Nr. 543 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 277 Bezugsvreis: 238dentlich 70. Bfennig. monata 8 Reichsmark voraus zahlbar. Unter Rreusband für Dentſchland, Danzig. Gaar und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gieb. lung und Kleingarten fowie bez Beilage Unterhaltung und Billen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abrene: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareilles seile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia zwei fettgedrudte Worte). fepes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche bas erfte Wort 15 Bfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Bucha ftaben zählen für zwei Worie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen füz Abonnenten Beile 40 fennia. Anzeigen file bie nächste Summer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GW 68, Linden trake 3, abaegeben werden. Geöffnet Don 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 17. November 1925 Arud Ein Sieg des Friedensgeistes. Note der Botschafterkonferenz. etwa 100000 Mann. Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschedfonts: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestelltes unb Beamten, Ballstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentafe Lindenstr. 3. Der deutschnationale Parteitag. Weftarp lügt ihn an. Verminderung der Besatzungstruppen um Ereignis, aber für Meseriß doch nur ein Achtungserfolg ge Beseitigung aller Kreisdelegierten. Die Botschafterfonferenz hat in ihrer Sigung am Sonnabend über die Rüdwirtungen des Vertrags von Locarno folgende Note beschlossen: Herr Botschafter! Paris, den 14. November. Der Abschluß des Abkommens von Locarno hat den Wunsch ber daran beteiligten, in gleicher Weise von friedlichen Absichten gefeiteten Regierungen bewiesen, ihre Beziehungen mit dem Geifte guten Willens und gegenseitigen Vertrauens zu erfüllen. Die Botschafterfonferenz ist sicher, daß die Deutsche Regierung zu ihrem Teile diese Auffassung bei den Verhandlungen betätigen wird, zu denen die verschiedenen Fragen Anlaß geben tönnen, die zwischen den in ihr vertretenen Regierungen und Deutschland fchweben. In dem gleichen Geifte des Vertrauens, guten Glaubens und guten Willens haben sich die an der Besetzung der Rheinlande beteiligten Regierungen entschloffen, hinsichtlich dieser Besetzung alle mit dem Bertrage von Bersailles zu vereinbaren en Erleichterungen eintreten zu lassen. Sie haben sich beeilt, ihre Zustimmung zur Bestellung eines neuen Reich stommiffars zu geben; auch haben sie die Deutsche Regierung wiffen lassen, daß die Rheinlandfommission bereit ist, weitgehende Amnestiemaßnahmen zu treffen, in der Annahme, daß auch das Reich ausreichende Zusicherungen hinsichtlich der Behandlung der mit den Besatzungsarmeen in Berbindung ftehenden Personen geben wird. Außerdem ist die Rheinlandfommiffion mit der Ausarbeitung eines fehr weitgehenden Reformplans beschäftigt. Die Maßnahmen, welche die in der Rheinlandfommission vertretenen Regierungen ins Auge gefaßt haben, und die teils unmittelbar, teils durch Bermitt. lung der Rheinlandtommission zur Ausführung kommen werden, ver. folgen ein doppeltes Biel: einmal foll die Stärte der Befagungstruppen erheblich herabgesetzt werden; Amtlich wird diese Note folgendermaßen erläutert: 1. Die Stärke der Besatzungstruppen in der zweifen und dritten Zone soll auf ein Maß herabgesetzt werden, daß sie fünftig ungefähr dem normalen Stande, d. h. ungefähr der Stärke der deutschen Truppen entspricht, die dort im Jahre 1914 vor Ausbruch des Krieges in Garnison standen. 2. Die Quartier laften der Bevölkerung sollen u. a. dadurch vermindert werden, daß die zurzeit beschlagnahmten Schulen und Sportpläge und ebenso auch alle diejenigen Privatwohnungen freigegeben werben, die für die Befagungstruppen nicht un. bedingt benötigt werden. 3. Das Syftem der Delegierten wird refflos beseitigt. unterzogen. Die Ordonnanzen werden größtenteils aufgehoben oder 4. Das gesainte Ordonnanzfyftem wird einer radikalen Revision gemilbert. Von den bisher erlassenen 307 Ordonnanzen wird fünftig nur ein geringer Bruchteil übrig bleiben. Jede Einmischung in die deutsche Verwaltung wird fortfallen. 5. Der Abbau der Ordonnanzen wird automatisch zu einer starten Einschränkung der Militärgerichtsbarkeit führen, da diese die Zuständigkeit für alle Verstöße gegen die Ordonnanzen in Anspruch nahm. Darüber hinaus wird der Umfang der Militärgerichtsbarkeit noch dadurch vermindert, daß ganze Kategorien von Fällen auf die deutsche Gerichtsbarkeit übertragen werden. 6. Die Berhandlungen über die beschleunigte Durchführung Reichstommiffar für die befekten Gebiete sofort mit der Rhein der Reform des Befagungsregimes werden von dem neu bestellten Tanbtommission aufgenommen werden. In den abwägenden Worten der Bölkerrechtsdiplomatie abgefaßt, gibt die Note der Botschafterkonferenz mehr als noch in den letzten Tagen erwartet wurde. War bislang nur von einem Abbau der Kreisdelegierten die Rede, so wird jeht das ganze Delegationssystem beseitigt. Damit fallen die fort währenden Eingriffe der Besatzungsbehörden fort; durch die Aufhebung der Ordonnanzen bis auf einen fleinen Reft wird ihnen jeder rechtliche Boden entzogen. Es wird nicht, wie dritten Zone um die Kölner Truppen vermehrt. Die Gesamtbefagungsziffer wird nicht nur um die Kölner Truppen vermindert; sie mird weit darüber hinaus auf den Friedensstand in den noch besetzten Gebieten herabgefeßt. Etwa 100 000 Mann verlassen den deutschen Boden. Statt 140 000 merden nur noch ungefähr 40 000 Mann die Koblenzer und die Mainzer Rone besetzt balten. ferner sollen im Rahmen des Rheinlandabkommens alle Maßnahmen man zweifeln konnte, die Truppenzahl in der zweiten und ergriffen werden, um der deutschen Berwaltung die frele Betätigung im befehten Gebiet zu erleichtern. Die Berwirklichung dieser Reformen wird für die deutsche Bevölkerung sehr wertvolle Vorteile mit sich bringen und einen günftigen Einfluß auf die Beziehungen zwischen ihr und den Besatzungs. truppen ausüben. So wird die Verminderung der Besagungstruppen, die annähernd auf normale Stärte herabgelegt werden, zur Folge haben, daß ein Teil der öffentlichen Gebäude, Wohnungen und Grundstücke, die bisher für die Besatzungstruppen und Be fazungsbehörden verwendet werden mußten, den deutschen Behörden und der Bevölkerung zurüd gegeben werden kann. Die Abänderung des bisherigen Verwaltungsregimes umfaßt andererseits die Beseitigung des Systems der Delegierten, benen bisher die Berbindung zwischen den Befagungstruppen und den deutschen Behörden oblag. Es werden Anordnungen getroffen werden, um auf die deutsche Gerichtsbarkeit bestimmte Gruppen von Fällen zu übertragen, die gegenwärtig zur Zuständigkeit der Militärgerichtsbarkeit gehören. Endlich werden die geltenden Ordonnanzen im gleichen Geiste des Vertrauens und der Entspannung einer Revision unterzogen werden. Die Rheinlandtommiffion hat Auftrag erhalten, die Absichten der beteiligten Regierungen in dieser Hinsicht im einzelnen festzulegen und alle Maßnahmen für die Inkraftsegung des neuen Regimes zu treffen, bei deren Durchführung ihr die wirksamste Mitalbeit des Reichsfommissars sicher nicht fehlen wird. Die an der Besatzung beteiligten Regierungen bekunden auf diese Weise ihren Wunsch, im Rheinland eine sehr liberale Bolifit zur Anwendung zu bringen. Sie haben zu bem guten Willen sowie zu der Mitarbeit der deutschen Behörden und der deutschen Bevölkerung das Vertrauen, daß sie die Aufgabe der Besatzungsbehörden hinsichtlich der öffentlichen Ordnung, der Sicherheit und der Bedürfnisse der Truppen erleichtern werben. Sie hoffen zuver sichtlich, daß ihnen die deutsche Unterstüßung, auf die sie rechnen, nicht fehlen wird Die Belgische, Britische, Französische, Italienische und Japanische Regierung bezweifeln nicht, daß die Weisungen, die die Deutsche Regierung ihren Bertretern erteilen wird, ebenso wie die ihnen bereits gegebenen Weisungen ganz ihren Bestrebungen entsprechen, das im allgemeinen Jntereffe liegende Friedenswert aufs wirffamfte zu fördern. Genehmigen Sie ufm. ges.. Brianb Kölns Räumung beginnt am 1. Dezember. Aber nicht mur der Anfang der Räumung, es ist auch schon ihr End termin festgelegt. Wie WTB. von Paris meldet, hat die Botschaftertonferenz gestern Montag abend in einer anderthalb stündigen Sigung über den Abschluß der Entwaffnung be fchloffen. In einer kurzen Mitteilung an den deutschen Bot fchafter stellt fie das Einverständnis fest, das über die noch strittigen Fragen betreffend die Entwaffnung Deutschlands erzielt wurde. Die Räumung der Kölner Zone wird am 1. Dezem ber beginnen und so durchgeführt werden, daß fie ungefähr zwischen dem 15. Januar und dem Damit ist auch die Erwartung der Deutschnationalen zu 1. februar zum Abschluß gelangt fein wird". schanden geworden, daß die Räumung ins Endlose ausgedehnt werden kann. Rücktritt des tschechischen Kabinetts. Die Koalition der tschechischen Parteien in der Minderheit Prag, 16. November.( WEB.) Ministerpräsident Svehla hat namens der Gesamtreglerung dem Präsidenten der Republik die Demiffion eingereicht, welche der Präsident der Republik annahm. Er hat den Ministerpräsidenten und die übrigen Reffortminister bis zur Bildung einer neuen Regierung mit der Führung der Regierungsgeschäfte betraut. Mit einer Rundgebung im Lustgarten, die für Bomst ein wesen wäre, ist der deutsch nationale Parteitag eingeleitet worden. Man trug schwarzweißrote Fahnen mit Trauerflor und überließ es dem Scharffinn der Zuschauer, zu erraten, ob es die Befreiung Kölns war, über die man trauerte, oder der vorläufige Berlust der Futterkrippen. Auf alle Fälle mußte der Lofalchronist feststellen, daß man noch nie so wenig Menschen im Luftgarten gefehen hatte, als diesmal, wo es galt, gegen das dritte Bersailles" zu demonstrieren. Das war der Anfang. Als aber am Tage darauf der Barteitag geschlossen wurde, ertönien die Klänge des Marsches: Siegreich wolf'n wir Frankreich schlagen!" Mit den Leuten, die am Sonntag zu Hause blieben, weil sie fürchteten, talte Füße zu bekommen, wird das Entschließung angenommen, die sich gegen Locarno aus nicht zu machen fein. spricht. Nicht ebensowenig überraschend wirkt es, daß den Der Parteitag hat, wie zu erwarten war, einstimmig eine brei deutsch nationalen ministern a. D. gleichfalls einstimmig das Bertrauen ausgesprochen wurde. Ein respettables Regieftüd! Reiner von den dreien hat das Wort genommen, obwohl die Herren v. Schlieben und Reuhaus anwesend waren, während Herr Schiele, was ihn menschlich ehrt, genug Scham besaß, fich von der Tagung fernzuhalten. Die beiden anderen aber faßen dabei und blieben widerspruchslofe Zuschauer, wie die Herren Windler und damit die Balken des Bersammlungsiotals auf die härteste Graf eft ar p mit ihren Erzählungen über ihre und Schieles Tätigkeit im Kabinett den Tirpik Reford brachen und Brobe stellten. Man muß es boch deutlich niftern gehört haben, als der Graf Westarp die Worte sprach: Die Geschichte wird, davon bin ich überzeuot, bereinst feststeffen, daß unsere Mitarbeit in der Regierung der deutschen Außenpolitik dieses Jahres bis zum Beginn ber Ronferens wor Locarno einen deutlich erfennbaren Stempel aufgebrüdi hat. Des ist, wie ich aus nächster Kenntnis der Dinge heraus bezeugen muß, vor allem der unermüdlichen und lugen Tätigkeit, der zupadenben und zähen Energie meines Freun bes, unferes ministers Schiele, zu banten. Roch ist es nicht möglich und zulässig, aus der Kenntnis interner Berhandfungen heraus den Nachweis hierfür im einzelnen zu führen. In voller Kenntnis der gefeglichen mög. 1ichfeiten, bie fich daraus ergeben, erfiären mir, daß Graf eftarp mit diesen orten bewußt die unwahrheit gesagt, deutlichst gesprochen: ben Barteitag angelogen hat. die drei deutschnationalen Minister im Kabinett einen zähen, Graf Westarp will damit den Eindrud erweden, als ob energischen Kampf gegen Locarno geführt hätten. Und damit fügt der Graf. Das gerade Gegenteil davon ist richtig. Bir Die drei deutschnationalen Minister find auf dem Parteitag als Helben des nationalen Biberstandes, im Sinne des Kampfes gegen Locarno gefeiert werden. Die beiden Anmesenden haben das über fich ergehen laffen, shne ein Wort des Widerspruchs zu äußern. Auch Herr Schiele hat zu ähnlichen Aeußerungen der Rechtspresse geichmiegen. erflären, wieder in voller Renntnis der gefeglichen Folgen, Schlieben und Neuhaus fich durch ihr Schweigen zu die fich daraus ergeben tönnen, daß die Herren Schiele, mitschuldigen einer Lüge machen, und daß der Ber such, fie als aufrechte deutsche Männer zu feiern", bei allen Bissenden nur Gelächter erregen fann. Wenn es wahr ist, daß die Mitarbeit der Deutschnatio nalen an der Regierung der deutichen Außenpolitif den Stempel aufgedrüft hat, dann heißt eben biefer Stempel: Locarno. Locarno ist das Ergebnis einer zehnmonate langen verantwortungsvollen Mitarbeit der Deutschnationalen trages ist im Einverständnis mit den dret deutschnationalen an der deutschen Außenpolitik. Die Paraphierung des BerMinistern und mit Zustimmung des Reichspräsidenten D. Hindenburg erfolgt, der im Gegensatz zu den werben nach einer nichtamtlichen Wahlstatistik im neuen Abgeord- Darmstädter Rede auch zu feiner Meinung geftanben hat. Prag. 16. Rovember.( Eigener Drahtbericht.) Die Barteien Herren Schiele, Schlieben, exhaus in einer netenhaus voraussichtlich in folgender Stärke vertreten sein: Im Einverständnis mit den drei deutschnationalen Ministern Tschechische Parteien: Agrarier 35, Volkspartei( Klerital) 30, hat Herr Stresemann noch am 22. October im AusNationalfoziale 25, Sozialdemokraten 25, Nationalbemo wärtigen Ausschuß des Reichstags über die Konferenz betreten( großbürgerlich- chauvinistisch) 12, Gewerbepartei 12, Rommu- richtet, und der Reichskanzler Dr. Luther hat auf eine nisten( aller Nationen) 29. Deutsche Barteien: Sozialdemofozialdemokratische Anfrage erklärt, daß das Kabinett eintraten 17, Böllische 8, Deutschnationale 10, Landbund 18, Chrift ftimmig, mit Einschluß der drei neuernannten Helden des lichsoziale 12. Die Zahl der deutschen Mandate dürfte danach 65 nationalen Widerstandes, das Ergebnis von Locarno ge betragen. Da die Wahlergebnisse aus der Slowakei immer noch nicht billigt habe. vorliegen, werden bei den tschechischen Parteien noch einige Menderungen eintreten. Nach dem bisherigen Stand find die 5 tschechischen Parteien, die bisher die Regierung bildeten, in die Minderheit geralen.( In diesem Fall wird man mohl bie tschechische Gemerbs pastei mit einbeziehen. Stab.) h Das ist der wahre Tatbestand. Grafestarp lügt Und Herr Hergt feit diefem Treiben die Krone auf, wenn er fagt: Man meint, die Altierten fönnten, verichnupft wegen unserer Halbmg, surfftoppen unb bie nerheißenen Rüdwirtungen nicht is pollem Umfange gewähren. Es mag fein, daß brüben im Auslande ein Befremden über unsere Haltung eingetreten ist. Aber daran find wir unschuldig. Berantwortlich dafür ist unsere Delegaflon in Locarno, ist der Kanzler und der Außenminister, die dort das trügerische Bild eines Deutschlands gegeben haben, in dem auch die Deutschnationalen für den Locarno- Bertrag fein würden. Herr Hergt vergißt, daß die Delegation in Locarno von der Regierung der Rechts toalition entsandt worden war und daß ihr noch nach ihrer Rückkehr aus berufenem deutschnationalen Munde die Anerkennung für ihr Verhalten ausgesprochen worden ist. Zu der Annahme, daß die Deutsch nationalen dem Vertrag zustimmen würden, waren Luther und Stresemann berechtigt. Hat doch auch aus der Rede, die Graf Westarp nach ihrer Rückkehr im Aus wärtigen Ausschuß gehalten hat, fein Mensch das flare Un annehmbar!" herausgehört, das am Tage darauf, gegen seinen Widerspruch, von der deutschnationalen Parteileitung ausgesprochen wurde. Aus den sonstigen Verhandlungen des Parteitags verdient hervorgehoben zu werden, wie fich Herr Baeder pon der Deutschen Tageszeitung" mit den Locarnisten" innerhalb der Partei auseinanderfeßte. Darüber meldet der Bericht: Ich möchte Ihre Blide lenten auf den ersten Gewalt. haufen, der bereits gegen uns ins Feld geführt worden ist. Unter den mehr oder weniger tlangvollen Namen von Teilnehmern, die unter deutschnationaler Flagge aufgetreten sind( Pfuirufe), vermisse ich einen Namen, der sicherlich dahin gehört, dessen Träger wohl der Inspirator des ganzen Unternehmens ist, den Namen des Hohenlohefchen Kammerdirettors Dr. v. Kleefeld, des Schwagers bes Herrn Außenministers.( Cebhaftes Aha! und Hört, hört!) Das ist doch eine in jenen Kreisen sonst nicht gerade geübte Distresion. Alles, was mit Stresemann verwandt oder verschwägert ist, ist verfemt. Dabei war er doch zehn Monate lang ihr Außenminister. Bemerkenswert ist ferner, daß der stellvertretende Borfigende der bayerischen Deutschnationalen Herr Bro. fius, in Anspielung an den vorbeigeratenen Rönigsputsch das beruhigende Befenntnis ablegie: Glauben Sie nicht, daß wir in unseren Reihen Phantaste reien huldigten und die Zeit nicht abwarten tönnten. Wir wiffen auch, in unserem monarchistischen Gefühl zu warten. Schließlich wurde in einer Entschließung zur Behebung Der Wirtschaftsnot perminderter Berbrauch im Inland" empfohlen. Die Arbeiter und die von den Deutsch nationalen betrogenen Sparer und Gläubiger wissen nun, was Die Ursache alles Uebels ift: fie verbrauchen zuote!! Wenn noch weniger Kleiber, Wäsche, Stiefel usw. getauft werden, wird fich die Produktion heben und die Wirtschaft aufblühen. fehrt. Sie sind wieder in ihrem Element. Der Fall Geßler. Eine Erklärung von Dr. Haas. Reichstagsabgeordneter Dr. Haas gibt zum Fall Geßler die folgende Erklärung ab: " Zu den Erklärungen des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Suppe und des Herrn Reichswehrministers Dr. Geßler fann ich nur folgendes fagen: Im Oktober oder November 1924 habe ich von Herrn Ober. bürgermeister Dr. Luppe einen Brief über seine Unterredung mit Herrn Reichswehrminister Dr. Geßler oder über bayerische Bere hältnisse im allgemeinen nicht erhalten. Wenn ich einen berartigen Brief erhalten hätte, würde ich mich sicher daran erinnern. Ich hätte dann auch zweifellos weitere Schritte unternommen. Bon Butsch absichten, die die bayerischen Monarchisten im Oftober oder November 1924 gehabt haben sollen, habe ich erst jebt Renntnis erhalten. Im Ottober oder November 1923 habe ich mich wegen der da maligen, aus Bayern drohenden Gefahr mit dem Herrn Reichs präsidenten in Berbindung gesetzt. Jene Vorgänge sind aber bei der jezigen Auseinandersetzung zwischen dem Herrn Reichswehrminifter und dem Herrn Oberbürgermeister Dr. Luppe nicht gemeint. Herr Dr. Luppe fragte mich vor einigen Tagen in Nürnberg, ob ich auf Grund feines damaligen Briefes mit dem Herrn Reichs präsidenten gesprochen hätte. Ich mußte ihm schon damals sagen, daß ich im Jahre 1924 einen berartigen Brief nicht er. halten habe. Weitere Feststellungen, die auf eigenen Wahrnehmungen beruhen, fann ich nicht machen, weil ich ja bei den Besprechungen nicht zugegen war. Ich fann nur im Hinblick auf die Behauptung, daß ich durch einen Brief orientiert worden sei und auf die von anderer Seite aufgestellte Behauptung, daß ich daraufhin beim Herrn Reichs. präsidenten vorstellig geworben wäre, erflären, daß ich in jener Beit weder einen Brief erhalten habe, noch mit dem Herrn Reichs präsidenten gesprochen oder torrespondiert habe. Dr. Ludwig Haas, M. d. R." Wie die„ Bossische Zeitung" mitteilt, erflärte Dr. Ha a s ihrem Vertreter mündlich, wenn er den Brief Luppes nicht Herbst die Pothoheit des Reiches in Bayern erhalten habe. fo wiffe man ja nicht, wie weit im vorigen anerkannt worden sei. Herr Dr. Ha as fann bemnach zur weiteren Aufklärung des Falles Ge ler nichts beitragen. Die Divergenz zwischen den präzisen Behauptungen von Dr. Luppe und dem Nicht erinnern von Dr. Geßler bleibt bestehen, damit das Mißtrauen der Republikaner gegen Geler, bas durch seine sonstige Haltung mur noch genährt wird. Die Lage der Reichsfinanzen. Günstige Entwicklung im Oktober. Alles in alten: die Deutschnationalen haben sich wiedergefunden. Von der Last der Verantwortung befreit, sind sie die Reichsfinanzen auch im Ottober verhältnismäßig günstig entTroß der Ungunft der wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich zu ihren alten Methoden verlogenfter Demagogit zurückgewickelt. Die Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Abgaben fliegen Siegreich wollen wir Frankreich schlagen" aber nicht auf 674 Millionen Mart. Sie erreichten damit faft die höchstein gleich!" Heil Kaifer dir!"- aber man barf feinen Phannahme im Juli, die 713 Millionen Mart betragen hatte. Die Gesamtfastereien huldigen. Stresemann und Kleefeld( 1) haben Deutschland verraten daß wir dabei bis zu allerlegt mit gemacht haben, brauchen unsere Wähler nicht zu wiffen Politit für Unmündigefand 200 Wer sich felber treu bleibt, bat in der Bolitit nichts zu be. farhten, amb ist niemais auf weitläufer angewiefen Das fteht ausgerechnet im deuticnationalen„ Tag". Strafantrag Offo Brauns gegen das Deufche Tageblatt". Der preußische Ministerpräsident Genoffe Braun hat gegen das völkische Deutsche Tageblati" Strafantrag geftellt. In einer Ber liner Bersammlung der Deutschvöllischen Freiheitspartei hatte der preußische Landtagsabgeordnete Wulle gegen den Ministerpräsidenten ben Borwurf erhoben, zugunsten eingewanderter Utrainer Wohnungs Jchiebungen begangen zu haben. Das Deutsche Tageblatt" hatte in einem Bericht diese Anschuldigung wiedergegeben. einnahmen des Reiches in den sieben Monaten April bis Oktober betrugen 4258 millionen Mart gegenüber einer erwarteten Ein nahme von 3696 Millionen Mart. Der Ueberschuß ist also auf, 562 Millionen Mart angewachsen. Im einzelnen brachten die wichtigsten Steuern folgende Erträge in Millionen Reichsmart: Lohnsteuer Sonstige Einkommenftener. Körperschaftssteuer Vermögenssteuer Erbichaftssteuer. Umfassteuer Beförderungssteuer Zölle und Verbrauchsteuern Septbr. April/ Dftbr. 1925 Bei der Würdigung dieser Zahlen ist zu beachten, daß der Er. trag der Lohnsteuer im Oktober noch zu etwa einem Drittel nach den Bestimmungen erhoben worden ist, die vor dem 1. Oktober galten. Die neuen Vorschriften, die mit dem 1. Oktober in Kraft getreten sind, werden sich erst in den Novembereinnahmen voll auswirken. Trotzdem ist das regelmäßige Steigen des Ertrages der Lohnsteuer unverkennbar. Um jo mehr als in den letzten Monaten auf Grund des§ 10 des Steuerüberleitungsgefeßes rund 4 600 000 Mart an Lohnsteuer zurüderstattet worden sind. Der hohe Ertrag der sonstigen Einkommensteuer beruht auf der Tatsache, daß die Vorauszahlungen sich auf einen Abschnitt von drei Monaten( Juli, August, September) beziehen. Dasselbe gilt für die Körperschaftssteuer, deren Ertrag aber auffallend niedrig ist. Bei der Vermögenssteuer handelt es sich nur um Rückstände aus früheren Monaten, da ein allgemeiner Zahlungstermin im Oktober nicht bestand. Die Umfasstener stammt noch aus den Umfägen, die einer Steuer von 1½ Prozent unter worfen waren. Die Senfung auf 1 Prozent wird sich daher erst in den nächsten Monaten auswirken. Gegenüber den entsprechenden Vergleichsmonaten weist die Umsatzsteuer eine erhebliche Steigerung auf. Im April ergab sie 137 Millionen, im Juli 146, während der Oktoberertrag noch um 10 Millionen Mark darüber hinausgeht. Bon dem Gesamtertrag von 674 Millionen entfallen 435,7 Millionen auf die vier wichtigen Maffensteuern: die Lohnsteuer, die Umsatzsteuer, die Beförderungssteuer sowie die Zölle und Verbrauchssteuern, während nur 238,3 Millionen aus allen übrigen Steuerquellen floffen. Berücksichtigt man, daß in diesen 238 Millionen zu einem erheblichen Teile Steuerzahlungen für ein ganzes findesteuerzahlungen Quartal enthalten sind, während die Massensteuern regelmäßig Monat für Monat so hohe Erträge bringen, so beweist auch dieser Quartalsausweis die unsoziale Verteilung der Steuer. left. Fast 65 Prozent aller Steuern entfallen auf die Maffenbesteuerung. Nationalkommunistische Einheitsfront. Gegen die internationale Friedenspolitik der Werktätigen. Völker zur Versöhnung und Zusammenarbeit zu bringen. Es eint Es ist der 3wed des Friedenswertes von Locarno, entzwelte führt es auch die Militaristen zusammen zur Einheitsfront gegen die Friedensfreunde aller Länder zu gemeinsamem wirken. So den Frieden. Stiles. Jene behaupten, Kriege feien von jeher gewesen, also werden Nationalisten und Kommunisten find Machtpolitiker ältesten sie immer sein. Diese wollen die Weltrevolution mit Waffen über gegen die Wiederkehr neuer triegerischer Ratastrophen werden die ble Erde tragen. Im Kampf gegen die Sicherung des Friedens, Klassenfämpfe vergessen und zugedeckt. Berhüllt wird der Klaffengegensatz zwischen Proletartat und Schwerunternehmertum und Großlandwirtschaft. Die Einheitsfront der. Kommunisten und Rationalisten gegen die Friedenspolitit der Werttätigen fommt. Mit Behagen und Fettbrud zitiert die Rote Fahne" aus dem Brofeffors Ribelius:„ England versuche mit dem Vertrage von Cotal- Anzeiger" die Meinung des fehr ehrenwerten rechtsstehenden Locarno Deutschland in den von ihm geschaffenen russischen Block einzubeziehen. Zugleich fündigt sie mit der zweifelhaften Ausficht, mehr Teilnehmer als die Jammerbemonstration ausgerechtnet im Bust garten zu bekommen eine öffentliche Studenten versammlung gegen Locarno an, wo Rosenberg, Wiifogel und Becher um den Beifall nationalistischer Studenten merben. Auf dem deutschnationalen Parteitag begründet Westarp die Ablehnuna von Locarno mit der Gorge um das Berhältnis zu Rußland; Deutschland tonne von Böllerbunds wegen Aufmarschgelände für die Weftmächte werden. Die Brüsseler tommunistische Parlamentariertonferenz erflärt:„ Durch den Eintritt in den Völkerbund bestimmt die deutsche Bourgeoisie Deutschland im voraus zum Schlachtfeld für den Krieg gegen Sowjetrußland und verpflichtet sie sich, die arbeitenden Massen Deutschlands zum Kanonenfutter gegen Sowjetrußland zu verwenden." Ditober 121.2 120,4 870,8 145,1 24,2 88,4 8,9 4,7 4,9 2,3 2,8 156,3 116,0 80,2 128,0 81,0 188,5 581,4 182,1 88,4 17,1 905,8 204,3 1114,5 „ Siegreich wollen wir die Demokratten schlagen, das ist das Jbeal, unter dem sich Nationalisten und Kommunisten zusamunen. finden. Die erste Tanzmatinee der„ Volksbühne Bühne bes verbienten Moris Seeler ließen Herrn Jo 2 her von Christ Amberger nach dem Gemälde im Kaiser- Friedrich. Ein Experiment. Oder richtiger: eine Reihe von Erperimenten. Intereffant für den Kenner und, da fie glüdten, genußreich für die große Menge der Zuschauer. Berfuche, einen Tieftanz von einer Hochtänzerin ausführen zu faffen, einen Einzeltanz in einen Bruppentanz umzuwandeln, Tangtompofitionen von einer Schule auf eine andere zu übertragen und sich zur Einstudierung einer Tanzschrift zu bedienen. Kompofitionen abans, der Balucca, der Darmstädter Tanzmeisterin Vera Storonet, der Trumpy und der Bigman, porgeführt von Der Berliner Tanzgruppe Trumpy und der Dresdener der Balucca. Die stilistischen Unterschiebe traten deutlich zutage. Gelocerte, modulationsreiche, durch eine Ueberfülle tänzerischer Ideen gesättigte Formungen Labans. Klare, durchsichtige, aus schlichten Grundrissen erwachsene Bifionen der Balucca und der Wigman. Bei der ersten mehr in ſtraffem Holzschnittstil, bei der zweiten mit allen Tönen ber Balette gestaltet. Rythmenspiele der Storonel, teils zart fließend, teils martig aufstampfend, mit ausgesprochener Vorliebe für dekorative Effette. Die Kompofitionen der Trumpy meist auf start pointierte, fehr mirtfame Stontraste gestellt. Die Tänze der Balucca, von ihr selber einstudiert, und 3. T. mit der eigenen Gruppe vorgeführt. Brachtvoll das schmissige, lebens. freudige Tanzfied", der muchtige Tanz zur Trommel, von 3ja Tribell( Trümphgruppe) im echten Baluccaftil und Charatter gegeben, und das Allegretto brillante", bas lfe Bigdor ( Trümpngruppe) mit hochtanzerischen Mitteln sehr intereffant, temperamentvoll und geistreich zu bringen wußte. Im Bann", der helannte Einzeltanz der Palucca, hat nach meinem Gefühl durch feine Umarbeitung für eine Vierergruppe nicht gewonnen. Die Birtung wurde nicht vervierfacht, sondern gevierteilt. Die Trumpygruppe zeigte sich hier zum erstenmal in einer größeren Beranstaltung. Sie ist noch jung, ist aus der Tradition der Bigmanschule erwachsen, schlägt aber mit glänzendem Erfolg selb. tändige Bege ein. Sehr fultiviert vor allem die schwere Kunst des Gehens. Bewundernswert die Vielseitigkeit der Ausdrudsformen, die fich allen Stilen zwanglos anpaffen, ohne jemals verblajen oder garatterios zu wirken. Daß fie die Wigmantänze nicht zur vollen hähe der Originalleistungen zu heben vermochten, ist erklärlich. Die feffischen Wunderwerte Rreis" und Gruß" find in allen ihren Schönheiten nur auszufchöpfen, wenn sie mit der Präzision ber Bigmangruppe gebracht werden. Diese Bräzision aber fann nur bas Rejultet vieljähriger Arbeit fein. Ben die Erinnerung an die Driginale nicht beeinflußte, der konnte an den Leistungen ber Trumpngruppe mie an den Einzeltänzen der Storonel, die die bisher nur von der Wigman getanzten Gestalten produzierte, feine ehrliche, ungetrübte Freude haben. Das Publikum der Boltsbühne, das das Theater am 8lowplay bis auf den legten Blah und darüber hinaus füllte, ging von Anfang an mit Begeisterung mit und gab feiner Stimmung in jubelndem Beifall Ausdrud. Immer wieder mußten die Mitwirkenden und zum Schluß auch die leitenden Meisterinnen Trümpy und Balucca auf der Bühne sich zeigen, John Schitowsti Die zu junge Generation. Die Erfolge der Jungen| lich imposant ist das originalgroße Bildnis des Sebastian Münster man nicht ruhen. Er gründete ein Konkurrenzunternehmen, rief Museum. Eine zweite Gruppe bilden die Nachdrucke nach modernen die Junge Generation" ins Leben und lieferte mit feiner zweiten Meistern, namentlich nach Hans Thoma. Als dritte Gruppe werden Beranstaltung, einer Matinee im kleinen Theater, ben Beschließlich die Bildniffe deutscher Geisteshelden, angefangen von weis, daß sie viel viel jünger ist als die Junge Bühne. Erich Martin Luther und Hans Sachs, über Kant, Lessing, Klopstod, moffes Romödie Simmel auf Erden" ist jo naiv, daß Herder, Goethe und Schiller bis zu den Romantifern gezeigt. Außer man im Theater den Eindrud gewann, irrtümlich in eine der zu den in fich geschloffenen Gruppen sieht man einige weitere Blätter, weihnachtlicher Zeit in den Spielplan aufgenommenen Rinder die den Grundstod der Reichsdruckerei, die Holzschnitte und Kupfertomödien geraten zu sein. Schon der Untertitel Eine lästerliche, stiche der alten Meister, fortsetzen. Erwähnt seien noch die Blätter doch eigentlich sehr ernsthafte Komödie von Traum, Schein und nach Ludwig Richter, die hier eine verdiente Wiederauferstehung Wirtlicheit" und der Brolog, der mit den Worten endigt: Lacht über gefunden haben. Die Ausstellung, die bis zum 5. Dezember täglich mich, lacht, bis das Zwerchfell plagt, doch denkt: ernst ist das Spiel, von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends bei freiem Eintritt und dunkel schläft der Kern in dieser toll verwegenen Frucht geöffnet ist, gibt beredtes Zeugnis von der zielbewußten Arbeit der ließen etliche Befürchtungen aufteimen. Es lohnt sich nicht, über Reichsdruckerei. Die technisch wie fünstlerisch ganz hervorragenden dies völlig unoriginelle, nedische Spiel viel Worte zu machen, in Sunstblätter sind zu mäßigen Breifen zu erwerben. dem die menigen Einfälle bis zur Unerträglichkeit wiederholt werden, in dem nicht bas geringste dramatische Leben steckt und dessen Grund motiv von Grillparzer und vielen anderen ausgeschöpft ift. Die Darsteller gaben sich die redlichste Mühe, Leben in das bramatische Schemen zu bringen, vor allem Wolfgang 3ilzer und Elle Ruethel, bie mit ihrem findlichen und gesucht nedischen Spiel den Ton des Wertes am besten traf. Als Kuriofum fet erwähnt, daß wie gewöhnlich bei literarisch belanglofen Angelegenheiten der Beifall außerordentlich herzlich war. Dgr. Bonzert des Schöneberger Männerchors Freundschaft". Friz Stempel gab mit ſeinem Chor Freundschaft" in bem sehr gut Rathaus sein Konzert, das durch guten Besuch und herzlichstes atustischen und geschmackvollen Bürgerfaal im Schöneberger Eingehen des Bublifums auf die Darbietungen des Männerchors reichliche Belohnung fand. Frig Stempel hat seinen etwa 50 Köpfe ftarten und an Material nicht gerade üppigen Chor ausgezeichnet in ber Gewalt. Rein schreiender, ftechender, greller Ton wird je bas Ganze ftören. Die Intonation ist meist blizsauber, die Deflamation erma folgende: zuviel Bianofingen( wobei ich verstehe, daß hier gut, der Bortrag bewußt und voll Stimmung. Kleine Mängel wären aufs feinste aus der Not eine Tugend gemacht wird), zu wenig breite, ausladende Durchführungen trotz trefflicher Einzelheiten, mancherlei Loslösung von der großen, verbindenben Linie. Aber eines läßt sich nicht leugnen, allen Borträgen ist ein fernfester ChaBanne läßt. Als Soliften hatte der Char den tüchtigen Celliftent May 3eidler und die ausgezeichnete Geigerin Lisa Heden. bach haupt gewonnen, mit denen der Dirigent am Flügel elu Riefenprogramm bewältigte 5. Mt. etwas objture Annelegenheit, die durch ein paar Gemeinpläge bes Die Gemeinschaft für neue Theaterfulfur, vorläufig noch eine Herrn Wolfgang Barbach- Benning, vorgetragen im Schubert Saal, nicht übermäßig günstige Belichtung erfuhr, ließ den Schau fpieler Gab Shelajo rezitieren. Hier ist ein felten ftartes Talent auf dem Wege zur Prominenz, die auch bestimmt erreicht werden wird, wenn Shelajo, der ein Ruffe ist, die undeutsche Beratter aufgedrückt, der weder die Sänger, noch die Zuhörer aus seinem tonung der Endfilben bekämpft und jede übertriebene Geftit( Schrei des Eisens") vermeidet. Prächtig tamen zur Geltung Jerusha lajim", eine Dichtung von Alfred Sterr, Hamlets Beltschmerz und Tollers Schwalbenbuch". Unglaublich fuggeftio wirtte Shelajo mit wundertönender Musitalität, jugendlicher Begeisterung und echter Liebes- und Lebensbeziehung zum Dichtermort die Schauspieler, die Kunstpriester einer befferen, freteren Menschheit; so denkt man sich jo ähnlich sprachen und bannten wohl auch Ifraels Propheten. Es zeugt übrigens für Herrn Jehner, daß er den unbekannten Shelafo ans Staatstheater engagiert hat ergo. Der Meinetesche Männerchor, betreut von seinem Chormeister, Staatlichen Hochschule für Mufit ein Abendkonzert. Musikdirektor B. 2. Joseph, veranstaltete im Stonzertsaal der material des Chors, das sein Dirigent geschmackvoll zu verwerten Man freute sich wieder an dem zum Tell recht schönen Stimmversteht. Nur hätte man gewünscht, daß noch stärter, als es bereits gewesen wäre, das in der Wiedergabe dem Thor besonders gut der Fall war, das typisch Volksliederhafte im Programm vertreten gelang. Die sehr zahlreich erschienene Hörerschar spendete den Gesangsvorträgen wie auch den Cellodarbietungen Max Schul3. Fürstenbergs lebhaften Beifall und erbat sich noch mehrere Bu D3Ausstellung von Reichsbruden. unstbibliothet in der Prinz- Albrecht- Straße wurde von der Im Ausstellungsfaale der Berlagsabteilung der Reichsbruderet eine fleine Ausstellung eröffnet. Sie zeigt, was an neuen Reichsbruden in den letzten vier Jahren herausgebracht worden ist. Da sind Blätter nach Wandzeichnungen und Aquarellen alter Meister, die das Original in übergaben. raschender Weise wiedergeben. Von den Bänden herab und von reichen Reproduttionen bekannt find, deren Handzeichnungen und den Bitrinen grüßen die großen Meister, deren Gemälde aus zahl. Aquarelle aber fo gut wie unbekannt waren. Brächtige, vorzüglich wiedergegebene Werte von Dürer, Rembrandt, Lucas Cranach dem Melteren, Hans Baldung Brien, Albrecht Altdorfer, Wolf Huber, Jan van de Belde und vielen anderen sind vertreten. Außerordent Die Wustellung der Berliner Sezeffion ist auch am Bußtag son 11-2 Uhr geöffnet. im Bürgeriaal des Berliner Rathauses Leonid Andrejews Geschichte von Alfred Belerle wird am Totensonntag, dem 22 November, abends 8 Ubr, ben fieben Behenften erzählen. Für Arbeiterorganisationen und Reichs. banner Rarten à 0,50 m. in der Borwärtsbuchhandlung. Die polnische Krise. Rein parlamentarisches Kabinett möglich. Warschau, 16. November.( Eigener Drahtbericht.) Der Plan, das nicht tein parlamentarische Kabinett Grabski durch ein Parteiminifterium zu ersehen, ist aufgegeben. Wahrscheinlich wird der jehige Innenminister Radzkiewicz ein kabinett aus„ FachTeufen" bilden. Das Eingreifen Pilsudskis. In unserer Sonntagsnummer war von der Aufforderung des gewesenen polnischen Staatspräsidenten Pilsudsti, der den Titel Marschall der polnischen Armee führt, aber feinerlei offizielle Funktion hat, an den jezigen Staatspräsidenten Wojciechomiti berichtet. Diese Aufforderung ging dahin, die Armee durch die politische Krise nicht antasten zu lassen und diese nicht etwa auf Kosten jener zu löfen. Der merkwürdige Schritt Pilsudskis läßt die inneren Zustände der polnischen Republif etwas eigenartig erscheinen wenigstens an dem Vorbild gemeffen, das für die polnische Ideologie gewiß maßgebend ist. In Frankreich, England, Nordamerika dürfte eine solche Einmischung eines Militärs in die Politik üble disziplinare Folgen für den betreffenden General haben. Auch Th. G. Mafaryt, der tschechoslowakische Präsident, dürfte sich ungebeiene politische Ratfchläge des Militärs ziemlich entschieden vom Halfe halten. Bon Deutschland sei bei dem eigenartigen Grad demokratischen parlamentarischen Empfindens, das gewiffe Maßgebende hier zulande noch im achten Jahr der Republit haben, nicht gesprochen; auch werden ja deutsche Zustände in Polen nicht als autoritativ anerkannt. Nun hat Pilsudski allerdings eine besondere Stellung. Ihn als den revolutionären Rämpfer gegen die zaristische Fremdherrschaft, als Organisator und Führer der polnischen Legionen im Weltkrieg und besonders als Träger der Opposition gegen die Besagungs- und abgelehnten Fürsorgemächte Deutschland und Desterreich- Ungarn, umleuchtet der nationale Glorienschein, zumal diefe Opposition gegen die feligen Oberoft" ẞläne auf Bildung einer polnischen Hilfs armee für die Bentralmächte ihm zur Internierung in einer innerpreußischen Festung verholfen hat. Dieser Ruhm scheint jedoch etwas verblaßt zu sein. Bilfubftis Besorgnis um die Armee, richtiger um ihre Aufrechterhaltung in ihrer heutigen Stärke trotz der Entwaffnung Deutschlands, der Heeresverminderung Rußlands und dem Bündnisneß der großen und fleinen Entente hat freilich aktuellen Anlaß. Polen leibet unter einem irt fchaftselend, das auch nach dem Wort bes bäuerlichen Abgeordneten Bry1 im Sejm bereits die Ratastrophe bedeutet. Das Bolt in Stadt und Land hungert buchstäblich. Lungenschwindsucht und Drüsenleiben haben nach amtlicher Statistit felbst unter den Schulkindern fürchterliche Berbreitung angenommen, eine wahre Selbstmordepidemie fordert was wir alles einem Artikel unferes Genossen Abgeordneten Bantrag Bromberg entnehmen in jeder Woche fünfzig und mehr Opfer; Soldatenbriefe an die Abgeordneten jammern über Ernährungsverhältnisse im Heer, bie fatal an unfere Spätkriegszustände erinnern; von ihrer Acht Groschen- Tageslöhnung fönnen sich die armen Teufel nichts dazulaufen aber der jüngste Warschauer Rummel mit dem unbefannten Soldaten und die ihm überall in der Broving errichteten Gebentiafeln famt Enthüllungsfeier haben den Staat 100 000 Blein geloftet Gelbit hundert prozentige Invaliden haben drei Jahre lang feinte Rente erhalten und beziehen jegt eine auf 20 Bro3. aufgewertete Und Kriegsminister Sitorfti hat erft legthin im Parlament ausgerufen, wenn man nicht mit eiserner Hand gegen bie alles überwuchernde Rorruption norgehe, werde Bolen bald teine Armee mehr haben! 3 Um die ftabilisierte, aber trotzdem bröckelnde Währung zu stügen, hat Grabfti die Einfuhr von Heringen, Reis, Tee und anderen Massenverbrauchsgütern mit ungeheuren Böllen belegt. Die erheblichen Zolleinnahmen aus der großen deutschen Einfuhr sind infolge des Handelstrieges weggefallen. Da erhebt sich immer lauter der Ruf nach starter Berringerung der Armee von 270 000 auf 150 000 Mann, wodurch eine Viertelmilliarde gespart würde. Der in Locarno mit Deutschland vereinbarte Schiedsvertrag, die fort bestehende Garantie Frankreichs für Polens Grenzen und die durch Tschitscherins Besuch in Warschau bezeichnete Anbahnung freundlicherer Beziehungen zu Rußland stüzen natürlich dieses Abrüstungsverlangen. Sollte die andauernde Grannung mit dem kleinen Litauen wegen des von Polen felbftherrlich befehten und annettierten Wilna allein die Beibehaltung des würgenden llebermilitarismus rechtfertigen, wo doch z. B. die Tschechen mit 150 000 mann fich begnügen?! Wirth auf dem Zentrumsparteitag. Ein Bekenntnis zur Republik. Wirth bleibt beim Zentrum. bie eingehalten werden soll. Warum ist es während des letzten Sommers nicht möglich gewesen, die innenpolitische Linie zu finden und zu sichern? Es war doch zu Besprechungen und Abmachungen mit den Rechtsparteien Zeit genug. Wir chriftlichen Republikaner im Zentrum haben mit Bedauern und mit Gorge vorausgesehen, daß wir benutzt wurden als Aschenbrödel, um 3oll- und Steuergefehe zu machen, F. Kl. Saffel, 16. November.( Eigener Drahtbericht.) Das wichtigste und wuchtigste Erlebnis auf dem Barteitag des 3entrums war die Rede des Abg. Dr. Wirth, der am Montag nachmittag als erster Redner zu Worte tam, um törperlich ganz gefund, wie er versicherte mit Leidenschaft das Bekenntnis ur Republit auch innerhalb des Sentrums auszusprechen. Bon demonstrativem Beifall begrüßt, tritt er an das Rednerpult. Seine republikanischen Freunde im Zentrum find sehr zahlreich, wie aus diesem Beifall hervorgeht, und seine Ausführungen, rhetorisch von außerordentlicher Wirksamkeit, bannen auch die bedachtsameren unter den Delegierten. Wieder und wieder werden sie durch begeistertes Händeflatschen und Zurufe unterstrichen. Die Zuhörer. tribünen nehmen lebendigen Anteil an dem feierlichen Bekenntnis zur Republit und zu den Republikanern. Die fachlich nüchternen Darlegungen von Marg sind vergeffen. Man debattiert über das Broblem Wirth, das ein Problem des Verhältnisses des Sentrumschul- und innenpolitische Abmachungen im Reichstag zur Republik und zur republikanischen Politik ist. Birth begann feine Darlegungen mit der Bersicherung, er wolle nicht. zeigen, wie start die Zentrumsleute in der Bolemit sein fönnen. Es handle sich vielmehr um die politische Zukunft des Es handle sich vielmehr um die politische Bufunft des deutschen Volkes und um die politische Linie, die nach den Erfahrungen des letzten Sommers innegehalten werden muß. Ich bin gern nach meiner Rückkehr aus Amerika in den Kreis meiner Gefinnungsfreunde auf dem Parteitag gekommen. Ich mußte mich fchon zeigen, um nicht den Eindrud zu erweden, als fet nur ein Mann über Bord gefallen.( Heiterfeit.) Darum fann es sich nicht handeln, vielmehr um bas Schicksal des deutschen Boltes, das aus den Erfahrungen der Sommerpolitit lernen muß. Im Auslande, besonders auf dem großen amerikanischen Kontinent, sah man die Regierung Luther als bie Regie. rung der fonservativen Clemente an. Man sah dort mit leberraschung, aber auch mit Genugtuung, daß diese Regierung des fonservativen Elements den Weg zur Berständigung der Völker beschritt, den Weg nach Locarno ging. Aber welche Gefühle haben uns deutsche Barlamentarier beseelt, als wir sehen mußten, daß die Exponenten dieser konservativen Regierung nach Abschluß der Berträge in Locarno wieder zurüdsprangen und aus der Ber antwortung flüchteten! Diese tonservativen Elemente des Besizes haben unser Deutschland genau wieder so tompromittiert wie bei der Friedensresolution von 1917 und bei zahlreichen anberen Gelegenheiten. Wir haben teine li fabe, um das Wert von Socarne etwa eine Bentrumsgloriele gu mben. Bas dort verhandelt und niedergeschrieben wurde, ist nicht unser Wert. Der Buntte gibt es stele, wo auch unsere Kritik einsetzen tönnte. Aber wer den Weg nach Cocarno befchrift, mußte ihn zu Ende gehen.( Lebhafter Beifall.) Die fonfervativen Kreise sind auf dem Wege geblieben, um bann turz vor dem Ziel wieder auszubrechen. Dadurch haben sie das Reich außenpolitisch in eine viel schwierigere Lage gebracht, als wenn die Verhandlungen gar nicht erst begonnen wären. Ber steht heute hinter der Politik von Locarno? Nur auf die entschiedensten Republikaner tann fich verlaffen, wer die Berbrüderung der Böller ernstlich will Die Konservativen, die fid; Deutschnationale nennen, demonstrierten im Luftgarten, auf der Straße gegen die Politit, die ihre Regierung und unsere Parteifreunde während diefes Sommers getrieben haben. Wir müssen erkennen, baß bie Außenpolitit allem Doran( tebt Sit die außenpolitische Bage gellärt, dann folgt alles andere von felbft. Glaubt man ernstlich, die Steuerpolitit von der Außenpolitik trennen zu fönnen? Ich beneibe bie Barteifreunde nicht, die diesen Glauben haben. Wenn durch die Ablehnung von Locarno die außenpolitische Situation vollständig zerschlagen würde, dann tönnen fie alle paar Wochen neue Steuerreformen machen und fänden tein Ende. Nur die entschiedene republikanische Bolts. mehrheit fann Außen- und Steuerpolitit in Eintlang bringen. Die politische Entwicklung wird jetzt beeinflußt durch den ölterbund. Aber glauben Sie nicht, daß die Politik im Bölferbund leichter sein werde, als die der letzten Jahre für uns gewesen ist. Auch dort wird man sich üben müssen in Geduld und Abwarten und in nie Verzagen. Nur muß man sich flar sein über die politische Linie, Sozialistisches Agrarprogramm. Referat Otto Bauers auf dem Parteitag. Wien, 16. november.( Eigener Drahtbericht.) In der Sonn tagsfizung unseres Parteitages referierte Dr. Otto Bauer über das Agrarprogramm der während die anderen neben uns hergingen, um tm entscheidenden Augenblid uns in der Außenpolitik im Stich zu lassen. Die Tatfachen haben uns leider allzujehr Recht gegeben. Die Deutsch. nationalen haben Soll- und Steuergesetz mit unserer Hilfe ferliggebracht und überlassen uns nun wieder der nationalistischen eße, die fie felbst im ganzen Lande wider uns entfachen.( Stür mische Zuftimmung.) Es ist notwendig, auch einmal danach zu fragen, welche Art getroffen worden sind, um die Zusammenarbeit der Fraktion mit der echten zu sichern. Darauf zu antworten, wäre auch eine Aufgabe für Herrn Stegerwald.( Beifall.) Um feinen Irrtum auftommen zu laffen, erklärt Wirth, er habe nie einen der Angriffe gegen Stegerwald geschrieben oder veranlaßt. Er sei weder direkt noch indirekt daran beteiligt. Gegenteilige Behauptungen seien VerIcumbungen, die nach dieser ehrenwörtlichen Erklärung hoffentlich für immer verschwinden. . Dr. Wirth ironisiert dann die angebliche Frucht des konservativcentrümlichen Regierungsblocks, das angebliche Reichsschul. geseg, mit dem man beim katholischen Klerus eifrig Propaganda treibe als Beweis für die Güte der chriftlichen Rechtsregierung". Was ist das für eine Regierung, die ein derartiges Gesetz macht, von dem nachher nicht nur die volksparteilichen, sondern auch die deutschnationalen Stügen abrüden? Dann tommt Dr. Wirth auf den Kern der ganzen Aus. einandersegungen zu sprechen. Wir haben verschiedene Strömungen im Zentrum, die politischer Art sind. Ich habe mich immer als Republikaner bekannt. Herr Stegerwald ist der Meinung, daß die Staatsform feinen Gegenstand der aktuellen Distussion bilden dürfe.( Widerspruch Stegerwalds.) Wir brauchen aber nur nach Bayern zu blicken, um zu erkennen, daß die Monarchisten am Werte sind, neue Unruhen hervorzurufen. Da follen wir entfchiedenen Republikaner schweigen und uns vor dem Bekennt is unferer Ueberzeugung briden? Das wird niemals geschehen. ( Etürmischer Belfall, Händeflatschen im Saal und auf den Tribiinen.) Bet der Reichspräsidentenwahl hat man uns chrift fiche Republikaner nicht vergeffen. Damals hat man uns gern geholt, wenn es galt, die Massen für den republikanischen Kandidaten zu begeistern. Aber wenn man Politit machen mill, legt man uns gern auf Eis.( Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Aber wir laffen uns nicht mehr an die Wand stellen. Ja sehe leinen Anlaß, die Zentrumspartei zu sprengen. Ich relche die Hand zum Frieden. ( Stürmischer Beifall.) Aber wir wollen nicht länger genötigt fein, über unsere Ueberzeugung zu schweigen, während die Monarchisten landauf landab von ihrer Ueberzeugung reben. Ich fühle mich wieder gefund und will deshalb die Kraft meines Lebens der republikanischen Entwidlung unseres Boltes widmen als tatholischer Chrift und chriftlicher Republikaner.( Stürmischer langanhaltender Beifall) Als Dr. Mirth geendet, nimmt der Borsigende Marg bas Wort, um thm für seine Rede zu danten Sie zeige, daß Dr. Birth förperlich gesundet sei, und er hoffe, daß Dr. Birth bald wieder ganz dem Sentrum und auch der Sentrumsfraktion dienen werde.( Lebhafter Beifall.) Grundsägliche Gegensäge beständen zwischen den Anschauungen der Fraktion und denen, die Dr. Wirth soeben vorgetragen habe, nicht. Es tönnte sich höchstens darum handeln, ob die praktischen Maßnahmen immer richtig gewesen seien, darüber aber müsse in der Fraktion gesprochen werden. Wenn Dr. Wirth nur einen Teil seiner Beredsamkeit, die er heute ent wickelte, in der Frattion anwenden würde, so würde er sehr viele auf seiner Seite haben. ( Bericht über die Distuffion fiehe 2. Beilage 2. Sette.) gramm fortgesetzt, und dieses nach einem Schlußwort Dr. Bauers einstimmig angenommen. Dann murde die Wahl des Parteivorstandes vorgenommen. Dr Friedrich Adler hat in einem Schreiben an das Wahlkomitee erflärt, mit Rücksicht auf die Beschlüsse des Internationalen Ronlebensnotwendigen Abbau übertriebener Rüstungen nicht So wird auf die. Dauer auch Biffudsfis Einspruch ben Kapitel Forderungen zur ebung der Produttivität der gresses in Marseille nicht absehen zu fönnen, wann er wieder ständig verhindern tönnen. Offiziere demonftrieren für Pilsudski. Warschau, 16. November.( WTB) Gestern abend fuhr eine Abordnung von über 1000 polnischen Offizieren, darunter 20 Gene räle, nach Slcjuwel, um dem Marschall Pilsudsti in seinem Landhause anläßlich der Wiederkehr feiner Befreiung aus dem Magdeburger Gefängnis zur lebernahme der Macht in Bolen ihre Huldigung darzubringen. Im Namen der Offiziere Sprach General Dreier, ber feine begeisterte Rebe mit ben Borstigen Gefellfaftsordnung, wobei bie G ten schloß, daß der Marschall bei der gegenwärtigen rise nicht abmelend sein werde", da er weber. Polen noch seine treuen Soldaten verlassen solle. Pilsudsti gedachte in seiner Antwort Jeiner Gefühle bei der Rückkehr aus Magdeburg und betonte, auf bie gegenwärtige Krise übergehend, daß er sich gelegentlich feines Iegten Besuchs beim Bräfidenten der Republit bemüht habe, bie Ehre der Armee und die 2 chtung vor der dort geleisteten Arbeit zu terteidigen. Landwirtschaft auf und fordert die Befreiung der Landwirt. [ chaft von der Ausbeutung durch das Handels. tapital, Maßregeln gegen bielleberschuldung der Land. wirtschaft sowie eine Reform der Besteuerung, namentlich in der Richtung, daß das Einfommen des arbeitenden Bauern ebenso be steuert wird wie das des Arbeiters. Jm nächsten Kapitel werden die Forderungen zum Suz der Landarbeiter aufgestellt, wobei wird. Das dritte Kapitel betrifft den Uebergang zur fozia Die Errichtung von Heimstätten für befizlose Lanbarbeiter perlangt listischen Sozialisie rung bes lendwirtschaftlichen Großgrundbefizer verlangt wird. Im legten Rapitel wird die Stellung ber Bauern in der sozialistischen Gesellschaft betrachtet und an die Spike der Sag gestellt: Der So. zialismus befämpft das Agrareigentum ber herren flaffe, nicht aber das Arbeitseigentum der Bauern Durch die Sozialisierung des Agrareigentums der Herrentlasse wird das Arbeitseigentum der Bauern nicht gefährdet, fondern gefestigt" Das Referat Dr. Bauers füllte den größten Teil der Vormittagssigung aus. Dann begann die Debatte, die am Montag fortgesetzt wird. in Desterreich arbeiten fönne. Er sei daher nicht in der Lage, eine Wahl in den Parteivorstand anzunehmen. An seiner innerlichen untrennbaren Berbundenheit mit der österreichischen Bartei ändere sich jedoch nicht das mindeste. Das Mahltomitee nahm daher von einem Wahlvorschlag Dr. Adlers Abstand. An seiner Stelle murbe der Obmann der Gemertschaftstommission, Benoffe Anton Hueber gemählt. An Stelle der beiden ver. und des Abgeordneten David, wurden die Abgeordneten ver und ftorbenen Genossen, des früheren Wiener Bürgermeisters Reumann Boelzer in den Parteivorstand gewählt, während die übrigen bisherigen Mitglieder wiedergewählt wurden. N Der Borsigende des Parteitages, Genoffe Seitz, gab einen furzen Rückblick auf die Arbeiten des Parteitages und wies auf die Bedeutung des neu beschlossenen Agrarprogramms für die Bartel hin. Mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie würde dann der Parteitag geschlossen. Der Anschlußgedanke in der Sozialdemokratie. Die tschechische Preffe verzeichnet voll Sorge unter der Ueber. fchrift Anschlußpropaganda" die Worte des Parteitagsvorsitzenden Seiß über die Notwendigkeit des Susammenschlusses aller Deutschen Mitteleuropas. Sie hebt den Saz hervor:„ Der Anschluß Defterproletarischen Politik hüben und drüben sein." fichtlichem Bezug auf diese Offiziersfahrt nach Sulejuwet den Offi. tag vor dem Standgericht hat erwiesen, daß es sich um Handlungen reichs an das Mufferland müffe der tragende Gedanke der deutschen Die rechtsgerichteten Blätter zeigen sich über diese Huldigungs. fahrt der Offiziere ziemlich erregt und bezeichnen fie als cine überflüffige Demonstration, die geeignet sei, Bolen im Auslande zu haben: Allgemeines Aufsehen erregt, daß ber im Demissionszustand befindliche Striegsminister Sitoriti noch diese Nacht eine amtliche Berlautbarung ausgeben ließ, in der er unter zieren streng verbot, an Rundgebungen teilzunehmen, die entweder politischen Charakter tragen oder zum mindesten von der Bresse so ausgelegt werden. Der Bilsudski ergebene „ Kurjer Boranny" greift Sitorffi megen dieses Befehls, der nichts anderes jei, als eine politische Demonstration im Stile der Rechten, aufs heftigste an. 3m Münchener Doldstoßprozek begannen geffern die Blai doyers. Der Verteidiger des Bribatllägers ofmann, Rechtsanwalt Graf Pestalozza, behauptete, daß Cofmann feine Geschichtsfälschung begangen babe, wenn er von dem gegen die dentiche Front geführten Dolchftos in seinen Heften iprede. Heute werden die Verteidiger des angeklagten Rebalteurs der Münchener Post", Gruber, fprechen. Um Schluß der Sonntagssigung wurde noch folgender Antrag einstimmig angenommen: Die ungarische Regierung ist wieder einmal im Begriff, im Verfahren gegen Ratssi und Genoffen die Ge. e ihres eigenen Landes mit Füßen zu treten und die brutale Gewalt an die Stelle des Rechts zu setzen. Der erste Berhandlungs. bon unreifen, zum Teil jugendlichen Schwärmern handelt, gegen welche die Anrufung des Standgerichts eine unge heure und bewußt heuchlerische Ueberschägung der Bedeutung ihrer Handlungen darstellt. Der Parteitag protestiert vor ganz Europa gegen die der Blutgier der gegenwärtigen Machthaber Ungarns entsprungene, durch nichts gerechtfertigte Einsegung des Standgerichts. Am Nachmittag besichtigten die ausländischen Gäste und die Delegierten die großen Bauten der sozialistisch verwalteten Gemeinde Bien. Neuer anfifaichistischer Protest. Der Parteivorstand der Schwe. bischen Sozialdemokratischen Partei bat eine Refolution gefaßt, in der die Gewaltpolitik des faschistischen Regimes in Italien gegen die italienischen Sozialisten scharf fritisiert wird. Stadt Jrunfe". Der verstorbene Kriegstommiffar des Sowjetbundes, run fe, entstammte einer beficrabischen Familie, doch lebten feine Eltern zur Zeit feiner Geburt in Fischpet in Ture luk ber Tagung testan. Die Einwohner diefer Stadt baben jegt in einer großen Wien, 16 November.( Eigener Drahtbericht.) In der Montags. Berfammlung beschloffen, ibrer Stadt zu Ehren ihres Mitbürgers fizung des Parteitages wurde die Debatte über das Agrarproben Namen Frunfe" au geben. Ergebnis der Vorstandswahlen. Gewerkschaftsbewegung Berliner( Privat-) Elektrizitäts- und Wasserwerke. Der Arbeitgeberverband der Gas-, Wasser und Elettrizitätswerte der Provinz Brandenburg hat bereits Ende Juni den Tarifvertrag der Angestellten zum 30. September gefündigt. Troß aller mündlichen und schriftlichen Aufforderungen der AA- Organisationen hat es der Arbeitgeberverband bis zum heutigen Tage unterlassen, feine Gegenvor. schläge zum neuen Tarifvertrag den Verbänden schriftlich mitzuteilen. Die Angestellten, dieser bewußten Verschleppung berech tigterweise überbrüffig, haben daraufhin durch die AfA- Organisationen den Schlichtungsausschuß Groß- Berlin angerufen. Bei den Kammernerhandlungen am 5. November teilte nun Her Dr. Grieß als Bertreter des Arbeitgeberverbandes mit, daß derselbe einen Beschluß gefaßt habe, demzufolge er tarif unfähig sei und die Regelung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen den einzelnen Mitgliedsfirmen überlasse. Auf Anfrage des Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses mußte Herr Dr. Grieß bestätigen, daß dieser Beschluß nur für den Tarifvertrag der Angestellten, nicht aber für den Tarifvertrag der Handarbeiter gelte. Der Schlichtungsausschuß fette demzufolge die Verhandlungen auf Antrag des Arbeitgeberverbandes aus, zumal derselbe umgehend die Protofollabschrift des vorerwähnten Beschluffes einreichen sollte, aber dies bezeichnenderweise bis zum heutigen Tage nicht getan hat. In der Zwischenzelt find nun die einzelnen Werksleitungen, insbesondere die der Charlottenburger Wafferwerte Elektrizitätswert Südweft", Berliner Vororts- Elektrizitätswerte Steglit, Brandenburgisches Kreis- Elektrizitätswert Spandau bazu übergegangen, den Angestellten zu empfehlen", entweder Einzelarbeitsverträge oder Haustarifverträge unter Aus fhaltung der Gemertschaften abzuschließen. Die Gefchäftsleitung der Charlottenburger Wafferwerfe versuchte, den Angestellten dies dadurch schmackhaft zu machen, daß der einzelne Angestellte dann ja die Verbandsbeiträge iparen und für feine persönlichen 3wede( offenbar an Stelle her ver weigerten Gehaltsaufbefferungen) verwenden könne. Diese Einstellung der einzelnen Betriebsleitungen ist sicherlich barauf zurückzuführen, daß die Angestellten die wohl von der gesamten Deffentlichkeit als durchaus berechtigt anzusehende Forde. rung erhoben haben, die gleichen Tarifvertragsbestimmungen zu erhalten, wie sie von den AfA- Verbänden für die Angestell ten der Berliner fi ädtischen Gas-, Waffer- und Elektrizitätswerfe abgeschlossen sind. Troßdem die Berliner städtischen Werke wesentlich geringere Eäge von den Konsumenten für Wasser und Elektrizität erheben der Borwärts" hat sich ja wiederholt mit der verschiedenartigen Breispolitik der privaten gegenüber den städtischen Werken be. fchäftigt ist die Forderung der Angestellten als uner. fullbar abgelehnt worden; würden doch in einzelnen Gruppen Erhöhungen bis zu 40 Proz. herauskommen. Da hier nicht nur die Intereffen der Angestellten, sondern auch die der Konsumenten der privaten Elektrizitäts- und Baffer merte in Frage tommen, ist es erforderlich, daß auch in der Deffent lichkeit mehr als bisher eine Einflußnahme der Stadt Berlin auf biefe Werte gefordert wird, selbst auf die Gefahr hin, daß einige reaftionäre und arbeitnehmerfreundliche Direttionsmitglieder, die fich mit den Schutzgesehen der Arbeitnehmer und Bestimmungen der Reichsverfaffung nicht vertraut, machen wollen, ihre Posten verfieren. Gerade der Hinweis auf den Tarifvertrag für die Angestellten ter Berliner städtischen Gas, Wasser und Elektrizitätswerke, der auf Arbeitnehmerseite lediglich von den Af- Organi. fationen abgefchloffen ist, dürfte den Angestellten der privaten Cleftrizitäts- und Waffermerte zur Genüge beweifen, daß eine mitffame Interessenvertretung nur durch restlosen Zusammenschluß in den freien Angestelltenverbänden möglich ist. ,, 25 Jahre Ladenschluß". In unserem Rüdblid auf die reichsgefehliche Regelung des Endenschlusses am 1. Oftober 1900 in tr. 511 des Borwärts" wurde auch auf das Verhalten des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes in ber bemegung hingewiesen und eine Erflärung dieses Berbandes zitiert, Ladenschluß morin er für das Offenhalten der Länden an den Tagen vor Weihnachten bis 12 Uhr nachts eintrat. Hierzu erhalten wir jetzt die folgende Berichtigung": " Die in Nr. 511 des Vorwärts" abgebrudte Behauptung, der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband sei einer der heftigsten Gegner eines frühen Ladenschlusses gewesen, ift unwahr. ahr ist, daß der Verband ein Vorfämpfer des frühen Laden schlusses war, daß er in Wort und Schrift für ihn eingetreten ift und in einer Massenpetition seine Einführung gefordert hat. Deutschnationaler Handlungsgehilfen- Berband juristische Person Hamburg. Die Verwaltung. 2. 3immermann. Diese Berichtigung ist geradezu ein Musterbeispiel für den Miß brauch des§ 11 des Pressegefeges. Im Geschäftsbericht des Deutschnationalen Handlungsgehilfen verbandes für das Jahr 1896, veröffentlicht im Organ des Verbandes, der„ Deutschen Handelswacht" vom 1. Februar 1897, mird Herrenulster aus Flausch- und Gratenstollen in verschiedenen Farben, je nach Qualität 55 36.Herrenulster 60.Winterpaletots mit Samtkragen, ein- und zweireihige Form 45Rock- Paletots marengo u. schwarz Cheviot, je nach Qualität, 75.aus marengo Cheviot. Diagonal- und Fantasiestoffen, je nach Qualität. 80-75.65.-, je nach Art 100.-, 80.- 70.-, 60.- 55.100.- 90.-, Ulster ter junge Herren, moderne Formen und Farben VOR 29 1 ermähnt, daß die Rommiffion für Arbeiterstatistit bie Einführung des Achtuhrladenschlusses vorgeschlagen habe, und hierzu bemerkt: Wir haben abfichtlich zunächst den Herenfefsel der entfesselten Meinungen ausbrodeln lassen und dann um so entschiedener und wirksamer unseren Vermittlungsvorschlag vertreten, der von einem allgemeinen Ladenschluß zunächst absieht, aber die Beschäftigung von Angestellten nach 8 Uhr, auch in den Engrosgeschäften, ein für allemal ver. bietet. Hoffentlich gelangt auch die Regierung bald zu ent Sprechenden Vorschlägen, die sie den gefeggebenden Körperschaften unterbreitet." Rönnte man aus dieser Auslassung heraus dem Deutschnatio. nalen Handlungsgehilfenverband noch eine gewisse taktische Stellung, nalen Handlungsgehilfenverband noch eine gewisse taktische Stellung nahme zugunsten der Einführung des Achtuhrladenschlusses zugute halten, fo geht aus seiner drei Jahre später, im Jahre 1900 erschienenen Werbefchrift 50 000! Auch eine Jubiläumsschrift" mit aller Deutlichkeit hervor, daß ihn die Angst vor seiner eigenen Courage auf den Neunuhrladenschluß zurückgebracht hatte: „ Erst in Hunderten von Bersammlungen an allen Ecken des Reiches Stimmung gemacht, dann eine Massenpetition mit nahezu 50 000 Unterschriften an den Bundesrat und an den Reichstag, dann eine fachlich geschriebene Broschüre mit allen Gründen für den Ladenschluß an die 397 Abgeordneten des Deutschen Reichstages und an sämtliche Mitolieder des Bundesrats, energische Bor. ftellungen beim Staatssekretär des Innern und beim Reichskanzler. Inhalt und Quintessenz von allen Eingaben:„ Wir müssen um 9 Uhr Feierabend haben!" So sieht der Bortämpfer" des früheren Ladenschlusses aus! Aus dem Versicherungsgewerbe. Sie uns vom Zentralverband der Anneftellten mitgeteilt wird, bat der Arbeitgeberverband deutscher Verfiberungsunter nebmungen in feiner Verbandsversammlung in Dresden besloffen, den in der Gehaltsstreitigkeit am 9. November 1925 bom Reichss arbeitsminister den Parteien unterbreiteten Ginigungsvoriclaa abzulehnen. Der RdA. hat dagegen dem Es darf wohl Einigungsvorschlag des RAM augestimmt erwartet werden, daß das Meichsarbeitsministerium endlich ans bindliberklärung des Schiebespruches vom 23. Oftober 1925 feiner Referve herausrückt um dem Antrag des 2 auf Ver. schnellstens stattgibt. Die Krise im Ruhrkohlenrevier. teilung des Landesarbeitsamies Westfalen. Abteilung Bochum, 16. November.( Eigener Drahtbericht.) Nach mit Bergbau, hat sich die Arbeitsmartilage im Ruhrkohlenbergbau in erheblichem Make verschlechtert. Die Krise im rheinisch Wochen wieder eine ziemliche Verschärfung erfahren, da die meftfälischen Steinfohlenbergban hat in den letzten Abfazverhältnisse im Auslande wegen des Rückgangs des Melt marktpreises für Kohle wieder ungünstiger murden. Infolgedeffen wurden neuerdings wieder erhebliche Betriebseinschrän. fungen und Stillegungen von Rechenbetrieben vorgenom men, bzw. angekündigt, nachdem diese Maßnahmen eine zeitlang zum Stillstand gekommen waren. Ihre Auswirtuna auf die feit langem schon sehr ungünstige Lage des Arbeitsmarktes des Ruhrfohlen bergbaues zeigt sich in der wachsenden Zahl der arbeits. ! ofen Bergarbeiter. Eine anderweitige Unterbringung innerhalb des Ruhrtohlenbergbaues ift bei der Gesamtlage des Arbeitsmarktes nur in beschränttem Maße möglich. In der Woche nom 1. bis 7. November betrug die Zahl der wegen Absah mangels eingelegten eierschichten 48 980, b. h. arbeitstäglich 862, der wegen Betriebsst örungen eingeleaten feierschichten 42 098 716 arbeitstäglich. Weitere Betriebseinschränkungen bzw. Still. legungen werden angefündigt, von der Reche Unser Tritt" und der Schachtanlage Prinz Wilhelm". Der Adler 2.-G. in Kupferdreh und Sentrum" 4-5. 11 Der rheinische Arbeitsmarkt. Düffeldorf, 16. November.( Mtb.) Nach den Mitteilungen des Bandesarbeitsamtes Düsseldorf wurden in der Rhein proving am 1. November 81000 Bollerwerbslose durch der Betriebseinschränkungen ist zurzeit noch durch eine recht beträcht Mittel der Erwerbslosenunterstügung unterstützt. Der volle Umfang liche Kurzarbeit, die sich noch nicht übersehen läßt, verdeckt. Der Schwerpunkt der Krise auf dem rheinischen Arbeitsmartt liegt Bollerwerbslofe zu unterstüßen. im Ruhrgebiet. Die Stadt Duisburg hat allein über 6000 Weitere Entlassungen und Feierschichten. Dorfmund, 16. November.( Eigener Drahtbericht) Infolge der berichärften Ablaßtrife legt die Apler- Becker AG. für Bergbau ( Reche Vereinigte Margarete) eieriiten ein. Die beiden Rechen Vittor" und Jdern" bei Sabinghorst haben ebenfalls Feierschichten angefündigt. Effen, 16. November.( TB.) Auf der zur Gelfentirener Bergwerte gesellihaft gehörenden Schachtanlage Alma ist Sonnabend 500 Bergleuten zum 1. Dezember gekündigt worden, bei Schließung der zur gleiben Gefedidaft gebörenden Beche„ Iuto" in Wanne sind nicht, wie einzelne Zeitungen irr tümlich meldeten, 3200 Berglente entlassen worden. fondern nur 250, während die anderen auf sonstigen Anlagen untergebracht sind. Hamborn. Die TU. meldete am Sonnabend: Die Gewerkschaft Thyssen legt ab heute jeden Sonnabend auf ihren sämtlichen acht Schächten eine Feierschicht ein. Daburch wird die Enilaffung von 3000 Mann der jetzt noch 12 000 Mann zählenden gesamten Belegschaft verhütet. Die noch vor einem Jahre Billiger Borverkauf! 27. Damenmante! aus vorzüglichen Flauschstoffen Flauschstoffen.... von 13.50 Flotter Damenmantel Velour de laine in verschied. 29.Farben Aparter Damenmantel( Biberettkragen).. 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In den meisten Handwerksbetrieben herrscht Kurzarbeit Der Schiedsspruch für die Landwirtschaft. Wird er für verbindlich erklärt? Der Schiedsspruch des Schlichters in Hannover vom 3. Oktober, der für die Landarbeiter des Tarifgebietes Mittel und Nord. hannover, Minden und Bückeburg ab laufender Lohnwoche eine Spigen lohnerhöhung von 3 f. vorjah und diese Löhne zunächst bis zum 31. Dezember 1925 festlegte, ist von den Arbeitgebern abgelehnt worden. Die Vertreter der Arbeitnehmer nahmen den Schiedsspruch an, obwohl fie hatten. Ausschlaggebend war für jedoch die Erwägung, daß die schwere Bedenken, zumal hinsichtlich der Dauer des Lohnabkommens der Löhne im letzten Jahre feine Ablehnung des Schiedsspruches tiefe Berelendung der Landarbeiterschaft infolge starten Absinkens zuläßt. Welche Löhne in Frage tommen, soll hier gezeigt werden: Ohne Roft u. Bohn. Mit Koft u. Wohnung pro Stunde pro Woche Alier SchiedsSchiedsLohn spruch spruch Verb Arbeiter über 20 Jahren 24 Pf. 27 Pf. Arbeiter von mehr ale 20 Jahren ohne Deputat Arbeiter von 19-20 Jahren. Alter Lohn 31 24 85 . " 27 9,60 m. 8,40 10,80 mt. 9,45 • TO " 18-19 22 25 7,20 8,1 " 17-18 18 20 6,60 7.40 " 16-17 16 18 • . T 5,40 6,10 15-16 14 16 • " 4,50 5,05 14-15 .18 15 8,90 4,40 23 7,20 8.10 von 16-18 Jahren 15 15-16.12.14 14-15 17 5,40 6,10 " 8,90 4,40 " 10 " 11 2,70 8,00 Arbeiterinnen über 18 Jahren.20 Diese Aufstellung zeigt mit aller Deutlichkeit die Niedrigkeit der Landarbeiterlöhne. Der über 20 Jahre alte vollwertige Arbeiter Stundenlohn von 35 Pf. einen Jahresverdienst von 971,25 m. ( Freiarbeiter) würde nach dem Schiebsspruch bei einem erreichen. Der verheiratete Arbeiter würde bei der jetzigen achtstündigen Arbeitszeit den horrenden Barlohn von 12,96 m. in der Woche verdienen. Nach Abzug der Beiträge für Sozialversiche. rung usw. dürfen ihm, wenn es gut geht, zwischen 11 und 12 M. mirtschaft. Es ist das der Stamm der verheirateten Arbeiter und ausgezahlt werden. Diese Arbeiterfategorie überwiegt in der Landnadlefte Elend. Das Geld reicht kaum hin, das allernotwendigste, in ihren Familien herrscht infolge der traurigen Entlohnung das ist, beschaffen zu können. Für Schuhwerk und Kleidung bleibt, bewas an Lebensmitteln und Haushaltungsgegenständen erforderlich fonders bei zahlreicher Familie, nichts übrig. Die daraus sich ergebende ungenügende Bekleidung muß besonders jetzt in der rauhen Jahreszeit zu gefundheitlichen Schädigungen führen. Die Landwirtschaft führt zur Begründung für die unzu reichenden Löhne die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bzw. die angeb liche Notlage der Befizer und Unternehmer ins Feld. Man beruft sich in diesen Kreisen, die feit Jahrzehnten das Lied von der Not der Landwirtschaft fingen, auf die momentan niedrigen Getreide preise. Die hohen Breise für sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, als da find Bieh( Schweine) und vor allem Milch- und Molkereiprodukte werden übergangen. Benn tatsächlich augenblickliche Schmierigteiten bestehen, flüffige Betriebsmittel nur schwer zu be schaffen find, fo tönnen aber diese Schwierigkeiten nicht glatt auf die Arbeiterschaft abgewälzt werden. Die Bertreter der Arbeiterschaft haben die Berbindlich. feitsertiärung des Schiebsfptuches beantragt. Eine Entscheidung ist noch nicht ergangen, Die Verbindlichfeifsertiärung dieses Schiedsspruches ist notwendig. Die Vorausfegungen für die Berbindlichfeitserklärung find in hohem Maße gegeben. Die Landwirtschaft fordert alle möglichen staatlichen Begünstigungen zur Hebung der landwirtschaftlichen Produktion. Cine Hebung der Produktion wird jedoch unterbunden, wenn die landwirtschaftlichen Arbeitnehmer auf die tieffte Elendsstufe herabgedrängt werden. Bringt auch die fich aus der Berbindlichkeitserklärung ergebende Lohnerhöhung von drei fennigen in der Snike teine gründliche Besserung, so trägt sie doch dazu bei, der Landarbeiterschaft ihr schweres Los zu erleichtern, fie vor der Berzweiflung zu schüßen. Die Landarbeiter erwarten daher die Berbindlichteitserklärung des Schiedsspruches. Schiedsspruch im niederschlesischen Kohlenrevier. niederschlesischen Steinkohlenrevier über die eftfegung der November. Waldenburg, 16. November.( WTB.) Der Lohnkonflikt im föhne ist heute in einem Schlichtungsverfahren unter dem Borsiz des Schlichters Philipp durch einen Schiedsspruch entschieden morden, der mit Wirkung vom 1. November ab eine Lohn. erhöhung von 7 Proz. auf die Effektivlögne des Monats August für alle Arbeitergruppen feftfeßt. Die durch den Schieds spruch festgesetzten Löhne sollen bis Ende Februar 1926 unfündbar Geltung haben. Der Schiedsspruch ist von Arbeitgeberseite als un. tragbar fofort abgelehnt worden. Berantwortlich für Bolitit: Eran Menter: Wirtschaft: Artur Gaternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebz. Ekkorn; Feuilleton: A. S. Döscher; totales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: h. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanftalt Baul Einger u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen. und zweireihige Herrenjackettanzüge in modernen Nadelstreifen.... Blaue Sakkoanzüge Form, je nach Qualitat, 90-75Herrenjackettanzüge Dessins, neueste Form 120, 105. ... 39.55.90.Frack-, Smoking- und Abendanzüge Drapé- oder 90.Ersatz für Maß, elegante aus feinem Moltoncheviot, je nach Qualität..... 125.- 110-105 Walaby- eder Vornehmer Gehpelz Nutriastückenfuiter m. Otterkragen Windjacken Hard Wintersport mit Abseite Manchester- Sportanzüge mit Breeches, in Sklanzüge Form, each Qualität und Art.. 375.27.32. 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Gerau«: jetzt werden wir fast von Tag zu Tag daran erinnert, das; die Technik in erstaunlich kurzer Zeit eine �öhe erreicht hat, die unseren Groß. vätern sicherlich unmöglich erschienen wäre und ir r wiss.n. dah alles bishu Erreichte nicht den letz.-r. Stand der Entwicklung darstellt. Die moderne Nachrichtenübermittlung arbeitet unablässig. Sie er- reicht dabei einen Wirkungsgrad, der immer die höchste Bewunderung und Anerkennung hervorruft. Unübersehbar ist die Zahl der Nach- richten, die täglich über Drahtleitungen und Kabel, oder durch den Aether geiagt werden. Unablässig wird daran gearbektet, das Tempo dieser Iago zu steigern und es hat den Anschein, als ob der Mensch nach Allwissenheit strebe. Für Deutschland, ja sogar für Europa ist das Haupt-Telegraphenamt in der Oranienburger Straße cherz und Hirn dieser Nachrichtenjagd. Tag und Nacht wird hier ge- arbeitet, um den Bedürsnissen der ewig neuigkeitshungrigen Mensch- heit zu genügen. Die Zentral-Tdegraphen-Ttation. Der den weiten Betrieb des fjaupt-Telegrophenamtes durchwandert, erhält einen tiefen Eindruck von der Größe und Wichtig- keit dieses Instituts. Man muß sich daran gewöhnen, nicht nur das Haus und seine groharligen technischen Anlagen zu sehen. Dieses Ge- bäude wächst durch die zahllosen Drähte, die Deutschland über- spannen und seine Städte miteinander und über die politischen Grenzen hinweg mit dem Auslands oerbinden, weit über seine Um- sassungsmauern hinaus. Und doch, wie klein, wie unscheinbar sind die Ansänge dieses Großbetriebes gewesen. Ein mehr als bescheide- ner Hosroum im Hauptpostgebäude in der Königftraße Nr. 60 war seine Wiege. Nur 14 Beamte arbeiteten in dieser.Zenlral-Tele- graphen- Station", die man wohl nur als ein Anhängsel des übrigen recht umfangreichen Postbetriebes betrachtete..Jüns Telegraphen- Unien, die der Potsdamer-, Anhalter-, Stettlner- �und der nieder- schlesisch-märkischen Eisenbahnstrecke folgten, wurden von hier aus bedient. Die Linien waren mit elektrischen Zeigertelegrophen aus- gestattet, trotzdem bereits 1848 die Linie Hamburg-Cuxhaven mit den vollkommeneren Morseapparaten ausgerüstet war. Alle bis dahin gebauten telegraphischen Anlagen, mochte es sich um optische oder um die ersten elektromagnetischen Telegraphen handeln, waren ausschließlich dem Staat vorbehalten. Erst am 31. August 1849 wurde die Benutzung der lelegraphenlinien der Allgemeinheit er- laubt. Dabei schloß aber der hohe Preis eine zu rege Benutzung durch Privatpersonen aus. Ein Telegramm kostete bis zu 16 Worten nicht weniger als 4,50 M., für je weitere 7 Worte wurden 1,26 M. Zuschlag erhoben. Zur Nachtzeit wurde bis Mitternacht di« doppelte und dann sogar die dreifache Gebühr verlangt. Mehr als 166 Worte zu telegraphieren war überhaupt untersagt. Die Telegraphier- aeschwindigkeit der Zeigertelegraphen reichte bald nicht mehr aus. Die Zentral-Telegraphen-Statioy ging daher bereits im ersten Jahre ihres Bestehens zum Morsebetrieb über. 1852 waren alle Linien den Fortschritten der Technik entsprechend umgestaltet. So un- bedeutend der erste Telegraphenbetrieb anmuten mag, so erkannte man doch bereits, daß er berufen war. die nationialen Grenzen zu sprengen. 1856 wurde der Deulsch-Oeslerreichlsche Telegraphen- verein gegründet, dem Preußen, Ocstereich und Sachsen angehörten. Diese zwischenstaatliche Verbindung wurde später durch' Belgien und Frankreich und bald darauf durch Ruhland erweitert. Infolge der geographischen Lage Deutschlands wurde die Zentral-Ielc- graphenflalion jetzt der ZNitlelpunkt de» gesamten europäischen Telcgreaphenwesens.— Die ersten Leitungen waren unterirdisch ver- legt. Allein das brachte bei der mangelhailen technischen Durchbil- dung zahllose Betriebsstörungen mit sich. Die Isolation der Drähte bestand aus vulkanisiertem Guttapercha. Der Schwefel dieser Mast« ging mit dem Kupfer der Leitungen eine höchst unerwünschte Ver- binoung ein. die die Isolierung des Guttaperchas aufhob. Dazu kamen dann noch andere Mängel, die die Telegraphenoerwaltung zwangen, ihr Leijungsneh oberirdisch zu verlegeiü Das brachte zu- nächst eine wesentliche Erhöhung der Betriebssicherheit, dann aber auch die Möglichkeit mit sich, statt der teuren Kupferleitungen Eisendrähte von 3 bis 5 Millimeter Durchmesser zu verwenden, die ein« erhebliche Berbilligung der Anlagekosten mit sich brachten. Aber mit den Fortschritten der Technik kehrte man wiederum zur unter- irdischen Leitung zurück. Als man es gelernt Hatte, die Kabel ein- wandfrei zu isolieren, wurde aus strategischen Gründen wiederum beschlossen, das gesamte Leitungsnetz unterirdisch zu verlegen. Dos geschah in den Jahren 1876 bis 1881 mit einem Kostenaufwand von 36 Millionen Mark. 256 deutsche Städte wurden so miteinander verbunden. Bei dieser Gelegenheit möge erwähnt werden, daß das erste deutsche Unterseekabel bereits im Jahre 1854 zwischen Stralsund und der Insel Dänholm verlegt wurde. Das flmt in üer Zranzoftschen Straße. Fast ein halbes Menschenalter arbeitete die Telegraphenverwal- tung in der Königstraße. Manche technische Verbesserung wurde in dieser Zeit durchgeführt und mit dem Anwachsen von Handel und Verkehr nahm trotz der hohen Tarife di« Zahl der übermittelten Telegramme ständig zu. Vor allem der Börsenverkehr hatte«ine ungeahnte Zunahme erfahren. Die alten Räume in der König- stroß« genügten den gesteigerten Anforderungen längst nicht mehr, als endlich eine großzügige Aenderung beschlossen ward«: Im Jahre 1963 übersiedelte die Telegraphenstalion in das heute so altertümlich anmutende Gebäude in der französischen Straße. Schon damals wurde es als ein schwerer Uebelstand empfunden, daß für das An- und Abliefern der Telegramme zu viel Zeit benötigt wurde. Das machte sich besonders im Telegrammverkehr der Börse unangenehm fühlbar und darum wurde 1865 zum erstenmal eine Rohrpostanlag« bei Siemens und Halske in A'. ftrag gegeben, die von der Expedition in der Zentral-Telegraphen-Station zur Expedition im Börsen- gebäude führen sollte. Das war der Anfang des jetzt so weit ver- zweigten Berliner Rohrpostnetzes, das in naher Zukunft nach modernsten Grundsätzen noch erheblich ausgebaut werden soll. Als 1878 ein neuer großer Apparatesaal eingerichtet wurde, arbeiteten hier neben 36 Typendruckmaschinen von Hughes 164 Morseapparate für den Fernsprechverkehr und 46 Morseapparate für den Stadt- oerkehr. Von jetzt ab trat die Wichtigkeit der telegraphischen Nach- richtenübermittlung immer deutlicher hervor. Der Platzverkehr der Zentral-Telegraphen-Station wuchs von Jahr zu Jahr. Die Ab- teilung II des Reichspostamtes, die mit ihm die Räume in der Französischen Straße teilte, mußte 1876 nach der Leipziger Straße übersiedeln. Bon Zeit zu Zeit machten sich Ilm- und Anbauten notwendig, bis endlich jede Erweiterungsmöglichkeit erschöpft war. Im Jahr« 1916 wurde mit dem Bau des jetzigen Gebäudes in der Oranienburger Straße begonnen. Im neue» Heim. Trotz der Kriegsjahre und der dadurch bedingten Borzögerungen tonnte bereits 1916 ein Teil des Haupt-Telegraphenamtes, wie es sich seit 1876 nannte, in das neue Gebäude übersiedeln. Seit dem 1. November 1918 ist der, gesamte Betrieb hierher verlegt worden. Nicht weniger als 1665 Leitungen sind hier vereinigt. Davon dienen 948 dem Inlandverkehr und 57 dem mit dem Auslande. Direkte Auslandsdrahtverbindungen bestehen mit folgenden Städten: Ant- werpen, Brüssel. Fredericia, Kopenhagen. Danzig, Wien, London, Paris, Straßburg. Rom, Mailand, Amsterdam, Haag, Rotterdam, Ri({a. Oslow, Posen, Thorn, Warschau. Gotenburg. Malmö, Stock- Holm, Helsingfors, Basel, Zürich, Budapest, Brünn, Prag, Bukarest. Konstantinopel. Odessa. Teuris, Tiflis, Teheran. Durch funk- linlen sind über Königswusterhausen als Sendestelle und Zehlen- dcrf als Empfangsstelle folgend« Städte mit dem Haupt-Telegraphen- amt verbunden: Sofia. London, Hopsal, Bukarest, Oradeamore (Peterwardein). Serajewo, Belgrad. Budapest, Moskau, Barcelona. Wien, Rom und Riga. 1922 wurde die Betriebszentrale der Trans- radio-A..G. für drahtlosen Ueberseenerkehr in dem Gebäude des Haupt-Telegraphenamtes untergebracht. Durch ihre Vermittelung wird der Funkverkehr über Nauen mit New Bork, Buenos Aires. Abuß-Zabal sin Aegypten), Mukden und Java aufrechterhalten. Ein Heer von 2066 veamlen. deren Dienst so geregelt ist, daß der Betrieb Tag und Nacht aufrechterhalten weiden kann, sind zur Abwicklung des unerhört gesteigerten Telegrammverkehrs, der heute di« Zahl von 166 666 pro Tag, einschließlich 34 666 Auslandstele- gramme, übersteigt, tätig. Das Haupt- Telegraphenamt ist auch Uebertragungsstation der großen 8652 Kilometer langen Tele- graphenleitung London-Wien, die 1876 tn Betrieb genommen wurde und 1969 bis nach Eurrachee in Indien verlängert wurde. Bei der Organisation des neuen Haupt-Telegraphenamtes ist vor allem Beoacht genommen, menschliche Arbeit, soweit es irgend denkbar ist, durch mechanische zu ersetzen. Rohr-, Band- und Seilpost beför- dern die Telegramme innerhalb des Gebäudes zu ihren Bestim- mungsorten, Telegraohiersysteme aller Typen sind in den Dienst genommen. Und wieder steht das Amt vor neuen großen Aufgaben. 19] "Die Passion. Roman von Clara Vitbig. Und so geschah es. Nach einer Auseinandersetzung mit Stefan, die sich bis zu einem erregten Wortwechsel steigerte, halte sich Olga gefügt. Manchen kleineren Stoß hatte die Liebe zu ihrem Bruder schon bekommen, ein Riß war bisher nie dagewesen, dazu erkannte Olga zu sehr an, was er für sie getan, nun aber war einer da. Noch zeigte er sich freilich nicht an der Oberfläche, die erschien noch glatt. Olga begleitete den Bruder zum Nachtzug und trug ihm solange den Kranz, der groß war und schwer und duftend von kostbaren Lilien und Tuberrosen. Aber als sie dem Zug nachblickte, der den Sohn zu dem toten Bater hinbrachte, nach dem er nicht mehr viel im Lebtn gefragt hatte, und sie, die Tochter, die viel, viel mehr am Vater gehangen, die gerade in letzter Zeit so viel an ihn gedacht hatte, hierbleiben mußte, bäumte es sich in ihr- Schmerz, Empörung, Trotz. Am liebsten hätte sie ihre Eva von den Wilkowskis weggenommen, wäre mit ihr fort weit fort, hätte sich nie mehr sehen lassen in der Alexanderstraße. Aber das ging ja noch alles nicht.-- ffrau Ella trug Schwarz. Auch für Gretchen sollte Olga etwas Schwarzes zurechtschneidern: es ging doch nicht an, daß so ein aroßes Mädchen noch im bunten Kleid herumlief, wenn der Großvater gestorben war. Wenigstens sechs Wochen soll* sie trauern, und das tat Gretchen auch ganz gern, denn ihrer blonden Hübschheit stand das Schwarz aus- gezeichnet. Es gab Olga einen Stich durch Herz, als sie am nächsten Sonntag ihrer Eva das mit besonders mel Rot karierte schottische Kleidchen anzog. Sie hatte das Kind sonst immer so gern in dem Kleid gesehen- aber jetzt, war jetzt Eva nicht viel eher berechtigt, m Schwarz zu gehen, als das Mädchen, das den Großvater, den es betrauern sollte, mcht bekannt, gar nicht verwandt war?!„. „Dein lieber Großvater ist gestorben, sagte sie weinend zur kleinen Eva. � Die machte ihr ernsthaftestes Gesicht— gestorben, was war das: gestorben? Sie war noch zu rlkm, als daß wun ihr das hätte erklären können, aber der stete Ernst, der über ihr lag. paßte zu den Tränen der Mutter. Es war, als ob sie diese Tränen verstünde— alle Trauer verstünde.— ..'n komisches Kind,' sagte Frau Ella immer.„Sei doch nicht so tranig, immer'n bißchen vergnügt!«ie wollte die Kleine aufmuntern. Aber Eva hatte die Tante nicht gern; sie war wie ein scheues Tierchen. Nur bei Albert und Irma taute sie auf, da wußte sie etwas zu sagen. „Sie ist mächtig helle/ sagte anerkennend der Wil- kowskische Stammhalter. Er war ein gutmütiger Junge, sah seinem Bater ähnlich und hatte auch im Wesen manches von dem. Olga hatte Gretchen gebeten, Sonnabends ihrer Eva die Haare immer in Lockenwickel zu drehen, dann waren sie zum Sonntag so wunderschön, dafür tat sie dem Mädchen ja auch manchen Gefallen. Aber es war der Halbwüchsigen unbe- quem, sie riß unlustig an den Haaren der Kleinen herum, und wenn die sich auch gar nicht muckte, nur unwillkürlich zusammenzuckte, schrie sie doch gleich:„Halt stille!" Das zahlte ihr aber Albert heim. Er boxte die ältere Schwester, sowie sie nicht freundlich mit Eva verfuhr, sprang ihr behend auf den Rücken, bearbeitete sie so mit den Fäusten, daß sie laut schrie und die Mutter ihr zu Hilfe eilen mußte. Es endete dann mit einer Tracht Prügel für Albert und einer Unstimmigkeit zwischen den Eheleuten. Der Junge hatte beim Bater geklagt. „Nichts wie Aerger hat man von der Jähre," sagte Frau Ella. Mit der„Jähre" meinte sie das Kind, das nicht zu ihnen gehörte. Und die kleine Eva hörte es und verstand es. 7. Fräulein Helbling, die langjährige Direktrice im Mode- basar, war abgegangen, sie hatte noch einen Mann bekommen. Olga war Direktrice geworden. Die ganze Nähstube staunte: und so was ohne Protektion, weder von einem der Inhaber, noch vom Rayonchef! Das war etwas ganz Erstaunliches. Noch nicht sechs Jahre arbeitete die Wilkowski hier, und schon war sie ihnen übergesetzt! Aber sie neideten es ihr nicht; das Gefühl der Kollegialität, das sie verband, war stark genug, um jeden Neid zu unterdrücken. Die Wilkowski war ja auch wirklich sehr fleißig und besonders geschickt, und dann lag auf ihr etwas Unerklärliches, das die einen mit Teilnahme, die anderen mit Neugier erfüllte. Sie sprach nicht viel, sie lachte nicht viel— warum nicht? Und warum hatte sie keinen Liebhaber? Sie sah ja noch recht nett aus und immer schick. Daß Fräulein Wilkowski ein uneheliches Kind hatte, das war doch weiter kein Unglück, und als Scstande betrachtete es hier niemand. Olga hatte niemals von ihrer Eva gesprochen; es blieb auch unaufgeklärt, woher sie alle von dem Kinde wußten. Die kleine Eva war ein Etwas in der Arbeitsstube, um das man sich kümmerte, ohne es zu kennen. Wie alt war denn die Kleine? Eine wagte die Frage in einer Stunde, in der die Direktrice lange stumm dagesessen hatte mit einer Trauer auf dem Gesicht, die auffallen mußte. Olga wechseltet die Farbe, ihr blasses Gesicht wurde' glühend rot, und dann schoß es ihr in die Augen, sie biß sich auf die Lippen, um nicht laut herauszuweinen: ach, sie hatte ja solche Sorge um ihre Eva!> „Nanu!" Allgemeine Teilnahme. War die krank? Was fehlte ihr denn? Und in dem erlösenden Gefühl, endlich ein- mal von dem sprechen zu können, was ihre Seele ganz, aber auch ganz erfüllte, sprach Olga von ihrer Eva. Was Frau Ella Wilkowski längst gesehen hatte, was die verstorbene Lehmann auch gesehen hatte, das hatte die Mutter nun endlich auch eingesehen: ihre Eva schielte. Das rechte der langbewimperten Augen von lichtem Braun stand ein wenig starr, es sah gerade aus, während das linke Auge sich wie bei anderen Kindern leuchtend und unbehindert nach allen Seiten drehte.„Darum hält sie den Kopf ja auch immer so schief," erklärte Frau Ella.„Mir is's manchmal so, als sieht sie gar nischt drauf." Ihre kleine Eva auf dem einen Auge nichts sehen?! Ein Schreck, der sie lähmte, stürzte auf Olga, sie stand und starrte die Schwägerin an in Minuten- langem Schweigen. Aber dann fuhr sie auf, sie hätte die Frau, die das so teilnahmslos, so ganz ruhig sagte, bei der Gurgel packen mögen. Das würde man doch erst einmal sehen, wie das mit Evas Auge war. Das konnte doch operiert wer- den. Sie würde alles, alles dafür tun! Sie hatte das Kind zu sich gerufen, das am Tisch saß und große Buchstaben, zum erstenmal mit Tinte, in ein altes SchreibhefNvon Albert malle. Eva war Weihnachten sechs Jahre geworden, zu Ostern kam sie erst in die Schule, aber schon schrieb sie auf der Tafel ganz fchön. Der Better war ihr Lehrmeister gewesen, er war sehr stolz auf das, was er ihr beigebracht hatte; das heißt, das „Beibringen" war es weniger gewesen, sie Halle sich's abgeguckt.„Mächtig helle is sie," versicherte wieder der Junge. „Komm mal her, Euchen!" Die Mutter kniete vor ihr nieder und sah ihr von unten herauf in die Augen. Mit fiebernder Angst tat sie es, ihr Atem flog. Ihre zitternde Hand deckte sie dem Kind über das linke Auge, nun war nur noch das rechte, das von der Schwägerin so verdächtigte, frei. „Siehst du was, Evchen?" Das Kind nickte. Gott sei Dank! Mit einem Seufzer der Erlösung von Todesangst gab Olga das linke Auge wieder frei:„Siehst du nun mehr?"/ Das Kind schüttelte verneinend. Also dann war ja alles gar nicht schlimm, dann war es mit dem Sehen wenigstens in Ord- nung. Und das bißchen Schielen->?! Schielen ließ sich ja leicht operieren, das war weiter keine gefährliche Sache. lFortsetzung folgt.) bei dieser, nach dem Gebot der Zweckmäßigteit handeln und wird eine wirklich annehmbare Unterſtügung auch von der KPD. niemals ausschlagen. Ob allerdings die Kommunisten zu einer dauernden ernsthaften 3usammenarbeit reif find, das muß man vorläufig noch bezweifeln. Aber auch das wird fich zeigen, jedenfalls hängt das von der tommunistischen Fraktion und nicht von der Sozialdemokratie ab. Die Bielheit der verwandten Apparate hat sich als ein Mißstand er.| flüssig. Die Frattion wird bei allen ihren Entscheidungen, so auch wiesen, dem durch Schaffung eines Einheitsgerätes begegnet werden soll. Das fast ein Menschenalter lang betriebene Telegraphenneh zeigt erhebliche Alterserscheinungen, die seinen Erfah nötig machen. In lezter Zeit ist die Leistungsfähigkeit des Amtes durch die Wechselstromtelegraphie und Telephonie wesentlich gesteigert worden. Es handelt sich hierbe: um drahtlose Telegraphie auf Draht. Die Drahtleitungen werden dabei mit Wechselströmen, ungedämpften, elektromagnetischen Schwingungen, überlagert, die denen gleichen, die die Rundfunksender ausstrahlen. Dadurch, daß man diesen Schwingungen verschiedene Wellenlängen gibt, ist man in der Lage, über eine Leitung gleichzeitig mehrere Gespräche auch im Gegen sprechverkehr durchzuführen. So hat die moderne drahtlose Telegraphie wiederum befruchtend auf die Drahttelegraphie zurückgewirft. Der Hauptvorteil dieser drahtlosen Telegraphie auf Draht liegt vor allem darin, daß das Nachrichtengeheimnis unter allen Umständen gewahrt ist. * Ein Arbeiter- Funkprogramm. Durch den Leipziger Sender. Die Arbeiter Funtbewegung geht bewußt darauf aus, auch Ein fluß auf die Programmgestaltung der Rundfuntfender zu gewinnen. Anläßlich der vom Arbeiter- Radio- Klub Deutschlands in Leipzig veranstalteten Ausstellung der Leipziger Sender dem Arbeiter. fchen ausgestalten fann. Radio- Klub einen Abend überlassen, den er nach eigenen Wün 160 Das Allgemeine Arbeiter Bildungsinstitut in Leipzig, das unter Leitung des Funkfreundes Baltin Hartig Die Kontrolle des Brotgewichtes. Bor einigen Tagen ist die Polizeiberordnung in Kraft getreten, die die Bäder verpflichtet, Gewicht und Preis des zum Ver fauf gestellten ortsüblichen Roggengraubrotes, Weißbrotes und der Schrippen auf einer Tafel am Fenster auszuhängen. Der Gewichtsangabe für das Roggengraubrot ist das Gewicht eines 12 Stunden alten Brotes der betreffenden Größe zugrunde au legen. Für Schrippen sind in dem Anschlag als Bableneinheit 10 oder 12 Stüd mit dem sich daraus ergebenden Gewicht und Preis anzugeben. Der Käufer tann ber langen, daß ihm die Badwaren im 2aben bor. noch au dem Einheitspreis von 50 Bf. verfauft, während in bezug gewogen wird. Das Normalbrot wird in Berlin immer auf das Gewicht, wie die bisherigen Nachprüfungen deutlich erwiesen, in den verschiedenen Bäderläden und in verschiedenen Stadtgegenden sich ziemlich erhebliche Unterschiede bemerkbar machen. Es liegt im eigenen Interesse des Publikums, die Preis aushänge an den Bäderläden mit einander zu vergleichen. Gegen die hohen Ladenmieten. Das Haupt- Telegraphenamt hat zu seinem 75jährigen Jubiläum eine Festschrift herausgegeben, in der leitende Beamte über die Entwicklung des Amtes und der Telegraphie in zahlreichen Aufsägen berichten. Dieses Wert, das bei Ernst Litfaß Erben, Berlin, berlegt wird, ist geradezu eine Fundgrube für jeden, der sich mit der Gefchichte der Telegraphie über das allgemein übliche Maß hinaus Heute, Dienstag, den 17. November, pünktlich 17 Uhr: einberufen, die sich gegen die willkürliche Heraufvertraut machen möchte. Noch kein Urteil im Bothmer- Prozeß. Bertagung auf heute. Justizrat Josephsohn, der Verteidiger der Gräfin, trat in einem faft fünfftündigen Blaidoner den Ausführungen des Ersten Staatsanwaltes Gerlach scharf entgegen. Besonders betonte er, daß in der Berhandlung der Umstand lange nicht genügend gewürdigt worden sei, daß in dem Silberpatet aus dem Heiligen See fich auch das Tafelsilber befunden habe, das aus der Bied fchen Wohnung gestohlen wurde, als die Angeffagte fich nachweislich zusammen mit der Schwägerin Bieds in ihrer eigenen Wohnung befand. Das beweise, daß die Gräfin auch die anderen Diebstähle nicht verübt haben könne. Es paffe auch nicht zu dem Charakter dieser Frau, die zwar häufig vorschnell handele, die aber im Grunde doch stets hilfsbereit und großmütig gewesen sei. Aus der Tatsache, daß fie mit Gefahr ihres eigenen Lebens ein Kind vor dem Tode des Ueberfahrenwerdens gerettet habe, laffe sich erkennen, daß die Gräfin Bothmer eine wahre Tell- Natur sei. Gegen 4 Uhr nach mittags brach der Borsigende Landgerichtsdirektor Westerkamp die Berhandlung ab und vertagte sie auf heute Dienstag, morgens 9% Uhr. Justizrat Josephsohn wird zunächst seine Ausführungen beenden, und nach ihm gelangt dann der zweite Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Brandt, Berlin, zum Wort. Das 11rteil ist voraussichtlich in den späten Abendstunden des heutigen Dienstags zu erwarten. Reichsbahn gegen Rotawerke. Noch teine Klarheit. Die Bernehmung der Angeklagten im Prozeß der Reichsbahn gegen die Rotarwerke wurde gestern am dritten Berhandlungstage beendet. Es entrollt sich im Gerichtssaal wieder dasselbe Bild wie an den Vortagen. Ein Angeklagter beschuldigt den anderen, und es ist für den Anklagevertreter schwer, Klarheit in dieses Hin und Her zu bringen. Der Angeflagte Raiser belastet gleich zu Anfang der BerhandTung den Mitangeflagten Direktor März schwer und stellt die Behauptung auf, daß März von den Luftwagen wie auch von ben Luftstunden" in seiner Eigenschaft als technischer Leiter der Berte gewußt haben muß. Belastend fällt für März noch sein großzügiges Verhalten 23 Eisenbahnbeamten gegenüber ins Gewicht, denen er Schränke, Brennholz und ähnliche Zuwendungen machic, die aber der Bahn versteckt in Rechnung gestellt wurden. Den Bor wurf der Bestechungsabficht weist März zurüd. Einige interessante Mitteilungen macht der Zeuge und Sachverständige Schubert. Nach einwandfreien Ermittlungen sind bis jetzt 334 Luftwagen fest gestellt worden, die das Werk nie gesehen haben und sich zum Teil nach den Ermittlungen der Reichsbahn auf der Fahrt befunden haben oder gar irgendwo in der Broving standen. Die Zahl wird fich wahrscheinlich aber noch erhöhen, da die Ermittlungen noch nicht endgültig abgeschlossen find. Im weiteren Verlauf fommt immer mehr zutage, daß Rau vielleicht das Opfer zu großer Bertrauensseligkeit zu seinen Mitarbeitern, aber auch den Rotawerken gegenüber geworden ist. Direktor März fann feine Aufflärung darüber geben, wie die Luftstunden entstanden sind, nachdem vom Sach. verständigen Schubert noch die Tatsache bekannt wird, daß allein bei den Güterwagen die Bahn um 305 000 fingierte Stunden geschädigt worden ist. Die Bernehmung des Angeflagten Rubut ergibt nichts Wesentliches. Er streitet jede Schulb Die Zeugenvernehmung, die schon gestern stattfinden sollte, wird erst heute vor sich gehen. ab. Ueberflüssige Aufregung. Durch die bürgerliche Presse geht eine Notiz, in der ausgeführt wird, daß die Sozialdemokraten in der neuen Staptver ordnetenversammlung feine Neigung zeigen, eine Dauere he mit den Kommunisten einzugehen. Dann heißt es weiter: Auch eine Listenwahlverbindung mit den Kommunisten wird die SPD- Fraktion für die Wahl der unbefoldeten Stadträte nicht eingehen." In diesem Falle handelt es sich selbstverständlich um eine bloße Kombination, die sich auf gar feine Unterlagen stügen fann. Das Zusammengehen mit den Kommunisten bei der Wahl von Stadträten und bei der Besetzung der Deputationen ist eine Frage der Zwed mäßigteit, und es spricht sehr vieles dafür, dabei das Angebot der Kommunisten fachlich zu prüfen. Daß die Sozialdemokratie eine Besetzung des Präsidiums nur nach Stärke der Fraktionen vornehmen kann, versteht sich von selbst, aber nichts steht an sich einem Zusammengehen bei sonstigen Wahlen mit der KPD, entgegen. Da die Fraktion noch gar feine Gelegen heit gehabt hat, zu dieser Frage Stellung zu nehmen, so ist die hysterische Aufgeregtheit, mit der die Rote Fahne" fich ununterbrochen den Kopf unserer Fraktion zerbricht, höchst über Konfumgenoffenschafts- Generalversammlung Kein in Haverlands- Feftfälen, Berlin, Neue Friedrichstr. 35, Eingang Rochftraße. Außerordentlich wichtige Tagesordnung, u. a. Statutänderung, Aufsichtsratswahl. Vertreter der Fraffion Genossenschaftsaufbau darf fehlen! steht, hat die Ausgestaltung des Programms für diesen Abend über. nommen. Folgendes Programm ist zusammengestellt worden und von der Mitteldeutschen Sendegesellschaft zur Aufführung genehmigt worden: 7 Uhr abends spricht Redakteur Hermann Siebold, Leipzig, über Werden und Wollen der Gewerkschaften"; darauf Genosse Dr. Karl Mennide, Berlin, über Arbeiterschidsale in der Industrie", um etwa 8 Uhr werden unter Leitung des Bundesdirigenten des Arbeiterfängerbundes Gau Leipzig von dem Arbeitermännerchor Tonberg- Stötterig folgende 4 Lieder gesungen: 1. Schubert: Die Nacht. 2. Lendvai: Glodenlied. 3. Trunt: Berg: mannschor. 4. Uthmann: Ich warte Dein. 8,15 Uhr beginnen die fünstlerischen Veranstaltungen. Zunächst wird Ludwig Hardt Heine Gedichte rezitieren. Worauf dann etwa 8,40 Uhr der mufita. lische Teil beginnt, in dem Käte Grundmann Lieder von Beethoven und eine Arie von Mozart singen wird, während das Leo Schwarz- Quartett ein Quartett von Mozart und eins von Beethoven zum Bortrag bringen wird. Als Anfager wird wahrscheinlich der Genosse Hartig fungieren. Dieses Programm wird am Dienstag abend, den 17. Nopember, durchgegeben merden, Alle Genossen werden gebeten, wenn irgend möglich, sich das Programm anzuhören, und entweder dem Sender oder dem Arbeiter. Radio- Klub Mitteilungen über ihr Empfinden beim Abhören des Programms zu machen, um zu beweisen, daß in den Kreisen der Arbeiterschaft Interesse dafür vorhanden ist. Vielleicht gelingt es uns, auf diesem Wege weitere Fortschritte zu machen. Der Bund religiöser Sozialisten. 1 Bon der in Berlin abgehaltenen Hauptversammlung des Bundes religiöser Sozialisten Deutschlands berichteten wir am Montagabend über die Sonnabendfizung. Die Sonntagsfigung begann mit einer religiösen Feierstunde, und es folgten dann die Hauptporträge von Pfarrer Piechowsti. Neutölln über die Stellung des Bundes religiöser Sozialisten zur Kirche, und von Pfarrer Edert Meersburg über die religiös fozia listische Bewegung im 3ufammenhang mit der geistigen Rultur der Gegenwart. Die Versammlung endete mit der einstimmigen Annahme von zwei Ertlärungen. Die eine bedauert, daß auf der in Stockholm abgehaltenen Welttonferenz für praftisches Christentum die deutsche Delegation feine Sozialisten in ihren Reihen gehabt hat, und sagt dazu, die Delegation sei darum mur die Bertretung der Schichten auch innerhalb der Kirche gewesen, die zu den breiten Massen der sozialistischen Bevölkerung gerade hinsichtlich der prat tischen Gestaltung der christlichen Forderungen im schärfften Widerspruch stehen". Die andere Erklärung betrifft den Fall Fuchs Eisenach und lautet:„ Die Arbeitsgemeinschaft ber religiösen Sozialisten Deutschlands erklärt zur Maßregelung Des Genossen D. Emil Fuchs- Eisenach:" Es ist ein trauriges 3eugnis für die religiöse 3erlegung innerhalb unserer Kirche, daß ein Pfarrer mit Maßregelung bedroht und mit einer Rüge bedacht wurde, weil er, wahrlich aus der Gesinnung eines christlichen Mannes, einen Notschrei ausstieß gegen die ungeheuerlichen Bergewaltigungen des Rechtsbewußtseins unferes Boltes in vielen der politischen Prozesse, die zu einer fortschreitenden TV Gefahr unserer Zeit werden. Daß das Bürgertum hier seine politischen Interessen, Borurteile und Ueberzeugungen zum Maßstabe auch des firchlichen Lebens zu machen fucht, beweist, daß es religiöse Maßstäbe nicht mehr anlegt. Der thüringische Landesnichtpolitische Arbeit unter seinen Barteigenoffen leifte. Wir machen firchenrat fordert von Herrn Pfarrer D. Fuchs, daß er eine rein religiöse barauf aufmerksam, daß eine religiöse Arbeit, die der Religion Lebenswirklichkeit und lebenbeherrschende Kraft erringen will, unmöglich ist ohne Mitarbeiten und Mitkämpfen im politischen und wirtschaftlichen Dasein. Wer vom Pfarrer eine rein" religiöse Arbeit fordert im Sinne der Landeskirchenbehörde, fordert damit zugleich die Ohnmacht von Kirche und Religion. Der Landeskirchen rat tabelt die Form der Worte von Prof. D. Fuchs. Dazu hat er nur dann das Recht, men er für die von D. Fuchs zum öffentlichen Ausdruck gebrachte, im Boltsbewußtsein tief empfundene Not stärkere und beffere Worte prägt." harmonischen Orchesters( Dirigent Prof. Prüwer) wird Anton Witet bas Philharmonisches Orchester. Im heutigen Sinfoniekonzert des bilBiolinkonzert von Beethoven zum Vortrag bringen. Außerdem enthält das Programm III. Einfonie A- Moll von Mendelssohn. Preisausschreiben Gegen die hohen Ladenmieten hatten die Charlottenburger Handel und Gewerbetreibenden eine Protestversammlung fegung der Ladenmieten, besonders in den Charlottenburger Straßen erster Ordnung, wie Kant, Joachimsthaler- und Tauenzienstraße und Kurfürstendamm richtete. Der Referent führte aus, daß viele Hauswirte ihre Mietforderungen um mehr als 200 roz. erhöht hätten. So forderte ein Hausbesitzer in der auch vom Landrichter recht. Auf den Proteſt des Mieters antwortete Tauenzienstraße statt 20 000 m. 60 000 m. Jahresmiete und erhielt 21 der Richter: Wir leben im Zeichen des Kapitalismus!" Erhöhungen um 100 Broz. find an der Tagesordnung. Ein Bäder in der Nähe des Bahnhofs 300 wurde von 5500 M. auf 12 000 m., eine auf 45 000 m. gesteigert. Zum Teil sind die heutigen Ladenmieten, Glas- und Porzellanhandlung am Kurfürstendamm von 18 000 m. bie noch gesteigert werden sollen, weit höher als die Friedensmieten. Miete für denselben Laden, für den sie vor dem Kriege 8000 m. So bezahlt heute eine Lebensmittelhandlung nahe 300 30 000 m. zahlte. Diese Zustände find natürlich unhaltbar. Das Ganze iſt aahlte. Diese Zustände sind natürlich unhaltbar. Das Ganze iſt eine Schraube ohne Ende. Die Geschäfte, die heute unter den ungeheure Belastung durch die dauernden Mietsteigerungen ausSchwierigkeiten der Wirtschaftslage leiden, können unmöglich diese halten. Es wurde beschlossen, sich an die Behörden, an die StadtBandel zu schaffen. Notwendig ist ein Gesek gegen den Mietwucher verordneten, an den Landtag und Reichstag zu wenden, um hier diese Mieterhöhung beschränkt sich nicht nur auf die Läden, sondern unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der 3wangswirtschaft, denn heure Steigerung der Ladenmiete muß sich auch unbedingt auf die wird von hieraus auf die Wohnungen übergreifen. Und die ungePreise auswirken. Und wo bleibt dann der Preisabbau? Dekorationsateliers im Rathaus Schöneberg. Besichtigung und Einweihung der dort eingerichteten Deforations Am Sonnabend fand im neuen Schöneberger Rathause bie ateliers statt, die der Höheren Fachschule für Dekorationskunst, die der Schule Reimann angegliedert ist, hier vom Magistrat Schöneberg zur Verfügung gestellt wurden. Die Begrüßungsansprache hielt Bürgermeister Berndt vom Berwaltungsbezirk Schöneberg. Nach ihm sprach ein Vertreter des Landesarbeitsamtes Dr. Joenberg. Er führte aus, daß seit der Kriegszeit die Frage der Berufsum für ihren ursprünglichen Beruf untauglich geworden waren, neue Schulung atut ift: galt es damals, für zahllose Kriegsbeschädigte, die lefigkeit wichtig, für eine Abwanderung aus Arbeitsgebieten zu Ermerbszweige zu finden, so ist es bei der gegenwärtigen Arbeitssorgen, in denen feine Nachfrage nach Arbeitsfräften besteht, und für einen Zuftrom zu folchen, die diese noch aufnehmen fönnen. Bei den Kriegsbeschädigten aber hat man bereits gesehen, daß die Berufsumschulung zwar oft recht gute Erfolge zeigte, ebenjo oft beinahe aber auch zu Mißerfolgen führte. So wurde man bei der Umschulung der Arbeitslosen sehr vorsichtig und beschränkte sich auf eine forgfältige Auswahl, so daß jetzt nur etwa 800 Personen in fähigte Raufleute beabsichtigte man zu Schaufensterdeforateuren 30 Kursen umgeschult worden sind. Stellungslose und dafür beausbilden zu laffen, da nach diesen eine noch immer steigende Nach frage herrscht. Die Kunstschule Reimann erklärte sich zwar bereit, bildung zu übernehmen; doch fehlten dem Institut die notwendigen mit den zur Verfügung stehenden beschränkten Mitteln die AusRäume hierfür. Das Bezirksamt Schöneberg, mit dem man fich deswegen ins Einvernehmen setzte, stellte diefe in seinem neuen Rat hause bereitwillig zur Verfügung. Jezt haben bereits 25 junge Leute in zwei bis vier Monaten den Kursus beendet und fast alle find auch schon in ihrem neuen Beruf untergebracht. lleber ihre Ausbildung sprach der Leiter der Reimann- Schule, Herr Albert Reimann. Die Dekorationsschule muß dafür sorgen, daß dem einen wie dem anderen in der Ausbildung der richtige Blag angewiesen wird. Daß es geschieht, davon legten die Ateliers 3eugnis ab, die nach dem Vortrag besichtigt wurden. Mit ver hältnismäßig wenig toftbarem Material waren hier von den Schülern geschmackvolle, fachliche, ja bisweilen sogar künstlerische Auslagen zustande gebracht worden. Reichsbannerfest in Röpenid. daß das kopenider Reichsbanner am Sonnabend zu seinem Die Fahrten der Reichsbannerleute in die Ferne haben aufgehört. Die Jahreszeit verbietet das. Man bleibt in der Nähe. Kein Wunder, Herbstfest mit Fahnennagelung ein übervolles Haus hatte. Aus mertvielen Berliner Bororten waren Vertretungen der Kameradschaften herbeigeeilt, um durch Stiftung schlichter Fahnenplaketten gelöbnis zu erhärten. Kamerad Bürgermeister Rohl hielt eine würdigerweise noch immer Nagel" genannt ihr FreundschaftsDeutschland tief beunruhigenden Ereignisse einging und scharfe Worte großangelegte Festrede, in der er auf die legten das republikanische der Berurteilung für die Münchener Borgänge fand. Er wandte fich mit ermunternden Worten an die Aelteren, die den Krieg haben mehr in einen Krieg hineingezogen zu werden und forderte sie auf, mitmachen müssen und an die Jungen, die mit Recht wünschen, nicht sich für den Schuß der Republit stets bereit zu halten und die Arbeit des Reichsbanners zu unterstügen. Die Worte des Redners fanden über die Reinigungs- und Polierkraft der Zahnpaste Chlorodont Tägliche Zuschriften unserer Chlorodontfreunde über die außerordentliche Polierkraft unserer Zahnpaste und vielfache praktische Vorschläge über die vielseitige Verwendbarkeit, die auch außerhalb der kosmetischen Seite liegt, geben uns Veranlassung zu diesem Preisausschreiben. So schrieb uns u. a. ein Facharzt: Wissen Sie schon, daß Chlorodont ein ausgezeichnetes Poliermittel für goldplombierte Zähne und Goldplatten ist, die braune Oxydschicht verschwindet nach einmaligem Putzen und, was die Hauptsache ist, man sieht keinerlei Beschädigung der Putzfläche." Gewiß ist uns bekannt, daß Chlorodont bei seiner erstaunlichen Putzkraft den Zähnen einen herrlichen Glanz verleiht und den kostbaren Schmelz nie beschädigen kann, wie es gewöhnliche Schlemmkreide, Bimsstein usw. tun. Um aber auch der Allgemeinheit Gelegenheit zu geben, über die Vorzüge des Chlorodont nachzudenken und sich reklame- psychologisch zu betätigen, wird folgendes ausgeschrieben:„ Es soll Chlorodont auf seine vielseitigen Vorzüge und Verwendungsmöglichkeiten untersucht werden und das Ergebnis in einem zugkräftigen Artikel, der 250 Worte nicht übersteigen darf, geschildert werden." Für die besten Lösungen sind folgende Preise ausgesetzt: 1. Preis M 500.-, 10 Preise à M 100.-, 1000 Preise à M 1.20 in Geschenkpackungen. Bedingungen: Zur Teilnahme am Preisausschreiben ist jeder Leser dieser Ankündigung unter Angabe des Namens der Zeitung berechtigt. Alle Einsendungen gehen in das Eigentum der Leo- Werke A.-G. über und werden nicht zurückgesandt. Jeder Einsender erklärt sich durch seine Teilnahme mit den Entscheidungen der Leo- Werke A.-G. einverstanden. Schlußtag für Einsendungen: 30. November, 1925, die mit dem Kennwort Preisausschreiben" an Leo- Werke A.-G., Dresden- N. 6, zu richten sind. 150 starten Beifall. Prächtige Lieder fang der Männerchor Köpenid, und| die jüdischen Studenten unter die mittelalterlichen Bedingungen des bas Tambourforps der Kameradschaft erbrachte den wohlgelungenen Beweis, daß seine geschulten Leute die anfeuernden flotten Marsch rhythmen zu meistern verstehen. Das Ganze ein volkstümlich angelegtes und wohl gelungenes und verlaufenes Fest. Protest der jüdischen Studenten. Der Antisemitismus an den deutschen Hochschulen ist eine mens liche Schmach und eine Schande für Deutschland zugleich. In dieser Erkenntnis und in verständlicher Abwehrstellung veranstaltete das ,, Rartelltonvent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens" am Sonntag vormittag eine gut besuchte Rundgebung im Herrenhaus. Nach Eröffnung und Begrüßung durch Dr. Ludwig Holländer referierte Herr Dr. Hermann Berlat: Der Haß gegen die Juden an den deutschen Hochschulen ist nicht mehr wie frühet eine Frage der Satisfaction, sondern ein Smbol für die Absicht, fie rechtlich und moralisch zu entmündigen. Der Ausschluß der Juden aus früher freundlich gesinnten Berbänden unter der tindischen Argumentation, daß eben Juden und Reger auf eine Stufe zu stellen seien, ist ein ebenso deutliches Signal, wie die Forderung völkischer Studentenorganisationen, daß Theater, Lichtspiele usw. ecomanono Volksbühne Dir. A. Hellmer 8 Uhr: Der Kaufmann von Venedig Morgen 8 Uhr. Judith Staats- Theater Opernhaus 7 Cavalier, rustiCana Bajazzi Opernhaus am Königsplatz 7% U. Der Waffenschmied Lessing- Th. Heute 7 Uhr Premiere: Der junge Aar von Rostand- Klabund Regie: Viertel Kleines Th. Täel. 8 Uhr Die Alarmglocke Lustsp.v.Hennequin u.Coolas Werbezirk, Ander Albers, E. Burg Theat. d. Westens Residenz- Th Das große Operettenhaus Tägl. 8.Uhr: Lea Seidl und Ed. Lichtenstein als Gast in Der Orlow Casino- Theater Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Neu! Neu! Die Frau 8 Uhr: Circes Heirat Hesterberg. Sabo Engers. Mattoni Mittw( Bußt.) 8 U Engl. Theater The great adventure Thalia- Th. Annemarie 8 Uhr: Lotte Neumann Dora, Baselt im gefährlichen Alter Mittw.( Bußt.) 8 Vorher das Novbr.- Programm Volkstüml. Preise Schauspielhaus Trianon- Th. APOLLO- THEATER 8 Uhr: Journalisten Schiller Theater 8 Uhr 8 8 Uhr: Jugend Hochzeitstage Städtische Oper von Geraldy Die Müllerin von Sanssouci Charlottenburg Großes Schauspielhaus 7 Uhr: Rigoletto ( vogn, Dr. Schipper) Abonnem- Turnus 4 Deutsches Theater 7 Uhr: Zum 25. Male Der 8/4 Für$ 4 Dich Kreidekreis CHAREL- REV von Klabund Kammerspiele 8 Uhr: Man kann nie wissen von Shaw 300 Mitwirkende Parkett M. 6- Rang M.& 2ter Rang M 1.50 Loge M 7.3ter Rang 75 Pf. Sonntag nachm. 3 Uhr anverkürzt zu ermäs. Preisen. Mein Leopold Theater in der Kommandantenst. 82 365. Male: Anneliese von Dessan Mittwoch Bußtag 8: Weibsteutel Die Assmanns Die Komödie Komische NATION Kurfürstendamm 207 8 Uhr Gesellschaft v. John Galsworthy Regie: M. Reinhardt 81 Oper Dir.: James Klein 81 GrößteRevue der Welt Berliner Theater Von Uhr: Gastspiel d. Dtsch. Volkstheaters Wien Antonia Lustspiel in 3 Akt.v.M. Lengyel Sári Fedák, Otto Tressler, H. Lackner Margarete Koeppke Ria Thiele, Emmy Förster, K. Ehmann, Siegfr Breuer, Franz Engel, Dr. Szilágyi Inszenierung Dr. Rudolf Beer " Abis Z Das Gewaltigste an Ausstattungspracht, was je auf einer Bühne gezeigt worden ist 46 Bilder! 300 Mitwirkendel Das Tagesgespräch Berlins Herrnfeld Parkett 6.- M. im Intimen Theat. Bülowstr. 6 Heute 8 U. zom 25 Male: Stall Levy mit Täglich 8, Uhr: Preise 2.- bis 12.- M. ( Logen 15 M.) Vorverkauf ununterbr. geöffnet HALLER Berliner ik- Trio REVUE Neukölln. Theater im Admiralspalast ..ACHTUNG! WELLE 505!" 11. Rang von 2 Mk. Parkett von 4 Mk. Logen von 8 Mark Wederholung der Kinder- Revue Heute und Sonn a end 3% Uhr: Alle Puppen tanzen Kleine Preise: 0.50, 1., 1.50 etc. Mittwoch( Bußtag) 7 u 9 Uhr Der Gr.Zille- Film Die Verrufenen Meister Zille komt perso lich 80 Pl. bis 4 MH. Central Theater Uhr Trieschübel Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Der Welterfolg: NO NO NANETTE Lahnstr. 74/751 Taglich 8 Whet HALLER- REVUE Theater im Admiralspalast Achtung! Welle 505 60 Bilder Rang 2-4 M., Park. 4-8 M., Logen 8 M. HEUTE 3, UHR: Wiederholung der Kinder- Revue , Alle Puppen tanzen' Kleine Preise: 50 Pf., 1, 150 etc. Bußtag 7 und 9 Uhr: Großer Zille- Film mit Vortrag: Die Verrufenen Meister Zille kammt persönlich Preise 0.80 bis 4 M Vorverkauf ununterbrochen WochenSpielplan numerus clausus zu stellen seien. Bei gemeinsamen Beranstaltungen wurden Juden an die legte Stelle gedrängt oder überhaupt nicht eingeladen. Wo das nicht möglich war, hielt man in der Absicht der Beleidigung bewußt Abstand von ihnen. Auch der einzelne wurde oftmals drangfaltert; so ging man in Darmstadt und München zum Beispiel so weit, daß die jüdischen Studenten sich nicht einmal an allgemeinen Sportveranstaltungen beteiligen durften. Die Behörden haben gegen diese Dinge nichts unternommen, teils weil sie sich " neutral" verhalten wollten, teils mohl auch in der Annahme, daß es sich um interne Studentenangelegenheiten und um bedeutungslose Aeußerlichkeiten handelt. Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil behandelte die Gefahr der antisemitischen Beeinflussung bei jener Jugend, die späterhin die wichtigsten Führer im Staate stellen solle. Der Redner ging weiter ein auf die Schädigung des Rechtsgedankens an fich. Ergänzend sprach schließlich noch Dr. Holländer. Ein größerer Dachstuhlbrand wurde gestern nachmittag aus Schöneberg gemeldet. Gegen 2 Uhr bemerkten Hausbewohner des von vielen Parteien bewohnten Haules kolonnenstraße 19 starken Brandgeruch, ebenso machte sich in den oberen Etagen dider WALHALLA Weinbergsweg, am Rosenthaler Platz Heute u. folgende Tage. Gr. Ringkampt- Konkurrenz Internat. Ringer von Weltruf Anfang 8 Uhr Preise 1, 2, 3 M. Circus Busch Täglich 7%, Uhr Der neue gewaltige Erfolg Manege- Wass.- Sensationsstück Der Graf von Monte Christo Romant.Ausstattungsschau i. 12 Bild. u.a.: Während der ersten 7 Bilder ist die Manege unter Wasser. Der Sturz Monte Christos in der Totenhülle des GefängnissesY. 80 Fuß hohen Felsenturm v. St.- If ins Meer VorTitelrolle: Henry PleB Ver: Neue November- Sensationen WINT CARTEN November- Sensationen! auf allen Gebieten der internationalen Varieté- Kunst Sonnt nachm. 31/2 Uhr- halbe Preise Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Neu:, Der Bubikopf' Burleske von Meysel Hachm.balbe Preise, volles Abendprogr. Dönhoff- Brett'l: Das beliebte Berliner Familien- Varieté an jeder 2. An den Tanztagen Tanz. Ballmus d.ges Falkner- Orchesters Litfassäule Neues am Theater o Täglich 810 Uhr: Olly- Polly Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 160 77. Täglich 8 Uhr u. Sonntag nachm 3 Uhr( zu halben I reisen): Klubfreunde musik.Auff t Der alte Borfschullehrer, Lebensbild Zum Schluß:?? Jugendsünde?? sowie der unvergleichliche Soloteil Operette von Kollo Barnowsky- Bühnen Th. a. Hollendorfpl. Erna Nitter Curt Bois Theater in der Königgrätz.Str. 8 Uhr: Täglich 8 Uhr: Der Dualm bemerkbar. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert und traf mit drei Löschzügen nach kurzer Zeit ein. Inzwischen schlugen aus den Bodenlufen schon die hellen Flammen heraus. So fort wurde aus drei Rohren Waffer gegeben und nach ungewöhn lich furzer Zeit fonnte das Feuer ein ausgesprochenes Mittelfeuer auf seinen Herd beschränkt werden. Der Dachstuhl ist fast ausgebrannt und naturgemäß wurden die Wohnungen in den oberen Stodwerten durch Wasserschaden start in Mitleidenschaft gezogen. Ueber die Entstehungsurfache ist noch nichts festgestellt worden. Noch um 8 Uhr abends befand sich an der Brandstelle eine Brandwache. Märchennachmittag in der Goethebühne Klosterstraße 48 Sonnabend, Urbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlins. Zum fetretariat Lindenstraße 8, II. Hof 2 Treppen, Zimmer 1, au baben. den 21. November, nachmittags 4 Uhr, find Karten im FrauenSammelbestellungen der Kindergruppen an Irma Epstein, O. 27, Wallnertheaterstraße 6. Temperatur nahe Null. Weffer für Berlin und Umgegend. Troden, aber zeitweise aufheiternd, Für Deutschland. In Südwestdeutschland aufs flarend, in Mitteldeutschland trübe, in Dftpreußen leichte Niederschläge. Bis auf Ditpreußen die Teperaturen nahe bis Null. ¥ 150th 125 tb 165th Wollen Sie schlank sein? Sie sehen ein und dieselbe Dame mit| Nieren dem normalen normalen Körpergewicht von 125 Pfund und, wie Sie es gerade jetzt sehr häufig beobachten können, mit 150 und 165 Pfund. Dabei ist es Ihnen ganz klar, dass Korpulenz immer die Schönheit einer Dame stört. Körperfülle ist natürlich in der Hauptsache hervorgerufen durch zu reichliches Essen, aber fernerhin auch, und zwar in der Mehrzahl aller Fälle, durch ungenügendes Funktionieren der Stoffumwandlung im Körper sowie schlechtes Arbeiten der Nieren. Die einzige Chance deshalb, die eine Dame hat, schlank zu werden, ist in erster Linie ein gutes Funktionieren des Stoffwechsels und kräftig arbeitende Die tägliche kleine Dosis macht es! In Apotheken und Drogerien M. 2,50 pro Glas, für 3 Monate ausreichend. nehmen Sie deshalb jeden Morgen in warmem Wasser eine Dosis Kruschen. Körpergewicht muss nur langsam reduziert werden( nicht mehr als 4 bis 5 Pfund pro Monat). Beachten Sie daher genau die nachstehende Anweisung: Gleich nach dem Aufstehen frühmorgens auf nüchternen Magen ein Glas warmes Wasser mit ein wenig Krusehen. Eine halbe Stunde darauf einen guten Apfel essen. Ihr Zum Frühstück muss damit fertig sein. Mittagessen zwingen Sie sich, nur die Hälfte derjenigen Speisenmenge zu essen, der Sie Ihre Körperfülle verdanken. Nachmittags nur einen Apfel oder eine Tasse Kaffee, ohne irgend etwas dazu, Zum Abendessen 3 bis 4 Brötchen und eine Tasse Tee. Der Erfolg ist sicher: Sie reduzieren etwa 4 bis 5. Pfund pro Monat und erweisen Ihrer Gesundheit einen grossen Dienst Kruschen Salz Beuthien& Schultz G. m. b. H., Berlin N 39, Pankstrasse 13/14. 8 U. Theater i. d. Th.i.d. Klosterstr. 43 Parketpl.v. 2-12 M Wie es euch gefällt letzte Kuß Lützowst.112 Uhr: Gastspiel Wallner- Theater Täglich 8 Uhr: Fäden SCALA 8 Unr Internat. Varieté Buttag geschlossen Bußtag 8 Uhr: Gespenster Die Tribune Heute bis Do. 8: Zurück zu Methusalem Abend Operette von Rob. Winterberg Falk, Vespermann, Hainisch, Picha, Wasa, Math, Hell. Philharmonie 8 Uhr: Sinfonie Konzert Frauen hinter Gittern Xaver Terofal 50. onnt nachm. Der Ehestreik Max und Moritz Vorzeig auch Stgs. MK. Anzahlung für ein mit d Schlierseer MONATSRATEN nachm. v. 23 Pfe an Bauerntheater beginnend u. kleine abends v. 50 Pig an Mittw.( Bußtag) U Rose- Theater Hänsel u. Gretel Deutsches Prof. Jul. Prawer Künstler- Theater unt. efl Mitwirk. v Tägl. 8 Uhr: Gastspiel Freit 7 z 1.Male des Philharm. Orch Heinrich IV. Komödienhaus Tä 18 Uhr. Dirigent: Kopf oder Schrift Anton Witek Fritz! Massary: Bußtg. geschloss Günstiges 8 Uhr Bummelstudenten Abbruchbrennholz PIANO direkt v. Fabrikant. der Viol- Kz.- Beethov Die Teresina umung fofort DEMUSIN 3. Sinf. Mendelss, Weihnachtsangebot Solange Vorrat reicht, diese 11 Aluminiumtöpfe 10 Mk. franco ( geg. Vorkasse oder Nachnahme) und zwar: 5 Sehmortopfe m. 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Ein Programm mit 23 Nummern wurde flott abgewickelt. Trogdem zog sich das Fest über vier Stunden hin. Die FSC. sollten einmal darüber nachdenken, ob man nicht die Quantität zugunsten der Qualität einschränken könnte. Warum müssen Stafetten mit ganzen zwei Teilnehmern geschwommen werden? Eine mettfämpferische Notwendigkeit liegt bei so schwacher Besetzung doch wirklich nicht vor. Und fünf Wasserballspiele sind auch genug, nein zuviel; das Interesse der Zuschauer erlahmt und der Sport hat den Nachteil davon. Die Vereine sollten sich auch hüten, unfertige, halbtrainierte Leute an den Start zu schicken. Ein Wettkämpfer ist Repräsentant seines Vereins fein Schwimmflub fann ein Interesse an einer unwürdigen. Vertretung haben. Ueber haupt werden die Arbeiterschwimmer an eine Ausgestaltung ihrer Schwimmfeste benten müssen, um zu verhindern, daß sich das Intereffe des Publikums immer mehr auf einige wenige Konkurrenzen fonzentriert und für den Sport als förperbildende Betätigung wenig oder nichts übrig bleibt. Das ist keine Kritik der Kritik wegen, sondern es find wohlgemeinte Ratschläge des Arbeiter Iports halber. Frei Heil! Die auswärtigen Gäste aus Halle, Leipzig und Dessau fonnten nicht viel machen. Nur die männliche Jugendlagen stafette über viermal zwei Bahnlängen gewann Halle, in einigen anderen Konkurrenzen wurde Dessau und einmal Halle und Leipzig 3weiter. Das Männerbrustschwimmen, 4 Bahnlängen, war eine fichere Sache für die Bertreter von FSC. Im Jugendwasser ballspiel fiel Dessau gegen Neptun- Lichtenberg völlig ab( 6: 0); Halle war gegen FSC. entschieden beffer( 5: 6). Das Männer Seiteschwimmen und das Jugendschwimmen brachte vom Start ab scharfe, interessante Kämpfe. Im Figurenliegen zeigten zwanzig Schwimmerinnen im roten Trikot und ebensolchen Rappen schöne Arrangements, die viel Beifall fanden. Schau- und Gruppenspringen und Rettungsvorführungen vervollständigten das Programm. Resultate: bera verlor gegex Berofine hoch mit 1: 7. Stoglik und Boltersborf teenste fich 1: 4. Stern gewann gegen Rolzenburger Sportverein mit 9: 1. Rüftig Borwärts mußte fich von Frisch- Auf mit 1: 4 gefchlagen bekennen. Stand der Fußballspiele bis zum 8. November. Norbista Eisenspalterei Be nau Belten Abler 08 Adler 12. He vetia Briz TB. Bankow. AGB 24 Teut nia Sergermühle mehr ausbreite, und die den Menschen der grauen Wände Schönheit und Kraft für ihren Befreiungskampf bringen sollte. Die Ausftellung selbst ist, zumal wenn man die beschränkten Mittel in Beiracht zieht, höchst lehtreich. Am meisten wirft sie da, wo sie ant Kenntnisse oder schon wachgewordene Wißbegierde des Beschauers Bader 20 anknüpft. Die Erklärungen und Ausfünfte, die für jede Abteilung gegeben werden, verstärken die Eindringlichkeit des Gesehenen. Den Abschluß der Werbewoche bildet die Naturfreunde Abendfeier am Sonnabend, den 21. November, in der Stadt halle, Klosterstraße. Mitwirkende sind: Der Jugendchor( Leinung Heinz Thiessen), Reichstagsabgeordneter Genoffe Schred Bielefeld ( Ansprache), Theo Maret( Rezitation), Werner Albrecht( Flügel), Rob. Effed( Bioline), E. Grüßbach( Cello). Anfang 7½ Uhr, Eintritt 1 M. Anfragen an Franz Maspfuhl, Berlin N 65, Brüsseler Straße 14 II. Zum Kapitel„ Einheitsfront". 3 Spanbau 25 Alemannia Fichte Ges. Minerva Banton 08 Borussia Fichte- Nord. Borwärts Hertha Union. Bittoria Nauen. Arminia. eget 24 Siemensstadt Amateute Wittenau. Einigkeit Han a. Spandau 03 Staatent Briejelang Spiele ge urent wonnen schieden verloren Buntte Bezirk Norben, Abteilung A: 16: 0 12-6 11: 5 10: 4 8: 4 8: 2 6: 8 6: 10 2:10 2:10 2:10 2:12 0:14 Bezirk Norden, Abicilung B: 15: 3 12: 2 11: 3 10: 4 8: 8 8 9 0322214555567 0000000000000 NOOOOOOOOOO S987657868677 75543320000 977787765566 0 101243BB55 7: 7 7: 7 5: 7 0:10 1: 9 0:12 0:12 Bezirk Rozben, Abteilung 6: 8 13: 1 151 15: 3 11 3 9: 7 8: 6 8: 8 7: 11 6: 8 3:11 2:14 1:15 0:16 Kürzlich bemühte sich die Rote Fahne" mit der bei ihr befannten Aufdringlichkeit um die„ Einheitsfront bei den Arbeiter amaritern. Die Bundessusschußsizung der„ Proletari ichen Gesundheitsdienstes" hatte dazu eine ellenlange Ent schliekung vom Stapel gelassen, in der der Arbeiter- Samariter Bund" zu einer Verschmelzung mit dem PGD. aufgefordert wurde. Wie ernst es dieser kommunistischen Organisation, die sich seinerzeit vom Arbeiter- Samariter- Bund trennte, mit der Ver. schmelzung ist, zeigt folgender Vorgang: Die Freien Schwimmer Charlottenburg" veranstalteten am Sonntag ein Hallenschwimmfest, zu dem der Borfizende vom örtlichen Sporttartell eine Samariterwache anforderte. Der Vertreter des PGD. lehnte es ab, gemein sam mit einem Mitgliede des Arbeiter Samariter Bundes die Wache zu übernehmen. Ein Vorschlag des Vorsitzenden, auszulosen, welche von den beiden Samariterorgani- Sabre faft den Galuk in den Abteilungen bilden. fationen anzutreten habe, wurde ebenfolls bom PGD. abgelehnt. Der Vertreter des PGD. erklärte furz und bündig, daß er unter feinen Umständen mit dem Arbeiter Samariter, Wader 24 Birkenwerber Sportverein 22 8 80113BB55748 Bemerkenswert ist, bak alle sier seinen Abteilungsmeister: ,, Teutonia, Arbeiter- Sportverein", verein atom" und Bantow 08" in diesem Turnen und Sport am Bußtag. und zusammen arbeite. Er war offenbar der Ansicht, daß ein auf kommunistische Art behandelter Beinbruch schneller Morikoiak) weist wieder eine farte Belegung aller auf dem Gebiete bes heilt, als nach den Regeln ärztlicher Versorgungskunst, wie es der ASB. macht. Der Schwimmvereinsvorsigende tat nunmehr das einzig Richtige: er beauftragte den Arbeiter- Samariter- Bund mit der Hilfeleistung beim Schwimmfest. Wir enthalten uns zu diesem Vorgang, der den Einheitsfrontrummel der Kommunisten bligartig beleuchtet, jeben Kommentars, empfehlen ihn aber allen unseren Sportgenossen zur geeigneten Beachtung. Meisterschaften des Schwimmvereins„ Borwärts.. Der Verein, der im Sommer bei seinen Schwimmfesten die Arbeiten des Vereins in Massenstarts und in der Pflege der Bolks. tümlichkeit zeigt, gibt im Winter Gelegenheit, beim Austrag der Meisterschaften sich an der Pflege des Kampfsports zu erfreuen. Kürzlich zeigte„ Borwärts" in einem Schwimmfest interessante Kämpfe, die das recht zahlreich erschienene Bublifum dauernd in Spannung hielten. Das Fest hat sicher neue Anhänger dem Schwimmsport gebracht. Resultate: Mannerlagen stafette 4 × 4 Bahnlängen Alaffe A: 1. FGC. 5,44% Min. 2. Leipzig 6,12 min. Mädchenbrustschwimmen 2 Bhnig.: 1. Mathnfiat- FGC. 56 Set. 2. Klein- FEC. 58 Get. Männliche JugendTagen stafette 4x2 Bhnlg. Jahrg. 09-11: 1. Salle 2,45% Min. 2. FGC. 2,50 Min. Tauchftafette 4X1 Bhnlg.: 1. FGC. 2. Mannsch. 1,21% min. 2. FGC. 1. Mannsch. 1,24% Min. Frauenlagen stafette. a) Jugend 3 × 2 Bhnlg.! 1. FGC. 2,33% Min. 2. Deffau 2,35% Min. b) Frauen: 1. FGC. 2,32% Min. 2. Damen- Schwimmverein 1923 2.58 Min. Knabenschwimmen 2 Bhnlg.: 1. Lur BGB. 41% Set. 2. Rutschbau- FGC. 42 Get. Männerbrustschwimmen 4 Bhnlg, RI. A: 1. Neumann- FGC, 1,27% Min. 2. Sernacoß- FSC. 1,28% Min. Jugend- Wasserballspiele: Lichtenberg- Deffau 6: 0. FGC.- Salle 6: 5 Tore. Männerfeitefchwimmen 4 Bhnia. RI. A: 1. Gruhn- SC. 1,23 Min. 2. Deffau 1,24% Min. Totes Rennen mit Halle. Jugendfchwimmen 4 Bhnlg. RI. A Jahrg. 07-08: 1. Spandau 1,22% Min. 2. Lichtenberg 1,23 Min. Kinderbruftftafette 6 × 2 Bhnig.( 3 Rnaben, 3 Mädchen): 1. FGC. 1. Mannsch. 5,43% Resultate: Freiftilſtaffel 10x50 Meter: 1 Gruppe Norden 5,52 min. Min. 2. FGC. 2. Mannsch. 6,31% Min. Jugendbruststafette männl. 4 × 2 2. Gruppe Lichtenberg 5,59 Min. Brustschwimmen we bl. 100 Meter: Bhnig. Jahrg. 07-08: 1. FGC. 2,56% Min. 2. Deffau 3,08% Min. Männer1. Roffius 1,48% Min. 2. Chriftopei 1.30% Min. Schülerschwimmen rüdenfchwimmen 8 Bhnig. AI. A: 1. Busch- FGC. 3.07% Min. 2. Ebert IL50 Meter. a) Mädchen: 1. Grunewald 1,00% Min. 2. Rohlfchmidt 1,04 Min. Epandau 3,17 Min. b) Anaben: 1. Bamidel 49% Get. Jugendrildenschwimmen weibl. 4 Bhnlg.: 1. Schiehe2. Ruhnke 55 Get. Rüdenschwimmen 2.chtenberg 1,46% Min. 2. Ruhn- FGC. 1,49 Min. 100 Meter( Männer): 1. Frant 1,26% Min. 2. Dringaukti 1,27% Min. Seitenschwimmen 100 Meter( männl.): 1. Siltcher 1,22%. Min. 2. Rofauta 6X2 Bhnlg. RI. A: 1. FGC. 4,27% Min. 2. Tegel 4,28% Min. Männer1,27% Min. Wafferballspiele: FEC.- Leipzig 4: 1. FGC.- Deffau 8: 2 Tore Rombinierte Stafette 10x50 Meter( 2 Mädchen, 4 Anaben, 2 weibl. Jugend, 2 männl. Jucend): 1. Erste Mannschaft 9,23 Min. 2. Dritte Mannschaft 9,27% Min. 3. Bierte Mannschaft 9,49% Min.( Alles Gruppe Neukölln.) Freistilschwimmen 100 Meter( meibl.): 1. Anders 1,35% Min. 2. Gerisch 1,57% Min. Brustschwimmen 100 Meter( männl.): 1. Ringel Naturfreunde- Werbewoche. Männerbruftstafette Aus fleinen Anfängen hat sich in zäher, unermüdlicher Arbeit die internationale Banderorganisation der Arbeiterschaft, der Touristenverein Die Naturfreunde"( Siz Wien) zu einer ſtarten, in 14 Ländern perbreiteten Organisation entwickelt. 1895 bei der Gründung eine fleine Schar Anhänger des Volksschullehrers Georg Schmiede jegt 1900 Ortsgruppen mit etwa 190 000 Mitgliedern schon diese wenigen Zahlen geben ein Bild von der Ausdehnung der Organisation. In meit über 200 felbft geschaffenen Unterfunftshütten und Ferienheimen wird den Mitgliedern und der organisierten Arbeiterschaft Gelegen heit geboten, ihre furzen Freistunden im Kreise Gleichgesinnter gegen fleine Gebühren zu verleben. Die Aufgabe des Touristenvereins als Kuiturorganisation der Arbeiterschaft besteht darin, bas notwendige geistige Rüstzeug zur Herbeiführung freierer, befferer Lebensbedingungen zu schaffen. Sammlung von Naturerkenntnis auf gemeinschaftlichen fonntäglichen und Ferienwanderungen, Borträge sozialen, belehrenden und bildenden Inhalts, Schaffung von Wander und Ferienunterkunftsstätten für die Arbeiterschaft, Ermirtung von Breisermäßigung auf der Eisenbahn u. a. sind, furz umriffen, das Tätigkeitsgebiet des Touristenvereins. Der arbeitenden Jugend wird auf allen in Frage tommenden Gebieten besonders Rechnung getragen. Die Eröffnung der Ausstellung des Touristenvereins der Naturfreunde( Wien) im Schulmuseum, Stallschreiberstraße, fand am Sonntag vormittag statt. Walter Beder sprach die Bearüßungs worte, in denen er darauf hinwies, wie wichtig die Kenntnis der Natur für den Befreiungsfampf des Proletariats fei. Die Ausstellung solle einen fleinen Ausschnitt aus den verschiedenen Zweigen der Bewegung geben. Naturfunde, Geolooie, Arbeiterphotographie. Literatur, Naturschutz, das Wissen vom Menschen, sie müßten mit erwandert werden. Eine grüne Insel wollten sie sein, die sich immer W 1,27% Min. 2. Lehmann 1,28% Min. Freiftilschwimmen 100 Meter( männl.): 1. Anhalt 1,15% Min. 2. Sampe 1,17 Min. Stredentauchen 25 Meter ( weibl.): 1. Saferich 25 Meter 23% Get. 2. Born 25 Meter 28% Get. b) 50 Meter( männlich): 1. Papte 50 Meter 40% Set. 2. Walbom 50 Meter 44% Gef. Männl. Jugend Brustschwimmen Gruppe Neukölln. a) 14-16 Jahre 50 Meten: 1. Maßfe 47% Get. 2. Norkus 48 Get. b) 16-18 Jahre 100 Meter: 1. Schindler 142% Min. 2. Braun 1,47% Min. Rüdenschwimmen meibl. 100 meter: 1. Glimm 1,45% Min. 2. Gdönberg 1,46 Min. Freistil fdywimmen 400 meter: 1. Werner 6,17 min. 2. Winter 6,50% Min. Runft fpringen: 1. Bapte 57 Buntte. 2. Bed 42% Puntte. Lagen stafette weibl. Männer Rüdenschwimmen 50 Meter Gruppe Neukölln: 1, Raade 43% Get. 2. Dröl 48% Set. Lagenftafette 4x100 Meter Männer: 1. Gruppe Lichten berg I 5,44 Min. 2. Gruppe Lichtenberg II 5,50% Get. Rnaben Freiftil schwimmen 50 meter: 1. Trippensee 38 Get. 2. Siornfeld 39% Set. Freiftil fchwimmen weibl. 200 meter: 1. Anders 8,46% Min. 2. Baferid 4,11% Min. Bruststaffel 4x100 meter: 1. Gruppe Gilden 6,18% Min. 2. Gruppe Männer Brustschwimmen 100 Meter Gruppe NeuNorden II 6,27% Min. fölln: 1. Raate 1,41% Min. 2. Schulze 1,43 Min. Bruftftaffel 10 × 50 Meter meibl.:( Gruppe Norden 9.08 min., disqualifiziert.) 1. Gruppe Güiben 9,08% Min 2. Gruppe Reukölln 9,17% Min. Bafferballspiel: Norden gegen Reukölln 4: 2 4x50 Meter: 1 Gruppe Norben 3,15% Min. 2. Gruppe Lidy'enberg 3,24% Miin. -Fußballrefultate vom 15. November. Durch den plöglich herniebergegangenen Schnee Mukten bie Spiele bee Jugend und Schülermannschaften am Bormittag ausfallen. Auch ein Teil der Männerfpiele fonnte nicht ausgetragen werden. Jm Norden leiftete fich der Arbeiter Sportverein 24 eine große Ueberraschung, indem er Eifenspalterei mit 10: 1 gefchlagen nach Haus fahidte. Spandau 03 gewann gegen Einigkeit mit 5: 0. Mit demselben Resultat verlor Wader 20 gegen Nordista. Nur Inapp fonnte Spandau 25 mit 4: 3 über Union fiegreich bleiben. Tegel 24 mit 5: 3. Teutonia mußte fich mit 8: 4 gegen Selvetia beugen, Adler 12 fchlug Wittenau schlug Staaten ficher mit 4: 2. Im Often tonnte Merkur- Grünau gegen Stralau nicht gefährlich werden. 0:13 war das Resultat. Freifch- rel tonnte gegen Reuthen nur knapp mit 5: 3 gewinnen. Berein für Bewegungsfpiele und Treptower Ballspielflub trennten fich 5: 4. Johannisthaler Ball fpielflub fchlug Concordia überlegen mit 8: 0. Cinen aussichtslofen Rampf führte Strausberg gegen Berliner Sportverein 22. Mit 1:10 blieb BSB. riten ,, Bittoria" gegen Sertha- Ludenwalde. 2: 5 lautete bas Resultat. Schöne Sieger. Eine Ueberraschung bebeutet im Südwesten die Niederlage des Favs enn man infolge Seberarbeitung, Krankheit, Nervosität 2c. das Bedürfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomalz. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und angenehmeres Mittel; feines erfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Hebung des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu verjüngt. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes angeblich„ Ebensoqutes". Achte genau auf das Etikett. Dixin Das morgen nachmittag ftattfindende große Werbefeft der Freien Turnerschaft Groß- Berlin in der Städtischen Rentralturnhalle Brinzen str. 70( Nähe Turnfports üblichen Leibesübungen euf. Sechs Riegen werden uns das Altersriegenturnen zeigen, barunter find alte Serren" weit über die 40er bis 70er Jahre. Drei Frauenriegen werden gleich ben Männern zeigen, wie burch planmäßige Uebungen auch die Mütter fich beweglich und gesund erhalten fönnen. 14 Männer-, 12 Turnerinnen und 3 Jugendriegen zeigen die höhere Technit des Sportbetriebes. Bon mehreren Riegen werben außerdem sport liche Trainingsübungen und die neuzeitlichen Freiübungen gezeigt. Als Sondervorführungen mit Muft werden, von den Männern Stabübungen, Gefellſchaftsübungen und Hammerschwingen gezeigt, non ben Turnerinnen Reulen übungen und Freiübungen. Die Leichtathletik ist vertreten durch Hochsprung der Männer fowie Bendel and Rundstafetten der Männer, Turnerinnen und Jugendlichen. Den Abschluß bildet ein Mannschafts- Bferdspringen. Nach dem Turnen findet ein Festabend im Deutschen Sof, Ludauer Straße, ftatt. Die Berliner Arbeiterfchaft wird gebeten, durch zahlreichen Besuch diese Propaganda für den Arbeiterfport au unterflügen. Das Turnen findet von 2 bis Uhr nachmittags ftatt. Deffnung der Turnballe um 1% Uhr. Bropaganbanmalige für den Arbeitersportfilm ,, Die neue Groğmacht vetanstalten: Sportkartell Charlottenburg, Donnerstag abend 6 Uhr Treffpunkt Barade Am Lügom Ede Rosinenstraße: Sportbartell Friedrichshain, Donners tag abend 7 Uhr Treffpunkt wordenbedplak: Solidarität 7 Uhr Webermiele: Dienstag, ben 17., Don 8-10 Uhr Werbematerial abholen Boghagener Str. 114. Arbeitersportfartell Tiergarten, Donnerstag 17 Uhr Treffpunkt Kriegerdenkmal im Rleinen Tiergarten. Sportkartell Schöneberg- Friedenau, Donnerstag 17 Uhr Treffpunkt am Markt Ebersstraße. Sandzettelausgabe und Berteilung Dienstag, den 17. Rovember, 7 Uhr, bet Lehmann, Frin- ReuterEde Marstraße. Seber Berein ftellt 2 Mann, freie Sportvereinigung Schöne berg" 6 Mann. Sportfartell Wedding, Donnerstag, ben 19. November, 27 Uhr, Treffpunkt Brunnenplay. Treffpunkt Gemeindesportplak Reinidendorf- Weft, Scharnweberstraße. Spiel Sportkartell Reintdendorf, Donnerstag 6% Uhr Teute antreten. Filmaufführung 20. bis 27. November im Filmpalast Tegel, Bahnhofstr. 2. Sportklub Rüftig- Borwärts Renföln 1913. Neue Geschäftsstelle bei B. Jier, Neukölln, Johann- Suk- Str. 5. Bereinslokal Bimmermann, Treptower Str. 10. Arbeiter Turn- und Sportverein Bankow. Bußtag allgemeiner Arbeitstag auf unserem Blak. Treffpunkt 28 Uhr Bereinslolai. Gearbeitet wird bis 3 Uhr. Jedes Mitglied muß erscheinen. Freie Artiklen Bereinigung 1924. Am Bukton begeht die Freie Artiften. Bereinigung 1924" ihr erftes Stiftungsfeft. Anfang nachm. 4, Uhr in den Brachtfälen am Treptower Bart 27( nh.: B. Irmer). Nach der Borstellung Ball und Tombola. Eintritt 1 M. Arbeiter- Turn- und Sportverein Beißenfee. Ein neuzeitliches Turnen zeigt der Berein am Mittwoch, ben 18. November, von 5-8 Uhr, in der Stadthake, Biftoriusfte. 23, mit allen Abteilungen. Es Achtung, Raturfreunde.Werbewache! Werbebeair? Suden- Besten, Dienstag, Ben 17, November, in der Schulaula Cishole Ede Ballasstraße Borttag Gen. Dr. med. Graak über Rörperkultur, ein Weg zur Befreiung des BroIetariats". Anfang 7 Uhr. Werbebezirk Norden. Mittwoch( Bußtag), ben 18. November, in ber Schulaula Bant. Ede Böttcherstraße Lichtbilder vortrag Rum Sochfien bee Jungfrau", Chorgefänge vom Jungen Chor". Einla 7 Uhr. Eintritt 60 Bf. Anfang 7 Uhr. Der Seimabend heute, Dienstag, den 17. November, fält aus. Berbebezirk Südost. Mittwoch( Bußtag), ben 18. November, in der Schulaula des Leibniz- Gnm nafiums, Marianneuplas, Sichtbildervortrag Durch die Bisper Täler zum Matterhorn", Gesang, Mufit. Beginn 7 Uhr. Eintritt 50 f. Abteilung Wedding. Donnerstag, den 19. November, in der Schulaule Zeneler Ste. 18/20. Lichtbildervortrag Thirringen und der Rennftelg", Mufit, Gefang. Einlak 7 Uhr. Eintritt 50 Bf. Anfang 7% Uhr.- Abt. Lichtenberg. Buktas Fahrt nach Bernau. Treffpunkt 8 Uhr früh Bhf. Gefundbrunnen, Am Donnerstag. den 19. November, Bunter Abend im Jugendheim Bartaue 10. Anfang 7½ Uhr. Gäfte willkommen. Abt. Charlottenburg. Dienstag abenb 18 Uhr Aule Ballas Ede Elsholaftraße. Bortrag: Körperkultur. Mittwoch Fahrt BannfeeSaftower Gee- Spandau. Treffpunkt Bhf. Charlottenburg 8 Uhr frilh. Donners tag abend% 46 Uhr Bropagandaumaus ber Arbeitersportler mit Musik für Olympiadefilm Wandererheim Rofinenfte. 14. Freitag Seiterer Abend im Heim Saefelerstr. 16b( Westend). Mufitinftrumente mitbringen. Groklampitag im Ringen. Am Bustan veranstaltet der Sportklub Deutsche Eiche 1900"( Mitgl. b. AAB.) in Boelers eftfälen, Beberstr. 17, einen Groß Bampftag im Ringen. Anfang pünktlich Uhr. ARB. ,, Solibaritat. Am 18. November, Dorm. 10 Uhr, findet im Gemertfchaftshaus, Engelufer, per ber Bezirtsjugendleiferkonferens eine Berfammlung aller Jungrabler Groß- Berlins ftatt. Es referieren: Gen. Rachow vom Jugendamt Prenzlauer Berg über Jugenderziehung. Gen. Senfel vom Jugend amt Webbing über Jugendpflege. Alle Sungradler find bierzu freundlichft eingeladen. Neu: Biomalz- Schokolade, je 100- Gramm- Tafel 60 Pf. und Biomalz- Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Susten und Seiferkeit, vorzüglicher Geschmack, je Beutel 30 Pf., Erhält. lich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Geschäften. Preis einer Dose Biomalz 1.90 m., mit Lecithin 5 M., mit Eisen( zur Stärkung für Blutarme und Bleichsüchtige) 2.20 M., mit Ralf extra( zur Stärkung für Lungenleidende) 2.50 M. Druckschriften auf Wunsch umsonst und postfrei. Gebr. Patermann, Teltow Berlin 10. Henkel's Seifenpulver Ein Seifenpulver wie es sein soll fettreich und von höchster Waschkraft. Die große Ergiebigkeit dieses Seifenpulvers sichert sparsamstes Waschen. Für Maschinenwäsche hervorragend geeignet. Nr. 543 ♦ 42. �ahrgaag 2. Heilage ües Vorwärts Dienstag, 17. November 1425 Patriotismus auf Kuxen. Giefche, Harrimann und der Preußische Staat. Die Bergwerksgesellschaft Georg v. Giesche» Erben in Breslau war bis zur Teilung Oberschlesiens einer der größten deutschen Montankonzerne. Sie oerfügte über die be- deutendsten deutschen Zinkbergwerk« und Zinkhütten und damit über eine der wichtigsten Schlüsselindustrien von Weltruf. Ihre Aus- beute brachte dem schlesischen Adel, dem die Giesche-Kuxe, von denen 9000 Umlaufstücke und 1000 Reservestücke sind, viele Zehnmillionen in jedem Jahre. Nach den eignen Angaben der Verwaltung wurde das Vermögen des Konzerns im Jahre 1910 aufzirkaVOOMil- l i o n e n M a r k geschätzt und das war noch eher zu niedrieg als zu hoch gegriffen. Trotz diesem riesigen Eigentumskomplex hat man in der breiten Oeffentlichkeit von Giesche in früheren Jahren nur wenig gehört. Die Gewerkschaft war einer der exklusivsten Kreise, die. in ein nahezu vorsintflutliches Statut«ingekapselt, peinlichst darauf hielten, daß die feudalen Anteilseigner unter sich blieben und daß ja keine.unerwünschten Elemente" in ihre Reihen Eingang fanden. Es gibt noch heute in dem Giesche-Stawt einige Paragraphen, die den Betrachter zwingen, sich einige Jahrhunderte zurückzuversetzen, vor allem die Bestimmung, daß kein»Ttlchtdeulschrassiger* Besitzer von Giesche-Suxen sein darf. Di« Leitung des Unternehmen» befindet sich in den Händen eines sechsköpfigen Repräsentantenkollegiums, das, wie schon sein Name besagt, mehr nach repräsentativen Gesichtspunk- t e n als nach der sachlichen Eignung seiner Mitglieder zur Führung der Geschäfte zusammengestellt ist. Von Ihm werden mit ausge- sprachen autokratischer Machtbefugnis die Geschicke der Gewerkschaft bestimmt. Die Direktion führt in seinem Schatten ein ziemlich klägliches Scheindasein: sie ist praktisch nicht viel mehr als das Exekutivorgan des Repräsentantenkollegiums. Das alles ging in den Jahrzehnten bis zum Krieg, als der adlige schlesisch« Freier die Vorteile einer Heirat nach den Giesche-Kuxen seiner Braut ab- wog. leidlich gut, denn das große Gewerkschaftsoermögen arbeitete gewissermaßen von selb st. Zudem war die Verwaltung niemals über ihre Montaninteresien hinausgegangen, in das Wagnis fremder und unsicherer Geschäfte. Darin trat aber «in« Aenderung ein als der Krieg kam und nach ihm der Ver- trag von Versailles mit der auch in wirtschaftlicher Hinsicht höchst unglückseligen Zerreißung von Oberschlesten. Der willkürliche Schnitt durch das kompakte südöstlich« Industriegebiet war besonders für Giesche ein sehr schwerer Schlag. DergrößteTeilder Gruben- werte und Feld« fiel an Polen. Die Grenzen wurden mitten durch die sogenannten Blei-Scharley-Felder hindurchgezogen und beließen bei Deutschland nur den kleineren Teil von Zinkvorkom- men, die zudem meist noch unverritzt sind. Alles andere, ins- besondere die Verwertungsanlagen, fiel zu Polen. Man war gezwungen, die abgetretenen Dennögensteile in eine Gesell- schaft polnischen Rechts«inzubringen und sich, so gut es eben ging, unter der neuen Herrschaft einzurichten. Statt nun aber mit aller Energie an einer Konsolidierung zu arbeiten und vor allem die Aufschließung der deutschen Vorkommen zu betreiben, begab sich die Verwaltung in Deutschland auf die Suche nach neuen Geschöfle«. ja man hakte geradezu den Ehrgeiz, einen deutschen Komple- mentärkonzern zu schaffen. Die.Vertikalvertrustung, die Manie fast aller deutschen Konzernkönige, führte in blinder Selbst- Überschätzung, aufgebaut auf den ungehemmten„Jnjlationspump", zu einer Reihe von Kombinationen, die sich mit Eintritt der Stabil!- sierung zwangsläufig als lebensunfähig und als ein uner- träglicher Ballast erwiesen. Eine der vernünftigsten, wenn auch nicht gerade sehr vorteilhaften Erwerbungen war noch die Gewerk- schaft Westfalen in Ahlen, die mit der in Oberschlesien belegenen Heinitz-Grube den deutschen Kohlenbesitz von Giesche darstellt. Viel weniger zweckmäßig waren andere Unternehmungen. So wurden beispielsweise in Schlesien riesigeKun st seiden- und Phos. phatfabriken erstellt. Noch kurzsichtiger und verlustreicher war die Organisation eines großen Oelhandels, das Steckenpferd des neuen Generaldirektors Mewes, der bis zum Aus« bruch der Revolution Flügeladjutant des Kaisers und dann Oel- direkwr bei Hugo Stinnes war. von alledem ist so gut wie nichts übriggeblieben. Die flüssigen Mittel, die der Betrieb des umfang- reichen Konzernkern» zu beanspruchen hatte, waren an nutzlosem Außenwerk vertan worden. Denn aus der zwangsläufigen Liqui- dation der aufgepfropften Betriebe floß von den investierten Kapi- talieu so gut wie nichts zurück. Der Zusammenbruch. So konnte denn die Katastrophe nicht ausbleiben. Aus dem polnisch gewordenen Besitz gingen dank der kurzsichtigen Wirtschafts- und Steuerpolitik der Polen nicht nur keine Erträge ein, sondem die dortigen Werke mußten sogar an die deutsche Mutter- gesellschast um finanzielle Hilfe appellieren. Die Schwierigkeiten wuchsen von Tag zu Tag, und sie gingen über die Giesche-Verwal» tung, die sich ihnen auch nicht im entferntesten gewachsen zeigte und deren größtes Bestreben war, nur um Gotteswillen nicht den Schleier zu lüften, im Verlause von kurzer Zeit glatt hinweg. Zur Ab- deckung der dringendsten Verbindlichkeiten gab zunächst die See- Handlung» das Bankinstitut des preußischen Staates, einen Kredit von IS Millionen Mark: dafür mußten ihr die wertvollsten greisbaren Besitztümer oerpfändet werden. Kurze Zeit später begab sich Generaldirektor Mewes nach Amerika, um bei den In- dustrie- und Finanzmagnaten der neuen.goldflüssigen" Welt Hilfe zu suchen. Obwohl H a r r i m a n n, der Führer der Anaconda- Copper-Co., für den umfangreichen Zinkkomplex von Giesche sofort lebhaftes Interesie zeigte— winkte ihm doch durch eine Einfluß- nähme auf die deutschen Zinkoorkommen eine weitere Konsolidie- rung seiner Monopolstellung(die Anaeonda kontrolliert zirka 17 Proz. der Weltproduktion!)—, kam ein Abschluß trotz monate- langer Verhandlungen zunächst nicht zustande. Die Amerikaner ließen sich lediglich dazu bereit finden, nach Beibringung von Sicher- heiten kleinere Leihbeträge zur Verfügung zu stellen. Damit war Giesche aber nicht geHolsen. Um alle die Löcher zuzustopfen, die in das auseinandergczerrte, über den notleidenden umfangreichen Fel- der- und Bergwerksbesitz gespannte, reichlich fadenscheinig gewor- denen Konzern.fähnchen" eingerisien waren und immer von neuem einrissen, wurde eine Pumpwirtschaft von einem Tag zum anderen betrieben, aus der man sich am Ende nicht mehr herausfinden koijnte. Harrimann, der sicherlich schon von vorn- herein bestimmte Pläne verfolgte und sein« Dertragsgegner richtig «wgefchStzt hatte, ließ de» Dingen zunächst ihre» Long. Als vor einigen Wochen seine Zeit gekommen schien, zog er ganz einfach die Schlinge zusammen und kündigte den Konkurs an. Wie überall, wenn das Wasser am höchsten steht, suchte die Direktion ihre letzte Rettung bei der öffentlichen Hand. Der preußische Staat, der ein gewichtiges Interesse an der Erhaltung der Giesche- schen Zinkvorkommen bei Deutschland hat, mußte zum zweiten Male in die Bresche springen. Während zunächst nur die Seehandlung mit der Hergabe von Krediten Hilfestellung geleistet hatte, trat jetzt die Preußag(Preußische Bergwerks- und Hütten-A.-G.) in Aktion. Leider war versäumt worden, diese Stelle, in der die berg- baulichen Fachleute Preußens sitzen, schon vor vornherein zu den Verhandlungen heranzuziehen. Wahrscheinlich hätte die ganze Sache dann ein wesentlich anderes Gesicht bekommen. Das Gegenspiel Prerchen— Harrimann. Es wurde nun ein Vertragsentwurf mit Giesche durchgearbeitet. nach dem die Preußag junge Aktien herausgeben und sich mit deren Erlös, aus dem man Giesche wieder flott machen wollte, au einer neuzugründenden GIesche.A.-G. beteiligen sollte. Zur Durchführung dieser Pläne und um Zeit für ihr« Beratung zu gewinnen, gab die Preußag einstweilen einen Zwischenkredit von 0 Millionen Mark. Damit war die Gewerkschaft wenigstens einige Zeit vor Zwangsmaßnahmen ihrer Gläubiger geschützt. Nur hatte man bei der Preußag vergessen, sich schon von vornherein bestimmte ver tragliche Bindungen geben zu lassen. Das mußte sich rächen. denn Harrimann bzw. die Anaconda wollten das wertvolle Objekt von Giesche natürlich nicht aus der Hand geben. Als die Ameri- kaner sahen, daß ihnen durch den Vertragsabschluß mit der Preußag der fette Bissen» den sie selbstverständlich so billig wie möglich haben wollten, aus der Hand gehen konnte, reichten fie ein neues Angebot ein, und nun fand hinter luft- und schallsicher abge- schlossenen Türen in Breslau eine Generalversammlung stall, in der nicht für den Plan der Preußag, sondern derjenige Harrimanns Annahme fand. Mit knapper Majorität akzeptierte die Versammlung— wie es heißt, gegen die Mehrheit der Repräsentanten und der Direktion— da» Angebot der Anaconda. Die Oeffentlichkeit, die man über die Zusammen- hänge möglichst Im unklaren gehalten hatte und die der Meinung war, daß der Preußag-Vertrag so gut wie als perfekt anzusehen sei, fand sich plötzlich vor eine völlige neue Situation gestellt und vor allem die Preußag fiel aus allen Himmeln. Der Inhalt de» harrimann-B ertrag». Die größte Ueberraschung stand aber noch bevor, nämlich die Bekanntgabe des Vertrags, der mit Harrimann abge» schlössen wurde. Die Amerikaner sollen nämlich lediglich ihre Finanzierungstechnik zur Verfügung stellen und brauchen, obwohl ihnen die Herrschaft über Giesche ausgeliefert werden soll, nicht einmal eigene Mittel aufzuwenden, abgesehen von einem Vorschuß in Höhe von 10 Millionen Dollar. Dafür er- hallen sie die Mehrheit der polnischen Giesche-Ge- s e l l s ch a s t und außerdem ein LSjähriges Vorrecht auf die gesamte deutsche Produttion Giesche s. Prak- ttfch bedeutet das die bedingungslose Unterwerfung des gesamten deutschen Zintmarktes unter ihren Willen und eine weitere sehr wesentliche Befestigung ihrer moao- polartigen Weltslellung. Dabei müssen die Steuerschulden, die auf dem polnischen Besitz lasten und die auf zirka 15 Millionen Mark zu schätzen sind, von Giesche selbst übernommen werden. Sämtlich« polnische Dermögensgegenstände sollen in eine ameri- konische Gesellschaft eingebracht werden, die mit einem Stimmrechts- kapital(common»bares) in noch unbekannter Höhe ausgestattet wird, von dem 51 Proz. auf die Amerikaner und 49 Proz. auf die deutsche Giesche-Gesellschaft entfallen, und zwar ohne jede effek- tive Gegenleistung der Anaconda. Daneben haben sich 2. 3. 4. 5. Die Kuxenpatrioten. Das Adelskonsorttnm der Giesche. Um sich ein Bild davon zu machen, wie sehr der neue Fall Giesche die Träger deutschnationaler Po- litik kompromittiert, muß man einmal die„illustren" Namen an sich vorübergleiten lassen, die als Anteilseigner der Giesche-Gewerkschaft für deren Geschäftsgebarung ver- antwortlich zeichnen. Die Liste der Gesellschafter der Gewerk- schaft von Giesches Erben setzt sich aus folgenden Persönlich- leiten zusammen: 1. Friedrich Freiherr von Richlhosen auf Ja c o b ed o rf, Rttter- gutsbesitzer. Friedrich Karl Mauve gen. von Schmidt aus G u h r a u, Major a. D. und Rittergutsbesitzer. Freiherr Wilhelm ovo kottwlh, Sorot tau, Landrat a. D. Dr. Eduard von Eithborn, Breslau, Bankier. Friedrich Vernhardi, Commersdorf bei Züllichau, Seh. Bergrat. 0. Günther Graf von Rödern, B r i e g, Landrat a. D. 7. Friedrich von Rickifch-Rofenegk. K u ch e l s b e r g bei Liegnitz. Landesältester. 8. Dr. Kurt von Liere» und Wilkau, Breslau, Landrat a. D. 9. Cäsar von Falkenberg und proschlitz, Breslau. 10. Friedrich Graf von Earmer, R ü tz e n, Kr. Guhrau, Majorats- Herr. 11. Hans Walter von Teichmanu und Logischau, Dombrowka bei Proskau, Landesällefter. 12. Hugo Ganse. Breslau, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat. Präsident der Ansiedlungskommission. Außer dem„Fachmann". Geh. Bergrat Bernhardt, der in Commersdorf kaum einen anderen Beruf als den des Rittergutsbesitzers haben dürfte, und dem Präsidenten a. D. Ganse, der ein bekannter Deutschnationaler ist, sitzen also nur Bertreter des schlesischen Adels im Re- präsentantenkollegium der Gesellschaft, nämlich: 2 Grafen, 2 Freiherren und 7„gewöhnliche" Adlige, die aber meistens als„Landesälteste" Vertrauensleute der Junker ihres Kreises sind. Uebrigens ist auf die Anfragen des Genossen Keil im Reichstag über die umfangreichen Steuerhinterziehungen der Gesellschaft während des Krieges und nachher die vom Staats- sekretär Popitz damals zugesagte Nachprüfung bisher niemals an die Oeffentlichkeit gekommen, obgleich die Gesellschaft das sehr genaue Material von Keil mit keinem Wort in der Oefjentlichteit zu bestreiten wagte. die Amerikaner lediglich verpflichtet, einen ebenfalls noch nicht fest- stehenden Betrag von stimmlosen sogenannten prekerreä»Kares (Vorzugsaktien), die mit einer 7prozentigen Vorzugsdividende aus- gestattet sind, am amerikanischen Markt zu plazieren. Für 10 MU- lionen Dollar dieser Vorzugsaktien soll Giesche sofort den Erlös erhalten. Dieser Betrag, der mtt den obengenannten 10 Millionen identisch ist, reicht nach dem, was bisher bekannt ist, gerade dazu aus, um die bei der Seehandlung, der Preußag und einigen deutschen Banken kontrahierten Schulden abzudecken. Das Be- t r i e b s k a p i t a l, das für die deutsche Giesche-Gesellschaft erfor- derlich ist, will man mit einer dreijährigen Dollaranleihe von 2,5 Millionen Dollar für den Breslauer Konzern beschaffen. Für diesen Betrag muß aber eine Hypothek von 0 Millionen Dollar auf die sämtilchen deutschen Zinklager eingetragen werden: eine unter den heutigen Mrtschaftsverhältnissen höchst bedenklich« Belastung! Außerdem verlangt die Anaconda als Zusatzunterlagen die Verpsän- dung des gesamten Aktienbesitzes von Gleschs. Das Volkswirt- schaftlich Bedenklich st e an dem Vertrag ist jedoch die letzte Bestimmung, daß nämstch die deutsche Giesche-Gesellschaft für 25 Jahre ein Erzlieserungsabkommen mit den Amerikanern abschließen muß, das praktisch aus eine Lohnarbeit von Giesche für die Anaconda hinausläuft. Denn die Giesche» sind verpflichtet, das Zink zum Marktpreis in Deutschland und auf dem Weltmarkt abzusetzen, während sie von den Amerikanern nur die Produktionskosten vergütet bekommen, ja sie müssen selbst diesen Verwertungsgewinn noch mit Harrimann teilen. Damit wird jede Einflußnahme auf den deutschen Zintmarkt so gut wie vollständig ausgeschaltet. Sachverständige rechnen damit, daß bei deni gegenwärtigen Zinkpreis von 40 Pfund Sterling pro Tonne 15 bis 20 Pfund in die Tasche der Amerikaner fließen. Gleichzeitig sei erwähnt, daß der Verdienst der polnischen Betriebe von unter- richteter Seite auf zirka 20 Millionen Mark pro Jahr veranschlagt ist. Der Schlag gegen die volkswirtschasl. Man kann wohl sagen, daß die deutsche Volkswirtschaft ein schwererer Schlag aus dem Fall Giesche nicht hätte treffen können. Besonder» lehrreich ist das Vowm der Giesche-Gewerken, des .echtdeutschen" schlesischen Feudalismus, dem die Interessen der Wirtschast und der Volksgesamtheit offenbar völlig Hekuba sind. Die ganz« Sache hat aber noch ein recht interessantes Nachspiel. Denn neben seinem Dorteil für die Gewerken hat das mittelalterliche Giesche-Stawt auch recht bedenkliche Nachteile für sie. Es scheint sogar so, als ob mit ihm die schlimmsten Folgen für die deutsche Wirtschaft abgewendet werden können. Abgesehen davon, daß die öffentliche Hand, insbesondere die Preußag, aus einem noch nicht in seinen Einzelhetten bekannten Vorvertrag gewisse Trümpfe in der Hand hat, untersteht die G«- werkschaft nach ihrer Satzung noch dem alten preußischen Bergrecht, das eine Aufsichtsbefugni» über die Gewerk- schaft besitzt, ungefähr so wie ein Vormund über seinen Mündel. Mit Rücksicht auf die gefährdeten Interessen der Wirtschaft hat Preu- ßcn von dieser Bestimmung erfreulicherweise bereits Gebrauch g e in a ch t und einen Staatskommissar eingesetzt, der hos- fentlich mit Erfolg die Derschachetimg wichtiger deutscher Wirtschafts- Interessen verhindern kann. Außerdem ist in dem Stawt von Giesche noch ein« Bestimmung«nthalten, daß gewisse Gewerkenbeschlüsse nur mit zwei Drittel Majorität gesaßt werden können: eine Vor- aussetzung, die sich beispielsweise auf hypothekarische Belastungen erstreckt und die bei der Annahme des Harrimann-Vertrags in ein- zelnen, leider nicht allen Punkten, nicht erfüllt ist. Insofern schwebt die ganze Transaktion also noch in der Luft, und e» ist zu hoffen, daß, wenn man auch der amerikanischen Finanzhilf« nicht ganz entraten will, wenigstens nicht der ganze deutsche Zink- markt bedingungslos an das Ausland ausgeliefert zu werden braucht. verkauf der„Industrie, und Haudelszeilung". Bei der Liaui- dation des Stinnes- Konzerns ging bekanntlich die.In- dustrie- und Handelszeitung" ans dem Besitz der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags A.-G. in die Hände der Allgemeinen Druckerei und Verlags-Gefellschaft m. b. H.(Büxenstein usw.) über. Diese hat nunmehr da» Blatt, wie die.Konjunktur-Korrespondenz" erfährt, an eine Organisation verkaust, der das Auswärtige Amt nahesteht. An dem Charakter des Blattes als wirtschaftliche Tageszeiwng soll nicht» geändert werden. Die.Industrie- und HaÄelszeitung" wird sich in Zukunft der Verbreitung des amtlichen Nachrichtemnaterials über Wirtschaftsfragen in bevorzugtem Maße widmen. Fusion in der chemischen Industrie. Den Schritt von der Interessengemeinschaft zur vollständigen Verschmelzung der Werks- und Unternehmungskomplexe in der Form der Fusion hat jetzt auch die Gruppe Rhenania, Vereinigte chemische Fabriken Aachen, Mannheim und Chemische Fabriten Kunheim u. Co. A.-G. Berlin— Grube Ilse vollzogen. Der Grund zur Lollfusion dürste derselbe sein, der allgemein jetzt zur Großunternehmungs- und Trustbildung führt: Ersparnis von Be- triebs- und Derwalwngskvsten zur Steigerung der Konkurrenz- sähigkeit und des Gewinns. Die Fusion beider Konzerne schließt ein Aktien- und Reservekapital von rund 40 Millionen zusammen(Rhenania 20,0 und 2.1 Millionen, Kunbeim 10,0 und 1,0 Millionen), das für über ein Dutzend chemische Werk« und eine große Anzahl Detelligungen verantwortlich ist. Da die beiden Konzerne durch Prvduttionsbasts und Absatz stärker an Bergbau und verarbeitend« Industrie gebunden sind als beispielsweise der Anilintrust, wirkte sich die Bergbau- und Industriekrise auch schärfer bei ihnen aus. Beide Unternehmungen schlössen das Jahr 1924 ohne Dividend«. Die Fusion ist der Schlußstein eines bereits im Frühsommer 1924 getroffenen Abkommens, dem im Frühjahr 1925 ein voller Jntercssengemein- schastsvertrag gefolgt war. Schon im September wurden die Bureau» der beiden Gesellschaften in Berlin zusammen- gelegt. Gemeinsame Geschäftsstellen unter Vereinigung der Firmennamen bestehen in Köln, Hamburg und Frankfurt a. M. Zusammenschluß westdeutscher Elektrizitätswerke. In einer ge- meinichaftlichen Sitzung des gesamten Aufsichtsrats der in de» Der- einigten Elektrizitätswerken Westfalen, G. m. b. H.. zusammengeschlossenen Gesellschaften wurde beschlossen, das Kapital dieses den größten Teil der Provinz Westfalen und einen Teil der Provinz Hannover umfassenden Elektrizitätswerkskonzerns von 200 000 M. auf 40 000 000 M. zu erhöhen. Es ist geplant, die bisher lediglich in einem Pachtverhältnis zur Dachgesellschaft stehenden einzelnen Unternehmungen(Elektrizitätswerk Westfalen A.-G., Bochum, Städtisches Elektrizitätswerk Dortmund, Westfälisches Verbandselektrizttätswerk A.-G., Dortmund) mit der Dach- gesellschast endgültig zu verschmelzen und sie in einer Gesellschaft unter dem bisherigen Namen.Vereinigte Elektrizitäts- werke Westfalen,, G. m. b. H., weiterzuführen. Zur Vorbereitung dieser Verschmezlung ist die Kapitalserhöhung In der angegebenen Form bereits vorgenommen worden und die Untergesellschaften haben auch bereits ihre gesamten Grundstückswerte in das Eigentum der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen, G. m. b. H., übergeführt. Die Beschlüsse zur endgültigen Verschmelzung der Werte sollen, wie wir höre», in Kürz« gefaßt werden. Diskussion auf dem Zentrumsparteitag. Dr. Brauns verteidigt die Zollpolitik. F. Kl. Kaffel, 16. November. In der Diskussion, die der Rede Births folgt, nimmt zunächst der Abg. Prof. Dr. Schreiber aus Münster das Wort. Die Rede Dr. Births war ein Glaubensbetenntnis. Entweder ist eine Politit von hohem sittlichen Geiste getragen oder sie ist nicht mert, erlebt zu werden. Unsere Reparationspolitik ist getragen von tiefem christlichen Geifte, auch der Völkerbund ist ein Ausdruck solcher christlichen Ethit. An dieser Auffassung unserer Partei sind wir alle mit Dr. Wirth einig. Unsere Auffaffung vom Christentum ist das Fundament, auf dem das neue Recht erwachsen wird. Wenn Dr. Birth von der Politik des Sommers spricht, als von einer Aschen brödelpolitik, so verkennt er die Schwere der Lage völlig. Aus Pflichtbewußtsein haben wir die Politit des Sommers getrieben. Wir haben für die Reinhaltung der außenpolitischen Linie gesorgt. Dr. Wirth hat sich an die Republikaner gewandt. Ich möchte weitergehen, so wie unser Führer Mart, und fordere die Boltsgemeinschaft, die Locarno tragen muß. Nur der Gedante der Boltsgemeinschaft wird Erfolg tragen. Der nächste Redner ist der Ministerialdirektor Dr. Spieder, der ohne genannt zu werden, von Fehrenbach lebhaft angegriffen worden mar. Spieder verteidigt die Haltung der Berliner Zentrumspartei gegen die vom Fraktionsvorsitzenden Fehrenbach vorgebrachten Einwände. Unsere tieffte Sorge war es, ob das Zentrum fich wirklich im Dienste des neuen Deutschland betätigte oder ob es seine Hand dazu bot, das alte Deutschland wieder einzuschmuggeln. Wir waren besorgt, welche innenpolitischen Garantien unserer Fraktion geboten wurden, als es zum Kabinett Luther tam. Welche Sicher heiten hatten wir für die innenpolitische Ent. midlung? Nach unserer Anficht ist das Experiment unserer Fraktion mißlungen. Denn weber die deutschnationalen Bolitifer noch ihre Bresse haben ihre Haltung uns gegenüber geändert. Wir Berliner haben niemals mit der Linken wegen derer schönen Augen geliebäugelt. Wir standen aber stets unter dem Drud des Hasses der Rechten, während man uns von links die Hand bot. Uns intereffiert die Frage, ob die Regierung Luther den Weg nach Locarno aufrichtig weiter beschreiten wird. Uns fällt es schwer das zu glauben, um so mehr als die heutigen Pressestimmen der Boltspartei wenig freundlich find. Nach unserer Ansicht mar der Weg, auf dem die Boltspartei nach Locarno gelangte, reichlich frumm und wir wären mit weniger Aufgeld davon gekommen, wenn man den Fortbestand des Rabi... tts Marg gesichert hätte. Nun zur Frage der Republit. Es mar eigenartig, daß sich gestern Mitglieder der Frattion abfällig äußerten, als sie auf der ersten Seite der Sondernummer der ,, Ger mania" das schwarzrotgoldene Banner sahen. Wir sollen uns bemühen, eine republikanische Partei der Praxis, nicht der Theorie zu fein. Wenn wir noch einmal vor die Entscheidung gestellt werden sollten, dann werden wir und sollte dabei die Partei in die Brüche gehen für den Boltsstaat eintreten. Der Redner legt eine Entschließung vor, in der noch einmal flar und deutlich das Betenntnis zur Republit beträftigt wird.( Beifall.) Aus der Partei. Eugen V. Debs, der Borlämpfer der Sozialdemokratie in Nordamerika, ist anläßlich seines 70. Geburtstages in St. Louis auf einem Ehrenbankett unserer dortigen Genossen( am 5. d. M.) ftürmisch gefeiert worden. Leider ist Gen. Job. Harriman, ber 1900 als Bizepräsident auf dem sozialistischen Wahlvorschlag stand, jest im Alter von 64 Jahren zu Sierra Madre bei Los Angelos in Kalifornien einer Lungenkrankheit erlegen. Parteinachrichten Ginfendungen für diese Stubrik flub Berlin B. 68, Sinbenftraße 3. für Groß- Berlin flets en bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten 3.Kreis Bebbing. Seute, Dienstag, den 17. November, abends 7 Uhr, Kreismitgliederversammlung in den Bharusfälen, Müllerstr. 142. Bortrag des Genossen Dr. Kurt Löwenstein über: ,, Der Reichsschulgesetentwurf". Alle Genoffinnen und Genoffen müssen unbedingt vertreten fein. 4. Kreis Prenzlauer Berg, Donnerstag, den 19. November, pünktlich 7 Uhr, Funktionärinnenkonferenz. Agitation, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh. Bei Klug, Danziger Str. 71. 5. Areis Friedrichshain. Donnerstag, den 19. November, 7 Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19, Gikung des engeren Kreisvorstandes. Die Abteilungs Teiter nehmen ebenfalls an diefer Borstandssikung teil. 10. Areis Rehlendorf. Abt. 74, 75, 76: Seute, Dienstag, den 17. November, 8 Uhr, bei midlen, wichtige Beratung. Auswahl der Deputations mitglieder. Die Mitglieder des Kreisvorstandes, der Abteilungsvorstände und alle Randidaten zur Bezirksversammlung müssen erscheinen. 17. Kreis Lichtenberg: Heute, Dienstag, den 17. November, pünktlich 74 Uhr, Beginn des Sturfus über: Das Heidelberger Programm". Dr. Baul Levi. Tagungsort: Weichselstr. 28. " Referent: Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunbe, Stenkölln, Treptow, Kreuzberg. Sente nachmittag 4 Uhr Märchenveranstaltung in der Aula Berliner Str. 10, Nähe Hermannplak. Märchenerzähler: Genosse Walter Eschbach. Eintritt für Kinder 10 Bf. Nach einem Redner aus Düsseldorf, der der Auffaffung ist, daß im Lande einzelne von unseren Parlamentariern feine Berbindung mehr mit den Wählern haben, nimmt der Reichsminister Dr. Brauns das Wort zur Verteidigung der Zentrumspartei. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: 101. Abt. Treptow. Die Bibliothet der Abteilung ist wieder eröffnet. Die Bücherausgabe findet jeden Dienstag von 6 bis 7 Uhr unter fachkundiger Beratung in der Spedition, Grägstr. 50, statt. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. 82. Abt. Steglit: Heute Dienstag, nachmittags von 4 bis 6 Uhr, Spielen im Heim Albrechtstraße. Renkölln. Der Rursus Bittauer wird in dieser Woche von Mittwoch( Bußtag) auf Freitag, den 20. November, von 8 bis 10 Uhr abends verlegt. SPD. Fraktion ber Stabibant und Spartaffe Groß- Berlin. Heute Dienstag, nachmittags 4% Uhr, Sigung im Culmbacher Bräu, Breite Straße. Loesner. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 89. Abt. Reutöln. Unser langjähriger Genoffe Karl Baßlad, Lenauftr. 18, ift verstorben. Einäscherung heute Dienstag, den 17. November, nachmittags 4½ Uhr im Krematorium Baumschulenweg. 290 Rahlreiche Beteiligung erbeten. 128./130. Abt. Bankow. Am Sonnabend, den 14. November, verstarb plöglich unser langjähriger Parteigenoffe, der Restaurateur Meeß. Beerdigung: Donnerstag, den 19. November, nachmittags 3 Uhr, von der Rapelle des 3. Pan tower Friedhofes, Schönholzer Heide, aus. Wir erwarten zahlreiche Betei ligung. Er erklärte, daß es seit der Verabschiedung der überaus schwierigen Gefeße der letzten Monate für jeden verantwortlichen Bolitiker unmöglich gewesen sei, mit wechselnden Mehrheiten zu arbeiten. Aus diesem Grunde sei die Fraktion zur Zusammenarbeit mit der Rechten getommen, die aber teinen Bürgerblod gegen die Arbeiterschaft oder die Sozialdemokratie darstellen sollte. Niemand habe missen können, daß die deutschnationalen Mitglieder des Kabinetts von ihren eigenen Leuten des avouiert würden! Wohl habe Herr Wirth auf die Gefahren, die von rechts drohen, wiederholt hingewiesen, daß sie aber schon so bald atut werden follten, werde auch er taum geahnt haben. of Jugendveranstaltungen. : Jugendheim Danziger Str. 62. Gymnaftiffurfus heute, Dienstag, abend 8 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Heute, Dienstag, den 17. November, abends 7½ Uhr: Webbing- Rord: Schule Müllerftr. 48 ptr. Russischer Dichterabend. NordDidnterabend. Schönhauser Vorftabt 1: Schule Jbfenftr. 17. Bortrag: Seguelle Frage". Senefelter Biertel: Schule Eberswalder Str. 10, 8immer 12. Bortrag Politische Lage". Schöne. berg I: Jugendheim Rubens. Ede Hauptstraße. Bortrag: Jugend und Elternhaus". Lichte: felb: Jugendheim Albrechtstr. 14a. Glaßbrenner und Buschabend. Marienborf: Alte Schule, Dorfitr. 7. Borfraa: Die fetuelle Frage". Ablershof: Treffpunkt 7,25 Uhr Marktplatz zum Besuch der Parteimitgliederversammlung im Gigungsfaal der Feuerwehr, Gelchowitraße. Vortrag des Gen. Gerh. Bothur: Jugend und Battei". Reinickendorf- Dft: Secbad", Residensstr. 46. Aussprache: Herstellung der Zeitungen und Bücher".- Rieder Unglüdsfällen". Spandau: Bei der Gen. Hill, Weißenburger Str. 34. Literaturabend. Safenheide: Sort der Schule Bocchstraße. Heimabend. --Denn dann wäre er sicherlich nicht nach Amerika gefahren. Schönhausen: Schule Blankenburger Str. 69. Bortrag: Erfte Silfe bei Spieder follte doch wissen, daß gerade Marg es war, der im vorigen Jahre nach London eine Umgruppierung der Regierung ver Langte. Böllig unberechtigt ist nach Brauns der Vorwurf, die Abgeordneten hätten die Fühlung mit den Wählern verloren. Böllig abmegig sei es ferner, die Zentrumspolitit des Sommers als Aschenbrödeldienst zu bezeichnen. i ti Innere Gründe hätten das Zentrum getrieben, die Zollpolifit mit der Rechten zu machen. Man müsse sich flar darüber sein, daß das Zentrum außerftande gewesen wäre, mit der Linken eine andere Sollpolitit zu verfolgen. Die Wählerschaft gehe bei ihrer Beurteilung der Dinge von so primitiven Voraussetzungen aus, daß man sich oftmals darüber wundern müsse. Brauns antwortete Birth auf die Frage, ob die Zentrumsfraktion fest auf dem Boden von Locarno stehe, mit einem rüdhaltlosen Ja für die Fraktion wie für die Parteileitung. Wenn es sein sollte, würden wir, so erklärte Brauns, auch vor einer Reichstagswahl nicht zurüdschreden. Ebenso rückhaltlos bekennen wir uns freu und ehrlich zur Verfassung.( Zuruf Dr. Wirths: Das genügt nicht!) Werbebezirk Reukölln: Dienstag, den 17. November, abends 7 Uhr, im Seim Canner Straße, Berbebezirksveranstaltung. Vortrag. Sämtliche Gruppenveranstaltungen fallen aus. nb nobi siarand Bildungsfurfus:] Berbebezirk Tiergarten: Schule Siemensstraße. Berbebeair! Spandau: Jugendheim in der Gartenschule. Berbebezirk Oberfpree: Schule Niederschöneweide, Berliner Str. 3 Morgen, Mittwoch, den 18. November: Rofenthaler Borstadt: Fahrt nach Strausberg. Treffpunkt 7 Uhr Börſe. Selmholkplay: Fahrt. Treffpunkt 28 Uhr Bhf. Brenzlauer Allee. Warschaner Biertel: Fahrt nach Bernau. Treffpunkt 7 Uhr Baltenplag. Steali 1: Fahrt zum Geddiner Gee. Treffpunkt 18 Uhr Bhf. Steglik. Neukölln II: Fahrt. Treffpunkt 28 Uhr Bhf. Neukölln. Lichtenberg- Mitte und Neu- Lichtenberg: Schnikeljagd nach Birkenwerder. Treffpunkt für LichtenBhf. Neu- Lichtenberg. berg- Mitte 47 Uhr Bhf. Stralau, Rummelsburg; für Neu- Lichtenberg 7 Uhr Morgen, Mittwoch, den 18. November, abends 7% Uhr: Frankfurter Biertel: Jugendheim Rigaer Str. 102. Bortrag: Bürge liche Jugendbewegung". Friedrichshain: Jugendheim Diftelmenerftr. 6/7. Glazbrennerabend. Westen: Kinderhort Dennewigstr. 23. Glaßbrennerabend. Ren- Bichtenberg: Bestalozzi- Enzeum, Bring- Albrecht- Str. 44. Bortrag: Ge Werbebezirk Weften: 7 Uhr Jugendheim Charlottenburg, Rosinen ftraße 4, Mädchen- Arbeitsgemeinschaft. Bortrag: Mädchen, Jugendbewegung und Sozialismus". Der Redner ging dann zum Beweise dafür, daß das Zentrum meinfchaft und Jugendbewegung". im Reichstage praktische Arbeit geleistet habe, auf den ganzen Rompleg der sozialen Gefeßgebung in langen Ausführungen ein. Er schloß mit den Worten: Es ist richtig, daß Dr. Wirth gesagt hat, wir dürfen das Zentrum nicht zu einem Friedhof werden laffen. Aber ebenso richtig ist, daß wir durch unsere Arbeit und unser Verhalten dafür sorgen müssen, daß das Zentrum selbst nicht auf den Friedhof tommt.( Beifall.) Damit ist für die Montagssigung die Rednerlifte er schöpft. Die Verhandlungen gehen am Dienstag morgen um 9 Uhr weiter. Es find etwa 15 Redner aus den verschiedenen Landesteilen gemeldet. Morgen, Mittwoch( Bußtag), den 18. November: 38. Abt. Abends 6 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 56a, Licht bildervortrag des Genoffen Otto Roth über ,, Werden und Bergehen". Mit 65 Lichtbildern. Eintritt 30 Bf. Genoffinnen und Genoffen anderer Abteilungen find herzlichst eingeladen. 45. Abt. Gruppe bei Sebestreit, Reichenberger Straße. Besuch des Obdach Losenheims, 1. Abt.: Treffp. nachm. 4 Uhr Görliker Bhf. 2. Abt. am Sonnabend, den 21. November. Treffpunkt: nachmittags 15 Uhr bei Sebestreit. 79. Abt. Schöneberg. 7% Uhr pünktlich Frauenabend bei Groß, Gedanfte. 17. Vortrag des Genoffen Eschbach. Rege Beteiligung wird erwartet. 81. Abt. Friebenau. Sozialistisches Geminar: Abends 8 Uhr bei Alabe, Handjernftr. 60/61. Genoffe Alerander Stein spricht über Geschichte der Revolution". I. Die englische Revolution. * 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Bormittags pünktlich 9% Uhr im Bürgergarten, Inhaber Heinzen, Reinidendorf, Sauptstr. 50/51, Funktionärsizung. Jeder Bezirk muß vertreten fein, da die Aufteilung der alten Bezirke erfolgt. Sunglozialisten. Gruppe 2ichtenberg: Heute Dienstag Beginn ber Ar. beitsgemeinchaft Dr. Levi: Das Heidelberger Barteiprogramm". Abends 7 Uhr in der Bibliothet, Weichselfte. 28. Rege Beteiligung ber Genoffen und der GAJ. erwünscht. Gruppe Süden. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag des Gen. Re. dakteur B. Schwarz über: Die Entscheidung von Locarno." Gäste will. Tommen.- Gruppe mitte. Morgen, Bußtag, Wanderung durch die Ralkberge. Treffpunkt morgens 48 Uhr Alexanderplat. Gruppe Tempelhof Mariendorf. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Tempelhof, Germaniastraße, Beginn der Arbeitsgemeinschaft: Einführung in den Marrismus." Referent: Genoffin Dora Fabian. Auch die Jugendgenoffen der SAJ. find eingeladen. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 17. November. 11. Rreis Schöneberg- Friedenau. Die Gigung der Zeitungstommiffion findet nicht heute, Dienstag, fondern erst am Mittwoch, den 25. November, ftatt. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Donnerstag, den 19. November, 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funk7½ Uhr, bei Rosenthal, Schöneberg. Ebersftr. 66, Bortrag: Jugendkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: gerichtshilfe" Referent: Dr. Seligsohn. Literarische Stunde( Aus den Bergen"). 7.30 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch.( R. Herdmann Pender). 8 Uhr abends: Gouverneur a. D. Dr. Seitz: Das Deutschtum in Südwest- Afrika". 8.30 Uhr abends: Bläserkammermusik. Ausführende: Die Mitglieder der Staatsopernkapelle zu Berlin. Paul Luther, 1. Flöte; Karl Waßmundt, 2. Flöte; Gottfried Schreiber, Oboe; Leonhard Kohl, erste Klarinette; Adolf Mützelburg, 2. Klarinette; Otto Glaẞ, 1. Fagott; Otto Brandt, 2. Fagott: Richard Matzick, 1. Horn; Kurt Rabe, 2. Horn. Leitung: Kammervirtuos Louis Scheiwein. 1. R. Novacek: Sinfonietta für Flöte, Oboe, zwei Klarinetten, zwei Fagotte und zwei Hörner, Allegro molto Scherzo Adagio Allegro molto vivace. 2. Felix Petyrek: Divertimento für acht Blasinstrumente ( Manuskript) zwei Flöten, Oboe, Klarinette, zwei Fagotte und zwei Hörner, Grave maestoso Presto Serenata Allegro. 3. Franz Lachner: Octett op. 156 für Flöte, Oboe, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte, Allegro moderato Adagio Scherzo Finale( Allegro ma non troppo). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst 10.30 Uhr abends: Winke für Funkbastler( Oberingenieur Otto Nairz). Heute, Dienstag, den 17. November: 79. Abt. Schöneberg. 8 Uhr im Lotal Rettlig, Gebanstr. 60, Borftandsfikung. Sierzu müssen fämtliche Bezirtsführer erfcheinen. 92. Abt. Neukölln. Pünktlich 8 Uhr bei Wolff, Raiser- Friedrich- Str. 173, Ede Roseggerstraße, Funktionärsikung. Alle Funktionäre, auch die * Gruppenführer, unbedingt erforderlich. Im Verhinderungsfalle Bertretung entsenden. 125. Abt. Weißensee. 8 Uhr bei Gallas, Lehderstraße, Borstandssigung. Bernou. 8 Uhr im Saal von Bellevue öffentliche Boltsversammlung. Reichs. tagsabgeordneter Genoffe Dr. Moses spricht über ,, Menschenökonomie und Bevölkerungspolitit". hotini nod Bildungskursus: Werbebezirk Brenzlauer Berg II: Borwärts- Spedition Greifenhagener Str. 22, nachmittags 5 Uhr. Achtung, Jugendgenoffen im Werbebezirk Osten: oin Der Bildungsturfus muß am tommenden Donnerstag umständehalber ausકે લ fallen ise baxt Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" Gefäftsftelie: Berlin S. 14. Gebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Kreuzberg. Di., b. 17., 7 Uhr, Ronferenz fämtlicher Kreisfunktionäre bei Reim, Urbanstr. 29. Nächste Kreisvollversammlung Mo., b. 23., im Odd Fellow- Logenhaus. Go., d. 21., Bersammlung der Abt. 11 bei Ewald, Gtaliger Str. 126. Lichtenberg nebst Untergruppen. Do., b. 19., 7 Uhr, Antreten Bödlinstraße. Fr., d. 20., 7% Uhr, Bollversammlung bei Tempel, Gudrunstr. 7. Bankow. Mi., d. 18., vorm. 10 Uhr, Bollversammlg. Türkisches Belt, Breite Str. 14. Nachrichtendienst ladet ein. Theosophische Gesellschaft, Zweig Berlin. Mittwoch, den 18. November, 7 Uhr, in den Gesellschaftsräumen Wilhelmstr. 120, Gtudienabend. Arbeiter- Radio- Klub E. B., Gruppe Schöneberg. Donnerstag, den 19. November, 8 Uhr, Bersammlung aller Mitglieder und werftätigen Radiofreunde bei Botrak, Gedanstr. 53. Vortrag über Sperrfreis und Morseturfus. Gäste willkommen. Sport. Ringerwettstreit im Walhalla- Theater. Am Freitag fonnte Schwarz seinen Siegeszug weiter fortfeßen, er legte Rutschte bereits nach 7 Minuten durch Untergriff von vorn auf die Schultern. Der ungleiche Kampf Lestinowitsch und Kienscherf wurde ebenfalls nach 7 Minuten beendet, Kienscherf mußte durch verkehrten Hüftschwung auf die Matte. Nach 22 Minuten Kampfdauer gelang es dem Altmeister Strenge, den stämmigen Bolen Borgul durch Kopfzug zu besiegen. Coburg- Charlottenburg, der Gotsch Neukölln arg zu schaffen macht, erlag erst nach 20 Minuten dem Neuköllner.. Ein ständig wogendes Treffen lieferten Beirura und der Rumäne Angulescu. Troß der guten Verteidigung des Rumänen, erlag er doch dem Mandschurei- Meister Beinura nach 18 minuten durch Untergriff mit Nackenhebel. Die Sonnabendkämpfe mußten infolge technischer Schwierigkeiten ausfallen. Weiter ausgeschieden sind Kochfeder, Coburg und die Schwergewichte Zilch, Kutschke und Bierholz. Am Sonntag rangen als erstes Baar Romanoff und Kochseder, lekterer fonnte gegen die Technik des Russen nicht viel ausrichten und erlag nach 8 Minuten durch Armzug am Boden. Opiz- Thüringen und der Wiener Winter rangen recht flott, wobei der Thüringer einen unerwarteten Widerstand leiſtete, erst nach 25 Minuten Kampfdauer triumphierte Winter über Opih durch Armzug am Boden. Kinnscherf- Berlin hielt Kawan- Wien nicht lange Stand, nach 12 Minuten mußte er durch Untergriff auf die Schultern. Bartfomiaf legte nach schönem Kampf den temperamentvollen und auch flinken Sachsen Buchheim in 36 Minuten durch Hüftschwung mit Armfallgriff auf die Matte. Als letztes Paar rangen Schwarz und Lassartesse, die bis zum Eintritt der Polizeistunde zu feinem Resultat gelangten. Der Franzose brachte es zuwege, die ungeheure lange Zeit von 49 Minuten dem Meister Schwarz zu stehen, und dann noch ohne Resultat die Matte zu verlassen. Von nun an werden täglich 6 Kämpfe das Programm ausfüllen, das um 8% Uhr beginnt. 요 Ah. Jetzt wieder die gute Bolle Margurine P dienstag 17. November I92S Olnterhalwng unö Vellage öes vorwärts Mm Glück fehlt's. Von Schalem Alejchem. — Sie sprechen von Dieben?— mischt sich einer ins Gespräch, ein geputzter Mensch mit einem Köfferchen in der Hand, das er wie den Augenstern hütet.(Das war nachts im Wartesaal zweiter Klasse. Wir sahen zu dritt und warteten auf den Kurierzug, der einundeine Viertel Stunde Verspätung hatte, und sprachen von Dieben und Dieb- stählen.)— Von Dieben sprechen sie? Diebe— da lasten sie mich ran. Wo noch auf der Welt passieren soviel Diebstähle, wie in unserer Branche? Kleinigkeit: Brillanten? Der Anreiz ist bei Brillanten so groh. daß es selbst unter den Kunden Diebe gibt, und nicht so sehr unter den Kunden als unter den Kundinnen, unter den Damen. Wir sehen auf jede Dame, die wir nicht kennen mit siebenundsiebzig Augen. Und nicht so leicht stiehlt man bei einem Juwelier, ich kann von mir sogen, so lange ich Kaufmann bin und mit Brillanten handle— mich hat noch nie jemand bestohlen. Doch wenn einer Pech haben soll— da werden sie hören, was passieren kann. Ich selbst bin eigentlich genau genommen kein Juwelier, das heißt, ein Juwelier bin ich, bloß ich befaste mich nicht mit derlei Arbeiten. Ich bin nur ein Geschäftsmann, der mit Brillanten handelt. Ich kaufe und verkaufe Brillanten, im allgemeinen en«ras und im besonderen auswärts auf den Märkten, oder sonst, wenn sich wo ein Käufer findet, da nehme ich mein Köfferchen, hier das da, in die Hand, fetze mich auf die Bahn und fahre los. Derweilen passiert eine Geschichte. Ich erfahre, daß in Flunkerburg«in reicher Mann ist, der macht seiner Todster Hochzeit. Da wird er sicher Brillanten brauchen. Eigentlich, wenn man will, gibt's in Flunkenburg auch Juwelier« genug. Vielleicht mehr als nötig. Doch eins hat mit dem anderen nichts zu tun. Es mögen achtzehntausend Juweliere da sein, geben sie mir nur einen Kunden her, da werde ich schon zeigen, wer Geld verdient, ich oder die. Brillanten verkaufen, dos ist«in Hand- wert, das verstanden sein will. Man muß wisten, was man zu zeigen hat und wie man's zu zeigen hat und wem man's zu zeigen hat. Ich brauche vor ihnen nicht groß tun und überhaupt liebe ich keine Prahlerei. Aber wenn sie mal über mich mit Juwelieren reden, die werden ihnen alle sogen, daß mit mir zu konkurrieren nicht leicht ist: wo«in anderer für einen Hunderter vertauft, bringe ich Ware für drei an. Ich kenne die Chose. Kurz, ich fahr« also nach Flunkerburg. Mitgenommen Hab« ich, sie können sich vorstellen,«in hübsches Päckchen Ware, mögen wir das alle im Vermögen haben, was es ausmacht, trotzdem es hier in dieses Köfferchen ging, und ich setzte mich hin und sitze, versteht sich, hart an mein Köfferchen gelehnt, rühre mich nicht vom Flecke, und an Schlafen gar nicht zu denken. Wenn man mit Ware fährt, schläft man nicht. Mit jedem neuen Menschen, der einsteigt, gibt's mir einen Stich ins Herz: vielleicht ist das«in Dieb? Auf der Nase steht's keinem geschrieben... Mit Gottes Hilfe einen Tag und eine Nacht unterwegs gewesen. nichts gegesten, nicht geschlafen, m Flunkerburg bei dem reichen Mann angelangt, die sieben Sachen ausgepackt, geredet, geredet, nur die Schwindsucht an den Hals geredet, und, wie's so geht, einen Dreck verdient, aber kein Geld.„ Die reichen Leute, ich will nichts Schlimmes über sie sagen, aber es kann sie ruhig der Teufel holen. Sie kochen das Master, bis es verdunstet. Sehen an. betasten jeden Artikel von allen Seiten, spiegeln sich darin, verzücken sich, wenn es richtig dazukommt— ja, proste Mahlzeit. Na, was soll man tun? verkauft oder nicht— man muß weiter- eilen. Vielleicht wisten sie, was man verpasten könnte? Man eilt eben. Springe ich doch wohl in ein« Drosch?« und eile zur Bahn. Derweilen höre ich, wie jemand hinter mir herschreit:.Herr Nachbar, Herr Nachbar!" Ich sehe mich um— ein junger Mann läuft mir »ach, hält«in Köfferchen in der Hand, genau so eins wie meins, und sagt zu mir: »Da. das haben sie verloren!..." .Tod und Teufel! da» ist doch mein Köfferchen! Wo? Wann? Wieso?" Wenn's einem beschieden ist. war es mir au» der Hand gerutscht, und dieser junge Mann hatte es aufgehoben und basta„ was fragen sie noch? Ich mach« mich an meinen jungen Mann, ich drücke ihm die Hände und danke ihm:.Tausend Dank, Gott lohn's ihnen!" sage ich..Glück und Gesundheit, tausend Donk." sage ich,.und noch- mals Wusend Dank." Er:„Keine Ursache." Ich drauf:„Kein« Ur- fache." sagen sie?.Sie haben mich doch," sage ich.„am Leben er- halten. Sie haben sich doch." sage ich,.ein solch frommes Verdienst erworben, daß sie dieses Leben mitsamt dem im Jenseits für sie nicht Lohns genug sind. Sagen sie mir." sage ich..wieviel soll ich ihnen geben? Sagen sie's nur, schämen sie sich nicht." Und ich greife nach der Tasche. Versetzt er:.Wenn sie selbst sagen, daß es ein so großes frommes Verdienst ist. nun also, warum soll ich es für Geld ver- kaufen?" Wie ich solche Rede höre, falle ich doch wohl meinem Mann um den Hals und fange an ihn zu küsten:„Gott selbst soll ihnen." sag« ich.„dafür zahlen, was sie an mir getan haben! Kommen sie doch wenigstens mit rein." sage ich,„wir wollen was zu uns nehmen," sage ich,„ein Gläschen Wein zusammen trinken." „Ein Gläschen Wein," sagt er.„bitte sehr, warum nicht?" Und wir setzten uns beide in die Droschke, und: adtös Bahn! Wer denkt an die Bahn? Wir fahren schon ins Case, etwas zu uns zu nehmen. Im Cafe angelangt, nahm ich ein Separc, ließ von allem Guten reichen und setzte mich hin, mit dem jungen Mann ein bißchen zu plaudern. Dieser junge Mann, ganz abgesehn davon, daß er mich, nian kann sagen, am Leben erhalten hat. gefiel mir einsach. ein sympathischer junger Mann mit einem sympathischen Gesicht, mit tiefen, schwarzen, ernsten Augen— ein junger Mann wie Gold. Und, dazu so schüchtern— gefährlich. Ich bat ihn. er möchte sich doch nicht genieren und nach Herzenslust bestellen vom Schönsten und Besten. Und wieviel er bestellte, ließ ich jedesmal doppelt soviel aus- tiagen, und wir habM ordentlich eins getrunken, einen tüchtigen Imbiß zu uns genommen, ganz wie Gott es geboten. Behüte, nicht um sich einen anzusaufen. Ein Jude ist kein Säufer, aber wie ge> schrieben steht:„Und fröhlich ward des Königs Herz vom Wein". Nun sage Ich zu meinem jungen Mann:„Wisten sie wenigstens," sage ich,„was sie an mir getan haben! Davon, daß sie mir so ein Vermögen," sage ich.„gerettet haben, davon rede ich gar nicht. Mögen wir beide," sage ich,„das im Vermögen haben, was ich auf die Ware schuldig bin: s'ist erst Gottes", sage ich.„dann Fremdes. Sie haben mich einfach," sage ich,„bei Ehre und Leben erhalten, denn meine Gläubiger," sage ich,„wenn ich ohne dieses Köfferchen da nach Hause käme, würden sicher denken, daß dos irgend so ein Trick ist, den unsere Brüder Juweliere öfters anwendcn. Sie setzen das bißchen Ware ob und machen dann ein Geschrei, man hotte sie bestohlen. Mir wär." sage ich,„hören sie, bloß übrig geblieben. einen Strick zu kaufen und mich an dem ersten besten Baum aufzu- hängen! Aufs Wohl," sage ich,„Gott mög's ihnen geben, wie sie sich's selbst wünschen," sage ich,„und seien sie gesund," sage ich, „wir wollen uns Lebewohl sagen, denn nun heißt's abfahren," sage ich. Und ich zahle schnell den Kellner und greife nach meinem Köfferchen— was, Köfferchen? Wo junger Mann? Nicht da! Uist, ich bin in Ohnmacht gefallen. In Ohnmacht gefallen— hat man mich wieder zu mir gebracht. Wieder zu mir gekommen— bin ich wiedermal in Ohnmacht gefallen. Und als man mich schon ordentlich ermuntert hatte, da fing ich erst an, Lärm zu schlagen, brachte die ganze Flunkerburger Polizei auf die Beine, setzte eine fette Belohnung aus, lief mit ihnen in alle feinen Quartiere, durchstöberte alle Mauselöcher, machte Bekanntschast mit allen iMernationalen Dieben— mein junger Mann, wie in den Boden hinein! Ich war alle. Ich hotte das Leben sott und ich lege der kleine Sünder. .hak der Angeklagle noch einen Wunsch?" .Ach ja. Herr Gerichtshof, ick mechte jerne da meinen Saas» absitzen, wo die Sollegen von'» Adelskonsorlium sitzen werden, von denen kann ick noch wat lernen." mich in meinem Hotel aufs Bett und überlege: wie macht man dem Leben ein Ende? Sich mit einem Messer die Kehle durchschneiden? Mit einem Strick aushängen? Oder einfach sich in den Dnjepr werfen? Und wie ich so in traurige Gedanken vertieft daliege, höre ich, man klopft. Wer ist da? Man ist gekommen, mich auf die Polizei zu holen: Man hat den Vogel gefangen, mit dem Koffer, mit der ganzen Ware! Brauch' ich ihnen zu erzählen, was in mir vorging, als ich mein Köfferchen mit meinen Brillanten sah? Ich fiel wiedermal in Ohn- macht. Ich neige zu Ohnmächten. Und als ich wieder zu mir ge- kommen war, gehe ich zu meinem jungen Mann hin und spreche zu ihm:„Ich oersteh« das nicht," sage ich,„erklären sie mir, ich werde sonst verrückt: Was soll das bedeuten," sage ich.„daß sie mir erst, als sie mein Köfferchen gefunden hatten, mir nachgerannt sind und es mir wiedergegeben haben und nicht einmal die fromme Tat sich bezahlen lasten wollten: und als ich mich bloß für einen Moment abgewendet hatte, gehen sie hin und stehlen mir mein Hab und Gut, mein Vermögen, meine Seele? Sie haben mich doch," sage ich,„bei- nahe unglücklich gemacht. Es fehlte doch," sage ich,„nicht viel, und ich hätte mir das Leben genommen!"... Sieht er mich an, der junge Mann nämlich, mit seinen tiefen, ernsten, schwarzen Augen, und versetzt ganz gelassen:.Was," sagt er.„hat eins mit dem anderen zu tun? Eine fromme Tat, ist eine fromme Tot. Und stehlen— das ist," sagt er,„mein Beruf..."—„Junger Mann." sage ich zu ihm,„wer," sage ich.„sind sie?"—„Wer," sagt er,„soll ich denn fein? Ich bin," sagt er.„ein kleiner Mann, ein Dieb, und ein Familienvater mit vielen Kindern und ein richtiger Pechvogel. Ich habe," sagt er,„unbeschrien� einen leichten Beruf, aber ich habe kein Glück in meinem Beruf, das heißt, ich kann mich nicht beklagen, Gott sei Dank, stehlen," sagt er.„tut sich's gar nicht mal so übel: bloß der Fehler ist," sagt er,„daß es mir nicht allemal gut ausläuft. Am Glück fehlt's!"... Erst als in der Bahn saß, habe ich mir's bedacht, was ich doch für ein Schofskob bin. Mit einer Kleinigkeit hätte ich damals diesen Dieb loskaufen können, was soll ich da Vergeltung spielen? Mögen's andere besorgen... Haben sie vielleicht Interesse für ein Paar Brillantenohrringe— preiswert? Da könnte ich ihnen etwas zeige». Sie haben solche Brillanten noch nicht gesehen, nicht mal im Traum. Prima d- Prima!...(Aus dem Jüdischen von A. Suhl.) /tas üem Tagebuch eines Dienstmädchens Nach wahrer Begeben heil von Jrifj Friedrich Müller. 2 9. Oktober 1 925. In der Zeitung standen wieder etliche Stellen, doch so sehr ich mich auch beeilt habe, überall kam ist zu spät und wurde mit einem mißmutigen:„Besetzt!" abgefertigt. Zwanzig bis dreißig meiner Leidensgenossen mußten gleich mir unoerrichteter Sache abziehen. Müde und abgehetzt langte ich bei der Stellenoermittlerin an. Aber auch hier wurde meine Hoffnung zerstört: sie hotte keine Stelle. Seit vierzehn Tagen laufe ich in der Stadt herum, hungernd, frierend. Meine kleine Barschaft, die ich besessen habe, ist verausgabt. Was fall ich tun? 30 Oktober 1925. Ohne Obdach in einer kalten, finsteren Nacht. Wie schrecklich ist das! Und doch mutzte ich's durchmachen. Kein Mensch hatte mit mir Erbarmen. Ich war im„Christlichen Hospiz" und im.Asyl für obdachlose Mädchen". Ich bat um Unterkunft für die Nacht. Von beiden Seiten wurde ich abgewiesen mit dem Vermerk, daß die Unter- kunftsräume überfüllt seien. Ich flehte um die Erlaubnis, mich im Korridor aufhalten zu dürfen. Ich wollte kein Bett. Nur einen ge- schützten Raum. Nein, es ging nicht, das war gegen die Vorschrift. Und so verbrachte ich denn die Nacht auf der Straße. Der Wind zog buchstäblich bis an die Knochen. Ich hätte schreien mögen! Weshalb muß ich mich heimatlos herumtreiben? Ich bin doch keine Verfemte. Jetzt in einem warmen Bette schlafen... geborgen, beschützt... Nachmittags. Die Stellenvermittlerin vertröstet mich immer wieder auf den anderen Tag. Und ich hoffe! Aber die Tage schleichen dahin, und meine Hoffnung wird jeden Tag aufs neue vernichtet. Ich bin der Verzweiflung nahe! Ich weiß keinen Ausweg! Mir graut vor der Nacht! 31. Oktober 19 25. Ich habe ein Mädchen kennen gelernt, das gleich mir ohne Stellung auf dem Bahnhof im Wartesaal übernachtete. Sie hatte auch keinen Menschen, zu dem sie Zuflucht nehmen konnte. Da ich hungrig war, tauft« sie mir etwas zu essen: denn mit Ausnahme einiger Semmel hatte ich tagsüber nichts genossen. Als um Mitternacht die Polizeistreife kam, gingen wir hinaus. Ein Herr sprach uns an, der uns zu sich einlud. Ich lehnte das Anerbieten ab. Nein, nein, nur das nicht! Das ist das Letzt«! Meine Schicksalsgenossin aber schalt mich dumm und töricht. Sie ging mit. Nun bin ich wieder allein.— Morgen ist Sonntag. Vielleicht bekomme ich eine Stelle aus der Morgenzeitung. Ich muß eine bekommen! Ich bin am Ende meiner Kräfte. 1. November 192 5. Sonntag mittag. Ich sitze im Wartesaal. Vergebens war meine Mühe. Ich habe keine Stelle erholten. Mich friert. Ich möchte schlafen, mich ausstrecken können in einem warmen Zimmer! Ich bin so müde. Wie soll dos enden...? 2. November mittags. Das war das Letzte? Nein, nein, nein!— Warum ich's tot? Die lange, kalte Nacht flößte mir Angst ein. Mein Körper schrie nach �wirklicher Ruhe. So ging ich mit. E» kam. wie es kommen mußte. Di« Menschen werden mich nun verabscheuen. Aber was kann ich dafür? Ich wollte ja nur schlafen... schlafen... Abends. Wieder ist Abend. Wieder die Nacht vor mir. Ich gehe mit, wenn ich Gelegenheit habe! Oder nein! Denn dann folgt wirklich das Letzte. Ich friere und hungere lieber. Denn ich will keine Hur« sein! Ekel erfaßt mich bei dem Gedanken. Aber ich halte es nicht mehr länger aus. Mutter... Nachts. Taufende Mädchen teilen mit mir das gleiche Schicksal, lind sie werden gezwungen zu wählen: Hure oder lebendig umkommen. Niemand kümmert sich um unser Schicksal. Ich will noch warten bis morgen. Bekomme ich dann keine Stelle, so töte ich mich. Ich kann nicht anders. Ich fiebere. Schwer lind meine Glieder. So unendlich matt fühl« ich mich. Ob ich überhaupt noch arbeiten kann?— Morgen... Meinem Baker sein hul. Wenn ich sage:„Das ist meinem Vater sein Hut," oder:„dos ist meinem Bruder sein Buch." dann wurde mich nicht nur der gestrenge Schulmeister, sonder» auch mancher liebliche Mädchenmund dahin belehren, daß das ganz falsch sei, es heiße nur:„das ist meines Vaters Hut, das ist meines Druders Buch." Haben sie recht? Keine Frage!, wird jeder aus- rufen. Und jeder weiß auch, daß nur die letzteren Wendungen richtiges Hochdeutsch sind. Trotzdem wird man nicht selten solche, die wirklich ein gutes Hochdeutsch sprechen, bei einer Wendung ertappen, wie z. B.:„das ist doch meiner Frau ihr Hut" und der- gleichen. Ja, diese Fügungen mit dem besitzanzeigenden Fürwort sind in der Umgangssprache so häufig, daß sogar die kleine„Deutsche Gramatik" von Prof. Dr. O. Lyon(Sammlung Göschen) dagegen Stellung nimmt. O. Lyon schreibt:„Man hüte sich vor einer falschen Anwendung der zueigneirden(d. h. besitzanzeigenden) Für- Wörter, die in volkstümlichen Wendungen wie: Das ist meinen, Vater sein Haus u. a. oft vorkommt." Er fährt einige Zeilen weiter fort:„Wenn noch Luther. Lessing, Goethe, Schiller u. o. diese volkstümliche Wendung zuweilen gebrauchen, so ist dies ein Ge- brauch, der heute veraltet ist." In Wirklichkeit gibt es aber noch viel ältere Belege. In einer Handschrift des ll>. Jahrhunderts in Merseburg finden sich zwei Zaubersprüche, die ollgemein als Merse- burger Zaubersprüche bekannt sind. Der ein« Spruch beginnt: Liiol ende Vuodan ruonin zi bolza. dft wart derno Baldercs Volon sin vnor bireukit. Phol und Wodan ritten zum Walde. Da ward dem Balders Fohlen sein Fusz oerrenkt(d. h. das Fohlen Balders l,.Bal- der" ein anderer Name für„Wodan"! verrenkte da seinen Fuß). Wer also einmal bei einer„falschen" Wendung(wie die obige Ueberschrist) ertappt wird, der berufe sich keck als„Germane" auf den Merseburger Zauberspruch. e. p. . 3a welchem Lande wurden die Stahlfedern erfunden? Gewöhn- lich werden Schreibsedern aus Stahl als«ine englische Erfindung bezeichnet; aber trotzdem sind sie„made in Germany". Denn schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden in Nürnberg,„eysern und kupfern Nor, auch dergleichen von Messinr blechlein" zum Schreiben hergestellt und in alle Gaue versandt. Später kehrte man dann wieder zum Gänsekiel zurück und erst das zweite Drittel des verflossenen Jahrhunderts bescherte uns die englische Stahlfeder. Flucht In die Städte. Nach einer Mitteilung des amerikanischen Census-Bureaus Hot es das Auto und auch das Radio nicht ver- mocht, die Flucht der bäuerlichen Bevölkerung nach den Städten aufzuhalten. In den letzten fünf Jahren wurden 75 735 Bauern- Höfe aufgegeben, deren Besitzer sich in die Stadt„zurückzogen". Diese Ziffern bringt die Gesamtzahl der am ganzen Lande bisher aufgegebenen Gutshöfe auf die beängstigende Höhe von 6 372 608. 287 Versandabteilung: Leipziger Strasse TIETZ Billige Bücher Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee ..früher 18,00, jetzt $ 12.50 Ein Kampf um Rom von Felix Dahn, Historischer Roman. 152. Auflage. 3 elegante Ganzleinenbände. Mark Twain, ...... jetzt' Humoristische Grabein, vivat Academia. Schriften: Tom Sawyers Abenteuer und Roman. 3 Halbleinenbände. Früher 495 Streiche- Skizzen- Aut dem Mississippi- 15,00 Im Gold- und Silberland- ReisebilderTom Sawyers neue Abenteuer- Meine Beise um die Welt, 2 Bande- Adams Tagebuch und andere Erzählungen Wie Hadleyburgh verderbt wurde Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten. Jeder Band ca. 280 8. 150 Gebunden, früher 4,00...... jetzt Lutz, Kriminalromane. 20 verschiedene Bände von Doyle, Green, Dallas, Hawthorne, Morrisson Jeder Band gebunden, 95P u.v.a. früher 1,50. ... jetzt Aus warmen bunten Ländern. 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Straßenbahn- Verbindung: Linien 147, 57, 47. seb axel * Restauflagen Soll und Haben Neuausgaben MP350 Roman in 6 Büchern von Gustav Freytag, in einem starken eleganten Ganzleinenband von 980 Seiten... früher 6,00, jetzt 1 und Flüchtlingen( Trenck- KrapotkinLavollette- Latade). Herausgegeben von Heinrich Conrad. 278 S. 150 Gebunden. früher 5,00...... jetzt Karl May, Reiseromane. Eingekerkerte und AusIn den Schluchten des Balkan. 1 Bd. brecher. Bin Buch von Gefangenen Durch das Land der Skipetaren, 1 Bd. Winnetou. 3 Bde. Orangen und Datteln. 1 Bd. Am Rio de la Plata. Old Surehand. 2 Bde. Am 1 Bd. Jenseits. 1 Bd.- Im Reich des silbernen Löwen. 4 Bde. Erden. 1 Bd. Ich. 1 Bd. Sklavenkarawane. 1 Bd. Der alte Dessauer. 1 Bd. Der Waldschwarze. 1 Band, statt 5,00.... jetzt Die Und Friede auf Der Graf Cagliostro. Geschichte eines Mysterienschwindlers; zur Warnung für unsere Zeit. Herausgegeben von Heinrich Conrad. Jeder Band gebunden, 375 270 Seiten. 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Stadt Berlin Schöneberg- Friedenau. Am Donnerstag, d. 26. November 1925, abends 7 Uhr, findet im Kaffenlokal BerlinSchöneberg, Grunewaldstraße 30, pt, eine ordentliche Ausschußfihung statt mit folgender Tagesordnung: 1 Bericht über die Geschäftslage. 2. Nach bewilligung zum Haushaltsanschlag für das Jahr 1925. 3. Haushaltsanschlag für das Jahr 1926. 4. Bahl der Brüfer der Jahres rechnung 1925. 5. Raffenangelegenheiten. Berlin- Schöneberg, d. 16, November 1925. Der Borstand.[ 53/17 A. Schuldt, Bors. Fritz Senss, Schriftf. Ausschußsizung Tagesordnung: 1. Wahl des Rechnungsausschuffes. 2. Boranschlag für 1926. 3. Gagungsänderung. 4. Berschiedenes. 53/16 Wagen- und Hufschmiede, Keffel- damer Str. 84 schmiede. Tagesordnung: 1. Beratung der Anträge. 2. Wahl eines Delegierten. Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslosen tarte tein Zutritt. Am Donnerstag, ben 19, November, Den Teilnahmeberechtigten geht noch finden in ben bekannten Lokalen die eine befondere Benachrichtigung zu. Der Borstand. 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