Nr. 54142. Jahrg. Ausgabe A nr. 276 Bezugsvrets: 33dentlich 70 Bfennig. monatfie 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreusband für Deutschland, Danzia. Saar- und Memelaebiet, Vesterreich. Litauen, Luremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Gonntags beilage Boll und Reit mit Sied lung und Aleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenitimme erfcheint mochentäalich aweimal Sonntags und Montaas einmal. Telegramm- Adresse: Eosialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille seile 80 Bfennig. Reflamelele 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgedrudte Wort 25 Biennia ( zuläfia amei fettgebrudte Worte), jebes meitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche bas erite Wort 15 Biennia. tebes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen filr amei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanacigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Nummer milien bis 414 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft Berlin SW 68. Linden. trake 3. abgegeben werden. Geöffnet Don 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 15. November 1925 Dorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestelltes und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr.& Am 1. Dezember Räumungsbeginn. Offizielle Mitteilung der Botschafterkonferenz Paris, 14. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Botschaftertonferenz, die nach den ursprünglichen Dispositionen ihre entscheidende Sigung am Montag abhalten sollte, ist auf Wunsch des englischen Außenministers Chamberlain bereits heute nachmittag zufammengetreten. Sie hat nicht nur den Beginn der Räumung der nördlichen Rheinlandzone für den 1. Dezember festgefeht, fondern darüber hinaus beschloffen, die deutsche Regierung unverzüglich von den Erleichterungen in Kenntnis zu sehen, die die alliierten Regierungen für die besetzten Gebiete in Aussicht genommen haben. Das über die Sigung ausgegebene kommuniqué lautet: Im Anschluß an die Mitteilungen, die von der deutschen Regierung eingetroffen find, hat die Botschafterkonferenz heute nachmittag 5 Uhr eine Sigung abgehalten und beschloffen, noch heute abend eine Note an die deutsche Regierung zu richten, um ihr Kenntnis zu geben von den Erleichterungen, welche die alliierten Regierungen für das Offupationsregime in den befehten Gebieten eintreten zu laffen befchloffen haben. Andererseits hat die Konferenz nach Kenntnisnahme der Antwort der deutschen Regierung über die noch ftrittigen Fregen der Abrüstang und in Anbetracht des Umstandes, daß diefe Mitteilungen geeignet erscheinen, die Räumung der Kölner Zone zu erlauben, den 1. Dezember als Datum für den Beginn der Rämung festgesetzt. Der deutsche Botschafter ist davon sofort in Kenntns gefekt worden. Die Konferenz fritt am Montag erneut zusammen, um den Wortlaut der Note festzustellen, durch welche diese Entscheidung der deutschen Regierung offiziell mitgeteilt werden foll. Paris, 14. Oftober.( WTB.) Die Agentur Havas berichtet: Die Verbalnote, die heute abend dem Botschafter von Hoesch über reicht werden foll, wird auseinandersetzen, daß auf Grund der Antwort der deutschen Regierung auf die verschiedenen ftriffigen Punkte hinsichtlich der Entwaffnung die Alliierten bereits jeht auf den erfien Dezember den Beginn der Räumung der Kölner 3one feftfehen. Dieser Beschluß wird am Montag dem deutschen Botschafter bestätigt werden, gleichzeitig wird das annähernde Datum für die Beendigung dieser Räumung, die zum wenigften zwei Monate beanspruchen wird, feffgelegt werden. Die Interalliierte Kontrollkommiffion in Berlin wird beauftragt werden, für eine gewisse Zeit die Ausführung der von Deutschland versprochenen Maßnahmen zu überwachen. In der Berbalnote von heute abend werden ebenfalls die Beränderungen festgelegt, die von den Alliierten der deutschen Regierung im Hinblid auf das Befahungsregime der Rheinlande ausgesprochen werden. Die Alliierten gaben ihr Agrement( 3uftimmung) für die Er. nennung des Reichskommissars für die besetzten Gebiete, Freiherrn nennung des Reichskommissars für die besetzten Gebiete, Freiherrn v. Langwerth- Simmern. Sie nehmen die Aufhebung der Kreisdelegierten an. Sie werden zu einer Liquidation der Ordonnanzen fchreiten. Die Militärjuffiz wird zugunsten der deutschen Gerihte für gewiffe, befonders politische Delifte, entlastet werden. Endh werden die Befagungsträffe herabgefeht werden. Eine gegenseitige Amnestie wird für gewiffe Delitte, befonders für politische, die in den Rheinlanden begangen find, vereinbart werden. Die Botschafterkonferenz wird eine neue Sigung am Montagna hmittag 5 Uhr abhalten, um endgültig die Faffung einer schrift. lichen Note festzulegen. Dak diese Nachrichten just in dem Augenblick kommen, in dem Deutschnationale und Bölkische im Luftgarten gegen Locarno und Hindenburg demonstrieren, ist ausgesprochenes Regiepech! Ja, gegen den" Retter", den„ Führer", der sich nicht nur im Kabinett, sondern auch in der Deffentlichkeit der Darmstädter Empfangsfeier für Locarno ausgesprochen hat, demonstrieren heute die Deutschnationalen im Lustgarten. Die Spießer, die zu diesem Fest eingeladen sind, sollen freilich nicht erfahren, gegen men sich die Demonstration richtet. Den Lefern der Kreuzzeitung" wird z. B. von dem Chefredakteur Foertsch folgendes darüber vorgesetzt: besetzte Gebiet. Auch der Herr Reichspräsident wird in schamtofer Weise] mit zu diesen Propagandazwecken benutzt. Wenn er in einer Rede in Darmstadt der Hoffnung Ausdrud gegeben hat, es möchten nunmehr die schlimmsten Zeiten für das besezte teilt, die Sensation: Hindenburg für Locarno!" Der gute Gebiet vorüber sein, so wird aus diesem Wunsch, den jeder teilt, Spießer foll eben eingelullt werden. Bas Hindenburg in Wirklichkeit gesagt hat, tonnte Herr Foertsch sogar dem Berl. Lofal- Anzeiger" entnehmen, der fich, wie wir berichtigend feststellen wouen, dem Chor der Totschweiger nicht angeschlossen hat. Da war in der Darmstädter Rede des Reichspräsidenten dieser Satz zu lesen: Wir wollen hoffen, daß die schlimmsten Zeiten nunmehr über. standen sind und daß die in Cocarno angebahnten Verhandlungen dazu führen mögen, dem besetzten Gebiet, und in ihm auch Heffen, Befreiung von den schlimmsten Lasten zu verschaffen und die zum Leben notwendige Bewegungsmöglichkeit wiederzugeben. Hindenburg hat also nicht nur der Hoffnung Ausdrud gegeben, daß die schlimmste Zeit für das besetzte Gebiet vorüber sei, er hat diese Hoffnungen mit den Berhand flarster Weise für Locarno ausgesprochen. Wer in schamloser lungen von Locarno begründet, und fich damit in Beise den guten Spießer einlullen will, steht danach feft. Ueber die Methoden des Herrn Foertsch wird sich freilich feiner wundern, der in seinem Artikel dann weiter folgendes echt deutschnationale Bekenntnis lieft: Die Kunst der Politik besteht doch nun einmal darin, die Gegenfeite zu übervorteilen. Sie bleibt mun einmal ein Handelsgeschäft. Man muß zugeben, daß die Deutschnationalen nach dieser Auffassung-die sie als„ echt jüdisch" bezeichnen würden, wenn nicht gerade der Chefredakteur der Kreuzzeitung" ihr Bertreter märe zu handeln verstehen. Wie sie den denen sie verbündet waren, übers Ohr gehauen haben, das gerissenen Herrn Luther und die Parteien der Mitte, mit macht ihnen so leicht feiner nach! Die Politik betreiben sie mit Bewußtsein als ein unreelles Geschäft, und die Lüge ist dabei ein gebotenes Mittel. Vielleicht verfällt jetzt ein deutschnationaler Pfiffifus auf die Idee, zu behaupten, die Sozialdemokratie verfchanze fich hinter Hindenburg. Das fällt ihr natürlich nicht ein. Für uns war der greife General niemals der Retter", der Führer", wir haben unseren Weg bisher ohne ihn gefunden und werden das auch weiter tun. Für uns handelt es sich mur darum, die katastrophale Pleite festzustellen, die der deutsch nationale Führergedante" erlebt. Nicht Majorität, Autorität!"- Wie oft hat man diesen Ausspruch in der Kreuzzeitung" gelesen! Die deutschnationale Bolitit, noch mehr die eigentlich völlische, wird von dem Gedanken beherrscht, daß Männer die Geschichte ma che n". Als ein folcher geschichtemachender Mann ward Herr v. Hindenburg auf den Schild erhoben. Er war der Führer: deutsche Mannentreue fonnte ihm mir von vaterlandslofen Gesellen und undeutschen Elementen verweigert werden. Und heute? Heute wird die Straße", die viel verlästerte, tief verachtete Straße aufgerufen, um gegen den Führer zu rebellieren. Die Deutsche Zeitung" verriet eine gewisse Sorge, daß der preußische Minifter des Innern, Gen. Seve ring. die deutschnational- völkische Rundgebung im Lustgarten verbieten tönnte. Das hat er nun erfreulicherweise nicht getan. Aber hätte es nicht den Gedankengängen derer, die die nationale Dittatur" predinen, besser entsprochen, wenn er es getan bätte? Der Führer bestimmt den Kurs, die ihm geistig untergeordnete Masse hat ihm zu folgen. Gegen Widersetzlichkeiten jeder Art wird mit Berboten, Einsperrungen, Erſchießungen vorgegangen. Denn die gedankenlose Masse muß eben einen Willen, eine Faust sehen.... Das war so Das war so ungefähr die Borung. Es ist gut, daß die Deutschnationalen heute gegen die nationale Führung auf der Straße demonstrieren fönnen. Sie fchlagen damit ihren eigenen politischen Leitgedanken tot. Bölkisch ausgedrückt: sie schlagen ihn tot wie einen Hund"! # In diesen Tagen werden nun endlich die Rück wirkungen" bekannt, die für die Herren Luther und Stresemann Borausseßungen zur Unterzeichnung des Erleichterungen für das Bertrags von Locarno sind. Luther und Stresemann waren als die bevollmächtigten Vertreter einer Reichstagsmehrheit, der die Deutschnationalen als integrierender Bestandteil angehörten, nach Locarno gereift. Auf diese Mehrheit gestützt, geschäft" mit der Gegenseite abgefchloffen. Die Gegenfeite hatten sie mit Herrn Foertsch zu reden ein, andelsübernahm in mündlicher Berabredung die Pflicht, für das besetzte Gebiet gewisse Erleichterungen eintreten zu lassen, der deutsche Reichskanzler und der deutsche Außenminister verpflichteten sich dafür, den Vertrag zu unterzeichnen. All dies taten sie als Vertreter der Rechtskoalition, all dies taten sie, wie aftenmäßig festgestellt ist, im Einverständnis mit den Bertrauensmännern der Deutschnationalen im Rabinett, mit den Herren Schiele, D. Schlieben und Neuhaus. törper warf das alles wieder um. Die DeutschnatioAber ein Majoritätsbeschluß der deutschnationalen Barteinalen fielen der Führung, der sie fich bis bahin anvertraut hatten, in den Rüden. Und heute demonstrieren fie auf der Straße gegen fie. Luther und Stresemann, der Reichskanzler und der Außenminister der Rechtskoalition, haben in Locarno ihr diefes Wort gebrochen werden muß. Jetzt will fie Wort verpfändet. Jetzt brüllt die schwarzweißrote Straße, daß Deutschland in feiner Regierung, die bis zum 23. Oktober ihre eigene war, wortbrüchig machen. Im Vertrauen darauf, daß unterzeichnet wird, trifft die Gegenseite ihre Vorkehrungen im besezten Gebiet. Nicht unterzeichnen!" brüllt die schwarzweißrote Straße, nicht unterzeichnen!" wird morgen der deutschnationale Parteitag beschließen, nicht unterzeichnen!" wird es für die deutschnationale Fraktion auch bei der Abstimmung im Reichstag heißen. Benn nun aber wirklich nicht unterzeichnet würde? Dann wären die Erleichterungen für das besetzte Gebiet auf unredliche Weise erschlichen und könnten jederzeit wieder rüdgängig gemacht werden! Das ist die Politik derer, denen, nach ihren Worten, die deutsche Ehre über alles geht! Jahrelang haben wir in der Rechtspresse gelesen und in deutschnationalen Reden gehört, nur eine Regierung, in der die Deutschnationalen mitfäßen, fönnte„ disfontfähige Unterschriften" geben. Nur zu einer Regierung, in der die Deutschnationalen mitfäßen, würde die Welt das Bertrauen haben, daß sie ihre Versprechungen auch wirklich halten würde. Nun erlebt die Welt schaubernd, was solche Ver fprechungen wert sind. Es sind eben die Versprechungen einer Partei, der die Politik nur ein Handelsgeschäft zur Uebervorteilung des Gegners ist. Die Befreiung der deutschen Politit von solchen Auffaffungen und Einflüssen ist ein Gebot der wirklichen nationalen Ehre, der nationalen Sauberkeit. Und die politische Erziehung der wildgewordenen Spießer, die heute im Luftgarten das schwarzweißrote Fähnlein schwenten, ist echt nationale Pflicht. Sie werden die Aeuglein reiben, wenn sie heute morgen lefen werden, daß Köln am 1. Dezember geräumt wird und daß die Erleichterungen für das besetzt bleibende Gebiet beschlossen find. Immer noch, wenn die Politik der Befreiung durch Erfüllung fichtbare Erfolge erzielt, ist das für die natio nalistische Heßpolitit ein Schlag ins Kontor. Köln RoIn frei fatal! Das durfte nicht kommen! Das Arbeitslosenproblem. Beratungen über Abhilfe im besetzten Gebiet. Der bevölkerungspolitische Ausschuß des Landtags befchäftigte sich in seiner legten Sigung mit der Arbeits. Iosigteit im belegten Gebiet. Es handelt sich gegenwärtig um 32 303 Erwerbslose. Durch die Schließung von Margarinefabriken dürften weiter 4000-5000 Arbeiter und Arbeiterinnen erwerbs. los werden; dazu kommen dann noch die Arbeitslosen der Tabat, der Schuhindustrie, der Steinbrüche und der chemischen Fabriken. Der Ausschuß einigte sich zur Linderung der Arbeitslosigkeit im wesentlichen auf folgende Forderungen: Bereitstellung größerer Geldmittel für die produktive Erwerbslofenfürforge, Inangriffnahme staatlicher Arbeiten, Einwirkung auf die Reichs. regierung, sich ebenfalls finanziell an der Hilfsaktion, vor allem durch Weiterführung der staatlichen Bauten, zu beteiligen, ferner Einrichtung einer Fürsorge für Kurzarbeiter und Beihilfen für bie umsiedlung und Umschulung von Arbeitslosen aus überfüllten Berufen. Die Hohenzollernabfindung. Bor Abschluß des Vergleichs? Der Soz. Breffebienst" meldet: Die Verhandlungen zur Herstellung eines Bergleichs zwi schen dem preußischen Staat und den Hohenzollern sind so gut wie abgeschlossen. Die Vergleichsvorlage wird in Kürze dem Breußischen Landtag vorgelegt werden. Bei der Stellung des Zentrums, das die Abfindungsfrage als eine Rechtsfrage betrachtet, bei der voraussichtlichen Haltung der Demokraten, die ihren Minister in der Bergleichsfrage taum im Stich lassen dürften, muß damit gerechnet werden, daß der Vergleich vom Landtag angenommen wird. Daß er die Zustimmung der Sozialdemokratie nicht finden wird, ist selbstverständlich. Leider ist von einer Regelung der Auseinandersehung durch Reichs gejen taum eine für den preußischen Staat günstigere Lösung zu erwarten. So wird es schließlich bedauerlicherweise doch so kommen, daß zu etwa 30 Millionen in bar noch-Millionen in Form von Schlössern und Liegenschaften den Hohenzollern von den bürgerlichen Parteien auf Kosten des Boltes geschenkt werden. Bier- und Schnapsdunſt oder: Die Quellen völkischen Geistes. In Reventlows Reichsmart" hält Generalmajor a. D. F. Bauer eine Grabrede auf den dölfischen Geist. Zunächst dret Bilder aus der„, paterländischen" Bewegung: Bölkisches Fest in einer mitteldeutschen Kleinstadt: Ein großes Erfrischungszelt, wo es Kaffee gab, der aber bald durch das flundenlang in Strömen fließende Bier verdrängt wurde. Bein und Schnapszelte taten das ihre. Die Folgen blieben nicht aus." Bölkische Bannermeihe bei Bier und Tabatsqualm: Wiederum bleiben die Folgen nicht aus. Nach Schluß vor der Wirtschaft lautes Rufen. Die dem anderen Geschlecht gegen über gebotene Zurückhaltung leidet. Ausartungen aller Art." Deutscher Tag in einer mitteldeutschen Großstadt: Wieder fließt unaufhörlich die Bierquelle. Schweißtriefende Kellner durch. cilen den Raum. Wolfen von Tabatsqualm steigen zur Dede. Die Luft wird bei der sommerlichen Wärme bald unausstehlich, die Unterhaltung immer lauter. Bier- und Schnapsdunst drüden auf den Geist. Den im weiteren Verlauf des Abends gehaltenen Reden merkt man z. T. den Biergenuß an. Sie werden freiter, manchmal zu falbungsvoll und unter zu großem Aufwand von Stimmitteln vorgetragen auch hier leidet der Ton. Er verliert an Würde, wie er zu dem Anlaß paßt. Wieviel Kraft wird hier vertan! Künstlich gehobene Begeisterung ist teine echte Begeisterung. Anstatt das Geist und Seele erhoben werden, werden fie hinabgezogen." Und das find feine vereinzelten Fälle! Der Generalmajor fonstatiert: „ Diese paar Beispiele ließen sich beliebig vermehren. Ort und Berband sind daher absichtlich nicht genannt. Go feiert das deutsche Bolt immer noch seine feste, in Stadt und Land, in Nord und Süd, Oft und West, politisch rechts und lints, in allen Bayern, bei Edüzen, Turnern, Kriegern, bei alt und jung. So war es immer, so ist es auch jetzt noch." Ueber diese Erfahrungen ist der Generalmajor, der doch sicherlich nicht zimperlich ist, so entrüstet, daß er eine spaltenlange Moralpaule Don Stapel läßt und entsegt fragt:„ Soll das immer so bleiben?" Die Frage ist leicht zu beantworten. Soweit der Generalmajor von der politischen Linten spricht, irrt er gewaltig. Bei ihr war die Art von vöifischem Selden geist, wie er ihn aus seinen reichen Erfahrungen bei der politischen Rechten schildert, nie zu Hause und er würde sich leicht davon überzeugen fönnen. Bas dagegen den völkischen Geift" anbelangt, so wird der allerdings durch feine noch jo geharnischte Moralpredigt erschüttert werden können. Er gehört zu den unverzichtbaren Belangen" der völkisch- deutschnationalen Parteipolitif. Er ist die einzige Karte, die pofitisch rechts noch sticht. Und auf diesen Bier- und Schnapsgeist follte man verzichten? Das wäre gleichbedeutend mit einem britten Bersailles! Der Sensationsprozeß. Von Hans Bauer Immer wieder werde ich von gewissen Betonnten gefragt, was ich zur Gräsin Bothmer sage. Immer wieder muß ich betreten gestehen, daß ich den Anfang nicht gelesen habe". Ich habe ihn tatfächlich nicht gelesen und weiß deshalb überhaupt nicht recht, worum es im einzelnen geht. Jene gewissen Bekannten fagen dann, daß fie ein starkes Intereſſe an der psychologischen Seite des Falles nehmen. Aber soviel habe ich nun doch gelesen, daß ich weiß, daß sie schwin beln. Der Fall Bothmer hat mit Bsychologie einen Schmarren zu tun. Er ist der typische Sensationsprozeß für den Kleinbürger. Nicht, daß irgendeine Diebin aus seltsamen Motiven heraus stiehlt, die in einer fomplizierten Seele gedeihen, macht für ihn das Besondere des Falles aus, sondern bies, daß eine Frau mit flingendem Titel eine gewöhnliche Diebin zu sein scheint. Jene waderen Hausfrauen und penfiongenießenden Tanten, die lieber das Mittagessen, als ein Wort aus dem Munde der Gräfin verfäumen, find nicht leicht geneigt, an Bunder des menschlichen Herzens zu glauben. Sie haben für die Bewertung verschlungener Schicksale, sofern sie diejenigen gemeiner Sterblichen sind, ein paar handfeste Formeln auf Lager, mit deren Hilfe sie Armut und Verbrechen, Not und Schmach schnellfertig als die Folgen ganz bestimmter Untugenden registrieren. Aber mas bei Lehmann schlechtweg auf Leichtsinn, Arbeitsunwilligkeit, Sittenvers derbnis zurückzuführen ist, das verwirrt sich bei einer Gräfin zu cinem mystischen Knoten, der nimmermehr mit rafchem Richtspruch zerhauen werden kann, sondern der mühselig aufgetnüpft merden will. So tief ist der Glaube an die Besonderheit der hohen sozialen Stellung verwurzelt, daß die Primitivität des Charafters nicht als Enizauberung des Titels wirkt, sondern daß der Titel zur Berzaube. ring der Primitivität herhalten muß. Was da in Potsdam, außer Don Berufs wegen natürlich, den Verhandlungssaal bevölkert, das hat an der Rollision von gesellschaftlichem Rang und Berbrechen eben das aufwühlende innere Erlebnis, das andere etma an der Kollision von Stoff und Geiſt haben. Für das Boisdamer Gerichtsfaalpubli. Pum hat nicht einfach eine hochgestellte Dame geflaut, sondern für das hat der Begriff des Stehlens durch seine Berbundenheit mit Rang und Namen neue Fülle und neuen Reichtum bekommen und so atmas mie eine Abelung erfahren. Wie gesagt. ich habe den Anfang nicht gelesen. Ueber alle Details bin ich unorientiert. Ich nehme an der Gräfin nur soweit Interesse, als Nam' und Art der Ausgangspunkt für Maul und Rafeaufsperren verzückter Klatschbürger ist, aber dieses Interesse trägt feinerlei psychologischen Charakter, sondern nur einen soziologischen: es richtet sich nicht auf die Klärung des triminalistischen Problems der Gräfin, mit dem sich die zuständigen Richter befaffen mögen, fon. bern auf die des Kulturzustandes jenes Publikums, das die Ange Magte vom Morgen bis zum Nachmittag in den Gerichtsfaol zu verloden sermag. | a Preußen und§ 218.1 Brinzips abgelehnt und betont, daß bie pabagogise Bet ftungsfähigteit der Schule der übergeordnete Ge Mildere Bestimmungen- Elternschaftsversicherung und sichtspuntt bleiben müsse und daß Landesteilen, denen die Steuererleichterung für Kinderreiche. Am 13. November 1925 beriet der Ausschuß für Bevöl terungspolitit und Rassenhygiene des Landesgesundheitsrates in Anwesenheit des Ministers Hirtfiefer im Ministerium für Boltswohlfahrt über die Zunahme der Fruchtabtreibung vom Standpunkt der Boltsgesundheit und Raffengygiene aus. $ Berichterstatter war Privatdozent Dr. med. et phil. Lönne. Gelsenkirchen, Mitberichterstatter Professor Dr. Grotjahn Berlin. Uebereinstimmend wurde anerkannt, daß die Zunahme der Frucht abtreibung in den beiden letzten Jahrzehnten Gesetzgebung und Verwaltung zwinge, der Bekämpfung des Uebels die größte Aufmert. famkeit zu widmen, da die durch die Abtreibung veranlaßten Todes fälle und die Einbuße am Nachwuchs durch die ausfallenden Geburten auf die Dauer den Bestand des Staates gefährden. Es wurde dem Wunsch Ausbrud gegeben, daß die Gesetzesbestimmungen des geltenden Rechtes möglich ft beschleunigt durch die mit deren Bestimmungen des Gesetzentwurfes von 1925 ersetzt werden möchten, wenigstens soweit fte die Abtreibungsfrage betreffen. Um die mirkliche Anzahl der Todesfälle infolge Fehlgeburt annähernd Um die wirkliche Anzahl der Todesfälle infolge Fehlgeburt annähernd zu ermitteln und hierdurch einen positiven Anhaltspunkt für die Gefährlichkeit der Fruchtabtreibung zu gewinnen, wurde ein Borfchlag zweds besserer statistischer Erfassung der Todesfälle angenommen. Insbesondere wurde betont, daß die fünftliche Unterbrechung der Schwangerschaft nicht, wie im Bolf vielfach angenommen wird, ein ungefährlicher, sondern ein überaus ernster, mit Lebensgefahr verbundener Eingriff ist. Diese Auffassung muß noch durch intensive Aufklärungsarbeit verbreitet werden. Die Schaffung einer ausgleichenden Fürsorge für tinderreiche Eltern in Form einer Elternschaftsversicherung und größerer steuer licher Erleichterungen wurde eingehend besprochen, des. gleichen die Vervollständigung des fozialhygienischen Fürsorgewesens durch Errichtung von Schwangerenfürsorgestellen, vereinfachte Entbindungsgelegenheit für uneheliche Mütter, Fürsorge für uneheliche Kinder, sowie Erleichterungen des geltenden Adoptions. rechts etwa im Sinne des zu erwartenden Gesetzes über uneheliche Kinder und Annahme an Kindesstatt. Eingehend wurde die Reform des ärztlichen Ausbildungswesens in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde gefordert. Die preußische Amnestie. Amtliche Ziffern. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, liegt zu der Frage der praftischen Auswirkung der preußischen Amnestie vom 21. Auguft 1925 nunmehr das Ergebnis der statistischen Erhebungen für die ersten zwei Monate seit dem Infrafttreten der Amnestie vor. Danach sind in der Zeit vom 21. August bis zum 20. Oftober 1925 bie Bergünstigungen der preußischen Amnestie 22 869 Personen zu Teil geworden. In dieser Zahl find enthalten 6613 Fälle, in denen bei der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht schwebende Verfahren niedergeschlagen, und 16 256 Fälle, in denen rechtsträftig er tannte Strafen erlaffen worden sind. Bei den auf Grund der preußischen Amnestie erlassenen Strafen handelt es sich in 11 569 Fällen um Gefängsstrafen, in 373 Fällen um Festungshafi, in 44 Fällen um Haftstrafen und in 4270 Fällen um Geldstrafen. Die Fälle, in denen auf Grund der Reichs. amnestie eine Bergünstigung eingetreten ist, find in den oben mitgeteilten Zahlen nicht enthalten. Die Kulturpolitik der Volkspartei. Gegen geistliche Schulaufsicht und Schieles Schulgefet. Der Reichsschulausschuß der Deutschen Boltspartei, der am Sonnabend zusammentrat, behandelte an erster Stelle die Frage des Kontordats. H Prof. Dr. Erich Förster Frankfurt a. M. führte zu der Frage aus, die Aufsicht des Staates umfaßt auch den Religions unterricht. Immer aber hat die Partei die Ueberspannung dieses Flötenspieler im Rif. Bon der Meerestüfte zwischen Tanger und Tetuan wanderte ich aufmärts in die tahlen, unwirtlichen, von den Rif- Kabylen bewohn ten Felfenberge. Als der Tag sich zu neigen begann, flangen irgendwo über mir die dünnen, näselnden Töne einer Flöte auf und drangen in die Ferne mie namenlose Grüße. Ich schlug die Richtung nach dem fremden Musitanten ein, dessen Spiel das steinerne Schweigen ringsum so wohltuend unterbrach. Auf einer Grasholde Steinwürfe zu verjagen war. Im Hintergrund der Halde, an einer fam ein wilder Wachhund angesprungen, der nur mit Mühe durch Felswand, lag einjam die aus Lehm und Binsen kunstlos gefügte Hütte eines Eingeborenen, berem Dach der Rauch des Herbfeuers entfräufelte. Unbemerfi näherte ich mich ihr. Neben der Tür hocte mit getreuzten Beinen ein ältlicher Mann in zerschlissenem, erb braunem Sadgemand, schmächtig die Gestalt und Kopfform, fleine buntle Augen, melle Farbe des von Entbehrung gezeichneten Gesichts. Umfang einer Terz nicht hinausging und chromatischen Charakter Er blies auf seiner Rohrflöte eine rezitativische Weise, die über den hatte. Sie flang fürs erste unendlich einförmig, wurde jedoch bei längerem Zuhören immer reizvoller durch ihre starke Lokalfarbe. Die Natur dieses Landes und Bolfes, wo alles alt ist und nichts sich ges mandelt hat durch die Zeiten, schien in ihr Stimme zu gewinnen. Eine Frau trat aus der Hütte, ging mit einem primitiven Baffertrug ein Etüd Begs zur Quelle, füllte den Krug und trug ihn auf dem Kopf, die Hände zum Stüßen anmutig emporgehoben, mieder zurüd. ift, empfing in diefer Stunde und Umgebung eine Weihe, als etwas Auch diese Handlung und Gebärde, so einfach und alltäglich fie Uraltes und Typisches. ist, empfing in dieser Stunde und Umgebung eine Weihe, als etwas Das Flötenspiel des Kabylen wurde allmählich schwächer und perftummte, wie wenn das Instrument seine Seele ausgehaucht hätte, Bugleich glitt über den Himmel ein perlweißer Schein, als ob auch das Licht seine Seele aushauchte. Beit draußen die Spiegelungen eilte ſtill herab und begrub unter ihren Floren den letzten Schimmer der Meeresfläche ermatteten, die Fluten verfärbten sich Finsternis des Tages. F. K. Benndorf. Theaterzenfur in Rußland. Das russische Theaterwesen ist be. fanntlich ausschließlich in den Händen des Staates, und ein staatliches Repertoirefomitee bestimmt alljährlich die Stüde und Opern, die auf Aufführung einer Reihe von Werfen verboten, und es ist nicht ungeführt werden dürfen. Für die fommende Spielzeit hat es die intereffant zu erfahren, wie diese Beschlüsse begründet werden. Wagners Lohengrin" wurde als ein mystisches Werk verurteilt, bas nicht unter die besten Leistungen des Komponisten gerechnet werden tänne. Schillers Maria Stuart" wurde als religios und monatchi stisch verboten. Maffenets Oper Werther wurde von der Liste der aufzuführenden Werte abgefeßt, weil es in unserer Beit unsinnig sei, Bertherstimmung zu pflegen". Aus Tschaikowskis Oper Eugen Onegin" muß eine Szene gestrichen werden, weil sie Man tut jedoch dem Geisteszustand des neuen Rußlands unrecht, idyöllische Beziehungen zwischen Gutsbesizern und Bauern" schildert. wenn man in diesem Zusammenhange nicht auch erwähnt, daß der bekannte bolichemistische Nationalökonom Lorin diese Entscheidung des Repertoirekomitees öffentlich lächerlich gemacht hat, mobei er Simultanschule von altersher lieb und wert war, diese Einrichtung nicht genommen werden dürfe. Förster hob hervor, daß die alte Nationalliberale Partei gerade in Kirchen- und Schulfragen sich in dauerndem Gegensatz gegen die Konservativen befunden habe; er warnte dringend davor, diesen Gegensatz zu verwischen. Die Weimarer Verfassung, erflärte Förster weiter, habe den Kirchen eine ungeheure Machtstellung verliehen. Der Staat sei so weit gegangen, daß man sich fragen müsse, ob er nicht zu weit gegangen sei. Die Verfassung gewähre den Kirchen einen Rechtsanspruch auf den Einfluß auf den Religionsunterricht, aber fein Auffichtsrecht, sondern nur das Recht einer Mitwirkung. Der Staat sei verpflichtet, die Borschriften über Vorbildung, Lehrbücher und Lehrpläne in Uebereinstimmung mit den Religionsgesellschaften zu erlassen, dagegen sei der Lehrer von jeder anderen persönlichen Aufsicht befreit. Die Kirchen hätten mit bem bisherigen Ergebnis ihrer Bemühungen durchaus zufrieden sein tönnen. Leider sei das nicht der Fall. Die katholische Kirche fordere eine viel weitergehende Einflußnahme. Bei Prüfung aller dieser Fragen sei nicht nur zu untersuchen, ob sie der Verfassung entsprechen, sondern ob fte auch zweckmäßig sind und nicht dem Lebensinteresse des Staa tes und der Schule widerstreiten. Vor allem sei zu verhüten, daß nicht dem Lehrerstande, auf deffen freudige Mitwirkung an der Erziehungsarbeit der größte Wert zu legen sei, ein uner trägliches Jo ch auferlegt werde. Sollen nun die Punkte, betonte der Rebner weiter, in denen wir das Recht einer Mitwirkung der Kirche anerkennen, auf dem Wege des Konkordats zur Erlebigung gebracht werden? Die Frage fann nur verneint werden. Darauf behandelte Oberschulrat Schepp Berlin den Entmurj zum Reichsschulgesetz. Er lehnte für die Bolkspartei eine, wenn auch versteckte, geistliche Aufsicht über den Religionsunterricht ab. In der Machmittagssigung äußerte Dr. von Campe 3meifel an dem baldigen Zustandekommen eines Reichsschulgesetes. Der Abschluß von Kontorbaten sei abzulehnen, sollten sie aber nicht zu vermeiden sein, dann dürfe unter teinen Umständen ein Reichskontordat, sondern nur Länderkonkordate geschlossen werden. Auch Staatsminister a. D. Dr. Boelig hält den Referentenentwurf zum Reichsschulgesetz für unannehmbar. Die Konfessionalisierung privater höherer Schulen müsse verhindert werden. Nach weiterer Aussprache wurde die Erörterung über das Rontorbat und das Reichsschulgesetz geschlossen. Die Formulierung zweier Refolutionen und die Abstimmung finden am Sonntag statt. Hilfsaktion für Waldenburg. Bie amtlich mitgeteilt wirb, ist mit Rüdfit auf die schleckten Bohnungsverhältnisse im Waldenburger Koblenbezirk der Regierungs bezirk Breslau bei der Berfügung über die zur Förderunng ter Neubautätigkeit zur Verfügung stehenden Mittel aus dem auszinssteuerauftommen im Raumen des Möglichen bevorzugt berüdsichtigt worden. Es ist in Aussicht genommen, die gleiche Bevorzugung auch bei weiteren Verteilungen staatlicher Wohnungsbaumittel eintreten zu lassen. Der Parteitag des Zentrums in Raffel findet, wie BTB. mit teilt, in aller Deffentlichkeit statt. Die gesamte Preffe ist zugelafien. Die Tagesordnung für die Reichstagsfihung, die auf Freitag, den 20. November nachmittag 1 Uhr einberufen ist, steht nunmehr feft. Zuerst erfolgt die erste und zweite Beratung des Entwurfs eines Gesezes über den Handels und Schiffahrtspertrag zwischen dem Deutschen Reiche und dem Königreiche Italien. An zweiter Stelle steht die erste und zweite Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zur Entlastung des Reichsgerichts, und den dritten Punkt der Tagesordnung bildet die erste Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Sch und und Schmuhschriften. Deutscher Botschafter in Spanien war bisher Langwerth ihn erfest in Madrid Graf Belczet, den die spanische Dittatur b. Simmern, jezt Reichstommissar bei der Rheinlandkommission; schon genehmigt hat. fich insbesonders auch auf das Aufführungsverbot der Dramati fierung von Dostojewskis„ Brüder Karamasom" stüßte. Er schreibt, es sei eine Berhöhung der Intelligenz des Arbeiters, geniale Berte mit einer derart stupiden Zensur zu belegen. Er führt auch Aeuße rungen Lenins als Zeugnis dafür an, daß Lenin es niemals zuge laffen haben würde, daß Werte von Dostojewsti oder Buschkin ver boten oder in verstümmelter Form aufgeführt werden. Tatsächlich find überhaupt nicht die Vertreter der eigentlichen Arbeiterffaffe in Rußland die heftigsten Bilderstürmer im heutigen russischen Theaterpublikum, sondern die halbreifen jugendlichen Kommunisten, die schlechtweg alles, was aus der vorrevolutionären Zeit ſtammt, als Erzeugnisse der„ Bourgeoisie" verwerfen. Rumpelstilzchen im Schillertheater. Die Zeit der Märchenspiele hat wieder begonnen. Mit mehr oder weniger Gefchid wird die alte Märchenwelt fürs Theater hergerichtet und den Kleinen unter die sich nicht wenig Große mischen im Licht der Rampe serviert. Es gibt zwei Arten, den Kindern Geschichten zu erzählen: entweber ihnen von oben herab" etwas vorzumachen, oder mit ber Naivetät des Kindes Geschichten zu spinnen. Die zweite, die richtige Art ist vielleicht die schwerere. Alice Behrend hat die ersten gewählt, wohl weil sie nicht anders fonnte. Die Aufführung, mit Walter Werner, Margarete Schön und Heinrich Schnigler in den Hauptrollen, bemüht fich redlich, dieses Manto wettzumachen. Das Manto bliebt. J.-S. J. Die übertragbaren Krankheiten in Preußen im Jahre 1924. Sn der neuesten Nummer der Bolfswohlfahrt, des Amtsblattes des Preußischen Ministeriums für Bolkswohlfahrt, wird eine Statistit der übertragbaren Krankheiten im Staate Breußen im Jahre 1924 veröffentlicht. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt daraus die folgenden Ziffern mit, wobei die erstgenannten Zahlen, die Er frankungen, die in Klammern beigefügten die Todesfälle bezeichnen. wutverdächtige Tiere 1708(-), an Diphtherie 23610( 2205), Geni Demnach famen Erkrankungen vor an Bißverlegungen durch tollStarre 528( 336), Kindbettfieber 5081( 2497), Körnerfrantheit 1718 (-), Lungen- und Kehlkopftuberkulose 53 930( 39 597), Boden 12( 2), übertragbare Ruhr 4480( 517), Scharladh 21 322( 542), Tollmut 15 ( 12), Inphus 10 528( 1303), Baratyphus 2720( 79), Fleisch, Fischund Burstvergiftungen 1279( 58). Voltsbühne. Bei bem bente( Sonntag) abend 8 Uhr im Bedſtein'aal, Lintftr. 42, stattfindenden Vortrag von Prof. eo teftenberg über Beethovens Violinsonaten wird Konzertmeister 2 am bin on mitmirten. Amfliche Führungen Sonntag 10 1hr im Kaiser Friedrich- Museum ( Borderasien) Direktor Beber und im Museum Prinz- Albrecht- Str. 7 ( Anfänge der Kultur in Europa) Brof. Böt. Die Kinderrevue, Alle Puppen touzen" wird im Theater im Admirals. -P palait am Montag, naomiitaas 8, Ubz bei fleinen Breifen wieder. holt. Beitere Borstellungen jeden Mittwoch und Sonnabend. Die Beijehung der schenurne von Covis Corinth bat in aller Stille, nur im Beisein feiner Gattin und feiner beiden Stinder, auf dem Berliner Südwestfriedhofe in Stabnsdorf stattgefunden. Ein mächtiger Naturstein, in den nur der Name Lovis Corinth und die Jahreszahlen eingemeißelt find, bildet den Grabstein Otto Hraun über öle innere Lage. Junerpolitische Konsolidierung.— Optimismus in Preutzen. Im Gespräch mit einem Sonderberichterstatter der „Neuen Freien Presse" erklärte der preußische Minister- Präsident Braun: .Es wäre verfehlt, aus dem Rücktritt der deutschnationalen Minister aus dem Zieichstabinett und aus den hestigen Presse- debatten über Locorno zu schließen, daß dl« Verhandlungen in Locarno und die Verwirklichung des dort Vereinbarten, die ich für unbedingt nötig und wünschenswert halte, den an sich deutlich sichtbaren Prozeß der innerpolitischen Aonsoltdie- r u n g stören oder auch nur aufhalten können. Das Gegenteil scheint mir eher der Fall zu sein. Mr wüsten jetzt zu klaren VerhSltalsten kommen. denn es war kein gesunder Zustand, daß«ine Partei durch Minister im Kabinett vertreten war, diedie bestehendeEtaotsform wie die für Deutschland einzig mögliche Außenpolitik, das heißt die Politik der Verständigung mit den ehemaligen Kriegsgegnern und sonach auch den Eintritt in den Völkerbund, ablehnt. Eine Rs> gierungspartei, die im entscheidenden Augenblick, wo es sich um Lebensfragen des Reiches handelt, versagt, deren parlamentarisch« Gruppen im Reichstag und in den Landtagen an der Untergrabung der Reglerungsautorität arbeiten, und deren Presse tm Land« sich bemüht, alles von ihrem Leserkreis fernzuhalten, was sie mit der Republik aussöhnen könnt«, kann uns nicht vorwärts bringen. Wir brauchen im Reiche eine Regierung, die die zwingeadeu. auch bittere» Rolwendigkeileu, die sich aus unserer außenpolitischen Lage ergeben, klar erkennt und ihre Politik ohne Schwanken daraus einstellt. Für diese Politik muß sie sich im Reichstag ein« Mehrheit schaffen, die nur gebildet sein kann von parlamentarischen Gruppen, die sich darüber einig sind, daß Deutschland innenpolitisch nur als demokratische Republik fortexistieren kann, und außenpolitisch, wie ich schon bei der nenlichen Locarno-Debatte tm Preußischen Land» tag ausgeführt habe, keine Politik treiben darf, die uns in der Welt isoliert und mit der man den Bestrebungen auf eine allmählich« Befriedung Europas entgegenarbestet. Jetzt, wo das Erfordernis, sich für oder gegen Locarno auszusprechen, eine klipp und klare Cnt» scheidung oerlangt, wird sich auch leichter die Trennung der Parteien, die eine gesunde Realpolitik treiben wollen, von den anderen vollziehen, die immer noch in romantischen Rückerinnerungen an die Zeiten der früheren großen deutschen Militärmacht schwelgen und glauben, dem deutschen Volke immer noch die Erkenntnis über die wahren Wacht» verhältnist» und über die militärischen Möglichkeiten Deutschland» vor« enthalten zu müssen. Führt der Locarno-Vertrog weiter, wa» ich be- stimmt annehme, zur baldigen Räumung der Kölner Zone und vor allem zu einer erheblichen Milderungund zeitlichen Abkürzung de» B e so tz u n g» r« g i m e» im noch besetzt bleibenden Gebiete, so wird eine solch« Rückwirkung de« Loearno-Vertrage» am ehesten geeignet sein, weiten deutschen Be» völkerungskreisen denpraktischenRutzenderErfüllungs. Politik zu zeigen und damit, durch die Abschleifung der aus dem Kampfe über die Erfüllungspolitik entstandenen Gegensätze, zur innerpolltischen Konsolidierung weiter beitragen. Frage: Wie denken Sie sich, Herr Ministerpräsident, die künftige Gestaltung der Politik in Preußen? Antwor: Die ruhig« und stetige Linie der preußischen Polstik war zu Beginn des Jahres ISA durch den Austritt der Deutschen Volkspartei aus dem Kabinett unterbrochen worden. Nach drei Jahren ruhiger, stetiger Fortentwicklung unter einem von mir geleiteten Kabinett, das«rsprießlich« Arbeit zum Besten unseres Landes leisten konnte in einer Zeit, in der im Reiche eine Reihe von Kabinetten unter schweren Krisen aufeinanderfolgten, setzte nun auch in Preußen eine Krisenzeit ein. die indes nach der am 4. April erfolgten Neubildung des Kabinetts wieder unter meinem Präsidium auf der Grundlage der Weimarer Koalstkon— Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum— als abgeschlossen gelten kann. Die zuerst sehr heftige Opposition der Rechtsparteien im Land» tag hat wesentlich nochgelassen, seitdem die Deutschnationalen ein- gesehen haben, daß sie sich nicht dauernd auf die kommunistisch« Lundesbrüderschast verlassen können, und seitdem die Deutsche Volk»- parte! einzusehen beginnt, daß e» unmöglich ist, aus den verschiedenen. innerlich stark divergierenden Parteien der Opposition jemals«in«• ihrem Geschmack entsprechende Regierung bilden zu können. Dl« Er» tenntnts dürft« heut« in der Deutschen Bolkspartei vor- herrschend sein, daß man mit all den Krisen de» letzten Jahres nur kostbar« Zeit verloren hat, ohne dafür auch die Auesicht auf«inen Erfolg einzutauschen, und daß in Preußen als einem Land« mit überwiegend entschieden republikanisch gesinnter Bevölkerung nun einmal nur«in« offen« und klare republikanische Regierung unter Mitwirkung der Bertretcr der sozialdemokratischen Arbeiterschaft möglich ist. 3 Ko n k u r s- masse erworben, z. B. zur Beteiligung an Riebeck-MoNton? Die Badische Anilln, die sich ein Paket sicherte, hat großzüaia gehandell. Auch beim FM von GieschesErben hätte man resolut zupacken müssen und sich den fetten Brocken nicht entgehen lassen dürfen. Mehr Eneraie, Herr Finanzminister! Das Lied von der notleidende» Landwirtschaft wird zurzett wiedermal in allen Tönen gesungen. Mit diessr Not und mtt dem Schrei nach Kreditprolongation und dergleichen steht aber da» bekannte Reit- und Fahrtournier. da» kürzlich in Berlin stattfand. In einem schreienden Kontrast Rett- und Fahr- tourniere sind gewiß etwas sehr Schönes, allein in einer Zeit, wo man vom Zusammenbruch der Landwirtschaft redet, doch nichts anderes als Luxus!Z.nd Verschwendung. Wir sind gewiß keine sauertöpsischen Geizhälse, und es ist gewiß etwas sehr Schönes, wenn Rassepferde von schonen Frauen gebändigt werden(Hört hört! Heiterkeit.)— allein olles zu seiner Zeit! vor allem aber geht e» nicht au. daß immer nur ein kleiner Kreis von Zakeressealen über die Agrarkredite genau vescheid erhält wir verlange«, daß üb« die Gesamthöhe, üb« Art und Bedingung der Landmirtschasls-. vkilkelstands- und Undustrlekredite, besonders auch über die Zurück. Zahlungen und üb« die höhe der etwa zu«wartenden Verluste rein« Wein eingeschenkt wird, wie wir aus eiageweihlev Kreisen«fahre». fall bereits setzt bei de» Agrarkrediten mit einem Verlust von 40 bis 50 Millionen zu rechnen sein.(Hört, hörtl l'.gls.) Wir erwarten deshalb vom Minister, daß noch vor Abschluß der Debatte über die ollgemeine Finanzverwaltung uns in einer Zu- sammenstellung restlose Klarhelt gegeben wird. Sollte das nicht der Fall sein, dann werden wir zu diesem Zwecke einen besonderen Antrag einbringen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Im weiteren Verlauf der Landtaasdedatte erklärte Abg. Dr. kahler(Dnat.), es sei an der Zeit, die Frage ouszuwersen, ob nicht den Ländern eine größere Selbständigleit in der Behandlung der Beamtensragen gegeben werden müsse. Abg. Grebe(Z.) wünscht, daß dem preußischen Finanz» minister eine überragende S t« l l u n g eingeräumt werde. Bei der Unterbringung der verdrängten Beamten mühten auch die anderen Länder Lasten trogen: Preußen habe ja nicht allein den Krieg verloren. Abg. Dr. Res«(D. Dp.) hebt hervor, daß d« Betrag der Aus- gaben für die Staats- und Gemeindeverwaltung gegen 1913 trotz der Verkleinerung des Swotsumfanges auf das Zwei- bis Dreifache geltiegen fei. Hier sei eine Herabsetzung um jeden Preis dringend geboten. Kommt der Locarno-Vertrog zustand«, dann müsse mtt größter Energie an die große Derwoltungsreform heran- gegangen und die Selb st Verwaltung möglichst gestärkt werden. Daß die Länder verschwinden müßten, damit das Reith leben könne. fei zurückzuweisen, denn dadurch wurden nur die Absonverungsgelüst« Baverns gestärkt und der Zutritt Deutschösterreichs zum Reich ver- hindert Abg. kos?«(Komm.) meint man könne nicht von Finanznot sprecben, wenn man 61 Millionen für Psarrergehälter sicherstelle und den Hohenzollern die von ihnen gewünschten Millionenbcträge gäbe. Abg. Larteld(Dem.): Die Auseinandersetzung mit den hohen- zollern kann als hochpolitische Zraqe nur durch ein Relchsgejetz erledigt werden.(Unruhe und Widerspruch rechts.) Abg. wüllerFranken(Wirtsch. Bereinig.) erklärt, der Staat dürfe nicht mehr Beamte haben als er braucht, und solange nicht mit der Ausräumung bei der großen Zahl der Ministerien ange- fangen wird, könne man an alle Sparsomteitsbeteuerungen nicht glauben. Nach weiteren Erklärungen der Abgg. Dr. v. Brem«(Dölk.) und Laczewski(Pole) vertagt sich gegen 4 Uhr das Haus auf Donnerstag, den 19. November, IS Uhr mittags.(Umgemelnduna im westlichen Industriegebiet und Weiterberatung des Fiuanzetats.) Der Parteitag in Wien. Parteigeuoffeu und AufsichtsratSstelleu. wleu, 14. November.(Eigener Drahtbericht.) Aus dem sozial- demokratischen Parteitag erstattete Danneberg einen ausfuhr- lichen Bericht über die Tätigkeil der Partei. Hierbei wies er auch auf die Verquickung zwischen Polttik und Geschäft hin, die bei den bürtzer- lichen Parteien immer mehr um sich gegriffen habe. Um die Sozial- demokratsche Partei von einer solchen Verquickung relnzuhalten. stellt der Parteivorstand verschiedene Anträge. Der wichtigst« besagt daß Parteimitglieder in Zukunft nicht mehr dem Verwaltungsrat einer Aktiengefellschast oder ähnlicher Unternehmungen angehören können, es sei denn, daß sie als Vertreter von Genossenschaften oder öfsentlichen Körperschaften in einen Verwaltungsrat entsandt wurden. Jedoch müssen die Einkünfte, die Parteimitgliedern aus solchen Posten zukommen, den sie entsendenden Unternehmungen zurück- erstattet werden. Danneberg referierte dann über die nächsten polttischen und sozialpolitischen Aufgaben der Partei, vor allem über die gesetzliche Durchführung der Alters-, der Witwen, und Walsenoersicherung. In einer Entschließung erhob der Parteitag seine warnende Stimme gegen das Begehren der bürgerlichen Parteien, in einer Zell der schwersten wirtschaf.lichen Not den Mieterschutz lockern zu wollen. Ferner»«langt« der Parteitag, dag die Arbeit»- losenverstcherung im bisherigen Ausmaß beibehalten wird. Muffoliniftber Parlamentarismus. Selbst dieses Parlament sollvollständig entrechtet werden; Rom. 14. November.(MTB.) Der Ministerrat nahm heut« den Gesetzentwurf betreffend die Befugnisse und Vorrecht« des Ministerpräsidenten und einen Gesetzentwurf betreffend Ab- Snderung der S t a a t s b ü r g e r re ch t« an. Wie„Epoca* und ,Ldea Nazionale" hierzu melden, bestimmt das Gesetz: Der Ministerpräsident wird vom König ernannt und entlassen und ist allein dem König für die allgemeine RIch- tung seines Ministeriums veraittwortlich. Die übrigen Minister werden vom König auf Vorschlag des Ministerpräsidenten ernannt und entlassen und sind dem König und dem Ministerpräsidenten ver- antworttich. Ohne Zustimmung de» Ministerpräsidenten darf kein Gegenstand auf die To g e s o r d n u n g einer der beiden Kammern gesetzt werden. Einfach« Beleidigungen gegen den Mini» sterpräsidenten werden mtt Gefängnis bis zu 30 Monaten, ein An- schlag auf das Leben des Ministerpräsidenten mtt l e b e n s- länglichem Zuchthaus bestrast Die franzostscbe Zinanzreform. Diese Woche im Plenum. Varls, 14. November.(Eigener Drghtbericht.) Li« Finanz- kommisston der Kammer hat die Beratung� der abgeänderten Re- gierungsvorlage derart beschleunigt, daß ihr Berichterstatter die Mög- lichkeit erhallen hat seinen für da» Plenum bestimmten Bericht bis Montag abend fertigzustellen. Dienstag nachmittag soll die Kammer mtt der ersten Lesung des Finanzgesetzes beginnen. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit gewisser Maßnahmen, die zur Behebung der augenblicklichen Schwierigkeiten des Schatzamtes in Aussicht ge- nommen sind, hat die Regierung angeblich die Absicht, der Kammer vorzuschlagen, zunächst den zweiten Teil de» Gesetzes(Bank- kredtte) zu verabschieden und die Aussprache über das Steuer» Programm, die längere Zeit in Anspruch nehmen dürste, aus Ende der Woche zu vertagen! In der Finanzkommissson kam es wieder zu einem Zwischen- fall. Bon bürgerlicher Seite war beantragt von der Abgabe aus mobiles Vermögen Bibliotheken und wisiensthastliche Verbände zu befreien. Dieser Antrag wurde von dem Gen. Auriol scharf be- kämpft, weil eine solche Bestimmung der Steuer Hinterziehung Tür und Tor össne. Die Folge war, daß drei radlkolsoziale Aus- schußmltglieder ihre Unterschriften unter dem Antrag zurückzogen Trotzdem wurde er mit einer Stimme Mehrheit angenommen. Bei den Sozialisten hat diese Flucht aus dem beschlossenen Fraktion». zwang um so lebhafter« Verstimmung ausgelöst, al» gerade die sozialistische Fraktion in den letzten Tagen für die Aufrecht. erhaltung de» Kartells schwer« Opfer gebracht hat Zwischenfall im 5?ina»zausschutz. Paris. 14. November.(WTB.) Im verlauf der heutigen Nach- mittagssttzung des Finanzausschusses der Kammer kam es zu einem ernsten Zwischenfall. Als die Bestimmungen üb« die Bildung eines Tilgungsfonds beraten werden sollten, stellt« es sich heraus, daß die Mitglieder des Ausschusses einen Text erhallen hatten, der bedeutende Aenderungen diese» Teil» der Regierungsvorlage zeigte. Nach kurzer Beratung wurde beschlossen, die Sitzimg auszuheben und poinlev« zu billeu. sofort vor de« Ausschoß zu erscheinen und Ausklärung zu geben. Di« hausziusfleu«. Der Referentenentwurf über di« Reu- regeluna der H a u S z i n 4 st e u« r in Preußen wurde�vom Staat«- Ministerium a b g e l e b n i, da der Einwurf die Förderung de« Eobnung»baue» zu stiefmüiterlicb bebondelie. Wie wir bören, ist damit zu rechnen, daß schon in der näcbnen Zeil über die Hau»- zinsfrage eine in le r fr a k t i o n e II« A e« d e r un g herbeige» führ» wird. Kabine ttvkri je in Holland. Die vi« kathollsch-kleritalen Minist« sind zurückgetreten: sie sichren auf Ersuchen der Königin die Gejchästs I weiter. pilfuöfti und die polnikbe Kabinettskrise. Drohung mit der Armee. Warschau. 14. November.(WTB.) Heut« nachmittag«schiHU Marschall Pilsudsti unerwortet im Beloeder« beim Staotspräfi- denken Wojziechowski. um über die gegenwärtige Stimmung im pol- Nischen Heere eine Erklärung abzugeben. Pilsudski erklärt«, er halte e» für seine Pflicht, den Präsidenten davor zu warnen, bei der Beilegung der gegenwärtigen Krise di« moralischen Be- lange der Armee zu übersehen. Die Armee dürfe nicht zum Handelsobjekt für den Ehrgeiz i rgend» welcher Generale oder Abgeordneten gemacht werden. Wenn es sich auch von selbst verstehe, daß der Gehorsam in der Armee aufrechterhalten werden müsse, so sei es andererseits doch not- wendig, der Armee gegenüber erklären zu können, daß Männer, di« sich um die Armee oerdient gemacht haben, auch bei der Besetzung des Postens, der die Vertretung der Armee vor dem Landtage obliege, entsprechend berücksichtigt werden. Ohne sich in die gegen- wärtigen Sorgen des Staatspräsidenten einmischen zu wollen, habe er sich doch al« Amtsvorgänger und Vertreter des Heere» veranlaßt gesehen, dem Präsidenten diese War- »uogen mitzuteilen. Auf die Frage des Staatsprästden- ten. ob der Marschall einen Kandidaten für den Posten de« Äriegsminister, nennen könne, erklärt« Pilsudski, daß er üb« dies« Frage erst sprechen könne, wenn der Staatspräsident«inen Mann mit der Kabinettsbildung beauftragt habe. In politschen Kreisen wird der überraschend« Schritt des Mar- schalls dahin ausgelegt daß« ein« Besetzung des Kriegsmini- steriums mtt seinem persönlichen Gegner S i k o r s k i unmöglich machen und gegebenensalls sich selbst für diesen Posten in den Vorder. grund stellen wolle. Damaskus nochmals bombardiert! pari», 14. November.(Eigener Drahtbericht.) Während di« Regierung immer aufs neu« oersichert daß in Syrien die Ordnung wiedechergestelll sei und in der Umgebung von Damaskus voll- kommene Ruhe herrsch«, lassen die Meldungen der nach dem syri- schen Kriegsschauplatz entsandten Sonderberichterstatter die Lage von Tag zu Tag bedrohlicher erscheinen. So hatte heut« morgen der„New sjork Herald" gemeldet, daß die französischen Truppen das von den Aufständischen überflutete Damaskus er« neut bombardiert haben. Diese Meldung findet ein« B e st 2« t i g u n g in einem längeren Telegramm der Ulbert«" aus Kairo, wonach nicht nur m Damaskus selbst, sondern in einem Umkreis von Lö bis 30 Kilometern ring» um die Stadt fett Tagen neuefchwer« Kämpf« tm Sange sind. Die aufständischen Drusen sollen durch die Erhebung der arabischen Bevölkerung, die bisher neutral beiseitegestanden hatte, mächttge Bundesgenossen erhallen haben. Di« viel zu schwachen französischen Truppen scheinen dadurch außer» ordentlich gefährdet zu sein. Mehrere der rings um Da- maskus errichteten kleinen Garnisonen sollen bereits Beseht erhallen haben, sich auf Damaskus zurückzuziehen, wo gegenwärtig di« nach Syrien entsandten Derstärkungen zusammengezogen werden. Schwedischer Bürgermeister der finnischen Hauptstadt. Ja HelsingtorS haben die SSweden vor der Wahl den Finnisch» Bürgerlichen eine Teilung bei der Besetzung der Posten des politischen und de» Iustizbürgermeisier« und de« ersten Justiz. stadlrat« vorgeschlagen. Die Finnen, die aus vollen Sieg rechneten. halten da» Angebot abgelehnt. Da sich die Sozialdem«. kr a ten der Wahl größtenteils enthielten, siegten di« Schwede» für alle drei Kandidaturen. Französische Kommunisten verurteilt Das Pariser Kriegs- aerichi(?) hat fünf französische Kommunisten, darunter den Gero er k- schaftssekretär Mommousseau wegen Propaganda unter de» Truppen und Aufreizung zum Ungehorsam zu 4 und 8 Monate» Gejan*»!!» und 1000 Franken Geldstrafe verurteilt Gewerkschaftsbewegung Der Konflikt im Verkehrsgewerbe. Die Straßenbahner rufen den Schlichtungsausschuß an. Wie uns vom Deutschen Verkehrsbund mitgeteilt wird, ift infolge des Scheiterns der Berhandlungen mit der Direktion der Straßenbahn der Schlichtungsausschuß angerufen worden. Gleichzeitig find die Straßenbahner zu Dienstag zusammenberufen worden, um zu der Situation Stellung zu nehmen. Entscheidende Beschlüffe dürften jedoch erst nach der Berhandlung vor dem Schlich tungsausschuß fallen. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß im Laufe dieser Woche eine Wendung in dem Verkehrskonflikt in dem einen oder dem anderen Sinne eintritt. Wie man 715 Millionen gibt. Und wie man bei Pfennigen zöger uns wird geschrieben: Seit der neue Tabatzoll und die harten Bestimmungen des neuen Tabaksteuergesetzes in Kraft getreten sind, hat die Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit in der Tabatindustrie einen großen um fang angenommen. Nach einer Ende Oktober d. J. vom Deutschen Tabatarbeiterverband aufgenommenen Statistit, die 53 075 mit glieder umfaßte, sind nicht weniger als 6922 Mitglieder vollständig arbeitslos. Außerdem arbeiteten 14 303 Mitglieder der türzt, darunter 10 043 um mehr als 17 Stunden in der Woche. Umgerechnet ergibt das auf je 100 Mitglieder des Deutschen Tabakarbeiterverbandes 13,04 Arbeitslose und 26,95 Kurzarbeiter. Diese Zahlen erhalten noch größere Bedeutung, wenn man bedenkt, daß es sich um den Monat Ottober handelt, der sonst immer, des bevorstehenden Weihnachtsfestes wegen, sehr günstigen GeSchäftsgang aufzuweifen hat. Bei der Annahme des Tabafsteuergeseges durch den Reichstag wurde von der Regierung das bekannte Bersprechen gegeben, die durch das Gesetz arbeitslos werdenden Tabatarbeiter und Tabal arbeiterinnen zu unterstügen. Schon im August des laufenden Jahres hat die sozialdemokratische Reichstagsfrattion die Reichsregierung aufgefordert, die Verwaltungs organe mit den Unterstüßungsbestimmungen des Artikels 3 des Tabaffteuergefeßes vertraut zu machen, weil andernfalls die Gefahr entstehe, daß die Arbeitslosen und furzarbeitenden Tabatarbeiter auch noch um den Genuß der an sich schon unzulänglichen unter ftügung tommen würden. Bis heute sind die unterstügungsbestimmungen noch nicht erschienen. Auf mehrfache Anfragen erflärte das Reichsarbeitsministerium, daß das Finanzministe rium zuständig sei. Das Finanzministerium aber hat bis heute, trog mehrfacher Erinnerungen durch den Deutschen Tabalarbeiter verband, nichts von sich hören lassen. Es gewinnt fast den Anschein, als ob das Reichsfinanzministerium und das Reichs arbeitsministerium die Herausgabe von Ausführungsbestimmungen absichtlich verzögern wollten, um die für die Tabatarbeiter vorgesehenen Unterstützungseinrichtungen zu fabotieren. Rurzarbeiter wird, someit fie überhaupt Unterstügungen erhalten,| für den Tag zum Teil ein Sechstel der Wochenunterstügung, zum Teil ein Sechstel der Tagesunterstützung gezahlt. Das sind Berhältnisse, die eben nicht länger zu ertragen sind und die sofortige Abhilfe erforderlich machen. Als man den Ruhrindustriellen mit einer Handbewegung 715 Millionen zuschob, gab es weder Bedenken auf, wenn die Arbeiter ein paar Pfennige bekommen sollen. noch Schwierigkeiten. Die tauchen bei der Regierung Luther erst Die Verkehrsunficherheit bei der Reichsbahn. Eine Erwiderung der Berwaltung. Zu den in Nr. 531 vom 10. November aufgeführten Unfällen wird uns von der Presseftelle der Reichsbahngesellschaft mitgeteilt, daß der Unfall bei der Hamburger Stadt- und Vorortbahn am 31. August 1925 verursacht worden sei durch den in seinem Dienst vollständig ausgebildeten Aufsichtsbeamten, der feineswegs einen sehr anstrengenden Dienst hinter sich gehabt hatte und dem das Bedienen des Blocks ausdrücklich verboten war. Das leberfahren der Stredenarbeiter bei Leipzig, Görlig und Minden habe mit einer Unsicherheit im Bahnbetriebe nicht das mindeste zu tun! Jeder Arbeiter werde nur unter Aufsicht beschäftigt und es fönne doch wohl nicht angenommen werden, daß Neueingestellte nicht sofort die Vorschrift be greifen, auf ein gegebenes Signal die Arbeit einzustellen und aus dem Gleise heraus auf eine im voraus bestimmte Stelle zu treten. Dazu bedürfe es feiner langen Ausbildung. Die Unfälle wären auf Fehler der Aufsicht, die von schon lange bei der Bahn beschäftigten Leuten ausgeübt werde, oder auf Unfolg samkeit der Arbeiter zurückzuführen. Diese Erwiderung der Hauptverwaltung auf die Tatsachen, die die Zunahme der Verkehrsunsicherheit beweisen, ist reichlich dürftig. Auch wenn die Angaben der Berwaltung richtig wären, würde damit der entscheidende Beweis, nämlich die aus den Angaben der Berwaltung felbft hervorgehende 3 unahme der Unfälle nicht aus der Welt geschafft sein. Im übrigen sind die Argumente der Berwaltung fo armjelig, daß jeder Kommentar die Wirkung nur abschwächen würde. Aus dem Versicherungsgewerbe. Wie uns vom Zentralverband der Angeftelten mitgeteilt wird, bat fich die Mehrheit seiner Mitgliedschaft im Reiche für Ans nahme des vom Reichsarbeitsministerium auf Grund des Schiedsspruces vom 28. Ottober gemachten Einigungsvor ichlages vom 9. November erklärt. Die anderen beiden am Tarifvertrag beteiligten Gwerf. fchaften, der Gewerkschaftsbund der Angestellten und der Gesamtberband Deutscher Angestelltengeweificbaften, baben ebenfalls den richlägen augestimmt. Die Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes ist noch unbekannt. Die Sonntagsruhe der Angestellten bedroht. Man schreibt uns: Mit allen Mitteln wird versucht, die Sonn tagsruhe im Handelsgewerbe zu beseitigen. Unter mißbräuchlicher Auslegung des§ 105e der Gewerbeordnung, der das Bedürfnisgewerbe regelt, lassen die Verwaltungs. behörden in weitgehendem Umfange Sonntagsarbeit zu. Bayern hat diese Methode zuerst in ein System gebracht. Als das Reichsarbeitsministerium mit seiner Forderung auf Biderherstellung reichsgefeßlicher Zustände in Bayern nicht durchRichtlinien über die Sonntagsarbeit legalisiert. Das Reichsarbeitsministerium ist also mitschuldig an der gegenwärtigen Die schleunige Herausgabe der Ausführungsbestimmungen ist dadurch geboten, weil sich durch das Fehlen dieser Bestimmungen die unglaublichsten Zustände herausgebildet haben. Bei den Behörden, die für die Auszahlung der Unterstützung an die Tabatarbeiter zuständig sind, herrscht ein müſtes Durcheinander. Ein Teil von ihnen zahlt überhaupt feine Unterstügung, weil feine Ausbrang, hat es diese ungesetzlichen Zustände durch seine führungsbestimmungen vorhanden sind, während ein anderer Teil bei jedem Antragsteller die Bedürftigteit prüft. An die Entwidlung. Die Folge davon ist, daß Bayern Schule macht. Der zuständige Ausschuß des württembergischen Landtages hat gegen die Stimmen seiner sozialdemokratischen Mitglieder beschlossen, daß mit Hilfe der Richtlinien des Reichsarbeitsministeriums auch in Württemberg die Sonntagsruhe weitgehend beseitigt wird. In den Ländern, die auf die Beachtung der Reichsgesetze noch sehen, tagsarbeit einzuführen. Dazu gehören auch Baden und gehen die Unternehmer dazu über, auf eigene Fauft die SonnPreußen. In Baden hat die Landeszenrtale des badischen Einzelhandels, Bezirksgruppe Kinzigtal und Ortsgruppe Elzach, in einem streng vertraulichen Rundschreiben die Arbeitgeber aufgefordert, an allen Sonntagen die Läden zu öffnen. Falls Strafen festgesetzt werden, sollen diese nicht bezahlt werden. An einer ande ren Stelle des Rundschreibens heißt es: ,, Wir bitten dringend, dieses Rundschreiben strengstens vertraulich zu behandeln, um nicht wegen Aufwiegelung gegen die Staatsgewalt einem Prozeß entgegensehen zu müssen. In einem anderen Falle hat die Schuhgemeinschaft für Handel und Gewerbe in Oschersleben sich behördliche Befugnisse angemaẞt und angeordnet, daß die Berkaufsgeschäfte an den Sonntagen im November und Dezember offen zu halten sind. Auch das widers spricht dem geltenden Recht. Das Verhalten des Reichsarbeitsministeriums zeigt, daß von dieser Seite nichts zu erwarten ist. Seine Richtlinien, die auch einzelne Länderregierungen, u. a. Hessen, von Anfang an als un. gefeßlich angesehen haben, sind eine ständige Bedrohung der Sonntagsruhe. Das Reichsarbeitsministerium hat dem 3entralverband der Angestellten gegenüber aus. drücklich abgelehnt, gegen die geplante Berschärfung der ungefeßlichen Zustände in Bayern einzuschreiten. Es weiß, warum Deshalb muß es Aufgabe des Reichstages sein, den von der fozialdemokratischen Reichstagsfraktion eingebrachten Gesezentwurf au verabschieden und das Reichsarbeitsministerium zur Rechenschaft zu ziehen. Der Wurstfabritant E. Brechler in Greifenhagen besitzt einen Großbetrieb, in dem er und seine Angehörigen ein Herrenrecht durch. führen, wie es in der Fleischwarenindustrie nur noch sehr selten anzutreffen ist. Der gefeßliche Arbeiterschutz ist diesen Herrenmenschen ebenso gleichgültig wie die gewerkschaftliche Organisation. Der Zentralverband der Fleischer hat sich wiederholt bemüht, mit dieser Firma die Lohn- und Arbeitsverhältnisse tariflich zu regein. Bentralverband seit Jahren im Tarifverhältnis, desgleichen die Die Rügenwalder Wurstfabrikanten stehen mit dem Stettiner Wurstfabrikanten. Der Stettiner Tarifvertrag ist für allgemeinverbindlich erklärt, jedoch nur für Stettiner WurstDie Firma fabriten. Dieser Tarifvertrag soll auch mit der Firma Brechler abgefchloffen werden, doch lehnte diese rundweg ab bemüht sich, ähnliche Waren zu fabrizieren wie die Stettiner und es ist hauptsächlich Berlin, das rheinisch- westfälische sowie das Rügenwalder Wurstfabriken, auch die Absakgebiete sind fast dieselben, Die Arbeiterschaft bildet den fächsische Industriegebiet. größten Konsumentenkreis für Brechlersche Waren, von denen besonders die sogenannte Teemurst durch Banderolen fenntlich gemacht ist. Der Zentralverband der Fleischer ersucht größte Solidarität zu üben, damit sich auch diese Firma endlich zu tariflich geregelten Lohn- und Arbeitsbedingungen bequem+ ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Ern Reuter: Birffchaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Chlorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und. Sonstiges: Frik Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Botwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Sierzu 3 Beilagen, Unterhaltung und Biffen", Aus ber Film- Welt und Blid in die Bücherwelt. No WOHLFEILE NOVEMBER TAGE IN QUALITATS WAREN ZU AUSSERGEWÖHNLICH BILLIGEN PREISEN Israel SPANDAUER STR. 16 BERLIN C KÖNIGSTRASSE 11-14 Kleiderstoffe Reinwollene Streifen Kammgarn1.65 wolle, hervorragende Qualitäten, 1.85 Wirkwaren Damen- Schlupf beinkleider u. Popeline für Blusen u. Kleider, Mtr.. farbig mit gerauhter Innenseite... Rips, Epinglé, Rips reversible Rein- Herren- Beinkleider wollgemischt, Größe 4( Steigerung 0.20) 2.75 130 cm, bedeutend ermäßigt, Mr. 4.60 Herren- Hemden wollgemischt, Reinseid. Crêpe de Chine 3.35 Größe 4( Steigerung 0.25)... schwarz, weiß, farbig, 100cm... Mtr. 5.90 schwarz und farbig 5.90 Herren- Sockenkammgarn, plattiert 1.35 Köpervelvet 70 em....... 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Stubenhandtücher Halbleinen 0.85 Reinleiner 1.55 Streifenmuster 45x100 cm halbl. Drell 48x110 cm Küchenhandtücher 45x100 cm 0.90 in. Diaper 1.15 .und.. Handarbeiten Tischdecke leichte Zeichnungen für Radio- Hörerinnen 110cm 3.95150cm4.90107.80 Bezeichnete Kissenplattenmit Rücken, auf weiß, schwarz oder farbig Leinen 1.95 od.Rips, Gr. 40X60, Durchschnittspreis Auf schwarzem Tuch, Größe 45x60 cm. 3.40 Kissenpolster dazu passend, weiß, mit Kapokfüllung 60 cm2.955 3.45 Prima Java- 40x em cm Wäschestoffe Kleine Stücke in gefälliger Aufmachung Wäsche- Batist Halbmake 80 cm 10 Meter- Stück 8.80 Batist- Madapolam Halbmako 80 cm.. .... 10 Meter- Stück 8.80 Linon mit Leinenglanz 80 cm.... 10 Meter- Stück 8.80 ... 10 10 Meter- Stück 8.80 Renforcé mittelschwer 80 cm Damenwäsche mit Stickerei- Ansatz 1.65 Taghemd Achselschluß m. Stick- Ansatz 2.10 Nachthemd mit Stickerei Ansatz 3.75 Hemdhose mik Ansatz Prinzeßrock m Einsatz 2.95 Matinee aus farbigem 3.25 Crêpestoff... 3.50 Beinkleid mit Hohlsaum 1.65 Untertaille mit Stickerei- Ansatz Damenkleidung Kasack aus vorzüglichem gewirkten Wollstoff 12.50 mit Tresse garniert.. Kleid aus reinwollenem Foulé, reich mit Pelz besetzt.. 29.00 Kleid aus reinseidenem Crape de Chine mit Perl 39.00 Stickerei 1.65 Mantelvorzüglicher reinwollener Velours de laine Biberette- Pel.besatz 39.00 Mantel aus vorzüglichem Wollplüsch, ganz 59.00 auf Futter.... Mantel aus vorzüglichem Sealplüsch, ganz 75.00 gefüttert.......... www.Ein Posten: Haar- Velours- Hüte in vielen Farben 2.90 und Formen... Herrenkleidung Sakko- Anzug reinwoll Twill, marineblau 68.00 Sport- Anzug kleingemustert, mit kurzem und langem Beinkleid. 54.00 Ulster aus gutom Stoff, zweireihig, mit Rückengurt 68.00 Taschentücher Damentücher weiß Batist mit Hohlsaum, Langette und gestickter Ecke, oder mit Plattstichecke und Hohlsaum Durchschnittspreis....... 6 Stück 0.95 gewebten Kanten, Durchschnittspreis 6 Stück 1.15 Herrentücherweiß m. Kordelkante 1.45 Weiß Linon mit Ripskante oder bunt einod.m.bunt eingewebt.Streifen, 6 Stück Durchschnittspreis........ 6 Stuck 1.95 Hohlsaum Paletot marengo oder schwarz mit Samtkragen 78.00 Hausjoppe Schalform, 12.50 mit Agraffe und Verschnürung. Schlafrock Flausch stoff mit A graffe 28.00 aus Gardinen gestopftem Fries und Spitze... reicher Falbvorhang mit hand- 13.50 Halbvorhang ganz Filet, mit 25.00 Etamine- Garnitur buntfarbig, big.14.50 Etamine- Garniturmit antiken 1 Flügelbreite 90 cm Motiven atiken 18.00 Madras Kunstscide, 130 cm... Mtr. 5.00 Rc. 541 ♦ 42. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 15. November 7H25 Im Dorfwirtshaus hämmert das elektrische Klavier die tm- sterblichen.Bananen", um die Feuer der HoUentoUenlraale singen waschechte Neger von den.Bananen", zwischen den Sursn de»®e» bets kann sich der Gebetsruser aus dem Turm der Moschee nicht enthalten, leise die.Bananen"zu summen, selbst indische Tänzerinnen üben nach don Bananen. Das war die Situation vor etwa einem Jahr. Es schien damals beinahe, als ob das Dananenlied zu einer ollgemeinen Lölterversöhnung führen sollte. Im Zeichen der B.r» nanen umarmten sich Hakenkreuz und Sowjetstern, und sicherlich wird auch dos Bananenlied aus politischen Konserenzen gespielt worden sein, um den streitenden Ministern zu beweisen, dah ein Lied fämlliche politische und vilkisch« Gegensätze überbrücken kann. ein neues Westevangelium war gefunden und bereits nach einem Jahr vergessen worden, und heut« wird dieses Lied kaum noch er- wähnt. Gasienhauer verschwinden ebenso schnell, wie sie auftauchen. Dies ist der Tribut, den sie ihrer grohen Beliebtheit opfern müssen; abgesehen davon, verdienen ihre Verfasser in visier kurzen Spann« mshr als die Schöpfer unsterblicher Werks während ihre« ganzen Lebens. Auch der Gassenhauer ist. industrialisiert worden, der moderne Geschäftsgeist hat aus ihm einen blühenden Erwerbszweig gemacht. Wie Ford die West mst Automobilen versorgt, so ver» sehen einige konjunkturtüchtlge Menschen, denen nichts weiter als eins Melodie aus drei Tonen einzufallen braucht, ihr« Mitmenschen mst Schlagern. Gasstnhauermonufaktur. Die asten Gossenhauer sollen aus der Straße entstanden sein. Das Wort bedeutete ursprünglich nach einer Erkläruna. dt« letzten» Professor Friedländer in seinem Bortrag.Gassenhauer und Volkslied" anläßlich der Tagung des Ausschusses zur Bekämpfung der Schmutzliteratur gab, Gasjentreter(ha»«n-g«ben, treten), dann Tanz auf der Straße, und schließlich das Lied selbst, das während der Nacht auf der Straße gesungen wurde und meist Liebesaben» teuer behandeste. Diese Lieder, die keineswegs mit Volksliedern zu verwechseln sind, entstanden jedenfalls aus einer gewissen Aus- druckssehn sucht, der aber die Fähigkeit zu richtigem Ausdruck fehlte, und die sich manchmal ins Stammeln verlor, ins sinnlose Wieder» holen«In und desselben Worte«:.Hussa, hussa, je, se, do. do" und so ähnlich. Friedländer bezeichnet diese Art als Stumpfsinnslicds,'. Damit scheint sich allerdings der Kreis der Entwickstmg zu schließen. denn der neueste Schlager gesällt sich ebenfalls darin, sinnlos einige »Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, Wo ist denn mein Schatz geblieben? Ist nicht hier und ist nicht da, Ist wohl In Amerika." Aber immerhin lag der Fall früher anders. Selbst in dem Gassen- Hauer: .Als der Großvater die Graßmuster nahm. Da war der Großvater ein Bräutigam." Als der Großvater die Qroßmatter nahm... mit dem parodistischen Refrain„ins Bett, ins Best, ins Federbett", der übrigens Beethoven zu dem Rondo in der Waldsteiusonate anregte, liegt doch ein Ausdruck, sowohl in Worten, als auch in der Musik, nämlich der einer satten, behaglichen Lebensftimmung. Heute sehst jeder Ausdruck, der moderne Schlager will keinen Ausdruck geben, er ist nicht aus einem gewissen Ueberschwang erstanden, er bleibt errechnet. Mit Müh' und Not ist eine Melodie gesunden worden, die zu einem Schlager ausgewalzt wird. Verband man ehemals mit dem Wort Gassenhauer rie Begriisc abgedroschen, abgeleiert, so kann man beute vergeblich Worte suchen, dtc man mst «chkager verknüpft. Die meisten Opereltenkomponisten können ihre musikalischen Einfälle überhaupt nicht instrumenliercn, meistens tun dies Musikschüler der Kompositionskiasse. Den Verfassern genügt«s vollkommen, wenn sie eine Melodie gesunden haben, die durch- schlagenden Erfolg verspricht. Am diese Melodie wird dann die Operette oder die Revue hcramkompaniert. Was dabei heraus- kommt, zeigt dieses sogenannte Kunstgenre mit erschreckender Deut- kichkett. Immer tiefer sinkt der Gassenhauer oder der Schlager, wie man ihn heute nennt. Von.Flscherin, du Kleine" bis„Warte, warte nur«in Weilchen!" ist ein weiter Weg. Manchmal allerdings wird mich eine ausgezeichnete Komposition wie„Leise, ganz leise llingt's durch den Raum" oder wie der Csardas aus Kalm.anns „Esordaefürftin" zum Schlager. Aber das bleiben Ausnahmen. Zlllei- dings darf hier nicht verallgemeinert werden. Ein For, ein Blues oder Tango. von einer echten Jazzband gespielt, kann auch ein Erlebnis fein. Viele modernen Gassenhauer haben einen Zichyih- mus, der tatsächlich der des modernen Lebens ist, aber schließlich gc- nügt nicht eine scharfe Rhnthmisierung, wenn die Melodie albern ist. Tatsächlich gibt es Schlager, die nur aus drei Töne« bestehen. die variiert werden, Musterbeispiele für die Einjollslosigkeit dieses Genres. Da« Volk selbst verhall sich passiv. Es nimmt willig die Sachen hin. die ihm geboten werden, hin und wieder macht es einen eindeutigen Text noch eindeutiger oder schiebt, wenn irgendeine Begebenheit es besonders interessiert, der Melodie einen neuen Text unter, wie in diesem Falle: „Warte, warte nur«in Weilchen, Bald kommt Haannann auch zu dir, Hackt dir ab fre tieinen Belnchen Und macht Schabefleisch aus dir!" Was man auch gegen diese Ilmrcstnltung einzuwenden ha!, jeden- falls ist sie nicht die Limonade, ans der der Originaltext besteht. Vergleicht man die alten Gassenhauer mit den modernen Schlagern, sa fällt vor altem dieses Moment aus: die alten waren ebenfalls mit Erotik geladen, aber sie betonten dies offen, in ihnen war noch etwas von der Derbheit des ländlichen Leben«, während die neuen durch Versteckiheit schlüpfrig sind, alles wird eindeutig umschrieben uns in leicht durchschaubare Symbole gekleidet. Allerdings scheint der Schlager sich augenblicklich in einer Krise zu fccsinden. Neben Schlagern in der Art des Bananenliedes gibt es andere, die An- strengungen inachen, kindlich harmios zu sein, wie z. B. die beiden auegezeichneten Schlager von Nelson und Rosen.Wenn du meine 18Z Die Passion. Roman von Clara vieblg. Aber die Sonntage waren doch schön. Am schönsten, wenn die Wilkowskis allesamt ausgegangen waren. Dann faß Olga am Fenster, wo die Nähmasthine stand, und schnitt und heftete und rasselte daraus los, und ihr zu Füssen auf einem Fussbänkchen sag die kleine Eva. Sie'hatte sich Lappen zusammengesucht, die von der Arbeit der Mutter abgefallen waren, und versuchte damit ihr Badepüppchen zu betleiden. Sie war noch recht ungeschickt. Immer neigte sie den Kops dgbei ein wenig auf die Schulter und guckte nur mit dem einen Auge. Od das Kind nicht mit beiden Augen gleich gut sah? Nun fiel es Olga doch aus.„Sieh mich mal an, Evchenl Guck mal ganz gerade!" Das Kind hob gehorsam die Augen zur Mutter, gross«, hasclnussbravne, von dichten Wimpern umsäumte Augen. Waren sie nicht wie Sterne? Der Blick Olgas verlor sich hinein. Gan,z so waren die Augen jenes Einen gewesen, den sie einst lieb gehabt hatte, den sie jetzt nicht mehr liebte, aber an den sie doch immer erinnert wurde, wenn sie ihre Eva ansah. Sie seufzte, ihr Blick wurde träumerisch, verschwamm in der Erlnnening. Sie hatte das Fenster ein wenig ostcn, unten auf der Strasse war heute kein so großer Verkehr, durch den Spalt des Fensters zog die Luft unverbraucht und rem. Olga ließ die Hände in den Schoß sinken, für Minuten schloß sie die Augen— Bilder kamen. Bilder ksingen. Kein Ge- rausch war im Zimmer. Jetzt gehörte die Wohnung ihr aanz allein, ihr und ihrer Eva: setzt saß sie in der eigenen Stube, im eigenen Heim. O, wenn sie das haben könnte, ein eigenes Heim, ein ganz Zu-Hause-sein kür Et«! Ein Zuhause, das bitte sie«mst gehabt, das hatte sie verloren: jetzt erst, min sie es nicht mehr hatte, erkannte sie seinen Wert. Aber ihr« Eva sollte ein Zuhause bekommen. Wie sie das machen sollt«, das wußte sie freilich zur Stunde noch nicht. Ob ihr Vater das Kind wohl bei sich aufnehmen würde? Wenn die kleine Eva, den Kopf auf die Seite geneigt, einen mit ihren grossen Augen bittend ansah, wer konnte da widerstehen? Der Gross» vater sicher nicht. Olga hatte immer gehört, daß die Enkel mehr vermögen als die eigenen Kinder: mit ihnen ist für die Allen die vergangene Jugend noch einmal wieder da, und die wachwerdenden Erinnerungen sind schön, schöner als die Wirt- lichkert damals gewesen, so schön, daß auch ein hartes Herz schmilzt, sich auftut in Liebe. Und der Vater hatte ja kein hartes Herz. Es war Olga, als müsse sie jetzt gleich, sofort an ihren Vater schreiben:„Nimm meine kleine Eoa bei dir auf! Sie ist unschuldig, sie kann ja nicht dafür, dass ich dir so viel Kummer gemacht habe." Es zog sie gewaltsam vom Sitz. Ihr Fuss ließ das Treten an der Maschine, ihrer Hand ent- glitt der helle seidige Stoff, aus dem sie für Gretchsn ein Tanztleidchen nähen sollte. Da, da ans dem Bücherbort der kleinen Wilkowski stand das Timensaß nebst der Feder, mit der Albert feine noch recht mongelhasten Aufsätze schrieb: mit dieser Feder mußte sie ihre Schuld hinschreiben, ihre Neue und ihre grosse flehentliche Bitte. Schon sprang sie aus, da faßte die kleine Eva sie am Kleid: ,Kuss! und hob zärtlich das blasse Gesichtchen zu ihr auf. Da riß sie das Kind auf ihren Schoß und üderschauerte es mit ihren Küssen, mit den heißen Küssen einer einsamen Frau, die noch jung ist und nach Liebe verlangt, und doch auf der Welt nichts anderes hat als dieses einzige kleine Wesen. Sich von dem Kinde trennen?! Es durchzuckte Olga mit plötzlichem Schrecken: würde ihr das.möglich fein? Zum Besten Evas mußte sie es tun. Dort beim Bater in den rein» lichercn Emben, in der fricdsscheren Wohmma. in der Luft, die so viel beller, so viel gesünder war, würde Eva ganz anders gedeihen, als in der Lust der Aleranderstraße. wo es von der ewig belebten, durchlärmten Strasse oft stickig zu ihr heraufstieg, anders als in der Wohnung, drin echt Berliner Kinder so merkwürdig klug schon mit dreinredeten und alle neuen Couplets auswendig kannten. Ja, sie muhte das Opfer bringen: und wenn ihr das Hm darüber brechen sollte! Sie sah sich schon einsam durch die Strassen schleichen, ganz einsam, sie freute sich nicht mehr auf den Sonntag, den ein- zigen Lichtglanz zwischen eintönig grauen Tagen, sie sah sich nur arbeiten, immer nur arbeiten— aber sie tat es ja für ibr Kind, für ihr über alles geliebte Kind. Ge preßte ilfte Lippen auf die klein« Stirn und hauchte auf die weichen blonden Haare, die unter ihrem Atem sich kräuselnd hoben. Und die kleine Eva streichelle mit dünnen Händchen das heiß« Gesicht der Mutter. Sehr ernstbait war sie immer, aber heute blühte ein Lächeln auf ihrem Gesicht, so jung sie war, heute empfand sie— es mochte unbewußt sein— schon voll die Mutterliebe. Und sie sonnt« sich darin. Der Brief an den Vater war doch nicht so leicht zu schreiben. Olga war am Sonntag nicht mehr dazu gekommen. Erst hatte sie zu lange ihr« Eva auf dem Schoß gehalten, sich ganz versenkt in die, und dann waren die Wilkowskis nach Hause zurückgekehrt, die stille Wohnung war auf einmal voll Unruhe imd Lärm. Mit einem seltsamen Zwiespalt in sich war sie dann fortgegangen. Im Augenblick, in dem sie mit dem Bruder allein war, hatte sie ihm von ihrem Enischluss gesprochen, den Vater zu bitten, Eva zu sich zu nehmen.. „Wozu, weswegen?" hatte Stefan gesagt.„Hat sie esf denn hier nicht sehr gut? Ich weiß nicht, was du noch willst!" Er war förmlich beleidim. Sie hatte Mühe gehabt, tum das Eekränktsein auszu- reden. Es war wahr, er hatte ganz recht, sie waren alle gut zu Eva, selbst Frau Ella. Wenn diese aus ihre zwei Jüngsten dreinschiug, so bekam Eoa nichts ab: sie wurde weiter gor nicht in Betracht gezogen. Das war es ja eben, sie kam nie in Betracht. Sie lief nebenher, sie war ein Anhängsel, sie wurde geduldet. Und das wollte Olga nicht. Ihre Eva sollte nicht bloß geduldet sein, ihre Eoa sollte Kind im 5)ause sein, wie andere Kinder auch. Ein Faktor sein, mit dem man rechnete, der Pol, um den sich das Leben drehte. Sie wollte Liebe, sehr viel Liebe für ihre Eva. Aber würde sie beim Großvater all das sein, all das finden, was das Mutterherz für sie verlangte? Zweifel, Befürchtungen, plötzliche Bedenken durchwogten Olga, sie schlug sich mit ihren Gedanken herum. wie ein Fechter mit seinen Gegnern: und sie kämpfte auch gegen das eigene Herz. Nur der Gedanke, dass der Dater„Nein" sagen könnte. der kam ihr nicht. Aber er sagte„Nein". Das heisss, er sagte es nicht so, wie man es sonst wohl sagt— sein Tod sagte es. Noch war kein Brief Olgas zu ihm gelangt, noch keine bittende Anfrage, da lag der alte Wilkowski des Morgens tot im Bett. Die Witwe, die ihm, seitdem Olga fort war. den Haushalt führte, fand ihn so: die Hände auf der Brust ge- faltet, das Gesicht ganz friedlich, das Bett nicht verwühlt- Ein- geschlafen, hinübergegangen ohne Kampf. Olga war ausser sich. Ein Telegramm berief l'-n Sohn. Sie wollte mitfahren: mit, nur mit, nur einmal noch ihren lieben guten Vater sehen! Aber Stefan wehrte. Und als sie die Unnötigkeii ihrer Reife nicht einsehen wollte, wurde er deutlich. Nein, er wollte sich mit ihr nicht da sehen lassen, wo jedermann ihn kannte, wo alle in der kleinen Stadt ganz genau wußten, was sie so lange vom Vater ferngehalten hatte. Sie mußt« ihm auch jetzt fernbleiben, sie konnte nicht hinter seinem Sarge gehen! Aber er würde still einen Kranz für sie niederlegen,'sie konnte hier in Berlin den größten kaufen, den sie auftreiben konnte, er wollte ihn für sie mitnehmen. ______________________ lFortsetzung folgt.): Tanie siehst, ich laß sie grüßen" oder„ Wenn ich nicht folchen Dalles hätt! Daneben geht aber eine andere Richtung völlig ins Sinnlose, fie beschränkt sich auf eine Neuauflage der alten Stumpffinnslieder. Sexualität und Gefühlsduselei. Benn in einigen Gaffenhauern Serualität mit Offenheit betrieben wird, so erscheint sie in anderen unter einem diden Zuderguß. Hierzu gehört besonders das vor einigen Jahren in allen Rabaretts bei gedämpfter, roter Beleuchtung gesungene Nur eine Nacht sollst du mir gehören bis zum Morgenrot!" Bei dieser Art fehlt der prickelnde Rhythmus, fie ist ganz auf Kleinmädchenromantik gestellt. Die Musit ist im Dreivierteltatt gehalten und erinnert immer entfernt an den prachtvollen Drigoschen Boston aus der Million des Harlefins" und an Tofellis Kitschserenade. Wollen diese Schlager immerhin auf die Gefühlsnerven wirken, so hat es eine andere harmlose Gruppe allein auf die Tränendrüsen abgesehen. Schon zu Goethes Zeiten gab es verschiedene Ergüise dieser Art, beren befanntestes Ich liebte nur Ismenen" ist. Bielfach lehnen fich diese sentimentalen Gassenhauer an Boltslieder an. Gefällige Musikanten und Schreiber machten sie dem gebildeten Böbel mund gerecht, indem sie Unregelmäßigkeiten des Metrums änderten und den gestrafften Aufbau auflösten. Alles erhielt einen weichen, ge Eckener in Berlin. Der Ortsausschuß der Zeppelin- Edener- Spende veranstaltete gestern in der neuen Autohalle am Kaiserdamm eine Zeppelin Ccener- Feier. Lange vor Beginn der Feier war die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach einigen Musikstücken des Deutschen Tonfünstlerorchesters sprach Friedrich Kayzler einen Prolog von Gerhart Hauptmann. Nach weiteren Darbietungen des Berliner Sängerbundes ergriff Oberbürgermeister Böß das Wort zu einer Begrüßungsansprache für Dr. Edener. Dann betrat Edener, von nicht endenwollendem Beifall be grüßt, das Rednerpult, um zu einer längeren Ansprache das Wort zu ergreifen. Er dankte zunächst den vielen Erschienenen für den ehrenvollen Empfang und leitete bescheiden den Dank über seine Berson hinaus auf das Berf Zeppelins. Er stehe heute als ein Luftschiffes und zur Erhaltung der Friedrichshafener Werft zur Ver. Bittender vor dem Bolte, das ihm erneut die Mittel zum Bau eines Arbeiterwohlfahrt. mochte nicht zu erklären, warum er die Angelegenheit nicht offent behandelt hatte. Gegen 4 Uhr erschienen noch 11 weitere 3Zeugen, deren Bernehmung aber auf Montag verschoben wurde. Zu einem 3usammenstoß zwischen der Verteidigung und dem Staatsanwalt tam es, als der Sachverständige Stine ner erschien, der vom Staatsanwalt für befangen erklärt wurde, Der Gerichtshof zog sich zu einer furzen Beratung zurück und er fuchte dann den Staatsanwalt, die Ablehnung des Sachverständigen schriftlich zu begründen. Der Gerichtshof wird sich am Monicg entscheiden, ob er den Sachverständigen für befangen hält oder nicht. Die Verhandlung wurde schließlich auf Montag vormittag vertagt. Der„ Fall Hau". Die Gründe für eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Zu dem Haftbefehl der Karlsruher Staatsanwaltschaft gegen Dr. Karl Hau erfahren wir noch von unterrichteter Seite, daß es bisher nicht feststeht, daß Hau, wie vielfach verbreitet wird, ins Ausland geflüchtet ist. Richtig ist, daß er sich auf keinen Fall den Behörden stellen wird. Hau, weilte noch vor kurzer Zeit mehrere fälligen Ablauf: Musik und Text find von einer unerträglichen Senti- Sozialbeamtinnen- und Kreisleiter Konferenz Wochen hindurch in Berlin, um hier mit ſeinem Rechtsbeistand mentalität. Die Tränen fließen ständig. Als Glanzstüd dieser Art fann das Lied vom„ Stolzenfels am Rhein" gelten. Aber auch„ Der Böhmerwald"," An der Weser" und " Der schönste Plag, den ich auf Erben hab', Das ist die Rasenbant am Elterngrab haben so grimmige Reize. Und das schöne Lieb Müde tehrt ein Wanderer zurüd ist von prächtiger, ungewollter Komit, besonders in den beiden Bersen: ,, Und bei feber Blume, die sie bricht, Rollen die Tränen ihr vom Angesicht!" Wie es dazu kam. Gaffenhauer hat es sicherlich gegeben, solange es Menschen gibt, aber noch nie ist eine solche Hochflut wie heute nachgewiesen worden. Jeder Tag wirft neue auf den Markt. Die Schnellebigkeit, das Tempo der Gegenwart zeigt sich auch hierin. Das Volk wollte immer fingen und will es heute noch, aber woher soll es die Lieder nehmen? Lebt in den alten Boltsliedern nicht eine ganz andere Weltanschauung, find sie nicht Ausdrud eines anderen Lebensgefühls? Schließlich singt der Mensch doch nur, was heute noch in feiner Seele lebendla ift. Das Bolt will tanzen, wo aber sind die Tänze, die es braucht? Wenn heute in der Jugendbewegung die alten Boltstänze zu neuem Leben erwachen, dann sind sie lebender Ausdrud dieser jungen Menschen, aber sind sie auch lebender Ausdruck für die anderen? Kann heute der Ländler 3. B. Fox, Shimmy oder Tango verdrängen? Selbst der ruhige Dreivierteltatt des Walzers entspricht dem Wesen der Gegenwart taum( übrigens wurde auch der Walzer einmal als unfairer Tanz angesehen). An sich brauchen For, Scotsch Espagnol, Tango und Blues durchaus teine Bassenhauer zu sein, fie werden es erft durch die Blödsinnigkeit des Tertes und durch die Armut der Musik. Der Grund, warum ber Gaffenhauer heute so herrschend ist, liegt hauptsächlich darin, baß bedeutende Musiker faum noch Tänze oder zeitgemäße Lieder fomponieren, ein Mozart schrieb Candler, ein Strauß Walzer, wer schreibt heute aber von den Großen Fortroffs? Die Kluft zwischen Komponist und Rolf ist heute beinahe unüberbrückbar. Die große Mufit gefällt sich in der Bose des Erhabenen, Tanz und vollsmäßiges Gegenwartslied bedeuten für sie Niederungen, in die fie nie hinabsteiat. Auf der Tagung des Bundes zur Bekämpfung des Schundes in Literatur und Musit schlok Profeffor Dr. Schunemann sein Referat über Kultur und Gaffenhauer mit der Frage: Wann werden fich die Großen um das Bolt fümmern? Bann merden sie einmal Tanz- und Hausmusik schreiben? Erst dann fann man ein Abebben des Ritsches erwarten. Erit wenn im Menschen wieder ein Gefühl für musikalische Qualität burch fluge Erziehung geschaffen wird, kann man vielleicht hoffen, daß Gaffenhauer in der Art des Bananenliedes feinen Siegeszug antreten werden. Heute aber wieder auf das alte Boltsmäßige zurüdgreifen, bedeutet im Grunde eine absolute Umstellung des Lebensgefühls, wie sie sich in der Jugendbewegung zu vollziehen beginnt. Der Potsdamer Prozeß. Schluß der Beweisaufnahme. am Montag, den 16. November, abends 7%, Uhr püufflich Zimmer 109 des Berliner Rathauses, Eingang Jüdenstraße Tagesordnung: 1. Bortragsreihe für Fürsorgerinnen und Helfer. 1. Abend: Berufs lage der Fürsorgerinnen. 2. Abend: Die Familienfürsorge. 3. Abend: Fürsorge für Obdachlose( einidl. Gefangenenfürforge und Fürsorge bei ben Polizeiämtern). Berichterstatterin: Genoffin edwig Badenheim. 2 Caufende Arbeit. Berichterstatterin: Genoffin Toden bagen. 3. Der Entwurf eines Gefehes betr. Das Recht des unehelichen Kindes. Berichterstatter: Genosse Stadtamtmann Müller. fügung stellen möge. Er, Edener, richte in diesen Tagen an das deutsche Volk die Frage, ob es willens sei, ihm die Betriebsmittel für die Erhaltung der Friedrichshafener Werft und für den Neubau Mißverständnisse zu beseitigen. Das neue Luftschiff solle im Grunde cines Zeppelins zur Verfügung zu stellen. Es gelte allerdings einige dem Weltverkehr dienen, denn er sei überzeugt, daß das Flugzeug niemals imftande sein werde, so gewaltige Entfernungen mie ein Luftschiff zu überwinden. Das wissenschaftliche Ziel eines neuen Zeppelins aber sei die Ausmuhung der vorhandenen regel mäßigen Windströmungen bzw. Bassate zur Erzielung einer Fahrt geschwindigkeit, von der man sich heute faum einen Begriff machen solchen Luftschiff in 12 bis 13 Tagen um die Erde zu tönne. Es werde in Zukunft zweifellos möglich sein, mit einem fahren. Zum Schluß wünschte der Redner dem deutschen Volke die Kraft, das begonnene Wert auch glücklich zu vollenden. Seiner Rede folgte langer Beifall. Pompiedi für die Wissenschaft und Dr. Mettger für die Es schlossen sich weitere Begrüßungsworte an. So sprach Reftor Berliner Bresse. Dann nahm die Feier ihren Fortgang und fand gegen 11 Uhr, nachdem Dr. Eckener noch einmal unter lautem Bei fall ein furzes Schlußwort gesprochen hatte, ihr Ende. Reichsbahn gegen Rota- Werke. 2. Berhandlungstag im Betrugsprozeß. Dr. Alsberg das kommende Gesuch um Einleitung eines. Wiederaufnahmeverfahrens zu bearbeiten. Dieser Antrag wurde bisher deshalb noch nicht eingereicht, weil weiteres Material hinsichtlich schießtechnischer und gerichtsärztlicher Gutachten beschafft werden soll. Hau hat dabei immer betont, daß er vor der Welt und vor allem auch vor seiner einzigen Tochter gerechtfertigt dastehen wolle, und daß er sein Kind nicht eher wiedersehen wolle, bis er den Gegenbeweis der Mordanflage erbracht habe. Tatsächlich hat bisher seit der Entlassung aus dem Zuchthaus feine Begegnung zwischen Bater und Tochter stattgefunden. Das tommende Wiederaufnahmegesuch wird sich auf eine Reihe von Fehlern stüßen, die nach Ansicht der jetzigen Verteidigung Haus in jenem Prozeß im Jahre 1907 gemacht worden sind, und zwar minal- technischer und psychologischer Natur. Zunächst wird darauf neben weniger bedeutungsvollen prozessualen Fehlern solchen fri hingewiesen, daß damals die gerichtsärztliche und schießtechnische Wissenschaft nicht auf der Höhe stand, die sie heute erreicht hat, und schiefes Bild ergeben habe. In jenem Prozeß hatte die Schwäs daß deshalb in wesentlichen Punkten die Beweisaufnahme ein gerin Haus, Olga Molitor, befundet, fie sei an dem fraglichen Abend mit ihrer Mutter die Lindenstaffeln in Baden- Baden hinuntergegangen, dabei hätten sie Schritte hinter sich gehört, so daß sie von Furcht ergriffen seien, ohne daß sie sich aber nach der sie verfolgenden Berson umgedreht hätten. Plöglich sei dann der Schuß gefallen, der ihre Mutter zu Boden streckte, und nun habe sie, Olga Molitor, verständigen war der Schuß aus allernächster Nähe, aus einer Enteinen davoneilenden Mann gesehen. Nach dem Gutachten der Sachfernung von 20 bis 50 Zentimeter, abgegeben worden, war von hinten lints seitlich 7 Zentimeter unter dem Schulterblatt eingebrungen. Die Kugel hatte mit der Richtung leicht nach rechts oben aufnahme des Verfahrens wird nun darauf verwiesen werden, daß den Körper wieder verlassen. In der Begründung für eine Wieder diese Feststellungen eine geradezu unmögliche Stellung ergäben, aus der heraus von dem angeblichen Täter der Schuß abgegeben sein soll. Die heutige Wissenschaft dürfte möglicherweise aus diesen Festftellungen ganz andere Schlüsse ziehen, als es damals der Fall ge wesen sei. Damals find die verschiedensten Deutungen über den Urheber jenes tödlichen Schuffes aufgefommen. Ob diese Gefichtspuntte und insbesondere der seinerzeit ebenfalls geäußerte Berdacht gegen Olga Molitor in dem Wiederaufnahmegesuch eine Rolle spielen wird, steht noch dahin. Bemängelt wird weiterhin, daß eine eingehende Besichtigung und Durchsuchung des Tatortes unmittelbar nach der Tat verabsäumt worden sei. Einen weiteren wichtigen Punft wird der Antrag in der Aus fage einer Frau Eifele erblicken, die damals als einzige Beugin befundet hatte, daß sie vor dem Schuß einen Herrn in eine Droschke habe steigen sehen, der Hau gewesen sein fonnte. Das Gericht war damals der Ansicht, daß diese Zeugin einer Suggestion erlegen fei. Nunmehr haben sich aber Zeugen gefunden, die befunden, daß Frau Gisele bereits am Tage der Tat mit dieser Behauptung aufgetreten sei, so daß also von einer späteren Suggestion kaum die Rede fein fonnte. Diese Hauptpunkte und eine Reihe weiterer Einzel beziehen, würden in ihrer Gesamtheit die Grundlage für den Wiederaufnahmeantrag bilden, der eingehende rechtliche Darlegungen über die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme enthalten wird. In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, daß nach Burückweisung der seinerzeit eingelegten Revision durch Urteil des Reichsgerichtes vom 15. Oftober 1907 ber damalige Verteidiger Haus, Rechtsanwalt Dr. Dieg- Karlsruhe, bereits im Sommer 1908 ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt hatte, was aber zuerst von der Karlsruher Straffammer am 16. Juni 1909 und dann vom badischen Oberlandesgericht am 27. Juni 1910 abschlägig beschieden wurde. Am zweiten Verhandlungstage in der Berufungsverhandlung in dem Betrugsprozeß der Reichsbahn gegen die Rota- Werte por der 4 Straffammer des Landgerichts III wurde das Verhör des Ueberwachungsbeamten und Eisenbahningenieurs Rau fortgesetzt. Er blieb bei seinen ersten Angaben und versicherte wiederholt, daß er fich streng an die Vorschriften der Reichsbahn gehalten habe. Der Mitangeflagte Kaif er suchte alle Schuld von sich abzuwälzen und belastete im Verlaufe der Bernehmung immer wieder Rau. Kaiser 500 Stunden fommen, sollten die übrigen Stunden auf leichter bebehauptete, daß Rau gesagt hätte, wenn auf einen Wagen mehr als schädigte Bagen geschrieben und verrechnet werden. Direktor März bekräftigte diese Aussage, während Rau fie nach wie vor energisch bestritt. Dann wurde auf die Luftwagen" eingegangen, zu deren Verrechnung die Unterlagen, wie z. B. Beschädigungsberichte, Maheiten, die sich auf verschiedene Dinge des Verfahrens gegen Hau terialienzettel usw. gefälscht werden mußten. Wer diese Fälschun gen gemacht hat, fonnte der Angeflagte Kaiser nicht beantworten. Auch die anderen Angeklagten wollten über den Ursprung der Luftmaggons" nichts wissen. Es trat dann eine furze Pause ein. Nach dieser wurde der Angeklagte Kaiser vor die Barriere gerufen und der Anklagevertreter erklärte ihm, daß das Gericht seinen AnMonate Gefängnis erhalten habe und da er jetzt mit seinen Aussagen häufig wechsle. Der Anklagevertreter bezichtigte Kaiser der bewußten falschen Aussage und fragte, ob er etwa jetzt von den Rota- Werfen etwas erhalten habe. Kaiser verneinte das. Nach der Vernehmung Kaisers wurde der Hauptange. flagte Direttor März einem eingehenden Verhör unterzogen. Seine Aussagen ließen erkennen, daß das Werk nur mit Hilfe der Bahngelder seinen Aufbau bewerkstelligen konnte. Dann wurden die Betrugsmanöver aufgezählt, die der Rota" zur Last gelegt werden. Dabei bestritt Direktor März, daß fingierte Lohnstunden verrechnet worden seien. Er handle sich nur um tatsächlich gearbeitete Lohnstunden. Der Zeuge und Sachverständige der Reichs bahn Schubert gab darauf einige Aufschlüsse. Er war seinerzeit noch Ueberwachungsbeamter bei der Reichsbahn und hatte die Rechnungen zu prüfen. Dabei stellte er die ersten Unregelmäßigkeiten fest. Er behauptete u. a., daß nach seiner Rechnung 259 Lohnstunden in Anrechnung gebracht worden waren, daß aber bei einer Besichtigung, die erst eine Woche später erfolgte, nur 130 Stunden tatsächlich geleistet waren. Ein ähnliches Mißverhältnis, das Direktor März. auf irrtümliche und falsche Buchungen zurückzuführen wissen wollte, wurde noch bei elf weiteren Güterwagen festgestellt. Die Rechnun gen wurden zurückgewiesen und es sollten neue richtiggestellte Rechnungen angefertigt werden, die zuviel berechneten Lohnstunden wurden aber später auf andere Rechnungen verteilt, so daß in der Tat keine Verminderung erzielt wurde. Schubert sagte dann, daß nach seiner Auffassung das damals totfrante Staatswesen nur gefchröpft und zur Ader gelassen werden sollte. Er hätte das sofort gemerkt und hatte das Empfinden, daß bei den RotaWerfen unproduktive Arbeiten eingeschm ggelt werden sollten. Di. reftor März fonnte hierauf teine positive Antwort geben und ver Nach fiebentägiger Berhandlung ist Sonnabend die Beweisaufgaben mißtraue, da er bereits 1923 megen Urkundenfälschung fieben nahme im Prozeß gegen die Gräfin Bothmer geschlossen worden. Nachdem noch der Kaplan Fröhlich von der Bonifacius- Kirche Berlin, der die Beichte der Unbekannten entgegengenommen hat, vernommen wurde, tam der Schreibfachverständige Kohlmeier zum Wort. Dieser Sachverständige, den die Verteidigung durchaus abzu lehnen versuchte, hat den Brief der angeblich sterbenden Frau an ben fatholischen Pfarrer Warnke und auch den zweiten Brief, den der Geistliche von unbekannter Hand erhalten hat, geprüft. Als Unterlage dienten ihm ein Notizbuch mit Eintragungen und mehrere Briefe der Gräfin. Etwa zwei Stunden nahmen die Ausführungen des Sachverständigen in Anspruch. Er erflärte schließlich, daß die Angeklagte die Schreiberin der Briefe gewesen ist. Die Bereidigung des Regierungsrats Ludwig von Bothmer, des Grafen Adolf von Bothmer und des Frl. Elinor von Pourd zinski ist des nahen Verwandtschaftsverhältnisses wegen unterblieben. Bolizeihauptmann efter wurde megen Verdachts der Mittäterschaft am Polziner Diebstahl nicht vereidigt. Ebenso unterblieb die Bereidigung des Hausdieners Stangen wegen Begünftigung zum Bolziner Diebstahl. Damit war die Beweisaufnahme gefchloffen und am Montag um 10 Uhr beginnen die Plädoyers. Der Österreichisch- Deutsche Boltsbund veranstaltet am Montag, ben 16. Nov., abends 8 Uhr, im Ingenieurbause, Friedrich Ebert Straße 27, einen öffentlichen Lichtbildervortrag. Es gelangen 74 prachtvolle Lichtbilder( Wien und die Alpen, länder) zur Vorführung. Den anschließenden Vortrag bält Dr. Richard Mischler. Eintrittstarten zu 1 M. find an der Abendkasse zu erbalten, für Mitglieder des Wolfsbundes zu 50 Pf. auch im Schloß Bellevue. Funkheinzelmanns Weihnachtsmarkt. Ein prachtvolles Fest war es, das da gestern nachmittag im Großen Schauspielhaus gefeiert murde: eine richtige Kinderrevue gab es zu bestaunen, von Erit Charell war sie verfaßt und inszeniert, eine Revue mit Melodienklang, Tanz und Farbenpracht, mit Kino, Theater und Birtus. Wie leuchteten vieltausend Kinderaugen, als Funkheinzelmann( Hans Thiemig) den Peter und die Lotte auf die Weihnachtsreise durch die weite Welt mitnahm. Die Fahrt begann zu Haus, dann ging es auf der Rundfunkwelle nach Wien, Rußland, China, Afrika und endlich nach Tirol, dann ins Kino zur UfaWochenschau, hinein in den Zirkus mit seinen seltsamen Reitern, Seelöwen und in die ultige Schule der Clowns. Schließlich meldete sich der viel bepackte Funkweihnachtsmann( Alfred Braun) mit feinem oft gehörten Achtung- Achtung"-da ist des Jubeis tein Ende und begeistert eilen Hunderte und aber Hunderte von Kindern zu dem durch seine Stimme längst befannten ,, Onkel" auf die Bühne. Unter lärmender Freude verteilt er hübsche Geschenke. Nur zu schnell ist er ausverschenkt und mancher schmollt ein wenig, der nichts von ihm oder von seinen dienstbaren Geistern bekam, die schon vorher einen Marsch durchs Theater angetreten hatten; hierbei wurden die oberen Ränge, also die billigeren Plätze leider übersehen. Wenn das bei den fünftigen Aufführungen geändert und das Singen der von den Kindern in jeder Beziehung unverständlichen englischen Lieder vermieden wird, dann darf man wünschen, daß diese Revue von den Kindern aller Kreise gesehen und genossen werde. fie brauchen doch nicht zu frieren! Sie echt chinesischen Füllen Sie Ihre Betten mít Monopoldaunen 3-4 Pfund zum Oberbett. Die ideale Bettfüllung! 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Die zweite Ehe war von Anfang an unglücklich und die Eheleute trennten sich mit der Absicht, sich später scheiden zu lassen. Inzwischen hatte er, als er in Polen in Stellung war, die 20jährige Alice Bluth in Graudenz fennengelernt und Ende 1924 mit nach Berlin genommen. Zunächst habe ihm Alice immer versichert, daß es für sie nichts ausmache. daß er schon alt und verheiratet sei. Siz werde ihm treu bleiben, da sie es ja doch so gut bei ihm habe. Eines Tages aber fagte sie ihm:„ Du bist so dumm gewesen, mich nach Berlin mitzunehmen; jetzt brauche ich Dich nicht mehr. Was soll ich mit einem alten Manne? Ich habe einen jungen Burschen kennengelernt, einen Postschaffner, den ich liebe und der mich heiraten will. Seit dieser Zeit," so fuhr der Angeklagte fort ,,, habe ich an gefangen zu trinten. 14 Tage lang lauerte ich jeden Morgen auf Afice, um fie zu sehen, wenn sie auf Arbeit ging. Dann war ich für den Tag zufrieden. An dem verehängnisvollen 4. Juli hatte id) wiederum getrunken, und ich hatte solche Sehnsucht, wieder einmal mit ihr zu sprechen. Sie sagte mir aber höhnisch, fie wolle von mir nichts wissen, und lehnte troh meines Bittens und Bettelns jede Aus. sprache ab, ich sei ihr zu alt und solle mich zu meiner Frau scheren. Da verlor ich die Fassung, holte den Revolver aus der linken Tasche. Ich weiß nicht, wies gekommen ist, auf einmal hatte ich auf Alice brei bis viermal geschossen. Als sie zu Boden sant, richtete ich den Revolver gegen meine Stirn, war aber zu aufgeregt, so daß ich nur einen Streiffchuß erhielt. Erst auf der Polizeiwache fam ich zur Befinnung. Ich habe nie die Absicht gehabt, sie zu töten. Den Revolver hatte ich mir getauft, als Alice mir untreu murde, weil ich mich er. fchießen wollte, aber so leicht ist das nicht auszuführen." Auch im weiteren Verlauf der Verhandlung mies der Angeklagte immer wieder darauf hin, daß er nicht die Absicht gehabt habe, das Mädchen zu töten. Staatsanwaltschaftsrat Muth erblickte in der Straftat des Angeklagten einen Grenzfall des Mordes, nahm aber nur Tot= schlag an und beantragte, da die Bluttat auf offener Straße geschehen sei und ein blühendes 20jähriges Mädchen zum Opfer ge= fordert hatte, eine Strafe von 12 Jahren Zuchthaus. Das Schwurgericht fonnte sich dem nicht anschließen, trok mancher Momente. Ueberlegung anzunehmen, und verurteilte den Angeklagten baher nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlages. Durch das Berhelten seiner Geliebten sei er zweifellos gereizt worden und habe in dieser gereizien Stimmung die Schüsse abgegeben. Das Urteil lautete auf 5 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft. Die Strafe nahm der Angeklagte sofort an. Auch der Staatsanwalt verzichtete auf eine Revision, so daß das Urteil rechtsfräftig wurde. Arbeitersport. Fußballspiele. Die Arbeiterfunk- Ausstellung in Leipzig. Ceipzig, 14. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend nachmittag wurde in Leipzig die Deutsche Amateur- Funtausstellung, Deutschland, durch den Vorsitzenden des ARK. Hoffmann- Berlin Bernau gegen Beiten in Bernau, Bandliker Chauſſee. veranstaltet von der Ortsgruppe Leipzig des Arbeiter- Radio- Klubs eröffnet. Unter den vielen Gästen war auch Staatssekretär Bredow vom Reichspoftministerium. In einer längeren Ansprache wies er auf die Bedeutung des Rundfunks auch für die Arbeiterschaft hin. Seit den zwei Jahren des Bestehens des deutschen Rundfunks habe dieser eine Berbreitung gefunden, wie sie Don niemandem geahnt worden sei. Mit der Verbreitung des Runddie faum zu erfüllen seien. Dem Arbeiter- Radio- Klub wünschte er funts würden aber auch aus allen Bevölkerungsfreisen Wünsche laut, zu feiner Ausstellung vollen Erfolg. Seine Ansprache sowie die übrigen bei der Eröffnung gehaltenen Reden wurden durch die mitteldeutschen Sender verbreitet. Die Ausstellung selbst ist außerordentlich reichhaltig beschickt. Sturmverwüstungen im Riefengebirge. Reichenberg, 14. November.( WTB.) Im westlichen Teil des Riefengebirges hat ein furchtbarer Sturm tatastrophale Verwüstungen angerichtet. Auf den Wegen von Harrachsdorf- Neuwelt zum Kamme murde der gesamte Waldbestand umgelegt und auch in den Talorten schwerer Schaden verursacht. Jugendveranstaltungen. 9-1 Uhr, Raffierer und Revisoren, im Jugendheim Lindenstr. 3. Schulungstag für Funktionäre: Gonntag, ben 15. November, vormittags Heute, Sonntag, den 15. November: Rorboften 1: Fahrt nach dem Krämer. Treffpunkt 7 Uhr Alexanderplat. Zehlendorf: Schnikeljagd. Treffpunkt 3 Uhr Heide-, Ede Potsdamer Straße. Charlottenburg: Besichtigung des Ronsumgenossenschaftsbetriebes in Lichtenberg. Treffpunt 448 Uhr Bhf. Charlottenburg. Nachaugler 29 Uhr Frank. furter Allee. Brig: Besuch der Arbeiterwohlfahrtsausstellung in Charlottenburg, Fraunhoferstr. 12. Treffpunkt 410 Uhr Rathaus. Ab 6 Uhr abends ist das Heim im Rathaus geöffnet. Friedenau, Schöneberg I bis III und Weften: Alle Mitglieder treffen sich um 11 Uhr( nicht 11 Uhr) Rubens-, Ede Sauptftrake, zur Heimeinweihung. Wimpel und Mufitinstrumente mitbringen. Werbebezirk Kreuzberg: 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, Luftiger. Abend. Achtung, Jugendgenoffen im Werbebezirk Osten: Der Bildungskursus muß am kommenden Donnerstag umständehalber aus. fallen. Morgen, Montag, den 16. November, abends 7% Uhr: Der Jugendchor über wieder ab abends 7% Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortvag: ,, Das Handwerk im Mittelalter". Sermsdorf: Jugendheim Roonstraße, Bortrag: Was will die SAJ.?" Bildungskurse: Werbebzirk Wedding: Jugendheim Schönstedtftr. 1. Werbebezirk Dit. bahn: Jugendheim Lichtenberg. Doffeftr. 22. Werbebezirk Teltowtanal: Schule Steglis, Ringstraße. Werbebezirk Neukölln: Dienstag, ben 17. Sovember, abends 7 Uhr, tm Seim Canner Straße, Werbebegirtsveranstaltung. Bortrag: ,, Seguelle Frage". Sämtliche Gruppenveranstaltungen fallen aus. Es fpielen heute, Sonntag, folgende Mannschaften: Bezirk Norben, Abt. A. Nordista gegen Wader 02 auf dem Epersierplag in der Sájönhauser Allee. Arbeiter- Sportver ein 24 gegen Eisenspalterei auf dem Teutonia- Plas, Christianiastraße. Helvetia Brih in Bantow, Andreas- Hefer- Blag. Abt. B: Unton gegen Freien Rukballgegen Teutonia 09, Eperzierplak, Schönhauser Allee. Turnverein Pantow gegen verein Spandau 25 in Bantow, Maximilianstvaße. Fichte- Gesundbrunnen gegen Reinidendorf, Lindauer Straße. Borwärts gegen Fichte- Nord in Sennigsdorf. Minerva in Reinickendorf, am Schäferfee. Boruffia gegen Bittorio in Nathenaustraße. Abt. C: Einigkeit gegen Spandau 03, am Bahnhof Reperaid. Sportverein 22 gegen Arminia in Eberswalde. Wittenau gegen Staaten in Wittenau. Brieselang gegen Siemensstadt in Bricfelang. Bflichtfpiele: Tegel 24 gegen Abler 12 in Tegel. Hoegermühle gegen Joachimsthal in Seegermihle. Sparta gegen Eintracht- Martau in Nauen, an der Badeanstalt. Brieselang gegen Antik 1. Sparta 2 gegen Rekien 1. Bezirk Diten, abt. A: Weildr Merkur- Grünau in der Goßlerstraße( Sportplak). Lustin- Fidel argen FichteFrei gegen Reuthen in Niederschöneweide, an der Gasanftalt. Stralau gegen Südost in Rudow, Neuköllner Straße. Berein für Bewegungsspiele gegen Treptower Ballspiel- Club in Röpenid, am Friedhof. Abt. B: Lichtenberg II gegen Tasmania in Lichtenberg. Stadion. Berliner Sportverein 16 gegen Bertha. Lichtenberg auf dem Gemeindefpielplak Trestowallee. Borwärts gegen Berliner Sportverein 22 in Strausberg. Brandenburg 24 gegen Richterswalbe in Lichtenberg, Wagnerplah. Sadowa gegen Reuenhagen in Röpenid- Nord. Abt. C: Tasdorf geçen Lichtenberg III in Tasdorf. Romet gegen Lichtenberg I in Fürstenwalde. Britannia gegen Retfchendorf in Lichtenberg, Wagnerplak. Pflichtfpiele: Johannisthaler Ballspiel- Club gegen Concordia in Johannisthal. Petersdorf gegen Fichte- Gildoft 2 in Petersdorf. Sadowa 22 gegen Neuen hagen 1. Stralau 2 gegen Schweiffterne 1. Frisch- Frei 2 gegen Genzig 1. Müncheberg 1 gegen Abler- Mahlsdorf. Bezirk Südwest, Abt. A: Berolina gegen Schöneberg auf dem Tempelhofer Feld. Kreuzberg gegen Rehlendorfer Ballspiel- Club auf dem Tempelhofer Feld. Steglik gegen Woltersdorf in Steglik. Gemeindeplag Ringstraße. Brandenburg cegen Romames in Brandenburg a. d. Savel. Abt. B: Wilmersdorf gegen Wader- Lankwik in Wilmersdorf, Württembergische Straße. Stern gegen Rolzenburger Sportverein in Marienfelde, Dorfstraße. Bittoria gegen Hertha- Ludenwalde in Tempelhof. Berlängerte Raiferin- Auguka- Straße. Rüstig- Vorwärts gegen Frisch- Auf in Neukölln, Grenzallee. Abt. C: Luckenwalde V gegen Neuköllner Ballspiel- Club in Ludenwalde. Borwärts gegen Jüterbog in Trebbin. Mariendorfer Sport- Club gegen Britannia in Mariendorf, Edernpfuhl. Pflichtfpiel: Botsdam gegen Rirdmöfer in Botsdam, Bornstedter Feld. Beginn der Spiele 2% Uhr nachmittags. Borher 2. und 3. Mannschaften. Vormittags auf allen Blägen Sugend- und Schülerspiele. Frisch- Auf- Lucenwalde I oegen Rüftig- Borwärts- Neukölln I auf dem Städt. Sportplak Neukölln, Grenzallee. Anfang 2½ Uhr. Borher, um 2% Uhr, 2. Mannschaften. Vormittags Jugendspiele von 10 Uhr ab. Arbeiter- Sportlartell Wilmersdorf. Ant Montag, den 16. November, 8 Uhr, im Turnerheim, Rartellfizung. 1. Materialausgabe. 2. Unser Film. Geschäftliche Mitteilungen. Sm Raufhause R. 3srael findet unter dem Motto Bahlfeile NovemberTage in diefer Woche ein großer Sonderverkauf au außergewöhnlich billigen Breifen ftatt. Diese Beranstaltuna bildet den Auftakt zu den tommenden großen Einkaufswochen und stellt eine Warenschau großen Stiles bar, die erneut den Beweis dafür erbringt, daß das Kaufhaus N. Jsrael, mie fiets feit 110 Jahren, den größten Wert darauf leat, nur vorzüglich bewährte Qualitätswaren zu führen und diese zu volkstümlichen Breifen zum Verkauf zu bringen. 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Die Jugend ist heute in großer Bahl in den Arbeitsprozeß gezmängt, ja in einzelnen Firmen und ganzen Industriezweigen arbeiten vorwiegend Jugendliche. Soll da nicht die Gefahr lohndrückerischer Tendenzen aufkommen, so gilt nur eins daß auch die Jugend Mitglied der Gewerkschaft wird. Es ist ungeheuer michtig, mit der Organisierung so früh wie möglich zu beginnen. Der funge Mensch muß mit allem Schwung und allen Idealen in die Gewertschaft tommen, um hier langsam heranzureifen zu einem tüchtigen, unentwegten Rämpfer, der nicht je nach der Situation das Banner verläßt, tampfesmüde wird und bas Mitgliedsbuch beiseite wirft. Um die Entwicklung, Bedeutung und das Wesen der Gewerkschaften fennen zu lernen, dienen auch die Gruppen der Freien Gewerkschaftsjugend, in denen alle jungen Gemertschafter zusammenfommen zu gemeinsamer Arbeit. 1 Der tapitalistische Drud richtet sich auch gegen die junge Arbeitskraft, die ihm den schwächsten Widerstand zu bieten scheint. Alle Bestimmungen des Jugendschußes müssen von den Gewert fchaften durchgeführt werden. Vor allem gilt es, alles einzusetzen für die Regelung des Lehrlingswesens. In wenigen Jahren ist auf dem Arbeitsmarkt ein geringeres Angebot von Lehrkräften die Auswirkung des Geburtenrüdganges in den Kriegsjahren; so traurig der Anlaß, so gilt es doch, hier aus der Rot eine Tugend zu machen. Schon wollen die Lehrlingszüchter die Hasen in den Topf jagen. Nicht vereinzelt sind die Stimmen auf Berlängerung der Lehrzeit und fürzlich ist hier im Bormärts" eine Stimme des Handwerts" zitiert, das für das Schlosserhandwert eine Lehrzeit von fünf Jahren für notwendig ansieht. Das Lehrlingswesen erfordert grundlegende Regelung. " Jezt wird lebhaft die Deffentlichkeit aufgerüttelt für die gesetzliche Feriengewährung für die Jugendlichen. Hier werden in erster Linie die Gewerf schaften in Front stehen und alle ihre Kräfte anipannen. Es wird Aufgabe der Jugend sein, auch Pflichten zu übernehmen: Sich einzureihen und Kämpfer werden! In dem Maße, wie die Jugend in die Gewerkschaften einschwenft, wird die Bedeutung des Jugendschutzes steigen und stärtere Auswirtung erhalten. Damit ist der Jugend gedient und den Gewerkschaften, denn auch ihnen ist die lebendige Kraft der Jugend wertvoll für die weitere Entfaltung. Das gibi den Aelteren die Pflicht auf, fich der Jugend im Betriebe anzunehmen. Das Bu fainmenarbeiten hier liegt im Lebensinteresse aller, denn damit wird die Konkurrenz untereinander überwunden. Die Gewerkschaften müssen alt und jung vereinen. Wir wollen weiter werben und zusammenstehen. ** Deranstaltungen der zweiten Werbewoche. Jugendabteilung des Deutschen Metallarbeiterverbandes Dienstag, den 17. Rovember, nachmittags 4 Uhr. Hir die Lehrlinge und fugendlichen Arbeiter ber ertiule Reinidendorf, Jugendversammlung: Jugend und Gewerkschaften", Reinidendorf, Raftanienwäldchen, Refibenar. 19. Dienstag, den 17. Rovember, nachmittags 4 Uhr, Berfammlung für bie Zehrlinge, jugendlichen Arbeiter und iugenblichen Arbeiterinnen der EG.. Dezirke. Thema: Jugend und Gewerkschaften. Die Berfommlung findet in ber Schulaula Biesenstr. 66 ftatt. bibliothet, Brina- Albrecht- Str. Ta, Lichtbilde: vortrag: Das Möbel in Ber gangenheit und gutunft. Bortragender Brofeffor Dr. Edm.k. Cintritt für Dienstag, ben 17. Rovember, abends 7% thr, im Sörfaal ber RunftJugendliche 10 Bi., für Erwamiene 30 Bf. Donnerstag, den 26. November, abends 7 Uhr, im Saalbau FriedrichsDr. Bulle über Die Arbeitsmethoben in ben Riefenwerken Fords". Eintritt hain, Am Friedrichshain 16-23( Großer Gaal), Filmvortrag des Herrn Ing. für Jugendliche 10 Bf., Ermadiene 30 Bf. Jugendliche der Freien Gemertfcbaftsjugend find herzlichst eingeladen. Berein der Berliner Buchdruder und Schriftgießer. Buchbrucerleh: linge! Am Dienstag, ben 17. November, nad mittags 5% Uhr, veranstalten, wir Röllnischen Gymnafium, Sufellir. 2-5. einen ellernabeub. Brogramm: Murlit, Gefang. Sieder aur Laute, Resitationen, Schrechchor. Die Jugendkollegen der Freien Gemerlichoftsiugend unterstilken uns aufs befte. Erscheint recht zahlreich. Betundet euer Intereffe an ber Organisation und führt auch den legten Jugendlichen diefer au. Bringt auch eure Eltern und die erwachsenen Kollegen mit. Sie follen einige Stunden mit uns gemeinfam verleben. Für die Jugend des Baugewerbes. Rittwoch, ben 18. November( Buktaa), abeabs 6% Uhr, im Gemerfidafts. baus, Engelufer 24-25, Gaal 5, Berbesranstaltung. Brogramm unferes Abends: Mufit, Regitationen, Ansprache. Bugleich verbinden wir damit eine Ausstellung ber Mobele, die mit an den Bauabenben anfertigen. Wir erwarten redt rege Beteiligung und rechnen auf bie eifriafie Bropaganda. Jugendveranstaltung des Deutschen Verkehrsbundes. Donnerstag, den 19. November, abends 7 Uhr, in der Hula bes Rönnifden Gnmnafiums, Infelftr. 2-5, ugend und Citernabend. Wir bringen ein befonders ausgewähltes Brogramm: Muft, Sprechcor, Resitationen, Lieder aur Baute und andere tünftlerische Darbietungen werden von unseren Jugendlichen und ber Freien Gemertschaftsjugend au Gehör gebracht. Sugendliche beraus! Beweifen auch mir ein träftiges Aufwärts. Rüttelt elle auf. Bringt ben lekten Gäuminen mit! Wir laden auch heralicht ein au biefem unieren feftabend alle Betriebsvertrauensfeute, Betriebsräte, Eltern und uns mohlgefinnte ältere Freunde und Rollegen. Bir erwarten eine recht zahlreiche Beteiligung und tatkräftige Unterſtükung von allen. Eintritt frei. Mädchenveranstaltung. Monten, ben 23. Stovember, abenbs 7% Uhr, für die jugendlichen, weib lichen Mitglieber aller Verbände im Jugendheim des Metallarbeiterverbandes, Linienftr. 83-85 1. Bort., 2 Tr.. Bortrag: Der Saushalt eine Not bet Frau". Wir fungen weiblichen Mitglieder ber Gewerkschaften kommen allmonatlich besonders zusammen. Der Bortrag ist der erste eines neuen Arbeits obfbnittes. Alle intereffierten jugendlichen weiblichen Mitglieder find herzlichst willkommen. Auch die Mütter find herzlichst eingeladen. Gewerkschaftliche Kundgebung für Jugendschuh. Am Sonntag, den 22. November, abends 7 Uhr, in der Stadthalle, Alofter. Strake. Es fpreden: Ba Iusche?, Grasmann, Gabath, Geve. ring, wiffeII. Mitwirkende: Gemischter Chor Groß- Berlin. Dirigent: Sascha Borenstein. Streich orchester des Deutfden Mufilchors. Im Kampf für Menschenrecht stehen die Gewerkschaften im porberften Treffen. Ihre vornehmlichste Aufgabe ist der Schutz der Arbeitskraft, auch der jugendlichen Arbeitskraft. Die Kraft der Ges werkschaften wird in dem Maße wachsen, in dem die begeisterungsfähige Jugend für den Kampf Mitfireiter ift. Wir rufen die Jugend! Einlaßfarten bei den Berbänden, den Gruppen der Freien Ge werkschaftsjugend und in der Freigewertschaftlichen Jugendzentrale des Drtsausschuffes Berlin des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Berlin SO. 16, Engelufer 24/25. Die englische Gewerkschaftsallianz. Condon, 14 November.( WEB.) Der Entwurf zur Berfaffung der geplanten neuen industriellen Allianz der Gemertschaften wurde heute veröffentlicht. Die Bergleute, die Transportarbeiter, bie Lokomotivführer und Heizer haben sich angeschloffen; andere Gewerkschaften sind sich über ihren Beitritt noch nicht schlüffig, fie werden ihre Entscheidung in einem oder zwei Monaten befannte geben. Man erwartet nicht, daß die Allianz vor Februar oder März nächsten Jahres zustande tommen wird, da die daran beteiligten Gemertschaften ihre Statuten werden abändern müssen. Lehrlinge und jugendliche Arbeiter der Holzindustrie. Bezirks- und Branchenversammlungen. Muffinftrumenten induftrie morgen, Montag, nachmittag 5 Uhr im BerBandshaus, Rungeftr. 30: Jugend und Wirtschaft". Stellmacher am Donnerstag, ben 19. Rovember, abembs 7 be, im Bergrafenstraße, durch Aussperrung der gesamten Belegichaft die bandshaus, Rungeftr. 30.. Beairt Often am Montag, ben 23. Sovember, nachmittags 5 Uhr, im Jugendheim Tilfiter Str. 4 Die Gefahr einer Erkältung. Ein Husten oder eine Erkältung wird am schnellsten und sichersten behandelt, indem man ein einfaches und billiges, selbstbereitetes Mittel einnimmt. Besorgen Sie sich aus der nächsten Apotheke 60 g Ansy( dreifach Lonzentriert), bereiten Sie einen gewöhnlichen Sirup aus 250 g Streuzuder in 4 Liter heißem Wasser und fügen Sie Ansy hinzu. Ansy verschafft selbst in den schlimmsten Fällen augen. blidliche Erleichterung und löst schnell den Schleim, welcher oft die Ursache des Hustens ist und Ihre Erkältung immer verschlimmert, indem sich tödliche Reime darin aufhalten. Ansy ist in jeder Apotheke zu haben. Generalbepot für Deutschland: C.. Afe& Co., Samburg 19. Achtung, Bauarbeiter! Seit drei Wochen rubt bei der Firma T., Baustelle Ulstein in Tempelhof, Berliner, Ede BurgArbeit. Auch nach Beendigung der Berhandlungen vor den Tarif instanzen berbarri die Firma auf ihrem Herzenstandpunit, Magregelungen vorzunehmen. Die beteiligten Drganifationen werden am Montag zu dem gefäßten Schiedsipruch des Tarifamts Etellung nehmen, um die bisher nur für die ftorbarbeiter ausgesprochene Sperre auch auf die 2ohnarbeiter auszudebnen. Deutscher Baugewerke bund. Zentralverband der gimmerer. GPD.- Solzarbeiter, Bes. Often III. Am Dienstag, den 17. Stovem ber, abends 7 Uhr, bei Rierhola. Gabriel- Max- Str. 15, midytige Ber fammlung aller Barteigenollen. Seber muß erfcheinen! Der Werbeausschuß. Achtung, SPD.- Metalla: beiter Ablershof! Morgen, Montag, 4% Uhr, im Lofal Anaal, Bahltörperverfammlung. Es tommen in Betracht die Betriebe Bolf, Netter, Jürst, Sorrowik. Eitner, Gener, Bogel, Rahlbaum. Alle Genoffen find verpflichtet, zu erscheinen. Der Fraktionsvorflanb. SPD- Retallarbeiter, Bez. 6( Treptower Betricbe)! Morgent, Montag, nachmittags 44 Uhr, Treptow, Graek-, Ede Wildenbruchstraße, wichtige Fraktionsfigung. Der Fraktionsnorstand. 1108,6 bent ma Sonntag, 15. November 1925 Deutscher Berkehrsbunb, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Montag abenb 7 Uhr, im Gaal 4 des Gewertidaftshauses, Engelufer 24-25, ordentliche Generalversammlung. Mitgliedsbuch unb Delagiertentarte legitimieren. Seber Delegierte muß efcheinen. Die Bezirksverwaltung. Achtung, Straßenbahner! Dienstag abend 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Großer Saal, Bollversammlung. Jeber bienftfreie Straßenbahner muß et fcheinen. Deutscher Verkehrsbund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Achtung, Rimmerer! Sämtliche Funktionäre haben die Bflicht, alle Sung Eameraben auf die am Dienstag abend. 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, fattfindende Lehrlingsversammlung hinzuweilen. Sunglameraden, erscheint reftlos in diefer Bersammlung. Lehrlinge, die bem Berband noch nicht ange. hören, find herzlich willkommen. Rentralverband der 8immerer. Rahlftelle Berlin und Umgegend. Zentralverband ber Schuhmacher. Ballschuhmacher- Branchenverfammlung am Montag nachmittag 5% Uhr im Gemertschaftshaus, Gaal 8. Die Branchenleitung. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe Behörden: Für die bei den Reichs, Staats- und Gemeinde behörden befchäftigten Angestellten morgen, Montag, abends 7% Uhr im Reichstafino, Neue Rönigft. 26, Mitgliederverfammlung. Tagesordnung: 1. Das Arbeitsgeridy socles. Referent Regierungsrat Joachim pom Reichs arbeitsminifterium. 2. Neuwahl der Seltionsleitungen und Aufstellung der Delegierten zur Generalversammlung. Das Erscheinen aller Mitglieder wird mit Bestimmtheit erwartet. Sektion Brauereien: Morgen, Montag, abend 8 Uhr Berfammlung bee Gektionsmitglieder im Reichstafino. Stellungnahme zu den Berbandlungen vor bem Schlichtungsausschuß. Wahl der Delegierten für die Generalversammlung und Bahl der Gektionsleitung. Sektion Städtische Werke: Berfammlung am 17. November. nachmittags 5 Uhr, im Reichstafino, Neue Aöniaftr. 26. Stellungnahme zum beabsichtigten Abbau des Tarifvertrages, aut Teilnahme an der Krantentaffe des Magiftrats und zu den Berwaltungstörperschaften. Fachgruppe Berkehr( fämtliche Gettionen): Mitgliederversammlung am Dienstag, den 17. November, abends 8 Uhr, im Reichstafino, Reue König ftraße 26. Referat: Ban Europa und feine Bedeutung für die Ange Bellienschaft". Bericht über die Schlichtungsverhandlungen im Speditions gewerbe. Bornahme der Wahlen. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Gewinn- Auszug 2. Klaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferte 14. November 1925 2. Siehungstag Auf jede gezogene Nummer find swei gleich hohe Ge winne gefallen, und war je einer auf die Lofe gleicher Rummer in den beiden Abteilungen 1 and 2 Ohne Gewähr Nachdruck verboten In der Bormiffagsziehung wurden Gewinne über 90 Mk. gezogen 2 Gewinne zu 50000 Mart 51368 2 Gewinne u 10000 Watt 27628 2 Gewinne au 5000 Mart 165327 4 Gewinne zu 2000 Mart 273022 293784 4 Gelo nne u 1000 art 166794 182665 8 Gew.nne zu 800 Mart 298 44821, 166267 189650 14 Gewinne zu 500 act 15267 21084 83537 109605 225475 230554 222034 84 Gewinne an 800 Mart 3673 9424 9797 13300 20975 27249 31241 41716 46169 49653 57301 63619 67671 92317 95177 108195 111436 130334 130987 134574 149782 149843 157459 159857 167431 180091 186141 186435 187568 206112 218378 220318 226284 228154 231422 251342 258717 263893 271317 271934 280711 296260 230 cm nne an 180 Mart 3796 4390 5700 8063 9722 11390 15423 16587 17744 17928 17467 20944 24111 24875 28087 28729 30513 39258 40023 41480 48354 48842 49956 55599 59842 61604 64689 64770 C5424 70993 72064 82761 86268 93503 98709 99288 101974 104803 106087 108351 108708 111390 112257 113663 115543 118033 132566 133119 137619 137888 138305 140375 143445 143948 145705 150229 150765 154394 155065155723 155797 157311 157978 161891 163876 164677 169247 169333 171476 172523 182571 182675 185102 191819 194510 194767 195096 196432 196700 199238 204713 206086 207796 209678 ud 210555 212824 214380 224993 228943 231608 231928 232214 234835 239013 242333 245107 248403 251151 251321 255487 257109 258711 261061 274238 275513 277435 278051 278166 279360 281074 284430 289408 290599 290918 292602 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 90 Mk. gezogen 2 Gewinne 3 100000 Mart 297358 2 Gewinne au 3000 Mart 271156 2 Gewinne zu 1000 Mart 81338 6 Geivinne zu 800 Mart 39454 188773 282203 12 Gewinne zu 500 Watt 65700 103388 129112 217836 244031 289990 76 Gewinne au 200 Mart 20709 24096 41340 42124 48801 82846 57860 66627 76592 101513 107703 124416 124969 129954 130457 137126 1452.7 176757 179232 180693 180720 183976 184595 194467 203329 204188 205432 211415 220139 220332 224877 225339 249666 253956 274449 282772 286465 287090 242 Gewinne su, 180 et 4124 5059 7705 12751 15199 15387 18952 16383 17299 17301 18232 19941 20820 20877 21503 22827 24490 27322 34309 44262 45266 50796 56876 57744 68014 58239 58981 59246 60490 60983 61720 61953 61988 63625 64868 67170 68331 69198 75176 76563 79194 82353 87249 92949 101105 109405 110314 115254 115647 117617 118086 123843 128622 138829 137945 139173 140723 141133 143170 147909 150827 151742 152871 164797 171315 173746 177997 179402 181012 183129 183281 189046 189620 190776 191271 194883 195310 198127 199086 203464 205193 205900 207344 212000 213415 222718 223050 230169 230274 235689 239926 240231 242681 242851 244737 244952 245205 248432 249086 249347 250669 252118 253897 254824 256263 257998 259940 261981 265617 270866 273885 277183 278605 280799 283537 288124 288598 293124 296253 296516 296913 Mufilaufträge übergibt man nur dem Machmeis des Deutsch. Mufiler verbandes, Berlin 027, Andieasstr. 21( Sönigitadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch DIE FUHRENDE MARKE! MARKE азал C auf dem Gebiete der Schuhfabrikation kann stets nur diejenige sein, welche größte Leistungstähigkeit mit einer Preíswürdigkeit vereinigt, die Ihre co Erwartungen übertrifft, Der Salamander Schuh erfüllt die Forderungen in jeder Weise und steht deshalb an erster Stelle. prulisid A harged 18 SALAMANDER SALA Eine gute Taschenuhr 3,50 M. as applied.S Nr. 3 wesentl. verb. Werk, sorgfältig gepr tadellos und genau gehend, jede Uh mit Garantieschein, m. Scharnier, echt Goldrand, virka 33 st. Werk. nur 4,50 M. Nr. 6 die Uhr, ohne Goldrand, mit Leuchtziffern. nur 5.-M. Nr. 66 Goldpanzer- Herrenuhr, von echt Gold fast nicht zu untersch, Ankerwerk 5, M. Nr. 7 Zyl.- Uhr, versilb., mit Goldr. u. Staubd. 8,50 M. Nr. 27 Armbanduhr mit Leuchtzahlen Nr. 27/1 Herren Armbanduhr. 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Maxel saß am Tisch der kleinen Stube und zeichnete Pferde- deine auf dünne Brettchen. Die Finger flogen, die Schablone klappte, das Blei fuhr herum. Neben ihm auf dem Fußboden logen vier Haufen Brettchen mit den angezeichneten Beinen, immer zwei Borderbeins zu zwei Hinterbeinen, und wuchsen langsam und un- merklich höher. Jedesmal aber, wenn er glaubt«, sein« Bauwerke seien hoch genug, dann langte der Dater aus seiner Werkstelle nebenan in dt« Haufen hinein, ergriff eine Handvoll der kleinen Brettchen und spannte sie in die Hobelbank, um sie mit der großen schnarrenden Handsäge auszuschweifen. Dann türmten sich neben der Hobelbank vier weitere Bretterberge aus den rohen Pferde- deinen auf, die nun noch des Schnitzmessers warteten, um dann endgültig in vier Packen verschnürrt und abgeliefert zu werden. .Es war eine Arbeit, die kein End« nahm. Dem Voter freilich ging sie flott von der Hand: er hatte ja sein Lebenlong nichts anderes getan, als Pserdebein« geschnitzt, und sein Bater war in seinem Leben auch bloß Beinschnitzer gewesen. Aber der Maxel seufzte doch zuweilen vernehmlich unter dem unaufhörlichen einerlei. namenllich, wenn seine Augen durch die kleinen Fenster auf die Straße gingen, wo glücklichere Nachborkinder spielen durften. Sie kollerten den Berg hinunter, sie schlugen den Reifen, sie liehen kleine Holzschiffe den Straßengraben hinabfahren und machten ein unsinniges Geschrei, wenn die Fahrzeuge in den kleinen Strudeln und Stromschnellen kenterten. Spute dich, Maxel, ermahnt« ihn die Mutter, wenn er allzu. lange hinausstarrte. Wir brauchen Geld ins Haus, wsnn bald dos Schwesterchen ankommt. Ein Brüderchen saß aber derweil schon am Fenster und wartete auf Fuhrwerke. Dann war es dem Heiner, als seien die hölzernen Beine auf dem Fußboden lebendig geworden und trabten nun zu vieren oder zu achten vorüber, langsam und schwerfällig die Berg. strah« aufwärts, leicht und mit schleifender Bremse talab. Bader, wer macht die Pferde fertig? fragte er. als kein Fuhr- werk sich zeigen wollte. Die Fabrik, Heiner. Wie wird das gemacht. Bader? .Kommt der Bauch drauf, der Hals, der Kopf, ein Fell herum, ein Schwanz daran... Heiner will sie fertig machen, sagt« nun der Klein« und legte sich lingelong auf den Fußboden. Nahm vier Holzbeinchen, gewissen- hast von jeder Sorte eins» und versuchte, sie unter seinen Leib zu Nammen. Sowie aber der Retter aus seinen künstlichen Beinen davon galoppieren wollte, klappte eins davon wieder um, und die mühselige Arbeit begann von neuem. Heiner wurde besten aber nicht müde, meinte er doch anders, als daß das fertige Tier von selber mit ihm davon springen würde. Denn das Pferd war in seinen Augen ein wahres Wunderwesen. Bruder Maxel zeichnete es, der Dater sägte und schnitzt« daran, der Mchbar tot dasselbe, ja. dos ganze Dorf war voller Beinschnitzer. Wo mochten all die schönen Tiere herumlausen, die mit weichem FÄl und glänzendem Geschirr aus der Fabrik kamen? Wem mochten sie gehören, wenn sie ausgewachsen waren? Ob sie alle so müde und mager wurden, wie die Pferde vom Talbauern, die manchmal stundenlang aus der Straße standen, wenn der Bauer in der Wirt- schaft«aß? Hast du die Pferdebein« auch gemalt, die dem Talbauern zuge» hören? fragte Heiner den Bruder. Weiß nicht, sagt« Maxel mürrisch und warf vier neue Brettchen auf ihre Hausen. Werden die Pferde neu gemacht, wemi sie kaputt gehen? Weiß nicht, brummte Maxel: frag nicht so viel. Da ertönt« draußen Peitschengeknall und lautes Schimpfen und Fluchen. Heiner kletterte auf die Fensterbank und sah hinaus. Am Kreuzweg, mitten in einem Kieshaufen, stand das Gespann des Talbauern. Er wollte seine Roggensäck« hinauf nach der Mühle sahren und war in dem Hindernis stecken geblieben. Derflucht und verdammi! schimpfte er, und sein rotes Gesicht glühte vor Zorn. Er sprang vom Bock, stellte sich neben den Wogen und schlug mit der Pettsche auf die Pferd« ein. Hü, chr Schindmähren, hü! Di« Tiere bäumten sich unter den Hieben und sprangen abwechselnd und ruckweis« noch vorn und zur Sette, ohne den Wagen auch nur einen Fußbreit von der Stelle zu bringen. Neu« Flüche, neue Peitschenhiebe, neues Rucken der gepeinigten Tiere. Plötzlich riß ein Riemenstück, so daß eins der Pferde haltlos nach vorn schoß und in die scharfkanttgen Schottern stürzte. Nun schlug der Bauer so unsinnig auf da» gestürzt« Pferd lo». daß der Peitschenstiel zerbrach. Dann macht« er sich daran, da» zerristene Geschirr zu flicken. Mittlerweile hatte sich im Stäbchen de» Beinschnitzers ein kläg- liches Geschrei erhoben. Der Talbauer hat sein Pferd wtgehauen, sommerte Heiner und hängte sich an den Dater, der bei der schnarrenden Säge nichts von alledem gehört hatte. Die Beine sind alle ab. Bader, mach ihm neue dran! Und der kleine Mann ergriff vier fertig geschnitzt« Holzbeinchen und zog den großen Mann mit hinaus. Da sah der Beinschnitzer die Bescherung. Der Talbouer hatte sich eine Schaufel aus dem nächsten Hause gey-ilt und machte sich daran, den Kies vor den Rädern wegzu- räumen, bei jedem Hub zischte er«inen Fwch durch die Zähne. So schlau hätten Sie nur gleich fem sollen. Talbauer, sagte der Meister. Jetzt ist alle Müh« vergeben», das Tier steht nicht wieder auf. Wieso? fragte der Bauer mit bösem Blick und hielt mit Schaufeln inne. Wär doch gelocht, wenn ich das halsstarrige Biest nicht hoch- bringe. Das Unke Borderbein ist gebrochen, gleich zweimal, sagte der Voter nach einem prüfenden Blick aus das gestürzt« Pferd, das mit stoßweisem Atem und fliegenden Flanken dalag, den Kopf regungslos tn die Steine gedrückt. Dummheit, gab der Bauer zur Antwort, schleudert« die Schaufel in den Straßengraben und ergriff einen Strick, uni damtt dein Tiere das Hochkommen zu erleichtern. Der Meister hielt ihn zurück. Könnens schon glauben, was ein alter Beinschnitzer sagt, der alle Tag« mtt so Tieren umgeht. Das Gescheiteste ist, Sie holen den Gendarm, der Ihnen das Pferd totschießt. Die kleinen Leute hier herum freuen sich, wenn sie auf die Art mal'n Stück Fleisch Der Mussolini triumphiert und schreit: ..Sckzrvarzhemden. fesselt dm Gsrechtigkeiki ?n schweren Kelten ist sie abzuführen" Lind meine Meuchelmörder nur befreit, Soll mich Italiens Schande wenig rühren!" Damaskus! Furchtbar wüten die Soldaten. Das arohe Wort hat einzig die Gewalt. Die Opfer stürzen, weherus erschallt. Das Mllilär ist stolz aus seine Taten. Venn die Gerechtigkeit ist abgeknallt. extra in den Topf kriegen.— Ich rühr's freilich nicht an. fügte er. dem mißtrauischen Blick des Bauern begegnend, hinzu. Am ganzen Leibe zitternd— fem« vier Holzbeinchen lagen Indesten verloren auf der Strohe— ging Heiner mri dem Doter wieder ins Haus, und es bedurft« viel guten Zuredens, bis lein« Tränen endlich zum Stillstand kamen. In betreff des Pferdebratens dachte die Frau des Beinschnitzers anders. Eine Stund« Derdienstausfall muß wieder eingebracht werden, und der Max, der Schlingel, hat ohnehin die Gelegenheit wahr- genommen und sich aus dem Staube gemacht. Hats der Talbouer verschuldet, mag ers auch wieder gut machen. Und das Pferde- fleisch, das man nun hinten herum im Dorf kaufen kann, schmeckt genau so gut wie dem Metzger sein Rindsbraten, wenns einer nicht weiß, und kostet zudem bloß die Hälfte davon. Es hat auch am Sonntag niemand ein Wort über den Sauer- braten fallen lasten, der zu den dampfenden Klößen auf den Tisch kam. Nur der Meister, mitten im besten Esten, kam noch einmal auf das Pserdeunglück zu sprechen und sagte noch kurzem Lachen: �Haha. dieser Tierschinder! Als ob unsereins nicht mit Pferden Bescheid wüßt. Wo sie einem doch alle Tag durch die Hand gehn. In- und auswendig kenn ich sie. Ordentlich falsch ist er gewesen, daß ich ihm die Mähre abschwatzen will. Hab sa mein Lebtag noch kein Pferdefleisch angerührt. Es geht mir doch zu nah. mir und dem Heiner. Und er schob sich aufs neue ein Stück des so seltenen Sonntags- braten? in den Mund. Revolution unü Cvokution in der Natur. Die Sowjet-Regierung entsendet demnächst eine wistenschafttiche Erpedttion nach Asrika. die den Zweck hat. dort Versuche zwischen Menschen und Affen vorzunehmen Der Letter der Expedition, Pro- sestor Iwanow, setzte sich zu diesem Zweck mtt den französischen Ge- lehrten Rou und Calmette vom Institut Pasteur in Paris in Der- bindung. Es gelang ihm, die Unterstützung der französischen Ge- lehrten für die Expedition zu gewinnen. Laut Dereinbarung mit dem Institut Pasteur werden die interessanten Versuche in Französtsch- Guinea, wo das Institut eine Experrmentalstation umerhätt, statt- linden. Di' Station befindet sich mitten im Urwald, der von wen- schenähnlich n Asien bevölkert ist. Zu d«n Kreuzungsversuchen Don Larlowih denkt frohbewegk nnd heiter: .Die sind doch uns're Richter so scharmant. Zieh' ich vttanz. wer das Geschäst brillant, Sitz' ich im Dreck. Hilst die Justiz mir weiter. Roch herrscht Gerechtigkeit im deutschen Land'" Fall Skoelzel-Braunschwelg! Eifer ist entflammt! Wie schasit man's, dah den Burschen man verdammt? wie? Telephonisch wagte er zu sprechen? Und dienstlich war es? Das ist schwer zu rächen! Solch roter Kerl gehört nicht in ein Amt! werden Angehörig« d«r niedrigsten afrikanischen Rasten verwendet werden. Profestor Iwanow meint, daß es möglich sein wird, an der Nachkommenschast aus diesen Kreuzungen wichtig« Beobachtungen über die Evolution des tierischen Lebens zu machen. Im Zusammenhang mtt dieser sensationellen Nachricht verösfent- lichte soeben der rusiische Naturforscher Dr. Tatarinow eine überaus fesselnd« Abhandlung über die Urgeschichte der Menschheit. Es heißt hier unter anderem: Bereits lange vor dem Kriegs hat Karl Kautsky den Gedanken ausgesprochen, daß die sozialpolttischen Ansichten der jewetts herrschenden Klosten auch die Theorien der Naturwistenschaft beeinflusten. So hätte die revolutionäre Epoche der Bourgeoisie bewirkt, daß in der Biologie und Geologie die sogenannte Katastrophen-Theorie aufgekommen und herrschend ge- worden sei, laut welcher alle Veränderungen In der Natur sprung- Haft und durch gewaltsam« Umwälzungen vor sich gehen. Nach Beendigung der bürgerlichen Revolution und nachdem die politische Theorie der parlamentarischen Evolution aufgestellt worden sei, hätten sich die naturwissenschaftlichen Anschauungen entsprechend im Sinn evolutionärer Theorien verändert: an Stelle Cuviers trat Darwin.— Ein inniger Zusammenhang zwischen den jeweiligen sozial- und naturwistenschastlichen Anschauungen sei jedenfalls nicht zu verkennen. In vollem Einklang hiermit steht die Tatsache, daß bereits zu Anfang unseres Jahrhunderts starke Zweifel an der ab- soluten Richtigkeit der Darwinschen Lehre entstanden sind. Die m»- derne Paläontologie lehrt, daß sich in der Entwicklung der orga- Nischen West häufig Revolutionen ereignet haben müsten, und vollends beim Studmm der Geschichte der anorganischen West zeigt die moderne Forschung zahlreiche scharfe und plötzliche Deränderun- gen, die an revoluttanärer Ducht die der Tier- und Pflanzenwest noch übertreffen. Geschöpfs, die in einer gewissen geologischen Pe- riode die Erde buchstäblich überschwemmten, sehen wir ganz plötzlich verschwinden, während gleichzeitig neue Arten, und zwar ebenso plötzlich auftauchen. Kein Wunder, daß die bereits verlassene Kat» strophen-Tbeorie sich wieder befestigt bat, zumal durch die Fors�un. gen de» holländischen Botanikers de Brie- auf experimentellem Weg bewiesen ist. öaß alle Veränderungen M"»ationen— in*»r organischen Well ruckweise gescbehen, und daß neue Eigenarten erst dann erscheinen, wenn die alten plötzlich und zugleich spurlos ver- fchwunden sind. In alledem spiegeln sich die ungeheuren sozialen Um- wälzungen unserer Periode, die schon, wenn auch nur leise, um die Jahrhundertwende begonnen haben. Ganz besonders aber gilt da» von der Theorie Einsteins, der alle Begriffe des Absoluten um- gestürzt und mtt seiner Relativitätslehre das Fundament der mo- dornen Phvstk ms Schwanken gebracht hat. Was die Entwicklung de» Menschen betrifft, so tappen wir noch immer sehr im Dunkeln. Es hat sich bisher nur herausgestellt, daß Derfelbe Stunftgriff, das Belehrende in lebendige, intereffante bisher angenommen wurbe, fondern auch in Mittel- Alien gelebt Kriegserklärung gegen den Krieg Geſtaltung umzulegen, bas with auch einem anderen Zweige ber haben. Diese Menschen waren Herartige haarige Geschöpfe mit nie briger Stirn, hervortretenden Augenbrauenbogen und ftumpfem Rinn Sie bewegten sich wie Affen und konnten wahrscheinlich noch nicht fprechen. Am Ende der fogenannten Mouftiers- Beit perschwin bet bie Neandertal- Raffe, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, und wird burch die Cromagnon- Raffe ersetzt, deren Bertreter bem modernen Menschen sehr ähnlich gewesen sind und eine verhältnis. mäßig hohe Kultur beseffen haben. Ganz besonders dürftig sind aber unsere Renntniffe auf dem Gebiet der vorhistorischen Anthropologie in der brennenden Frage, wo die lirmiege der menschlichen Raffe gestanden hat und wie ihre allmähliche Verbreitung vor fich ging. Die ungeheuren Wüsten Afritas find archäologisch noch gar nicht erforscht, obzwar gerade Afrita mit feinen primitiven Menschenraffen und Menschenaffen bie Wiege der Menschheit zu sein scheint. Auch die Mongolei, die viele anthropologische und zoologische Geheimniffe birgt, ist in diefer Beziehung noch faft gänglich unerforscht. Immerhin war vor furzem eine amerikanische Expedition in der Wüste Gabi. Sie fand bort nebft dem Stelett eines Urmenschen Halsbänder aus Eierschalen eines Dinosauriers. Seltfam: Die Eier des Dinosauriers find die ältesten Eier, die die Wissenschaft tennt. Es ist aber nicht anzuneh men, daß es zur Zeit der Urmenschen Dinosaurier in der Mongolet gab. Diefe gigantischen Reptilien herrschten vielmehr in den unend fich fernen Seiten des Kreidezeitalters, als nicht nur noch teine Menschen, sondern auch bie heute lebenben Säugetiere noch nicht eriftierten. Die Dinosaurier waren daher zweifellos lange vor dem Erscheinen des Menschen ausgestorben. Das hinderte aber natürlich bie Urmenschen nicht, aus den von ihnen gefundenen Elern Schmud fachen für ihre Frauen anzufertigen. Zentral- Mongolien ist wahr. scheinlich die Heimat der Dinosaurier gewesen. Von dort haben sie ich über die ganze Erde verbreitet, denn von ihnen find sowohl in Europa wie in Nordafrifa Refte gefunden worden. Im Kreidezeitalter waren bas fend, bas Meer und die Luft von friechenden, schwimmenden und fliegenden Reptilien aller Arten und Größen überfüllt. Wir finden darunter die phantastischesten Tiere, die ben Ausgeburten eines franten Gehirns gleichen Riefeneidechsen, bie größer maren als der Walfisch, ungeheure Fledermäufe mit zahnbewaffnetem Rachen, sowie schredliche Känguruhs. 3ur gleichen Zeit mit diesen Reptilien erscheinen auf der Erde die ersten primitiven Säugetiere, die nicht größer waren als unsere heutigen Ratten, aber in vieler Beziehung an Reptilien erinnerten. Viele Jahrmiffionen hat bie Herrschaft der Dinosaurier und Reptilien gebauert, bis sie zu Anfang der Tertiärperiode auf unbegreifliche Beise verschwanden. Ohne Uebergang erscheinen jetzt an ihrer Stelle und an Stelle der erften fleinen Säugetiere wahre Ungeheuer von solchen Masto. donten, Höhlenbären, haarige Rhinozeros. Wir stehen hier wieder vor einer geheimnisvollen biologischen Revolution, die ganz plöglich eine herrschende Tiertlaffe" gestürzt zu haben scheint. Ein affes Binnenmeer in Afrika. Im Tfchabfee, dessen Umfang fich auch jetzt noch je nach der Jahreszeit sehr verändert, vermutete man bisher ben leberrejt einer alten, sich von Südwesten nach Nordosten erftredenden Seentette; man nahm fogar an, daß diefe Seen in Berbindung mit dem Nil und dem Niger gestanden hätten. Nun ist der französische Forscher Zilho, der sich auf mehreren Reisen mit der Frage befaßt hat, zu Ergebnissen gelommen, welche die bisher geltenden Anschauungen zwar teilweise bestätigen, teilmeife aber auch von ihnen abweichen. So glaubt Tilho die Sicherheit gemonen zu haben, daß eine Berbindung des Tschadsees mit dem Nil niemals beftanden habe. Er fieht in dem See den Reft eines Süßwassermeeres, bas von Bornu bis Borfu reichte; feine Ausbehnung fann bis zu 800 Kilometer in der Länge und 400 Kilometer in der Breite betragen haben. Noch gegen Ende des 18. Jahr hurberts fonnte man nach Tilhos Meinung zu Wasser von Borfu nach Bornu gelangent. 4- S Seen Beu i in biefen Legen von ber Stedtsprejfe weiblich als braver beutfcher Dichter( tit Gott file Rönig und Baterland) gefeiert morben. Er ift tot unb tann fich nicht wehren; aber biefer Republilaner, unb Demotrat, biefer Schwärmer für Menschenglüd und Friebe wirkt noch heute in feinen Betten für feine Joeale. Seken wir feinen Ausbeutern am Sohn! einige feiner Säge gegen ben Rrieg bierber: Das Unglüd der Erbe war bisher, daß Zwei ben Krieg beschlossen und Millionen ihn ausführten und ausstanden, indeß es beffer gewesen wäre, wenn Millionen beschlossen und zwei geftritten hätten. Denn da das Bolt fast ganz allein die ganze Kriegsfracht aus Quetschwunden zu tragen bekommt, und nur wenig von dem schönen Fruchtforbe des Friedens, und oft die Lorbeerfränze mit Bechtränzen értauft; da es in die Mordlotterie Leiber und Güter einfegt, und bei ber legten Ziehung der des Friedens oft felber gezogen wird, oder als Niete herauskommt, so wird seine ver lierende Mehrheit viel feltener, als die erbeutende Minderzahl, aus. gedehntes Opfern und Bluten beschließen Und worüber und wofür wurden nicht oft Kriege geführt, d. h. Ländern der jahrelange Geburtsschmerz zur Entbindung eines Marterfriedens verordnet! Wie viele Kriege durch Grenadiermügen in der ganzen Geschichte! Was dem Frieden die Wohltaten verfälscht und schmälert, ist eben, daß er alte Kriegswunden zu verschließen und zu neuen aus zuholen hat. Bollte ein großer Staat nur die Hälfte seines Kriegs. brennholzes zum Bauholze des Friedens verbrauchen, wollte er nur halb so viel Rosten aufwenden, um Menschen, als um Unmenschen zu bilden, und halb so viel, sich zu entwideln, als zu verwideln, wie ständen die Böller ganz anders und stärker da! Wie vielmehr hat bas fleine, friedliche Athen für die Welt getan, als das würgende Riesen- Rom! Stärte sich selber die Kraft im Kriege, fie reibt wenigftens die andere feindliche auf, die sich auch ftärfen wollte. Hingegen im Frieben bewegen Kräfte fich an Kräften nur höher; feine wird eingefargt, sondern das ganze geistige Urspiel windet sich selber zu immer längern Zeitenschlägen auf. Jungens- und Jugendbücher. " Die Franchise Berlagshandlung in Stuttgart pflegt die besondere Art Jugendliteratur, die naturwissenschaftliche und technische Belehrung in unterhaltender Form bietet. Wie alle Jahre hat sie auch diesmal wieder ihren Kosmos- Taschenkalender und basa ftelbuch( geb. 4 M.) auf den Weihnachtstisch gelegt. Diese praktische Anleitung zu tausenderlet nüglicher Be schäftigung ist eine wahre Fundgrube von Ratschlägen für Anallerlei nüßlichen fertigung von Spielfachen, Apparaten und Dingen. Handfertigteitsfreunde werben ihr volles Genügen daran finden und nur bedauern, daß unferer Jugend nicht mehr Gelegen. heit gegeben wird, Auge und Hand in richtigen Schulwerkstätten und Arbeitsgemeinschaften zu üben. Der Erwedung des Sinnes für Technik dient auch die deutsche Ausgabe des amerikanischen Buches Bir Techniter im Dollarland" von Bond ( geb. 5,60 m.). Hier werben die Wunder der amerikanischen Technif von ein paar frischen, braufgängerifchen, jungen Menschen wirklich erlebt. Nichts ist langweiliger als technische Beschreibungen, darum ist diese erzählende, spannende Art der Darbietung besonders glüdlich. Db es fich um den Durchstich des Panama- Kanals, die Bändigung eines Fluffes ober den Bau eines Wolfenfragers handelt, immer ist ber Borgang in Leben und Bewegung umgefeßt. Ein deutsches Seitenstüd bazu, noch eigenartiger und beseelter, weil ein Wert der Technit uns fein Werben und feine Erlebnisse selber erzählt, ift C. 3. Riözels BC. 4, Erlebnisse eines Eisenbahnwagens( 4 Dt.). Wir haben das Buch hier schon bei feinem ersten Erscheinen freudig begrüßt. Die neue Auflage berücksichtigt ben neuesten Stand der Technik und ist wieder mit ben sehr inftruttinen Zeichnungen Hans Baluschets ausgestattet. MOSLEM PROBLEM UND WENN EINMAL DAS GELD NICHT REIGHT, KAUFT MAN FEDER FEDERLEICHT Bruno Schonfelder durchwandert mit uns in einer Erzählung die geologischen Zeit alter und führt uns mitten in Kämpfe und Abenteuer mit Irmelto fieren und macht uns zu Zeugen geologischer Prozeffe( Quer durch die Urmelt, 5,60 M.) Naturwissenschaft dienstbar gemacht. worden. Ernest Thompson Seton ist bant dem Frandhschen Berlag bei allen Freunden lebenswahrer Tiergeschichten längst heimisch ge Die neuen Erzählungen Fahrenschwanz und Sandhügelhirich, 5,60 m.) aus bem Leben eines Grauhörnchens( eines amerikanischen Eichhörnchens) und eines herrlichen Geweihträgers haben die unmittelbare Frische einer großen Natur. Der Darsteller verschwindet vollständig hinter seinen Geschöpfen, die Natur selber scheint zu erzählen. Wie stets ist der Tegt mit origi nellen Streubildchen und gangfeitigen Mustrationen aufs wirtfamste belebt. Alle diese Tendenzen, die in den verschiedenen Büchern des Berlags gepflegt werden, find zufammengefaßt in dem Sammel buch: Schiff ahoil", einem Jahrbuche über Natur, Sport und Technil. Der Herausgeber& Fuhlberg- Horst hat es verstanden, abenteuerliche, seltsame, naturandachtige Erzählungen( darunter Bells und Seton) mit mannigfachen Darstellungen aus der Natur ( Tierleben, Böllerfunde, Reisen), Sportanweisungen, technischen Auf fägen und dem anregenden und unterhaltenden Kleinzeug an Rätseln, Einfällen und Schnurrpfeifereien gefchicht zu milchen. Das neue Jahrbuch, das reich illustriert ist, wird seinen Weg machen. Aus zusehen hätten wir nur, daß der erzählende Teil zu viel Amerikani. fches gibt. R. H. Döscher. Das Urbild von Bittor Hugos Baljean. In diesen Tagen jährt fich zum hundertsten Male der Tag, an dem im Schatten völliger unbefanntheit ein schlichter Mann starb, der einst Bittor Hugo die Anregung für den Jean Valjean, ben Helden seiner Elenden ge geben hatte. Im Sommer des Jahres 1825 erfuhren die Einwohner des Ortes Beanne zu ihrem höchsten Erstaunen, daß einer ihrer Mitbürger, ein alter Herr von fünfundsiebzig Jahren, den man bis dahin als vollendeten Ehrenmann geschäßt hatte, nichts anderes mar als ein Sträfling, der vor etwa vierzig Jahren aus der Strafanstalt ausgebrochen war. Er hatte einem Better hundert Frant geliehen und dieser Elende, der über seine Bergangenheit unterrichtet war, hatte, um sich der Verpflichtung der Rüdzahlung zu entziehen, den Alten bei der Polizei angezeigt. Der Gendarmerieposten des Ortes batte jedoch Mitleid mit ihm und riet ihm, nach Toulon zu gehen und sich dort zu stellen. Absichtlich gab er ihm teine Begleitung mit, um ihm Gelegenheit zur Flucht zu geben. Aber der ehrliche Alte ging wirklich nach Toulon und meldete sich dort bei der Bolizel. Aber auch hier wollte man ihn schonen, tat jo, als glaubte man ihm nicht, und schickte ihn nach dem Arsenal hier sah man notgedrungen die Regifter nach, und da fich die Selbstbezichtigung des Alten als wahr erwies, so blieb nichts weiter übrig, als ihn wieder ins Buchthaus zu bringen. Der Fall war aber so ungewöhnlich, daß man cin Gnadengefuch für den ehrlichen Alten einreichte, das auch bewilligt wurde. Er starb jedoch bald nach seiner Freilassung. Sechs Kilometer in der Minute. Das neueste englische Marine flugzeug ist imftande, eine Geschwindigkeit von sechs Stilometern. in der Minute zu entwickeln. So erstaunlich es ist, so vermag, besonders nach entsprechendem Training, die menschliche Natur sehr wohl diese enorme Geschwindigkeit zu ertragen. Das ist um fo intereffanter, als es noch gar nicht so lange her ist, daß die ärztliche Wissenschaft felbft unvergleichlich fleinere Geschwindigkeiten für bebentlich, ja jogar für lebensgefährlich hielt. In den Kindertagen der Eisenbahn galten 25 Kilometer in der Stunde als das höchstmaß, das der mensch liche Organismus zu ertragen vermag. Als die Züge ihre Geschwin digkeiten allmählich auf das Drei- und Bierfache steigerten, schüttelten die gelehrten Herren mit den Köpfen und sagten: Mehr als aller höchstens 120 Kilometer geht nicht!" Jegt gehen" ihrer aber schon 360, und es werden ihrer bald wohl noch mehr gehen. LOUIS WINCKELMA HERREN, DA MEN, KINDER MÖBEL DAMER- FERDY " PELZE WASCHE ALLES AUF KREDIT BRUNNENSTR- 1/ FRANKFURTER ALLEE 350 NIEDRIGE PREISE KOTTBUSER DAMM 108/ CHARE- SCHARRENSTRS KLEINE ANZAHLUNG Mitglied des Reichsverbandes des krealtaebenden Einzelhandels BEQUEME RATEN GOZIALE RÜCKSICHTNAHME Achtung! Wiederverkäufer! Unsere Riesenumsätze in Marken- Zigaretten ermöglichen u. a. nachstehende konkurrenzlose Preise: Wir bieten an, Mengenabgabe vorbehalten: Moslem 3 Pf. M. 25.90, Juno 3 Pf. M. 25.90, Fritzi m. G. 3 PL. 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Ein amerikanischer Grohkapitalist Haroey F. F i r« st o n e teilte seinen Entschluß mit, 100 Millionen Dollar für die Errichtung von Gummiplantagen in Liberia anzulegen. Liberia ist eine afrikanische Kolonie, eingekeilt zwischen sranzösischem und englischem Koloniclgebiet, die unter englischem Protektorat steht. Die Be- völkerungszahl ist zwei Millionen, von denen aber gegenwärtig kaum SO 000 Kusteuneger zivilisiert sind, während die Zahl der Weißen nicht mehr als 200 beträgt. Dem Plan zufolge sollen dort 300 000 Arbeiter auf den Plantagen beschäftigt und jährlich 2S0 000 Tonnen Gummi hergestellt werden Diese Menge stellt aber die Hälft« des gegenwärtigen Weltbedarss in Gummi dar, während heute das amerikanische Kapital kaum über 3 Proz. der Gummierzcuoung die Kontrolle hat. 100 Millionen Dollar sind bei dem Kapitalreichtum Amerikas keine überwältigende Summe und so kann der Plan von der Kapitalseite aus reibungslos verwirklicht werden. Wichtig ist an diesem Vorfall aber, daß er als ernste Abwehrmaßnahme Amerikas gegenüber dem englijch-holländischen Gummi» kapital anzusehen ist. Großes Aufsehen hat jüngst eine Er- klärung des Handelsministers Hoover hervorgerufen, der sich dar- über beklagte, daß Amerika für Gummi, Kaffee, Kali und Salpeter, wo Hoooer zufolge europäische Monopole bestehen, 800 Mil- lionen Dollar im Jahre me h r bezahlen muß, als wenn diese Mono- pole nicht existierten. Hoover drohte mit Gegenmaßnahmen beim Verkauf von Baumwolle, Kupfer und Oel, wo sich Amerika in einer monopolähnlichen Lage� befindet. Was Gummi anbelangt, so wurde bereits im vorigen"Jahre, als die Guinmioreise zu steigen begannen, der Versuch gemacht, eine Großeinkaussgesell- s ch a f t der amerikanischen Gummiverbraucher zu gründen, um die Konkurrenz der Käufer auszuschalten. Diese ist nicht zustande ge- kommen, der Entschluß, in Liberia amerikanische Gummiplantagen einzurichten, liegt nun aus derselben Linie in der Abwehr Amerikas gegenüber dem Gummimonopol des europäischen Kapitals. In- zwischen gehen die Gummipreise weiter in die Höhe. Das sog. StepHenson-System bewirkt es. daß der Preis für da, Pfund Gummi sich wieder 4 Schilling nähert, während ursprünglich nur eine Erhöhung desselben von dem Tiesstand von einigen Penc« auf 1 Schilling S Pence beasichtigt war. Der Preissturz der amerikaaischeo Daunnvolle. Die amerikanische Baumwoll« hat Anfang November einen Preisties st and erreicht, wie sie ihn seit Mai 1922 nicht mehr innehatte. Sie ist seit ihrem Höchststand Ende Juli in New Vork um etwa 23 Proz. im Preise gesunken, von 25� Cents pro Pfund im Juli aus 19� Cents Anfang November. Für den eingetretenen Preissturz ist der Umstand entscheidend, daß die endgültigen Ernte- berichte eine Rekordernte für Baumwolle ausweisen, die die im legten amtlichen Bericht mitgeteilten Ziffern um 1% Millionen Ballen übersteigt. Die diesjährige Ernte soll demnach mehr al» IS Millionen Ballen betragen. Zu diesen amtlichen Schätzungen wird jetzt offen der Verdacht ausgesprochen, daß sie bewußt falsch waren. So berichtet eine Großbaumwollsirma, daß, wäh- rend dem Bureau als Material 20 000 bis 30 000 garmerberichte mit Schätzungen kleiner und kleinster Bezirke hätten dienen sollen, dieses lediglich die Schätzungen einiger führender Firmen, ungeachtet deren Sonderinteressen, berarbeitet und hieraus seinen B«. richt aufgebaut habe..Die Erkenntnis," schreibt diese Firma,.baß ein solcher Frevel stattfinden konnte, wirkt geradezu Vernich- tend." Infolge dieser Spekulationen wird der Preisrückgang der Baumwolle auf dem Markt der Fertigprodukte sich nicht oder nicht genug auswirken können. Die vaumwollverarbeitenden Fabriken kaufen den Rohstoff im Terminhandel, d. h. zu festen Preisen aus Monate hinaus und müssen deshalb die hohen Preise bezahlen, während der Gewinn aus dem Preisrückgang in die Taschen der Spekulanten floß. Die Fabrikanten werden die mit teurem Rohstoff hergestellten Waren nicht billig liefern wollen, um nicht Verluste zu erleiden, und andere Betriebe, die bereits billigere Baumwolle kauften, werden die Rohstoffverbilligung nur soweit berücksichtigen, als sie die Konkurrenz dazu zwingt. Das ist bei den kartellierten Spinnern und Webern infolge der hohen Schutzzölle wenig oder gar nicht der Fall. Die Erhöhung der Wollpreise. Im Gegensatz zur Baumwolle gehen die Wollpreise, nachdem sie lange Monate hindurch sehr gedrückt waren, seit einiger Zeit ständig nach oben. Berstärkt wurde dies« Tendenz durch den australischen Seemannsstreit— Australien liefert zwei Drittel der Wellwollenausfuhr. Im wesentlichen hat aber die ver- mehrte Beschäftigung der Wollfabriken zur Preiserhöhung beige- tragen. Die jüngst in Berlin stattaefundene internationale Wollkonferenz hat eine Entschließung angenommen, die fol- gendermaßen lautet:.All« Teile der Wollindustrie und des Woll- Handels wenden sich mit aller Entschiedenheit gegen jede Maßnahme, von welcher Selle sie auch immer kommen möge, durch die die Wollproduktion unter die Kontrolle öffentlicher»der privater Körperschaften gestew werden könnte. Wir verlangen allgemeine Freiheit im Handel und in der industriellen Weiterverarbeitung der Wollerzeugung. Hinter diesem geHarnisch- ten Beschluß steht die bekannte Absicht der australischen Staaten, die Wollerzeugung und den Wollhandel, wie dies während des Krieges bereits der Fall war, z u organisieren. Nach diesen Absichten zufolge sollen die Wollerzeuger in großen B e r w e r- tungsgenossenschaften zusammengefaßt werden, die die Wollernte bei den Erzeugern bevorschussen, die Wollvorräte sammeln und sie noch Maßgabe des Bedarfs ratenweise aus den Markt bringen. Dadurch soll zunächst die weitere Erhöhung, dann ober die Stabilisierung der Wollpreise erreicht werden. Es ist selbstverständlich, wenn die Wollindustrie gegen dies« den Rohstoßf verteuernden Maßnahmen protestiert, wyrn auch diese Proteste voraussichtlich erfolglos sein werden. Nur'ingt es etwas merkwürdig, wenn sie ollgemein« Freiheit im Handel für die Weiter- Verarbeitung verlangt, dabei aber ihr« eigenen Kartell- und T r u st o r g a ni s a t i o n e n, die die Freiheit der Produktion einschränken, mit Stillschweigen übergeht. Zur lvelkkohlenkrise. Einen interessanten Beitrag zur gegenwärtigen Weltkohlenkris« liefert der zurzeit in Amerika in Gang befindliche Berg- a r b e i t e r st r e i k in den Anthrazitgruben. Dieser Streik hat die Produktion vollkommen lahmgelegt. In den ersten drei Wochen de» Oktober wurden gegenüber säst ö Millionen Tonnen im vorigen Jahre nur 44 000 Tonnen gefördert. Mit Rücksicht darauf rechnete man mit dem riesigen Ausschwung im Braunkohlenberg- bau. Indessen ist dieser fast ganz ausgeblieben. Di« Erhöhung der Braunkohlenproduktion betrug nur wenige Prozente, in den ersten 10 Monaten ist auch diese gegenüber dem Borjahr sehr erheblich zurückgegangen. Der Rückgang des amerikanischen Kohlenoerbrauchs ist auf den vermehrten Verbrauch von Gas-undOelfeuerung und die besser« Ausnutzung der Kohle in der Wärmewirtschast zurückzuführen. Dieselben Gründe, die für die europäische Kohlenkris« maßgebend sind, finden sich, wie auch zu erwarten war, in Amerika wieder und werden durch die Produktionsstatistik bestätigt. A. H. Schwerinüustrielle Gewinnpolitik. Statt Dividenden Reservenbilvung. Der Abschluß des M a n n« s m a n n- Konzerns ist ein neuer Wichtiger Beitrag zur Erkenntnis der wirklichen Situation in den Konzernen der Schwerindustrie, die sich dekannttich stark von den Situationsblldern unterscheidet, mit denen die Konzernleiter die deutsche OeffenUichkeit seit langem getäuscht haben. Auch der Mannesmann-Konzern bleibt, wie die meisten kombinierten Hütten- werke von Rhein und Ruhr, dividendenlos. Aber die Börse, die im Juli d I. für Mannesmann eine Dividende von? bis 8 Proz. erwartet hat, hatte recht: denn tatsächlich hätte ein« solche Dividende oerteilt werden können. Da» er- gibt sich schon au» dem, wa» die Bilanz erkennen läßt. Sie weist zwar nur einen Reingewinn von 2,7 Mill. aus: aber in ver- schiedenen Fonds(Anleihen-, Außenstände-, Bergjchädenrücklage) wurden nicht weniger als 4,6 Mill. besonder« reser- viert, nachdem diese Posten in der Goldbilanz bereits rund S Mill. auswiesen. Hinzuzurechnen dürsten noch die echten stillen Reserven sein, die in den Vorräten gebildet sind, die n i e d r I g« r erscheinen als in der Goldbilanz. Außerdem ist die lOprozentige Dividende des tschechoslowakischen Tochterwerks noch nicht verrechnet. Günstiger noch al» das Bild der Gewinngestaltung, ist die au» lausenden Betriebsergebnisjen de» Jahre» 1924/25 bestrittene erhebliche Verbesserung und Erweiterung der Werksub- stanz de» Konzerns. In der Bilanz ist sie In der Vermehrung der Beteiligungen von 23,9 auf 26,3 Mill. und in der Werterhöhung der Fabrikanlagen von 27,5 auf 32,9 Mill. zu erkennen. Im Februar d. I. wurde zum Ausbau der Erzverwerwng und des Koksabsatzes innerhalb des Konzerns die Storch u. Schöneberg A.-G. für Bergbau- und Hüttenbetrieb im Siegerland er- warben: ebenso wurde die Beteiligung bei her Kohlenhandels- gesellschaft Hansen. Reuerburg u. Co., Frankfurt a. M., erhöht(mit 3,02 Mill. steht die Bezahlung dieser Erweiterungen allerdings noch aus). Auf der Zeche„Unser Fritz" erfolgten im Frühjahr 1925 große Erweiterungen; ebenso wurden die Gesamt- zechenanlagen am Wanner Hafen des Rhein-Herne-Kanals voll- ständig modernisiert. Dies« Verbesserung und Erweiterung de» Werksubstanz(abgesehen von der noch ausstehenden Bezahlung der neuen Beteiligungen) sind zur Feststellung des tatsächlichen Detriebsergebnisse» den ausgewiesenen und reservierten Gewinnen hinzuzurechnen. Die Bedeutung de, durchaus günstigen Cr- gebnisse» wird voll erkennbar aber erst, wenn man die ungünstigen Bedingungen berücksichtigt, unter denen nach dem Geschäfts- dericht die Werke gearbeitet haben. Danach blieben trotz erheblicher ausländischer Aufträge infolge de» belgisch-französischen Valuta- dumping» die Werke vielfach unterbeschäftigt. Der seit der Noch- triegszeit stark ausgedehnt« eigene Jechenbesitz(heutige Beteiligung beim Kohlensyndikat 5,07 Mill. Tonnen) brachte infolge der K o h l« n- k r i s« Verluste. Di« im Siegerland erworbenen Erzgruben mußten noch vergeblich geleistet«» hohen Zuschüssen stillgelegt werden. Neben beträchtlich gestiegenen Steuerlasten mußten für Bankkredit« (27 Mill.!) nach der Gewinn- und Verlustrechnung fast drei Millionen Zinsen gezahlt werden. Es ist dem Mannesmann-Konzern also durchaus möglich ge- wesen. trotz seiner Wertsverluste in England. Italien und an der Saar Im Gefolge des Krieges, seine Betriebe rentabel zu machen. Fragt man nach den Gründen, so findet man sie teils in den Sachwertgewinnen der Inflationszeit(starke Ausdehnung des Zechenbesitzes, Elektrostahlwerk Grevenbrück), die das G o l d k a p i- t a l von 72 Mill. 1913 auf 115 Mill. 1924 haben steigen lassen. besonders aber in der Monopolstellung des Deutschen Röhrenverbandes, der auf dem Inlandmarkt diese Preise hochhält und dadurch«ine schlagkräftige Konkurrenz im Ausland er- möglicht. Diese Monopolstellung ist in der Nachkriegszeit besonders wirksam geworden, weil sich durch Angliederungen und Fusionen die Mitgliederzahl des heute vereinigten Gas- und Siederöhren. syndikats von 37 auf ein halbes Dutzend starke Konzerne ermäßigt hat, was sowohl die Entstehung neuer Außenseiter erschwert, als die Preisregulierung und die Verteilung der Ouoten erleichtert. Für die Zukunft ist(nach dem Kartellverhältnis dos Röhrenoerband«s mit den tschechoslowakischen Röhrenwerk«n) mit dem Ausbau des Röhrenoerbandes zu einem europäischen Röhrentrust zu rechnen— mit Frankreich und Belgien schweben Verhandlungen—. wodurch sich die Aussichten des Mannesmann-Konzerns noch ver- bessern werden. Die beträchtlichen unproduktiven Zinslasten aus den 27 Millionen kurzfristigen Krediten hofft der Mannesmann-Konzern durch Umwandlung in eine langfristige Anleihe ermäßi- gen zu können. g_ r /whaltenüe Zuoahme See Crwerbslofea in öerlm. Die Verschlechterung aus dem Berliner Arbeit»- markt schreitet weiter fort. Durch neu« Betriebseinschränkungen. Stillegungen und Konkurse erreichte die Steigerung der Arbeits- lvsigkeit in der letzten Woche allein beinahe die Höhe, welche die letzten drei Wochen insgesamt aufweisen. Sie betrug rund 9000, davon etwa 6500 Facharbeiter. Bemerkenswert ist, daß bei der ohnehin schon hohen Zahl der Stellensuchenden im Handels- und Bureaufoch noch immer eine ständige Zunahme zu oerzeichnen ist- Selbst weibliche und jugendliche Kräfte, für die bisher noch bessere Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden waren, sind in ver- bältnismäßig hohem Maße an der Steigerung beteiligt. Hinzu kommt, daß auch die Aufträge für das Weihnachtsgeschäft, die erfahrungsgemäß um diese Zeit eingehen, bisher nur zögernd und nicht in dem erwarteten Umfange einsetzen. Der allgemeine Rückgang des Beschäftigungsgrades in Handel und Industrie wird noch verstärkt durch Einschränkung der Bauarbeiten infolge der vorgeschrittenen Jahreszeit. Weitere Maßnahmen zur Entlastung des Arbeitsmarktes durch Erteilung von Aufträgen für Notstandsarbeiten sind eingeleitet. Es waren 74 114 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen, gegen 65 164 der Vorwoche. Darunter befanden sich 50 311(44 783) männliche und 23 803(20 381) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 23 633(21 195) männliche und 5718(4944) weibliche, insgesamt 29 351(26 139) Personen, davon bei Notstands- arbeiten beschäftigt 1466(1350). a Der Rückgang der Vermitllungstätigkeit In der Metall- industri« bat auch in der Berichtswoche angehalten und erfaßte hauptsächlich den Autobau, die Elektroindustrie und teilweise auch den Werkzeugmaschinenbau. � Das Spinn st of ig«werbe weist namentlich für männliche Kräfte eine wesentliche Zunahme der Arbeitslosigkeit auf. Die guten Arbeitsmöglichkeiten für Strickereien bestehen fort. In der Zellstoff- und Papierherstellung und -Verarbeitung ist die Kartonbranche gut beschäftigt. In ollen übrigen Zweigen sind die Beschästigunäsmöglichkeiten nur gering. Die Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe verzeichnet, mit Ausnahme von Autofattlern, im all- gemeinen einen ungünstigen Beschäftigungsgrad. Im Holz- und Schnitz st offge werbe steigt die Arbeits- losigkeit erheblich an. Besonders ungünstig blieb die Lage in der Klavierindustrle und für Holzbildhauer. worüber die Arbeitgeber nicht Nagen. Vor einigen Tagen brachten wir unter dem Titel„Zur Lage der Braunkohlenindustrie" einen Bericht über die Geschäftslage der„Bubiag", zu dem wir noch folgende ergänzende Ausführungen erhalten: Die in der Nieder- lausitz gelegenen Werke der Braunkohlen- und Brikettindustrie A.-G. (Bubiag) sind Betriebe, in denen die Arbeitsverhältnisse zur schärfsten Krttik herausfordern. Es handell sich um die Gruben Milly, Marie Anne, Emanuel und Friedlönder, die unter der Be- triebsdirektion Mückenberg stehen. Früher waren diese Betriebe ein« kommunistische Hochburg. Jetzt herrscht der größte reaktionäre Terror. Wer nicht Mitglied des Stahlhelms oder des gelben Werkverein» ist, braucht gar nicht erst mit der Arbeit anzufangen. Aus diesem Grund« ist es erklärlich, daß bei den letzten Betriebsrats- wählen ein« freigewerkschastliche Li st« nicht zu- st o n d e k a m. Diejenigen, die den Mut besessen hatten, sich doch ausstellen zu lassen, wurden durch Beauftragte der Direktion so lange bearbettet, daß sie aus Furcht, ihre Stellung zu ver- lieren, von der Liste zurücktraten. Es ist demnach nur aus den von der Direktion ausgeübten Terror zurückzuführen, daß die Arbeitnehmer keine Stell« im Aussichtsrat besetzt haben, denn der gelbe Betriebsrat ist nur ein Werkzeug der Gesell- I Trustfrei I Trusts eil Tragt die Qualititt-Dauerwäsche .Heros 46 Durch ihre blendende Weiße und Geschmeidigkeit von echter Leinenwäsche kaum zu unterscheiden .Heros" Danerwäsche-Fabrik W. Kaless, Ketschendorf(Spree) Die unvollendete Toselli-Gerenade 3dt? bricht die Mussl ab. Mitten in Tosellls Serenade. Sallo! was ist los? Der Geschäftsführer naht, Gäste eilen herbei, Kellner hemmen den raschen Schritt, und ein junger Mann gestikuliert wie ein Dolksredner, steigt auf seinen Stuhl und ruft:„Sine lagt für- ganze-total. Auch für die Kapelle!" Worauf die vier Mann auf dem Podium ihre Instrumente subeln lassen:»Hoch soll er leben, hoch soll er leben, dreimal hoch!" Herr X aber, der mit setner so-M ark- S Pen de einen leidenschaftlichen Delft-Ztaucher derart außer Fastung gebracht hat, verschwindet in der allgemeinen Auf- regung und entflieht in seinem Wagen. Von Spandau nach Charlottenburg. Denn er muß allgegenwärtig sein, damit kein Stadtteil vemachlässtgt wird. Überall trifft er seht ftohe Gesichter, zufrieden lächelnde Taucher, die Massary-Delst lieb- gewonnen haben, um ihrer überragenden Güte willen, weil sie Stimmung gibt, well sie Freude schentt. So viel Wesens von einer s-pfennig-Zigarette? Erst versuchen. Freunde!& ist etwas besonderes um diese Marke, die mit Aecht s o heißt- Massary-Desft, edel wie der Name! fchaft und hat baher aus ertlärlichen Gründer auf eine Belegung einer Aufsichtsratsstelle teinen Bert gelegt. Zur Kennzeichnung diefer famolen Gesellschaft fei gleichzeitig noch erwähnt, daß fie in recht vielseitiger Art und Weise bemüht ist, für die Berdummung der Arbeiterschaft zu forgen. Es fei nur erinnert an die großen Stahl. belmfefte, bei benen alles frei ist, da die Bublag für alles auftommt, an bie teutschen Bortragsabende usw. Daß für den gelben Bertsverein ein möchentliches Mitteilungsblättchen gebrudt wird, erscheint selbstverständlich. Im Jahre 1920 ging man jogar dazu über, eine wöchentlich sechsmal erscheinende eftung in Bodmig in ber Laufig zu gründen mit dem irreführenden Namen Bolts. zeitung für die gesamte Niederlaufit". Diesem Blättchen, mit dem fich die Parteipreffe des Niederlaufiger Bezirks schon häufig aus einandergejezt hat, ist es aber trop allem nicht gelungen, unter ber Arbeiterschaft zu irgendeiner Bedeutung zu gelangen. Aber vielleicht ist Herr Generaldirettor Dr. Büren fo freundlich, uns bas nächftemal mitzuteilen, welche Summen all bie aufgezählten Einichtungen zur Miederhaltung der Arbeiterschaft erfordern. So lange Geld für folche 3mede vorhanden ist, hat er au lagen feine Ursache. Die preußlichen Spartaffen in den erften brei Vierteljahren 1925. Mährend der drei Bierteljahre von Januar bis September 1925 hat die Entwicklung der Einlangebestände im Spar. und bantmäßigen Spartassenverthr eine erfreuliche Aufwärtsbewegung genommen. Den Sammelbeden der Spareinlagen sind seit Jahresbeginn allein 542,5 millionen Rentenmart zugeflossen. Die Ende 1924 vorhandenen Spargelder ber Raffen haben sich dadurch um 133,8 Proz. vermehrt, also weit mehr als verboppelt. Die Spareinlagen hatten beim Abschluß des dritten Bierteljahres 1925 mit rund 948 Millionen Rentenmart stemlich den 50fachen Betrag des Tiefstandes von Ende 1923 erreicht. machten jedoch nicht ganz ein Dreizehntel des Borfriegsbeftanbes aus. Auflösung elner Jntereffengemeinschaft. Die Rofswerte und Chemische Fabriten Attien- Gesellschaft unb bie Sa darinfabrit, Attiengesellschaft vorm. Fahlberg, Lift u. Co., bie bekanntlich im Jahre 1923 ein Zufammengehen vereinbart hatten, find nach dem Fortfall der wirtschaftlichen Borausfegungen, bie feiner zelt hierfür maßgebend waren, übereingetommen, die Gemein Jedermann kann kaufen!! Etwas Altes in neuer Form: fchaft in freundschaftlicher Weise zu 13fen. Für bie Parteien war dabei neben dem Bestreben der Sacharinfabrit, ihre Selb. ständig feit wieder zu erlangen, das Bestreben der Rofsmerte entscheidend, ihre Erzeugung auf dem chemisch- pharmazeutischen Gebiet bei fich zu tonzentrieren. Deutsche Konsignationslager in Rußland. In lezter Zeit finb Ronfignationslagern in Rußland geigloffen morden. mit 50 beutschen Firmen Berträge über die Errichtung von Es handelt sich um Warenlager im Gesamtwerte von 5 Millionen Mt. bestehend aus landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Farben und chemischen Erzeugnissen, wie sie hauptsächlich für den fleinen Berbraucher notwendig sind. Die ruffische Stelle, ber die Verwertung diefes Lagers obliegt, hat sich verpflichtet, bie Bazen im Berlaufe eines Jahres zu verlaufen oder falls dies nicht geschieht, diefelben auf ihre Rechnung in ben Beningraber Hafen zu rüczuliefern. Es handelt sich bei diesem Bertrage offenbar um bie erste Auswirtung jener Maßnahmen, die getroffen wurden, um dis auswärtigen Handelsvertretungen der Sowjetunion von ben Ga schäften des Kleinverkehrs zu entlasten. Wohlfeile Abteilung Bequemster Eingang: Krausenstraße a. d. Charlottenstraße Neue Schotten Köperbindung, 70 en beell, heche Masterangen.. ... jetzt M Einfarb. u. gestreifte Blusen210 flanelle waschbar, 70 cm bred jetzt H. 290 Kammgarn fouliert M. bestes Fabrikat in dieser Art, 20 newe Farben, für jeglichen Zweck geeignet, 290 70 em brell.. Jetzt M. Wollpopelin weldfließende Qualt& t, a Kammgarn, in 30 Farben 100 cm brett... Woll- Krepplin felnatem - jetzt Einfarbig Tuch 4.60 in allen neuen Farben für hübsche Kleider, 480 100 cm breit. 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Areisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Bildungs. ausschuß: Dienstag, 17. November, 7½ Uhr, 3. Abend der Vortragsreihe im Bezirksamt Klopstodstr. 24, 8immer 4 3. Rreis Webbing. Dienstag, 17. Rovember, abends 7 Uhr, in den harus fälen, Mullerite. 142, Kreismitgliederversammlung. Bortrag bes Genoffen Dr. Kurt Löwenstein über: Der Reichsschulgefezentwurf. & Kreis. Montag, 16. November, abends 7 Uhr, Comeniusfäle, Memeler Straße 67. Thema: Die Arbeiterbewgung und ihre kulturellen Aufgaben". Referent: Emil Barth. Gäste tönnen eingeführt werden. 6. Kreis Kreuzberg. Dienstag, 17. November, abends 7 Uhr, bei Rabe, Fichter, 29, Rieismitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Arbeiter. bewegung und ihre kulturellen Aufgaben. Referent: Emil Barth. 7. Kreis. Donnerstag, 19. November, abends 7½ Uhr, Schiller- Realgym nafium Charlottenburg, Schillerstr. 26. Thema Die Arbeiterbewegung und ihre kulturellen Aufgaben. Referent: Emil Barth. Gäste tönnen eingeführt werden. Sohnungs- und Mieterausschus. Montag, 16. Stonember, abenbs 7 Uhr, bet Walter, Kreuzbergftr. 23, Gigung. Bortrag: Belche Bobnungspolitit muß die rote Mehrheit in Berlin betreiben?" Referent: Stabitat Hermes. Nach dem Parteistatut finb alle Mieterobleute bes Rreifes fomie alle fonfligen Genossen, die im Bohnungswesen des Kreises Rrausberg tätig find, zum Erscheinen verpflichtet. 3. Kreis Wilmersdorf. Kreisausschus fir Arbeiterwohlfahrt: Dienstag, 17. November, pünktlich abends 8 Uhr, bei Andreas, falsburger Str. 55, Wohlfahrtskonferens. Borttag: Rinderarbeit und Jugenbicjus". Refe rentin Genoffin Genger. 10. Rreis Behlendorf. Abteilungen 74, 75, 76: Dienstag, 17. November, abends pünktlich 8 Uhr, bei midten, michtige Beratung. Auswahl der Depu tationsmitglieder. Die Mitglieber bes Rreisvorstandes, ber Abteilungs. Dorstände und alle Randidaten zur Bezirksversammlung müssen erscheinen. 12. Reels Steglth, Lichterfelbe, Lantwig. Dienstag, 17. Rovember, abends 8 Uhr bei Thiel, Ringstraße, Ede Albrechtstraße, Sigung der Arbeiter. mohlfahrt. 14. fenten. Montag, 18. November, abends pünktlich 7 Uhr, im Parteibureau, engere Kreisvorstandssigung. Abteilungsleiter! Material abholen zitz Kreismitgliederversammlung. 15. cis retom. Mittwoch, 18. Pepember, vormittags 9 Uhr. in Treptow, Borwärtsspedition Gräßftr. 50, Sigung bes engeren Kreisvorstandes. 13. Areis Pantow. Die Fraktionsligung mit den Bürgerbeputierten findet nicht am 16. November, fondern erst am Montag, ben 23. November, abends 6 Uhr, im Rathaus Bankow, 8immer 17, statt. 20. Areis Reinidendorf. Montag, 16. November, abenbs Uhr, im fleinen Sigungsfaal tm Rathaus Wittenau, Sigung bes erweiterten Rreisvor standes. Um 6 Uhr im gleichen Gaal Sigung bes engeren Rteisnorstandes. Wichtige Tagesordnung. Die Rurfusteilnehmer werben gebeten, Dienstag, den 17. November, abends 7 Uhr, im 8eichenfaal ber 1. Gc. meindefchule hinter dem Bezirksamtsgebäude anwesend zu fein. Der Rurfus findet bestimmt statt. Genossen und Genoffinnen lönnen fich noch zur Teilnahme melden. 2. Abt. Beute, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Bannermeihe. Bestrebe: Genosse Bernharb Göring. Borträge, Mufit, Tanz. Eintritt 0,75 M. Alie Genoffinnen und Genoffen mit Angehörigen find herzlicht eingeladen. Montag, den 16. november: am 57. bt. 7 Uhr erweiterte Borstandsligung bei Grunert, Schlitterftr. 7. 8 Uhr Funktionärssuno. 77. Abt. Schöneberg. 745 Uhr bei Riemittet, poftel.Paulus- Str. 7 IV, Bot. stands igung. 187. b. l- lfenide. Abenbs T½ Uhr, Borftandsfigung beim Genossen Neumann, Gartenstadtstr. 19. Dienstag, den 17. november: * 34. bt. Abenbs pünktlich 7 Uhr, Funktionärßigung in ber Cabinet Str. 10. Alle Funktionäre müssen erscheinen. 128./130. b. Bantom und Heinersdorf. SPD- Fraktion bez städtischen Bant und Spartaffe ber Stabi Berlin: Nachmittags 4½ Uhr, Frationsfigung im Culmbacher Bräu, Breite Straße. Bir erwarten zahlreiche Beteiligung 84. Abt. Pantwik. Bir machen berauf aufmerffam, daß Rarten an unferem Blumenfest am Sonnabenb, ben 21. Stonember, abends 81 Uhr, in Behmanns Fastsälen, bei allen funktionären zu haben find. Abenbtaffe ist nicht nochanben. Jungsozialisten, Gruppe Reinidendorf. Montag, 16. November, abenbs 7 Uhz, im Geebab, Refibengstraße, außerordentliche Mitgliederversammlung infolge des Beschlusses bes Parteinorstandes über den Relson- Bunb. Bericht Don ber Gruppenkonferens, Neuwahlen, Organisatorische Fragen. Alle Mit glieder müssen erscheinen. Sntereffierte Parteigenossen find eingelaben. Gruppe Paukom. Heute Sonntag, 15, Rovember, abenbs 7% Uhr, im Jugend haim Brei'e Str. 32. politisch.fatirischer Abend. Meltere Barteigenossen, bie burch die Veranstaltung am legten Sonntag mit uns belannt ge worben fomie Augendgenossen find herzlich willkommen. Werbeausschuß ber Post unb Telegraphenbeamten. Dienstag, 17. November, abends pünktlich 8 Uhr, in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße, Eingang Rochstraße, wichtige Bersammlung. Tagesordnung: Welche Be beutung hat Locarno für bie Beamten?" Gäfte willtommen. Bobenreformer. Montag, 23. November, abenbs 8 Uhr, in ber Aula ber Tech. nischen Hochschule Charlottenburg, Berliner Str. 172, fpricht im Rahmen ber 30. Sauptversammlung des Bundes Deutscher Bobenreformer bas Mitglied des Sächsischen Landtages, Profeffor Dr. Raftner- Dresden, über: Jugend unb Bobenreform. Die Mitglieder ber Arbeiterwohlfahrt haben freien Einteltt gegen Borzeigung ihrer Mitgliebskarte. Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde Groß- Berlin. Sonnabenb, 21. November, nachmittags 4 Uhr, finbet in der Goethe- Bühne, Klosterftr. 43, eine Märchenveranstaltung für größere Jungen und Mäbchen ftatt. Rarten file Rinder 10 Bf., für Ermadhfene 50 Bf. Märchenerzähler: Genoffe Walter Eschbach. Kartenbestellungen an Sema Epstein, D. 27, Wallnertheater. Straße 6, unb am Tage ber Beranstaltung an ber Theaterkaffe. Bereinigung fozialberokratischer Studenten. Dienstag, 17. November, abenbs 8 Uhr, im Sozialwissenschaftlichen Klub, Wilhelmftr. 48 III, Fortfehung ber Arbeitsgemeinschaft Renner: Die Wirtschaft als Gesamtprozeß und bie Sozialisierung". Dienstag, 24. November, abends 8 Uhr, Mitalteber. versammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Borstand. Frauenveranstaltungen am Montag, den 16. November: & Rzeis. Dienstag, 17. November, abenbs 7 Uhr, Rurfusabend ber Genoffin Burm bei Rofin, Guhener Str. 19. Die Genoffinnen müffen biesmal besonderer Umstände wegen ganz pilnttlich fein. では 18. Azeis. Frauenleseabend Bantow, Berliner Straße, de inbenpesmenabe, bei Meeß.-Montag, abends 7 Uhr, Seiterer Abend. Referent Genosse Market. Bahlreiches Erscheinen der Genoffinnen fomie ber Gäfte erwünscht. 24. 5. 7 Uhr im Schweizerhäuschen, Greifswalber Str. 80, Borttag: Abelheid Bopp". 26. bt. 7 Uhr bei Benfetelt, Brenzlauer See 259, Setterer Abenb. Bot. tragender: Genosse Heinz Barthel. Gäste herzlich willkommen. 29. Abt. 7 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, Bortrag: Bevölkerungs. politit. Referentin: Gertrub Hanna. Gäste willkommen, 31. bt. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Bortrag: Die Aus wirtung ber 8olpoliti! auf bie Bollsgesundheit. Referentin: Dr. Rathe Frankenthal. 43. bt. 7 Uhr bel Wolf, Gräfeftr. 26, Borttag: Grundlagen fitlicher Erziehung. Referent: Wilhelm Miethte. 44. bt. 7 Uhr bei Nagel, Manteuffelstr. 47, Lichtbilbervortrag über: Frauenkrankheiten, ihre soziale Bebeutung und Bekämpfung". Referent: Dz. Roeber. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 15. November. 45. 6. 7 hr Bet Sonikelt, Reichenberger Str. 78a, 1. Bertrag: Bie erhält fich bie Frau gefund?" Referentin: Dr. Martha Bagodzinsti 2. Weihnachtsbefcherung. 46. Wb. 7% Uhr bei Valentin, Görliger Straße, Borttag: Proletarische Dichter Referent: Genoffe Sauch. 48. Abt. 7 Uhr im Graphischen Bereinshaus, Aletandrinenfte. 44, Vortrag: Der Islam und die neue Türkei". Referentin: Erna Büsing. 57. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4, Bortrag: Ge noffe Dr. Fabian 128./130. Abt. Bantom. 7 Uhr bei Mews, Berliner Straße, de Lindenpromenabe, Beiterer übenb. Bertragender: Genoffe Matet. Gäfte will. tommen Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 17. november: 7. Ateis Charlottenburg. 7½ Uhr bei Vogel, Spreestr. 8, Literarischer Abenb. Bortragender: Genole Maret. 21. Abt. 7 Uhr bei Aroll, Utrechter Str. 21, Hauptmann- Abenb. Referent: Heinz Barthel. Gäfte willkommen. 28. Abt. 7% Uhr bei Bartel, Wörther Straße, heiterer Abenb. Sumoristische Borträge. Bortragender: Genosse Sosemann. Bollstänze, ausgeführt von den Kinderfreunden. Gäfte herzlich willkommen. 38. Abt. Der Frauenabenb finbet bes Rurfus wegen nicht am Dienstag, fonbern erst am Donnerstag, ben 19. Stovember, ftatt. 85. Abt. Tempelhof. benbs 8 Uhr bet Bufe, Berber, Ede Raifer WilhelmStraße. Referent: Genoffe Fromm. Gäfte wiltommen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gef68ftsteise: Berlin 6. 14. Gebaftianfte. 37/38. Saf 2 Ez. Brenzlauer Berg: Mo., b. 16., Tuenballe Greifenbagener Straße, Appell bes Rreifes und Erneuerung ungültiger Mitgliedsfarten. Friedrichshain: Mo., b. 16., abends 7 Uhr, Mitgl.- Berf. im Frankfurter Sof. Frankfurter Allee 818. Di., b. 17., abends 6% Uhr, Jugendabteilung. Fruct Briegener Bhf.- Wilmersbarf: Di., b. 17., abends 8 Uhr, Berf. fämiliner Straße 36a, Fahrt nach Tiefenfee. Sadhanaler und Gäfte Mi. vorm. 8 Uhr führer einfchl. Gruppenführer unter Leitung des Borfiandes bei Kroths. SolNeu fteinifche, Ede Gasteiner Straße. Führer Weft tagen bereits ab 7 Uhr. tälln- Brik: Mo., b. 16., abends 8 Uhr, Rugverf. 2. Aug Weichselfte. 8. Bortrag: 3. Rug Schröter, Steinmekftr. 52; 4. Rug Brik, Chauffeeftr., Lindenpart; 1. Rug nädysten Montag- Mitte: Mi.( Bußtag) nadım. 1 Uhr, Dirdjenstraße( Bolizei präsidium, Sodoma- Pflichtveranstaltung. Webbing: Mi.( Buktag) vormittag 8 Uhr Radfahrertreffpunkt Grünthaler, Ede Bellermannstraße, aur Fahrt nach Bernau. Lichtenberg nebit Untergruppen: Di., b. 17., abenbs 7 Uhr, An treten Grünberger Ctr. 16 bei Stupfa aum Werbe- Ummarsch. Rugführer haben fofort Marlenbestände an Raffierer abzuliefern. Mi.( Bußiag) sormittag 11 Uhr fämtliche Raffierer ber Außenabteilungen aur Revision bei Krüger, Tüterschmidtstr. 33. Bücher und Marlenbestände find mitzubringen. 8 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. F Rehfeld: Adagio religioso ( Else Wilcke, Violine; Karl Wendt. Klavier). 2. M. Trümpelmann: Lathers Wappenspruch( M. Wendt. Sopran; Dorothea Wendt, Alt; Else Wilcke. Violine; Karl Wendt, Klavier). 8. Bibelrezitation ( Bibelsprecher Johannes Schulzke). 4. a) C. Stein: Psalm 91, b) A. Fritsch J. S. Bach: Versuchet euch doch selbst( Himmelfahrt- Kirchenchor, Leitung: Organist Karl Wendt). 5. Ansprache des Herrn Pastor D. Philipps. 6. a) O. Taubert: Verzage nicht. du Häuflein klein, b) A. Preuß: Wir haben ein festes prophetisches Wort( Himmelfahrt- Kirchenchor). 11.30 Uhr vorm. Die Stunde der Lebenden. Alfred Döblin. 1. Hermann Kasack: Einleitende Worte. 2. Aus„ Die Nonnen von Kemnade". 3. Rezitationen ( unter Mitwirkung des Dichters). 2.30 Uhr nachm.: Schachfunk ( E. Nebermann). 8 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungs kurse). Abteilung Landwirtschaft Direktor Müller: Neuzeit liche Schweinehaltung und-fütterung". 3.30 Uhr nachm.: Funkheinzelmann bei Rübezahl", von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Dr. Max Pollaczek). 7.30 Uhr abends: General Schlee- Pascha: Was geht in Syrien vor? 8 Uhr abends: Dr. Richard H. Stein: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am 16. November. 8.30 Uhr abends: Wiener Abend. 1. Leo Slezak singt. 2. a) Franz Karl Ginzkey: Ball im Apollosaal, b) Franz Karl Ginzkey: Die Ballade vom lieben Augustin( Dr. Erich Fortner, Rezitation). 3. a) Emmerich Kálmán: Seh ich dich strahlen, aus Herbstmanöver", b) Lehár: Sittennote I, aus Endlich allein, c) Lehár: Eva- bungen, am Dienstag, den 24. November, im Konzertfaal ber Sachschule für Walzer( Angela Sax, Sopran). 4. Leo Slezak singt. 5. s) Eduard Pötzl: Aus Gesammelte Skizzen", b) Karl Hans Strobl: Skiheil. c) Rudolf Stürzer: Die Ansicht des Herrn mit dem roten Gesicht, d) Rudolf Stürzer Der Wiener Fußgeher( Dr. Erich Fortner). 6. a) Stolz: Im Prater blüh'n wieder die Bäume, b) Lorenz: Ein Walzer von Strauß, c) Ascher: Das Lercherl, d) Oskar Strauß: Ein Schwip- erl möcht' ioh haben, aus Rund um die Liebenberhaus am Wedding", Graiehung durch die Umwelt mit Borführung von ( Angela Sax). Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. 9 Königswusterhausen, Sonntag, den 15. November. 10 12-12.10 Uhr 11.30-11.55 Uhr vorm.: Uebertragung eines Konzertes aus der Hochschule für Musik in Berlin- Charlottenburg mittags: Esperanto. 12.10-1.30 Uhr nachm: Konzert der Hauptfunkstelle, Mitwirkende: Edith Bach, Gesang; Dr. Schleimer, Flöte; Karl Lenzewski, Cello; Hilde Lange and Ludwig Fink, Klavier( vierhändig): Margarete Schulze- Burand und Klara Bach begleiten am Flügel. 1. a) Marie, Marie, italienisches Volkslied, deutscher Text von Otto Stransky, b) Schumacher: Im Flieder strauch, e) Arditi: Parla, Walzer, d) Joh. Strauß: Donauwellen, Walzer gesungen von Edith Bach). 2. Saint- Saëns: Romanze ( Dr. Schleimer, Flöte). 3. Donizetti: Lucia di Lammermoor. Arie ( Gesang und Plöte). 4. Grieg: Andante, A- Moll- Sonate( Kari Lenzewski, Cello). 5. Rioh. Strauß: Morgen( Gesang und Cello). 6. a) Thomas: Kam ein armes Kind von fern Mignon", b) Joh. Strauß: Spiel ich die Unschuld vom Lande Fledermaus( gesungen von Edith Bach). 7. Scharwenka: Menuett( Hilde Lange und Ludwig Fink, Klavier, vierhändig) Montag, den 16. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: TO 20 La Auf Schneeschuhen durch bes Winters Sauber ist der Titel eines Bar trages, den Brofeffor Altrod, Lehrer an der Deutschen Soch fchule file Leibes Mufit halten wird. Ratten für ben Vortrag( 0,90, 1,60 und 2,50 1.) find in der Buchhandlung Reher, Dorotheenstr. 23, erhältlich. Dienstag, ben 17. Rpoember, T½ Uhr, im Werner- Siemens- Realgymnaſium, Montessori- bend. Der Bund Entschiedener Schulreformer veranstaltet am Sohenstaufenstr. 47-48, einen Montefiori- Abend. Es finden Vorträge über ,, Die Grundlagen der Monteffori- Methode und bie moderne Psychologie". Arbeit im Montessori- Rinderhaus des Mittelstandes". Arbeit im Bolts Lichtbildern statt. Anschließenb Ausfprache und fragenbeantwortung. 50 f. Untofienbeitrag erbeten. Arbeiterverein für Biochemie und Zebensreform i. B. B. Bezirk Wehding: Mitgliederversammlung Montag, den 16. November, bei Naß( Metallarbeiter Börse), Marftr. 12, 74 Uhr. Apotheker Paul Saifer: Die Frau und ber Rampf gegen die§§ 218/219. Eintritt nur für Mitglieder und eingeführte Gäſte Bezirt Neuföln: Donnerstag, den 19. November, 48 Uhr, bei Angel rath, Elbestt. 28. Bezirksmitgliebernerfammlung. Landtagsabgeordneter Müller: 3 Monate Gowietrußland". Freibenter- Boltshochschule. Dienstag, den 17. November, abends 7 Uhr, in der Aula des Astanischen Gymnafiums, Berlin GB., Sallefche Str. 24( am Anhalter Bahnhof). Lichtbilbervortrag von Felix Linte:„ Das aftronomische Weltbild". Arbeitsgemeinschaft entfchiebener Republikaner. Donnerstag, ben 19. Sts. ember, abends 8 Uhr, im Restaurant Simbura, öffentliche Gigung des Arbeits. ausschusses. Einheitsverband fasiat. Banbel- und Gewerbetreibender unb fenftiger Berufe. Die Monatsversammlung findet am Donnerstag, ben 19. Stovember, im Sofal BBR B. Bleffin, Stargarber Str. 3, abends 8 Uhr, ftatt. Arbeiter Rabio- Klub, c. B. Gruppe elebritshain: Montag, ben 16. Sto Dember, 7 Uhr, im Sofa Arndt, Marfchauer Str. 59, Baftelabend und Fort fehung der Bortocgsreihe: Einführung in die Rabiotechnik". Gäste bilLommen. Freunde des internationalen Alenarbeit. Donnerstag, den 19. November, 7 Uhr, im Vorwärtsschäube. Suristise Eared ſtunde, Sof I lints, nädite Bufammenkunft. Genolie Dr. G. Rofenfelb. M. d. 2., fpricht übermas bie Böller trennt- mas fie vereint". Jeder, der file internationale Sufammen arbeit und Völkerverständigung Intereffe hat, ist au biefer Beranstaltung eine geladen. Recht rege Beteiligung ist erwünfdt. Deutscher Arbeiter- Manbolinisten.Bund. Montag, den 16. November, cbends 8 Uhr, Mitalieberpetfommina bes Bezirks Groß- Berlin im Rosenthaler Bof. Rofenthaler Gtr. 11. italiebstarie Tealtimiert. Die Vereine werden erfudit, die Mitgliederfiften in dreifacher Ausführung mitzubringen. Berein der Freibenker fi: Fenerbeffatting, 12. Bezirt( Stealik, Bankwik, Bichte felbe). Mitgliederverfammlung am Montag, den 16. Rovember, abends Uhr, bei Schelhafe, Steglik. Ahoenfte. 15. 7 Briefkasten der Redaktion. 4.30 Uhr nachm.: Novellen. Theodor Storm. 1. Wenn die Aeplel reif sind. 2. Drüben am Markt( gesprochen von Martha Ferber). 5.15 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.05 Uhr abends: Wie kaufe ich mir ein Motorrad auf Teilzahlung? Werbevortrag. 645 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Professor Colson). 7.15 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsangabe zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper. Spielzeit 1925/26. 7. Uebertragung. Traviata", Oper in drei Akten von G. Verdi. Violetta Valery; Flora Bervoix; Annina. Dienerin Violettas; Alfred Germont: Georg Germont, sein Vater; Gaston, Vicomte von Létorières; Baron Douphal; Marquis von Aubigny; Doktor Grenvil; Joseph, Schaden weniger als 500 ml. beträgt, beim Amisgericht; beträgt er mehr, Diener Violettas; ein Diener bei Flora; ein Kommissionär. Freunde und Freundinnen Violettas und Floras, Matadore, Pikadore, Zigeunerinnen, Diener Violettas und Floras, Masken. Ort der Handlung: Paris und seine Umgebung. Zeit: um 1700. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Deutsche u. ausländ. Parfümerien Zeitansage, Wetterdienst ,. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. B. 3. Die Lagerung von Brennmaterialien im Dachgeschoß ift polizeilich nicht verboten. R. B. Rein. p. M. R. 15. Die Zahlungen find weiter zu leisten. R. M. 28. Der Schomme stehen für den Beisland bei einer Feblgeburt für die Dauer bis zu 6 Stunden 7.50 bis 15 Rmt. au. E. R. 25. Sie müssen Alage beim ordentlichen Geridit erheben, und zwar, wenn der beim Landgericht. Bei dem Iesteren Gericht müssen Sie durch einen Aumalt Dertreten fein. in grösster Auswahl ausserordentlich preiswert! HOPP& IOSEPH, Berlin W., Potsdamer Strasse 122. Kalte FaBe Wenn ja, dann ist es Zeit sich schleunigst warmes Schuhwerk and Strümpfe zu besorgen and die alten Schuhe rechtzeitig reparieren zu lassen. Unsere Auswahl in warmen Hausschuhen jeder Art, wasserdichten Stiefeln und Strümpfen ist enorm. Unsere grosszügig eingerichtete Reparaturwerkstatt liefert nur erstklassige Handwerksarbeit in kürzester Frist. Reparaturannahme- auch für nicht bei uns gekaufte Schuhe in allen Filialen. 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Auf Grund der Untersuchungsresultate, welche das völlige Gleichbleiben des Pilsator- Bieres in qualitativer und quantitativer Zusammensetzung und gute Uebereinstimmung mit dem Original Pilsener Urquell" ergeben haben, kann ich mein Gutachten dahin zusammen fassen: Pilsator stimmt in Farbe, Geschmack und Zusammensetzung mit dem Original „ Pilsener Urquell" derart gut überein, dass es als wesensgleich und gleichwertig mit ihm zu bezeichnen ist. Dr. Paul Jeserich beeidigter Handelschemiker POPRSCHES BASUHTE im Bezirk der Handelskammer zu Berlin. UNSERE SPEZIALMARKE IST EINGETRAGENE SCHUTZMARKE PILSATOR LÖWENBRAUEREIBOHMISCHES BRAUHAUS Landsberger Allee 11-13 Fernsprecher: Alexander 2970-2975, 4310, 4311, Königstadt 6875 Wir führen ferner . Löwen- Böhmisch Urgold Löwen- Böhmisch Export• Caramel . Unsere Biere sind in sämtlichen einschlägigen Geschäften sowie bei der Berliner Kannenbier- Versand- Gesellschaft m. b. H., Berlin NO 18, Fernsprecher Alexander 1186, zu haben Spantag 15. November 1925 Alus der Film- Welt Die Filme der Woche. Zwei Wiener Filme. Bolten Baeders hat seine langjährige Erfahrung als Schmantbearbeiter und regisseur benugt, um ein Wiener Stück für den Film herzurichten.„ Der Herr ohne Wohnung" hat alle Reize eines Bühnenschwants, aber glücklicherweise auch ein filmisches Plus obendrein.( fa- Lichtspiele Zauengienpala ft.) 3war fezt die Handlung stockend und umständlich ein, aber einmal in Fluß gelommen, rollt sie sich spannend und lustig ab. Erfreulicherweise sind nicht nur die Texte wizig, größtenteils im Wiener Dialett, sondern die Vorgänge selber bieten alle die Ueberraschungen, Berwechslungen, die man vom Schwant her gewohnt ist. Am ergöglichsten aber find die nächtlichen Bummelfahrten des Wiener Lebemanns, der seine Wohnung für einen balkanischen Fürsten her gegeben hat, die Straße der neuen Wohnung aber vergeffen hat und nun in Settstimmung von einem Einspänner in den nächtlichen Straßen herumgefahren wird und natürlich im Schlafzimmer der Frau antommt, in die er verliebt ist weil er seinen Mantel mit dem des Ehemanns vertauscht hat. Der verrückte Brinz, zwei alt. modische Professoren, der Altwiener Droschkentutscher sorgen für eine genügende Auffüllung mit ultigen Nebenfiguren. Georg Alexander stellt den Nachtbummier mit viel Laune vor, Margarete Banner ist die schöne Frau, um die sich das Spiel dreht, eine gute Filmerscheinung, die aber ruhig noch etwas mehr Tem perament haben könnte. Die Photographie, die viel Bekanntes, als da find vornehmes Milieu, Telephongespräche und Autofahrten, wiederzugeben hatte, leistet ihr Bestes in dem Stimmungszauber der einsamen nächtlichen Gassen. Der zweite Biener Film, Der Balzer von Strauß führt in das Bien der Nachkriegszeit mit den Schwindelblüten auf der einen und der Berelendung auf der anderen Seite. Die fröh. liche Musif des Straußschen Donauwalzers, nach dem der Film be nannt ist, flingt hinein wie ein Echo aus glücklicheren Beiten, da ein junger Offizier bei seinen Klängen das große Erlebnis feiner ersten Liebe hatte. Jetzt fommt er nach langer Kriegsgefangenschaft heim, bettelarm. Einer jener Neureichen, ein Bantpräsident, hat das päterliche Schloß in Besiz und feine Braut geheiratet. Um dies Rätsel zu ergründen, weiß fich der Offizier zum vertrauten Sefretär bes Präsidenten zu machen. Er erfährt nun, daß jener durch falsche Bergen feinen Tod hat beglaubigen lassen und feine Braut durch Standaldrohungen an sich gebracht hat. In einer abenteuerlichen Handlung, die an alte Kriminalromane erinnert, wird der Faden weitergesponnen, Der Sekretär benugt einen Börsentrach, um ben Reichtum des Präsidenten zu zerstören und mill eben unter den Klängen des von ihm bestellten Donauwalzers sich seiner ehemaligen Braut zu erkennen geben, als ein Schuß des Präsidenten ihn nieder streckt. Dieser muß fliehen, wird aber unterwegs ausgeraubt und Derunglüdt tödlich. Der Offizier tommt mit dem Leben danon und wird wieder ins Schloß seiner Bäter einziehen und die Jugende geliebte heimführen. Der Film, ber im ufa Theater Fried riftraße aufgeführt wirb, ist ein recht altes Spiel, er pruntt mit Zuguseinrichtungen und vornehmem Milieu, aber weiß weder inhaltlich noch filmisch tiefer zu intereffieren. gauner Pat und Patachon." ( Alhambra am Kurfürstendamm.) nede T. Daß man die at und Patachon- Filme einfach Gro testen nennt, genügt nicht. Wichtiger, amüsanter noch als die Bergerrung der Hauptgestalten und die Berstiegenheit der Zwischenfälle ist die parodistische Grundstimmung. Das macht den Reiz dieser Filme aus, daß sie mit satirischer Laune den sanften Teich bürgerlicher Glätte aufrühren. Und daß dieser parodierende Uebermut nicht zur galligen Unfröhlichkeit erstarrt, daß er unmer wizig, immer frech liebenswürdig bleibt, das macht das heitere Geheimnis dieses Films aus. Das Groteste fommt erft in zweiter Linie, es wirft barum nicht minder hinreißend luftig. Schon in den Dimensionen der beiden Hauptdarsteller ist diese groteste Einstellung gegeben. Gegen und flein und did fann auch hier nicht faz von lang und dünn perjagen und bleibt von der ersten Szene bis zum legten Bild ein optisch- wiziger Anreiz. Aber aud) hie Borgänge-- die Beräppelung beschaulicher Tugend, die Entlarpung wohledler Barone als Edel find durchaus in grotesken Linien durchgeführt. Und diese Er ist Mischung Parodie und Groteske macht den Erfolg. um jo größer, als diese Spensta Filme immer vorzüglich photographiert find, als die Regie des Gustav Molander reich an originellen, filmisch, nicht nur possenhaft wertvollen Einfällen ist, und Bat und Batachon eben zwei humorige Menschen von wigigftem Profil find. Die Boefie des Bagabundentums ist in ihre Gesichter geschrieben, in jeder ihrer munderbaren Bewegungen lebendig. Sie bleiben göttlich heitere Bagabunden, wenn sie auch, bem übermütigen Manuftript folgend, beide diesmal als Hüter der öffentlichen Ordnung auftreten, als würdenträger erscheinen müssen. Welch ein Kontraft melch ein Spaß! Hinter aller Scheinwürde triumphiert Güte und ein menschlich Herz und ein pfiffiges Köpfchen, versteht sich. Man hat sich in der Alhambra über Bat und Batachon schief gelacht und auch das bunte Programm, einen guten Balanceaft( Hans Beez) und die Tänze der Geschwister Severus sowie die Spigentänzerin Gerard mit Beifall quittiert. M. „ Das Paradies Europas." ( U. T. Nollendorfplah.) In diesem Film wollte der Regiffeur Dr. Walther 3ürn das Schweizer Bolt und sein Land son den verschiedensten Gesichts. punkten aus betrachten. Sein Geist war willig, fein können gut, und doch ist der Film schwach. Dem Wert, in dem ohne Zweifel anertennenswerte Arbeit stedt, fehlt die imponierende Geschlossenheit und der mitreißende Schwung. Rrrr, ein anderes Bild, der Be trachtenbe tommt nicht zum beschaulichen Genuß. Der Zuschauer mill zwar Bewegung, aber feine Haft, er will Leben, jedoch feine Ber wirrung. Die historische Belebung ist ein Kapitel für sich und wahr. lich fein gutes. Daß die Schweiz, dank ihrer natürlichen Grenzen und dem Freiheitsfinn ihrer Bevölkerung, jeden frechen Landräuber abwies, wiffen wir alle. Aber der Kulturfilmregisseur von heute hat sich in die historische Belebung durch eine elende Masterade verrannt, DHANTOM Und trop aller fachwissenschaftlichen Berater stimmt irgendetwas nicht. Es fehlt der innere Elan. Reiter wird gezeigt, welche Schönheiten in der Schweiz auf dem Reifenden warten. Die vornehme Reisegesellschaft ist in jeder Landschaft unerträglich, namentlich aber in der Filmlandschaft, weil sie in ihr zuweilen die ganze Aussicht verdeckt. Der tüchtige Photograph Kurt Selling bälte fich wirklich gegen diese Snobstaffage mehren fellen. Ein ganzer Filmabſchnitt iſt der Erschließung der Schweiz durch die kühn angelegten Bahnen gewidmet. Wir bestaunen Wunderwerte der Technit, ohne sie näher kennen zu lernen. So sehen wir blos fahrende Züge. „ Die Aßmanns ( Biophon- Theater- Lichtplele.) -g. Neue Kulturfilme. Bellage des Vorwärts Die fa, die für diesen Winter eine ganze Serie von Kulturfilmen herausbringen wird, hat sehr vielversprechend die ersten zwei in den Kammerlichtspielen vorgeführt. Im Strudel Rath in höchst eindringlicher und belehrender Weise die Gefahren des Berkehrs" behandelt nach einem Manuscript von Willi Rath in höchst eindringlicher und belehrender Weise die Gefahren des Großstadtverkehrs. Leo Peutert hat es verstanden, das Thema interessant und spannend zu behandeln und mit Humor und Biz zu würzen. Die Gefahren, die den Großstädter täglich umLauern, werden anschaulich vorgeführt und in Beispiel und Gegenbeispiel wird gezeigt, wie sie zu umgehen sind. Auch eine Borführung im Schulunterricht, die Ausbildung der Berkehrspolizei und vieles andere wird behandelt. Köstliche Episoden aus der guten alten Zeit beleben die Handlung. Vor allem wird die entscheidende Rolie, die der Berkehrspolizist als rettender Engel für alle spielt, gebührend hervorgehoben. Der außerordentlich nüßliche Film sollte von jedem Großstädter gewürdigt werden in seinem eigenen Interesse. Also ein Film nach der Frau Courths Mahler, die bekanntlich das deutsche Wolf mit Romanen aus dem gutfituierten Liebesleben nach Bedarf und Kräften versorgt. Demgemäß ist es auch eine Der zweite Film, Die Wunder des blauen Golfes", Familienangelegenheit voll jener jeltsamen„ Tragit", die die Leute, die es angeht, ernst nehmen. Ein sauberes junges Mädchen( Grete führt in die herrlichen Landschaften des Golfs von Neapel. StraßenReinwald, blond und tränenreich), natürlich aus guter ieben, Ausbruch des Vesuvs, die blaue Grotte auf Capri erstehen por unseren Augen, leider manchmal etwas zu schnell und sprungFamilie", befindet sich im Hause einer bösertigen Verwandten, die haft. Bon noch föstlicherem Reiz sind die Bilder aus dem Tierleben dem Mädchen das Leben zur Hölle macht. Einige freundliche junge ber See, die Dr. Schulz mit hingebender Ausdauer auf die Platte Leute( Bruno Kastner und Friz Stüwe) beehren das Fräulein gebracht hat. Die Szenen aus dem Leben des Einsiedlerkrebses, bie mit der ihm einesteils angenehmen, anderenteils widerwärtigen Bu neigung. Es tommt dann noch eine Spielertragödie hinzu. Der lebenden Blumen und Juwelen des Meeres( Seerosen und Nelken) zaubern Kunstformen der Natur herbei, wie sie fein Stünstler bei von dem Mädchen Nichtgeliebte braucht 3000 Mart, die ihm pon dem aller Phantasie schöner entwerfen fönnie. Bon spannendem Reiz hartherzigen Onkel verweigert werden, so daß der Unglückliche" find die Kämpfe zwischen dem Hummer und einem großen Polypen, dem selbstzuwählenden Tode gefaßt entgegensieht. In diesem Stadium ber sich rabenschwarzer Tintenschüsse bedient, um dem Gegner das der Angelegenheit tritt das blonde Mädchen in Aktion, spendet die Schlachtfeld zu verdunkeln. Dieser Film würde erst zur vollen 3000 Mart, und wird nach einigen Mißverständnissen programm Geltung fommen, wenn ein Vortrag ihn begleiten würde, denn der mäßig von dem anderen, dem Geliebten, auf der Insel Helgoland Buschauer soll nicht nur schöne Eindrücke mit nach Hause nehmen, feierlich geheiratet. Man hat viel Mühe auf den üblen Inhalt verwandt und einen Film geschaffen, der sich gut ansieht, dem Ruffondern auch in der leichten Form des Films naturwissenschaftliche Belehrung einheimsen. der deutschen Filmproduktion aber schlecht bekommen wird. Borher läuft eine reizende Kleinigkeit von Bat und Patachon. PICCADILLY DAS NEUE URAUFFÜHRUNGS THEATER AM UNTERGRUND BAHNHOF BISMARCKSTRASSE PAT UND PATACHON ALS MULLER EINE LUSTIGE GESCHICHTE VON WINDMOHLEN UND DER LIEBE MAHLSTEINEN IN SECHS KAPITELN REGIE: LAU LAURITZEN DIC GESUND MIT JIMMY MACHY' NE NERVENKUR BILLIE ALS FAMILIENVATER URAUFFÜHRUNG AM MONTAG, 16. NOV. 25 7 UHR 9 UHR VORVERKAUF TAGLICH AB 1 UHR KARTEN VORBESTELLUNGEN STE.NPATZ 8604-8605 K Wenn Du eine Tante haft." ( Marmorhaus.) D. Benn man Weltmeisheiten erflären will, muß man mit Ruhe an das Thema gehen, wenn man Nebensächlichkeiten zu erzählen hat, muß man schon Temperament haben, um nicht langweilig zu werden. Und da hier nur eine Tante aus Amerita fommt, die einen Geiztragen umtrempelt und zu ihrem Mann macht und ferner. hin dafür sorgt, daß die Tochter des belagten Geizfragens einen Mann und der Sohn eine Frau bekommt, muß man bei dieser Bilbererzählung unbedingt Tempo vorlegen. Das beachtete der Regisseur Karl Boese nicht und so verfiel er in eine langausgefponnene Typenschilderung. Die Typen sind freilich hervorragend. Vor allen Dingen Hermann Picha als Rentier Kaltenbach. Das ist der verfnitierte Beizfragen, der sichpor Selz und Rafflucht selbst a ffrißt und seinen Rindern nicht die geringsten Lebensgeftaltungsmöglich feiten gönnt. Eympathisch ist Margarete upfer, die in Amerita sehr selbständig, schneidig und anspruchsvoll gewordene Tante, die alles auf den Kopf stellt. Eugen Reg und Helga Molander fpielten mit Berständnis die gebrüdien Menschen, die endlich, als ein bißchen Sonnenschein in ihr Leben tommt, langsam auftauen. Robert Garrison ist als Filmregisseur prächtig, wie immer, menn er aufgeregt sein parf. Wilhelm Diegelmann murde offenbar nur beschäftigt, damit man die Anziehungskraft feines Namens für die Darstellerlifte und ein paar unpassende Terte für die Filmleinwand hatte. Maly Delfchaft spielte mit Geschic die unbeholfene Tochter, mauserte sich aber nicht genügend, um liebenswert zu sein, zumal fie einen Bruno Ka st ner heiratet. Dieser spielt sich selbst, und dabei wird eine derartig grobe, ungeschlachte Reflame für ihn gemacht, daß man über solchen Mangel an Ge schmad nur erstaunt sein tann. Alfred Hansen lieferte eine saubere Photographic. Berlin wurde in schönen und intereffanten Bildern festgehalten: so wird der Berliner vergnüglich ge stimmt und dem Brovingler ein nettes Stüdchen Reichshauptstadt gezeigt. e. b. Zwei amerikanische Sensationen. Die John Hagenbed Film G. m. b. S. ftellte, bei porerst schlechter Borführung, im Colosseum zwei amerikanische Senjctionefi.me vor. Die Infel der Erkenntnis" ist, was Manuskript und Technik anbelangen, so recht der typische amerikanische Spielfilm. Auf einer einsamen Insel wirft unter Dunilen ein amerikanischer Missionar. Er wird von einem bildschönen Mädchen, einem Misch ling, mit der ganzen Gefährlichkeit dieser Charaktere rasend geliebt. Das führt zur Katastrophe, als eine weiße Frau an die Insel geschwemmt wird. Diese Frau wollte ihrem Gatten, einem Lebemann, entfliehen, weshalb fie in selbstmörderischer Absicht über Bord sprang. Natürlich verliebt der Missionar fich in fie und sie sich in ihn. Es wird ein Kind des rechtmäßigen Gatten geboren, und als dieser auf der Insel erscheint, um seine Frau zu holen, verrät der Mischling den Aufenthalt der sorgfältig Bersteckten. Nun gibt es wüste Haue. reien und verschiedene Katastrophen zu Wasser und zu Lande, bis zur amerikanischen Patentlösung, die den Gatten auf einem Riff fterben läßt, bevor der Missionar Hilfe bringt. Nun rettet er Frau und Kind für sich. Die Regie führte John Griffith Wray. Er ist der Meister eller Sensationen in der Berwendung von WafferPatastrophen. Er versteht es, Schiffsuntergänge in Szene zu setzen, Menschen mit den Bellen fämpfen zu lassen usw. Haargenau hat er das Wellenspiel beobachtet. Oft muß er Trids gebrauchen, wirft aber dabei wahr. Wer will, tommt nicht aus dem Staunen und Herzflopfen heraus. Beatrice Joy, endlich mal eine Darstellerin ohne Bubitopf, sieht in der Inselkostümierung beffer aus als in der Gesellschaftstoilette. Adolphe Menjor hat man schon in glücklicheren Rollen gesehen. Die zweite Sensation ist Donner, der stille Held", den der Regiffeur Henry Mc Carty in starter Anlehnung an die RinTin- Tin- Borbilder schuf. Alle Schönheiten und Dreffurmöglichkeiten des deutschen Schäferhundes find voll erfaßt. Donner ist ein sehr fluges, trefflich gewachsenes und vor allen Dingen vorzüglich ge zeichnetes Tier. Als Donner in Gefahr steht, unschuldig erschossen zu werden, bangt ein jeder der Zuschauer um ihn, denn Donner hat nicht nur ein lebhaftes Mienenspiel, er hat einen wunderbaren, Bublifumsrührung erzwingenden Augenausdruc e. b. Ein gewaltiger Erfolg bei Publikum und Presse Auch in der 2. Woche täglich sich DER DEsteigernder Andrang Wochentags 5, 7, 9 Uhr Sonntags 330, 515, 7, 9 Uhr Vorverkauf für 3 Tage im voraus, auch Sonntags 11-1 Uhr Telephonische Vorbestellungen: Lützow 7095 PPP IMUS ALAST Potsdamer Str. 19 ufa $ P S Ufa- Palast am Zoo Tel.- Best. Nolld. 62, 1397, 5280/1. Kurfürstendamm Vorverkauf täglich 12-2. Tauentzlenpalast Vorverkauf täglich 12-2, Nur noch bis 15. November 1000: 1- Harold Lloyd In der Hauptrolle: Harold Lloyd Wochentags 5, 7, 9, Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Bis 19. November Der Tänzer meiner Frau mit Marla Corda, Willy Fritsch Jazz- Kapelle Fred RoB- Erik Borchardt Wochentags 7, 9 Uhr Sonnabend, Sonntag 5,7,9U. Bis 17. November Der Herr ohneWohnung mit Georg Alexander, Margarete Lanner Wochentags 7, 9 Uhr Sonnabend, Sonntag 5,7,9 U. SPIELPLAN Die Uraufführungen der Ufa in der nächsten Woche Ufa- Palast am Zoo Montag, den 16. November Der Emil Jannings- Film Varieté mit Lya do Putti. Regie: E. A. Dupont. Ufa- Theater Kurfürstendamm Freitag, den 20. November Gräfin Mariza Gleichzeitig: Ufa- Theater Alexanderplatz. Nollendorfplatz KammerDas Paradies Europas mit Charles Willy Kaiser, Dora Bergner, Otto Gebühr usw. Wochentags 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3, 6, 7, 9 Uhr Im Strudel des Verkehrs Prolog, gesprochen von Leo Peakert chtspiele Die Wunder des blauen Golfes Vorverk. 12-2 Uhr Theater, Lichtspiele usw. Komische Volksbühne Dir. A. Helmer 3 Uhr Datterid 8U. Lessing- Th. 8 Unr Der Kaufmann von Venedig Morgen 8 Uhr. Judith Staats- Theater Opernhaus 7 U: Afrikanerin 2 Opernhaus am Königsplatz Nathan d.Weise 8 Uhr: TOSCA Schauspielhaus Gler unter Ulmen Gerda Müller Wegener, Rewalt Sonnt. nachm. 4 U. Biberpeiz zu halb. Preisen Kleines Th. Tägl. 8 Uhr Die Alarmglocke Lastsp.v.Hannequin a.Cooins Werbezirk, Ander Albers, E. Burg 8 Uhr. Hannibal Trianon- Th. Schiller Theater 3 Uhr: Liebelei 8 Uhr 8 Uhr: Weihnachts- Hochzeitstage einkäufe Liebelei von Geraldy Städtische Oper Berliner Theater Charlottenburg 7 Uhr: Die Walküre Abonnem- Turnus 3 8 Uhr: Gastspiel d. Dtsch. Volkstheaters Wien Antonia Lustspiel in 3 Akt v.M. Lengyel Sári Fedák, Otto Tressler, H. Lackner Margarete Koeppke Deutsches Theater Ria Thiele, Emmy 7 Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Kammerspiele 8 Uhr: Förster, K. Ehmann, Siegfr Breuer, Franz Engel, Dr. Szilágyi nszenierung Dr. Radclf Beer Metropol- Theater Täglich 8 Unr: Der Welterfolg: NO NO NANETTE Heute nchm. 31% U.: Man kann re Hoheit nie wissen von Shaw Die Komödie die Tänzerin Kieine Preise SCALA 8 UNT. Kurfürstendamm 287 Internat. 8 Unr Gesellschaft Varieté v. John Galsworthy Regie. M Reinharat Sonntags 380 zu ermäßigt. Preis. das volle Progr. Großes Schauspielhaus Fün$ 4 Dich CHAREICOEVUE 300 Mitwirkende Parkett M 5.-. Rang M. 8.2ter Rang M 150 Loge M.3ter Rang 75 Pi. • Sonntag nachm. 3 Uhr anverkürzt zu ermäs. Preisen. 1077 2 WINT DOORTEN 76 November- Sensationen! 81 Oper Dir.: James Klein 81 Größte Revue der Welt Von A bis Z Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeit worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkende! Das Tagesgespräch Berlins Parkett 6.- M. Preise 2. bis 12.- M. ( Logen 15 M.) Sonntag 3 Uhr Jeder Erwachsene 1 Kind frei Halbe Preise Vorverkauf ununterbr. geöttnet Täglich 3 Uhre HALLER- REVUE Theater im Admiralspalast Achtung! Welle 505 60 Bilder Rang 2-4 M., Park. 4-8 M., Logen 8 M. Sonntag nachm. 3 Uhr Die ganze vorstellung zu halben Preisen Wiederholung der Kinder- Revue , Alle Puppen tanzen' Dienstag, d. 17. Nov., 3%, Uhr Kleine Preise: 50 Pf., 1, 1.30 etc. Bußtag 7 und 9 Uhr: Großer Zille- Film mit Vortrag: Die Verrufenen Meister Zille kommt persönlich Preise 0.80 bis 4 M Vorverkauf ununterbrochen Elite- Sänger Rottbuser Str. 6- Tel. MpL. 16077. Täglich 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr( zu halben I raisen): Kiubfreunde musik.Auft k Der alte Oorfschullehrer, Lebensb.li Zum Schluß:?? Jugends@ nde sowie der anvergleichliche Solotell Trabrennen auf allen Gebieten der Mariendorf internationalen Varieté- Kunst Sonnt. nachm. 3, Uhr- balbe Preise Sonntag, den 15. November Rauchen gestattet mittags 12 Uhr Täglich 5, 7, 9 Uhr Ufa- Theater Tauentzienpalast Donnerstag, den 19. November Schatten der Weltstadt mit Ellen Richter, Ab 20. auch in den Ula- Theatern Turmstr. und Königstadt. Ufa- Theater Mozartsaal Freitag, den 20. November Mirakel der Wölfe. Weinbergsweg Bis 19, November Wenn Männer ausgehen Der Hund von Baskerville Wochentags 7, 9 Uhr Sonnabend, Sonntag 5, 7, 9 U. Bis 19. November Der Walzer Mozartsaal Bis 19. Nov. 1000: 1- Harold Lloyd In der Hauptrolle: Vorverk. 12-2 Harold Lloyd Turmstraße Wochentags T, 9 Uhr, Sonnabends, Sonntags 3, 7.9 Uhr. Bis 19. Nov. 1000: 1- Harold Lloyd Auf der Bühne: Vorverk. 12-2 Die Einbrecher v. New- York" Königstadt Vorverk. 12-2 von Strauß Alexanderplatz Friedrichstraße Wochentags 5, 7, 9, Sonntags ab 4 Uhr Vorverk. 12+ 2 Überall Ufa- Wochenschau Das lustige Programm 1. Ouvertüre su der Operette Marinella v. Falk 2 Kikiriki. Eine Geschichte vom Hühnerhof 3. Ufa- Wochenschau & Auf der Bühne: Die Einbrecher von New York" dargestellt von der Piccard- Company 5. Felix der Kateri Felix, das Auto und die Liebe 1000: 1= HAROLD 1000: 1= HAROLD LLOYD Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr Vorverk.ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 U. Fernsprecher: Hansa 4883 Ufa- Theater Turmstrasse ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Strassenbahnlinien: 3, 4. 11, 12, 13, 14, 19, 1. 44, 45, 56 113, 119. Autobuslinien N. 11, 28. Stadtbahn, Bahnhof Bellevue Kinder zahlen wochentags 5 Uhr. Sonntags 3 und 5 Uhr halbe Preise Th. a. Mollendorfpl. Herrnfeld Lutzowst.112 8 U. Theater 1. d. Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Der im Intimen Theat. Frauen Bürowstr.6 Tagl. 8 U. inter Gittern letzte Kuf Lachs me chne Endel Sonnt nachm. U Täglich 8 Uhr: Neu! Nen! Die Frau Operette von Rob Winterberg Stall Levy mit Max and Moritz im gefährlichen Alter ย Vorgangs Vorzeig auch Stgs. Falk, Vespermann, Hainisch, Turfkomöd i 3 Akt nachm. v. 25 Pip an Verher das Novbr.- Programm Picha, Wasa, Muth, Hell. v. Anton Herrnfeld abends v. 50 Pig an Volkstüml. Preise dargest von der Piccad- Company. Wochentags 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3. 5, 7, 9 Uhr Bis 19. November 1000: 1- Harold Lloyd Auf der Bühne: 6 Carleys Ivan Zadorin Schichtl's Marionetten- Theater Wochentags 7, 9 Uhr Sonnabends, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Bis 19. November 1000: 1 Harold Lloyd Wochentags 7, 9 Uhr Sonnab, Sonnt. 5, 7, 9 Uhr Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Heute und morgen: Der große Gesangsfilm Das Herz am Rhein Ab Freitag: Namenlose Helden ( Nie wieder Krieg!) Film Puhlmann und Bühne Berlin, Schönhauser Allee 148 Ab heute bis Montag, den 16. d. M. Ein Lebenskünstler nach dem Drama von Richard Voss, Autor von ,, zwel Menschen". Auf der Bühne die große Ausstattungs- Revue Achtung! Welle 5000 in 9 Bildern. Anf: Wochent 630 Uhr. Sonnt 4 Uhr off ufa WALHALLA Weinbergsweg, am Rosenthaler Platz Heute und folgende Tage: Gr. Ringkamut- Konkurrenz 40 internationale Ringer von Weltraf Vorher Varieté:: Anfang 8 Uhr Reichshallen Theater Abends 8 Uhr Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Neu:, Der Bubikopf| Burleske von Meysel D Nachm halbe Preise, volles Abendprogr Dönhoft- Brett'in Das beliebte Berliner Familien- Varieté 4n den Tanztagen Tanz. Ballmus d. ges Falkner- Orchesters NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Nach MadeiraTeneriffa Panien Portugal 13 367 Brutto mitDoppelschrauben Salondampfer > STUTTGART< Reg. Tonnen 2.- 30. März 1926 nach Villagarcia/ Madeira/ Tene riffa/ Cadiz/ Malaga/ Lissabon Fahrpreis Mark 1200.- und höher Ferner: Drei Mittelmeerfahrten 1926 mit Doppelschraubendampfer LÜTZOW 8716 Br.-Reg.-T. 1. Reise 12. Febr.- 28. Febr. Fahrpreis Mk. 550.- und höher 2. Reise: 1. März 16. März Fahrpreis Mk. 500.- und höher 3. Reise: 19. März 13. 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Einäscherung am Dienstag, den 17. November, nachm. 12, Uhr, im Rrematorium Gerichtstraße. Allen Freunden und Bekannten, besonders auch den Parteigenossen des 103. Bezirks und den angeftellten Kollegen und Kolleginnen vom Deutschen Berkehrsbund sagen wir für ihre Glüc wünsche zu unserer Hochzeit, dem Gesangverein Namenlos" aber für feine wunderbaren, festlichen Liederj auf diesem Wege unferen allerherz lichften Dant 11/17 Andreas Bobe und Frau Lieschen Oberschöneweide, Deulstr. 2. Das Neueste der Optik. Brillen und Kneifer mit Rodenstock Dia- Perfagläsern keine Blendung keine Ermüdung gesteigerte Sehleistung OPTISCH- OCULISTISCHE ANSTALT JOSEF RODENSTOCK NACHF. OPTIKER WOLFF G.M.B.H. 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