Abendausgabe Str. 567 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 281 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Dienstag 1. Dezember 1925 Beriag unb Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Ubr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Unterzeichnung in London. Eine Ansprache Chamberlains.- Die Räumung Kölns beginnt. Condon, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Eine rle-| fige Menschenmenge umlagerte das Auswärtige Amt, als zur festgesetzten Stunde die Delegationen zur Unterzeichnung der Berträge von Locarno eintrafen. Als erste fuhren die Italiener vor, sodann die Vertreter der englischen Regierung. Danach kamen Briand und Vandervelde und schließlich Luther und Stresemann. Das Erscheinen der deutschen Delegierten war für die Menge das Signal zu einer spontanen und stürmischen Huldigung. Luther und Stresemann 30gen ihre Hüte und dankten lächelnd der Menge. Der englische Premierminister Baldwin betrat unbemerkt das Auswärtige Amt durch einen hinteren Eingang. Die Unterzeichnungsfeierlichkeiten begannen furz nach 11 Uhr( 12 Uhr deutsche Zeit). SUPPO 3eit, die den Delegierten zur Berfügung stände, wäre es schwer, irgendwelche mit dem Locarnopaft im Zusammenhang stehende Fragen zu erörtern. Jedenfalls würden die Erörterungen auf die beiden dringlichsten Fragen beschränkt werden, nämlich das Datum von Deutschlands Einfriff in den Völkerbund und die Beendigung der Räumung Kölns Fragen, die nach deutscher Auffaffung miteinander verbunden seien. Da die deutsche Regierung es schwierig finden würde, vor der Räumung der Kölner 3one in den Bölkerbund einzutreten, und da fie dies andererseits erfreulicherweise sobald wie möglich zu tun wünsche, würde ange deutet werden, daß eine leichte Beschleunigung der Räumung wünschenswert sei. Der Berichterstatter findet es be. mertenswert und neu, daß auf deutscher Seite so großer Nachdruck auf die wirtschaftlichen wie auf die politischen Folgen von Locarno, nämlich auf die Notwendigkeit einer 3usammen. arbeit der europäischen Mächte, nicht nur in der Frage der Be finanzen, Industrie und Arbeitslosigkeit) gelegt werde. Bei ihrer Ankunft im Auswärtigen Amt wurden die Delegierten vom Staatssekretär Austen Chamberlain in seinem Arbeits3immer empfangen. Es folgten sodann die furze Formalität der gegenseitigen Prüfung der Unterzeichnungsvoll- friebung, sondern auch in denen des Wiederaufbaues,( Staatsmachten. Danach begaben sich die Bevollmächtigten in den Goldenen Empfangsfaal, wo der eigentliche Unterzeichnungsaft punkt 11 Uhr erfolgte. Der Saal bot ein fehr imponierendes Bild. Hinter den Hauptdelegierten saßen an besonderen Tischen die Sekretäre und sonstigen Begleiter der Hauptdelegierten, ferner waren besondere Plätze für die Londoner Botschafter und Gesandten der unterzeichnenden Mächte referviert worden sowie für Cord Crewe und Lord d'Abernon, die britischen Botschafter in Paris bzw. in Berlin, als Zeichen der Anerkennung ihrer beim Zustandekommen des Sicherheitspaties geleisteten Dienste Nachdem die Delegierten ihre Pläge eingenommen hatten, erhob fich Chamberlain und las eine Botschaft des önigs Georg pot. Chamberlain erklärte: " Auf Befehl Seiner Majestät des Königs, meines erhabenen Herrschers, heiße ich Sie willkommen in der Metropole des brilij hen Reiches. Der König hat mich beauftragt, Ihnen zu sagen, mit welchem Jntereffe er die Debatten der Konferenz von Locarno verfolgt hat, und Ihnen seine tiefe Genugtuung über deren erfolgreichen Abschluß auszusprechen. Der König beglückwünscht sich felbst zu Ihrer Wahl seiner Hauptstadt als Ort der Unterzeichnung der in Locarno vereinbarten Abkommen." Nach diesem Willkommengruß des Königs, den Chamberlain in französischer Sprache vortrug, hielt Chamberlain seine eigene Begrüßungsrede. Er führte aus: Meine Herren! Ich will nun hinzufügen, daß der Premierminister und ich uns ebenfalls zu Ihrer Anwesenheit in diesem Saale zum Zwecke der Unterzeichnung des Vertrages von Locarno und der sonstigen dort vee barten Abkommen beglückwünschen. Wir bedauern sehr(?), daß seine Exzellenz Herr Mussolini nigt in der Lage war, hierher zu fommen, um eigenhändig den Vertrag zu unterzeichnen, den er in Cocarno parapaiert hat, aber wir find glüdlich, in der Person des Herrn Scialoja den Vertreter des Königreichs Jtalien als einen Gacanten diefes Friedenswertes zu begrüßen. Die britische Regierung identifiziert sich vollständig mit den malchen, die Seine Majestät mich beauftragt hat in feinem Namen Ihnen auszudrüden. Die Konferenz von Locarno hat auf der einen Seite frühere Freundschaften befestigt und ist auf der anderen Seite die Grundlage einer Wiederverföhnung mit Deutschland gewesen, einer Wiederverföhnung, die, nach unserer Ueberzeugung, uns forfan einen neuen Freund sichern wird. Meine Herren! Wir sind uns deffen völlig bewußt, daß noch vieles gefan werden muß, damit diese Hoffnungen vermirtlicht werden. Wir alle werden noch zahlreichen Schwie rigkeiten begegnen, ehe unfere Borurteile der Bergangen heit überwunden, unsere Bedenken zerffreut sein werden. Aber für unseren Teil find wir unerschütterlich entschlossen. dieses Friedenswert in dem gleichen Geiste fortzusetzen, der unfere Berhandlungen in Locarno beseelt hat. Nachdem wir unsere Hand an den Pflug gelegt haben, werden wir nicht nach rüdwärts schauen. Die britische Regierung wird alles fun, was in ihrer Macht liegt, um einen erfolgreichen Abschluß unserer Arbeiten zu sichern, damit der Haß und das Mißtrauen der Vergangenheit begraben werde, und damit den fünftigen Geschlechtern eine Wiederholung des Unglücks und der Leiden erspart bleibe, die die Welt von heute als Zeugin und Opfer erlebt hat!" Nachdem die Führer der anderen Delegationen in furzen Ansprachen auf die Rede Chamberlains geantwortet hatten, wurde der Vertrag durch den Rechtsberater des englischen Auswärtigen Amtes, Sir Cecil Hurst, um den Tisch herumgereicht und von den Delegierten unterzeichnet, ebenfo die fonftigen Schiedsgerichtsverträge. Schließlich wurde noch ein Telegramm an die Gemeindeverwaltung von Locarno gerichtet, worauf Chamberlain die Sigung für geschlossen erklärte. Die Londoner Erörterungen. Condon, 1 Dezember.( IB.) Der diplomatische Bericht erftatter des„ Daily Telegraph" fübrt aus, angesichts der Kürze der Nationalistische Traner auch in Frankreich. stehenden Unterzeichnung der Abkommen von Locarno schreibt Echo Paris, 1. Dezember.( WTB.) Zu der heute in London bevor de Baris": In der Geschichte Europas wird bas ein großer Tag sein. Die Geschichte wird sagen: Bon diesem Tage an wird der Verfailler Bertrag rasch abbrödein; und wir werden erkennen, daß Deutschland seine Wiederherstellung durchführt. Der Reichskanzler und der deutsche Reichsaußenminister find nach London gereift, um, foviel an ihnen liegt, den Bruch mit der Bergangenheit dadurch zu bezeugen, daß fie die Bergangenheit in Vergessenheit geraten laffen. Gaulois schreibt: Die Berträge von Locarna enthalten mirtliche Vorteile, aber auch Nachteiliges, weil sie das Reich gegen jede Sanktionsmöglichkeit im Falle neuer Berfehlungen durch Frankreich fichern, und weil die Zukunft des Friedensvertrages, wenn man so sagen darf, pretär wird. " Die Räumung Kölns begonnen. Die englischen Truppen auf dem Abmarsch. Köln, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Räumung Kölns vollzieht sich von der Deffentlichkeit fast nicht bemerkt. Nach dem bereits am Montag ein kleinerer Truppenteil in Köln verladen wurde, um nach seinem neuen Bestimmungsort in die füd. liche Zone abtransportiert zu werden, verließen am Dienstag morgen abermals britische Truppen Köln. Auch am Mittwoch wird wieder eine fleinere Abteilung britischer Truppen abtransportiert. Um Donnerstag geht das erste Bataillon des ManchesterRegiments und andere Formationen nach Königstein ab. Die Rheinflotte, beffehend ans 5 Schaluppen und sechs fleineren Booten hat Dienstag früh ihre Operation eingestellt. Aufhebung von Schiffahrtsordonnanzen. Mannheim, 1. Dezember.( Mtb.) Wie der deutsche Unterdelegierte für Schiffahrtsangelegenheiten in Mannheim mitteilt, find von heute ab die Rheinordonnanzen 37 und 85 für die Schiffahrt aufgehoben. Die Aufhebung dieser beiden Drbon nanzen bedeutet eine wesentliche Bertehrserleichte rung in der Rheinschiffahrt. Rückgabe von Eupen- Malmedy? Ein belgischer Vorschlag. Brüffel, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Das Antwerpener Sozialistenblatt Boltsgazet" bricht in den letzten Tagen eine Lanze für Berhandlungen mit Deutschland, die die 3urüd gabe Don Eupen Malmedy an Deutschland zum Ziele haben. In der Kammer sei eine Mehrheit für die Zurückgabe zu schaffen, wenn Deutschland die im Befiz der belgischen Nationalbant befindlichen 4 milliarden Papiermart zurückaufe und damit das belgische Finanzproblem löse. Das Blatt bemerkt, daß der Versailler Vertrag deutsche Grenzverschiebungen vorsehe Die Bevölkerung Neu- Belgiens fei deutsch und wolle zu Deutschland zurüd. Also doch Inflation? 8 Milliarden Papierfrank dringend benötigt. Paris, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der„ Matin" will wissen, daß die Regierung schon in den nächsten Tagen genötigt sein werde, dem Parlament einen Gefeßentwurf zu nicht weniger als acht Milliarden Frank erhöht. Davon seien, unterbreiten, der den Notenumlauf vorübergehend um nachdem die Regierung sich gegen die Konsolidierung der kurzfristi nachdem die Regierung sich gegen die Konsolidierung der kurzfristi gen Schulden ausgesprochen habe, 2½ Milliarden notwendig zur Einlösung der am 8. Dezember fälligen Schabwechsel, 2½ Milliarden zur Dedung des durch verschiedene außerordentliche Ausgaben, darunter die Kosten der Kriegführung in Maroffo und Syrien, verursachten Defizits und etwa 1½ Milliarden für laufende Bedürfnisse von Handel und Industrie, was zusammen mit den bereits in der vergangenen Woche bewilligten 1% Milliarden neuer Borschüsse bei der Bank von Frankreich 8 Milliarden aus macht. Um Rüdwirtungen dieser neuen Umlaufsmittel auf den Kurs des Franten zu verhindern, sei die Regierung entschlossen, eine rasche Zurüdzahlung der Borschüsse sicherzustellen durch zu. schläge auf die bisherigen Steuern in einer Höhe von 5 Milliarden Frant, die bereits in den nächsten zwei Monaten erhoben und zur Surüdziehung der neu ausgegebenen Noten aus dem Berkehr verwendet werden sollen. Die Katholiken lösen sich nicht auf. Katholische Gewerkschaften gegen Faschistenmonopol. polari, die in Mailand tagte, faßte folgende Beschlüsse: Die Partei löft lich nicht auf. Die Partei bleibt den christlich. demokratischen Idealen treu. Sie gibt zu, daß jetzt die Ausübung des Abgeordnetenmandates fehr beschränft ist, erlaubt aber trotzdem die Niederlegung des Mandates nur, wenn seine Ausübung mit der Würde der Partei und der Achtung vor den Wählern un vereinbar ist. Rom, 1. Dezember.( WIB.) Die Parteileitung der Bo. Rom, 1. Dezember.( TB.) Die in Mailand verfammelten fatholischen Gewerkschaften fritisieren die neuen sozialen Bor. lagen der Regierung, weil dadurch den faschistischen Ge. mertschaften eine Monopolstellung verliehen merde, Hilfe für die Erwerbslosen. Die Beschlüsse des Stadtverordnetenausschusses. Ueber die geftrigen Beratungen des Stadtverordnetenaus. Schuffes, der die Anträge zur Linderung der Erwerbslosennot be raten hat, erhalten wir noch genauere Mitteilungen. Danach hat der Ausschuß folgenden Beschluß gefaßt: „ Die Versammlung ersucht den Magistrat: a) der Versammlung in der nächsten Sizung eine Vorlage zu unterbreiten, durch die zur Bekämpfung der Not der Erwerbslosen und der fonftigen Unterftügungsempfänger zunächst die Summe von 10 Millionen Reichs matt flüssig gemacht wird, die den Wohlfahrtsämtern ber Bezirke entsprechend den in den Bezirken vorhandenen Unterstügungsbedürftigen zur Verfügung gestellt werden; b) bei Reich und Staat darauf zu drängen, daß zur Befämpfung der Arbeitslosigkeit alle geplanten Arbeiten unverzüglich in Angriff genommen und begonnene Arbeiten weiter geführt werden; c) bie im Haushaltsplan vorgesehenen Arbeiten im Hoch- und Tiefbau fofort in Angriff zu nehmen und beim Reich porstellig zu werden, daß mittel für weitere Notstandsarbeiten zur Verfügung gestellt werden; Bon einer Beschlußfaffung zu dem sozialdemokratischen Antrag auf Instandsegung des Arbeitsnachweis ift abgesehen worden, weil der Magiftratvertreter die Erledigung im Dezernatswege zuge fichert hat. Für den Antrag a) stimmten die Kommunisten, Sozialisten, Demokraten und ein Deutschnatio. naler, für den Antrag b) stimmten alle Barteien, für c) eben falls, für d) desgleichen, für e) dito und f) wurde mit mehr. heit angenommen. Aus dem Ergebnis diefer Beratungen geht hervor, daß die aus reichende Unterstügung unserer von der furchtbaren Erwerbslosig. feit betroffenen Volksgenossen für die Statt eine reine in anfrage geworden ist. Oberbürgermeister Böß hat somis so in seiner Einführungsrede für die neuen Stadtverordneten be tont, daß Berlin vor der Notwendigkeit stünde, seine Steuers zu erhöhen. Die sozialdemokratische Fraktion hat bereits in einem besonderen Antrag auf die für die Dauer unerträgliche un gerechte Steuerverteilung des preußischen Staates zu ungunsten Berlins hingewiesen. Troßdem wird die Stadtverord netenversammlung nicht umhin tönnen, sobald als moglid sich aud, über die Beschaffung von Mitteln schlüssig zu werden. Es werden dann leider wieder alle möglichen Schwierigkeiten entsteher und gemacht werden. Ber aber in diesem Winter sozial Hilfsarbeit leisten will, muß auch bereit sein, für die Beschaffung von Mitteln einzutreten. Die Lazialbemolvatiche Graftion, wird sid ricbenfalls nicht scheuen, dafür die Berantwortung st d) den Erwerbslofen, sowohl den Unterstügten als auch den Ausgefteuerten, je Familie und Monat, mindestens zwei 3entner Rohle zu liefern; e) den Steuerausschuß fofort zusammenzurufen, um über die Bereitstellung der Mittel für eine großzügige Unterstützungsaftion für Erwerbsloje, Kriegsopfer, Sozial- und Kleinrentner, sowie fämtliche Unterstügungsempfänger Borschläge zu machen; f) bei der Reichsregierung verstellig zu werden, daß fie für bie schleunige Beratung des Gelegentwurfes über bie beitslosenversicherung eintritt." übernehmen. Zaschistische Kriegshetze. Jtalieu-�rankreich-Teutschlaud. Ein deutscher Kenner italienischer Verhältnisse schreibt un«: Im Ausland hat man sich gewöhnt, an dem nie ver- siegenden Phrasenfluß des offiziellen Italiens vorbeizuhören. Di« Faschistizierung Europas, die italienische Welt» h e r r s ch a f t. die neue Kulturepoche im Zeichen des Liktoren- bilndels. diesen und ähnlichen Schwulst nimmt man nicht schwer. Man lächelt und geht zur Tagesordnung über. Wenn Italien heute der Tagespresie viel Stoff liefert, so ist es trotzdem noch nie so wenig ernst genommen worden, wie gerade heute. Mit dieser Stellungnahme hat man unrecht. Hinter dem Schwulst steht nicht ausschließlich jener Bluff, den die öffentliche Meinung Europas dahinter vermutet. Der Schwulst ist für das Inland, das an dieser Form von Deina» gogie Gefallen findet. Daneben treibt man aber eine schlaue und abgefeimte Politik, deren Spezialität es ist, aus den Ideologien, den ethischen Werten und auch der Verblendung der andern solide und greifbare Vorteile zu ziehen. Man denke nur daran, ibie sich der Faschismus an den Erinnerungen der Kriegsopfer seine Supoe wärmt, und zwar gerade die Faschisten am meisten, die vom Krieg nicht anderes kennen gelernt haben als eben seine Eigenschaft, nachträglich die Suppe der Zuhausebleiber zu wärmen. An sich könnte man darüber weghören, daß bei der Malländer Rede vom 28. Oktober die Menge der Schwarz- Hemden gebrüllt hat:„Nach Paris! Nach Paris!" Was brüllt diese Gesellschaft nicht alles! Aber bei der Sache ist, wie bei allen„spontanen" Aeußerungen des Faschismus. Mache und System. Noch hat bis jetzt jede Diktatur ihre letzte Zuflucht im Krieg gesucht. Nun mag man sagen: es ist Hirn- verbrannt, von einem Krieg Italiens gegen Frankreich zu sprechen. Es ist zweifellos hirnverbrannt, sobald man oie Interessen Italiens. Frankreichs, Europas, der Kultur im Auge hat, aber es könnte vom Stand- vunkt einer Clique und ihres Vortells schlau und gut berechnet fein. Dem sei, wie ihm wolle. Man komme nach Italien, man spreche mit Faschisten und man wird hundertfältige Beweise für eine Kriegs st immung gegen Frank- reich finden Hier sucht der Faschismus eine neu« Basis eines Ein- Vernehmens zwischen dem saschistlschen Italien und dem Deut- schen Reich, ja dem Deutschtum überhaupt. Was man durch Knebelung rn S ü d!iro l verdirbt, möchte man durch Franzosenhetze wieder gut machen. Man kann es jenleits der Alpen heute sehr oft hören, daß Italien und Deutschland sich steundschastlich stellen müssen, weil sie einen gemeinsamen Erbfeind haben. Man nehme die offizielle Verbreitung und Förderung dieser Stimmung nicht leicht. Der Faschismus ist ein Meister in Abfallverwertung. Wie er durch Bewaff- nung des Lumpenproletariats den biologischen und sozialen Abfall des eigenen Landes als Werkzeug seiner Macht- behouptung verwertet, so kann er sehr wohl die Rückstände an Haß und Erbitterung, die Krieg und Nachkriegszeit in Deutsch- land gelassen haben, für seine Zwecke nutzbar zu machen suchen. Man mißtraue der italienischen Deut- schenfreundschaft, deren Kitt der Franzosenhaß ist. Zwischen Deutschland und Italien bestehen zahlreiche gemein- iame Interessen auf dem Gebiete des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches. Diesem Austausch halte der Faschis- mus dle Tore offen. Die Wunden aber, die von Krieg und Besetzung zurückgeblieben sind, lasie er gefälligst vernarben. Dem faschistischen Geiste ist jede Ehrfurcht fremd; er möchte auch aus den psychologischen Kriegsresiduen Bouillon machen. Er soll schweigen und nicht daran rühren. Oberflächliche Kenner italienischer Vorhältnisse können -Anwerfen, daß der Faschismus durch und durch fran» z 0 s e n s r« u n d l i ch sei. Seine ersten Existenzbedingungen kamen aus Frankreich: sein erstes Organ, das„Popolo d'Italia" lebte von französischem Geld«. Nach dem Kriege Der tägliche Unfall. Von D p s i l o n. „An der Ecke der Leipziger und Friebrichstraß« wurde gestern nachmittag ein junges Mädchen, dessen Personalien noch nicht fest- gestellt werden konnten, von einem Prioatautomobil überfahren. Die Schwerverletzte wurde nach der nächsten Rettungsstelle gebracht. wo man den inzwischen eingetretenen Tod feststellte. Die Leiche wurde nach dem Schauhaus« übergeführt." Wie oft in der Woche habt ihr das schon gelesen? Wie oft ist euer Auge über solche Notiz schon hinweggesprungen? Seid ihr se dabeigewesen? Ich bin dabeigewesen, gestern nachmittag an d« Ecke der Leipziger und der Friedrichstraße. Ich sah noch, wie st« lochend emer Freundin, die mit einem Autobus eben davonfuhr, nachwinkt« und dann schnell hinüber in di« dort haltend« Elektrisch« lausen wollte. Da packte sie die Höllenmaschine von hinten. Ein lang- hingezogener gellender Schrei, der nicht aufhören wollte und endlich in Jammern erstickte. Der Wagen schleifte sie noch«in Stück, dann brachte ihn di« menschliche Bremse zum Halten. Sie lag unter dem Vorderrad. Es stand ihr mit seiner ganzen Schmere auf dem Leibe. Und blieb so stehen, noch zwei, drei Minuten. Dann kamen aus der Schar der Gaffer ein paar Leute: Chauffeure, Stratzenbahnschaffner, Arbeiter,— di« feinen Leute sahen all« bloß zu—, hoben den Wagen in die Höh« und zogen den Körper der Aermsten drunter hervor. Blut tropfte herunter. Man hob sie sanft in«inen Wagen. Und da sah ich die Augen. Die standen riesengroß offen in dem schmalen Gesicht. Nie habe ich solch« Augen gesehen, und nie werde ich sie vergessen können. Schon begannen sie gläsern zu werden. Aber es war noch alles darin zu lesen, der furchtbare Schreck, der Ruf nach der Mutter, die Anklage: was habe ich euch getan, daß ihr mit zwanzig Iahren endet, was eben erst beginnen wollte?! Warum muß ich sterben, wenn der Direktor Müller eilig zum Anhalter Bahnhof will oder die Frau Kommerzienrot Schulze den Chauffeur antreibt, damit sie den ersten Teil der Modeschau im Hotel Esplanad« nicht versäumt!? Und die Gewißheit zu sterben war so grauenvoll klar in diesen aufgerissenen Augen zu lesen, di« Gewißheit, daß es in zehn, fünfzehn Minuten zu Ende fei. Und nun stellt euch vor, daß täglich in Berlin zwei oder drei oder vier Menschen diesen Tod sterben unter dem Auto, unter der Straßenbahn(die steht sogar noch etwas schwerer auf dem Leib« als jenes Auto), unter zermalmenden Hämmern der Fabriken! Sind dies« Toten nötig für unser Leben? Und der Sachverständig« setzt eine Brille auf. vergleicht Zahlen und antwortet: bei größter Lorsicht und sorgfältigster Anwendung aller vorgeschriebenen Maßnahmen läßt sich die Zahl der Unglücks» fälle möglicherweise im Laufe der Zeit so einschränken, daß wir mit einem Toten pro Tag auskommen... Habt ihr es gehört? stellte er sich dann das Programm der Inwertsetzung der „Entente" und das der romanischen Wiedergeburt. All das oerbindet die Männer des Faschismus heute nicht. In ihrer heutigen Hetze folgen sie der Richtung einer langjährigen nationalen Antipathie. Frankreich hat das kinderreiche Volk an seiner Südostgrenze, dessen demographischer Druck schon in Südfrankreich, in Algier usw. schwer fühloar ist, lange mit einem Mißtrauen betrachtet, das dem Auswanderer gegenüber oft die Formen der Geringschätzung annahm. Die Waffen» brüderschast hat daran, wie es uns scheint, im Volksempfinden hüben und drüben nicht viel geändert. Dazu kommt jetzt noch offiziell die Ablehnung alles dessen, was Frankreich in der Weltgeschichte verkörpert: die Errungenschaften der fran» zosischen Revolution, den freien Gedanken, die Demokratie. Der Faschismus bekämpft diese: es erscheint logisch, daß er die Nation bekämpfe, die sie zuerst auf ihr Banner geschrieben und die größten Opfer für sie gebracht hat. Schließlich ist Frankreich heute für den Faschis- inus die Freistatt der Gegner seines Regimes, das Asyl für olle, die er vertreibt. Der Faschismus, der das preußische Wesen der Vorkriegszeit nachbilden will, möchte mit dem demokratischen und'freidenkerischen Frankreich abrechnen, als imperialistische und reaktionäre Militärmacht. Wir wollen also mißtrauisch sein gegen das plötzliche Auftauchen von Sympathien für den Faschismus in Deutsch» land und von faschistischer Deutschenfreundlichkeit in Italien. Meist gründet sich der Haß zweier Völker auf gegenseitige Unkenntnis und auf Mißverständnisse. Eine Freundschaft mit Italien, bei der der Faschismus den Werber spielt, würde sich einzig auf Unkenntnis und Mißverständnisse gründen. Deutsch» land hat keine Diktatur und braucht keine Kriegsfanfaren, um dos Murren der Massen zu übertönen. Mit der johlenden Franzosenhetze weiß es nichts anzufangen. Es braucht den Frieden und will den Frieden. die Wahlnieöerloge üer Kommunisten. Und der Schwindel der„Roten Fahne". Die Zählung der Ergebnisse der Prooinzialwahlen ist immer noch nicht völlig abgeschlossen. Das endgültige Ergebnis aus der Provinz Niederschlesien steht zur Stunde noch aus. Immerhin ist ein völlig klares Bild über Gewinn und Verlust der einzelnen Parteien schon durchaus möglich. Die Kommunistische Partei hat gegenüber der Sozialdemokratie eine Niederlage erlitten. Was macht aber daraus die„Rote Fahne"? „Die Wahlen zu den Provinziallandtagen und Kreistagen be- deuten eine Fortsetzung der kommunistischen Wahl» erfolge der letzten Zeit. Bei einer durchschnittlichen Wahlbeteili» gung von 40 bis 60 Proz. hat die Kommunistisch« Partei selbst an den schwäch st en Punkten ihre Ziffern vom 2S. April 1S2S mindestens annähernd gehalten, dagegen befindet sich die KPD. an anderen Punkten im Vormorsch und hat die Zahlen vom 7. Dezember entweder erreicht oder überschritten. Wa» dies bedeutet, kann man daran ermessen. daß die Wahlbeteiligung sowohl am 7. Dezember wie 26. April 80 Proz. überschritt und daß im Vergleich zu den Ziffern dieser Wahlen sowohl SPD. wie die Bürgerliche» schwere Stimmenverlust« erlitten haben. Die SPD. hat, soweit man bi» jetzt überblicken kann, bi» 40 Proz. ihrer Stimmen, wenn nicht noch mehr, verloren. Dieser gewaltige Stimmen» verlust der SPD. ist auch schuld, wenn in den Provinz- Parlamenten KPD. und SPD. zusammen kein« solche Zunahme an Mandaten erhalten haben, daß di« reaktionären Mehrheiten hätten gebrochen werden können. Der katastrophale Rückgang der SPD. ist in erster Linie«ine Folge ihrer Locorno-Kriegspolitik. Viele Proletarier, dl« glaubten, daß di« SPD. die 1S14 eingeschlagene Kriegspolitik oerlassen hätte, sahen nun mit Schrecken, daß die SPD.- Führer gerade die größten Treiber zu einem neuen Krieg gegen Eowjetrußland sind. Viele Proletarier haben darum endgültig mit der SPD. gebrochen, ein Teil stieß zur L P D„«in Teil steht Derllner Mozarl-Zugendchor. Kinderchöre haben einen beton» deren Reiz. Man spürt aus den hellen Stimmen, di« so ernsthaft und doch so froh drauflosmusizieren, noch den rührenden Glauben an ein unkompliziertes Leben. Und das beste, was der Leiter eines Kinderchors tun kann, ist, dem Gesang diese echte Kindlichkeit zu wahren, nicht falsche Wucht und verlogene Pathetik hineinzuton- struieren. Diese vornehmste Aufgabe hat Erich Steffens, der Leiter des Berliner Mozart- Iugendchors, richtig erfaßt. Seine etwa hundertköpfig« Schar singt um des Gesanges willen. Und, zu echter Musikalität erzogen, singt sie gut. überraschend gut sogar. Man staunt, wie sicher Der Chor, in Dem sich Knirpse befinden, die kaum schulpflichtig sein können, etwa Grell»„Ursinsteruis" oder da» Spinnerlied aus dem„Fliegenden Holländer" vorträgt, und wie durchaus kindlich die etwas fpttzen Stimmen dabei klingen. Die S t a d t h a l l« des Berliner Stadthauses bot in ihrer gewichtigen Ernsthaftigkeit einen seltsamen Kontrast zu d'er lustigen, bunten Kindermenge. Luch unter den zahlreichen Zuhörern sah man manchen Kinderkopf, und es war bewundernswert, ein wie andächtiges Publikum gerade diese Kleinen abgaben. Tee. Zum Fall Schwing». Der Wirrwarr der in der Presse zu Tage tretenden Debatten über die Gesamtaffäre: Kultusministerium— Staatsoper ist vollkommen. Immer neu« Fragen werden herein- gezogen(so bringt der frühere Intendant der Poßsoper, Herr Lang«. seinen Fall erneut zur Erörterung), und eine Meinung widerspricht der anderen. Inzwischen werden die Verhandlungen mit Herrn Schillings wegen gütlichen Ausgleichs weiter gepflogen. Es wird angedeutet, daß ihm eine Stellung an der Akademie der Künste in Aussicht gestellt werde. Herr Schillings ist aber vorläufig spröde und und besteht auf seine Wiedereinsetzung, die eine Fortsetzung, aber kein« Lösung de« sachlichen Konflikt» bedeuten würde. Räch achtzig Iahren. Die furchtbarst« Polartragiidt« war unzweifelhaft der Untergang der englischen Polarexpedition Franklin, die im Jahr« 1848 mit. 123 Mann auf zwei Dampfern ausgefahren war, um die„Nordwestpassage" zu finden. Die Expedition ist völlig verschollen: nicht«in einziger Mann kam zurück, trotzdem eine Reihe von Hllfsexpedittonen nachgesandt wurden. Nun hat der dänische Forscher Rasmussen auf feinen Reisen Eskimos getroffen, di« Auskunft gaben über eine verun- glückt« Expedition, die nur die FranNInsche gewesen sein könnte. Ein Eskimo von der Pelly-Bey erzählt«:.Mein Voter berichtet« uns oft von einem Schiffe, dos sie auf einer Seehundsagd im Eise zwischen Liktorialond und King Williams-Land in hilflosem Zu- stände getroffen hatten. Das«schiff war voll von toten Weißen, die an Krankheit gestorben waren, denn Proviant war noch genug vorhanden. Weiter fanden sie ein Boot mit sechs toten Weißen und einige zehn Kilometer vom Schiff entfernt trafen sie rfnig« Weih«, di« sich mühsam über das Ei» hinschleppten, die ihre Sprach« nicht verstehen konnten und immer nach Süden hinwiesen. Di« Eskimos gaben chnen Seehundfleisch, konnten chnen aber nicht weiter helfen." Rasmussen ist den gewissen Spuren nachgegangen und fand in der angegebenen Gegend zwei Gräber. Zeugstück« bewiesen, daß hier Engländer begraben waren. Rasmussen glaubt, hier Gräber der Franklin-Expeditiou entdeckt zu haben. noch unschlüssig abseits und muß erst für die KPD. gewonnen werde». Die hervorstechendsten Merkmale der Wahlen vom 29. November sind also: Das deutsche Proletariat lehnt den Kriegspakt von Locarno ab: das deutsche Proletariat will die proletarische Einheitsfront gegen die junkerlich-kapitalistische Reaktion; das deutsch« Proletariat ist in Bewegung und marschiert dem Kommunismus zu." Die Zahlen reden eine andere Sprache. Gegenüber der Dezemberwahl vom Jahre 1924 hat die Kommunistische Partei 42 Proz. der Stimmen verloren. Der Rückgang der Stimmen der Sozialdemokratie aber beträgt nur 35 Proz. Man kann daran ermessen, was von den lügenhaften Behauptungen der„Roten Fahne" zu halten ist. „Der katastrophale Stimmenrückgang der SPD. ist schuld, daß die reaktionären Mehrheiten nicht gebrochen werden.'� Dabei ist der Stimmenrückgang der Kommunisten noch katastrophaler: 42 gegen 85 Proz. Die Arbeiter sind gegen Locarno— deshalb� sind wahrscheinlich die kommunistischen Wähler in weit größerer Zahl zu Hause geblieben als die sozialdemokratischen. Die Arbeiter wenden sich dem Kommunismus zu— deshalb haben die Kommunisten gegenüber der Sozialdemo» kratischen Partei eine Niederlage erlitten. Warum der Schwindel der«Roten Fahne", den eine ein- fache Berechnung entlarvt? Man will die Kommunisten belügen, daß sie den Mut nicht verlieren, man will aber auch die russischen Auftraggeber belügen. Man will der Leitung der Kommunistischen Internationale beweisen, daß die neue Kurs einschlägt, man will der russischen Diplomatie vor- spiegeln, die Arbeiter seien gegen Locarno. Die Diplomatie, die sich auf so traurige Fälschungen von jungen Leuten verlassen wollte, die nicht rechnen können, wäre wirklich verlassen!_ Schaumburg-Oppe zu Preußen. Ei« wertvoller Fortschritt. In Schaumburg-Lipp« wird folgende Meldung verbreitet: In Bückeburg fand eine mwerbindliche Aussprach« zwischen der Landesregierung und den Abgeordneten des Landtags über die Anschlußverhandlungen mit Preußen statt. Di« Aussprache ergab voll« Ueberein st immung. Da» Gebiet von Schaumburg-Lipp« soll ein einheitlicher preußischer Kreis mit dem Namen Schaumburg-Lippe werden und der Pro- vinz Hannover eingegliedert werden. Die Regierung lieh nach dem Eindruck der bisherigen Verhandlungen mit Preußen keinen Zweifel darüber, daß die Anschlußfrage nunmehr einer endgültigen Entscheidung zugeführt werden müsse und daß es jetzt nur die Möglichkeit gebe, zu einem positiven Ergebnis zu gelangen oder die Verhandlungen endgüllig abzubrechen. Wenn die Verhandlungen Erfolg haben sollten, dorm werden sie nur auf allen Seiten begrüßt werden können. Jeder noch so kleine Schritt auf dem Wege der Beseitigung der elenden Kleinstaaterei ist ein Fortschritt. Ihm werden unter dem Druck der Verhällnisse weitere folgen müssen. Bei einigermaßen gutem Willen auf beiden Seiten w-ird sich sicher eine Regelung finden lassen, die das Aufgehen der kleinen Staaten und ihrer zahllosen Enklaven ermöglicht. Deutchland kann davon nur gewinnen. viffereuzea zwischen König Alfons und Prima? In Madrid hat die plötzliche Abreise des Königs, gerade als Primo de Rioera aus Marokko zurückgekommen ist, großes Aufseh-n erregt. Der König hat di« Aussprache mit dem General vermieden. ver tschechische Außenminister Dr. Venesch wird zur Feier des zehnjährigen Bestehens der slawischen Svrachschul« im Londoner King Colleg» am Dienstag eine öffentliche Vorlesung über„Die Rolle der kleinen Nationen in Europa seit dem Kriege" halten. Bor zehn Iahren hatte Massaryk die einleitend« Vorlesung gehalten über das Problem der kleinen Rationen. Die Zunahme der europäischen Leoöikeruug im letzte» Zahr- hundert. Eine Statistik über das Wachstum der Bevölkerung Europas von 1800 bis 1320, die in der„Umschau" veröffentlicht wird, läßt erkennen, daß die großen Veränderungen nicht nur durch die natürlich« Entwicklung der Bevölkerung, sondern auch durch die Verschiebung der Landesgrenzen infolge von Kriegen hervorgerufen wird. Rußlands Bevölkerung hat trotz großer Gebietsverluste stetig und rasch zugenommen und in 120 Iahren die dreifach« Zahl erreicht, während die Frankreichs trotz Gebietserweiterung nur um Vi zunahm. Die Bevölkerung Deutschlands. Englands, Skandinaviens und der Niederlande hat sich im gleichen Zeitraum ebenfalls ver- d r« i f a ch t. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Deutschland durch den Versailler Vertrag rund Vi seines Gebiets mit einer Bevölkerung von ö.S Millionen verlor. Spanien, die Schweiz und Portugal haben von 1800 bis 1320 ihre Bevölkerung nur verdoppelt, Dänemark dagegen hat sie vervierfacht. In Italien ist die Beoößerung nur um wenig mehr als die Hälfte gewachsen. Oesterreich-Ungarn hatte von 1800 bis 1890 seine Bevölkerung etwa um die Hälfte erhöht: infolge des Zerfalls durch den Weltkrieg lassen sich für 1320 keine genauen Zahlen angeben. Richard Strauß' ueuesle» werk. Gelegentlich einer Richard- Strauß-Woch« in Chemnitz macht« Richard Strauß in privatem Kreise nähere Mitteilungen über sein neuestes Werk, eine Oper „Die ägyptische Helena", deren Text wieder von Hugo von Hofmannsthal stammt. Der erst« Akt ist bereit» vollendet, der zweite begonnen. Strauß arbeitet bereits\Vy Jahre an dem Werte und hofft, es innerhalb eines Jahres zu vollenden. Der Ort der Urauf» führung ist noch nicht bestimmt, Richard Strauß denkt an Dresden, München oder Stuttgart. Hundertmal durchdriageuder als X-Strahlen. Räch dem„Ob» server" ist e» dem Direktor des Physikalischen Laboratoriums am Technischen Institut von Kalifornien, Dr. R. A. Millikan, gelungen, «ine neue Strahlenart zu entdecken. Di« neuen Strahlen sollen ungleich mächtiger als X-Straj)len fein und diese um das Hundert- fache an Durchdringungskraft ubertreffen. Es handelt sich angeblich um Strahlen von minimaler Länge, di« Dr. Millikan zuerst bet Zersetzungsprozessen von Atomen beobachtete und dann willkürlich erzeugt haben will. Dr. Millikan hat den neuen Strahlen noch keinen eigenen Rainen gegeben, sondern bescheidet sich vorläufig damit, sie mit dem allgemeinen Namen.Durchdringungsstrahlen" zu bezeichnen. Tiefer hängen. Eine Berliner Konzertagenhir versendet folgend« in jeder Hinsicht(byzantinischer, anreißerischer, sprachlicher) bemerkenswerte Notiz:„Die bekannte Geigerin...... die kürzlich in München und Breslau aufsehenerregende Erfolge er- ziel" hat, war zusammen mit..... in der vorigen Woche als Gast nach Schloß Oels zur Kronprinzessin geladen, wo sie ge- legentlich eine» Hauskonzertes«in sehr schönes Programm zur Ab» solvierung brachte."____ Spielplan äaderung Die Premiere von.fliguranten" im Kleinen Theater mutz am einige Tag» verschoben werven. Di« gelöltcn Karten behalten ihre Sülllgkeit. Bis auf weitere» wird.Die Alarmglocke' gegeben. Schnee üb Verkehrsstörungen und Zugverspätuuqen. Ganz überraschend kam ts nicht. Schon einige Tage vorher hatte der Winter seine Instrumente gestimmt. Gegen%12 Uhr in der Nacht begann dichter Schneefall und maß dem schlummernden Berlin ein Kleid an, dessen Güte und Dichtigkeit im Laufe der Nacht- stunden unheimlich schnell zunahm. Der Frost hatte den Erdboden in Eis verwandelt, das Schneetreiben zauberte ein Terrain, das für ein Massenstürzen später Passanten ebenso ideal wie teuflisch war. Straßenbahnen blieben stecken und, nachdem die erste Wucht der winterlichen Attacke vorüber war, trat ein gespenstisches Heer nacht- licher Wetterkämpfer in Tätigkeit. Fahrdämme wurden gesäubert, eingeschneite Schienenstränge aufgetaut, verwehte Gänge freigemacht, kurzum: Platz fiir den Verkehr geschaffen, der am frühen Morgen kein Hindernis mehr erfahren durfte.— Da gab es aber auch einige, die mit innerlicher Freude diese aufgewühlte Nacht des Schneesturms genossen. Das waren die Leute, die sich gern ein bißchen von Wind und Wetter durchblasen lassen. Am Morgen lag der Schnee fußhoch und um den Mittag herum begann es sachte aber gründlich zu tauen. Aus den schönen Zuckerausbauten wurden matschige Schlammfluten, was der Verkehr nicht wegfraß, schluckte der Tauwind ein. Für Winterpostkarten taugt nun einmal Berlin nicht. Schneelandschaften halten sich höchstens auf den Dächern. Und auch von da schmilzt es herunter.... 3m Kampf mit dem Schnee. * Die ungeheuren Schneemengen, die etwa von Mitternacht bis in die ersten Morgenstunden hermederriesellen, und Berlins Straßen in zartes Weiß verwandelten, haben natürlich auch auf den Straßen» verkehr eingewirkt. Sv war es auch kein Wunder, daß ein Teil der Straßenbahnen, die morgens gegen M2 Uhr die letzten Fahrgäste beförderten, infolge der Schneeverwehungen auf der Strecke liegen blieben und erst nach emsiger Arbeit mit Hilfe von Schneepflügen befreit werden tonnten. Die Verkehrsinspektion der Straßenbahn teilt auf unsere Anfrage folgendes mit: Schon seit mehreren Tagen befürchtete man bei stärkerem Schneefall auf dem hartgefrorenen Boden eine Verkehrskatastrovhe, die durch entsprechende Dorberei- tungen auf jeden Fall verhütet werden mußte. So befanden sich »er Oerlm. — Die Stratzeureiuiguug auf dem Posten. seit einigen Tagen die„S a l z st r e u e r" und Schneepflüge der Straßenbahn in Alarmbereitschaft. Heute morgen, kurz nach 'A2 Uhr konnten demzufolge sofort 65 Salzstreuer und etwa 70 Schnee pflüg« in Betrieb gesetzt werden, die vorerst die Schienen der Hauptoerkehrsgeleise freimachten. Sämtliche Arbeiter der Eleisbauabteilung wurden an die Weichen beordert um ihr Einfrieren und Verschlammen zu verhindern. Der Betriebsleiter der Verkehrsinspektion, Dr. Lademann, leitete die Abwehrmaß- nahmen gegen die Schneemassen während der Nacht persönlich. Leider sind durch den Fuhrwerks- und Lastkraftwagenverkehr in der siebenten und achten Morgenstunde Hemmungen entstanden, die den Straßenbahnbetrieb oft lahm legten. Die Hoffnung der Verkehrs- inspektion richtet sich auf T a u w e t t e r. Da die Temperatur gegen Mittag bereits l Grad über Null erreichte, ist diese Hoffnung vielleicht berechtigt. Auch bei der Berliner Straßen- reinigung war heute morgen gegen 4 Uhr Schneealarm. Zwischen 5 und 6 Uhr rückten Kraftschnee pflüge und zwei- und vier- spännige Pferdeschneepflüge aus. um die Schneemassen vor allem in den Hauptverkehrsstraßen zu beseitigen. Etwa 2400 Erwerbs- l o s e sind als Hilfskräfte eingestellt worden, die gegen t a r i f- mäßigen Lohn die Schneemosien beseitigen Helsen.' Die Straßen- reinigung hofft, die Reinigung der Hauptstraßen im Laufe des heutigen Tages zu bewältigen. Durch das schnelle Eingreifen der städtischen Straßenreinigung sind innerhalb Berlins größere Verkehrsstockungen vermieden worden. Der Betrieb der Omnibusgesellschaft hat keme wesentlichen Verzögerungen erfahren. Der Verkehr der Stadt-, Ring- und Vor- ortbahn hat gleichfalls nicht wesentlich unter den: Schneefall zu leiden gehabt und bisher wurden von der Oberzugleitung keine größeren Stockungen gemeldet, abgesehen von einigen geringen Zugoerspätungen. Auch hier sind sofort verstärkte Schneewachen ein- gesetzt worden, um den Betrieb vor unliebsamen Ueberraschungen zu sichern. Recht erheblich erschwert wird allerdings der Rangier- dienst auf den Güterbahnhöfen.— Im Bereich des innerdeutschen Fernsprech- und Telegraphennetzes sind bisher keine besonderen Störungen durch den Schneefall entstanden. G e st ö r t sind im wesenllichen nur die außerdeutschen Leitungen nach Bukarest, Frederizia, sowie nach Belgien und Straß- bürg. Diese Störungen sollen durch Umleitungen behoben werden. Die Habgier üer �ohenzollern. Vergleich gege« die gute» Sitte«. Die deutschen Gerichte haben'm mehr als einem Falle längst rechtskräftig gewordene Abfindungsverträge zwischen den deutschen Einzelstaaten und ihren abgedankten Landesvätern als „gegen die guten Sitten verstoßend� bezeichnet. Mit dieser Definition haben sie dann den entthronten Fürsten Millionen und aber Millionen zugeschanzt, trotzdem auch die ursprünglichen Verträge den arbeitslos gewordenen Herrschaften sehr auskömmliche Lebensmöglichkeiten boten. Der neue„Vergleicht, den das preußische Finanzministerium mit den habgierigen Hohenzollern abzuschließen im Begriff ist, wird aber wie kaum ein anderer vor ihm als„gegen die guten Sitten verstoßend", wenn nicht von den Richtern, so doch vom Volke empfunden werden. Nachdem durch unsinnige Gerichtsurteile und vor allem durch den Reichstag der Preußische Staat in eine Zwangslage gebracht worden ist, ist er gezwungen nach irgend einem Ausweg zu suchen, wenn er nicht mit einer Un- zahl weiterer Prozesse und mit deren Verlust bedacht werden soll. Die Hohenzollern, die seinerzeit das Eigentum der Weifen und der kurhesstschen Fürsten bedenkenlos in ihre große Tasche steckten, die daraus ihre Paladine, Bismarck und andere, reich„dotier- l e n", bestreiten jetzt dem Staat das Hoheitsrecht, das sie selbst zu jeder gegebenen Zeit für sich in Anspruch genommen haben. Und die buchstabengläubigen Richter haben ihnen bisher geholfen, das, was sie im Laufe der Jahrhunderte zufaminengeprachert.-geerbt und-geheiratet haben, auch von der Republik wieder ausgehändigt zu erhalten. Gegen dieses System der Ausplünderung eine» ver- armteu Volkes nimmt in einem bemerkenswerten Auflatz der bekannte Strafrechtslehrer Prof. Schücking im„Berliner Tage- blatt" das Wort. Er erklärt das als einen unmöglichen Zustand für die Republik, daß ehemalige Fürsten und ihre Anhänger dauernd Eigentumsrechte an den größten Vermögens- maflen beanspruchen, die wie die großen Museen, Theater und re- präsentativen Schlösier unter staatlicher Verwaltung stehen. Die peinlich« Lage, in der Preußen und die übrigen Staaten sich gegenüber ihren teuren Landesvätern befinden, ist noch Schückings Meinung nur darauf zurückzuführen, daß die Staaten bisher vom Reich« ia dieser Frage„in einer geradezu trostlosen Weise im Stich gelassen" worden sind. Wie in allen anderen politischen Dingen, so wirke der Dualismus zwischen der Staatsgewalt des Reiche» und der der Länder auch hier lähmend«in. Aber wenn der frühere Finanz- minister die Ding« mit der nötigen Energie betrieben hätte, wäre nach Ansicht Schücking» trotzdem die jetzig« üble Lage vermieden worden. Anstatt selbst die Offensive zu ergreifen und gegen die Hohenzollern Feststellungsklagen auf Anerkennung des staatlichen Eigentums zu erheben, hat das Finanzministerium verhandelt und verhandelt und daneben geduldet, daß der Staat in die Defensiwe gedrängt wurde. lieber die Gerichtsurteil«, die bisher gefällt worden sind, sagt Schücking wörtlich: Das günztich« Versagen der bürgerlichen Gerichte auch in solchen Fallen, in denen nach meiner festen Ueberzeugung das Recht unzweifelhaft auf feiten des Staates liegt, erklärt sich daraus, daß es sich hier um ganz einzigartige Rechtsverhältnisse handelt. Soll etwa wirklich die E ch a ck» Galerie als Privateigentum der Hohenzollern angesehen werden, well der Baron Schock mit dem Träger der preußischen Krone ein Abkommen dahin schloß, daß er seiner Person die Galerie letztwillig oermacht«, um als Gegenlei st ung dafür sich für den Rest seines Lebens mit dem Erafentitel schmücken zu können? Ist das«in privates oder ein st a a t s- rechtliche» Geschäft gewesen? Zeder Laie würde als Schieds- richker hier wissen, was et zu tun hätte, jeder Laie würde geneigt fein, jenen sonderbaren Rechtsakten die Gültigkeit abzusprechen. durch die preßusche Könige wertvollen Domlnalbesih noch gegen Mitte de» lg. Zahrhuaderl» aus Staatsvermögeu zu prwatgnt zu machen fachten. Angesichts dieses Versagen» der Gerichte, der Hilflosigkeit Preußens und der sonst bedrohten Einzolstaaten verlangt Schücking ein sofortige» Eingreifen de» Reiches. Er sagt dazu: Die Sozialdemokratische Partei kann das verdienst in An- spruch nehmen, zuerst schon vor Zahren eine gesetzgeberische Aktion des Reiches verlangt zu haben. Diese sollte die Möglichkeit vor» schen, daß die einzelnen Staaten im Wege der Gesetzgebung eine Enteignung vornehmen könnten, ohne daß über die Höhe der Entschädigung der Rechtsweg bei den ordentlichen Gerichten gegeben wäre. Obgleich nach Artikel 153 der Reichsverfassung durch einfaches Reichsgesetz«in« solch« Enteignung be- stimmt werden kann, ist unter dem Kabinett Feyren- dach dieser Dorschlag als verfassungsändernd bezeichnet worden, und zwar hat man diese Behauptung damit begründet, im vorliegenden Fall fehl« das Moment des Artikel 153, daß die Enteigmmg„zum Wohle der Allgemeinheit" vorge» nommen würde. Ein sollsames Bild! Witwen und Walsen hat man durch die Znflatiou bis auf den letzten Pfennig ausrauben könne». Staalsgläubiger sind bis auf wenige Prozent ihrer Forderungen vom Staate entrechtet worden, über wohlerworbene Rechte der Beamten hat man sich hinweggesetzt, aber dle deposte- vierte Dynastie darf nach der Reichsversassung in ihren teilweise höchst fragwürdigen Elgenlumsansprüchen nicht beeinträchtigt werden! Hier sei der Gesichtspunkt des Gemeinwohl» nicht gegeben! Diese Gegenüberstellung ist so kennzeichnend, daß wir kein weiteres Wort dazu sagen brauchen. Schücking erwartet, daß der Reichstag seine Pflicht erfüllen wird, wobei allerdings die Eni» scheidung beim Zentrum liegen wird. Schon bei den Verhandlungen über die zukünftige Regierungskoaliiion müsse die Frage des Reichs- gcsetzes zum Gegenstand des Regierungsprogrammes gemacht werden. Das ist richtig. Schon bei diesen Verhandlungen wird sich zeigen, wiche Partei bereit sein wird, den verarmten preußischen Staat zugunsten der prinzlichen Nichtstuer noch weiter verarmen zu lassen. Die„B. Z." meldet heute, daß die Sozialdemokratie über die Frage der Hohenzollernabfindung einen Volks- enischejd herbeizuführen beabsichtigt. An dieser Nachricht ist soviel richtig, daß der Gedanke eines Volksentscheids in Parieikreisen bereits eifrig diskutiert wird. Jedoch wird man vor endgültigen Beschlüssen in dieser Richtung die Denkschrift des Finanzministeriums und die Stellungnahme der übrigen Parteien dazu abwarten. Daß die Schaffung des„Vergleichs" auf der bisher bekanntgewordenen Grundlage nicht einmal bei den bürgerlichen Parteien ungetellte Zu. stimmung findet, davon legt die Haltung der demokratischen Presse beredtes Zeugnis ab. Lex ttitti'Sturzo. Rom. 1. Dezember. fWTB.) Ein Seitartikel des„Papolo di Roma" sagt, die neu« Vorlag« über die Behandlung der Emi- grant en und Flüchtlinge wird zuerst auf den früheren General- sekreiär der Katholischen Dolkspartei, Don Siurzo, auf den Syndikalisten de Ambrt und den früheren Ministerpräsidenten Nitti Anwendung find«». öetriebstechnische Wanderausstellung. Sonderschau auf der ilutoausstelluug. Auf der Galerie der Funkhalle ist während der Automobil. ausstellung die Betriebstechnische Wanderausstellung der„Arbeiisgemeinschafi deutscher Detriebslngenieure" untergebracht, die interessante Einblicke in die moderne Betriebsführung gestattet, leider aber von den Aussiellungsbesuchern nicht so beachtet wird, wie sie es verdient. Die Zusammeniräger dieser Ausstellungsstücke, die eine Unter- gruppe im„Verein Deutscher Ingenieure" bilden, gehen «tkenntnis- und berufsgemäß von dem Grundsatz au», daß neben Lohn und Arbeitszeit, Materialkosten, Steuern und sonstigen Abgaben vor allem der A r b« i t s g e i st es ist, der die Wirischafilichkeit eines Betriebes und, im großen Maßstabe, unserer Industrie schlechthin bestimmt. Es sind daher im ständigen Kampf mit der Materie Mittel und Wege gefunden worden,-Um die Herstellung irgendeines Werk- stückes entweder prinzipiell zu'andern, die Maschinenarbeit an die Stelle der Handarbeit zu setzen oder Maschinenarbeit so zu ändern und auszubauen, daß ein Fortschritt feststellbar ist. Die Ausstellung wählt die unmittelbare Anschauung zur Demon. stratwn ihrer Ziele, sie zeigt das„Falsch und Richtig", das „Früher und Jetzt". An großen Lehrbildtafeln werden di« wirtschaftlichen Vorteile einer betriebstechnischen Neuerung durch Bild, Zeichnung und kurze einfache Wortsätz« dargestellt, so daß man sich in kurzer Zeit unterrichten kann. An ausgestellten Modellen, Werkmaschinen und Apparaten kann die Böehrung fortgesetzt werden. Praktische Erfahrung durch den Betriebstechnikcr' sind wissenschaftlich durchforscht und wiederum für die Proris nutzbar gemacht worden. Vergeude keine Energie. sondern nütz« sie, das ist der Grundsatz, der der Ausstellung zugrunde gelegt ist. Es ist für die Wirtschafklichkeit im Zeichen schärffter auslandischer Konkurrenz nicht gleichgültig, ob eine Trans- Mission auf Dronzelagern läuft oder Kugellager eingebaut sind. Es ist Zeitersparnis, wenn Werkstücke, wie Wellen, Zylinder usw.. mit der Meßuhr statt mit der Schublehre, der Mikrometerschraube oder aar mit dem Taster gemessen werden. Vielleicht frißt ein einziger beim Nieten ständig zuviel gemachter Hammerschlag im Laufe der Zeit mehr Arbeitslohn auf, als eine Maschine kostet, die mit wohlberech- netem Schlag diese Arbeit macht. Tausend Möglichkeiten bieten sich dem Ingenieur und oft genug, auch dem einfachen Arbeiter und Handwerker, um Aenderungen und Ersparnisse bei der Produktion zu finden. Damit wird an falscher Stelle verschwendete geistige Energie freigemacht für nutzbringendere Arbeit. Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung, in der hervorragende Beiriebe Teile ihrer Fabrikationsmeihoden der Allgemeinheit zugänglich gemacht haben. Einzelne Firmen unterstützen mtt der Ausstellung von neuzeitlichen Meß- und Uutersuchungsgeräten und mit der Darstellung ihrer psychotechnischen Prüsungsmethoden. Nicht nur Unternehmer großen und kleinen Stils, sondern auch Arbeiter und Angestellte finden manche Anregung. Linienveränderungen bei der Strahcnbah«. Am 1. Dezember treten die folgenden Aenderungen im Siraßenbahnverkehr in Kraft: Die Linie 64 wird vom Schloß- platz weitergeführt über König-, Spandauer, Kaiser-Wilhelm»Str„ Rosenstraße. An der Spandauer Brücke, Hackescher Markt, Rosen» ihaler Straße, Neue und Alte Schönhauser Straß«. Schön- hauser Tor, Schönhauser Allee, Senefeldcr Platz, Weißen- burger bis Danziger Straße. In der Richtung nach Span» bau fahren die Wagen bis auf weiteres vom Hacke- schen Markt Markt über Friedrichsbrücke, Kupfergraben, Linden- tunnel.— Die Linie 78 wird vom Schönhauser Tor ebenfalls wie die Linie 54 bis Weißenburger, Ecke Danziger Str. verlängert. Die Linie 13 wird vom Ringbahnhof Frankfurter Allee im Zuge der Frankfurter Allee bis zur Rosenfelder Sir. gesührt.— Die Linie 57 wird über Jnvalidenstr., Neues Tor, Luisenstr., Karlplatz umgeleitet.— Die Linie 02 verkehrt vom Fehrbelliner Platz anstatt durch die Westfälische Str. über den Hohenzollerndamm bis Roseneck.— Auf der L i n i e 5 2 tritt ein neuer Fahrplan in Kraft, der einen 15-Minutenoerkehr während des ganzen Tages bis Tem- pelhof, Genraniaftr., Ecke Rohdestr. anstatt bisher nur bis Dorf- strah« vorsieht._ So soll da? Leben sein...? „So ist das Leben", heißt ein Film, zu dessen erster Besichiiguna die Deutsche Le h r f i l m g e s e ll s ch a ft einlud. Leider muß gesagt werden, daß es ein schlechter Film ist, verzerrt geschen und manchmal recht kitschig. Ab und zu nur ist etwas von dem Rhythmus der Arbeit zu spüren. Die segensreichen Einrichtungen der sozialen Dersicherungen sollen in diesem.Lehrfilm" mit einer Handlung verknüpft gezeigt werden. Ganz abgesehen davon, daß dem Lehrfilm in dem Abschnitt Geschlechtskrankheit die elementarsten medizinischen Kenntnisse mangeln, zeigt er auch sonst die gewifl segensreichen Einrichtungen in einem zu rosigen Licht, so daß der Film in Arbeiterkreisen Kopfjchütieln oder gar Ablehnung hervorrufen wird. Mit fabelhafter Geschwindigkeit wird, zum höheren Ruhme der Einrichtungen, der Krank« in di« Erholungsstätte» g«- schickt, denn die Vertrauensärzte lauern nur darauf, jemand in Heilstätten schicken zu können und ähnliches—— daß sich der Wissend««ine» ironischen Lächeln« nicht erwehren kann. Mit diesem Film ist der guten Sache wirklich nicht gedient. Darüber trösten auch so wunderliche Erscheinungen nicht hinweg, daß mit dem Laufe der Jahre zwar die beiden Helden aus Knaben junge Männer werden, das guispielend». Mädchen aber im Wachstum unverändert bleibt. Glücklicherweise wird sie dann als Braut ausgewechselt und braucht so nicht als Kind in ihr Siedlungshaus zu ziehen, das sich der junge Schlosser— so liebenswürdig ist das Leben nun mal— mit Leichtig- keit von seinem hohen Lohn beschafft. Der Film hat zwei Jahr« zu seiner Fertigstellung benötigt. Man ist versucht zu bedauern, daß er überhaupt fertig wurde._ Freigabe öes Wohnuogstausches i Angeregt durch verschiedene Artikel in Berliner Blättern, de- zeichnet„Völlige Freigabe des Wohnungstausches", schreibt uns der Ortsverein Potsdam desReichsbundesdeutscherMieter: Unzweifelhaft stammen diese Artikel aus Vermieierkrcisen. Der Zweck dürfte wohl jedem Mieter klar sein. Am 26. Juli 1323 lver- ösfenilicht im Reichsaesetzblatt 1923 I Seite 754 ff.) ist das Woh- nungsmangelgesetz erlassen worden. Im Z 8 dieses Gesetzes ist die Regelung über den Wohnungstausch ausgesprochen. Nach diesem Paragraphen können Personen, ganzjjleich, ob innerhalb des Reiches oder Innerhalb eines Ortes, ihr« Wohnung miteinander tauschen. Hierbei ist Voraussetzung, daß die Vermieter der Tauschbeteiligten ihre Zustimmung geben. In den Fällen, wo sie versagt wird, kann !ie durch das Mieteimgungsamt ersetzt werden, wenn erwiesen wird. taß der beabsichtigte Tausch bzw. der Einzug des Tauschpartners für den die Genehmigung versagenden Vermieter keine Unbilligkeit ist. Die Kommentare haben in ihren Ausführungsbestimmungcii Unbilligkeit angenommen, wenn eine Wohnung nicht mehr ihrer Zweck- bestimmung dienen soll, oder aber Gründe, die in der Person des etwa einziehenden Mieters liegen und den Vermieter berechtigen. seine Ziistininmng zu dem Tausch zu versagen. Di« von den beider- seitigen Vermietern erteilten Zustimmungen sind, und zwar ebenfalls nach Z 8 des Wohnungsmangelgesetzes vom 26. Juli 1323, dem zuständigen Wohnungsamt zur Genehmigung vorzulegen. Hat das Wohnungsamt seine Genehmigung innerhalb der vom Tage der Einreichung der Zustimmungen laufenden Frist von 14 Tagen nicht erteilt, so gilt die Genehmigung ol» gegeben. Die Bezeichnung des Artikels„Völlige Freigabe des Wohnungstausches" ist also unzu- treffend. Das Wohnunasmangelgesetz ist. soweit es den Wohnungstausch zwangsweise regelt, nicht aufgehoben worden. Der Sinn und Zweck des§ 8 des Wohnungsmangelgesetzes ist. aus- gleichend zwischen Mieter und Vermieter zu wirken bzw. den Mtcier gegen die Willtür der Vermieter zu schützen. Eine Neuerung in dieser Gesetzesbestimmung ist njcht eingetreten, wie hiermit nochmals ausdrücklichst betont wird. Wir raten daher ledcm, der sich über Rechtsfragen, die sich aus dem Mietverhältnis heraus ergeben, informieren will, sich an die fast in allen Orten Deutschlands von uns gebildeten Ortsoerein« zu wenden. Zwei Kirchenkaffeueinbrvche. Räch dem nächtlichen Besuch zweier ZeitungSbeirieb« haben sich die Knacker der Kircke zugewandt. In der Linden- straße l4 drangen sie mit Nachschlüsseln in die Geschäsisräume de» Konsistorium» der Provinz Brandenburg im ehe- maligen KammergerichtSgebäude ein.„knabberten" einen Schrank auf und erbeuteten 2000 M.— Bei der Zentralkasfe der Luisengemeinde am Kirchplatz in Cbarlottenburg. bei der sie ebenfall» mit Nachschlüsseln die HauStür und die Bureautür öffneten, fanden sie in dem aufgeknabberten Schrank 3660 M. Hier batte nacht« auf dem Hofe ein Hund angeschlagen, aber niemand im Hause darauf geachtet._ Synagogen einbruch. In der Nacht vom 28. ,uln 29. November erbrachen Dtebe durch Nachschlüssel die Synagoge B l u m e n st r. 9ö, Hof l Trepp«. Sie erbeuteten Tilbergerät. Toramäntel und wertvolle, goldgestickte Tecken. Ferner erbrachen sie die Obter- kaff« und entleerten sie ihre» Inhalt». Von den Dieben fehlt jede Spur. Lllder. für das Arbeiterheim. Gute und billige Bilder für Ver- losungen. Ausstellungen und andere Vsranstilwngen können von Arbeiterorganisafionen durch den Haupiausschuß für Ar- beiierwohlsahrt.«.V., Berlin EW. 68, L i n d e n st r. 3, bezogen werden. Die Bilder werden in Serien von 17 Stück, ge- rahmt und ungerahmt, abgegeben. Der Preis stellt sich für die ungerahmt« Serie auf 4L0 M. und für die gerahmten Bilder auf 35 M. Porto und Verpackung gehen zu Lasten des Empfänger». Schneeflur« in Westdeutschland. Ununterbrochen gehen bei heftigen Winden große Schneemassen über die Ardennengebicie und die Eifel nieder. Der Schnee hat ein« Hohe erreicht, wie sie seit langem nicht mehr gesehen wurde, und verursacht zahireiche Verkehrsstörung«» jeder Art. Wirtschaft Gegen die Preisrichtlinien der Jnnungen. Der Ausschuß des Reichsverbandes des beut schen Handwerks, der vor einigen Tagen im Reichswirtschafts. rat in Berlin zu einer außerordentlichen Eizung zujammengetreten war, hat bei dieser Gelegenheit die Bereitwilligkeit des deutschen Handwerts betont, die Preisabbauaktion der Regierung zu unter ftüßen und sogar von Preisbindungen für seine Mitglieder abzusehen. Es wurde die folgende Entschließung gefaßt: „ Der Das Waldenburger Projekt zur Delgewinnung nach dem BerginBerfahren gescheitert. Bekanntlich sollte in Waldenburg durch den Sndustriellen Dr. Gärtner, der eine Konzession auf das neue Bergin Verfahren hat, unter Mithilfe des Staates eine Delgewinnungsanlage gebaut werden. Wie die Konjunttur- Korrespondenz von gut unterrichteter Seite hört, haben sich nunmehr die Verhandlungen zum Bau der projektierten Fabrik zerschlagen. Um um die feinerzeit so großes Aufsehen erregenden Entdeckungen des Professors Bergius, Del aus Steinfohle zu gewinnen, zu verwerten, war von dem Waldenburger Industriellen Dr. Gärtner geextlart wiederholt feine Berettwilligkeit, die Maßnahmen der Reichs- Große Frauen- Versammlung regierung zur Bekämpfung der Teuerung nachhaltigst zu unterstützen. Der Ausschuß sieht in Uebereinstimmung mit der Reichsregierung das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Teuerung in der Wieder herstellung des in der Kriegs- und Uebergangswirtschaft empfindlich geftörten freien Spiels der Kräfte in allen Zweigen und Gliedern der deutschen Wirtschaft. Der Ausschuß empfiehlt den Mitgliedstörperschaften des Reichsverbandes des deutschen Handwerks deshalb bis zum Wiedereintritt normaler Wirtschaftsverhältnisse auf alle Maßnahmen zu verzichten, durch die eine emmung der freien Selbst bestimmung des einzelnen Betriebes bei der Preisgestaltung verursacht werden könnte." Diese Entschließung ist dahin zu verstehen, daß vorläufig bie Festsetzung von Richt und Mindestpreisen durch Innungen und Innungsverbände sowie die Verhängung von Ordnungsstrafen hei Preisunterbietungen und dergleichen unterbleiben soll. Die Abwidlung der Renfenbauf- Liquidation. Die Deutsche Rentenbant teilt mit: Ron der Deutschen Rentenband murden am 30. November dem Tilgungsfonds für die Rentenbankscheine bei der Reichsban! 193 444 861 Rentenmart gemäß§ 11 des Gefeßes über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbantfcheinen vom 30. Auguft 1924 zugeführt. Nach den Bestimmungen des§ 11 muß am 30. No vember des ersten Jahres nach Infrafttreten des Liquidierungs. gefeges mindestens ein Drittel der seinerzeit auf Grund der Rentenbankverordnung zunächst über die Reichsbank und die Privat notenbanken gegebenen und später auf die Deutsche Rentenbant übergeführten Kredite abgewidelt fein. Der Betrag, der durch die Begebung diefer Kredite in Umlauf gefeßten Rentenbantfcheine belief fich am 11. Oftober 1924 auf 880 334 583 RM. Da die Reichsbant von den zur Ausleihung überlassenen 800 Millionen Rentenbanttrebiten im Einverständnis mit der Deutschen Rentenbank bereits am 30. November 1924 100 millionen als Rückzahlung auf ihr Rentenbankdarlehen in bar in den Tilgungsfonds abführte und nur 700 Millionen landwirtschaftlicher Wechseltrebite auf die Deutsche Rentenbank übertrug, so blieb von dem auf dieses Jahr entfallenden Drittel noch der oben erwähnte Betrag von rund 193 Millionen Rentenmart zu tilgen. Diese Summe wird aus den bereits bei der Reichsbank befindlichen Rentenbankscheinbeständen entnommen und vernichtet werden Trog der ungeheuerlichen Kreditnot der Landwirtschaft ist es also den Bemühungen der Deutschen Rentenbank gelungen, unter Buhilfenahme von Reserven ihren Berpflichtungen ohne allzu schwere Erschütterung der Wirtschaft voll nachzukommen. Damit ist die Erfüllung eines wichtigen Teils des Londoner Abfommens für dieses Jahr ermöglicht worden. am Mittwoch, den 2. Dezember, abds. 71, Uhr, in den Germaniafälen", Chauffeestraße 110. Tagesordnung: Die Frau im neuen Strafrecht. Referent: Rechtsanwalt Genosse Dr. Saenger- München, M. d. R. plant, auf der Baldenburger Rohle eine Verfuchsanlage größeren Stils mit praktischen Zielen zu errichten. Für dieses Projeft existierten zwei Finanzierungspläne. Einmal wollte man das Reich interessieren, andererseits den preußischen Staat. Das Reich war zu einer Beteiligung unter der Bedingung bereit, daß jedes Risiko für das Reich ausgeschaltet mürde. Jeder Fehlschlag müßte von Dr. Gärtner getragen werden, dagegen wollte sich das Reich am eventuellen Gewinn beteiligen. Dieser Vorschlag wurde ron Dr. Gärtner abgelehnt. Die Verhandlungen mit Breußen dagegen waren bedeutend aussichtsreicher. Preußen war zu einem Kredit von 2,5 Millionen Mart und entsprechender Beteiligung bereit, unter der Bedingung, daß es ebenfalls Ronzessionen auf das Bergin- Verfahren für den preußischen Bergbau erhalte, und zwar sollten die Konzessionen zu denselben Bedingun gen an Preußen gegeben werden, wie sie Dr. Gärtner erhalten habe. Dr. Gärtner war damit einverstanden, doch wurde diesem Projekt, besonders der Ronzession, von Professor Bergius, dem Erfinder des Patents, nicht zugestimmt, womit die Berhandlungen über den Bau vorläufig als gescheitert angesehen werden müssen. Ob bei der gegenwärtigen Gelblage es Dr. Gärtner gelingen wird, private Interessenten zu finden, dürfte fehr fraglich sein. Es ist fehr bedauerlich, daß damit der erste größere Bersuch, Del aus Steintohle zu gewinnen, der zweifelsohne für die weitere Ausgestaltung des ganzen Berfahrens und für die volkswirtschaftlich beste Aus: nutzung der Kohle von großer Bedeutung gewesen wäre, nunmehr auf unbestimmte Zeit vertagt werden muß. Aus der Partei. Einigungsbestrebungen in Schweden. Aus Stockholm erhalten wir folgenden Bericht über den Angliederungsversuch der Rechtskommunisten an die Sozialdemokratische Bartei: Die schwedischen Rechtsfommunisten haben unter der Führung Don Hoeglund um die Wiedervereinigung mit der alten Sozialdemokratie nachgesucht. Der Drisverein Stocholm der Sozialdemokratischen Bartel gab dem Führer Hoeglund Gelegenheit, in einer Versanumlung seine Auffaffung über die Wiedervereinigung darzulegen. Das Ergebnis mar, daß die Versammlung dem Zentralvorstand eine Entschließung unterbreitete, in der sie vorschlägt, die Hoeglund- Partei nur nac) festen Versprechungen über ein loyales und vertrauensvolles Zusammenarbeiten aufzunehmen. Der Parteivorstand ist diesem Rat nachgekommen und hat eine Verhandlungstommission eingesezt, die von Hoeglund Garantie verlangen foll Erst wenn ein Ergebnis dieser Berhandlungen vorliegt, wird der Parteivorstand über das Gesuch; der Hoeglund- Partei eine Entscheidung herbeiführen. Sport. Hans Schwarz Sieger in der Ringtampffonkurrenz. GesamtAm Montag fam der gut verlaufene Ringerwettstreit zu Ende. Die alte Gaststätte der Ringer am Weinbergsweg fah am letzten Abend nur noch 4 Bewerber um die Plätze. Hans Schwarz und Rawan, als die beiden Hauptanwärter, standen sich nochmals gegenüber. Ein fo prächtiges Treffen, wie es schon seit langem nicht mehr ausgetragen wurde. Beide rangen sehr vorsichtig und waren Der ftets darauf bedacht, die Blößen des Gegners auszunuzen. Weltmeister Schwarz konnte dennoch den guten Techniker Kawan durch eine plögliche Rollade auf die Schultern bringen. zeit 1 Stunde und 57 Minuten. Damit fällt an Schwarz der Sieg, da er mit 16 Siegen und ohne Niederlage an der Spize steht. Den zweiten und dritten Plaz teilen sich Kawan und Lestinowitsch, da beide fe eine Niederlage haben. Der Russe Romanoff und Altmeister Strenge hatten sich gemeinsam den vierten Platz reserviert, mit je drei Niederlagen. Lestinowitsch legte noch vorher den Russen Romanoff nach 1 Stunde und 2 Minuten auf die Matte. Da er noch darauf mit Kawan ringen mußte und dieser über den ermatteten Betten teinen geschentten Sieg davontragen wollte, einigten sich beide in der Teilung der Preise. Groß- Berliner Parteinachrichten. Jungfozialisten Tempelhof- Marienborf. Der Gruppenabenb fällt aus, dafür Beteiligung an der Parteiveranstaltung. Geschäftliche Mitteilungen. Das bekannte Schuh- Lokal Behrabt, Münzfte. 25, mit feinen Filialen Rottbuffer Damm 13 und Frankfurter Allee 54. bringt in feinem Beihnachtsvorverlauf eine Anzahl fo billiger Angebote in Hausschuhen. Straßen- und Lugusschuhen, daß wir jedem empfehlen tönnen, feinen Bedarf bet dieser Firma au decken. Wir weisen auf das heutige Inserat hin. Der Erweiterungsneubau im Raufhaus Wilhelm Jofeph in Schöneberg, HauptStraße, Ede Großgörichenstraße, ift eröffnet, die ganz wesentlich erweiterten Bertaufs räume wurden gestern dem Berkehr übergeben. Die ftändige Zunahme des Kundentreises matte die räum iche Vergrößerung zur zwingenden Notwendigkeit; jegt find die großen Spezialabtei ungen übersichtlich eingeordnet, fie machen das Raufen angenehm und ermöglichen schnellite Abjertigung. Der Lefer beachte das Zuferat in heutiger Nummer des Bormär s". Berantwortlich für Bolitik: Era Reuter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Cteiner; Feuilleton: R. 8. Difcher; Lotales und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanftalt Vaul Ginger a. Co. Berlin S. 68, 2indenftraße 3. Sieran 1 Bellene. Eröffnung Erweiterungs- Neubaues Damen- Mäntel Mantel Bengtsch. Flach 750 Herren orm. Mantel Mouliné- Flausch, reine Wolle, mit seit1375 meines am Montag, dem 30. November Seldenstoffe für Damast und Duchesse Mantel- 280 Kostümefutter, doppeltbreit Mtr. florteste Qualität. Wasch- Samt echt farbig. 70 cm 395 breit. Mtr. Mantel aus prims Velours, tell 1975 Crêpe de Chine 15 Modefarben, 380 Glockenform Strickwest. u.- Mäntel Damen- Sportweste woll hübsches Farbensortiment Woll. 550 reine Damen- Sportweste well. 750 schwere Qual, neueste Strickart 1. 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Jahrgang Beilage des Vorwärts Weder der Internationale Gewerkschaftsbund noch die Gemert. Gewerkschaftsbewegung schaften irgendeines Landes, die dem JGB. angeschlossen sind, haben Die Russen und wir. Bemerkungen zur Einheitsfront. jemals den Verfuch gemacht, in die Arbeiterbewegung Rußlands ein zugreifen. Und doch wären wir dazu auf Grund unserer Erfahrung weit eher berechtigt, als die ruffischen Gewerkschaften, die noch in den Kinderschuhen stecken. empfinden, wenn wir zitieren, was fie felbft über die russischen Die russischen Gewerkschafter aber, die es schon als Kränkung Gewerkschaften sagen, maßen fi, fcrtgesezt an, den Gewerkschaften der anderen Länder Ratschläge zu geben. Darüber hinaus ver Dienstag, 1. Dezember 1925 Im Auftrage der Jubilare sprach Genoffe Rogte. In leidenschaft. licher, zündender Rede wandte er sich an die Jugend, den Alten nachzueifern zum Wohle nicht nur einer Klaffe, sondern der gesamten Menschheit. Der Verlauf der Feier war so recht dazu angetan, den Jüngeren den Weg zu zeigen zu neuem Aufstieg. Wahlen zur Innungskrankenkasse der Fleischering. Am Sonntag fanden die Wahlen zur Innungstrantenfalle der Berliner Fleischerinnung statt. Troßdem sich der Kassenvorstand im Intereffe des gelben Fleischergesellenbundes starf an der Agitation für diesen beteiligte, gelang es diesem Gebilde nidyt, wieder die geber und deren Verbänden geht es rud märts mit dem gelben Bund, ein Beweis, daß selbst diejenigen, die heute noch zum größe ten Teil unter dem elenden Koft und Logiszwang leiden, den Ber führungen der Arbeitgeber und ihrer Goblinge nicht mehr zum Opfer fallen. Heute wird der Borstand des Internationalen Bewerkschafts. bundes Stellung nehmen zu dem eventuellen Beitritt der russischen Gewerkschaften. Aus diesem Anlaß veröffentlicht die„ Rote Fahne“ merfidaftspolitik, wovon die eine Seite ausgefüllt ist mit einem fuchen sie, ihre eigenen Methoden in andere Länder zu verpflanzen Barität zu erreichen. Troß der Begünstigungen seitens der Arbeits Artifel von J. Jaglom, Redakteur des Trud", der eine Ant mort an den„ Borwärts" sein soll. Es ist natürlich überflüssig zu bemerken, daß auch der zweite Artikel sich hauptsächlich mit dem Borwärts" befaßt. Der Artikel des Redakteurs des Trub" richtet sich aber nur fcheinbar gegen den Borwärts". In Wirklichkeit ist er gegen eine Entschließung des Zentraltomitees der kom munistischen Partei Rußlands gerichtet, die im„ Trud" veröffentlicht war und die wir in ihrem wesentlichen Teil abgedruďt hatten. Diese Entschließung ging mit den russischen Gewerkschaften fehr scharf ins Gericht. Da man in Deutschland von bolschemistischer Seite große Anstrengungen macht, um den deutschen Arbeitern zu beweisen, daß sie von den russischen Arbeitern und insbesondere von den russischen Gewerkschaften noch sehr viel zu lernen hätten, hielten wir es für angebracht, diese Entschließung nach dem„ Trub" zu veröffentlichen. Wir begreifen durchaus, daß das den bolschewistischen Draht ziehern unangenehm ist. Der Redakteur des Trud" behaup tet nun, wir hätten wieder einmal gefälscht. Die angebliche Fäl schung besteht nämlich darin, daß wir die Entschließung nur teil. weise abbrudten. Wir haben z. B. folgenden Bassus nicht ver. öffentlicht: Die gesamte Finanzpolitik der Gewerkschaften geht unauf. hörlich der Gesundung entgegen; indem die Gewerf. schaften dazu übergehen, sich ausschließlich auf eigene Mittel einzustellen, die sie durch die freiwillig gezahlten Mitglieds. beiträge erhalten, fangen fie gleichzeitig an, ihren Mitgliedern materielle Unterstützung( Arbeitslosenunterſtügung, Beggelder ufm.) zu gewähren." Benn die Gewerkschaften in Rußland erst dazu übergehen, fich auf eigene Mittel einzustellen, und erst damit anfangen, ihren Mitgliedern Unterstützungen zu zahlen, so ist das nicht gerade ein Beweis für die Vortrefflichkeit dieser Organisationen. Wenn wir diesen Bassus und auch andere Stellen wegließen, so geschah das nicht etwa, um den deutschen Arbeitern etwas zu verbergen, was zugunsten der ruffischen Gewerkschaften sprechen könnte, sondern weil es sich in der Hauptsache nur um Wiederholungen handelt, von Feststellungen, die in dem ven uns zitierten Teil der Entschließung bereits enthalten find. Wir widerstehen der Berlockung, den Artikel des Redakteurs bes Trub" gegen die russischen Gewerkschaften auszuschlachten. Es tommt uns gar nicht darauf an, die russischen Gemertschaften her. unterzureißen, wir würden uns sogar sehr freuen, wenn wir sie loben fönnten. Wir werfen dem Redakteur des Trud" auch weiter nicht vor, von den deutschen Gewerkschaften nicht einmal eine dunkle Borstellung zu haben. Bie fönnte er auch sonst die lächerliche Behauptung aufstellen, daß in der deutschen Gewerkschaftspresse oder in der deutschen Parteipreffe niemals Artifel veröffentlicht würden, über Mängel in den Gewerkschaftsorganisationen. Zum Berpeis, daß das nicht geschehe, zitiert der Redakteur des„ Trud" die Rote Fahne". Das ist die Quelle, aus der die russischen Gewert schafter ihre Kenntnisse von der deutschen Gewerkschaftsbewegung Schöpfen Wir sind berett, den russischen Gewerkschaften weitgehende mildernde Umstände zuzubilligen. Sie find jung, uner fahren, ihr Tätigkeitsgebiet ist ein riesiges Land mit landwirtschaft. lichem Charakter, mo bie großen Stäbte sehr spärlich gesät sind, mo die Bevölkerung in ihrer großen Mehrheit aus Analphabeten besteht. Es fehlt ihnen an erfahrenen Führern und es war ihnen bisher auch nicht möglich, fich frei zu entfalten, weil sie unter dem Drud der bollchemistischen Ditiatur standen und stehen. Se sehr die deutschen Gewerkschaften bereit sind, den russischen Gewerkschaften mit Rat und Tat zu helfen, so wenig sind sie geneigt, sich in die inneren Berhältnisse der russischen Gewerkschaften irgendwie einzuWas wir den russischen Gewerkschaften zum Borwurf machen, ift feineswegs ihre Rückständigkeit. Wir merfen ihnen vielmehr vor, daß sie sich von den russischen Machthabern mißbrauchen laffen, und zwar gegen die Gewerkschaften der anderen Länder. Die russischen Gewerkschaften firmieren die sogenannte rote Gewertschaftsinternationale und andere internationale Propagandakomitees, die alle mur den einen 3wed haben, sich in die inneren Verhältnisse der Gewerkschaften der anderen Länder einzumischen und dort die Arbeiter gegeneinander zu Derhegen. mischen. und Uneinigkeit unter die Arbeiter zu fäen. Dagegen, und nur dagegen wehren wir uns. Benn heute in London wieder einmal über den Eintritt der russischen Gewerkschaften in den JGB. verhandelt wird, so liegt das einfach daran, daß die russischen Gewerkschaften es bisher ab. gelehnt haben, dem JGB. genau so wie die Gemert. haften aller anderen 2änder beizutreten. Niemand verlangt von den russischen Gewerkschaften, fie müßten, wenn sie dem JGB. beitreten, ihre inneren Methoden ändern. Wir verlangen nur von den russischen Gewerkschaften, was wir von den Gewert schaften aller anderen Länder verlangen, baß fie sich jeder Ein. 2änder enthalten müssen. Die belgischen Gewertschaften mischung in die Arbeiterbewegung der anderen 3. B. würden es sich ganz energisch verbitten, wenn etwa die franösischen Gewerkschaften sich in ihre inneren Berhältnisse einnüischen wollen, wie es die russischen Gewerkschaften in anderen Ländern tun. In dem Augenblid, wo die ruffischen Gewerkschaften auf jede Einmischungspolitik verzichten, werden sie uns herzlich willkommen fein. Kommunistische Niederlage bei den Buchdruckern. Nur Amsterdamer gewählt. Bei den geftrigen Delegierten und Bezirksleitungswahlen im Gauverein der Berliner Buchdruder trug die Richtung Amsterdam einen glänzenden Sieg davon. Auch in den beiden Bezirken, in denen die Kommunisten bereits das Heft in den Händen zu haben glaubten, erlitten sie eine schwere Niederlage. Ueberall wurden mit überwältigender Majorität unsere Dele. gierten für die Generalversammlungen des kommenden Jahres ge. wählt. Die bisherigen Bezirksvorstände, in denen die Kommunisten wählt. Die bisherigen Bezirksvorstände, in denen die Kommunisten ebenfalls nicht vertreten waren, wurden weiter im Amt belassen resp. in unserem Sinne neugewählt. Dieser äußerst erfreuliche ahlausfall beweist, daß die Berliner Buchdrucker die Kommunisten lediglich als Gewertschaftszerstörer einschäzen und daher gern auf ihre Mitarbeit verzichten. Der Organisation wie auch der Gesamtheit der Kollegen wird dies nur zum Segen gereichen. Biffernmäßig ist insofern ein Bergleich mit den letzten Wahlen erschwert, als diesmal die Rommunisten in 5 von 11 Bezirken über haupt teine Kandidaten aufstellen konnten, da sie nicht die zur Unterstützung notwendigen 30 Stimmen aufbringen fonnten. Sie mußten fich also auf die 6 Bezirfe fonzentrieren, wo sie noch einige Bedeutung haben Aber auch hier brachten fie es insgesamt nur auf 519 Stimmen, gegen 1186, die auf die Amsterdamer Gewerf. schaftsliste entfielen Also in den Bezirken, wo die Moskauer noch zu kämpfen in der Lege waren, erhielten fie meniger als ein Drittel der abgegebenen Stimmen. Ein Bravo den Buchdruckern! Veteranen der Textilarbeiterorganisation. Das Ergebnis der Wahlen war: Bon 6008 wahlberechtigten Berficherten haben leider nur 915 ihr Wahlrecht ausgeübt. 526 Stimmen, der gelbe Bund 373, ungültig waren 16 Stimmen. Davon erhielt die freie Gewerkschaft( Zentralverband der Fleischer) Wegen einer Reihe von Berstößen ist vom Zentralverband der Fleischer die ungültigteit der Wahl beantragt worden. Ein ruffischer Genoffe über die russischen Verhältniffe. In einer Bersammlung von Mitgliedern des Deutschen Nah rungs- und Genußmittelarbeiterverbandes und bes Zentralverbandes der Fleischer, die von den Frattionen Amsterdam der beiden Ber bände am Sonnabend nach dem Gewerkschaftshaus einberufen mar, sprach Genoffe Bienstod über die Berhältnisse in Rußland. An Hand eines reichhaltigen Beweismaterials zeigt er zunächst, daß das eigentliche System der Sowjets dem Berfall entgegengeht. Wenn die Sowjets ursprünglich als die Interessenvertreter der Arbeiter und Bauern in den Dörfern, Städten und Gouvernements gedacht maren, so haben sich diese Organe im Laufe der Zeit mehr und mehr zu unbeschränkten Gewalthabern herausgebildet, bei denen Don Entwicklung ist insofern nicht verwunderlich, weil in den Sowjets einer Intereffenvertretung nicht mehr gesprochen werden lann. Diese durch die offene Wahl überhaupt feine Opposition eine dringen kann, die an ihrem Berhalten Kritik üben und sie damit auf den richtigen Weg drängen fönnte. Go treten die Sowjets im Jahre ungefähr zehnmal und dann auch nur meist zu Barade 3weden, zusammen. Mit den Gewertschaften fieht es leider Gewerkschaftsvertreter ebenfalls offen durch Handaufheben, auch nicht besser aus. Hier erfolgen die Wahlen der unteren Gegen die vorgeschlagenen Kandidaten wagt teiner zu ftimmen, weil er sich dadurch dem schwersten wirtschaftlichen und politischen Terror ausfegt. Die oberen Gewerkschaftsführer werden überhaupt nicht ge. wählt, sondern ernannt. Es ist nun durch dieses System der Zustand eingetreten, daß die Arbeitermassen den Ge. wertschaften geradezu feindlich gegenüberstehen. Diese Dinge find der Regierung nicht unbefannt. Sie versucht hier Abhilfe zu schaffen, wird aber damit nicht eher Erfolg haben fönnen, bis sie von dem Terrorsystem abfommt. Der Redner ging dann weiter ein auf den Regierungsapparat der Kommunistischen Bartei, durch den sich eine völlige Arbeiteraristokratie heraus. gebildet hat. Daß von einer Ueberzeugungsfraft des Sowjetsystemis nicht die Rede sein fann, beweist schon allein die Tatsache, daß von 130 bis 140 Millionen Einwohnern ungefähr 375000 eingefchriebene Mitglieder der Partei und etwa die gleiche Zahl sogenannte Kandidaten sind, und das nach achtjähriger bürgerlich militärischen Dittatur führen, wenn die Regierungstätigteit. Dieses System muß zu einer Regierung sich nicht endlich vom Terror abwendet und zu einer wirtschaftlichen und politischen Demokratie über. geht. Das muß nicht nur im Interesse der entrechteten russischen Bevölkerung, sondern der gesamten internationalen Arbeiterbewegung gefordert werden. In der anschließenden Diskussion versuchte ein Kommunist, der anzustimmen. Einige Diskussionsredner, die auch gute Rußland als Gast zugelassen war, das bekannte Lied der Rußlanddelegierten fenner sind, sowie der Referent in seinem Schlußwort tonnten die Saltlosigkeit der von ihm aufgestellten Behauptungen glatt zurüc weisen. Die Bevölkerung wehrt sich gegen Stillegungen. Wohl taum eine ameite Organisation hat mit soviel Bider. wärtigkeiten und Schwierigteiten zu fämpfen gehabt, um ihre Be rufsgenossen zusammenzufaffen, wie der Berband der Textilarbeiter. Eine in tieffter Not und sprichwörtlich gemordenem Elend lebende Arbeiterschaft fonnte nur durch heroische Kräfte der Gewerkschaft zugeführt werden. Wer fennt nicht das ergreifende Schauspiel von Gerhart Hauptmann:„ Die Weber"! Der Dramatiter hat bort alles Leid einer gequälten Berufsschicht in eine unvergeßliche Form ge goffen. Dichter und Denter haben an den Staat und die Herzen der Menschheit appelliert, jenen Berzweifelten zu helfen. Es hat nichts geholfen. Erst als fich mutige Frauen und Männer der Bodhum, 1. Dezember.( Eigene: Drahlbericht.) Der Kampf eigenen Klaffe fanden, die Stlaven der Tertilbarone zur Erringung um die Stillegung der Zeche Alte Haase" droht immer ernstere eines menschenwürdigen Daseins zu ermuntern, tam auch Licht und Folgen anzunehmen. Falls der Abbruch der Zeche, dem fid) zu Sonne in das Dasein der Textilarbeiter. Was die damaligen Pioniere für den Aufstieg der Textilarbeiter geleistet haben, fann nur der widersetzen die ganze Gemeinde Sprodhöfen einig ist, zwangsgejagt, von der Familie getrennt, hungernd und frierend, ohne Als am Montag einige Unternehmer die Abbruchsarbeiten vorbe. ermessen, der selbst mittendrin gestanden hat. Bon Haus und Hof weise erfolgen follte, so find schwere Ausschreitungen unausbleiblich. Arbeit durch Deutschlands Gaue gehetzt, immer verfolgt von dem reiten wollten, wurde die Sturmglode der evangeli. Arm der herrschsüchtigen Kaste der Tertilherren, die die junge Befchen Kirche geläutet. Eine tausendföpfige Menge ftürmte jum wegung zerschlagen wollten. Zum Leidwesen der Tertilgewaltigen Zechenplatz, umzingelte die Unternehmer und zwang fie, unverrichtehat sich die Organisation machtvoll entfaltet. Sie nimmt heute ter Weise nach Bochum zurückzukehren. bereits die zweite Stelle unter den Gewerkschaften Deutschlands ein. In gerechter Würdigung der ungeheuren, aufopfernden und zähen Arbeit der ersten fühnen Pioniere des Berbandes hatten der 88 Jubilaren eine künstlerische Feier im feftlich geschmüdien großen Bentral und Ortsvorstand am Sonntagabend zur Ehrung von Gründern der Berliner Filiale im Jahre 1891 waren noch Saale des Berliner Gewertschaftshauses veranstaltet. Bon den 14 anwesend. Genosse Gruhl fand treffende Worte der Begrüßung. 85.- Funktionäre der Metallinbuftrie. Seute, Dienstag, abend 7 Uhr in Saverlands Festfälen, Neue Friedrich Ede Rochstraße, Funktionärverfamm Inna aller unter den BBMJ.- Tarif fallenden Betriebe. Wann erhalten bie 19257 Berbandsangelegenheiten und Berſchiedenes. Anaeftellten die Nachzahlung auf Grund des Schiedsfpruches nom 23. Mai Die Mitglieder aller bez wichtigteit bez Beranstaltung wird bestimmt pünktliches Erscheinen aber Gettionsleitungen treffen sich bereits um 6 Uhr im gleiden Berfammlungs. Total zur Wahl der facharuppenleitung und Ortsverwaltungsmitglieder. 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