Nr. 568 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 290 The 900 Bezugsvreis:" S Böchentlich 70 Bfennig, monatla 8.- Reichsmart Doraus zahlbar. Unter Rreuaband für Deutschland, Danzia. Saar und Memelaebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart. fit bas übrige Rusland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Gied lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenstimme ericheint mochentäalid aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: .Sosialbemokrat Berlin 39 19 dan p Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt ( 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die einivaltige Ronpareille. seile 80 Pfennig. Reflamezeile 6.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Biennio ( auläffa amei fettgedruckte Worte). jedes meitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erite Bort 15 Pfennig, tebes weitere Wert 10 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für amei Worce Arbeitsmartt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68. LindenArake B, abaegeben werden. Geöffnet von 8% Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. no Mittwoch, den 2. Dezember 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Voftfchedionto: Berlin 37 536 Banktonts: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft. Depofitenkaffe Binbenfte.&. Friedensreden in London. Die Feier der Unterzeichnung. Mit dem gestern in London programmäßig vollzogenen Unterzeichnungsaft hat ein wichtiger Abschnitt der Weltpolitik in der Nachkriegszeit einen würdigen Anfang genommen. Wir sprechen nur eine Selbstverständlichkeit aus, wenn wir deutschen Sozialdemokraten unserer tiefen Genugtuung darüber Ausdruck verleihen, daß die am 9. Februar diefes Jahres durch das Memorandum der Regierung LutherStresemann- Schiele eingeleitete diplomatische Aktion nunmehr tonkrete, völkerrechtlich bindende Gestalt erhalten hat. Wir begrüßen dieses Ergebnis einmal wegen der allgemei nen Besserung der außenpolitischen Lage unseres Landes, die es mit sich bringt. Nicht nur wegen der fogenannten Rüdwirtungen, die bereits eingetreten find, und die zweifellos in immer stärkerem Maße den besetzten Gebieten zugute fommen werden, bis es überhaupt teine befegten Gebiete mehr geben wird; nicht nur wegen der mit dem geftrigen Tage eingeleiteten Räumung der Kölner Zone, die durch das Zustandekommen der Verträge von Locarno zwar nicht rechtlich erwirkt, aber praktisch erleichtert und beschleunigt wurde, sondern auch wegen der for mellen Friedensgarantien, die der Sicherheitspakt und die Schiedsgerichtsverträge allen beteiligten Mächten gewährt und deren psychologische Auswirkung eine fortschreitende geistige brüstung der ehemals frieg führenden Völker fein fann, fein muß und sein wird. Und schließlich begrüßen wir das in London ratifizierte Wert von Locarno, weil es auf allen Seiten mit den legten Hindernissen aufgeräumt hat, die dem Beitritt Deutschlands zum Bölkerbunde noch im Wege standen. Ueberblickt man den außenpolitischen Weg, den das deutsche Bolt in den letzten sieben Jahren zurückgelegt hat, von dem militärischen Zusammenbruch des Herbstes 1918 bis zum gestrigen Unterzeichnungsatt, vergleicht man die damalige materielle und geistige Isolierung Deutschlands mit der geachteten Stellung, die es heute wieder in der Welt ein nimmt, stellt man die haßerfüllte Rede, mit der Clemenceau das Friedensdiftat den deutschen Delegierten überreichte, den Worten gegenüber, mit denen Chamberlain und auch Briand den Abschluß des Sicherheitspattes fommentiert haben, dann erst erkennt man den ungeheuren Fortschritt, den die deutsche Republit auf dem Wege ihres Wiederaufstieges erzielt hat. Damals, am 7. mai 1919, sagte Clemenceau im Namen von etwa zwei Dußend Staaten: Die Stunde der Abrechnung ist getommen!" und gestern, am 1. Dezember 1925, erflärte Chamberlain: Die Konferenz von Locarno hat zu gleicher Zeit unsere früheren Freundschaften befestigt und die Grundlagen für die Bersöhnung mit Deutschland gelegt, eine Berföhnung, von der wir überzeugt sind, daß sie uns in Zukunft einen weiteren Freund sichern wird." In diesen beiden Daten und Zitaten liegt das fast greif bare Symbol des deutschen Wiederaufstiegs. Leider ist das Gedächtnis breiter Schichten des deutschen Boltes erstaunlich schwach, sonst würden viele Millionen unserer Volksgenossen, die das Werk von Locarno fritisieren oder gar ablehnen, seinen Wert und feine Bedeutung sofort erkennen. Denno: haben die Abstimmungen im Reichstag bewiesen, daß die überwiegende Mehrheit der Deutschen den Frieden will und den eingeschlagenen Weg zum Frieden als den einzig richtigen billigt. Die deutsche Sozialdemokratie bekennt sich in dieser Stunde mit Stolz zu der Führer rolle, die sie auf dem außenpolitischen Weg der sieben ver gangenen Jahre eingenommen hat. Oft glich dieser Weg einem Golgatha und besonders die Sozialdemokratie hat ihren Befennermut mit dem Berlust pieler Anhänger büßen müssen, die, durch deutschnationale oder kommunistische De magogie aufgeputscht und irregeführt, ihr Heil in gedanken lofen Gewaltparolen zu finden wähnten. Dadurch aber, daß sich unsere Bartei durch keine Schmähungen von der richtigen Bahn abdrängen ließ und den Mut zur Unpopularität auch in den fritischsten Stunden aufbrachte, hat sie den stärksten moralischen Sieg errungen, der je einer politischen Partei beschieden war: sie hat ihre gehässigsten Gegner ge= awungen, den von ihr eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Die Deutschnationalen haben zwar im Reichstag gegen Locarno geftimmt. Aber diese Tatsache ist für die Geschichte des Sicherheitspaktes völlig belanglos. Entscheidend und nicht aus der Welt zu schaffen ist dagegen die Tatsache, daß das Memorandum vom 9. Februar von der Regierung Luther. Stresemann Schiele ausging, daß die Antwortnote vom 20. Juli non der gesamten Rechtstoalition im Reichstag ausdrücklich gebilligt wurde, daß die Entsendung der deutschen| alle Bölter dringend brauchen als Grundlage ihres Wiederaufstiegs. Delegation nach Locarno auf Grund eines einstimmigen Rabineitsbeschlusses erfolgte, daß die Paraphierung in Locarno ohne Widerspruch der deutschnationalen Kabinettsmitglieder vorgenommen wurde, und daß das Ver tragswert im Reichskabinett zunächst das laute freu dige Ja" des deutschnationalen Reichsministers Schiele gefunden hat. Alles andere ist Lug und Trug, Spiegelfechterei und Heuchelei mit einem Wort: deutschnational! Nur eins ist an dieser nachträglichen Oppositionspoffe der Westarp- Partei ernst zu nehmen: das ist die feierliche Er flärung ihres Führers, daß sie die Rechtmäßigkeit der Berträge von Locarno niemals anertennen werde. Damit haben sich die Deutschnationalen bis zum ebenso feierlichen Widerruf dieser törichten Erklärung die Rüdtehr in die Regierung unmöglich gemacht. Das wäre an sich tein Schaden für das deutsche Volk, sondern im Gegenteil, wie die innerpolitische und die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 1925 deutlich genug aufweist, für 90 Proz. der Bevölkerung ein Glüd. Aber da wir wissen, daß Herr Luther, der auf seine Wiederbetrauung mit dem Reichsfanzleramt offenbar start rechnet, für diesen Fall die Wiederkehr der verlorenen Söhne in die Bürgerblodfamilie nach einer möglichst furzen Bußezeit für wünschenswert hält, so sei bereits jetzt darauf hingewiesen, daß ein Wiedereintritt der Westarp Schiele- Partei ins Reichskabinett schon aus außenpolitischen und völferrechtlichen Gründen einen Widerruf jener törichten Erklärung voraussetzt. Diese Burücknahme dürfte der Fraktion Mampe umso weniger schwer fallen, als es das eigene Kind ist, das sie verflucht hat und wieder segnen soll. Die Herren Luther und Stresemann haben gestern in London ihren großen Tag gehabt. Die Ovationen der Menge waren zweifellos verdient. Denn die Gerechtig: teit gebietet, ihnen das Zeugnis auszustellen, daß es nicht leicht war, mit einer Regierung des Bürgerblods- wohl gemerkt mit der ersten Reichsregierung, in der deutschnationale Minister saßenjene Politit zum Abschluß zu bringen, die den Verzicht auf den Revanchekrieg zur Grundlage hat. Nun beginnt auch für Deutschland, besonders für Deutschland, ein neues Zeitalter, das reich an Berantwortung, aber auch an Erfolgen sein kann. Durch seinen Eintritt in den Völferbund wird es auf allen Gebieten des Friedens eine führende Rolle spielen können. Die deutschen Minderheiten im Auslande warten sehnfüchtig auf den Tag, an dem Deutschland im Genfer Rat der Völker seine Stimme zu ihrem Schuhe, überall dort wo ein folcher nottut, erheben wird. Vielleicht wird schon die Tat fache der Anwesenheit Deutschlands im Bölkerbunde genügen, um ihr Los zu bessern, weil man unangenehmen Debatten, in denen die Bertreter der deutschen Republik die Stimme des Rechtes und der Demokratie erheben würden, vorzubeugen geneigt sein wird. Schon aus diesem Grunde muß von der Reichsregierung gefordert werden, daß sie den Eintritt in den Bund unverzüglich vollziehe und bei ihren heutigen Be sprechungen in London dem Wunsche der Gegenseite nach baldigster Einberufung der außerordentlichen Völkerbunds verjammlung teine dillatorischen Winkelzüge entgegenstelle. Deutschland als geistig führende Macht unter den demokratischen Nationen, das ist das nationale 3bel der deutschen Sozial demokratie in den kommenden Jahren. Im friedlichen Rat der Völker soll sich Deutschlands Mission als Bannerträger des Friedens und des geistigen und sozialen Fortschritts erfüllen. Wer am heutigen Tage erkennt, daß der Weg, den die Sozialdemokratie in den letzten Jahren unter schweren Opfern gegangen ist und er zwungen hat, der richtige war, wer das hier gekennzeichnete nationale Ziel als erhaben und erstrebenswert empfindet, der trete jekt erst recht ihren Reihen bei, stärke damit die Macht ihrer Ideen und beschleunige dadurch ihre Erfüllung! Die Reden der Delegierten. Reichs anzler Dr. Luther Wir hoffen ernsthaft, daß die Wünsche sich verwirklichen mögen, die der englische Außenminister zum Ausdruck gebracht hat, insbesondere auch über das Verhältnis der hier vertretenen Nationen zu meinem Vaterlande. Herr Chamberlain hat mit Recht hervorgehoben, daß auf dem Wege zu dieser Versöhnung auch neue Freundschaften erstehen sollen und Hindernisse zu überwinden sind. Alle Böller müssen sich vereinigen, um die Vorurteile und das Mißtrauen in die Vergangenheit zu verweisen, um den Weg frei zu machen für eine Zukunftsentwicklung, an der wir alle mitarbeiten müffen. Dazu ist notwendig, daß auch alles verschwindet, was seine Urfache hat in nicht mehr berechtigten Nachwirkungen einer vergangenen Kriegszeit. Die Tatsache, daß Gebietsteile meines Beterlandes unter den Auswirtungen des Krieges noch zu leiden haben, muß in absehbarer Beit der Vergangenheit angehören. Noch höher als der Inhalt des Vertrages muß die Einheit des Willens zu gemeinsamer friedlicher Arbeit fein, die ihren Ausdruck im Wert von Locarno findet, zu dem sich Deutschland auch heute gern bekennt. Möge aus dieser Willenseinheit das Zusammenwirken all der Völker er. wachsen, die hier vertreten sind!" Darauf folgte die bedeutende Rede des französischen Ministerpräsidenten und Außenministers Ind all Briand. zeichnet werden, dazu bestimmt, die Nationen Europas fester zu binEr sagte, nicht ohne Rührung würden die großen Berträge unter den, und die Eröffnung einer neuen Aera des Friedens anzuzeigen. Sie drücken die tiefsten Gefühle und Wünsche aller Nationen aus, die so furchtbar unter dem Kriege gelitten haben. Der Redner erzählte, wie er einen einfachen Brief von einer Frau aus dem Bolke erhalten habe, in welchem sie ihn zu dem erfolgreichen Abschluß der in Locarno babe, in welchem sie ihn zu dem erfolgreichen Abschluß der in Locarno getanen Arbeit beglückwünscht habe. Sie schrieb wörtlich: Endlich ist es mir möglich, mir meine Kinder ohne Besorgnis für ihre Butunft anzusehen und endlich kann ich sie mit einiger Sicherheit lieben." Dieser Brief, sagte Briand, mache auf etwas aufmerksam, womit er während feines ganzen politischen Lebens eng verbunden gewesen sei. Der Vertrag verkörpere die Tatsache, daß jetzt gegenseitige Hilfe und menschliche Solidarität Blaz greifen werde. Zu der deutschen Delegation gewandt, fagte er:„ Mir gegenüber sitzt die deutsche Delegation. Ich will damit nicht sagen, daß ich kein guter ich bin dessen ficher gute Deutsche Franzose bleibe, wie Sie bleiben werden, aber angesichts der Verträge sind wir nur Europäer. Die Sonderheiten unserer Länder sind jetzt durch diesen Vertrag ausgelöscht. Unsere Nationen haben sich oft auf den Schlacht feldern gegenübergestanden. Der Locarnovertrag soll den Wert haben, daß derartige Metzelelen nicht noch einmal vorkommen sollen. Wir müssen jetzt mitarbeiten in der Arbeits. gemeinschaft des Friedens und unsere Nationen, welche auf dem Schlachtfelde gleiches Helbentum gezeigt haben, werden jezt menschlichere Mittel zu einem friedlichen Wetteifer finden. In diesem Sinne unterzeichne ich als französischer Delegierter die Ver träge. Und hier gebe ich die feierliche Erklärung ab, daß ich darauf vertraue, den Sprecher der überwältigenden Mehrheit meines Boltes zu sein. Ich sehe in dem kommenden endgültigen Frieden den Beginn der friedlichen Arbeit zur Erneuerung Europas. Durch einen allgemeinen Völkerbund soll dieser Friede gesichert werden und dieser Friede soll eine Weihung der Intelligenz und des Verstandes sein. Briand sagte noch, die Verträge von Locarno feien nur wertvoil, wenn der Wille, den Krieg zu beseitigen, bei allen Nationen vorhanden sei. Frankreich werde auf Grund des Locarnopattes alles versuchen, was ihm möglich sei, um einen Krieg zu vermeiden und den Frieden zu fördern. Die soeben unterzeichneten Schriftstücke müßten Europa erneuern. Außenminister Dr. Stresemann führte aus: In dem Augenblick, in dem das in Locarno begonnene London, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Nach der Be- Wert durch unsere Unterschriften in London vollendet ist, möchte ich vor allem Ihnen, Sir Austen Chamberlain, den grüßungsiede Chamberlains nahm der deutsche Dant aussprechen für das, was wir Ihnen schulden in Anerkennung der Führerschaft bei dem heute vollendeten Werf. Wir haben in Locarno, wie Sie wiffen, feinen Vorsitzenden gehabt, haben ohne Borsitz gehandelt; das aber ist das Große in der wunderbaren Tradition Ihres Landes, das auf eine vielhundertjährige parlamentarische Erfahrung zurüdbliden tann, daß ungeschriebene Gefeße weit beffer mirten als bie Form, in der man glaubt das Wort. Er dankte zunächst für den Empfang in London und führte u. a. aus: Bon ganzem Herzen begrüße ich die Feststellung Seiner Majestät, daß Locarno ein Wert der Befriedung und Ver. föhn ng sein soll, eine Grund'age für eine aufrichtige Freundschaft zwischen den Nationen, ein Wert, das den Frieden sichern soll, den Dinge meistern zu müssen. So hat die Konferenz von Locarno, die so informal war, zu einem Erfolge geführt. Sie konnte dazu führen, weil sie in Ihnen, Sir Austen, einen Führer hatte, der durch seinen Taft und durch seine Freundlichkeit, unterstützt von seiner liebenswürdigen Gemahlin, zunächst einmal jenes Band persönlichen Vertrauens um uns wob, das wohl ein Bestandteil dessen ist, was als Geist von Locarno bezeichnet wurde. Aber es war etwas anderes, das wichtiger war, als dieses persönliche Näher tommen; das war der Wille, der in Ihnen und uns lebendig war, dieses Wert zum Abschluß zu bringen. Daher die Freude, die Sie und wir alle empfanden, als wir es in Locarno zur Paraphierung bringen konnten; daher unser aufrichtiger Dank an Sie am heutigen Tage. Lassen Sie mich von diesem Gedanken über Form und Willen auch ausgehen, wenn ich jetzt von dem Wert von Locarno selbst Spreche. Bir alle haben in unseren Parlamenten Debatten zu bestehen gehabt über dieses Wert. Man hat es nach allen Rich tungen hin durchleuchtet. Man hat versucht festzustellen, ob irgend melche Widersprüche bestünden in der Anschauung über diese und jene Baragraphen. Tarf ich demgegenüber das eine aussprechen: Ich sehe in Locarno nicht eine juristische Konstruktion politischer Gedanken, sondern ich sehe in dem Wert von Locarno die Basis einer großen Zukunftsentwicklung. Die Staatsmänner und Völker befennen sich darin zu dem Wiffen, dem Menschheitssehnen nach Frieden und Berständigung den Weg zu bereiten. Wäre der Batt nichts als ein Bündel von Paragraphen, so würde er nicht halten. Die Form, die er zu finden fucht für das Zusammenleben der Bölfer, wird nur Wirklichkeit merden fönnen, wenn hinter ihnen der Bille steht, neue Verhältnisse in Europa zu schaffen, ein Wille, von dem auch die Ausführungen getragen waren, die Herr Briand foeben gemacht hat. Ich möchte Ihnen, Herr Briand, aufrichtig danfen für das, was Sie gesprochen haben, über die Notwendigkeit des Zufammenwirtens aller Bölfer und derjenigen besonders, die Joviel in der Vergangenheit gelitten haben. Sie gehen von der Idee aus, daß jeder von uns seinem Vaterlande zuerst angehört, ein guter Franzose, ein guter Engländer, ein guter Deutscher, ein Teil seines Bolles sein soll, jeder aber auch ein Angehöriger Europas, verbunden mit der großen fulturellen Idee, die sich in dem Begriff unferes Erdteils auswirkt. Wir haben ein Recht, von einer europäischen dee zu sprechen; hat doch dieses Europa im Weltkriege die größten Opfer gebracht, steht es doch jetzt vor ber fahr, durch die Auswirkungen des Weltkrieges die Stellung zu verlieren, auf die es nach seiner Tradition und Entwidlung Anspruch hat. Was dieser Erdteil im Weltkriege hingegeben hat, wird vielfach nur gemessen an den Verlusten materieller Art, an den Verwüstun gen, die der Krieg im Gefolge hatte. Wir haben ein Recht, von einer europäischen Idee zu sprechen, hat doch dieses Europa im Weltkrieg die größten Opfer gebracht, steht es doch jetzt vor der Gefahr, durch die Auswirkungen des Weltkrieges die Stellung zu verlieren, auf die es nach seiner Tradition und Entwicklung Anspruch hat. Was dieser Erdteil im eft. friege hingegeben hat, wird vielfach nur an den Verlusten materieller Art und an den Berwüstungen gemeffen, die dem Kriege folgten. Den größten Verlust tragen wir dadurch, daß eine Generation dahingesunken ist, von der wir nicht wiffen, wieviel unent midelte Kräfte und Möglichkeiten, wieviel Geift, Genie, Tat- und Willenstraft in ihr zur Entfaltung gefommen wären, wenn sie ihr Leben hätte ausschöpfen tönnen. Zusammen mit den Erschütterungen des Weltfricges ergibt sich daraus die eine Tatsache, daß uns eine Schidjalegemeinschaft aneinander tellet. Benn wir untergehen, gehen wir gemeinschaftlich unter; menn mir in die Höhe kommen wollen, fönnen wir es nicht im Kampfe gegen einander, sondern nur im Zusammenwirken miteinander. Deshalb dürfen wir, wenn wir überhaupt an die Zukunft unserer Völker glauben, nicht in 3wist und Feindschaft miteinander leben, sondern müssen uns die Hände reichen zu gemeinschaftlichem Zusammen mirten. Nur dann wird es möglich sein, die Grundlage für eine Zukunft zu legen, von der Sie, Herr Briand, in Worten, denen ich mich nur anschließen fann, fagten, daß sie getragen sein soll von dem Wetteifer der fulturellen Entwidlungs möglichkeiten. In diesem Zusammenwirken muß die Basis für die Zukunft gesucht werden. Für diesen Frieden fritt die große Mehrheit des deutschen Boltes ein. Gestützt auf diesen Friedenswillen feßten wir unsere Unterschrift unter diesen Vertrag. Er soll eine neue Aera des Zusammenwirkens der Nationen einleiten. Er soll an die sieben Jahre der Nachkriegszeit eine Zeit wirklichen Friedens anschließen, der von dem Willen verantwortungsbewußter Bersönlichkeiten getragen mirb, die den Weg zu dieser Entwicklung wiesen, und der von den Bölkern unterstützt werden soll, die wissen, daß nur auf diese Weise Wohl. fahrt gedeihen kann. Mögen fpätere Geschlechter Grund haben, bankbar des heutigen Tages als eines Anfanges einer neuen Ent widlung zu gebenken! Der belgische Außenminister, Genosse Vandervelde erklärte, daß in einigen Tagen bie Abrüstungsfommission des Bölferbundes in Genf zusammentreten werde. Er hoffe, daß in Kürze ein Abrüstungsvertrag zu den Sicherheits- und Schiedsver. trägen hinzutrete. Bandervelde schloß mit den Worten:„ Ich vertraue darauf, daß eines Tages wiffenfchaft und Frieden die Unwiffenheit und den Krieg befiegen merden". Der italienische Bertreter Scialoja die solche Gelegenheiten geschici zwischen einem allzu feierlichen Pathos und allzu geschäftsmäßiger Erledigung hindurchzusteuern weiß, bewährte sich hier ebenso wie Chamberlains in Locarno erprobte Geschicklichkeit als Borsigender. Es war ihm anzumerken, daß er in seinem Hochgefühl eines frischen Adels und des Abschlusses monatelanger Verhandlungen von dem Bewußtsein durch drungen war, auf dem Höhepunkt einer in der Vergangenheit nicht immer erfolgreichen politischen Karriere zu stehen. Im übrigen war die Szenerie viel weniger prächtig als die Bezeichnung des Raumes im Außenamt als„ Goldener Saal" vermuten lassen möchte. Der Raum hat jene fatale überladene Renaissance des 19. Jahrhunderts, wie sie auch in den Balais der Wilhelmstraße in Berlin zu finden ist. Infolge des Hin und Her der Beamten, die die Verträge herumreichten, was ziemlich eindrudslos verlief, erreichte die Zeremonie erst nach her ihren Höhepunkt. Das war insbesondere Briand zu danken, der in einer für alle Anwesenden unvergeßlichen Rede ein hohes Lied Paneuropas jang. fenheit des in Niemand, der Zeuge der Ergriffenheit des in letzter Zeit auffallend start gealterten Briand war, wird den mindesten Zweifel an seiner Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit hegen können. Schräg der deutschen Delegation gegenüber placiert fra er huntfächlich zu Luther und Stresemann hinüber. Auf ihn folgte Stresemann, deffen haftige Sprechweise in unvorteilhaftem Gegensatz zu feiner Rede selbst stand, die ungewöhnlich taftvoll und angemessen war. Sie hat auf die Delegierten der Entente, wie Ihr Korrespondent erfährt. als sie ihnen nach der Zeremonie übersetzt wurde, einen sehr guten Einbrud gemacht. Es wurde allerdings allgemein be dauert, daß die deutschen Delegierten sich der für die Mehrzahl der Anwesenden unverständlichen deutschen Sprache bedienten und sich dadurch selbst um einen Teil ihrer Wirkung gebracht haben, zumal sämtliche übrigen Redner, einschließlich Chamberlains, mit Ausnahme Baldwins, französisch sprachen. Als erste unterzeichneten Luther und Stresemann ( weil Deutschland Allemagne im Alphabet voran ist. Red.), hierauf Bandervelde, Briand, Baldwin und Chamberlain( mit einer goldenen, ihm in Locarno verehrten Feder), Scialoja, Strzynski und Benesch. Nachdem die Unterzeichnung der verschiedenen Dokumente beendet war, überreichte Chamberlain Reichskanzler Luther die in Locarno entworfene, gewisse Erklärungen bezüglich Art. 16 der Völkerbundsjagung enthaltene Rollettivnote. Hierauf hielt Briand, hauptsächlich der deutschen Delegation zugewandt, fichtlich bewegt eine längere Rede. Nach ihm ergriff Stresemann das Wort zu einer ebenfalls mit großer Bewegung vorgetragenen Rede, die ebenso wie die Worte Briands tiefen Einbrud auf die Zuhörer machte. Nach dem deutschen Außenminister Sprachen erneut Scialoja, Vandervelde, Benesch und Strzynski. Zum Schluß hielt Premierminister Baldwin eine turze Rede in englischer Sprache, die Lampssh ins Franzöfifche überfekte. Auf Vorschlag Chamberlains wurde aus Anlaß der Unterzeichnung des LocarnoBattes ein Danttelegramm an die Schweiz abgefandt. Hierauf erklärte Chamberlain die Sizung für beendet. Die Originalurkunde des Vertrages von Locarno oder wie feine offizielle Bezeichnung lautet Bertrag der gegenseitigen Garantien( Treaty of mutual guarantees) wird nach der Unterzeichnung durch König Georg beim Sekretariat des Bölkerbundes niedergelegt werden. Nach der Feierlichkeit. London, 1 Dezember.( WTB.) Die Delegierten ber ver. schiebenen Mächte verließen das Foreign Office nach der Unter zeichnung der Verträge gegen 1 Uhr 15 Minuten nachmittags. Bald. min entfernte sich durch einen privaten Ausgang und begab sich, ohne mit der vor dem Foreign Office martenden Menge in Berüh rung zu fommen, in feine Amtswohnung. Als die Bertreter der fremden Mächte das Außenamt verließen, wurden sie von den Neugierigen mit Beifall begrüßt. Als aber die deutschen Dele gierten im offenen Wagen abfuhren, brach die Menge in laute, herzliche 3urufe aus. Condon, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag nachmittag gab Außenminister Chamberlain zu Ehren der fremden Delegierten ein Effen, an dem auch Baldwin, Churchill und andere britische Minister teilnahmen. Reben wurden nicht gehalten. in den späten Nachmittagsstunden im Budingham- Balaft vom Die Unterzeichner des Locarno- Bertrages wurden am Dienstag Sönig empfangen Chamberlain stellte die einzelnen Delegierten Dor. Räumungskonferenz in London. Condon. 2. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Diens tag abend fand im Foreign Office eine Beratung zwischen Chamberlain, Briand, Luther und Bandervelde statt. Briand stellte fest, Ein völkischer Seelsorger. 20% Pastor Münchmeyer und der Kuß des Apostels Paulus. Einer der größten Radauhelden der völlischen Klique auf der Insel Borfum war der Herr Pastor Münchmeyer. Ueber ihn viel Worte zu verlieren, ist nicht notwendig. Immerhin, bei der unverschämten Sege, mit der solche Burschen gegen Anders. dentende aufzutreten pflegen, ist es doch ganz nüglich, zwei Briefe zum Abdruck zu bringen, die das„ Berliner Tageblatt" mitteilt. Sie bedürfen feines Kommentars. Der eine ist der Brief des Herrn Pfarrers an ein Fräulein H., in dem er seine offenbar fehr weitgehenden Berührungen ihr gegenüber ab streitet. Der andere ist ein Auszug aus einem Brief des Fräulein H. an einen Arzt, in dem sie ihre Aussagen über den ehrwürdigen Herrn Pfarrer betätigt. Pfarrer L. Münchmeŋer. I. Bortum, 11. November 1925. Sehr geehrtes Fräulein H...! Ihren Brief vom 4. November habe ich erhalten... Ihre Darstellung des ganzen Borganges ist mir natürlich, nachdem ich zuvor meine Efilberung gegeben habe, so, mie ich den Vorgang aufgefaßt habe, vorgehalten worden. In einigen Punkten weicht dieselbe von der Ihrigen ja ab... Das Zuneigen zu mir zum Schluffe Sie sagen allerdings, es wäre zweimal an dem Abend gewesen, das halte ich für ausgeschlossen und das freundliche Berstehen meinerseits in der Art, wie es geschah, war doch meiner Auffassung nach fein eigentlicher Kuß, in der Weise, wie Liebende sich wohl zu küssen pflegen... Ich glaube bestimmt, daß der Apostel Paulus, derim Römerbriefe Kap. 16 B. 16 Männer und Frauen aufgezählt, die er grüßen läßt und auffordert: Grüßet euch untereinander mit dem heiligen Auß", das nicht anders würde bezeichnen fönnen, was sich an dem Abend beim Abschied ereignet hat. Daß ich genau feststellen wollte, wo Ihre Operations wunde war, hatte seinen Grund doch allein darin, daß ich als ein der medizinischen Wissenschaft nicht ganz Fernstehender nach Ihren Berichten gern feststellen wollte, woran Dr. H. Sie eigentlich operiert hatte... Sch wollte mit der genauen Feststellung der Operations stelle feststellen, ob es der Blinddarm, Nerven oder eine Verwachjungsnachoperation der angeblich früheren Blinddarmoperation war, um eventuell dabei mein Material gegen diese Herren zu verdichten, über die mir schon manches in letter Zeit zu Chien gelommen war.. gez. 2. Münchmeyer, Pfarrer. II. Fräulein H. an Dr. B. B..., 24. November 1925. Es ist eine Schande, daß M. sich in einer Weise reinzu. waschen versucht, die ihresgleichen sucht. M. hat mich zweimalgetüßt. Daran läßt sich nichts, gar nichts ändernund dafür gibt es auch feine Ausrede. gez. F..... Die richtige Abschrift des Briefauszuges bescheinigt Borkum, den 26 November 1925. ( Stempel) Der Gemeindevorstand. In Bertretung: Der erste Beigeordnete Huten. Im Zusammenhang mit diesen beiden Briefen steht ein Offener Brief eines Herrn Dr. Bensch, der in der Borfumer Zeitung und Badezeitung" als Inserat veröffentlicht wird. Dieser Brief hat folgenden Wortlaut: Offener Brief an Herrn Pf. Münchmeŋer. Nachdem nunmehr durch eidliche Zeugenausfage er. härtet ist, daß Sie eine meiner Patientinnen im Krankenhause nächtlich besucht und gefüßt haben und nachdem Eie felbft vor dem Untersuchungsrichter zugegeben haben, daß Sie gelegentlich dieses Besuches ben Unterleib der jungen Dame abgetaft et haben, um angeblich die vor handene Operationsnarbe zu fühlen, unterstelle ich erneut dem Urteil der Deffentlichkeit, ob Sie noch weiter für bie Tätigteit als Pfarrer und Seelsorger geeignet und würdig sind. Der Vorwand, daß Sie die Narbe nur betaftet hätten, um Material gegen mich zu sammeln", da Sie mich ber fahrlässigen Tötung für verdächtig hielten!!! ist ebenso gewiffenlos wie unglaubwürdig, zumal Sie mit dieser unsinnigen Behauptung erst jezt und offensichtlich zu Ihrer Entlastung hervorgetreten find. Sollten Sie trotzdem jezt den Anschein ermeden wollen, daß man Sie mit Ihrer Ausrede ernst nehmen sollte, so erwarte ich von Ihnen, falls es noch nicht geschehen sein sollte, daß Sie un verzüglich gegen mich bei der Staatsanwaltschaft Straf. anzeige erstatten und das öffentlich bekanntgeben. Unterlassen Sie diese Anzeige, fo find Sie ein gemeiner Berleumder. Dr. med. Bensch. ohne Berufung auf den Apostel Baulus( an die Römer Danach dürften die Aften über den Herrn Pfarrer mit oder im 16. Rapitel, 16. Bers) wohl endgültig gefchloffen sein. Litauische Memeldiktatur. daß alle Fragen, einschließlich der Räumung der befehlen deutschen Gebiete, in dem Geifte von Locarno gelöst werden würden. Briand drüdte fich in der allgemeinen Entwaffnung zu tragen, der noch einmal wegen der Bildung des neuen nungsfrage optimistisch aus Die Folgen der Räumung. Entlastung auf dem Wohnungsmarkt. Köln, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Räumung der erften Zone soll vom 3. Dezember ab wesentlich beschleunigt werden. Die erste Zone, deren Räumung nunmehr mit einfähriger Berspätung durchgeführt wird, zählt rund 2½ Millionen Einwohner auf einem Gebiet von rund 6400 Quadratkilometer. Bon großer Bedeutung für die Einwohner der Städte ist die Entlastung auf dem auf dem Wohnungsmartt. In Köln werben, abgesehen von zahlreichen öffentlichen Gebäuden, nicht weniger als 1400 Wohnungen frei. Am 1. April 1924 wohnten 126 Offiziere mit ihren Familien in Bürgerquartier und 149 Offiziersfamilien in Neubauten. Außer dem waren 502 Unteroffiziere und Mannschaften mit ihren Familien in Privatquartieren, 373 in Neubauten und 185 in Rotwohnungen untergebracht. Daneben hatten 295 Offiziere und 123 Unteroffiziere Bürgerquartier. In Bonn waren 280 Familien und 96 Dffiziere in Bürgerquartieren untergebracht. Aehnlich lagen die Verhältniffe in den übrigen Garnisonstädten der ersten Bone. Abgehört 3war bleibt in Stöln ber Zivilvertreter der RheinlandMit dem 1. Dezember hat das Delegierten fyftem auf tommiffion zur Abwidlung der laufenden Geschäfte noch weiter im Amte, ebenso in Krefeld. Hier handelt es sich jedoch um eine gegen. feitige Vereinbarung. Tatsächlich ist die bisherige 3ivilver. waltung der Besaßung nahezu restlos abgebaut und schon gehen Gerüchte um, daß auch bei der Rheinlandtommiffion felbst ein Wechsel bevorstehe und ihr Chef Tirard seinen Boken verfagte, daß es mussolini zu seinem großen Bebauern nicht möglich gewesen sei, die Unterzeichnung dieses großen Friedens merfes mitzumachen. Benesch und Strzyniti erinnerten an die besonderen In tereffen Zentraleuropas. Ihr Hauptinteresse sei aber gleichfalls der Friede. Sie dankten den Mächten dafür, daß fie das heutige fommen ermöglicht haben. Nach der Unterzeichnung ergriff Ministerpräsident Baldwin das Wort, um auf die Bedeutung des unterschriebenen Dokuments. für den Frieben, den die Welt solange gesucht habe, hinzuweisen. England werde alles tun, um die Welt nicht zu enttäuschen. laffen wird. Die Mißzachtung des Volkswillens. Memel, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Nachdem der Landtag gestern nachmittag fich auf morgen vertagt hatte, um der Bitte des litauischen Gesandten in Berlin, Sidzilaustas, Redh Landesdirektoriums mit der litauischen Regierung in Romno ver hondeln wollte, hat nun der Gouverneur zum neuen Präsidenten des Landesdirektoriums den bisherigen Landesdirektor Juozupaitis ernannt. Dieser gehört der nationalistischen litauischen Minder heit an. Er fandidierte bei der letzten Stadtverordnetenwahl für eine großlitauische Minderheitslifte und zog als deren Bertreter in das Stadtparlament ein. Der Gouverneur, der den Bräsidenten des Landesdirektoriums zu ernennen hat, fonnte sich nicht entschließen, den Willen der Landtagsmehrheit auszuführen; ihren 27 Abgeord neten stehen nur 2 Großlitauer gegenüber. Sie verlangte, daß das bemofratische Brinzip in der Regierungsbildung durchgeführt und ein Landespräsident ernannt wird, ber das Bertrauen der Mehrheit des Memelvoltes genießt. Der Gouverneur hat sich jedod an diesen Grundsatz nicht gefehrt, sondern nur Personen vorge schlagen, die der großlitauischen Minderheit angehören und daher von der Einheitsfront abgelehnt wurden. Schließlich mußte Sidzilauskas aus Berlin fommen, der ebenfalls versuchte, eine Einigung zu er zielen. Nun hat man einen Großlitauer zum Bräsidenten ernannt. Der Landtag wird morgen mittag zu diefer Ernennung Stellung nehmen. Es ist damit zu rechnen, daß dem Bräsidenten ein Mißmeber einen neuen Bräfidenten ernennen muß, oder den Landtag trauensvotum ausgestellt wird und daß der Gouverneur ent auflöst. Ferner werden die Einheitsfrontparteien eine Rom miffion zum Bölferbund nach Genf schiden, um dort fitauische Regierung Brotest einzulegen. Die litauische Regierung gegenüber ber neuen Bergewaltigung der Memelländer durch die hat durch diese Ernennung bewiesen, daß sie das bemokratische Brinzip in der Verwaltung des Memelgebietes nicht anerkennen, fondern die bisherige Diftatur einer fleinen Minderheitsgruppe auf. rechterhalten mill. Mandatsniederlegung. Der Amts- und Gemeindevorsteher von Riettendorf bei Breslau, Growig, Landtagsabgeordneter und Mit glied des Kreistages, hat, wie WEB. meldet, feine Ehrenamter und alle feine Mandate niedergelegt. Als Grund hierfür ist der Um stand anzusehen, daß gegen Gromig ein Verfahren wegen Ber Aradh im Unterhaus. Der Abg. Adam( Arbp.) wurde auf Anführung einer minderjährigen schwebt. Als Landtagsabgeordneter hätte er nicht zur Verantwortung gezogen werben können, ba er als folcher das Recht der Immunität genießt. Da Srowig aber das Berfahren wünscht, um seine Person von den ihm gemachten Bor mürfen reinigen zu fönnen, ist die Niederlegung der Mandate erfolgt. Srowig, der der SPD. angehört, bestreitet jede Schuld. Der Vorgang der Unterzeichnung. Condon, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Unterzeichnungszeremonie gestaltete sich, soweit sie nicht durch das Auftrag Churchills mit 200 gegen 91 Stimmen aus geiloffen, meil er sich weigerte, feinen Sig wieder einzunehmen, als er vom flammen und Abblenden der für die Kino- Operateure aufgestellten stellvertretenden Sprecher dazu aufgefordert wurde. Die Aus Scheinwerfer und das Schwirren ber Rino- Apparate gestört fchließung Adams erstreckt sich auf den Rest der Session, wurde, außerordentlich würdig. Die alte englische Tradition, wenn die Regierung die Ausschließung nicht früher aufhebt. Einberufung des Parteiausschusses. Der Parteivorstand hat den Parteiausschuß zur Beratung der politischen Lage und zur Erörterung der Abfindungsforderungen ehemaliger Fürsten häuser zum fommenden Dienstag nach Berlin berufen. Die Wirtschaftskrise. Ursachen und Abhilfsmöglichkeiten. Bor dem Reichsbund der Deutschen Technik sprach am Dienstag der Ministerialdirektor im Reichswirtschaftsministerium Dr. Schäffer über„ Die Lage und Aussichten der deutschen Wirtschaft“. Um Eingang seiner Rede tam Dr. Schäffer auf die handelspolitische Situation zu sprechen, wobei er den Abschluß des Hanbelsvertrages mit Italien als besonders erfreulich im Hinblid auj die mit Spanien und Frankreich schwebenden Berhandlungen bezeichnete und der Hoffnung Ausdrud gab, daß man auch mit Frankreich trog aller Schwierigkeiten zu einer Art von Meist begünstignugsvertrag tommen werde. Von dem italienischen Handelsvertrag verspricht sich Schäffer eine industrielle Absatzbelebung und die Aktivierung der deutsch- italienischen Handelsbeziehungen. Alsdann ging Dr. Schäffer zu seinem eigentlichen Thema über und stizzierte zunächst in großen Zügen den gegenwärtigen Zustand ter deutschen Wirtschaft: die Geldmangeltrise mit der farfanwachsenden Zahl der Konkurse und Geschäftsaufsichten und ver Wechselproteste, die starke Berschuldung der Landwirtschaft bei ungenügender Kapitalmenge, um selbst Betriebe, die zur Zwangs. versteigerung fommen, noch zu einigermaßen ausfömmlichen Breisen in andere Hände überführen zu können, den Liefstand der Getreidepreise und besonders das rapide Ansteigen der Arbeits losigkeit. Ein ergänzender Hinweis auf den Aktienmarkt machte den Schluß dieser pessimistisch gehaltenen Uebersicht. Ueber die Gründe der heutigen Wirtschaftstage äußerte sich Schäffer dahin, daß weder die von Unternehmer, noch die von Arbeitnehmerseite genannten Gründe als durchschlagend zu bezeichnen feien; insbeson here fei von einer verhängnisvollen Wirkung des Dawes- Gut. achtens vorläufig folange noch nicht die Rede, als ja bisher die Bahlungen aus der Dawes Anleihe erfolgt seien. Man müsse also auf die organischen Fehler der gegenwärtigen Wirtschaftsftruftur zurüdgehen und sich die Verhältnisse an Hand der schwie rigen Lage der Betriebe vorstellen. Hier feien Kreditmangel und Absahmangel die mefentlichen Symptome. Er sieht den Fehler der gegenwärtigen Entwidlung in einer übermäßigen Aufblähung des technischen Apparates, in einem leberwuchern der Technik; man habe den Wirtschaftsapparat auf Massenproduktion hin eingestellt, ohne aber für Vereinfachung und Verminderung der Typen Sorge zu tragen. Besonders wird betont, daß auch die öffentliche Hand, und zwar die Gemeinden viel stärker als die Staaten, viel stärker als das Reich an dieser überflüssigen Investitionstätigkeit beteiligt find. Neben der Illiquidität durch die übermäßige Ausdehnung des technischen Apparates ist eine Anreicherung der Betriebe in der Borratshaltung und im Lagerbestand an Fertigfabritaten zu verzeichnen. Weitere Mittel find vor allen Dingen durch die verkehrte Kreditpolitit der Banten, welche eine einseitige Unterstützung der Sachwerte" vorgenommen haben, zur Zusammenballung von Riefentonzernen, auch noch nach der Stabilisierung, verwandt worden. Das einzige Hilfsmittel fieht Schäffer in einem rabitalen Gichauswirten der Reinigungstrije, in der er Dungenen Zusammenlegung der unwirtschaftlichen Betriebe, dem seinandersprengen der Mammut- Konzerne und der organischen Busammenführung gefunder Betriebe in den geplanten neuen Trufts. Eine Behebung der Krise von seiten des Absages her will er nicht als möglich anerkennen. Das Abfagproblem fei in Deutsch Lanb heute nur ein Exportproblem. Die Zuleitung aus. ländischer Kapitalien soll besonders dadurch ermöglicht werden, daß ein weiterer Ausbau der Rechtsformen im Kreditwefen erfolgt. während man die ungesunden Verhältnisse im Attien wesen, insbesondere das Leberwuchern der Mehrstimmrechts aftien energisch beseitigen müsse. Wenn auch der Ausweg über und burch die Reinigungskrise hindurch außerordentlich hart sei, und rom sozialen Standpunkt aus aufs tieffte bedauert werden müsse, so sei doch nur auf diesem Wege die erforderliche schnelle Hilfe mög. lich. Man müsse bis zu einem gewissen Grade die Entwicklung der Dinge fünstlich vormärts treiben, um im Hinblick auf die kommen. den großen weltwirtschaftspolitischen Aufgaben mit flaren Berhält niffen und einer gesundeten Wirtschaft bereitstehen zu können. Diese großen weltwirtschaftlichen Aufgaben sieht Schäffer in bem von Loucheur angeregten Problem der internationalen Kartellierung, in der Frage der europäischen 3011. union, deren Tag er als nicht mehr ferne bezeichnet und viel leicht auch in der Aufgabe, mit 2 merita zu einer engeren wirt. fchaftlichen Zusammenarbeit zu kommen. Urteil im Schweriner Fememordprozeß. Todesstrafe für Boldt- Milde Strafen für die Helfer nud Wlitwiffer. Schwerin, 1. Dezember.( WTB.) In dem Mordprozeß gegen den Angellagten Karl Boldt und Genossen wurde heute nachmittag um 5 Uhr vom Schwurgericht nach Wiederherstellung der Deffentlichkeit das Urteil ausgesprochen. Der Feldschutzbeamte Karl Boldt aus Seefeld wurde auf Grund des§ 211- bes Strafgefeßbuches wegen Mordes zum Tode verurteilt, der Kaufmann Otto Studen aus Staßfurth, früher Ober. leutnant eines Arbeitskommandos, wegen Beihilfe zum Morde aus §§ 211 und 49 bes Strafgefeßbuches zu einer 3uchthausstrafe Don 6 Jahren, von denen acht Monate als durch die Unter. fuchungshaft verbüßt gelten, der Student Erich Franz aus Prag, früher Leutnant bei einem Arbeitsfommando, wegen Nichtanzeige feiner Mitwisserschaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, wovon sieben Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten, der Angeklagte Buchhandlungsgehilfe Peters aus Rostod, früher Roßbacher, wegen Begünstigung des Täters zu 6 Monaten Gefängnis, aus bemfelben Grunde ber Bergmann Wilhelm Roeders aus Langenbechus zu 4 Monaten Gefängnis. Für die legten beiben Angeflagten gilt tie Strafe als durch die Unter fuchungshaft verbüßt Der Angeklagte Ingenieur Rurt Bitt aus Graudenz, früher Oberleutnant im Regiment Senden, wurde freigefprochen. Die Koften des Berfahrens wurden den Angeklagten auferlegt mit Ausnahme der besonderen Kosten, die durch die Strafverfolgung Witts entstanden sind. Preußens Finanzlage. Etatdebatte im Landtag. Der Landtag nahm am Dienstag seine durch die Provinzial| ministers zu den Fragen Siemens Elektrische Betriebe und von landtagswahlen unterbrochenen Arbeifen wieder auf. Präsident Bartels gedachte zunächst des verstorbenen Abgeord neten Genossen Dr. Beni und hob seine rege, wertvolle parla mentarische Tätigkeit, besonders auf dem Gebiete der Volksgesund heit, hervor. Im Anschluß daran sprach der Präsident den von dem neuen Brubenungiüd bei Dortmund heimgesuchten Berg arbeiterfamilien das Beileid des Hauses aus. Im Rahmen einer persönlichen Bemerkung zeichnete alsdann der demokratische Abgeordnete Riedel das Charakterbild des deutsch nationalen„ Arbeiter" vertreters Wiedemann, mit dem Riedel stoß hatte Riedel stellte fest, daß Wiedemann bei Erstattung des in der lezten Sizung vor der Bertagung einen heftigen ZusammenStaffenberichts auf der Tagung des Reichsbundes vaterländischer Arbeitervereine in Halle erflärte, er sei nicht in der Lage, eine geordnete Abrechnung zu geben. Wiedemann hat in seinem Raffenbericht die 3usammensetzung der Bundeseinnahmen verfchwiegen. In einem Beleidigungsprozeß, den der Bundesvorsigende Geisler gegen den Hauptschriftleiter des strengt hatte, wurde nachgewiesen, daß der Bundesvorstand mit Organs des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes angefalschen Mitgliederzahlen arbeitete, um von den Gelb gebern größere Summen herauszubekommen. Das Gericht tam zum Freispruch des angeklagten Schriftleiters. Bundesschaftsschatzmeister ist aber niemand anderes als der AbgeDer verantwortliche ordnete Wiedemann. Das Haus trat hierauf in die zweite Beratung des Haus halts der allgemeinen Finanzverwaltung ein. Abg. Dr. Waenfig- Halle: außerordentlich fritisch betrachten. Bon einem Berteilen der Lasten Wir müssen die jüngste Finanz- und Steuerpolitif im Reich G03.) Die vier Massensteuern: Lohnsteuer, Umsatzsteuer, nach der Leistungsfähigkeit ist feine Rede.( Sehr richtig! bei den Beförderungssteuer und Verbrauchsabgaben einschließlich der Zölle erbringen zwei Drittel bis drei Biertel der Gesamteinnahmen des Reiches. Demgegenüber findet nur eine ganz schwache Be. laftung der besigenden Klaffen statt. Man fomme uns nicht mit dem Hinweis, daß die Wirtschaft fich in Not befinde. Wir Aber wir wissen auch, daß kein wirtschaftlicher Aufstieg denkbar ist fennen die Not der Wirtschaft, die Konkurse, die Arbeitslosenziffern. 503.) Niemals bietet der Lurusfonsum einer bünnen Oberschicht auf der Grundlage ausgepomerter Maffen.( Sehr richtig! bei den Ersatz für den Massentonsum und Massenabsatz. Wir verlangen deshalb, daß der Finanzminiffer im Namen Preußens beim Reich eine sozialere Gestaltung der Reichsftenern fordert. Steuern; auf dem Umweg über die Steuerüberweisungen werden Es handelt sich ja bei den Reichssteuern zum Teil um preußische mir für die Gestaltung der Reichssteuern mitverantwortlich. Damit tommen wir zur Frage des Finanzausgleichs. Hier danken wir dem Minister, daß er sich gegen jeden finanzvolitischen Bar tifularismus ausgesprochen hat. Finanzpolitische Kleinftaaterei ist heute, wo wir auf dem Weg zu einer europäischen Politit find, vollendete Sinnlofigkeit. Der deutsche Einheitsstaat bes Betrachten wir den italienischen Einheitsstaat! Haben etwa Florenz, deutet feine Schädigung der Kulturintereffen der einzelnen Stämme. enedig, Mailand, Rom ihre besonderen Charakterzüge verloren? Solange die Länder natürlich vorhanden sind, muß für eine ge ordnete Einnahmewirtschaft dieser Länder gesorgt werden. Das System der Ueberweisungen muß verschwinden; das gilt selbstverständlich auch für das Verhältnis der Länder zu den Gemeinden. Wir begrüßen es, daß nach§ 8 bes Gefeges über die enderung des Finanzausgleichs vom 10. Oftober 1925 bie Länder und Gemeinden vom 1. April 1927 ab die Anteile an der Einkommenund Körperschaftssteuer selbständig festlegen sollen. 3medmäßig geordnet, tönnten die den Ländern und Gemeinden überlaffenen Steuern den Chraratter als Ergänzungssteuer im Sinne einer Mehrbelaftung der fundierten Einkommen erhalten, ohne daß sie produttionshemmend wirken. Besonders hinsichtlich der Grundsteuer wäre das in Aussicht zu nehmen. Es ist deshalb zu begrüßen, daß das genannte Gesetz zugleich die Länder verpflichtet, in welchem Berhältnis der Steuerbedarf der Länder und Gemeinden aus Anteilen an der Einfommen und Körperschaftssteuer andererseits zu deden ist. Wir münschen die Einleitung dieser Reformen um so mehr, als wir der Funktion der sogenannten auszinssteuer mit größter Abneigung gegenüberstehen.( Sehr richtig! bei den Soz.) kommt Waentig auf die Rechtfertigung des preußischen FinanzNach einer Kritit der Etatsanforderung des Reichsfinanzminifters Zur Erwerbslosenfrage. Reichstag und Erhöhung der Unterstützungsfähe. Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten beschloß am Dienstag, auf Grund eines Berichtes der Reichsregie. rung über Besprechungen mit den Ländern, sich zur Erwerbs. Iofenfürsorge über folgende Fragen schlüssig zu werden: 1. Erhöhung der Unterstügungsfäße. 2. Wiedereinführung der Kurzarbeiterunterstügung. 3. Bestimmungen über die Dauer der Unterſtügung 4. Einbeziehung der Angestellten in die Fürsorge. Bei der Aussprache über die Erhöhung der Säße beantragten die Kommunisten eine Erhöhung um 100 Broz, die Sozialdemokraten um 50 Broz., ein demokratischer Antrag verlangt 33% Proz. Erhöhung, während ein Antrag des Zentrums und der Bayerischen Bolkspartei 30 Proz. für bie Hauptunter. stügungsempfänger vorsieht. Kein Abbau des Mieterschutzes. Neuer Kampf in Teutschösterreich. mlen, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Regierung hat am Dienstag im Nationalrat einen Gefeßentwurf eingebracht, der einen allmählichen Abbau des mieterschutzes zum Biele hat. Die sozialdemokratische Fraktion beschloß sofort, diese mird zunächst eine erste Lesung fordern, die an sich nicht stattzu. finden braucht. Der Haupttampf wird sich jedoch, wie vor einigen Monaten, als die Christlichsozialen einen entsprechenden Antrag eingebracht hatten, im Ausschuß abspielen. Hier wird die Fraktion eingebracht hatten, im Ausschuß abspielen. Hier wird die Frattion wieder zu dem Mittel der Obstruktion greifen. Borlage mit allen parlamentarischen Mitteln zu befämpfen. Sie Eine Personenverwechslung. Wir gaben fürzlich die Mitteilungen wieder, die Genoffe Steil in der Schwäbischen Tagwacht über eine Begegnung im Eisenbahnabteil mit dem früheren General Teichmann veröffentlichte. Jezt erklärt Genoffe Keil an der gleichen Stelle, daß ihm eine Bersonenverwechslung paffiert fel. Mehrere unbeteiligte Personen hätten ihm unmittelbar nach der fraglichen Bahnfahrt bestätigt, daß der beteiligte Mitreifende der General an dem betreffenden Tage überhaupt nicht auf der Eisenbahn ge: wesen sei. Demnach liege eine bebauerliche Perfonenverwechslung vor. Teichmann hat in einem Brief an Keil außerdem mitgeteilt, daß er seinerzeit nicht um ein Amt, fondern um Auskünfte in sozialen Angelegenheiten gebeten habe. Giesches Erben zu sprechen: Der Minister überging den Kernpuntit unserer Kritik. Bir bemängelten, daß bei Siemens ein überschuldetes Unternehmen, für das wahrscheinlich feine Interessenten vorhanden waren, zu einem recht erheblichen Preise erworben wurde und daß in dieses Unternehmen, um es zu entschulden, ein so erheblicher Betrag wie 4 Millionen hineingesteckt wurde. Wäre unter diesen Umständen nicht die Erwerbung des Attien patets der Riebed- Montanwerte zwedmäßiger gewesen? Bei dem Fall der Giesche- Gesellschaft hätte den Gewerfen unbedingt die größere Borteilhaftigkeit des preußischen Angebots largemacht wersich zu verteidigen gesucht, und zwar mit dem bezeichnenden Hinweis. den müssen. In der„ Schlesischen Zeitung" hat der Giesche- Konzern es wäre doch angemessen, daß der Staat sozusagen den Gliedern altpreußischer Familien einen standesgemäßen Unterhalt ermögliche. Der Staat foll also für die alfpreußischen Familien forgen, derfelbe Staat, für den diese Familien als Steuerzahler nichts übrig haben; nach der eigenen Angabe der Gesellschaft belief sich ihr Vermögen auf 350 millionen, während sie zur Vermögenssteuer Staatssekretär Bopitz fonnte im Reichstag diese Feststellung des nur mit 50 millionen veranlagt war. Genossen Keil in feiner Weise entfräften. Auffassung des preußischen Adels über die Steuerpflicht der Be Es ist Zeit, daß diese die formale Demokratie zu ihren wirtschaftlichen Konsequenzen sizenden im Volksstaat unschädlich gemacht wird. Es ist Zeit, daß follte auch das Zentrum nicht vergessen. Wer den Volksstaat meitergeführt wird, vor allem auf finanzpolitischem Gebiete. Das erhalten will, der muß die finanzpolitischen Konsequenzen des großen Gedankens der Demokratie, der Gleichberechtigung aller, ziehen. ( Beifall bei den Soz.) die Verteilung der Steuerlaften. Die Wirtschaft trage ganz erheblich Abg. Heden( Dnat.) bestreitet die Behauptung Baentigs über müsse.( 3uruf bei den Soz.: Na also!) an den Laften mit, die die Verbraucherschaft übernehmen Abg. Schmedding( 3.) erklärt: Der Durchführung einer tunlichst einheitlichen Steuerverwaltung im Reich, Staat und Gemeinden, wie sie der Finanzminister vor furzem befürwortet habe, stimme auch das Zentrum im Grundsatz bei. Abg. Dr. v. Richter( DBp.): Die Durchschnittssteuer. weniger als das Bierfache; auf die Dauer sei es aber doch unbelastung des Einkommens beläuft sich gegen 1913 auf nicht bezahlen. Auslandsanleihen bedeuten unter allen Um möglich, Steuern aus dem Kapital anstatt aus dem Einkommen zu ständen eine Verschuldung an das Ausland; darum ist hier äußerste Burüdhaltung geboten. Die Verantwortung für die preußischen Finanzen fann fein Staatsministerialbeschluß dem Finanzminister abnehmen; darum muß seine Stellung gestärkt werden. Die Ge fundung der preußischen Finanzen ist nicht bloß Aufgabe des Finanzhört! und lebhafter Beifall.) ministers, sondern vor allem auch der Regierungsparteien.( Hört, Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff: Den Etat für 1926 hoffe ich, wenn der Staatsrat den Entwurf noch vor Weihnachten verabschiedet, dem Landtage am 12. Januar vorlegen zu können; Voraussetzung ist, daß im Reiche bis dahin eine Vereinbarung über die beabsichtigte Senfung der Lohnsteuer zustande getommen ist. Der Minister gibt eine vorläufige Uebersicht über Mehrerträgen werde unter feinen Umständen zu rechnen sein. Im das voraussichtliche Aufkommen aus den einzelnen Steuerarten; mit Laufe des Rechnungsjahres 1925 sei feit Oftober der Fehlbetrag in jedem Monat erj chredend gestiegen; um fo nachdrücklicher trete das Gebot äußerster Sparsamfeit in den Vordergrund. Nach Ausführungen des Abg. Müller- Hessen( Komm.) wird die Beratung abgebrochen. Mittwoch 12 Uhr: Weiterberatung und Abstimmungen. Schluß 5 Uhr. Der Aelteftenrat bes 2andtags legte am Dienstag den Ges fchäftsplan für Dezember feft. Am Mittwoch nachmittag will man die rückständigen Abstimmungen zu den Etats, u. a, auch die Abstimmung zu der Barmat- Angelegenheit, vornehmen. zu erledigen ist noch der Rest des Haushalts der Allgemeinen Finanzverwaltung, außerdem eine Reihe von einen Vorlagen, so die Novelle zum Feld- und Forst- Polizeigesetz und die VerwaltungsRechtsanwaltsordnung. Außerdem werden eine Reihe von Anträgen über Erwerbslosigkeit usw. vom Plenum noch einmal dem Hauptausschuß überwiesen werden. Die dritte Beratung des Haus haltes beginnt, wie bereits beschlossen war, am 9. Dezember und wird sich auf drei Tage erstrecken. Bei dieser Beratung wird vorausfichtlich auch ber Fall v. Schillings eine Erörterung finden, menn nicht von den Fraktionen selbst durch Einbringung einer Interpellation oder sonstiger Anträge die Initiative ergriffen wird. Reichsgericht und Republikschuh. Debatte im Rechtsausschus. am Der Rechtsausschuß des Reichstags behandelte Dienstag den Gesezentwurf zur Entlastung des Reichsgerichts. Abg. Dr. Pfleger( Bayer. Bp.) schlug vor, bas Reichsgericht ba durch zu entlasten, daß man dem Reichsgericht die Aufgaben des Staatsgerichts zum Schuge der Republit abnehme, in dem man den Staatsgerichtshof beseitigt. Abg. Dr. Landsberg( Soz. betonte, daß seine Barteifreunde fein Interesse an dem Fortbestehen dieses Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik hätten. Selbstverständlich mußten aber bie matetieren, erhalten bleiben. Es entstehe die Frage, welcher Stelle riellen Bestimmungen, die den Schuß der Republik garan diefe Aufgaben von neuem übertragen werden fallen. Das sei aber nicht Gegenstand der gegenwärtigen Aussprache. Der Ueberlastung des Reichsgerichts sei nur abzuhelfen durch eine Vermehrung der Senate. Es würde der Einheitlichkeit der höchsten RechtSprechung nicht schaden, wenn für die erstinstanzlichen Nebenaufgaben neue Senate gebildet würden. Die Bertreter der Rechtsparteien äußerten Bedenken gegen die Bermehrung der Zahl der Senate. Niederlage Breitensträters. Bon Paolino in der 9. Runde besiegt. 30 Paolino Breitensträter, enbete gestern abend im SportDas Bogereignis der beginnenden Wintersportjaison, der Kampf palaft mit der faum erwarteten Niederlage Breitensträters mit einem regulären knock out in der neunten Runde. Breitensträter palast mit der faum erwarteten Niederlage Breitensträters mit mar bei Beginn des Kampfes glänzend in Form, fonnte aber nur in der ersten Runde gegen den 15 Pfund schwereren spanischen Meister etwas ausrichten. Er nahm bann unter dem Anfturm des ruhig fämpfenden Baolino zusehends ab und mußte in der siebenten Runde zu Boden gehen. Auch nachdem er sich in der achten Runde wieder etwas erholt hatte, gelang es ihm nicht mehr, mit Erfolg gegen den stärkeren Gegner anzufommen. Der überfüllte Sportpalaft nahm das Resultat mit Beifall, sowohl für den Sieger als her gab es zwei internationale Stämpfe. Enfel gegen den Bariser ritsch, der mit dem Siege Ensels nach Punkten endete. Unentschieben blieb ein intereffanter Stampf der Mittelgewichtler Domgörgen gegen den Meister von Frankreich Molina. Auf Befragen durch den Vorsitzenden beantragte der Erste Staatsanwalt aus benfelben Gründen wie für die Prozeßverhand lung selbst auch für die Berlefung der Urteilsbegründung Teichmann sei. Jest babe fich aber herausgestellt, daß Teichmann auch für den Besiegten, der fich tapfer gemehrt hatte, entgegen. Bor den Ausschluß der Deffentlichtelt. Seitens der Ver. teidiger und der Angeklagten wurde fein Widerspruch erhoben. Darauf wurde die Deffentlichkeit zur Berlesung der Urteils begründung ausgeschlossen. Gewerkschaftsbewegung Die Generalversammlung des ZDA. für 1926. Ohne jeden Gegenvorschlag gewählt. Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Angesteliten hatte mit Wahlausschreiben vom 1. November 1925 zum Donnerstag, dem 3. Dezember die Wahl der Delegierten für die örtliche Generalversammlung für das Jahr 1926 ausgeschrieben. Bis zum 19. November, dem letzten Tage zur Einreichung von Vorschlagslisten, war für jede der in Frage kommenden Wahlgruppen ( Fadgruppen bzw. Bezirke) nur je eine Lifte eingegangen. Irgendwelche Oppositions liften lagen nicht vor. Eine Wahl findet mithin nicht statt. Die auf den Vorschlagslisten vermerfien Rollegen gelten als gewählt. aus. Es wird erst die Bebürftigteit des Erwerbslofen ober Kurzarbeiters geprüft und dann ganz verschiedene oder gar teine Unterstüßung gewährt. Bei den Berhandlungen mit dem Reichs arbeits- und Finanzministerium brachten die Arbeitervertreter ihre Beschwerden und Anträge vor und erhielten die vielversprechende Antwort, daß ihre Wünsche und Beschwerden dem Reichsrat zugeleitet würden. Was soll bis zu dessen Entscheid mit den notleidenden Tabafarbeitern geschehen? Die Versammelten nahmen dann noch Stellung zu dem von den Unternehmern geforderten Lohnabbau. In einer in geheimer Abstimmung einstimmig angenommenen Entschließung erflärten die Zigarettenmaschinenführer und Betriebshandwerker auf Anraten ihrer Branchenleitung, die gestellte Forderung auf 5 M. Lohnerhöhung in der Woche fallen zu laffen, eine Kürzung ihres Lohnes fidh aber auf feinen Fall gefallen zu laffen. Sie beauftragten die Organisation, diesen Beschluß den Arbeitgebern zu unterbreiten und zu betonen, daß sie einer Lohnfürzung auch mit dem legten gemertfchaftlichen Mittel begegnen würden. Weihnachtsunterstützung arbeitsloser Mitglieder. Alle gewählten Delegierten stehen auf dem Standpunft der Rasseler Verbandstagsbeschlüsse. Die Kommunisten, die in der Roten Fahne" den Mund recht voll nehmen, haben nicht einmal den Versuch gemacht, eigene Kandidaten aufzustellen. Sie wiffen wohl am besten, wie sehr sie bei den Angestellten unten durch sind. Was sie freilich nicht hindern wird, auch weiter den Mund recht voll zu nehmen. Wenn man schon nichts mehr in den deutschen Gewerkschaften bedeutet, so muß man doch gegenüber angehören und in der Zeit vom 18. bis 24. Dezember arbeitslos Mostau so tun, als hätte man etwas zu sagen. Die Folgen des Tabaksteuergesetes. Arbeitslosigkeit und Cohndrud. In der Versammlung der 3igarettenmaschinen. führer und Betriebshandwerker am Freitag im Metallarbeiter verbandshaus berichtete Branchenleiter Koch über die Manteltarif. und Lohnverhandlungen. Ueber den Hauptvertrag für die deutsche Zigarettenindustrie wurde bereits im Oktober in Dresden eine Einigung erzielt mit Ausnahme der Berliner Unternehmervertreter, die 54 Stunden in der Woche gearbeitet werden könnte. Die Arbeiter pertreter verlangten für die Ueberstundenleistung die Zustimmung des Betriebsrates. Die als überaus reaktionär bekannte Berliner Unternehmergruppe miegelte noch einige andere Ortsgruppen auf, die dann ihre Zustimmung zu dem Bertrage im Oftober ebenfalls nicht gaben. Bezeichnend für die Arbeiterfeindlichkeit in der Berliner Unternehmergruppe fei ein Prozeß, den der Syndifus der linternehmer für die Firma Garbáty zurzeit noch gegen 10 Baderinnen führt. Die Baderinnen follen der Firma 7840 m. zahlen, weil sie ihr in der Zeit pom 1. bis 15. Juli durch Verweigerung von Ueber funden Schaden verursacht hätten! Die Baderinnen hatten während ber heißen Sommerwochen schon an 45 Tagen bis 90 Ueberstunden geleistet und erst dann die Ueberstunden verweigert, als Krankheit und Ohnmachtsanfälle Blak griffen. Der Syndifus wagte vor dem Gewerbegericht zu erklären, daß der Reichsarbeitgeberverband durch ben Prozeß beweisen wolle, daß dem Unternehmer das Recht zusteht, 54 Stunden in der Woche arbeiten zu lassen. Durch nochmalige Berhandlungen mit den Unternehmerver tretern in Dresden wurde in der Arbeitszeitfrage eine Einigung erzielt und der Mantelvertrag von beiden Parteien unterzeichnet. Damit ist die 48stündige Arbeitszeit tariflich vereinbart worden. Roch ging dann weiter auf die außerordentliche Notlage der Tabatarbeiter ein, die durch das Tabatsteuergesetz hervorgerufen ift. Das Gefeß hat sich so ausgewirkt, daß von 26 000 bis 28 000 Tabatarbeitern nur 12 000 bis 13 000 - als Kurzarbeiter beschäftigt werden, die anderen entlassen sind. Nun hat die Regierung wohl das Tabaksteuergesetz zum 1. Oftober in Kraft gefetzt, dazu aber bis heute noch feine Ausführungsbe stimmungen erlassen! Laut Gesez sollen alle die Arbeiter, die infolge des Gesezes erwerbslos werden oder furzarbeiten müffen, Unterstügung aus der öffentlichen Fürsorge erhalten. Die Auszahlung der Unterstüßung ist aber der fommunalen Fürsorge über lassen worden und ihr vom Reich ein Zuschuß von 75 Proz. oder gar 100 Pro3. zugesichert worden. Da es bei dieser Zusicherung bis jetzt meist geblieben ist und die Gemeinden ihr Geld nicht wieder erhalten, mirkt sich die Unterstützung als reinste Armen unterstügung Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter gewährt in diesem Jahre seinen arbeitslofen Mitgliedern eine besondere Weihnachte unterstügung aus Mitteln der Haupttasie. Es erhalten ledige Mitglieder 8 M., Verheiratete 12 M., dazu für jedes Kind unter 14 Jabren 2 M. Bezugsberechtigt find alle Mitglieder des Verbandes, die diesem seit dem 1. Januar 1925 find, ferner alle ausgesteuerten Mitglieder. Gemaßregelte Mit glieder, die in der genannten Zeitspanne noch Gemaßregelten Unterstügung beziehen, erhalten die Unterstügung ebenfalls. Amsterdam mit oder ohne Moskau. Entscheidung über die Einheitsfront. Condon, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Das Bureau der Amsterdamer internationalen Gewerkschaftsföderation diskutierte am Dienstag mit dem Generalrat des britischen Gewerkschaftsfongresses über das Verhältnis zu den russischen Gewertworden, in der eine endgültige Entscheidung getroffen werden foll. " Die Krise. Kurzarbeit bei der Gelsenkirchener. Effen, 1. Dezember.( WTB.) Wegen Mangels an Aufträgen wird, wie die Deutsche Bergwertszeitung" erfährt, ab 1. Dezember in der Abflußrohren und Radiatorengießerei der Gelsenkirchener Bergmerts A.-G. Kurzarbeit ein geführt und zwar in der Weise, daß nur noch in je drei Schichten der Woche abwechselnd von der Hälfte der Belegfhaft gearbeitet wird. Ferner werden ab 15. Dezember etwa 450 Arbeiter der beiden genannten Betriebe vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung zur Entlassung gelangen. Weitere Arbeiterentlaffungen in Düffeldorf. nächst die Kündigung von 500 Arbeitern und ber ent fprechenden Zahl von Beamten zum 31. Dezember notwendig. Die Gefamtbelegschaft der Schachtanlage I/ II beträgt 3514 Arbeiter und 214 Beamte. an. $ In Südwestdeutschland. Stuttgart, 30. November.( Eigener Bericht.) Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Gehalts- und Lohnkürzungen nehmen in dem südwestdeutschen Industriegebiet immer frajsere Formen der Bet der Maschinenfabrit Eßlingen und Daimler Motoren- Gesellschaft in Untertürkheim ist eine Gehaltskürzung bei den Angestellten bis zu 30 Pro 3. durchgeführt worden. In Mannheim stehen die gesamten Handelsund Industrie- Angestellten in Kündigung mit dem Ziel, eine Herabsegung ihrer Behälter durchzuführen. Den Angestellin find Reverse zur Unterschrift vorgelegt worden, durch die sie ver pflichtet werden, ab 1. Januar 1926 auf die Vorzüge des Tarifvertrags zu verzichten, nachdem durch einen vom Landesschlichter für verbindlich erflärten Schiedsspruch den Angestellten eine Ge haltserhöhung von 8 Proz. zugebilligt worden war. In Rundschreiben des Kartells der Mannheimer Arbeitgeberverbände wird auch zur Führung schwarzer Listen über renitente Angestellte aufgefordert. Die Arbeitslosigkeit steigt in erschreckendem Maße. Im Gebiet des Arbeitsnachweisbezirkes Karlsruhe beträgt die Zahl der Arbeitslosen 3975( 3125 männliche, 850 weibliche), in der Stadt Karlsruhe allein 3339. Im Gebiet des Arbeitsnachweisbezirkes Mannheim ist die Zahl der Arbeitslosen in einer Woche um 1171 gestiegen; sie betrug am 18. November 10 904 ( 7717 männliche, 3178 weibliche). Bei der Firma Lanz in Mannheim find 174 Angestellte gefündigt worden. Die Arbeiterentlassungen beschränken fich auch nicht mehr auf die Metallindustrie. Bezeichnend ist z. B. die nunmehr einsehende Krise in der Uhrenindustrie des Schwarzwaldes. Erst fürzlich bezeichneten die Geschäftsberichte der größten Firmen die Geschäftslage als durchaus befriedigend. Nunmehr tommt die Kunde von einer gewaltigen Abfaz stodung zugleich mit der Nachricht von Arbeiter entlassungen und der Stillegung ganzer Betriebe. Die Arbeiterschaft der Uhrenindustrie in Schwen. ningen hat in einer Versammlung zu der Lage Stellung ge nommen und beschlossen, sich gegen die Versuche der Unternehmer, die durch ein bis zum 31. Dezember geltendes, verbindliches und unabdingbares Tarifabtommen festgefeßten Löhne zu drüden, zur Mehr zu feßen. Mit einer Kündigung des Tarifabkommens zum 31. Dezember und schweren Auseinandersetzungen in der Uhrenindustrie muß also gerechnet werden. Der Rüdgang des Absatzes in der Uhrenindustrie wird darauf zurüdgeführt, daß im Hauptab fakgebiet England infolge gesteigerten Erports im Hinblick auf die Mac- Kenna- 3ölle große unverfäufliche Warenlager vorhanden sind, ferner auf die Konkurrenz der Inflationsländer Frankreich und Italien. Die Verhandlungen in den Zentralausschüffen der österreichischen Poft- und Telegraphenbediensteten über die schwebenden Fors derungen, wurden gestern bis in die späten Abendstunden fortgesetzt. Nachdem in der schwierigsten Froge, der Erfolgsprämie, eine Eini gung erzielt worden war, wurden die Verhandlungen bezüglich einiger Einzelfragen auf heute verschoben. Söln, 1. Dezember.( Mtb.) Die Arbeiterentlassungen in Düsseldorf nehmen immer fatastrophalere Formen an. Jezt wird bekannt, daß die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft auf dem Röhrenwert in Düsseldorf 300 Mann, das Preß und Walzwerf Reißholz und das Oberbilter Stahlwert, beide zum Thyssen- Konzern gehörig, 220 Mann, die Maschinenfabrik band. Rentralverband der Angestellten. Rheinland 150 Mann und die Bigarettenfabrit Reemtsma 180 Mann entlassen. Bei Mannesmann find laut Kölnischer Volkszeitung" nahezu 1000 Mann be. urlaubt worden. -Mitglieber ber Gelbichranffebrilen und Bauschlofferelen. Mittwoch, ben 2. Dezember, nachmittags pünktlich 5% Uhr, in Saverlands Festfälen, Stellung Neue Friedrich Ede Rochftrake, AFA- Mitalieber- Verfammlung. nahme zum Schiebsfpruch aur Regelung der Gehälter ab 1. November 1925. Berfchiedenes. Die unterzeichneten Verbände erwarten bestimmtes Erscheinen. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Deutscher Werkmeister- Ber Stillegung der Zeche Werne bei Dortmund. Mie der Bergbauverein mitteilt, sehen sich die Klodner. merfe wegen der dauernden großen Betriebsverluste auf den beiden Schachtanlagen I/ II und III der Zeche Werner gezwungen, den Betrieb einzustellen. Die Gesellschaft erklärt, daß die neuerliche Erhöhung der Löhne in Verbindung mit der an haltenden Verschlechterung des Ablages jegliche Hoffnung auf ein Arbeiten ohne weitere größere Verluste, die bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage nicht mehr tragbar feien, fchwinden ließen. Die Ein. ftellung des Betriebes soll mit Rücksicht auf die Belegschaft und die Gemeinde in Etappen erfolgen. Durch diese Maßnahme wird zu GROSSER WEIHNACHTS Teppiche ca. 67 cm brt. ca. 90 cm brt Läuferstoff 1275260375 aleter Bettstellen weiss u. schwarz lack.. 80/185 cm. Bettstellen 1850 hes.stark.Bug.90/ 190 cm.Stah'zugBettstellen 2750 Matratzen 1550 a.Keilk, Zellenverarbeitg., 3tlg.. Matratzen 1650 u.Keilk.. Zellenverarbeitg., 8tlg., Bezug gestreift. Matratzen Drell0/ 190 2400 Gr. 2550 90/ 190cm solide Verarbeitung, 4500 3750 Ruhebetten mit Rollen.. mit grossem Bett- 11500 7950 Ruhebetten kasten.. Prima Velours Triumph boucléartig, in neuen Mustern, Grösse ea. 130/200 cm.. Perser Muster, Gr. ca. 53/110 cm 75 975 CPD.- Genofen bes Bezirksamtes Kreuzberg! Donnerstag, den 3. Dezember, pünktlich 8 Uhr abends, im Restaurant von Bieler, Dieffenbachstr. 76, Bersammlung aller SBD.- Arbeiter.-Angestellten und -Beamten. Tagesordnung: Locarno und die politische Situation". Referent: Genoffe Lempert. Gäste willkommen. Rahlreichen Besuch er wartet Der Fraktionsvorstand. Sattler, Tapezierer. und Bortefeuillerverband. Morgen, Donnerstag, auke ordentliche Generalversammlung abends 7 Uhr im Gewerkschaftshaus. Rußlandbericht. Berantwortlich für Bolitik: Ernk Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: A. S. Dölder; Lotales und Gonftiges: Frik Ratstädt: Anzeiger: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanftalt Boul Singer u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sieran Beilagen und Unterhaltung und Wissen". 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Zur Annahm« kamen auch ein Antrag der Kommunisten, die sogenannte AEG.- Schnellbahn und andere vom Kämmerer abgelehnte Bauvorhaben als Notstandsarbeiten weiterzuführen, und ein Antrag der sozial- demokratischen Fraktion, der die Weiterführung der Untergrundbahnbauten fordert und sich gegen die Entlassung oon Bauarbeitern der Nord-Süd- Bahn ausspricht. Die diesen Antrag begründenden Ausführungen unseres Genossen U r i ch und seine Befürwortung der Ausschuß- beschlüsse wurden durch die Tribüne, die sich auch sonst während der Debatte recht lebhaft benahm, durch oft ganz törichte Zwischen- rufe unterbrochen. Selbst wenn er Aeußerungen Bürgerlicher an- führte, um sie zu mißbilligen, taten manche Tribünenbesucher so, wie wenn das seine Ansichten seien— und sie ergingen sich in sinnlosem Geschimpfe. Den beschlossenen Forderungen, die sich zunächst auf das jetzt Erreichbare beschränken, wird der Magistrat, wie nach den Erklärungen des Stadtrats Genossen Brühl zu hoffen ist, seine Zustiminung nicht versagen können. Gerade weil verhütet wurde, daß man dem Magistrat etwas zurzeit Unmögliches zumutete, ist ihm der Vorwand entzogen, mit Nein zu antworten. In der gestrigen vom Dorsteher Genossen ch a ß nach Uhr eröffneten außerordentlichen Sitzung hes Berliner Stadtporlaments wurde zunächst als letzter der noch nicht Derpflich- tetsn Stadt«. Pastor Koch(Dnat.) vom Vorsteher in Eid und Pflicht genommen. Eodann kam eine Anzahl von Dringlichkeits- antrügen zur Kenntnis der Versammlung. Von allen Parteien wurde die Einietzung eines Ausschusses von 17 Mitgliedern zur Prüfung der Frage des Baues eines Straßenbahnhofes an der Fridericia« und Königin-Elisabeth-Strahe in Westend gefordert: unsere Genossen verlangen, daß die von der Straßen- bahndirektion als unwirtschaftlich abgelehnte Durchführung von Straßenbahnlinien noch der General-Pape- Straße mit Rücksicht auf das dort liegende Hauptversorgungsamt wieder erfolgt. Beide Anträge'wurden ohne Widerspruch angenommen: Stadtbaurat Adler teilte mit, daß ob 1. Fe- bruar die Linie 41 wieder durchgeführt werden soll. Annahme fand auch ein weiterer Dringlichkeitsantrog der Deutschen Volkspartei, wonach der Magistrat der Versammlung rechtzeitige Gelegenheit aeben soll, zu seinen Vorschlägen wegen Reform des Gesetzes Groß-Berlin Stellung zu nehmen. Die Versammlung trat dann in die Tagesordnung ein und bestätigte die Wahlen von Sonder- ousschüssen, VerwalNingsdeputationen' usw., soweit darüber unter den Parteien bereits eine Verständigung erzielt ist: alle übrigen Wahlen wurden zurückgestellt. Auch über die Verteilung der aus die Stadtliste gewählten Mitglieder auf die Bezirksversawmlungen wurde nach längerer Erörterung eine Ver- einbarung herbeigeführt. Eine Reihe von Initiativanträgen. die die Gewährung von Vorschüssen, Tcuerungs- zulagen und Gehaltserhöhungen bezwecken, überwies die Versammlung, um eine Beschlußfassung darüber noch vor Weih- nachten zu ermöglichen, kurzerhand dem Beamtenausschuß. Im Zusommenhang hiermit teilte der Vorsteher mit, daß für Dienstag, den 15. Dezember, ein Schwerinstag der Versammlung in Aussicht genommen ist. Vom Ausschuß für A n g e. legenheiten der Erwerbslosen ist am 30. November in Erledigung der 5 in der vorigen Sitzung beratenen Anträge der Sozialdemokraten, Kommunisten, Deutschnationalen und Deutsch- sozialen betr. die Bereitstellung von Zftilteln für Mnlerbeihilfen usw. folgender Beschluß gefaßt worden: Die Versammlung ersucht den Magistrat, a) der Versammlung in der nächsten Sitzung eine Vorlage zu unterbreiten, durch die zur Bekämpfung der Not der Erwerbslosen und der sonstigen Unterstützungsempfänger zunächstdieSummevon 10 Millionen Reichsmark flüssig gemacht wird, die den Wohlfahrtsämtern der Bezirke entsprechend den in den Bezirken vorhandenen Unterstützungsbedürftigen zur Verfügung gestelll werden: b) bei Reich und Staat darauf zu drängen, daß zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit alle geplanten Arbeiten unverzüglich in Angriff genommen und begonnene Arbeiten weitergeführt werden: c) die im Haushallsplan vorgesehenen Arbeiten im Hoch- und Tiefbau sofort in Angriff zu nehmen, und beim Reich vorstellig zu werden, daß Mittel für weitere Notstandsarbeiten zur Verfügung gestellt werden: 6) den Erwerbslosen, sowohl den Unterstützten wie den Ausgesteuerten, je Familie und Monat mindestens 2 Zentner Ko h l e zu liefern: e) den Steuerausschuß sofort zusammen- zuberufen, um über die Bereitstellung der Mittel für eine groß- zügige Unter st ützungsaktion für Crwerbssosc, Kriegs- opfcr. Sozial- lind Kleinrentner sowie sämtliche Umerstützungs- cmpfänger Vorschläge zu machen: k) bei der R e i ch s r e g i e r u n g vorstellig zu werden, daß sie für die schleunige Beratung des Gesetzentwurfs über die Arbeitslosenversicherung eintritt Dem Antrage unserer Genossen betreffs des Z u st a n d e s der Räume der Arbeitsnachweise wird im Verivaltungswege entsprochen werden. Von unseren Genossen ist noch folgender Z u. s a tz a n t r a g eingebracht:.Die Versammlung beschließt, infolge der großen Arbeitslosigkeit, die zurzeit herrscht, sofort Mittel bereitzustellen, um den W e i t e r b a u der N o r d s ü d b a h n und der AEG.-Bahn zu fördern. Weiter wird der Magistrat beauftragt. dafür Sorge zu tragen, daß Arbeiterentlassungen beim Bau der Nord- südbahn nicht vorgenommen werden und die Arbeit fortgeführt wird." Den Ausschußbericht erstattete Genosse heilmann: Ueber die Beschleunigung einer Lösung der brennenden Frage bestand im Aus- schuh eine sestene Einmütigkeit. Was der Ausschuß vorgeschlagen Hot, wird auf allen Seiten als das Mindestmaß dessen empfunden, was der Augenblick gebietet. Der Ausschuß empfiehlt seine Vor- schlage der'Versammlung zur einstimmigen Annahme. Roth (Komm.) regte sich heftig darüber auf, daß die direkte Ueberweisung von Lebensmstteln, Kleidung und Schuhen mittels Bons und unter Heranziehung der Konsumgenossenschaft im Ausschuß mit der Bc- gründung vom Magistrat abgelehm worden sei, daß dann sofort eine allgemeine Verteuerung eintreten würde. Genosse llrich: Im Ausschuß hat Herr Kollege Roth nichts von alledem vorgebracht, womit er sich hier im Plenum als ein extra- qualifizierter Vertreter der Interessen der Erwerbslosen hinzustellen die bcqueine Gelegenheit ergreist. Er greift auch ganz unberechtigt den Magistrat an, der den Ausschuß direkt um eine Richtlinie an- ging. Wir haben diese_gegeben: für den Antrag betreffs der zehn Millionen fanden sich Sozialdemokraten, Kommunisten und Demo- kraten zusammen.— Mit großem Bedauern haben wir feststellen müssen, daß der Magistrat trotz des Elends der Arbeiterbevölkerung den unbegreiflichen Beschluß gefaßt hat, das Personal am Vau der Nordsüdbahn bis 1. Februar um 50 Pro;, zu verringern. Daher unser Zusotzantrag. Das Geld muß vom Reiche zu haben sein: es ist ja der aus Arbeitermitteln aufgesammelte Hundert- millionensonds da. Hoffentlich ziehen die Kommunisten wie im Ausschuß ihren heute wieder eingebrachten Antrag zurück. Stadtrat Genosse Brühl bezieht sich auf die in voriger Sitzung von ihm abgegebenen Erklärungen, wonach schon seit Monaten auch zwischen den Wohlfahrtsämtern und der Erwerbslosenfürsorge ein enges Zusammenarbeiten statthat. Am Freitag werde der Magistrat über die Anträge beschließen, die jetzt in der Versammlung zur Diskussion stehen und denen er sicher weit entgegenkommen werde. Mit ausschlaggebend bleibe aber immer die Finanzlage der Stadt. An die gesetzlichen Bestimmungen sei schließlich doch auch die Kommune Berlin gebunden. Der Demokrat Hugo Sommer ver- warf den Modus der Unterstützung durch Bons auf Lebensmittel usw. im Wege der Heranziehung der Konsumgenossenschaft auch aus dem Grunde, daß dadurch viele kleine Händler in Milleidenfchaft gezogen werden würden und wollte sich nicht auf die zehn Millionen— die ja vielleicht gar nicht reichen würden—, sondern nur auf die„erforderlichen Mittel festlegen. Müll«. Franken(Wp.) bot seine ganze Beredsamkeit auf, um die Verfamm- lung vor der Versuchung zu bewahren, dem„Todfeind des gewerb- lichen Mittelstandes", der Konsumgenossenschaft, auch nur den kleinen Finger zu reichen. Frau U l b r i ch(Dnat.) sprach sich überwiegend sympathisch für de» Ausschußantrag aus. Nach 9 Uhr wurde ein Schlußantrag angenommen. Im Schlußwort stellte Gen. Heitmann als Ausschußvorsigender fest, daß in der Montagsoerhandlung alle Mitglieder in er n st hafte st er Weise mitgearbeitet haben, und sprach sich gegen jede Abschwächung der Ausschußvorschläge aus. Die Ab- stimmung hatte das vorausgesehene Ergebnis: unter Ablehnung aller abschwächenden Anträge drang der Ausschußanlrag mit großer Mehrheil durch. Darüber hinaus fand auch der Antrag unserer Genosse». betreffend die Tlordsüd- und AEG.-Bahn und ein noch weiter- gehender der Kommunisten, der u. a. als Notstandsarbeiten sofort den Durchbruch der Französischen Straße und die Untertunnelung des Potsdamer Außenbahnhofs in Angriff genommen wissen will. eine große Mehrheit. Abgelehnt wurden dagegen die Anträge der Kommunisten auf sofortige Auszahlung einer einmaligen Unterstützung von 100 M. an jeden Erwerbslosen(und 25 M. an jeden Familienangehörigen) und der der vereinigten 6 Völkischen und Deutschnationalen auf sofortige Zahlung von 50 M. Di« Tribüne quittierte aus diese Ablehnungen mit stürmischem Pfui und tobt« noch nach dem gegen MIO sthr erfolgten Schluß der öffentlichen Sitzung eine geraume Weile fort. Sie tanzen.. öas Volk aber hungert! Der„Blau-Weiß-Club" ist eine feudale Vereinigung wohl- situierter Herrschaften, die für diesen Winter der Not keine vor- nehmere Sorge hat als die,„wie sie einer neuen Tennisanlage auf die Beine Helsen kann". Der„Blau-Weiß-Ball" im Hotel Esplanade sollte diese grandiose Sache finanzieren. Der Hofbericht der.„B. Z." weiß zu melden,„daß eine ungewöhnliche Bcvölke- rungsdichte"(!) herrschte und daß am Ausgang„Wasch- körbe mit Geldscheinen und Säcke Hartmetall- g e l d durchgezählt" wurden. Für ihren Tennisplatzrummel haben also diese Herrschaften„Waschkörbe mit Geldscheinen" übrig. Und in diesem Fall sind das alles Goldmark, kein Inflationsgeld. Das sind aber vielfach dieselben Leute, die jetzt die Arbeit« und Angestellten zu Tausenden auf die Straße werfen mit der Be- gründung, daß ihre Betriebe die Belastung nicht mehr tragen können. Mögen die Proletarier verhungern, wenn nur der Tennis- platz hergestellt werden kann, zu dem angeblich die Stadt Berlin auch noch den Grund und Boden geschenkt haben soll. Zu dies« in der„B. Z." ausgestellten Behauptung wird sich der Magistrat wohl noch äußern. Während hier die Blau-Weiß-Clubisten ihre überflüssigen Gelder waschkörbeweis abstießen, tanzte eine„Skagerrak- Gesellschaft" im Zoo. Natürlich war das alles fesch und elegant,„rassige Männer und blonde schlanke Mädels". Der reinblütige Ari« war für alle Eventualitäten versorgt. Natürlich herrschte die schwarzweißrote Flagge. Abik' wie war das doch mit Skagerrak? Sanken dort nicht Taufen!. von braven Seeleuten m ein schauriges Wellengrab? Und im Andenken an diesen Massen t'od tanzt die Stöger-- rak-Gesellschaft unter der Fahne Schwarz-Weiß-Rot? Ist diese„Gesellschaft" etwas anderes wert als den Untergang? Ein völkischer Held! Wie erinnerlich, hatten sich anläßlich der diesjährigen Ver- fassungsfeier Hakenkreuzlerhorden am Potsdamer Platz versammelt, um Passanten zu belästigen und die zum Zwecke der Begrüßung der österreichischen Versassungsteilnehmer errichteten Transparente zu be- scitigen. Es kam am Montag, den 10. August d. 3., zu wiederholt«: Zusammenstößen verfassungstreuer Staatsbürger mit diesem Gesindel. Bei einem dieser Zusammenstöße gelang es mit Hilfe der Schutz- polizei und einiger Reichsbanncrkameraden einen Hauptanführer der „Völkischen", Paul Meyer, trotz seines und ssiner Mithelfer heftigsten Widerstandes festzunehmen. Dieser Meyer hatte sich nun- mehr am 28. November d. I. vor dem Schöffengericht Berlin, Ab- Zls Die Passion. Roman von Clara viebig. Was sollte nun werden? Sie grübelte. Am liebsten würde sie weglaufen. Wenn sie das nun täte?! Dann brauchte sie nicht zu sehen, wie er sie auf den Schoß zog, wie sie miteinander schön taten, wie die Liebespaar«, die sie mehr als einmal auf den heimlichen Dänken im Tiergarten ange- troffen hatte. Es stieg ihr heiß zu Kopf, wenn sie sich das vorstellte. Wie lange die beiden ausblieben? Wie sehr, sehr lange! Die Stunden wurden Eva zu Ewigkeiten. Sie langweilte sich sehr. Am liebsten wäre sie aufgestanden, hätte sich ihre Puppe Liselotte vorgeholt. Aber nein, um mit der zu spielen, war sie jetzt viel zu groß. War sie denn nicht schon bald erwachsen? Sie fühlte sich heute schon alt, gar kein Kind mehr. Und sie durfte ja auch gar nicht aufstehen, sie mußte im Bett liegen bleiben wie eine ganz Kranke. Dann würde die Mutter sich ängstigen. Eva drückte die Augen zu. verzog ihr Gesicht schmerzhaft und stöhnte leise. Wenn sie so dalag, würde die Mutter sich sehr ängstigen. Das geschah ihr ganz recht: warum lief sie auch mit einem jungen Mann fort, und warum wollte sie den heiraten?! O. wie war es so entsetzlich langweilig und einsam hier! Aber nicht aufstehen, nein, nicht aufstehen, liegen bleiben und krank sein.-- Die Stunden, die Eva zu traurigen Ewigkeiten wurden, vergingen den beiden schnell. Erst war Olga recht verstimmt gewesen, es quälte sie: Eva würde doch nicht wieder ernstlich trank werden? Aber der helle Sonnentag tat das seine, er lächelte in dies Frauenherz, das bis jetzt nur das eine gekonnt hatte: die Liebe, die Sorge für das Kind. Der Mann an ihrer Seite drückte sacht ihren Arm näher an sich. Sie fühlte die lebendige Wärme, die von ihm ausströmte, und da kam ihr doch auch noch ein anderes Gefühl, �ans war so lieb. Hans sprach so herzlich, wie nett sie es haben würden.� Olgas kleine Wohnung war ja groß genug, mit den alten Möbeln war die so behaglich, und sie würde noch behaglicher sein, wenn er erst seine Siebensachen anbrachte. Am liebsten würde er gleich dableiben. Und er drückte ihren Arm noch fester und sah sie verliebt in die Augen. Nein, gleich, davon konnte keine Rede sein! Olga goittte tief unter seinem Blick. Aber wenn«» denn«irklich sein sollte, daß sie zusammen kamen, wenn er denn ernstlich darauf bestand, eine zu heiraten, die so viel älter war als er, die schon eine Tochter hatte, die binnen wenigen Iahren besser zu ihm gepaßt haben würde, dann würde sie vor- schlagen, daß sie kurz vor Weihnachten Hochzeit machten. Bis dahin waren noch acht Wochen: das war nicht mehr lang und doch noch lang genug, denn, wenn sie ja auch kein Fest daraus machen wollte und es keiner großen Vorbereitungen bedurfte, so hatte sie doch vorher noch manches zu erledigen. „Ach was denn, Unsinn," sagte er ungeduldig.„Was ist denn da zu erledigen? Wir gehen aufs Standesamt, und damit Punktum." Sie nickte: gewiß. Und dann seufzte sie leicht. Aber sie brauchte doch noch die Zeit bis dahin— die Zeit, sich daran zu gewöhnen.„Sei nicht böse," bat sie und sah ihn liebevoll an,„du mußt bedenken, für mich ist es doch eine große Ver» änderung und"— ihre Stirn krauste sich ein wenig—„für Eva auch. Und dann— und dann— ," sie setzte ein paarmal an, es wtirde ihr nicht ganz leicht, es zu sagen:„Ich weiß nicht, ob du mich darin so verstehen wirst. Du bist jung, du hast vielleicht noch nicht ganz das Gefühl darin, wie ich. Später wird man anhänglicher, man begreift immer mehr, was die Eltern um einen gelitten haben, man ist auch anhänglicher an seine Erinnerungen, an all das, was einst gewesen ist-7 siehst du. ich muß vorher einmal noch nach Hause. An die Gräber meiner Eltern, an den Ort, in dem ich Jahre gelebt habe, qlückliche Jahre, und"— sie holte tief Luft—„wo ich auch Schweres erlebt habe." „Na. natürlich begreife ich das. An die Gräber deiner Eltern— ich habe meine Allen auch sehr gerne gemocht. Aber was hat das mit unserer Hochzeit zu tun? Darum können wir doch heiraten. Dann fährst du eben nachher." „Nein." sagte sie fest.„Ich fahre vorher. Ich muß alles vorher abmachen. Nachher— nein! Dann muß das alles dahinten sein und dahinten bleiben." Sie fuhr mit der Hand durch die Luft, als verscheuche sie etwas, wiese ihm seinen Platz an in weit zurückliegender Ferne. Und dann lächelte sie den jungen Mann an:„Nachher gehöre ich aanz dir." „Ich warte ungern so lange," sagte er.„Greulich! Aber wenn'« denn nicht anders ist!" Sie hörte seinen Seufzer, sah die Ungeduld auf seinem Gesicht, und es tat ihr selber leid, es wäre leichter gewesen, aleich mit beiden Füßen hinein, ohne noch lange Zeit zum Bedenken zu haben. Aber in der letzten Woche, als sie keine Nacht mehr richtig geschlafen hatte, denn sie fühlle, jetzt nahte die Entscheidung, wußte sie auch, daß sie noch einmal in die alte Heimat mußte. Erst dann konnte sie daran denken, sich ein neues Leben aufzubauen, würde auch den Mut dazu finden, die innere Ruhe. Sie mußte am Grab des Vaters stehen: freilich sprechen konnte sie nicht mehr mit ihm, seine Stimme nicht mehr hören. Aber hören konnte sie noch oon einem anderen: von jenem, von Evas Vater. Das war der Hauptbeweggrund ihrer Reife. Unbewußt war ein Wunsch zuerst in ihr aufgekeimt, wie ein scheuer Trieb, dann aber immer mehr emporgeschossen, stärker gewachsen: du mußt hin, mußt dich erkundigen nach ihm, nach Manfred Bern- dorff. Eva hat ein Anrecht darauf. Es war doch zu traurig, ganz wider die Natur, tmß ein Kind gar nichts von feinem Vater wissen sollte. Wo lebte Manfred? Was war aus ihm geworden? Wie erging es ihm jetzt? Alles kann man doch nicht vergessen. Olga seufzte: es war merkwürdig, jetzt, gerade in dieser Zeit, in der ein anderer Mann sich ihr werbend näherte, jetzt, da es nur an ihr lag,- um ihm das ,Ia' zu geben, sich dem für das Leben zu verbinden, mußte sie mehr an den Geliebten ihrer Jugend denken, an Manfred Berndorff, als sie in oll den Iahren an ihn gedacht hatte. Und nichts von Groll war mehr in diesem Denken. Sie dachte seiner mit einer stillen Wehmut und hoffte, daß es ihm gut ging. 12. � Es war nun bestimmt, daß die Hochzeit in der letzten Woche vor'm Weihnachtsfest sein sollte, drei Tage vor Evas zwölftem � Geburtstag. Hans Blechhammer hatte sich darein gefunden, zu warten, und Olga benutzte jede freie Stunde, die ihr blieb, um alles, was ihr zu einer guten Ehe zu gehören schien— Möbel, Betten, Wäsche— in bcstgn Stand zu setzen. Sie war unermüdlich darin: es machte ihr auch Freude, so zu schaffen und zu sorgen. Die halben Nächte mußte sie zwar opfern, aber das würde ja nachher alles besser werden. Es überkam sie oft mitten in der Arbeit ein Frohsinn. Was Eva noch nie gehört hatte, das hörte sie jetzt: die Mutter fang. Sie trällerte sich etwas— es war schon um die Mitternacht — Eva wurde wach darüber. Zum Totensonntag wollte Olga in die Heimat reisen, das Grab des Baters besuchen. Wenn sie Sonnabend mit dem Nachtzug fuhr, hatte sie dort dann den Sonntag und fuhr gleich in der folgenden Nacht wieder zurück. So versäumte sie nichts von der Arbeit. (Fortsetzung folgt.) teilung 206, wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten. Die vereidigten Zeugen erklärten einmütig, daß Meyer sich in der unerhörtesten Weise benommen hat, und die zu seiner Festnahme erscheinenden Sipo- Beamten tätlich angriff. Der Angeflagte selbst versuchte eine wüste Rede gegen das Reichs banner Schwarz- Rot- Gold und gegen die Republik zu halten; wurde jedoch von dem Vorsitzenden des Schöffengerichts darin unterbrochen. Aus den Gerichtsaften wurde festgestellt, daß Mener zweimal wegen Betrugs und einmal wegen Ueberschreitung des Gefeßes zum Schuße der Republik zu Gefängnis verurteilt war. Mener selbst wurde auch diesmal wieder aus der Untersuchungshaft dem Richter vorgeführt. Der Staatsanwalt beantragte gegen diesen sauberen Vertreter der völkischen Belange 3 Monate Ge= fängnis. Dieser ziemlich maßvolle Antrag des Staatsanwalts man denke an Grevesmühlen wurde in diesem Falle durch das Urteil der Kammer überholt. Meyer wurde zu 6 Monaten Ge= fängnis verurteilt. Die Völkischen können stolz sein auf solche Anhängerschaft. Reichsbahn gegen Rotawerke. Noch immer Zeugenvernehmungen. In dem großen Betrugsprozeß der Reichsbahn gegen die Rotawerke wird vor der vierten Strafkammer des Landgerichts II nod immer endlos meiterverhandelt. Bisher wurden etwa 70 3eugen vernommen, die die Beugenbänke und Zufchauertribünen bevölkern. Die vielen Atten und Mappen, mit deren Inhalt der Sachverständige der Reichsbahn, Schubert, geschickt operiert, um seinerseits Klarheit in diejes Durcheinander zu schaffen, türmen sich immer höher auf. Der Vorsitzende versuchte gleichfalls, Schritt für Schritt das Dunkel der Betrugsaffäre zu durchdringen. Manchmal hatte es auch den Anschein, als ob irgend welche Beugenaussagen die Schuldfrage zu lichten scheinen, aber jedesmal treten dann wieder Aussagen gegen Aussagen, die auf ein totes Gleis führen. An einem der Verhandlungstage wurde u. a. dem Angeklagten Rau von dem Zeugen Wolter vorgeworfen, mit März gemeinsame Sache gemacht zu haben. Rau und März bestritten bas natürlich, und wie immer wurde der Mitangeklagte Kaiser irgendwie mit dieser oder irgendeiner anderen untiaren Angelegenheit, zu der ein Sündenbock gebraucht wird, in Zusammen. hang gebracht. März spielt weiter den„ undschuldigen Direktor, der von nichts gewußt hat. Ob ihm das aber etwas nüßen wird, wo die Bahn geradezu erdrückendes Material gegen ihn hat, mag dahingestellt bleiben. Auf Veranlassung der Verteidigung des März sind noch weitere zwanzig Seugen geladen worden. Den Entlastungszeugen wird das Gericht fehr steptisch gegenübertreten müssen, da der größte Teil von diesen noch bei der„ Rota" tätig ist. Täglich kommt der Herr" Direktor März aus seiner Billa in Konradshöhe im Privatauto vorgefahren und bringt sich feine Zeugen gleich mit. Die Angeklagten Obermeister Kufuf und Kaiser dagegen wissen faum, wie sie die Mittel für ihre Verteidigung aufbringen sollen. Eine intereffante Spigelaffäre, die gegen Kaiser von der„ Rota" ins Werk geleitet wurde, fam am Montag zur Sprache. Kaiser wurde ein halbes Jahr lang von einem Manne, der sich ihm unter irgendeinem Vorwande näherte und der dafür von der Rota" fein Gehalt bezog, bespielt. Da noch seine Ausjagen im Widerspruch zu früher gemachten stehen, ist diesen faum Bert beizulegen, dagegen werfen sie aber ein eigentümliches Licht auf die Rota". " Der Stand der Verhandlung ist demnach so, daß März weiter schwer belastet bleibt. Gegen die Mitangeklagten spricht eine Aussage für ihre Unschuld, eine anderen wieder dagegen. Bor Sonnabend, den 5. Dezember, werden die Sach rerständigen faum ihr Gutachten abgeben können, denen dann wahrfcheinlich am Montag die Plaidoyers folgen werden. Eine Frage muß noch gestellt werden: Warum wurde wegen der großen Berdunkelungsgefahr der Hauptangeflagte Direftor März seinerzeit nicht sofort in Haft gesezt? Schließlich ist doch der Fiskus und zuguterletzt der deutsche Steuerzahler um Millionen geprellt worden. Die Bevölkerung aber hat ein Interesse daran, daß die Betrugsaffäre einwandfrei geflärt wird. Dor Das Disziplinarverfahren gegen Adolf Koch. Der Staatsanwalt abgeblist. Rhythmisch- gymnastische Turnübungen von Knaben und Mädchhen in gemischten Gruppen, die seinerzeit der Lehrer Adolf Koch veranstaltet hatte, waren nochmals Gegenstand einer Verhandlung dem Preußischen Staatsdisziplinargerichtshof, der gestern unter Borsiz des Präsidenten Meyer im Disziplinarsizungssaal des Kammergerichts tagte. Wie erinnerlich, hatte es Aufsehen erregt, daß Lehrer Koch rhythmisch- gymnuftische liebungen von Knaben und Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren, die teilweise in unbekleidetem Zustande stattjander, in der Gemeindeschule in der Waldenserstraße abgehalten hatte. Diese llebungen hatten zu den sinnlosesten und wildesten Gerüchten Anlaß gegeben. Besonders war es die deutschnationale und die röllische Presse, die sich voller Gier auf den Fail stürzte, der, wie sich bald herausstellte, gar fein Fall war. Mitangeflagt waren feinerzeit der Rektor der 240. Gemeindeschule und eine Lehrerin. Das Disziplinargericht des Provinzialschultollegiums mußte dann troz schärfster Untersuchung zugeben, daß irgendwelche unfittlichen oder unzüchtigen Handlungen dem Angeflagten nicht zum Vorwurf gemacht werden konnten, vielmehr mußte im Gegenteil anerkannt werden, daß Genosse Koch seirie Ziele mit jittlichem Ernst verfolgt, und nach Aussagen con Eltern und Zeugen Anerkennenswertes auf dem Gebiete der förperlichen und seelischen Gefundung erreicht hat. Er hat nach seiner ganzen Bergangenheit als Lehrer ein warmes Herz für die Jugend be wiesen. Deshalb hatte das Disziplinargericht gegen Koch und Rektor Buchholz lediglich auf einen Berweis und gegen die Lehrerin auf eine Verwarnung erkannt. In der Berufungsverhandlung verlangte Oberregierungsrat Dr. God als Antlage. vertreter schlankweg die Dienstentlassung. Lehrer Koch, der wiederum durch Rechtsanwalt Dr. Friz Kalischer verteidigt wurde, erklärte, er würde in jedem Falle, wie auch die Entscheidung des Gerichts ausfallen würde, seine Bestrebungen fo meiterführen, wie er es allein vor seinem Ge miffen verantworten fönne. Von dem Angeklagten selbst war eine Berufung gegen das erste Urteil nicht eingelegt worden. Der Disziplinargerichtshof fam nach längerer Erörterung und Beratung zu einer Verwerfung des Antrages der Staatsanwaltschaft ouf Aenderung des Strafmaßes auf Kosten der Staatstaffe, so daß es bei der niedrigst zulässigen Strafe des Ber: weises und der Verwarnung blieb. Der Gerichtshof war allerdings ebenfalls zu der Ueberzeugung gekommen, daß Nactübungen in den Schulen unbedingt zu mißbilligen seien, da der größte Teil der Deffentlichkeit derartigen Vorführungen nicht unbefangen gegenüberstehen kann, weil sie gegen die heute herrschenden Sittlichkeitsbegriffe verftoßen. Trauerstimmung bei den Mittelalterlichen. Aus den Fenstern des nationalistischen Claß- Organs der Deutschen Zeitung" in der Verlängerten Hedemannstraße weht die Monarchistenfahne auf Halbmaft. Der Nationalputschismus im Zeichen der Trauer! Er weiß wohl, was die Unterzeichnung des Locarno- Friedenspattes in London für ihn bedeutet; jeine Trauer demonstration ist eine durchaus persönliche Angelegenheit. Mit einer beispiellos verlogenen Heze agitiert die rechtsoppofitionelle Bresse gegen den Geist der Versöhnung; aber diese jämmerliche Attace entspringt nicht nur der Demagogie verantwortungsloser Bolksverführer, sondern ist letzten Endes ein Wehgeschrei ums ver| masselte Geschäft. Motto: Blut und Eisen. Europäische Konflikte| Neukölln und der Maschinist Alois Rern aus ber Reuter- Str. 15 in Neukölln unter die Lokomotive. Beide wurden in gelten jenen Leuten, die von Zwietracht, Verwirrung und Haß, innen und Existenzmöglichkeiten.[ ch merverlegtem Zustande in das Urbanfrankenhaus gewie außen, profitieren, Gewinnbracht, wo dem K. sofort das rechte Bein abgenommen werden Bölterfrieden und Berständigung dagegen bedeuten So müssen sie brutal mußte, während bei L. schwere innere Berlegungen festgestellt den Tod der nationalistischen Unfultur. wurden. Die Schuldfrage ist noch nicht geflärt. und besinnungslos hezen, weil es ein Verzweiflungskampf um die eigene negative Existenz ist. Die These des Haffes auf ewige Frist ist schließlich nur der erschütternde Ausdruck der beispiellosen Unmoral eines Programms", das der logischste Hemmschuh für jede fulturelle Entwicklung sein muß. Je höher die Sonne Europas steigt, desto tiefer sinkt die Wage der Feuerbüchsenpolitiker. Das mag gewiß tragisch für sie sein. Aber allein nur so sind die 5 Meter Trauerleinen des völkischen Blattes zu verstehen. " Große Frauen- Versammlung Heute, Mittwoch, den 2. Dez., abends 71%, Uhr, in den„ Germaniafälen", Chauffeestraße 110. Tagesordnung: Die Frau im neuen Strafrecht. Referent: Rechtsanwalt Genosse Dr. Saenger- München, M. d.R. Straßenbahn- Wartehallen. 20 Hallen im Betrieb- Bolles Milchausschank. Die Berliner Straßenbahn hat fürzlich zwei neue Warte. hallen für ihre Fahrgäste eingerichtet und zwar am Lands. berger Play und am Komtureipla B. Somit find in dem riesigen Berlin insgesamt zwanzig Straßenbahn- Wartehäuschen vorhanden. Man muß schon sagen, daß das zuständige Dezernat der Straßenbahn- Direktion mit einigem Zögern darangeht, das notwendige Minimum an Wartehallen für Berlin zu schaffen, denn Die Straßenbahndiese 20 sind eine lächerlich geringe Bahl. Verwaltung hat, wie sie auch erklärt, an sich leider fein besonderes Interesse an der Einrichtung der Wartehallen. Die beiden letzterbauten Hallen wurden auf ausdrücklichen Wunsch der betreffenden Bezirksämter eingerichtet. Der verfügbare Raum in den Wartehallen ist zu etwa 2% öffentlichen Interessen dienstbar, während ein Drittel für gewerbliche Zwecke abgegeben wird. Die zwei Drittel verteilen sich auf die eigentlichen Warteräume, Telephonzellen und Bedürfnis Der übrigbleibende Raum wird anftelten, sowie Geräteräume. an Milchverkäufer, Sigarren, Schotelades und Radioartikelhändler abgegeben. Nach Angaben der zuständigen Stelle der StraßenbahnDirektion will man einen Gewinn aus den Hallenbetrieben nicht erzielen. Wenn die Straßenbahn- Direktion nun aber für den Bau der Wartehallen mur städtebauliche Gründe heranziehen will, nicht aber praktische Gründe, so muß dem unbedingt widersprochen wer den. Der praktisch- foziale Bert dieser Hallen kann faum überschäßt werden. Eine Stadt wie Leipzig hatte bereits vor mehr als 30 Jahren Straßenbahn- Wartehallen. Die Berliner Straßenbahn hat, solange fie in pri vaten Händen war, sowohl an dem Berliner Bublifum, wie auch an ihren Angestellten unendlich viel gesündigt. Nun sie eine städtische Gesellschaft ist, hätte fie allen Grund, Versäumtes nachzuholen. Dazu gehören Wartehallen, die gegen die Unbilden unseres Aber auch die versprochene rauhen Klimas schützen, durch aus. Heizung der Wagen sollte durchgeführt werden. vorhandenen Wartehallen wird die Firma Bolle einen Ausschank Don hoffentlich recht billiger Milch einrichten. Ber dem Krieg wurde der Ausschank von billigen Getränken wie Kaffee, Kafao, Lee und Milch von einer Frauen- Wohlfahrtsvereinigung mit großem Erfolg betrieben. Warum wird jetzt der Vertrieb einer Privatfirma übertragen, die sich in der letzten Zeit wirklich nicht die Sympathien der Berliner Bevölkerung erworben hat? Ein Rattenfilm" für den bevorstehenden Bernichtungskampf. bis zum 5. Dezember find die näheren In diesen Tagen Bestimmungen für die Rattenkampftage, die am 11., 12. und 18. Dezember stattfinden, von den für das Grundstäd zuständigen Wie dringend nötig ein energischer Polizeirebieren abzuholen. Stampf gegen die Ratten ist, die schweren wirtschaftlichen und gefundheitlichen Schaden anrichten, zeigt ein Lebrfilm, Die Ratten", der in den nächsten Tagen in verschiedenen Berliner Kinotheatern gezeigt wird. Die Berufunesverhandlung im Prozeß der Gräfin Bothmer bor der großen Potsdamer Straffammer findet am 14. Dezember statt. Es find sieben Tage Verhandlung vorgesehen. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Am Donnerstag fällt die Uebungsstunde aus. És üben nur die Kinder um 6 Uhr. die Jugendlichen um 1/8 Uhr. Nächste Gesangsüburgestunde am Sonntag, den 6. Dezember, vorm. 10 Uhr, in der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17. Die Reichsbahn und der Schnee. Wie die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbabn- Ceiellschaft mitteilt, ist der Eisenbahnverkehr durch den starken Schneefall nicht gestört worden Mit Ausnahme unvermeidlicher geringer Verspätungen einiger Züge war der Betrieb im ganzen Reiche„ flüssig". In der Ortsgruppe Berlin des Deutschen Verzfebundes zur Förderung der Leibesübungen" spricht am 3. Dezember. abends 7 Uhr 30 Minuten, im aroßen Hörsaal des hygienischen Institutes, Dorothcenstr. 28 a, Herr Prof. Dr. Rieffer aus Greifswald über das Thema: Die Arbeit der Körpermuskeln und ihr Betriebsstoffwechsel". Der Eintritt ist frei. . S Jn Zirkus Busch findet heute nachmittag 3 Uhr wieder eine der so beliebten Sonder Jugend Vorstellungen bei balben Breisen für Erwachsene und Kinder statt. In Szene geht das bunte, überaus beifällig aufgenommene, größte Weihnachts Mysterien- Spiel Berlins Wintermärchen" von Paula Busch, in 7 farbenprächtigen, padenden Bildern für jung und alt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. 1 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G 14. Sebaftianftr. 37/38 Sof 2 Tr. Kreuzberg. Achtung! Alte Rameraben, die nächsten Tage Bresse beachten.- Wedding. Ramerab Franz Schmidtist ver'. Einäscherung Fr., d. 4., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Schöne torben. Gerichtstraße. Abmarsch 42 Uhr von Ramerad Müller, Uferftr. 12. berg- Friedenau. Do., d. 3., 7½ Uhr, Mitgl.- Berf., Oberrealfarle Belziger Ede Eisenacher Straße. Referent: Kamerad Hildebrand ,,, Reichsbanner und Polizei". Junamannschaft Rubens und Friedenau jeden Fr. abend von 8-10 Uhr im Jugendheim, Bühnenzimmer, Schule Offenbacher Straße. Tempelhof. Do., b. 3., 7% Uhr, Mital.- Verf. Mariendorf Graffels Gesellschaftshaus, Chauffee. ftraße. Dr. Schönberg spricht über Weltfaschismus. Durch Mitglieder eingeführte Gäste willkommen. Lichtenvade Restaurant Garnow, am Bahnhof in Lichtenrade. Treptow mit Unteraruppen. Go., b. 5., 7 Uhr, bei Jande, Riefholaftr. 21, Mitgl.- Verf. Neuwahl. Bid tenberg und Untergruppen. Do., b. 3., 7% Uhr, bei Ramerad Krüger, Türrschmidtstr. 33, Antreten zum Marsch Dranienburg. Do., b. 3., 8 Uhr. nach der Turnhalle. Pflichtveranstaltung. In den Bollversammlung im Schüßenhaus. Aenderung der Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge. Der Verwaltungsausschuß des Landesarbeits. amtes Berlin hat mit Wirkuna vom 1. Dezember 1925 ab für Gehaltsempiänger, vom 30. November 1925 ab für Lohnempfänger den Beitrag zur Erwerbslofenfürsorge auf 18 Proz. des in der Krankenversicherung geltenden Grundlohne festgelegt. Diefer Beitragsiaz, zu dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte, alio je 7/8 Proz. des Grundlobnes, beizusteuern baben, gilt für alle versicherungspflichtigen Mitglieder der in Berlin anfäffigen Krankenkassen bzw. Zweigstellen von Krankenkassen. Die Abführung der Beiträge hat nach wie vor seitens der Arbeitgeber an die zus ständigen Krantenfassen gemeinsam mit den Krankenkassenbeiträgen zu erfolgen. In de Leichenhalle erstickt. In der Leichenballe des Domfriedhofes wurde in der letzten Nacht um 1 Uhr früh der 61 Jabre alte Friedhofarbeiter Ernst Kramer. Liefenstraße 6 wohnhaft, von seiner Ehefrau bewußtlos aufgefunden. Die angestellten Wieberbelebungsverfuche der Feuerwehr waren ohne Erfolg. Ein herbeigerufener Arzt stellte den Tod fest, der vermutlich durch Einatmen von Koblengafen, die aus einem schadhaften Ofen entströmten, eingetreten ist. Arbeiter Rabio- Klub Deutschlands e. B. Gendebezirk Berlin, Petersburger Straße 39. Die Abteilungen des ARR., die in folgenden Bezirken bestehen, veranstalten abwechselnd Bortrags-, Lautsprecher und Bastelabende und tagen regelmäßig 8 Uhr: im Bezirk Tiergarten Freitag Stendaler Str. 21. Wedding Donnerstag Utrechter St. 29. Brenzlauer Berg Donnerstag Ropenhagener Str. 9. Friedrichshain Montag Warschauer St. 59. Kreuzberg I Dienstag Röpenider Str. 9b. Kreuzberg II Donnerstag Abelberfftr. 21. Charlottenburg Diens'aq Bielandste. 4. Edöneberg Donnerstag Gebanitz. 53. Neukölln Freibag Wefer Ede Pannierstraße. Lichtenberg Freitag Weichselstr. 12. Wilmers. dorf wird in nächster Reit gegründet. Abt. Brenzlauer Berg Donnerstag, den 3. Dezember, 8 Uhr, Mitgliederversammlung. In der Rentrale jeden Dienstag Radioklinik und Vorträge: jeden Freitag Bastelabend und Bastelschule, Leiter: Funkfreund Schattan. Berliner Handwerker- Berein. Mittwoch, den 2. Dezember ,, 8 Uhr, Sophienstt. 18. Lichtbildervortrag von Universitätsprofeffor Otto Baschin: ,, Gommerreife zu den Grönland- Eskimos". Anschließend Fragebeantwortung. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner au Berlin. Donnerstag, den 3. Dezember, 8 Uhr, im Refiaurant Effer, Röpenider Str. 70a, Bortrag des Bandsmanns Beter Petersen über: Streifaüge auf der Insel Affen". Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag, den 4. Dezember, 8 Uhr, im Reichenfaal der 6. Treptower Gemeindeschule, Bildenbruchstr. 53, 3 Trp. Bielfekung für die Charakterbildung der männlichen Jugend"( Direktor Mennice). Eintritt fret. Sport. Der zweite märkische Wintersporttag in Budow. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, steht das größte winterSportliche Ereignis Norddeutschlands vor der Tür. Der Nord= deutsche Sliverband hat erstmalig seine Meisterschaft für den ersten und zweiten Schneesonntag für Berlin- Grunewald und Budow( Märkische Schweiz) ausgeschrieben, dergestalt, daß am ersten Schneesonntag, nachmittags 2% Uhr, auf der neuen Sprungschanze bei Onkel Thoms Hütte Grunewald der Sprunglauf der Meisterschaft, am darauffolgenden Sonntag in Budow der Langlauf stattfindet. Der heutige Schneefall reicht, menn fein Nicht nur die besten Berliner und norddeutschen Läufer, sondern Wetterumschlag eintritt. hin, um die Grunewaldschanze zu benutzen. auch einige Riefengebirgsläufer und Norweger werden zur Teilnahme erwartet. Da am Sonntag mit einem starten Bejuch zu ausgegeben. Den Eröffnungssprung wird der bekannte badische Meisterspringer Dr. Baader ausführen. Der Langlauf der Meisterschaft wird mit dem zweiten märkischen Wintersporttag in Budow ( Märkische Schweiz) verbunden, zu dem das Landesjugendamt Berlin gemeinsam mit dem Norddeutschen Stiverband einladet. Bereits am Vorabend des zweiten Schneesonntags ist eine Begrüßungsfeier in Buckow vorgesehen. Am Sonntag finden neben den Stiwettläufen auch Eiswettläufe auf dem schönen Schermützelsee und Rodeln auf den beiden Buckower Rodelbahnen statt. Im Ehrenausschuß für den Wintersporttag ist u. a. Oberbürgermeister Böß. Näheres über diese Beranstaltungen, Ausschreibungen usw. im Landesjugendamt, Poststr 16, Zimmer 29. Am dritten Schneesonntag jou dann der Staffellauf des Norddeutschen Stiverbandes in Freienwalde a. d. O. vor sich gehen. 50 Jahre Berliner Bergschloßbrauerei. Am 1. Dezember d. J. blidt die Berliner Bergichloßbrauerei auf 50 Jahre ihres Bestehens zurück. Das Unternehmen hat sich eine angefehene Stellung innerhalb der Berliner Brauindustrie gesichert. Die Direktion hat den Beamten und Arbeitern einen namhaften Berechnen ist, werden zu dem Sprunggelände besondere Eintrittskarten trag zur Verfügung gestellt, und es sei in diesem Zusammenbang anerkannt, daß die Direktion sich auch sonst bemüht bat, ein gutes Verhältnis zwischen Geschäftsleitung und Arbeitern und Angestellten herzustellen und zu erhalten, so daß die Brauerei über einen großen Stamm langjährig bei ihr tätiger Arbeiter verfügt. Unter die Lokomotive gekommen! Beim Rangieren einer Kleinbahn an der Baustelle der Nord- Süd- Bahn in Neutempelhof gerieten der Schachtmeister Joachim Langhau aus der Juliusstr. 41 in Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 2. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 Uhr nachm.: Sendespiele. Abteilung Jugendbühne Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 3. Veranstaltung.„ Kabale und Liebe", Trauerspiel von Friedrich von Schiller. Präsident Ferdinand, sein Sohn: Ernst Karchow; Hofmarschall von Kalb: von Walter, am Hof eines deutschen Fürsten: Ernst Dernburg; Erwin Kopp; Lady Milford. Favoritin des Fürsten: Marianne Sylvaine Oswald; Wurm, Haussekretär des Präsidenten: Harry Foerster; Miller, Stadtmusikant oder, wie man sie an einigen Orten nennt, Kunstpfeifer: Heinz Bernecker; dessen Frau: Auguste Prasch- Grevenberg; Luise, dessen Tochter: Edith Fritz; Sophie, Kammerjungfer der Lady; ein Kammerdiener des Fürsten; Ludwig Lesser: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde" verschiedene Nebenpersonen. 6.30 Uhr abends: Garten direktor ( Besuch bei einer Blumenfreundin). 6.55 Uhr abends: Dr. med. Fritz Streblow: Hygiene der Heizung".(, Warmwasserheizung"). 7.20 Uhr abends: Postrat Hermann Thurn: Die Hochantenne in Technik und Recht". 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 15. Veranstaltung. Die komische Oper Die Entführung aus dem Serail" Oper in drei Teilen von W. A. Mozart Dirigent: Georg Széll von der Berliner Staatsoper. Bassa Selim:**; Constanze: Transky; Pedrillo: Waldemar Henke; Osmin: Otto Helgers; Sabine Meyen: Blondchen: Käte Jöken- König; Belmonte: Eugen Sklaven. Ort der Handlung: Landgut des Bassa. Zeit: Mitte des Klaas, ein Schiffer; Janitscharen; Frauen des Bassa; Wachen; 16. Jahrhunderts. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Briefkasten der Redaktion. 3. B. 300. 1. Rein. 2. Nach ununterbrochener Dienstzeit von 3 Jahren, 3. Rein. tationsfikung 2,50. 4. Reine, nur Sigungsgelder; für jede Plenarsikung 5,- Depu Wetter für Berlin und Umgegend: Junehmende Sälte, zeitweise aus heiternd, feine erheblichen Niederschläge mehr. Für Deufftland: In Dit breugen noch Schnee. Im übrigen Deutschland zeitweise beiter. Steine re heblichen Schneefälle. Uleberat ziemlich firenger Froit. Lungenleidende! NYMPHOSAN- SIRUP ift das wirffamfle afler Lungenheilmittel and wird ber geftellt an Band langjähriger Erfahrungen eines berilimlen Lungen Epes.rstes. Fieber und Nachtschweiß verschwinden, Appetit und Körpergewicht heben fich über rafchend. Areefst und quafacoffrei. firstlich glänzend beautatet. Taufende von Dont freiben auch bei schweren ällen. Beflandteile auf der Padu g. Erhältlich in: Berlin C: Aletander- Apoth. Alexanderfir 8; Elefanten Avoth, Donboffplas; Apoth Aum roten Adler, Roßftr 26/28; Simons- Apoth Spandauer Str. 17; Berlin N: Adler- Apoth. am Webbingplag; Brettschneiders Ape Oranien burger Str. 37; Brunnen- Apoth, Babstr. 11: Diana- Apoth., Turmite 28; Apoth elf Kreuz, Raftanienallee 2; Apoth. a getr. Abler, Auguftftr. 60; GermaniaApoth, Lothringer Str. 50; Bittoria- Luise- Apoth., Boltaftr 44; Berlin D: Fürft- Bismard Apoth, Brangelfir 47; Seeges Apoth. Gubener Str. 33; Jungs Apoth a schw Adler, Nene Rönigftr 50; Berlin S: Avoth am Hermannplas; Sirich- Apoth Lindenstr. 74; Berlin: Nadlauers Kronen- Apoth, Friedrichitraße 160; Belifan- Apoth., Leipziger Str. 93; Dr. Boswin'els Apoth., Rurfürstenftraße 154; Wittes Apoth, Potsdamer Ste 84a; Berlin- Charlottenburg: Apoth. am Reichstanzierplay. Berlin Schöneberg: Rathaus- Apoth. Berlin Lichter felbe: Central- Apoth Mittwoch 2. Dezember 1925 Unterhaltung und Wissen 1920 1921 Beilage des Vorwärts 1922 Mischka. Bon K. Trenjow. ( Aus dem Russischen überlegt von Sinaida Rabinowitsch.) Schon im Herbst waren Fälle von Hungersnot vorgekommen, nach Weihnachten aber feierte er sein großes Fest. Er ging von Haus zu Haus und ließ dort aufgedunsene Leichen zurüd, häufiger noch schleppte er sie in die Straßen, in den Schatten der Zäune, warf sie heimlich vor fremden Schwellen nieder. Der Tod nahm alle der Reihe nach: Kinder, die sich vor ihm noch nicht ängstigten, und Alte, die in ihrem langen Leben den Tod zu fürchten gelernt haben. Und nach dem Epiphaniasfeste erschien im Dorfe jemand, der noch viel schrecklicher als der Tod war. Aus zwei Bauernhöfen verschwanden Kinder: zuerst ein dreijähriges Mädchen, eine Woche danach ein Junge. Man suchte im ganzen Dorfe umher, in den Brunnen, hinter den verfallenen Bänden, in den Schneehaufen, nirgends waren sie zu finden. Es war flar: Pie Kinder wurden von jemandem gestohlen und aufgegessen. Aber von wem? Zufällig fah man einen Zigeuner mit einer Zigeunerin durch das Dorf gehen. Sicher waren es diese! Boller Entsetzen schleppten die Mütter ihre Kinder ins Innere der Hütten, damit sie dort stürben. Mischka hat aber niemanden, der ihn versteden tönnte. Bater und Großmutter sind vor Hunger gestorben, an die Mutter erinnert er sich nicht. Dagegen muß man vor ihm selber die noch am Leben gebliebenen Raßen verstecken. Da friecht er durch die Straße am 3aun entlang, den Leib flach in den Schnee gedrückt. Eine graue abgemagerte Raze fizt an der Stelle des Zaunes, wo sich vormals das jetzt verfallene Tor befand. Und im Hofe, jenseits des Jaunes, schleicht ihm ein ausgetrockneter, mit Schaffellfezen bedeckter Alter entgegen. Raum erscheint Mischkas Kopf im Torweg, schwingt der Alte den Stod und schlägt auf ihn ein. Die Kaze entflieht. Mischka mühlt sich in den Schnee ein und der Schnee, der locker wie Watte ist, färbt sich schnell blutret um seinen Kopf. Der Alte verseht ihm fluchend einen Fußtritt in die Flanke. Mischka steht auf, und während er sich das Geficht mit seinem langen Aermel abwischt, läuft er weinend davon. Beim Laufen fallen ihm die ausgetretenen Schuhe immerfort von den Füßen herunter. Er bleibt stehen, steckt die geschwollenen Füße wieder hinein und läuft weiter. Auf dem Schnee aber bleiben hellrote Tropfen zurüd. " Bas," flucht Banjka Surit,„ du Teufelskind hast wohl Appetit auf Razenfleisch? Warte erst bis du größer wirst." Surit selbst ist groß und dürr wie eine Hopfenstange, nimmt große Schritte und schlägt fortwährend mit dem Kopf gegen den gefrümmten Rücken, als ob ihn eine unsichtbare Hand vor die Stirn stöße; die eingedrückte Müze fitzt ihm tief im Gesicht. Im Vorübergehen blickt er in das Innere der Bauernhöfe und schreit mit einer bellenden, von Kälte rauhen Stimme: Schon wieder sind die Wege nicht gefegt! Und drinnen muß der Epidemie wegen auch alles sauber sein! Sonst werde ich vom hochpolitischen Standpunkt aus vorgehen!" Schon den dritten Tag hat Mischka nichts gegessen. Es ist vorauszusehen, daß die Loge sich auch weiter nicht ändern wird. Die kleinen Kinder werden noch hie und da färglich gefüttert; fie tun einem ja leid. Aber Mischka, der im vorigen Jahr schon die Schule zu besuchen anfing, wem sollte er leid tun? Also muß er nach der Stadt wandern. Er geht auf die LandStraße viel Bolf zieht dahin... Mancher wird an sein Ziel gelangen, mancher im Schnee liegen bleiben. Auf bekanntem Wege erreicht Mischka die Hauptstraße. Dröhnend und flingelnd sausen dort die Straßenbahnwagen, die Autos tuten, die Glocken läuten Früher liebte er dies alles so sehr, jetzt liebt er es gar nicht mehr; die Wagen und die Autos machen ihn schwindlig, es fauft ihm in den Ohren. Plötzlich erflingt M.fit. Viele Menschen mit roten goldgestickten Fahnen. Manche Worte darauf kann er entziffern: „ Es lebe" „ Nieder" ... „ Fluch" ,, Alles für die Kinder" Die Blumen des Lebens" Ein Lastauto bleibt stehen aus seinem Innern ragen, gleich Stöden, nach allen Seiten naďte, starre Arme und Beine heraus. Hinter den großen Schaufenstern, an allen Wänden ein und dasselbe Bild: ein Herr mit aufgeworfener Nase zeigt seine Zähne „ Max Linder". Su, dieser verfluchte Imperialist!... Eigentlich müßte man ausspuden, aber Mischka hat keinen Speichel im Mund. Fenſtern und neben ben Pat Weltfriede Weld friede 1923 Well Friede Well friede 3 1924 Weltfrede Welt friede Der deutsche Bürger im Wandel der Zeiten. Mischka begibt sich zum anderen Ende des Marktes. Dort wandern stumm und Gespenstern gleich Hunderte von abgezehrten Menschen, behangen mit allerlei Beug. Er sieht Manila Surit sich einer Dame mit lehmfarbenem Gesicht nähern; die Dame trägt in den Händen eine Gitarre und einen Wecker und über der Schulter hängt ihr noch ein Unterrod herunter. Wanjka betaftet ben Unterrod, besichtigt die Gitarre und den Becker. Mischka bleibt stehen, um zuzuhören, aber es ist ihm, als ob der Wecker sich in seinem Kopf eingebohrt hätte und dort unaufhörlich flingelte. Er hält sich mit den Fingern die Ohren zu und geht weiter. Plößlich riecht es nach Bret: eine Reihe von Tischen mit Brot. laiben darauf, die so schwarz wie Rot find. Am äußersten Tisch schneidet ein rotbärtiger Mann das Brot mit einem langen Meffet, mit der einen Hand wägt er das Brot und rechnet mit den Käufern ab, mit der anderen fuchtelt er mit dem Messer vor den fich an den Tisch Drängenden herum. Am benachbarten Tisch stehen zwei Ber fäuferinnen, eine verkauft, die andere wehrt sich mit einem Gewicht. Drei flechtenbedeckte Jungen führen zu ihrer Erwärmung einen wilden Tanz um den Tisch auf. Der eine singt: Als fein Sowjet war vorhanden, Bar es Nacht in unsern Landen. Der andere antwortet: Seit der Sowjet uns entstand, Ist es hell im ganzen Land. Mischka drängt sich vorsichtig an den Tisch heran, padt das am äußersten Rande liegende Brot, bohrt seine Zähne tief hinein und ergreift die Flucht. Man holt ihn ein, schlägt ihn auf den Kopf, auf die Augen, in die Zähne, er aber, den Kopf zur Erde gebeugt, ist und ist ohne aufzuhören. Als man ihn zu schlagen aufgehört hat, war die eine Hälfte des Brotes aufgezehrt, die andere lag aber tief im Innern seiner Hosen versteckt. Am Abend ging er zurüd und spuckte mit luftiger Miene Blut aus. Als er in die Nähe des Dorfes fam, musch er sein verschwol lenes Gesicht mit Schnee. Heida! Fort vom Weg!" Ein Schlitten überholt ihn. Drinn sigt Surit und eine Dame mit lehmfarbigem Gesicht, die mit dem Wecker und der Gitarre. Die Sonne sinft zum Schlafe in den rosigen Schnee nieder, über Mischkas Haupt neigen sich die mit Brillanten behangenen Weiden. Seit der Sowjet uns entstand, Ist es hell im ganzen Land, Auf dem Bürgersteig unter den Fenstern und neben den Ladentüren liegen Menschen und stöhnen. Die einen tauter, die anderen leifer. Manche schweigen. Gerade unter Mag Linder wälzt sich ein Bauer mit langem Bart und entblößtem Rücken. Er heult laut, wie ein Welf in der Steppe hinter dem Dorf. Die Borbeigehenden weichen vor ihm scheu zur Seite. Hinter der Türe eines großen Ladens fucht sich Mischka nach seinem Geschmad ein sonniges fingt fröhlich Mischka und stopft sich den Mund voll mit Brot. Plätzchen aus; er legt sich hin und fängt an sich zu wälzen und zu schreien. Schreit lange; Hunderte und Taufende von Menschen gehen vorbei, die Sonne versinkt hinter dem großen Hause, aber niemand gibt ihm etwas. Man sieht ihn nicht einmal an. Vielleicht schreit er nicht laut genug? Nun beginnt er so durchdringend zu schreien, daß es ihm selbst in den Ohren gellt. „ D weh! Ich muß jezt sterben, o weh, Onfelchen, o weh, Tantchen, nur mir sollt ihr geben! Ich bin so gut wie tot! D weh, o weh, o meh!" Und je länger er schreit, desto lauter wird sein Schreien, bis aus dem Laden ein Mann heraustritt, ihn an den Ohren packt und fortschleppt. Ich werde dir das Sterben schon beibringen, du Lump!" Ein alter Herr' n einem abgeschabten Pelz, mit nach außen gekehrtem Fell und weißen Leinenschuhen, betrachtet ihn durch seine goldene Brille und, während er den filbernen Bart bis an Mischkas Geficht neigt, sagt er streng: Mit se einer Stimme stirbt man nicht, Brüderchen. Bist noch ein Kind und sim: lierst schon und lügft. Die dort, die wirklich tot find, schreien nicht." Es ist flar: aus diesem Geschäft wird nichts. Mischka steht auf und geht weiter. Er geht die Straße entlang, biegt in eine andere ein und fommt zum Markt. Steine fürs Feuerzeug!" „ Soda für den Tee!" Bitterer Pfeffer, Zitronensäure!" Dweh, a weh, ich sterbe!" Hier, Bürger, hier gibt's das sichere Glüd! Es kostet mur 200 000. Lorchen, ziehe der Bürgerin den Glüdszettel heraus!" Eva, Anna und Ilse. Keine Liebesgeschichte von Mag Barthel. 1. Die Oberfläche. Die Stadt Senftenberg ist ein nichtssagendes Provinzstädtchen mit kleinen Häusern, schmalen gepflasterten und breiten ungepflasterten Straßen, den üblichen Kirchtürmen, Gasthöfen und Dentmälern, alles zusammen auf eine Formel gebracht: freundlich und langweilig. Sonne scheint, Wind weht, Schnee fällt, das Jahr dreht sich vorüber. Im Wind des Jahres, im Regen, im Schnee weht nun der feine bittere Kohlenstaub der nahen Gruben und Brifettfabriken. Der schwarze Staub liegt auf den Wegen und Straßen, er brennt in der Kehle, jigt bitter auf der Zunge und beißt in den Augen. Und nun ist diese Stadt plößlich nicht mehr langweilig. Sie ist eingefaßt von lauter Kostbarkeiten, von den großen finsteren Gruben, in denen jedes Jahr viele Millionen Tonnen Braunkohle im Tagbau gewonnen werden. Geht man am Abend durch diese Stadt und verläßt ihre Straßen, zucken am dunklen Himmel die Lampenreihen des Bahnhofs, grelles Licht und rote Signale, grüne Signale, und weiter draußen hängen im grauen Nichts die Lampen der donnernden Fabriken, die prächtigen und verlassenen Lichter der tiefen Gruben. Hochauf ragen mächtige Halden, die wie Särge in diese Landschaft hineingestellt sind. Die Landschaft ist Sand, endloser Sand, auf dem verkrüppelte Kiefernwälder, zitternde Birken, sehr traurige Bergmannfiedlungen und fleine verschmußte Dörfer wachsen. Die großen Werte leuchten durch die Nacht. Die vielen Bressen, in denen der feine Kohlenstaub in die richtige Brifettform gebracht wird, stampfen rhythmisch, find umbampft, umffirrt, umbunſtet. Auf schmalen Bändern laufen aus den Mäulern der Breffen die fertigen 1925 | Rohlen nach den Gleisanschlüssen der Eisenbahn, hin zu den Baggons, um dann in langen Zügen abzurollen, nach Berlin, nach Dresden, nach Kiel, nach Hamburg: Industriekohle für die Fabriken und Bäckereien, Hausbrand für die großen Wohnlasernen der vielen Städte. Die Dunkelheit tommt mit fühlem Nebel und schwarzen Tüchern. Die fleine Stadt ertrinkt, versinkt, ist unwichtig mit ihren achtzehntausend Einwohnern, die dort hausen. Wichtig sind die Gruben, die Fabriken, die fünfundzwanzigtausend Arbeiter aus den Dörfern des Industriegebiets, die in den Gruben, auf den Abraumpläzen, an den Bumpen, Maschinen und in den Brikettfabriken Tag und Nacht fchuften. Halb sechs Uhr rufen die Sirenen zur Arbeit. Um fechs Uhr Ja, schuften. ist Schichtwechfel. 3weimal jeden Tag rufen die Sirenen. Jeden Morgen und jeden Abend. Die Schreie der Gruben und Fabriken teilen den Tag. Reißen ihn in Fehen. Tag ist zweimal zwölf Stunden Arbeit. Tag ist immer, auch in der Nacht, Tag ist die Zeit, in der Kohle gebrochen wird, zermalen, getrocknet, ausgepreßt, gelagert, gefühlt, gepreßt, verladen, abgefahren. Die gebrochene Rohle fommt aus den Gruben und der Ingenieur weiß ganz genau, wieviel Brozent Wasser sie enthält, vierzig bis fünfzig Prozent, je nach der Güte des Berges, je nach der Witterung. Bis zu vierzehn Prozent wird das Wasser in der stinkenden Fabrik ausgepreßt. Das alles weiß der Ingenieur. Kohle mit vierzehn Prozent Baffer ist auf den Laufbändern wie trodener, rieselnder Staub Die Generation der Niederlaufiger Bergarbeiter ist durch vierzig Jahre Bergbau gegangen, durch den Krieg und die Inflation und als Arbeitstraft mohl nicht mehr hundertprozentig, trotzdem durch Statistiken bewiesen werden fann, daß die Leistung der Borkriegszeit reichlich überschritten wird( einiges davon mag auf die technische Bervollkommnung der Werke gehen): aber die Ausbeutung der Arbeiter, die grausame Bresse durch das Zweifchichtensystem holt das letzte Atom Kraft aus den Knochen. Bierzig Jahre fann ein Bergmann arbeiten, ehe er bergfertig", das ist arbeitsunfähig, ist. In den Geschäftsberichten von fünf der größten Gesellschaften kann man nachlesen, wie sehr die Arbeiter ausgepreßt werden: über zwölf Millionen Mart Reingeminn in einem einzigen Jahr! Rechnet selbst aus, wieviel die Profitrate eines einzelnen Bergmanns beträgt. Und wollte man untersuchen, wieviel nur ein einziger Mann Kohle gefördert oder Briketts gemacht hat: das Endresultat wäre höhere Mathematit und ewige Heizung einer großen Fabrik oder fleinen Stadt. Und als Profitrate? 3wölf Millionen durch fünfundzwanzigtausend( auf die Beamten und Direktoren wollen wir den verschleierten Gewinn rechnen), also sicher mehr als das teuerste Auto, mehr als vier Monate Lustreise an den Nil oder ein Tripp um die Welt. Immer noch stampfen die Pressen, flirren die Maschinen, laufen die mit Kohle gefüllten Bänder und Waggons. In der schwarzen Tiefe der Gruben trachen und poltern die Kohlenberge zusammen. Die Lichter brennen die ganze Nacht. Bald blizen auch die Lampen der kleinen Stadt auf. Auf dem Heimweg sieht man einen schimmernden Koloß mit dreißig erhellten Fenstern: das Krankenhaus der Kohlenstadt, das größte Gebäude, viel größer als die Kirche, größer als das Gericht. In den Fieberturven und Eingangsbüchern dieses Hauses tann man ganz genau nachlesen, zu mieviel Prozent die Arbeiter ausgepreßt werden. Das Jahr 1924 forderte im mitteldeutschen Braunkohlenrevier 1227 Opfer: 162 Tote und über tausend entschädigungspflichtig Berlegte. An den Motoren, Transmissionen und Arbeitsmaschinen verunglückten 108 Männer, durch den Bahnbetrieb 428, durch elektrischen Strom 17, durch Zusammenbruch und Hinsturz 256 Arbeiter, durch feuergefährliche und äßende Dämpfe 51, durch Fall von Leitern, Treppen und aus Luden 99 Mann und durch Splitterschlag und andere Dinge 139 Menschen. Auch diese Statistik muß man lesen und nicht nur die schön aufgemachten Bilanzen von Ilfe, Evo Erica, Bertha und Renate und wie sonst die Gruben des Kohlentheens alle noch heißen. ( Schluß folgt.) 3m Jahre 1925 1 Millionen Fremde in Italien. Bekanntlich ist der Fremdenzustrom nach Italien während des Krieges start zus rückgegangen; erst seit 1920 beginnt sich die italienische Fremdenindustrie langsam wieder zu erholen, um voraussichtlich in diesem Jahre eine Rekordziffer zu erreichen. Dies geht am besten aus folgender Uebersicht hervor. Italien sah im Jahre 1920: 320 000, 1921: 500 000, 1922: 600 000, 1923: 700 000, 1924: 835.000 Fremde. Nach einer vorläufigen Schäzurg wird sich die letzte Zahl für das Jahr 1925 annähernd verdoppeln. Man schäßt heute die Zahl der Fremden, die Italien in diesem Jahre besuchten, auf 1½ millionen, das find dreimal so viel Frembe als der Jahresdurchschnitt vor dem, Striege ergab. Feuersozietät der Provinz Brandenburg gemeinnützige auti Versicherungsanstalt Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Dir. A. Hellmer 8 Uhr: Der befreite Lessing- Th. 7% Uhr: Don Quichotte Der junge Aar Morgen 8 Uhr: Der befreite Don Quichotte Von Rostand- Klabund Kleines Th. 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Ministerialdirektor Dr. Wallroth betont in seinen begründenden Ausführungen, daß das nach schwierigen Verhandlungen zustande gekommene Vertragswert eine Berwirklichung der im RapalloBertrag aufgestellten Grundsäze bringen und statt der auf vielen Gebieten noch untlaren Verhältnisse zwischen beiden Ländern einen flaren Rechtsboden schaffen wolle. Die Verhandlungen seien deshalb besonders schwierig gewesen, weil ein Ausgleich zwischen zwei grundverschiedenen Wirtschaftssystemen gefunden, werden mußte. Der Vertrag weiche darum von der sonst üblichen Form der Handelsverträge ab. Um der noch im Flusse befindlichen wirt fchaftlichen Entwicklung Rußlands gerecht werden zu können, sei die Geltungsdauer des Wirtschaftsvertrages auf nur zwei Jahre beschränkt worden. Wesentliche Fortschritte feien auf dem Gebiet des Rechtsschutes deutscher Staatsbürger in Rußland erreicht. Abg. Wiffell( Soz.): Wir haben es bei dem vorliegenden Vertrag nicht mit einem Handelsvertrag im üblichen Sinne zu tun, aber doch mit einem Bertrage der die Grundlage für erfprießliche Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland ebnen soll. Darum wird er auch von uns warm begrüßt. Wir hoffen, daß mit diesem Vertrage solchen Differenzen ein Ende gemacht wird, wie sie bei der bekannten Haussuchung in der Berliner Handelsvertretung in Erscheinung getreten sind. Es ist aber auch zu hoffen, daß die Sowjetregie. rung die deutschen Wünsche und Interessen aufmerksamer al, bisher untersucht und die deutschen Bürger in Rußland nicht, wie es bei den beiden deutschen Studenten zum Ausbruch fam, unnötigerweise verlegt. Wir wollen auch hoffen, daß der Außenhandel zwischen den beiden Staaten sich günstiger als bisher entwickeln wird. Freilich darf man in dieser Beziehung nicht mit zu großen Hoffnungen an diesen Vertrag herangehen. Solche Hoffnungen haben fich schon bei früheren Vertragsabschlüssen mit Rußland als Illusion herausgestellt. Leider haben die Tatsachen die Hoffnung, daß man durch den Handelsverkehr mit dem heutigen Rußland die wirtschaft liche Not bezwingen fönne, zum größten Teile zunichte gemacht. Wir Sozialdemokraten haben den Wunsch, die wirtschaftlichen Beziehungen unferes Landes zu Rußland jo eng wie möglich zu geffalfen, wir wünschen zum russischen Bolt so freundschaftlich wie nur zu je einem anderen Bolle der Welt zu stehen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.). Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern gerade als Sozialist würde ich es begrüßen, wenn bei der Durchführung dieses Vertrages das russische Handelsmonopol nicht versagt. Ich hoffe, daß man auf beiden Seiten nicht den Gegner, sondern den Mitarbeiter sehen wird. Bisher hat der russische Außenhandel erft einen Teil des früheren Umfangs erreicht, sehr gering ist noch der Handel mit Deutschland. Die Hauptschuld an dieser Rückständigkeit scheint das russische, Handelsmonopol zu haben. Jetzt scheint man allerdings in Rußland eine Bresche in dieses Monopol schlagen zu wollen. Wir wollen hoffen, daß das auch dem deutschen handelsverkehr mit Rußland zugute fommen wird. Troz der Blutleere der deutschen Wirtschaft wird es hoffentlich möglich sein, die ron Rußland gewünschten Kredite in größerem Umfange zu ge währen. Wir stoßen immer mehr und mehr auf Mauern, die im Westen gegen unseren Handelsverkehr aufgerichtet sind. Im Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Am Sonntag, den 6. Dezember 1925, abends 7 Uhr, in der Aula der Schule Mittenwalder Straße 36, spricht der Genosse R. Abramowitsch über: parfeigenoffen eingeladen. „ Das neue Rußland" und-genoffinnen find zu diesem Vortrag herzlichft Unfoftenbeitrag 20 Pfennig. Arbeitslose frei. Mitgliedsbuch legitimiert! Osten sind die Grundbedingungen gegeben, um mit Deutschland in enge wirtschaftliche Verbindung zu treten. Rußland und Deutsch land sind aufeinander angewiefen, fie müssen Hand in Hand arbeiten. In Deutschland besteht dieser wille, wir zweifeln nicht daran, daß auch Rußland diesen Willen hat. Wir freuen uns über die durch diese Berträge gegebene Annäherung zwischen den beiden Staaten. Zur Klärung einiger Einzelfragen wird noch eine Kommissionsberatung notwendig sein, aber wir wollen hoffen, daß die Ber abschiedung dieser Verträge ein einiges Haus finden wird.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Dr. Reichert( Dnatl.) erklärt, daß seine Partei nicht grundsäglich gegen das russische Außenmonopol sei, aber es habe sich bisher nicht an die Verhältnisse der Weltwirtschaft anpaffen fönnen. Die Schranken zwischen dem Produzenten und dem Berbraucher, die in Rußland durch das Außenhandelsmonopol aufgerichtet worden seien, müssen jetzt beseitigt werden. Es frage sich jetzt, wie weit Rußland in der Lage sei, die eingegangenen Ver die deutsche Wirtschaft aus diesen Berträgen besonders große Bor teile ziehen werde. Die politische Bedeutung des Vertragswerts steht für seine Partei in vorderster Linie. Die politische und wirtschaftliche Auswirkung des Bertrages, der noch in manchen Bunkten der Erweiterung bedürfe, metde beide Bölter einander näher bringen. Mittwoch, 2. Dezember 1923 tatastrophe für ganz Europa. Wir, die wir diesen Vertrag angestrebt haben, sehen es jetzt als unsere ganz besondere Aufgabe an, darüber zu machen, daß der Eintritt in den Bölkerbund nicht diejenige Bendung nimmt, die viele befürchten.( Abg. Henning ruft: Der Reichstag als Nachtwächter!) Herr Abg. Henning, der Reichstag hat einen Nachtwächter, und das sind Sie!( Stürmische Heiterkeit.) Wir werden darüber wachen und den Mittelparteien liegt die Aufgabe ob, Locarno zum Ausdrud tommt.( Buruf b. d. Bölt.: Wie wellen Sie eine Regierung zu bilden, in der die Arbeit für den Vertrag von das machen?) Sie wissen doch ganz genau, daß Blut an Ihren Fingern flebt.( Abg. Henning( Bölt.): Machen Sie sich doch nicht lächerlich!) Wir haben an den zuständigen Stellen immer auf die Wichtigkeit der Ostarbeit hingewiesen und im Auswärtigen Amt dafür auch Verständnis gefunden. So muß es auch in den nächsten Tagen in der Bildung der Regierung zum Ausdruc Politit nicht sabotiert, sondern fortgeführt wird.( Beifall links.) tommen. Wir werden uns so einstellen, daß die im Osten begonnene Handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Damit ist die Aussprache beendet. Der Gesezentwurf wird dem Der Vertrag mit Italien. Es folgt die zweite Beratung des Handels- und Schiffahrtsver trags zwischen dem Deutschen Reiche und dem Königreich Italien und des Abkommens zwischen dem Deutschen Reiche und Italien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Regelung anderer Fragen auf dem Gebiete der direkten Steuern. Dr. Schneider- Dresden( Dnat.) berichtet über die Verhandlungen der Ausschüsse, des auswärtigen und des handelspolitischen, die die Annahme der Abkommen empfehlen. Abg. Gieße( Dnat.) begrüßt den Abschluß des Vertrages, wenn auch dessen Inhalt seine Fraktion nicht voll befriedige Der Redner empfiehlt eine Resolution, monach beim Abschluß weiterer Handelsverträge die 3ollsäge, die für den Weinbau im italienischen Handelsvertrag festgelegt sind, nicht herabgesezt, und für einen ausreichenden Schutz des deutschen Obst- und Gemüsebaues Sorge getragen werden soll. Abg. Kerp( 3.) schildert den harten Kampf, den die deutschen Binger um ihre Eristenz zu führen hätten. Die bisherigen Hilfs maßnahmen, von denen Abg. Hilferding eine falsche Darstellung gegeben habe, feien ungenügend. Trotz aller Bedenken im einzelnen werde seine Partei dem Abkommen zustimmen. Der Redner polemisiert dann gegen einen Artikel des Vorwärts", dem er aber absolut falsche Absichten unterschiebt. Es ist in feiner Beile des betreffenden Artikels die Rede davon, daß der deutsche Weinbau feine Eristenzberechtigung mehr habe, sondern nur davon, daß andere Produktionsmethoden notwendig seien. Nach Ausführungen des Abg. Rosenberg( Komm.) wird die Beiterberatung auf Mittwoch 1 Uhr vertagt. Ohne Aussprache wurden die noch auf der Tagesordnung stehenden Anträge zur Lohnsteuer dem Steuerausschuß überwiesen. Auf der Tagesordnung der Mittwoch- Sizung stehen noch die Handelsabkommen mit Defterreich und der Schweiz, die Anträge zur Fürsten abfindung und die dritte Beratung einiger Haushalte. Schluß 7 Uhr. Mittwoch zur Beratung der Handelsverträge zusammen. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages tritt am von einer Prophetin Sowjetrußlands um ein Militärbündnis mit pflichtungen zu erfüllen. Alles in allem jei nicht zu erwarten, daß parteinachrichten Freilich sehen wir in Rußland nicht die Zentrale des Weltsozialismus. Wir glauben nicht an Rußlands Mission zur sozialen Befreiung der Welt, dazu hat es mit seinem eigenen inneren Aufbauprogramm viel zu viel zu tun. Wir sind auch anderer Meinung als Frau 3ettin, die neulich zu diesem Thema gesprochen hat. Wenn ich in der kommunistischen Bresse lese, was da über die Hindenburg- Republik geschrieben wird, und wenn ich höre, wie hier dieser Hindenburg- Republif geworben wird, so fezt mich das in Erstaunen. Ein solches Bündnis zwischen Deutschland und Rußland mit ber Spige gegen England muß geradeswegs in einen Krieg hineinführen.( Sehr richtig! ber den Sozialdemokraten.) Der Gegen fag zwischen England und Rußland kann nicht auf die Formel ge bracht werden: Hie Kapitalismus, hie Sozialismus." Es muß richtig heißen: Sie englischer Imperialismus, hie russischer Imperialismus." Wir wollen weder die Landsknechte des einen noch des anderen Imperialismus jein. Wir lehnen die Abenteurerpolifit, die uns Frau Zeffin empfiehlt, und wie sie auch unter Wilhelm II. nicht schlimmer getrieben worden ist, ab. Wie aber die Die erste Voraussetzung eines normalen Wirtschaftsverkehrs ist das Bestehen bestimmter Rechtsgrundsäße. besonderen Vorrechte für deutsche Staatsangehörige und für deutsche Handelsfirmen im Vertrag zum Ausdruck kommen, sind im Verkehr 3zwischen modernen gleichberechtigten Staaten ungewöhnlich. Es ist zum Beispiel vorgesehen, daß Vermögenstonfistationen auf deutsche Staatsangehörige in Rußland feine Anwendung finden. Diese Vorrechte der Ausländer im Vergleich zu einheimischen Bürgern tommen bei den Konzessionsverträgen ganz besonders zum Ausdruck. Da dadurch die gesamte in Betracht kommende ruffische Gesetzgebung hinfällig wird, genießen also deutsche Unternehmungen in Rußland eine ganz privilegierte Stellung. Wegen dieser Eigenart erinnert der Vertrag an Verträge mit halb folonialen Ländern Die wirtschaftlichen Beziehungen würden sich viel leichter entwideln, wenn der ganze Apparat die Privilegien ebenso überflüssig machte, wie es im Verkehr mit anderen europäischen Staaten der Fall ist. So ausführlich die betreffenden Teile des Vertrages auch gehalten sind, so liefern sie für den wirtschaftlichen Berkehr doch teinen vollen Ersatz für die einfache Rechtsficherheit eines modernen Kulturstaates. Solange die ruffische Regierung in bezug auf persönliche Freiheit und wirtschaft. liche Gesetzgebung nicht von den Methoden der Diftatur und des Terrorismus zu denjenigen der Demotratie übergeht, bleiben diese für Rußland etwas schmerzlichen Teile des Bertrages not wendig. Man wird es begrüßen müssen, wenn ein innerer Wandel der politischen Situation in Rußland diese Teile des Bertrages voll ständig überflüssig macht. In dieser Richtung gehen auch die Wünsche der deutschen und der russischen Sozialdemokratie. Abg. v. Raumer( D. Bp.) betont die politische Bedeutung des Abkommens. Er stellt teinen Handelsvertrag, sondern einen Wirtschaftsvertrag dar. Abg. Stoeder( RPD.) wiederholt die fommunistische Phrase, daß Deutschland durch das Abkommen von Locarno zum Landsknecht im Dienste Englands geworden sei. sich mit dem in Rußland bestehenden Handelsmonopol ab. Abg. Haas( Dem.) richtet an die deutsche Wirtschaft die Mahnung, zufinden. Aber man müsse vor der Illusion warnen, als ob fich die deutschen Kaufleute nunmehr in Rußland ebenso frei betätigen tönnten wie in anderen Staaten. Die von den Kommunisten befürchtete antiruffische Politif werde nie durchgeführt werden, weil fie im deutschen Bolte teinen Boden finde. Deutschland sei auf vertrauensvolle Beziehungen zum Osten und zum Besten angewiesen. hauptet aber, daß der Bertrag von Locarno fich gegen Rußland Abg. Graf Reventlow( Bölt.) stimmt dem Abkommen zu, be richte. Unsere Ideale sind allerdings andere.( 3uruf: Sie haben gar teine Ideale! Heiterkeit.) Im Ausschuß werde der Bertrag im eindelnen noch zu prüfen fein. Abg. Dr. Wirth( 3.) gibt seinem Erstaunen darüber Ausdrud, welche Bandlungen die Stimmung des Reichstags gegenüber dem Osten durchgemacht habe. Die Rede des Grafen v. Be starp über die Ostpolitif war in dieser Beziehung schon bemerkenswert. Daß aber ein völtischer Ab. geordneter diese Gelegenheit benutzt zu einem Vorstoß gegen ben Weltimperialismus, das war auch für mich eine große Leberraschung. Wir haben ja doch an der Wiege der Rapollo- Politit gestanden.( Es tommt zu stürmischen Auseinandersetzungen.) Nach Rapollo hat ein Abgeordneter dieses Hauses in einer Zeitschrift den Sag geschrieben: Raum war die Ehre Deutschlands in den Händen dieses Mannes in Rapollo, und er sprach von Rathenau so war die Ehre Deutschlands verloren und verraten, das hat der Abg. Henning geschrieben. Die Weltgeschichte hat ihre Ironie. ( Zuruf b. d. Bölkischen: Gott der Gerechte!) Heute stellt sich Graf Reventlom hier her und verteidigt die Politik Rathenaus, die noch vor wenigen Jahren die Leute, die hinter Ihnen( zu den Bölfischen) stehen, verurteilt haben. Für mich steht das historische Faktum fest, daß eine rechts orientierte Regierung nicht nur den Weg nach Locarno gegangen ist, sondern diese Politik bis zum letzten Federstrich gemacht hat. Daß das eine republita. Rußland hat fich das Außenhandelsmonopol vor behalten. Wenn irgendeiner, so habe ich Verständnis für den Ber such, auch den Außenhandel in den Dienst des Wiederaufbaues der Wirtschaft und der Währung zu stellen. Rußland will durch das Außenhandelsmonopol seine Handels- und Zahlungsbilanz möglichst aftiv halten. Mit diesem Handelsmonopol hält aber auch der russische Staat dem Ausland gegenüber ein 3nstrument von ungeheurer wirtschaftlicher Macht in der Hand. Bisnische Politit ist, ist auch eine Ironie der Weltgeschichte. her hat Rußland zwei Handelsverträge abgeschlossen. mit Italien und mit England. Der italienische Vertrag ist bisher nicht fruchtbar gewesen, und England hat den Vertrag nicht ratifiziert. Bei dem deutschen Bertrag mußte der Bersuch gemacht werden, eine Wir müssen nun als Mitglied des Bölterbundes- wir werden es in furzem sein so operieren, daß wir nicht als Spiße eines gegen Rußland und den Osten gerichteten Konzerns regieren. Ein Rüdgängigmachen dieses Ereignisses wäre die große WirtschaftsEinsendungen für diefe Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssetretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, an richten. Achtung, Eisenbahner! Der Werbeausschuß der Eisenbahner hat fich neu tonstituiert. Die Berbe arbeit im Reichsbahnbetriebe tut unter Berüdfichtigung der dort herrschenden realtionären Berhältnisse außerordentlich not. Alle Eisenbahner werden ersucht. ihre Abressen diesem Ausschuk, a. 5. des Schriftführers Genoffen Klawitter, Berlin- Schöneberg. Apostel- Baulus- Str. 7, einzusenden. Die Beamtenzentrale. * 3. Kreis Webbing. Freitag, den 4. Dezember, 7% Uhr, Gigung des erweiter ten Rreisvorstandes mit den Funktionären der 21. Abteilung an der be tannten Stelle. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde: Donners. tag, den 3. Dezember, 7% Uhr, in der Schule Eberswalder Str. 12. Bortrag. 8med und Riel der Kinderfreunde. Referent: Richard Weimann. 5. Kreis Friedrichshain. Alle Funktionärinnen müssen in der schon befannt gegebenen Sigung am Donnerstag, den 3. Dezember, pünktlich 7% Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19, erscheinen. Auch die Funktionärinnen der Wohlfahrt und Kinderfreunde. 6. Kreis Kreuzberg. Obleute der Sozialistischen Elternbeiräte! Donnerstag. den 3. Dezember, 7% Uhr, Sigung bei Wolf, Gräfe. Ede Möllenhofstraße. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. Interessierte Genoffen find eine geladen. 15. Kreis Treptow. Donnerstag, den 3. Dezember, 7% Uhr, in Niederschöne weibe bei Thiele, Berliner Ede Fennstraße, Kreisvorstandssigung. Die Abteilungsleiter find eingeladen. 19. Kreis Pantow. Mittwoch, den 2. Dezember, 7 Uhr, im Türkischen Relt, Breite Str. 14, Rreisdelegiertenverfammlung, und nicht, wie irrtümlich angegeben. Kreismitgliederve: fammlung. Heute, Mittwoch, den 2. Dezember: 5. bt. 8 Uhr Georgenkirchstr. 36, Funktionärsikung. 53. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Lur, Hutten. Ede Ufnaustraße, Seitere Rezitationen. Vortragender: Theo Maret. 92. Abt. Reukölln. Pünktlich 8 Uhr bei Wolff. Raifer- Friedrich- Str. 173, Gitung des Borstandes mit den Bezirksführern. Am Erscheinen ver hinderte Beairtsführer müssen unbedingt eine Bertretung bestellen. Morgen, Donnerstag, den 3. Dezember: 37. bt. 7 Uhr bei Pfeiffer, Sausburaftt. 2, Sigung aller Funktionäre. Des weiteren find zu diefer Sigung auch die Gemertschaftsangestellten ber 37. Abteilung eingeladen. 38. Abt. 7 Uhr Sikung des Abteilungsvorfbandes. Um 8 Uhr Sikung ber Weihnachtskommission, beides beim Abteilungsleiter. Junasozialisten. Seute. Mittwoch, findet die erste Zusammenkunft ber Junglozialisten Weißenfees statt. Jugendheim Roelde. Ede Char Tottenburger Straße. Bir bitten um zahlreiche Beteiligung. Anfang pünktlich 7% Uhr. Gruppe Pantow. Jungfozialisten, Arbeiteringend, Rinderfreunde: Am Donnerstag, den 3. Dezember. 8 Uhr, im Jugendheim Breite Str. 32 Bortrag des Genoffen Floerfe über: Internationale Aleinarbeit". Interessierte Genoffen werden hiermit eingeladen. Musilaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufiterverbandes, Berlin 027. Andieasstr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch Preisabbau auch bei der Pneumette: Die neue Type Volks- Pneumette" kostet nur Mark 7.Leiser das größte Schuh- Spezialhaus Groß- Berlins Zusammenbruch der polnischen Währung Nachdem während der letzten Donate und Wochen die fran. zösische Frank- Währung im Mittelpunft des Intereffes am inter nationalen Devisenmarkt gestanden hatte, ist neuerdings die polnische 3loty. Bährung in die zweifelhafte Rolle als Hauptobjekt der internationalen Spefulation eingetreten. An der Berliner Börje, wo ber 3loth noch vor wenigen Tagen zum Rurs von 60 m. für 100 Zloty notiert wurde, also immerhin noch auf 75 Broz feines Golbwertes stand( bei einer Barität von 81 m. für 100 3loty). hat bie polnische Devise am Sonnabend nur noch rund 50 m, am Montag nur noch rund 46 m. gegolten, um im Berlauf des geftrigen Tages bis auf 36 M zurüdzugehen. Das heißt also, daß ber Zloty in taum vier Tagen von 75 Bros. auf 44 Bros. feines Goldnertes herabgestürzt ist! Die Ursachen diefes plöglichen Sturzes liegen zum Teil weit zurüd. Die polnische Zloty- Währung ist, ähnlich wie die deutsche Rentenmart, in ber Stabilisierungsperiode Bolens geschaffen worden, die dort einige Monate später als in Deutschland, nämlich zu Beginn des Jahres 1924, einsetzte. Bis in den Juli 1925 hinein, also fast 1% Jahre lang, war es der polnischen Währungspolitik gelungen, den Kursstand annähernd stabil zu erhalten. Einem plöglichen Rückschlag gegenüber, der Ende Jufi einfegte, folgte im Auguft eine bemerkenswerte Erholung des Kurses. Auch im Durch schnitt der Septembernotierungen gelang es, ein Niveau von rund 92 Proz. des Goldwertes aufrechtzuerhalten, und im Oftober war, nach starten Schwankungen zu Monatsbeginn, eine erhebliche Auf besserung des Kursstandes bis auf 87 Proz. des Goldwertes zu erzielen. Der langfam stärfer werdende Berfall setzte dann im Ber. lauf des November ein. Gegen die Mitte dieses Monats trat das Kabinett Brabiti, das bei den Mehrheitsverhältnissen im Sejm an einer Durchführung seiner Sanierungsmaßnahmen verzweifelt, zurüd. Während der sich 14 Tage lang hinschleppenden Regie rungstrife, die ihren Abschluß im Zustandekommen eines 3en tralisationsfabinettes" unter Führung von Strzynfti fand, sant der Kurs gelegentlich bereits bis auf 57 Broz, um sich dann wieder, gegen den 23. November, bis auf 61,75 Broz. zu erholen. Nach diefem furzen Aufschwung trat dann um die Monatsmende, einiger maßen überraschend ,, der panifartige Zusammenbruch, begleitet von einer ungeheuren Flucht aus der 3loty Währung", ein. thetembanten- In biefem Zusammenhang interessiert nur, baß bei den Staatsbanken eine Erhöhung der fremben Gelder eingetreten ist, die für die Seehandlung allein allerdings nicht in Erscheinung tritt. Dieser Zunahme um rund 40 auf 231 Millionen RM. steht auf der Aktivseite eine Zunahme der Wechselbestände um rund 35 auf 441 Millionen RM. und der Debitoren von 0,97 auf 1,01 milliarde RM. gegenüber( d. i. um 43 Millionen). Dagegen sind auf der Aktivseite weiter die Nostroguthaben von 309 auf 256 Millionen zurüdgegangen. Die Tätig. feit ber Staatsbanten steht also im Zeichen einer ſtarten Ausweitung ihrer Krebitgemährung. Eine ähnliche Bewegung ist bei ben Girozentralen festzustellen, wo die turzfristigen Ausleihungen um 14 Millionen, die langfristigen um rund 36 Millionen auf insgesamt rund 607 Millionen RM. zuge nommen haben, während die Mittel hierzu aus einer Berringerung Zuhilfenahme ausländischer Krebite später, nach Aufhören der Inflation, haben lange Zeit die tatsächlichen Schwierigkeiten überbrückt und verschleiert. Es tommt hinzu, daß die wirt ( chafts- und Finanspolitit Bolens, getragen von dem Streben nach einer Großmachtstellung, außergewöhnlich grobe Fehler gemacht hat, so daß ber jezige Bährungszusammenbruch, ber fymptomatisch für die Lebensunfähigkeit der fünftlich auf geblähten polnischen Volkswirtschaft ist, nun die Verhältnisse beson bers trübe erscheinen läßt. Die polnische Währungstrise wird damit geradezu zu einer Staatstrife Besonders bemerkenswert ist, daß bie amerikanische famohl mie die englische Finanzhilfe bisher ausgeblieben ist rantreich und Stalien, bie gleichfalls in Bolen erhebliche politische und wirtschaftliche Intereffen haben und beren- freilich durchaus nicht uneigennüßige Hilfe es zu verdanten ist, daß die bisherigen Wirtschaftsnöte Bolens bis vor turzem nicht schärfer in Erscheinung zu treten brauchten, find im Augenblick allzu ftart mit eigenen bes Jugend spran!" nam Monat Dezember. Abrechnung der Beitragsmarken. Finanznöten belastet, um helfend eingreifen zu können. bes Bechsel- und Schaganmeifungsbestandes und aus der starken Sunahme der provisionsfreien Einlagen( von rund 828 auf 874 Millionen RM.) stammen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungstaffierer! Seute Ausgabe der Arbeiter Jugend" und Achtung, Jugendgenoffen und Jugendgenoffinnen! Am Sonntag, ben 6. Dezember, abends 7 Uhr, spricht der Genoffe R. Abramowitsch über: Das neue Rußland" in der Schulaula Mittenwalder Str. 36. Untoftenbeitrag 20 Bf. Mitgliedsbuch legitimiert. Arbeitslose frei. Abteilungsmitgliederversammlungen heute 7½ Uhr: Webbing: Schule Ruheplak Ede Antonftrake. Rofenthaler Vorstadt: Schule Gipsitr. 23a. Friedrichshain: Jugendheim Dieftelmeyerstr. 6/7. Often Fr.- B.: Jugendheim Rigaer Str. 102. Südost R.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Westen: Rinderhort Dennewikstr. 23. Lankwig: Wann Falkenberg: Jugendheim Am Falkenberg 117. Niederschöneweide: Friebrid shagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105. Gemeindefcule Schulfrake. Tempelhof: Lnzeum Germaniaftr. 4/6. fee: Schule Charlotten ſtrake. Schule Berliner Str. 81. Raulsborf: Schule Adolffir. 25. Lichtenberg Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22. Lichtenberg:£ nacum Bring- Albert- Straße. Lichtenberg- Norb: Barkaue 10. * Neu So erfüllt fich an Bolen bas bittere Schidfal eigener Schulb. Die Bassivität der Handelsbilanz, eine Erscheinung, die nahezu allen europäischen Ländern gleicherweise eigentümlich ist, bedeutete für das isolierte Bolen, dem Auslandstrebite fehlen, die allmähliche Beraubung seiner Devisenvorräte. Als in den leßten Monaten endlich( September, Oftober und wohl auch Novem ber), endlich durch eine außerordentlich rigorose Handels. politit, die für die Mehrzahl der Waren schließlich Einfuhr verbote( oder praktisch gleichbedeutende Maßnahmen) schuf, war es schon zu spät: die Menge der im Ausland schwimmend" befind lichen polnischen Zahlungsmittel genügt jeßt, sobald sich nur die Spefulation ihrer bemächtigt, um durch Berkäufe von Zlotywerten den Kurs jederzeit bis zu einem beliebigen Tiefstand herunter zuwerfen. Die Polnische Bank und die geringen Währungsreferven der Staatstaffen find gegenüber diefem Ueberangebot an 3lotys praktisch hilflos. Wenn auch noch auf dem Papier eine Dedung des( offiziellen!) Banknotenumlaufs in Höhe von 34,5 Broz.( gegenüber einer vorgeschriebenen Deckung von 33 Broz.) Berbebegir? Realöln: Rinderlefehalle Rogatftr. 11/12. Werbebezirk Brenz vorhanden ist und, praktisch gefehen, die Dedung des Gesamt lauer Berg II: Borwärts- Spedition Greifenhagener Str. 22. umlaufs an Noten und unterwertigen Münzen( staatlicher Ausgabe und Banknoten der Bank Bolsti zusammen) etwa 15 Proz. beträgt, Wie so oft bei plöglichen Kursstürzen, ist ein eigentlicher Grund so will dies doch überhaupt nichts besagen, weil diese Deckungsber Bewegung nicht anzugeben. Die allgemeinen Urfachen, die zur reserve nicht zur Beeinflussung des Kurjes verwendet Schwächung des Kurfes geführt haben, sind seit Monaten und zum werden tann. Solange also nicht ausländische Hilfe eintrifft, wird Teil schon seit Jahren, ja, schon seit der Gründung des pol bie polnische Währung auf das schärfste gefährdet bleiben. Diese nischen Staates, vorhanden. Aehnlich wie die Stabilisierungstrife Auslandshilfe aber wird nur dann wirksam fein tönnen, menn fie in Desterreich die wirtschaftliche Lebensunfähigtelt dieses Staates es erreicht, daß die maßlofe lleberspannung der Staats. erst nach Monaten, lange nach der gelungenen Stabilisierung, herausgaben, besonders der Ausgaben für Heer und Rüstung, auf Dortreten ließ, fo auch in Polen. Die Inflation zuerst, bie ein erträgliches Maß herabgemindert werden. Helmholkplak: Schule Eberswalder Str. 10. Bortrag: Entstehung bes Bolksliedes". Often B.- B.: Jugendheim Tiiter Str. 4. Bortrag: Die fezuelle Frage" I, Seil.- Südoft R.- B.: Sugendheim Reichenberger Str. 66. Bildungskurse: H TET Werbebegirt Kreuzberg: Mittwoch den 9. Dezember, im Sigungsfaal Nordite. 11 abends 7 Uhr. Borführung des Hamburafilms. Eintritt 30 Bf. Gorgt für rege Beteiligung. Arbeitersport. Dee 66. Berofina, RealBlin, batte am Sonntag ble RGB. Rolberg zu Gaste, arm mit ihr einen Städtekampf im Ringen auszutragen, ben Berolina 8: 6 gewinnen bonnte. Rahlreich erfchienene Satereffenten waren Reugen spannenber Rämpfe, Im Herausforderungsheben fiente Rullweit- Berolina vor Unzel mann- Nord- Weſt. Um die Kreismeisterschaft token am Freitag, den 4. Desember amei alte Rivalen in SC. Lurich, Berlin, und GC, Berolina, Neukölln, in Neukölln. Turnhalle Thomasstraße. um 8 Uhr flatt. Berliner Arbeiter- Echacnb. Die Abteilung Süden" fpielt jeden Donnerstag bei Otto Sadbarth. Mustauer Straße 10. Ede Eisenbahnftake. trag über Endiviele. Gäfte gern acfehen. Geschäftliche Mitteilungen. befferung in ber Liquiditätshaltung eingetreten ist. aufammen. Beibe Bereine find belte Rlaffe. Diefes intereffante Treffen findet Bei den 89( privaten) Kreditbanken, die 3meimonatsbilanzen Dor fegen( gegen 88 zum Augufttermin) find die fremden Gelder, d. h. Die Guthaben deutscher Banten, die Einlagen in provisions Am Donnerstag, den 3. Desember, hält Schachfreund$. Feierabend einen Vorfreier Rechnung und die sonstigen" Kreditoren, auf 5,015 Milliarden Reichsmart gegen 5,225 milliarden Ende August zurückgegangen. Demgegenüber stebt auf der Attivfeite eine Zunahme der sofort greifbaren Mittel( Raffenbestände, Guthaben bei Roten banten, Noftroguthaben) um 4 Broz auf 947,5 Millionen RM. Die liquiden Mittel im weiteren Sinne, d. h außer menich nicht imitande ift, non einer aclod'en Nahrung zu leben, bie awar den fofort greifbaren Mitteln noch die Bestände an Wechseln und Schaganweisungen, und die Reports und Bombarde gegen Berb papiere, find von 2,45 Milliarden auf 2,53 Milliarden RM. ange. wachsen. Daraus wäre eine Liquiditätsziffer von 50,5 Proz, mird. Die Mineralfalse bienen bem Meniden nicht nur als Urbaumaterial gegen rund 47 Broz. zu Auguft, zu berechnen. Kapitalerhöhung der Arbeiterbank. Uffienkapital 4 Millionen Mark Günftige Entwicklung. Am Sonnabend, ben 28. November 1925, fand eine außer prdentliche Generalversammlung der Bant der Arbetter, Angestellten und Beamten, 2.-G., Berlin, statt, in der einstimmig der Beschluß gefaßt wurde, bas Aktienkapital von 750 000 R. auf 4 000 000 R zu erhöhen. Die neuen Attien merden von den bisherigen Attionären, bem Allgemeinen Deutschen Gemertschaftsbund, dem Allgemeinen freien Angestellten bund und dem Allgemeinen Deutschen Be amtenbund sowie von den diesen Spizenorganisationen ange fchloffenen einzelnen Gewerkschaften übernommen; außerdem hat sich bie Ronzentration 2.-G., Berlin, und ber auptverband deutscher Krantenfaffen e B., Charlottenburg, beteiligt. Die beschlossene Kapitalerhöhung wird noch in diesem Jahre durchge führt werden. Aus dem Bericht der Berwaltung ergibt sich, baß die Entwid- schaft, Commerz und Privatbant, Mitteldeutsche Kreditbant. Lummg der Bank in dem bisher abgelaufenen Teil des Geschäftsjahres 1925 günstig war, so daß eine angemessene Dividende zu erwarten steht. Neu eingerichtet hat die Bant im September b. 3. eine Filiale in Hamburg, Besenbinderhof 57/59, die bisher auch einen erfreulichen Entwidlungsgang genommen hat. Ferner ist eine Spartaffe eingerichtet worden, an der sich die meisten Gewerkschaften und deren örtliche Stellen durch tätige Mithilfe beteiligen. Geldmarkt und Großbanken. Die Zweimonatsbilanzen von Ende Oktober. Seit Ende Februar haben die deutschen Großbanten, auf das Drängen der Reichsbant hin, ihre Bortriegsgewohnheiten insoweit wieder aufgenommen, als sie in Zeiträumen von zwei zu zwei Monaten regelmäßige Angaben über ihre Bilanz veröffentlichen. Die fünfte dieser Zweimonatsbilanzen, abgeschloffen zu Ende D. tober, liegt jetzt vor. Sie darf deshalb erhöhtes Intereſſe beanspruchen, weil wir gerade jest wieder am Abschluß eines Monats stehen, und weil die außerordentlich günstige Lage des Geldmarties zu Ende November, die jetzt in Erscheinung getreten ist, von der größten Wichtigkeit fein fann: aus ihr ist nämlich die Hoffnung auf eine Belebung der Börsentätigkeit abzuleiten. Bären mir jetzt schon so weit wie in Amerita, wo nicht nur die Geldmarft. fäße, sondern auch die( ihnen zugrunde liegende) Beanspruchungs. quote ber Banten jofort veröffentlicht werden, so ließen sich in Bon besonderer Bedeutung ist stets der Status ber( in ben erwähnten 88 Kreditbanken mitgezählten) echs Großen, ber Banten der Berliner Stempelpereinigung: Deutsche, Dresdner, Danat( Darmstädter und Nationalbant), Distontogefell. Bei biefen sechs Banken ist der Rückgang der fremden Gelber um rund 85 Millionen RM. auf 3,98 Milliarden nicht erheblich. Bon dem Rüdgang entfallen rund 40 Millionen auf den Posten Gutbaben beutscher Banten, ber als besonders gefährlich, zumal während fritischer Zeiten, angesehen wird, weil dann diese Gelder meist sehr schnell zurückgefordert werden. Der Kaffenbest and, ber mährend ber beiden Bormonate( von Ende Juni bis Ende August) um volle 45 Millionen zurüdgegangen war, hat sich um weitere 4 Millionen RM. verringert. Diefem Rüdgana ftoht aber eine starte Zunahme der Roftroguthaben bei Banten um rund 100 Millionen gegenüber, so daß für die fofort greif baren Mittel insgesamt eine Bermehrung um rund 6 Broz auf 746 Millionen RM. festzustellen ist. Die( wie oben berechneten) liquiden Anlagen stellen sich mit rund 1,99 Milliarden um etwa 4,7 Broz. höher als Ende August( wobei die Zunahme in erster Linie auf die Bermehrung ber Rostroguthaben entfällt). So läßt sich für die Großbanten eine Liquiditätsziffer von 50,2 Broz gegen 46,5 Proz. im Auguft errechnen. Die Tebentung ber Mineralfalse unb Bitamine ergibt sich nach den neueren forschungen ber biolog.fden Sngiene aus der Tatsache, daß der genügend Eimeik. Fette und Rohlchndrate( Stärke) enthält, aber im übrigen arm an Mineralstoffen( Aufbaufalsen) und Bitaminen( Lebensträger) ift. Daber ift es flar dok felbst nur bei Mangel an Mineralfalzen und Bi'a minen zum mintefien eine Beranlaguna für Aranfheiten aller Art gefa fen für die ben Organismus bildenden Millionen von Fellen, fondern auch als vernelektrische Erreger unb Recfifpender. Diefe geheimnisvollen, erit jest erfannien Beziehungen maren die Gefichtsvunkte, die im Berein mit der Stofmendigteit, die Altaleſzens der Körperfäfte und damit die lebenswichtigen Bitamin- Nah: falz- Gef. m. b. 5. bet ber Serftellung ihres viel gebrauchten Thagocytose. b. b. bie Berniatung ber Grantheitsfeffe, au fördern. Die die Dr. Schräbers Aufbaufala Tetteten. As phyfiologische Nahrungsergänzung ift diefes Präparat bei ber üblichen mineralfalzarmen Roft bazu beftimmt, ben menschlichen Rörper leistungsfähig und traftvoll zu erhalten. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teffnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres gu en Vaters, des Werkmeisters Oskar Lahn sagen wir allen Verwandten, Bekannten und Kollegen der SSW, Kleinbau Abt 12 unseren herzlichsten Dank. 12/13 Berlin, Dezember 1925 Wwe. Marle Lahn und Kinder. Statt Ratten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tellnahme beim Sinscheiben meines geliebten Mannes. bes Stabirates a Otto Schmidt GummiMäntel für Herren, Damen u.Kinder, vorrätig u. nach Maß Pelerinen u. Windjacken Reparaturen. Spezialgeschäft Weinheber, Petristr. 1. a d'Gertrauitenstr. Zur Silberhochzeit unferen Genossen Paul und Anna Finske bie herzlichsten Glückwünsche. Abteilung Oberschöneweibe Die Betriebsräte tfchrift. Nr. 24 ist Die Summe der Debitoren hat sich zwar um ein Geringes ( Don 2,33 auf 2,39 Milliarden RM.) erhöht, aber dabei ist eine er fage teh hiermit allen Berwandten FreDeutscher Metallarbeiter- Verband hebliche Berringerung ber ungedeckten und eine entsprechende Buben, Barietgenoffen und Betannien, ing nahme der gedeckten Debitoren zu verzeichnen. Diese Entwicklung einer für die frößtenden Borte am Achtung! Betriebsräte Achtung! befonbere bem Bürgermeister Herrn Dr liegt also in der gleichen Richtung. Die Banten find vorsichtiger ge: Garge des Berstorbenen, den verehrten worden und halten ihre Mittel ftraffer zufammen, forgfältig auf Serren Beamten des Bez Jugendamts zu Liquidität und Sicherheit der Kredite bedacht. Bom Standpunft der Bin Panlow- ber legten wirtungsstätte erschienen und tonn gegen Borlegung der bes Cntichlafenen, bem Bertreter der 2 gitimationstarte Des Betriebsrats Wirtschaft aus bedeutet diese Entwicklung naturgemäß eine Ber. Sozialdemokratischen Battei, ber Rolfegen- obmannes in unserem Bureau, Zimmer 5 Das bedeutet halt ber Ortstranten affe Hir das Buch oder 4, in Empfang genommen werden. ringerung der Krebitmöglichkeiten. Die Ortsverwaltung. Bidjbruderoribandes zu Berlin, dem Be 3. B. auch, daß, während der Kapitalmangel fich immer stärker be budgewerbe zu Berlin, den Bertretern des mertbar macht, die Einlagen( Depofiten) feitens der Brivaten sirksamt web ber Bezirksveriammlung Innungskrankenk. d. Juweliere, Gold- u. bei den Banten starter anwachsen, als die Summe der von dem Beamtenausschuß beim Bezirksamt ben Banten an die Brivaten gewährten Strebite! Dies ist natürlich fowie der Ortsgruppe Bin Banton de Silberschmiede( Zwangsienung) z.Berlin Berbandes ber Rommunalbeamten und die unangenehme Rehrfeite ber an fich recht begrüßensmerten Angestellten Breußens [ 12.14 höheren Liquidität im Status der Banten. innigften Dant. Berlin- Bankow, Berliner Str. 24. Elisabeth Schmidt., Die öffentlichen Banten. Bekanntmachung. Die vom Ausschuß beichloffene 16. Gagungs änderu g it Dom Oberver fideungsamt am 21. November 1925 genehmigt worden. Die Rafenbeuräge betragen ab Montag. ben 30 November 1925: fechs Gundertftel des Grundlohns. wenigen Tagen schon, sobald die Bankbilanzen für Ende November Dorliegen würden, genauere Angaben darüber machen, ob die Flüssigkeit des Geldmarftes tatsächlich auf einer geringeren AnSpannung der Banken beruht oder nur auf technischen Momenten des Geldmarktes. Solange uns jedoch die aktuellen Angaben fehlen, Reben dem Stand der 89( privaten) Kreditbanfen wird in ber müffen wir uns darauf beschränten, aus den nunmehr schon einen Monat alten Bilanzen vom Ottoberultimo unsere Schlüffe zu ziehen. weimonatigen Aufstellung noch ber Bilanzstatus ber 19 Staats Dabei ist zunächst festzustellen, daß gegenüber der legten 3mei- banten ausgewiesen, von denen die Breußische Staats- kaufen Sie gut und billig Rähere Mitteilung geht den Herren Arbeit monatsbilanz( von Ende Auguft), die eine kritische Verschlechterung bant( Geehandlung) bei weitem das wichtigste Inftitut ift- Schlesinger, Berlin, Neue König ber Liquidität in Erscheinung treten ließ, jetzt eine beuliche Berferner der Bilanzftatus von 14 Girozentralen und 3 hypo. Zeichen Pelzwaren gebern zu. Der Bo stand. Max Roft, Borf. Nervöse Kinder, derzeit Kaffee Hag Liebt Jhr Butter Kaffee- Hag- Probierstube Berlin, Kurfürstendamm 26a och fofer. 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