Nr. 531 42. Jahrg. Ausgabe A fr. 271 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monaffid 8. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreusband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Euremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit mit„ Gieb. fung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: Sozialbemetrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 80 Pfennig. Reklamezeile B.- Reichsmart. Ricine Anzeigen das fettgedrudte Wort 25 Vfennia ( auläffia awei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Wocie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Sie haben die Tatsachen der Geschichte vergewaltigt, sie haben eine Propaganda der Pseudorevanche betrieben, um mit dieser Propaganda Leidenschaften gegen die Republik zu erweden. Aber die Republit lebt, und die Schlammflut der Verleumdung ebbt zurüd. Was bleibt übrig von der Dolchstoßlüge, von der Agitationsphrafe gegen die Novemberverbrecher"? Der Dolchstoßprozeß in München hat der Dolchstoß lüge einen Stoß versezt, von dem sie sich nicht wieder erholen wird. Auf dieser Geschichtslüge aber, auf der Heze gegen die deutsche Sozialdemokratie und ihre Führer, ist die Propaganda der bayerischen Putschisten aufgebaut. Die Grundlage ihrer Propaganda manft. Dazu kommt ein anderes: troß aller Heze, trotz aller Königsparaden, trok des theore tischen Bekenntnisses des Chefs der bayerischen Regierung zum Monarchismus wendet sich die bayerische Bevölkerung immer mehr der Republik zu. Es ist ein Geständnis, daß die Herren aus der Umgebung des bayerischen Thronprätendenten Rupp recht von Wittelsbach in ihrer Besprechung mit dem Minister präsidenten held abgelegt haben: bie Verhältnisse in Bayern haben fich gefestigt und beruhigt, das Bolt läuft Gefahr, sich mit der Republik abzufinden". Sie wollen die imere Ronfolidierung der Berhältniffe nicht, die Bayern so dringend braucht wie ein anderes deutsches Land, sie sehen mit Ingrimm, daß die monarchische Bewegung in Bayern ein fünstliches, im Boffe nicht verwurzeltes Produkt ist, daß auch die Zurschaustellung des Kronprätendenten nicht vermag, die Feftigung der Republit in Bayern zu erschüttern. Weil der Boden unter ihren Füßen wankt, weil sie selbst an der Zukunft und der Siegestraft des monarchischen GeDenkens verzweifeln, denten fie an den Staatsstreich. Sie wollten vorsichtiger sein, als die um Hitler und Luden dorff fie haben deshalb bei der Regierung angefragt, ob ihr Staatsstreich opportun fei und Aussicht auf Erfolg habe. Sie haben, wie Hitler und Ludendorff, darauf gerechnet, daß die Behörden mit ihnen sein würden und sie fonnten mit einem Schein von Recht diese Vermutungen haben, da die Behörden sich zweideutig genug verhalten hatten. Sie haben eine neue, verschlechterte Auflage des Ludendorff- Butsches geliefert. | Bayerische Vertuschungsversuche. sollte der königliche Purpur emporsteigen? Nein, die banerisollte der königliche Purpur emporsteigen? Nein, die baŋerischen Butschisten sind schlechte Monarchisten! An ihnen voll zieht sich verdientes Geschick: sie erschlagen mit ihrer Bewegung zugleich den Nimbus des Königtums, dem sie durch den Staatsstreich zur Macht verhelfen wollten! Aber der Zusammenbruch des bayerischen Butschismus in Lächerlichkeit darf die Republikaner in Deutschland nicht in forglofe Ruhe wiegen. Ihre Aufgabe ist es, die Republik zu schüßen. Sie müssen bereit sein, gegen einen Ausbruch der Verzweiflung der Staatsstreichler und Monarchisten ihre ganze Entschloffenheit und ihren festen Willen zur Republit einzusetzen. Es muß endlich einmal Schluß gemacht werden mit jenem Treiben, das im Reich in den monarchistischen Paraden zum Ausdrud fommt, und in Bayern in dem Unmesen der Bünde der Heimat- und Königstreuen", der Bayerntreue" und wie sie alle heißen. " | archistischen Gedankens mit Wittelsbach als dem legitimen Herr scherhaus. In dieser Interpretation ist selbstverständlich die tatsächliche Illegialität dieser Organisation nicht aus der Welt geschafft, nachdem sich ihre Gründung vollständig im dunkeln vollzogen und die Drahtzieher es bisher nicht gewagt haben, ihre Namen der Deffentlichkeit preiszugeben. Nachdem jetzt die Schleier über ihre Unterredung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held gelüftet sind, verlangt die Deffentlichkeit mit aller Entschiedenheit, daß ihr die Führer der Putschorganisation sofort bekanntgegeben werden. Chamberlains Guildhallrede. Locarno, der Becher der Hoffnung". London, 9. November.( WTB.) Vormeldung. In seiner Es genügt nicht, daß der bayerische Ministerpräsident versichert, er sei heute verpflichtet, Staatsordnung und Ber- Rede auf dem Guildhallbankett fagte Chamberlain, wenn die fassung zu schützen. Es heißt, die bayerische Regierung wolle Ergebniffe von Locarno mit jo allgemeiner Zustimmung beein Dementi veröffentlichen. Was soll das für ein Dementi ein Dementi veröffentlichen. Was soll das für ein Dementi grüßt worden find, so war das deshalb, weil die Verträge von Cosein? Will die bayerische Regierung, monarchisch von Gesprachen. Er vertraue darauf, daß die Locarnoverträge von den carno einem von der ganzen Welt tiefgefühlten Bedürfnis entfinnung, sich deckend und schüßend vor die Butschisten um Rupprecht von Wittelsbach stellen? Will sie verschweigen, ner jämtlichen beteiligten Ländern unterzeichnet werden tuschen, damit das Treiben weiter gehen fann, und die But- würden. Denn fein Staatsmann könne vor der Geschichte schisten sich nur auf einen späteren Termin vertrösten? Will die Berantwortung dafür übernehmen, daß er den Becher fie, monarchisch von Gesinnung, Rupprecht von Wittelsbach, der Hoffnung, den die Ergebnisse von Locarno darstellen, zurüdden Thronprätendenten, vor verdienter Lächerlichkeit be- gewiesen habe. Die. Welt bedürfe des Geistes von Locarno, wahren? Steht ihr der Nimbus des Königtums höher als das und diese Konferenz sei ein Anfang, nicht ein Abschluß geRecht des Staates, als die Verfassung der Republik, als die wefen. Er hoffe, der Geist von Locarno werde auch in der chinejiEinheit des Reiches, die das Treiben des Prätendenten und ichen Zollfonferenz gegenwärtig sein, die dem fernen Osten seiner Clique zu zerstören droht? schließlich den Frieden bringen werde. Es ist die Pflicht der bayerischen Regierung, die hochperräterischen Organisationen, deren Chess beim Ministerpräsidenten vorgesprachen haben, aufzulösen. Ueber ihren Charaf ter ist fein 3weifel mehr. Es wäre ihre Pflicht gewesen, die Chefs dieser Organisationen verhaften zu lassen. Es muß Klarheit geschaffen werden. Eine vorbereitende Handlung zum Hochperrat ist geschehen. Es ist die Pflicht der obersten Justizbehörde des Reiches, ein Verfahren ein zuleiten gegen Rupprecht von Wittelsbach und seine Helfer. Der Kronprätendent steht nicht außerhalb der Justiz! Die Strenge des Rechts, die gegen jeden Hochverräter der äußersten Linfen angewandt worden ist, muß die monarchistischen Hochverräter in gleicher Weise treffen. Sollen sie ungestört durch die zum Schuß der Berfassung und des Reiches berufenen Behörden ihr hochperräte risches Treiben fortseßen dürfen? Die Deffentlichkeit braucht jetzt nicht verhüllende Dementis und beruhigende Erklärungen. Sie muß Klarheit haben! tis und beruhigende Erklärungen. Sie muß Klarheit haben! Wenn es den bayerischen Monarchisten um Rupprecht von Wittelsbach nach einem Staatsstreich gelüftet, so müssen sie wissen, daß sie die ganze Kraft der Republikaner gegen sich haben werden. Republikaner, seid wachsam! Es soll vertuscht werden! Die Erinnerung an den November 1923 steigt herauf. Es war nicht das Kraftgefühl einer aufsteigenden Boltsbewegung, das die Ludendorff und Hitler zum Putsch trieb. Es war die Sorge, daß ihre Zeit schon vorüber sei, daß sie losschlagen müßten, ehe es endgültig zu spät sei. So unternahmen sie ihren Theaterputsch, jene erbärmliche Komödie im Bürgerbräufeller in München, die sie dem Hohngelächter der ganzen Welt preisgab. Aber Hitler und Ludendorff --so sehr sie auf die Teilnahme von Behörden rechneten schufen doch wenigstens Tatsachen des Staatsstreichs. Sie demastierten sich, sie fahen ein, daß sie wenigstens Herrn von Rahr„ vergewaltigen" müßten. Sie hatten geglaubt, am Tage der Revolution die Gegenrevolution zum Siege zu führen München, 9. November.( Eigener Drahtbericht.) Gegen die von aber sie demonstrierten nur die aufgeblasene Hohlheit der von eingeweihter Seite mitgeteilte Tatsache eines drohenden Monarchistenihnen geführten putschistischen Bewegung. Zugleich die innere putsches in Bayern wurde mit zwei Arten von Dementis Unehrlichkeit, die weideutigkeit jener Staatsbehörden, die fich vorgegangen. Zunächst wurde glatt abgeleugnet, daß übervon ihnen im Rebenzimmer des Bürgerbräufellers vergewal haupt irgendwo in Bayern ein Gefahrenherd vorhanden sei. Gleich tigen ließen. 3wei Jahre nach ihrer Niederlage haben die bayerischenzeitig wurde aber durch das Organ des Ministerpräsidenten eine offiziöse Meldung verbreitet, die die Existenz der aktiButschisten aus dem Lager der Königstreuen", die um vistischen weiß- blauen Königsmache zugab und die indirekt als eine Rupprecht von Wittelsbach, an einen neuen Butsch gedacht. Mahnung an diese zum geduldigen Abwarten aufgefaßt werden Ihr Versuch endet wie der Versuch der Hitler und Ludendorff. mußte. Unbestrittene Tatsache ist, daß diese Attivisten im Bunde der Bu feige, fich offen zu demeskieren, dachten sie die Methode" Bayerntreuen" zentralisiert sind, einer Organisation, die alle des unausgesprochenen, erbärmlichen Staatsstreiches weiter großen und kleinen sogenannten Führerpersönlichkeiten aus einer zu spielen. Diese Putschisten haben keinen Kahr und feine Reihe vaterländischer Verbände umfaßt. Ihnen gehört auch der Behörde vergewaltigt. Sie sind zum Ministerpräsidenten Kabinettschef des Kronprätendenten Rupprecht, Graf von Go gelaufen und haben einmal angefragt, was er zu einem Staatsstreich fagen würde. Was fagen Sie, Herr Ministerpräsident, wenn wir Rupprecht ein wenig zum König machen? Was fagen Sie, wenn wir ein wenig die bayerische und die Reichsverfassung brechen, wenn wir ein wenig die Reichseinheit zerstören? P Bon der Bergewaltigung im Bürgerbräufeller im November 1923 zu der Anfrage bei der Regierung, ob sie den Staats ftreich dulden werde im November 1925- das ist der Weg bes bayerischen Putschismus zur Verzweiflung, von Lächer lichkeit zu Lächerlichkeit. Diese Lächerlichkeit fällt zurück auf den bayerischen Brätendenten, auf Rupprecht von Wittelsbach. Aus der Propaganda der Verleumdung und des ohnmächtigen Haffes gegen die Republif, aus der Schlammflut der Lüge, aus dem Chaos von Lächerlichkeiten den, an. Sein Besuch bei dem bayerischen Ministerpräsidenten zusammen mit dem ehemaligen Reichswehrgeneral von Moehl fann nicht abgeleugnet werden. Man sieht deshalb mit Spannung einer bereits angefündigten Erklärung des ehemaligen Kronprinzen entgegen, in der ojjenbar die monarchistischen Staatsstreichpläne vertuscht werden sollen. In interessierten Kreisen wird dieser Besuch, der vor etwa 14 Tagen beim Ministerpräsidenten stattgefunden hat, lediglich als eine lonale Anfündigung der Gründung des Führerbundes der Bayerntreuen hingestellt. Weiter wird erklärt, daß dieser Bund nur zur Pflege zweier besonderer banerischer Traditionen diene, 1. der Pflege des föderalistischen Staatsprinzips im Bismardschen Geiste und 2. der Pflege des mon. An dem vom neuen Lordmayor gegebenen Bankett nahmen teil die Botschafter und Gesandten der auswärtigen Mächte, darunter der deutsche Botschafter Dr. Sthomer, dem eine besonders warme Begrüßung zuteil wurde und dem der neue Lordmayor mit ganz besonderer Herzlichkeit und lange die Hand schüttelte. Chamberlains Cintreffen, war das Signal für laute Hochrufe aller Anwesenden, die sich erhoben hatten und ihm einen begeisterten Empfang bereiteten. Der französische Finanzkonflikt. Regierungsfrise in Sicht? Paris, 9. November.( Eigener Drahtbericht.) Der Konflikt zwischen der Finanzkommission und der Regierung Bainlevé dauert in unvermirderter Schärfe fort. Auch die Aussprache am Montag zwischen Painlevé und der Kommission hat keine Aussichten für einen Ausgleich der Gegenfäße eröffnet. Die von der Kommission angenommene Resolution Auriol bedeutet nicht nur die Ablehnung der neuen Infiction, wie sie im Projett der Regierung vorgesehen ist, sondern auch die nicht minder kategorische Zurückweisung des von Painlevé vorgesehenen Steuerprogramms. Der Ministerpräsident hat am Mortag morgen die Erklärung wiederholt, daß er zu jeder Aenderung der Gesetzentwürfe bereit sei, die dessen Fundamente respektierten, jedoch nicht sein ganzes Programm über den Haufen werfen lassen fönne. Aus diejer Erklärung geht einstweilen nicht mit Klarheit hervor, ob die Regierung bereit ist, die von der Kommission geforderte pöllige Umgestaltung der außerordentlichen Abgabe zu einer mirtlichen Vermögers- und Kapitalsteuer zu akzeptieren. Auch in der Frage der Inflation sind am Montag morgen die Gegenfäze wieder sehr heftig aufeinandergestoßen. Painlevé gab die Erklärung ab, daß die Regierung, die am 8. Dezember verfallenden 2,6 Milliarden Schatzobligationen nicht anders einlösen könne, als durch die Inanspruchnahme eines neuen kredits bei der Bank von Frankreich. Die Sozialisten Leon Blum und Vincent Auriol forderten statt dessen die 3wangsfonso lidierung der furzfristigen Schuld, was Painlevé mit dem Hinweis auf die schwere Erschütterung, die der öffentliche Kredit durch eine derartige Maßnahme erfahren würde, ais für die Regierung absolut un annehmbar bezeichnete. Painlevé hat schließlich angekündigt, daß die Sanierung einen Aufschub mehr dulde und er deshalb spätestens am Donnerstag in der Kammer die Vertrauensfrage stellen werde. Wenn diese Erklärung auch richt als eine direkte Kampfanjage angesehen wird, so läßt doch andererseits die völlige llnmöglichkeit, über die Vorlage in ihrer gegenmärtigen Form zu einer Einigung zu gelangen, eine neue politiche Krise fast unvermeidlich erscheinen, da die Regierung, felbst wenn ein Teil des Kartells mit ihr gehen sollte, diesmal teinerlei Unterftügung vor der Rechten zu erwarten haben wird. Die Rammer sollte heute mit der Beratung des Sanierungsgefeges beginnen. Abg. MaIon bat als Vorsitzender des Finanzausschusses um eintägige Bertagung, da der Ausschuß die Lösung noch nicht gefunden habe. Die Kammer beschloß demgemäß. Der Polizeibluff von Rom. Das ,, Attentat" ein Spigelwerk! Bon der schweizerisch- italienischen Grenge erhalten wir über die Stimmung der italienischen Bevölkerung zu dem sogenannten„ Attentat" auf Mussolini das folgende, vom 7. No vember datierte Stimmungsbild: Welche Elemente besitzt man bis heute, um sich eine Meinung darüber zu bilden, ob das sogenannte Attentat auf Mussolini ein Polizeibluff ist oder eine Grundlage in den Tatsachen hat? Sehr wenige, denn man erfährt über die Sache nichts anderes, als was die„ Stefani" bekannt gegeben hat, zu welchem Komuniqué dann die Garnierungen und Ausschmückungen fommen, die ein in Fälschungen spezialisiertes römisches Blatt liefert. In der großen Mehrheit des Publikums ist man davon überzeugt, Polizeima che vor sich zu haben. Die Ausprägung der Sache in politischen Profit war gar zu prompt, um nicht stußig zu machen: die fofortige militärische Besetzung aller Freimaurerlogen, die Auflösung der sozialistischen Ein heitspartei mit militärischer Besetzung ihres Borstandes und Unterdrückung der Giustizia", der auf dem Fuße die der ,, Boce Republicana" folgte diese Maßnahmen waren zu ost von faschistischer Seite gefordert worden, als daß sie nur durch einen unerwarteten Handstreich ausgelöst scheinen fonnten. Für Polizeimache spricht auch die Ausschlachtung des Attentats" in Amerika bei der Schuldenfrage. Bekanntlich ist der nordamerikanische Staatssekretär des Schazes ein hoher Würdenträger des Freimaurerordens. Die Ereignisse von Florenz dürften ihn nicht eben mit Sympathie für das italienische Regime erfüllt haben. Wie vorteilhaft war es nun für diefes Regime, mit einem ,, Don Freimaurern angezettelten Attentat" aufwarten zu tönnen und zu sagen: unsere Freimaurer find nicht wie die englischen und nordamerikanischen, sie treiben nicht nur Politit, fie organisieren auch Verbrechen! Wer ist der General Capello? Er hat während des I Krieges die zweite Armee befehligt, sich dann ganz dem Faschismus det ersten Monate ergeben, um sich von ihm abzuwenden, als die Freimaurerheze begann. Heute ist Capello einer der höchsten Würdenträger des Ordens. Er soll Geld geber des Attentats sein, für welche Behauptung auch geber des Attentats sein, für welche Behauptung auch nicht einmal der Schimmer eines Beweises versucht wird. Gesetzt, diese beiden Männer hätten sich vor dem Forum ihres Gewissens das Recht einer Gewalttat zugesprochen nicht leichten Sinnes, denn es sind beide reife Männer, die im Krieg ihr Leben vielfach aufs Spiel gesetzt haben und sich schwerer Verantwortung gewachsen gezeigt gefegt, fie hätten gemeint, dadurch ihrem Baterlande und ihren Ideen noch einmal zu dienen, in einem Dienst, bei dem ihr Leben schon im voraus verspielt war: merist es, der Anklage gegen sie erheben fann? Wir, die Sozialisten, wir, die Demokratie, die wir die Gewalttat verwer fen, die wir das Leben heilig achten, die wir nicht an die Erlösung durch den Opfertod glauben, nur an jene Erlösung, die sich ein Bolf erringt. " 1 Aber der Faschismus nicht! Er hat die Macht der Abwehr, die Macht der Rache, nicht das Recht der moralischen Ablehnung. Das hat er verwirkt, vor der Gegenwart und vor der Geschichte, durch systematische der Gegenwart und vor der Geschichte, durch systematische Berherrlichung und Verwendung der Gewalttat. Das hat er verwirkt durch das Beifallstelegramm des damaligen Unterstaatssekretärs De Becaji an die Mörder der Kommunisten von Turin, durch das Telegramm Mussolinis an die Faschisten von Toscana: hebt eu; er glühendes Blei für die Feinde des Faschismus auf", durch den Mord Matteottis, durch die Billigung des Mordanschlags auf Amendola. Der Faschismus kann den, der die Hand gegen ihn erhebt, töten lassen, martern, feinen Besitz tonfiszieren, seine Familie vernichten- das alles kann er und tut er. Moralisch richten fann er nicht! Denn er selbst hat den Kampf auf die Plattform der Gemalt Soweit zur Ausnüßung, die den Polizeibluff geschoben. Wir weichen nur der Gewalt hat Mussolini in plausibel zu machen scheint. Was gar das Belastungs allen möglichen Redewendungen gesagt. Dugendmal hat er material betrifft, so zerrinnt es in nichts, sobald man sich und Farinacci alle feig geheißen, die sich nicht an ihn herandie vorhergehenden Versuche vor Augen hält, Waffen, fom wagten. Borwärts, wenn ihr Courage habt!" Auf diesen promittierende Drucksachen und Geld in die Häufer von Per- Ton war der politische Kampf in Italien durch den Faschismus sonen zu schaffen, die man verhaften wollte. Es liegt durchaus herabgewürdigt worden. im Bereich der Möglichkeit, daß dieselben Polizeiorgane, die die Verhaftung vornahmen, das Präzisionsgewehr in das Hotelzimmer haben schaffen laffen! Daß Raniboni durch vier verschiedene Zwischenmänner vier verschiedene Hotelzimmer, die alle auf die Piazza Colonna blicken, hätte mieten laffen, wäre ein schwerer Ber: dachtsgrund, wenn er bewiesen wäre. Da keiner der Zwischen männer der Polizei bekannt ist, fönnte man ebenfoqut be haupten, daß alle auf die Piazza Colonna blickenden Zimmer durch Zwischenmänner für Baniboni gemietet worden waren. Diese Behauptung würde nicht mehr in der Luft schweben, als die andere. Die weiteren Einzelheiten, wie die Angabe, daß Zamiboni unter seiner Uniform als Major der Alpenjäger das Schwarzhemd getragen hätte, daß auf dem Platz ein Auto mit Lebensmitteln auf ihn gewartet hätte, haben an sich nur die Glaubwürdigkeit ihrer Quelle, nämlich des Blattes, das feinerzeit das gefälschte Freimaurer zirkular veröffentlicht hat, also gar feine and Faffen wir nun die andere Alternative ins Auge: nicht Polizeibluff, sondern ein wirklich geplanter Anschlag auf das Leben Muffolinis. Wer ist 3 aniboni? Cin Oberitaliener, der sehr jung in unsere Bewegung frat, fange als Arbeitskammersekretär in Mantua wirfte, immer mit voller Seele bei seiner Sache war, sich im Kriege fünf filberne Tapferkeitsmedaillen verdiente; nach der Ermordung Matteottis machte er viel von sich reden durch die eiserne Energie, mit der er sich der Ausforschung der Leiche widmete. Bor etwa vier Monaten trat er aus der sozialistischen Einheitspartei aus, wie es scheint, megen taktischer Differenzen. Wenn auf diesem Niveau ein Mann den Fehdehandschuh aufgehoben hätte zu einem wahrhaftig ungleichen Kampfso mag die Regierung das ausschlachten für ihre Politik, wie fie das weiblich tut. Das Organ des Ministerpräsidenten schreibt in einer noch unter dem Niveau des 3ynismus ftehenden Schamlosigkeit, daß ein Attentat gerade noch fehlte, um Mussolinis Popularität voll zu machen". Aber mit sitt licher Entrüstung verschone sie uns! Wir bedauern das Attentat als einen politischen Irrtum. Im Gegensatz zu Mussolini lehnen wir den Mord als Mittel des politischen Kampfes ab. Aber wir lehnen es auch ab, und das sei offen und laut gesagt, daß man 3aniboni, dem ein überpersönliches Ziel den Arm bewaffnet hätte, einen„ Sicario", einen bezahlten Mörder nennt. Die bezahlten mörder suche man im anderen Lager! Wenn der Mann, der uns jahrelang Genosse war, nicht das Opfer einer Bolizeimachination sein sollte, sondern unter dem Druck der Schmach seines Boltes gehandelt hätte, aus dem er feinert anderen Ausweg fah, so wird die Geschichte nicht dulden, daß man feine heroische Torheit zusammenwirft mit der Schuftigkeit jener, die den Mord des Gegners be zahlen und sich bezahlen lassen. Troy all dem Unheil, den der Anschlag" über talien und besonders über das sozialistische Proletariat bringt, wollen wir scharf und sauber das sittliche Hüben und Drüben scheiden. Nur offizielle Nachrichten zugelaffen. andere Mitteilungen zu bringen als die offiziellen Nachrichten der Regierung, die durch das Bureau Stefani veröffentlicht werden. Die Maßregelungen der Opposition dauern inzwischen fort. So wurden in Mailand und Monza die Arbeitsfammern aufgelöst. Unter den Bersonen, die im Zusammenhang mit dem angeblichen Attentat verhaftet worden sind, befindet sich auch der frühere fozialistische Abgeordnete Corsi aus Sardinien. Es scheint auch, daß der Verzicht des Senators Frassati in Turin, des früheren | italienischen Botschafters in Berlin, der die Leitung der feit einigen Tagen wieder erschienenen oppofitionellen Zeitung Stampa" niebergelegt hat, in unmittelbarem Zusammenhang mit den drakonischen Maßnahmen Mussolinis gegen die Presse steht. Er begründet dieſen Verzicht vorerst mit„ persönlichen Gründen". " Betrugsversuch an den Südtirolern. Bozen, 9. November.( Tul.) Nachdem die Italiener einen rüdfichtslosen Ausrottungskrieg gegen die deutsche Presse in Südtirol geführt haben, wird jetzt angekündigt, daß demnächst ein deutsch gefchriebenes Tageblatt heraustommen wird, das selbstverständlich in faschistischem Sinne gehalten sein soll. Um für die faschistische Gründung auch Abnehmer zu erhalten, haben sich also ihre Urheber zunächst einmal durch die Regierung jede deutsche Konfurrenz vom Halfe zu schaffen gesucht. Herausgeber dieses neuen deutschen" Blattes wird der berüchtigte Faschist Neri- Leonardi sein, der bisherige Inhaber der Amtlichen Presseagentur Brennero. Die Faschisten tündigen an, daß sie für ihr neues Blatt einen ausge zeichneten Stab von reichsdeutschen Redakteuren erhalten würden.(??) Um die deutsche Bevölkerung zu täuschen, soll das Format, Typen und Aufmachung vollständig mit dem derzeit behördlich eingestellten deutschen Landsmann" übereinstimmend ge= macht werden. Nachdem der Direktor der offiziösen Nachrichtenagentur Dr. mantler, in voller Kenntnis der Unterdrückung des füdtiroler Deutschtums durch Mussolini, demonstrativ in den Dienst der faschistischen Propaganda getreten ist, meinen wohl die Faschisten, sie fönnten noch andere reichsdeutsche Redakteure dafür gewinnen. Das große Irrenhaus. Faschistische Stilblüten in der Polemik gegen Frankreich. Das Pariser Gewerkschaftsblatt Peuple" zitiert folgende Stellen aus der Polemik der italienischen Faschistenpresse gegen die linksstehenden franzöfifchen Blätter, in denen festgestellt wurde, daß die Umgebung Mussolinis in Locarno auffallend viele Galgengesichter aufwies: Man versteht, daß diese Franzosen, die nicht einmal fähig find, ihre Weibchen zu schwängern, die außerordentliche Beugungskraft der italienischen Jugend beneiden, die die wunberbaren Gebärmutter unserer prachtvollen Frauen in eine Quelle nationalen Reichtums verwandelt hat. Unfere unerschöpfliche Rasse erlebt heute eine so machtvolle geistige und physische Wiedergeburt, daß sie auf die Welt Galgengesichter genug loslassen fann, um alle die schleimigen Demokratien mit Schrecken zu erfüllen, die nur im Geschwäß und in der Verleumdung Heldenhaftes leisten. Daneben ist sogar der Schriftleiter des„ Miesbacher Anzeigers" der reinste Waisenknabe. asisid Die Entwaffnungskontrolle. Ab Mitte Januar Völkerbundssache.. Baris, A. Nopember( Eigener Drahtbericht) Im Gegensaß, au den Informationen nach denen die Alliierten die Entwaffnung Deutschlands noch nicht als definitiv betrachten fönnten und deshalb die Fortführung der militärischen Kontrolle durch die allierten Rommiffionen in Aussicht zu nehmen gezwungen feien, wird bekannt, daß die Alliierten, vorausgefeßt, daß die deutsche Note befriedigend ausfällt und der erwartete Schlußbericht der Kontrollkommission in Berlin zu feinen neuen Beanstandungen Anlaß gibt, bereit sind, die Kontrolloffiziere im unmittelbaren Anschluß an die Räumung von Köln zurüdzuberufen und die Rontrolle von Mitte Januar ab dem Bölterbun8 Rom, 9. November.( Eigener Drahtbericht.) Der italienische Ministerpräsident hat der italienischen Breise untersagt, über die Untersuchung des gegen ihn gerichteten Attentatsplanes| zu übertragen. Welches Theater braucht der Arbeiter? ftellt wie einen rebenden Film, in dem die handelnden Bersonen von Von Mar Hochdorf. Henri Barbusse veröffentlicht soeben mit der Herzlichkeit und Leidenschaft, die ihn auszeichnen, einen Aufruf zur Gründung eines Pariser Arbeitertheaters. Bisher tamen die weiten Massen der werktätigen Bevölkerung von Baris sehr schlecht weg, wenn fie sich an der Bühnendichtung erbauen wollten. Nur die Anfänge einer Boltsbühnenbewegung sind erst in Paris festzustellen. Man spielt zwar ein bis zweimal in der Woche in einem Riesensaal vor 4000 Menschen; aber was gespielt wird, ist eigentlich nicht viel mehr als das laufende Repertoire eines bürgerlichen Theaters, das zu Gaste geladen wird. Daher fann man es nur begrüßen, wenn auch die intelligenten Bariser Arbeiter die Sehnsucht hegen, bald ihr eigenes Theaterhaus aufzubauen und dort eine Bühnenkunst zu sehen, die nach ihrem Geschmad ist. Nun hat sich Barbusse aber nicht damit begnügt, diese sozialpolitische Forderung hinauszurufen, er hat auch gleich ein ästhetisches Programm aufgestellt, in dem er mit vielem Aufwand von Beredt jamkeit gegen alle bisherige Bühnendichtung protestiert. Was er will, das ist eine Vereinfachung der modernen Dichtung. Er meint ungefähr, die Dramatiker von heute verlangen, daß der Mann im Barkett oder auf der Galerie viel zu viel psychologische Nüsse knacken soll. Und nicht mehr und nicht minderes möchte Barbusse erreichen, soll. Und nicht mehr und nicht minderes möchte Barbusse erreichen, als daß er den Arbeiter vor solchen schwierigen Aufgaben bewahrt. Nur die großen, nicht verworrenen, ganz einfachen Bilder sollen auf dem fünftigen Arbeitertheater gezeigt werden. Alles soll nur Daseinsausschnitt dieser Arbeitereristenz sein, und mit 3orn wird alles abgelehnt, was diese Grenze überschreitet. Soll man Barbusse nun recht geben? Braucht der Arbeiter wirtItch kein anderes Theater als etwa die Revue mit proletarischen Stoffen? Wer sich ernsthaft mit diesen Dingen beschäftigt, der muß zugeben, daß der Schriftsteller Henri Barbusse, dessen Herz so gewaltig am arbeitenden Volke hängt, diesmal gegen das Interesse der Arbeitermassen spricht. Nein, es würde entsetzlich sein, wenn das Theater des Volkes so hinabgezogen würde, wie Barbusse es fich denkt. Die Phantasie des Arbeiters, d. h. seine beste Seelen: traft, die ihn befähigt, die trockene Wirklichkeit nach seinem blühen den Sinn und Uebersim umzubilden, würde bei dem Theaterbetrieb, mie Barbusse ihn erträumt, vollständig einschrumpfen. Gerade wer an den Fortschritt des geistigen Verständnisses bei den großen Maffen des Boltes glaubt, muß sich davor hüten, die Kunstdinge allzu arg zu banalisieren. Es ist einfach nicht wahr, daß dem Arbeiter nichts Kompliziertes, nichts Rätselhaftes, nichts Dunkles, nichts Gespenstisches zugemutet werden darf. Im Gegenteil, man wedt die geheimen Kräfte der Erkenntnis und der Einbildung in dem Arbeiter, wenn man ihn mitfuchen und mitspielen läßt in der Erhellung der schwierigsten Menschenprobleme. Barbusse, der das Arbeitertheater vereinfachen mill, und sich dieses vereinfachte Theater ungefähr vor. Fleisch und Blut find, vergißt, daß die meisten Filme heute von bürgerlichen Autoren und Produzenten hergestellt werden. Und diese Fabrikanten der Manuskripte und der Bilder wollen nur den der Begierde bei den Massen befriedigen, die ihnen zulaufen. Diese allergröbsten, den noch nicht verzogenen und verfeinerten Instinkt Masse, die heute die Kinos füllt, muß für das Theater zurüdgewonnen werden. Doch man darf dieses Unternehmen nicht anfaffen, indem man das Kino durch ein Kino- Theater ersetzt. * Barbusse hat sich mit seinem Aufruf für das Arbeitertheater tüchtig verrannt. Auch das russische Beispiel, das er zur Stüßung seiner Thefe gebrauchen will, reicht nicht zu. Eben hat der Oberste Leiter des russischen Bildungswesens, der Volkskommissar Lunaticharski anmutiges, fogar rührendes Bühnenwert, was aber feineswegs ein Drama herausgegeben, den ,, Entfesselten Don Quichote", ein sehr die von Barbusse so gepriesenen russischen Theaterideale deckt. Im Gegenteil, dieses Stüd ist voll von psychologischer Kompliziertheit. Der Dramatiker will einen Menschen der Güte zeigen, der sich gegen alles falsche Heldentum in seiner Herzensaufopferung behauptet. Die Tendenz wird wunderschön in das Sinnbild des Theaters eingefleidet, und man kann dieses russische Stück nur loben. Barbusse, heute ein politischer Glaubensgenosse Lunatscharstis, müßte das Stüd in Grund und Boden verurteilen, da es ganz mit der durch Jahrhunderte verfeinerten Seelenfunde ausgestattet ist. Woher tommt das? Weil Barbusse eben mur theoretisiert und nicht, wenig ſtens soweit es sich um das Theater handelt, nach den lebendigen Dingen fragt. Das Theater, das der Arbeiter auch heute noch braucht, und heute, da sein Denken reich wurde, mehr als je, darf nicht mehr das primitive Schautheater sein. Es muß ein Theater sein, das auch den erlesensten Köpfen gefallen fann. Die Haichischorgien der Drufen. Einer der Haupttriebfräfte des rasenden Fanatismus der Drusen ist ihr ungehemmter Haschisch genuß, der sich bei ihnen zu einer Art von öffentlichen Boltsfesten ausgewachsen hat. Diese Feste werden in Abständen von etwa zwei Monaten begangen und man bereitet sich auf sie durch strenges Fasten vor. Am Nachmittag des Festes werden auf den Dorfstraßen große Tische aufgestellt, auf denen die Krüge mit Haschischwein aufgebaut werden. Ueber offenen Feuern werden auf den Straßen riefige Mengen von Geflügel- und Ziegenfleisch gekocht. Die Häuser werden mit Fackeln und Lampen illuminiert und bei Eintritt der Dunkelheit setzt man sich zu Tisch. Nachdem die Speisen rasch hinuntergeschlungen sind, widmet man sich dem Haschischwein, der bald seine Wirkung erkennen läßt. Die Männer beginnen zu lärmen und fingen die alten Kampflieder und Hymnen ihres Stammes. Bei fortschreitender Trunkenheit beginnt man mit wüsten Tänzen, zu Wer fann, schleppt sich noch in feine Hütte, um den Rausch aus: denen Flinten und Pistolenschüsse unheimliche Begleitmusit liefern. zuschlafen, die meisten aber fuchen sich in der nächsten Straßenede eine Zuflucht, und der kommende Tag zeigt die unverwischten Spuren des nächtlichen Pandemoniums. Die Gründung von Berlin. In den Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte veröffentlicht der Berliner Stadtarchivar Ernst Kaeber eine interessante Untersuchung über die Gründungsgeschichte der Städte Berlin und Kölln. Der Gelehrte widerlegt darin besonders die Aufstellungen von Robert Mielke und schen Dorfe beweisen wollten. Wie Kaeber darlegt, ist Berlin viel Don Albert Stiefebusch, die die Entstehung Berlins aus einem deutmehr fofort als Stadt gegründet worden. Wenig später wurde auf dem gegenüberliegenden Spreeufer ebenfalls gleich als Stadt Kölln gegründet. Am 7. März 1232 wurde der Stadt Spandau zugesagt, daß alle fünftig in Teltom, Glin und Barnim zu gründenden Städte Spandauer Stadtrecht erhalten sollten. Nun erhielt Berlin aber nicht Spandauer, sondern Brandenburger Stadtrecht. Raeber stimmt daher der Ansicht des Staatsarchiorates Krabbo zu, nach der Berlin Dor jenem Termine gegründet wurde. Dann aber spricht alles für den Anfaz des Gründungstermins auf die Zeit um 1230. Radio und Arbeiterschaft in Holland. Am 1. November murde in Amsterdam eine auf dem Boden der SDAP. stehende ArbeiterRadioliebhaber- Bereinigung gegründet. An der Gründungsver fammlung nahmen etwa 200 Bertreter aus dem ganzen Lande teil. Die Vereinigung will nach ihren Statuten unter der Arbeiterschaft nicht nur das Intereffe für die Radiotelephonie weden, sondern unter Zuhilfenahme der Radiotelephonie auch die Grundsäge der Niederländischen Arbeiterbewegung, soweit sie auf dem Boden der SDAP. steht, verbreiten. Zu diesem Zwecke will fie Vorträge, Borlesungen, Konzerte usw. durch Radio verbreiten, eine möglichst große Personenzahl an den Radioverkehr anschließen, ihren Mitgliedern die Radioapparate billig verschaffen und danach trachten, in ben Befiz einer eigenen Sendestation zu gelangen. Die Ortsgruppen der SDAB. sollen sich laut Beschluß der Tagung überall um ver fügbare Säle bemühen, in denen Lautsprecher zur Beranstaltung von Hörabenden aufgestellt werden können. Ein fostbares Vermächtnis für die Berliner Museen. Der befannte Chinatenner und Chinajammler Dr. Otto Burchard hat, wie im„ Cicerone" berichtet wird, seine überaus wertvollen Schäze dem preußischen Staat vermacht. Die Sammlung Burchard ist zurzeit im Berliner. Ostafiatischen Museum ausgestellt, und ein neuer Raum foll in Kürze eröffnet werden, der die seitdem gemachten großartigen Neuerwerbungen Burchards der Deffentlichkeit erschließt. Städtische Oper. Fräulein Stelmay, die Darstellerin, der pbigenie, ift heiser geworden. Durch freundliches Entgegenkommen der Staatsober ist es gelungen, Frau Reinhardt, melche diele Bartie bei der Einüudierung der obigenie in München gesungen hat, für die hiesige Erstaufführung zu gewinnen. Bruno Walfer bleibt in Berlin. Die Jrtendang der Stäblichen Cher teilt mit: Die schon seit langer Zeit schwebenden Verhandlungen zwischen der Verwaltung der Staatstheater Bien und Herrn Generalmusikdirektor Walter haben sich zu einem neuerlichen Antrag verdichtet: Herr General musikdirektor Walter bat erklärt, daß er nicht in der Lage ist, den Antrag anzunehmen, da er sich nicht nur vertraglich, sondern auch moralisch gebunden fühlt, die in Berlin begonnene Arbeit fortzulegen. Ueber das bewente Bührenbild" spricht Brof. Dscariiche I unfec Boltbbne E. B. im Hörfaal des Kunstgewerbe Museums, Borführung von Lichtbildern am 11., abends 8 Uhr. auf Einladung der Bring- Albrecht- Straße 7. Dem Bortrag werden noch brei weitere folgen. Starten für jeden Abend zum Preise von 70 Pf. am Saaleingang. Der Zusammentritt des Reichstags. Einberufung des Aeltestenrats. Die BD3. Korrespondenz meldet: Der Reichstagspräsident Löbe hat sich entschlossen, den eltestenrat des Reichstags auf Donnerstag dieser Woche nachmittags 5 Uhr zu berufen, um über den Termin des Wieder. zusammentritts des Reichstags zu entscheiden. Someit sich bis jetzt übersehen läßt, erscheint eine Berufung des Reichstags vor dem 19. November, dem ursprünglich bei der Bertagung in Aus ficht genommenen Termin um deswillen nicht möglich. weil in den Tagen vorher die Parteitage des Zentrums und der Deutschnationalen Deutsch nationalen stattfinden. Es tommt nunmehr in Frage, ob der Reichstag zum 19. oder zum Montag, den 23. November berufen werden soll. In den Kreisen der Regierung wird der 23. November als Tagungsbeginn vorge= zogen, weil bis dahin alle Materialien zur Beurteilung der zu entscheidenden Fragen vorliegen fönnen, während einige Parteien den Zusammentritt schon am 19. November wünschen. Als eiliger Beratungsstoff liegen zunächst der italienische und der russische Handelsvertrag dem Reichstag dor. Wie der Soz. Presiedienst erfährt, ist es vorläufig noch fraglich, wie der Abschluß der Debatte über den Bertrag von Locarno" erfolgen soll. Es besteht z. B. die Möglichkeit, daß die Diskussion, durch eine Ermächtigung der Reichsregierung, am 1. Dezember den Vertrag zu unterzeichnen, ihr Ende findet und die eigentliche Ratifitation erst später vorgenommen wird. Die Regierung wünscht dagegen einen Abschluß durch die Annahme eines Gesezes mit 2 oder 3 Paragraphen, in dem der Reichstag einmal den Vertrag von Locarno" billigt, ihn also ratifiziert und die Regierung gleichzeitig zur Unterschrift ermächtigt und sie in einem Regierung gleichzeitig zur Unterschrift ermächtigt und sie in einem Baragraphen 2 beauftragt, den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund anzumelden. Die Frage, ob es sich hierbei um ein verfassungsänderndes Gesez handelt, wird im Augenblick noch von der Reichsregierung geprüft. Wirth und das Zentrum. Wie die Telegraphen- Union erfährt, haben am Montag inoffizielle Berhandlungen zwischen Fraktionsmitgliedern des Zentrums und dem Abgeordneten Dr. Birth zur Beilegung der durch den Austritt Dr. Births aus der Fraktion hervorgerufenen Spannung begonnen. An den Verhandlungen beteiligten sich am Montag die Abgeordneten Schofer und Joos, am Dienstag wird auch der Parteivorsigende Marg mit Dr. Wirth wegen dieser Angelegenheit Fühlung nehmen. In gut unterrichteten Zentrumskreisen wird erklärt, daß nach dem bisherigen Ergebnis der Aussprache die Mög lichfeit eines Wiedereintritts Dr. Wirths in die Fraktion gegeben erscheine. Die eigentliche Entscheidung dürfte jedoch erst in dem Parteiausschuß fallen, ber am Sonntag in Kassel dem Bentrumsparteitag vorausgehen wird. Dr. Wirth selbst beabsichtigt, erst auf dem Parteitag selbst zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Die Indiskretionen. Stellungnahme der Journalistenorganisation gegen Vertrauensbrüche. Dresden, 9. November.( WTB.) Der Bezirksverband Dresden der Sächsischen Preise( Reichsperband der deutschen Preise) hat in jejner Mitgliederversammlung nach eingehender Aussprache folgende Entschließung einstimmig angenommen: Der Bezirksperband Dresden im Landesverband der Sächsi schen Bresse hat sich in seiner Mitgliederversammlung vom. 7. No nember mit dem Empfang der Pressevertreter in Dresden durch den Reichsaußenminister Dr. Stresemann am 31. Oktober und mit den Indiskretionen beschäftigt, die im Anschluß daran in auswärtigen Blättern gemacht worden sind. Ter Bezirksverband stellt fest, daß diese Indiskretionen von feinem der Pressevertreter, die an der Dresdner Tagung teilgenonimen haben, ausgegangen sind. Vielmehr sind sie durch auswärtige Blätter, besonders durch Herrn Destreich von der Berliner Börsen Zeitung", begangen worden. Der Bezirksporstand Dresden verurteilt diese Handlungsweise mit aller Entschieden heit. Außerdem stellt er fest, daß die Beröffentlichung in ent scheidenden Bunften mit den tatsächlichen Aeußerungen des Reichsaußenministers nicht übereinstimmen und daß Mitglieder des Be zirksverbandes Dresden an diesen Unrichtigkeiten nicht beteiligt find. Der Landesverband Sachfen wird beauftragt, beim Reichs. verband der deutschen Bresse die zur Wahrung der jour Ralistischen Berufsehre notwendigen Schritte zu tun." Räumungsvorbereitungen. Wiesbaden, 9. November.( WTB.) Die englische Offizierstommission, die hier die ersten Vorbereitungen für die Ueberfied. lung der britischen Truppen vorgenommen hatte, hat Wiesbaden gestern nach achtstündigem Aufenthalt wieder verlaffen. Anfang dieser Woche wird die englische Eisenbahnunterkom. mission bei der Reichsbahndirektion in Maing ihre Tätigkeit auf nehmen. Für die Unterbringung sind im Direktionsgebiet eine Anzahl Bureauräumlichkeiten angefordert worden. Der Untertom miffion obliegt die Einleitung und Vorbereitung zwecks Durch führung der Verlegung englischer Truppenverbände. Ob die französische Unterkommission jetzt abberufen wird, ist noch nicht sicher. Mataja vor dem Rücktritt. Woher hatte er die 9000 Dollars zum Bankaktienkauf? Wien, 9. November. In der Sache Mataja- Biedermannbant hat der parlamentarische Untersuchungsausschuß seine Arbeiten be endigt. Der Außenminister hat den Erhalt von BiedermannAftien zugegeben, jedoch will er sie für 9000 Dollar getauft haben. Ueber die Herkunft dieser Summe hat der Minister die Aussage verweigert. Fest steht, daß die Biedermannbant bei Staatlichen Transaktionen sehr bevorzugt worden ist. Auf Beranlassung des Untersuchungsausschusses werden die Konten der Bank einer Revision unterzogen werben. Man rechnet mit Matajas Rücktritt nach der Dezembertagung des Bölkerbundes. Diese 9000 Dollar hatte Mataja aus der Schweiz übermeisen laffen. Der große Patriot hatte alfo zunächst weiß man soviel ,, Edelvaluta" im Ausland. Bürgerliche Konzentration. Schwerdtfeger als Gutachter. Die Schuld der deutschen Leitung. Im Fortgang des Dolostoßprozesses murde Montag vormittag Oberst a. D. Schwerdtfeger als Sachverständiger vernommen. U. a. führte er aus: Nehme man einen früheren Tag an als den Herbst 1918, dann sei es durchaus unzutreffend, von einem Doldstoß der Heimat zu sprechen. Eine ganze Reihe von Faftoren habe zusammengewirkt, daß die Front fämpfer das baldige Ende des Krieges fehnlichst herbeimünschten. Die Stimmung habe umgeschlagen, als man die Uebermacht der Entente erkannte, und die unterirdischen Strömungen seien nunmehr mirksam geworden. Die Ende September erhobene Forderung des Waffenstillstandes binnen fürzester Frist habe nicht mirten müssen, nur auf die Front, sondern auch auf die Heimat verhängnisvoll zumal es unterlassen worden war, dem deutschen Bolte die Wahrheit zu sagen. Das jei vielleicht die schwerste Unterlassung des Krieges gewesen. Durch die revolutionären Strömungen sei die 3erfegung im Heere in unverantwortlicher Weise gefördert worden. Der Nation hätte der tiefe Ernst der Lage flargemacht werden müssen, und zwar von der höchsten Stelle aus. Dazu wäre es vielleicht am 18. Oftober 1918 noch nicht zu spät gewesen, als in Berlin eine Zusammenkunft der Generäle stattfand. Ein solcher Wedruf sei ausgeblieben, es habe über ganz Deutschland eine fatalistische Ohnmacht geschwebt. Das Bolt habe nicht nur förperlich, sondern auch geistig von der Hand in den Mund gelebt. Riemand habe auf die Gefahren eines Unterwerfungsfriedens hingewiesen. Weite Kreise hätten noch an Baden zur Herausgabe des Waffenstillstandsangebots gezwungen andere Möglichkeiten geglaubt, als bereits Prinz Mag von wurde. Es habe an klarheit und mannhaftem Entschluß zur Wahrheit gefehlt. Die Nation sei nunmehr der Gleichgültigkeit unterlegen, die es auch pflichtvergessenen Leuten von der Marine her möglich machte, den letzten Rest von Widerstandskraft lahmzulegen. Von hier aus sei, wörtlich genommen, der Dolchstoß von hinten gegen die Front geführt worden. Der Sachverständige fährt fort: Es wäre dringlichst zu wünschen, daß wir uns bei den Untersuchungen über die Gründe des Zusammenbruchs diefes Schlagwortes Dolchifoß" möglichst enthielten, es dient weder der fachlichen Klärung noch der inneren Sammlung des Voltes. Reinesfalls ist es angängig, zu sagen, daß der Krieg lediglich durch Unterwühlung des Heeres und durch die Revolution verloren worden ist. Andererseits ist es aber unbestreitbar, daß der zerfeßende Einfluß auf die Kampffraft des Heeres nachteilig eingewirkt hat. Bei Besprechung der Artikel arbeit Coßmanns haben größtenteils einfach über persönliche der Dolchstoßhefte erklärte der Sachverständige: Die MitErlebnisse ihre subjettiven Anschauungen niedergelegt und hier: aus Schlüsse gezogen, an denen man das eine oder andere wohl aussehen fann. Coßmann war aber nicht verpflichtet, als Heraus. geber dieser Materialſammlung einen forrigierenden Standpunkt geltend zu machen. Die Behauptung Coßmanns, die Führer der Arbeit hätten von Anfang an auf eine Sabotierung des Krieges hingearbeitet, stellt einen Vorwurf dar, der in dieser Form zu allgemein und undeutlich ist. Auch an anderen Stellen, wo allgemein von den Arbeiterführern gesprochen wird, ist eine nähere Präzisierung zu vermissen. Die weitere Behauptung Coßmanns, daß die deutsche Wehrmacht durch die militärische Uebermacht der Gegner nicht zusammengebrochen sein tönne, ist wohl bedingt richtig, aber auch nicht deutlich genug weil dann die Art des Zusammenbruchs eine andere gewesen wäre, formuliert. Für die Aufrechterhaltung der Kampfftimmung im Bolte hat die Frage der Kriegsziele eine große und entscheidende Rolle gespielt. Beim Ausbruch des Krieges herrschte der Einheitswille zum Rampf aus der Ueberzeugung heraus, daß mir gezwungen wurden einen Bers sich aus diesem Grunde ant 4. August 1914 vollständig auf vaterteidigungstrieg zu führen. Die Mehrheitssozialisten haben ländischen Boden gestellt. Dieser Gedanke, der Verteidigungstrieg, einigte die ganze Nation. Benn später Kriegsziele in Deutschland erörtert wurden, so mußte das angesichts der ursprünglichen Einstellung des ganzen Bolles eine Nachwirkung auf den Kampfwillen haben. Der Abwehrmille des Bolles mar solange rein und unverfälscht, als die Regierung daran festhielt, daß fie einen Verteidigungstrieg führte und daß wir nicht für Eroberungen in den Krieg gezogen find. Wilson hatte verschiedentlich bereits Andeutungen gemacht, daß ein endgültiger Friedensschluß mit dem Kaiser nicht in Frage fommen tönne. Infolgedessen bemächtigte sich meiter Kreise des deutschen Bolles und auch der Mehrheitssozialdemokratie die Ueberzeugung, daß mit dem deutschen Kaiser an der Spize ein Frieden nicht zu erreichen sei. Eine entscheidende Rolle spielte die Abreise des Kaisers von Berlin in das Große Hauptquartier in diesen fritischen Tagen. Reichskanzler Prinz Mag von Baden hat über das Maß des Menschenmöglichen hinaus getan, was er fonnte, um den Kaiser von dieser Abreise in diesem Augenblid abzuhalten. Als, por Abschluß des Waffenstillstandes, infolge der Marinerevolution in Kiel in Berlin die letzten Reste der Staatsform zerbrachen, da standen unsere Unterhändler im Walde pon Compiègne dem rachfüchtigsten Feinde und ausgeprägtesten Bertreter des Militarismus, dem Marschall Foch gegenüber. Nachdem aber der lezte Rest der staatlichen Widerstandskraft in Berlin am 9. November zerbrochen mar, war allerdings Rapitulation auf Gnade oder Un gnade notwendig. wurf der bewußten Geschichtsfälschung fann ich in feinem Falle als Zusammenfassend führte der Sachverständige aus: Den Bor berechtigt anerkennen. Ich habe aber eine Reihe literarischer Bedenken gegen die beiden Dolchstoßhefte. Insonderheit gegen den Titel, gegen das sehr häßliche Umschlagblatt und gegen die nicht flare Unterscheidung der Mehrheitssozialisten von den un abhängigen. Aber ich kann nicht anerkennen, daß die Hefte in ihren Spalten eine politische Brunnenvergiftung schlimmster Art" darstellen sollen. Die Verhandlung hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß die Gründe für unser Unterliegen unmöglich auf eine so einfache Formel wie die des Dolchstoßes gebracht werden können. Wem würde nicht die Schaffung einer innenpolitischen Bolts- und Schicksalsgemeinschaft am Herzen gelegen sein? Wem daran gelegen ist, der sollte dieses Wort nicht gebrauchen. Fehler sind im Kriege überall gemacht worden. Und es ist ein unerträglicher Pharifäismus, wenn einzelne Männer und Parteien von vornherein alles richtig beurteilt haben wollen. Geirrt haben wir alle. Was wir brauchen, ist eine gemeinsame innere Front, eine Abwehrfront gegen die Bergewaltigung von Bersailles. Nunmehr wurde von beiden Parteien eine Reihe von Fragen gestellt. R. A. Dr. Hirschberg richtete an den Sachverständigen die Frage, ob es richtig sei, daß der Reichskanzler Bethmann Hollweg auf Drängen der OHC. gestürzt wurde. Schwerdtfeger: Die Beseitigung Bethmann Hollwegs ist zweifellos von der militärischen Leitung entscheidend mitgefördert worden. Dr. Hirschberg: Ist es richtig, daß Staatssekretär Kühlmann auf Betreiben der OHL. gestürzt wurde, weil die DHL. gejagt hat, sie fönne nicht länger mit ihm zusammenarbeiten? Schwerdtfeger: Ich glaube, daß die Forderung der DHL. entscheidend war. Dr. Hirschberg: Ist es richtig, daß der Kabinetischef Ba lentini von der OHL. gestürzt worden ist, und zwar gegen den Willen des Kaisers? Schwerdtfeger: Meine persönliche Ueberzeugung geht dahin, daß der Kaiser diesen Ratgeber sehr ungern von seiner Seite gelaffen hat. Zweifellos ist seine Entfernung auf die Einwirkung der OHC. zurüdzuführen. Bethmann Hollweg Tirpik bam. Bülow vorgeschlagen Dr. Hirschberg: Ist es richtig, daß die DHL. als Nachfolger für und schließlich aus einer vorgelegten Liste Michaelis gewählt hat? Schwerdtfeger: Das ist sehr wahrscheinlich. Dr. Hirschberg: Ist es richtig, daß sich auf Grund dieser Borfälle in den Kreisen ber maßgebenden Regierungsstellen und auch im Bolte die Ueberzeugung gebildet hat, daß sich tein Reichstanzler und tein Staatssekretär des Auswärtigen halten könne, der den Wünschen der OHC. entgegenarbeitete? Sachverständiger: Im großen und ganzen ist das wohl richtig, wenn auch die Frage zu allgemein gestellt ist. Die Reichsregierung hat sich unter Michaelis gegenüber den Militärs in einer geradezu fubalternen Rolle bewegt. Der Bismarcksche Kürassierstiefel fehlte hier. Krieg nur dann gewonnen werden könne, wenn im Osten und Westen Dr. Hirschberg: Es war die Meinung Ludendorffs, daß der Grenzerweiterungen erzielt würden? Sachverständiger: Das war die Ansicht Ludendorffs, aber das war nicht die maßgebende Ansicht. Dr. Hirschberg: Sind die Erscheinungen von Mutlosigkeit und Berzweiflung beim Frontheer ausschließlich auf eine fyftematische revolutionäre Unterwühlung zurückzuführen oder war die Ursache nicht auch das Gefühl, daß die Durchführung des Krieges hoffnungslos fei? Sachverständiger: Keineswegs waren es die revolutionäre Ber heizung und der Merger über Mißstände allein gewesen, sondern ich habe schon darauf verwiesen, daß naturgemäß die Ereignisse des Strieges felbst ein gewisses Gefühl der Hoffnungslosigkeit auslösen müßten. Das Festhalten an der Offensive bei Verdun hat uns viele Verluste gebracht. Weiter bestätigte der Sachverständige, daß das Berlangen der DHL. nach Waffenstillstand am 29. September 1918 den maßgebenden Faftoren überraschend gekommen ist, und daß im Wolfe eine Panit dadurch hervorgerufen worden ist. Die strategische Offensive, der Einfall in Belgien hat mit der Tatsache des uns aufgezwungenen Berteidigungsfrieges nicht das geringfte zu tun. Es wird für ewige Zeiten Bethmann Hollwegs großes Berdienst bleiben, daß er die prachtvolle Einheit des deutschen Bolles zu Anfang des Krieges herbeigeführt hat. Aber ich muß mit Bedauern feststellen, daß es einer der schwersten Fehler der Beth mannschen Politik war, daß er sich schließlich dazu bewegen ließ, die Erörterung der Kriegsziele freizugeben. Mit diesem Augenblid war die deutsche öffentliche Meinung beunruhigt. Es wurde der wahre Charakter des Krieges, den wir führen mußten, vor aller Welt verfälscht. Das Ausland hatte nun einen wunderbaren Agitationsstoff gegen Deutschland, und die charakteristischesten Stellen des Verdorff am 29. Geptember abends 10 Uhr die Abteilungschefs feines failler Bertrages find geboren aus der Kriegszielerörterung in Deutschland. 3ur belgischen Frage führte Oberst Schwerdtfeger aus: Im Weltkriege fonnte es fein 3iel für die deutsche Politit fein, die europäische Landkarte zu ändern. Wenn man sich auf die Binchologie des Auslandes nur ein wenig verstand, mußte man sich sagen, daß das Ausland die schwere moralische Einbuße nicht hingenommen hätte, daß Belgien nach dem Kriege in deutscher Hand geblieben wäre. Es ist ein grundlegender und schwerer Fehler der deutschen Politif gewesen, das klare Wort über Belgien nicht zu sprechen. Die politische Leitung mußte nach Bismarcschem Vorbild souverän über die Forderungen der Obersten Heeresleitung hinweggehen. Ich fann hier eine Schuld der DHL. in feiner Weise anerkennen. Nun aber haben es die legten Reichstanzler und auch der eine Staatssekretär des Aeußeren an einer wünschenswerten Klar heit über Belgien fehlen lassen. Die Panik beim Waffenstillstand. Dr. Hirschberg: Ift dem Sachverständigen bekannt, daß LudenStabes empfing und ausführte, seine Hoffnung, durch Heranziehung östlicher Divisionen die Lage halten zu können, sei durch betonte der Berteidiger, ausschließlich militärische Gründe für den bie bulgarischen Ereignisse gescheitert. Es seien also, fo Zusammenbruch nach dieser Aeußerung Ludendorffs maßgebend gewesen. Der Sachverständige bejahte weiter die Frage, ob es richtig ist, daß Prinz Mag von Baden, als er von dem Verlangen nach Waffenstillstand erfuhr, an die DHL. die Frage gerichtet habe, ob es nicht möglich fei, wenigstens einen tur 3 en Aufschub zu erreichen. Ebenso bejahte er die Frage, ob er glaube, daß bei einer einiger maßen rechtzeitigen Borbereitung der öffentlichen Meinung auf das Waffenstillstandsverlangen es möglich gewesen wäre, einen Rest von feelischer Spannkraft im Innern des Landes zu retten. So. aber habe bereits eine verzweifelte Stimmung über die Lage an der Front geherrscht, und der Glaube an die Unbesiegbarkeit des deutschen Heeres sei durch das überraschende Waffenstillstandsverlangen mit einem Schlage zerstört worden. Nunmehr wird die Verhandlung auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt. Milderung der Luftfahrtbeschränkung. Eckener darf weiterbauen. Ich glaube nicht, daß irgendeiner von uns jemals in einer erbärmlicheren Lage gewesen ist, als der damalige Reichskanzler des Deutschen Reiches Prinz Mag von Baben, der nun mit den Mitteln der Diplomatie für das Baterland herausholen sollte, was überhaupt möglich ist. In Zeiten wie damals hätte felbst ein Staatsmann vom Ausmaße Bismards nicht ausgereicht, um Wie verlautet, hat die Botschafterfonferenz in der bergangenen mit den Mitteln der Diplomatie herauszuholen, was an militärischen Woche unter Heranziehung von Sachverständigen die für die beutiche Machtmitteln fehlte. Von einem Sachverständigen ist es so dargestellt worden, als ob die DHL. mit dem Waffenstillstandsangebot gar nicht Luftfahrt geltenden Beschränkungen geprüft. Es soll eine starte so gedrängt hätte, es wurde ein feiner Unterschied gemacht zwischen Milderung dieser Beschränkungen beabsichtigt sein, doch soll an die einem sofortigen und einem baldigen Waffenstillstand. Es steht Stelle der gegenwärtigen Beschränkungen ein fompliziertes aber tlar und eindeutig fest, daß die DHL. auf jofortige Ein- Kontrollfyftem gefeßt werden. Der Bau von Kriegsflugleitung von Schritten zur Herbeiführung des Waffenftillstandes gezeugen bleibt verboten, doch erwartet man einen ausdrüdlichen drängt hat. Darüber hilft teine Interpretation hinweg. Der SachBerzicht auf die Zerstörungder Zeppelin- Halle in Friedrichshafen sowie eine Erklärung, daß gegen den Bau großer Zeppelinstandsangebot bis zum 9. November zu sprechen. Am 7. Nopember 1918 mußte man in Berlin, daß die Waffenstillstandsver Luftschiffe tein Bedenken vorliegt. Die Nacprüfung der Bothandlungen greifbare Gestalt annahmen. Die Frage der Abschaftertonferenz geht zurüd auf die Besprechungen, die in Locarno bantung des Raisers spielte bereits eine bedeutsame Rolle. I auch über diese Frage stattgefunden haben. Wien, 9. November.( WTB). Der Landesparteitag der Großverständige tommt dann auch auf die Vorgänge vom Waffenstill. deutschen Volkspartei beichloß, bei den nächstjährigen niederösterreichischen Landtagswahlen geschlossen mit den übrigen bürger lichen Barteien in den Wahlkampf einzutreten, um die nationale 3 weidrittelmehrheit im fünftigen Landtag durchzujesen Gewerkschaftsbewegung Die Verkehrsunsicherheit bei der Reichsbahn. Eine Folge der Ausbeutungsmethoden. In einem Artifel der Deutschen Reichsbahngesellschaft über die Verkehrssicherheit bei der Deutschen Reichsbahn, der zurzeit die Runde durch die Presse macht, behauptet die Reichsbahnverwaltung, es würde im Betriebsdienst nur das beste ausge: suchteste Bersonal verwandt und in der Bemessung der Dienstzeiten darauf Rücksicht genommen, daß eine Uebermüdung oder Ueberanstrengung auf keinen Fall eintreten dürfe. Was von dieser Behauptung zu halten ist, zeigt folgende Aufzeichnung über die in letzter Zeit vorgekommenen Unfälle, die uns von unterrichteter Seite zugeht: Am 30. August 1925 wurde auf der Stadtbahn in hamburg ein junger, im Bloddienst der Stadtbahn nicht ausge. bildeter Beamtenanwärter als Fahrdienstleiter beschäftigt Der Mann hatte an der sehr verkehrsreichen Stelle von vormittags 6 Uhr zember 1926 verlängert gelten soll mit der Maßgabe, daß die Urlaubsbestimmungen für die Angestellten über 20 Jahre eine Berschlechterung erfahren sollen. Die Parteien sollen fich bis zum 14. November dem Reichsarbeitsministerium gegenüber zu diesem Borschlag äußern. Ein verlorener Abend. Die Berliner Gemeinde- und Staatsarbeiter hatten vor einiger Zeit den Beschluß gefaßt, in einer ordentlichen Generalversammlung einen Bericht von der Rußlanddelegation" erstatten zu lassen. In der Generalversammlung, die Freitag abend im Gewerk schaftshaus stattfand, gab nunmehr ein Delegationsteilnehmer, der kommunistische Metallarbeiter Lehnert aus Chemniz, den Bericht. Der Redner schilderte die Verhältnisse in Rußland in den rosigsten Farben. Den Arbeitern geht es danach in diesem Riesenreiche Zum Kampf in der chemischen Industrie. Schlichtungsverhandlungen im Reichsarbeitsministerium. Frankfurt a. M., 9. November( Mtb.). Das Reichsarbeitsministerium hat die streifenden Parteien in der chemischen Industrie auf Donnerstag, vormittags 11 Uhr, zu einem Zwangs schiedsverfahren im Ministerium nach Berlin eingeladen. Zum Schlichter ist Oberregierungsrat Dr. Albrecht ernannt worden. Streik in den Breslauer Brauereien. Breslau, 9. November.( TU.) Die Arbeiterschaft der vier Breslauer Großbrauereien Haase G. m. b. H., Kiple A.-G., Schultheiß Bazenhofer A.-G. und Engelhardt A.-G. hat wegen Lohndifferenzen am Sonnabend die Arbeit niedergelegt. Die Arbeitgeber betrachten die Arbeitseinstellung als Streit unter Tarifbruch. Es ist damit zu rechnen, daß sich der Wirtschaftskampf auch auf die dem Arbeitgeberverband angehörenden Provinzbrauereien ausdehnen wird. Am behördlicher Genehmigung Achtung, Metallarbeiter! mung in brei beftreiften Breslauer Brauereibetrieben zur bis nachmittags 2 Uhr und von abends 10 Uhr bis morgens 6 Uhr Die Wahltörperversammlungen zu besuchen ist Eure Pflicht! den denkbar anstrengendsten Dienst zu verrichten. In der letzten der turchwachten 24 Stunden prallen infolge eines Versehens zwei Züge aufeinander. Resultat: 1 Toter, 11 Berletzte und ein in die Tausende gehender Materialschaden. In einer Bahnmeisterei vor Leipzig sind die alten, berufskundigen Stredenarbeiter entlassen und an deren Stelle Unternehmerarbeiter beschäftigt. Sie tennen sich in den Gefahren des Berufes nicht aus. Am 9. Oftober fährt eine Lokomotive in die arbeitende Kolonne hinein, tötet 5 Mann und verletzt einen schwer. In Görlitz hat die Bahn das alte Streckenpersonal ebenfalls durch Neulinge ablösen lassen. Anfang Oktober verunglückten an einem Tage 3 Stredenarbeiter und am darauffolgenden Tage an der gleichen Stelle und von der gleichen Kolonne 5 Mann. In Minden ist das alte Personal auch abgebaut worden. Es arbeiten auf der Strede 7 neu eingestellte Zeit- und Aushilfsarbeiter. Am 17. Oftober tötet eine Lokomotive davon 5 und verletzte den sechsten schwer, so daß von der ganzen Neulingsfolonne nur zwei Mann mit heiler Haut davontamen. Die kommunisten bieten alles auf, um wieder Einfluß zu gewinnen und die Ortsverwaltung zum Objekt ihrer Parteipolitik zu machen. Dieler Verfuch muß zurückgewiesen werden! Dem DMV. die gewerkschaftlichen Aufgaben! Fort mit der Parolenpolitit Mostaus! glänzend. Selbst in den Gefängnissen fann ein faft be neibenswertes Leben geführt werden. Verschlossene Türen fennt man in den Strafanstalten überhaupt nicht. Die Peter- Pauls- Festung ist vollständig leer. Die Wirtschaft ist in einem ungeahnten Aufstieg begriffen. Das alles habe die Delegation bei der sechswöchigen Studienreise, von der allein annähernd drei Wochen auf den Besuch Don Petersburg und Moskau entfallen, gesehen. In der lebhaften Discussion versuchten, die wenigen fommuhaupt nicht aufkommen zu lassen. Auch ein Redner, der bis vor furzem ihrer Richtung angehörte, wurde von ihnen niedergeschrien. Bolenste betonte, daß man troß aller Sympathie für Rußland die Somjetmethoden nicht schablonenmäßig auf DeutschStetter vom Hauptvorstand bezeichnete land übertragen könne. den Vortrag als einen sehr schönen Reisebericht, der aber nicht die weitverzweigten Verhältnisse in den russischen Gemeinden charakteri. nistischen Delegierten, eine andere Stimmung über Rußland über Wegen der vorgeschrittenen Zeit mußte die Bersammlung, für die noch eine reichhaltige Tagesordnung vorgesehen war, auf Freitag, den 20. November, vertagt werden. Außerdem behauptet die Reichsbahn, daß jetzt auch die tech. nische Durchbildung der Streden fehlerfrei sein soll. Dabei erklärt Direktor Kichte von der Hauptverwaltung, also ein Mann, der Bescheid wissen muß, am 27. August d. Is., daß bei der Bahnunterhaltung die Versäumnisse der letzten 10 Jahre bis jetzt noch nicht nachgeholt werden konnten. Viele tausend Kilometer feien umbaurückständig. Der Unterbau der Berfieren fönne. liner Stadtbahn sei in einem sehr schlechten Zustand; infolgedessen habe die Geschwindigkeit der Züge erheblich herab gelegt werden müssen. Der Zustand der Brücken sei mise. rabel. Die zuständigen Beamten lehnten zum Teil die Verantwortung für die Betriebssicherheit a b. Mit einer geschichten Zahlenspielerei will die Reichsbahn schließlich den Nachweis führen, daß die Zahl der Unfälle und der bei den Unfällen zu Schaden gefommenen Personen ständig abnehme. Vergleicht man das Jahr 1924 mit dem Jahr 1913, dem letzten vergleichbaren Normaljahre, dann würden 1913 auf eine Million Zugfilometer 4,66, im Jahre 1924 dagegen 6,33 oder 36 Proz. mehr Unfälle gezählt. Dabei müßte das Jahr 1924 eigentlich weniger Unfälle haben als 1913, da inzwischen die KnorrBremse und technische Verbesserungen des Meldedienstes eingeführt und die angeblich betriebsuntauglichen Elemente abgebaut wurden. Bergleicht man 1924 mit 1923, dann stellt sich heraus, daß die Gefamtunfallziffer von 6,23 auf 6,33 im Jahre gestiegen ist. Im Jahre 1925 ist die Unfallziffer ebenfalls nicht zurück gegangen im Gegenteil. So berichtet zum Beispiel die Reichsbahnbetriebstronfentie für be3 Bulle und in den auf 14149 Mitglieder 1023 Infälle und in den ersten 8 Monaten des Jahres 1925, auf mur 11 207 Mitglieder 827 Unfälle zu ver Zeichnen hatte. Das macht 1924 0,6 Proz. und in 1925 0.8 Broz. aus. In der Kasse für den Bezirt Stettin wurden 1924 gezählt: 101 schwere Unfälle. Troß der verminderten Kopfstärke waren es 1925 bis zum 1. Ottober, also in nur Jahr, schon 102. Infolge der Zunahme der Unfälle und der Ueberanstrengung durch zu lange Dauerschichten ist auch die Krantenziffer ge stiegen. Im Bezirk Karlsruhe zählte man zum Beispiel bei dem Zugbegleitperfonal im Jahre 1913: 3,5 Broz. und im 3. Quartal 1925: 4,4 Bros. Kranke. So sieht es bei der Reichsbahn aus. Wir müssen uns bei der Veröffentlichung der Zuschriften sehr beschränken, da sie so 3 a hl. reich find, daß wir schon materiell gar nicht in der Lage sind, sie nachzuprüfen. Aber alle diese Zuſchriften find eine einzige Antlage gegen die Ausbeutungsmethoden der Reichsbahn. Helfen fönnen hier offenbar nur die Eisenbahner: indem sie sich felbft helfen. Aus dem Versicherungsgewerbe. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: Die Versuche des Reichsarbeitsministeriums, die Parteien am 9. November zu einer Einigung über den Schiedsspruch vom 23. Oktober zu führen, schlugen fehl, wie bei der ablehnenden Haltung Des Arbeitgeberverbandes deutscher Versicherungsunternehmungen * Also ein verlorener Abend. Statt die wichtige Tagesordnung der Generalversammlung zu behandeln, vertrödelte man die Zeit mit Märchenerzählungen. Es ist gewiß immer von Intereffe, wenn die Arbeiterschaft eines Landes die Verhältnisse in anderen Ländern kennen lernt. Sie kann daraus manches für sich lernen. Benn aber in einem Falle diese allgemeine Regel eine Ausnahme erleidet, dann trifft dies gewiß für die deutsche Arbeiterschaft auf Rußland zu. Es ist ja ganz selbstverständlich, daß die deutsche Arbeiterschaft weder in gewerfichefilicher, noch in wirtschaftlicher, noch gar in politischer Beziehung von Rußland lernen fann. Rußland ist in jeder Beziehung ein rüd ständiges halbasiatisches Land, das wirtschaftlich noch unentwickelt, das fulturell zurückgeblieben ist und deffen Bevölkerung jeder politischen Tradition ermangelt. Gemertfchaftlich befindet sich die Arbeiterbewegung Rußlands schon deshalb in den Kinderschuhen, weil eine Gewerkschaftsbewegung bis zur Revolution in Rußland unmöglich war. Wir würden es also durchaus begreifen und sogar begrüßen, wenn die ruffiichen Gemertschaftler nach Deutschland tämen, und die deutsche Gewerkschaftsbewegung, die eine der ältesten und bestfundierten ist, studierten. Statt deffen reden die russischen Machthaber den unwissenden russischen Arbeitern vor, daß sie als die Lehrmeister der Arbeiterbewegung aufzutreten hätten. Daß die russischen Arbeiter das glauben, ist menschlich schließlich begreif lich. Daß es aber deutsche Arbeiter gibt, die auf diesen unglaub lichen Schwindel hereinfallen, wäre unerflärlich, wenn nicht Barteifanatismus den kommunistischen Arbeitern das Denten verböte. Jedenfalls ist es höchste Zeit, diesem Unfug ein Ende zu machen. Immer wieder Bolle. Am 22. Oftober wurde ein Schiedsspruch gefällt, der für die Belegichaft der Meierei Volle eine ohnerhöhung von 1 M. bis zu 3 M. voriah. Der Deutsche Verkehrsbund hat, nachdem die Arbeiter sich dem Schiedsspruch unterworfen hatten, die Verbindlichkeit beantragt. Der Schlichter hat die Verbind lichfeit abgelehnt. Gestern abend nahmen die Funktionäre der Belegschaft der Meierei Bolle dazu Stellung und haben ein stimmig beschlossen, in der am Mittwoch stattfindenden Vollversammlung im Moabiter Gefellichaftshaus den Streit zu empfehlen, zumal die Firma Bolle bei Abichluß des Manteltarife durch Durchführung der Notstandsarbeiten eingesetzt. Fortdauer des Textilarbeiterftreiks in Nordböhmen. Warnsdorf, 9. November.( Eigener Drahtbericht.) Der seit dem 6. Oktober bzw. 20. Oktober dauernde Streit der 20 000 Tertilarbeiter des nordböhmischen Niederlandes galt am Mittwoch für beendet, nachdem alle drei Arbeiterorganisationen den Mittlervorschlag des Tetschner Gewerbeinspektorats angenommen und sich auf 9 Proz. Teuerungszulage( früher 6, verlangt 15) geeinigt hatten. Die Arbeitsaufnahme war für Montag angekündigt. Es galt mur noch Nebenfragen zu beraten. Die Frage des Urlaubs der Arbeiterschaft im tommenden Jahre wurde von der Industrie inzwischen auch wenigstens finanziell gebilligt. Ein Urlaub ist eigentlich verwirft, wenn ein Betrieb mehr als 4 Wochen stillsteht. Die letzte Frage war jene nach dem sogenannten Generalpardon. Die Arbeiterorganisationen fordern, daß die Industrie alle Arbeiter wiedereinstellt. Die Industriellen dagegen erklären, durch Auftragsverlust nicht mehr alle Arbeiter brauchen zu können. Man will die Anführer des Streits maßregeln. Darüber fanden bereits mehrere lange Unterhandlungen statt. Auch die letzte hat sich zerschlagen. Es ist damit die von wenigstens 80 Proz. der Streifenden so heiß ersehnte Wiederaufnahme der Arbeit für diesen Montag nicht möglich und man rechnet günstigenfalls mit einem Arbeitsbeginn für etwa Mitte der Woche, weil eher die neuen Differenzen faum beigelegt sein dürften. 12 Achtung, Bauarbeiter! Auf der Baustelle der Firma Holz= mann, Reinickendorf, Holländer Straße, find die Steinträger wegen Differenzen von der Firma ausgesperrt. Wir ersuchen, Arbeit dort nicht anzunehmen. Deutscher Baugewertsbund. Baugewerkschaft Berlin. Verein der Akkordsteinträger Groß- Berlins. Achtung, SPD.- Metallarbeiter! Sente abenb 7 Uhr in ben Garbefälen, Sophienste. 34, sehr wichtige Ber fammlung aller Barteigenossen. Es ist Bflicht aller Genoffen, baran teilzu nehmen. Parteiausmeis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. S Achtung, SPD.- Belleibungsarbeiter! Am Freitag, den 13. Novem ber, abends 7 Uhr, in den Residenz festsälen, Landsberger Str. 31, Bersammlung aller GVD.- Genoffen und-Genoffinnen. Tagesordnung: Referat des Genossen Dr. Bienstod über Russische Innen- und Außenpolitit". Fraktionsangelegenheiten. Rahlreiches Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Berband der Maler. Mittwoch abend 7% Uhr finden vier öffent liche Bersammlungen an folgenden Steffen fictt: Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtite. 36a; Sohenstaufenfäle, Rottbuffer Damm 76; Rationalhof Billowfrt. 37; Sophienfäle, Sophienstt. 17/18. Tagesordnung: ,, was begweden die Arbeitgeber mit der Kündigung des Reichstarif pertpages? 2. Discuffion und Berschiedenes. Die Ortsverwaltung. 1. Einheitsverband der Eisenbahnez Deutschlands, Bezirk Berlin. Mittwoc abend 7½ Uhr im Lehrervereinshaus, Aleganberstr. 41, große öffentliche Eisenbahnerversammlung für alle dienstfreien Eisenbahnbeamten, Anwärter und Desterreich. Referent Kollege Lotomotivführer 3. mental. Bien, Bot Arbeiter, Tagesordnung: Lohn- und Gehaltsbewegungen in Deutschland und fizender des Defterreichischen Eisenbahnerverbandes und Vizepräsident der öfterreichischen Bundesbahnen. Freie Aussprache. Das Erscheinen allez Lohnund Gehaltsempfänger ift Pflicht, weil insbesondere zur Lohn- und Gehaltsbewegung im Reichsbahndirektionsbezirk Berlin Stellung genommen wird. Die Bezirksleitung. Angestellte der Berliner Anwälte und Rotare! Seute abend 8 Uhr im Lehrervereinshaus, Alexanderplag, Borinags. und Diskussionsabend. Tages otonung: 8218 GIGB. Rechtswissenschaft und Medizin. Referenten: Dr. med. Norbert Marr, Landgerichtsrat Ernst Ruben, Durch Mitglieder eingeflihtte Gäfte find willkommen. Auch zur Behandlung sonstiger Fach- und Berufsfragen wird Gelegenheit geboten werden. Rentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groß- Berlin. Berantwortlich für Bolitit: Ern Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewertschaftsbewegung: Friedr. Estorn: Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlansanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen. " zu nicht anders zu erwarten mar. Dennoch konnte fich bas Reichsarbeits: erklärt hat, den Vergleichsvorschlag bom 17. Geptember buren Ab 1. Okfeber 1925 verkaufen wir Engrospreisen Gewerberat Körner durchzuführen, wenn der Deutsche Ver- Herren- und Damenstoffe ministerium noch nicht dazu entschließen, dem Antrage des 3DA. auf Verbindlicherklärung des Schiedsspruchs stattzugeben. Es hat vielmehr den Tarifparteien einen Einigungsvor schlag unterbreitet, nach dem der Schiedsspruch vom 23. Oktober fehrsbund in der Lage ist, den Manteltarif friedlich zum Abschluß zu bringen. Da die Firma ihrem Versprechen nicht nachgekommen ist, ist wenn nicht in der lezten Minute die Firma Bolle bereit ist, nochmals mit dem Deutschen Verkehrsbund sich zu verständigen. auch an Privatkundschaft vom 1. November bis 31. März 1926 von da ab mit einmonatiger der Verkehrsbund nicht in der Lage, den Streit hintanauhalten, Tuchhaus Ehrig& Tiede Akt.- Ges., Kündigungsfrist gelten soll. In Berbindung damit schlägt das Reichs arbeitsministerium vor, daß der Manteltarifvertrag bis zum 31. DeLeipziger Straße 104, I. Stock( kein Laden) Geschäftszeit 9-7 Ubr. Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Fuhrunternehmer! HORCH H Der 10/50 PS HORCH ist für Ihren Betrieb das richtige Fahrzeug! Die vielen Horch- Wagen, die in den Straßen Berlins, ja überall, zu sehen sind, beweisen die allseitige Anerkennung dieser Type. Fragen Sie die Besitzer, die Fahrer! Das 10/ 50PS Horch- Phaeton, 6fach Ballon- bereift, viertürig, siebensitzig, mit Allwetterverdeck kostet Mark 12875, Günstige Das 10/50 PS Horch Landaulet, 6fach Ballon- bereift, viertürig, siebensitzig, kostet Mark 16500, Die 10/50 PS Horch- Abnehmbare Limousine, Kombination zwischen Phaeton u Limousine, Ausstattung w.d.Phaeton kostet Mark 15250, Zahlungsbedingungen! Berliner Verkaufsstellen: Horch- Fillale, Unter den Linden 40-41 Albert Leopold, Hardenbergstr. 27, Halensee, Hellbronner Str. 1-5 Hr. 531 ♦ 42. Jahrgang 1« Seilage öes vorwärts vieustag> 10. November 1425 ii.*) Auf dem Kongreß des Deutschen Vereins für öffentliche Ge- sundheilzpflege. der im Mai 1924 in Hamburg tagte, wurde unter onderem der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Geschlechtskrank- hellen durchberaten, und man hat sich bei dieser Gelegenheit sehr ein- gehend mit der Frage der Kasernierung der Prostllution beschäftigt. Bekanntlich ist im Vorjahr« in Hamburg«in Verbot der öffentlichen Häuser erfolgt, das aber seine Hauptmotive viel weniger aus irgend- einer Vekämpfungstendenz gegen die Geschlechtskrankheiten bezog, als es aus rein ästhetischen und, sagen wir es ruhig, bürgerlich-sentimen- talen Bedenken gegen die Prostitution überhaupt entsprang. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß im Bordell wohnende Profti- tuierte die geringere Ansteckung-gesahr darstellt. Dahingegen wird man nicht verkennen dürfen, daß die Ausnutzungsmöglichkell dieser armen Geschöpfe durch di« Bordellinhaberin eine weit größere ist, als etwa durch eine Zimmeroermieterin. vas öorüellWem. Die Professoren Dr. Delbanco, Hamburg, Geheimrat Sadassohn, Breslau, und Hofrat Finger aus Wien haben sich sehr eingehend mit dem Bordellproblem beschäftigt. Delbanco sagt, daß man in Hamburg 1913 durch eine ausgezeichnete Statistik die große Verseuchung dieser Hafenstadt erfahren habe. Di« Bor- dellierung sei daran nicht schuld, ober sie habe auch nichts dagegen geleistet. Und er meint weiter, daß gerade die drückenden Polizei- norschriften, die Abhängigkeit von zum Test bestechlichen unteren Polizeiorganen, immer wiederholte Verhaftungen und Polizeistraf«» und so weiter die Mädchen davon obhallen, in ein öffentliches Krankenhaus zu gehen, weil sie Angst haben, dadurch der Polizei bekannt zu werden. Es wäre nun ein Fehler, zu glauben, aus diesen zweifellosen Tatsachen müsse sich folgern lassen: die Polizei soll« sich überhaupt nicht um die Prostituierten kümmern. Der erwähnte Gesegemwuri schlägt vielmehr vor: die gewerbsmäßige Unzucht als solche unbestraft zu lassen und die sogenannte Realemcntierung auf- zuHeben. Strafbar bleiben soll, wer öffentlich zur Unzucht auffordert. oder sich in einer Sitte und Anstand verletzenden weise anbietet. Die zuständige Gesundheitsbehörde soll dos Recht haben, Personen beiderlei Geschlechts, di« krankheitsverdächtig sind, abzuhalten und sie einem zur Untersuchung verpflichteten Arzt zu überweisen resp. sie einem Heilverfahren im Krankenhaus zu unterwerfen. Die Aerzte sollen außerdem verpflichtet werden, die sich der Heilung entziehenden Kranken der Gesuilliheitsbehörde zu melden, welche alsdann vun sich aus die erforderlichen Maßnahmen trifft. Delbanco meint, durch solches Gesetz wäre für die dann fortfallend« Reglementierung der Prostitution ein voller Ersatz geschaffen. '•) Siehe auch Nr. 597 des„Vorwärts"' vom 27. Oktober 1925. Die halbprostituierten. Ich weiß nicht, ob ich dem verdienten Gelehrten darin ganz bei- stimmen darf. Zum Beispiel glaube ich schon durch die knappe Schilderung des außerordentlich verbreiteten Reisedirnentums in meinem vorausgehenden Artikel gezeigt zu haben, daß eine so rein passive Einstellung der Aufsichtsbehörde kaum genügen würde. Man darf ja nicht übersehen, daß die Quellen der geschlechtlichen Verseuchung viel tiefer liegen. Ich habe bisher nur von der Ganz- oder Voll- proftitutiom gesprochen: unendlich viel gefährlicher hinsichtlich der Ansteckungsgcfahrea ist ober die halbprostitnierte, die auch zahlen- mäßig der anderen weit überlegen ist... Die Nachkriegsverhältnifse, insbesondere der Widerwille der unser Land beherrschenden Parteien gegen«ine vernünftig« Regelung der internationalen wirtschaftlichen Fragen hat es hauptsächlich verschuldet, daß die wirtschaftlichen Der- hältniste der Lohn- und Gehaltsempfänger sich dauernd verschlechtert haben. Sehr bedeutende Schichten des Volkes sind nun schon seit einer Reihe von Jahren nicht mehr imstande, über die allernot- wendigsten Bedürfnisi« hinaus irgendwelche Anschaffungen zu machen. Bedenkt man, daß das Streben der meisten jüngeren Frauen und Mädchen dahingeht, sich zu schmücken und hübsch anzu- ziehen, so ergibt sich aus der Unmöglichkeit, solches Verlangen aus eigenem Verdienst zu befriedigen, notwendig ein Ausblick auf männ- liche Hilfe. Daß diese nur sellen anders als gegen Preisgabe des weiblichen Körpers gewährt wird, ist bekannt. Aber auch die jungen Männer find bei ihrem schmalen Verdienst und den hohen Preisen oller Gebrauchsgegenstände nicht mehr in der Lage, ein„Derhällni?" oder ein« Freundin wie früher zu unterstützen. Die Folg« davon ist die Halbprostitution. Bis weit in die bürgerlichen Kreise hinein gibt es in großer Anzahl käufliche Frauen. Und in diesen Kreisen. die gönzlich unwissend in bezug auf Ansteckungsgefahr und Infektion, ihr« Leiden meist erst dann erkennen, wenn die Heilung nur noch mit großen Schwierigkeiten möglich ist, wüten Gonorrhoe und Syphilis und verbreiten sich seuchenartig über die Bevölkerung. Ich gebe ohne weiteres zu, daß hier wirklich helfen kann nur das leider abgelehnte Gesetz der allgemeinen Anzeigepslicht bei geschlechtlicher Erkrankung. Doch möchte ich da einen Dorschlag machen, der sich im Kriege, wenn auch nicht in Deutschland, nicht übel bewährt hat. Der jetzige Kriminalkommissar Dr. G a-a l z o w hatte während des Feld- zuges das Unzuchtsdezernat in Brüssel. Da die Erwerbs- und Ernährungszustände dott natürlich katastrophal waren, so ergaben sich auch dort viele Frauen aus dem Bürgerstande, die sonst nie daran gedacht hätten, einfach aus Hunger der Prostitution. Der Kommissar, ein kluger und humaner Mensch, traf nun folgende Einrichtung. Er ließ dies« Frauen, wenn sie irgendwo aufgegriffen wurden, sich vorführen und gab ihnen unt«< Zusicherung vollster Diskretion einen besonderen Ausweis. Sie hatten die Pflicht, sich bei einem selbstgewähllen Arzt regelmäßig untersuchen und das Resullol attestieren zu lasten. Den Arzt band natürlich seine Amts- Verschwiegenheit, die Frau brauchte sich nicht, wie eine gewöhnliche Prostituiert«, allwöchentlich der Behörde zu stellen, und ihr Zlu»- weis legitimierte sie b«i einer etwaigen Ergrerfung auf der Straße oder in einem Absteigequartier auch dem PolizeibeanUen gegen- über, der nicht das Recht hatte, sie anzuhalten. Man könnte glauben, eine derartige Selbstmeldung und Bitte um solche Polizeierlaubnis für das Prostituiertengewerbe werde von einer seelisch befleren Frau nicht so leicht ausgesprorfjen werden. Die Praxis hat aber bewiesen, daß diese gefühlsmäßige Erwägung der rauhen Wirklich- keit nicht standhielt. Die Kupplerinnen. Ich glaube, nichts beweist mehr das Bedürfnis nach Bordellen als diese von Kupplerinnen ousgehaliene und sozusagen privatim kaserniert« Prostitution. Profestor Delbanco sagt in seinem Gut- achten, daß auch der rohe und ungebildete Mann die Frau nicht kaufen, sondern erobern wolle. Ich glaube, diese Ansicht schießt weit über da» Ziel hinaus. Das Leben heute mit seiner enormen Arbeits- last, seiner Sorge und ständig wachsenden Not läßt dem Manne weder Zeit noch Gedanken, um so koinplizierte Aktionen zur reinen Befriedigung seines Gcschlcchtsbedürfnistes vorzunehmen. Dazu kommen die Rücksichten, die viele nehmen müssen, und die ihnen die Anknüpfung von Bekanntschaften auf der Straße oder etwa in einem Restaurant sehr erschweren. Der allgemeine hang zur Bequemlichkeit. die Abneigung, erst lange nachzudenken und sich Gott weiß, welch« Mühe zu geben, um das zu finden, was man sucht, treiben besonders die bessersituierten Männer zur Kupplerin.... Man muß davon absehen, Geschlechtsprobleme aus vorgefaßten, womöglich gar moralisierenden Ansichten zu diskutieren. Das vorhandene Bedürfiris ist von Urbegiim an so überwältigend, daß es jedes gesetzliche oder moralisierende Hindernis zerschlägt Darum ist es nicht etwa so, daß sich sittenlose Weiber als Kupplerinnen austun und auf diese Weise di« armen Männer verlocken und denioralisieren, sondern umgekehrt: der Mann sucht und verlangt eine ihm bequemere und passendere Gelegenheit als die Zufallsbekanntschaft und erzeugt dadurch das Wesen oder meinetwegen auch das Unwesen der Kuppelei So gibt es in Berlin eine recht bedeutende Anzahl von Kupplerinnen, denen man unrecht tun würde, wenn man ihnen mit diesem Titel die gefährlichen und häßlichen Eigenschaften andichtete, die der Volks- mund damit verbindet. t Die Installation der Kuppelquartiere ist je nach der Gegend, nach Mitteln und dem Charakter seiner Inhaberin wechselnd vom klein- bürgerlichen Milieu bis zur höchsten Eleganz: als Insasten kommen für viele nur ein bis zwei der sogenannten.Fenstermädchen"«n Betracht, die den vorübergehenden Männern vom Fenster aus zu« lächeln. Bei anderen ist die Zahl der Insassinnen größer und diese haben zum Teil wieder auch ihr« fest« Wohnung bei der betreffenden Frau. Die Kupplerinnen sind fast durchweg bekannt mit einander, Die Passion. Roman von Clara viebig. Das junge Ding war sehr redselig, es erzählte gleich sein ganzes Woher und Weswegen, schluchzte dazwischen, denn es hatte eine mächtige Angst vor den Schmerzen, schwatzte sich aber nach und nach allen Kummer vom Herzen weg und lacht« zuletzt so laut, daß der Säugling, der neben Olgas Bett in einem auf zwei Stühle gestellten Waschkorb lag, ausgeschreckt zu wimmern anfing. .'n reizendes Kind," sagte die Junge, und reckte den Kopf, um besser sehen zu können. Dabei sah Olga, wie hübsch das Mädchen war. Wundervoll das lockige Haar, schön die dunklen glänzenden Augen, das Naschen, der Mund. Die brauchte wahrhaftig nicht hier zu sein» di« war ja so hübsch. Hier war doch nur der Ort für Verlassene, und die da drüber verließ doch wohl keiner..Wie alt find Sie?" fragte sie und schämte sich selber ihrer Neugier. .Achtzehn. Wenn damals das Kind geboren worden war', war s nu schon'n Jahr. Aber es war ja nifcht damit. Gott fei Dank!" Sie lachte leichtsinnig..Wisien Sie, was damals mein Bräutigam war, mit dem war's nischt Genaues. Jetzt ist das was anderes. Herr Katzke— nämlich der Herr. der mich hergebracht hat— ist ja kerngesund. Nicht mehr so jung, aber sehr nett, und wir heiraten, sobald daß er geschieden ist. Die Frau kriegt er schon los." War die dumm? Oder schon so verdorben, daß sie gar nicht fühlte, daß das. was sie da schwatzte, eigentlich schrecklich war? Olga schloß die Augen. Mit einem Seufzer legte sie sich ins Kissen zurück und drückte sich so fest hinein, daß ihre Ohren bedeckt waren. Sie wollte nichts mehr hören. Wie schrecklich ging's doch im Leben zul Viel schrecklicher noch im Leben der großen Stadt, als in dem der kleinen. Und eine Angst kam sie um ihre kleine Eva. die jetzt in dieses Leben eingetreten war. Wie konnte sie die bewahren? Hastig richtete sie sich wieder auf, nahm das Kind aus dem Korb und bettete es an ihre Brust.— Das schöne Leitchen war im Schneideratelier eines sehr feinen Modebazars in der Leipziger Straße beschäftigt ge- wesen..Der Rayonchef hat'n Auge auf mir geworfen, das glauben Sie wohl nicht? Ehrenwort," versicherte sie. Und sie erzählle weitschweifig, wie elegant es da gewesen war. was für eine vornehme reiche Kundschaft, und daß der Rayonchef die Absicht hatte, sie.rauszustellen" als Probierdame..Ich sage Ihnen, dos kann ich! Bauch rein. Brust raus, den Kopf in den Nocken, die Hände'n bißken abgespreizt. Und denn immer da oben, wo die dicken Teppiche liegen und die großen Spiegel bis runter auf'n Boden gehen, longsam auf und ab promeniert und gelächelt. Me fünf Minuten'n anderes schönes Kleid über, und so den ganzen Tag. Ich sage Ihnen, Fräulein, das's mein höchster Wunsch. Schöneres gibt's ja aar nich. Aber Bauch rein, das tonnt ich doch nicht." «ie seufzte tief. .Ich denke, Sie wollen sich verheiraten," sagte Olga. .Nu ja. Aber das wär doch schöner."— Sie wurden ganz gut Freund miteinander, obgleich die ältere hundertmal entsetzt war über das, was die jüngere redete. Die gleiche Lage brachte sie einander näher, �cnn war dieses Mädchen Loge besser als ihre eigene? Olga hatte Zest, über vieles nachzudenken. Bieles, was ihr fremd gewesen war, ganz unbekannt, rückte ihr plötzlich nah, so nah, daß sie es verstand. Sie war gezwungen, ini Bett zu bleiben, sie lag stundenlang unbeschäftigt auf dem Rücken und starrte mit weit offenen traurigen Augen die kahle Zimmcrwand an. Sie sah es ganz klar, dieser Herr Katzke, ein gewöhnlicher Gesell, trotz seiner Klridung, die sicher Geld kostete, trotz des Brillantringes an seinem kleinen Finger, dachte gar nicht daran, dies Mädchen zu heiraten. Eine, die man wirklich heiraten, anerkennen will als Mutter seines Kindes, bringt man sicherlich hier nicht unter! Mit einer sie durchschauernden Klarheit und einer tiefen Scham erkannte Olga das eigene Heruntergekommensein. Sie fühlte sich hinabgedrückt auf die gleiche Stufe mit jenen, die man nimmt und wieder wegwirft. Es gab Stunden, in denen sich Verzweiflungsfchrcie auf ihre Lippen drängen wollten und zugleich bittere Anklagen gegen den, der sie so erniedrigt hatte. Aber war er denn ollein Schuld gewesen? Nein. Unerbittlich ging sie mit sich selber ins Gencht. Hatte er ihr nicht zu gut gefallen? Hatte sie ihn nicht ermutigt durch Blick und Lächeln? Ulster dem Vorwand, für ihn sorgen zu müssen, hatte sie sich viel zu viel mit ibm beschästigt, war ihm so nahe gekommen, daß sein Atem sich mit dem ihren vermengte, daß das Wallen seines aufgestöberten Blutes auch das ihre zum Wallen brachte. Sie haste es damals deutlich gefühlt: wir dürfen nicht so viel allein zusammen sein, aber sie hatte die mahnende Stimm« ihrer Anständigkeit schweigen geheißen. Es war so schön, sich begehrt zu fühlen. Sie hatte sich nachgegeben, sie hotte Gelegenheiten gesucht, die sie hätte oermeiden können. Ber» meiden müssen. Ein Stöhnen entrang sich ihr. .Haben Sie auch Schmerzen," fragte es kläglich aus dem Bett gegenüber. Ja, Schmerlen haste sie, aber andere, als jene dachte. Dem jungen Mädchen ging es gar nicht gut. Frau Lehmann, die me eine Miene besonderer Teilnahme zeigte— sie war ja so etwas gewohnt, das Gewerbe stumpfte ab— trug einige Bedenklichkeiten mit sich herum. „Wenn's nu no chnicht bald los geht, müssen wir wo- möglich noch'nen Doktor kommen lassen. Na, das wäre!" Sie war aufgebracht gegen das Mädchen:.Na, machen Sc doch endlich"— aufgebracht gegen Herrn Katzke:.Der könnte sich wahrhaftig auch n bißken mehr kümmern!"— aufgebracht gegen ihr Schicksal:„Hab' ich das verdient, det't mir so sauer gemacht wird?" Es schien da etwas nicht in Ordnung zu fein. Aengfstich horchte Olga auf, wenn die Leidensgefährfin sich in der Nacht unruhig warf oder im Schlaf ächzte. Sie war immer bereit, nach Frmi Lehmann zu rufen oder gar selber aufzustehen. Aber Tag um Tag verging und Nacht auf Nacht verstrich, ohne daß in der muffigen Hinterstube eine zweites Neu- geborenes die engen vier Wände anschrie. Nun war das hübsche Lenchen schon sechs Tage hier. Als Herr Katzke sich einmal wieder sehen ließ— er schien anzunehmen, es sei olles schon glücklich abgetan— war er sehr unangenehm berührt. Es war schrecklich für Olga, daß er in die Hinterstube gelösten wurde, in der sie lag mit dem Kind an der Brust; aber sie hatte ja kein Recht, ihm den Eintrstt zu verwehren. So lag sie still, hielt die Augen geschlossen und tat, als ob sie schliefe. Aber unter den Lidern hervor blinzelte sie nach ihm hin. wie er drüben am Bett stand, glänzend vor Wohlbehagen und Sattheit, die dicken Wurstfinger vor dem Magen zusammenfaltete und die Daumen umemander drehte. Sein Lachen kam aus voller Kehle. Er schien gänz» lich unbekümmert. Selbst als Frau Lehmann ihn in die Ecke zog und da lange auf ihn eintuschelte— sie warf dabei mehr- mals einen unnihigen Blick zurück nach Lenchen—, schien ihn auch weiter nichts aufzuregen. M't seiner, Olga heute doppelt unangenehmen Sfimme, weil sie ihr gleichgültig vorkam und nichts von einer Herzensunnihe verriet, wie sie sie selber doch empfand, sagte er:.Da läßt sich eben nichts weiter machen, als warten." .Das Warten ist aber schrecklich," jammerte Lenchen Plötz- lich ganz aufgeregt.Ich hab's satt. Ich möchte lieber tausend Kleider vorführen, hintereinander weg, immerzu, bis ich nicht mehr stehen könnte, als hier so liegen, immerzu in der Angst!" Sie fing an zu weinen. sFartsetzung folgt.) und wenn irgendeine von ihnen einmal ausgehoben wird, fo flingeln die Telephone über alle Aemter weg, um den mehr oder meniger benachbarten Geschäftsgenossinnen das gleiche Schicksal zu ersparen. Per Telephon werden auch die Bestellungen auf blonde, braune oder schwarze Schönheit ausgegeben, die man sich je nach Bedarf gegenseitig ausleiht und zusendet. Im großen ganzen ist das Berhältnis der Prostituierten zu den Kupplerinnen freundschaftlich und ziemlich frei von jener Ausnutzung, die sich in den Bordellen immer wieder auftut. Von dem ganzen Getriebe möchte man viel leicht wünschen, es existiere nicht. Da aber die menschliche Natur ihr Recht behauptet, und, weigert man es ihr, zu Formen greift, die für die Allgemeinheit viel abträglicher sind, so scheint es mir, daß in dieser Sache mehr als in vielen anderen ein fluges Nachgeben und in vernünftige Bahnen lenken das Ersprießliche bleibt. Hans Hyan. Revolutionsfeier der Partei. Massenversammlung in der„, Nruen Welt". Lange hat es nicht so geregnet wie gestern abend, und doch war wohl lange feine Veranstaltung unserer Partei so hervorragend besucht wie die gestrige in der„ Neuen Welt". Wie wechselte auch die Stimmung, nachdem die Schirme der Frauen zusammengeklappt und die wassertriefenden Mäntel abgeschüttelt waren. Unmöglich, fich diesem Eindruck zu entziehen: rot ausgeschlagen die Bühne, die Banner der Partei alles überragend, rote Fahnen auf den Balkonen des riesenlangen Saales, grüner Lorbeer schmückt aus. Lange vor Beginn sind alle Plätze besetzt. freis eine | Wohlfahrtspflege haben fann und muß, sind im Borwärts" oft dar. gelegt worden, aber das soll uns nicht hindern, ehrliches Wollen anzuerkennen. Der in Berlin vor einigen Jahren gegründete Arbeits. 3ugicharen für Jugendselbsthilfe", Gemeinschaft junger Leute, deren Führer Lennhof gleichfalls noch im Sünglingsalter steht, hat sich die Aufgabe gestellt, Schultinder und Schulentwachsene zu betreuen. Am Sonnabend fonnte er für Berlin bereits seinen zweiten eigenen Kinder hort eröffnen, der besonders den schulpflichtigen Kindern der ältesten Stadtteile eine Zufluchtstätte bieten will und auf dem Grundftüd Sophienstr. 23 untergebracht ist. Das kleine niedrige Wohnhaus, das zu den ältesten noch erhaltenen Bauten dieses Stadtteils gehört, ist im Innern mit geringen Mitteln sehr hübsch erneuert wor. den, zum Teil unter sachverständiger Mitarbeit der Jugendhelfer. Die Räume, in denen am Nachmittag die dem Horte zugewiesenen Schulkinder vor dem nicht immer günstigen Einfluß der Straße geborgen sind, werden am Abend auch zu Zusammenfünften von Schulentwachsenen benugt werden. Zu der Einweihungs. feier waren Vertreter der Behörden geladen worden und erschienen, Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenver. fammlung, des Bezirksamts Mitte und der Bezirksversammlung. Das Bolizeipräsidium, dessen Dienstgebäude im Bezirk liegt, war durch den Polizeipräsidenten selber vertreten. Auch Käte Kollwig sah man unter den Gästen. Für das Jugendamt, das dem Hort die schußbedürftigen Kinder zuweisen wird, überbrachte Stadträtin en freundliche Glückwünsche. Sie betonte, daß bei diesem der Jugend dienenden Wohlfahrtsunternehmen die Jungen und die Alten einträchtig miteinander arbeiten wollen und voneinander lernen werden. Verhaßte Konkurrenz. Die Männer des Friedrich- Hegar- Chors betreten das Podium, hinter ihnen leuchtet ein Gatter roter Fahnen empor, dann pact Städtische Sarglieferung und die Beerdigungsgeschäfte. cin trogiger revolutionärer Gesang. Genoffe Staatssekretär Bürgerliche Blätter berichten über eine Gerichtsverhandlung, in Heinrich Schulz ergreift das Wort zu einer Ansprache: Nie hat der das beim Bezirksamt Lichtenberg eingerichtete Bees vor dem November 1918 in Deutschland eine revolutionäre Beerdigungsbureau und die von der Stadt betriebene wegung gegeben, die so viele Menschen unmittelbar gepact, ge- Sarglieferung eine Rolle spielen. Ein Beamter W. aus dem schüttelt und erschüttert hat. Der Grund hierfür ist in den unroman Beerdigungsbureau war angeflagt der tätlichen Beleidigung einer tischen Ursachen zu sehen, die zur Umwälzung führten, in dem Ver. Frau H., die im Dienste eines privaten Sargmagazins sagen des alten Regimes, in dem Mißbrauch der Junkermacht, in steht und bei dem städtischen Beerdigungsbureau ein Begräbnis im der unseligen Politit Wilhelms II., in einem Krieg, der, längst auftrage der Hinterbliebenen bestellen wollte. Man erklärte der verloren, bis zum Weißbluten geführt wurde. Es hatte in der Tat Frau H., schon am Vormittag sei eine Tochter des Berstorbenen hier mur eines Funkens bedurft, um die berechtigte Empörung des deut- gewesen, um die Beerdigung zu bestellen, und sie habe auch sogleich schen Volkes und der Arbeiterklasse im besonderen zur befreienden den Sarg bestellt. Im Bureau hatte man, so wird uns der Hergang Auslöfung kommen zu lassen. Es gab damals in Deutschland nur Don anderer Seite geschildert, die Tochter beauftragt, zunächst noch einen Willen und das war der Wille der Sozialdemokratie. Aber fehlende Schriftstücke zu besorgen. Sie suchte aber schon einen Sarg die Ehrlichkeit gebietet einzugestehen, daß der große Augenblic ein und Wäsche aus, vereinbarte die Zeit der lleberführung und der fleines Geschlecht, d. h. ein gespaltenes Proletariat fand. Es hat Beerdigung und versprach, am Nachmittag wiederzukommen. Am feinen 3wed, nachträglich hinter dem Wagen der Geschichte herzu. Nachmittag fam dann nicht die Tochter des Berstorbenen wieder, laufen. Wir wollen uns freuen, daß heute die Einigkeit des Prole- sondern es erschien die Frau H. mit demselben Totenschein und tariats gewachsen ist und die Hoffnung aussprechen, daß auch die wollte nun erst die Beerdigung bestellen. Dem Bortwechsel, der legten Bataillone, die glauben, auch heute noch getrennt marschieren sich hierüber entspann, glaubte der Beamte B. dadurch ein zu müssen, sich uns anschließen werden. Schon wieder rühren sich Ende machen zu sollen, daß er Frau H. aufforderte, das Bureau zu bie Monarchisten in Bayern, aber wir fürchten die Revolte der verlassen, und sie schließlich hinausschob. Daß er sie hierbei auf die Wittelsbacher nicht, denn die Zeit der Fürsten ist in hand schlug, wurde ihm als tätliche Beleidigung zur Laft gelegt. Deutschland ein für allemal dahin.( Lebhafter Bei Ein paar von ihm beigebrachte Zeugen befundeten, daß er dadurch fall.) Die trotzdem notwendige Erfüllung der Forderung, die Kleindie Frau habe veranlassen wollen, seinen Aermel loszulassen. Das ftaaterei endgültig zu beseitigen, verlangt aber genau jo ein einiges Gericht tam zu einer Berurteilung und erfannte auf 50 Mart Broletariat wie die Erreichung aller Ziele im wirtschaftlichen und fulturellen Leben. Gerade hier muß noch ungeheuer viel gearbeitet werden, und deshalb ist vor allem notwendig, daß mir, die wir für die Republif eintreten, auch für sie auf der Wacht sind und allen heimtüdischen und offenen Feinden wehren in demselben Geist, der uns im November 1918 befeelte. So sehen und so gehen wir der Zukunft entgegen, in der Hoffnung, daß einst in ihr das heilige Ziel erkämpft werden wird: die Freiheit rings auf Erden!( Stürmischer Beifall.) Bieber feffelt ein Chorgesang, reicher Beifall dokumentiert die Wirkung auch äußerlich. Ungemein eindrucksvoll, erlebnisstart das Folgende: Eine Aufführung der Schlußizene der Wandlung von Ernst Toller burch bie Spielgemeinschaft der Jungsozialisten. Auf einem Bodium stand in rotem Licht ein Jugendgenoffe, der den heißen herzempfundenen Revolutionsruf des Dichters sprach und die Masse" war nicht minder begeisterter Gegenspieler im Saal, weil es tein Spiel", das da Ausdruck fand, sondern das eigene Leid, die eigene Sehnsucht und die eigene Freude. " Auch, als zum Schluß die, roten Fahnen wallten und es kraftvoll flang: Brüder zur Sonne, zur Freiheit! nommen. Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz Rot Gold veranstaltete gestern anläßlich des fiebenten Jahrestages der deutschen Revo lution eine gewaltige Rundgebung in der Stadthalle Klosterstraße, in der Emil Ludwig, der bekannte Verfasser historischer Dar stellung, sprach. Schon gegen 48 Uhr war der mit schwarzrot goldenen Fahnen reichverzierte Saal dicht gefüllt. Am Saalende hatte die Fahnenfompagnie des Berliner Gaues Aufstellung geIn seinen etwa einstündigen Ausführungen refapitu lierte Emil Ludwig, der seinen temperamentvollen, geistvoll pointierten Bortrag vom Manuskript ablas, in breitem Rahmen die geschichtliche Entwicklung, wobei er unter anderem auch auf Bismard zu sprechen fam. Er bezeichnete ihn nicht als den Mann von Blut und Eisen, als den ihn unsere Nationalisten so gern hinstellen, sondern als einen Diplomaten von großem Geschick und Feingefühl für die Notwendigkeiten der Nation. Wilhelm II. habe fein Bolt in der höchsten Rot im Stich gelassen und von ihm dafür noch 72 Schlösser verlangt.( Stürmische Bewegung und Pfuirufe.) Ludwig fam auf die Phasen der aktuellen europäischen Politik zu Den Locarno- ẞaft haben die Deutschnationalen als sprechen. Schandvertrag gegeißelt. Bismard, den unsere Rationalattivisten so gern zitieren, ohne ihn je begriffen zu haben, hat im Jahre 1895 auf ganz ähnlicher Basis einen Bertrag mit Rußland schließen wollen. Ludwig endete unter dem brausenden Beifall der Maffen mit dem Rufe: Es lebe der 9. November! Eslebe die deutsche Republit!" Im Anschluß an Ludwigs Ausfüh. rungen rezitierte Alfred Beierle zwei start empfundene Gedichte Karl Brögers. Mit Gesangsdarbietungen schloß die impofante Feier. Jugendfürsorge durch Jugendselbsthilfe. Die Not der Zeit führt immer wieder Gruppen sozial empfinden der Menschen zusammen, die zur Ergänzung der Gemeinde- Wohl fahrtspflege sich selber bemühen wollen, den Notleidenden und Ge fährdeten zu helfen. Alle die Bedenken, die man gegen solche private Geldstrafe. man sonst in Potsdam einem einfachen Arbeiter gestatten würde, der wegen einfachen und schweren Diebstahls angeflagt ist. Seit vier Tagen darf die gräfliche Angeklagte im Automobil vorfahren, seit vier Tagen läßt sich die Frau Gräfin feinem Stab bemüht, den Andrang von der Gräfin fern photographieren, seit vier Tagen ist ein Polizeimajor mit zuhalten. Und seit vier Tagen darf die gräfliche Angeklagte mit Zeugen umgehen, ihre Aussagen bespötteln und bekritteln, daß schon mehr als einmal Empörung unter den Zuschauern Plaz griff. Für einen einfachen und schweren Diebstahl eines Angeklagten Schulz oder Müller werden gewöhnlich eine Stunde und 45 Minuten angesetzt, dann heißt es: Bitte, rufen Sie die nächsten auf. Der Andrang zur gestrigen Nachmittagsverhandlung war derart, daß einige Zuhörer über die Barriere fetten. Die Presse wird verdeckt von schaulustigen Frauen und Männern, die nichts zu tun haben als ihre Neugierde zu befriedigen. Der Gastwirt Hellmiß wohnt im Nachbarhause des bestoh= lenen Präsidenten Ried. In einer Auguftnacht bemerkte der Zeuge eine ältere und eine ganz junge schlanke Dame an der Haustür des Präsidenten stehen. Die ältere ging hinauf, dann folgte auch die andere. Eine von den Damen trug einen Umhang. Zeuge Arbeiter Gundermann wohnt im Hause des Herrn Ried; er traf die holz für Herrn Ried," jagte die Gräfin zu ihm. GunderGräfin eines Tages auf der Treppe mit einem Batet. Ich bringe mann fonnte das aber nicht glauben, denn das Batet war rund Holz für Herrn Ried," jagte die Gräfin zu ihm. Gundergemidelt. Der Zeuge muß jetzt eine Teppichbrüde zum Batet wideln. Der Umfang stimmt mit dem angeblichen Holzpatet" überein. Die Angeflagte nochmals danach befragt, wie fie Stangen fennen gelernt hat, redet sich da hinaus, daß sie von einem Unbekonnten einen Brief mit H. G. erhalten habe. Durch eine Zeitungsnotiz wären dann beide näher bekannt geworden. Dann wurde unter großer Spannung mit der Bernehmung der Potsdamer Kriminalbeamten begonnen. Dem Krimi nalassistenten Liege, Potsdam, lag die geheime Beobachtung der Gräfin vom 22. September bis 3. Oftober ab. Das geschah aus der Portierwohnung heraus. Dieser Beamte folgte der Gräfin eines Tages gegen 12 Uhr mittags, als sie mit einem Bafet ihre Wohnung verließ. Am Baffin, in der Nähe des Tabakhäuschens, fah sich die Angeklagte scheu um. Dann ging fie auf die Beter- PaulKirche zu, jeste ihre Füße abmechselnd auf den Kirchgartenzaun und warf babei ein Batet in den Garten der Kirche. Beamte wartete, bis die Gräfin fortging, man fand eine KristallDase des Geheimrats Ried, eine Medaille und fünf Mart in Silber. Die Angeklagte lächelt höhnisch und gibt den Borfall zu, will aber genau gewußt haben, daß sie von der Potsdamer Kriminalpolizei schon seit langem beobachtet wurde. Auf die Frage, weshalb fie denn die Base dorthin gelegt, redet sich die Angeklagte damit heraus, daß sie einen Bettel vorher bekommen habe, dieses zu tun, um den Dieb heraus zu fommen. Gegen 27 Uhr wird die Ber handlung auf heute vertagt. Verstärktes Polizeiaufgebot wird heute herangezogen, denn es ist der Tag, an dem Stangen vernommen werden soll, der Schreibsachverständige und die Geift. lichen. Großfeuer in der Frankfurter Allee. Der Ein Großfeuer tam im Osten Berlins am gestrigen Abend in der Frankfurter Allee 313 zum Ausbruch und machte der Feuerwehr sehr viel zu schaffen. Die Gefahr wurde erst um 9 Uhr bemerkt, als die Flammen schon hell, mit dicem Rauch vermischt, aus dem Fabrifgebäude auf dem Hofe des sehr tiefen Grundftüds des Raufmanns F. Kohls emporloderten. Die von mehreren Seiten gleichzeitig alarmierte Feuerwehr rückte auf die Meldung des Großfeuers mit den Zügen 7, 20, 17 und 4 zur Brandstelle aus. Weitere Züge folgten bann. Als die Feuerwehr in der Frankfurter lee antam, stand der Dachstuhl des Fabrikgebäudes, in dem sich mehrere Betriebe und Lagerräume schon vollständig in Flammen. In ganz furzer Zeit brannten auch Teile der oberen Geschosse mit Vorräten an Tabat, Zigarren und anderen Waren. Von der Wehr wurde unverzüglich mit sechs langen Schlauchleitungen gegen den Brandherd vorgegangen und es gelang, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhüten. Der Schaden ist ganz erheblich, aber voll durch Versicherung gedeckt. Die Kriminalpolizei mar zur Stelle und nahm umfangreiche Ermittlungen vor. Ob Brandstiftung vorliegt, fonnte im Augenblick nicht festgestellt werden. befinden, Der Bericht über diefe Gerichtsverhandlung ist ,, interessant" gemacht durch Bemerkungen über den angeblich unlauteren" Wettbewerb des Magistrats, der die privaten Sarg. fabrikanten verdriest. Wer zum städtischen Beerdigungsbureau wolle, müsse das städtische Sargmagazin passieren, und bei der Mel bung eines Todesfalles werde die Bestellung eines städtischen Sarges empfohlen. Wie sehr diese Konkurrenz den Sargfabritan ten perhaßt ist, das tam auch in der Gerichtsverhandlung mehrfach zum Ausdruc. In der Erörterung über den vom Bor fizenden zunächst gemachten Bergleichsvorschlag wurde die Forde rung aufgestellt, die Nachbarschaft zwischen dem städtischen Sarg, magazin und dem städtischen Beerdigungsbureau zu beseitigen. Die bürgerlichen Blätter bringen den Bericht mit Ueberschriften mie Eigenartige Zustände"," Nette Zustände" und ähnlichen. Deutlich genug ist durchzumerken, daß der Grimm sich weniger gegen den Beamten M. als gegen den fommunalen Betrieb richtet. Die Gegner der Kommunalisierung lassen sich feine Gelegen heit entgehen, wieder einmal über einen fommunalen Betrieb her. ziehen zu fönnen. Netter" findet die bürgerliche Presse offenbar den Zustand, daß manche private Sargfabrikanten durch allerlei Kniffe fich die Sarglieferung zu sichern versuchen, wobei anderen privaten Sargfabrikanten scharfste Konturrenz gemacht wird. Es ist schon dagewesen, daß Todesfälle, die in Kranten häusern sich ereigneten, einem auf gute Bertranfenhaus. Ein weiterer Bauunfall, der etwas glimpflicher abbindungen" haltenden Sargfabritanten früher be fannt wurden als den Hinterbliebenen, und daß die Hinterbliebenen die Todesnachricht zuerst von dem seine Bare anbietenden Sargfabrikanten erhielten. Rette 3u. ft and e", nicht wahr? " Der gräfliche Angeklagte. Noch immer der Potsdamer Umüsierprozeß. Was die gräfliche Angeklagte sich im Potsdamer Schöffen gerichtsjaal herausnimmt, scheint doch wohl etwas über das gewöhnliche Maß dessen hinauszugehen, mas Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 10. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr nachm.: Zur Unterhaltung. 7 Uhr abends: 7.30 Uhr abends: Literarische Stunde( Unterhaltungsroman). Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch.( Mr. Pender). 8.30 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung anstaltung. Zur Feier von Schillers Geburtstag Die Braut von Schauspiel. Spielzeit 1925/26. Leitung: Alfred Braun. 4. VerMessina, ein Trauerspiel von Friedrich von Schiller. Personen: Donna Isabella, Fürstin von Messina: Maria Fein; Don Manuel, Don Cesar, ihre Söhne: Karl Ebert, Ernst Karchow; Beatrice: besteht aus dem Gefolge der Brüder. Edith Fritz. Diego, Cajetan, Bohemund, Berenger, Boten, Chor Anschließend: Dritte Be kanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitan sage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Winke für Funkbastler( Ober- Ing. Otto Nairz). Wieder zwei Bauunfälle. Auf einem Neubau in der Nat. ausstraße in Lichtenberg stürzte der dort beschäftigte Maurerpolier Paul Sommer aus beträchtlicher Höhe hinab und zog fich fchwere Rippenbrüche zu. Ein Wagen des Städtischen Rettungsamtes schaffte den Verunglüdten nach dem Lichtenberger lef, ereignete fich in Tempelhof in ber General Pape- Straße. Sier stürzte der 49 Jahre alte Bauarbeiter Albert Bimmermann, wohnhaft Lichtenberg, Scharnweberstr. 57, aus einigen Metern Höhe hinab. Der anscheinend Schwerverlette wurde sofort nach dem Krankenhaus am Urban gebracht, wo eine leichte Wirbelfaulenverstauchung festgestellt wurde. Einen Jdeenwettbewerb für die Bebauung der linksrheinischen Rampe der Hängebrüde in Köln durch die Leonhard Tiez-G. wird, nachdem Oberbaudirektor Prof. Schuhmacher von dem Bauauftrage aurüdgetreten ist, von der Stadt Köln ausgeschrieben. Beteiligen fönnen sich alle Architekten im Deutschen Reiche( einschließlich bes Saargebiets), im Freistaat Danzig und in der Republi! Desterreich. Als Einlieferungstermin ist der 24. Dezember 1925 feftgesetzt. Die Unterlagen liefert das Stadterweiterungsamt in Köln. Borficht beim Häuferkauf! Kaufluftige, die den Erwerb eines Hauses planen, werden vor einem Architekten" Manno Bleier aus Budapest gewarnt, der sich mit Bermittlungen befaßt. Er hat schon mehrfach Käufer um Anzahlungen geschädigt, weil er zur Entgegennahme des Geldes gar nicht berechtigt war. Nähere Ausfunft erteilt Bruno 3schiefing, Ackerstr. 1, Restaurant. Telephon: Norden 2736. Bom Menderung der Straßenbahnlinien 47, 147 und 57. Mittwoch, den 11. November d. Js., ab werden die Linien 47, 147 und 57 von Bankow, Berliner Str., durch die Breite Str. und Schönholzer Str. nach der neuen Abfahrtstelle in der Pod bielsfiftr. in Niederschönhausen geführt. Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 120. Der am Montag, den 9. November d. Js. in unseren Räumen au eröffnende Lehrgang in Schwedisch( Mittelstufe) unter Leitung des Lettors au der hiesigen Universität Herrn Dr. Langenfeld aus Lund- Schweden fann erst Montag, den 16. November, abends 7%, lor, beginnen. Licht locft Leute. felbft. Wer sein Schaufenster nicht werbend voll ausnutzt, schädigt sich Das billigste Werbemittel ist ausgiebige, richtig angewendete Beleuchtung zur Ausnutzung des Schaufensters auch nach den Geschäftsstunden. Das Lichtheft Licht fodt Leute" iff bei Elektrizitätswerten, Osram- Berkaufs. stellen und anderen Elektro- Fachgeschäften zum Preise von 25 Pf. erhältlich. OSRAM Ortskrankenkaffenwahlen in Wilmersdorf. Heute nachmittag von 4 bis 8 Uhr findet die Bahl der Arbeitgebervertreter zum Ausschuß der Allgemeinen Ortsfranfenfasse Berlin- Wilmersdorf statt. Der Berliner Westen" behauptete, daß das Krankenkassenwesen in Wilmersdorf bisher, wie auch wohl in allen anderen Orten, nahezu unbestrittene Domäne der Sozialdemo tratie gewesen sei. Die von sozialistischen Grundsägen geleiteten Krankenkassenbetriebe zeichneten sich durch hohe Beiträge und Ber Arbeiter Sport waltungstoften, geringe Leistungen an die Versicherten und geringe Der internationale Sportkongreß in Paris. 2hr nachmittags, der Feſtabend um 6½ Uhr abends. Eine zahlreiche | Deutschen Hof, Luckauer Straße, statt. Das Turnen beginnt um Zahlungen an Kaffenärzte und Apotheken aus. Dabei weiß der Artikelschreiber, der dem jetzigen Arbeitgebervorstandsmitglied der Allgemeinen Ortstrantenfaffe Berlin- Wilmersdorf, Herrn Heinrich, nicht sehr fernzustehen scheint, daß das Arzthonorar nicht von ber Raffe selbst, sondern durch ein Schiedsgericht festge= sezt worden ist, das 50 Broz. über den Satz der Vorfriegszeit hinausgeht und an dem Aerzte, Regierungs- und Kaffenvertreter mitgewirkt haben. Ebenso verhält es sich mit der Bezahlung der Apotheter. Bie es sich mit den hohen Verwaltungsausgaben gegenüber den Ausgaben der Aerzte, Apothefen und Leistungen an die Versicherten verhält, sollen die nachstehenden Zahlen zeigen: Die Allgemeine Ortsfrankenkasse Berlin- Wilmersdorf hat im Jahre 1924 verausgabt: für ärztliche und zahnärztliche Behandlung der Mitglieder 398 392 Goldmart gleich 24,19 Broz, für Arznei, Krantenhauspflege und Krantengeld 925 217 Goldmart gleich 56,19 Broz, außer dem für Wochenhilfe, hausgeld, Sterbegelb, a milienhilfe usw. 173 516 Goldmart gleich 10,54 Broz., 3u ſammen also 99,92 Bro3. Demgegenüber betragen die Ausgaben für Berwaltungstosten( persönliche und sächliche) zusammen 149 636 Goldmart ober 9,08 Pro3. der gesamten Ausgaben. Für die Wahl der Arbeitgebernertreter zum Ausschuß der Allgemeinen Ortstrantentaffe Berlin- Wilmersdorf sind zwei Listen eingereicht. Die Liste 1 ist von dem bisherigen Arbeit geber- Borstandsmitglied, Herrn Heinrich, eingereicht worden! Dieser Herr, der sich als einer der Hauptstüzen der Deutsch nationalen Boltspartei fühlt und in der Hauptfache die Hausbefizer vertritt, hat es bisher stets versucht, seine Bolitit" in die Krankenkasse hineinzutragen, was er den Sozialdemokraten zu Unrecht zum Vorwurf macht. Die Liste 2 ist von einem Kaufmann, Herrn Mag Schiemens, eingereicht. Auf dieser Liste sind durchweg nur gewerbetreibende Arbeitgeber als Vertreter zum Ausschuß in Borschlag gebracht. Kein sozialdentender Arbeitgeber darf verabsäumen, heute sein Wahlrecht auszuüben. Wer für Liste 2 stimmt, trägt dazu bei, daß Barte ipolitit vom Ausschuß und Vorstand ferngehalten wird. Fortbildungsfurjus in Säuglingspflege. Die Deutsche Gesundheitsfürforgeschule, deren Träger bas Kaiserin- Auguste- Bittoria- Haus, Reichsanitalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinlindersterblichkeit, die Arbeitsgemeinschaft sozialhygienischer Reichsfachverbände und der Wohlfahrtsver band find, beabsichtigt, in der Zeit vom 9.- 28. November einen& ort bilbungskursus in Säuglings. und Kleinkinderpflege zu beranſtalten. Als Teilnehmerinnen Lommen Säuglings. pflegerinnen sowie alle anderen in Säuglingspflege ausgebildeten Berfonen, insbesondere Fürsorgerinnen evtl. auch Säuglingspflegeunterricht erteilende Pebrerinnen in Betracht. Die Gebühr für den dreiwöchigen Rurfus beträgt 50 M. Anmeldungen find baldmöglichft, spätestens bis zum 5. November cr. an die Deutsche Gefundheitsfürsorgeschule, Charlottenburg 5, Frantitraße 3, au richten. Wir nehmen an, daß es möglich sein wird, für die Unterkunft der Teilnehmerinnen dortfeits Gorge zu tragen, im Notfalle stellen wir uns zur Bermittlung von Wohnungen nach Möglichkeit zur Verfügung. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 87/88. Sof 3 Tr. Tiergarten, Jugendgruppe: Di., b. 10., abends 814 Uhr, Spred abend, Binkhalle, Lintftr. 13( Botsdamer Blat). Bortrag Starl Ebert. Zehlendorf: Mi., d. 11., abends 8 Uhr, bei Schnorre, Mitgl.- Berf. Auch Baffive und Jugendliche Bflichtteilnahme. Friedrichshain: Do., d. 12., abends 7 Uhr, Dieſtelmenerstraße. Lichtenberg und Untergruppen: Do., d. 12., abends 7 Uhr, Antreten Bödlinstraße. Mitte: Go., d. 14., Serbstvergnügen bei Remlom in Schönhola, Kaftanienwäldchen. Karten bei den Rugund Gruppenführern. Bilichterscheinen. Sämtliche Zugfahnen bis Freitag bei Diete, Bonenstr. 19. abgeben. Laboristal ido Uniono, Grupo Berlin. Merkurdio 18. novembro 1925 ni exkursus ad Blumenthal, Tiefensee, Strausberg. Ni renkontras matine ye ok kloki avan la Wriezener kayo( Fruchtstr.) di Schlesischen stationo. Ni invitar omna laboristal. Idisti. Berliner Arbeiter- Schachklub, Mt. Sidsterfelde.Bankwik. Spielabend jeden Dienstag 18 Uhr bei Rattun, Lichterfelbe, Bäfeftr. 7. Am Dienstag, den 10. Rovember, abends 8 Uhr, Bortrag des Schachfreundes D. Doerflein über Alte und neue Eröffnungen". Alle Schachspieler und folche, die es werden mollen, find als Gäste miltommen.. Berliner Esperanto- Bereinigung, Ortsgruppe Berlin- Mitte. Dienstag abend von 6 bis 8 Uhr im Café Biefer, Lükomftr. 92, Ronversationsabend. Gäste willkommen. Arbeiter- Radio- Klub, c. B. Gruppe Schöneberg: Donnerstag, den 12. November, um 48 Uhr, Bersammlung aller Mitglieder und werftätigen Radio freunde bei Botrah, Gedanstr. 53.. Fortfegung des Morfeturfus und Bastelebend. Gäfte milltommen. Bezirk Kreuzberg, Ortsgruppe, Kotibuffer Sor: Donnerstag abend 8 Uhr im Restaurant Wollschläger, Adalbertstr. 21, Vortrag über Steinark- Empfänger". Gäste willkommen. Gaußverband der Schwerhörigen, e. B. Donnerstag, den 12. November, abends 8 Uhr, Saverlands Feftfäle, Neue Friedrichstr. 35, Monatsversammlung und Bortrag des Herrn Regierungsrats Dr. Stern: Die Bedeutung des Ber irages von Locarno". Gäste will fommen. Reichsbund jüdischer Frontsolbaten, Beziz! Often. Mittwoch, den 11. November, abends 8 Uhr, im Frankfurter Sof, Frankfurter Allee 313, furicht Chefredakteur Georg Bernhard über Frank, Rathenau, Preuß". Gäste will. tommen. Geschäftliche Mitteilungen. Biele Werktätige find gewöhnt, in den Arbeitspausen ihre Mafche Bier" zu trinken. Gewiß wird ihnen niemand diesen Genuß mißgönnen, aber das Bier, wie jedes alkoholische Getränt, ermüdet, es schmächt die Aufmerksamkeit und ift dadurch häufia genug ber Anlaß zu Unfällen gewesen. Das passendfte Getränk während der Arbeitspause ist ameifellos Tec. Guter Tee, wie bie betannte Marte eetanne", verliert auch im falten Buftande( gefüßt oder ungefüßt) feinen Geschmack nicht, ermüdet nicht, fondern regt an. Wetter für Berlin und Umgegend. Wechselnd bewölkt, leichte Schauer regen; tälter. Für Dewifchlar d. In Weftbentschland aufheiternd, doch noch einzelne Edauerregen und fälter. In Ostdeutschland stärkere Niederschläge und starte Temperaturahnahmen. Luzern ist die Einheitsfront. # Der internationale Arbeitersport- Kongreß in Paris hat seine Beratungen am vorlegten Sonntag und Montag fortgesetzt, nachdem am Sonnabend abend die Teilnehmer des Kongresses im Rathaus 3u Bantin Gäste der sozialistischen Gemeindevertretung waren. Um zweiten Verhandlungstage kommt der Sekretär der Roten Sportinternationale", Beußner- Mostau, zu Wort, um den Standpunkt der RSI. zu der Vereinheitlichung der Arbeitersport Internationale vorzutragen. Er erklärt, daß es der ernste Wille(?!) der RSI. jei, zusammen mit Luzern eine Arbeiter jport Internationale herzustellen. Es mutete seltsam an, als der Russe darum bat, die Schuldfrage" nicht zu erörtern, sondern die gemeinsamen Interessen in den Mittelpunkt der Aussprache zu stellen. Sein Borschlag, gemeinsame offizielle Besprechungen zwischen den Vertretern der beiden Internationalen herbeizuführen, wurde dann in der Aussprache behandelt. Kalnin Lettland meinte, daß die Luzerner Internationale benutzt werden solle. Der Redner lehnte ,, Einheitsfront" von der RSI. zur fommunistischen Beeinflussung der eine Bereinigung ab. Der österreichische Delegierte verlangte von den Russen eine Aenderung ihrer Tattit. Bon. temps. Baris fragte, warum denn die RS3. überhaupt gegründet wurde, wenn man sich jest danach reiße, mit Luzern wieder zusammenzufommen. Ein anderer Stelle studiert hat, bestreitet die Eristenz der RSI. überhaupt, da es französischer Delegierter, der die russischen Verhältnisse an Ort und fich nur um eine militärische Schule der Roten Armee und ein Pro pagandainftitut der Kommunistischen Partei handle. Bildung Deutschland ist der Ansicht, daß die RSI. mit der Beschimpfung und der Bekämpfung der Luzerner Internationale erst aufhören müsse, soll man ihre Einheitsfrontparolen ernst nehmen. Die Tole ranz der Luzerner Internationale fönne faum noch überboten werden, zu gegebener Zeit Berhandlungen aufzunehmen. Damit sind werden, trotzdem müsse das Internationale Bureau beauftragt die Beratungen am Sonntag abgeschlossen. Die Sigung am Montag beginnt mit der Berichterstattung der einzelnen Kommissionen. Nach eingehender Aussprache werden die Kommissionsanträge an genommen. 3 Beteiligung der Berliner Arbeiterschaft ist sehr erwünscht. Verweigerte Nothilfe. " Der Freie Seglerverband" teilt folgenden unerhörten Borgang mit: Am 27. Oftober fenterte durch Segelhavarie bei schwerem Wetter eine Jolle vom Wassersport- Berein Crossinsee" in der Nähe des Sportshauses., Crossinsee" mit vier Mann Bejagung, von denen zwei des Schwimmens untundig waren. Der Inhaber des Sportshauses Crossinsee" verbot seinen beiden Söhnen, den vom starten Bellengang bedrohten Sportsgenossen zur Hilfe zu eilen. Mit den Worten: Wenn die verfaufen, gebe ich eine Tonne Bier zum besten," lehnte er jede Hilfeleistung ab, und verbot anderen Hilfsbereiten das Benutzen seiner Uebersetzboote. Eine rühmliche Ausnahme machte der älteste Sohn, der trojz des väterlichen Verbotes beim Bergen des gefenterten Bootes Hilfe leistete. Wir geben diesen Vorgang allen Wassersporttreiben. den zur Kenntnis. 11 Der deutsche Arbeitersport in belgischer Beurteilung. der steten Aufwärtsbewegung des Deutschen Arbeiter- Turn- und Der Brüsseler Peuple" untersucht in einem Artikel die Gründe Sportbundes", die in dem Aufbau und der Durchfhrung der Frankfurter Olympiade besonders deutlich in Erscheinung getreten sei, und hebt dabei zweierlei hervor:„ Der Deutsche Arbeitersportzum Einsatz der Persönlichkeit zugunsten des Ganzen führt, und er bund hat in der arbeitenden Jugend einen Klassengeist entwickelt, der erfreut sich bei seiner Tätigkeit der Unterstützung der Arbeiterpresse und Arbeiterorganisationen." Das Brüffeler Blatt erwähnt dann noch besonders den Bau des Dresdener Stadions und der Bundesschule als Ausdruck der Opferfreudigkeit der Mitglieder und vergleicht dann damit die Lage bei den belgischen Arbeitersportlern, die allem die notwendige Unterstützung der Arbeiterschaft fehle. noch viel von den deutschen Genossen zu lernen haben und denen vor Straßen- Radrennen rechtzeitig anmelden! Der Polizeipräsident macht folgendes befannt: Auf eine Ge Die nächste Arbeiter Olympiade soll im Jahre 1931 nehmigung von Straßen- Radrennen kann fünftig nur dann gestattfinden. Im Bericht der Finanztommission wird feft- rechnet werden, wenn die Anträge mindestens 10( 3ehn) gestellt, daß bei der Olympiade in Frankfurt a. M. ein Defizit Don Tage vor dem Start bei den zuständigen Dienststellen eingehen 200 000 mr. entstanden ist, die Deckung ist bereits erfolgt. Beim Be und darin zweifelsfrei die Zeiten sowie die Wege, Ortschaften und richt der Presse tommiffion werden Anträge behandelt und Kreise bezeichnet sind, die von der Fahrt berührt werden sollen. Es angenommen, die die Schaffung eines internationalen mit empfiehlt sich, den Genehmigungsanträgen die Aufschrift„ Radteilungsblattes und Bilderdienstes verlangen. Die im fport zu geben. Jahre 1926 abzuhaltenden internationalen Wettkämpfe verteilen sich folgendermaßen: Im Juli Lettland( Riga), Finnland( Helsingfors), Desterreich( Wien) und im August Schweiz( Bern). Die Wahlen zum internationalen Bureau ergeben die einstimmige Wiederwahl des Präsidenten Bridour und des Sekretärs Dev lieger. Die Sigung erhielt um die Mittagsstunde dadurch eine bes sondere Note, daß eine Delegation aus Bertretern Frankreichs, Deutschlands, Belgiens und der Tschechoslowakei am Dentmal der Kommunegefallenen einen Stranz niederlegte. In den Nach mittagsverhandlungen wird ein Antrag auf informatorische Fühlung nahme mit der Sozialistischen Internationale dem Bureau als Material überwiesen. Als Ort des nächsten internationalen Kongreffes wird Helsingfors bestimmt. Als Richtlinie für das Berhältnis zur Roten Sport internationale" wurde folgende Entschließung des Bureaus einstimmig angenommen: Es ist gestattet, in Ländern, in denen fein Verband der Luzerner Sportinternationale besteht, sportliche Wettkämpfe unter folgenden Bedingungen auszutragen: 1. Die Wettkämpfe müssen von Verband zu Verband festgefeßt, die Mannschaften und deren Reisebegleiter von den Verbänden ausgewählt werden. 2. Die Mannschaften sind ausschließlich Gäfte des veranstaltenden Berbandes, fie haben sich offiziell aller sportlichen und politischen Kundgebungen, somie des offiziellen Verkehrs mit den politischen Barteien zu enthalten, soweit dies nicht durch die beiden nationalen verbände vereinbart worden ist. Mit den Verbänden, die sich von der Luzerner Internationale abge= spalten haben, sind Wettkämpfe nicht gestattet. Der Kongreß hält eine Einigung mit der Roten Sportinternationale zurzeit für unmöglich. Sollte sich aus der sportlichen Zusammenarbeit später die Möglichkeit einer Bereinigung ergeben, so fann diese nur ein neuer Kongreß der Luzerner Internationale beschließen. Damit war die Arbeit des Kongresses beendet. Unter den größeren Entschließungen des Kongresses befindet sich eine 2ln das Weltproletariat", in der zum Anschluß an die bestehenden Arbeitersportorganisationen aufgefordert wird. Eine weitere Entschließung nimmt zu den friegerischen Handlungen in Maroffo Stellung und fordert die Beendigung der Feindseligkeiten. Sie be tont die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter zu wahrer Bölkerversöhnung und schließt mit dem Ruf:„ Nie wieder Krieg!" Das Bußtagssportfest der FTGB. Am Bußtag veranstaltet die Freie Turnerschaft Groß Berlin" wieder ein großes Werbefest für den Arbeitersport in der Zentralturnhalle Brinzenstraße 70. Das Programm ist recht vielseitig und umfaßt die verschiedensten Gebiete des Turnund Sportbetriebes, soweit sie im geschlossenen Raum zur Darbietung hat der Verein eine Festnummer" seines Mitteilungsblattes heraustommen fönnen. Aus Anlaß des sechsjährigen Bestehens gebracht, die u. a. in zwei Artikeln einen furzen lleberblick über die Arbeit des Vereins im letzten Jahre bringt. Aus fleinen Anfängen im April 1919 entstanden, waren Anfang dieses Jahres sieben Vereinsbezirke in den verschiedenen Stadtbezirken Berlins vorhanden. Das Jahr 1925 begann mit ständigem Mitgliederzuwachs, so daß zurzeit 300 neue Mitglieder und drei neue Vereinsbezirke vorhanden find. Die Leistungsfähigkeit des Vereins spiegelt sich am besten in den alljährlich am Bußtage stattfindenden Werbefesten. Anfänglich noch ganz im allgemein üblichen Rahmen, zeigte sich später das Bedem Gebiete des Arbeitersportes zu wirken. Zur diesjährigen Veranstaltung sind Eintrittskarten in allen Abteilungen sowie am Eingang der Turnhalle Prinzenstraße zu haben. Anschließend an die turnerischen und sportlichen Vorführungen findet ein Festabend im Ein Lebenskünstler 66 ftreben, Reues und Eigenes zu bieten und damit bahnbrechend auf Nach dem Drama von Richard Voss Der große Erfolg des B. T. L., Potsdamer Straße 88 National- Flm- Wochenspielpläne an jeder 2. Litfassänle. Erschöpfte Nerven, ueberanstrengung Schlafiofiglett und mancy ihre Kräftigung und Wiederauffrischung. Für alle Borgänge und alles harmonische Zusammenarbeiten der Organe im menschlichen Körper find die Nerven von der afbergrößten Bedeutung. Arbeit mie Genuß, die doch beide das Menschenleben regieren und geftalten, verlangen Kraft und Leistung der Nerven, Frische des Geistes und des Körpers, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, ein frohes Gemüt, selbst ein guter Appetit das alles sind Folge und Aeußerung mahrhaft gesunder Nerven. Ihre Gesundheit aber hängt eng zusammen mit der Ernährung des Körpers. Nervengesundheit ist letzten Endes die Lösung eines Ernährungsgeheimnisses. Quälende Sorgen, förperliche und geistige anderer Kummer des irdischen Lebens reizen und erschöpfen die Nerven vor der Zeit. Nervöje Beschwerden aller Art stellen fich ein. Mattigfeitsgefühl, Arbeitsunluft, Aufgeregtheit und Reizbarteit, Appetitlosigkeit, Berbauungsstörungen und derlei Uebel mehr folgen sich und mechseln sich ab. Bald macht sich ihr zerstörender Einfluß auf das Aeußere geltend. Das Geficht erhält eine nervöse Prägung, leidende Züge, den Ausdruck des Gequältseins, die unvermeidlichen vorzeitigen Alterserscheinungen. Will man nun etwas Energisches tun, dann sollte man mit einer Nerven Mähr- und Auffrischungsmethode ganze Arbeit # e. V. Am fommenden Sonntag veranstaltet der für die wasserHerbstschwimmfeft der Freien Schwimmer Charlottenburg 04 sporttreibende Arbeiterbevölkerung Charlottenburgs und Schönebergs maßgebende Verein fein diesjähriges Herbstschwimmfest. Im friedlichen Wettkampf sollen die Schwimmer und Schwimmerinnen ihre Kräfte meffen, ohne daß sie durch Preisjägerei zu gesundheitsschädigenden Uebertreibungen verleitet würden. Neue Mitglieder tönnen sich an den Badeabenden melden, sie sind jederzeit milltommen. Badeabende finden statt: Montags und Donnerstags von 28 bis 9 Uhr abends in der Badeanstalt Krummeftraße für Charlottenburg und Freitags von 8 bis 9 Uhr abends in der Bade anstalt Dennewigstraße für Schöneberg. Anschriften an den Berein find an den Sportsgenossen Karl Schulze, Charlottenburg, Dandelmannstr. 18, zu richten. Wir machen die Vorstände der Arbeitersport- Organisationen und der einzelnen Vereine darauf aufmerksam, daß wir in Zukunft kleine Anzeigen" nur noch Dienstags und Freitags bringen können, und daß Mitteilungen, die nur die Vereinsmitglieder betreffen, von der Beröffentlichung ausgefchloffen find. Sportredaktion des Vorwärts". SB. Sparta. Mittwoch, den 11. November, 7 Uhr, Funktionärsikung bei Sem Genossen Finke, Borhagener Str. 31. Freitag, den 13. November, 6 bis 8 Uhr, Uebungsabend in der Turnhalle des Königstädtischen Gymnasiums, Elifabethftr. 57. Gäste willkommen. 8 Uhr Vollversammlung bei Jud, Weberftraße 46. 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Die Uebungsstunden sind jest für fämi liche Abteilungen referviert jeden Mittwoch im Stadtbad Kreuzberg( Bärwaldftrake) pon 7-9 Uhr und jeden Freitag von 5-10 Uhr im Stadtbab Friedrichshain( An der Schillingsbrüde 2). Touristenverein ,, Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. Abt. Wedding: Dienstag, bent 10. November, im Seim Lütticher Str. 48, MitgliederversammTing. Gonntag, den 15. November, Sanderung nach Strausberg-- Gamenice. Treffpunkt 7 Uhr Lehrter Stadtbahnhof. Gäste willkommen. Abt. Friedenan: Dienstag, den 10. November, im Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Revolutions. feier. Drtsgruppe Berlin: Zusammenkunft der Sti- Trodenturfusteilnehmer am Donnerstag, den 12. November, 18 Uhr, im Heim Schleiermacherstr. 10, Sof part. Thema: St- Sportausrüftung". Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelbe. Mittwoch, den 11. Novem ber, Bereinsvorturnerstunde für Männer und Jugend. Anfang 28 Uhr. Ende 10 Uhr. Anschließend Gigung bei Ritter, Schillerstr. 26. Es ist Blicht aller Turnwarte des Bereins, zu erscheinen. Arbeiter Turn- und Sportverein Pantow. Die am Bußtag, den 18. Novent ber, feftacfekte Bereinspartie nach Eichstedt im Krämer fällt aus. Alle Mitalieber treffen fich am genannten Sage morgens 7 Uhr im Vereinslolal mit Spaten. Sarke und Wagen zur Blanierung unseres Sportplages. Erster Arbeitstag Sonntag, den 15. November. Sportverein Moabit. Die Turnzeiten für die Männerabteilung haben sich geändert, und amar jeden Mittwoch 168. Gemeindeschule, Quigowstr. 115, und feben Freitag 222. Gemeindefdule, Nostoder Str. 31, von 8-10 Uhr. Jugendabteilung jest regelmäßig jeden Donnerstag von 8-10 Uhr 212. Gemeindeschule, Siemensstr. 20. Frauenabteilung jeden Dienstag von 8-10 Uhr Turnhalle Roftoder Straße. Schiller- und Schülerinnenabteilung vorläufig jeden Diens fag unb Freitag Turnhalle Rostoder Straße von 6-8 Uhr. Jeden Donnerstag ab 18 Uhr und Sonntags, ab 1410 Uhr vormittags Waldtraining. Umleibelotai: Rur Erholung", Gee, Ede Afrikanische Straße. Sonntag, den 15. November. Bereinspartie. Wanderung: Strausberg- Blumenthal. Der Babeabend für Männer und Jugendliche jeden Dienstag Bolfsbadeanstalt Turmstraße. Sonntag, den 6. Dezember, Bunter Abend im Moabiter Gesellschaftshaus. STOJO CECKANNE Blase zartblumig nicht au regend, die fogenannbé Ruffifche Tee Milchung bel geeignet für die Zubereitung im Samowar da auch bei längerem Zie hen nicht bitter werdend Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Dir. A. Hellmer 8 Uhr: Lessing- Th. Schluck undJau Bis 12.Nov tgl.8U Gastsp. J. P. G. Morgen 8 Uhr: Der Kaufmann Grüne Flötel von Venedig Ballettpantom. von Hofmannsthal Staats- Theater Musik von Mozart Opernhaus Rag. Max Reinhardt 7: Schatzgräber Kleines Th. Opernhaus am Königsplatz Tägl. 8 Uhr 7%, U.: Mona Lisa Die Alarmglocke Schauspielhaus 8 U. Wallenst. Tod Schiller Theater 8U: Maria Stuart Städtische Oper Lustsp.v.Hennequin a.Coolus Werbezirk, Ander Albers, E. Burg Trianon- Th. 8 Uhr Charlottenburg Hochzeitstage 7 Uhr: von Geraldy Iphigenie Tha. Nollendorfpl in Aulis Abonnem.- Turnus 3 Täplich 8 Uhr: Der Deutsches Theater letzic Kuß 7 Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Operette von Rob. Winterberg Falk, Vespermann, Rainisch, Picha, Wasa, Muth, Hell. Stg., Mittw. 11. Sbd. Märchenvorstellg Dornröschen. Kammerspiele Residenz- Th 8 Uhr: 8 Uhr: Circes Heirat Man kann Hesterberg. Sabo nic wissen von Shaw Engers. Mattoni Mittwoch u. Sbd. u Sonntag 312 U. Kleine Preise! Die Komödie Schneewittchen Kurfürstendamm 207 8 Unr Thalia- Th. 8 Uhr: Gesellschaft Annemarie v. John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Berliner Theater 8 Uhr: Gastspiel d. Dtsch. Volkstheaters Wien Antonia Lastspiel in 3 Akt v.M. Lengyel Sári Fedák, Otto Lotte Neumann Paul Heidemann Dora, Baselt, Wilfan Mittwoch u.Sonnabend 3%, Uhr: Kleine Preise! Aschenbrodel Theater in der Kommandantenst. Tressler, H. Lackner 8U z. 359 Male Margarete Koeppke Anneliese Ria Thiele, Emmy von Dessan Förster, K. Ehmann, Siegfr Breuer, Franz Engel, Dr Szilágyi Mittwoch u. Sonn Inszenierang Dr. Rudolf Beer Wallner- Theater Täglich 8 Unr: Fäden abend 3%, Uhr Kleine Preise! Rotkäppchen Theat. d. Westens Das große SCALA Operettenhaus 8 Unr. Internat. Tägl. 8 Uhr: Lea Seidl und Ed. Lichtenstein als Gast in Varieté Der Orlow Großes Schauspielhaus Berliner Schwimmrerein recit 1907, e. V.( Mitgl. d..-.. Sp.- 8.), Am Mittwoch, den 11. November, abends 7 Uhr, Jugendgung in der Schule Safianienalize 82. Nächste Mitgliederversammlung am Freitag, den 20. Novem bet, abends 8 Uhr, bei Seibel, Schönhaufer lee 156. Dafelbft Aufnahme neuer Mitglieder. Am Sonnabend, den 14. Rovember, findet in Josef Cule: s Gesellschaftshaus, Röpenider Str. 62, ein geselliger Abend statt. Beginn um 8 Uhr. Kinderturnwarte tes 1. Bezirks. Am 15. November findet in Friedrichshagen im Enzeum, Airchstraße, die Bezirks- Borturnerstunde um 9 Uhr statt. Rach der Lehrstunde kurze Besprechung. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Sport- Club ,, Siberias 96", Jiu- Jitsu- Abteilung Am 26. November be ginnt in der Turnhalle Charlottenburg, Spreestr. 29, ein Lehrgang im JiuJitsu. Anmeldungen Dienstag, Donnerstag und Freitag in der Turnhalle. Arbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Streis. Die Jugendleiter und Bertreter tonferenz aller Sparten( Turner, Schwimmer, Ruderer, Leichtathleten und Fußballspieler) findet am Sonnabend und Sonntag, den 21./22. November, im Bürgerfaal des Berliner Rathauses( Eingang Königstraße) statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Wege und Ziele unserer Jugendbewegung. Referent Genosse Drees, Bremen. 2. Rauschgifte und Etort. Referent Genosse Dr. Braentel. 3. Serualfregen der Jugend. Referent Genosse Dr. Hodann. 4. Berschiedenes. Bahl eines Areisjugendenausschusses. Bereinsausweise sind mitzubringen. In Quartierangelegenheiten sind die Leiter der Sparten auständig. Arbeiter- portfartell Reukölln. Am Dienstag, den 10. Rovember, findet abends 28 Uhr in der Sdeal- Klause, Marefchstraße, eine Funktionärigung der Neuköllner Kartellvereine ftatt. Tagesordnung: Unsere Forderungen an die Rommune. Freie Turnerschaft Grok- Berlin. Montag, den 16. November, Turndais. fizung, Geschäftsstelle. Gonnabend, den 21. Stovember, Vereins- Vierteljahresversammlung in den Sophienfälen, Sophienftr. 17/18. Berliner Ruderverein Freiheit" e. B. Geschäftsstelle: Berlin N 58, Schlte mannstr. 14; Sumboldt 8394. Das Bassinrudern beginnt am Sonntag, den 15. November, vormittags 10-12 Uhr, im Bootshaus Borwärts". Es ist Blicht sämtlicher Sportgenoffen, sich während der Wintermonate am Baffin rubern regelmäßig zu beteiligen. Nächste Sigung am Freitag, den 6. Rovem ber, im Bootshaus Ctralau. Komische 8/4 814 Für Dich CHARELLREVUE 300 Mitwirkende Parkett M. 5.Rang M. 8.eter Rang M 1.50 Loge M. 7.3ter Rang 75 Pi. Sonntag naehm. 3 Uhr anverkürzt zu ermäß. Preisen. Reichshallen Theater Allabendlich 8 Dhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Nachm. halbe Preise Dönhoff Brett'l: Familien Varieté. Autang 8 Uhr Sonntags 51% Uhr. Elite- Sänger Oper Dir.: James Klein 8 GrößteRevue der Welt Von Täglich 8, Uhr: HALLER REVUE Theater im Jugendveranstaltungen. Gymnastikursus heute, Dienstag, 8 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Heute, den 10. November, abends 7½ Uhr: Bebbing Rord: Schule Müllerstr. 48. part., Bortrag: Darwinismus". Rorbolt I: Jugendheim Königstr. 21, Revolutionsfeier. Norboft II: Jugendheim Danziger Str. 62, Revolutionsfeier. Schönhauser Borstadt I: Schule Ibsenstr. 17, Bortrag: Revolution non 1918". Norbring: Vorwärts- Spedifion Greifenhagener Str. 22, Mitgliederversammlung und Revolutions. Gedenkfeier. Brenzlauer Borstadt: Schule Danziger Str. 23, Aussprache: ,, Bor 1918 bis heute". Senefelder Biertel: Schule Eberswalder Str. 10, Rimmer 12, Borirag: ,, Berliner Sumor". Salenfee: Schule Joachim- Friedrich Straße 35/36, Revolutionsfeier und Elternabend. Schöneberg I: Revolutionsfeier mit Jungsozialisten und Bartei. Mariendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7. Bortrag: Wir und die gegnerische Jugendbewegung". Steglis 1: Jugend heim Albrechtstr. 47, Borttag: Jugend und Staat". Neukölln I: Jugend heim Sanderstraße, wichtige Mitgliederversammlung. Reukölln III: Jugendheim Rogatftr. 53, Bortzag: Der 9. November 1918". Reinidendorf- West: Jugendheim Seidelstraße, 10- Minuten- Referate. Rosenthal: Schule Schillerstraße, Boctrag: Gemeinschaftsfinn und Gemeinschaftserziehung". Abt. Westen: Die Dienstags- Seimabende fallen vorläufig aus, dafür ab Mittwoch, den 11. November, jeden Mittwoch im Rinderhort Dennemiaftr. 23, Gtfl. part., Gruppenabend. Bildungsfurfe heute 72 Uhr: Werbebezirk Tiergarten: Schule Siemensstr. 20. Gartenstadtschule. Berliner Str. 31. Th. am Kurfürstendama 8 Uhr Barnowsky- Bühnen Theater in der Wenn ich wollte...! Königgrätz.Str. Heute u. morgen 8 Uhr: Wie es euch gefällt Donnerstag 8 U. Admiralspalast Don Juan u. Faust ACHTUNG! WELLE " Abis Z 505" Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeigt worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkende Das Tagesgespräch Berlins Parkett 6.- M. Preise 2. bis 12.- M. ( Logen 15. M.) Vorverkauf ununterbr. geöffnet Die Tribtine Tagl 8 Uhr: Zurück zu Metansalem Homödienhaus Täel. 8 Uhr: II. Rang von 2 Mk. Kopf oder Schrift Parkett von 4 Mk. Logen von 8 Mark Kinder- Revue Mittw. d. 11. 312 Uhr Alle Puppen tanzen Kleine Preise: 0.50, 1.-, 1.50 Neues Theater am Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Diejüdisch. Witwe Lustspielhaus 8 Uhr: Potasch& Perlmutter II. Teil ( Potasch& Perimutter b. Film APOLLO- THEATER Werbebegirl Spendan: Werbebezirk Oberspree: Niederschöneweide, Jugendheim MARKE 8 U. DER MANN& 8 DER SICH VERKAUFTE Täglich 8 10 Uhr: Rose- Theater Olly- Polly Central Theater Operette von Kollo 8 Uhr Trieschübel Erna Nitter Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Curt Bois Parkettpl.v. 2-12 M 8 U. Theat.i.d. 8 Uhr: Bummelstudenten 50. Mk. MONATSRATEN beginnend u. kleine Der Welterfolg: Lützowst.112 Anzahlung für ein Infimes Theater Casino- Theater NO NO NANETTE Bülowstr.6. Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 160 77. Alle Berl. Zeitungen schreiben: Täglich 8 Uhr: Täglich& Uhr a. Sonntag nachm. Neu! I 3 Uhr( zu balben 1 raisen): Stall Levy mit Klubfreunde musik.Auft kt ist der größte Neu! Die Frau Circus Frauen hinter Gittern Mittw. nachm. 4 U Max und Moritz Vorzeig. Stgs. tater teru abends v. 50 Pig an Der alte Dorfschullehrer, Lebensbild Herrnfeld- in gefährlichen Alter usch Thid. Klosterstr. 43 Zum Schluß:?? Jugendsünde?? sowie der unvergleichliche Soloteil. Schlager seit 30 Jahren. Vorber das Hovbr.- Programm Volkstüm!. 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Prof. Jalias Prawer Berfügung vom 8. Geptember 1925 bert unt. gefl Mitwirk. v Sandel mit Tabat und Tabatwaren wegen Bella Fortner- Unzuverlässigteit in bezug auf diefen Handelsbetrieb rechtsträftig untersagt. ( 3.9r. 327 11. r. 25.) Berlin, den 2. Rovember 1925. Der Polizeipräsident J. B.: Meister Halbaerth Krause0 27, Blumenstr. 70 Pianos an der Markusstr. Verkauf 9-7. Berg's lust. Bären Die Teresina Besuchen Sie uns WINTO DORTEN 1 oder verlangen Sie sofort kostenlos Piano- Katal., Preisliste, Zahlungsbedg. zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße Bekanntmachung Die Bertreter der Arbeitgeber und Ber vember 1925, abends 8 Uhr, im Raffenlokal hierselbit, Körnerstr. 55, stattfindenden ordentlichen Ausschußßhung höft eingeladen. fierten werden hiermit zu der am 17. NoTagesordnung: 1. Feftfezung des Boranschlags flir 1926, Gagungsänderungen. Deutscher Metallarbeiter- Verbands. Heute, Dienstag, den 10. November, Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25: November- Sensationen! abends Uhr, im großen Saal des auf allen Gebieten der internationalen Varieté- Kunst Sonnt. nachm. 312 Uhr halbe Preise Rauchen gestattet 0 Bahl bes Musichulfes für die Prüfung Berichiebenes. ber Rechnungen des laufenden Jahres, [ 53/15 Berlin- Steglig, den 9. November 1925. Der Borstand. Branchenversammlung Moeckel, Borfigender. Koglin, Schriftführ. der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Bericht von ben Berhandlungen im Tarifausschuß. 2. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Massen- Einkauf Achtung! Lehrlinge, jugend- Achtung! gestattet mir folgendes billiges Angebot Rennen zu Strausberg he better u. Arbeiterinnen, 50000 Liter Fruchtweine de u. Mittwoch den 11. November. nachsüß, 14%, m. Steuer Dienstag, d. 10. Novbr. mittags hr, im Reichenberger fleidelbeer- u. Apfelwein Ltr. M. 0.87 nachmittags 1 Uhr Charlottenburg ab. Zoo 111 112 1134 1133 1135 1143 1141 1149 Friedrichstraße Alexanderplatz Schlesisch. Bhf. Strausberg B 19 an ... 115 1147 1155 122 1218 1282 1240 115 Oefen Eiserne Oefen Kacheloefen Herde für Kohle und Gas Zechlin Berlin C.25 Alexanderplatz 49 Sabrelange You Slafton Babe ta burch Gebrauch von Obermeyer's Mebiginal Serba- Seife Sof, Reichenberger Straße 147: Fruchtwein, Portweintyp Versammlung Johannisbeerwein. Stachelbeerwein. • 94 9 0.96 1.02 ST " 1.68 aller Lehrlinge, jugendt. Arbeiter 75000 Liter Südweine und Arbeiterinnen aus den Beunverschnitten, mit Steuer trieben im 5. Bezirk. Tarragona süß 17% Tagesordnung: 1. ,, Unser Berband Malaga und die Jugend". 16% Referent: Rollege Samos( Krankenwein) Aschecker. 2. Aussprache über Betriebsfragen Douro Portwein 20% Das Erscheinen allec Jugendlichen wird erwartet. Donnerstag, ben 12. november, nachmittags 4 Uhr, im Lotal von 3mberg. Oberschöneweide, Wilhelminenho ftr. 34( Neuer Gaal): Bezirksversammlung Ltr. M. 1.50 90 " 1.74 99 9T 2.07 2.70 " 35000 FI.Rot- u.Weißweine • Serie 1 mit Steuer nur M. 0.90 2 132 3 99 1.89 99 236 99 Erstklassige Spirituosen Ltr. M. 2.95 99 8.20 99 99 99 4.20 4.45 99 des 21. Bezirts( Oberschönereide la Aquavit. 35% und Umgegend) für alle Lehrlinge, la Weinbrand Verschnitt, 38% la Reiner Weinbrand, 38% jugendl. Arbeiter u. Arbeiterinnen. la Jam.- Rum- Versch. 45° Tagesordnung: 1. Bortrag: Was la Jam.- Rum- Versch( Tecrum) 55%, 5.20 bezweden bie Gewerkschaften für die Die bek. Süßkind- Liköre 38% 4.45 arbeitende Jugend"? Ref.: A. Meißner. 2. Betriebsverhältnisse im Bezirk Ober schöneweide Kostproben gratis Aus Anlak ber bemnächst statt- Ausschank direkt vom Fab findenden größeren Beranstaltungen aller Gewerkschaften, befonders auch der bes Likör- Fabrik u. Weingroßhandlung Metallarbeiter- Berbandes für bie Jugend in Groß- Berlin, halten wir alle Jugendlichen zum Erscheinen in der Berjammlung für verpflichtet. Eduard Süsskind Achtung! Betriebsräte_Achtung! Hauptgeschäft: Brunnenstr.42-43 Hauptgruppe VI. Donnerstag, den 12. Rovbr., apends Verkaufsstellen meiner Fabrikate: 6 Uhr, im Jugendheit des Ver- Berlin N: Chausseestr, 76( an der Panke) bandshauses, Linienfte. 83 85: Moabit: Wilsnacker Str. 25, Ecke Birkenstr. Befelttat, nachdem bis bahin alle on Gruppenversammlung Steglitz: Schloßsir. 121 beren angewandten Mittel versagten. Boftaff. B. in P. Per St. ... 65, 30% verstärkt M. 1- Sur Nach behandlung ist berba- Greme befonders au empfehlen.. Su haben in aller potpeten, Drogerien u Barfümerien Tagesordnung: Bericht von der Neukölin: Berliner Str. 13 Betriebsrätekonferenz über Arbeitsgerichte und Arbeitslofenversicherung. Referent Berlin 0: Koppenstr. 87 Rollege Janke. 117/13 Die Ortsverwaltung Charlottenburg: Friedrich- Karl- PL 5 Nr. 531+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienst am Käufer. Amerikanische und deutsche Handelsmethoden. Philadelphia, Ende Oktober. Hier vernahm man mit Erstaunen, daß die deutsche Reichsregierung den preistreibenden Kartellen im besonderen deswegen auf den Leib rücken will, weil sie verschiedentlich noch an der Dollar flausel festhalten und bei Warenbestellungen in der Preisfestsehung fich gern Vorbehalte ausbedingen wollen. Schon vom deutschen Standpunkt aus gesehen handelt es sich bei diesem Kampf" so weit ihn die Unternehmer nicht bald völlig in Bergessenheit bringen werden, um Nebenfragen der Preisbildung. Bei der Dollartlaufel geht es praktisch doch nur um die Frage, ob der Warenhersteller oder der Groffist die Kosten der Devisenbeschaffung, die zum Rohstoffeinkauf notwendig ist, zu tragen hat. Der Preis der in Frage kommenden Waren wird sich bei einer Austragung des Streites zugunsten dieses oder jenes Interessenten wohl ta um ändern. In den Fällen, wo wirklich noch die Dollartlaufel ohne praktischen Zwed besteht, gewissermaßen als Gewohnheitsrecht der Inflationszeit, handelt es sich mehr um volts. wirtschaftliche Dummheit, die dem Benutzer des Inflationsrecht Ueberbleibsels zuerst schadet, als um eine entscheidend preissteigende Maßnahme, die eine große Regierungsaktion verdiene. Die Klausel vom freibleibenden Preis ist etwas ernster zu nehmen, weil sie zu den schmutzigen Gewohnheiten gehört, die der deutsche Kaufmann sich in den Nachkriegsjahren angewöhnt, und die dem deutschen Außenhandel in der ganzen Welt außerordentlich geschadet hat. Wenn die Reichsregierung gegen die geschäftliche Unmoral der freibleibenden Preise wirklich etwas tun wollte, was durch aus Paragraphenform haben muß, dann brauchte sie nur alle Geschäftsabschlüsse, die jene Klausel enthalten, auf dem Verordnungswege für gefeglich ungültig, Forderungen und Sonstige Klagen aus ihnen für unzulässig zu erklären. Es ist allerdings möglich, daß sie damit auch feine merfbare Preisbeeinflussung erreichen würde, denn auch die Klaufel vom freibleibenden Breise ist feine Hauptursache der Teuerung. Wie sehen aber diese Fragen aus, wenn sie vom amerita nischen Standpunkt betrachtet werden? Hier glaubt vorerst niemand daran, daß es der deutschen Reichs regierung mit dem Kampfe gegen die Kartelle ernst sei. Diese Auffaffung wird noch dadurch verstärkt, daß man sich weder die Dollartlaufel noch freibleibende Klausel vorstellen fann. wundert gefragt, warum der Umweg über den Dollar genommen werde, wenn doch eine Goldmark da sei- oder sei sie vielleicht nicht ficher? und warum irgend jemand dort Waren bestelle, wo ihm nicht der feste Preis gesagt werde. geschäfte meist mur Spezialwarenftrmenden Preis im Schaufenfter anzugeben, fie loden mit der niedrigen Abzahlungsrate. Ganz vornehme Ladengeschäfte, wohl mit vorwiegend feſtem Kundenkreis, perzichten ebenfalls auf öffentliche Auspreisung. Das gleiche können fich naturgemäß auch diejenigen leisten, die Markenartikel vertreiben, deren fester Preis ohnehin täglich seitengroß in den Zeitungen ver fündigt wird. Im übrigen ist aber im Einzelhandel Grundsay: Ich fagemeine Preise möglichst laut und deutlich jedem Vorübergehenden. Was für den Detailhandel gilt, trifft auch für den Großhandel zu. Natürlich gibt es hier nach Umfang und nach den sonstigen Bedingungen der Käufer entsprechend bewegliche Preise, aber daß es überhaupt möglich sein soll, fie an irgend welche offen gelassenen Bedingungen zu knüpfen, will niemand verstehen. So etwas ist nur in Deutschland möglich. Hier in Amerika hat alles einen flaren Preis. Ein sehr fluger Mann soll Amerita einmal dahin erklärt haben, daß in diesem Lande nicht jedes Ding einen Wert, aber alles einen Preis habe. Wer feinen festen Preis sagt, der will betrügen. Und einem Betrüger wird man keine Waren abkaufen, mit dem wird man keine Geschäfte machen. Das ist die Moral des amerikanischen Kaufmannes. Der große Sport des amerikanischen Geschäftsmannes, im besonderen desjenigen, der Markenartikel- Waren von feststehender Güte und bestimmtem Aussehen verkauft, scheint heute die Breisherabseßung zu sein. Seite um Seite sind die Zeitungen mit den Annoncen angefüllt, in denen z. B. die Automobilfabriken anfündigen, daß sie die Preise für ihre Wagentypen sämtlich herabgesetzt haben. Sie steigern damit, wie allgemein versichert wird, ihren Absa z. Andere Produktionszweige folgen ihnen. Bielen deutschen Unternehmern ist der Grossist, diesem der Detailhändler und diesem wieder der Ladenkunde die Kuh, die fräftig gemolten werden muß. Man meint, der Kunde müsse ja doch wiederkommen. Die Umkehrung der Wirtschaft, wie sie in der Kriegszeit und während der Inflation in Deutschland möglich geworden ist, daß der Käufer um Ware betteln mußte, ist heute noch das Elend unserer Preise. Gegen diesen Tatbestand tommt man nicht dadurch an, daß die Regierung an einer für die Gesamtwirtschaft und die Preisbildung ziemlich bedeutungslosen Stelle vom Staatsanwalt die zufällig zunächst stehenden Interessenten etwas tigeln läßt. Dann wäre es Es wird verfchon besser und nüßlicher, wenn sie den Unternehmern gratis und öffentlich Vorträge über Geschäftsmoral halten ließe. So etwa über das amerikanische System der Weiterempfehlung des Räufers durchs ganze Land, damit er, immer wieder zufriedengestellt, bei der einmal bezogenen Ware bleibt. bedeuten, ist darin zu suchen, daß sie den minderwertigen Das eigentliche Gift, das die Kartelle für die deutsche Produktion unternehmer schützen. Das gibt es in Amerika nicht, hier gewinnt, wer am besten springt. Und hier hat der den größten Borsprung, der die meisten Kunden hat. Da die Löhne nach unten gebunden sind, gibt es feinen Sondergewinn durch vermehrte Ausbeutung des Arbeiters. Der Lohndruck als Verlustausgleich ist nicht möglich. Die Art der Antwort führt zum Kern des ganzen Problems. Es ist im Warenkreislauf der Vereinigten Staaten sicher nicht alles so glänzend, wie es während der letzten Jahre in Deutschland durch ameritaberauschte Berichterstatter dargestellt worden ist, aber eines ist ganz sicher richtig: Hier gilt der Dienst am Käufer als das oberste Gesetz und- als das beste Geschäft! Es fällt teinem Kaufmann ein, mit seiner Ware täuschen oder durch Kniffe verdienen zu wollen. Der Dienst am Kunden ist erster Grundsatz, Nobelsein ist das beste Geschäft! Für feststehende Qulität gibt es nur feste Preife. Eines darf dabei im Vergleich zwischen den deutschen und Hier legt jeder Kaufmann Wert darauf, feine Ware im Schau- amerikanischen Berhältnissen allerdings nicht übersehen werden: Auch fenster mit Breisvermert auszulegen. Ausnahmen machen mitunter mehrfache der Rauftraft des deutschen Arbeiters. entlohnte Arbeiter besitzt hier durchschnittlich das nur die Warenhäuser, fie betrachten ihre Schaufenster als AusDarüber wird in besonderen Untersuchungen noch zu reden sein. ftellungen, fie wissen, daß der Kunde im Berkaufsraum fich ungeniert orientieren fann und wird. Häufiger vermeiden die Abzahlungs. Spanien und der deutsche Weinbau. Im deutsch spanischen Handelsvertrag, der in fehlgeleiteter Rücksicht auf die Weinbauern gekündigt wurde, spielt ihm durch den jetzt ausgebrochenen Zollkrieg nicht gedient wird, die Sorge um den deutschen Weinbau eine große Rolle. Daß haben wir bereits an anderer Stelle dargelegt. Die deutsche Regierung scheint das selbst einzusehen, da sie sofort nach der spanischen Bollfriegserklärung neue Vorschläge zur Beilegung des Konflikts gemacht hat. Inzwischen sind die wirtschaftlichen Kampfmaßnahmen Spaniens in der Nacht vom Sonntag zum Montag bereits in Kraft getreten. ganzen deutschen Weinproduktion auf dem heutigen Gebietsumfang im Jahre 85 millionen Mart. Bon dieser Zahl behaupteten freilich die Winzer sie sei viel zu hoch gegriffen. Im Jahre 1924 betrug der Wert der Weinbauproduktion 94 Millionen Mart. Diese Zahlen hat man zu vergleichen mit den Ziffern des deutschen Fertigwarenegportes nach Spanien, der sich dem Werte nach beinahe auf das Doppelte beläuft. Dann erst wird flar, wie unsinnig eine Politit ist, die den Fertigwarenexport dem deutschen Weinbau opfert. Hinzu kommt, daß der deutsche Weinbau bekanntlich seit Jahren in der Mehrzahl der Betriebe unren tabel geworden ist und die Arbeit der Betriebs inhaber nicht mehr lohnt, während der Fertigwarenexport zu einem großen Teile sicherlich aus Betrieben stammt, die in der Lage find, ihren Arbeitern einen normalen Lohn zu zahlen. # Bei den bisherigen Berhandlungen hat an Material über den deutschen Weinbau nur das vorgelegen, was die Winzer und ihre Interessenvertretung der Deffentlichkeit zur Verfügung gestellt Damit freilich ist noch nicht gesagt, was aus dem deutschen haben. Vergessen wurde dabei, daß die Krise des deutschen WeinWeinbau werden soll. Bisher hat man ihm abgesehen von den baues nicht eine Folge des spanischen Handelsvertrages ist, sondern handelspolitischen Bugeständnissen, einen Kredit" von 30 Millionen daß die Winzernot durch ein ganzes Jahrzehnt bereits vor dem Kriege auf der politischen Tagesordnung stand. Ihre zudem ein Drittel des Aufkommens der Weinsteuer für die Förderung gezahlt, ihm einen weiteren von 50 Millionen versprochen und Ursachen liegen offen genug zutage. Der Weinbau in Deutschland des deutschen Weinbaues bestimmt; es dürfte sich dabei um 25 bis wie auch in Nordfrankreich wurde von den Römern zu Beginn unserer 30 millionen Mart handeln. Diese 105 bis 110 mil. Zeitrechnung dorthin importiert. Seit hundert Jahren, wenn nicht lionen Mart sind wahrscheinlich etwa ein Biertel des länger schon, geht der Weinbau aus den Gebieten, in die er verWertes der deutschen Weinbausfläche, eher mehr. pflanzt wurde, wieder auf südlichere Gebiete zurück, die der als weniger. Obendrein ist es klar, daß diese Summen zum größten Rebe klimatisch günstiger sind. Das war besonders klar an dem Teil einfach verloren sind. Denn der größte Teil des deutschen Untergange des oft und norddeutschen Weinbaues zu sehen. Soll man doch einmal in der Nähe von Thorn Süßwein Weinbautes ist lebensunfähig, und das Problem des deutschen Wein baues liegt im Grunde darin, wie man ihn am ehesten und am erzeugt haben.( Auch in Berlin gibt es noch heute einen Weinbergsweg".) Hinzu kam zu dieser natürlichen Tendenz der Ueber- besten liquidieren, seinen Werktätigen gründlich und nachhaltig helfen gang zum Verbrauch anderer alkoholischer Getränke. In tann. Hier liegen Möglichkeiten für eine aufbauende Sied Deutschland wohl vorwiegend des Bieres, in Frankreich des Brannt- lungspolitit. Es müßte möglich sein, den Befizern statt Subweines. Aber die Franzosen sind glücklicher als wir. Südfranfventionen endgültige Entschädigungen für die Verreich gehört zu den Gebieten, in denen der Weinbau sozusagen zu nichtung des Weinbaues zu zahlen, obgleich diese, wie wir noch einHause ist. In Deutschland dagegen sind wirklich für den Weinbau mal betonen wollen, nicht eine Folge politischer Maßnahmen, sondern lohnend nur relativ wenige Weingegenden und zudem mur die Betriebe, die Qualitätsmeine produzieren. Dort aber wo ein billiger Wein für den täglichen Verbrauch erzeugt wird, besteht die Weinbaukrise. So zählte zum Beispiel die Weinbaufläche Württembergs noch im Jahre 1825 20 000 hektar, 1865 zirfa 17 000 hektar, im Mittel der Jahre 1908-1912 nur noch etwa 15 000 Hektar und im Jahre 1924 nicht mehr ganz 11 000 Hektar. Berschärft wird die Gegenwartstrise aber noch dadurch, daß auch der Weinbau seine Inflationstonjunttur gehabt hat. Gegenüber dem stetigen Rückgang der Weinbaufläche in der Vorfriegszeit wuchs sie in der Inflationszeit um 6000 Hektar in Deutschland. Dieses Wachstum muß jetzt wieder abgebaut werden und das Jahr 1924 machte bereits den ersten bescheidenen Anfang dazu. Ist dies das allgemeine Bild der Entwicklung des deutschen Weinbaues, daß ein ,, welsches" Importprodukt langsam wieder vom deutschen Boden verschwindet, soweit es nicht wirklich eben im Qualitätsweinbau- aftlimatisiert worden ist, so bleibt noch übrig, fich einmal die wirkliche Bedeutung des deutschen Weinbaues vor Augen zu führen. Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes betrug der Durchschnittswert der Der Ertrag der ZeppelinEckener- Spende T ift nicht zur Erhöhung des Gesellschaftsfapitals des Zeppelin Konzerns bestimmt. Der Gesamt ertrag wird als Nationaleigentum des deutschen Wolfes Zahle Deinen Beitrag auf Postfchedkonto Stuttgart 5845 einer Stiftung zugeführt, die dann d. neue Luftschiff in Auftrag gibt und feine Verwendung bestimmt. Dienstag, 10. November 1925 eine Folge zwangsläufiger ökonomischer Entwicklung ist. Mit diesen Entschädigungen müßte verbunden werden die Bereit. stellung von Siedlungsland im Osten, der seit Jahrhunderten die Ueberschußbevölkerung des bäuerlichen Westens aufnahm, soweit diese nicht Industrieproletariat wurde. Wir glauben, daß eine solche Kolonisierungspolitit möglich ist, und wir glauben insbesondere, daß es ein ganz besonderes Berdienst der offiziellen Bertretungen der deutschen Landpirtschaft sein würde, wenn fie unter diesem Gesichtspunkt statt unter dem der unfruchtbaren Schutzzollideologie die Beinbaufrage betrachteten und an ihrer Lösung mitAufgabe, vor der man die Augen nicht schließen darf. Es muß Aufgabe der politischen Vertretung der Arbeiterschaft sein, nach dieser Richtung hin zu arbeiten. arbeiteten. Hier handelt es sich um eine wirklich nationale" Staatsbeteiligung ohne öffentliche Kontrolle. Die Presse bringt zahlreiche und ausführliche Meldungen über neuerliche starke Beteiligungen Preußens und des Reichs an frühungsbedürftig gewordene Großunternehmungen der Industrie. Abge sehen vom Fall Giesches Erben, wo Preußen sich mit 50 Millionen beteiligen wollte, der aber inzwischen vom Harriman- Konzern gelöft worden ist, wurde als endgültig feststehend gemeldet, daß das Reich sich an der Sanierung von Rheinmetall" durch Kredite im Betrage von 11 Millionen Mart beteilige. Die Stellungnahme zu diesen Dingen, die für die Deffentlichkeit und die Volkswirtschaft von größter Tragweite sind, wird unmöglich gemacht, weil die beteiligten staatlichen Stellen die Information der Deffentlichkeit für überflüssig halten. Im Falle Giesches Erben, der demnächst im Preußischen Landtag noch eine ausgiebige Breußische Pressedienst, daß die Deffentlichkeit sogleich unterBehandlung erfahren wird, erflärte zwar der Amtliche richtet werden würde, wenn die Verhandlungen zu einem positiven Abschluß geführt haben sollten. Gerade diese Information erst im Nachhinein, wo es sich um eine starte materielle Inanspruchnahme von Steuer- und Boltsvermögen und um Fragen kratisches Staatswesen eine absolute Unmöglichkeit. Der Staat von großer grundsäßlicher Bedeutung handelt, ist für ein demomüßte vor jeder materiellen Beteiligung und vor dem Abschluß ficht in die Verhältnisse der zu stüßenden Gesellschaften garantieren. der Geschäfte der Deffentlichkeit zum mindesten eine restlose EinAuf die genaue Kenntnis der internen Verhältnisse der zu stützenden Gesellschaften hat die Oeffentlichkeit um so mehr ein Recht, zweifeln muß, ob den Unterhändlern des Staates selbst der volle als man nach den Borgängen bei Stinnes und Stumm füglich daran Einblick in die interne Lage der Unternehmungen möglich ist. Es tommt hinzu, daß die Arbeiterschaft Deutschlands, die das allergrößte Interesse an der Verwendung der Steuermittel und an der Frage der Staatsbeteiligungen in der Privatwirtschaft nimmt, sich weder mit der einseitigen Information durch Pripatinteressenten begnügen, noch fich gefallen lassen tann, durch eine ohne jegliche. Kontrolle arbeitende wirtschaftspolitische Geheimdiplomatie einfach vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Im Falle Rheinmetall wird als feststehend behauptet, daß einem privaten Konfortium vom Reich 6 Millionen kreditiert werden sollen, um die neuen Rheinmetallattien kaufen zu können. Das wäre eine Verwendung von Staatsmitteln, der die Arbeiterschaft unter feinen Umständen gleichgültig zusehen dürfte. Ueber die vom preußischen Optionsverpflichtung für die Bechentomplete Achenbach" und König Fistus bei der Sanierung des Stumm- Konzerns eingegangene Wilhelm" liegt bis heute noch feine Erklärung der preußischen Regierung vor. Gegen Giesches Erben will der Breußische Staat jetzt auf Erfüllung eines Bertrages flagen, über den er ber Deffent. lichkeit noch nichts Authentisches bekanntgegeben hat. Es ist daher wirtung der öffentlichen Kontrolle bei so wichtigen Staatsgeschäften höchste Zeit, daß mit einem System gebrochen wird, das jede Mitmit privatkapitalistischen Unternehmungen ausschließt. Köln- Neueffener Bergwertsverein. Nach dem Geschäftsabschluß des Eisen- und Stahlwerts Hoesch, den wir kürzlich besprachen, brauchte man fü rden Jahresabschluß des Köln- Neuessener Bergwerksvereins feine leberraschungen mehr zu erwarten. Denn das Aufstellen gesonderter Bilanzen ist für die beiden Unternehmungen, die durch allerengste Interessengemeinschaft verbunden sind, kaum mehr als eine Formalität. So find über den ausgewiesenen Gewinn, der trotz der absoluten Verschiedenheit der Produktionsrichtungen Kohlen und Kohlenhandel) genau dieselbe Höhe ( Stahl und Eisen Worte zu verlieren. Die beiden Konzernfirmen, deren jede über ein hat( 779 932 Mt.) und über die die Dividendenlosigkeit teine weiteren Aftientapital von 54,3 und über Reserven von 14,5 mill. verfügt, leben und arbeiten eben aus gemeinsamer und für gemeinsame Tasche. Dennoch lehrt die Bilanz des Köln- eneffener Bergwerksvereins die für die Deffentlichkeit außer Gasflamm- und Fettfohlenzechen Köln- Neuessens trotz der starten ordentlich bemerkenswerte Tatsache, daß die Gas-, internationalen Kohlenkonkurrenz 1924/25 nicht nur rentabel waren, sondern auch höhere Förder- und Produktionsziffern aufweisen, als 1922, dem günstigsten Jahre der Nachfriegszeit. Das belegen folgende Ziffern: Kohlenförderung.. Rotsherstellung Reinammoniat Teer Reinbenzole. . 1922 1712 000 Tonnen 333 336 1 198 16 071 2 901 1924 1657 000 Tonnen 352 000 1 183 14 442 2 229 Mit Ausnahme der Koksherstellung liegt also überall eine nicht unbeträchtliche Steigerung der Förder- und Produktionsziffern vor, die um so bemerkenswerter iſt, als die Belegschaft von 8021 Mann 1922 auf 6512 Mann 1924 und Lagerbestände sind offenbar ziemlich geringfügig) müssen auszurückgegangen ist. Auch die erzielten Preise( die Haldentömmlich gewesen sein, denn die Bilanz und der Geschäftsgewinn lassen dieselben starken Substanz verbesserungen erkennen wie bei Hoesch, die rein aus den laufenden Betriebsergebnissen beftritten worden find. Nicht nur blieben die hohen Reserven völlig unangetastet und wurden reichliche Abschreibung en erwirtschaftet; das Geschäftsergebnis erlaubte auch die Ablösung der bisher in anderen Händen befindlichen 40 Broz. der Kohlenhandels- und Reedereigesellschaft Georg Reiz, den Erwerb der Mehrheit der Kohlenhandelsgesellschaft E. Fürth G. m. b. H. Berlin, den Ankauf des Stahlwerts Eiden u. Co., Hagen( gemeinsam mit Hoesch) und neben der Erweiterung der Kohlenverwertungsund Hafenanlagen das Absteifen eines zweiten Hauptförderschachtes in den Altessener Anlagen. Das alles erfolgte über Betrieb". Die Liquiditätsverhältnisse sind vorzüglich. Banfguthaben und Schuldner haben fich mit 12,2 Mill. gegenüber dem Borjahre fast verdoppelt, die Gläubiger find dagegen noch nicht um die Hälfte vermehrt( 6,26 gegen 4,28 Mill.). Troz der Dividendenlosigkeit muß man den Abschluß von Köln- Neuessen als sehr günstig bezeichnen. Die Verwaltung behauptet denn auch nicht ( abgesehen von den stereotypen Klagen über Steuern, Soziallaften und Löhne), daß kein Ertrag vorhanden und keine Dividende möglich gewesen sei. Sie beruhigt ihre Attionäre über die Dividendenlosigkeit nur durch den Hinweis, daß die Krediteinschränkung der Reichsbank zur geldlichen Starthaltung zwinge und die gefunden Grundlagen des Gesamtkonzerns auch für die Zufunft gesichert werden mußten. Die Arbeiterschaft wird also auch aus dieser Bilanz die Lehre ziehen dürfen, daß es in sehr großen Teilen der Rheinisch- Westfälischen Montanindustrie bei weitem nicht so ungünstig steht, als es die Montanindustriellen erscheinen lassen möchten. Aus der Partei. Die SPD.- Teilnehmer des Vertretertags der Provinzen und des 2. Preußischen Landgemeindetags am 13 und 14. November treffen sich bereits am Donnerstag, den 12. November, abends 7 Uhr, zu einer Vorbesprechung im Sizungssaal des Parteivor standes, Berlin SW. 68. Lindenstr. 3, 1. Hof, 4 Tr. Außerdem am 14. November, vorm. 8, Uhr, findet eine Sigung der SPD.Bertreter im Landtagsgebäude, Saal 12, statt. Parteipflicht gebietet, an diesen Sigungen teilzunehmen. Der Gründungstag der Republik Deutschösterreich ist der 12. November. Er ist durch Gesez Staatsfeiertag, aber uniere Genossen unterstreichen seine Bedeutung start durch Umzüge mit Muñt und Versammlungen am Sonntag und fünstlerische Abendfeiern in allen Wiener Stadtbezirken und den industriellen Städten und Drten in den Bundesländern. Der Republikanische Schuzbund demonstrirt auf dem weiten Karlsplay; sprechen wird auch Gen. Höriing für das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold. Bürgermeister Gen. Seiz hat die Beflaggung aller städtischen Gebäude angeordnet. Das Rathaus wird am Abend festlich beleuchtet, was bei dieſem berrlichen gotischen Bau einen wunderschönen Anblid bietet. Tags darauf, am Freitag, tritt unser Parteitag in Wien zusammen; er wird n. a. die Agrarfrage beraten, was durch einige Publikationen der Studienausschuß vorbereitet hat. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. 87. 5. Grunewald. 8 hr bei Gruesa, Stubened. herz( Befizer), schwere Abteilung Frhr. v. Lüdinghausens Herold 68. Abt. Salensee. Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag:„ Sozialpolitik( Frhr. v. Langen). Die Dreierflasse, für drei nicht über acht 8 Jahre und Arbeitsgerichte." Referent: Helmuth Lehmann. Wilmersdorf. 69. Abt. Bei Andreas, Pfalzburger Ett. 55, Bortrag: Die alte Reitpferde im Privatbesiz desselben Besizers, zusammen unter Stadtverordnetenwahlen und ihre Foigen." Referent: Stadtrat Heßschold. dem Sattel vorzustellen, brachte dem Turnierstall des Tattersalls 70. Abi. Zahtabend bei Kroihs, Holsteinische Ctr. 60, Bortrag: Die politische Lage." Referent: Dr. Scheidemann. 71. Abt. 8 Uhr bei Beermann mit Austerlitz, Olly und Nire( Reiter Müller, Steckling Jonas, Durlacher Straße, Ede Bruchsaler Straße, Bortrag: Das neue und Major Lotz) den ersten Preis. Der gestürzte schweizerische RittParteiprogramm." Referent: Stadtrat Dittmer. 72. Abt. 8 Uhr bei meister Tommen leidet zwar schwer unter den erlittenen Walter, Wilhelmsque 29, Borttag:„ Sozialistische Erziehungsfragen." Refe. Quetschungen, doch besteht nach Ansicht der Aerzte erfreulicherweise teine Gefahr für sein Leben. rent: Genoffe Chanm. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr in der Gemeindeschule in Schmargendorf, Vortrag über: Der Kampf in Locarno." Referent: Hans Bonwod. Die Bezirksführer laden ein. Der Borstand und die Funktionäre versammeln fich bereits um 7 Uhr pünktlich. schöneberg. 77. Abt. Bahlabende: 1 Bezirk: Milde, Nollendorfstr. 16. Refe 74. Zehlendorf. Midlen, Potsdamer Str. 25, Mitgliederversammlung. rent: Gen. Echwerfenz über: Die politische Lage." 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftr. 5a. Referent: Genosse Mende: Gesundheitspflege." 3. Be zirk: Zeugner, Grunewaldstr. 36. Referent: Senatspräsident Frenmuth itber: Pazifismus." 4. Bezirk Will, Martin- Luther- Str. 69. Referent: Genoffe Stetter über: 7 Jahre Republit." 78. bt. Zahlabend in fol. genden Lotalen: Wandtke, Bahnstr. 25; Rülmer, Hauptstr. 8; Rönig, Feurig, Ede Brinz- Georg- Straße: Rofenthal, Ebersstr. 66. Bortrag in allen Lokalen. Referenten: Ellenbed, Döhlte, Casper, Lippert. 79. Abt. Rahlabende: 1.- 3. Bezirk bei Arendt, Baugener Str. 10. Referent: Ge noffe Krüger. 4.- 6. Bezirk bei Groß, Gedanstr. 17. Referent: Genoffe Wendt. 7. Bezirk bei Podszus, Gachfendamm, Ede Reichardtstraße. 8. Be zirt. Siedelung Lindenhof bei Achtenhagen. Referent: Bernhard Krüger über: Innere und äußere Politit." Bollzähliges Erscheinen sämtlicher Genoffinnen und Genossen ist Pflicht. 80. Abt. Im Gesangssaal des Selmholz- Gymnasiums, Friedenau, Rubenstraße. Vortrag über: ,, Religion und Sozialismus." Referent: Adolf Hoffmann. 81. Abt. Friedenau. Bezirks- und Sahlabende. 1.- 3. Bezirk: Rlabe, Handjernftr. 60. Politische Aussprache. Referent: Genoffe Wilberg. 4.- 6. Beairt: Baginsti, Taunusstraße, Ede Stubenrauchstraße. Referent: Genoffe Cber über: lleberwindung durch Dienstbarmachung des Rapitals." Sichterfelbe. 83. Abt. Der Zahlabend für West Mittwoch 8 Uhr im Lokal Schmidt, Hindenburgdamm, Ede Roonftraße, Vortrag:" Das Reichsschul. gefeg. Referent: Genosse Schuster. 83. Abt. Alle Barteigenoffen von Güb und Ost treffen sich abends 8 Uhr zum 8ahlabend bei Brettschneider, Berliner Str. 123b. Tagesordnung: Sozialismus als Gemeinschaftsfultur. Referent: Dr. Paul Krische- Lichterfelde. Alle Barteigenoffinnen und-genoffen müssen erscheinen, für Groß- Berlin 2 bt. Steali. Sablabend in ben bekannten Lokalen. ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, an richten 5. Kreis Friedrichshain. Die Abteilungsleiter werden gebeten, hente abend um 7% Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19, Sandzettel und Blatate abholen au Taffen. 8. Kreis Spandau. Heute, Dienstag nachmittag 4 Uhr, Frauennachmittag bei Loebel, Hakenfelde. Genoffinnen anderer Kreise find herzlich will. kommen.( Straßenbahnlinie 154 bis Endstation Stadtpark.) 10. Rreis Rehlendorf. Die für heute, Dienstag, angefekte Beratung findet erst am Dienstag, den 17. Rovember, statt. Näheres im Sonntag Bormärts". 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Mittwoch, 11. Rovember, abends 7 Uhr, Gigung des Bildungsausschusses in Rimmer 10 des Polizeidienstgebäudes, Mariendorf, Rathausstraße Heute, Dienstag, den 10. November: 10. 6t. 7 Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3: Funktionärversammlung. 14. Abt. 8 Uhr bei Söhnte, Swinemünder Str. 45: Wichtige Funktionärverfammlung. Alle Funktionäre müssen unbedingt erscheinen. 32. Abt. 8 Uhr bei Rromphardt, Grüner Weg 49: Borstandsfikung mit den Gruppenleitungen. 42. Abt. Abends pünktlich 7½ Uhr im Berkehrslokal: Bichtige Funktionär. versammlung. Alle Funktionäre müssen erscheinen. 46. Abt. 7 Uhr bei Krak, Görliger Str. Ede Görliker Ufer: Funktionär verfammlung und Bezirksführersigung. Die Sammellisten müssen abge. rechnet werden. Mitgliederversammlungen morgen abend 7% Uhr: 1. Abt. In der Schule Auguststr. 68, Bortrag: Die politische Lage und Locarno. Referent: Stadtrat Pfeiffer. 2. Abt. Bei Dhngemach, Rommandanten str. 88, Bortrag: Das neue Brole. tariat." Referent: Hermann Wäger. 3. Abt. Abends 7 Uhr im Gaal 5 des. Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Vortrag: Welche Wohnungspolitik muß die rote Mehrheit treiben?" Referent: Stadtrat Hermes. 4. Abt. Konferenzzimmer der 5. Oberrealschule, Kleine Frankfurter Str. 6, Bortrag: Was erwarten wir von der neuen Stadtverordnetenverfamm Tung?" Referent; Genosse Großmann. Abends 7 Uhr: Funktionär. nerfammlung ebenda. 5. Abt. Bei Scheidthauer, Gormannstr. 28, Vortrag:„ Die politische Lage." Referent: Eduard Zachert, M. d. 2. 6. Abt. Bei Büttner, Schwedter Str. 23, Streitfragen." Referent: Ernst Ruben. 8. Abt. Rahlabend in folgenden Lotalen: menstraße 36a und Stiller, Steinmekstr. 29. Straße 7. Borttag: Bobnungspolitische 8a bt. bei Ridert, Stein8b Abt. bei Mener, Lützow9. Ast. Im Artushof, Berleberger Str. 29, Bortrag: Die Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten." Referent: Dr. Schönherr. 10. Abt. 8 Uhr in der Schule Alt- Moabit 23, Bortrag: Die wirtschaftspolitische Lage." Referent: Genoffe Rista. 11. Abt. Bei Berger, Levekomftr. 21, Vortrag:„ Die deutsche Justiz in der Republit." Referent: Genoffe Rechtsanwalt Loewn. 12. Abt. Bei Schmidt, Wiclefftr. 17: Abteilungsversammlung. 13. Abt. Artushof. Berleberger Str. 26. 14. Abt. Bahlabend in folgenden Lotalen: Start, Butbuffer Str. 14. Gill wald, Butbuffer Str. 24. Söhnte, Swinemünder Str. 45. 15. Abt. Bahlabenb bei Goldbach, Binetaplas 7 und Runze, Aderstr. 49. 16. Abt. Die Mitgliederversammlung tann erst am Mittwoch, den 24. NoDember, ſtattfinden. 17. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. 18. Abt. Rahlabende bei Sachfe, Lindower Str. 26. Schade, Rösliner Str. 9. Schmidt, Kolberger Str. 24. Bierbaum, Baftian str. 2. Müller, Uferftr. 12. 19. Abt. 20. Abt. 21. Abt. 22. Abt. Rahlabend in den bekannten Lokalen. Rahlabend in den bekannten Lokalen. Zahlabend in ben bekannten Lokalen. Rahlabente in folgenden Lokalen: Schola, Fehmarnftr. 1. Radzan, Brüffeler Str. 43. Richter, Zuremburger Str. 5. 23. Abt. Rahlabende bei Lewandowski, Geeftr. 104, Ticke, Barfußstr. 3, Taube, Millerftr. 62a. 24. Abt. Rahlabende. Gruppe la bei Schmidt, Marienburger Str. 48. Gruppe 2: Schleiff, Chriftburger Ede Binsftr. Gruppe 3: Röhler, Greifs malber Str. 80b. Bortrag: Die zukünftige Gemeindepolitit." 25. Abt. Rahlabende bei Räftner, Elbinger Str. 24. Gott, Kniprodeste s und Böhm, Basteurftr. 6. Referate in allen Lotalen. 26. Abt. Beinlich, Weißenburger Str. 1: Mitgliederversammlung. 27. Abt. In den Schönhaufer Feftfälen, Schönhaufer Allee 129, Bortrog: Die politische Lage und Locarno." Referent: Willi Steinkopf, M. b. S. 29. Abt. Im Altersheim, Danziger Str. 64, Bortrag: Die politische Bage." Referent: Dr. Sochdorf. 30. Abt. Jm Ledinenheim, Bappelallee 15, Bortrag: Die politische Lage und Locarno." Referent: Otto Meier, M. d. 31. Abt. Bei Gerber, Bornholmer Str. 72, Ede Malmöer Str., Bortrag: Innere und äußere Politit des Reichs." Referent: Robert Breuer. 32. Abt. Gruppenzahlabend in den bekannten Betalen. Gruppe Wartmann: Vortrag des Genossen Auch. 33. Abt. Rahlabende in folgenden Lofalen: Benner, Stralauer Alee 31, Hoffmann, Stralauer Allee 17, Jured, Ropernitusstr. 23.( Jenseits der Bahn.) 34. Abt. Rahlabende bei Sefe, Memeler Str. 63, Müde, Warschauer Str. 18, Hofin, Gubener Str. 19. 35. Abt. Rablabende in folgenden Lokalen: Töpper, Rigaer Str. 85, Gule, Gamariterſtr. 20, Bombe, Boigtstr. 25, Borkowski, Schreinerstr. 32. 36. Abt. Rahlabende in folgenden Botalen: 1. Gruppe: Busch, Tilfiter Str. 27, 2. Gruppe: Gobotta. Rorndorfer Ede Richthofenstraße, Bortrag des GeGenoffen Thielemann. 3. und 4. Gruppe: Wittschuk. Betersburger Str. 5. 37. Abt. 1. Bezirk bei Schöpke, Ebertnftr., 2. und 3. Bezirk bei Gerasch, Cbertnstr. 10, 4., 5. und 6. Bezirk bei Röhler, Mattern str. 14, abends 7% Uhr. 38. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. Bezirt 154: Genoffe Franke. Bezirke 157, 158 und 159: bei Bartusch, Friedenstr. 88. Genoffe Frik Bok. Bezirk 160: Genoffe Rofin. Bezirk 183-188 und 195: Genoffin Miethnia. Bezirk 184 und 155: Genosse Melle. Bezirk 189a: Genoffe Döring. Bezirk 189b und 189e: Genosse Rucker. Die 8ahlabende der Bezirke 153 und 161 fallen aus. 39. Abt. Jugendheim, Lindenstr. 3, Bortrag: Die weltliche Schule." Referent: Lehrer Hädice. Um 6 Uhr: Wichtige Funktionärversammlung ebenda. Pünktlich erscheinen. 40. 2.bt. 3m Restaurant 8um Kreuzberg", Mödernstr. 73a, Ede Rreuzberg. ftraße, Vortrag: Locarno." Referent: Bittor Schiff. Gäste fönnen durch Mitglieder eingeführt werden. 41. Abt. 8 Uhr Zahlabende: Simon, Belle- Alliance- Etr. 30; Schuster, Chamissoplag 4; Luge, Bergmannstr. 93; Mende, Gneisenaustr. 6. 42. Abt. Zahlabende in den betannien Lokalen. 44. Abt. In der 50./68. Gemeindeschule, Reichenberger Str. 44/45, Bortrag: Die politische Lage und Locarno." Referent: Genoffe Schenkalowsti. 45. Abt. Gruppenversammlungen bei: Minnig, Laufiger Str. 45; Sebestreit, Reichenberger Str. 145; Liebich, Wiener Str. 57a; Wienziers, Reichen. berger Str. 104; Gruppe Stephen bei Sebestreit. Bortrag: Obdachlosen fürforge." Referent: Genoffe Albrecht. Tagesordnung: Reichstagsauf, lofung Koalition? 2. Weihnachtsorscherung. 46. Abt. Bei Baig, Schlesische Str. 28, Vortrag: Sieben Jahre deutsche Republit." Referent: Dr. Samburger, Breslau, M. b. R. 47. Abt. Bezict 82-83 bei Timpe, Adalbertstr. 19. Bezirk 97: Lier, Naunyn. ftraße 9. Bezirk 98-99: Giedentopf, Mustauer Str. 35. Bezirk 100-102: Schmeitardt, Cöpenider Str. 166. Bezirk 103-105: Lehmann, Mustauer Straße 1. 8ahlabende. 48. Abt. Jn Glaefings Festfalen, Bassertorstr. 68, Bortrag: De politische Lage. Referent: Mathilde Burn. Charlottenburg. 52. Abt. 8 Uhr bei Büttner, Raiferin- Augufta- Allee 81, Bortrag: Jungproblem." Referent: Alfred Flatau 53. Abt. 8ahl abenb: 1., 2., 3. Bezirk bei Schweikart, Erasmusstr. 2. 4., 5., 6. Bezirk bei Lut, Huttenstr. 26. Jm Lotal des Genossen Lug, Huttenstr. 26, liegen fünf verschiedene Aufnahmen unferes Propagandaumzuges zur Ansicht aus. Bestellungen daselbst. Preis pro Stild 50 f. 55. Abt. Funktionärversammlung bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 54. bt. Jugendheim, Rofinenstr. 4, Bortrag: Die politische Lage." Referent: Genoffe Regierungsrat Gaertig. 56. Abt. Zahlabende: 1. und 3. Gruppe: Liersch, Rantstr. 62. 3. Gruppe: Justowiad, Holzendorffstr. 20. Wichtige Tages. ordnung. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 57. Abt. Bahlabende: 1. Gruppe: Arndt, Kantstr. 51, Bortrag: Was erwarten wir von der nenen Stadtverordnetenversammlung?" 2. Gruppe: Duhnet, Wielandstraße 4. Referent: Genoffe Rabenstein über: Die äußere politische Lage." 58. Abt. Jm Sigungsfaal des DEB., Ranfeftr. 4, vorn Treppen, Bortrag: Die politische Lage." Referent: Friz Schröder. 60. Abt. Spandau- Wilhelmiftabt. 8 Uhr hei Bind, Bichelsdorfer Str. 5, Bortrag: Religion und Sozialismus." Referent: Genosse Pfarrer Bleier. Ringtampfwettstreit im Walhalla- Theater. Im ersten Treffen am Freitag mußte sich Schauzu Botsch gegenüber stets auf die Verteidigung beschränken und unterlag dem stärkeren Gegner nach 11 Minuten durch einen Untergriff von vorn. Wenig Federlesen machte Schwarz mit dem Brandenburger Kienscherf. Er zog ihn nach 5 Minuten durch Untergriff auf die Schultern. Die Mittelgewichte Sirf und Mofni lieferten ein fesselndes Treffen. Der Finne brauchte doch 15 Minuten, um nach technisch guter Arbeit Motni durch Armzug festzulegen. Der Thüringer Opig unterlag der größeren Kraft und Routine von Buchheim, der nach 43 Minuten durch verfehrten Armzug fiegte. Die Ergebnisse des Sonnabends waren folgende: Im Treffen Opig gegen Bart= tomiat fiegte der schwere und stärkere Bartkowiat über Opizz nach 26 Minuten. Der riesige Frenken- Holland unterlag gegen Schwarz nach 22 Minuten durch Kopfzug aus dem Stand. Mobus ging nach 22 Minuten schönen Kampfes durch plötzlichen verfehrten Hüftschwung über den Russen Kyriloff als Sieger von der Matte. Georg Strenge legte den Schweizer Elliot nach 24 Minuten auf die Matte. Sirt und Gofsch rangen bis zur Polizeistunde ohne Resultat. Bei zahlreichem Besuch nahm der Wettstreit am Sonntag seinen Fortgang. Winter- Desterreich und Kunst- Ellerfeld rangen als erstes Baar. Das Meistertreffen endete mit dem Sieg des deutschen Meisters in einer Gesamtheit von 1 Stunde 2 Minuten durch Schleudergriff. Hans Schwarz legte Bierholz- Spandau nach drei Minuten durch Hüftschwung um. Die Wiederaufnahme des 84. Abt. Lantwik Bei Lehmann, Raiser- Wihelm- Str. 29/31, Bortrag: Locarno, bie Politik der Rechtsparteien." Referent: Dr. Röthe Frankenthal. 86. Abt. Mariendorf. 8ahlabende: 1., 2. und 7. Bezirk bei Röpfe, Bergstr. 7. 3.- 6. Bezirk bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. 8.- 10. Bezirk bei Findeisen, Friedenstr. 6. Die Gammellisten find abzurechnen. Kandidaten zu Bürger- Rampfes Anglio gegen Rutschte endete nach 29 Minuten mit dem deputierten find umgehend dem Abteilungsleiter zu melden. 88. Abt. Lichtenrade. Echule Roonstraße. Wichtige Tagesordnung. Die Gammellisten müssen mitgebracht und abgerechnet werden. Reukölln, 89. Abt. In der Rottbuffer Rlaufe, Rottbuffer Damm, Ede Bürknerftraße, Lichtbildervortrag über: Unfere heutige Renntnis vom Ursprung der Menschen." 90. Abt. 8 Uhr Mitaliederversammlungen in folgenden Lokalen: 13. Bezirk bei Rüdiger, Lohmühlenstr. 36; 15. und 26. Bezirk bei Jahn, Fuldaftr. 45; 16. und 25. Bezirk bei Janide, Janfaftr. 11; 17. und 24. Bezirk bei Lehmann, Tell., Ede Beferstraße; 22., 23. und 36. Bezirk bei Schittler, Weichselstr. 5; 34. und 43. Bezirk bei Groß, Münchener Straße 53; 35. Bezirk Donnerstag, den 12. November, bei Schittler, 91. Abt. AbteiWeichselstr. 5. In allen Bersammlungen Vorträge. lungsversammlung im Rarlsgarten, Rarlsgartenftr. 6/11. Referent: Genoffe Stadtrat Rarl Schneider. 92. Abt. Die einzelnen Bezirke halten ihre Zahlabende pünktlich um 7% Uhr abends ab, und zwar: Bezirke 14, 29, 30 bei Gauter, Harzer Str. 83, Bortrag eines Landtagsabgeordneten; Bezirke 27/32 und 28/33 bei Ewald, Elbeftr. 32, Ede Weserstraße, Bortrag des Stadtverordneten Genoffen Gutschmidt; Bezirke 31/44, 45/55 bei Hippert, Rofeggerstr. 17, Ede Weserstraße, Bortrag des Junglozialisten Genoffen Billi Baurren über England: Bezirke 46, 47 und 59 bei Dehn, RichnerStraße 108, Bortrag; Bezirke 72 73 bei Schneider, Rofenstr. 7, Vortrag: Bor neuen Rämpfen". Sahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Ge. noffinnen und Genossen unbedingt erforderlich. 93. Abt. Zahlabende: 57. Bezirk: Belzer, Treptower Str. 23, Bortrag: Sozialversicherung". Referent: Stadtrat Shröder. 56., 58., 81. und 85. Bezirk: Rimermann, Stuttgarter Str. 41. Bortrag des Genoffen Fechner. 83., 84. unb 97. Be. airt: Rißmann, Böhmische Gtz. 6. 95. Beairt: Bristow, Richardftr. 53. Bortrag des Gen. Hirschberg über: Die politische Lage." 96. und 98. Besirt: Rönig, Cannerstr. 14. 99. Bezirk: Barnstedt, Thüringer Str. 22. Siedelung bei Bärwinkel, Vortrag des Genossen Dr. Löwenstein, M. d. R., über:„ Das Reichsschulgefeg." 94. Abt. Rahlabende: 51-52. Bezirk: Relling, Selchower Str. 11. 64., 65., 66. Bezirk: Günther, Schillerntome. nade 11. 67., 77., 78. Bezirk: Borttan: Genosse Albrecht. 68.- 76. Bezirk: Lokal Schröder, Steinmegstr. 52. 95. Abt. Bei Grieger, Leffingstt. 9, Bortrag: Die politische Lage," Referent: Dr. v. Ungern- Sternberg. 96. Abt. Bei Wolff, Kirchhofftr. 41, Vortrag des Genoffen Hermann Harnisch, M. b. 2. 97. Abt. Bei Rudolf, Knesebeditt. 34, Bertrag: Was lehren uns die Stadtverordnetenwahlen?" Referent: Stadtrat Ewald. 98. Abt. Bei Teich, Anefebedftr. 135. 101. Abt. Treptow. Bei Dettinger. Riefholaftr. 34, Bortrag. Referent: Ge noffe Stadtrat Rimmermann. Bei Stephan, Graegstr. 1, Bortrag: Stabtrat Hermann Claius. 102. bt. Baumschulen weg. Bei Borgmann, Bortrag: Die fozialpolitischen Forderungen der Sozialdemokratie." 103. Abt. Oberschöneweibe. Bei Ambern, Wilhelminenhofftr. 84, Bortrag: De politische Lage und Locarno Referent: Rarl Litte. 104. Abt. Rieberschöneweibe. Restaurant Schmidt, Berliner Str. 97/98, Bortrag: Der Friebenspart von Locarno." Referent: Adolf Bufdid. 109. Abt. Friebrichshagen. 8 Uhr bei Schola. Friedrichfte. 81. 110. Abt. Grünan. Bei Berner, Copenider Str. 108, Bortrage„ Die politische Lage und Locarno." Referent: Genoffe Arthur Stahl. Bigtenberg. 114. Abt. Bei Biesched. Croffener Str. 14, Bortvaa: Die Sosial. demokratie und die Genossenschaft." Referent: Gerteub Lodahl.-115. Abt. Bahlabende: 1. Gruppe: Gonell, Scharnweberstraße, Ede Junaftraße. 2. Gruppe: Bohm, Jungstraße, Cde Oberstraße. 3. Bezirk: Radtte, Scharn weberftrake, Ede Müggelftrake. 4. Beaict: Geiste, Rronprinzenftroke, Ede Scharnmeberstraße. 116. bt. n ber Mittelschule, Marktstr. 10/11, Bot. trag: Die außenpolitische Gituation. Referent: Regierunasrätin Hedwig Bachenheim. 117. bt. Gruppenzahlahend: Klofe, Gitel-, Ede Runp. rechtstraße; Gärtner, Türrfchmidt, Ede Leffinastrake, Bortrag: Genossen Thurm und Rüfener: Was lehren uns die Stadtnerordnetenwahlen? 118. Abt. Bei Temvel, Gudrunstr. 7. Rortrag: Die Stellung der SPD. anr Redytsregierung". Referent: Ellen Beibler.- 119. Abt. Am Enzem, Rathausstraße, Bortrag: Locarno und feine Folgen. Referent: Otto Bach. 120. Abt. Reftaurant Prinzenallee 30, Bortrag: Die politische Lage. Referent: Rarl Siegle. 122. Abt. Biesborf. Bei Borath. Marzahner Str. 31, Borteag: Die politische Lage." Referent: Robert Fendel. 123. Abt. Raulsborf. 8 Uhr bei Baech. Sönower Ste. 5. 125. Abt. Weißensee. In der Boruffia- Brauerei, Berliner fee 210/211, Bottrag des Genoffen Wilhelm Reimann. 123.- 130. t. Bankow und Heinershorf. Rahlabende: 1. Bezirk: Mageromitfch, Railer- Friedrich- Ede Berliner Gtrake. Bortrag: Reise des Bilbungsausschuffes nach Norwegen und der Schweiz. Referent: Genoffe Rubich. 2. Bezirk: Mems, Berliner Straße Ede Lindenpromenade, Bortrag: Genoffe Gütig. 3. Bezirk: Drener, Riffingenstr. 4, Bortrag:„ Der Börterbund. Referent: Genoffe Echmidt. 4.- 7. Bezirk: Jugendheim, Breiteftr. 32, Bortrag: Die foziale Gefekgebung. Referent: Genoffe Benfch. 8.- 9. Beairt: Bohnke, Wollantstr. 31, Bortrag: Die franzöfifche Revolution und die Barteien." Referent: Genoffe Lüdide. Seinersdorf. An der bekannten Stelle. 131. Abt. Nieberschönhausen. Restaurant Wilhelmshof". Raifer- Wilhelmstrake, Bortrag: Die politische Lage." Referent: Genoffe Floerte. 133. Abt. Buchhola. Bei Roffad, Sauptftr. 71, Bortrag: Arbeitsgericht und Arbeitslofenversicherung." Referent: Genoffe Baul Jubrian. 134. Abt. Buch. Bei Gönfert, Am Bahnhof: Mitaliederversammlung. 135. Aht. Rarow. Rahlabend im Restaurant Banfarafen, Bantarafenftraße. Die Sammellisten zur Stadtverordnetenwahl müffen unbedingt abgerechnet werden. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Bei Mekger, Reinidendorf, Refibenaftr. 109, Ede Bankower Allee. Tagesordnung: Der 9. November 1918 und feine Bedeutung für die Arbeiterklaffe." Referent: Geora Maderhola. Die Genosen werden ersucht, die noch im Umlauf befindlichen Sammelliften aur Stadtverordnetenwahl umgehend mit dem Genoffen Sonnenburg, Reinidendorf, Wilteftr. 2, III, abzurechnen. 137. Abt. Reinidendorf- Beft. Gemeinsamer Rahlabenb aller Bezirke im Bolls. haus, Scharnweberfte. 114: Bericht vom Parteitaa. 138. Abt. Sermsborf. Bei Böttcher, Waldfeeftr.: Mitaliederversammlung. 139. Abt. Tegel. 8 Uhr bei Schade, Berliner Str. 17, Bortrag: Die volitische Lage." Referent: Genoffe Bogeler. Locarno und 140. Abt. Borkawalde. Lotal Woitschach, Ernststr. 1, Bortrag: die Deutschnationalen." Referent: Emil Barth. 141. Abt, Rofenthal. Rahlabend bei Möller, Am Bahnhof. Die Beairksführer Iaben megen der wichtigen Tagesordnuna bazu ein. 143. Abt. Waibmannsluft. Bei Dreikia, Waidmannfte. 4. Bortrag: Die volitische Lage und Locarno." Referent: Ernft Neumann. Jungfozialisten. Gruppe Tempelhof.Marienbor!. Sente, Dienstag, den 10. No. Dember, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Tempelhof, Germaniastraße, Bortrag des Genoffen Fronim. Gruppe Lichtenberg. Der Rurfus beginnt umständehalber erst am Dienstag, den 17. November. Der Heimabend fällt heute aus. Gruppe Süden. Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Arbeitsgemeinschaft: Die Wirt. fchaft in der soziologischen Phraseologie." Kinderfreunde. Dienstag nachmittag von 4 bis 6 Uhr Treffen im Seim, Albrechtstr. 47. Sport. Der letzte Tag des Reit- und Fahrturniers. Wie groß die Liebe zum Pferd ist, sah man am Sonntag, dem legten Turniertage, wo die Autohalle am Kaiserdamm nachmittags und abends überfüllt war. Ein prächtiges Bild boten die Mehrspänner, die bewiesen, daß die alte Fahrtunst noch nicht ausgestorben ist. Die 2. Est., 3. Fahrabteilung, stellte einen Sechserzug. Unter den Prämiierten war er nicht, da das Pferdematerial nicht an die Konkurrenten heranreichte. Den Großen Preis des Reichs Landwirtschaftsministeriums, eine Eignungss prüfung für Jagdpferde, gewannen leichte Abteilung Frau Asta Steins Alp( Mann), mittlere Abteilung Frhr. vcn Langens- Hart= 8 Siege von Anglio durch Armzug am Boden. Der Europameister Kanan Wien machte mit Kridelsdorf wenig Umstände und drückte ihn nach 9 Minuten auf beide Schultern. Das Treffen WeimuraMandschurei mit dem Bayern Kochseder endete ebenfalls sehr schnell. Ersterer siegte schon nach vier Minuten durch Ueberwurf. 1. Rennen. Rennen zu Mariendorf am Montag, den 9. November. 1. Baron Silvester( Hedert), 2. Starta( 3. Mills), 3. Ellen( Herm. Schleusener). Toto: 40: 10. Blag: 13, 12, 20: 10. Ferner liefen: Lindenbummler, Möglich, Flamberg, Mar Kuser, Die Lekte, Konstanz. Edelsteins Sobn, Halma, Gitelfried, Landmesser. 2. Rennen. 1. Native Forbes( M. Ningius), 2. Baron Klatamab ( J. Mills), 3. Nathan IV( Herm. Schleusener). Toto: 106: 10. Blab: 57, 27:10. Ferner liefen: Handfeft, Barones Lybia, Clematis blau, Cleo Watts. 3. Rennen. 1. Silbermone( Doelemann), 2. Flatterrose( J. Mills), 3. Margot I( Herm. Schleusener). Toto: 41: 10. Blat: 33, 17: 10. Ferner liefen: Gaffenmädel, Flora Bingen, Arworthy J. 4. Rennen. 1. Precious Batts( 2. Beig), 2. Feuerwehr( Jauß), 3. Paula A( Großmann). Toto: 58: 10. Blab: 29, 54, 24: 10. Ferner liefen: Stella harf, Carleta, Marcel, Progreß, Elfchen, Trotteur, Edith Worthy. 5. Rennen. 1. Dompfaff I( 2. Weiß), 2. Corona McKinney( Lichtenfeld), 3. The Ritty( Q. Grube). Toto: 75: 10. Plat: 20, 17, 16: 10. Ferner liefen: Königsabler, Barmaid, Willy A., Ballontonigin, Beffic, Marne( disq.), Importeur, Natalis, Alpenfer, Hersteller, Indianer, Paula Bingen, Kammersänger, Doris. 6. Rennen. 1. Abteilung: 1. Crassus( M. Bauer), 2. Altgold ( E. Elias), 3. Linsto( Th. Regli). Toto: 26: 10. Blab: 15, 29, 20: 10. Ferner liefen: Aftorie, Divisionär, Unheil, Heiderose B., Beinminze, Interessent, Fenelon. 2. Abteilung: 1. Stapellauf( F. Brandt), 2. Erft. Wolfersom( Koppraich), 3. Höhenfonne( b. Solohl). Toto: 35: 10. Blaz: 16, 62, 23:10. Ferner liefen: Torrero, Maitönigin I, Flora Bingen, Bontresina, Chelsealand, Duera, Ludmill I. 7. Rennen. 1. Silbermone( Doelemann), 2. Natibe Forbes ( M. Ringius), 3. Flatterrose( J. Mills). Toto: 21: 10. Plat: 13, 13: 10. Ferner liefen: Gassenmädel, Baron Alatawah, Margot I 8. Rennen. 1. Fiametta( J. Mills), 2. Kapitan Halle( 2. Weiß), 3. Mantua( Snobnadel jun.). Tota: 35: 10 Blaz: 15, 17, 16: 10. Ferner liefen: sarwelle, Drientale, Stletterrose, Morgentau, Surajfier, Friedrichsdor, Goudsters Gloria, Marich, Konsul, Gelata, Sonntagspring, Bettie, Katharina, Crispa, Burmida, Dstmart. Die wichtigsten Sorten der CIGARETTENFABRIKEN REEMTSMA A.-G. GIDON 4 mild aromatisch OVA 59 duftig würzig ERNTE 23 5 extrem leicht GELBE SORTE 6 blumig beruhigend SWANEBLOEM 83 reich SENOUSSI 10% agyptische Geschmacksart ERSTE SORTE 15 alcht erklärbar Diese Sorten sind in jedem guten Spezialgeschäft stets vorrätig 1 Dienstag 10. November 1925 Unterhaltung und Wissen Reit- und Fahrturnier. Bellage des Vorwärts Geh deine Bahn...! Geh deine Bahn und laß die Leute schwägen, die Bahn ist lang die Leute schwägen viel! Mag Unverstand von Ort zu Ort dich hezen geh deine Bahn! Dent an dein hohes Ziel! Mag mancher Hieb dich hart und schwer verletzen, der schonungslos in deine Seele fiel, wirf ab von dir, was deine Seel' umwittert! Geh deine Bahn, aufrecht und unerschüttert! Geh deine Bahn, ob sich mit tausend Krallen der blinde Haß an deine Ferse hängt, ob die Verleumdung dich, geflohn von allen, bis an den Rand des tiefsten Abgrunds drängt. Geh deine Bahn! Du kannst, du darfst nicht fallen, cb's deine Seele auch zusammenzwängt. Kopf in die Höh! Mit keinem Glied gezittert! Geh deine Bahn, aufrecht und unerschüttert! Geh deine Bahn! Laß die Philister schwägen, daß dies nicht möglich, das nicht tunlich sei, laß sie getrost sich hintern Ofen setzen mit ihrer blöden Kannegießerei. Geh deine Bahn und folge den Gesezen, in deren Sieg die Welt wird schön und frei, vor deren Macht das Sklavenjoch zersplittert Geh deine Bahn, aufrecht und unerschüttert! Geh deine Bahn! Sie muß zum Siege führen, schon weicht die Nacht, der Himmel färbt sich rot, fchon hört man morgenfrisch die Trommeln rühren, der unterdrückten Massen Aufgebot. Schon dröhnen Schläge an der Zukunft Türen, das Sturmgeheul des Volkes um sein Brot. -Das Schloß springt bald, ob's noch so start vergittert! Geh deine Bahn, aufrecht und unerschüttert! Hermann Greulich. Die Fahne. Reisebrief von Kurt Heinig. Washington, Ende Oktober. Das große amerikanische Problem ist die Amerikanisierung der Amerikaner. Das flingt absurd, aber eine einfache Zahl bestätigt die Logik dieser Formel: Seit der Gründung der Bereinigten Staaten sind hier rund 30 Millionen Einwanderer aufgenommen morden! Diese 30 Millionen Menschen über ein Viertel aller Einwohner- waren Deutsche, Iren, Italiener, Schweden, Ungarn eder Polen. Ueberall, wo in Europa seit hundert Jahren der Ar. beitsraum zu eng, die Freiheit der Gesinnung oder Religion gepeinigt wurden oder Sehnsucht nach fernem Land und Glüd die Menschen erregte, wurde ausgewandert. 1 So zog und zieht Jahr um Jahr wenn auch jest dosiert und ftreng tontrolliert ein Heer von Landfremden in Amerita ein. Sie denten wohl alle zuerst nur an sich und nicht an die neue politische " Mutter, Pferde haben doch bloß einen ganz gewöhnlichen Stall" Gemeinschaft, zu der sie nunmehr gehören werden, an die Bermals soll unachtsam mit ihr umgegangen werden, noch soll sie nach einigten Staaten von Amerita". Aber über den Weg der Einheit läffig irgendwo liegen gelassen werden. Es ist darauf zu achten, der wirtschaftlichen Kräfte und der kulturellen Zusammenfassung daß sie nicht auf dem Boden schleift, wenn sie fortgebracht oder aufgetommt das Staatsgefühl. Wird es beim Einwanderer zur politischen Wesensgemeinschaft führen? Ueber diese Frage, über die Tatsachen und über die praktischen Möglichkeiten einer bewußten Entwicklung des staatsbürgerlichen Gefühls beim Einwanderer ist in Amerika und auf dem europäischen Rontinent viel geschrieben worden. Hier sei es ebenso unerörtert gelassen, wie der hart fühlbare Tatbestand, daß der Weltkrieg dem Deutschtum in Amerifa einen gewaltigen Schlag versegt hat. Um so mehr sei unterstrichen, wie den einwandernden Massen das Gefühl für die Staatsgemeinschaft nahe gebracht wird. Man spricht ihm nicht nur von der Verfassung und von seinem Recht, von dem Vorteil, amerikanischer Bürger zu sein, man spricht mit ihm vom Symbol seines neuen selbstgewählten Vaterlandes, von der Fahne. Jedem Einwanderer drückt die Nationale Gesellschaft der Töchter der amerikanischen Revolution" ein Taschenbuch" in die Hand. In ihm spricht man unter anderem etwa so mit dem Einwanderer: Bilde Dir nur nicht ein, daß du das hohe Spiel des amerita nischen Lebens gut spielen fannst, wenn du die Spielregeln nicht fennft: Eine Flagge, ein Land, ein Volk." Die Spielregeln soll der Einwanderer, der Landfremde, der zufünftige Bürger tennen lernen. Deswegen erläutert man sie ihm. ,, Alle Kulturländer haben Wahrzeichen, welche das betreffende Land bedeuten. Wenn wir die Flagge sehen, stellen wir und die Regierung tes Landes vor. Wir denken an seine Geschichte, und es fällt uns ein, daß die Flagge für die Grundsäge des Landes weht. Wenn diese Grundsätze hohe find, fühlen wir für die Flagge Verehrung. Die Flagge eines Voltes bedeutet jeden in diesem Lande, der für die Flagge wirkt und sie lieb hat. Sie bedeutet jeden ein zelnen, der für sie sein Leben gegeben hat. Durch unser Wirten und unser Todesopfer tragen wir dazu bei, unser Land groß und gut zu machen." " Die Flagge bedeutet Freiheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit, und wird The Star Spangled Banner" genannt. Als Wahrzeichen der Freiheit weht sie im ganzen Lande über jedem öffentlichen Gebäude. Es ist ein strafbares Verbrechen, sie zu entstellen, zu entweihen, zu beschädigen oder zu zerstören. Die Kinder lernen in der Echule, was sie bedeutet, ihre Geschichte, und daß wir sie in Ehren halten müssen. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, daß sie auf jedem öffentlichen Schulhaus aufgezogen sein muß." " In allen Staaten ist es Sitte, am 14. Juni Flaggentag zu feiern. Dieser Tag entwickelt sich immer mehr zu einem National feiertag." " Amerika ist von Freiheitsfreunden zu einem kultivierten Lande gemacht worden. Amerika erwartet, daß die Ankommenden diese Flagge als Wahrzeichen eines freien Boltes in Liebe und Verehrung halten." „ Die Regeln für die Behandlung der amerikanischen Flagge sind: Die amerikanische Flagge ist das Wahrzeichen unseres Landes. Jeder Bürger soll sie in Ansehen halten. An den folgenden Tagen soll sie aufgezogen werden: Lincolns Geburtstag, 12. Februar; Washingtons Geburtstag. 22. Februar; Gedächtnistag( Memorial Dan), 30. Mai; Flaggentag, 14. Juni; Unabhängigkeitstag, 4. Juli; Verfassungstag, 17. September, und Waffenstillstandstag, 11. November." " Wenn nicht in Benutzung, soll die Flagge ordentlich aufgerollt oder zusammengelegt an einem passenden Ort fortgelegt werden. Niezogen wird." Wenn die Nationalflage zusammen mit den Flaggen von Einzelstaaten oder von fremden Ländern an derselben Stange auf gezogen wird, soll sie immer an der Spize wehen. In einer Gruppe mit anderen Flaggen soll sie am höchsten in der Mitte hängen. Wenn die Nationalflagge in Aufzügen zusammen mit anderen Flaggen herumgetragen wird, oder von Gebäuden oder Rednerbühnen herunterhängt, soll sie immer den Ehrenplatz rechts haben." „ Der Flagge soll eine Ehrenbezeugung von allen Anwesenden gemacht werden, wenn sie aufgezogen oder abgenommen wird. Ebenso sollen sich alle erheben, wenn das Lied The Star Spangled Banner", unfere Nationalhymne, gespielt wird. The Star Spangled Banner" soll nie in einem musikalischen Potpurri oder als Marsch gespielt werden." ,, Die Flagge soll nie für irgend welche Reflame benutzt werden. nicht einmal eine ähnliche Fahne soll auf Spielzeugen, Fächern, Sonnenschirmen, Zeltwänden, Sofatiffen oder Stuhlbezügen sein welcher unwürdigen Weise gebraucht werden." oder auf Papierservietten oder Taschentüchern gedruckt noch in irgend „ Es ist strafbar, die Flagge mit Füßen zu treten oder fie irgend wie zu beschädigen, oder schimpflich oder verächtlich zu behandein, oder irgendwelchen Gegenstand oder ein Blafat oder eine Aufschrift darauf anzubringen oder daran zu hängen." „ Alte oder ausgebrauchte Flaggen sollen nicht länger benutzt und in geziemender Weise verbrannt werden." Gelöbnis an die Flagge:„ Ich gelobe Treue zur Flagge und zur Republik, für die sie weht. Ein einiges Volt, mit Freiheit und Gerechtigkeit für jeden." Hier handelt es sich um die amerikanische Flagge. Und ihre fymbolische Bedeutung wird Zuwandernden näher gebracht. Wie wenig haben wir doch in Deutschland den gleichen Willen, die Farben der Weimarer Verfassung durchzusehen, auch nur deren Achtung bei den eigenen Bürgern zu erreichen? Man spotte nicht und meine, daß es weder auf die Fahne noch auf deren Farben ankomme, es geht in der ganzen Welt nicht nur darum, daß, ganz gleich in welchem Lande, die höchsten Löhne gezahlt werden aus Staatsgefühl, aus der Kraft fultureller Gemeinschaft wächst der Wille zur sozialen Gestaltung. Nur diejenigen vermögen einen Staat umzuwälzen, zu dem ihrigen zu machen, die sich ganz als Miteigentümer dieses Staates betrachten. Und zum Eigentumsgefühl gehört die Fahne, sie ist ein Symbol des Willens, mit zu gestalten. Und deswegen achten und schützen mir roten Sozialdemokraten die Farben unserer Weimarer Berfaffung. Lehmanns Genugtuung. Bon R. Krause. Eigentlich heißt der Held dieser Geschichte nicht Lehmann. Aber seinen richtigen Namen will ich nicht nennen, weil die Geschichte wirklich passiert ist, und zwar in der Reichshauptstadt Berlin. Auch der Name Manste ist nicht richtig, der Mann heißt ebenfalls anders, aber ich will ihn nicht bloßstellen. Sie werden bald sehen, weshalb. Herr Manste wohnte in der Königgräßer Straße, Vorderhaus, eine Treppe. Er war Weinhändler von Beruf und verstand etwas von Weinen, wie er ständig mit dem Brustton der Ueberzeugung versicherte. Unten, hintenhinaus, wohnten Lehmanns. Herr Lehmann war | LehPortier. Auch er versicherte, etwas von Weinen zu verstehen. Allerdings nur von solchen, die mart felbft macht". Sie wissen schon, von solchen mit allen möglichen Sorten Weinhefen." mann behauptete, daß seine Weine besser seien als die Manste= fchen, und Manske, dem dies zu Ohren gefommen war, ärgerte sich zur Rede und verbat sich ganz energisch, weiter solchen Unsinn zu sehr darüber. Eines Tages stellte Herr Manske sogar den Portier behaupten. Lehmann bat ihn, er möchte doch einmal seinen Liebfrauenmilch aus Feigen probieren, aber Manske schüttelte sich und fagbe, da brächten ihn feine zehn Pferde dazu. Schließlich schied man so verärgert, daß Herr Manste ficher Herrn Lehmann gekündigt haben würde, wenn es sein Portier gewesen wäre. aber nicht, denn er wohnte selbst nur zur Miete. Er mar es Lehmann sann auf Rache. Die Gelegenheit hierzu bot sich ihm daß Manske Weinhändler mar und etwas von Weinen verstand, gebald, und er führte einen Plan aus, der in Anbetracht der Tatsache, radezu teuflisch zu nennen war. Er verbündete sich mit dem Küfer des Herrn Manste und bat diesen einmal, wenn bei Manstes wieder probiert würde, eine Flasche seines Weines mit einzuschmuggeln. Ueber das ,, Wie" hatte Lehmann seine eigenen Ansichten. Tatsächlich wurde bereits am nächsten Tage im Borderhaus probiert, und zwar zufälligerweise Liebfrauenmilch. Der Küfer hatte eine Flasche heraufgeholt, diese entkorkt und fein säuberlich im Eistähler zu seinem Brotgeber gebracht. Nach einer Viertelstunde bekam er den Auftrag, eine weitere Flasche derselber Sorte vorzubringen. Er nahm die leere Flasche mit zurück und wollte gerade in den Keller steigen, als ihn Lehmann abfaßte.„ Mensch" sagte Lehmann, hol ruhig die andere Flasche rauf, aber inzwischen füll ich in die leere Flasche meinen Liebfrauenmilch aus Feigen und den bringst Du dann zu Mansken." Küferkarl meinte, das fönne ihm Kopp und Kragen" fosten, aber Lehmarn sagte:„ Wenn sie wirklich wat merken, denn sagste, det de die beeden Pullen vawechselst haft, id hette vor dir de leere mit meinen Wein gefüllt, und die hettste in die Rasche jejriffen." " Und also geschah es. Küferkarl hatte zwar etwas AngstBammel", sagte er I aber er tat nach Lehmanns Rat und brachte als zweite Flasche die erste, die mit Lehmanns Feigen- Liebfrauen milch gefüllt war. Und nun kam das, was Lehmanr später immer als„ Klamaut" bezeichnete: Nach etwa 5 Minuten wurde Küferkarl zu Herrn Manske beordert.„ Karl." sagte Herr Manske ,,, was war das mit dem vorigen Wein?"" Karl fragte:„ Mit dem vorrichten?" Jawohl," jagte Herr Manste, haben Sie den aus demselben Fach wie diesen genommen?"" Na jewiß doch, Herr Manske," meinte Karl mit dem Brusttor der Ueberzeuung. Karl, daß ist einfach unmöglich, die sind wie Tag und Nacht." Dies muß entschieden ein 87er sein, der passiert?" Da ging Karl ein Licht auf: Manske glaubte, daß Lehandere wird der 24er sein, der Unterschied ist zu groß, was ist da manns Wein der ältere und bessere sei!! Nun sollte fein Freund Lehmann glänzend gerechtfertigt werden. Und deshalb lat er um so dümmer, je heller ein Berliner ist, und sagte, indem er ganz verzweifelt tat. Ach herrjeh, Herr Manske, da hob if wahr. haftig die falsche Bulle erwischt, det mar ja der Wein von Lehmann, den er mir zum Kosten rübergebracht hatte." ,, Was, die erste Flasche war das Zeug von Lehmann? Pfui Teufel! Wie konnten Sie nur solches Zeug trinken?"" Nee, nee, Herr Manste, erstens habe id et ja gar nich jetrunken, sondern Sie, und zweitens mar nich de erste, sondern de zweete Bulle die von Lehmann. Idk wer man schnell die richtje holer, ufijezogen is se schon." Manste saß starr. Seine beiden Geschäftsfreunde bogen vor Lachen. Und das Ende vom Liede war, daß Lehmann hinzuge zogen wurde und noch mehrere Flaschen seines Selbstjemachten" spendieren mußte. Nachher drückte Herr Manske unserem Lehmann einen neuen Zwanzigmartschein in die Hand mit der Bitte, doch über diese unliebſame Affäre zu schweigen. Lehniann tat dies auch. Ich habe diese nette Geschichte selbst als einer der Besucher miterlebt und fann daher nicht umhin, sie hiermit zum besten zu geben, allerdings, mie eingangs gejagt, unter Abänderung der Namen. Prost, Herr Manste! Unsere Spielwaren- Ausstellungen Alexanderplatz Im Märchenwald Spielwaren Baby Mamastimme, ca. 36 cm gross *** Mengenabgabe vorbehalten. sind eröffnet Leipziger Strasse Mengenabgabe vorbehalten. Frankfurter Allee Tarzan im Urwald Hänschen, Hänschen, denke dran, was aus dir noch werden kann Jugendschriften milt Haar und Schlafaugen and 200 Gesellschaftsspiele. 45,75 gekleidet mit 90 Halma far 2-3-4 Personen..... Künstlerstoffpuppekas Krauseltrisur 110 Stickkasten( Kanvas)..... 85. 125 Laubsäge mit Zubehör, auf 100 160 250 Karte.. ca. 49 54 59 cm Waltershauser Kugelgelenkpuppe 590 650 725 mit prima genähter Lockenperücke, Schlafangen und Wimpern.. 2m Hanfsell, Lederringe, 75 Stehauf- Clown.......... 45, 65P. 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Der Berluft wurde erft bemerkt, nachdem die betreffende Partie bereits den Gang in die Expedition angetreten hatte und hier in sogenannte Rurpackungen ( siehe unten) gepackt worden war. Es wäre aussichtslos gewesen, das Verluststück aus einer der vielen tausend Rurpackungen, von denen bei dem regen Betriebe sogar ein Teil schon die Fabrit verlassen hatte, wieder herauszufinden. Ich verlaffe mich deshalb auf die Ehrlichkeit des Finders und die Tatsache, daß der Wert des Ringes geringer ist als die außgesezte Belohnung von 2000 Mart. Für mich aber hat der Ring einen hohen Andenken- Wert. Der ehrliche Finder wird freundlichst gebeten, mir sofort in einem als Privat" bezeichneten Brief Nachricht zu geben. Es wird dann ein Bevollmächtigter von mir erscheinen, die 2000 Mart überbringen und den Ring in Empfang nehmen. Eine Kutirol- Kurpackung enthält: 1 Packung Kutirol- Bühner. augen Pflaster, 1 Packung Kutirol- Fußbad und 1 Blechstreubose Kutirol- Streupuder, kostet 2 Mark und ist in allen Apotheken und Fachbrogerien erhältlich.- Der Brillantring befindet sich, wie schon oben erwähnt, in einer Rutirol- Rurpackung, und ich bitte, nachdem das Kutirol- Fußbad in Waffer aufgelöst wurde, gut aufzupaffen, Damit der Ring nicht beschädigt wird. Kurt Krisp, Inhaber der Rutirol- Fabrit, Gr- Salge bei Magdeburg 281 deutsche Bearbeitung von Prof. Wihltahrt. 264 Seiten, 350 illustriert, früher 7,50 jetzt Und setzt ihr nicht das Leben ein... Eine Geschichte aus den Betreiungskriegen von Wilh. Arminius. 2828.m.29Bild vonTh.Rocholl. 195 Gebunden, traher 4,50 jetzt Kismet. Erzählung aus der arabischen Hochebene, f. Knaben, v. Kurt Remberg. 260 Seit. 195 m.25Bild. Geb.früh.4, 50 jetzt 1 Bertha Clement. Br zählungen für junge Mädchen. Der silberne Kreuzbund.Komtess Wally Die Rosenkette. 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