flg. 548 ♦ 4S. �abrg. Busgabe A Nr. 2S0 BezuffSvreis: ZLSSkntliSi 70 Pfenni», momitNck 8,— Reichsmark mmu» K&Hwt- Untrt Kreuzband für Deulkchiaud, loiui«. Saar- und Memelaediet. !.es!«ri«ich� Litauen. Luremdurs «.80 Reichsmark, für da» übrig« Ausland 5.S0 Reichsmark vr» Man«. Der»Lormärt«* mit der Sonntaa». beilaa«.Balk und Keif' mit.Sied- hin« und Kleinaarteu� sowie der Beilaae»UnterliaUuna und Wissen' und ssrauenbeilaae.�rauenssimme' erscheint wochentäalich lweimal. Sonntaa» und Monta«» einmal. Telegramm-Adreffer .Soiialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Devltnev VolksblÄti (10 Anzctilenvrclfei Sie»insvalti«« Ronparewe- »eil« 80 Pfennia. Rcllamezeile 5.— Reichsmart.„Kleine Anzeiacn' das feiiaedruckte Wort 25 Picnni« izulässsa zwei setlaedruckte Worte», jedes weitere Wort lZ Psenni«. Etellenaesuche da» erste Wort IS Psenni». sedeo weitere Dort w Psennig. Worte über lS Buch. ftaben zädlen iür zwei Wort«. Arbeitsmarkt Keile SO Psenni«. Zamilicnanzciaen für Abonnenten Keile<0 Viennia. Anzeiaen für die nSchsse Nummer müssen bisaeschäft. Berlin SW 08. Linden- ssrasse Z. abaegeben werden. DcSiiuet von Ol«, Ubr früh bis S Uhr nachm. 2entralorgan äer SosialäemokraNscken Partei Deutrchlands Ncöaktion und Verlag: öerlin EW. HS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292-297. Freitag, den 20« November 1925 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SV. öS, LinSenffr.Z Postschechkonto: Berlin 8? 88«— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Anaesselltcn und Beamten, Wallstr.«St Siskonto-Sescllschast, Devofltcnkasse Lindenstr. 3. Das Parlament üer Totsthläger. Mussolinis Parlamentsbestien schlagen drei Kommunisten nieder. � Der Präsident verwarnt— die Niedergeschlagenen. Rom. IS. Rovember.(WTV.) Zn der Sammer erschienen heute nachmittag drei Sommunislen, von denen der eine er- klärte, die Haltung der Kammer entspreche nicht den Gefühlen der Mehrheit des Landes, hierauf stürzten sich etwa l? Faschist ea auf d i e drei Kommunisten, gaben Ihnen Ohr- feigen, schlugen unter dem Zubel der Tribüne aus sie ein und warfen sie mit Fußtritten aus der Kammer hinaus. ilus der Journalistentribüne wurde gleichzeitig ein kam- munistischer Pressevertreter geohrfeigt. Räch Beendigung des Tumultes richtete der Präsident an die Opposition die Mahnung, ln Zukunft die Gefühle der Mehrheil der Kammer nicht wieder herauszufordern., die im alten Provinziallandtog nichtvertreten waren. Alle möglichen Gruppen und Grüppchen glauben sich um die Wählerstimmen bewerben zu müssen. Da der Z 55 Abs. 2 der PWO. wörtlich bestimmt:„Dabei erhallen die Wahl- Vorschläge solcher Parteien oder Vereinigungen, die im bis- h e r i g e n Provinziallandtog oertreten waren, die Nummer 1 und folgende nach der Reihenfolge der Fraktions stärke, bei gleicher Fraktionsstärke nach dem Alphabet. Di« übrigen Wahl- Vorschläge(d. h. die im allen Provinziallandtog keine Vertretung hatten. D. R.) erhalten die anschließenden Nummern nach dem Alphabet." wäre für jeden logisch Denkenden klar, daß aus dieser klaren Muhvorschrift der PWO- zu folgern ist, daß die 10 neuen Wahlvorschläge Himer den alten Parteien zu arrangieren sind. Herr Geheimrat Gerhardt hat es anders bestimmt. Rein will- kürlich, ohne Rücksicht auf die Stärke der alten Fraktionen, ist der amtliche Stimmzettel von ihm festgestellt worden. Wie ist hier der Tatbestand? Bei der Wahl am 20. Februar 1921 gingen Deutschnationale. Deutsche Voltspartei, Zentrum, Wirt- schaftspartei des deutschen Mittelstandes und Bürgerliche Verein!- gung selbständig mit eigenen Wahloorschlägen vor. Nach der Wahl schlössen sich diese fünf Parteien zur„Bürgerlichen Arbeitsgemein- schaft" zusammen. Zur diesmaligen Wahl am 29. November tritt nun die Fraktion„Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft" nicht etwa als selbständige Partei in den Wahlkampf ein. Jede Partei mit Ausnahme der Bürgerlichen Vereinigung, die ganz verschwunden ist, hat ihren eigenen Wahlvorschlag eingereicht. Durch diese Tatsach« hat die Fraktion„Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft" aufgehört z u existieren. Auf Grund des§ 51 der PWO. sind die alten Parteien der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft mit Ausnahm« der verschwundenen Bürgerlichen Vereinigung und der Zentrumspartei eine Listenverbindung zur Gamm- lung der Rest stimmen eingegangen. Zu diesen verbleibenden alten Parteien traten neu hinzu: Deutschvölkische Freiheitspartei, Nationalliberaler Prooinzialverband der Mark Brandenburg, Bürgerblock, Gemeindewohlfahrtsblock, Wahloereinigung Stadt und Land, Wirtschaftsblock Osthaoelland. Als gemeinsames Gruppen- kennwort wurde die Bezeichnung.Bürgerliche Vereinigung" gewähll. Jetzt unternimmt der Provinzialwahlleiter Geheimrat Ger- Hardt die kühne und gewagte Konstruktion: die verbliebenen alten Parteien der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft plus neue, im Pro- vinziallandtag noch nie vertreten gewesenen Parteien= olle Fraktion„Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft". Die Folge dieser kühnen Konstruktion und offensichtlichen Verletzung der PWO. ist, daß die neun Parteien der Listenverbindung ohne Rücksicht darauf, ob sie im alten Provinziallandtag vertreten waren oder nicht, auf dem amtlichen Stimmzettel die Nummern 1—9 erhallen, während die Sozialdemokratische Partei die Nummer 10 erhöll, ob- wohl sie den Rechtsanspruch auf Nummer 1 hat. Es scheint dem Provinzialwahlleiter gar nicht aufgefallen zu sein, daß das Zerrtrum der Listenverbindung„Bürgerliche Vereinigung" nicht beigetreten ist, sondern mit der Demokratischen Partei unter dem Gruppenkennwort.Block der Mitte" den Kampf gegen die Bürgerlich« Bereinigung führt. Wie soll diese Bürgerliche Vereinigung identisch sein mit der Bürgerlichen Arbellsgemeinschaft des alten Prooinziallandtages, wenn ein« Partei ausbricht und den Kampf dagegen führt? Die Frage wird Herr Gerhardt nicht beantworten können. Fest steht die Tatsache, daß Listenverbindungen verschiedener Parteien unter einem Gruppenkennwort die Parteilennworte und somit die Parteien nicht verschwinden lassen. Sie können es, müssen es aber nicht, sich im neuen Provinzial- landtag als eine Fraktion zusammenfinden. Hieraus geht hervor, daß wir keinen Wahlvorschlag„Bürgerliche Bereinigung", sondern Partei-Wahloorschläge wie Volkspartei. Deutschnationale. Deutsch- völkische usw. haben. Ist dem aber so, und die PWO. bestimmt dies ganz eindeutig, dann liegt hier»in« offene Gesetzesverletzung durch den Provinzialwahlleiter vor. Stäötifche Kunstpflege. Der Berliner Oberbürgermeister Böß Halle gestern mittag eine Anzahl Vertreter der Presse und Künstlerschaft zu einer Aussprach« über die K u n st p o l i t i k der Stadt Berlin ins Rathaus geladen. In einleitender Rede führte er aus, daß der Kunstfpnds der Stadt einschließlich der Vororte früher 100 000 M. pro Jahr betragen habe. Dieser Fonds ist seit der Schaffung der Einheitsgemeinde erhöht worden und stellt sich für das laufend« Etatsjahr auf S00 000 M. Außerdem sind im vorigen Jahre 200 000 M. zu einer einmaligen Unterstlltzungsaktion für notleidende Künstler zur Verfügung gestellt worden. Von dieser Summe wurden Werke angekauft, bei denen man weniger auf die künstlerische Qualität als aus die Bedürftigkeit der betreffenden Künstler gesehen Hab«. Der Klage, daß die Oeffenllichkeit von den angekauften Arbeiten so gut wie nichts zu Gesicht bekäme, soll in Zukunft durch die Gründung einer Städtischen Galerie abgeholfen werden, in der all« Ankäufe der Stadt Berlin vereinigt werden. Das Ermeler-Haus in der Breiten Straße ist für diesen Zweck in Aussicht genommen. Die Kunstdeputation besteht au» 32 Mitgliedern, aus denen einzelne An- kaufsausschüsse von drei bi» fünf Personen gebildet werden, die in Zukunft Künstler und kunstsinnige Bürger zu ihren Beratungen zu- ziehen wollen. Zum Beweis dafür, daß die Stadt in ihrer Kunst- Politik einen„neuen" Kurs eingeschlagen habe, nannte der Ober- bürgermeister einige Namen von Künstlern, deren Arbeiten an- gekauft worden seien: Baluschek, Corinth, Dettmann, Otto Engel, Hübner, Max Koch, Kolbe, Kruse, Langhammer, Hans Meid. Schlichting, Vesser Urn, Zille, Meyerheim, Lederer, Lcwin-Funke u. a. Uebrigens habe sich die Finanzlage der Stadt Berlin seit 1924 wesent- lich verschlechtert, indem der Verwaltung durch die Gesetzgebung bisherige Einnahmequellen verschlossen und höhere Ausgaben auf- erlegt worden seien. Auch verlange die Städtische Oper erhebliche Zuschüsse. In der Diskussion, an der sich namentlich Paul We st heim und Dr. Max O s b o r n mit längeren Ausführungen betelligten, wurde vor allem die Notwendigkeit einer strengen T r« n n u n g der Erwerbslosenunter st ützung und der e I g e n t- lichen Kunst pflege betont. Die notleidenden Künstler sollen ihre Unterstützungen, wie jeder andere Erwerbslose, in barem Geld« erbalten. Die Ankäufe der Stadt dürften von persönlichen Rück- sichten nicht beeinflußt werden: nur erstklassige Kunstwerke seien zu erwerben. Was jetzt angekauft werde, sei zum großen Test minder- wertia. Die meisten der auf den öffentlichen Plätzen der Stadt aufgestellten plastischen Werke könne man ohne Uebertreibung als Attentate gegen den guten Geschmack bezeichnen. Auch auf dem Gebiet der städtischen B a u p o l i t i k sei schwer gesündigt worden und namentlich die der modernen Richtung angehörenden Lrchi- tekten beklagten sich über baupolizeüiche Schikanen. Der Plan- und Ziellosigkeit der städtischen Kunstpflege sei am wirksamsten dadurch abzuhelfen, daß ein einzelner, etwa«in städtischer Kunstwart «ingesetzt werde, der die gesamte zeitgenössische Kunstentwickluim»u übersehen vermag und großzügige Pläne ausarbeitet, die vom Geist einer produktiven Kunstpolstik erfüllt lind. Er müsse die Auswahl der anzukaufenden Kunstwerke provisorisch treffen, sie dann der endgültig entscheidenden Deputation vorführen und sein« Wahl im einzelnen verteidigen. Nur durch ein« grundlegende Aenderung der fianzen Organisation könne die Berliner Kunstpflege fruchtbarer ge- tollet werden. Der Oberbürgermeister sagt« zu, daß die Unterstützungen an erwerbslose Künstler in Zukunft nur noch in barem Geld« ge- leistet werden sollen. Einen Stadtkunstwart könne man au» eigener Macht nicht einsetzen, da dazu eine Aenderung der Gesetzgebung er- forderlich sei. Die Verantwortung für die städtischen Bauten müsse die Stadtverwaltung ablehnen, da ihr erst seit kurzer Zell die Bau- Polizei als Auftrag vom Staate überwiesen worden sei. Die Teilnehmer der Konferenz gewannen im allgemeinen den Eindruck, daß der Berliner Oberburgermeister zwar die besten Ab- sichten habe, daß er aber— das bewies vor allem die Aufzählung der seiner Meinung nach einen„neuen Kurs" vertretenden Künstler- namen— den Kunstdingen recht fern stehe. Daß die heutige Organi- sation der Berliner städtischen Kunstpflege den ihr obNegenden Aufgaben in keiner Weise gewachsen ist. hat sie zur Genüge bewiesen. Die Einsetzung eines Stadtkunstwarts könnte Besserung schassen, vor- ausgesetzt, daß der rechte Mann für das Amt gefunden wird. Wir gestchen, daß wir keine allzu großen Hoffnungen hegen. Ver SUnüe und See Krüppel. Ans einem Spaziergang stand an einem Wege ein Mann auf den Knien. Ein Krüppel, dem die Unterschenkel fehlten. Er hatte vor sich eine Schachtel mit Streichhölzern stehen. Manche Leute gaben ein Almosen und nahmen eine Schachtel dafür, andere wieder gaben das Geld, ohne eine Streichholzschachtel zu verlangen, wieder andere, und das war der größte Teil, gaben nichts. Das kann ja jeder machen, wie er will. Ich setzte mich dem Manne gegenüber auf eine Bant, denn es interessierte mich, wieviel gaben und wieviel nicht, wie die aussahen, die etwas schenkten, und wie die anderen in die Well guckten. Aber ich konnte zu keiner Nummer kommen. Eine seine Dame gab. die nächste nicht, ein Herr im Zylinder nahm für seinen Groschen zwei Schachtel Streichhölzer, ein Arbeiter, ein kleiner Junge, eine alle ärmlich gekleidete Frou schenkten mit freundlicher Miene, ein Schutz- inann kontrollierte irgendeinen Lappen von Legllimation und notierte sich was. Die Dämmerung kam und der Mann ohne Beine rüstete sich zum Aufbruch. Er nahm seine Schachtel unter den Arm, drückte den Filz auf den Kopf und humpelle davon. Da stand aber dreißig Schritte von ihm die Konkurrenz, ein Blinder. Der Halle auch Streichhölzer zu verkaufen. Er lehnte an einem Baum und blickte starr geradeaus. Als aber der Krüppel an dem Blinden vi rbeiging, da blieb er stehen, faßte in die Tasche und gab dem Blinden einen Groschen. Einen Augenblick schwankte er dann und besann sich, nahm ober dann eine Streichholzschachtel aus des Blinden Kistchen und verleibte sie seinem Vorrat ein. Dann humpelle er weller. Möge ihm diese Streichholzschachtel recht viel Glück bringen! _ Ulrich Kamen. Ein Gemälde von Eesne in der Hedwigekirche cnldeckl. An. toine Pesne, der große Meister des Rokoko, ist uns durch die meister- haften Bildnisse bekannt, die er am preußischen Hof« unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. schuf, und durch die Decken- und Wand- oemälde, mll denen er die Schlösser von Rheinsberg, Eharlollenburg, Potsdam und Sanssouci schmückte. Er ist aber auch ein religiöser Maler gewesen, und die Krone dieses Schaffens war die„Geburt Christi" in der Berliner H e d w i g s k i r ch e. ein Werk, dos ein Jahrhundert lang verschollen war und erst jetzt durch Karl Walter wieder entdeckt worden ist. Der glückliche Finder beschreibt die abenteuerreiche Geschichte dieser Entdeckung in einem Aussatz des von Adolph Donath herausgegebenen.Kunstwanderer»". Ihm fiel auf, daß in allen Inventaren als das schönst« Bild der Hedwigs- kirche die Geburt Christi von Pesne angegeben war, die sich auf dem Seitenaltar rechter Hand befinden sollt«. Aber dort ist das Gemälde längst nicht mehr, und so mußte man weiter suchen. Da gab eine Bemerkung Borrmanns einen welleren Fingerzeig. Dieser erwähnt nämlich in seiner Geschichte der Archllektur Berllns. daß un Bodenraum der Kirche ältere und neuere Bilder untergebracht seien, darunter auch ein ehemaliges Allarbild von Pesne. Walter ging dieser Spur nach..Nun drang ich auf den Kicchenboden." erzähll er,.wahrscheinlich als erster seit gut hundert Jahren, um das BUd zu suchen. Ich fand es endlich unter nmn anderen staubbedeckten Bildern auf einem hohen, sch.nalen, in den Boden hineinspringen. den Ausbau des Chores, wo icb in fast lebensgefährlicher Stellung herumhantierte. Selbst wenn dieses schöne Bild nicht von Pesne gewesen wäre, verdiente es«in« Trane, weil man es verbannt Halle. Nun ist dieses Bild unter dm Schöpfungen des Meisters ober geradezu bedeutend, nicht nur relativ, sondern auck absolut." Daß das schöne Wert wirklich von Pesne ist, zeigt nicyt nur der unverkennoar« Stll der Malerei, sondern es geht auch aus einer signierten Oelskizze des Meisters hervor, die wahrscheinlich die Bor- stufe zu der„Geburt Christi" bildet: diese dürft« aus dem Jahre 1727 stammen, und in diese Zell fällt überhaupt das religiöse Schassen Pesnes, das bisher wenig beachtet war, aber durch die Wieder- entdeckung dieses Heroorragenden Bildes nun ins hell« Licht gerückt wird. Die neum„Ilnsserbllchm". Die Academie franyaise hat die Ersatzwahlen für drei verstorbene Mitglieder vorgenommen. An Stelle von Maurice Barres wurde im ersten Wahlgang der Schriftsteller Louis B e r t r a n d, der sich in der Hauptsache durch historische Romane bekanntgemacht hat, gewählt. Für den durch den Tod des Grafen d'Haufsonville freigewordenen Sitz kan- didlert« der Graf de l a Force, der einige namentlich in der „Revue des deux rnondes" veröffentlichte geschichtlich« Aussätze ver- faßt hat. Besonders umstritten war der Sitz von A n a t o l« France. Um ihn bewarben sich der ehemalige Unterrichtsminister George Berard, der Senator Victor Berard und der Dichter und Schriftsteller Paul V a l 4 r y. Im vierten Wohlgang wurde Valöry mit 17 Stimmen gewählt. Er hat seine Laufbahn als Redakteur der„Agence Havas" begonnen, wurde dann Mitarbeiter des„Mercurc de France" und später der„Nouoelle Revue de France" und hat seitdem literarhistorische Studien sowie eine Anzahl Bände Gedichte verfaßt. 5taat»oper. Im Opernhaus wirb am Montag, hm ST h. M«., nicht„ButierflyT sondern als erster Abend de»»Ring des Nibelungen" die»Walküre" gegeben. Ansang Sst, Uhr. Auch in anderer Beziehung ist der Prooinzialwahlleiter ganz willkürlich verfahren. Die Deutschnationale Partei und die Deutsche Volkspartei gehören der Gruppe.Bürgerlichs Dereini- gung" an. Die Deutschnationalen hatten im alten Provinziallandtag 15 Verrreter, die Volkspartei aber nur 12. Trotzdem setzt Herr Gerhardt die Volksparte, an die erste Stelle des amtlichen Stimm- zettels und die Deutschnationalen an die zweite Stelle. Herr Gerhardt mußte es wissen und weiß esauch. denn erhat esdem zuständigen Referenten des Preußischen Innen- Ministeriums persönlich bestätigt, daß in diesem Fall die Stärk« der Fraktion und das Alphabet entscheidet. Dennoch handelt er entgegengesetzt. Das Bezirkssekretariat der Partei für die Provinz Brandenburg hat zu diesem Willkürakt nicht geschwiegen. Persönliche VerHand- lungen im Innenministerium bestätigten unsere Rechtsauffassung Wort für Wort. Unterstrichen auch unsere Erklärungen, daß der amtliche Stimmzettel rein willkürlich zusammengesetzt ist, trotz des klaren Wortlauts der PWO. Weitere telephonische Verhandlungen zwischen uns und dem Prooinzialwahlleiter brachten diesen zu der bezeichnenden Erklärung:»Wir sollen tun, was wir wollen.* Mit anderen Worten: es bleibt bei meiner Entscheidung. Der preußische Innenminister sollt« sich im Kommunalaufsichts- wege diesen Diener der Republik einmal etwas genauer ansehen. Denn letzten Endes sind auch von einem Prvvinzialwahlleiter die vom Innenminister mit Gesetzeskraft erlassenen Wahlordnungen zu respektieren. Die Sozialdemokratische Partei mit ihren 87 Mandaten im Provinziallandtag der Provinz Brandenburg hat nicht notwendig, hinter Parteien mit 12 oder 15 Mandaten zu marschieren oder gar hinter Parteien, die überhaupt noch keine Vertretung hatten. Wir werden in diesem Kampf gegen Willkür und Rechts- beugung alle Rechtsmittel restlos zur Anwendung bringen. Zum Zoll öenzmaan. Sozialdemokratische Beisitzer im Staatsgerichtshof. Vom Genossen Aufhäuser geht uns die folgende Er- klärung zu: Nach Rückkehr von einer Reife lese ich nachträglich in der „Roten Fahne' vom 15. November einen Artikel mit der Ueberschrift:„Fünf Jahre Zuchthaus für Benzmann! Mitglieder des Gerichts: die Sozialdemokraten Brandes, Lange und Aufhäuser.' Der Artikel kritisiert ein Uriell des Staatsgerichtshofes. Es waren drei kommunistische Funktionäre wegen Sprengstoffoerbrechen unter Anklage gestellt. Nach dieser Kritik in dem Artikel der.Roten Fahne' heißt es wörtlich: „Noch mehr! Das Urteil im Fall Benzmann und Genossen wurde mitbeschlossen von den drei sozialdemokratischen Beisitzern Lange, Brandes und Aufhäuser. Lange ist früherer Kreishauptmann von Leipzig. Brandes ist Mitglied des Hauptvorstande« des DMV., A u f h ä u s e r ist erster Vorsitzender des AfA-Bundes. Nach den Vorschriften der Urtellsfällung tonnte das ungeheuerliche Zuchthausurteil nicht gefällt werden ohne Zustimmung mindestens von einem dieser Beisitzer. Und wenn einer unter ihnen nicht mit dem Rechtsbruch dieses Urteils einverstanden wäre, so hätte er die Pflicht, öffentlich gegen diesen Rechtsbruch zu protestieren.' Wenn ich auch im allgemeinen darauf verzichte, gegen die„Rote Fahne' zu polemisieren, so muh doch hier gegen eine derartig schäm- lose Berichterstattung im Interesse des Ansehens der gesamten Arbeiterbewegung die schärfste Verwahrung eingelegt werden. Di« Redaktion der„Roten Fahne' weiß ganz genau, daß die Beratungen des Richterkollegiums auch im Staatsgerichtshof nicht ö f f e n t- l i ch sind, und deshalb auch die einzelnen Beisitzer weder über die Bcrntirngen noch über die Abstimmungen Mitteilungen machen dürfen. Sie weiß auch, daß der Gerichtshof aus ü Personen besteht, in dem bei Anwesenheit von 8 Sozialdemokraten diese in jedem Falle eine Minderheit bilden. Trotzdem be. richtet sie ohne jeden Anhaltspunkt, daß das Urtell von den drei sozialdemokratischen Beisitzern mitbeschlossen worden ist. Sie verschweigt auch, daß nicht gegen einen, sondern gegen drei Angeklagte Zuchthaus beantragt worden war; bei zwei Angeklagten Hot das Gericht nach einer sehr langen Sitzung nicht auf Zuchthaus erkannt. Wie die sozialdemokratischen Beisitzer über den dritten Fall (Benzmann) denken, können sie bekanntgeben, wenn sie vorher ihr« Aemter im Staatsgerichtshof niederlegen. Ich bin dazu bereit. Glaubt d'e„Rote Fahne', daß die Urteil« de» Staatsgerichtshofes milder ausfallen, wenn die sozialdemokratischen Beisitzer ausscheiden? U. A. w. g._ Hakenkreuz und Sowjetstern. Blutiger Zusammenstosi in Chemnitz. Chemnitz, lg. November.(TU.) Für gestern abend hatten die Nationalsozialisten eine öffentsiche Versammlung einberufen, in der Dr. Goebbels- Elberfeld über„Lenin oder Hitler?' sprach. Die Versammlung war stark besucht, besonders zahlreich waren Kommunisten anwesend: sie kamen auch in der Debatte zu Wort. Als gegen Mitternacht die Kommunisten die Inter- nationale und die Völkischen eines ihrer Lieder anstimmten, kam e» plötzlich zu einer Schlägerei, wobei die Streitenden mit Stühlen und Tischen aufeinander losgingen und Biergläser usw. geworfen wurden. In dem Tumult flüchteten viele durch die Fenster, die da- bei zertrümmert wurden. Polizei räumte sofort den Saal und zer> streute die Ansammlung vor dem Lokal. Obwohl die Schlägerei nur wenige Minuten gedauert hatte, war doch eine größer« Anzahl Personen o er letzt worden. Den Verletzten wurde sofort ärzlliche Hilfe zuteil. Ein Eisendreherlehrling Johann Rudolf Schneider, der einen Stich in den Nacken erhalten hatte, ist seinen Verletzungen erlegen. Auch wurden zwei Polizei. bcamte verletzt. Der angerichtete Sachschaden ist erheblich. Mehrere Personen, bei denen Totschläger usw. gefunden wurden, wurden fe st g e n o m m e n. Belang Synagogenattentate. Leipzig. IS November.(Eigener Drahtbericht.) Ueber einen völkischen Plan,' die Synagosi« in. Leipzig in die Luft zu sprengen, verlautet, daß die treibende Kraft ein völkischer „Führer namens Krause war, der erst fest wenigen Wochen in Leipzig ist, wo er eine völkische Rednerschule aufmachte. Den Unterricht erteilte er selbst. Er gab sich als der Sohn eines großen Gutsbesitzers in Pommern aus und prahlt« mit seinen völkischen Taten. Sein großsprecherisch«, Auftreten erweckte ober schließlich Mißtrauen, worauf er von seinen eigenen Freunden der Polizei überantwortet wurde. Dadurch konnten die„Der- schwörer rechtzeitig unschädlich gemacht werden. Umstellung be, der.Srenzzelwag'. Die Gesellschafter der „Kreuzzeitung' werden zu einer außerordenilichen Geiellscbafter» Versammlung mit folgender Tagesordnung eingeladcn: Bericht über Umformung der Gesellschaft:«eschlußfasiung über die Liquidation der Gesellschaft. Der Abrüstung«utrag der englischen Arbeiterpartei ist im Unterhaus gegen die 180 Stimmen unserer Genossen abgelehnt worden. Gestern Hochverräter- hente Minister. Der Führer der kroati- schen Bauernpartei, Stefan Raditsch, ist zum Kgl. südslatvt- scheu Unterrichtsminister ernannt worden. Die preußisthen Staatskreöite. Landtagsdebatte über den Fall Giesches Erben. Der Landtag genehmigte gestern eine Reihe von Anträgen des Ostausschusses, die eine schleunige Bereitstellung erhöhter Mittel zur Behebung der Wohnungsnot>n den östlichen Grenzgebieten verlangen. Dann wird die Beratung des Haushalts des Finanz- Ministeriums fortgesetzt. Finanzminister Dr. Höpker-Aschosf gibt Auskunft über die Frage der Stundung des Kredits für die Landwirtschaft, wofür 120 Millionen zur Verfügung gestellt sind. Besonders sei die Stundung für Ostpreußen, Oberschlesien und den Regierungz- bezirk Kasiel in weitgehendem Maße bewilligt worden, weil dort die Landwirtschast besonders gelitten habe. Für die Mittel- standstredite seien 2? Millionen vom Reich und dieselbe Summe von Preußen zur Verfügung gestellt worden. Die Kredite müßten aber möglichst im Laufe des nächsten Jahres abgetragen werden. Der Minister äußert sich auch über die staatlich« Beihilfe zum R e e d e r e i k r e d i t, der den Jnieresien des Schiffsbaues dient: besonders müsse die Vulkanwsrft erhalten werden. Die Kredite für den Stinnes-Konzern seien bereits an die Staatsbank zu- rückgezahlt worden.— Ausführlich geht der Minister dann auf die Angelegenheit der Bergwerksbesitzungen von Giesches Erben in Schlesien ein. Es sei zwischen der Giesche-Gesellschaft und der Preußag ein Vertrag in Aussicht genommen worden, der auch genehmigt worden wäre, wenn nicht von feiten des a m e r i» konischen Harrimann-Konzerns ein Angebot gemacht worden wäre, das zwar günstiger erschien, tatsächlich aber schwer« Nachte ile für die deutsche Wirtschaft und die Giesche- Gesellschaft brachte. Die Staatsbank hatte 15 Millionen zur Der- fügung gestellt und die Preußag einen Bertrag angeboten, der die Möglichkeit bot, wertvollen deutschen Erzfelderbesitz auszubeuten. Was der Gesellschaft zum Vorwurf gemacht wird. ist. daß sie den Vertrag mit den Amerikanern abgesä'kossen Hai, nach dem der ganze Erzqewinn aus dem deutschen Besitz an die amerika- nische Gesellschaft abgeliefert werden muß. Das Staatsministerium Hot aber die Möglichkeit, die Genehmigung dieses Vertrages mit den Amerikanern zu verhindern. Die Staatsregierung wird auch in Zukunft bemüht sein, zu verhindern, daß ein Vertrag zustande kommt, der für die deutsche Wirtschaft eine schwere Schädigung bedeutet.(Beifall.) Die Gicsche-Gcsellschast hak die llnleressea der deutschen Wirtschaft außer Acht gelassen. Der Minister äußert sich ferner über d!« Peteiligung des Staates an der Siemens-Elektrizitäts- Betriebsgesell- schaft, die erfolgt sei, um zu verhüten, daß die Elektrizitäts- Versorgung allein den großen Konzernen überlassen bleibt und um einer Monopolstellung entgegenzuarbeiten.— Was die Bestrebung hinsichtlich der Vereinheitlichung der Verwaltung angehe, so würde es sich emvfehlen, erst den Versuch bei einer Verwaltung zu erproben. Wae die Frage der Heraufsetzung der Altersgrenze bei den Beamten angehe, so habe das Reich erklärt, daß es nicht daran denke, zurzeit die Altersgrenze heraufzusetzen. Preußen könne nicht einseitig vor- gehen. Bei der endgültigen Erledigung der Gewerbesteuer müssF dafür gesorgt werden, daß auch die Gewerbeertrogssteuer durch die Reichssinanzverwoltuna mit verwaltet wird. Es schwebten mit der Reichsregierung noch Verbandlungen über die Frage, wie die Mit- Wirkung der Selbstverwaltungskörper hierbei gewährleistet werde» könne. Abg. Fries(Soz.) wünscht, daß die Derwaltungs- und Personalreform sofort in An- griff genommen wird. Die Zahl der Gehaltsgruppen sei zu be- schränken, und die unterste Gruppe müßte mindestens das Existenz- minimum erhallen. Dom Wohnungsgeldzuschuß sei abzusehen und ein Ortszuschlag einzuführen. Was Herr Ebersbach vorgeschlagen habe, erinnere bedenklich an die Theorien des Herrn v. S ch l i e b e n, des schlimmsten Feindes der Beamtenschaft, der mit den Steuern, mit der Aufwertung usw. Versprechungen gemacht hat, die sich nach- her samt und sonders als Schwindel erwiesen hallen.(Große Un- ruhe rechts.) Dagegen habe Herr v. Schlieben im Verein mit Herrn Luther der R u h r i n d u st r i« 700 Millionen und der Landwirtschaft 800 Millionen geschenkt, zum Teil allerdings in Krediten, die aber wohl als verloren anzusehen seien.(Lärmender Widerspruch rechts.) Abg. Ebersbach(Dnat.) betont, daß die Auseinandersetzung mit dem H o h e n z o l l« r n h a u s e für die Deutschnationalen eine reine Rechtsfrag« sei und bleib«, die nicht durch ein Reichsgesetz, sondern nur durch einen Vertragsabschluß gelöst werden könne. Abg. Jacoby-Bafsaus(Z.) anerkennt die der Landwirtschaft a*- währte Kredithllse. Die Rückzahlungstermine sollten olM der Leistungsfähigkeit der Landwirte mehr angepaßt werden. Der 16. Februar sei als einer dieser Termine durchaus ungeeignet, well gerade in dieser Zell die Landwirte größere Geldmittel in ihre Betriebe stecken müßten. Der August oder September wäre an Stelle des Februars für die Rückzahlungen vorzuziehen. Bei Be- sprechung der Derwalwngsunkosten bezeichnet der Redner den Zu, stand als unmöglich, daß 80 Proz. der Einnahmen für Verwaltung s- kosten draufglngen. Zugegeben werden müsse, daß die Beamten der unteren Desoldungs» gruppen zu wenig zum Leben und zuviel zmn Sterben bekommen: aber in den höheren Beamtengruppen sei ein Abbau durchaus angebracht. Abg. Bkeycr-Herford(v. Dp.) erklärt, eine allgemeine Auf- besserung der Beanttengehättsr werde sich nicht umgehen lassen, falls kein wesentlicher Preisabbau erfolge. Sein« Partei beantrage auch, endlich alle Bedenken gegen die Notstandsbeihilfen auszu- räumen. Weiter setzt sich der Redner für die Vierteljahrszahlung der Veamtengehälter ein. Abg. Slolt(Komm.) bezeichnet den mtt den Hohenzollern an- gestrebten Ausgleich als skandalös und wünscht, daß die in Frage kommenden Dermögensobiekte zur Linderung der Rot der Beamten» schaft verwendet werden. Abg. Barteld-Hannover(Dein.) meint, wer die Augen offen habe, könne täglich beobachten, daß es Beamte gibt, die inner, halb und außerhalb des Dienstes gegen den Staat arbeiten. Er verweise nur auf de» leitenden Beamten in W a l d e ck. Abg. Weier-Berlin(Soz.) ist der Auffassung, daß die Aus- einandersetzung mit den Hohenzollern ihre politische Aus- Wirkung auch nach Bayern hin habe. Jeder Pfennig, der den Hohenzollern gegeben werde, diene auch der Reakttvierung der Wittelsbacher Monarchie. Es bandle sich also bei der Auseinander- setzung um eine rein politische Frage. Abg. Dr. Schwering(Z.) tritt den Ausführungen der Linken bezüglich der Hohenzollernauseinandersetzung entgegen. Das Zen- trum stehe hier lediglich auf dem Boden des Rechts. Damit schließt die allgemeine Besprechung.— Die einzelnen Kapitel zum Haushall des Finanzministeriums werden genehmigt. Nach einer Einzelaussprache, die nichts Wesentliches ergab, vertagte sich um 945 Uhr da» Haus auf Freitag 11 Uhr. Auf' der Tagesordnung stehen kleinere Vorlagen. « Der Aeltestenrat des Landtages bestimmte als Tag, an dem die noch restierenden Abstimmungen zu den Etats, darunter auch die Abstimmung zur Barmat-Sache, stattfinden sollen, den 2. De- zember. Am 9. Dezember will man mtt der dritten Beratung des Haushalls beginnen. Ein sonderbares Wahlergebnis. Die tchcchifchen Regierungsparteien Wählerminderheit, aber Parlamentsmehrheit! Das schechoslowakische Wahlrecht ist an sich proportional wie das unsere, aber man hat es kurz vor der jetzigen Neu- wähl dahin geändert, daß Parteien mit weniger als 200 000 Stimmen im ganzen Staat kein Mandat erhalten dürfen— auch wenn sie in einzelnen Kreisen die für ein Mandat er- forderliche Wahlzahl erreicht haben. Nun unterliegt das Wahlergebnis in der tschechoslowa- tischen Republik zum Zweck der Mandatsverteilung einer drei- fachen Durchrechnung(Skrutinium). Dabei wäre nichts Be- snnderes: auch wir haben die Mandate auf Kreisliste, Rest- stimmen im Wahlkreisverbond und solche auf Reichsliste. Aber— wie unser sudetendeutsches Zentralorgan, der Prager „Sozialdemokrat' ausführt— bei diesem dritten Skrutinium erhalten die Regierungsvarteien zehn Mandate auf die mandatlos ausgehenden Stimmen einer ganzen Reihe kleiner Parteien... und alle diese Parteien, die im Parlament nicht erscheinen, sind oppositionell. Somit verhelfen o p p o s i t i o- n e l l e Splitterstimmen den Regierungsparteien zu einem unverhofften, dem Volkswillen entgegengesetzten Mandats- gewinn. Und sie können ihn um so nötiger brauchen, als sie selbst in der Wahl weniger als die Hälfte aller gültigen Stimmen erhallen haben. Man muß die bisher nicht mit- koalierte tschechische Gewerbepartei schon mitrechnen, um auf ISO Mandate für die Regierungsparteien zu kommen— genau die Hälfte aller Abgeordnetensitze! Rur mit Hilfe jenes famos ausgeklügelten 3. Skrutiniums kann eine dürftige Mehrheit für die Regierungsparteien herausdestilliert werden. Für diesmal ist es vorbei und geschehen. Aber für die Zukunft dürfte diese bittere Lehre der Zersplitterung gründ- lich vorbeugen. Der deutschnationale Führer L o d g m a n hat im ersten Wahlgang die Wahlzahl nicht erreicht. Daraufhin hat er in einem höchst unmutvollen Brief auf ein Reststimmenmandat verzichtet und seinen Austritt aus dem politischen Leben an- gemeldet. Als kleines Symniom oft gerügter Zustände sei noch er- wähnt, daß es trotz der starken Minderheitsnationen kaum einen Wahlkreis gibt, der nach einem nichttschechischen Haupt- ort benannt wäre. So gibt es, um die größten und auch in Deutschland bekannten deutschböhmischen Städte zu nennen, keinen Wahlkreis Reichenberg, Aussig oder Töplitz— sondern alle diese deutschen Gebiete gehören zu den Wahlkreisen Mlade Boleslav(Iungbunzlau), Schlan, Laun usw. Eoolidges Außenpolitik. Präfidetrienrede über Anleihen, Abrüstung und Weltgerichtshof. New York. IS. November.(TU.-Kabel.) Präsident Toolidge hielt in der New Forker Handelskammer eine ausführliche Rede. Zur Frage der Auslandsanleihen führte er aus, wenn die Anleihen zu kommerziellen und industriellen Zwecken verwandt würden und so den Wohlstand und die Produktivität der betreffenden Länder erhöhen, dann schafften sie ihre Sicherheit durch sich selbst und steuerten zur Erhöhung der Möglichketten des amerikanischen Handels bei. Aber wenn die Anleihen zu Zwecken verwandt werden, die nicht produktiv sind, wie etwa zur Aufrechterhallung großer militärischer Einrichtungen oder um große st ä d t i s ch e Ausgaben zu ermöglichen, während die städtischen Ausgaben durch Berwattungsökonomie oder Steuern gedeckt werden sollten, dann schienen die Anleihen keinen nützlichen Zwecken zu dienen und sollten nicht gewährt werden. Unsere Bankiers tragen daher eine große Verantwortung bei der Prüfung der Anleihegesuche, wenn sie daran gehen, Ersparnisse unsere» Landes im Auslande zu investieren. „Amerikas Hilfsmittel', so erklärte Coolidge weiter,„haben nachdem Waffenstillstand die Well vor dem Zusammenbruch bewahrt. Als Oesterreich sich entschloß, finanziell sein Haus in Ordnung zu bringen, brachten wir einen Teil des Kapitals auf: als Deutschland eine gesunde fiskalisch« Wirtschaft zu errichten suchte, steuerten wir einen großen Teil zur Goldanleihe bei. Der Reparationsplan wäre ohne diese Hilfe ein F e h l s ch l a g gewesen, denn Deutschland wäre sonst nicht fähig, Zahlungen zu leisten. Di« Kosten der Be- fatzungsarmeen haben die internationalen Zahlungsverein- barungen weiter erhöht. Andere machten Pläne und trafen Verein- banmgen für die Zukunft, die zwar von großer Wichtigkeit sind, aber wenn wir betrachten, was getan ist. wenn wir also alles bei- sette lassen, wa» versprochen worden ist, dann läßk sich in den vergangenen fünf Jahren nickt» mit der Hilfe Amerikas zur wlederherflellung der flnanzlellen Skablllläl der well vergleichen. Es muß Klarhett darüber bestehen, daß dies eine neue Epoche darstellt.' Toolidge erinnerte dann an Amerikas Land- abrüstung und Beschränkung der Seerüswng.„Aber wir taten durch unsere finanzielle Unterstützung mehr für den Frieden, als wir mtt all unseren militärischen Machtmittlen dazu fähig gewesen wären.' Coolidge ging dann auch auf die Schuldenregelung ein. „Die Regierungen, die diese Regelung vornahmen, glauben, daß eine dauernde Stabilisierung der europäischen Finanzen und Wüh- rungen ohne die endgüllig« Regelung der Schuldensrage nicht möglich ist. Die Regelung der Schulden unterstützt beide, Schuldner und Gläubiger tragt zur Fortdauer freundlicher Beziehungen bei, die stets durch ungeregelte Differenzen geschädigt werden.' Coolidge trat dann stir Amerika» veilrlll zum Weltschiedsgericht ein.„Wenn wir gemäß unserer Einstellung erwägen, daß wir allen politischen Angelegenheiten aus dem Wege gehen sollen, die uns nichts angehen, kann es für uns nichts Besseres geben, als die Be- reitschaftserklärung Amerikas, mtt den anderen Nationen zur Stärkung des Internationalen Gerichtshofes zusammenzugehen. Ich wüßte nicht, was uns sonst so geringe Verpflichtungen auferlegen kann und was gleichzeitig von so großem W e r t für die Well wäre. Trotzdem die praktische Auswirkung nur gering wäre, würde ein derartiger Entschluß Amerikas rein gefühlsmäßig ein« sehr große Wirkung haben. Er würde den Beginn einer neuen Epoche bedeuten.' Locarno und den Völkerbund erwähnte Coolidge dagegen mit keinem Wort._ 3000 Drusen eingeschloffen. Paris„ 19. November.(Eigener Drahtbericht.) Die Blätter kündigen für die nächsten Tage milttärisch« Operationen von größerem Ausmaße in Syrien an. Den lranzöstschen Truppen sei es gelungen, 3000 Drusen im Libanon einzukreisen und das französische Oberkommando hoff«, sie innerhalb weniger Tage zur Kapitulation zu zwingen. Auch in der Gegend des Djebel- Drns sollen die französischen Truppen Erfolge errungen haben. Gewerkschoftsbewegung vor �ivö. für öle Seamten l Appell an die Reichslagssraklioaen. Der Allgemeine Deutsch« Beamtenbund hat, um der unerträglich gewordenen Not in der unteren und mittleren Beamtenschaft zu steuern, in einem dringenden Schreiben von den Fraktionen des Reichstags sofortige Hilfe für die bedrängte Beamtenschaft gefordert. In dem Appell wird darauf hingewiesen, daß der Reichstag aus wirtschaftlichen, staats- politischen und moralischen Gründen die unteren und mittleren Besoldungsgruppen in die Lage versetzen muß, sich so rasch wie möglich, d. h. noch vor Weihnachten, aus ihrer von Tag zu Tag steigenden Verschuldung zu befreien. Darüber hinaus fordert der ADB-, daß die genannten Besoldungsgruppen jetzt endlich einmal fortlaufend solche Bezüge erhalten, die ein menschen- würdiges Dasein zu führen gestatten. Jeder unvoreingenommene Beobachter tonnte schon seit Wochen und Monaten die Feststellung machen, daß in zahlreichen Lcamrenhaushalten bedenkliche Zersallserscheinungen aufgetreten find. Die kleinen Geschäftsleute können von der Schuldenwirtschaft In den unteren und mittleren Beamtengruppen ein Lied singen. Die Dinge haben infolge der Halsstarrigkeit des Reichsfinanzministeriums nachgerade einen gefährlichen Cha- r o 1 1■> r angenommmen. Dazu gesellen sich nun noch die Schwierigkeiten des Winters? Erhöhte Krankheitsziffern, Zwang zu vermehrten Ausgaben für Nahrung und Kleidung. Es ist allerhöchste Zeit, daß der Reichstag das Reichsfinanzministerimn an seine Pflicht erinnert und ver- anlaßt, das der unteren Beamtenschaft angetane Unrecht wiedergutzumachen. Mit Kredithilfen und ähnlichen Pol- liativmittelchen ist der Beamtenschaft nicht gedient. Auch eine Erhöhung des bestehenden Zuschlags von 12>4 Proz., der im No- vember o. I. bewilligt wurde, auf 20 Proz. würde nicht genügen; eine solche Erhöhung bedeutete nur eine gan� geringe finanzielle Aufbesicrung der Gehälter der unteren Besoldungsgruppen. Es niuß also über eine Erhöhung aus 20 Proz., wie sie im Sommer von der Rechtsmehrheit des Reichstags abgelehnt wurde, erheblich hinausgegangen werden. Käme es zu einer Erhöhung des Zu- schlag? zum Grundgehalt auf 30 Proz., dann wurde das A n- fangsgehalt der Besoldungsgruppe III nur u m 14 Mark monatlich aufgebessert werden. Es sind also nur geringe Beträge, die selbst bei namhaften Erhöhungen der Zuschläge in Frage kommen. Das Reichsfinanzministerium kann sich diesmal be- stimmt nicht darauf hinausreden, daß die Finanzlage den Forderungen des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes im Wege steht. Die Gesamteinnahmen des Reiches betragen in der Zeit vom April bis Oktober 4258 Millionen Mark gegenüber einem Bor- anschlag von 3338 Millionen Mark. Es ist also gegenwärtig e i n Ueberschuß von über einer halben Milliarde Mark vorhanden. Davon muß nur«in ganz bescheidener Bruchteil genommen werden, um den Forderungen der Beamten entgegenzukommen und fühl- bare Hilfe zu schaffen. Mit dem Hinweis auf evenwelle Preis- senkungen wird das Reichsfinanzministerium nunmehr nach der Zeit der Preisabbauaktion den Beamten nicht wieder kommen dürfen. Seit Monaten sind die Preise gestiegen, obwohl man den Beamten nichts gegeben hat. Bielleicht aber kommt das Neichsfinanzministerium letzt allmählich auch auf den Gedanken, daß es besser ist, die Kaufkraft der Beamten zu st ä r k e n, statt sie zu schwächen, und dann dem in Schwierig- leiten geratenden Kleinhandel und Kleingewerbe mit Krediten bei- zuspringen._ Sessere Ausbildung der Krastfahrzeugführer! Pom Reichsverband der Berufskraftfahrer im Deutschen Der- kehrsbund(Bczirksverwaltung Groß-Berlin) wird uns geschrieben: 14 023 Strafverfüouugen gegen Berliner Kraftfahrzeugführer im 3. Quartal 1325! Fast das Doppelte der im 2. Quartal ver- fügten 7200 Strafen. Beim Lesen dieser Bekanntmachung der Haupwerkehrsstelle faßt man sich unwillkürlich an den Kopf und erwägt ernstlich die Frage, ob denn etwa alle Kraftfahrzougführer in Groß-Berlin im letzten Quartal wahnsinnig geworden seien, oder vielleicht von der fixen Idee beherrscht würden, die Polizeivorschristen, koste es was es wolle, zu übertreten. Wer in der letzten Zeit die Dinge aufmerk- sam verfolgt hat, dem wird des Rätsels Lösung nicht schwer sein und wenn irgendwo, so ist es hier berechtigt, der Derkehrs stelle zu sagen:»Ihr laßt den Armen schuldig werden und überlaßt ihn seiner Pein!" Nach unseren Beobachtungen erfreuen sich besonders die Kraft- drofchkenführer der ganz besonderen Aufmerksamkeit der Behörden und werden demgemäß überaus reichlich mit Strasver- fügungen beglückt. Wie sieht denn nun aber die Ausbil- dung derselben aus? Die kolosiale Zunahme der Kraftdroschken hat natürlich auch eine erhebliche Nachfrage an Fahrern zur Folge gehabt. Nun wird fest einiger Zeit eine Schnellausbildung von Fahrern betrieben, von der wir vorhersagten, sie würde sich zu einer Gefahr für den gesamken Verkehr auswachsen. Diejenigen Bevölkerungskreise, welche auf die Be- Nutzung von Kraftdroschken angewiesen sind, können sicher Bände darüber schreiben, wie es heutzutage mit den Ortskenntnissen und der„F o h r t u n st* der n e u a u s g e b i l d e t e n Kraft- drofchkenführer bestellt ist. Die Behörde scheint aber der Auffassung zu sein, daß man mangelhafte Ausbildung durch Strafmandate wettmachen könne. Zumindest betrachtet der Verkehrs- sowie Schupobeamte die Kraftfahrzeugsührer im allgemeinen und die Kraftdroschkenführer im besonderen als Bösewichte, die er ganz ge» hörig unter die Lupe nehmen muß. Ist es nun richtig und für die Zukunft noch zu verantworten, mangelhaft ausgebildete Lraftdrofchkenführer auf das Publikum loszulassen, um dann hinterher zu sagen: Seht doch, wie fahrlässig in Groß. Berlin die Kraftfahrzeugjührer fahren. Ueber 14000 haben wir im letzten Quartal bestrafen müssen. Nach unserer Meinung er- innert dies Verfahren doch sehr an die„Hallet-den-Dieb'-Politik. Am Freitag, den 20. November, abends 7H Uhr, wird sich eine vom Reichsverband der Berukskraftfahrer im Deutschen Der- kehrsbund nach dem Dresdener Kasino, Dresdener Straße 98, ein- berufene öffentlich« Versammlung der Kraftdroschkenführer Groß-Berlins mit dieser Frage beschäftigen. Jeder abkömmliche Fahrer muß sich an dieser Kundgebung beteiligen. Zur Kündigung deS Reichstarifs der Maler. In vier überfüllten Versammlungen nahmen die Berliner Maler zur Kündigung des Reichstarifvertrags Stellung. Referenten waren die Kollegen Jakobeit, Schiemann, Klotz und Kaiser, die die gegen- wärtige Situation des Gewerbes erörterten und erklärten: Verschlechterungen des Tarifvertrogs lasse sich die Organisation unter keinen Umständen gefallen, solche würden mit allen Mitteln bekämpft werden. Zeitgemäße Regelung der F a h r g e ld e r- so- wie der F e r i« n f r a g« sei dringend erforderlich. Gesund- heitsgefabren drohen durch Verarbeitung minderwertiger Ersatz st off« sowie durch schluderhaften Gerüstbau. Haut» krankheiten, verursacht durch giftige Verdünnungsmittel, treten gegenwärtig häufig auf. Gesundheitsschutz sei dringend not- wendig, kann aber nur durch geschlossene Organisation erkämpft werden. In der Arbestgeberpresse betont man die Qualitätsarbeit. In der Praxis aber wird auf den Arbestsstellen ein Antreibersystem eingeführt, das die Marke.Fertig* zur Devise hat. Unfälle durch Gerüsteinstürze ereignen sich wöchentlich mehrmals. Aste reparaturbedürftige Leitern und Laufbohlen gefährden Leben und Gesundheit der Arbeiter. Heuchlerisch stagt das Unternehmer- organ„Die Bauwelt*: Warum Arbeiterkontrolleure? Arbeiter bauen doch die Gerüste und wenn diese nicht fähig zum Gerüstbau sind, dann fehlt ihnen auch die Eignung zur Kontrolle. Das wagt man der Arbeiterklasse ,u bieten, wo feststeht, daß nackte Prositsucht blindwütige Akkordschinderei eingeführt hat, die Leben und Gesund- heit der Bauarbeiter bedroht. Wie oft sind schon bei Beanstandungen von morschem, brüchigem Material sofortige Entlassungen erfolgt! Weil Staat und Koinmune versagten, gründet das Berliner Bau- k a r t e U ein eigenes Sekretariat, das der OeffenUichkest„Aufschluß* über die Schuldigen bei Arbeitsunfällen geben wird. Demgegenüber muß der Schutz der Arbeitskraft in den Vordergrund gerückt werden. Attacken der Arbeitgeber gegen die achtstündige Arbeitszeit wie gegen die sozialen Tarifbestimmungen müssen an der Geschlossenheit der Gewerkschaft zerschellen. Arbeitsbeschaffung und Arbeiisvermitt- lung müssen durch die Organisation geregelt werden. Außenseiter sind als Schleppenträger der Arbestgeber zu betrachten und dem- gemäß zu behandeln. Die jetzt eingetreten« wirtschaftliche Krise erfordert eiserne Disziplin und geschlossen« Organisation. Die Splisterorganisa- tionen haben keine Existenzberechtigung. Nicht Gekläff von In» dividualstrategen, sondern nüchterner Tageskampf verbürgt den Er- folg. Schwer ist der Aufgabenkreis für unsere Organisation und nie ist der Appell zur regen Mitarbeit jedes einzelnen notwendiger als jetzt. In sämtlichen Versammlungen waren Beauftragte der Chem- nitzer Richtung anwesend, die ihr Sprüchlein aufsagten. Dos sonst übliche Schimpfen auf die Organisation unterblieb. Sämtliche Diskussionsredner erkannten an, daß die Organisation und deren Lestung das denkbar möglichste im Interesse der Kollegenschaft ge- tan hat. Wester sei dringend notwendig, daß sämtliche Außenstehende dem Zentralverband zugeführt werden. In den Versamm- lungen herrschte eine erfreuliche Uebereinstimmung über die ge- trossenen Organisationsmaßnahmen. Resolutionen, die dem Gedankengang der Referenten entsprachen, wurden vorgelegt und einmütig angenommen. Als Auftakt für die Werbetätigkeit der Organisation hatten diese Versammlungen einen großen Erfolg. Wenn n n innerhalb der Arbestsstellen das ausgegebene Agitationsmaterial verwendet wird, kann der Erfolg nicht ausbleiben._ TaS Jungvolk vom Bau. Im Rahmen der gewerkschaftlichen Werbcwoche fand am Büß- tag im Gewerkschaftshaus eine in jeder Beziehung würdige Vera»- ftastiing des„Jungvolks vom B a u* statt. Der Baugewerks- bund haste es ganz der Jugend überlassen, den Abend in ihrem Sinne zu gestallen. Das Jungvolk zeigte sich seiner Aufgabe auch gewachsen, so daß selbst die ästeren Anwesenden zu der Ueberzeuguug kommen mußten: Hier, ist unsere Jugend gut aufgehoben. Der Abend wurde'ausgefüllt durch Musikvorträge, ernste und hellere Rezitationen und gemeinsamen Gesang. In einer Ansprach« wies der Lester der Jugendgruppe, P i e st e r n i ck, auf die Notwendigkeit des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses der Jugend- lichen hin, damit es gelingt, das selbstherrliche Erziehungsrecht der Lehrherren immer mehr durch die tarifliche Regelung des Lehroerhältnis zu ersetzen. Die vielen ausgestellten Modelle und Zeichnungen, die in den wöchentlichen Bauabenden gefertigt werden, zeigen, daß die Gewerk- fchaften auch zur Erweiterung der Fachkenntnisse und Handfertigkest ihr Test bestragen. Das natürliche Verlangen der Jugend, sich praktisch und ideell auszuwirken, findet in der Gewerk- schall ein reiches Betätigungsfeld. Es muß daher auch das Bestreben der Erwachsenen sein, denen im Heim oder auf der Arbeitsstästc die Erziehung des Nachwuchses anvertraut ist, die Jugend von den mehr oder minder fragwürdigen Iugendoereinen fernzuhalten und sie in ihren Organisationen zu wissenden Kämpfern für die Ziele der Arbeiterbewegung zu erziehen. Denn nur zu wahr ist das Wort: „Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft!* Tie„Rote Jahne" kneift! Dom Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter, Ortsver- wastung Berlin, wird uns geschrieben: Die„Rote Fahne* kneift. Sie versucht jetzt abzuleugnen, daß sie mst dem Angriff auf unsere Organisation und die Arbesterschafi in der Getränkeindustrie uns gemeint hat. Sie behauptet, daß sie ein.anscheinend(!) gelbes Dcrbändchen* gemeint habe. Dielleicht ist die.Rote Fahne* so freundlich, uns den Namen dieser Organi- sation zu nennen. Es gibt nämlich keine gelbe Organisation in unserem Berufe, zumal ja die Koinmunisten bislang noch nicht den Mut gehabt haben, einen eigenen Laden aufzumachen. Genau so ist es mst der Verleumdung, daß Brauereiarbester sich als Versammlungssprenger hergeben. Sogar 5000 Personen— das sind wahrscheinlich die Phantasiegelben— sollen dazu bereit ge- wesen sein. Es ist durchaus möglich, daß Genosse Etzkorn, wie die„Rote Fahne* so geistreich schreibt, von Beruf Barbier war. Die Schaumschläger aber sitzen jedenfalls in der„Roten Fahne*._ Lulab IMlgl eder der Metallindustrie! Mitgliederversammlung morgen Freilag. abends 7 Uhr, im Trotzen Saal der Haverlands Festsäle, Neue Friedrickistratze 35. Baagewerkebiiitd. F-charupp« her vutzee. Sonntag, den 52. Stovemder, vormittag» 10 Uhr. im>dt: Anzeigen: Dh. Stock«: sämtlich in Vcrliu. Verlag: Vorwärts-Verla, las lao Rehbläfter.......... iwlso Suppenhühner.... Mmdlaslss Junge Brathühner... iwlss Fettgänse........ n»« las Im Goudakäse Mh»ed. din.. Pld. 80 Pf. 7 5 Pf. Allg. Stangenkäse 75 h. Holländer... ptund Iis TilsiterPid-SOPiroiiienlis Schweizer J*;l»c%?*leo Pfd. 1 TßO(eigene Mischungen) Pekri•%«/» Vr�W. Dariccling-Misdiung 95 Pt. Im 320 Ceylon-Mischung. 90 rt. Iis 3 so China-Mischung... 75 Pt- Iso 3 m Indien-Mischung... 70 Pt- l*o 200 Kochäpfel pfd. 1 0 pl Reinetten|f?£dpibu"d 18 pl Schöner v. Boskoop 20 pl Kranzfeigen■ Pfund 32 pl Bananen.. Mund 55 PL Frische Aianas P'und|m Dom W Jg. Bohren 75 pl Sellerie In Scheiben. Ilo Gemischt. Gemüse 83 pl Gem. Gemüse miu-ilew 1 15 Jg Erbsen Äl" 90pl Junge Karotten•. 63 pl Jg. kleine Karotten BSk ROt-�hi'ffoT'�mnd 5 PL Mohrrüben 5 Pf. Blumenkohl Kopi von 6�- Zwiebeln....Pfund 6 pl Sellerie Pfund I2pl 20 pl Dauermaronen 22, 30 PL Konserven Oos« Vi Jg. Erbsen Sthr lein 2 10 Bruch-Spargel nuttd 2ss Stg.-Spargel»tr. stark 395 Pflaumen m» stein 70 pl Kirschen rot. m. Stein 1 65 Pfirsiche tao Ananas Hawat LSchelb. 225 Wein Viktoria Erbsen V,S 23 pl Grüne Erbsen Piuna 23 pl Polierte Erbsen pid. 28 pl Weiße Bohnen Piund I8pl Runde Bohnen Pfd. 28pl Linsen � koÄ20PL Thür. Linsen Pfund 34Pf. Johannisheer Gelee 1 Pfd.- cn T>f � � d.� d» Ol«» Eimer 270 Konfitüren Kirsdi u. Hfmbeer■ 2 Ptund-Eimcr■" OraBdco o. Pflaumen■ 2 Piund-Eimer• 20 Aprikosen u. Erdbeeren■ 2 Pfimd-Eitner Portugies. Oelsardinen VtDoa. 80 PL Klubdos. 52 PL Margarine (Spei««) Piund«OPL Kokosfett i-pid.-Tai»i 68 Pf. Speisetalg> Pid.-Ptk. 66 pl Tafelbutter'»>->«. Pid. 2» Dän. Butter.• pfu-o 238 Preise für Vi Plesthe �mschtteßL Slcner ohne dies Edel-Apfelwein__ 1920 Deidesheimer a.T«felobet, lein, mild ÖO PL Gutenberg J,|<,llwc,n|90 1921 Barsac 2 m 1923 Wellensteiner Berg mlld-Tischmos. 90 PL 1923 Alsheimer Goldberg mild. Rhelnheaaa| CS 1923 Oppenheimer Garten neb»».... 1� 1920 Berncasteler... rassiger Moad l®® ' vollmundig 1 1921 Liebfraumilch IL role Kapsel, lieblich mild 220 1921 Brauneberger Riesling schwdr. Dlnermos. 270 1922 Grandes Cotes französischer Rotwein HO 1922 ChäteauLa Grölst Propr. Lacroix Bordeaux|90 1921 Päcser Burgunder Idner ungarischer Burgunder« Wachstum Domkapitel fe®0 Tarragona goTeVuaV I« Portwein feiner alter 2« Deutscher Weinbrand „Reserve".... 320 Abi. Frische Blumen, Leipziger Sir., zum loienfesi: Sirauße und Kränze Frische Fische Dorsche Colberger, aaigenommen, Plnnd 18 PL Roibarse ohne Kopf......... Pfund 18 Pf. Bratschollen............... 24«. Grüne Heringe«rot,.......... 24-f. Kabeljau gras«, ganze FUie...Ptund 35 Pf. Lebende Spiegelkarpfen«»»d las Lebende Hechte..... nu>d lio las Wurstwaren Landleber- u. Rotwurst 1*° Grobe Mettwurst........ Mond 14s Gefüllter Schinken......"««> l�s Sülz- und Jagdwurst— M»dlss Filet- u. feine Leberwurst M°-d irs Zervelat- u. Salamiwurst las Schinkenspeck ta> Plnnd-smien, Mund 2 M Nußschinken, Pfand Pfand 2 10 32 PL Flundern «räuch., Hd 55,«», Schellfische�*�- 33 pi Fettbücklinge m». 42 PL Rotdars�'�AfiPL Sprotten.-- p«� 72 PL Kuchen�" Z Bienenstich stuck 45 pr. Wohnbrot...swek 45 pl Mohnstangsn smck 50 pt Brezeln--..sra* 50 PL Kaffee u. Schokolade Frisch gebrannt. Kaffee» Sar1- ▼- 2soh.4 so BlodiSChoholadC'/>. V» V» P'und. P.md t ft Milchschokolade...100 Oramm-Iafel 40 Pf. Müch-Nuß-Schokolade 100 Or.-r./ei 50 n. Nr. 54$ ♦ 42. Jahrgang J. Seilage ües vorwärts Zreitag, 2S. November 1925 Zusammentritt öes Staötparlaments. Nur Vereidigung der Stadtverordnete»— und Spektakel der Kommunisten. Die neu gewählte Berliner Stadtverordnetenver- s a m w. l u n g konnte in ihrer ersten Sitzung, zu der sie gestern zu- sammentrat, nichts weiter tun, als sich durch den Oberbürgermeister vereidigen lassen. Das wußten selbstverständlich auch die Kom- rministen, aber sie gaben vor daß sie den sofortigen Beginn der Arbeiten für möglich hielten. Sie begannen in der ihnen eigenen Art mit der„Arbeit", indem sie sich bemühten, sofort wieder einen Krach zustande zu bringen. Oberbürgermeister Boß, der die neue Stadtoerordneteuversammlung in längerer Rede begrüßte und dabei mit einer gegen die rechte Seite gerichteten merklichen Schärfe auf die den Kommunen feindliche Haltung der pri- votcn Wirtschaft hinwies, wurde in Ruhe angehört. Dem zur Vereidigung der??.? Stadtverordneten erforderlichen zweihundert- fünfundzwnnzigmaligen Händeschütteln, dos dann folgte, unterzog Herr Boß sich mit tapferer Auedauer. Danach übernahm Stadtverordneter Bamberg, der zur Fraktion der Demokraten gehört, als dos an Lebensjahren älteste Mitglied der Versammlung den einstweiligen Vorsitz und erklärte, in Ermangelung einer Tagesordnung könne man die Arbeiten erst in einer nächsten Sitzung aufnehmen. Die Kommunisten forderten sofortige Wahl des Vorstandes und Konstituierung der Versammlung und danach auch schon die Beratung eingegangener Anträge. Als der Vorsitzende das für unmöglich erklärte, erhob sich im Saal bei den Kommunisten lauter Widerspruch und auf der Tri- biine bei den von den Kommunisten zusammengetrommelten Zu- Hörern aufgeregter Lärm. Daß nach der Städteordnung jede Tages- ordnung ein paar Tag« vor der Sitzung in Händen der Stadtver- ordneten sein muß, war den Zuhörern von den sie hinbeordernden Kommunisten nicht gesagt worden. Darum antworteten sie auf die verkündung, daß die Sitzung geschlossen sei, mit neuem Lärm und dem Ruf„Arbeitcroerräter!". Was bekäme die Stadt- verordnetenverfammlung von den Kommunisten und dem sie be- gleitenden Chor zu hören, wenn sie einmal gegen eine Vorschrift der Städteordnung zu handeln sich herausnähme! * Die am 25. Oktober neugewählte Vertretung der Bürgerschaft van Groß-Bcrlin irot gestern um 5 Uhr im großen Sitzungssaals des Berliner Rathauses zum erstenmal zusammen. Fast vollzählig hatten sich die Stadtverordneten eingefunden: am Magistratstische hatte zur Seite des Oberbürgermeisters der Wahlkommisior, Stadtrat Richter, Platz genommen. Um 5 Uhr?0 Minuten nahm Oberbürgermeister Best zu einer Ansprache das Wort, in der er zunächst den beiden inzwischen ver- stordcnen Stadtverordneten Dr. Ki r ch n e r und Walter Worte ehrenden und anerkennenden Gedenkens widmete, die die Ver- sammlung stehend anhörte. Alsdann fuhr der Oberbürgermeister fort: Als ich vor vier Jahren die jetzt abgetretene Versammlung in ihr Ami einführte, wies ich auf die Größe der ihr gestellten Ausgabe, in-hesonder« hinsichllich der Durchführung der neuen Organisation der Verwaltung von Groß-Berlin hin. Nun, innerhalb dieser vier Jahre ist es gelungen, diese Organisation endgültig sestzustellen. Es war eine überaus schwere Zeit, die in diesen Jahren überwunden werden mußte, es war die Zeit der Inflation, wo die Arbeitskraft der gesamten Bevölkeruitg aufs äußerste angespannt war, ohne daß sie auch nur das Alleräußerste zum Leben sich erwerben konnte. Ader wir erreichten trotzalledem die Umstellung, die Stabilisierung, und es isi ein großes Verdienst unserer Verwaltung, daß wir unser« großen städtischen Werke unbeschädigt in die Stabilisierung hinein» bringen konnten. UUr haben erreicht, daß die Betriebe In kurzer Zelt wieder auf die Deine gebracht werden konnten, ja, daß wir in unseren werken vorbildliches lefslen konnte» und darauf können die städtischen Körperschaften besonders stolz fein. Aber auch sanft ist mancherlei erreicht: wir konnten trotz oller Nöte das Vermögen der Stadt, besonders in Grundbesitz, vermehren, wir konnten in allen Verwaltungen kräftige kulturelle Arbeit leisten, sind auf allen Gebieten der kommunalen Tätigkeit vorwärts ge- kommen.— Auch der neuen Versammlung werden überaus wichtige Aufgaben gestellt werden. Unsere Wirtschast kann nur gedeihen, wenn die Borbedingungen, die sie braucht, in vollstem Um- fange erfüllt werden, und es muß offen ausgesprochen werden, daß sie nicht so erfüllt worden sind, wie es sein sollte. Unser Ver- kehrswese» liegt immer noch sehr im argen: es sehlt ein geschlossenes, ausgebautes Schnellbahnnetz, es fehlt an der Rege- lung der Beziehungen zwischen den Unternehmungen, die dem Verkehr im ganze» dienen sollen: ein großes Ziel, heilte noch in weiter Ferne, einst und hossentlich bald nahe und erreichbar, und dann für Verlin«in großer Segen! Auch auf dem Gebiet der Derwaltungsorganisation bringt unsere Zeit neue Aus- gaben mit zwingender Gewalt an uns heran. Bisher konnten wir die Organisation nur aus der Grundlage des Gesetzes Groß-Berlin vom 27. April I92t1 ausbauen: der Druck der Finanz- und anderer Nöte wird und muß zu neuen gesetzlichen Grundlagen führen, aus denen wir unsere Verwaltung mit größerer Sparsamkeit ausbauen können.— Die übrcus schwierige Wirtschaitslage hat kaum ein Teil des Staates stärker zu verspüren als unsere Stadt Berlin, die Stadt der eifrigsten Arbeit, das Zentrum des Handels und der Industrie. Die Arbeitslosigkeit wächst, die Krankenhäuser find überfüllt. der Gesundheitszustand der noch größtenteils verelendeten Bevölke- rung gibt zu den größten Besorgnissen Zlnlaß. Fast täglich erfolgt die Schließung weiterer Betriebe, und wir sehen kein Mittel, da» in kürzester Frist Abhilfe verspräche. Anderseits hat die Finanz- Politik in Reich und Staat nicht nur an unseren Einnahmen wesent. liche Einschränkungen zur Folge gehabt, sondern uns auch höher« Lasten auferlegt. Die private Wirtschaft hat nicht erkannt, auf welchen Grundlagen die hohen Steuerlasten, über die sie sich beklagt, sich ausgebaut haben: sie sucht die Ursachen in einer Verschwendungssucht der Gemeinden, besonders der größeren, sie will den Gemeinden Geld wegnehmen und ihnen neue Ausgaben auferlegen, ohne zu bedenken, daß in dem Augenblicke, wo Feh!« betröge entstehen, diese wiederum durch Steuern eingebracht werden muffen, die legten Endes doch wieder die Wirtschaft ausbringen muß. Die im Reich und Staat unker dem Druck der Privaiwirlschasl betriebene Politik werden wir hier in den nächsten Wochen aus» bitterste zu empfinden haben und dann mögen sich diejenigen nicht beklagen, die im Grunde ge- nommen, die Schuld daran tragen, daß wir in kurzem unsere Steuern wesentlich werden erhöhen müsl«n(Be- wegung.) Es wird unsere Aufgabe sein, alles daranzusetzen, um diesen Steuerdruck aus ein geringstes Maß herabzusetzen: und das wird die Ausgabe oller Mitglieder sein, denn welcher Partei immer der einzelne auch angehören mag, der Zusammenbruch trifft all« gleichmäßig. Di« Grundlagen für dies« Abwehrbestrebungen müssen in der Gesetzgebung namentlich durch Aenderung des Gesetzes Groß- Berlin gefunden werden.— Nicht mit pessimistischen Gefühlen soll man hineingehen in«ine große Arbeit, wie sie Ihnen bevorsteht. Ich bin überzeugt, daß auch in der neuen Versammlung die Inter- essen unserer Großstadtbevölkerung in vollstem Umfang« werden gewahrt werden: wie immer die Parteien sich orientieren mögen, an der Spitze wird immer der eine große Gesichtspunkt stehen: Für unsere Stadt Berlin! sLebhastcr Beifall.) Hierauf erfolgt durch den Stadtrat Richter der N a m e n s a u f. ruf der Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge: die Aufgerusenen treten an den Oberbürgermeister heran und werden von diesem durch Handschlag verpflichtet, ihr Amt nach Pflicht und Gewissen zu verschon.' Daraus erklärt der Oberbürgermeister: Ich habe nunmehr die Ehre, Sie in Ihr Amt einzuführen, und bitte Sie, Ihre Plätze einzunehmen. Stadtverordneier Bamberg übernimmt als Alter spräsi- d e n t(1346 geboren) den Vorsitz, eröffnet die Sitzung und beruft zu Beisitzern die Stadtverordneten Flatan(Soz.), Schalldach(D. Äp.). Goß(Komm.) und Dr. Falß(Dnat.). Er begrüßt die Versammlung und spricht die Hoffnung aus, daß sie wie alle ihre Vorgängerinnen ihre Pflicht erfüllen und daß ihr die Erfüllung dieser Pflicht«in außerordentliches Vergnügen machen wird(Heiterkeit� und Zu» stimmung). Er schlägt dann vor, die konstituierend« Sitzung am nächsten Donnerstag abzuhalten. Ein zur Geschäftsordnung van dem Kommunisten Göbel eingebrachter Antrag nahm den im Eingang des Berichtes bereits geschilderten Verlaus. Schluß.'/»? Uhr. Der Arbeitsplan der Stadtoervrdaeievversammlung. Unmittelbar nach der gestrigen Sitzung fand unter der Leitung des Stadtverordnetenvorstchcrs Gen. Haß eine Besprechung der Fraktionsführer statt. Nach dem Ergebnis dieser Ver- Handlungen wird sich der Arbeltsplan der Stadtverordnetenver- sammlung folgendermaßen gestalten: In der nächsten Sitzung er- folgt zunächst die Wahl des Präsidiums. Im Änschluß daran die Wahl eines 17 köpf! gen Ausschusses zur Nach- prüiung der Stadtverordnetenwahlen und die Wahl des Haushalts- ousschusses. Dieser Wahlgnng ward dazu benutzt werden, um den Schlüssel für die Wahl aller übrigen ständigen Ausschüsse- und Der- waltungsdeputatlonen zu finden. Die Besetzung der Deputationen selbst wird auf Grund des Schlüsseis in der nächsten Sitzung am 1. �Dezember erfolgen. Hier wird auch der Ausschuß zur Nach- Prüfung der Wahl Bericht erstatten, damit die Stadtverordneten» Versammlung tn der Lage ist, die auf der Stadtliste gewählten Stadtverordneten den Bezirken zuzuweisen. Am 10. Dezember wird unter Leitung des Oberpräfldentrn in einer besonderen Sitzung die Wahl der Mitglieder zum Staatsrat erfolgen und ferner die Wahl der unbesoldeten Stadträte.'Auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung sollen außerdem alle bisher eingegangenen Magistratsoorlagen und Anträge gesetzt werden-, um ein"leichteres Arbeiten der Versammlung zu ermöglichen, sollen allerdings nur dl« als besonders dringlich bezeichneten Magistratsoorlagen zur De- Handlung kommen. Die eigentliche Zlrbest der Stadtoerordiictenner- sammlung wird erst acht Tag« später ihren Anfang nehmen. volksparteiltche palastrevowtion� Die Sensation im Berliner Raihaus war gestern abend die Nachricht, daß die Fraktion der Aolkepartei in ihrer ersten Sitzung einen gründlichen Kurswechsel vorgenommen hat. Ihr bisheriger Vorsitzender, der bekannte Landtagsabg. o. E y n c r n, ist als Vorsitzender nicht wiedergewählt worden. An seine Stelle wählte die Fraktion den in Steglitz gewählten Stadt- verordneten Paul Schwarz. Dieser gilt auch bei seinen Gegner» als ein ruhiger, besonnener Mann, der in der Sache und in der Form verbindlich ist und der in seiner ganzen Einstellung sich von seinem Vorgänger dadurch vorteilhaft unterscheidet, daß ihm der doktrinäre, aus rein parteipolitische Auseinandersetzungen gerichtete Zug des Juristen- und Paragraphenreiters fehlt. Die Nichtwieoer- wähl des Herrn v. Eynern ist zweifellos die Quittung dafür, daß er durch seine Politik sehr wesentlich mit an der k a t a st r o p h a- len Wahlniederlage beigetragen hat. Auf anen Seiten des Hauses wurde diese Veränderung ledhasl begrüßt, denn gerade von Eynern hatte durch seine Schulmeistern und durch seinen Doktrinnrismus und durch seinen grenzenlosen Sozialistenhaß verstanden. jede Arbeitsmöglichteit in der Versammlung zu erjchwere». Er war einer der Hauptlrelber der Bürgorblock- Politik und der auf reine Machtpolitik eingestellten Lcstrebungen der Rechten. Offenbar will die Volkspartei durch seine Richtwicder- wahl zu verstehen geben, daß sie eine andere, entgegenkommendere und mehr auf sachliche Arbeit gerichtete Politik zu treiben gedenkt. — Die sozialdemokratische Fraktion kann nur bedauern, daß dieser Umschwung m der Volkspartei nicht eher gekommen ist. Seine Auswirkungen würden dann nachhaltiger sein. Immerhin ist auch dieser Kurswechsel ein Erfolg ihrer rein sachlichen, auf die Förde- rung der städtischen Interessen gerichteten Politik. Dieser Erfolg kam Übrigens gestern In der Sfadtverordnetenoersammlung bereits deutlich zum Ausdruck. Bezeichnend für diese Entwicklung ist die Tatsache, daß d>« Wahl des bisherigen Stadtorrordneteiioorsiehers, des Genossen Haß, wahrscheinlich von allen Frallionen, von den Kommunisten di» zu den Deulschnationalen, e I n sl I m m i g durch Zuruf erfolgen wird.____ Ein großer Dachstuhlbrand war am Donnerstag i» Spandau in der Schönwalder Straße 87 zu löschen, wobei leider zwei De- a m t e der Spandauer Feuerwach« an Nauchvergifmng schwer erkrankten. Zur Löschung bedurfte es vier Schlauch- leitungen von Motorspritzen. Die oberen Geschosse haben stark durch Wasser gelitten. Man vermutet Brandstiftung. 2ls Die Passion. Romaa von Clara vicbig. Die Untersuchung dauerte ziemlich lange. Sehr lange, so schien es Olga. Es war ihr sehr unheimlich, daß der Arzt so ewig mit Eoa hinter dem Vorhang blieb, der einen Ab- teil des Raumes verschloß. Die Eckassenheit des jungen Assistenzarztes, dessen Augen übermüdet aus einem blassen Gesicht saben, hatten ihr anfangs die abhanden gekommene Ruhe wiedergegeben. Run kam wieder die vorherige Angst über sie.„Ob es schlimm ist?" flüsterte sie der Schwester zu, die mit großer weißer Schürze, die alles darunter bedeckte, mit der weißen Kopfbedeckung der CharitSkrankcn an einem Glasschrank, der alle möglichen vor Sauberkeit blitzenden In- strumcnte enthielt, sich zu schaffen machte. Diese lächelte ver- trauenerweckend, sagte aber nichts. Endlich, endlich! Der Arzt kam hinter dem Vorhang vor, er hielt die kleine Eva an der Hand.„Ein artiges Kind." sagte er. Und dann strich er die Kleine ganz freundlich übe? den Kopf:„Immer hübsch geduldig, nicht wahr? Es konnte ja nicht schlimm sein, er lächelte! Olga emp- fand da« was sie durchzuckte, als eine freudige Ueberraschung. Wie töricht war sie gewesen, warum hatte sie sich nur so dumm geängstigt?!. Der junge Arzt, dessen hübsches Gesicht ein paar große Narben von Schmissen zeigte, sagte etwas zu der Schwester. die nahm Eoa hierauf an die Hand.„Sie� zeigen dem Kind wohl mal ein bißchen was, Schwester Ei�e..x,.... Er trug in sein Buch ein:„Gcburtsjahr 1894'. Tag. Name?" Er schrieb alles auf. und dann schrieb er noch stumm einiges Weitere. Und dann sah er Olga plötzlich aufmerk- samer an:„Sind Sie gesund?" „Ja." W°mm�s!h?r ihr so forschend-ns Besicht? Es war ihr, als durchbohrte sie sein Blick. Sie fublte daß sie unwillkur- lich errötete. Aber sie war ja doch gesund, ganz gesuyd, das konnte sie wirtlich behaupten.„Ich bin ganz gesund. „Und Ihr Mann?" c<> Es überlief sie heiß und kalt: Pias so-lte sie jetzt sagen. Nein, lügen wollte sie nicht, konnte sie nicht. Den Kopf auf- recht haltend, den Blick, der sich senken wollte, offen �auf ihn richtend, sagte sie tapfer:„Ich habe keinen Mann. Aber das konnte sie nicht verhindern, daß ihre Farbe dabei wechselte. Aus ihrem Erröten wurde ein tiefes Rot, es schlug ihr wie eine Lohe bis in die Schläfen. Er hatte sie verstanden. Er fragte nicht:„Sind Sie Witwe?" er sagte nur:„Ich meine den Vater des Kindes. War der gesund?" War Manfred Berndorff gesund gewesen? Damals ge- sund gewesen? Ein Zittern lief dem Mädchen durchs Herz, lief ihr durch alle Glieder: was, was hatte Stefan doch ge- sagt, als er von des Vaters Beerdigung nach Haiise kam?! „Der Berndorff soll krank sein, ich habe mich nach ihm er- kundigt— deinetwegen. Was Genaues wissen die Leute ja nicht, aber sie reden, reden. Und was sie reden, ist nicht gerade schön. Scheint ein ganz liederlicher Patron, wird sich wohl was Böses geholt haben. Die arme Mutter!" Nein, nein, das war nicht wahr— Manfred war ganz gesund, war immer gesund gewesen! O Gott, nein, nein, ja. ja, er war gesund! Was sie damals dem Bruder entgegengeschleudert hatte: böswilliger Klatsch— das konnte sie auch jetzt aufrecht- halten— mußte das selber auch glauben. Ja, sie glaubte eo auch! Und sie hob wieder den Kops, und obgleich sie jetzt so tief erblaßt war» wie eben noch hoch errötet, sagte sie mit ruhiger Stimme:„Ja, der war auch gesund." Und nun saß Olga schon seit Wochen in der Arbeitsstube mit dem immer gleich niedergeschlagenen Gesicht. Ihre kleine Eva war n o ch in der Augenklinik der Charit�. Sie hätte sie hundertmal lieber in eine Privatklinik getan, wo sie das Kind täglich, zu jeder Zeit sehen tonnte, nicht wie hier nur einmal in der Woche und Sonntags, aber auch dann nur zur festgesetzten Stunde und nie über die bestimmte Zeit. Doch das war eben unerschwinglich. Die Schielopereation war leicht, die war bald gemacht, aber warum behielt man ihre kleine Eva noch soviel länger da? Was an dem Auge eigentlich war, wußte Olga nicht genau. Die Sehkraft war zurzeit behindert. Bon einer Trübung der Hornhaut sprach die Saalschwester, aber das konnte doch gewiß besser werden, darum wurde sie ja gerade so lange behandest. Und eine Brille mußte sie tragen, well das andere Auge auch etwas schwach war. Natürlich, das wurde eben zu sehr angestrengt. Die Brille sollte stärken. Aber es war doch zu häßlich, ihr kleines Mädchen schon eine Brille! Als Olga ihre Eva zum erstenmal mit der Brille sah, hätte sie am liebsten geweint. Aber das Kind war fröhlich, viel fröhlicher, als es je in der Alexanderstraße gewesen war. Hier war es nicht gc- duldet, hier war es ein Kind wie die anderen Kinder auch. Nach der Operation hatte Eva lange im Dunkeln liegen müssen, aber sie ertrug das geduldiger, als andere ihres Alters. Wenn sie in ihrem Bett lag und nichts, gar nichts sah, um sie herum eine undurchdringliche Dunkelheit war, dann erzählte sie sich leise mit ihren Fingern etwas. Ihre rechte Hand faßte nach einander die einzelnen Finger der Linken. Der Daumen, dos war die Mutter, die kam zuerst dran: dann kam der Zeigefinger, das war Albert, mit dem slüsterte sie auch vertraut. Dem großen Mittelsinger, dem Onkel, hatte sie schon weniger zu erzählen, dem vierten Finger, der Irma, und dem fünslen, der Grete, noch weniger. Für die Tante Ella war kein Finger mehr übrig. Und dann sprach sie ins Dunkel laut hinein, all das, was sie Albert und Irma abgelauscht hatte, wenn die lernten. Nun wußte sie so viel auswendig: Gescmgbuchöerse, Lieder, lange, lange Gedichte. Wiltowski hatte seiner Frau zu Gefallen die Kinder pro- testanttsch werden lassen, denn brauchten die nicht zur Messe zu laufen, und es paßte zudem mehr nach Berlin: da Alvrrt nun zum Konfirmondenunterricht ging, sagte sich Eva den Katechismus, Fragen und Antworten am Sckrnirchen her. Und dann die biblischen Geschichten, die schönen Biärchen, und wenn die zu Ende waren, dann erfand sie sich selber welche. Damit unterhielt sie sich und andere, die nebenan lagen und der Kinderstimme stundenlang lauschten. Olga wurde ganz stolz, wie beliebt ihre kleine Eva mar.— Als Eva nach acht Wochen die Klinik verließ, weinte sie. Ihr war das alles hier so oertraut. In der letzten Zeil hatte sie hinunter gedurft, auf den Bänken in den umbuschten An- lagen fitzen und da mit der großen Wachsvuppe, die ihr die Mutter gebracht hatte, schön spielen. Es war Früh- ling geworden, ein frühwarmer, es war so herrlich gewesen unter den Büschen, die grüne Blättchen trieben: es stand auch ein Kastanienbaum da, der hatte dicke braunglänzende Knospen. Jeden Tag sah Eva nach, ob nicht schon eine der braunlackierten aufgeplatzt war. Dann stand sie hinauf- guckend mit hochgerecktcm Köpfchen und hielt noch die Hand schützend über die schützende Brille. Und Amseln kamen und pickten im Gebüsch, und einmal hörte die kleine Eva eine von ihnen singen. Das vergaß sie nie. „Auf Wiedersehen," sagte die Schwester und streichelie das Gesichtchcn, das nicht frischer und röter geworden war. Und Eva winkte:„Auf Wiedersehen!"— ;(Fortsetzung folgt.) Der neue Zunkturm in Königswufterhausen. Das zweitgrößte Bauwerk der Erde. Vor Jahren hatte da» Militär in Königswusterhausen eine Funkstation errichtet, die nach dem Krieg von der Reichspost über- nommen und gewaltig ausgebaut worden ist. Damals ein Gebäude von ziemlicher Nüchternheit und eine Anzahl von zwar sehr an- sehnlichen, aber doch nicht überwältigend hohen Funkmasten. Heute sind es drei Gebäude, die in nicht geringer Entfernung voneinander liegen, und die zwei neueren Häuser zeigen sich in sehr ansprechender Gestaltung. Der Bau hes zweiten Funkgebäudes fiel zwar in die Inflationszeit und darunter hat die innere Raumgestaltung noch etwas gelitten, aber das neueste Haus ist bereits in stabiler Zeit entstanden und stellt ein wahrhaft mustergültiges Heim für eine Groß-Sendestation dar. Inzwischen ist aber auch der gewaltige dreieckige Turm fertig geworden, der 243 Meter hoch ausragt und der noch einen weiteren Ausbau von �0 Metern und darüber noch eine Spitze erhalten soll, womit er dann dem Eiselturm an Höhe vollkommen gleich sein wird. Das ganze weite Gelände ist jetzt Eigentum der Reichspost und am gestrigen Donners- tag waren eine größere Anzahl Funkfochleute, Regicrungs- und Pressevertreter einer Einladung zur Besichtigung der Großfunkstelle Königswustcrhausen gefolgt. Das nächste Ziel der Reichstelegraphenverwaltung ist. wie Staatssekretär Bredow ausführte, die Automatisierung der Ortsfernsprechnetze und die Verkabelung der ober« irdischen Telegraphen- und Lelephonleitungen. Aus beiden Gc- bieten ist schon viel geschehen. Annähernd SWTO Kilometer Fernkabel liegen bereits in deutschem Boden. Anschluß an die Nachbar- lönder ist vorgesehen und das Streben geht dahin, nach der bereits eingetretenen starken Verbesserung des deutschen Fernsprechverkehrs — die allerdings wohl auch durch die Einschränkung des Fern- sprechen» infolge der sehr hohen Gebühren hcrbcigesührt ist!— euch für den europäischen Fernsprechverkehr gleiche Schnelligkeit der Erlangung der Verbindungen und ebenso gute Verständigung zu erreichen. Der Wiederaufbau des durch den Krieg verlorenen lleberseekabelnehes ist gleichfalls bereits in Angriff ge? nommen. Mit den skandinavischen Nachbarländern haben wir längst Kabel und ein neues deutsches Kabel über Emden, Azoren nach Amerika ist wieder im Bau. Der Jnlandstelegraphenverkehr aus dem Draht ist heute so entwickelt und gesichert, daß die 32 deutschen Inlandsfunkstationen nur noch für den Notsall, bei besonderer lieber- lastung oder Störung zum Telegraphieren benutzt werden. Vom Berliner Haupttclegrapbenamt gehen täglich etwa 5400 Telegramme, meistens Auslandsoepeschen, über Konigswusterhausen durch die Lust. Ein Teil des Funkdcpeschenverkehrs geht auch über Nauen und Eilvese. Die Sender von Konigswusterhausen dienen zu einem wesentlichen Teil der telephonischen Sendung und zwar vor allem dem Rachrichtenwesen der Zeitungen. Mehrere große Nachrichten- bureaus, darunter auch der„Sozialdemokratisch« Presse- dien st", sprechen täglich mehrmals zur festgesetzten Zeit ihren Abonnenten im Reiche Nachrichtenmaterial zu. Daneben verbreitet Königswusterha' sen, wie jeder Radiofreund weiß, auch eigene Künstler- und Schallplattenkonzerte. Bei der fabelhaften Entwicklung der Funkteckrnik ist an einen Abschluß noch gar nicht zu denken. Jetzt tritt die Sendung vo Bildern immer mcbr in Erscheinung und Staatssekretär Bredow glaubt schon von der Zeit sprechen zu können, wo man Briese nach fernen Ländern, die heute wochenlang brauchen, in wenigen Stunden funkentelcgraphisch im Faksimile wird übermitteln können. Einem Dortrag des Leiters der telegraphentechnischen Reichsanftalt. Ober- postrat Dr. Harb ig, war u. a. zu entnehmen, daß die zahlreichen Sender in der gleichen Funkstation durch Zwischenkreise gegenseitige Störungen ausschalten. Man hall Maschinen- und Schaltanlagen von den Sendern getrennt. Der geplante Turmaussatz soll besonders zu Versuchen mit kleinen Wellen dienen. Als„Erde" ist ein ziemlich großes Kupscrdrahtnetz im Boden vergraben. lieber den Turmbau selbst sprach Ingenieur Honnef. Er erwähnt- u. a.. daß der Eifelturm 7000 Tonnen wiegt, der Königswusterhausener aber einschließlich der gewaltigen und schweren Verankerung, die im Boden liegt, nur 700 Tonnen, also den zehnten Teil, während die Kosten gar nur 7 Prozent der Baukosten des Eifelturms betragrn. Auf der Plattform in 230 Meter Höhe steht ein zweistöckiges Maschinenhaus, in dessen oberen Stock ein Sender kommen soll,' der in 240 Metern Höhe arbeiten wird. Später soll sogar im Knopf der Spitze ein Sender untergebracht werden! In der Mitte des Turms geht eine Wendeltreppe mit 1000 Stufen hinauf, die sich um-ine Metallröhr« von 90 Zentimetern Durch- Messer schlingen. In dieser Röhre wird man mit einem einfachen Fahrstuhl hinauffahren können. Man wird 4 Minuten brauchen. um diese Höhe im Fahrstuhl zu überwinden. Die lOOOstufige Treppe ersteigen gewandte und gewohnte Arbeiter in etwa einer halben Stunde. An den etwa 200 Werkplänen für den Turmbau höben 10 Ingenicure ein Jahr lang gearbeitet. Bei den 32 Wind- werken waren 33 000 Kilometer Stahlkabel während des Baues in Betrieb. Selbstverständlich forderten und erhielten die Arbeiter, die dieses kühne Werk zur Höhe förderten, entsprechend ansteigend« Arbeits- und Gefahrloynznfchläge. Die Gußstahlstücke für den Turm wurden beim Hinauswinden durch Winddruck zeitweise stark abgetrieben. Die statistischen Berechnungen bilden einen stattlichen wissenschaftlichen Band mit vielen Zeichnungen und Formeln, während die Berechnungen für den Eifelturm im Vergleich dazu verhältnismäßig geringfügig anmuten. In den drei Funkhäusern auf der märkischen Ebene südöstlich von Berlin geht es, wenn nicht gerade Besuch da ist, überaus still zu. In den Senderäumen Hort man fast gar nichts, in den Maschinenhallen nur das durchdringende Singen der Hochfrequenz. Maschinen. Aber eine verwirrende Fülle von Worten und Tönen strahlt aus diesen Türmen und durch die Antennendrähte hinaus über den ganzen Erdball und wird ebenso wiederum in deutschen Funkstationen ausgefangen. Die Lust, in der wir alle leben, wird so die geistige Verbindung der ganzen Menschheit. Am Sarge deS Fliegers. Die Morgenblätter des gestrigen Tages hatten die Nachricht oerbreitet, daß die sterblichen Ueberreste des während des Wellkrieges gefallenen Fliegers Manfred v. Richthofen am Bußtag nach Berlin übergeführt und tn der Gnadenkirche in der Invaliden- straße feierlich aufgebahrt worden sind. Diese Meldung hatte erklär- licherweise zur Folge, daß viele Berliner Einwohner trotz der winter- lichen Kälte zu dem monumentalen Bau im Norden Berlins gingen. Eicher sind manche jener biederen Bürger, die geduldig sich in langen Reihen am Kirchcngarten entlang der Straße aufgestellt haben, ehr- liche Patrioten, deren Liebe zu Deutschland sich in der kleinen symbo- tischen Handlung de» Vorbeidefilierens am Sarge Richthofens kundtat. Und da» ist für uns, die wir Deutschland ja nicht minder lieben als fene, die ihre Blumenkränze mit schwarzweißroten Schleifen um- winden, das Traurige und das Bedrückende dabei: sie ehren den gefallenen Flieger, der seine Pflicht zu ersüllen glaubte wie zahllose und namenlose andere, eben als Krieger, nicht als Opfer. Sie wissen nicht, wie unedel und wie geistleer letzten Endes ihre Parade ist, wenn sie nicht mit dem inneren Gelöbnis zum Frieden, das für uns Sozialisten einzig und allein Dokument wahrer Vaterlandsliebe sein kann, geschieht. Unter den vielen Kränzen, die den Sarg bc- deckten, befand sich auch einer, der von englischen und ameri- konischen Fliegern gestiftet ist. Die Schleife trägt die In- schrist:„Manfred v. Richthosen, unserem Gegner, aber auch unserem Kameraden." post-Mbonnenten U�amlt Sie regelmäßige Zustellung öes »vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleiüet, bitten wir unsere post-?lbonnenten, üas �lbonne- ment für den kommenden Monat bei üem zustänöigen Postamt sofort zu erneuern. vorwärts- Verlag H. m. b. h. Eine verhinüerte Lanüauktion. Verzweiflungeaktion der Basdorfer Siedler. Wie wir vor einiger Zeit berichteten, sind in B a s d o r f an der Liebenwalder Bahn 6S Berliner Familien durch die Machinationen eines Spekulanten, besten Ge- schäfte augenblicklich von der Staatsanwaltschaft nachgeprüft werden, um ihren unter größten Entbehrungen errungenen Besitz an Land und Häusern gebracht worden. Die„Basdorfer Bodengesellschaft m. b. H." hatte den Siedlern zwar Grundstücke verkauft, durch gewisse Transaktionen aber zu verhindern gewußt, daß den Käufern vom Grundbuchamt Oranien- bürg die Auslastung erteilt wurde. Später hat dann die„Basdorfer Bodengescllschaft" neben anderen Terrains auch die Siedlung?- qrundstücke einem gewissen Bluth übereignet, der angeblich große Forderungen an die„Basdorfer Bodengesellschaft" hat. Aus An- trag des B. war nun für den gestrigen Donnerstag die Versteigerung der Siedlünaegrundstücke vor dem Amtsgericht Oranien- bürg angesetzt worden. Die Siedlungsgrundstücke sollten m i t dem gesamten Inventar, Häusern, Ställen, Bäumen usw., unter den Hammer kommen, und der gegenwärtige Besitzer hatte den Siedlern sogar oerboten, aus den Häusern Möbel, Gartengeräte usw. herauszunehmen. Zu dem Borsteigerungstermin hallen sich in dem Amtsgericht Oranien- dnrg sämtliche Siedler aus Basdorf eingefunden. Die verzweifelten Leute, die zum Teil mit Gummiknüppeln usw. be- wassnet waren, befanden sich in einer derartigen Erregung, daß es dem Konkursrichter zunächst lange Zeit hindurch nicht gelang, Ruhe zu schaffen. Endlich konnte die Versteigerung ossiziell er- öffnet werden. Bei der Berlesung der zu subhastierenden Grund- stücke mll dem Inventar spielten sich herzzereißcnde Szenen ab. Männer und Frauen, die sich um ihren Besitz gebracht sahen, schluchzten laut, und einig« Frauen beschworen den Richter, ihnen doch wenigstens zu gestatten, die Möbel, Betten usw. aus den Häusern herauszunehmen. Als dann der augenblickliche Besitzer der Grundstücke, der frühere Direktor der Aachen- Münchener V e r s i ch e r u n g s 21.-0. Bluth, im Saal erschien, kam es zu t u m u l t u a r i s ch« n 2l u f t r i t t e n. B. wurde von den ver- zweifelten Siedlern mit Zurufen wie„Blutsauger",„Bluthund" usw. empfangen. Die Erregung im Saal wuchs von Minute zu Minute, und es war zu befürchten, daß die entrechteten Siedler sich zu schweren Ausschreitungen würden hinreißen lassen. Aus diesem Grunde erklärte der Konkursrichter die Versteigerung für aufgehoben und ordnete an, daß ein neuer Bersteigerungstermin erst im kommenden Jahre stattfinden_}oll. Die Erregung der Siedler wurde dadurch zwar etwas gedänipft, doch kam es zu neuen Auftritten, als der Kaufmann Bluth eine Einigung dadurch herbeizuführen trachtete, daß er den Siedler vorschlug, von ihm die Grundstücke erneut zu kaufen. Erst allmählich gelang es, die aufgeregten Männer und Frauen aus dem Saal herauszudrängen. Es wäre zu wünschen, daß bis zur Ansetzung des neuen Versteige-> rungstermins die Untersuchungsbehörden sich des Falles energisch annehmen._ Bezirksamt Prenzlauer verg.?lm Freitag, den 20. November, nachmittags 4'/, Uhr. im Allersheim. Donziger Sir 62: Vollversammlung oller im Beziiksamt tätigen Arbeiter, Angestelllen und Beamten. Wichtige Tagesordnung. Das kunclfunkpi-oxi-smm. Freitag, den 20. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 30—6 ühr abend»: Nachmittagskonzert der Berliner Funk- kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kaufftnan. 6 40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Fran. 7 Uhr abends: Ifans-BreJow- Sobnle(Bildungskurse). Abteilung Sport. Hans Samek:.Da» Golfspiol". 7.30 Uhr abends: Sendespielo Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 13. Veranstaltung. Die große romantisene Oper:„Tannhänser und der Sängerkrieg auf der Wartburg". Oper von Richard Wagner. Dirigent: Georg Szell von der Berliner Staatsoper. Personen: Hermann, Landgraf von Thüringen: Rmanuel List; Tannbäuser; Fritz Soot; Wolfram von Escnenbach: Cornelis Bronsgeest; Walther von der Vogel weide: Alfred Ernesti; Biterolf: Ludwig Flaschner- Heinrich der Schreiber: Heinz Rottenstedt; Reinmnr von Zweier: Heinrich Brunner; Elisabeth, Nichte des Landgrafen: Hanna Gorina; Venus; Emmy von Stetten; ein junger Hirt: Gertrud Hirt; vier Edelknaben; Thüringische Ritter. Grafen und Edel- leute. EdeUrauen, ältere und jüngere Pilger usw. Handlung: I. Teil: Das Innere des Hörselbergos bei Bisenach. Ein Tal vor der Wartburg. II. Teil: Auf der Wartburg. III. Teil: Vor der Wartburg. Zeiten: Am Anfang des. 13. Jahrhunderts. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst Exploston im Pumpwerk Hafelhorst. Benzingase im Sammelschacht. Im Pumpwerk Haselhorst bei Spandau hat sich� am Mittwoch vormittag eine Explosion ereignet, die erheblichen Sach« schaden angerichtet bat, glücklicherweise aber keine Menschen- o p s e r forderte. Die von Sicinensftadt, den Deutschen Werten und von Haselhorst dem Pumpwerk zufließenden Abwässer führten gestern größere Venzinmengcn mit sich, so daß sich im Sammelichacht Explosiogase bildeten, die sich aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache plötzlich entzündeten. Eine ge- waltige Detonation erschütterte die Kläranlage und die starke Beton- decke des Sammelschachtes zerbarst. Glücklicherweise befand sich gerade niemand von der Belegschaft in der Nähe des Explosions- Herdes, so daß keiner von den Arbeitern des Pumpwerkes zuichaden kam. Die Anlage selbst wurde aber sofort lahmgelegt und der Sammelschocht lief voll Wasser, da die Pumpen, die die Abwässer aus die Rieselfelder leiten, stillstehen. Um den Abwästern Abzug zu verschossen, mußte der Notauslaß geöffnet werden. Eine Kommission des Städtischen Entwässerungsamtes ist zurzeit mit der Untersuchung des Unfalles beschäftigt. Bor allen Dingen sucht man festzustellen, von welcher Seite die ungewöhnlich großen Benzinmengen in die Kanäle geilossen sind. Die Wieder- aufnähme des Betriebes im Pumpwerk Haielhorft dürfte infolge der notwendig werdenden Bauarbeiten noch einige Zeit auf sich warten lassen._ Noter Z�rontkämpferbund und Schupo. Einen bösen Abschluß fand im vergangenen Sommer eine kam- munistisch« Beerdigungsdemonstration. Nachdem der verstorbene Genosse in Friedrichsfelde beigesetzt worden war, zog ein Trupp des kommunistischen Roten Frontkämpferbundes unter Trommeln und Pfeifen durch die Große Frankfurter Straße. Ein Aufgebot der Schupo trat dem Zuge entgegen und der weckt- habende Leutnant fragte den Führer nach der Genehmigung für einen Musikaufzug durch öffentliche Straßen. Da dieser nicht vor- fanden war, wollt« der Polizeileutnont die Trommeln und Pfeifen ür den weiteren Mißbrauch sicherstellen und beschlagnahmte sie. Die Kommunisten waren jedoch der Meinung, daß es genüge, wenn sie die Musikinstrumente den neben dem Zuge her- gehenden Frauen in Verwahrung gäben. Wöhrend dieser Verhandlung soll eine Frau auf den Leutnant zugesprungen sein und ihn mit der Trommel und den Trommelstöcken bearbeitet haben. Auch die anderen Kommunisten sollen nunmehr gegen die Schutzpolizeibeamtcn vorgegangen sein, so daß die Beamten energisch vorgehen mußten und so Personen sestnahmen, die sich vor dem Schöffengericht Berlin-Mitt« nebst der Frau D. zu verantworten hatten. Die Angeklagten behaupteten, daß das Ganze erst durch das Vorgehen der Polizei veranlaßt worden sei, die sofort alle mit Gummiknüppeln bearbeitet habe. Staatsanwaltschaftsrat Burchardi war der Meinung, daß es sich hier um eine üble Ausschrei- t u n g gehandelt habe, die beinahe zu größeren Folgen hätte führen können. Der Verteidiger war dagegen der Meinung, daß der ganze Borgang durch das schroffe Vorgehen der Schutzpolizei hervor- gerufen worden sei. Das Gericht kam nach längerer Beratung unter Vorsitz von Landgerichtsdircktor Dr. I a s p e r zu der Ueberzeugung, daß der Ansicht der Verteidigung darin beizupflichten sei, daß die politische Erregung nicht als S t r a f o e r sch ä r s u n g sondern als Milderung zu betrachten sei. Frau D. wurdp zu 3 Monaten Gefängnis und die übrigen Angeklagten zu 4 bis 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Einige wurden auch freioesoro Außerdem stellte das Gericht den Angeklagten nach dem Ausfall><>" polizeilichen Auskünfte Bewährungsfrist in Aussicht. Kundgebung der sozialistischen Alkoholgegner. Am Sonntag, den 22. November. vormiliagS SV, Uhr. veranstaltet derArbeiter-Abstinenlen-Bund eine össeiu» lickie Tagung im GewerkschastsbauS. Wichtige Fragen aii;> dem Geb'eie der Alkohclbekämvfiing werden erörierl weiden. Genosse Soll m a n n und Genosse Dr. Drucker werden über a l t o b o l» gegnerische Gesetze sprechen, wobei Genosse Sollmann u. a. über seine Erfahrungen wäbrend der Amerikareise berichten wird. Die Genossen Dr. Juliusburger und Dr. Weinberg werden die Paragrapben des neuen Sirai« rechts, soweit sie sich mit der Atkoholsrage beschäftigen, kritiich behandeln. Zm Fahrstuhl iolgequelscht. Ein sehr bedauerlicher Unfall ereignete sich am Donnerslag vormittag im Landgericht Eharloitenburg. Tegeler W?g 17. Der Obermaschinist R«iiihol d Jahnle, der auch im Haul« seine Dienstwohnung bat. geriet bei der Nachprüfung des Fa h r st» b l e S zwischen Fahrstuhl und Wand, so daß ihm der Kop' total eingequetscht wurde. B.wor der Unglückliche aus seiner enlsetzlichen Lage defreit werden konnte, trat der Tod«in. Eine Untersuchung über diesen tragischen Vorfall ist eingeleitet worden. ver Bund deutscher vodenreformer hält vom 21. bis 24. No« vember� seine 3 9. H a u p t v e r i a m m l u n g ob. Die seit Jahren zum erstenmal wieder in Berlin siattssndende Tagung wird ihren festlichen Abschluß in der Feier deS 69. Gevurisioges von Adolf Damaschke finden. Die Milgliederveri'ommliing tagt am Sonntag, den 22. d M.. im.Rbeingold". Die Vorliäge und die Damoschst« Feier finden am Montag und Dienslag. den 23. und 24. d. M. i» der Aula der Technischen Hochschule zu Eharloilenburg. Berliner Straße 172. start. Zu den Vorträgen und der Damaschke-Feier haben auch Nichlmitglieder Ziltritt. Die Skubenrauchbrncke In Oberschöneweide ist, da die Er« neurrnngsarbeiien vollständig»rledigi sind, sür den öffentlichen Verkehr in vollem Um'ange freigegeben. Jubiläen. Genosse Iohennes e n e r 0.« i n feierte am 13. Nooember seinen es. Gebor- swa. Genosse IZenerstein gebilrt»»serer Pa-te!bei»e-n!N!> leit dem Jahr« 1881 ununterbroSen an.— Am 28. Slorember feeri die Witme Luise Grunow in Zicrlin O, Erankfnrtcr Alle« lll. ihren SZ. Gchuriotaa. Sie lebt in dürftigen Veihälinissen mit ihrer 74jährigen ledigen Tochter«i» kam««»._ Bon einem Großfeuer Heimgesucht wurde am Bußtag mittag die Glasfabrik E. G r e i n e r u. E o. in Demitz-THumitz bei Bautzen. Infolge Auslaufens einer schadhaft gewordenen Glas- wanne geriet das Hüttengebäude. in dem sich die Glas'-läserci be- findet, in Brand und wurde vollständig in Asche glegt. Von der etwa 2ö9 Mann betragenden Belegschaft werden etwa 39 Mann brotlos. Der Neubau wird sich bis zum Frühjahr nächsten Jahres hinziehen. Die Katastrophe des Dampfers„Lenape". Wie aus New Dorf gemeldet wird, ist bei dem Brande des Dampfers„Lenape" glück- licherweise nur ein Passagier ums Leben gekommen, II wurden schwer verletzt. Die Rettung der 368 Passagiere wurde nur durch die Kaltblütigkeit des Kapitäns und die Disziplin der Mann- schaft ermöglicht. 1HMI3 UND HAUSKAT GILDENHALL££ Morgen Sonnabend Eröffnung unserer 1. Berliner Verkaufsstelle Grofee Frankfurter Strafee 41-42. Nihe Alesanderplat s Möbel in einfacher, gediegener Form Speisezimmer, Kerrenzimmar, Schlafzimmer, Küchen, Einzelmöbel, Hausrat Preiswert bei weitgehendster Zahlunöserleichterung Die SoZialöemokratie in öen Bezirken Die Stadtoerordnetenwahl hat den Zusammenbruch der bürgerliche» Mehrheit gebracht. An diesem Ergebnis ist die Wähler- schoft der einzelnen Verwaltungsbezirke selbstversländlich sehr verschieden beteiligt. Aber die Schwächung der Bürger- l i ch e n geht, mehr oder minder deutlich, durch alle Bezirke hindurch. Stadtoerordnetenwahl und Bezirksverordnetenwahlen sind gleich- zeitig in derselben Wahlhandlung vollzogen worden. In der nach dem Ergebnis der Bezirksverordnetenwahlen ausgeführten Ber- tcilung der Bezirksvcrordnetenmandate auf die Parteien tritt d i« durch diese Wahlen geschaffene kommunal» politische Situation der Bezirke augenfällig hervor. Bon den 780 Bezirksverordnetenmandaten der 20 Derwallungs- bezirke sind 261 Mandate, über ein Drittel, der Sozialdemokratie zugefallen. Es folgen in weitem Abstand die Deutschnationalen mit 181 Mandaten, die Kommunisten mit 147, die Demokraten mit 77, die Deutsche Bolkepartei mit 49, die Wirtschasts- arte, mit 32, die Zentrumspartei mit 21, danach die kleinsten arteisplitter, die Deutschvölkischen mit 4, die Deutschsozialen mit 2, die Nationalliberole Reichspartei mit 1 Mandat. In Reinickendorf sind 5 Mandate stirem„Bürgerblock" zugefallen. Sie wären wohl hauptfächlich auf Deutsche Volkspartei und Deutschnationale Doiks- Partei zu verteilen. Einige der kleinsten Parteien, die bei der Stadtoerordnetenwahl infolge der Ikbertragung von Rcststimmen aus den Kreisen aus die Stadtwahllisten noch ein Mandat oder zwei erlangten, sind bei den Bezirksverordnetenwahlen, wo solche Reste nur durch Listenverbindung verwertet werden konnten, ganz leer ausgegangen. Dieses Schicksal ist hier auch dem Uederbleibsel der früheren Unabhängigen beschiedcn gewesen. Die Sozialdemo- k r a t i e hat den weitaus größ-ten Anteil an derGe- s a m t z a h l der Mandate erhalten. Sie steht naturgemäh auch in den meisten der Bezirke an der Spitze aller Parteien, namentlich in Mitte(15 von 45), Tiergarten (14 von 45), Wedding(17 von 45), Prenzlauer Berg(19 van 45), Friedrichshain(17 von 45), Kreuzberg(17 von 45), Spandau (17 von 40), Tempelhof(10 von 30), Neukölln(19 von 45), Treptow (11 von 30), Köpenick(9 von 30), Lichtenberg(15 von 40), Weiszensee (10 von 30), Pankow(13 von 40), Reinickendorf(14 von 40). Mehrheit ist freilich die Sozialdemokratie leider noch in keinem dieier 15 Bezirke. In Charlottenburg steht neben ihr in gleicher Stärke die Deutschnationale Volkspartei. Sozialdemokraten 45 Mandaten. an erster Stelle, die Sozialdemokraten an zweiter Stelle. Sozialdemokraten gegen Deutschnationale haben in Wilmersdoif 9 gegen 15 von 40 Mandaten, in Zehlendors 3 gegen 7 von 15, in Schöneberg 11 gegen 15 von 45, in Steglitz 9 gegen 13 von 40. Diese Bezirke des Westens sind die für die Sozialdemokratie ungünstigsten. Aber selbst dort ist eine Schwächung der bürgerlichen Mehr» heit und im besonderen des Rechtsblocks zu er- kennen. Die für die Sozialdemokratie günstigen Bezirke liegen Haupt- sächlich im Norden und im Osten Die günstigsten sind jetzt Prenz- lauer Berg und Neukölln, In beiden fehlt uns nicht mehr viel zur Mehrheit. Den Kommunisten Ist es nirgends geglückt, stärkste Partei zu werden. Sie stehen aber m einigen Bezirken an zweiter Stelle hinter der Sozialdemokratie, in Wedding mit 16, in Prenzleuer Berg mit 10, in Friedrichshain mit 14. in Neu- kölln mit 12, in Treptow mit 7, in Köpenick mit 7, in Lichtenberg mit 10, in Reinickendorf mit 10. Die D e u t s ch e D o l k s p a r t e i, die mit den Deutschnationalen den Rechtsblock bilden wollte und ihn sich als Kern der bürgerlichen Mehrheit dachte, ist in vielen Bezirken Durch dos Ergebnis der iSahlen zu einer bedeutungslosen Gruppe herabgedrückt worden. Sie steht in den meiften vn fünfter Stelle, in einigen an vierter Stell«. Oft hat sie es nur out 1 oder 2 Mandat« gebracht. Nur tn Steglitz hat sie sich mit 6 Mandaten an dritter Stelle behauptet, und in Zehlendorf hat sie mit 3 Mandaten dieselbe«tärkc wie die Sozialdemokratie, mit der sie hier um die zweite Stelle konkurriert. In vielen Bezirken ist die Deutiche Dolkspartet von der Demokratischen Partei überholt worden. Aber auch diese ist nirgends über die dritte Stelle hinausgelanrt. An ihr steht die Demokratische Partei In Dilmers- darf mit 8 Mandaten, in Charlottenburg mit.7, in Schöneberg mit 7, Die vierte Stelle hat sie z. B. in Mitte mit 6, in Tiergarten mit 5, in Prenzlauer Bexg mit 4, in Kreuzberg mit 4, in Steglitz mit 4, m Reinickendorf mit 4. In den anderen Bezirken muß sie sich mit 3 oder 2 Mandaten begnügen. Die Wirtschaftspartei brachte »s nur tn Reinickendorf auf 4, in Köpenick auf 3, in anderen Be- zirkcn auf 2 Mandate oder nur 1 Mandat. Die Zentrums- gegen Deutschnationale haben hier 12 gegen 12 von 45 ll In den übrigen 4 Bezirken stehen die Deutschnationalen parte! konnte nur in Tiergarten. Friedrichshain und Spandau je 2 Mandate erringen, in anderen Bezirken wurde ihr nur 1 Mandat zuteil, in einigen siel sie ganz aus. Die Deutschvölkischen werden in Charlottcnburg. Steglitz, Köpenick und Reinickendorf mit je 1 Exemplar vertreten sein. Die Deutschsozialen haben nur in Schöneberg und Steglitz je 1 Mandat erwischt. Zu den Bezirksverordnetsn kommen nun noch Stadtverordnete, die nach ihrem Wohnsitz den Bezirksversammlungen zugeteilt werden. Das kann in einzelnen Bezirken zu einer fühlbaren Verschiebung der Stärkeverhällnisse führen und das Schwergewicht von links nach rechts oder auch von rechts nach links verlegen. Für nicht wenige Bezirke steht aber schon nach den Bezirksverordnetenwahlen fest, wo die Mehrheit sein wird. In den proletarischen Be- zirken hatte der Rechtsblock von vornherein nichts zu hoffen. Eine sichere Mehrheit hat er jetzt eigentlich nur noch in Zehlendors, an- nähernd sicher erscheint sie auch noch In Steglitz und Wilmersdorf. Die Gesamtheit der Bürgerlichen hat sich als Mehrheit nicht nur in diesen Bezirken zu halten vermocht, sondern auch noch in manchem anderen, sicher in Tiergarten. Charlottenburg, Schöneberg. In proletarischen Bezirken kann, wenn die Kommunisten nicht aus Bosheit mit den Deutschnationalen gegen die Sozioldcmo- kraten stimmen wollen, sondern sich an die«eite der Sozialdcmo- traten zu stellen bereit sind, sich eine starke Linksmehrheit ergeben. Das gilt besonders für Wedding, Prenzlauer Berg, Fried- richshain, Kreuzberg, Neukölln, Köpenick, Treptow, Lichtenberg, Reinickendorf. « Die folgende Zusammenstellung gibt eine vollständige Uebersicht über die vertellung der Vezirksverordneleamandake auf dt« Porlelen: Wohnraum weit übertreffen, beweisen dies. Ferner aber sind die wirklich gebauten Wohnungen nicht sür die minderbemittelle und die arbeitende Bevölkerung, Arbeiter und Angestellte geschaffen worden, sondern fast ausschließlich für die wohlhabenderen Kreise, die sich auch anders hätten Helsen können. Der Erfolg der bisherigen Woh- nungspolitik war also praktisch ja st gleich Null. Man darf sagen, unter der bürgerlichen Mehrheit ist so gut wie nichts zur Linderung des entsetzlichen Wohnungselends geschehen. Die rote Mehrhell aus Sozialdemokraten und Kommunisten aber müßte gerade auf diesem wichtig st en Gebiet der Kommunalpolitik etwas leisten. Sie muß im Wege der Gemeinwirtschaft sowohl Woh- nungcn sür Minderbemittelte bauen als auch dafür sorgen, daß diese Wohnungen denjenigen zugewiesen werden, die am dringendsten in ollen Bezirken an der Reihe sind. Wird aus diese Weise erst der schlimmsten Not gesteuert, dann regest sich die Unter- bringung der wen ger dringliche» später wesentlich leichter. Außer dem geineinwirtschostlichen Wohnungsbau aber forderte der Referem vor allem die Einrichtung eigener kommunaler Baubetriebe und Baustosfwcrke, wie sie in Wien bestehen, um der eo. Sabotage der industriellen Kreise energisch vorbeugen zu können. /tos öen Bezirken. 12. Derwallungsbezirk— Steglitz. Die letzte Bezirksversammlung in Steglitz zeigte den Charakter nihiger Duldsamkeit, da man sich zum letztenmal in der asten Zu- sammensetzung sah. Kampfstimmung, wie die letzten Sitzungen vor den Wahlen, war verflogen. Dagegen konnte eine gewisse Weh- mut besonders in den Kreisen der Deutschen Bolkspartei nicht ganz unterdrückt werden. Ziehen doch von den 17 Mitgliedern nun nur noch 8 in die neue Versammlung ein, und hat doch unsere Partei sich im Wahlkampf den zweiten Platz erobern können. Auch der bei den Bolksvarteilern unerwartete Aufschwung der Deutschnationalen drückte anscheinend nicht unerheblich auf die Stiinniung. *) einschl. 5 Bürgerblöckler(an Stelle der Deutschen Volksporiei und der Deuischnationalen Polkepariei) und 1 Vertreter der Rational- liberalen Reichsporlei._ Sozialistische Wotznungspolitik. Vor den Mieterobleuten und Micterbeisitzern des 6. Kreises sprach am Montag, den 16. November, der Stadtrat Gen. Hermes, Steglitz, über dos Thema:„Welche Woh nungspolitik muß die rot« Mehrheit treiben." Unter Hinweis auf die Wohnungspolitik der Stadt Berlin, in der unsere Par- teigenossen geradezu Borbildliches geleistet haben, was er mit Zahlen und Bildern belegte, forderte er für Berlin vor allem die Ausfüh- ning des Wohnungsneubaues im Wege der Gemeinwirtschaft. Er legte dar, daß die bisherige Förderung der Neubautätigkeit, die dein Privatunternehmer Profite durch Hergab« öffentlicher Gelder sicherte, ein Fiasko gewesen ist, und daß die in zwei Iahren erstellten 16 000 Wohnungen bei einem Bedarf von 100 000 Wohnungen kein Gewinn, sondern nur«ine schöne Geste gewesen sind. Die Wohnungsnot hat nicht ab- sondern zugenommen. Schon die Zuzüge, die den erstellten zur Eine Anfrage unserer Genossen beschäftigte sich mit zum Frühjahr dem Zentralwohnungsamt für die Eingetragenen Verfügung stehenden 4300 Neubauwohnungen und ersuchte das Bezirksamt um Auskunft, was bisher hier geschehen sei, um von diesen Wohnungen welche für den Bezirk zu erhalten. Die Ant- wort lautete, daß uns 160 Wohnungen zur Verfügung gestelll würden, daß sie aber sämtlich nicht im Bezirk lägen. Abgelehnt wurde ein Antrag der Bolkspartei, der verlangte, daß das Kinder- heim tn Prerow neu aufgebaut würde. Das Kinderheim soll nach Auskunft des Dezirksamts, wenn es sorgfältig repariert und instand gehalten wird, noch auf wenigstens 10 Jahre brauchbar sein. Be- merkenswert war weiter, daß der Ausschuß, welcher sich mit unserem Antrag über die Unterbringung exmittierter Fa- Milien befaßte, eine Baracke vorgeschlagen hatte, die heute noch dem Bezirksamt zu Bureauzwecken dient und infolge Raummangels unentbehrlich ist. Es ist wirklich erstaunlich, daß der Ausschuß sich seine Tätigkeit so leicht gemacht hat. wenn mqn an die Sorgen und Not denkt, denen gerade die Unglück- lichen ausgesetzt sind. Man darf füglich erwarten, daß unsere Fraktion diese Angelegenheit sofort in oer neuen Bezirksversamm- luna wieder aufnehmen und zu einem vernünftigen Ende führen wird. Zugestimmt wurde den Vorlagen des Bezirksamtes über die Errichtung eines Marktes in Lichterfelde-Süd und dem Vorentwurf über die Erweiterung des Südsried- Hofes. Ein weiterer Antrag unserer Fraktion befaßte sich mit Vcrkchrsverbesierungcn im Bezirk. Ein Teil des Antrages war durch Initiative des Bezirksamtes bereits erledigt. Der Rest wurde einstimmig angenommen. Abgelehnt dagegen wurde unser Antrag auf Verbesserung des Feuermeldewesens in Südcnde und Lichterfelde. In Südende soll di« Verbesserung sofort nach Fertigstellung und B?zug der neuen Feuerwache in An- griff genommen werden. Die Kosten für diese Verbesserung in Lichterfelde aber wurden vom Bezirksamt als viel zu hoch ange- geben, als daß sie jetzt schon durchführbar wäre. Zum Schluß Harn! unsere Fraktion noch einen Dringlichkeitsantrog eingebracht, die Kündigung von 13 Hilfskräften, die als Boten usw. tätig sind und die durch Militöranwärter ersetzt werden sollen, zurückzunehmen, besonders da sich unter diesen Leuten einige be- sonders tüchtige Kräfte sowohl als auch Leute befinden, die sich seit oen 90er Iahren im Dienste der Gemeinden des Bezirks Steglitz befinden. Der Antrag wurde von den Bürgerlichen ob- aelehnt.— Auch der Abschluß der Tätigkeit der alten Bezirksver- sammlung hat noch-einmal gezeigt, daß oie bürgerlichen Kreise nur zu gern geneigt sind, ihre Macht restlos zu gebrauchen, wo sie die- selbe haben. Wir werden aber dadurch niost abgeschreckt werden, sondern trotzdem auch in der neuen Periode vor allem unsere Pflicht tun, d. h. die Interessen der arbeitenden und der minder- bemittesten Bevölkerung mit ollen Kräften wahrzunehmen. «LS«? TtSskungLVlkSf» mm LUCIA I» FelfllioMnandlungM und Apelhske« bigrMi J. P. Rauch Akllan-Gaa., Barlia N 4 ni leilzaiuon Uelert Elegante teriig und nach Maß unter Garantie für tadellosen Sitz und Verarbeitung Maifsdineitiere) ). liurzberg Oraniecstr.löO I. Chausseesir. 1, Eingang Eisüser Straß«. 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Der Beschluß, daß olle Kassierer in jedem Monat eine Lbschlagszahlung zu leisten haben, besteht noch immer. Trotzdem haben bis heute 33 Kassierer großer Abteilungen und 1k> kleinerer, insgesamt also S3 Kassierer, noch nichts gezahlt, nachdem wir uns bereits am Ende des zweiten Monats im Quartal befinden. Diese werden hierdurch nochmals dringend zur Zahlung auf. gefordert. I. Ä.: Alex Pagels. » 2. tk:r!« Sierpaticn. RibcittflrmrlBfffost de« ttinkKtficaale: SonnaVitb, den 21. Strotmfc.T, besuchen wir hung. Morgen, Sonnabend, den 2l. Aovember: 8t. Abt. Sank» ist.$>/• Ubr in Lehmanns Icsisälen, flaiser-Wilhelm-Sir. 29(31, Dlumentelt. Eintrittskarten ssnd bei allen isunktionären und beim Ge»ossen Helmu b Setinpl«. Eharlattenftr. 5». zu haben. Abendkasse findet nicht statt. 187, Abt. Betreifend SÄI. Ialkcribcra siebe unter Iugenbveranstaltunge». A beitogemeinsö alt der Alvdcisreunde Sroh-Berliv. Nachmittag» 1 Ubr Mörchanvernnlialtung fllr grösiere Jungen und Mädchen in dar Goathe» bllhn«. tilgslersir. 13. Karten für Kinder lll Pf., fsir Erwachsen« 50 Pf. an der Tbeaterkasse. Die Plähe werden verlost. 5wt» Jahnen und Wimpal sind mitzubringen. ■* Iangsozialiste». Gruppe Prenzlauer Pergr Heut« 7>� Uhr im Jugendheim Danziger Str. 82 sBarackeni Vortrag:„Irank ZSedekind. Der Mensch und sein Wert". Referent: Robert Keller.— Gruppe Norden: Heut« TM Ubr 1. Arbeits» anncinfäKifl unter Leitung des Gen. Lohmann siber:„Fragen der Raturwisien. fchafi". Alle Mitglieder müssen erscheinen.— Grnpve Mitte: Heut« 7� Ubr in der Schul« Gipsstr. 23» Ardeitsgemeinschgft.— Srnpp« Rrnlöll» II: K«ut« TM Uhr im Iurenbbeim Nogatsir. 1112 Diskussion über:„Wert und Mehr- wert".— Gruppe Säöneberg: Heut« 8 Uhr im Zugendbeim Rubenssirafic Vortragsabend.— Gruppe Pankow: Anmeldungen zur Arbeitsgemeinschaft „Da», kommunistisch« Manifest�. Beginn Sonnabend, den 21. November. TM Ubr, bei Hin». Genossen. Zugendgenossen de» Kreises können ebenfalls an der Arbeitsgemeinschaft tcilnrbmen. Zentralausschust der sozialdemok-atilchen Eltrruteiräte. Heute. Freitag, pünktlich 7 Uhr. in der Zuristischcn Specchstunde. Linden irr. 3, wichtige Siburig. All« Kreise müssen vertreten s«in. Zm Bebinderungsfall« sind Vertretungen zu entsenden. Arbeitsgemeinschaft der Kind er freund«. Die Vorstandssitznng findet nicht heut«, sondern Freitag, den 27. November, statt. vortrage, vereine unü Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gosd". Geschäft» st eil«: Berl'v 6 11. Lcbasiianstr. 87/38. Hof Z Tr. Prenzlauer Perg. 2. Zug Fr., d. 20., 8 Uhr. Pslichtverfammlunz bei Böhm. Pafteursir. 8.— Kreuzbcrg. Sonnrag. d. 22., vorm. 9'b Uhr, Antreten zur Totengedankseier da» Reichsbunde» der Kriegsdeschädig- 1c» im Drei) cum, Hasenheide. Nachmit/ag, 1 Uhr mit Tambourlorvs und Jahnen Mariannenplag zur Kranzniederlegung am Grab«»an Erich Schulz.— Treptow. Sonntag, d. 22.. nachmittag» lM Uhr, Antreten zur Totenoedächtni»- f-iar Bhf. Treptow.— Ober-, Riederschöneweid«. Iohannlachal. Sonniaa, d. 22., nachm. 114 Uhr. Antrete» Bhf. Riedarschöircweide.Zohanniothal zum Abmarsch nach Baumschulenwea zur Tolengrdenkfel«.— Köpenick. Fr., d. 20.. 7 Uhr. Turnhalle Aintsstrasie Spar tobend. So., d. 21. 8 Uhr. im Stabttheat«« sZiereinszimareri Siäung des Festausfchustes Porstand und Rugfübrtr. Sonntag. d. 22.. nachm. 1 Uhr. Antreten mit Fahnen und Tambourkorv, am Bhf. Spindlersfeld zur Totengodenkfeirr in Baumschulcnweg.— Rei»ick«nd«f. Fr., b. 20.. TM Uhr. Tressen der Kameraden, welch« sich an der Auffiihrnnq de» Arbeiter, Ihoo'rrriereinz beteiligen, Eingang Borsigwrrk Tegel. Bon dort ge- mrlnsamer Marsch zum Etrandschloh.— Eickwowe. So., d. 21.. 8 Uhr, bei Lindner Seneralversavunlung. Di., d. 21., 71« Uhr. am Bahnhos. Autostahrt nach Waltcrsdorf._ «ozlalistifchc Apotheker. Zoreraminierte und Studenten, die sich zusammen- schliehen wollen, werden um Angabe ihrer Adressen gebeten an die Arbeit»- aemeinschaft sozialistischer Apotheker. Geschäf.zsielle: Leipzig, Lühener Str. 170, 2 Treppen rech:». Verband sozialistischer Abstinenten. Freitag, den 20. November. 714 Uhr, im Jugendheim der Kauisdorser Schule gemeinsame Bersammlung mit Arbeiter- lugend und Zungsozialisten. Genosse Simon Kahensteln spricht Uber Gemeinde- vestimmungsrecht und SchankstätlengeseN. Freie Vereinigung von Sterulrennde», Berlin. Versammlung am Sann- abcno. den 21. November. 8 Uhr. in der Halensecr Hütte, an der Halenseer Eisenbahnbrlicke. Ecke Kronprinzendamm. 1. Borrrag: Zboron, Urstern, Stand- ste ne. Wandelsterne. 2. Aussprache. Gälte tönne» durch Ritglieder«i» geführt werden. Deutscher Esperanto-Bund. vrt»arupp« Berlin. Freitag, den 20. November, 8 Uhr, Konditorei Dabrin. Sackescher Marlt. Uebunasabend. Gäste willkammen. Die Gtiang»gcmeinlch«st Zloseberv d'Lrgnt» veranstaltet am Sonntag, den 22. Nooeviber sTotenlonniaa), im neuen Saal der Neuen Welt, basenheid«, »ine Abendfeier. Zur Aufführung gelanaen Chöre und Soli« weltlichen In- hal!» von Beethoven. Mozait u. a. Mitwirkende u. a.: Miäiael Munti sBiolinei, Alfon» Meller s Opernsängers. Der Eintrittspreis beträgt inkl. Steuer und Proavamm 1 M. Arbeiter-Radw-Klnb, P»,-rk Neukölln. Freitag, den 20. November, im Restaurant Sauer, Weser. Eck« Pannicrstrahe. Vortrag sabenbl„Der Rcinarh- empfänger". Gäste willkornmen. WM-MMl-Nlell WS'SM 7. �Tbenöftier am Sonnabend, den 21. November, abends püaklllch 7V, Uhr im Saal 4 des Gewertschaflshauses. Engelufer 24-25 Lieder für gemistt) ten Chor/Violin-Konzert /Ansprache Mitwirkende: Herr Georg Saiestädl, Konzertmristrr an der staatSoper(Biolin«), die �-coppello-Vereivlguug des verliacr valkschor» unter Leitung von Herrn vr. Zander Slm Klavier: Herr Zrlh Haupt Konzertflügel d.Fa. Sechsteln Eintritt l Mark Karten sind nodb zu haben in den örtlichen Berwalinnaen der verbände, Gewerischaftlschule, Gewerk'chaiibkvmmiision. AfA Ort3- tartell, Engelufer S4/2S. Zigarrengelchätt Horsch, Engeluier 24 25, Tabatvertried. Inielstraße 6. bei den Bildung?au4schüsien der Kreis« und Abteiluiigen, BorlsärtS-Blichhandlung. Lintenstraße 2, Bezirk4bildung4auSsri uß, Lindenstraße 3. in allen SZorwärl«- Spedilione», und am Tage der Veranstaltung am Eingang deS Saales. 7ugenüveranNattungen. Achtung,»»ssier«! Hrnte, Freitag. Ateechnnng der Beitrag» ma'ke». Heute, den 20. November, abends 7� Uhr: Moabit I: Schul« Siemensstr. 20. Bortrag:.�lugend und Gewerkschaft".— Moabit ll: Gemeindeschul« am Stephonsvlah. Aussprach»..Jugend und Wandern".— Roienthaler Barstadt: Schul« Ciipzstv. 23». Bortoaa:..Sozio- listengeseh- II.— Baltenploh: Znoendheim Riaaer Str. l02. Aussprache: „Reformtlelduna".— Franksnrte» Viertel: Jugendheim Rigaer Str. 102. Heine- Abend.— Ost»« Str..v.: Jugendheim Gohlerstr. 81. Vortrag./Zeruell« Fragen".— Warschauer Viertel: Jugendheim Tilsiter Str. 1. Aussprach«: „Lebrnertrag".— Lnisenftadt: Badeanstalt Bärwalbstr. 81. Aussprache:„Do- mokrati» und Diktatur".— Giidost K..v.: Zuaendheim Mariannenuker 1». „Alt-Berliner Humor".— Eharkottenburg: Zugendheim Rostnenstr. 1. Vortrag: „Religion und Soziali»mu»".— Lchöneberg U: Vortrag:„Entstehung der Menschen".— Steglitz II: Zugendbeim Holsteinisch« Str. Z. Vortrag:„Körper. kultur" l.— Britz: Zugendheim Rathaus. Ehausseestr. IL.„Einkübrung in die gut» Literatur".— Sdl«r»ho>: Zuaendheim Bismarckstr. 12. Aussprache über die Weihnachtsfeier.— Baumschnlenweg: Zugendheim Ernstste. 18. Vortrag: „Politisch« Parteien und Gewerkfchaften".- Lichtenberg-Rard: Jugendheim Pgrkouc III. Bortrog:„Erziehung zur Gemeinschaft". Bildunzskursus: verbebezirk Panka«: Schul« Riederschönliauien, Blankenbutgrr Str. 80.70. , i ttiT' i i ku i i t-Lj-iu tu i i i r � Abt. Falkenberg: Sonnabend, den 2Z. Rovember, 448 Uhr. im Fest- ?li sgal der Gartenstadt8: 10. Platz: 12. 22. Ist: Ist. ferner liefen: Einsicht. Meisterstück, Max Kuier, EdeistcinS Sohn. Zlamberg. Lux. Eitelsried. 2. Rennen, l. Margot I sHerm Schleusener). 2. Fiechheit(«ruvel. 3. Kapellmeister s�rostmann). Toto: 35: Ist. Platz: IS. 15: Ist. Ferner liefen: Simplex. NIpeniex 8. R e n n e n. t. Tell sBnbnnester), 2. Karneval(Tb Millkl, 8 Hetman s«. zkautzst Toto: 85: Ist. Platz: 17. 2st, Sst: Ist. Ferner liefen:«ber- glaube,«lpciisex. Stella Hart, Feuerwehr, Paula A.. FelS. 4. R e n n e n. l. Sitbermöwe(Doelemann), 2. Editb Dortbb(Heckerl). 3. Ratdan IV fH-tM. S«Ieui-ner). Toto: S-»: Ist. P atz: 28, 21, 33: Ist. Ferner liefen; Lord Ellerdlie, Dassandor, PreciouS DattS, Starlata. Addie, 5. R e n n e n. l. Karl Alexander(F- Schmidt). 2. Ballontönigin lTripdan). 3. IessricS jun. fW Lemzer). Toto: 70: Ist. Platz: 22. 24. 38: Ist. Ferner lielen: Manfred. Kammersänger. Heiderose B.. Importeur. Buchdrucker, Filmdiva. Vcrdun, Btaumeile. Indianer, Eleo Satt«, Franzidlo, Della. Tafna, Rotdwhk. «.Rennen. 1. P-stumnb sTh. MillS). 2. Nantua sWired Schulz), 8. Mor ientau s«. Schulze!. Toto: 42: Ist. Platz: 2S. 87, 139: 10. Ferner liefen: Peter A. Kronsbeere. KoudsterS stiloria, O'CaPitain Leerberz, Math Medium. Küraisier. Armenier, Adbell. Alexander H.. EtaShöserin, Kartenipieler. Terrarier. Erifa. Jiarwelle. Critpa, Lord Medium. 7. Rennen. 1. Abteilung: l. EoriolanuS � intimem fmwmm>, Garantien als die perjönlichen Qualitäten ihrer Kaufleute und Finanzmänner, ihrer Regisseure und die Zugkraft ihrer Filmstars. Aon der Spiclborkett und Zugkraft der Filme hängt es ab. ob das investierte Kapital nicht eines Tages gefährdet und die vieltousend» köpfigen Belegschaften aufs Pflaster geworfen werden. Diese Grund- bcdingungen für den Erfolg großer Filmunternchmunzen scheint die Ufa-Berwaltung nicht genügend beachtet zu haben. Aus mit dem Preisabbau. Die auf den Stichtag des 17. Slo- veniber berechnet« Großhondelsindexzifferdes statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 11. November(119,9) um 0,9 Proz. auf 121,0 gestiegen. Höher lagen die Preise für Roggen, Weizen. Hafer, Schmalz, Zucker. 5zeringe, Trechrienrenleder, Baumwolle, Baumwollgarn, Rohjrne und Zinn. Niedriger lagen die Preise für Butter, Schweinefleisch, Baumwollgewcbe, Hanf, einige Nichteisenmetalle und Gasöl. Aon den Hauptgruppsn haben die Agrarerzeugniffc von 112, K auf 114,5 oder um 1,5 Proz. angezogen, während die Jndustrieftoffe mit 133,0(Lorwoche 133,1) nahezu unverändert blieben. Starke Zunahme der Reporalionsfachlieferuagen an Frankreich und Belgien. Die Anzahl der für F r a n k r e i ch genehmigten Sach- lieferungsverträge ist im Oktober stark gestiegen. Waren im August und September je etwa 130 Bertrage genehmigt worden, so ist die Zahl— immer ohne Berücksichtigung der Kohlcnverträge— im Berichtsmonat auf etwa 250 gestiegen. Der Wert der Bc- stellunsien— ohne Kohlen- und Farbstofflieferungen— belauft sich ElettnAltät für Große unö Kleine. Zum Abschlutz des Rheinisch-Westfälischcn Elektrizitätswerks. Am 10. April 1924 starb Hugo S t i n n e s, der Gründer der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke A.-G. Er hätte sich nicht träumen lassen, daß wenig mehr als ein Jahr später der preußische Fiskus den Aktienbesitz seiner grdßten und bedeutungsvollsten Gründung„sozialisieren" müßte: noch weniger, daß sein Kind, die RWE., der Erbe eines großen Teiles seiner Hausmacht fein würde. Das hat auch die Leitung der RWE., als sie im November 1924 ihren Goldumstcllungsbcricht mit dem Traucrbild des Verstorbenen und einem warmen Nachruf versah, wohl kauin vorausgesehen. Wenn irgendwo, so hat jedenfalls beim Rheinisch» Westfälischen Elektrizitätswerk der große Inflationsspekulant Hugo Stinnes ein Werk von allgemeiner volkswirtschaftlicher Bedeutung in die Wege geleitet. Allerdings war das Werk von vornherein nicht rein privatkapitalistisch, sondern gemischt-wirtschastlich aufgebaut. Das Werk wurde 1898 mit einem Kapital von 2,5 Mil- lionen gegründet. 1914 hatte es 50 Millionen, ist der Gold- bilanz von 1924 126,4 Millionen Heute ist dos Kapital auf 140 Millionen erhöht. Berhandlungen mit Amerika(National Eity Bank) find abgeschlossen, die dem Werk neue 42 Millionen Mark zuführen werden. Sie dienen der Erweiterung der eigenen Kohlen- bafis und dem weiteren Ausbau der Werke. Die Ausdehnung des Werkes. Der Jahresbericht für 1924/25 zeigt deutlich, wie innerhalb knapp 30 Jahren das Rheinifch-Wcstfälische Elektrizitätswerk zu einem Hauptftlltzpunkt der Elektrisierung der deutschen Volks- Wirtschaft geworden ist. Nach Süden hat es eine 220 000-Volt- Leitung im Bau, die in absehbarer Zeit über die Mainkiastwerke Höchst die Verbindung mit den Süddeutschen Wasser- k r ä f t c n herstellen wird. Die Leitung nach Osten greift über Osnabrück nach Niedersachsen hinaus. So ist die Verbindung der gewaltigen Kraftquellen des Südens, des Nordwestens und Mittel- deutfchlands nur noch eine Frage der Zeit. Ihre große innere Bedeutung erhält die nordwestdcutfche Kraftgruppe durch ihren finanziellen Aufbau(sie ist ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen von Industriellen, Städten und Landkreisen), ihre Grundlage auf der Braun- und Steinkohle und die Verknüpfung der Gasversorgung mit der Stromlieferung im Zusammenhang mit der Verkokung der Kohle in der Industrie. Wenn heute der Plan einer Weltstadt an der Ruhr ganz ernsthaft erwogen wird, so bildet das Rheinifch-Weftfälifche Elektrizitätswerk mit seinen über 1000 Kilometer Höchsispannungs-, seinen reichlich 10 000 Kilometer Wittel, und Ticfspannungsleilungcn, seiner Gasfernversorgung und den aus einhestlicher Quelle gespeisten Klein- und Straßenbahnen eine der wichtigsten materiellen Grundlagen dazu. Die Stromabgabe von 1924/25 hat mit 1099,47 Millionen Kilowattstunden die Milliarde beträchtlich überschritten. Gegen- über der bisherigen Höchstleistung(1922/23 mit 989,4 Millionen) beträgt die Steigerung 11 Proz. Im größten der Kraft- werke, dem auf die Braunkohle der Roddergrube gestützten Golden- b e r g- W e r k. liegt einschließlich der neu ausgestellten 50 OOO-Kilo- watt-Turbin« eine Kraftleistung von 290 000 Kilowatt. Die übrigen Kraftwerke, wesentlich als Spitzenwerke von Eoldenberg auf Stein- kohle gestützt, haben heute eine Maschinenleistung von 185 000 Kilo- watt. Im letzten Jahre wurde die bereits technisch angebahnte Vorbindung mit den Tochtergeselljchaftcn der Lohmeyer-Gruppe auch finanziell durch maßgebenden A k t i e n e r w e r b an der A.-G. für Energiewirtschaft Berlin überbaut. Die Wasserkraft G. m. b. H. Nicderhausen a. d. Nahe wurde erworben. An der Eifel- krastwerk-A.-G. und an der Frankfurter Gasgesellschast wurden starke Minderheitsbeteiligungen genommen. Gegenüber der Entwicklung der Krafterzeugung ist die Gas- fernoerforgung wcmiger stürmisch, offenbar wegen der ge- ringeren Bedeutung der Industrieabnehmerschaft und infolge der Ausdehnung der Kraftverwendung für Licht- und Heizungszwecke. 1924/25 betrug die G a s a b g a b e der Gasfernversorgung 61,5 Millionen Kubikmeter. Der geschäftliche Abschluß. In der Bilanz spiegest sich das Ausdehnungstempo der RWE. deutlich wider. Der Wert der eigenen Betriebe ist mit 207,5 Millionen Mark um 22 Millionen höher als in der Goldbilanz(185,1 Mil- lionen). Die Beteiligungen sind um rund 12 Millionen auf 58,4 Millionen erhöht. Der Abschreibungsfonds, der als Erncuerungsreferve unter den Passiven geführt wird, ist um 9,9 Millionen auf 101,2 Millionen gestiegen. Die Forderungen (23,9 Millionen) überdecken die Gläubiger(19,1 Millionen) um fast 5 Millionen Mark. Das Aktienkapital ist um die im Dezember 1924 beschlossene Kapitalerhöhung von 13,6 Millionen auf 140 Millionen erhöht. Die ordentliche Reserve beträgt 30,4 Millio- nen Mark. Aus den Eigenwerken und den Beteiligungen weist die G e- winn- und Vertu st rechnung Betriebsgewinne von 30 Millionen Mark aus. Von den 15 Straßen- und Kleinbahnen schloffen nur drei mit kleinen Verlusten ab(insgesamt 67 000 Rtark). Als gemischtwirtschaftliche Unternehmung(im Gegensatz zu den reinen Kommunal- und Staatsbetrieben) find die RWE. steuerpflichtig. Verwaltungsunkosten, Steuern und Zinsen er- forderten 7,26 Millionen. Mit Berücksichtigung der Abschreibungen bleibt ein Reingewinn von 12,03 Millionen Mark, aus dem 8 Proz. Dividende und auf den über 60köpfigen Aufsichtsrat 642 816 Mark Tantieme gezahlt werden. Der klcinvcrbrmuh bezahlt den billigen Slrom der Industrie. Wie die starte Ausdehnung der Elektrizitätserzeugung und-Verwendung in Deutschland überhaupt, so ist die Entwicklung der RWE. für das rheinifcb, westfälische Industriegebiet im besonderen erfreulich. Im höchsten Maße merkwürdig berührt aber die kleinliche Preispolitik, die zum Nachteil des kleinen Massenkonsums die Großabnehmer der Industrie beoorteilt. Noch dem Geschäftsbericht wurden die Licht- und KraftpreisefürKlein- abgäbe hochgehalten, um bestimmten Industrien„den schweren Wettbewerb zu erleichtern" und um die Errichtung von „Eigenanlagen auszuschalten". Da die Kleinabgabe gegenüber der Großabgabe verhältnismäßig gering fein wird, ist klar, wie de- trächtlich billiger der Kleinkonsum beliefert werden könnte, wenn der Kleinkonsum die„außerordentlich verringerten Verkaufspreise" an die Großabnehmer nicht finanzieren müßte. Das ist für ein ge- gemischtwirtschaftliches Werk, in dessen Aufsichtsrat' reichlich 40 Behördenvertreter sitzen, ein Zustand, der schleunigst beseitigt werden mutz. von öer Ufa. Ist die Universum Film A.-G. gefährdet? x'ie„Ufa", das größte Filmunternehmen Mitteleuropas, ist ein Kriegs- und Jnflationskind, das zu Kriegspropagnndazwecken vom Staat unter st ützt und erst im Jahre 1918 zu der großen Filmgesellschaft geworden ist, als die sie heute dasteht. So sind die Zeiten der Stabilisierung auch für die Geschäftsführung der Ufa entscheidend darüber, wie sich die Gründung bewährt. Die Gold- bilanz vom 1. Juni vorigen Jahres machte einen guten Eindruck. Die ungeheure Ausdehnung des Betriebes, der über 116 Theater, 5 Verleihgesellschaften und die zwei großen Produktionsstätten in Tempclhof und Neubabelsberg verfügt, schien rein finanziell die Auswertung des Goldkapitals von 25 auf 45 Millionen durchaus zu rechtfertigen Um so bemerkenswerter ist die in den letzten Wochen zutage getreten«, allerdings etwas sensationell auf- gemachte Kritik des Unternehmens, die es so erscheinen läßt, als ob das Riesenunternehmen gefährdet wäre. Die Oeffentlichkeit hat an der Ufa um so größeres Interesse, als die Filmindustrie kulturell aufs tiefste in dos Volksleben ein- greift und insbesondere die FUmproduktion Tausenden von Zlrbeitern Beschäftigung gibt. Authentisches über die.Lage bei der Ufa zu er- fahren, ist sehr schwierig infolge der Zurückhaltung der Verwaltung und weit die Abschlußbilanz für das Geschäftsjahr 1924/25 merk- würdigerweise immer noch aussteht. Angesichts der Bedeutung des Unternehmens, an dessen finanziellem Schicksal neben der Deutschen Bank, die annähernd 20 Millionen Kredite gewährt hat, eine große Anzahl anderer Banken interessiert sind, ist es aber nötig, die Zu- sammenhänge zu beleuchten, die die Grundlage der Heu- t i g e n Kritik bilden. Die geschäftliche Lage der Universum Film A.-G. ist tatsäch- lich seit einiger Zelt durchaus nicht mehr rosig. Die Deutsche Bank hat zwar ihren Kredit von 20 Millionen nicht ge- kündigt, so daß daraus keine unmittelbaren Schwierigkeiten drohen. Tatsache aber ist, daß sie weitere Kreditgewährung verweigert hat und in absehbarer Zeit die Tilgung der Kredite erwartet. Aus der anderen Seite steht es fest, daß die Filmproduktion der Ufa enorme Mittel'verschlungen hat und noch weitere Millionen zur Fertig- stellung der begonnenen Arbeiten erfordert. Ebenso war die Ufa in den letzten Monaten, nachdem sie offenbar aus das Fortströmen der Bankkredite gerechnet hatte, nicht in der Lage, ihren Ver- pslichtungen in so glatter Weise nachzukonunen wie bisher. Auch die Gewinne, die die Aktionäre für dos Jahr 1924/25 erwartet haben, sollen bei weitem nicht erreicht sein, so daß es entweder überhaupt nicht zur Dividendenausschüttung oder nur zu einer sehr bescheidenen Dividende kommt. Unter diesen Umständen ist durchaus nicht die Gefahr von der Hand zu weifen, daß das Unternehmen fanierungs- bedürftig wird. Wenn auch nicht zu fürchten ist, daß auf die Dauer die gesamte Filmproduktion in Auslandshände übergeht, weil die auf deutschen und europäischen Bühnen spielbaren Fclme von Amerikanern nur zu einem kleineren Teile hergestellt werden können, so würde doch die vorübergehende Stillegung der deutschen Filmproduktion für Taufende von Arbeitern und Ar- beitslosigkeit auf lange Zeit bedeuten. Wie wir nun von beteiligter Seite erfahren, hofft die Ver- waltung der Ufa auf das bestimmteste, daß die Schwierig- ketten absolut vorübergehender Natur sind. Die gegenwärtige finanzielle Anspannung sei— so versichert man— aus- schließlich a»f die starken Investitionen zurückzuführen, die die dies- jährige Soifonproduktion erfordert habe. Die neuerlichen Aus- dchstungen des Verleih- und Theatcrgefchäfts in Schweden, Oestierreich. Polen und Italien und in einigen Städten Deutschlands seien nicht aus Krediten, sondern aus den laufenden U e b e r s ch ü f f e n der Theater finanziert worden. Die Bankkredit« seien ausschließlich als Produktionskredite verwendet wor- den, und man hoffe mit aller Bestimmtheit, bis zum Ende dieses Jahres einen Teil der Bankkredits und bis spätestens 3l. Mai des nächsten Jahres die Gesamtheit der Krebste zurückzahlen zu lönnen. Die Kritik, die an der Verwaltung geübt werde, entspringe sehr stark persönlichen Motiven. Wenn die demnächst herauskommende Bilanz für das letzte Geschäftsjahr auch deutlich eine finanzielle An- lpannung erkennen lasse, so sei der Stand des Ufa-Konzerns doch durchaus aktiv. Man wird nun das Kommuniquö abwarten müssen, das anläh- lich der noch in dieser Woche stattfindenden Aufsichtsratssitzung ver- öffentlicht wird, und vor allem die Bilanz, die der Generalversamm- lung im Dezember vorgelegt werden wird. Unter den 24 Mitgliedern des A u f f i ch t s r a t s befinden sich nicht weniger als 15 Der- treter von Berliner Großbanken und sonstiger großer privater Banken. Nach den bisherigen Erfahrungen darf man sich leider nicht darauf verlassen, daß diese Kontrolle durch die Groß- danken schon eine genügende Gewähr dafür ist. daß Großunter- nehmungen wie die Ufa auch sorgfältig genug geleitet werden. Die Filmgroßindustrie, die zugleich Filmproduktion, Der- leihgeschäft und Theater betreibt, ist vollständig darauf angewiesen, daß die von ihr erzeugten und gespielten Filme Kassenfilme sind und dem Publikum gefallen. Auf der anderen Seite gibt es für das ge- schöstliche Gelingen solcher Riescnunternehmungen kein« anderen in diesem Monat auf insgesamt etwa 17,9 Millionen Reichsmark. wodurch sich der Gesamtbetrag der hier in Frage kommenden Be- stellungen für Frankreich seit dem Inkrafstreren des Sachverftändi- genberichts auf 135,7 Millionen Reichsmark stellt. Bon den im Oktober genehmigten Verträgen betreffen 84 im Gesamtwert von etwa 3,4 Millionen Reichsmark die Lieferung von Schafen. Rindern und einigen Pferden. Die Anzahl der Holzverträgc beläuft sich auf 22 mit einem Gesamtwerte von etwa 1,2 Millionen Reichs- mark. Die sonstigen Verträge betreffen überwiegend Erzeugnisse der Maschinenindustrie. Im wesentlichen sind die zerstör. ten Departements Aufnahmegcbiet für die Lieferungen.— Für Belgien sind im Monat Oktober 48 Verträge im Gesamtwerte von 2,9 Millionen Reichsmark genehmigt worden. Anzahl und Wert der belgischen Verträge ist mithin gegenüber dem Vormonat um etwa das Doppelte gestiegen. Der Hauptteil der Sach- liefcrungen entfällt auf einen Vertrag über die Lieserimg von 10 000 Tonnen schwefelsaurem Aminoniak im Werje von 2,3 Millionen Reichsmark. Bei einigen wenigen Verträgen sind staatliche Verwaltungen Besteller. In der Hauptsache indessen sind die Verträge mst belgischen Privatfirmen abgeschlossen. Reichsbank. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 14. No- vcmber hat sich die Wechselanlage weiter um 31,3 Will, auf 1443,0 Will. RM. vermindert: Zwar sind die an die private Wirtschaft ge- gebenen Wechselkreditc um 8,7 Mill. RM. gestiegen, dagegen wurden 40 Mill. RM. an öffentliche Stellen neu rediskontiert, wodurch sich die Gesamtrediskontierungen auf 686,2 Mill. RM. erhöhten. Der Lombardbeftond blieb nahezu unverändert. An Reichsbanknoten sind 118,8 Mill., an Rentenbankscheinen 53,5 Mill. RM. in die Kassen der Bank zurückgeströmt. Der gesamte Geldumlauf am 14. November beträgt unter Hinzurechnung von etwa 190 Mill. RM. Privatbantnoten und 550 Mill. RM. Scheidemünzen rund 4695 Mill. RM. gegen rund 4716 Mill. RM am 15. Oktober. Die Zu- ilüsse an Zahlungsmitteln führten zu einer Vermehrung der f r e in- den Gelder um 134,7 auf 832,7 Mill. RM., wie in der Vor- woche in der Hauptsache infolge Anwachsens der öffentlichen Gut- haben. Der Bestand an Gold und deckungsfähigen Devisen vor- mehrte sich um 14,3 auf 1582,2 Mill. RM Die Deckung der Noten durch Gold allein hat sich von 45,1 Proz. in der Vorwoche auf 47,2 Proz., die Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen von 58,6 Proz. auf 61,8 Proz. gebessert. Stundung von Saatgulkrediken. Die Schwierigkeiten in der Landwirtschaft infolge der Kreditnot haben die preußische Staats- rcgierung veranlaßt, im Einoernehmen mst der preußischen Zentral- genossenschaftskasse den Landwirten in der Rückzahlung der Saat- gutkredite entgegenzukommen. Für 55 Millionen Mk., d. i. etwa die Hälfte der von der Landwirtschaft in Anspruch genommenen Eaatgutkredite, wird der Fälligkeitstermin in der Weise hinausgeschoben, daß die Rückzahlung für 25 Millionen Mark erst bis zum 16. Februar 1926 und für den Rest von 30 Mil- lionen Mk. erst bis zum 1. Dezember 1926 erfolgt fein muß. Alle übrigen Saatgutkredite müssen zu ihrem bisher geltenden Fällig- keststcrmin«, d. i. für die von der Seehandlung stammenden Mittel der 23. Dezember d. I., und für die übrigen Krebste der 31. Dezem- der d. I.. abgedeckt fein. Eine Zinsverbilligung findet für die am l. Januar 1926 noch nicht zurückgezahlten Kredite nicht mehr statt. vcrlällgeruug der Mlltelstandskredile. Als Krebste für den ge- werblichen Mistelstand haste die Reichspost Ansang Mai d. I. über die Preußische Staatsbank der Preußischen Zontralgenossenschafts- kasse, der Dresdner Bank und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband Mistel zur Verfügung gestellt. Diese Beträge sind den genannten Instituten aus weitere 6 Monate zu den, gedachten Zweck überlassen worden. An dem geschäftlichen Charakter der Kredite wird nichts geändert. Die aus den vorerwähnten Mitteln gegebenen und demnächst fällig werdenden Darlehen werden daher aus Anlaß dieser Prolongation im Einzelfalle den Gewerbetreiben- den nur dann gestundet werden können, wenn die baldige Rück- Zahlung sich als eine besondere Härte für den Darlehnsnehmer er- weifen würde. Die an die Kredstgenossenfchafte» oder Sparkassen etwa zurückfließenden Gelder können an andere Kreditsuchende ge- maß den aufgestellten Richtlinien ausgeliehen werden. Starke Zunahme der Znnungsorganifalionen. Roch einer Sta- tiftik des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammcrtages hat in den letzten zwanzig Iahren die Zahl d e r I n n u n g e n sich nahezu verdoppelt: sie stieg von 1904 mit 9829 auf 17 453 in diesem Jahre: besonders stark sind die Z w o n g sinnungen onge- wachsen, die sich mehr als verdreifacht haben. Sie nahmen von 2986 auf 10 387 zu, während die Zahl der freien Innungen nur von 6843 auf 7066 gestiegen ist. Auch dos Anwachsen der 251 i t- gliederzahl der Innungen zeigt den steigenden Zusammenschluß der Handwerker zu Innungsverbänden. 1904 gehörten den Zwangs- innungen 210 048. in diesem Jahre hingegen 666 732 Mitglieder an. Dle Zahl der in freien Innungen Organisierten ist von 234 665 auf 243 506 angewachsen. Waren 1904 nur knapp die Hälfte, nämlich 46,7 Proz. der organisierten Handwerter von den Zwangsinniingen erfaßt, so betrug die entsprechende Zahl in diesem Jahre 73,2 Vroz., also fast drei Viertel der in Innungsverbänden zusainmengefchlossene» Handwerker. ........................... Henkers Schenerpulver Unerreicht in seiner vielseitigen Wirkung ist dies ausgezeichnete Mittel. Es ist die beste Ärbeitshilfe der Hausfrau in Küche und Wirtschaft. Hta putzt und scheuert alles! 99 HEHl UND NERVEI! _ stär Zeo" stärken unsere weltbekannten - Kohlensäure- und Sauerstoffbäder Zea" Man befrag© den Arzt und acht© auf die Schutzmarko GyS Gänzena© Erfolge werden bei Ueberall erhältlich. Nachkuren erzielt. KOPP& JOSEPH. BERLIN W. Volksbühne 8 Ufu Judith Mörsen 8 Uhr Der Kanfmann von Venedig Staats-Theater Opernhaus 12 Uhr Mittags» konzert TV» U: 3« Sinfonie» konzert Opernhaus am KAnlgsplatz 7'/, Barb. ▼. Sevilla Schauspielhaus 8; Nathan d. Wei�c Schiller»Theater 8 Uhr: Or. 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Bis hinaus zu unserer Generation führte der intellektuelle Mittelstand den Dualismus— um nicht zu sagen die Narrheit— durch, bei dem Sohne den Kopf, bei der Tochter die Hand allein ausbilden zu lassen. i Dcr Junge freut sich ober, wie jeder Mensch, auch mal init ver Hand„was abzumachen, was fertig zu kriegen".- Ueber die Not- wendigkeit braucht man wohl 1923 kein Wort mehr zu Verths»», denn auch die Frau, die wirklich ins Haus sichört, z. B. die Mutter, darf ja nicht mehr im Haus bleiben, wird ja ins Erwerbsleben hinausgestoßen, auch wenn sie es gar nicht will. Was herauskommt, wenn sie die berühmte Vereinigung dreier Berufe unternimmt, sehen wir täglich: Chaos im Haus und in der Secle— bis zur Ver- zweislung—, Erschöpfung des blühendsten Körpers! Die gute Iugend-Ehe ist schon jetzt nicht mehr auf diesen Atavis- inus: Mann-Kopf, Frau-Topf begründet. Wehe dem jungver- heirateten Sttidenten, der nicht kochen kann! Die junge Frau, die ihren bürgerlichen Beruf bis zu einem bürgerlichen Abschluß (Examen!) bringen muß. kann das dazu notwendige Geld nicht für unerschwingliche 5lausangestellte, noch für verkochte Zeit ver- brauchen. Beruf ausgeben? Dos wäre das teuerste Vergnügen: dcr mittlere Nachkriegs-Haushalt kann nicht mehr vom Manne allein bestritten werden, wenn er nicht zur Gcldverdienmaschtne gestempelt werden soll. Die Frau aber ist im Hause ohnehin unvertretbar dein: Kinde. Warum aber nicht in der Wirtschast? Die ewige Phrase vom Gegensatz der Kops- und Handarbeiter lvird am besten erledigt, wenn jeder Mensch beides ist. Nirgends ist dos so evident, so leicht und sinnreich und nützlich durchzuführen, wie im Haushalt. Die Aeltcren wissen ja noch, wie in Deutschland, besonders bei den hohen Beamten, früher erzogen wurde und was dabei herauskam: Sohn Korpsstudent, Tochter Haustochter, sprich: Dienstmödchcn. Effekt entsprechend: Bruder Staatsanwall, Schwester herumgestoßenc„alte Jungfer"! Eine Amerikanerin ein Jahr lang als Pensionärin in einem solchen Haushalt und den Herren träten und den Herren Söhnen wären die Augen ausgegangen! Zudem: Erholung ist andere Arbeit. Gerade der ewig intellek- tuell gequälte Lunge tut gern einmal etwas mit der Hand: er setzt gern mal seine guten Muskeln nützlich um. Ich habe selbst Iungenz im Kochen unterrichtet: sie hm es gern und gut— warum eucb nicht, da ja nach Ansicht aller Lehrer Mädels ebenso gut Mathe- matik und Latein lernen wie Jungcns. Der pädagogische Wert ist groß. Solange wir die„Produttions- schule", die wir„Entschiedenen Schulresoriner" so eifrig erstreben. noch nicht haben, müssen wir in den Familien besonderen Wert auf alle nützlich-menschliche Mitarbeit aller Kinder, nicht nur dcr Mädchen, legen und nicht nur gutes Essen, saubere Wohnung, saubere Wchche bei fröhlichem Tun kann dabei herauskommen, sondern ein tiefer Segen.__ Das Jubiläum der Gabel. Neunhundert Jahre sind es l>er, daß di« Gabel, die heute zu unseren unentbehrlichsten Eßgerötschasten zählt, in Europa eingeführt wurde. Im Herbst des Jahres S93 ver- mählte sich ein Sohn des Dogen von Venedig, Pietro Orseolo, mit der Prinzessin Argilo, einer Schwester des oströmischen Kaisers. Während man in Venedig beim Essen noch die Finger gebrauchte, bediente Prinzessin Argilo sich einer Gabel und eines goldenen Lös- fels. Der Löffel war den Venezianern nichts Neues, die Gabel jedoch wohl Die Damen von Venedig beeilten sich, dem Vorbild der Prinzessin zu folgen. Obwohl das Hantieren mit der Gabel zuerst sehr lästig war, wurde sie doch bald in den vornehmen Familien in Venedig allgemein eingeführt, auch als die Spötter das nützliche In- strument als unnützes Produkt für den venezianischen Geschmack dar- stellten. Es dauerte noch Jahrhunderte, bevor die Gabel in ganz Italien eingeführt war. Erst in der Renaissancezeit, ungefähr um 1360, kam die Gabel nach Florenz und sie fand alsbald Verbreitung in den anderen italienischen Städten. Wann sie in Deutschland zuerst gebraucht wurde, ist nicht bekannt. In Frankreich hörte man von ihr, als sie auf der Liste von des Königs Silberfchatz auf- geführt wurde, im Jahre 1379. Das Essen mit Gabeln wurde aber erst im Jahre 1350 allgemein Im Jahre 1608 brachte der Reisende Corgate sie direkt von Venedig nach England. Hier kam sie jedoch auch erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts allgemein in Gebrauch. Heute bedient sich di« ganze zivilisierte Welt der Gabel. Käse Ii. Fette Margarine... Pfand SSp*. Rindertalg... Pfand 62pf. Kokosfett VtT»f..Pfd. 68pt. Molkereiiioiler vrfft-SLfiSpt BäD.TalelbolieMrPw-st l18 Harzer ka�ß pn.55pf. Allfi,SlangeBMsflpf/, PI. 10 Fl. 1924er SL Martiner RheütpfSIzer........ 0,65 8,00 Heldelbeerweln.iltt.nnllil. lirtflltengtvein 0,75 7,00 1922er Osenner Rosenberg............. 0,95 9, CO RoterJobannisbeerweln.sQss.ssbrgsleOual. 0,90 8,50 1922er Bockenheimer Riesling........... 1,00 9,00 Montagne-Rolweln, voll n. krlltlg...... 0,85 8,00 1921er Aleterweilerer Letten............ 1,50 14, OO 1B:2er EOrkheiraer Rotwein............ 1,90 9,00 1822er Nackenheimer fritienbtll........ 1,85 17,59 Sonnengartner, roter span. Süsswcin.. 1 ,60 15,09 Planchenneinpieisa ohne Liener und Flasche Räucherwaren und Fische RöüdiorlierlßQ2s.ck.i5.. Scüellfisclie�sSp. FeKhücKlio� Pfd. 40t f. fioMliarse?:?s 45p. Grüne fienn'ßpfdlSpf. MM IMund 23?.. Seelachs 28p.. 1921er Rauf Sauternes. leichtsüscer, weisser Bordeaux i v,P..2,.tJn,20001 Reter jona vorzügiicheQaalitit 125«noo io Fi. BZ Alter Malasa dunkel, voUe�aalit.lt «69 q COü I 10 FL O '/.PI. 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Rovembee 1225 ftattgefanbenen Wahl der Vertreter de» Arbeitgeber zum Ansschuft her All gemeinen Ortsleankenlasfe Berlin-Wil menbaef. Abgegeben wurden von 209 Wahl. berechtigten 409 Stimmen. Bau den gültigen Stimmen entsielen auf Wobl- vm schlag 1< Heinrich! 339 Stimmen und erhält somit 17 Vertreter und 34 Srfatt- mänuer. Auf Wablvorschla, 2 sSchie- mentt! entsielen 70 Stimmen nnd erhält derselbe 3 Vertreter und 3 Ersabruitimer. Da auf dem Wablvorschlag l nur 33 Er- saftmänner perzeichnet stnd. erhält der Wahlvorschlag 2— 7 Ersaftmänner. Die©ewähltrn vom Wablvorschlag l (■Heinrich! sind unter Sic. 1 bis 17 dieses Wobloorschlages mifgefübrt und beginnen mit dem Namen„Heinrich" nnd enden mit dem Namen..«»sänke". Die übrigen auf der Liste ausgeführten Personen oel.en als Ersaftmänner. Sie ffieroöbltcn oom Wablvorschlag 2 rSchiemenb! stnd unter Nr. 1 bis 3 dieses Vorschlaaes aufaetübrt und beginnen mit dem Ziamen„Schiemend* und enden mit dem Nomen..Faulseif. Die unter Nr. 4—10 cuteefübrfer Per fönen gelten als©rsaftmänner. Die Amtspeeiode der gewäbltrn Ver- tre.er beginnt mit dem l. Janua: ift?3 und endet mit dem 81. Dezember 1920. Einsprüche gegen die Wahl stnd inner» halb eines Monats nach der Bekannt- rvachun» des Wahlergebnisses bei dem Vrrstcherungsamt. oder beim ggssen. vorstand einzureichen. verliu-vilmersdars. den 19. Jkoo. 1925. ®»r Vorstand der Allgemeinen Drts- kranlenfgsTe Berlin. Bilmer, darf. S. Snaelhardt, Vorstftender. F. W i e m a n n. Schriftfübrer. Nachdem die Neuwahl de, Ausschusses de» Allgemeinen vrlskranienlasse Per- lin-Wilmerodoef beendet ist. ist noch den Vonschriften des 3 34 der ssassenfakuug und der 88 23 bis 28 der SBcbfordnuna die Wahl des Kassen Vorstandes vorzunehmen. In diesem Fweck wird hiermit eine Ausschuftnttuna auf Sttcnstag, den 5. Januar 192«, abends T/j Übe, im RaffenTafoT. Berlin-Wiln'-�sharf, Kaiser-Allee 173a, anberaumt. Es stnd zu wählen! 3 Borsiandsmilglieder und 3 Stellver- tretet aus dem kreise der Arbeil aeder, und 6 SorftoiihOTiitallrtier und 12 Stell- Vertreter aus dem kreise der Ver- sicherten. 54/1 Wählbar stnd die im 8 79 unserer Kassenlabung bezeichneten Personen. Es wird hiermit zur Einreichung von Wablvorschlägrn mit dem Hinweis out- gefordert, baft mir solche Wähsnorschläae berücksichtigt werden, die spätestens bis zum 5. Dezember 1925 bei dem Vorstand der Kasse eingehen. Jeder Wablo•> schlag muft mindestens von 3 Wahl berechtigten unterzeichnet lein: in jedem Wahlvorschlage ist ein Vertreter des- selben zu bezeichnen. Sämtliche vor- liegenden Wshiaorschläge werden mindestens eine Woche vor dem Wabllage den Ausschuftmitaliedern mitgeteilt, auch Tiegen dieselben während der lebten acht Tage im kastenlokal ,ue Einstchtnohme ans. Die Stimmabgabe ist an die zu, gelassenen Wahlvorschläge gebunden. Jeder Wähler hat nur eine Stimme! Sollten auf gültigen WaHlvorschlggen nur soviel Bewerber benannt werden. als Vertreter zu wählen stnd. so gelten diese in entsprechender Amoendang des S 9 bei Wahlordnung als gewählt. Veelin-wilmersdorf, den 19. Nov. 1925. Der Vorstand der Allgemeinen vrts- traakenkasse Berlin. Wilmersdorf. 91. Engeldarbt. Borstbenber. ff. SBiernann. Schriftführer. Naumann. Nähmaschinen für Hausgebrauch and Gewerbe. Teilzahlung. Re- paralur-Werkslat» für alle Snfteme Emil Haldarth®. m. b. s.. Fried rtch- strafte 55-. Merkur 3238.__* Reift, enge(Richter-Präzisson!. Sicher- beits-DoldtttHtederhalter. Bureaubedarfs. Haus Lindner. Neukölln, Kailer- ffriedrich-Sinifte 93/37. Teppich-Relchke verkauft spottbillig» Ttpptche. Brücken, Bettvorlagen, Diwan- decken usw. Teilzahlung gestattet. Neukälln, Kaiser-Friedrich-Sirafte 5._* ©reftee»eltensttlauf! Aiescnaus wähl. 12,50! 13,80t 21,— 1 Prachtvolle 28,75! 33,50! 38.-! Kissen 5.751 Bett- federn 0,75 an. Fertige Inlette 7.25 usw.! Steppdecken lvottbUItg! 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