang sich fortpflanzt. Bei Schaustellungen wird dieser Strom oft benutzt, um ei» kritikloses Publikum irrezuführen. Es werden „gefährliche" Experimente mit 100(XX) Volt angekündigt, und das Publikum staunt den Mann an, der mit seinem Finger eine Glüh- birne anzündet. In Wirklichkeit wird hierzu der vollkommen un- gefährliche Tesla-Strom benutzt. Die praktische Bedeutung, die der (Ersinder seinem Werke prophezeite, hat dieses aber nicht erlangt. Der Tesla-Strom ist zu wirtschaftlicher Arbeit nicht verwendbar, denn infolge seiner geringen Stromstärke fehlt ihm die potentielle Energie. Im Diathermiestrom dagegen hat man die hochgespannt starke Stromart gefunden, die auch zur Arbeitsleistung herangezogen wer- den kann. Für die therapeutische Medizin vollends ist er. von be- sonderer Bedeutung geworden, und zwar für die Bestrahlungs- therapie ebenso wie für die operative Chirurgie. Die Diathermie liefert eine Wärmebestrahlung im Gegensatz zur Lichttherapic der Quarzlampe und der Röntgenstrahlen. Das Diathermie-Beftrahlungsoerfahren ist schon seit einiger Zeit bekannt, ganz neu aber ist das Operationsverfahren, erstmalig angegeben und oerwendet von dem Münchener Gynäkologen Pros. D o e d e r l e i n. Der Borgang ist kurz der folgende: Der Diathermie- ström wird an den Operationstisch und an die besonders kon- ftruierien Operationsmesfer angeschlossen. Er kreist durch den Körper des Patienten, ohne daß dieser etwas davon fühlt. Berührt der Chirurg mit dem Messer den Körper, so wird der Strom geschlossen rntv an der Berührungsstelle entsteht Funkenbildung, die den Druck und die Schneidekrast des Messers wesentlich unterstützt. Es bedarf dann eines bedeutend geringeren Druckes, um Schnitte mehr oder minder großer Tiefe zu erhalten. Liegt darin schon eine wesentliche Verbesserung der operativen Technik, so sind die Vorzüge des neuen Verfahrens damit noch nicht erschöpft. Durch die Funkenbildung wird nämlich auch eine natürliche und unbedingt sichere Desinfizierung der Operationswundc geschaffen, was viel Zeit erspart und die Sicherheit der Operation wesentlich erhöht. Gleichzeitig gerinnt auch das ausströmende Blut schneller, die angeschnittenen Gefäße ziehen sich zusammen. Bis vor kurzem war es nur möglich, Gefäße bis zu fünf Millimeter Durchmesser mit dem Diathermiesunken zu ver- schließen, in letzter Zeit aber hat ein bekannter deutscher Physiker das Verfahren derartig verbessert, daß auch Blutgefäße größeren Durchmessers geschlossen werden können. Bedenkt man, daß die erwähnten Mowente bei chirurgischen Eingriffen die Aufmerksamkeit des Arztes nicht mehr so sehr ablenke», wenn das Diathennie-Ver- fahren angewendet wird, so kann man dieser genialen Neuerung wohl eine bedeutende Zukunft voraussagen. Gestaffelter SIrchenbcfuch. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, in Schulbüchern„der große Kursürst" genannt, hatte durch einen Bertrag das Gebiet von Ragnit in Ostpreußen er- halten. Die Ragniter Bauern scheinen den Uebergang von einer „Volkheit" zur anderen ohne alle„völkischen Gewissensbedenken" vollzogen zu haben. Nur eins berührte sie äußerst peinlich. I» einer Eingabe an ihren neue» Landesherrn wiesen sie darauf hin, daß ihre Vorfahren, die seit undenklichen Zeiten das Land besessen hätten, zu keiner weiteren Dienstleistung herangezogen worden seien, wenn sie ihre Arbeit geleistet und den Beamten gegenüber ihre Pflicht getan hätten. Ihre Freiheiten würden aber von der neuen brandenburgischen Verwaltung nicht geachtet, sondern sie würden angehalten, Sonntags zweimal in die Kirche zu gehen liiid wochentags die„Gebete zu halten". Die Bauern wehrten sich gegen diese„unerträgliche und höchst schädliche Neuerung, wodurch sie in ihrer Haushaltung und bei ihrer Ackerbcwirtschastung merklich verhindert würden". Sie bäten deshalb den Kurfürsten, diese„hoch- schädliche Sache" abzuschaffen. Aber die Bauern haben wohl aus eigener Erfahrung gewußt, daß es zu Zeiten der absoluten Herrscher von Gottes Gnaden nicht angängig war, daß eine hohe, wohlweise kurfürstlich branden- burgischc Regierung Gesetzesänderungen auf Anraten ihrer Unter- tanen vornehme. Deshalb erlaubten sich die Ragniter Bauern, der Regierung einen Vorschlag zu unterbreiten, der allen Teilen gc- recht würde. Der Kurfürll sollte seinen Beamten empfehlen, daß das Kirchengehen und Betenlerncn nach der Anzahl der Acker Landes, die einer besitzt, geregelt und der Anne nicht so sebr wie der Reiche beschwert werden möge. Osfent'ar haben die Bauern zu dem lieben Gott, als dem Mehrer ihrer Güter, kein großes Vertrauen gehabt. Leider ist uns nicht bekannt, wie der Kursürst den Vorschlag einer Staffelung des Kirchenbesuches nach der Größe des Vermögens aufgenommen hat, aber sehr wahrscheinlich hat er ihn abgelehnt, weil sonst er selbst als reichster Grundbesitzer de? Landes die ganze Bibel hätte auswendig lernen müssen und die Kirche überhaupt nicht mehr hätte verlassen dürfen. Zu einer so großen Bekehrung für den lieben Gott hoben sich die Monarchen aber niemals verstehen können.>> K. G. Lebenszähigkeit. Viele Samen höherer Pflanzen verlieren erst 'nach Iahren ihre Keimfähigkeit, und bei den Sporen niederer Pflanzen ist diese Erscheinung noch ausgeprägter. Die Pflanzen selbst ober verlieren, einmal getrocknet, gepreßt und ins Herbarium eingereiht, im allgemeinen sehr rasch ihr Leben. Zlber auch hier gibt es überraschende Ausnahmen. Der Schreiber dieser Zeilen entnahm seinem Herbarium zwei vor dem Kriege, also vor mehr als elf Iahren gesammelle Moose einer gewissen Gattung(Diera- irnrn), warf sie in ein Gefäß mit Wasser und überließ sie ihrem Schicksale. Nach Verlauf von ungefähr sechs Wochen zeigte die eine Art keine Veränderung, war also tot. Aus den Sproßenden der zweiten Art aber waren frisch grüne neue Aestchen hervorgc- wachsen! Um die Lobens.zähigkeit, die sich hier kundgibt, recht zu würdigen, muß man berücksichtigen, daß die betressende Herbar- mappe die langen Jahre hindurch in einem neben der Heizung stehenden offenen Regale stand, in einer Lufttrockenhcit, die die Rückendeckel danebenstehender Bücher zum Abplatzen gebracht hat. Eine mikroskopische Untersuchung der dem Experiment unterworfenen Moose hätte nicht das geringste Zeichen von Leben ergeben. Die Erneuerung des Lebens erfolgte aus einer oder wenigen Zellen der äußersten Sproßspitzen, die, von alten Blättern dicht überlagert, dem tödlichen Austrocknen in überraschender Weise Widerstand leistete. 2S 00 M KAUFHAUS LINDEMANN& CO 00 100 Indlemas Lindema AR s grosse Verkaufs- Ereignis Das In allen 3 Häusern In allen 3 Häusern Anläßlich der Wiederkehr der Neueröffnung unseres Hauses Turmstraße Damen- Konfektion Velour de laineauch Glocken. Bel diesen Angeboten Mengenabgabe Baumwollwaren Wäschefuch 800m br., Mtr. 68 Pt. unbedingt vorbehalten! Samtkleider Jugendliche Form Mäntel formen 39.00 Glocken- Man 29.75 Glocken 29.00 Rohnessel som betr. 58 PL Elegante- Mäntel Velour de laine mit großen 49.00 Biberettkragen.. 69.00 Wollplüsch- Mänt. Biberettimitation Qualitäts 49.00 ware. Seidenplüsch69.00 Mäntel LinonKissenbrette, 1.10 85 P. 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