Nr. 554 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 283 Bezugsvrets: Bentlich 70 Bfennig, monaffi 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzia. Gaar- und Memelaebiet, Lefterreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Musland 5.50 Reichsmart sro Monat. Der Berwärts mit ber Sonntags beilage Boll und Reit mit Sieb lung und Rleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme eticheint wochentäalich ameimal Sonntags und Montaas einmal Telegramm- Abrene: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt ( 10 Pfennig Anzeigenvreife Die einfpeltige Nonpareille zeile 30 Bfennig. Reklamézeile 5.- Reichsmart. Aleine Anzeiger bas fettgebrudte Bort 25 Brentie ( auläffta awei fettgedrudte Borte). febes weitere Bort 12 fenn. Stellengefuche das erste Wert 15 Bfennig. tebes weitere Bort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch Raben zählen für zwei Worie Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Bfennia. Anzeigen für bie nächte Summer müllen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SB 68, Linden. Brake 3, abaegeben werben. Geöffnet Box 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 24. November 1925 Briand beauftragt. Er verhandelt mit den Parteiführern. Paris, 23. November.( WTB.) Der Präsident der Republik hat Briand die Kabinettsbildung angeboten. Er hatte ihn bereits heute nachmittag 4% Uhr empfangen. Briand erklärte, als er um 5,50 Uhr das Elysée verließ: Der Präsident hat mich rufen lassen, cm, wie mit vielen anderen Persönlichkeiten, mit mir sich über die Lage auszusprechen. Er hat mich gebeten, tým meinen Beistand zu leihen und bei der Lösung dieser Krise mitzuhelfen. 3ch habe ihm geantwortet, daß ich es für meine Pflicht halie, ihm diese Hilfe zu gewähren. Ich werde jetzt mit einigen Freunden fiber die anzuwendenden Mittel und Wege beraten und wahrscheinlich gegen Abend wieder zurückommen, um mich mit dem Präsidenten der Republit auszusprechen. Jed Paris, 23. November, 11% Uhr abends.( Eigener Draht. bericht.) Im Laufe des Nachmittags und des Abends hat Briand Besprechungen mit Politikern verschiedener Parteien abgehalten, darunter auch mit Genoffen Paul Boncour. Zu einem Ergebnis ist er noch nicht gefommen und er hat den von ihm angefündigten Bericht an den Präsidenten Doumergue noch nicht erflattet. Die Entscheidung der Sozialiffen ift noch immer zweifelhaft. Weder die Anhänger noch die Gegner der Beteiligung an der Regierung vermochten fich über die voraussichtliche Stellungnahme der Fraffion zu äußern, die bisher nur zum Teil in Paris anwefend ist. Für morgen wird das Eintreffen einer größeren Anzahl von fozialistischen Abgeordneten aus der Provinz erwartet, die noch feine Gelegenheit hatten, Ihre Meinung zum Ausdrud zu bingen. Auch hängt natürlich die Entscheidung wesentlich davon ab, wie die weiteren Verhandlungen Briands verlaufen. Die Verantwortung der Sozialisten. Stärkere Strömung für Eintritt in die Regierung. Paris, 23. November.( Durch Telephon.) Bon einem bekannten franzöfifchen Partei genoffen wird uns geschrieben: Nie lastete auf der französischen sozialistischen Partei eine größere unmittelbare Berantwortung für die gefamte politische Lage des Landes als gegenwärtig. Von ihren Beschlüssen wird es zum großen Teil abhängen, welchen Ber lauf die durch den Sturz des zweiten Rabinetts Painlevé herbeigeführte Krise nehmen wird. Seit Jahrzehnten fannte Frankreich teine schwerere Krife. Die Mehrheit von drei Stimmen, mit der gegen 6 Uhr am Sonntag nachmittag das Kabinett Painlevé gestürzt wurde, ist aus Elementen zu fammengesetzt, die weder in den allgemeinen politischen Fragen, noch in den speziell zur Tagesordnung stehenden Finanzproblemen ein einheitliches Programm haben kann. Auf dem äußersten rechten Flügel diefer Mehr heit" stehen die Royaliften, auf der äußersten Linken die Jünger Mostaus; dazwischen als Hauptarmee der Bloc national, die drei Dutzend Mitglieder der Loucheurschen Gruppe, die ihren Führer" Loucheur mit acht Mann im Stiche ließen, und ein halbes Dugend Radikalfoziale, persönliche Freunde Caillaur. Hätten die Kommunisten bei der Nachmittagsabstimmung die gleiche Haltung eingenommen, mie bei der Bormittagsfizung, hätten sie sich wieder enthalten, so wäre teine Mehrheit gegen das Kabinett Painlevé zustandegekommen. Aber vormittags war ein einziges Mitglied der kommunistischen Fraktion anwesend, der Pariser Borortsabgeordnete Clamamus, der es auf fich nahm, für die Gesamtfrattion die Enthaltung zu proflamieren. ( Im französischen Barlament darf der Fraktionssekretär auch für die anderen Mitglieder seiner Gruppe in deren Abwesen heit abstimmen, sofern fie nicht ausdrücklich beurlaubt find. Red. d. B."). Als die Herren Führer der fommunistischen Fraktion sich nachmittags, entschloffen hatten, zur Sigung zu erscheinen, sah sich Clamamus wegen seines Bernunftanfalls in bitterer Beife& urechtgewiefen und mußte nun auf Be fehl von Doriot und Cachin das Gegenteil dessen tun, was er am Morgen getan hatte, und zwar bei der Abstimmung über den gleichen Artikel, um den es sich schon bei der Führer abstimmung handelte. Dieser Artikel war nunmehr der einzige, dem alle Gegner der Inflation zustimmen fonnten, da er die Konsolidierung der furzfristigen Schatzscheine betraf. Innenpolitisch hat sich infolgebeffen eine Situation ergeben, in der man einstweilen überhaupt teine parlamen tarische attionsfähige Mehrheit ertennt. Das Kabinett Painlevé ist nach lints gefallen. Die Hoffnung des Bloc national, daß sein Sturz durch die Sozialisten herbeigeführt und die Berbrüderung der Rechten mit den Radikal foziafiften dadurch erleichtert würde, ging nicht in Erfüllung. Um fo fchärferstellt sich seht für die foxia. listische Partet die Frage, ob sie sich an der tommenden Regierung beteiligen will. Lehnt fie es einfach ab, so wird die Ronzentrationsregie rung unvermeidlich, denn dann werden die Radikal fozialen entweder den Sozialisten in die Opposition folgen, Bisher noch kein Ergebnis. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bonichedtonto: Berlin 37 536 und Beamten, Wallstr. 65; Banffonts: Bank der Arbeiter, Angestellten Distonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Sinbenstr.&. Wo steht die Partei? Bon Paul Löbe. Die fozialdemokratische Fraktion hat am Freitag abend seinen Antrag Löbe angenommen, der sich für die zu. fimmung der Frattion zum Sicherheitspatt Don London und für den Beitritt zum Bölter bund ausspricht. Warum? oder sie werden, um das Ruder nicht ganz der Rechten zu überlassen, sich an einem Konzentrationsniinifterium beteiligen. Ueber die innen- und außenpolitische Lage, die dadurch geschaffen würde, haben die sozialistische Fraktion und bie Mitglieder des Parteivorstandes Sonntag nacht und am Montag vormittag beraten. Ist die Verhinderung einer Ronzentrationsregierung durch eine Beteiligung der Sozialisten an der Regierung möglich? Kann die sozialistische Fraktion in gemeinsamer Beratung mit dem Parteivorstand selbstän dig eine Entscheidung treffen? Glaubt die sozialistische Fraktion ein Weiterfressen der Inflation verhindern zu können, wenn sie selbst das Steuerruder ergreift? Das waren die Hauptfragen, über die diskutiert wurde. Eine Reihe von Ge noffen, mie Auriol, Mistral, Grumbach, Renaudel, Paul Boncour, haben die Ansicht zum Ausdrud gebracht, daß die Fraktion und der Parteivorstand die Berantwortung auf sich nehmen müßten, eine dem Verlauf der Krise entsprechende Entscheidung zu treffen, felbft ehe der Parteitag zusammentreten fonne, wenn es die Umstände erheischten und eine Hinausschiebung der Entschei dung das Spiel der Reaktion und der zum Berrat neigenden Elemente innerhalb der bürgerlichen Linksparteien begünstigen würde. Andere Genossen, wie Balière, Boilin, Com père Morel, mollten unter allen Umständen zuerst eine Entscheidung des Parteitages herbeigeführt wissen und 3yromski hat sich überhaupt gegen jeden Gedanken irgend einer Beteiligung an der Regierung, wie fich auch die Krise entwickeln möge, ausgesprochen. Innerhalb der Parlamentsfrattion ist zweifellos die Strömung zugunsten einer evtl. Teilnahme an der Ausübung der Regierungsmacht wesentlich starter als früher, da eine Konzentrations regierung im Augenblid, in dem royalistische und faschisti sche Organisationen offener als je ihr mussolinisch ge färbtes Handwerk treiben, für die französische Arbeiterklasse, für die gesamte französische Demokratie eine größere Gefahr = bedeutet als je zuvor. In der Montagvormittagsigung ist es bei der gemein famen Sigung zwischen der Fraktion und dem Parteivorstand zu feiner endgültigen Entscheidung gekommen, da eine sehr große Anzahl besonders der Abgeordneten aus der Provinz, die zu den Sonntagspropagandaversammlungen in ihre De partements gereift maren, noch nicht nach Paris zurüdaekehrt war. Einem Borschlag Renaudels, fofort durch den Partei vorstand einen außerordentlichen Kongreß einberufen zu lassen, glaubte die Fraktion nach einer Intervention Mistrals nicht zustimmen zu tönnen. Mistral hat in nachdrücklichster Weise darauf hingewiesen, daß, je nachdem die Dinge fich ent wideln, die sozialistische Fraktion die Lösung der Krise nicht von einem Rongreßbefchluß abhängig machen fönne, wenn die Umstände es dringlich machten, den Beschluß vorher zu faffen. Dem stimmte Leon Blum, der im Prinzip fein Anhänger der Regierungsbeteiligung ist, zu. Im Verlauf der Besprechung Leon Blums mit dem Präsidenten der Republif Do u mergue ist die Frage einer eventuellen Beteiligung der Sozialisten an der Regierung unameibeutig aufgeworfen worden. Blum muß sich einstweilen darauf beschränken, auf die Meinungsverschiedenheiten hinzuweisen, die in dieser Frage innerhalb der Fraktion bestehen, mobei er allerdings betonen durfte, daß die Strömung zugunsten der Beteiligung stärker sei als bei früheren Krisen, und daß es sich jedenfalls für die sozialistische Partei nur um eine Beteiligung der Bartei als solcher und nicht etwa einzelner Bersönlichkeiten, die nicht von der Bartei selbst in die Regierung delegiert würden, handeln würde. Das tschechisch- flowakische Parlament. Die endgültige Mandatsverteilung. Prag, 23. November.( Eigener Drahtbericht.) Auf Grund der heute vorgenommenen zweiten und dritten Stimmendurchrechnung werden die beiden Häuser des Parlaments folgende Zusammen: fehung haben: ist der erste bedeutende Schritt zur Aussöhnung der beiden Der Sicherheitspatt zwischen Frankreich und Deutschland großen mitteleuropäischen Nationen, die sich in jahrhunderte langen Fehden unerhörte Bunden geschlagen haben. stehen. Beides liegt in der Linie jener Außenpolitik, welche Beitritt zum Bölferbund ist unsere Forderung feit seinem Bedie Sozialdemokratische Partei sechs Jahre lang unter Angriffen und Verdächtigungen verfolgt hat und die jetzt von den meisten unserer früheren Gegner selbst vertreten werden muß bis zu Luther und Hindenburg. den Außenminister Stresemann aufgefordert: Haben Ich habe bereits vor einem Jahre in einem offenen Brief Sie endlich Mut, treten Sie dem Bölkerbunde bei! Soll ich jetzt diesen vor mir selbst empfohlenen Schritt zu Fall bringen? Wir haben auf dem Internationalen Kongreß in Marseille den Baft von Locarno als eine wichtige Abschlagszahlung auf dem Wege unserer Friedenspolitit be zeichnet. Ich habe bei den Anschlußfundgebungen in Wien. auf dem Friedenstongres in Paris, in zahlreichen Reden in Amerifa für ben Versöhnungspakt zwischen Deutschland und Frankreich mich mit aller Kraft eingesetzt. Soll ich ihn jetzt bei der parlamentarischen Abstimmung ablehnen? Wir haben die englische Arbeiterpartei ebenfalls für den Bertrag gewonnen. Ebenjo treten die Genossen in Frant reich für ihn ein, und mir follten ihn zerschlagen? Wir zerschlagen ihn nicht, wir schieben ihn nur hinaus, fagen die Anhänger einer anderen Taftit. Schon einmal hat die deutsche Politik eine historische Stunde verpaßt, damals als Serriot und Macdonald in Genf mit großer Geste die Einladung zum Völkerbund aussprachen, die anzunehmen Stresemann nicht den Mut hatte. Eine gleiche Stunde ist nicht wiedergefehrt und wer meiß, ob fie so überhaupt wiederkehrt. Miffen wir, wie sich die Situation nach der großen Enttäuschung gestalten fann, die wir der Welt bereiten würden? Fünf Hauptmächte Europas marten heute auf den Augenblid der Signierung. Die Ministerpräsidenten dieser Länder treten am 1. Dezember in Lon bon zusammen. Ganz Europa, nein, die ganze politische Welt sieht mit gespanntem Intereffe diefer Eröffnung einer neuen Epoche der internationalen Bolitif entgegen. Sollen wir alle diese Unterhändler unverrichtet heimschiden, weil am 28. oder 29. November der Deutsche Reichstag durch Schuld der Sozial demokraten die Unterzeichnung unmöglich macht? Wird nicht in der ganzen Welt der Eindrud hervorgerufen werden: wieder Deutschland, das einen Friedenspaft zerstört! Werden nicht alle Gegner einer Berföhnungspolitik in den anderen Staaten triumphierend auf unser Land zeigen und sagen: eine neue Schuld hat Deutschland auf seine Schultern gemälzt, wenn wir die historische Handlung zunächst unmöglich machen, zunächst vereiteln. Es ist politisch unmög lich, diefe Berantwortung zu tragen. Das gleiche gilt in wirtfchaftlicher Beziehung. Reiner, der das Ausland mit offenen Augen beobachtete, fann bezweifeln, daß eine neue Erschütterung der wirtschaftlichen Stellung Deutschlands folgen muß wenn der Patt in Frage gestellt wird. Wenn z. B. auch nur von ferne in Amerifa der Glaube Fuß faffen kann, daß neue Berwürfnisse in Europa möglich find, muß die Hilfe an Krediten zunächst ver fiegen, noch größere Stillegungen müffen folgen. Dann muß auch in Europa eine noch stärkere Absperrung der Nationen mit ihrem Marfte eintreten, also das Gegenteil dessen, was wir zur Entlastung brauchen. Die Ablehnung von Locarno bedeutet also noch mehr Arbeitslosigkeit, noch mehr Not. Ich möchte aber nicht die Verantwortung für einen einzigen Arbeitslosen übernehmen, der einer falschen Außenpolitik der Sozialdemokratie sein Schicksal zuschreiben müßte. Was nüßt uns die schönste Koalition, der freudigste Wahlfieg, wenn das neu erschütterte Wirtschaftsleben unsere Hände bindet, alle sozialen Hilfsmaßnahmen erschwert oder unmög= Abgeordnetenbaus( 300 Mitglieder. Die Berteilung der lich macht? Laßt uns doch das eine nicht vergessen: ber 150 Senats size in Klammern). Ziedische Parteien. Nitti eife Barteien. Sozialdemofr. Gewerbevartei. Rationaldemokraten. Nationalsozialisten grarier. Volkspartei( flerifal) 29( 14) Slowat. Chriftl. Soz.. 13( 6) Slowal. Bollspartei 4( 2) 23( 12) Krieg ist es, der uns heruntergebracht hat. Nur der Fried e, nur der gesicherte Friede tann Abhilfe bringen. Reine Besserung, kein Wohlstand, keine Hoff13( 7) Deutsch. Sozialdem. 17( 9) nung auf Emporsteigen, tein Sozialismus ift in Europa ohne 128( 14) Deuticnationale 45( 23) 31( 16) 10( 5) Teutiche Christl. So.. 13( 7) Deutichvölftiche 7( 3) Dentiche Agratier Polen. Ultrainer. kommunisten die feste Gewißheit des Friedens möglich. Alle unsere Arbeit ist auf dieses Fundament gestellt. Es ist die Borbedingung, ohne die wir Hirn und Hand vergeblich anstrengen. Also: 24( 12) Locarno erfüllt zum erheblichen Teil unsere eigenen außen1(-) politischen Forderungen. Locarno bedeutet die Mildering 41( 20) der bevorstehenden wirtschaftlichen Nöte. Locarno ist die Parole der Arbeiterpartei aller anderen beteiligten Länder. Die deutsche Arbeiterpartei darf es aus innenpolitischen, taf tischen Rücksichten nicht gefährden. 1 Die sämtlichen tschechischen Parteien, die die Regierungsfoalition bilden dürften, haben somit 159 von den 300 Stimmen, d. 4. 9 Stimmen Mehrheit was kommt nach Luther! Prophezeiung und Zweifel. In der bürgerlichen Presse ist ein großes Gerate und Geraune um die tommende Reichsregierung� �Regierung der Mitte" sagen die einen,„Große Koalition" die anderen. Wir haben dazu schon wiederholt bemerkt, daß uns alles Zu- sammenschleben von Parteikonstellationen witzlos scheint, wenn man sich nicht zuvor darüber unterhält, welche Aufgaben der neuen Regierung bevorstehen und in welchem Smne sie gelöst werden sollen. Dazu hatten wir neulich ausgeführt: Ist die demokratische Republik und ist der Kurs des Friedens gesichert, dann ist das Feld frei für die entscheidenden Kämpf« aus wirtschaftspolitischem Gebiet, und mögen sie auch hart und lang werden, wir zweifeln nicht daran, daß auch sie zum Sieg führen... Bejahung der republikanisch- demokratischen Kräfte im Volke, Wendung der chan- delspokitik unter dem Gesichtspunkt der Exportförderung und des Abhaues der Zollschranken mit dem großen Ziel der Vorberei» tnng eines europäischen Zolloereins, Ausbau der Sozial- p'olitik unter dem Gesichtspunkt des rationellen Wirtschafiens mit der Arbeitskraft, dem größten Reichtum Deutschlands, und der Stärkung der Massenk aufkraft— das müssen die Richtungspunkte für eine Regierung sein, die wahrhast innerlich zu dem neuen Vertragswerk steht. Das gibt nun wieder der volksparteilichen„Köln. Ztg." Anlaß zu folgender Bemerkung: Die Ankündigung des wirtschaftspolitischen Kampfes durch die Sozialdemokratie wird man im Gedächtnis behalten und sich a n sie in dem Augenblick erinnern müssen, wenn es an die Neubildung des Reichskabinetts geht. Die Gegenüberstellung dieser beiden Presieäußerungen scheint uns in bezug auf die Möglichkeiten der kommenden Regierungsbildung aufschlußreicher als alles, was sonst in Zeitungen darüber orakelt wird. Trutschnationalcs Misitraucnsvotnm beschlossen. Wie TU. erfährt, hat die deulschnalionale Fraktion de» Reichs- tages gestern am späten Abend ln ihrer Frokllonssihuug noch sehr eingehender Aussprache über die politische Lage einstimmig den endgültigen Beschluß gefahl, da» verlragswerk von Locarno abzulehnen und ein Rlihlrauensvolam gegen da» Reichs- kobinett zu beantragen, dessen Formulierung morgen erfolgt. Locarno.— Sefetztes Gebiet. Beratungen des Auswärtigen Ausschusses. Der Auswärtige Ausschuh des Reichstages de- handelte am Montag nachmittag im Rahmen der Beratung über dos Locarno- Abkommen zunächst die Entwaff- mingsfrage, zu der die Vertreter der verschiedenen zuständigen Ministerien Stellung nahmen. Alsdann beschäftigte sich der Ausschuß mit den Auswirkungen des Locarno-Abkommens auf das besetzteGebist. Es wurde u. a. mitgeteilt, daß das Gutachten der Reichsregierung darüber?, ob das Locarno- Gesetz ein ver'assungsänderndes sei oder nicht, den Mitgliedern des Ausschusses mit größter Beschleunigung in gedruckter Form zugeleitet werden wird, so daß schon in den nächsten Tagen der Auswärttge Ausschuß üter diese Frage beraten wird._ Verzögerung üer Preisenquete. Interessenten gegen sachliche Wirtschaftspolitik. Bekanntlich wurde vor längerer Zeit im Reichstag beschlossen, Erhebungen über das Berhältnis der Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu denen industrieller Waren abzustellen. Auf diese Weise sollte für Deutschland Klarheit über das sogenannte Problem der„Schere" gewonnen werden. Die Ge- winnung zuverlässigen Materials über diese Frage wäre insofern von besonders großer Bedeutung im gegenwärtigen Moment, als dadurch die Erörterungen über Maßnahmen zur Bekämpfung der Agrarkrise gut vorbereitet würden. Leider kommt die Erhebung aber nicht recht in Gang. well laut.Lonjunktur-Korrespondenz" sowohl großogra- r i s ch» wie schwerindustrielle Kreise alles auf- bieten, um diese Erhebungen zu verzögern. Dies macht sich bereits bei der Aufstellung der notwendigen Frage- bogen in unliebsamer Weise bemerkbar. der Zoll Geßler. Sine abschliessende Erklärung von Dr. Haas. Reichstagsabgeordneter Dr. Haas(Dem.) teilt mit: Reichswehrminister Dr. Gehler und Oberbürgermeister Dr. Luppe haben mich gebeten, in der zwischen ihnen entstandenen Streitfrage als gemeinsamer Vertrauensmann di« �rforderüchen Feststellungen zu treffen. Das Ergebnis meiner Prüfung fasse ich in den nachstehenden Ausführungen zusammen: 1. Durch eine ernst zu nehmend«, der monarchischen Bewegung nahestehende Persönlichkeit aus Bayern, der der deutsche Einheit»- gedank« wichtiger war als bayerisch« monarchisch« Wünsche, ist Dr. Geßler im l) e r b st 1924 aus neu« Gefahren, die aus Bayern drohen, aufmerksam gemacht worden. Dr. Keßler besprach die Angelegenheit sofort mit dem Reichspräsidenten E b e r t. im Benehmen mit ihm wurden die Schritt« eingeleitet. die die Bewegung vor der Durchführung eines Staatsstretches niederhalten sollten. Anch Staatssekretär Meißner be- stätigt die Tatsache, die auch von Dr. Luppe anerkannt wird, daß Dr. G e ß l e r sich nach besten Kräften und mit Erfolg für die Unterdrückung der damaligen Gefahr«ingesetzt hat. 2. Anfang Oktober 1924 suchte Dr. Geßler Dr. Luppe in N ü r n- b e r g aus. Dr. Luppe beurteilte die Log« in Boyern damals ruhig und war der Meinung, daß in der Königsfrog« der kritisch« Zeit- punkt überwunden sei. Dr. Geßler bezeichnete diese Auffassung als durchaus irrig und wies sowohl auf die akut« Gefahr hin al» auch auf die Gefahren, die sich dauernd aus. der Psycho- logie des bayerischen Lölkes ergeben müßten. I n diesem Zusammenhang« sind die Aeußerungen gesollen, die Dr. Luppe richtig wiedergegeben hat. Danach hat Dr. Geßler gesagt, daß mit einem Eingreifen der Reichswehr bei bayerischen Berfassungsstreiiigteiten nicht zu rechnen sei. Er hat. wie Dr. Suppe anerkennt, damit aus die Schwierigkeiten hingewiesen, die hätten entstehen können, wenn die Angelegenheit der bayerischen Staatspräsidensschaft in einer formell derReichsverfafsungnicht widersprechen- den. polltisch aber sehr bedenklichen Form be- handelt worden wäre. Ferner erklärt Dr. Luppe, daß Dr. Geßler ihn vor allem daraus aufmerksam machen wollte, daß man ver- suchen müsse, dir Entwicklung im Keim zu ersticken, bevor es zum Konflikt komm», und daß mcm nicht allein auf da« Reich sich verlassen dürfe, sondern die bayerischen Kräfte zur Sicherung der Reichseinheit weit stärker als bisher aus- rufen müsse. Es war in diesem Zusammenhang auch wesentlich, daß der Reichswehrminister die Reichswehr außerhalb ihres gewöhnlichen Dienstbetriebes nicht selbständig einsetzen kann, sondern abwarten muß, ob die Landesregierung die Truppen anfordert, oder, wenn das nicht der Fall ist, ob Und welch« Befehle Reichspräsident und Reichsregierung geben. Z. Dr. Luppe machte im November l9?S dem Schriftsteller Emil Ludwig bei einer Unterhaltung über die bayerische Ent- Wicklung historisch referiereich von feinem Gespräch mit Dr. Geßler Mitteilung. Ludwig hat das Gespräch ohne Zustimmung von Dr. Luppe unrichtig in die Oefsentlichkeit gebracht. Lichwig hatte be- hauptet, der Reichswehrminister Hab« den bayerischen Monarchisten die Neutralität der Reichswehr zugesagt. Dr. Luppe versichert. daß er diese Leußerung zu Ludwig nicht gemacht Hab«, daß er weder weiß noch annehmen kann, daß Dr. Geßler mit den Feinden der Verfassung in Verbindung stand oder ihnen gor Zugeständnisse ge- macht Hai. daß er im Gegenteil genau wisse, daß Dr. Geßler sich damals, wie auch früher, gegen die bayeri- sch« monarchische Gefahr und für die Reichseinheit eingesetzt habe. Der Generalaöjutant. �-»eneraladjutant v. P l e s s« n. der nahezu SOjährige Intimus Wilhelm» IL, scheint durch feine Zuschriften an die.Kreuzzeitung" das Eniant terrible der preußischen.Adelsgenossenschast" werden zu wollen. Erst fordert er beinahe den Ostjuden.Emil Lud- w i g— alias Cohn" aus Breslau auf schwer« Säbel und gezogen« Pistolen(für«inen Achtziger allerhand!) und verzichtet auf die Raubrltterkomödie im Grunewald erst in der Erkenntnis,.daß es ausgeschlossen ist. den p. Cmil Ludwig alias Cohn in Verteidigung der Ehre unseres angestammten Königs mit der Waffe In der ssand gebührend zur Lerantwortung zu ziehen". Dann rüffell er den General der Infanterie a. D. G r ö n e r, weil er in den Tagen des Zusammenbruches den schwarzen Plan ausgeheckt hat. den„Kaiser an die Front" zu schicken und konstatiert, daß der„angestammte König" etwas anderes zu tun hätte, als sich für die Kanaille zu Hause im Schützengrabenpöbel erschießen zu lassen. Lorbeeren sind e» ja nicht gewesen, die der zornig«, otte Hau- degen mit seinem Judenduell und mit der Beschönigung der taiser- lichen Retirad« vor dem Heldentod geerntet hat. Nun wird«in« neue Geschichte bekannt, die ebenjalls in da» Ressort des„ewig lächelnden Flügeladjutonten v. Plessen" fällt, das „erschütterndste Erlebnis" des Generals v. Echliefsen, die Kasino- ossär« zwischen dem letzten Kaiser und dem f r a n z ö s l- schen Militärattache Marquis de la Keuch«. Der Staats- sekretär a. D. August Müller hat sie aus dem Mund eines Augenzeugen erhascht und der Nachwell nicht vorenthallen wollen. Bekanntlich ist etwa Mitte der neunziger Jahre das.Sieges- rezept" des preußischen Generalstab», der Schlieffensche.Aufmarsch- plan" mit dem Lormarschflügel durch Belgien erfunden worden. Seine auch nur andeutungsweise Bekanntgab« an die Franzosen hätte nicht nur politisch die Stellung Deutschlands ungeheuer erschüttert, sondern vor allem mllllärisch geradezu katastrophal« Folgen gehabt. Und nun«rzähll bei einem .militärischen Herrenabend" der Kaiser dem französischen Attache — nicht direkt, aber doch so deutlich, daß«in Zweifel nicht mehr möglich war— den ganzen Plan. General v. Schliefsen kann sein« Erregung nicht mehr meistern und stürzt blaßblau vor Schreck und Wut davon. Wo aber war da das militärische �kinderfräulein", der seit 189Z Dienst tuende„Flügeladjutant"? Dar am Kaiserlichen Hos nicht ein Mann, der dem kaiserlichen Schwätzer diesen fahrlässigen Landesverrat mit geballter Faust ins Gesicht geworfen hat? U. A. w. g.„Um Antwort wird gebeten", Herr o. Plessen— aber nicht mit dar Pistole und schweren Säbeln tm Grunewald, wie bei Emil Ludwig! Ich bin nämlich.Fußartillerist" und„Maschinist" von Beruf— also höchstens mit einem schweren Mörser— oder einem Maschinengewehr! H.S. wiffenschastspolitik in SowjetrußlanS. In der Gesellschaft der Freund« de» neuen Ruß- l a n d sprach am Sonnabend der Genosse Professor Dr. S ch a x e l aus Jena über wissenschaslliches Arbeiten in Sowjetrußland und der Studiendirektor H i« r l aus Weimar über das Schul- und Bildung»- wesen. An Schaxels Bortrag war sehr wertvoll, daß man wohl zum erstenmal ein« Uebersicht über die außerordentlicd zahlreichen wissen- schastlichen Institute Rußland» bekam, und zwar so klar, wie man ihn selbst in Rußland nur schwer erhallen kann. Er zeigte, wie die Wissenschafispolitik, wenn man so sagen darf, sich dort nach zwei Richtungen bewegt. Einmal geht das Bestreben aus Demokrcüi- sierung, nicht Popularisierung der Wissenschaft. Man will sie einer möglichst großen Masse zugänglich machen, indem man dies« Masse dasür reis macht, aber nicht, indem man die Wissenschast verflacht. t weitens erstrebt man die engste Lerbindunq von Theorie und roxi« zur Belebung sämtlicher vorhandenen Produktivkräfte. Er- reicht man dos erst« durch die Fülle der Zellschristen, össentlichen Bibliotheken und Museen, denen ein« erstaunlich« Aufnahmefähigkect der Massen entgegenkommt, so führt man den zweiten Gedanken durH Errichtung zahlreicher Institut« durch, die unmittelbar zur Beförderung und Stützung der praktischen Arbeit cm die drei Hauptorgamsationen de» russischen Leben« angescdlossen werden: z. B. das Institut Lenin, das von der Koiiununistilcden Partei er- holten wird, das Zmtrolinstttut für Arbeitswissensiyast, dos dem Zentralrot der russischen Gewerkschaften untersteht, da» Morr-Engels- Institut, da» Institut für Ostkunde und die Leningrader Akademie, die olle drei unmittelbar von dem Zentrolexekuttvkomitee der Union, also der höchsten politischen Stelle, verwallet werden. Dazu komiiN die Fülle der LehrstäUen, der Universitäten, von denen allein Moskau sechs aufweist. Dies« Angaben hätten noch mehr gewirkt, wenn Herr Schaxel auch etwas von den Leistungen der Jnsiitute berichtet und da- durch bewiesen hätte, daß der große Auswand nicht etwa zu einem L« e r l a u s sührt. Bedauerlich war auch, daß er in seiner Be- geisterung immer wieder betont«, so etwas gäbe es in der ganzen Well nicht wieder, wie dieses oder jenes Institut. In jedem Zuhörer mutz dadurch ein saljchc» Bild von Rußland erweckt werden: denn e» gibt noch viel mehr Hervorragendes in der ganzen Dell, was man auch in Sowjetrußland vergebiich suchen wurde! Und die Russen selber betonen da» auch immer wieder! Nach den aus'ührlichen Darlegungen Schaxel» hatte Hierl nur wenig Zeit. Wohl deswegen stellte er seinen Vortrag vielmehr aus stimmung-mäßige Agitation für die neue Well im Osten al» auf sachlich« Berichterstattung ein. Und damit erntet« er reichen Beifall!_ Fritz Karsen. kein« frei« tiebe in Ruhland. Der Gesetzentwurf, der neben der gesetzlichen Eh« auch die ungesetzliche gelten lassen wollte, wurde von dem Sowjetkongrcß abgelehnt. Die Gründe, die für die Ab- lehnung geltend gen, acht wurden, waren einmal die. daß durch die frei« Lieb« die Vielweiberei und Bielmännerei begünstigt werde. während andererseits die Bande der Familie zerrissen und die Zahl der heimatlosen Kinder in den Großstädten, die ohnehin ein schwere, Problem darstellten, vergrößert werden würd«. 4. Der Brief, den Dr. Luppe sofort noch der Unterredung an mich geschrieben hat. ist nicht in meine Hände gelangt. Nach den bestimmten Persicherungen von Dr. Luppe sst es für Dr. Geßler und mich außer Zweifel, daß der Brief geschrieben und abgeschickt wurde. Mit diesen Feststellungen erklären sich Reichswchrminister Dr. Geßler und Oberbürgermeister Dr. Luppe einverstanden. gez. Dr. Ludwig Haas, M. d. R. der Geist Rathenaus. Und der Kleingeist von Lünen. Wir berichteten vor einiger Zeit, daß der Amtsrichter von Bostel-Burchardt in Lünen ein« Beschlagnahmever- iügung gegen das republikanisch« Witzblatt„Lachen links" erließ. weil er sich über da» B lb„Rathenau» Geist" geärgert hatte. Aus dem Bild war der Reichspräsident, den Vertrag von Locarno unter- zeichnend, dargestellt, wobei ihm Rathenau selbst erscheint. Obwohl weder in der Zeichnung noch in der Unterschrift auch nur eine Re- spekilosigkeit gegen den Reichspräsidenten zu ersehen war. hall« Herr Amtsrichter von Bostel-Burchardt in dem Bild eine strafbare Handlung gegen den Beleidigungsparagraphen und das Gesetz zum Schutz der Republik für vorliegend erachtet, ohne allerdings auf den Tatbestand dieser Bestimmungen die geringste Rücksicht zu nehmen. Jetzt hat aus Beschwerde die Strafkammer in Dort« mund die Beschlagnahme ausgehoben mit der aus- drücklichen Begründnug..daß ein Vergehen gegen die in dem B sschluß angegebenen Strafbestimmungen nicht als vorsiegend erachtet werden kann". Di» Gesetzeskenntnis des Herrn von Bostel-Burchardt er» scheint danach in merkwürdigstem Lichte. Der preußischsi J u st i z m t n i st e r hat auf ein« Kleine Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion im Landtag mitgeteill, daß er nach Erledigung de« gegen„Lachen links" eingeleiteten Verfahrens prüfen werde, ob der Sachoerhall Anlaß zum Einschreiten im D i s z i- p l I n a r w e g gebe. Ruth geht, Klara kommt! Ter Szenenwechsel in der KPD. In der Kommunistischen Fraktion vollzieht sich im Reichstag« noch dem vom Ekki befohlenen Kurswechsel«in bedeutungsvoller persönlicher Wandel. Klara Zetkin, seit zwei Iahren in Ruß- land festgehalten, darf«ieder nach Deutschland zurückkehren und soll noch Korrespondenzmeldungen heute ln Berlin eintreffen. Es wird behauptet, daß fi« den Austrag habe, dte Stellung der russischen Re- oierung— oder nein, natürlich der kommunisttlchen Reichstags- fraktion zu den Locornov«rträg«n zu vertreten. An ihrer Stell« bleibt Ruth Fischer in der Verbannung. Sie ist zurzeit in Moskau und hat den Befehl, dort zu dlelben. So kommt in der Veränderung der Personalten mich dte Aenderung der bossche- wistischen Taktik in Deutschland klar zum Ausdruck. Zememorü-prozeß. Unker Ausfchlnst der Oeffentlichkeit. In Schwerin hat der Prozeß gegen den bekannten Fememörder V o l d t wegen Ermordung des Ehrhardtmannes Beyer begonnen. Der Ermordet« wurde am IS. Dezember 1923 bet dem Dorfe Mecklen- bürg von dem Feldwebel Boldt erschossen. Beyer soll den Eindruck erweckt haben, daß er im Luftrag der Abtellung I A de» Berliner Polizeipräsidiums nach Mecklenburg geschickt worden sei. Das ge- nügie, um ihn ohne weitere Klärung de» Sachverhalt» k a l t h l ll t i g u m z u bringen, ff» handelt sich bei dem Schwe- riner Mordprozeß aber nicht so sehr um den verfierteh Fememörder Boldt, der bereits mehrfach wegen Betrug und schwerer Urkunden- fässchung vorbestraft ist, sondern mehr um die Mithelfer und L n st i f t« r des Verbrechens, die ausnahmslos Osfiziere sind oder sein wollen. Der Stoatsanwall beantragt« bereit» noch der Verlesung der Anklageschrift, die Oefsenllichtest wegen„Gefährdung der Staatssicherheit" auszuschließen. Die Detteidigung schloß sich diesem Antrage an. Zugelassen sind lediglich Vertreter der mecklen- durgischen Regierung und ein Hauptmann der Reichswehr. Dt« UJunderfladt Rem Jork. Die Berliner Berhöltnisse ame- rikonisieren sich immer mehr, besonders im Berkehrswesen wandern wir bereits aus New Parker Spuren, wovon der von dort impor- tierte verkehrst» rm deutlich Zeugnis ablegt. Es ist daher von größtem Interesse. New Port tm Film zu durchwandern, um ein Stück unserer Zukunft im voraus zu sehen. Ennl Hilb, der drüben diesen Film aufgenommen hat, lud zu einer Dreitogewanderung durch New Park(im Film) in der Urania ein. Sein humorvoller Vortrag diente dabei als Fremdenführer. Don der Ankunft im Hafen aus geht die Wanderung, die bald zu Fuß. bald im A to. bald mit der Stadtbahn«rsolat. vor sich Das Viertel der Wolken- kratzer wird besonders ausführlich angeschaut, vom 49. Stockwerk eine» solchen Hochhause« aus überblicke,, wir die Stadt und schauen hinunter in die tiefen Schacht« der Straßen, in denen auch am Tage Dunkelheit herrscht. Di« Hauptsehenswürdigkell der Stadt an Baulichkeiten, Parks, das Italiener- und Judenoiertel. der Zoologische und Botanische Garten, die beide merkwürdig leer sind, werden besucht. Mit den hervorragenden deutschen Sängern und Dirigenten werden wir bekannt gemacht. Zum Schluß machen wir einen Ausflug noch der Vergnügunasstodt New Porks, die gleich- zeitig der größte Badeplatz ist(manchmal bi» zu 899 999 Besucher): Coney Island. Leider gestattete e» der Umfang eines solchen Vor- trag» nicht, da» häuslich« Leben, groß« national« Feiern oder auch groß« Sportveranstaltuiiaen«inzl. beziehen. Dasür ist da, Thema zu umfassend. Aber auch so bekommen wir lebhaft« Eindrücke von diesem Riesen-Ameisenhausen. D. Ei»„Bremer Schauspielpreis". Der Goethebund In Bremen hat unter Mitwirkung des Bremer Schauspielhof«» und der Vertriebsstell« des Verbandes deutscher Dühnenschrist- steller und Dühnenkomponisten in Berlin eine Stiftung be- gründet, um zunächst das deutsch« Drama der Gegenwart praktisch zu fördern und vor allem für die bühnenschaffend« deutsche Jugend den Weg zur Bühne zu bahnen. All« drei Jahr« soll unter der Bezeichnung„Bremer Schauspielpreis" Im Wege des Wettb«w»''bs � ein Betrog von S999 M. für das echte deutsch« Bühnenwerk ernster oder heiterer Art zur Ausgab« kommen— da, erstemal spätestens am 1. Dezember 1929. Eine gleichartige Preisstistung wird vom Goethebuno geplant, um durch Prämiierung einer deutschen Oper die musikdramatische Kunst zu fördern. «Ifrcft Seteet« rezitiert«m Ritt«»« w, Sllrqrriaal be» Raf un'e« abend» 8 Udr. Strinbberg. G.wiiieiißqiial. eine lstieden«� ooelle. cm Tonntaa. 29. Nov.. D o st o j e« 1 1 i, Traun, eine» lacheilichen Menschen, edendort. Karten zu S, 2. t M., sür Genossen 50 Pf. in der Berwäil«. buchhandlung. Da» phllhar Mische Orchester gibt am Rlitivoch. den T's, Nbr. In der Philh irmoni» em Konzeri unter-Witwii tun, de« tberilner tierite-S« or» iDinient: Ku-: Singer). P oqramm: Bach Kantate 7g und 3 v,«»den- burgilchc« Konzerl, Beeihooen, Messe C-dar. Kacl.n zu I Mail an der tibendtasse. vr. steiw lch vehmel beginnt am 24. Novembrr. a bend« 8 Uhr In, .Vartrastsaal de» Gqundheit»danlc»', tlm Urban IV-II, leine 42. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts dtenstag, 24. November 7�25 Der Kampf gegen öen Alkohol. D!e Tagung tts D:uischen Arbeiter ZlbstZnenlenbundes. Eines der größten Hindernisse auf dem Wege des Ausstieges der Arbeiterklasse ist der Mio hol. Ihn und feine Vertreter mit veremter Kraft zu bekämpfen, ist die Aufgabe, der sich der Deutsch« Ar- beiter-Abstrnentenbund unterzogen hat. Seine dies- jährige I a h r e s t a g u n g, auf der auch die iirternen Bundesange- lcgenheiten befriedigende Erledigung fanden, war am 21. und 2 2. November in Berlin. Den Höhepunkt der Tagung bildete am Sonntagnormittag eins überfüllte und hervorragend verlaufene öffentliche Kundgebung im Gewerk- schaftshaus am Engelufer, von der folgendes berichtet fei: Nach einleitenden Worten des Genossen P l o t t k e sprach Genosse S o l l m a n n zunächst über seine Eindrücke in Amerika: Es ist natürlich nicht möglich, ein solches Riesenland vollkommen trockenzulegen, die bedeutenden Erfolge lassen sich jedoch nicht bestreiten. Selbst die Freunde des Alkohols er- klärten sämtlich nur, daß sie aus eine Lockerung der Gefetze(Er- laubnis leichter Biere und Weine) hinarbeiten, daß aber die alten .Zustände nickzt wiederkehren dürften. Die Mengen des Alkohols, die heimlich noch verbraucht werden, betragen ichätzunasweifs 10 bis 15 Proz. des früheren Konsums: so viel sieht ober fest, daß der Alkohol im öffentlichen Leben der Vereinigten Staaten vollständig verschwun- den sst. ohne aber daß deswegen die Gastwirte geschädigt worden wären. Das heimliche Trinken ist gar nicht so einfach: in Nord- ameriko muß der Trinker den Alkohol suchen und wird ihn nicht immer finden, in Deutschland findet auch der den Alkohol dauernd. der ihn meiden will. Bewundern?- und nachahmenswert sind auch der Ernst und die Sachlichkeit, mit der drüben der Kamof um den Alkohol geführt wird. Was im Gegensatz hierzu in Deutschland im Sinne miserer Bestrebungen geschieht, ist kaum der Rede wert. Im Hauptausschuß des Reichstages wurde erst eine Eni- schließung der sozialdemokratischen Fraktion angenommen, die die Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfes von der Regierung >, erlangt.. Fände diese Entschließung eine ihr freundliche Regierung > nd«ine Mehrheit, dann sind wir noch lm,ge nicht am letzten Ziel. denn das dann eoenwell kommende Gemeindebestim- mungsgesetz i st kein Verbotsgesetz, sondern nur eine Ermächtigung, deren Dtutzung den Einzelländern überlassen bleibt. Aber da dieses Gesetz, selbst konsequcist durchgeführt, den Kleinhandel gestaltet und die Alkohol Produktion gar nickst imrerbindet, sst dos Bild, das die Alkoholindustrie von ihm der Leffenllichkeit übermittelt, stark übertrieben. Das Gesetz soll nur die Verringerung resp. Umstellung der Alkoholwirischaften bringen und die Alkoholwirkungen im öffentlichen Leben mildern. Ergänzend l ehandelte Gen. Drucker die Erfolge antialkoholischer Gesetze mich in anderen nichtamerikonsschen Staaten Di« Ein, inütigkeit, mit der fast die gesamte Arbeiterschaft der ganzen Well den Kampf gegen den Alkohol führe, müsse ein Ansporn lein. Die- senigen, die da meinen, daß das Gemeindebeiiimmungsrecht die per- iänlich« Freiheit antaste, feien dieselben, die sonst die persönliche Freiheit der Arbeiter und Angesiellren dauernd verletzen— Genosse Sonitätsrot Dr. Juliusburgor sprach über den.Alkohol im neuen StrasrechG: Es ist bekannt, wie häufig der Alkohol- genuß Verführer zum Verbrechen sst. Nun wird im neuen Strosgesetzentwurr der Versuch gemacht,.selbstverschuldete Trunteicheit' nicht als Ensschuldigung gelten zu lassen. Das ist an sich zu begrüßen, aber die Frage bleibt doch, was„lelbstverschickdet" beiß:, wenn der Staatsbürger auf Schritt und Tritt zum Trinken verführt wird? Es ist vielmehr notwendig, daß der Gedanke der Erziehung in den Vordergrund gerückt wird, gleichgültig. ob der Richter.schuldig" urteilt oder nicht. In den Strasanstallen und Sanatorien sollten die Ausseher. Lehrer und Aerzte durch Abstinenz ein Vorbild geben und alkoholhggienische Auiklärung ver- nnrteln. Gelegenheit hierzu sollt« weniger im Gefängnis als tn der Trinkerheilanstall, die viel wichtiger ist. gegeben werden. Vor allem aber ist, da vorbeugen bekanntlich besser als helfen, zu ver» langen, daß die Schule endlich ihren passiven Wider- stand aufgiebt, denn geistige und körperliche Hygiene sind ein« Einheit, die wirksame Doppelausbildung fordert.— Dom Stand- vuntte der Juristen aus beleuchtete Genosse Weinberg dasselbe Thema. Erschütternd waren seine einwandfrei statistisch belegten Angaben über di« kriminellen Nachwirkungen de» Alkvholismus auch auf Kinder und Kindes» linder, vor allem feien Roheitsdelikte auf den Alkohokrausch zurückzuführen, und es fei festgestellt, daß diese Verbrechen überall dort in Deutschland sehr häufig seien, wo der Alkoholkonsirm sehr groß wäre. Die anschließende Diskussion nahm einen seyr bewegten Verlauf Für Erheiterung sorgte Herr Peter S ch w u ch o w, ein Vertreter des Alkoholkapitals. Auch er, so meinte er, schätze das Gaftwirtsgewerbs, solange es sich in anständigen Bahnen bewege. Was die Reierenten gesagt haben, könne er Wort für Wort bis auf die Uebertreibungen unterschreiben. Aber Sclbstbestimmungsrecht und Trockenlegung wären das größte katastrophale Unglück, das Deutsch! nd widerfahren könne. Nachdem sich die stürmische Heiterkeit nach diesen noch in mancherlei anderer Beziehung sehr komischen Ausführungen gelegt hotte, mußte es sich Herr Schwuchow. der dann seinerseits wieder durch Kneifen antwortete, gefallen lassen, von den Genollen Drucker, Julius- burger und Sollmann Wort für Wart widerlegt zu werden. Zum Sckiluß bringt eine im Sinne der Kundgebung verfaßt« und einstimmig angenommene Resolution zum Ausdruck, daß zur Bekämpfung des in den letzten Jahren wi->der«rsiarkten Alkobolismus alkoholgegnerische Gesetze, die die T r i n k g el« g e n h e i t e n verringern, die V o l i z« i st u n d e oerkürzen, die Erzeugung der geistigen Getränke und ihren Alkaholgehall beschränken. dringend'notwendig sind. Ein wirksames Kampfmittel sei in dem Gemeindebestimmunosrecht gegeben. Tatträstige Uitter- stützung müsse von den Fraktionen der Parlamente, von den Or- ganisationen und der Presse der sozialistischen Arbeiterschaft ver- langt werden. 5al1'ch bi�r taasüber ein aeradezu beänastta»�« Andrang aller möalichen Verkehrsmittel. Wenn iraendwo in Belli» vsrkehrstürme nötig sind, so ist es am Halleschcn Tor und in der onvalidenstraße. Tie Nnterkchligungen auf dem Bahnljaf Alexanderplatz Noch dreitägiger Verhandlung wurde gestern am späten Nack,- mittag das Urteil in dem Prozeß wegen der Veruntreuungen bei der Swrionskass« Alexanderplatz gefällt. Als Sttasen setzt« das Gericht fest für: M a n s t« ein Lahr sechs Monate Gefängnis, wovon 1114 Monat« durch die Unteriuchunzshast verbüßt sind, S ch l i e p ein Jahr neun Monat« Gefängnis» unter Anrechnung von 11% Monaten Untersuchungshaft, Schreib sechs Monate Gefängnis, davon 2% Monat« verbüßi, Schmidt neun Moniu? Gefängnis, davon 5% Monate verbüßt, R o h d« vier Monat« Ge- tängnis und R a g u f e sieben Monat« Gefängnis, die gänzlich ver- büßt find. Den Angeklagten wurde für den Rest der Strafe De- w o h r n n g s i r i st gewährt, diese Frag« jedoch bei Rohde, der noch n chts verbüßt hat, vorläusio offen gelassen. Weiterhin war dos Gericht der Ansicht, daß Deanucn, die sich an der Kasse des Skaaies oergreifen, zeitweise die Befähigung zur De» kleidung öffentlicher Aemter ab gesprochen w?rd-u müsse. t?aichse Kriminalbeamte im Polizeiprafidium. Die dreiste Beraubung von zwei Kassenboten gelaugte vor dem Großen Schöffengericht Mitte unter Vorsitz von Land- gerickitsdirektor Deihk« zur Aburteilung. Der Fall hatte seinerzeit besonderes Aufsehen erregt. Die beiden Boten hotten im .ckustroge ihrer Firma am 23. September«inen Betrag von 20«» M. bei einer Bonkstelle am Delle-Alliance-Platz abgehoben. Auf dem Heimwege wurden sie in der Königgratzer Straß e von zivei Männern gestellt die sich unter Vorzeigung von angeblichen Erkennungsmarken als Kriminalbeamte ausgaben und i behaupteten, daß sie Ermittlungen gegen die Firma wegen Steuer- | Hinterziehung zu macken hätten. Di« beiden verdutzten Kassenboten wurden gezwungen, in ein herbeigerufenes.Auto zu sieiaen und z u m P o li z e i p r ö s i d i u m zu fahren. 2l u f dem Hofe des Gebäudes am Alerandcrplatz nahmen die angeblichen Kriminal- beamten di« Aktentasche mll dem Geld« unter den Arm und be- 241 Die Passion. Roman von Clara viebig. Auf dem Tisch duftete der starke Kaffee und mengte seinen Duft mit dem eigentümlichen Parfüm des Zimmers, das aufdringlich war und doch nicht unangenehm. So sahen sie Stunden. Eva hörte aufmerksam zu. „Tu ihr doch die Brille ab," sagte Lenchen.„Warum entstellst« sie denn so?" Es war Eva so warm, so mollig hier in dem weichen Sofa, es gefiel ihr so gut in der parfümierten Stube, wo das feine rosa Himmelbett stand. Wie in einem schönen Traum fühlte sie sich. Der Kopf sank ihr aus die Sofalehne, gesättigt von leckerem Kuchen schlief sie zuletzt ein.' „Was sie für rote Bäckchen gekriegt hat/ sagte Fräulein Helene,„die wird mal bildhübsch." „Meinst du?" Mit einem beglückten Lächeln sah Olga auf ihre süß schlummernde kleine Eva, aber das beglückte Lächeln wandelte sich bald in ein wehmütiges. Sie seufzte, und ihr Blick verschwamm:„Wenn ich nur wüßte, was aus ihr wird, wenn ich nicht mehr sein sollte. Mir ist immer so bange um sie." 9. Eva würde umgeschult werden müssen, und wenn sie dadurch auch ein wenig zurückkam. Der Ohrenarzt hatte der Mutter gesagt: Luft, viel frische, unverbrauchte Luft für das blutar—* Mädchen Jede freie Stunde war Olga umhergerann. imd hatte das gesucht, was ihr für ihre Eva nötig dünkte. Trotz der vielen Wohnungen, von denen Frau Ella sprach, mar es für Olga sehr schwer, etwas Geeignetes zu finden. Was gerade gepaßt hätte, war zu teuer für sie: un- endsicb vieles iah sie an und ging niedergeschlagen wieder fort. Darauf Rücksicht zu nehmen, wie weit sie es bis zum Atelier bitte, dos batte sie bald rnssgegeben: sie suchte ia Grün. Sonne, frische Lust für ihr Kind, da konnte sie natürlich nicht in der Geschäftsgegend wohnen. Ihre Fmmdin batte sich angeboten, mit ihr zu suchen, aber Oloa, eine gewisse Verlegenheit in Miene und Stimme, bat sie, hiervon abzustehen. Hätte Fräulein Heiene nicht dick weiß ausgetragen «ehabt, so würde man eine leise Röte in ihre Wangen haben steigen sehen: so dumm war sie nicht, daß sie nicht gemerkt hätte, warum Olga dos nicht wollte. Aber sie nahm es weiter nicht übel. Endlich hotte Olga etwas gefunden, das sie mieten konnte. Nicht ganz das, was es eigentlich hätte fein sollen, aber die zwei Zimmer Im Souterrain hatten doch ziemlickz hohe helle Fenster, die auf einen hübschen kleinen Garten hinausgingen. Daß die Küche etwas Kellerartiges hatte, kam wenig in Betracht: Eva brauchte sich ja nicht darin aufzu- halten. Und wettgemacht wurden alle diese Nackttcile durch die Nähe des Tiergartens; fünf Minuten, und Eva konnte darin herumspaziercn, konnte die vom Atem der großen Bäume der weiten Rasenflächen durchwürzte, erfrischende Luft einschlürfen und sich rote Backen holen. Stefan war großzügig. Er hatte der Schwester die aus dem Haushalt des Vaters zurückgebliebenen Möbel über- lassen: nur ein paar bessere Stücke hatte er für sich aus- gewählt. „Das war deines Großvaters Dett," sagte Olga, als sie am ersten Abend, ehe Eva sich darin niederlegte, mit lieb- kosender Hand die Kissen glättete,„darin hat er immer ge- schlafen— o, und darin ist er auch gestorben!" Darin war jemand gestorben? Es überschauerte Eva seltsam. Wenn es auch ihr Großvater gewesen war, von dem die Muller immer so lieb sprach, ihr Herz klopfte doch ängstlich. In ihrer Freude, nun ein Zuhause zu haben, sich nicht mehr von Tante Ella hin und her schicken lassen zu müssen, mischte sich ein Tröpfchen Bitternis. Altklug empfand sie, daß es für ein Kind eigentlich viel zu früh ist, in einem Bett zu liegen, in dem schon ein Leben ausgelebt ist. Ein Bett, das so lang und weit war, daß es sie darin fror. Eine kleine weiße Äinderbettstelle hätte sie sich lieber gewünscht. In der Klinik damals hatte sie so ein Bettchen gehabt, und mll einem gewissen Anhänglichteitsgefühl dachte sie an die Charit�. Aber nach dieser ersten Nacht, in der Eva nicht gut schlief — ihre Mutter hörte sie oft sich werfen und seufzen, so dag sie schon aufstehen wollte und nach dem offenbar unruhig träumenden Kinde sehen— kam der erste Morgen. Und der sah so hell in die Fenster und ließ draußen im Garten die Sträucher so grünlich schimmern, daß Eva es nicht er- warten konnte, aufzustehen und in den Tiergarten zu laufen. Sie hörte kaum, was die Mutter immerfort wiederholte, sich nicht zu verlaufen im Tiergarten, immer hübsch auf den viel- begangenen Wegen zu bleiben, nichts abzureißen, und dann pünktlich um Eins sich bei der Nachbarin drüben einzufinden. Die würde ihr zu esse» geben» da« war so vereinbart. Wie eine Diene, die ausschwärnit, flog Eva aus. O, wie schön war es hier! Ietzi vor Ostern brauchte sie nicht mehr in die Schule, das lohnte nicht mehr. Wie aus dem Käfig der Alexanderstraße losgelassen, wie von der Freiheit berauscht. taumelte sie durch die Gänge. Da waren breite Wege und schmale Wege, Alleen von himmelhohen Bäumen, die sich oben zusammenschlössen, und ganz kleine, ganz verborgene Pfade, die sich schlängelnd im Gebüsch verliefen. Sie vergaß ganz, daß die Mutter ihr eingeprägt hatte, auf den viel- begangenen Wegen zu bleiben, in ihrem Glück lies sie planlos in den schon warm besonnten großen Park hinein. Sie jauchzte nicht laut, dag hatte sie noch niemals getan, aber sie jauchzte innerlich, und das war ihr auch selten genug gegeben. Da waren viele Rasenflächen, die waren schon so grün, als wäre es nie Winter gewesen, sie waren abgekehrt, kein dürres Laub lag mehr auf ihnen und da— ach was war das?! Auf einmal blühte es golden, überall auf der Wiese goldgelbe Kelche noch ohne Blätter. Und hier welche in Lila— und dort welche weiß! O. die nahm sie m!t nach Haus für die Mutter! Emsig machte Eva sich ans Pflücken. Sie hatte einen großen Strauß vielfarbiger Krokus in der Hand, als sie endlich aufblickte und nicht mehr wußte, welchen Weg sie bisher gekommen war. Aufmerkeno und sich besinnend, bekam sie plötzlich einen Schreck: wieviel Uhr war es, und durfte sie die Blumen denn abvflücken? Wenn ihr ein Polizist begegnete, dann kostete es Strafe, aufgeschrieben wurde sie sicherlich. Wegwersen, die Blumen wegwerfen? Die waren doch so wunderschön, die dufteten so süß! Dort stand eine Bank, ganz im Gebüsch verborgen, recht geheim. Wenn sie ihren Strauß dahinter legte, sah den niemand, und am Nachmittag würde sie dann mit einem Körbchen wieder- kommen, unter dessen Deckel verbarg sie die Blumen und brachte sie so heim. Mit einem geheimen Lächeln sah sie noch oftmals zurück: da lag ihr Schatz wohlgeborgen. Man sah die Bank von weitem nicht, sie stand völlig im Bersteck. Und hier war auch der richtige Weg, sie fand ihn wieder: nun war es nicht fv einsam mehr, es begegneten ihr auch wieder Menschen. An einen alten Herrn, der mit langsamen Schritten wandelte, die Hände auf dem Rücken, traute sie sich heran. Sie knickste:„Können Sie mir nicht sagen, wieviel Uhr es ist? Bitte!" Unter hochgezogenen Brauen sah der Gefragte Eva ver» wundert an: was macht« die ZNei»« hier so ganz allem? „Zwei Uhr, mein Sind.' % (ftomtiuuö fvlltt? deuteten den Boten, daß sie warten sollten. Bald stellte sich heraus, daß die beiden das Opfer von Betrügern geworden waren. Es war von vornherein klar, daß die Tat nur von Personen verübt worden war, die mit den Verhältnissen im Bolizeipräsidium einigermaßen Bescheid mußten. Als der Tat verdächtig wurde ein ehemaliger Bolizeibeamter namens Wilhelm Berger festgenommen, der sich vor Gericht endlich auch zu einem Geständnis bequemte. Der Ver teidiger unterließ nicht, darauf hinzuweisen, daß Berger es im Felde vom einfachen Soldaten zum Bizefeldwebel gebracht und das E. R. 1. und 2. Klaffe und den Hohenzollernschen Hausorden er= halten habe. Trotzdem Berger vielfach Dorbestraft war, tam das Große Schöffengericht zu der Annahme, baß in ihm doch ein guter Rern stede, und verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefäng nis. Der Berurteilte nahm die Strafe sofort an. Der Raubmord bei Müncheberg. Wichtige Feststellungen. Wie wir mitteilten, wurde am Sonntag, den 15. d. M., abends gegen 6% Uhr, zwischen Jahnsfelde und Müncheberg der 24 Jahre alte Arbeiter Johannes Arendt aus Jahnsfelde im Chauffeegraben ermordet und beraubt aufgefunden. Zur Aufklärung des Berbrechens entfandte die Berliner Kriminalpolizei den Kommissar Trettin an den Tatort. Dieser machte mit Unterstüßung der Ortsbehörden bemerkenswerte Feststellungen. Die Leiche wurde abseits von der Chauffee auf freiem Felde aufgefunden, neben ihr das Fahrrad des Ermordeten, sein Hut und sein Ueberzieher. Schuhe und Strümpfe fehlten. Beim Absuchen des ganzen Geländes wurden sie jetzt 200 bis 300 Meter vom Tatort entfernt in Suffeln in einer Bertiefung liegend aufgefunden. Sie waren zugedeckt mit einem graubraunen Regenmantel, den der Mörder zurückgelaffen hat. Dieser Mantel hat braunes Gunimifutter und einen Gurt. Die Schnaqe ist mit dem gleichen Stoff bezogen. In den Taschen fand man Stroh und Heu und einen Perlmutterknopf, der zur Feststellung des Eigentümers des Mantels wohl eine große Rolle spielen wird. Der Mörber, der Arendt durch mehrere Schüsse aus einer Selbstlabepiftole Dom Raliber 7,65 millimeter tötete, hat den Regen mantel, während er die Leiche vom Graben über die Chauffee hinweg nach dem Felde trug, so start mit dem Blut aus den Schuß wunden besudelt, daß er ihn nicht reinigen fonnte und sich deshalb feiner entledigte. Er muß aber auch die Beinkleider und die Stiefel mit Blut beschmutzt haben. Der Regenmantel gehört zu der Art, wie sie Biehhändler, Viehtreiber oder auch Schlächter zu tragen pflegen. Er paßt für einen fleinen schmächtigen Mann von etwa 1,64 bis 1,68 Meter Größe. Die rote Gaffianbrieftasche des Ermordeten wurde jegt in der Gegend des Tatortes auf dem Sommerweg ber Cauffee gefunden. Die neueren Ermittlungen aber laffen darauf schließen, daß der Mörder ein Mann sein muß, der in der Gegend Bescheid weiß. Wahrscheinlich aber fönnen brei Wanderburschen zur Ermittlung des Berbrechers beitragen. Es sind das, wie Kriminalfommissar Trettin festgestellt hat, ein Gustav Knorr, am 11. November 1902 in Buschdorf im Kreise Infterburg geboren, ein Artur Eidinger, geboren am 1. August 1904 in Polomen im Kreise Olegto und ein Karl Stein, der am 14. August 1896 in Bolust in Rußland geboren ist. Diese find am Sonntag, den 15. d. M., abends gegen 7 Uhr, die Chauffee Don Jahnsfelde nach Müncheberg entlanggegangen, haben sich zwei Nächte in Müncheberg aufgehalten und sind dann mit unbekanntem Biel weitergegangen. Es wird vermutet, daß sie irgendwelche Wahr. nehmungen gemacht haben, die zur Aufklärung dienen tönnen. Wenn fie nach Berlin gefommen find, so werden sie ersucht, fich underzüglich bei ber morbtommission Trettin im Bolizei präsidium zu melden. Benn fie anderswo hingewandert sind, so follten fie der ihnen am nächsten gelegenen Bolizeistelle ihre Wahr. nehmungen mitteilen. Gegen die wilde Stellenvermittlung. Das Treiben wilder Stellenvermittler, die in Berlin in der Umgebung des Schlesischen Bahnhofes ihre Jagden auf Arbeitslose veranstalteten, um diese als Landarbeiter zu verschicken und dafür hohe Gebühren schlucken zu können, wurde im vorigen Jahre im Borwärts" geschildert. Anfang Dezember bot dann ein großer Prozeß gegen eine Reihe von Stellenver mittlern, unter denen neben mehreren wilden auch ein fonzeffionierter war, die wiltommene Gelegenheit, noch tiefer in die Bratti. fen der Stellenvermittlung für Landarbeiter hineinzuleuchten. Das Ergebnis der anderthalb Wochen dauernden Gerichtsverhandlung war, daß alle fieben Angeklagten fchuldig befunden und zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. aus, man habe Knobel zum Geschäftsführer gemacht, weil die Schnit ter gewöhnlich in seinem Lotal vertehren wollten". Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. Republikanischer Abend Am Mittwoch, den 25. November, abends 8 Uhr, im„ Bittoria- Garten", Wilhelmsaue 114/115. Reichstagsabgeordneter Dr. Breitscheid spricht über: „ Die politische Lage und der Bertrag von Locarno." Alle Republikaner werden hierdurch eingeladen. SPD. Wilmersdorf. Verkehrszählung in Berlin. Explosionskatastrophe in Persien. Siebzig Soldaten getötet. London, 23. November.( WTB.) Nach einer Meldung der ,, Times" aus Basra heißt es, daß bei einer Explosion von Pulver und Munition in Ahwaz in Persien 70 Soldaten umfamen. Durch Explosion an Bord eines Schleppdampfers famen nach einer Meldung aus Rio de Janeiro 17 Berfonen ums Leben. Großfeuer in einer Mühle. Die größte Mühle der Wetterau, die dem Mühlenbefizer Karl Koch in Aisenheim gehört, ist bis auf die Grundmauern niebergebrannt. Der Brand in der vollkommen modern ausgestatteten Mühle soll durch Sturgiluß entstanden sein. Ein Teil der Warenvorräte fonnte gerettet werden. Ein Auto vom Zuge zerfrümmert. Beim Ueberfahren der Bahngleise wurde ein Schmalkaldener Personenauto mit acht Ins faffen in Mittelschmalkalden von einem Personen. auge erfaßt und zertrümmert. Vier Jnfassen wurden mit ichweren Verlegungen ins Krankenbaus eingeliefert; die übrigen famen mit leichten Verlegungen davon. mit der Zählung soll festgestellt Parteinachrichten für Groß- Berlin Am Sonnabend, den 12. Dezember, findet eine Berfehrszählung auf den Stadt, Ring, und Vorortbahnen statt, mie sie am 6. Mai d. 3. bereits einmal vorgenommen wurde. Die Reifenden werden wieder, je nachdem sie im Besiz von Monats, Wochen tarten versehen, die beim Berlassen des Bahnsteigs auf dem Aus. oder Einzelfarten sind, beim Antritt der Fahrt mit besonderen Zähl steigebahnhof abzugeben find. werden, ob die betrieblichen Maßnahmen mit den Anfor derungen des Verkehrs in den einzelnen Tagesstunden im Einklang stehen. Um zuverlässige Unterlagen hierfür zu erhalten, wird das Bublifum gebeten, sich ber kleinen Mitarbeit durch Entgegennahme, Beitungstommiffionen von Groß- Berlin. Mittwoch, den 25. November, ebenbs Aufbewahrung und Wiederabgabe der Zähltarten willig zu unterziehen und etwa eintretende geringe Berzögerungen an den Sperren der Bahnhöfe mit großem Berfehr in Kauf zu nehmen. Fridtjof Nansen veröffentlicht als Präsident der Internationalen Studiengesellschaft zur Erforschung der Arktis mit dem Luftschiff folgende Erklärung: Breffeäußerungen der letzten Zeit veranlassen mit dem Luftschiff ihre Ziele flarzulegen. Die bereits am 7. Oftober die Internationale Studiengesellschaft zur Erforschung der Arttis 1924 gegründete Internationale Studiengesellschaft zur Erforschung cer Arttis mit dem Luftschiff ist eine unpolitische, rein wissenschaftliche Bereinigung von jezt schon über 120 führenden Gelehrten und Fachleuten vieler Länder. Wie schon ihr Name sagt, bezwedt sie, und zwar unabhängig von der Zeppelin Edener Spende, ausschließlich die Erforschung der Arttis mit Luftschiffen. Sie ist der Ueberzeugung, daß die Ergebnisse ausgedehnter Bolarforschung für die Wissenschaft und gleicherweise auch für die Weltwirtschaft von, allergrößter Be beutung sein werden. Einen bösen Reinfall erlitten Einbrecher, die es auf Hühner im Laubengelände in Briz, Friedrichsbrunner Str. 101 abgesehen hatten. Der Hund eines Eigentümers machte den Dieben einen Strich durch die Rechnung. Er biß den einen Dieb in den Arm und den anderen in die Wange und in die Oberschenkel. 3mei Bolizeibeamte nahmen die Diebe fest und brachten sie zur Wache. Die neue Stadtverordnetenversammlung, die in der vorigen Woche bei ibrem quiammentritt nur bereidigt werden konnte, hat ihre erste Arbeitssigung in dieser Woche am Donners. tag um 45 Uhr. Auf der Tagesordnung, die vom Altersborfigenden aufgestellt worden ist, steht zunächst die Konftituierung der Berfammlung, vor allem die Wahl des Borstehers und der anderen Borftandsmitglieder. Es folgt dann eine Reihe Borlagen und Anträge. Ein Fünfundsiebzigjähriger. Genoffe Jato 5 Simmel. mann begeht heute feinen 75. Geburtstag. Am 24. Nobember 1850 au Saßftadt bei Bremen geboren, gebörte er bereits 1872 bem Allgemeinen Arbeiterbildungsverein an. Desgleichen ist er feit dieser Seit Mitglied bes Tabalarbeiter Verbandes, deffen Bevollmächtigter er sieben Jahre unter dem Sozialistengeses war. Seit 1886 ist Genosse Schimmelmann in Berlin ansässig und hat fich in all den Jahren ganz besonders bei der Kleinarbeit in der Partei beteiligt. Auch bei der letzten Wahl hat der Jubilar in der 68. Abteilung noch vollauf seine Schuldigkeit getan. Bir wünschen ihm einen glüdlichen Lebensabend. Anläßlich des Hinscheidens unferes Genoffen Dr. Weyl bat auch das Afa- Ortsfartell ein herzliches Beileidichreiben gefchidt. Die Familie des Verstorbenen bittet ihre Freunde, im Sinne des Toten von Kranzipenben abzusehen. Berlängerung der Straßenbahnlinie 56. Die Linie 56 wird bom Dienstag, den 24. November d. Js., ab von Richterfelde, Gielensdorfer Straße, Hindenburgdamm( Biefenbaube) über weitergeführt. Die Bellinzona- Katastrophe vor Gericht. Genf, 23. November.( Etgener Drahtbericht.) Am Montag permittag begann in Bellinzona der Prozeß zur Klärung der Schuld an dem schweren Eisenbahnunglüd, bei den im Frühjahr des vergangenen Jahres zwei Schnellzüge zusamenitießen und teilweise in Flammen aufgingen. Unter den zahlreichen Todesopfern war auch Dr. Helfferich mit seiner Mutler. Die Eltern ermordet. Die erheblichsten Strafen wurden festgesetzt gegen die Vermittler Rowad und Gabriel, gegen Nomad ein Jahr und drei Monate Ge fängnis, gegen Gabriel ein Jahr und einem Monat Gefängnis. Gabriel war fongeffionierter Vermittler, Nomad hatte früher die Bermittler tongeffion gehabt, fie war ihm aber bei der Begehung seiner Strafilhelmstraße, Jungfernstieg bis zum Bahnhof Lichterfelbe Dft taten bereits entzogen. Bei Gabriel tam zu ben in seiner Bermittlertätigkeit begangenen Straftaten auch Beleidigung des Außenbeamten Judrian vom Bezirtsarbeitsamt Friedrichs= hain, das ebenso wie das Landesarbeitsamt Berlin scharfe Rämpfe gegen Stellenvermittler vom Schlage der Gabriel, Nowad ufw. geführt hatte. Seit jenen Rämpfen, beren Berechtigung und Notwendigkeit durch den Prozeß dargetan wurde, hat das Treiben der wilden Stellenvermittler mertlich nachgelaffen. Der Geschäftsbetrieb diefer Leute soll aber jetzt nochmals beleuchtet werden burch eine Wieberholung des porjährigen Prozes. ses, die weil drei der damaligen Angeklagten die Urteile burch Berufung angefochten haben por ber I. Straftammer des Landgerichts I am Montag begann und eine Reihe von Sigungstagen bis in den Dezember hinein in Anspruch nehmen wird. Der tongeffionierte Stellenvermittler Gabriel ist gestorben, so daß ihm die Abbüßung feiner Gefängnisstrafe erspart geblieben ist. Berufung haben eingelegt ber nicht mehr tongeffionierte Stellenvermittler Nomad, der übrigens auch nach jener Berurtellung noch weiter bermittelt hat, und noch zwei andere der damaligen Angeklagten, der bei Gabriel beschäftigt gewesene und als Schlepper" zu drei Monaten Gefängnis verurteilte Se menyna und der beim Reichs. bund deutscher Aufseher und Schnitter" als Geschäftsführer tätig gewesene und zu drei Monaten Gefängnis verurteilte frühere Gastwirt Rnobel. Das Aufgebot der Zeugen zur Be- oder Entlastung der Angeflagten ist wieder sehr beträchtlich. Am Tisch der Sachver ftändigen fizen Beamte des Landesarbeitsamts Berlin und des Bezirksarbeitsamtes Friedrichshain. Am ersten Tage der Verhandlung vor der Berufungsstraftammer tonnte nach der zeitraubenden Verlesung des Schöffengerichtsurteiles mit seiner sehr ausführlichen Begründung sowie nach der Bernehmung der Angeklagten noch in die Beweis auf= nahme eingetreten werden. Gegen Nomad wurde unter anderem die Befundung eines Försters der Carolathfchen Gutsver waltung vorgebracht, daß trop 3ahlung eines fehr be trächtlichen Geldbetrages die Lieferung" DON Leuten nicht zustande getommen fei. Rowad behauptet, daß in seinen Gebühren bedeutende Unfosten enthalten feien, die er habe tragen müffen. Er will glauben machen, daß er eigentlich noch viel zu wenig genommen" habe. Anobel mird beschuldigt, in feiner Stellung als Geschäftsführer des Reichs bundes deutscher Aufseher und Schnit ter" auch unzulässige Arbeitsvermittlung getrieben zu haben. Dieser „ Reichsbund", der gern als deutsch oder als deutsch natio. nal" empfohlen wurde, war gegründet worden als Gegengewicht zu einem von Gabriel gegründeten Berband. Auch m Gabriels Organisation war ein flottes Bermittlergefchäft Der bunden. Knobel foll als Geschäftsführer des Reichsbundes" nicht viel zu tun gehabt haben. Einer der Mitgründer jagte als Beuge Donaueschingen, 23. November. Heute vormittag ermordete der Sohn des Oberstleutnants a. D. Hennig feine Eltern und berlegte bie 27 Jahre alte Sekretärin Hermann durch einen Stopffuß tödlich. Gennig batte die Haus angestellte zum Eine fauf von Zigaretten fortgeschickt. Diese wurde jedoch durch einen Schuh im Hause aufmertfam und benachrichtigte die Polizei, die den Oberstleutnant und deffen Ehefrau sowie die Sekretärin tot auffand. Auch der Mörder hatte feinem Leben ein Ende bereitet. Er dürfte die Tat infolge eines Rerbenzufammenbruchs verübt haben. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 24. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-0 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funk6.45 Uhr kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy, Kauffman. abends: Literarische Stunde. 1. Goethe: Intermezzi scandalosi". 2. Müller- Freienfels: Erziehung zur Kunst. 3. Loerke: Zeitgenossen aus vielen Zeiten". 4. Hesse- Isenberg: Hölderlin" und Novalis". ŏ. Chamberlain: Parsifalmärchen, 7.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 14. Veranstaltung. Die komische Oper: Die Regimentstochter", Oper in zwei Teilen von Donizetti. Dirigent: Selmar Meyrowitz von der Berliner Staatsoper. Marchesa von Maggiorivoglio: Therese Roth; Sulpice, Sergeant: Ed. Kandl: Tonio: Karl Jöken; Marie, Marketenderin: Violetta Schadow. Herzogin von Craquitorpi: Hortensio, Haushofmeister der Marchesa, ein Notar, ein Korporal, französische Grenadiere, Tiroler Landleute, Kavaliere und Damen, Diener der Marchesa. Ort der Handlung: Tirol. Im Jahr später anf dem Schlosse der Marchesa. Zeit: 1815. Anersten Teil: Eine Hochgebirgslandschaft, im zweiten Teil: ein schließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Beitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst 10.30 Uhr abends: Winke für Funkbastler( Oberingenieur Otto Naira) Siusendungen für diese Rubrik find Berlin B. 62, Lindenstraße 3. flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sat, 2 Trev. rechts. au richten. 7½ Uhr, im Jugendheim, Berlin, Lindenstr. 3, 2.$ of I. III, Gigung. Bericht. Die Aufgaben der Seitungskommiffionen. Wahl des Obmanns für Groß- Berlin. Berschiedenes. 5. Kreis Friedrichshain. Heute, Dienstag, ben 24. Stovember, abends 7 Uhr, bet Rojin, Gubener Str. 19, Rursus der Genoffin Mathilde Burm. Pünktlich erscheinen. 9. Kreis Wilmersdorf. Die Genoffinnen und Genoffen haben vollzählig tell. zunehmen am Republikanischen Abend im Bittoria- Garten, Wilhelms aue 114/115. Referent: Dr. Breitscheid. Die Abteilungsleiter treten zu einer furzen Beratung mit dem engeren Areisvorstand um 8 Uhr im selben Lokal zufammen. 10. Areis Behlendorf. Mittwoch, den 25. November, abends 8 Uhr, bei Midley, Behlendorf, Botsdamer Str. 25, Bücherkreis- Bersammlung. Bortrag:„ Die Arbeiterbewegung und ihre fulturellen Aufgaben". Referent: Emil Barth. Angehörige, Freunde und Bekannie sind mitzubringen. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Freitag, den 27, Rovember, abends 8 Uhr, bei Rönig, Bring- Georg- Straße, Ede Feurigstraße, erweiterte Rreisvorstands figung. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. 12. Streis Steglig- Lichterfelbe- Cantwig. Dienstag, ben 24. November, abenbs 7 Uhr, in Steglit, Düppelftr. 7, bet Hartwig. Sigung der Elternbeiräte. Bortrag bes Genossen Rektor Bonis. Erscheinen aller Elternbeiratsmit. gliebe ist Pflicht. 13. Rreis Tempelhof. Dienstag, pünktlich 7% Uhr, Kreisvorstandsfkung in Mariendorf bei Niendorf, Chauffee, Ede Stoelisstraße. Bidytige Tagesordnung und Materialausgabe. 14. Areis Reutölln- Brig. Dienstag, ben 24. Sovember, abends 7 Uhr, im in Reutöln, Raifer- Friedrich- Realgymnafium, Raiser- Friedrich- Str. 210 Bollversammlung der sozialistischen Elternbeiräte. Tagesordnung: 1. Bor. trag des Genossen Richard Schröter: Die fchulpolitische Lage und die Auf. gaben der Elternbeiräte". 2. Wahlvorbereitung. 8. Berschiedenes. Ale Elternbeiräte müssen erscheinen. 18. Kreis Beißensee. Mittwoch, den 25. Rovember, abends 7 Uhr, im Rathaus, Zimmer 21, Sigung ber Kommunalen Rommiffion. Bichtige Tagesordnung. 5. Abt. Mittwoch, den 25. November, treffen sich fämtliche Genossen zur Abholung des Banners für die Einäfcherungsfeier des verstorbenen Genoffen Dr. Hermann Wenl bet Berkheim, Lothringer Str. 65. Abmarsch pünktlich nachmittags 2 Uhr. Mitgliederversammlungen Mittwoch, 7% Uhr: 3. Abi. Bahlabenbe bet Schuls, Stallschreiberfte. 29, unb Rriger, Engelufer 30. 7. bt. Bablabenbe bei Rube, Streliger Str. 55; D, Bergftr. 71; Dams, Schlegelfte. 9; Beirau, Bflugftr. 1; Diede, Bonenftr. 19. & Abt. Bet Grimbez, Schwerinftr. 15, Bortrag: Die politische Situation im Reich. Referent: Rechtsanwalt Dr. Rallmann. Abt. Bahl- und Distuffionsabend bei Hufenbach, Berleberger Str. 64. Die Bezirksführer rechnen ab. 10. Abt. In ber Schule Alt- Moabit 23 Borirog ber Genoffin Dr. Räthe Frankenthal. 12. Abt. Bei Schmidt, Bielefftr. 17, Bortrag: Sozialpolitische Fragen". Referentin: Genoffin Dr. Henriquis. 14. Abt. In der Schule Butbuffer Str. 3 Bortrae: Die Genoffenfchaftsbewegung und die Arbeiterschaft". Referent: Genoffe Sille. Die Bezirksführer laden ein. 15. Abt. Bei Goldbach, Binetapias 7, Bortrag:„ Die politische Lage und Locarno". Referent: Sermann Lüdemann, M. d. L. 16. bt. Bei Krüger, Huffitenftr. 34, Borttag: Des Heidelberger Parteiprogramm". Referent: Carl Wermuth. 17. Abt. Jm Lokal Triftftr. 68, Vortrag: Erziehungsfragen". Referent: Adolf Soffmann ſenior. 18. bt. Bei Sachfe, Linbower Str. 26, Bortrag: Rulturfoziale Betrach tungen". Referent: Rarl Scholz. 19. bt. Lichtbilbervortrag in der Grauen Schule, Gotenburger Straße. Thema: Die Entstehung ber Steinkohle und ihre Gewinnung im Bergwert". Vorwärts"-Lefer unb Gäfte tönnen eingeführt merben. Die Bezirksfilhrer finb eine halbe Shinde vorher bestimmt ebenda anwesend. 21. bt. Jm Schrader- Haus, Malplaquetftr. 14/16, Bortrag: Die politische Lage und Locarno". Referentin: Genoffin Dora Fabian. 23. Abt. Bei Grunwald, Kameruner Str. 19, Bortrag: Die politische Lage unb Locarno". Referentin: Genoffin Ellen Beidler. 24. Abt. Jm Altersheim, Danziger Str. 62, Baraden, abends 8 Uhr, Bor. trag: Die Genossenschaftsbewegung und die Arbeiterschaft". Referent: Genosse Groppler.- Um 7 Uhr pünktlich ebenda findet ein Bortrag statt ilber: Befen und Bedeutung der Berufsberatung", zu welchem den Ab. teilungsmitgliedern der Zutritt geftattet ist. Wir empfehlen, davon Ge brauch zu machen. 23. Abt. Schulaula Bökowitz, 41/42, Bortrag: Die politische. Lage und Locarno". Referent: Genoffe Gustav Frante. Die Bezirksführer laden ein. 27. bt. Sahlabende bei Mehlberg, Gaubnitz. 6, und Lephfez, Ropenhagener Straße 37; Bogbanowis, Sonnenburger Str. 1. 28. bt. Büttner, Schwebter Str. 23, Bortrag: Die innere und äußere Bolitik Rußlands". Referent: Genoffe Dr. Bienstod. Die Rinderlisten und Borfläge für bie Bürgerbeputierten find mitzubringen. 38. Abt. Rahlabende. Besicle: 813 bis 819: Bohft, Enchener Str. 103; 824 bis 827 bei Hoffmann, Lychener Str. 8; 847 bis 855 bei Mahnfopf, CarmenEnlva- Sit. 129; 856 bis 859 bei Stoltmann, Ranzowfte. 10. 31. Abt. Sahlabende bei Meißner, Echivelbeiner Straße, Ede Sönfließer Straße; Goldschmidt, Stolpische Str. 36; Niek, Malmöez Str. 26. 32. Abt. In Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtfte. 36, Bortrag: Rommunal politik und Sozialdemokratie". Referent: Michael Kayfer. Borwärts". Leser sind eingeladen. 33. Abt. In der Schulaula, Sohenloheftr. 10, abends 7% Uhr, Bozteag:„ Die Sozialdemokratie und Locarno". Referent: Friedrich Schlegel. 85. Abt. Bei Neumann, Gamariterfte, 12, Borttag: Schul- und Erziehungsfragen. Referent: Genosse Lens. Die Bezirksführer Taben ein. 36. bt. Schulaula Straßmannstr. 6, Bortrag: Recht und Rechtsprechung". Referent: Rechtsanwalt Dr. Glegbert Lbewn. 37. Abt. Brauerei Bazenhofer, Sandsberger Wilee, Bortrag: Die Wirtschaft Europas im Beltfongern". Referent: Genoffe Krügig. Die Borwärts" Leser find hierzu eingeladen. Die Funktionäre treffen fich bereits um 7 Uhr ebenda. 39. t. 3n der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr. 3 I, Sof links, Bortrag: Arbeiterschus. Referentin: Frau Regierungscätin Margarete Trapp. Um 6% Uhr wichtige Funktionärñkung ebenda. 42. bt. In den Blicherfälen, Blücherstr. 61, abends 8 Uhr, Borttag:„ Entwidlung der inneren und äußeren Politit nach Locarno". Referent: Genoffe Franz Rogle. Der Abteilungsvorstand trifft sich eine halbe Stunde früher au einer wichtigen Beratung ebenda. 43. Abt. Bei Raabe, Fichteftr. 29, Bortrag: Die politische Lage". Referent: Stadtrat Dittmer. 45. bt. Schulaula Reichenberger Straße, Ede Forster Straße, Borirag:„ Die aufünftige Politit im Rathaus". Referent: Ernft Reuter. 47. Abt. In Behrendts Festfälen, Manteuffelite. 95, Bozitag: Sozialpolitische Aufgaben des Reichstages". Referent: Hris Schröder. Bir erwarten zahl reiche Beteiligung. Charlottenburg. 51. st. Bei Shellbach, Rönigin- Elifabeth- Str. 6, Borttag: Bie entstanden Gelbentwertung und Aufwertung 7" Referent: Genoffe Dr. Friß Schloß. Alle Genoffinnen und Genoffen milfen erscheinen, 53. Abt. Jm Lokal Raiferin- Augusta- lee, Ede Reuchlinstraße, Borttag: Die wirtschaftliche Lage Deutschlands unb bie beutfche Arbeiterfchaft Referent: Genoffe Roste. 55. bt. Rablabende. 8. Gruppe: Eggert, allftr. 90. Bortrag: Die Wohnungsnot und ihre Retamshing". Refe. rent: Genoffe Midler. 9. Grupp: Reimer, Bilmersdorfer Str. 1, Bor trag des Genoffer fred i 19. Gruppe: Bohr, Schlofftr. 45, Bozirag: Die Arbeit der D. im Bezirkssarlament. Referent: Genofle Crazini. 56. 96t. Bet Jostomiad. Soltenberite. 20, Bortree: Tie Ronfum. -57. t. Bei Thunad, Genoifenf& aft. Referent: Genofie Sildebrandt, Wielandfte. 4, Bortrag: Unser neues Programm". Referent: Genoffe Lanbrichter Ernst Ruben. Bertrag: Pan- Europa. Referent: Genoke 61. bt. Spanben- Neustadt. Dr. Alfred Rorach. Aile Ernoffinnen und Genoffen miten eriheinen. Schöneberg. 77, bt. Bet Bill, Martin- Luther- Str. 69, Bertrag: Die voli. 78. st. Bei Rofenthal, Ebers. tische Lage". Referent: Cenoffe Joachim. Straße 6, 8 Uhr, italiebernerfammlung. 81. Wbt. Friebenau. 8 Uhr pünktlich im Matsteller. Friebenen, Geffchafte aimmer, Bortrag: Die politische Lage". Referent: Dr. Kurt Rosenfeld, 7. b. St. " 82. Abt. Steglth. Bei Schelhafe, Abornstraße. Vortrag: Die politische Lage und Locarno". Referent: Rebatteur Schwarz 83. st. Bihterfelbe. Ju ten Lichterfelder Festfälen, Behlendorfer Str. 5, Bortrag: Die politische Lage und Locarno". Referent: Genosse Stadtrai Sermes. Parteiangelegenheiten. 33. Abt. Neaton. 82. Bezirk: Jn ber Sturmede", Raifer- Friedrich- Str. 143, Bortrag: Die Aufgaben der Sozialdemokratie". Referent: Genoffe Dr. Aurt Löwenstein. Die Genossen der benachbarten Bezirke sind hierzu eingelaben. 99. Abt. Brig. Gofal Lindenpart, Brig, Chausseestr. 18, Bortrag: Neue Wege zur Förderung des Internationalen Gedankens". Referent: Genoffe Floerle. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 101. St. Trepio und 102. pt. Baumschulenweg. Bildungsausschus: Sigung in der Spedition, Grägfir. 30, abends pünktlich 7% Uhr. 108. bi. Cöpenid. Jm Stadttheater, Vortrag: Die politische Lage und Locarno Referent: Genosse Bittor Ediff. 132. t. Blankenburg. Außerordentliche Mitgliederversammlung bei Klug, Dorfstr. 2. Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. 133. Abt. Buchhols. Die Geroffen treffen i am Mittwoch, abends 7% Uhr, zum Vortrag des Genossen Gollmann, M. b. R., im Jugendheim, Bankow, Breite Etr. 32. Bünktliches Erscheinen ist Pflicht. N 128./130, 5t. Banlow und Heinersdorf. Im Jugendheim Pankow, Breite Straße 32, Bortrag: Die politische Lage und die Partei". Referent: Genoffe Gellmann- Cöln, M. d. N. Die Mitglieder benachbarter Abteilungen find eingeladen. Das Jugendheim ist geheizt. 141. st. Rofenthal. Bei Frische, Niederstraße, wichtige Funktionärsgung. Jeder Funktionär muß erscheinen. Abends 7% Uhr. Frauenveranstaltungen: 7. Rreis. Charlottenburg. Mittwoch, den 25. November, pünktlich abends 6 Uhr, bei der Genoffin Lange, Spielhagenftr. 16/18, Busammenkunft der Abteilungsleiterinnen. Jede Abteilung muß vertreten fein, da wichtige Besprechung. 14. Rreis. Neukölln. Sm Ideal- Kafino, Weichselstr. 8, FunktionärinnenLonferens. 1. Abt. Mittwoch, den 25. November, abends 7 Uhr, im Lotal Aderstr. 1, Bortrag: Die Wohlfahrtspflege". Referentin: Genoffin Dr. Hellinger. 53. Abt. Charlottenburg. Mittwoch, den 25. November, abends& Uhr, bei Straube, Ansbacher Straße, Ede Augsburger Straße. Bortrag über Seinrich Mann, Der Untertan". Referentin: Genossin Schenkalowsky. Gäfte willkommen. 80. Abt. Schöneberg. Donnerstag, den 26. November, abends 7% Uhr, bei Güelig, Rubens, Ede Begasstraße. Heitere Rezitationen. Bortragender: Genoffe Seing Barthel. MARKE GOLDSTUC WEINBRENNERETEN Stück A. Hana REINER WEINBRAND Boldſtück Deutscher Weinbrand Stück Ritöre Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Dir. A. Hellmer 8 Uhr: Judith Morgen 8 Uhr Der Kaufmann von Venedig Staats- Theater Opernhaus 8 U.: Mad. Butterfly Opernhaus Lessing- Th. Tägl. 7, Uhr Der junge Aar ven Rostand- Klabund Regie: Viertel Täglich 8 Uhr: HALLER REVUE Theater im Admiralspalast ... ACHTUNG! Kleines Th... Täglich 8 Uhr WELLE 505!" Die Alarmglocke am Königsplatz Losisp.v.Hennequina.Ceolus 7, U.: Maskenball Werbezirk, Ander 1. Rang von 2 Mk. Schauspielhaus 8 Uhr: Journalisten Schiller Theater 8U: Maria Stuart Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Fledermans Abonnements Turnus I Deutsches Theater 7¼ Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Kammerspiele 3 Albers, E. Burg Parkett von 4 Mk. Trianon- Th. Logen von 8 Mark 8 Uhr Kinder- Revue £ 2. St. Steglit. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, Treffen im Jugendheim, Alorechtstr. 47. Pünktlich anwefend feia. Jungsozialisten. Gruppe Süden. Heute Dienstag, den 24. Rvoember, abends 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenste. 3, Arbeitsgemeinschaft: „ Der Staat in der soziologischen Phaseologie". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 5. Abt. Die Einäscherung unseres Mitgliedes Genossen Dr. Hermann Wen! findet am Mittwoch, den 25. November, nadmittags 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. 19. Abt. Die Einäscherung unserer verstorbenen Genoffin Marie Jacoben, Thurnenfferstr. 6, findet am Mittwoch, den 25. November, nachmittags 4% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. 38. Abt. Am 18. Rovember verstarb unfer langjähriger Genosse und Be. sirksführer Reinhold Konrad, Höchfte Str. 1. Einäfcherung am Mittwoch, den 25, November, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Banner mitbringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". 90 Gefäftsteie: Berlin G. 14. Gebaftianftr. 37/38, Sof 2 St. Mitte: Mi., d. 25., nachm. 2% Uhr, Krematorium Gerichtstraße, Beifegung des Kameraden Dr. Went. Tiergarten: Ram. Sanfa Do., d. 26., abends 8 Uhr, Bollverf. bei Berger, Bevehow, Ede Jagowstraße; Ram, Westen Fr., d. 27., abends 8 Uhr, Bollverf. mit Bortrag bei Nidert, Steinmekſtr. 37. Friedrichshain: Do., b. 26.. abends 7% Uhr, Dieftelmenerftraße. Areuzberg: t., d. 27., abends 7 Uhr, Antreten aum Bropagandamarsch mit Musik und Fahnen Fontanepromenade. Tempelhof: Mi., d. 25., abends 7 Uhr. Bollverf. im Birkenwäldchen. Tempelhof, Manteuffelstraße. Tagesordnung: Neuwahlen. Bund freier Menschen, e. V. Serbst- und Boltsliederabend am Donnerstag, den 26. Rovember, 8½ Uhr, im Schubert- Gaal, Bülow ftr. 104, unter Mitwirkung der aus dem Jödetreis hervorgegangenen Musikalischen ArbeitsPICCADILLY DAS NEUE URAUFFÜHRUNGS- THEATER AM U.- BHF. BISMARCKSTRASSE DER GROSSE SCHUNZEL- FILM DIE FRAU FOR VIERUNDZWANZIG STUNDEN VON ALFR. SCHIROKAUER U. REINH. SCHUNZEL MIT LOTTE NEUMANN HARRY LIEDTKE KURT VESPERMANN HUGO WERNER- KAHLE:: MARIA KAMRADEK REGIE: REINHOLD SCHUNZEL HEUTE URAUFFUHRUNG VORVERKAUF TAGL 12-2 KASS EROFFNUNG 6 U. KARTENVORBESTELLUNG: STEINPLATZ 8604-8605 $ 7 UHR 9 UHR KAPELLE ERIC BORCHARD Residenz- Th. 8 Uhr: Circes Heirat Trude Hesterberg Oskar Sabo Engers, Mattoni Mittw., Sbd., Stg. 1077 ના WIND& DORTEN Ab heute bis Sonnabend, den 28, November. Im Rahmen BAYERN FILME Circus gemeinschaft Berlin". Die Vortragsfolge enthält Darbietungen non Glus, Mozart, Jöbe, Jena, Duis. Sombopathischer Bollegesundheitsverein Hahnemann Berlin. Am Dennersfag, den 26. November, 18 Uhr, pricht Serr Biochemiker De. Bartel im grožen Gaal des Vereinslotals, Frankfurter Hof. Frankfurter les 313, itber das Thema Geschlechtstrantheiten und der ominöfe Gefehentwurf zur Befämpfung der Geschlechtskrankheiten" mit Lichtbildern. Es ist Bflicht eines jeden Broletariers, sich mit diefem Gefeßentwurf und der damit verbundenen Schädigung der Bollsgesundheit vertraut au machen. Eintritt frei. Bund für Sulfunftausstellungen, e. B. Mittwoch, den 25. November, 8 Uhr, in der Aula der Höheren Fachschule für Textil- und Bekleidungsindustrie. Berlin O. 17, Am Warschauer Plas 6-8. Bortrag des Herrn Bildhauers Gorfemann:„ Aus der Werkstatt des Bildhauers: Wie eine Vitik entiteht". Gäste willemmen. Ueber die Jugend in der sozialen Arbeit wird die Leiterin des Jugendantes Friedenau- Schöneberg am Freiten, den 27. November, 8 Uhr, in ber Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow, Wildenbruchftraße 53, 3 Sr., in öffentlicher Bersammlung sprechen. Berliner Esperanto- Bereinigung, Ortsgruppe Berlin- Mitte. Dienstag. abends 6 bis 8 Uhr, im Café Biefer, Lithowftr. 92, Konverfationsabend. Gäfte willkommen, Die Deutsche Friedensaefellschaft, Ortsgruppe Berlin, hält ihre nächste Berfammlung am Donnerstag, den 26. November, 8 Uhr, im Astanier", Anhaltftr. 11, ab. Der Generalsekretär der DFG., Serr Geger, fpeicht über bas Thema Ber marantiert die Verträge von Locarno?" Friedensfreunde find als Gäfte herzlich willkommen. " Briefkasten der Redaktion. 2. 6. 49. Berschiedene Verbände haben verfucht, ein Urteil zu erftreiten, nach dem eine Aufwertung dieser Scheine stattfinden foll. Sie find in allen Instanzen abgewiefen worden. Der Brozek schwebt beim Reichsgericht. Doch ist auch hier aller Wahrscheinlichkeit nach ein abweichendes Urteil au erwarten. Weiter für Berlin und Umgegend. Kübler, zeitweilig au betternd, feine nennenswerten Niederschläge. Für Deutschland. In Süddeutschland wärmer, in Mittel- und Dftdeutschland etwas fühler, vereinzelt leichte Regenfälle, aber vielfach ausheiterud. Theat. d. Westens Barnowsky- Bühnen Das große Operettenhaus Tägl. 8 Uhr: Lea Seldi und Ed. Lichtenstein als Gast in Theater in der Höniggrätz.Str. 8 Uhr: Zurück zu Methusalem 1. Abend Donnerstag 7 Uhr zum 1. Male: Der Orlow Zurück za Methusalem Neves Theater am 60 Täglich 8 16 Uhr: Olly- Polly 2. Abend Die Tribune 1ägl 8 Unr: Heinrich IV. Komödienhaus Tagl& Unr: Ropf oder Schrift Theater in Ger Operette von Kollo Klosterstrate 43 8 Uhr: Gastspiel Erna Nitter Curt Bois Xaver Terofal Parkettpl.v. 2-12 M SCOTTS Der Ehestrelk ULSION d Th. a. Hollendoripi. mit Schllerseer Der Bauerntheater 1,10 Täglich 8 Uhr: Frische, junge FettGänse 20 Icizic Kuß in nur erstkl. Qualit Falk, Vespermann. Rainisch, Wegner, Berlin 50., Mariannenstr. 34. Picha, Eagl, Math, Hell Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 16077. Täglich 8 Uhr a. Sonntag nachm. 3 Uhr( zu halben I reisen): Klubfreunde. musik.Auft. k Der alte Dorfschullehrer, Lebensbild Zum Schluß:?? Jugendsünde?? sowie der unvergleichliche Soloteil Rennen zu Strausberg Dienstag, d. 24. Novbr. milfags 12%, Uhr Charlottenburg ab.... 10% 10 100 1 .... 104 110 1045 1107 10 111 112 12 110 115 121 118 Zoo Friedrichstraße Busch Alexanderplatz Schlesisch. Bhf. Täglich 7 Uhr Strausberg an Der neue Erfolg: gewaltige Manege- Wasser- Schsstück Der Graf von Jeden Mittwoch und( KI, Pr.) 3% Uhr des großen Varieté- Programms Monte Christo Hochzeitstage Sonnabend 3%, Uhr Schneewittchen von Geraldy Alle Puppen tanzen Thalia- Th. Kleine Preise: 0.50, 1.-, 1.50 Rose- Theater Central Theater SUhr: Bummelstudenten 8 Uhr Trieschübel Großes Schauspielhaus Fün 3/4 Dich Frühlings- CHAPEL- RETU Erwachen von Wedekind Annemarie Lotte Neumann Paolino berühmte baskische Boxer in der Neue Nov.- Sensat Der gute KapitänKautabaki in den meisten geschäften erhältlich C. Röeker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 für unsere Jugend! Kräftige Knochen bekommen Kinder durch Einnehmen von Scott's Emulsion. Scott's Emulsion enthält die zum Aufbau der Knochen wichtigsten Bestandtelle, besitzt hohe Nährkraft und wird auch vom Säugling leicht aufgenommen. Scott's Emulsion ist unentbehrlich als Kräftigungsmittel bel Skrofulose, englischer Krankheit, Rachitis und Lungenleiden. Mon hole sich vor Nachahmungen, da diese ett anstelle des Originals empfehlen werden. Sent's Basulalon ist in ellen Apotheken und Drogerium ra haben. DEPOTS: Admiral- Apotheke, SO 26. Admiralstr. 31 Apotheke z. Bär, O 27, Grüner Weg 94 Greifswalder- Apotheke, NO 55. Greiiswalder Str.47 Victoria- Apotheke, SW 48, Friedrichstr. 19 Drogerie Blechstein. O 34. Zorndorfer Str. 8 Drogerle Frikell, O 17, Breslauer Str. 20 Drogerie Gorgs, Pankow, Breite Str. 48 Hohenlohe- Drogerie, O 17. Honeniohestr. 2 Drogerie Kanzler, N 65, Müllerstr. 152 Berg- Drogerie, Neukölln, Bergstr 37 Stern- Drogerie, Neukölln, Bergstr. 34a SU. Theater 1. d. Lilizowst.112 Ecke Flottwellstr. Frauen minter dificra Der Massen- Einkauf Volksstück mit Gesang u. Tanzstattet mir folgendes billiges Angebot Sonnt nachm, 4U 50 000 Liter Fruchtweine Fran Eolic Vorzeig. bedeutend süß, 14. n. Steuer Uhr: A persönlichen Vorführung seiner Kampf- Casino- Theater DIREKT AS PIANO- Fabrikermanicie Preise Heidelbetia, Porterelatyp: 28.02 Josefine Dora Baselt Mittw. 3( KI.Pr.) Aschenbrödel methoden Täglich 8 Uhr: Georges Carpentier ur wenige Auliahrungen ar els Trainingspartner. Trainingsgegner: DER Mark STANDARDDie Frau 820 Sod. 31, U( KI. Pr) Molina und Fritsch und der große im gefährlichen Alter Zum 1. Male: Hansel n.Grcici Theater in der Kommandantenst. 8 U. zum 373, Male Annclicse Von Bessan Mittw. u. Sbd. 34 Kleine Preise! Rotkäppchen 300 Mitwirkende Metropol- Theater Parkett M. 6.- Rang M eter Rang M 150 Loge M. T Täglich 8 Uhr: Der Weiterfolg: Die Komödie 3ter Rang 75 Pf. NO NO NANETTE Kurfürstendamm 207 8 Unr Gesellschaft v. John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Berliner Theater 8 Uhr: Gastspiel d. Dtsch. Volkstheaters Wien Antonia Lus sp.v M Lengyelj Sári Fedák, Tressler, Lackner, Thiele, Kupfer. Ehmann, Förster, Breuer, Engel, Dr. Szilágyi SCALA 8 Uhr: Internat. Varicté Sonatag nachm. 3 Uhr unverkürzt zu ermäßigten Preisen ALHALLA WA Weinbergsweg, aw Reseatbeler Platz Heute und folgende Tage: Große Ringkampf- Konkurrenz Internat. Ringer von Weltruf Anfang 8 Uhr:: Preise 1, 2, 3 M. Reichshallen Theater Abands 8 Ukr Seaning Bad. 3 Thr Stcffiner Sänger Hen, Der Bubikopf Burleske von Meysel Nachm.balbe Preise, velles Abendprogr. Dönhoff- Brett' Das beliebte Berliner Familien- Varieté An den Tanzlagen Tanz. Ballmus. d. ges. Falkner- Orchesters Deutsches Künstl.- Theater Tägi. 48 Uhr: Gastspiel Fritzi Massary: Die Teresina Th. a. Kurfürstendamm 7 Uhr Premiere Gastspiel des Deutsch. Theaters Regen Th.. Schiffbanorde Täglich 8 Uhr: Die jadische Witwe Lustspielhaus Potasch& Perlmutter 8 Uhr: il. Teil Potasch& Perlatter b. Film Wallner- Theater Tägi 8 Uhr: Fäden Sparring- Stab. Keine erhöhten Preise! Kerrnfeld 8.95 Apfelwein Ltr. M. 6.87 1 » 99 -1.63 Fruchtwein, Johannisbe rwefa Stackelbeerwein. PIANO Kerr 75000 Liter Südweine für ein Qualitätsund des banier oder zu mäßig höheren Preisen bei Programmes brikanten, und Entimen Theat, Bülowstr.o Täglich 3 U. unverschnitten, mit Steuer Ltr. M. 1.50 Tarragonu süb 17% Turikomödie Malaga 16% geringer Anzahlung direkt vom Fa- Stail Levy mit B für Deure Portwein 29% Monats- v. Anzen Herrafeld Sames( Krankenweip) Raten Philharmonie Sport Palast 50. Piano Pine Mittwoch, den 25. November, abends 8 Uhr Eröffnung Festabend beginnend. Besuchen Sie uns- oder 8 Uhr; verlangen Sie sofort Plane- Offerte. Beethoven- BrahmsKatalog. Zahlungsbedingungen kostenlos " 50 1.74 2.07 92 79 2.70 17 35000 Fl. Rot- u.Weißweine Serie 1 mit Steuer nur M. 0.99 2 " Abend 3 " 19 des Philharm. Orch Dirig. 39 132 " m 180 " 99 235 DEMUSIN PIANO- FABRIK inig, Prof. Jailes Priver Erstklassige Spirituosen des Berliner Schlittschuh- Club Berlin 0.27, Blumenstr. 70, Kunstlaufen deutscher Meister, Paarlanfen, Festreigen, Eishockey- Wettspiel, Berliner Schlittschuh- Club gegen Sportclub Rießersee. Von Donnerstag allabendlich ..Die Laune der Favoritin" Sportlich choreographisches Gemälde auf dem Eis. Die Eisbahn ist geöffnet von 10 Uhr morgens bis 12 Uhr abends. Eintrittspreise M. 1.- bis M. 3.Feurig süber Stärkungswein SANTA LUCIA In Feinkosthandlungen und Apothekap Engres: J. F. Rauch Aktlen- Ges., Berlin N 4 an der Markusstr. Septett- Beethoven 2. Sinf. Brahms la Aquavit. 35% Ltr. M. 2.95 3.2 ." 99 " 99 4.20 99 4.45 5.20 4.45 12 Weinbrand Yerschnitt, 38 la Reiner Weinbrand, 38% Abbruchbrennholz Jam.- Rum- Versch. 45, Ven 9-7 Uhr geöffnet Fabrik Hof 1 Tr. links wegen( neller Die bek. Süskind- Liköre 38% la Jam.- Rum- Versch( Teerum) 55% Oefen Eiserne Oefen- Kacheloefen Herde für Kohle und Gas R.Zechling Alexanderplatz Berlin C.25 19 Räumung fofort 5111tg abgirgeben Aston Galasch& Co. Charlottenburg, Kostproben gratis Ausschank direkt vom Fab Simmeringstr. 30 Lisor- Fabrik u. Weingroshandlung Traurigenden Eduard Süsskind Art iietert preismeri Paul Gollets, Dormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. Hauptgeschäft: Brunnenstr.42-43 mt Merisol 103 68 Verkaufsstellen meiner Fabrikate: Inferieren Berlin R: Chausseestr. 76( an der Panke) Moabit: Wilsnacker Str. 25, Ecke Birkenstr. bringt ERFOLG Steglitz: Schießsir. 121 Heukölln: Berliner Str. 13 ristall, Schildpatt, Berlin 0: Kaypenstr.87 Silber, Elfenbein. Kopp& Joseph, Charlottenburg: Friedrich- Karl- Pl. 5 Spezial chandi. Be In W., Potsdamer Str.122. ur für Höft., Gesi end Bein, weas Brzij. festgestellt, In 15 Tagen sind schwere Falle beseitigt werden. Casatestbare Heilerfelya Bestätigung and Referenzen, ärztl. empfohlen. levalidenstraße 10. 5-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacobs. Ischias Arbeiter Sport Zum Pariser Kongreß. Der Internationale Rongreß der Luzerner Sport- Internationale jollte auf seiner Bariser Tagung sich in der Hauptsache mit organi. fatorischen Angelegenheiten befaffen. Die große Frankfurter Olym. piade hatte solche Aufgaben genügend gestellt. " 1 Stin. 15 Set.-2. Gerie( Metourfampie): rande( 9. St.) gegex Sunees ( Giegft.) Sieger Franke nach 1 Min. Freese( R. St.) gegen Reinh. Schuls ( Siegfr.). Sieger Froefe nach 55 Sef. Freudenberg( 9. St.) gegen Billi Buffe( Sieaft.). Sieger Buffe nad 7 Min. Schubert( R. Stern) gegen Baul Buffe( Siegfr.). Sieger Schubert nach 4. Min. 6 Gef. Glienide( R. St.) gegen Willi Vaul( Siegfr.). Gieger Baul nach 40 Gel. Salinte( R. 6t) gegen Willi Bohm( Siegfr.). Sieger Bohm nach 1 min. 17 Get. Abschlußfeier der Naturfreunde- Werbewoche. Im Rahmen seiner Berbewoche veranstaltete am Sonnabend ber Touristenverein„ Die Naturfreunde", Ortsgruppe Dagegen gibt Preußen feine Mittel an die zentralen Berbände. Berlin( Zentrale Wien), in der Stadthalle eine wohlgelungene Auch den Landeskartellen in den Brovinzen, die doch ganz wesent. Abendfeier, die einen recht guten Besuch aufweisen fonnte. lich zur Organisierung der Jugendpflege beitragen, wird jede Bei Den Hauptteil der reichen Vortragsfolge beftritt der gesanglich gut hilfe abgelehnt. Die Aufwendungen, die der preußische Staat für gefchulte Junge Chor"( M. b. A.-5.-B.), dessen Leiter Heinz die Jugendpflege macht, find im ganzen genommen sehr beachtlich, Thießen ist. Theo Maret, auf unseren Beranstaltungen fein Un und es ist den Vereinen nur dringend zu raten, sich den befannter mehr, rezitierte u. a. Toller, Magim Gorfi, Möride und Sugendpflegeausschüffen anzuschließen und ihre Wille, während Werner Albrecht( Klavier), Robert Effed( Bioline) Anträge immer rechtzeitig einzureichen. und Erwin Grützbach( Cello) ben musikalischen Teil ausfüllten. In Recht Erfreuliches über das Verständnis dem Arbeitersport seiner Ansprache wies Reichstagsabg. Genosse Schred- Bielefeld gegenüber fonnten die Vertreter aus Sachsen, Baden, 5) sen, An auf den werbenden Zwed dieser Veranstaltung hin. Mit dem Gehalt, Lippe und den hanseatischen Freistaaten berichten. Wenig fang Bann wir schreiten Seit' an Seit'", wieder vorgetragen vom Gutes tonnte der Vertreter Bayerns berichten. In diesem Lande Jungen Chor", halie die Veranstaltung, die neue Anhänger der der monarchistischen Restauration behandelt man die Arbeiterschaft Naturfreundebewegung zuführen wird, ihr Ende erreicht. als ben inneren eind und sucht ihren fulturellen Aufstieg Fußballrefultate vom 22. November. Bege über Schulverordnungen zu erreichen versucht wird. Vielfach in der fleinlichsten Weise zu verhindern, was besonders auf dem wurde darüber geflagt, daß die Arbeitervertretungen in den geje gebenden Körperschaften nicht das notwendige Verständnis für die mangelndes Entgegenkommen der Bresse nicht mehr erhoben. Im Arbeitersportbewegung aufbringen. Dagegen wurden Klagen über weiteren Verlauf der Tagung wurde u. a. beschlossen, daß Ber eine und Ortsgruppen, die sich von den Zentralverbänden abge. Splittert haben, vom 1. Januar 1926 ab in feinem Falle den Orisfartellen mehr angehören dürfen. Als abgesplitterte Berbände find Naturfreunde", Zentrale Wien, stehenden Wandergruppen, der im besonderen anzusehen: die außerhalb des Touristenvereins„ Die proletarische Gesundheitsdienst, der Radfahrerbund Freiheit". Benn dennoch der Rongreß zu einer Auseinandersetzung mit den kommunisten führte, so liegt das daran, daß die soge nannte Rote Sport Internationale" es fehr notwendig zu haben scheint, sich durch eine Einigung mit der von ihr so hart bekämpften und beschimpften Luzerner Sport- Internationale eine festere Basis zu fchaffen. Es hat in den legten Jahren feine Konferenz unserer Internationale gegeben, bei ber nicht die Vertreter Mostaus Bor ber Tür tanben und Einlaß begehrten. Auch in Baris waren sie wieder zur Stelle. Der Kongreß war wohlwollend genug, einem ihrer Bertreter das Wort zu geben, um aus seinem Munde zu hören, was denn Moskau eigentlich zu verkünden hätte. Als Bertreter war der Berliner Friz Reußner, ehemals Obmann der Berliner tommunistischen Jugend, jezt wohlbestallter Sekretär der Roten Sport- Internationale in Moskau, erschienen. Sorgfältig vermied er es, auf die Streitpunkte einzugehen. Ganz ausdrücklich auf ab, daß es nicht gelte, rückwärts, sondern vorwärts zu schauen. leber die Sportbewegung in Rußland mußte er nur wenig mitzuteilen. Aber auch er mußte bestätigen, bases Sportver bände in Rußland nicht gibt, sondern nur einzelne Gruppen bei den verschiedensten Sowjetbehörden, in den Fabriken usw. Den Hauptbestandteil der russischen Bewegung bilden die Sabres her militärischen Erziehung für die Rote Armee. Außer den russischen Gruppen hat die Mostauer Internationale mur noch einen tschechischen und einen norwegischen Berband. Der lettere fchwimmt allerdings noch im bürgerlichen Fahrwasser und hängt mit Mostau seit der Spaltung der norwegischen fommu niftlichen Bartei nur noch recht lose zusammen. Seine Mitgliederzahl ift auf etwa 1000 zu schägen, während von Moskau nicht weniger als 10 000( 1) angegeben werben. Der tschechische Berband, der durch eine Spaltung im Jahre 1921 entstanden ist, hat gegenwärtig 80 000 Gesamtangehörige, wovon der größte Teil aus indern besteht. In allen anderen Ländern, die angeblich zur Moskauer Internationale zählen, bestehen nicht einmal Antlaffen intereffanter und nüßlicher Uebungsstoff vorhanden ist. Die fänge einer sportlichen Bewegung. etma In der anschließenden Debatte murden dem Bertreter Mostaus manch bittere Wahrheiten gesagt. Besonders die Delegierten aus Finnland und Bettland tonnien von manchem groben Ber stoß gegen die Grundfäße der Arbeitersportbewegung feitens Ruß fonos berichten. Die meit Rußland in der Tat der burgerlichen Sportbewegung entgegentommt, zeigt ja auch das gegenwärtig statt findende internationale Schachturnier in Mostau, bei dem alle Rapazitäten des bürgerlichen Schachs zugegen find. Deutsch Tend, das die Debatte befblog, jagte den Russen, daß alles Gerebe zmedlos fet, folange die Mostauer Internationale die Arbeiter Sportbewegung, mit der sich zu vereinigen fie fo heiß erstrebe, befämpfe Benn die Kommunisten es nur fertig brächten, ein mal drei Monate lang die Beschimpfung einzustellen, mürde die ganze Frage von jelbft fich erledigen. Daß die Rote Sport- Inter. nationale feinen Einfluß auf die tommunistische Breffe habe, sei eine schlechte Ausrede. Man brauche nur einen Befehl an die tommunistische Breffe geben, das würde nach den Erfahrungen mit dem Etfibrief burchschlagend wirken. Die zu diesem Bunfte vor liegende Entschließung haben wir bereits veröffentlicht. slo Das Anschmieren der RSI an die Luzerner Internationale hat nicht den Erfolg gebracht, den sich Moskau davon versprach. Die Rote Fahne ift benn auch wirklich fleinlaut. Sie bauscht die Beschlüsse des Rongresses in der Frage der internationalen Bette fämpfe eine Frage, die auf jeden Fall der Reuregelung be durfte zu einem Erfolg des Bertreters der RS3. auf. Eine Befcheibenheit, die bei der Roten Fahne sehr auffällt. Im übrigen ist die entschiedene Ablehnung aller russischen Einheitsfront Eirenenflänge durch die Anhänger Luzerns ebenso erfreulich wie notwendig. Bie früher in den selbständigen, tommunistischen Ge mertschaften, so wird auch in der REI. das Bereinigungsgefchrei mit dem zunehmenden Berfall immer stärfer. Die Luzerner Inter. Nationale bedantt fich für die Konfursmasse der Mosfauer Splitter. organisation. Bielleicht erleichtert aber den einzelnen Mitgliedern irgend ein Erlag ber Barteibonzen in Rußland( Rezept: Rin in die Rartoffeln...) bie Rüdfehr in die längst bestehende, einzige Internationale. Reichskonferenz der Landeskartelle. Rürzlich hielt die Sentraltommission für Arbeiter sport und Rörperpflege in Leipzig eine Konferenz ihrer Landestartelle ab. Alle Länder außer Württemberg waren vertreten, ebenso fämtliche preußische Provinzen. Die Tagung diente in der Hauptsache dem 3med, die Er fahrungen, die sich in den Ländern aus dem Bertehr mit den Staats, Provinzial- und Gemeindebehörden ergeben haben, gegenseitig auszutauschen. Diese Absicht wurde voll erreicht. Nach einem einleitenden Vortrag des Geschäftsführers Bildung tamen fast sämtliche Teilnehmer zum Bort. Dabel ergab sich ein sehr mannigfaltiges Bild der behördlichen Einstellung zu den Leibesübungen im allgemein und dem Arbeitersport im be jonderen. Mit Ausnahme von Bayern, das auch auf dem Gebiete des Sports recht sonderbare und wenig neuzeitliche Bege geht, haben alle Länder mehr oder weniger ben hohen Wert der förperlichen Erziehung erkannt. Breußen, über deffen besondere Methode ber Förderung der Jugendpflege der Leiter des Kreisjugentamtes in Bangleben, Genoffe Dantmorth, berichtete, hat jein aus dem Jahre 1911 stammendes System auch nach der Staatsumwälzung beibehalten. Demnach bildet das Ministerium für Bolfs wohlfahrt heute den Kopf der Jugendpflege, während die Regierungspräsidenten die staatlichen Mittel an die Bevölkerung heranbringen. Außer den Regierungsbezirken, die die Mittel der Re. gierung weiterleiten, bringen auch die Kreise aus Steuermitteln gemiffe Beträge für die Jugendpflege auf und nach ihnen auch die Gemeinden. Die Begutachtung der Anträge auf Beihilfen liegt in den Händen der Bezirks- und Kreisjugendpflegeausschüsse. Bereine, die aus staatlichen Mitteln Beihilfen beanspruchen, müssen den genannten Ausschüssen angehören. Auch den Landeshauptleuten stehen geriffe Mittel zur Förderung der Jugendpflege zur Verfügung. finden. Nachmittags 3 Uhr fanden die von prächtigem Geiste geDie Reichstonferenz soll fünftig jährlich im November statt tragenen Verhandlungen ihr Ende. Turn- und Sportfest der FTGB. ben warteten Berlauf. Go fchlus im Raden Abler 08 feinen Gegner Selvetia mit 4: 2. Arbeiter- Sportverein 24 mukte von Belten eine 2: 6- Rieber lage einfteden. Teutonia seg gegen Abler 12 mit 1: 8 ben fürzeren. inte mukte an Boruffia einen weiteren Bunkt abgeben( 3: 3). Bittenau holte flo Nord mußte die Buntte mit 2: 3 en Fichte- Gesundbrunnen abtreten. Die beiden Ortsrivalen Pantom 08 und Union trennten fich 4: 2. Spandau 25 von Einigkeit einen glatten 5: 2- Gieg. Tegel errang gegen Glemensstadt burch einen 5: 1- Sien die Burkie. Bader 20 schichte Turnverein Bankow mit 8: 1 gefchlagen nach Haus. Alemannia fonnte gegen Gowjet nur ein 2: 1 herausholen. Im Often behauptete Ablershof gecen Frisch- Frei mit 5: 1 feine filhrende Stellung. Mit bemfelben Sefultat flug der Johannisthaler Balfplieb- Club bie Grünauer Merkur und Oberfpree bie Reuthener. Branden. burg 02 hatte in Neuenhagen teinen Gegnez( 10: 2). Berliner Sportverein 10 gegen Sertha 22- Lichtenberg wurde beim Stande 231 filz Sirela in uman mußte fich von Tasmania mit 0: 5 gefchlagen bekennen. Das Spiel Givalau ftändlicher Beife vom Schiedsrichter abgebrochen. Sm Südwesten gemann Berolina gegen Kreuzberg mit 5: 1. Steglit munte Brandenburg mit 2: 4 die Buntte überlaffen. Neuköün fchlug Schöneberg hoch mit 7: 0. Einex meageren 2: 1- Sieg errang Rüftig- Borwärts gegen Charlottenburg. Neuköüneu Ballspiel- Club baite gegen Teitom nichts zu befiellex( 0: 8). Die am Sonntag ausgetragenen Fußballspiele nahmen fait bupd; weg Stand der Fußball- Serienspiele am 15. November. Rowawes Boltersdorf Budenwalde 1 Berolina. Kreuzberg. Stegli Reutölin Schoneberg & Moabit Behlendorfer B. C. Ber die Bielseitigkeit und Schönheit der in den Arbeiterturnvereinen betriebenen Leibesübungen studieren wollte, der ist wohl am Bußtag bei dem Fest der Freien Turnerschaft Groß. Berlin auf seine Rechnung gefommen. Ueber 400 Teilnehmer, Brandenburg jung und alt, Jünglinge und Männer bis in die 70er Jahre, junge Mäbchen und Frauen zeigten in bunter Folge, baß für alle Alters. Qualität der Leistungen zeigte gegenüber dem Borjahr wiederum eine mefentliche Steigerung. Das Wetturnen an den Geräten füllte dreimal die große Halle und bot ein besonders vielseitiges Bild, das faum zu übersehen war. Lebhaften Beifall fanden die verschie denen Sonderporführungen nach Musit, von denen die Stabübungen und das Hammerschwingen der Männer sowie die Freiübungen und Keulenübungen der Frauen hervorgehoben feien. Die Leichtathletif war durch Hochsprung, Bendel- und Rundstafetten vertreten. Wenngleich ein Saalfest für Bettläufe weniger Frisch- Anf günstig ist als der Sportplag im Freien, so zeigte sich boch der Erfolg in der Spannung und Begeisterung aller Anwesenden. Zum Schluß wurde den zahlreich erschienenen Gästen, den Bertretern der Behörden, politischen und gewertschaftlichen Organisationen der Dant des Bereins dargebracht und um weitere Unterstützung ersucht. Der anschließende est abend im Deutschen Hof" zeigte eine hübsch geschmüdie Bühne mit der Barole: Werbt für den Arbeitersport!" Rreisvertreter Reichert hielt eine begeisternde Ansprache, und gute Darbietungen forgten für einen guten Abschluß dieses arbeitsreichen Tages. Stefultabe ber Musterriegen. Männer über 85 Jabre: 1. Bedding Blend feit 85 B., 2. Bebbing Barren quer 34% B., 3. Sorben Barren feit 32% B., 4. Silben Pferd feit 32% V., 3. Often Barren quer 82% unit. reuen über 23 Jahre, Bereinszienen: 1. Bferd quer 35% B., 2. Doppelred 32 B., 3. Seiter fentrecht 28% Bunkte. Männer: 1. Webbing Ringe Schwung 36 B., 2. Norben II Ringe Schwung 34% B., 3. Gildoften Barren 341 B., 4. Brandenburg Ringe Schwung 34% B., 5. Often Barren quer 33% B., 6. Gilden Barrex quer 38% 3., 7. Webbing Barren quez 38% B., 8. Norden II Barren quer 324 3, 9. Diten Red hoc 81% 3., 10. Often berren 31% B., 11. Silben Ringe Kraft 30% B.. 12. Webbing Pferd feit 29% Bunkbe, Frauen: 1. Gibboften Barren quer 37% B., 2. Often Doppel red 33 B., B. Often Life quer 33% B., Süden Pferd feit 32% P., 3. Often Tisch quer 31% B., 6. Bedding Barren quez 81%., 7. Storden If Doppelred 30% B., 8. Besten Barren quer 30% V., 9. Gilden Barren feit 27%., 10. Wilmersdorf Barren quer 27 B., 11. Bedding Pferd feit 25% B., 12. Gülben Bod 24% Bunkte. Jugenb: 1. Norden II Barren quer 33% B., 2. Gülden Barren quer 28% B., 3. Silben Red hoch 27% Buntie. Freiübungen sone Mufil: 1, Rorben II Männer 31% B., á. Norben II Jugend 50% Bunite. Sondervorführungen mit Stuff: 1. Webbing, Männer, Stab bungen und Often, Männer, Semmerichwingen 37 B. 2. Often, roues, Freibungen 35% B., 3. Often, Frauen, Reulenübungen 35 B., 4. Norben I, Männer, Gefellschaftsbungen 32 Buxtte. Bferbspringen: 1. Rorben II 17% B., 2. Often 17% B., 3. Gilboften 16% B., 4. Bedding 16 Bunkie. Stafettenläufe. 10x2 Stunden. Männer: 1. Webbing 4 Min. 22.3 St., 2. Giben 4 in. 24 Get., 3. Often 4 Min. 24,4 Get. Sugendliche: 1. Wedding 4 Min. 17 Get., 2. Rorden 4 Min. 33 Ser., 3. Often 4 Min. 42 Gef. 18x1 Stunde. Frauen: 1. Often 2 Min. 22.4 Get., 2. Bedding 2 Wein. 23 Gel., 3. Gülden 2 Min. 38 Get. 10x40 Seter. Männer: 1. Gilden 57 Set., 2. Rofenthal 57,1 Get. Frauen: 1. Gitboften 63,9 Get., 2. Bedding Bedding 1,60 Meter, 2. Butter- Gülden, Alang- und Baschte- Webbing 1.56 Meter. 64,1 Gef. Jugendliche: 1. Webbing 34,6 Gel. Secfprung: 1. Giebel Sportabend SC. Siegfried 09. Bilmersdorf Bittoria Seriha Budenwalbe IT Rüftig- Borwärts Stern Lantwik Rolzenburger G. 3. Charlottenburg Boisdan güterbog Seltow Ludenwalde III Neuköllner Club Ludenwalde V Mariendorfer 8.6. Fußballring Britannia Trebbin Schmargendorf Spiele geo anent ver wonnen fchieben lozen Buntte Best Sadwest, Abteilung A: Beşirf Südwest, Abteilung B: 5594933324 890977 きる する 82443444555 48363 15: 3 18 12: 10: 2 10: 4 7: 9 6: 8 4:18 2:10 $: 14 1:13 18: 6 12:$ 9: 9 8: 8 7: 7 8:10 3:19 14 Bezirk Südwest, Abteilung C: 10 194334457760 651096 12: 3 10 8: 8 8: 8 6:10 14 2:14 2:16 Berweigerte Nothilfe. Der Inhaber des Restaurants 3unt Sporthaus" m. Mörschel in Siegenhals bei 3euthen bittet uns mitzuteilen, daß er nicht der Inhaber des unweit seines Lokals ge. legenen Sporthauses Crossinsee" ist, der den gelenter ten Seglern die Hilfe verweigerte. 68. Sveria. Geschäftsstelle: Batter Bärter, Berlin, Brunnenr. 82 Mittwoch, 25. November, Baldlauftraining in Friedrichshain. Treffen Bunit 7 Uhr Schule Bohowtraße. Gäfte willfommen. Freitags 6-8 Uhr Salewe training, Turnhale Elifabethitt. 57. Sonntags 3 Uhr Waldlauf in Sadowd. Umkleibelotal: Balbfchänke. Dortfelbft Treffpunkt nach den Spielen. Die Freie Turnerschaft Reutils- Brik labet die Frauen und Mädchen ein, fich ihren Frquenabteilungen anzuschließen. Turftabende finden fheit: 1. Frauen und Jungmaddhenabteilung Turnhalle Weiseftraße Dienstags von 8-10 Uhr: 2. Frauen und Jungmädchenabteilung Turnhalle Richardftraße Mittwochs vox 8-10 Uhr: 8. Frauen- und Jungmädchenabteilung Eurahale bes L. Seuss, Berliner Straße( mabe bermannplak), Freitags pox 8-10 Uhr. Deffentliches Zurnen der 3. Frauenabteilung am 9. Desember, abends 8 Uhr, im Enaeum Berliner Straße. Am 4. Dezember 2. Frauenabteilung in der Salle Richardftrake, 8-10 Uhr. Gäfte herzlich willkommen. Arbeiter Rabfahrer- Bund Solidarität, Ortsgruppe Berlin. Achung, Febrwarte bes 1. Bea. Berlin! Donnerstag, bent 26. Stovember, 7 Uhr, Rungeftr. 17. Rattenverband für Sport- und Rörperpflege Grak- Berlin. Sonnersion, ben 26. November, 7 Uhr, Schulaula Steinfir. 31-34, Bortrag non Reftor ris Schmidt über feine Reifceindrüde in Aukland. Nur Mitglieder her Bereine bes Rattellverbandes haben Sutritt. Mittwoch, dex 2. Dezember, 7 Uhr. Schulaula Steinfte. 31-34, öffentliche Bersammlung. Baul Robel fpricht über ,, Berksportvereine und Arbeitersport": Gears Mendelsohn über Die Beaichungen der Jugend sum Arbeitersport. Freie Aussprache. Städte Sigung bes Gefchäftsführenden Ausfcuffes Mittwo. den 25. November, 7 Uhr, ist Chemiezimmer der Schule Steinftr. 31-34 Kreisschule 1. Kreis, Arbeiter- Zuzu unb Gporibuab. Am Mittwach, ben 25. November, 7 Uhr, findet im Lofal von Ottmann, Dresdener Str. 105, eine Sikung ber Lehrerfchaft fowie aller in ben Funktionärftunden gewählten Beiratsmitglieber ftatt. Einen gut gelungenen Schwerathletischen Sportabend" veran staltete der Sportflub Siegfried 09 am Totensonntag im Moabiter Gesellschaftshaus. Auf dem Programm standen: Heber, Marmorplastiken; das Ringen ging um die Kreismeisterschaft des Arbeiterathletenbundes. Im heben wurden den Zuschauern gute Leistungen gezeigt und die Gewichte wurden von gestählten Arbeiter. armen fraftvoll in die Höhe gedrückt. Eine Reihe von Marmor. plaftifen, nach Modellen berühmter Meister, fanden den ungeteilten Beifall der Gäste, besonders applaudiert wurde das Schlußbild: Proletarter aller Länder vereinigt euch! Dann folgten die Ringtämpfe. Dem Sportflub Siegfried gelang es, gegen den Sportverein Roter Stern mit 16: 12( 8: 6) Buntten zu fiegen und fomit die Kreismeisterschaft zu gewinnen. Die Kämpfe wurden sämtlich nach den Regeln des AABD. ausgefochten und gingen in jeder Serie über je 10 Minuten. Musikalische Darbietungen hielten ausweifen au perfehen, ohne diefe tein Cinlak. Auswärtige Bundessenoffer die Festteilnehmer noch lange gemütlich beisammen. 97 Ergebnife. Seben, weilampf, einaznia Reißen und beidarmig, Stoßen: Rarl Blume( Schwergewicht) Reiken 130 d., Staken 250 Bid.; Star Boul ( Altersklaffe) Reiken 125 Bfd., Stoken 230 BFD.: Mrik Buffe( Leichtmittelgewicht) Reisen 115 Bfd., Stoßen 220 Bfb.: Arnold Steindor( Banbane) Steiken 100 Bfd., Stoken 180 B. Ringen, 1 Serie: Franke( R. Stern) gegen Rukner( Siegfr.). Sieger Franke nach 30 Gel. Jm Bantam: Branden burg( Giegfr.) Blumenroder( R. St.). gegent Sieger Brandenburg nach 50 Set. Febergewicht: Frsele( St. St.) gegen Gayula( Siegfr.). Sieger Froese nad 9 Min. 58 Get. Leichtgewicht: Freudenberg( R. St.) gegen Bili Buffe ( Sienfr.) nach 10 Min. unentschieden. Paul Buffe( Siegfr.) gegen Schubert ( R. St.) Leichtmittelgewicht nach 10 Min. unentschieden. Glienide( R. St.) cogen Baul( Siegfr.) Schwermittelgewicht. Sieger Baul nach 9 Min. 40 Set. Ralinte( R. St.) gegen Bohm( Siegfr.) Schwergewicht. Sieger Bohm nad Die 1. Jugenbleiter und Bertreterkonferenz bes Arbeiter- Turn- unb Sport 6. Dezember, im Bürgerfaal des Berliner Rathaufes ftatt. Am Sonnebenb bundes( Berlin- Brandenburg) findet am Sonnabend und Sonntag, den 5. unb spricht ber Genoffe Drees- Bremen über Die Jugendbewegung und unfere Organisation. Ueber Rauschgifte und Sport" wird ein Bertreter des Ar beiter- Abftinenten- Bundes referieren. Beginn ber Borträge vünftlich 6% Uhr. Am Sonntag finbet ein Bortrag über Gegualfragen und Jugend Batt. Darauf Bahl zum Kreisjugenbausschuß. Die Delegierten find mit Bereins melben ihre Quartiere beim Leiter ihrer Sparte. Gäfte angefchioffener Organisationen erhalten nur Sufritt, wenn genügend Blak vorhanden tit. Bez Kreisrat. 3..: az Reichert. Spartabend Nark- Okt. Am Montag, den 30. November, pünktlich 8 Uhr, tritt die Sportliche Bereinigung Stord- Dit( ital...) im Gaalbay Friedrichshain mit einem fenfationellen famerathletifden Brogramm an bie Deffentlichkeit. Das Programm umfaßt fünf Rämpfe in Boren, je vier int Siu- Jitsu und Ringen fowie Weltrekordverfuche im Seben des Rieismeißers B. Lagenpusch( N.-D.). Stabtelampf im Ringen Rolberg- Berlin. Am Sonntag, ben 20. November, ftehen fich in Raddak' Festfälen, Berlin- Brik, Chauffeeftr. 89, nachmittags 5 Uhr, die Ringermannschaften des RGB. Rolberg 09 und des G. Berolina Neukölln gegenüber. Auf Grund einer Herausforderung findet vor biefem Wettstreit noch ein Rompf im Sebex ftatt, um den beften Mittelgewichtsheber Bon Berlin su ermitteln. MAGGI SUPPEN Erbs Brot za backen ist nicht schwer. Trotzdem denkt die Hausfrau nicht daran, sich damit abzugeben. Sie holt ihr Brot beim Bäcker. Suppen kann jede Hausfrau kochen. Nur ist die Zubereitung oft mühevoll und zeitraubend. Heute ist ihr diese Arbeit abgenommen: sie holt bei ihrem Kaufmann die kochfertigen MAGGIS Suppenwürfel" und bereitet daraus, ohne große Umstände, in kurzer Zeit, nur mit Wasser die feinsten Suppen in reicher Abwechslung. -1 Würfel für 2 Teller kostet nur 13 Pfg. E Nr. SS4» 42.?ohrgoag 2� dienstag, 24. November??2L Die ElektriZitätsverforgung von Paris. Ein Vergleich der deutschen und der französischen Hauptstadt. Wirtschaftlich« Notwendigkeit und technische Entwicklung führen überall, selbst von den verschiedensten Auegangspunkten her, zu den gleichen ökonomischen Erscheinungen. Die Elektrizitätsversorgung von Paris wie die von Berlin zeigen einen vielfach ähnlichen Verlauf, obwohl dort das Elettrizilätswesen in den Händen rein privater Gesellschaften sich befindet, während es bei uns ganz überwiegend Sache der kommunalen Verwaltung ist. Zurzeit des Friedensschlusses, d. h. Anfang 1919, befand sich die Elektrizitäts- Versorgung beider Hauptstädte in einem Zustande weitgehender Zer- splitterung. In Berlin gab es damals etwa zehn verschiedene ElektrizitätSunternehmungen, die mehreren, damals noch selb- ständigen Gemeinden bzw. einigen Privatgesellschaften gehörten. In Paris gab es ebenfalls etwa zehn verschiedene private Gesellschaften, die unabhängig von einander die verschiedenen Sektoren der Stadt mit Strom oersorgten. In beiden Städten ist es seitdem, unter dem Druck der wirtschaftlichen Notwendigkeit, zu einer großen Vereinheitlichung des Tleklrizitätswesens gekommen. In Berlin war diese Vereinheitlichung die Folge der Begründung der neuen Stadtgemeind« Groh-Berlin. Richtiger gesogt, ein Hauptgrund für die Errichtung der Berliner Einheit-- gemeinde war die Notwendigkeit, die bisherig? unwirtschaft- liche Zersplitterung im Elektrizitätswescn, wie übrigens auch in der Gasversorgung, der Wasserversorgung, dem Verkehrs- wesen usw. zu beseitigen. In Paris nun, wo die Folgen des Krieges und des Niederganges der Währung sich ebenfalls schwer bemerkbar machten, wurde die Mehrzahl der bisher selbständig gewesenen Elektrizitätsgesell- schasten in einem großen Einhcitsunternehmen, der Union d'Elektricite, zusammengefaßt. Das Verdienst, diese, Einheitsunternehmen zustande gebracht zu haben, gebührt zu einem großen Teile dem französischen Elektroingenieur M e r c i e r. die Stromversorgung von Paris. Die Elektrizitätsversorgung von Paris beruht zurzeit in der Hauptsache auf folgenden drei Unternehmungen: 3) der bereits erwähnten Union d'Elcctricit«, b) der Compagnie parisienne de distribution d'electricit«(abgekürzt EPDE.). Der Name der Gesellschaft würde auf deutsch lauten: Pariser Gesellschaft für die Verteilung von Elektrizität. c) der Societe d'electricite de Pari«(zu deutsch: Elektrizitätsgcsellschaft von Paris). Die drei Gesellschaften haben drei verschiedene Arbeitsgebiete. Die erste Gesellschaft versorgt in der Hauptsache die Außen- bezirke und Vororte der Sladt mit Elektrizität und gibt auch Strom auf das Land hinau». Die zweit« Gesellschaft versorgt das eigentliche S t a d t i n n er e mit Strom, also die Viertel um die Boulevards, die Champs Elysecs, dos Bois de Doulogne herum. Das Dersorgungsgcbiet dieser Gesellschaft wird auf rund drei Millionen Einwohner angegeben. Das entspricht ungefähr der von den Berliner städtischen Elektrizitätswerken belieferten Bevälkerungs- zahl. Die dritte Gesellschaft endlich gibt in der Hauptsache Strom iür T r a k t i 0 n s z w c ck e, h. h. für �die Straßen, wie für die Untergrundbahnen ob. Jede der drei Gesellschaften erzeugt ihren Strom größtenteils in eigenen Kraftwerken, wenngleich sie unter- einander in einem Austauschverhältnis stehen. die krastgewinnung. Es ist nun interessant, daß die Frage der Stromerzeu- g u n g in Paris sich auf einer ähnlichen Linie bewegt, wie wir sie jetzt in Berlin mit dem Bau des Großkraftwerkes Rummelsburg eingeschlagen haben. Die im Jahre 1919 be- gründete Einheitsgesellschast, die Union d'Electricite, beschloß nämlich den Bau eines modernen Großkraftwerkes bei Tenne- v i l l i e r s. Es ist das ein kleiner, im Nordwesten der Stadt belegener Vorort von Paris. Das neue Großkraftwerk, das in den Jahren 1929 bis 1922 erbaut wurde, liegt am User der Seine in einer Entfernung von zirka 12 Kilometer vom Mittelpunkte der Stadt. Aehnlich wie in Berlin ist auch in Paris die Frage unter- sucht worden, ob das neue Werk in der Nähe der Stadt errichtet werden soll, wo die Kohlen auf dem Wasserwege herangeschafft werden müssen, oder ob das Werk auf den im Norden von Frank- reich belegenen Kohlengruben zu erbauen und der Strom auf Fernleitungen nach Paris zu übertragen wäre. In Ueberein- ftimmung mit den amerikanischen Erfahrungen ist man für Paris, wie jetzt auch für Berlin, zu der Ueberzeugung gekominen, daß das Werk am besten unmittelbar vor den Toren der Stadt errichtet wird. Die neue Zentrale ist eine der modernsten und größten Kraft- anlagen Europas. Sie Ist ausgestattet mit sechs Dampfturbinen- Einheiten von je 49 999 Kilowatt Leistung. Augenblicklich sind noch zwei weitere Einheiten derselben Type in Ausstellung begriffen, so daß dos Werk nach vollendetem Ausbau acht Einheiten mit einer Gesamtleistung von 329 999 Kilowatt enthalten wird. Das Werk bei der jüngsten Erweiterung des Kesselhauses kam die Kohle». Staubfeuerung zur Einführung. Steigender Stromabsatz auch in Paris. Der Stromabsatz in Paris ist. ähnlich wie in Berlin, in einem starken Aufschwung begriffen. Die Zunahme des Strombedarfs ist eine Welterscheinung. Sie beruht auf der fortschreitenden Verbilligung der Stromerzeugung und der infolgedessen überall zunehmende» Anwendung der elektrischen Energie für alle möglichen häuslichen und gewerblichen Zwecke. Die oben an zweiter Stelle genannte Gesellschaft, die EPDE., die den Hauptteil der Sradt Paris mit Strom versorgt, weist in den letzten drei Jahren folgende Stromabsatzmengen auf, wobei ich zuin Vergleich die entsprechenden Zahlen der Berliner städtischen Elektrizitätswerke, der Bewag, anfüge: pfabr ilPDE-PariS Bewag-Berlin in Millionen Kilowatistunden 1923......... 391 436 1924......... 356 462 1925(geschätzt) ca..... 499 über 699 _ Die EPDE. wie die Bewag versorgen beide ein ungesähr gleich großes Absatzgebiet mit einer Bevölkerung von rund drei Millionen Einwohnern. In den Zahlen der Bewag sind aber gewisse Strom- inengen, die an die Straßen- und die Untergrund- bahnen geliefert wurden, mit enthalten, während eine Strom- lieferung dieser Art bei der EPDE. nicht vorhanden ist. Die Ausdehnung des Stromabsatzes erfordert, ähnlich wie in Berlin, so auch in Paris, gewaltige Kapitalinvestitionen, da jede Kilowattstunde, die mehr abgegeben wird, auch eine cnt- sprechende Vergrößerung der Kraftwerke wie der Verteilungsanlagen zur Voraussetzung hat. Die Deckung des Kapitalsbedarss macht den Pariser Elektrizitätsgesellschaften, angesichts der Finanzlage in Frankreich große« Kopfzerbrechen. Gegenwärtig gibt die EPDE. eine O b l< g a t i o n e n a n l e i h e in Höhe von rund nominell 259 Millionen Frank aus. Da» entspricht, nach der inneren Kaufkraft des Frank bemessen, einem Werte von etwa rund nominell 89 bis 199 Millionen Goldsrank. Die Anleihe hat eine zehn Jahre lange Laufzeit, sie ist mit 7 Proz. verzinslich und wird zu einem Kurse von 87 Proz. herausgebracht, was für den Käufer der Obligationen eine Realverzinsung von 8,95 Proz. ergibt. Alles in allem zeigt das Pariser Elektrizitätswesen, ebenso wie das Berliner, eine leb- hafte, technisch� sehr moderne Entwicklung. Dr.-Ing. W. M a j e r c z i k. Scheu vor üer Geffentlichkeit. Daß die Loge der deutschen Maschinenindustrie, insbesondere der Großmaschinen-, Lokomotiven- und Waggonbauindustrie keine rosige ist, ist bekannt. Die Konkurrenz ist gewoftig gesteigert, der Absatz gedrosselt, weil da» Uebermaß der Kraft- und Verkehrs- moschinen in der ganzen Welt höchstens einigen Umstellung»» bedarf freisetzt. So ist die Moschinenindustrie als Produktions- mittelindustri« der P r e l l b o ck zwischen der unzureichenden Kon- sumkraft und der übersteigerten Produttion»fähigkeit In der Wirt- schastswelt der Nachkriegszeit. Darunter leidet natürlich auch der Profit. Soll die Oeffentlichkeit für diese Lage der Maschinenindustrie Interesse haben, so müßte diese nicht nur durch äußerst« Kraft- onstrengungen zur Verbilligung der Produktion und zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit, sondern auch durch weitestgehende sachliche Insormotion die Oeffentlichkeit von dem Erfolg ihrer Anstrengungen und der Lage der Industrie zu überzeugen suchen. Ein Beispiel dafür, wie sehr in dieser Richtung gesündigt weiden kann, ist der Geschäftsbericht der Maschinenfabrik Aug». burg-Nürnberg A.-G.(MAN.), eine der größten Maschinen- sabriken Deutschlands. Die Pflicht zur betrieblichen und finanziellen Sparsamkeit, die heute vom Verband Deutscher Maschinenbauan- st a l t e n so nachdrücklich zum Programm erhoben wird und diesem Verband in der Oeffentlichkeit ein gewisses Vertrauen gesichert hat, scheint bei der MAN. nur für die Information der Oeffentlichkeit und gegen die Bezahlung anständiger Löhne Geltung zu haben. Der Riesenbetrieb, der Ende 1924 fast Itz 999 Mann beschäftigte und aus deren Arbeft ein Kapital von 29(1913: 2 7) Millionen mit Profft ausstatten will, veröffenllicht außer einer Bilanz, in der sogar die Abschreibungen nicht einmal auf die einzelnen Anlage- posten verteilt sind,«inen Geschäftsbericht mit 39 Zeilen Text. Davon sind 22 Zeilen alkgemeines Gerede über die Notwendigkeit des Sparen» in den Betrieben und beim Staat. Sieben Zellen richten sich ge g e n die.hohen Löhne", aus- gerechnet in Bayern. Ganze 3)4 Zeilen sind der Lage und der Entwicklung der Betriebe gewidmet. In welchem Ausmaß die MAN. die Pflicht zur Publizität und das Interesse an der Information der Oesfentlichkeft mißachtet, zeigt aber erst die B i l a n z. Da sind die B a n k k r< d i t e in einem Jahr von 6,34 auf da, das Dreifache g e st i e g e n(17,94 Mil- lionen) und haben damit das Aktienkapital(29 Millionen) fast er- reicht. Die Lieferanten- und sonstigen Schulden sind auf 12,4 Mil- lionen(6,98 Millionen) verdoppelt: die Anzahlungen auf Be- stcllungen sind nur um 29 Proz. aus 29,9 Millionen(16,2) gestiegen. Auf der anderen Seite sind die Außenstände nur ganz geringfügig. um 999 999 M. erhöht(12,6 Millionen). Die ganze Schulden- Vermehrung wird aufgewogen durch die um 17 Millionen höher erscheinenden Vorräte und halbfertigen Arbeiten und durch die Höherbewertung der Fabrikanlagen(abzüglich der Abschrci- bungen) um 2.3 Millionen. Da die Vorräte„vorsichtig" bewerte! sind, müssen die 17 Millionen Material- und Halbfabrikatvermehrung fast ausschließlich auf Pump erfolgt sein. Die Zinskasten dafür gehen in die Millionen. Ueber Beschäftigung, Umsätze und Auftragsbestand, über die Tätigkeit der einzelnen Betriebe, über die Verwendung der Kredite und die Gründe der so abnorm gesteigerten Vorratshaltung, woraus sich erst ein Urteil über die Bilanz gewinnen ließe, wird kein Wort verloren. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist ein Skandal. Nicht einmal die Höhe der Geschäftsunkosten wird angegeben, �von Steuern, Zinskosten. spezialisierten Abschreibungen gar nicht zu reden. Wie es zu dem Reingewinn von 9,8 Millionen kommt(der vor- getragen werden soll) ist nicht zu ersehen. Nach der Bilanz und der Gewinnrechnung, die ein erschreckendes Beispiel von Verschleierung und Unklarheit sind, kann der tatsächliche Gcschäftsgewinn ebensogut um ein Vielfache, höyer sein, wie auch der kleine aus- gewiesene Reingewinn durch Aufwertung von Bilanzposten noch fingiert sein kann. Mit solchen Geschäftsberichten erweist sich die deutsche Maschinen- industrie einen schlechten Dienst. Solche Berichte und Bilanzen o e r- dienen kein Vertrauen. Allerdings, die MAN. war von jeher ein Betrieb, dem Scharfmachertum und systematische Züchtung von gelben Gewerkschaften höher standen, als solides kaufmännisches Gebaren. Rächt sich dann eine falsche Geschäftspolitik, die durch Ablenkungsversuche und Verheimlichung der tatsächlichen Lage nicht besser wird, dann müssen die Beleg. schasten, der Staat, die Allgememheit dafür büßen. Vierteljahrsergebnisse öer Konsumvereine. Die von den Revisivnsverbänden des Zentraloerbandcs deutscher Konsumvereine, aufgenommene Viertel» jahresstaristit gibt eine Ueberstcht über Umsatz, Geschäftsgut- haben und Spareinlagen der Konsumgenossenschaften. Die Diertel- jahreserhebungen erstrecken sich auf diejenigen Konsumgenossen- schasten., die 499 und mehr Mitglieder haben. Von diesen berichteten zur Vierteljahresstatistik des dritten Vierteljahres 689 mft 3 288 999 Mitgliedern, gegen 673 mit 3 256 999 Mitgliedern >m»weiten Vierl-liobr. Der G-la-�tiimsatz d-''' be'-icht-n�'n Konsumgenossenschaften betrug 177 Millionen Mark, gegen 157 Millionen'Mark im zwe.ten Vierteljahr. Somit ist ein Zuwachs von 29 Mmionen Mark zu verzeichnen. Ebenso zeigt der Umsatz je Mitglied ein erfreuliches Wachstum. Die Gesamtsumme des Kcschäftsgut Habens betrug im dritten Vierteljahr 21 899 999 M. Auf jedes Mitglied entfiel ein Ge- schäjtsguthoäen von 6,66 M. Erfreulich ist auch der Zuwachs an Spareinlagen. Der Gesamtbetrag belief sich Ende des dritten Vierteljahres auf 74 Millionen Mark. Davon sind 41,5 Millionen Mark durch Auswertung entstanden, so daß die berichtenden Konsum- genossenschaften 32,5"Millionen Mark neues Geld auf Konto Spareinlagen verbuchen konnten. Dom Pfandbriefmarkt— ein wichtiger Beschluß. Die Direktion der Zentralbank der preußischen Landschaften(Zentrallandschaft der preußischen Staaten, Berlin) hat einen für die Stabilisierung des landschaftlichen Pfandbriefmarktes sehr wichtigen Beschluß gefaßt. Sie wird in Zukunft für sich und die ihr angeschlossenen Landschaften von zwei zu zwei Monaten regelmäßige Veröffentlichungen über den Piandbriesumlauf veröffentlichen. Ferner werden die der Zentrallandschaft angeschlossenen Landschaften ihre Statuten dahin abändern, daß die Darlehensnehmer ver- pflichtet werden, die zur Auegabe kommenden Pfandbriefe nicht ».ehr selbst auf den Markt zu bringen, sondern sie ausschließlich durch die Zentrallandschast oder die ihr angeschlossenen Landschaften ver- iverten zu lassen. Mit diesem Beschluß wird ein großer Teil der Gründe, die auf dem Pfandbriefmarkt zur U e b e r s ch w« m m u n g mit landschaftlichen Pfandbriefen und zu starken Kurseinbußen geführt hat, b e s e i t i g t.~ Die Landschaften waren bisher durch vorfintflulliche Privilegien in ihrer Pfandbriefemission von jeder öffentlichen Kontrolle frei. Außerdem sind sie nach ihrem ständischen Aufbau verpflichtet, den Grundbesitzern Hypothekendarlehen zu gewähren. Durch den Beschluß der Zcntrallandschaftsdirektion, die sich au» Delegierten der Provinziallandschaften selbst zusammensetzt, kann sich da» Publikum in der Zukunft aus der Höhe des Pfandbriefumlaufs ein Urteil über die voraussichtliche Kursenlwick- lung der landschaftlichen Pfandbriefe bilden. Das Verbot des pri- vaten Verkaufs des Gegenwerts der Hypotheken macht die Land» schasten praktisch für die Beständigkeit der Kurse verantwortlich. Beides wird wesentlich zur Festigung der Verhältnisse auf denz Pfandbriefmarkt beitragen. Zweckmäßiger wäre es aller- dings, wenn die Landschaften endlich ihrer Privilegien entkleidet und dem Hypothekenbankgesetz unterstellt würden. Abbau der Stimmrechtsaktien. Die Propaganda gegen den IIn» fug der Stimmrechtsaktien, der die Gesundung des Kapitalmarktes verhindert, scheint zu wirken. Die Biebuser Braunkohlenwerke A.-G. zieh! jetzt 5999 M. achtzig st immiger Vorzugsaktien ein. Gleich- zeitig mit den Vorratsaktien läßt auch die Hugo Schneider A.-G.» Leipzig, die Mehrstimmigkeit von 79 999 M. Vorzugsaktien ver» schwinden. Das gleiche geschieht bei der Stettiner Oderwerke A.-G. für Schiff- und Maschinenbau, die 2099 Aktien mit z w ö l f f a ch e m Stimmrecht hatten. Von der Abschaftung der Stimmrechtsaktien bei großen Werken, wo die Großbanken darüber verfügen, hört man allerdings noch wenig. Beschwerde über zu hohe Bankgebühren. In der Generaloer» sammlung der Aktiengesellschaft für Verwertung von K o r t o f f e l f a b r i k a t e n, die im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr hohe Verluste in Höhe von 925 469 M. bei einem Aktienkapital von 1 212999 M. erlitten hat, und die deswegen ihre Liquidation beschloß, war es interessant, daß ein Aktionär sich über die hohen Gebühren, welche die Darmstädter und Nationalbank für die Abstempelung bei der Umstellung genommen hatte, beschwerte. Sie hat hierfür 4999 M. erhalten, und der Aktionär gab zur Erwägung anHeim, ob es sich nicht empfehlen würde, für den Fall, daß die Darmstädter und Nationalbank nicht etwas zurückzahle, eine Klage wegen Leistungswucher gegen sie anzustrengen. Ein anderer 'Aktionär, ein Bankier, gab als sachverständiger die Erklärung ab. daß dieser Betrag üblich sei und daß eine Klage oder eine Rück- sorderung nicht zu empfehlen wäre. Daraufhin beschloß auch die Versammlung, davon Abstand zu nehmen. Eine Hamburger Aktienbank in Schwierigkeiten. Nachdem sich in der letzten Zeit die Zahlungsschwicrigkeiten bei kleineren und mittleren Privotbankiers gehäuft haben, wird jetzt aus Hamburg die Gefährdung der e r st e n A k t i e n b an k gemeldet. Der Hamburger Bankverein hat die Kassen geschlossen und den Antrag aus Geschäftsaufsicht gestellt. Wie gemeldet wird, sind die Depositen von 7,2 Millionen(meist aus Grundeigentümerkreisey) durch leicht flüssige Mittel und Forderungen nur in geringem Umfang ge d e ck t. Die Bank liegt mit Krediten fest, die sie in der Haupt- sachc der Reederei Hamsoth(mit der Sloman-Reederei verbunden) gegen Schisfshypotheken gewährt hat. Zur Flottmachung der Bank müßten 4 Dampfer verkauft werden, was bei der heutigen Schiff- fahrts- und Kapitalmarktslage nur unter Preis und ans Ausland er- folgen könnte. Der Wert der Dampfer soll 8 Millionen, das An- gebot 4 Millionen betragen. Zur Sanierung könnte nur eine An- leihe helfen, für die bei der Zurückhaltung der Großbanken kleinen Banken gegenüber die Aussichten aber schlecht sind. Nachdem die zahlreichen Schwierigkeiten bei Privatbonken vorausgegangen sind, wird man den Fall des Hamburger Bankvereins als Zeichen be- trachten müssen, daß auch das Bonkgewerbe in den Strudel der Wirtschaftskrise hineingezogen wird. Zunahme des Güterverkehrs der Reichsbahn. Trotz des Dar- niederliegens der deutschen Wirtschast zeigt der Oktober eine Stei» gerung des Gesamtgüterverkehrs.in einer Mehr- g« st e l l u n g von 422 599 Wagen, d. s. 8,5 Proz. mehr al» im Vormonat. Hauptbeteiligt daran waren Kohlen, Kartoffeln und in erster Linie Rüben und Schnitzel. Bei den Kohlentransporten ist die volle Leistungsfähigkeit der Wasserstraßen zu berücksichtigen. Trotz der günstigen Ernte ist der Kartofselversand relativ gering. Der Fischverkehr hat mit 3969(3379) Wagen sehr zu- genommen. Zement und Düngemittel gingen zurück in. der Wagen- anforderung. Durch verschieden« Verbesserungen tonnte der Last- krastwagenverkehr weiter zurückgedrängt werden, der Personenver- kehr war schwächer. Im Monat September wurden von der Reichsbahn an Einnahmen erzielt 491 185 999 M., an Ausgaben errechnet 398 879 999 M.. ferner für den Reparationsagenten 49 895 099 M., für werbende Anlagen 17 592 999 M. und für Rück- stellungen 29 999 990 M. Die Finanzloge hat im September keine wesentlichen Veränderungen erfahren. Die Gesamteinnahmen ent- sprechen im allgemeinen der normalen Entwicklung. Dem Repara- tionsagenten wurden 59 Mill. Mark als Vorausleistungen für das zweite Schuldenjahr gezahlt. Aus der Beförderungssteuer wurde eine erste Monatsrote von 28 Mill. Mark an den Generalagenten abgeführt. Der Gesamtpersonalbestand betrug Ende September 739 873 gegen 727 429 Köpfe.- Weitere Brauereiabschlüsse. Wir berichteten von dem glänzen- den Abschluß der Kulmbacher Reichelbräu A.-G- und der Tucher- Brauerei Nürnberg, die 29 bzw. 15 Pm. Dividende verteilten. Jetzt liegen weitere Geschäftsberichte vor. di» das Jahr 1924/25 alz Glanzjahr für die Profite des Draukapitals er- kennen lassen. Zwei andere Kulmbacher Brauereien verteilen je 12 Proz., die Flensburger Brauereien A.-G. gewährt 16-4 Proz.» die Salvatorbrauerei München schüttet(einschließlich Gratisaktien) 17 Proz. Dividende aus. Für die Schöfferhof-Bindung Bürgerbräu A.-G. Frankfurt werden 15 Proz., für die Löwenbräu A'G. München mindestens 12 Proz. erwartet. Die tatsächlichen Gewinne der Brauereien werden bekanntlich durch die Dividende bei weitem nicht erschöpft, da die Brauereigesellschaften in aller Regel Reserven aus» häufen und alle Neuanschaffungen und Erweiterungen aus dem Viererlös bestreiten. Schon im Jahre 1924, in dem alle anderen Industriezweige dividendenlos blieben, verteilte die Brauindustrle 8 bis 12 Proz. Dividende(ftjr 9 Monate!). Dem Braukapital ist die Kriegs- und Inflationszeit also besser bekommen als den Brauerei- orbeitern, die trotz der Teuerung heute mit 75 bis 95 Pf. die Stunde abgespeist werden(in Königsberg 55 Pf.!). Deutschland im Völkerbund. Der Schluß der Reichskanzlerrede. In seiner gestrigen Locarno- Rede ging Reichskanzler Dr. Luther| daß Verträge, die unanwendbar geworden sind, und internationale auf die deutschnationalen Einwände ein. Er betonte demgegenüber Berhältnisse, deren Aufrechterhaltung den Weltfrieden gefährden die veränderte Stellung Deutschlands, das nicht mehr unter Willtür, sondern unter Verträgen leben werde. Er führte aus: Was aber durch den Westpaft geändert wird, das ist die Handhabung der an sich unberührt bleibenden Vertragsrechte, die durch die Unterwerfung dieser Rechte unter das obligatorische Schiedsverfahren auf eine neue Grundlage gestellt wird. Damit wird der Politik der Diktatur und Ultimaten, die sich auf einseitige, von Deutschland praktisch nicht zu verhindernde Vertragsauslegung stützte, der Boden entzogen. ( Lebhafter Beifall in der Mitte und links.) Denn alle Meinungsverschiedenheiten über Auslegung des Versailler Vertrages und des Rheinlandabkommens sind fünftig, ebenso wie andere Rechtsstreitigkeiten, dem Schiedsgericht unterstellt. Ich stehe nicht an, schon allein diesen einen Punkt, die Verwirklichung des Schiedsgerichtsgedankens, in Uebereinstimmung mit den legten Ausführungen des britischen A: ßenministers als eine außerordentliche Errungenschaft für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der guten Beziehungen zwischen den Staaten zu betrachten. Ueber diese für Deutschland überaus wichtige praktische Veränderung hinaus bedeutet der Abschluß des Westpaktes, und zwar nicht nur als politische Zukunftshoffnung, sondern als unmittelbare vertragliche Wirkung, eine grundsägliche Neugruppierung der Mächte. Frankreich, Belgien, Italien und England standen Deutschland bisher als geschlossene Einheit gegen über. Jetzt wird eine politische Vertragsgemeinschaft geschlossen, der alle fünf Länder auf dem Fuße der Gleichberechtigung angehören. Der Gedanke eines Sicherheitspattes gegen Deutsch= land, der noch vor einem Jahre im Bereiche der Möglichkeit lag, und der sich sogar auf einer ausdrücklichen Bestimmung des Verfailler Bertrages, nämlich den Artikel 31 über den Ersatz der früheren belgischen Neutralitätsverträge hätte aufbauen fönnen, ist endgültig beseitigt. Die Verträge mit Polen und der Tschechoslowakei entsprechen inhaltlich genau den Schiedsverträgen mit Belgien und Frankreich, nur mit dem grundsätzlichen Unterschied, daß sie sich nicht an einen besonderen Sicherheitspaft anlehnen. Ihre Tragweite er Schöpft sich in den in ihnen selbst enthaltenen Bestimmungen und mird dadurch genau und unzweideutig umgrenzt. Rechts= streitigkeiten zwischen Deutschland und Polen sowie zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei sollen durch bindendes Schieds. gerich: surteil erledigt, politische Interessentonflitte dagegen in einem Ausgleichsverfahren ohne endgültige Bindung behandelt werden. Auch das ist eine Bereinbarung von großer Bedeutung. Sie wird im Interesse beider Länder zunächst den prattischen Vorteil mit sich bringen, daß die Beziehungen zwischen den beteiligten Ländern von nuglosem Streit über. afute Einzelfragen entlastet werden. Sie schafft aber außerdem in Berbindung mit den Bestimmungen der Völkerbundsfagung eine Grundlage für die Aufrechterhaltung des Friedens im Osten überhaupt, eine Grundlage, die nicht dadurch wertlos wird, daß sie nicht restlos jede Kriegsmöglichkeit beseitigt. Im Zusammenhang mit diesen Schiedsverträgen hat, wie der französische Außenminister in der Schlußsizung der Konferenz mitteilte, Frankreich in Locarno besondere Vereinbarungen mit Polen und der Tschechoslowakei abgeschlossen. fönnte, einer Revision unterzogen werden müffen. Mag man die praktische Verwirklichung dieses Sahes, der für alle Arten von Verträgen und für alle Arten internationaler Verhältnisse gilt, zurzeit auch noch steptisch beurteilen, so kommt es bei unseren gegenwärtigen Betrachtungen doch in erster Linie auf das Prinzip an, und dieses Prinzip steht außer Zweifel, es hat mithin auch für den gesamten Fragenkomplet zu gelten, auf den sich das Vertragswerk Locarno erstreckt, auch das Selbstbestimmungsrecht der Völker in feiner Weise eingeschränkt.( Höhnische Zurufe rechts und bei den Kommunisten.) Der Reichskanzler betont nun nochmals, daß es nicht berechtigt wäre, an dem Tatbestand der Abmachungen selbst zu zweifeln oder ihn durch Hineintragung von Gedanken zu verdunkeln, zu denen weder der Wortlaut noch der Zusammenhang der Bestimmungen irgendeinen Anlaß gäbe. Es ist fein Beweis gegen die Richtigkeit meiner Wiedergabe des Tatbestandes, wenn er in Breffeäußerungen des In- und Auslandes anders dargestellt wird, ebensowenig, wenn er in Auslassungen von autoritativer Bedeutung nicht mit den gleichen Worten und Wendungen überschrieben wird. Auch ein eindeutiger Sachverhalt tann ohne Verlegung der objel tiven Wahrheit in verschiedener Betonung seiner einzelnen Bestandteile geschildert werden, je nach dem Interessenstandpunkt, von dem aus diese einzelnen Bestandteile angesehen werden. Die politische Gesamtentwicklung der Welt ist jetzt soweit fort. geschritten, daß Deutschland durch solche pofitive Stellungnahme zum Vertragswert seine eigenen Interessen fördert und der politischen und wirtschaftlichen Gesamtentwicklung der Welt dient. Die Auswirkung des Entschlusses auch gerade zugunsten Deutschlands wird um so stärker sein, mit je festerem Schritt das deutsche Bolt die neue Entwidlungsstufe betritt.( 3ustimmung in der Mitte und links.) Deshalb hat die Reichsregierung ihr Bestreben unentwegt darauf ge richtet, eine möglichst große Mehrheit des Reichstages auf die Zustimmung zum Wert von Locarno zu vereinigen. Natürlich bedeutet jeder positive Entschluß gleichzeitig eine Bindung, aber inwieweit soll ein Wachsen der deutschen Kraft, das die Voraussetzung jeder für Deutschland und die Allgemeinheit nützlichen deutschen Betätigung im Völkerleben ist, durch Abseits bleiben von der Völkerentwicklung sich vollziehen? Ich sehe auf dem Wege des Wiederaufstiegs Deutschlands zurzeit nur die eine große Notwendigkeit vor mir, daß das Deutschland gesünder und stärker werden muß. Dazu gehört selbstverständlich, daß die Bewegungsfreiheit Deutschlands nicht in einer Weise eingeengt wird, die folche Enwicklung hemmt. Wenn behauptet, worden ist, Deutschland gebe durch den Eintritt in den Bölterbund seine Souve= ränität auf, so ist das eine völlig schiefe Auffassung. Jeder Vertragsschluß bedeutet eine Einschränkung der Souveränität, es fommt allein darauf an, welcher Art diese Einschränkung ist. Nun unterwirft sich Deutschland beim Eintritt in den Völkerbund nur den felben Beschränkungen, denen alle anderen Bölkerbundsmächte unterliegen. Gewiß ergibt sich ein tatsächlicher Unterschied durch die militärische Machtlage. Aber inwiefern wirkt sich dieser Machtunterschied geringer zu Deutschlands Nachteil aus, wenn Deutschland dem Bölkerbund fernbleibt? Der Wortlaut ist nachträglich bekannt geworden. Deutschland ist an bit ihnen nicht beteiligt, und sie bilden auch keinen Bestandteil des Berim entferntesten so, daß es im Böllerbund eine alle anderen mit maditragswerts von Locarno. Durch diese Sondervereinbarungen find die nun einmal bestehenden Bündnisse Frankreichs mit Polen und der Tschechoslowakei den Bestimmungen des Westpaktes ange= paßt und dadurch sowie durch die Eingliederung in das System der Völkerbundsfagung auf eine Grundlage gestellt worden, die als Klärung und Berbesserung des bisherigen Zustandes begrüßt werden fann. " Das ganze System von Verpflichtungen gipfelt schließlich im Bölkerbund, deffen Organe die oberste Instanz für die Entscheidung über die Durchführung jener Verpflichtungen bilden. ( Sehr gut! bei der Mehrheit.) Was soll ferner die Behauptung bedeuten, wir würden innerhalb des Bölkerbundes zwangsläufig in die Gefolgschaft anderer Staaten geraten? Die Dinge liegen nicht glieder überragende Macht oder Mädtegruppe gibt, bie einem schwachen Deutschland die politische Betätigungsmöglichkeit ohne weiteres nehmen fönnte. Der Punkt, in dem uns unfere geographische Lage und die Entblößung von allen militärischen Macht mitteln zur Borsicht nötigte, war der Artikel 16. Da diejer Bunft befriedigend geflärt ist, muß die Erwägung überwiegen, daß uns die Zugehörigkeit zum Völkerbund Möglichkeiten eröffnet, die wertvoller sind als diejenige Art von Selbständigkeit, die in Wahrheit nichts ist als Isolierung und Bassivität. Unsere Beschränkungen gegenüber den nicht zum Völkerbund ge= hörenden Staaten sind auch nicht derart, daß fie realpolitisch für Deutschland von nachteiliger Bedeutung wären. Deutschland wird selbstverständlich das größte Gewicht darauf legen, auch mit den nicht zum Bölkerbund gehörenden Staaten, an die es natürliche Interessen binden, die besten Beziehungen zu pflegen und zu entwickeln, was z. B. Das Vertragswert von Locarno stellt also lehten Endes einen Ausbau der Völkerbundsfahung dar, einen Ausbau, der bestimmten Problemgebieten, nämlich einerseits den westlichen Problemen und andererseits den öftlichen Problemen angepaßt ist und der, unter Berücksichtigung der Berschiedenheit der Lage im Westen und Often, eine Verstärkung der Friedensgarantien bezweckt. das Berhältnis Deutschlands zu Rußland Diese Eingliederung des neuen Vertragssystems in den Rahmen des Bölkerbundes läßt zugleich noch einen anderen Gesichtspunkt anbetrifft, so hat Deutschland unmittelbar vor der Abreise der Delevon grundlegender Bedeutung hervortreten, eine umfassende inter- gation nach Locarno durch Abschluß des deutsch- russischen Handelsnationale Rechts- und Friedensordnung, wie sie das letzte und höchste vertrages seinen flaren Willen fundgetan, aus dem Abschluß des Ziel des Völkerbundes bildet, kann nicht nur auf die bestehenden Zu- Locarno- Bertrages feinerlei Trübung seiner freundschaftlichen Bestände abgestellt sein, sondern muß auch Raum für die Entziehungen zu Rußland entstehen zu laffen.( Allgemeine Zustimmung.) widlung des Bölterlebens schaffen. Den Frieden sichern, heißt vor allem die friedliche Entwicklung sichern. Ein Versuch, das Bölferleben in einen Zustand der Erstarrung zu versetzen, fönnte zu nichts anderem als zu einer gewaltsamen Sprengung der unnatürlichen Fesseln führen. Nur darum fann es fich handeln, die Entwicklung aus den Bahnen der Gewalt in die Bahnen des Rechts zu leiten. Dem sucht auch die Völkerbunds jagung Rechnung zu tragen, insbesondere durch den bekannten Saz, ununterbrochener Arbeit und Hingebung an das Baterland die Müh sal des deutschen Aufstiegs weiter zu ertragen. Die Arbeit der Reichsregierung, der Länderregierungen und aller anderen öffentlichen Organe, insonderheit der Volksvertretungen in Deutschland wird in Gemeinschaft mit dem ganzen deutschen Bolte auf der Grundlage von Locarno darauf abzuzielen haben, daß wir sowohl auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet in immer steigendem Maße Nußen aus der Herstellung eines wirtlichen Friedens in Europa ziehen! Aus der Partei. Das infernationale Sekretariat. Marseille beschlossen, das Sekretariat von London nach Zürich zu Die Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale hat in verlegen. Ab 1. Dezember befindet sich das Sekretariat in Zürich. Die neue Adresse lautet: Sekretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationale, Zürich 2, Stockerstraße 41. Telephon: Selnau 9588. Telegrammadresse: Intersocia Zürich. Zahlungen auf das Konto der Sozialistischen Arbeiterinternationale beim Schweizerischen Bankverein, Zürich. Das Protokoll des Marseiller Kongreffes( 22. bis 27. Auguſt 1925) ist nun deutsch, französisch und englisch im Buchhandel erschienen. Der Band ist mehr als 350 Seiten start und enthält als ersten Teil den Bericht des Gefretariats an den Kongreß, der eine statistischen Material bietet, als zweiten Teil das stenographische Uebersicht über die internationale Arbeiterbewegung mit genauem Protokoll der Kongreßverhandlungen, ferner seine Beschlüsse, die revidierten Statuten der SAJ., sowie zehn Illustrationen. Bestellungen auf die deutsche Ausgabe sind an die Buchhandlung Dietz, Berlin SW. 68, Lindenstraße 2, zu richten, auf die französische Ausgabe an die Buchhandlung, l'Eglantine", 20, Rue de Lenglentier, Brüssel oder an die Librairie Populaire, 12, Rue Feydeau, Paris 2, auf die englische Ausgabe an The Labour Party Bookshop, 33, Eccleston Square, London SW. 1. Sport. Ringerweffffreit im Walhallatheater. Der mustergültige Berlauf des Wettstreits, der sich seinem Ende nähert, muß anerkannt werden, ebenso die Tätigkeit Des Schiedsrichters. Der Weltmeister Hans Schwarz fonnte am Freitag einen weiteren Erfolg verzeichnen. In der Gesamtzeit von 41 Minuten legte er den Neger Anglio durch Armzug auf die Matte. Winter- Wien erlag dem Sachsen Buchheim nach gutem Rampf in 19 Minuten durch Schleudergriff. Der Weltmeister Strenge entledigte sich Jackson nach 7 Minuten durch Armzug aus dem Stand. Karsch erlag dem Letten Lestino. mitsch durch Armzug am Boden nach 18 Minuten. Schneider und Gotsch trennten sich wegen einer Knieverlegung des ersteren ohne Resultat. Kunst fiegte über den Finnländer Sirt nach gutem interessanten Kampf in 17 Minuten durch leberwurf nach vorn. Der deutsche Meister Kunst im Mittelgewicht und Bartkowiak lieferten am Sonnabend ein schönes Treffen, das bis zum Schluß offen war. Beide ſetzten ihr bestes Können ein. Erst nach 29 Minuten konnte der Meister durch Abfangen eines Hüftschwungs das Treffen für sich entscheiden. Durch doppelten Armzug aus dem Stand erlag der riesige Frenten dem Europameister Kawan in 23 Minuten. Beimura brauchte nur 19½ Minuten, um den Neuköllner Gofsch mit doppeltem Armzug zu besiegen. Der Sadje Buchheim brauchte 21% Minuten, um Sirf durch Hüftschwung auf die Matte zu bringen. Romanoff und Schwarz fammen bis zur Polizeistunde zu feinem Resultat. Am Sonntag rangen als erftes Paar Weltmeister Weimura und Bartkowiak. Ein tech nisch sehr flottes, gutes Treffen. Beide rangen sehr verbissen und mit der größten Vorsicht. Dem Weltmeister wurde der Sieg nicht leicht gemacht, nach 1 Stunde 23 Minuten legte er den Deutschpolen durch Armzug am Boden auf die Schultern. Schwarz fiegte über den Schweizer Elliot nach 14 Minuten durch Untergriff von vorn. Der Holländer Frenten erlag Lasartesse durch plöglichen Untergriff nach 7 Minuten. Der Europameister Kawan legte Karsd nach 28 Minuten durch Armzug am Boden matt. Romanoff und Strenge kamen bis zur Polizeistunde zu keinem Ergebnis. Jugendveranstaltungen. Gymnastiffurfus heute, Dienstag, abends 7% Uhr, Jugendheim Linden. ftraße 3. Die Borständekonferenz findet umständehalber erst am Sonnabend. ben 5. Dezember, ftait. Heute, Dienstag, den 24. november, abends 7% Uhr: Wedding- Nord: Schule Müllerftr. 48, part., Aussprache: Schwierigkeiten ..Sonnenstaat Champanella". Schönhauser Borstadt: Schule Jbsenstr. 17, Besprechung der Sonnenwende. Schöneberg I: Jugendheim Rubens-, Ede Hauptstraße, Bortrag: Jugend und Rörperkultur". Schöneberg II: Tagungsort ab heute im Jugendheim Hauptstr. 15. Mitgliederversammlung. Wilmersdorf: Jugendheim Sildegardftr. 4, Bortrag: Jugend und Lebensreform", 2. Teil. Mariendorf: Alte Schule, Dorfftr. 7, Wilhelm- BuschAbend. Steglik I: Jugendheim Albrechtstr. 47, Bortrag: Das proletarische Rind in der bürgerlichen Gesellschaft". Reukölln 1: Jugendheim Sander, Ede Sobrechtstraße, Bortrag: Schulreform Reichsschulgefek" Reu tölln III: Jugendheim Rogatftr. 53, Löns- Abend. Reukölln IV: Jugendheim Schierkeftr. 44, Bortrag: ,, Unsere Gegner". Reinidendorf- Oft: Geebab Residenz Rieberschönhausen: Schule Blankenburger Straße 69-70, Glaßbrenner. Safenheide: Rinderhort, Schule, Bortrag: Bom Zunftgesellen zum modernen Arbeiter". Werbebezirk Kreuzberg: Im neuen Jugendheim am Belle- Alliance- Plat 1, Berbebezirks- Mädchenabend, Vortrag: Die Frau im Erwerbsleben". Bildungskurse: der Entwicklungsjahre". Norbost Jugendheim Neue Rönigstr. 21, Bortrag: ftrake 46, Arno- Holz- Abend. Das Deutsche Reich wird, wenn die Zustimmung des Reichstages erfolgt, den Vertrag von Locarno in der festen Absicht abschließen, auf den dadurch eröffneten Friedenswegen mit aller Kraft voranzuschreiten. Ungeachtet der großen grundsätzlichen Bedeutung, die ich dem Vertragswert von Locarno beilege, erwarte ich nicht, daß nun die Dinge der Welt, die Deutschland angehen, mit einem Male ihre Gestalt völlig ändern. Uebertriebene Hoffnungen nach dieser heim Canner Straße. Thema:„ Geschichte der Arbeiterbewegung". Referent: Richtung fönnten uns nur von dem festen Entschluß ablenken, in Berbebezirk Tiergarten: Schule Siemensstraße. Werbebezirk Oberspree: Niederschöneweide, Schule Berliner Str. 31. Werbebezirk Reutölln: Mittwoch, den 25. November, 1. Abend im JugendGen. Erwin Marquardt. LLE § Ah! Jetzt wieder die gute Belle Margarine Biomalz Gründliche Kräftigung und Auffrischung verfchafft das vorzügliche, billige, wohlsmedende Biomala. Es gibt wohl fein einfacheres, bequemeres Mittel; feines erfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Hebung des Kraftgefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fübit fi gerabeau berjüngt. Mit feinem andern Kräftigungsmittel fann man bessere Erfolge erzielen als Was nehmen die Werate? Alle Erjagpräparate und Eisenmittel erzielen nicht die Wirkung, was Appetitanregung und Kräftigung anlangt wie Biomalz. In meiner eigenen Familie bin ich mit der Anwendung ganz be sonders zufrieden. Dr. R. in Ch. Das von mir schon oft und mit gutem Erfolge in der Bragis verordnete Biomals wird nun diesmal meinen Rindern augute tommen. Dr. med. mit Biomalz Biomalz hat sich bei meiner Frau und beiden Göhnen vorzüg lich bewährt. Dr. Frhr. v. B. W Meu: Biomalz- Schokolade, je 100 Gramm- Tafel 60 Pf. und Biomalz- Bonbons, beftes Linderungsmittel bei Suften und Heiferkeit, vorzüglicher Geschmad, je Beutel 30 B Erhältlich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Ge fchäften. Breis einer Dole Biomals 1,90 Mart, mit Lecithin 5 Mart, mit Eisen( zur Stärkung für Blutarme und Bleichfüchtige) 2.20 Mart mit Ralf extra( zur Stärkung für Lungenleidende) 2.50 Mart. Drudschriften anf Bunsch umsonst und poftfrei. Gebr. Baterman, Sellow- Berlin 30 Dienstag 24. November 1925 Unterhaltung unö jssen Seilage öes vorwärts SsA'düstifthe Lehr- unö wanöerjahre. Erinnerungen eines Dreiundsiebzigjährigen. Von Louis Cohn. 71. Der Sprung über den großen Teich. In Liverpool suchte und sand ich Anschluß an Mitglieder der Glewerkschr.sten und Teilnehmer der früheren Chartistenbewegung. Meinem jugendlich-stürmischTm Temperament tat jedoch die sachlickze und ruhige englische, auf nächstliegende praktische Ziele gerichtete Art weniger Genüge als die Revolntionsromantik eines älteren Franzosen, der durch Erteilung französischen Unter- richtes seine kümmerliche Existenz fristete. Er hatte sich an der Juni- schlacht beteiligt und war hernach nach England geflüchtet. Ganz er- füllt von blanquistischen Vorstellungen schwännte er für ge- Heime Organisationen, Verschwörungen und Handstreiche, die er für die einzigen Mittel hielt, um die politische Macht zu erringen. Inmitten der nüchternen Lioerpooler Umwelt führte er ein Ein- siedlerlebcn. Ich war durch meine Erziehung und durch meinen Verkehr mit den Frankfurter Demokraten schon so beeinslußt, daß ich von diesem Eingänger nichts zu erreichen hoffte. Dazu kam noch etwas Anderes: Ich war bis jetzt von meinen Eltern abhängig gewesen und mußte daher aus sie Rücksicht nehmen. Mein sehnlichster Wunsch richtete sich aber, nicht nur auf geistige, sondern auch auf materielle Unabhängigkeit. Schon in Frank- surt a. M. hatten die Verhandlungen des Eisenacher Kon- g r e s s e s, der zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei führte, mich unwillkürlich dazu gedrängt, die Bahn des ! Sozialismus zu beschreiten. Ein dunkler Drang nach den letzten Quellen der Erkenntnis wühlte in mir. Vor allem wollte ich aus eigener Erfahrung die Lage der Arbeiterklasie kennen lernen. Fr. Engels,„Lage der arbeitenden Klasie in England", hatte einen tiefen Eindruck auf mich gemacht. Sonst beschränkten sich meine Kenntr.isie der sozialistischen Literatur auf einige Lassallefche Broschüren, auf das kommunistische Manifest und die Schrift von Marx„Zur Kritik der politischen Oekonomie". Die volle Trag- weite dieser Schriften hatte ich jedoch noch nicht erfaßt. Um der Verworrenheit meiner Vorstellungen abzuhelfen, beschloß ich den gordischen Knoten zu durchhauen, ohne Voin'ssen meiner Eltern Europa den Rücken zu kehren, um in der großen Republik ein neues Leben zu beginnen. Vorher aber beschloß ich in naiver Weise bei Marx Rat einzuholen, auf welche Weise man am leichtesten und schnellsten ein Sozialist werden könne. Ich schrieb deshalb an Marx, ob ich ihn in nächster Zeit zwecks Einholung seines Rates besuchen dürfe. Nachdem ich bald darauf eine zustimmend« Antwort erhalten hatte, sprach ich kurz darauf bei ihm vor, nicht ohne einiges Herzklopfen. Seine großen klaren Augen schienen in das Innerste meines Wesens dringen zu wollen. Doch glaubt« ich bei der Schilde- rung meiner Absicht, nach Amerika zu gehen, keinen ungünstigen Eindruck auf ihn hervorgerufen zu haben. Ein liebenswürdiges und vielleicht etwas iron'sches Lächeln umspielte sein patriarchalisches Gesicht, als er mich fragte:„Sie haben also die Absicht, Sozialist zu werden?", und auf mein? bejahende Antwort sagte er:„Der beste und kürzeste Weg dazu besteht in dem Verkehr mit Arbeitern, in der Beobachtung und dem Studium ihrer Verhältnisse." Das sei die sichere Grundlage für ein späteres theoretisches Studium. Sich an seinem Schreibtisch niederlassend, bemerkte er dann:„Ich werde ihnen eine Empfehlung an Sorge und Vogt mitgeben: sie sind die einzigen drüben, die verstanden haben, was ich will." Nach einer stürmischen und durch die Quälereien irischer Aus- wanderer recht unangenehmen 12tägigcn Ueberfahrt im Zwischendeck eines schlechten Dampfers der Cunard-Linie bekrbt ich Ansang Juli 187t) den Boden der großen Republik. Nachdem ich m'ch durch den Besitz von 20 Dollar in Castle Garden, dem Einwandcrungs- bureau, als genügend qualifiziert zum Kampf ums Dasein ausge- wiesen hatte, stand ich nun vor der Frage: Was zunächst tun? Trog- dem ich der englischen Sprache ziemlich mächtig war und. m'ch durch den Aufenthalt in England hinreichend besähigt glaubte, den Ge- fahren New Porks ausweichen zu können, wurde ich doch als ein richtiges„Greenhorn" sofort das Opfer eines schurkischen Lands- mannes in der Person eines Gasthausbesitzers in Greenstreet. Die meisten Herbergsbesitzer in dieser Straße hatten sich aus dem Ab- fangen der Einwanderer eine einträgliche Existenz geschaffen. Dieser „Landsmann" nahm mich durch die Aussicht, mir bald�«ine Beschäftigung zu verschaffen, bis dahin aber in seinem guten Gast- hause bleiben zu können, gefangen. Vorher hatte er sich vorsorglich über den Umfang meines Gepäckes unterrichtet. Mein großer mit Kleidern. Wäsche und Buchern vollgepfropfter Koffer ging in seinen Besitz über, und ich sollte ihn niemals wiedersehen. Denn da ich »ach dem Verbrauch meiner Dollar den board nicht bezahlen konnte, auch trotz aller Laufereien keine Beschäftigung gefunden hatte, setzte er mich eines Tages einfach auf die Straße. Meinen Koffer behielt er als Pfand, bis ich meine Schuld bezahlt haben würde. So stand ich ganz plötzlich dem Nichts gegenüber, ohne Obdach, Kleidung und Wäsche und nur mit wenigen Cents in der Tasche. Aber weder der inzwischen erfolgte Ausbruch des deutsch-französischen Krieges noch die Vergeblichkeit meiner bisherigen Bemühungen, «ine Beschäftigung zu finden, konnten mich in meinem Entschlüsse, da» Leben von unten auf kennen zu lernen, beirren. Allerdings sollte ich, statt das Leben des werktätigen Volkes zu studieren, alle Leiden des Lumpenproletariats durchkosten. Keinesfalls wollte ich von Marx Empfehlungsschreiben Gebrauch machen, noch weniger meine Eltern, die meinen Sprung nach Amerika aufs höchste mißbilligt hätten, über meine Lage unter- lichten. Was ich in dem strengen Winter von 18711/71 an Eni- bchrungen erlitt, habe ich in einem der Jahrgänge der„Neuen Welt", ansang- der achtziger Jahre, geschildert. Zur Erhaltung meiner Existenz mußte ich zu den niedrigsten Dienstleistungen, vorwiegend Ausspülen des Geschirres in schmutzigen Kneipen greifen. Aus dieser elenden Lage befreite mich schließlich die über olles geliebte Musik. In einem Biersawn, der zu meiner ständigen„Kundschaft" gehörte, war nämlich eines Tages der zur Belebung des Bicrkonsums unentbehrliche Klovierspieler ausge- blieben. Der Wirt geriet deswegen fast in Tobsucht über das sein Geschäft schädigende Verhalten des„Spielers". Seine Wut gab mir den Gedanken ein, mich als Ersatz anzubieten, was mit Freuden angenommen wurde. Aber da mein Repertoire nicht auf den mustka- tischen Geschmock der Gäste dieses Lokals eingestellt war und ich chnen nichts anderes bieten konnte als die Werk« der Klassiker, er- regte der Vortrag von Beethovens Pathetischer Sonate nicht nur keinen Beifall, sondern das entschiedene Mißfallen der zahlreichen Zuhörerschaft. Man forderte mich auf, einen„Song" aufzuspielen, von welchem Genre ich natürlich keine Ahnung hatte. Hatte ich mich dem Wirte und seinen Gästen gegenüber als unfähig erwiesen und wurde ich deshalb sofort mit einem Dollar für den Dortrag der Sonate abgelohnt, so erhielt ich doch die Genugtuung, von einem deutschen Gaste wegen meines Vortrages gelobt zw werden. Dieser Gast war selbst Musiker, und er und seine Frau erwiesen sich mir gegenüber als wahre Wahltäter. Sie gaben mir zunächst Obdach und Verpflegung in ihrer Wohnung und waren eifrig bemüht, mein heruntergekommenes Aeußeres etwas aufzu- frischen. Mit ihrer Hilfe gelang es mir, einen dauernden Platz in einem besieren Lokal als Klavierspieler und auch einige Schüler zu Luther zu Luther. „Wie stehst du dürftig da, mein kleiner Vetter! .Tun ja. wer auf die kaiferl'chen baut! Die fallen um beim ersten schlechten welter, Zch hab's erfahren an der eignen Haut. Hab' keine Angst! Denn die Locarnolhefen Sind für das Deut, che Reich dein Schwanenfung. Dann trittst du ab, und alle» ist gewesen. Du gehst, mein Mö, chlein, keinen schweren Gang" erhalten. Ich verdiente nun genug, um leben zu können und wollte mein« Sachen in Greenstreet einlösen. Aber der b'edere Landsmann und Kreenhornfänger hatte sie längst verkaust, weil ich so lange Zeit nicht wieder gekommen wäre. Meine kurze Laufbahn als„Profesior of music"— der Titel Professor war damals und ist wohl auch heute eine Berufsbezeich- nung, kein Titel— brachte mich in einige komische Situationen. Mein Retter hatte mich bei dem Ballettmeister der italienischen Oper, einem Schweden, untergebracht, dem ich bei den Proben w>e beim Privatunterricht in reichen Familien die musikalische Begleitung lieferte. Dazu fehlte mir aber ein schwarzer Gehrock. Mein Rester war im Besitze eines sehr alten Exemplare?, das nicht nur um meine Figur schlotterte, sondern auch im Rücken durch einen großen weißen Farbenfleck verziert war. Durch reichliches Ueberstreichen mit schwarzer Tinte glaubten wir diesen Fleck aus der Welt geschafft zu haben. Als ich jedoch mit meinem Schweden in einem exklusiven Haus« in Brooklyn am Flügel saß, erklang hinter meinem Rücken anfänglich ein leichtes Kichern, dann ein verstärktes Lachen der lugendlichen Tanzeleven, dos ich mir auf keine Weise erklären konnte. Erst nach Beendigung der Stunde schalt mich der Ballett- meistcr aus, weil ich in einem Rocke in dem seinen Hause erschienen war, der ollmählich einen immer heller werdenden Fleck im Rücken zum Durchbruch brachte. Bald darauf sollte ich an einem Streik teilnehmen. Der äls schlechter Zahler unter den Rkusikern bekannte Ballettmeister hatte einen Ball in Apollo Hall für seine Schüler und deren Angehörigen veranstaltet. Ich wurde von ihm beauftragt, da- zu ein Orchester zusammenzustellen, vermutlich, weil er glaubte, sich bei mir am leichtesten von der Bezahlung zu drücken. Aber er hatte die Rechnung ohne meinen Freund und Wohltäter gemacht. Er wollt« dafür sorgen, daß unser Guthaben bis auf den letzten Cent bezahlt würde. Und das geschah so: Inmitten des Programms be- fand sich als Glanzstück ein Galopp von Lumbye, bei dessen Abschluß ein Blumenregen von dem Plafond auf die zahlreiche Teilnehmer- schaft sich ergießen sollte. Vor Beginn dieses Stückes präsentierte jedoch mein Freund die Rechnung. Der Schwede hatte wie immer kein Geld, worauf die Musiker, ihre Instrumente zusammenpackten und sich zum Fortgehen anschickten. Alles Toben des Tanzkünstlers nützte nichts— er mußte einen der Gäste bestimmen, einen Scheck über unsere Forderung auszustellen, worauf das Fest den pro- grammäßigen Verlaus nahm. Damit waren meine Beziehungen zu dem Ballettmeister beendet: fast zu gleicher Zeit aber auch meine Müsikerloufbahn. Der Inhaber eines ansehnlichen Importgeschäftes, dessen Kinder ich unterrichtete, forderte mich gelegentlich eines Ge- sprächcs auf, als französischer und deutscher Korrespondent bei ihni einzutreten, was ich mit Freuden annahm. In dieser angenehmen Stellung verblieb ich bis zur Rückkehr nach Europa. Schon vorher hatte ich meinen Brief an S o r g«— er war auch Musiklehrer und wohnte in Hoboken— abgegeben. Seinen fast väterlichen Vorwürfen, warum ich mich nicht gleich nach meiner Ankunft bei ihm gemeldet hatte, wußte ich nichts entgegenzusetzen, als daß die Furcht, vor ihm als Bettler zu erscheinen, mich davon abgehalten habe. Er nahm mich gleich als Mitglied der e r st« n Wardsektion der Internationale auf, deren Vorsitzen- der er war. In der kurz darauf abgehaltenen Sektionsversammluug lernte ich auch Vogt kennen. Er hatte«n Deutschland dem Lassalleschen allgemeinem Arbeiterverein ang� hört, war aber mit anderen Berliner Mitgliedern, wie M e tz n e r, schon während der Spaltungen in der Lassalleschen Nach- folgerschaft im Sinne von Marx und Liebknecht agita- torisch tätig gewesen. Warum er die Gestade der großen Republik betreten hotte, ist mir nicht mehr in Erinnenmg: doch glaube ich. daß er einer längeren Gefängnisstrafe aus dem Wege ging. Die seffelnde Rednergabe Vogts, seine haarscharfe Dialektik wie seine energische Persönlichkeit machten in mir sofort einen tiefen Eindruck. War es doch das erstemal, daß ich nicht aus Büchern, sondern durch das lebendige Wort das Wesen des Sozialismus logisch und dialektisch erklärt erhielt. Vogt war es, der mich zum Sozial- drmokraten machte. Noch heute denke ich mit dankbaren Gefühlen an die Stunden zurück, die ich in dem Bajcmcnt(Keller) seiner Flickschusterei in dem verrufensten Viertel New Ports den Five Points verbrachte. Während er mit Ahle. Kneip und Schustcrdraht an der Ausbesserung der Fußbekleidung seiner proletarischen Kund- schaft arbeitete, beantwortete er in fließendem Vortrage das Kunter- bunt meiner Fragen. Auf was bezogen sie sich nicht alles! Auf Volkwirtschaft, Philosophie, Sozialismus und was sonst in meinem jugendlichen Gehirn rumorte. Für alles fand er eine klare und bündige Erklärung, wie sie nur aus einer geschlossenen harmonischen Weltanschauung eines Vorkämpfers hervorgehen konnte. So er- schien mir Vogt als die Verkörperung des Lassalleschen Gedankens der Kooperation der Wissenschast und der Arbeiter. An Sorge, damals ein Mann von etwa 50 Iahren, konnte ich mich nicht so wie an Vogt anschließen, weil er von seinem Berufe zu sehr in Anspruch genommen und in seiner Wohnung in Hoboken schwer anzutreffen war. Auch'verhinderte der Altersunterschied ein innigeres Verhältnis. Vogt war nicht nur zehn Jahre jünger, er besaß auch eine jung gebliebene Individualität und Geistesrichtung und außerdem schien es ihm Genugtuung zu bereiten, einem auf- strebenden Jüngling den Weg zum Sozialismus zu ebnen. der„Schlöfer� voa dorlisheim. Die Frage des Hellsehens ist durch den Bernburger Prozeß wieder einmal viel erörtert worden und diejenigen, die die geheimnisvolle Gabe des Hellsehen? ablehnen, stellten sich auf den Standpunkt, daß es den Hellsehern oder Telepathen durch geschickte Fragen gelingt, ohne daß es der andere bemerkt, Dinge von ihm zu erfahren, durch deren Mitteilung sie ihn dann verblüffen. Ein interessanter Beitrag zu diesem Problem findet sich in der Selbst- biographie des vor kurzem verstorbenen hervorragenden Arztes N a u n y n Er erzählt, daß er einmal als> Sachverständiger bei einem Prozeß in Zabcrn mitwirkte, in dem ein bekannter Kur- pfuscher, der sogenannte„Schläfer" oder Schläfer von Dorlisheim angeklagt war: seinen Namen hatte er dadurch erhalten, daß er feine Auskünfte im magnetischen Schlaf gab. Der erste Tag der Verhandlung fiel ziemlich zugunsten des„Schlöfers" aus, da die von ihm angeblich Geheilten, zum Teil aus den besten Gesell- schaftskreisen, für ihn zeugten. Am zweiten Tag meldete sich ein Major, der zwar nicht direkt für den Schläfer, aber für die Hell- fichtigkeit im allgemeinen ein merkwürdiges Erlebnis anführen wollte: nur verlangte er, daß man ihn nicht nach dem Namen des beteiligten Herrn befragen dürfe. Diese Bedingung wurde ihm auch zugestanden und nun erzählte er, wie einmal eine Hellsehende seinem Freunde den Namen einer nur ihm bekannten rätselhasten Krankheit, an er er tilt, gefönt habe. Der Vorsitzende wandte sich an Naunyn mit der Frage, wie wohl die Wissenschaft einen solchen Vorfall erkläre, und dieser erwiderte:„Wenn, was zu bezweifeln ja kein Grund vorläge, nur der Kranke die Krankheit kannte, so muß man annehmen, daß die alte Frau von dem Herrn selbst das Nötige erfahren hat." Naunyn führte weiter au? daß es eine Hauptkunst-ües:'"ite sei, die- jenigen, die von ihnen beraten sein wollen, in Gespräche zu ver- wickeln, so daß sie eifrig werden und allerlei verraten, ohne sich dessen bewußt zu sein." Diese Erklärung fand wenig Glcniben. Da aber erhob sich der Staatsanwalt und sagte:„Ich muß aus etwas aufmerksam machen, was sich hier soeben abgespielt hat und was aufs glänzendste die von Herrn Prof. Naunyn gegeben« Er- klärung bestätigt. Zu meinem Befremden scheint es außer mir niemand bemerkt zu haben. Sie legen den größten Wert darauf, Herr Major, daß der Name Ihres Freundes unbekannt bleibe?" „Jawohl, den allergrößten Wert!"„Nun, was werden Sie sagen, wenn ich Ihnen diesen Namen nenne: der Herr hieß v. H." All- gemeines verblüfftes Erstaunen, Entsetzen des Zeugen.„Aber, Herr Major," fährt der Staatsanwalt fort,„Sie haben ja selbst den Namen Ihres Freundes zweimal in Ihrer Erzählung laut und deutl-ch genannt. Ich meine also, wir können die von Professor Naunyn gegebene Erklärung für ienes Erlebnis des Zeugen gelten lassen."„Diese Szene," fährt Naunyn fort,„war es, die zu- Ungunsten des„Schläfers" entscbied. Sie ist eine der inter- essantesten. Von der ganzen großen, gespannt aufmerkenden Zu- Hörerschaft hatte nur der Staatsanwalt die Ruhe behalten, um die entscheidende Entgleisung des Zeugen zu bemerken. Dem ge- samten Richterkollegium, uns Sachverständigen, den Hunderten van Zuhörern war sie entgangen." Der wirkliche Knigge. Der durch seine Schrift„Ueber den Ilm- gang mit Menschen" so bekannte Freiherr von Knigge scheint von Natur nicht der Mann mit der feinen Lebensart gewesen zu sein, die er späterhin verkündet hat. Er war von 1772 bis 1777 Hof- junkcr und Assessor bei der Kriegs- und Domänenkammer in Kassel. Bei seinem Verkehr bei Hofe lernte er eine Hosdame der Land- gräfin Philippine namens Henriette von Baumbach kennen, die zwar ein liebenswürdiges Aeußeres, aber nicht übermäßig viel Witz und Schlagfertigkeit besaß. Knigge, der damals offenbar noch vor den Anfangsgründen des richtigen„Umgangs mit Menschen" stand, be- nutzte diese Unbehilslichteit seiner Partnerin häusig zu reichlich derben und boshaften Scherzen. Die Landgräfin war über dieses Benehmen ihres Hofjunkers wenig erbaut und beschloß, den Takt- losigkeiten Knigges ein Ende zu bereiten. Als Knigge eines Tages Fräulein von Baumbach wieder einmal neckte, trat sie auf die beiden zu und sagte:„Ich Hove schon sehr oft Gelegenheit gehabt zu be- merken, daß Sie, Herr von Knigge. mein liebes Fräulein von Baum- dach vor den übrigen Damen bevorzugen und sich ausfallend mit ihr beschäftigen. Ich glaube, Ihren Wunsch zu erfüllen, wenn ich Ihnen Gelegenheit gebe, sich endlich öffentlich zu erklären und..." damit ergriff die Landgräsin seine und der Baumbach Hand und ver- kündete den Anwesenden:„Meine Damen und Herren, ich freue mich, Ihnen ein glückliches Brautpaar vorstellen �u dürfen."— Das glückliche Brautpaar war wie vom Donner gerührt, aber in jenen idyllischen Zeiten gab es gegen die Anordnungen einer Landes- mutter keinen Widerstand. Das lehke Geheimnis de» Tutankhamcn. Es scheint nun wirklich so, als ob der dreitausend Jahre alte Knabe di« allermeisten seiner Geheimnisse enthüllt habe: man kennt seine Juwelen, man photo- graphiert seine Krone, man durchrängt seine Knochen, man mißt seinen Gehirnraum. Nur eins kann man nicht ergründen: wie er tatsächlich geheißen hat. Ein wilder Wirrwar von Namen umgibt diesen knabenhaften König, aus dem kein Philologe den richtigen Ausweg zu finden scheint. Gefunden zu haben freilich scheint ihn jeder, seder wenigstens glaubt das Geheimnis der einzig richtigen Schreibweise dieses Namens zu kennen und in— je ausgefallenere Silben er die ungefähren Laute einfängt, um so fester glaubt er seine Autorität als gründlicher Aegyptologe zu festigen. Es bleibt als letzte Hoffnung die Aussicht auf. die Entzifferung des angeblichen Königsbuches, das ja wohl einigermaßen sicber« Auskunft darüber geben wird, ob das arme Opfer archäolo-üscher Leidenschast, Tut- ankhamen, Tutangkamon, Tut-on-kamun, Tutenthamen oder sonst- wie geheißen hat. CEEKANNE Schwarz kräftig, raffig dem englifchen Gefchmack ent/ prechend. befonders geeignet zum Genuss mit Milch oder Sahne als Frühstücks-, Getränk Staff Karten. Für die große Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Gaftwirtes Fritz Meek, spreche ich hiermit allen Berwandten, Freunden u. Bekannten, den werten Stammgäften, der SPD. 128/130 Abt. Pankow, dem Gastwirtsverein Bankow u. Umgegend meinen innigsten Dank aus. Bankow, Berliner Straße 97. Anna Meeß geb. Schilt. 6666666 9999999: Herzlichste Glüdwünsche zur Gilberhochzeit unserem Genoffen Hermann Westphal u. Frau. Die Genossen der 14. Abt. 103/3 der SPD. Herzlichen Glüdronnich zum 75. Geburtstag unseres Gen. Schimmelmann Die Genossen u. Genoffinnen der 68. Abt. Halensee. 999** 6666ese Deutscher Metallarbeiter- Verband Mittwoch, den 25. November, abends 62 Uhr, im Parterrefaal des Berbandshauses, Linienste. 83/85: Brauchenversammlung der Maschinen-, Auto- u.Reparaturfchloffer. Tagesordnung: 1. Lichtbildervortrag des Ingenieurs Richard Woldt: Das Ford System". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Pflicht aller Branchenkollegen ist es, in der Versammlung zu erscheinen. Achtung! Mechaniker, Optiker, Achtung! Uhrmacher, Eicher und Eicherinnen. Mittwoch, den 25. November, abends 7%, Uhr, in Schintels Feftfälen", Brüdenstr. 2, nahe Jannowigbrücke: Versammlung der Gesamtbranche. Tagesordnung: 1.„ Die Arbeitslofenversicherung". Ref.: Kollege Bista. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Pflicht aller Branchenkollegen ist es, in der Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch, mit einem der obigen Berufe versehen, legitimiert. Achtung! Chirurgische Branche! Donnerstag, den 26. Rovember, nachmittags 5 Uhr, im Barterrefaal des Verbandshauses, Linienftraße: Branchenversammlung für alle in der chirurgischen Branche beschäft. Kollegen und Kolleginnen Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Pflichten der Arbeiter in gemeinwirtschaft lichen Betrieben". Referent: Kollege Paul Zippel. 2. Branchenangelegenheiten 3. Berschiedenes. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. Donnerstag, den 26. november, abends 61 Uhr, im Jugendfaal des Berbandshauses, Linienftr. 83/85: Versammlung aller Betriebsräte der Hauptgr. I, Untergruppen I bis IV. Tagesordnung:„ Das Arbeitsgerichtsgeset". Die Gruppenleitungsmitglieder treffen sich eine Stunde früher. BAE R SOHN Craussiests Knabenwoche bunflen 7.50 77 7.90 Kieler Anzüge aus sehr haltbaren blauen Tuchstoffen.. Diverse einzelne blaue Anzüge bis Größe 5. Knaben- Manchesteranzüge Soppenform, braun, grau ober sliv, Gr. 1/6 1200 Knaben- Schlupfanzüge mit uebertragen, au br. 4/7 16,50, Sr. 0/3 150 Matrosenanzüge blau Kammgarncheviot, ganz gefüttert, Uebertragen, Gr. 0/3 1960 Manchesteranzüge Jadeit ganz gefüttert, Knaben- Sportanzüge gabardineartigen Stoffen, gang gefüttert, Gr. 3/7.. • in braun unb olib.. Gr. 10/12 22,50 ML., Gr. 7/9 von aus dunklen Gr. 3/7, Knaben- Sportanzüge oibuser Fabritat, etfenfeste Qualität, ganz gefütt. Gr. 7/12, aus haltbaren gemusterten 1950 an 24 00 24.00 2400 .bon 8.50 Knaben- Sportanzüge Stoffen mit Breeches, je nach Qualität 30,-, 27, warm gefüttert, mit Aermelftiderei, Gr. 0/3..... 13 an ant Knaben- Pyjacks Knaben- Bodenpelerinen 60-110 cm lang, aus imprägn. 2oben, 60 cm lang 950 Knaben- Lodenmäntel in allen Größen a. imprägn. Etrisleben, Gr. 0/3 von Knaben- Ulster und Schlüpfer sehr reichhalt. Auswahl, Gr. 0/3 von aus warmen, molligen Stoffen in Burschen- Sportanzüge Gr. 38/43, aus festen lodenattigen Stoffen.... 1650 Burschen- Sportanzüge und Radiomustern und vielen anderen Dessins von Gr. 38/43, breiteilig, in Fischgrat 50 165 an 21.00 an Ein Posten Leibchenhofen Gr. 2/6............ 2 von 0.95 an Knaben- Leibchenhofen aus haltbaren Stoffen, Gr. 0/4.. 1 20 Baer John! Windjacent the Snaben und Mädchen aus fuprägnierten" Stollen... von 8 am Seine& nicht. komm mit zu In Ihrem Interesse liegt es, fich von der großen Auswahl, der guten Beschaffenheit u. der unübertroffe nen Breiswürdig feit unserer Waren zu überzeugen. Gummimäntel für Anaben und Mäbchen...... Baer Sohn A.-G. Berlin N, Chauffeestraße 29/30 von 120 Ueberraschungen für die Kleinen! απ 5000 Sprech Teilzahlung 22 Mk 15ME 89MK Aus einem arbeitsreichen und doch immer arbeitsfrohen Wirken entriẞ uns plötzlich der Schnitter Tod unseren lieben Mitarbeiter, den Leiter der Werksetzerei Karl Pollak Weit über ein Jahrzehnt ist der Verstorbene bemüht gewesen, den großen und kleinen Leiden und Beschwernissen in manchmal bitterschwerer Zeit VerDie Anständnis entgegenzubringen. erkennung, als gerechter Vorgesetzter gewirkt zu haben, kann ihm daher nicht Den Angestellten im versagt werden. Betriebe war er jederzeit der gute Kamerad! Der Betriebsrat der Vorwärts- Buchdruckerei. Am 17. November nachmittags ver schied plöglich und unerwartet nach mehrjährigem schweren Leiben mein lieber Schwager und Berlobter, unser und Better, Herr Achtung! Graveure, 3iseleure! uter Otel, mein lieber Bater, Sohn, Donnerstag, den 26. Novbr., abends 6 Uhr, in Ewalds Vereinshaus", Staliger Straße 126: Branchenversammlung der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: 1. Bortrag des Rollegen Zista über: Das Arbeitslosenversicherungsgeset". 2. Wahl eines Dele gierten zur Reichstonferenz. 3. Branchenangelegenheiten. Wilhelm Hellschewsky früherer Bezirksverordneter des Bezirks Kreuzberg im 46. Lebensjahre. Dies zeigen, um stille Teilnahme bittend, ergebenst an Frau J. Schilling, verlobte Braut, nebst Kindern. Margarete Hellschewsky, Tochter Berlin D. 112, Gürtelstr. 6. Einäfcherung 26. November, nachBaumschulenweg. 1445b Achtung! Junttionäre Achtung! mittags 4½ Uhr, Krematorium Freitag, den 27. November, abends 7 Uhr. im Lehrer Vereinshaus, Aleganderfir. 41, am Alexanderplay: Versammlung aller Funktionäre( Bertrauen sleute und Betriebsräte), soweit diefelben Mitglieder des Deutschen Metallarbeiler- Berbandes find. Tagesordnung: 1. Die wirtschaft liche Krise und die gewertschaftliche Orga nanisation. 2. Diskussion. Butritt nur gegen Borzeigung des Mit gliedsbuches und der Betriebsräte- oder Bertrauensmännerlegitimationsfarte. Die Ortsverwaltung. Besonders 19. Abteilung Am Freitag, den 20. Nob., verstarb unfere langjährige bewährte Genoffin Marie Jacobey Thurneißerstr. 6, im Alter v. 70 Jahren Ehre ihrem Andenken! Einäscher.: Mittwoch, den 25. d. M., 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. Rege Beteiligung erbeten 103/2 Die Abteilungsleitung. Pelzwaren wirksam sind die kaufen Sie gut und billig Kleinen Anzeigen Berlin, Neue Königdes Vorwärts und trotzage billig! Schlesinger, straße 21, 2 Freppen. in der Gesamt- Auflage Maschinen Kofferapparate M. 16.1Mark Durch Erwerb zweler Konkurs- Sprech 8 Tage maschinen- Läger mit 100.000 Sprechmaschinenteilen sind wir in der Lage, 5000 Sprechmaschinen zu noch nie dagewesenen Preisen herzustellen und anzubieten. Riesenauswahl in den besten Tanz- und Konzertapparaten neuester Konstruktion ohne Nebengeräusche in allen Holzarten. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten Platten wieder billiger doppelseitig neu M. 1.90. Zur Probe direkt ab Fabrik Platten, doppels. Mk. 1.90 Barzahlung hoher Rabatt Bettenverkauf! Neue Betten 17.30 22.50! 27.50! Prachtvolle 30.-! 37.50! 42.- 1 Einzelstüide! Reine Lombard Bettwäsche! Gardinen! Tül Pelamaren! spottbillig. Leihhaus. Brunnenstraße 47. ware. decken! Gelegenheitstauf. Moderne Belzjacen 35,00. Herrliche Zideljaden 95,00. Nerz murmeljaden 125,00. Pelzmäntel 185,00 Rweimeter- Belafchals 24,00. Belzbefäße 1,00. Kleine Teilzahlungen. Badensche ftraße 10 II, Bayerischerplag. Bels umarbeitung spottbillig. Ulster, Anzüge, Riefenauswahl, wirts lich billige Preise. Rodpaletot 50.-, Modeanzug 35.-, Sportanzüge 28.50. Bindel, Invalidenstraße 20( Stettiner Bahnhof). Monatsanzüge, Fradanzüge, Smokinganzüge, Gehrodanzüge, Jadettanzüge, Rockpaletots, Cutawananzüge, Taillenmäntel, für jede Figur passend. Spe zialität: Baudhanzüge, ſpottbillig. Sal pern, Rosenthalerstraße 4, erfte Etage. Verleih DON Gesellschafts- Anzügen. Rofenthalerstraße 4. Möbel Ankleideschränke 110.-, englische Bettftellen 48.- Plüschfofas, Einzelmöbel. Rahlungserleichterung. Stein, nur An Elamerstraße 20. Batentmateagen, Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Auf Kredit erhält jedermann im altrenommierten Unternehmen Möbel- Cohn, im Often: Große Frankfurter Straße 58 ( 5 Minuten vom Aleranderplak); int Norden: Badstraße 47/48( 5 Minuten Dom Bahnhof Gesundbrunnen), mit Eleinster Anzahlung und denkbar leichte ften Wochen oder Monatsraten, auf Tange Reit verteilt, die iedermann den Rauf bei mir unbebingt möglich machen, tomplette Schlafzimmer, Speisezimmer, Serrenzimmer, sämtliche Ergänzungs möbel in Nußbaum, Eiche, weiß, Bol ftermöbel, Rorbmöbel, Teppiche, Gar. binen. Riefenauswahl in Damen- und Herrengarderobe. Bekannt größte Rüd ficht bei Krankheit und Arbeitslofigkeit. Möbelspeicher. Neue und gebrauchte Möbel. Teilzahlung ohne Aufschlag. Lukomftraße 95. Geöffnet bis 7. Speisezimmer aller Größen billig. Standuhren 85, Rlubfeffel 65 Goldmart. Möbelhaus Ramerling, Rastanien allee 56, Windhorft Möbelttichleret, Brunnen Straße 162, verkauft direkt an Brivate Möbel. Großläger in Speifezimmern, Serrenzimmern, Schlafzimmern, Rüchen, Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit, aller billiaft. Befuch unbedingt lohnenb. Klubfeffel- Garnituren, Rindvolleder, 50 Brozent unter Badenpreis. Alub möbelfabrik, Fruchtstraße 36( Schlesischer Bahnhof). Niederlage Botsdamerstr.80a.* Teilzahlung. Möbel jeder Art. ringe Anzahlung, bequeme Abzahlung. Möbelhaus Luisenstadt, Rövenider GeStraße 77/78, Ede Bridenstraße. Was Sie fuchen, find gute und billige Möbel: Eiche- Schlafzimmer, großer Anfleideschrank, innen Mahagoni, mit Kristallspiegel, echtem Marmor, Drellauflagen, fomplett 690 Mark. Nur someit Borrat! Berliner Möbelhaus, Moris Hirschomik. Südoften, StaligerStraße 25, Sochbahn Rottbuffer Tor. Sie brauchen Einzelmöbel Aur Ergän Aung Ihres Haushalts. Wir liefern Ihnen auf bequemite Teilzahlung Schränke, Bertikos, Tische, Stühle, Suhebetten, Büfetts, Kredenzen, Stand uhren, Sofas, Schreibtische ,. Bibliotheken. Riefenauswahl! Billigste Breife! Moabiter Rredithaus, Turmstraße 81, eine Treppe. * Anrichtelüchen!!! mit Linoleum, aparte Muster. Nußbaum Ankleideschränke, Bettstellen, Flurgarderoben, Schreib tifche, Speifezimmer. Möbelhaus Often, Schulz& Gundlach Becker's Musikwerkeur Andreastraße 30, Münzstraße 18 dicht Alexanderplatz BERLIN C 25, Kleine Alexanderstraße 20 ( Am Alexanderplatz) Katalog grafis Am Sonntag, den 22. November 1925, abends 10 Uhr. verstarb plötzlich und unerwartet in seinem'57. Lebensjahr unser langjähriger Mitarbeiter Karl Pollak Wir verlieren in dem Hingeschiedenen einen lieben, prächtigen Kameraden, der in Gewissenhaftigkeit und treuer Pflichterfüllung sein Bestes für unser Geschäft gegeben und durch seine persönliche Liebenswürdigkeit sich die Freundschaft aller Mitarbeiter gewonnen hat. Darum werden wir sein Andenken dauernd in Ehren halten. Die Geschäftsleitung der Vorwärts- Buchdruckerei Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. November 1925, nachmittags 3 Uhr, auf dem Kaulsdorfer Gemeindefriedhof statt. ( Fahrverbindung: Stadt- und Vorortbahn nach Kaulsdorf.) Es verstarb plötzlich unser langjähriges Fraktionsmitglied, der Stadtverordnete Dr. Hermann Weyl Wir verlieren in ihm einen nimmermüden, stets hilfsbereiten Kollegen und Führer. Ein dauerndes Andenken ist ihm sicher. Zur Einäscherung trifft sich die Fraktion nachmittags 2, vor dem Krematorium Gerichtstraße. Karten werden nicht ausgegeben Der Vorstand 103/4 5. Abteilung. der SPD.- Stadtverordneten. Den Mitgliedern bie traurige Nach. richt, daß der Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete, unser langjähriger Genoffe Dr. Hermann Weyl am Freitag, den 20. November, verstorben ist. Friebe seiner Asche! Die Einäfcherungsfeier findet am Mittwoch, den 25. November 1925, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Verkäufe Reikzeuge( Richter- Präzision), Simer Möbelhaus Königftabt. Zurzeit ſpottbillige Angebote in Möbeln feber Art. Größte Zahlungserleichterung ohne Aufflag. Qualitätsarbeit. Große Frank furterftraße 29, gegenüber Jandorf. Gebiegene Möbel, mert den Sak! baut Gleifer, Alexanderplak. Alexanderftraße 42. 99 Plüschlofas 50,-, Aleidersvinden, Wäschespinden 30,-, Auszugtifc 30,-, Schreibtisch 50,- Spiegelsvind mit Spiegel 45,-, Balchtoiletten 10, Rücheneinrichtung 35,-. Möbelverfand auch außerhalb. Gellin, Gartenstr. 26.* Wichtig für jebermann! Täglich wer ben verlauft: Kleiberfchränke, Bertikos 18, Bettstellen, komplett, 16, Metallbettstellen mit Auflegematragen Flurfchränke, Baschtoiletten 18, Chaife Tongues 18, Rommoden 15, Bücherfvinden, Schreibtische 36, Trumeaus 29, Büfetts 75, fünfsta Standuhren, Garantie, von 68.- an, Rücheneinrich tungen 48, Gpeifezimmer, Serrenzimmer, Schlafzimmer 225, Rlubgarnituren 175, Leberklubfeffel 65. Riefenauswahl. über 500 Bimmer. Alles tatsächlich fpottbillig. Stargardts Möbel- und Lombardspeicher. Brenzlauer Straße fechs. Musikinstrumente Bianos preismert. Klaviermacher Lint. Brunnenstrake 85. Bianos, Qualitätsmare aus eigener Fabril, Flügel, Sarmoniums, aroke Auswahl in jeder Preislage. Sahlungs. Mar Adam, Inhaber Bferbebeden, Regenbeden, wasserdichte erleichterung. Bläne. Einzelverkauf zu Engrospreifen. Otto Woltersdorf, Münaftraße 16, nahe Dirdfenstraße 3, Ede Schicklerstraße, Aleranderplat. Edladen, Nähe Jannowizbrüde. Alaviere, erstklaffige Ausführung. Neu Ga. Raumann- Rähmaschinen für Sausge- und gebraucht. Große Auswahl. brauch und Gewerbe, Teilzahlung. Re- rantieſchein. Bianohaus, Königgräkerparatur- Werkstatt file alle Snfteme trake 81. 8ahlungserleichterungen. Emil Salbarth, G. m. b. S.. Friedrich Ein Piano faufen Sie äußerst preisftraße 55a. Merkur 6268. wert und folid bei bequemer Rahlungs Teppich- Reschke verkauft fpottbillige weife in der Fabrikniederlage der arökTeppiche, Brüden, Bettvorlagen, Diwan- ten Pianofabrit Europas. Bisher wurden deden ufw. Teilzahlung gestattet. über 145 000 Inftrumente verkauft. Ein Neukölln, Raffer- Friedrich- Straße 5. aroker Beweis der Beliebtheit der Rim mermann- Inftrumente. Botsdamer ftr. 27. Bon Fahrräder Markenräder, Anzahlung 30,-, möchent Tich 5.-. Rnoch. Gneisenauftcake 111. Kaufgesuche Bekleidungsstücke. Wäsche usw Monatsgarderobe, Lothringerftraße 56, eine Treppe, Rofenthalerplag. Millionären, Aerzten, Anwälten turge Reit getragene Ravaliergarderobe, fabelbaft billige Breife. Anzüge, Taillen. mäntel, Baletots, Frad, Smoking, Gehrodanaüge, Sofen, elegante Sport Rahngebife, Silberfachen. Sinn, Blei, Quedſilber, Goldschmelze Chriftionat Gebpelze. Rein Raufamang. Beitefter Röpeniderftraße 39( Abalbertitraße). Beg Lohnenb. Bitte genau Saus nummer 56 beachten. Fahrräder kauft Linienftraks Staunenezregenb! Gilbermölfe! Dreiheits- Goldfullfeberhalter. Bureaubedarfs kig! Rreuafüchse! Fünfzehn! Robel Verschiedenes haus Lindner, Reukölln. Raifer- filchfe! Stuntstragen! MonatsgardeFriedrich- Straße 36/37. robe! Brachtteppiche 24,-! Betten, Gäle für Weihnachtsbefcherung. Garbinenlager!( Reine Bereine, Sochzeiten, Eisbeineffen. BerBequemfte Teilzahlung! einsaimmer bis 100 Berfonen. Citn Feftfäle, Schönhaufer lee 115 Julius Lilbed, Dresdener ftrake 52. Morikplan 4882. Teppiche, Diwandeden, Tischdecken. Stand 38,-1 Bettvorleger, Läuferstoffe, prachtvolle Berfakware.) Auswahl, extra billige Gelegenheiten. Blandleibhaus ( Nordring). Fifcher, Botsbamerstraße 109 • Teilzahlung. Bequeme An- und AbTeppiche direkt ab Fabrit, TournanHerren und Damengardeund Belour- Teppiche in allen Größen, aahlung. mit tleinen Webefehlern staunend billig. robe. Mar Friedeberg. Bülowstraße 24, Birta 200 bis 300 Deutsch- Berfer 32,50 am Sochbahnhof. Mark, zirka 200 bis 300 Wollplüsch 62.102/20 Recht rege Beteiligung erwartet Die Abteilungsleitung. Vermietungen Zimmer Getragene Herrengarderobe, tadellos Mart, Airta 250 bis 350 Bollplüfd) 95. erhalten, Gelegenheitskäufe in BelzMart. Bahlungserleichteruna. Teppich- waren, aroße Auswahl, billige Breife. Möbliertes Rimmer, aug 2bettig. haus, Rurfürstenstraße 76, Salteftelle Reine Lombardware. Leibhaus Spiegel, vermietet Graber, Bittenau, Seiligen. Schillftraße bat 12, Gieblung Lindenweg. Chauffeeftraße Z. 124