. fr. 525 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 268 Bezugspreis: öchentlich 70 Bfennig, monaffid B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreusband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat, Der Borwärts" mit ber Sonntags beilage Bolt und Beit mit„ Gied lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zuläffia awei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für bie noch fte Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 8, abgegeben werden. Geöffnet Don 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Freitag, den 6. November 1925 Attentat oder Spizeltat? Angebliches Komplott gegen Mussolini. Seltsame Polizeiversionen. Die italienische Sozialistenpartei aufgelöst- am Vorabend des Matteotti Prozesses! Rom. 5. November.( WIB. Nach einer Meldung der Agenzia näherer Einzelheiten über die Person diefes früheren AbgeStefani hat die Polizei in Rom den ehemaligen sozialistischen Ab. ordneten 3aniboni, der jedenfalls eine führende Rolle in der geordneten 3 aniboni verhaftet, der vorbereitende italienischen Partei nicht gespielt hat, muß man mit der Handlungen unternommen habe, um einen Anschlag auf starken Möglichkeit rechnen, daß es fich entweder um Muffolini zu begehen. einen Berrüdten oder noch wahrscheinlicher um einen zum Faschismus übergelaufenen agent provocateur handelt. Die offizielle Darstellung der italienischen Regierung ft intt jedenfalls auf hundert Schritt nach einer Polizeifpigelgeschichte. Rom. 5. november.( WTB.) Zur Berhaftung des Abgeordneten Zaniboni meldet die Agenzia Stefani( offizios) noch folgende Einzelheiten: In den letzten Tagen war zur Kenntnis der Polizei gekommen, daß während der Siegesfeierlichkeiten am 4. nonember ein Attentat auf den Ministerpräsidenten Muffolini geplant war. Die Polizeidienststellen erhielten Befehl, verdächtige Personlichkeiten festzunehmen. Am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr drang die Polizei in das Hotel Dragoni, das sich in unmittelbarer Nähe des Palastes Chigi, in dem das Auswärtige Ami untergebracht ift. befindet, ein und überraschte den langjährigen Abgeordneten der Opposition, Zaniboni, bei den Borbereitungen für das Attentat auf Muffolini. Auf Grund der polizeilichen Nachforschungen wurde zur selben Zeit in Turin der General Couis Capello verhaftet, der im Begriffe war, ins Ausland zu reifen. Auf Grund der ersten Untersuchungen ist an sämtliche Präfekten der Befehl ergangen, fofort alle Freimaurerlogen, die von der römischen Loge Großer Orient abhängig sind, zu besetzen. Ram, 5. November.( Meldung der Agenzia Stefani.) Die Regierung hat die Auflösung der Geeinigten Soziafiffifchen Partei an ihrem Hauptfit und ihren Zweigstellen verfügt. ( Weitere Meldungen auf der 3. Seite.) Bis zur Erbringung des pofitiven Gegenbeweises be trachten wir alle Melbungen über die Aufbeckung eines Atten. tatsplanes gegen Muffolini als einen echt faschistischen Schwindel. Ganz abgesehen davon, daß es höchst unwahrscheinlich ist, daß Sozialisten, zumal Mitglieder der sehr gemäßigten unitarischen Partei, die auf dem rechten Flügel der Arbeiterbewegung steht, zu Akten des individuellen Terrors übergehen würden, sprechen die verschiedensten politischen und psychologischen Gründe gegen die Richtigkeit der offiziellen Attentatsversionen. Eine gewaltsame Bernichtung des Lebens Mussolinis tommt schon deshalb faum in Betracht, weil seine Lebenszeit fowieso nur noch nach Monaten berechnet wird. Das meiß man auch in den maßgebenden politischen Kreisen Italiens, und selbst die Gegner des Faschismus sehen dem nahenden Ende Mussolinis insofern mit Sorge entgegen, als sie wissen, daß er im Vergleich zu solchen Geistern wie Farinacci, die er gerufen hat und nicht mehr los wird, das fleinere Uebel ist. So seltsam es flingt: Mussolini gilt feit einiger Zeit als der Bremser, dessen Einfluß allein imffande ist, die bewaffneten Apachen, die heute den Kern der faschistischen Miliz bilden, im Baume zu halten. Auch bei einem natürlichen Tode Mussolinis befürchten die waffenlofen Gegner des Faschismus eine Entfesselung der übelsten Instinkte, die von der Farinacci- Klique planmäßig umschmeichelt werden. Das allein würde schon genügen, um ein Attentatskomplott gegen das Leben Mussolinis als im höchsten Grade unwahrscheinlich zu bezeichnen. Alle Kenner der italienischen Berhältnisse, mit denen man vor Mussolinis Ankunft in Locarno, die lange Zeit zweifelhaft blieb, die Frage erörterte, ob er denn nicht beim Berlassen seines Diftaturbereiches sehr viel risfiere, waren übereinstimmend der Meinung, daß das nicht der Fall sei, eben weil sich jeder etwaige Attentäter dessen bewußt sein müßte, daß er das Leben Zehntausender gänzlich unschuldiger und unbeteiligter Gegner des Faschismus verwirken mürde, die der blutgierigen Maffenvergeltung zum Opfer fallen würden. Dabei wäre es sowohl auf der Fahrt nach Locarno wie in Locarno selbst ein leichtes gewefen, Muffolini umzubringen. Was bisher von offizieller italienischer Seite über das angebliche Romplott gegen das Leben Mussolinis an Einzelheiten gemeldet wurde, ist nur geeignet, das allgemeine Mi B trauen, das ohnehin gegen alle faschistischen Nachrichten herrscht, in diesem Falle zu steigern. Da soll ein ehemaliger Abgeordneter der Sozialistischen Partei, 3 ani boni, in einem Hotelzimmer, das gegenüber dem Palais des Ministerpräsidenten liegt, angetroffen worden sein, als er Bomben zurecht machte, mit denen er Mussolini beim Verlassen des Palais töten wollte. Nach einer anderen Version, die ebenfalls offiziell ist oder zumindest von Der offiziellen Zensur genehmigt wurde, hatte diefer Attentäter in seinem Zimmer ein Gewehrgestell gufgebaut, das gegen das Arbeitszimmer Mussolinis gerichtet mar(!), um diesen bei seiner Arbeit zu erschießen. Das eine flingt ebenso phantastisch wie das andere. In Ermangelung Die Angelegenheit wird dadurch noch fomplizierter und noch fauler, daß der General Cappello, weil angeblich in das Komplott verwidelt, in Turin verhaftet wurde, als er im Begriff war, nach Frankreich zu reisen. Dabei ist dieser General Cappello ein Faschist der ersten Stunde, der bereits für die faschistische Bewegung nicht mur in Italien, fondern auch im Auslande zu einer Zeit tätig war, in der Muffolinis Staatsstreich noch nicht geglückt war. So ift er im Sommer 1922, in der Zeit des Rathenaumordes, in Deutsch land gewesen, wo er mit deutschen faschistischen Kreisen Fühlung nahm. Seine unterirdische Tätigkeit wurde zum ersten Male im ,, Borwärts" aufgedeckt. Nun soll er ausgetreten fein, als die Faschisten auch die Freimaurer verfolgten. Der ehemalige fozialistische Abgeordnete, der sich mit einem ehemaligen faschistischen General verbündet, um ein ausgesprochen anarchiftisches Attentat zu verüben- daneben flingt ja das Komplott märchen der dem Faschismus so wesensverwandten Sowjet regierung, das als Anklage gegen die deutschen Studenten Wolfcht und Kindermann diente, geradezu glaubwürdig. Attentäter, sondern gegen Mussolini Besonders verdächtig nicht gegen die angeblichen Meldungen über die sofort ergriffenen Gegenmaßregeln flingen vor allem die der Regierung. Wohl hat Mussolini es an der„ noblen Gefte" nicht fehlen lassen, indem er sofort seine Anhänger im ganzen Lande energisch davor warnte, Repreffalien auf eigene Faust zu begehen. Hätte er das nicht getan, dann würde er die Verantwortung auf sich geladen haben, daß auf Grund einer wahrscheinlich erdichteten Attentatsgeschichte zehntausende von mehrlofen politischen Gegnern des Faschismus Sozia listen, Republikaner, Freimaurer, Katholiken, Liberale, Kommunisten von der bewaffneten Horde der Schwarzhemden noch heute im ganzen Lande massatriert worden wären. Die von der Zensur sorgfältig unterdrückten Borfälle in Florenz im September, bei denen sieben politische Gegner der Regierung grundlos erschossen, zahlreiche verwundet und über sechzig Häuser bzw. Lokale verwüstet und in Brand gesteckt wurden, zeigen, wozu der Faschisten- Böbel fähig ist. 1 Indessen wird die ,, noble Gefte" des Tragikomödianten Mussolini niemand täuschen. Die von ihm sofort angeordnete Auflösung der Sozialistischen Partei zeigt deutlich genug, wohin die Reise geht und läßt in die wahren Zusammenhänge diefes feltsamen Attentates" tief blicken. Es drängt sich die Annahme auf, daß das der eigentliche Zweck der Uebung war. Mussolini, der sich gern mit Napoleon vergleicht, glaubt auch Bismard nachahmen zu fönnen und scheint einen Fall Nobiling tonftruiert zu haben, um die bisherigen Verfolgungen der sozialistischen Arbeiterschaft mit einem Sozialistengeset" zu frönen, sofern man in Italien überhaupt noch von Gefeß sprechen kann. Je gründlicher man über die Dinge nachdenkt, desto stärker drängen sich die Zweifel auf: War nicht gerade jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo nach den plumpesten Verfchleppungsversuchen endlich der Prozeß gegen die Mörder Matteottis zur Verhandlung fommen sollte? Anderthalb Jahre hat es gedauert, bis die Anklageschrift verfaßt und publiziert wurde. Der schamlose Bersuch Mussolinis, die Affäre Matteotti in eine allgemeine Amnestie einzubeziehen, war gescheitert. Jetzt stand die öffentliche Berhandlung bevor, und vor dieser Berhandlung hatte Muffolini allen Anlaß, sich zu fürchten. Denn es ist durch die Denkschriften zwei hervorragender Täter Cefare Rossi und Filipelli, die zu den intimften Mitarbeitern des Diftators gehörten, nachgewiefen, daß Mussolini felbst der Anstifter des scheuß lichen Verbrechens war. Diese Denkschriften sind nur im Ausland befannt geworden, vor allem durch die Enthüllung im ,, Borwärts"; in Italien zirkulieren sie nur von Hand zu Hand, weil sie die Zensur sorgfältig unterdrückt hat, und das allein läßt tief bliden. Für uns besteht bis zur Erbringung des Gegenbeweifes zwischen dem Attentatsplan" der Zaniboni und Cappello und dem drohenden Matteotti- Prozeß ein offentundiger 3 ufammenhang. Daß Mussolini ermordet werden sollte, ist im höchsten Grade zweifelhaft, daß er ein Mörder ist, steht außer Zweifel! Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedtonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Ballstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Liebesgaben an die Hohenzollern Ein neuer Bergleich vor dem Abschluß? Bon Otto Meier. Seit Wochen muntelt man davon, daß ein neuer Ber gleich" zwischen dem preußischen Staat und dem weggelaufeder üblichen zuständigen Stelle noch unmittelbar nach dem nen König furz vor dem Abschluß stände. Zwar wurde von ersten Auftauchen der Meldung bestritten, daß der Vergleich fertig fei. Aber man fann faum noch daran zweifeln, daß im preußischen Finanzministerium alles daran gesetzt wird, um die ungeheuerlichen Ansprüche der jetzt abgestammten Landesvaterfamilie in irgendeiner Weise zu befriedigen. Sieben Jahre, nachdem Wilhelm II., dem es wie Napoleon III.„ nicht vergönnt war, an der Spike seiner neutralen Holland aufsuchte sieben Jahre nach Wilhelms II. Truppen zu sterben", der aber dafür den sicheren Siz im Flucht soll jetzt mittels ,, Bergleichs" ein ungeheures Vermögen der Hohenzollernfamilie ausgeliefert werden. Ein Rückblick auf die bisherigen Auseinandersetzungsverhandlungen" ergibt dieses Bild: " Am 13. November 1918 murden von den Boltsbeauftragten sämtliche zum preußischen Kronfideifommißvermögen gehörigen Gegenstände" mit Beschlag belegt. Nicht unter die Beschlagnahme sollte das unzweifelhafte Privateigentum der Hohenzollern fallen. Die Unmöglichkeit, Brivat- und Staatseigentum voneinander zu scheiden, bewog Die Boltsbeauftragten, am 30. November 1918 die Beschlagnahme auf sämtliche Gegenstände, die zum Sondervermögen fowohl zum Privateigentum wie zum Fideifommiß- des vormaligen Königs von Preußen, des königlichen Hauses und feiner Mitglieder gehören und in Preußen befindlich find", auszudehnen. Die Beschlagnahme sollte bis zur endgültigen Feststellung von Staats- und zweifellosem Privateigentum eine 3ersplitterung der Bermögensmasse verhüten. der Auseinandersetzungsfrage Vergleichsverhand. Unmittelbar nach der Beschlagnahme setzten zur Lösung Iungen ein, die durch eine fogenannte Auseinandersetzungsfommission vorbereitet wurden. Diese bereitete in langwierigen Beratungen einen Vergleich vor, der am 22. Januar 1920 der Verfassunggebenden Landesversammlung vorgelegt wurde. Um das Ergebnis dieser Verhandlungen richtig zu würdigen, muß man die Tatsache berücksichtigen, daß außer den Delegationen der beteiligten Ministerien auch Vertreter des vormaligen Königshauses in dieser Kommission faßen. Der Borsigende, Dr. Kübler, feinerzeit Ministerialdirektor im Juftizministerium, war mit dem Hohenzollernhaus durch seine vormalige Stellung im Heroldsamt eng verbunden; natürlich Anhänger der Monarchie und überzeugter Gegner der Republit. Es ist bezeichnend, daß der Generalreferent Dr. Seelmann erst nach Beendigung der Kommissionsarbeiten aus dem Staatsdienste schied, weil er der Republit seine Dienste nicht widmen wollte. Er ist später als Gutachter für einen Hohenzollernprinzen in Prozessen gegen den Staat aufgetreten. Die Hohenzollern wußten also ihre Interessen schon damals in treuen Händen. Es ist begreiflich, daß sie noch por Beendigung der Kommissionsarbeiten durch ihren Rechtsbeistand Bergleichsverhandlungen einleiteten. Der Schlußsatz des merkwürdigen Berhandlungsprotokolls nimmt fich wie grausamer Spott aus: „ Das Königshaus hat in verständnisvoller Würdigung der fchwierigen Finanzlage des Staates beim Abschluß des Bergleiches den Bedürfniffen der Allgemeinheit ein weitgehendes und dankenswertes Entgegenkommen gezeigt." ,, Die verständnisvolle Würdigung der schwierigen Finanzlage des Staates" fah so aus, daß der sich rentierende Grundbesih den Hohenzollern, dagegen der erheblichen 3u= fchuß erfordernde Besiz dem Staate zugesprochen werden sollte! Für den Berzicht auf angebliches Privateigentum" sollte der ehemalige König mit der Kleinigkeit von 100 millionen Mart abgefunden werden! Dieser merkwürdige Bergleich" wurde von der Landesversammlung selbstverständlich nicht verabschiedet. Wenn der Doltsparteiliche Abgeordnete Dr. v. Richter den Sozialdemokraten damals die heftigsten Borwürfe wegen ihres Widerstandes gegen einen solchen Bergleich machte, so hat er später als preußischer Finanzminister die Richtigkeit der sozialdemokratischen Stellungnahme in der bekannten Denkschrift des Finanzministeriums über die Auseinanderfehung mit den Hohenzollern mit folgendem lapidaren Satz bestätigen müssen: „ Bel der darauf vorgenommenen fyftematischen Prüfang aller einschlägigen Rechtsfragen ergab sich, daß der Vorschlag vom 22. Januar 1920 nicht aufrecht zu erhalten war." Hierbei darf aber nicht vergessen werden, daß bereits im Laufe des ersten Jahres nach der Revolution zur Behebung eines bringenden Rotstandes" 70 millionen Marf in barem Gelde nach Holland gegangen waren, ganz abgesehen von den vielen Möbelwagen, die mit Möbeln, Teppichen, Weißzeug und Silbergeschirr aus preußischen daß die Hohenzollern durch die bekannte Haltung der preußischen Richter geradezu zur Klageerhebung gegen den Staat ermuntert werden und der Staat bei der Höhe der Objekte noch Millionen an Gerichtstoften aus Allgemeinmitteln hinterherzuwerfen genötigt ist. Klarheit schafft und für die Zukunft diejenigen Grundlagen sichert, auf denen allein die Politik eines wie immer zusammengeſetzten Koalitionsfabinetts denkbar ist." Schlöffern vollgepact waren. Es muß außerdem hinzugefügt| zu einem Vergleich tommen möchte, angesichts der Tatsache, I mehr als selbstverständlich angesehen werden, daß das Kabinett volle werden, daß die Hohenzollern seit dem 1. Januar 1924 vom Staat zur Beftreitung der Kosten der Generalverwaltung und des Unterhalts der Mitglieder des vormaligen Königshauses" monatlich 50 000 Goldmart aus den Erträgnissen der noch beschlagnahmten Güter erhalten. Ferner erhalten sämtliche Mitglieder des ehemals regierenden Hauses ihren ganzen Bedarf an Lebensmitteln usw. zur Hälfte des jeweiligen Marktwertes. 1 bis man sammum and jam fubs Garf balten! Inzwischen ist aber den ,, nur auf das Wohl des Baterlandes bedachten" Hohenzollern die Zeit zu lang geworden. Sie haben in den verschiedensten Fällen durchweg mit Erfolg den Staat ,, auf Anerkennung ihres Privateigentums" verflagt. Es sind ihnen wer wundert sich darüber?- von preußischen Richtern ungeheure Bermögenswerte an Grundbesig zugesprochen worden, u. a. bie Herrschaften Schwedt, Bierraden und Wildenbruch mit zirka 19 000 Heftar, die Herrschaft Flatow- Krojanke mit 25 736 Hektar und für den ehemaligen Kronprinzen das sogenannte Thronlehn Dels mit 10 050 Hettar. Die Sicherung der Grundlagen für die Politik eines Koalitionsfabinetts dürfte schwer fein, wenn eine Partei da bei beteiligt ist, bei der ein Ja" eigentlich ein„ Mein" ist und umgekehrt. Im übrigen wird zu den Behauptungen der„ Börsen3eitung" amtlich mitgeteilt: Mit Rücksicht auf die Tatsache, daß sich Deutschland in einer ungeheuren Wirtschaftskrise befindet, daß darüber hin aus das gesamte Ausland eine solche Abfindung aus den Mitteln der Steuerzahler bei den Lasten des Dames- Planes unbegreiflich findet, daß die Arbeitslosigkeit und die Not„ Ausweislich der vorliegenden unforrigierten Stenogramme des breiter Schichten der Bevölkerung maßlos zunimmt, fann BTB. und der Telegraphen- Union über den vertraulichen Presseheute schon gesagt werden, daß die sozialdemokratische empfang in Dresden am 31. v. M. hat Reichsminister Dr. Strese Landtagsfraktion einem solchen Bergleich nicht zustimmann feinerlei Mitteilungen über angebliche Aeußerungen engmen wird. Hier handelt es sich nicht, wie die Rechts- lischer Offiziere hinsichtlich der Beschaffenheit der bisherigen franzö parteien es hinstellen, um eine Rechtsfrage, sondern um fifchen Quartiere in Wiesbaden gemacht. Desgleichen hat sich Reichs eine politische Frage, die nach politischen Gesichts- minister Dr. Stresemann in feiner Weise über den Verlauf punkten vom Standpunft der Republit und ihrer inneren von Sigungen des Reichskabinetts geäußert." Festigung aus entschieden werden muß. Gegen men werden die Deutschnationalen nun ihre Ablenkungsoffensive richten? Gsch Ja, also nein! blob( Skandal über Skandal. soviel an Land- und Forstbesig überweisen wollte, daß die Er vom 19. Ottober hat es in sich. Es war zwar, wie eine deutsche Rechtsberatern des Oberstaatsanwalts Dr. Frieders geht uns zur Ende 1923 wurden noch einmal die Vergleichsverhandlungen angebahnt. Obwohl der damalige Finanzminister Dr. v. Richter der hohenzollernschen Hauptlinie von vornherein träge auch bei schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen und bei weiterem Anwachsen der Unterhaltsverpflichtungen dauernd zu einer angemessenen Befriedigung ihres wirtschaftlichen Bebarfes ausreichen" ein Bedarf, der von den Hohenzollern auf jährlich 1¼ millionen Goldmart angegeben wurde " ind diese Maßnahme billigerweise als Entgegenfomment gedacht war dafür, daß die Hohenzollern auf Schlösser mit historischem Inventar und Parts, auf Kunstbesig, Staatstheater, Hausarchiv und die Kronfideikommiffe, formell Ber. zicht. leisten, scheiterten die Verhandlungen. Das unbegreifliche Entgegenkommen des Finanzministeriums wird nur verständlich, wenn man bedenkt, daß es sich damals um einen volksparteilichen Finanzminister handelte, der unbedingt zu einem Vergleich tommen wollte, um den Staat vor hundert Verurteilungen in hundert angedrohten Brozessen zu bewahren. Es ist notwendig, die Deffentlichkeit darüber zu informieren, warum diese Vergleichsverhandlungen scheiterten. Die Hohenzollern haben einen guten Magen! In ihrer sprich wörtlichen Bescheidenheit forderten fie erst einmal die gejamten jüngeren Erwerbungen des strittigen Hausfideitomisses von insgesamt 210000 Mor gen, für den noch verbleibenden Rest maren fie fo liebensso würdig, noch die Entscheidung eines Schiedsgerichts anzurufen. Und schließlich wollten sie für den Berzicht auf die Kronfidei tommißrente den gesamten, von der ehemaligen Hof. fammer verwalteten Land und Forstbesig von rund 40 000 Morgen haben! Um die Ansprüche der Hohenzollern voll würdigen zu fönnen, muß man in Betracht ziehen, daß sie einen großen Teil der Schlösser, für die fie jest Millionen und aber Millionen fordern, in ihrer Eigenschaft als Herrscher für ein paar Betterpfennige vom Staate erworben haben. Die schon erwähnte Denkschrift des Finanzminifteriums weist nach, daß sich rechtlich die Ansprüche der Hohenzollern aus der historischen Entwicklung nur zum Teile begründen laffen, Was ein deutschnationales Ministerwort wert ift. Das laute Ja" des Herrn Schiele im Kabinettsrat nationale Erflärung jet feststellt, wirklich ein Ja. Aber es war mur ein follegiales Ja, fein materielles. Herr Schiele hat zwar den Pflichten der Kollegialität entsprechend" Ja gesagt, in Wirklichkeit meinte er aber Nein. Man wird für nationaler Ministermorte herausgeben müffen. Sagen fie die Zukunft einen Ratgeber für die Interpretion deutschnein, dann meinen sie ja, und sagen fie ja, dann meinen fie nein. Aus Kollegialität reden sie anders als aus immerer Ueberzeugung, und manchmal fagen sie auch ja und nein. Dies follegiale Ja, das eigentlich ein Nein war, wird der Täglichen Rundschau" zu dumm. Sie erklärt dazu: " Wir müssen demgegenüber immer wieder feststellen, warum es sich handelt. Der Kabinettsbeschluß vom 22. Oftober ging dahin, daß das auf der Grundlage der deutschen Note vom 20. Juli in Locarno eingeleitete Vertragswert zu einem Abschluß gebracht werden solle, der den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Boltes gerecht wird, wobei auf Grund der feierlichen Erklärung der Außenminister Frankreichs, Englands und Belgiens erwartet werden müsse, daß sich die logische Auswirkung des Batts von Locarno besonders in den Rheinlandfragen alsbald verwirkliche. hierzu hat Herr Schiele Ja" gesagt. As aber der deutschnationale Parteivorstand beschloß, die weitere Entwicklung der Dinge nicht abzumarten und jetzt schon das Wert von Locarno glatt abzulehnen, hat Herr Schiele an seinem Ja nicht festgehalten, sondern hat sich dem Parteibeschluß unterworfen und hat ein gefagt. Das ist der Tatbestand, auf den es antommt und an dem nichts zu drehen und zu beuteln ist." Schließlich wird man sich auf folgende Formel einigen fönnen: Ein deutschnationales Ja und ein deutschnationales ein find immer nur fünfzigprozentig zu bewerten. Also ist jedes deutschnationale Ja zugleich ein deutschnationales Mein und umgekehrt, so daß es schließlich auf ein und das felbe herauskommt, wenn Herr Schiele am 19. Oftober.Ja" und am 22. Nein" fagte. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß sich in der Tezten Zeit ausgerechnet der Führer des notleidenden Mittelftandes Reichstagsabgeordneter Professor Dr. Bredt, wahrscheinlich gegen gutes Honorar, als Gutachter für die Ansprüche der Hohenzollern ausgesprochen hat. Der Mittelstand wird von dieser ihm jedenfalls bisher unbekannten Tatlichen fache gebührend Notiz nehmen. Man tann verstehen, daß das Finanzministerium die lebige Auseinanderlegungsfrage endlich bereinigen möchte. Es ist verständlich, daß das Finanzministerium am liebsten Noten und Nieten. Konzertumschau von Kurt Singer. Im 2. Sinfoniekonzert der Staatskapelle bringt Erich Kleiber Das gleiche Programm wie in dem Konzert der Wolfsbühne. Eine große Rücksicht auf die verschiedene Artung des Publikums an den beiden Stätten wird also nicht genommen. Da dies auch im vorigen Jahr mehrfach geschah, so muß es als ein Aft der Bequemlichkeit vermerkt werden. In diesen beiden legten Konzerten allerdings stand taum ein problematisches Wert zur Distusfion, teins, das andere Herzen und Ohren beanspruchte, als die der musitalisch Empfänglichen, naiv Zuhörenden. Kleiber war bei der RosamundenOuvertüre und bei dem Vortrag Straußscher und Busonischer Walzer ganz elementarer Musikant. Nicht so bei der 8. Sinfonie von Beethoven, Kein Mensch hat das Recht, als hörer zu verlangen, daß ein Werk nach seinen eigenen Vorstellungen von Tempo, Dynamit und Ausdruck erflingt. Reiner darf sich auch nur auf die tra ditionelle Wiedergabe unter der Hand einst berühmter Führer berufen. Weingartner, Nifisch, Strauß haben dieser 8. Sinfonie gegenüber auch ihre Auslegungsnuancen gehabt. Das Wert steht nicht so fest im Bewußtsein der Dirigenten und des Publikums, daß nicht einer fommen fönnte und das Wert auf seine Art umgestaltete. Das hat Kleiber aber in einer Art fertiggebracht, die . Wer war der Urheber? Die Deutschnationalen möchten aus dem Fall Schiele einen Fall Stresemann machen. Sie fuchen nach dem Urheber der Indiskretionen aus der Kabinettssitzung. Sie permuteten, daß Herr Stresemann selbst die Indiskretion begangen habe. Die Berliner Börsen- Zeitung" behauptete gestern abend, der Außenminister habe in einem vertrau Breffeempfang in Dresden am 31. Ottober die Indistretion begangen. Eine offizielle deutschnationale Er flärung sagt dazu: „ Nachdem nunmehr die bestimmten Behauptungen aufgeftellt sind, die auf den Herrn Außenminister hinweisen, darf es um fo Einmischung von Verwaltungsbehörden in die Justiz. Weimar, 5. November.( Eigener Drahtbericht.) Bon den Klarstellung irreführender Auslaffungen in der Presse folgende Mitteilung zu: " Der Oberstaatsanwalt Dr. Frieders hat teine mögliche teit gehabt, feiner abweichenden Beurteilung der Rechts- und Sachlage im Prozeß Loeb dadurch Geltung zu verschaffen, daß er durch unmittelbare Anweisung den Antrag auf Freisprechung stellen ließ. Die Gründe hierfür sind turz folgende: Staatsanwaltschaftsrat Flo el hat die weitestgehende selbständige Bearbeitung auf seinen Wunsch erhalten. In der Beurteilung der Beweisaufnahme schloß sich Staatsanwaltschaftsrat müller der Auffassung Floels im wesentlichen an. Die Ueberzeugung feiner beiden Mitarbeiter fonnte der Oberstaatsanwalt seiner völlig abweichenden Ansicht nicht in Befehlsform unterordnen. Er hat aber feine Auffassung, daß Freispruch geboten jei", dem Untlagevertreter rechtzeitig in deutlichster Form befanntgegeben und ihn auf feine eigene Berantwortung hingewiesen. Der Oberstaatsanwalt ist zur Antlagevertretung gegen seinen Willen im letzten Augenblid unter Verhältniffent gezwungen worden, die bei ihm den Eindruck erweckt haben, als sollte er in jedem Fall für den Ausgang des Loeb- Prozesses verantwortlich gemacht werden. Darauf ist der Oberstaatsanwait nicht eingegangen. Das Ministerium hat ihn auf seinen Broteft erst am Morgen der Hauptverhandlung selbst zu einer Zeit( 9 Uhr) von dieser Berpflichtung entbunden, als eine Renderung in den Anordnungen nicht mehr ausführbar war. Von einem Konflift innerhalb der Staatsanwaltschaften Weimars ist dem Oberstaatsanwalt und den Mitgliedern der Behörde nichts befannt; es hat ein solcher nie bestanden." Am Donnerstag nachmittag erflärte Staatsminister Leut außer im Landtag, daß er seine früheren Erklärungen, das Justizministerium hätte in feiner Weise versucht, das Meineidsverfahren Loeb zu beeinflussen, aufrechterhalten müsse. Er teilte weiter mit, daß eine Untersuchung im Gange sei, die von der Generalstaatsanwaltschaft in Jena geführt werde, deren Ergebnis aber noch nicht vorliegend Auf die Erflärung der Regierung antwortet Oberstaatsanwalt Dr. Frieders peffer, daß ein objektiver Beobachter fchon aus dem Inhalt der Erklärung zweifelsfrei habe den Eindrud gewinnen müffen, daß Maßnahmen von Dienststellen, welde zwischen der Berson des Justizministers und dem Oberstaatsanwalt stehen, in dem fraglichen Berfahren getroffen worden sind, die unmöglich ohne Rüdwirtung auf die fachliche Erledigung bleiben fonnten, namentlich wenn sie sich gegen Schluß des Verfahrens offensichtlich häuften. Wenn es dann noch vorgefommen sei," heißt es in der letzten Eiflärung der Rechtsbeistände des Oberstaatsanwalts, daß in fog. wichtigen oder schwierigen Verfahren außerhalb der Justiz stehende Behörden mitwirtten und der Staatsanwaltschaft gegenüber autoritativ auftreten, müssen solche Einwirtungen von bedentlichen er Parergon zur Sinfonia Domeftica" von Richard geübteren Mufiterensemble als dem Berliner Orchesterverein schwer Strauß. Dieses Klavierstüd ist für den einarmigen Baul fein, einen fechsachtel Taft, der zudem noch Syntopierungen zeigt, mit Bittgenstein geschrieben, der eine refpeftable Leistung sowohl zwei einfachen Auf- und Abschlägen zu egetutieren. Von den Solisten technisch wie bezüglich des pianistischen Ausdruds bei der Wieder führte nur Klaus Hülsen( Tenor) eine eindringliche Gesangsnizismen und Fingerübungen, die Richard Strauß selber mit der Köhn.ilimet hat bei gutem Material noch nicht die Lockergabe zuwege brachte. Biel Erleben stedt allerdings in diesen Tech- sprache. Hauschild sang tonsequent zu tief, und Frau Felicitas linten Hand hingeworfen zu haben scheint, nicht. Diese Art Don Komposition gehört durchaus in das Gebiet des Kunstgewerbes feit der Stimme, die für den Gabriel notwendig ist. und der Artistit, der bestellten Arbeit. Eine Bertiefung der Domesticagedanten ist nicht erreicht, vielleicht nicht einmal angestrebt gewesen. Auch die Novität in dem Sinfoniekonzert von Emil Bohnte war eine Niete, Rudolf Mengelbergs finfonische Elegie" flingt gut, als Orchestermaler stellt dieser bekannte holländische Organisator seinen Mann. Was aber erflingen, beseelt flingen, einen Inhalt darstellen soll, wird nicht ersichtlich. Es ist eine elegant und flüffig geschriebene Studie über fehlende Thematit. Eine innere Anlehnung an Mahler ist unverkennbar. Frau Kwa st. odapp spielte das Concertino von Busoni, das die schöpferische Bhantasie des verstorbenen Meisters nicht gerade auf höchsten Pfaben sieht, mit der ihr eigenen plastischen Art des Ausbruds. Der Roman als Funtspiel. Im Rundfunt gab es gestern ein neues und bedeutsames Experiment, nämlich einen Funfroman. Einen Roman im Radio einfach vorzulesen, wäre gegen jede innere Gesetzmäßigkeit dieses Mechanismus. Das Radio kann geben, was das Buch nur ahnen läßt: den Nebenton, den Unterton, das Drum und Dran alles Geschehnistrubels, ganz realistisch, ganz stilisiert auch, aber immer ungemein wirksam; man bleibt nicht Leser oder Hörer, sondern wird miterleber einer Gegenwart. Der Schöpfer des gestrigen Funtspiels ist H. 3. Gramazki, der Titel des Romans Die Ratastrophe. Das Manuskript, das in wöchentlichen Fortsetzungen gelesen merden soll, schildert eine zeitbewegte Handlung aus dem Leben eines Großindustriellen, es mill darüber hinaus philosophisch, tagüberhöhend sein. Es geht nach den Vorankünditäten zur Meisterung ausreichen, das fann nach dem ersten Abend gungen um große Dinge in dem Roman. Ob die literarischen Qualiafuftifchen Werte des Spiels fagen. Nur einige Anregungen: das noch nicht entschieden werden. Ebensowenig läßt sich über die In der Ferne läutet die Klingel der Anstalt, und schon hört man wenn es großzügig angewandt wird; menn es aber im Tegt heißt: sie wirklich läuten, dann ist das Kitsch, heilloser Kitsch. Später folgt ein Dialog. Ausgezeichnet, daß er von zwei Personen, also dramatisch, gelesen wird. Ausgezeichnet auch, daß einmal Klopftöne flopft". Abzustellen ist hingegen, daß der Berbindungstext von zu hören find, wo im Manuftript vermutlich zu lesen ist:„ Es jemandem gelesen wird, der gleichzeitig im Dialog beteiligt ist. Herr Braun fann viel und tut viel Nicht vor dem Zuvielfönnen, aber vor dem Zuvieltun muß er sich hüten. Ganze ein Sieg des Prinzips. Aber es gibt so etwas wie ein RadioTrotzdem war das fingerspitzengefühl. Man möchte es gern einmal fennenlernen. ganzen Perioden, ja den beiden Edfäßen gegenüber feinerlei innere Berechtigung mehr mit sich führt. Aus einem gefoderten, heiteren, nicht behaupten. Sie ist eine durchschnittlich begabte Pianistin, die Untermalen, das gewissermaßen ein Ausmalen darstellt, ist richtig. dem Bathos und der Tragit entratenden Wert machte er ein schwer mütiges, in den Details viel zu start herausgearbeitetes Erlebnis. Wenn fein anderer gegen die Unsicherheit des Rhythmus im 2. Saz, gegen die gar zu gespreizte manier des Menuetts Einspruch erheben darf, so tut es doch Beethoven selbst, dessen Tempowünsche in seinen Skizzenbüchern verzeichnet sind. Die Sinfonie schien vollends im legten Saz, der einen Hymnus auf die Lebensfreude darstellt, ge= radezu gegen Beethoven ausgelegt. Biele Schwächen des Werks, die auch große Musiker ein ungerechtes Vorurteil niemals ganz unterdrücken ließen, wurden demonstrativ dargestellt. Es schadet auch einem so hervorragenden Kapellmeister wie Kleiber nichts, wenn er sich in der Geschichte und in der Biographit nach derartigen Dingen umsteht. Es würde der Staatsopernfapelle auch nichts Ichaden, wenn ihre Programmbücher mit größerer Sachfenntnis geschrieben würden. Es genügt nicht, ein paar vorzügliche Säge aus Betters Beethoven" zu zitieren, und es ist vollends eine Irre führung, wenn z. B. die historische Tatsache des Kanons auf Mälzels Metronom( 2. Sag der 8. Sinfonie) ins Reich der Fabel verwiesen wird. Die Programmbücher der Philharmonischen Konzerte sind wesentlich gründlicher, aber mit 1 Mart weit überbezahlt. Es muß einmal öffentlich darauf hingewiesen werden, daß die Konzertveran ftalter, die über schlechten Besuch flagen, durch eine übermäßige Berteuerung von Programm und Garderobe langsam auch die willigsten Zahler rebellisch machen. Furtwängler dirigierte die 2. Sinfonie von Beethoven mit der ihn eigenen großzügigen Liniengebung, das Larghetto besonders beseelt darstellend. Den letzten Saz unterstrich er in seiner doch nur fern an den titanischen Beethoven gemahnenden Kraft viel zu sehr. Als Erstaufführung brachte Bon den abgeklärten Darbietungen des Rosé Quartetts, von der imponierenden Gestaltungsgabe im Lied durch Wilhelm Guttmann und von dem Schönklang des Baritonisten Reh temper fann nur mit einem furzen Wort der Anerkennung gesprochen fein, le Genannten gehören zu den Auserwählten des Bodiums. Alle Bon Ellen Saatmeber Schlieper fann man es leider im Forte zwar eindringlich zu wirken vermag, deren Bianospiel aber zusammenhanglos und ohne Duft ist, zumal fie durch schlechte Bebalbehandlung die Kontinuität des Einbruds noch verringert. Eine Chopin- Spielerin ist sie nun schon gar nicht. Ein paar fleine Richtigkeiten von Erich Sehlbach spielte sie mit Erfolg und über. ließ dann dem Geiger Felig Berber, der immer noch einen wundervollen Ton seinem Instrument entlockt, das stärker wirkende Wort. Im Konzert des Gemischten Chors" fonnten wir wiederum die außerordentlichen Führereigenschaften des jungen Jascha Horenstein bewundern. Er ist einer der wenigen Chor dirigenten, die ernsthaft an ihrem Material arbeiten und fünstle rifchen Geschmad beweisen. Die vorgetragenen, zum Teil recht schwierigen Gefänge von Krieger und Brahms, die russischen Arbeiterlieder und deutschen Boltslieder erflangen in seltener Tonreinheit und mit so vornehmen Nuancierungen im Vortrag, wie sie im A- cappella- Gefang felten geworden sind. Emmy von Stetten fonnte den Mahler- Liedern taum äußerlich gerecht werden. Wahr. scheinlich hinderte eine Indisposition sie an einer irgendwie bemertbaren inneren Erfüllung der Gefänge. " Der Nendza'sche Chor lud zu einer Aufführung der Schöpfung" in der Kirche. Die Poftierung des Orchesters und des Chors war akustisch nicht sehr günstig. Was der gemischte Chor leistete, war dennoch sehr anerkennenswert. Frauen und Männer schienen mit innerer Freude bei der Sache zu sein. Für die Disziplin barf der Kapellmeister Ewald Nendza als verantwortlicher Lehrer und Leiter gelobt werden. Seine Art, das Orchester zu führen, ist allerdings noch eine recht ungelente. Es dürfte&. B. selbst bei einem Hubert Reulch, der frübere Intendant des Oberschlesischen StädtebundTheaters, hat in einer Berliner Wohnung Selbstmord begangen. Gr war während des Krieges Leiter des Deutschen Theaters in Bulareft. In Berl in inszenierte er im Kleinen Theater die viel besprochenen Aufführungen von Eniglers Neigen", Wirtschaftliche Rot hat ihn jest in den Lob getrieben. " 3m Rahmen der Vorträge zur Andersen- Ausftellung spricht Projeffer Dr. Wilh. Andersen aus Kopenhagen am 9., abends 8 Uhr, in der alten aula ber Universität, Unter den Linden, über Der dänische über Andersens geben und Berte wird am 11., abends Rernin Andersens Märchen". Der Bortrag Prof. 2ariens. 7 Uhr, in der Urania wiederholt. " moll ist zum Direktor der Kunstakademie in Breslau ernannt worden. Der neue Afademiedirettor für Breslau. Der Maler Prof. Dstar Der Künstler, der früher in Berlin wirkte, steht feit sechs Jahren einer Mal flaffe an der Breslauer Hochschule vor und hat auch schon früher die Leitung ber Mademie innegehabt Folgen für die Strafrechtspflege fem� Lediglich die Beseitigung derartiger, für das Ansehen, die Obsektivität und die Zlrbcitsmöglichleit der Staatsanwaltschaft schädlicher Zustände wird von Oberstaatsanwalt Dr. Frieders angestrebt. Auch erscheint es zu diesem Zwal dringend notwendig, daß die sehr oft unangemessene und unsachkundige Behandlung der Staatsanwaltschaft und ihrer Beamten seitens dieser Dienststellen in Zukunft unterbleibt/ Dieser Kampf mit Erklärungen enthüllt immer skanda» losere Zustände in der Thüringer„Ordnungs"regierung. Die Verantwortung für den Iustizstandal tragt der Justiz- minister Leutheußer. Herr Leutheußer ist ein promU nentes Mitglied der Deutschen Volkspartei. Er geHärte ihrem Vorstand an, er ist Neichstagsabgeordneter der Volkspartei. Er kompromittiert die Justiz in unerträglicher Weise. Es wäre interessant zu erfahren, wie die Deutsche Volkspartei sich zu dem Justizskandal in Thüringen stellt. Es ist doch immerhin interessant, daß Herr Leutheußer der Fraktionskollege von Professor Kahl,«inen der ersten und geachtetsten Rechts- lehrer. ist._ Räumung Kölns— Militärkontrolle bleibt. Vorausfichtliche Beschlüsse der Botschasterkonferenz. Paris, S. November.(Eigener Drohtbericht� Unterrichtete Persönlichkeiten sind der Auffassung, daß die Botschafterkonferenz dem von der deutschen Regierung an den Tag gelegten und in dem Bericht des Marschalls Fach ausdrücklich anerkannten guten Willen in der Durchführung der Entwaffnungsvorschriften durch den Beschluß auf baldige Räumung Kölns Rechnung tragen wird, daß sie ober andererseits im Hinblick auf die noch immer vorhandenen Beanstandungen hinsichtlich der Organi- sation des Generalstabs, der Verringerung der Polizei und des Fortbestandes der Geheimorganisationen die einstweilige Aufrechterhaltung der militärischen Kontrollkom- Mission in Berlin beschließen dürfte. Sie soll erst dann auf die zuständigen Organe des Völkerbundes übergehen, wenn Deutschland auch yi den obengenannten drei Punkten die Ententcsorderungen erfüllt haben wird. Umstellung See belgischen kriegsprozeste. Vrüssel. S. November.(Eigener Drahtbericht.) Durch ein Rundschreiben des belgischen Iustizministers wird die Niederschlagung aller Kriegsverbrecher-Verfahren sowie die Nichtvoll st reckung aller bereits gefällten Urteile dieser Art angeordnet. Dieses Rundschrelben erfolgte aus Kabinettsbeschluß und ist eine Sluswirtung der Konferenz von Locarno. die Zememorüe. Ausdehnung der B»rantersuck>ung. Landsberg a. d. ID., 5. November.(BS.) Der Untersuchungs- richter beim Landgericht Landsberg hat neuerding» die wegen der Fememord« Brauer und Grefchke eingeleitete Voruntersuchung, die unter' dem Rubrum Schibur und Genossen gegen Oberleutnant Schulz und seine Helfer geführt wirb, auf weitere Angehörige dieser Kreise ausgedehnt. Es handelt sich dabei um Oberleut» nant�Hlldebrandt. Dr. Hübner und Oberseutnont Eisen deck, die seinerzeit auf Antrag ihres Vtrteidigers, Rechts- anrvalt P. Bloch(Velin) aus der Haft enttassen worden waren und gegen die nunmehr die Loruntersuchung wegen Beihilfe an den erwähnten Mordtaten eröffnet worden ist. Oberleutnant Hildebrandt war Werbeoffizier des ArbeitskormnanJdo» Hohneberg, Oberleutnant Eisenbeck Führer des Arbeitskommandos Potsdam. Muftolinis Attentat. Tie Geschichte mit dem Gewehr. Rom. S. November.(EP.) lieber den Mordanschlag gegen Mussolini werden die ersten Einzelheiten berichtet: In einem Zim- mer des gegenüber dem Palazzo Chigi, dem Sitz des Ministerpräsi- denten und dem Ministerium des Aeußern gelegenen Hotels hatten die Verschwör« bereit» ein Gewehr festgestellt(11), mit dem sie durch das Feast« ZNussolluI in feinem gegenüberNegeudeo Arbeits- zimm« am Schreibtisch hätten«schieße« können.(77) Der Anschlag wurde aber rechtzeitig entdeckt und vereitelt. Als Haupturheber wird Zaniboni betrachtet. Mussolini hatte fein Arbeitszimmer und das Zimm« für die Empfänge bekanntlich im ersten Stockwert des Palazzo Ehigt, das zwei Fenster nach der Straße hat.(Nach an- deren Meldungen wurde Zaniboni angetroffen, als er Bomben vorbereitete. Red. d.„V.") Mussolini warnt vor Gewalttaten nnd empfängt Glückwünsche. Rom. 5. Oktober.(Meldung der Agenzia Stefan!. Die heute nachmittag von der Agenzia Stcsani verbreitet« Nachricht von der Entdeckung eines gegen Mussolini geplanten Attentates rief in ganz Italien eine lebhafte Erregung hervor. Die Zei- tungen veröffentlichten Sonderausgaben mit der Nachricht und äußerten in ihren Kommentaren dazu Entrüstung über die Schuldigen. Mussolini sandte ein Rundschreiben an die Prä- fetten, in dem er sie aufforderte, energisch Dergeltungsmaß. nahmen zu verhindern. Die Leitung der Faschistischen Partei befahl allen italienischen Faschisten, sich jeglicher Gewalttat gegenüber Gegnern zu ent- halten. Mussolini empfing bereit« sehr viel« Glückwunschdepe- s ch e n. Die erste, die einging, war die de» König«, der noch gestern abend vom Minister de» Innern Federzoni unterrichtet wurde. Dieser hat seine Reise nach Toskana unterbrochen und ist nach Rom zurückgekehrr. Heute abend werden in ganz Italien Kundgebungen der Freude über die Vereitelung des Attentats auf Mussolini ver- onftaltet werden. Nach Blättermeldungen befindet sich unter den Verhafteten ein Redakteur einer nichtfafchiftifchen Zeitung(und zwar, nach weiteren Meldungen, des katholischen Blattes „Popolö*. Red. d.„23.")- Militärifche Besetzungen und Haussuchungen iu Mailand. Dlailand. 5. Oktober.(EP.) Auf Weisung von Rom hat der Polizeidirektor von Mailand nach Bekanntwerden des Komplotts durch Carabinieri die Redatilou d« sozialistischen Zettung„Glu- stizia" sowie die Räume d« Zlrbeitskamm«. den Sitz der sozio- listischen parke! and die Freimaurerlogen besehen lassen. Außer- dem wurden von Geheimpolizisten Haussuchungen vor- genommen. Mussolini hält kriegsreüen. In Italien feiert das Regime Mussolinis alljährlich die Wieder. kehr des<- November 1918, als auf dos Gerücht von dem angeblich bereits abgeschlossenen Waffenstillstand sich österreichische Truppen den Italienern regimenterweise ergeben haben. Das ist der„Sieg" Der Knanzausgl AbäuderungSanträge der Parteien Im weiteren Verlauf der gestrigen Landtagssitzung be- klagte sich Abg. Meyer-Magdeburg(Dnat.) über den Mangel an akademiscken Lehrkräften in Ostpreußen. Abg. wildermana(Z.) verwahrt sich dagegen, als ob das Zentrum oerlange, daß jetzt das ganze höhere Schulwesen in Preußen bekennt- nismäßig gestaltet werden solle. Abg. Dr. Stessens(D. Vp.) erklärt, die Provinzialschulkollegien müßten mehr verselbständigt, die Oberschulräte höher gestuft werden. Abg. ftorff(Komm.) macht dem Staat den Vorwurf, er halle nicht sein Versprechen bezüglich der in der Verfassung festgelegten Lehr- und Lehrmittelfreiheit, well er die Mittel für die V o r- bereitungen des B ü rgertrieges brauche. Abg. Dr. Böhm«(Dem.) weist i m A n s ch l u ß an die Angriffe gegen den Minister, bezüglich der Feststellung der parteipolllischen Zugehörigkell seiner Beamten daraus hin. daß unk« dem alten Regime die Schulableilungen d« Re- gierungea von der Polizei INitleiluagen üb« die parteizugehörig. keil der Lehr« bekommen hätten. Gegen die parteipolitische Beeinflussung der Schulen, besond«s gegen die versteckie, hätten die Demokraten die größten Bedenken. Dos Ministerium müsse der Tatsache abhelfen, bah in mehr««« Fällen die Schuldirektoren den Erlaß üb« die Enlpolitislecung nicht bekannt- gegeben haben. Abg. Denseke(Bölk.) wünscht, daß die Mitarbeit jüdischer Lehrer abgelehnt wird.(Großer Lärm links.) Nach Ausfühningen der Abgg. Frau v. Tiling(Dnat.) und Frau Ivronko(Z.) erwähnte ein Vertreter der Schulverwol- t u n g. daß die neue Reifeprüfungsordnung nicht schon zu 0st«n 1926 in Kraft geseht w«de, weil man nichts überstürzen wolle. Ein« der bedeutsamsten Errungenschaften seien die A u s b a u s ch u l e n. Kultusminister Becker erklärt, daß er die Forderung auf Herab- setzung der Pflicht st undenzahl und der Klassenfrequenz aus pädagogischen Gründen für berechtigt halte, daß bisher aber noch keine Einigung mit der Finanzoerwaltung«rziell werden tonnte. Abg. Frau Dr. Klaußn«(Dem.) meinte. diePrivatschulen könnten solange unterstützt werden, bis die Verstaatlichung durch- geführt ist. Ministerialrat du INesnil betont, daß bei der Verstaatlichung von Lehranstalten geprüft werden müsse, ob die Anstall nach ihrer ganzen Struktur und Entwicklung erhollungswert sei. Abg. Grebe(Z.): Di« Anstellungssperr« muh fallen und zwischen Studienräten und Hilfskräften das alte Verhältnis 12: 1 wiederhergestellt werden. Bei der Ausstellung der Anwärter- liste muß der dauernde Hnterriebtsbedarf als Grundlage genommen werden. Die Studienassessoren, die nicht in dl« Anwärterliste aufge- nommen sind, müssen baldigst Gewißheit über Ihr« Zukunft«halten. Die Prüfung der Studienassessoren«Ird»ach Mttlelkunaen au» dem Lande sehr scharf gehavdhabk. Ist e, richtig, daß durch- schnitklich 50 Praz. die Prüfung nicht bestehen? Dann bestehen Mängel in der Vorbereitung oder in der Art der Prüfung, die beseitigt werden müssen. Nach persönlichen Bemerkungen geht der Landtag über zur" dritten allgemeinen Besprechung, die sich über die Universitäten, das Charitekrantenhous in Berlin, das technische Unterrichtswesen und sonstige wissenschaftlche Anstalten und Zwecke erstrecken Nach Ausfuhrungen des Abg.'Dr. KählerGreifs- wald(Dnat.) erhält-: Abg. Dr. waeaklg(Soz.) das©ort: Die öffentlichen Manifestationen uns«« Hochschulen zeigen vielfach die auffälligsten und befremdlichsten Eharakterzüg«. Zur Totenfeier de» Reichspräsidenten Ebert ist am 1. März ISLS in der Aula d« Technischen Hochschule in Charlottenburg eine Rede gehalten worden, die au V«. höhvunq der Republik uud des demokratischen Gedanken» nicht» zu wünschen übrig Heß.(Redner verliest einen Teil der Rede.) Zur selben Stunde hiell der Kultusminister bei Kroll aus derselben Vor- anlassung eine Red«, die dem Verstorbenen durchaus gerecht vZSrde. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit hören wir auch von Universitätsprofessoren die Behauptung, daß wir gegen die Kriegs- schuldlüge keinen Widerspruch erhoben hätten. Das ist eine glatt« Unwahrheit. Die Universitäten haben sich zu Hochburgen der politischen Rückständigkeit«illwickekt. Der Untertanengeist aber hat den Untergang Deutschlands herbeigeführt.„Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag!" Die Befreiung der Deutschen muß von innen heraus geschehen. Hier darf der Kultusminister nicht in Halb- hell stecken bleiben. Minister Becke« Ich bebmire diesen Pessimismus. Ich treibe keine Schaukelpolitik auf dem Gebiete de» Universitätswesen». Wir sprechen hier pon der Stellung der Hochschulen zum preußischen Staat, und gerade hier hat meine Politik Erfolg gehabt, indem in wenigen Iahren die Einstellung der Universitäten zum Staat sich so grundlegend verändert hat. Abg. Dr. Lauscher(Z.) teilt namens seiner Partei völlig den Standpunkt des Ministers bezüglich des Hochschulwesens. Die vom Ministerium erzielten Erfolge feien zu begrüßen. Di« politischen S n t g l e i I u n g en der Hochschullehrer müßten«ndNch aushören. Der Redner bezeichnet die Simullanschul« als«ine Zwangseinheits- schule, die aus dem Geist der Kaserne geboren sei und die man bei anderen Völkern nicht kenne. Abg. Dr. Stessen»(D. Dv.) wünscht, daß die Dissenschaft finanziell besser unterstützt werde. Dann wird die Besprechung abgebrochen und da» Hau» läßt nach 6 Uhr eine Pause eintreten. Um 7 Uhr beginnt die Abendsitzung. auf der der Finanzausgleich auf de? Tagesordnung steht. von vensto. Am Mittwoch hat Musiolini zur Feier des groß«, Tages eine Red« geHallen, in der er eine Unterlassung wieder gut zu machen sucht«, deren er sich kürzlich in Loearno notgedrungen schuldig gemacht halle. In den Tagen der Konferenz, als die An- kunft des„Duce" am Ort der Verhandlungen Deutschlands mit den Alliierten allzu pomphaft angekündigt worden war, halle es auch geheißen, daß Mussolini die sogenannte Brennerfrage auss Tapet zu bringen gedenke. Er hat jedoch davon Abstand nehmen müssen. Jetzt hat er die.Heiligen unverletzlichen Grenzen des Brenners" proklamiert und in einer faschistischen Flugschrift wird gesagt, der Brenner sei nicht das Ziel, sondern nur«in Au»- gangspunkt gegen Norden. Das ist die Ankündigung de» bei erst« Gelegenheit von Italien zu inszenierenden Landraubs an dem wehrlosen Deutschösterreich! Zm Wien« väckecstreik empfiehll die Streikkomission den Ar- heitern, die vom Einigungsamt vorgeschlagen« teilweis« Erfüllung der Lohnforderung anzunehmen. Di« Lertrauensmänner tagen am heutigen Freitagmorgen._ Dipl. ref. oec. unö British Arnbassador. In der„Deutschen Zeitung" vertündet«in H. R. F r i tz s ch e, stall Leutnant d. R.„Dipl. rar. oec." seinem Namen vorausschickend, der staunenden Leserschar, daß uud wie er den Großbritannischen Botschafter instruiert'hat. Er ging einfach hin und sagte dem Lord d'Abernon. was die deutsche Ansicht über Locarno sei. Man wird erwarten dürfen, daß der Botschafter nicht unterlassen hat, eich im Lanötag. - Im allgemeinen Znftimmung. Die Abendsitzimg des Landtags beschäftigt als einziger Gegen stand die zweite Beratung der Novelle zum preußischen Aus- führungsgesetz zum Finanzausgleichsgesetz. Die Regierungsvorlage verlängert das am 1. April 1926 ablaufende Aussührungsgesetz bis zum 1. April 1927, dem Termin, an dem nach der Reichsaesetzgebung die Länder und Gemein- d e n das Recht der selbständigen Erhebung von Steuer- zuschlagen erhalten sollen. Die wesentlichsten Äenderungcn, die die Regierungsvorlage init der Verlängerung verbindet, bestehen darin, daß die Gemeinden und Landkreise vom Umsatzsteueranteil 59 Prvz. erhalten sollen, während sie bisher drei Fünftel, der Staat zwei Fünftel erhielten. Die G a r a n t ie des Auskommens aus d« Einkommen- und Körperschastssteuer soll von 80 auf 90 Proz. erhöht werden. Im ganzen bringt der Finanzausgleich, wie in der Begründung der Regierungsvorloge hervorgehoben wird, für das zweite Halbjahr dem preußischen Staat eine» Elnahmeousfall van 27 Millionen. weil dem durch den geringeren Länderanteil an der Einkommen- und Körperschastssteuer entstehenden Ausfall von 94, S Millionen nur eine Verbesserung von 67,5 Millionen durch die Erhöhung der Be- teilie(ung an der Umsatzsteuer gegenübersteht. Durch die in der Regierungsvorlage vorgeschlagene Erhöhung des Staatsanteils an der Umsatzsteuer wird die Wirkung erzielt, daß von dem Ver» l u st für das Rechnungsjahr 1925 der Staat 4, die Gemeinden aber 22 Millionen tragen. Diese Einkommensschmälerung der Ge- meinden will die Regierung teilweise dadurch ausgleichen, daß in Zukunft die Verwaltungsgebühren für Auftragsbehand- lutzgen, die bisher zwischen Staat und Gemeinde geteilt wurden, den Gemeinden m voller Höhe zufließen sollen. V« Hauptausschuß de» Landtag», über dessen Verhandlungen Abg. Greßler(Dem.) berichtet, hat die Regierungsvorlage in mehreren Punkten zugunsten der Gemeinden geändert. So soll der G e m e i n d e a n t e il an der Umsatzsteuer von 50 auf 5 5 Proz., die G a r a n t i e für dos Aufkommen aus der Einkommen- und Körperschastssteuer von 90 auf 10 0 Pro,;. erhöht werden. Von dem Gemeindeanteil an der Hauszins- st e u e r erhalten die Stadt- und Landkreise nach Maßgabe des ört- liehen Aufkommen«: der Rest w'�d auf die Stadt- und Land- gemeinden im Verhältnis der Bevölkerungszahl vertsstt, noch Abzug eines Betrages, der nach dem Ausschußbeschluß 8 Proz.. nach der Regterungsvorlage 3 Proz. betragen soll.. In der allgemeinen Aussprache erklärt sich Abg. Dr. Reumann(D. Vp.) für einen Umsatzsteueranteil von 55 Proz. für die Gemeinden. Er wünscht aber eine Beschrän- t u n g der Geltungsdauer der Gesetzesbestimmungen auf dos laufende Jahr. Bei der Verteilung der Hauszinssteuer sei die große Mehrzahl seiner politischen Freunde der Ansicht, daß ouch hier dii 2Z«rteilung nach dem Bedarf vorangehen müsse. Die Deutsch« Volk-vartel beantrage die Befristung des Gesetzes bis zum 21. März 1926.'. Abg. Ltolt(Komm.) bezeichnet den Gesetzentwurf al» eine Bankrotterklärung des jetzigen Finanzsysteins. Abg. hecken(Dnat.) begründet eine Reih« von Abänderung»- antragen seiner Fraktion und beantragt, daß der Gesetzentwurf nur verabschiedet werde im Zusammenhang mit einer Neuregelung der Hauszins st euer und der Wegebapkasten sowie nach Vor» lag« der Richtlinien für die Ausgestaltung der Wertzüwachssteuer. Abg. At6lk«.Frönken lWi?tsch. Vere>ntgg.) begrüßt dem in dem Gesetz z>im''Ansdrl!ck kommenden Grundsatz der allgemeinen' Sgl!- darität. den Grundsatz, daß die Starken zugunsten der G*wachen opfern sollen. Um so weniger sei es verständlich, wenn den Deutsch- nationalen, die sich in letzter Zeit als patentiert« Vertreter des Mittel- standes aufspielten, die' Bestimmungen dieser Art gegenüber den Ausschlußbeschlüssen noch verschärfen wollten. Abg. Loenarß(Z.) bezeichnet die Tendenz der Regierungsvor- lag« als gefährlich, daß der Staat in erster Linie zuungunsten der Gemeinden berücksichtigt werden müßte. Der Redner tritt für die Ausschußanträge ein. Abg. Leiaert(Soz.) stimmt für seine Partei dem Gesetzentwurf in der Fassung de» Au?» schusses zu. Für eine Begrenzung des Gesetzes auf das Jahr 1925 sähen die Sozialdemokraten keine« Anlaß. Unterlagen für eine Neuregelung für das Jahr 1926 kömsten gar nicht vorliege», zumal zwei Drittel des Rechnungsjahres 1925 bereits vergangen sind. Die allgemeinen Klogen über die mangelnd« Sparsamkeit seitens der Gemeinden träfen nicht zu. Diele Gemeinden trieben größere Spar- samkeit als oft die Parlaments. Die Selbstverwaltung d« Gemsinden würde durch da? Kontrollrecht der Zlufstchtsbehärde, die beschlossene Steuern herabsetzen kann, entscheidend des chst l t- t e n. Dagegen hat sich aber der deutschnationale Redner nicht ge- wandt. Die Gemeinden können nicht verpflichtet werden, die Wer t- zuwachssteuer einzuführen, wir warten in dieser Hinsicht die r« i ch s g« s e tz l ich« R e g« l u'n g ab. In der Berücksichtigung der Höhe der Kinderzahl sehen wir keine Ungerechtigkeit. Gerade die Gemeinden mit einer relativ großen Kinderzadl haben sür den Unterricht höhere Ausgaben zu machen. Zluk die Dauer kann aller- Vings die Kinderzahl kein Maßstab für die Verteilung sein. Unsere endgültige Stellungnahm« zur Houszinssteuer behalten wir einer späteren Zeit vor. Abg. Schmiljan(Dem.) erklärt, leider entspreche die setzige Rege- lung noch nicht den Forderungen, die die Länder stellen müssen. Dem vorliegenden Gesetzentwurf werde sein« Fraktion zustimmen. Damit schließt die Auesprach«. Di« zweite Beratung der Vorlag« wird erledigt. Die Abstimmungen finden am Freitag statt. Freitag 11 Uhr: Weiterberatung des Kultusetots. diese Belehrung schleunigst seinem Borgesetzten Chamberlain chiffriert zu drahte» und es wird nur billig sein, wenn sich dafür der Hosenbandorden auf dos stahlbehelmte Fritzsche-Haupt her- niedersentt. Der russische Botschaftsrat B r o d v w s k i, den der Dipl. rer. oea. nachher besuchte, verabschiedete ihn lächelnd, indem« ihn zu den Polen schickte. Ob Aussicht auf den Orden vom Roten Sowjet- stern besteht, der fünirockig ist, wird die Zukunft lehnen. Dem polnischen Gesandten hat Fritzsche, wie er berichtet, sein» Meinung nicht sagen können, weil dieser sern von Berlin sei. Herr Fritzsche nahm also damit vorlieb, sich von dem ersten Gesandt- schaftssekretär— mit kleineren Leuten als Missionschefs und ihren Stellvertretern tut er es nicht— versichern zu lassen, daß Polen seine ehemals preußischen Gebiete nicht hergeben wolle. Und ob- wohl der Sekretär ihm sagt«, die Einstellung der Optantenau»- Weisungen sei«in« Folge vnn Locarno, behauptet der Dipl.(nicht Diplomat, sondern:) rer. oec., sofort nach Ueberreichung der La- carnoverträg« werde Polen die Optanten erst recht austreiben. Als ob nicht viel«her ein Scheitern der Locarnoverträge an Deutschland Unfreundlichkeiten der Ententestaaten wahrscheinl'� macht«! Aber schon erklärt die polnische Gesandtschast, daß der Gesandt«— ganz im Gegensatz zu Fritzsches Darstellung— seit der zweiten Dezemberhälfle in Berlin ist, aber es abgelehnt Hab«, Herrn Fritzsche ein Interview zu gewähren. Das heißt wohl: Ihm Rede zu stehen: als ebenso falsch erklärt die Gesandtschast, was Fritzsche als wörUiche Aeußerungen de» Sekretär» wiedergiht. O völkisch« Schmach, sormatische Senge sehen sie sausen... Gewerkschaftsbewegung Keine Einigung in der chemischen Industrie. Frankfurt am Main, 5. November.( WIB.) 3ur Unterrichtung des Arbeitsministers über den Cohnstreit in der chemischen Industrie der Provinz Hessen- Nassau und des Freistaats Hessen waren die Parteien heute zu einer unverbindlichen Aussprache in das Reichsarbeitsministerium geladen. Die Bemühungen des Vertreters des Reichsarbeitsministers, Oberregierungsrats Albrecht, eine Einigung herbeizuführen, führten zu feinem Erfolg. Der Aussprache wohnten die beiden Schlichter, Gewerberat Schillung ( Hanau) und Oberregierungsrat Dr. Bernheim( Darmstadt) bei. Dem Reichsarbeitsminister persönlich wird nunmehr von feinem Bertreter ein Vortrag gehalten werden. Von der Entscheidung des Ministers hängt es ab, ob von Amts wegen ein Schiedsverfahren angeordnet werden wird. Krise im Berliner Verkehrsgewerbe. Auch die Omnibusgesellschaft lehnt ab. Die Lohnverträge in den Berliner Verkehrsbetrieben, die am 15. Mai bzw. 1. Juni dieses Jahres durch Schiedsspruch abgeschlossen morden sind, liefen am 31. Oktober ab. Die nach Lebens- und Dienstalter gestaffelten Löhne sind in allen Betrieben, mit wenigen Ausnahmen, die gleichen. Sie betragen im Durchschnitt für Handwerker 77,4, Angelernte 66,3, ungelernte Ar beiter 61,2 Pf. und für Arbeiterinnen 47,7 bzw. 43,3 Pf. Dazu zahlt die Hochbahn an Kinderbeihilfe 2 Pf. Aboag und Etraßenbahn für die Frau und jedes Kind je 3 Pf. die Stunde. Die in der langen, über sechsmonatigen Vertragsdauer steigende Teuerung zwang die Belegschaften, Ende August durch ihre Be rufsorganisationen die Leitungen der drei Berkehrsbetriebe aufzufordern, entsprechend der verteuerten Lebenshaltung ihre 2öhne aufzubessern. Die eingeleiteten Maßnahmen hatten jedoch feinen Erfolg. Hochbahn- und Omnibusdireffion haben die an sie gerichteten Schreiben überhaupt nicht be. antwortet; die Leitung der Straßenbahn war zwar zu Berhandlungen bereit, lehnte aber auch jedes Entgegenkommen mit dem Hinweis auf ihre Tariftreue ab. Mit dieser„ Tariftreue" hat es überhaupt sein eigenes Bewenden. Sie scheint von der Leitung der Straßenbahn nur in Anspruch genommen zu werden, wenn fie für sie günstig ist. In zahlreichen Fällen, z. B. in der Frage der Arbeitszeit, fann nachgewiesen werden, daß das Ber fonal die Tariftreue ihrer Leitung weniger gewahr wird. höhung um 10 Pfennige noch nicht die Löhne erreichen, bie im Handels, Verkehrs- und Transportgewerbe gezahlt werden. Ueber die eingereichten Forderungen wurde am 3. November im Hoch bahnbetriebe rerhandelt. Alle Bemühungen der Verhandlungskommiffion, den Arbeitgeberverband Deutscher Straßen-, Klein und Privateisenbahnen und die Hochbahnvertreter von der Notwendigkeit der Lohnerhöhung zu überzeugen, waren fruchtlos. Amtliches statistisches Material wurde glatt verleugnet; die ge schilderte Not der Hochbahnerfamilien mit Handbewegungen abgetan. Da auf Grund dieses Verhaltens die Verhandlungen fcheiterten, werden in den nächsten Tagen die Funktionäre dazu Stellung nehmen. Am gestrigen Donnerstag wurde mit der Omnibusgesell schaft über die Forderungen der Arbeiter verhandelt. Als mit glied des obengenannten Arbeitgeberverbandes mußte sie deffen Parolen befolgen und die Forderungen ablehnen. Die Berliner Straßenbahn G. m. b. H. als dritte im Bunde hat die Rolle des Ab martens übernommen. Mit allerlei Winkelzügen und Einwänden verzögert fie die Fest setzung eines Verhandlungstermins. Die Gründe sind zu offenfundig, um nicht erkannt zu werden. Waren die Verkehrsbediensteten schon empört wegen der Ablehnung jeder Zulage während der Bertragsdauer, so find sie es jetzt noch mehr. Wenn sich auch mit den Arbeitgebern im allgemeinen, so dürfen sie nicht vergessen, die Arbeitgeber der Berliner Berkehrsbetriebe einig zu sein scheinen daß auch, die Arbeitnehmer der Berfehrsbetriebe einig sind. Einig zumindest darin, eine der Berteuerung der Lebenshaltung entsprechende Lohnerhöhung mit allen Mitteln durchzusetzen. Sollte diese Lohnbewegung zu einem offenen Kampf führen, so ist das nicht die Schuld der Arbeitnehmer. Sie fämpfen dann nicht um des Kampfes willen, sondern um ihre und ihrer Familie Erhaltung. Es ist zu erwarten, daß es zu einem solchen Kampf, der auch für die Berliner Bevölkerung die unangenehmsten Folgen haben würde, nicht erst tommen wird. Der Schiedsspruch für die Gasbetriebsgesellschaft. In einer Versammlung der Belegschaft der Gasbetriebsgefell fchaft wurde mit Rüdficht auf Zustimmung der Belegschaft der städtischen Gaswerke dem Schiedsspruch nach scharfer Distuffion zugestimmt. Es steht allerdings noch die Zustimmung der Gasbetriebsgesellschaft aus, doch dürfte, wie wir erfahren, auch diese den Schiedsspruch annehmen. Die Deutschnationalen gegen die Lehrlinge. Die Deputation für Handel und Gewerbe beschäftigte sich gestern mit den Richtlinien, nach denen die Verteilung der von der StadtVor Ablauf der Lohnverträge beschäftigte sich eine gemeinsame verordnetenversammlung bewilligten Summe von 100000 Mart Funktionärtonferenz mit der Aufstellung neuer Lohnan notleidende Lehrlinge vorgenommen werden soll. Ein forderungen. Es bedurfte der Aufbietung aller Kräfte, um die Interausschuß hatte Aenderungen an den Richtlinien vorForderung auf ein Maß zu bringen, so daß sie nicht als genommen, die der Mehrheit der Deputation unannehmbar erHandelsobjekt dienen konnte, sondern der Notwendigkeit entschienen. Nach Ablehnung der einengenden Kommissionsbeschlüsse, sprach. Nach erregter Aussprache einigten sich die Funktionäre da nach denen nur an bereits in der Lehre befindliche Lehrlinge hin, eine Unterstügungen bezahlt werden sollen, erklärte der deutschnationale Erhöhung des Stundenlohnes um 10 Pfennige Dbermeister Baeth, daß er ungeachtet der Menge vorliegender Anträge auf Unterstügung von Lehrlingen die Auszahlung mit allen Mitteln berhindern würde. So wahrt der Deutschnationale Paeth die Interessen der Lehrlinge und des Handwerts. zu fordern. Das bedeutet eine Ausbesserung der Spizenlöhne um 13 Prozent. Gemeffen an der während der Vertragsdauer ein getretenen Teuerung ist die Forderung mehr als bescheiden. Die Epigenlöhne in den Verkehrsbetrieben würden selbst bei einer Er. FlorianSpeisen 10 Werbetage Sortim.1M HausmacherSpeisen Pak DelikateẞSpeisen Sortim M 6 Pak. Schiedssprüche für die Thüringer Metallindustrie. In der Thüringer Metallindustrie sind in diesen Tagen zwei Schiedssprüche gefällt worden, der eine regelt die Arbeitszeit, der andere bringt eine Erhöhung der Löhne. Die wöchentliche Ar= beitszeit fann der Arbeitgeber nach Rücksprache mit der gesetzlichen Betriebsvertretung bis zu 54 Stunden verlängern, wenn ein wirtschaftliches Bedürfnis vorliegt und feine Möglichkeit gegeben ist, erwerbslose Arbeiter einzustellen. Ueber 54 Stunden wöchentlich kann die Arbeitszeit nur im Einvernehmen mit der Betriebsvertretung verlängert werden. Von der 57. Stunde ab wird ein Zuschlag bezahlt. Dieses Arbeitszeitabkommen tritt mit Birtung vom 1. November in Kraft und fann erstmalig zum 30. Juni 1926 gekündigt werden. Auf Grund des zweiten Schiedsspruches erhöhen sich alle Spigenlöhne ab 1. November um 4 Bf. pro Stunde, die ( 6,25 Broz-); das gleiche gilt für alle Stücklohnpreise. Eine Kündiübrigen Löhne erfahren eine Erhöhung im gleichen Verhältnis gung ist erstmals zum 31. Januar 1926 zulässig. Die Stillegung blüht immer noch. Gelsenkirchen, 5. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Gelfenfirchener Bergwerks- A.- G. fieht fich infolge der ungünstigen Birtfchaftslage gezwungen, Ende November die Tagesanlage des Schachtes Pluto- Wilhelm bis auf die unumgänglich notwendigen Einrichtungen für die Seilfahrt, die Wetterführung und die Breßlufterzeugung still zulegen. Infolgedessen dürften etwa 200 Arbeiter und Angestellte entlassen werden. Verbandlungen vor dem Demobilmachungskommiffar sind bereits erfolgt. Der Schiedsspruch im Baugewerbe Westfalens. Baugewerbe am Mittwoch gefällten Schiedsspruch haben die ArBochum, 5. November.( Eigener Drahtbericht). Zu dem im beitnehmervertreter beim Reichsarbeitsminister die Verbindlichkeitserklärung telegraphisch beantragt. Die Erklärungsfrist lief gestern nachmittag ab. Der vom Schlichter gefällte Schiedsspruch wird von den Arbeitgebern als unannehmbar erklärt. M Die Große Arbeiter- Union in England. Condon, 5. November( Eigener Drahtbericht). Das Exekutiv fomitee der sechs großen Gewerkschaften, die 4 Millionen Arbeiter umfassen, hat in seiner Sizung am Donnerstag dem Vorschlag auf Errichtung einer Großen Arbeiter- Union" zugestimmt. Die neue Allianz umfaßt die Bergarbeiter vereinigung, die Nationale Eisenbahner Union, der sich die Vereinigung der Lokomotibführer und Heizer angeschlossen hat, die Gewerlichaft der Elektrizitätsarbeiter und die die Transportarbeiter Der Zwed der Allianz soll in erster Linie sein, den Acht stundentag und den 2ohn standard zu verteidigen, wie überhaupt alle Lebensbedingungen zu fördern oder, wenn es sein muß, zu verteidigen. Um die internationale Einheitsfront. ( JGB.) Anf Wunsch des Borstandes des Internationalen Gewerkschaftsbundes wird diefer am 1. Dezember in London mit dem Generalrat des Britischen Gewerkschaftsbundes zu einer Sigung zusammenzutreten, um zu beraten, auf welche Weise es möglich ist, die russischen Gewerkschaften dem JGB. zuzuführen. Gewerkschaft Deutscher Volkslehrer und Boltslehrerinnen, Berlin. Die für den 7. November ins Rathaus einberufene Gewerkschaftssigung fällt aus. Nächste Situng wird noch bekanntgegeben. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Eglorn; Feuilleton: K. H. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". A.Wertheim Frische Blumen Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Primein blühend.. Topf 50 PL Alpenveilchen bluh., Topt 95 P Farntöpfe..... Top| M 150 an Leipziger Straße Narzissen..... Stück 10 PL Hyazinthen Stück 30 Pt. 50 PL. Gläser bunt Stick 30 Pf. Araukarien starke Pflanz. 3505 M Gläser wel..... Stück 24 PL Stück Billige Lebensmittel BeleuchtungsFreitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. 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Stück 295 u. 325 Brat- u- Suppenhühner 40 frische, Piund an Wurstwaren Fleisch- u. Landleberwurst Pfund 120 Grobe Mettwursta gef. Schinken Pid. 140 Salamiwurst und Jagdwurst Plund 160 Leberwurst feine Mettwurst Praunsch. 175 Holst. Zervelat- und Salamiwurst Pid. 195 Schinkenspeck in 1 Pfund- Stücken, Pfd. 2 M und Piund halbgr Auszugmehl fein, Pld. 22 PL Auszugmehl Pfund 26 PL Kartoffelmehl Pid. 24 Pt. Maispuder Plund 24Pt. Sultaninen Pfund 80 PL Weizenpuder Pfund 45 PL. Rosinen.. Plund 75 Pl. Korinthen Pfund 60 Pt. Mandelersatz Pfund 70 Pt. Mandeln Pfund 290 Zitronat Zitronat Plund 320 • suß und bitter • grüne Pid. Rotbarse oh. Kopf, Pfd. 25 Pf. Heringe 95 Pt. Kabeljau g.Fisch., Pid. 30 Pf. Schellrische fein. Pld. 35 Pt. Hechte lebende, Pid.| 25| 05 Rot-, Wirsing4Pf. u. Weinkohl, Holl, Pid. Mohrrüben gewasch Pfund 5 Pf. Rote Rüben. Pfund 6 Pf. Blumenkohl Kopf v. 15 Pf. an Zwiebeln 2 Pfund 15 PL • Karpfen lebend., Pid. 130 120 Sellerie Plund 10 PL. u. 18 PL Schelltische geräuchert, Plund 38PL Bücklinge teine, Pid. 40 Pt. Flundern geräuchert 80 PL. große, Pid. Winterkartoffeln Ztr. 250 Zusendung in Groß- Berlin Zentner 50 Pt. Sack 20 PL Kochäpfel Pid. 9 Pl. Eßäpfel 2 Pfund 25 PL Tiroler Edelrot Pid. 20 Pt. Schöner. Boskoop 20 PL Rostocker rote, Pid. 20 Pt. Feigen( neue ifl.), Pid. 30 PL. Konserven mittel, Plund 45 PL. Sprotten geräuch, Pld. 65 PT. Kiste, ca. 3 Plund 165 Goldbarse geräuchert 48Pt. in Stücken, Plund Dose 1 Kohlrabil in Scheib. 62 PL Preiselbeeren Schnitt- und Brechbohnen 70 Pt. Jg. Schoten mitteltein 90 Pt. feln[ 55 sehr fein 210 Gem. Gemüse mittelfein[ 15 Jg. Karotten klein 78 PL. Bruch- Spargel o.Köpfe Iss dünn 2 M extra stark 315 Stg.- Spargelsehr stark 375 Wein Dose Preiselbeeren... 120 Birnen halbe Frucht.. 130 Apfelmus.... 72 PL. Ananas Hawal L. Schelb. 225 Pflaumenmus 2 Pid. Elm. M Aprikosen- Konfitüre 2 2 Pfund- Eimer 140 Rindfleisch Pid.- Dose o Knochen 120 Corned Beef 2 engl. Ptd. 1,50 1 engl. Pfd. 75 Pf. Würstchen Halberst. Dose 3,20 1,60 90 PL. Preise für Flasche einschließl. Stener ohne Glas hull Edel- Apfelwein a. Tafelobst, tein. mild 65 PL 1923 Wellensteiner Berg mild. Tischmos. 90 PL. 1923 Alsheimer Goldberg mild. Rheinhesse[ 05 1923 Oppenheimer Garten lieblich.... 135 1920 Berncasteler rassiger Mosel 155 1920 Deidesheimer Gu190 tenberg Pialzwein vollmundig 1921 Liebfraumilch II rote Kapsel, leblich mild 220 1921 Brauneberger Riesling schwer. Dinermos. 270 1922 Grandes Côtes französischer Rotwein 10 1922 Château La Grolet Propr. Lacroix, Bordeaux 190 welßer 1921 Barsac Bordeaux 2M 1921 Pécser Burgunder teiner ungarischer Burgunder Wachstum Domkapitel 260 Tarragona guie Qualit. rot, süß 125 Portwein telner alter. 2M Deutscher Weinbrand ,, Reserve"..... 32 Manegold Magen- Elixir 570 Jubiläum- Orange 6 M 32 Artikel für elektr. 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Wie gut muß es doch die elegant gekleidete Dame haben, die oben mit Augenaufschlag nersichert«, daß sie nur im Himmelbett Wies« und die Männer— zehne an jedem Finger— an der Nase herumführe... Die Ah». batentruppe mit der glitzernden Bühnenausstattung und den Pracht- oollen Kostümen macht den Eindruck, als ob sie ihren Beruf nur zum Privatvergnügen ausübte. Unter rauschender Musik macht sie ihren Flugtrick. Der Vorhang senkt und hebt sich unter dem Beifallsklatschen der Begeisterten und manch« werden sehnsüchtig den Wunsch laut werden lassen, auch so ein herrliches Künstlerleben führen zu können. Opfer üer Ausbeutung. Beneidet sie nicht, ihr aus dem Publikum, glaubt den neckischen Versicherungen der Soubrette nicht. Bühnenglück ist falsch... Talmi... Unecht— wie die seuersprühenden Brillanten. Wenn der Vorhang gesollen, grinst das Elend, das Elend einer»erfahrenen Existenz, vi« siitb Opier ihres Wahns. Opfer der Ausbeutung aller jener Gewissenlosen, die von diesem Elend leben. Plakat« schreien .— 20 Sensationen— die Kanonen des Brettls. Stimmung. Humor. Lachen ohne Ende. Freies Entree! Di« Grabinschrift derjenigen Unterhaltungsstälten, die von auf» und absteigenden Konjunkturen leben und gut leben so lange wie es geht. Ein paar Handgemall« Zettel an den Scheiben sind die ganze Reklame. Bier und Liköre auf Kredit. Unterpachten decken die laufenden Ausgaben und die.Hauptsache, die Artisten, sind für ein Butler- brot zu haben, auch sür noch weniger, eine Marmeladenstulle. Das Publikum liest„freies Entree" und„20 Sensationen". Das ganze «in« einzige Änsation des grausiasten Elends. Das Publikum kann nichts dafür, man hat es verwähnt, überfüttert, hat es immer b«> gehrender gemacht, oft genügen schon 20 Sensationen gar nicht wehr. Hast Du schon einen Augenblick nachgedacht, wovon die KünsUer da oben leben, leben müssen, dank ihrer eigenen Ueber- Produktion, ihrer eigenen Uneinigkeit und dem quälenden Daseins» kämpf, der in den Reihen des lachenden Scheins mehr wie irgend wo anders im Vordergrund steht? Nicht nur, daß der einzelne kaum soviel erhält, daß er zur Not Mittag essen kann, es drängen sich auch viele, oder werden von hierfür besonders zuständigen Artistenagenten gedrängt, umsonst aufzutreten, in der Hoffnung, daß sich hierdurch ein festes Engagement für, hoffentlich, 8 Tage „machen" läßt. JZrobearbellen nennt man das im Artistengewerbe. Jeden Donnerstag oder Mittwoch, der Tag ist Nebensache,„Großer VARSTE- 4— Eliteabend, vollständig neues Programm". Das Publikum kommt oftmals nur noch an solchen Eliteabenden, wo man für sein freies Entree doch etwas zu sehen bekommt. Umsonst arbeiten. V Di« hungernden„Probisten" drängen sich, geben Fahrgeld und glänzend« Kostüm« daran, sitzen bis Mitternacht und noch später. können oft, well keine Fahrverbindung mehr, mit ihrem Gepäck zu Fuß nach Hause wandern. Und das Resultat? Vielleicht ein« Hoffnung aus einige Tag« Verdienst. Der Artistenagent sitzt als eleganter Schwerenöter am Direktionsplatz. Die Direktion schmunzelt am appetitlich gedeckten Abendtisch. Das ganze Programm kostet keine 50 Mark, das Publikum staunt. Die Kellner können den Umsatz kaum bewältigen. Ein glänzendes Geschäft, außerdem kann man Stcuerswndung be- antragen, es muß so wie so ein neues Auto angeschafft werden. Mit fragenden Augen, sein Krümchen unter dem Arm, schleicht der Artist feiner von den 20 Sensationen), ain Direktionstisch vor» bei, schnallt sich draußen vor der Tür ausseufzend den Leibriemen etwas enger und trottet nach Hause, wo die darbende Familie auf Brot, oder zum mindesten, auf Hoffnung wartet. Es ist inzwischen dreiviertel Eins geworden und manche der„Probisten" kommen heute gar nicht mehr heran. Gott sei Dank, es ist ja bald wieder „Elite- oder Ehrenabend", wo man umsonst arbeiten kann. Man könnte ja noch den Trauring versetzen. Der Direktor meint«, man müßte nur noch Eliteabende, und zwar täglich, veranstalten. Es ist dies das einzige Mittel, das Publikum heranzuholen. Damit sind die Kinos übertrumpft, damit können sie nicht aufwarten. Der Tarifvertrag— auf üem Papier. Welche Kollektivverträge lasten derartige Zustände zu, die mehr einem Menschenhandel als Vereinbarungen ähnlich sind. Es gibt einen Arbeilgeberverband Dvlvv. und ein« Arliflenloge, die«wen Tarifvertrog miteinander geschlossen haben— der lediglich aus dem Papier steht. Der brotsuchende Artist nimmt, weil er muß, willig alle Bedingungen an, selbst wenn sie im krostesten Gegensatz zu dem Inhalt des„reichsverbindlichen' Vertrages stehen, nur um sein arm- seliges Leben fristen zu können. Diese Fragen haben auch schon den Verband internationaler Künstler- und Konzertagenturen be» schäftigt. Im artistischen Fachblatt„Das Programm" ist nach- stehender Bericht des genannten Verbandes zu finden aus einem Protokoll vom 17. August 1925: „Die Internationale Artisten-Loge teilt uns brieflich mit, daß eine Reihe von Kabaretts die Not der Artisten ausnutzen, indem sie durch sogenanntes„Probearbeiten" sich ihre Programme aus- füllen. Auf Kosten hungernder Artisten veranstaltet z. B. der Di- rektor Nachmittagsvorstellungen, zu welchen er eine Reihe von Künstlern„Probe arbeiten" läßt, ohne ihnen irgendein Entgelt dafür zu zahlen. Die Loge vermutet, und vielleicht mit Recht, daß die Agenten diesen Direktoren dabei behilflich sind. Es bedarf wohl keines Hinweises, daß nur ein winziger Bruchteil dieser Artisten auf ein späteres Engagement zufolge dieser Probearbeit rechnen dürfen, die meisten ober mit leeren Versprechungen aboewiesen werden. Soweit die Mitteilungen der Internationaler Artistenloge. Wir, seitens des Verbandes, machen es allen unseren Kollegen zur strengsten Pflicht, der Direktion nur dann eine Probearbeit vorzu- führen, wenn der Agent der unumstößlichen Ueberzeugung ist, daß erstens eins Probearbeit unerläßlich ist und daß er(der Agent) zweifellos der festen Ueberzeugung ist, daß für den Künstler Ines« Probearbeit zu einem festen Engagementsabschluh führen kann. Wir raten unseren Kollegen. Probearbeiten außerhalb der Betriebs- stunden der Kabaretts und Varietes vorzuführen, ist dies aber nicht möglich, so ist seitens der Agenten darauf zu dringen, daß für da» Probearbeiten die entsprechenden Künstler entsprechend entschädigt werden. Dispositionen seitens der Agenten, welche mit diesem unseren Ansinnen nicht im Einklang zu bringen sind, sind geradezu ehrenrührig, werden sicherlich zum guten Ruf des ganzen Agenten- standes nicht beirragen und böses Blut unter der Artistenschaft machen." » Mann aus dem„Publikum", der Du im werktätigen Leben stehst, den Sinn der Arbeit am eigenen Leibe mehr wie genügend erfaßt hast, laste Dich nicht von den billigen Gelegenhellen locken. bei freiem Entree Dich stundenlang von artistischen Darbietungen unterhallen zu lasten... Das Lachen, dos Dich so stimmungsvoll er- , freut, verdeckt das Grinsen des Hungers.— Die meisten, die dort oben im Bühnenlicht stehen, haben sich heute vielleicht noch nicht ein- mal satt gegessen und gehen heute, nachdem sie umsonst gearbeitet haben, ebenso hungrig nach Hause.... In den großen Weltstadt-Varietes nehmen Ausländer Tausend« von Mark— meist noch unversteuert— mit nach Hause, während deutsche Artisten verhungern müssen. Deutsches Publikum— hilf den deutschen Artisten! 10] Die Passion. Roman von Clara viebig. Na, Stefan würde sich freuen! Als sie ihren Mann an der Entreetür schließen hörte, lief sie hinaus, ihm entgegen. Olga blieb allein zurück. Mit hilfesuchenden Augen sah sie sich in der Stube um. Es schien das sogennannte gute Zimmer zu fein, die Besuchsstube. Ueberall weiße gehäkelte Deckchen, ein bunter Teppich unterm Tisch, und überm grünen Plüschsofa zwei große Photographien. In dem einen runden Goldrahmen Stefan als Hochzeiter mit dem Myrtensträußchen im Knopf- loch, in dem andern die Frau als Braut im Seidenkleid und mit einem Myrtenkranz. Es war ganz leidlich sauber hier, wenn auch nicht so peinlich sauber, wie Olga es zu Hause ge- halten hatte, doch es kam ihr so kalt hier vor, so fremd. Sie schauerte fröstelnd und sank ganz in sich zusammen. Erst als Stefan jetzt ihre Hand faßte und nicht lieblos, aber mit Ernst sagte:„Was ist los mit dir? Um Himmels willen. Olga! Meine Frau hat mich schon vorbereitet, ich glaube, sonst hätte mich der Schlag gerührt," wurde ihr etwas wärmer. Es war doch ihr Bruder! Und er war nicht so auf- gebracht, wie sie es in bangen Stunden sich ausgemalt hatte. Er schrie sie nicht an und beschimpfte sie auch nicht. Wie ein verendendes Tier hob sie ihre Blicke zu ihm auf, ihre mit Tränen sich füllenden Augen flehten: hilf mir. verstoße mich nicht, laß mich einen Unterschlupf bei dir finden! „Was sagt dann der Vater dazu? Weiß er, daß du hier bist?" Sie nickte stumm. „Der arme alte Mann!" „Der arme alte Mann," wiederholte sie leise die Worte des Bruders. — Stefan Wilkowski war peinlichst überrascht. Alles andere hätte er eher gedacht, als daß ihm Olga einmal so an- kommen würde. Er hatte immer etwas für sie übrig gehabt, sie war ein Mädchen gewesen, das auf sich hielt und ein kluges Mädchen— wie konnte der nur so etwas passieren? Die Frau stand dabei mit neugierigen Augen: d i e Ge- schichte hätte sie wohl hören mögen, aber ihr Mann schickte sie in die Küche.„Mach das Essen fertig, ich muß spätestens halb drei Ubr wieder fort." Sie ging zögernd. Aber Olga erzählte nicht viel. Und der Bruder empfand doch zu viel'Barmherzigkeit, um jetzt gleich eingehender zu forschen. Er fragte nur:„Wird er dich denn heiraten?" Als sie, sehr rot werdend, das verneinte, pfiff er durch die Zähne und das alle polnische ,Psia krew', dos er in der Heimat viel hundertmal gehört und gebraucht hatte, entfuhr ihm wieder. Die Schwester zuckte zusammen. Und dann stammelte sie: ,Lann ich hier bleiben— bei dir— ich will ja alle Arbeit fjern machen— bis, bis—" die Verzweiflung überkam sie, ie schlug die Hände vors Gesicht. „Da muß ich erst mit meiner Frau sprechen. Aber ich denke, es wird sich wohl machen lassen. Na, nun zieh nur den Mantel aus!" Er legte ihr die Hand beruhigend auf die Schulter.„Und dann komm in die Küche. Wir wollen jetzt essen." Ein paar Tage wollte Frau Wilkowski die Schwägerin wohl dabehalten. Dazu hatte sie sich noch einem langen Hin und Her bequemt,.ihrem Mann zuliebe', wie sie sagte; dem ging das doch sehr nahe mit der Schwester. Es ging Wil- kowski auch wider den Stolz. Bei jeder Streitigkeit mit seiner Frau hatte er den Sittenstrengen herauskehren und ihr, wenn sie gar zu auffallend wurde, die jetzt Zehnjährige vorhalten können, war dadurch Herr der Situation geworden. Nun konnte er das nicht mehr, jetzt, da die eigene Schwester, eine nahe Blutsverwandte, so gekommen war. Frau Ella Wil- kowski triumphierte innerlich, und das machte sie der Schwä- gerin gegenüber freundlicher, als sie es sonst vielleicht gewesen wäre. Die Olga war ja doch ein armes Tier und richtig'rein- gefallen. Ihr hatte damals der Mann wenigstens anständige Alimente gezahlt, so anständige, daß sie sich einen kleinen Laden mit Weiß- und Wollwaren einrichten konnte, durch den sie dann den Herrn Buchhalter der Wollfirma kennen gelernt und auch geheiratet hatte. Aber trotz allen Mitleids konnte sie die Schwägerin unmöglich für länger dabehalten, das ging nicht, Gretchens wegen, die mit ihren zehn Iahren gerade in dem Alter war, wo man am �meisten aufpassen mußte. Viel Platz hatte man nicht, drei Stuben und Küche — die gute Stube konnte man sich doch nicht ruinieren— Olga mußte in einem Zimmer mit den Kindern schlafen, für länger war also ihr Hierbleiben völlig ausgeschlossen. Das sah auch der Mann ein. Ja. ja, sie würde auch fortgehen, gern gehen, gleich gehen. Ohne Worte, ohne Tränen saß Olga bei der Schwägerin in der Küche am Tisch vor einem Haufen zerrissener Strümpfe und stopfte und stopfte. Die zwei kleineren Kinder haschten sich, laut aufkreischend, um sie herum. Drinnen im Zimmer machte die Zehnjährige ihre Schularbeiten und dann übte sie Klavier. „Grelchen ist sehr musikalisch," lobte die Mutter. Olga konnte das durchaus nicht finden, die falschen Töne peinigten sie. Was peinigte sie hier nicht? Noch vieles. Die hinter anschei- aendem Mitleid versteckt« Neugier der Frau, die gar zu gen» die traurige Geschichte mit allem Drum und Dran ausführlichst gehört hätte, die verwunderten Blicke der Zehnjährigen, die verstimmte Schweigsamkeit, die der Bruder zeigte— und vor allem, daß sie gestern vergebens unterm letzten Stadtbahn- bogen gestanden, vergebens auf Manfred gewartet hatte. Warum war er nicht gekommen? Sie hatte ihm doch Sleich, wie es verabredet war, am selben Abend noch ge- hrieben: er konnte sich beruhigen, Stefan war ganz gut zu ihr, sie würde vorderhand beim Bruder bleiben und— „morgen auf Wiedersehen!" Es war alles so abgemacht, und doch war er nicht gekommen. Er mußte krank geworden sein. Ach, er hatte ja auch elend ausgesehen, trotzdem er gesagt hatte. er fühle sich wohl und wäre die dummen Kopfschmerzen los. Sie schrieb nochmals, und daß sie morgen am gleichen Platz unterm Stadtbahnbogen auf ihn warten würde. Verwirrt und verweint kam sie zurück. Sie hatte wieder vergebens gewartet. „Du sollst sehen, der kommt überhaupt nicht mehr, der macht sich aus'm Staube." sagte die Schwägerin, der Olga es nicht hatte verhehlen können, daß sie ausgegangen war, um den Geliebten zu treffen.„So sind die Männer!" Sie stieß einen Seufzer aus. Aber dann tröstete sie:„Armes Kind, laß gut sein! Wenn erst alles glücklich vorüber ist, dann findest du auch noch'nen anderen." Es war vielleicht gut gemeint, aber jedes Wort, der Ton schon, in dem die Frau sprach, schnitt Olga ins Herz und machte ihr übel. Vor ihren Augen begannen sich schwarze Kreise zu drehen, in einem Schwindelgefühl schloß sie die Lider und lehnte sich fester gegen den Stuhl zurück. Ohne daß sie es wußte, stöhnte sie. „Es ist hohe Zeit, daß sie fortkommt," sagte die Frau am Abend zum Mann,„du wirst sehen, sonst passiert hier noch was. Heute nachmittag dachte ich schon, es geht los. Denk an Gretchen! Haste ihr denn noch keine Unterkunft besorgt?" Sie war sehr ungeduldig.----------- Bei einer Frau in Lichtenberg, in einer der Seitenstraßen, die von der großen Verkehrsader, die zum Zentralviehhof führt, abzweigen, und in der nur erst wenige von den im Bau begriffenen Mietskasernen fertig stehen, hatte Wilkowski die Schwester untergebracht. Die Frau war ihm von einem Kol- legen warm empfohlen worden, eine ordenlliche Frau, und sie verstand ihre Sache und war nicht teuer. Er hatte nicht gesagt, daß es feine Schwester war, die er dort unterbringen mußte. Mochte der Kollege lieber denken, es sei ein heimliches Verhältnis. (Fortsetzung f»lgt.) Durch märkisches Gebirgsland. Man soll Sonntags auch mal wagemutig sein und über die Vorortzone hinausfahren. Dann wird man bald gewahr werden, wie schnell dort draußen die Provinz, wie schnell auch die Natur anfängt. Und ein schöner Herbsttag erschließt dem Wanderer in der Mart mancherlei Erquidung. In wenig mehr denn eineinhalb Stunden fährt man mit billiger Sonntagstarte nach Freienwalde an der Ober. An dem Städtchen selbst ist nicht viel zu sehen, und seine Kur- und Badeanlagen, durch die es befannt geworden ist und die jetzt natürlich still liegen, machen teilweise einen etwas unmodernen Eindruck. Man hat das Empfinden, daß man in zu modernisieren. vorzeitig entdeckt, man brachte ihn nach dem Krantenhaus Best end, wo es der Kunst der Aerzte gelang, ihn am Leben zu erhalten. Gestern nun glüdte es R., von seinem Bettnachbar im Krantenhaus ein Taschenmesser zu erhalten, das er sofort verschludte. Dieser siebente Versuch mißlang gleichfalls, denn durch eine fofortige Operation wurde dieser gefährliche Gegenstand aus seinem Körper entfernt, so daß sein Wunsch, zu sterben, wieder nicht in Erfüllung ging. Revolutions- Gedenkfeier Freienwalde feine Entschlußkraft besitzt, den Betrieb umzustellen und Montag, den 9. November, abends 7 Uhr, im großen Saal der neuen Welt, Hasenheide Ansprache: Aufführung revolutionärer Szenen Der Bezirksvorstand. Aber die Umgebung dieses Städtchens ist und bleibt einzigartig in der Mart. Das Ganze ist nämlich ein richtiges fleines Gebirgs: land. Das fängt schon mitten in der Stadt an. Da liegt, von zwei Wohnstraßen umfangen, ein Stüd Bergland, das sich Monte Caprino nennt. Das ist italienisch und heißt Biegenberg". Man hat daraus einen Gedächtnisacker für die Toten des Weltkrieges gemacht. Jeder hat dort einen Baum, eine märkische Kiefer als Gedächtnisbaum befommen. Am Fuß des Baumes eine Tafel mit dem Namen des im fernen Land spurlos Verschwundenen. Ein melancholischer, ein erschütternder Anblick. Aber dann muß man die recht beträcht liche Höhe verlassen, steigt in ein Tal hinab, um nach fünf Minuten mieder einen recht netten Berg emporzufrageln. Und dieser Berg hat o weh, deutschnationales Freienwalde wieder einen italienischen Namen und heißt Casa rivera. Wieder hinab und wieder empor, zur Königshöhe mit schöner Aussicht. Von dort ab wärts zu einem tief im Grund liegenden Teufelssee und abermals empor zu dem in reizvollsten Bindungen am Berghang sich hinziehenden Majorsweg". Weiter über Berghänge in das tief eingeschnittene Brunnental" und auf abwechslungsreichem Spaziergang zum Baasce. Dabei von Zeit zu Zeit Fernsichten, Einblicke, in tiefe Täler. " wwww Der Wanderer, dem Unraft und Sehnsucht das Herz schwellt, und der wohl gar ein paar Tage Zeit hat, fann auf herrlichsten Waldpfaden, durch Täler und über Berge nach Eberswalde gehen, fann wohl gar jenem geologisch höchst bemerkenswerten Einschnitt zu streben, der in 25 Kilometer Länge unter dem Namen„ Gamen grund" vom Dorf Köthen bis Strausberg verläuft und kann endlich, ohne jemals den Wald zu verlassen, bis Strausberg und weiter bis zur Märktischen Schweiz gehen. Aber man verfehe sich mit guten Spezialfarten, denn in diefem ffeinen märkischen Gebirge ist ein Verlaufen sehr wohl möglich, und es fann lange dauern, che man wieder aus dem Waldesdunkel ans Tageslicht taucht. Dieser Wald birgt auch, wenig bekannt, allerlei Heimlichkeiten, Tunnel und verlassene Stollen, die an früher ausgeübten Bergbau gemahnen. Der Prozeß der Gräfin v. Bothmer. Die erfien Zeugenvernehmungen. Im Laufe der Berhandlung tamen zuerst die Beziehungen der Gräfin zum Hauptmann Hefter weiter zur Sprache. Borf: Wie haben Sie mit Hefter in Polzin gewohnt? Angel: Zimmer an Zimmer mit Berbindungstür. Bors: Wem gehörte das Auto? A n'get 1: Mir und Hefter halb und halb. Borf.: Konnten Sie sich solchen Lurus leisten, Sie stedten doch in Potsdam in Schulden? Angefl: Ja, ich hatte einen Gönner in Schweden, der erfüllte mir jeden Wunsch. Bors: Durch was hat denn Ihr Mann jetzt die Schulden beinahe gededt?- Angefl.: Wir hatten in Potsdam Darlehen zu Bucherzinjen aufgenommen. Dann werden die Leihattionen der Angeklagten näher beleuchtet. Die Verhältnisse im Haufe des Regierungsrats v. Bothmer müffen als sehr unendlich trostlos bezeichnet werden. Die Angeklagte hat Zimmereinrichtungen an Potsdamer Geldverleiher verpfändet, und sie muß zugeben, daß ihr Mann davon gemußt hat. Bors.: Der Abschiedsbrief Ihres Mannes spricht dech davon, daß Sie ihn zugrunde gerichtet haben. Hat Ihr Mann Angefl: a türlich, er weiß alles von mir. Bors.: Wie kommt der aus diener Stangen in diese Sache hinein? Angefl: Er fam am 14. Oftober in meine Potsdamer Wohnung und bezeichnete fich als den Polziner Dieb. Ich gab ihm einen Liför und Sigaretten, und beim zweiten Besuch fuhren wir zu den Behörden nach Berlin. Bors: Also müssen Sie doch in schlechten Verhältnissen gelebt haben? Angefl: Bon 650 Mart Gehalt fann man als Regierungsrat in Potsdam auch nicht leben. denn alles von den vielen Schulden gewußt? 21s erste Zeugin wird die bestohlene Recht's anwaltsgattin Frau Dr. Dommert aus Berlin vernommen. Sie hat die Gräfin in Polzin 1924 fennen gelernt. In diesem Jahr war Hauptmann Hefter, Frau Dr. Dommer und die Gräfin im Kaiser bab Polzin zur Kur. Die Zeugin schildert die Autofahrten, wobei ihr 100 Mart aus einer Handtasche gestohlen wurden. Die Handtasche fand man später ohne Geld auf einer Chaussee. Dann werden die Gelddiebstähle aus dem Koffer der Frau Dommert näher erläutert. Zu diesem Koffer besaß Frau Dommert zwei Schlüssel. Einer davon war ihr auf der Autofahrt mit den 100 Mark abhanden gekommen. Nach diesen Diebstählen wurden Durchsuchungen im Kaiserbad vorgenommen, und man fand bei der Gräfin 600 Mart im Koffer. Auf einige Zwischenfragen des Vorfizenden erklärte die Zeugin, daß sie fich mit Hauptmann Hefter geduzt habe und daß Hefter ein großer Damenfreund sei. Der darauf vernommene Bolizeiaffiftent Runte aus Polzin hat zueift Anzeige von den Diebstählen im Sanatorium bekommen. Ihm gegenüber hat die Gräfin zugegeben, daß sie gewußt hat, wo das Geld von Frau Dommer im Roffer gelegen hat. Auch der Versteck der Kofferschlüssel war der Gräfin bekannt. Bei der Durchsuchung machte Hauptmann Hefter dem Polizeiassistenten allerlei Schwierig feiten. Er verlangte den Bürgermeister von Bolzin zur Beschwerde und anderes mehr. Bei der Durchsuchung fand der Beamte etwa 400 Mart in Scheinen, die mit dem Buchstaben der Gräfin gezeichnet waren. 3ahlungsbefehle lagen da und dort im Zimmer umber. Dem Zeugen gegenüber hat Frau Dr. Dommert den Verdacht geäußert, daß die Gräfin die HotelDiebin ist. Hauptmann Hefter hat sich sehr selbstherrisch benommen und verlangte, daß die ganzen Kurgäfte untersucht werden sollten. Unter großer Spannung wird der Direttor Rösler vom Kaiserbad Polzin als Zeuge vernommen. Vors.: Sind bei Ihnen im Sanatorium Diebstähle vorgekommen? 3euge: Angeblich follen der Gräfin, als fie mit Hefter bei uns wohnte, 100 Mart meg getommen fein. Sonst habe ich von Diebstählen nichts gehört. Auch ihm gegenüber hat Frau Dr. Dommert geäußert, daß die Gräfin die Diebin jei. Die Zustände mit den beiden waren derart, daß schließfich die Gräfin, die allzu fout war, aus dem Sanatorium verwiesen werden mußte. Hauptmann Hefter aber verlangte, daß er, der Direktor, nichts über die Diebstähle seiner Behörde melden folic. Auf eine Frage des Ersten Staatsanwalts Gerlach erklärte der Zeuge, daß er nahezu den Eindrud gehabt habe, als ob Hauptmann Hefter die Polziner Beamten an der Durchsuchung des gräflichen Bimmers fraft feines Hauptmannsranges habe verhindern wollen. Um 7 Uhr wird die Berhandlung auf morgen 410 Uhr vertagt. Der siebente Selbstmordversuch. Ein hartnäckiger Selbstmordkandidat ist der 31jährige Kaufmann May A. aus Charlottenburg, der aus Liebeskummer fünfmal versuchte, durch Gift, Wasser, Dolch, Erhängen und Erschießen aus dem Leben zu scheiden. Alle Versuche schlugen jedoch fehl. Bor ein paar Tagen nahm er eine gehörige Dofis Beronal; aber auch dieser Anschlag auf sein Leben wurde wieder Gesang Ha, welche Luft, Schupo zu sein! Vor dem Kriege, in den Zeiten der Blüte des Militarismus, wurde zur Kennzeichnung der Freuden" des Refrutenlebens oft in grimmigem Hohn das Wort gebraucht: Ha, welche Luft, Soldat zu sein!" Auch bei der Schuhmannschaft soll damals manches vorgekommen sein, was an den Kasernenhof erinnerte und eine Stimmung erzeugte, die nicht zur Besserung des Verhältnisses zwischen Kasernenhofgeist der ehemals„ kaiserlich deutschen Armee in die Polizei und Bevölkerung beitragen fonnte. Wieviel von dem republikanische Reichswehr hinübergenommen worden ist, möge hier unerörtert bleiben. Daß auch die Schupo der Republik noch sehr an die aus dem Kasernenhof hervorgegangene Schuhmannschaft der Kaiserzeit erinnert, hat leider bei verschiedenen Gelegenheiten fest gestellt werden müssen. Die Schuld trifft nicht so sehr die Schupo Teil von der ehemaligen Armee herübergekommen sind und die mitanzuerziehen sich bemühen. Opfer dieser Erziehungsmethode sind gebrachte militärische" Schneidigkeit" ihren Leuten zuallererst die Schupobeamten selber, so daß mancher von ihnen sich wie ein Refrut von ehedem vorkommen muß und seufzen mochte: ha, welche Luft, Schupo zu sein!" Ein paar Bolizeioffiziere echt preußischen Stils gibt es im Bezirk Wilmersdorf. Aus ihrem Birken seien hier nun einige Proben mitgeteilt. Major Dähne bringt es fertig, bei einem Appell auf dem Hofe einem Oberwachtmeister mit reichlicher Persehens ins Geficht zu sagen: Sie haben im Rahmen Dienstzeit wegen eines fleinen im Bureaudienst vorgekommenen Ihrer Dienst vorschriften überhaupt nicht denten!" 3 บ Ueber Hauptmann Steinhausen wird uns gemeldet, daß er gegenüber Schupobeamten die Ausdrüde dumme Jungens" und" dumme Lümmels" gebraucht habe. Beim täglichen Morgengruß sagt aber derfelbe Borgesetzte jovial:' n Tag, Kameraden!" Beil der Gegengruß manchmal schwach ausfällt, hat er feinem Aerger schon oft Luft gemacht, indem er über Faulheit ju grüßen schalt. Der Hauptmann erging sich auch einmal in einer längeren Ausführung über politische Unreife" der Schupobeamten. Die Wahlberechtigung erlangt man mit Bollendung des 20. Lebensjahres, die Schupobeamten find durchschnittlich 25 Jahre alt, der Herr Hauptmann aber hat es schon auf 27 Jahre gebracht. Nebenbei bemerkt: Wen mag der wohl wählen? Auch die Beföstigung, die den Schupobeamten geliefert wird, ähnelt in mancher Beziehung dem Kasernenfutter früherer 3eiten. Eine Beschwerde hierüber tam felbft aus den Reihen der Offiziere, die an der Berpflegung teilnehmen. Dem Major Dähne gab auf Befragen der Hauptmann Steinhausen die Auskunft, das Effen sei sehr gut, die Portion sei oft sehr reichlich, im Schüßengraben sei das Effen bedeutend schlechter gewesen. Wohlgemerft: die Schupobeamten erhalten das Essen nicht umsonst, sondern müssen es mit einem Gehaltsabzug bezahlen. Die eigenen Leistungen solcher Borgelegten merden von den Untergebenen naturgemäß besonders scharf unter die Lupe genommen. Auch hier wird die Wiedergabe weniger Broben genügen. Als im Auguſt d. 3. der Hafentreugler Dölle auf dem Steglizer Friedhof bestattet wurde, sah man bei dem Leichengefolge die üblichen Zwingenstöde. Bolizeihauptmann Stein hausen unterließ die Beschlagnahme dieser Stöde, die gewiß nicht auf eine friedfertige Gesinnung schließen ließen. Am Tage der Stadtverordnetenwahlen erlebte man auf dem Kurfürstendamm bei den Hafenkreuzlern die bekannten Provokationen, die bei den Kommunisten begreiflicherweise ein entsprechendes Echo fanden. Hatentreuzler forderten die Festnahme der Kommunisten und ihrem Wunsche ward Erfüllung. Major Dähne und Hauptmann Steinhausen famen im Bolizeiauto herangefauft, griffen ohne Not ein und sorgten dafür, daß Berwirrung und Schwierigkeiten entstanden. Der Herr Hauptmann befahl einem Schwierigkeiten entstanden. Der Herr Hauptmann befahl einem Beamten, Stellung mit dem Geficht zum Feinde" zu nehmen. Der Feind" war die angesammelte Menschenmenge. Solche und ähnliche Bortommnisse tönnen zu denten geben, nicht nur den Bewohnern Berlins, sondern auch den Schupobeamten, obwohl denen im Rahmen ihrer Dienſtvorschriften das Denten nach Major Dähne verboten ist. " Ankündigung von Brotgewicht und Brotpreis im Laden. Im weiteren Verlauf der von der Polizei unternommenen Aktion zur herabsehung der Lebensmittelpreise hat der Polizeipräsident, um das Bublifum ftärter zur öffentlichung in Kraft tretende Polizeiverordnung erlassen, nach der Mithilfe heranzuziehen, eine mit dem Tage der Verin den gewerblichen Verkaufsstellen von Backwaren bis auf weiteres üblichen Roggengraubrotes, Weißbrotes und der Schrippen durch die Preise und das Gewicht des zum Verkauf gestellten orts: einen für jedermann von außen deutlich sichtbaren Anschlag am Bertaufslokal nach einem vorgeschriebenen Muster zur Kennt nis zu bringen sind. Der Gewichtsangabe für das RoggengrauGröße zugrunde zu legen. Für Schrippen sind in dem Anschlag brot ist das Gewicht eines 12 Stunden alten Brotes der betreffenden als Zahleneinheit 10 oder 12 Stück mit dem sich daraus ergebenden Gewicht und Preis anzugeben. Der Anschlag ist durch das zustän bige Bolizeirevier kostenfrei mit einem Stempel zu versehen und gilt für die Dauer einer Kalenderwoche. Eine Neuabstempelung ist jedoch solange nicht erforderlich, als der Anschlag über eine Woche hinaus jedenfalls für eine neue Woche Geltung behalten soll. Der Käufer tann verlangen, daß die Badware auf einer Wage mit den erforderlichen geeichten Gewichten ausgewogen wird. Als Bertaufsstellen im Sinne dieser Bolizeiverordnung geiten auch die Berkaufsstände für Backwaren auf den Wochenmärkten und in den Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 6. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr nachm.: Konzert. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau( Wir und unsere Kleider"). 7 Uhr abends: Chefredakteur Heinrich Zimmermann: Das Tier in der Mystik und schreiben?( Die neuesten Forschungen über das Alter des Symbolik". 7.25 Uhr abends: Dr. Hugo Großmann: Konnte Moses Alphabets) 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Musikwissenschaft. Geh. Reg- Rat Prof. Max Friedlaender:„ Das deutsche Volkslied". 3. Vortrag. 8.30 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung, Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. Das deutsche Lustspiel bis Lessing. Erster Abend. Aus einem deutschen Osterspiel( 13. oder 14. Jahrhundert). Bearbeitet von Max Bauer. Jahrmarktszene mit dem Arzt, seiner Frau und seinen beiden Dienern Rubinus und Pusterpalk. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. | Markthallen. Zuwiderhandlungen gegen diefe Bolizeiverordnung merden mit Geldstrafe bis zu 150 m. bestraft, an deren Stelle im Invermögensfalle Haft bis zu 14 Tagen tritt. Fleisch, das nicht zu teuer war. Eine gerichtliche Feststellung. Bor der Handelserlaubnisstelle im Polizei. präsidium Berlin in der Magazinstraße fand gestern vormittag unter dem Borsiz des Polizeirats Kleinte die Verhandlung gegen den Mitinhaber und kaufmännischen Leiter P. einer bekannten großen Berliner Schlächterei statt. In einer Filiale dieser Großschlächterei war Kasseler Kotelett, das von einem ande ren Schlächter namens T. zum Engrospreise von 1,70 m. eingetauft worden war, für 2,40 m. weiterverkauft worden und ebenso Schweinekotelett für 2,35 m., während der Tagespreis nur 1,80 m. bis 2 m. betrug. Darauf war vom Polizeipräsidenten auf Grund der Verordnung über Handelsbeschränkungen vom 13. Juli 1923 die Handelsuntersagung ausgesprochen. Eine andere Berliner Fleischwarenfirma, die die von der Firma R. den Konsumenten abverlangten Preise in Erfahrung gebracht hatte, hatte Strafanzeige erstattet. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, die die Richtig feit der Anzeige ergab und zu dem Berfahren gegen die Firma führte. Der Berteidiger erklärte zunächst, daß man Herrn P. als Leiter der kaufmännischen Abteilung unmöglich zur Berantwortung ziehen tönnte, für Fehler, die in den Filialen begangen würden und ging dann auf die Einzelfälle näher ein und versuchte, die Preise, die Handeserlaubnisstelle von der Haltlosigkeit des Handelsverbotes bedeutend über den Tagespreis lagen, zu begründen und die gegen die Firma zu überzeugen. Der Vertreter des Polizeipräsiden ten hielt dem jedoch entgegen, daß im Interesse der Ber braucherschaft, da Unzuverlässigkeit bei der Firma bestand, diretter Anlaß zum Eingriff vorhanden war. Der Vertreter des Polizeipräsidenten forderte an Hand feiner Unterlagen Firma K. wandte sich dagegen. Der Ausschuß zog sich zu einer eine Aufrechterhaltung des Handelsverbotes. Der Berteidiger der Handelsverbot aufgehoben werde, jedoch noch nicht furzen Beratung zurück und verkündete in dem Urteil, daß das rechtsträftig sei. Gegen das Urteil legte der Borfigende Beschwerde ein. Der zweite Fall betraf den Friedenauer Schlächtermeister 2. Gegen diesen Schlächtermeister war wegen zu hoher Gefrierfleischpreise die Handelsuntersagung ergangen. Diefer hatte hierauf Beschwerde bei der Handelserlaubnisstelle eingelegt. Der Angelegenheit lag folgender Tatbestand zugrunde: Die Gattin eines Tierarztes M. hatte bei dem Schlächtermeister A. telephonisch auf der Breistafel verzeichnete Berkaufspreis für Filet betrug an Rostbeef oder Filet von Gefrierfleisch bestellt. Der dem betreffenden Tage 1,60 m. Die Kundin ließ das Fleisch durch einen Boten abholen und dieser mußte für das Pfund Fleisch jedoch 1,80 M. zahlen. Dem Gatten der Frau M. tam der Preis bedeutend zu hoch vor und er erstattete Anzeige, der auf Grund einer Kon trolle, bie bei dem Schlächter A. borgenommen wurde, stattgegeben wurde, Es wurde 3. B. festgestellt, daß der Einkaufspreis 63 Bf. betragen hatte. Nach Angaben der Preisüberwachungsftelle hätte das Fleisch( Rouladen, Filet usw.) nur 1,20 m. tosten dürfen. Da aber für Gefrierfleisch teine Höchstpreise bestehen und fich A. berechtigt, für das Pfund 1,80 m. zu verlangen. Als Tierfür besonders gute Stücke ein Aufgeld genommen werden darf, fühlte arzt behauptete Herr M., daß das Fleisch feineswegs ein gutes Filet st üd, wie der Schlächtermeister angab, mar, sondern ein nicht über dem Durchschnitt stehendes Fleischstüd. Auch hier Man erfolgte durch Urteil die Aufhebung des Berbotes. sieht, der Schutz des Publikums gegen hohe Preise nimmt mertwürdige Formen an. Dachstuhlbrand im Krankenhaus Friedrichshain. Gestern abend gegen 8 Uhr brach in dem Dachstuhl des Berwaltungsgebäudes des Rrantenhauses am Friedrichshain Feuer aus. Die Flammen griffen mit außerordent licher Schnelligkeit um sich. Auf dem Dachstuhl mar eine Sauerftofflasche gelagert, deren Explosion heftige Deto. nationen hervorrief und dem Feuer neue Nahrung gab. Nach furzer Zeit stand ein bedeutender Komplex in hellen Flammen. Die Behren 5, 7, 16 und 20 rückten in vier Zügen an und begannen das Feuer, das gefahrdrohend um sich griff, zu isolieren. Leider gelang das nicht ganz. Die Flammen ergriffen zwei Zimmer der unter dem Dachstuhl liegenden Wohnung des ärztlichen Leiters der Anstalt, Prof. Braun, und brannte sie pöllig aus. Auch hat das Gebäude durch eindringende Baffermengen Schaden erlitten. Soweit bis jetzt bekannt, ist wertvolles Material außer dem Mobilar der beiden Zimmer der Privatwohnung durch das Feuer nicht vernichtet worden. Ueber die Brandursache ver lautet noch nichts Genaues, doch scheint Brandstiftung ausgechloffen. In der 11. Abendstunde war das Feuer so weit gelöscht, daß ein Teil der Wehren abrüden fonnte. Der Tod auf den Schienen. Ein tödlicher Unglücksfall ereignete fich gestern morgen um 5 Uhr auf der Strede Berlin- Griner. Sturz vor der Ginfahrt in den Bahnhof Ertner stürzte aus einem Abteil ein junger regungslos liegen. Der Verunglückte, der einen schweren SchädelMann heraus und blieb auf dem harten Schotter des Bahnkörpers bruch davongetragen hatte, wurde sofort in das Kreiskrankenhaus Die Beriönlichkeit des Toten fonnte noch nicht festgestellt werden. openid gebracht, starb aber schon auf dem Transport dorthin Ob der junge Mann durch eigene Unvorsichtigkeit ums Leben ge tommen oder bon frember Hand aus dem Zuge gestoßen worden ist, bedarf noch der Feststellung. Mitteilungen hierzu an die Kriminalpolizei in Copenid. Die Stadtbeilage erscheint in der Sonnabend- Morgennummer. Lei Dir selber treu! Ein beherzigenswertes Sprichwort! Wer sich selbst treu ist, wird immer vor Schaden bewahrt bleiben: er wird den als gut erkannten Fabrikaten die Treue halten und sich durch nichts überreden lassen, etwas anderes zu versuchen. Wer z B das Ideale Kopfwaschmittel ,, Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" einmal gebraucht hat wird sich niemals einem anderen Fabrikat zuwenden, weil er überzeugt ist, daß es ein noch besseres Mittel zur Haar wäsche und Pflege wie Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" nicht gibt Man verlange daher beim Kauf ausdrücklich das oben genannte Fabrikat, kurz gesagt ,, Schwarzkopf Schaumpon", und achte genau auf die Schutzmarke ,, Schwarzer Kopf" Bezirfsbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 8. November, bor. mittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus: 1. Proletarische Feierstunde Die Revolution". Im Abonnement alle fünf Beranstaltungen 4 M., Einzelfarte 1,20 M. Sonntag, den 15. November, im Staatlichen Schiller Theater: Rheinische Rebellen". Schauspiel von Arnold Bronnen. Preis pro Karte einschließlich leiderablage und Theaterzettel 1.20 M. Karten für alle Veranstaltungen sind in den bekannten Verkaufsstellen zu haben. Großer Postdiebstahl in Rathenow. 5000 Mart Belohnung. Ein großer Diebstahl, der in der Nacht zum 30. Oktober auf dem Bahnhof Rathenow in der Packkammer des Post: cmtes verübt wurde, beschäftigt außer der Ortskriminalpolizei auch die Berliner Kriminalpostdienststelle. In jener Nacht fam, mie immer, der D- Zug Berli 1- Hannover um 1.38 Uhr zu kurzem Halten in Rathenow an. Er brachte u. a. eine größere Postsendung mit, darin mehrere Beutel mit barem Geld und andere Beutel mit Wert- und Einschreibebriefen. Die Postbeamten des Bahnhofes nahmen die ganze Sendung in Empfang und trugen fie in die Backkammer. Dem D- 3ug folgt nun schon um 1.50 Uhr ein Eilgüterzug Berlin Hannover, der von den Postbeamten ebenfalls abgefertigt werden muß. Die Arbeit muß also in der furzen Zeit sehr schnell von statten gehen. Als die Beamten nach Abgang des Eilgüterzuges in den Backraum zurückkehrten, sahen sie, daß die Fernsprechleitung durchgeschnitten, der Riegel von der Straßentür zurückgeschoben und die Tür geöffnet war. Als sie mun den Bestand der Wertsendung nachprüften, ergab sich, daß Diebe die ganz kurze Zeit, höchstens 8-10 Minuten, benugt hatten, um unter den vielen Beuteln die mit dem Gelde und auch die mit den Bert und Einschreibebriefen herauszusuchen. Aus diesen Beuteln hatten fie 50000 Mart bares Geld und eine noch nicht festgestellte Anzahl von Briefen herausgenommen. Sie waren damit spurlos verschwunden. Unter dem dringenden Verdacht, seine Sand im Spiele gehabt zu haben, wurde ein 20 Jahre alter Postaushelfer Erwin Junge festgenommen und nach Berlin gebracht. Beisetzung der Opfer der Zeche„ Holland". Am Donnerstag früh 9 Uhr wurden die ersten fünf Opfer der Grubenkatastrophe auf Beche Holland" zu Grabe getragen. Eine unübersehbare dichte Menschenmenge hielt die mehrere Kilometer lange Strede von der fatholischen Kirche in leckendorf, wo die Leichen eingesegnet morden waren, bis zum Südfriedhof umjäumt. Auch der Oberbürgermeister von Gelsenkirchen und der Oberpräsident von Westfalen, Gronowsti, nahmen an den Beifegungsfeierlichkeiten feil. • Amsterdam- Berlin in 24 Stunden. Troß des in ganz Mitteleuropa herrschenden schweren Sturmes hielt der Aero- Lloyd am Mittwoch den Flugberlehr auf seinen Streden auf recht. Dem Biloten Rother gelang es, mit einer Flugzeit von awei Stunden 40 Minuten allerdings mit Rüdenwind von Amfterbam nach Berlin eine neue Höchstleistung aufzustellen. Der Flugplan gibt eine Flugbauer von 43 Stunden an und die Eisenbahn braucht zwölf Stunden für die 600 Kilometer lange Strede. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Sindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, an richten 3. Areis Bebbing. Seute, Freitag, ben 6. November, pünktlich 7 Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. 4. Kreis Prenzlauer Berg Berichtigung: In der gestern veröffent lichten Rotia muß es beißen: Dienstag, ben 10, November, nicht 17. 17. Areis Lichtenberg. Das Reichsbanner unferes Rzeifes veranstaltet am Sonntag, den 8. November Anfang nachmittags 5 Uhr in Schonerts Festsaal, Annaststraße, einen Republikanischen Familienabend. Wir bitten Die Parteigenossen, mit ihren Angehörigen recht zahlreich au crfcheinen. Der Kreisvorstand. Revolutions- Gedenkfeiern! Conabenb. den 7. Rovember: Frohnan- Waidmannsluft- Hermsdorf. Bei Böttcher in Sermsdorf, Waldfeestraße. Musikalische Vorträge, Rezibationen, Bollstänze der Arbeiterjugend, Ansprache: Genoffe Wilhelm Landa. Sonntag, den 8. Rovember: 74. Abt. Rehlendorf. Im fleinen Gaal des Lindenparts veranstaltet die Gosialistische Arbeiterjugend Zehlendorfs abends 7 Uhr eine Reno Iutionsfeier, bestehend aus Rezitationen, Boltstänzen, Sprechcor und Ansprache. 103. Abt. Oberschöneweibe. Abends 6 Uhr im neuen Gaale von Jmberg. Rezitationen, Boltschor Süd- Osten. Ansprache: Genoffe Reimann. Genossen, der neue Saal foll durch uns seine erste Weihe erhalten. Erscheinen aller Genoffen erforderlich. 134. Abt. Buch. Abends 6 Uhr im Lotal Elysium", Raifer- Friedrich- Straße. Gemeinsame Feier mit der Abt. Röntgenthal. Montag, den 9. November: 3. Kreis Webbing. Abends 7 Uhr im großen Saal der Pharus fäle, Müllerstr. 142, Revolutions- Gedenkfeier. Ansprache: Gen. Dr. Otto Friedländer. 82. Abt. Steglik. Abends 8 Uhr im 2nzeum Rothenburgftraße. Mitwirkende: Das deutsche Botal- Quartett. Rezitationen. Ansprache: Gen. Regierungsrat Gaertig. Eintrittspreis 1 M. 106. Abt. Johannisthal. Abends 7 Uhr bei Schreiner, Friedrichftraße 6, Revolutions- Gedenkfeier. Ansprache: Gen. Wilhelm Landa. Heute, Freitag, den 6. November: Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 29. Abt. Unfere Genoffin Eleonore Dinter, Siddenfoer Str. 1, ift ver storben. Einäfcherung am Sonnabend, ben 7. November, nachmittags 3 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße. Rahlreiche Beteiligung erbeten. Jugendveranstaltungen. Abteilungstaffierer! Seute von 5-7 Uhr Abrechnung. Ausgabe der November- Jugend voran!" und der Arbeiter- Jugend". Heute 7½ Uhr: Abteilungsmitgliederversammlungen: Weißenfee: Sugendheim Roeldeftr. 157. Barschauer Biertel: Jugendheim Tilfiter Str. 4. Charlottenburg: Jugendheim Rofinenstr. 4. Salenfee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35. Schöneberg I: Jugendheim Rubens. Ede Sauptstraße. Steglik II: Jugendheim Holsteinische Str. 3. Brik: Jugendheim Rathaus, Chauffeeftr. 148. Reukölln I: Jugendheim Bergstr. 29. Neukölln II: Jugendheim Rogatftr. 53. Ablershof: Jugendheim Bismard straße 12. Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Faltenberg: Jugendheim Am Faltenberg 117. Tegel: Jugendheim Bahnhofftt. 15.- Frankfurter Biertel: Jugendheim Rigaer Str. 102. -P * Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplat. Bortrag: Erfte Silfe bei Unglidsfällen". Rosenthaler Borstadt: Bortrag: 1870 bis zum Sozialistengefch". Baltenplay: Jugendheim Rigaer Str. 102. Revolutionsfeier. Petersburger Biertel: Jugendheim Ebertnftr. 12. Ausfprache über: Weihnachten". Stralauer Biertel: Jugendheim Goßlerftr. 61. Bortrag: Barum bin ich in der SAS.?" Quifenstadt: Badeanstalt Bärmalbftr. 64. Bortrag: Meine Wanderfahrt". Röpenider Viertel: Jugendheim Mariannenufer la. Bild". 51. Abt. Charlottenburg. Die heutige Funktionärversammlung findet nicht Mitgliederversammlung und Bartran: Die Novemberrevolution in Wort und bei Lehmann, fondern bei Dörre, Dandelmannftr. 18, ftatt. 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr Funktionärtonferenz im Parteilokal. 85. Abt. Tempelhof. 7½ Uhr in der Linde", Werder Ede Friedrich- KarlStraße, erweiterte Borstandssigung. 97. Abt. Neukölln. 7 Uhr bei Rohr, Siegfriebftr. 28/29, wichtige Funktionär versammlung. 114. bt. 2idytenberg. 7½ Uhr bei Schwarzer, Gebriel- Mag- Str. 17, Borstands und Funktionärisung. Morgen, Sonnabend, den 7. November: 1. bt. 7 Uhr bei Suhnke, Artillerieftr. 11, fez wichtige Funktionär versammlung. 7. Abt. 7 Uhr Funktionärkung bei Bärwalde, Schlegelftr. 8. 23. Abt. 7% Uhr bei Böhm, Basteurftr. 6, Funktionärversammlung. Sämt liches Material zure Umgruppierung des Bezirks ist mitzubringen. 31. t. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpifche Str. 36, Funktionärversamm Iung mit den Betriebsvertrauensleuten. 47. Abt. 7 Uhr bei Schweikardt, Röpenider Str. 166, Funktionärversammla. Charlottenburg. 52. Abt. 8 Uhr bei Babe, Raiferin- Augufta- Allee 52, Funktionärversammlung. 54. Abt. 8 Uhr bei Casper, Guerideſtr. 1, Funktionärversammlung. Sämtliche Sammelliften find. mitzubringen. 56. Abt. 7% Uhr bei Liersch, Rantstr. 62, Funktionärversammlung. Lichtenberg. 118. Abt. 7% Uhr bei Tempel, Gudrunstr. 7, FunktionärversammTung. Auch die Straßenführer haben zu erscheinen. 119. Abt. 7½ Uhr bei Nene, Möllendorfstr. 43, Ede Rittergutstraße, Funktionärversammlung. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Die Gammellisten find abzureden. 123. Abt. Kanlsdorf. Die Genoffen beteiligen fich an der öffentlichen Berfammlung in Raulsdorf- Süd am Sonnabend im Jägerheim". Treffpunkt: abends 7 Uhr Frankfurter Ede Dorfitxake. Die Funktionärversammlung fällt aus. 131. Abt. Rieberschönhausen. 7 Uhr bei Rubosch Funktionärversammlung. * 9. Abt. Am Sonntag, den 8. November, vormittags 10 Uhr, bei Sübner, Bilsnader Str. 34, wichtige Borstonbslikung. * Jenasozialisten. Gruppe Frieben an: Seute, Freitag, 8 Uhr, im Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Ein Gana burch die Wirtschaftsgeschichte". Ref.: Elli Rett. Gruppe Mitte: Heute, Freitag, 8 Uhr, in der Schule Gipsftr. 23a außerordentliche Mitgliederversammlung. Gruppe Lantwig: Seute, Freitag, 8 Uhr, int Restaurant ,, Sportede", Raifer- Wilhelm- Straße, Mitgliederversammlung. Die Funktionärligung findet bereits pünktlich 7 Uhr statt. Gruppe Norden: Seute, Freitag, pünktlich 7 Uhr, im Ledigenheim Schönstedtstr. 1 Beginn der Arbeitsgemeinschaft über: 3mperialismus". Wegen der Besprechung der Borgänge zwischen Bartei und Internationalem Jugendbund ist das Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Gruppe Schöneberg: Seute, Freitag, 8 Uhr, im Jugendheim Rubensstraße Bolitische Aussprache. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde. Gruppe Baltenplak: Sonntag, den 8. November, Fahrt nach Friedrichshagen- Rahnsdorf. Treffpunkt: früth 7 Uhr auf dem Baltenplag. Untoftenbeitrag: 50 Bf. Zahlreiche Be teiligung erwünscht. Die Radio- Sensation! Auf Teilzahlung Radio- Empfangsapparat in Cugusausführung und elegantem Geschenktaften einschließlich: 1 Kopfhörer, unerreicht in Caufffärte, 1 Marmorfodel, 6 Steder( ermöglichen Anbringung weiterer Kopfhörer ohue Verteiler), 1 Detektor, Anschlußdraht für Erde und Anfenne, Bauerlaubnis Telefunken. Detailpreis M. 18.Für jeden Apparat wird garantiert. Mufter gegen Boreinsendung oder Nachnahme portofrei. Liebenthal& Co., Berlin, Rifferstraße 52. Marken- Zigaretten kaufen Sie am billigsten Berlin, Kaiser- Wilhelm- Str. 32 Treppe Versand nach auswärts franko. liefert Elegante Herren- Moden fertig und nach Maß be unter Garantie für stadellosen Sitz und Verarbeitung Maßschneiderei br 970 Schöneberg II: Schule Frankenstr. 10. Bortvag: Der 9. November". Baumschulen weg: Jugendheim Ernststr. 16. Bortrag: Die heutige Gefellfchaftstlaffe und der Klassenfampf". Reinidendorf- West: Jugendhaus in der Seidelstraße. Glakbrenner- Abend.- Spanbau: Bei der Genoffin Sill, Weißen. burger Str. 34. Bortrag: Lebensreform". * Werbebezirk Reuföln. Seute abenb 18 Uhr Brobe zur Resolutionsfeier in der Aula der Walter- Rathenau- Schule. Erscheint alle und pünktlich. Die Gruppenabende fallen aus. Beginn ber Bildungskurse. Thema: Gefchichte der Arbeiter. bewegung". Werbebezirk Bankow: Schule Rieberschönhausen, Blankenburger Str. 69. Freitag, den 6. November, 2. Abend. Ref.: Genoffe R. Abraham. Berhebezirk Areuzberg: Sonnabends, ob 7. November, Schule Stallschreiberstr. 53. Ref.: Genoffe Lösche. Beginn abends 7 Uhr. Abt. Bankow. Revolutionsfeier am Sonntag, den 8. November, in ber Schulaula Bankow, Bollankite, 131. Beginn 7½ Uhr. Rarten zum Preise von 40 Bf. find an der Raffe zu haben. Jugendgenoffinnen und genoffen, die Luft haben, an einer Aufführung von zwei Szenen aus Tollers Wandlung im Rahmen der Revolutionsfeier der Groß- Berliner Barteiorganisation am Montag, den 9. November, teilzunehmen, merden gebeten, au unferer Probe am Montag, den 9. Rovember, pinftlich 5 Uhr, im großen Gaal der Neuen Welt" in der Safenheide zu erscheinen. Geigen und Lautenspieler sind besonders erwünscht. Fahrgelbauslagen werden restlos zurüderstattet. Spielgemeinschaft Berliner Jungfozialisten. Arbeitersport. Fußballspiel am 8. November. 032511 Am Sonntag finden folgende Spiele ftatt: Storben. ht. A: Abler 08 gegen Bernau in Bantow, Andreashofer- Plak. Abler 12 gegen Seegermile in der Chriftianiastraße am Ostarplan. Teutonia 09 gegen Bader 20 in ber Chriftianiaftvaße. Selvetia gegen Eisenspalterei auf dem Egerzierplas in ber Schönhauser Allee. Brik gegen Nordiska in Brik bei Eberswalde. Abt. B: Freier Fußballverein Spandan 25 gegen Borwärts in Spandau, Stadion Sakenfelde. Fichte- Gesundbrunnen gegen Bantom 08 in Reinidendorf am Schäferfee. Minerva gegen Alemannia 22 in Borfigwalde, Neue Ernft. Ede Conradstraße. Sertha gegen Boruffia in Steinfurth bei Eberswalde. + Abt. C: Siemensstadt gegen Bittenau in Siemensstadt, Erezzierolas. Amateure gegen Staaten auf dem Egeraierplak in der Schönhaufer Allee. Sanfa gegen Sportvereinigung 22 in Sohenneuendorf. Arminia gegen Birkenwerder in Blankenburg, Römerftrake. Bricfelang gegen Einigkeit 25 in Briefelang an Bahnhof. Spandau 03 gegen Bader 24 in Spanbay, Faltenhagener Chauffee. Pflichtfpiele: Biltoria gegen Joachimsthal in Eberswalde. Richbe Norb mit 2 Mannschaften gegen Arbeiter- Sport- Berein 24 auf dem Gemeinde Sportplag in Reinidendorf. Rathenom gegen Tegel 24 in Rathenom. Ama. teure 2 gegen Eintracht- Markee 1. Beait Often: bt. A: Ereptomer; Das ,, Kruschen- Kraft- Gefühl J. Kurzberg Er schläft wie ein Kind! Oranienstr.160, I. Chausseestr. 1, Eingang Elsässer Straße. Möbelfabrik Rob. 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Sie sind deshalb nicht krank, aber Sie sind doch nicht ganz gesund. In Kaffee oder Tee nicht zu schmecken! Eine ganz kleine Messerspitze voll jeden Morgen in die erste Frühstückstasse! In Apotheken und Drogerien M.2,50 pro Glas, für 3 Monate ausreichend. Bei angestrengter Tätigkeit in überfüllten Geschäftsräumen, wenig körperlicher Bewegung an der frischen Luft, häufig hastig eingenommenen und ungeeigneten Mahlzeiten sind schlechte Verdauung und ungenügender Stoffwechsel die Folge, dann können Sie nicht gut schlafen und fühlen sich nicht wohl. Nehmen Sie deshalb jeden Morgen Kruschen in Kaffee, Tee oder warmem Wasser, denn Kruschen hält Ihren inneren Organismus in Ordnung. Die 6 Mineralgrundsalze, die in Kruschen enthalten sind, sind alle eine Lebensnotwendigkeit. Diese Salze können dem Körper auf keine bequemere Art eingegeben werden als durch Kruschen- Salz. 006 Kruschen Salz Die tägliche kleine Dosis macht es! Beuthien& Schultz G. m. b. 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Burg Trianon- Th. 8 Uhr Städtische Oper Hochzeitstage Charlottenburg 8 Uhr: von Geraldy Ariadne Theater in der Lützowstr. 112 auf Naxos Morgen& Premiere Abonnem-Turnus 2 Frauen hinter Gittern Deutsches Theater Sg. 4 U z.letzt Male 7% Uhr: Der Kreidekreis von Klabund & Uhr: Schneewittchen Vorzeig. auch Stgs. nachm. v. 25 Pfo an abends v. 50 Pfg an Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätz.Str. 8 Uhr: Wie es euch gefällt tag 8 Uhr: Kammerspiele sonnab. bis MonMan kann Don Juan u. Faust nie wissen Die Tribüne von Shaw Tagl 8 Uhr: Zurück zu Methusalem Die Komödie Komödienhaus Tärl. 8 Uhr: Kurfürstendamm 207 Kopf oder Schrift 8 Unr Gesellschaft v. John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Residenz- Th 8 Uhr: Circes Heirat Berliner Theater Hesterberg. Sabe 8 Uhr: Gastspiel d. Dtsch. Engers. Marteni Volkstheaters Wien Sonnab, u Sonnt Antonia Lustspiel in 3 Art.v.M. Lengyel Sári Fedák, Otto 31 Uhr( KI. Pr) Märchen- Vorstg Schneewittchen Tressler, H. Lackner Thalia- Th. 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Dezember, im Bereinslotal Jdeal- Rlause", Neukölln, Mareichstr. 14. Dortfelbst Aufnahme neuer Mitglieder. Conn abend, den 7. November, 4. Stiftungsfeit in den Armin- Sälen", Berlin, Rommandantenstr. 58/59. Alle Brudervereine find eingeladen. Sport. Reit- und Fahrturnier. Den Blanapunft der Donnerstagnachmittag- Beranstaltung bildete das Amazonen- Jagdspringen im Damenjattel. Es war wieder die alte Geschichte, daß die Leistungen trog ausgezeich netem Pferdematerial nicht die gleichen waren, wie im Herrenfattel. Man vermutete, daß Beni, ein brillanter Springer, aber ein sehr schwer zu reitendes Pferd, unter der Gräfin Almassy den Ausländern den ersten Turniererfolg bringen würde. Aber es fam anders. Und trotz der guten Reiterin hatte Beni nichts mit dem Ausgang zu tun. Bier Pferde tamen fehlerfrei über die Bahn, doch überschritt Armin II die Zeit. Siegreich blieben: Ludmilla unter Frau Berste vor Normi unter Frau Neustein, dem das ungarische Pferd Emden II unter Gräfin Almassy folgte. Frau Beit stürzte mit Aurora III. Das Pferd wurde lahm fortgeführt. Frau Beit stieg in derselben Konkurrenz noch das zweitemal in den Sattel. Schwabenjunge, ein altes Turnierpferd, verweigerte zweimal einen Sprung. Rennen zu Mariendorf am Donnerstag, den 5. November. 1. Rennen 1. Langemann( 3. Mills), 2. Dunajec( Rautenberger), 3. Notula( F. Babr). Toto: 254: 10. Plat: 23, 22, 21:10. Ferner liefen: Kapitän Halle, Bostumus, Schwarzwaldmädel, Daisy Worthy, Kartenspieler Goudster jun., Stegleicht als( 2. bisq.), Alexander S., Dichtling. Crospa. 2. Rennen. 1. Franlet( M. Ringius), 2. Weinbrand( E. Treuberz), 3. Ingrid Halle( B. Hedert). Zoto: 54: 10. Blaz: 20, 27, 16: 10. Ferner liefen: Karta, Sohing I, Luftschiffer, Einsicht, Meisterstück, Lande meffer, Natal, Die Lette, Konstanz, Sopefe, Rafimir. Behagliche Wärme in kühleren Jagen jetzt billiger! Neuer Preis 50 Pfg LUX SEIFENFLOCKEN der Suplicht Gesellschaft A L4 Ria Thiele, Emmy Uhr: Annemarie Großes Schauspielhaus Förster, K. 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Es blieb einem deutschen Professor sGottl-Ottlilienfeld, .Fordismus', 2. Aufl.. Verlag Gustav Fischer, Jena, 1S2S) vorbehalten, im Ford-System den„weißen' Sozialismus zu entdecken. Aber in weiten ftreisen hat sich ein ähnliches Wunschbild festgesetzt. Illusionen sind ja immer bequemer als Lösungen, um die man erst kämpfen muß. Diese Ford-Psychose hält heute die Köpfe nicht nur manches Arbeiters, sondern auch manches Industriellen umnebelt. Das bekannte Buch von Henry Ford(Henry Ford,„Mein Leben und mein Werk', Verlag Paul List, Leipzig, 1Y2H war ja eine Zeit- long geradezu eine Bibel für das deutsche Unternehmertum ge- worden; gleichzeitig setzte jener große„Zug nach den Vereinigten Staaten'(Prof. Riebensahm,„Der Zug nach den Dereinigten Staaten', Verlag Julius Springer, Berlin, 1924) ein. Man kam mit allerhand Rezepten zurück; aber heute ist es von der Einführung des Ford-Systetns doch merkwürdig still geworden. In Deutschland fehlt der Markt. Denn„M a s s« n a b s a tz' ist die Voraussetzung des Systems der.Massenproduktion', und diese wieder die Vorbedingung jener weitgehenden Arbeitszerlcgung, die für das Ford-System charakteristisch ist. Und die Atomisierung der Arbeit, die auch die Beschäftigung von Blinden, Krüppeln und Verbrechern durchaus gestattet und damit schon Fords Humanitär« Anschauungen zwanglos erklärt, sie brachte eine derartige Steigerung der Arbeits- intensität, daß Vershofen mit Recht feststellte, Henry Ford kaufe trotz seiner unvergleichlich hohen Löhne die Arbeitskraft in aller Welt am allerbilligften(Prof. Wilhelm Vershofen,„Ueber das Verhältnis von technischer Vernunft und wirtschaftlicher Wertung'. Ein Beitrag zum Problem des Fordismus. Keramos-Verlag A.-G., Bamberg. Vgl. auch Vershofens Aufsätze„Fordismu»' im.Wirtschaftsdienst', Hamburg). Diesem Nürnberger Professor wird überhaupt die bis- her einzige wirklich kritische Abhandlung über den Fordismus ver- dankt. Kommunistische Hilflosigkeit. Nicht, wie man erwarten möchte, dem marxistischen Schriftsteller Walcher(Walcher,„Ford oder Marx', Viva-Verlag, Berlin, 192.',). Auch Walcher möchte wohl Kritik üben. Aber er steht in Wahrheit dem ganzen Phänomen des Fordismus völlig hilflos gegenüber. Er sieht nur die große Verführung, die von Fords sozialen Theorien auszugehen droht, und er hat nur die eine Sorge, dieser falschen Religion vorzubeugen. Daher ist er in seinen Argumenten wenig wählerisch. Walcher führt in der Tat keinen wissenschaftlichen, son- dorn einen religiösen Kampf gegen Henry Ford. Und da ihm nirgends eine materiolistifchc Auflösung dieser gefährlichen Idco- logisn gelingt, geschweige denn eine Widerlegung, so macht er es wie die Jesuiten mit den heidnischen Religionen: wenn sie die Götzen und den Götzendienst nicht brechen konnten, ließen sie einfach die heiligen Elefanten mit in der Fronleichnamsprozcssian hinter dem Allerheiligsten hermarschieren. Und damit war der neue Gott ein- geführt. Oder sie ließen die alten Götter überhaupt bestel*n und tauften sie nur um. Ob das nun aber ein Sieg des reinen Cyristcn- tums zu nennen ist? Ein Kritiker, der sich mit solchen Methoden begnügt, wie Walcher es leider tut, ist kein Soziologe, son- dcrn ein Theologe— und nicht einmal ein orthodoxer. Walcher hat im Grunde nur zwei Mittel der Beweisführung: entweder wird Ford einfach Marx vorgespannt(mit seinen Aussprüchen)— das ist„weißer' Sozialismus: Ford ist der Crfüller von Marx und Marx gewissermaßen sein Vorläufer. Oder Fordismus wird sich in der Zukunft schlechthin mit Sozialismus decken. Dabei nimmt er Ford» sozial-ethische Ideologien überall und stets wort-wörtlich, ohne auch nur versucht zu haben, diese ver- blüffend gerechten und menschlichen Anschauungen einmal von dem tcchnisch-wirtschaftlichcn Unterbau, also von der Wirklichkeit aus, zu beleuchten, ohne jemals„Ideal und Leben' in Vergleich zu fetzen. Mit dem primitiven logischen Bedürfnis eines deutschen Gretchens begnügt er sich vielmehr damit, so gut oder so schlecht es geht, Ford und Marx zur Deckung zu bringen.„So ähnlich sagt es der Pfarrer auch, nur mit ein wenig anderen Worten." Gewiß wäre es verkehrt, Fords wirtschaftliche und soziale Theorien als pure Heuchelei hinzustellen. Aber— wie gesagt— eine ideologische Kritik ollein vermöchte sie nicht auszulösen. Erst wenn man weiß, daß Ford einen ungeheuren Arbeiterver- brauch und Arbeiterwechsel hat— eben wegen der Ueber- steigerung der Arbeitsleistung—, versteht man, daß ihm Krüppel usw. als friedliebendes, weil anderswo unbrauchbares Element um so willkommener sind, als sie, zur Unterwürfigkeit gezwungen, einen Schutzwall bilden nicht nur gegen Unruhen, sondern auch gegen jenes störende Fluktuieren. Der verblüffende Ausspruch Fords, „es sei ihm gleichgültig, ob einer von Haoard konnne oder aus Sing Sing'— von der Universität oder aus dem Gefängnis—> verliert von dieser nüchternen betriebswirtschaftlichen Einsicht aus viel von seiner Großzügigkeit. Man erinnert sich, daß auch die Kirche des Mittelalters auf Krüppeln usw. ein außerordentlich einträgliches kapitalistisches Ausbeutungssystem aufgebaut hat. Und in der arbeitszerlegten Produktionsweise, in der za nur noch kleine Teil- Verrichtungen und Handgriffe dem einzelnen Arbeiter zugeteilt sind, sind diese physisch minderwertigen Kräfte eben von neuem verwend- bar geworden. Diese Tatsache, die sich mithin einfach aus den ver- änderten Produktionsverhältnissen erklärt— ist für die Krüppel selbst zweifellos eine psychologisch höchst wertvolle Selbstbetätigung — für Ford ein großer Nutzen—, für die Tthiker aber kein taug- liches Objekt ideologischer Begeisterung. Wir möchten meinen, daß eine solche soziologische Cnt- l a r v u n g des Fordismus auch dann nicht ganz überflüssig ist, wenn man das Ford-Buch nur als Reklameschrift aufgefaßt wissen will, wie das V e r s h o f e n in seiner erwähnten bedeutsamen Nürnberger Rektoratsrede tut. Aber allerdings. Walcher gegenüber hat er nur zu sehr recht. Der kapitalistische Pferdeverstand. Seltsam genug ist es, daß die gleiche pfäffifche Angst um die Entführung der mühsam in Schach gehaltenen Herden, die Walchers einziges Motiv zu fein scheint, gleichzeitig auch die Unternehmer be- sorgt macht. Der Generaldirektor der Siemens-Schuckert-Werte, Karl Köttgen, schreibt in seinem Aufsatz?„Das Ertz�einen der deutschen Uebersetzung des Ford-Buches gerade in dem Augenblick, wo wir in Deutschland von jedem einzelnen Mehrarbeit verlangen, scheint aber eher«in Unglück(l) wie ein Glück zu sein. Denn von allen Seiten hört man: macht es wie Ford, dann werden wir schon mehr Produktion erzielen. Es ist die alte Forderung der linksstehenden Kreise, nicht durch persönliche Arbeit des Arbeit- nehmers, sondern durch Maßnahmen, die dem Arbeitgeber zufallen, durch Verbesserung der Arbeitsmethoden und der Organisation soll« das notwendige Mehr erreicht werden. So glaubt man bei seinen alten Versprechungen und Forderungen bleiben zu können.' Dieser offenherzige Ausspruch ist aeich die wenig verhüllte Tendenz des Amerika-Buches von Köttgen(Dr. b. c. Köttgen,„Das wirtschaftliche Amerika', VDJ.-Verlag, Berlin, 1925). Die rettende Parole heißt auch hier immer wieder:„Steigerung der Produktion pro Mann'— von den sonstigen volkswirtschaftlichen Banalitäten zu schweigen. Das ist alles, was er von Amerika gelernt zu haben scheint. Die amerikanische Lohnpolitik und Preispolitik wird nicht gewürdigt. Und damit ist das ganze Problem des „inneren Marktes' übergangen. Denn die Amerikaner machen es genau umgekehrt wie die deutschen Unternehmer, die aus der Massen- cntbehrung und Massenenteignung den.Wiederaufbau' ihres Pro- duktionsapparatcs bestritten haben und auch nach dieser Jnflations- kur noch glauben, ihre Profitrate am besten sichern zu können, indem sie durch schärfsten Lohndruck einerseits, durch künstliche Hoch- Haltung der Preise(Kartellunwesen) andererseits die Spanne zwischen Löhnen und Preisen möglichst groß hallen. Höchste Löhne und niedrigste Preise stärken in Amerika die Kaufkraft und ver- breitern zugleich den Konsum, so daß mit Hilfe des Massenabsatzes bloß auf dem inneren Markte jene Massenproduktion aufgebaut werden konnte, die Amerika nun auch auf dem Weltmärkte so unge- heuer wettbewerbefähig machte. Denn durch das System der Massenproduktion wurden die Arbeitsmethoden derartig rational!- siert und vervollkommnet und die Produktion so verbilligt, daß— eben auf der Basis des inneren Konsums— trotz des viel höheren Lohnniveaus und Lebensstandardes der Export möglich blieb. Man erinnere sich daran, daß ein kleines Ford-Auto drüben 269 Dollar kostet, das billigste deutsche Produkt etwa das Fünffache davon. Was aber tun die deutschen Unternehmer? Statt durch Lohnsteigerungen die Kaufkraft der Massen zu heben und durch Rationalisierung der Betriebe die Preise zu senken, werden sie ver- suchen, durch einen Schutzzollwall Deutschland eine Weile vonder Welt abzusperren, die überlegene Konkurrenz fernzuhalten und damit die Umstellungskrise— nach dein ganzen Irrweg der Inflation— von neuem hinauszuschieben. Mit Recht sagte ein Gewerkschaftsführer kürzlich, „wenn sie bloß von Amerika das eine annehmen würden, den kapitalistischen Pserdeveistand etwas mehr anzuwenden'. Denn wir täuschen uns nicht: auch die amerikanische Preis- und Lohnpolitik ist nur eine kapitalistische Wirtschaftsweise, aber allerdings eine bessere: auch Henry Ford ist nur ein kapita- listischer Unternehmertypus, aber eben ein überlegener. Und die deutschen Arbeiter würden es immerhin dls einen Fortschritt be- trachten müssen, wenn die deutschen Arbeitgeber begreifen wollten, daß eine Arbeits— in tensivierung nicht möglich ist ohne gleichzeitige Kapital— in tensivierung und daß eine ein- seitige Vermehrung der Lasten auf dem Rücken der Arbeitnehmer niemals jene Wiederherstellung des inneren Kreislaufes der deutschen Wirtschaft herbeiführen kann, durch die allein Amerika die allgemeine „Weltwirtschaftskrise' überwunden hat, jener Anpassungsprozeß an die völlig veränderte Rachkriegslage der alten und neuen Industriestaaten, der für Deutschland zwar yufgeschoben, aber nicht aufgehoben worden ist. Dr. K. Die(dktoberbilanz der Neichsbank. Der Reichsbankbericht gibt für Ende Oktober wieder die Ziffer des Gesamtgeldumlaufs bekannt, die wir Ende September vermißt hatten. Der Umlauf an Reichsbanknoten, Rentenbankscheinen, Noten der Privatbanken und Münzen betrug insgesamt S,08 Mil- l i a r d e n: derselbe Betrag wie am Ende September, wie der Bericht hervorhebt. Der reine Umlauf an Reichsbanknoten ist gegenüber dem Vormonat um 1S3,7 Mill. gestiegen; die Zunahme gegenüber dem 1. Quartal 192S beträgt 488 Mill. Da der G e f a'm t Umlauf an Zahlungsmitteln etwa gleich geblieben ist, macht sich in der Zunahme des Notenumlaufs der Rückfluß und die Einziehung von Rentenbankscheinen bemerkbar.» Ende Ott. 3. Quart. 2. Quart. 1. Quart. (in Millionen Mark) Noten und Schulden: Reichsbanknotenumlauf.. 2 803 2S4S 2 474 2 315 Giroeinlagen der Wirtschaft. 618 620 564 743 Kredite an die Wirtschaft: Lombardkredite..... 22 56 46 27 Wechselkredite...... 1 630 1 717 1 691 1 578 Notendeckuug: durch Gold 1 207 1 175 1 061 1 004 durch Devisen...... 348 810 854 334 zusammen....... 1545 1 404 1 415 1 388 DeckungSverhältniS: durch Gold und Devisen% 55,6 56,4 57,2 67,8 Gesamtgeldumlauf: Reichsbank-. Rentenbanksch.� Priv. Bk., Noten u. Münze« 5 080 5 080 5 000 5 351 Auch der Bestand an G i r o e i n l a g e n ist gegenüber dem Bor- mono! stationär. Der Monatsabschluß hat gegenüber der Vor- woche zwar die für das Monatsende gewohnten stärkeren Lom- bardierungen und Wechseleinreichungen gebracht, in denen die Haupt- sächlichen Kreditgewährungen an die Wirtschaft stecken. Gegenüber dem Ende des 3. und 2. Quartals zeigt sich aber ein beträchtlicher Rückgang der Lombarde und Wechseldiskonte(121 bzw. 85 Mill.), was eine Verschärfung der Kreditrationierung im Gefolge der Krise anzeigen dürste. Di« Bestände an Goldmetall und Deckung«- d e v i s e n mit zusammen 1545 Mill. sind der Vermehrung des Umlaufs an Reichsbanknoten nicht ganz gefolgt. Sie haben naturgemäß den höchsten bisher überhaupt erreichten Stand, decken aber den Notenumlauf nur mehr mit 55,5 gegenüber 56,4 Proz. Ende September und 57,8 Proz. am Ende des 1. Quartals. Die Deckungs- Vorschrift Im neuen Reichsbankgesetz lautet bekanntlich auf 40 Proz. Nicht Preußen, sondern harriman saniert Giesches Erben. Die Verwaltung der Bergwerksgesellschaft Georg v. Giesches Erben gibt über die gestrige Gewerkenversammlung, von der die Presse ausgeschlossen war, ein längeres Kommunique heraus. Nach mehr- tiindigen Beratungen wurden beide Angebote der a m e r i k a- nischen Reflektanten für den polnischen Besitz, der W. A. Har- riman u. Co., New Dort, und der Anaconda Copper Mining Com- vany os Montena angenommen. Das geschlossene Abkommen ver- spricht eine völlige finanzielle Sicherung von Giesche. Das Zu- sammengehen von Harriman, Anaconda und Giesche wird zur Folge haben, daß die Bergwerksgesellschast Georg v. Giesches Erben, bekanntlich das älteste deutsche Bergwcrksunternehmen, in ihrem Aufbau erhalten bleibt und die volle Verfügung über ihren deutschen Zinkerzfeldbesitz behält. Die Gewerkschaft Giesches Erben soll einen Kredit von 50 Millionen Mark erhalten, der ihr die Bezahlung des größten Teils der Schulden(60 Millionen) erlaubt. Dafür erhält die amerikanische Gruppe eine Option auf die neuen Aktien des polnisch-obekschlesischen Besitzes der Gewerk- schuft.„ Wie vorauszusehen war, haben die Amerikaner gegenüber der Preußag, der Preußischen Bergwerks- und Hütten-A.-G.. die zur Nutzbarmachung der deutschen Zinkerzfelder die Gründung einer Aktiengesellschaft von 60 Millionen Reichsmark Aktienkapital vor- geschlagen hatte, von denen sie selbst zwei Drittel und Giesche ein Drittel erhalten hatte, gesiegt. Der schlesische Adelskonzern, dem die Gewerkschaft Giesches Erben gehört, hat es jedenfalls oortreff- lich verstanden, sich durch Kredite von Staatsbanken(Sechandlung und Reichskredit-A..G.) so lange flottzuhalten, bis durch das preu- ßische Sanierungsangebot das der Amerikaner in die Höhe getrieben wurde. Ein Antimarxist über den„ Dolchstoß". Das Gutachten des Majors Volkmann. München, den 5. November.( BDZ.) Der Sachverständige Major a. D. Bolfmann sprach im weiteren Berlauf seiner Ausführungen eingehend über die theo. retisen Probleme früherer fozialdemokratischer Führer, mie Marg, Lassalle und Bebel. Es sei auf der Kopenhagener Konferenz die Forderung aufgestellt worden, im Laufe eines Krieges die durch die politische Krise geschaffene Lage auszunuzen und da durch die Beseitigung der fapitalistischen Herrschaft herbeizuführen. Die von Roste in diesem Prozeß geäußerte Ansicht, daß die Sozialdemokratische Partei bei Kriegsausbruch sich nicht eine Stunde lang ihre Haltung zu überlegen brauchte, trifft also nicht zu.(!) Der Sachverständige ging dann auf die Kreditbewilligungen zu Anfang des Krieges und während des Krieges ein, die Gründe, warum die Mehrheit der Sozialdemokraten für die Kreditbewilligung fiimmte, lagen darin, daß man sich in einem Berteidigungsfrieg befand, daß der Kampf gegen das verhaßfe zaristische Rußland ging, und daß die französischen Genossen für die Bewilligung der Kriegskredite stimmten. Ich halte die Stellung nahme der sozialdemokratischen Mehrheit am 4. August 1914 für eine befreiende Tat für die Sozialdemo fratie selbst, und zwar insofern, daß hier bei einer entscheidenden schweren Gelegenheit die inneren Gegenfäße der Partei in der Frage der Landesverteidigung flar ausgedeckt und einer reinlichen Entfcheidung entgegengeführt wurden. Ich glaube, daß durch die Berbindung der drei stärksten Organifationen des nationalen Deutschlands, des Heeres, der mehrheitsfozialdemokratischen Partei und freien Gewerkschaften, in erster Cinie das bewundernswerte Maß der moralischen Widerstandstraft geschaffen worden ist, die das deutsche Volt befähigt hat, die Schidfalsschläge im Kriege zu erfragen. Sch glaube, daß die Haltung der freien Gemertschaften und der faialdemokratischen Mehrheitspartei von Beginn bis Ende des Krieges von dem Willen geleitet war, das Vaterland zu verteidigen und sich, wie auch die Dinge laufen mochten, von der Nation nicht au trennen. Die fozialbemotrattiche Minderheit, ausgehend von ihrer ablehnenden Stellungnahme gegenüber den Kriegskrediten, ist im weiteren Verlauf des Krieges zu einer Haltung gelangt, die als revolutionär bezeichnet werden muß. Diesem Teil der deutfchen Sozialdemokratie hat die Auffassung vom internationalen Proletariat mehr gegolten als das nationale Schicksal. Diese Richtung hat den Rampf auf Leben und Tod gegen den derzeitigen Staat auch im Kriege fortgesetzt und das mit Mitteln, die die nationale Widerstandskraft schwächen und der Landesverteidigung schaden mußte, und ich behaupte, daß sie das bewußt getan hat. Ich stelle nicht die Behauptung auf, daß die Führer der USP. jedes nationalen Empfindens bar gewesen seien. Ich sage auch nicht, daß fie grundfählich die Landesverteidigung verneint hätten und daß der Kreis um Haaie die Niederlage gewünscht hätte, ich behaupte nur, daß sie dem bestehenden Staat 1914 bis 1918 die Unterffüßung verweigerten und feine nationale Widerstandsfähigkeit moralisch und materiell geschwächt haben. Die dritte große Streitmelle ist von vornherein als politischer Streit, als Generalstreit zu bezeichnen. Das war der erste Boritoß des großen repolutionären internationalen Gedantens auf deutschem Boden. Nach allem ist zu schließen. daß die USB. in engfter Fühlung mit den treibenben Fattoren diefer Bewegung entstanden ist. Es scheint mir durchaus festzustehen, daß an entschei henber Stelle die Aufwiegelung der Massen, die Erzeugung des renolutionären Willens, daß man für den Sieg des Prole= tariats arbeitete und daß man sich bewußt sein mußte, daß hier ein Moment ungeheuerster Gefahr für die Kriegführung und für die Landesverteidigung entstehen mußte. Ich glaube, man mird jagen fönnen, wenn die Abgeordneten der USB. von ihren Totalen Außenorganen auf diese unerhörten Möglichkeiten nicht aufinertfam gemacht wurden, so war das ein furchtbares System in der Bartei, über das mindestens ebenso der Stab gebrochen werden muß, ais menn man annehmen mußte, daß die Abgeordneten von diesen Dingen Renntnis hatten. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies der Sachverständige auf die Flugblattagitation der USP. hin, auf ihre Berbindung mit der bolschemistisch- ruffischen Botschaft in Berlin, auch die Bestrebungen der Baffenbeschaffung für die gewaltsame Erhebung usw. Zum mindesten habe die Führung nichts getan, um diese Dinge, von denen sie wissen mußte, zu verhindern. Damit ſei ſie jedenfalls mitverantwortlich und flar und überzeugend sei der Ausspruch Le debours von der Reichstagstribüne, den er am 3. Juli 1918 tat:„ Ich rufe das deutsche Proletariat in dieser Stunde zur Revolution auf. Der Sachver An einzelnen Stellen der Hefte tönnte der Eindrud ermedt werden, als ob sich der Vorwurf des Dolchstoßes auch gegen die Mehrheitssozialdemokraten richtete. Daß eine bewußte böswillige Absicht nicht vorliegt, geht daraus hervor, daß an zahlreichen Stellen die Unabhängigen als die für den Dolchstoß allein Berantwortlichen her vorgehoben find. Es läßt sich also wohl an einzelnen Stellen der Borwurf einer objektiven unrichtigkeit erwähnen, dagegen ist der Vorwurf der bewußten absichtlichen Fälschung nicht erwiesen. Es folgt dann eine Reihe von Feststellungen. RA. Dr. Hirschberg fam auf die Bemerkung des Sachver ständigen zurück, er halte das Wort vom Dolchstoß für unglücklich. Der Sachverständige führt hierzu aus, er habe in seinem Buche den Ausdruck" Dolchstoß“ nie gebraucht, und zwar mit voller Abficht. Es sei ihm bei seinen Arbeiten lediglich auf die Feststellung historischer Wahrheiten angekommen, und der politische Kampf habe ihm völlig ferngelegen. Solche Ausdrüde, wie der vom Dolchstoß, gehörten wohl in den politischen Kampf hinein, nicht aber in eine historische Abhandlung. Die Berhandlung wurde hierauf auf Freitag vormittag 9 ühr vertagt. ständige schloß diesen Abschnitt seiner Ausführungen wie folgt: Der Beweis dürfte erbracht sein, daß die USP. bewußt und gewollt alles getan hat, um im Kriege Revolutionsstimmung zu erzeugen und die Revolution selbst vorwärtszubringen. Es besteht auch kein Zweifel, daß die USP. entscheidend an dem Revolutionsaft selbst beteiligt gewesen ist und es genügen hier schon die Zeugen Dittmann, Barth, Ledebour, Ziez usw. Auf dem ganzen linfen Flügel der Sozialdemokratie überwog die internationale repolutionäre Tendenz. Die Unabhängigen waren entschlossen, den politischen Kampf auch im Kriege durchzuführen. Bis zur Revolution bestanden die engsten Beziehungen zu den Bolschewisten, man hat Geldmittel zur AusDon ihnen Propagandamaterial beschafft. breitung der Revolution angenommen, revolutionäre Programme aufgestellt und Tag und Stunde des Losschlagens eingehend beraten Es ist zuzugeben, daß eine unmittelbare Einwirkung der revolutionären Propaganda auf das Heer gering geblieben ist. Daraus den Schluß zu ziehen, daß die Raditalen nicht verfucht hätten, den revolutionären Geist ins Heer zu tragen, wäre falsch. Daß eine revolutionäre Propaganda an Bord der Schiffe getrieben wurde, gilt als erwiesen. Entscheidend war, daß es teinem 3weifel unterliegt, daß man in einem Weltfriege eine Trennung von Boll und Heer gar nicht machen kann. Was das Bolt berührt, berührt auch das Heer. Bezüglich der Frage der Auswirkung der Dolchstoßhandlungen auf den Berlauf und Ausgang des Krieges bin ich der Auffassung, daß das Unglüd Deutschlands nicht durch eine Ursache, sondern durch unzählige Ursachen herbei geführt worden ist. Die Ernährung und Rohstoffschwierigkeiten mit ihren furchtbaren Folgeerscheinungen standen natürlich in der ersten Linie. Auch die Uebermacht der Entente an Menschen und an Material, die Schwierigkeiten des Ersages in Deutschland fielen erschwerend ins Gewicht. Es tam hinzu, die Schwäche der Regierung, Sertels Feftfäle, Zehlendorfer Str. 5. Festredner: Chefredakteur Georg Berni die nie begriffen hat, daß man in einem Kriege nicht mit den herfömmlichen Methoden weiter arbeiten fann: In Betracht kommen auch die vielerlei moralischen Schwächen, die Preistreiberei der Befizenden, die Lohntreiberei der Arbeiler, der Kampf aller gegen alle. Keine Klasse ist hiervon freizusprechen. Beigetragen haben auch die Irrtümer der Obersten Heeresleitung, und auch ich bin der Ueberzeugung, daß der Bogen überspannt worden ist und daß der Weg zum Frieden zunächst allzu zögernd und nachher allzu heftig beschriften worden ist. Ich leugne auch nicht, daß das militärische Soft em schwere Mängel und verhängnisvolle Schwächen aufmies. Auf dem Boden des Internationalen Gedankens standen während des Krieges mindestens ein Drittel der sozialdemokratischen Führer. An ihrer Spize stand ein Mann von der Bedeutung und dem Range eines Hanje. Wenn behauptet wurde, daß diesen Führern die Gefolgschaft gefehlt habe, so ist darauf zu verweisen, daß die Revolutionen aller Zeiten bemiesen haben, daß nicht die 3ahl, sondern die revolutionäre Energie maßgebend ist. Die Zahl der revolutionären Kräfte hätte durchaus genügt, Deutschland zu überrennen, wenn ein Mann von der Tatkraft und dem gigantischen Willen eines Lenin oder Mussolini an der Epizze gestanden hätte. Scheidemann hat erflärt, es hätte eine Zeit gegeben, mo das Schicksal des Deutschen Reiches davon abhängig war, Daß er, Ebert und Landsberg auf den Posten geblieben seien. Ich gebe das zu, aber daraus geht auch hervor, daß man die repo. lutionäre Welle in Deutschland, die damals einseßte, nicht als Bagatelle behandeln darf, und es muß auch festgestellt werden, daß die Mehrheitssozialisten wohl weggefegt worden wären, wenn nicht Gröner und Hindenburg hinter ihnen standen und wenn nicht einige hundert Offiziere des alten Heeres zur Verfügung ge standen hätten. Ich bin der Ansicht, daß nicht nur die radikalen Sozialisten, sondern auch die. Unabhängigen Handlungen in Ueberfülle begangen haben, die bewußt auf die Schwächung unserer Widerstandstraft hinausliefen. Der Zwed war felbstverständlich nicht der Wunsch, das eigene Bolf in den Abgrund zu stürzen; das Ziel war die Weltrevolution, und die Führer waren der Ansicht, daß es ihre Pflicht sei, das eigene Bolk zu revolutionieren, und gerade so, wie es die Pflicht der russischen, französischen und englischen Sozialisten sei, ihre Länder zu revolutionieren. Das ist im Dezember 1918 zugegeben worden. Heute wird es bestritten. Aber nichts wäre verhängnisvoller, als menn die Sozialdemokratie zu diesen internationalen revolutionären Tendenzen zurückkehren würde. Ich halte den überaus schweren Vorwurf der Geschichtsfälschung, der gegen Coßmann von seiten des Beklagten erhoben wurde, durch den bisherigen Stand der Berhandlungen in feiner Weise für erwiesen. Nur habe ich den Einbrud, daß die Dolchstoßhefte viel flarer hätten redigiert werden müffen, und es ist nicht immer die Msp. und die Usp. mif wünschenswerter Deutlichkeit auseinandergehalten worden. Billige Lebensmittel Butter Käse Frühst.- Käse Saneria, Stick 15Pt. Camembertvolltett..35Pt. Briekäse...... Pfund 70P. Harzer Käse..Pfand 60P. Wurstwaren Hausm.- Sülze Piand 48Pt. Rot.-u. Leberw. Prd. 70Pf. Corned beef Pfund.. 85er. Bauernmettwurst PM. 115 Allg.Stg.- Käsertund90Pt. Hausm.- Leberwurstefund 120 Vollf.Tilsiter.. Pfund 110 Holl. Käse...... Pfund 110 Molk.- Butter P6.- Stek. 115 Margarine.... Pfand 60Pt. Fleischwurst Pland 130 Mettw.. Braunsch. Art, Pld. 160 Teewurst......... .Pfand 180 Zervelat u. Salami Prand 190 Corned beef 45 Delsardinen 40P Kartoffeln, Dese a. 2 Pid. Pf. pertugleische...... Dese 277 H Frisches Fleisch E 99 Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 St. Gauvorstand. Kameraden, die an der Fahnenmeihe in Steglitz teilnehmen wollen und nicht mit ihrem Kreisverein marschieren, treffen fich um 12.45 Uhr Dippelvlak am Wannseebhf. Steglik. Mitte. Gonntag, d. 8., Pflichtveranstaltung Gadowa. Antreten morgens 8 Uhr Rüdtehr mittags 12 Uhr. Tiergarten. Dietsenstraße( Bolizeipräsidium). Sonntag, b. 8., mittags 12 Uhr, Gozłowstnbrüde. Fahrt nach Bahnhof Lichter. felde Oft aweds Aufstellung. Kameradschaft West 12 Uhr Magbeburger Plas. Teilnahme an der Bannerweihe in Steglig. Wilmersdorf. Kameraden, die nicht an der Bannerweihe in Steglis teilnehmen, wird der Besuch der Revo lutionsfeier( Bunter Abend, Ball) der Jungdemokratischen Vereinigung Bilmersdorf im Bittoriagarten, Wilhelmsaue, dringend empfohlen. farten unentgeltlich ab Fr. gegen Borzeigung der Mitgliedskarten bei Aroihs. Schöneberg- Friedenau. Sonntag, d. 8., mittags 12 Uhr, Abmarsch mit Tambour- und Musikkorps vom Bhf. Grokaörschenstraße. Pflichtveranstaltung. Steglik. Bannerweihe. Sonntag, d. 8., nachmittags 12,45 Uhr, Sammeln an den bekannten Plägen. In der Schulhalle ber 7./8. Gemeindeschuile Steglis, Friesenstraße, um 2,30 Uhr Bannerweihe. Sierauf Marsch nach Lichterfelde, Treptow. Sonntag, d. 8., Attive hard, Weiherede Kamerad Erwin Barth. Eintritts und Paffive nachmittags 3,30 Uhr Wiener Brüde. Propagandamarsch zur Beranstaltung mit Tambourkorps. Bilichterscheinen sämtlicher Untergruppen. Lichtenberg mit Untergruppen. Sonntag. d. 8., nadymittags 4 Uhr, bei Schonert am Rummelsburger See Republikanischer Familienabend( Borträge, Bankow mit UnterTanz usw.). Alle Berliner Rameraden find eingeladen. gruppen. Sonntag, d. 8., vormittags 11,45 Uhr, mit Tambourkorps und Fahnen Schönhauser Allee Ede Bornholmer Straße. Fahrt nach Steglik. Friedrichshain. Die Einäscherung des Rameraden Mag Serold findet am So., d. 7., nachmittags 1,30 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Treffpunkt 1 Uhr Bhf. Baumschulenweg. Tiergarten. Fr., d. 6., 8 Uhr, Kameradschaft Westen bei Berenstrunt, Lükomste. 7, Bollverf. Charlotten burg. Gonntag, d. 8., Dormittags 11,30 Uhr, stehen die Rameradschaften Stuttgarter Plak zur Fahnenweihe Steglik. Tempelhof. Gonntag, b. 8., sormittags 11,45 Uhr, Antreten am Alarichplak zum Abmarsch zur Bannermeihe Steglig. Arbeiter- Rabio- Klub, Bezirk Reukölln Jeden Freitag von 8-10 Uhr im Deutscher Esperanto- Bund, Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 6. November, 8 Uhr, Ronditorei Dobrin, Sadefcher Markt, Uebungsabend. Gäste willkommen. Berliner Arbeiter- Schachflub. Am Sonntag, den 8. November, vormittags 10 Uhr, gelangen folgende Mannschaftsmettkämpfe aum Austrag: C- Gruppe: Sid- West- Friedrichsfelde bei Schuldt, Mariendorfer Str. 5. FriedrichshainNorb- eft bei Döring, Rochhanftr. 40. Ofthafen- Beften bei Reller, GoßlerAm Sonn ftraße 10. Sumboldhain- Bedding bei Rath, Tegler Str. 23. abend, den 7. November, 8 Uhr, bei Ewald, Stalizer Str. 126, Obleutesikung. Tagesordnung: Bußtagsveranstaltung. Restaurant Gauer, Wefer. Ede Bannierstraße. Gäste willkommen. Agubas Jisroel( Ortsgruppe Berlin). Am Sonntag, ben 8. November, 8 Uhr, wird Rahnarzt Dr. G. Ehrmann aus Frankfurt, a. M. in den SophienSälen( Barterre- Gaal) über Jüngste Erfolge unserer Balästinaarbeit" einch Bortrag halten. Berein Jegner Sandsleute au Berlin. Sonnabend, den 7. November, 24. Stiftungsfest im Berliner Klubhaus, Berlin 60, Ohmstr. 2. Anfang 8 Uhr. Eintritt infl. Steuer 1 M. Karten find an der Raffe zu haben. Mittwoch, den 11. November, Bersammlung im Bereinslobal, Fischerstr. 25. Alt- Berlin- Freunde und Landsleute willkommen. Die echten holländischen POLAK PUDDINGE ajp Kaufst du Pudding, nimm den echten, Tolak's Speisen sind die rechten. IETZ Mengenabgabe vorbehalten Ochsensuppenfleisch.... Pfund 70P. Ochsenfehlrippeu.- brust Pra. 80PL 0. Pa.Ochsenschmorfleisch 120 Ralbsrücken Ptand Hammelvorderfleisch... Pfand 76PL Hammelrücken Kalbskamm Kassler Kalbskeulen Pfund 86P. Pfund 130 140 Pfd. ..Pfand 76PL .Pfand 90 Pt. Schweineschinken 125 Schweinebauch u. blatt.. Pland 125 ........ Pfand 70P. Schweinekotelett Schweineköpfe .Pfund .Pfand 150 Schweineköpfe 65 pkelte, mit Feltbacke, Pid, Pr. sepoketto, it Fetisie, t. 58 Pr. Prima Eisheine 72 Pf. frische, mit Fettbacke, Pfd. Gemüse- u. Obstkonserven 638 Stangenspargel aan 240 Stangenspargel sofeo 290 Stangenspargelmittel 335 Stangenspargel stark 355 Brechspargela. Kopte 130 Brechspargel dann 198 Brechspargel mittel.. 208 Brechspargel stark.. 298 Hefferlinge...... 120 Bose Gem. Gemüse........ 78P Gem. Gemüse mittel.. 122 Gemüseerbsen.... 55PL Junge Erbsen mittel. 90Pt. Tomatenpüree.78Pt. Junge Brack: Bohnen.. 75er. Pflaumen............ 70er. Gem. Früchte........ 150 Mirabellen......... 180 und Schnitt22 In unserer Parfümerieabteilung: Kernselfe garant rein, es. 200 g 17P. 39thek 50Pf., ca. 400g Stack 32 Pf. Basaltseife feinste 80%, Kernseife..... 500- g- Stück 75Pt. Samiak- Terpentin- Seifenpulvers- Prd- Pak.55Pt. Gefrierfleisch Pa. Ochsensuppenfleisch P. 58PL la Ochsenbacken fett,.. Pa. Ochsenschmorfleisch 90P Gehacktes Pfd. 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Das erstemal wurde ich als Sohn eines Gärtners im Badischen geboren, das zweitemal aber, als ich achtzehn Jahr alt war und das Meer erlebte. lleber siebzehn Jahre lebte ich still und animalisch in einem Dorfe in der Rheinebene. Wunschlos sah ich das Land im flutenden Licht des Frühlings. Die Berge verlodten mich nicht. Im Herbst schrien die wilden Gänse. Meine Seele gab ihnen noch teine Antwort. Auch der Wind flog zwanglos an mir vorbei. Die Bollen riffen mich noch nicht aus meiner Jünglingseinsamteit und strengen Arbeit. Ich ließ den Wind wehen, das Licht fluten, die Wandergänse schreien und wurzelte start in der heimatlichen Erde. Als ich siebzehn Jahre alt war, nahm mein Bater einen neuen Gehilfen in sein Haus. Er hieß Thomas Eydermann und war schon durch ganz Europa gekommen. In Paris hatte er gearbeitet, in Madrid, in London und auch im fernen, goldgetürmten Moskau. Wenn wir uns am Tag müde gearbeitet hatten und die schweren Hände verrasten ließen, begann er ab und zu leise von seinen Wande rungen und Abenteuern zu erzählen. Heute noch höre und sehe ich sein braunes Geficht vor mir, die hohe gewölbte Stirn, den frauenhaften Mund, das aschblonde Haar, die blauen flimmernden Augen. ,, Der Mensch lebt nicht vom Brot allein," begann er an einem füßen, schwermütigen Abend, in dem die Sonne wie ein Feuerball über die Bogesen rollte und dann ganz langsam in das blaue Nichts der Täler verfant. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er lebt auch vom Wind, der durch die Wiesen weht, er lebt vom Meer, von den Sternen und den kleinen entzüdenden Schreien, die aus den Brüsten der Vögel kommen Ja," sagte ich, der Mensch lebt auch vom Anblick der roten Sonne. Aber wozu lebt der Mensch? Nur um da zu sein und dann Bu fterben?" Der Mensch lebt, um sich zu berauschen, Kind," sagte Thomas und wandte mir fein Gesicht zu, in dem die Augen ganz tief dunkelten, ganz anders als am hellen Tag ,,, um mitzurauschen, lebt er, um mitzufchwingen im Wiegen und Sichbiegen der großen Wälder. Aus der Erde brechen die Quellen und verrasten nicht, nein. Sie mandern weiter. Die Blumen blühen an einem festen Plazz, doch fie lassen ihren Samen in allen Binden fliegen. Selbst die Steine Lösen sich vom Berg und rollen in die Tiefe des Stromes, um sich abzuschleifen, um rund und harmonisch zu werden..." Er schwieg einige Minuten und sah dem fernen Sonnenuntergang zu, dem Berlöschen des Lichts, dem blauen Rauch fühler Täler. Als das legte Rot ausgelöscht war, begann er wieder zu reden. „ Darum lebt der Mensch, darum. Um rund und harmonisch zu werden. Doch sage mir, warum die Menschen elend find? Warum fie verfümmern? Warum sie unzufrieden sind? Weißt du das? Ich will dir sagen Kind, warum. Sie find elend, weil sie sich in die Arbeit und in die Pflicht wie in einem Doppeltäfig eingesperrt haben, in die Städte, in die Dörfer, weil fie feinen freien Himmel über sich haben und teine freie Erde vor sich. Darum müssen sie verfümmern. Alles fließt, mein Kind, alles fließt. Auch wir müssen, ob wir wollen oder nicht, gleichfalls fließen, fließen und überfließen in den Strom der Welt." Er schwieg noch einmal und sagte dann endlich ganz leise und geheimnisvoll: Das ist die ewige Geburt." Biele folcher Gespräche erlebte ich, die im Grunde nur ein einziges Gespräch um den Sinn der Welt waren und aus der Unruhe des Blutes aufstiegen, das den Thomas Endermann durch die vielen Länder und Landschaften trieb. Eines Tages aber verließ der sonder: bare Gärtner unser Haus. Ohne Gruß und Abschied hatte er uns verlassen. Rur sein Unfrieden blieb, sein verzaubertes Blut, das jezt mein Herz überschäumte. Unzufrieden wurde ich mit meiner Heimat und meiner Arbeit, unzufrieden mit mir selbst. Am tiefsten hatte mich der Gedanke an die ewige Geburt erfaßt, an das Fließen und Mitfließen aller Dinge, an die Mündung in den großen Strom der Welt ,, zu dem auch der Tod mur ein nachtschwarzes, dunkelSchimmerndes Tor ist. Dieser Gedante riß mich aus meiner Ruhe und erhob mich in die Flugrichtung der Wolken und Wandergänse. Bald ließ ich das Vaterhaus, die Mutter, die Brüder, die Blumen, die Gräser und lief davon. Italien habe ich bereist, Griechenlands Inseln grüßten mich, im Schatten der Pyramiden suchte ich nach dem Sinn der Welt. Frankreich kenne ich, Spanien, Deutschland und Standinavien. Die goldenen Türme von Moskau lockten mich sehr. Mein Zeichen fennen alle Tippelbrüder auf der Welt, den Anfangsbuchstaben meines Namens, das zu einem Schwanenhals gebogene S. Der Vater hat mich verstoßen, doch jetzt ist er tot. Auch die Mutter ist gestorben. Mein zweiter Bruder Paul besitzt jetzt die Gärtnerei. Ich habe die ganze Welt. Die ganze Welt haben, das heißt ihren Sinn begreifen, ihren Herzschlag verstehen, ihre großen Atemzüge, ihren leichten Schlummer, ihre Schwermut, ihr füßes Lächeln. Die Welt verstehen, heißt die Quelle suchen, aus der alles Dasein bricht: die Frau, die Mutter. Das Blut, in dem ein Mensch geboren wird, ist tausendmal töstlicher als das Blut, in dem er im heftigen Kampf und ewigen Krieg der Männer stirbt. Viele Frauen habe ich gesehen, viele Mütter. Ihr lichtes Lächeln hat oft meine Einsamkeit erhellt. O schöner Glanz, der aus den Augen strahlt und die Landschaft der Gesichter frönt! O heiliges Feuer, in dem der Staub des Alltags verbrennt! Viele Frauen and Mütter habe ich lächeln sehen, in Rom aber sah ich die Madonna. Der Tag war regnerisch. Am vorhergehenden Tage war ich in Ostia gewesen und hatte das Meer gesehen. Die Campagna hatte mich schwermütig gemacht, doch das Meer und seine Brandung riß mich in das Leben zurüd, in die grenzenlose Beite des Lichts, in Den ewigen Ansturm gegen das Schicksal, gegen das gesicherte Land, gegen die satte Ruhe eines bürgerlichen Daseins. Immer sich wandeln, immer neu sein, immer aufbruchsbereit, das waren meine Gedanken beim Anblick des brandenden Meeres, das sich, jetzt war mir das Gespräch von Thomas Eydermann nahe, in ewigen Geburten verjüngte. Die ewige Geburt! Weihnachten hatte ich in Rom erlebt, den Jubelrausch des Boltes, die blühenden Zweige aus der Campagna, die wilde aufgeregte Nacht, die heidnischen Umzüge und Schreie: Natale! Natale! Geburt! Geburt! Das Licht hatte gefiegt und in diesem Licht das füße Knäblein, das das Kreuz der Welt auf sich nahm, wie so schön erzählt wird, um die Menschheit zu erlösen. Nach dem Tag am Meer besuchte ich in Rom ein kleines Vorstadttheater. Als der purpurne Vorhang auseinanderzischte, sprang auf die Bühne ein junges Mädchen im flatterhaften Kleid. Das ปร FUTTERKRIPPE Schiele weint. Beilage des Vorwärts SCHIELE Westarp PARTEIHAFER Porteidiscipline Mit seinen Abschiedstränen hat er unsere ganze Jnnung blamiert." füße, teine Kind war aus schlauer Berechnung als erfte auf die Bühne geschickt worden, um die leichte Brüde in den Zuschauerraum zu schlagen, die goldene Brücke für die kleinen Leute, die aus dem Abend und Altag gekommen waren, um leuchtende Dinge zu er leben, um ihr Dasein zu verzaubern. Als das Mädchen ihre Chansons mit einer 3ote beendete und dabei ihr flatterhaftes Kleidchen frech entblätterte, jauchzte das Boll. Rasender Beifall deckte ihr fofettes Lächeln und Knicksen zu, mit dem sie dankte und schwebend verschwand. Die Brücke nach der Bühne war gebaut. Auf ihr wandelte die große Begierde des Balkes nach Wunscherfüllung und Abenteuer. ( Schluß folgt.) Die Wunder des Amazonentales. Stacoatiara, ein kleines Dörfchen, reihenförmig angelegt an einem Ufer des mächtigen Stromes. Die Wälder, in die es gebettet ist, bestehen zum größten Teil aus wilden Nußbäumen, die die phantastische Höhe von 40 und 50 Meter erreichen und Früchte hervorbringen, deren jede über 20, nicht selten fogar 30 Kerne enthält. Der nächste bewohnte Play ift Manaos, eine Region von bezaubernder Anmut und Lieblichkeit, ausgezeichnet durch das Borkommen der gigantischen Seeroje„ Victoria regia", deren Blätter einen Durch messer von drei Meter erreichen. Sie gleichen enormen Platten von ovalem Zuschnitt und haben Ränder, die so scharf sind wie eine gut geschliffene Messerklinge. Jedes einzelne von diesen Blätter: ist ohne weiteres imftande, einen erwachsenen Mann zu tragen. Im Verhältnis zu ihnen sind die Blüten klein zu nennen. Aber mit ihrem Durchmesser von 50 bis 60 Zentimeter sind sie immer nach mett, das imaginäre Knopfloch eines vorzeitlichen Giganten zu schmüden. Am stärksten ist die Seerojenvegetation im Tapajos, einem Nebenfluß des Amazonenstroms, in dem auch sonst überaus zahlreiche Wasserpflanzen wuchern, so daß seine Oberfläche buchstäb lich mit einer dicken Schicht von grünem Blatt- und Rankenwerk von fast undurchdringlicher Zähigkeit und Dide überzogen ist. Der Tapajos ist es auch, in dem die meisten treibenden Inseln im Be reich des Amazonenstroms vorkommen. Diese Inseln erreichen nicht selten die stattliche Ausdehnung von vier bis fünf Quadratkilometer. Es ist ein seltsamer Anblick, den diese Schollenschiffe darbieten, wenn sie sich langsam hin und her bewegen, je nachdem, wie die Strömungsverhältnisse und die Widerstände, die die üppige Begetation des Flusses ihnen entgegensetzt, es mit sich bringen. Manche von diesen Inseln tragen mächtige Bäume und sind von allerlei Getier bevölkert. Die Wälder an den Ufern stellen eine fast un durchdringliche Wildnis dar, in der Pumas, Jaguare, Papageien und Affen aller Arten leben. Auch gibt es hier Spinnen, die so großz sind, daß sie imstande sind, den Kampf mit einem mittelgroßen Bogel aufzunehmen, und nicht selten geschieht es, daß sie ihn zu ihren Gunsten beenden und sich an dem gefiederten Leichnam ihres Gegners nach Herzenslust gütlich tun. Eine andere ungemütliche Mietspartei der Amazonenwildris ift die Boa constrictor, die es hier auf eine Länge von 20 bis 25 Meter bringt, ganz zu schweigen vom Alligator, der hier in allen Größen und Spielarten haust. Herodot und Diodor, wohnte einst ein fabelhaftes Volt, das nur An den Ufern des Thermodon in Kappadozien, so erzählen aus Frauen bestand, keine Männer unter sich duldete und unter einer Königin einen friegerischen Staat bildete. Mit den Männern benachbarter Bölferschaften pflogen diese Kriegerinnen nur gelegent liche Gemeinschaften, die ausschließlich dem Zweck der Fortpflanzung geweiht waren. Die neugeborenen Knaben töteten sie, soweit sie fie nicht ihren Bätern zusandten, die Mädchen aber erzogen sie von Kindesbeinen auf zum Krieg und brannten ihnen die rechte Bruft aus, damit sie ihnen beim Spannen des Bogens nicht hinderlich sei. Davon sollen fie den Namen Amazonen( Brustlose) erhalten haben. Die Ueberlieferung berichtet, daß die Amazonen einst ganz Asien mit Krieg überzogen und Smyrna, Ephesus und andere Städte erbaut haben. Schon Homer berichtet von Kämpfen des Bellerophon und der Phrygier gegen die Amazonen. Ihre Königin Hippolyte wurde von Herakles getötet, unter dessen ihm von Eurystheus auf erlegten Arbeiten eine darin bestand, jener Königin das Wehr gehänge abzunehmen, das sie einst von Ares erhalten hatte. Unter ihrer Königin Benthefilea zogen die Amazonen angeblich dem Briamos gegen die Griechen zu Hilfe, und auch zur Zeit Aleranders des Großen treten sie noch in Sagen auf, ja selbst im Mittelalter haben sie noch in hohem Maße die Phantasie des Boltes beschäftigt. Nicht lange nach der Entdeckung Brasiliens durch Vincente Danez Binzon, ein Gefährte von Christoph Kolumbus, erreichte im Jahre 1540 der Spanier Francisco de Orellana den Lauf eines tete, wurde er hier in einen Kampf mit einem Frauenvolk verschiedene Fischarten fennen. Der größte im Amazonenstrom vorStromes, den die Eingeborenen Maranon nannten. Wie er berich widelt, das die Ufer des Flusses bewohnte. Es war der Stamm der wilden Tampuras, bei denen es zwar auch Männer gab, deren Verfassung aber vollkommen auf den Grundsägen des Mutterrechts aufgebaut war. Dementsprechend befanden sich alle öffentlichen Aemter in den Händen der Frauen, was auf Orellana so großen Eindruck machte, daß er in Erinnerung an die sagenhaften Ama zonen der alten Welt den Maranon auf den Namen des Amazonenstromes taufte. Orellana war es übrigens auch, der die Fabel von dem wunderbaren Goldland Dorado ausbrachte. Unter denen, die sich in der Folgezeit um die Erforschung des Stromlaufes verdient machten, sind besonders Pedro Teixeira, der Jesuitenpater Samuel Friß, der„ Apostel des Amazonenstroms", Condamine, Six, Martius, Böppig, Brinz Adalbert von Preußen und der Graf Caftelnau zu nennen. Bon besonderer Wichtigkeit wurde ferner die im Auftrag der Regierung der Vereinigten Staaten Expedition von Herndon und Gibbon, der mehrere andere Expeditionen ähnlicher Art, teils von der nordamerikanischen Union. teils von Brasilien veranlaßt, sich anschlossen. Neuerdings hat eine Gruppe von französischen Forschern eine Expedition nach dem Amazonenstrom unternommen. Soweit die Ergebnisse dieser Erpedition bisher vorliegen, bestätigen sie nicht nur in vollem Umfang die Tatsache, daß das ungeheure Stromnet des Amazonenstroms eine Wundermelt chnegleichen ist, sondern bringen überdies eine ganze Reihe pon neuen Einzelheiten bei, aus denen hervorgeht, daß diese Wunder welt noch bei weitem reicher und phantastischer ist, als man bisher annahm. unternommene In erster Reihe beschäftigte sich die Expedition mit der Erforschung der Umgebung von Iquitos. Dieser vorgeschobene Boften, den die Zivilisation bisher am Amazonenstrom zu erobern vermochte, ist vollkommen eingeschlossen von jungfräulichen Urwäldern. Der Amazonenstrom ist der einzige Weg, der zu ihm führt. Hier mächst der vor ungefähr zwei Jahren entdeckte Baum, dessen Herz alle Eigenschaften des Terpentinöls besitzt. Außerdem wimmelt es von mächtigen Gummibäumen. Etmas weiter stromab liegt Die Gewäffer des Amazonenstroms beherbergen nach den Feststellungen der Expedition an 3000 verschiedene Fischarten, während unsere europäischen Gewäffer insgesamt nur ungefähr 150 verkommende Fisch ist der Arapaima oder Piaruru, der bis 5 Meter lang wird und ein Gewicht bis zu 500 Pfund erreicht. Sein wenig wohlschmeckendes Fleisch bildet gesalzen, geräuchert oder gebörrt einen wichtigen Handelsartifel. Bemerkenswert ist, daß auch Delphine sowie andere typische Meertiere im Amazonenstrom vor lommen, aber in Arten, die deutliche Unterschiede gegenüber den im Meer lebenden aufweisen. Sehr gefährlich ist eine haiart, genannt Pirandha. Ein ungefährlicher, aber desto originellerer Kauz ist der Boto, ein Fisch, der außerordentlich start atmet und im Schlaf fogar schnarcht. Zahlreiche Indianerstämme wie die Boras, Ofainas, Huitotos und Oregonindianer leben in fleinen und weit auseinander liegenden Siedlungen im Flußgebiet des Amazonenstroms. Sum weitaus größten Teil sind sie aber bereits zivilisiert und gehen durchaus modernen und unromantischen Beschäftigungen nach. So betätigen sie sich vielfach in der Industrie der Gummigewinnung, und sobald die vor furzem entdeckten Goldminen am Rio Negro erschlossen sein merden, werden sie sicher auch hier ihre Arbeitskraft verdingen. Am rückständigsten sind neben den Detroitindianern, die erst halb zivilifiert sind, die Huitotos, die seinerzeit den französischen Forscher Emil Robuclon töteten, um feinen Leichnam daun zu verspeisen. die Frauen der Huitotos setzen seltsamerweise die Füße einwärts, während die Männer die Füße normal auswärts segen. Die Behen sind bei beiden Geschlechtern so start entwickelt, daß sie mit den Füßen greifen fönnen wie mit Händen. Die Frauen gehen vollständig nackt, tätowieren sich aber Bauch und Schenkel. Wenn ein junges Mädchen einen Heiratsantrag bekommt, dem die Eltern zustimmen, so wird es an einen Pfahl gebunden und dann so lange geschlagen, bis es ohnmächtig zusammenbricht. Die Ohnmacht gilt als Zeichen dafür, daß der Geist der mädchenhaften Unreife den Körper der Braut verlassen hat. Von diesem Augenblick an wird sie als Frau respektiert, auch wenn aus der Verlobung nichts werden sollte, was gar nicht so selten vorkommt. Es gibt daher unter der Huitotos eine ganze Reihe von Frauen, die Jungfrauen sind. Billiger Freitag Sonnabend Jandorf Kleiderrock aus haltbarem Stoff, dunkle Farben, mod. Fassons, gute Verarbeitung Morgenrock warmer Flauschstoff, weiter Schnitt, viele Farben, mit Paspelgarnierung Straßenkleid aus gutem Rips, sehr fesch verarbeitet, mod. 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November 1925 verstarb plöglich nach kurzem Krantenlager unser liebes, hochverehrtes Mitglied des Borstandes, Herr Heinrich Rekelkamm im fait vollendeten Alter von 74 Jahren. Wir verlieren in ihm einen irenen Mitarbeiter, der in fteter Bflichter füllung bemüht war, das Wohl der Berficherten und der Krantentaffe zu wahren und hochzuhalten. Sein Andenten wird stets in Ehren gehalten werden. Der Vorstand und die Angestellten der lanungskrankenk. der Gastwiris- leneng zu Berlin. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 7. November 1925, nach mittags 122 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt [ 53/10 Besonders wirksam sind die Kleinen Anzeigen In der Gesamt. Auflage billig! des Vorwärts und trotzdem Metallbettstellen Korbmöbel, Kinderwagen Diskret Teilzahlung bei sofort.Lieferung BALL Gr. Frankfurt. Str. 47 gegenüb.Markusstr. 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