Abendausgabe Nr. 53842. Jahrgang Ausgabe B Nr. 267 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in ber Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fern'precher: Dönhoff 292-29% Sel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 10 Pfennig 13. November 1925 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berleg und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Ube Berleger: Vorwärts- Beelag Gmbs. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernlprecher: DJutoff 202-29% Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Geßler als Monarchist. Enthüllungen von Oberbürgermeister Dr. Luppe. Geßler moralisch erledigt. Die Frankfurter Zeitung" veröffentlicht folgende Erflä-| Herrn Dr. Geßlers Auffaffung fund gab, erwiderte er mir, ich kenne rung des Oberbürgermeisters Dr. Luppe Nürnberg: eben Bayern nicht, die Bayern wollten und brauchten Ich habe lürzlich auf Wunsch eines Barteifccundes Herrn Emil einen& önig; den fönnte man ihnen auf die Dauer doch nicht Ludwig eutige Ausfünfte über die politischen Berhältnisse in vorenthalten. vorenthalten. Da ich von einem Königsputsch schwere ErschütteBayern gegeben. Ich mußte dabei vorausfehen, daß Emil Ludwig rungen für Reich und Bayern befürchtete, habe ich am gleichen sich der Tragmeite des ihm mitgeteilten bewußt sei und nicht ohne Abend Herra Dr. Haas fyrifflich von der Unterredung des Herrn mein Wissen und Willen Dinge der Deffentlichkeit mitteilen würde. Dr. Geßler Kenntnis gegeben. beren Beröffentlichung ich der Deffentlichkeit gegenüber nicht für zmed mäßig hielt. Nachdem Herr Emil Ludwig leider meine Mitteilungen unberechtigterweise und zum Teil unrichtig in die Deffentlichkeit gebracht hatte, versuchte ich zunächst durch ein Dementi, eine weitere Erörterung der Dinge abzuschneiden. Leider nötigen mich aber die neuen Erflärungen des Herrn Reichswehrministers Dr. Geßler und des Herrn Ludwig nun doch, den wirklichen Sachverhalt mitzuteilen. Herr Reihswehrminiffer Dr. Gehler tam Ende Oftober 1924 während der Regierungstrife zu mir auf mein Bureau und fragte mich dabei u. a., wie ich die Verhältnisse in Bayern beurteiltz. Als ich ihm erklärte, daß nach meiner Ansicht in bezug auf einen Königspuffch der kritische Moment wohl überftanden fel, ecwiderte er mit: Nein, die Cage jei absolut ernst. Rapprecht beab. fichtige vorzugehen, und er wolle mir jebt schon fagen, daß, wenn dies gefchehen sollte, die Reichswehr nicht eingreifen werde. Daß Herr Dr. Gekler mit bayerischen Monarchisten gesprochen und ihnen entsprechende Zusagen gemacht habe, habe ich Herrn Emil Cudwig nicht gesagt, da Herr Dr. Geßler davon auch nichts gefagt hat. Als ich meine Verwunderung und Erregung über Rückwirkungsschwindel der Rechtspresse. Locarno muß unter allen Umständen entwertet werden. Die teutschnationalen Vaterlandsverteidiger sind in den legten Tagen auf einen neuen Dreh gekommen, um die Rüdwirfungen von Locarno zu entwerten. Als wenn eine einheitliche Leitung dahinter stände, wiederholen sie von Tag zu Tag einen alten Schwindel. Je deutlicher erkennbar wird. daß Die Besagungsziffer ber alliierten Truppen im Westen als Rüdwirtung von Locarno herab. gesetzt werden wird, um so hysterischer schreien sie das auch von ihnen bisher ängstlich behütete Geheimnis aus, daß die Alliierten fich bisher einer Bertragsverlegung schuldig machten, indem sie etwa doppelt soviel Truppen im Westen unterhalten, als die deutschen Garnisonen zu Friedenszeiten zählten. Von Rechts wegen müßte die Rechtspresse gegen ihre bisherigen Bertreter im Reichsfabinett patriotische Klage erheben, daß fie die vaterländische Pflicht versäumt hätten, im Namen der Gerechtigkeit an das Weltgewiffen gegen eine solche unerhörte leberschreitung des Versailler Vertrages zu proteftieren. Immerhin wird ihre Leidenschaft für eine nationale Außen politit nicht so weit gehen. Sie werden sich damit begnügen, auch ein Bugeständnis der Alliierten in der Besatzungszahl als eine Selbstverständlichkeit oder als die Wiedergutmachung eines Unrechtes zu entwerten. Benn Herr Dr. Haas sich an diesen Brief nicht mehr erinnert, so ist mir das nicht recht verständlich, wenn diefer Brief nicht etwa in seiner Abwesenheit einem anderen Parteifreunde gegeben worden sein sollte. Mir ist von anderer Seite befannt, daß der ver. storbene Reichspräsident Ebeert von den Butsch abfichten Renntnis erhalten hat, nachdem wenige Tage darauf auch maßgebende Sozialdemokraten aus Kreisen der Bayeri schen Volkspartei, die mit schwerer Sorge über die drohenden Gefahren erfüllt waren, Kenntnis erhalten hatten. Ob der befannte Artifel im Regensburger Anzeiger" und meitere Artitel in den Münchener Neuesten Nachrichten" und der Augsburger Post. Beitung" furz darauf erflärten, daß die Königsfrage in Bayern feineswegs reif fei, auf ein Eingreifen von Berlin oder auf Vorgänge innerhalb der Bayerischen Boltspartei zurückzuführen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Damit dürfte meines Erachtens das Vorspiel des im Jahre 1924 beabsichtigten Butsches genügend geflärt sein." ** Nun ist es an Herrn Geßler, fich auf das genaueste zu den Feststellungen von Dr. Luppe zu äußern. Wenn er diese Feststellungen nicht entfräften fann, so ist er als Reichs mehrminister der Republik moralisch erledigt. Quaglia war es! Die Inszenierung des Mussolini- Attentats. Lugano, 10. November 1925. Die Berichterstattung aus Italien muß auf einmal ganz morttarg werden. Nachdem der Wortschwall alles zu ver schlingen drohte, nachdem wir gehört haben, daß Mussolini unsterblich ist, daß die Hand, die ihn träfe, Italien niederftreden würde, daß das Geschid dieses Mannes das Geschick der Nation ist und solche Dinge mehr, wird uns ganz undermittelt der Alkohol der hohen Worte entzogen. Wir sollen nichts tun, als ganz nüchtern abwarten, was die Regierung uns über das Komplott" durch ihr offizielles Telegraphenbureau befannt gibt. Das Attentat war wie eine furzblühende Pflanze; mas es geben fonnte, hat es in der Treibhausluft des offiziölen Ueberschwanges schnell gegeben. Jetzt bleiben nur die dürren leeren Stengel. Man hat die Einheitspartei aufgelöst, den Freimaurerorden militärisch besetzen lassen, ohne ihn aufzulösen, und hat die Oppositionspresse lahmgelegt. Mehr ließ sich aus einem hypothetischen Komplott nicht herauspreffen. Und jetzt tommt nun eine Art Ernüchterung. Das Bublitum fragt sich: was ist an der Sache Wahrheit und was ist Dichtung? Die Versionen der offiziellen Brejse sind verschieden. Wenn Zaniboni auf der Treppe Der haftet wurde, mit dem Gewehr in feinem Futteral, dann fann er unmöglich gleichzeitig in seinem 3immer verhaftet worden sein, mit dem Gewehr im Anschlag. Wenn er den Rechtsanwalt und Journalisten Quaglia zum Mitfchuldigen hatte, wie die genauesten und eingehendsten Befchreibungen der Regierungsblätter beweisen, dann ist es unfaßlich, daß man diesen Quaglia in Freiheit gesetzt hat. Die Situation ist derartig, daß man überhaupt nicht über sie nachdenken, reden oder schreiben kann, ohne zu den merfwüraber muß darüber geschaffen werden, daß die Bertragsgegner big it en Schlüffen zu fommen. Es ist also logisch, daß sich bisher einer Bertragsverlegung nicht schuldig die Breffeabteilung der Ministerpräsidentschaft der Presse gemacht haben, und daß eine her abfegung der Bebefiehlt: Mund halten und abwarten. [ agungen eine der wichtigsten Rüd mirtungen der Abkommen von London und von Locarno fein würde. Rein gutes Zeichen für die Regierung aber ist es, daß fie nicht von sich aus den Mut findet, dem Entwertungs schwindel der Deutschnationalen entgegenzutreten. Sie über läßt es der Opposition, die deutsche Außenpolitik mitzutragen. Die Sozialdemokratie aber wird den Entwertungs. schwindel der Deutschnationalen mit derselben Sachlich feit und Schärfe bekämpfen wie sie gegen den Auf wertungsschwindel diefer Bartei anfämpfte. Guter Fortgang der Rückwirkungen. Der Entwaffnung 3ftand befriedigend. hält die in Paris eingetroffene deutsche Note nichts, was eine Condon, 13. November.( WEB.) Den Blättern zufolge entenderung der Borkehrungen wegen der Räumung der Kölner 3one nötig machte welches Datum in diplomatischen Streifen für besonders geeignet anEs verlautet, daß die Räumung am 1. Dezember beginnen wird, gesehen wird, da die endgültige Unterzeichnung des Cocarnopattes in London an diesem Tage erfolgen soll. Tatsächlich kann, und wir sagen ausdrücklich leider, von einem Rechtsanspruch Deutschlands auf eine Her absehung der alliierten Garnisonen auf den deutschen Friedens stand nicht die Rede sein. Auf die Gefahr hin, daß der " Lokal- Anzeiger" und feine Gesinnungsgenossen unsere Be mühungen, feine Tendenzbehauptungen im Interesse der deutsch- französischen Verständigung zu widerlegen, uns Schä digung deutscher Belange vorwirft, müssen wir um der deut. fchen Außenpolitit willen feststellen: weder ist im Friedens. vertrage noch im Rheinland- und Waffenstillstandsabkommen mit einem Bort die Rede von einer Pflicht der Alliierten, eine bestimmte Besatzungsziffer nicht zu überschreiten. Es ist auch in feinem späteren Notenwechsel irgendwie die Rede davon, daß die Alliierten eine Verpflichtung in dieser Hinsicht ein gegangen wären. Die Behauptung hiervon stügt sich auf eine mündliche und unverbindliche Aeußerung Loucheurs gegenüber dem deutschen Delegationsführer Lewald, der anläßlich der Uebergabe einer Note der Hoffnung Ausdruck gegeben hatte, daß die Alliierten die deutsche Garnisonziffer nicht überschreiten würden. Loucheur hatte damals geantwortet: Bielleicht nicht erheblich." In dem damaligen Notenwechsel ist feinerlei Bezug genommen auf die unverbindliche Mei- des großen fozialistischen Setzerverbandes. nungsäußerung des Franzosen. Mussolini kann nicht nach London kommen. Er muß in Rom fich um seine Herrschaft fümmern. Rom, 13. November.( Eigener Drahtbericht.) Entgegen einer ersten Anfündigung wird der italienische Ministerpräsident Muffo. lini nicht zur Unterzeichnung des Locarnovertrages nach London fahren. Er wird durch dringende politische Geschäfte in Rom feft. gehalten. Die Beurteilung des Vertragswertes von Locarno wird fabotiert, wenn solche falschen Ansichten, wie sie von ber nationalen Breffe verbreitet werden, meiterhin im Umlauf bleiben. Die Bedeutung der Rückwirkungen von Locarno wird nur dem deutlich, der sich über die Rechte und Pflichten Deutschlands aus dem Versailler Berirage ein Bild machen tann. Die deutliche Erkenntnis von der Rechtslage hat nichts bamit zu tun, daß Deutschland einen fittlichen und politischen Anspruch auf Herabminderung der Befagungstruppen hat. Diesen Anspruch und diesem Berlangen ift niemals so deutlich Ausdrud gegeben worden mie auf dem Heidelberger Parteitag der Soizaldemokratie in der von den rheinischen Delegierten abgegebenen Erilärung. Es gibt innerhalb Deutschlands feine Meinungsverschiedenheit über die unbedingte Notwendigkeit, die alliierte Befagung weit unter das Maß des jeßigen Standes herabzusehen. Klarheit Rom, 13. November.( TB.) Am 18. November wird sich die Rammer mit den Maßnahmen beschäftigen, die gegen die politischen Emigranten ergriffen werden sollen, die in Frankreich gegen die italienische Regierung agitieren. Diese Maßnahmen sollen den Blättern zufolge in der Aberkennung der italienischen Staatsange. hörigkeit, gegebenenfalls auch der Wegnahme der Güter dieser Emigranten und ihrer Berhaftung bei ihrer Rückkehr nach Italien be stehen. Die faschistischen Blätter berichten, daß sämtliche Hafenarbeiter von Genua in die faschistischen Gewerkschaften eingetreten seien. Bopolo di Roma" verlangt von der Regierung die Auflösung Deutschnationaler Parteitag. Die Tagesordnung für den in Berlin stattfindenden deutsch nationalen Parteitag ist nun endgültig festgefeßt. Am Sonntag, den 15. November, tritt im Plenarjaal des Preußischen Landtages die Parteivertretung zusammen. Zunächst wird eine Bc sprechung des Parteitages stattfinden, dann werden der Jahresbericht und der Kaffenbericht erstattet und Sagungsänderungen vor genommen werden. Schließlich fommen Anträge zur Beratung. Der ordentliche Reichsparteitag tritt am Montag, den 16. November, im Kriegervereinshause zusammen. Nach der Eröffnungs ansprache des Parteivorsitzenden D. Windler und nach weiteren Begrüßungsansprachen hält bas Hauptreferat Reichstags. abgeordneter Graf Beft arp über Deutschnationale Außen. politif". Eine Aussprache wird sich anschließen. Nach der Mittags pause wird Reichstagsabgeordneter Dr. Rademacher über Deutsche Wirtschaftsnot" sprechen. Auch hier folgt eine Aussprache. Die Situation ist von troftlofer Klarheit: Quaglia ift der Lodspikel der Bolizei, wahrscheinlich sogar des Ministers des Innern. Er hat den Auftrag gehabt, ein ihm und bem Freimaurerorden herzustellen. Für das Attentat zu organisieren und irgendeine Berbindung zwischen Attentat hat er sich an einen tollfühnen Mann gewendet: die Berbindung mit den Freimaurern hat er erst am Vorabend des Bolizeicoups hergestellt, indem er eine Unterredung zwischen Capello und 3aniboni zustande brachte, bei der die Polizei zugegen war und sogar gelehen haben will, daß Capello ein Baket von... Tausendlirefcheinen aus händigte. Das gan e ist also recht plumne mache; mir hätten Feder oni feinere Arbeit zugetraut. In die faum verflungenen Klänge des Danfgottesdienstes mischt sich bereits Faschismus war, so ift diesmal die Enthaftung des Quaglia Wenn seinerzeit die Berhafiung Duminis ein Fehler des Das Gähnen eines greulichen Kazenjammers. ein hundertmal größerer Fehler. offiziell feit den erften Anfängen des Komplotts" unterrichtet den Widersinn verschluckte, der barin liegt, daß die Polizei So tief fann das Schweigen gar nicht werden, daß es mar, daß sie wußte, ein gewiffer Quaglia traf alle Bor bereitungen zu einem Berbrechen, und daß sie dann diesen Quaglia gleich nach der Berhaftung seines Komplizen" in Freiheit fetzt. Gleich zu Anfang fagte man leiſe: Quaglia war der Spion; jegt fagt man noch leiser: Quaglia war der Lodipinel. Was bleibt denn nun überhaupt vom Komplott und von der Schuld, wenn der Plan zu der Sache aus dem Minifterium des Innern stammte, und zu der Ausführung nur Versuche mit ungeeigneten Mitteln gemacht wurden? Der Anstifter, der mandant, ist ein Werkzeug des Ministeriums des Innern: die Ausführung ist mißlungen. Was übrig bleibt, mas sich Federzoni als Reinertrag ausrechnet, find die Maßnahmen gegen die Opposition; es bleibt nicht einmal jene moralische Wirkung, Die ein Attentat auszulösen pflegt, und burch die es das von ihm bedrohte Regiment feftigt. Die ist sofort verflogen. Man hat zu dentlich sehen laffen, daß nach Maß gearbeitet wurde. Ja, sagt man mobl, immerhin hat das Regime doch be mielen, daß es feine Leute feft im Rügel hält und keinerlei Gewalttat geduldet hat. Aber selbst diese scheinbare Rehabilitierung liefert nur neues Belastungsmaterial gegen den Faschismus. Warum hat man diesmal feine Mordtaten und Plünderungen zu berichten? Einmal, weil die Entrüftung ziemlich talt war, da niemand die Sache recht alaubte. Dann aber, und hauptsächlich, meil die Regierung diesmal fein Blutvergießen und feine Eigentumsverbrechen wünschte, um nicht die Berhandlungen wegen der interalliierten Schulden in Amerika zu schädigen. Es folat also daraus, daß für die vergangenen Ueberariffe die Regierung voll verantwortlich ist, daß es bei ihr gestanden hätte, fie zu verhüten, daß sie durch die ihren Organen aufgezwungene Ohnmacht mitschuldig war, während ihre Presse und die leitenden Parteistellen die Hetzer und Mandanten waren. Die Regierung fann Repreffalien verhüten, wenn sie will: da fie fie bisher nicht verhütet hat, geht daraus hervor, daß sie fie mollte. Zum Schluß noch ein paar Säße aus der Botschaft", in der Farinacci die Summe des Attentatsertrages zieht: „ Der Freimaurerorden ist ins Herz getroffen: seine Logen find militärisch besetzt; die Sozialistische Bartei ist aufgelöſt; die„ Giustizia", die„ Boce Repubblicana", der„ Avanti, die„ Unità" Auf den Schultern der Weimarer Koalition. find aufgehoben. Die Arbeiterkammer von Mailand, die eine der mächtigsten gegnerischen Organisationen war, ist von unseren Syndi faten besetzt worden, unter der Zustimmung der gesamten Arbeiter= schaft. Die berechtigte faschistische Reaktion ist in großartigem Stile durchgeführt worden, nicht nur als notwendige Repression, sondern auch als heilsame Borbeugung. Die Masse der Schwarzhemden wird fo zufrieden sein, wie die Maffe ber Nation zufrieden ist, die in feiner Weise in Unruhe verfallen ist, besonders in diesem Augenblid, mo jenseits des Ozeans ihre Interessen verteidigt werden. Schwarzhemden ganz Italiens! Nie waren wir so stolz, an eurer Spitze zu stehen, nie haben wir uns so start gefühlt, als heute, wo wir um die supremen Intereffen des Baterlandes, eure menschliche und gerechte Entrüstung gezügelt haben. Der Duce, über den Gott allezeit machen möge, hat sich mit der Haltung aller Faschisten zufrieden erflärt. Das ist der beste Preis der Dankbarkeit für cuch alle. Usm." Dies das Siegesgeheul. Wie mär es mit einer Ehrenmitgliedskarte für den guten Quaglia? Muffolini hat gesagt, die gibt es nur noch für den, der entweder eine zweite, göttliche Komödie" schreibt oder einen Neuen Kontinent entdeckt. Die Verdienste des Quaglia liegen so etwa auf der Mitte zwischen diesen beiden Leistungen. Die Steigbügelhalter der Reaktion. Kommunisten oder Sozialdemokraten? Wenn ein fommunistisches Blatt die Sozialdemokraten als Steigbügelhalter der Reaffion" bezeichnet, so entbehrt das nicht einer gewissen Komit. Seit es eine fommunistische Partei gibt, hat diese alles getan, was der Reaktion dienlich ist. Sie hat die Arbeiterbewegung durch Spaltung geschwächt. Sie hat durch ihre Putschtaktik, die fie jetzt selber als verfehlt aufgeben muß, wieder nichts erreicht, als die Schwächung der Arbeiterbewegung und die Stärkung ihrer Feinde. Sie hat in allen entscheidenden parlamentarischen Situationen mit der äußersten Reattion zusammen geftimmt. Sie ist der Sozialdemokratie in ihrem Kampf gegen die Reaktion immer und überall in den Rücken gefallen. Darum hat die Sozialdemokratie der Brovinz Brandenburg eine Liftenverbindung mit ihr bei den fommenden Landtagswahlen abgelehnt. Und darum vergnügt sich die„ Rote Fahne" jetzt mit einer Retourfutsche. Sie nennt die Sozialdemokraten Steigbügelhalter der Reaktion". " 1 Das fommunistische Blatt findet aber noch einen anderen Grund zu dieser Bezeichnung. Das ist die grundsägliche Zustimmung der Sozialdemokratie zu dem Bertrag von Locarno. In der grundsäßlichen, unentwegten Ablehnung dieses Bertrags sieht sie offenbar einen Kampf gegen die Reaktion". An diesem Kampf gegen die Reaktion" find aber, wie man weiß, die ertremften reaktionären Nationa listen führend beteiligt. beteiligt. Soeben veröffentlicht der Admiral a. D. v. Tirpig in der Rechtspresse einen flammenden Artikel gegen Locarno. In der völkischen Presse tut Ludendorff desgleichen. Der Kampf gegen Locarno ist ein ampf, der geführt wird Arm in Arm mit Tirpig und Ludendorff. Tirpitz und Ludendorff kämpfen offenbar mit den Kommunisten zusammen gegen die Reaktion". Stellen wir uns einmal vor, der Berfrag von Locarno murde im Reichstag definitiv abgelehnt. Es wäre auf teine Beise, auch nicht durch Auflösung und Neuwahlen, eine Mehrheit für ihn zu erhalten? Wer würde danach wohl in Deutschd regieren? Die Kommunisten oder die Deutsch nationale? Beffen Sieg wäre das? Etwa nicht der Sieg der Re attion? Wenn die Kommunisten behaupten, die Sozialdemofraten hielten der Reaktion die Steigbügel, so werfen fie ihnen etwas vor, was fie felber immer getan haben und auch heute noch tun. Geschichte aus der Brennessel. Bon Peter Scher. Die Brennessel ist eine Weinstube in München. In der vorderen, Abteilung figen die Spießer; in der hinteren, auch Schwemme genannt, fizt das, was von Schwabing übrig geblieben ist. Man trifft dort außer anderen Malern den genialen Dstar Coester, Unold, Karl Arnold, Lotte Prizel; auch Ringelnazz taucht auf, trinkt und entwantt. So- Rößler ist das", sagte Dorid zum Direktor Tas Wesen der Außenpolitik Stresemanns. " Klarheit herausgearbeitet und vertreten hat. Waher das Miz vergnügen in einem Augenblid, wo die Idee sich durchzusetzen beginnt auch bei den anderen? Ist es Trauer darüber, daß auch die Außenpolitik Stresemianns der macht politischen Idee entsagen mußte, ist es die Sehnsucht nach einer Renaissance des machipolitischen Standpunktes? In der Täglichen Rundschau" versucht ein Steptifer die Außenpolitik Stresemanns abzugrenzen gegen links und gegen rechts. Der Versuch, die Politik, deren Ergebnisse die Londoner Uebereinkunft über den Dames- Plan und die Berträge von Locarno find, als grundsäglich ver ſchieden von der Außenpolitik der Regierungen der Beimarer Rußland will Verständigung mit England. Koalition hinzustellen, nötigt zu einigen Bemerkungen. " Der Steptifer" der Täglichen Rundschau" sieht das Wesen der Außenpolitik der Weimarer Koalition in folgendem: ,, Was zunächst die Linke anlangt, so müssen wir beobachten, daß ihre Einstellung zu den Außenfragen von höchftrealer Bedeutung ungeduldig schematisch und überspannt theore tisch ist. Jebe Erwägung realpolitischer Art wird durch die Parteiideologie verdrängt, man sieht in jeder leisen Stellungsänderung der Gegner, ohne nach ihren meist start mate. riellen Gründen zu forschen, alsbald martsteine" auf dem Weg zum„ neuen Europa", man begrüßt jeden kleinen Fortschritt als den Sieg des Weltgewissens und steht die Feldzeichen der internationalen, pazifistischen Solidarität der Völker allenthalben im stolzen Borrüden.". " ,, Nach innen aber wird der Weg zur Weimarer Koalition wieder frei, das heißt nach außen zu jener Erfüllungspolitik, die, der realpolitischen Motive der anderen der anderen nicht achtend, aus ideologischen Gründen. in Hoffnung auf tas parteiprogrammatisch eingeschaltete Weltgewissen Ronzessionen macht, statt mit den uns verbliebenen Mitteln den schweren Kampf um das nationale. Recht fortzuführen." Um erfolgreich Außenpolitik betreiben zu fönnen, bedarf es eines Standpunktes und einer Methode. Den Standpunkt haben die Regierungen der Weimarer Roalition herausgearbeitet und festgehalten. Es ist der Standpunkt des Friedens, derselbe Standpunkt, von dem aus Stresemann die Politik von Locarno eingeleitet und durchgeführt hat. Ein real politischer, nicht ein ideologisch überspannter Standpunkt; denn bie Sicherung des Friedens ist die einzige Realpolitik, die Anfang 1919 zeigt, daß diefer Standpunkt sich durchgesetzt hat Deutschland zu führen vermag. Der geschichtliche Verlauf feit gegenüber dem Machtſtandpunkt, gegenüber dem, was die " Tägliche Rundschau" die„ realpolitischen Motive" der anderen nennt. In der Wahl des Standpunktes steht Stresemann durchaus auf den Schultern der Weimarer Koalition. Und die Methode? Hier gilt es, eine Fälschung der Geschichte entgegenzutreten. Ein objektiver Ueberblid über die diplomatischen Kämpfe der Erfüllungspolitik" zeigt, daß fie ein zähes Ringen um das nationale Recht waren in den Er ein zähes Ringen um das nationale Recht waren in den Er folgsgrenzen, die durch die jeweilige Konstellation und durch das leberwiegen machtpolitischer Gedankengänge auf der anderen Seite gezogen waren. Sind die Drohungen der Politik der Sanktionen, find die Sorgen um das Ruhrgebiet, um das Geschick des Rheinlandes bereits vergessen? Ift ver gessen, daß die Weimarer Koalition, wenn sie vor diesen Drohungen zurückweichen mußte, im zähen Kampfe Schritt für Schritt zurückgewichen ist? Ist vergessen, wie das Ueber. sehen der Grenzen des Möglichen unter der Regierung Cuno in eine Ratastrophe geführt hat, und das mur an die Bieber gewinnung des Standpunktes und der Methoden der Bolitik der Weimarer Koalition den Beg aus der Katastrophe er möglicht bat? a. Das Tempo ist heute rafcher geworden, aber die Methode ist dieselbe geblieben es fei benn, want molle in den fatalen Schwenkungen, die der deutschynationale Einfluß in der Strese mannschen Außenpolitik hervorgerufen hat, eine methodische Besonderheit erbliden. Daß aber das Tempo heute rascher mannschen Außenpolitik hervorgerufen hat, eine methodische genommen werden kann, das ist die Folge des Wirtens der Erfüllungspolitif", ihres unveränderten Festhaltens an dem Standpunkt des Friedens. " Das ist die stärkste Kraft der deutschen Außenpolitik, und es ist das Berdienst der Linken, daß sie die Idee mit aller Der erschütterte Sohn legte die Hand vor das Gesicht:„ Wenn man im Urwald lebt... so hat Bayern also feine großen Dichter mehr." In diesem Augenblick explodierte der Direktor, und Rößler schlug fich vor die Stirn: Jetzt weiß ich endlich, warum dieses Saulofal Brennessel heißt!" Einmal saß Dorid mit einem Theaterdirektor am Edtisch in der Schwemme, als Karl Rößler hereintrat, dem Direttor zuminfte und Anstalten trai, sich an den Tisch zu setzen. ,, er fennt mich nicht. Stellen Sie mich doch als einen Sohn Ganghofers vor. Sagen Sie, ich sei eben aus dem Ausland gekommen Brasilien. Sie haben mich am Bahnhof getroffen; ich bin noch nicht allen Brüflingen deutlich sich ergebende Bild des mittleren Optizu Hause gewesen." „ Gut", sagte der Direktor. Rößler setzte sich an den Tisch. aus Wie geht's, lieber Rößler das hier ist Herr Ganghofer junior aus Brasilien. Denken Sie, ich treffe ihn zufällig an der Bahn und schleppe ihn gleich herher... Proft, lieber Ganghofer." „ Sie sind ein Sohn vom Ludwig... das freut mich wirklich fehr. Wie geht's denn da drüben? Spielt man wieder deutsche Stüde? Es wurde einiges hin und her geredet. Vorid gab bereit. millig Auskunft. Schließlich richtete er einen treuen Blick auf Rößler und fragte: Was macht Ludwig Thoma?" Rößler jah ihn betroffeen an. " Thoma?!" sagte er und noch einmal:„ Thoma!! Thoma ist tot!" Was?" schrie der andere zurückfahrend soll das ein Wiz jein?!!* 9 Ja, wissen Sie denn nicht... wo haben Sie denn gelebt? Thoma ist seit drei Jahren tot!" sagte Rößler und fah Dorid durch bohrend an. Mein Gott!" sagte Dorid ich habe jahrelang im Urwald gelebt.. tot! Ist das möglich?!" Er sprang auf und sagte aufgeregt:" Entschuldigen Sie, wo ist das Zelephonich muß doch gleich... um Gotteswillen, er wirb doch nicht. Und stürzte ab. Rach fünf Minuten fam er zurüd und fnate erschüttert: Meine Ahnung! Ich babe telenhoniert... proßer Gott auch Ganghofer weilt nicht mehr unter den Lehenden!" Der Theaterdirektor, teffen Gesicht blaurot geworden war, mußte angeltrengt in sein Taschentuch husten. Karl Rößler sah den jungen Ganghofer mit einem rätselhaften Ausdrvd an. Menschl fagte, Pinchotechnik und Arbeitswissenschaft war das Thema eines Vortrages des Privatdozenten Dr. H. W. Schulte im Binchologi. schen Institut. So jung und unvollendet die Psychotechnik heute noch ist, so wichtig und vielgestaltig ist fie schon; es ist richtig, daß man sich oft und eingehend mit ihr beschäftigt. Schulte war dies: mal nur Schilderer eigener Bragis, Lichtbilder unterstüßten ihn. Die Ausführungen des Redners follten nicht zuletzt den Fehler befämpfen, daß die arbeits- analytische Gliederung im allgemeinen michtiger genommen wird als die Psychologie des Arbeitsvorganges. Weiterhin wurden behandelt die Vorteile der Eignungsprüfung, die Beziehungen zwischen geistiger und förperlicher Leiftung, das bei nums, die Objettspinchotechnit, das Problem der Monotonie. 3um Schluß forderte Schulte die stetige Zusammenarbeit zwischen. Arzt und Psychotechniker, denn jede Eignungsprüfung müsse ein Verfuch fein, Körper und Geift in wesensbestimmte Bahnen zu lenten. In dem Verlangen, auch den Arzt zu hören, begegnet sich Schulte mit dem diskussionsleitenden Geheimrat Moll, der wie auch andere Redner ständlich, daß der Arbeiter häufig Mißtrauen gegen jedes psychoauf die soziale Seite der Angelegenheit einging. Bertechnische Experiment hegt, muß er doch und meistens auch mit Recht in ihm neue Ausnutzungs- und Affordsteigerungsmöglich. teiten des Unternehmertums sehen. Rationelle Arbeit ist allerdings das Ziel der Psychotechnif, aber erreichte Ziele wollen Ethifer nun einmal so gewertet wissen, daß das hier ermöglichte Plus an Glüc und Wohlstand der Allgemeinheit, d. h. jedem zugute tommt. Der Privatwirtschaft darf keine Privatwissenschaft an die Seite gestellt werden. " ergo. Konzert der A- capella Bereinigung des Berliner Bolfschors. Der Berliner Bolfschor fann sich etwas darauf einbilden, in dieser fonzertfeindlichen Zeit den fleinen" Saal der neuen Belt"( etwa 1000 Personen) pollständig gefüllt zu haben. Das zeugt für die Organisation und die Darbietungen. Beitgenössische Komponisten" hieß das Programm, das, der Chor unter Ernst Zanders umsichtiger Leitung eraft und sauber ausführte. Die beiden Frauenstimmen find famos fundiert, größtenteils jugendfrisch und rein in der Intonation; die Männerstimmen, troßdem sie Dr. Zander als ausgezeichnetes dezentes Instrument herangebildet hat, bedürften einiger Ergänzung. Unter den Chören, die dem beifallfreudigen Publikum besonders zusagten, waren die Verschwiegene Nachtigall" Heinrich Röllners mit den Echofoliften, Gernsheims Und die Sonne" und Röntgens Spielmann", während die schweren, breiten sechs und achtstimmigen Chöre des großen Könners Wilhelm Berger weniger Intereffe erregten. Die wertvollsten Modernen brachte der ausgezeichnete Solift Hermann Schen in Liedern von Wunsch und Kowalsti, auch von Paul Graner, unter der ebenbürtigen Begleitung Michael Taubes, des schnell befanni Gewordenen. H. M. # 1 Locarno ist nur für deutsche Kommunisten ein Kriegspakt. London, 13. November.( WEB.) Daily Herald" berichtet, daß der Vorsitzende des Rats der Bolfskommiffare der Sowjetunion, Rykow, in Erwiderung von Anfragen britischer Arbeiterparteimitglieder des Parlaments mitteilte, daß die Sowjetregierung weiterhin bereit sei, mit Großbritannien ein Abfommen über alle wichtigen Fragen abzuschließen Der Erfolg derartiger Berhandlungen würde beträchtliche Ruhe in die internationale Cage bringen. Diese Nachricht bestätigt nur die politische Wendung, die von Sowjetrußland nach der Locarnofonferenz unternommen wurde. Die deutschen Kommunisten bekämpfen noch heute im trauten Verein mit der Komintern das Abkommen von Locarno als einen Kriegspaft, durch den sich England Deutsch Land als Landsknecht gegen Rußland gedungen habe. Demgegenüber hat das Zureden der deutschen und der englischen Regierung den Erfolg gehabt, daß die Sowjets diplomatie begriff, die Verständigung von Locarno nicht gegen Rußland gerichtet. Deshalb erklärte Rakowsky, daß Rußland bereit sei, an jedem wahren internationalen Friedens werf mitzuarbeiten. Rytows Stellungnahme bedeutet ebenfalls, daß die Außenpolitik Rußlands sich Europa nähert. Statt Rußland von der euopäischen Staatenwelt zu ent fernen, wirkt sich der Friedensgeist von Locarno selbst auf die Sowjets aus. Rußland wird unaufhaltsam in die sich organisierende Bölfergemeinschaft einbezogen. Wie lange noch wird Komintern und Kommunistische Partei versuchen, das deutsche Proletariat darüber zu täuschen, daß der Staat des Kommu nismus in die sozialdemokratische Friedenspolitik hineintreibt. Der gleiche 3miespalt zwischen internationalem Kommunismus und ruffischer Staatspolitik tritt auch in dem uns foeben zugehenden Brüsseler Telegramm über die Internationale Kommunistische Konferenz zutage. Brüssel, 13. November.( Eigener Drahtbericht.) Der geftrige Tag der internationalen fommunistischen Konferenz war mit der Diskussion über Locarno gänzlich ausgefüllt. Nach dem Bericht eines fommunistischen Blattes zu urteilen, war die Debatte reichlich fonfus. Der deutsche tommunistische Reichstagsabgeordnete Stöder ertlärte, daß die Deutschnationalen mit ihrer Opposition gegen die Verträge von Locarno lediglich die Interessen der Großindustrie verteidigten. Er fügte noch hinzu, daß in Locarno die Zukunft Deutschlands dem europäischen Kapitalismus geopfert darauf gegen einen hierauf bezüglichen Bassus in der bisher unmorden sei. Der belgische Kommunist van Onverstraeten protestierte veröffentlichten Resolution und meinte, die Konferenz dürfte vor allen Dingen nicht den Anschein erweden, als ob sie die Interessen der deutschen Bourgeoisie verteidige. Natürlich wurden dann auch von Stöcker, Heckert, Cachin und anderen noch die bekannten Phrasen gedroschen, wie: Locarno schaffe eine tapitalistische Ein. heitsfront gegen Sowjetrußland, diene als Kriegsvorbereiter und ähnliches mehr. Starf sprach hiervon die fast diplomatisch zu nennende. Rede des. ungenannten Mostauer Drafels, des Bertreters der Moskauer Erefutive, ab. Er führte nämlich aus, daß es perfrüht märe, den Locarnoer Paft als europäischen Blod gegen die Sowjetifqaten zu betrachten. Er bedeute nur einen Sieg der Angelfachfen, über Frankreich und Deutschland. Er schloß mit der Mahnung, an der sozialistischen Außenpolitik eine ernſte Kritik zu üben und die Massen zur Verteidigung Sowjetrußlands zu mobilisieren. Ein Teilnehmer der Konferenz, der französische Abgeordnete Bersprechen in einer öffentlichen Bersammlung gesprochen und wurde Marty, hat entgegen dem der belgischen Behörde gegebenen perhaftet und an die Grenze befördert. Die deutsche Delegation war gefügiger und begnügte sich mit schriftlichen Manifesten an das belgische Proletariat. Eine Stadt, die feine nadien Beine duldet. Die russische Tänzerin Bawlowa stand dieser Tage, als fie mit ihrer Gesellschaft in Birmingham auftrat, vor der Frage, ob sie die nackten Beine die Stadtbehörde gemärtig fein sollte. In Birmingham ist nämlich ihrer Tänzerinnen forgfältig verhüllen oder strenger Strafe durch das Auftreten mit nackten Beinen, ausgenommen bei ganz Jugendlichen", verboten, und in den letzten 14 Jahren hat man niemals nadte Beine auf der Bühne geduldet, mochten die Damen, die sie zeigen wollten, auch noch so schöne haben. Man muß schon froh fein, wenn einem in Birmingham erlaubt wird, den Hut abzulegen, flagte eine Tänzerin. Ueberhaupt üben die Stadtväter eine sehr forgfältige Kontrolle aller Bergnügungslofale. Allwöchentlich be fuchen ausgewählte Mitglieder der Polizei. die Vorstellungen, und wenn ihnen irgendein Wit, eine Bendung oder ein Wort nicht gefällt, dann ergeht sofort an den betreffenden Künstler eine höfliche Aufforderung, die anstößige Borführung zu unterlassen oder mit dem fofortigen Berbot seines Auftretens zu rechnen. Der Kölner Dom wird fchadhaft. Zur Untersuchung der Baufchäden am Kölner Dom, die in der legten Zeit zu größter Besorgnis Anlaß gaben, hat gestern ein Ausschuß von Bertretern der Minifterien, der Regierung und des Domfapitels den Dom eingehend besichtigt. Es wurden Mittel und Wege beraten, wie die erforder. lichen hohen Mittel beschafft werden können. Der Nobelpreis für Phyfit. Die Stocholmer Atademie der Professor an der Universität Upsala, Manne Siegbahn, zu verleihen Wissenschaften beschloß, den Nobelpreis für Physik für 1924 dem wegen seiner röntgenspektroskopischen Entdeckungen und Forschungen. Der Nobelpreis für Chemie und Physik für 1925 wurde bis zum nächsten Jahre zurüägeſtellt. Der Kampf um ein Philosophengrab. Der große Philofoph Maimonides foll jezt in seiner Baterstadt Cordova seine leẞte Ruhe stätte erhalten. Wie in der Monetsschrift ,, Die Literatur" mitgeteilt wird, hat sich zu diesem Zwed auf Betreiben des angesehenen Madrider Arztes Ignacio Bauer ein Ausschuß gebildet. Maimonides. der auf einer Pilnerfahrt nach Palästina durch die Mohammedaner einen tragischen Tod fand, liegt am Ufer des Tiberias- Sees begraben, und die Zionisfen in Palästina erheben gegen die Ueberführung der Gebeine des Maimonides nach Spanien Einspruch. So ist also ein merkwürdiger Kampf um das Grab dieses Philosophen entstanden. Elifabeth Bergner toird bei der Goethe Feier, die am 15 November, 11, 1hr, im Deutlichen Theater stattfindet, Mignon. Gedichte"," An den Mond", ein Stüd aus dem Werther, die Worte des Erzengels aus dem " Faust" Prolog und and res m.hr rezitieren. Die Ju nfreie Kunff chan Berfn 1925 im Landesausstellungsgebäude wird endgiltig am Sonntag, dem 15. Nov mb.r, 4 Uhr nachm. geschlossen. An diesem Tage veranstaltet Prof. Sandluhl noch eine legte Führung. Eine Ausflclluna java isch- indo efischer Kunst wird von der Deutsch Niderla dischen Gelelischaft veranstaltet. Sie wird Connabend eröffnet. Im Anschluß daran finden vom 16. bis 21. November im Künstlerhaus, Bellevueftr. 3, Javanische Bajang- und Tandal Aufführungen( Schalten spiele und fatrale Tange) ftatt. „ Die gestern noch feindlichen Länder." Briand über Locarno. Paris, 13. November.( MTB.) Unter dem Vorfiz des Senators Hubert fand heute im Senatsausschuß für ausmärtige Angelegen heiten eine Sigung statt, in der Ministerpräsident Bainlevé über die Borgänge in Syrien und Außenminister Briand über die Borgänge in Locarno Bericht erstattete. Schneeflocken. Ministerpräsident Painlevé verwahrte fich gegen die falschen Nachrichten über Syrien. Er und Außenminister Briand feien bereit, der Senatsfommission für auswärtige. Angelegenheiten wieder zur Berfügung zu stehen, fobald General Sarrail. in Baris einge troffen sei und über die Lage Bericht erstattet habe. Painlevé bot dem Ausschuß sogar an, ein Berhör des Generals Sarrail selbst vorzunehmen. Alsdann erstattete Außenminister Briand Bericht über die Ergliedrige Schneelandschaft. Allerdings mit der üblichen Frosttempegebnisse des Vertrages von Cocarno. Dieser Patt sei in einem Geiste des Friedens und der europäischen, Solidarität unterzeichnet worden. Er stellte so, wie er sei, ein solides Syftem für die Sicherheit und die gegenseitige Hilfeleistung gegen.den.Krieg dar. Der Patt von Locarno bedeute durchaus keine Abänderung des Vertrages von Versailles; er, Briand, Jei im Gegenteil der Ansicht, daß die Sicherheitsgarantie, die Frankreich erhalte, nicht abgeschwächt, sondern verstärkt würde. Briand wies darauf hin, daß man nicht aus dem Auge ver. lieren dürfe, daß der Sicherheitspakt vollkommen nach dem Frieden hin organisiert und in einem Geiste abgefaßt fet, der die Annäherung erleichtern und den gestern noch feind lichen Ländern gestatten werde, in vollem Vertrauen an einer friedlichen Organisation Europas zusammenzuarbeiten. Die Aeußerung Briands, daß Locarno teine ,, Abände rung des Bersailles" bedeute, wird von der deutschen nationalistischen Presse mit einem Freudengeheul begrüßt werden. Sie hat dringend nötig, mit Argumenten gegen die Bernunftpolitik von Locarno zu suchen; täglich werden ja die Rüdwirkungen deutlicher, die der Vertragsabschluß für Deutsch land mit sich bringt. Die Formulierung Briands ist in der Tat teine glüd fiche. Er benutzt sie nur, weil auch in seinem Lande die Oppofition nicht zu unterschäßen ist, die tein Titelchen der for malen Vertragsrechte aufgeben will. Tatsächlich bedeutet Der Bertrag von Locarno, wenn auch feine formale Revision" des Wortlautes, so doch eine durchgreifende Beiter bildung" des Bersailler Vertrages. Die Auslegung nämlich wird der Macht der einen Seite entzogen und dem Schieds: richter überantwortet. So überwindet der ,, Geist von 20 carno" den„ Ungeist von Versailles". Daß zwischen der deutschen und der alliierten Auf faffung des Vertrages von Locarno mannigfache Unterschiede bestehen, ist selbstverständlich, in höherem oder geringerem Grade ist das bei jedem Bertrage der Fall. Entscheidend ist, daß durch den Eintritt Deutschlands in den Bölferbund in Bukunft die friedliche Aussprache und Berständigung auch über Locarno und feine Rückwirkungen und Auswirkungen gefichert ist. Kundgebung für die Horizontalkonzentration Tagung des Zentral- Verbandes der deutschen elektrotechnischen Industrie. Die heutige Tagung des Zentralperbandes der deutischen elettro technischen Industrie erhielt ihre besondere Bedeutung dadurch, daß eine Reihe von Wirtschaftsführern zu einer Art programma tifden Kundgebung für die Reugruppierung der deutschen Industrie auf horizontaler Grundlage zum 3wede des Preisabbaues das Wort nahm. Nach einer furzen Begrüßungs ansprache des Vorsitzenden, C.. von Siemens, die in startem Maße an die Solidarität der Ermerbsstände appellierte und zur Arbeit auf lange Sicht hinaus aufrief, hielt Reichsminister a. D. von Raumer ein ausführliches Referat über die Gegenwarts aufgaben unserer Wirtschaftspolitik. Unser Produktionsapparat ist zu groß, er fann mit den laufenden Mitteln nicht aufrechterhalten werden. Es ist notwendig, daß durch eine Kapital- und Kosten ersparnis unter starter Zurüdschneidung des Produktionsapparates, also durch eine Rationalisierung der Produktion, der Preis der Ware verbilligt wird. Dazu ist eine Zusammenfassung der gleichgearteten Fabritationen erforderlich. Es fönne richt Aufgabe der Klein- und Mittelindustrien sein, Rohstoffe und Halbfabrikate sowie Inpenwaren des Massenbedarfs herzustellen, sondern dies müsse auf rationellte Weise in den zusammengeschlosse, nen Konzernen erfolgen. Der Staat müsse alle Hemmungen aus dem Bege räumen, die heute noch einer derartigen Reugliederung im Bege stehen. Herr v. Raumer fündigte Initiatipanträge an, die insbesondere die Beseitigung der Fusionssteuer zum Ziele haben. Er belegte seine Auffassungen an Hand einer Reihe von Beispielen aus verschiedenen anderen Industriezweigen und wies dabei auch darauf hin, daß der in Bildung begriffene Schwereifentrust, abgesehen von allen anderen Rosten. fenfungen, allein 40 millionen Mart auf dem Konto Lagerhaltung einsparen würde, was natürlich eine billigere Broduktion ermöglicht. Durch die Senfung der Produktionskosten will er auch die Frage der Eisenzälle zur Lösung gebracht wissen, die bekanntlich für die Verarbeitungsindustrie eine schwere Belastung darstellen... Nach ihm hielt der Leiter der Osrammerte und des Inter. nationalen Glühlampentruſts, Dr. B. Meinhardt, ein Referat, in dem besonders die günstigen Erfahrungen bei dem internationalen Zusammenschluß der Glühlampenerzeugung schilderte und darauf hinwies, daß das Biel dieses Zusammenschlusses teinesfalls die Preishochhaltung, fondern die Breisfentung sein müffe. Glüh birnen tosten heute tatsächlich nur zwei Drittel des Bor. friegspreises, während andere Waren um durchschnittlich 40 Proz. über dem Vorfriegsstand liegen. Ich halte es für verkehrt", so führte der Referent aus, den Patriotismus dazu zu benutzen, um seine Konkurrenzfähigtett und seine Preise zu st üzen." Er mies die Vorteile des internationalen Zusammenschlusses treffend nach. pier Tage fo umherziehen; benn in der Rönigstraße gibt es ben Gestiefelten Kater" zu bewundern, am Morizplay Peterchens Mondfahrt und in der Rosenthaler Straße ein ganz neues Märchen Der Glückspilz". Eine Mutter hält das natürlich nicht alles aus, höchstens der robustere Bater; und Kinder- ja, die fönnten natür. Als man gestern abend zmijchen 10 und 11 Uhr die Straßen betrat, war der Winter da, dessen frostige Boten sich angekündigt batten. Dieses erste zaghafte Flodenriefeln stinumt immer nachs bentlich. Der Duft einer beginnenden Schneenacht ist sicherlich sehr ich sogar breimal soviel vertragen! schön. Es ist wie die nedische Duvertüre zu einer Bremiere, die sehr lang und wahrscheinlich nicht sehr schön sein wird. Erstes Floden. fallen eriunert an Weihnachtsgebäd, an Schneeballschlachten, an Rodeltourniere und Stifreuden. Aber Berzeihung, daß man den idyllischen Ausblick stören muß. Er erinnert auch an anderes, weniger Angenehmes, das zwargsläufig im Mittelpunkt unferes Interesses steht. Alle Stimmungsbilder haben heute einen gewiller fatalen Beigeschmad. Das Lyrische reicht leider nicht, das Dramatische wiegt zu sehr über. Da ist eine weiße, berauschend zartgliedrige Schneelandschaft. Allerdings mit der üblichen Frosttemperatur. Und da sind weiterhin Obdachlose, die durch die weiße Landschaft ziehen, die für sie zum Totenader wird. Da sind die Rentner, die endlos auf die„ nationale" Aufwertungs- Fata Morgana warten und dabei langsam in Berzweiflung und Not untergehen. Da find tie Hunderttausende von Arbeitslosen, deren Zahl täglich anwächst, ein Heer der Verbitterung, das sich, diese Gemütlichkeit faum noch vorstellen tann. Draußen als leicht angenehmer Stimmungsschauer der Kontrast der Winterlandschaft, innen der rotglühende Kachelofen, der Hausherr in selbstgeftidten, gefütterten Hindenburg- Pantoffeln und über dem Sofa der sinnige Spruch: An Gottes Segen ist alles gelegen. Der selbstgefällige Bartoffelspießer ist mit diesem Segen wohl zur Genüge versehen. Aber die Millionen anderer haben ihn nicht, und sie legen verständlicherweise auch feinen Wert auf seinen Besitz. Einbruch und Ueberfall. Ein Stüd Wild- West in Berlin- West. In der Eberefchen- Allee 31 in Westend wohnt der Kaup mann Guggenheim mit seiner Frau und einer Hausangestellten im Erdgeschoß. Das Schlafzimmer der Eheleute liegt nach vorn heraus, das Mädchen schläft in einem Hinterzimmer. Pioniere der Straße. der Straßen über und unter Die Tieferlegung der Spandauer Chauffee. Das ist ein unendliches Nez betriebsamer Arbeit bau am Spandauer Bod. Rastlose Arbeit der Erde. Bagger find in Tätigkeit, gewaltige Sandmengen in Ripploren zu füllen, Straßenpflasterung wird gelegt, die der Asphal tierung harrt, Kanäle sind im Werden begriffen, Wasserleitungsund Gasröhren werden durch die Erde gewunden. Hoch oben thront, was einft, vergleichsmäßig in der Tiefe ftand: die Spandauer Bodbrauerei. In der vergangenen Nacht wurden alle drei plöglich durch das klirren einer Fensterscheibe gemed t Im nächsten Augenblic flammte im 3immer der Eheleute das elettrijche Licht auf zu ihrem Schreden gewahrten sie im Zimmer zwei Männer, beide mit erhobener Pistole. Der, eine blieb im Hintergrund, der zweite, der eine Maste trug, trat an die Betten heran und erklärte den erschrockenen Leuten mit vorgehaltenem Revolver, es werde ihnen nichts geschehen, wenn sie sich nur ruhig verhielten. Nur ihr Geld müßten sie herausgeben. Jetzt tam die Hausangestellte aus ihrem Schlafzimmer heraus. Einer der Räuber empfing fie mit den Worten:„ Verfl scher bich weg" und hielt es dann mit der Waffe in Schach. Die Räuber durchsuchten, während die Eheleute in den Betten liegen. bleiben mußten, das Zimmer, fanden eine Kassette, aus der sie 1000 Marf einstedten und nahmen von den Nachttischen 21... eine goldene flache kavalieruhr mit dem verschlungenen Monogramm J. G. und einer schwarzen Chatelaine und von der Frau die goldene Halskette mit 20 Perlen. Dann schalteten sie das Licht wieder aus, wiederholten ihre Drohungen für den Fall, daß Lärm geschlagen würde und verschwanden durch das Fenster, durch das sie gefommen waren. Als das nunmehr Don den Beraubten benachrichtigte Ueberfallfommando eintraf, waren fie natürlich über alle Berge. Auf die Ergreifung der Räuber ist eine Belohnung von 500 m., auf die Wiederbeschaffung ihrer Beute 10 Proz. des Bertes ausgefeßt. Mitteilungen zur Aufklärung an Kriminalfommiffar Berneburg im Simmer 80 des Polizeipräsidiums. 99 „ Der Kinderfreund" liegen der heutigen Bostauflage bei. " Bolf und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und Grüne Woche Berlin. Unter dieser Bezeichnung findet vom 20. bis 28. Februar 1926, veranstaltet vom Berliner Meffeamt unter Mitwirkung der Deutschen Landwirtschaftsges sellschaft und der Deutschen Jagdtammer, eine Ausftellung für den Bedarf der Landwirtschaft und verwandter Betriebe statt. Die Presse war gestern zur Besichtigung der in Aussicht ge nommenen Ausstellungsräume( Funthalle, Neue, Alte Automobil halle) eingeladen. Leider ist es unmöglich, den Wert einer Auss Wir wollen hoffen, daß die Ausstellung das hält, was sie verspricht. ſtellung nach den leeren Räumen, die gezeigt wurden, zu beurteilen. Als Auftakt zur Sammelwoche für die Zeppelin- Edener- Spende findet am Sonnabend, den 14. November, abends 8 Uhr, in der neuen Autohalle am Kaiserdamm eine große 3eppelin Ede ner Feier stait. Nach einer Eröffnungsrede des Herrn Oberbürgermeisters Böß erfolgt ein Bortrag des Herrn Dr. Edener. In der festlich geschmückten Halle wird an diesem Abend zum ersten Male das 9 Meter lange Original, Modell des Amerika Luftschiffes gezeigt. Brandepidemie in Pommern. 7,50 Meter tief find die Straßenpioniere an der höchsten Stelle vorgeorungen, um den Spandauer Berg abzutragen, um aus ihm eine breite Verkehrsstraße ersten Ranges, eine großzügige Muster. station technischer Energie zu machen. Im Frühjahr dieses Jahres nahm die Stadt Charlottenburg das großzügige Brojekt in Angriff und im Frühjahr 1926 hofft man endgültig fertig zu fein, Frost) einen Strich durch die Rechnung zieht. Man macht sich schwer wenn nicht die Witterung( erheblicher Schneefall und längerer starfer einen Begriff von der Fülle von Arbeit, die eine Schar Werftätiger hier in mühevollen Monaten geleistet hat. 150 Arbeiter waren zuerst in Tätigkeit, um die Erdmassen abzuheben. Jetzt find es noch 50, bie bie Blanierung beenden. 30 Steinfeger schaffen schon seit längerer Zeit, um den Straßenbau durchzuführen. Eine größere Zahl Arbeitslose( die Zahlen schwanken zwischen 20 und 100) führen die Kanalisationsarbeiten durch. Der Teil der Spandauer Chauffee zwischen Reichstraße und Braunschweiger Allee, den man größtenteils niedergelegt hat, mißt die refpetfable Länge von 1100 Metern, die Straße felbft wird eine Breite von 38 Metern erhalten und damit die breiteste Straße Berlins werben. Die proportionelle Ber teilung dieser 38 Meter Breite geschieht folgendermaßen: 8,10 Meter Die Brände in der Provinz Pommern haben sich namentlich entfallen auf die Straßenbahnlinien, die zentral die Straße durch auf dem Lande in der lezten Woche in geradezu erschreckender Weise fchneiden follen. Für die Fahrdämme find je 7,50 Meter berechnet, vermehrt. In den meisten Fällen sind die Berluste an Ge zusammen alfo 15 Meter: Die Bürgersteigbreiten beziffern fich auftreibefehr groß aber auch viel Bieh ist den Flammen zum je 6 meter, gleich 12 meter; dazu fommen je 1,45 Meter für Radler Opfer gefallen. Bei dem Gutsbefizer Pfadt in Kordeshagen mege 500.000 Kubikmeter Erde find auf Ripploren zu je 20 Bagen( Roslin) brannte eine Scheune und der angebaute Viehstall ab. zur Dahlemer Biele geschafft warden Buerit paren zwei Bagger 37 Rühe, 11 Bierbe und etwa 170 Stud Kleinvieh ununterbrochen in Betrieb, jegt ist es einer, der bei ungestörter tamen in den Flammen um. In Kolberg brannte es Tätigkeit 1500-1600 Rubifmeter am Tage faßt. In einer Ripplore in der Nacht zum Donnerstag zum pierten Male in dieser haben 2 Rubikmeter Erde Blag, die 20magige Lore fährt also je meils 40 Rubitmeter auf die Dahlemer Schuttabladestelle. Straße, die zuerst mit Kopfsteinpflafter grundbelegt und sodann afphaltiert wird, wird einen halben Meter tiefer als die Brauerei liegen. Man plant auch Untergrundbahn- Durchführungen unter der neuen Straße anzulegen. Das ist allerdings ein Brojekt, das sich über den Bestimmungsradius des Charlottenburger Bezirksamts er stredt, das den Straßenbau ausführt. Jedenfalls fann damit gerechnet werden, daß die endgültig fertiggestellte Spandauer Chaussee zu einer Berkehrs- und Verbindungsstraße erster Ordnung wird. Wieder Bothmer- Prozeß. Die och e. Das zum Wohnhaus umgebaute Mündener Schulhaus brannte nieder. Bier Familien wurden obdachlos. Die Bewohner des ersten Stockwerfs fonnten mur über Leitern im letzten Augenblid gerettet merden. Tags zuvor maren in dem Kornspeicher der Firma Rusch u. Hübner in Kolberg 27 000 leere Erportsäde und größere Mengen Getreide und Kleie verbrannt. In ledermünde brannte in der Nacht zum Mittwoch eine Scheune des Ziegeleibefizzers Kruffe nieder, die mit 500 Stiegen Getreide gefüllt war. Das Moskauer Schachturnier. # Mostau, 13. November. Die Partie Spielmann Deutsch. land gegen Bogatyftfchot Rußland wurde remis, ebenso bie Gegen 10 Uhr eröffnet Landgerichtsdirektor Dr. Westerkamp land und die Partie Capablanca Kuba gegen Grünfeld. Bartie Saemisch Deutschland gegen Rabinowitsch Rußrach zweitägiger Baufe die Sigung. Wie man hört, rechnet man damit, noch vier bis fünf Tage zu verhandeln. Neue Zeugen, die Desterreich. Die Bartie Subarow. Rußland gegen Iljin. ober nichts Wesentliches aussagen, find geladen. Der Vorsitzende Rußland gewann Iljin- Rußland. Tartalower Frankreich gewann gegen Berlinsti Rußland. Die Partie Gotthilf nimmt Beranlassung, einige Beitungsartifel zu fritifieren. Der Rußland gegen Jates- England wurde remis, das Spiel Löwen Erste Staatsanwalt erwidert darauf, daß er Anordnung gegeben fifch. Rußland gegen Reti Tschechoslowakei blieb remis und die hat, daß sich die Szenen vor dem Gerichtsgebäude in Bartie Ogoljugow Rußland gegen Rubinstein Bolen Die der Lindenstraße am Dienstag nicht wiederholen werden. Partie Marschall. Amerika gegen Torre Meriko blieb Hängezu erwähnen wären aus der Vormittagssigung die Aussagen des partie. Auch die Partie Laster Deutschland gegen RomaGrafen Adolf v. Bothmer, des Schwagers der Angeklagten now sft- Rußland blieb Hängepartie. ( unter Auslegung der Bereidigung). Er wohnt in Berlin und istowski Rußland blieb Hängepartie. ohne Beruf, war nach dem Selbstmordverfud öfter in der Wohnung der Gräfin, um ihr beizustehen. Er bemühte sich damals, die Gräfin ins Sanatorium zu bringen. Es gelang ihm dieses aber nicht. Der Zeuge hatte immer den Gedanken, daß es mit feiner Schwägerin noch ein Ende mit Schreden geben würde; denn die Gräfin war zu leichtsinnig. Er war dann später im Interesse der Gräfin in. Berlin tätig; er war auch bei dem Pfarrer der Bonifaciusfirche in Berlin, und auch in Sachen Stangen hatte Graf Bothmer für die Angeklagte einige Gänge zu besorgen. Eine Fahrt ins Kinderland. Zum Weihnachtsfest wetteifern die großen Geschäfte und Kauf. läden um die Gunft der jungen Welt und in oftmals höchsten fünft. lerischen Geschmad verratenden Ausstellungen stellen fie alle die schönen bunten Sachen, die das Herz der Kinder höher schlagen lassen, zur Schau. Eine Fahrt ins Rinderland nennt Wertheim feine Beihnachtsschau, die wie feine andere Ausstellung den hohen Stand der deutschen Spielzeugindustrie zeigt. Mit einem richtigen Auto, an dem nur noch erst der Reifen aufgespannt werden muß, oder, wenn es dazu nicht langt, mit einem kleinen Handwagen geht es los, und alle wichtigen Abschnitte eines Kinderbaseins berührt die Reise, die durch Sommer, Frühling, Herbst und Winter Angelegenheit, wie etwa der Puppengeburtstag fie darstellt, oder ober über alles, was bereits auf das Weihnachtsfest hinweist, der Erwachsene bleibt mit besonderem Genuß vor zwei Bildern stehen, dem prachtvoll typischen Strandleben" und dem gleichwertigen Auf dem Lande". Daß die sogenannten schönen Buppen" mit Loden. töpfchen und füßem Gefichtchen auf dieser Ausstellung teinen Blaz mehr finden, find wir seit Jahren gewohnt; was aber geboten wird, ist besonders in diefen beiben Bilbern, die etwa im Stil von Paul Simmel gehalten sind, künstlerisch überraschend gut, und läßt fogar jenen Bater auf seine Roften tommen, dem seine zwei Sprößlinge eine zweite Runde in der drangvoll fürchterlichen Enge abquälen. Bor den Schaufenstern geht es weiter, denn welches Kind tönnte weitergehen, ohne hier die wunderbare Geschichte des aus den Wolken gefallenen Burgelperterchens bewundert zu haben? Falls der be. bauernswerse Bater sehr viel Zeit hat, tann er mit feinen Rindern In der Aussprache setzte sich unter anderm auch Geheimrat Deutsch von der VEG. für die notwendige Kostensentung durchführt. Freuen sich auch die Kinder am meisten über eine so zeitlose die Zusammenfaffung gleichartiger Fabrikationsbetriebe ein und er flärte als zunächst dringliche Frage die Bildung der Bereinig ten Staaten von Europa, die nun auch von den Vertretern der Wirtschaft vorbereitet werden müsse, nachdem bereits par lamentarische Rommissionen in Frankreich und England zun Studium des Problems eingefekt worden find. orfantn wird abgefeht. Ministerpräsident Grabski hat jetzt offiziell erklärt, daß Korfanty, der gegen das Ermächtigungsnefeß geftimmt hat, aus sämtlichen staatlichen Unternehmungen in Ober fchleften als Regierungsvertreter zurüdgezogen wird. Man berät auch über den Ausschluß Korfanins aus der Partei der christlichen Demokraten. Eisenbahnkatastrophe bei Tünaburg. 0 Fahrt auf den Komnoer zug auf. Bier Wagen des Der Zug Barschau- Riga fuhr gestern bei Dünaburg in voller Kownoer 3uges murden vollkommen zertrümmert. Die Zahl der Teien und Bermundeten ist groß. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Der Beichensteller wurde wegen Fahrlässigeit ver. haftet. Schneefall im Reich. Wie aus Effen gemeldet wird, ist im ganzen Industriegebiet in der vergangenen Nacht bei dem starten Temperaturrüdgang feichter Schneefall eingetreten. Auch im ganzen Rheinland ist in der letzten Nacht leichter Schneefall eingetreten. 3m Jrrfinn zwei Kinder vergiftet. In Böhmisch- Leipa hat ein Dienstmädchen die beiden fleinen Kinder, die sie beaufsichtigen sollte, vergiftet. Das Dienstmädchen wurde der Landesirrenanstalt überwiesen. Einen sonderbaren Selbstmord verübte der 23 Jahre alte Arbeiter Jeschte aus Grunau it. Anhalt. Während der Nacht fletterte er an einem Mast der Ueberlandzentrale hoch und berührte mit den Händen die Leitung. Der damit hergestellte Kurzschluß ver wandelte den Körper des Selbstmorders in eine lebende Fadel, die mit grün- piolettem Licht und meterhoher Flamme brannte. Die Bewohner des Dries, melche durch den sonderbaren Feuerichem cufmerksam wurden, benachrichtigten die Sanitätskolonne, welche gräßlich verbrannten Leichnam von den Drähten entfernt. Geschäftliche Mitteilungen. Mukt du neue Rieibung haben, follit du nur bei Rung anfragen! Das Tagesgefpräch breht fich, wohin man hört, um bie unglaublich billigen An gebote und ben bemerkenswerten Andrang bei Runk- Aleibung, Frankfurte Allee 82, Ede Beichfelstraße. und Andreasftr. 46a, Ede Blumenstraße. Wi verweifen auf die Anzeige in vorliegender Nummer. Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter: Wirtschaft: Artur Saternus Semertfchaftsbewegung lebr. Chlorn: Feuilleton: R. 8. Dölcher: Botales und Sonstiges: Frig Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlsa 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckere Berlaasenkelt Baul Cineer u Es. Berlin SB. 68, Lindenstraße 8 1 Bellest. Sensation! 100,000 Paar Hamelhaar Schuhe zur richtigen Zeit enorm billig eingekauft Leiser Auf Teilzahlung Möbel/ Pelze/ Konfektion Kleinste An- und Abzahlung nur bei Adler, Invalidenstr. 5. ( Eingang Ackerstraße) Humboldt 752 Fritz Ranuar Neukölln, Reuterstraße 53 die billige Bezugsquelle für Leib- Wäsche Wäschestoffe jeder Art. 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Dieser Bergleichsvorschlag wird nunmehr der Belegschaft der Meierei Bolle zur Urabstimmung am Sonnabend unter breitet und wahrscheinlich angenommen werden. Lohnwirtschaft in der Volksspeisung Charlottenburg. Zu unserer Notiz mit dieser Ueberschrift in Nr. 509 des„ Bor wärts" erhalten wir vom Bezirksamt Charlottenburg, gez. Augustin, Bürgermeister, unter. Berufung auf das Preffegesetz folgende Be Lichtigung: In den Anweisungen zur Durchführung der Reorganisation"„ Die Voiks speisung wird auch in dem Bezirk Charlottenburg wird immer wieder der Beirieb in den Bordergrund gestellt, non der Stadtverwaltung durchgeführt. Dem Berein die„ Eroberung der Betriebe". Aus diesen Anweisungen geben wir Jugendheim e. V., Geetheftr. 22, ist von der Stadt lediglich die hier nur eine Reihe von Stichworten wieder, um zu zeigen, wie Schulkinderspeljur g übertragen worden. cifrig die KPD. bemüht ist, um die Arbeitnehmerschaft in den Belohnung der bei der Schulkinderspeisung beschäftigten Arbeiter und Es ist Borsorge getroffen, daß die von der Stadt für die EntArbeiterinnen zur Verfügung gestellten Beträge restlos für diesen 3wed verwendet werden." trieben für ihre Parteizmecke zu gewinnen. Man muß die einfache Wahrheit begreifen, daß der Kampi der KPD. und der Sozialdemokratie um den Einfluß auf die Massen legten Endes in den Betrieben entschieden wird. Man muß begreifen, daß ein gründlicher und ernster Einfluß nicht so sehr auf dieser oder jener Bersammlung erobert wird, vielmehr durch lange und beständige Arbeit in den Beirieben." ,, Die besten Parteigenossen der KPD. in die Betriebe und von dort in die Gewerkschaften." unserer Darstellung, nämlich die Tatsache, daß die bei der Schul Die Berichtigung bestätigt mithin den Kernvunft Achtung, Metallarbeiter! Berlegung des Schwergewichts der gesamten politisch- organi Die Wahlkörperversammlungen zu besuchen ist Eure Pflicht! satorischen Arbeit der Partei in die Betriebe mit dem Ziel, die Massen der Arbeiter in den Betriebeu zu erobern." " Die Hauptkräfte find zuerst auf die wichtigsten Industrieorte bzm. Betriebe zu fonzentrieren." Die Parteileitung veranlaßt und fontrolliert die Zusammen faffung der in den Betrieben beschäftigten Genoffen zu Betriebs. zellen." Den Ortsgruppenleitungen wird aufgegeben, die in ihrem Gebiete befindlichen Betriebe, Werkstätten, Bureaus usw. zu registrie. ren und die Liste der Betriebe an die Unterbezirks- bzw. Bezirks leitung zu schicken. Wie diese Registrierung erfolgen soll, haben wir bereits in Nr. 490 des Bormärts" angegeben. Ebenso, wie die Betriebszellen fonftituiert werden sollen und wie die„ Gewerkschaftsarbeit" in den Betrieben vor sich gehen soll. Den Betriebszellen wird eine .ständige Mitgliederwerbung im Betriebe" zur Pflicht gemacht, eine ftändige Werbearbeit aller 3ellenmit glieder, die systematisch sich auf bestimmte sympathisierende Arbeiter erstreckt, deren Gewinnung für die Partei wertvoll ist". Alle Refforts verlegen das Schwergewicht ihrer Arbeit auf die Betriebe." ,, Bon der Betriebszelle aus wird der Hauptteil der Arbeit in den Gewerkschaften, Konsumgenossenschaften, Mieterverbänden, Sportorganisationen, Landagitation, Berbearbeit, Bahlarbeiten usw erledigt." Wir wissen wohl, daß auch die Kommunisten nur mit Wasser fochen können und auch bei ihnen nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gefocht ist. 3weifellos entfalten aber die Kommunisten in den Betrieben eine eifrige Minierarbeit gegen die Sozialdemokratie und gegen die Gewerkschaften, obgleich sie nicht direkt gegen die Gewerkschaften, sondern nur" gegen die nichtbolfchemiftischen refor. mistischen" Führer der Gemert[ chaften loslegen. Das fommunistische Treiben in den Betrieben zwingt unsere Bartei und Gewertschaftsgenoffen, die ganzen Borgänge aufmerksam zu verfolgen und überall fofort einzuareifen, wo es notwendig erscheint. Sie dürfen sich auf feinen Fall in den Hintergrund drängen laffen, müssen vielmehr stets auf dem Posten sein. Vergleichsvorschlag im Bolle- Konflikt. Morgen Urabftimmung der Belegschaft. Der Schlichtungsausschuß hat sich bemüht, in den Streit bei der Meierei Bolle vermittelnd einzugreifen und ihn auf friedlichem Wege Feizulegen. Er hat nach Fühlungnahme mit den Parteien diesen gestern folgenden Bergleichsporschlag übermittelt: Der Firm. T. Bolle 2.-G. und den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen wird zur Beilegung des Lohnstreits folgender Bergleichsvorschlag gemacht. Die bisherigen Tariflöhne werden mit Wirkung vom 16. Oktober d. 3. wie folgt erhöht: Handwerker, Maschiniften, Heizer und Bahnfutscher um 2 m. Tourentutscher und Arbeiter um 1,50 M., Frauen um 1 M., so daß fich folgende Tarifwochenlohne ergeben: Gruppe I 44 m., Gruppe II 40,50 M., Gruppe IIIa 40,50 M., Gruppe IIIb 38 m., Gruppe IVa 30 m., Gruppe IVb 26,50 m. Für Gruppe V. Die Kommunisten bieten alles auf, um wieder Einfluß zu gewinnen und die Ortsverwaltung zum Objekt ihrer Parteipolitit zu machen. Dieser Versuch muß zurüdgewiesen werden! Dem DMB. die gewettschaftlichen Aufgaben! Fort mit der Parolenpolitif Mostaus finderspeisung beschäftigten Arbeitnehmer monatelang nur Teilbeträge ihres Lohnes befamen, weil die zur Rohn 3ahlung gegebenen Gelber zu anderen 3weden verwendet morden maren. Gewerblicher Mädchenhandel. Aus Lübeck wird uns vont Kretsleiter bes Deutschen Landarbeiterverbandes geschrieben: In meinem Arbeitsgebiet( Landesteil und Freistaat Lübed) liegt an der schönen Wafeniz des Freistaates Lübeck eine Schnitterfaserne. Sie diente während des Sommers den Schnittern zum Aufenthalt. In diesem Jahre, zum ersten Male nach dem Kriege, gelang es dem Befizer dieser Schnitterfaserne, Herrn Linde, in Firma Charlotte Erasmi zu Lübeck, in der Berliner Gegend, im Mecklenburgischen und aus Landsberg a. d. W., Schnitterinnen zu erhalten. Ein Borschnitter namens Banding war der Zutreiber. Bielleicht werden die Arbeitsämter von Berlin und Ulm. gegend ihr Augenmerk auf diesen Herrn richten, denn meiner Ansicht nach fann es nicht gestattet sein, daß diese Art von Arbeits. vermittlung möglich ist. Mit 20 Pfennig pro Stunde und einigen Naturalien wurden diese Schnitterinnen entlohnt. Der Vorschnitter wachte eindringlich darüber, daß fein Organisationsvertreter dort eindrang, weil er die Kantine führte und noch seinen Profit extra haben wollte. Als nun die Saison des Spargelstechens vorüber war, war eine andere Firma in Lübeck, die Firma Lohrmann u. Co., die eine Seringsmarinier. und Räucheranſtalt unterhält, der Banding die Mädchen zuführte. Er befam für diese Arbeit auch wohl wieder eine Prämie. Die Mädchen führten dann Beschwerde auf dem Arbeitsamt zu Lübeck. In der verschmußten und unreinen Hölle, genannt Schnittertaferne, hatte man die Mädchen untergebracht. Den Bemühungen und der Firma Lohrmann zuzuführen. Die Firma wird von der des Banding ist es dann gelungen, wieder 78 Mädchen zu erhalten und der Firma Lohrmann zuzuführen. Die Firma wird von der organisierten Arbeiterschaft ängstlich gemieden, wenn nicht große Not sie dazu zwingt, dort zu arbeiten. In diesen Tagen werden mieder 80 Frauen erwartet, aus derselben Gegend, die ich schon vorher andeutete. Es wäre angebracht, daß die zuständigen Arbeitsämter fich einmal diesen Mädchenjäger näher ansehen. Verfehlte Spekulation. Die bayerische Regierung will Arbeitern Titel verleihen. München, 13. November.( WTB.) Nach der Meldung eines pfälzischen Blattes hat sich der Ortsausschuß Ludwigshafen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes gegen die Absicht der bayerischen Regierung gewandt, verdienstvollen Ber. tretern der Arbeiterbewegung und des Sozialversiche rungswesens besondere Titel zu verleihen. Dem Ber nehmen nach ist es zutreffend, daß die banerische Regierung er mogen hat, derartige Titel zu verleihen. Einzelheiten stehen noch nicht fest. Freitag, 13. November 1925 zunehmenden Arbeitslosigkeit begegnen, den Arbeitslosen Arbeitsgelegenheit verschaffen kann. Vom ,, Wiederaufbau". Köln, 12. November.( Mtb.) Die Rheinischen Stahis mit Rücksicht auf die schlechten Absatzverhältnisse am Kohlenmarkt werfe A.-G. fehen sich laut Kölnischer Boffszeitung" genötigt, die Förderung ihrer Zechen um insgesamt 1500 Tonnen arbeitstäglich zu vermindern. In Auswirkung davon muß die Gesellschaft ihre Belegschaften um etwa 1200 Mann vermindern. Hilfe für die Textilarbeiter in Bombay! ( JGB.) Die Lage in Bombay ist unverändert. Mit großer Auss bauer sehen die Arbeiter den Streit fort und wenn auch ein Teil der in Ausstand Getretenen infolge der allgemeinen Notlage zum Bezug der noch rückständigen Löhne vom Monat September gezwungen war, so ist doch die übergroße Mehrheit der Tertilarbeiter noch fe ft ent. die Annahme, daß ein Teil dieser Arbeitskräfte nach den Divali, loffen, bie Arbeit nicht aufzunehmen. Im Gegen teil, viele der Streifenden sind nach ihren Dörfern zurückgekehrt und Ferien wieder nach Bomban zurückkehren und so zur Erhöhung der Notlage und damit zur schnelleren Beendigung des Streifes beitragen werden, hat sich als falsch erwiesen. Das von Vertretern von sieben Tegtilarbeiterverbänden sowie anderen Gewerkschajten zusammengefeßte Silfstomitee tut fein Möglichstes, um einerseits die größte Not unter den Zurückge bliebenen durch die Verteilung von Reisrationen zu lindern und andererseits den abreisenden Arbeitern das nötige Reisegeld zu verschaffen. Es ist zu wünschen, daß diefes Komitee seine mühevolle Arbeit nicht umsonst leifte und durch meitere finanzielle Zuwendungen in die Lage verfekt werde, feine Wirksamkeit bis zum guten Ausgang des Konfliktes fortfegen zu können! In diesem Sinne spricht sich auch ein dringender Appell des britischen Gemertschaftsbundes an seine Mitglieder alls, in dem die kürzlich schon vom Internationalen Gewerkschaftsbund dargelegten Zusammenhänge mit folgenden Worten unterstrichen werden: " Da, mie von Jahr zu Jahr offenfundiger wird, der Lebens. standard der gesamten europäischen Arbeiterschaft imehr und mehr von dem Lohn standard der Arbeiter im fernen Often obhängt, bzw. da auch die europäische Arbeiterschaft nur dann ihre durch die billige Arbeit der nunmehr fapitalistisch betriebenen in. Löhne aufrechterhalten fann, wenn die europäischen Industrien nicht dischen, chinesischen und japanischen Arbeiter zu Tode fonfurriert werden, so haben die europäischen Ar beiter ein unmittelbares Interesse daran, daß die indischen Arbeiter in ihrem Kampf gegen eine weitere Herabdrüdung ihrer Löhne erfolgreich sind. Eine Unterstützung der indischen Arbeiter durch die europäischen Gewerkschaften ist daher nicht nur ein Aft der Got darität, sondern der Selbsterhaltung." Wirtschaft Eine ffaatliche Industriekreditbank auch in der Pfalz? Das Beispiel Sachfens, das eine staatliche Industriepfandbriefbank errichtet hat, scheint die pfälzische Industrie und das pfälzische Gewerbe zur Nachfolge zu verloden. Kredite sollen gegen erste Sicherheiten, also wohl langfristig gegen hypothetarische Berpfändung der Grundstücke, Gebe de und Maschinen gegeben werden. Die Gelder will man vor. nehnuich im Ausland beschaffen. Das entspricht den Grundzügen der neuen sächsischen Landespfandbriefanstalt. Zu der guten Absicht muß man der Pfälzer Industrie Erfolg wünschen. Man wird aber gespannt sein dürfen, wie sich das rechtsrheinische Bayern, das Bayern des Kronprinzen Rupprecht dazu stellen wird, das nicht nur der Garant sondern auch der Begründer der Bant Jein muß. Die Gründung einer solchen Bant ist natürlich ein ausgesprochener Staatstapitalistischer Att mit einer pein lichen planwirtschaftlichen Note. Die banerische Regierung, die fürzlich im Reichsrat im Fall der Wohnstättenbank noch scharf die Partei der Privatbanken ergriffen hat, wird also gegenüber der ohnehin in München fchon immer als fortschrittlich verdächtigen Rheinpfalz in ein böses Dilemma tommen. Srach in der Standesorganisation der Volfswirte. Dem ieeben erschienenen Bericht über die diesjährige Zusammenkunft der Bereinigung der Geschäftsführer deutscher Industrie. und Handelskammern ist zu entnehmen, daß die Ver einigung fich einstimmig( unter einer Stimmenthaltung) für den Austritt ihrer Mitglieder aus dem Reichsverband der deutichen Voltewirte ausgesprochen hat. Die Syndizi der deutschen Sandelskammern waren bisher eine starte etüße der auf den Standesintereffen der Berufsvoltewirte aufaebauten Draaniiation. Wir fabrizieren gute Herren- und Knabenkleidung und schalten dadurch jeden verlenernden Zwischenhandel aus, deshalb am leistungsfähigsten und am billigsten. Jugendliche, verbleibt es bei den Sägen des Schiebsspruchs. wähnten wir die Mitteilung aus Nürnberg, baß bie Regierung S. Hoffmann, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 12. Diefes Abkommen ist mit einwöchiger Frist erstmalig zum 31. De zember d. J. fündbar. Dieser neue Schiedsspruch bringt eine Abänderung der im Schiedsspruch vorgesehenen Lohnfäße für die Gruppen I, II, Iila und IVb. Für die übrigen Gruppen bleiben die Säße des Schieds. spruches unverändert bestehen. Bereits in unserem Bericht über die bayerische Landestonferenz der Gewerkschaften in Regensburg in Nr. 533 des Bormärts" erbei den Gewerkschaftsbeamten anfragen ließ, ob sie Luft hätten, sich mit einem von der Regierung neu zubeschaffenden Titelchen als„ ArLandesarbeitsrat" auszeichnen" zu lassen. beitsrat", Landesarbeitsrat", oder gar Geheimer Bären- Stiefel Gummi" Wenn die Regierung in Bayern weiter nichts zu „ erwägen" hätte, fönnte man ihr gratulieren. Mit solchen Titelchen Gegenüber dem Schiedsspruch vom 22. Ottober, dessen Ber- mag fie fich gelbe Arbeiterführer" verpflichten. Die Gewerf. bindlichkeitserklärung abgelehnt wurde, ist eine weitere Lohnschaftsführer aber müssen sich eine derartige Diskretierung in den erhöhung in Gruppe I und IIIa um 50 Bf., in Gruppe IIb um 75 Bf., in Gruppe IVa um 50 Bf. unb in Gruppe IVb um 25 Pf. zu verzeichnen. Augen der Gewerkschaftsmitglieder weniger höflich als entschieden verbitten. Um es furz zu sagen: Sie pfeifen auf solche Titel. Die bayerische Regierung mag statt beffen erwägen, wie sie ber haltbarster Qualitätsstiefel Strasse und Sport für nur bei Spittel7 H. Bähr, markt z Mäntel für Herren, Damen u.Kinder, vorrätig u. nach Maß Pelerinen u. Windjacken Reparaturen. Spezialgeschäft Weinheber, Peiristr. 1. a d. Gertraudtenstr. Aussergewöhnlich billige Anzug- Mantel- Paletot- Woche! Paletot weireihig, Eskimo mit Samtkragen Paletot zweireihig, Marengo mit Samtkragen Qualität Futter • 3 teilig, kompl., Rock, Hose, Anzug Weste 3 teil., kompl., Nadeistreifen, 4 verschiedene Farben . M. • • M. M. 44 Ulster zweireihig, erprobte Strapaz.M. 29 • • • M. 55 Ulster zweireihig, mit angewebtem M. 88 Anzug 38 • 4 69 M. Ulster zweireih., gediegene Qualität M. 49 Anzug ware, diverse Farben 3 teilig, kompl., gute Winter• . → 76 M. . 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