Nr. 564 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 288 Me Bezugspreis: chentlich 70 Blennig, monatlid 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia. Saar- und Memelgebiet. Desterreich. Litauen. Luxemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. luna und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe 15 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfaltige Nonpareille seile 30 Bfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Rieine Anzeigen das fettgedruckte Wort 25 Bfennia ( auläffia awei fettaebrudte Borte). jebes weitere Wort 12 Dfennig. Etellengefuche Das erfte Wort Vorwärts o Berliner Volksblatt 15 Pfennig, febes weitere Wort 10 Bfennig. Borte über 15 Buch. Raben aählen für amei Borte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden. Straße 3, abgegeben werben. Geöffnet von 8% Uhr früh bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 29. November 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536- Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angeftelten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Hindenburg hat unterzeichnet. Die Deutschnationalen erkennen seine Unterschrift nicht an.- Nächste Regierung: ohne Deutschnationale- aber mit welchem Programm? Amtlich wird gemeldet: Nachdem der Reichsrat mit 49 gegen 15 Stimmen beschlossen hat, auf einen Einspruch gegen das Gesetz über die Verträge von Cocarno und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu verzichten, hat der Herr Reichs. präsident das vom Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann gegengezeichnete Gesehaus gefertigt. Das Gefeh wird demgemäß mit dem Datum vom 28. November in dem am 30. d. 2. erscheinenden Reichsgefehblatt verkündet. Zur Unterzeichnung des Bertrages von Locarno und zur Besprechung der weiteren Schritte und Maßnahmen in Weiterführung der in Locarno aufgenommenen persönlichen Fühlung mit den Vertretern der anderen vertragschließenden Länder begeben fich Reichskanzler Dr. Luther und Reichsminister ihren Staatssekretären& empner und v. Subert begleitet sein. Dr. Stresemann heute nach London. Sie werden von Mit der Unterzeichnung des Gesetzes über die Berträge von Locarno und den Eintritt Deutschlands in den Bölferbund durch den Reichspräsidenten v. Hindenburg ist in einer Angelegenheit, die das deutsche Volk viele Monate hindurch bewegte, die letzte Entscheidung gefallen, der formale Abschluß erreicht. Der Mann, den die Nationalisten den„ Retter" nannten, hat seinen Namen unter ein Dokument gesetzt, das dieselben Leute als ein„ Dokument der Schmach" zu bezeichnen lieben. Er hat das, wie man weiß, nicht aus verfassungsrechtlichem Zwang, sondern aus Ueberzeugung getan. Und diese Ueberzeugung hat er nicht zuletzt durch den Umstand gewonnen, daß es der Kanzler der Rechtstoali fion mar, der ihm diesen Kurs der auswärtigen Politik empfahl, und daß es drei deutschnationale Minister waren, die ihn mitmachten. Heute wird der Reichspräsident von seinem bisherigen Anhang verlassen, weil er sich auf seine deutschnationalen Ratgeber verließ. Und sie selber haben ihn auch verlassen: Herr Schiele, der als Minister, fein lautes Ja gesprochen und dann die Flucht in einen Krankheitsurlaub angetreten hatte, um fein Nein aussprechen zu müssen, wurde trotzdem sozusagen an den Haaren in den Reichstag geschleppt und lehnte dort am Freitag das Gesetz ab, das Herr v. Hindenburg am Sonnabend darauf unterzeichnete. Bon einem„ Opfer des Intellekts" wird man freilich in diesem Fall Schiele nicht sprechen können, denn man fann nicht opfern, was man nicht besitzt. " * Bir erkennen nach wie vor die rechtlich bindende Kraft der Vorlage nicht an. Mit uns dürfte ein recht großer Teil des deutschen Volkes derselben Meinung sein. Nicht nur die Deutschnationalen und die Völkischen, sondern auch alle vaterländischen Verbände und die hinter ihnen stehenden Kreise halten diesen Standpunkt fest. Das fann für ipätere Beiten von großer Wichtigkeit fein. Die Gegner des Loacrno- Bertrages werden sich von Stunde zu Stunde mehren, da leider schon heute faum noch ein Zweifel über die unseligen Folgen besteht, die die neue deutsche Unterschrift unserem Bolte auferlegen wird. Je mehr aber die Zahl derer anSchwillt, die die Freiheit des deutschen Bolles nicht aufs neue vertaufen wollen, desto mehr gewinnt es Bedeutung, daß die nationale Oppofition im Reichstage als die parteipolitische Vertretung der nationalen Kreise die rechtlich bindende Kraft der Borlage nicht anerkannt hat. Jede Regierung muß die von ihren Vorgängerinnen abgeschlossenen Verträge anerkennen, wenn sie nicht sofort mit ihrem Amtsantritt die schwerste außenpolitische Krife hervorrufen will. Bollte man den Deutschnationalen glauben, fo müßten sie ihre spätere Regierungstätigkeit mit einem Vertragsbruch beginnen. Sie werden sich hüten. Sie werden sich hüten. Landsberg hat schon im Reichstag daran erinnert, daß die ersteund einzige Regierungshandlung" der Regierung Kapp die Anerkennung des Vertrags von Versailles war. Die erste Regierungshandlung einer zufünftigen Rechtsregierung wird die Anerkennung der Verträge von Locarno sein. Und warum sollten sie schließlich auch nicht die Verträge anerkennen, die unter ihrer Teilnahme an der Regierung angeregt, vorbereitet und paraphiert worden sind? Nur in einem so unpolitischen Bolt, wie es das deutsche leider noch ist, fann es noch Millionen geben, die sich von einem solchen politischen Hoch staplertum prellen laffen. Frankreich fann den deutschen Nationalis. mus zerstören, indem es sich von dem seinen abwendet. Der Tag, an dem der letzte fremde Soldat den deutschen Boden verläßt, wird ein Freudentag für das deutsche Volt, aber ein Trauertag für die Deutschnationalen sein. Er wird das um so gewiffer fein, je früher er fommt, Die französischen Nationalisten sind die Bundesgenossen der deutschen Nationalisten. Die französischen Freunde des Friedens und der Berständigung sind die unseren. Je mutiger und entschlossener sie auftreten, um so eher fann es für die Deutschnationalen heißen: 3u spät! * Trümmer geschlagen haben, muß in Deutschland eine Nachdem die Deutschnationalen die Rechtsfoalition in Regierung sein, die die Verträge von Locarno anerkennt una neue Regierung gebildet werden. Das fann nur eins loyal ausführt, das heißt eine Regierung, die durch die bis herige Entwicklung gezwungen sein wird, in der Außenpolitit Wege zu wandeln, mit denen die Sozialdemokratische Bartel im großen Ganzen einverstanden sein fann. Aber in der Innen politit? Da erhebt sich das große Fragezeichen, da fcheiden sich die Wege. Die Boltspartei und der rechte Flügel des Zentrums haben wohl erkannt, daß in der nächsten Zeit eine Regierung mit den Deutschnationalen nicht möglich ist. Man tut ihnen aber gewiß nicht unrecht, wenn man annimmt, daß sie die Wege, die sie auf den Gebieten der Finanzpolitif, der Wirts nationalen zusammen gingen, auch heute noch für richtig schaftspolitit, der Sozialpolitit mit den Deutschhalten. Wer fann von ihnen erwarten, daß sie sich mit den Mitiein, mit denen die Sozialdemokratie die Wirtschaftsfrise befämpfen will, einverstanden erklären werden? Diese Wirtschaftskrise, die mit ihren steigenden ArbeitsIhren Wiedereintritt in die Regierung werden die Deutsch 1ofenzahlen die tiefste Beunruhigung hervorzurufen genationalen freilich erst dann betreiben fönnen, wenn der eignet ist, steht am Ende einer seit zehn Monaten fonsequent Schwindel, den sie jetzt mit ihrer angeblichen Nichtan betriebenen Rechtspolitik. Wer noch zu glauben vorgibt, sie erkennung der Verträge treiben, wieder einigermaßen lasse sich durch lange Arbeitszeit und niedrige vergessen sein wird. In der Zwischenzeit aber fann manches Löhne bekämpfen, der folgt gewiß feiner voikswirtschaftlichen passieren, was ihnen das Konzept verdirbt. Ihre Aussichten Erkenntnis, sondern nur feinem eigenen, noch dazu schlecht teigen, wenn Deutschland vom Ausland her Enttäuschungen verstandenen Brivatintereffe. Die wirtschafts- und sozialund Demütigungen erfährt, sie sinken bis auf den Nullpunkt, politische Reaktion erdrosselt den inneren Markt und damit die wenn die außenpolitische Entwicklung den entgegengesetzten Wirtschaft selbst. Man kann der Sozialdemokratie nicht zuLauf nimmt. Die Stärkung des deutschen Nationalismus muten, daß fie eine Regierung unterstützt, die den bisherigen war das Wert seines französischen Gesinnugsgenossen. I verhängnisvollen Kurs weiter zu verfolgen gewillt ist Helft den Arbeitslosen! Erhöhte und verlängerte Unterstützung. Notstandsarbeiten. Don Das Vertragswert von Locarno ist angeregt, eingeleitet, in Berhandlungen vorbereitet und paraphiert von einer Regie rung, an der die Deutschnationalen maßgebend beteiligt waren. Davon beißt die Maus teinen Faden ab, auch das jähe Abspringen der deutschnationalen Fraktion vor den entscheidenden Abstimmungen fann daran nichts ändern. So wenig wir Sozialdemokraten leugnen, daß wir mit den Grundgedanken der Verträge einverstanden sind, so wenig tragen wir für die Einzelheiten der Ausführung die Verantwortung. 3war wird die deutschnationale Lügenkunft es sicher noch fertig bringen, zu versichern, der Berzicht auf Elsaß- Lothringen und das zu bescheidene Maß der" Rückwirkungen" seien das Wert der Sozialdemokratie, und es werden sich sogar auch Efel finden, die das glauben werden. Schon erhebt die Rechtspreffe ein Entrüstungsgeschrei über Breitscheid, weil er in feiner Rede die geringe Neigung der Elsässer, zu Deutschland zurüdzukehren, festgestellt hatte. Solchen Kunststüden gegenüber merden mir immer wieder betonnen müssen:„ Damals, als Die von Tag zu Tag steigende Arbeitslosigkeit hat bereits einen Umfang angenommen, der beängstigend wirken der Berzicht erklärt wurde, als über ihn verhandelt wurde. muß. Jm gegenwärtigen Augenblick dürfte die Zahl der als er paraphiert wurde, saßen nicht Sozialdemo traten, sondern Deutsch nationale in der Regierung." 1. Der Berliner Ortsausschuß des ADGB. hat an den Magistrat der Stadt Berlin und an das preußische Ministerium für Volkswohlfahrt folgende Eingabe gerichtet: Nun spielen die Deutschnationalen ihrem gläubigen Anhang eine neue Komödie vor, indem sie die Rechtsgültig feit der abzuschließenden Verträge bestreiten, weil bei der Abstimmung im Reichstag eine Zweibrittelmehrheit nicht porhanden war. Wir empfehlen jedem Leser den folgenden Abschnitt aus der Kreuzzeitung" aufzubewahren: er wird ihn an dem Tage, an dem die Deutschnationalen wieder in bie Regierung zurüdkehren werden, mit ungetrübter Heiterkeit lesen: Die unterzeichnete Spitzenförperschaft der freien Arbeitergewerkschaften Berlins richtet an den Magistrat der Stadt Berlin( an das Wohlfahrtsministerium) das Ersuchen, unverzüglich für die Bereitstellung von Mitteln für Notstandsarbeiten und alle geplanten etatmäßigen Arbeiten Sorge zu tragen. Den ausgestenerten Erwerbs, losen ist eine besondere Zuwendung zu gewähren. Darüber hinans ist bei den Reichs- und Staatsbehörden für eine Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung, Einführung einer Kurzarbeiter fürsorge und Ver. längerung der Unterstützungsdauer einzutreten. Zur Begründung unserer Anträge bemerken wir folgendes: Arbeitslosen in Berlin rund 100000 betragen. Darunter find etwa 75 000 Facharbeiter aller Berufe. Nur ein Drittel der Arbeitslosen kommt in den Genuß der Erwerbslosenunterstügung, die anderen müssen buch it äblich verhungern, wenn nicht schleunigst Abhilfe geschaffen wird. Neben der Arbeitslosigkeit steht die ins Ungemessene gestiegene Verteuerung aller notwendigen Bedarfs. gegenstände. Die Notschreie, die an die Gewerkschaften seitens ihrer arbeitslosen Mitglieder cerichtet werden, zeigen den hohen Grad der wirtschaftlichen Not, in der sich die von der gegenwärtigen Wirtschaftskrise Betroffenen befinden. Der Magistrat der Stadt Berlin( das Wohlfahrtsministerium) tann und muß hier helfend eingreifen. Es liegt in der Hand des Magistrate( des Wohlfahrtsministeriums), durch Bereitstellung von Mitteln für die Ausführung von Notstandsarbeiten und allen etatmäßigen Arbeiten der furchtbaren Notlage, in der sich der größte Teil der Arbeitslo en befindet, abzuhelfen. Reine Zeit ist mehr zu versäumen, es gilt, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit Gelber für die sofortige Snangriffnahme von Notstandsarbeiten flüssig gemacht werden. einer Beteiligung an einer solchen Regierung gar nicht zu reden. In einem Lande, dessen Bevölkerung fast ausschließlich aus Arbeitern, Angestellten, Beamten und kleinen Landrv-irten besteht, kann man keine Unternehmer Politik und keine Großagrarier Politik treiben, ohne daß die Ding« mit unwiderstehlicher Konsequenz zum Bruch führen. Daran wäre auch die verflossene Rechtsregiemng bald gescheitert. wenn sie nicht schon an der Außenpolitik gescheitert wäre. Die Berantwortung für das Kommende liegt in erster Linie auf den Schultern der Parteien, die bisher mit den Deutschnationalen zusammen In der Regierung gesessen haben. S i e müssen sagen, welche Politik sie künftig treiben wollen. Die Verhanölungen im Reichsrat. Bayern beantragt vergeblich Einspruchserhebung. Die gestrige Sitzung de» Reichsrats, in der da» Vertragswert von Locarno verabschiedet wurde, nahm folgenden Verlauf: Vor der Vollsitzung hatten sich die Ausschüsie des Reichsrats in längerer Beratung mit der Frage beschäftigt. Da» Ergebnis der Breotunaen in den Ausschüssen wurde, wie der Bertchterstatler Ministenaldirettor Mischer ausführte, in drei Fragen gekleidet: 1. Ist das Seietz über die Zustimmung zu den Verträgen von Locarno und den Eintritt Deutschlands in den BSlterbund ver- fassungsändernd?— Diese Frag« wurde in den Ausschüsien mit überwiegender Mehrheit verneint. Z. Bilden die neueren Dorkommnisie in Trier und anderen Gegenden der Rheinprovinz, wo allem Anschein nach die Lasten der Besatzung vergrößert sind, einen Anlaß, um gegen da» Gesetz Ein- s p r u ch zu erheben?— Auf diese Frage wurde von den Vertretern der Regierung geantwortet, daß anscheinend das. was über die Ab- sichten der französischen Behörden durch die Presse gegangen ist, nicht vollständig der Wahrheit entspricht, daß auf der anderen Seite dir Verhandlungen mit der französischen Regiening zu der Hoffnung berechtigen, daß hier nicht eine Erschwerung der Lasten in den be- sehten Gebieten eintreten würde, fondern daß das. was man in Locarna vereinbart hat. auch von der anderen Seite durchgeführt werden würde. Die dritte Frag« war die allgemein gestellte, ob man dem Plenum empfehlen solle, gegen den Gesetzentwurf Einspruch zu erheben.— Auch diese Frage wurde mit allen gegen drei Stimmen verneint. Der Berichterstatter empfahl daher namens der Ausschüsse, der Reichsrat möae von dem Vefchluß des Reichstages über das Gesetz über die Zustimmung zu den Lacnrnoverträgen und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund Kenntnis nehmen, ohne Einspruch zu erheben. Der bayerische Gesandte v. Preger erklärte hierauf u. a.: Die bayerische Regierung hat von Anfang an den Standpunkt vertreten, daß t*- Gesetz über die Zu- stimmung zu den Locornovertrügen und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund verfassungsmäßigen Eharakter l,abe. Nach den gestrigen Beschlüssen des Reichstages Ist da» Ge- setz mit einer Mehrheit angenommen worden, die der Zwei- drittelmehrheit nicht entspricht. Meine Regierung hält infolgedessen einen gültigen Beschluß des Reichslage» nicht für ge- geben, und beantragt, um diesen vefchluß au» der well zu schaffen. Einspruch zu erheben. Der Gesandte von Mecklenburg-Schwerin schloß sich dieser Erklärung Bayern» an. Für bk lhüriaalsche Staakeregienmg erklärte Minister Münz er u. a.: Di« thüringische Staats- regiening hat, als sich der Reichsrat zum«rstenmale mit der Locarnooorlage beschäftigt«, dieser Vorlag« zugestimmt, aber nur unter den schwersten Bedenken. An erster Stelle stand dabei das Bedenken, daß man in den bisherigen Schritten der Entente nicht die erwarteten Rückwirkungen sehen könne. Di« Frag« der neuen Besetzung in Trier ist von der thüringischen Staats» regiening in den Ausschüssen angeschnitten worden, und dabei die Frag« an die Reichsregierung gerichtet, ob eine dauernde ver- stärtung der Besatzung in der zweiten und dritten Zone zu erwarten sei. Ich bitte auch hier im Plenum nochmals um eine Erklärung der Reichsregierunft Zu diesem Punkte. Wenn diese Er- klärung nicht bejahend ausfallen kann, würde die thüringische Re- Volksbühne unö Schillings-Krise Vom Generalsekretär der Volksbühne geht um folgende» Schreiben zu: Mit diesen Zellen soll nicht zu der Frage Stellung genommen werden, ob für die Entlassung de» Intendanten von Schilling» aus- reichende Gründe vorlagen. Sicher ist. daß Schillings eine künstle- risch ernste Persönlichkeit ist, die sich um die Leitung der Staats- oper ihre hohen Verdienste erworben hat: sicher Ist freilich auch. daß Schillings zumindest in der Leitung der K r o l l- O p e r berech- tigte Erwartungen nicht erfüllt hat. Da» ist um so mehr bedauer- lich. als es sich hier um«in« besonders wichtige Aufgabe handelt«: nicht für einen kleinen Kreis Begüterter, sondern für die breiten Massen der kunsthungrigen Berliner künstlerische Höchstleistungen zu erzielen. Es soll an dieser Stelle nur Front gemacht werden gegen eine gewisse Taktik, die von den Freunden und Verteidigern des Inten- danten Schillings in der bürgerlichen Presse, auck in manchen links- «richteten Zeitungen, angewandt wird. Diese Taktik läuft daraus inaus. gewissermaßen die Volksbühne oder wenigstens diejenigen Stellen im Ministerium, die den Vertrag mit der Volksbühne über deren Beteiligung an der Oper am Königsplatz geschlossen haben, für die jetzige unersrculiche Situation verantwortlich zu machen. Demgegenüber kann nicht stark genug betont werden, daß es dem Mlmstertum und seinen zuständigen Beamten nur zum Ruhm« gereicht, wemi sie der Volksbühne seinerzeit bei der Fertigstellung de» Umbaues behilflich waren und wenn sie jenen Vertrag mit der Volksbühne schlössen, der dieser Organisation wöchentlich etwa W)0 Plötze zu günstigen Bedingungen sichert. Und nian muß es den gleichen«teilen auch Dank wissen, wenn sie etwa immer wieder darauf gedrungen haben sollen, daß künstlerisch die Oper am Königs- platz stärker gefördert würde. Es geht auch nicht an, etwa der Volksbühne die Schuld für ein libcrmLßlges Defizit im Staatsopernbetrieb zuzuschieben. Im Gegenteil: ohne den Vertrag zwischen Staatsverwaltung und Volks- bühne würde wahrscheinlich dos Defizit der Staatstheater noch sehr viel hoher sein. Gewiß, die Volksbühne bekommt ihre Plätze bei Kroll zu verhältnismäßig günstigen Bedingungen. Immerhin bat die Staatstheaterverwalt ing aus ihrem vertrag mit der Volts- bühne monatlich nahezu soow» M. Einnahm- und b-bält außerdem noch täglich durchschnittlich 1000 Plätze in der Kroll-Oper für den Freivertauf an der Kasse. Würden die Dolksbühnenmitglieder nicht in dos Haus kommen, würden also nicht 1000, sondern 2000 Blätze zum Kassenverkauf gelangen,— so würde wahrscheinlich nur die Folge sein, daß das Haus In der Regel leer ist. Denn Tatsache ist, daß zumeist nicht einmal die 1000 Plätze im freien Kastenverkauf ob- gesetzt werden können, die heute am Tage zur Verfügung stehen. Uebevdies ist bei den von der Volksbühne gezahlten"Pliitzpreisen nicht zu übersehen, daß die Volksbühne es war, die mit Ib�en Mitteln den Umbau der ehemals Krollschen Oper bis fast zur Vollendung förderte: die Staatsverwaltung erhielt da» Hau» von der Volts- bühne gewissermaßen für ein Butterbrot als ihren Besitz. Es war ein wesentlicher Teil der ilebcrgabcbedingungen, daß der Volksbühne die billigen Plätze zugestanden wurden. Dabei muh auch festgestellt «erden, daß die Volksbühne heute schon gut da» Doppelte mn dem gierung Zweifel haben, ob sie dem Beschlüsse des Reichstage» bei- treten könne, ohne Einspruch zu erheben. Der Vertreter von Braunschweig, Exzellenz Boden, schloß sich der thüringische» Erklärung an. Der Vorsitzende Slaakssekreiär Z weigert bemerkte zu der Frage, ob die Locamo-Dorlage verfassungsändernden Eharakter habe, u. a.: Die Gründe, aus denen die Rcichsregie- rung das Gesetz für nicht versassungändernd hält, sind in der gestrigen Plenarsitzung des Reichstages in einer Regierungs- «rtlärung niedergelegt, in der auf sämtliche bisher In der Oeffent- lichkeit hervorgetretenen Einwendungen eingegangen ist. Di« Reichsegierung hält an dieser Auffassung fest. Slaatssekrelär v. Schubert vom Auswärtigen Amt erwiderte den Vertretern Thüringens und Braunschweigs: Ich erkläre nochmals, wie schon im Ausschuß, daß wir wegen des Falles Trier sofort mit der sranzösischen Regierung In Verbindung getreten sind. Die französische Regierung hol erklärt, daß sie sich sofort mit den Militärbesehlshabern in Verbindung setzen würde, ond ge- sagt, daß sie unbedlaqt an ihren Zusagen festhalten würde, die vesehung im allgemeinen Im Rheinlande zu verringern. Sie würde diese Zusage auch insbesondere auf den Fall Trier aus- dehnen. Außerdem ist zu bemerken, daß sich viele Rachrich- ten. die aus dem besetzten Gebiete hierher gelangt sind und von einer Vergrößerung der Besatzung sprechen, bei sofortiger genauer Prüfung als unrichtig herausgestellt haben. Wir werden be- strebt sein, olles In unseren Kräften Stehende zu tun, um dafür zu sorgen, daß die Quartierlasten auch in den Städten, wo eine Verringerung naturgemäß schwerer ist, Erleichteungen zu erfahren. Wir haben durchaus nicht die Ansicht, daß etwa die Zusagen, die uns in bindender Form für ein« Verringerung der Besetzungslasten gemacht stnd, nicht eingehalten werden, sondern sind der festen ueberzeugung, daß noch ein« weiter« Erleichterung der Quortierlasten im besetzten Gebiet eintreten wird. Der Reichsrat faßte darauf den schon im Abendblatt gemeldeten Descbluß. Der Vertreter von Hessen-Nassau war zu der Sitzung nicht erschienen_ die Sefotmnps-Umgruppierunsen. Hoffnung auf starke Verminderung. Die Telegraphen-Union meldet: In Berliner politischen Kreisen verlautet, daß infolge der Räumung der ersten Zone und der Verminderung der Truppen im besetzten Gebiet gegenwärtig st arte Umgruppierungen großen Etil» im besetzten Gebiet stattfinden. Bei den bis- herigen Reglerungsstellen sind zahlreich« Telegramme von Gemein- den de, besetzten Gebiete» eingelaufen, die über ein« drohend« Vermehrung der Ouartierlasten berichten. In dieser Hinsicht sind bereits diplomatische Verhandlungen eingeleitet worden. Es hat sich erwiesen, daß die Besorgnisse der Gemeinden zumeist u n- begründet waren und vielsach auf Informationen von unter- geordneten Stellen der Bcsotzungsbehörden beruhten. Di« Zusagen der alliierten Mächte gehen dahin, daß die im noch be- setzten Gebiet verbliebenen Truppen auf die Friedens- stärke der deutschen Truppen im Rheinland zu- rückgeführt werden sollen. E» wird darauf hingewiesen, daß kein« Veranlassung vorliegt, an diesen von den alliierten Mächten erteilten Zusagen zu zweifeln. Die Verminderung der Truppen soll sich in der Weis« vollziehen, daß die Zahl der Garnisonen sich vermindert. Dadurch soll ein» größere Anzahl von Gepieinden au» dem Verzeichnis der Garnisonort« gänzlich verschwin- den. Bei« i n i g e n Gemeinden wird sich der gegenwärtige Stand der Besatzungstruppen erhalten, bei« i n i g e n sogar verschlechtern. In den letzten Tagen hatten sich die Nachrichten über drohende Mehrbelastung einzelner Städte gehäuft. Einzelne Stadtverwaltungen veranlaßten bereits Protestkundgebungen von Stadtverordnetenversammlungen. Ts ist erfreulich zu hören, daß die Regierung nach wie vor die Ueberzeugung vertritt, daß diese Alarmmeldunaen unberechtigt sind. Immer- hin ist es durchaus mögstch. daß„nachgeordnete Stellen"— auf deutsch alliierte Militärs— sich im Rheinland nur zögernd aus die neuen Derhältnisse umstellen. Die alliierten Staats- männer, mit denen Luther und Stresemann jedenfalls in L o n d on auch über diese Frage verhandeln werden, sind sich sicher bewußt, daß energisches Einschreiten ihrerseits sehr we- sentlich dazu beitragen kann, im deutschen Volke die Friedens- stimmung zu stärken, deren Sieg unentbehrliche Vor- aussetzung für einen dauerhaften Erfolg der Locarno- Dertcäge ist._ Zum Abmarsch bereit. Deginn der Räumung in Köln. London, 29. November.(Eigener Drahlberichl.)»Daily Telegraph" meldet au» Köln, daß die englischen Truppen für den am 1. Dezember beginnenden Abmarsch bereit sind. Zuerst«erden die technischen Truppen nach Wiesbaden verladen. wo sie die Vorbereitungen für die Unterbringung der englischen ve- sahung treffen sollen, vi» Weihnachten werden drei La- taillone in die neuen Quartiere übergeführt sein. Köln halte noch schneller geräumt werden können, wenn die Franzosen die für die Unterbringung notwendigen varacken halten eher abgeben können. Die englische Heeresleitung hatte die Absicht, am H Dezember ein ganzes valaillon abzulrancporlieren. Auf alle Fälle steht fest, daß am ZI. Januar in Köln die englische Flagge feierlich eingeholt werden wtrd. Der endgüllige Quartier- plan ist ausgearbeitet. Danach werden die Engländer den Mainzer Brückenkopf mit den Städten VIngen und Bingerbrück, sowie da» Gebiet um Biebrich besehen. Außerdem werden in den Städten Idstein. Schierstein. Rüdesheim. Eltville und Geisenheim englische Truppen untergebracht«erden. Severins wahrt die Würde der Republik. Was Geffler versäumte— Verbot der Monarchisten- Paraden. Der preußische Innenminister Genosse Severin g hat an alle Polizeibehörden folgenden Erlaß gerichtet: Die Uebergabe des Denkmals für die im Weltkriege Gefallenen des ehemaligen Kön'gin-Augusta-Gardc-Grenadier-Rcgiments Rr. 4 am 11. Oktober 1925 auf dem Hof der letzt mit Schutzpolizei belegten früheren Kaserne jenes Regiments ist unter Formen erfolgt, die eine Verhöhnung de» heutigen Staates darstellen und durch die dabei gehaltenen republikfeindlichen und ver- fassungswidrigenRedendi« Teilnehmer der Feier, nament- lich die staatstreue Beamtenschaft, in ärgste Verlegenheit brachten. übrigens quch«ine Verlegung des den Veranstaltern von der Schutzpolizei in der Kaserne gewährten G a st r e ch t» bedeuteten. Um solch« unerträglichen Vorkommnisse künftig zu vermeiden und den Staat wie die Beamten der Schutzpolizei derartigen Enl- gleisungen und Uebergrissen nicht wieder auszusetzen, seh« ich mich zu meinem Bedauern genötigt, in Ergänzung eine» früheren Rund- erlasses betreffend Teilnahme an Derbandstagungen, hierdurch anzu- ordnen, daß Schutzpolizei-Unterkünfte außer für die rein dienstlichen Zwecke nur für solche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden dürfen, die den Intcresicn der in der Unterkunft selbst untergebrachten Beamtenschaft dienen. Der Erlaß Severings ist die Tat eines aufrechten Re- publikaners, der weiß, was er seinem verantwortlichen Amt und dem Staat schuldig ist. Das Reichswehrministerium, den doch sozusagen auch eine republikanische Behörde darstellt, hnt nichts an der frechen Provokation des Generals Sirt von Armin auszusetzen gefunden. Dielmehr hatte es tausend En- schuldigungsgründe für den„Deauflragten Sr. Majestät" und versicherte, der alte General habe die gleiche Rede vor Reichs- wehroffizieren und-Mannschaften schon an die vierzigmal „unbeanstandet" gehalten. Damit war die Sache für das Reichswehrministerium erledigt. Jetzt muß der preußische Minister des Innern mit feinem begrenzten Wirkungskreis dem großen Republikaner Geßler zeigen, wie die Würde der Republik zu wahren ist. Zwar kann Severins nicht der Reichswehr gebieten, aber er kann bezahlt, was sie nach ihrem Vertrag eigentlich für den Platz zu bezablen hätte. Im übrigen ist es auch merkwürdig, in manchen Blättern zu lesen, daß Imendont Schillings von vorneherein gegen die Angliede- rung der Kroll-Oper an die Staatstheaterbetriebe gewesen wäre. Davon ist in den Verhandlungen, die in dieser Frage geführt wurden, eigentlich nichts zu merken gewesen. Und man glaubt sich sogar zu erinnern, daß gerade Herr von Schillings— schon damals, als er noch im Aussichtsrat der Großen Volk-oper saß— immer den Gedanken verfochten habe, daß ein«.Voltsoper" nur so zu verwtrk» lichen wäre, daß sie einen Nebenbetrieb der Staatslheater darstelle. In jedem Fall: wie man immer sich auch zur Schillinqs-Krise stellen mag: Jeder Hieb gegen die Volksbühne oder ihre.Gönner" im Kultusministerium muß auf» entschiedenste zurückgewiesen werden. Die Tatsach«, daß endlich die Mittel, die der Staat sür seine Theater aufwendet, wenigstens zu einem geringen Teil auch den breiten Massen der kunsthungrigen Berliner Bevölkerung zugute kommen, muß als Fortschritt begrüßt und als Notwendigkeit weiter gefördert werden._ S. N e st r i e p k e. das KaK!oprogramm Ser Woche. Der Totensonntag wurde ln einer würdigen Weise zunächst durch die Morgenfeier und dann durch ein geistliches Konzert gefeiert. Besonder» die Domsänger zum Teil mit herrlicher alter Musik stno erwähnenswert Bei der oeringen Ausnahmesäbigteit de» Mikro- vhons hott sich ein solche» Quartett viel angenehmer an als ein Chor, ein Umstand, der auch bei den Orchesterobenden lelder immer noch zu wenig berücksichtigt wird. Ein besonders glücklicher Gedanke war es. abends.Hanneles Himmelfahrt' als Sendespiel auszuführen. Wie regelmäßig in den letzten Wochen, so wurden auch diesmal an zwtt Nachmittagen ernstere Konzert« mit gemischtem Programm gegeben, eine Einrichtung, die sich wohl bewährt hat. Ein« Entgleisung aber war es, am Montag Blondine E b i n g e r nnd Willi Weiß abwechselnd singen zu lassen. Das Künstlerpaar Ebinger-Holländer brachte zum ersten und hoffentlich nicht zum letzten Mal« im Radio sein« vom Konzertsaal her bekannten erschütternd tragigrotesken und In ihrer unheimlichen Dämonie oft an Poe erinnernden Vottragsstücke. Daß noch solcher Kunst die Muse des sonst sympathischen Willi Weiß unerträglich wird, sollte eigentlich auch der künstlerischen Leitung der Funkstund« klar gewes-n sein. Don dem übrigen Programm ist noch der heiter-geschmackoolle Op.-rn- abend.Die Regimentstochter" und der Kammermusik- abend besonder? hervorzuheben, der meist der künstlerische Höhe- punkt der Woche bedeutet. Don den Vorträgen ist ganz besonders erwähnenswert der Vor- trag aus dem Zyklus des Prof. Mar Friedländer über.das deutsche Volkslied". Genial« Forscherarbeit und Kunst- enthusiasmu» vereinen sich hier glücklich. Die französischen und englischen Sprachkurse haben wieder begonnen und werden diesmal von hervorragenden Fachleuten durchgeführt. Man fallt« doneben auch Kurf» für Fortgeschrittene einrichten. In der iogenannten ..L> i e r o t u r st u n d e" verobreichic eine Art iiterarischer Kellner ein eiwos bunt zusammengestelltes Menü von Kritiken über Neu- erscheinungen. Für überflüssig Halle ich e» auch, wenn man«inen Roman bruchstückweise, durch das Radio verbreitet, den man gleich- zeitig in der.Funkstund«" lesen kann. Die p o l I t i s ch e n Nach- richten bringen oft belanglose Nebensächlichkeiten in«rmüdendrr Länge. Sehr bequem machte sich Herr Hirsch seinen Vortrag.D i e tragische Anekdore", indem er In der Hauptsach« mehr oder weniger bekannte Anekdoten erzählt«. Aufschlußreich und im besten Sinn« aktuell war der Dortrag von Prof. Kohlschütter über.die ErsorschungderArttismitdemLuftschtff". Sch. Der zweite Shaw Abend der Woche. Die Komödie.Kapitän B r a ß b o u n d s Be k e h r u n g", die da» staatliche Schiller-. Shaw». Als die englisch« Schauspielerin Terry Großmutter Shaw». Als die englisch« Schausvielettn Terry Großmutter wurde, fürchtete sie. niemand würde sür sie noch Stücke schreiben, Um ihr zu beweisen, daß ihre Zeit noch lange nickt vorüber sei. verfaßte Shaw den B aßbound, in dem nur eine einzige Fraue:'- roll« vorkommt Das ist gewiß ein eigenartiger Anlaß und spricht für den hohen Sinn de? Iren, aber nicht für da» Stück selbst. CS» ist nicht sein stärkstes Werk, und es fragt sich, ob es geschickt war. die Komödie fedt auf den Syielp'on*» seben, wo an-nde-er Si-ll« sein„Methusalem" gegeben wird. Die Aufführung in Neubauers Inszenierung war merkwürdig matt und schleppend. Er rückte Sbim Lebensphilosophi« in den Vordergrund und ließ akademische Dortröye holten� in einem Stt'ck, da» In abenteuerlicher Genend nnd umer Seeräubern so'elt. Dar M-tteu hätte Ihm also reickl'ch Ge'-emb-it Begeben, die Monotonie der Dialoge zu übertönen. Lina Lossen zeigte ihr reise« Künstlertum in der Gestellung mütterlicher Güte und H«rzen?wörme. Es fehlt ihr aber die natürliche tändelnde Selbstverständlichkeit und der weibliche Ebarme. obne den in d-r Rolle die bezwingen�« Macht über männliche Geri-llcharatlere nickf verständlich ist. Indem sie den Gedan'-nlnbatt ih"«r Motte s�an vor dem A'iesvrechen mit betontem Mineniviel au--b-"ckt, btt- r sie sich um die Wirkunn. ebenso w-e Ferdinand Hart. b"r'i Bärbeißigkeit in der TO-srolle ,u s'ark aufgtt'-aoen war. Jakob Tiedtte, Albert P a t r y und Leopold v. Lede'-our schufen prachtvolle Typen. Dgr. Die Krise in der Staatsover stibrt»u einer Fülle ran klärungen und sonstigen Vettjkientflchimjrm, von denen wir hier keine Notiz nehmen können, um so mehr, da der Landtag die Frae? zweifellos im Zusammenhang behandein wird.— Hjrr E-'ch Kleiber gibt in einer längeren Zuschrift an die Presse de- kannt, daß er keinerlei Absicht und Geeianetbeit babe. Ituerbc.' ru werden, ferner, daß er das End« des Interreanum, durch einen Intendanten berbeiwünfcht. der ,chie Leitung fest und unbeeink'uß- bar in Händen hält" Und endlich, daß er die fristlose Entlassung weder verstehen noch' billigen tonn. ?«rles»"okn Am D'en?!aa s8 Nbrl li-ll??. 7.?nxq,ner auf Ein- labung der im iR'Mnlaal der C-r! am eu» emen oSrrrn vor.—©ettrorm®tebr litt' am Donn-iStag li Uht) Im.e>kr en- bauie. dem drill-n Tichtembend de« Bei bände» Deulsiher Erzähler, die Novelle.Die Mrohmutter". VShrenchronlt. Kommeriänoerin Helene Wildbrunn ttitt am 1. Dezember IVS?. ihr E gagement in de: Stüditichen Lp er an. Ibr erste« Aujlriten erfolgt aw TounerZtag, den 3. Dezember, in.Tristan mb Isolde". wenigstens dafür sorgen, daß in Zukunft die Höfe und Räume ehemaliger Kasernen, jeziger Polizeiunterkünfte, nicht zu Monarchisten paraben benutzt werden. Darüber hinaus ist sein Erlaß ein Warnruf an alle, die glauben, mit den republikanischen Einrichtungen spielen zu dürfen. Und der Ruf wird nicht ungehört und nicht unverstanden bleiben! Bei dieser Gelegenheit ist aber auch auf die neueste Mitteilung des Reichswehrministeriums zurüdzukommen, die die Liste der für Reichswehrangehörige gesperrten politischen Vereine betrifft. Man hat sämtliche freien Gewerkschaften und Arbeitersportvereine darin aufgeführt. Aber vermißt werden die Wehrvereine und die Kriegervereine, die unter dem Kommando des Generals Heeringen im Kyffhäuserbund zusammengefaßt find. Ist dem Reichswehrministerium nicht bekannt, daß diese Krieger und Wehrvereine ausgesprochen politifche Tendenzen verfolgen? Ist ihm nicht bekannt, daß sie Republifaner 3. B. Mitglieder des Reichsbanners" grundsäglich ausschließen, also eine offenfundig monarchistische Dr ganisation find? Ist ihm nicht bekannt, daß gerade diese Kriegervereine jene Gefallenenfeiern veranstalten, bei denen Sirt von Ar. min und andere Empfänger von republikanischen Pensionen ihre offene Propaganda fi die Monarchie treiben? Haben seine Abgesandten, die an solchen Feiern teilnahmen, ihm nie etwas davon berichtet, oder haben sie infolge ihrer geistigen Verfassung gar nichts davon bemerkt? Wir zweifeln nicht, daß dem Reichswehrministerium tatfächlich alle diese Dinge bekannt sind. Wenn es trotzdem die rieger und Behrvereine im Gegensatz zum Reichsbund der Kriegsbeschädigten als unpolitisch erklärt, so muß das einen Grund haben. Darf die Deffentlichkeit ihn erfahren? Eine Stütungsaktion am Getreidemarkt. Zum Projekt Kanit. | Bevölkerung, die man durch derartige Gewaltakte zur Berzweifer nicht Unrecht. Dennoch hätte die 3 ufammenlegung des lung treibe. Es gehöre ein außergewöhnlicher Mut dazu, von Kabinetts von sehr großer Wirkung und sehr großem ußen für lonaler Zusammenarbeit zu reden, solange eine solche Schmach das Wiedererſtarten des Vertrauens und die Abschwächung der fortbestchen könne und eine solche Behandlung der deutschen Staats- drohenden Gefahren fein fönnen, tatsächlich vermehre bürger geduldet werde. Das sei nicht der Geist von Locarno, fie die Ungelegenheiten und die Zweideutigkeiten. sondern der Geist von Bersailles, der unbeschränkt fortwirte fein, Parteigenoffen auf der Ministerliste zu finden, da sie unter Im Lemps heißt es: Die Radikalen müssen überrascht und die schwersten Verheerungen anrichte. Einzig und allein die einem Chef arbeiten sollen, gegen den die Sozialisten, ihre Tschechen hätten es in der Hand, den vom Außenminister ge- chemaligen Berbündeten, 3urückhaltung propagierten. Noch wünschten Umschwung in der geistigen Einstellung des Landes her mehr aber müssen sich die Mitglieder der Mehrheit, die das Kabinett beizuführen. Die günstige Gelegenheit dazu hätten sie jetzt. Benn Painlevé stürzten, wundern, baß ihre Parteigenossen nicht in fie diele wie soviele andere bisher versäumten, bann werden sich das Kabinett aufgenommen wurden. Das Kartell der Linken hat in diese und die vielen anderen versäumten Gelegenheiten in nicht weniger als zwei Jahren die ganze Politit Frankreichs so in Un allzu großer Ferne bitter am Staate rächen. ordnung gebracht, daß man es wagen fann, dem Bolte Rätsel auffann fogar fagen, es ist schlimmer als dieses. zugeben.„ Liberté" schreibt: Das Ministerium tft tot, bevor es geboren wurde. Denn es ähnelt dem Kabinett Painlevé. Man bemokratie der Tschechoslowatet trotz aller von der Sozialistischen Genosse Czech kündigte an, daß auch die deutsche Sozial. Internationale geäußerten Bedenten, die auch sie teile, sich deren Beschluß anpassen und dem Bertragswert zustimmen werde. Im übrigen brehte sich die Debatte im Ausschuß um die Frage ber Anerkennung Sowjetrußlands, wofür sich alle Redner mit Ausnahme der Nationaldemokraten aussprachen. Die Anerkennung Rußlands dürfte demnach in der nächsten Zeit erfolgen. Heute, Sonntag, ist Wahltag! In ganz Preußen, mit Ausnahme Groß- Berlins, finden heute die Wahlen zu den Provinziallandtagen und Kreistagen statt. Diese Wahlen müssen zu einer Abrechnung mit der Reaktion geffaltet werden. Niemand darf seine Wahlpflicht verfäumen. Jede Stimme zählt und " Im Paris Soir" steht: Briand ist es gelungen, ein Rabinett zuftande zu bringen, in dem die Rabitalen das beherr hende Element sein werden. Aber eine Linksregierung erfordert ein Brogramm der Reformen und angesichts der faschistischen miriebe eine Berstärtung der Autorität der Republik. Der syrische Krieg. Baris, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) Nach den aus Syrien vorliegenden Meldungen ziehen die Drufen in der Umgebung von Damastus ihre Truppen zusammen. Es ist dabei mehrfach zu fleinen Gefechten gekommen, die aber feine größere Ausdehnung angenommen haben. Dagegen herrscht lebhaftere Gefechtstätigkeit in der Gegend von Hauran, wo die Drusen verfuchen, die Ein= geborenen zum Abfall von Frankreich zu bewegen. Faschistische Propaganda. Im Organ deutscher Kommunalverbände. Der Reichsarbeitgeberverband der Deutschen Gemeinde- und Rommunalverbände gibt die Monatsschrift ,, Magazin" als sein Ver bandsorgan heraus. Für die Schriftleitung zeichnet der Berbandsir berichteten über bas Projekt des Reichslandwirt. Jede Stimme gehört der Sozialdemokratie! ynbitus Stadtrat a. D. Dr. jur. Sternberg Raidh. 3m schaftsministers Kanig, das sich bereits zu einem Gesetz entwurf verdichtet hat, und das die Einführung einer staatlichen Stüßungsaftion für die Getreidepreise vorsieht. Die Regierung verlangt die Ermächtigung, mit Hilfe der Reichsgetreidestelle bis zu 200 000 Tonnen Brotgetreide auftaufen und verwerten zu lassen. Gedacht ist die ganze Aftion nur als eine porübergehende Maßnahme, die in dieser Form schon deshalb die lebhastesten Bedenten auslösen muß, weil sie nur einem ganz fleinen Teil der deutschen Landwirte zugute tommt. Nußen von ihr haben nämlich nur diejenigen Landwirte, die jegt aus irgendwelchen Gründen zu den gegenwärtigen ge drückten Preisen Roggen verkaufen müffen. Da aber der Getreidebau in erster Linie vom Großgrundbesig betrieben wird. so muß diese Maßnahme zwangsläufig stärker den Großgrundbefizern als den Klein und mittleren Bauern zu tommen und auch diesen nur insoweit, als er den Bertauf seiner Ernte in Erwartung höherer Preise, vielleicht sogar in petulativer Borwegnahme der vom Reichsland bund propagierten Pläne das Getreide zurückgehalten hat. In dieser Form muß das Projekt unter allen Umständen abgelehnt werden. Etwas anderes jedoch ist es, wenn man die Wiederaufnahme der Tätigkeit der Reichsgetreidestelle im Rahmen eines auf lange Sicht eingestellten Agrarprogramms behandeln wollte. In einer ganzen Reihe von Ländern haben Sozialisten die Schaffung von monopolartigen gemeinwirtschaftlichen Organen unterstützt, die eine fortlaufende Kontrolle der Getreidepreise nicht zum einseitigen Vorteil der Landwirtschaft, sondern auch zu demjenigen der Ronsumenten als Aufgabe hatte. Daß das Reichslandwirtschaftsministerium, das ja auch für die Er nährung des deutschen Volkes verantwortlich ist, fein Projekt in diesem Sinne gefaßt hat, dafür fehlen vorerst alle Anhaltspunkte. Jebenfalls fönnte aus Anlaß des Gesetz entwurfes ernsthaft geprüft werden, ob es möglich ist, die Retchsgetreidestelle zum Drgan einer auf lange Sicht gestellten Preispolitik zu machen. Das würde dann möglich sein, wenn man eine Form dafür findet, wie die Reichsgetreidestelle nicht mur bie Landwirte vor zu niedrigen, sondern auch die Berbraucher vor zu hohen Breifen schügen tann. Sils ein solches gemeinwirtschaftliches Organ tönnte dann die Reichsgetreidestelle dafür sorgen, daß eine gewiffe Stabilität der Preisgestaltung für Getreide erreicht wird, während jeht die wilden Buchungen am Getreidemartt weder dem Verbraucher billiges Brot, noch dem Erzeuger angemessene Preise gewährleisten, sondern mur der Spekulation Borteile verschaffen. Jebenfalls geht es nicht so wie bisher, daß die Landwirt schaft die Reichsgetreidestelle a b baut, wenn die Weltmarft preise hoch sind und nach ihr schreit, wenn die Weltmarktpreise zeitweilig einmal niedrig stehen. Eine solche Inter effenpolitik lehnt die So faldemokratie ebenso enifchieben ab, wie sie auf der anderen Seite bereit ist, an einer vernünftigen Regulierung des deutschen Getreidemarktes im Interesse der Berbraucher und der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Locarno und die Sudetendeutschen. Ein Appell Benesch' und die Antwort des Genoffen Czech. Prag, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) In dem Bericht, ten Außenminister Dr. Benesch im Ständigen Ausschuß des Parlaments über die außenpolitische Lage gab, wandte er sich auch en die Deutschen der Tschechoslowatel. Er bat fie, aus den Nomachungen in Locarno die richtigen Folgerungen zu ziehen; die durch Locarno bewirtte neue internationale Einstellung müsse auch ihren Einfluß auf die Deutschen der Tschechoslowatei ausüben und die friedliche und loŋale 3usammenarbeit im Innern des Etaates beschleuni en. Darauf erwiderte Genoffe Dr. Czech für die deutsche Sozialdemokratie und gab dem Außenminister zu ver ftehen daß seine Ratschläge, soweit sie die Deutsche Sozialdemofratische Partet betreffen sollten, nicht an die richtige 21dresse gerichtet seien. Wir sind der Meinung, so führte Genofie Czech aus, daß, wenn irgend jemand etwas nachzuprüfen hätte, es por ollem jene tschechischen Barteien find, die durch ihre Politit einen Geist ins Bolt tragen, der sich mit dem Locarno- Ge ft richt in Einflang bringen läßt. Czech erwähnte zum Beweis, daß in Nordmähren joeben wieder 1300 deutsche Eisen. bahner aus ihren Stellen entfernt wurden, wodurch mitten im Winter Tausende von Familien dem größten Elend überantwortet wurden. Aehnliche Meldungen fommen auch aus Rarisbab, wo im Poftbienft und in ber staatlichen Berwaltung beutsche Angestellte rüdfichistos aus ihren Stellen hinausgeworfen werden. Ein Sturm der Entrüftung gehe durch die sudetendeutsche Das Kabinett Briand im Amt. Loucheurs Finanzprogramm. Baris, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) Das nunmehr vollständige Rabinett Briand hat heute vormittag in feiner Zu sammensetzung noch einige Beränderungen erfahren, burch die das Schwergewicht der neuen Regierung noch etwas mehr gegen die mitte zu verschoben wurde. Die einzelnen Ministerposten find wie folgt verteilt: Ministerpräsident und Außenminister Briand, Inneres Chau temps, Juftig Renoult, Finanzen oucheur, Krieg Bainlevé, Marine Lengues, Unterricht Dalabier, öffentliche Arbeiten de monzie, Handel Daniel Bincent, Arbeit Durafour, Aderbau Durand, Rolonien Berrier, Bensionsminister Jourdain. Danach find die demokratische Linte des Senats mit vier, die radikale Linke und die gemäßigten Linksrepublikaner mit je amet Radikale Fraktion mit drei, die Republikanischen Sozialisten, die Ministern vertreten. Bon den Unterstaatssetretären find vier von der radikalen Linken, zwei Raditalfozialen, Laval, der fich als Unabhängiger Sozialist bezeichnet, ist bei feiner Frattion eingeschrieben. Bier Mitglieder des neuen Kabinetts haben schon bem minifterium Herriot, fieben dem letzten Ministerium Bainlevé angehört. Die Schwierigkeiten parteipolitischer Natur, auf die am Freitag abend die Berteilung der Ministerien gestoßen war und die die Bil fonnten erst in Berhandlungen behoben werden. So hatten die dung des Kabinetts abermals um 24 Stunden verzögert haben, Radikalsozialisten sowohl gegen die Kandidatur des Senators Sarraut für das Innenministerium wie gegen die von Briand in Aussicht genommene Betrauung des früheren Kammerpräsidenten Raoul Berret mit dem Finanzministerium nachbrüdlichsten Widerspruch erhoben. Auch die Besetzung des Kriegsministeriums mit Painlevé, dem man allzugroße Nachgiebigfeit gegenüber dem Generalstab und dem Obersten riegsrat zum Vorwurf macht, hatte einige Schwierigkeiten verursacht, die jedoch auf Grund von Zuficherungen Bainlevés und Briands in bezug auf die eeresreform und die Herab. jeg ung der Dienstzeit beseitigt werden konnten. Die Befehung des im Mittelpunkt des politischen Intereffes stehenden Finanzminifteriums mit Loucheur fann vom Standpuntt ber Linken aus als recht glüdlich bezeichnet werden. Loucheur, der einer der größten Industriellen Frankreichs ist und im Parla ment nur über sehr geringe Sympathien verfügt, vertritt auf finanziellem Gebiete sehr fortschrittliche Ideen. Er ist bereits vor einiger Zeit der Finanzpolitik Caillaug und Painlevés mit einem eigenen, den Forderungen der Sozialisten fehr weit entgegentommenden Programm entgegengetreten, das, wie Leon Blum in der Finanzfommiffion anerkannt hat, dem sozialistischen Sanierungsvorschlag sehr viel näher ftand als der Gefeßentwurf Bainlevés. neuen Couchcur ift ein entschiedener Gegner jeder neuen Inflation und hat stets die Auffassung vertreten, daß das Fundament jeglicher Finanzreform die Stabilität der Währung sein muß. Wie die Dinge fich in den letzten Wochen entwickelt haben, wird zwar auch er um eine neue Erhöhung des Notenumlaufs nicht mehr herumtommen; aber was das Entscheidenbe ift: er ist entschlossen, die móg lichst rasche Tilgung der neuen Borschüffe, die das Schahzamt von der Bant von Frankreich benötigt, durch Einnahmen aus Steuern sicherzustellen. Loucheurs Programm zur Gefundung des Haushalts und der Finanzen sieht u. a. eine 3insherab. fetzung der staatlichen Renten und Anleihen sowie die Erhebung einer außerordentlichen Abgabe in Form von 3slägen auf einen Teil der direkten Steuern auf die Dauer von 30 an Stelle der von Painlevé beabsichtigten 14 Jahre und vor allem durch schärfere Erfassung der hohen Einkommen vor. Briand hat um 5 Uhr die Mitglieder seines Kabinetts bem Präsidenten der Republit vorgestellt. Sonntag abend 6 1hr berät das Kabinett die Regierungserklärung. Diese wird am Mittwoch nachmittag 4 hr. sofort nach der Rückkehr Briands aus London, in beiden Häufern des Parlaments verlesen werden. Briand fährt am Montag mittag von Baris nach London, um Locarno zu unterzeichnen. Generalsekretär Berthelot be. gleitet ihn. Tie ersten Pressestimmen ungünftig. Paris, 28. November.( WTB.) Das neue Kabinett Briand hat teine gute Bresse. Journal des Débats" schreibt: Briand hat zweifellos eine Idee. wir sehen aber nicht, welche. Benn er meint, baß unter den gegenwärtigen Umständen die Ereignisse stärker find als die Menschen, und die Finanzfanierung mitiger ist als die Zusammenlegung des Ministeriums, dann hat Sternberg- Rasch. Ottoberheft, das uns erst heute zu Gesicht tommt, verbreitet fich ein Prof. Dr. Mehlis, Chiavari, über Nationale und internationale Politif". Der Vertrag von Locarno ist Dom Reichstag angenommen und der Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund beschlossen. Die Gemeinden, vor allen Dingen die Vertretungen der deutschen Großstädte, halten den Sicherheitspatt mit feinen Auswirkungen für einen großen Fortschritt auf dem Bege zur Befriedung Europas, ja ber Welt. Im Berbandsorgan des Arbeitgeberverbandes biefer städtischen Verwaltungen aber darf die Frage verneint werben, ob die Idee des Böllerbundes als wahr. hafte Interessenvertretung ber Nation auch in ferner Zukunft zu be trachten sei. Der Verfasser ist„ national" und lehnt alle internationalen Bindungen und Berbindungen ab. die vereinigten Profetarier aller Länder ufw." sind für den Herrn Brofeffor 3been, die vielleicht Anwartschaft in unendlich ferner Butunft haben, die aber den Gegenwartsinteressen nicht dienlich seien und die im Grunde doch den all. toren hätten. Der Mann fieht jedoch eine Möglichkeit bes gemeinen Menschheitsgebanten aus dem Auge ver nationalen" Internationalismus gegeben und zwar im Faschis. mus! Der Faschismus in Italien hat es ihm angetan. Faschismus fomme der rein internationale Menschheitsgedanke zum Ausbruck, also burch unterdrückung jeder freiheitlichen Regung, durch Meuchelmord und brutale Gewaltherrschaft. ,, Die Gelehrtenrepublit, das internationale Wirtschaftsregiment, m... Die internationale Propaganda des Faschismus er scheint dem Herrn Mehlis geeignet, als Gegengewicht gegen die anderen internationalen Bestrebungen zu dienen. Arbeitgeberorgan zum Sprachrohr voltisch- fascisti. cher Tendenzen. Entspricht dies dem Programm oder ber Aufgabe des Schriftleiters, des Herrn Synditus Dr. jur. SternbergRasch? Der Meinung der großen Mehrheit der Verbandsmit glieber des Arbeitgeberverbandes entspricht diese Durch den Abdrud dieses Artikel im Magazin" macht sich das Tendenz sicher nicht. Es erscheint notwendig, darauf hinzuweisen, daß die Beiträge für den Reichsarbeitgeberverband der Deutschen Gemeinde- und Kommunalverbände" nicht dazu dienen dürfen, faschistische Propaganda zu treiben. Die„ Giustizia" erscheint nicht! Kommunistischer Pressestreitbruch. Rom, 28. November.( WTB.) Die faschistische Presie hatte bor einigen Tagen berichtet, daß die Linksblätter Giustizia" ( ioa.). Unita"( tomm.) und, Avanti( magim.) wieder erscheinen dürfen. Wie man nun in journalistischen Streifen erfährt, batten die Leiter des Avanti" und der Giustizia" der fommunistischen Leitung der Unita" vorgeschlagen, zum Zeichen des Protestes gegen mangelnde Preßtreibeit auf das Wiedererscheinen der Blätter zu berichten. Aber die Kommunisten bätten erklärt, daß fie die Unita" obne weiteres erscheinen lassen würden. Tatfächlich ericeint auch die„ Unita", während„ Avanti" und " Giustizia bis heute noch nicht ericheinen. Das Ende des Corriere della Sera". " 1 Rom, 28. November.( WIB.) Die Brüder Albertini teilen heute den Lesern des Corriere della Sera" mit, daß fie fid) durch die Umstände gezwungen fehen, die Leitung des Blattes niederzulegen. Ihre verfügbaren Mittel hätten nicht genügt, um ihrerseits die Gebrüder Crespi hinauszudrängen. Aber selbst, wenn ihnen letteres gelungen wäre, wäre das Blatt einfach von der Regierung fuspendiert worden. Der Senator Alber. tini zählt alsdann die Gründe auf, aus denen er zur Opposition übergegangen sei Von jeher set er ein Gegner der Minderheitsherrschaft gewesen. Den Faschismus habe er anfangs freudig be. grüßt, aber er sei auch von Anfang an gegen jede Gewalt. politit gewesen. Vom faschistischen Marsch auf Rom habe er rechtzeitig gewußt und habe die damalige Regierung gewarnt, aber beren Leiter( Facta. Reb. d. B.") sei blind gewesen. Nic mals habe er fich von persönlichen Gründen bei seiner Oppofition leiten laffen, mit Bitterfeit bringe er das Opfer, aus dem ihm lieb gewordenen Blatt zu scheiden, um ein höheres geistiges Gut zu retten. Gefangenerbefreiung in Jrland. Am Gefängnis Mountjon erfchienen irische Revolutionäre ale Boligisten bertleitet mit Männern, die fie als einzuliefernde Gefangene outoaben Sie hielten die Gefängniswärter zurück und bradien 19 Gefangene in Automobilen spurios fort. 3wel Oberstleutnants wurden in Athen gehängt. Sie waren wegen Schiebung im griechi- türkischen Kriege zum Tode durch den Strang. verurteilt. Gewerkschaftsbewegung stellt. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Donnerstag Verhandlungen für die Eisenbahner. Neuregelung der Bezüge. Die Schlichtungsverhandlungen zur Beilegung der in einer Reihe von Eisenbahndirektionsbezirken schwebenden Lohndifferenzen finden tommenden Donnerstag statt. Im Laufe der Verhand lungen werden die vertragschließenden Organisationen ihre Forde= rung, nicht nur die einzelnen anhängigen Schlichtungsverfahren zentral zu regeln, sondern die gesamte 2ohnfrage aufzurollen, geltend machen. Es ist zu erwarten, daß die Dr. ganisationen mit dieser Forderung durchdringen, da eine Neurege lung der Löhne der Eisenbahnarbeiter vor Eintritt des Winters bringend notwendig ist, um so mehr, als die Reichsbahn nicht einmal den letzten, so ungenügenden Schiedsspruch durchgeführt hat. Fürsorge für Heimarbeiter. Ein Erlaß des Ministers für Volkswohlfahrt. Das Hausarbeitsgefeh vom 20. Dezember 1911 in der Fassung Dom 30. Juni 1923 verfolgt durch Einwirkung auf die Arbeitsbedingungen das Ziel, dem Heimarbeiter die Beschaffung des wichtigsten Lebensbedarfs durch eigene Arbeit zu sichern. Die Erreichung dieses Zieles würde eine erhebliche Entlastung für die Fürsorgeverbände bedeuten, denn bei unzulänglichem Arbeitsentgelt wird häufig die öffentliche Fürsorge in Anspruch ge nommen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, regt der preußische Minister für Volkswohlfahrt in einem Erlaß daher an, daß sich die Fürsorgeverbände, wenn ihnen bei der Entscheidung über Unterstügungsanträge von Heimarbeitern und deren unterhaltungsberechtigten Angehörigen die Arbeitsvergütungen unzulänglich erscheinen, mit dem zuständigen Gewerbeaufsichts. beamten verständigen, damit dieser von den nach dem Haus arbeitsgesetz bestehenden Möglichkeiten zur Befferung der Lohnbedingungen Gebrauch machen kann. Bei mir Meisinger! Streng vertraulich. An dieses Wort, das im Reichsarbeitsministerium tursiert, wird man erinnert, wenn man die" Berichtigung" liest, die in einem beutschnationalen Blatt veröffentlicht wird und deren Zwed ist, eine Mitteilung zu berichtigen, die der famose Dr. Meiẞinger der Beko" machte. Auch wir hatten von dieser Mitteilung Notiz genommen. In ihr wurde gesagt, daß die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeber verbände jetzt nichts mehr gegen eine Erhöhung der Beamtenge hälter einzuwenden hätte. Diese Mitteilung wurde zunächst, wie unsere Leser wissen, von Dr. Tänzler, dem Kollegen des Dr. Meißinger in der Verein gung, berichtigt. Diese Berichtigung lief darauf hinaus, alles abzuleugnen. Es war also vielmehr eine Desavouierung. Jetzt berichtigt Dr. Meisinger selbst. Es ist ihm dabei offenbar nicht recht wohl zumute. Augenscheinlich fann er aber nicht anders. In der sehr langen und gewundenen Berichtigung wird man aber vergebens auch nur einen Satz suchen, der tlar ausspricht, daß Dr. Meisinger nicht gejagt hätte, die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände würde sich jezt nicht mehr gegen eine Erhöhung der Beamtengehälter wenden. 2.13 Stef NPP IN ALLEN ABTEILUNGEN Dr. Meisinger hat also diefe Behauptung aufgedarauf kommt es schließlich an wehrt sich aber ganz entschieden gegen einen solchen„ Verdacht". Meisinger, der Unglückliche, muß jedoch dementieren. Man weiß nicht, wen man mehr bedauern foll: die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, daß sie einen solchen Geschäftsführer hat, oder den Geschäftsführer, daß er eine solche Vereinigung vertreten muß. Metallarbeiter, jest ist es Zeit! In einer überfüllten Bersammlung der Metallarbeiterfunktionäre am Freitag im Lehrervereinshaus sprach Genosse 3ista, Bevoll mächtigter des Metallarbeiterverbandes, über die wirtschaftliche Krise und die gewerkschaftliche Organisation". Er zeigte zunächst die Ursachen dieser Krise auf, die ihren Ursprung bereits in der Kriegsproduktion habe, hauptsächlich aber die Folgen der Inflation find. Um sich ihre Stellung im Welthandel wieder zu erobern, versuchten die Unternehmer durch Lohndrud und verlängerte Arbeitszeit dem Uebel abzuhelfen. Daß diese Politit, die von den Gewerkschaften stets bekämpft wurde, falsá war, beweist gerade die jezige Wirtschaftsfrise. Nicht niedrige, sondern hohe Löhne find dazu angetan, die Krise zu beheben. Durch sie wird die Inlandskauffraft gehoben, was einen vermehrten Absah im Lande zur Folge hat und als Folge auch den Export hebt. Für diese Forderungen müssen und werden alle Gewerkschaften eintreten. Sie sind aber nicht in der Lage, diese im Interesse nicht nur der Arbeiterschaft, sondern der gesamten Wirtschaft liegenden Forde rungen durchzusehen, wenn so viele Arbeiter ihnen teilnahms: los fernbleiben. Gerade in der Berliner Metallindustrie, wo die Unternehmer fo wirtschaftlich fest in ihrem Berbande zusammengeschweißt sind, daß die gesamte Berliner Industrie unter ihrem Einfluß steht, ist es nahezu unmöglich, ohne eine festgefügte Arbeiterorganisation eine Forderung durchzusetzen. Viele der Fernstehenden glauben deshalb ihre Beitragsgroschen sparen zu können, weil die meisten Streitfragen durch die behördlichen Schlichtungsinstanzen beigelegt werden. Trotz dem diese Schlichtungsinstanzen nicht in allen Buntten zu verwerfen find, muß man doch sagen, daß sie eine Gewerkschaft niemals ersetzen werden. Es muß nun die vornehmste Aufgabe der Betriebsräte und Funktionäre fein, diese Lauen aufzurütteln und sie als Streiter für die Organisation zu gewinnen. Es muß den Fernstehenden flargemacht werden, daß sie durch ihre Gleichgültigkeit ihren vorwärtsstrebenden Kollegen ein schweres Hindernis sind und auch sich selbst und ihre Familien schädigen. Sollen die Verhältnisse in der Berliner Metallindustrie endlich einmal beſſere werden, dann heißt es jetzt, troß und noch während der Krise die Werbetrommel rühren und die Organisation für die kommenden unausbleiblichen Rämpfe ftärten. Einheitsfront zu dokumentieren, indem fie anderen Vorwürfe In der Diskussion versuchten einige fommunistische Redner die machten, fonnten aber zur Lösung der Zukunftsfragen feine brauch baren Rezepte empfehlen. Es war 3ista in seinem Schlußwort ein leichtes, die Reden als das zu kennzeichnen, was sie sind, nämlich Schaumschlägerei. Die Markthelfer im Buchhandel an die Buchhändler. Der Deutsche Verkehrsbund hat im Auftrage der Martthelfer im Buchhandel das Lohnabkommen gekündigt und eingangs feines Schreibens folgende Bemerkungen daran gefnüpft: Seit dem 28. September d. 3., also seit mehr denn acht Wochen bemühen wir uns als zuständige Arbeitnehmerorganisation vergeblich, den so außerordentlich niedrigen Lohn der Martt helfer entsprechend der Berteuerung der allgemeinen Lebenshaltungs. Damenkleidung Mantel aus meliertem tosten tarifvertraglich zu verbessern. Mit dem Hinweis, daß der bes reits am 11. Juni d. I. abgeschlossene Tarifvertrag noch bis zum 1. Januar 1926 Geltung habe, wurden alle, auch die bescheidensten diesbezüglichen Wünsche abschlägig beschieden. Auch der Vorschlag des Herrn Gewerberats Körner als unparteiischen Vorsizenden des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin, wenigstens die Lohnsäge des Einzelhandels Plaz greifen zu lassen, wurden abgelehnt. Bir verkennen durchaus nicht, daß entsprechend der von der Arbeiterschaft nicht verschuldeten allgemeinen Wirtschaftskrise die Ge schäftslage des Buchhandels als glänzend nicht angesprochen werden fann, eine bescheidene Lohnerhöhung hätten die Herren Arbeitgeber Konfurses preisgegeben zu sein. 1. E. jedoch tragen fönnen, ohne nun gleich der Gefahr vollständigen Arbeitszeitverkürzung bei Osram. Am 25. November fand eine Betriebsversammlung der Osram Belegschaft statt, in der der Betriebsrat bekanntgab, daß in Zufunft für verschiedene Abteilungen die Arbeitszeit um eine Stunde verringert wird. Als Grund gibt die Direktion die Stillegung von Zechen und Betrieben sowie Brachlegung der Autoindustrie an. Die Versammlung beschloß, die Arbeitszeitver türzung auf alle 6 Tage der Woche zu verteilen. Im übrigen erkennt die Osram- Arbeiterschaft die Machenschaften der vereinigten Unternehmerverbände, die sicher ihren Mit gliedern Order in dieser Hinsicht gegeben haben, um evtl. Kredite oder Steuerermäßigungen von der Reichsregierung zu erlangen. Systematisch, ohne Rücksicht auf die Arbeitnehmer setzt sie diese ihre Ausbeuterpolitit in Szene, mögen die Proleten noch mehr ver elenden, mögen noch mehr Arbeitslose den Nachweis bevölkern und hungern, auf daß sie eher willfährig werden. Hausfrauen! Konsumenten! Die Arbeitslosigkeit steigt von Tag zu Tag in allen Berufen, so auch im Fleischergewerbe. Während Tausende von verheirateten Fleischergesellen auf den Arbeitsnachweisen monatelang liegen, beschäftigen sehr viele Fleischermeister junge von auswärts zu gereiste Gesellen täglich bis zu 12 Stunden und darüber. Diesen unsozialen Fleischermeistern muß ihr wirtschaftsschäd liches Verhalten vor Augen geführt werden. Ganz besonders wirtungsvoll fann das von den Konsumenten, den Hausfrauen, getan werden. Proletarische Hausfrauen, unterstüßt uns im Rampfe gegen ein wirtschaftlich rückständiges Kleinmeistertum. Achtet bei euren Einfäufen beim Fleischer darauf, ob die tariflich festgesezte Arbeitszeit von neun Stunden täglich eingehalten wird. Seid euch eurer Macht als Konsumenten bewußt, feid tlassenbewußt und verlangt, daß, wenn euch euer Fleischermeister als Kunden behalten will, geordnete tarifliche Verhältnisse in seinem Betrieb sein müssen. Meldet alle der Fleischer u. B. D., Ortsverwaltung Berlin, D. 34, 3ornVerstöße der zuständigen Organisation, dem Zentralverband dorfer Str. 32. Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage. " Berantwortlich für Bolitik: Ern Reuter: Birtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eslorn: Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales unb Gonftiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlaasanstalt Taul Sinaer u Co Berlin S 68 Birhen von 8. Sierzu 4 Beilagen ,,, Unterhaltung und Wissen und Aus ber Film- Belt". übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. 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Wie Schnee in der Hand zerfchmelzen täglich einige Hunderttausend staatlicher, städtischer und privater Dohlfahrtsgelder in den Händen der Allerärmsten, die ohne Obdach, ohne Erwerb um Brot, Wärme und Obdach kämpfen; lange oft, bis sie wieder ihren Platz im bürgerlichen Leben erzwungen haben, oder-- es aufgegeben haben und ruhelose„Äunden" geworden sind. Feinde aller Gesetze, aller Ordnung. vor Sem Tor in öer fluaustftrahe. Fegt denn hier im Norden Berlins der Novemberwind, der kalte Regenschauer gegen die schmucklosen Mauern der engen Strohe wirft und trübe Gaslaterncn aufflackern läßt, so scharf, dah er das Dutzend armseliger Gestalten fast in die Mauer hineinpreht? Sie ducken sich rar ihm, weil sie ihn fürchten, der sich durch dünne Lumpen mit elsigen Fingern in ihren Körper krallt. Die srostblassen Gesichter erzählen eine lange Geschichte von Kälte, Elend und Hunger. Nie- mand wird kommen, ihnen helfen;— es zählt auch niemand jene, für die heute das Tor der.�Herberge zur Heimat" in der Auguststrahe geschloffen ist, weil sie nicht die wenigen Pfennige Schlaigeld in der Tasche haben.— die wenigen Pfennige, mit denen sie sich das An- recht kaufen können, acht Stunden ihre müden Glieder auf einem Lager zu bergen, das Ruhe und Wanne spendet. Wenn einer au» dnn Klumpen'sich loslöst,— In die Nacht hinauswankt, wisien die zögernd Zurückbleibenden, daß er durch die Straßen irren wird. Minuten die Wärme eines Wartesaales aufsaugend. Vielleicht findet er auch den Weg zur Fröbelskrahe. Die noch zurückbleiben vor der verschlossenen Herbergstür, sie hoffen noch alle auf das Wunder. das geschehen soll, um ihnen den Weg zu Wärme und Ruhe freizu- machen. Aber das„Sesam Öffne dich!" ist hier hartes, kaltes Geld, wenige Pfennige nur.—«in Schatz für jeden, der hier an der Mauer lehnt. beim lllntrilt In äie sterdcree ist eine öturlre für 30 Pfennig ra lösen, die fflr Schla geld oder für Speisen and Getrinke verwendet werden kann. vle Verwaltunp. Ein Pförtner unterstreicht mit festem Griff in den Rockärmel eines jeden, der durchschlüpfen will, jedes der Worte diese« Plakates, da» wie eine erhobene Hand den Eintretenden bannt. Für Z0 Renten- Pfennige wird der Weg in den Tagesraum der Herberge frei, wo Heizung und unzählige Menschenleiber Wärme spenden, wo man Stuhl und Tisch findet, die schmerzenden froftschloiternden Glieder zu ruhen. Niemand fragt danach, wer du bist, was du--- warst. Für deinen Namen Interessiert sich allein der Herbergsvater, der dich kritisch detrachtet und ausfragt. Auch die„feine Schale" ist hier kein» Legitimation für Stand und Rang,— hier hat sie nur Handelswert. — wenn du willst oder mußt. Dom frühen Morgen bis zum Schlafengehen hält Elend und Derzweistung hier Börse. Die Not bat hier ein Gewerbe geschassen, selbst sie vermittelt noch Gewinn. Isian handelt— man„verschalt" Mantel, Rock. Haje. Schuhe vom Körper herunter für Pfennige an den, der zahlen kann. Man handelt, die meisten, die hier sind, handeln: laut, flüsternd, humorvoll, sachlich, grob. Regen. Kälte, Wind und Hunger sind die besten Per- mittler für die Geschäfte, die getätigt werden. Hunger! An der„Theke" lehnt ein junger Mensch, die Hände in den Manteltaschen verkrampft.„Hunger" steht auf dem eingefallenen Gesicht geschrieben, ober nur resigniertes Schweigen hat er für die. welch« gewinnhungrig mit Kennergebörde seine Kleidung wie jelbst- verstöndlich besühstn. von vorn und hinten prüfen. „Mal kost'n die Pelle?" „Du.—— du. Emmes, wat joll'n der Hut kosten?" „Pakoosste die Schuhe, do?" ——____ Sckweigen. Die blutlosen Lippen pressen sich nach mehr zusammen. Man läßt ihn stehen.— nichts zu machen. Hunger tut weh:— Kälte auch. Der Kampf ist hart— bis einer kommt, der sein Geschäst versteht. Armselige Stümper stnd die anderen, nichl wert, daß sie ihr Schlaf» geld im„ehrlichen" Handel verdienen. � „Willst'n Mantel verkoofen,— wa, eröffnet er mit mitleidig sorgendem Ton das Geschäft. �,,,,.... „Komm her. Kleener. ich jeb'n Daler.- leß man seh n!" Einen Taler, drei Mark, do, ist sünizehnmal«uppc— ach Suppe— ein ordentliches Mittagesien, Schrippen, Kanee, Zigaretten und ein Bett bedeutet dos.— Möglichkeiten erschließt das Ungebat — Möglichkeiten.... ,e.»> Ein müdes Ausrichten— dann wird der Mantel abgestreitt. Der Andere dreht um, greift, zern— wendet wieder und wieder: kein Fehler bleibt verborgen. Aber kein Geschäst ohne Organisation.— auch hier nicht. Ein Zweiter stellt stch ein.— greift, zerrt und wendet genau wie der Erste. Jeder, selbst der kleinste Fehler löst ihm einen ganzen Schwall von Ausrufen des Bedenkens aus.— Er macht mies. das ist sein Geschäft, wosllr er von seinem Ches.— fünf, zehn, manchmal 20 Pfennige erhält, je nach Art und Güte des Objekts. Schließlich ist der Preis auf 2 Mark herunter. Geld und Mantel wechseln ihre Besitzer. An der„Theke" steht ein junger Mensch— ohne Mantel— kaut, trinkt und genießt eine kurze Freude des Besitzenden. Wer hier zu Hause ist, weiß, daß morgen dem Mantel, der Anzug, übermorgen die Schuhe folgen werden,— gegen Lumpen und Pfennige als Auf- geld getauscht. So werden hier Geschäfte gemacht. Anzüge, Jacken, Westen, Schuhe, Strünwse, Kragen— gewaschen oder nicht—. Taschentücher, Mützen, Bürsten, Kämm«, Seife in jedem Zustande des Gebrauches sind die Ware, die hier mnläuft. Das Elend hält Börse. die Verwaltung. Wer liest das verstaubte Schild, das ein solches Gesetz kündet, wen kümmert es. Rur wenn durch Rauch und Dunst ordnungfchaf- send der Pförtner auftaucht, hält das Getriebe für Minuten— nur Minuten, dann geht das Feilschen, Anbieten und Locken weiter,— so Tag für Tag. Viel« stnd gekommen mit Koffern, mit Habe bepackt. — Nicht lange,— dann sind sie wieder verschwunden,— in Lumpen, als Lumpen. Irgendwobin. Wer fragt danach? Es ist abends— halb acht. Die Fülle des Aufenthaltsraumes hat die äußerste Grenze er- reicht, die Lust ist dick zum zerschneiden. Man ißt, man raucht, man handest.— oder steht geduldig nach Schlafmarlen. Eine lange Schlange defiliert am Hcrbergsvaler vorbei. Pfennig«, Sechser, Groschen, erhandelt, erbettelt, vielleicht auch ergaunert, werden ausgezählt und für Poppmarken mit Saalnummer. Bettnummer und Namen versehen eingetauscht. Um halb neun öffnen sich die Türen zu den Schlasräumen.„Zugänge", die das erstemal hier nächtlgen, werden auf Ungeziefer unlersuchk: eine Prozedur, dl« ohne Wider- willen, mit einem resignierten Humor aufgenommen wird, lieber- Haupt besinnt man sich jetzt, wo man sich geborgen weiß, wo Niemand mehr die Lagerstätte streitig machen kann, auf das, was man heimlich mit sich herumträgt.— auf die Vergangenheit. Schicksale. Oben Im Dunkel des Schlafjaales, wenn hier und do Zigaretten noch glimmen, werden Schicksale lebendig Ein Derbknochiger hat draußen im Flur fein Hemd aewalchen— das einzige natürlich— hat es auf den Leib gezogen, damit es über Nacht trocknet. Nicht» Aufregendes hier,— trotzdem garantiert man Grippe, Schnupfen. Krankenhaus. „Dat dut mich janischt," lehnt er die Mahnungen ab;„so'stmo die Kabylen sehen, wo man bloß so'n Buomis tragen, Winter und Sommer.„Mich dut bat nischt!" „Wat denkste, wie dich die Knochen klappern in Prison noch und noch. Dann erzähl! er: Fremdenlegion,— Kabiilenkämpfe,— heiße, heiße Tage,— katte Nächte. Er erzählt von Schinderei,— von Sausen, von Wüstensand von Prison. Das ist doch mal etwas, was für Minuten die Phantasie bewegt. Bett Nr. 123 beherbergt heute einen richtigen Doktor,— keine Seklenheit— Doppeloektor, rcr. pol. et iur. Doktorchen erzählt auch, — er ist Zyniker wie die meisten hier. Er erzählt— zählt aus, wieviel Rcntcnmork er dem Hosrat I aus„dem Kreuz geleiert" hat, was er dieser und dieser Parteikasie gekostet hat. daß sie seine Rück- anstcht ln der Tür sehen konnten.„Dokla".— wie man hter sagt. steht long. Er ist noch gut in Schale und Hot todsicher Papiere in der Tasche. Papiere, die Türen und Börsen öffnen.— Berlin soll nur Station sein, weiter nach Bremen will er, dann raus aus Deutschland, Uebersee lockt.— Kunden tauschen Erfahrungen ihrer Klopf- fahrten aus und schwelgen iy der Erinnerung fetter Touren.— Werden sie zurückfinden in das bürgerliche Leben, das sie vielleicht einer mcnschlchein Schwäche wegen ausspie? Der eine ist 43.„Yui 20 Jahren fing es an."— so erzählt er: seitdem pendelt er halt',>»7 Herberge— Arbeitshaus— Herberge— Strafanstalt. Einige Tag«. Freiheit, manchmal eine Woche, iestcn zwei Wochen, dann„geht er wieder hoch". Sein Lo»,— er will nicht anders. Au einem Abend hört, erlebt man unendlich viel in einem solchen Schlafsaal.„Knast schieben",„ackern",„kloplen" sind Worte, die an einem Abend alt wiederkehren. Der Schlaf wischt das alles ans. Was sind aber acht Stunden der Ruhe gegen 16 lange SttiNtien voll Unrast. Die Nacht ist schnell vorbei. Der graue Morgen.«u. „Guten Morgen, bitte aufstehen," so zerreißt der Weckruf höflich aber energisch um 6 Uhr früh den schönsten Traum. Einer nach dem anderen verläßt zögernd das warme Bett. Draußen klappern schon Waschschüsseln— mancher nimmt schnell noch ein Auge voll.— es ist doch so bitter kalt. Flure und Treppen bevölkern sich, und um sieben Uhr ist der Letzte unten im Tagesraum. Grau ist der Morgen, grau spiegelt er sich in all den müden Gesichtern wider. Wer sich ein Kaffee-' und Schrippensrühstück leisten kann, tut es. Vis zur Morgenandacht wird gebürstet, geputzt, geglättet und Löcher ver- deckt. Gesangbücher kommen aus die Tische, und dünne Harmonium- akkorde leiten die Andacht ein. Wer achlri aus die Btbelworte, man singt, aber die Mienen zeigen keine Teilnahme. Man sitzt hier jeden Morgen mit dem Gesangbuch in der Land, nur weil man noch nicht hinaus will auf die kalte Straße. Man fleht sowieso zu früh, viel zu früh draußen, um zu kümpfrn, um Hilse. Brot und Obdach-- wieder obdachlos. Länger als 1» Tage ist der Aufenthalt in der Herberge nicht gestattet! Was dann, wenn diese Frist herum Ist?---- vie Gäste. Trotzdem hat die Herberge ihre Stammgäste, die hier wochenlang. Monate hindurch Obdach und Verdienst finden, die sich hier wobl fühlen, nicht» vermissen..Lehn Tage, dann ruus," daran ist nicht zu rütteln. Nu, wenn schon, man bleibt zwei Tage fort, dann ist man wieder da und findet den Zugang für neue 10 Tage frei. Die aber, die hier nur eine kurze Gastrolle geben wollen,— das Schicksal ist meist stärker— treibt mir der heiße Wunsch:„Raus hier, rmi» um jeden Preis." Arbeit baben, und ein Dach Über dem Kops. Dies Ziel treibt ste am Irühen Morgen schon zum zuständigen Wohl- sahrtsamt, wo sie harren, bis ihnen Hilfe wird, bis eine neue Eni- löuschung ste zusammenschmctten. Nicht mir gegen Not und Elend kämpft städtische Wohlsahrt, ste muh auch gegen Lüge und Betrug einen horten Kamps lämplen. Abgewiesen! Ziellos irren sie grübelnd durch die Straßen. Wo sollen sie auch hin, wer kann denn nun noch helfen? Wer könnte? Sinnen und nochmal Sinnen verzehrt meist jeden Trieb zur aklioen Selbsthilfe. Man kommt nicht davon ab, dah nur der andere belsen kann. Die gewagtesten Gedanken bekommen in solchen Sittiationen Gefüge, werden Sclbsloe�ändlichkeit. „Aber nä— i," alarmiert in der Herberge ein Vstmärker seine Nachbarschaft, indem er seine harte Faust aus den Tisch krochen läßt. „Aber nä— i,— daaß ich doch gaar nich dran jedoch! Hab!" Er entsinnt sich einer Cousine seines Schwagers, die in Steglitz in Siel- lung sein soll, vielleicht mal war. Sie soll Helsen, er will sie finden, nur den Namen hat er vergessen. Maleikc oder so oder so soll sie heißen, er weiß nicht ganz genau. O bittere Komik des Elends. Kriegskameraden, ehemalige vorgesetzte, längstvergrssene Freunde. Bräute von Freunden in der Heimat, slüchtige Bekannte besserer Tage, selbst Fremde, deren Namen man sich irgendwo ein- geprägt hat, müsien zurück tn die Erinnerung: sie sollen Hilfswerke vollziehen. Hatte Ich nur, wäre ich nur. könnte ich nur, das stnd hier Stich- warte, die Hoffnung auslösen. » Obdach. Esten und Warnte, und wenn es in der Strafanstalt sei. Aerzwelflung gebiert Pläne. Der Wunsch nach dem Krankenhaus. wo man ein Bett weiß und ein gutes Esten, taucht oft auf, man hilft auch nack. um dorthin zu gelangen, nur um für kurze Zeit Ruhe �u haben, sich sammeln zu können, für dos Auswärts. Wie wenig Wünsche können zur Erfüllung ausreifen, und wieviel Elend bleibt zurück,. geistert Tag und Nacht durch die Straßen, rastlos, heute morgen— immer! Volkskonzerte. In den großen Konzertsälen im Berliner Westen herrscht, bis auf wenige Ausnahmeabende, gähnende Leere. Man macht den Rundfunk verantwortlich. Aber haben die Menschen im Osten der Etadt nicht ebensogut ihre Detektorapparate? Wie tommt es, daß der große Saal des Saalbaues Friedrichshain bis auf den letzten Plak gefüllt war, als das Berliner Sinfonieorchester unter Dr. Ernst Jokls Leitung Beethovens Ouvertüre zu Leonore" Nr. 3 und die„ Neunte" spielte? Vielleicht ist es so, daß die gleiche Ursache völlig entgegengesetzte Wirkungen zeitigte. Dort musitüberfütterte Menschen, die jetzt mitreden" können, ohne einen Schritt aus dem Hause zu tun, die große Künstler und große Kunstwerke( unter anderem! Anmerk. f. d. Rundfunk!) hören, wenn sie sich nur den Kopfhörer überſtülpen; hier andere, die durch den Rundfunk vielleicht überhaupt erst die Bekanntschaft mit wertvoller Mufit gemacht haben, die aber nun ganz richtig empfinden, daß die lebertragung auf Welle 505" doch schließlich nur ein Erfag ist. " Das war doch schöner als Radio," seufzte eine Stimme neben mir, als der letzte Ton der Neunten Sinfonie vertlungen war; ein etwa 13jähriger Junge fagte es mit leuchtenden Augen zu seiner Mutter, der man es ansah, daß sie nicht oft die Hände müßig in den Schoß legen darf. Muß es nicht schön sein für Künstler, vor solchen Menschen zu mufizieren? Bu wissen, daß unter diesen Hörern, für die ein Kon zértbesuch ein wirkliches Opfer an Zeit und Geld bedeutet, niemand figt, nur weil er eben dabeigewesen sein muß"? Der Saal war den Beethoven- Werken akustisch nicht eben günstig. Es wäre schön gewesen, wenn alle diese Menschen in der Philharmonie ihnen hätten lauschen dürfen. Gewiß gibt es auch dort und im Blüthner- Saal Konzerte zu volkstümlichen Preisen; aber das wichtigste fehlt dabei: die Einführung in die Musik, die für volkstümliche Konzerte eigent lich unerläßlich ist. Das Volksbildungsamt Friedrichs. hain füllte hier in dankenswerter Weise eine wirkliche Lücke aus, als sie diese vor etwa einer Woche vorausschickte. zu wünschen wäre, daß für fünftige Aufführungen mit großem Orchester ein günstigerer Saal gefunden werden fönnte, ohne daß der Einheitspreis von 75 Pf. für die Eintrittskarte erhöht zu werden brauchte. Sehr zu begrüßen war es, daß das Berliner Sinfonies orchester sich mit unserem schönen Berliner Volfschor vereint hatte. Auch die Solisten( Gertrud Wolf, Olga Eisner, Karl Jöken, Mar Spilder) waren gut. Nur eins sollte berücksichtigt werden: der Siebenuhranfang ist für ein volkstümliches Konzert unmöglich. Zahlreiche Besucher mußten die Leonore Ouvertüre versäumen, da sie erst nach halb acht eintreffen konnten. Die Haftentlassung der Gräfin Bothmer abgelehnt. Die Straffammer des Landgerichts Potsdam hat sich am Sonnabend mit dem von der Verteidigung der Gräfin Bothmer eingereichten Haftentlassungsantrag befaßt und nach längerer Bes ratung beschlossen, diesen Antrag abzulehnen. Tie Straffammer, die unter dem Vorsiz von Landgerichtsdirektor Hellwig tagte, stellte sich in Bearündung dieses Beschluffes auf den Standpunkt, bak immer noch eine Verdunkelungsgefahr in diefer Affäre bestehe. Gleichzeitig wurde der Termin für die Berufungsberhandlung endgültig auf Montag, den 14. Dezember, anberaumt. Wie wir hören, wird die Verteidigung der Gräfin Bothmer vor ausichtlich gegen diesen Entscheid der Straflammer Haftbeschwerde beim Kammergericht einlegen. Das Autounglück in der Bismarckstraße. Die rasende Fahrt des Kraftdroschfenführers Wilhelm Schulz, durch die im Juni d. 3. zwei Menschenleben vernichtet, zweischwerverlegt wurden, beschäftigte nun auch die Große Straftammer des Landgerichts III in der Berufungsinstanz. Noch einmal mußte fich Schulz, der vom Schöffentgericht Charlottenburg zu 2 Jahren Gefängnis ver urteilt wurde, wegen fahrlässiger Tötung und gefähr licher Körperverlegung verantworten. Auch die jetzige Beweisaufnahme, die das Unglüd mit seinen traurigen Folgen noch einmal aufrollte, ließ teine andere Auffassung zu. Schulz, der in rücksichtsloser Fahrt mitten in eine Arbeiterkolonne von einem Aufsichtsführer und vier Arbeitern hineinfuhr, hat vier Familien in grenzenloses Elend gestürzt. 3wei ver beiratete Arbeiter waren sofort tot, die beiden anderen, ebenfalls Familienväter, mußten monatelang im Krantenhaus liegen und sind jetzt Krüppel. Auch diesmal suchte der Angeklagte die alten Entschuldigungen mit der defekten Fußteuerung wieder vorzubringen. mußte sich diese aber von den Sachverständigen und Zeugen, die übereinstimmend gegen ihn aussagten, widerlegen laffen. Gein eigenartiges Benehmen nach dem Unglück, seine erste Sorge um das Fahrgeld, das herzlose Anbieten einer Entschädigung von 30 Mart an einen der Schwer verlegten nahmen auch jetzt wieder völlig gegen den Angeklagten ein. Das Berufungsgericht tam zu dem gleichen Ergebnis wie die Bor instanz. Der Leichtsinn des Chauffeurs sei geradezu ungeheuerlich 29] Die Passion. Roman von Clara Biebig. Es war gut, daß jetzt Fräulein Müller kam; die war gerade bei Eva gewesen. Eva lag in der Tat im Krankengerade bei Eva gewesen. Eva lag in der Tat im Krankenhaus, aber es ging ihr viel besser, sie hatte kein Fieber mehr, die rheumatischen Schmerzen in den Gliedern hatten nachge laffen, nur das Herz war noch ein wenig matt. Aber das war ja kein Wunder- die plötzliche Abkühlung und der Schreck und nun kam es heraus, was Eva verbrochen hatte. Das Gesicht des Fräulein Müller hatte durch diesen Schreck auch von seiner blühenden Frische eingebüßt; ihr, thr natürlich wurde ein Teil Schuld beigemeffen, und sie war doch gänzlich unschuldig. Konnte fie ahnen, daß diese sonst immer gehorsame Eva, auf die sie auch stets so aufgepaßt und besondere Rücksicht genommen hatte, daß dieses ungezogene Ding, dem das Baden strenaftens untersagt war, auf einmal die Idee bekommen fönnte, doch zu baden?! Und so finnlos! Ins Wasser war sie hineingelaufen mitsamt den Kleidern, nur Schuh und Strümpfe hatte sie ausgezogen. Sie wäre sicher ertrunken, der an jenem Tage gerade recht hohe Wellengang hätte sie fortgespült, wäre nicht ein junger Mann, einer der Musiker von der Kapelle, ihr nachgesprungen. Er hatte fie zufällig beobachtet, hörte er auf einmal ihren Schrei. Einen gellenden Hilfeschrei. Olga mußte weinen, hemmungslos weinen, als sie am Bett ihres Kindes faß. So lange hatte sie sich tanfer gehalten, nun brach sie zusammen. Schüchtern streichelte Eva ihre Hand: ihre liebe Mutter, wie leid tat die ihr, und Fräulein Müller tat ihr auch leid. Sie war sehr schuldbewußt und tonnte doch nicht bereuen, was sie getan hatte. Es war trotz dem Schred- benn ein Schred war es gewefen, als das Meer fie plötzlich fo gwaltig in feine Arme nahm doch schön gewesen. Geschrien sollte sie haben, geschrien? Sie erinnert fich deffen nicht mehr. Aber dann sicher nur aus Freude, aus Jubel. D, das Meer, die große ewige Weite, die kam und nahm einen auf, und dann wußte man auf ein mal nichts mehr. Müde schloß Eva die Augen. ,, Sie ist begreiflicherweise noch etwas matt," sagte beruhigend der Arzt. Olga hatte den brennenden Wunsch, so bald wie irgend möglich mit dem Rinde wieder nach Hause zu tommen. Nein, gemefen, von Milde fönne teine Rede sein. Die traurigen Folgen, die vier schwer um ihr Brot ringende Familienpäter getroffen haben, feien so entfeßliche, daß hier die ganze Härte des Gesetzes für angebracht erschien. Die Berufung wurde verworfen, ein Antrag auf Haftentlassung abgelehnt, und Schulz trat seine Strafe schließlich sofort an. Große Frauen- Versammlung am Mittwoch, den 2. Dezember, abds 7%, Uhr, in den„ Germaniafälen", Chauffeestraße 110. Tagesordnung: Die Frau im neuen Strafrecht. Referent: Rechtsanwalt Genosse Dr. Saenger. München, M. d. R. In den Tod getrieben? Ein geheimnisvoller Selbstmord. Den geheimnisvollen Tod eines jungen Mädchens sucht die Kriminalpolizei aufzuklären. In der Nacht vom Bußtag zum Donnerstag sprang eine 18 Jahre alte Kontoristin Anna Kragoczat um 2 Uhr von der Adalbertbrücke über das Geländer in den Luisenstadtkanal und ging gleich unter. Zeugen des Vorganges riefen die Feuerwehr, diese konnte aber nur noch die Leiche bergen. Die Ermittelungen zur Aufklärung dieses Selbstmordes führten nun zu seltsamen Feststellungen. Das Mädchen hatte etwa eine Stunde vorher, gegen 1 Uhr, einen Kriminalbeamten in dessen Wohnung durch den Fernsprecher anges rufen, wie es fagte, von einem Café aus. Es teilte dem Beamten mit, daß es ihm helfen wolle, einen wegen Betruges steckbrieflich gesuchten 29 Jahre alten angeblichen Kaufmann Friedrich Hildebrandt zu ermitteln und festzunehmen. Das Mädchen bemerkte noch, daß es diesem Manne, den es von früher her fenne, besonders zürne. Das Gespräch war nur sehr schwer zu verstehen, weil ständig ein Mann dazwischensprach. Es wurde dann abgebrochen, und der Beamte wurde nicht wieder angerufen. Bon welchem Café aus es sprach, fagte das Mädchen nicht. Gegen 1½ Uhr fam es mit einer Autodroschte vor der Wache des 14. Polizeireviers in der Kommandantenstr. 87 vorgefahren und überreichte dem Wachhabenden zwei Briefe mit der Weisung, sie dem Kriminalbeamten, dessen Adresse sie tragen, zu übergeben. Ohne weitere Er flärung verließ es die Wache wieder, bestieg das Auto und fuhr davon. Der wachhabende Beamte sah nur noch, daß im Auto auch noch ein Mann saß. Der Kriminalbeamte, für den die Briefe bestimmt waren, ift derjenige, den das Mädchen furz vorher in seiner Wohnung angerufen hatte. Aus den Briefen, in denen es mitteilt, daß es sich das Leben nehmen wolle, geht hervor, daß das Mädchen fie in dem noch unbekannten Café geschrieben hat, während es mit einem Manne am Tische saß. Auffallend ist nun, daß, wie Beugen befunden, um 2 Uhr, als das Mädchen ins Waffer sprang, ein Mann dicht bei ihr stand. Dieser Mann machte feine Rettungsversuche, sondern ging weg, ohne sich um den Vorgana weiter zu fümmern. Es wird vermutet, daß das junge Mädchen nicht ganz freiwillig aus dem Leben geschieden ist und daß es die beiden Abschiedsbriefe unter dem Drud eines fremden Mannes geschrieben hat. Für die Aufklärung ist es wichtig, das Café, von dem aus das Mädchen den Kriminalbeamten angerufen und die Briefe refchrieben hat und den Mann zu ermitteln, der dabei an ihrem Tische sak. der sie in der Autodroschke begleitete und in der Nähe mar. als es über das Geländer sorang. Der Chauffeur, her in jener Nacht mm 2 Uhr das Baar noch der Revierwache in der Rommandantenstraße gefahren hat, wird ersucht, sich umgehend bei Kriminalfommiffar Nebe beim 2. Kriminalbezirk des Polizeiamts Mitte zu melden. Großkampftage gegen die Ratten. Nachdem der Polizeipräsident am 12. November d. J. eine Polizeiverordnung über die Durchführung der Rattenvertilgung erlassen hat, sind jeẞt der 11., 12. und 13. Dezember als Tage der all gemeinen Rattenrertilgung festgesetzt worden. Die näheren Bestimmungen sind in einer besonderen Bekanntmachung enthalten, welche die zur Rattenvertilgung Verpflichteten in der Zeit vom 30. November bis 5. Dezember bei dem für das betreffende Grundstück zuständigen Polizeire vier abholen müssen. Es wird besonders darauf a fmerksam gemacht, daß das nicht abholen der Bekanntmachung diesmal bestraft werden wird. Boraussichtlich wird im Frühjahr nächsten Jahres im Eins Dernehmen mit dem Städtischen Hauptgesundheitsamt eine neue allgemeine Aktion zur wirksamen Bekämpfung der Ratten unternommen werden. hier ließ sie ihre Eva feine Stunde länger, als dringend nötig. Aber vorher wollte fe noch dem Mann danken, der ihres Kindes Leben gerettet hatte. Ertrunken ihre Eva wäre ihre Eva wäre sonst ertrunken! In einem Schwindelgefühl schloß sie die Augen. Sie war totenbleich, als sie auf den jungen Menschen zu legen: so etwas Besonderes war das doch nicht gewesen. So ging, dem sie so viel zu danken hatte. Der wurde ganz verwas macht man ja ganz gerne, selbstverständlich." Es wäre wahrhaftig schade gewesen um den niedlichen Käfer. Er nahm die Sache gar nicht so ernsthaft wie die Frau, aber daß fie sich so rührend bedankte, das freute ihn nun doch. auch wieder hin, wenn die Badefaifon vorbei war; dies hier Hans Blechhammer war auch aus Berlin. Er ging da wieder zweite Bioline im Café, auch bei Tanzfestlichkeiten, in war ja nur für den Sommer. In Berlin spielte er dann Konzerten spielte er; was sich gerade bot. Man ist doch nun eingeführt," sagte er. Seine Eltern hatten es nicht gewollt, daß er Musiker wurde, viel war ja auch nicht dabei zu ver dienen, aber es war eben ein Beruf, der ihm lag. Seine Eltern waren tot. ,, Beide?" fragte Olga, und dachte bei sich: bann mag da ist, der ihm Wäsche und Kleidung in Ordnung hält. Ihr es wahrlich schwer für ihn sein, durchzukommen, wenn feiner Blid blieb haften auf seinem durchgestoßenen Kragen und dem Vorhemdchen, dessen Rand ein wenig ausfranzte. Ja, beide," sagte er. Leider!" Und sie sah ihn mit fühlend an. Ehe Olga mit Eva abreisen fonnte, verstrichen noch ein paar Tage, in denen sprach sie den jungen Musiker mehrmals. Hans Blechhammer war der Retter ihres Kindes, fie sah ihn mit ihren Augen ganz anders, als er eigentlich war. Wie gut er zu Eva war! Er pfiff etwas aus den Meister fingern" wäre das, sagte er, und nannte fie Evchen". Er führte sie an der Hand, wenn fe zu dritt langsam am Strande auf und ab spazierten, und Eva ließ sich gern von ihm führen. Ob sie dem jungen Mann wohl anbieten fonnte, daß sie, halten wollte? Dlga überlegte: er war der Retter ihres wenn er wieder in Berlin war, seine Wäsche in Ordning Kindes, sie würde das ja so gern tun, so fonnte fie wenigstens wieder etwas von dem abtragen, was sie ihm schuldig war. Jedenfalls würden sie sich wieder sehen. Und mit dem Munich, ihn wieder zu sehen, schied Olga von ihm. Es hatte Augenblicke gegeben, in denen er fie an den erinnerte, der Evas Bater gewefen war. Beschlagnahme von Funkgerät. Durch nicht rechtzeitige Anmeldung der neu errichteten Rund funtempfangsanlagen beim Zustellpostamt fällt der deutschen Reichs post monatlich eine größere Menge Funkgerät durch Beschlag nahme zu. . Dieser Beschlagnahme schließt sich in den meisten Fällen ein Gerichtsverfahren an, welches entweder zur Berurteilung und Be strafung des Beklagten unter Einbehaltung der Apparate oder auch zum Freispruch führen kann. Wenn auch im lezteren Falle die beschlagnahmten Apparate wieder freigegeben werden, so sind doch dem Betroffenen durch das Unterlassen der rechtzeitigen Anmeldung viel Aufregung und Unannehmlichkeiten entstanden und er muß u. a. Monate warten, bis er seinen Apparat wiederbekommt. Ferner hat er in der Zwischenzeit feine Möglichkeit, eine neue Anlage vorschriftsmäßig beim Postamt anzumelden, da eine Bestimmung besagt, daß Anträge auf Genehmigung von Empfangsanlagen, sofern sie von Personen herrühren, gegen welche ein Verfahren wegen des Betriebs einer nicht genehmigten Funt anlage schwebt, bis zur Beendigung des Verfahrens zurückzustellen sind. In den meisten Fällen liegt bei diesen Verstößen gegen die Berordnung zum Schutze des Funfverfehrs nicht böse Absicht vor, sondern lediglich Unkenntnis oder Nachlässigkeit. Aber Unkenntnis Ansicht verbreitet, es sei erlaubt, eine Funkanlage erst nur mal ver des Gesetzes schützt auch hier vor Strafe nicht. Da ist z. B. die fuchsweise zu errichten, um den Apparat auszuprobieren, während die Verordnung sagt, daß schon der Versuch strafbar ist. Andere meinen, ihre Schuldigkeit getan zu haben, wenn sie die Anlage beim Postamt mündlich oder schriftlich oder beim Postboten angemeldet haben. Nach den Bestimmungen der Bekanntmachung über den Unterhaltungsrundfunk darf jedoch der Antragsteller erst dann mit der Errichtung der Anlage beginnen, wenn er im Besize der Genehmigungsurkunde ist und wenn er durch Quittung nach weisen kann, daß die fälligen Funkgebühren bezahlt worden sind. Auch sind für besondere Haushalte, die an das Empfangsgerät angeschlossen werden sollen, besondere Genehmigungsurkunden erforderlich. Um zu verhindern, daß ein soeben teuer erworbener Empfangsapparat der Beschlagnahme anheimfällt, ist es daher dringend Andererseits ist die einmal erteilte Genehmigung nicht an einen erforderlich, die vorstehenden Bestimmungen genau zu beachten. bestimmten Ort, insbesonder nicht an die Wohnung gebunden. Der Inhaber hat vielmehr das Recht, seine Anlage vor übergehend auch in anderen Wohnungen, z. B. versuchsweise bei einem Bekannten, aufzubauen und zu betreiben. Nur muß er seine Genehmigungsurkunde sowie die legte Gebühren quittung mit sich führen. Er darf nämlich auf Grund der Ge nehmigungsurkunde nur eine Anlane betreiben und ist daher verpflichtet, während der Zeit anderweitiger Benutzung die Anlage in feiner eigenen Wohnung außer Betrieb zu setzen. Zuchthausstrafen für die Tempelhofer Kaffenräuber. In dem Prozeß wegen der Beraubung der Tempelhofer Ge meindefaffe wurde gestern das Urteil gefällt. Die vier Haupttäter erhielten fünf und drei Jahre Zuchthaus, und zwei Jahre bzw. ein Jahr 3 wei Monate Gefängnis, zwei weitere je sechs Monate Gefängnis. Ein Weg zur Wölferverständigung. " Ge arbeit" hielt fürzlich ihre fünfte Zusammenkunft ab. Die Arbeitsgemeinschaft Freunde der internationalen Klein nosse Floerte berichtete über seine propagandistische Tätigkeit zur Gewinnung von englischen Korrespondenten, die von einem ganz erheblichen Erfolge begleitet war. Es sind bisher nicht weniger forrespondenz bereit erklärt haben. als 40 englische Namen eingelaufen, die sich zu einer Austausch Darauf referierte Genoffe Dr. S. Rosenfeld zu dem Thema: Was die Völker trennt was sie vereint" In großen Zügen zunächst die kulturgeschichtlichen Ereignisse Deutschlands und Englands usw. berührend, gab der Referent einen Ueberblick über das, was die Völker infolge ihrer verschiedenen wirtschaftsgeographischen urd politischen Struktur trennt. bis die Broletarier aller Länder ihr gemeinsames Ziel, ihr gemeinsames Wollen erkennend, fich nach und nach fester zusammenschließen, um zu fämpfen für die große Idee des Sezialismus, für die internctionale Berbrüderung der Völker. Im Bölferbund, der uns in seiner jezigen Zusammensetzung wohl nicht zufriedenstellt, ist ein Anfang dazu gemacht. Auch die Arbeit der Freunde der internationalen Kleinarbeit ist dem großen Friedens- und Verständigungswert gemidmet. Genoffen, die fich für das Wirken der F. d. i. K." intereffieren und die Korre frondenzaustausch mit ausländischen Genossen wollen, oibt Genosse Dr. Adolf Paez, Berlin NW. 21, Stromstr. 58, gern Auskunft. Bonfum- Genoffenschaft Berlin und Umgegend, Eüden, Südwest. Conn tag, 29. November, nachmittags 4 Ubr, in den Blücherfälen". Blücheritr 61Warenausstellung, Filmvorführung und gefelliges Beisammensein. Eintrittsfarten 60 Pf. an der Klasse. Warenausstellung frei. 11. ,, Na, seh'n Se wohl," sagte Frau Bullmann triumphierend, als Olga mit Eva wieder da war ,,, mit de Ostsee is das so' ne Sache. Nich jeder.verdrächt se." " Was eigentlich passiert war, erzählte Olga ihr nicht, und auch im Atelier erzählte sie es nicht, sie sprach nur davon, Eva wurde nun in Mutterlauge" gebadet, und auf Frau daß Eva Rheumatismus und Herzklopfen bekommen hatte. Bullmanns Verordnung morgens und abends tüchtig gestrichen; das war hypnosisch und gut für allens," wie die sagte. Eva war nun wieder Frau Bullmanns Fürsorge anvertraut, die sich darauf beschränkte, daß sie, wenn sie mittags aus der Schule tam, fich bei der Nachbarin einen Teller meist toffelsuppe mit reichlich Zwiebel, und einfam in ihrer Küche schon falter Löffelerbsen mit Specgrieben abholte, oder Karverzehrte. Meist ließ sie das Effen aber stehen.„ Sie ist wie'n Spak," sagte die Bullmann. Und in einer 2nwandlung for nehme!" von Ehrlichkeit: ,, Eigentlich' ne Schande, daß ich da' ne Mark Benn Eva nur nicht so einsam gewesen wäre! Jekt, da fie ihre Freundin, das Meer, verloren hatte, fühlte sie die sie durch den Tiergarten in einer unverstandenen inneren UnEinsamkeit. Früher war sie gern allein gewesen, jetzt strich ruhe, wie sie genau so geheimnisvoll den großen Park mit dem Wispern der Blätter, dem Flüstern der Liebespaare, dem Cäufeln der Lüfte, dem Wehen der Halme, dem Fallen des Laubes erfüllte. Niemand ahnte, was in Eva vorging. Selbst die Mutter nicht. ihre Sorge um Eva war etwas getreten, das auch eine Sorge Olga hatte jetzt auch einmal mit sich selber zu tun. Neben Sie fämpfte mit sich. Sie hatte es bald gemerit, war fich mar, nahezu eine Qual. und was doch etwas Süßes war. fie ihn endgültig abweisen? Seit fechs Wochen war er wieder ganz flar darüber: der junge Blechhammer suchte sie. Sollte hier; er tam zuerst feltener, anfänglich, wie es schien. nur wegen der Wäsche: aber jekt öfter, sehr oft und jetzt ihret. mar ja auch so gut zu dem Kind, brachte ihm immer etwas wegen. Eva empfing ihn jedesmal mit einem Aufschrei. Er mit Kleinigkeiten, aber stets etwas, das ihm Bergnügen machte. Er hatte viel Verständnis für dessen Einsilbigkeit, verstand es, Eva aus sich herauszuloden. Ein guter, herzensguter Mensch! Was Olea manchmal an ihm nicht gefiel freilich nur in seltenen Momenten- das schrieb sie seinem Beruf zu. ( Fortfegung folgt.) Koh'everedelung. Im Sigungsfaal des Berwaltungsgebäudes der AEG. Sprach Direktor R. Loebinger vor einem fast ausschließlich fachtechnisch Intereffiertem Auditorium über das Thema Gewinn aus Kohle". Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden waren an> wesend. Das Referat des AEG.- Direktors, das allerdings durchaus akademisch mar, unterstüßte ein reichhaltiges, sehr präzise und sauber gearbeitetes Bild material. Loebinger erörterte die Möglich feiten durch ein neu konstruiertes sogenanntes Kohlen verede lungs" Berfahren, die Etträgnisse der Kohle zu erhöhen. Der Redner suchte in seinen Angaben die Nachteile des bisher üblichen Teergewinn- Berfahrens bei der Tieftemperaturverschwelung, die Kohle mit heißen sauerstoffreien Gasen in Verbindung zu bringen, nachzuweisen. Dadurch werde die Materie angegriffen und die Gewinnung des Teerbenzins und hochwertiger Gase erschwert. Dies wird nach dem Redner bei dem Kohlenveredelungsverfahren ver mieden, da die Kohle selbst isoliert bleibt und nur durch Heizflächen hindurch beheizt wird. Die größere Rentabilität des neuen Verfahrens fuchte Loebinger durch Zahlenmaterial nachzuweisen, daß man nicht ohne weiteres auf seine Stichhaltigkeit prüfen tann. Das lezihin viel erörterte Hydrierungsverfahren( direfte lm fegung von Kohle in Del) behandelte der Vortrag ebenfalls Loebinger scheint es angebracht. zunächst im Schwelverfahren die flüssigen Kohlebestandteile zu gewinnen und erst, wenn die so erzielbaren Delmengen nicht mehr ausreichen, das Hydrierungsverfahren anzuwenden. Die Deleinfuhr Deutschlands im letzten Jahr beziffert fich wertgemäß auf 286 Millionen Mart. Loebinger hofft, daß das neue Verfahren der Beredelung diesen Passivposten völlig auszugleichen vermag. = Der Eispalaft war am Donnerstag zum ersten Male einem größeren Schlittschuhläufer publikum geöffnet. Den Abschluß der fportlichen Vorführungen bildete eine Pantomime auf dem Eise, betitelt: Die Laune der Favoritin" von Karfiol. Musis falische Einrichtung von Kapellmeister Einödehofer, verbunden mit einem hübschen Eisballett vom Tanzmeister Blanvalet. Die Stadtverordnetenverfammlung hat in diefer Woche fbre Sigung nicht am Donnerstag, sondern am Dienstag um 6 Ubr. Das Arbeitspenium ist so reichlich bemessen, daß es mehrere Sigungen ausfüllen fann. Auf der Tagesordnung steht auch schon die zweite Beratung der Not standsanträge, die in der vorigen sigung einem Ausschuß überwiesen wurden. Der neue Betriebsdirektor der Flughafengesellschaft. Die Berliner Flughafengesellschaft bat den bisherigen Chef der Luft polizei im Berliner Flughafen, Major Böttger, zum Betriebsdirektor der Flughafengesellschaft ernannt. Schneeschuhfurfus des Bezirks Kreuzberg. Der Ortsausschuß für Jugendpflege und Leibesübungen im Bezirk Kreuzberg veranstaltet im tommenden Winter einen Schneeschuhkursus, der einen Trockenfursus in Berlin und einen praktischen Kursus, verbunden mit größeren Schneeschuhwanderungen in Bad Reinerz i. Schl. vorficht. Die Ulebungen des Trockenfurfus finden fott am 30. November, 7., 12. und 14. Dezember 1925. abends 7½ 9½ Uhr, in der Turn halle der 20. Gemeindeschule, Waldemarstr. 77. Außerdem hält der Sportlehrer am 5. Dezember, abends 7% Uhr, im Sigungsfaal, Dorditr. 11, einen Filmvortrag zur Einführung in den Schneeschuhsport. Der Kurfus in Reinerz dauert vom 26. Dezember 1925 bis 4. Januar 1926( einschließlich Hin und Rückfahrt). In die Ilmcegend Berlins ist am ersten Schneefonntag nach Neujahr eine Uebungsfahrt in Aussicht genommen. Schneeschuhe für den Trocken furjus stellt das Jurendamt Kreuzberg foftenlos zur Verfügung. Für den Kursus in Reinerz können Schneesche entliehen werden. Meldungen sind bis zum 30. November 1925 zu richten an das Jugendamt Kreuzberg, Abteilung Jugendpflege, Nordstraße 11, Zimmer 66. Die Eislanffurfe der Bolkshochschulabteilung der Deutichen Sochschule für Leibesübungen beninnen: für Anfärger Donnerstag, 3. Dezember, 6-8. Portag, 30. November. 6.- 8. für Fortgeschrittene und Kunits läufer am Mittwoch, 2. Dezember. 6, 8, 11hr abends, im Sporthalaft. Auskunft und Anmeldung im Bureau, Kurfürstenstr. 48, Kurfürst 1309. Ueber Die Stelluna des Hardwerks im Zeitalter der Technisierung" Spricht Reichafunitwart Dr. Nedsloh am Montaa, den 30. November, Straße 3. Eintrittspreis: 50 Bf., für Rosinhaber der Lotterie Wohnung und Hausrat"( Lospreis 1 M.) frei. .Grzesinski importiert Haller- Soldaten". In der Morgenausbürftlich 8 Uhr abends, im Plenariaal des„ berrenbaufes", Berlin, Leipziner gabe eines Berliner Blattes vom 26. November wurde unter der Ueberschrift Grzesinsti importiert Haller- Soldaten" ein Bericht der Kattowiger Zeitung" wiedergegeben, nach dem einem angeb licken Ausländer namens Dubois durch das Verliner Polizeipräsidium am 25. Oftober d. J. ein Heimatschein und ein deutscher Baß ausgestellt worden feien. Im Anschluß daran wird der Polizeipräsident um Aufklärung eriucht. Das Polizeiprändium teilt nunmehr folgendes mit: Der angebliche Ausländer Dubois ist, wie bereits im Jabre 1924 festgestellt wurde, deuticer Reichsangehöriger, und die Ausstellung eines Heimat fcheines und eines deutichen Passes fonnte ihm deshalb nicht ver weigert werden. Mühenausstellung. Die Bereinigung selbständiger Kürschner und Müzenmrcher E. V. hält anläßlich ihres vierzigjährigen Be stehens vom 28. bis 30. November in den Unionsfestfalen in der Greifswalder Straße eine Fachausstellung ab, die am Sonnabend vormittag von dem Bertreter des Präsidenten der Berliner Handwerfstammer eröffnet wurte. Danach sprachen einige Fabrikanten, die darlegten, daß nach ihrer Ansicht eine öffentliche Ausstellung zur Belebung der Branche zweckmäßig und fogar notwendig sei Der dann folgende Rundgang zeigte einen Sacl mit Fertigfabritaten, von der winzigsten Puppenmütze bis zur fiberlebensgroßen Kopfbededung alles gleich forreft gearbeitet. Sicher war es vielen Besuchern neu, daß auch die gesteppten Damenhüte und Regenhüte von Müßen" machern hergestellt wer ben. Im benachbarten Saal sah man die notwendigen Betriebss mittel und Materialien zur Fabrikation, außerdem eine vollständige, zwar fleine, aber ganz moderne Müßenfabrit, die dem Laien besonders interessant war. Bezirke bildungsausichuk Groß- Berlin. Sonntag, den 6. Dezember. nachm. 3%, Uhr, im großen Eaal der Philharmonie zweite Zana beranstaltung m Orient". Preis der Einzelfarte 1,20. Für die letzten drei Veranstaltungen fönnen noch Abonnements zum Preise von 3 M. ausgegeben werden. Nächste Theatervorstellung im Schiller Theater bila. Edmant in 3 Ahen. Preis der Staite einfchließlich leiderablage Charlottenburg am 25. Tezember( 1. Weihnachtsfeiertag) Der Gluds und Theaterzettel 1,20 M Fonnabend, den 26. Dezember( 2. Weihnachts: feiertag), im Groken Schauspielbans Broletariide eierinnde Träume der Mietsfaserne". Preis der Einzelfante 1,20 M. Für die letzten vier Veranstaltungen fönnen noch Abonnements aum Breife von 3,20 M. abgegeben werden. Marten für alle Veranstaltungen sind in den bekannten Berkaufsstellen zu haben. Turnierergebi iffe des Morfeuer F& cdh'urn'ers. Die Turnierergebnisse einschließlich der dreizehrten Runde sind: Bogoljubov 9, Laster 9. Torre 8 Cabablanka 7. Marshal 7, Tartafower 7, Romanomffi 7, Grünfeld 6, Genewski 6. Rubinstein 6, Bogathrtschof 6, Retl 6, Rabinowitid 5. Epielmann 5, Merlinsfi 5, Caerisch 5, Loewenfi ch 4 Duchotnirifi 4, Dates 3 ,, Gotbilf 3, Cubarem 2., Marshal, Loewenfisch, Bogoljubow Gothilf. Rabinowitsch, Genewffi und Bogathriichot haben je eine unbeendete Partie. Dates hat noch drei unbeendete Partien. Torie, Tuchotnirifi, Loewenfisch. Maribal, Tartafower, Spielmann, Cubarew, Laster, Romanomali, Grünfeld, Dates, Rubinstein und Rabinowitsch waren je einen Tag ipielfrei. Ein blutiges Ehedrama hat sich in Eberstadt bei Darmstadt ereignet. Der Arbeiter Maurer war mit seiner Ehefrau in Streit geraten. Die Frau floh auf die Straße, worauf er ihr mit dem Süchenmesser nacheilte und ihr inmitten zahlreicher Arbeiter, die sich gerade zur Arbeit begaben, tödliche Stiche bei A.WERTHEIM Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Jumper KunsiseidenTrikot mit Malerei Rock au Cheviot plissiert 425 475 brachte. Während man sich um die Frau bemühte, gelang es dem Säter, zu entkommen. Später fand man ihn in der Wohnung erhängt auf. Die Gründe der Tat sind unbekannt. Kölu als internationaler Flugverkehrspunkt. Die Kölner Stadtverordnetenversammlung beschloß, wie der Sozialdemokratische Pressedienst meldet, am Donnerstag abend, unverzüglich die Vorarbeiten zur Schaffung eines großen internationalen westdeutschen Flughafens enzuleiten Mit der Räumung Kölns wird bekanntlich auch der große, im Frieden von den deutschen Militärbehörden angelegte Flugplay. einer der größten Europas frei. Als vorläufiger Kostenbeitrag für die zu bildende Fluggesellschaft stellt die Stadtverordnetenversammlung den Betrag von 1,6 millionen Mark und ferner 750 000 m. zum weiteren Ausbau des Flugplazes zur Verfügung. die Westfalenhalle, die größte in Hola fonj.ruierte Halle Die größte Holzhalle Europas. Ja Dortmund vurde gestern Europas, die ein Faffungsvermögen von 12000 Berionen bat, in feierlicher Weise eröffnet. Ende Februar foll hier das erste Dortmunder Sechs- Tage- Rennen von statten gehen. behörde in Honolulu( Hawaiinseln) entdeckten im Schifferaum Blinde Passagiere in Särgen Beamte der Einwanderungseines großen Passagierdampfers 11 Chinesen, die sich tot stellten. Jeder von ihnen lag in feinem eigenen Sarg, Nahrung und Gepäck neben sich. Sämtliche Chinesen und Beamten glauben, daß es sich um eine ausgedehnte Ber einige Mann von der Schiffsbesaßung wurden verhaftet. Die schwörung bandelt, Fremde vom Diten nach San Francisco einzuschmuggeln. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäfte ftete: Berlin G 14. Gebaftianftr. 37/38 Sof 2 Tt. Wassersportabt. Karten zum Winterfest am 5. Dezember in den Spichernfälen find zu haben bei: Mar Sassen. Czarnitauer Str. 5; Erich Christoph, Nürnberger Plan 5; 3. S. W. Dick, Lindenstr. 2, und im Gaubureau. Abendkasse findet nicht statt. Tiergarten. Mi., b. 2., 8 Uhr. Bollversammlung im Kaffee Gärtner. Bortrag Erwin Barth. Mitgliedstarte legitimiert. Turnen fällt aus. Charlottenburg. Jungmannschaft Mo., b. 30., 8 Uhr, Kreisversammlung Schillerfäle, Bismarckstraße. Vortrag Dr. Klette. Wilmersdorf. Do., d. 3., pünktlich 8 Uhr, Kreisvollversammlung( PflichtBorabend) in den Johann- Georg- Sälen, Salenfee, Johann- Georg- Straße. stand und Führer tagen ab 7 Uhr daselbst. Bortrag Kamerab Oberst Lange. blikaner( auch Damen) als Gäste willkommen. Gemütlides Beifammensein. Beide Musiken und Fahnen zur Stelle. Repu Röpenid. Mo., d. 30., 8 Uhr, im Kleinen Saal des Stadttheaters Mitgl.- Verf. 1. Bortrag des Kameraben Hahn. 2. Innerer Auf- und Ausbau. 3. Abrechnung von der Herbstfeier. Appell Bollanfftr. 131. Mitgliedstarten find mitzubringen. Gruppenführer laden ein. Pankow mit Untergruppen. Mo., d. 30., 8 Uhr, Arbeiter- Radio- Klub e. B., Guppe Friedrichshain. Montag, ben 30. Sopember, 7½ Uhr, im Lokal Arndt, Warfchquer Str. 59, Vortrag des Funkfreundes Blodsdorf über Schwingungsvorgänge". Gäste willkommen. fches Gymnafium, Sallesche Str. 24( am Anhalter Bahnhof). Irma Betroff: Freibenker- Volkshochschule. Dienstag, den 1. Dezember, 7% Uhr, Astant Entwidlungsgang der menschlichen Gesellschaft". Arbeitsgemeinschaft entschiedener Republikaner. Mittwoch, den 2. Dezem ber. im Restaurant Simbura. Charlottenstr. 81, 8 Uhr, Fortsekung der Dis tuffion. Thema: Wahlrechtsreform". Entschiedene Republikaner aller Bar. teien willkommen. Psychologiske Gesellschaft zu Berlin. Donnerstag, den 3. Dezember, 8 Uhr, im Inftitut für praktische Vinchologie, Kurfürstendamm 45. Major Ronrad Most: Sellsehen und Kriminalhund"( mit Lichtbildern und Film). Gäste wollen. fich vorher bei Herrn Dr. Moll, Kurfürstendamm 45, anmelden. Betriebskrankenkasse ter Stadt Berlin. Donnerstag, den 10. Dezember, nachmittags 5 Uhr, in Saverlands Festfälen Neue Friedrichstr. 35, Ausschuß fikung. Rithertlub Harmonie- Erila. Dienstag. 8 Uhr, Ewalds Vereinshaus, Sta Tiger Str. 126. Friedensbund deutscher Katholiken. Am Dienstag, den 1. Dezember, 8 Uhr. findet im ehemaligen Breuk schen Herrenhaus, Leipziger Stroke, eine öffent liche Versammlung ftatt. Redner: V. Franziskus Stratmann D. P.- Köln über das Thema: Die Ethit des Friedens" Außerordentlich günstiges Angebot in Damenkleidung Flauschmantel Veloursmantel Damenmantel oder Mouliné, jugendliche Form, mit Plüschkragen ( auch große Weiten) Glockenoder Faltenform( auch große Weiten) aus Velours de laine od. Ve lours mouliné, z. T. 1 ailettefutter oder Biberettekragen 1375 2950 35M Hemdbluse a. gemust. 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Wenn man die Zleußerungen. die da gefallen sind, unter die Lupe nimmt, ahnt man bereits, wo die wahren Ursachen der schweren Wirtschaftskrise liegen. Was nämlich an volkswirtschaftlicher Er- tenntni« im großen Saal» des Herrenhauses verzapst wurde, war wirklich manchmal derart, daß schon jedes Dort der Diskussion dazu zu schade war. llartrlle, die die Konkurrenz ausschiießen, sollten da die Reinigung der Wirtschaft sördern. tonnt« man hören. Kar- tell« sind nicht zur Preishochhaltung bestimmt— wenn man sie ober sprengt, dann bricht die Wirtschast zusammen.... Dies« und ähnlich« Ding«, die von der Industrie gesagt oder wider- spruchelos hingenommen wurden, wären, hätte sie ein Mann aus der Arbeiterschaft ourgesplvchcn. Gegenstand des Gespötts der ganzen Tages preste. Aber es waren Industrievertreter, die solch« Dort« fanden. Und wo �»ie Wirtschast' spricht, hat man eben zu staunen. Da» gehört halt einmal zum guten Ton. Nun haben die Unternehmersyndtzi und Direktoren es sich Herr- kich leicht gemach:, sie wollten die Kartelle verteiduien soviel Gutes sich von manchen Bestrebungen der Kartelle thecretisch sagen läßt, das System, wie es sich im Schutze der Kriegs- und der In. flatianswirtschost herausgebildet hat. t st aber nicht m e h r zu v«r< teidigen. Es ist so faul, daß au» der Industrie selbst die Klagen über die künstliche Hochhall�ng der Roh- und Halbsiosspreis» sich täglich mehren, daß«in Herr U2. v. Opel, der bekannte Zlutosabrikant, selbst dagegen die Feder ergriff. Da, freilich war«in Derbrechen in den Augen derjenigen, denen die Preise nicht hoch, die Löhn« nicht tief genug sein können und die sich obendrein noch erdreisten, mit dem Geld, das sie nicht haben, nicht zu kaufen. Aber mit dem Geld. das man nicht hat. kann man doch nicht kaufen, wird der naiv« Leser sagen. Er wird sich beruhigen wüsten bei der Feststellung. daß die Herren von der Industrie, die ja die ökonomisch« und den größte» Teil der politischen Macht haben, doch dieser Meinung sind. Sonst könnten sie nicht in einem Atem über hohe Löhn« und mangelnden Absatz scwi« unzureichend« Blldung von Spar- kapital klage«. Es ist schon so. daß man in der Industrie die Bor- aussetzung der Wirtschaftstätigkeit im kapitalistischen System, die Weckung der Nachfrage nach Daren nicht mehr beachtete. Man kann aber Nachfrage nicht erzielen, wenn man in voller Er- kenntnia der Totsache, daß die breiten Volksmasten kausunsähig sind, sich weigert, durch Steigerung de» Neallohne» dem Markt neue Antriebsträste zu verleihen. Da die Notenprcfle dafür nicht in Betracht lammt, führt der We� zu diesem Ziel allein über «in« bessere, bctliebswirtschafllich vollkommener« Praduk- tion. die den Preisabbau oder die Erhöhung de» Nominallohne» bei gleichen Preisen zuläßt. Nur insoweit Kartell« sich diesem Ziel entgegenstellen, sind sie zu bekämpfen. Di« Indstrietagung mochte sich über dies« Problemstellung wenig Gedanken, obwohl sie von einem Volkswirt darauf hingewiesen wurde. Sie versuhr wie der Boxer, der trainiert. Dieser hängt vor sich«inen großen Ball und malträtiert ihn mit wuchtigen Stößen. Der Boll kann nicht schreien, kann sich nicht wehren. Aber er wackelt. Di« Industrie stellte nun einen Satz aus, den niemand— außer dem verstorbenen Hugo Stinne»— s« sich zu eigen gemocht hat. Sie tat so, als s« der Zweck der Kartellbe- tämpfung nicht der. Mißgriss« zu verhindern, sondern als wolle man die Kartelle überhaupt beseitigen. An diesem Trainings» ball erprobt« sie zwar nicht ihr« Fäuste, aber die Zungenfertigkeit ihrer Repräsentanten. Wae herauskommt, ist—«in« Enquete. Da die Enquete von falschen Voraussetzungen ausgeht und sich gegen einen Gegner richtet, der gor nicht vorhanden ist. kann man gespannt sein, wa« dabei herauskommen wird. Man könnte getrost über diese Art der Industrie Politik lachen. Aber den Arbeitern, die in wachsender Zahl die Stätte ihrer Be- schäftigung verlassen müssen, die kein« Arbeit finden und nun im harten Winter bitterer N o t ausgesetzt sind— ihnen ist das Lachen längst vergangen.... Venn sie sehen« wohin es führt. Geht nur. ihr Herren Indu- striellen. hinaus nach dem Kaiserdamm zur Automobila.sstel- lung. vergleicht die Name» der Firmen, die ihr dort lest, mit den Konkursmeldungen der letzten Zeit, seht euch die Preis« an und vergleicht sie mit dem Lohn, den«in« Arbeiterschaft im besten Fall« und bei mühevollster Arbeit verdienen kann— und ihr wißt. worum die Ind.strie keine Arbelt findet. Plakate künden: Deutsche, kaust deutsche Kraftwagen! Blau auf Gelb ist da» schöne Plakat gedruckt, das verlangt, man solle lieber«inen Veberprei» für«inen deutschen Wogen zahlen als«inen au». kändischen kaufen. Weil nun einmal in De tschland die Preis« über olle» sind. Dabei ist die Vaterlandsliebe der Industriellen so groß, daß man aus der Ausstellung nicht einmal«ine deutsch« Fahne finden kam». Die?agö nach den Gelfelöern. Weltwirtschaftliche Umschau. inierepen rm axoiMigemer reajr veoeureno. ine ueic bildeten vor Kriegsausbruch Gegenstand einer z« s s i o n. die in der Turkesh Petroleum Eo. zusa Beteiligt waren daran die englische Anglo-Perstan Das Velkapital macht in der Weltpolitik und WeLwirt- schast wieder viel von sich reden. Ei» wichtiges Oekgebist. das zur. zeit unter englischer Verwaltung stehende Mossul, soll durch Beschluß des Völkerbundes seine endgültig« Grenze nach der Türkei hin erhalten. Der internationale Gerichtshof hat im Laufe dieser Woche «in Gutachten erstattet, demzufolge die kommend» Entscheidung des Dölkerbundsrats dem Vertrag von Lausanne zufolge für beide Teil« bindend sein soll; die Entscheidung muß jedoch einstimmig erfolgen. Di« englisch« Außenpolitik muß nun ihr« ganze diplo- malische Geschicklichkeit einsetzen, um die Einmütigkeit des Beschlustes herbeizuführen. Amerikanische Interesse» in Atossut. Ein sehr wichtiger Interessent des Mostul-Petroleums aber, die Bereinigten Staaten von Amerika, haben durch ihr Fernbleiben vom Völkerbund« keinen unmittelbaren diplomatischen Einfluß auf die bevorstehende Entscheidung. Dabei sind die amerikanischen Kapital- interesten im Mossulgebiet recht bedeutend. Die Oelquellen von Mossul Gegenstand einer türkischen Kon- >usammeng«soßt war. „ an Oelgesellschoft mit 50 Proz., der engtisch-bataoische Shell-Trust mit L5Prvz. und«ine deutsche Gruppe unter Führung der Deutschen Bant mit 25 Proz. Der deutsch« Anteil wurde nach dem verlorenen Krieg auf Grund des Der- träges von San Nemo lS20 dem französischen Kapital überlasten. Der amerikanischen Diplomatie, die nüt dieser Regelung höchst unzufrieden war. gelang es. dürchzusetzen, daß auch das amerikanische Oelkapital beteiligt wurde und zu diesem Zweck mußt« die A n g l o- P e r s i a n A.- G.. deren Aktienmehrheit sich im Besitz der englischen Regierung befindet, die Hälft« ihrer Aktien an eine amenkamsch« Gruppe abtreten, die die Standard Dil und andere amerikanische Oelgesellschasten umfaßt. Die Ausdeutung der Oelquellen von Mossul wurde noch nicht in Angriff genommen, doch sie gehören zu den umfangreichsten der Well und haben ange» sichts der Möglichkeit einer in absehbarer Zell auftretenden Der» tnappung der Oelvorräte eine sehr große Bedeutung. Nun hall« das amerikanische Oelkapital bereits vor dem Kriege durch den in den letzten Iahren viel genannten Admirol Ehester, hinter dem die Standard Oilgruppe steht,«ine Konzession für die Ausbeutung der Oelquellen von Mesliti von der Türkei erlangt, deren rechtliche Gültigkeit jedoch zweiselhaft ist. Wird Mossul durch Entscheidung de» ÄSlkerbundes politisch dem Königreich Irak angegliedert, so wird der Wert dieser Konzession fraglich, weil da» unter englischem Mandat stehend« Irak sie vielleicht nicht anzuerkennen braucht. Dagegen könnt« da» amerikanisch« Oelkapital. falls Mossul der Türkei zugesprochen wird, seine angeblichen Rechte au» der Ehester-Konzession wieder geltend machen. Allerding»«rklörte der Präsident der Standard Oll vor kurzem, in Mossul kein« Sonder» Politik versoigen zu wollen, doch wird die Aufrichtigkeit dieser Be» Häuptling bezweifelt. Ein anderer Streitpunkt ist der Anteil de» Amerikaner» Gulbenkian, de»„Talleyrond des Petroleum»', dem seinerzeit für seine Bemühungen beim Zustandekommen der Oel- Vereinbarung ein Sprozentiger Anteil zugebilligt wurde, und dessen Gülligkeit jetzt angegriffen wird. Weitere Verkrustung der amerikunischea Petroleumindnstrte. vor kurze«, ist in der amerikanischen Oellndustri« eine Fusion zustandegekommen, die als die größte Petroleumtrans» aktion der Welt„tbe bissest oil.deaJ' von der amerikanischen Press« bezeichnet wurde. Die Standard Ollgrupp«— der größte vellrust der Well— Hai sich den Doheny- Konzern. den größten der bisher„unabhängig' gebliebenen Konzern« ange- gliedert. Edward L. D o h e n y, der Begründer und Leller der Pan-American-Gruppe, hatte es noch einer wechselvollen Laufbahn als Aufseher in einem Indionerterrllorium, Goldgräber, Rechts- anwall und Lehrer zum Oeldiktator Mexikos gebrocht. In seinem Konzern ist ein Felderbesitz von außerordentlicher Größe vereinigt, ungeheuere Oelfelder in Mexiko. Kalifornien und Brasilien. Zu dem Felderbesitz gesellt sich ein« vollkommen ausgebaut« vertikal« Gewinnung»-, Transport-, Derarbeitungs- und vertaufsorganisa- tion. Di« Staudard-Oil-Gruppe hat somit den größten„Unab- hängigen' ganz unter ihre Kontrolle gebracht und zu dem zwellen, Sinclair, steht sie berells ll» Beziehungen, die eines Tage» aucy zu einer Verschmelzung führen können. Nach der Beteiligung an den Oelseldern Mesopotamien», nach der Sicherung der meisten Bor- kommen in Mittel, und Südamerika kam mtt der Gewinnung der Doheny-Srllpp« die Einnahme der stärk st«n Position in Mexiko. Gleichzellig mit ihr hat auch der Anschluß des mächtigen Rohölkapitallsten Lord Inversorth und des unter seinem Einflüsse stehenden Agwi-Konzerns stattgefunden. Damit ist die Standard- Oil-Gruppe auch aus den britischen Markt und nach Venezuela vor- gedrungen. Es ist bezeichnend für die Macht des amerikanischen TrustkapUol», daß die größte Petroleumtransaktion der Meli von der amerikanischen Oesfeittlichtell nicht ungünstig aufgenommen wurde. Dies« ist von der Trustpresse bearbeitet und trustfromm ge- worden. Bei der Auseinandersetzung über die Mossul-Frag« und ander« Petrolemnvorkommen wurde das amerikanische Verbraucher- Publikum zum höheren Nutzen der Standard Oil über die„bösen Absichten der britischen Politik' aufgeklärt, die sich olle Petroleumreserven gesichert habe und die Standard Oil nicht an ihnen beteiligen wolle, die doch nichts anderes im Aug« habe als die Versorgung der amerikanischen Flotte und de» kleinen Mannes und Ford-Wagenbesttzers mll dem erforderlichen Betriebsstoff. Auch de« der jüngsten Transaktion hat die Trustpresse wiederum die Inter- essen des amerikanischen Vaterlandes und des kleinen Autobcsitzers vorgeschoben. Di« nationalistische Welle und die Welle der Kon- junktur, die dem kleinen Mann zu seinem Auto verhalf, werden so von der mächtigsten Kopitalistenkonzentration geschickt für ihre Zwecke ausgenutzt. Die SapUalmacht da Skoadard-Oil-tSruppc, Don der Kopitalmacht der Stand ard-OU-Gruppe mögen einig« Ziffern, die sich noch auf den Zustand vor den oben behandelten Verschmelzungen beziehen, einen Begriff geben. Di« Siandard-Oil- Gruppe ine sich infolge des amerikanischen Trustgesetzes in«in« An- zahl von Gesellschaften auflösen mußt«, besteht aus ZI Gesellschaften, die früher all« in der Standard Oil of Jersey zusammengefaßt waren. Da» Bkttenkopital dieser Gesellschaften beträgt im Nominalwert bei- nah« 2 Milliarden Dollar, ihr Börsenwert deläuft sich auf nahezu « Milliarden Doiior. Die größte von ihnen, die Standard Oil os New Jersey, versügt über ein Aktienkapttal von 700 Millionen Dollar mtt einem Börs»nwert von 1100 Millionen Dollar. Di« Standard Oil os New Bork rrhöbte ihr Nominalkapital vor kurzem von 235 aus S75 Millionen Dollar, und ist damit an die zweite Stelle gerückt, vor Standard Oil os Ealiiornia und S. O. of Indiana. Die Gelellschasten der Gruppe verteilten im letzten Jahr ein« D i v t- den de von ISO Millionen Dollar gegenüber 51 Mil- lionen im Jahre 1S12. Die leitend« Geselllchast, Ct. O. of New Jersey hat ISA den vierfachen Betrog einer jeden Aktie in Form von Genuß scheinen vergütet. Da» Oelkapital in Albanien. In Albanien wurde, wie au» dem letzten Bericht de» eng- iischen Oeltrust» Anglo-Periian hervorgeht, mit der Ausbeutung des Oels begonnen. Die Anglo-Perstan besitzt Konz«" 80 000 Acres, die sie gemeinsam mtt den ttalicmschen Einsenbahnen ausbeutet. In Tirana wurde berett» ein« beträchtlich« Förderung erreicht. Der Erwerd dieser Konzessionen hat einen polttischen Hintergrund. Fan Noll, der frühere Machthaber Albaniens, wurde vor einem Jahr gestürzt, und sein Nebenbuhler Achmed Zog« g«> langt« zur Machte Fan Noll beabsichtigte, die Konzessionen dem amerikanischen Kapital zu geben, woraufhin er. der übrig.ns im Kampfe mtt dem feudalen Achmed Zogu die Interessen des Klein- besitze» im Lande vertrat, mit Hilf« Italiens gestürzt wurde vor seiner Machtergreifung mußt« Achmed Zogu die Gewährung der Oelkonzessionen an die italienisch- englisch« Gruppe zu- sichern. In jüngster Zett scheint ober dos Verhältnis der Oelgruppe zu Achmed Zogu gestört zu sein. Di« die Beziehungen sich gestallten werden, läßt sich natürlich nicht voraussagen. Er ist aber über- au» charakteristisch dafür, wie die internotil.!ialen wirtschaftlichen Interessenkonslikte der beteiligten großen Kapital- gruppen tief in die national« Selbstbestimmung der Völker ein- greisen und da» besonder» da. wo dos betroffene Land ökonomisch noch nicht weit genug entwickelt ist, um da» Kapital für die Cr- schließung seiner Bodenschätze selbst aufbringen zu können. A. H. Mit großem Pomp und vielem Reklameauswond hat man hier ein« Ausstellung hergerichtet, di« in Einzelheiten viel Erfind: ngskunft und emsige Arbeit zeigt, die im ganzen jedoch geradezu symbolisch für die inner« Schwäche der deutschen Industrie ist. Zwei Jahre nach der Stabilisierung der Währung noch ist die Automobilindustrie nur deshalb am Leben, weil man ein« Mauer von Hochschutzzöllen gegen die billige Auslandskonkurrenz errichtet hat. Gewiß: di« Zeit verstrich nicht nutzlos, tn«inigen Fabriken ist die S« r i e n h e r st e l l u n g eingeführt. Da» Durchschnittsnioeau der Preis« für Gebrauchswagen aber ist unerschwinglich geblieben. Und warum? Die Automobilindustrie behauptet, weil noch immer die Materiolkosten zu hoch sind. Die Materialpreise aber werden von den großen Kartellen der Roh- und Halb- stoffindustrien bestimmt. Darum liegt dt« Industrie danieder und st« kämpft mtt Plakaten anstatt mit niedrigen Preisen um den Absatz. Es kommt noch hinzu, daß infolge des italienischen Handelsvertrage« die Zölle auf ausländisch« Gebrauchswaren stark beim Fordwagen um 600 di» 700 Markl— herabgesetzt werden. Dann wird die Konkurrenz wieder wachsen. Die Kundschaft, der das Geld auch nicht gerade in der Hand juckt, wird natürlich warten, wie die Preise sich dann, nach Eintritt der Konkurrenz stellen«erden. Dem konnte nur vorgebeugt werden, wenn die Industrie sich entschloß, vorbeugenb bie Breise] um den Betrag der Zollherabsetzung abzubauen. Nichts der gleichen ist geschehen. Aber die Industrie schränkt die Probuftion ein und sperrt- mie jetzt in Hannover die Arbeiter cus, die höhere Löhne fordern. So sehen die Taten der Industrie aus, wenn man sie an den Borten mißt, die am Freitag gewechselt wurden. Immer schärfer greift die Krise um sich, das Heer der Erwerbslosen wächst mit jedem Tage. Und die verantwortlichen Führer des kapitalistischen Birtschaftssystems streiten sich um Nebensachen, treiben Redetraining, anstatt schöpferische Arbeit zur Bekämpfung der Krise zu leiften. Die Krise dehnt sich aus. Das Landesarbeitsamt Berlin berichtet: Die Entwicklung des Arbeitsmarftes nimmt mehr und mehr Formen an, die sich einer Krise nähern. Während die Anforderungen von Arbeitsträften faft ausnahmslos in allen Berufsgruppen zurückgehen, steigt die Zahl der Arbeit suchenden ständig in recht erheblichem Umfange Der anhaltende Kapitalmangel und die hauptsächlich dadurch hervorgerufenen weiteren Betriebsstillegungen, Geschäftsaufsichten und Konturse, die sich in letzter Zeit start häufen, und movon sogar führende Industrien und altrenommierte, Firmen betroffen werden, laffen eine Aussicht auf Besserung für die nächste Zeit kaum zu. Auch die Entlassungen und Kündigungen von Angestellten nehmen ihren Fortgang. Neben dem wiederholt schon her. vorgehobenen schlechten Geschäftsgang in den für Berlin maßgebenden Industrien, wie Metall- und Holzindustrie, macht sich auch eine besonders große Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Konfeftion bemerkbar, von der selbst erste, langjährig beschäftigte Kräfte betroffen werden. Hervorzuheben verdient, daß nunmehr auch Hotelbetriebe zu Betriebseinschränkungen übergehen und be= fonders Haus- und Zimmermädchen zur Entlassung bringen. Die uorübergehende Unterbringung dieser Kräfte in Privathaushalten, die fich im allgemeinen sonst immer noch bot, scheitert an der augenblidlichen Ueberfüllung im Hausangestelltenberuf. Zu einem großen Teil dürfte dieser seit Jahren nicht beobachtete Zustand auf dem Stellenmarkt für Hausangestellte darauf zurückzuführen sein, daß sich niele Haushaltungen, namentlich die des Mittelstandes, in der Beschäftigung von Hilfspersonen sehr einschränken müffen. Es waren 91 935 Personen bei den Arbeits nach meisen eingetragen, gegen 83 258 der Vorwoche. Darunter be. fanden sich 62 117( 56 291) männliche und 29 818( 26 967) weibliche Berfonen. Unterſtügung bezogen 31 790( 27.552) männ liche und 8837( 7107) meibliche, insgesamt 40 663( 34 659) Perfonen, davon bei Rotstandsarbeiten beschäftigt 1346( 1459). durch Gold und dedungsfähige Devisen von 618 Broz. auf 66 Prog. gebessert.. Sicherungshypothefen auf. Reichsheimstätten. Der Minister für Bolfswohlfahrt ermächtigt in einem Runderfaß die Regierungspräsidenten und den Oberpräsidenten in Charlottenburg, grundsätz lich in allen Fällen, in denen es sich in Durchführung der Beam tensiedlungsperordnung vom 11. Februar v. J. sowie Weber Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage in der Rheinpro- des Preußischen Beamtensiedlungsgejeges vom 27. März v. J. um vinz berichtet das Landesarbeitsamt u. a.: Die Kurne des Arbeitsmarktes ging in der vergangenen Woche scharf nach unten. Schon seit Juli war es llar, daß man mit einem Abbrödeln auf dem Arbeitsmarkt der Eisen- und Stahlindustrie rechnen mußte. Dieser Personalabbau ging bis vor kurzem ziemlich schrittweise und langsam vor sich, um jezt in der letzten Zeit ein Tempo zu erreichen, wie man es selbst auf dem Arbeitsmarkt der Nachkriegszeit, der außerordentlichen Schwankungen unterworfen war, faum erlebt hat. Die Entlassungen in der eisenschaffen. den und eisenverarbeitenden Industrie machen faft einen pani f artigen Eindruck. Es ist gewiß damit zu rechnen, daß zur Anpassung der Produktion an den Absatz, ein gewisser Teil der Betriebe still gelegt bleibt. Der Ausweis der Reichsbank vom 23. november zeigt eine mettere Entlastung der Bank. Der Wechselbestand ist um 63,5 Mill. auf 1379,5 mill. RM. zurückgegangen. Die Lombardanlage hat eine geringfügige Zunahme um 1,7 mill. auf 11,6 Mill. Reichsmart erfahren, der Effettenbestand um 0,7 Mill. auf 221,3 Mill. RM. Die gesamte Wechsel, Lombard- und Effeftenanlage ner: minderte sich somit um 61,1 Mill auf 1612,4 Mill. RM. An 3 ah. lungsmitteln sind 135,0 Mill. RM. Reichsbanknoten und 73,7 Mill RM. Rentenbankscheine in die Kassen der Bank zurüd geflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten beträgt demnach 2 423,9 Mill, RM., der Bestand der Reichsbank an Rentenbant scheinen 481,3 mill. RM. Die fremden Gelder erfuhren im Bujammenhang mit den Rückflüffen an Zahlungsmitteln eine zu nahme um 135,2 mill. auf 967.9 mil. RM., die zum überwiegenden Teil auf das Anwachsen der Privatguthaben zurückzuführen ift. Der Goldbestand stieg um 0,241 Mill. auf 1207,2 Mill. RM, der Bestand an dedungsfähigen Devisen um 17,2 mill. auf 392,5 mill. RM., Die Deckung der Noten durch Gold allein hat fich von 47,2 Broz. in der Vormoche auf 49,8 Proz. und die Deckung die Ausgabe von Reichsheimstätten handelt, allgemein die Eintragung von Sicherheitshypotheten zu genehmigen. Das Ruh kohlensyndikat zur Frage des internationalen Kohlenfynditats. Zu den Ausführungen des englischen Arbeiterführers abges über ein europäisches Kohlensyndikat wird dem Deutschen Handelsdienst" aus Kreisen der Ruhrfohlenindustrie mit geteilt, daß diese Gedanken einer Verständigung in der euro. päischen Kohlenindustrie sympathisch gegenüberſtänden. Die Aussichten für ein derartiges Zustandekommen seien aber derartig gering, daß der Gedante fait in das Reich der Utopie verwiesen werden müsse. Vorbedingung für eine derartige Berständigung sei das Vorhandensein von Syndikaten oder Kartellen in den anderen beteiligten Ländern. Sie befiänden aber zurzeit weder in England noch in Belgien, noch in Frankreich, und es fei faum Aussicht vor= handen, daß fie dort, namentlich in England, wo die ganze Wesens. art der Industrie einem Zusammenschluß widerstrebe, jemals gegründet werden würden. Die englische Schuhzolfpolifif. Wie der„ Manchester Guardian" mitteilt, sollen die neuen englischen 3ollgeseze in der ersten Dezembermoche verabschiedet werden. Der Regierung liegen bereits die Berichte der Kommissionen des Wirtschaftsministeriums über die Zölle auf Glühstrümpfe, Gußeisengeschirr und Handschuhe vor. Ueber die Bürsten- und Backpapierzölle sowie über die Zölle auf Messerschmiedemaren werden gleichfalls Berichte erwartet. Alle diese Zölle sollen in einem Finanzgefeß vereinigt werden. Dagegen wird der Bericht der Kammgarnfommission nicht zurzeit vorliegen; ebenso befinden sich die Zollwünsche der englischen Stahlindustrie noch bei dem auf Grund des Industrieschut gefeßes eingefeßten Untersuchungsausschuß im Stadium der Brüfung. Wie es scheint, rechnet man im Hinblick auf die Lage der Stahl und Eisen verarbeitenden Industrie in England faum damit, daß der Untersuchungsausschuß sein Botum für Stahlzöüe abgeben wird. 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Beilage des Vorwärts Wieder eine neue Geschichteepoche für Mussolinien. Lugano, Ende November. Man tommt nicht mehr mit: Am 20. November hat schon wieder eine Periode italienischer Geschichte ihren Abschluß gefunden", wie uns Mussolini im Senat gejagt hat, der dann ganz artig das Gesez gegen die Freimaurer mit 208 gegen 6 Stimmen bei 24 Stimmenthaltungen annahm. Kaum daß wir uns in der neuen Geschichtsperiode eingewöhnt haben werden, fommen wir dann wieder an einen historischen Wendepunkt. Den vorlegten hatten wir am 2. Oftober, als sich Unternehmer und Faschisten darüber einigten, die Lage der Arbeiterschaft nur durch Abmachungen unter einander zu bestimmen. Im Durchschnitt setzt der Faschismus aller sechs Wochen Marksteine der Weltgeschichte; bei offener Kammer rücken sie dichter aneinander. Aus der Diskussion im Senat sei die Rede des Senators Ruffini, früheren Unterrichtsministers, hervorgehoben. Der Redner erklärte, ein prinzipieller Gegner des Freimaurerordens zu sein, aber das heutige Gesetz in seinem Zusammenhang mit der Regierungspraris und mit einer Reihe gleichzeitiger Gesetze zu bewerten. Um das freimaurerische Huhn zu braten, verbrennt man das ganze hehre Gebäude des Assoziationsrechtes." Dies Gesetz sei außerdem nur der erste Ring in einer Rette von Gesezen, die alle darauf abzielen, jene typischen geschichtlichen Rechte aufzuheben, die uns die Berfaffung gewährleistete. Ruffini wies dann auf die so Isolierung hin, der Italien gegenüber der liberal- demokraeiner schweren Körperverlegung und vorläufig durch die parlamentarische Immunität vor einem Prozeß wegen An st i fs tung des Mordes an dem Kriegsinvaliden Lertua geschützt. Sehr wißig sagte dieser Herr zum katholischen Abgeordneten Cappa:„ Ich bin ein Aristokrat im Prü geln; ich verfeile nur noch Senatoren und Abgeordnete." Dies das Niveau. Ob auch in dieser Rinnst ein atmosphäre Meilensteine gesetzt werden, wissen wir nicht. Die Beleuchtung des Gesezes über das Monopol der faschistischen„ Gewerkschaften" heben wir bis nach seiner„ Disfuffion" in der Kammer auf. Wir fürchten, das gibt wieder eine neue Epoche, so eine Art frühe Steinzeit der Rechtsbegriffe. Einstweilen sehen wir die faschistischen Gewerkschaften all ihre der eine nationale Kundgebung zugunsten des Regimes bedeuMitglieder zur Ablieferung des berühmten Dollars zwingen, ten und dem Ausland Sand in die Augen streuen soll. Der ten und dem Ausland Sand in die Augen streuen soll. Der Italiener hat nie mit Begeisterung Steuern gezahlt, auch dann nicht, als der Staat ihm noch Leben, Eigentum und die Eins haltung der Verträge gewährleistete. Man kann sich denken mit welchem Enthusiasmus er heute freiwillig 25 Lire spendet. ihnen die Alternative stellen: entweder, du läßt dir das Um die Leute in patriotische Stimmung zu bringen, muß man Geld vom Lohn abziehen oder du fannst gehen. | Diese Schaffung von Zwangslagen findet der Faschismus nicht nur in der Praxis vorteilhaft, sondern er billigt fie auch nicht nur in der Praxis vorteilhaft, sondern er billigt sie auch theoretisch. Hat doch dieser Tage einer seiner intellektuellen Führer gesagt, daß die" Völker nicht dazu da sind, um sich aufzulehnen, sondern, um sich gut regieren zu lassen und den zu lieben, der sie gut regiert". Und wer ihnen den Dollar von ihrem mageren Lohn abluchst, regiert sicher gut. Mussolini selbst hat in seiner großen Rede" feierlich die ganze Periode zwischen Fremd wäh= Sonntag, 29. November 1925 Diese führte zu Kämpfen in den eigenen Reihen, die sich aus Ar. beitern, Kleinmeistern und anderen Geschäftsleuten, auch zahlreichen Intellektuellen, zusammensetzten. Intellektuellen, zusammensetzten. Der wirtschaftliche Klassen. tam pf führte zur Absprengung zahlreicher Kleinbürger. Der Grütliverein wurde dadurch zu einer politischen Arbeiterorgani fation, der freilich noch immer auch Angehörige anderer Boltskreise Kartellverhältnis" mit der Sozialdemokratischen Partei ein, die angehörten. Im Jahre 1901 ging der Grütliverein eine Art von Greulich und anderen Genossen erstmals im Jahre 1869 gegründet worden war. Das Kartellverhältnis bewährte sich während einiger Jahre für heide Teile ganz gut, bis dann aber Meinungsdifferenzen über das Maß von Einfluß und Macht in der Gesamtpartei zwischen den beiden Partnern entstanden. Die Reorgani fationsfrage" beschäftigte immer wieder die Parteitage. Dabei spielten selbstverständlich auch Fragen über Tattit, über Meinungsrechtsstehenden Grütlianer eine große Rolle. Aber zur Scheidung verschiedenheiten der linksstehenden Sozialdemokraten und der tam es erst im Jahre 1916, nachdem der sozialdemokratische Parteitag die Ablehnung der Militärkredite durch die Arbeitervertreter im Nationalität beschlossen hatte. Gegenwärtig, am Schlusse seiner Existenz, zählt der Grütliverein noch 102 Seftionen mit 2700 Mitgliedern. Auf die Auflösung des Grütlivereins hin traf dessen Zentraltomitee mit dem sozialdemokratischen Parteivorstand ein vorläufi. ges Abkommen für den eventuellen Uebertritt der Grütlifektionen hat nun beschlossen, den Kantonalverbänden und Sektionen felbft in die Sozialdemokratische Partei. Der Parteitag der Grütlianer den Entscheid darüber zu überlassen, ob sie sich der Sozialdemokra tischen Partei anschließen oder aber auflösen wollen; den Anschluß empfahl u. a. auch der bekannte Genosse Robert Seidel Liquidationstommiffion wird nun die völlige Auflösung des Grütlivereins durchführen. Eine In der Geschichte der schweizerischen Arbeiterbewegung nimmt der Grütliverein einen hervorragenden Blaz ein. Nachdem er aber verschwinden. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Lindenitraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts. au richten. Oeffentliche Kundgebung sich von allen Errungenschaften des Liberalismus losfagen herrschaft und Faschistenherrschaft einschaltet. abgelöst wurde, hatte er seine historische Mission erfüllt und mußte will, dann wird es unter den Kulturvölfern nur noch Rußland Er hat diese Beit wie Unrat beiseite geworfen, indem er die an seiner Seite haben. Es muß dann den Reifen der andern Rückkehr zum System des Podestà pries als„ tödlichen liberalen Ländern entweder durch seine Anziehungskraft oder Streich gegen 30 bis 40 Jahre elender wah Parteinachrichten durch die Macht des neuen Regimes zerbrechen.( Mussolerei". So hatte das italienische Bolt, seit es Papst, HabsIini unterbricht:" Durch alle beide!") Ruffini bemerkt weiter, daß auch vom imperialistischen Standpunkt die burger und Bourbonen los ist, nur eine elende Politik getrieben, Freiheit sich immer als das wirtjamste Mittel der Herrschafts- Ersatz genesen kann. von der es nur durch einen Päpstlich- Habsburger- Bourbonenerweiterung erwiesen hat. Die Grundsäge der französischen Revolution haben Napelons Heeren den Weg geebnet; auch der englische Imperialismus stüßt sich auf ein Land mit uns erschütterlicher freiheitlicher Tradition. Ruffini schloß mit dem Borte Machiavellis:„ Reine Macht bezwingt, feine Beit verzehrt, fein Wert übertrifft deinen Namen, o Freiheit!" Man ha tden Redner ohne Unterbrechung reden lassen. Die richtigen faschistischen Sitten sind im Senat noch nicht eingebür gert. Andersinder Kammer. Da diskutiert man nur noch durch Fustritte, Ohrfeigen, Anspucken und solche Formen eleganter Dialektif. Der Abg. Dr. Maffi, einer der ersten Lungenspezialisten Italiens, hat am 19. d. M. in der Kammer en Namen der kommunistischen Fraktion die nachstehende Erklärung abgegeben: In diesen Tagen haben sich in den Kirchen und überall Kundgebungen abgespielt, die Anhänglichkeit an das Regime und Er gebenheit für den Duce" bedeuten sollen. Bei der im Lande gefchaffenen Lage( Unterbrechungen Die ist die denkbar beste! Hans murft! Mund halten! Salunte!). Maffi, fort, fahrend: Bei der im Lande gefchaffenen Lage erkläre ich, daß diese Kundgebungen weder im Denten noch im Gefühl der arbeitenden Massen Widerhall finden." Nun brach der Herenfabbat los. Alle drängen gegen den tommunistischen Abgeordneten. Dieser steht mit geballten Fäusten zur Abwehr bereit. Da bricht sich Farinacci zu ihm Bahn. Maffi läßt ihn herankommen, weil er glaubt, er fäme zu unterhandeln, Aber Farinacci brüllt auf einmal in den Saal:„ Ruhe! Wer den Duce zu nahe tritt, dem antmortet man so" und damit schlägt er dem fommunistischen Abgeordneten ins Gesicht. Dieser, ein Mann nahe der Sechziger, ist natürlich dem Lümmel, der ihn überfällt, an Körperkraft nicht gewachsen. Er packt ihn aber mit der Linten und läßt dann die rechte Faust auf Farinacci niederfaufen, daß der wie betäubt dasteht, versteinert durch die Läfterung, wehrlos, fassungslos, bis ihn seine Kollegen vor weiterer Brügelung retten. Das Ende war dann das Herauswerfen der sechs Kommunisten, mit denen man, zwanzig gegen einen, heldenhaft fertig wurde. Am nächsten Tage waren die Kommunisten wieder zur Stelle. Farinacci hat die Haltung gegenüber der Opposition dem Gutdünken der einzelnen faschistischen Abgeordneten anheimgestellt. In der Tat sind am 20. d. M. die Abgeordneten der Katholischen Boltspartei in den Wandelgängen der Kammer angelümmelt worden. Borfämpfer in der ritterlichen Fehde ist ein gewiffer Barbiellini, bereits verurteilt wegen widerrechtlichen Tragens von Kriegsdekorationen(!), amnestiert als Ausführer Nach dem neuen Gesetz über den ersten Minister wandert man auf 30 Monate ins Loch, wenn man von Musso= lini schlecht spricht. Er fann aber das ganze italienische Bolt der politischen und moralischen Unmündigkeit zeihen, ungestraft, wie er sich ungestraft rühmen fann, zwei Millionen die Verfassung, nach der das Heer vom König abhängt, noch Italiener feinem Winke untertan zu haben, obwohl bis heute formell in Kraft ist. Weitere Schandgesetze. Rom, 28. November.( EP.) In mündlicher Abstimmung hat die Kammer heute die Gesetzesvorlage gegen die politischen Außenfeiter und über die außerordentlichen Bollmachten und Befugnisse des Regierungs chefs und die Pensionen für die Hinterbliebenen der gefallenen Faschist en genehmigt. Gegen die einzelnen Vorlagen wurden nur 18 bis 22 Stimmen abgegeben, offenbar von den Anhängern Giolittis und Galan bras. Farinacci hatte vorgeschlagen", auf jede Debatte über die Pensionen für die Hinterbliebenen der gefallenen Faschisten zu verzichten und feine Kollegen aufgefordert, sich zur Ehrung der Gefallenen ven den Sizen zu erheben. Giolitti und seine Freunde blieben sizen, was ihnen laute Vorwürfe eintrug, worauf der ehemalige Ministerpräsident erklärte, er sei nicht aufgestanden, weil Farinacci fich an seine Gesinnungsgenossen und nicht an die Rammer gewandt habe. Aus der Partei. Das Ende des Grütlivereins. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Nach 87 jährigem Bestande hat der in Zürich abgehaltene lehte Parteitag des Schweizerischen Grütlivereins mit 122 gegen 13 Stimmen seine Auflösung beschlossen! Damit ver. schwindet eine Organisation, die die erste politische 3u. fammenfaffung der schweizerischen Arbeiterschaft und des ihr Der nahestehenden demokratischen Kleinbürgertums bedeutete. Grütliverein wurde im Mai 1838 in Genf zuerst als lokale Organisation von Studenten, Arbeitern und Angestellten gegründet. Er entwickelte sich bald zu einer Organisation, die im Jahre 1893 mit 16 400 Mitgliedern in 353 Sektionen ihren Höhepunkt erreichte. So war der Verein über das ganze Land verbreitet. Seine Tätigfeit war sowohl auf die demokratische Weiterentwicklung der Ber hältnisse im Bunde als auch in den Kantonen und Gemeinden sowie auf die Berbesserung der Lage der Arbeiterschaft gerichtet, deren Bedürfnisse und Bestrebungen er überall vertrat und förderte. Einen ersten Stoß erhielt der Grütliverein durch das Auftommen und die Erstarkung der Gewertschaftsbewegung. am Dienstag, den 8. Dezember, abends 7 Uhr, in ber Reuen Belt", Safen. beide. Reichstagsabgeordneter Alwin Saenger- München and Philipp Grheihe. maun find als Referenten gewonnen. Ersterer wird sprechen über: Der Faschismus in Bayern- Deutschland", lekterer über: Die Rat bes Bolles unb bie Forderungen der Hohenzollern". Die Funktionäre werben gebeten, an biefem Tage von anderen Veranstaltungen abzusehen. Der Bezirksvorstand. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Die Helfer fikung wird wegen der allgemeinen Frauenversammlung am Mittwoch, ben 2. Dezember, in den Germaniasälen auf Freitag, den 4. Dezember, vertagt. Beginn: abends 7½ Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Referat des Genossen Littauer: Bom Basteln. Wer neue Spiele kennen lernen will, tommt eine Stunde früher. 1. Kreis Mitte. Montag, den 30. November, 8 Uhr, Sikung bes erweitertent Kreisvorstandes bei Richiefing. Aderftr. 1. Montag, den 30. November, 8 Uhr. bei Bötfcher, Neue Friedrichstr. 108, Cigung der Obleute der Kom munalen Rommiffion. Jede Abteilung muß vertreten fein. 2. Areis Tiergarten. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 1. Dezember. 7% Uhr, im Artus- Sof, Perleberger Straße. Berichterstattung vom Parteitag in Seidelberg und Internationalen Rongreß in Marretue. Ref.: Franz Künstler. Erscheinen aller Mitglieder erwünscht. 6. Kreis Kreuzberg. Moniaq, den 30, November, pünktlich 7 Uhr, Sikuna bes erweiterten Kreisvorstandes bei Reim, Urbanstr. 29. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, den 30. November, pünktlich 8 Uhr im Bittoriagarten, Wilhelmsaue, Kreismitgliederversammlung. Referent: Emil Barth über: Die Arbeiterbewegung und ihre tulturellen Aufgaben". Erscheinen ist Pflicht. Gäste willkommen. Der für Montag angefagte Frauenabend findet megen der Kreismitgliederversammlung am Mittwoch, ben 2. Dezember, pünktlid) 8 Uhr, bei Kroihs, Holsteinische Str. 60, statt. Bortrag: Erziehung in der Familie". Referent: Franz Hauch. 11. Kreis Schöneberg. Donnerstag, den 3. Dezember, in der Aula ber 11. Ge. meindeschule, Feurigftr. 58. Mitgliederversammlung. Referent: Emil Barth. Thema: Die Arbeiterbewegung und ihre Kulturaufgaben". Gäste tönnen eingeführt werden. 12. Kreis Steglik, Lankwik, Lichterfelbe. Montag, ben 30. November, 8 Uhr, Kreisvorstandsfikung an bekannter Stelle. 13. Kreis Tempelhof. Dienstag, den 1. Dezember, 7½ Uhr, im Raiserin Augufta- Realgymnasium Mitgliederversammlung. Referent: Emil Barih. Thema: Die Arbeiterbewegung und ihre Kulturaufgaben". Gäfte können eingeführt werden. 14. Areis Neuköln. Dienstag. den 1. Dezember, 7 Uhr, gemeinsame Sigung des erweiterten Kreisvorstandes und der Fraktion an der bekannten Stelle. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, den 2. Dezember, 7½ Uhr, in der Biblio. ther Weichselstr. 28 Areisvorstandsfizung. 18. Areis Weißensee. Montag, den 30. November, 7% Uhr, Fraktionssikung im Rathaus, Rimmer 21. Pünktliches Erscheinen unbedingt notwendig. Morgen, Montag, den 30. November: 29. Abt. 8 Uhr bei Bura. Brenzlauer Allee 189, Funktionärsikung. Bezirks. bücher und Vorschläge für die Bürgerdeputierten find unbedingt mitzu bringen. 56. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr in der Schulaula Bestaloaai ftr. 40 öffent liche Versammlung.§ 218. Referent: Reichstagsabgeordneter Dr. Julius Mofes. Dienstag, den 1. Dezember: 27. bt. 714 Uhr bei Woosmann, Gleimstr. 10, wichtige Funktionärligung. 41. 2bt. 7 Uhr Funktionärsikuna. Sammellisten mitbringen. Anzahl der Rinder für die Weihnachtsfeier muß genannt werden.. 58. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Funktionärsigung an bekannter Stelle. 80. Abt. Schöneberg. 8 Uhr bei Gürlich, Friedenau, Rubens. Ede Begas strake, Funktionärfikung. 108. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Gobin, Roonftr. 2, Funktionärfikung. MARKE SALAM 80% INDER Der APPAR KEIN WEIHNACHTSTISCH OHNE SALAMANDER A loM bau Rear W bannoy thesmente idip Wollen Sie die Festfreude Jhrer Angehörigen vollkommen machen, sovergessen Sie die Salamander- Schuhe nicht. Sie sind durch ihre Güte, Eleganz und Preiswürdigkeit udasbeste Weihnachtsgeschenk! enbgsW aeb0003 SalamanderGutschein, das passende Weihnachtsgeschenk SALAMANDER Jungfozialisten. Spielgemeinfchaft: Moniaa, ben 30. Stovember, T1 Sr. Bei Engmann. Ebertnftr. 14, Borbesprechung fitr die Weihnachtsfeier ber Jungfozialistischen Bereinigung( am 19. Dezember in Finkenkrug). Gruppe Glibost: Montag, den 30. November, 7½ Uhr, im Jugendheim Reichenberger Str. 68 Bortvag: Arbeitsrecht". Stege Beteiligung er münidit. Gruppe Tiergarten: Nächste Rufammenkunft Montag, den 30. November, 8 Uhr. im Jugendheim Bremer Ede Bielefstraße, Rimmer 6. Bortrag des Gen. Dr. Abler über: Staat und Arbeiter". Gäste will. Lommen. Gruppe Reinidendorf: Montag, den 30. November, 8 Uhr, im Jugendheim Seebab, Residenzftr. 49. Bolitische Aussprache. Or ganifationsfragen. Jugendgenossen aus Bartei und Arbeiterjugend find eingeladen. Mittwoch. den 9. Dezember Tieft Seinrich Berich auf Beranlassung des Boltsbildungsamts Reinidendorf aus eigenen Berken. Die Jugenbeenoffen im Areife werden gebeten, biefen Taa freizuhalten und für ihn au werben. Bezirksausschus für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschmh. Montag, den 30. November, 7 Uhr, im Reichensaal des Gymnasiums, Rod ftraße 12/18. 1. Rurfusabenb für Sozialbeamtinnen, Kreisleiterinnen für Arbeiterwohlfahrt und Selferinnen. Thema: Die Berufsfrage der Fürsorger und Fürsorgerinnen. Referentin: Frau Regierungsrätin Hedwig Wachenheim. Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde Groß- Berlin. Boranzeige: Gonntag, ben 13. Dezember, vormittags 10 Uhr. in der Goethebühne. Alofterftr. 43, Lichtbildervortrag für größere Jungen und Mädel: Beter Stolls Erlebniffe. Erzähler: Feliz Fechenbach. Eintritt für Kinder und Erwachsene 20 Bf. Borverlauf im Bureau: Lindenftt. 8, 2. Sof, 2 Trp. rechts, Rimmer 1/2, täglich Don 9-5 Uhr. Frauenveranstaltungen am Montag, den 30. November: 8. bt. 7 Uhr bei Ridert, Steinmekftr. 36a, Bortrag: Erste Silfe bei Unalitetsfällen. Referentin: Dr. Frankenthal. 32. Abt. Lefeabend( Frau unb ber Sozialismus) 7 Uhr in ber Schule Bange Strake 31. Gleichzeitig Anmeldung ber Kinder zur Weihnachtsfeier. 84. Abt. 7 Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19, Bortrag des Genoffen Frana Sauch.. Reutila. 89./90. t. 7% Uhr in der Aula der Anabenmittelschule, Donauftraße 120,£ chtbildervortrag. Genosse Dr. Roeder spricht über:„ Ge fchlechtskrankheiten, ihre Berhütung und Bekämpfung". Gäste herzlich willkommen. 91. bt. 7% Uhr bei Stahmann, Reuter. Ede Münchener Straße, Bortrag des Genoffen Floetle. 92. Abt. 7 Uhr Berthels ftrake 9. Referentin: Elfriede Roned. Nad her gemütliches Beifammenfein. 95. Abt. 735 Uhr bei Grieger, Leffinafte. 9, Bortrag: Die Wohlfahrtspflege". Referent: Stadtrat Schneider. Alle Frauen müssen erfcheinen. " 99. Abt. Big. 7 Uhr Frauenleseabend im Jugendheim Chauffeefte. 48. Bortrag: Die wirtidaftliche und aeiftige Stot der proletarischen Frau". Referentin: Genoffin Barnid. Gäfte herzlichst willkommen. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr im Lotal Dettinger, Riefholz- Ede Ellenstraße. Rezitationen. Theo Maret. Gäfte herzlichft willkommen. 102. Abt. Baumschulenweg. 7% Uhr bei Sak. Baumschulenftr. 72. Bortong: ,, Eraichungsfracen". Referentin: Lisbeth Rieboer. 108. Wbt. Johannisthal. 7½ Uhr bei Gobin, Roonftr. 2. Bortvag der Genoffin Margarete Schenkalomsin. 136. Abt. Reinidenbert- Oft. 7% Uhr im Geebad, Residenaftraße, Frauenabend. 139. bt. Tegel. 7% Uhr im Jugendheim Teael, Bahnhofftr. 15. Bortrag: ..Die Rulturibee im Goizalismus". Referentin: Minna Todenhagen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 1. Dezember: 97. Abt. Neulöln. 7% Uhr bei Rutti, Beineftr. 1, Lefeabenb. Referentin: Erna Rreffe. 125. Abt. Raulsbert. 7% Uhr im Jugendheim Adolfftpake. Bortrag: Die fittliche Grundlage in der Erziehung". Referent: Wilhelm Miethle. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 133. bt. Buthela. Am 26. November verftarb die Genoffin Meta Schula. Beerdigung am Montaa, den 30. November, nachmittags 2 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof Buchhola. Wir erwarten aahlreiche Beteiligung. Die Ge noffinnen und Genoffen verfammeln fich nachmittags pünktlich 1% Uhr im Barteilokal Roffad, Sauptstr. 71. Die Jugendabteilung bringt das Banner mit. Rahlreiche Beteiligung ist Bflicht. 136. bt. Reinidendorf- Oft. Am 25. November verfbarb plöklich und unerwartet unfer Genosse Bruno Döldner. Einäscherung am Montag, den 30, November, vormittags 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 29. november: Gübmeft: Spielabenb. Fallenberg: Befuch des Naturehundemuseums. Treffpunkt 9 Uhr Bhf. Grünau. Röpenid: Besuch bes Märkischen Museums. Treffpunkt 9 Uhr Bhf. Röpenid. Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 15, abends 6 Uhr. Löns- Abend. Rotboft I: Die Gruppe besucht die Aufführung des Großfilms Freies Land" im Concordia- Balaft, Andreasftr, 64. Treffpuntt 6 Uhr Rönigstor. Rofenthaler Borstadt: Fahrt. Treffpunkt 18 Uhr Rofen thaler Blak. Steali 1: Jugendheim Albrechtftr. 47. Fahrtenerlebniffe". Brik: Jugendheim Chauffeeftr. 48, Rathaus. Borm. 10 Uhr Funktionär fikung. Intereffierte Genoffen find bazu herzlich eingeladen. 11 Uhr Ueben der Musikgruppe. Abends ift bas Seim ab 6 Uhr geöffnet. 28 Uhr Sicht bilbervortrag Das proletarische Rind". Erscheint recht sahlreich! Abteilung Lichterfelbe: Bunter Abenb" im Jugendheim Albrecht ftraße 14a, abends 7 Uhr, Bans- Sachs- Spiel: Der Bauer im Fene feuer", Sprechchor, Regitationen ufw. Batteigenoffen, besucht uns mit euren Schulentlassenen Rindern. Morgen, Montag, den 30. November, abends 7% Uhr: Der Jugendcher übt abenbs 7% Uhr im Jugenbheim Linbentz, 3. Baumschulen weg: Jugendbeim Ernftftr. 16. Mitgliederverfammlung. Sermsdorf: Jugendheim Roonstvake. Bortrag: Bas ift Bilbung?" Sub oft G.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehr). Bortrag: Stammt der Mensch vom Affen ab?" Bunter Abenb. Schein und Sein! Wenn man das Baar mit fettauslaugenden Mitteln behandelt, so kann es einige Tage voller aussehen! Das ist Sch ein! Wenn man es aber mit dem in jedem Fall unfch ädlichen Lavaren wäscht und nach dem Trocknen gut bürstet, so ist es nach einigen Wochen voller und stärker und länger und glänzender! Das ist Sein! Bildungskurse: Berbebezir? Bedding: Jugendheim Schönstedtftr. L Werbebezirk Dftbahn: Lichtenbe Poffeftt. 22 Werbebezirk Teltomtanal: Stenlik, Schule Rinaltrake. Werbebezirk Brenzlauer Berg 1: Jugendheim Danziger Str. 63. Berbebezirk Arensberg: Mittwoch, den 9. Dezember, im Sikungsfaal Bord ftraße 11 abends 7½ Uhr Vorführung des Bamburafilms. Eintritt 30 Bf. Gobot für rege Beteiligung. Abteilung Südwest: Dienstag, ben 1. Dezember, abends 7 Uhr, im Jugendheim Belle- Alliance- Blak 1. Genoffe Richard Fifcher fpricht über feine Erlebniffe mit Janas Auer und Auguft Bebel. Jugend- und Barteigenoffen, erfcheint zahlreich. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 29. November. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Wie soll ich dich empfangen. Choral( Alfred Lehmann. Harmonium). 2. a) Grell: Advendsmotette), b) Herzog: Dein König kommt( Berl. Solistenquartett: Margarete Böhme- Heidenreich. Elsbeth Koll, Gina Goetz. M. Dinel, F. Gruhl, H. Aulert. G. Polzin, Dirigent: Dr. Artur Böhme). 3. Bibelrezitation( Johannes Schulzke). 4. Artur Böhme: Gottes Allmacht Elsbeth Koll. Sopran); am Flügel: Kurt Hennig). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Foertsch. Friedenau). 6. Kurt Hennig: Jesus( Elsbeth Koll). 7. Bibelrezitation( Johannes Schulzke). 8. Händel: Des Herren Einzug( Berliner Solistenquartett). 9. Wermann: Andante sostenuto( Alfred Lehmann). 11.30 Uhr vorm.: Die Stunde der Lebenden. Georg Kaiser. 1. Einleitende Worte( Hermann Kasack). 2. Friedrich und Anna"( ein Einakter. 2.20 Uhr nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Bäßmann:„ Die Aufzucht des Pferdes". 3.30 Uhr nachm.:.Funkheinzelmann, der Wanderbursche. Aus dem neuen Märchenbuch des Funkheinzelmann, von Hans Bodenstedt. , Funkheinzelmann will besser werden, erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30-6 Uhr nachm.: Erster Advent Unter Mitwirkung eines Frauenchors( Dr. Hans Mersmann). 1. Aeltere Kirchenmusik. 2. Aelteres geistliches Volkslied 3. Neueres geistliches Volkslied. 6.50 Uhr abends: Kriminalkommissar Engelbrecht: , Kriminalistische Streifzüge durch interessante Winkel". 7.15 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsangabe zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper. Spielzeit! 925/26. 8. Uebertragung. Mignon", Musik von Ambroise Thomas. Personen: Mignon, Philine, Wilhelm, Lothario, Laertes, Jarno, Friedrich. Antonio. Die zwei ersten Akte spielen in Deutschland. der dritte Akt in Italien. Zeit: 1790. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Königswusterhausen, Sonntag, den 29. November. 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert Mitwirkende: Paul Bendix, Berliner Originalkomiker; am Flügel: Otto Multhaupt; Edith Bach, Sopran; Gina Goetz, Alt; H. Wolff, Tenor; Edith Fromberg, Violine; am Flügel Helene Dörner und Ludwig Fink. 1. Mozart: a) Jubilate, b) Warnung( Gina Goets, Helene Dörner). 2. Zwei Lieder( H. Wolf. Helene Dörner). 3. a) Das Lied von Fritze Bollmann", b) Die Bazillen, Rezitation, c) Dann ist die goldene Zeit, Text und Musik von Paul Bendix( Paul Bendix, Otto Multhaupt). 4. Violinsolo( Edith Fromberg, Helene Dörner). 5. a) Geisha, b) Chinesisches Wiegenlied. Text von Otto Stransky, Musik von Jones( Edith Bach, Edith Fromberg, Ludwig Fink). 6. a) Der Schuljunge, humoristische Szene, b) Aus der BendixKiste", c) Da krieg ich' n Schreck, da loof ick weg, OriginalCouplet( Paul Bendix, Otto Multhaupt). 7. a) Hildach: Lenz. b) Lotti: Pur dicesti( Gina Goetz, Helene Dörner). mittags: Esperanto. Montag, den 30. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 12 Uhr 4.30 Uhr nachm.: Zum Gedächtnis von Oskar Wilde( 25. Todestag) 1. Einleitende Worte: Oskar, Wilde und sein Schicksal, gesprochen von C. F. W. Behl. 2. Briefe. 3. Der ergebene Freund. 4. Gedichte, vorgetragen von Ida Orloff. 5.15-8 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 640 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau. 6.55 Uhr abends: Dr Kurt Singer: Musik als Heilmittel". 7.20 Uhr abends: Hans Bredow Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Prof. Colson). 7.55 Uhr abends: Max Beseler:„ Die Bankkunden und der stückelose Effektenverkehr". 8.30 Uhr abends: Allerlei. 1. a) Otto: Das treue deutsche Herz, b) Abt: Ständchen, c) Koschat: Kartnergmüat ( Hornquartett des Berliner Funkorchesters: Karl Felgentreff. Paul Morzinek, Wilhelm Lemke, Willi Galle). 2. a) Mozart: Ridente la Calna, b) Mendelssohn: Auf Flügeln des Gesanges, c) Mendelssohn: Gruß, d) Mendelssohn: Frühlingslied( Jeanette Grumbacher de Jong, Sopran). 3. Im Kinderwinkel( neue Stücke für große und kleine Kinder): a) Alfredo Casella: Ans 11 Pièces Enfantines", b) Béla Bartok: Für Kinder, c) Igor Strawinsky: Pièces, d) Eugène Goossens: Kaleidoscope( Alice L. Jacob, Klavier). 4. a) Appel: Jagdstück, b) Witt Die Träne. c) Kremser: Juchheissa mei Dirndl( Hornquartett des Berliner Funkorchesters). 5. a) Schumann: Der Nußbaum, b) Schumann: Röselein, c) Brahms: Feldeinsamkeit, d) Mein Mädel bat einen Rosenmund( Jeanette Grumbacher de Jong). 6. Das Tier in der Musik: a) L O. Daquin( 1694-1772): Le Coucou( Der Kuckuck), b) Jean Philippe Rameau( 1683-1764): La Poule( Das Huhn), c) Modeste Moussorsky: Bilder einer Ausstellung( Der Ochsenwagen Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen), d) Felix Petyrok: Die Kraniche. ukrainische Volksweise, e Béla Bartok: Bärentanz( Alice L. Jacob). 7. a) Gabriel Marie: La Cinquantaine, b) Adolf Jensen: Das murmelnde Lüftchen, c) Pierné: Serenade ( Konzertmeister Julius Berger, Cello, und Hildegard Roscher, Harfe; am Flügel: Theodor Mackeben). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Befter für Berlin und Umgegend: Größtenteils bewölkt unb noch etwas Schnee. Zemperaturen nabe bei Rull. Jür Deutschland: Roch bielfach leichte Schneefälle. Jm Diten unb Saben mäßiger Froft, Arbeitersport. Fußball am 29. November. Leute finden folgende Spiele ftatt: Norben. Abteilung A: Arbeiter Sportverein 24 gegen Nordiska auf dem Teutonia- Blas in der ChriftianiaStraße. Seegermühle gegen Turnverein Bantom in Seegermühle. Abler 08 gegen Teutonia in Bantow, Andreas- Sofe:-Blak. Brik gegen Belten in Bris bei Eberswalde. Eifenspalterei gegen Selvetia in Eifenspalterei. Abteilung B: Union gegen Borwärts- Hennigsdorf in Bantow, Maximilianstraße. Alemannia gegen Bittoria in der Chriftianiaftraße. Minerva gegen Bantow 08 in Borsigwalde, Neue Ernststraße. Abteilung C: Bittenau gegen Teael 24 in Wittenau, Nordbahn. Arminia gegen Sanfa in Blankenburg, Römerstraße. Birkenwerder gegen Amateure in Birkenwerder. Siemensstadt gegen Staaten in Siemensstadt, Exeraierplag. Bflichtfpiele: Eintracht- Martau gegen Einigkeit 2. Rathenow gegen Fichte- Nord. Sowjet gegen Anrik. Sportvereinigung 22 gegen Joachimsthal. Rathenow 2 gegen Regin 1. 3m Often steigt das Sauptspiel in Adlershof, Bismarditraße, awischen dem dortigen Arbeiter- Sportverein und bem Sportverein Gtralau. Oberfpree gegen Frisch- Frei in der Wuhlheide. Alt- Glienide gegen Luftig. Fibel in Alt- Glicnide, Riesberg. Berein für Bewegungsspiele gegen Reuthen in Röpenid, am Friedhof. Abteilung B: Lichtenberg II gegen Weißensee in Sichtenberg, Stadion. Sertha 22 aenen lidterswalbe in Lichtenberg, Wagnerftrake. Sadowa gegen Vorwärts 20 in Raulsdorf- Sild. Tasmania gegen Strausberg in Fredersdorf. Neuenhagen gegen Berliner Sportverein 22 in Neuenhagen. Berliner Sportverein 16 gecen Brandenburg 24 in Friedrichs. felde, Gemeindespielplak. Abteilung C: Britannia gegen Lichtenberg III in Lichtenberg, Wagnerftrake. Sparta gegen Sidhtenberg I in Lichtenberg, Hauf ftrake. Romet gegen Brandenburg 02 in Fürstenwalde. Friedrichshagen gegen Aslania in Friedrichshacen. Retschendorf geren Germania in Retichen. dorf. Pflichtfpiele: Müncheberg gegen Berliner Sportverein 22. Lichtenberg I 3 geden Schweifflerne. Astania 3 gecen Petersborf. Merkur gegen Tasdorf. Johannisthaler Ballspielflub gegen Ronlordia. Genzia geren Roter Stern. Bezi! Südwest. Abteilung A: Berolina gegen Buden walde I auf dem Tempelhofer Feld. Woltersdorf gegen Rehlendorfer Ballspiel Hlub in Woltersdorf bei Ludenwalde. Kreuzberg aegen Schöneberg auf dem Tempelhofer Feld. Ballspielflub Moabit gegen Neukölln im Beuffelgrund, Bahnhof Beuffelstrake. Nowawes gegen Stealit in Rowawes, Bark Babels. berg. Abteilung B: Sudenwalde Il gegen Bittoria in 2udenmalbe. Bilmers dorf gegen Rolzenburger Sportverein in Wilmersdorf, Wittembergische Str. Bader gegen Rüftig- Borwärts in Bankwik. Gemeindepark. Abteilung C: Ludenwalde III gegen Britannia in Ludenwalde. Neuköllner Ballspielklub gegen Fußballring auf dem Tempelhofer Feld. Schmargendorf gegen Trebbin in Schmargendorf, Hubertusallee. Teltom gegen Ludenwalde in Teltow. Pflichtfpiel: Romames 2 gegen Dorf Rinna. Sport. Die Berufsringer im Walhalla- Theater. Am Donnerstag traf der Wiener Rawan auf den Franzosen Lasartesse. Troß seiner Ueberlegenheit fonnte er den Franzosen erst nach 1 Stunde 16 Minuten durch Armzug aus dem Stand auf die Schultern bringen. Auch der Neger Anglio mußte dem tefferen den Sieg überlassen. Nach 34 Minuten zog ihn der Russe Romanoff mit Doppel- Nelson auf die Matte. Hans Schwarz und Lestinotwisch rangen fast eine Stunde und mußten sich dann bei Eintritt der Polizeistunde ohne Resultai trennen. Der Franzose Lasartesse fonnte sich am Freitagabend nur durch sein Regelwidriges Berhalten Dor einer weiteren Niederlage retten. Er sprengte alle Krawatten, die der Ruffe Romanoff gut ansetzte, durch Wegbrechen der Finger. Erst nach zwei Berwarnungen und auf Verlangen des Publikums wurde der Franzose disqualifiziert, Ringzeit 40 Minuten. Der Neger Anglio mußte nach 28 Minuten vor dem Atmeister Strenge durch einen prächtigen Armzug auf beide Schultern. Die beiden unbesiegten Rawan und Lestino. witsch, die einen der schönsten Kämpfe im Bettstreit boten, mußten sich trotz allen Bemühungen, ein Resultat zu erzielen, bei Eintritt der Polizeistunde ohne ein Ergebnis trennen. Am Montagabend werden die Schlußfämpfe des Wettstreits ausgetragen. Geschäftliche Mitteilungen. Monte Chrifte ift ber Bein aus ben weltbekannten Deffert- Balencia Trauben, welche in den sonnigen Lagen ber meerumspillten Ostküste Spaniens radfen. Das Raufhaus W. Sahu, Aleganberplak, bringt anläglich bes 100jährigen Beftebens außergewöhnlich billige Beihnachtsangebote. Biz verweisen auf die Angeine in vorliegenber Nummer. Die richtigen Weihnachtsgeschente zu wählen, mar von jeher eine fdmere Frage, Teppich- Bursch. Berlin C2, Spandaner Str. 82, bat biefelbe mit Leichtigkeit gelöst. In den bedeutend vergrößerten Berkaufsräumen bietet Teppich- Burich in allen Abteilungen eine reide Auswahl von Artikeln, welche Aur Ausschmüdung eines behaaliden Seims nötig find. 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Sie sollte nicht nur den Neugewonnenen und ihren Angehörigen das gewerkschaftliche Wirken für die Jugend zum Verständnis bringen, fondern darüber hinaus ein fräftiger Ruf nach außen hin sein, daß die Gewerkschaften in den praktischen Fragen des Jugendschutzes nicht erlahmen werden, sondern bereit sind, den Jugendschutz im Interesse der Jugend öffentlich mit aller Energie zu propagieren. Weite Kreise der Deffentlichkeit sind in steigendem Maße für den Sugendschuß zu gewinnen. So wenig Einheitlichkeit die Arbeiterbewegung heute leider aufzumeisen hat, so bildet gerade dieses Gebiet einen Boden für engste 3usammenarbeit aller am Jugendschutz inter effierten Kreise. Es gilt dem Schuß unseres Nachwuchses! Jeder, der die Not der arbeitenden Jugend fennt, muß daher den positiven Willen befizen, an der Durchführung des Jugendschutzes zu helfen, muß wissen, daß vor allem die Gewerkschaften zu seiner Durchführung berufen find. Die Rundgebung sollte ein ftarf nach außen dringender Willensausdruck werden. Deswegen waren namhafte Gemert schafter, Politiker, Sozialpolitiker und Kulturpolitiker geladen. Um so verwerflicher war das Treiben eines Teiles der Besucher, die von gewissenlosen und verantwortungslosen Elementen aufgehezt, in politischem Fanatismus und mit aufgepeitschten Inftint fen der Rundgebung Würde und Durchschlagskraft genommen haben. Hier sind Kräfte am Werke, die Jugend für ihre eng herzige Parteipolitit zu mißbrauchen. So wird die Jugend zum Schädiger ihrer eigenen Sache gemacht. Alle Versuche, dieses Treiben abzuleugnen, find nur Zeichen des Schuldbewußtseins, um der Deffentlichkeit diese Schande zu verdecken. Die Absicht zu stören, geht aus einer Reihe von un leugbaren Tatsachen hervor. Das Treiben dieser verantwortungslofen Elemente ist so offensichtlich, daß mir die Verpflichtung fühlen, vor solchen Elementen zu warnen. Ihr Treiben hat den Er. folg, die freigewerkschaftliche Arbeit für den Jugendschutzgedanken geschädigt zu haben. ber Einhei 17 Bäderinnungen in der Einheitsgemeinde! Die Erwartung, daß mit der Herbeiführung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin nun auch die Handwerkerinnungen fich zu sammenschließen würden, hat sich nicht erfüllt. Die Bädergesellen hätten dies um so mehr begrüßt, meil auch der Zersplitterung der rantenversicherung im Bädergewerbe gesteuert worden wäre, wenn eine Innung anstatt 17, mit einer Krankenkasse bestehen würde. Die Berliner Zwangsinnung des Bädergemerbes hat zwar versucht, die Innungen in Groß- Berlin zum Zusammen Schluß zu bewegen, allein die Vorortinnungen versagten und spekulierten dabei auf eine Rückbildung der Einheitsgemeinde zur früheren Bersplitterung. Nachdem diese Spekulation sich als verfehlt erwiesen hat, hat man sich neuerdings wieder mit der Frage der Verschmelzung der 17 Innungen befaßt. Doch mur in echt zünftferifch- rüdständiger Weise, die schon in der Fragestellung für die Abstimmung zum Ausdrud tommt: Geben wir unsere Selbständigkeit auf zugunsten einer Innung Groß- Berlin?" Die 3wangsinnungen antworteten darauf:„ Wir wollen unsere Freiheit behalten, und stimmten gegen die Vereinheitlichung. Die Freiheit, die sie meinen, besteht in der Beibehaltung der Ober meisterämter und würden und der sonstigen Pöstchen, die zwar ehrenamtlich und unentgeltlich ausgeübt werden sollen, des metallischen Reizes jedoch nicht ganz entbehren. Es gibt Auf wandsentschädigungen, die in der Konditoreiinnung 3. B. die Kleinigkeit pon jährlich 18 000 m. betragen sollen. Am nächsten Freitag, den 4. Dezember 1925, läuft die Frift ab. bis zu ber bie Neulofe 3. Klaffe der 26.( 252.) PreußischSüddeutschen Klaffenlotterie bei ben Staatlichen Lotterie- Einnehmern abge fordert tein milffen. Wer die Frift verfäumt, muß damit rechnen, daß über fein 2os anderweit verfügt wird, weil eine sehr starte Nachfrage nach Losen herricht und bie pfe fnapp find. Die Ziehung findet am 11. und 12 Dezember fta't. Es merben 17 000 Gewinne im Gelamtbetrage von über 2½ Minionen RM ausgefpielt, barunter 2 Geminne au ie 100 000 RM. 2 Gewinne zu je 50 000 RM, 2 Gewinne zu je 10 000 RM. und viele andere mehr. 33 Sonntag, 29. November 1925 Gekündigte Tarifverträge. Die Freiheit der 17 Bäckerinnungen und ihrer 17 Innungstrantentassen bleibt also einstweilen weiter bestehen. Es werden also auch ebensoviele Gesellenausschüsse gebraucht. Um diese Aus. Anfrage beim Vergarbeiterverband erfahren, sind die in der Presse Bochum, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) Wie wir aus schüsse nicht den Gelben zu überlassen, mit denen die Inmungen berbreiteten Meldungen über die Kündigung der Arbeitezeit fogenannte Tarifverträge abzuschließen suchten, um die gemert regelung für den Rubrbergbau zum 31. Dezember unrichtig. schaftliche Organisation der Gesellen auszuschalten, forgte die Dre liegt eine Verwechielung mit der Kündigung des Arbeitszeit ganisation dafür, daß die Gesellenausschüsse von freigewerkschaftlich abkommens für den lintsrheinischen Braunkohlenbergbau vor. organisierten Gesellen gebildet wurden. Es waren dabei freilich manche Hindernisse zu überwinden, die die Innungen auftürmten, geitablommen für die Gas, Waffer und Elettrizitäts Die Arbeitnehmer organisationen haben das Lohns und Arbeit doch trotz aller Schifanen ist es gelungen. werke Rheinlands und Bestfalens zum 31. Dezember gefündigt Nur keine Lohnerhöhung! Nachdem nun die Entscheidung der Bäckerinnungen gegen die Echaffung einer einheitlichen Innung für Groß- Berlin ausgefallen ist, hat die Innung( Alt) Berlin( Bezirke 1 bis 6) die Verpflichtung, einen neuen Gesellenausschuß wählen zu lassen. Es ist dies die erste Wahl nach dem Kriege. Mit dieser Wahl, die am Sonntag, den 13. Dezember, vor sich geht, ist zugleich die Wahl der Beisiger zum Innungsschiedsgericht verbunden. Die Berliner Bädergesellen müssen von ihrem Wahlrecht unbedingt Gebrauch machen. Sie müssen für die vom Deutschen Nahrungs- und Genußmittelarbeiterverband aufgestellten Kandidaten stimmen, menn sie nicht den Gelben in die Hände arbeiten und sich damit ins Gesicht schlagen wollen. Jeder muß zur Wahl gehen und dafür sorgen, daß der Gesellenausschuß alls gemertschaftlich organisierten Ge fellen, zusammengesetzt wird. Lohnfragen der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Der Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter hatte seine sämtlichen Funktionäre am Freitag im Gewerkschaftshaus ver sammelt und gemeinsam mit ihnen die legten Lohn- und Tarifbewegungen fritisch zu besprechen und die Lehren für fünftige Bewegungen daraus zu ziehen. Polenste ging in seinem Referat von den Bewegungen der Reichsarbeiter aus und vermeilte hauptsächlich bei den jüngsten Bewegungen der städtischen Berksarbeiter und der Kämmereiarbeiter. Bei diesen Verhandlungen habe sich gezeigt, wie dringend nötig ein vollständiges Zusammengehen all dieser Gruppen in Lohn- und Tarifbewegungen sei. Als starte Hemmung ermies sich der Lohntiefftand einzelner Industriegruppen in Berlin, wie in der Metallindustrie, der Chemie u. a., deren Lohnsäge von den Direktionen und Verwaltungen mit Vorliebe dann zum Vergleich herangezogen werden, wenn sie niedriger stehen. Die letzten Abstimmungen in den städtischen Werken ließen erkennen, daß die organisatorischen Vorausfegungen für einen Streit in den städtischen Werken nicht in dem erforderlichen Maße gegeben waren. Es muß darum alles darangesetzt werden, die Lüden in der Organisation aufzufüllen, zumal die Berhandlungen, be sonders die Manteltarifverhandlungen, in der Zukunft noch bedeutend schwieriger werden. Die zweite Abstimmung hat weiter gezeigt, daß die städtischen Arbeiter nicht genügend Verständnis für die Taftit der Organisation be fundeten. Die Arbeiter müssen sich für die Zukunft damit vertraut machen, daß sich die Tarifbewegungen nicht im Handumdrehen erledigen lassen, sondern sich wochenlang hinziehen können. Darum muß unsere Aufgabe sein: Ausbau der Organisation, einheitliches Vorgehen in allen Betrieben mit dem Ziel der Zurückführung der Werfsbetriebe in städtische Regie. Nach einer ausgedehnten Diskussion, in die einige fommuniftische Redner das Dames- Gutachten, den Locarno- Bertrag und ähnliche Dinge hineinbrachten, gelangte eine Entschließung im Sinne des Referenten einstimmig zur Annahme, die in den Schluß aus. klingt, daß die Funktionäre sich verpflichten, alles daranzusehen, um auch den letzten Arbeiter, die legte Arbeiterin dem Verbande der Gemeinde- und Staatsarbeiter zuzuführen. den Notstandsplan derart abzuändern, daß das Streifrecht ber Eine weitere Entschließung wendet sich gegen die Bestrebungen, Werksarbeiter illusorisch würde. Achtung, Bauarbeiter! Mit Rücksicht auf die eingetretenen Witterungs- und Lichtberhältnisse ist es unbedingte Pflicht eines jeden Maurers, gimmerers, Baubilis- und Tiefbauarbeitere, mit dafür einzutreten, daß die bisber bestandene Winter arbeitszeit eingehalten wird. Mit Beginn der neuen Lohnwoche am Mittwoch, den 3. Dezember 1925, tritt die fiebenstündige Arbeitszeit in Strait, and war Anfang 8 Uhr. Frühſtüd 9-9 Uhr. Mittag 12 bis 12% Uhr und Fe crabead 4 Uhr. Kollegen, Kameraden, denkt an das Seer der Arbeitelofen denkt an die erhöhte Unfallgefahr durch Dunkelheit, Echnee und Frost Es muß im eigenen Interesse aller Bauarbeiter die verkürzte Arbeitszeit eingehalten werden. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin, Der Vorstand. Zentralverband der Rimmerer, Rablitelle Berlin und Umgegend. aab Hannover, 28. November.( WTB.) Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, sind bei der Hannoverschen Maschinenbau- Aktien gefeßlichait vorm. Egestorff( Hanomag) verschiedene Abteilungen wegen Lohndifferenzen in den Streit getreten. Infolge diefer Streits mußte(!?) das Wert geschlossen werden. Von der Maßnahme werden rund 4000 Arbeiter betroffen. Berbindlichkeitsantrag für den Aachener Steinkohlens bergbau. Bochum, 28. Nov.( Eigener Drahtbericht.) Für den Aachener Steinfohlenbergbau wurde vor einiger Zeit ein Stiedsspruch ge fällt, der eine 4prozentige Lohnerhöhung vorfab. Der Schiedssprud wurde von den ärbeitern abgelehnt. Die Bergarbeiterorganisationen bat für Dienstag, den 1. Dezember, zu einer unverbindlichen Ausbeantragten Berbindlichkeitserklärung. Der Reichsarbeitsminister sprache zwischen den beiden Parteien im Reichsarbeitsministerium eingeladen. E Achtung, SPD.- Eauhmacher! Morgen, Montag, nachmittag 5 Uhr bei Blamert, Beberstr. 24. Bersammlung aller SPD.- Kollegen und tolleginnen. Sympathifierende können eingeführt werden. Boll zähligen Besuch erwartet Der Werbeausschus. Deutsche Werke, Spandau und Safelhorst! Am Dienstag, um 4 Uhr, im Rasino, Safelhorft. Berliner Chauffee, Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Wichtige Tagesordnung. Jeder hat die Pflicht, au erscheinen. Der Fraktionsvs: stand. Achtung, Marienfelber Betriebe! Alle SPD. Genossen ber Marienfelder und Mariendorfer Betriebe treffen sich am Dienstag, den 1. Dezember, nach Arbeitsschluß bei Strikte zu einer wichtigen Be fprechung. Der Fraktionsvorstand. 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Das Wirtshaus war ein elender Kasten, in dem eine pestilenzialische Luft herrschte. Denn die Wasserspülung existierte in diesem Hause noch nicht. So ging der Dichter ein. den England und die Snobs der europäischen Erde als ein Wunder der Anmut und der eleganten Ueberlegenheit gepriesen hatten. Dieser Zusammenbruch ist gewiß tragisch, man möchte aber behaupten: bätt« das Juchthaus, in das die moralischen Heuchler Oskar Wilde steckten, das seltsame und hochbegnadete, aber vermorschte und über- mütige Genie auch nicht geschluckt, Wilde wäre trotzdem verdorben. Ihn trieb die blinde, nur in einem engen Kreis umschauende Natur dazu, sich absolut von einer härteren oder dunkleren Welt abzuschneiden. Er war im Grunde der unsozialste Dichter, den jenes lü. Jahrhundert hervorbrachte, das man nicht ohne Ursache als das Jahrhundert der sozialen Dichtung bezeichnen darf. Dennoch war er geboren mit allen Kräften der Kritik und mit einer zersetzenden Weitsichtigkeit. Es wäre ihm gelungen, eine Welt der Ungerechtig- keit ebenso bitter und erbarmungslos als Dichter zu entlarven, wie es die radikalen Volkswirte seiner Zeit als Politiker getan hatten. Aber er verzichtete auf solchen Gebrauch seiner kritischen Mittel. Er resignierte absichtlich und sogar mit Stolz. Er beschränkte sich nur darauf, einigen Weichlingen und Narren die Wahrheit zu sagen. Ein ganz besonderer Einzelfall in der Literaturgeschichte, be- trifft er doch nicht nur ein halbes Talent, sondern ein Formgenie von unerhörter Geschmeidigkeit, ein Aphorismengenie, das mit der Unerbittlichkeit Friedrich Nietzsches ausgerüstet ist. Er war im- stände, während er sich stundenlang frisieren und pomadisieren ließ, die Erde auf das Wundervollste mit der Unsterblichkeit zu ver- knüpfen. Er gehörte zu uns, das heißt zu den Leuten, die unten sind, mit seiner Erkenntnis, da er ja doch die Standesklasie, die ihn verstieß, als jämmerlich demaskierte. Aber er dachte gar nicht daran, sich mit den Leuten unten zu gesellen. Im Dreck liegend und in die Stern« schauend, das ist ungefähr«ine von den Devisen, die er großartig, trotzdem spielerisch und dann wieder beinah« wie ein neuartiger Religionsbildner des Proletariats erfindet. Doch man ist genötigt, jeder seiner Devisen zu mißtrauen. Nun wird dieser Mensch von der gleichen Gesellschaftsklasi«, die ihn eben noch verhätlchelle und sogar mit Liebedienerei heimsuchte, obwohl er sie sarkastisch mißhandelte, plötzlich als etwas Ekelhaftes ausgespien. Gerichte verurtellen ihn, da ihm Unzucht mit Männern nachzuweisen ist. Auf allen britischen Adelssitzen war man mit seinen spöttischen Bosheiten voll gestopft, und man wollte sich er- leichtern um jeden Preis. Man spie den eben noch so hochbewunder- ten Standcskameraden in die Verachtung hinein, wortwörtlich: man spuckte. Man würgte an dem Hohn, den man solange gierig einge- schluckt hatte. Darum die abscheuliche Eile, den Mann wie etwas Ekelhaftes abzusondern. Menschen, die sich lieben und sogar mit Liebe vergöttern und nun ganz plötzlich entdecken, daß ihr« Liebe nur ver- steckter Haß war, können so auf die Vernichtung des eben noch an- gebeteten Wesens versesien sein wie die ehemaligen Freunde Oskar Wildes. Nun wird der Narr des Glück» ein verstoßener Stiefsohn des Glücks, um es im Romanstil auszudrücken. Er wird bis zur Hungersnot herunterkommender Proletarier, um es mit der ökono- mischen Vokabel auszudrücken. Er wird, um«in moralisches Religionswort zu gebrauchen, ein Märtyrer. Doch einer, der nicht verzichten will, er bleibt ein Bettler mit Großmannsmanieren, er wird ein verfetteter Schwächling und Schwätzer und ganz aufge- braucht von seinen Pumpsorgen. Er muß mtt seiner Vergangenheit brechen, aber er will nicht aus das Wohlbehagen verzichten, das er einstmals genoß. Er unterstützt sogar von dem, was er nicht be- sitzt, ehemalige Zuchthausbrüder. Er dichtet endlich die erschütternde Elegie seines Zuchthauslebens. Blickt man jedoch genau zu, so ist er nicht kuriert von seiner Vergangenheit. Man soll ihm aber diese Unbekehrbarkeit nicht vorwerfen. Festzustellen wäre nur, baß wir kleinen Leute, die wir unten leben, wirklich im Dreck liegen und in die Sterne blicken, eben duldsamer sind als die anderen, deren Weg zu den Sternen viel freudiger sein darf. Wir nehmen dos Genie aus und geben ihm Gastsreundschaft, obwohl es schon erschöpft und zerrieben ist. Wir gönnen ihm Gehör. Wir trauen ihm sogar zu, daß er uns wirklich erbaut. Denn Oskar Wilde, am Ende seiner Tage«n tragischer Komödiant, wurde immerhin schwer vom tragi- schen Schicksal getroffen. Und denen unten bleibt nichts und niemand fern, wenn es vom Flügel des Leides gestreift wurde. Eisenbart. Von Paul Methioier. Man rief ihn nur so.... Dom Regiment folgte ihm der Spitz- name ins„Zivil" und blieb an ihm haften. Der starkknochige kräftige Mensch hatte ein wahres Piraten- gesicht, aus dem zwei gute Hundeaugen blickten. Bei den Einwohnern des Städtchens erfreute er sich einer nur mähigen Achtung. Er war wenig gesprächig und«in Stück Bohemien. Ein Gelegenheitsarbeiter, der allerlei betrieb. Kurz, man betrachtete ihn mit argwöhnischen Augen. Manche sahen einen Tagedieb in ihm, andere hielten ihn für einen ausschweifenden Menschen die meisten für einen Säufer. In Wirklichkeit lebte Eisenbart' nur nach seinem Behagen und pfiff auf die Meinung der Leute, ging in die Kneipe nicht öfter als andere, aber immer ollein. Er war verheiratet und hatte drei kleine Kinder. Arbeitete alle Tage und mit Lust— ohne einen Beruf zu haben. Je nach den Um- ständen war er Möbelträger. Erdarbeiter. Straßenkehrer oder Hand- langer. Privatpersonen betrauten ihn zuweilen mit Arbeiten, die andere nicht verrichten mochten. Eines Tage- erwarb sich Eisen- bort— ohne es zu wollen— doch einige Sympathien.... Es war an einem Sonntag- Zur Stunde der Musik. Die Strahen der kleinen Stadt lagen verlassen da. Mit den Händen m den Taschen bummelte Eisenbart planlos herum. Auf dem Markt- platz zog ein Häuflein Menschen seine Ausmerksamkett an. Einer zeigte aus die geschlossenen Läden des Krämers.„Ganz sicher, bei Gorju brennt's!" Ein zwetter fügte hinzu:„Das sck�int ernsthaft', man möchte beinahe alarmieren!"„Gorju!... He!! Gorju. Ein Nachbar erschien ganz verstört an seinem Fenster:„Was gibl's denn?"—„Bei Gorju muß es brennen!"... Michel wollte das Gruseln lernen und traf einen Mann, der war früher mal Aeldmarschall gewesen. Den bombardierten seine alten Kriegskameraden mit soviel Protestbriefen, daß er schier daran erstickte.„Dem Locarno-verräter!" stand auf den Adressen. Michel gruselte es aber nicht, sondern er meinte nur:„von solchen Leuten konnten Sie doch nicht» anderes erwarten!" Da begegnete er seinen früheren Königen, Herzögen und Fürsten, die die letzten Groschen des halbverhungerten deutschen Volkes von bannen schleppten, um weiter zu schweigen und zu prassen. Auch ba gruselte es Michel nicht. innen schleppten, um weiter *' gruse denn er wußte ja. daß Könige und Fürsten schon immer ihr Volk ausgeplündert haben. Alsdann sah er zwei Männer. Ludendorff und Schalem geheißen, die sich wie rechte Brüder in den Armen lagen, denn alle beide wollten sie nicht, daß Frieden ans Erden walle und sich die Völker versöhnten.„Das ist ja ihr Beruft" brummte Michel und trollte sich. V/Zm U/7/>.3 c* Da aber geriet er in einen mecklenburgischen Gerichlssaal. allwo just ein Zememordprozeh verhandelt wurde. Und als er diese Mordbuben sah. von ihren Schandtaten vernahm und dazn die Reden der versammelten Rechtsgelehrten hörte, da Überkam ihn eine blane Gänsehaut, und es gruselte ihn Eisenbart, der herangekommen war, legte das Ohr an einen der Läden. Er murmelte etwas, dann riß er mit heftiger An- strengung eine Eisenstange herunter. Wie die Tür ausging, quoll dichter Rauch aus dem Laden. Ohne Hast, mit dem ihm eigenen Phlegma, betrat der Mann den Raum und begann die Waren herauszuschaffen. Die anderen hielten sich vorsichtig zurück und äußerten nur ihre Meinungen. Ioudiou, der Fleischer von gegenüber, ließ seinen Biceps schwellen und erklärte:„Teufel, wenn nicht Petroleum drin wäre— ich ginge selbst mit hinein!"—„Natürlich!" stimmten die anderen zu.„Aber wir wollen lieber aus die Feuerwehr warten...." Inzwischen stapelte Eisenbart Säcke. Kannen, alles, was er in der Dunkelheit erwischen konnte, vor ihnen auf. Wie er zum fünftenmal verschwunden war, hörte man einen heftigen Knall: ein Behälter mit Weingeist war explodiert.... Man fand den Mann wenige Augenblicke später in einer Blutlache: mehrere Rippen waren ihm eingedrückt: einer seiner Arme hing zersetzt, wie aus der Schulter gerisien, herab. Eisenbart wurde be- sinnungslos ins Spital gebracht. Wie die kleine Stadt das Unglück erfuhr, empfand sie etwas wie einen Vorwurf. Abgesehen von einigen Neidischen— denn auch das Unglück ruft Neid hervor—, äußerten sich alle Leute an- erkennend über Elsenbart und bemitleideten ihn. Hilfsbereite be- gannen sich zu organisieren. Die offiziellen Stellen gingen mit gutem Beispiel voran. An seinem Bett empfing Eisenbart den Be- such des Moires. In einer Sitzung erklärte sich der Magistrat bereit, Eisenbart, falls er zum Krüppel würde, eine Rente zu be- willigen. Unaufgefordert kam ein offizielles Wohltätigkeitskomitce seiner Frau zu Hilfe... ...Monate vergingen. Allmählich vergaß man das unglückliche Vorkommnis und das Opfer. Eisenbart verließ eines Morgens das Spital. Er war ein einarnnger Krüppel geworden. Man bemerkte vor allem, daß er ein Bäuchlein angesetzt hatte. Auf der Straße sprach ihn ein Nachbar an:„Da bist du ja!"„Ja, ja... verdammt!" „Du siehst aber aus. Das fehlte dir noch, alter Junge!" Eisenbart begnügte sich, dazu zu lächeln. Kurz darauf sagte ein anderer zu ihm: „Was wirst du denn jetzt machen?" Der Verstümmelte deutete auf den leeren Aermel. „Nichts... Ich kann nicht mehr arbeiten, das siehst du." „Was sängst du denn bloß an?" „Ich glaube, sie wollen mir eine Rente geben..." „Eine Rente?... Da kommst du ja der Stadt teuer zu stehen..." Eisenbart geduldete sich einige Zeit. Wie die Rente noch immer nicht kommen wollte, wagte er endlich, sich beim Maire zu melden. Dieser empfing ihn ziemlich mißmutig, wollte sich aber doch den Anschein der Liebenswürdigkeit geben. „Worten Sie nur, mein Braver... Man beschäftigt sich damit. Aber so schnell geht das wirklich nicht!... Nein, nein, das dauert eine Weile!" Eisenbart wartete weiter. Aber die Unterstützungen flosien spärlicher. Die Wohltätigkeits- institution der Stadt gelangte zu der Ansicht, daß der Krüppel genug Beistand seitens Privater fände und hörte auf. Gelder zu gewähren. Und wiederum war zu den Ohren der nichtosfiziellen Wohltätigkeit ein Gerücht gedrungen, das in der ganzen Stadt Glauben fand und Veranlasiung wurde, daß man seine unbeständige Freigebigkeit interessanteren Unglücklichen zuteil werden ließ. Gorju, der sich bis jetzt erkenntlich gezeigt hatte, fand es be- quem, den anderen nachzuahmen. Seit einigen Tagen also ging ein Gerücht von Mund zu Mund. Die Klatschbasen teitten es sich vor ihren Türen achselzuckend mit und abends beim Schoppen machten die Männer lachend ihre Be« Wertungen dazu. Von dem Gähchen, wo es aufgetaucht war. drang es rasch bis ins Herz der Stadt, in das Geschäftsviertel des Zentrums und schließlich in die Kreise der Maßgebenden. Wie sie es erfuhren, sagten viele:„Das wundert mich nicht!" Und manche fügten hinzu:„Der Gedanke ist mir gleich, wie das Unglück ge- schah, gekommen..." Wie Eisenbart, am Ende aller Mittel, den Maire wieder auf- suchte, empfing ihn dieser mit einer Zurückhattung, die das Schlimmste erwarten ließ. „Gewiß... gewiß... Aber wissen Sie denn, was man jetzt sagt?..." „Doch!"—.La." „Nein, Herr Majre, ich weiß es nicht." .Lch auch nicht, zum Teufel, ich auch nicht... Aber werni�es doch so wäre, dann verringerte sich Ihr Verdienst erheblich..." Eisenbart hörte ihn ganz betrübt an, schwieg einen Moment, dann sagte er schüchtern: „Entschuldigen Sie, Herr Maire, ich weiß nicht was Sie sagen wollen..." Der andere erwiderte plötzlich in ganz väterlichem Ton: „Also, wohlgemerkt, mein Freund, ich bestätig« das nicht... Die Sache ist zu ernst." ..... Aber Sie begreifen... In solchem Fall hat die Behörde die Pflicht, sich Klarheit zu verschaffen... Wir brauchen allseitige Zustimmung." „... Na. warten Sic ab: wir werden schon sehen..." In der mildesten Weise verabschiedete er ihn, ohne sich nach irgend einer Richtung eine Blöße zu geben. Diesmal beschloß der Magistrat, mit der Angelegenheit zu Ende zu kommen. Er warr ratlos. Die kleine Stadt wurde ungeduldig und begann Vorwürfe laut werden zu lasten. Die Aussicht auf eine neue Last, die keine Vorteile, keinen Nutzen mit sich brachte, erregte die Köpfe. Gleich nach der Eröffnung der Sitzung verlangte ein Rat das Wort. Er machte sich zum Dolmetsch der Bevölkerung, begründete seine Unzufriedenheit; und da ihm der Moment günstig schien, gab er das Gerücht wieder, das durch die Stadt schwirrte, offiziell wieder: Eisenbart war an dem Tage, wo das Unglück geschah, betrunken ge- wescn! Bürger, die absoluten Vertrauens würdig waren, bestätigten es. und ihr Wort mußte genügen... Danach zögerte die Ratsversammlung nicht länger. In wenigen Minuten war das Schicksal des Krüppels entschieden. Man be- willigte ihm 30 Franken„als vorläufige Entschädigung". Und das war alles. Als Eisenbart, der sich nicht aufs Betteln verstand, alle Hofs- nung verloren hatte, stürzte er sich in den Kanal. Er wurde einer Leichenrede gewürdigt. Einer, der im lokalen Teil las, rief:„fjallo! Er war wieder mal betrunken... Da wird er ins Wasser gefallen sein: das ist sicher!..." Kinder- und Jugendbücher. Weihnachten naht! Für viele die einzige Zeit, da Bücher für die Kinder gekauft werden! Doppelt muß daher die Sorgfalt sein, mit der sie gewählt werden. Bücher haben, wie Jean Baul jagt, noch feinen Menschen gut oder schlecht gemacht, wohl aber besser oder schlechter. Sie fömmen Keime fürs ganze Leben legen und Saaten streuen, die viel später zur Frucht aufsprießen. Die Ernte des Weihnachtsbuches ist dies Jahr wieder reich. Da die Bücher aber zu sehr verschiedenen Zeiten eingehen, fönnen wir sie nur nach Verlagen ordnen. Dem Kauflustigen wird geraten, sich die Bücher in der Buchhandlung anzusehen. Bilder- und Märchenbücher. " Der führende Berlag( Gerhard Stalling in Oldenburg), der die Nürnberger Bilderbücher herausgibt, folgt weiter den bewährten Traditionen des Hauses. Er bietet gutes Papier, gefchmadvolle Ausstattung, das ganze Buch ist in Umschlag, Schrift, Vorsatzpapier künstlerisch durchkomponiert, die Illustrationen von Künstlern, die die Rindesfeele verstehen, ihre Wiedergabe meist im Offfetverfahren meist im Diffetverfahren ist technisch vollendet und gibt alle Feinheiten des Originals wieder. Es sind Bücher des fultivierten Hauses; Borstöße in die Welt des Arbeiterfindes werden nicht unternommen. 3wei un zerreißbare Pappbilderbücher( je 5,50 m.) für die Hand der Kleinen wollen Bekanntschaft mit dem Tier vermitteln und Tierliebe pflegen. Im König Nobel und sein Reich"( in fräftigen Formen von Willi Harwerth) werden die bekannten einheimischen und fremden wilden Tiere, im ausgefinde"( mit individuellem, manchmal vermenschtlichtem Ausbruck in töstlicher Bartheit von Elja Eisgruber) die Haustiere vorgeführt. Etwas Neues stellen die fleinen reizenden Bilderbücher zum Ausein anderfalten dar. Sie fezen freilich eine schonende Hand voraus, sonst find fie bald zerriffen. Gedichte, findliche Reimereien oder auch Einfälle der Künstler bilden den Faden, an dem die Bilder aufgereiht werden. So wird das Schlaraffenland" abgebildet, oder Rücerts Geschichtchen vom männlein in der Ganz"( wieder höchst originell von Elsa Eisgruber illuftriert), oder das Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen) oder Die Reise nach Engelland"( in der fröhlichen Art von Else Wenz- Bietor). Sehr farbig und ausdrucksvoll ist Der Blig fft pfs.ft von. Mener, eine richtige Echnurre. Die Bändchen fosten 1,25 M. Das typische Bilderbuch des Verlages( zumeist großes Format mit Streubilbchen oder ganz seitigem Bildschmuck) bleibt in den Bahnen des bewährte Gefunde nen, hat aber immer hohes Niveau. Der Farbenrausch des Expres fionismus ist hier nicht vertreten, aber eine fatte, volle Farben wirtung in flächiger Manier wird zumeist erstrebt. Das Bogel ABC"( 5,80 M.) gibt prächtige Bogelbilder von F. W. Kleurens. Aber ob sie zum Lesenlernen geeignet sind, scheint mir fraglich, denn ein großer Teil der Tiere ist dem Abeschützen ganz unbekannt. Sehr beliebt find die Sammlungen von Kinderreimen und gedichten, die in verschiedenen Formen vorliegen:„ Nesthätchens Wunderhorn" ( 2,50 M.),„ Schweinchen schlachten", Sonnenschein und Blumenbuft"( 4,80 m.) In den farbenfreudigen Bildern der Else Wenz Bietor ist echter Naturfilm mit vielseitiger Gestaltungsgabe vereint. Es ist eine wahre Augenfreude, diese Seiten zu betrachten. Gretel, Bastetel, was machen die Gäns?" ist ein gleichwertiges Seitenstüd dazu, in dem wertvolle alte und neue Reime und Gedichte von Tieren gesammelt und von Annelise Stod sehr lebendig illustriert find. Tandaradei ( 4,80) bietet neue Kinderlieder von Adolf 501st, in denen er feine erprobte Art aufs neue bewährt, den Kindern Luft und Freude zu bereiten. Ernst Ruger steuerte die stimmungsvollen großen SINGER SINGER Eine Singer SINGER und luftigen ffeinen Bilder bazu bei. Cin Bilderbuch ganz eigenen Charakters ist das von Elsa Eisgruber Bom Mäuschen und Mettwürstchen".( 4,80 M.) In den Zeichnungen waltet eine eigenwüchsige Fabulierluft von höchstem Reiz: mit feinsten Mitteln find Wurst und Tiere belebt, und die Delikatesse der Wiedergabe gewährt auch dem Erwachsenen Genuß. Echte Beih nachtsbücher im Sinne der Tradition find die Erzählung Don der Weihnachtstrippe( Tert von Wilma Mönde berg, Bilder von Elsa Wenz im Stile einer mittelalterlichen Legende voll zartesten Farbendrucks) und das Buch vom lieben Weihnachtsmann"( Verse von W. Besper) strahlend in der bunten Pracht der Bilder von Else Birkenstod. Das Leben der Blumen und Insekten behandeln in gutgesehenen Natur schilderungen„ Der Heuschred und die Blumen"( Tert von Mag Dingler). Die schöntonigen Bilder von Else Benz Bietor sind hier wie in der Sonnenfinderstube"( vom felben Berfasser) und in dem Märchenbuche Das große Ding immer vom gleichen Reiz der Erfindung wie der feinsten Durch führung. ( Nürnberger Puppenstube" und Aus dem fleinen Eine Besonderheit des Berlages sind die beiden Spielbücher alten Städtchen".( Buchform je 12,50 m.) 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Heraus geber der Sammlung ist Will Will Belper, der mit gutem Ge schmad auswählt und in den von ihm selbst bearbeiteten Werken den richtigen Erzählerton trifft und ein gesundes, träftiges Deutsch schreibt. Zu dem alten Bestand der Sammlung, dem klassischen Gut: Nibelungenfage, Gudrun, Ulenspiegel, Don Quixote, Robinson, Münchhausen ist in diesem Jahr„ Die Geschichte des Dottor Faust" getreten. Else Frante erzählt fie padend nach den alten Volksstücken und Paula Jordan hat dem Buch mit den fräftigen Initialen und den altertümlichen Holzschnitten etwas vom gegeben. Die Märchenbücher der Sammlung sind dem Alter Charafter eines Buches aus der Zeit der Entstehung der Sage der Lesenden angepaßt. Wilma Möndeberg Rollmar hat in Bestande der Märchenliteratur das für ein jugendliches Alter Ges dem schönen Bande„ Die Märchentruhe aus dem reichen eignete ausgesucht und so erzählt, daß es vorgelejen immer noch als Erzählung wirft. 3 die Fabeln und Ränke, Märchen und Schwänte aus aller Welt aufs lustigste erneuern, sowie seine Guten Geister", worin er früheren Jahren besprochen. An das reifere Alter wenden sich eigene Märchen, Legenden und Geschichten erzählt, find schon in Bill Belper hat sie größtenteils den„ Bunten Steinen" entnommen, " Die schönsten Geschichten von Adalbert Stifter". und es wäre sehr wünschenswert, wenn der österreichische Dichter der Beschaulichkeit, der Naturandacht und der Stimmungsmalerei auch in der Jugend Eingang fände. Die künstlerische Ausstattung, die Friz Thärigen dem Bande gegeben hat, erleichtert dies Vorhaben. Beschäftigungsbücher. Das gefunde Kind will nicht nur anschauen und lesen, es will sich selbst betätigen, auswirken, formen, gestalten. Allerlei Anregungen dazu geben Schreibers Beschäftigungsbücher( J. F. SchreiAllerlei Guckkästen, Dunkeltammer und Kaleidoskop, Versuche mit ber, Eßlingen). Es liegen 15 neue Hefte vor( Preis 1,30 M.). der Schwungmaschine, Hausgerät und Spielzeug zum Selbstanfertigen mit der Laubsäge, Stäbchen und Naturholzarbeiten, Jm Stall zu Bethlehem, Bom Schwerpunkt und vom Gleichgewichte der Drei bis Sechsjährige, Wagen zum Wiegen, Flechten mit Bast und Körper, Allerlei Geschenke zum Selbstherstellen. Wie beschäftigen wir Beddigrohr, wie schaffe ich mir aus Holzflögen eine alte Stadt, Roll: und Welle, Metallarbeiten, Schattenrißkunst für jung und alt. Auch die Sammlung Anleitung zum Borzeichnen ist um ein neues( das 13.) Heft vermehrt. Es will das Charakteristische der Pflanze schen und nachbilden lehren. R. H. Döscher. Die hier besprochenen Bücher fönnen durch die Buchhand. Iung 3. H. W. Dieß Nachf., Lindenstraße 2( Laden), bezogen werden, die eine besondere Ausstellung von Weihnachtsbüchern veranftaltet. Die gesamten Bilderbücher und Jugendschriften des Berlags Gerhard Stalling sind außerdem vom 30. November an in der Gjellius'schen Buchhandlung. Mohrenstraße 52, ausgestellt. AUS DIREKT DER PIANO- FABRIK 820 Mk. STANDARD PIANO für QUALITÄTSein and moder zu mäßig höheren Preisen bei geringer Anzahlung Wala direkt vom Fabrikanien und Mk. für 50. for Piano cin Mona'sRaten beginnend Besuchen Sie uns- oder verlangen Sie sofort Plano- Offerte, Katalog, Zahlungsbedingungen kostenlos DEMUSIN- PIANO- FABRIK Berlin 027, Blumenstr.70 an der Markusstr. Von 9-7 Uhr geöffnet. Fabrik Hof 1 Tr. links 950 Zum Weihnachtsfest passende Geschenke in Armband- und Taschenuhren zu enorm billigen Preisen Silberne Armbanduhren, Schweizer- Werk.. 11.90 M. Goldene 14 kar. " in feinst Ausf 35.00 85.00 Silberne und goldene Herren- Taschenuhren in großer Auswahl und jeder Pieislage. 99 H. 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Aber Halbfeide, die fefche Perfon mit den Allüren der Dame von Belt und der Zugehörigkeit zur Halbmelt, die reizt ihn. Als er Jagd auf eine Halbseidene macht, gerät er in die Pension Quififana. Hier lernen wir den Boger Aleg Bums fennen, der stets traftmeiert und andauernd Brügel bezieht. Wir werden mit Frau Beber befannt, die von der Unfauberteit ihres Gewerbes innerlich fiberzeugt ist, aber nach außen mit Gerissenheit die anständige Frau fpielt. Sodann lernen wir in Ritty, die gerne aus dem Sumpf möchte, und in Rita, die mit ihrer Berdorbenheit prahlt, bas ungleiche Töchterpaar fennen. Die Halbseidene verliert schließlich ihren Mann und geht den Weg, auf den Abenteuerluft und Leichtsinn schon manche Frau getrieben haben. Der betrogene Mann befommt zuguterlegt fein Mündel, die Kitty. Richard Oswald griff beobachtungsfroh hinein in diefes Durcheinander. Ihm gelang eine vorzügliche Milieuschilderung. Den größten Lacherfolg hatte Aler Bums urfomischer Bortampf, ber burch die Einschaltung der Zeitlupe tatsächlich Anforderungen an das 3merchfell stellte. Die Darsteller halfen dem Regiffeur wader. So waren Karl Bedersachs vorzüglich als Arthur von Hiller, Bernd Aldor bewußt zurückhalten als betrogener Ehemann, Hands Albers unendlich fomisch als Boger und Curt Gerron eine famose Ringertype. Balesta Stod schöpfte die Rolle der Frau Weber voll aus. e. b. „ Der stumme Ankläger." ( Ufa Tauenhien- Balaft.) Ber Hunde fiebt und welcher gute Mensch tönnte Hunde nicht lieben? wird an Wolf, dem Hauptdarsteller des neuen Metro- Goldwyn Films seine helle Freude haben. Die Frage, ob das Tier Berstand oder nur Instinkt hat, erscheint restlos zugunften des Berstandes gelöst, wenn man die unglaubliche Schauspielerische Sicherhelt sieht, mit der Wolf die schwierigsten Situationen bewältigt, wie er fich langsam mit wundervollem Mienenspiel von einem betäubenden Schlage erholt, einen mürrischen Zuchthausinipettor harmiert oder um feinen gefangenen Herrn trauert. Man hat das Gefühl, daß der Geist dieses Hundes ben eines fleinen Rindes, mit dem der Hundeverstand oft ver. glichen wird, weit übersteigt. Das Gute an diesem Film, den man möglichst weit verbreiten müßte, ist es, daß er Liebe zur Kreatur ermeden muß Man fann auch angesichts eines so sympathischen Filmstars", wie Wolf einer ist, gern darüber hinwegsehen, daß bie Handlung des Films, in der ein Unschuldiger wegen Mordes verurteilt und der Schuldige mit Hilfe des Hundes entdeckt wird, reichlich abgeflappert ist. Interessant war allerdings die liebevolle Darstellung amerikanischen Buchthauslebens. Boran ging ein toll mit rasenden Autobildern wirbelnder Grotestfilm Atlas, der ebensretter", den sich alle beut. fchen Regisseure megen seiner Technit einmal ansehen sollten. , Don Meer zu Meer." ( Urania.) f. h. c Schon die Bifinger wollten bie Beftfee( bie feßige Rorbfee) mit der Ostsee verbinden, meil sie etwas umständlich ist, die Fahrt durch das fiets fturmgefährbete Stagerraf. Was einst ein frommer Bunfch war, wurde später Erfüllung. So entstand vorerst der viel gefrümmte Elderfanal und dann der Kaiser Wilhelm- Kanal. Und für dieses eigenartige Baumert, bas bei 26 Stunden Fahriverfürzung den Schiffen einer gefahrlosen Beg von der Nordsee nad ber Offfee bietet, letzt sich der Film Bon Meer zu Meer" mit geididter Berbetätigkeit ein. Der Oberingenieur Friz A. Meyen, ben die Wunderwerfe ber Technif persönlich in eine andachtsvolle Stimmung verfeßen, hat schöne Bilderferien zusammengestellt, die auch bei dem Laien Begeisterung hervorrufen. Die Fahrt geht von London aus mit der„ Baltara", auf der man noch immer den un angenehm fraffen Unterschied zwischen Kajüte und Zwischended fennt, durch ben Kaifer Wilhelm- Kanal. Man wird mit der Zwed. mäßigkeit unendlich vieler technischer Einrichtungen befannt und ficht, wie sich alles dem Schiffsverfehr unterordnet. Der Kampf gegen den Schlid wird mit Saugbaggern betrieben, die durch Schlid auffaugi ng dem Ranal bie nötige Fahrtiefe erhalten und durch Schlicablagerung in der Unterelbe tünstlige Inseln entstehen lassen. Rebst den durch Tridfilme ergänzten technischen Erläuterungen wird man auch mit der Landschaft befannt gemacht. Der Film, beffen Uraufführung überhaftet vor sich gehen mußte, soll auch im A stand für die Benutzung des Kaiser Wilhelm- Kanals werben. Das mird er tun, denn er ist so gefaßt, daß er allen schiffahrttreiben Den Streifen viel Interessantes bietet. Rürzungen werden höchst wahrscheinlich noch vorgenommen. Es ist ratsam, dabei die eine ober die andere Großaufnahme von den Kriegsschiffen fallen zu fallen. Das Geheimnis der alten Mamfell." ( Kammerlichtspiele.) -g. Das hätte fich die felige Marliti auch nicht träumen laffen, daß hundert Jahre nach ihrer Geburt ihr populärster Roman, der gleich zeltig ber verbreitetste deutsche Roman überhaupt fein foll, nach einmal als Film auferstehen würde. Ob die jungen Mädchen heute noch dafür schwärmen werden, 57 Jahre nach seiner Entstehung? Wenn der Film romanhaft( pannend, fentimental und die Unschuld perklärend fein foll, so ist diese Borlage entschieden dafür geeignet. Aber der Regiffeur Dr. Merzbach wollte die Handlung attuali. fieren und verlegte sie in die Gegenwart, und bas geht doch nicht gut. Die Marlitt ist heute bereits historisch, und so hätte man auch den Film in einem Stil der Vergangenheit geben müffen. Nur die alte Mamfell repräsentiert die alte Zeit in ihrem Kostüm. und es steht ber Frieda Richard vortrefflich. Sie gibt der Figur überhaupt ein martantes Gepräge in ihrer Mansardenwohnung, die auch ein Stüd aus der alten Zeit ist. Aber die anderen Bersonen find modern. Hervorzuheben der würdige Konsul, den Hans Mierendorf mit Schöner Zurüdhaltung spielt, Julia Serda, seine Frau, und der altere Sohn Adrian des Anton Bointner. Sehr gute Typen find Guido Schamberg als Schaubudenbefizer und Hermann i ha als alter Schufter. Die verfolgte Unschuld, die in das bürger. liche Milieu hineinplagt und dort ihren Leidensweg burchmacht, ist Marcella 21 bani. Sie hat sehr gute Momente, aber ihr liebliches Gesicht gibt den Ausdrud für die ernsteren Konflitte noch nicht her. Dem Film voran ging eine luftige For- Groteste„ Bubi als Stierfämpfer". Lippenstift und Bubikopf." ( Primus- Palast.) T. luftigste Many von Wien, der lärmend und ſtimmungerzeugend die Diefer Film gibt sich im Titel mondaner als im Inhalt. Der Schlaginstrumente einer Jazz- Kapelle handhabt, hat eine Frau, die ihm durchgebrannt ist, und eine Tochter, die in Strenge und Liebe bei ihm aufwächft. Die Zuschauer merden nun Zeugen des Kampfes zwischen Mann und Frau um das Kind. Er will das Mädchen als ehrenwerte Haustochter erziehen, fie möchte es zur Halbweltdame ausbilden. Zum Schluß verschwindet Mama, tritt einen ihrer Ver. ehrer an die Tochter ab und die wird mit reichem Gatten und Bapa nach Amerifa reifen. Dieses Geschehen wird nie zum Miterleben, da die Darstellerin der Frau, die italienische Schauspielerin Terribili, Maste und nicht Seele ist. Der Regisseur Amletto Palermi verlor sich in einer unerträglichen Sentimentalität. Er verführte Maria Corda zu einem leberschreiten ihrer Mittel, während er Bittor Bartonni, den eleganten, sympathischen Liebhaber, nicht zwang, eine persönliche Note in sein Spiel zu legen. Als einen glänzenden Darsteller lernte man Ruggero Ruggeri fennen. Er hat Rhythmus in fich, wenn er mufiziert, und wie verschieden behandelt er die Instrumente, je nachdem, ob Erschrecken, Freude oder Leid fein Innenleben bewegen. Die Bergnügungsstätte, das Milieu der 1001 Filmmöglichkeiten, ist überhaut nett geschildert. Der Tert ist abwechslungsretch, er fegt sich nämlich zusammen aus der verstiegendsten Lyrit und den banalften Worten, die man sich denken fann. e. b. Ueber 300 deutsche Zeitungen aller Parteirichtungen haben einstimmig den Riesenerfolg des Großfilms des Proletariats Freies Volk bestätigt. Jeder hat die Pflicht sich den Film anzusehen. Berlin 0.: 27.- 30.11.1925 Konkordia- Palast, Andreasstraße Neukölln: 27.- 30.11. 1925 Kukuk- Lichtspiele, Kottbusser Damm Excelsior- Lichtspiele, Bergstraße Berlin NO.: 4.- 10. 12. 1925 Lichtspiele Friedrichshain, Am Friedrichshain 16. Weitere Spieltermine folgen! Beachten Sie die Anschlagsäulen! alex as „ Die rote Lilie." ( Mozart- Saal.) Beilage des Vorwärts Wenn man die Bunder der modernen Photographie genießen. fich des meichen faminen Tones, der mit seinen Abstufungen an die Bilbwirkungen der alten Holländer und ihre impressionistischen Nachfahren erinnert, erfreuen will, so sehe man sich diesen Metro. Goldmyn- film an, für dessen Photographie ein Rünstler feines Fachs Bittor Milner zeichnet. mit großer Treue ist von dem Regiffeur Fred Niblo das franzö Als Joylle jetzt der Film ein, fische Dorfmilieu gezeichnet. Der Sohn des Bürgermeisters Jean liebt Marise, das arme Schustermädchen. Aber der Alte gibt es nicht zu, und so fliehen sie nach Baris. Doch schon am Bahnhof merden sie getrennt, er mird megen angeblichen Diebstahls ver haftet, und das unschuldige Dorffind, bas tagelang an den Bahnhof zurückkehrt, um den Geliebten zu erwarten, wird in den Kampf ums Dafein hineingestoßen. Sie wird zur Dirne, und ihr Jean, der der Polizei eniflohen ist, gerät in die Berbrechertreise. Nach stadt aus ihnen gemacht hat. Sie pflegt ben von der Polizei langer Trennung treffen fie fich als das wieder, was die Groß schwer Berwundeten und opfert sich für ihn, als sie von einer Polizeirazzia überfallen werden. Sie fommt ins Krankenhaus und er ins Gefängnis. Aber dann finden sie sich, der Bater ist gestorben Lastern und Berbrechen durchschritten, ins Dorf zurüd, mo sie ein und beide tehren, nachdem sie die Hölle der Großstadt mit ihren zeichnung des Apachen- und Brostituiertenlebens bis an die Grenzen neues Leben beginnen werden. Der Film geht in der Renn unterirdischen Kanälen von Parts, aber aus all dem Schmuß erund bieett wild- aufrerende Szenen, u. a. eine Berfolgung in den blüht die Liebe, die versöhnt und erhebt. Die beiden jungen Menschen sind von Enid Benett und Ramon Rovarro hervor lung der Physiognomien unter dem Einfluß des Milieus zu ge ragend verförpert. Die Rollen geben Gelegenheiten, die Band. stalten, und so mird aus dem Engel des Dorfes die von Leid und Lafter Gezeichnete und aus dem harmlosen Jüngling der rohe leidenschaftsverzehrte Apache, bis sie beide wieder zu ihrer alten Natur zurückkehren. „ Die Frau für 24 Stunden." ( Piccadilly.) D. Das deutsche Filmluftspiel hat diese Saison eine ausgezeichnete Ernte. Den bisherigen Treffern gefellt sich der neue Schünzel Film bei, dessen Manuskript er in Gemeinschaft mit Alfred Schiro fauer nach einer Novelle von Alexander Engel geschaffen hat. Die Schwantgeschichte von dem Botschaftssekretär, der infolge der Laune seines Chefs verheiratet sein muß und nun für 24 Stunden eine Frau leiht, ist voll luftiger Komit. Natürlich geht die Sache schief. Der Minister, der von dem Charme der Frau aufs äußerste ein. genommen ist, kommt dahinter, daß fie in Wirklichkeit mit einem anderen verlobt ist. Der Botschaftssekretär muß seinen Abschied nehmen, aber nun fann er das Mädchen, eine Schuhverkäuferin, in Wirklichkeit heiraten. Er hat ihren Wert erkannt, während er früher der Ansicht war, solche Mädchen liebt man, aber heiratet man nicht. Eine zweite Liebesgeschichte läuft nebenher. Für Ueber. raschungen und Situationswig ist im reichsten Maße gesorgt. Bor allem aber ist die Darstellung erstklassig. Lotte Neumann ist zwar nicht die fleine Schuhverkäuferin, weder ihrem Auftreten noch ihrem häuslichen Milieu nach, aber sie spielt ihre Rolle als Daine mit soviel Liebreiz und luftiger Schelmerei, daß man über alle Einwände gern hinwegsieht und seine helle Freude an ihr bat. Ihr ebenbürtig ist Harry Liedtte, ber Botschaftersekretär Graf, ber ihr an Feinheit des Mienenspiels und Eleganz der Erscheinung nichts nachgibt. Gegen alle Filmregeln spielt Kurt Belpermann feinen Jugendfreund mit einer grotesten Ausgelaffenheit der Gesten, die zu seinem versonnenen Wesen faum paßt. Aber gerade badurch bringt er ein vibrierendes Tempo in die sonst manch mcl ftodende Handlung. Ausgezeichnete Typen sind auch ber Mi nifter von Hugo Werner Kahle und der Botschafter Mar Kronerts. Ein nettes Tippfräulein, etwas aufs amerikanische hergerichtet, ist Maria Kamrabet. Der Regisseur hat die Hand. lung gewürzt mit mancherlei filmischen Einfällen, u. a. den Ge brüdern Schid, den Inhabern des Schuhgeschäfts, die einenber täuschend ähnlich immer paarweise auftreten, sozusagen als Ber doppelung. Er hat damit die Sacher doppelt auf seiner Seite. D. „ Der Mann ohne Gewissen." ( Ufa- Theater Nollendorfplatz.) Der Berliner Roman Mar regers ist hier ins ameri tanische überfest worden, allerdings mehr in bas Rührjelige, Herzige, als in die fühle Tatsächlichkeit, die sonst die Amerikaner auszeichnet. Die Personen haben englische Namen erhalten und aus Berlin ist New Dort geworden. Das Spezifische des Romans ist damit ver loren gegangen. Figuren und Borgänge sind aus dem Milieu geriffen worden, das sie bestimmt, schweben in ber Luft. Ueberhaupt haben sich die Bearbeiter darauf beschränkt, aus dem Kreberschen Roman eine rührende Familienangelegenheit zu machen, die man aus dem üblichen Durchschnittsfilm der Amerikaner fennt. Ent. fchiedene Sentimentalität, aufgeheitert durch groteste Szenen. Das foziale Moment, das immerhin der Krezzersche Roman enthält, ist faft ganz unberücksichtigt geblieben. Nur furz werden die geschäft lichen Unternehmungen des Mannes ohne Gewissen erwähnt. Hinzugefügt sind einige Szenen, die die Tränenbrüfen anfigeln. Der arme Mann, der aus dem Gefängnis zu Frau und Kind in die Gartenlaube und in das traute Heim zurüdtehrt, hat noch immer nicht seine durchschlagende Wirkung verloren, und ein fleines Kind, das Ehegatten versöhnt, ermeicht auch ein fteinernes Herz. Die Regie bemüht sich, nach deutschem Borbild Großaufnahmen van allen möglichen Gesichtern und Dingen zu geben und verschleppt badurch das Tempo. Selbst die unbedingt notwendige Massenszene, bie nach Lubitschs Borgang eigentlich überflüffig geworden ist, bleibt unbelebt. Die Statisten benehmen sich etwa wie Soldaten, die man zum Sturm auf eine Bant fommandiert. Inne Marlowe ver fucht sich hin und wieder mit Erfolg in eine Imitierung der Lilian Gish. Willard. Lewis sieht aus wie ein zu Jahren getommener Jannings, die anderen spielen brav und anständig ihre Rollen, nur Irene Rich den Durchschnitt überragend, ausbrudsfähig in Gefte und Haltung, von einer mimifchen Wandlungsfähigkeit, mie fie felten bei Amerikanern gefunden wird. J. S. Marlitts berühmtester Roman Das Geheimnis der alten Mamsell Das Lieblingsbuch der deutschen Familie:: Der deutsche Foxfilm Täglich 5, 7, 9 Uhr Ufa- Theater Kammerlichtspiele Potsdamer Platz James Klein's Erklärung: Die Bemühungen, durch geschickt inszenierte Zeitungsangriffe mich zur Aufgabe der ,, Komischen Oper" zu zwingen, dürften wohi als voilständig gescheitert angesehen werden. Die tieferliegenden Gründe dieses Treibens sowie die Entlarvung der Hintermänner mit ihren juristischen Fachberatern werde ich in einer damnächst erscheinenden Broschüre den weitesten Kreisen bekanntgeben. Entgegen allen anderen Gerüchten geht die größte Revue der Walt ,, Von A- Z nach wie vor in Premierenbasetzung mit dar gawaltigsten Prachtausstattung allabendlich in Szene. JAMES KLEIN Direktor der Komischen Operi, des Apollo- Theaters", Berlin und des Neuen Operettentheaters" in Leipzig Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Dir. A. Hellmer SU: Fiesco Lessing- Th. Ber befreite Der junge Aar 8 Uhr: Don Quichotte Morgen 81 Der baireite Don Quichotte Staats- Theater Opernhaus Vs Bestand- Klaborad Heute nachm 3 Biberpelz z. halben Preisen Kleines Th. 6 Car: Gottersonntag u. Montg. dämmerung Opernhaus am Königsplatz 22 Nathan d.Weise 7 Uhi: Mignon Schauspielhaus 8 Uhr: Peer Gynt Schiller Theater 18 U: Kapitän Braas letzte Vorstellunges Die Alarmglocke Dienstag, 1. Dez. 8 Uhr: Erstaufführung Figuranten Kom v. Birabeau bounds Bekenntnis Trianon- Th. 8 Uhr Städtische Oper Hochzeitstage Charlottenburg 7 Uhr: von Geraldy Elite- Sänger Kottbuser Str. 6 Tel. Mpl. 16077. Täglich& Uhru. Sonntag nachm 3 Uhr( u halben reisen): Klubfreunde isik. Auf I Theater in der Kiosterstraße 43 8 Uhr: Gastspiel Xaver Terofal Ber alle Derischullehrer, Lebensbild Der Ehestreik Theater 1. d. Lazowst.112 Tägi 8 Uhr Parisiana- Vorst.: Bine Brautnacht Ein starkes Stück Nur Erwachsene haben Zutritt! Großes Schauspielhaus Fär Dich 8/4 300 Mitwirkende Parkett M. 5 Rang M.& ter Rang M La Loge M 7.3ter Rang 75 Pi. Sonatag nachm. 3 Uhr unverkürzt zu ermäßigten Preisen Was verstehen Sie unter Sehen Sie Halbseide Trabrennen Mariendorf das versteht man unter Zum Schloß:?? Jugendsünde 17 mit'd Schlierseer Sonnt nachis 4U Sonntag, den 29. November sowie der unvergleichliche Soloteil Bauerntheater Fran Holle vormittags 11, Uhr als Königin eines kleinen Balkanstaates als Herrscherin über Männerherzen. Pola Negri Ernst Lubitsch in der Regisseur von ,, Madame Dubarry" u. ,, Ehe im Kreise" Das verbotene Paradies Demnächst Carmen Berliner Treater UFA- PALAST AM ZOO AbonnementsTurnus I Denisches Theater The Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Kammerspiele 8 Uhr: Gastspiel d. Dtsch. Volksibeaters Wien Letzte 9 Aufführungen Antonia Lusisp.v M Lengyel Sári Fedák Th. a. Hollendorfpi Tarlich 8 Uhr: Zum 125. Male Der Richa, Engl, Moth, Hell 8 Uhr: letzic Huß Frühlings Fall parmsen, Heinisch, Erwachen Ab Donnerstag Die grüne Flöte VOW Die Komödie Regie: Max Reinhardf stendamm 207 Herrnfeld 8 Unr Gesellschaft v. John Galsworthy im Intimen Theat. Bülowstr 6 Täglich& U. Stall Levy mit Turikomödle Regie: M. Reinhardt v. Anton tierrnfeld Bitte ausschneid Bitte ausschneiden! Saalbau Friedrichshain Gröster Konzertsaal periins, Am Friedrichshain 16/23. Donnerstag, 10. Dezember: Großes Doppelkonzert Gastspiel des chem. k.. Hofballmusikdirektors Johann Strauss aus Wien, m. groß Orchest, unt. dessen persönlicher Leitg.u. des Männer- Gesangverein Hamenlos 66 MdD.A.S.B Chorm. Emil Thilo Vorzeig dies. Annonce zahlt an d. Abendk. anstatt 1 M nur 75Pf. Bitte ausschneiden! Theater d.. Westens! Steinol 345, 3 Uhr: Trompeter von Sharingen Deatsches Künstl.- Theater Tägi.. Uhr: Gastspiel Fritzi Massary: Die Teresina Th. a. Korfürstendamm 7% Chr Gastspiel des Deutsch. Theaters Regen Th., Schiffbanerdamm Tägi ch 8 Unr: Die jüdische Witwe Lustspielhaus & Uhr: Potasch& Perlmutter 11. Teil Petesch& Perlenatter b. Film Wallner- Theater Tägi& Uhre Fäden Toeat. d. Westens Lea Seidl und Ed. Lichtenstein als Gast Tägl. 8 11 Uhr: ( Uber 50 mal) Der Orlow Plätze schon 201 SCALA Internal. Varieté Sonntags 3 zu ermbier. Preis. das voile Progr Bitte ausschneiden! ufa 100x Für Dich!" IM GROSSEN DIE GROSSE CHARELL- REVUE SCHAUSPIELHAUS verfaßt und inszeniert von ERIK CHARELL 300 Mitwirkende Musik: RALPH BENATZKY Dirigent und musikalische Bearbeitung: OSCAR STALLA Bühnenbilder: ERNST STERN, WALTER TRIER Hergestellt von der Firma: HUGO BARUCH& CO. Technische Einrichtung: FRANZ DWORSKY Betty Delarne The Lollipops Wilhelm Bendow Irene Ambrus Jackson Boys Billy Revell das gefelerté Tänzerpaar die amerikan. Wunderkinder mit neuen Steppin neuen Tänzen und Niggertänzen Paul Morgan Berlins beliebteste Komiker Hans Unterkircher Die reizende Soubrette und der und Girls mit neuen Witzen blendende Tenor mit neuen Tänzen Siegfried Berise, Wolfgang v. Schwind. Richard Ludwig, Lotte Ducqué, Kurt Mühlhard, Marta Santex, Hans Bauer, Chore des Großen Schauspielhauses Alicia Alanowa San- Ssiang- June die berühmten russischen und Chinesische spanischen Gaukler Truppe Tänzerinnen Maria Manzanares 10 Personen Original Tiroler Schuhplattler und Watschentänzerin „ Alpensymphonie" Agar u. Joung Khera, Fatima, Zora die besten englischen Exzentriks die arab. Bauchtänzerinnen Montag, den 30. Novemb., Jubiläumsvorstellung 8%, Uhr, Preise 75 Pf.- 12 M. Ufa- Palast a. Zoo Wachents. 3, 7, 9 Ververkauf ab 11 Uhr. Tel. Best Sonntag 3, 5, 7, 9 Nollendorf 62, 1397, 5280-81 Kurfürstendamm Vorverkauf täglich 12-2. Wochentags 7. S Sonnabend) 5,7,9 Sonntag Wochentags 7, SPIELPLAN ein Stoff, der knistert wie Seide und doch nicht Seide ist, eine Dame, die sich bewegt wie eine Dame und doch keine Dame ist, ein Mann, der auftrift wie ein Gent und doch kein Gentist, Talmi das Aeußere Talmi- die SeeleHalbseide 6 Akte aus der Welt und Halbwelt Manuskript und Regie: Richard Oswald Der große Erfolg des neuesten Deulig- Schlagers in den Richard- Oswald- Lichtspielen, Kantstr. 163( Nähe Zoo) City- Lichtspiele, Hacke- Concordia- Palast, Spandau scher Markt Universum- Lichtspiele, Belle- Alliance- Straße Moderne Lichtsp, Brunnenstraße 24 Marienbad- Lichtspiele, Badstraße 35 Prinzen- Palast, PrinzenAllee 72,73 Vereinigte Lichtspiele, Weißensee Alhambra- Film- u. Bühnenschau, Treptow Komische 814 Oper Dir.: James Klein GrößteRevue der Welt Von " Abis Z Parkett 6.- M. Preise 2.- bis 12. M. ( Logen 15- M.) Sonntag nachm. 3 Uhr Jeder Erwachsene 1 Kind frei Halbe Preise Vorverkaut ununterbr.geotinei 7077 12 WINTE PORTEN November- Sensationen! Union- Theater, Schöneberg, Hauptstraße Schloßpark- Lichtspiele, Steglitz Hansa Palast- Lichtspiele, Moabit Deutsch- Amerikanisches Theat., Köpenicker Str.68 Puhlmann Film und Bilhne Berlin, Schönhauser Allee 148 Pat und Patachon als Müller. Auf der Bühne: Valandas Seelöwen Victor Ritter, Komiker Flora- Lichtspiele Landsberger Allec 40-41 Heute und morgen: ..Die Moral d. Gasse" Milieu: Der Berl. Zentralvichhof mit Werner Krauf als Viehhänd er Margarete Kupfer als Schlächtermeisters witwe und das gute Beiprogramm Reichshallen- Theater Allabadi.& Ohr Soantag sadm. 3 Uhr Steffiner Sänger New: Der Bubikopt Burleske von Meysel Hachm. halbe Preise, velles Programm! Donnerstag, 3. 12: Große Pest- Benefiz Vorstell. auf allen Gebieten der internationalen Varieté- Kunstm.d.diesjähr.groß Weihnachts- Progr Sonnt. nachm. 31 Uhr halbe Preise Dönhoff Brett'I: Das so beliebte Rauchen gestattet Familien- Varieté! Gr. Progr! Kleine Preise! Der Emil- Jannings- Film Variété mit Lya de Putti GRAFIN MARIZA Regie: Hans Steinhoff, Manuskript: Max Glaß, Fabrikat: Terra- Film ⑭Tauentzienpalast on Der stumme Ankläger Vorverkauf täglich 12-2 Mozartsaal Ververkauf täglich 12-2 Nollendorfplatz Ververkauf täglich 12-2 Sonnabend Sonntag 5,7,9 Wechentags 7, Sonnabend Sonntag Wochentags T, Die rote Lilie mit Ramon Novarro Sonnabend. Der Mann ohne Gewissen Täglich 9 Kammerlichtspiele, 7, 8 Uhr Turmstraße Vorverkauf täglich 12-2 Königstadt Vorverkauf täglish 12-2 Friedrichstraße Wochentags 7, Sonnabends, 7,9 Sonntag Wechentags 7, 9 Sonnabens 5,7,9 Sonntag Täglich 8,7, 9 Uhr Wochentags 7, 9 DIE KOMMENDEN URAUFFÜHRUNGEN Ufa- Palast am Zoo Das Geheimnis der alten Mamsell& Maritt Mozertsaal Bach von E. Hauptrelien: Frieda Richard, Marcella Albani, Hans Mierendorff Der stumme Ankläger Auf d. Bühne: Die berühmte Verwandi- Künstlerin Fregella Der stumme Ankläger Auf der Bühne: Reaves and Reaves, Gebr. Derras Schatten der Weltstadt Hauptree: Ellen Richter. Regie: Dr. Will Wo: t mit Ramon Alexanderplatz Sonnabends, 7, 9 Die rote Lilie Navarro Sonntag Wochentags 7, SoDer Herr ohne Wohnung Weinbergsweg bend TauentzienPalast NollendorfPlatz Friedrichstraße Kurfürstendamm Ueberall Ufa- Wochenschau DER UFA Das verbotene Paradies inder Hauptrolle: Pola Negri Regie: Ernst Lubitsch Mein Freund, der Chauffeur mit Barbara von Annenkoff, Hans Albers, Ferd. von Alten, Oskar Marion. Regie: Erich Waschnek. Zam Schneegipfel Afrikas Regie, Carl Heinz Boese Die Kameliendame mit Tora Teje Der Hahn im Korbe mit Reinhold Schünzel. Regie: Georg Jacobi Der Liebeskäfig mit Lee Parry. Eichberg- Film. Regie: Erich Schönfelder Residenz- Th 8 Uhr: Circes Heirat Trude Hesterberg Oskar Sabo Engers, Mattoni Heute 3 ( KI. Pr. Schneewittchen Thalia- Th. 8 S.. Annemarie Uhr: Lotte Neumann Dora, Raselit Heute 34( KI. Pr.) Annemarie Theater in der Kommandantenst S U. zum 378. Maie Anneliese von Dessan Heute 3( Ki Pr Anneliese von Dessan Central Theater Bunbury 3 Uhr: 8 Uhr Trieschübsi Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätz.Sir. Heute u. morgen 7 Uhr: Zurück zu Methusalem 2. Abend Dienstag& Uhr Zurück za Methosalem 1. Abend Die Tribline 1a 18 Uhr Heinrich IV. ( Moissi) Komödienhaus 3 Uhr( KI. Pr.): Wie es euch gefällt Tági 8 Uhr: Kopf oder Schrift Ausschneiden Besondere Deutsche Automobil- Ausstellung 26. Nov.- 6. Dezember Berlin 26. Nov.- 6. Dezember Ausstellungshallen Kaiferdamm Geöffnet von 9 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends. Derfonenwagen, fuhwagen, Motorräder, Karosserien, Erfah, Befland und Zubehörteile, Werkzeugmaschinen, Werkzeuge Deutsche, kauft deutsche Kraftfahrzeuge! Vergünst gung für unsere Leser! Ausschneiden Thalia- Theater Dresdener Str. 72 Dresdener Str. 72 8 Uhr Annemarie& Uhr Unbestreitbar beste Operette von Gilbert in den Hauptrollen: Lotte Neumann Josefine Dora, Georg Baselt. Bei Vorleg. dieses Inserats zahlen Sie an d. Kasse für 1. 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Danksagung Herr Karl Strahlendorf beabsichtigt bie Errichtung einer Darmfortieranstalt in Berlin auf dem Grundstücke DeutschKroner Str. 8/ Cotheniusffraße 10. Etwaige Einwendungen gegen diese Anlage find bei dem unterzeichneten StadtFür die vielen Beweise herzlicher Teilausschuß binnen 14 Tagen, vom Tage nehme bei dem Hinicheiden unseres lieben nach der Beröffentlichung ab gerechnet, Entschlafenen, des Tischlers fchriftlich in doppelter Ausfertigung oder Au Brotokoll anzubringen. Nach Ablauf Reinhold Conrad diefer Frist tönnen Einwendungen nicht fagen wir allen Berwandten, Bekannten, mehr erhoben werden. Beschreibung und Rollegen fowie den Mitgliedern der 88. AbBeichnungen der geplanten Anlage liegen teilung innigften Dant in unserem Bureau, Berlin C 2, Baifen ftraße 27, 1 Treppe, Zimmer 60, an den Geschäftstagen in der Zeit von 9 bis 2 Uhr während der oben bezeichneten Frist aur Einsicht aus. Sur hündlichen Erörterung der recht seitig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Rommissar, Stabtoberinfpektor Genst, auf Donnerstag, den 17. Dezember 1925, vormittags 9 Uhr, in unferem Bureau ein Termin anberaumt, zu dem der Unternehmer sowie die Wider prechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 21. Stovember 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abflg. I. Schneider BLUTHNER- SAAL 8 Uhr: Berl. Sinfonie- Orchester Dir.: Oskar Fried Sol.: Zeelander Debussy: Iberia Prokokleff: Marsch Wintermärchenpaula Basch L'amour des trois Abends 7/2 Uhr Manege- WasserDer Graf von Monte Christo Schaustück: Oranges; Respighi: Adagio con Variazioni: Bizet: Arlésienne- Suite In beid.Vorst, vorh.: d. gr. Circ.- Prog. Karien v. M 1,- an Anna Conrad nebst Rindern. Danksagung Für die vielen Beweise der Liebe, Achtung u. Anerkennung, die meinem unvergeßlichen Manne bei feinem Sinscheiden von den Barteigenoffen, Kollegen und Freunden, fomie Dom Reichsbanner Schwarz- Rot- Golb gezollt wurden, fagen wir allen Be teiligten unseren tiefgefühlten Dank Raulsborf, 28. November 1925. Wwe. Elise Pollak und Rinder. Nerven- und herzstärkend beruhigend und schlafbringend wirken die seit 25 Jahren bekannten Wawil- Tropfen von Apotheker Wagner( 2 Mk.). Zu haben in Apotheken und Drogerien, eventl. Bezugsquellennachweis durch Generaldepot Willy Frost, Berlin- Pankow, Schonenschestr. 24. Gestreifte Hosen M. 750 30799 Schwarzgraues Beinkleid m.hellen, schmalen Streifen... M. 1150 .... M. 30658 Schwarzes Beinkleid mit mittelgrauen Balkenstreifen... M. 19.30832 Graues Beinkleid mit breiten schwarzen und schmal. grauen 25.Streifen... M. 30667 Beinkleid, schwarz. Grund mit breiten grauen Streifen..... M. 950 30622 Beinkleid, schwarz. Grund mit schmal. grauen Streifen..... 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G. vormals Bolts Feuerbestattungs- Berein Groß- Berlin Herr Karl Millhahn Durch ben unerwarteten Tob unseres Führers trifft uns ein harter Berluft. Mit ihm ist ein befonbers rühriger, erfahrener Rollege von ausgezeichneten Fähig feiten aus unserem Berein geschieben. Durchbrungen von der Bedeutung der Aufgabe feines Amtes, beseelt von feltenem eifernen Pflichtgefühl, haben wir ben Heimgegangenen als Freund und Berater ftets gu fchäßen gewußt. An der Spize unferes Vereins hat er in vorbildlicher Weife gemir.t und banten wir ihm für feine Treue und Berdienste an dem Aufstieg unferer Organisation Sein Hinschelden Beiranern wir aufs tiefste. Bir werden ihm allezeit ein ehrenbes Gebenten bewahren. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, den 2. Dezember, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Berlin, November 1925. 184/7 Aufsichtsrat und Vorstand des Volks- Feuerbestattungs- Vereins Nachruf Am 26. November verstarb jah und unerwartet burch Automobilunfall unser Chauffeur Herr Hermann Schneider In dem Heimgegangenen verlieren wir einen treuen, von einer Pflicht durchbrungenen Mitarbeiter, ber in bingebungsvoller Arbeit unsere gemeinsamen Biele fördern half. 84/3 Sein Andenken bleibt uns unvergessen! Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 2. Dezember, abenbs 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Berlin, November 1925. Aufsichtsrat und Vorstand des Volks- Feuerbestattungs- Vereins Casino- Theater Traneripenden Täglich& Uhr: Nur noch bis 4. Dez. Die Frau jeber Art liefert preiswert im gefahri. Alter Paul Gollets, u. das bunte Progr. vormals Rebari Meyer, Sonnabend, 5. Dez. Mariannenstr. 3. zum ersten Male: mt Morigpl. 103 05 Der Meisterboxer cfonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts und trotzdem !! billig!! 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Tagesordnung: Bortrea bes Rolfegen Zista liber: Sozialversicherung und Arbeitsrecht". Die Detsverwaltung. Einladung Aue bez ordentlichen Ausschußßizung Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin am Donnerstag, den 10. Dezember, nachm,& Uhr, in Saverlands Feftfälen zu Berlin, Neue Friedrichstr. 35, Gingang Rochstraße, Zimmer 5. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht. 2 Festlegung bes Bor anichlages für das Jahr 1926 8. Sagungsänderung. 4. Wahl des Rechnungsaus fchulfes fir bie Prüfung der Jahresrech nung 1925. 5 Anfragen. Anfragen oder Beschwerben, au beren Erledigung Atteneinficht oder anderweite Feststellungen erforderlich find, müffen mindestens drei Tage vorher beim Borfigenden des Borstandes eingereicht werben. Bor ber Sigung findet um 2 Uhr in demselben 3immer bie übliche Borbesprechung unter den Aus Schuhmitgliedern statt. Berlin, ben 24. Rovember 1925 Der Borshende 54/5 bes Borstandes d. Betriebsfrantentaffe der Stadt Berlin. Teilzahlung. Anzahl. u 3 Monatsraten lief. eleg. Anzüge u. 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