Nr. 576 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 294 Bezugsvreis: Böchentlich 70 Bfennig, monaffid 8,- Reichsmart DODAUS zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar und Memelgebiet, Westerreich. Litauen. Luremburg 4.50 Reichsmart. Hiir bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gied luna und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abrene: ameimal, Cozialdemokrat Berlin* Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpre.c Die einfpaltiae Ronpareilleteile 80 Pfennig. Reflamezeile BReichsmart Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Worte: fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erite Wort 15 Bfennia. jedes weitere Work 10 Bfennia. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Borre Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Summer müfen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft Berlin SW 68, Linden Straße 3, abaegeben merden. Geöffnet Don 8 Uhr früb bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 6. Dezember 1925 Löbe bei Hindenburg. Morgen Empfang der Fraktionsführer. Berlin, 5. Dezember.( WEB. Amflich.) Reichs| walter des ganzen Baterlandes zu handeln. Daraus ergibt sich von fanzler Dr. Luther überbrachte heute nachmittag 6 Uhr selbst, daß er bei seinem zum Locarno- Gesetz gefaßten Entschluß auch dem Reichspräsidenten die De mission der Reichs- die Frage sehr gewissenhaft geprüft hat, welche Aussichten vor. regierung. Der Reichspräsident nahm die Demission ent- handen feien, durch Auflösung und Boltsentseid ein gegen und ersuchte den Reichskanzler und die Reichsminister, anderes Ergebnis zu erzielen, wenn er von den geringen, ihm durch die Berfassung verliehenen Machtmitteln Gebrauch machte. Gebis zur Neubildung der Regierung die Geschäfte weiter zu wiß fann man in folchen Fragen zu verschiebenen Ergeb. führen. nissen und Schägungen gelangen. Wir Deutschnationalen würden die Auflösung gewünscht haben, und vor dem Volfsentscheid trotz aller Schwierigkeiten, durch ihn das vom Reichstag befchloffene Gefeß umzustoßen, nicht zurückgescheut sein. Wenn der Reichspräsident zu einem anderen Entschluß gekommen ist, so kann bei den geringen Machtmitteln, die ihm die Weimarer Verfassung gewährt, dafür nicht allein der Gesichtspunkt der fachlichen Zustimmung zu dem Gesetz und den Berträgen, sondern auch die verantwortungsbewußte Prüfung der Frage maßgebend gewesen sein, ob der neben der Auflösung für eine Aenderung der Gesetze unentbehrliche Boltsentscheib nicht aussichtslos und deshalb in der gegenwärtigen Zeit schärfter wirtschaftlicher Krisen die damit verbundene Beunruhigung zu vermeiden sei." Eine fofortige Beauftragung des bisherigen Reichstanzlers Dr. Luther mit der Bildung des neuen Rabinetts ift danach, entgegen vielfachen Ankündigungen, nicht erfolgt. Der Reichspräsident will vielmehr zuvor unter Wahrung der streng tonstitutionellen Formen, den Reichstag und seine Bar teien hören. Zu heute mittag ist Gen. 23be als Reichstagspräsident, zu morgen vormittag 10 Uhr sind die Führer der Sozial demokratischen Reichstagsfraktion zur Besprechung der Regierungsfrise in das Palais des Reichspräsidenten gebeten. Die Berufung der Sozialdemokratischen Frattion als erster erfolgt, weil sie die stärkste des Reichstags ist. Empfänge von Führern der anderen Frattionen, mit Ausnahme der von Ludendorff geleiteten völkischen und der kommunistischen, werden sich anschließen. Annäherungsversuch. Wollen die Deutschnationalen in die Regierung? Die deutschnationale Bresse bemüht sich, das von den Deutschnationalen selbst gesprengte Verhältnis zwischen Luther und den Deutschnationalen, und Hindenburg und den Deutschnationalen wieder zusammenzuschreiben. Auf den Werbebrief der Deutschen Tageszeitung" an Luther folgt ein Aufsatz estarps in der Kreuz- Zeitung", der besänftigend auf den erzürnten Reichspräsidenten wirten soll. Bestarp sagt sich in diesem Auffah von den Angriffen gegen Hindenburg los. Er führt einen langen, verfassungs rechtlichen Beweis, daß Hindenburg nicht anders habe handeln fönnen, als zu unterzeichnen. Er unterſtellt ihm, daß er in erster Linie nicht aus sachlicher Uebereinstimmung mit der Politik von Locarno, sondern aus praktischen Erwägungen unterzeichnet habe: Während seiner ganzen Amtsführung ist das hohe Maß von Berantwortungsgefühl zutage getreten, mit welchem der Herr Reichspräsident von Hindenburg bei seinen Entschlüssen seinem eigenen Gewiffen folgt und sich verpflichtet fühlt, nicht als Ber trauensmann von Parteien und Barteigruppen, sondern als SachLuthers Erbschaft. Gesetzentwürfe zum Preisabban. Amtlich wird mitgeteilt: In der Sonnabendfihung des Reichstabinetts wurde noch eine Westarp bläst den„ Boltszorn" gegen Hindenburg ab, um beim Reichspräsidenten die pinchologische Voraussetzung für einen Wiedereintritt der Deutschnationalen in die Regierung zu schaffen. Welche Außenpolitit follte aber eine neue Regie rung Luther mit Einschluß der Deutschnationalen treiben? Darauf antwortet Westarp: mas Die politische Aufgabe, die bis auf weiteres im Border grunde stehen und insbesondere die Verhandlungen über die Regierungsbildung beherrschen wird, ergibt sich daraus, daß die Entscheidung über den Eintritt in den Bölterbund und damit über das Infrafttreten der unterschriebenen Berträge selbst noch offen ist. Noch sind, gerade auch hinsichtlich des Bölterbundes, teineswegs die Richtlinien und einst allgemein anerkannten nationalen Selbstverständlichkeiten erfüllt, von denen das Vertragswert abhängig gemacht werben follte. Noch muß der Kampf um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen die fommende Regierung von ihrem Rechte zum Eintritt in den Bölferbund Gebrauch machen soll, weiter geführt werden." Entgegen dem Willen und dem klaren Beschluß der Reichstagsmehrheit soll der Eintritt in den Wölferbund und damit das Inkrafttreten der Verträge womöglich fabotiert, auf alle Fälle aber verschleppt werden. In der Zwischenzeit soll weiter deutschnationale Innenpolitik und deutschnationale Wirtschaftspolitit gegen die Maffen des arbeitenden Boltes geführt werden. Sie möchten das alte Spiel von neuem beginnen! sondern auch die kommunalen Spizenverbände, der Deutsche Städtetag, der Reichsstädtebund und der Deutsche Landtreistag sowie das Geldinstitut des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Girozentrale, ihnen vorbehaltlos beigetreten find. Man wird die Gefeßentwürfe selbst abwarten müssen, um beurteilen zu können, welchen Wert die von Luther hinter Reihe wirtschafts- und sozialpolitischer Angelegenheiten erledigt. Die Regierung verabschiedete einen Gefeßentwurf zur Fördelaffene Erbschaft hat. rung des Preis abbaues, der nunmehr sofort dem Reichsrat Dorgelegt werden wird. Der Gefeßentwurf enthält: 1 Bestimmungen über einen Bergleich zur Abwendung des Ronturses unter Aufhebung der Verordnung über die Geschäftsaufficht; 2. Vorschriften gegen die Ausbeutung bei der Vergebung von Aufträgen im Wege der Ausschreibung; der Ausnahmestellung der 3. Beseitigung 3mangsorganisationen, die bisher nach der Kartellordnung den Einwirkungsmöglichkeiten der Reichsregierung und des Kartellgerichts nicht unterliegen: 4. Bestimmungen, die hinsichtlich der Einwirtungsmöglichkeiten des Staates die Innungen und Innungsverbände den Kartellen in gewissem Umfange gleichstellen; 5. Borschriften über das Feithalten von Brotzu feftem Gewicht Diese gefeplichen Maßnahmen haben sich bei Durchführung der Breisabbauattion als notwendig erwiesen. Die zur Verfügung ſtehenden verwaltungsmäßigen Mittel hat die Reichsregierung zur Herbeiführung des für erforderlich erkannten Preisabbaus selbstver ständlich sämtlich angewendet. Diese Mittel reichten aber zur Erzielung des angestrebten Erfolges nicht aus. Der vogeschlagene Gefegentwurf soll die Breisgestaltung in der Wirtschaft weiterhin im Sinne einer für die Gesamtheit gesunden Entwicklung beeinflussen. Bie außerdem verlautet, haben die Bestrebungen der Reichsregierung auf Herabjegung der 3insläge für öffent. liche Gelder zu dem weiteren Ergebnis geführt, daß sich den Bereinbarungen zur Zingherabjegung der öffentlichen Gelder nicht nur Sie überwiegende Zahl der Länder vorbehaltlos angeschlossen hat, Räumung und Gegenleistung. Wenn Deutschland rascher zahlt, wird der Rhein eher frei. Paris, 5. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Es tann feinem 3metfel unterliegen, daß ein Ersuchen Deutschlands, die Besatzungsfristen für die zweite und dritte 3one abzutürzen, in Baris nicht mehr auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen dürfte, fobald ein solcher Antrag von entsprechenden 3 u geständnissen begleitet wäre. Was Frankreich nach dieser Richtung verlangt, ist in erster Linie ein Entgegenkommen auf wirtschaftlichem Gebiet in Form eines den franzöfifchen Ausfuhr interessen Rechnung tragenden Handelsvertrages fomie eine Beschleunigung der deutschen Dawes Zahlungen auf dem Wege einer Tilgung wenigftens eines Zeiles der der Reparationstommiffion ausgehändig. ten deutschen Eisenbahnobligationen. Wenn auch in Anbetracht der geringen Aufnahmefähigkeit der internationalen Gelb. märkte natürlich nicht die Rede davon sein kann, den gesamten Betrag dieser Obligationen( 12 Milliarden Mark) flüssig zu machen, so hält man es in Baris doch für möglich, in verhältnismäßig furzer 3eit nach und nach 3 bis 5 Milliarden mit Hilfe der amerita nifchen und vielleicht auch der englischen Großfinanz mobilisieren" zu fönnen. Die wesentliche Entlastung, die dadurch der fran 30 fische Haushalt erführe, würde es, nach Auffassung fompetenter Beurteiler, der französischen Regierung ermöglichen, den deutschen Wünschen nach einer schnelleren Befreiung des Rheinlandes von dem Drud der fremden Bejagung fehr weit entgegenzu fommen. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenftr.3 Bostichedfonto: Berlin 37 536 Banffento: Bank der Arbeiter, Angeftelten unb Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depositentaffe Lindenstr. 3. Lehren der Vergangenheit. Sozialdemokratie und Verantwortung. Angesichts der beginnenden Berhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung ist es vielleicht nicht unnüz, in der Geschichte Deutschlands seit dem Ausgang des Weltkriegs ein wenig zurückzublättern. Dreimal schon find Sozialdemokraten in eine deutsche Reichsregierung eingetreten: im Oftober 1918, im Mai 1921 und im August 1923. trieg ist zur Tatsache geworden. Die Heeresleitung hat endlich erOttober 1918. Die Niederlage Deutschlands im Weltfannt, daß auf einen Sieg mit den Waffen in der Hand nicht mehr zu rechnen ist, fie drängt nach Waffenstilstand und Einleitung von Friedensverhandlungen. Das alte System des Obrigkeitsstaates befindet sich im Zusammenbruch, die Erfenninis, daß neue Kräfte und eine neue Ordnung der Dinge notwendig sind, um Land und Bolk vor dem völligen Untergang zu retten, ist so unwiderstehlich geworden, daß alle Widerstände gegen die Einführung des parlamentarischen Systems im Reiche und des gleichen Wahlrechts in Breußen weseníos geworden sind. rechts in Breußen wesenios geworden sind. Der Prinz Mag von Baden, den die füddeutschen Demotraten als den dazu geeigneten Mann betrachten, soll das erste parlamentarische Kabinett bilden, dem die Aufgabe zufällt, den Frieden der Niederlage abzuschließen. Die Mehrheitssozialisten sind aufgefordert, in dieses Kabinett einzutreten. In der Reichstagsfraktion ringen amei Strömungen miteinander. Die eine, vertreten von Scheidemann und Landsberg, befämpft den Eintritt in die Regierung unter ben gegebenen Umständen. Sie will den Mächten, die für die Niederlage verantwortlich find, auch dem äußeren Schein nach nichts an ihrer Verantwortung abnehmen auch nicht die nach außen hin sichtbare Berantwortung für den schme ren Frieden, der unvermeidlich geworden ist. Nicht früher, als bis die alten Rechnungen bereinigt sind, soll die Sozialdemokratie. daran denken, in die Regierung zu gehen. Ihr entgegen steht Ebert. Er will in der gegebenen Lage nicht an die Zutunft der Partei denten, sondern nur an die des Volkes. Kann die Sozialdemokratie etwas dazu tun, um dem Boll die Lasten des kommenden Friedens zu erleichtern und die Leiden zu mildern, denen es in der kommenden Zeit der Erschütterung ausgefeßt sein wird, dann muß sie es tun. Ebert zwingt die Fraktion in seinen Bann. Mit allen gegen sieben Stimmen beschließt sie den Eintritt in die Regierung. Mai 1921. Zwei Jahre und sieben Monate sind seit jenem Beschluß vergangen. Ein Jahr und acht Monate hat die Mehrheitspartei unter verschiedenen Systemen mit an der Spize des Reiches gestanden. In diese Zeit fällt der 9. NoDember, der Deutschland zur Republit machte, fällt der Bruderkampf zwischen Arbeitern, die Wahl der Nationalverfammlung und Eberts Wahl zum Reichspräsidenten, die Unterzeichnung des Bertrags von Bersailles, die Unterzeich nung der Verfassung von Weimar, der Kapp- Putsch. Die Wahlen zum ersten Reichstag der Republit, im Juni 1920, haben mit einer Niederlage der Mehrheitspartei geendet, die unabhängigen haben fast die Hälfte der Arbeitermandate gewonnen, die Mehrheitssozialdemokraten sind dem Spruch der Wähler sich beugend, von der Regierung zurückgetreten. Tag der Befreiung von einer schier unerträglich gewordenen Last! Im Juni 1920 hat die erste rein bürgerliche Regierung der Republit, die Regierung Fehrenbach Simons, ihr Amt angetreten. Aber jetzt, Mai 1921, ist sie zurückgetreten. Sie hat in den Verhandlungen mit der Entente über die Höhe der von Deutschland zu zahlenden Kriegsentschädi. gungen Mizerfolg gehabt und das Londoner Ultimatum heraufbeschworen, das die Anerkennung einer Schuldenlaft von 132 Milliarden fordert und mit weiteren Befegungen, vor allem des Ruhrgebiets droht. " # Eine neue Regierung muß gebildet werden. Widerstand gegen die Forderungen der Entente ist unmöglich, man muß fie annehmen in der Hoffnung, fie in ruhigeren Beiten zurüdfchrauben zu fönnen. So entsteht die Regierung WirthRathenau, die Regierung der Erfüllungspolitik". Die Sozialdemokraten sind mit mehreren Sigen an ihr beteiligt. Während der Regierung Wirth, nach Rathenaus Er mordung, vollzieht sich die Einigung der Mehrheits mordung, vollzieht sich die Einigung der Mehrheitsfozialisten und der Unabhängigen, von denen sich die Kommunisten abgespalten haben. Zentrum und Demokraten ant worten darauf, indem sie sich mit der Volkspartei zu einer ,, Arbeitsgemeinschaft der Mitte" zusammenschließen. Zum erstenmal taucht der Schatten der Großen Koalition auf. Die Sozialdemokraten weigern sich, mit der Bollspartei zusammen zu regieren, und im November 1922 zerbricht das Kabinett Birth. August 1923. Die unter beutschnationalem Ginfluß stehende Regierung Cuno, die Nachfolgerin ber Regierung Wirth, hat Deutschland in den Ruhrtrieg geführt: der Ruhrkrieg ift verloren. Wis über Dortmund hinaus ist das Land von Boincarés Soldaten besetzt und wird von ihnen nach modern mirifchaftlichen Methoden ausgeplündert. Eine innere Bollgrenze zerreißt das deutsche Wirtschaftsgebiet, der 3erfall des Reiches beint faum noch aufzuhalten. Ungeheure Summen, von der totenpresse ohne Deckung hergestellt, sind zur Süßung des passiven Widerstandes aufge wendet worden, der Wert der Mart nähert sich mit rasender Fallgeschwindigkeit, der keine Gehalts- oder Lohnerhöhung folgen kann, dem Nullpunkt. Reichszerfall, Hungersnot, Chaos fennzeichnen den Ausgang der legierung Cuno. Bieder, wie im Herbst 1918, im Frühjahr 1921, ist es so weit, deß nur die Anerkennung gegebener bitterster Not wendigkeiten Rettung, Rettung i zwölfter Stunde, bringen fann. Zum drittenmal ruft man die Sozialdemokraten als Retter. Diesmal ist es die Deutsche Volkspartei, die unter Stresemanns Führung erkennt, daß die schleunige Liquidierung des Ruhrkriegs allein noch das Letzte, Furchtbarste aufhalten kann. Und nun ist es die Bereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die ihre Bereitschaft zur Bildung der Großen Koalition erflärt, um das Aller schlimmste abwenden zu helfen. Drei Monate später ist die Große Roa lition erledigt. Die Sozialdemokraten haben ihren Austritt erklären müssen, weil die volksparteilich beein flußte Regierung gegen den bayerischen Rechtsputschismus völlig verjagt, in Sachsen und Thüringen aber gegen fozial Demokratisch- kommunistische Regierungen mit bewaffneter Hand eingegriffen hat. Seit dem 30. November 1923 hat die Sozialdemokratie im Reich feiner Regierung mehr angehört. Man hat sie seitdem in der Regierung als Retterin nicht mehr gebraucht. Sie hatte durch dreimaliges Einspringen in Augenblicken der höchsten Gefahr die Entwicklung in eine Bahn geleitet, auf der sich ein Wiederaufleben Deutschlands als demokratische Macht sichtbar vollzieht, und sie hatte sich da durch zunächst selber überflüffig gemacht. Auf ihren Schultern stehend errangen Luther und Stresemann die außenpolitischen Erfolge von Locarno. Die Sozialdemokratie hat sich nie zur Regierung gedrängt. Sie hat sich nur dann an ihr beteiligt, wenn die äußerste Not des Boltes nach ihrer Ueberzeugung dieses Opfer von ihr verlangte. Sie hat durch ihre zeitweilige Beteiligung an der Reichsregierung viel innere Kämpfe in der Partei heraufbeschmoren und ihren Funktionären, die ihre Politit im Betrieb verteidigen müssen, das Leben manchmal recht schmer gemacht. Aber sie hat dabei auch Erfahrungen gesammelt, bat zugelernt. Die Arbeiterbewegung muß durch eine harte Schule gehen, ehe ihr der letzte Preis des Sieges zufällt, und die Erfahrungen, die bie Sozialdemokratie mit ihrer Be teiligung an der Regierung gemacht hat, gehören in diefem Sinne zu ihrem Besiz. Au Aber menn die Maffen der Partei, eben infaige dieser Erfahrungen von stärtstem mißtrauen erfüllt find gegen den Plan, das gescheiterte Experiment vom Herbst 1923 au wiederholen- mer will es ihnen verdenken? Wo ist ber Dant, den die Sozialdemokratie für ihre beispiellose Auf opferung im Interesse des Ganzen beanspruchen darf? Wir meinen damit nicht den Dank an die sozialdemokratischen Führer, fondern den Dankan die Malfen, die jetzt am Ausgang einer neuen Periode des Rechtsturfes, ben barten Wer einer Wirtschaftsfrife erleben müssen mit all der Not und den Sorgen, die er jedem Einzelnen auferlegt. Diese Massen fordern eine Regierungspolitit, die fie aus Der Krise herausführt und ihre Leiden während der Krise lindert. Wir Sozialdemokraten find die Bertreter ihrer Forde rungen. Darum sprechen wir mit denen, bie mit uns über die Berteilung von Portefeuilles reden wollen, über die Er füllung von Forderungen. Ein Briefwechsel. Thälmann an Thälmann und zurück. Das Rentralfomitee in der Rommunitifden Battet Deutschlands, gea. Ern hälmann, hat einen Offenen Brief ilber die Enteigung der Fürsten auch an die Bundesleitung des Roten Fronttämpferbundes" gerichtet, in der berfelbe Ernst Thälmann ber große Mann ist, wir sind in der Lage, das pertrauliche Begleitschreiben su biefem Offenen Brief au veröffent Tichen, fowie die Antwort barauf. Rommunistische Partei Deutschlands. Zentralfomitee. Bieber Thälmann! Du haft mohl in der heutigen Roten Fahne zu gleicher Belt mie ich den Offenen Brief gelesen, der meine Unterschrift trägt. Du marst mohl ebenso überrascht wie ich. Die Sache ist ganz famos aufgezogen. Eigentlich bist Du noch nie in fo guter Gesellschaft ge. mejen: in einem Atemzuge wirst Du mit der SPD., dem DGB. und dem Reichsbanner genannt. Da gilt es, auf der Höhe zu sein und sich bei der Antwort eines so großen Bertrauens würdig zu er meifen. Aus diesem Grunde ist es auf feinen Fall angängig, daß Du auf eigene Faust antworteft. Sonst schaut nichts Gescheites babei heraus. Du mußt Dich eben mit dem in Berbindung setzen, ber ben von mir unterzeichneten Offenen Brief verfaßt hat. Ich bin leider bisher nicht in der Lage, Dir den Verfasser zu nennen, Du erfährst ihn wohl am besten beim Bol.- Bureau. Deine Berantwortung ist um fo größer, als Du Dir denken tannst, daß die anderen auf unseren Schwindel nicht reagieren werden und Deine Ant mort bie einzige sein wird, die wir erhalten werden. Ich für meinen Teil habe über die Sache gründlich nachgedacht -warum lachft Du?- und ich bin zu folgendem Ergebnis gefommen: Macht die SPD. einen Bolfsentscheid und ruft sie die Arbeiterschaft wegen Aufbringung der ganz niedrigen Kosten zu frei milligen Beiträgen auf, dann ertlären wir selbstverständlich, daß das eine gewiffenlose Ausplünderung der Aermften der Armen in einer Beit schmerfter. Not und Arbeitslosigkeit ist und daß der „ Borwärts" schlimmer ist als die hohenzollern. Wir geben dann die Parole aus: Lieber noch für die BeppelinEdfeuer- Spende, als für diefen, neuen SPD.- Berrat!" Rommt der Bolfsentscheid doch zustande, dann muß selbstverständlich die SPD. rffein Versammlungen einberufen und deren Soften tragen und wir fdiden überall unsere Leute hin und machen Radau. Auf meine Leute tann ich mich dabel verlassen, Du Dich mohl ebenso auf Deise Beute, ba Deine Leute meine Leute und meine Leute Deine Certe find. De schicken wir überall einen Disfuffionsredner vor, perfangen unbeschränkte Redezeit da es fich ja um eine gemein fame Artion handeln wird und schimpfen wie die Rohrspatzen auf die SPD. Bonzen, die nur die Platzhalter der Hohenzollern find. Der beste Beweis dafür ist, daß sie die Wahl des Monarchisten Hindenburg dadurch gesichert haben, daß sie nicht alle SPD. Reichsbahn und Reichsfarben. Eine Erwiderung. Bon der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft wird uns geschrieben: Der Vorwärts" bringt in der Abendausgabe vom 5. Dezember 1925 eine Mitteilung unter der Ueberschrift: Reichsbahn gegen Reichsfarben". Demgegenüber weisen wir nachdrüd. sich darauf hin, daß die Deutsche Reichsbahn immer bestrebt ge wesen ist, den verfassungsmäßigen Farben des Deutschen Reiches Achtung und Geltung zu verschaffen. Daran hat sich auch durch die Ueberleitung in die jezige Betriebsform nichts geändert; auch die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft betrachtet die Reichsfarben als ihre Fatben und verfährt in der Beflaggung ihrer Gebäude genau nach den für die Reichsbehörden geltenden Grundsätzen. In dem Bestreben, die Reichsfarben auch sonst zur Geltung zu bringen, hat der Generaldirektor erst jüngst wieder darauf hingewiesen, daß auch bei der Ausschmüdung bahneigener Anlagen durch Dritte neben den Farben des Landes oder der Stadt stets die Reisfarben in angemessener Weise mitzuver menden find. Eine andere Frage ist es, ob im Einzelfall überhaupt die Vorausseßungen für eine Ausschmüdung des Bahngebietes gegeben find. Hier hat die Reichsbahnverwaltung aus zahlreichen unliebfamen Vorgängen, insbesondere auch in Breslau, die Lehre ziehen müssen, die Beflaggung und Ausschmückung von Bahngebäuden usw. grundsäglich abzulehnen, wenn es fich um parteipolitische Veranstaltungen handelt. nur aus diesem Grunde mußte die Beflaggung des Bahnhofsvor plates in Breslau aus Anlaß des Parteitages der demokratischen Partei unterbleiben, wie fie auch jeder anderen Partei gegenüber abgelehnt wird. Diese Erklärung bestätigt nur die Angaben, die über das Bersagen der Reichsbahnhauptverwaltung veröffentlicht worden sind. Unliebsame Borgänge" welcher Art sind diese, daß sie die Berwaltung der Reichsbahn veranlassen fönnten, die Farben des Reichs zu verbieten, wenn es sich um eine partei politische" Veranstaltung, nämlich um den Parteitag einer republitanischen Partei handelt? Fürchtet die Reichsbahnhauptverwaltung die grünen Jungen vom Hakenkreuz? Und sollte die Polizei in Breslau nicht ebenso start wie die in Heidelberg sein, um Ausschreitungen der Bulle- Gänse zu verhindern? Die Tatsache bleibt also, daß die Reichsbahn aus Rücksicht auf unliebsame Vorkommnisse" das Aufziehen der Reichsfarben vor dem Bahnhofsgebäude verhindert hat! Demokratische Parteitagsdebatte. Dr. Koch, folgte auf dem demokratischen Parteitag in Breslau Nach dem Referat des Parteivorsitzenden, Abgeordneten ein Referat der Frau Dr. Gertrud Bäumer über Internation le Kulturpoliti!". Sie trat unter Anknüpfung an die in Locarno abgeschlossenen Verträge für eine Bolitit der internationalen Berständigung ein. Der badische Abgeordnete Dietrich behandelte in einem Referat das Thema„ Neue Ziele in der Wirt fchaftspolitit". Dabei ging er auf die aktuellen Fragen und auf die Aufgaben, die die von den Demokraten geforderte große Stoalition auf dem Geblete der Wirtschaftspolitit zu lösen hätte, nicht ein. Er vertrat im wesentlichen Auffassungen eines moberneren, fortgeschrittenen Industriellen und befürwortete energisch den Abbau überflüffiger die Produktion belastender Eleniente. Im Anschluß an die Referate begann eine Debatte. In ihr nahm a. der preußische Finanzminister Höpfer Aschoff das Wort. Er betonte, daß der Ausgabenabbau namentlich der Länder nur langsam und allmählich vor fich gehen fönnte. Preußen beginne mit einer Reform fetner Steuern. Der Bergleich mit den hohenzollern fei für das preußische Staatsministerium nur unter dem 3mang der Berhält. nisse zustande getommen, da das Reich die Bänder im Stich gelaffen habe und die Entscheidungen der Gerichte ftets einseitig zugunsten der Hohenzollern erfolgten. Georg Bernhard ver langte die Bildung der großen Koalition und marnte vor der Fort Stimmen auf meinen Namen vereinigt haben. Wenn die andern protestieren, dann brüllen wir im Chor Einheitsfront" und je nach dem Stärteverhältnis schlagen wir alles in Klumpen oder nehmen Reißaus. Im Zweifelsfall das Lettere. Jedenfalls muß Du Dir eine begeisterte Antwort vom Bol. Bureau besorgen, die die ganze erste Seite der„ Roten Fahne" füllen wird. Mit tommunistischem Gruß Dein alter Ernst Thälmann. Auf dieses Schreiben ging folgende Antwort ein: Roter Fronttämpferbund Bundesleitung. Lieber Thälmann! Für so raffiniert hätte ich Dich niemals gehalten. Haft Du das wirklich ganz allein ausgefnobelt? Mir machst Du nichts vor! Auf den Roten Fronttämpferbund" fannst Du Dich selbstverständlich verlassen. Aber, Du Schafstopf, den Beg zum Bolbureau hättest Du mir sparen fönnen. Selbstverständlich lag die begeisterte Ant. wort bereits fig und fertig vor. Sie ist sogar in der Druckerei der Roten Fahne gleichzeitig mit dem Offenen Brief gesetzt worden. nur gegen eins habe ich Bedenken Deine Beweisführung von wegen Hindenburgs Wahl wollen wir lieber aus dem Spiel lassen. Ich habe mir die Sache gründlich überlegt marum lachst Du? Da gegen bin ich auf der ganzen Linie fürs Radaumachen zu haben. Ueberhaupt, Ihr KPD.- Bonzen, Ihr Intellektuellen, Ihr könnt freh sein, daß wir Roten Fronttämpfer für solche 3wede noch da sind. Ihr verjumpft mir viel zu ſehr in der fachlichen Arbeit. Su Ruths Belten war ein ganz anderer Zug.( Aber Du, alter Knabe, behalte das für Dich, fonft fliegft Du prompt aus dem Sentral fomitee und ich aus der Bundesleitung.) Ich habe den Moskauer Utas vom September noch im Magen von wegen der militärischen Spielerelen des„ Roten Frontfämpferbundes". Das hättest Du mir nicht antun sollen, Ernst! Das haben mir meine Leute sehr übel genommen. a ,, und jetzt, mo Ihr uns wieder braucht, da schicht Shr uns Offene Briefe. Es ist zum Heulen! Aber man muß halt die Zähne zusammenbeißen und durchhalten, auch wenn in den nächsten acht Monaten vier neue Führergarnituren von drüben bestimmt werden. Da kannst Du Don Glück reden, daß ich beim Roten Frontfämpferbund" so populär bin, sonst würdest Du jetzt cbenso wie die Ruth in Mostau sigen und erst recht nichts ver stehen, wo sie alle russisch reden. dauer eines Rumpftabinetts. Der Reichstag, der Locarno durch gebracht habe, müsse tonsequent auf diesem Wege weiterschreiten. Die Debatte wird heute fortgesetzt. Umgestaltung der Hauszinssteuer. Aus dem preußischen Finanzminifterium wird dem Amtlichen Preußischen Pressedienst geschrieben: Die auf Grund der Dritten Steuernotverordnung des Reiches feit dem 1. April 1924 eingeführte Geldentwertungsaus gleichssteuer vom bebauten Grundbesig wird in Breußen bekanntlich unter dem Namen auszinssteuer" als ein Vielfaches, gegenwärtig als das Siebenfache der Grunda vermögensteuer, erhoben, Die für Preußen maßgebenden gefeglichen Vorschriften find in der preußischen Steuernotverordnung Dom 1. April 1924 enthalten. Die Wahl der zum genannten Beit punite bereits ein Jahr lang bestehenden Grundvermögenssteuer als Besteuerungsgrundlage für die Hauszinssteuer mußte erfolgen, um ein sofortiges Fließen der letzteren zu ermöglichen; eine be fondere neue Veranlagung war mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Beit nicht möglich. Wie die Zeit aber gelehrt hat, birgt die ge mählte Besteuerungsgrundlage Schwächen in sich, die zu folgender Entschließung des Reichstags geführt haben: „ Die Reichsregierung möge auf die Länder einwirken, daß die Hauszinssteuer nur in einer Form erhoben wird, die von der Miete ausgeht." Entsprechend diefer allgemeinen Auffaffung des Reichstags und dem Beispiel anderer Länder, die bereits die Friedensmiete als Besteuerungsgrundlage eingeführt haben, beabsichtigt die Regierung, die Besteuerungsgrundlage für die Hauszinssteuer vom 1. April 1926 ab zu wechseln, an Stelle der Grundvermögenssteuer joll die Friedensmiete( ortsüblicher Mietzins am 1. Juli 1914) treten. Die Steuer foll in bestimmten Bomhundertfäßen der Friedensmiete( des Friedensmietwerts) erhoben werden. Neben der Umstellung der Besteuerungsgrundlage soll vom 1. April 1926 ab das Eigentapital, das der Grundeigentümer am 31. Dezember 1918 am Grundstüde hatte, stärker als bisher steuermindernd be rücksichtigt werden. Damit die erforderliche neue Veranlagung der Steuer rechtzeitig durchgeführt werden fann, sind die Vorarbeiten bereits in Angriff genommen. Den Eigentümern der steuerpflichtigen Grundstücke wird in der nächsten Zeit eine Aufforderung zur Abgabe einer Er. flärung über die Friedensmiete der vermieteten Räume ihres Grundstüds zugehen. Es liegt im eigensten Interesse der Grundstückseigentümer, diese Erklärung, für die der Aufforderung ein besonderer Bordrud beigefügt sein wird, so genau wie irgend möglich abzugeben, damit sogleich von Anfang an die Beranlagung richtig erfolgen fann und unrichtige Schätzungen des Friedensmiet. wertes vermieden werden. Für die Minderung der Steuer find von den Eigentümern besondere Anträge bei der Ber anlagungsbehörde zu stellen, für die ein von der Gemeindebehörde zu beziehender Bordruck zu benugen ist. Das Nähere hierüber wird in der vorhin erwähnten Aufforderung den Grundeigentümern mite geteilt werden." Eine Simultanakademie für Preußen. Beschluß des Unterrichtsausschusses. Im Unterrichtsausschuß des Landtages wurde die Frage der Errichtung einer fimultanen pädagogischen Akademie in Frankfurt a. M. verhandelt. Es wurde durch Erklärungen des Minifteriums festgestellt, daß in alle Alademien, konfessionelle wie fimultane, auch Diffibenten aufgenommen und zur Prüfung zu gelaffen werden fönnen. Unter Ablehnung aller Abänderungsanträge wurden der vollsparteiliche und der demokratisce Antrag auf Errichtung einer fimules of Alademie neben den vorgefeberen fonfeffionellen Akademien mit 15 gegen 14. Stimmen angenom men. Die Jozialdemokratische Forderung, die Atademie so einzus richten, daß sie den Bedürfnissen sowohl der Konfessions- und Si multanſchule als der weltlichen Sammelflaffen dient, wurde mit 15. gegen 12 Stimmen( der Sozialdemokraten, Demofraten und Kom. muniften) abgelehnt.d im zweiten Schweriner Fememordprozeß gegen Boldt und Genoffen Revifion im zweifen Schweriner Jememordprozeß. ür die zu fechs Jahren 8u1haus beziv. ein Jahr Gefängnis verurteilten ehemaligen Leutnants Studen und Franz hat die Ver teidigung Revision beim Reichsgericht angemeldet. Wallner- Theater.( Rolportage" pon Georg Raiser.) Das Wallner Theater barf mit einer feinen Aufführung. diefes spitfindigen Stüdes aufwarten, daß die Badfischromantik verspottet. Nein, nicht verspottet, sondern feiert, well in jedem Menschen das Gelüfte nach der Rolportage unperlöschlich ift, be verwandt ist. Sonst wäre es ihm nicht gelungen, diese sehr handsonders aber in Georg Kaiser, der mit der Rolportage fehr fefte Kitschkomödie vom Adel und Zigeunertind zu schreiben. Als die Ritschkomödie fertig mar, hat er sich besonnen, daß er eigentlich einen vorzüglichen Schund beendete. Schleunigst schickte er einen Prolog voraus, der das ganze ins Lächerliche ziehen soll. Ein famofer Kniff, der alles entschuldigt. Aber es gibt faum mas zu entschuldigen. Das Theaterstüc, schon in Berlin gespielt, dann in der Broving heruntergefeiert, ist noch fehr jung. So jung, daß Karl Sternheim auf Georg Kaiser neidisch wird und ihm bei jeder Gelegenheit den Dolchstoß ins Talent rennen möchte. Borläufig ift zu fagen, daß Georg Kaiser den Karl Sternheim in die Tasche steckt, mag Sternheim auch die Nase vorwittg daraus hervorsteden. Ueber. raschungen find möglich und das Blatt tönnte sich wenden, d. h. Karl Sternheim, der immer gern mit Schnellzug seiner Zeit vor. aus möchte, wird etwas Aktuelleres herausmittern, als eben diese Geschichte von dem veriorengegangenen und wiedergefundenen Grafenjohn. Jm Wallner- Theater lachte man viel Man verstand die Satire dort fogar, wo sie gar nicht vorhanden sein sollte. Emil Bindi, der Regisseur, ließ denn auch mit Verve parodieren. Ihm standen vorzügliche Schauspieler zur Verfügung. Drei seien besonders ge nannt: Hermine Sterler, die Big, Anmut und sogar Ge tragenhelt so schön durcheinandermischt, daß sie sehr gut gefallen fann Dann pompos Frau Sandrad, die ehrwürdig ftolze Gräfin, die schleunigst in den Bürgerfompromiß hineinrutscht, falls ihr der Boden unter den Füßen entgleitet. Diesmal muß Frau Sandrod wieder hoheitsvoll spielen, fie braucht nicht zu farifieren, und man erinnert sich beinahe mit Schauern, welche feierliche Sprecherin sie einst war und heute noch ist. Herr v. Lovric, der aus Bien fommt, und den man in Berlin bisher faun bemerfte, sollte zu dem Berliner Theater fleißiger hinzugezogen werden. Die Nonchalance, mit der er einen Edelmann spielt, die Gelaffenheit der Bewegung und die Müdigkeit des gedrechselten Klubmortes, all diese für seine Rolle so nötigen Charaktergesten und Charakterworte trifft: er sehr gut. m. H. Eine Wigman- Gesellschaft. Die Tanzgruppe Mary Wigmans, ihre Aufführungen Anerkennung und Bewunderung errungen hat. die sich in den letzten Jahren in Deutschland und im Ausland durch bedarf zwischen ihren Gastspielreisen während eines Leils des Jahres. einer längeren Bause, in der ruhige Werkstattarbeit und die Bor bereitung neuer Gruppentänze die Erhaltung der Tanzgruppe auf ihrer einzigartigen fünftlerischen Höhe ermöglicht. Die Einfünfte aus den Gestspielreifen reichen hierzu begreiflicherweise nicht aus. Es hat sich deshalb eine Gesellschaft von Freunden der Mary- Wigs Die Beihnachts- und Verkaufsmeffe der Berefulgten Staatsschulen für man- Tanzgruppe" gebildet, beren 3wed ist, die um ihre Eriſtenz freie und angewandte Kunst, Hardenbergitr. 38, ift er öffnet. Die Ausfämpfende Gruppe wirtschaftlich sicherzustellen. Die Gesellschaft vera felung umfaßt werfe der Malerei, Grabbit, Blaftit, Architellur und des fendet faeben einen Aufruf, der alle Verehrer der Kunst Mary Wig. Kunstgewerbes und ist vom 6. bis 20. Dezember täglich( auch Sonntags) mans zum Beitritt auffordert( Jahresbeitrag 50 Mart); näheres geöffnet von 10 bis 6 Uhr durch Ernst Schlegel, Berleger, Ueberlingen am Bodenfee. Der AufRot- Front! Dein alter Ernst Thälmann " Elsässer Beschwerden. Scharfe Worte in der Kammer. Jaris, 5. Dezember.( Eẞ.) In der Kammer fam das Budget für Elfaß- Lothringen zur Sprache. Die Generaldiskussion gab An laß zu scharfen Rrititen der elfaß lothringischen Abgeordneten gegen die herrschenden Verwaltungs. gebräuche. Abg. Pfleger beschwerte sich über die Schaffung zahlreicher neuer Beamtenposten. seitdem das Generalfommiffariat aufgehoben ist. Man habe außerdem die Ber.. sprechungen, bie man Lokalbeanten( Elsässern! Red.) gegeben habe, nicht gehalten, und man schließe sie systematisch von der Besetzung der hohen Poſten aus. Die Regierung müsse sich in a cht nehmen. Sie tönne Sturm ernten, nachdem sie Wind gefät habe. Noch heftiger sprach Abg. Abbé Müller. Er warf der französischen Verwaltung vor, es an dem nötigen Berständnis für lokale Gebräuche fehlen zu lassen. Man betreibe mit Hochdrud die Zentralisierung. Man habe aus Paris ganze Wagen mit Berwaltungsmaterial nach dem Elsaß kommen laffen, um die musterhaft geführte Verwaltungsbuchhaltung durch eine veraltete zu er sehen, wie sie vor 1870 bestanden habe. Man dürfe den Affimilisierungsfanatismus nicht bis zum Abfurden treiben. Man müsse versuchen, einen Rompromiß zwischen der lokalen und der gesamtstaatlichen Gesetzgebung herbeizuführen. Wenn man der Eigenart der beiden Provinzen nicht Rechnung tragen wolle, fo bestehe die Gefahr, daß man die nationalen Gefühle in Opposition fee. Abg. Weill ( Soz.) erflärte sich als Anhänger der Zentralisation, immerhin mit einigen Einschränkungen. Er warf den französischen Behörden vor, die Regelung der früheren deutschen Bensionen zu ver Schleppen. Der Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium, Pierre Laval, erklärte für die Regierung, daß an Stelle des aufgehobenen beratenden Ausschusses ein neues Gutachterfomitee eingesetzt werde, und daß die Regierung alles Erforderliche tun werde, um die moralifche Unabhängigkeit von Elfaß- Lothringen mit der nationalen Einheit zu verbinden. Die Oeffnung der Kriegsarchive. Wird Frankreich dem deutschen Beispiel folgen? Paris, 5. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am 31. Januar 1925 hatte die Regierung in der Kammer die Beröffentlichung der diplomatischen Dokumente über die Borgeschichte des Krieges zugefagt. Da feither aber nichts mehr darüber verlautete, fah fich die französische Liga für Menschenrechte veranlaßt, beim Ausmärtigen Amt nach dem Stand der Dinge zu fragen. In der Antwort heißt es, daß schon innerhalb turzer Zeit nach Beendigung der bereits begonnenen Klassifizierung der Archive im Gelbbuch alle Dokumente über die Ursachen des Krieges veröffentlicht werden würden. Eine weitere Beröffentlichung der Dofumente über die diplomatischen Berhandlungen während des Krieges. Jei ebenfalls geplant. Zur Bearbeitung des umfangreichen Materials soll demnächst eine besondere Sachverständigen tommission ernannt werden.( Klassifizierung digenfommission Reb.) -POO Sachverstän mie lange wird man da noch zu warten haben? Die Faschistenschule. Muffolinis Erziehungsprogramm. des Faschismus, Matteotti, wie so viele Andere, haben| Schmuggelet, des Raubes, vielfacher Schändung und es nicht verstanden. Und sie leben darum nicht mehr. Aftenfälschungen. Die spanische Komödie. Zivils statt Militärdiktatur. Madrid, 5. Dezember.( WTB.) Die von der 3enfur frei. gegebenen Besprechungen unabhängiger Blätter erklären ein ftimmig, der einzige Unterschied zwischen der neuen Regierung und dem Direktorium bestehe darin, daß jetzt eine 3ivil dittatur statt der bisherigen Militärdiktatur herrsche. Die Breffe veröffentlicht ferner ein Rundschreiben des Innenministers an die Bivilgouverneure, in dem gesagt wird, daß die neue Regierung, die von der öffentlichen Meinung günstig aufgenommen worden sei, die Politit des Direktoriums fortseyen merde, unter beffen 26monatiger Amtsführung Spanien Ruhe und Wohlergehen genoffer habe.(!) Alle Gerüchte über Verschwörungen und aufrührerische Afte seien lediglich durch machenschaften einiger Offiziere hervorgerufen worden, die sich in der Beförderung zurüdgefeßt fühlten. Gegen fie feien Strafverfahren eingeleitet worden. Das Urteil von Kischinew. 200 Angeklagte selbst von diesem Gericht freigesprochen. bifchen Bauern wegen Beteiligung am Aufstande von Tatar- Bunar Bukarest, 5. Dezember.( TU.) Der Prozeß gegen die beffara. ist abgeschloffen. Ein Angeklagter wurde zu lebenslänglicher 3wangsarbeit, zwei zu je 15 und drei zu je 10 Jahren und 79 zu 2 bis 8 Jahren 3wangsarbeit verurteilt. 200 Angeflagte murden freigesprochen. Angeblich will man eine Anzahl der Berurteilten begnadigen. Wer Richter war. Der Borsigende des Striegs gerichts gegen die fübbessarabischen Bauern mar Oberst Magim. Ueber ihn sagt der Herausgeber der demokratischen Facla" in einem Artikel vom 23. November: „ Es ist eine Ungeheuerlichkeit, daß dieser Oberst die Berhandlung gegen die unglücklichen beffarabischen Bauern leitet. Ich tenne ihn fehr gut. Er ist nichts als Soldat, talt, grausam und unerbittlich. Es liegt aber auch eine juridische Ungeheuerlichkeit in dieser Tat fache. Denn derselbe Oberst Marim hat bei der Niederschlagung Boltsschulteller dieses Städtchens 123 Bauern ohne gericht. ber Revolte von Tatar- Bunar persönlich mitgewirkt und im 1ches Verfahren foltern und erschießen lassen." Eine Zeitlang gehörte zu den Beisitzern desselben Kriegsgerichts der Oberleutnant morarescu. Seit einem Monat ist er allerdings durch einen anderen Offizier erjetzt worden. Dieser Morarescu steht nun selbst vor dem Bukarester Kriegsgericht. Er ist angetlagt megen 30 fachen morbes, be gangen an utrainischen Hungerflüchtlingen, Frauen, Männern und Kindern, des Pferdebiebstahls, der Morarescu mar 1921/22 Rommandant einer Grenzsoldatenfompagnie, die er in eine förmliche Räuberbande umgewandelt hatte. Hungerflüchtlinge, die über den Dnjestr aus der Ukraine famen, wurden von seinem Pifett in Empfang genommen, aller ihrer Habfeligkeiten beraubt und dann nach entfeßlichen Folte fann ihm das auf Grund seiner eigenen Beständnisse und der rungen erschossen und in den Dnjestr geworfen. In 30 Fällen Leichenfunde nachgewiesen werden, findet, verteidigt sich damit, auf Befehl gehandelt zu haben. Morarescu, der sich noch immer auf freiem Fuße be3um Prozeß sind aber mehr als 100 Beugen erschienen, die einwandfrei nachzuweisen vermögen, daß Morarescu vor den Augen der gesamten Bevölkerung seine bestialischen Raubmorde verübte. im letzten Bufarester Kommunistenprozeß Der Vorsitzende des Kriegsgerichts ist Oberst Jordacescu, der Urbeiter wegen der Berbreitung gewerkschaftlicher Flugblätter zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilte. Dem Bluthund Morarescu gegenber benimmt er fich mit der größten Höflichkeit und betont bei jeder Gelegenheit, mie peinlich es ihm sei, daß ein Offizier wegen solcher Sachen an getlagt ist. Im Verlauf des Berhörs fam es zu einigen bezeichnenden Dialogen zwischen dem Militäranwalt, Hauptmann Chiriad, und folchen Hungerflüchtigen auffing, fie mißhandeln ließ und dann dem Angeklagten. Der Angeklagte schildert, wie er in Borancau eine Reihe von 3ynismus. Da wirit Hauptmann Chiriad ein:„ Ich finde es für vor dem Erschießen fesselte. Er tut dies mit einem unerhörten höchft überflüssig, diese Leute noch zu binden, bevor du sie erschießt." Morarescu erklärt, er habe ausdrücklich Befehl gehabt, Ab Als er die gesandte der Sowjets niederzumachen. Behauptung aufstellte, daß eine junge Frau, die von ihm ermordet wurde, ebenfalls eine solche Abgesandte gewesen sei, fragt ihn der Militäranwalt:„ Und das einjährige Kind, das sich in ihren Armen befand und ebenfalls abgeschlachtet wurde, mar auch ein solcher Sowjetabgesandter?" Morarescu beruft sich unter anderem darauf, daß auch das bessarabische Militärtommando gegen ihn eine Untersuchung eingeleitet habe, wobei sich seine Unschuld herausgestellt hat.... Arbeiterverfolgungen in Japan. Die neue Arbeiterpartei soll unterdrückt werden. London, 5. Dezember.( WTB.) Aus Tokio wird gemeldet, daß die japanische Regierung die in der Bildung begriffene Ar= beiterpartei zu unterbrüden sucht. Acht Führer der Partei sind verhaftet worden. Gerüchte von einem Fafchiffeneinbruch in Nordtirol werden uns auf direkte Erfundigung in Wien als grundlos bezeichnet. Schützt die Arbeitskraft! Hilfe den Arbeitslosen. Beseitigung der Arbeitslosigkeit! Das Gespenst der Arbeitslosigkeit schreitet durch die beutschen Lande, Schrecken und Elend verbreitend. Gefundung oder Reinigung der Wirtschaft nennt es die zünftige Nationalötonomie. Rom, 5. Dezember.( WTB.) Bei der Eröffnung des Lehrer Raubbau an der Arbeitstraft ist die sozial zutreffende fongreffes betonte Mussolini, man müffe von der Ueberzeugung Bezeichnung. In zwei Formen tritt diefer Raubbau in die Er durchdrungen sein, daß das faschistische Regime eine tiefgehende po scheinung: Unzureichende Fürsorge für die Arbeitslosen und litische, moralische und foziale Revolution fet, welche wahr Riedrighaltung oder selbst Verschlechterung der Arbeitsbedingungen scheinlich von dem alten politischen Regime nichts übrig lassen für die Erwerbstätigen. In beiden Fällen: Schwächung der Arbeitsmerde. Die Schule dürfe meder faschistenfeindlich noch gleichgültig fraft. Und so erfährt der Artikel 157 der deutschen Reichsverfassung gegenüber dem Faschismus sein. Die Regierung verlange, daß die eine groteste limfehrung. Er erklärt: Die Arbeitstraft steht Echule aller Grade die Jugend erziehe, den Faschismus zu ver. unter dem besonderen Schuh des Reichs." Die Wirklichkeit sagt: stehen, sich im Faschismus zu erneuern und in der Atmodas tote Rapital steht unter dem besonderen Schuß des Reichs! sphäre, welche der Faschismus geschaffen habe, zu leben. Es wird höchste Zeit, von dieser verderblichen Praxis in Deutsch land abzukommen. Besonders das Leben in dieser Atmosphäre der Gewalt, Gemeinheit und Lüde muß verstanden sein. Die Opfer ruf ist u. a, unterzeichnet von: Intendant Dr. Mag von Schillings, Reichsfunftwart Dr. E. Redslob, Prof. Eugen d'Albert, Emil Nolde, Conrad Feligmüller, Geh. Oberregierungsrat Dr. L. Ballat, Legationssekretär Dr. Harry von Craushaar, Dr. Alfred Kerr, Dr. Artur Michel, Dr. Gustav Hartlaub( Mannheim), Prof. Friz Wichert ( Frankfurt a. M.), Pref. Wilhelm Borringer( Bonn), Prof. Dr. Bin der( Leipzig), Geheimrat E. Leger( Freiburg). Erinnern wir uns, wie diese verhängnisvolle Entwicklung be gann. Von allen Dächern, pfiffen es die Spazen: Achtstundentag, Reparationsverpflichtungen, die sozialpolitische Schutzgesetzgebung der Revolutionszeit, die hohen Lasten der Sozialversicherung, die Erwerbslosenfürsorge und was sonst noch an Schutz der Arbeitsfraft existiert, sollte Schuld an dem wirtschaftlichen Niedergang sein. Und so begann der Abbau der deutschen Sozialpolitit. Wie falsch diese Argumentation war, zeigt die gegenwärtige Situation. Aller Abbau der Sozialpolitik hat nicht vermocht, die Wirtschaftsfrisis zu verhindern, viel weniger wird es möglich sein, sie durch Fortsetzung diese Methoden zu überwinden. Es taucht vielmehr die unermeßliche Gefahr auf, daß ein Fortschreiten auf diesem Wege die einzige Möglichkeit der Wirtschaftsgefundung ver Die Intendanten zum Fall Schillings. Die deutschen Intendanten traten am gestrigen Bormittag im Leffing- Museum zu einer Tagung zusammen. Es waren etwa 25 Leiter der deutschen Theater aus Berlin und dem Reich erschienen. An der Tagung nahm auch Mar n. Schillings teil, der in längerem Bortrage den Konflikt mit dem Kultusminifterium erörerte. Die Berfammelten nahmen die Ausschüttet. Die Unternehmer erflären, es ist noch nicht genug ab führungen Schillings mit großer Aufmerksamkeit entgegen, um zu der Angelegenheit ihrerseits in geschloffener Sigung Stellung zu nehmen. Diese Sigung gestaltete sich zu einer Sympathietund. gebung für Shillings. Die Bereinigung erachtet es als ihre Pflicht, tein Mittel unversucht zu lassen, eine Lösung zu finden, um Schillings dem deutschen Kunst- und Musilleben zu erhalten. Darüber hinaus sieht die Bereinigung ihre dringendste Aufgabe darin, jede Vorauslegung zu schaffen, die den Künstlerintendanten als den Führern der deutschen Theater die für das Bestehen der Bühnen notwendige Freiheit gibt. Staatsoper. Die Intendang teilt mit, daß die Notia, Erich Kleiber habe mit Rüdicht auf auswärtige Berpflichtungen die Intendanturgeschäfte niedergelegt, auf tendenziöser Erfindung beruht, Michael Bohnen ist von der Intendang ber Stabtilen Dper für ein mehrmaliges Gastspiel im Dezember verpflichtet worden. gebaut worden. Die„ Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" wendet einen Leitartikel daran, die Schwierigkeiten auf die teure Arbeitstraft zurückzuführen. Doch es bleibt nicht bei theoretischen Erörterungen. Die Unternehmer verfuchen mit allen Machtmiffeln die von ihnen geplanten Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Soweit es in Deeutschland noch vorkommt, daß sich behördliche Organe auf den Artikel 157 der Reichsverfassung befinnen und in Schiedssprüchen Lohn- und Gehaltserhöhungen vorfehen, soll ihnen die Lust dazu durch Attionen der Unternehmer vergehen. Zwei Beispiele: Als Proteftattion gegen einen verbindporjah, hatten die Grubenverwaltungen im Walden. lich erklärten Schiedsspruch, der eine Lohnerhöhung von 7 Broz. burg- Neurober Steinfohlenrepier die gesamte Be wurden aufgefordert, mit den Grubenverwaltungen sich über tragbare Lohnbedingungen zu verständigen. Im zweiten Fall beschloß der Ausschuß des Arbeitgeberverbandes der Norb westlichen Gruppe, also die Schwerindustriellen des Westens, am Drei männliche Tänzer beftreiten bas Brogramm der nächsten Tanslegschaft von rund 30 000 Mann gefündigt. Die Arbeitnehmer mattnee der Boltsbübne, bte am Sonntag, ben 18. Der 8ember, bormittags 11, Uhr, im Theater am Bülowplay tattfindet; und zwar wurden berpflichtet aralb Kreuzberg von der Staatsoper Berlin, Kurt Soos vom Stadttheater Münster und Julian Algo bom Staatstheater Gera, ber Legtgenannte an Stelle bes ertraniten Bisher Berlin. Einlaßkarten 1 M. in den Verkaufsstellen der Boltsbühne. S Die Goethe- Holderlin- Matinee des Sprechcors an der Universität Berlin findet Conntag im Theater in der Königgräger Straße" um 1,12 Ubr flatt. la Coliften worfen mit: Theodor Loos, Annemarie Loose, Lothar Müthel, Philine Wengerbt. Leitung Dr. Bilb. Leyhausen. Das Schloßpartiheater Steolig veranstattet im Laufe dieser Spielzeit eine Reibe literarischer Matineen, als beren erfte am Sonntag, den 13. Dezember, die Stomödie Bedermann sein eigener Hahnrei" von Walter Guttel in Szene geht. Die Trennung von Staat und Kirche ist jest in merilo und bile vollzogen worden, alle Kirchen find als Staatseigentum erflärt worben. Bie lange wird es noch dauern, bis die freie deutsche Republik so weit fortgeschritten ist? Jopan, ein 60- millionen- Bolf. Nach einer Meldung der Havas- Agentur aus Lofio liegt jest das Ergebnis der japani chen Bollszahlung bom 10, Oftober 1925 bor. Sapan verfügt danach über eine Bevölkerung von 16. Juli: Für den Fall, daß der Schiedsspruch vom 26. Juni 1925 über die Arbeiterlöhne für verbindlich erflärt wird: Den Mitgliedswerfen wird unter Bertragsstrafe auferlegt, gemäß den Beschlüffen einer vom Vorstand einzusehenden Kommiffion eine der Erhöhung der Tariflöhne entsprechende Herabfehung der Belegschaftsziffer vorzunehmen." Prompt feßten nach erfolgter Verbindlichkeitserklärung die Maffenentlaffungen ein. Davon wurden somohl Arbeiter wie Angestellte betroffen, die Angestellten häufig noch in viel härteren Formen. Ohne Rücksicht auf die Dauer der Betriebs. zugehörigkeit und das Alter fliegen die Angestellten aufs Straßenpflaster. Und so empfängt das Arbeitslosenproblem der Angestellten eine charakteristische Brägung durch die Not der älteren Angestellten. schwenten der Behörden. Schiedssprüche werden nicht mehr für perbindlich erklärt. Ist das der Weg zur Gesundung der Wirtschaft? Ein menig Nachdenken müßte Jedem zeigen, daß dieser Weg ins Ber berben führt. Alles Wirtschaften hört auf, wenn die Mensche zugrunde gerichtet werben. Es ist das Berhängnis kapitalistischen Betrachtens, allen Reichtum in ben toten Produktionsmitteln zu sehen. Diese zu erhalten, selbst auf Kosten der Arbeitskraft, ist de einzige Sorge jedes einzelnen Rapitalisten. Und so entsteht die Borstellung, daß es schon wieder gehen wird, wenn nur genügend Freiheit in der Ausbeutung der Arbeitskraft vorhanden ist. Das diese Ausbeutung der Arbeitskraft die eigentliche Ursache der Krise ist, dieser Gedanke kommt den Kapitalisten nicht. Und so erklärt sich der erstaunliche Widerspruch, daß man versucht, mit den glei chen Methoden, die zur Krise geführt haben, die Strife zu über minden. Demgegenüber ist mit allem Nachdruck zu betonen, daß weitgehendster Schutz der Arbeitskraft die Voraussetzung der Wirtschaftsgefundung ist. So unfaßbar es fapitalistischem Denten erscheint: Hohe Löhne und Behälter, furze Arbeitszeit, Intensivierung der Sozialpolitik find die Voraussetzungen wahrer Reichtumssteigerung. Die Entwicklung zu gesteigerter Qualitätsleistung erfordert die Entwidlung zum Qualitätsmenschen. Dieser ist nicht möglich ohne die genannten Borausseßungen. Erst wenn wir diesen Weg positiver Sozialpolitik bemußt gehen, d. h. Entfaltung aller Fähigkeiten und Kräfte des arbeitenden Menschen, erschließen wir die stärksten Quellen der Produktionssteigerung. Schuß und Kultivierung der Arbeitskraft ist deshalb das Gebot der Stunde. Daum ist nichts dringlicher, als die sofortige Verabschiedung der Arbeitslosen. versicherung. Zuvor müffen jedoch wenigftens jene standa lösen Bestimmungen der Verordnung über die Erwerbs Iofenfürsorge beseitigt werden, die zu den schreiendsten Un gerechtigkeiten geführt haben. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat die erforderlichen Anträge schon längst eingebracht. Bereits bei Zusammentritt des Reichstages brachte die Fraktion einen Gesezentwurf zur Aenderung der Verordnung über die Er. merbslosenfürsorge ein. Reichsregierung und Rechtsparteien ver hinderten die Beratung. Jetzt kann jedoch mit den vordringlichsten Menderungen nicht länger gemartet werden. Angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit müssen die Bor schriften über die Bedürftigteit als Baraussetzung des Unterstützungsbezuges beseitigt werden. Alle Beitragsbefreiungen find aufzuheben und auch die nichtkrankenversicherungspflichtigen Angestellten sind beitragspflichtig und bezugsbe. sehtigt zu machen. Heute ist es so, daß die befreiten Arbeit. nehmer, beispielsweise in der Landwirtschaft, wohl in den Genuß der Unterstügung fommen, aber feine Beiträge entrichten brauchen. Das ist natürlich auf Wunsch der landwirtschaftlichen Unter ehmer geschehen, die ihrerseits feine Beiträge bezahlen wollen. Dieser Zustand ist unerträglich, da sowohl die Arbeitslosenunterftügung wie die Kosten der öffentlichen Arbeitsnachweiseinrich tungen für diese Arbeitnehmerkategorien von den beitragspflichtigen Arbeitern und Angestellten aufzubringen sind. Die Fraktion ver langt ferner den sofortigen Unterstüßungsanspruch ohne Surücklegung einer Wartezeit, die Beseitigung der Beschränkung in der Bezugsdauer und die Einführung der Kurzarbeiter für forge. Darüber hinaus wird es notwendig sein, durch Entfaltung aller politischen und gewerkschaftlichen Machtmittel das wichtigste Gut der Nation, die Arbeitskraft, zu schützen durch Wieder. einführung des Achtstundentages, Ratifizierung des Washingtoner Abkommens und durch hohe Löhne und Gehälter. Nur durch Schutz der Arbeitskraft gelangen wir zur Wirtschafts59 786 000 Ginibobner. Das bedeutet eine Zunahme von 3 777 000 Gin- Das Fazit dieses Unterrehmerterrorismus ift ein promptes Ein- I gefundung wohner in den legten fünf Jahren. Gewerkschaftsbewegung gen, eine größere Betriebseinschräntung vorzunehmen Beamtendemonftration am Dienstag. Der Berliner Drtsausschuß des Allgemeinen Deutschen BeamtenBundes hat zu der Beamtendemonstration am fommenden Dienstag abend 8 Uhr auf dem Berliner Gendarmenmarkt folgenden Aufruf an die Beamten und Beamtenfrauen herausgegeben: ,, lleber die Not der Beamten in den unteren und mittleren Besoldungsgruppen noch ein Wort zu verlieren, ist müßig; denn die Troftlosigkeit Eurer Lage und Eurer Verschuldung ist zu offenfundig, auch die Regierung hat sie amtlich anerkannt. Das Besoldungsunrecht vom Juni 1924, das Euch zu den minimalen Stabilisierungsgehältern 17 Pro 3. Aufbesserung und den oberen Gruppen 71 Broz brachte, war die Ursache zu dem großen Beamtenelend der Jahre 1924 und 1925. Seit einem Jahre verweigert die Regierung jede Nothilfe. Trotz gefüllter Reichstaffen läßt man bie Beamten der unteren Gruppen verkommen. Die Preisabbaualtion ift wirkungslos geblieben. Verzweifelt hofften die notleidenden Beamten auf die Hilfe des Reichstages. Es hat allen Anschein, daß man Euch wiederum jede Hilfe versagen will. Dent schriften. Versammlungen, Petitionen, Bitten haben teinen Zwed mehr. Borte sind genug gesprochen; die Geduld der notleidenden Beamten ist zu Ende. Heraus zur Demonstration!" und von ihrer 5500 Mann starten Belegschaft am 1. Januar 500 zu entlassen. Ein entsprechender Antrag ist bereits beim Demobilmachungsfommiffar gestellt worden. nannte Bechenverwaltung infolge der Absatzschwierigkeiten gezwun-| nahmebewilligungen des Regierungspräsidenten bzw. bes Oberberg. amts festgelegten zehnstündigen Arbeitszeit für die oberschlesischen Hochofenwerte und Kofereien bisher nicht gewährt worden sei, viel, mehr soll nach einer Uebergangszeit von einem Monat, d. h. vom 1. Januar nächsten Jahres ab die achtstündige Arbeitszeit in den vorgenannten Betrieben eingeführt werde: Es scheine unverständlich, weshalb gerade jezt bei der gegen wärtigen ungünstigen Lage der oberschlesischen Eisenindustrie und Kokereien den Werken eine neue Erschwerung und Berteuerung des Produktionsprozesses auferlegt werden soll Nur mühsam und mit Arbeitseinschränkungen, die trotz der bereits vorgenommenen starten Entlassungen bereits bis zu 50 Proz gehen, fristen die Betriebe ihr Dasein. Jede neue Be faftung bedeutet für sie eine weitere Berteuerung der Selbsttoften, und muß damit zu verstärften Absatzschwierigkeiten führen." Die letzten zweihundert von 1500 Arbeitern„ beurlaubl". Duisburg, 5. Dezember.( Mtb.) Die Rheinischen Stahlwerke legen wegen der Auswirkungen der Konjunkturkrise vorübergehend ihr hochfelder Werk still. Das Werf hat noch vor Jahresfrist 1500 Arbeiter beschäftigt. Die Belegschaft hat nach und nach bis auf 200 Mann vermindert werden müssen, die jetzt auf vier Man Wochen wegen Arbeitsmangels beurlaubt werden. hofft, den Betrieb bis Anfang Januar wieder aufnehmen zu können. Weitere Entlaffungen bei der Reemtsma. Die Zigarettenfabrik Reemtsma A.-G. in Altona hat angefündigt, daß sie die Zweigfabrik Benrath Reisholz zum 17. Dezember gänzlich ſtillegen verde. Der gesamten Belegschaft von ursprünglich etwa 400 Röpfen, wovon, wie bereits berichtet, fürzlich 50 Prozent entlassen wurden, ist zu diesem Zeitpunkt mit der Begründung gekündigt worden, daß die Sillegung durch steuerliche Be Leftung bedingt sei. Ueber hunderttausend Erwerbslose im Rheinland. Effen, 5. Dezember.( WTB.) Einer Meldung der Rhei nisch- Westfälischen Zeitung" aus Düsseldorf zufolge berichtet das Landesarbeitsamt über die Arbeitsmarkt- und Wirtschaftslage in der Rheinprovinz u. a.: Die unterstügten Bollerwerbs. losen in der Rheinprovinz haben die Zahl von 100 000 Der Aufruf ist in seiner Schärfe symptomatisch für die Ber überschritten. Von den Erwerbslosen im ganzen Re ich stellt zweiflungsstimmung, die das Reichsfinanzministerium durch die Ber die Rheinproving etwas mehr als ein Fünftel, dagegen entSchleppung der Besoldungsregelung bis zum 9. Dezember noch ge fällt von im Reich gegen Krankheit pflichtversicherten Personen ein fteigert hat. Die unteren und mittleren Beamten brauchen 3ehntel auf die Rheinprovinz. Diese Zahlen zeigen deutlich, fofortige Hilfe, unbedingt noch vor Weihnachten, und zwar daß der Drud der gegenwärtigen Krisis in ganz besonders hohem Erhöhung der laufenden Bezüge, damit nicht neue Schulden gemacht Maße auf der Rheinproving liegt. Effen hat mit 16 000 merden müssen. Die bürgerlichen Barteien des Reichstages und des Hauptunterſtügungsempfängern und 11 600 unterſtüßten KrantenReichsfinanzminifteriums follten mun endlich wissen, wieviel es gefaffenmitgliedern die höchft: absolute und relative Bahl im Regerungsbezirk Düsseldorf. schlagen hat und den Beamten in der Besoldungsfrage endlich entgegenfommen. Tarifverhandlungen im Bankgewerbe. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten. ift an den Reichsverband der Bankleitungen mit dem Erfuchen heran getreten, eilig freie Verhandlungen über die Verlängerung bes am 31. Dezember ablaufenden Reichsmanteltarif. bertrages für das Deutsche Bankgewerbe einzuleiten. Im Busammenhang mit diesen Verhandlungen follen auch die Gehaltsfragen aufgerollt werden, die durch die Ablehnung des letzten Schiedsspruches und durch die Ablehnung der Verbindlichkeits. erklärung durch das Reichsarbeiteminifterium bisher in der Schwebe geblieben find. Alles wird stillgelegt. Köln, 5. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Bei der Gasmotorenfabrit Deus find heute Sonnabend wieder meh. rere hundert Mann entlassen worden. Man rechnet damit, daß Milte nächster Woche der gesamte Betrieb stillgelegt wird. Das Werk beschäftigt über 2000 Arbeiter. Auch„ Friedrich der Große" wird kleiner. Effen, 5. Dezember.( WTB.) Wie uns von der Berwaltung ber Zeche Friedrich der Große mitgeteilt wird, sieht sich die geNot IN ALLEN ABTEILUNGEN GROSSER WEIHNACHTS VERKAUF Praktische Geschenk. Artikel in großer Auswahl zu sehr billigen Preisen srael BERLIN C SPANDAUER STR. 16 KÖNIGSTRASSE 11-14 Besonderes Möbel- Haus 4 Stockwerke Möbel Die Braunkohlenbarone fühlen sich. Berhandlungen über den Achtstundentag- 3wedlos". Köln, 5. Dezember.( Eigener Drahtbericht) Die Arbeitnehmerberbände des rheinischen Braunkohlenreviers hatten an den Arbeit. geberverband den Antrag gestellt, die Arbeitszeitbestimmungen des Manteltarifs dahin abzuändern, daß an Stelle des bisherigen Behnstundentages der achtstündige Arbeitstag tre ten soll. Der unter Führung Dr. Silberbergs stebende Arbeit geberberband im rheinischen Braunkohlenrevier hat jedoch jede Verhandlung über die Arbeitszeit abgewiesen. Er fab feinen Anlaß, die im Februar getroffene beitezeitregelung, die den awölfstündigen Arbeitsrag durch den zehnftündigen ablösie, nach irgend einer Richtung hin abzuändern. Berhandlungen zwischen den beiden Barteien seien zwedlos. Um den Achtstundentag in Oberschlesien. In den Hochofenwerken und Kokereien. Während in Rheinland- Westfalen das skandalöse 3weischichten fyftem im Frühjahr dieses Jahres endlich beseitigt wurde, hat man den oberschlesischen Hochofenwerten und Kotereien gestattet, es zunächst weiterhin beizubehalten. Die Unternehmer flagen nun, daß eine Verlängerung der bisher auf Grund besonderer AusDamenkleidung Kleid ausreinwoll, karier 12.50 tem Stoff, m. Tresse garn. Kleid aus reinwollenem Stoff mit Knopfgarnitur und farbigem Besatz... Crêpe 19.00 Tanzkleid aus reinseidenem Goldspitze garniert... 24.00 Samtkleid vorzügliche 29.00 Köper- Ware..... Taschentücher Damentücher weiß sam.6 Stück Also die Hälfte der Arbeiter wirft man aufs Pflaster, und die andere Hälfte soll dafür 10 Stunden, in Wirklichkeit 12 Stunden, am Hochofen stehen. Weil die Unternehmer in Oberschlesien nicht länger dazu ausnahmsweise das Recht haben sollen, jammern sie über neue Belastung". „ Es scheint, daß im Handelsministerium wieder der Gedanke aufgelebt ist, durch Arbeitszeitverkürzung die in letter Zeit so start gestiegene Erwerbslosenziffer herabzumindern. Das System der Arbeitsstreckung hat sich jedoch bisher als derartig wirtschaftsschädigend und legten Endes unsozial herausgestelit, daß man nicht bereits nach zwei Jahren diese deutliche Lehre, welche die Praris erteilt hat, vergessen haben sollte. Es wäre jedenfalls angebracht, daß die Regierung in dieser Frage, der gegenwärtigen virtschaftlichen Notlage der oberschlesischen Eisen industrie Rechnung trägt." Ueber den Sozialbegriff mit dem oberschlesischen Unternehmertum zu streiten, selbst wenn er durch Gothein vertreten wird, hat keinen Zwed. Wir verstehen darunter die Rücksicht auf die Gesundheit der Schwerarbeiter, die Unternehmer ihren Profit. Gerade jezt ist die beste Zeit, die für die Hochöfen urd Kotereien bestehende Berordnung endich auch in Oberschlesien durchzuführen. Die unver schämte Zumutung, damit solange zu warten, bis dies den Unternehmern nicht mehr als unsozial" erscheint, hieße die Berordnung unwirksam machen und mit der Arbeiterschaft noch länger Schindluder zu treiben. Einigung im Saarbrücker Zeitungsgewerbe. Saarbrüden, 5. Dezember.( WTB.) Die zwischen den Arbeit. nehmern und Arbeitgebern im Buchdrudgewerbe im Saargeb et gefübrten Lohnverhandlungen haben heute dahin geführt, daß mit Wirkung vom 29. November ab die Löhne um 8 Beog. erhöbt werden. Die Gefahr eines Etreits im 8eitungsgewerbe besteht somit nicht mehr. Die Sperre über das.Orpheum", Hasenheide, iff aufgehoben. Angestellten mitgeteilt wird, ist mit dem Befizer des Drpheum" Wie uns vom Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Caféin allen Bunkten eine Einigung erzielt worden, so daß die Sperre aufgehoben ist. Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage. Berantwortlich für Bolitik: Eran Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Difcher; Lokales und Sonstiges: Frik Rarftäbt; Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. mn. b. B., Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Einger u. Co. Berlin SW 68 Sindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen, Unterhaltung und Wiffen", Aus ber Filmwelt und ,, Blid in bie Bücherwelt", Hauswäsche 160 Batiet Ho0.90 Tischtücher vollweiß halbl. Jacq. Makobatist mit Hohl- 130x1606.45 130x1305.50 saum und farb, gewebt. 0018.50 160x1608.75 Kordelkantens 6 Stück.2.15 Servietten 60 × 60 cm... 1.20 Kaffeegedeck weiß m. farb. Kanten 150225 . 12 Serv. 10.801251605.95 Kaffeedecke buntfarb. Gobelingew. Herrentücher weiß Linon mit farbig einge webt. Kanten 1.95 Kinder Bildertücher 6Stück..... mehrf. waschecht Pelzberatante 29.00 bedr, 3 Stück 0.35 aus vorzügl. Flauschstof Mantel Moulinéstoff... Aus sehr gutem 9.75 Kleiderstoffe Kleider- Zephir vorzügl. Qualität, 80 cm...... Mr. Eider- Molton für Morgen0.85 Taghemd für Damen mit Stickerei- 1.65 Ansatz..... Beinkleid 1.65 m. Hohlsaum Altenmappe 130 × 1606.90 1302-1305.90 Stubenhandtuch Reinleinen Gerstenkorn, schwere Qual, 1.45 Abb. Küchenhandtuch weiß 48 × 100 cm... halblein. Drell, 48>< 100 cm 0.90 Bettwäsche Vollrindleder mit Griff. Deckbettbezug 1182006.25 aus kräftigem Abb.2 ausjoppe, wie Abbild. 2 12.50 Hausjoppe Flauschstoff, blaugrau oder 19.50 braun, wie Abbildung 1, auch hoch zu schließen.. Hausjoppe aus Flauschstoff röcke u. Unterwäsche Mtr. 1.35 Schiene und 6.60 Deckbettbezug 1302007.90 mit farbigem Besatz, wie Abb.2 27.50 Kammgarnstreifen Reinwolle, dunkel- u. mittel 1.95 Kammgarnkaros Rein- 2.50 farbig... .Mtr. wolle, aparte Muster..Mt. Kammgarn- Gabardine vorzügliche, schwere Qual 4.75 130 cm breit......... Mtr. Eolienne Wolle mit Seide 3.90 in vielen Farben..... Mtr. Seldenstoffe Satin Riche Seiden.Kunstseide, neueste Farb..85 cm, ltr. 4.80 Bedr. Crêpe de Chine neue Druckmust, ca. 100 cm 8.60 Köpervelvet in aparten 6.80 Druckmustern, 70 cm. Mr. Mohairplüsch autria od. maulwurf, ca. 130 cm. Mtr. 11.80 2 Schlössern ( Niedertreter) Lederhausschuhe Kissenbezug 80 × 80 cm dazu pass. 1.80 Krokodil- Nachahmung Laken Haustuch, 140-215 4.75 Futter Gr.36-423.60 Laken Daulas, 146-225cm 6.25 Handschuhe Garnitur= 1 Deckbettbezug, 130x200. mit Plüsch- Halbfutter, 2Kissenbezüge 80x80 cm Leder- Nachahmung aus gestreiftem Satin. 17.50 2Druckknöpfe 1.25 Wäschestoffe für Damen.. Schlafrock oliv, braun oder marengo mit Verschnürung. Schlafrock aus Flauschstoff, 19.00 bochgeschl, m. Verschnürung 28.00 Herrenwäsche Farbiges Oberhemd gestrel 3.90 Porkal, mit Kragen& Klappmanschetten.. Weißes Oberhemd mit Pikeefalten Einsatz und festen Manschetten 6.50 gewaschen und geplättet..... gestrickt... 1.65 Kleine Stücke, Geschenkaufmachung Nachthemd mit farbig. 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Mädchenkleider in vorzüglicher Verarbeitung Lg. 60-70 cm 75-85 cm 90-105 cm 8.50 10.50 12.50 Nr. 576 ♦ 42. Fahrgang 7. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 6. vezember 1425 Alte Sitten, die durch die Tradition geheiligt worden sind, über- brücken zuweilen soziale Gegensätze, ermöglichen es, dah sich der Reiche und Arme aus einem bestimmten Punkt tressen. Seit Gene- rationen, ja seit Jahrhunderten gehört zum Weihnachtsfest der Pfefferkuchen, der von allen Bevölkerungsschichten in dieser Zeit bevorzugt wird. Der Reiche und Verwöhnte steigt herab, Pfeffer- kuchen bedeuten ihm kaum mehr als ein Stück Brot, der Arme erlebt darin einen Feiertag, Pfefferkuchen sind ihm eine Steigerung seiner Lebenshaltung, der Ausdruck einer feiertäglichen Stimmung. Aber beide treffen sich in der Anschauung, daß Pfefferkuchen zu den wichtigsten Requisiten des Weihnachtsfeftes gehören. Schokoladen und Konfekte führen plötzlich in den Schaufenstern ein bescheidenes Proluarierdasein, sie halten sich irgendwo im Hintergrunde auf, während dicht an der Scheibe neben Teekonfekt und Marzipanherzen Pfessertuchen in allen möglichen Formen chronen. In Spezial- geschäften sieht man kunstvolle Hausbauten aus Pfefferkuchen, mit Zuckerguß verziert, und in Meiereien. Bonbongeschäften und Kolonialwarenhandlungen im Norden und Osten gibt es Pfeffer- tuchenweihnachtsmönner mit bunten Papierbildchen überklebt. Das ganze Konfitürengefchäft steht im Zeichen der Pfefferkuchen, und die Herzen mit Schokoladenüberzug füllen große Tonnen. Seit Monaten sind Vorbereitungen getroffen worden, aber während das Pfeffer- tuchengeschäft blüht und gedeiht, haben jetzt die Fabriken bereits ihr« Fabrikation eingestellt und die meisten Arbeiter entlassen. Das Weihnachtsgeschäft ist eingedeckt. Unterschiede. Unterschiede zwischen verwandten Dingen aufzudecken, ist eigent- lich die Arbeit eines ordentlichen Professors, der für diese Tätigkeit vom Staat Gehalt empfängt, aber manchmal herrschen über Dinge des alltäglichen Lebens ebenfalls schaurige Begriffs- Verwirrungen, die eine Klärung verlangen. Zu diesen Stiefkindern des Glücks gehören unbedingt die Pfefferkuchen, denn alles wäre gut und schön, wenn sie tatsächlich nur Pfefferkuchen hießen, das Schicksal aber hat ihnen noch dazu die Namen Lebkuchen und Honig- kuchen verliehen. Selbstverständlich wäre der Name Honigkuchen am vernünftigsten, da Honig einer ihrer Hauptbestandteile ist und nicht Pfeffer, die größte Schwierigkeit liegt jedoch bei den Leb- kuchen. Oertliche Unterschiede spielen hier eine ausschlaggebende Rolle. Im Osten, der die Welt durch die Schöpfung der„Thorner Katharinchen" einigermaßen mit seiner Existenz aussöhnte, heißen Pfefferkuchen— Pfefferkuchen, ein Wort, dos im Königsberger Dialekt über kaum geahnte, klangliche Reize oerfügt. Der Süden !»at sich für Lebkuchen entschlossen, und in Berlin, das als die Haupt- tadt des Reiches ausgleichende Gerechtigkeit walten läßt, werden alle drei Formen gebraucht. Aber scheinbar beginnt die Liebe für den demschen Ölten in Berlin zu erkalten, da die Bezeichnung Leb- kuchen augenblicklich als besonders vornehm gilt. Und hier kompli- zieren sich die Schwierigkeiten beängstigend. Ursprünglich haben nämlich die süddeutschen Lebkuchen mit den norddeutschen Pfeffer- kucheo nichts gemein. Abgesehen davon, daß jeder Pfefferkuchen im Süden Lebkuchen heißt, bestehen die eigentlichen Lebkuchen, heute bekannt unter dem Namen„Nürnberger Lebkuchen", aus einer Masie, die eher an Makronen als an den Pfefferkuchenteig erinnert. Vor allem aber werden Lebkuchen aus einem dünnen, flüssigen Teig hergestellt, der hauptsächlich aus geriebenen Mandeln, Nüssen, Zucker. Eiweiß und aus ganz geringen Mengen Mehl besteht. Dieser flüssige Brei wird sodann auf eine Oblate gestrichen und gebacken, hin und wieder tut man auch Rosinen oder Zitronat hinzu, versieht die Lebkuchen mit einem Zuckerguß, Dinge, die aber nicht zum eigentlichen Wesen der Lebkuchen gehören. Die Honig- resp. Pfeffer- kuchen sind dagegen aus härterem Stoff gemacht. Mit dem uiibear- beiteten Pfefferkuchenteig kann man ohne große Anstrengung einen Menschen in jenes Land befördern,„aus des Bezirk kein Wanderer wiederkehrt". Der Teig wird lange, bevor er gebraucht wird, ungefähr ein halbes llahr vor Weihnachten, zubereitet. Er besteht durch- schnittlich aus 50 Proz. Mehl und SO Proz. Honig, doch dieses Ver- hältnis verschiebt sich je nach der Bestimmung des Teiges. Selbst- verständlich ist es, daß die billigen Pfefferkuchen— zwanzig Pfennige ein Päckchen—, nicht reinen Bienenhonig enthallen können, man gibt dann der Mischung einen Zusatz von Kunsthonig oder Zucker, hinzukommt Pimentpfeffer, nach dem ja die Pfeffer- kuchen ihren Namen erhalten haben, Zitronat, Rosinen und für manche Spezialitäten später Marmelade. Katharinchen bestehen z. B. aus reinem Bienenhonig, die Dickthorner haben dagegen einen SO-Proz.-Zulatz von Mandeln und Zitronat. Nachdem diese Mischung ein halbes Jahr in den Bottichen abgelagert hat, ist sie steinhart geworden: fühlt man sie an, bleibt es unverständlich, wie hieraus Kuchen gemacht werden können, die Farbe ist tief dunkelbraun. die Konsum-Pfefferkuchenfabrik. Eine der größten Pfefferkuchenfabriken ist die der Berliner Konsumgenossenschaft in Lichtenberg. In den Kellern des großen Bäckereigebäudes lagert in Hunderl großen, zementierten Bottichen der Pfefserkuchenteig, nach seiner Bestimmung gemischt. Im Laufe eines halben Jahres ,st er steinhart geworden und muß mit Stemmeisen aus den Bottichen gehauen werden. Nebenbei, der Teig lagert so lange, damit die einzelnen Bestandteile sich völlig durchdringen, die Härte ist nur eine unangenehme Folgeerscheinung. Dieser harte Teig muß aufgelockert werden, damit er verwendungs- fähig wird. Er kommt deshalb in die Wirkmaschine, die ungefähr aussieht wie eine zu groß geratene Waschmaschine. Breite Eisen- flügel beginnen im Innern zu rotieren und pressen den Teig solange, bis er weich geworden ist. Auch die verschiedenen Formen der Pfefferkuchen werden auf maschinellem Wege hergestellt. Neben der An der Honlgkucbea-Dresslermascblae, Wirkmaschine steht die drei Meter lange Ausstechmoschine mit aus- wechselbaren Stempelformen. Die ganze Maschine ist etwa nur einen halben Meter hoch und trägt an dem äußersten Ende einen Aufbau, der aus einem Trichter und zwei Walzen besteht. Der Teig kämmt zuerst in den Trichter und wird durch die Walzen getrieben. Er läuft dann flach ausgewalzt aus einem breite« Irans- portband zu einem zweiten Aufbau, der die Stempel enthält. Di« ausgeformten Suchen fallen aus selbsttätig lausende Bleche, während die Abfallstücke von neuem in den Trichter geworfen werden. Dies« Maschine verarbeitet stündlich sechs Zentner Teig. Daneben steht eine Tressiermaschine, die in der Stunde vier Zentner Pfeffernüsse und Baumbehang in kleinen Teigtupsen aus die Bleche fallen läßt. Darauf gelangt alles in den Backofen, einen gewöhnlichen Doppel- auszugsofen, der sonst zum Brot- und Schrippenbacken verwandt wird. Der Vackprozeß dauert etwa zehn bis sünszchu Minuten, abhängig von der Dicke der Kuchen. Jeder Ofen bat zwei groß« Backbleche, von denen jedes z. B. dreihundert Pfefferkuchenherzen fasten kann. Da die Konsumgenostenschaft vier solcher Oefen i» Betrieb häll, kann sie in zehn Minuten 2400 Herzen fertigstellen. Die sogenannten Schokoladenpfefferkuchen erhalten nun ihr Schoko- ladenbod. Die Kuchen, die auf kleinen Gittern lagern, werden in die dickflüssige Schokoladenmaste, bestehend aus einer Mischung von Schokolade und Kakaobutter, mit der«inen Seite hineingetaucht. Die fertige Ware wird sodann verpackt und in die Verkaufsstelle geschickt. Die Fabriken ruhen bereit«, wenn die Pfefferkuchenhauste«in- setzt. Vielleicht keine andere Backware oder Kcnsitüre erlebt auf kurze Zeit«ine derartige Nachfrage. Merkwürdig, wie hier eine bestimmt« Festzeit für den Konsum entscheidend bleibt. Nur noch im Januar kauft man Pfefferkuchen in Erinnerung an das Fest. Die nicht ver« kauften Pfefferkuchen wandern dann in Blechbüchsen und warten, bis eine neu« Weihnachtszeit sie ihrer Bestimmung zuführt, dort ruhen sie, in ihr Schicksal ergeben, Berühmtheiten, die die Zeit ab- gebaut hat, die aber bestimmt mit einem neuen Aufstieg rechnen dürfen. • Die Sparkasse der Sousum-Seuosseuschost Berlin und Amgegeud teilt un« mit, daß Einzahlungen und Abhebungen sowohl in den 181 Lebensmittelabgabe stellen als auch in den vier großen Warenhäusern der K o n s um« G e n o s s« n« s ch a f t Berlin und Umgegend vorgenommen werden tonnen, und zwar in der Zeit von 8 Ubr morgens bis 7 Uhr abends. In den Warenhäusern werden Einzahlungen und Abhebungen sofort im Sparbuch eingetragen. .Ilaler«ottstun.- Der« e r b e s i l m der Konsnmgenossen- I ch a t t Berlin und Umgegend. der größten Berbrauchererganiiation in Deutichland, über den wir bereit» in unseier Nummer IW berichteten, geht am DienStaz, den 8. De ember, ab-nds 8 Udr, wiederum im.O r- vheum", Hastnhcide 32/38"(Eingang SrSjesiraße), über die Leine- wand. E» ist an diesem Tage jedermann Melegenheir geboten, den Film anzuiehen und sich über die vorbildlichen Einrichtungen der Konsum- genostentchaft zu tnfoimirren. Jeder Parieigenoss-, jeder gewertschaitlich »rganitierle Arbeiter, Angestellte und Beamte tollte sich die Konsum- genoilenschast wenigstens im Film anjebcn. Devfclbe Film läuft am Montag, den 7., abends 7 Uhr, jür die 121. und 58. Berlaufsstell« in der Schulaula Dunckerstr. 64. Wieder ei« groster Pelzdiebstahl. In der Niederwallstraße, in der Nähe des Spittelmarkte», drangen Einbrecher mit Gewalt in ein Gesckäft ein. nachdem sie versucht hatten, zwei Türen mit einem Nachschlüssel zu öffnen, und stahlen für etwa 60 000 Mark Pelzwaren und Fell«, darunter 200 schwarzgesärbte Persianerselle, 30 Breitschwanz., 100 Biiam-> 180 Nutria-, 120 Hermelin-, viele Fuchsfelle, darunter echte Blaufüchse u. a. m. Auf die Ergreifung dieser Verbrecher und die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung von 9000 M. ausgesetzt. 55] Die Passion. Borna« von Clara viebig. �lga hatte die Einladung zu dieser Hochzeit abgelehnt unter dem Vorwand, sie hätte noch zu viel für die eigene zu tun. Als sie nach langer Zeit wieder einmal nach der Alexanderstraße gekommen war— sie mußte doch ihren Bräutigam dem Bruder vorstellen— da war sie überrascht. wie Grete sich verändert hatte. Die Weichheit des Glückes war über die ausgegossen: nichts mehr von Mauligteit. nichts mehr von Schnippi�keit war da. und auch nichts mehr von der Widerwilligkeit, die sie früher gegen die Tante gezeigt hatte. Sie umarmte diese herzlich und gab ihr einen Kuß. Sie war so schön in ihrer strahlenden Bräutlichkeit, daß Olga dachte: du darfft dich nicht zusammen mit ihr zeigen, unwill- kürlich zieht ein jeder sonst Vergleiche zwischen den zwei Bräuten. Hans konnte denn auch gar nicht genug erzählen von der Fröhlichkeit dieser Hochzeit und der jungen und reizenden, munteren Braut. Der Bräutigam war wirklich heneidenswertl, Olga war eine sehr ernste Braut. Braut— wie hatte sie sich das einstmals anders gedacht, als sie daheim mit an- deren Töchtern der kleinen Stadt das Schneidern erlernte und sie sich darüber unterhielten, wie sie sich dereinst das eigene weiße Brautkleid schneidern würden! Heut aina Olga in Dunkel, nur mit ein wenig weißem Spitzenauspuß an Hals und Aermeln. sie hätte am liebsten ihr schwarzes Kleid angezogen, das stand ihr gut, aber der Bräutigam litt es nicht...W.e ne olle Tunte m Schwarz, das fehlte noch— nee, nee!" Eva war zur Schule gegangen wie immer; die Mutter hatte einen Feiertag für sie erbitten wollen- wozu? Eoa sah das nicht ein: sie ging ja. doch mcht m.t nach dem Standes- amt, und wenn die Mutter von dort zurückkam, war sie ja auch wieder da. Sie ging fort mit der Buchermappe, die Frühstücksbüchse umgehängt, auf der mit großer Schrift stand. „Guten Appetit". Heimlich nahm sie d-n Spitz m.t, der unter der Haustür stand und in den dickfallenden Schnee hinaus- blinzelte. Er hatte nicht große Lust, sich das Fell naß zu machen, aber als Eva ihm zuflüsterte:„Komm mit, trippelte er hinter ihr her. behutsam die kleinen Pfötchen setzend. Sie ging nicht in die Schule— nein, das konnte sie nicht. O, ihre Mutter, ihre lieb« Mutter! Schon gestern war das Bett, ihres Großvaters großes Bett, i h r Bett, das sie von dem geerbt hatte, neben das der Mutter geschoben worden: da sollte nun von morgen ab Herr Blechhammer drin schlafen. Ihr Bett! Die Mutter hatte ihr ein neues, kleineres gekauft, das stand nun in der Wohnstube hinter einer spanischen Wand. Schon diese Nacht hatte sie da geschlafen, vielmehr nicht ge- schlafen: kein erlösender Schlummer hatte sie mit fortge- nommen ins Land der Träume. Schweres drückte sie. Sie hatte es im letzten Gute-Nacht-Kuß der Mutter gefühlt, daß auch sie bedrückt war, so heiter sie sich zu sein mühte. Der Bräutigam war noch lange dagewesen, man hatte Frau Bull- mann herübergebeten, als nächste Nachbarschaft. Frau Bull- mann hatte den jungen angehenden Ehemann weidlich ge- neckt, er war auf ihre Späße eingegangen: sie hatten sehr gelacht. Und dann hatte die Nachbarin, die wußte, was sich gehörte, noch gepoltert. Sie hatte ihren irdenen Waschkrug, der schon einen großen Sprung hatte, vollends geopfert, und ihn so von außen gegen die Tür geworfen, daß die drinnen zusammenfuhren. Scherben klirrten, denen des Kruges folgten noch einige schadhafte Teller und Tassen ohne Henkel; Eva fing vor nervösem Schreck zu zittern an. Olga hatte den ganzen Abend dagesessen wie eine Träu- mende. Sie hatte Ferien im Geschäft genommen, man hatte der geschätzten Direktrice gern ein paar Tage Urlaub be- willigt. Im Atelier war gesammelt worden; die Arbeiterinnen hatten ihr ein Geschenk gemacht: eine Schwarzwälder- uhr, die sagte alle Nase lang„Kuckuck". Dies„Kuckuck" auälte Eoa in dieser Nacht. Warum schrie der Vogel so laut? Sie empfand sein helles Kuckuck wie einen Hohn auf ihre Qual. Und Oual wäre es heute auch, in die Schule zu gehen, sie konnte ja doch nicht aufpassen; Oual war es heut«, über- Haupt zu sprechen, zu antworten, zu sehen und zu hören. Ihre Mutter, o ihre liebe Mutter! Wie blind, ohne irgend etwas zu sehen, rannte sie die Querstraße, darin sie wohnten, zu Ende, die breite Längsstraße hinunter, die am Tiergarten mündete. Wäre die Elektrische, durch den Schnee gehemmt, nicht so langsam vorangekommen, sie wäre überfahren wor- den. Der Hund tippelte immer hinter ihr drein. Im Tiergarten spazierte heut niemand. Kein Lebender hier, es war wie ein Kirckchos. Eva erhob plötzlich ihre Stimme und schrie in die weiße Einsamkeit hinein:„Mutter!" Aber der Schall verklang kaum hörbar, wurde verschluckt von der großen Lautlosigkeit. Große weiche Masten waren über ihr, das waren sonst Bäume, heute senkten sie sich wie sch«>er> hängende Wolken; überall waren solche Wolken, der Himmel war ein einziges großes Daunenbett, und in lauter weich nachgebende flockige Daunen trat sie. Man vernahm keinen Schritt, langsam hüpften ein paar Krähen, das einzig Leben- dige; dunkle Punkte auf weißer Fläche. Aber Flia rannte ihnen nicht bellend nach, er schwieg auch, zog den Schwanz ein und schlich langsam. Es war nicht kalt, das Gehen im tiefen Schnee machte sogar warm. Eva fühlte ein Brennen in den Händen, ein Brennen in den Füßen und im Gesicht, in den Fingerspitzen stachen ihr Nadeln, aber all dies Brennen und Stechen war nichts gegen das, was sie im Herzen spürte. Ihre liebe Mutter! Jetzt waren sie unterwegs nach dem Standesamt, oder ob sie schon dort waren? Ob ihre Mutter jetzt„Ja" sagte und nun seine Frau war? Die Frau von einem fremden Mann?! Eoa hatte einen Augenblick nachdenkend stillgestanden, nun stapfte sie wieder weiter, es trieb sie etwas von bannen. Wohin? Das wußte sie nicht. Aber nur von allen Menschen fort. Sie mochte heute keinen leiden. Sie waren alle nicht gut. Nur Gott war gut, sagte die Lehrerin. Wenn er wirk» lich gut wäre, würde er sie dann so allein hier irren lasten, es zugeben, daß Herr Vlechhammer ihr die Mutter fortnahm? Wenn er wirklich der Vater im Himmel wäre, warum hatte sie dann keinen Vater hier auf Erden? Und da fiel es ihr plötzlich aufs Herz, wie eine brennende Kohle, die gleich eine Wunde einfrißt: warum hatte sie denn nie etwas von ihrem Bater gehört? Sie mußte doch einen Vater haben. Aus dem Brunnen geholt, wie man's den Kindern erzählt, hatte die Mutter sie sich doch nicht, und der Storch hatte sie auch nicht gebracht:„Bater/' sagte sie laut vor sich hin,„Vater! Ich möchte auch einen Vater haben!" Sie fuhr schreckhaft zusammen; sie war ganz vertieft ge- wesen, sie hatte es nicht gemerkt, daß ihr einer entgegenkam. Nun war er bei ihr. Der Mann hatte schon eine Weile nach der einsamen kleinen Gestalt geäugt. Er stapfte in seinem fadenscheinigen, schmierigen Ueberzieher, der ihm lang auf ausgetretene, viel zu weite Schuhe hing, lautlos durch den Schnee. Einen Sack trug er auf dem Rücken, einen langen Üstock mit eisernem Haken in der Hand. Der alte durchlöcherte Filzhut saß ihm tief in der Stirn, darunter hervor fuhren unruhig-scheue Blicke. Ein Strolch, ein Wild für die Polizei: aber jetzt war kein Polizist in der Nähe. Er sah sich nach ollen Seiten um. „Ganz alleene?" fragt« er. (Fortsetzung folgt.) Dienstag, den 8. Dezember, abends 7 Uhr, sprechen in der Nenen Welt, Hasenheide 108/114 Alwin Saenger- München Philipp Scheidemann über Faschismus in Bayern- Deutschland über Die Not des Volkes und die Forderungen der Hohenzollern Puppentheater. Rota" ift der Chef der Einkaufs- und Rechnungsabteilung Scherzit. Inwieweit die Aussagen dieses Zeugen, der es in furzer Zeit zu einer außergewöhnlichen Wohlhabenheit gebracht haben soll, ähnlich wie März und Dr. Becker, von Wert find, muß zunächst dahingestellt bleiben. Su Anfang der nächsten Woche werden die Sachverständigen endgütlig ihr Gutachten abgeben, worauf die Plädoners folgen werden. Das Urteil wird kaum vor Ende der Woche zu erwarten sein. Die Affäre Huster. Unterschlagungen eines Justizoberfekretärs. Im Hof eines fleinen Giebelhaufes ist ein fleiner Saal, geftedt voller Kinder, vor denen ein bescheidener Mann Buppentheater spielt. Seit pielen Jahren spielt er hier jeden Abend und er ist wirklich so bescheiden, daß er es nicht in die Welt hinausschreit, daß er das Puppenspiel wieder eriveden will. Er hat feine berühmten Künstler bestellt, feinen Maler, feinen Bildhauer, um die Puppen zu schnigeln meil er das nämlich selber macht. Sie find auch teine Wundermerte beweglicher Technit und fnipsen noch nicht mit den Fingern, rollen noch nicht mit den Augen, fie bewegen recht. schaffen nur Arme und Beine und find solide und ganz unmodern Die Riefenunterschlagungen, die der Justizobersekretär Rarl hölzern für diese bewegliche Zeit. Seine Dekorationen malt beruft er bei der Gerichtskaffe Mitte in der Grunerstraße perübt hat Bruder Maler( awei Häuser weiter), die Bäume grün welch und die die Deffentlichkeit seit Jahresfrist wegen der dabei zutage getretenen Mißstände und der an Huster selbst bei der Berausgabung hönes, herrliches Grün, die Felsen grau, die Hausdächer rot. Belay unglaubliche Spannung erfüllt das kleine Bublifum, der unterschlagenen Gelder verübten Betrügereien wiederholt be wenn es einmal läutet, wie wächst sie, wenn es das drittemal schäftigt hatte, gelangte vor dem Großen Schöffengericht mitte zur Berhandlung. iäutet. Der Vorhang hob sich hob sich wirklich, ging nicht modern in läffigen Falten seitwärts auseinander. Glanz vom Himmel dringt aus der Quadratmeterbühne. Ein roja Bettelchen pricht: es beginnt Rumpelstilzchen. Kennst du nicht Rumpel ftilzchen, den Zwerg, der seinen Namen fo ängstlich behütet. Es tommt der König im ersten Aft zu Großmaul, dem Müller, der mit dem Troß seiner bunten Familie zum ftaunenerregenden Drehen der Windmühlenflügel gerade ein Lied fingt. Unerwartet cintretende Könige bringen immer llebles, und dieser König hat unglüdlicherweise viel Stroh, aus dem er Gold gemacht haben will. Unglücklichste aller Müllertochter, die ausersehen ist, aus Stroh Gold zu machen. Alle sind starr und erschroden, hehen flehend am zitternden Draht die Holzhändchen gen Himmel. Die Mühle er starrt, dreht sich nicht mehr. Der König ist ganz hartes Holz; er zudt nicht mit den Achseln, er nidt mit dem Kopf, was dasselbe ausdrückt. Er schlentert ab und schmeißt niederträchtig die Beinchen. Das Mühlchen erwacht und dreht sich wieder vor Trauer- die ganze Müllerfippe weint. Die unterschlagenen Gelder belaufen sich auf nicht meniger als 342795 m. Mit dem Angeklagten Hufter hat sich der wegen hehlerischer Begünstigung angeklagte 23jährige Bantproturist Alfred Scherfat zu verantworten. Im Jahre 1920 tam Suster als Attu ar an die Kaise Mitte. Nachdem er Oberfetretär geworden war, erhielt er 1922 die Rechnungsstelle für Witwen, Waisen und Pensionäre. Huster verfuhr nun fo, daß er sich Borschüsse auf die Auszahlungen geben ließ, die immer in nach oben abgerundeten Beträgen erfolgten. Die endgül tigen Abrechnungen wußte er dauernd vorzuenthalten. Als der Raffendirettor ihn endlich zur Rechnunglegung aufforderte, erbat er fich am 7. November einen zweitägigen Urlaub, um die Abrechnungen zu Hause fertig zu machen, erschien aber im Berlaufe der zwei Tage nicht im Dienst, sondern war geflüchtet. Am 24. November 1924 wurde er in Breslau festgenommen. Ueber den Anfang feiner Unterschlagungen gab er folgendes an: Die Arbeit fei se groß geworden, daß er nicht mehr in der Lage war, die Abrech nungen zu machen, denn er hätte für 500 Beamte die Gehaltsaus zahlungen zu bewirken gehabt. Eine noch größere Berwirrung ent stand, als die Rentenscheine auch noch hinzufamen. So habe er Ende Dezember 1923 ein Defizit von 8000 m. festgestellt. Da habe er feine Meldung gemacht, sondern sich von einem Bekannten die 8000 m. geliehen, um fie für die Revision zur Verfügung zu haben. Nach der Revision habe er versucht, das fehlende Geld durch Spetulationen wieder einzubringen und so habe er fich an der Raffe das erftemal an 20 000 m. vergriffen. Er habe gehofft, durch Effettenspekulationen so viel zu verdienen, um die Summe und die fehlenden 8000 m. zurüderstatten zu fönnen. Bald habe er aber chon 15 000 m. Berlust gehabt und habe nun noch mehr Geld der Kaffe entnehmen müffen. Der Angeklagte gab im Berlaufe der Verhandlungen weiter zu, daß er viel mit Frauen zusammen ge wefen sei und seinen Freundinnen Geschente, wie Pelzjacken, Goldund Silberfachen gemacht habe. Aber auch seiner Frau habe er einen Pelzmantel und ähnliches getauft. 2. Att: D dreimal verwünschter Märchentönigsgebante, aus Stroh Gold zu machen. Aber hier, wie nüßlich und fördernd, einem anderen Kollegen in einem ähnlichen Fall der Abbau drohte, benn ohne ihn wäre das ganze aus, benor es begonnen. Beine, meine Müllertochter, wozu wäre es ein deutsches Märchen, wenn nicht aus Tränen Segen blühte. Krach, Bliz, Donnerschlag. Rumpelstilzchen sprang aus der Erde, Rampelstilzchen, das Goldstroh spinnt. Mit den fleinen Holzhändchen, so geschicht, das Spinn. rädchen breht, natürlich im roten Licht. Strach, Bliz. Donnerschlag. Gold, gleißendes, blantes Goldstroh, im hellsten Licht. Müller tochter stirbt vor Entzüden, die Drähtchen zittern. Wie belohnen dankbare Könige die Goldspinnfünfte der Müllertöchter? Ste heiraten fie, um immer Gold bei der Hand zu haben. Rumpet ftilzchen fpinnt wieder Bold; aber als es zum drittenmat( pinnen soll, wird das Zwerglein raffiniert, ein fleiner Erpresser, und ver langt grauslich das Meine Kind der Müllertochter- Königin( fie hat eins gefriegt inzwischen), wenn man ihm nicht seinen Namen nennt. Welche Perspektiven öffnen sich da der Phantasie: was macht Rumpelstilzchen mit dem kleinen Kind? Macht es sich einen Rönigs. Pinberfnufperbraten oder will es der Welt eine zweite Rumpelstilzchen- Goldspinnergeneration schaffen? ,, Ach Im dritten Aft fommt es leider nicht fa weit Da ift Rumpel. ftitzchen zu Hause im grünen Wald und humpelt und pumpelt und tanzt sich halbtot, schmeißt Aermchen und Beinchen bis in den Himmel( flirr, flirr, machen die Drähtchen) zu der schönen Melodie: " 2d wie gut, daß niemand weiß, daß ich Rumpelstilzchen heiß. Dummer Zwerg, merfft du nicht, allwissendes Geiſtlein, daß Rasperle hinter dem Gebüsch lauert und bein Namensgeheimnis schlau belauscht? Aus ift's mit dem Kindlein Die Rumpelstilzchen generation verfinft uns. Die Zukunft hat Stroh genug, aber nie manden, der es zu Gold verspinnen fann; denn mun verfinft Rumpelstilzchen endgültig mit Krach, Blitz und Donnerschlag. Aus ist ein Traum und ein Märchen. Das Sälchen atmet auf. Das Borhänglein tanzt auf und ab und alle Puppen führen am Draht viel Aermchen grüßend nach oben, brudfen sich eine Berbeugung ab und verlangen sichtlich nach Schlaf aufgehängt hinter den tuliffen. Der fleißige Meister des Theaterchens zieht sich den Rod an unb erscheint vor dem Broszentum, fündigt an: morgen Frau Holle". Es tamen dann die Beziehungen hufters zu dem mit angeklagten Scherfat zur Sprache, der Hufter als Börsenfachverständiger empfohlen wurde. Nach Husters Meinung tann Scherkat über die Herkunft der Gelder in feinem Zweifel geDas Rundfunkprogramm. Sonntag, den 6. Dezember. Larghetto Allewesen sein. Er habe allerdings Echertat nicht direkt gesagt, daß er das Geld aus der Kasse nehme, aber Scherfat müsse gemußt haben, woher das Geld stamme. Der Ungeflagte Schertat will Huster für vermögend gehalten haben und dessen Frau für nom reicher. Er nehme daher für sich den guten Glauben in Anspruch. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Bolzin beantragte gegen Huster megen Amtsunterschlagung 4 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust fomie Aberfennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter, gegen Scherfat wegen fortgelegter Hehlerei 2 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautete gegen Justizobersekretär Suster wegen Unterschlagung amtlicher Gelber auf 3 Jahre Gefängnis, gegen den mitangeflagten Bantpre furisten Schertat megen fortgelegter Hehlerei auf 2 Jahre Gefängnis bei ipfortiger Berhaftung. Bei Hufter fah das Gericht von der vom Anflagevertreter beantragten Ehrenftrafe ab, erkannte dagegen auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter. Arbeitslosigkeit und Geschäft. Ein im fommunistischen Fahrwaffer segelndes Geschäftsblatt übelften Stils veranstaltet ein Preisausschreiben über die Frage: Wie tann die Arbeitslosigteit überhaupt ab. gefchafft werden?" Breise fann aber dieses Preffeunternehmen, bas längst banterott ist, selber nicht stiften. Also hat es fich an verschiedene Firmen gewendet, die Preise gestiftet haben, wofür sie im Blatt ehrenvoll genannt werden, also ein Tert inserat als Entschädigung bekommen. Wer die Frage löft, wie die Arbeitslosigkeit überhaupt abge. schafft werden tann“, erhält dafür einen Wintermantel von der Firma I oder einen Winteranzug von der Firma oder einen Radioapparat von der Firma 8. usw. Als Preisrichter zeichnen die fommunistischen Reichstagsabgeordneten Münzenberg und Schneller. Verkehrsaufgaben der Straßenbahn. Im Außeninftitut der Technischen Hochschule sprach gestern der Betriebsleiter der Berliner Straßenbahn, Dr. ing.& a de mann, über Berfehrsaufgaben der Straßenbahn". Der Bor tragende versuchte eine Ehrenrettung für die Elektrische. Die leidige Ueberfüllung der Berliner Straßenbahnwagen erklärte Dr. L. damit, daß heute infolge der Wohnungsnot mehr ge fahren wird, besonders im Berufsverkehr, als früher. Das fogenannte Biehen nach der Arbeit" ist immmöglich geworden, der Arbeitsplatzwechsel aber mindestens ebenso start wie im Frieden. 1914 be wältigte die Straßenbahn 51 Proz. des Berkehrs, die Zahl ging in der Inflation, als die Stadtbahn fast umsonst fuhr, auf 18 Proz. herunter, ist heute aber wieder auf 76,7 Broz. geftiegen. Die Straßenbahn, felbft Proletarier unter den Berkehrsmitteln, ist eine Beförderungsangelegenheit für die Arbeitenden geworden. Der Wunsch nach der Beseitigung der Straßenbahn mindestens aus dem Inneren der Stadt wird folange unerfüllt bleiben, solange nicht der stärkste Ausbau der Unterpflasterfchnellbahnen durchgeführt ift. Der Autobus fommt als Erfaß für die Elektrische nach Ansicht Dr. Lademanns nicht in Betracht, weil er ein zu geringes Faffungs vermögen hat. Zu dem Umbau der alten Wagen und bem Ein. fetzen der neuen gelben foll in naher Zukunft die Inbetriebnahme 3 meistödiger Wagen tommen. Man will durch Ber türzung der Wagenzüge den Berfehr erleichtern, indem man den Anhanger nicht hinter bem Triebwagen laufen läkt, sondern ihn auf ihn hinauffeßt. Leider störfen hierbei die Stadtbahnüberführungen. Die Hauptaufgabe der Straßenbahn liegt nicht so sehr beim allgemeinen Tagesverfehr, als in der Bewältigung des Berufsipigenverkehrs. Das Abfangen dieser Fahrgastmaſſen durch Einfegwagen, die nach Erledigung ihrer Aufgabe aus dem Betrieb und damit von der Straße verschwinden, ist sehr schwierig, aber der Bortragende Hft mit den Erfolgen zufrieden. Intereſſant war dann noch am Vortrag die Mitteilung, daß die Potsdamer Straße gegenwärtig ftündlich etwa 350 Wagen paffieren, während es im Frieden 500 maren. Der bloße Augenschein bringt allerdings den entgegengesetzten Eindrud. Der gesteigerte Bertehr wird mit größeren Wagen bewältigt( und fiberfüllteren!). Die Unfallziffer ist im Verhältnis zu den gefahrenen Wagentilometern gering zu nennen. Die Manen der Straßenbahn fahren täglich 450 000 Kilometer; auf jeden Bagen fommt die hohe Leistung von 200 Tagesfilometer. Lichtbilder und ein Film von der Ausbildung des Berfonals ver. vollständigten den Vortrag. 9 Uhr vorm. Morgenfeier( St.- Elisabeth- Feier). 1. a) Liszt: Aus dem Oratorium, Die heilige Elisabeth", Teil 5: Rezitativ und Chor, Teil 6: Chorsatz, b) Grabert: Gott ist die Liebe( vierstimmige Motette)( Pfarrkirchenchor St. Matthias, Dirigent: Dr. Wilhelm Schosland). 2. Händel: Sonate Nr. 4k D- Dun 4, Adagio Allegro Allegro( Lucie Seidler- Winkler. Violine). 3. Ansprache des Herrn Kaplan Dr. Heinz Lampe: Die heilige Elisabeth aus Thüringen". 4. Eranz Büning: Der Herr ist König ( achtstimmger Festpsalm)( Ffarrkirchenchor St. Matthias). 11.30 12.30 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. 1. Georg Schumann: Andante con espressione Trio op. 25. Allegro amabile gretto grazioso Finale( Moderato)( Bruno Seidler- Winkler, Klavier; Franz von Szpanowski, Violine: Julius Berger, Cello). 2. Paul Juon: Sonate für Violine und Klavier, op. 7, Andante quasi moderato( Allegro ma non troppo), Thema mit Variationen Vivace( Franz von Sapanowski und Bruno Seidler- Winkler). 2.20 Uhr nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Bäßmann:„ Die Fütterung des Pferdes". 3.30 Uhr nachm.: Vom spindeldürren Schneiderlein aus dem Buch Der Wanderbursch, von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30-6 Uhr nachm.: Konzert. 6.50 Uhr abends: Dr. Richard H. Stein: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am 7. Dezember. 7.25 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei ( Gustav Hochstetter). 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). Abteilung Philosophie. Dr. phil. et med. Max Dessoir: Menschenkenntnis und Charakterkunde". 8.30 Uhr abends: Sankt Nikolaus. 1. Aus des Knaben Wunderhorn. Der St. Nikolaus Das Kind. 2. Geistliche Weihnachtslieder ( Fred Drissen, Bariton). 8. Otto Ernst: Das Wintersonnenmärchen( Alfred Braun. Rezitation). 4. Krippenlieder( Fred Drissen). 9.30-10 Uhr abends: Weihnachtliche Weisen. 1. Lindemann: Weihnachtslieder, Marsch. 2. Siedo: Puppenhochzeit, Charakterstück. 3. Lindemann: Der Weihnachtsmann kommt Mub, 4 a'ten ein Mah, sine Mäh: Jessel: Der Nußknacker, Charakter stück, 5. Thiele: Weihnachtspotpourri. Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetter abends: Tanzmusik. dienst, Sportnachrichten. Theater und Filmdienst. 10.30-12 Uhr Königswusterhausen, Sonntag, den 6. Dezember. Schnee fegt jetzt( hon braußen und es ist vor Bethnacht. Reichsbahn gegen Rotawerke. Ende der Zeugenvernehmungen. Gestern fand vor der 4. Straffammer des Landgerichts III ber 14. Berhandlungstag und damit die legten Zeugen vernehmungen statt. An den Bortagen ergaben die Beugen bernehmungen nichts Neues. Behauptungen, Widersprüche und Zusammenstöße zwischen Zeugen und Berteidigern einerseits und Sem Staatsanwalt andererseits gaben den Berhandlungstagen den bekannten langweiligen Anstrich. Auch die Zeugenvernehmung des Gründers der Rotamerte, Friedrich Minoug, des ehemaligen Generaldirektors Hugo Stinnes', erbrachte in dem Betrugsprozeß Man erfuhr lediglich, daß Herr Minoug 76 Direttoren unter ft hatte und fich demzufolge offen bar für verpflichtet fühlte, vor dem Gericht so selbstbewußt wie nur möglich aufzutreten. nichts Neues. Vater 3 Jahre Gefängnis erlaffen. Ein after Angestellter, der Tischler Wilhelm R., der seiner Firma Jahrzehnte hindurch treue Dienste geleistet hatte, wurde vor furzer Zeit wegen Tötung auf ausdrüdliches Berlangen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Das Schöffengericht Berlin- Mitte, unter Botsiz des Amtsgerichts. rats Reßner, hatte dem vollkommen verzweifelten Ehemann, ber feine trante Frau auf ihren eigenen Bunich erichoß, weitgebenbes menschliches Berständnis entgegengebracht. Auf freiem Fuß, wie er als Angeklagter erschienen war, durfte er auch als Verurteilter den Gerichtssaal wieder verlaffen. Keine unnötige Haft brauchte den schon grangebusten fer Mann gänzlich niederzudrücken. Mit seiner Frau lebte er lange Reit in glücklichfter Ehe, bis eine heimtüdische Krankheit die schon Alternde jahrelang ans Bett felfelte. In heftigen Schmerzen bat fie ihren Mann wiederholt, dem endlosen Jammer ein Ende zu bereiten und mit ihr gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. R deffen schwache Nerven den ständigen Rlagen seiner Frau nicht ge Sopran; Gins Goetz, Alt; Bruno Loose, Baß; Dr. Dagobert Rynar volver und wollte gemeinsam mit ihr in den Tod gehen. Mit zwei 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert. Mitwirkende: Edith Bach, wachsen waren, wurde schließlich mürbe, besorgte fich einen Rezewski, Cello; am Flügel: Syma Dymont, Kurt Pergande, Kurt Schiffen tötete er feine treue Lebenskameradin und richtete dann Herweg. 1. s) Jensen: Ein Lied, b) Schubert: Ein Lied( Gina die Waffe gegen fich. Aus schwer verletztem Zustande rettete ihn Goetz. Kurt Pergande). 2. Cornelius: Duett( Gina Goetz, Bruno Loose, Kurt Herweg). 3. Cäsar Cui: Andante cantabile( Dago- ble Runft der Aerzte, aber noch heute stecken zwei Kugeln in feinem bert Rynarzewski, Kurt Herweg). 4. Grieg: Drei Lieder( Edith Störper. Das Justizminifterium hat K. nun für die ganze Strafe Bach, Syma Dymont). 5. Beethoven: Variationen und langsamer Begnabigung gewährt und diese in die Form einer Be. Sats aus einem Trio( Dagobert Rynarzewski, Kurt Herweg). währungsfrist gefleidet. 6. Mozart: a) O Isis and Osiris( Zauberflöte"), b) In diesen heiligen Hallen( Zauberflöte")( Bruno Loose, Kurt Pergande). 7. Saint Saëns: Sieh, mein Herz erschließet( Samson und Dalila") ( Gina Goetz, Kurt Pergande). 12 Uhr mittags: Esperanto. Montag, den 7. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.45 Uhr nachm.: Reichsbahnoberrat Dr. Baumann: 90 Jahre 430 Uhr nachm.: Novellen. deutsche Eisenbahn. Keltische Knochen". von Wilhelm Raabe, vorgetragen von Elsa Wasa. 5.15-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Gestern wurde u. a. festgestellt, daß nicht nur Luftftunden, wie bisher son der Rota behauptet murbe, überschrieben wurden, um tatsächlich geleistete minusstunden zu beden, sondern daß trop 60 000 Blusstunden, in denen sich schon Luftstunden und unproduf tive Arbeiten befanden, weitere Luftstunden durch Luftwagen" gezüchtet wurden. Wiederholt tam es zu ernsten Widersprüchen zwischen den Entlastungszeugen der Rota und den Zeugen der anderen Angeklagten. So fam es auch zu einem Zusammen toßawischen März und dem Staatsanwalt, als dieser dem März den Vorwurf machte, jest genau das Gegenteil einer früheren Aussage als richtig hinzustellen. Die Ausfagen der Entlaftungszeugen der Rota, bes Bertmeisters Braun und des Syndifus Dr. Lehmann mußten ebenfalls mit großer Bor. ficht aufgenommen werden, da burch Widersprüche und Gegen zeugen deren Glaubwürdigteit sehr in Frage gestellt wurde. So fagte der Borsigende zu dem technischen Direktor ber Rota", Dr. Beder: Sie brauchen nichts mehr zu sagen, da Sieja doch nur die Aussagen des März bestätigen. Kutut, der wichtige Aussagen machen will, um Klarheit zu fchaffen, tommt trop feines Einspruches nicht zum Bort. Sehr wichtig war noch die Aussage von fleben Elfenstein; Gefängnisdirektor Frank; Prinz Orlowfsky; Alfred, dessen bahnern, die Schreibtische, Stühle, Holz usw. ohne Bezahlung er halten hatten. Bisher wurde von März immer behauptet, Kaifer hätte zu der Anfertigung der Gegenstände den Auftrag erteilt. Gestern behaupteten fämtliche Zeugen, daß März felbft die 3ufage und den Auftrag dazu gegeben hatte. Ein weiterer Entlastungszeuge der " Hans- Kredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Professor Colson). 7.15 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsangabe zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper. Spielzeit 1923/26. 9. Uebertragung. Die Fledermaus. Operette in drei Teilen. Musik von Johann Strauß. Personen: Eisenstein, Rentier; Rosalinde, seine Frau; Adele, Stubenmädchen bei Eisendiener: Ida. Ort der Handlung: Badeort in der Nähe ciner Gesanglehrer; Notar Falke; Advokat Dr. Blind; Frosch. Gerichtsgroßen Stadt. Zeit: Gegenwart. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeibansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Ein gefährlicher Freund. Bor dem großen Potsdamer Schöffengerit mußte fi gestern der 35 jabrige frühere Stadtfelretär Karl Winkelmann aus Rowawes wegen Sittlichkeitsverbrechens aus Paragraph 175 des Strafgefegbuches, begangen in den Jahren 1922/25, verantworten, Winkelmann ichloß mit Vorliebe Freundschaften mit böberen Schülern. Diese Frenndschaften bat er in ichmählicher Weise mißbraucht. Das Gericht erkannte auf& Monate Gefängniš. Wintererholung für den geistig arbeitenden Mittelstand! Der Wintersport und die Erbolung und die Kräftigung durch den Wintersport ist für den geistig arbeitenden Mittelstand von ganz befonderer Bedeutung Leider macht die wirtschaftliche Rage diefer Schicht es im allgemeinen unmöglich, ntersportpläge Devo, Deutiche Bolfserbolunasheime, ihre Seime für den zu befuchen. Da ist es bon gana befonderer Bedeutung, daß die befondere Gigersburg in Thür., legisbab im Harz und Winteraufenthalt geöffnet bat. Gierfür fommen ins ofefstal am Schlierice in Betracht. Breife einfchl. voller Benfion 8,60 bis 4,25 M. pro Tag. Wintersportgeräte, Rodel fitten, Ger And Teibweise zu erhalten. Anmeldungen find mög lichst bald zu richten an: Deutsche Boltserholungsheime e. G. m. b. S., Berlin C 2, Boftftr. 10/11. Für unsere Frühjahrsjugendweihen werden Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung von 50 Bf. Einschreibegebühr in den nachstehenden Anmeldestellen angenommen: Für Berlin( im Großen Schauspielhaus, am 2. April[ Karfreitag]): Jugendsekretariat Groß- Berlin, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen ( Bimmer 11), geöffnet von 9 bis 4 lihr, Mittwochs und Frei tags von 9 bis 7 Uhr. S. Joseph, NW 21, Wilhelmshavener Straße 48( Spedition). 2. Hönisch, N 65, Müller- Ede Utrechter Straße( Spedition). 5. Mäde, N 65, Barfusstraße 13. P. Kroll, N 65, Utrechter Straße 21( Reftaurant). Hoffmann, N 58, Lychener Straße 8( Restaurant). 5. Obst, N 39, Aderstraße 174( Spedition). R. Andersson, N 31, Stralsunder Straße 19. Fischer, N 20, Bastianstraße 7. W. Güde, NO 18, Landsberger Allee 45 I. P. Dölz, NO 55, Immanuellirchstraße 24( Spedition.) Arndt, D 17, Martusstraße 36( Spedition). M. Wartmann, D 34, Königsberger Straße 37( Laben). 2. Wittschuß, D 34, Petersburger Straße 5( Restaurant). Karl Melle, D 34, Petersburger Play 4( Spedition). P. Lier, SO 26, Naunynstraße 9( Restaurant). 3. Bette, SD 36, Glogauer Straße 30, p. IV. Böhm, SO 36, Laufizer Platz 14/15( Spedition). Für Treptow- Baumschulenweg: B. Galles, Baumschulenweg, Schraderstraße 16, 3 Ir. V. Haß, SO 36, Harzer Straße 117, v. 3 Tr. Reßler, Treptow, Graeßstraße 50( Spedition). Für Schöneberg- Friedenau: Frau Klawitter, Schöneberg, Apoftel- Baulus- Straße 7. A. Petrie, Schöneberg, Ebersstraße 70. Rathmann, Schöneberg, Belziger Straße 27( Spedition). G. Schaudt, Friedenau, Bachestraße 9. Für Canfwih, Lichterfelde und Steglitz: Emil Ziege, Lichterfelde- Ost, Lorenzstraße 15. Karl Schönwetter, Lichterfelde- West, Händelplatz 5. Friz Hamburg, Stegliz, Schloßstraße 103. Wilh. Stubig, Stegliz, Ringstraße 7, Gartenhaus 3 Tr. Hellmut Krüger, Stegliz, Siemensstraße 76. Günther Felgentreu, Lankwiz, Charlottenstraße 34 Frau Ungerer, Wilmersdorf, Hanauer Straße 43, Siedlung. Für Charlottenburg( im Schiller- Theater, Grolmanstraße): J. Hinrichsen, Bayreuther Straße 25a. F. Schmidt, Rosinenstraße 4( Laden). Ostar Horftig, Sidingenstraße 58. S. Rabenstein, Niebuhrstraße 61. Borwärts- Spedition, Raiserdamm 102, Gartenhaus 1 Tr. Für Panfor und 19. Areis( in der Aula des Lyzeums Bantom, Görschstraße 42/44: Ronsumvertaufsstellen Bantom, Bollantstraße 102, Berliner Straße 47 und Breite Straße 16. Konsumverlaufsstellen Niederschönhausen, Ralfer- WilhelmStraße 79 und Kaiserweg 60. Die Stadtverordnetenversammlung hat in diefer Boche ihre Sigung am Donnerstag um 5 Uhr. Aus den vorhergeben. den Sigungen ist eine große Zahl Reste übernommen worben, au denen noch wieder neue Vorlagen und Anträge gekommen find. Die Tagesordnung umfaßt daher diesmal nicht weniger als 47 Berhandlungsgegenstände. Die 30 Meter hohe Rodelbahn im Boltspark Tempelhofer Feld|-37 Grab Celfus zu verzeichnen. Eger in Böhmen batte- 23 Grab ist im Betrieb. Geöffnet Sonntags von 10 bis 10 Uhr, wochentags C., Budweis 20, Labor 19, Brerau 17, Brag 16 C von 2 bis 10 Uhr. Eintritt für Kinder 10 Pf., Erwachsene 20 Bf. Fahrverbindung bis Kaiser- Friedrich- Platz durch Straßenbahn Linie 3 und 15, Autobus Linie 28, Untergrundbahn bis Bahnhof Hasen heide. Wintermärchen" ist ein Weihnachtsspiel, das der Birtus Buch den Kindern darbietet. Eine lustige anspruchslose Bewegtheit, die alles enthält, was sich mit dem Zauberwort Weihnacht in Kinderherzen einfindet. Also zuerst ist's ein Weihnachtsmarkt, dann gibt's einen riesigen Schneefall und tanzende Schneeflocken und die blinkende Schneetönigin. Dann tommt die rührfame Geschichte vom armen Besenbinder, der der Versuchung nicht widerstehen fann und bald nahe daran ist, den Teufeln in die Hände zu fallen. Aber es gibt nicht nur Teufel auf dieser Erde, sondern auch Engel und die Engel schweben im Rirfus herum und dirigieren die Sache so geschidt, daß das im ersten Bild verlorene Kindlein im fiebenten richtig por feinem weihnachtlichen Gabentische angelangt ist. Das Ganze ist zuerst munter, wird aber weiterhin durch häufung von Symbolen etwas zu schleppend. -ww " Das Weihnachtsprogramm des Wintergartens ift diesmal auf gute foltbe Mittelmare eingeftelt. Senfationelle Erregungen gibt es nicht und bas, was das Programm ziemlich vorlaut als fenfationell au bezeichnen für gut befindet, die drei Tänzer des New Yorker Siegfeld- Barietés, find für uns, die wir gerade in Deutschland mehr Wert auf Sbitenleistungen als Spikent ana legen, nicht biel mehr als gutes Barieté: Tanzakrobatit. Vortrefflich find die Schießleistungen des Juder: er schießt sich an tönenden Stäben ein Lied zurecht. Ausgezeichnet Bernts plastisch elaftischer Aft in feiner gerade durch monumentale Rube vergrößerten Schwierigkeit. Die Iberty odturner, bie unbegreiflichen Zaubereien des Dito, bie Bonbair Truppe und leider als einziger humoristischer Aft bie töftlichen overs runden das Programm. Der Wintergarten follte in dieser tristen Beit auf Humor mehr Wert als bisher legen. Aber bitte, feine Salon humoristen. Diese Herrschaften haben sich durch ihre leichte Berhöhnung der Republit, ibres ersten Präsidenten und ihrer ersten Minifter für alle Zeiten von erftrangigen Barietébühnen felber verbannt. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute Sonntag, nachmittags 3 Ubr, im großen Saal der Philharmonie: 2. Lanzveranstaltung, Drientalische Phantasien. Starten find noch am Eingang bes Saales zu haben.- Freitag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag): nächste Borstellung im Staatlichen Schiller- Theater, Charlottenburg. 8ur Aufführung gelanot Der Blüdsbils", Schwant von Guftab Nidelt. Breis pro Karte einschließlich leiderablage und Theaterzettel 1,20 M. Sonn abend, den 26. Dezember( 2. Beibnechtsfeiertag), bormittags 11 Uhr, im Broken Schaulbielbaus: 2. Proletarische Feierstunde. Träume der Miets. talerne. Preis ber Gingellarte 1,20 M. Für die letten vier Beranital fungen fönnen noch Abonnements zum Preise von 3,20 M. ausgegeben werden. Karten für alle Veranstaltungen find in den bekannten Ber taufsstellen zu haben. Die Kälte in Stadt und Land. Nach dem Bericht der bayerischen Landeswettermarie wurden in der Nacht zum Sonnabend ganz außerordent. liche Rältegrabe erreicht. In München Stadt wurde ein Temperaturminimum von 17 Grad gemeifen, in Nymphenburg 26 Grad und in Schleißheim sogar 27 Grad. Man rechnet mit der Fortdauer der strengen Frost. wetterlage. Nachdem die starken Schneefälle in Thüringen auf gehört haben, ist am Freitag nachmittag ein bedeutender Temperaturfturz eingetreten. In den Morgenstunden des Sonnabend sant die Temperatur in Erfurt auf 20 Grad unter den Gefrierpunkt. Bie bie Stettiner Hafenverwaltung mitteilt, ist die Schiffahrt Oder aufwärts bis Berlin eingestellt worden. die Ober abwärts bis zur See ist für Segelschiffe nicht mehr passierbar. Der Dampferverkehr nach Swinemünde wird durch Teilstre fe aufrecht erhalten. Aus dem ganzen Staatsgebiet der Tschechoslowatei werden große Fröste gemeldet. So waren u. a. in Lucenes( Lofonez) Schneesturm und Schneeverwehung in Nordrußland. zu Anfang der Woche durch starken Schneesturm besondere Verkehrs. Nachdem die Stadt Petersburg und das umliegende Gebiet bereits behinderungen erfahren hatte, macht die Petersburger Betterbeobachtungsstation jest bekannt, daß mit weiteren Schneefällen und schneeftürmen zu rechnen ist. Die Eisenbahnverwaltung hat an alle Linien Anweisung über die Bereitstellung von Arbeitern zur Beseitigung der Schneemassen ergehen lassen. Nach dem letzten Schneesturm waren die Straßen Petersburgs stundenlang unpaffierbar. Londoner Polizei und kurze Röcke. Die Londoner haben Sorgen. Insbesondere ihre Bolizei. Die mehr oder minder richtigen Ladies geben dem Sicherheitschef ordentliche Rüfie zu Inaden. Das ist so: Die Londoner Polizei hat eine Verordnung erlassen, derzufolge allen weiblichen Berfonen unter 12 Jahren strenge verboten wird, Röde au tragen, deren Abstand bom Erdboden mehr als 25 cm beträgt. Die Frauenorganisationen haben gegen das Diktat proteftiert. Jm Lande herrscht stürmische Erregung über den 25- cm- Grlaß. Bas Entießliches mag wohl auf Groß- Britanniens Fluren paffiert sein, daß der Bolizeichef fich genötigt fiebt, sogar die Kinderbeine in Schuhhaft zu nehmen? gericht in Dessau fällte im Brozeß gegen den Fabrikdirektor Bern Freispruch im Deffauer Brandstifterprozeß. Das große Schöffentein von der Holzindustrie Berlin- Dessau, der zugleich Hauptaktionär der Holz- und Metalltunstgesellschaft Groß- Rühnau ist, das Urteil. Der Angeklagte, dem zur Last gelegt worden war, zweimal turz hintereinander versucht zu haben, die leztgenannte Fabrit in Brand zu stecken und außerdem sein eigenes Auto verbrannt zu haben, um in den Besitz der sehr hohen Versicherungssumme zu fommen, wurde von der Anklage der Brandstiftung freigesprochen. aus großer Beteiligung der Bevölkerung von Gerthe fand am Beilegung von Opfern der Grube Cothringen". Unter überSonnabendnachmittag die Beifebung von vier Opfern des Explofioneungluds auf der Zeche Lothringen" I/ II statt. Nach einer schlichten Trauerfeier auf dem Rechenplag fetzte fich der schier enda lose Leichenzug in Bewegung. Die Bevölkerung bewahrte eine wür bige und ernste Haltung Reffung der in der Fairview- Mine Eingeschloffenen. Die in ber brennenden Fairview- Mine in Boulder( Nordamerita) eingeschlossenen Bergleute haben sich mit Unterstügung einer Rettungsabteilung aus dem Bergwerf retten fönnen und befinden sich nun in Sicherheit. Schweres Grubenunglüd in Bayern. Ein schweres Grubenunglüc ereignete sich in der staatlichen Rohlengrube Beisenberg in Oberbayern. Bei der Bohrarbeit im Gestein tamen mehrere Bergarbeiter auf einen nicht losgegangenen Schuß, der noch im Gestein stedte und dadurch zur Erplosion gebracht wurde. 3 Bergleute wurden, furchtbar verstümmelt, tot aufgefunden. Das Verbleiben der Reedereien in Rostod. Die Reederei befizer in Rost od batten die Abficht, ihren Betrieb infolge der boben steuerlichen Belastungen von dort zu verlegen. Am Sonnabend haben nun Besprechungen mit Mitgliedern des Rats, der Handelstammer und dem Verein der Reedereibefizer im Finanzministerium zu Schwerin stattgefunden, die das Ergebnis hatte, daß die Reedereibefizer durch Zufage von ErleichAuchterungen mit ihren 25 Seedampfern in Ro ft o d verbleiben werden. Imilder. Zeitweise aufklarend ohne wesentliche Niederschläge.- Für Denfich Weffer für Berlin und Umgegend. Fortbestand des Frostmetters, aber ond. Rotbestand des Frostwetters. Troffen und vielfach beiter. Im Diten milder und medfelnd bewölft. Preiswerte Festgeschenke Damen- Mäntel Flausch- Mantel 1250 gemustert Außergewöhnliches Angebot:" Damenhemden 190 275 Frauen- Mantel 2950 Nachthemden schwarz Astrachan, gefüttert Glocken- Mantel 35M Hemdhosen Velours de laine, kräftige Qual. Glocken- Mantel 39M de mit Biberette Morgenröcke Morgenjacke Morgenrock Morgenrock aus Well'né, offen und geschlossen su tragen aus Welliné, m. 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Solange diese pseudo- wissenschaftlichen Bemühungen noch allein von den Hilfstruppen der Arbeitgeberverbände ausgingen, konnte man über sie lächeln. Etwas anderes ist es aber, wenn heute ein Mann, der, obwohl der Industrie seinem Werdegang nach nahe. stehend, als unabhängiger Wissenschaftler mit aller Macht in dieselbe Kerbe schlägt. Es ist dies der Leiter der Nürnberger Handelshochschule, Professor Dr. Bershofen, dessen Ausführungen auf dem„ Kartelltag" des Reichsverbandes der deutschen Industrie große Beachtung gefunden haben und auch an dieser Stelle schon fritisch behandelt worden sind. Bershofen schreibt mun in der Oktober- Nummer des( von ihm begründeten) Keramos"( Monatsschrift für die gesamte Keramit), daß die Löhne aus dem 3wang der wirtschaftlichen Verhältnisse heraus heute niedrig sind und sein müssen, und daß fie, traft der Geltung der wirtschaftlichen Gesetze, auch in Zukunft niedrig bleiben müssen, daß die Preise für waren aber auf Grund eben derselben wirtschaftlichen Gesetze, troß aller Gegen maßnahmen, ihren Hochft and behalten müssen. Wer sich nun auf Grund dieser Säge, die für einen jeden nationalökonomisch einigermaßen Borgebildeten verblüffend, ja grotest wirten müffen, die Beweisführung Bershofens ein wenig genauer betrachtet, wird zu seiner Ueberraschung gewahr, daß hier eine Art Taschenspielerfunft mit Begriffen, unb zwar in erster Linie mit dem Begriff a pital" getrieben wird. Freilich wird man einem Mann von der Ueberteugungstreue und der fittlichen Strenge Bershofens taum vorwerfen tönnen, daß er geradezu eine Uebertölpelung seiner Leser beabsichtige. Aber damit wird seine Stellung taum gebeffert: denn als Begründung für das Zustandekommen diefes ungeheuerlichen wissenschaftlichen Schnitzers Vershofens läßt fich dann eben nur anführen, daß der Bunsch, Ergebnisse zu erhalten, die dem Unternehmer recht sein tönnen, den Blick des Wissenschaftlers bis zur völligen Blindheit umnebelt habe. Die Lage der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke. Sobald ein Abend anbricht, beschert er den Berliner Städtischen| Hälfte, auf die bie folgende Statistit Bezug hat, über alle Teile der Elektrizitätswerten eine Betriebsstörung. Entweder tritt in Etadt und gibt einen ziemlich zuverläffigen Einblick in die Be den Zentralen ein Defekt ein, oder er ereignet sich in den Unter- laftungszunahme gerade bei den Kleinabnehmern.( Die stationen oder in dem Berteilungsneg. Bon vielen dieser Störungen Großabnehmer werden nicht mit Gleichstrom, sondern mit hoch erfährt das große Bublifum nichts, weil es gelingt, ihrer innerhalb gespanntem Drehstrom beliefert). Der Zuwachs an Belastung war des Betriebes Herr zu werden. Biele Störungen aber find mit bei den Gleichstrom Unterstationen im Oftober dieses den egiftierenden Einrichtungen der Werte nicht zu bemeistern. Jahres verglichen mit dem Oktober vorigen Jahres: Dann treten tatsächlich Unterbrechungen der Strom. Lieferung ein, die sich durch Verlöschen des elektrischen Lichtes. Name der Unterstation durch Stillstand der Straßenbahn usw. unliebfam bemerkbar machen. Die Betriebsunterbrechungen rühren her von der gewaltigen Steigerung des Stromablages S Zuwachs ber Name der Unterstation Belastung in Rudolfplatz Voltastraße 0 Zuwachs der Belaftung in Proz d vor jähr.Belaftg Marlgrafenftraße.... 17,0 Mariannenstraße. Spandauer Straße. Manerstraße Schmidstraße Broz. b vor jähr.Belaftg. 62,5 20.5 67,4 26,0 Koppenplay. 67,5 42,2 Wilhelmshavener Str. 68,8 43,2 Boffener Straße 71,0 45,5 Palisadenstraße... 75,8 46,5 Prenzlauer Allee. 84,3 51,0 im vergangenen und in diesem Jahre, Steigerungen, bie zu be friedigen weit über die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Be- Königin Augufta- Str. triebsmittel hinausgeht. Die Steigerung des Stromablages aber ist Alte Jalobstraße.... zum Teil eine Folge des im Frühjahr 1924 eingeführten neuen Luisenstraße Grundgebührentarifes. Man wird sich erinnern, daß der neue Tarif anfänglich auf mannigfachen Widerstand, auch in den Kreisen der Partei, stieß. Bon diesem Widerstand ist nicht mehr piel übrig geblieben, nachdem die Masse der Stromabnehmer eingefehen hat, daß der neue Tarif tatsächlich eine erhebliche erbilligung des Stromes Die vorstehende Tabelle zeigt ganz einwandfrei, daß es gerade bie Arbeiterviertel wie 3offener Straße, Balisadenstraße und Brenzlauer Allee find, die den stärksten Zuwachs an Belastung und damit an Stromverbrauch wohlgemerkt nur an niedrig gespanntem Gleichstrom für Kleinabnehmer aufmeifen. Es ist flar, daß diese Bermehrung der Energieabgabe eine entsprechende Berstärkung der Berteilungsanlagen, bedeutet, eine Berbilligung, die so groß ist, daß der elettrische Strom auch für die großen Maffen der minderbemittelten Be Dölferung, der Arbeiter, Angestellten und Beamten, er. also ber Unterstationen, ber Rabel in den Straßen usw. zur Folge schwinglich geworden ist. Es ist ein Berdienst unserer Bartei, haben muß, und zwar werden die Berteilungsanlagen gerade in denim besonderen der in dem Aufsichtsrat der Elektrizitätswerte tätigen jenigen Stadtgegenden am stärksten erweitert werden müssen, die die Genossen Schlichting, Brolat, Reimann usw., ben neuen ftärffte Bermehrung des Stromablages aufweisen. Das sind in Tarif gegen alle Angriffe der ersten Beit aufrechterhalten zu haben. Diesem Jahre eben die Arbeiterviertel. Dies ist auch insofern einDaß der neue Tarif es tatsächlich weitesten Kreisen der Beleuchtend, als die wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung schon völkerung ermöglicht hat, sich die Vorteile und Annehmlichkeiten des felt langem das elektrische Licht benutzen, so daß ihre Wohnviertel elektrischen Lichtes nutzbar zu machen, das beweist die riesige An- verhältnismäßig dicht mit elektrischen Verteilungsanlagen ausgerüftet schlußbewegung, die wir in Berlin seit 1% Jahren erleben. Am find. In den Wohnvierteln der Arbeiterbevölkerung dagegen ist die 1. Juli 1924, d. h. furz nach Einführung des jeßigen Tarifes, be elektrische Berteilungsanlage bisher weniger entwidelt, weil trug die Zahl der Stromabnehmer 233 000. Sie ist im Berlaufe das elektrische Licht eigentlich erft jeßt, auf Grund des neuen billigen eines Jahres, bis 1. Juli d. 3., auf 316 000, d. h. um rund 83 000 Tarifes, dort seinen Einzug hält. Zu der Erweiterung der Primärgestiegen. Das ist stationen, wie sie der Neubau des Großtraftmertes Rummelsburg darstellt, tritt demnach als weitere Notwendigfeit der Ausbau der Berteilungsanlagen hinzu; denn es genügt felbstverständlich nicht, die elektrische Energie nur zu erzeugen, man muß sie auch an den Abnehmer heranbringen. ein Zugang von rund 300 neuen Abnehmern pro Arbeitstag. Diese Anschlußbewegung hält noch bis auf den heutigen Tag mit unverminderter Stärke an, und das wird wahrscheinlich noch auf Jahre hinaus so fortgehen. Denn es gibt im Bereiche der Berliner denen erst rund ein Drittel an das Stromversorgungsneß ange schlossen sind. Die restlichen zwei Drittel find fast ausschließlich Arbetterwohnungen. In diese das elektrische Licht einzu führen, ist gerade wegen der in Berlin herrschenden Wohnungsnot mit ihrer ungeheuren Ueberfüllung der Räume eine fulturelle und hygienische Notwendigkeit. Daß der Zuwachs an Abnehmern, und damit der Belaftung der Berte, abgesehen von den industriellen Neuanschlüffen, zu einem großen Teil von der Arbeiterbenolferung herrührt, das beweist auch ein Ueberblick über die Belastung der Gleichstrom. unterstationen der städtischen Elektrizitätswerte in diesem Jahre, verglichen mit der des Vorjahres. Dieser Ueberblid betrifft allerdings nur die mit Gleichstrom belieferten Abnehmer, das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung Berlins, weil die andere Hälfte mit Drehstrom versorgt wird, für die eine ähnliche Statistit aus technischen Gründen nicht möglich ist. Immerhin erstreckt sich die Die Manipulationen, mit denen Bershofen die von ihm gewünschten wissenschaftlichen Ergebnisse hervorzaubert, bestehen darin, daß er ein und dasselbe Wort Rapital" in zwei verstädtischen Elektrizitätswerte über 900 000 Haushaltungen, von schiedenen Bedeutungen nebeneinander gebraucht. Im all gemeinen wird jetzt in der Bulgärökonomie der Tagespreffe, der Berbände, der Regierung- furz also: in der Braris, die auf wissen schaftliche Fineffen feinen großen Wert legt und zu legen braucht die derzeitige Wirtschaftskrise damit erläutert oder erflärt, daß fie sine Krise aus Rapitalmangel" sei. In diesem Zusammen hang wird unter dem jetzt also mangelnden" Kapital da s rerstanden, was man genauer als flüffiges Rapital( liquides Kapital, Leihfapital) oder Rapital in Geldform bezeichnen tönnte. Daß diefe Art von Kapital fehlt bzw. daß fie im Berhältnis zum .Sachwerttapital" in viel zu geringem Maße vorhanden ist das eben macht die Jlliquidität der Wirtschaft aus, das bedeutet die Ursache( oder das Symptom) der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Bershofen macht sich die allgemein ver. bizitete Erfenntnis zunuße, daß das Fehlen an( flüffigem!) Rapital die wichtigste Krisenerscheinung sei, und stellt dann unversehens die ganze Sachlage auf den Kopf, indem er vom„ Kapitalmangel schlechthin spricht, aber Rapital" als Sachwerttapital" ( um in der landläufigen Ausdrucksweise zu reden) definiert! Er erklärt ausdrücklich, daß für ihn Betriebsmittel aller Art"( 8. B. cuch Wohnhäuser!) einschließlich aller Halb-( und Biertel!) Produkte, einschließlich auch der vorbereitenden Arbeiten für die Produktion, der Rohstoffe und der Hilfsstoffe in allen Stabien des Transports mit Rapital gleichbedeutend seien! An diesem Sapital" nun fehle es behauptet er weiter nach der weitgehenden Wer nichtung im Berlauf des letzten Jahrzehnts; es sei rar geworden, ftehe also hoch im Breise; daraus folge als Auswirtung wirtschaftlicher Gesezmäßigkeiten: hohe Warenpreise- niedrige Löhne! Es hält wirklich schwer, fich eine größere Bidersinnigkeit vor. zustellen. Demnach sind also die neun Millionen Brenn stoffe, die vor den Toren der deutschen Rohlengruben auf Halde" geschüttet liegen und die Ursache der schlimmsten Sorgen unserer Grubenherren darstellen. Kapital"- und noch viel zu menig Rapital dazu! Demnach sind die deutschen Bersten, deren SINGER NAHMASCHING SINGER NE SINGER MIT MOTOR U. NÄHLICHT Das nützlichste Weihnachts- Geschenk SINGER NAHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Berlin W 8, Leipziger Str. 92 Singer- Läden in allen Stadtteilen. Hellinge zum größten Teil verwaist liegen, Rapital" von der von der Gorte, wie wir es zu wenig haben. Belcher Unsinn, daß die deut. schen Eisenmerte nur mit 65 Broz ihrer Leistungs. fähigtett arbeiten, welche Kurzsichtigkeit, daß sie ihre Läger nicht vergrößern wollen so müßte Herr Bershofen fagen, wenn er tonsequent verfahren wollte denn: je mehr erzeugt, je mehr gelagert wird, um so mehr Stapital" hat ja die Bollswirt schaft!!- Benn uns, wie herr Bershofen es wissenschaftlich" darstellt, nichts weiter fehlt als die Anhäufung von Waren und Borproduften in ihren verschiedenen Bearbeitungs- und Transport ftadien und als die Auftürmung von möglichst großen Mengen von Betriebsmitteln- dann wären wir allerdings fein heraus! sir würden etwa vorschlagen, daß die Berliner Stadtverwaltung die Müggelberge und den Rüdersdorfer Kaltberg ab tragen und Sand und Kalt durch die Arbeitslosen in diesem Winter auf allen freien Plagen der Stadt aufhäufen läßt: fie hat dann Trauringe Marke Ribo" ( ges geschützt) bürgt für Feingenat und Gewicht Deutschlands reichhaltigste Auswahl! 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Die Finanzierungsfrage. Der Ausbau der elektrischen Verteilungsanlagen in den ver schiedenen Stadtgegenden fostet natürlich bei der räumlichen Ausdehnung Berlins viele Millionen Mart. Es wird sehr fchwierig fein, diese Rapitalien zu beschaffen, nachdem eben erft mei ausländische Anleihen für den Ausbau der Elektrizitätsmerte, im besonderen der 3entrale Charlottenburg und des Großtraftmertes Rummelsburg aufgenommen find. Andererseits ist es für den Fachmann durchaus nicht erstaunlich, daß Unternehmungen, wie die Berliner Städtischen Elektrizitätsmerte, Jahr für Jahr einen Rapitalbedarf haben, der in viele Millionen Mart geht. Der Aufsichtsrat der Elektrizitätswerte wird sich binnen turzem mit dieser wichtigen Finanzierungsfrage zu beschäftigen haben. Für die Berliner Bevölkerung, im besonderen die Berliner Arbeiterschaft, ist es von großer Wichtigkeit, wie diese Frage gelöst wird, die ihre eigenen Intereffen unmittelbar berühri. Dr. ing. W. Majerczit. Kapital" gefchaffen, nämlich Borarbeiten für die fünftige Produktion geleistet Betriebstapital bereitgestellt Wenn wir heute darangehen würden, ein paar hundert oder ein paar tausend Posttutschen oder Dampfmaschinen nach dem Prinzip von James Watt herzustellen: Herr Be.shofen würde diese lächerliche Berich wendung von Arbeit und material als Kapitolbildung begrüßen! Denn nach seiner Ansicht wird Rapital durch Sparen gebildet, d. h. durch Leistung von Arbeit, die nicht für den unmittelbaren Berbrauch, sondern für fünftige Produktion bestimmt ist. Es ist geradezu grotest: Zu einer Seit, mo riesengroße Fabritunternehmungen, also Betriebsmittelanhäufungen( das ist„ Kapital" im Sinne Vershofens), mit großen Berräten an Halb- und Fertigfabrikaten dann taum einen Räufer finden können, wenn sich aus ihnen teine Erträge herauswirtschaften lassen, da stellt sich ein Wissenschaftler hin und beweist, daß Produktionsmittel, Rapital", Sie wird sich freuen!! Baumw. 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Es ist eine völlige Bertennung des Wesens des( Sach) Kapitals, wenn Bershofen glaubt, daß sein bloßes Vorhanden. sein ausreiche, um die wirtschaftlichen Echwierigkeiten, die sich aus mangelndem Abfaß ergeben, zu überbrüden und zu beseitigen. Es ist ebenso eine völlige Verkennung des Wesens der jetzigen( 3lliquibitäts) Krise, wenn man meint, ihr hervorragendftes Symptom, den Mangel an flüffigen Rapitalien bei gleichzeitiger Ueberfülle an Sachwerten, durch weitere Sachwertanhäufung, anstatt durch eine Belebung und Stärkung der Rauftraft, beseitigen zu fönnen. Und mie der Theoretifer Bershofen den Begriff Rapital" auf den Ropf gestellt hat, so muß nun auch der Wirtschaftspolititer Bershofen zu vollkommen unsinnigen Schlußfolgerungen tommen, wenn er Einschränkung des Konjums durch hohe Breise, die zur Sparsamfeit zwingen, und Förderung der Erzeugung von Rapitalgütern fordert gerau das Gegenteil ist das richtige Mittel, um aus der Illiquidität der Wirtschaft herauszufommen! Diese Ertenninis ist auch langsam auf dem Vormarsche: das mächtige Beispiel der amerikanischen Wirtschaft läßt sich nicht über. sehen. Was soll man aber sagen, wenn ein Mann, der Anspruch auf wissenschaftliche Geltung erhebt, eine berartig. leichtfinnige Art wissenschaftlicher Beweisführung betreibt? Glaubt man etwa, daß ein einmal erworbener wissenschaftlicher Name durch noch so große Bodsprünge im nationalōtonomischen Denten leichtsinnig aufs Spiel gefeßt werden fann, und daß in der Wirtschaftswissenschaft ieder Fehler erlaubt ist, ohne seinen Urheber in der Fachwelt aufs tödlichste zu kompromittieren? Die Krise am Arbeitsmarkt. Starke Zunahme der Erwerbslosen in Berlin. Die tritische Lage des Arbeitsmarttes in Berlin wird auch in der letzten Woche durch ein meiteres merkliches Nachlaffen der Krafte anforderungen und start ansteigende Arbeitslosigkeit in fast allen Berufsgruppen gefennzeichnet. Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen beträgt gegenüber der Bormoche annähernd 10 000, eine Steigerung, wie fie in diefer Entwicklungsperiode noch nicht beachtet wurde. Dabei ist beachtenswert, daß männliche, weibliche und ebenfalls jugendliche Kräfte verhältnismäßig gleich. mäßig erfaßt werden, ein Zeichen dafür, daß nicht nur einzelne 3weige der Industrie, des Handels und Gewerbes leiden, sondern daß diese Entwicklung, mie auch schon früher hervorgehoben wurde, in den gesamten wirtschaftlichen Berhältnissen ihre Ursache hat. Infolge der sich immer mehr vermindernden Rauftraft weiter Kreise haben sich auch die bereits schon start zurückgeschraubten Erwartungen der Handelswelt für das Weihnachtsgeschäft nicht erfüllt, so daß zum Teil bereits er. tellte Aufträge zur Geftellung von Aushilfskräften zurüdgezogen werden, zum Teil die in Aussicht gestellten Aufträge unterblieben find. Ein prägnantes Bild von der fatastrophalen Entwicklung des Arbeitsmarktes in den letzten Wochen gibt ein Bergleich mit der Zahl der Arbeitsuchenden aus dem Bericht des Landesarbeitsamtes Dom 7. November 1925, wonach damals 65 164 Arbeit. fuchende, darunter 26 139 Erwerbslosenunterstügungsbezieher, gezählt wurden. Dagegen find je bt 101 758 Personen einschließ fich 48 195 Unterstüßungsbezieher bei den Arbeitsnachweisen einge tragen, gegen 91 935 in der Borwoche. Darunter befanden sich 68 586( 62 117) männliche und 33 172( 29 818) meibliche Berfonen. Unterstützung bezogen 37 099( 31 790) männliche und 11 096( 8873) meibliche, insgesamt 48 195( 40 663) Personen, davon bei Rotstands arbeiten beschäftigt 1343( 1346). Fortschritte im Normungswesen. Der Normenausschuß der Deutschen Industrie hielt am Sonnabend, 5. Dezember, im Ingenieurhaus zu Berlin feine diesjährige Jahresversammlung ab. Die Normung, deren große Bedeutung für die Bolkswirtschaft im Vorwärts schon des öfteren gewürdigt murde, hat sich gerade im letzten Jahre mit großer Stärfe und ebenso großem Erfolge weiter durchgefeßt. Heute gibt es ein Normblait verzeichnis, das nahezu 1100 Blätter umfaßt. Dr. ing. Neuhaus, der die Jahresversammlung leitete und bie einleitenden Worte sprach, erklärte wörtlich, daß es fich legt Apparate, Verstärker, Lautsprecher, Kopfhörer, Röhren, Batterien, Detektoren usw. kauft man am besten in dem wegen seiner großen Auswahl und gewissenhaften Bedienung 19.= Radio bekannten Radio- Spezialgeschäft ,, Focus" Kochstraße PELZARTIGE JACKEN aus bestem Mohair- Plüsch od. 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Sie verwandeln damit die legten Ziele der Normung in das Ges genteil und es ist erfreulich, daß Dr. Neuhaus erflärte, daß eine folche Politit nur furze Beine habe. Er führte zum Schluß aus, daß die Erkenntnis der Vorteile, die die Verwendung von Normen. teilen biete, eine gute Selbsttoftenberechnung, die in schärfster Weise durchgeführt werden müsse, zur Vorauslegung habe. Oberingenieur Gramenz sprach über die Einführung der Dinormen( Deutsche Industrie- Normen) auf Grund von Reiseeindrücken, die er in der letzten Zeit erhalten hatte, als er 180 deutsche Firmen befuchte. Er mies auf die Fortschritte des Normungswesens in ber Braris hin, verschwieg aber auch nicht gewisse Hemmungen, bie in solchen Betrieben zu finden sind, wo eine furzsichtige Leitung vorhanden ist und der entschloffene Wille fehlt, dem Fortschritt zum Durchbruch zu verhelfen. Trotz aller Fortschritte, die die Einführung der Normung gemacht habe, müsse das Tempo noch wesentlich beschleunigt werden, wenn die vom Normenausschuß der Deutschen Industrie geleistete Arbeit nicht dem Auslande eher zum Nugen ge reichen solle. In vielen Fällen zeigen ausländische Firmen in dieser Frage eine viel größere Initiative als die deutschen Kraftfahrzeugbau. Hier find Werkstoffe, Räder, Reifen, Zubehör, In Anschluß hieran sprach Dr. Scholz über die Normung im Karosserie und Kraftfahrradteile zum Gegenstand der Normungs. arbeit gemacht worden. Neben den bereits geschaffenen Kraftfahr. rabbaunormen sollen die vielen neuzuschaffenden Normen bis zum 1. Januar 1927 in der Automobilindustrie eingeführt werden. Hier gibt es aber auch noch eine Reihe von Bauteilen, deren Entwidlung noch nicht abgeschloffen ist. Man will die Arbeit durch Schaffung von sogenannten„ Bornormen erleichtern, damit sich die endgültige Konstruktion den später zu schaffenden Normen ent sprechend gestalte.. Ueber die Normung der Bauftoffe, Maschinenteile usw. hinaus bemüht sich der Normenausschuß um die einheitliche Regelung der Bergebung von Aufträgen, eine Arbeit, die vom Reichsverbingungsausschuß geleistet wird. Aus dem hierüber ge haltenen Referat des Oberbaurates BoB ging hervor, daß die Forde fämtliche Zweige des Baume ens und des Bauhandmerts auf 23 rungen, die für die Bergebung solcher Arbeiten zu stellen find, für Normblättern niedergelegt worden sind. Mit den Mißständen, die fich infolge der Bergebung von Arbeiten auf der Grundlage des Wettbewerbes ergeben haben, foll eben gründlich aufgeräumt werden. ab. anforderungen in ben en ben fonftigen Monetsiden Abfichen Grenzen. Es flossen zusammen 504,1 mil M. an Geldscheinen neu in den Verkehr ab. fo daß sich der Umlauf an Reichsbantnoten entsprechend von 2423,9 Mill. M. auf 2770,9 mill. M. und der Umlauf an Rentenbandscheinen von 1323,2 Mill. M. auf 1480,3 mill. M. erhöhte. Ferner wurden für 193,4 MuL M Rentenbanticheine den betreffenden gefeßlichen Bestimmun gen entsprechend in Zusammenhang mit der Abdedung von Rentenbantfrebiten getilgt. Die Bestände der Bant an Rentenbank scheinen nahmen insgesamt um 350,5 mill. M. auf 130,8 Mill M. Der Befelbestand erfuhr eine Zunahme von 270,2 mill M., wovon 147,5 mill. M. auf Einreichungen von privater Seite und 122,7 mill M. auf Rüdgabe von redistontierten Bechsein entfallen; der gesamte Wechselbestand erreichte somit die Höhe von 1649,7 mill M. Der Lombardbestand erhöhte sich um 12,2 Mill. M. auf 23,8 Mill M. Der Bestand an Gold und 10,0 Mill. I auf deckungsfähigen Devisen hat sich 1609,7 ill. m. erhöht. Die umlaufenden Noten werden durch Gold allein zu 436 Broz.( gegen 49,8 Proz. in der Borwoche), durch Gold und deckungsfähige Devisen zu 58,1 Broz( gegen 66 Proz in der Borwoche) gedeckt.. Großhandelsinder. Die auf den Stichtag bes 2. Dezember berechnete Großhandelsindegziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 122,9 gegenüber dem Stande vom 25. November ( 122,7) nahezu unverändert geblieben. Höher lagen die Preise für Roggen unb Weizen, Rindfleisch, Hopfen, Baun woll- und Jutegarn, sowie für Zinn und Aluminium. Gesunken sind die Preise für Hafer, Butter, Schmalz, Zuder, Milch, Treibriemens eifenmetalle. Bon den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugniſe leder, für die Tertilrohstoffe, Leinengarn und für einige NichtDon 117,3 auf 117,9 oder um 5 Broz angezogen, während die Industriestoffe von 132,9 auf 132,3 oder um 0,3 Broz nachgaben. Für den Durchschnitt November ergibt sich ein Rüdgang der Großhandelsinderziffer von 123,7 im Durchschnitt Oftober auf 121,1 oder um 2,1 Proz Die Preußag. bie bas Bergwerfeeigentum des preußischen Staates im Pachtvertrag vertoaliete, foll umgestaltet werden, und awar berart, daß ihr das Eigentum an dem Bergwerk- übertragen wird. Eine entsprechende Gelegesvorlage wird in fürzester Beit an den Landtag gelangen. Die Umstellung wird auch eine Erhöhung des Aktienkapitals zur Folge haben. Gute Entwicklung der Sparkassen Preußens im Oftober. Die erfreuliche Entwicklung der Einlagebestände im Sparverfehr hat im Berichtsmonat in Preußen weitere Fortichritte gemacht. Dem Gesamteinlagenbestand am 30. Oftober fehlten nur noch 3,1 Mill RM. an der ersten Milliarde, was allerdings noch nicht ein Zwölftel des Borkriegsstandes ausmacht. Der abfolute Zuwachs im Oftober beträgt 51,6 Mil RM. 5,5 Prog. Seit dem 1. Januar 1925 haben sich die Einlagen um 591,4 Mill RM erhöht. Schon vor dem Kriege hatte eine Fünfzehnertommission des Reichs tages fich mit dieser Arbeit befaßt. Die geschäftsführende Leitung des Sfillegung der Aga- Werte? Die Bereinigung der Aga- Gläubiger nach dem Kriege eingesetzten Ausschusses liegt bei der Reichsbauver. der 2,3 Millionen oder 50 Broz der Gesamtforderungen angehören, waltung, die eine Abteilung des Reichsfinanzministeriums ist. Der hatte zum Freitag zweds Aussprache über die zu treffenden Maß Ausschuß feßt sich zusammen aus Bertretern der betreffenden Reichs nahmen eine Berfammlung einberufen. Nach den Darlegungen des refforts der Länderregierungen, des Deutschen Städtetages, des Borstandes dieser Gläubigervereinigung find erhebliche attienrechtReichsverbandes des Deutschen Handwerks, der Gemertschaften, bes Reichsverbandes des Deutschen Handwerks, der Gewerkschaften, bes liche Berstoße bei dem Uebergang der Aga an Stinnes vorgekommen, Berbandes der Deutschen Architekten- und Ingenieurvereine und des und die daraus hervorgehenden Regreßansprüche sollen nun verfolgt Bundes Deutscher Architekten. Da diese neuesten Normblätter bereits werden. Ferner fand eine Aussprache darüber statt, ob der Be. die Anerkennung aller behördlichen und privaten Kreise gefunden trieb weitergeführt oder gefchloffen werden folle haben, dürften sie sich alsbald in der Praris durchsetzen. Die Stimmung der Mehrheit war augenscheinlich für die Fast jede Ausstellung und jede Messe beweist heute, daß die Schließung, und zwar wurde sie damit motipiert, daß bei dem Einführung der Normungsarbeit tatsächlich die Fortschritte Weiterarbeiten, zumal bei der jeßigen Wirtschaftslage die Kon macht, die von den Vortragenden behauptet wurden. Die Arbeiter fursmasse eher Derringert als vermehrt werden schaft steht diefen Dingen weder gleichgültig noch ablehnend gegen tönne.( Das Schicksal der zusammengeschmolzenen Belegschaft scheint über. Sowohl als Schaffende wie als Berbraucher hat sie die Borden Gläubigern nebensächlich!) Es wurde ausgeführt, daß der teile erkannt, die aus den Arbeiten des Normausschusses, die ja zu- normale Berlaufspreis für einen Aga- Bagen 5200 M. beträgt. Hier. nächst nur der Industrie, der Privatwirtschaft dienen follten, der All von gehen 520 M. Lurusfteuer ab und 3850 M. für Materialien, gemeinheit ermachfen müffen. so daß der Reft für die übrigen Untoften, Löhne usm. aufgehe. Es tommt weiter hinzu, daß die Wagen zum Teil gegen Wechiel vei fauft werden und es sehr zweifelhaft fei, ob die Gelder für diese Wechsel hereintämen. Die Belegschaft war bei der Konfurseröffnung auf 400 Mann reduziert, die Höchstbelegschaft des Werkes betrug 2000 Mann. Gegen die Schließung wurde angeführt, daß bei der Aga erhebliche Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 17,5 Millionen Mart beständen, daß es sich zum Teil um fleine Betriebe handele, die ihre Werte ganz auf die Lieferung an die Aga eingestellt hätten und daß diese selbstverständlich mit erheblichen Schadenersazansprüchen an die Kontursmaffe herankommen werden. Ein Beschluß murde nicht gefaßt. Am 18. Dezember findet vor dem Amtsgericht Lichtenberg die erste Gläubigerversammlung ftatt. 23. Dt. Amerikanische Methoden der Kapitalbeschaffung in Deutschland. Eine bisher in Deutschland nur außerordentlich felten gebrauchte, in Amerita aber durchaus übliche Form der Kapitalbeschaffung mendet jest die Leipziger Bierbrauerei zu Riebed u. Co. 2.-G. an. Sie gibt eine mit 10 Bros. feft ver. zinsliche Anleihe aus, die von dem Bantentonfortium mit 97. Broz. freihändig verfauft wird. Die Anleihe lautet auf Feingoldbasis und ist hypothetarisch gesichert; fie foll von 1931 ab innerhalb 25 Jahren durch Auslosung zu 105 Broz getilgt werden. Bis dahin unter scheidet sich die Anleihe nicht von anderen Obligationsanleihen. Das wesentlich Neue ist, daß die Obligationäre auch am Rein gewinn der Gefellschaft beteiligt werden sollen, indem sie eine Zusatzverzinsung von je% Prozent des Prozentſages erhalten, um den die Dividende der Stammattien mehr als 8 Proz. beträgt. Außerdem ist den Obligationären freigestellt, bis zum Jahre 1928 ihre Obligationen im Berhältnis von 3: 1 in Riebed- Aktien um zu tauschen. Man hat hier die Form der amerikanischen Umtausch bonds( Convertible- Bonds) angewandt, die bisher nur einige wenige deutsche Gesellschaften sich zu eigen gemacht haben. Die Reichsbant am Ende November. Nach dem Ausweis der Reichsbant vom 30. November hielten sich die Zahlungsmittel. 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Maßregelungen in den Berlin- Karlsruher Industriewerten. Die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Arbeiter der Berlin- Karlsruher Industriewerfe wehren sich seit längerer Zeit gegen die systematische Bekämpfung ihres Betriebsrats durch die Direktion der genannten Firma. Vor einigen Wochen hatte, wie wir in Nr. 499 des„ Vorwärts" berichteten, das Gewerbegericht auf Antrag der Firma die am 28. September vollzogene Wahl des Betriebsrats aus formalen Gründen für ungültig erklärt. Nach Aeußerungen, welche der Leiter des Betriebes, Direktor Balzer, damals an Gerichtsstelle machte, fonnte man annehmen, daß die Betriebsleitung bereit wäre, fich mit dem Verireter des Metallarbeiterverbandes über eine die Rechte der Arbeiter sichernde Regelung der Betriebsratsfrage zu verständigen. Aber es tam ganz anders. Die beiden Mitglieder des Betriebsrats, die als Kläger vor Gericht aufgetreten waren, gingen nach der Beendigung des Prozeffes in die Fabrit, um ihre Arbeitsplätze wieder einzunehmen. Aher man ließ fie gar nicht erst hinein, sondern gab ihnen ihre Entlassung. Am Abend desselben Tages wurde in einer Betriebsversammlung ein Wahlvorstand zur Vorbereitung einer Neuwahl des Betriebsrats eingesetzt. Am Bormittag des folgenden Tages begab fich der Wahlvorstand in das Bureau des Direktors Balzer, um ihm die Wahl anzuzeigen. Der Direktor war nicht anwesend. Sein Assistent fagte, er werde, wenn der Direttor fäme, dem Wahlvorstand Mitteilung machen, damit er sein Anliegen vorbringen könne. Aber ehe diese Mitteilung erfolgte, erhielten die Mitglieder des Wahlvorstandes ihre Entlassung. Am darauf folgenden Tage wurden dann auch noch sämtliche Mitglieder Des vom Gewerbegericht für ungültig erklärten Betriebsrats ent lassen. So waren also in drei Tagen neunzehn Arbeiter gemaßregelf, lediglich deshalb, weil sie einem der Firma nicht genehmen Betriebs. rat angehört oder sich für die Wahl desselben eingesetzt hatten! Die Gemaßregelten flagten nun, vertreten vom Deutschen Metallarbeiternerband, beim Gewerbegericht. Sie beriefen sich auf § 95 des Betriebsrätegesetzes und beantragten, ihre Entlassung für unwirksam und das Arbeitsverhältnis als fortbestehend zu er flären. essen der Arbeiter wahrnehmenden Betriebsrats zu verhindern. Daß sie das nicht darf, darüber ist sie jetzt durch das Urteil des Gerichts belehrt worden, das wie der Vorsitzende, Magistratsrat Schult, verkündete- einstimmig gefaßt wurde. Das Urteil geht dahin, daß vier Kläger abgewiesen wurden, weil sie nicht auf der Borschlagsliste zum legten Betriebsrat standen, also durch Gesez nicht vor Entlassung geschützt waren. Hinsichtlich der übrigen Kläger erkannte das Gericht, daß ihre Entlassung als unwirksam und ihr Arbeitsverhältnis als fortbestehend zu gelten hat, denn diese Kläger sind entlassen, weil sie sich auf die der Firma nicht genehme Vorschlagsliste feßen ließen und für die Wahl dieser Liste eintraten. Dadurch hat die Firma gegen§ 95 des Betriebsrätegesetzes verstoßen. Ob sich die Betriebsleitung der Berlin- Karlsruher Industriewerte durch diese Niederlage veranlaßt sehen wird, ihren gesetzwidrigen Kampf gegen den Betriebsrat aufzugeben? Sie wird es müssen, wenn die Arbeiter meiter einig und geschlossen von ihren Rechten Gebrauch machen. Eine grundsätzliche Entscheidung des Reichsgerichts. Zwei bei der Güterabfertigungsstelle in Schwerin tätige Güter. bodenarbeiter, gleichzeitig Mitglieder des Betriebsrats, wurden am 19. Januar 1924 aus Anlaß des Personalab baues entlassen. Mit der Behauptung, daß der Betriebsrat seine Zustimmung zur Kündigung verjagt habe, verl: ngten fie tlagend von der Reichs bahngesellschaft den Lohn für einen weiteren Monat. Das Land gericht Schwerin und das Oberlandesgericht Rostod gaben der lage statt, das Reichsgericht wies die Revision der Reichsbahngesellschaft zurüd. In den Entscheidungsgründen wird ausgeführt, die nach Meinung der Beklagten in Frage tommende Betriebsratssitzung vom 7. Januar 1924 sei teine solche gewesen, sondern nur eine private Besprechung mit dem Vorsteher der Güterabfertigungsstelle H. Eine Ladung der Betriebsratsmitglieder unter Mitteilung des Beratungsgegenstandes(§§ 29, 32 Betriebsrätegesetz) habe nicht stattgefunden, ebensowenig sei das vorgeschriebene Pro fotoll aufgenommen. 5. habe vielmehr den Betriebsratsvorsitzenden und zwei stellvertretende Betriebsratsmitglieder in fein Arbets immer gerufen und mit ihnen wegen ihrer Zustimmung zur Kün digung verhandelt, über das Ergebnis der Abstimmung gingen die Behauptungen der Parteien auseinander. Dann fährt die Begründung fort: Es liegt nun in der Natur der Sache, daß bei wichtigen Kollegialentscheidungen jedes Mitglied des Kollegiums in die Lage versetzt werden muß, die Anschauungen und Erwägungen der anderen Mitglieder fennen zu lernen, um sie zu prüfen, sich ihnen anzuBetriebsvertretung eine freiere Auffassung Blaz zu greifen schließen oder ihre Widerlegung versuchen zu fönnen. Daß bei der habe, ist um so weniger anzunehmen, als der Gesetzgeber Beeinträchtigungen der Rechte und der Tätigkeit einzelner Betriebs. bedroht(§ 99 BRG.) und dadurch zu erkennen gegeben hat, ratsmitglieder sogar mit öffentlich- rechtlichen Strafen beimißt. Die einschlägigen Bestimmungen des BRG. sollen eine welche große Bedeutung er der Stellung des Betriebsrats ordnungsmäßige, fachliche Beschlußfaffung gewährleisten und eine mitglieder verhüten. Ueberrumpelung oder Uebereilung der Betriebsrats Vom Lehrlingswesen im Auslande. Berufsausbildung. Obgleich der geschilderte Hergang gar keinen Zweifel darüber bestehen lassen fann, daß es sich hier um eine unverschämte, gegen Recht und Billigkeit verstoßende Maßregelung handelt, be hauptete der Prozeßvertreter der Firma doch, die Entlassungen hätten mit der Betriebsratswahl nichts zu tun, sondern sie seien nur wegen Arbeitsmangel" erfolgt. In den letzten zwei Monaten feien ja wegen Einschränkung des Betriebes 600 Mann entlassen worden. Auf die Frage, ob denn an den in Rede stehenden drei Tagen außer den Klägern noch andere Arbeiter und wie viele entlassen worden seien, fonnte der Vertreter der Firma feine Auskunft geben. Dies Schweigen fagt übrigens genug. Daß die Kläger nicht wegen Arbeitsmangel entlaffen wurden, geht schon daraus hervor,( JAB.) Der Staat Wisconsin nimmt in den Bereinigten Daß sie wie der Vertreter des Metallarbeiterverbandes feststellte Staaten in bezug auf die Organisierung des Lehrlingswesens die nicht einmal ihre angefangenen Attorderste Stelle ein. Bereits seit 1911 besteht dort ein Gesez, melches die arbeiten fertig machen durften. So eilig hatte es die Einstellung von Jugendlichen von bestimmten Boraussetzungen abFirma mit der Entlassung. hängig und den Fabrikaufsichtsbeamten für die genaue Durchfüh rung der Bestimmungen des Lehrvertrages verantwortlich macht. Von den Ausschüssen für das Lehrlingswesen, welche Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer umfassen, sind sorgfältig vorbereitete Programme für die prattische Ausbildung aufgestellt worden. Wichtige Betriebe haben einen Aufsichtsbeamten für das Lehrlingswesen. In der Metallindustrie in Milpautee ist eine besondere Abteilung dafür geschaffen worden. Außerdem haben manche Arbeitgeber Ausbildungsbeamte angestellt, deren Zahl je nach der Bedeutung und dem Umfange der Ausbildung, die den Lehrlingen gegeben wird, verschieden ist. Ferner haben verDa zurzeit kein Betriebsrat in den Berlin- Karlsruher Industriewerfen besteht, so hätte die Firma, wie es das Gesetz vorschreibt, einen Wahlvorstand zur Vorbereitung der Betriebsratswahl einfegen müssen. Aber sie denkt gar nicht daran, weil, wie ihr Vertreter vor Gericht behauptete, die Arbeiter„ gar fein Interesse an der Wahl eines Betriebsrats hätten". Diese Behauptung widerspricht den Tatsachen. Richtig ist, daß die Firma einen ihr gefügigen Betriebsrat haben möchte, und da sie einen solchen nicht bekommen fann, so sucht sie mit un. geseglichen Mitteln das Zustandekommen eines die InterFRITZI 19910 MASSARY Sonntag, 6. Dezember 1925 schiedene Betriebe in dem Bestreben, die Lehrlinge so vollkommen als möglich auszubilden, einen Lehrlingsaustausch einge führt. Im Juni 1924 bestanden 2050 Lehrverträge in ungefähr 70 Betrieben. Steuer für Lehrlingsausbildung. ( JAB.) Der Staatssekretär für den technischen Unterricht und die schönen Künfte in rantreich bereitet eine Berwaltungs anordnung vor, die sich auf Artikel 25 des Finanzgesetzes vom 13. Juli 1925 ftüßt, der die Erhebung einer Lehrlingssteuer vorsieht. Der Ertrag dieser Steuer soll zur Förderung des gewerblichen Unterrichts und der Lehrlingsausbildung sowie zur Schaffung wissenschaftlicher Versuchsmertstätten verwendet werden. Lehrlingsschutz. ( JAB.) Der letzte Kongreß des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes in Frankreich hat verschiedene Entschließungen, die Berufsaus bildung betreffend, angenommen. Eine Entschließung fordert eine Ergänzung des Gesetzes vom 25. Juli 1919( Gesetz Astier). Insbe fondere wird verlangt, den Schulbesuch für Lehrlinge in die Arbeitszeit zu verlegen ohne Rücksicht auf die Dauer des Arbeitstages. Eine Berminderung des Lohnes der Lehrlinge dürfe durch den Schulbesuch nicht eintreten. Weiter fordern die Gewett. schaften die Annahme des Gefeßzentwurfes über Lehrlings. tammern, der von dem Obersten Rat für technischen Unterricht unter Beteiligung non Vertretern der Gemerkschaften vorbereitet murde. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Achtung, SPD.- Metallarbeiter 20. Beziz!! Am Montag, den 7. Dezember, 6 Uhr, bei Knapp, Grünthaler Str. 6, Berfammlung aller SBD.- Genoffen der Betriebe des 20. Bezirks. In Frage tommen die Betriebe Gesundbrunnen, Reinickendorf- Oft, Rosenthal, Buchholz, Bankow und Seinersdorf. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Solzarbeiter Bez. Often I!( Richtung Amsterdam.) Diens baa 7 Uhr im Lotal Gritner Weg 48 wichtige Bersammlung. 8chlreiches Erscheinen erwartet Der Werbeausius. Behördenangestellte Berlins! e im Rentralverband ber Angestellten, im Bund der technischen AngeRenten und Beamten, im Deutschen Wertmeister- Berband und im Allgemeinen Berband der Deutschen Bankengestellten organisierten Berliner Angestellten bei Reichs, Staats- und Gemeindebehörden müffen fich restlos an ber Rundgebung am Dienstag, ben 8. Dezember, abenbs 8 Uhr, auf dem Gendarmenmarkt beteiligen. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Bein. Flotau. Reichelt. Freie Gewerkschafts- Jugend. Morgen, Montag, 7% Uhr, im Jugendbein des Metallarbeiterverbandshauses. Linienste. 83/85, Rusamnentunft der Grupper. leitungen. Gesundheitsschuh der Jugend im Betriebe". Referent: Genoise Norbert Marg. Mitteilungen. Wir erwarten vollzähliges und piinitliches Freigewerkschaftliche Jugendzentrale. Erscheinen der Jugendfunktionäre. Mitgliedsbuch und Seimausweise legiti mieren. Bezirksversammlungen bes 8b Montag: Nordwesten: Restaurant tant Edmann, Charlottenburg, Scharrenstr. 34( in unmittelbarer Nähe des Achtung, neutes Lotal! Beginn 8 Uhr. Schöneberg, Friedenau, Berlin B 30, 35, 57: Restaurant Berwiebe, Schöneberg Ebersftr. 18. Beginn 8 Uhr. Röpenid: Restaurant Autopeter, Berliner Straße 27. Beginn 7% Uhr. Donnerstag, den 10. Dezember: Bots dam: Restaurant Becker, Lindenstt. 20. Beginn 7 Uhr. Deutsche Filmgewerkschaft. Deffentliche Bersammlung aller Arbeitnehmer ber Filmfabribation( Ropieran fbalten und Berleihbetriebe) am Montag, 8 Uhr, in ben Blücherfälen, Blicherfic. 61. Wilhelmplakes). Matite, Turmftr. 78. Beginn 8 Uhr. Charlottenburg, Berlin W 62: ReftauMeber! Bronchenversammlung morgen, Montag, 7 Ube, Schieffche Sei mat. Neue Friedrichstr. 1. -Mitglieder ber privaten Elektrizitäts- und Baffermerte! Märkisches Cleftrizitätswert, Charlottenburger Wafferwerke, Elektrisitätsmert Südwest, Berliner Bororis Elettrizitätswerte, Brandenburgische Kreiseleffrizitätsmerte: Mittwoch, ben 9. Dezember, 7% Uhr, in Saverlands Festfalen, Reue, Friedrich Ede Rochstraße, wichtige Mitgliederversammlung. am aleichen Tage gefällten Schiedssprüchen hinsichtlich der neuen Wertstarif Stellungnahme zu den verträge". Butab. DBB. 86. Achtung, Arbeitslose bes Baugewertsbunbes! Am Mittwoch, den 9. De ember, mittags 12 Uhr, in den Residenafeftfälen, Landsberger Str. 31, Ber fammlung aller arbeitslofen Bauarbeiter und Angehörigen der Fachgruppen, Tomeit diefelben im Baunewerfsbund organisiert find. Mitgliedsbuch oder Ausmeis über Organisationszugehörigkeit ist am Saaleingang vorдuseigen. Ohne dasselbe tein Zutritt. Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin, Der Borstand. ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Muſifaufträge übergibt man nur dem Nachweis bes Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027. Andreasftr. 21( Stonigitadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch DIE UNVERGLEICHLICHE ZIGARETTE 43 FRITZI MASSARY G 43 ** Aus der Partei. Baltisch- fozialistische Studentenkonferenz. al| In Riga fand dieser Tage die erste Konferenz sozialistischer Studenten der baltischen Staaten statt, auf der Lettland, Estland, Litauen und Bolen vertreten waren. Der 3red der Tagung war Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Studierenden der baltischen Länder zur Förderung der gemeinJamen fulturellen Interessen und zur Vorbereitung eines Weltfongreffes sozialistischer Studenten. Die Bertreter der einzelnen Länder berichteten über das akademische Leben ihrer Heimat In einer Entschließung für den Zusammenschluß der gefamten sozialdemokratischen Studentenschaft der baltischen Staaten und auf Gründung eines ständigen fozialdemokratischen Studenten bureaus ist angenommen worden. Der Vorstand wurde sofort ge= mählt. Finnland soll zum Beitritt aufgefordert werden. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, den 7. Dezember, 7 Uhr, bei Alus, Danziger Str. 71, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, den 7. Dezember, 6% Uhr, bei Bieler, Dieffenbachstr. 76, Gigung des engeren Kreisvorstandes. Kurze Befprechung mit den Abteilungsleitern. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Montag, den 7. Dezember, 8 Uhr, bei Bill, Martin- Luther- Str. 69, Sigung aller Elternbeiräte. Tagesordnung: BorErscheinen unbedingt er bereitung der nächsten Elternbeiratswahlen. forderlich. Dienstag, den 8. Dezember, 8 Uhr. Sigung der Zeitungs tommission. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 7. Dezember, 7½ Uhr, in den Baffagefälen, Die Arbeiter Bergstraße, Bortrag: Areismitgliederversammlung. bewegung und ihre kulturellen Aufgaben". Redner: Emil Barth. 17. Kreis Bichtenberg. Die Funktionärsikung am Dienstag, den 8. Dezember, fällt aus. Dafür Beteiligung an der öffentlichen Rundgebung in ber ,, Neuen Welt", Safenheide. 18. Areis Weißensee. Montag, den 7. Dezember, 7 Uhr, im Rathaus, Großer Gigungsfaal. Sigung des Borstandes. Um 8 Uhr ebenda Gigung der Fraktion. Die Funktionärfihung findet in dem gleichen Gaale ftatt. Heute, Sonntag, den 6. Dezember: 31. Abt. Achtung, Bezirksführer! Seute vormittag bei Goldschmidt, Stolpische Straße 36, Rarten abholen für die Abendfeier am 19. Dezember. 32. Abt. Achtung! Bezirksführer holen Sandzettel ab vormittags 10 Uhr von Kromphardt, Grüner Weg 49. Ertner. Im Parteilokal Paul Gruno, Königftraße, von nadmittags 1-8 Uhr Bücherausstellung. Morgen, Monfag, den 7. Dezember: 1. Abt. 7 Uhr bei Aschiefing, Aderstr. 1, Funktionärsigung. Die Sammel listen find am gleiden Tage abzurechnen. 7. Abt. 7% Uhr bei Bärwalbe, Schlegelftr. 8, Funktionärfihung. Die MitDafür beteiligen sich die gliederversammlung am Dienstag fällt aus. Genoffen an der öffentlichen Rundgebung am Dienstag, den 8. Dezember, in der Neuen Welt", Hasenheide. 8. bt. 7 Uhr bei Rüdert, Steinmehstr. 36a, wichtige Funktionärfikung. ( Adressen unserer Alten und Kranken bereithalten.) 17. Abt. 7 Uhr Sikung der Partei- und Betriebsfunktionäre im Aleinen Tharusfaal, Mullerftr. 142. 18. Abt. Die Funktionärsikung findet am Montag nicht statt. Alle Funktionäre beteiligen sich an der Kreisfunktionärversammlung in den Pharus fälen. 24. Abt. 7 Uhr bei Seidler, Winsstr. 44, Funktionärfizung. Die fertigen Rinderliften find mitzubringen. 28. Abt. 714 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Funktionärligung. Bich tige Tagesordnung 39. t. 7% Uhr in der Juristischen Spredyftunde, Lindenstr. 3, Funktionär fikuna. Abrechnung. 42. Abt. 8 Uhr bei Wiersdorff, Urbanftr. 6, Funktionärsikung. Bünktliches und vollzähliges Erscheinen unbedingt notwendig. Die Bezirksleiter laden zum Rahlabend ein. 43. Abt. 7 Uhr bei Mendler, Dieffenbachftr. 54, wichtige Funktionärfinung. 45. Abt. Die Funktionärfkuna fällt a u s. 46. Abt. 7% Uhr bei iEchols, Cuornstr. 23, Sigung der Abteilungsleitung und fämtlicher Funktionäre. Die Bezirsführer laden au der Mitgliederperfammlung am Mittwoch, den 9. Dezember, ein. 48. bt. 8 Uhr bei Keller, Fürstenstr. 1, Funtignärligung. Die Bezirksführer slaben zu ber am Mittwoch, ben 9. Dezember, ftattfindenden Mitgliederversammlung, in welcher Genoffe Dr. Baul Levi foricht, ein. 85. Abt. Tempelhof. 72 Uhr im Lokal Aur Linde", Friedrich- Karl Ede Werderstraße, Funktionärversammlung. Redner: Genoffe Schmidt( Wirtfdaftsminister a. D.) über: Locarno- Bertrag" 115. Abt. Lichtenberg. 8 Uhr bei Lohann, Jung- Ede Oderftrake, Funktionär. fikuna. 124. bt. Wahlsdorf. 8 Uhr bei Breiban Borstandsfikung. 128./130. bt. Bankow und Heinersdorf. Montag, ben 7. Dezember, 7% Uhr. bei Dreier Funktionärisung. Am Sonntag, den 6. Dezember, nach mittags 2 Uhr, auf dem Marktplan in Pantom öffentliche Rundgebung bes Reichsbanners. Wir erwarten rege Beteiligung. Uebermorgen, Dienstag, den 8. Dezember: 16. 5t. 71 Uhr bei Döhling, Brunnen ftr. 79, Funktionärligung. 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr im Parteilokal Midlen. Potsdamer Str. 25, wifige Funktionärsizung. Sämtliche Abteilungskaffierer müffen unbedingt erscheinen. 137. bt. Reinidendorf- Weft. 7% Uhr im Boltshaus, Scharnweberftr. 114, Funktionärsgung. * Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Gruppe Wilmersdorf: Montag, ben 7. Dezember, 7 Uhr, im Klassenzimmer der Hindenburgschule, Am Seepart, Elternversammlung. Bortrag des Genossen Dr. Sehring über: Schulaufgaben". Gruppe Berlin- Mitte: Donnerstag, ben 10. Dezember, 8 Uhr, lieft im Kreis ber Funktionäre im Seim Blumenstr. 77 Genoffe Heinrich Schulz aus feinen Märchen vor. Bertreter aller befreundeten Organisationen, insbesondere der Partei, der Elternbeiräte und der Junafoaialisten, sowie intereffierte Genoffen, find herzlichst eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Sonntag, ben 13. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Theater Goethebühne, Alofter ftraße 43, Lichtbildervortrag über die Streiche und Erlebnisse des fleinen Peter Stoll für alle Rinder und Kinderfreunde über 10 Jahre. Er. zähler: Felix Fechenbach. Karten au 20 Bf. fitr Rinder und Erwachsene im Frauensekretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen. 8immer 1. Die Bläke werden verloft. Rindergruppen erhalten auf Wunsch zusammenhängende Bläge bei rechtzeitiger Anmeldung bis spätestens 10. Dezbr. Bereinigung fozialdemokratischer Studenten. Am Dienstag, den 8. Dezem ber, 8% Uhr, im Sozialwiffenfchaftlichen Klub, Wilhelmstr. 48, Margiftisches Seminar, Behandlung von Renners Wirtschaft als Gesamtprozeß und Sozia Tifierung". Am Donnerstag, den 10. Dezember, 8 Uhr, ebenda fpricht Bern Meyer, Direktor der Arbeiterbant, über das Thema: ,, Arbeiterbanten in Deutschland und Amerika".( Eigene amerikanische Reifeerfahrungen.) Gäste, auch nicht Studierende, herzlichft willfommen. Der Vorstand. Seinrich- Lersch- Abenb. Mittwoch. den 9. Dezember, lieft Heinrich Lerich in der Aula der 1. Gemeindeschule Reinickendorf- Ost, Lindauer Straße, aus feinen Dichtungen. Der gesamte Erlös des Abends dient ber Unterfügung des tranfen Dichters. Cinlaßkarten find an der Abendtaffe erhältlich. Die Partei- und Jugendgenoffen, auch anderer Arcife, merden gebeten, diese Beranstaltung zu besuchen. Beginn 8 Uhr. Eintritt 50 Bf. Jungfozialisten. Gruppe Reinidendorf: Montag, den 7. Dezember, 7 Uhr, hn Geebad, Resibenaftr. 49, Unsere Stellung zu dem Buch von Ernst Nietisch: ,, Der Weg der deutschen Arbeiterschaft zum Staat". Konferenz der Kreismieterableute und der im Wohnungswesen tätigen Genoffen am Montag, den 7. Dezember, 7 Uhr, im Ronferenzzimmer der Borwärts- Redaktion, Lindenstr. 3, 4. Sof. Frauenveranstaltungen. 3. Abt. Montag, den 7. Dezember, 7% Uhr, bei Arüger, Engelufer 23. Bortrag: Entwicklung der Che und Familie". Referent: Dr. Karl Seidel. 9. Abt. Dienstag, den 8. Deamber, 72 Uhr, im Artushof, Berleberger Bortragende: Straße, Heiterer Abend. Rezitationen, Lieder zur Laute. Genoffen Maret und Sosemann. 56. Abt. Charlottenburg. Dienstag, den 8. Dezember, 7 Uhr, im Bokal Zur Bierquelle". Solkendorffstr. 20, Selterer literarischer Abend. Bortvagender: Robert Keller. Sozialistische Urbeiterjugend Groß- Berlin Heute, Sonntag, den 6. Dezember 1925, abends 7 Uhr, in der Aula der Schule Mittenwalder Straße 36, spricht der Genoffe R. Abramowitsch über: „ Das neue Rußland" Parteigenoffen und-genoffinnen find zu diesem Vortrag herzlichst Arbeitslose frei. Untoftenbeitrag 20 Pfennig. eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiert! -W 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr bei Schnorre, Botsdamer Str. 3, wichtige Befprechung betr. Rursus. Erscheinen aller unbedingt notwendig. Für Weihnachtsarbeit Rähnadel und Fingerhut mitbringen. 81. Abt. Friedenau. Montag, den 7. Dezember, 8 Uhr, bei Rlabe, Sandiernftraße 60/61, Lichtbildervortrag: Gesundheitspflege". Referent: Genosse Dr. Roeder. Neuwahl der Leiterin der Frauengruppe. 84. Abt. Lankwik. Montag, den 7. Dezember, 7½ Uhr, in Lehmanns Feft fälen, Raiser- Wilhelm- Str. 29/31, Bortrag: Erziehungsfragen". Referent: Hans Wonwod. Genoffinnen, welche mit ihren Kindern an der Weihnachtsfeier teilnehmen wollen, werden gebeten, sich dort anzumelden. Alle Genoffinnen find eingeladen. 128,/ 130. bt. Bankow. Montag, den 7. Dezember, 7% Uhr, bei Frik Meek, Berliner Straße Ede Lindenpromenade, Frauenabend. Bortrag: August Bebel und die Frauen". Referent: Genoffe Dr. Mar Schütte. Alle Genoffinnen müffen bestimmt und pünktlich erscheinen. Jubiläen und Geburtstage. Seute vollendet die Genoffin Marte Buchmann in Raulsdorf ihr 60. Lebensjahr. Sie blidt auf eine 36jährige ununterbrochene Tätigkeit für die Bartei aurüd. Auch auf dem Gebiete der Arbeiterwohlfahrt hat sie fich besonders verdient gemacht. Wir wünschen ber alten Rämpferin, der in ihrem arbeitsreichen Leben auch harte Schidfalsschläge nicht erspart blieben, ein noch recht langes Leben in törperlicher und geistiger Frische. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 3. Abt. Unfer Genoffe Artur von Rhein ist am 2. Dezember verstorben. Einäscherung am Montag, den 7. Dezember, nachmittags 1½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 6. Dezember: Borbesprechung zum Landheim- Rurfus: Bormittags 10 Uhr pünktlich im Sugendheim Lindenstr. 8. Alle Teilnehmer müssen erscheinen. Werbebeairt Kreuzberg: Bildungsturfus vormittags 10 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Achtung, Jugendgenossen und Jugendgenoffinnen! Abends 7 Uhr fpricht der Genoffe R. Abramowitsch fiber: Das neue Rußland" in der Schulaula Mittenwalder Str. 36. Untoftenbeitrag 20 Bf. Mitglieds buch legitimiert. Arbeitslose frei. Brenzlauer Borstadt: Fahrt nach Sermsdorf. Treffpunkt 7% Uhr Schön Hauser Allee( Rormaluhr). Schöneberg II: Fahrt. Treffpunkt 18 Uhr Kirch plak. Steglik I: Fahrt. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Steglik. Neufölln: Fahrt. Treffp. 7 Uhr Bhf. Neukölln. Raulsdorf: Besuch der Sternwarte nadm. 5 Uhr. Werbebezirk Ofbahn: Nachm. 5½ Uhr Treffpunkt zur Beranstaltung ( Mittenwalder Straße) Hochbahnhof Barschauer Brüde. Mitgliedsbuch mit bringen. Abteilungsveranstaltungen fallen aus. Werbebezirk Neukölln: Nachmittags 26 Uhr Treffpunkt zur Veranstaltung( Mittenwalder Straße) Hermannplak( Apotheke). Mitgliedsbuch mitbringen. Morgen, Montag, den 7. Dezember, abends 7½ Uhr: Der Jugendchor übt abenbs 7% Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Arbeitsgemeinschaft Abraham, Mittwochgruppe: Nächsten Mittwoch tagen wir in der Schule Rochftr. 13, 2. Gtod. Abteilungsleiter! Gebt die Januar- Programme ab. Abteilungsversammlungen: Rorbring: Borwärts- Spedition Greifenhagener Str. 22. Stibot 6.- 8.: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Berbebezir! Tiergarten: Montag, ben 7. Dezember, 18 Uhr, im Städtischen Jugendheim, Rimmer 6, Bremer Ede Wiclefstraße. tong: Staat und Arbeiter". Redner: Dr. Adler- Berlin. Bildungskurse: Werbebezirk Webbing: Jugendheim Schönstedtstr. 1. Werbebezirk Oftbahn: Jugendheim Doffeftr. 22. Werbebezirk Teltowlanal: Steglit, Ringstraße. BorWerbebezirk Kreuzberg: Mittwoch, den 9. Dezember, im Gigungsfaal Nordstr. 11, abends 7% Uhr, Vorführung des Hamburgfilms. Eintritt 30 Bf. Gorgt für rege Beteiligung. Werbebezirk Seltowlanal: Sonnabend, den 12. Dezember, 7% Uhr, Filmabend: ,, Der Reichsiugendtag in Hamburg" in der Aula der Realidule, Steglis, Floraftraße. Unkostenbeitrag 40 Pf. Abteilung Südwesten: Weihnachtsfahrt nach Budom, Gonnabend, den 26. Dezember, bis Sonntag, den 27. Dezember. Fahrpreis und Quartier 3,50 M. Das Quartiergeld( 0,75 M.) ist bis spätestens Diens tag, den 8. Dezember, beim Genoffen Otto Scharmacher, Wilhelmstr. 138, oder am Dienstag, den 8. Dezember, 28 Uhr, im Jugendheim BelleAlliance- Platz 1, zu entrichten. Die Donnerstag- Heimabende fallen in diesem Monat aus. Am Sonntag, den 13. Dezember, vormittags 10 Uhr, hält in der Goethebühne, Alofterftr. 43, Genoffe Felix Fechenbach einen Lichtbildervortrag über die ,, Streiche und Erlebnisse von Beter Stoll" nach der bekannten Erzählung von Cart Dank. Unkostenbeitrag 20 Bf. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 29 Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebastianstr. 37/38. Sof 2 Er. Tempelhof. Mo., d. 7., 7,30 Uhr, Mital.- Verf. im Geneffenschafts. Köpenid. Dienstag, wirtshaus, Tempelhof, Dorfstraße 51. b. 8. 8 Uhr, im Stadttheater erweiterte Borstandssitzung mit Rug- und Gruppenführern. Pankow mit Untergruppen. Mo., d. 7., fällt Turnen aus. Do., b. 10., 7,30 Uhr, Bollversammlung Türkisches Relt, Breite Str. 14. Nach richtendienst ladet ein. Mitte. Di., d. 8., Gaalschuk Neue Welt. Treffen 6 Uhr Hermannplag Ede Urbanstraße. Kameradschaftsversammlungen fallen ous. Mo., d. 7., 8 Uhr, Kameradschaft 5 Bartelstr. 7. Fr., d. 11., 8 Uhr, Kameradschaft 6 Bonenstr. 19. Kreuzberg. Mo., d. 7., 7 Uhr, Jungmann fchaft Gidoft Bollversammlung und Vortrag: Jugend und Republik" bei Ewald, Staliker Str. 126. Nächste Funktionärfonferenz mit erw. Kreisvorstand Neukölln Brik. Di., d. 8., 6 Uhr, Saal Fr., d. 11., bei Reim, Urbanstr. 29. Ober-, Niederschöneweide, Johannis. schuk Neue Welt in Bannerkleidung. thal. Jeden Di. und Fr. Jiu- Jitsu- Rurfus in der Turnhalle der Schule Wattstraße in Oberschöneweide. Kameraden anderer Kameradschaften können teilnehmen. Geringe Kursusgebühr. Arbeiter- Rabio- Klub e. B., Gruppe Friedrichshain. Montag, den 7. De zember, 7% Uhr, im Lokal Arndt, Waridhauer Str. 59, Bastelabend und Bor trag: Grundzüge der Radiotechnik". Gäste willkommen. Deutscher Radio- Club e. V., Berlin. Am Freitag, den 11. Dezember, 8 Uhr, hält im großen Feitfaal des Lehrervereinshauses, am Alexanderplat, Herr Profeffor Dr. Leithäuser einen Vortrag über das Thema: Moderne Empfangsfchaltungen". Freidenker- Bollshochschule. Dienstag, den 8. Dezember, 7% Uhr, Askanisches Gymnasium, Hallesche Str. 24( am Anhalter Bahnhof). Dr. F. Theil haber: Serualprobleme des Broletariats". Reichsbund fibischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Bezirk Stadtpark. Berfammlung mit Damen und Gäften am Dienstag, den 8. Dezember, 8% Uhr, im Restaurant ,, Bittoria- Garten", Berlin- Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114. Bor trag des Herrn Rechtsanwalts Dr. Arthur Brand über: Juftitia mit der Binde". Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. B. B. Bezirk Lichten berg: Montag, den 7. Dezember, 48 Uhr, Mitgliederversammlung bei Bickenhagen, Scharnweberstr. 60. Genoffe Fölber spricht über den Gefeßentwurf aur Bekämpfung der Geschlechtstrankheiten und feine foziale Auswirkung. Bezirk Brenzlauer Berg: Montag, den 7. Dezember, 48 Uhr, MitgliederLandtagsabgeordneter versammlung bei Gliefde, Ropenhagener Str. 74. Müller spricht über: 3 Monate Sowjetrußland". Gäste willkommen. Arbeiter- Abstinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Montag, den 7. Dezember, 7 Uhr, Mitgliederversammlung. Bericht vom Bundestag. Berliner Borftandswahlen, Ergänzungswahlen zum Bundesvorstand.( Mitgliedsbücher mitbringen.) Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend. Güdeft- Neukölln: Dienstag, ben 8. Dezember, 8 Uhr, Saalöffnung 7 Uhr, Filmoorfithrung im Orpheum, Hafenheide Ede Gräfeftrake. Billetts zu 30 Pf. in den Abgabestellen. Achtung! Anfang 1926 Eröffnung der Abgabestelle SW, Dreibundstr. 5/6. Arbeitsausschuß der Republikaner im Grunewald. Dienstag, den 8. Deaember, 8% Uhr, Aula des Realgymnasiums Grunewald, Caspar- Theiß- Sivake, an der Rönigsallee, aroße öffentliche Werbeversammlung. Eintritt frei. Referenten: Reichsminister a. D. Dr. Dernburg: Die außen und innenvolitischen und wirtschaftlichen Folgen von Locarno", fowie Oberregierungsinfoeftor Bier mann über: Seutige Pflichten des Bürgers im neuen Deutschland". Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma M. Lammfromm. Bogel, Berlin W, Potsdamer Str. 127, aeiat uns in ihrem reichen Lager, fedem Geschmad und jedem Preise Rechnung tragend, neben orientalischen eine große Auswahl deutscher Muster in wunder volliter Farbenharmonie. 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Der Künstler schaltet den scharfen Schein der Deckenlampe aus, schreitet im Licht des sanft schimmernden Mondes langsamer hin und her. Hamlets Furcht vor.etwas nach dem Tod' ist es gewiß nicht, was Frederico abhält, sein Menschliches freiwillig wegzu- werfen: eher das Bewußtsein der Fähigkeit, durch irgendwelche viel- leicht chemische Verbindungen, Kräfte aus unerschlossenen Welten an sich zu ziehen und im Ton zu offenbaren. Dieses wirken können, das dadurch zu Zeiten heiß aufquellende Kraft- und Glücksgefühl, dieses bestimmte, mächtige Bewußtsein eigener Einzelheit in der Harmonie des Ganzen, dieser Gedanke, irgendwie der großen All- Gemeinheit alles Menschgewordenen zu dienen, das zögert den letzten Schritt hinaus. Dieses Gefühl aber stellt sich nur selten ein— nur in den Stunden höchster Schaffenskraft— die noch dazu unabhängig von des Meisters Willen kommen, gehen, um ihn in schwerer Einsamkeit zu lasten. An diesem Abend, während der letzten Stunde des Kon- zcrts, als alles, Menschen, Wände, Säulen, selbst der Flügel, an dem er saß, für Frederico stofflich aufgelöst. Musik geworden waren, hat er das morttiche wieder einnial ganz empfunden. Darum ist das Zurückfinden diesmal sehr-schwer. Fredcric« bleibt ain Fenster stehen, sieht wie der Mond mit feinem Silbernebel das späte Laub umspinnt und sich in den Fenster- bogen des gotischen Seitenbaues fängt, dessen stille, parkumgrenzte Lage dem Künstler ganz besonders zusagt. Plötzlich hängt an einem vorspringenden Mauerpfeiler der Schatten einer männlichen Gestalt: krümmt und bewegt sich, klettert unheimlich schnell und lautlos hinauf zu dem Säulenfries unter des Pianisten Fenster, schwingt sich auf den Sims, stößt die nur ange- lehnte Scheibe auf, gleitet in das Zimmer. Cr atmet kurz, streckt witternd den Kops vor in der Dunkelheit. Frederico ist zurückge- wichen, steht an der Tür, dreht die Beleuchtung am .Sie sind noch aus,' sagt der Mann am Fenster,.macht so ein Konzert nicht müdes' Frederico ist noch zu weit drüben, um Angst oder auch nur Staunen zu empfindem Das Seltsame, da» Wunderbare scheint ihm am selbstverständlichstem »Was wünschen Sie von mir?' fragt er leise, rücksichtsvoll. .Sie haben mich heute um meine Einnahme geprellt, die wollte ich mir eigentlich jetzt holen,' sagte der Manm Seine Augen, tief hinter vorstehenden Backenknochen, leuchten wie schwarzer Waster- spiegel, in den ein wirrer Lichtschein fällt. .Es war nicht weine Absicht, Sie irgendwie zu schädigen,' sagt Frederico. .Ich bin sonst abgebrüht— doch Ihnen glaube ich.' kommt es vom Fenster her. Der Pianist schiebt einen Sessel vor..Setzen Sie sich, Sie sehen müde aus.' i Der Mann horcht, in seinen Augen flackert es. Plötzlich sinkt er zusammen, wirft sich in den Sessel, schluchzt. Die starten Muskeln seines mächtigen Körpers schwellen wie blaue Wülste auf. Frederico stützt sich auf den großen Flügel, d» mitten im Zimmer steht, ,3a— es ist schwer— ich weiß.' Der andere hebt den Kopf, sein Gesicht ist rot geschwollem .Was wissen Sie— was können Sie wissen— Sie kennen das ja alles nicht. Sie leben Im Einklang— mit sich� mit der Welt, sogar mit dem, was man Gesellschaft nennt.' Frederico schüttet den dunkel eingerahmten Kopf..Letzteres nun wohl nicht.' .Wieso nicht?' fragt der Fremd« und richtet sich im Sessel auf. .Sie bezahlen alles, was Sie brauchen, auch Steuern zahlen Sie, Sie tun keinem was zuleide, Sie übertreten kein Gesetz.' JDas ist alles nur Zufall,' erwidert Frederico sanft..Das ist mir vergönnt und ein paar anderen, die zufällig an einer Futter» krippe stehen. Aber die übrigen— die Ausgestoßenen. Hungernden, die Frierenden, an Geist und Körper durch die Rot Verkrüppelten— wie denen zu hblfen wäre, weiß ich nicht.—* „Sie denken an andere?' Der Eindringling spricht langsam, jedes Wort voll Staunen..Sie sind kein Mensch— Sie sind— was anderes— das habe ich schon gefühlt— vorhin— im Konzert— als ich Sie spielen hörte— darum konnte ich dabei auch nicht meinem Berus nachgehen—' .Was Ist 3hr Beruf?' fragte Frederico.' �' .Stehlen.' Es ist still, die weißen Lichtstrahlen scheinen das einzig Lebendige tm Zimmer. .Erzählen Sie,' sagt Frederico. Der andere beugt sich vorn über, stützt die Ellenbogen auf die Knie, stiert aus den Boden.„Ob die Frau, bei der ich aufwuchs, meine Mutter war— wer weih! Immerhin— sie gab mir Essen— Kleidung— sie hielt mich zur Freundlichkeit gegen die Menschen an. Gegen Abend war's in unserer Küche und im Zimmer mit dem Alkoven nebenan oft sehr lebendig. Männer kamen da; vierschrötig, eckig, stammelnd und verlegen, ein Flehen in dem großen, stieren Blick— und Frauen, tatzenartig, flüsternd, lächelnd, aus schmal- gezogenen Augen lauernd, manche mit Stirnbändchen und Hals- ketten geschmückt, manche in zerlumpter Kleidung ihren Körper kaum verhüllend. Ich mochte diese Abende gern. Es war etwas Be» schwingt es in der Luft, ein Brodeln. Schäumen. Knistern. Duften— giftige Dämpfe, aber sie wärmten doch. Dann aber nahm man dieser Frau die Wohnung— da» Dorder» haus hatte sich eingemischt. Die Frau kam ins Gefängnis, Ich zog eine Zeitlang bei ihren Freunden in dumpfen Winkeln rum. Nie satt sein und nie warm— das muß man kennen. Herr, um es zu würdigen. Ich suchte Arbeit— ich sah kräftig aus. eine Weile ging es. Die Zeiten wurden schwerer, es gab mehr Arbeitskräfte als Möglichkeiten zu verdienen. Von Tür zu Tür. von einem Nochweis zu dem anderen laufen, nur Grobheiten, nur böse Redensarten hören, abgeschüttelt werden al» ein Lästiger, Ueberslüssiger, dem Hochmut, der Ungeduld, der schlechten Laune ausgellefert sein— das muß man kennengelernt haben. »Mit dem Selbstmord drohen die Hungerleider alle, leider finden sie nicht den Mut dazu,' hat einer mir gesagt und einwanderen »Ich kann auch nicht» dafür, daß so viele überzählig sind,' Wie es nicht kommen öarf. Ihre Fürsten zu versorgen Alik Geschenken ohne Zahl, Saßen viele deutsche Spießer Schwätzend im vereinslokal. „Ich, ihr Freunde," rief der erst«. „Hab' als Gabe mir gedacht Erz und Silber, das der Bergmann Fördert aus dem tiefen Schacht." Drauf der zweite:„Ilepp'ge Güter händ'geu wir den Fürsten ein. Gold'ne Saaten in den Tälern, Auf den Bergen edlen wein." „Schlösser sollen sie bekommen!" Jetzt der dritte Spießer sprach. „Bargeld laßt uns gleichfalls geben, Denn ihr Herz, das steht danach!' hei. wie sich die Fürsten freuten, Schwerbeladen und bepackt, Und Milliardenwerte werden Triumphierend eingesackt. Za. so geht's dem dummen Büchel. Und es tönt von fern und nah: „Michel. Mensch, bist du ein Riadvieh! Ausgeplündert stehst du da!" Ich hatte zu gehen beschlossen, wollte endlich meine Ruhe haben. Eine Brücke ist da unten an der Schleuse, schönes, weiß schäumendes, aufrauschendes Wasser unter hohen, alten Pappeln, die im Wind so schaurig singen. Ich bin da oft nachts gewesen— die Pappeln wissen viel— es war auch da mal eine Frau mit starkem, großem Herzen— die was von Mitteid wußte— so wie Sie—*— Frederico nickte.»Dos Opfer einer Zeitenwende, de» ze» rissenen Willens eines unglücklichen Volks.' »Nun— dahin wollte ich— an diese Stelle. Noch ging ich an den Ufern des Kanals— unheimlich schwarz und still da» Wasser— nur hin und wieder schwach schimmerndes Laternenlicht— fast keine Menschen. Vor mir her ein Mann und eine Dame— eng umarmt. Sie war sehr kostbar angezogen, schien gar nicht zu merken, daß sie mit ihren dünnen kleinen Schuhen durch moorige Pfützen ging. Ich mußte lächeln, gönnte ihr die Versunkenheit. Und al- sie wieder durch so ein schwarzes Wasserauge schritt, gab es ein leichtes Spritzen. Die Dame merkte nichts. Ich aber fand nachher an jener Stelle eine Tasche aus den feinsten Silberschuppen— eine Uhr, ein Arm- band und zweihundert Mark darin. Ich stand eine Welle— die beiden schwanden schon im Dunkel. So leicht ist das— so einfach— dachte ich. So überflüssig ist" das Geld an einer Stelle— und an der anderen quält man sich darum zu Tod. Wenn ich den Vater dieser Frau um Arbeit bttten würde— mit Achselzucken ließe er mich stehen. Und sie hat so viel übrig, daß sie. was mich ein halbes Jahr erhält, in eine Pfütze fallen lassen kann.—.-- Nicht immer war der Zufall mir fo gut gesinnt wie damals. Ich lernte nachhelfen. Es Ist ein ungewisses Spiel— nie Ruhe— niemals Sicherheit. Und keine Freude— aber man lebt. Manch- mal recht gut sogar. Fast so wie die großen Herren. Ich mache mir manchmal den Spaß, in ein Frackrestaurant zu gehen. Da sitzen viele, die haben es nicht ehrlicher verdient als ich. Bei Ihnen aber — Herr Frederico Lost, war's ein Irrtum. Verzeihen Sie. Gehen Sie ruhig schlafen. Es wird hier am Morgen kein Stecknadelknops zu wenig sein.' Der Eindringling steht aus, weicht zurück zum Fenster. »Bitte noch einen Augenblick,' sogt Frederico. »Wollen Sie alarmieren?' fragt der Fremde. In seinen schmal» gezogenen Augen glimmt Raubtiergesunkel. Frederico geht zum Schreibtisch, leicht, fast schwebend. Aus seiner Brieftasche nimmt er ein Formular, schreibt ein paar Zahlen, seinen Namen, reicht es dem Mann, der sprungbereit am Fenster steht. »Das bißchen, was ich hier in bar habe, würde Ihnen doch nichts nützen. Holen Sie das von der Bank.' .Das— das Ist ein Vermögen,' sogt der Dieb, das Papier zittert in seinen kräftigen Händen. »Ich besitze tm Augenblick nicht mehr. Lielleicht reicht e» ein« Welle,' antwortet Frederico. »Sie benachrichtigen die Polizei— wenn ich den Scheck ab- hebe, werde ich eingesteckt.' Frederico steht den Menschen an.»Sie haben mich doch heute spielen hören." »Ja— ja— oerzeihen Sie.' Der Fremde stammelt, sieht wirr in alle Ecken bis sein Kopf vornüber fällt..Ich bin das nicht ge- wohnt— ich meine— mir hat nie einer was geschenkt. Und das hier— gleich so viel— wir wollen e» tellen— was machen Sie denn ohne Geld.' »Ich wünschte, daß ich gar kein, brauchte. Und außerdem ver- diene ich es leicht.' Der Fremde hält den Zettel in der eingetrallten Hand.»Knüpft sich irgendeine Bedingung an dieses Geschenk?' Frederico lächelt.„Spielbälle unbekannter Mächte, in unbe- kannte Fernen fliegend— sollen die einander noch belasten mit Bedingungen?' Der Mann am Fenster rafft sich auf.»Ich bringe ihr das Geld. Sie hat das— andere— immer mtt schwerem Herzen angenommen. Aber sie hat Kinder— das jüngste ist von mir— vielleicht wird daraus mal was— Besseres'--- Frederico sieht, wie der Mann im Schein des Mondes an der Mauer hängt, ins Dunkel taucht. Er würde jetzt sehr gerne spielen. Seine Hände zucken. Mitten im Zimmer steht der Flügel. Aber es ist Mitternacht— die Menschen schlafen. Frederico legt seine Finger an die Stirn. Wenn sie weniger schliefen— weniger sich scheuten vor der Dunkelheit— ob dann nicht manches besser werden könnte? Frederico hört vibrierend leise Töne. Sie kommen aus keinem irdischen Instrument. Vielleicht, daß Mondstrahlen ein Saitenspiel höherer Mächt« jindl— Wer weiß es?-- Die Hohenzollern. Zusammengefchacherte, zusammengeraubte und verpulverte Bermögen. Als bei der großen Abrechnung des franzöfifchen Boltes mit dem feudalen Königtum im Jahre 1789 der rote Hahn auf die Echlösser der adeligen Grundherren gesetzt wurde, da versäumten es die revolutionären Bauern nicht, zuerst die Archive in Brand zu fteden, um jene verlogenen Schriftstücke aus der Welt zu schaffen, die in einem Werdegang von Jahrhunderten die Fesseln geschmiedet hatten, mit deren Hilfe man ein großes Bolf zu Arbeitssklaven machte. Auch wir haben den Feuerschein einer Revolution gesehen, aber leider infolge der Zersplitterung der Arbeiterschaft vieles verfäumt. Da die Archive der Hohenzollern mun einmal stehen geblieben find, ist es vielleicht nicht mehr nötig, als Abwehr gegen die verstaubten Defumente der Kronjuristen, deren Eigentumsargumente burch Berjährung oder Erfizung" formal zu Recht bestehen, nachzuweisen, wie das Hohenzollernhaus zu den ungeheuren Vermögenswerten gekommen ist. Bekanntlich hat sich dieses ange. stammte Fürstenhaus" durch einen recht strupellosen Raubzug in den Befiz der Mark Brandenburg gesezt, und Friedrich des Eisernen erste Tat nach der Einnahme Berlins war die Zerreißung der alten Urkunde der Stadt Berlin. fie fich nicht, öffentliche Gelder anzugreifen, die für die Wiederher| stellung des zerstörten Masurenlandes bestimmt waren. Sie macht fich alle Mühe, das Krongut in einer Zeit der tiefsten Not zu verfchleudern und jammert troßdem: Beim Mittagessen haben wir nur vier Schüsseln, am Abend drei und das ist alles! Wir leben von der Luft!" In den 40er Jahren herrschte in Schlesien eine geradezu entfeßliche Hungersnet unter den Webern. Die Frucht vertam vor Mangel an Nahrung im Mutterleibe," schreibt Bettina von Arnim an Humboldt,„ die Kinder werden als Stelette geboren." In diesem felben Jahre aber verbraucht der preußische König eine Million Taler für Brachtbauten und 30 000 Taler für Ordenszeichen. Als aber die Welle der 48er Revolution an die Grundmauer des Hohenzollernhauses spült, da schickt man am 27. März 1848 die Kronjuwelen zur Sicherheit durch einen Adjutanten ins Ausland. Mit dem Privatschmuck" der Königin und der Prinzessinnen geschah das gleiche. " Als mit Wilhelm dem Lehten das bittere Ende über Deutschland fam, wuchs die Schuld der Dynastie an der Nation bergehoch. Der Mann, der fein Land in eine Kaserne und seinen Hof in eine ewig feftivitierende Bruntfassade verwandelte, der 186 Galauniformen für fich allein gebrauchte und dessen Kaiserjacht mit ihrem Gold streifen die Unterhaltungskosten von einem halben Dugend von Kriegsschiffen verschlang, der durch seine Drehreden ein gerüttelt Maß Mitschuld am Ausbruch des Krieges und durch seine Unfähig. Bollen wir lieber die Frage aufwerfen: Was hat das Hohen- teit, die militärische und die politische Leitung zusammenzufassen, zollernhaus mit dem zusammengeschacherten und zusammenge- am Zusammenbruch hat, dieser Mann ausgerechnet sollte die Quit raubten Vermögen für einen Gebrauch gemacht? Sind die Er- tung einlösen für die Berdienste" seiner Ahnen um das preußische zählungen von dem biederen und sparsamen Haus- und Landes- Bolk! Er sollte der linke Flügelmann einer Fürstenreihe werden, bater, dessen Erben ein Recht auf die in jenem Fürsten- deren Ahnherr Albrecht Alcibiades die Worte gebraucht hat: Jch vermögen tapitalisierte Arbeit" haben, wirklich wahr oder find tenne teinen reputierlicheren Ort zu sterben, als in der Mitte meiner fie Lug und Trug? In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, Feinde. Feinde." Daß diefer leßte Hohenzoller heute lebt und nicht wie als eine Welle schlimmster Not über ganz Deutschland ging, der letzte Kaiser der Franzosen am Schlachtfeld von Sedan fagen Ponnte: weilte der Kurfürst Friedrich Wilhelm, der den Anblick des Un„ Nachdem es mir nicht vergönnt war, inmitten meiner heils nicht ertragen fonnte", fern von der Mark Brandenburg in Truppen zu sterben, daß dieser Hohenzoller um das sogenannte Breußen, wo er das Berinögen" seines Fürstenhauses geradezu Bermögen" seiner Ahnen Prozesse führt, diese Tatsache allein bildet tollmütig unter die Leute warf. Für einen Jagdhund bezahlte er den würdigsten Schlußpunkt unter das graufige Finale vom Hohen7000 Taler und an den stärksten Säufer seiner wilden Gelage ver- zollernftaat. schenfte er Schlösser und Dörfer. Der erste preußische König hat sich bekanntlich seine Königswürde durch riesige Steuer- und Schuldenlaften, die er seinem Bolt aufbürdete, vom Haus Habsburg gekauft. Während seiner Regierungszeit verschwendete er nicht weniger als 14 Millionen Taler, die vom Ausland für die Vermietung des Heeres im Interesse ausländischer Fürsten bezahlt wurden. Seine Berschwendungssucht ging so weit, daß er z. B. einem Jäger, der ihm einen Hirsch mit besonders schönem Geweih zugetrieben hatte, ein Rittergut im Werte von 40 000 Zalern schenkte. Sein Nach folger, Friedrich Wilhelm I., mutete einer Bevölkerung von 2½ Millionen Menschen zu, ein Heer von 80 000 bis 90 000 Mann zu er nähren. Von den Gesamteinfünften des preußischen Staates in Höhe von 6 Millionen verschwendete er allein 5 Millionen für seine Marotte, das preußische Heer. Auch Friedrich der Große hat seine an und für sich recht schönen Grundfäße vom ersten Diener des Staates" meist auf dem Papier belassen und sein Teil dazu beigetragen, das Hohenzollernvermögen" durch Vermischung mit dem Staatseigentum ftrupellos zu vergrößern, obwohl sich ja sein Nach folger alle Mühe gab, das Krongut möglichst rasch wieder zu verSchleudern. Der englische Gesandte Lord Malmesburn berichtet über ihn: Seine Geldverlegenheit ist sehr groß und drückt ihn sehr danieder. Er hat alles mit den Mädchen durchgebracht und das Geld, das er braucht, um die Spione seines Onkels zu gewinnen, beläuft fich auf ebensoviel." Auch die Legendenfigur der Königin Luise verliert wesentlich, menn man sie nicht mit der Brille der Hofhistoriographen, sondern nach den Berichten zeitgenössischer Memoirenschreiber betrachtet. Um eine Bergnügungsreise nach Petersburg antreten zu können, scheute schreibt uns: Es iſt allgemein bekannt, welche hervorragende Rolle Neue foziale und religiöse Strömungen Im Quäfertum. Man unparteiischen, gütigsten Menschentums die englischen und ameritanischen Quäfer in und nach dem Weltfriege gespielt haben, so daß wir die Weiterentwicklung der Bewegung mit dankbarem Interesse verfolgen. Da ist es besonders wertvoll, daß verschiedene Deutsche, darunter auch die jugendliche und begeisterte Gabriele Humbert der Einladung der englischen Quäfer folgten, und ihre Schule in Woos brooke besuchten. Woosbrookte bei Birmigham ist das Zentrum der Wiedergeburt der strengen, ethisch hochstehenden Sette der Gesellschaft der Freunde. Nachdem die Quater in früheren Jahrhunderten aus dem Gedanken heraus, daß Gott die Seelen rufen müsse, wenn sie Ideen in die Tat umsehen sollten, in eine Art geistige Lethargie verfallen waren, regte William Randley im vorigen Jahrhundert die Gründung einer Hochschule an, die in erster Linie der Bibelforschung galt. Es erstanden Bibelklassen zur Vorbereitung für die Missions tätigteit, Sommerschulen und Bibelgesellschaften. Die Missions tätigkeit erstrebte die volle Entfaltung der reinen ethischen Persönlichkeit, und zwar wollten die Quäfer nun nicht mehr nur ihre eigenen Gemeindemitglieder in die Lage verfeßen, das innere | Licht" zum Gesamtwohle leuchten zu lassen, sondern sie streben auch danach, ihre Umwelt aufzuflären, wobei jedoch die volle Achtung der Persönlichkeit oberstes Gebot blieb. So predigten ihre Sendboten unauffällig durch Fürsorge für die Kinder der im Weltkriege bedrückten Nationen gegen die Sünde des Krieges. In Woosbroofe werden nicht nur Missionsarbeiter und-arbeiterinnen, sondern auch Sozialbeamtinnen, Rinderpflegerinnen, Hortnerinnen aller Nationen ausgebildet. Es wird dort eine Berständigung der Angehörigen der verschiedenen Nationen angestrebt. 1919 errichteten die englischen Quäfer dort einen Lehrstuhl für internationale Politit, dem die Aufgabe zufiel, den Weg zu gerechter, friedlicher Lösung der Probleme unter den Völkern zu finden. Aus all dem sowie aus der einwandfreien Rechtlichkeit der Angehörigen der Gesellschaft der Freunde, erhellt, wie begeutungsvoll die Vertiefung der neuen reli giösen Strömung der Quäfer für den Weltfrieden ist. Die Feinheit des Taftfinnes. Die genauere Erforschung der Leistungen des Taftsinnes hat gewiffe Fälle aufgedect, in denen das Taftorgan ganz ungewöhnlich fleine räumliche Unterschiede noch auf zufassen vermag und dabei den Leistungen des Auges fogar über. legen ist. Kleinste Niveauunterschiede zweier aneinanderstoßender Flächen nehmen wir mit dem Taftsinn bei genauer Prüfung noch wahr bis herab zu etwa 0,001 millimeter. Wir tönnen also einen für diesen Zweck besonders gebauten Apparat mit Hilfe des Taste finnes so fein einstellen, daß der Niveauunterschied der beiden Das Auge jedoch vermag Flächen unter 1/1000 Millimeter bleibt. schon von sehr viel größeren Unterschieden nicht eine Spur mehr wahrzunehmen. Noch merkwürdiger ist die Fähigkeit des Taftfinnes, die Rauhigkeit von Flächen zu erkennen, bei denen die Größe der einzelnen Unebenheiten noch weit unter jener Grenze von 1/1000 Millimeter gelegen ist. Man hat solche allerfeinste Rauhigkeiten in erafter Weise durch Aezung von Glasplatten hervorgebracht: das Taftorgan vermag sie noch zu erkennen und von anderen zu unterscheiden. Dünner als Blattgold. Eine bemerkenswerte Erfindung hat Dr. Carl Müller von der Physikalisch- technischen Reichsanstalt ge macht. Es ist ihm gelungen, Metallfolien von ein Millionstel Zenti meter Stärke herzustellen, ein Mehrfaches dünner, als das allerfeinste Blattgold. Seine galvanisch erzeugten Folien haben zudem eine fabelhafte Gleichmäßigkeit. Während das Blattgold, gegen das Licht gehalten, dunklere und hellere Stellen aufweist, die sich unter dem Mikroskop teilweise als Löcher entpuppen, sind seine Folien ganz gleichmäßig start. Bei ihrer Feinheit sind sie außerdem fast glasklar durchsichtig. Außer mit Gold sind die Versuche auch mit Nickel und anderen Metallen durchgeführt worden. Bemerkens wert ist, daß derartig dünnes Gold nicht mehr goldgelb erscheint, sondern rosarot, in der Durchsicht nicht grün wie Blattgold, sondern fast weiß, mit einem fleinen Stich ins Gelb. Die Erfindung ist nicht nur für die bisher Blattgold verarbeitende Industrie, sondern auch für zahlreiche wissenschaftliche und technische Zwecke von Bedeutung. Aus der Geschichte des Borens. Das Boren, für das man sich feit dem Kriege in Deutschland so ungemein begeistert, ist nicht erst in der Neuzeit aufgekommen. Seine Geschichte reicht vielmehr bis ins flassische Altertum zurück, wo besonders die Griechen schon geschickte Faufttämpfer waren, weshalb denn auch bei ihren gymastischen Spielen der Faustkampf nicht fehlen durfte. Zum Schutz der Hand und um die Schläge fühlbarer zu machen, hatten sie die Fäuste mit Lederhüllen oder Schlagriemen umhüllt, im Handinnern sogar auch oft Bleifugeln angebracht, so daß ein Fauftkampf in jener Zeit so manchem das Leben kostete. Jahrhundertelang geriet dann der Fausttampf ganz und gar in Bergessenheit, bis er im 9. Jahrhundert in England, aber nun unter der Bezeichnung„ Boren" das Wort ist vermutlich aus dem althochdeutschen buc", d. h. Schlag, herge leitet wieder auftauchte. Für vornehm galt das Boren aller dings auch in England nicht, und noch im Jahre 1822 wurde einem Soldaten, der eine Ehrenfache durch Boren ausfechten wollte, ver boten, sich so zu erniedrigen". Im gleichen Jahrhundert aber nahm die Freude der Engländer am Borsport doch so zu, daß sich schon Berufsborer ausbildeten, und daß der Sport sich nun auch in Amerika ausbreitete. Und wenn einmal das Geld nicht reicht, kauft man bei FEDER federleicht Berliner BEAMTE U FEST BESOLDETE kaufenauf kredit bei eder DamenHerrenfür Hier Kleidung- Pelze Paren KinderGrösste Niedrigste Kleinste Auswahl Preise Anzahlung Herren Soziale Rücksichtnahme Brunnenstrasse 1. Frankfurter Allee 350 Kottbuser Damm 103. Charl., Scharrenstr. 5 Am Sonntag, den 13. and 20. 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Aber ihre früheren Bezie hungen zu dem Dichter Jean Guiscard warfen schwere Schatten auf ihr Leben. Dieser frei nach d'Annuncio gezeichnete Held der Sensation und Affettiertheit will, um seine Schulden zu bezahlen, ihre Briefe zu einem aufsehenerregenden Roman ausnügen. Um ihn davon zurückzuhalten, begibt sie sich in die Höhle des Löwen, macht sich in den Augen ihres Mannes des Ehebruchs verdächtig, und wird in der Tat in einer ganz unmöglichen Gerichtsverhandlung für schuldig erklärt und von ihrem Kinde getrennt. Hier nun beginnt Henny Borten die Leiden und Sehnsüchte der von ihrem Kinde getrennten Mutter mit der ganzen reichen Palette ihres Gefühlslebens darzustellen. Wie sie sich von ihrem Liebling verabschiedet, ihn immer wieder an sich zieht und dann doch, als der legte Moment gekommen ist, freiwillig gehen läßt, das ist mit großer Innigkeit gestaltet. Das Martyrium der Mutter geht weiter, vergebens fucht sie in neuen Triumphen ihren Schmerz zu betäuben, mitten in der Probe, in der wir die alte schelmische heitere Porten wiedersehen, bricht sie zusammen. Sie muß zu ihrer Genesung ein südliches Klima aufsuchen, und hier entdeckt sie dann endlich mit Hilfe eines jungen Mannes, der ihr in schweigender Berehrung dient, ihr Kind in einem Nonnenkloster. Wunderbar ist es geschildert, wie sie im schönen alten Kreuzgang von einer Kindergruppe zur anderen wandert, bis sie an einer Ede ihr Mädchen findet, das seine Mutter für längst gestorben hält. Die Eterbefzene darf nicht fehlen: Henny Porten weiß ihr Beihe und Größe zu geben. Es ist schade, daß nicht eine besser motivierte Handlung der Kunst der Porten noch mehr Beseelung und noch mehr inneres Erleben verleihen konnte. Denn manchmal hatte man doch das Gefühl, daß die letzte Wahrheit ihrer Birtuosität versagt blieb. Den Dichter gestaltete Robert Scholz mit allen Mitteln einer pretiösen Darstellung. Besonders seine Maste war sehr cha rakteristisch. Den Grafen Tamar gab Walter Janßen schr sympathisch und natürlich. Eine Karilatur von hohem Reiz steuerte Robert Garrison in dem Berleger Bidard bei, einem Inpus der strupellosen Sensationsmacherei. Lina Lossen fand feine Gelegenheit, aus des Grafen Schwefter etwas Einprägfames her auszuholen. Frisch und unbefangen war das Töchterchen. Der Film bietet schöne Milieubilder und außerordentlich gelungene Aufnahmen aus dem Tiroler Gebirge der Photograph heißt Arel Graattjär. D. , Das verbotene Paradies." ( Ufa- Palast am 300.) Das war ein mißglückter Abend. Hatten schon die Namen Ernst Lubitsch und Pola Negri die Hoffnung auf einen hohen künstlerischen Genuß erregt, so steigerte sich diese Hoffnung zur ficheren Erwartung, als in der fieberhaft gespannten Menge durch die kühne und straffe Wiedergabe der Ouvertüre 1812 von Tschaikowsky und des Souvenir de Moskau von Wieniawsky unter Ernö Rapée mit Boris Kroyt als Solisten alle dramatischen Erinnerungen an Revolution und Kampf aufgepeitscht waren. Diese Erwartung verstärkte sich noch, als sie durch die reizende Aesopfabel Tutankhamens Grab" retardiert wurde. Aber welche tiefe Enttäuschung bemächtigte sich dann der atemios Wartenden, als nach einem graziösen, von Baut Leni entworfenen Tanzprolog mit russischer Architektur und einem wundervoll farbigen Iton ein Film von absoluter Albernheit und Abgeschmacktheit ans Licht tam. Mußten wirklich die hohen Berge der Filmkunst, Lubitsch, Pola Negri und Adolphe Menjou freißen, um ein so lächerliches Mäuschen wie dieses wahrhaft verbotene Paradies ans Licht zu bringen? Die Handlung: die lebige Königin eines östlichen Staates, deren Leben um amoureuse Abenteuer geht, nimmt ihrer Hofdame aus Spielerei( ie nennt es Liebe) den Verlobten weg; eine Revolution bricht aus, der Liebhaber sucht die Königin trotz allem zu retten. Nachdem er ihren Unwert erkannt hat und ihr zum erstenmal in ihrem Leben die Wahrheit gefagt ist, wird er von den inzwischen durch die Regierung gefauften Re volutionären verhaftet und soll sterben, darf aber schließlich doch in die Arme seiner Braut zurückkehren. Die Königin tröstet sich mit dem französischen Gesandten. In diesem Film ist nichts AllgemeinMenschliches, alles ist unwahrscheinlich und possenhaft, und die Art, wie hier wichtige staatliche und soziale Dinge ins Kindische gewendet werden, hat für jeden denkenden Menschen etwas Berlegendes. Dieser Film würde besser heißen: Wie sich Karlchen Mießnic Regierung und Revolution vorstellt". Es ist auch nicht etwa eine Persiflage der Monarchie, denn diese primitive Albernheit verträgt teinerlei ernste Bergleiche mit Mißständen der Monarchie etwa unter der Regierung der mannstollen Katharina II., die ja doch eine bedeutende Frau und keine leere Puppe mar wie in diesem Film. Schade um den großen und guten Schauspielerapparat! Pola Negri Selten günstiges Angebot! Wir verkaufen jetzt Engros- Preisen zu unseren tann nichts von ihrer Kunst zeigen, und Lubitsch scheint in Kalifornien sein Capua gefunden zu haben. Noch eins: der gestrige Abend mit seinem großen orchestralen und varieté- artistischen Aufwand bewies mir wieder, daß die Kinounternehmer ihre eigene, zu so großer Bedeutung für das Volksleben gelangte Kunst untergraben. Wer ins Kino geht, will das Tempo des Films fühlen, dieses rasende Tempo unserer Zeit. Er ist auf das angesagte Filmmert gespannt und nicht auf ein stundenlanges Konzert- und Barietéprogramm, auch wenn es noch so gut ist. Denn dadurch ergibt sich die Mischung mit einem ganz andern Stil, auf den man gerade nicht eingestellt ist. So war es auch diesmal: man wurde mit den schweren Weinen von Tschaikowsky und Wieniawsky auf die süßliche Baifertorte von Lubitsch vorbereitet. Aber der Film wird sich auf die Dauer nicht mehr zum bloßen Beiprogramm herabdrüden lassen. „ Die elserne Braut." ( Piccadilly.) " f. h. c. Es handelt sich hierbei um acht Akte von deutschen Schiffen und blauen Jungen. Wenn man das liest, überkommt einem, eingedent der Militärschmarren, die die deutsche Filmproduktion lieferte, eine Gänsehaut. Der Film ist angängig, dennoch tommt man sich vor, als ob man beim Flottenverein zu Gast geladen wäre. Um das Marineschulschiff„ Niobe", den Kreuzer Berlin" und einen Teil der deutschen Flotte zu zeigen, hat Marie Luise Droop das Manuffript zu einem Spielfilm geschrieben. Es ist sehr gewollt und sehr nebensächlich, man braucht den Inhalt nicht zu erzählen. Rein filmisch betrachtet werden echte Filmaufnahmen und Bilder vom Leben und Treiben an Bord geboten, wie man sie von der Wochenschau usw. her tennt. Das genügt bekanntlich vollauf, um manche Landratte in die helfte Begeisterung zu versehen. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, daß Karl Hasselmann eine wirklich gute Photographie lieferte. Wenn man liest Regie Karl Boese, ist man baß verwundert. Seine bisherigen Leistungen berechtigen zu ganz anderen Erwartungen. Einen so mißlungenen Schiffsunter gang hätte man ihm tatsächlich nicht zugetraut. Ein Handelsschiff läuft so mir nichts, dir nichts led, damit die Kriegsmarine Hilfe leisten kann, die sich in Rudermanövern erschöpft. Natürlich wird die Braut des Kommandanten gerettet und die als Schauspielerin tätige Mutter, die der Ehe hindernd im Wege steht, ertrinft. Otto Gebühr spielte mit wohltuender Zurückhaltung den Liebhaber und mit Schneid den Kommandanten. Claire Rommer ist ein herziges Mädel, das sich offenbar in die Uniform verliebt haben muß, denn fonft tönnte es unmöglich sich solch alten Mann wählen. Maly Delschaft stellt lebensmahr das junge Weib dar, das ein berech tigtes Grauen vor dem Meere hat, das ihr den Gatten raubt. Man war bemüht. der Film mit vielem Drum und Dran aufzuziehen; so ließ man nach überlebtem Vorbild die Statisten, in diesem Falle die blauen Jungens, durch den Zuschauerraum marschieren und möglichst auffällig die für sie reservierten Pläge einnehmen. e. b. „ Der Bastard." ( Marmorhaus.) Beilage des Vorwärts „ Der Hahn im Korbe." ( UT. Friedrichstraße.) Der bemußte Hahn ist Reinhold Schünzel, daher weiß sogleich jeder Filmkundige, daß die Geschichte recht luftig merden tann. Und die Sache wurde auch ganz nett, denn Reinhold Schünzel hat seine persönliche Note, obwohl der Film selbst unter Georg Jacobys Regie gerade teine persönliche Note aufwies. Er berichtet, unter Benutzung breit ausgetretener Pfade, von dem Bauern Don- Juan, der durch eine Erbschaft Millionär wird. Er will die Berliner Mädel fennen lernen, und er lernt die ganze weltstädtische Glückss und Raubritterschaft fennen, rettet aber sich und sein Geld in die 26 Darsteller an, die alle als gut herausgearbeitete Typen beschäftigt Heimat und in den sicheren Hafen der Ehe. Das Programm gibt wurden. Da fei vor allen Dingen Frieda Richard genannt, die immer wahr bleibt und daher auch die einfache Frau Abendrot so durch und durch wahr darstellen fann. Olly Orsta, Maly Delschaft und Annette Benson sind ein nettes Dorfschönen- Terzett, mährend Tamara die echte Großstadtpflanze aus den besseren Gesellschaftstreifen darstellt, die das Geld heiratet und sich in der Liebe anderweitig schablos hält. Die immer ergögliche Margarete Kupfer und der wuchtige Hans Mierendorff sind das Banfierehepaar, das sich beinahe den vergoldeten Bauernlümmel eingefangen hätte. Elga Brink verdient ob ihrer Darstellung gedrückter und verängstigter Menschenfinder besondere Beachtung, diesmal freut man fich herzlich mit, wenn aus dem Aschenputtel Frau Millionär wird. Der Film ist streckenweise wirklich amüsant und außerordentlich geschickt auf Publikumswirkung eingestellt, außerdem zeigt er schöne Berliner Bilder. „ Der Liebeskäfig." Ufa- Theater Kurfürstendamm.) -g. Der Liebestäfig ist ein reizendes Neftchen aus dem Nirgendwo Land der Filmarchitekten in irgendeinem verschwiegenen Winkel eines märkischen Sees. Der Film spielt in der vornehmen Welt, In und der fann man schließlich tein Dorfgastzimmer zumuten. besagten Käfig führt der junge Industrielle August Waltjen ein reizendes junges Mädchen, das er zufällig fennen gelernt hat. Sie hat das romantische Bedürfnis, Namen und Art nicht zu verraten, ist also eine Art moderner weiblicher Lohengrin. Die Firma des Herrn Waltjen will sich mit einer anderen ähnlicher Branche fusionieren, und ihr Generaldirektor will diesen wirtschaftlichen Borgang durch eine Heirat seiner Tochter Detta mit dem jungen Baltjen befräftigen. Natürlich ist Detta das Mädchen aus dem Liebestäfig. Große lleberraschung! Sie will zunächst nicht, da sie alles für abgefartetes Spiel hält, aber dann gründet sie doch mit ihrem bisherigen Liebhaber einen offiziellen Liebestäfig, genannt Ehe. Wie das so im Film üblich ist, langweilen sich die für das Nichtstun ge schaffenen Frauen in dieser Einrichtung. Detta fängt an zu fingen und zu tanzen und geht, da ihr Mann Einspruch erhebt, schließlich durch, um in Chemnitz ein Gastspiel zu unternehmen. Die Enttäuschungen, die sie dort mit der Bühne und auch mit ihrem Lehrer erlebt, treiben sie zurück. In ihrem alten Liebestäfig findet sich das Pärchen wieder. Der Film, der nach einem Morgenpostroman von Hans Land bearbeitet ist, ist trop mancher guter Einfalle des Regisseurs Erich Schönfelder doch manchmal recht langstielig( von den Ünwahrscheinlichkeiten gar nicht zu reden). Die Detta war Lee Parry, die fich als venezianische Schönheit mit dem gebleichten Blond ihrer Haare vorstellte. Sie hatte gute Momente, aber in den erregteren Partien versagt ihr Gesichtsausdruck. Trozdem waren fie und der Waltjen des Herrn Riemann und der famos charakterisierte Generaldirektor Waßmann das beste am Film. I. Dieser Lleine Baftard legt eigentlich ungewollt Protest gegen die Verfilmung von Romanen ein Obwohl feine überflüssige Person in die Handlung übernommen ist und diese selbst gestrafft auf das gute Ziel hinsteuert, bleibt doch ein jeder Charafter unerflärt. Eine Grafentochter hat ein uneheliches Kind. Der Großvater liebt es, die Großmutter will nichts von ihm missen, der Bater des Kindes amüsiert sich in Paris. Im Kampf um den ehrlichen Namen des Kindes eilt die Mutter auch nach der Seinestadt. Der gesuchte Bater aber, ein Trinker und Büstling mit eleganten Manieren, hat nur Sinn für leichte Dämchen und deren Anhang. Trotzdem fährt die Arbeitsgemeinschaften der Berliner Boltsbühne, die sich mit beEine Filmgemeinschaft innerhalb der Berliner Bolfsbühne. Die Gräfin mit ihm über See, weil ihnen angeblich dort das wahre Glüd erblühen soll. Man liebt im Film die Katastrophen, darum sonderem Ernst dem Bolksbühnengedanken widmen, haben sich entgeht das Schiff unter. Natürlich wird die Gräfin gerettet, er und schlossen, auch den Film in ihre Obhut zu nehmen. Es wird eine sein Anhängsel ertrinken. Das Kind wird vorerst von Chinesen Sondergemeinde für Filmdarbietungen gebildet, die in regelmäßigen geraubt, nachher aber von der Mutter entdeckt. Kind und Wutter Abständen gute und bezeichnende Filmwerte nach den Grundsägen der Volksbühne( Einheitspreis usw.) sich vorführen lassen will. werden von den Großeltern mit Freuden aufgenommen, und ein Der erste Filmabend fand im Langenbeck- Virchow- Haus statt. Er dauerhafter Liebhaber erscheint im Hintergrund als glückverheißende wurde eröffnet mit einem Vortrag von Julius Bab, der mit geBufunft. Der Regisseur Gennaro Righelli ſetzt ſtart ſeine wohnter Beredsamkeit das Problem des Films erörterte und sich beitalienische Art durch. Was wir bislang von den Italienern gesonders für den Film einsekte, der ein Kunstwert eigener Art ist, lehen haben, läßt mutmaßen, daß sie zur Weiterentwicklung des verinnerlichten Films nichts beitragen werden. Wie füßlich wird attelang das Mutterglück gefeiert. Die Massenszenen beim Schiffsuntergang sind dagegen blendend gelungen, fabelhaft aufregend und beträchtlich brutal. Maria Jacobini läßt der Regisseur andauernd himmeln. Dabei kann diese Darstellerin viel, fie darf nur nicht nach längst überholter Manier spielen. Ebenso teilten die anderen Schauspieler durch ihre Gebärdensprache nicht inneres Erleben mit. Es soll nicht verheimlicht werden, daß bei der Uraufführung manche Träne ins Battisttaschentüchlein rollte. e. b. 10Vpsin , Die Kameliendame." ( Mozartsaal.) Die Kameliendame war von jeher eine Rolle für weibliche Stars: der Schauspielbühne, der Oper, des Films. Auch der Swenst Film hat nun der schönen schwedischen Filmschauspielerin Tora Teja dazu verholfen, sich in dieser Rolle bewundern zu lassen. Man nahm die großen Umrisse von Dumas'„ Kameliendame" und Olof Smolander schuf daraus einen Rührfilm, so wirkfam wie alle Erzeugnisse der gleichen Sorte. Allerdings, eine SchauSpielerin einen Großfilm hindurch in Schönheit sterben zu sehen, ist nicht nach jedermanns Geschmad, und weiter hat Tora Teja, die wirklich mehr fann, in diesem Film nichts zu tun. Ste macht es sehr zart und unaufdringlich in schönen stimmungsvollen Bildern, die echt schwedische Filmkunst sind, photographisch wie regietechnisch gleich gut. Lichter dämmern auf und erhellen das Bild langsam. Schatten überspielen es, und wer am Filmbild allein sich erfreuen will, tommt bei der Kameliendame reichlich auf seine Kosten. Doch nugten reichlich süßen Inhalt verzeihen. Denn auch die übrigen Rollen sind, wie es sich bei den Schweden versteht, mit befähigten Schaufpielern besetzt, die eine sichere Regie leitet. Und so wird ohne Tora Teja in zahlreichen Kinos noch in ihrer Starrolle beflatscht das keine andere Kunst schaffen fann, z. B. der Trick- und Scherenfilm, im Gegensatz zu dem realistischen, dramatischen und sonstigen Film. Es folgte dann die Aufführung des Kabinettes des Dr. Caligari". Die Filmgemeinschaft bewies damit, daß fie eigene Wege zu gehen gedenkt und auch ein Filmrepertoire ins Auge faßt, das aus der älteren Produktion die charakteristischsten und besten Werte wieder beleben will. Dieser Wiene- Film ist einzig in seiner Art geblieben und hat auch im Auslande überall Werbekraft für den deutschen Film entfaltet. Das start expressionistische Milieu der schiefen und winkligen Gaffen und der absonderlich verschrobenen Bimmer, die spukhafte gespenstige Handlung, die die Phantasien eines Jrren mit ihrer unheimlichen Folgerichtigkeit wiedergibt, diese echte Hoffmann- Stimmung übten auch diesmal wieder ihre starke Wirkung aus. Ihr Kind huftet. Ein Heilmittel aus dem Fichtenwalde. Mütter erkennen nicht immer die Gefahr für die Gesundheit ihres Kindes, welche ein gewöhnlicher Husten oder eine einfache Erkältung mit sich bringen kann. Bei Bernachlässigung können sich diese fleinen Unpäßlichkeiten zu schweren Bronchialleiben und selbst zur Schwind fucht entwickeln. Und Huften und Erkältungen sind so leicht zu heilen, wenn man gleich zu Anfang Ansy einnimmt. Ansy enthält neben anderen wertvollen Bestandteilen Teer und Fichtennadelöl, von welchen heilkräftige Dämpfe in die Lunge und das Bronchialsystem eindringen und so linderno auf die Entzündung wirken und Erleicht Ansy eingeben, geben Sie ihm damit die segnende Heilkraft der norwegischen Fichtenwälder ein, mit ganz geringem Rostenaufwand. Eine Flasche Ansy tostet Mt. 2.- und genügt zur Zubereitung von 4 Liter töftlichen Hustensirups. Herren- und Damenstoffe allch fonft wird mancher um des ſchönen Spiels willen den abge rung und Heilung der Erkältung bringen. Wenn Sie Ihrem Kinauch an Privatkundschaft. Tuchhaus EHRIG& TIECKE. Aktiengesellschaft, Leipziger Str. 104, 1. Stock( gegenüber Kempinski). Auf Wunsch Vertreterbesuch. Telephon: Merkur 5704-05. merden. ,, Wer sie längere Zeit im Film nicht gesehen hat, sitzt erstaunt vor einer schauspielerischen Glanzleistung. Seit Ihrer Rose Bernd hat sie eine solche Kraft der Gestaltung nicht mehr gezeigt..." so schreibt Eugen Tannenbaum in der„ Neuen Berliner" vom 1./12. über in ihrem neu esten Film Tes. Genevaldepot für Deutschland: C. F. Alche u. Co., Samburg 19. HENNY PORTEN TRAGÖDIE Regie: Carl Froelich Ferner: Boxkampi Breitensträter- Paolino des deutschen Meisters schwerster Kampf Täglich 3 Vorstellungen: 5, 7, 9 Uhr Vorverkauf 11-1 Uhr ppp Primus- Palast PRIMUS PALAST Telephonische Vorbestellungen: Lützow 7095 Theater, Lichtspiele usw. chocou como Volksbühne Lessing- Th. 3 Uhr: JUDITH 8 Uhr Tägl. 8 Uhr Der befrette Der junge Aar Don Quichotte Mor en 8 U.: Der befreite Don Quichotte Staats- Theater Opernhaus 7 U. Afrikanerin Opernhaus am Königsplatz 2 Nathan d.Weise 70.: Evangelimann Schauspielhaus SU: Romeo u. Julia Schiller Theater 8 Ua Lapitan Brass bounds Bekehrung ven Rostand- Klabund Kleines Th. Tägl. 8 Uhr Die Alarmglocke Sonnt nachm. 4U. seli n.Gretel Kleine Preise! Trianon- Th. 8 Uhr Hochzeitstage Vorz. dies. zahl. a. d. Städtische Oper Abendkasse die Charlottenburg 8 Uhr Hälfted.Kassenpt Walhalla- Theater Tosca Weinbargsweg en Rosenth. Tor Abonnements Tägi. 8 Uhr: THEHES IZ Die Koblanks Park. von 50 Pf. an. Deutsches Theater Sonntag nachm. 4U. 74 Uhr. Der Hänsel and Gretel Rose- Theater Kreidekreise Um 4 und 81, Uhr von Klabund Philharmonie Kammerspiele 7 Uhr: 7 Uhr: Konzert Ramper Philharm. Orchesters von Max Mohr Regie: P. Henckels Die Komödie Kurfürstendamm 207 8 Unr Dirig. Pref. Julius Präwer SCALA 5.Ubr Internat. Gesellschalt Vartete v. John Galsworthy Regie M Reinhardt Sonntags 30 zu ermäßigt. Preis. das volle Proer. GroßesSchauspielhaus 3/4 Fair Dich CHARELL- REVUE 300 Mitwirkende Parkett M. 6.Rang M. 8.2ter Rang M. 1.50 Loge M. 7.3ter Rang 75 Pf. 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Sonntag 3,5,7,9 Wochentags 7, 5,7,9 Kurfürstendamm Sonnabend Sonntag Vorverkauf täglich 12-2 Tauentzienpalast Wochentag Vorverkauf täglich 12-2 Friedrichstraße Mozartsaal Vorverkauf tägllah 12-2 Sonnabend Sonntag Wochent. 5,7,9 7,8 Uhr Sonntags ab 4 Uhr Wochentags 1, 8,7,9 Sonntag Sonnabend. Wochentags 7, Nollendorfplatz Sonnabend) 5, 7, 9 Weinbergsweg Kammerlichtspiele Vorverkauf täglich 12-2 Turmstraße Vorverkauf täglich 12-2 Königstadt Vorverkauf täglich 12--2 Sonntag Wochentags 7, Sonnabend 5,7,9 Sonntag Täglich 5, 7, 9 Uar Wochentags 7, S Sonnabend Sonntag 5,7,9 Wochentags 1, Sonnabend Sonntag Wochentags 7,0 5, 7, 9 Alexanderplatz Sonnabd. Sonntag SPIELPLAN DAS VERBOTENE PARADIES In der Hauptrolle: Pola Negri Regie: Ernst Lubitsch Der Liebeskäfig mit Lee Parry Regler Erich Schönfelder. Künstl. Oberieltung Richard Elchberg Zum Schneegipfel Afrikas Carl Heinz Boese mit Vortrag des Regisseurs Jugendliche haben Zutritt Der Hahn im Korb mit Reinhold Schünze! Regie: Georg Jakoby mit Die Kamellendame Tora Teja mit Der stumme Ankläger Eleanor Boardman Der Hahn im Korb Regier mit Reinhold Schünzel DIE KOMMENDEN URAUFFÜHRUNGEN Kurfürstendamm Georg Jacoby Nollendorf Platz Der Emil Jannings- Film Turmstraße VARIETE mit Lya de Putti Regie: E. A. Dupont Auf der sühne: Fahrendes Volk Eine Soene zum Fim Königstad/ Auf der Bubne Kremolina Co. KammerLichtspiele Friedrich straße Ueberall Ufa- Wochenschau Das neue Meisterwerk Ernst Lubitsch's POLA NEGRI in DAS VERBOTENE PARADIES mit Adolphe Menjau und Rod La Rocque DER GROSSE PARAMOUNTFILM DER UFA Außerdem; Das unübertreffliche Beiprogramm Wochentags: 3 Vorstellungen 5, 7, 9 Uhr Sonntags: 4 Vorstellungen 3,5,7,9 Uhr Ufa- Palast am Zoo Vorverkauf täglich ab 11 Uhr ununterbrochen. Telephonische Karienbestellungen Nollendorf Nr. 62, 1397, 5280, 5281 WINTBRITEN દ્વાર 1 Ein Weihnachts- Programm für Groß und Klein! 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