SSHffS" M-rgenait-Mbo l'-p"»»'-! Bezugspreis: � Anzeigeupreiie: «ZZch-nMS 70 SfcnnUt, atonoffl«—_'�BnA�S. Di« ,i»svaltia« SBonpamH«- 8.- Seiasmarl»otaus»abldar. JWwS«\_ �/�9y\m teU« 80 Pfennw. actlamcsciie Unter JTrtuübcnb für Statfälaniv. EWSWA> Av A.V A.� U/ B--«ciösmatt.„«lein, anjeincn- Daiui«. Saar, nni SKraetaebiet. RH �'■Hkv A\.. W da« feitacdruckt« Bort 2S«fennl« Oesterreich. Litauen. Luremdur, SZ � M �WM)' l-ulassta ,>».» fettaei>rnckt. Borte). 4L0 Reichsmark, für da- llbri«. fM M«■'T' H H H M Bf, iedes oeilete Bort 1? Bienn.g. Ausland ö�0 Reichsmar! vro Monat. JSüß j IH A v j�B HR RH RH RR 9|' RRp' T.'cnn"�-b T T.Lim8rtiiJ"�it hrr rnnntn.i� RnH H H H H H HB I H I V) 9 j® X 10 Dfennia. Borte über 15 Buch. BBBi I irm B 9 B B9H 99 9~ M HIaL kl-deu tödleu für twei Borr«. beilsae.Boll und kiert�-nrt.Sied. I HR M RR H W �R Wl HR H W W iWil ifiWr Arbeitsmarkt Stile 60 Pfennig. Uina nni fllemaoiten tomie der W B 9 9 JBk JÄLBL 9 9 Kautilienanseigeu für Abonnent.. Beilage �lnterbal-un« und Wissen� KR I?>»ll RRLsJBP� M| �V/WR in und Frauenbeilage.Frauenstimm«' 9�11 �Hl �9r�� ���9x99� �H\ y/ 9 nfdiehrt-och-ntäglich.w.imal. � /_ 9«nseig.u für d.« n»chN« Rümmer Sonntags und Montag, e.nmal. AtMMRV müssen bis<-i. Uhr nachmittag, im T■■h � ♦__.%«gf■<"■«.' chauv'geschSft. Berlin SB 88, Linden» .�AL�Ä.'sa DDVUNDV 3P0iK3öllXftfl' s,%«,sr.Ä Zcntralorgan der Sozialdemokrat» feben Partei Deutfchlands Redaktion nnü Verlag: öerlin CW. vS, �inöenstraße Z Fernsprecher: Dönhoff 2V2— SS7. Donnerstag, den Z». November 19Ä5 Vonoärts-Verwg G.m.b.H., Ser!:n SV. 08, Llndenffr�; V-stsch««»nt»: Berlin 87 88»- BanNont»! B«n? de: Arbeiter. Auge stellten anb Beamten. Waüftr. 65; Diskont»- chejelllchasr. Depoiiteniasse Lindenstr. 8. Klassenjustiz Z Eine Betrachtung zum Z�all Loeb. Don Otto Landsberg. Jeder Zweifel an der Vorurteilslosigkeit deutscher Ee- richte und Anklagebehörden, der auf Grund ihrer Einstellung in politischen Strafsachen ausgesprochen wird, gilt in Deutsch- land als ein Anzeichen ruchloser Gesinnung. Erst kürzlich hat der Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte einen Rechtsanwalt disziplinarisch bestraft, weil er Richtern und Staatsanwälten nachgesagt hatte, daß sie es bei der Aus- Übung ihrer Berufspflichten nicht immer fertig brächten, sich von ihren Parteianschauungen freizumachen. Bor einigen Wochen schrieb der„Völkische Beobachter": „Ein Mensch, der an S t r e s e m a n n s Stelle für Frankreich etwas Aehnliches swie den Pakt von Locarno) unterschrieben hätte, wäre nach seiner Rückkunft in Paris wie ein Hund er- schlagen worden." Wenn der Mann, aus. dessen Feder dieser Satz stammt, nicht einer der vielen Psychopathen ist. die der politischen Betätigung der Hitler-Leute den Stempel ihres zerrütteten Geistes aufdrücken, so hat er gewollt, daß die Leser seine Worte als die Aufforderung zu einem Attentat auf Stresemann auffassen, zum mindesten aber sich gesagt, daß sie seine Betrachtung als Anreiz ung zum Morde auslegen konnten. Danach liegt In der Aeußernng eine nach Z 241 RStGB. strafbare Bedrohung, die um so schwer- wiegender erscheint, als die Ermordung von Erzberger, Rathenau, Gareis und anderen Märtyrern zeigt, daß völ- kische Mordbuben sich gern zu Vollstreckern der Wünsche ihrer Führer nach Vernichtung republikanischer Polittter machen. Don der Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Re- dakteur des„Völkischen Beobachters" verlautet nichts. Wir rufen nicht nach dem Staatsanwalt. Der Mißbrauch der Preßfreiheit zur Anstachelung verbrecherischer Instinkte scheint uns durch die Verachtung aller anständigen Menschen wirk- samer geahndet zu werden, als durch die Verhängung von Kriminalstrafen. Aber gibt es jemand, der uns entgegen- zutreten wagt, wenn wir behaupten, daß ein soüaldemokra- tischer oder kommunistischer Redakteur, der etwa Herrn Schiele im Hinblick auf seine ministerielle Tätigkeit das Recht zu leben abgesprochen hätte, bereits unter Anklage ge- stellt worden wäre? Den Anklageeifer, den die berufene Stelle im Falle des „Völkischen Beobachter" vermissen läßt, bewiesen die Wci- marer Behörden im Meineidsprozeß gegen den G e n o f f e n L o e b. Es ist begreiflich, daß Loeb den Wunsch hatte, in öffentlicher Gerichtsverhandlung feine Schuldlosigkeit zu beweisen, nachdem der Staatsanwalt zwar die Einstellung des Verfahrens beantragt, aber das Fortbestehen des Ver- dachtes einer Berletzung der Eidespfstcht zu betonen für gut befunden hatte. Unverständlich ist es indessen, daß das Ge- richt die Eröffnung des Hauptverfohrens beschlossen hat. Ein solcher Beschluß setzt nach der Strafprozeßordnung einen hinreichenden Tatverdacht voraus, und von dessen Vorliegen konnte nicht die Rede fein. Denn der Rcgierungs- rat Meißner, dem Loeb fälschlich eine Auskunft zugeschrieben haben sollte, erinnerte sich zwar eines Gespräches mit Loeb nicht, was nicht verwunderlich war, da dieses mehrere Jahre zurücklag, die Erteilung der Auskunft aber gab er als möglich zu und mußte dies um so mehr tun, als er dem Zeugen Stocker um dieselbe Zeit, in der Loeb mit ihm ver- handelt haben will, unzweifelhaft diejenige Auskunft gegeben hat, deren Erteilung Loeb unter dem Zeugeneide bekundet hat. Unter diesen Umständen konnte nicht der leiseste Zweifel an der Richtigkeit der Zeugenaussage Loebs bestehen. Die Hauptoerhandlung hat denn auch den ganzen Vor» gang so vollständig aufgeklärt, daß nicht der mindeste Ver- dacht gegen Loeb übrig blieb. Und nun ereignete sich d a s � Unfaßbare, daß derselbe Staatsanwalt, der vor der rest- losen Aufhellung des Sachverhaltes nicht einmal einen zur Eröffnung des Hauptverfahrens hinreichenden Tatverdacht für vorliegend erachtet hatte, nach völliger Klarstellung des Falles den Angeklagten des Meineides für schuldig erklärte und seine Verurteilung zu l'/l-jähriger Zuchthausstrafe beantragte. Ein Rechtsanwalt, der die Freisprechung seines einer straf- baren Handlung restlos überführten Klienten fordert, würdigt sich selbst in der öffentlichen Möinung herab. Ist es ehren- voller, einen Unschuldigen ins Zuchthaus bringen, als einen Schuldigen der Strafe entziehen zu wollen? Und weiter: wenn jemand in votler Kenntnis des durch die Hauvtoer- Handlung erwiesenen Tatbestandes gegen Loeb eine Straf- anzeige wegen Meineides erstattet hätte, so würde der Staatsanwalt die Pflicht gehabt haben, der Frage näher zu treten, ob nicht in der Denunziation eine nach Z 164 RStGB. strafbare wissentlich falsche Anschuldigung zu erblicken sei. Und er hat sich gleichwohl für befugt erachtet, nach gän-llcher Widerlegung aller Verdachtsmomente die Bestrafung Loebs zu fordern! Wer wagt es noch, für seinen Strafantrag Recht- fertigungsgründe vorzubringen? Selbst wenn er den unoer- ständlichen Auftrag erhallen heben sollte, die Verurteilung zu fordern, durfte er ihn nicht ausführen. Und was soll man zu dem Urteil der Frankfurter Strafkammer sagen» die dem Genossen Loeb den An- Zentrum gegen Deutjchnationale. Weiteres Zusammenarbeiten unmöglich. Das Zentrum hat gestern eine stark besuchte Frakttons- sitzung im Reichstag abgehallen, über deren Ergebnis folgende Mitteilung veröffentlicht wird: .In ihrer sachlichen Stellung zu dem Dertragswerk von Locarno wartet die Zentrumefrattion des Deutschen Reichstages das Ergebnis der auf die Rückwirkungen bezüglichen Der- Handlungen ab. Sie steht in den in Locarno getroffenen oder in Aussicht gestellten Abmachungen einen Fortschritt in der Richtung der europäischen Befriedung: sie crachtct jedoch die vor- gesehene Regelung nur als«ine befriedigende Lösung, wenn die insbesondere für die besetzten Gebiete nötigen Auswirkungen ge- sichert sind. Die Zentrumssraktion ist der Auffassung, daß das Der- hallen der Deulfchnallonalen Voltspartei gegenüber dem Vertrags- entwürfe von Locarno ein weiteres Znsammenarbeiten mit ihr in einer Regierung ausschließt." lieber die Nachmittagssitzung der Zentrumssraktion wird berichtet, daß sich die Besprechungen um den eventuellen Wiedereintritt des Reichskanzlers a. D. Wirth In die Reichstagsfraktion drehten. Trotz des von vielen Sellen vertretenen vermittelnden Standpunktes konnte es zu keiner Entscheidung kommen, da Dr. Wirich zurzeit noch nicht in Deutschland anwesend ist: die endgüllige Entscheidung dürste daher erst auf dem Parteitag in Kassel fallen. » In der Tür, durch die die Deutschnationalen ihren Aus- ptig aus der Regierungskoalition vollzogen, hat die Reichs- tagsfraktion des Zentrums den Schlüssel umgedreht. Sie hat es zweifellos gern getan. Denn die Schmie- rigkellen, in die sie sich durch ihre Zusammenarbeit mit der Rechten verstrickt hatte, sind nun mit einem Schlage beseitigt. Der„Fall Wirth" wird sich jetzt verhältnismäßig schmerz- los erledigen lassen. Will man im Bilde bleiben, so kann man sagen: der Schlüssel ist zwar umgedreht, aber stecken geblieben, und die Pollspartei macht sich in verdächttger Weise an ihn heran. Die„Tägliche Rundschau" hält es mll Herrn O u a a tz, der unter Umständen Ja sagen will, und meint, man müsse doch den parlamentarischen Abschluß abwarten, ehe man eine innerpolitische Lösung ins Auge fasse. Trost und Herzstärkung wird sie auch in der„Kreuz-Zeitung" finden, die sich mit den verschiedenen Versuchen zur Lösung der inneren Krise beschäfttgt, um augenzwinkernd zu bemerken: Erstens scheint es fraglich, ob dieses Programm überhaupt ge- fanden werden kann, und zweitens ist das Schicksal des Vertrags von Locarno noch nicht entschieden. Es wird also auch der Linken nichts andere« übrig bleiben, als abzuwarten, wer weiß, ob nicht die kommenden Ereignisse noch einen Strich durch die ganze Rechnung machen. Das ist auch unsere Meinung, und darum haben wir, im Gegensatz zu anderen Blällem, die mit großem Eifer neue Mehrheiten für neue Regierungen berechnen, eine Rechnung noch gar nicht aufgestellt. Allerdings kann der gestrige Zentrumsbeschluß einen Strich durch die Rechnung derjenigen deutschnationalen Taktiker bedeuten, die wieder um- und damit wieder in die Regierung hineinfallen wollen. Denn dieser Beschluß scheint eine Absage an die Luther-Koalitton zu sein auch für den Fall, daß die Deutschnattonalen zu reuiger Rückkehr bereit ind. Alles in allem: jeder neue Tag des Durchein- anders scheint uns ein neuer Beweis dafür zu sein, daß ohne eine Auflösung des Reichstags und einen Appell an das Volk eine klare Situation überhaupt nicht mehr zu schaffen ist. Sozialüemokraten bei Luther. Der Reichskanzler empfing gestern im Beisein des Reichs- außenministers die Genossen Hermann Müller, Breitscheid und Hilferding. Der Außenminister gab bei dieser Gelegen- bell einen kurzen Bericht Über den Stand der Verhandlungen wegen der„Rückwirkungen". Er sowohl wie der Reichskanzler sprachen dann den Wunsch ans. daß die Einberufung des Reichs- toges bis zur Erfüllung der in Locarno gemachten Zusagen hin- ausgeschvben wird. Die sozialdemokratischen Vertreter nahmen die Mitteilungen und Wünsche der Reichsregierung zur Kenntnis und verwiesen daraus, daß die am Freitag zusammen- »retende Fraktion die entscheidenden Beschlüsse zu fassen habe. Zuvor hatte der Reichskanzler eine Besprechung mit dem Bar- sitzenden der deuischnalionalen Reichstagsfraktion, Grafen Westarp. Auch der Vorsitzende der demokratischen Reichstagsfraktion. Abg. Koch, hatte gestern eine Unterredung mll dem Reichskanzler. die gleichfalls nur informatorischen Charakter hotte. Unannehmbar! Die„Vaterläudrfchen" gegen Locarno und Völkerbund. Di« Bereinigten vaterländischen Derbände lasse« nachträglich erklären, daß sie auf ihrer Tagung mll dem f Stahlhelm, dem Werwolf und dem Tarmendergbund folgend« Entfchließung getätigt haben: „Wir lehnen denVertrogvonLocarnoals eine freiwillige Anerkennung des Diktats von Ver- I a i l l e s ab. Unannehmbar ist uns der Verzicht auf deutsches Land und Volk, unannehmbar der Eintritt in den Völkerbund. Locarno ist uns eine Preisgabe deutscher Zu- kunst und Freihell, Vergewaltigung der kommenden Geschlechter und völkischer Selbstaufgabe. Wir rufen auf zu einer gemein- samen nationalen Front gegen die Verewigung von Ver- s a i l l e s und für deutsche Ehre und Zukunft." Man darf neugierig sein, ob sich die Deutschnationalen, aus deren Mitglledern sich die„Vaterländischen" hauptsächlich rekrutieren, nun dem Diktat von Versailles oder dem Diktat der Vaterländischen unterwerfen werden. Amtliches zu Schieles Ja* Nicht freudig, aber laut! Von amtlicher Seite wird WTB. mitgeteill: Ueber Aeußerungcn des Reichsministers Schiel« bei den Ve- sprechungen des Reichskabinetts zum Ergebnis von Locarno sind in einigen Presseorganen ungeachtet der strengen und unbedingt er- forderlichen Vertraulichkeit der Kobinettsberatungen unrichtige und irreführende Darstellungen gegeben worden. Da dem aus der Reichs- regierung ausgeschiedenen Minister infolge der Schweigepflicht keine Möglichkeit zur Richtigstellung gegeben ist, soll im vorliegenden Fall aus Gründen der Loyalllät amtlich zu den genannten Presse- Mitteilungen Stellung genommen werden. Im„Berliner Tageblatt" vom 2. November wird mitgeteilt, der Reichsminsster des Innern habe in einer Kabinettssitzung vom 22. Oktober gesagt:.Denn ich gefragt werde, ob ich das Werk von Locarno billige, so antworte ich mll einem lauten, freudigen Ja." In der Sitzung vom 22. Oktober, deren Ergebnis der in- zwischen bekanntgegebene Kabinettsbeschluß war, ist eine Aeutzerung, auf die sich das oben erwähnte Zellungszitat beziehen könnte, nicht gefallen. Dagegen hat Reichsminister Schiele im Verlauf des Ministerrots vom IS. Oktober, nachdem der Reichsaußenminister zum ersten Mal« über das Ergebnis von Locarno berichtet hatte, geäußert, er hatte es für erforderlich, daß vor einer Billigungs- erklärung des Reichskabinetts den Ministern Einsicht in die gesamten Unterlogen gegeben werden müsse: er könne aber schon jehk sagen, daß er mll lautem.ja" aal- warte« werde, wenn es sich um die allgemein« Billigung der Arbeit der Delegation im Sinne der Richtlinien des Kabinetts handle. Die Mitteilung des.Hamburgischen Korrespondenten" vom 3. November, Reichsminister Schiele habe bei seinem Abschied« aus dem Kabinett.es auf das tieffte bedauert, daß die Fraktion dem Druck der Heißsporne und unverantwortlichen Landesverbandsvor- sitzenden nachgegeben hätte", ist weder dem Wortlaut noch dem In- halt nach zutreffend. Danach steht jetzt amtlich fest: erstens, daß Herr Schiele nicht erst am 22. Oktober, sondern schon drei Tage zuvor sein „lautes Ja" gesprochen hat, zweitens, daß er, ebenso wie S ch l i e b e n und R e u h a u s, der Paraphicrung z u g e- stimmt, drittens, daß er, ebenso wie Schlieben und Reu- Haus, am 22. Oktober das materielle Ergebnis von Locarno gebilligt hat. Den Mut, für seine Ueberzeugung außerhalb des Ka- binetts öffentlich einzutreten, hatte er aber ebenso wie Schlieben und Neuhaus, nicht aufgebracht. Nach alledem werden die Deutschnationalen zugeben müssen— sie haben es bisher schon durch ihr Schweigen zugegeben— daß der „deutschnationale Führergedante" eine Pleite erlebt hat, wie sie noch nicht dagewesen ist. Ist es überhaupt schon erlebt worden, daß Minister eine so klägliche Rolle ge» spielt haben wie die drei armen K e r l ch e n, die als deutschnationale Vertrauensmänner in das Kabinett Luther entsandt worden waren? Sie mußten sich von ihrer Partei- leitung sagen lassen daß olles, was sie mit„lautem Ja" ge- billigt hatten, unannehmbar sei, und daß sie selber das Kabinett zu verlassen hätten. Da nahmen sie ihre Sachen und trollten sich ohne zu mucksen. Das Ende der deusschnationalen Parteiherrschaft im Reiche ist eine Tragödie der Subalternität. Ense ües Wiener Häcterstreiks) Dien, 4. November.(MTB.) Das Einigungsamt hat in dem Lohnkonslikt im Bäckergewerbe und In den Brotfabriken den Arbeltern eine Lohnerhöhung von S Proz. zugesprochen. Beide Parteien haben erklärt, bis Frellag. 2 Uhr, dem Einigungs- amt bekanntzugeben, ob sie den Schiedsspruch annehmen. Nach Mitteilungen von unterrichteter Seite ist die Annahme des Schiedsspruchs so gut wie sicher und demnach bereits für morgen nachmittag mll der Beendigung de» Streiks zu rechne«, j Zur Preisabbauaktion. Besprechungen mit Handwerk und Kleinhandel. Wie amtlich gemeldet wird, empfing der Reichskanzler gestern in Gegenwart der Rsichsminister Graf von Könitz und Dr. Krahne Vertreter des chandwerks und Klein- Handel.» aus der Lebensmittelbronche zu einer von diesen erbetenen Aussprache über die Preissenkungeaktion. lln- geachtet einiger Beschwerden, die die Gewerbetreibenden über die praktische Durchiührung der Regierungsaktion vorzubringen hatten, bestand völliges Einverständnis darüber, daß die Preis- senkungsaktion mit gröhtcm Nachdruck gegenüber allen Wirtschaftsgruppen durchzuführen sei. Unrichtig ist es, wenn von anderer Seite behauptet wird, der Kanzler sei bei dieser Gelegenheit von den Konsumgenossenschaften abgerückt, deren preissenkende Tätigkeit er bei früheren Anlässen immer anerkannt hat. Dagegen trifft es zu, daß die Vertreter des Handels und Handwerks gegen die„U e b e r- griff®' bei der Preiskontrolle ausgetreten sind. Dag mit einer Bekämpfung von Mißgriffen, die durchaus vereinzelt vorgekommen sind, nichts gegen die jetzt noch unentbehrlich« Preis- kontrolle selbst gesagt ist, das dürfte auch der Auffassung aller ehr. lichen Kausleute und Handwerker entsprechen, obgleich ihre Verbände noch immer dagegen ankämpfen. An dem Erfolg der Preis- abbauaklion freilich ist solange zu zweifeln, als dieser nicht durch einen wirksamen Abbau der Zölle erzwungen wird. Trennung öe? schlesisthen Provinzen. Bevorstehende gesetzliche Regelung. Das Preußische Kabinett hat dem Staatsrat einen Gesetzentwurf über die Trennung und Auseinandersetzung der Provinzen Ober- und Niederschlesien zugeleitet. Der Entwurf sieht den Uebergang aller Selbswerwaltungs- und Auftrogsangelegen- hcitcn der früheren Provinz Schlesien auf die beiden Provinzen Ober- und Niederschlesien vor. Da die bisher noch gemeinsame treu- händerische Verwaltung mit Inkrafttreten des Gesetzes ihr Ende findet, wird für die U e b e r g a n g s z e i t bis zur Vollendung der Auseinanders etzung mit der Wahrnehmung der Rechte und Pflichten der früheren Provinz Schlesien ein Abwickelungskommissar betraut. Der Gesetzentwurf regelt ferner die Verhältnisse der B e a m t e n der früheren Provinz Schlesien und enthält Vorschriften über die Prvvinzialhllfstasse, die Landeskullurrentenbank, die Ruhe- gehalts-, Witwen- und Waisenkassen und die Provinzial-Lobens- und Haftpflichwersicherungsanstalten und oerteilt schließlich die besonderen sich aus dem Schlesischen Hochwasserschutzgesetz und dem Odergesetz ergebenden Rechte und Pflichten der früheren Provinz Schlesien auf die beiden neuen Provinzen. Der letzte Tell des Gesetzentwurfs be- faßt sich mit der vermögensrechtlichen Auseinander- s e tz u n g, die einem besonderen Schiedsgericht übertrogen werden soll. Schließlich wird die rechtliche Grundlage für einen etwaigen Zusammenschluß beider Provinzen zu einem Zweck verband bei gegenseitigem Einverständnis geschaffen. Die Schlesische Feuer- sözietät, die Landwirtschaftskammer Schlesiens, die Landwirtschaft- liche Berufsgenosienschast und die Landesvcrsicherungsanstalt werden von dem Entwurf nicht berührt. öele!üigungsklage Jaulhaber. Ein neuer politischer Riesenprozeh. Hamburg. 4. November.(Eigener Drahtbericht.) In dem Prozeß, den Kardinal Faulhaber-München gegen den Schrift- steller H u p p e r tz anstrengte, fand am Mittwoch vor der Straf- kammer IIb des Hamburger Landgerichts die Bsruftmgsverhond- long statt. In der ersten Instanz war lzuppertz freigesprochen wor. den. In der Begründung dieses Freispruches, die in der ganzen deutschen Presse scharf kritisiert worden ist. wurde gesagt, daß Huppertz in Wa�. nehmung eines berechtigten Interesses aller nicht zur katholischen Kirch« gehörigen Deutschen gehandelt babe, weil er gegen die außerdeutschen Einflüsse, die in der Jen- trumspartei maßgebend feien, gekämpft habe. In der B«- rufungsinftanz verlangte da? Gericht Beweise für die aufgezähl- ten Behauptungen. Huppertz beantragte die Vernehmung von Auer, Graf Bothmer, Hitler, von Gerlach, Strasser, Breitscheid, Siegsried Iacobsohn und Ludendorff. Das Gerickst beschloß, dem Antrage stattzugeben und vertagte die Verhandlung auf unbestimmte Zeit. Man wird nun mit einer längeren Prvzeßdauer rechnen müsien. da beabsichtigt ist, die zanze ultramontane Politik der letzten Zeit zu erörtern._ völkerrecktslehrer für Locarno. Ein rechtswissenschaftliches Gutachten. Der Rat der Deutschen. Gesellschaft für Völkerrecht trat am Mittwoch zu einer mehrtägigen Sitzung im Hotel.Der Kaiserhof' in Berlin zusammen, um in Verbindung mit einem Pfingsten 192Z gebildeten außerordentlichen Studienausschuß für die Fragen der Friedenssicherung Stellung zu den Entwürfen von Locarno zu nehmen. Außer den Mitgliedern des Borstandes, Profesior Dr. R i e m e y e r. Kiel, Reichsgerichtspräsident Dr. Simons und Professor Dr. S ch ü ck i n g, Gehcimrat Professor Dr. Beer. Berlin, Professor Dr. Soenborn, Kiel, haben sich die Mitglieder des Rates annähernd vollzählig, darunter die Dölkerrechtslchrer T r i e p e l, Berlin, Kaufmann, Bonn, van Ealker, Frei- bürg, Reumeyer. München, Kraus. Königsberg, L a u n. Hamburg. Fleischmann. Halle, Strupp. Frankfurt a. M.. P e r e l s, Hamburg, und hervorragende Praktiker des inter- nationalen Rechtes, zusammengesunden. In dem Programm der Sitzung war hervorgehoben, daß den Zwecken der Gesellschaft für Völkerrecht gemäß es sich lediglich um «issenschastliche und technisch« Erörterungen und demeiüsprechende Stellungnahme handelt. Der Rat der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht hat einmütig der Zlussassung Ausdruck gegeben: L Daß die Anlage A zum Schlußprotokoll von Locarno dem Selbstbestimmungsrechte der Völker in friedlicher Entwicklung nicht entgegensteht: 2. daß durch Artikel 3 der Anlage A zum Schlußprotokoll von Locarno jede Streitigkeit zwischen Deutschland und Frankreich sowie zwische Deutschland und Belgien über die Auslegung der zwischen ihnen bestehenden Verträge einschließlich des Bersailler � Vertrags und des Rheinlandabkommens dem schiedsgericht- lichen Verfahren unterworfen wird: 3. mit Beziehung auf Anlage ss des Schlußprotokolls von Locarno, daß Deutschland, wenn es mit Rücksicht auf seine militärische und geographische Lage seine Zustimmung zu Maßnahmen der internationalen Exekution gemäß Artikel Ig des Völkerbundspaties verweigert, damit nur von einem ihm zustehenden und im Geiste des Dölkerbundspaktes liegenden Rechte Gebrauch macht. Lanötagsbexinn in Saüen» Karlsruhe, 4. Nov.(WTB.) In der heutigen Nachmittagssttzung des badischen Landtages wurde eine Abänderung der Gr- schäftsordnung in der Richtung beschlossen, daß künftig für die Bil- dung einer Fraktion 6 Mitglieder erforderlich sind. Damit erhalten die demokratischen Abgeordneten Fraktions- rechte. Bei der Wahl des Präsidenten des Landtages wurde der bisherige Landtagspräsident Dr. Baumgartner(Z.) mit KZ von S9 Stimmen wiedergewählt. Dr. Baumgartner nahm die Wahl an. 1. Vizepräsident wurde M a i e r- Heidelberg(Soz.), 2. Vizepräsidem v. A u(bürgerliche Vereinigung). Kein Prozeß gegen die Kpv.-Zenkrale. Der vom Status- gerichlshof zum Schutze der Republik für den 16. November lS2S angesetzl« Vro,rß gegen die Zentrale der KPD.(Hccker u. Gcw) ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Das neugewählle letttäudlfcheparlamcul ist Dienstag zusammen- getreten. In der elften Sitzung wurde der Sozialist Kalnin zum Prändentcn des Parlaments wiedergewählr. Ter Staatspräsident Tschakste hat, wie bereit« angekündigt war. den Bestimmungen der Verfassung entsprechend, sein Amt niedergelegt. Die Regierung hat ihr« Demission eingereicht. Senator Henry de Znvenel. der ehemalige Chefredakteur de« .Matin', soll zum französischen Oberkommissar in Syrien ernannt werden. spruch auf Glaubwürdigkeit mit Gründen versagte, die größtenteils durch den Inhalt ihrer eigenen Akten widerlegt wurden? Soll es ein Zufall gewesen sein, daß der Vorsitzende dieser Strafkammer ein tätiges Mitglied der Deutfchnationalen Volkspartei ist? Es widerstrebt uns, von Klassenjustiz zu sprechen und damit ein Wort anzuwenden, das für Verirrungen der Jpftiz eine gewisse Entschuldigung in sich birgt. Was im Falle des Genossen Loeb in Weimar geschehen ist, stellt sich als der Versuch der Anklagebehörde dar, einen ihr wegen seiner Parteistellung verhaßten Mann in Kenntnis seiner Nicht schuld auf gerichtlichem Wege zu vernichten. Was sagt tzerr v. öorsig? Die Methoden der Zlrbeitgeberpolitik. Gegen den von uns bereits besprochenen Verteidigungs- artikel, den der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Ar- beitgeberoerbände Dr. E. v. Borsig in seiner Verbands- zeitung veröffentlicht hat, um die Arbeitgeberpolitit zu recht- fertigen, wendet sich auch„Der Deutsche", das Blatt Sieger- walds. Es schreibt u. a.: „Immerhin— es fei den Arbeitgeberverbänden überlassen, welche Geldmittel sie zur Anwendung bringen wollen, um ihre so- zialpolitischen Ziele der Oeiscntlichkeli schmackhaft zu machen, ob sie damit Zeitungen lausen oder Flugblätter herstellen, ob sie Bücher, Schriften oder Wanderredner in die Well schicken. Aber mit Fug und Recht muß sich die Arbeitnehmerschaft verbitten, daß so- genannte ,A r b e i t e r st i m m e n' zur Propaganda in ihren Reihen benutzt werden, die ihre geistige Weihe im Lager der Arbeitnehmer erhalten haben. Ist es Herrn v. Borsig bekannt, daß sogenannte Aufklärungsschriften von der Bereinigung bei angeblich sozialisttsch und arbeiter« freundlich aufgemachten Verlegern in Austrag gc- gebe» worden sind, für die nicht nur das Geld und das geistige Material der Arbeitgeber aufgewandt worden ist, sondern die auch unter Kontrolle der Vereinigung entstanden sind und von ihr vertrieben werden?' Der„Vorwärts" bezeichnet in einer parteioffiziösen Warnung vom 26. Oktober solche Verleger mit Namen. Wir wissen, daß die es sind, deren Schriften in ganz großen Auflagen unter Regie der Vereinigung beygestellt und unter neutralem Deckmantel an alle möglichen so- zialpolitisch interessierten Stellen versandt worden sind. Aus allen Tagungen der letzten Zeit ist nmn diesen Heften begegnet. Sogenannte Arbeite rfiihrer waren ihre Lersasser und— Arbeit- gedrr jind bei Lichte besehen die Geldleute dafür, ohne daß die Verfasset von diesen Zusammenhängen eine Ahnung haben. Ist das keine geistige Notzucht, Herr v. Borsig?" Wir kennen rrur bestätigen, daß die hier angeführten Vorgänge es- find, mit deren Aufklärung sich unsere Partei- instanzen zurzeit beschäftigen. Von dem Ergebnis wird Mit- teilung gemacht werdun. Weiter schreibt der„Deutschs" aber: „Und weiter, die Wissenschaft. Wir anerkennen und- respekkiercn die freie Persönlichkeit und das Recht der freien Forschung auch da, wo es den Arbeitnehmern unbequem sein könnte. Aber darum sind wir am so lebhafter daran interessiert, daß dies« Forschung wirklich eW,s freie ist. Das kann aber nicht der Fall sein, wo zwischen den Gelehrten und irgendwelchen Inter- esjentengruppen durch materielle Gefälligkeiten Beziehungen be- stehen, die unwillkürlich Hemmungen ausläsen müssen und, gerade In den Punkten auslösen müssen, bei denen es darauf ankommt, gegebenenfalls gegen diese Interessente« zu erkennen. Das sind H ö r i g.k e i t s v e r h ä l t n i s s e, wenn sie durchaus nicht immer ganz grob-materiell greifbar sind. Man vermeide auf Arbeit- geberfeite den Schein, dep unbsdingt gegeben"ist, wenn man weiß, .daß nicht nur die üblichen Honorare, sondern auch laufende Subventionen gezahlt worden sind." Diese Erklärung läßt pn Deutlichkeit auch nichts zu wünschen übrig. VUt ihren sachlichen Angaben hätte sich die deutsche Professor enschast einmal gründlich zu be- fassen, wenn sie nicht den Makel auf sich sitzen lassen will, käufliche Elemente unter sich zu haben. „Cin Wort zu ösn Museumsbauten/ Vom Genossen Dr. Heinrich Waentig, dem Vorsitzenden tes Hauptausschusses des Preußischen Landtages, erhalten wir fol- qende Zuschrift: In der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 4. November ist unter obiger Ueberschnst ein Artikel erschienen, der im Interesse der Sache nicht unwidersprochen bleiben darf.— Zunächst: Wie lautet der beanstandete Ausschußantrag? „Der Landtag wolle beschließen: Das Staatsministerium wird aufgefordert, dahin zu wirken, 1. daß die Ausbeffening des wasserdurchlässigen Glasdaches des Mufeumstieulmues schnellstens durchgeführt und dabei, im In- icrcsse der Sicherung hochwertiger Kunstwerke, das vom Kultus- Ministerium empfohlene Verfahren möglichst berücksichtigt werde: 2. daß die im Widerspruch zur Bauleitung im Nordflügel des Museumsneubaues hcrgerichteten gotischen und romanischen Räume in den Zustand zurückversetzt werden, der die Durchführung der Hofsmannschen Baupläne gewährleistet: 3. daß der noch fehlende Vorbau am künftigen Pergamon- Museum und die die vordere» Teile verbindende Halle baldmöglichst ausgeführt werden, und zwar in der bestimmten Erwartung, daß entsprechend dem Fortschreiten des Hallenbaues und im Rahmen des dafür vorgesehenen Bauplanes auch der von der Stadt Berlin seinerzeit übernommene Brückenbau über den Kupfergraben vollendet werde: 4 daß 3) unter Berücksichtigung der dafür zur Verfügung stehenden Mittel ein befristeter Bauplan für die Wciiersührung des Museumsneubaues aufgestellt wcrde, b) alle der Dollendung des Baues entaeocnstchenden bureaukrotischen Hemmnisse schleunigst be- seitigt werben." Es sei mir gestattet, die vier Punkte des Antrages kurz zu er- läutern. Gegen Punkt 1, die Ausbesserung des wasserdurchlässigen Glas- dochss des Museuinsneubaues betreffend, dürste wohl kein vernünf- tiger Mensch etwas einzuwenden haben. Vielmehr ist es«in kullur- politische? Skandal, daß es noch eines Landtagsbeschlusses bedarf, um die Jahre hindurch infolge von Ressortstreitigkeiten verschleppte Reparatur endlich zu erzwingen. Was Punkt 2 des Antrages betrifft, so ist zu bedenken, daß die im Nordflügel de» Museumsncubaues im Rohbau hergerichteten gotischen und romanischen Räume im Widerspruch mit dem ur- sprüt.glichen Bauplan seriiggcstellt worden sind. Es entspricht also nur einem srühexen Beschluß des Landtag«, der die unverändert« Dirnystthrung des ursprünglichen Bauplanes verlangte, wenn\U jetzt in den Zustand zurückversetzt werden, der die Verwirklichung dieses L-ndtagsbeschlusses gewährleistet. Mehrkosten werden da- durch nach zuverlässige», Berechnungen nicht entstehen. Im Gegen- teil, es werden aller Wahrscheinlichkeit nach Ersparnisse gemacht «erden können Auch wird einer würdigen Ausstellung der in Frage kommenden Kunstwerke dadurch in keiner Weise vorgegriffen Auch die Forderung, daß der noch fehlende Vorbau am tünf- tigen Pergamon- Museum und die die vorderen Teile verbindende Holle unter den in dem Antrag genannten Voraussetzungen bald- möglichst ausgeführt werden, entspricht nur einem bereits früher gefaßten Landtagsbeschluß. Wer etwa an dem Worte„baldmög- lichst" Anstoß nimmt, darf sich damit trösten, daß darüber voraus- sichtlich mehrere Jahre hingehen werden. Solange dürfte es nämlich dauern, bis die dazu erforderlichen Steine gebrochen und hergerichtet sind. Es bleibt also reichlich Zeit, um die übrigen Bauarbeiten mittlerweile zu fördern. Oder bildet man sich etwa ein, daß bis dahin gefeiert werden soll? Wie fern es dem Unterausschuß des Hauptausschusies und diesem selbst gelegen hat, sich in die Einzelheiten der Aufstellung und Durch- führung des Bauplane» einzumischen, beweist für jeden Vernünf- tigen der vierte Punkt des Antrage», der gerade fordert, daß„unter Berücksichtigung der dafür zur Perfügung stehenden Mittel ein be- fristeter Bauplan für die Weiterfichrung des Museumsneubaues auf- gestellt werde". Daß dieser Bauplan unter tötiger Mitwirkung de» Bauherrn, d. h. des Kultusministeriums, und seiner sachverständigen Beroter, der Museilmsdirektoren, und nicht einseitig von der Bau- leitung ausgearbeitet werden muß. sst selbstverständlich, und es spricht nicht gerode für die Sachlichkeit unserer Kritiker, wenn man uns Ausschußmitgliedern, ohne den Schatten eines Beweises dafür, unterstellt, daß wir im Sinne der„wilhelminischen Aera" nach dem Motto„Außen hui und innen pfui" den Außenbau auf Kosten des Innenbaues und dementsprechend auf Kosten der in dem künftigen Museum aufzustellenden Kunstwerk« hätten begünstigen wollen. Wir dürfen uns. glaube ich. ruhig damit trösten, daß eine spätere Zeit die Verdienst« des Preußischen Landtages und seiner Ausschüsse um die Dollendung des Museumsbaues gerechter beurteilen wird. « Wir veröffentlichen dies« Zuschrift des Gen. Waentig um so lieber, als sie uns zu der Hoffnung berechtigt, daß die von uns ge- äußerten Befürchtungen nicht in Erfüllung gehen werden. Daß diese Befürchtungen nicht ganz unberechtigt waren, berveist der Um- stand, daß die gesamte Berliner Presse, soweit sie sich dazu gcäußen hat, den Ausschußantrag so aufgefaßt hat. wie wir Der Antrag bedurfte also wohl eines Kommentars, und wenn wir diesen von so autoritativer Seite erhalten, so darf die OeffentlichkeU beruhigt sein, und sich der sicheren Erwartung hingeben, daß nun wirklich mit dem Innenausbau der Museum sräume euer- gisch vorgegangen wird, und demgegenüber alle anderen re- laijo unwichtigen Arbeiten zurückgestellt»Verden. Wir wünschen und hoffen, daß der Landtag seinen Einfluß auf das Kultusministe. rium geltend macht und kein Bedenken trägt, sich m diesem Sinn« in die Durchführung de» Bauplanes einzumischen. Ovaforicnabeud im Rundsvuk. Der Rundfunk hat wie seilte schlechten, so seine guten Stunden. In seinen besten kann er uns vergessen machen, daß er trotz allem schließlich doch nur ein Ersatz ist.(Für den Transport über Entfernungen, sterilisierte Kunst pn Stelle frischer.) Für den Orawrienabend Dank dir, Funkchor, und deinem Leller Ludwig Preih! Du machtest uns die Roinberg- Komposition von Schillers„Glocke" schmackhaft, die sonst doch wohl in ihrer Gesamtheit uns musikalisch nicht mehr fesseln kann. Verzeiht, Solisten, euch höre ich' lieber in anderen Werten, lieber noch aus dem Podium. Aber an sich war der Gedanke, einen Ora- torienabend zu bringen, gut und wird vielen Rundsunkhörern Freude gemacht haben. Wirkungsvoll Mendelssohns„Gott sei mir gnädig" aus„Paulus", gesungen von Theodor Heß van der Wyk, vor allem aber H a y d n s Solistenstellen aus der„Schöpfung" und den„Jahreszeiten"(Eugen Tranfky und Nora P i s l i n g- B o a s). Das Funk-Orchester unter Bruno Seldler-Wjnkler klang dazu ausgezeichnet. Und für die Längen des Romberg-Werkes belohnte schließlich der Goethesche Epilog, den Arthur Ärausneck mit edlem Pathos sprach. T es. Vortrag Richard Hvelfenbeck. In der Aula Dorotheenstraße sprach Dr. Richard Huelsenbeck über die Wirtschaft- liche und politische Lag« Chinas. Huelsenbeck. der vor «»Niger Zeit Ostassen bereiste, versuchte aus eigener Anschauung ein klares Bild dieses problematischen La»ck»es zu geben: er sprach über die�ßtellung der Europäer zu den Chinesen, über die Reservat- rechte, die jene sich vorbehalten haben und die heute den Chinesen unerträglich geworden sind. China ist augenblicklich im Begriff, sich von der europäischen Bevormundung zu lösen, ober das Land hat seinen Zentralnenner, die patriarchtlisch-konfuzianische Lebens- anfchaiiung verloren, es weiß selbst nicht, ivolzin es steuern soll. Das Land, ein teilweise noch mierschlossenes Absatzgebiet der europäisch-amerikanifchen Industriestaaten, wird einmal der Ort großer Auseinandersetzungen der einzelnen Interessenten werden. Ausgezeichnete Lichtbilder unterstützten die Ausführungen des Red- ners.—t Skaatianköuk- tu der Zuryfre!«n«uachch-v. Der Preußische Kullus- winstier öat Weit« sollender Küvsller für die Tammlunqen de« Statilc« trworben: S Lolta. Friß Feigler-Düsseldors. O. Kewell.Bcrlm. Golluin, O Herbiti, Ernst Honicbeiger, Rndols JacoVi-Äetliv. Egon o. Kamele- Potsdam. R. Kämmerer. Kurt v. Keudell-Berli»». Pros Walter Klcmtn- SSeynar, Otto Zkmquai dsen-Perlin, Pros. Fcsir N'esec-Weimnr. Erik Richter, Paiil Svecr-Perlin, Elte Wicgandt-Bremen, Friedrich Wmckler-Tanaenberz, Gert Heinrich Woltheim-Betlin. Leolschrr 7t?sn!s>mb»nd Heute abend S Uhr. sprich! in der Nu?» Kochstraße 13 Adolf Hosfmann über„Religion und So« zialiSmuS". Vorträg« über Seelenkunde und Seelenh.Ilkunde, mll betonterer Lerück- sichtigling der Pstichoanalyse. hält Tr. Kalter Klug- im.Kiirstlrsten» beim". Anrsärstenär. 97. Tie zweisiundiqen Kurt« beginnen am Zstnmcr«- lag. den 5. Norumocr, abends 8 Uhr.(10 TZ. sür jünj Borlräge.) Schot en-Theater Heut« abend 3 Ubr veranstaltet die Werlfrende Im großen Saal« des ZcnlralinstitutS sür Erzitbung und Unl«rricht, Pols- damer Str. tZV, dte llraussühruna von Schallen- und Ma,ionettcnsviclen von Georg Holl und Peter Paul Kohlhaa». Karten an der Adeudlass«. Iranzosische Dauerkrise. Unsicherheit überall. Paris. 4. November. �Eigener Drohtbericht.) In den Kreisen der sozialistischen Fraktion ist man sich darüber einig. daß vom Gesichtspunkt der politischen Opportunität aus gesehen sich der Beschluß des Nationalrats mehr und mehr als ein t a k- tischcr Fehler schwerster Art darstellt. Er belastet nicht nur die Sozialistische Partei mit der Verantwortung für den heute alz definitiv zu betrachtenden Bruch des Kartells, dessen Fortsetzung zweifellos dem politischen Willen der breitesten Massen des französischen Volkes entsprochen haben würde, sondern er hat dem Ministerium Painleoe, das die politische Kom- Mission der Sozialistischen Partei in ihren Besprechungen auf eine den sozialistischen Wünschen und Forderungen sehr weit entgegenkommende Politik festgelegt hatte, die volle fjandlungs- f r e i h e i t wiedergegeben. Auf der anderen Seite aber hat Herr Painleve selbst am Dienstag den Beweis erbracht, wie b e r e ch t i g t das M i ß t r a u e n ist, das er trotz der formellen Abkehr von der Politik des 12. Juli und trotz seiner Rückkehr zu den Grundsätzen des Kartells einem Teil der Sozialistischen Partei einflößt. Painleve, der am Montag abend in der Unterredung mit den sozialistischen Führern die for. mclle Erklärung abgegeben hatte, daß er n u r mit einer ausge. sprochenen L i n k s m e h r h e i t regieren werde und gegebc- nenfalls nicht zögern werde, seine Demission zu geben, hat, ehe der Hahn das zwritsmal krähte, noch nicht 24 Stunden nach dieser Er. klärung sich selbst und sein eigenes Bekenntnis verraten. Er hat am Dienstag in Erwiderung auf die Angriffe der Rechten an die Gefolgschaft aller derer appelliert, die guten Willens seien und das von ihm angekündigte Programm als der augenblick- lichen Lage angepaßt hallen. Das ist fast genau die gleiche Formel, mit der er im Juli angesichts der Opposition, auf die seine und seines Finanzministers Gesetzentwürfe bei einem großen Teil der Linken gestoßen waren, die Unterstützung der Rechten forderte und die dann zum endgültigen Bruch zwischen ihm und den wirklich demokratischen Elementen des Kartells geführt hatte. Tatsächlich war es auch am Dienstag wieder die teils offene, teils oersteckte Unterstützung der Parteien der gemäßigten Reaktion, welche die Existenz des neuen Ministeriums Pain- lcvs gerettet hat. Von der Mehrheit von 32 Stimmen, die Pain- lese erhalten hat, entfallen 13 Stimmen auf Mitglieder von Par- teien, die nicht zum Kartell gehören. Etwa 30 Abgeordnete der Reaktion haben sich der Stimme enthalten. Wäre das nicht der Fall gewesen, so wäre das Kabinett schon am Dienstag gestürzt. An dieser brutalen Tatsache vermögen auch die S o p h i st e. reien der bürgerlichen Linkspresse, wie des„Quoti- dien", des„Oeuvre" und der Er« Nouvelle" nichts zu ändern, die vergeblich die gewagtesten Rechenkunstftücke spielen lassen, um Painleve attestieren zu können, daß seine Politik nach wie vor die des Kartells sei. Schon der Wortlaut des am Dienstag an- genommenen Vertrauensvotums ist charakteristisch für die Situation. Es ist darin nicht mehr von einer Mehrheit der Linken die Rede, wie das bei den Tagesordnungen des Ministeriums cherriot stets der Fall gewesen ist, sondern nur von einer Mehrheit der Republikaner. Als solche bezeichnen sich bekanntlich auch die Parteien der Natio- nalen Blocks. Man wird sich danach kaum wundern dürfen, wenn am Mittwoch ein Teil der reaktionären Presse bereits der Hoffnung Ausdruck gibt, daß das neue Ministerium, der gegenüber den Sozialisten eingegangenen Bindungen-mrnmchr ledig, in seinen Finanzprojekten den Wünschen der Opposition, deren Unter- stützung er nicht entbehren könne, Rechnung tragen werde. Welchen Weg Painleve gehen wird, ist vorlausig noch unbestimmt. Di« Sozialtstische Fraktion hat ihm am Dienstag durch die Erklärung eine goldene Drücke gebaut, daß die Ablch. rmng des Dertrauensvotums keineswegs die Möglichkeit ausschließe, von F a'll zu Fall eine wirklich den Interessen der breiten Massen dienende Polittk zu unterstützen. Painleve brauchte diesen Weg nur zu beschreiten, um auch ohne offizielle Bindun. gen eine wirklich stabile Mehrheit der Linken hinter sich zu bringen. Die große Frage ist nur, ob er dazu heute noch den Mut haben wird. Der weiiaus größte Teil der Presse, von den Organen der bürgerlichen Linken abgesehen, spricht von der Fortdauer der Krise und bezeichnet das Kabinett Painlevä als nicht mehr lebens- fähig. Auch in den parlamentarischen Kreisen herrscht die Auf- fassung vor. daß die Existenz des Kabinetts nur noch nach Tagen zählen werde. Als voraussichtlicher Nachfolger wird allgemein Briand genannt, der. wie die ihm am Dienstag gelegentlich der Erwähnung seiner Verdienste um das Werk von Locarno von der Kammer mit sellener Einmütigkeit von der Linken bis zur äußersten Rechken dargebrachten Ovation gezeigt hat. tatsächlich auf eine stabile Mehrheit würde rechnen können und der nach den Wünschen der Opposition die„Konzentration nach der Mitte", d.h. die Einigung der bürgerlichen Links- und Mtttelparteien gegen den Sozialismus vollziehen soll. Die große Frage ist nur, ob sich die Rodikalsozialen, deren übergroße Mehrhell sich unter Füh- rung Henriots auf dem Kongreß van Nizza zu einer ausgesprochenen Politik der Demokrätte und des sozialen Fortschritts bekannte, zu Kombinattonen dieser Art hergeben werden. EnAsrgebrn'süerLonöonerGemdnöewahkn lieber ein Drittel der Titze von Labour besetzt. condon. 4. November. lTll.) Nach den nunmehr endgültigen Ergebnissen der Londoner Sladtwohlen hat die Arbeiterpartei 361 Sitze erhalten. Di« übrigen Parteien werden durch 1002 Ab- geordnete vertreten. Die Arbeiterpartei errang 87 Sitze. Sie bat die Mehrheit in acht S t a d i b ez i r k e n i. während sie bei den letzten Wahlen 1022 nur in sechs Bezirken die Mehrheit davon- getragen hatte. In einem weiteren Stadlbezirk sind die Sipe zu gleichen Teilen aui die Arbeiterpartei und ihre Gegner verteilt, während in den übrigen 10 Bezirken die Arbeiterpartei zwar«ine wesentlich? Stärkung erfahren hat, aber dennoch in der Minder- h e i t geblieben ist._ Palen hat Sparsamkeit nickst nötig. Der vom Kriegsminister einberufene LanSesverteidigungSrat Roda Obronp Panstia, dem Vertreter der Regierung und der Geneialität angehören, hat sich gegen die vom Finanzminister geforderten Einschränkungen im HeereZbudget ausgesprochen. sei aber«xst L«. schehen, nachdem ihm ein Angebot gemacht woziden sei. Abg. König(Soz.) littst seine Darstellung vollinhaWcb ansrecht und erklärt. Zeugen dafür nennen zu können. Herr Lukässowitz habe auch den Vorwurf des Abg. Müller(Soz.) bewußter Der- l e u m d u n g auf sich sitzen lassen. Abg. Müller(Soz.) bestätigt, er habe Lukassow-tz einen Per- leumder und Ehrabschneider gcnantll lind halt« daran auch heute noch fest.» Abg. Lukassowitz(Dnat.) lehnt c? ah, Herrn Müller auf Grynd der Einschätzung seiner Persönlichkeit noch zu antworten.(Große Unruhe im ganzen Hause.) Donnerstag 11 Uhr: Weiterberatung. Anträge und Anfragen. In der Donnsrstag-Abendsitzung soll der Finanzausgleich beraten werden. Schluß gegen 8 Uhr....... Rußland und Locarno. Rakowstys ruhige Auffassung. London, 4. November.(MTB.) Der Poriser Botschafter der Sowjet-Union. Rakowsky, erklärte in einer Unterredung mll einem Sonderberichterstatter des„Manchester Guardian", es beständen keine formalen Widersprüche zwischen den Abkommen von Locarno und denen von Rapallo. Es dürfte jedoch nicht oer- gessen werden, daß die Bezichmrgen zwischen Staaten nicht nur durch Vertragsformeln bedingt werden, sondern durch die tatsäch- lichen Interessen, die sie verbänden, und es sei augenblicklich u n- möglich, zu sagen, welche Gestall die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland in diesem Sinne annehmen werden. Ra- kowsky wies auf die wiederHollen Erklärungen Luthers und Strefe- manns hin. daß Locarno die deutsch-russische Freundschaft nicht beeinträchtige, sowie auf die Tatsache, daß am Vorabend des Abschlusses des Locarno-Abkommens«in deutsch-russisches Handslsabkommen zum Abschluß gelangt sei und daß die deutschen Banken den russischen Staatsbanken einen Kredit von 100 Millionen Goldmark für den Ankauf von Waren bei der deutschen Industrie eröffneten. Er sagte, wenn die An wen ung des Locarno-Ab- kö m m e n s in Zukunft ausschließlich von Deutschland abhänge, so könne wohl angenommen werden, daß«sin keiner Weise die gegenseitigen Beziehungen zwrschen Deutschland und Nußland beeinflussen werde, aber tatsächsich werde die„Politik, die Deutsch- land gezwungen sein wird, uns gegenüber zu verfolgen", nicht nur vom eigenen guten Willen Deutschlands abhängen. Rakowsky faßte jedoch sein Urteil in die Bemerkung zusammen, daß er persönlich nicht der Ansicht sei, daß das Locarno-Ab kommen auf jeden Fall in einer sehr nahen Zukunft die Einleitung einer aktiven gegen die Sowjetregierung gerichteten Politik sein müsse. Rakowsky erklärte außerdem, die Sowjetregierung sehe kei- neswegs die asiatisch« Frage als ein unüberwind- l i ch e s Hindernis an für die Schaffung vollkommen normaler Beziehungen mll Großbritannien. Natürlich könne die Lö- sung einer solch wichttgen Frage wie der asiatischen nur der Kulminationspunkt der Lösung der übrigen leichter zu lösenden Schwierigkellen zwischen beiden Ländern sein. Das Kriegsbeil ist vergcnbea. Die vom Bösterbundsrat an die griechisch-bulaarjsche Grenz« entsanotcu englischen, französischen und italienischen Militärattaches haben jetzt dem Rot berichtet, daß die endgültige Räumung der Grenzgabicte ohne Zwischenfall vollzogen sei. An der Grenze herrschen wieder normale Zustänb«. Der Verwalter des Memeilanöes. Bor einem scharf litauischen Kurs? Memel, 4. Novn�ber.(Eigener Draytbericht.) Der Gouverneur des Memelgsbietes Jonas B u d r y s hat seinen R ück tritt erklärt, nachdem er bereits vor einem halben Jahre der litauischen R�gienmg sein Rücktrillsgesuch eingereicht hatte. Der Rücktritt ist darauf zü- rückzuführen, daß Budrys es nicht mehr oera.ntwörZen konnte, die Wünsche der litauifchen Regierung im Memelgebiet zur Durchführung zu bringen. Infolgedessen setzt« von extremlitauischen Kreisen des Gebiets eine scharfe Hetze gegen ihn bei der Zentral- regierung in Kowno ein. Budrys hatte im Laufe der letzten zwei- etnhalb Jahre, während der er den Posten innehatte, sich völlig auf den memelländischen Standpunkt eingestellt, da er erkannte, daß man mit den Regierungsmethodcn, wie sie' in Graß- Litauen üblich sind, nicht das Memelgebiek ohne schwere Schädigung verwasten könne. Als Nachfolger werden der früher« lllauifch« Konsul Zifcs und der amerikanische Litauer Dr. G a b r y S genannt. Letzterer soll nach einer Meldung aus Kowno berells ernannt worden sein., Sollte(das zutreffen, so könne diese Tatsache nur als ein böses Vorzeichen'für die Zukunft des Memelgebietes angesehen worden, da Gahrys als fanatischer Lllouer bekannt ist.* China tzerr über seine Zölle. London. 4. November.(Eigener Drahtbericht.) Der amtliche britische Funkdienst meldet: Auf der am Dienstag stattgefundenen Sitzung der Zolltarifkommission in Peking ist die Zollautonomio Chinas von allen an der Konferenz teilnehmenden Delegierten angenommen worden. Der Führer der brllischen Delegatton, Sir Ronald Maclay, er- klärte, daß England bereit sei, die Rattfitation der Mahnahmen zu gewähren, die innerhalb einer vernünftigen Periode dem chinesischen Reich die vollkommene Freiheit de» Handels in bezug auf die Tarife sichert. Der Führer der chinesischen Delegation erklärte darauf, daß sich die chinesische Regierung verpslichtet, die Binnen-- zolle spätestens bis zum 1. Januar 1920 abzuschaffen. Die Maß- nahmen, die in der Zwischenzeit ergriffen werden, sollen von einem anderen Konferenzkomitee, das im Laufe dieser Woche zu- sammentritt, beraten werden.'■■' England anerkennt Persien-> neuen Herrn. Di« englische Re- gierung hat, nach einer Havas-Meldung aus Teheran, den neuen Herrscher von Persten, König Pähläwi, anerkannt.., GewerMostsbewegung Vsrvyrhanüwnge« in üer chemischen InSvfirie. zs ooo Arbelker ausgesperrt. Auf Veranlassung des Zleichsarbeitsministers soll heule zwischen den Vertretern der Unternehmer und der Arbeiter der chemischen Industrie eine Aussprache darüber erfolgen, auf welcher Seite der Lohnstreit beendet werden kann. Die Unternehmer vertreten den profitlichen Standpunkt. vor dem ZI. März ISZS dürfen die Arbeiter keine Lohnerhöhung fordern. Zwangsläufiger ist die Forderung der Chemiearbeiter, die L o h n z u l a g e von 5 bis 7 P f.. die in de» übrigen Bezirken der chemischen Industrie bewilligt wurden, auch in dem Bezirk Franks urt-Mainz-Darm- st a d t zu bewilligen. Da die Arbeiter für den bisherigen unzu- reichenden Lohn nicht wehr arbeiten wollen und ein Teil von ihnen in den Streik trat, diktierte das kartellierte Unternehmertum die Aussperrung, ohne Rücksicht auf das Wirtschaftsleben des In» duftriebezirks. Die Arbeiter wissen, daß der Kampf schwer ist. Sie werden ihn ohne Zugestäildnisse nicht freiwillig aufgeben. Schiedsspruch für die Gasbetriebsgesellschast. Unter Vorsitz des Schlichters Wissel! tagte gestern Mittwoch in der Lohnstreirsache der Arbeiter der Gasbetriebsgesellschoft, ver- treten durch den Verband der Gemeinde- und Craatsarbeiter, ein Schiedsgericht, das nachstehenden Schiedsspruch fällte: .Die Löhne der Lohnklass« 1 bis 4. männliche Arbeiter, werden um? Pf., die der weiblichen Arbeiter um 2 Pf. pro Stunde erhöht. Bezüglich der übrigen Bestimmungen verbleibt es bei der bis» herigsn Regelung. Das Lohnabkommen läuft vom S. Oktober 1025 bis zum 31. März 1926. Sofern sich innerhalb der Geltungsdauer des Lohnabkommens «ine Aendemng der Verhältnisse ergeben sollte, die geeianet sind, die Lebenshaltung der Arbeiter wesentlich zu erschweren, tonnen die Parteien in neue Lohnverhandlungen eintreten. parteiischen Borsitzenden, den, soll? sich die Parteien über«ine Person nicht einigen, der Schlichter im Bezirk Groß-Berlin benennt. Er» klärungssrist bis 7. November 1025. Der Schiedsspruch entspricht ganz dem für die Städtischen Gas- und Wasserwerke erfolgten Schiedssprüche. Die Gasbetriebs- gcsellschaft hatte in der vorigen Woche einen Einigung?» Vorschlag. der nach der gleichen Richtung hinging, abgelehnt. Trohendcr Streik im jfnhrgcwerbe. Die im Schwer- und Leichtfuhrgewerbe Beschäftigten hatten den Deutschen Bsrlehrsbund beauftragt, das am Zl. Oktober ablaufend« Lohnabkommen zu iündigen und eine Erhöhung der Löhn« um 19 Proz. zu iordern. Da van den Unternehmern jede Ver- bandlung darüber abgelehnt wurde, war der Schlichtungsaueschntz angerufen worden. Dieser sällte am 2. November einen Schiedsspruch, wonach dos bisherige Lobnabkommen bis zum 1. Januar mst der Maßgabe oerlängerr wird, daß für die Kutscher die Pferdepflege anstatt wie bisher mst 4 Mark ab Zt. Oktober mit 5 Mark pro Woche bezahlt werden soll. Der Schlichtungs- ousschuß begründete den Schiedsspruch damit, das', e i v e Er. �öhung der Löhne in Anbetracht der allgemeinen chlechten wirtschaftlichen Lage nicht gerecht» fertigt sei. Die Lohnkommissioi; Hot diesen Schiedsspruch als völlig ungenügend abgelehnt. Sie hat den Derlrhrsbund beauftragt, die Forderung aufinsgesamt2Markzu ermäßiqen und den Unternehmern als letztes Angebot zu unterbreiten. Die Unternehmer haben auch diese ermäßigte Forderung o b- gelehnt. Eine Vollversammlung wird am Sonntag zu der Situation Stellung nehmen und über Streit oder Annahme des Schiedsspruches beschliehen. Nack der Stimmung der Kutscher ist mit einem Streik zu rechnen, falls die Unternehmer nicht noch in letzter Stunde die an sich geringe und berechtigte Forderung be- willigen. I j?re:gewerkschastliche Angestellte Berlins! In einigen Betrieben wird durch Handzettel Propaganda ge- macht für«ine Versammlung, die heute Donnerstag in den Sophien- Sälen stattfinden soll. In dieser Versammlung soll ein.Vorsitzender eines auswärtigen AfA-Ortskartells" namens Murre, Mitglied der sogenannten Rußland-Deleaation, über seine.Rciseeindrücke" sprechen. Marre ist nicht Vor- sitzender irgendeines AfA-Ortskartells. Andere Ein- berufer beziehen sich auf ihre Mitgliedschaft im ZdA., die nicht mehr be st eh t. Da angenommen werden kann, daß der Bericht in der Versammlung vielleicht ebenso wahr und objektiv sein wird wie die Funktionsbezeichnungen der Einberufer. warnen wir die organisierte Kollegenschaft vor dem Besuch dieser Ver- sammlung. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Ortskortell Lerlln. Angestellte der Grast-Berliner Metallindustrie. Wie wir erfahren, hat die Vsrtrauenskommission des DVVtI. beschlossen, den für verbindlich erklärten Schiedsspruch vom 29. September 1925 durchzuführen. Die Nachzahlung der Difserenzbetröge soll laut Beschluß des Arbeitgeberverbandes kn der Form erfolgen, daß am Ultimo No- vember das neue Gehalt gezahll wnd und die Differenz für Ssp- tember vnd Oktober zu je einsin Drittel am Ultimo November, De- zember 19?5 und Januar 1926 Auf Antrag der Anqesielltenvcrbände wird über diese An- geleaenheit Anfang nächster Woche eine Verhandlung mit dem VBMI. stattfinden, in welcher die Zahlungstermine endgültig ini beiderseitigen Einverständnis festgelegt werden sollen. Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groß-Derlin. Gortfurcht. Lang«. Deutscher Werkmeisterverband, Bezirk X. Rothe. Schamlose Hetze gegen öle Sozlaloerstcherung. Am Montag, den Z. November brachte die durch ihr« Be- Ziehungen zu Herrn Dannenzzps besonders bekannte„Berliner Börsen-Zeitung� auf ihrer ersten Seit« die Meldung über die Schlagwetterkatastrophe auf Zeche„Holland", bei der bekanntlich 18 Bergleute getötet wurden. Auf seiner zweiten Seite aber suchte das Blatt den Beweis dafür zu liefern, daß einer Dergarbeiterfamilie aus dem Todes- unglück ihres Ernährers das größte Glück erblüht. Und zwar so: „Vernunft wird Unsinn. Für die übersteigerte Sozialpoltik wird uns aus dem Leserkreise folgender interessanter Beweis gegeben. Anfana Seviembsr v-nrnclückle der Bergmann ffi. tödlich. Er hinterläßt Frau und sechs Kinder. Diese erhallen an Rente monatlich: 1. Unfallrente 173,28 M. 2. Reichswaisenrenten 84.72 Mark. 3. Knapxjchaftspension 87 M. Zusammen 345 M.— G. hat im Monat August 25 Schichten verfahren und in diesen Schichten verdient: 223,29 M-, von diesem Betrag gehen ab: Kassenbeiträg« 16,29 M., Kirchensteuer 1,29 M., zusammen 17,40 M., sodoß an reinem Einkommen verbleibt: 295,71 M. Die Frau erhall also 130,29 M. mehr, als ihr Mann verdient." „Aus dem Leserkreise" schrieb das Blatt und wob so einen verdeckenden Schleier um sein« Ouelle, die sogenannte„Sozial- politische Abteilung" des Bochnmer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikasion. Bereits unterm 31. Oktober hat dieser Derein jene Notiz, in der der Unsinn der kapitalistischen Wirlschafts- weise als Vernunft ausgepriejen werden sollte, an die Unternehmer- presse zum Abdruck verschickt, mit folgender„witzigen" Anmerkung: „Man versteht hiernach das folgende Gespräch zwischen zwei Frauen, deren Männer gemeinsam mit dem Fällen eines Baumes beschäftigt waren, der dann im Stürzen den einen erschlug. Erste Frau: Ist dein Abfindungsversahren erledigt? Zweite Frau: Ja. Erste Frau: Was haste denn bekommen? Zweite Frau: 4999 M. Erste Frau: Was, 4999 M.! Und meiner springt davon!" Dissen Teil der Notiz aus dem Bureau des Bochumer Der- eins, seiner„Sozialpolitischen" Abteilung, hat das Ber- liner Blatt gestrichen. Sei es, daß ihm der Raum in der Ecke fehlle, oder ihm die„Pointe" zu ordinär erschien, jedenfalls nicht mit Rücksicht auf die Katastrophe auf der Zeche Holland, da es sonst die Notiz überhaupt fortlassen mußte. Wir wollen hier nicht nachprüfen, ob die Aufzählung der Unterstützung für die Witwe des verunglückten Bergmanns mit ihren sechs Kindern richtig ist. Es handell sich vielmehr darum, die Methoden dieser Scharsmacherbureaus zu brandmarken. kein Seamtenftceik in Wien. Wien. 4. November.(Cigeucr Drahibcricht.) Der Streik der Eundesbecrnken. der am Donnerstag früh beginnen sollte, ist vermieden worden, weil die Regierung dem 25er.Ausschuß der Be- amlen in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch iv.itgehende Zu- qcstäadnisse gemacht hat. Am liliitwoch erklärte sich Sie Regierung bereit, jedem Beamten als einmalige Zulage bereits jetzt ZS Prozeat eines Monatsgehalts zu geben und weitere 22 Prozent im nächsten Zahr. Die 2ö Prozent find spätestens cm 2. Januar auszumhlcn. Die Regierung wird jedoch schon in der nächste« Zeit auf diese Notstandsbeihilfe Vorschüsse gebe»,. Ter Wiener Gäckergehilfenstreik geht weiter. Men, 4. November.(Eigener Drahtbericht.s Der Streik der Bäckergehilfen dauert an. Slsllenwcise versuchen die Bäckereien. durch die Kelle der Streikposten aus der Umgebung Brot nach Wien zu schmuggeln. Es kam insolgedessen wiederholt zu Zusammen- stoßen, in deren Verlauf teilweise die Polizei eingriff. Die Abstimmung des Personals der weserfchiffahrl über Streik oder Schiedsspruchannahme hat nicht die erforderliche Dreiv'ertel» wehrhell ergeben, so daß keine Arbeitseinstellungen erfolgen und der Schiedsspruch vom 39. Oktober zur Annahme gelangt. Zimmerer! an ffic'iaa. de» 8. Sbtacmitx. afenb* 7 Mr. is 9c »rrtfätcflsicat*. öeaX 3. totiitbsxtfemmlunscn: Sra JT 1 1 5 1 o«. t« 8, November,«5 obcnds 7 ITfir tart Dezirt L Shr.(Sonnabtnb, den 7. Ster»mo«t. ab abends 7 Uhr. tnscn. falaenbt Sislrie in den bclanntcn So Selen: 3 Stratouec 910« 22a. B.'iürt 4 ÄrcutUr. 3fi. Bctirk 6 äficuet 6rr. 55. ibuief 10 bti Mari. Brcdon str. U. TViirf 16 S-frir.TncnnftT. 39. Stotrl 19 Oberkchäneweite. CbtContlr. 43. Sv. /nr! 21 Tenivcliiok.-rri«drlck>-Wilbclnr-Str. 35. Beiirk 24 LickNerkrld«. Bajc'tc. 7. Breirl 25 StmUb. iWMtr. 8. Briirk 28 Tbarlottcnbur?. Wilinarsdarker 6tr. 21. Btslik 31 B-ntaw, Maximilian irr. 42. Burrt 40 Lichirnnade. Sabeneollern- Eck« Slliaeriinak«. Am S r n» i a s, ien 8. Navember, ab nbrmillazs 91z Uhr, iaflen folaenb« Brirrtr in den btkonnirn Eolaltn: Beitt! 2 Warschauer Str. Ii. Lcürk 13 BcHmnann- Ecke Eulerstrah«. Bezirk 15 bei Glcesch«, fl-ncnhacwnar Str. 74. Am® i» n 1 e fl. den 9. Noncmber, ab abends 7 Übt, tagen folflenbe Bezirk»: Bezirk 5 Leusder Blab 8. Bezirk 20 Neukäll«. Erck. Eck« Danaustrahe. Bezirk 34 Adlershok bei Pieilcki, Sedan- Eck« �ekdberrmdraße. Alle Ihunktianitr« d«s Verbandes haben die Pflicht, auf allen ArbeitsOrUcn reust« Prora sanda für fei« kommenden Bezirksversammluneirn zu betreiben. zentralverband der Zimmerer, Zablstell« Berlin und Umgegend. Achtung, AEE.'ttonzeru! Am ssveitag. den 8. ZIavember, abends so 7 Uhr, findet im Lakai von Humnrcl. Savbienltrahe, eine �raktions» iz stbung des AEV.-Zonzerns statt. Wichtig« Tagesordnung! Erscheinen st aller ist Pflicht. Der ikraltivvsvorfiand. ist Zeniralverband der Stafchiaiste» und Keizer. Geschäftsstelle Eroh. Berlin. Am greiiaa. den 6. Ztovemder, abend» 6 Ubr. im Eewerkschaslsbau», Sial 1. Generalversammlung. GeichSsts- und Kassenbericht vom 8. Quartal. Anträge. Pflicht aller dienstfreien Kollegen ist es. viinktiich und zabl«ich zu der Versammlung zu erscheine». Mitgliedsbuch oder Kart« legitimiert. Di« Ortsvermaltuna. Werkmeister. 7c, I-Iv-Bereiu Ehailotkuburg. Kreitag. den 6. November. Berliner Str. 19». Generalversammlung. Bonändswabl. Vcrantmorilich sAr Politik: Ernst Reute»! Wirtschaft: Artur Ester»»»: Gewerkschaftsbewegung: Zseiedr. Ebtorn: sseuilleto»: K. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: ftritz Karstadt: Anzeigen: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: LorwZrts-Zerlag S. m. b. b.. Berlin. Druck: Vorwärts. Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Einger u. Ea. Berlin SW 88 Lindenstrab« 3. hierzu t Beilage»»»d..Unterhaltung»üb Wissen*. Mongonaogaso yoroeneitrsa GSm Mit k'alnsa Fehlara Speiseteller flaehmiertut.. 30pt Bratenplatten 75, 90pt I1*]1 Massives Porzellan Porzellan«. 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Die weiße Mode ist ihre Porole, und diese Parole ist international. Bei allen Bällen in diesem Winter sollen die Damen mil weißen Frisuren erscheinen. Daß dieses Weiß nicht etwa eintönig sein wird, da- zeigte kürzlich eine internationale Frisurenschou der Damensriseurmeister, vielmehr ihrer Meistsrschasts- Niisure im Zoo. 25 Friseure, darunter ein Franzose, ein Italiener und ein Wiener, Meister aus Hamburg, Dresden, Düsseldorf, Esten, Erfurt. Hannover, traten mit ihren Berliner Kollegen in den Wett- streit uni die Herstellung der schönsten weißen Domensrisuren. Das eigene Haar ihrer Modelle wurde verdeckt, weihe Berücken darüber- gcheht und diese dann in den verschiedensten Formen- und Farben- schatticrungen frisiert und ausgeschmückt. Ergibt schon das Weiß die verschiedensten Farbennuancen, so wurden sie noch oermehrt durch Schattierungen von Rot und Grün. Die„Haarfornier', in die sich ein Teil der Damenfriseure oerdeutscht hat, betrachten ihr Gewerbe als eine Kunst. Zweifellos gehört zur vollendeten Aus- Übung ihres Handwerks neben großer Uebung und sorgfältiger Leistung auch ein guter Geschmack, ein ausgeprägter Formensinn. Die kurzgeschnittenen. Da die weiße Mode, wie gesagt, nur für B a l l f r i s u r e n gilt, die Tagecmode ober unoerünoert am Bubentops festhält, zeigten die Meister dann auch, was sich alle- aus dem Bubentopf für ihre Kunst und damit auch für ihre Kasten herausholen läßt. Bei dem ' Schneiden der Lubenköpfe wird durch Stümperei noch viel ge- sündigt. Zwischen Abschneiden und Schneiden ist eben noch ein Unterschied, und der liegt im Können. Selbstverständlich sah man bei den Modellen im Zoo nur gutgeschnittene Bubentr'fe. Durch die mannigfachen Scheiielungen, durch die Art ihrer Aufmachung, eleganter Lockenaufputz und hübscher Haarschmuck, wurde gezeigt, daß der noch immer umstrittene Bubenkopf seine Trägerin sehr hübsch und aninutig kleiden kann. Die Propheten, die dem Buben- köpf ein baldiges Ende voraussagen, übersehen von vornherein, daß das Haar zwar rasch gekürzt ist, jedoch viel Zeit gebraucht, um wieder zu voller Länge heranzuwachsen. Wie umfangreich und vielseitig das Gebiet der Haar- und Schönheitspflege heute ist, lehrte ein Rundgang durch die mit der Modenschau verbundene Aus- stellung. Die Verwendung der Elekkriziläk im Friseurgewerbe be- Die Passion. Roman von Clara Diebig. „Ich bringe dich bis hin, natürlich,' sagte er.„Aber mit herauf komme ich nicht— nein, nein!' Er streckte abwehrend die Hand aus. als sie etwas sagen wollte.„Es ist mir yn- möglich, ich habe eine Stunde—'ja, der Lehrer erwartet mich — ich kann sie nicht versäumen. Sie ist zu wichtig.' Das fiel ihm noch gerade ein. „Du scheinst dich nicht sehr zu freuen, daß ick komme,' sagte sie traurig.„Aber ich nehm's dir nicht übel. Wir haben ja auch keinen Grund, uns zu freuen. Wie geht es dir denn gesundheitlich, Manfred? Bist du die dummen Kopsschmerzen hier ganz los geworden?' „Ganz," antwortete er. Aber die Antwort entsprach nicht der Wahrheit, er fühlte jetzt mehr denn je seinen Kopfi es ging ihm wie ein Stich durch den Schädel. Das kam von der Auf- regung! O, diese schreckliche Ausregung! Was wollte sie hier bei chm. was sollte er hier mit ihr? Hier konnte sie doch nicht bleiben. Hätte er sie doch nie gesehen! Er begriff jetzt nicht, daß er einstmals so sinnlos verliebt in sie gewesen war. daß er ihr nachgeschlichen war durchs ganze Haus, daß er immer auf ihrer Spur gewesen war wie ein Hündchen. Die Hand halte er ihr verstohlen gedrückt, mit den Blicken sie verschlungen, im Schrankwinkel. hinter jeder Tür sie heftig an sich gerissen. Erst hatte sie ihn ab- gewehrt: seine gute Freundin wollte sie gern sein, wie bisher, und es auch immer blbeiben: sie hatte ihm neckend auf die Finger geschlagen, sein Schmeicheln hörte sie mit einem Lächeln an, aber sie hatte ihn immer abgewiesen— bis zuletzt. Es war noch dem Tode des Vaters gewesen, er war so allein und sehr traurig, da hatte sie ihm nachgegeben. Nun waren sie beide arme geschlagene Sünder. Wie vernichtet saßen sie sich im möblierten Zimmer der Witwe Bergmann gegenüber. Sie trauten sich kaum, einander an- zusehen. Scheu glitten seine Blicke an den ihren vorüber, und auch sie fand nicht den Mut, ihm fest in die Augen zu sehen. Sie fühlte instinktiv, sie kam ihm ungelegen, er hatte nicht mehr die alte Liebe für sie. Aber sie schluckte das Weinen herunter, das ihr immer wieder in die Kehle steigen wollte: sie hatte ja schon so viel geweint, daß sie fast keine Tränen mehr hatte. Und das sah sie heute schon klar, das, was sie in diesem Zustand eigentlich von ihm haben müßte, ja erwarten könnte, das würde sie nicht von ihm haben. Tief senkte sie den Kopf. Aber sie war ihm nicht böse: er war ja noch so jung. schränkt sich längst nicht mehr aus das Haartrocknen nach dem Waschen, sie dient insbesondere zur Massage der Gesichts- und Kops- haut, wozu die verschiedensten Apparate ausgestellt waren. Auch die weißen Perücken waren hier neben allem übrigen Haarersatz sozusagen fertig zum Aussetzen zu sehen. D/e neue weiße Balltnsur. Di« Gehilfen sind natürlich gezwungen, mit der Mode mit- zugehen, um den an sie gestellten Anforderungen zu genügen. Die und so ein lieber Mensch. Und Geld hatte er auch nicht, nur sehr wenig: das hatte er ihr jetzt gesagt. Das wenige, das er noch hatte, bot er ihr an: das drängte er ihr auf. „Du mußt es nehmen! Du kannst doch nicht ganz mittel- los zu deinem Bruder kommen. Und sowie meine Mutter mir mein Geld für den nächsten Monat überweist, teile ich mit dir.' Aber sie nahm es nicht.„Ich habe vorderhand etwas Geld. Ich habe meine goldene Uhr verkauft und die schöne Brosche, die ich noch von meiner Mutter her hatte. Und auch sonst noch allerlei. Es geht schon, ich komme vorerst schon durch.' Sie war nicht zu bewegen, sein Geld zu nehmen. „Vielleicht später, wenn das Kind erst da ist und ich noch nichts verdienen kann." Da steckte er es denn wieder ein. Wovon hätte er auch leben sollen? Er hatte sowieso die Bergmann noch nicht für die vergangene Woche bezahlt. Es wer Mittag, als sie sich auf den Weg machten: sie hatten noch lange gesprochen, eigentlich belanglose, für sie im Augenblick unwichtige Sachen. Das„Was nun?' stand mit furchtbarer Eindringlichkeit vor ihnen beiden, aber sie wagten nicht, es zu berühren. Auch über seine Gesundheit verlor er weiter kein Wort, über all das, was er durchgemacht halle. Was brauchte sie davon zu wissen? Das ging sie ja gar nichts an. Und ihn auch nicht mehr. Ueberftandene Dinge wirft man gern zu den toten. Man vergißt sie. Sie sprachen von seiner Mutter und von ihrem Varcr, und als sie von dem sprach, verlor sie ihre Fassung, sie brach in ein krampfhaftes Schluch- zen aus. Der arme, arme alte Mann! Nun halle sie es ihm doch gestehen müssen, in seiner Harmlosigkeit wäre er vielleicht noch immer nicht dahinter gekommen. Er halle nicht begreifen können, warum sie jetzt durchaus nach Berlin wollte: sie mußte es ihm sagen. Da war er ganz zusammengebrochen. Er hatte sie nur fassungslos angestarrt: feine Tochter, seine Tochter, die er in Gottesfurcht und Ehrbarkeit erzogen halle, die immer in die Messe gegangen war, ins Hochamt, regel- mäßig zur Beichte: war es möglich, daß die sich so vergessen hatte?! Sie mußte ihn zu Bett bringen, er wurde krank. Da lag der alte Mann, hatte sich die Decke bis über die Augen gezogen, sprach nichts, aß nichts, brütete nur in sich hinein. Ob er wohl zu seiner Mutter gehen würde, ihn da ver- klagen? Manfred fragte es ängstlich. Olga lächelte schwach: nein, das würde er nicht tun. Ach, ihr Dater wußte ja jetzt zu gut, was es heißt, Kummer um ein Kind haben.— Als sie in der Elektrischen saßen, um nach der Alexander- Fachabteilung de» Arbeitnehmerverbandes des Friseur- und Haargewerbes halle daher ein Preisfrisieren in der„Mode in Weiß' veranstaltet, woran sich achtzehn Gehilfen betelligten. Ihre überraschenden Leistungen konnten sich teilweise sehr wohl neben denen der Meister sehen lassen und waren im all- gemeinen reckt befriedigend. Wenn auch für viele Frauen die graue Sorge des Alltags weder für die„Mode in Weiß' noch für alle sonstigen Moden etwas übrig läßt, so handelt es sich doch hier bei all diesen Dingen um gesellschaflliche wie auch um gewerbliche Jntcr- esien, die sich durchzusetzen bestrebt sind und Erfolg haben. v. Hohmeper unü§rau. wie mau billig zu einer Hochzeitsreise kommt. In Begleitung einer eleganten hübschen jungen Dame, angeblich seiner Frau, erschien in zahlreichen Pensionen im vorigen Jahre ein Freiherr Palter von Hohmeyer.'der es sich dort gutsein ließ, dann aber mit seiner Gattin verschwand, nachdem er vergesien hatte, die Rechnung zu bezahlen. Rchen diesen Zechprellereien hatte Walter v. Hohmeyer, wie sein richtiger Name auch war, noch eine große Zahl von Betrügereien verübt. Er besuchte alte Bekannte seiner Familie und ehemalige Schul- und Studienfreunde, und schwindelte ihnen alles mögliche vor. Auf diese Weise erlangte er Darlehensbeträgc von tv bis 250 M. Das Geld versprach er von Hause sofort zurückzuschicken. Mtt seiner jungen„Gattin' mochte er eine Reise durch ganz Deutschland. Wiederholt soll es vorgekommen fein, daß ihm, wenn das Pärchen gemeinsam an der Pensionstafel faß, Komplimente über seine hübsche, elegante Gattin gemacht wurden. Mit der „Gattin' hatte es aber einen Haken, denn sie war der— Freund Hohmeyers, der in F r a u e n k l e i d u n g mit ihm her- u m r e i st e. Darin wurde ebenfalls von der Anklage ein Betrugs- Manöver erblickt, o. Hohmeyer ist schon zehnmal wegen Betruges vorbestraft und hat lange in Gefängnissen und Zuchthäusern gesessen. Er stammt aus guter Familie und ist der Sohn eines wegen Ver- schwendungssucht entmündigten Offiziers. Als er frühzeitig aus dem Elternhause fort mußte, geriet er bald aus die schiefe Bahn. Da nun aber die Juristen alten Schlages immer noch behaupten, daß die Strase„bessern' soll, so scheint es nicht unwichtig daraus hinzuweisen, daß auch in diesem Fall die Strafe keineswegs ge- bessert hat, sondern den Strafsälligen noch weiter hinobzog. Geistig ist Hohmeyer offenbar auch nicht ganz aus der Höh«, wenn es ihm auch nicht gelang, die Rolle des Geisteskranken erfolgreich zu spielen. Medizinalral Dr. Störmer hielt den Angeklagten für seine Taten verantwortlich, wenn er auch geistig stark minderwertig ist. Der Verteidiger trat dem von Staatsanwaltschaftsrat Schmidt gestellten Strafantrag von 2)4 Iahren Zuchthaus mit dem Hinweis auf die erbliche B e l a st u n g des Angeklagten und feine ! Neroenzerrüttung infolge überniäßigen Kokain- i genusses entgegen. Das Schöffengericht Schöneberg gab ihm nochmals mildernde Umstände und erkannte auf 1 Jahr 9 Monate Gefängnis, von denen die 9 Monate auf die Untersuchungshaft in Abrechnung kamen. Außerdem aber erhielt der Angeklagte noch Z Jahre Ehrverlust._ Ein Straheuunfall, der unnötig war'. Ein Straßenunfall, der sich am Mittwoch, nachmittags gegen Z44 Uhr, in der Zimmerstrahe, Ecke Jerusalemer Straße, ereignete und in seinem Verlaus genau beobachtet wurde, zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, welchen Gefahren der ahnungslose Fohrgast ausgesetzt ist. Ein« Kraftdroschke, die die Jerusalem«? Straße heraufkam, kreuzre die Zimmerslraße und hatte schon beinahe die Mitte der Kreuzung überquert, als von rechts, von der Zimmerstraße kommend,«ine andere Krastdroschkejtie erst er c rammte. Ein Schutzmann ist augenblicklich zur Stelle und greift umsichtig ein. Sosort bemühten sich auch schon Strahenpassanten um den verlegten F a h r g a st, den Kaufmann K. aus der Alexandrinenstr. 89, der mehrere blutend� Kopfwunden und eine Augenverletzung erlitten hat. Schnell wird er zur naheliegenden Rettungsstelle geschasst. Die in Berlin offenbar nicht zu vermeidende in überlauten Worten geführte Unterhaltung der beiden streitenden Chauffeure wird durch das Dazwischentreten des Schutzpolizisten beendet. Man hört aber den Unheilstifter— also den Chauffeur, der von rechts den Wogen rammte, noch die recht straße zu fahren, war Manfred froh, daß im Wagen nur noch ein Sitzplatz war, daß er draußen stehen konnte auf dem Hinterperron und sich eine Zigarette anzünden. Er rauchte mit hastigen Zügen: O, Vergessenheit! Oder wäre er nur meilenweit fort! Er wagte es nicht, in den Wagen hinein- zublicken, mit einem Winken der Augen, sich zu ihr zu be- kennen. Als sie am Alexanderplatz angekommen waren, mußte er ihr doch beim Aufsteigen behilflich die Hand reichen; sie stützte sich schwer aus ihn. Zemnerschmer. Er atmete aus, als er sich endlich im düsteren Torflur des Hauses verschwinden sah. in dem oben im dritten Stock Stefan Wiolkowski wohnen sollte Sie hatte beim Abschied seine Hand mit ihren beiden Händen lange festgehalten:„Wann seh' ich dich? Heute abend noch mal? Morgen?" „Heute kann ich nicht," sagte er hastig„Aber morgen. Morgen. Schreib heut abend gleich noch eine Zeile, damit ich weiß, wie alles gegangen ist. Und dann triff mich morgen nachmittag— es ist ja früh dunkel— um Vier ungefähr am Bahnhof Aleranderplatz unterm hintersten Stadtbahnbogen.' Sie hob das Gesicht zu ihm auf, eigentlich hatte sie einen Kuß von ihm erwartet— hier schnell einen im düsteren Tor- flur— ober daraus wurde nichts. So nickte sie ihm nur noch einmal zu. Und dann hatte er noch ein paar Augenblicke gewartet, gehört, wie sie longsam und schwer tretend die Treppen hin- aufstieg. 3. Stefan Wilkowski hatte eine nicht mehr ganz junge, ober eine noch immerhin ansehnliche und sehr tüchtige Frau. Sie hatten auch drei Kinder, drei gesunde hübsche Kinder. Das älteste Mädchen war schon zehn Jahre; das hatte die Frau mit in die Ehe gebrachst Frau Wilkowski stand allein der Schwägerin gegenüber. Ihr Mann war noch nicht zu Hause. Aber er mußte gleich kommen: Olga sollte sich nur einen Augenblick setzen. Sie bot der Schwägerin, die sie persönlich ja nicht kannte, von der sie nur durch den Bruder gehört hatte, einen Stuhl an. Ihre Augen blickten groß und sehr verwundert auf das Mädchen, das unwillkürlich seinen Mantel fester um sich zog. Die Frau wußte nicht sofort, was sie aus diesem plötzlichen, ganz un- vorbereitet kommenden Besuch machen sollte. Aber dumm worr sie nicht, es wurde ihr bald klar: hier sollte Stefan beispringen. Ihr Blick wurde mißtrauisch. Das konnte man ihr nicht ver- denken angesichts dieser Erscheinung, der man ihren unzweifel- haften Zustand, trotz des Mantels, der verHöllen sollte, ansah. (Fartsetzung folgst), in der m-m.» Revoinflons-Gedenkieler*.» wer abends VI, btzeichntnÖen Wort« rufen: ch kam von recht»— ich hatte dos Vorrecht." Er meint damit, dab«r nach den Lerkehrsvor» fchriften, als von rechts kommend, die Strohe auch ats„Erster" hätte passieren können. Auaen�eugen sind aber sehr bald gegen seine Auffassung, zumal festgestellt wurde,„daß er in ziemlich flottem Tempo herankam und den andern Wagen in der Gegend des Hinterrades rammte. Schließlich muß doch auch die Situation auf der Straß« ergeben, wie der Fahrer am besten vorübertommt, nicht aber daß ein von„rechts kommender" sich dazu berechtigt fühlt, einen anderen Wagen in Grund und Boden zu fahren und Fohrgäste zu verletzen. Oer unmögliche Preisabbau. Die Bürgerlichen wollen keine billigen Lebensmittel. In einer Sitzung der(alten) Ernährungsdepu- t a t i o n, die am Dienstag tagte, erstatteten als Magistrats- Vertreter. Genosse Stadtrat W u tz k i und der Mag.-Rat P o t t h o s s Bericht über die Bemühungen des Magistrat» um die B e r f o r> gung der Bevölkerung mit den wichtig st en Nahrungsmitteln und um deren Preisgestaltung. Wie von beiden übereinstimmend mitgeteilt wurde, ist eine ern st haste und durchgreisendePreisabbauaktion infolgeder Schutzzollpolitik unmöglich. Bemerkenswert und von sozialdemokratischer Seite dann noch unierstrichen war die Fest- stellung de» jurlstischen Beraters der Deputation, daß es den Be- Hörden und besonders den Gemeinden an iedcr rechtlichen Befugnis fehlt, zugunsten erträglicher Lebensmittelpreise wirken zu können. Die Sozialdemokraten hatten schließlich folgende Resolution ein- gebracht: „Die Deputation für das Crnährungswesen der Stadt Berlin erblickt nach wie vor das Mittel, um der Berliner Bevölkerung statt vieler schöner Worte wirNich erträgliche Lebensmittelpreise zu ver- schaffen, 1. in zollfreier Wieder.zulassung der Auslandsschweine, be- sonders der polnische», und der Beseitigung jeden Zolles für Gefrier- fleisch, 2. Wiederherstellung von genügenden staatlichen und tommu- ualen Machtbefugnissen,»in nötigenfalls auf die Preise einwirken zu können, 3. muß von der Regien>ng auch für andere wichtige Lebensmittel, besonders Butter und andere Fette, von der im Zoll- gesetz vorgesehenen Ermächtigung der zollfreien Ein- fuhr, sobald erforderlich. Gebrauch gemacht werden. E» ist außerordentlich bezeichnend für den Geist de» Bürgertum», daß unter Führung der Dcutschnationalen und der V o l t s p a r t e i l e r sämtliche bürgerlichen Mitglieder der Er- nährungsdeputation diesen sozialdemokratischen Antrag zu Fall brachten. Neuregelung See Krastöroschkenpreise. Drei verschiedene Taxen wahrscheinlich. Gestern mittag fand im Polizeipräsidium eine Besprechuno mit den Interessentenverbänden über die endgültige Regelung der Kraft- droschkenbestimmungen statt. Wie seinerzeit schon in der Bekannt- machung über die neuen Bestimmungen über Kraftdroschken hervor- gehoben, handelt es sich bei diesen Bestimmungen nur um pro- vis arische Maßnahmen, die, wie die Erfahrungen gezeigt haben, so schnei! wie möglich ersetzt werden müssen. Jedenfalls sind sowohl die Polizei, die Bcrkehrsdcputation des Magistrats als auch die Interessenten sich darüber einig, daß unter a l l e n U m- ständen von dem T a b e l l e n s y st e m so schnell wie möglich nbgegnngen werdsu'mnß. In Zukunft sWst die Fahrpreisanzeiger der Kraftdroschken genau den Preis angeben, den der Fahrgast zu zahlen hat. E« soll nach drei ver- schiedenen Taxen gefahren iverden, und zwar nach der Boll- tax« für Großkraftdroschken. nach der Mitteltaxe für Kleinkraft. droschken und nach der kleinen Taxe für Motorräder. Auf der Wind- schutzscheibe muß deutlich fichtbar die entsprechende Aufschrift an- gebracht sein. Selbstverständlich soll es auch bei der neuen Rege- lung den Kraftdroschkenbesigern unbenommen bleiben, billiger als zur Rormoltare zu fahren, doch muß auch dann der Fahrpreis. rnzeiger entsprechend geändert werde». Gleichzeitig ist auf der Windschutzscheibe eine entsvrechende Ausschrist anzubringen: bei- spielsweise:„l0 Prozent billiger ols die Bolltaxe". Da man in der grstrigen Versammlung noch nicht zu einer Entscheidung über die Taxe kommen konnte, ist eine neue Bersammlung für die nächst« Woche anberaumt. Bi» dahin wollen die Krosldroschkenbesitzer po- silive Borjchläae unterbreiten. Mit aller Deutlichkeil Hot njwr schon gestern die Polizei keinen Zweifel darüber gelassen, däg eine Erhöhung der Taxe gar nicht in Frage kommt. da» Hootsungiü>i. Ounktiontirveriav-mluna. 28. Abt. 7 Uhr bei Stuhl. Choriner Etr. 4». Aduna der Abteilunheleituna. Pünktlich um 8 Uhr ebenda gunktlonSeversanimlun«. Die«„»stehenden Sommellislen' millsen In der Tihuna adnerechnet werden. 30. Abt. 7 Uhr bei Pohft. Staroerder Ecke Liichcner chtrehe, Isunktianär- «ersammlun«. 38. Abt. 6 Uhr de! Partufch, ssriedenstr. 88. s-un/tieniirversammlurg. Der Abieitlma»»"»«»»-» findet gch pünktlich- Ndr ebenda»rr. 5t. Abt. aharlotteübnea. 7>4 Uhr hei Lehmann, ASnigdwez 8, Funktionär. versammkuna. � � � chchineiierg. 71. Abt. 7V, Uhe hei Illroens, Barbatossastr. 5z, sZunktionär- pctiarnittlBiM.— 33. Abt. 8 Uhr bei»Sn!«. iZeuria- Sck« Prinz-Searq- Strah-. ssunktionärrerfammlunq.— 7». Abt. 8 Uhr im Lokal S-osi. Sehonltr. 17, Tunktionärversommluna. All, Zunttionär« Wüllen unbedinet erscheinen. 8t. Abt. gricd-naa. 8 Uhr hei ftlofce, Kanhjrrvstr. 80.>81, erweitert« Por- standosiüiiilch RenIIlln. 8». Abt. 7>4 Uhr hei Schul», Kobrechtstr. 84, Jforftand»-«nd szunktionäriltiun». Die Bezirkokllbrer müssen»Inladen.—»0. Abt.<>4 Uhr hei Schittl-r. Weichselitr. 5. gunltienärnersammluna.—»1. Abt. 8 Uhr bei Mischte, München!« Str. 28. Funitionörpersammluna.—»3. Abt. Vi Uhr bei Runnel ssunktionärpersammluna. Die Bezriksführer laden ' dazu«in.— 85. Abt. 6 Udr bei Kustmann. Sicinmetistr. 78. z»nktionä?. nerlcmmln»«.—»8. Abt. IV, Uhr bei Brandt,©ippet. Sri« Thllrinaer Strohe. Aunttionärpersammluna. Sämiliche Partei- und Sewerkschait». kunttion-ir« müssen erscheinen. 138. 138. Abt. Pankow and 0ei»cr»d»rf. 7>z Uhr Im Iuaendheim Pankow, Breite Str. 32, gunktionürpersammiung. Zaaalozialiftrn.»rnpp« grledrichohata: Kcnte. Donnerstag. 7>4 Uhr. im Ouaendheim Tilssler Str. 4. Bortrag:„Die Bedeutung der Dreie-abdau. aktion". Referent! Dr. Walsers.—»eapp« zir»k»lla t> Seute. Douners- taa. üpl Uhr. im Jugendheim Rogatstr. tlsl2, Boetraa:„Der Keldelherger Parteilag und der Sozialiamuo". Refcient: Dr. Paul Lebi, Pl. d. R. Arbeiwgemeinschaft der ttindersrennd«. Sruppc Rcinickendars-West: Di« Eltern der Äruppentinder und. die Mitglieder der ENernorggnisation treffen siS, am greltag, den 8. Ziovember. pllnkllich 8 Uhr. im Volfshau» Scharn- wedcrstr. 114. grennb« der BkMdgnnq ssnt willkommen.—«rn»p« Schine- Hera: Kentc, Donnorwo». den 5, Rovemd-r. 8 Uhr. im R«iia--rant Rosen. thr.l, Eberossr. 80. Bortraa:„Serueste Aufkläruna in der isamille und Schule". Referent:«Ben. Epstein. Gäste willkommen. � Sterbetafel üer Groß-Serliner partefeGrganisation � 77. Abt. Schiaebeeg. Am Sonntag, den 1. Ropemder. verstarb unsere Genossin Anna Büchner im 48. Ledenssahr«. Die Sinäscheeuna ersolat am geeita«, den 8. November, mittag» 12 Uhr. im gremaivrium Wilmerodorl. Berliner Strane. Wir ermarlen rege Beteiligung. 123. Abt. Weihense». Am Montag, den 2. November, verftard unser Bezirk,- führet Paul Müller. Einäscherung findet am tZreito«. de» 8. November, nach- milwa» 5'-i Uhr, im ltrrmgiorium Gerich.tstrahe slait. Zahlreich« Beteiligung »nvartct der Rreiooorsland.______ Vorträge, vereine und Versammlungen. SM, W Reichsbanner„Schwarz Rol Gold". Geschlttiftelie: Berlin S lt. Sehassianstr. 87?8. Los 2 Ar Srcuzberg. Nächste Pflichthetciligun, mit Tambeurkorv« am 7. und 8. in Sleollh. So.»ochni. 5.45 Uhr Potsd. Ringdht. Rarttn »ach Llchterfride-Oft<20 Ps.l liis-n. Südost trifft sich 5 Uhr«ottbusser Dor. Songiaq vorm. II,4S Uhr gesamter ssrei, Bhs. Grosigorschenssdasie.— Wilmer». dors. Sonvtaz, d. 8.. vorm. 10.45 Uhr. Autrcii» Or mindessens vier Gruppe» -- 1-1.1. J..... u_u.....------.....>...----- L Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den S. November. AnOer dorn übliohen Tagespro�ramra: 4,30 Uhr n,chm.: Aus der«. llsellun zxl kiv ab eon Hudrard Kipling, vorgetragen von Dr Wilhelm Leyhausen 115 0 Uhr nac.hm.: Zar üntarhaltune. 6 45 Uhr abaiids: tlans-Firedow-Schule (Bildunxskurse). Abteilung' Tei-hnüc. Direktor Diockmann:.Wie nird der Zellstoff pawoniion V« 7 ,5 Uhr abends: Max Haber- luunn:„BildunRswe.-en der i.letrtrksbbnfton-. 7.45 Uhr abends; Hans-Bredow. Schule(Bildangskttrs*). Abtailung I.iterotur. Tb- Kappstpin:„Deutsche Dichter und Denker*. 4. Vortrag„Friedrich Theodor Vischer*. S SO Uhr abends: Der Roman als Funkepiel. sn wdehontliohen Fortaetzungen erscheint:„Die Katastrophe", Originalroman für die Funkatunde von H. J. Oromataki fals Funk- spiel bearbeitet). 9.63 Uhr abends: Kammermusik von Haydn bis PchBnberg. Zweiter Abend. Havcmann-Quortctt: Professor Gustav Havemann. 1. Violine; Georg Kniestiidt. 2. Violine; Hans Mahlke. Viola; Adolf Steiner. Cello. Mitwirkende Rudolf Sobmidt, Klarier; Gottfried Schreiber. Oboe. 1..Moscrt(1756— 17911: Su-eioh- quartatt A-Dur. Allcgro— Andante— Mennetto— Allegro pon troppo. L. Wboeherihi(174H— 1806); Sonate für Cello und Klavjer. 3. Momart; Quartett für Oboe, Violine, Viola und Cello, F-Dur. Allogro— Adagio— Rondo—- Allegro Anschließend: Dritt« Bekanntgabe der neuesten Tegesnachriehten. Zeitansage. Wetter- dienet. Sportneohrichten, Theater- und Filmdienst. 10.90—12 Uhr abends: Tanzmusik. hm Kameradschaften Nord, Süd. Wess) gehrdeMiier Piek zur Teilnahm« an der gahnenwoihe i»«teglt». Kähnen unh Tambourkorv» �ur. Stell«.— SchSnebcrg.griedenau. So., h. 7.. nachm. 5 Uhr. Bhf. Gbersstran«. Pfluhd» teilnähme am Kockelzug des Kreisveroino StegN».— Steglik. So., d. 7 Bannermeihe! Treffpunkt zum ssackelzug nachm. 5,45 Uhr Bhf. Lichterfelde- Dst. Keanoldvlah. Um 8 Uhr Gmpf-nasabenh im Aldrechtshoi.>->««»3.«1- brechtstr. 2.—«rkncr. Sa., d. 7.,«emüiliches»eisammensnn rm Sefellschafto. Haus i Korbet.— gliedrichehai». Alte Mitgliedvtaelen ab 7. Rpvemboe UN- gültig.—»eeazderg. Do., d. 5.. 8 Uhr, 3u?amm«nkunlt aller ifunktmnar« der Bicler, Dieffenbachs.r. 7*. Materialempsang und Ahrechnung. Neuloun-Bettz. �ahrt nach Giansee. So., d. 7.. abend, 8,55 Uhr: Sonniag. h.«•- vormittags 9,45 Uhr. Stett. Bhf. S-nnlagsiü-ksohrkarte 4. Kl. 2.40 Di. Arbettrr.Radio.Klu» e.V.. Bczirk»a«!V»e Berlin, Vetrrskmrqn. Sw. N. Der AS», bat folgende Zusammenkünfte regelmüsiw abends» Ubr: Zlersarten. Freiwa. Sten.daler Str. Li. Wedding. Donncrstva. Utrecht« G«.». Bren». lauer Berg. Donne:»taa. Kopcnba�rner Str. �riedrlchsbain. Montag. Warschauer Str. 09. Süd-Dst. Dienstag,«öpenicker Str. So. ttoUbusser Tor. Donnersra?, Adalbe-.tftr. 2t. Cbarlottenburg. Dienstag. StcTcnbftt. 4. oJ5ne- berg, Donnerstag. Sedanstr. 33. Neukö-In. s?rc:tag, Rüttlstrasie«Schule). Lichtenberg. ZVrei:ag. Deichsclstr. 12. Besondere Bortrag« Verben ,n dieser Woche in folgenden Gruvpen veranstaltet: Prenzlauer �?�krsraq. 8 Ubr, Hoässreguen.�verstärlung. Scköneberg, Donnerstag, 8 Widersmnos« nttstärkung.?tben Dienstag in ter.�enival« Petersburger Str. N» Radio. klinik u,ch belehrende Lorträge sowie Auskünfte in allen Radioangelegenher�n. - Ortsgruppe vedding. Lotcl D. Marzahn. N F, Utrechter Mr. 2S. Am Donnerstag, den 5. November, hoben sämtliche Funkfreunde mit den Apparaten für die Leipziger Ausstellung m erscheinen. Go«ialwiss-«schoitl.ch«?-:erniaung Berlin. ssrende des Bundes freier Menschen am Donnerstag, den 5.. und Meitag, den 8 Rovem« ber. abends 8 Uhr. im Schubertsaa!. BMowftrafie(Nabe Nvllendorfplap). Redner: Lehrer Adolf Koch und Dr. med. Graaz,. Unboftenbeitrag 50 Pf. bzw. 1 M. für Saalmiete usw.. Freie Veretuianng»on Sternsreunde«. Berk,»,«thung am 7. Rovemver. 8 Ubr. in dc?..Halensec? Sütte". Ecke Kronprinzendamm fan der Halenseer Drücke). Partrag de» Vorsitzenden:..Mar» n-ch dem heutrgen Stande der Wissenschaft". Gast? willkommen....... Derbaild Eberechtsrcform. Sitz Berlin. Ocffentliche Verfanrmluna am Mon- tag. den 9. November, 8 Uhr. im Restaurant..Greifienberger�, Ierusalomer Slrahc 8 soberer Sa�l). Tcgessrdnuna: 1. Allgev! einer Bericht des Borsitzenden. 2. Bortvag von Rechtsanwalt und Notar Dr. Eonrad Mendelfobn. 2. An- Meldung naucr Mitglieder und Deitvagsz�hlung. 4. ssreic Aussprache. Gaste dürfen eingeführt werden.__ Mrbeiterfpore. Crarihteacnein ,.#W Jtatarfeeanbt*h Uhr. Im Jugendheim Dartau« 10 Monat» verfammlan». Erscheinen aller Mitaleeder erforderlich. Kartelbezirk tS. Aeihense«. Dienstag, den 10. Rovemhcr. Ttz Mit. dsfent- lichc Svvrtleeverfammlunq in den Borussig-ssesssälen. Berliner Alle«. Thema: ..Aeheiieespoet und W-eksvortvereine". Besonder, sind Angehärtg« bürgerlicher und Betriedesportoganisation-n eingeladen.__ B»8-W«ibe«bevd. Der Ringsportvei ein Tegel W. Billglied de, AABD.,»er- an stallet am IZ-eitag, den 8. November,«inen Weebeahend der Borabteiluna im aroien Saal de, Straadschlok Tegel. Serufer 1. Mnkosienbeitraa 50 Pf. Ansang der Kämpf« 8 Uhr._ Reet« Tneaeelchest ShetlaHnlarg. Am Svnntog. den 8. Rovcmber, nach. mittags 4 Uhr. veransialiet die Männer- und tzuaendobteilung«in öffentliche, Schauturnen in der Hgndwerkorschul« Wilmer�orfer Str. 188 1 87. Anschließend Kommers für Miiglieder und Göst« in den Aohenzolleenfälen, Berliner ®Umer,bsrf«r Strasse._ Manafchnstaringkämpfe 84.„libeeta,»8' gegen 84.„4oncoed,a»4. Dl« Reihe der Monnschosiokämpf« um die Kreismeisterschastrn de» AABD. seht k«r S»!,., Liberia, 98- am 8. November, abend» I Uhr, in der Turnhalle aharloiiendueg, Spreestr. 29 sack» Wallstrasse) gegen S4.„Goneordia!>4" kort. Gerungen wird in stehen Klassen vom lZIiegen- bis Schwergervicht. Anfang 5 Uhr._. Spott. Riuger-Wettstreit im Walhalla-Theater. Am Montagavend reichten sich als erstes Poar aus der Matte Leekinowilsch-Lettland imü Zilch-Wien die Hände. Weit üderleg-n war der Lette'einem Gegner, und schon nach 18 Minuten legte«r den Wiener durch Uederwuri auf die«chiittern. Der Finn- tändcr Sirk ging mtt Krnloss-Rvßland sehr oft noch hinten über, um ihn dann naai 19 Minuten durch Ueberwurs zu besiegen. Der Sachse Buchheim war schneller als sein Mann Kochseder-Bayern, und nach 8 Minuten legte er ihn mit einem Hnstenschwung um. Romanos!- �r„würgte" seinen leichteren Geancr Möbius-Berlin zu sehr, und erst nach?1 Minuten siegte er ourch einen Schleuderqrifs. Der Ticnctagabend mar wohl der erste, der wegen seiner aus- gezeichneten Paarung besonderes Interesse verdiente. Der Besuch war gut. Der ehemalige und mehrmalige Wettmeister Schwarz macht« mit Krichetedors-Berlin wenig Umstände und besiegte ihn schau nach 6 Minuten durch Untergriss von vorn. Ein höchst aus- gezeichnetes Treffen baten Sirk-Finnland und Eoburg-Charlotten- bürg, beide flmf und auch lechniich sehr gut und sich vollkommen ebenbürtig. Der Finnländer siegle auch erst noch 33 Minuten durch Eindrücken der Brücke. Winter-Wieu zog Schauzu nach 7 Minuten auf die Schuttern. Der„humoristische" Löwe durfte Dierholz nach 17 Minuten festlegen. Da? Treffen Pietra Schatz und Devin wurhe wegen Eintreten der Polizeistunde abgebrochen. Reil- und Aahrturnier. Der Miltwvchnachmittag stand im Zeichen der ländlichen R e i t e r v e r e i n e, die ein überraschend gutes Pserdematerial vor- führten. Das Jagdspringen verlies, wie das bei Anfängern selbstredend nicht anders zu erwarten war, leil» recht komisch, doch absolvierten von den Sil Teilnehmern 8 Pferd« fehlerfrei die Bahn. Daher entschied die bessere Zeit und es blieb Herr Gerth mit seinem Wildling siegreich. Der alte Wollach gebrauchte 40 Sekunden. während die Fuchsstute Seiita in 44> j Sekunden und die Fuchs- stuto Rose in 4S"ü Sekunden den gleichen Kurs zurücklegten. Das G r u p p e n s p r I n g e n, das zu dreien von Mitgliedern ländlicher Reitervereins zu reiten war, endete mit dem Siege des Reit- und Fahroereins Vorsfelde. Um 1,6 Uhr erschien der Reichspräsident und gleich daraus fand der Einzug der ausländischen und deutschen Ossi- ziere statt. An der Spitze ritten die Ungarn, gefolgt von den Holländern, den Schweizern und den Deutschen. P S X A V 0 II HAAR WASCHUNGEN trzeugon ein kOotllchM Gefühl der Frische auf der Kopfhaut und wirken dem Haarausfall entgegen. Große Hasche M 2.50 reicht Monate! Vooaerstag 5. November 1925 Unterhaltung unö ADlissen Vellage ües vorwärts Geburt unö Toö. Von Hans Gothmann. Der jung« Staateanwalt Doktor Strohmann hatte die Nacht durchwacht und hob seine Augen erschrocken von dem vor ihm liegen- den dicken Aktenbündcl. als die Uhr vier schlug. Noch eine Stunde! Alles Grübeln und Brüten hatte ja nun keinen Zweck mehr. Di« Zeit lief unerbittlich ab, und das Schicksal gmg unaufhaltsam seinen Weg. Gr stand auf und lief fast ohne Gedanken ein paarmal durch das halbhelle Zimmer. Sein« vom Wachen etwas fiebrigen Augen schmerzten, im Hirn war ein dumpfes, unerträgliches Druckgefühl, und irgendeine Qual riß unaufhörlich am Herzen. Natürlich, das kam alles vom Wachbleiben, von der Aufregung, die dieser ver- gangene Abend gebracht hatte. Seine Frau hatte sich frühzeitig ins Bett begeben, sie klagte über Schmerzen in der Brust, und gegen 12 Uhr schrie sie plötzlich in grausamen Wehen. Er sah ihr leichen- blasses Gesichtchen in die Kiffen eingewühlt und verbisien, ihr Körper zuckte und schlug, und in namenloser Angst, denn die Stunde der Geburt kam plötzlich und unerwartet früh, telephonierte er nach Arzt und Hebamme. Beide kamen, der Arzt untersuchte, so gut es ging, die über unerträglich« Schmerzen klagende junge Frau, zuckte die Achseln, zog den Staatsanwalt ins Herrenzimmer und sagte betont: .Es war bei der schwachen Gesundheit Ihrer Gattin zu er- warten, daß sie das Kind nicht austragen kann. Nein, nein..., Sie brauchen noch keine Besorgnisse zu haben. Es kann alles gut gehen. Nur..., es wird eine schwere Geburt werden. Wahrschein- lich---- Die Frau wird hier bleiben, ich selbst komme gegen sieben Uhr früh, dann wird es wohl so weit sein____* .So long« wird e» dauern, Herr Doktor?" .Ich fürchte, es wird noch länger danern. Aber machen Sie sich keine unnötige Sorge." Als der Doktor gegangen war. trat der Staatsanwalt ins Schlafzimmer. Di« fremd« Frau saß schweigsam mit ernstem Gesicht neben dem Bett, und eh« er noch«in Wort des Trostes und des Zuspruchs sagen konnte, winkte ihm die Schwangere heftig mit der Hand zu, hinauszugehen. An Schlaf war natürlich nicht zu denken gewesen. Er hatte. um sich abzulenken, wieder die Akten de» Mörders Paul Schurig vorgenommen, des ersten Menschen, gegen den er das Todesurteil erzwungen hotte. Er las stundenlang dieselben Sätze, er wußte ja alles, jede Einzelheit, jede Zeugenaussage, und seine eigenen Schlußwort« siel«n ihm ein, immer wieder: Dieser Mensch, der«ine bestialische Roheit in der Ausübung seiner wohlüberlegten Tot de- wies, gehört nicht mehr in die Gemeinschaft der Menschen. Lch bs- antrag« die Todesstrafe. Meine Herren Geschworenen, vernichten Sie dies« Bestie in Menschengostalt! Auf der Zeugenbank hatte die Mutter des Angeklagten gesesien, eine verhärmt«, arbeitsmüde, ehrliche Stellenbesitzerefrau, die das Schicksal ihres einzigen Sohnes einfach nicht begreifen konnte und bei diesen Worten de» Staatsanwalts einen ganz leisen, schmerz- haften Schrei aus der Seele heraus tat, ehe sie zusammensiel. Es war damals alles programmäßig verlaufen. Seine Worte hotten ihre Wirkung nicht verfehlt. Das Gericht sprach da» Todes- urteil, de? jung« Mörder zuckte mit keiner Miene. Nur als sein« alt« Murter hinausgetragen wurde, schien«» einen Augenblick, ol« wollt« er losschreien oder losbrechen. Aber es kam nur ein un- artikulierter Schrei au» seiner Kehle, und der Sloateanwalt hotte leise zum Offizialverteidiger gesagt: Ein unerhört verstockter Bursche! Es war ja ein ganz einfacher Fall gewesen. Ohne psychologishe Rätsel. Ohne notwendige Bemühung von allerlei Sachverständigen. Paul Schurig hatte seine Geliebte aus Eifersucht erstochen. Mit zwanzig Meiserstichen. �)ab-n Sie die Tat mit voller Ueberlegung ausgeführt?" .Ja!" Diese» mutige oder dummtrotzige Ja! vereinfacht« den Fall noch mehr, die Verhandlung war noch drei Stunden schon beendet. Und nun. nach vier Wochen, nach Ablehnung seines Gnaden- gesuche», sollte Paul Schurig hingerichtet werden an demselben Morgen, an dem des Staatsanwalt» Gattin ihrer schwersten Stunde entgegenging. Doktor Stroßmonn stand am Fenster und starrte zerquält in den grauen, dämmernden Tag. Dies Zusammentreffen war un- erträglich qualvoll! Er begriff nicht mehr, wie er in der Freude über seinen Erfolg seiner Frau von diesem Todesurteil hotte er- zählen können. Sie la» sonst keine Zeitung, aber jetzt begann fl« die Zeitung noch dem Termin durchzusuchen, an dem dos von ihrem Manne geiordcrte Urteil vollstreckt werden würde. Sie fand ihn. Von da an war sie oerstört und ausgelöst— Straßmann zermarterte sich mit Selbstvorwürjen. Hätte er geschwiegen! Wie tonnte er so leichtsinnig sein! Als ob es nichts wäre— ein Todesurteil— eine Hinrichtung. Cr sah ja damals nur das erreicht« Ziel des öffentlichen Anklägers, setner Frau war von ihrem Zustande noch kaum etwas anzumerken und nun____ Nun war das Unglück da. Der Zeiger der Uhr rückte grausam vorwärts, und er griff, sich entschlossen aufraffend, noch dem peinlich sauber gebürsteten schwarzen Rock, stellt» den spiegelnden Zylinder aus der Schachiel heraus auf den Tisch, ging leise zur Tür des Schlafzimmers und horchte. Ein leises Stöhnen und Wimmern kam von drinnen, er trat«in. Di« junge Frau log ganz still in den Kissen, den Kopf mit dem losen, dunklen Haar ekwos seitlich geneigt. Als sie ihn sah. das ernst«, feierliche Gesicht, wollte sie sich aufrichten, aber es gelang nicht. Ei« sagt« mit Anstrengung, in der alles Entsetzen ihrer sieber- dunklen Augen lqg: .Du... gehst?" Doktor Straßmaun trat rasch ans Bett, ergriff die heiße Hand seines Weibes: .Ich muß doch.. „Du mußt...." Da» war rpie ein tiefer Seufzer. Aber ponn schrill und unvermittelt: .Laß Ihn doch leben!... Laß ihn doch lebenl" Er versuchte, ihr zärtlich beruhigend über'» Gesicht zu streicheln, über die Stirn, aus der groß«, kühl« Schweißtropfen standen. Sie wandt« sich wie erschrocken von dieser Berührung ab und wehrte ihm, fuhr mit der Hand lest« über ihren schmerzenden Leib: „Da» da will doch auch seben.. da» da will doch auch leben.. Die Hebamme mochte ihm»!n Zeichen. Er ging rasch, mit einem letzten Blick aus die wiedcr wie teilnahmslos Daliegende. deren Hand ollein zu leben schien und sich wie automatisch über tszreu Leib bewegt«: zärtlich, streichelnd, auf und ob, ruhelos. Strohmann warf einen Al ck noch in den Spiegel. Die schwarze, schlank« Bestall sah tadellos aus. Er bog seine Lippen zurecht, rückte das horte Kinn noch etwa» vor und zwang zwei steil« und scharfe Falten über seine Nase in die glatte Stirn. Al« er zum Zylinder griff, packte ihn der Gedanke: Wenn ich nun nicht gehe?! Wenn ich ihr nun sog«, daß ich nicht geh«?.�. Unmöglich!... Unmöglich! Und wie unlogisch diese Frauen sind! Weil sie leben will, soll dieser brutale Mörder auch leben. Na. sie war krank. Ihr Zustand brachte das eben mit sich, das würde olles schon wieder oergehe». Bloß keine Sentimentalität jetzt. Pflicht ist Pflicht und geht allem anderen vor. Er ging, ohne ein unbehagliches, drückendes Gefühl loszuwerden. Er war ein« unbestimmte Furcht vor den ungeheuerlichen Zufällig- kellen des Lebens in ihm. Bor dieser phantastischen Nähe von Ge- burt und Tod, die ihm noch niemals so grell zum Bewußtsem ge- Die Witwe. SKHEkHWSPm .Schon unserer Kinder wegen werde ich ihn nchmen." tommcn war. J« mehr er nachdachte, als er in der Droschke den lang»» Weg zum Gefängnis rollerte, erfaßte ihn eine unerklärliche Angst vor dem Kind«, dem seine Frau da» Leben geben wollte. Dieser Paul Schurig war auch ein Kind gewesen, ein guter Sohn. sagte die Mutter, streng er'ogen von dem ehrbaren Vater..., konnte denn sein Kind auch ein Mörder werden? Dieser plötzliche Gedanke mochte ihn ganz fassungslos, seine Ideen gerieten in eine ungekynnt« Verwirrung, die er mühsam löste und deren Resultat war, daß er die» Kind haßte, ehe es geboren war. weil es unsaß- bare, unauedenkliche Möglichkeiten in sich barg, Möglichkeiten, vor denen einem schaudern konnte und für die er niemals d'e Verantwortung übernehmen könnt«. Er fröstelt« sichtbar und sühlte, daß er keinen Schmerz empfinden würde, wenn es bei der Geburt stürbr. Dann war diese peinigende Furcht zu Ende. Mag es sterben.... Mein eigenes Kind?! dachte er und erschrak vor sich selbst. Aber das lieh ihn nicht mehr los. Wer weiß, wozu es gut ist. wann es stirbt. Wenn sie nur leben bleibt. Die Furcht vor dem Leben und dem Tode fraß plötzlich so an seinein Herzen, daß er blaß und alt aussah, als er das Gefängnis betrat. Er riß sich zusammen— ee mußte ja alles sehr schnell gehen— eine Viertelstund«! Danit war alles vorüber, auch dies« blödsinnigen Gedanken, und er konnte wieder aufatmen. Der Mörder Paul Schurig hatte die letzt« Nacht seines Lebens ruhig geschlafen. Er zeigte keine Furcht und keine Reue. Der Staatsanwalt sühlte seine Leine einen Augenblick schwach werden, als ihn der Verurteilte mit einem unsagbaren Lächeln, das ver- heimlichte Angst, Spott, Ueberlegenheit, erzwungen« Lustigkeit vder frivole Unbekümmertheit sein tonnte, ansah. Doktor Strahmann wunderte sich, wie sest und sicher dieser Mensch gehen tonnt«— zum Tode! 3m Angesicht« des Richtblocks, denn Läuten der Armesünderglocke. Dann doueric es wirklich nur zehn Minuten. Im Augenblick der irdischen Vergeltung schloß Straßmann trampshust die Lugen, por denen es plötzlich blutrot war, sodaß er sie erschrocken wiedcr öffnete. Da sah er noch den abgeschlagenen Kaps springen und stürzte fort. Aber er hatte sich geirrt. Die Furcht wich auf dem Heimwege nicht. Sie wurde stärker. So. daß er für einen Augenblick daran dachte, nicht heimzugehen. Altohol zu genießen, sich zu betäuben. Biel Alkohol. Die groß« Furcht vor dem Unerklärlichen, das Macht über Geburt und Tod hat, und vor dem der Mensch plötzlich jammervoll hilflos und elend zusammenichrumpst, konnte er nicht mehr aus sich herausreißen. Betäubung ist Feigheit, dachte er; mein Gott. Hab« ich denn kein« Nerven mehr! So»ahm er keinen Wogen, sondern tief durch die kühle Morgenlust, aufgewühlt und furchtvoll: doch die Morgensrische bracht« ihm die erhofft« Beruht- gung nicht. Al««r sein« Wohnung betrat, kam Ihm der Arzt entgegen. Straßmann blickte ihn fragend an. sein Herz schlug laut. Plötzlich, als der Arzt lange schwieg, wußte er alles, schrie mühsam beherrscht: „Herr Doktor!!" Der faßte seine Hand:„Es war kür Ihre ar,ne Frau zu schwer...." Straßmann hielt sich a» dieser fremden Hand fest, verwirrt und fassungslos, stammelte: „Wann... wann... geschah es denn...?" „Genau vor einer halben Stunde. Es war ihr leicht geworden, zuletzt. Sie hat nur noch einmal nach Ihnen gerufen...." „Nach... mir?l..." Straßmann tastete nach seiner Uhr. Vor einer halben Stunde... da... fiel ja auch.. er murmelle unverständlich, so daß der Arzt ihn verwundert ansah und sprechen wollt«. Straßmann zerbiß sich seine Lippen, der Arzt preßte noch immer seine Hand. „Sie müssen den Verlust tragen, Herr Staatsanwalt..., es wird Ihnen leichter werden, denn das Kind Ihrer lieben Frau lebt und ist ein gesunder Junge." Da riß sich Straßmann jäh los. stürzte ins Schlafzimmer und wühlte kniend den Kopf in ein weißes Kissenbündel, au» dem ein quäkendes Schreien kam. Milliaröäre. von Aelix Scherret. Sie losten sich in Haltungen photographieren. di« ihnen Sympathien erwerben müssen. Der greise Rockeseller schüttelt einem kleinen Mädchen die Hand: sein Gesicht sttahtt, er ist ganz verstehend« Menschlichkeit, oder er läuft wi« irgendeiner seiner unter- geordnetsten Schreiber einem Cviquetball nach, ein Landerbild unternimmt einen Handkuß, lenkt selbst hie Pferde oder hebt Mit eigenen Armen ein vor Hunger ohmnächtig gewordenes Kind auf. Auf den Photogravhicn mondäner Magazine zeigen diese Welt- beherrscher ein menschlich fühlendes Herz. Und der wehmütige Aus- spruch Hugo Stinnes'„Och sammle für meine Kinder" stammt direkt aus einem Roman der„Gartenlaube". Wie lieb, wi« ver- traut klingt dies. Auf einmal versteht das Bürgertum diese Menschen, die eigentlich schon zu einem Mythos geworden sind. Ja, sie sind mir ihresgleichen, sie haben mehr Geld, aber sie verfügen über ein Seelenleben wie der kleinste Beamte, auch wenn sie das Angesicht der Welt umgestalten können. Aber in manchen Romanen abenteuerlichen Charakters er- scheinen dies» bürgerlich soliden Weltbeherrscher in einem Gewände, vor dem selbst ein Nero oder Carocalla zurückbeben würde. Nach außen spielen sie die braven Geschäftsleute und Staatsbürger, aber innerlich sind sie von einer Verdsrbtheit, die vielleicht nur der blühenden Phantasie ihrer Verfaster entspringen kann. Das Glück ganzer Länder gilt ihnen nichts. Wenn sie ein« Laune befriedigen wollen, opfern sie Erdteil«. Selbst ein Nero, der der Sage nach Rom anzündete, um sich zu einem Gedicht inspirieren zu lasten, wäre dazu nicht sähig gewesen. Wo» gelten ihnen Moral oder engende Schranken! Das Leben ist nur eine Geldangelegenheit, jedes Schauspiel kann bezahlt werden. Oder sie erscheinen als große Kinder, die kein anderes Ver- gniigen kennen als dos Anhäufen von Geldscheinen, harmlose Irre, die in Dollarnoten wühlen und restlos glücklich sind, wenn sie wiedcr ihr Besitz um einig« Millionen vermehrt Hot. Der Kreislaus ist ge- schlössen, der Beherrscher d«r Welten ist zum hilflosen Kind ge- worden. Manchmal erscheinen si« auch geistig interessiert. Sie wickeln ihre Geschäft« ab und dazwischen halten sie ihrem Interviewer tiessinnig« Vorträge über Kunst und Philosophie, ziehen treffende Parallelen zwischen amerikanischen und deutschen Schau- spielern. In einem einsachen, blauen Anzug bieten si« ihrem Be- such« Zigarren und Eiscrem an. ilnd«in großer, schwedischer Maler malte einen ihrer Vertreter, wie er oersonnen ein« kostbare Bronze streichelt und seinen Blick durch einen dunkel umrandeten Klemmer traumoersunken' in die Welt richtet, ein Medizäer des zwanzigsten Jahrhunderts, ein Florentiner in französischem Gehrock NW. mm mit Plöstron und Lackschuhen, nur mächtiger als das kleine, itolieni- sch« Kauimannsgeschlecht, ober ein Ramantiker, der im Grund« die Dinge dieser Welt verachtet und in einem Traum lebt, der dem der kleinbürgerlichen, deutschen Romantiker aus dem Anfang des neun- .'"' lt gl.■: Und wo liegt die Wahrheit? Einmol wurde einer der mächtig- :g«r zehnten Jahrhunderts vielleicht gleicht. Und wo liegt dt« Wahrheit? Ein sten indischen Fürsten Asket und Begründer einer die Welt ver »en inolilyen ,Tiir)tcn irno»egrunoer einer Die«pell verachtenden Religion, viele römischen Imperatoren versielen bei dem Gedanken an ihre Macht dem Wahnsinn, und ein Henry Ford Ichreibt kindlich hilflose Memoiren. Wo liegt die Grenze? Erst dort, wo jede Vergleichsmöglichkeit aufhört, nicht bei ein paar Millionen, aber dort, wo der Besitz«ine Macht verleiht, die Welten umwälzen kann. In einem bekannten französischen Roman spricht ein Dichter über di« Macht amerikanischer Milliardäre, da» Schicksal hätte e« mit der Menschheit gut gemeint, dnß das Geld in Händen van Leuten gekommen wäre, die phantasielos genug seien, es nicht zilin Bösen zu verwerten. Vielleicht stinimt das. Aber auch«in Nero eilte aus die Nachricht vom Riesenbroiid« Rom» von Antium nach Rom, um den Bedrängten zu Helsen. Warum kann nicht auch einmal da» Umgekehrte eintreffen? Ist es denn ausgeschlossen, daß bei einem nüchternen Geschäftsmann plötzlich der llasarenwahnsinn einsetzt? Mag man die modernen Milliardär« als kindliche Exi- stenzen abturn sie ol» Spigsnerlcheiiiungeii menschlichen Seins preisen oder sie als Aerderber gesellschaftlicher Einrichtungen an- prangern, vielleicht tritt ein« grundlegende Verschiebung in einer Sphäre ein, in der alle«, was sonst Menschen erstreben, gegenstände- los geworden ist, weil es sofort erfüllt werden kann. Kannte Tacltus das Seelenleben römisch« Kaiser, das er beschrieb? Immer wieder schreiben Außenstehende über diese Menschen, jeder legt seine Weltanschauung in die Wünsche und das Wollen dieser Wenigen hinein, oder wenn einer dieser mit einem Jackettanzug bekleideten Götter selbst schreibt, entwirft er dann ein wahre« Bild von sich? Retlame ist das wirksamste Mittel, um sich vorteilhast i» Szene Zu setzen.____ wie die Künstler der Steinzeil malkzn. Von jeher haben die künstlerisch hochstehenden Leistungen steinzeitlich« Menschen uns große Bewunderung abgenötigt. Man konnte es sich kaum er- klären, wie die Künstler jener Periode mit unglaublich primitiven Mitteln sa hervorragende Malereien wie beispielsweise die Höhlen- lulder von Front de Ganme hernorbringen konnten. Erst die ilnter- siichunge» Prosessor Max Berworn» haben dos DunW einigermaßen gelichtet. Man kann heute al» sicher annehmen, daß di« Steinzeit- menschen als Farbenmaterial mit Vorliebe Eifenoryde anwandten, die ia die Natur in vielerlei Formen darbietet. Auch Manganerze und weißer Kalk ebenso wie Kohle dürsten von den Sleinzeit- knnstlern in Gebrauch genommen worden sein. Um dieses natürlich« Farbmittel für den praktischen Gebrauch nutzbar zu machen, mußte es natürlich erst zu Pulver zerkleinert werden. Hierzu bediente man sich entweder eines Feuerstemschaber», oder nia» rieb da» Färb- stück auf einer schwarzen Steinunterlage zu Pulver. Dann nahm inan ein Felestück oder einen Siein, der gleichsam als Palette diente, und rieb das so erhaltene Pulver aus Ihnen zu einer Farbpaste an. Wollt« man ein« Felswand oder auch Holzgerät« mit Bemalungen verzieren, so kratzt« man zunächst di« Zeichnungen oder Ornamente K ihren Umrissen mit Feuersteinen ein. Zunächst wurden di« flachen Linien entworfen, dann verbessert und endlich di« richtige Linie weiter vertieft. Dann trug man die Farbe mit dem Finger aus und verrieb st« mit der Bildsläche. Auch die Bemalung de» Korper» wird mit dem Finge» ausgesühii worden seil,, zu feinere» Ornamenten haben die Sltiiizeitkünstler unzweifelhaft seine Stäbchen benutzt. iloren kann An enizelnen erhaltenen Eremplorcn kann heut« noch deutlich naö gewiesen werden, daß die Geratearnamente, die man mit Feuerstein in di« Knochen«iiischnitt od« einsägte, mit Farbstoff eingerieben wurden. Auf Töpfereiwert hat man vielfach Ornamente gefunden, die Mit ein« weißen Kalkpaste inkrustiert waren. Diese Erzeugnisse lpe gehören der neolsthischen Periode an. Vfie |'i.VoTS'/V. 1 IManfel | CÄ.SÄ 15-» »ehönem Voll. MugSO P'üith. fache form 2l 1 Ma n t cl 'e»ch-modern aus «utem Moulin« 1© --- cid Schotten, schöne Farben g 2250 latne mi> PeUbesati€UA 1 K l c i d aus gutem Popeline tlotte............ 00 50 Mk.- und dafür die ganze Fa m i 1 i c netf und modern gekleidet GibFs einen besseren Beweis für unsere Leistungsfähigkeit sowohl in Bezug auf Preis als auch auf Auswahl? |f*4Ht£\ m« t-80 * Oge w» m w 236 Erstklassige Spirituosen la Aguartl. 45 Ltr. M 2.95 la Weinbrand Versehniit.JS"/,... 3.2 la Reiner Weinbrand. 33»;,.. 4.20 U Jam..Run-Versch. 45»..». 4.45 Ii Jam.'Rum-Vtrsch(Teeruni)SS%. 5 20 DU hak. Sflßklod-Hkftre 58»... 4.45 -W- Kostproben gratis-mm Ansscbank direkt vom Faß Likär-Fabrik n» WelnzroBhandlunz Eduard Süsskind mdieigetUeltei'VeiliaDil UMvenvMvgsnWieM! Jteilag, 6. Jtoabc., abenOa T Ahr: aür Sitzung"WU der mittlere« OrtSverwaltuug. Die Orteueenxlltung. 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Die Bewerber müssen neben theoretischer und pralttscher DordUdung auch über hervorragende. dem Znternats.Ehgi g ler der Schule entsprechende, pädagogifche Begabung verfügen.— Anslellungsdedmgungen nach Uedereinwntt. Bewerbungen, unier Angade von Gehalisanspritchen, sind bi, tpätestene 13. Nooemder d. I«. «inzusenden an den Dorstaub des Deutschen Metallarbeiterverbaudes. «tutt art, Röteftr. ,6 Sekretäriai absolut sicher im Deutschen, siilgewandt und Exppditton de»..BorwSns". Lindensir. S ielonaer» wirksam sind die lafildiEN ANZEIGEN in derG csanit- aufläge des „Verwlrts" und irotzdern Rkumn Belriebsleiter oder Meister ISr Blectienballagenkabrlk In Palästina gesucht. Melden wollen sich nur langjlhrise Praktiker rnli ge- diegenen Kenntnissen auch des Bedruckverfahrens, organisatorisch varanlagt, mit Lohn- und Kalkulationswesen völlig vertraut Geschulte Krifte sind nicht vorhanden und müssen methodisch angelernt werden, ulferlen mit Photographie unter Wllm. I B. 812 an Rudolf Mosso. Berlin, Ublandatr. SS. 2. Heilage öes vorwärts Vonnerstag S. November I92S Die wahren Schuldigen» Ter Generalsekretär des Kriegsschuldansschusses im Cotzmaun-Prozeß. München, 4. November.(DDZ.) Der Generalsekretär des Untersuchungsausschusses Dr. Fischer wandte sich im weiteren Verlauf den Untersuchung der Frage zu, ob der Vorwurf des Dolchstoßes der h> sl o r i s ch e n Wahrheit ent- ixircche. Der Harausgcber der„Süddeutschen Monatshefte" hat mehr als einmal erklärt, daß er als entscheidendes Merkmal des Dolchstoßes ansehe, daß sowohl dem deutschen Volke in der Heimat als auch dem deutschen Soldaten an der Front ein Zweifel am deutschen Recht entstanden sei. Weil sie Zweifel am deutschen Recht hatten, sei der Wille zum Sieg aus den Gemütern ver- schwunden. Dieser Zweifel am deutschen Recht wird in erster Linie zurückgeführt darauf, daß der Glaube verloren ging, daß Deulschland das Opfer eines planmäßigen Ueberfalls geworden sei. Wie in es nun gekommen, ixiß ein Teil des deutschen Volkes von der ursprünglichen Auffassung abging; nachdem die erste Zeit der Be. aeisterung verflaute, wurde vom deutschen Volk die Frage aus- geworfen, von wem denn eigentlich der Krieg ausgegangen sei! Die Leute haben sich an die Talsache erinnert, daß nicht die Gegner es Gewesen waren, sondern Deutschland, das den Krieg erklärt hatte. t gerechnet hätte. Richliz sei, daß die Oberste Heeresleitung. der Kaiser und der Kronprinz an den Reichskanzler hertling das Verlangen gestellt haben, die Ariedensresslution des Reichstages vom lll. Zvli 1917 ausdrücklich und öffentlich zu widerrufen. Die Weiterverhandlung wurde auf Donnerstag vormittag 9 Uhr vertagt. psiichten ohne Rechte? Konsumvereine— Preisabbau- Neichswirtschaftsrat. Aus Genossenschaftskreisen wird uns geschrieben: Ueber unsere Stellungnahme zu dem Schlagwort„Preisabbau" können unsere Leser nicht mehr im unklaren sein, ver Reichskanzler Dr. Luther hat dieses Schlagwort in den wirtschaftspolttischen Streit hineingeworfen und hat den Arbeitgebern damit einen willkommenen Vorwand in die Hand gedrückt, Lohnerhöhungen unter Hinweis auf den Preisabbau ablehnen zu können. Wir haben des öfteren Gelegenheit gehabt, in diesen Spalten über den Kampf der Konsum- oereine gegen die Kartelle und Syndikate zu berichten. Dabei war festzustellen, daß die ungesunde Preisbildung in erster Linie den Bestrebungen der Kartelle zu verdanken ist, die den Warenpreis durch ihre Maßnahmen der wirtschosilichen, auf gesunde Konkurrenz beruhenden Preisbildung entziehen. Auf diese Weise gelangt die Ware schon zu einem unangemessenen Preis an den K l e i n v e r- t e i l e r, der daiin letzten Endes auch noch einen hohen Aufschlag damit begründet, daß sein Umsatz gering und die Unkosten hoch seien. Die Konsumvereine und ihre Zentralen haben sich im Kamps gegen willkürliche Preisfestsetzungen zur Verfügung gestellt. Es ist ihnen gelegentlich einer Unterredung beim Reichskanzler attestiert worden, daß sie im Durchschnitt um 5 P r o z. billiger als der Privathandel seien, und es kann demnach hinzugefügt werden, daß z. B. der Konsumverein Produktion in Hamburg aus Grund der Feststellungen des Statistischen Londesomtes mit seinen Warenpreisen fi P r o z. unter dem allgemeinen Preisniveau ge- blieben ist. Es ist auch bei jener Unterredung beim Reichskanzler ohne weiteres zugegeben worden, daß die Preise noch viel höher wären, wenn die Konsumvereine als Preisregulatoren nicht arbeiteten. Darum werden sie auch von allen denen wütend bekämpft, die sich in ihrer willkürlichen Preispolitik von den Konsumvereinen be- hindert sehen. Der Zentralverband de» deutschen Großhandels hat neulich sein Kriegsbeil ausgegraben und«in Programm für die Genossenfchaftsbekämpfung ausgestellt. Uebersieht man also da« preispolitische Terrain, so hat der Herr Reichskanzler im Kampf gegen die Teuerung n u r die Konsumvereine bzw. die Genosien- schoften auf seiner Seite. Man sollte nun annehmen, daß seine Regierung und vor ollen Dingen dos R e i ch s w i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m die Genossen- schoften in ihrem Bestreben unterstützt, zum mindesten aber sie nicht noch benachteiligt. Wenn man sich einer wirtschastlichen Organi- sation bedient, so muß man doch der lleberzeugung sein, daß sie geeignet ist,- dem gedachten Zweck zu dienen, und hat man dies« lleberzeugung, so ist es mehr als sonderbar, daß man ihren wirt- schaftlichen Einfluß im deutschen Wirtschaftsparlament, dem Reichs- wirtschaftsrot, schwächt anstatt ihn zu heben. Ansang September 1923 erschien der Referentenentwurs für den endgültigen Reichswirtschastsrat. Dieser Entwurf war zunächst ver» traulich und ist erst Ende Oktober für die Oe'ientlichkeit freigegeben worden. Der Entwurf hat in erster Linie eine Herabsetzung der Zahl der Mitglieder im Auge. Es ist bei den Wirt- schaftsgruppen ein Drittel der früheren Sitze in Vorschlag gebracht worden. Dagegen hat man der Landwirtschast eine Ver- stärkung dieses Drittels zugesichert: ebenso ist die Zahl der von der Reichsregierung und den Ländern zu stellenden Abgeordneten nicht auf ein Drittel herabgesetzt, sondern von 24 auf 28 erhöht worden. Dem steht die Tatsache gegenüber, daß die organl- sierte Verbraucherschast. also die Konsumvereine- bewegung, welche sii Millionen Familien mit ihrenVedarssgütern v e r s p r g t, keinerlei Gewinn- st reden hat und nur darauf bedacht ist, die Gegen» stände des täglichen Bedarfs so billig wie möglich an die Derbraucher heranzubringen, nur mit ganzen zwei Vertretern bedacht worden ist, einen für den Zenträlverband deutscher Konsumvereine in Hambung und eine« für den Reichsverband deutscher Konsumvereine in Düsseldorf. Wen« also schon berech« gt« Zwetsel vorhanden waren, bah der Preis- abbau nicht ernst zu nehmen war. so muh diese so unmotiviert« Zurücksetzung der Vertretung der Derbraucher- interessen aus das Vertrauen der breiten Masse geradezu den letzten Glauben an die Verbraucherfreundlichkest der Regierung nehmen. Dieser Auffassung scheint auch die Deputatton für Handel, Schiffahrt und Gewerbe in Hamburg zu sein, die sich aus Vertretern der Industrie, des Groß, und Kleinhandels sowie der Konsumenten zusammensetzt. Diese Deputation hat am 27. Ottober 1925 be- schloffen, den Senat zu beauftragen, bei dem Unterausschuß des Ler- fassungsausschusses des vorläufigen Reichswirtschaftsrates unter anderem dahingehend vorstellig zu werden, daß die dem Zentral- verband deutscher Konsumvereine als Derbrauchervertreter zuge- billigte Zahl von einem Vertreter nicht ausreichend und un- bedingt erforderlich sei, die Zahl der Vertreter aufIzuerhöhen. Es sollte dem Reichswirtschaftsministerium zu denken geben. daß dieser Beschluß einstimmig gefaßt ist, das beweist nämlich, daß selbst den Handels- und Gewerbetreisen die Behandlung der Konsumvereine im Referentenentwurf des Reichswirtschaftsrates absurd erscheint. Wenn so Wirtschaftspolitik getrieben wird, dann soll man stch nicht wundern, wenn die Konsumentenorganisationen es satt be- kommen, vom Reichswirtschaftsministerium und seinen Referenten als Körperschaften betrachtet zu werden, die zwar Pflichten haben, denen man aber keine Rechte geben will. Es ist zu hoffen, daß sie, in dem Bestreben, entsprechend Ihren Leistungen gewertet zu werden, nicht ermüden, und wenn es fein muß, auch von den Tribünen der Parlamente gegen das an Ihnen begangene Un- recht in der großen Oeffentlichkeit protestieren werden. Davon machen Vertreter von Produzenteninteressen im llebermaß Ge- brauch. Es scheint uns an der Zeit zu fein, daß auch die Ver- b r a u ch e r einmal mit gleicher Rücksichtslosigkeit an die Oesfent- lichkest appellieren und sich nicht als Aschenbrödel behandeln lassen. der firbektsmarkt im September. Das Reichsarbeitsblatt kennzeichnet nach den erst jetzt vorliegenden statistischen Erhebtingen über den Arbeitsmarkt im September die Arbeitsverhältnisse In diesem Monat zwar als ver- s ch l e ch t e r t, aber noch nicht als ausgesprochen ungünstig. In- zwischen hat sich aber nach allen vorliegenden Berichten die Lage weiter verschlimmert. Für den September und Ansang Oktober sind folgende Ergebnisse der Arbeitsmarktstatsstik zu ver- zeichnen: Der September hat in dem Bestand der verflcherungsvfllchtigen Zunahme Krankenkassenmitglieder eine bracht. Meldungen lagen vor von 5976 n leichte diesen betrug die Gesamtzahl der versicherungspflichtigen Mitglieder am 1. September 14 301 182, am 1. Oktober 14 334 507; das kommt me um 33 325 oder 0,2 Proz. gleich. Der Vormonat �bnahme von 0,3, der Juli«Ine solch« von 0,9 Proz. einer hatte«ine ergeben. Bei gesteigerter Inanspruchnahme der Nachweise ergab sich im Endergebnis für den Berichtsmonat eine leichte Verschlechte- ru n g in der Lage des Arbeitsmarktes. Gemeldet wurden im ganzen 1193 000 Arbeitsgesuche(1 113 078 im August), denen 577 956 (570 572) offene Stellen gegenüber standen. Die Gesamtandrangs- Ziffer stieg infolgedessen von 195 im August auf 206 im September. Die Zahl der Vermittlungen hob sich von 443741 im Vormonat auf 457 919 im September. Zluf 100 Arbeitsuchende entfielen demnach rund 38(im Vormonat rund 40) und auf je 100 Stellenangebot« 79 (im Vormonat 78) Vermittlungen. Di« den Stand von Mitte Ok« tober erfassende Stichtagszählung läßt eine weiter« erhebliche Verschlechterung erkennen. Die Zahl der am Schlüsse des Stichtages verfügbaren Arbeitssuchenden stieg gegenüber der Mitte des Vormonats um 14 Proz., während die Zahl der verfügbaren offenen Stellen in fast doppelt so starkem Maß«, nämlich um 26,7 Proz., abnahm. äs» l. OkiobcT 1925 Engrospreisen Herren' und Damenstoffe auch an Prhratkundachafl Tndiöaus Biriä& Tiefte aw.-Gcs., l-eipziger Straße 104, f. Stock(kein Laden) Qeftchflftazelt 9—7 Uhr«— Auf Wunaeh Zahlungaerleichteraog« Die Arbeitslosigkeit unter den Mtgliedern der in i»er Berichterstattung beteiligten Gewerkschaften zeigt im Sep- tember eine weitere mäßige Steigerung. Auf 40 berichtende Verbände wurden am Stichtage, dem 26. September, unter 3,7 Mil- lionen Mitgliedern 168 657 oder 4,5 Proz. als arbeitslos gezahlt (gegen 4,3 im August und 3,7 im Juli). Nach der Statistik der Arbeitszeitverkürzungen stieg die Kurzarbeitsziffer weiter an. Bei 35 Verbänden mit zu- ammen 3,15 Millionen Mitgliedern arbeiteten 268 186 oder L Proz. mst verkürzter Arbeitszeit(im Vormonat 6,9, im Juli 5,8). Die Inanspruchnahme der Erwerbslosenfür- sorg« nahm weiter zu, den September hindurch in_ etwas schwächerem, in der ersten Oktoberhälfte wieder in etwas stärkerem Maße. Es wurden unterstützt am 15. September 251 530, am 1. Oktober 266 062, am 15. Oktober 297 628 Vollerwerbslose. Di« Verschlechterung betrug demnach in der zweiten Septetnberhälfte 5,8 Proz., in der ersten Oktoberhälfte 11,9 Proz. Preissenkung und Handelsverlragsverhaudlungeu. Bei den gegenwärtig stattfindenden Handelsoertragsverhandlungen mit Holland spielt, wie die..Konjunkwr-Korrespondenz' mitteilt, u. a. auch der Zollsatz für gehärtete Oele einen gewisse Rolle. Be- kanntlich verwendet die deutsche Margarineindustrie besonders im Sommer in größerem Ausmaße gehärtete Oele, für die jedoch ein Zollsatz von 50 M. pro Tonne vorgesehen ist. Die freien deutschen Margarinefabriken beziehen die gehärteten Oele vorwiegend aus dem Ausland«, während die ausländilchen Konzernen an- gehörenden Margarinefabriken in Deutschland hier eigene Här- tungswerke besitzen. Wollte die freie Margarineindustri« sich beim Bezug der gehärteten Oele von diesen Trustuntentehmungen ab- hängig machen, so müßte sie allein für die Härtung etwa 80 Mark je Tonne zahlen. Die Ausrechterhaltung des hohen Zolles wirkt also wiederum der Vertrustung und Ueberfremdung als Schrittmacher und trägt andererseits wesentlich zur Verteuerung eines der wichtigsten Voltsnahrungsmittels bei. In deutschen Fach- kreisen wird außerdem die Miwerzollung der Transport fässer bei der Einfuhr von Oelen, die gewöhnlich mehrfach die Grenze passieren und bei jedem Transport erneut� mit dem gleichen Zoll belegt werden wie der Inhalt, als sehr drückend empfunden. Auch hieraus ergeben sich verteuernde Wirkungen.— Bekanntlich hat sich auch die Arbeiterschaft der beteiligten freien Werte gegen die er- wähnten Zollmaßnahmen zur Wchr gesetzt. Sletliner Eleklrizllälswerke. Die Stettiner Elektrizitätswerke hatten 1924 die höchste bisher erreichte Stromabgab« zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 30 Proz. Ab August 1924 wurden die Strompreis« um 10—15 Proz. herabgesetzt. Um den Derbrauch von Koch- und Heiz- trom zu fördern, wird Kraft für diese Zweck« zum Preise von 10 Pfennig die Kilowattstunde geliefert. Ausstellungen von Koch. und Heizapparaten und die damit verbundene Werbetätigkeit haben die Stromabgabe für Heizzwecke in kurzer Zeit um ein Mehrfaches gesteigert. Trotz Preissenkung erbrachte der aestiegen« Absatz be- trachtliche Gewinne. Neben den beträchtlichen Abgaben an die Stadt Stettin, der die private Konzessionsgesellschaft dun' einen Konzessionsoertrag verpflichtet ist und die die Gesellschaft dun den Oberbürgermeister und den Kämmerer im Aussichtsrat kon- trolliert, wird eine Dividende von 10 Proz. auf das Aktien» kapital von 5 Millionen verteilt. Dem Abschreibungsfonds wurden 0,34 Millionen Mark hinzugefügt. Allerdings verdankt die Gesellschaft das Ergebnis den günstigen Bedingungen, zu denen das zum weitaus größten Teil im Besitz der betelligten Kreis- oerbände befindliche Großkraftwerk Stettin den Strom liefert, den die Stettiner Elektrizitätswerke gewissermaßen nur zu oerteilen haben. Zur Lage der Salkindustrie im Oktober wird gemeldet: Infolg« der schlechten wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft mußt« sie sich beim Abruf von Kalkdünaemitteln starke Zurückhaltung auferlegen, so daß das Düngekalkgefchäst nicht den Erwartungen entsprach. Der Absatz an das Baugewerbe war weiterhin zufriedenstellend. Der Verbrauch der Kalksandstein- und Schwemmsteinfabriken ist etwas gestiigen. In dem Abruf der Eisen- und Stahlindustrie hat sich infolg« der unverminderten Absatzschwierigkeiten dieses Industrie- zweiges keine Veränderung ergeben. Auch die Anforderungen der " ch-. �. en nicht übe? den Bedarf usfuhr konnte erstmalig Kolkstickstoff- und chemischen Industrie der Bormonat« hinaus. Hinsichtlich der eine leicht« Besserung verzeichnet werden. des Absatzes ist unoerkennbar, doch ist die Lage der nach wie vor nicht als gut anzusprechen, zumal einzeln« Wirtfchasts- gebiete einen Beschäftigungsgrad von nur 30 Pr und darunter aufweisen. Eine gewisse Steigerung Aoltinduftri« fts- 0». Jugenüveranftaltungea.. Stein pa Re»«1>ltlo»«keier cm Sonntac, den 8. Slorxmtec, oormlitaqs. im©roftea Scheuspielbeus sind ,mn«rmSbwte» Preis« im Zllcendsekreteicr erhiilllich. «chtnno, Ritalied« de«®e*ir»-Dorftaiii>c« mU> der«otmnifiüm sür geile BB» Sfttcrn! Leute nechmitte« 6 Übt vüllttlich SiSureo. elnschliegend UNI %8 Übe Sitiung de» Bezirksvorstandes. Heule 7% Uhr Abkeilungsmikgliederverfammlungen: SefBB&ftnBnn: Schul« SotenSurcet Str. SL— SchSudcBler Vorstadt Is Schute Ibsenstr. 17.— SchS-cha-i-r V-rst-di H: Schule Ebersmalder Str. 10. -r Südwesten: SiwenSbenn Lindenitr. 3.— griedenau: Schule Offeubacher Strast«— Lichi erleide: Iuaendheim Albrechistr. 14».— Zehlendors: Süd» schul« Wilbelmstrast«.— Z-dannisthal: Ziatlnms am itönissplatz. Benin» der Bildunaskurse. Tbema:..Geschichte der Arbeiter. deroeauna�. Berbebe,irk Osten: Donnerstaas, ab 12.(nicht deiiie!) No- u oraSet, im Suoendfiictm Riaaer Str. 108. Res.: Genosse Rauch.— g Werdebezirk Westen: Donnerstaas, ab b. November, in der Schule e Echiineoers. ffnriastr. 38. Ref.: Genosse«alienftein.— ffleitcbcjirf sä Stmäbertt: Sonnabends, ab 7. November, Schule Stallschoeiberstr. 33. W©titode Lösche. a Ander« Tbonen: werbebezirk Reinickendors: Donnerstaqz, ad 3. Ro- M otmba. im Iuqendbeim Teael. Babnbokftr. 13. Genossin Dora gabian a üben:„Entwickluna des Aaviialismus".— Benin» überall abends TU Ubr. Abt. Wantew. Revolurionsfeier am Sonntaa, den 8. November, in der Schulauia Pankoro, Wollankstr. 131. Besinn TU Ubr.«arten mm Preise von 40 Ps. sind an der Kasse jn haben. Gesäiastlicke Mitteilungen. Grobes Zuterrsse findet seit Wachen die„13 WO- Mark> Spende� der Massar,. rilaareUeasabrit. Bekanntlich verteilt Herr A. im Auftrane der girina litalich»elin bO-Mark-Schein« an frohe Raucher ihrer Deift-8inare!te. Man kann beobachten, wi« da» rauchende Publikum stch oussiiMn aus Delft einaestellr bat. in der Annabm«. dem Glüilbrinaer. Herrn T.,»u benennen. Dast stch bjerbei vi« wunderliidsun Dinne absvielen, beweist der Tanesbericht des Ler-n SC. Auch in den nächste» Tanen wird der Deouftragte der ssirnia Massarn di« Sirassen durchstreifen, um die«aliche Spende»ur Verteilung ,u brinaen. Bir wünschen unseren Lesern viel Glück! Setter filr Serlin nvb Umgegend. Wechselnd« Lewölluvss. etwas ksshler. kein« erheblichen Riederichläoe.— Zür Denssü land. In Wesideuilchiand zunehmende Bewölkung, in Mitteldeulschland teils heiter, teils wolkig ohne wesenliiche Niederschläge, in Nordvstdeulschland abnehmende Niederichläge. überall verhältnismäßig waim. --- � „Morgen ist Sonntag» aaBerdem freu« ich mich sehr auf unsere Qäste.' Wie werden sie sich über unser drolliges Bübchen freuen vnd sicherlich aucn Ober dl- schöne Torte, die Ich backen will Schnell noch einen Blick in mein kleines Oetker-BJCh, 6b Ich auch al es dazu habe" Machen Sie sich Bei passender Oelegenheit diese ireudigen Oedanken einer jungen unternenmangslustiger Frau zu eigen und vcisuchen Sie: Buftercreme-T orte nach lolgendem Oetker-Rezept; Zutaten> Teig: 100 g Weizenmehl, 10>/, Liter Milch, 1 Packchen Dr. OetkePs [Vanitie-Puddingpulver, 150 g Zucker, 173 g Butter oder Margarine, 30 g Palmin. 23 g geriebene Mandeln Zubereitung! 3 Eigelb werden mit dem Zucker, 4 ESlölfel Wasser, dem Abgeriebenen und dem Saft der Zitrone schaumig gerührt Nach und nach gibt man das mit dem Uac in gemischte Mehl ui.d Güstin hinzu, verrührt alles glatt und ,icht zuletz' den steif geschlagenen Schnee unier den Teig, gibt ihn In eine eetetteu- Form und backi bei gelinder Hitze. Creme: Von Liter Milch, 150 g z ucser, I Päckchen Vanlile-Pudding- rulver kocht man nach angegebei er Vor$c-rht einen Pudding, den man b» zum ErkaLen rührt Danach schlägt man 175 g Butter ui d 30 g Palrain schaumi• und rührt lnrielwelse die Creme darunter. Den erkalte en Tortanboden schneidet man In 3 Seheiben, besirelcht eoes Teil mit der Creme und setzt sie au e nander Die Obe.'fiäche Und die Selten bestreicht man enenfaiis mit der Crem« und garniert die Ober- lläcne mit dem Spritzbeutel Die Tone öesueut man mit den geriebenen Mandeln, die vorher in etwas Zucker und Butter braun gerüstet sind. In dea Berliner Hatufrauco.Vereinen kommt nur Dr. Oetker's Backpulver«.Backln" aar Verwendung. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücner kostenlos in den Oeschähen, wenn vergriffen, umsonst und purtobrei von: Dp. A. Oetkei»! BieSefeid� Volksbühne « Uhr: Zum 25. Male DerEauluiann von Venedig Morgen 8 Uhr PiBSC O Staats-Theater Opernhaus 7Vj U: Carmen Opernhaas am ICSnlisplatz V/t Ubi: Mlgnon Schauspielhaus 8 Uhr.: Peer Gynt Schiller. Theater 8 Uhr: Minna ron Barnhelm MM Opn Charlattenburg 7 Uhr: D DeondietTlieater 7>/, Uhrt Der von filah und Kammerspiele 8'/, Uhr: Das i von Max Meli vis KomOdie brnrsttnMnia 287 8 Unr Geselttll V.John Qalsworthy Regle: M. Reinhardt Dir. A. Hellmer Lessing-Th. 8 Uhr Zum 25 Male: OieroDlvBiDiEa von O'Nelll Gerde Müller Wegener. Reweit Kleines Tb. TägL 8 Uhr Oie KISWlM IsslU.r.HcnntqiiigXieln Werbtrirk, Ander Albers. E. Burg Trlanon-Tb. 8 Uhr Kcehzeltstage von GeraJdV Befliner Tiieatgi 8 Uhr: Gastspiel d. Dtscb. Volkstheaters Wien Anlonia iBhpM Ii Z Akt ist Laoii Särl Fcdäk. Otto Tressler, H. Lackner Margarete Koeppke Ria Thiele, Emnij Förster, K. Ehmsnn. Siegtr Breuer.Franz EngeL Dr Szilägyl Inniilnnj Dr. fadeil Sm Täfllch 8 Uhr: Der letzte«atz Ojeretii m fat- WiBterberg fall. VnHrana. Daigisdi, Pidu,«na, HM. Kell. Stg., Mittw u. Sbd Märchenvorstellg DorarOsdien. Lustspielhaus 8 Uhr: Potasdi s Perlmutter II. Teil (Mndil Pirlmtln k. FUn; Jlßsidsnz- Tb. 8 Uhr; Circes Heirat Hesterberg. Sabo M Engers. dattoni oonnab. u Sonnt. 3>r, Uhr(Kl. Pr> Märchen-Vorslg Schneewittchen Tballa-Th. 8 Uhr; Lotte Nentnann Paul Hcldetnana Dora. Baselt Sbd. nachm. 3L, Märchen- Vorst« Ascheabrüdel Stg. nachm. 3'/,: Kleine Preise! Neu einstudiert Hein Leopold Theater in der Kommaodantenst. 8 Uhr: tortelies« i. Deoan 3onnab.3l/»KI Pf Märchen■ Vorstg. Rotkäppchen Stg. naenm. 3>/,: Kleine Preise I Anneliese« Dessau TueaUJnteos Das grobe Opcrettenhaa* Tägl. 8 Uhr: Lea fefaU und M.Liauens«cü» als Q. in DerOrlOW Dcatsehcs lansller-THessUr Tägl.>.8 Uhr: Gastspiel Fritii Massary: Die Tereslna SCJtt* 8 Uhr: (Blernal. VarlcK firofles Scbansplelbans m MäEU; 300 Mitwirkende Parkett M. Star Bang M ISO ig«» Ilster Rang 75 Pt Sanntsc nnehm. S Ohr* «nverkOmt an ermKS. Preisen. Trabrennen Ktariendorf Donnerstag, d. 5. November _ mittags 12 Uhr_ 'triBALia Viiitemd. us ücnlkulu Pili j 1* ä UUern. nüiger Aft I i von WeUrul Vorher Gr. Variett-Tcii | Anlang 8 Uhr. Preise 1-, 2.-, 3.-1 •fefctc�anqgf Koitbuser titr. i— Tel Idpl. 16077. Täglleb> Uhr o. Bonnta? caebm. 9 Ubr lau dulden 1 raison); Klublreunde musiajinft r Btr aUeOorfscimlebrar.Lebensbiid Com SehluS;?? JuqendsO tde?? Sowie d-r anvtrvleiehllnh« SolotelL Theater ta der LtUzuwstr. HS -ägiich 8 Ubr 0. Mädel v. Rhein onntg. nehm. 4 U Sctaneewlitchen Vorzeig zahl.(auch dtga> halbe Preise, nachm. v. 23 Ptg an abends v. SO Pfg an Banofslii-IIIUuii Theater In der Hönifiß'tiuUtr. 8 Uhr; Freit 8 Uhr: Wie es ench gefüllt DleTrihflne Tägl 8 Uhr; Xurflch sa KeffiBiaiaa HomMlemua« Tdul 8 Unr: Ropt oder Sdirift Wallner-Theiler Täglich 8 Uhr: Fäden taiWKinRiHUMNUUI liefert Quaü ä�SmUSlk euf TeÜZOitl MV|q Bigsenlager in Musikplatten eitler Marken/ Eigene Reparaiar-Werketltten Wa«t an fest»I lea: ajobfit. Tl. asronnmlkra'i« weisser ste. asnstntt OTe« Grünauer TilroHe 5,?üln cken- s*' 2Di.mera ot*.'Sctltner 6ir. ISA botfti ett 117. Schvn- /f i.... rgX Sei nrnte onitfiaelfittfcfhr.w Daujn 31. ue 130 /(....... M]\ Factstgebdude Utft Tätlich»'/, Uhr: HALLER REVUE Thooiv L» WiZllM JKHTW«! VELLE sosr II. Rang von 2 MV Parkett von 4 Mk Logen von 8 Mars Sl Di__ Stellung tu halben Preisen) u. nachm. 3 U. lie p"*"1 Vor- Ccatral• Theater unr Trieschübel Heute getch.ost.en. Freitagg Uhr:»er- an»t»I des Vereins BcNloer Protso t UenerAlprove H» uv Hanette Sonnabend, 7. Nov. TV«: Premiere des wellertolges: NonoNanette Stg. nachm 3'/. u ihre Boheit die Tftazerth Tb Ld.Klosteratr. 43 8 Ubr Gastspiel Xaver TerofaS DerEhestrelb mit d Scbliersear haacrathaatar Neusa Operette von Kollo Erna Nitter Curt Kols Parkettpl.v. 2—12 M TL n Sikifniuiinlraiii Geschlossen! ionab ,7 Nov.T'/jU PiTOitnOleiäillidieyiige j IL su Rlirfjiitssilsnn! 8 Uhr gwniirollft. nuime« Thealer ßülowslr.O.Tägl.SU. tist Bed. Irl«, zu teutln! Stall mit H ist der greste acrrnfcia- S ch I or e r seit 30 Janren. Rose-7beater sv« uiu Bmnmei- Etndentf't iKomtsdiel i,''< Oper»' Dir. lernet metn— KSröÜte�evu äer Weit lvoaÄ Ml { Das Gewaltigste an Aus-£ stattungspracht, was jel lauf einer Bühne gezei tg smbTm VtwiiiMii!! i gefi�rlidjen ftih? Tnlur sa tari-.-tngrtaa Volkstuml. Preise circvs Busch l'/.U LetrleWache Rfieinlaid-Feitsjie' Seiie Mevemör.. tpezläujuuei! Bergs losnge irengroppe pmionV" ÄS i November- Sensationen! niegendes auf allen Gebieten der 11,| internationalen Variete-Kunst SPüllll-IiitÄTEi Sonnt nachm Z>/, Uhr— halbe Preise Rauchen gestattet j Parkett 6.- M. Preise 2__ bis 12— M (Logen 15— M.) | Vorverkauf ununterbr. eeöffnet i'teichanati«n-T ne ate r Hiaagln I Obr s. Smln siSn 3«In Stefliner Säuger Nachm. halbe Preise Dönhoff-Brett'i t Pamillen»Variete. ' Wnf• Dhr teatigs 51: übr. /