iTr. 571 ♦ 45.?odrg. Ausgabe& Nr. 292 Vez«fl»vret«: ISMtntlUb 70 tfmiM«. BaMfflA g,- Zieichtmart oarau» tabtbax. Umet Rteiubang Hit SeuifdllanJ». Dan,!» Saar- anb ffitmcUebiet Liilfrrttdj Litauen Luxtmbuc« 4.50 Reimsmatt, für 5a* Ubttat gluslanb 5,50 Reiidsmarl su Roaat. Der �otmärt«' mit 5er ftontrte«*. beilädt.Volk nnb Seif mit.Sieb» luna un5 Rlctnaartea* lotbit der Beilade.Untcibaituna un5 Silitn* und israuenbeilade.�tauenitimine* cifcbcint wocheniZali» zweimal, Gonniaa* und Zllontaa* einmal. Teleatamm- Ad teilet ,C»imi5 urteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten die drei ersten Angeklagten Br rufung eingelegt, und der dritte Strafsenat des Reichsgerichts hatte sich mit der Revision zu befasien. In der Revisionsoerhandlung ver- trat die Berteidigung den Standpunkt, daß gegen das erste Urteil zwei wesentliche Strafoerfahrensrügen zu erheben seien. Erstens einmal habe während der unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführten Ver- Handlung vor dem Schweriner Gericht der eine Ersoßgeschworene Der- ger sich unerlaubterweise im Beratungszimmer der Richter aufgehalten, und ferner habe dasMscklenburgerSchwurgertcht»»abgelehnt, wichtige Schriftstücke herbeizuziehen, auf die der Angeklagte Schoeler hingewiesen habe zum Beweis dafür, daß sein erstes Geständnis falsch sei. Der Verteidiger vertrat die Ausfasiung, daß für«ine mittelbare Anstiftung zum Mord bei Schoeler die tatsächlichen Fest- stellungen de» Urteils nicht ausreichten. Da» Urteil selbst wäre auch in sich widerspruchsvoll. Reichsanwali Fallersleben trat dieser Auffassung entgegen. Nach längerer Beratung verkündete der Senat, daß ihm die vorgebrachten Einwände nicht ausreichten, da die vor- gebrachten Versahrensmängel nicht kausal und daher sür das Reichs» gericht u n b e a ch t l i ch gewesen seien. Die Revision der drei zum Tode oerurteilten Angeklagten wurde daher verworfen und das Urteil de» Schweriner Schwur- gertchts als rechtskräftig erklärt.— Der vierte zum Tode ver- urteilt» Angeklagte Liczka hatte gegen das Urteil in erster Instanz von vornherein keinen Einspruch erhoben. Oer WleüeraufnahmefaU Wanüt. TaS wichtigste Aktenstück verschwunden! Die Verteidiger in der Strafsache gegen Heinrich Wandt senden uns zur Veröffentlichung folgend» Mitteilungen: In dem Wiederaufnahmeverfahren gegen den Schriftsteller Heinrich Wandt sind die Akten— nach zwei Monaten!— vom Reichswehr Ministerium beim Oberreichsanwalt In Le'pztg wieder eingegangen. Es steht fegt fest, daß die entscheidende Urkunde, um derentwillen Wandt oerurteilt wurde und fett Jahren im Zuchthaus sitzt, in den Akten u n a u f f i n d b a r ist. Es muh als ene ganz ungewöhnliche Tatfache bezeichnet werden, daß aus einem Aktenstück, welches besonder» geheimge- holten wurde, während seiner Bearbeitung durch die Behörden das entscheidende Dokument verschwunden ist. Ebenso auffällig muß e» auch für die Bearbeitung des Wieder- aufnahmegefuchs bei Zuteilung an den Richter erscheinen. Di« Inzw schen erfolgte Aenderung in den Geschäften des Reichs- grrichts hat nämlich zur Aufhebung de» 5. Strafsenats und zur Ueberweisung der Sache an den i. Strafsenat geführt. Don allen Richtern, die bei der Verurteilung Mandls vor 2 Jahren mitgewirkt haben, gehört nur noch einer diesem 4. Strafsenat an, der Reichsgerichtsrat Dr. H ü f n e r. Gelade dieser Richter ist aber zum Berichterstatter bestellt worden und hat mfolgedesien einen besonderen E i n s tu ß auf die kommende Entscherdung. Er hat au dem Urteil mitgewirkt, gegen das sich der Antrag Wandts richtet, und daher kann es zweifelhaft fein, ob er als so unbefangen angesehen werden kann, daß Zweifel an seiner Un- Parteilichkeit ausgeschlossen sind. Diese Tatsachen werfen ein neues, höchst eigenartiges Licht auf die Art und Weife, wie am Reichsgericht der Antrag auf Wiederaufnahme dieses Versahrens behandelt wird. Wir haben bei dem besonderen Interesse, das der Fall Wandt gesunden hat, uns für verpflichtet gehalten, der OeffenUichkeit diese Tatsachen zur Kenntnis zu bringen. gez Obuch. gez. Dr. Kurt Rosenfeld. Rechtsanwalt. Rechtsanwalt. Eine tzärte im fimneftiegesetz. Beseitigung auf sozialdemokratischen Vorschlag. «US dem Rechtsau, schuh des Reichstags wird UN, geschrieben: Das Reichsgesetz vom 17. August d. I. über Straffreiheit (A m n« st i e g e s e tz) gewährt bekanntlich Straferlaß sür Strafen, die in Haft oder Festungshaft oder Gefängnis bis zu zwei Jahren bestehen, wenn die Verurteilung wegen Hochverrats, Ge- Helmbündelei oder gewisier Vergehen gegen das Gesetz zum Schutze der Republik erfolgt ist. Das Gesetz bestimmt weiter, daß in solchen Fällen eine die Dauer von zwei Jahren übersteigend« Festungshaft oder Gefängnisstrafe um zwei Jahre zu kürzen ist. Run hat sich die Rechtsprechung auf den Standpunkt gestellt, daß die Be- stimmung über die Kürzung längerer Strafen nur in denjenigen Fällen zur Anwendung komme, in denen bis zum Tage des In- krasttretens des Gesetzes(21. August 192Z) ein aus Strafe lautendes Urteil ergangen sei. denn ein Straferlaß habe die Festsetzung einer Straf« zur Voraussetzung. Bei dieser Gesetzesauslegung hing e» lediglich von der rascheren oder langsameren Terminsansetzung ab. ob ein Verurteilter von der Kürzungsbestimmung Vorteil hatte oder nicht. Zum Zwecke der Beseitigung dieser höchst unerwünschten Rechtslage regte Genosse Landsberg namens unserer Fraktion eine inierfrakt onelle Aussprache im Rechtsousschuß an« die gestern stattgesunden hat. Dabei sagte da» Neich-justizmintsterium zu. daß in allen Fällen, in denen ein Verurteilter durch Verzögerung der Terminsansetzung um den BorteU der Strafminderung gebracht ist, tm Gnadenweg» eine Kürzung der Strafe um zwei Jahre herbeigeführt werden wird. » Der Reichrtagsam-schuß sür die besehken Gebiete befaßte stch in seiner Sitzung am Donnerstag u a. auch mit den Neuanforde» rungen von Quartieren und Wohnraum durch die französischen Besatzungstruppen. Im Anschluß an die Aussprache wurde eine von allen Parteien unterstützte Ent» s ch l i e ß u n g«instimmig angenommen. In diesem Beschluß wird die Reichsregierung, insbesondere das Nheinministerium, dringend ersucht, bezüglich der angekündigten Mehrbelastungen der Städte und Gemeinden in den besetzt bleibenden Gebieten durch vennehrl» Vescht.ignalpne von Wohnungen und ländlichen Grundstücken m, t stärkstem Nachdruck die berechtigten Interessen der bedrohten Gebietsteile gegenüber der Besitzung-:. behärde zu wahren. Insbesondere wird gefordert, dahin zu wirken, daß jede stärkere Belastung einzelner Städte auch bei Alis. Hebung der Garnisonen on kleinen Plätzen unter allen ilmständen oermieden wird Da, Relchswelnsleuergeseß schreibt vor. daß dt« tariilicken V�>ienungegelc>,u,chläze von lü Prozem nicht zum steuerpflichtigen Emgett gebären. Der preußtiche Innenminister enipfiehtt soeben den Gemeinden, dieie Vorschriit auch bei der kommunalen B« it e u e r u» z de- örtlichen Verbrauch! an Wein zur Anwendung zu bringen. m—mmm—mmmmmmmmmmm■>M Variete. Soazertumschau voa Lurk Singer. Wer wird nicht einen K r e i s l e r loben! Doch darf ihn jeder hören? Nein. Man läßt uns wohl i» leere Buden, Doch nicht ins.Ausverkauft� hinein. Diese Verse eine»(Wolfs- und) Sachsenspiegels seien in die Köpfe derer gehämmert, die es angeht. Ist die Kritik dazu da. den Agenturen ihre wohltätige Arbett iür junge unbekannt« Leute abzunehmen, oder darf ste sich auch einmal an den festlich gedeckten Tisch der Kunst setzen? Viele kritische Kollegen klagen darüber, daß sie von den Veranstaltungen der„Prominenten* mit vollen Häusern ausgeschlossen bleiben. Oder lädt man journ— aalglatt nur die Presse ein, die von den Insassen des Adlon-Hotels gelesen wird und ihre Feuilleiöne bi, noch Amerika klingen läßtl? Um des Menschen und Künstlers Kreislrr willen möge da» hier vermerkt sein.(Aehnlich geht's mit den Konzerten der Dux. der Giannlni u. a.) Keiner von den bewährten Musikanten der letzten Konzertwoche ziebt die Menschen so on, nicht Bertrom. nicht Tehnsnyi, nicht I tu r b l und nicht Busch füllen schmale SA« so gänzlich wie der mit der Fanfare amerikanischer Reklame arbeitende Erno Rappe! Die Wogen der Begeisterung stürmen über die Ufa hin- weg. Dieser Kapellmeister hat sich ein Orchester von 100 Mann zusammengestellt, der Konzertmeister ist Boris Kroysi Man be- gleitet nach einer sozusagen originalen Mustk(Rappe, Heymann u. Co.) die Vorgänge eines Films, man umschmeichelt die Tragik mit aufrüttelnden, die Humore mit neckischen Tönen und setzt on die Spitze ein Quodlibet au»„Bajazzl*. Der Leon-Eavalier auf dem Podium hat keinen großen Respekt vor diesem Werk; aber wenn er eine Bbrase wirklich echt wiedergibt, so tut er das mit soviel Geschick und Schmiß, soviel Beoeisternng und Willen, daß ein sehr gutes Orchester die nötige Borstimmung für Ionnings und das„Variete* schafft. Die musikalische Jllustrierung ist, auch ohne mechanische Apparatur, eine vollendete, so vollendet, daß man sie zuweilen gar nicht bemerkt. Wer da achselzuckend sagen möchte:„Es tut mir in der Seele weh. daß Ich dich in der Gesellschaft seh*, dem sei ver- sschert, daß«n dieser gesamten Wirkungsbrutalität von Bild und Musik mehr Geist und Unterhaltung steckt als ln einem halben Monatsprogramm der Berliner Kon*erte. die ja an Buntheit, nicht Jnteressantkeit dem VarietS verzweifelt ähneln. vornehmst« internationale Unterhaltungsmuflk brachte Oskar »v r i c o am tefttcr Sonntag. Das Sinfonieorchester in allerb�ter Form, schwiingvoll, klingend. Den Lärm und die Stille, den Duft und das F-stllcke der„Iberia* von Debussy lassen wir wohlig in uns eingehen. Wie neu war das alles vor 20 Jahren, wie ge- iälliq erscheinen uns diese Imvresssonen heut, wie begabt selbst das Spiel nstr der Orchestergitarre? Sinn für Form hält auch Kontur- loses fest zusammen: was nicht guselnonderfliessend schien, bleibt beut im Ohr schon zart umrissen halten. Der Wisskür sind tnnch Begabung glissernde, Leben atmende Schraneen aeseitt. D--- m->h* aus der„Liebe dreier Orangen* von Prokofieff ist höchst drastisch, witzig, dn aller Primitivität und Kürze doch stark mit Ironie gepjeisat. Man ist aus das Ganze gespannt. Ein Bonmot, in der Form eines Epigramms. Nur das Saxophon fehlt noch. Das Publikum jubell-, es hat einen Riecher für ehrliche» Handwerk (auch wenn das Talent nicht übergroß ist). Also Wiederholung. Der Einfall dünkt uns schon schwächer, aber er wirkt noch immer witzig. Man gesteht sich noch nicht gegenseitig ein. daß man die Geschichte schon kennt. Fried läßt sich zur dritten Wiederholung zwingen. Diesmal nicht Protosiesf, sondern Eontra-kosiesf, möchte man sagen. Man lacht nicht mehr. Bei Heinrich K r ü n f« l d s Abonnementskonzerten pflegt« man früher nicht zu gähnen. Jetzt tun es die Bänke. Welcher Undank dem atten Mann gegenüber, oder welch« Not des entthronten, einst so geselljchoflswüligen Mittelstandes! Brahms ist seit vier Jahr- zehnten die Domäne von Grünseld. Man Unterhielt sich gut bei ihm. man war in bester Gesellschaft. Sein Eellospiel, oft über. schätzt, hat den Charakter des edlen musikantischen Ausdrucks«her stärker betont, als verloren. Selbst wenn einmal«in Ton verpatzt wird. Selbst wenn einmal das Akademische im Ensemblespiel kühl wirkt. Im Adagio des �-Moll-Trlos«ür Klavier(Ella Steckhausen). Klarinette(Leonhard Kohl) und Cello ist der Zusammenklang innig. beseelt, stark. Größe des Stils bleibt unverkennbar. Den traf die Bach- Feier der„Freunde alter Musik* durchaus nicht, als sie unter matter Ouartettbegleitung, mtt verschwindendem Cembawton den Geiger Hermann D i e n e r zum Q-Moll-Konzert begleitete. Bei aller gesunden Auffassung Ba-bs— welch ein Mangel an Größe, an Liebe, an Tonfülle! Erst das Solospiel der wundervollen Eembalistin Alice Ehlers(der Besten neben der Landrowska, nicht nach ihr) zeigte, wie man bachisch denken, fühlen, spielen soll. Das ist nicht philologisch lehrbar. deutbar: aber empfunden wird es: man hat den Lach-Stfl oder man hat ihn nicht. Die Ehlers hat ihn. Hie Phockus, hic saita. Ein kleiner gemischter Chor unter Führung Kurt D o e b l e r s klingt bei aller sachlichen Akkurotesse noch höchst reizloz. Mindestens die Männerstimmen lassen Schmelz und Vornehmheit vermissen. Lateinische Gesänge von Thiel und Gallus wurden andächtig und fast ganz sauber ycsungen. Der Dirigent möchte— das merkt man der Intensität feiner Bewegungen an— Eindringliches erzielen. Er arbeite weiter, er sichte und ergänze dos Material. Er lasse auch die Stimmung des Abends nicht durch schwächlich« Weihnachts- Improvisationen an der Orget untergraben lwns nichts gegen den Orgelspieler Ernst Kurth besagen soll). Manfred Lewan. d o w S k i war schon in besserer Derfossung. als an dem Propaganda- abend des„Iuwal* schen Situation gegenüber befunden habe wie heute und daß er im vollen Bewußtsein der übernommenen Verantwortung sich nur dem Gebot eiserner Pflichterfüllung beuge, wenn er sich zum ersten Male In seinem Leben mit beiden Händen an die Regierung klammere. Er könne nur dem Wunsche Ausdruck geben, daß sich die Kammer, auf der heute das Schicksal Frankreichs laste, sich über di« engen parteipolitischen Gesichtspunkte erhebe und sich der ganzen Größe der Verantwortung bewußte werde, die sie mit ihrer Abstimmung übernehme. Den am Abend von den S»zi ollsten in ihrer Fraktionssitzung gefaßten Beschluß, gegen die Vorlage zu stimmen, begründete L6on Blum damit, daß die Partei In der llnslaNod die Quelle allen Hebels sehe und sich nach reiflicher G e w i s s e n s e r f o r s ch u n g nicht dasllr entscheiden könne, der Regierung ihre Stimme zu geben. Sie habe sich dabei in vollem Umfange davon Rechenschast gegeben, daß sie mit dieser Hallung eine der s ch w ie r i g st e n politischen Krisen heraufzubeschwören droh« und daß, wenn die Kammer, nachdem sie die Konsolidierung der kurzfristigen Schatzan- Weisungen abgelehnt habe, nunmehr auf die Inflation zurückgreise, da.? parlomMtorzsch« Regime mit dein,.verhängnisvollen Porwurf der- politischen Ohnmacht, und Unfähigkeit beschuldigt werden-könne: Trotzdem sei die Fraktion- getreu der bisher von ihr einge- nommenen Haltung zu der Entscheidung gelangt, daß sie unter keinen Umständen für die Inflation stimmen könne. Bei der Abstimmung kam es zu einer Spaltung der foziaNstischev Fraktion. Etwa 80 Abgeordnet» haben sich in Widerspruch mit dem Fraktionsbeschluß der Stimme enthalten, der Rest zusammen mit der Rechten und den Kommunisten stimmte gegen die Regierung. Die Vorlage ist heute nachmittag im Senat eingebracht und von diesem der Finanzkommission überwiesen worden, nachdem die Regierung die Erklärung abgegeben hatte, daß sie unter allen Um- ständen darauf bestehen müsse, daß die Vorlage noch heute de- ftnltl» verabschiedet werde. Das Plenum des Senats, das ursprünglich eine neue Sitzung für 6 Uhr abends anberaumt hatte, mußte diese auf 9 Uhr verfchieben, da die Kommission zur Stunde mit der Diskussion der Vorlage noch nicht zu Ende gekommen ist. Die Kammer ist zur definitiven Verabschiedung heut» um 12 Uhr zusam- menberufen. Obwohl angesichts der ernsten Gegnerschaft eines großen Teiles der Linken die Sitution für di« Regierung im Senat nicht minder heikel ist als In der Kammer, rechnet man damit, daß die Vorlage auch hier, wenn auch nur eine geringe Mehr- heit finden werde. In der E I n z e l b e r a t U n g wird beim Kapitel Hauszins- ss« u e r eine Position von 2 Millionen Mark eingefügt, die den Gemeinden als Beihilfe für die aus öffentlichen Mitteln aufgeführten Neubauten bewilligt wird. Beim Kapitel.Zuschuß für Waldeck* weist der Abg. B a rt el d- Hannover(Dem.) auf die Waldecklchen Berfassungs- Verhältnisse bin. Der Etat der Finanzverwallung ist damit in zweiter Lesung erledigt. Das Haus erledigt eine Reihe kleinerer Dorlagen, wie u. a. Aenderng der Amtsgerichtsbezirte Dorum und Wefermünde-Leh« und Erweiterung des Stadtkreise» Kassel, denen in erster und zwester Lesung zugestimmt wird. Der Gesetzentwurf über die Abänderung des Grund. Vermögenssteuergesetzes wird dem Hauptausschuß, der über die weitere Gülligkett des Schutzpolizeibeamtengesetzes dem Beamtenausschuß überwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Gesehentwurfs zur Aenderung des Feld- und Forst polizeigesetzes. in welckem ein wirksamer Schutz gegen Entwendung von Felderzeugnissen aus- gesprochen wild, während er bisher bestehende.Härten gegenüber dem sonstigen Strosrecht fallen läßt. Ohne Debatte wird anschließend auch die drille Beratung er- ledigt. Die Abstimmungen werden vertagt. Es folgt die Besprechung der sozialdemokratischen Großen Anfrage über die bei den Snappschaflsinvaliden im Ruhrrevier vorgenommenen Lohnkürzungen. Abg. Olker-Bochum(Soz.) begründet die Anfrag«, die u. a. zum Ausdruck bringt, daß in letzter Zeit die Zechenbesitzer im Ruhr- revier und auf den anderen Dergrevieren gegen die Knappschafts- invaliden brutal vorgehen.' Die Maßnobinen der Zechenverwaltung widersprächen dem vereinbarten Tarifoertrog. Die Spruchpraxis der zuständigen Gerichte bestreite den Invaliden ihr Recht. In der Beantwortung erklärt ein Regierungsvertreter, es sei zutreffend, daß der Lohn der Invaliden teilweise gekürzt worden sei, aber nicht in der in der Inierpellotkon behaupteten Höhe. Auf einer großen Zahh von Zechen sei ein Einoernehmen mit den Arbeiiern über die Kürzunaen Zustande gekommen. Es liege auch kein Grund vor. die llnnarteilichkeit der Richter in Frage zu stellen. Zu besonderen Maßnahmen sehe die Staatsregierung gleichfalls keinen Anlaß.(Lebhaftes Hört, hört! bei den Eostaldemo- traten und Kommunisten.) Das Haus vertagt sich darauf auf den 9. D e z e m b e r. Es erfolgt dann die Besprechung der Interpellation; außerdem steht die dritte Beratung des Gesamthaushalts auf der Taoes- ordnung. Schluß 4 Uhr._ Ke n Ol klicher Umschwung in Spanien. Nur ein erster Abbau der Militärdiktatur. Madrid. 3. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die neue spa- nische Regierung des Generals Prinw de Rivsro wurde am Don» nerstag, vormittags 11 Uhr. vereidigt. In dem Kabinett besindcn sich drei Generäle, während die übrigen Minister ZIvilper- fönen sind. Aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch die jetzige Regierung einer Diktatur gleichkommt, und zwar e.ner Militädiktotur in Zivill Dorläuftg denkt der spa- nische Ministerpräsident z.B. nicht daran, wenigstens einen kleinen Ansang mit der Rückkehr zu den konstitutionellen Berhällnissen, insbesondere die Wiederherstellung der Verfassung und des Parla- ments, zu machen. Auch die Presse- und Telegramm- z« n s u r wird weiter aufrechterhallen. Bemerkenswert ist ferner, daß gerade die w chttgsten Aemter von Generälen besetzt find. Jeden- falls ist das verkündete„Ende der spanischen Militärdiktatur* mit größtem Skeptizismus zu bettachten. Borläufig kann in der Umbildung der spanischen Regierung nur ein Versuch gesehen werden, die immer stärker werdende Opposition gegen das Militär- regiment zu entkräften. Aber es ist mehr als zmeiselhast. ob das ous die Dauer gelingen wird. Die oppositionellen Kräfte fühlen sich in.Spanien heute schon wieder so stark, daß die Mllitär- d'ktatur in Zivil in absehbarer Zeit gezwungen werden dürfte» die vor zwei Iahren aus dem Wege der Gemall aufgehobenen ver- fassungsmäßigen Zustände nach und nach wiederherzustellen. Uebertrltt zweier ehemaliger Generale zur soz'aldemokrottfche» Partei Ungarns. Bei einer Staaispensionistenverionimlung er« kläiten die Generale Ujfaluffo und Till össentlick ihren Eir» tritt in die'ozialdemotlatiicke Par:ei. Regierung,„Erwachende* und die sonstige Reaknen ist perplex Do« britische Unterhaus hat auk Antrag des Premierminister« Baldwin die(von Churchill beaniragte) Ausschließung de« Arbeiterabgeordneten Adam aufgehoben. GeVerMastsbewegung Einmalige Seihilfe für Sie öeamten! AllgZichluag eines halbe« Monalsgehalle» am 15. Dezember. Wi« die BS.-Korrespondenz von gutunterrichteter Seite er. scchrt, desteht nicht nur in parlamentarischen Kreisen, sondern auch im Reichssinonzministerium die Absicht, den De. aniten angesichts der Notlage, namentlich der unteren und mittleren Gruppen, noch vor Weihnachten helfend einzu- greifen. Vn der nächsten Sitzung des Dierundzwanziger-Ausschusies des Nenhstog« ssll vom Finanzministerium der Lorschlag gemacht werden, am 15. Dezember den Lea inten oller Gehaltsklassen SO Prozent ihres Monotszehalt» als einmalige Winterhilfe auszuzahlen. Dieser Zuschuß soll eine Abfindung bis zum 1. April 132« darstellen. Wenn der Reichstag zustimmen sollte. wird es möglich sein, alle in Frag« kommenden Dienststellen inner- halb von sechs Tagen zu benachrichtigen und ihnen die für die Auszahlung notwendigen Mittel zu überweisen. Temonstratiou der Berliner Beamtenschaft. Wie wir dören, wird am DienStag, den S. De,ember. abend«. die Berliner veamlenickiaft auf dem Gendarmenmarkt für die end» I:±e Behebung ihrer unerträglichen Notlage demonstiimn. Der vieichShauIhaltungtauSschuß will sich am V. Dezember mit der BesoldungSfrage befasse».__ Rechnet die Reichsbahn mit Streik! Veit fle die vsfoldung nicht erhöhen will. Die Reichsfinanzoerwaltung hat eine Rundfrage darüber ver- anstaltet, wie«ine Erhöh. ng der Beamtenbesoldung auf die Finanzen der Länder, Gemeinden, der Reichspost und der Reichsbahn wirke« würde. Di« Reichsbahn läßt verlauten, daß sie einen ablehnenden Descheid geben wird. Voraussetzung für ein« Besoldungserhöhung fei«ine Steigerung der Personen, und Fracht- toriie, eine solche sei jedoch angesichts der schlechten Lage der deutschen Wirtschaft kaum durchführbar. Die Reichsbohnoerwaltung weiß recht gut. daß ein« solche Erklärung ihre Angestellten keineswegs befri«. oigt, da dies« sich nichts dafür kaufen können, um ihre Existenz zu friiien. Sie rechnet daher mit Ausbrüchen der Unzufriedenheit und trifft Borbereitungen zur Streitabwehr, wie au» folgendem als oer. traulich bezeichneten Rundschreiben an die Abgebauten hervorgeht: Deutsche Reichsbahngesellschaft. vorstand Frankfurt a. Main, den 25. 11. 25. des Eisenbahn» Betriebsamts Poststr. 6/1. A 5. An den Elfenbohnbedienfteten in Ruh« qerrn.......... Im Fall« eines Streiks ist die Einsetzung oller ge- eigneten und arbeitsfähigen Ruhegehalts» und Wartegeldempsäager zum Wohle des Dolksgauzen dringend erforderlich. Ich Hofs«, daß ich dabei auf Ihre tatkräftige Unterstützung rechnen darf und ersuche Ei«, Ihre Hilf« im Fall« der Not der Reichsbahn zur versügung zu stellen. Zur Ausrechterhaltung eine» im öffentlichen Interefle liegenden Rotoerkehrs ist beabsichtigt, Sie im Bedarfssalle bei einer noch näher zu bezeichnenden Dienststelle meine» Amtsbezirk« in einem Ihrer früheren Tällokeit entsprechen. den Dienst zu verwenden. Sie wollen binnen 8 lagen nach hier mitteilen, ad Sie gegebenenfalls zur Uebernahm« de» Dienstes bentt find Für die Dauer dieser Tätigkeit erhalten Sie den Lohn eine» Aushilfsarbeiter» neben dem ungekürzten Wartegeld oder Ruhe» geholt und werden außerdem gegen Unfall versichert. g«z. Re i ch e r t. Beglaubigt: gez. Ludwig EisenbohnsekretSr. Jedesmal, wenn die Eisenbahner Lohn- und Gchaltsforderungen eingereicht haben, od« wenn irgendwelche Beschlüsse in den Mit. gliedschaften der Eisenbahnerverbände gesaßt werden, die auf«in« einzuleitend« Bewegung hindeuten, regt sich da» bös« Gewissen der Reichsbahnzefellschast. Die schlecht beratenen Geister in den Reichs« bohndirektianen schlagen dann wahre Purzelbäume. Erst wirst man die Eisenbahner auf» Straßenpflast«. weil die» infolge.wirtschaftlicher Letriebsführung"' notwendig sei. Nun sucht «an die Abgebauten al» Streikbrecher gegen ihre Kall«. oen zu verleiten, zu«.Wohle de« Dolksgonzen". Da zu solchen Zwecken Geld keine Rolle spielt, sucht man die Gesinnung und die Streikbrecherorbeit der abgebauten Res«vearme« durch Dgi- fprechungen zu kaufen. Schließlich spekuliert man gar darauf, durch Maßregelung Gtreikender an deren Stelle Abgebaut« zu setzen, so daß dann das Wartegeld gespart wird, da» die Abgebauten erhallen. Dadet müßt« die Berwaktung ans der Erfahrung des Streik» von 1922 wissen, daß cm paar.urbeitsioiliige* Rausreiher»inen Notbetrieb selbst nicht in ganz geringem Umfang« aufrechterhalten können. Da» reisend« Publikum würde sich auch wohl be- danken, bei einem ollgemeinen Streik des Eisenbahnpersonals sein Leben und seine Gesundheit einer buntscheckig zusammengewürsellen Streikbrechergarde anzuvertrauen. Das Liebeswerben der Reichsbahngesellschast.zum Wohl« de« Dolksganzen' dürfte elend scheitern an der Ehrenhaftigkeit des Reichs« bahnpersonals. der Warte- und Ruhegehaltsempfänger. die die Si- renentläng« der Reichsbahngeselljchaft schon richtig einzuschätzen wissen._ Zentrale Lohaverhandlungen bei der Reichsbahn. ' verhandlungsbeginu am kommeudeo Montag. Das angekündigt« Schlichtungsverfahren zur Beilegung der ver. fchiedenen Lohndisferenzen in einer Reih« von Reichsbahndirektions- bezirken fand äm Donnerstag unter de« Borsitz des Schlichters Staatssekretär a. D. Dr. Ruediing im Reichsarbeitsministerium statt. Di« Parteien einigten sich dahin, daß da» Schlichtungsverfahren auch auf die Bezirke ausgedehnt wird, in denen bis setzt noch kein be- sondere» Verfahren anhängig gemacht worden ist. Damit ist das gegenwärtig« Schlichtungsverfahren erledigt. Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschost erklärte sich bereit, mit den Arbeitnehmern in neue Lohnoerhand- lungen einzutreten. Die am Tarifvertrag beteiligten drei Eisen. bahnarbeiterorganifationen werden alsbald der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschost ihre Forderungen Übermitteln. Die ersten Besprechungen zur Neuregelung der Lohnsrage zwischen den Toris- Parteien finden am kommenden Montag im Hauptoerroallungsrat der Reichsbahngesellschost statt._ Gehaltsbewegung in der Bau- und Geldschrankschlosserei. In der Versammlung der in den Bauschlossereien und Geld- fchranlfabriken beschäftigten AfA- Mitglieder am Mittwoch in Haverlands Festsälen berichtete Longe vom Z d 21. über die Ee- haltsbewegung. Das Gehaltsabkommen war zum 31. Oktober ge- kündigt und eine Erhöhung d« Gehälter um 15 Proz. gefordert worden. Do die Unternehmer jede Derhandlung mit dem Hinweis ablehnten,«ine Gehaltserhöhung könne wegen der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage nicht in Frage kommen, wurde der Schltchtungsausschuß angerufen. Trotz der durchschlagenden Argumente der Angestelltenvertreter, die nach- wiesen, daß die LS hne der Handarbeiter dieser Gruppen aus den Monatsdurchschnitt berechnet, die Angestelllengehälter wesentlich übersteigen, wurde dies sowohl von den Unternehmern als auch vom Gewerberat Körner bestritten, vi« Unternehmer er- klärten sich.entgegenkommend" dazu bereit, da» Gehaltsabkommen aus.«in Jahr", später aus ein halbe» Jahr zu verlängern. lehnten aber jede Gehaltserhöhung rundweg ab. Dabei Ist die Geschäftsloge besonders in den Geldschranksabriken so gut, daß von den Angestellten die Leistung von U eberstunden ver- langt wurde, was von ihnen jedoch mit dem Hinweis auf die arbeits- losen Angestellten abgelehnt wurde. Der Schlichtungsausschuß konnte sich nicht zu einem Schiedsspruch entschließen. Er empfahl den Parteien, das Gehaltsabkommen zu ver- l ä n g e r n. Die Versammelten beauftragten ihre Organisationen, da» Ge- hattsabkommen mit vierwöchiger Kündigungsfrist zu verlängern, da von erneuten Verhandlungen kein besseres Ergebnis zu erwarten fei. Die verpflichteten sich weiter, alles daran zu setzen, die der Organisation noch Fernstehenden heran- zuziehen, damit e» bald möglich wird, den Machtwillen der Unter- nehmer zu brechen._ Ten Arbeiter« daS Risiko, den Unternehmern der Profit. Bochum. Z. Dezember.(Eigener Drohtberlcht.) Die Zeche.Friedrich der Große" bei Hern« hat bei dem Demobilmachungskommissor den Antrag auf Entlassung von 500 Mann der augenblicklich 5590 Köpfe zählenden Belegschaft gestellt. Ob die Durchführung dieser Maß- nähme erforderlich ist, hängt von der wetteren Auftragserteilung des Kohlensyndikat» an die Zecke ab. Augenblicklich ist die Be- schästigung so gering, daß bei anhaltender Absatzkris« der Betriebs- lcitung ein« Verminderung der Belegschaft um 500 Mann un- umgänglich notwendig erscheint. Di« bekannt« Zeche.Minister Achenbach" in Brambauer bei Dortmund will ebenfalls infolge der Absatzverringerung ihre gegen- wärtig 4300 Mann starke Belegschaft allmählich bi» um lO Proz. verringern. Der Abbau soll in kleineren Gruppen von ungefähr 50 Mann, die jeweils am 1. und 15. jeden Monat» zur Entlassung gelangen, erfolgen._ Arbeiter Pressedienst in den Bereinigten Ttaate«. (IGBü Die Arbeiterpress« Amerika» hielt kürzlich eine gut- besuchte Sitzung ab. der alle Mitardetter de» unter der Leitung de» I Amertkanssche» Gewersschastsbunde» erschein endeir, vorzüglich gierten und ausgestatteten Internationalen Arbeiter« Pressedienstes" beiwohnten. Nach eingehenden Berichten und der Diskussion der erzieherischen Aufgaben der Arbeiterpresse wurde beschlossen, im Interesse de» Ausbaue» und der Derbesserung des Arbeiter-Pressedienstes in verschiedenen weiteren Städten Korrespondenten zu ernennen. Ferner sollen die Beamten und Führer der amerikanischen Landesverbände aufgefordert weiden, den Pressedienst durch die Einsendung von Original- Mitteilungen sowie kurzen Uebersichten über die er- zielten Fortschritte sowie die Pläne und Aussichten ihrer Organisationen zu unterstützen. Der Pressedienst des Inter- nationalen Gewerkschaftsbundes schließt sich dieser Anregung in internationalem Sinne an und hosjt. daß da» amen- kanische Beispiel anregend wirken wirdl Zm Restaurant.Orpheum". Wir erhalten zu der Notiz in Nr. 565 folgende Berichtigung de? Besitzers des.Orpheum":.Es entspricht nicht den Tatsachen, daß wir nur Angestellt«, die nicht organisiert sind, beschästigen. Ein Teil unserer Angestellten tst organisiert. E» entspricht nicht den Totsachen, daß wir organisierte Kellner oder Angestellte au» nichtigen Gründen entlassen haben. Vor kurzer Zeit mußten wir infolge Trunkenheit. Durchstechereien, Unregelmäßigkeiten, Unterschlagungen und Betrügereien gegen unsere Gäste mehrere Angestellt« entlassen.— Wir haben nicht eine .gelbe Garde", sondern einig« Angestellte durch die konzessioniecte Stellenvermittlung Thierfeld, welcher sich viel« größere Unter- nehmungen bedienen, bezogen, wir haben aber auch genügend An- gestellte durch die Organisation und durch den städtischen'Nachweis oezogen." Es ist richtig, daß Angestellt« wegen Betrügereien usw.«nt- lassen wurden. Das sind ober gererde die, die der Besitzer taris- widrig von privaten Stellenvermittlungen bezieht. Kein ein- ziger Kellner im.Orpheum" gehört dem Zentrolverband der Hotelangestellten an. Dazu teilt uns noch der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Coföangestellten(Norden 18!3) mit, daß nach Derhnndlungen mit der Direktion des.Orpheum" die rntt Arbeiter- und Angestelttenoerbänden abgeschlossenen Beranstaitungen slattsinden und an diesen Tagen nur im Zentralocrban» organisierte Gehilfen beschäsliat werden. Im übrigen bleibt der Betrieb nach wie vor für die Mitglieder de» Zentralverbandes des Hotel-, Restaurant- und Eaföangestellten gesperrt. Zinn Schluß möchten wir dem Besitzer des„Orpheum" und allen anderen, die es angeht, empfehlen, sich mit dem Zentralverbaicd zu verständigen, statt den Ausbeutern des privaten Stellenhandels in die Hände zu arbeiten. Das liegt auch nickst zum geringsten im Interesse der Gastwirte selbst. Rletallschleifer und Galoanlsenrei Der Deutsche Metallarbeiter- verband(Branche der Metallschleiser und Galvaniseure) hält in dem gesperrten Restaurant.Orpheum" anläßlich seines 25jährigen Be- stehens am 5. Dezember ISA einen Kunftabend ab. Verhandlungen zwschen Dertretern des Deutschen Mriallarbeiterverbandes, einem Vertreter des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafö- Angestellten und der Geschäftsleutung de» Restaurants.Orpheum" sührte dahin, daß die G e s ch ä s t» l« i t u n g sich o e r p s l i ch» tele, am 5. Dezember nur organisierte Gastwirt»- g e h i l f e n zu beschäftigen. Im übrigen bitten mir unsere Funktionäre, soweit sie noch un- oerkaufte Billetts zum Kunstabend in Händen haben, dieselben so- fort de m Kollegen Freund. Fürstenstr. 3, oder am Kunstabend bi» 7 Uhr am Eaaleingang zurückzugeben. Die Ortsocrwaltung. Die Rnchbrnckergehilfen im Saargebiet haben mtt 200 gegen 27 Stimmen beschlossen, morgen. Sonnabend, in den Streik zu treten, falls bi» dahin kein befriedigendes Lohnaufoesserungsangebor vorliegen sollt«. Acht«»«. S»l>»c»erblltun«»»»rsibrif�n und die daraus entilebende» tbefobren de! deren Nlchtbesolaun«. VtlTA?-Mit»tieder»ees«nn«tu»» de»»esandbeit? iadufkse beut«. Arelta,. abend I llb? In der Alten tbebeimralskneip«. Berlin. Zerulatemer Str. S. Rübe DSnbasfvlati. Diilt« Und wilttoinme». Aibtnaq. gimwerrrl BeAirksversammtunarn trtmtn. Sonnabend am Sonata«. den und Dtanta«. den 7. Dvicmd-r. Die Bertrte 1. 13. 17 und 23 taaen moraen, Sonnabend, die Beuirte 37 und SS am M-nta«. den 7. D»- rem der. abend, 7 Ubr. in den dekannten Lokalen. gentrat oerband der gimmerer, gablsoel!« Berlin nnd Umqoaend. , Ler-ntwortNch fOr BoNIik: Ernst Arn kr: Wirtschaft: Art», Cnternns; »ewertschoftideweaun«: z. Etcinrr: Feuilleton: st. B. Döscher: Lokale» US» Sonltiac«: strist staistidt: Zln,-i«ep: Db.»loit«: sämtlich in Bceli». «erl-a: Borwärts-Berl»,».» b. t- Berlin. Drurf:«orwärls.Buchdrllckere« und verlaas-nilaN Baut Sinaee u Do. Berlin S« 33 Lindenttrab« 3. stier»» 3 Beilaae»»»»„Unter bnltnn, nnd Wisse»". U. WEUTHEEH HMy» «r StraB« KBnigslraBa Roscntfcalar StraBa Moritsplata Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat Leicht rerderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch iCatfcskan.vn und Brusft 75«. Ka fcskeule u. Rücken 85«. Ksnr.melvorcferffEelsch..«»d 78«. Ha ir nr. eli Ccken........«-»»£0«. Sc k u c tn c b e u c h v. Rücken??,?& 1 18 Sckwclneschinken.......«».dlas Liesen...................«ad Iis Rinderschircrfflelsch Prima Gefrierfleisch 58«. Jamaika- Easianan 3«<.1m KiMiariRCR» d st«. ApftlciRER Bbd. 46, 75«- KoeWpfstl.. p'»nd IQ«. Eßäptstl...«nnd 15 p«. TWäpsel t<« UCturiN, Pid. �-0, C ü"t An; res•>•• Piundizo Beta_S», KOT-(HndSitd| P.u»»«"- Msthrrüben''""wa 6« Zwiebeln.2«und 16«. Sellerie«nndigpi 20«. Blumenkohl Kop v*r20� Schwarzwurzeln Piund 25« Hyazlnfhen-Zwicbeln hoiiändische s.a.Bneer«_ dculscNe War*. Pfund■«l» Landleberwurst«d iac Rotwurst... Pinns 1 20 Grobe Mettwurst pw-lds GefDIIt. Schinken pm.|4S Filet- u. Jagdwurst l«s Braunschweiger pm Izs Feine Leberwurst«o-Its Zervelatwurst""Ä" las Salamiwurst l»s Schinkenspeck_ in 1 Pluad-blOcktn, Pich 210 Slang.• lfm- burcarphi.73, 6 Set TiIsiterP'd.78«•».iii««| zs Holiftnd.«Edamer pm. I io Bierklse voi:(««i, piund| ao SshweizerJ�lat JJJ I« M"r9,r,r:..58n: Talg I Piund- T.lel 64 PI- Kokosfett i p.d.T»if 66 P'- Dtsch.BiltcrPd 2 es 2» O&n. Butter. pk.»« 238 KaFfee f. San.. p:d 2 60 bb 4 BO Spczia! Mischung SOPrz.!\affec a« 48». Ptunc /OPf. Pvx. 140 Konserven Dom>» Kohlrabi T mt omn 62« Junge Erbsen.63«. Erbsen mi»eii»w..90« Erbse nm.fe»din kuo« 63« Erbsen>«>»» Knroi«« iss Leipziger Allerlei 83 pl Gern Gemüse sehr i*in23s Junge Karotten. 63« Jg. kleine Karotten 83« Prinzeßbohn.„!ra iumu—u. mt» i*o i(la Im Dom V, Pflaumen 8«»* frutht 68«. Saure Kirschen sI�k« Iss Ananas«»'»»> i.5cheib 22s Preiselbeeren..» 3 P.d.-E'm« dlSpiida) Halberst. Würstch._ 3«ch 10 Pur 2M Konfitüren � Bim-?»� Pflaamcn| M°oh"2S?.!; 1 25 Aprlkoicn| Brdbccr o. ». d trieb Wein 17« 1923 Hainfcldsr Oberhaardter 85«. 1922 Remicher Geldberg plknnltr Mosel| IQ 1921 Bullayer Herren- Wtld N-n«I. reit. voll Jeo l92lliebfraumi!chlL ro:eK»p»el. Ii«.)lich.-:ild 225 Montagne�ÄreSPu Chiantl ÄgÄ 140 l92iVillanyerBurgun- timr Wodisl. IsIvanfTy 0Br voll und lentlg •"nt+ifh. S'rner okn* Mm TarragonR��VI» Malaga oid«n. voiistit|m Weinbrand-Verscheitt ». i«ln Deoltllnl her»est 278 Deutscher Weinbrand „Reserve".... 3» „Jacob! 1880"..403 Jamaika Rum-Verscl n. + 40 Vol. Proxeai..320 l*ln oll SütwMorSao Arrac Vtrachnltt*, Bolavlo. 4U Vol. Proi, 390 Süße Fruchiwelns„ HeldcIbccT', Aplcl- u. Kirsch wein vorztJgl. Qual« PL• Wild u. Geflügel Hirschragouft«d.48pt Blätter 83«. HirschrUcken«-.isa Keulen 1«» Wildschweinblälter«d. iie WildschweinrUcken Kroi«.«d.140 Brat- u. SuppenhUhner«d. Iis i«o HaSen deelrelil nd aajzevorleB. Pfand Iis 1 23 Brat- u. Fettgänse p»d los las i«o Scheüfischa geriuehert Pfund Rotbarst 45«. Fettbückünga«3.52«. Flundern �35, 52« Sprotten...«»»1 52« OetIinMl-KIol« 43, 60 PI A|>7a}Btrudal Sil de SvPt Mandelkranz siua 50«. Bismarckkranz s». 50 pu Streußelkuche.i »elJ II. Sifl lc 50 Käsekuchei sm* sjpi. Dorsche «us ca., Pfund»VPL Bleie Ä 22« 40 pi SchBllflichamPundr'24«. Rotbärte»h. Kopt.«d. 22«. Kabeljau-bn« Kopf (snst Pisch«, Ptuad OO�L Karpfen i«k«ad«. p.***| to Weizenmehl P.und*■«• Tafelreis"" p'und 24 p' Haferflocken"'""d 24« Weiza. grjpß«und 24« Schnitt-Nudeln «II E,. Piund 42 Pt Backpulver„Backin" wn Dr. A, Oetker Pädcdun ß Pj. Nr. 572 ♦»2.�ahrgakg 7. Seilage ües Vorwärts Frettag, 4. Dezember 1925 Die bürgerlich-sopitalistische Gesellschaft sucht durch rucksicht». loseste Anwendung aller Mittel ihren Bedarf an Arbeitssklaven in gröhtmöglichem Maße einzudecken, um durch das Ueberangebot die Löhne und Arbeitsbedingungen zu drücken. Ein sehr bequemes und erfolgreiches Mittel ist hierzu die Anwendung der§§ 218 und 219 des Deutschen Reichsstrasgesetzbuches. Die Kirche des Mittelalters war liberaler als die heutige, denn sie gestattete die Abtreibung bis zum 49. Tage, weil sie die Vorstellung hatte, daß der?otuz(die Frucht) bis dahin„manimatus", d. h. unbeseelt sei und deshalb dem Himmel bei ihrer Beseitigung keine Seele verloren ginge. Der Militarismus wieder brauchte große� Menschenmasten für die Schlachtfelder und zynisch sagte der„große" Friedrich:»Ein kalter Winter bringt dem Lande viel Soldaten." Von allen Gegnern des künstlichen Aborts wird in erster Linie auf die Gefährlichkeit des Eingriffs und dann— dieser Einwand ist charakteristsich für die Einstellung der deutschen Aerzteschast— auf die angeblich demo- ralisierenden Folgen für die breiten Masten bei einer Freigabe des Abortes hingewiesen. Die Ueberfruchtbarkeit. Wie sind aber in Wirklichkeit die Zustände unter der Herrschaft der bsiden Zuchthausparagraphen? Die„Vielgebörerei" ist zwar die „natürliche" Art der Foripflanzung. Aber nach einer Statistik des Schweizer Arztes Dr. Brupacher über 26 999 Geburten starben von den Erstgeborenen 22Proz., von den Zweitgeborenen 29Proz., den dritten Kindern 21.2, den vierten 23,2 Proz., und so steigt die Kurve beim eliten Kind auf 31 Proz.; d. h. je später ein Kind in der Reihenfolge der Geschwister ist. je weniger Au»- sichten hat e». auch nur das erste tlebensjahr zu überschreiten. Viel schlimmer aber sind die Folgen der Ueberfruchtbarkeit Hinsicht- lich Schwangerschaft und Kindersterblichkeit beim großstädtischen Vroletariat. So besitzen wir für Berlin eine grauenerregende Staklstik eines Dr. Hamburger, der bei einigen tausend Proletarier- s'auen. die zu ihm in die Sprechstunde kamen, die Zahl der Konzeptionen(Empfängnis) und die Zahl der Kinder gegenüber- stellte, die das 16. Lebensjahr erreichten. Er stellte fest, daß In 199 Ehen mit einer Schwanaerschoft 89 Kinder in das arbeitsfähige Alter eintraten, bei zwei Schwangerschaften waren statt 169 nur 149, bei drei 299. Diese Statistik ergibt als wahren.Nutzeffekt" einer Eh« m't d-ei Schwangerschaften zwei lebende Kinder, bei ochk Schwangerschaften nur vier, und bei zwölf nur fünf Kinder, die 16 Zahre alt wenden. Dieser Arzt hat aber auch die Verhältnisse bei der bester gestellten Bevölkerung untersucht, und festgestellt, daß bei der reichen Bevölkerung die doppelte Kinderzahl heranwächst. wenn— es die Eltern wünschen. Die Ursachen sind in weitestem Sinne materielle. Die geschilderte Ueberfruchtbarkeit hindert die Mutter, dem einzelnen Kinde die nötige Sorgfalt zu widmen, in- dem jede neue Schwangerschaft deu schon ausgemergelten Körper der Proletarierin noch mehr schwächt, und die karge Ration des ein- zelnen Familienmitgliedes noch mehr vermindert. Ganz besonders schädlich müsten aber die Wohnungsverhältniste wirken, wurden doch in Friedenszeiten 89,3 Proz. aller Kinder in Wohnungen von nur ein bis zwei Zimmern mit Küche, 6 Proz. in Wohnungen von drei Zimmern, und der Rest in Wohnungen von vier Zimmern und mehr geboren. Wir sehen also, daß der Abort eine soziale Erscheinung ist. Sowjetrußland hat als erstes Land, durch voll- kommen« Freigabe der Abtreibung eine wirksame Bekämpfung dieses sogenannten Lasters erreicht. Kürzlich erschien eine Statistik über Leningrad, die von Semaschko, dem Volkskommissar für das Gesundheitswesen, ausging. In dieser Statistik, die auch in einer deutschen Zeitschrift erschien, werden die Verhältnisse von Berlin und Leningrad gegenübergestellt, und wir haben deshalb zum ersten Male die Möglichkeit, die Auswirkungen einer„ungehemmten" Ab- treibung zu studieren. In Lenigrad hatten wir 1924 31 691 Lebendgeborene, das sind 26,6 auf 1999 Einwohner. Dazu kommen 1 161 Totgeborene, rund 1 Von. Ihnen stehen gegenüber 6 692„le- galisierte" Aborte, d. h. 3,6 Abtreibungen auf 1999 Einwohner. Ein Vergleich mit Berlin gibt uns solgende interessante Zahlen: 1911 bis 1913 gab es auf 1999 Einwohner in Leningrad 27,7 Ge- burten, im damaligen Alt-Berlin 29,3. Nach dem Kriege waren es 1922 in Leningrad noch 25,3, in Groß-Berlin aber nur noch HL. 1923 ist die russische Geburtenzahl 29,4, bei uns 9,6: 1924 hat Leningrad 26,6, Groß-Berlin aber nur 19,2 Geburten. Einen Beweis für die Beziehungen zwischen sozialer tage und Geburleu- zahl gewähren uns die Jahre 1923 und 1924. 1923 Höhepunkt der Inflation— niederste Geburtenziffer. 1924 Stabilisierung— geringes Ansteigen. Das KinSbettfieber. Diel wesentlicher aber als der Abort an sich sind seine Folgen für die Frau, die bei einer unsachgemäßen Ausfuhrung als Kind- bettführer(Puerperalfieber) in Erscheinung treten. Auch darüber haben wir für Berlin seit einigen Iahren genauere Zahlen. Wir hatten 1922 in Berlin aus 1000 Geburten 13,14 ärztlich nachgewiesene Todesfälle an Kindbettfieber, dagegen in Leningrad nur 3,77. 1923 stieg die Zahl in Berlin auf 13,89, fiel dagegen in Leningrad auf 3,39. 1924 haben wir eine Verminderung in Berlin auf 11,93 pro 1909 Geburten, in Leningrad dagegen auf 2,63. Wir sehen also, daß in Berlin, das unter dem Schutze des 8 218 und der Protektion seiner deutschen Aerzteschast steht, oiennal mehr Frauen am Kindbettfieber sterben, als in Leningrad. Diese Ergeb- niste müssen ober in ihren sozialen Beziehungen betrachtet werden. Durch das Gesetz vom 18. November 1929, das die freigäbe der Abtreibung in Sowjetrußland aussprach, werden für die Einleitung der Aborte verschiedene Vorbedingungen vorgeschrieben. Erstens die sehr berechtigte Forderung, daß der Abo« nur von einem Arzt in einem staatlichen Krankenhaus oder in einer staatlich konzessionierten Privatklinik ausgeführt wird. Zweitens muß die Frau vor der Einleitung sich mit einer Frauenkommission über die Gründe ihres Wunsches nach einer Abtreibung aussprechen: denn sehr häufig kann ein Abort, der wegen augenblicklicher materieller Not- läge dringend erscheint, bei einer emsprechenden Sicherung der Zukunft der Schwangeren und des Kindes vermieden werden. Ab- zulehnen aber ist die russische Vorschrift, daß der Abort nur innere halb der ersten drei Monate ausgeführt werden dürfe, eine Forde- rung, die auch von der Sozialdemokratischen Partei des ersten Reichstages nach 1918 im Gegensatz zu den damaligen Unabhängigen gestellt wurde. Wenn auch in den späteren Monaten eine höhere Gefährdung für die Schwangere besteht, so können doch im Leben der Frau Ereignisse eintreten, die auch zu einem späteren Zeitpunkt den Abort notwendig erscheinen lassen. Dazu kommt aber als wesentlichstes Moment, daß bei einer zeitlichen Begrenzung aus die ersten drei Monate der Denunziation Tür und Tor geöffnet ist, denn der genaue Zeitpunkt einer Konzeption ist nur in den wenigsten Fällen mit aller Sicherheit zu bestimmen. Grünöe. Als Gründe für die Abtreibung in Rußland werden von Semaschko angegeben: in 72,4 Proz. der Fälle unzureichende materielle Wittel, in 17 Proz. ein krankhafter Zustand, z. B. Typhi- Iis, Tuberkulose, Alkoholismus, Geisteskrankheiten(man nennt das die eugenische Indikation), in 4.4 Proz. waren bei Beginn der neuen Schwangerschaft Säuglinge vorhanden, denen in der Folge- zeit dann eine verminderte Sorgfalt anoediehen wäre. Wir sehen also, daß Rußland in beachtenswerter Weise die Lösung dieses so außerordentlich komplizierten Problems in Angriff gcmimmen hat. Die Ergebnisse aber, die uns hier von Semaschko, einem auch von der gesamten deutschen Aerzteschast anerkannten Wistenschaftler unterbreitet werden, können von großer Tragweite sein. Leider besteht zurzeit gar keine Ausficht, daß die deutschen Aerzte, die be rufcnen Hüter der Vollsgesundheit, bereit waren, die russischen Ergebnisse sinngemäß aus Deutschland anzuwenden. Das Gros der deutschen Aerzteschast bekennt sich vielmehr für die demslken Frauen zu folgenden Grundsätzen:„Eine Aufhebung der gSj.ch- lichcn Strafbestimmungen wäre ein verhängnisoller Mißgriff. Hemmungslose Zunahme der Abtreibungen, weitere Verwilderung der Geschlechtssitten, Vermehrung der Geschlechtskrankheiten wären die unausbleiblichen Folgen Die sogenannte„soziale Indika- t i o n", die richtiger„wirtschaftliche Indikation hieße, gründet sich aus Notlagen, zu deren Beurteilung der Arzt nicht allein berufen und zuständig ist. Sie ist als Indikation für die Unterbrechung unbedingt abzulehnen." So lange die Aerzteschast sich aus diesen Standpunkt stellt, der jedes Verständnis für die entsetzlichen und unerträglichen Nöte der proletarischen Frau vermissen läßt, so lange werden die Frauen der arbeitenden Klastcn auch keine Erlösung von ihrem Leiden finden. Das letzte Wort aber spricht doch nur die gesetzgeberische Körperschaft, der Reichstag. Mögen die Frauen diese Tatsache nicht oergesten.__ INllseumssührungev. Sonntag, den 6. Dezember, 10 Ubr vormttagS, finden amtliche Führungen im Kaifcr-Friedrich-Museum(Deutsche Kunit de» Miltelaltcr«)— Dr. Wntheimer— und im Muicum Prinz-Älbrecht, Straße 7(Cdtneüsche Malerei)— Direktor Kümmel— statt. Zulaßkarlen sind zu je 20 Bi. vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen in beschränkter Anzahl erbältlich. SS] Die Passion. Roman von Clara vicbig. Ja. das habe ich." stieß Olga heraus. Er mußte tot sein— tot— ach, sonst könnte die Mutter ja nicht so von ihm sprechen! Es nesefte ihr eiskalt über den Rücken. In einer großen Be- stürzung stand sie und wußte nicht, was sie fragen, und was sie sagen durfte. Es kam ihr alles seltsam vor, unerklärlich, sie konnte e'ne jäh sie überfallende Angst nicht niederzwingen: was war hier geschehen? „Er war ein hübscher Knabe, nicht wahr, Fräulein Wil- kawsti?" sagte die Mutter.„Ein sehr hübscher Primaner, nicht wahr? Emma will mir das immer nicht glauben. Als er das letztemal hier war, war er gar nicht mehr hübsch. Ich soll ihn auch nicht besuchen in der Anstalt, sagt Emma. Und der Arzt da w'll es auch nicht. Ich darf ihn nicht sehen. Ich M"ß warten, bis er wieder gesund ist. Wird er auch wieder gesund, Emma?" Es klang so angstooll. Die P'lcoerin schüttelte hinter dem Stuhl der Frau ver- ne'ncnd den Kopf. Aber laut sagte sie in ihrer barschen Art: „Natürlich w'rd er wieder gesund, Frau Berndorff. Das gibt stch alles wieder." „Para— Para. murmelte die Mutter vor sich hin und fchütk'elle tra"rig den Kavi.„Para— Paralyse." Und nun fing sie bitterllch an m weinen. 0©ott! Olga suhlte, wie sich ihr das Herz plötzlich zu- fammenkramvfte— Man'red war wohl sehr krank, unheilbar krank?! Dn einer Ansialt wahnsinnig� Oder was hatte er für e-n* Kran'b-'t? Die mußte schrecklich fem. In einer An- stall! Para— Para'yfe. war das schlimm!? D'e©reisin klaaie laut:„Mein armer Sohn, mein un- «lücklicher Sohn' FrS"lein Willowsk». Sie haben ihn auch gekannt, haben S'e wohl gesehen, w'e flink er immer aelauken ist. wie er spr-ngen konnte m't seinen schlanken Beinen? O! I-b sehe durch meine gelbe Sche'be. da steht er.'n wie die liebe Sonne— und die beschien Mick, auch. Ach! Sw saftete d e zittrinen Hände und hob sie ge allet m die sVchc.-ott, warum hast du ihn nicht vorher sterben lo ien. Gott. Mein armer Sabn! Wenn ich ibn nur in der Anstalt be uchen dürfte, ehe ich sterbe. Aber sie sagen,'ch darf nicht sootel ausgeben. es kostet alles soviel: die Ansialt, d'e P lege, w'r haben kein©eld mehr— nicht wahr. Emma, er wud dach da gut verpflegt? Er aß so gern Hasenbraten— wenn er in den Weihnachtsferien zu uns kam, bestellte er sich immer Hasen- braten— er wird da doch auch Hasenbraten bekommen, Emma?" „Sicher." sagte Emma. Aber sie zog hinter der Deckung des Lehnstuhls den Mund breit in einem bezweifelnden Lächeln. Olga tonnte es nicht mehr aushalten. Diese überheizte Stube erstickte sie, und diese ihr unverständlichen und doch sie so aufregenden, unheimlichen Reden der wie es schien etwas kindisch gewordenen alten Frau. Und dann dieses Gesicht der Wärterin, die mehr zu wissen schien: alles zu wissen schien. Paralyse,— es schien etwas Schreckliches.„Ich muß jetzt gehen," sagte sie, fast erstickt, aus trockener Kehle heraus.„Darf ich mich Ihnen empfehlen, gnädige Frau?" Als hätte sie die Besucherin völlig vergessen gehabt, fuhr Frau Berndorff jetzt auf, ihre guten Manieren, die sich nicht verloren hatten, verhalfen ihr zu einem verbindlichen Lächeln: es machte sich kläglich in dem zerstörten Gesicht mit den aus- gewestiten Augen.„Sehr freundlich von Ihnen, danke für Ihren Besuch. Grüßen Sie Ihren Herrn Vater!" Sie überließ Olga die Hand zum Kuß. Mft einem Gefühl unendlichen Mitleids ließ Olga ihre Lippen einen Augenblick auf dem kleinen verwelkten Händ- chcn seiner Mutter ruhen. Aber noch größer als ihr Mitleid war das Gefühl einer sie umklammernden unverständlichen Angst: Paralyse?! Sie hätte gern die Pflegerin, die sie hin- ausbegleitete, um Aufklärung gebeten. Aber es war ihr, als lege sich eine schwere Hand auf ihren Mund, sie konnte nicht fragen... „Mit Frau Berndorff wird's wohl bald alle fein, sagte Emma.„Sie leidet schwer am Herzen." Und damit schloß sie die Tür. Hans Blechl)ammer war ganz erschrocken, als er am Montag früh seiner Braut aus dem Wagen half. Er war ärgerlich: sah sie nicht ganz verfallen aus. richtig alt? Aber das half nichts, die dumme Reise war sa nun einmal gemacht. Gutmütig nahm er Olga die Reisedecke ab, die Handtasche, und faßte sie unter den Arm:„So, nu komm aber! Eva hat noch Kaffee gemacht, ehe sie in die Schule ging. Und geheizt habe ich Du mußt dich ausruhen." Sie lächefte müde und lehnte sich fester an ihn: wie wohl das tat, so e'N guter Mann! Die Rückreise war schrecklich gewesen, alle Plätze im Wagen besetzt: da-n hatte die Frau ihr gegenüber noch ein kleines übermüdetes Kind auf dem Schoß, das alle Viertelstunde a"ftchreckte und dann eine gan-e Weile durchdringend schrie. Ein Fenster konnte man nicht auf- machen, der Nachtkälte wegen, die Luft war verbraucht zum Ohnmächtigwerden. Aber schlimmer als all dies war es, daß ihr fortwährend im rüttelnden Stoßen des Wagens im gleich- mäßigen Dröhnen der Räder etwas in die Ohren hämmerte: „Para— Para— Paralyse." So die ganze Nacht. Zu- weilen verwirrten sich ihre Gedanken, schon glaubte sie dos quälende Wort los zu sein, aber gleich war es wieder da, schrie herein in den Wagen aus dem Schnauben der Lokomotive heraus, aus dem schrillen Signal der Dampffeife, schrie in ihre Ohren so gellend, so durchdringend, ,daß sie zusammenfuhr: „Paralyse!" Mit überwachten Augen sah sie durchs lichtlose Fenster in die dunkle Nacht, sie starrte und starrte---- durch die dunkle Nacht fuhr ein Zug an ihr vorbei, die gleiche Strecke, und in dem Zug saß ein junges Mädchen, das flchr ans der Heimat fort nach Berlin, und unterm Herzen trug es ein Kind. Und diese Mutter erzählte diesein Kind nicht von seinem Bater— und wenn das später einst fragen würde nach dem—?!„Paralyse!" Sie war so heilig aufgefahren. daß der Herr neben ihr sagte:„Was hat Sie denn so er- schreckt?" Am Arm ihres Bräutigams schritt Olga nun ihrer Woh- nung zu, da würde es warm fein und Warmes zu trinken geben, und wenn sie sich dann erouickt und sauber gemacht hatte, ging sie noch ins Geschäft. Es war alles ganz gut so — wenn nur dies leidige, quälende Wort nicht wäre! „Paralyse, was ist das eigentlich?" fragte sie,„weißt du was davon, Hans?" „Warum? Wie kommst du bloß auf einmal auf so was?" „Ach, es sprachen welche davon. Ich— ich— ich mochte nicht weiter danach fragen." Er lachte:„Da hast du'nen guten Riecher gehabt. Nach so was fragt man doch nicht,'ne ganz verfluchte Sache. .Schwacher Kopp—'n bisken verrückt. Vom Bummeln, vom Suff, vom Sumpfen— na. und von Gott weiß was!". „Don Gott weiß was," wiederholte sie leise, wie für sich selber. Und dann rang sie auf einmal nach Luft, s? wurde ihr so beklommen, so sellsam schwindlich, die Straße fing plötzlich an zu schwanken.„Mir ist nicht gut," stst-ß sie noch heraus, seufzte tief auf und wurde ohnmächtig.- Es war doch eine zu große Anstrengung für Olga ye- wesen: von der Arbeit weg in die Bahn, die Nacht durch- gefahren, den nächsten ganzen Tag auf den Beinen, und die folgende gan-e Nacht dann wieder durchgefahren. Der Bräutigam schalt. Er ließ sie am Tag ihrer Rückkehr nicht mehr ins Atelier. Er lief hin und enkschuldiate sie. Aber dann kam wieder alles ins alte Geleise. tForts. folgt.) Die§rau im neuen Strafcecht. Sil einer Versammlung in den Gormaniasälen sprach Rechte aiiwalt Genüsse Dr. S a e n g e r- München über die neuen Straf- recht�vorlag.'n, mit besonderer Berücksichtigung der Stellung, die die Frau»ach ihnen im Straf recht finden soll. Nach interessanten Einblicken in die Entwicklung der Kriminalität im Leben eines Staates, die ohne Frage in der Hauptsache von der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflußt wird, gab Dr. Saenger einen Ueberblick über die prozentuale Verteilung der Kriminalistik auf die einzelnen Ge- schlechter wie auf Erwachsene und Kinder. Daß von sämtlichen Etrasfällen im Reiche aber zwei Drittel gegen das Eigentum sind, neigt deutlich, daß die sozialeLage der wichtig st edirette Antrieb zum Begehen strafbarer Handlungen ist. Erst wenn hierin Besserung einseßt, läßt sich die Kriminalität fühl- bar herabsetzen. Ueberhaupt zeigt es sich, daß Bestrafung ein lehr fragwürdiges Mittel zur Behebung der Derbrechen ist. da ein Fünstel aller Angeklagten mindestens zum zweiten Male vor dem Richter steht: in einzelnen Kategorien ist das Verhältnis noch viel ungünstiger. Jedenfalls hat man allgemein erkannt, daß es zu vermeiden ist, um geringsüjjiger Vergehen willen noch nicht Vorbestrafte für wenige Tage ms Gefängnis zu schicken, wo sie oft erst den Antrieb zu wirklichen Verbrechen empfangen. Das Mindestmaß für Frei» heitsftrafen ist daher jetzt auf acht Tage festgesetzt, und es ist zu wünschen, daß man hier noch weiter heraufgeht. Genosse Saenger besprach so in dankenswerter Weise die einzelnen Abänderungen des Strasrechts, indem er auf das hinwies, was wir mit unseren Forderungen bereits erreicht haben, aber nicht vergaß, daneben- zustellen, was noch weiter zu fordern bleibt, und wofür gerade die Frauen sich miteinzusetzen haben. Besonderes Interesse erregten natürlich die Paragraphen, die speziell die Frauen und Kinder be- treffen. Die Versammlung stimmte dem Redner durchaus bei. als er ausführte, daß die Strafe für Vergehen an Minderjährige(Miß- Handlung, Sittlichkeitsverbrechen) und für Kinder- und Frauen- Handel nach dem neuen Strafgesetz mit Recht verschärst wurden. Er kam dann auf die vielumstrittenen 8Z 218 bis 220 zu sprechen. Abtreibung, für die heute nach dem Gesetz noch hohe Zuchthaus- strafen verhängt werden müssen, soll künftig mit einer Mindest- strafe von acht Tagen gesühnt werden können. Allerdings bleibt das Strafmaß immer noch von dem Ermesien des Richters abhängig, und es ist weiter Aufgabe der Sozialdemokratie, für Abänderung dos gefürchteten Paragraphen dahin zu sorgen, daß Abtreibung straffrei bleibt, wenn sie innerhalb der ersten drei Monate von einem approbierten Arzt vorgenommen wird. Die Ankündigung von Schutzmitteln soll nach dem neuen Strafgesetz ebenfalls erlaubt sein, sofern sie nicht in Sitte und Anstand verletzender Weise geschieht. Daß die Versammlung den dankenswerten Ausführungen des Redners mit regem Anteil gefolgt war, zeigt die lebhafte D i s- kuffion, die sich im Anschluß an den Vortrag entspann, und die sich hauptsächlich mit den beiden Fragen der Abtreibungsparagraphen und der Prostitution befaßte. Alle Rednerinnen aber waren der gleichen Ansicht, daß hier nicht Bestrafung, sondern Besierung der sozialen Lage Pflicht des Staates ist, und daß ein künftiges Straf- gesetz mehr noch als es diesmal geschehen ist. dies zum Ausdruck bringen muß.____ Staütrat Eagert begnadigt. 1001 Skaakener Bürger treten für ihn ein. Die Staakener Meineidsaffäre. die die Oefsentlichteit seit zwei Jahren beschäftigt hat, ist jetzt zu einem gewissen Abschluß, gelangt. denn der frühere Stadtrat Eggert aus Spandau, der vom Schwur- gericht zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilt worden war, ist jetzt mit Wirkung vom IS. Dezember für den Rest der Strafe be- gnadigt worden.. Wie erinnerlich, war in Staaten, wo Eggert seinen Wohnsitz hatte, das Gerücht umgegangen, daß er in Beziehungen zu einer Krankenschwester stehe. Eggert hatte daraufhin gegen eine Frau Bärmann, als der Derbreiterin dieses Ge- redes, Privatklage eingereicht, die aber von der Staats- anwaltfchaft im öffentlichen Interesse übernommen worden war. In den Verhandlungen gegen Frau Bärmann vor dem Schöffen- gericht in Spandau und vor der Strafkammer in Moabit bestritten Eggert und die Krankenschwester als Zeugen unter Eid. daß, wie Frau Bärmann behauptet hatte, Eggert der Krankenschwester nacht- I!che Besuche in ihrer Wohnung im Kinderheim gemacht Hobe. Die Beleidigungsklage endete mit der Freisprechung der Frau Bärmann und die Akten wurden der Staatsanwaltschaft zur weiteren Unter- suchung überwiesen. Diese leitete gegen den Stadtrat Eggert und die Krankenschwester das Meineidsverfahren ein. Vor dem Schwur- gericht des Landgerichts III wurde jedoch zunächst ollein gegen Eggsrt verhandelt, da die Schwester wegen Lungentuberkulose nicht rerhandlungsfähig war. Eggert wurde unter dem Vorsitz- des jetzt zum Landgerichtspräsidenten in Oels ernannten Londgerichtsdirettors Dra.nsfeld des Meineides schuldig befunden und zu 2 Iahren Zuchthaus verurteilt. Dieses Urteil erregte, als es vor einem Jahr gefällt wurde, großes Auf- sehen und rief eine sehr heftige Kritik hervor, da man vielfach von der Unschuld des früheren sozialdemokratischen Stadtrats Eggert überzeugt war und das Ganze für eine Dorfintrigue mit politischem Hintergrund hielt. Eggert hatte von einer Revision Abstand genommen und gehofft, durch die Verhandlung gegeir die Krankenschwester die Sache nochmals zur Aufrollung bringen zu können. Inzwischen ist die Krankenschwester verstorben. Da auch die Bemühungen Eggerts auf Wiederaufnahme in zweiter Instanz zurückgewiesen worden waren, reichten die Rechtsanwälte Dr. Iohanny und Bäcker ein Gnadengesuch ein, dem Dr. Johanny 1001 Unterschriften von Staakener Bürgern bei- fügte, die für die Unschuld des Verurteilen eintraten. Als erster Teilerfolg dieser Aktion wurde erreicht, daß Eagert nicht ins Zuchthaus übergeführt wurde, sondern bisher sein« Strafe im Moaditer Untursuchungsgesängnis verbüßt hat. Aus die neuen Vorstellungen der Verteidigung hat dos Justizministerium nach eingehenden Erhebungen entschieden, daß Eggert im Gnadenwege mit Wirkung vom IS. Dezember die Strafe erlassen wird._ «Volkskonzert in Neukölln. Das Voltsbildungsamt Neukölln veranstaltete gestern nachmittag mit dem.Internationalen Tonkünstler-Orchester' unter Leitung von Willi Libißowski im kleinen Saal der„Neuen Welt", Hasenheide,«in volkstümliches Sinfonie-Konzert für die Sozial- und Kleinrentner Neuköllns. Der Saal war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Man spielte Glucks Iphigenien-Ouvertüre, Schuberts H-�loII-Sinfonie, das Klavierkonzert G-Moll und die Ruy- Blas-Ouoertüre von Mendelssohn, Nicolais„Lustige Weiber von Windsor", und„Geschichten aus dem Wiener Wald" von Johann Strauß. Ganz abgesehen von den Leistungen des Orchesters und des Dirigenten muß festgestellt wer- den, daß das Programm nicht ganz dem Zweck entsprach, besonders wenn man berücksichtigt, daß keine Einführung vor den Werken ge- halten wurde. Es ist für einen Menschen, dem musikalssche Vor- bildung sehst, schwer, sich in ein Mendelssohnsches Klavierkonzert einzufühlen, auch die H.�IoII bereitet Schwierigkeiten. Etwas weniger geben heißt in diesem Falle mehr geben. Xu berücksichtigen bleibt, vor wem man spielt. Die Kunst dem Volk«, aber den von der MW» -jem schwai un übertreffen. ffiitdieUopfiuääche PariangenSk dkneueDoppelpacbiing. Preis 55 Pf, Not niedergedrückten asten Frauen und Männern die H-dtoll vor« zujegen, heißt sie weniger erfreuen, als sie an das erinnern, was sie verloren haben. Immer wieder konnte man seststellen, daß die Allegrostellen am besten gefielen und daß erst Nicolai und Johann Strauß mitrissen und restlos packten. Mozarts Tänze, Bizets Carmen- oder Arlesienne-Suite rmd Offenbachs Orpheus-Ouvertüre hätten vielleicht besser gepaßt. Sicherlich war das Programm stilvoll zusammengesetzt: aber ein Programm, das für die Philharmonie gut Sewähll ist, erfüllt bei anderen Veranstallungen noch nicht seinen iweck._ Weitere Opfer öer Glätte. Oebensgefährliche Verletzungen eine»Schwerkrieg»beschädlgken Da» anhaltende Frostwetter, die vereisten Bürger st eige und Straßendämme haben auck gestern wieder verschiedene Unlälle verursacht. Eine größere Anzahl glücklicheiweise nur Leicht- verletzier, die sich nur Verstauchungen oder ähnliche Konlusionen zuzogen, tonnten»ach kurzer Behandlung in den Retlungestellen ihre Wohnung wieder aufsuchen. Ein Mann, der sich einen schweren rechten Kniescheibenbruch zuzoa, mußte durch einen Wagen deS Städtischen ReliungSamteS in das Krankenhaus am Friedrichs- bain transportiert werden. Ein weitere? Opfer der Glätte wurde der 31 Jahre alte Schwerkriegsbeschädigte Wi'- Helm D r o g o l i n au» der Eytbstr. 8. Lindenbof. Er wollte am Sachiendamm mit seinem Selbstiahier den Fahrdamm überqueren, als ein Privatauto herannahte, das auf dem glatten Fohrdamm nicht reckizeitig zum Hallen gebracht werden konnte, und D. über- kuhr. Mit schweren inneren, lebensgefährlichen Verletzungen wurde der Verunglückte in da? Norbert-Kranken- hauS eingeliefert._ wie die ,Note$of)ne' lägt... Die Sozialdemokratie für sofortige Erwerbslosenhilfe. In der.Roten Fahne" findet sich ern Bericht über eine Erwerbslosenversammlung, die am Mittwochabend in Neukölln stattsand. In diesem Bericht wird behauptet, der Stadt- verordnete Genosse Gärtner habe von seinen Schwierigkeiten in der SPD.-Fraktion In der Frage de» Zusammengehens mit der KPD. gesprochen. Auch wird dem Genossen Gärtner die Behaup- tung in den Mund gelegt, seine Fraktionsgenossen könnten sich über das Elend infolge ihrer Besserstellung kem Bild machen. Wie uns der Genosse Gärtner mitteilt, ist dieser Bericht vollko mm e n unwahr. Er hat vielmehr darauf hingewiesen, daß die größte Einigkeit nötig sei und daß diese Einigkeit leider wieder einmal durch die Sonderanträge der KPD. in der letzten Stadtverordnetenversammlung empfindlich gestört sei. Er hat ferner betont, daß selbst- verständlich in jeder Fraktion über einzelne Fragen Meinungsver- schiedenheiten herrschen könnten, aber gerade in der Erwerbslosen- Hilfe stehe die sozialdemokratische Fraktion einstimmig auf dem Standpunkt, daß so schnell und so gründlich al» nur irgendmögllch geholfen werden müsse. Im übrigen hat der Genosse Gärtner noch die demagogischen und verlogenen Angriffe gegen den Genossen strich zurückgewiesen. Der Bericht der.Roten Fahne" zeigt nur in Reinkultur, worauf es den Kommunisten ankommt, sie möchten um jeden Preis durch ihre wüste demagogische Hetze Verwirrung stiften. Sie werden sich aber in ihren Hoffnungen aus den Erfolg dieser erbärmlichen Taktik gründlich täuschen. Das Geheimnis der Villa„Goldener friede". Zum zweiten Mole beschäftigte da» Landgericht II eine Falsch- münzeraffär« von großem Umfange. Im November 1324 tauchten in Schöneberg falsche Zehnrentenmarkschein« aus. Es wurde er- mittelt, daß in einem Geschäft in der Wilhelmstrah« eine Druck- Maschine gekauft worden war, die nach der D I l l a.Goldener Friede" zu einer Frau Romeik nach Zernsdorf ge- schafft worden war. Am S. Dezember erschien die Kriminalpolizei dort, und es wurde in dem Keller des Dillengrundstücks eine vollständige modern eingerichtete Falschmünzerwertstätte aufgehoben. Mehrere tausend fertige Falschscheine waren vorhanden, und der frühere Filmdirektor Ralow aus Zernsdorf wurde überrascht, wie er beim Durchzählen einer Kassette mit 1800 gefälschten Scheinen beschäftigt war. Die Villa gehörte der Frau Romeik, der Witwe d«; verstorbenen Generaldirektors der verkrachten Pommern-Bank, gegen den zu Anfang dieses Jahrhunderts ein drei Monate währender Betrugsprozeß in Moabit verhandelt worden war. Es wurden in der Werkstätle auch die Druckplatten und die sämtlichen Utensilien für den Falschmllnzerbetrieb vorgefunden. Der Letter des Betriebes war der Buchdrucker Otto Kaisser, beteiligt an dem Unternehmen war auch der Lehrer Tretau aus Berlin, der Kauf- mann Berthold Roy und der Maschinenmeister Hermann Lorenz. Als die Seele des Unternehmens betrachtete das Schöffengericht Rokow und die Romeik. die auch zusammen mtt Kayser je drei Jahre Zuchthau» erhielten, während die anderen AngeNaaten zu zwei und drei Jahren Gefängnis verurteilt wurden. In der De- rufungsverhandlung oersuchte Frau Romeik darzustellen, daß sie von dem Falschmünzerbetrieb nichts gewußt und geglaubt habe, daß im Keller verbotene kommunistische Schrilten hergestellt würden. Die anderen Angeklagten sind zum Teil geständig. Nach längerer Beratung verkündete da» Gericht: Die Be- rufung des Angeklagten Kayser wird verworfen. Der Angeklagte R a ck o w erhält zwei Jahr« Zuchthaus, der An- geklagte Tretau ein Jahr drei Monat« Gefängnis, der Angeklagte Lorenz 1 Jahr S Monate Gefängnis und Frau Romeik zwei Jahre Zuchthaus. Dem Rackow wurden 8 Monate, Tretau 5 Monate und Frau Romeik 2 Monat« Untersuchungshaft angerechnet. Tretau wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Ein folgenschwerer Gerüflelnfforz ereignete sich am Mittwoch nachmittag In der Gchönederger Echloßbranerei. Bei dem Einsturz zog sich der Arbeiter Michael Kryom au? der Oppelner Straße 84 schwere Fußverletzungen zu und der Maurer Paul Krahl auS der JablonSkistr. 16 erlitt außer inneetzn ver- letzungen eine schwere Gebirnerschiitterung. Krahl mußte sofort in da? Schöneberger Krankenhaus übergeführt«erden. ItzeNee für Sersia: Etwa? milde, Temperaturen aber meist noch«nter Shill. Einzelne Schneefälle, wechselnde Vewillmtq.— Jäf Denst+tiiBb: Ucberall leichter Ruistleg der Temverawren, aber meist«och Frost. Weitere leicht« Schneefälle bei wechselnder Bewölkung. vss Rundfunkprogramm. Freitart, den 4. Dezember. AnBer dem üblichen Tagesprograinm: 4.30— C Uhr neebm.: Nachmittegskonzort der Berliner Fnik- kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdv Kaaffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Miauten für die Krau, 6.55 Uhr abends: Erna Arn- bold:.Goethe und Berlin». 7.20 Uhr abends: Dr. Fritz Pfirrmann: .Kriegs- und Naohkriegsgesetzgebung auf dem Gebiete des Arbeits- reodts". 7 45 Uhr abends: Bans-Bredev-Bcbul«(Bildnngslurse). Abteilung Mnsikwissenfohaft. Geh. Regierungsrat Prof. Dr Max Friedländer:.Das deuteebe Volkslied".(SO Uhr abends; Zur Feier des 50. Geburtstages von Raine, Maria Rilke. 1. Einleitende Worte(Dr. Vass). S. a) Gedichte, b) Die Weise Ton Liebe und Tod des Corne'a Christoph Rilke(Ludwig Ha-dt). 3. M. Rare!: Sonate für Violine und Cello, Allegro- Tre» vif— Lent— Vif aveo Entrain(Max_ Rostal, Violine;_SeIa Trau, Cello). 4. ai Bruchstücke aus dem Roman.Malte Lanrids Brigge", bi Gedichte (Ludwig Hardtl. 6. Bändel: Passacaglia(in der Bearbeitung von Halvorsen)(Max Rostal nnd Bela Trau). 10 30 Uhr abends: Literarische Stnnde. Vom.Schinderbannea" und.Kaspar Häuser*. Kurt Elwenspoek:.Sohinderhannes*. Jakob Wassermann:.Kaspar Häuser". Rudolf Stratz:.Kaspar Häuser*. Hans Sittenberger: .Kaspar Hanser*. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagosnachnohten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Ctoleseongn f&r diele Rubel! fiud «eel's ee. et etaeenftrafts 3. parteinachrichten für Hroß-Seim Mariaunenaser l».— «charlsttendnig: stuaendbelm Rosinen skr. 4.— chalensee: Schale staachlm-strieb» rich-Stt. 85.— Tteglist II: staaenddeim Solstelnisch« Str. 3.— Brist: Rntbaas, Sbaasseestr. 48.— Reaköll» I: staoenkheim Berastr. 2».— Renkklln N: stngendbeim Roaatstr. 58.— Adlersstts: stuaendbeim Bismarckstr. 13.— Sipe- »ick: stuaenWieim Trllnaner Slr. 5.— Relnlckend» f-veft! stwtrndbans in der Ectdelstrastc.— Rieberschinbense»: Schal« Blankenburaer Stt. 09. • Vsabit U: Temeindeschal« am Sttpbansvlat,. Bartrag:„Temeinfchaft in der SAg.'— R-rdast l: Zanendbeim Reue stinlastr. 21. Bartraa:„Gefell. (diort sieben im Tierreich*.— Rorbsft II; stnaendbelm Danziaer Str. 83. Bor- traa:..Die kulturellen Aafaaden der SA5!.*—«olenthalee Bsrstebt: Schal« Glvsstr. 28». Bortraa:.�Zirverknltar*.— Osten st.-».: Zugendbeim Rigaer Str. 106. Varlraa:„flniaats Umaona mit Menschen*.— Schinederg N: gaaenbbeim Saav'str. 15. Bartra»:..Technik*, t. Teil.— Banmschnlenwea: Saaenddeim Trnststr. 18. Bartraa:„Ztesormkletdanll*.— Tegel: Suaenibetm Kabnbokkkr. 15. lo-Minaten-Referat«. Abt. Treptow: Zaaendbeim Elsenstr. 8. Lichtbikderportrag:„Der charz*. Dittmagskurfe: Werbe bezirk Pankow: Schale RIederschinbaase». Blankrnbarger 8fr. 69. Serbebe, irk Srfazbero; Mtttmpch. den fl. Dezember, in Sistonas- B FaaT Barchstr. lt. abends 714 Ubr. Borfvbrang des KambargMms. Gin- ssi tritt 80 Pf. Sargt für reae Betelllgang. Serbebezirk Prrnzlaner Per« I und II: gm Bezirksamt Danziaer Str. 81 finde! vom 2.-8. Dezember, t ilalich von 5—0 llbr(Sonnabends von 2—8 Ubrl. ein« Aasstellana»on Büchern. Spielzeug und veb rauch egegenstSnden ftnit. gagendaenassen, belacht diese Aasstellana! Vorträge, Vereine unü Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz- Rok-Gold". »etchSslsst,!,«: Berlin S 14 Sedastianstr. TfSS Jof 2 lt. «ittt Senntca, b. mittaas 12 Ubr. B-lksdübn« mit stabnen Antreten zur standaebana in Pankow.— Tittgerte». Sonntag, t.(.. Pflichtleilnabm« Pankow. Antreten Denkmal st deiner Tiergarten IXZd Ubr: Slam. Weste» 1014 Ubr Maadedarger Plast: mit Tambaarkorvs.— Webbing. Sonntag, d. 8„ mtttags 12 llbr. Antreten bei Müller. Uferstr. IZ. Propaaandamarsch nach Pankow.— Prenzlane» Berg. Sonntag, d. 8.. nach. mittags l Ubr, Antreten Prenzlauer Allee Sckc Räume: straste.—{fileblch». bain. Sonntag, d. 8„ nachmittags 12,15 Ubr. Wa:schaacr Ecke Rominlenir « raste. Antteien mit Mastk and Tadnen.— strenzberg. So., d. S.. Käme. reden zum Winterfest Storkow treffen(Ich nachmittag- 5'4 Ubr Görl. Bbi. Sonntag, d. 8.. nachmittags I.l! Ubr. Antreten des gesamten greises mit Tamdoarkorvs and!Zabnen Ed ünbaaser Allee Ecke Bornbolmer Elroste ISoch- babndof Rordrinal zum Marsch nach Pankow.— Treptow mit sämtl-.chen Untergruppen Sonntag, d. 8.. nachmittags l Ubr. Antreten Babndof SdAndaalcr Aller mit Spielleaten und siabnen. PNIchiveeonstaltung.— SchSnebetg.Zriedens». Sonn gg. d. 8.. nachmittags 12.15 Ubr. Antreten zar Teilnahme an der Demonstration in Pankow. Mit Tabnen an» Sviellcatcn Tberasker- Ecke golonnenstrast«.— Zleakölln-Bri». Sonntag, d. 8.. nachmittags l Ubr. Antreten Bdf. Schdnbanser Allee mtt Svielleaten and ffabnen. Pflichlveranltaltana.- gSpenick-Bobn-dsif-Srlnan. Sonntag, d. 8.. nachmittags 1,15 llbr. Antreten mit Tambaarkorvs and ssabnen am Bdf. flä-K- nick. Abfahrt 1,84 Ubr nach Rahnsdorf zam Propagandamarsch durch Sckän- eiche-lrichtenau.— Lichtenberg und Unteraravven. Achtung! Jeden Ureitag. 8 Ubr. zuroersammlungen in den bekannten Lokalen. Beteiligang ist Bilicht. «»mil che«adlvarsckläae Nnd laut Beschlast der Sistana vom 23. November schrlttlich an gamerad g-rl Schübe. Lichtenberg, griembildstr. 5. einzu'eiche». Sonntag, d. 8 12 Ubr mittags. Antteien der gesamten»umeradschas, Mittel. promenad« Bbf.»rankfurter Alle« zur Teltnabme am Pro vaaan da marsch nach Pankoro. PNichtveranstaltang.- Pankow. Unlerorupv« Riedersch5nl>a"sen Sanntag. d. 8.. nachmittags 12.45 Ubr. Antteien bei«ubasch. All« anderen Unergrapven I2L0 Ubr Berliner Ecke«reitt Straste. Ra». fabrerzag 8 Ubr Marttpla». Provagandafobr! bis U Ubr. ffabnen stnd mit- zubringen,-- Neinickendsrs mit fSmttickrn llntergravven. Sanntaa. d. 8.. nachmittags I2td Ubr.«ntteten Reinickendorf-Ost. Sumboldt. Ecke vaurt. Mtt Spielleaten and fiadnen. Marsch nach Pankow. Schlnst svätesiens 4 Udr. Pflt»tvergnNa!tai>a.— steblendorf. fZr. d. 4..» Ubr. in der Süd- schule. Wilbelmstraste sdar» Mackn-wer.»arl. nnd Augusnlrastel. ersttr UebungS'. Tarn.. Spvrt- und Svielabcnd. Turnkleidana mltbrinaen.- Tempelbof. Sonntag d. 8.. nachmittags lZ.I5 Ubr. Bdf. Temvelbaf Anttettn zur Fahrt nach Pankow.- Adlerebof So d 5 abends 7.20 Ubr. Abfahrt »bf. Adlershaf nach Zttviow zur«reismitgliederversammlan«. .«Irtrsnts-Pnnb. vrtsarnppe Berti«. Trelta«. 4«ezemd„. 8 Uhr,«onbl'orel Dobrin. Sackefcher Martt! Ued»na»adend. Talle roillkommen. Relchsbnnd der tttiegsbefckZbiaten.» ttasttilncbmer rnb»kriege, bin'er. bllebenen Bezirk Zentrum. Bersamml"na Montag, den 7. Dezember. 8 Ubr. Rvsentbaler Saf. Rofen'baler Str. UilT. Gautogsdertcht. «»lkschor lewrelbos.Mg-iendvrt. Der Nlnderckar übt am ssreitag. den 4. Dezember, abends von 8—8 Ubr. In der Schnloula nonlastraste. streie Beretnignna»on Sttrnfrennden. Berlin. Bersammlnnq Sannabend, den 5. Dezember, 8 Ubr. in der Salenfeer Sü'tt. stronnrinrendamm.Ecke an der Salenfeer Eisendabndrücke. 1. Barttaa l»eren.....M�E»nn«*(nnd«p«nen. spektrnml. 2. Anslnrache.?za« k!>"ncn durch MtfaNeder etnaakab'f werden. «-»in Gszia, Misch«, Ae-,t«. Wiialtt��crfawnttuna am Montag den W, ädert« 7»/. Ufr/ Im Pttnstf'cken obrtn'�'wng-a�chd �ard-ndei,f>r ?taa>«fe'reti>r a D Dr B'r'ck~aih dem« �iTr* ia Psckorr.Ref'miranf.»b-re« S'ockw'rk an drt stai'�W'defm.T-dlichtt'edf�,. Bereinlanug der Feen- de von»e> f'»«"b rSlkertriedeei. T-na"« B'eier wirb am Treiiag. een 4 De'emder adend«" 8 Ubr arla»iich e n er RofT»ao»r'ef,r, »orte de««edrn'ens sprechen Den g-anrtnor'rga ddl« �err De med«ttbrand stber das Tbema.D e ttzial, Millen Pefee Rastegger»*. Tjr Bor'raa knde, stn der Anta der Koifer.Zr.cdrich-Lchule. Gbarlottenbarz,«nelebeckstrate, nahe Savigny. plast. statt- Snefkosten A?? Neöaktkon. «.». Ja. Kommunolpolitiscbes aus Amerika. Stadt und Wohnhaus. Di« Vereinigten Staaten von Amerika kennen keine Selbst- Verwaltung der Städte in unserem Sinne. Die amerikanische Stadt ist nur frei in der Wohl chrer Beamten und in der Durchführung ihrer Ortsgesetze. Die Ortsgesetze selbst aber werden von den gesetzgebenden Körperschaften des Staates erlassen, dem die Stadt angehört. Stadtverwaltung und Städtebau sind daher in den ver- schiedenen Staaten verschieden entwickelt, und die amerikanischen Städte zeigen beinahe die gleiche Bielgestaltigkeit wie die deutschen. Das tritt allerdings in den Geschäftsvierteln wenig hervor, mehr in den Wohngebieten, den Parkanlagen und den öffentlichen Gebäuden. Die Geschäftsviertel der Großstädte haben mit Ausnahme von Boston unter den Verkehrsschwierigkeiten zu leiden, die der Bau von Hochhäusern mit sich bringt. Die Zunahme der Auto- mobile vergrößert diese Schwierigkesten, anstatt sie zu beheben. Als zweckmäßigstes Verkehrsmittel im inneren Stadtgebiet gilt die Untergrundbahn. In Pistsburg legt man zwischen Untergrundbahn und Straße ein Zwischengeschoß für Fußgänger an. von dem aus die großen Geschäftshäuser unmistelbar zugänglich sind. Detroit baut nach dem Vorbilde von London im inneren Stadtgebiet Tief- bahnen, die in den offen bebauten Außengebieten in Flachbahnen übergehen. Anderwärts finden sich an den Endpunkten der Schnellbahnen große Straßenbahnhöfe mit Verzweigungen nach den Flach- baugebietcn. In den Innenbezirken sucht man durch lieber- brückungen und Etagenstraßen der Schwierigketten Herr zu werden. Nordamerika wurde wie jedes Kolonialland im Kampfe der An- siedler gegen die Natur entwickelt. Daher rühren die Wald- Verwüstung und der Raubbau an den natürlichen Hilfsquellen, den man mancherorts findet. Die Regierungen sind frühzeitig zur Anlage von Naturschutzparks geschritten. Ein bekanntes Beispiel ist der P a l t s s o d e n p a r k am H u d s o n u f e r. der sich durch zwei Staatsgebiete erstreckt. Derartig« Vorbilder haben die Groß- stödte, die früher, wie in Europa, Einzelparis anlegten, veranlaßt, große zusammenhängende Grünanlagen zu schaffen, welch« sich durch das ganze Stadtgebiet hindurchziehen. Boston ist hierin bahn- brechend gewesen. Neuerdings haben diese Parksysteme, welche häufig an die Anlagen der Staaten anknüpfen, und sich so über weite Landstriche erstrecken, besondere Bedeutung für den Ausflugs- oerkehr mittels Automobil gewonnen. Spott- und Spielplätze, Lagerplätze für Ausflügler, Badegelegenheiten und Unterkunsts- Häuser für jugendliche Pfadfinder, finden sich in diesen weiten Grünzügen, welche durch Automobilstraßen und Wanderwege er- schlössen sind. Die Wohnverhältnisse sind heute noch außer- ordentlich günstig. Weitaus die meisten Amettkaner wohnen auch in den Großstädten im Einfamilienhaus. Geringere An- sprüche an die Dauerhaftigkett der kleinen Häuser und an den Straßenausbau ermöglichen es auch dein Minderbemittelten, dos heißt dem gelernten Arbeiter, in den Außenbezirken ein Eigen- heim zu erwerben. Nicht alle Städte aber haben In so glücklicher Weise den Uebergang vom freistehenden Holzhaus der Kolonialzest zum massiven Einfamilienreihenhaus gefunden, wie Philadelphia. Die Bauweise der Kleinhausviettel ist vielerorts allzu offen, und dattn liegt eine Gefahr für das Einfamilienhaus bei steigendem Bodenpreis und steigenden Ansprüchen an den Straßenausbau. Denn zweifellos ist Ämettka in die Epoche des.repräsentierenden Städtebaus� eingetreten, wozu der Milliardensegen des Weltkrieges das seinige beigettagen hat. Skraheabau. Im Architektur- und Ingenieurverein hielt der Professor an der Technischen Hochschule in B aunschweig, vr. in«. N e u m an n. einen Dottrag über amerikanischen Straßenbau, der auch für die brennenden Verkchrsprobleme Berlins von Interesse ist. Cr führte aus, daß die ständige, immer weiter fottschreitend« Vermehrung der Autoverwendung den Straßenbauer vor sehr gewastige Ausgaben gestellt habe. Es handele sich nicht nur um den Landstraßenbau, sondern auch um die Zufahrtsstraßen zu den Städten und um den Verkehr in den Städten. Der Lastkraftwagen bringe ganz erhebliche Mengen von Waren nach den Großstädten. In Eh i k a g o z. B. sei man sogar dazu übergegangen, Auto- mobiltanks für die Milch zufuhr zu bauen. Es gebe in Washington eine Stelle, die alle Ettchrungen, die auf dem Gebiet des Straßenbaues iir den Gemeinden, in den Provinzial- und in den Länderverwaltungen gemacht worden seien, sammle, und diese der praktischen Verwendung weiter zuführe. Es bestehen besonders eingehende Vorschriften über die Materialverwendung. Sehr ein- gehend werde der Straßenbau durch finanzielle Mittel des Staates unterstützt. Zu diesem Zwecke ist in Amerika die sogenannte keäeral aide eingerichtet. Aus dieser werden dem Straßenbau nach Prüfung der Projekte sehr erhebliche Mittel zugewiesen. Bis 1. Juli 1925 wurden für 325 Millionen Dollar Straßen gebaut, für 168 Millionen Dollar Straßen waren im Bau und für 23 Millionen Dollar Straßen, die geplant waren, genehmigt. Sieben Prozent NzlwlKil-MetiHHle Knefpp! Ol« waltberOhmtan Pfarr«» Kneipp-Pillen da« xurerloMige, blafrclnlgci.de Abführmittel Rhcara o. Sipo Je 9, C«L j. Jaalp. I,! Joe Zu beben In allen AfOtbeLcn Mk. u— der Kosten werden von der?edefal aide getragen. Eine Milliarde Dollar werden in Amerika für Verkehrszwecke durch Steuern aus- gebracht. An dieser Steuer sind die Autobesitzer mit 42 Proz. beteiligt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß besonders die Autobusse sehr stark besteuett sind, und daß diese allein 14 verschiedene Steuer- arten zu tragen haben. Der Rest der Kosten wird zum großen Teil auf dem Anleihewege aufgebracht. In Amenka steht man auf dem Standpunkt, daß die erhebliche Abnutzung der Straßen durch Autos, die einen bedeutenden Mehraufwand für Straßenbauten bedingen und auch für die Verkehrsregelung von diesen Autobesitzern ge- tragen werden müssen, und daß hier keine Bevorzugung des Kraft- wagens stattfinden dürfe. Es haben sich infolge des stark zunehmenden Oeffentliche Kundgebung Dienstag, den«. Dezember 1925. abend, 7 Uhr in der.Neuen Welt', Hasenheide 108/114 Der Faschismus in Dayern-veuklchlaud Redner: Alwin Saenger-München Die Not de, Volkes und die hohenzolleru-Forderungen Redneri Philipp Scheidemam� M. d. 8t. Verkehrs in den meisten Städten sehr erhebliche Schwiettgkeiten in der Verkehrsregelung ergeben, denen man durch Anlag« von Durch- bruchstraßen, durch Herausnahme des Straßenbahnverkehrs und durch Verstärkung des Untergrundbahnnetzes beizukommen sucht. In Deutschland liegen die Verhältnisse nicht so. daß man durch allzu starke Besteuerung des Automobils dessen Verwendung ab- stoppen dürfte. Es sst auch leidqr nicht möglich, so wünschenswert dies auch sein mag, alsbald die anderen Mittel anzuwenden, die in Amerika der Berkehrsregelung dienen. Dem stehen vor allen Dingen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten entgegen. Iedenfa'ls ist es aber dennoch gut, diesen Dingen Beachtung zu schenken, da ja auch für uns einmal die Zest kommen kann, wo wir in der Lage sind, sie durchzuführen._ die polizeiliche Unterbringung Gböachlofer Ein revidierter Runderlatz. Kürzlich besprachen wir einen Runderlaß des Preußischen Innenministeriums vom 22. September 1925, der sich mit der Unterbringung Obdachloser beschäftigt. Der Schwerpunkt dieses Runderlasses ist die Bestimmung, daß erst dann zur Fest- stellung der Obdachlosigkeit überzugehen ist, wenn die Räumung der Wohnung bereits vor sich gegangen ist und feststeht, daß die Exmittierten aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln nicht in der Lage sind, sich ein notdürftiges Unterkommen zu verschaffen. Diese Bestimmung in der Praxis angewendet, muß dazu führen, daß sich jeder ausgesetzt« Landarbeiter zuerst einmal selbst aus die Strümps« zu machen und nachzuforschen hat, wo sich ein Unter- kommen finden läßt. Da, Ist in den meisten Fällen nicht möglich, well innerhalb des Arbeitsvertragsjahres eine andere Dienststell« mst Wohnung nicht zu erlangen ist und möbliert« Zimmer, Asyle, Ar- beitshäuser und Herbergen auf dem Lande nicht zur Verfügung stehen. Mithin ist nach dem weiteren Wortlaut des Runderlasses auf leerstehende oder sonstige Räume, auch wenn sie sonst zum dauernden Aufenthall für Menschen nicht bestimmt sind, zurückzugreifen, d. h. also, obdachlose Exmittierte können in Ställen. Scheunen usw. vor- läufig untergebracht werden. Diesen Bestimmungen widersprechen wir sehr energisch, well wir sie als unvereinbar mit dem Gedanken menschenwürdiger Be- Handlung und Unterbringung hallen. Dem Elend würde Tür und Tor geöffnet werden. Das hat das Preußische Innenministerium«ingesehen. Es ist in diesen Tagen ein weiterer Runderlaß folgenden Wortlautes herausgegeben worden: „Die in unserem Runderloß vom 22. September 1825— IV E 2270 und II? Nr. 1422(M. Bl. i.B.S.985)— gegebenen ' Bestimmungen über die Feststellung der Obdachlosigkeit und die zu ihrer Perhüwng anzuwendenden polizeilichen Mittel haben vielfach lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß nach der für die Polizeibehörden maß- gebenden Rechtsprechung der Derwallungsgerichte gewisse Härten nicht zu vermeiden sind und daß die Nichtbeachtung dieser Recht- sprechung die Polizei gegebenenfalls Schadenersatzansprüchen der beteiligten Vermieter aussetzen würde. Es muß daher insbesondere daran festgehalten werden, daß Obdachlosigkeit erst dann ange- nommen werden kann, sobald feststeht, daß die Exmittierten aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln nicht in der Lage sind, sich ein notdürftiges Unterkommen zu beschaffen, und daß ihnen hieraus eine unmittelbare Gefahr droht. Diese Feststellung wird sich indessen bei geeignetem planmäßigen Zusammenarbeiten zwischen Wohnungsamt und Polizei schon vor Vollziehung der Räumung treffen lassen. Deshalb wird die in Sah 2 unseres Erlasses gestellte Forderung, daß vor Feststellung der Obdach- losigkel« zunächst die Räumung bereit» erfolgt sein müsse, nicht mehr aufrechterhalten. Was die Frag« der behelfsweisen Unter- bringung anlangt, bestimmen wir in Abänderung de, letzten Halb- satzes von Satz 3 a. a.O., daß als Obdach nur solche Räum« oerwendet werden dürfen, diezur Unter- bringung von Menschen geeignet sind. Dieser Runderlaß ist fraglos ein Fortschritt. Di« Bestimmungen des ersten Erlasses werden ganz wesentlich revidiert. Wenn auch jetzt noch der Grundsatz gllt, daß Obdachlosigkeit erst dann anzunehmen ist. sobald feststeht, daß die Exmittierten aus eigener Kraft und mst eigenen Mitteln nicht in der Lage sind, sich ei» notdürftiges Unterkommen zu beschaffen, müssen sich die Be- Hörden auch dann zur Feststellung der Obdachlosigkeit herbeilassen. wenn die Wohnung noch nicht geräumt ist. sondern lediglich fest- steht, daß der Gekündigte selbst ein neues Unterkommen nicht finden kann. Dem Entstehen der Gefahr, daß erst das Mobiliar auf der Straße stehen muß, bevor die Behörde eingreift, ist vorgebeugt. Der bis jetzt gellenden Vorschrift, daß Exmsttierte auch in solchen Räumen unterzubringen sind, die sonst zum dauernden Auf- entHall für Menschen nicht geeignet erscheinen, hat man ein Ende gesetzt. Nunmehr dürfen Exmittierte nur in menschenwürdigen Be- hausungen untergebracht werden. Das bedeutet praktisch, daß dann. wenn dem Gekündigten andere Räume nicht zur Verfügung stehen, dieser in seinen allen gelassen werden muß. öerliner Fürsorge. Der Z?ürsorgezSgli«g ist kein verlorener Mensch! Wie häufig kann man hören, daß der Fürsorgeerziehung der Borwurf gemacht wird, daß durch sie die Kinder noch schlechter wer- den. Das mag vor einer Reihe von Jahren oftmals nicht unbe- rechtigt gewesen sein. Auch an den maßgebenden Stellen konnte man sich der Erkenntnis dieser bedauerlichen Tatsache nicht ver- stellen eingerichtet. Jedes Kind, dos der Fürsorg« unterstellt werden soll, kommt zunächst in eine dieser Anstalten, wo es b e o b- ach t e t wird. Das Urteil des Lehrers, der Erzieher und eines Psychiaters ist dann bestimmend, oh das Kind in F a- milienpflege oder in eine seiner Eigenart entsprechende A n- st alt gegeben werden soll. In Familienpflege kommen solckfe Kinder, die nicht schwer«rzlehbar sind. Man darf nämlich nicht vergessen, daß in der Fürsorge sich nicht nur Kinder befinden. die sich irgend etwas haben zuschulden kommen lassen. Viele K in der müssen den Eltern entzogen werden, wenn sie von diesen arg vernachlässigt worden sind, von der Schule fern gehalten werden oder auch diese ihre Kinder roh miß- handeln usw. Es muß ausdrücklich betont werden, daß die Ellern oder wenigstens die Väter von zirka zwei Dritteln aller Zöglinge Trinker sind. Der Schnaps ist der Haupturheber allen Elends und oll der Delikte wie Rohest, Miß- Handlungen, Blutschande und dergleichen. Das Unheil, das der Alkohol anrichtet, ist unermeßlich groß. Unendlich viele schwer er- ziebbare Kinder haben ihr Lebenlang darunter zu leiden, daß sie ihr Dasein einer durch Zllkohol.verschönten' Liebesstunde ihrer Ellern oerdanken und nicht weniger Kinder haben seelilch schon in zartester Jugend einen Knax bekommen, weil sie die Ausschreitungen ihrer im Trunk maßlosen Väter haben mit ansehen müssen. Vorschulpslichtige Kinder unter 3 Iahren finden Aufnahme im Waisenhaus Berlin. Alte Iakobstraße, vorschulpflidstige von 3 Jahren und schulpflichtige Knaben und Mädchen im Haus Kinderschutz in Zehlendorf. Di« Verteilungsstelle für schulentlassene Knaben ist der.Linden hos' in Lichtenberg und für Ichulentlassene Mädchen zurzeit die Anstalt Konrads- höhe bei Tegel. Für letztere ist«in neues Heim in Lichtenrade im Bau. Für schulpflichtig« Knaben und für Burschen, die kein Handwerk erlernen wollen bzw. dazu nicht befähigt sind, besitzt die Stadt Berlin ein landwirtschaftliches Erziehung,- heim, den.Stru weshof' bei Lud wigs seid e. Er ge- hört mst zu dem Schönsten und Besten, was auf diesem Gebiete ge- schaffen worden ist, sowohl was das Aeußere betrifft als auch den Geist, der dort herrscht. Nicht weit entfernt davon, in Klein- beeren, befindet sich ein sehr schönes Heim für schulentlassene Mädchen, wo diese in Haus und Garten ausgebildet werden. Lehr- linge kommen nach Brandenburg in ein Lehrlingsheim. Dort werden sie zu Meistern in der Stadt in die Lehre gegeben' nd das Heim ist ihre Wohnung. Nun gibt es aber auch viele Zöglinge, welch« schwachsinnig sind und für diese besitzt die Stadt Berlin Heime in T e m p l i n und Lichtenrade. Man sieht asso. daß auch auf diesem so arg angefeindeten Ge- biet unendlich viel geschaffen ist, noch geschafien wird und auch geschaffen werden muh. Noch ist vieles nicht vollkommen, doch jeder darf überzeugt sein, daß in der Fürsorge unermüdlich daran gearbeitet wird, aus allen ihr anoertra ten Zöglingen t ü ch- tige und brauchbare Menschen zu machen. Asthmaleidende! 3»r«n»« Ott Ihr 8el» nicht dmch nuylofe«rrermirnie mii lenrrn«pperetai an» ■mairflomn OTHHn.„N VMPHOSAN-SIRUP" bat sich(ril z«s„n sWn;tti6 de. wihrt und ift»nerreliSI w dir vanansirk»--». T-eN-nd'"'!» a»i»er V-Sttne. eirhMIch in: Berlin T: AIixaiider-Apoib. Alexanderslr 8: Elesanien-Aoott,, Dönhaffplu«; Apoth zum roten Adler. Robbe 2Bjt8; Siuiono-Apotb Epandauer Hlr rt; Berlin 3t: Adler-Apoih. am Weddlngpla»; Breilichnetder» Apo h. Oranirn- duraer Sir. 87-, Brunnm-Apolij, Badstr. Ii! viono�Aoo!!,., Turmsir 28; Apoli> J. eil Kreuz, Kastantenallee 2; Anot!,. z gekr. Adler, Auguststr. 60; ffiermonia- .Irotl), 6o(brinc;»r Str. 50; NtNoria-Lnise-Apold. Boliastr 44; Berlin O: »Urst-Biimaret Ävoih, Wranaelstr 47; Heea«« Apoll,. Gubener Sir. 83; Jung-- Avotf) z tchw Adler. Reue N-tnIaNr 50; Berlin S: Ava«, am Kermannplan; Hirich-Avolt, Lindenstr. 74; Berlin W: Radlauers Ilronen-Apolh, iiriedrich. VltHIJ'UiHM W««, Ttuuiuucbw JVlUllCll-ÜVDltJ, jViiruriu)* strake 160; Pelikan Apalb., Leipziger Etr 93: Dr Voewin»l, Apoih.kiurliirsten- straße 154; Wüte« Apolh, Poiodamer Sir 84a; Berltn-Gharlottenburi t Apoih am Relchokanz! erplag. Berlin Schlnetera: Rathaua-Apoih Berlin-Lichter. selbe: Ceniral-Apolh. & sr- # .4»Mg• mnmp*. J,,,«MJg J-' leT.»?'' V*"'f■'vfi- f'-'T V mW, * JwA ist und. bleibt D � xBSe W W W W w Die Leaenvehr tat Mater. Btrll» hat im Herbst d. I. wieder eine Brandstiftungspenods durchgemacht, die weite Kreise der Bewohner in Angst und Schrecken versetzt hat. Etwa ZO Brände von Dachstühien sind in dieser Zeit vorgekommen, die zum Teil sehr schwer« Folgen gehabt haben, nicht nur für die Hauebesitzer, die eiligst wieder aufbauen lassen mußten, sondern vor allem auch sür die Mieler in diesen Brandhä�sern, denen die Bodenräume ausgebrannt sind, und deren Wohnungen durch Feuer oder Löschwasser so gelitten haben, daß sie darin nicht länger bleiben konnten. Schlimmer gestaltete sich deren Loge noch beim Fortschreiten der Feuersbrunst, wenn sie bei ihrem Ausbruch nicht daheim waren, so daß ihnen die Habe verloren ging. Was das alles b« der heutigen Wahnungs- und Wirtichoftsnot bedeutet, wird jeder ermessen können. Biel« dieser ausgebrannten, von ihren Bewohnern verlassenen Wohnungen im obersten Stockwerk sind bis heut« noch nicht wieder in bewohnbarem Zustande und noch immer wohnt das Grauen in den öden Fensterhöhlen! Die von den Behörden getroffenen Abwehrmaßnohmen, die den Brandstiftern auf die Spur kommen und sie unschädlich machen soll- ten, als da sind: Einrichtung eines Flugbeobachtungsdienstes, Er- richtung von Turmwachen und Aussetzung hoher Prämien für zweckdienliche Angaben zur Ermittelung der Brandstifter, sind leider er- folglos gewesen. Unsere braven Feuerwehrleute setzen ihre ganze Kraft, nicht selten ihre Gesundheit, ja. in einzelnen Fällen sogar ihr Leben bei der Löschtäligkeit ein: sie wären ungleich weniger gefährdet, wenn die Brände beim Einsetzen der Bekämpfung weniger an Aus- breitung angenommen hätten. Mit Eintritt der kälteren Jahreszeit. wo neben starkem Frost und Schnee auch Tauwetter eintreten kann, erscheint«» sehr zweckdienlich, unter besonderer Berücksichtigung der Soßen Brandschäden der letzten Zeit, die sehr verehrten Leser in rem eigenen Interesse aus folgendes aufmerksam zu machen: Die Feuerwehr entnimmt beim Löschen von Bränden dos Wasser aus den Hydranten, die in Abständen von zirka IstO Metern in das Wasserrohrnetz eingebaut sind, sogenannten U n t« r f l u r- Hydranten. Die Oeffnung jedes Hydranten ist mit e.nem recht- eckigen, gerippten, 20 Zentimeter langen, 13 Zentimeter breiten und 2 Zentimeter starken Eisend ecket, der in eine N-tc des Oberrandes des Eisen-Fahrschachtes genau hineinpaßt, abgedichtet. Zuweilen kommt es vor, daß die Eisendeckel einfrieren, wenn nämlich Schnee- oder Regenwasser in die Nuten eindringt und gleich hinterher starker Frost eintritt. Zwar werden vor Eintritt des Winters alle Hydranten eingefettet, jedoch verhüten mitunter Feuchtigkeit und Schmutz die Wirksamkeit dieser Schutzmaßnahme. So hat die Feuerwehr oft genug auf der Brandstelle beim Anlegen der Dampf- oder Motorspritzen solche H o d r a n t e n, die der Brandstelle zu- nächst logen, v e r e i st vorgefunden oder feststellen müssen, daß sie durch aufgehäuften Schnee unzugänglich gemacht waren. Da- durch, daß«in solcher Hydrant zunächst s r e i g s l e g t oder aufgetaut werden muß, wird ko st bare Zeit vergeudet. während der das zu bekämpfende Feuer schnell an Umfang zunimmt. Die Hydranten sind durch rechteckige, rotgestrichene Mar- tierschilder mit weißen Zahlen kennllich gemacht, damit sie während der Nacht oder auch nach starkem Schneefall leichter aufzufinden sind. Es sollte seder Hauswirt und seder Verwalter eines Hauses streng darauf achten, daß der vor seinem Hause gegenüber diesem. auf der anderen Straßenseite liegende Hydrant oder auch der ihm zunächst Legende, vor dem Nachbarhause befindliche Hydrant, stets von Ei» und Schnee freigehaiiea wird! Dies entspricht auch einer alten Berliner Pollzeioorschrist, die. wie die Erfahrung lehrt, leider aar fast gar nicht beachtet wird. Luch im Sommer versuch«, Kinder die Hydranten zu öffnen, «a» ihnen mitunter auch gelingt, werfen dann Sand und Steine hinein und können dadurch beim Ausbruch eines Feuers«inen solchen Hydranten leicht unverwendbar machen und dadurch großen Schaden anrichten. Jeder achte also auf den Hydranten, der vor seinem Hause liegt oder vor dem Hause des Nachbarn, daß er im Winter stets frei von Schnee und Eis bleibe und auch im Sommer nicht von Kinderhänden unbrauchbar gemocht wird Fehlt der Abschlußdeckel, so teile man dies den Straßenreinigern oder der nächsten Feuerwach« mit. die dafür sorgen, daß die Wasserwerke den fehlenden durch einen neuen ersetzen. Wie man früher Kommunalpolitik trieb. Bei den Beratungen de» Berliner Städtischen Haushaltsaus- fchusses wurde ein interessantes Kapitel der früheren bürgerlichen Kommunalpolitik bengalisch beleuchtet. Die städtische Gütcr-G. m. b. H.. die die der Stadt gehörigen Güter verwaltet, zum größeren Teil selbst bewirtschaftet, sie zum lleineren Teile verpachtet, hat der Stadwerordnetenversammlung eine Vorlage auf Verpachtung eines Gutes Münchehofe gemacht. Dieses Gut war früher im Besitz der ehemaligen selbständigen Gemeinde Fried- richsfelde und ist bei der Schaffung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin übernommen worden. Die Gsmemde Friedrichsfelde hatte dieses Gut an einen Rittergutsbesitzer v. Trestow verpachtet. Die Pachtzeit lief am SO. September dieses Jahres ob. Dabei stekBe sich heraus, daß das Gut»Slrig heruntergewirt- schaftet war. In dem Pachtvertrag, den die Gemeinde Fried- richsfelde mtt Herrn v. Treskow, ihrem früheren Ge- meindevorsteher(!). abgeschlossen hatte, befand sich kein Inventarverzeichnis, keine genaue Grenzregu- lierung, kein zuverlässiger Plan, keine be- stimmte Größenangabe. keinerlei Vorschriften über Konirolle des Gutes während der Pachtzeit. Da das Gut mit dem Besitztum des Herrn v. Treskow in Ge- mengelage liegt, ist es kaum möglich gewesen, bei Ablauf der Pacht- zeit überhaupt zuverlässig die Grenzen des gemeindlichen Guts- besitze» festzustellen! Die. wenigen Baulichkeiten waren zerfallen. Treskow behauptet,«r habe sie in diesem Zustande vor 18 Jahren übernommen! Da der Pachtvertrag ohne jede Unterlage zur Kon- üozWWe WeltkliiiM ötßB-Mlia Am Sonntag, den 6. Dezember 1925. abend» 7 Uhr. in der Aula der Schule ZMttenwalder Straße 36, spricht der Genosse R. Abramowitsch über: ,$00 neue Kugfond* parteigenosseo and-genolsivncn sind zu diesem Vortrag herzlichst eiugelodeu.— Unkostenbeltrag 20 Pfennig.— Arbeitslose frei. Mitgliedsbuch legitimiert i trolle abgeschlossen war, hatte die städtische Güterverwaltung keine Möglichkeit, ihm das Gegenteil nachzuweisen. In so s k a u d a- l ö s e r Weise ist in den früher selbständigen Gemeinden unter dem Dieiklassenwohlrecht gearbeitet worden. Dort gast der Grundsatz, daß eine Krähe der anderen nicht die Augen aushackt und daß eins Hand die andere wäscht. Der städtische Haushaltsausschuß beschloß deswegen, vor Erledigung der Vorlage über Verpachtung an einen anderen Pächter eine eingehende Konttolle der Verhattnisse durch Besichtigung an Ort und Stelle vorzunehmen und sich sämtliche Akten und Verträge zur Einsichtnahme vorlegen zu lassen. Gründung eine» haseuverbande» der östlichen Wasserstraßen. Am 27. November fand im Berliner Rathaus die Gründung eines Binnenhafenverbondes der östlichen Wasserstraßen statt. Dieser Verband soll die verkehrspolitische« und wasserwirtschaftlichen Interessen der Binnenhäsen vettreten. Zum Vorsitzenden wurde Stadtrat S ch ü n i n g- Berlin gewählt Die hauptsächlichsten Hafenstädte haben sich bereits angeschlossen. Für die Elbe iowie sür den Rhein bestehen schon Hasenverbände. Es besteht die Absicht, diese drei Verbände zu oereinigen, um so ein einheitliches Vor- gehen sämtlicher Städte für ihre Interessen wirtsamer zu gestallen. Die Sparkasse der Skadt Berlin hat in Berlin-Lankwitz. Mühlenstraße 1,«ine Nebenstelle eingerichtet und zu deren Ver- woller den Drogisten Herrn Ernst Alker bestellt. Die Nebenstelle nimmt Einzahlungen von 1 Reichsmark ab auf alle Sparbücher der Sparkasse der Stadt Berlin entgegen und fertigt neu« Spar- bücher aus. ®f« IttfiStt, streik 87.»ftS beut« 80 Iebrr. Sin eilet STtBcitsinoalib«, bei tt iüb' jabrzrbntelana an aller Parlrik!«lnark«it beteiliat. Selbst beule ieben wir ihn mit seiner oreisen gebenjflcfäbrlin noch renelmSkia in allen versammlunaen. und selbst MuablSllerouslroaen lSstt er stck, nicht nebmen. Bor einem tzabre tonnte er da, sel-en« ssest der uoldenen Sochaei! beaeben. Beide leben in den bescheidensten KerhSlinissen, da sie nur Soaialrentenemofänner stnd.__ Arbeitersport. Fußballspiele am S. Dezember. Sm kmnineitden S o n n t a q finden foldend« Spiel« statt: Nnrdent«b- trilunq«- Sackcr iO«eflen Ardeiter-Soortoerein 24 auf dem Svarwlo» im T-'rgarten. Udler 08 aegen Adler tt in Pankow auf dem«ndrea�Soter. Ptad. Bellen aeaen Turnverein Pankow in Bellen, Böfiowstraht. Kelvelia «eaen Ziordisko auf dem Ereraiervia» Schönbau'cr Alle«. Teutonia aearn Eisenspaliere! in der Ebristianiastvo�e. Bernau aeqen Bri» In Bernau. Ad- tcilun» B: BorwSrls oeaen Minerva in Senniasdork.i Ralhenauslrahe. Pan- kow 08 neqcn Keriha-Eleinturld in Pankow. Morimilianstrab-. gichte-Rord aaoen Borussia auf dem Gemeindcsovrtpla» in Reinickendorf. Ratlienow flauen Union-Pansow in Ratbeno«.«bleilnna»! Amatrur« qeaen Epottoeccin 22 auf dem Ereraieivloj» S-tönbauser Alle«. TefllI 2««eilen Wacker 24 in Itflri. Hansa flauen Sirmen.sladl in Sobcnneuendors. Arminia«e«en Siniakeil In Blankendur«, Römersirafte. Spandau OZ(Mflcn Birkenwerber in Spandau. iZalkenbaaener Eäaussee. Pflichtspiele: stedin 1«eaen Alemannia 3 in Sellin. Te«el 24 2 aoflen Nauen 1 in Teoek. Alemannia 1«««en Witte nou 1 in der Ebristianiastrobe. Spnadu 25«c«n Brieselan« in Spandau. Stadion Hakenfeld-. sZichtc-Desundbrunnen aenen Staaken in Reinickendorf, am Schäfer- see. Bernau 2 neuen goachimetbal in Bernau. iZichie-Sesundbrunnen 2 oeflen Sowiet X in Reinickendorf. Bezirk Osten!»bteUun« A: lZichte-SItbost«eaen Treptower Bollsvielklub auf dem Turnvlad in Trev'ow. fZrisch-iZrei«eaen Berein für Vewenunpvspiele In Riederschäneweid«. an der Gasanstalt. Oberspre««eaen Merkur in der Wufil- beide. Abteilun« B bat nur ein Sviel. Weistense» aeflcn Tasmania. Fredersdorf in Weistense». Rennbobtl. Abteilnn« 6: Britannia«Sften Brandenbur« 02 auf dem Svartavlali. Lichtender«, Kauffstrake, Germania«eaen A-kania in Deikense», Rennbadn. Lichteuber« NI«eaen steisckendors aus dem ftcrUllplafc in der Tresckowalle«. Pfltchtspiel«: Berein für Bewegunflaspiele 2 aooen Senzi« 1 in stäpenick, am striedbof. Lichtender, II 2«eflen Adler. Sablsbor» i»«cktnuberu,«iubkn. Zobanntttbaler«-MtzeWt»' A baaeu in Zobannistbal. geurheu«eflcn Sadowa rn Zeuthen. Lichtenber« u aeciDn StonlATbin im oteiion SId&ten'bitA. Ädlepsüss 2 yegen Dichte-Roter Stern 1 in Adlcrsdos. Stralau 3 flauen Beiersdorf l, in der Goft�rftrake. Obcrspr« aeken Schmeifsteine. � Beyirt Südwest: Wteilstiq A: Reukölln aeqen Luckenwalde I in Neukölln. Gren�allee. Berolins argen Gteqliü auf dem Tempclbofer i?e?d..�edlcndorfcr Dallspielktub«eaen Schönebera in Zehlendorf. Gemeind-plah Svanb-uer Str. Rowawes«eflen Dol:eisdorf!n Nowawe», Park Babelsberfl. Hallspielklu» Moabit fleaen Brandenbur« im Beusstlflrund am Bahnbof Beusseistrakc. Ab- trilun« B: Äüssifl-Dorwärts«e«en Luckenwalde II in Neukölln. Grcn.zallec. «e«en wiern in uufleiiwaioe. nsie-iuna vo-so----- Potsdam. Bornstedt«- Feld. Schmaraendork ae«an Marrendotter Dall-v'.elvub tn Echmaraendorf. Hubertu-allce. sZukballrinq«««en Teltow rm Beussel«rnnd. Luckenwalde III atoat Neuköllner Ballsvielklub in Luckenwalde. Britannia creflen Luckenwalde l' aus dem Tampelhoser Aeid. Pslichtsptele: xreuz- der««eaen Sparta-Sichienberfl auf dem Tempclbofer!7eld. Zinna 1 aaflen Beroliaa 2 in Zinna. Rublsdors l«eoen Wariendorser Baisvielklub 2 w RulilÄwrf. grankenfelde 1 aeiien Neukölln 3 in �rantenfelde. Baainu der Spiel« nachmittaas 2 llbr. Soider unter- Mannschaften. greie stunufabrer Berlin E. B. Sidunaen am 4. und 18. Dezember nud Weihnachtsfeier am 2. Weihnachtsfeier«!« im Bereinsl-kal..�dea�Alause. Neukölln. Mareschstr. 14. Seneralpelsammlun»: 8. Januar 1028 ar. Bereins. " � iittMeiie* der?re!en InrneNchait Groli-Berlin. Di« gTSB. batreibt Turnen. Leichtathleiik. Spiele aller Art. rbvihmikche Dvmnastik. Wandern usw. in Männer., ssrauen-. Zunamädchen.. Zuaend- und Kindarfld!«llun«-n. Dl- T u r n,« i t« n dieser Abt-ilunq-n sind an fola-nden Turnabendeu ,u er- fahren: Bezirk Süden: Dicnstaa 8-10 Uhr Doeckhstr. 17—20,— �»*»1« Norden I: Diensdaa und lZreitaa 8—10 Uhr Graunstr.�12."-�Dezirk Norden U: Diensta« und ffieita« 8—10 Uhr Schöntlieker Str.>.— Bezirk Korde» III. Dienste« und ssreitaa 8-10 Uhr Putbusse: Str. 22.- Bezirk Zentrum: Man- ta« und Donnerst-« 8-10 Uhr Sartenstr. 107».- Bezirk Osten: Dionswa und Treita« 8—10 Uhr Stvflfwiannstr. 8.— Bezirk W«dd:n«: Dr-nstaci und ssrei. taa 8—10 Ubr Pankstr. 19.— Bezirk Südosten: Diensta« 8—10 Uhr ssvrster, Eck« Reichenberaer«trabe.-»ezi-k Westen: Diensta« 8-10 Uhr Kulm. strafte 15.- Bezirk Rofentbal: Diensta» und lZrertafl 8-10 Uhr in R-fenthal. «astanienallee.— Di« Arbeiterschaft wird«-beten, insbesondere dr« männliche und w-iblich« Zuflrnd auf dicse Turnzeiten aufmerksam zu machen. To miste noer-iii„Tie R-turfreu-de' sZentrale täun), Abt. frieden--. lZreita«. den 4. Dezember. 8 Uhr. im Seim Oss-nbacher wir. o», Mrtelieder. v-rsammlunfl. Aussprache über das Thema:„Naturfreunde und stindar. � � v«»........—-. f"______-„ IT 3 t r. � l �. 4- Monta«, den 7. Sez«mb-r. 8 Ubr. im Zuaendheim de, Osten«, Sroft« ssran!- furter Str. 18. Zimmer 5. Braun-, indirekre Schwefel-. Rotel- und Grün- tonuna. Gaste, auch Genossen anderer Arbeiteroraanisationen. w:llromm«n. Nuderoeretn Eollefti«. Sbarlottenbnr«. greitafl. den 4. Dezember., im Der- «Inslokal Mitaliederversammlun«. Borber-itunflen zur Weihnflcht-fe:-i. Auf- nahm« neuer Mitalieder.— Di« Ucbunasktrinden werden Sonnabend abend» im Bassin de» RB,..Borwäri,'. Oberschönc-o-ide. aba-b-lirn. Zuschr.sien an Szumann. O 34, Svibaaener Str. 24. Arbeiter. Rads»breroereiu Grot- Berlin. Sonntaa, den 8. Dezember, 1'� Uhr. nach Biesdorf fWaldfrieden». Start Rarrannenplast Ecke Waldemarstrast«. Gäste willkommen._ � �_ Arbeiter-Rodfohrerbund..«ol dar»««. Vrt»«rnv,e BcrNn. Touren für Sonntaa. den«. Dezember. 2. Abt.: Rodeltour. Treffpunkt 10 Uhr vormittaa, Unter« ruudbahnbof Dflhlem-Dorf.— 3. Abt.: üirsckaarten.„Wrlb-lmshott. S'ari Hi Ubr Laussder Blast.—«. Abt.: 1 Ubr am Start«openhoaen-r Strost« 2«.— 7.«dt.: 1 Ubr am Start Soloniestr. l<«.— 3. Abt.: Bau- und Bcrlehrsmufeum. Treffpunkt 9 Uhr Waldenscrstr. 19.—>. Abt.: 1 llbr am Start Schulstr. U4.— 11. Abt.: starlofkel- und Serinastour nach Röntfl-ntal. Woldbau«. Start 1 Ubr Sochstr. 13.- Ort»«'. Reukölln: Sonnta«. den 8. Dezember. Zahreshauptpersammluna im Karlsaar ten nachmittaas 1 Uhr. Ad 6 Uhr Tanz. Sämtlich« Bundesmitalieder melden ihr« Kinder bis Sonnta« batresfend Wrilnachisbefchaiun«._-._„ knrtellbezirk I Krruzdcr«. Am Monta«. den 7. Dezember. MS Uhr. findet bei Beter. Wranaelltr. 125. die fälliq« Beziikskartallssstuna statt.!?erner geben wir bekannt, dast der Olnmviadriilm..Die neue Grostmochio ab greita«. den 4. Dczember. unverkürzt im Passafletbeaier Neulölln, Bergstr. 15l. gefpidt wird. Geschäftliche Mitteilungen. Sin Rekord der Sparsowkeit! ssvau Krüger trägt, wie wir von«laub- Haft« Seite vernehmen, noch immer«in Paar Schuhe, da» st« im Jahre 1915. also vor 10 Jahren,«ekauft hat! Kr» 1921 trug sie die Schuhe nur Sann- und Testtaa». aber seil 1921 fast jeden Ta«. Die Schub« selien natürlich nicht mehr«anz neu au», aber niemand würde«lauben. dast st« schon 10 Jahre aetraqen sind. IZrau Krüger erklärt sich die laug« Lebensdauer der Schuhe nur dadurch, säst ste zum Pusten die bekannt« Erdal-Schuhcreme verwcndel. Die Schwägerin von ssrau Krüaer, die auch Evdal verwendet, träqt ihre Schuh« schon im sechsten Jabre. Di« vorzüglichste Stüstr dn Hau«fr au für die täolich« Znstandhaltun« ihre» Heime» wie für die Reiniaun« all« Gebrauchs««««» stände ist BIM, das von d« Sunluht-Gesellschaft heraestelll« Pust. und Polierpulo«. BIM bildet auf Grund seiner l>«sond«-n Zufommensistuna ein« Klasse für stch und kann nicku mtt anb«en i« Handel befindlichen Pnst- und Scheuermitteln varalichen nxrbrn. BIM ist«in austerordenllich f-invulvriqes. auf wissenschasllichu Grundlos««emlschte». s-ifenhaltiaes Pustmittel. Ohne die Ob-rflitch« au» empfindlichst« Ga«nständ« zu verlesten. reiniat«s mübelo, alle DlN«e von onhastendem Schmu» und lästt st« in schönstem Glanz erscheinen. Eine leichte Verdauung! Biscrirte Magnesia sichett eine normale Verdauung, da sie die Bildung überschüssiger Magensäure in den Magensäslen verhindert, die fast immer der Grund von Verdauungsstörungen, wie Sodbrennen, saures Aufstoßen, Blähungen, Verdauungsbeschwcrden, Aopfschwindcl und dergicicheo ist. Dos Einnehmen von einem halben Äafseelössel voll Bikenne Magnesia in ein wenig Wasser nach jeder Mahlzeit bewirkt in schneller und schmerzfreier Weis« die Neutrattsierung der überschüs- sigen Säure. Biserirt» Magnesia sichert die Verdauungsorganc gegen alle Reizungen und gewährleistet eine gesunde und normale Verdauung. 2n jeder Apotheke erhältlich. Wenn Sie Biserirt« Maanesta bei Jbrem Apoihek« nicht haben können. schreiben Sie an das Seneraldepot E. ii. Asche u. Co., Hambur« 19, Pinne- der«« Wea 22.G4. 'W?. V Es wird Zeit •Ich mit den notirendJ|?cn Welhnachtseiakäxiflen rn befawen, to lanjrc noch uncingeschrtnTcte Aanrahl In aTlcn Artikeln vorhanden Ist und die Ruhe des Einkaufs nicht durch den crfahrunjrspemäss starken Andrang in den Laden kurz vor den Fcstlipca beeinträchtigt wird. Wir haben, dem Gebot der Zcltvcrhaltnissc folgend, unsere dlesjihrlge Weihnachtsauswahl in erster Linie anf billigste Preise und beste Qualitäten eingestellt und sind durch rechtzeitige Disposition ia der Lage, in Schuhen, Stiefe'n und Strümpfen für Alt u. Jung wirklich das Beste und Billigste anzubieten. Alle bei uns gekauften Waren werden ohne Rücksicht auf den Preis bereitwilligst nrd kostenlos ins Haus gebracht, und es können alle zum Weihnachtsfest gekauften Waren nach dem Fest umgetauscht werden« »L � y&ä »i»»,«!!,»»»»« mit ttioeelü.W»>m n. 11.0.I.«srrz iL f ilriw scst.- Sohl«*-075 iL Lider*. n. vetd So»»" immra.K«no«e»"tz* , Ia 8e>.. iirtepffrnno In*' mu »n. Foiber, mit PutipOB 5 90 n. leleut. Sohia vD Ai' l"1 Damen- Sehnallen vtlefel ' pa-Fili-btotf. auchlüiOJtiB ai.m. Fiizcw,-. o iie u. biarken C90 Leders, m. vet deckt. Natu W Darrei•«.rtinallenatle ei au« pa Chroraie erin btquem'T bre t. F« rm ro. Schnall, n. A90 «xtr. waia. moliig.FuUcr«v 5»o � La»? KwÄIW I»»»»« n.keliiisti-otlekel «etat Hoxusli uad C.1«« oi.. m Tench. jnod Form,«cht O90 rihmen- ocz' tpi Eibrl;. O Oamea-Ilehieilrof Irfcl •«IItCoe»rr»« n.Liekbrto'T.tn uiock. bequem Fan».«Chi QQfl „sto«N>ieo»di. bei, billig iF 8'S - lg X» Her ro n-Sehnnlleaatlefcl "f r'. na EU toü tmt i.vi'chen'ohlo and Star* k.»T L 6 rsoMo.......... w nerre»• S« 1«" tt r" 4 1" tf,! Bl in i«oi w"* E.mlboi i-fwo- Soipor holbrond.»ojrm, 4 A90 >oio ti«h« sj-oillllt.. Fe Mi r.,"'"«nnnd IQ 0 V'ur, die i»I'�'r---'• Uo.« Umtausch na�h dem Feste bereitwilligst gesiattet!. 'k Schenken Sic einen M-' Leiser-Sctacck er bereitet SteiS Freude! Öf. 572 ♦ 42. Fahrgattg 2. Sellage öes Vorwärts frektag, 4. Dezember 1925 Krise unö Lohnpolitik. Hoher oder niedriger Lohn? Im Zusammenhang mit der schweren Wirtschaftskrise, die auch in England noch immer besorgt erörtert wird, stehen alle die Versuche, durch Verbesserung der Organisation auf der einen Seite, durch Herabdrückung der Kosten, ins- besondere der L o h n k o st e n auf der anderen Seite, die einzelnen Industrien wieder absatzfähig zu machen. Jede einzelne Industrie sucht aus ihrer inneren Verflechtung mit dem Markte heraus diesen Weg zu gehen, trotzdem man bereits erkannt hat, daß er für die Gesamtheit der Volkswirtschaft an sich wider- spruchsvoll ist. Man muß beinahe sagen, daß die Liquidation der Krise nur dann gelingen kann, wenn die Unternehmer als Schicht in ihren Bemühungen um die Verbesserung des Produk- tionsaufbaus Erfolg haben, wenn aber auf der anderen Seite ihre Absicht, die Löhne herabzusetzen, fehlschlägt. Denn nur dann können sie ja für die erweiterte Produktion, die in der Rationalisierung liegt, Absatz finden. Der Widerspruch der kapitalistischen LohnpoNtik. Das ist ein Zusammenhang, der leider noch immer im Prinzip verkannt wird. Auch in Deutschland finden ständig notwendige Um- stellungen der Betriebe statt, die eine Erweiterung der Produktion geradezu zur Voraussetzung haben. Diese Um- stellungen setzen die Kosten der Produktion herab und würden meistens bei Fortdauer der bestehenden Marktlage einen glatten Absatz der Produkte möglich machen. Wenn aber gleichzeitig die Arbeitslosigkeit um sich greift und die Löhne sinken, so verschlechtert sich ja die Marktlage und auch die ver- besserte und verbilligte Produktion kann keinen Absatz finden. Dieser innere Widerspruch der kapitalistischen Entwicklung auf der einen Seite, der Lohnbewegung auf der anderen Seite, ist für den Aufbau der europäischen Industrie charatte- r i st l sch. Er hat sich daher auch immer nur unter heftigen Er- schütterungen vollzogen. In der amerikanischen Industrie scheint in höherem Maß« als in Europa sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, daß jeder Versuch zu einer Steigerung in der Leistungs- fähigkeit der Industrie verhängnisvoll scheitern muß, wenn nicht die Aufnahmefähigkeit des Marktes gleichzeitig wächst, d. h. also die Löhn« und Gehälter steigen. Bekanntlich hat ja Henry Ford diesen einfachen theoretischen Gedanken auch im Aufbau seines Unter- nehmen? zum Ausdruck gebracht. Jedenfalls behauptet er, nicht die Praxi» der Drosselung de« Lohnniveaus zu befolgen, die in Deutsch- land früher da» Akkordsystem so verhaßt gemacht hat, und eine Quelle ständiger Reibereien zwischen Gewerkschaften und Unternehmer- verbänden bildet. Amerikas Erfahrungen. Im Gegensatz dazu hat in Amerika das Lohnniveau immer, schon lange bevor Ford diese These in so zugespitzter Form vertrat, eine ziemlich steil aufsteigende Linie gezeigt. Es war immer die Ueberzeugung verbreitet, daß der Lebensspielroum der Masse durch Verbesserung der Produktion breiter werden könne und müsse, und es war selten die Besorgnis vorhanden, daß eine steigende Lebenshaltung der Arbeiterschaft die Masse unzu- frieden, aufsässig und schließlich politisch gefährlich machen könne. Freillch war die amerikanische Industrie keineswegs ein Ideal und es gab immer sehr viel Lohndruck, Schwitzarbeit, Ausbeutung der Einwanderer, Verfolgung der Organisationen, rück- sichtslose Ausnutzung der Konjunkturen seitens der Unternehmer. Ader trotz alledem, trotz der völligen Ohnmacht der sozio- listischen Partei und trotzdem die kapitalistischen Unternehmer und ihre Verbände stets auch politisch das Heft in der Hand hatten, hat sich doch verhältnismäßig früh eine breite Masse amerikanischer Arbeiterschaft mit gehobenen Lebensbedingungen her- ausgegliedert, und hat einen immer wichtigeren Teil des amerika- nischen M a r k te s gebildet. Die Kaufkraft dieser Arbeiterschaft z u erholten und zu erweitern, wurde bald als wichtigstes Interesse der Unternehmerschaft erkannt, und so kann man sagen, daß sich derjenige Teil der nationalen Gesamtproduktion, der auf den Konsum der Arbeiterschaft entfällt, ohne wesentliche Rückschläge erheblich ausgeweitet hat. Dem entspricht auch die amerikanische Auffassung, wonach bei den großen Naturschätzen der Union und in dem weiten, unbegrenzten Raum die Möglichkeit günstigen Verdienstes für jedermann gegeben sein müsse. Auf dem Boden dieser Anschauung hat sich die Auffassung der Interessen- solidarität zwischen der Produktion auf der einen Seite und der Arbeiterschaft auf der anderen Seite entwickeln können, die so beut- lich von dem gleichlautenden europäischen. Schlagwort absticht. In Amerika glaubt man. daß das Mrlschaftsleben im ganzen nur gedeihen kann, wenn die Löhne hoch sind. in Europa formuliert man diese Interessensolidarität umgekehrt: die Arbeiter mühten sich mit. niedrigeren Löhnen zufrieden geben, damit die Industrie gewinnbringend arbeiten und so dauernd Arbeitsgelegenheit bieten könne. Die amerikanische Industrie hat also erkannt, daß Rationalisierung und Steigerung der Leistungsfähigkeit nur eine Seite eines Entwicklungsprozesses sind, in welchem der Massenkonsum rasch wächst, während man in Europa vielfach noch in privatwirtschastlichen Vorstellungen befangen, niedrige Löhne als Voraussetzung einer günstigen Gechäftslagc an- sieht. 2n Europa ist die Idee entstanden, daß der Lohn eine Belastung der Industrie sei, daß die Sozialpolitik die Konkurrenz- fähigkeit herabsetze. Diese Denkweise bildet geradezu einen Hemmschuh für die Entfaltung der Mrtschaftskrä'te, weil sie die rechtzeitige Erweiterung des Marktes immer wieder verzögert, weil sie keine großzügige Ausgestaltung der Produktion ermöglicht, und weil sie die ohnedies genügend vorhandenen Reibungsfläckien im Wirtschaftsleben verbreitert. Nicht mit Unrecht hat ein englischer Schriftsteller diese Argumentation, welche sich auch in England häufig findet, dahin zugespitzt, daß die Industrie Schutz verlange gegenüber Produkten, die unter niedrigen Löhnen erzeugt werden, in demselben Atem ober Schutz verlange gegen Produkte, wie z. B. die Automobile von Ford, die unter besonders hohen Löhnen erzeugt werden. Eine grundsätzliche Ueberlegung muß also zeigen, daß den niedrigen Löhnen eine wenig zweck- mäßige, langsame Produktionsmethode entspricht, während der rationalisierten, schnellen, typisierten Produktion hohe Löhne korrespondieren müssen. Lohnpolitik vnd Sozialismus. Gewiß würde auch die Durchsetzung dieses Gedankens weder das ökonomische Problem lösen noch die sozialen Gegensätze aus der Welt schaffen oder die kapitalistische Pro- duktionswcise befriedigend gestalten. Vor allem liegt ja aus der Bahn einer solchen Entwicklung die Vertrustung, die immer den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit ins Potitische übertragen wird, die außerdem notwendig zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung und damit zur Weckung aller unabhängigen Gegen- tendenzen führen muß. Auch eine kapitalistische Wirtschast mit hohen Löhnen würde darum das soziale Problem und die Frage, wie der Aufbau der Wirtschaft richtig gestaltet sein soll, nicht lösen: aber eine richtige Anffastung über die Bedeutung des Lohnes und seiner Entwicklung für die Volkswirtschaft würde den gewerkschaftlichen Kampf in eine reinere Atmosphäre führen und viel überflüsiige wirtschaftliche D c r l u st e in dieser notwendigen Aueeinandersetzung ersparen. Professor Leder er, Heidelberg. Erhöhte Kreöitgewöhrung öer Nekchsbant. Der gestern, Donnerstag, abgehaltenen Sitzung des Zentral- ausjchusses der Reichsbank erstattet« der Vorsitzende Piösident Dr. Schacht Bericht über die Entwicklung des Status der Bank während der letzten Monate, die er als befriedigend bezeichnete, insbesondere auch hinsichtlich der D e v i s e n b e st ä n d e. Sodann berührte er die in der letzten Zeit in der Ocffentlichkeit mehrfach erörterte Frage der Ermäßigung des Reichsbankdiskonts und teilte mit, daß das Rcichsbankdirektorium die Zeit für die Herabsetzung des Diskontsatzes angesichts der zum Jahresschluß zu erwartenden Ansprüche noch nicht für g e- kommen erachte. Auch die Tendenz der Zinssätze an den wich- tigcn Plätzen des Auslandes stehe einer solchen Maßnahme cnt- gegen, während aus der Entwicklung der inländischen Zinssätze für tägliches Geld und Privatdislonten ein Schlug auf laufende Kredite nicht gezogen werden könne. Dagegen gestatte die Lage der Bant, den Bedürfnissen der Wirtschaft durch eine Lockerung der Kreditkontingentierung entgegenzukommen, die das Reichsbankdirektorium als einen Schritt auf dem Wege zum Ab- bau der Rationierung ansehe. Der Zentralausschuß stimmte diesen Ausführungen zu. » Es ist zu begrüßen, wenn die Reichsbank jetzt daran herangeht, die durchaus willkürliche und mst den Aufgaben einer Zentralnoten- bank in Widerspruch stehende Politik der Kreditbeschränkung ab- zubauen. Tatsächlich verstärkt die Kreditrationierung das Geld- Monopol der Privatbanken. In demselben Maße, wie man die Kreditbeschränkung abbaut, wird die Reichsbank auch die Herrschaft über den Geldmarkt wiedergewinnen, die sie seit Jahren tatsächlich nicht gehabt hat. Ihre Einwirkung aus die Zinssäge und auf die produktive Verteilung der Kredite versagte und mußte versagen, solange nur ein kleiner Teil der Kreditsucher Geld zum amtlichen Diskontsatz erhielt, während die große Masse der Kreditnehmer von den Privatbanken abhängig war. die vermöge ihrer Machtstellung willkürlich hohe Zuschläge zum amtlichen Zinssatz erhoben. Je größer nun der Kreis der Kredit- nehmer wird, die von der Reichsbank selbst oder auch nur mittelbar, Nämlich durch die privaten Banken Geld erhalten, desto mehr schwindet die Möglichkeit, das Zinsmonopol zu verewigen. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage tritt dann wirklich auch am Geld- markt in Kraft— heute bestimmt die dringende Nachfrage bei geringem Angebot am Geldmarkt die hohen privaten Zinssätze. In welchem Tempo und in welcher Form der Abbau der Kreditrationierung erfolgt, das ist freilich eine andere Frage. Dringend zu wünschen ist, daß anstatt der willkürlichen Kredit- Zuteilung nach einem veralteten Schema mehr auf die Bedürs- nisse der Volkswirtschaft, auf eine bessere Befriedigung des Bedarfs und auf die Förderung des Exports Bedacht genommen wird. Wenn bankerotten Konzernen wieder die Möglichkeit eröffnet werden sollte, frisch-sröhlich draufloszupumpen, während gesunde Unternehmungen wenig oder nur teures Geld erhalten, so wäre damit nichts erreicht. Eine weitere Frage ist es, ob bei einem Ab- bau der Kreditrationierung nicht die R e t ch s b o n k in die Gefahr gerät, zu sehr mit Geldansprüchen belastet zu werden, und ob sie dann aus Gründen der Währungspolitik nicht doch zu einer Diskonterhöhung greisen muß. Das sind wichtige Fragen, die jetzt nur angedeutet seien und auf die zurückzukommen sein wird, wenn das Ausmaß der Kreditlockerung und seine Wirkung zu über- sehen ist. Schon jetzt aber ist zu wünschen, daß die Lockerung der Kreditvergebung der Rationalisierung der Produktion und nicht der Begünstigung unwirtschaftlicher Unternehmungen dienst- bar wird. Distonkerhöhmig>» England. Die Bank von England hat den Bankdiskont von 4 auf b Proz. erhöht. Die russischen Großbanken 1Ü24/ZS. Die russischen Großbanken Staatsbank. Prombank, Wsekobank, Moskauer Staatsbank, Außen- Handelsbank, Elektrobank. Mittelasiatisch« Bank) weisen im Wirt- schastsjahr 1924/25 eine Erweiterung ihrer Umsätze auf. Die Gesamt- bilanz der Banken stieg von 2158,6 Millionen Rubel am 1. Ok- tober 1924 auf 4218,2 Millionen am 1. Oktober 1925. Die Diskont- und Darlehnsgefchäfte stiegen in der Berichtszeit von 1095,8 Millionen auf 2150,9 Millionen Rubel, darunter die Wechselgeschäste von 509 Millionen auf 1146,5 Millionen, die Kredite gegen Waren von 226,3 Millionen aus 365,7 Millionen Rubel. Laufende Rech- nungen und Kassenbestand betrugen zum 1. September 1925 117,5 Millionen Rubel gegenüber 73 Millionen am 1. Oktober o. I. Die Bestände an Edelmetallen, ausländischer Valuta, Wertpapieren und Waren erhöhten sich von 263,3 Millionen auf 342,2 Millionen Rubel. — Nach wirtschoftsamtlichen Angaben hat sich die Summe der De» p o s i t e n in den Banken der Sowjewnion im Wirtschaftsjahr 1924/25 von 393,5 Millionen Rubel am 1. Oktober 1924 auf 726,6 Millionen am 1. Oktober 1925 erhöht. Volksbühne 8 Uhr: Der betreue Don OniAotte Morgen 8 Uhr Der betreue Don OnhUotte Staats-Theater Opernhnu» 12 Uhr: Sinfonie» Mlttassfconzert 7V: U.: 4 Sinfonie- Konzert Opernhna* am KSnlssplatz ?>/»! Ciianni Scbicchl Joteph-Legesdc Schausplelhaao 7 Uhr: Peer Qrnt Schiller»Theater 8 Uhr; Jugend Cbarlattenburg ?>/, Uhr: Margarete Aboonemeols- II ?>/, Uhr: Oer WIMM von K la b u nd Lesslng-Th. TS gl. 8 Uhr VerjuageAar m Rntnl-Iliint Kleines Th. Tlgl. 8 Uhr Die Jonnt nachm. 4U. BAascln.firetel Kleine Preise! Tiianon-Tb. 8 Uhr Kochzeitstage Vorz. dies. zahl. a. d. Abendkasse die HIllted.Kassenpr flroflea Sohnsplslhans VA 300 Mitwirkende Part est M 6.—. Ras« M a- n«t Rang M I SO Log» K Zoster Rang 75 PL Sonntag; nachm.» Uhr nnverkUrzt zn ermSBlgten Preisen Katnmerspiele 7'/, Uhr: ßamper von Max Mohr Regie: P. Henckelst] Die Komödie I Korfänteiidjniffl 207 8 Unr Betii!eDZ-T&. 8 Uhr: [irtes Heirat 1 Sonnab. u. Stg |3i/.U.(Kl. Pr i SdniettitWwi löaiia-Ili! i 8 Uhr: Annemarie; 5Sbd 3'/,(KI Pr)< �Hantel u. Gretelj !Sl?.Z>/.(KI.Hr.l! ■ ftnnninurlc e | Hahr ii hr RiDmulasieartral«; l Nur noch 4X i 8 U.: Anneliese von Dessau d.3"j(Kl. Pr i| Rot kippchen -Ig. 8>/z(Kl Pr) AiKfint tm Dmat Bei Vor zeig, d A melge halbe I Kasten fr. f. a. f Abend- Vorst. v. John Gaisworthy Regie: M.Reinhardt Verllaer Theafer 8 Uhr: (las(splel d. Otsch. Volkstbeaters Wien Antonia Lusisp.v M Lengyel Sdrl Fedik Fl Rang v. X-—. Parkett r, 4.—. Logen v. 8-— Kinder-Revue Jedes Mittwoch n Sonnab. S�eü.: IT« PBppn taüi Klein« Pr»fi«. 5IPL»1.-.Ue§te. Jeden Soontaf Boehm. S Uhr: Dl« ganz« Vor- •teliung SU he'benPretee« Central• Theater " Trieschflbel Uhr Melropal-Mr TSglich 8 Uhr; Bit 1 1 MITE Stg. nachm. 4','» v.: ihre Hohen tue Tänzerin Kleine Preise Deutsches XOnsll-Tbealer Tägl. Uhr: G a s f« p i ei Frllzi Massirj; Die leretlaa Hl i-Xiirnii stsii dtsn 7V, Uhr fiastspitl de» Deuisch. Theaters Ragen ÜLLSdiiffliiDsnliiiix 8 Unr: Das Verhängnis- volle Weib Lustspielhans 8 Uhr: PotasAiPerMcr IJ. Teil WcilPtrlnihnkfi;*. Wailner-Tbeeler Tägl 8 Unr: Fäden TneatlMs Lea Seim und BtLUmtensleln al- Gast TSgl. 8 II Uhr (Uber SO mall Der OrlOW Plätze schon am Tbealer w der Hlosterstrab« 43 8 Uhr dasitplel XaverTerofai Oer Ehestreik Hl« d Schlierseer Baucrntbeater NsiMs Komisdte Oper — Dir.: lames Klein— Deberzeugen Sie»tm selbst, dab trotz aller Anfeindunden unsere bevue mu BedU die drObie Bevue der Weu senacni werden kann» �"ÄbisZ groBe Revue In 40 Bildern mit 300 Mitwirkenden Das Gewaltigste, was Je an Ausstattungspracht auf einer BOhne gezeigt worden Ist. Kleine P-Imrlitaprelae. Imink)-8lhiu Tbealer In der HOnlddraizJtr. 8 Uhr: ItAA li(Willi salein 1. Abend Sonnab u Stg. 8 ZarOdi:e Muthnsalsni i Abend Sonnt 3'/.(Kl. Pr.) Wleeseuchgellllt Die Trtbtine ia-1 8 Uhr Heinrich IV. Komödlenlians Tägl 8 Uhr. Hopf oder Wiritt TLa, Tätlich 8 Uhr Die Grüne Flöte Regle- Max Reinhardt Matrav, Sierna, olwcg, Blum usw. • Inn Inprvrun I« I Walhalla-Tfieaf« Weinhrqswtt in Ftemtli Tu ab Sonnab. täglich 8 Uhr: Die Koblanks hsL na SO H. n Sonntag nachm 40 Binse) onil Cretel Kerrnfeld im iHlImenTbenl. Bö lowstr. 6 Tlslldi JH. v Anton Herrnfeld WWWND Europas größte Hallen• tiabahn 'Voller Gislttufbetrieb. Eintrittspreis MU. Bahnbenatfung] M. 1,— Geöffnet von 10 Uhr morgens bis 13 Uhr abends Dienstag» a. Freilegt mm 9-t Uhr madun. Klahiagc des& 3 C Rose-7beater 8'/,U. Der Glöckner von Notre Dame Casiso Theater Täglich 8 Uhr Nur noch bis 4 Dez. Die Frau im Reffiltrl Aller u. das bunte Progr. Sonnabend, 5. Dez zum ersten Male; Oer Meisterboxer Jsa Wefflewerb w Schnee Cis �MetznerRodel holt den Preis /C Danksagang Für die vie'en Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines Heben Mannes, unseres guten Vaters, des Werkmeist rs Oskar Lahn sagen wir allen Verwandten. Bekannten und Kollegen sowie dem Peisonal des SSV Kleinbauwerk, Abt. 12, unseren herzlichsten Dank. Berlin, Dezember 1925. Wwe. Marie Lahn und Kinder. Alle Kinderfahnenpe ,95 Besonders große Auswahl und billig; Osten: Andreasstr. 23 Norden: Brunnenstr. Moabit: BeuBelstr. 67 Leipziger Str. 54-54a(klmgiilei) Neukölln: Bergstr. 133 Spandau: Charlottenstr. 24 Niederschöneweide: BrUckenstr. 9 Für Wiederverkaufer nur Berlin O-, Andreasplats s,lf!ÄSl!'EiiiWcilinacli!s-Prograin für Groß und Klein! Sonnt, nachm 3*/» Uhr balbe Preise Rancben gestattet Kuctbanr ätz I— Tal tlpl lauTI TSgl S Uhr, aacb Suuntag aacbD 3 Uhr(zu«alteft Hrvissn). W, Ihnarhts-Hplelplan t *-•„Waihnachtswald und Försterhaus". Deotscher Melaliarbeiter-Terbd. Dctsucrmalruag Berlin. Sans plöhlid) unb unrrroartet ort- ( leb am Sonntag, ben 29. Ron. 1925, mfec I rber Kollege, bet Metallsarmer Karl Steinhop!. Wir beflogen ben Verl all eines guten Menschen, bet stets(üt unsere Branche mit allen Stllten gewirft hat. Die Emäscherung findet Montag. ben 7 Dez., nachm. 2'/, Uhr, im Kre- matorium iBerichl Oratze statt— Rege Te Inahme erwartet bie Branche ber Moiallforrnor e». Berafsgea Statt Korten! Daukl'aqunq Für bl« vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinicheiden meines geiiebien Mannes, de« Stad.raies a. D vtto sage ich hiermit allen Berwandten. freunden. Partei- genolsen und Belannten. insbesondere dem Bürgermeister Herrn Dr. Meitzner Kit die trBftenben Wone am Earge des Berilardenen. den verehrten Herren Bramien des Bei- Zugendamts I» B n.. Pankow— der ietzte» ffiirtunggitütte des Enüchlaienen—, dem S'ertretet ber Eozialderno» fratifchen Parle!, der Kollegenschail der ONskrankenlasse >Lr das Buchdruckgewerde zu Derim. den Berlrelern des Buchdincker Verbandes zu Verl n. dem Bezirisamt und bei Pezir sDetfammluna dem Beamienausschutz beim Bcziris- amt, der Ortsgruppe Sin»i an-vw des Verbandes der Kommunalbeamien und Angeftellien Kreutzens|aw>e dem Redner des Vereins der Freidenker(12 14 innigsten Tank Serlln-ponfow. Verlii-rr Sir. 24 Elieadelh 8chm!dt Statt Karten. Für alle Beweise mitlllhlenber Seil- nähme an der Beüetznng unfites»eben ffimlichlotenen danke ich hu rmit herzlich im Namen der Hinkerdiie denen. 1471b Minna Sievert als Butter. w Fslokvsidavdlooaoa »od Apotbekoa Cngea»! J. F. Rauch Aktlcn-Oa«., Bariin 44 4 i-1 ICMzaMK Operette von Kollo Erna Nitter Curt Bois Parkeitpl.v. 2— UM TBeaier L iL LIllZOWSL1 1 2 Fägl. 8'/, Unr Partalauo-TonL: Bin« Brautnacht Bin starkes Stück Nur Erwachseoe haben Zutritt! Sonnt nachm. 4 ü Dornruaai Reichshallen«Theater tnitoll. 8 Dbe c Sinti; uda 3 Aewner Sänger itü;,DerBnbikopr Burleske von Meyiel Ihdn. hiOs Ma, mAb Pninna Dönhoff.Brctt'li Das so beliebte FamlHen-Varletä! Or.Pup! Kleine Pieia1 Uhr Monte J Sonnabend, 5. Dezember, Sensationeller Verkauf von Damen- und Klndermünteln ab Werkstatt ca. 8, 12. 15 Mk. u.a. 1. ffeißenbarger Straße 3 Ja I Tr. Ilaka, Ecke Wörther Sirafie. la�Utb i'/j Dbr linternationale Clrcns- Artisten| größter Klasse >■ Radenkos ja 7 fliegende Menschen 7 Asgards � A Parterre» undTrampolln-§■■ = Akrobaten= Hugonys Clown Hollo 0 Der Graf von Q Christo fhr 3 Uhr nachmittags halbe Preise pfg. 75pfg.1 13S �50 A 0 nnd bat jeder noch 1 Kind frei 1 Welhoachtasplcl Wintermärchen und das volle Clrcus-Programm Aul lellzalUunH liefern wir bei kleinster Anzahlung und niedrigsten Raten elegante Herren- und Damen- Bekleidung fertig und nach Ma& zu konkurrenz os billigen Preisen erOftte HOrtitiöti bei HranHLelt neu ArSelUloslKKeJl Central-Garderobenhaus Rur WeinmeisterstraOe 3 I- Mk. usw. liefert Elegante leitig und nach Ma& unter Garantie für tadellosen Sitz und Verarbeitung Nabsttincfderc] |. Kurzhcrg Oranlenstr.160 L Chausseesir. 1, Eingaug EisSsser BuaBe. Erda! s unr Iniernat. Variete SonntBM 3« zu crmäaigt. Preis. da« voll« Prozr. Ich hann mich ausruhen- denn ich mach mir die Arbeit leicKt. Die ScKuKe bekomme icK spiegelblank mit einigen wenigen Burstenstriclien. Ick gc- braucke eben keine minderwertige Scbub- crcme, sondern die garantiert reinclerpentinol-Pasta ErdaL prcch ■ Maschinen Koff�rapparatB M. 16.—. Durch Erwerb zweier Koekun-Sprech raaschinen-Läjrr mit IOOOÜO Sprechma- »chin nleilen sind wir in der Lage. iOOO S-r.chmaschlnjnzu noch nie dagewesenen Preisen herzustellen und anzubieten. Rieseaauswah! in den b.sten Tanz- un Konzertaeparate i neuester Ko-Mrukt.on ohne Nebengeräusche in allin lioUarten. Besichtigung ohne Kauizwaitg erbeten Platten wieder billige doppelseitig neu M. 1.90. SthuiZäGundiadr MUnzstraBe IS «Hallt Alusandcrplalc Platten, doppels. Mk, 1.90 Barzahlung hoher Rabatt Beclcer#.s MlusiktverKe BERLIN C25, Kleine Alexanderstra&e 20 Katäiog gratis(Am Ahxondcrpla'r) Man sieht es diesen Beiden u. die Arbeit ist füt sie ein Spiel, stets froh gelaunt und stets fidel, die Welt nennt dies„Stnvkamp-OefOhl". Früh morgens, wenn die Hähne iträh n das„Stuvkarap-Salz" ein fedet nimmt Kinners, wie ist das Leben schön, weun's Blut frisch durch die Adern rinnt „Stuvkamp-Salz" regelmäß. morgens nüchtern messerspilren- weise in Wasser. Kaffee odei T ee genommen, regeneriert das Blut, regelt den Stoffwechsel, befördert Verdauung u Appetit, beseitigt überflüssiges Fett, schaff» gesunden Schlaf u verhindert durch Lösung der Harnsäure die so überaus schmerzhallen rheumatischen Leiden letzt in Originalpackungen tn KM 3.- und RM. 2. überall z haben, sonst dir v Werk Stuvkamp-Salk-Werk s« 1 1. Hamburg 8 BMn« kunip Mnlk, nimm• elM-nfnll»! Bestimmt zu haben in folgenden Dapots- stmans AnomeMe, Srardauer?tr 17, ttelBS apafflelte, R™ ntnaTerstr. 61. Lol»€I15lCf"ll-CTe ABOOtCke,>' ope- nicker straöe II». ipotlieKe znm GofdeneB fclricn. LindenstraSe 74. Mler-SOiifbeKe, Rein-ckendorü r b r 1. ApotneKe am HennannoikUi 0. E!cfanltB.«pef reke. -W 68. BU«aJiefh-SDOIticKe, Wcißensee. uerhner Alice 249 Pntnzin«. tnomclie. rchör.eberg, Manin-Luther 5, rolle 71 DraBeB-apaUlehe. Stezlitz, Schützens- r 37. Generalverire, er lOr Groll�Rerlln: Phönix. RflBdCU- aeseUMMIf m. t. u, Berlin 1 41, Priuzensirote 8. fernsprectier; Moriuplatz ifj». 5reitag 4. Dezember 1925 Unterhaltung unö Vellage ües vorwärts Ru/flkhe Sauern. Von Heinrich V. Kranz. Jedesmal, wenn die Sprach« darauf kommt, werde ich wider Willen redselig. Dann erzähle ich stundenlang, spreche von dem gütigen, einfachen Wesen dieser Menschen, dem klaren, sicheren Blick, dem unverdorbenen, ungekünstelten Verstand, der Einfachheit und Keuschheit der Sitten, und werde warm dabei. Alles ist heute so fern von jener Zeit der traurigen und schönen Momente, den Stunden der Qual und Verzückung, dem den verlangenden Blick verzehrenden öden Land, den kahlen, schneebespritzten Birken- stämmchen, den einsamen, trögen Flüssen, Menschen und Tieren; aber mit klarer Bildkraft wurzeln in meinem Erinnern einzelne Eindrücke, die unauslöschbor das Wesen des russischen Bauern ge- stalten. Wie köstliche Kleinodien hege ich sie, und alle Stimmung, alles Erleben konzentriert sich in Episoden, die ich nie oergesien kann. Erst spreche ich von Tolstoi und seinen Bauernlegenden, von Njekrassow und seinem Epos„Wie lebt man in Rußland?", das alles widerspiegelt von jenen geheimnisvoll erscheinenden Seelen. Aber meine Worte wirken matt. Verzweifelt, wie wütend spreche ich von eigenem Erleben, und endlich muß ich immer wieder jen« zwei Bilder hervorzaubern, die mir in chrer Einfachhest mehr zu sagen scheinen als Tatsachen. Dann sage ich: Was ich nun erzählen will, meine Damen und therren, erklärt vielleicht nichts, vielleicht werden Sie wirklich nicht klüger davon, ober sollen Sie denn dies? Genügt es nicht, wenn ich Sie nur in die Stimmung gleiten lasie, in der Sie empfänglicher werden für die großen Dichtungen, die den russischen Bauern belebt haben, und Sie so mitempfinden können, wo Sie bisher nur mitverstanden haben? Und ich beginne etwa so: Es war in Ufa. Gegen abend rollte unser Zug, vierzig alte, gebrechliche Waggons, bis an die Decke mit Gefangenen gepfropft, in die groß« Station. Zur Rechten, in dämmerndes Dunkel gehüllt, stiegen die chäuserstraßen eng und wild verwachsen in die Höhe, wie zahmgewordene Schlangen, die sich träg vorwärtsbewegen. Aus einzelnen Häusern blitzten helle Lichter wie Sterne herüber. Man saß da— und wartete— wartete auf die Weiterfahrt. Da kam aus dem Nebengleise zur Linken ein Zug dahergerumpelt, viel schwerfälliger als unserer, noch verfallener und verdrossener aussehend. Er stand, und im Nu stürzten aus den kaum geöffneten Türen kleine Kinder, Mädchen, Frauen. Männer, rannten um Holz, schleppten Kraut und Fleisch herbei, entzündeten vor den Waggons ein flackerndes Feuer, und schon schwebten Kupfergeschirre, von eiskalten Händen gehalten, über dem knisternden Holzbrand. Einige Worte hin und her gewechselt, und eine Tragödie, fast ge- waltiger als unsere, stand wie zum Greisen plastisch vor uns. Aus- wanderer. Vertriebene, Polen aus der Rigaer Gegend, arme Vauernsamilien aus der Ukraina, die die drohende Hand des Krieges aus ihren Häuschen, von Heim und Herd gescheucht. Was waren das für Gestalten! In Lumpen gehüllte Greise— die Männer waren an der Front—, Frauen und Mädchen, mühsam bekleidet, zeternd« Kinder, nach Nahrung bettelnd, familienweise gepsercht in schwarze Wagen, die sie nun w eine unbekannt« Ferne— Sibirien— führen sollten. Da drang ein Schluchzen an mein Ohr. Fragend bückte ich die lange Wagenreihe ab und fand ein wundersam ergreifendes Bild: Zwei Männer, in wallende weiße Linnen gehüllt, bahrten eben einen Leichnam, hastig und unerbittlich, starrer Mienen voll. Ein altes Weib, gequält in Schluchzen, band der Toten als letzten Liebes- dienst ein buntgeputztes Kopftuch um das Haupt. So zart tat sie es, als gelte es, die Tochter zur Hochzeit zu schmücken Tief im Wagen- inner» glomm der gelbe Schein von Kerzen, strebte zur Höh« und sank in sich zusammen. Ein Mann stand da, umwoben von diesem Schein. Er war bartlos, tief« Furchen hatten sich in fein Gesicht gegraben. Um seinen Kopf, den eine, Achtzigjährigen, war eine Fülle schneeweißen Haares, gesträhnt, verwildert, von langer Reise und Not klagend. Die jener Bauerngott Tolstoi sah er aus, und dann doch echter, urwüchsiger, lebendiger. Dumpf glühten seine Zlugen auf die Bahre. Er stand, wie zu Stein erstarrt, und nur seine Arme bewegten sich geisterhaft eintönig, fügten sich zu einem feierlichen Kreuze über Brust und Stirne und hoben und senkten sich in gleichem Takte, unentrinnbar— ewig. So hatte er keinen Blick für die zwei kleinen Kinder, die im Waggon, bei der Türe stehend, ihre zarten Köpfchen an die Wand schlugen und ein ver- zweifelles„Boze moj. mamusia" in die kalt« Luft zitterten.... Fern umschlangen sich die Abendglocken zu einer weithin tönenden zarten Melodie, ein« Lokomotive pfiff schrill. Schon trugen die Männer die Tote davon und waren entschwunden. Regungslos stand der Alte, die starren Kreuze schlagend, die Kinder wimmerten, die Greisin schluchzte. Ich trat an den Wagen heran. „Ein schweres Unglück, Väterchen," sagte ich.„Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen," entgegnete er.„Und der Krieg?" fragte ich.„Der Zar ist weise, er weiß, was er tut, und Gott ist mit ihm," war die Antwort. Dann schloß er ächzend die Türe. Ein Pfeifen, Dröhnen, Zischen— ein Stoß, der Zug rollte vorüber. Und nun ein zweites Bild. Es war gerade in den Tagen der Revolution. Herzen und Köpfe waren verwirrt, und man bangte nach Nachricht aus den Hauptstädten. Da benützte ich die lässigere Haltung der Wachsoldaten, um aus dem Lager mit einigen Ge- fährten des Nachts zu entweichen und ein nahegelegenes Kloster auf- zusuchen, das Schönhetten versprach, wie ein übervoller Baum Früchte verspricht. Wir marschierten auch unbehelligt drauflos, und gegen Abend erreichten wir müde und zerschlagen ein kleines Dörfchen. Unschlüssig standen wir in dem friedlich schlummernden einzigen Göhchen, betrachteten sorgenvoll die umzäunten GeHöste und dachten nur an Schlaf. Da trat eine noch lugendliche, aber abgehärmt blickende Bäuerin auf die Gasse und sah uns mit fragenden, dunklen Augen an. Und als wir sie um Unterkunft baten, lud sie alle wie selbstverständlich in das Haus. Ueber eine kleine Holztreppe traten wir in ein großes Zimmer. Mächtig sprang der breite Backofen in dm Raum, m einer Ecke dehnte sich das breite Ehebett, während die andere ein geräumiger Tisch füllte. Schmale Holzbänke liefen an der Wand entlang, die mit bunten Bildern vom Krieg, schreiend grellen Ansichtskarten und unsäglich steifen Photographien bedeckt waren In alter Pracht grüßte uns hier noch der Zar, umgeben von Gattin und Kindern. In der Ecke aber brannte vor einer hilf- los geschnitzten Marienstatuette ein Oellämpchen. Da wir nun Platz nahmen, trat auch der Bauer ein.«in breitschulteriger, bebärteter Hüne, in die schmucklose und doch anmutende Rubaschka, Kniehosen und Stiefel gekleidet. Kein Wort der Neugierde, des angstlichen Staunens oder gar des Unmutes kam über seine Lippen. Jedem drückte er kräftig die Hand, scheuchte d-e drei Kmder fort, d.e uns verlegen bestaunten, lud zum Tische-in und bald standen dampfend« Gott"ja" das Leben fei schwer, traurig der Krieg, aber man müsie eben einander helfen, io gut es ied«r kaniie.,." denn das so weiterdauern,' meinten wir,'r.lulnt über se.n Phlegma. »Nun, nun," begütigte der gleichmütig 2�"�.es kommt eine bessere Zeit, olles wird noch gut werden,«att wird hellen Nun, nehmt doch mehr vom Fleisch." Dann, nach«nem kurzen Geb� begann er aus dem Boden verschiedene Decken und Pelze au-- zubreiten, und legte sich auch schon, nur h«lb eiitkleidet,"rl m seiner Frau und den Kindern am Baden nieder, uns so das breite Bett und den ganzen übrigen Raum überlassend. Und wie bitterböse er zu werden drohte, al» wir sein« Schlasstätte nicht in Anspruch nehmen wollten!„Ihr seid müde, schlaft." sagte er mürrisch, fast erstaun», flu- unö verkauf. ,Wat,'nen Oahler wollnse for die alte Hose haben!— ick bin forn Preisabbau, ick zahle öafor heechsteas 60 Pfennfe.# und wand»« sich um. Draußen zirpten die Grillen, von den Ställen kamen vereinzelte Laute, ein Hund schlug kläffend an. Und in der Dunkelhett wich entkleidend, mußte ich lange über das Rätselvolle im Menschen nachdenken, das ihn zugleich löten und lieben heißt. Lange lag ich noch wach da, starrte in die glühenden Scheite, und dachte an Rußland und feine fast brutal einfachen und doch so empfindsamen Seelen. Des Morgens, kaum krähten die Hähne, war die uns zu Ehren mit einem roten Tuch geschmückte Frau schon dabei, Fladen und Klöße zu backen, und als wir Abschied nahmen, hatten wir Müh«, Geld zurücklassen zu dürfen. Jedem wurde die Hand kräftig ge- drückt, dann mit einem gleichmütigen„Auf Wiedersehen. Gott mit Euch!" geleitete uns der Lauer vor die Tür und wandte sich zur Arbeit. Er wußte nicht, wer wir seien, wieso wir bierher gekommen. War dies auch feine Sache? Wir waren Menschen. Und waren freundlich gewesen, gute Menschen. So tat er nur«m gleiches, was ioar da weiter viel dabei? Ich aber vergesse den braunbärtigen, großäugigen Riesen nicht, meine Damen und Herren, wenn ich das Wort �Nächstenliebe" höre. Wenn ich geendet habe, ist einen Augenblick Sttlle..Na ja." brummt dann gewöhnlich ein Nörgelnder,.recht schon, aber was wollen Sie damit sagen? Es gibt auch dort Diebe und Mörder. Ebenso gut wie bei uns." Dann steh« ich auf und entferne mich. müde des langen Gesprächs._ Der Zrofihtönig fährt öurch die Staöt. von Lola Landau. Mitten In dem reihenden Strom der Geschäftsstraße, zwischen rasselnden Wagenketten und schreienden Automobilen tauchte Plötz- lich dieses seltsame Gefährt auf, eine kanariengelbe Erdkugel, auf der ein riesenhafter Frosch mit plumpen Füßen, eine Goldkrone auf dem platten Haupte, hockte. Sein breitgequetschter grinsender Kopf mit den Goldzacken schaukette hoch über dem Potsdamer Platz wie ein gekrönter Götze über den jagenden Menschenmasscn, die sich in der Tiefe unter ihm weiterwühlten. Eine plötzliche Stockung entstand. Die Menschen, die stehen blieben und den Wagen anstarrten, und der Schutzmann, der mit drohendem Arm den Befehl zum Westerfahren gab, wußten besser, daß dies nichts anderes war als ein lebendig gewordenes Plakat für eine Seifenfirma, das sich nun mitten durch die Stadt wälzt«. „Borwärts!" schrie der Schutzmann noch einmal. Der Kutscher, der unter der Wölbung der gelben Weltkugel aus seinem schmalen Sitz wie eine Stoffpuppe kauerte, zog heftig an den Zügeln; aber der schwerfällige Wagen schaukelte von einer Seite zur anderen. Der Froschkönig begann auf der Kugel hin und her zu torkeln. Dröhnendes Gelächter jagte hinter dem Wagen her. „Der Frosch ist besoffen," johlte eine Stimme aus der Menge. Der Kutscher brachte aus dem Aermel der schäbigen Livree, in die er sich ganz verkrochen hatte, eine blaugefrorene Faust hervor und knallte mit der Peitsche. Sein Gesicht, das bis über die Augen von der Mütze verdeckt war, schlüpfte hervor. Es war geschwollen vor Wut und Scham. Seit heute morgen hatte er nichts gehört als Gelächter hinter sich. Wo sein Wagen erschien, begann das Starren, Tuscheln, Kichern, schließlich brachen unflätige Spähe aus dem Schwärm der Gasicr und bewarfen ihn wie mit Schmutzklumpen. So hatte er sich den Umzug durch die Stadt nicht vorgestellt, der lang- jährige Kutscher der Firma, als man ihn zu der Reklamefahrt be- fohlen hatte. Gefreut hatte er sich dgrauf wie auf einen Sonntag. Er hatte es sich köstlich gedacht, lar�sam durch die Stadt fahren zu können wie ein Reisender, der alles, betrachtet, und als er in der Frühe vor den kohlen Fabrikmauern den märchenhaften Wagen bestiegt, war ein Festgefühl in seinen alten Gliedern aufgezuckt. Während er durch die stillen Borstadtstraßen kutschiert«, hatte sein ausgeleiertes gehorsames Hirn tausend dumpfe Kindererinnerungen wiedergekaut. Aber das Märchen dauerte zwei Straßen lang. Denn sonleich in der inneren Stadt, wo er sich mit seinem phantasti- scben Gefährt zeigte, baute aus offenem Platz ein Zirkus sich um ihn auf. und er selbst war der Clown, auf dessen Rücken das Gelächter niedertrommelte. Am liebsten hätte er den Wdgen in wildem Galopp weitergesagt, aber er hatte den strengen Befehl, so langsam wie möglich zu fahren, um das größte Aufsehen zu erregen. „Verfluchter Frosch," murmelte er zwischen den Zähnen. Kut- schiert mich das Vieh da oben und ich muß parieren! Einspannen möchte ich dich statt des Gauls und dich durchpeitschen. Diese Vorstellung, wie der Frosch mit seinen plumpen Füßen den Wagen zog, bedrängte ihn so lebhaft, daß seine Augen in wilder Boshett funketten. Seine Peitsche fiel schwer auf das Pferd nieder. „Aber ich werde ja verrückt," dachte er, das Tier am Zügel zurück- haltend. In diesem Augenblick schrie ihm der Chauffeur eines vor- nehmen Automobils an, das dicht hinter Ihm hielt: „Trottel! rück wetter! so etwas versperrt den Verkehr. Geh in den Spielladen, wo du hingehörst." Zitternd vor Empörung drehte sich der Kutscher um.„Sie be- schimpfen einen atten angesehenen Arbetter. Sie. was sind Sie denn, Sie Lakai!" Seine heisere Stimme erstickte ihn beinah«. Er bekam kein« Lust mehr und würgte nach neuen Worten. Da riß ein Ruck des Wagens, der anzog, seinen Kopf wieder nach vorn. Langsam schwankte das Geiährt mit der gelben Erdkugel über den Platz, und hoch über der tosenden Menge grinste stumm und gleichgültig der Riesenfrosch, steil über den bekümmerten schiefen Kopf des Mannes, der sich immer tiefer in die Schultern hineinschraubte. Am anderen Ende des Platzes sprangen plötzlich zwei halbwüchsige Burschen auf den Wagen aus. „Das ist ein Podium, wie ich es mir gewünscht habe," schrie der eine.„Alles stehen bleiben! Da seht Ihr's einmal. Wer hockt auf der Wellkugel und glotzt Euch an? Wer trampell auf der Erde herum?! Der Frosch; die Kröte des Kapitalismus!" Bon allen Seiten schössen Menschenmassen wie schwarze Ströme zusammen, einige Männer hieben sich einen Weg durch die Menge, um die Burschen von dem Wagen herunterzuzerren. Der Kutscher sah mit starren hilflosen Augen zu. Er rührte sich nicht. Mochte mit dem verhexten Wagen ein Unglück geschehen! Mochten sie das gespenstische Tier da oben zertrümmern und alles in Stücke schlagen. Oder vielleicht löste ihn ein anderer auf deni ffutschbock ab und führte die Höllenfahrt weiter. Aber schon war der Wagen von zwei Polizisten befreit, die ihn mit zornig schleudernden Armen fort- wiesen. „Weiterfahren! Weiterfahren!" Und er fuhr weiter, immer weiter, zusammengekrümmt, die Mütze tief wie eine Binde über die Augen gezogen. Inzwischen war es Mittag geworden. Scharen von Schul- kindern lieken neben dem Wagen her, sie umringten ihn von allen Seiten. Ihr Kreischen, ihr helles Gelächter klatschte auf das Pflaster. An einer stilleren Straßenecke hielt der Kutscher und stieg ab, um das durstige Pferd zu tränken. Der Schwann von Kindern wuchs und wurde immer wilder, ein tobendes Summen von Stimmen wie auf einem Schulhof brauste um das Gefährt. Einige Knaben drängten sich an die gelbe Kugel und begannen sie zu betasten. „Fort mit Euch!" rief der Kutscher.„Ihr habt hier nichts zu suchen." „Warum nicht?" rief ein Junge mit einem spitzen frechen Ge- sicht.„Der Frosch beißt doch nicht." Der Kutscher drohte mit der Peitsche.„Aber ich werde gleich beißen."„Run ja," lachte der Junge.„Sie haben ja selber ein Froschgesicht. Sie)ehen je selbst aus wie der Froschkönig." .Froschkönig, Froschkönig!" schrien die Kinder und faßten sich an den Händen, tanzten um den Wagen. Blind vor Wut, schlug der Kutscher mit der Peitsche dem Knaben in das Gesicht, der sich heulend auf dem Pflaster wälzte. Wieder schössen Menschenmassen in die Mündung der Straße. Ein Polizist, aus dem Boden gestampft, hielt den Kutscher mit fürchterlich leeren Augen vor sich fest. „Das ist rohe Mißhandlung eines Kindes. Ileberhaupt ist der ganze Wagen ein öffentlicher Unfug. Ich werde veranlassen, daß man den Strafbefehl an die Adresse Ihrer Firma schickt. Die Geld- strafe können Sie doch nicht bezahlen." Der Mann schien allmählich aus seiner Betäubung zu erwachen. „Strafen Sie den Jungen, nicht mich. Alle haben mich gereizt." „Dann gehören Sie nicht auf den Posten." Der Mann flüsterte,„Bitte, ich werde entlassen, wenn Sie schreiben." „Es geht nach der Vorschrift. Weiterfahren!" Man schob ihn mit Gewalt. Man warf ihn beinahe auf den Bock. Der Wagen rückte an. der gelbe Erdball torkelte weiter durch die Straße, xmd unter ihm wie ein Zerquetschter, mit leblasen Armen, von denen die Zügel schlaff herabfielen, hing die armsttia« Gestalt des Mannes Der Froschkönig hatte ihm das Genick ge- brachen, öteil über sein Opfer und über den grausamen Menschen, die sich stießen, verhöhnten und zertraten, thronte dieser grinsende Götze, eine unergründliche ägyptische Gottheit. Der Froschkönig lachte. Er schien vor Lachen zu bersten. Sünder werden gesteinigt. Bald wird man in Mekka wieder das Schauspiel von Steinigungen erleben können, denn der Sultan «abn Saud hat einen Befehl erlassen, daß infolge der Ausschweifungen, denen sich viele in der heiligen Stadt hingeben, die vor Jahrhunderten übliche Strafe für solche Ausschweifungen, die Steinigung, wieder eingeführt werden solle.... Lebensmittel X Frischos Fleisch �ait>skammFfd72pf vuSOrt. Kalbskeulen................. pw.-> 90pt Hammelfleisch............. 76f� Hammelrücken............ LS? Suppenfleisch............ Pk°°<. 7Qv,. Pehlrippe..................... 75™. Ochsenschmorfleisch � 1 Rouladen....................... w 20 120 mit SpltsMn............... Pfand mit i 76 pt Eisbein Frische Schweineköpfe>acf.64pr Uesen................................. pmtd l,e Schweineköpfe 52? Gefrierfleisch Ochsensuppenfleisch p�d 56pt Ochsenschmorfleisch � 86™ OchsenbECken!�.?h.M..�0Ä 52?.. Gehacktes...................... Pfand 75™. GeHiäseg GHflsemclfen....Pfand!" GüaseWela ä lM ptdl" und Wild BGjEs! ffostnlfl,...Pfand 1 iiln£ü:li?!�!lpfd.v.9apf.« ViidSüillfC'äl Pfand Ton l"n 11U .. Pfund I Backartlkel Wurstwaren Mensen abgabt»orte halten Käse LaichUorderbUcbe Artikel sind»am Versand aasseacblouea Weizenmehl ptudSOpr. Auszugmehl Pfund 23pf. Kartoffelmehl Pfand 13«. Rosinen........ Pfand KSpf. Sultaninen....Pfand SO™ Korinthen..... Pfand SOpc Kokosraspel Pfand 80pf. Süsse Mandeln PfnndÄ70 Gem. Backobst pn 43« DeUkatesssöIze.Pfand 48pf. siftiEot-aXelierw. p.d. 75pt Eaosaiaclier-Ralw.pvandl00 HaniniaslL-lelierw.?>-. I30 Gröba H8ttwürslm.Know.l20 Jagdwurst..... Pfand l40 MettW. i. BramteK Art. Pfd. I50 Teewurst..... ptnnd l00 p«uf.Zsrf8latiLSBlaiBlmi05 Pfund SS Harzer Käse.... GsliilelsteaMse FaaslMse...... Spilzbise...... u�pr BrieMse..... KfiisaieMse.. Stanieo-LifliburHer 70« Fmo. Sthwelzerii,"S�SOpt Fiim.ScbWEiZ8rlL28�«:90p:. Kochäpfel..... ptond IQpf. PgtBVeiimaii!ils2p[8lp..20pe. Roikap-SeaeGao i-fandZßp;. Wallnüsse.... Pfand 43« Zitronen....Dutzend SQpf. Apfelsinen..gstnck 40«. Mandarinen..pwnd 40pf. Alaeris-Weliilriab. ptd.ßSpt Ananas........ pmnd l03 Rotkohl........ Pfund 6pf. Salatsellerio..Pfand 8«. Weisskohl... pfa-d 4«. - fette Speisetalg i.pfd.-pak.65pf. Kokosfett i-Pfi-PiißSpt. Margarine....... mCOpr. Tafelrrar garine prd.75pf. Molkerollraiter l00 Teebutter vpw-st l'8 Dän.Talelbntter v*-». I20 J/i De« Stg.-Spargelsdir«tatk875 Stg.-Spargel.taik....855 Stg.-Spargel•;«..... 288 Brcchspargel mitteu. 286 Brechspargel Abeehn. I50 Jg. Erbsen Mhr tun 1" Jg. Erbsen fein........ I80 Junge Erbsen....... 63« It. ElbSeö mittel, W. brattee l55 Gem. Gemüse wn.... lß5 Gea.GeinflJB mitte, fem l,a Jg. Karotten uein... 38«. Karotten gesebnitten 40«. Itüttn-.Stlml.'-oJntb totwaS2pf. Spinat................ 85 pf. Pfefferlinge.......... I20 Tomatenmark..... 32«. Fische U7!d 'h Dom Steinpilze tn eig. Saft l03 Apfelmus tnfeltertlg. 85pf. Erdbeeren........... 215 Heidelbeeren....... I10 Mirabellen........... 16S Pflaumen i/1rnieht..68«. Pflaumen t-, Frucht.. I05 Johannisbeeren.... 12S Gem. Früchte...... I50 Stachelbeeren..... I05 Kürbis................ 75« Kalif. Aprikosen.... I85 Birnen gz. Fracht,',!»« 55«. Pfirsiche v.Fmebt'yiä. 75« Aprikosenp Fnicbt.i;,Di.95pc Ananas.......'/.rote l90 Tomatenpüree..... 75pf. Räucherwaren Rotbars». K....pfcsd 20pf. Scheilfischgnxse.pfd 23«. Kabliau im gnBzen, kfd 23« Fettbücklinge piondlOpc. Sprotten...... ptund 48pi. Flundern...... Ffand SOpi. FfluoelnezB Sonderpreisen Geflsse in besonders guten Qualitäten (Korbüsschen, biaschea usw.) bitten wir mitzubringen 1924er St. Martiner..........«. 65Pt io FL 6.00 1922er Osanner Rosenberg VjPl 95« 10FI 9,00 1922er BockenheimerRieslingViP'-I.OO iofl9,00 Montagne-Rotwein vnii a.krirtig,',',Fi.85Pf. iofi.8,00 1922er DUrkheimer Rotwein V. Fl.1.00 io FL 9,00 1922er Pomerol-Bordeaux>/,FL 1,50 iofi. 14,00 Alter Malaga danket..........'/, FL 1,60 10 FL 15,00 Gold-Malaga TorzOgL Qaaiiut,>/, kl 2,25 10 FL 20(00 1921er Haui-Sauternes leichtsosse milde QualiUt..............■..'/,«. 2 25 10 FL 20,00 Unser-« Spezialitäten (einschl. Getränkesteuer, ohne Flasche) DentscHer U/ainärnnd u. li/eiRdrand-Versciinltt hergestelft aaL Verwende, von alten franz. Charente-DestilUlen Flasche" 4°°"2°� 2� In unserer Konfitürenabteilung: Sendgebäck.............................. pfnndl.OO Löwen-Biock lOO-g-Tzfel.............. 4 Tafeln 95pt käkaO ganntiert rein........................ Pfund 43 f Sandgebäck mit Schnholnde.............. Pfhnd 1.-40 Nürnberger Primen................ pickchen 25« Nürnberger Lebkuchen eogeD3»ier,Fickchen25p(. Täalich frisch« Zufuhr NUrnberaer Lebkuchen DeolsdierlelallüilisittMleitiaiiii Sooatag, Den«. Oejemöct, vorm. 0'/, Uhr, bei Sachs«. Cinhomer Str. 26; Branchenversammlung her Kesselschmiede und der dazu gehörigen Berufe. Zanteorhnung: L.Die Ärlfc In her SÄetaninhutlTir*. S Brunchenange- Icgrahetten. S. B.rsqiedrne«. Pflicht aller Brunchenfcllenen ist tt, in her Versammlung ja erscheinen. BraDdieiierEisen-.lievsMekrDiw. Sleaslag, Oen 8. Oejrmber. vorm 1t Uhr. im„Rofonlhalcr chof", UosrathaUc Stroh« 11/12 ssr Versammlung der arbeilsluscn Brancheoange- hürigen. Ohne Berbanheauewe!« kein Zutritt. vi« Ori-vrrmaltvvg. ?eMM«ng ' Elegante Herrenbekleidung ksefZg und nach Maß zu soliden Preisen Oaramie für guten Sitz und :>:: gute Verarbeitung s s Julius Fabian Aiaßichneiderfii Groß® Frankfurter Str. 37 Kein Laden Nur 2. Etage. LJUERGENS ALEXANDER PLATZ MLEIKEMieGEN MM!!?!. FetfiedmÜB Wert 2S W. Iniini] 2 fittiednitte Aich).— NeiKemedie in i Aen llechednaii iSPt., itdeinittnViT: 10 FI. Wort« all«dir ilj Ii Sidnhtn iIWl? ffc inn Mi. Anain.«ich!3r die ■idate iliBmcr baflieat Sild.BhS« W« ICltKttO! IV. Ihr»tealfiZ»! It der Hjent-tipedHiei des Viraich. LMeutnii i. Ofigebw wudm.Oisselk itwgdiaitaes nn airffii t' Ulir bis mte. Snr igantirtndm let-fect, Verkäufe Ranmaaa.Nähmaschtnen für Kauaae. brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Zie. oaratur-Werf statt siir alle Sbsfeme Emil chaldarfh G. m. d. H. K riebe ich» firahe 55». Merkur«!W._* ReihA-uge IRichlei-PrlAiflcn). Sicher» heile-Goibsiinseberhalter. Bureaudedurie. bans Lindner. ReufSlln.«aiser. isrlebrich-Strafle 00/87. Tconich-Zieschfe nerfaaft sbctfhilliie Xcopiche, Brücken, Bettncrlaaeu. Diwan. decken usw. Teilzabluna gettattet. ReukUlln.«alfen-ssriebrich-Straiie 0._* _ teihohlnng.«inherwaaen._* SejlwhlBnjr. Punvenmagen._* XtilAohinna. Medcvbeitslcllen. San. GtoSe ftcanffuTietfltaftc 47, aegenühet üSartuefttahe.___• Grober BeHcnaeilanft Ziiesenaua. wähl, 12chO! IbchOl 21,— I Prochtnanc 28,75! 88,50! 38.-1«iflen 8,751 Bett. federn 0,75 an. Fertige Inlette 7L5 usw.I Sievvdecken spotthMigl Prima ouaiiillswarei». Bettenhau,. Brunnen. jtrcjje 115. Tevaiche, Diwandecken. Tifchdecken. Beltvcrieger, Läuserslcsse, vrachfvene «aewahl. erira billige Geieaenbeilen. ITifcbet. Poi-damersirobe 109• Brljteitfufl�ss'tikkf; Wisrhe usw- Getragene Lerrengarderobe, tabclto, erhalten, CTclticnhcttctaule in Peiz- waren,«rahe«uewabl. billige Preise. Im--- Lei"----_ «eine Lombard wäre. ShaulTctftrafle 7. ihhaus Spiegel. Pelzwaren kanten SJe jtut nii-rardin»», flüsterst vroipwerL«-in Sa. Binde!. Invalihenltraste 20 fStettiner am»ochbahnhof.'.den. Erfveltte t-denmie-e kommt Ihnen Äahnhef). -_——--—_- zugute. Sarbinrnvorsanb Sernhora».-- Tellzahiung. Gardinen. Starre. Jett- nreg 7.____* decken. Steppdecken Diwandecken. Ziep-. � Elegante Monatnaarbrrpbe. anch neue Iackettanzüge. Gesellschaft,.. Smoking. -inzllge.■Saleto;», für jode Siaar Paffertb, zu den billigsien Preisen. Lranicnstrasto 198 I. am Scinrich»pla3.' Ulster. Anzüge, Riesenauswabl. wirk- Uch billig« Preise. Reckpalelot" venigattengene und neue Sarrenaar. derobe staunend billig. Ztast,«aftanirn. allee 84.» Sichtig für jedeemonn! Täglich wer. den perkauft:«leiderschränke. Vertiko« 18 Bettstellra. komplett 18. Metall» bettstellen mit Aufieaematrasten 22, Iiurschränke. Saschtoiiette« 15. Chaise. ioaguee 18 Kommeden 15. Bücher» fptnben, Schreibtische 88, Trumeau» 29, Bllsett, 75, fllnfzia Standuhren. Garantie, von>8.— an.«üchcneinrich» tungen 48. Speisezimmer. Serrenzimmer. Schlafzimmer 225.«ludaornituren 175, Lederiludfeflel 85. Zilefenanowahl Oder 800 nimmer. Alle» tatsächlich ipott» billia. Slaraardi» Möhel- und Lom- dardlpelchcr. Prenzlauer Slrast« frch�' Teilzahluaa. kulant. MSbel-Misch.» Tischlermeister liefert zu aünstigen stahlungsbedinaunaen Behnunaseinrich- tungen und Sinzelmödel zu hilliasten «astapreisen. Möbel-Schmidi. Dernauer- straste 80. dicht an dar Brunne nstraße.' Thoiselonanedecke» 9,—. munderharr Sandbehänge 5,—. Pappelallee 12.' Schlaschaiselongace, Bcllchaiselenaue», .haiselongncodecken 9.—. Sandhehänge 5.—. Polentmairahen 10.—, Polsteraus. logen. Srch-nabzahluna 8.—. Pappel. allee 12: Pankow. Schmidtstrabe 1._' Metallbctte» mtt Auflagen 28.—, Poopelallee l2: Pan kow�Sch mIdlslr._L Bate»tnl«te«f,en. Auflegewattanen.Me. lalldetttn, Ghaiseiongueo. Walter. Star. garderstraste achtzehn.__• Seihaachtoangrbott. Anrichtefstch« .�arta" 150. Radmcnkstche. Weoha" 45, Blisettkiiche„Stana" 00, Anrichteküch« ..Maro" ISO. Anrichte stich«..Brama" 225. Einzelne«stchendänke, Ärrrichfen, Tische. CtDhls. Aukwaschttfch«. Besen- schränk«. Truhen, dillig. MSbelhau» «arnorlina.«gsianicnalle« 58.' Musikinstnimente Ei» Duma laufen Sie ilustarft vre In» wert und solid hei heauemer«jahlung» weise in dar ffadriknirdariaae der orilst. ten Pianosahrik Europas. Bisher wurden über 145 000 Instrumente verkauft. Ein «roster Bewci, der Beliebtheit der �im. mermann-Instrumente. Potsdamrrstr. 27. Mügel, Piano», gebraucht 875.— an. Sormoniuma.«abe» stein, Münzstr. 10. VianM preiswert.«lapiermachec Link Stunnenfttaiie 85.• Teckzadlnng. billig. MSbel-Misch.» Teilzahlung. reell. Droste ifrantsutterstraste Möbei-Misch 45/18. Steiameneepiano Mlüqeitoui. Neinstar Salonflttqei ab Fabrik. Iahlung». erlelchleruna ohne Breimiufschlaa. Sar- monium billigst. Oraniens! raste 188 M» vlono,. prächtige Inittumente de» aurnie Zahlweiia. Sachter, vranien» hurarrstraste 4?._ Piano», Lualitötsware au, eigener lrahrik. lNlloel. Sarmoniumo. graste Auswahl in ieder Preislage,«aditing»» erieichtening. Mar Adam. Inhaber vl'o Dolieredorf. Münzstraste 18. nahe Alerandervlat._____ Piano,,«lsta-l. erstflasstae« iPihri. Fat beaucme stadlnna-brdlngunaen. RSmhis-t>91..D..Geeste. W. 9. Poi*. damerstraste 120.' Gelegenheit.«leiderschrank 15.—. Deriila 15.-. Soschtoilette 15.—, Trank» furter Schreibtisch 25 Mark. Sofa 15.-. «llche» 24.-. MSdelhau» Gottlieb, Rllaenerstraste dreizehn.' au» Luikensiadf. ll.öpenicker Sfr. Eck» Brllckensttaste. CiestcKÄttiverksu»« «oukurrenzio»! Reuer fournierter dreifilrtger Aakteideschrank. 159 dccif. mit Sp.cgcl. 195,—. Z!eue fournie'-le Lettstellen mit Patentboden, dreiteilige Piche und Möbel jeder Art. aerinoe cke BrNck.nOr«a.,• aRulatfiteafie. iestt wir Co-mannsttast- m.-—--—■—— i-im und Mariannenstvaste 28._'.~Z—'.............. zz_. Neue fournierte Nacht- «ppftdillig perkaufe wenig a-iragene. Neinickendorf-rstraste�S'. S0fic 1 mit Marmorplatte 15.-.«ust- Woschtoileite. we.ster Marmor. M. Ziustdaum-Umdou Ä.—. Umdou- Speziell �rlrn Damenmäntel, ieeberpenen.»eitteoern.--------------— Plllschsofa 45,—. Sdulendllselt 75.-. ZZrSt.'''s"1 i stellte Lombardware.__ Diplomat 48.-. Neue komplette»Uchen. von sTTflnNNMlNen.(!.esaftsn 8, heaueme Adzahlnna 5Ur 225- irchr eirbene ��'"''""1 «fLcrflwn'cn o-ia,—. jcefrcn 0 htcit, 305-. Niesenauow.ol in Torpeirolampe». Geloaenbeiteposten. Mestino nur 4.0». nabickneue?ah» räder»».»«. Damenräder 85.0». Sdmt. Ilche«ubehörtelle spottdlllia. Teil, »ahluna. Tri-bcxc d-G r 5; h-.n S: una. Wal. �cmarstraste Ecke Pllcklerstraste.» Briefmarkensommlnn« zu kaufen g». stacht,«usch'sften un er I. I. 1540 an Rudolf Masse. Berlin SD 19. TadiiSder kauf« Linieni, raste t»» e � Rosentdalerstraste.' Anfertigung, beste Maästokie ic i n st r e MZdelhauö �i. Zbzahlnna nr ö verkauft Dolsozirge»- Mastersast. Soortpelze. Gehpelze«°--n.ckcr jd «»T'..Vvachleremplare-?llchs- 15,-, Prachter-mplar». S«alm5itlrt. Jacken. i0-8?_'ilf8._��_SuWtrJUOBe.__> t SfuntsfraaMi, Sllberwölse. Pelzjacken Pelzmäntel. 5i»r;pcl»e. Serien »a rdrrobe. Damrnm Z nt el. flamm ich stU- Illchse aller Art aufsehenerregend billig. »eine Lombaedware. Leidhou» Lewko» «ist. Beunnen«raste i. Rur Barder- bttUS, tritt 9Brmet•! ffl U».-. englische Bett- S�nr, �Tj.yUlWs»!«», EittzelmSdel. �ÄSSSIISl®. Sinzelmödein, Renaiflanee MSbeln. fem pletlen Einrichtungen, modernen«uchen MSbelhau» Göttlich. Rllaenerstraste 18. Bahnhof Gesundbrunnen. Lieseruna innrrdalb Grost-Berliu, frei Sau». Pertrclee, Seiten und Domen, zunr Deiudivorboardeiteter«uuden bei hbch. fte» Prep ifie Ben gesucht. Borstellun, mtt«u»wei» 2—4 Uhr bei Mar 1-94.�1. U-rt-r de» Luche» 70.