Nr. 578 42. Jabrg. 86 toll sid Ausgabe A nr. 295 Bezugspreis: Doraus Böchentlich 70 Bfennig. monattia 3 Reichsmart zahlbar. Unter Kreuzband für Deurichland, Danzig Saar- und Memelaebiet, Vefterreich. Litauen. Curemburg 4,50 Reimsmart, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwarts" mit der Sonntags Beilage Bolt und Reit mit„ Gied. lung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen* and Frauenbeilage Frauenftimme etfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenbreise: Die einfpaltige Nonpareille seile 80 Bfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Bort 25 Pfennig ( auläffia amei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche bas erite Wort 15 Pfennig. tedes weitere Bort 10 Bfennig. Borte über 15 Buchtaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennia. Anzeigen für bie nächste Summer aniffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden rake 3, abaeaeben werden. Geöffnet non 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Dienstag, den 8. Dezember 1925 Um die Große Koalition. Hindenburgs Auffassung.- Tie Volkspartei zu Verhandlungen bereit. Die Tatsache, daß der Reichspräsident v. Hindenburg bemüht ist, die Große Roalition zustande zu bringen, daß er also die Sozialdemokratie zur Teilnahme an der Regierung einlädt, hat in den Kreisen der Rechten vielleicht noch stärkeres Entsetzen erregt als die Entschiedenheit, mit der fich der Reichspräsident für den Abschluß der Verträge von Locarno einsetzte. Nach der beliebten, aber nicht bewährten Methode, alles Unbequeme einfach abzuleugnen, versicherte die Rechtspreffe gestern abend einstimmig, die Behauptung, daß Hindenburg die Große Koalition wolle, sei ein nichtswürdiger demokra tischer Schwindel. So die Kreuzzeitung" Westarps: Die Nachricht, daß der Reichspräsident sich für die Große Koalition ausgesprochen habe, ist nur als durchsich tige Stimmungsmache zu bewerten. So der Tag" Hugenbergs: 97 Ueber diesen Empfang des Reichstagspräsidenten find Meldun gen verbreitet, wonach der Reichspräsident fich unbedingt für die Bildung der Großen Koalition ausgesprochen haben soll. Davon tann teine Rede sein. Und so die„ Deutsche Zeitung" von Claß: Demokratischerseits wird berichtet, Hindenburg habe Lobe gegenüber der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es gelingen möge, eine Regierung auf der breiten Grundlage zu bilden, die von den Sozialdemokraten bis zur Deutschen Boltspartei reicht. Bir find in der Lage, authentisch mitteilen zu tönnen, daß diese Behauptung selbstverständlich un richtig ist. Roalition sowie der Arbeitsgrundlagen für dieselben zu klären und ihm das Ergebnis alsbald mitzuteilen. Die Fraktionsvertreter werden bis spätestens Donnerstag dem Herrn Reichspräsidenten ihre Entschließung bekanntgeben. Das Heulen und Zähneklappern, das nach dem Bekanntwerden dieser Nachricht in den Reihen der Rechten herrschen wird, läßt sich schwer vorstellen. Als Retter" haben sie Herrn v. Hindenburg ihren Wählern empfohlen und jetzt erleben sie, daß der Retter" bei der ersten Regierungsfrise, die er zu lösen hat, die Sozialdemokraten ersucht, fie möchten doch das Volk aus der Wirtschaftsfrise, in der es sich nach zehn Monaten Rechtsregierung befindet, retten helfen! Offenbar nur dem Druck des Reichspräsidenten ist es zuzuschreiben, daß die Volkspartei, die bisher jeder Entscheidung aus dem Wege gegangen ist, sich jetzt zu Verhandlungen bereit erklärt. Sie tut es mit folgender parteioffiziösen Meldung: Der Herr Reichspräsident empfing heute als Vertreter der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei die Herren Dr. Scholz und Dr. Curtius zur Besprechung der Regierungsbildung. Auf den Hinweis des Herrn Reichspräsidenten, daß die Bildung einer Regierung auf breiter Basis angesichts der gegenwärtig schweren Lage erwünscht sei, wofür nur das Zu fammenarbeiten der Parteien von den Sozialdemokraten bis zur Deutschen Boltspartei in Frage tame, erflärten die Bertreter der Deutschen Volkspartei ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen nach diefer Richtung. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartei ist auf Don nerstag vermittags 10 Uhr einberufen. Die Lage stellt sich nunmehr so dar, daß Zentrum, Demo. Gleich hinterher aber tommt WIB. und meldet authen- fraten und Bolkspartei ihre Bereitschaft erklärt haben, mit der tisch folgendes: Sozialdemokratie über die Bildung einer Regierungsgemein Der Herr Reichs präsident empfing im Laufe des heutigen fchaft zu verhandeln. Der Reichspräsident hat aber auch Tages die Führer der Fraktionen des Reichstags( mit Ausnahme im Gegensatz zu gewiffen Heißspornen, die am liebsten ohne det er der kommunistischen und völkischen Fraktion) zu Einzel- jede fachliche Borberatung in die Große Koalition hineinbesprechungen über die politische Lage und die Frage der Kabinettspringen möchten sehr richtig erflärt, daß die Vorbildung. Für die sozialdemokratische Fraktion erschienen die Abg. auslegung für das Zustandekommen dieser Kombination ein Hermann Müller und Dittmann, für die Deutschnationalen gemeinsames Arbeitsprogramm sei. Diese Auf die Abg. Graf We starp und Thomsen, für das Zentrum die faffung ist auch hier immer wieder vertreten worden. Die Abg. Marg und Dr. Bell, für die Deutsche Volkspartei die Frage des Tages lautet also: Kann es für die Bar Abg. Dr. Scholz und Dr. Curtius, für die Demokraten die teien von der Volkspartei bis zur Sozial. Abg. Dr. Koch und Erkelenz, für die Wirtschaftliche Bereini- demofratie ein gemeinsames, Arbeitsprogung die Abg. Drewig und Mollath und für die Bayerische gramm geben? Sind insbesondere die unbestreitbaren Boltspartei der Abg. Leicht. Der Herr Reichspräsident gab den Gegenfäße der Meinungen in wirtschaftspolitischen Fraftionsvertretern gegenüber seiner Auffassung dahin Ausdrud, und sozialpolitischen Fragen überbrüdbar? daß er angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten diefes Winters Die Sozialdemokratie fann sich an Rettungsversuchen doch die Bildung der sogenannten Großen Koalition für wünschensnur dann beteiligen, wenn die Rettungsmethoden, die wert erachte, man anwenden will, den Massen des arbeitenden Boltes nach ihrer Ueberzeugung wirklich hilfe versprechen. Mit den Sozialdemokraten kann man den innerpolitischen Rurs nicht fortsetzen, den man bisher mit den Deutsch nationalen zusammen verfolgt hat. fofern sich hierfür ein gemeinsames Arbeitsprogramm erreichen ließe. Er nahm hierzu die Aeußerung aller erschienenen Fraktionsvertreter entgegen und bat die für die Große Koalition in Betracht kommenden Fraktionen, in der eigenen Partei, wie im gegenseitigen Einvernehmen die Frage der Bildung dieser Gemeidewahlen in Württemberg. Sozialdemokratie behauptet.- Auftreten neuer Parteien. Stuttgart, 7. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In Württem berg fanden am Sonntag Gemeinderatswahlen statt, bei denen die ausscheidende Hälfte der bisherigen Gemeinderatsmitglieder neu zu wählen war. Die Wahlbeteiligung war im Durchschnitt nur 50 Proz. Die Sozialdemokratie hat trotzdem nach den bisher vorliegenden Nachrichten ihren bisherigen Bestand fast überall be. hauptet. Dagegen zeigt sich in größeren Städten, wie in Ulm und Stuttgart, ein bemerkenswerter Rückgang der demokra tischen Stimmen. Das Ergebnis in Stuttgart ist: Deutsche Bolkspartei 2( 1922: 0), Sozialdemokraten 8( 12), Zentrum 3( 2). Demokraten 5( 10), Deutschnationale 5( 0), Chriftlicher Volksdienst 2( 0), Kommunisten 5( 1). Wahlbeteiligung 43 Broz. Ulm: Deutsche Volkspartei 1( 0), Sozialdemokraten 5( 5), Zentrum 4( 5), Demokraten 3( 10), Deutschnationale 5( 2), Friedenspartei 4( 0). Die Zunahme des Massenelends. Erschütternde Zahlen aus dem Ruhrgebiet. Cochum, 7. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In einer Preſſe konferenz machte der Präsident des Polizeibezirks Bochum Gelsenkirchen- Herne, Landtagsabgeordneter Stieler, ge radezu erschütternde Mitteilungen über die furchtbare soziale Not. lage im Zentrum des rheinisch- westfälischen Industriegebiets. Im Polizeibezirk Bochum- Gelsenkirchen- Herne, der 542 000 Einwohner zählt, find 61000 Personen fast ausschließlich auf öffentliche Unterstügung angewiesen, D. h. jeder neunte d. Einwohner wird unterstügt. In dieser Zahl find nicht enthalten bie Beute, bie fich von Renten ernähren oder die nebenbei unter Hier also liegt das weite Gebiet der Erörterungen, von denen die nächsten Tage ausgefüllt sein werden. stüßt werden. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt 17 000 mit 25 000 Familienangehörigen. Besonders ungünstig steht die Lage in Gel fentirchen, wo auf jeden siebenten Einwohner ein Unterstüßungsbedürftiger toinmt. Der Polizeipräsident appelliert an Reichs- und Staatsregierung, an Städte und Gemeinden, in großen Zügen Hilfsattionen einzuleiten. In Berbindung mit den Wohlfahrtsämtern der Städte und Gemeinden sei die staatliche Polizei bereit, Beamte in den Dienst der Hilfsaktion zu stellen. Der Polizeipräsident ersucht gleichzeitig die Grubenbefizer, einen Teil der auf Halde liegenden Kohle an die frierenden Volksgenossen zu geben. Bemerkenswert waren die Mitteilungen des Polizei präsidenten über die eifrige politische Propaganda ber Nationalsozialistischen Partei unter den Erwerbslosen. Große Sorge mache der Polizei die Unterbringung der Obdach losen. Loucheurs Sanierungsplan. 8 Milliarden neue Staatseinnahmen. Paris, 7. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Im heutigen Kabinettsrat hat Loucheur seinen Sanierungsplan vorgelegt, über deſſen endgültige Gestalt der Ministerrat am Dienstagvormittag entscheiden wird. Ueber Leucheurs Projekt, deffen Einzelheiten man noch geheim hält, wird an neuem lediglich noch bekannt, daß die Mehreinnahmen, die zur Sanierung der finanziellen Situation an gefordert werden, nicht weniger als 8 milliarden Frant be tragen sollen. Davon sind etwa 6 milliarden zum Ausgleich des Budgets bestimmt, das infolge der ungedeckten außerordentlichen Ausgaben sowie sehr beträchtlicher Ueberschreitungen des Borschlags ein Defizit in diefer Höhe aufweist. Die restlichen zwei Milliarden follen zur Schuldentilgung Bermendung finden Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Beftfchedkonto: Berlin 37.536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gefeli haft. Depofitentaffe Lindenstr. 3. Zweierlei Recht. Für Fürsten anders als für Sparer. Bon Hugo Heimann. Die Frage der Abfindung" der 22 Dynastien Deutsch lands erregt seit langem die öffentliche Meinung. Bald wurde stammten" Fürstenhauses verhandelt, bald hörte man von in diesem oder jenem Landtag über die Ansprüche des„, ange Prozessen, die hier und dort von früheren Landesvätern" gegen ihr Land angefirengt worden waren. Aber es tam bisher nicht dazu, daß der ganze Fragenkompler, losgelöst von Einzelfällen, vor dem Forum des deutschen Boltes verhandelt wurde. Erst die ungeheuerlichen Ansprüche der Hohenzollernfamilie, die immer dem Grundsatz gehuldigt hat, daß Nehmen feliger ist denn Geben, führte eine Erörterung im Reichstag herbei. Diese Erörterung war interessant und lehrreich insbesondere auch wegen der Stellung, die die einzelnen Barteien dabei eingenommen haben. Die Deutschnationalen und die Bölkischen zeigten sich bei dieser Gelegenheit als fana tische Anhänger des Rechts", eines Rechts, bei dem man sich nicht scheute, auf Rabinettsordres aus längst vergangenen Zeiten zurückzugreifen, um vermeintliche Rechtsansprüche privatrechtlich begründen zu fönnen. Die Linksparteien vertraten jolchen Rechts anschauungen" gegenüber den Standpunkt, daß Auseinandersegungen der Länder mit ihren früheren Dynaftien rein politische Angelegenheiten sind, mit Privatrecht nichts zu tun, sondern lediglich Gegenstand des öffentlichen Rechts zu bilden haben. Sie konnten fich für ihre Ueberzeugung auf Bismard berufen, der in feinem Kampf gegen den früheren Kurfürsten von Hessen und den abgefeßten König von Hannover fich in rückhaltslosester Weise in Wort, Schrift und Tat zu folcher Auffassung bekannt hat. Auch später hatte Bismard die Herausgabe des Vermögens oder von Vermögensteilen an die enithronten Fürsten mit der Begründung abgelehnt, er werde doch denjenigen, die gegen Preußen fonfpirierten, nicht durch Herausgabe ihres Bermögens noch die Mittel dazu liefern. . Diese Borgänge aus dem Jahre 1866 und später find natürlich den Rechtsparteien fehr unbequem, um so unbequemer, als zum Teil die Verhältnisse damals und jetzt so gleich liegen, daß manche Aussprüche Bismards heut hätten getan fein tönnen. Die Redner der Rechtsparteien verwiesen daher zur Stühße ihres Standpunktes hauptsächlich auf einige Berfügungen und Erlasse, die bald nach der Revolution von fozialdemokratischen Landesregie rungen ergangen waren, und in denen die Auseinander fegungen mit den früheren Fürstengeschlechtern als Fragen des Rechts bezeichnet worden sind. Mit diesen Hinweisen ist in der Tat der Finger auf eine Gesinnungsweise gelegt worden, die sich als schwerer Fehler erwiesen hat. Um die ganze Größe diejes Fehlers zu ermessen. braucht man sich nur zu fragen, mie bei einer Umwälzung die monarchischen Bar teien gegen die Bekenner der Republik, gegen republikanische Beamte und Richter, vorgehen würden, und wie die Republik ihren Feinden gegenüber gehandelt hat. die angeführten sozialdemokratischen Erlasse aus den Jahren Indessen sind selbst vom Standpunkt der Rechtsparteien 1918 und 1919 für das, was mit ihnen bewiesen werden soll, nicht zu gebrauchen. Kein Mensch fonnte damals ahnen, in welcher Weise fast das gesamte deutsche Bolf als Folge des Krieges durch die Inflation enteignet werden und verarmen. würde. Die Verhältnisse von früher und jegt find daher in feiner Hinsicht zu ver gleichen. Niemand hat das schärfer betont und betätigt, als gerade die Rechtsparteien und die Rechisregierung. Als nämlich mit der Möglichkeit zu rechnen war, daß die Gerichte Aufwertungsansprüche der enteigneten und ver zweifelten Gläubigermassen nachgeben und Entscheidungen nach Treu und Glauben fällen könnten, wurde schleunigst, um solche Möglichkeiten auszuschließen, die Dritte Steuernotverordnung erlassen. Erbarmungslos ging man über alle Rechtsansprüche hinweg, mochten sie noch so wohlerworben und fest begründet sein. Den Schuldnern wurde nahezu alles belaffen, was die Inflation ihnen in den Schoß geworfen hatte. Die Gläubiger speiste man mit minimalen Beträgen ab. Jest sollen nach dem Willen derselben Rechtsparteien ausgerechnet ein paar Duhend der reichsten Familien Deutschlands vor allen materiellen Schädigungen be wahrt werden. Und das von Rechts wegen! Biederholt schon find Berträge und Vergleiche, die von Landesrätern' vor Jahren geschlossen und eigenhändig unterzeichnet waren, nachträglich von diesen selbst angefochten worden, und in fast allen Fällen haben die Gerichte folche Berträge aufgehoben und Entschädigungen festgefekt, die einer pollen hundertprozentigen Aufwertung ent fprechen. Es sind in den Aufwertungsgesehen bekanntfich Härteflauseln vorgesehen, die mir die mirtschaftliche Lage des Scribners berücksichtigen. Te unfere Bemühungen, diefe Härteklaufein auch für den Gläubiger wirksam zu machen. Scheiterten. Mit höchstem Eifer wurde die einseitige Begünstigung der Schuldner verteidigt. Die Gläubiger sollten zufrieden sein, daß sie überhaupt eine Aufwertung erhalten. Das alles galt aber nur für die misera plebs. Für das gewöhnliche Bolt. Kommen Fürsten in Frage, fo gilt der umgefehrte Rechtssatz. Das Land Thüringen, das mit einer großen Zahl von Dynastien begnadet war, müßte zusammenbrechen, wenn es alle erhobenen Ansprüche zu befriedigen hätte. Selbst voltsparteiliche Finanzminister mußten das zugeben. Aber feine Härteflausel schützt ein armes Land als Schuldner vor der Habgier seiner früheren Fürsten Selbst ein Land wie Preußen würde den Bergleichsvorschlag" der Hohenzollern ohne schwere finanzielle Erschütterungen taum durchführen können. Was fagen die betörten und betrogenen Sparer und Gläubiger zu solcher hundert prozentigen Aufwertung? Ihnen unter er schwerendsten Bedingungen in einer späten Zukunft minimale Beträge. Den Fürsten mit freigebiger Hand fofort Hunderte von Millionen. Die Herren Dr. Beſt und Seiffert haben bei der Beratung der Aufwertungsgesetze sich an der Seite der Sozialdemokratie für die Interessen der Sparermassen eingefeßt. Heute ist ihre, die Bölkische Partei, die eifrigste Vorfämpferin für eine hundertprozentige Aufwertung der Fürsten! Nichts kennzeichnet im übrigen den Wert des ganzen Geredes vom Recht, das Recht bleiben muß, besser, als die Borgänge der allerjüngsten Zeit. Um Fürstengeschlechtern ihre zusammengerafften früheren Reichtümer zu erhalten und zu sichern, find afte Rabinettsordres, in denen der Kläger zu gleich Richter ist, unantastbare Rechtsgrundlagen. Aber feierlich befchloffene, unter freudiger Zustimmung des größten Teils der Menschheit zustande gekommene Geseze werden als bindendes Recht nicht anerkannt. Bor wenigen Tagen noch hat der Borsigende der Deutschnationalen Partei erklärt, nie mals werde seine Partei die Rechtsgültigkeit der LocarnoBerträge anerkennen! Der demokratische Antrag, durch Reichsgesetz den Ländern die Möglichkeit zu geben, die Ansprüche ihrer Fürsten auf den Gesetzgebungsweg zu begrenzen, ist in den Rechtsaus schuß des Reichstags verwiesen woren. Raum je hat der Rechtsausschuß eine wichtigere Aufgabe zu erfüllen gehabt. Die Sozialdemokratie wird auch hier den Rechtsgrundsägen treu bleiben, die sie wie in der Aufwertungsfrage, fo in ihrer ganzen Politik verfochten hat. Der Raubzug der Fürsten. Das Echo im Zentrum. Die Welle des Unmuts, die von dem Augenblic an, ba es mit ber bem preußischen Staat aufgedrängten Hohenzollernabfindung ernst zu werden drohte, durch Preußen und das Reich ging, ist am Zentrum, das bisher etwas Jehr start am Rechtsstand. puntt" feftotelt, nicht spurios vorübergegangen. Bon Tag zu Tag mehren sich die Stimmen in der Zentrumspreise, die darauf hinweisen, daß in der Abfindungsfrage nicht das rein juristische Recht, sondern die Gerechtigkeit entscheiden mülfe. So schreibt die Rölnische Boltszeitung" in ihrer Abenbausgabe vom Gonnabend, den 5. Dezember, daß der demoTrafische Antrag, der eine ben Zeiten, den Umständen und dem Gefeße entsprechende Aufwertung in der Abfindung anrege, zwar nicht jeder Seite der ganzen Angelegenheit gerecht werde, aber doch immerhin beachtlich sei. Auf der anderen Seite gehe es aber auch absolut nicht an, alles rongut als Privat eigentum zu reflamieren. An der Erwerbung bes Krongutes sei seit dem Tage, an dem die Hohenzollern über Nürnbergs Mauern hinausgreifen tonnten, doch auch der Staat, bas Bolt beteiligt gewesen. Wenn auch immer bis zur Schaffung von Verfassungen in den deutschen Ländern der Fürst absolutistisch regiert habe die volkswirtschaftlichen Werte habe nicht der Fürst, sondern das Bolt geschaffen, und der Erwerb von fogenanntem Krongut habe sich doch manchmal unter Umständen vollzogen, die Der Blindenhund. B Bon Lisa Honroth Loeme. Heute bin ich zum dritten Male an meiner Straßenede dem Blinden begegnet, der, von Hund und Führer geleitet, dem Barte zustrebte. Und wieder sah ich, daß der Hund, anscheinend noch nicht genügend ausgebildet, den Fahrdamm überqueren wollte, ehe noch Sicherheit vor den vorbeisausenden Autos gegeben war. Der Mann, der den Blinden am Arm und den Hund an der Leine führte, bremste kurz, und, den Blinden wie den Hund zurückhaltend, schlug er dem Hunde mit der Beitsche zweimal heftig über den Rüden. Der Hund gab einen leisen Laut des Schmerzes von sich und der Blinde, wie selber getroffen, zudte zusammen. Der Führer sah wohl mein von Mitleid und Abwehr verändertes Geficht: Was soll man machen," sagte er halb entschuldigend zu mir, ,, Der Hund kann es immer und immer noch nicht begreifen, wann er hinüber darf. Was soll werden, wenn er nicht lernt, er muß boch den Kriegsblinden führen können." Inzwischen setzte sich der Hund in Bewegung, diesmal mit rich. tigem Instinkt, denn die Straße war frei. Die Drei gingen hinüber und waren bald von der lichten Biegung des Partes hinweg. genommen. Ich stand, wie von einem unerträglichen Schmerze in der Seele gefettet. Wie grauenhaft gedantenlos sind wir Menschen. Wir schlagen das Tier, weil es nicht lernt, den Menschen zu behüten. Und wir? Wir? Was tun wir, um den Menschen zu behüten? Aber wir werden es noch weniger lernen als die Kreatur, die wir die unvernünftige nennen. Und von der wir verlangen, fie foll die schützen, die mir selbst vernid, tet haben. Wladislaw Reymont. Wladislam Reymont, der Mobelpreisträger, ist wie bereits gemeldet, an einer Lungenentzündung in Warschau gestorben. Innerhalb der letzten zwei Wochen ist er der zweite große polnische Schriftsteller, der der Welt entrissen wurde. Nach Zeromiți nun Reymont. Reymont war bis zur Verleihung des Nobelpreises der Belt literatur fast unbekannt. Sein Roman Die polnischen Bauern" war zwar bereits in viele Sprachen übersetzt, doch wenige wußten davon. Erst die Preiszuerkennung lenkte die allgemeine Aufmertfamkeit der literarisch Interessierten auf ihn. Die Bauern" find ein Epos, das den täglichen Kampf des Bauern mit der Erde schildert, aber auch sein Zusammenleben mit ihr. Es ist nicht allein der pol. nische Bauer, der hier mit der Erde ringt, um ihr das zu entreißen, was er zum Leben braucht. Es ist der Sohn der Erde, wie man ihn überall findet, wo die breite Ebene in größere und fleinere Barzellen eingeteilt ist, die für den Bauern seine Welt, die Welt bedeuten. Diese Bauern in ihrer Schwermut, Pfiffigkeit, stillverhaltenen Leidenschaft fönnten aber nicht in einem anderen Lande leben. Was man als mildernde Umstände nur mit scharfem Mitroftop und viel. leicht auch dann nicht einmal sehen könne. Man müffe die Gefahr im Auge behalten, daß Recht und Eigentum an Stellen fonstruiert werden könnten, wo sie teine giftenzberechtigung hätten. Die deutschen Fürstenhäuser, die sich gewiß nicht über schlechte Behandlung durch die Republit betlagen fönnten, müßten an der allgemeinen Berarmung und Verschuldung des Bolles teilnehmen. Man soll ihren Befit und ihre Einfünfte, so fährt das nehmen. Man soll ihren Besitz und ihre Einfünfte, fo fährt das Blatt fort, so feftfeßen, daß fie leben und ihre Häuser, in denen doch ein Stück deutscher Geschichte sich mit forterbt, erhalten fönnen. mehr nicht; auf teinen Fall. 3u furchtbar haben breite Schichten unseres Boltes unter der Geld entwertung gelitten, und zu lange werden die Wirkungen der allgemeinen Berarmung andauern, als daß eine allzusehr auf veraltete Rechtsauffaffungen aufgebaute Abfindung der Fürsten tatsächlich und seelisch zu tragen wäre. Die Angelegenheit follte überdies nun recht bald erledigt werden; dies liegt im Interesse der Fürsten und der Ruhe des deutschen Boltes. Wenn fie lange hinausgeschoben werden sollte würde sie zuletzt in einem Wolfsentscheid ausgetragen werden müssen. Kein Zweifel fann darüber bestehen, daß der Spruch des deutschen Bottes die letzten Hoffnungen einzelner Fürstenhäuser zerstören und die Angehörigen der Häuser in eine Lage bringen dürfte, für die fie sich bei ihren unbesonnenen Rechtsbeiständen nicht mit Blumenfträußen bebanten werden." Wir bezweifeln, daß diese Drohung mit dem Bolts entscheib bei den Rechtsparteien und den Hohenzollern etwas nüßen wird. Um so schlimmer für fie. Eins ist sicher: wenn der Reichstag nicht den Weg zur Beseitigung bes ruchlofen Ab. fidungsstandals frei macht, dann wird das Bolt noch diesen Winter fprechen müssen. Der Korruptionsfumpf der Arbeitgeber. Unternehmerdarlehen für Fememörder. In der Frankfurter Zeitung" veröffentlicht der demokratische Abgeordnete Ernst Lemmer einen Auffaz, in dem er sich mit den Korruptionsversuchen der Propagandaabteilung der Deutschen Arbeitgeberverbände befaßt und dabei auch die von uns bereits angedeutete anrüchige Tätigkeit des angeblichen Genossen Karl Erdmann für die reaktionäre Propaganda innerhalb der Arbeiterbewegung fennzeichnet. Weiter schreibt Lemmer: Und noch ein kurzes Wort zu einem anderen Borgang, der auch politischer Natur ist. Es wird im Vorwärts" wie im„ Deut. schen" der sozialpolitischen Spizenorganisation des Unternehmertums fernerhin vorgeworfen, unter sozialpolitischem Decmantel für buntle politische 3 mede ein sogenanntes Dar leben gegeben zu haben. Seit Wochen wird in aller Deffentlichkeit dieser schwere Vorwurf erhoben, aber die Bereinigung schweigt dazu. In interessierten Kreifen wird offen davon gesprochen, daß es sich um finanzielle Unterſtügung eines in die Femeaffären verwidelten Mitgliedes des christlichnationalen" Landarbeiterverbandes handle. Träfe das zu, dann wäre das fürwahr eine besonders nüßliche Verwendung des im Frühjahr durch eine limlage auf alle Unter nehmungen gebildeten Arbeitszeitsfonds von 250 000 m." Wir fönnen dem noch hinzufügen, daß das vorstehend erwähnte Darlehn für den Fememörder Oberleutnant Schulz aufgenommen worden ist, dessen Arbeitszeit offenbar durch die Haft so verlängert wurde, daß man ihn mit der Arbeitszeitpropaganda unterstützen mußte. Demokratische Blätter, so u. a. die„ Boffische Zeitung" betonen mit Recht, daß eine Verwendung von Geldern der angeblich neutralen Arbeitgebervereinigung zu parteippliti fchen Zweden einzelner Richtungen unzulässig ist und per langen eine Klärung der mun bereits miederholt erhobenen Vorwürfe. Wir vermuten, daß einzelne Herrschaften von der Leitung der Arbeitgeberbureaus dabei sehr schlecht abschneiden werden. Jedenfalls hilft es jest nichts mehr, wenn Herr D. Borsig noch einmal gutgläubig den Mantel feiner all umfassenden Nächstenliebe über seine Propagandisten breitet. Reymonts Bauern von den anderen unterscheidet, ist die gesteigerte Brimitivität, ist die urelementare Gewalt, die in ihnen schlummert und nur der Gelegenheit harrt, um in einem elementaren Ausbruch hell aufzulodern. Vielleicht waren es nicht allein die flimatischen Berhältnisse des Landes und nicht bloß die geographische Lage, die die Seele geformt hat. Bielleicht waren es auch die sozialen Kämpfe. Diese berührt Reymont nicht. In den polnischen Bauern lebt etwas von der Seele eines revoltierenden Szela. Szela, der Bauernführer, der an den Schlachzizen für das Darben und die soziale Unterdrückung Rache nimmt, indem er mordet und plündert. Den Revolutionären, die im Geifte Szelas handeln wollten, sind durch Gesetze und Zeit Dämme gelegt worden. Reymont schildert den befizenden Bauern, er schildert ihn breit, ruhig, episch, wie er seinen Besiz erhält, erweitert und Familie gründet. Es ist nicht der Bauer, wie ihn z. B. Bysbiansti in der Hochzeit schildert, der sich für den chinesischen Krieg intereffiert und Verbrüderung mit den Intellektuellen feiert. Reymonts Bauer ist noch unverfälscht, der Natur näher, noch nicht entwurzelt. Der nächstbekannte Roman von Reymont Lodz, das ge. lobte Land", lange Jahre vor den Bauern entstanden, behandelt das Lodzer Milieu und zeichnet in feinen, zarten pfychologischen Pinselstrichen den Typus eines Lodzer Menschen. Sein Vorwärts. drängen und feine Niederlage auf dem Wege zum Erfolg und Reichtum. Was dem Roman eine tiefere soziale Note gibt, ist die Schilde rung des Sieges der Maschine und der Untergang des Handwerks. Bampyr" ist eines der schwächsten Werke. In der Art von Hanns Heinz Ewers geschrieben, theoretisch und trocken. Reymonts Lebenswert bleiben die Bauern", das große vierbändige Berf, das er- selbst aus dem Dorf hervorgegangen zum Epos des bäuer lichen Bolen schuf. .0Die Berliner Opernfängerin Jurjewskaja verunglückte bei der täsli- Brüde in der Nähe von Andermatt töblich. Die Leiche fonnte bisher noch nicht geborgen werden. Der Gatte der Künftlerin befindet sich zurzeit in Andermatt. Das Gerücht von einer Ermordung der Sängerin trifft nicht zu. Der. tragische Tod der Jurjewskaja läßt die künstlerischen Reize dieser liebenswürdigen Sängerin besonders flar vor unser auge und Ohr treten. Russin von Geburt, erkennbar auch im scharfen Idiom ihrer Aussprache, mußte sie mit unerhörtem Fleiß allmählich die deutsche Sprache ganz in den Dienst ihrer fehr persönlichen, auf Grazie, Anmut und Reinheit basierenden Kunst zu stellen. So wurde ihre Mimit eine Lieblichkeit schlechthin, ihre Genufa aber letztes Beugnis für die charakterisierende und erlebnisstarke Frau. Schönste Koloratur und lächelnde Redheit in Cosi fan tutte", baneben wieder das Einfügen ihres schön tembrierten, edlen Soprans pathische, auch bei der Kollegenschaft beliebte Frau, für die ein in die Sinfonit, Mahlers Vierte, Beethovens Neunte. Eine symErfaß an der Staatsoper zurzeit nicht vorhanden ist. Jenner bleibt Jnfendant. Der Kultusminister hat Jeßners Rüd. trittsgesuch, das nur als Solidaritätsfundgebung für Schillings gedacht war, abgelehnt. In feinem Schreiben begründet der Minifter die Ablehnung mit dem Interesse des Staatlichen Schau fpielhauses und spricht die Hoffnung auf ein weiteres vertrauens. volles Zusammenarbeiten aus. Die Not der Beamten. Kommunistische Reklame- Briefe. In großer Aufmachung und mit fetten Lettern veröffentlicht die Rote Fahne" am Sonntag einen Brief des fommunisti schen Reichstagsabgeordneten Torgler an den Borsitzenden des Haushaltsausschusses, Gen. Heimann, in dem der schärffte Proteft der kommunistischen Frattion angekündigt wird, falls nicht zum 9. b. M. eine Sigung des Ausschusses zur Beratung der vorliegen. den Beamten Anträge einberufen würde. Nach der bei den Rommunisten üblichen Pragis wurde der Brief gleichzeitig mit der Absendung an den Adressaten der„ Roten Fahne" zum übergeben. T Abdruck Herr Torgler selber wird nicht angenommen haben, daß fein Schreiben auf Einberufung oder Nichteinberufung der Sigung Einfluß üben würde. Es dient wieder einmal lediglich Reflamebedürfnissen. Die Einberufung der Sigung zum 9. d. M. war niemals fraglich. Fraglich war nur, ob das zuge. sagte Regierungsmaterial fo rechtzeitig fertig werden würde, daß es zugleich mit den Einladungen verschickt werden fonnte. Als es Montag vormittag noch nicht vorlag, gingen nur die Einladungen hinaus. Regierung und Beamtenhilfe. Die Gerüchte, daß zur Linderung der Not der Beamten schon feste Pläne der Reichsfinanzverwaltung bestehen, tauchen immer wieder auf. Demgegenüber wird, wie der Reichsdienst deutscher Presse erföhrt, von gut unterrichteter Seite mitgeteilt, daß feste Pläne nicht bestehen. Die Regierung wird dem am 9. Dezember zusammentretenden Ausschuß des Reichstages die Antworten der Länder, der Reichs post und Reichs. bahn über die finanzielle Seite einer Besoldungserhöhung vorlegen. Es wird dann der Initiative des Reichstags überlassen sein, Anträge zur Behebung bes Notftandes bestimmter Beamtenfategorien auszuarbeiten. Der Reichstag düßte fich dann auch über die Frage der Dedung der Meh ausgaben schlüssig werden. In maßgebenden Kreisen bestreitet man teineswegs den Notstand der Beamtengruppen I bis VI und hält eine angemessene Erhöhung der jetzt 12,5 Proz. betragenden Besoldungszufchläge für erwägenswert. Grundfäßlich besteht auch fein Einwand gegen die Erhöhung der Zuschläge bei höheren Be amtengruppen. Es wird von den Beſchlüſſen des Reichstags abhängen, ob Erhöhungen vorgenommen und noch vor Weihnachten ausbezahlt werden. Reichswehr und Kyffhäuserbund. Die Republitanische Beschwerdestelle hat auf Grund des Artikels 126 der Reichsverfassung bei dem Herrn ReichsWehrminifter Beschwerde erhoben wie folgt: „ Das Reichswehrministerium hat fürzlich die Liste der soge nannten politischen" Organisationen veröffentlicht, welche als für Reichswehrsoldaten verbotene Vereine gelten. Darin fehlten aber die wichtigsten Bereine, nämlich der KyffhäuserBund und die Offizier- und Mannschaftsvereine( Kriegerver. eine), die dem Kyffhäuser- und dem Deutschen Offiziersbund torporatio angeschlossen sind." Gerade der Kyffhäuserbund der Kriegervereine hat sich dadurch ausgezeichnet, daß er auf seiner letzten Tagung die 3u. gehörigteit zum Reichsbanner für unvereinbar mit feinen Prinzipien erflärt hat. Die Begründung dieses Beschtes zeigte beutlich die antire publitanische Einstellung tes Seine Bevorzugung durch das Reichswehr Berbandes. minifterium gegenüber dem Reichsbanner ist selbstverständlich kein Zufall Die Lufitania- Schäden. Die beutsch- amerikanische Entschädi. gungskommission hat über bie letzten ber 194 Schadensersaz. Dampfers Lusitania im Sommer 1915 durch ein deutsches U- Boot ansprüche entschieden, die wegen der Bersentung des englischen gestellt wurden. Sie hat im ganzen 2 410 000 Dollar Entschädigung bemilligt. Für andere U- Boot- Schäden wurden 13 150 000 Dollar bewilligt. Simpliciffimus über Fürstenabfindung. Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen( 1625 bis 1676) äußert sich in feinem Simplicius Simplicillimus ( Buch IV, Kap. 15) also über die Fürsten:„ Mein dapfferer Simplici, ich versichere dich, daß die Rauberen das aller- Adelichste Exercitium ist, das man dieser Zeit auf der Welt haben fan! Sage mir, wieviel Königreiche und Fürstentümer sind nicht mit Gewalt erraubt und zuwege gebracht worden? Oder wo wird einem König oder Fürsten auff dem ganzen Erdboden vor eine Schande gerechnet oder für übel aufgenommen, wann er seiner Länder Intraden( Einkünfte) geneuft, die doch gemeinlich durch ihrer Borfahren verübte Gewalt crraubt oder zuwege gebracht worden? Was fönte boch Adelicher genennet werden, als eben das Handwerd, deffen ich mich jetzt bediene?( Begelagerer). Sieheftu nicht täglich vor Augen, daß die höchsten Potentaten meistenteils einander selbst berauben? Sieheftu nicht, wie der Stärkste den Schwächeren in Sad zu steden trachtet? Ich merce dir wohl an, daß du mir vorhalten woltest, daß ihrer viel wegen Mordens, Raubens und Stelens fenn gerädert, gehenkt und geföpfft worden? daß weiß ich zuvor wohl, dann das befehlen die Geseze; du wirst aber keine andere als arme und geringe Diebe haben hängen sehen, welches auch billich ist, weil sie sich dieser vortrefflichen Ulebung haben unterfangen dörffen, die doch niemand als heßhafften Gemüthern gebühret und vorbehalten ist. Wo hast du jemals eine vornehme Stands- Person durch die Justitiam( Gericht) straffen sehen, um daß fie ihr Land zu viel beschmeret habe? Ja, was noch mehr ift, wird doch kein Bucherer gestrafft, der diese herrliche Kunst heimlich treibet und zwar unter dem Dedmantel der Christlichen Liebe. Warum wolte dann ich straffbar senn, der ich solche offentlich auff aut Alt- Teutsch ohn einzige Bemäntelung und Gleißneren übe? Hierauf antwortete ich: Gefeßt. Rauben und Stelen sen dir erlaubt ist, das da nicht will, tak einer einem andern thun solle, das er nicht eder nicht, so weiß ich gleichwohl, daß es wider das Gesez der Natur will, daß es ihm geschehe..." Die Münchener Boltsbühne, bie zu den ältesten Besucherorganisa Die Münchener Boltsbühne tritt dem Boltsbühnenverband bel. tionen gehört( fie wurde 1919 gegründet, nachdem sie bereits um die Jahrhundertwende eine Vorläuferin gehabt hatte), ftand bisher troß ihrer grundsäglich gleichen Einstellung außerhalb des Verbandes ber deutschen Belksbühnenvereine, in dem sich die politisch und kon feffionell neutralen Theatergemeinden zusammengeschloffen haben. Schloffen, dem Verband sich einzugliedern. Die Münchener Bolts Neuerdings wurde nun aber von der Münchener Volksbühne bebühne bringt etwa 15 000 Mitglieder zu den 500 000 Mitgliedern des Verbandes mit. Die Städtische Oper teilt mit: Die dieswöchige Aufführung des Ring der Nibelungen ist nicht, wie irrtümlich genrelbet tourde, eine völlig neue Einstudierung. Tiefe ftebt auf dem Arbeitsplan bes nstituts, fann aber erst nach geraumer gelt der Borbereitung herauskommen. Baufe wieber bor das Berliner Bublifum treten. Galdo Thielscher wird am ersten Weihnachtsfeiertage nach achtmonatiger Er wird int Neuen Theater am 800 in der Neucinftudierung des Echwantes Der wahre Jacob die von ihm geschaffene Kitelrolle barstellen. völterbunö und Abrüstung. Der Ginflutz von Loearno auf die Beschlüsse des Rats. Gens. 7. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Am Montag ist in Genf der Lölkerbundsrat zu ssiner 37. Tagung zusammengetreten. Die wichtigsten Beratungsgegenstände sind die Beitegung des griechisch-bulgarischen Konfliktes und der Versuch einer endgültigen Lösung des M o s s u l- Problems. Im Mittelpunkt des Interesses aller Völker liegt jedoch die Behandlung der Ab» r ü st u n g s frage, mit der sich der Lölkerbundsrat zum erstenmal ernstlich zu befassen hat. Der Balkanzwischenfall dürft« eine rasche Erledigung finden. Hier hat der Rat nur noch den Spruch, der an die bulgarisch. griechische Grenze entsandten Untersuchungskommifsion zu sank- tionieren. Griechenland wird zwar gegen das ergangen« Urteil Ein» sprüch erheben, sich aber doch dann der Entscheidung des Völker» bundes, der damit als Schiedsrichter einen großen moralischen Sieg erzielt, fügen. Viel heikler ist die Entscheidung über M o s s u l. Das Gutachten des Haager Gerichtshofes bringt noch keine Lösung. Fällt aber der Dölkerbundsrat seine Entscheidung zugunsten des Iraks und damit Großbritanniens, so sind nach allen vorliegenden Anzeichen kriege» rische Verwicklungen durch die Türkei zu befürcht««. Die englische Regierung ist ihrerseits nicht gewillt, ihren Gebietsanspruch preiszugeben und setzt daher ihren ganzen Einfluß im Dölkerbundsrat ein, um die Entscheidung im englischen Sinn« zu beeinflussen. Sie ist für den Völkerbund äußerst schwierig und wird dadurch erschwert, daß sich zwei Petroleum interessenten in beiden Lagern gegenüberstehen, vor allem englische aus der einen, amerikanische auf der anderen Seite. Es ist nicht ausgeschlosien, daß der Dölkerbundsrat noch einmal seine Entscheidung hinauszuschieben sucht, um aus diese Weise zum mindesten einen kriegerischen Konflikt für den Augenblick zu verhüten. Was das Interesse der Völker Europas an der jetzigen Tagung des Dölkerbundrats besonders in Anspruch nimmt, ist die große Frage: Was wird der Dölkerbundsrat zur A b r ü st u n g ausrichten? Gewiß, Völkerbundsrat und Dölkerbundsversammlung haben sich bis jetzt nahezu auf jeder ihrer Tagungen mit dem Problem der Ab- rüstung beschäftigt. Jetzt aber, nach dem Zustandekommen de. Der» tragswerkes von L o c a r n o, ist für den Völkerbund und für die Völker Europas im besonderen ein Zeitpunkt gekommen, wo etwas Tatsächliches in der Abrüstung geschehen muh. Trotz aller schonen Reden, trotz aller gefaßten Entschließungen wollten die Großmächte bisher im Ernste an die Abrüstung nicht heran. Was unter dem Drucke der kleinen und mittleren Staaten in der Völkerbundsversammlung an Vorarbeit geleistet wurde, ist nachher im Völkerbund meist regelrecht wieder sabotiert worden. Kennzeichnend dafür ist die Art und Weise, wie die im Völkerbunds- polt vorgesehene„Ständige Militärkommission", die dem Völker- bundsrat bei der Durchführung der Rüstungsbeschränkungen gutacht» sich zur Seite stehen soll, aufgezogen wurde. Sie setzt« man aus G«> neralftäblern zusammen, die chr« Weisungen von den Kriegs- Ministerien ihrer Länder erhiellen. Dieses Verfahren war ein Muster- beispiel, wie auf politischem Gebiet der Bock zum Gärtner gemacht werden kann; denn selbstverständlich dachten diese Militärs auch im Traume nicht daran, ernsthaft ein« allgemeine Abrüstung zu fördern: Die Dölkerbundsversammlung erkannte das recht bald. Auf ihr Drängen wurde 1S21 neben der„Ständigen" noch- eine„Ge- mischte Kommission"' zum Studium der Abrüstungssrage«in- gesetzt. Sie lieferte bereits«ine wertvoll« Vorarbeit durch die auf einer besonderen Konferenz, an der auch di« Bereinigte« Staaten teilnahmen, ausgearbeitet« Konvention für die Kontrolle des Waffenhandels. Das war den Militär» schon zuviel. Auf ihr Betreiben ersetzt« der Völkerbundsrot di« Gemischte Kommisston die gefährlich zu werden drohte, durch eine„Koordinationskom- misfion", in der nur di« Vertreter der Ratsstaaten entscheidendes Stimmrecht erhielten. Die Völkerbundsoerlammlung durchschaut« auch diesen Schachzug und faßte einen Beschluß, wonach der Rat ein „Vorbereitendes Komitee" zum Studium de» Arbeits- Programms für eine Abrüstungskonferenz ein- zusetzen hat. Di« Ausführung dieses Auftrages ist nunmehr Aufgab« der jetzigen Tagung des Völtcrbundsrates. Wäre Loearno nicht zustandegekommen, so wäre sicher auch die Ausführung dieses Beschlusses wieder vereitelt wovden. Erst mit dem Bertragswerk wurde die allgemeine politische Deraussetzung gc- schaffen, die eine Abrüstung ermöglicht und selbst von den Wider- willigsten erzwingen läßt. Fördernd wirken dabei mit die großen finanziellen Nöte Frankreichs, Italiens, Polens und anderer Militärstaaten und die allgemeine wirtschaftliche Not, die kaum ein Land Europas, auch England nicht, verschont. Damit kann man erwarten, daß der Dölkerbundsrat auf seiner setzigen Tagung den Mut und die Entschlossenheit aufbringt, einen tüchtigen Schritt v o r w ä r t» zu tun auf dem Wege zur all- gemeinen Abrüstung. Erforderlich ist aber, daß die Arbeiterparteien aller Länder und alle Freunde einer ehrlichen Abrüstung und einer Frieden-ilhlitik ihre ganze Propaganda entfallen, um den Völkern Aar zu machen, daß jetzt, nach dem Zustandekommen des Ver- träges von Locarno. der Z e i t p u n i t gekommen ist. wo eine scharfe Wendung zur allgemeinen Abrüstung eintreten muß. Zwei Thesen— keine Einigung. Genf. 7. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Dem Rat«» komitee. das unter dem Vorsitz de, Genossen Paul Boncour die Tagung des Völkerbundsrots vorbereitete, lagen zwei bemerken»- werte Dokumente zum Problem der Abrüstung vor. In dem«inen stellt Lord E e c i l au» dem Völkerbundspatt, dem Verfailler Der- trag und dem Schriftwechsel mit der deutschen Friedensdelegation sowie aus dcm Schlußprotokvll der Konferenz von Locarno alle Punkte zusammen, die sich auf die Abrüstung beziehen. Lord Cecil weist darauf hin, daß sich Deutschland im Verfailler Vertrag ausdrücklich zur Innehaltung der militärischen Bestimmungen nur verpflichtete„im Hinblick auf die Möglichkeit der Vorbereitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Nationen". Er ver- weist weiter darauf, daß auch der Vorsitzende der Friedenskonferenz ausdrücklich erklärte, die Bedingungen sür die deutschen Rüstungen seien ein e r st e r S ch r i t t zu einer allgemeinen Rüstungsernschrän- tung. Schließlich hebt Lord Cecil hervor, daß sich auch die Vertrag- schließenden in Locarno verpsiichtcten, den Arbeiten des Völker- bundes auf dem Gebiet der Abrüstung tatkräftige Mitwirkung zu- teil werden zu lassen. Das zweite Dokument hat Paul B o n c o u r selbst zum Der- fasser. Im Namen der französischen Regierung verlangt er von einer Abrüstungskonferenz Untersuchungen über den Begriff„R ü st u n- gen", vor allem über die Stärke eines Landes in Kriegszeiten im Berhältnis zur militärischen Stärke in Friedenszeiten. Ferner soll der Begriff„Abrüstung" festgelegt und die verschiedenen Arten der Abrüstung zu Lande, zu Wasser und in der Luft untersucht werden. Besonders berücksichtigt werden sollen die Länder mit Berufsarmeen und im Gegensatz dazu diejenigen ohne Kriegsindustrie. Schließlich soll versucht werden, mit Rücksicht aus die Durchführung des Ar- tikels 16 der Völkerbundsakte ein relatives Gleichgewicht zwischen den einzelnen Staaten in Bezug auf ihre industrielle und wirtschaftliche Mobilisierung zugunsten des Döllerbundes herzu- stellen. Da im Ratskomitee febst trotz langer Erörterungen eine Einigung vor ollem zwischen Lord Cecil und Paul Boncour nicht zustande kam, Lord Eexil vielmehr aus einer völligen Trennung zwischen der Durchführung des Artikels 16 und der Abrüstungssrage bestand, soll die Entscheidung dem Dölkerbundsrat selbst überlassen bleiben. Sulgarien/ Griecbenlanö/ völterbunö. Prozehführung in Genf. Genf, 7. Dezember.(WTB.) Unter dem Vorsitz Scialofa». Italien wurde gestern vormittag um 11,16 Uhr die 37. Tagung de» Völkerbundsrats eröffnet. Frankreich vertritt diesmal nicht Briand, sondern Paul-Boncour. Zum griechisch-bulgarischen Grenzzwischenfall dankte der bulgarische Außenminister Kalfosf im Namen seiner Regierung dem Rat für feine schnelle, wirksame Intervention und der Untersuchungskominission für ihre objektive Tätigkeit. Daun wies er darauf hin, daß Bulgarien entsprechend dem Vertrage von Ncuilly vollkommen abgerüstet habe und daher an e n« Verminderung de» Grenzschutzes, der bei einer Grenze von 260 Kilo. meter Längs nur 3000 Mann und 150 Offizier« betrag«, nicht denken könne. Kälfoff, der weiter das Bestehen von Somit atschi- banden als Erfindung zur Verjchleierung gewisser Ver- antwortlichteiten bezeichnet«, bill gte sodann die Vorschläge der Unter- suchungskommission zur Vermeidung künftiger Grenzzwischensälle unter dem Vordehalt, daß auch' Griechenland diese Vorschläge an- nehm« und einhalte. Der Friede aus dein Balkan, so schloß er nach BezisfemNg der Schädtgpna Vuloariens durch den griechischen E n- fall auf S2S00 000 Lewa,(die Uatersuchungekommilsion schlägt vor. daß Griechenland 30 Mulionen Lewa, gleich 900 000 M., Schäden- ersaß leisten soll) wird nur stcheraektellt seein. wenn die Ab» rüstung, die in den Friedensverträgen vorgesehen und von Bul- garien durchgeführt ist, allgemein vorgenommen wird. R e n t i s> Griechenland, der ebenfalls den Vorschläge« der Untersuchungskommission zur Vermeidung neuer Awlschensälle zu- stimmte, b zeichnete zunächst als eigentlichen Grund des griechisch-bulgarischen Konflikts die ungelöst« Frage de» Zv- ganges Bulgariens zum Aegäischen Meer: Bulgarien habe das Angebot der griechischen Regierung auf der letzten Völker- bundsversammlung abgelehnt, da es einen territoralen Kor- ridor durch das griechische Gebiet oerlange, während ihm nur ein wirtschaftliche� Zugang garcmsiert worden sei. Renli» vertrat den Standpunkt, daß' Griechenland auf Grund der Völkerbundsrats- entscheidung vom 13. März 1924 sehr wohl der Meinung sein könnte. daß es das Recht zu Zwangsmaßnahmen gegen Bul- garien hätte. Trotz alledem nehme er die Darstellung der Unter- suchungskommission über den griechisch-bulgarischen Zwischenfall ohne Einwendung an, müsse. aber erklären, daß die Entschädigungs- sorderungcn Griechenlands durchaus berechtigt seien. Für den Fall, daß Griechenland zur Zahlung eimr Enischädigung oerurteilt werden sollte, behalte es sich vor, eine Entscheidung des H a a g« r Gerichtshofes darüber anzurufen, ob die Untersuchunas» kommifsion bei der Auferlegung der Entschädigung beide Parteien genügend gebärt Hobe. Der Präsident der Untersuchunqskvmmission, der englische Ge- sandte Rumbold, erklärte, daß die Kammissirm einstimmig zu ihren Feststellungen gelangt sei und sie nach beiden Seiten hin aufrechterholten müsse. Dann gaben die Vertreter Bulgariens und Griechenlands noch kurze Erklärungen ab. Anschließend ergänzte der Rat auf den Wunsch Ehamberlains als Berichterstatter den zu- ständigen Ausschuß durch ein bulgarische» und«in japanisches Mit- glied. Er soll die Einzelheiten des Untsrfuchungsergebnisses prüfen und an den Rat Anträge stellen. lyeldbewilligvn-i für Teutschöfterreich. Gens, 7. Dezembe».(WTB.) Das Finonzkom't?« des Völker» bundes hat beschlossen, dcm Dölkerbundsrat vorzuschlagen, daß die 218 Millionen Goldkronen, die den Resibestand der Völkerbundsanleihe für Oesterreich darstellen, der österreichischen Regierung für produktive Zwecke zur Unterstützung von Landwirt- fchaft und Industrie zur Verfügung gestellt werden sollen. Handelsvertrag mit polen! Ei« Gespräch mit einem polnische« Unterhändler. Dr. Diamond. Mitgsied der polnischen Handelsoertragsdele- gation, erklärte in einer Unterredung: Die im Oktober beschlossene und der deutschen Regierung im November überreichte Zvllvorlage erhöht den Tarif von etwa 1000 Artikeln wesentlich. Deut- scherseits ist noch keine Antwort eingegangen, da die Vorlage an die wirtschaftlichen Spitzenorganisationen zur Be- rotung weitergegeben wurden. Zur Verzögerung hat auch die gegenwärtige Kabinettskrise beigetragen und man erhofft von der Neubildung der Regierung eine Beschleunigung und Erleichterung der Verhandlungen. Dies darf man um so mehr an- nehmen, als dem bisherigen Reichsminister Neuhaus ein Teil der Verantwortung am Zustandekommen eines Handelsvertrags zu- zuschreiben ist. Es gibt in Deutschlcnd Kreise, denen an einer beide Teile befriedigenden Lösung wenig gelegen ist und die vielmehr eine Spannung zwischen Deutschland und Polen nicht u n- gern sehen. Diesen Umständen sei zuzuschreiben, daß die Ver- Handlungen bisher ergebnislos verlaufen sind. Polnischerseiis ständen die Ding« folgendermaßen: Polen strebt vor allen Dingen das Zustandekommen«eines o o r l'ä u f i g e n Abkommens an, das etwa 5 0 der wichtigsten Artikel umfassen soll. Polen sei bereit. Deeutschland das Meistbegünstigungs- recht einzuräumen, also dieselben Rechte zu verleihen, die von Polen Frankreich zugestanden sind. Dabei sei von Dr. Diamond persönlich der Dorschlag gemacht worden, eine Clearing-Basis ein- zuführen, und zwar in der Weise, daß der beiderseitig« Export und Import durch eine gemeinsame Kasse! m Gleichgewicht gehalten wird. Polen habe bisher in seiner Wirtschaftspolitik die falsche Taktik der Selbstbefriedigung befolgt, eine Taktik, die dem Lande auf das höchste geschadet hat So wird es von Interesse sein, daß unlängst vom verband polnischer Ingenieure der Satz formuliert wurde: das bisher befolgte Protektion»- s y st e m wäre für Polen nur von Nachteil gewesen. Wenn Polen mit seiner Wirtschaft sich der Weltwirtschaft anglledern will, so muß und wird es auch seine Pol i t i k dementspeechend u m- st e l l« n müssen. Der Rückgang der Valuta nahm schon in dem Augenblick seinen Anfang, als die polnische Bank di« Annahme des sogenannten Bilons des ungedeckten staatlichen Kleingelde» ver- weigerte. Damals schon Hab« die Bevölkerung ihr Vertrauen zu dem Zloty verloren. Es sei falsch, die Handelsbilanz eines Strates als maßgebend für den wirtsckiaftlichen Stand anzusehen. Vielmehr sei es die Zahlungsbilanz, die von a u s s ch l a g- Ee b e n d e r Bedeutung sei. Polen Hobe in seiner gegenwärtigen age dringend Geld nötig. Die Möglichkeit der Beschassung von Geld hängt zum großen Teil von der Regelung der Beziehungen zu Deutschland und vom deutsch-polnischen Handelsvertrog ob. Es werde Polen auf dem Wege über Deutschland gelingen, sich die nötigen Ausiandskredite zu verschaffen.„Wenn das Au.'lrnd," sagte Dr. Diamond wörtlich,„unseren guten Willen sehen wird, uns»- ren Wunsch, an der Weltwirtschaft tätigen Anteil zu nehmen, dann wird auch das Vertrauen, zu uns gewinnen und uns mit Kre- diten behilflich sein."_ Die Umoemeinüungen im Ruhrgebiet. Im vreußistben Landtag beftbäitigte sick> gestern der Ge« meindeauSschuß mit der Regierungtvoklag« über di« Pru»! re-lung der kommunalen Grrn-en im rheiniikd-westiäli- ickcn Jndustriebezirl. Di« Sitzung wurde autschlleßlich mir einer Generaldebatte auegeiüll», in der die Vertreter iärrnlidier Fraktionen ,n Wort« kamen. Im avpcmemen findet di« Ne sierungiporlage Anklang. Der Aueickuß wird vom IV. bi» 2l. Dezember eine B e i i ch ti g un g» r e is e in da« Industrie- gebiet unternehmen. Eist danach soll di« Einzelberatung beginnen. E ne iür heute mittag einberufen« Sitzung sost lediglich den Plan dieser BesichligungSreis« festlegen. Die Knechtung Süötkrols. Deutscher Hansunterricht verbot««: Bozen, 7. Dezember.(TU.) Die italienische Behörde hast gegenwärtig wildeste Jagd aus jeden deutschen Unterricht ab, der in Privathäusern an Kinder erteill wird. Die V o l k» s ch u l- l» h r» r sind durch ein Rundschreiben der Schulbehörde verpflichtet worden, unter Androhung der Entlassung ihre Schulkinder nach einem etwa am Orte erteilten deutschen Hausunterricht au». zutundschaflen. Liegt auch nur der Verdacht eines solchen Unterrichts vor, so werden Haussuchungen vorgenommen. Dabei werden sämtlich« im Haus« vorgesundenen deutschen Bücher beschlagnahmt. Die Personen, die deutschen Lese- und Schreibunter. richt an Kinder erteilen, werden, falls sie nicht Ortsangehörige sind, ausgewiesen oder eingekerkert, die Ortsangrhörigen mit Geldstrosen belegt. In den letzten Tagen sind zwei Damen und ein Herr, letzterer ein abgebauter Lehrer und Familienvater, ausgewiesen worden. Krcft eines Abschubbefehl» wurden, sie in ihre Zuständigkeitsgemeind« gebracht, ohne deren Erlaubnis P« den Ort nicht mehr verlosien dürfen. Ein ohne Pension enthobener Lehrer, der an deutsche Kinder privaten Deutschunterricht erteist hatte und deshalb in seine Heimatgemeinde abgeschoben worden war, wurde, al» er sich, wie im Abschubbefehl vorgeschrieben, bei den dortigen Carobinieri meldete, von diesen verhaftet und ins Ge- fängnis eingeliefert, wo er nun. schon acht Tage im elendesten Zu- strnd« schmachtet. Auch sonst gab es in den letzten Tagen zahlreiche Verhaftungen und Mißhandlungen von Deutschen. * Wie lange wird sich die Kulturmelt diese Schande noch mit ansehen� Wann wird der Völkerbund zum Schutze der deutschen Minderheit eingreifen? Wanim verschleppt die Wilhelmstroße den Eintritt Deutschlands in den Völker- bund. anstatt sich der Deutschen Südtirolg, entsprechend der Ankündigung Stresemanns im Reichstag, so schnell, wie mög- lich anzunehmen?__ 400 Versammlungen In Wien. Ter Kampf um den Mieterschutz. Wien. 7. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Vor einigen Mo- naten hosten unsere Genossen durch tagelange Obstruktionsreden im Ausschuß des Nationalrats einen christlich-sozialen Antrag nieder- gekämpft, der den Mieterschutz beseitigen wollte. Jetzt hat die Regie- rung ein Gesetz eingebracht, wodurch die Mieten bis zum April auf den 6000fach«n Papierkronenbetrag gebracht werden sollten� d. h. auf ungefähr 40 Proz. der Friedensmiete. Eins derartige Erhöhung wäre für das wirtschafstich seit langem völlig daniederliegende Deutschösterreich unerträglich und so hat dicse Absicht der Re- gierung diegrößteErregung im ganzen Volke, weit über die Angehörigen der Sozialdemokratischen Partei und die mit ihr Sym- pathisierenden hinaus hervorgerufen. Auf heute, Montagabend, haste unsere Partei in Wien allein 260 Volksversammlungen ein- berufen. Ihre Zahl erhöhte sich durch weitere Anmeldungen aus den Stadtbezirken schließlich bis auf 313. Di« Versammlungen waren aber sämtlich trotz dieser Zahl derart überfüllt, daß über 400 Der- sammlungen abgehalten werden mußten. In allen De- ztrken, auch in den überwiegend bürgerlichen, sah man wahre Völkerwanderungen zu den Versammlungslokalen und neben den Arbeitern, Beamten und Angestellten drängten sich insbesondere Gewerbetreibend« und Kaufteute heran, um gegen di« schwere Bedrohung ihrer ohnehin so schwierigen Existenz zu pro- testieren. Der heutige Abend kann der Auftakt großer Kämpfe sein. Schweiz für Abschaffung ües Visums. Vorschlag an Teutschland, Oesterreich und Italien. Bern. 7. Dezember.(WTB.) Die Schweiz hat Deutsch- land, Oe st erreich und Italien vorgeschlagen, gegen- fettig auf das Paßoisum zu verzichten, soweit«» sich nicht um die Einreise zum Antritt einer Stellung handelt. Ver frißt weiter! Und wer sieht die Welt verkehrt? Anders als sonst in Menschenköpfen malt sich die Well Im Kopfe des Herrn Friedrich Everling. M. d. R.. der in der .Kreuzzeitung" den Geist unverfälschter Legstimität zu pflegen be- rufen ist. Für ihn ist der Antrag der demokratischen Reich«. tagsfraktion. der für die Fürstenabfindung den Rechtsweg aus- schließen will, schon revolutionär, ja direkt ein„Wetterleuchten de, Bolschewismus" Es läuft einem ordentlich eine Gänsehaut über den Rücken, wenn man seinen Artikel liest, in dem fast ein jeder Absatz mit den unh.imlichcn Worten beginnt:„Man sieht, wie di« Revolution weiterfrißt." Anders als sonst in Menschenköpfen.... Wir anderen sehen doch einstweilen, wenn man durchaus das von Herrn Everling geprägte Wort anwenden will, nicht die Reoalution, sondern d i« Fürsten weiterfresscn. Ganze Länder, wie das arme Thü- ringen, sind in Gefahr, von ihnen kahlgefressen zu werden. Jetzt such» man ein gesetzliches Mittel, diesem Appetit, vor dem einem angst und bang werden kann, Einhalt zu gebieten. Hofsentlich findet man es und wird das Weiterfressen damit verhindert! Gewerkschaftsbewegung marti: Dom Gaukonferenz des ADGB. für die sozialpolitischen Interessen der Arbeiter durch die GewertAm Montag tagte eine außerordentliche Brandenburger Gauchaften und durch ihre Anerkennung als Arbeitervertretung durch die Weimarer Berfassung gesorgt ist, aber zur Vertretung der infonferenz des ADGB. im Berliner Gewerkschaftshaus. Zum 1. Punkt zwischen hinzugewachsenen wirtschaftspolitischen Interessen der EinAufmarschplan zur Beamtendemonstration. ber Referent, Gen. Bollmerhaus, zunächst darauf hin, daß( chaftstammern, die zurzeit noch reine und fogar privilegierte der Tagesordnung, die Arbeitslosenversicherung, mies zug von Arbeitervertretungen in diese Wirt. die Verfügung des preußischen Wohlfahrtsn.inifteriums Unternehmervertretungen, notwendig ist. Eine Entschließung 2. November 1925 die zuerkennung der Erwerbslosenfürsorge auch in diefem Sinne wurde einstimmig angenommen. an arbeitslose Saisonarbeiter bedeutend erleichtert. Viele Den letzten Bortrag über Arbeitslose versäumen zu ihrem Schaden, gegen abweisende Be scheide die Beschwerde an den Verwaltungsausschuß einzulegen und mit deffen Arbeitermitgliedern Fühlung zu nehmen. Die zu ständigen Regierungsräte in Potsdam und Frankfurt a. d. D. haben den Gewerkschaften lonales Verhalten in folchen Unterſtüßungsfragen zugesagt. Diese Verwaltungsausschüsse müssen pflichtgemäß auch dafür sorgen, daß nur im Einvernehmen mit ihnen die Ge meinden Arbeitsbedingungen für Not standarbeiter festiegen. Darauf besprach Bollmerhaus eingehend den Wie uns mitgeteilt wird, fammeln sich die Beamten an folgenden Punkten und marschieren dann geschlossen zum Gendarmen1. Hallesches Tor, am Waterloo- Ufer, Abmarsch 7.35 Uhr. 2. Moabit, kleiner Tiergarten, an der Hellandskirche, Abmarsch 6.30 Uhr. 3. Weddingplatz, an der Darkestirche. Abmarsch 7 Uhr. 4 Schönhauser Allee, am alten Exerzierplak, Abmarsch 7 Uhr. 5. Weberwiese, Frankfurter Allee, Ede Königsberger Straße, bmaridh 7.10 Uhr. 6. Rottbuffer Brüde, Maybachufer, Abmarsch 7.20 Uhr. 7. Neuer marit, Kaiser- Wilhelm- Str.( Hier sammeln sich alle in Berlin- Mitte wohnenden Kollegen, die direkt vom Dienft tommen.) Abmarich 7.40 Uhr. Nach Schluß der Kundgebung marschieren die Gruppen gefchloffen zum Ausganpspunkt zurüd Zu der Demonstration rufen auf: Allgemeiner Deutscher Beamtenbund, Ortsausschuß Berlin, Soziale Arbeitsgemeinschaft der Gruppen I bis VI im Deutschen Beamtenbund, Gewertschaft Deutscher Lotomotivführer, fa- Ortstartell Berlin für die Behördenangestellten. Regierungs- und Wirtschaftskrise. Wenn die gegenwärtige Regierungskrise durch Bildung einer heuen Regierung beendigt sein wird, dann wird die Wirtschaftskrise noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht haben. Wie diese neue Regierung auch aussehen mag, sie wird sich angelegentlich mit der Birtschaftskrise beschäftigen müssen. Regierung und Reichstag werden bann zu entscheiden haben, welche Mittel fie anwenden wollen, um die Wirtschaftskrise nach Möglichkeit einzudämmen und deren Folgen zu mildern. Gefehentwurf über die Arbeitslosenversicherung, deffen Bestimmungen zum Teil die Billigung der Gewerkschaften finden, während für andere wichtige Abänderungs- oder auch Oeffentliche Kundgebung Heute, Dienstag abends 7 Uhr in der Neuen Welt", Hasenheide 108/114 Der Faschismus in Bayern- Deutschland Redner: Alwin Saenger- München Die Not des Bolles und die Hohenzollern- Forderungen Redner: Philipp Scheidemann, M. d. R. Streichungsvorschläge gemacht werden. Vor allem ift anzunageln, Streichungsvorschläge gemacht werden. Vor allem ist anzunageln, daß die Reichsregierung fich mit der Erfezung der ganz unzu reichenden Erwerbslosenfürsorge durch eine ausreichende Arbeits losenversicherung so lange Zeit gelassen hat, daß nun die tataStrophalen Wirtungen offen zutage treten. Obwohl die gegenwärtige Wirtschaftstrife im wesentlichen ver- Die Gewerkschaften fordern unter anderem, daß die vorgesehene urfacht ist durch die eigensüchtige und furzsichtige Politit der Unter- Frift für Eingewöhnung in einen neuen Beruf von sechs auf acht Frist für Eingewöhnung in einen neuen Beruf von sechs auf acht nehmer unter Führung der Bereinigung der deutschen Wochen verlängert wird. Gegen Mißbrauch der Bestimmung Arbeitgeberverbände, warten wir immer noch auf ein über Pflichtarbeit muß Sicherheit geschaffen werden. Die Programm der Bereinigung zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise. Nachforschung nach der Bedürftigteit muß als Eingriff in die Privatverhältnisse des einzelnen gestrichen werden. Die wichDie Wirtschaftspolitit der Bereinigung lief bisher ausschließlichtigen Gründe", aus denen einer die Arbeitsstelle verlassen fann, barauf hinaus, durch Niedrighaltung der Löhne und Verlängerung ohne daß er deshalb den Unterstügungsanspruch verliert, müssen der Arbeitszeit die Wirtschaft zu fanieren". Das tommt darauf hin- genau aufgeklärt werden. Ebenso muß der Unterstügungsverlust aus, daß die Wirtschaft nur florieren könne, wenn die Arbeiterschaft folcher Arbeiter, die durch Streit oder Aussperrung in einer anderen Industrie arbeitslos werden, ausgeschlossen sein. Die Bestimmung, daß die Leistungen gesperrt werden können, wenn die betreffende Kaffe ein Darlehen von der Reichsausgleichstasse hat, muß, als höchft ungerecht, fallen. verelendet. In einem hochentwickelten Industriestaat wie Deutschland liegen die Berhältnisse aber so, daß die Arbeiterschaft die große Maffe der Berbraucher bildet. Wenn diese Verbrauchermassen verelenden, dann muß auch die Wirtschaft verelenden. Sinkt die Kauffraft der großen Berbrauchermassen, dann muß auch der Absatz der Industrie ftoden. Insofern ist auch die Arbeiterschaft an der Ge Jundung der tapitalistischen Wirtschaft interessiert, weil ihre eigene Befundung die Vorausseßung der Gesundung der tapita listischen Wirtschaft ist. Solange es eine fapitalistische Wirtschaft geben wird, ist die Arbeiterschaft auf Gedeih und Berderb daran interessiert, daß die Wirtschaft fich entfalten tann. Anders die Unternehmer, soweit sie sich unter der Führung der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände befinden. Sie find der Meinung, daß die Löhne gar nicht niedrig genug, bie Arbeitszeit möglich st lang sein muß, daß die Lebenshaltung der breiten Massen die denkbar schlechteste sein müsse. Deshalb ihr Kampf gegen die Ratifizierung des Abkommens von Washington, deshalb ihr Kampf gegen die Arbeitslofenversicherung, gegen die Gleichberechtigung der Arbeiterschaft in den Wirtschaftsvertretungen, deshalb ihr Kampf gegen den Wiederaufbau der durch die Inflation zerstörten Sozialversicherung. Deshalb auch der Kampf ber Vereinigung gegen die Erhöhung der Beamtengehälter der unteren Gruppen, gegen die Erhöhung der Löhne der Eisenbahner und Gemeindearbeiter, gegen die Wiedereinführung des Achtstundentages für alle öffentlichen Betriebe. Mit einem solchen Programm und mit solchen Mitteln wird die Birtschaftsfrise aber nur verschärft. Die Gewerkschaften müssen auf jeden Fall fordern, daß bei der Lösung der Regierungsfrise die Behebung der Wirtschaftstrife nicht vergessen wird. Die Verhandlungen mit der Reichsbahngesellschaft. Die Verhandlungen zwischen den vertragschließenden Organifallonen der Eisenbahnarbeiter und der Reichsbahngesellschaft, die am Montag begannen, führten noch zu feinem Ergebnis; sie hatten im wesentlichen informatorijden Charakter. Die Bertreter der Organisationen forderten eine den gestiegenen Lebenshaltungskosten entsprechende allgemeine Cohnerhöhung. Die Unterhändler der Reichsbahngesellschaft wiesen, wie gewöhnlich, auf die angeblich unvermeidlichen Auswirkungen einer Lohnerhöhung auf die Eisenbahntarife hin und trugen die bekannten klagen über die Ihmere Wirtschaftslage der Reichsbahngesellschaft vor. 3m Lanje der Woche wird nun der Hauptverwaltungsrat zu den Forderungen der Eisenbahnerorganisationen Stellung nehmen und Ende der Woche, wahrscheinlich am Freitag, werden die Verhandlungen fortgefeht. Die Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Die Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung drängt zur Ent fcheidung. Die Arbeitelofeng ffein steigen von Stunde zu Stunde, bor allem im belegten Gebiet, wie die letzten Meldungen aus dem Rheinland zeigen. Schnelle Silfe tut not. Das gegens wärtig noch amtierende und mit der Fortführung der Geichäfte beauftragte Neidsfabinett hat fich nun, wie der Soz. Pressedienst" erfährt, entschlossen, in der nächsten Kabinettssigung am Mittwoch die Entscheidung über die Erhöhung der Unterstügungsiäge zu treffen. Das Kabinett wird der vom Reichstageausschuß beschlossenen Erhöhung von 30 Broz. beitreten. MAGGIS Würze, Wohnungsbau und Eigenproduktion hielt Genoffe Dr.- Ing. Wagner an Stelle des verhinderten Ges noffen Silberschmidt. Er führte aus, daß die ungeheure Zersplitterung des Baugewerbes die Erlangung guter Löhne verhindere. Die Rationalisierung des Baugewerbes muß Hand in Hand gehen mit zunehmender Wirtschaftsdemokratie und gesteigerter MitbeStimmung der Gewerkschaften. Die Vollendung durch wahren Idealismus der Arbeiterschaft fann freilich nur die sozialistische Gemeinschaft bringen. Dieser muß noch träftiger vorgearbeitet werden. erscheinungen( 3. B. Arbeiterbant, Gewerkschaftsbant, Volksfürsorge) Wir brauchen, schon zur Ueberwindung mancher Zersplitterungserscheinungen( z. B. Arbeiterbant, Gewerkschaftsbant, Volksfürsorge) einen gemeinwirtschaftlichen Generalstab. Auch die von den Gewertschaften gegründete Wohnungsfürsorgebewegung muß in den breiten Massen fundiert werden. Mit 25 000 Arbeitern hat die Bauhüttenbewegung die Rationalisierung der Bauwirtschaft begonnen: Organisierte Produktion für den orga. nisierten Whnungstonfum ist das Ziel. Unsere Wohnungsfürsorgegesellschaften sollen durchaus nicht immer Neugründungen sein; wo Arbeiterbaugenossenschaften be stehen, wollen wir sie uns eingliedern. Die Steigerung der Miete auf 100 Proz. zum 1. Januar, auf 140 Proz. zum 1. April steht bevor und wenn gar die volle Freiheit der Wohnungswirtschaft wiederhergestellt wird, muß fie( wegen der Geldteuerung) auf das 5 bis 6fache der Friedensmiete steigen. Für die Gewerkschaften märe es viel schwerer, entsprechende Lohnerhöhungen durchzusetzen als genügend viele billige Wohnungen herstellen zu lassen. Bor Unterstügung der Mieter Baugenossenschaften und ihrer Wohnungsbau bestimmte, und damit allenfalls zu redifertigende Bank" hat der DGB. aus guten Gründen gewarnt. Die zum Wohnungsbau bestimmte, und damit allenfalls zu redifertigende auszinssteuer haben die Finanzminister Luther und Schlieben für allgemeine Ausgaben verwendet. In Berlin bauen wir jetzt, dank der Unterstüßung der Stadt Berlin, bereits 1000 Wohnungen Wir streben danach, die Bauvorhaben möglichst zu fonzentrieren. Die„ Gehag" baut auf einem Bauplatz in Briz 500 Wohnungen, für die die mittellofen Mieter nur 3 bis 5 Proz aufzubringen haben. Die Konzentration erlaubte uns z. B., die Grundaushebung mit einem Bagger vorzunehmen, der die Arbeit von 100 Arbeitern zum Kubikmeterpreis von 1,50 Mt. gegen sonst 4 Mt. leistet, wobei der Vorteil den Arbeitern selbst und vor allem den Wohnungsfonsumenten zufließt. Wir haben die Gründung eines Kartells aller gemeinnüßigen Baugenossenschaften Berlins eingeleitet; alle unsere Gelder werden über die Arbe: terbank geleitet, unsere Bauten werden bei der Volksfürsorge" versichert. Das Privatkapital befämpft uns auf das heftigste der beste Beweis dafür, welches sozialistische Wert unsere Arbeit ist, wie unsere Erfolge den privaten Bauprofit bedrohen. Wir beschränken unsere Arbeit teineswegs auf Sozialisten, und wir sehen bereits überall, wo uns die Voraussetzungen gesunder Wirtschaft gegeben scheinen, Tochtergesellschaften der Gehag" entstehen, neuerdings auch in der Provinz Brandenburg. Nach kurzer zustimmender Aussprache schloß der Vorsitzende, Genosse Gebert, die an fachlicher Arbeit reiche Tagung. Aus dem Versicherungsgewerbe. Selbstverständlich wird die Einbeziehung auch der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter, fowie aller Ange ftellten bis zur Grenze der Angestelltenversicherung in die allgemeine Arbeitslofenversicherung gefordert. Für die Lohneinstufung wie für die Unterstügungshöhe( die nach dem Entwurf für Rinderreiche geringer fein würde als heute!) werden bedeutende Wartezeit von sieben auf drei Tage. Die vorgesehene MöglichBerbefferungen beansprucht, ebenso die Herablegung der feit einer Abjindung der Versicherungsleistungen wird abgelehnt. Erfaßtrantenfaffen sollen nicht mit der Beitragseinziehung betraut Nachdem das Reidsarbeiteminister um die Verbindlicherklärung werden; es wäre sehr schwierig, die Beiträge von ihnen wieder des Schiedsspruches vom 23 Oftoher 1925 abgelehnt hat, haben herauszubekommen. Rurzarbeiterunterftügung, wenig. die drei am Reichstatifvertrag beteiligten Gewerk baiten( 3dA., ftens für eine Reihe von Berufen, muß eingeführt werden. Der GdA. und DHV.) beim Arbengeberverband deutscher VersicherungsEntwurf will die Kosten der Arbeitslosenversicherung ausschließlich unternehmungen die fofortige Aufnahme von Parteiverhandlungen von den Arbeitern und Unternehmern aufbringen laffen, ohne Bei über einen neuen Reichsiarifvertrag 1926 beantragt. Nem Arbeits trag von Reich und Staat, die aber große mitbestimmungsgeberverband sind diese Verhandlungen abcelebnt worden. Tie rechte erhalten; fie müssen natürlich auch zur Kostendedung mit brei Gewerticbaften haben darauibin am 5. Tezember das Reid herangezogen werden. Für die Arbeitslosenfassen fordern die arbeitsministerium um infegung einer Schlichtungs Gewerkschaften wirkliche Selbstverwaltung, in die nicht fammer für den Tarifftreit zum 11. Dezember ersucht. jederzeit, wie der Entwurf will, die Regierungen hineinpfuschen fönnen. Klarere Fassung der Bestimmungen über das Berfahren muß sonst unausbleibliche Schwierigkeiten vermeiden. gleichfalls zu wahren Selbstverwaltungsförpern gestaltet werden. beitsnachweise müssen dem Gesetz organisch eingegliedert und Zum Schluß seiner inhaltsreichen Ausführungen, die eine rege Disfuffion ergänzte, beantragte der Referent im Sinne seiner Ausführungen eine Entschließung, die einstimmig angenommen wurde. In einem zweiten Referat über dic Die Ar. Rafifizerung des Washingtoner Achtstundenabkommens besprach Vollmerhaus die notwendigen agitatorischen und organi satorischen Maßnahmen zur Durchsetzung dieser geleggeberischen Aktion, die eine sozialpolitische Rückständigkeit Deutschlands gegen die anderen Kulturstaaten ausgleichen muß. Ohne Debatte wurde folgende Entschließung angenommen: Die Reichsregierung hat sich bis jetzt noch nicht entschließen fönnen, in der Frage der Arbeitszeit eine andere Regelung als die durch die Berordnung vom 21. Dezember 1923 zu treffen, trotzdem auch sie besonders durch die internationale Ronvention von Washington verpflichtet ist. Die Konferenz der Gauleiter und Arbeiterfefretäre des Bezirks des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes für BerlinBrandenburg und die südliche Grenzmark betrachtet die Regelung der Arbeitszeit durch die Ratifizierung des Washingtoner Abtommens gerade in der jetzigen Zeit für dringend not wendig. Sie fordert deshalb von Reichsregierung und Reichstag die fofortige Ratifizierung. Dabei ist unter feinen Umständen der seinerzeitigen Ansicht des Reichsarbeitsministers stattzugeben, wonach für Deutschland der Artikel 14 des Abkommens in Anwendung gebracht werden foll. Da es auch nicht möglich sein wird, das von dem Reichsarbeitsminister in Aussicht gestellte Arbeitsvertragsgesetz mit der Regelung der Arbeitszeit schnellstens durchzuführen, muß die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens vorweg ge. nommen werden. Ueber die Forderung der Arbeitervertretung in den Wirtschaftskammern. nämlich der Handels-, Handwerks- und Landwirtschaftskammern referierte Kohl, der an dem Gefeßentwurf über die endgültige Zusammenfeßung des Reichswirtschaftsrates anknüpfte. Rohl faßte feine ausführlichen Darlegungen dahin zusammen, daß MAGGI Praktisches Weihnachtsgeschenk: Die Benz Kapitalistische Weihnachten für Arbeiter. Werle in Mannheim, die bereits im September 900 Mann ent Mannheim, 7. Dezember,( Eig. Drabtbericht.) laffen baben, werden vom 18. Dezember bis zum 4. Januar überhaupt feiern, da das Werk für diese Zeit stillgelegt wird. Arbeitslosigkeit in Oberheffen. Gießen, 7. Dezember.( Mtb.) Die Arbeitslosigkeit nimmt auch im nördlichen Teile Oberhessens in erschreckendem Maße zu. Wäh rend die Zahl der Personen, die Erwerbslosenunterstügung beziehen, vom 1. Oftober bis zur zweiten Hälfte des November zwischen 700 und 800 fchwantte, ift fie von da an bis Anfang Dezember, also innerhalb acht Tagen, um das Dreifache gestiegen. In den letzten Tagen nahm die Zahl sprunghaft zu. Achtung, Solzarbeiter, Bea. Often I( Richtung Amfterdam)! Diens. tag 7 Uhr im Lotal Grüner Weg 48, wichtige Verfammlung. Rahlreiches Erscheinen erwartet Der We.beausschuß. Gewerkschaft beutscher Boll.lehrer, Brovinzialverband Berlin, Freie Lehrergewertschaft im ADB. Die Gewerkschaft beteiligt sich an der Protestaktion des DB. am 8. Dezember, 8 Uhr, auf dem Gendarmenmarkt. Treffpunkt aller Mitalieber 7.15 Uhr am Luther- Denkmal auf dem Neuen Markt. Eisenbahner des Einheitsve bandes bez Eisenbahner Deutschlands, Orts gruppe Berlin. Heute abend 7 Uhr gemeinfchaf lide Berfammlung der Ab teilung Werkstätten und Betrieb im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13. Tagesordnung: Bortrag des Cenossen Schler über Taylor.s mus und Fordismus". Die Kollegen werden ersucht, für regen Befuch Gorge zu tragen. Die Ortsverwaltung. Af- Mitglieder bez privaten Elektrizitäts- und Taffermerte! Märkisches Elektrizitätswert, Charlottenburger Wafferwerle, Elektrizitätswerk Südwest. Berliner Bororis Elektrizitätswerke Brandenbura de Reiseleitrizitätsmerte: Mittwoch, den 9. Desember, 7% Uhr, in Saverlands Fefifälen. Neue FriedrichEde Rodiftraße, wichtige Mitgliederversammlung.., Stellungnahme zu den am aleichen Tage gefällten Schiedssprüchen hinsichtlich der neuen Werkstarifverträge". Butab. DBB. ZDA. Berantwortlich für Bolitik: Ern Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Täfer; Lofales und Sonstiges: Fris Karstädt: Anzeiger: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m b. S. Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruckeret und Berlaasanftalt Paul Singer u Co. Berlin S 68 Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". MAGGI Suppen in Würfeln, MAGGIS Fleischbrühwürfel. d !Tr. 57$ ♦ 42.�ahrgavg 7. Beilage öes Vorwärts dkenstog, S. Dezember 1H25 Im Alltag wie in festlicher Stunde— immer wandern wir (oft, ohne es zu wissen) auf der schmalen Grenzscheide zweier Kul- turen. Wir achten Herkommen und alten Brauch und sehnen uns doch nach neuer Form und neuem Geholt. Denn nur zu leicht ward uns der alte Brauch zu einer leeren Schale, deren Kern welkend zerfiel. Ist es nicht auch so mit dem.Fest der Feste". mit weihnachtlicher Feier und weihnachtlichen Festgebräuchen? Wir entNeiden Weihnachten des christlichen Mantels, den ihm mittel- elterlicher Glaube um die heidnischen Schultern hängt«, wir feiern wieder die Wende der Sonne und den Archruch des Lichts, Tannen- grün und Kerzenglanz werden uns Symbole des Hoffens einer neuen Zeit ein neues Geschlecht. Das weihnachtliche Geschenk — ist es uns nicht wirklich zu einer hohlen Form, einer inhaltlosen Geste geworden? Schenken wir nicht, um zu schenken? Gleich- gültig, was und wie? All die Zufälligkeiten und Nichtigkeiten, die kapitalistische Prositsucht mit großer Neklome auf den Weihnachts- markt wirft? Und doch könnte auch da» weihnachtliche Geschenk für uns einen tiefen Inhalt und einen neuen Sinn haben. Es sollte und mühte eine Festlag«gäbe sein, die etwas Bleibendes ist für die lange Reihe der kommenden Alliag« und die doch etwas vom Wesen des Lichtfestes in sich birg», eine Gabe, die den schaffenden Menschen in- mitten der alltäglichen Sorge und des olltäglichen Kampfes über Kindern kein Gift! nicht minder— aber das Geschenk, das den angedeuteten Zweck wirklich erfüllt, kann nur das Buch fein. Das Buch wühle für uns das selbstverständliche Weihnacht». gescheut werden, soweit wirtschaftliche Enge und wirtschaftliche Not überhaupt eine mehr als alltägliche Ausgabe gestatten. Ein Buch natürlich unseres Geistes und unserer Weltanschauung. Und alles liebevolle Einführen in die Seele derer, die wir beschenken möchten, müßte in dieser vorweihnachtlichen Zeit daraus gerichtet sein, zu erforschen, mit welchem Buch oder wenigstens mit welcher Art von Büchern wir die größte Freude bereiten würden. Denn nicht jedes Buch kann jedem ein Eesährte im Alltag werden. Das muß es ober sein, wenn es den tiefen Sinn erfüllen soll, den wir einem festlichen Geschenk geben möchten. Das schnell Erwachsenen keinen Schund! gelesene und schnell in die Ecke gestellte Buch hat keinen bleibenden Wert. Darum ist es nicht damit getan, in der Haft des letzten Augenblicks vor dem Feste ein paar Bücher zusammenzukaufen. Wer es ernst nimmt mit dem Schenken und dem Freudebereiten, der sollte rechtzeilig, lange vor der weihnachllichen Uebersüllung der Läden, wenigstens eine Stunde für den Besuch seiner Volksbuchhandlung freimachen. Jeder echte Volksbuchhändler will nicht nur Verkäufer, sondern auch öerater rnid Wegweiser sein. Er wird gern die besonderen Wünsche entgegennehmen und daraufhin vorlegen und prüfen lassen, erklären und beraten. Aber Zeit muß sein. Zeit für den Ratsuchenden und Zeit für den Bc- roter. Wenn man nocb nicht ganz klar ist, ob das Buch wirklich den erstrebten Zweck erfüllt, braucht man dann auch nicht übereilt zu kaufen, sondern kann es noch einmal zu Hause überdenken. Jeder Volksbuchhändler hat auch zwei kleine Kataloge zur Hand, die er kostenlos zum häuslichen Studium abgibt. Der eine ent- hält die Geschenkliteratur unseres Geiste-, volkstümliche Werke, Romane, Erzählungen für Erwachsene usw. mit kurzer Chorakteri- sierung des Inhalts und trägt die Ausjchrist:.Wir schenke».. Der andere führt die Iuaendschriften, noch den Altersstufen ge- ordnet, auf und betitelt sich lustig:»Zungc oder Mädel?"(Wo keine Volksbuchhandlung am Orte oder in der Nähe ist, fordere man diese Kataloge vom Verlage I. H. W. Dietz Nachf., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, der sie gratis jedem zur Durchsicht zu- sendet.) *• Prüfet alles— und das Beste behaltet! Nehmt e» ernst mit dem Schenken! Bedenkt, daß ein skrupelloser Kapitalismus Schund und Gift in Mengen auf den Markt wirft und daß wir diesen Kapitalismus nur bekänipsen können, wenn wir unserem Buch Eingang in die Häuser des schaffenden Volke? verschaffen! Tausende von Büchern warten nur daraus, Gefährten und Weggenossen der Männer und Frauen zu werden, die mit uns für eine bessere Weltordnung kämpfen. Tausende van Büchern möchten Gefährten der Kinder werden, um sie allmählich zu unseren Kampfgenossen zu erziehen. Verschafft lhnen Einlaß! Laßt sie nicht vergeblich warten! Weihnachten sei uns das Fest des Büchergeschents, sei Wegbereiter für das Buch, da- mit uns als festlicher Gefährte durch den Alltag schreitet! Die BOcber des Dietz-Verlages und andere gute Qe- schenidi eratur sind ausgestellt und käuflich in Jeder '„Vorwärts"-Spcdltioa, in der Bachaasstellang im Gesund- beltsbaas, Am Urban 10-11(vom 12.-24. Dez., 11-8 Uhr geöffnet), in der Bacbbdlg. des Dietz-Verlages, Lindenstr.2. Allen ein Buch! Orientalische Phantasien" nannte sich die zweite, vom Groß-Berliner Bezirksbild ungs- a u s s ch u h arrangierte Sonntagsveranstolwng in der P h i l h a r- m o n i«. In Volkstänzen, die Max Terpis mit Künstlern und Künstlerinnen des Staatsballetts vorführte, zogen phantastische Bilder, Szenen und Typen des alten und neuen Orients an uns vorüber. Antik ägyptische Reliefs werden lebendig, von Dorothea Albu und Rudi Kölling in scharf akzentuiertem Parallelismus gegeben. Als alttestamentarischer Priester schreitet Terpis in einem aus majestätischem Pathos und krauser Beweglichkeit, aus Zion und Getiho seltsam gemischten Rhythmus über die Bühne. Hin- gebung, Rausch. Ekstase, Selbstoeigessenheit eines Derwischs oer- LI) Die Passion. Roman von Clara vlebig. Eva nickte. Sie sah sich den Mann gar nicht näher an, sonst wäre sie vielleicht rasch an ihm vorbeigegangen, hätte sich nicht in ein Gespräch mit ihm eingelassen. So blieb sie ruhig stehen. Ihre schwachen lichtscheuen Augen flackerten ein wenig von der blendenden Schneehelle. „Hält nich mehr wann." sagte er und klopfte sich den Schnee von dem fadenscheinigen Ueberziehsr. Dann zog er eine Flasche aus der Tasche und nahm einen Schluck.„Liste ooch kalt? Willste ooch mal probieren?" Er bot die Flasche dem Mädchen an. Verträumt schüttelte Eva den Kopf:«Nein, ich danke." Der Hund knurrte. Der Strolch gab ihm einen Tritt, daß er sich winselnd zur Seite drückte.„Kleene Kröte, mit dir wer'ch schon noch sertia werden!" Er faßte Eva unters Kinn.«Sag mal, hafte nischt zu essen bei dir?" Der arme Mann hatte Hunger! Sie wollte ihr« Butter- brotbüchse öffnen und ihm ihr Frühstück geben: er nahm ihr gleich beides zusammen weg, Brot und Büchse. Sie traute sich nicht, dagegen Einwand zu erheben, er kam ihr auf ein- mal widerlich vor, und auch zum Fürchten. War, im grinste er so» Sie wollte an ihm vorbei— mochte er ihre Büchse behalten nur ihn los sein—. aber er streckte seine Hand aus, seine Hand mit Nägeln, die so schwarz waren wie Pech: er hielt sie am Mäntelchen fest. Sie wollte ihren karierten Mantel, den die Mutter so hübsch verziert hatte mit Kaninchen- pelz, seiner Hand eniwinden, aber das gelang ihr nicht. Er zog sie immer näher zu sich- in semen scheuen Augen glomm etwas auf. sein Er-nscn wurde starker, er lächle so unband g laut, daß es wie Gemecker durch d:e bisherige Lautlosigkeit schallte:„Komm man, da steht ne �anke. Kleene� komm man! Ich bin der Weihnachtsmann, ich Hab was�S Heenes vor für in n Sack hier. Sollst mal sehn, komm m m Er wollte sie mit sich ziehen, aber sie webrte sich. Plötz. lich erwacht, mit allen Kräften. Die waren nicht groß, scho mar sie halbwegs zur Bank gezerrt, da b'si'e ihn mit ihren smtzigen Zähnen so fest in d-e sc!, mutzige Hand, daß e. zu- sammenzuckend, sie losließ. Sie stieß e'nen gellenden«hrei «us und rannte fort, kläffend der H"nd h nterher. Und da tauchte plötzlich ein patrouillierender Schutzmann aus. Eva hatte zuletzt nur noch mühsam laufen können, sie war allzusehr gerannt, ihr Herz klopfte rasend. Als sie nach Hause kam, war das Ehepaar längst vom Standesamt zurück. Olga hatte eine Schürze vorgebunden und war sehr ge- schäftig. Eva sollte den Tisch decken: die Mutter sah heute nicht, wie blaß sie war. Frau Bullmann kochte. Der Bräu- tigam hatte zwar gemeint, es sei besser, in ein Restaurant zu gehen, da hatte man keine Mühe, und viel mehr kostete es auch nicht, aber Olga wollte sich heute als berechtigte Haus- frau fühlen, in der eigenen Häuslichkeit ihre Gäste bewirten. Wilkowskis waren geladen, er und sie. und Herr Tän- deler. Der Gänsebraten war zart, der Rotkohl mit allen mög- lichen Gewürzen gekocht, und um dem Hochzeitsmahl einen würdigen Schluß zu geben, erschien noch eine Apfeltorte mit Schlagsahne. Zum Kaffee selbstgebackener Rapskuchen. Wil- kowski hatte ein paar Flaschen Wein gebracht, noch von Gretchens Hochzeit her. Es fehlte nichts zu einer Festlichkeit, aber die rechte Fröhlichkeit wollte doch nicht aufkommen. Eva war so blaß und stumm, daß Frau Ella ihrem Mann ins Ohr flüsterte:„Da war es bei Greten doch anders! Sieh dir bloß mal die Eva an, da kann einem ja schon der Appetit vergehen. Die sieht aus, als sah' sie'n Gespenst." Eva sah auch ein Gespenst. Es saß neben ihrer Mutter und legte seine Hand auf sie. Das Gespenst hieß Enttäuschung. Eva wußte seinen Namen noch nicht zu nennen, aher mit un- kindlichen Augen erkannte sie. wie es die Arme öffnete und die Mutter in die hineinnahm. Das wäre eine gerechte Strafe für die Mutter, warum war ihr ihre Eva nicht genug, warum mußte sie den Blechhammer noch nehmen; aber mit Angst fühlte das Kind doch, was auf die Mutter wartete. Ob dieser junge Mensch, der so dicht neben der Mutter saß, ihre Hand mit dem neufunkelnden Ehering immer in die seine nahm, auch ab und zu einen Kuß darauf drückte, der jetzt sogar den Arm um sie legte, ob der, wenn die Mutter im täglichen Kleide war und nicht mehr so schön frisiert, wenn sie auch keinen Wein mehr auf dem Tisch hatten, ob der dann noch immer so verliebt tun würde?„Ach, meine Mutter," schrie es in Eva. Olgas Wangen waren hochgerötet. Ihre Augen schim- werten feucht, aber es war nicht das Glück, das ihr zu Kops nestiegen war. Nun sie ihr„Ja" gegeben hatte, die bindende Formel unterschrieben, tickte es in jedem ihrer schnellen Puls- schlüge: hast du auch das Rechte aetan, das Rechte für dich und für deine Eva? Sie hörte n-cht, was Hans, der heute oanz ausgelassen war, ihr zuflüsterte, ihr Blick suchte das Kind.— Wilkowski räusperte sich zu einer kleinen Rede. Es war dieselbe, die er der Tochter gehalten hatte: nun hielt er sie der Schwester mit einigen Varianken. Die Varianten waren ihm nicht ganz leicht gefallen, es sollte recht witzig sein, nun geriet er ins Tranige. Seine Frau zupfte ihn:„Mach Schluß," das ließ ihn erst recht keinen Schluß finden. Er verhaspelte sich. Es war doch auch keine Kleinigkeit, daß hier 1' schon so ein halberwachsenes Mädchen vorhanden war. „Möchte dir die Effc keine Enttäuschungen bringen, liebe Olga, nur Befriedigung und Freude!" Des Onkels Blick suchte Eva. „Und möchte das Kind heute einen Vater bekommen, der es mit Liebe erzieht zu einem braven und glücklichen Menschen!" „Prost, Tochter," sagte lachend Hans und stieß so mutwillig stark mit Eva an, daß ihr Glas überschüttete. Es war ihm auf einmal höchst komisch, daß er Vater sein sollte von so einem großen Mädchen. Aber Eva lachte nicht, sie blieb ernst und hatte ihr Glas nicht dem seinen enrgegengesührt. Ihr war sehr schlecht. Nicht bloß traurig war sie, nein, alles tat ihr w�h, sie fühlte sich zerschlagen am ganzen Körper. Sie war zu rasch gelaufen, das konnte sie nie vertragen. Aber die Angst vor dem bösen Mann hatte sie gejagt. Mit ihren Zähnen hatte sie den gebissen— o, sie fühlte seither einen Schmerz in ihnen. Sie hatte ihn bis aufs Blut gebissen, fui, das schmeckte sie nun. Starren Blicks sah sie auf ihren ieller. Warum hatte der böse Mann sie auf die Bank locken wollen? Sie glaubte das zu wissen. Schreckliche Geschichten raunten sich die Schulmädchen zu, und die Lehrerin hatte neulich ausdrücklich gewarnt: nie sollten sie mit einem gehen, den sie nicht genau kannten, der ihnen Bonbons und Schoko- lade versprach. Das waren böse Männer, die brachten kleine Mädchen um, schlachteten sie ab, wie man Hühnchen schlachtet und dann rupft. Sie waren nun beim Kaffee, die Herren rauchten mächtig. Herr Tändelei machte einen berühmten Virtuosen nach, er spielte Klavier auf der Kommode, warf die Mähne, hieb auf die Tasten wie mit Pranken und Hans Blechhammer spielte dazu ein Violinkonzert auf dem hölzernen Stiefelknecht. Die Tante Ella lachte sehr, Eva konnte das gar nicht mehr mit anhören. Ihre Nerven waren zum Reißen gespannt. Ein seltsames Geflimmer hatte sie vor den Augen, sie konnte besonders mit dem rechten Auge kaum etwas sehen. Das kam, sie war so aufgeregt, sie fühlte es selber. Das Stück Kuchen, das sie sich genommen hatte, konnte sie nicht essen: schon der erste Bissen wurde ihr zu einem Riesenkloß im Halse. (Fortsetzung folgt.) förperte Walter Junt. Beduinen in wallenden weißen Mäntein rafen und wirbeln. lleber lässigen, mulde fockenden Frauentänzen liegt der schwüle Duft des Horems, dem auch der wachsame, ratios zapplige, feltbauchige Cunuche nicht fehlt. In den fernsten Osten fithrt uns der zweite Teil des Programmis. Ein namentlich in der Attion der Mrme tipplopp ftlinerechter fiamesischer Tanz, ein chassi discher Brauttanz, voll Sehnsucht und verhaltener Leidenschaft, von der Albu meisterhaft gegeben, die leichte, flatternde, schwebende Schmetterlingsanmut eines japanischen Fächertanzes, tölpelhafte chinesische Kulis unb groteste Magier runden das Bild. Die fünft. lerisch wertvollste Leistung bot Harald Kreuzberg in den wunder voll schwingenben, rankenden, rauschenden Rhythmen eines Solos Bor Sonnenaufgang". Eine besondere Sensation bedeutete das Auftreten des asiatischen Volkssängers Moucheddin Kari- Jakob, den die Usbefisgani- Somjetrepublit zu einer Rundreise durch die europäischen Hauptstädte entsandt hat, um das Interesse für eine faft ausgeftorbene Kunst zu erweden. 200 uralte Lieder, zu denen es teine Noten gibt, bilden das Repertoire dieses Künstlers. Er tommt aus Baris und erschien in der Beranstaltung des Bildungsaus. schusses zum erstenmal vor den Berlinern, die ihn mit reichem herzlichem Beifall begrüßten. Die Straßenbahn will heizen. Unüberwindliche Schwierigkeiten bei der Aboag 3. 6. Trog aller Einwendungen und Proteste der Fahrgäste der Straßenbahn bleibt die Tatsache bestehen, daß Triebwagen und An. hänger, alte wie auch neueste Wagentypen, nach wie vor ungeheizt fahren. In den letzten Frosttagen, an denen die Temperaturen in den Morgen- und Abendstunden zwischen 10 und 15 Grad schwant. ten, wurde die Fahrt in den ungeheizten Wagen geradezu gesund. heits- und lebensgefährlich. Bor vielen Wochen bereits murde pon der Straßenbahndirektion die 3ulage gemacht, daß die Wagen in diesem inter geheizt fahren würden. Bisher ist in dieser Angelegenheit noch gar nichts geschehen. Um aber die Sympathie des Bublifums nicht ganz zu verlieren, ist die Straßen. bahn jetzt anscheinend geneigt, doch noch in den Wagen Heizkörper zur Aufstellung zu bringen, und zwar plant sie folgendes: Es follen Heizkörper zur Aufstellung tommen, denen die nötige Wärme aus den Heizwiderständen, die sich zum größten Teil auf dem Ver. ded befinden, zugeführt wird. Dadurch entsteht eine starte Er. higung der Widerstände und die auf diese Art erzeugte Wärme, die jent verloren geht, fann zur Heizung der Wagen dienen. Mit den technischen Umarbeitungen, dem Einbau von Umschaltungen usw.. foll an verschiedenen Bagen sofort begonnen werden, so daß nach furzer Zeit mit den ersten auf diese Art geheizten Wagen zu rechnen ist. Weit hoffnungstofer steht es mit Heizanlagen in den Aboag. Autobuffen aus. Alle Berkehrsunternehmungen, die ihren Be trieb durch Elektrizität aufrecht erhalten, haben die Möglichkeit, Energie in Wärme umzuwandeln. Bei den Aboag- Wagen besteht diele Möglichkeit nicht. Die Direktion bedauert es selbst, daß die Industrie noch nicht mit Borschlägen an sie heran. getreten ist, die eine einwandfrei gesunde Heizmöglichkeit ge. währleisten. Es fann also gefagt werden, daß für Autobusie leider noch teine technische Möglichkeit zur Heizung besteht. Verfuchs weise wurde in früherer Zeit eine Heizung durch Auspuffgafe, die Dom Motor aus durch ein Röhrensystem in den Wagen geleitet murde, ausprobiert, die sich aber nicht bewährt hat. Auch bei Brivatautomobilen ist die Frage der Heizung noch nicht einwand frei gelöft. Da sich alle bisherigen Heizungsanlagen als nicht be triebssicher erwiesen haben, so bleibt den Benußern der Autobusse nur die Aussicht als Trost, daß sie im Autobus schneller als in der Straßenbahn zum Ziel tommen und mithin nicht so lange in der Kälte auszuhalten haben. Das Familienfest des Gastwirts. Darf ein Gastwirt für seine heiratende Tochter eine Hochzeitsfeier herrichten? Selbstverständlich darf er bas aber er fann es nicht, ohne daß die Behörden sich hineinmischen. Begreiflicherweise hat er den Wunsch, die Feier in Räumen feiner eigenen Gastwirtschaft zu ver anstalten. Doch für seine Gastwirtschaft gilt die Bolizeistunde", bei deren Respektierung er dem Vergnügen allzu früh ein Ende machen müßte. Die Polizei, die von draußen das fröhliche Stimmengewirr der Feiernden hört, fönnte rafbereit eine unzulässige lleber fchreitung der Bolizeistunde argwöhnen und einlaßbegehrend die Gemütlichkeit stören. Ein Gastwirt in der Alexandrinenstraße molite bas verhüten und beantragte vorsorglich, ihm für den Hochzeitsabend die Bolizeiftunde bis nachts 3 Uhr hinauszufchieben. In dem Gejuch gab er ausdrücklich an, daß die Feier unter völligem Aus. fchluß der Deffentlichkeit stattfinden werde. Als nad) einigen Tagen auf dem zuständigen Polizeiamt die erteilte Genehmigung abgeholt wurde, mußten 5 M. dafür bezahlt werden. Das war bitter, bodh folange noch an solchen Gebühren festgehalten wird, ist der Staatsbürger mehrlos gegen die Schröpfung. Roch größer war aber die Ueberraschung, als bei Aushändigung des mit 5 m. bezahlten Scheines erflärt wurde, später feien noch für die Hochzeits. gäste 35 Bf. Steuer pro Ropf zu zahlen. Das sollte die Bergnügungssteuer fein, auf deren Ablieferung die Finanznerwaltung dringt, wenn sie irgendwo eine steuerpflichtige Luftbar feit mittert. Inzwischen ist bei dem Gastwirt auch schon ein Beamter der Stadt gewesen und hat nähere Erfundigungen eingezogen. Hier wird von dem jungen Ehemann, der uns über diese foftspieligen Erfahrungen des schwiegerväterlichen Gastwirts berichtet, mit Recht die Frage aufgeworfen, ob das nicht mit zmeierlei Maß messen heißt. Warum soll der Gastwirt für ein Familienfest die Steuer zahlen, während ein Privatmann, der die Hochzeitsfeier seiner Tochter in seiner Wohnung veranstaltet, feinen Pfennig dafür zu zahlen braucht? Vielleicht versucht ein mit einer solchen Steuerforderung heimgesuchter Gastwirt einmal eine Zahlungsverweigerung. Werbefeft der Reichsbanner- Wafferfportler. Die Wassersportabteilung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, das jüngste Olied dieser großen republitanischen Schuhorganisation, peranstaltete am Sonnabend in den Spichernfälen" ein Winterfest. In der Begrüßungsansprache konnte der Vorsitzende der Wassersport abteilung, Kamerad Saffen, mitteilen, daß der Minister Severing und der Ministerpräsident Braun sowie die Bolizeipräsidenten Grzesinsti und Friedensburg dem Feste einen guten Berlauf wünschten. Kamerad Saffen beleuchtete dann noch furz die Gründung der W- Abteilung und streifte dabei die Möglichkeit der Schaffung von Reichsbanner Booten. die getauft werden sollen auf Friedrich Ebert, Walther Rathenau und Matthias Erzberger. Als Bertreter des Gauvorstandes sprach Kamerad Barth, der in seiner Festrede das gewaltige Anwachsen des Reichsbanners vor Augen führte. Reine Mühe haben die Kameraden gescheut, um die Soheitszeichen der Republit, die noch heute leider nicht überall anerkannt werden, auch ins tleinste Dorf zu tragen. Die junge Wassersportabteilung des Reichsbanners foll im fommenden Suyre die auf dem Lande begonnene Arbeit auf dem Wasser, wo das fchwarzweißrote Tuch noch häufig zu finden ist, fortsetzen! Der Redner schloß mit den unter Beifall aufgenommenen Worten: Werbt rege weiter, helft das Wert der Republik zu vollenden". Aufwühlende, start wirkende Freiheitsdichtungen, vorgetragen von Beierle, heitere Zusammenstellungen, gesprochen von einem Herrn Burg, und genußreiche Darbietungen der bekannten EbertManz Quartetts umrahmten das Fest, das auch viele Republifaner, die an leitender Stelle in den Behörden zu kämpfen haben, zusammengeführt hatte. P Arbeiter- Kultur- Kartell Groß- Berlin Weihnachtsausstellung vom Freitag, den 11. bis Mittwoch, den 23. Dezember, in fämtlichen Räumen des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, geöffnet wochentags 2-8 Uhr, Sonntags 10-7 Uhr. Runits und Gebrauchskeramik Bücher Wohnung und Hausrat Swedmäßig und schöngestaltete Möbel nach Entwürfen von Bruno Laut, Spannagel, Müller- Berchtesgaden Radierungen Litho graphien und Zeichnungen von Käthe Kollwig, Wilhelm Defterle, Hellmuth Krommer, Karl Holb Der Besuch der Ausstellung ist unentgeltlich Wegen Meineids ins Zuchthaus. Sie fonnte nicht anders!" Unbegreiflich erschien das Berhalten der noch jugendlichen Frau Johanna B. aus Wenfidendorf, die sich vor dem Schwurgericht III wegen wissentlichen Meineid's zu verantworten hatte. Damals war sie noch nicht verheiratet und mit einem Herrn Jacobs befreundet. Eines Abends stand fie mit ihm in der Tür im Gespräch, als ein Gegner des Jacobs vorbeifam. Jacobs persetzte diesem mehrere Ohrfeigen. Dafür wurde er ver flagt. Vor dem Amtsgericht Oranienburg wurde dieser Tatbestand auch durch zahlreiche Zeugen bestätigt und man wollte beinahe schon auf das Zeugnis der jebigen Angeklagten verzichten. Jedoch wurde im legten Augenblid noch beschlossen, auch sie zu hören. Zur allgemeinen Ueberraschung befundete sie nun unter Eid, daß es nicht wahr fei, daß Jacobs den anderen geschlagen habe. Die Folge war die Anflage wegen meineids. Sie war auch vor Gericht geständig und sagte nur, fie habe nicht anders fönnen und mußte so sprechen, da sie mit Jacobs und dessen Mutter gemeinsam nach Oranienburg zum Termin gefahren sei. Für Jacobs und dessen Mutter wird nun die Sache noch ein Nach spiel haben, da gegen sie der Verdacht der Verleitung zum meineid besteht. Obwohl der Verteidiger durch Befragen von Sachverständigen den Nachweis führte, daß die Angeflagte eine ich mach fin nige Berson sei, die gerade noch genügend Fähig. teiten zur praftifchen Lebensführung befize, war das Schwurgericht der Meinung, daß die freie Willensbestimmung bei dieser Aussage nicht ausgeschlossen gewefen mar und verurteilte die Angeklagte megen Meincids zu 1 Jahr Zuchthaus. Der Mangel an geeigneten Pflegeftellen für Säuglinge, Klein und schulpflichtige Kinder ist recht fühlbar. Ganz besonders fehlt es aber im Bezirt mitte an Familien, die bereit find, unfere ins Berufsleben eintretenden Jugendlichen, beiderlei Geschlechts, aufzunehmen. Die Bewohner des Bezirtes werden gebeten, tatkräftig bei der Gewinnung von guten Pflegestellen zu helfen und alle Meldungen an das Jugendamt Mitte, Berlin C. 2, Walsenstraße 27, einzureichen. Auch das Bezirtsjugendamt Pantom fucht Pflegestellen für Säuglinge, Kleinkinder und schulpflichtige Snaben und Mädchen. Pflegegeld wird in der vom Magistrat Berlin vorgeschriebenen Höhe gezahlt. Bünsche werden Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 8. Dezember. 9 Außer dem üblichen Tagesprogramm: mensch" 4.30 Uhr nachm.: Kammermusik von Haydn bis Schönberg, V. Mahlke- Trio: Rudolf Schmidt, Klavier: Hans Mahlke. Violine; Adolf Steiner, Cello. Mitwirkende: Professor Emil Prill, Flöte; Karl Reitz, Viola. 1. Mozart( 1756-1791): Klaviertrio G- Dur, Allegro Andante Allegretto. 2. Mozart: Quartett für Flöte, Violine, Viola, Cello, Köch. Verz. Nr. 285, Allegro Adagio Rondo. 3. Mozart: Klavierquartett G- Moll. Allegro Andante Rondo: Allegro. 5.30-6 Uhr nachm.: Gesang. 1, Hugo Wolf: a) Der Freund( Eichendorff), b) Gesellenlied Reinick), c) Biterolf ( Im Lager von Akkon 1190)( Scheffel). 2. Grieg: a) Vom Monte Pincio( Björnson). b) Zur Johannisnacht( Krag), c) Eros( Benzon) ( Professor Albert Fischer, Baß). Am Flügel: Ben Geysel. 6.05 Uhr abends: Stadtrat Ella Kausler: Das Obdach der Stadt Berlin". 6.45 Uhr abends; Literarische Stunde. Deutsche Erzählerinnen*. Klara Viebig: Passion" Alice Behrend: Der SchlangenCarry Brachvogel: Das Rätsel von Hildburghausen" Felicitas Rose: Drei Romane". 7.10-8 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). 7.10 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.40 Uhr abends: ( Hochschulkurse). Abteilung Philosophie. Dr. phil et med. Max Dessoir: Menschenkenntnis und Charakterkunde". 8.10 Uhr abent abends: Mit dem Mikrofon im großen Schauspielhaus". 8.15 Uhr abends: Uebertragung der Revue Für Dich", Revue in zwei Akten mit 20 Bildern von Erik Charell. Musik und Gesangstexte von Ralph Benatzky. Regie: Erik Charell. I. Akt: 1. Bild: Der dritte Akt. 2. Bild: Brautnacht in Venedig". 3. Bild: 5- Uhr Tee im fernen Osten". 4. Bild: An Bord des Ozeandampfers". stadt". 5. Bild: Zwei blinde Passagiere". 6. Bild: Poesie der Groß7. Bild:„ Das kleine Welttheater". 8. Bild: Was der Mond bescheint"( Wie's der Dichter sah). 9. Was der Mond bescheint"( Wie sich's der Dichter dachte). 10. Bild: Gespräch in den Bergen. 11. Bild: Alpensinfonie". II. Akt: 1. Bild: Das Orakel zu Delphi". 2. Bild:„ Das russische Ballett. 3. Bild: , Patience". 4. Bild: Versuchungen im Training". 5. Bild: Olympische Spiele". 6. Bild: Die Zeitlupe". 7. Bild: Kulissenschieber". 8. Bild:„ Für Dich. 9. Bild: Maries Geburtstagstisch". Der Sprecher in der Loge: Alfred Braun. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten," Theater- und Filmdienst. Erschöpfte Nerven, eberanstrengung, Schlaffofigteit und mand ihre Kräftigung und Wiederauffrischung. Für alle Borgänge und alles harmonische Zusammenarbeiten der Organe im menschlichen Körper find die Nerven von der allergrößten Bedeutung. Arbeit wie Genuß, die doch beide das Menschenleben regieren und gestalten, verlangen Kraft und Leistung der Nerven, Frische des Geistes und bes Körpers, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, ein frohes Gemüt, selbst ein guter Appetit das alles jind Folge und Aeußerung. wahrhaft gesunder Nerven. Ihre Gesundheit aber hängt eng zusammen mit der Ernährung des Körpers. Nervengesundheit ist letzten Endes die Lösung eines Ernährungsgeheimniffes. und Quälende Sorgen, törperliche und geistige anderer Kummer des trdischen Lebens reizen und erschöpfen die Nerven por der Zeit. Nerpöse Beschwerden aller Art stellen sich ein. Mattigfeitsgefühl, Arbeitsunluft, Aufgeregtheit Reizbarkeit, Appetitlosigkeit. Berbauungsstörungen und berlei Uebel mehr folgen fich und wechseln sich ab. Balb macht sich ihr zerstörenderEinfluß auf das Aeußere geltend. Das Geficht erhält eine nervöse Brägung, leidende Züge, den Ausdruck des Gequältjeins, die unvermeidlichen vorzeitigen Altersecscheinungen. Will man nun etwas Energisches tun, dann sollte man mit einer Nerden Mähr- und Auffrifungsmethode ganze Arbeit im Bezirksjugendamt, neue Schönholzer Straße 35, III I. Zimmer 99, während der Dienststunden von 9 bis 1 llhr, entgegen. genommen. Verhaftung eines Großgauners. 75 Autos erfchwindelt. Die Berliner Kriminalpolizei hat einen internationalen Schwind. ler, der von nicht mehr als 23 Staatsanwaltschaften gesucht wurde, festgenommen. Der Schwindler, der unter verschiedenen Namen auftrat und tatsächlich Heinz von Lehn heißt, hat u. a. nicht weniger als 75 Automobile erschwindelt. Der v. Lehn hatte im März d. J. die Benzinbetriebsgesellschaft G. Apel u. Co. in der Sellerstr. 27/28 erworben und den guten Ruf. den diese Firma bis dahin besaß, in der raffiniertesten Weise zu seinen Betrügereien ausgenugt. Innerhalb von 6 Wochen gelang es ihm, 75 Automobile zu erwerben, für die er nur eine geringe Anzahlung leistete, um sie zu Schleuderpreisen, die fofort bar gezahlt werden mußten, weiter zu vertaufen. Als die Kriminalpolizei auf dieses Treiben aufmerksam gemacht wurde, war der gerissene Geschäftsmann" bereits verschwunden. Jezt mag er wohl geglaubt haben, daß in Berlin über diese Angelegenheit Gras gewachsen sei, er fehrte zurück und wohnte bei einer Freundin in der Hohenstaufenstraße. Zu seiner größten Ueberraschung wurde die Wohnung von Kriminalbeamten aufgesucht, die ihn unter dem Bett perstedt porfanden und sofort verhafteten. Der Schwind. ler war zum Teil geständig und wurde in das Untersuchungsgefäng nis nach Moabit übergeführt. Auch das Spielerdezernat hat sich sehr häufig mit dem Berhafteten beschäftigt, der auch bereits wegen Falschspiels verhaftet ist. Auch eine Inflation@ blüte. Der 19jährige Kaufmannslehrling N. war aus der Inflations. zeit her gewohnt, auf flottem Fuße zu leben. Als die Einnahme. quelle aus Devisen- und Börsenspekulationen aufhörte, begann er Betrügereien zu begehen. 3meimal war er bereits megen Betruges verurteilt worden, hatte aber jedesmal Bewährungsfrist bekommen. Jetzt entwendete er aus dem Schedbuch seines Chefs ein Blatt und fälschte mit deffen Unterschrift eine Anweisung über 750 Mart. Dann verschwand er, fand aber wieder eine neue Stellung. Angeblich, um die alte Schuld zu decken und eine Straf verfolgung zu vermeiden, machte er das in der neuen Stellung genau so. Um aber auch gleich etwas für sich zu behalten, erhöhte er den Fälschungsbetrag diesmal auf 2000 Mart. Dann unterließ er es aber, für das alte Bergehen Deckung zu leisten, sondern ver. jubelte in lustiger Gesellschaft auch diese Summe in turzer Zeit. Das Schöffengericht mitte nahm zwar an, daß der Angeflagte minderwertig jei und war der Meinung, daß die zweis mal bewilligte Bewährungsfrist den Angeklagten zu dem Glauben gebracht habe, daß derartige Dinge nicht so schlimm seten. Deshalb wurde ihm für die ihm zudiktierte neunmonatige Gefängnisstrafe jetzt die Bewährungsfrist versagt. Er wird nun auch seine beiden alten Strafen abzufügen haben. Jeugen gesucht! Am 1. Mai d. J. wurde der Zimmerer N. von einem Buivatauto fiberfahren ging hinter einem Demon itrationsauge in der Stralauer Straße berunt, überfah dabei ein Auto, das eine Suaßenbahn überholte und wurde schwer verlegt. Er ist jetzt ein Krüppel Zeugen dieies Vorganges, beionbers der Straßenbahnfabrer mögen fich bei Bellson, Manteuffelstraße 100, melden. Unfosten werden vergütet. den Bögeln Futter! Warmes Waffer hingegen soll man nicht Der deutsche Tierschutzverein mahnt eindringlich: Streut auf die Baltone stellen. Die Vögel nüzen zwar die Gelegenheit zu einem wohligen Bade, aber müssen es mit dem Leben bezahlen, denn sie erfrieren, sobald sie den Badenapf verlassen haben. Achtung, arbeitende Bevölkernag des Wedding! Im Filmpalast Tivoli, Solberger Str. 23, läuft der Film Freies Bolt. Er wurde des großen Erfolges wegen bis Donnerstag, den 10. Dezember, verlängert. Das Unglück auf der Zeche Mathias Stinnes. Ein Freispruch. Effen, 7. Dezember.( Eig. Drahtbericht). Am Montag wurde der Fördermaschinist August efiel von der Beche Mathias Stinnes Schacht 5, der beschuldigt war, am 4. April d. J. durch Fahrlässigkeit den Tod von 11 Bergleuten verursacht zu haben, freigesprochen. Aus den Zeugenaus fagen ergab sich, daß nonatelang vor dem bellagenswerten Unglüd die bergpolizeilich vorgeschriebenen Seil. prüfungen nicht vorgenommen wurden. Andererseits zeigten die Verhandlungen, daß mehr wie bisher auf die Vor- und fahrenden das größte Gewicht au legen ist. Ausbildung des Fördermaschinenpersonals im Interesse der Seil. Einstellung der Rheinschiffahrt. Die strenge Kälte hält im ganzen Rheingebiet noch unvermindert an. Main, Nedar, Nahe und Sieg führten bereits in der Nacht zum Sonnabend das erste Treibeis, das sich sehr[ hnell so verdichtete, daß schon am Sonnabend die Schiffahrt auf den Rheinneben= flüssen eingestellt werden mußte. Der Rhein brachte am Sonntagnachmittag erst menig Treibeis. Inzwischen hat es aber einen so großen Umfang angenommen, daß die Koblenzer Goiffsbrüde abgejahren werden mußte. Die Schlepp züge, die sich bei dem Einsegen des Eisganges noch auf dem effenen Strom befanden, fuchten schnell einen schüßenden Hafen auf. Jetzt ruht die Schiffahrt auch auf dem Rhein. Finanzieller Mißerfolg der Ausstellung in Wembley. Aus den bisherigen Feststellungen der Revisoren ergibt sich, daß die bri tifche Reichsausstellung in Wembley mit einem er Iust bon mindestens 1%, Millionen Pfund Sterling abgeichloffen hat. einigten Staaten herrichen Hagelschauer und Schneestürme, die den Schneeflürme in Amerifa. Jm mittleren Westen der Bers Verkehr teilweise lahmgelegt haben. Geschäftliche Mitteilungen. Die Bapierhandlung 2. Juergens, Meganderplan, die bereits fett dem Sabre 1844 besteht, hat ihre Geschäftsräume in gefamadvoller Beife renovieren laffen und empfiehit ihre Qualitätswaren im Anzeigenteil des Vorwärts". Weihnachten fsteht vor der Tür, und fürforgende Liebe finnt, mit walchen Gaben fie freude beretten tann. Sn heutiger fchwerer Reit wird man in erfter Linle aum dratzischen Gefchent areifen. Nennen wir a. B. nur Maggis be währte Erzeugnisse: Maggis Würze, Maggis Suppen, Maggis Fleischbrüh würfel, die jedem Saushalt willtommen find. Durch ihre pielfeitige Verwend barleit helfen sie nicht nur das teure Fleisch, Stohlen und Gas fparen, sondern erleichtern außerdem der Hausfrau die Kocharbeit. machen, und das geschieht durch richtige Ver wendung vo Biomalz mit Lecithin, einer Nerven- Nahrung von denfbar größter Boll temmenheit. Biomalz mit Lecithin ist durch deutsches Reichspatent gefeglich geschützt, und feine Erfindung ermöglicht die völlige Aufnahme des Lecithinstoffes in die Säfte, die die Nerven ernähren, zu gleicher Zeit mit dem Einsetzen der fräftigenden Birfung des Biomalzes auf den gefamien Körper. Biomalz mit Lecithin ist in langen Stoffwechselversuchen in der chemischen Abteilung des Rudolf Virchow- Krankenhauses jorgfältig untersucht und hat sich mehrere Jahre hindurch in der ärztlichen Praris bewährt. Es hat seine Feuerprobe in jeder Prüfung überstanden und ist missenschaft $ lich unanfechtbar. Es ist restlos verdaulich. Das Steigende Kraftgefühl, das frischere Aussehen, die Anzeichen der Berjüngung Legen Zeugnis danon ab, wie tiefgreifend der Nervennährstoff auf das Wohlbefinden des ganzen Körpers zu wirken vermag. Preis einer Dose Biomalz 1,90 mt., mit Legithin 5, Mr., mit Eisen( zur Stärkung für Blutarme und Bleichsücht ge) 2,20 mt., mit Stalf extra( zur Stärkung für Lungenleidende) 2,50 Mt. Jeu: Biomalz- Schotola de je 100- GrammTafel 60 Pf. und Biomalz Bonbons, bestes Linderungsmittel- bei Husten und Heiserfelt, vorzüglicher Geschmad, je Beutel 30 Bf. Drud sachen fostenfrei von Gebrüder Bater. mann, Teltom- Berlin 10. Parteinachrichten Giniendungen für diese Rubrik find Berlin S. 68. Einbenftraße 3. A für Groß- Berlin fiets an das Bezirkslekretariat. 2. Sof. 2 Trev. rechts. zu richten Achtung, Raffierer! Das Geschäftsjahr schließt dieses Mal bereits mit dem 31. Dezember ab, Die Abrechnungsformulare werden am 15. Dezember zugestellt. Um die Abrechnung durch das Einziehen der Sammellisten nicht aufzuhalten, dürfte es sich dringend empfehlen, soweit das nicht schon geschehen ist, die Sammel listen schon jest nachdrücklichst einzufordern. J. A.: Aler Bagels. * & Recis Rrenaberg und 14. Atreis Neukölln. Heute Dienstag, den 8. Dezem ber, abends 6 Uhr, wichtige Besprechung im Borraum der Neuen Welt. 7. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 7 Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes in 8immer 1. 15. Rreis Oberschöneweide. Seute abend, pünktlich 7% Uhr. Mitgliederver jammlung bei 3mberg, Wilhelminenhofstr. 54. Tagesordnung: Die Arbeiterbewegung und ihre Kulturaufgaben". Referent Emil Barth. Gäste Zönnen eingeführt werden. Heute, Dienstag, den 8. Dezember: 9. Abt. Abends 7% Uhr, im Artushof, Verleberger Grr. 29( Sodseitsfaal), heiterer Frauenabend. Mitwirkende: Theo laret, Heiterer Borirag; Genoffin Hofemann, Steder zur Laute; Doppel- Gesangsquartett bes Meinede'schen Männergesangvereins; Aufführungen der Jugend usw. Eintritt fret. Wiz erwarten zahlreiche Beteiligung. Mitglieder anderer Abteilungen herzlich willkommen, 54. bt, Charlotteuburg. Abends 7 Uhr bei Bogel, Würzburger Hof, Spree. firaße, Funktionärsgung. Die Gruppenführer werden gebeten, die Gammel, liften mitzubringen. 68. und 76, bt. Grunewald. Den Mitgliedern wird der rege Befuch der heutigen Rundgebung im Grunewald, Gymnasium, Rönigsallee. bes Arbeitsausfcusses der republitanischen Barteien empfohlen. Referenten: Staatsminifter Dr. Dernburg und Genoffe Biermann. 82. Abt. Steglig. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Heute von 4 bis 6 Uhr im Jugendheim, Albrechtstr. 47. 85. Abt. Tempelhof. 2. und 5. Bezirk: Bufe, Werder, Ede Kaiser- Wilhelm. Straße, Bahlabend, abends 8 Uhr. 105. Abt. Ablershof. Die Genossen beteiligen sich heute an der Berfammlung in Oberschoneweide bei Jmberg, Wilhelminenhofstr. 34, Bortrag: Der Bücherkreis". Referent Emil Barth. Mitgliederversammlungen am Mittwoch, 71% Uhr: 1. Abt. In der Schulaula Auguststr. 68, 8ahlabend, Vortrag: Locarno und bie Auswirkung auf Teutfayland". Referent: Dr. Julius Moses. 2. Abt. 8ahlabend bei Ohngemach, Kommandantenir. 89, Bortrag. & Abt. Abends 7 Uhr in Seal 5 des Gemertschaftshauses, Engelufer 24/25, Bortrag: Die poluifae Lage und Locarno". Referentin: Cuen Beidler, 4. Abt. Im Konferenzzimmer ber 5. Oberrealschule, Sleine Frankfurter Str. 6, Bortrag: ie steht die Sozialdemokratie zur Regierungsbildung?" Riefe rent: Dr. Abolf Braun, 5. Abt, 3m Rosenthaler Hof, Rofenthaler Str. 11/12, Bortrag: Die Kultur. qufgaben der Sozialdemokratie". Referent: Dr. Rawerau. 6. Abt. Die Abteilungsversammlung fällt am Mittwoch aus. Dafür am Mittwoch, den 15, Wezember, Mitgliederversammlung. Die Mitglieber beteiligen fich heute, Dienstag, an der öffentlichen Kundgebung in der Reuen Welt", Hafenheide & Abt. Bablabende bei Kildert, Steinmezsir. 36a, Seiler, Steinmeßfte. 29, Meyer, Lugowitz. 7. Die Bezirksführer laden ein. 2. Abt. Bet Faber, Stephanjir. 11, Distuffionsabend. rechnen dort ab. Die Bezirksführer 10. Ab Ju der Schule, Alt- Moabit 23, Bortrag: Die wirtschaftspolitische Lage. Steferent: Dr. non Ungern- Sternberg. 11. bt. Bei Berger, Levegomstr. 21, Borttag: Locarno und die Auswirkung auf Deutschland". Referent: Siegfried Aufhäufer. 12. Abt. Bei Schmidt, Wiclefftr. 17, Mitgliederversammlung. 13. Abt. Abteilungsverfammlung. Bortrag und Berschiedenes 15. Abt. Bei Goldbach, Binetaplag 7, Bortrag: pflege". Referent: Helmuth Lehmann, Das Wesen ber Wohlfahrts 16. Abt. Bet Krüger, Suffitenstr. 34, Vortrag: Die politische Lage". Refe. rent: Hermann Krüger. 17. Abt. 7 Uhr Rahlabend in ben bekannten Sofalen. 18. Abt. Bahlabende in den bekannten Lotalen. 19. Abt. Bahlabenbe in ben bekannten Lokalen. 20. bt. Jahlabende in den bekannten Lokalen. 22. Abt. Gemeinsamer 8ahlabend bei Schols, Fehmarnstr. 1, Bortrag: Arbeitsrecht". Referent: Genosse Hoffmann. Alle Genoffinnen und Ge noffen müssen erscheinen. 23. Abt. Rablabend bei gemanbomfft, Seefte. 104; Tiche, Barfußstraße: Taube, Müllerstr. 62a, Bortrag des Genoffen Befchnegti ber: Die Baries und die Schule". Die Bezirtsführer Taben ein. 24. Abt. 8ahlabende: 1. Gruppe: Stösner, Smmanuelizchftr. 25. 18- Gruppe: Schmidt, Marienburger Str. 49. 2. Gruppe: Binger, Chriftburger Str. 9. 3. Gruppe: Röhler, Greifswalder St. 80b( Schweizerhäuschen, Bahnhof Weißenfee). 25. bt. Bahlabende bei Gott, Sniprodefte. 6. Kästner, Elbinger Straße, und Böhm, Basteuritz. 6. Referate in allen brei Lotalen. 26. Abt. Bei Beinlich, Beißenburger Str. 1, Bortrag: 8wed unb 8iele bes Ronfums. 27. Abt. 8ahlabende bei Mehlberg, Gaudyfte. 6. Bogbanowig, Sonnen burger Str. 1. Lenhser, Ropenhagener Ste. 37. Die Begirtsführer müffen bie Gammellisten und Kinderlisten zu den 8ahlabenden mitbringen. 20. Abi. Jm Altersheim, Danziger Str. 62, Baraden, Bortrag: Die Ursachen der Wirtschaftstrife". Referent: Genoffe Roste. 30. Ast. Im Ledigenheim, Pappelallee 15, Borirag: Die innen- und außen. poltiifche Lage". Referent: Wolfgang Schwarz 31. ht, Bablabande: Meißner, Schivelbeiner, Ede Schönfließer Straße. Goldschmidt, Stolpifdje Ste. 36. liez, Malmber Str. 26. Ale Genoffen miffen erfdeinen. 32. Abt. Gemeinsamer 8ahlabend in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36, Bortrag: Religion und Sozialismus". Referent: Pfarrer Bleier. Bor märts" Refer find eingeladen. Gäste lönnen durch Mitglieder eingeführt werden. 34. Abt. Sn den Commeniusfälen, Meneler Str. 67, Bortrag: Barum in bie Sozialdemokratie für Locarno?" Referent: Wilhelm Reimann. Bot. märts" Lefer und Gäste find heralichst willlommen. $ 6. bt. 3ohlabende: 1. Gruppe: Busch, Riffier Str. 37, Bozirag des Ge. tolen Gehnet. 2. Gruppe: Lubotta. Rorndorfer Straße, Ede Stichthofen. Straße. Vortrag: Rarl Blarg und fein Leben". Referent: Genoffe Gußli. 3. und 4. Gruppe: Wittschuß. Petersburger Str. 5, Bortrag: Sozialver icherung Referent: Genoffe Thielemann, 87. bt. Gemeinsamer Bahlabend in der Pagenhofer Brauerei, Landsberger Alice. 38. st. Mitgliederversammlung in Echmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36, Bortong: Die Wirtschaft Curoras im Weltkonzern". Referent: Genoffe Achtung! Krähig, M. d. R. Borwärts" Leser und Gäste find einzuladen. Die Mitgliederlisten der Bezirke 153, 155, 156, 158, 160, 161, 184, 186, 187, 188, 125 unb bie Kinderliste des Bezirks 186 minen unbedingt mitgebracht merden. 38. 5. S ber Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Bortrag: Die Aunit in der heutigen Seit". Referent: Dr Adolf Behne. Ferner Weihnachts feft- Befpredung. 40. 6. Sm Sestaurant Rum Kreuzberg". Mödernitz. 73e, Bortrag: Die Arbeitslosigkeit und ihre Bekämpfung". 41. bt. Die Gruppenleiter treffent fid zu einer lursen Befprechung um 7 Uhr bei Bute, Bergmannftr. 93. Abends 7% Uhr Sahlabende, 1. unb 2. Gruppe: Simon, Belle.Alliance- Str. 30. 3. und 4. Gruppe: Echufter, 7. unb Chamiffopics 4. 3. und 6. Gruppe: Luge, Bergmannstr. 93. 8. Gruppe: Mende, Gneisenauite. 6, 42. t. Fablabend in den bekannten Lokalen. In allen Bahlabenden Bor. trag. Die Mitgliederversammlung fällt im Dezember aus. 44. bt. Rahlabend: 84. Bezirk: 7 Uhr bei Zenn, Naunnnitt. 69, Portrag: Demokratie und Sozialismus". Referent: Genoffe Michaelis. Für die übrigen Stadtbezirke fällt der Bahlabend aus. Oefen Eiserne Oefen Kacheloefen • Merde für Kohle und Gas Zechlin Alexanderplatz Berlin C.25 LJUERGENS ALEXANDER PLATZ das Haus der prors Berliner k- Trio Neukölln, Lahnstr.74/ 75 L 5. Ubi, Gruppenverfammlungen: Bienzlers, Steichenberger Str. 109; Sebe ftreit, Reichenberger Str. 123; Liebich, Wiener Str. 57; Minnig, Baufiger Straße 45. Abrechnung der Weihnachtslose. Brotestaktion Görliger Bahnhof. 46. Abt. Bais, Schlesische Str. 28, Bortrag der Genoffin Frau Welmann, M. d. 2., Osnabrid. Gäste tönnen eingeführt werden. 47. Abt. Bahlabenbe: Lehmann, Muslauer Giz. 1. Bortrag: Die Not Deutschlands und die lbfindung der Hohenzollern". Referent: Dr. Alfred Rorach, Siedentovi, Mustauer Str. 35, Vortrag: Die politische Lage", Referent: Karl Felgentreu, Lier, Naunynstr. 9, Bortrag: Die politische Lage". Referent: Genoffe Cchlichting. Schweidert, Copenider Str. 106, Bortung: Die politische Lage, Referent: Eduard Sachert, M. d. 2. Timpe, Adalbertstr. 18. Bortrag: Böllerbund- Ban- Europa". Referent: Arthur Stah!. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Vom Sonntag, den 13. Dez. bis Mittwoch, den 23. Dez. 1925 im Jugendheim, Berlin SW68, Lindenstraße 3: Weihnachtsausstellung Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene./ Wanderartikel in reichhaltig. Auswahl zu niedrigft. Preifen./ Musikinstrumente usw. Der Besuch der Ausstellung ist unentgeltlich! Geöffnet wochentags von 4-9 Uhr und Sonntags von 10-8 Uhr " 48. Abt. Bei Glaesing. Bafferthorftr. 68, Bortrag: Die politische Lage". Die Bezirksführer laben bazu ein. Charlottenburg. 51. bt. 1. Gruppe: Bei Schellbach, Königin- ElifabethStraße 6, Bortrag: Die politische Lage. Referent: Genosse Rogte. 2. Gruppe: Dantelmannstr. 18. 3. Gruppe: Sophie Charlotte- Str. 23. 52. Abt. Bei Büttner, Kaiserin.Augufta- Allee 81, Bortrag: Die politische Lage". Referent: Dr. Siegfried Sofenfeld. 54. Abt. Im Jugendheim, Rosinenftr. 4 1, Bortrag: Deutschlands Not und Fürstenegoismus Refe rent: Frana pon Puttkamer. Parteiangelegenheiten, 55. Abt. Funktio närigung bel Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 56. bt. Gruppenver. fammlungen; 1. und 3. Gruppe: Pierfo, Rantftr. 62. 2. Gruppe: Jos. tomiad, Solhendorfffiz. 20, Lichtbildervortrag. Bünktliches Erfcheinen unbedingt erforderlich. 57. bt. Bei Thunad. Wielandstraße 4, Vor frag: Die innen, und außenpolitische Lage, Referent; Adolf Bufchid. 58. bt. In Situngsfaal. Ranteftr. 4, porn IV, Borttag: Das Bobnungswesen Referent: Stadtrat Sermies, 67. Abt. Ezunewald, Lotal Lindened, Subertusbaber Str. 8. Bezirks. und Straßenführer müffen unbedingt einfaben, PT 68. Abt. Salensee. Bei Sandmann, Beftfälife Ste. 2. Borttag: Die Bank der Arbeiter, Angestellten unb Beamten. Referent: Dr. Friz Schönherr Wilmersberf. 69. Asi. Bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Bortrag: Bertei und Gamer? fchaften". Referent: Robert Fendel. 70. st. 8 Uhz 8ahlabend bei Rroihs, Solsteinische Str. 60. Bortrag: Regierungstrife". Refe rent: Dr. Stein, Ericheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. 71. t. Bei Jones, Durlacher, Ede Bruchfaler Straße, Bortrag des Genoffen Dr. Fris Goldschmidt über: Auflisfregen". 72. 5. Schäfer. Augustaste. 31, Bortrag: Die politische Lage". Referent: Rechtsanwalt Dr. Salpert. Schöneberg. 77. Abt. 1. Bezirk: Milde, Nollendorfstr. 16. 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffafte. 5a, 3. Bezirk: Seugner, Grunewaldfie. 36, Bortrag: Stand der Bartei und Gewerkschaft", Referent: Genoffe Soachim, 4. Guppe: Will, Martin Luther Str. 69, Bortrag: Seidelberger Barteiprogramm", Referent: Ccnoffe Alawitter. 78. Abt. Bablabende: 1. Bezirk: Wandife, Bahnstr. 25. Referent: Genoffe Reichel, 2. Bezirk: Almer, Hauptstr. 8. a. Bezirk: König, Feurig, Ede Bring- Georg- Straße. Referent: Genoffe Sämenthol. 4, Bezirk: Rofenthal, Cbersitt. 66. Referent: Genoffe Wilberg, 1. Bezirk: Beginn abends 71 Uhr. 2. bis 4. Beairt: Beginn abends 8 Uhr. 70. bt. Rohiabenbe: 1. bis 3. Bezirk: Arndt, Baugener Str. 10. Referent: Genosse Echwerfenz über: Die politische Sage". 4. bis 6. Bezirk: Groß. Gedanstr, 17, Bortrag: Die politische Lage". Referent: Rechtsanwalt Dr. Kallmann, 7. Beairt: Bodszus, Sachfenbamm, Ede Reichardtstraße, Bortreg: Die politische Lage", Referent: Bernhard Freez. 8. Begirt: Giedlung Lindenhof bei Achtenhaven. Bostroa: Bolitit, Partei. Organi fation". Referent: ferdinand Bauhoff. Rahlreiche Beteiligung ist Pflicht. 80. Abt. Bei Gürlich, Rubensstraße, Ede Begasstraße, Borirag: Neue Wege zur Förderung bes internationalen Gedankens. Referent: Genosse Floerle. 81, bt, Frichenan. Sahiabende abends 8 Uhr 1. bis 3. Beairf: Alabe, Sondjernftr, 60/61. politische Aussprache. Referent: Genoffe Petersfohn 4. bis 6. Bezirk: Baginsti, Taunusstraße Ede Stubenrauchstraße, poli tische Ausfprade. Referent: Genoffe Wendt. P $ 3. 261, 2ichterfelde. Alle Genofsinnen und Genossen von Sichterfelbe- Cub und Bichterfelbe.Oft teeffen sich abends pünktlich 8 1hr zum Bahlabend bel Brettschneider, Berliner Str, 123b, Bortrag: Die politische Lage. Se Alle Mitglieder müssen unbedingt ferent: Gerhard Richerb- Lichterfelbe. erfcheinen. Bahlabend für Lichterfelbe.Weft im Lotal Reinh. Schmidt, Hindenburgbamm Ede Roonfireße Bortrog: Bolitifche Tagesfragen". Referent: Theodor Kohur. TPAY 84. bt. Santmis, Lehmann, Kaifer- Wilhelm- Etc. 29/31. Bortrag; Sozielis. mus und Kulturbewegung". Referent: Dr. Walter Friedlänber. 102. t. Baumfäulenweg. Saß, Baumschulenstr. 72. Volttifer Wastorache abend. Beiter: Genoffe Rarl Sitle. 103. Abt. Oberschöneweide. Smbers, Wilhelminenhoffte. 84. Bortrag: Det Bertrag von Locarno. 104, bt, Rieberschönemeide. Schmidt, Berliner Str. 97/98. Bortzog:„ D werbstofenfürforge". Referent: ris Bildung. 106. Abt. Johannisthal, Schreiner, Friedrichstr. 6. Bortrag: Die beutfche Wirtschaftslage und bie Sabenaplernanfprüche. Referent: Genoffe Großmann. www 2. Gruppe: 3. Gruppe: con107. Abt. lt- Glienice. Abends 8 Uhr: Thieme, Schirnerstr. 28. Bortrag: „ Locarno und Regierungsbilbung" Referent: Genoffin Alara BohmSchuch. Jede Genoffin und leber Genoffe muß erscheinen. 109. Abt. Friebrichshagen. Abends 8 Uhr: Sools, Friedrichstr. 81, Mitgliederperfammlung. Bortrag des Genoffen Basewiß: Die Arbeitslosenversiche tung". Um 7 Uhr im gleichen Lokal; Borstands und Funktionärßigung. 110. Abt. Grünau, Abends 8 Uhr: Werner, Röpenider Str. 108: Mitglieder. verfammlung. Lichtenberg. 114. bt. Biesched, Croffener Str. 14. Bortrag: Die wirtschafts115. Abt. Sahlabende. palitische Lage", Referent: Bilhelm Landa. 1. Gruppe: Gonell, Scharnweberstraße Ede Jungstraße. Lohan, Jungstraße Ede Oberstraße. Referent: Genoffe Sachse Radite, Müggelstraße Ede Scharnweberstraße. 4. Gruppe: Seipte, 116. Abt. Mittelschule, Martt prinzenstraße Ede Scharnweberstraße. Kraße 10/11. Bortrag: Bollswirtschaftliches und Gewerkschaftliches aus Amerita. Referent: Rurt Seinig. 117. Abt. Rahlabende: Alofe, EitelCde Rupprechtstraße. Vortrag: Die politische Lage". Referent: Genoffe Nichter, M. d. L Brunn, Türrschmidtstraße Ede Leffingstraße, Vortrag; Die politifae Lage". Referent: Boul Judrian. 118. t. Sempel, Gudrunstr. 7. Bortrag: Die Stadtverordnetenmahl und ihre Auswir fung". Referent: Ernst Arndt. 119, Abt. Cecilien- Lyceum, Rathaus. ftraße 8. Bortrag: Die Urfachen der Religion". Referent: Sermann Schulz. Die Funktionäre werden gebeten, dazu einzulaben. 130. Abt. Friedrichsfelbe, Tempel, Brinzenallee 30. Bortrag: Die Bffentliche Wohlfahrtspflege der Stadt Berlin", Referent: Stadtrat Aigner. 122. ht. Biesborf. Borath. Marzahner Str. 31, abends 8 Uhr: Mitglieder nerfammlung. www 123. bt. Renisdorf. Bech, Sönswer Straße. Bortrag: Die politische Sage". Referent: Bittor Schiff. 124. bt. Mahlsborf. Abends 8 Uhr bei Anders. Am Bahnhof, Bortrag:„ Die außenpolitische Lage". Referent: Dr. Sturm. 128-130. Abt. Paulow. Bahiabende. 1. Bezirt: Magerowitsch, Ralfer- ris drich- Straße Ede Berliner Straße. Bortrag: Das Reichsschulgefeh". Referent: Genosse Sing. 2. Bezirk: Meeß. Lindenpromenade Ede Berliner Straße. Bortrag: Bodenreform". Referent: Genosse Gutjahr. 3. Bezirk: Dreier, Risingenstr. 4. Vortrag: Ban- Europa. Referent: Genoffe Lübide. 4. bis 7. Bezir2: Mener, Türfifches Relt, Breite Str. 14. Bortrag: Das Seidelberger Barteiprogramm". Referent: Genoile Gütig. 8. und 9, Beairt: Dohnte, Bollantstr. 81. Bortrag: Der Bölferbund". Referent: Genoffe Chmidt, 131. Abt. Ricberfchönhaufen. Reftaurant Bilhelmshof, Raiser- Bilheim- Str. 64. Bortrag: Kommunale Angelegenheiten. Wahl der Bürgerbeputierten. Der Gaal ift geheizt 132. bt. Blankenburg. Klug, Dorffte. 2. Bortrag: Unfere Stellung aum Sieci". Referent: Stabtrat Rübne. 133, bt. Buchhela. Roffad, Sauptstr. 71. Bortrag: Die politische Lage". Referent: Wilhelm Miethte. 134. Abt, Buch. Göpfert, Am Banhhof. Bortrag: Die politische Lage und Locarno". Referent: Genoffe Ernst Neumann. 135, Abt. Rarow, Abends 8 Uhr. Rahlabend. Klix, Pantgrafenftr, 3. 137. Abt. Reinidendorf- West. Boltshaus, Scharnweberfir. 114. 130, Rahlabend füle alle Bezirke. Aufstellung der Bürgerdeputierten für die Deputationen ber Bezirksversammlung. 138. Abt. Hermsdorf. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Dafür finbet biefe am Mittwoch, den 16. Dezember, abends 7% Ube, bei Böttcher flatt. 5t. Tegel. Otto Schabe, Berliner Str. 17, Ede Beithstraße. Borttag: Die Ursachen der bestehenden Wirtschaftstrife". Steferent: Baul Brendel. Barteiangelegenheiten. 140. bt. Borfigmalbe. Boltschach. Cruftftr. 1. Bortrag: Die politische Lage". Referent: Bruno Sheet. 141. Abt. Rofenthal. Mielide, Lindenallee 40. Mitgliederperfammlung. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung laben die Bezirksführer mit Sand zettein besonders ein. 143. Abt. Baibmannsluft. Dreikia, Baidmannstr. 4. Bortrag: Die politische Lage". Referent: Guftan Fubs. Jungfozialisten. Gruppe Saben. Abenbs& Uhr in ber Surifischen Sprech ftunde, Linden ftr. 8, Arbeitsgemeinschaft. Gruppe Lichtenberg. Diens tag, 8. Dezember, Gruppenabend. Wichtige Mitteilungen. Organisations. fragen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Unfer Genoffe Friedrich Eon, Neue Sochstr. 29, ift verftorben. Cinäfcherung Mittwoch, 9. Dezember, nachmittags 5 Uhr, Rrematorium Gerichtstraße. Bir erwarten rege Beteiligung. 83. Abt. Tempelhof. 1 Bezirt: Wiefe, Dorfstr. 1 Ede Manteuffelitraße. 6. Bezirk: 3. und 4 Bezirk: Rahlabend findet erst am 16. b. M. ftatt. Lange, Ningbahnstr. 49. 7. Bezirk: Banglid, Oberlandstraße Ede Crfersheimer Straße. 本 券 86. Abt. Marienbori. Bahlabend. 1., 2. unb 7. Bezirk: Neumener, Raiser. Straße Cde Schöneberger Straße. Bortrag: Deutschlands Eintritt in ben Böllerbund". Referent: Genoffe Sildebrandt. 8. bis 6. Bezirk: Rien. dorf, Chauffeeftr. 18. Bortrag: Dematratifierung der Berwaltung in bez drutschen Republit". Referent: Genoffe Echrader. 8. bis 10. Bezirk: Windeifen, Friedenstr. 6. Vortrag: Sunenpolitische Rüdblide". Referent: Genoife Stering. Honigplätzchen sind als Weihnachts- Kleingebäck sehr beliebt e durch ihren würzigen Ceschmack nach folgendem Oetker- Rezept: Re 300 g Kunsthonig 450 g Zucker Pfd. süße Mandeln 88. 6. Lichtentabe. Abends 8 Uhr in der Schule Roonstraße. Bichtige Tagesordnung, Neytön. 80, 6, 7. bis 10. unb 18. bis 19. Bezir! bei Schulz, Sobredt. Straße 64. Bortrag: Die Aulturaufgaben der Sozialdemokratie". ferentin: Bebwig Schwarz. 1. Bis 5. Bezirk: Brofe, Genberstr. 10, Bor trag des Gestoffen Baul feller. 6., 11. und 12. Bezirk: Gläser, Bennier. Ede Pflügerfiraña. 90. St. Abends 7 Uhr: Mitgliederversamm. Tungen in folgenden Lotalen: 13. Beaict: Rüdiger, Lohmühlenstr. 36. 16. und 25. Bezirk: 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fuldaftr. 45. Sanide, Janfaftr. 11. 17. und 24. Bez.rt: Rehmann Sellfraße Ede 28eferstraße. 22., 23. und 36, Bezirk: Schittler, Weichfelftr. 5. 85. Bezirk: 3deals 34, und 43. Bezirk: Rieifiner, Mündener Str. 58. Falino, Beichfelfre. 8. 32. bt. Rablebende, abends pünktlich 7½ Uhr: 14.. 27., 82., 28. 29. b 30. Bezirt: Gauter, Sarzer Str. 88, Vortrag. 35. Begir: Ewald, Elbeite. 82, Ede Weferftrake. Bortrag: Finanz- und 31, 44, 43. und 55. Bezirk: Steuerfragen". Referent: Genoffe Simon. Lippert, Rofegnerite. 17, Ede Wefer Straße. Bortrag:„ Reichsschuldeich". Referent Genoffe Bittbrott. 46., 47. und 30. Besirk: Dehn, Richard ftraße 108. Bortreg. 72. und 78. Bezlet: Saneiber, Rofenstr. 7. Bor trag. Alle Abtellungsmitglieder find perpflichtet, bestimmt und pünfilich auf ihrem Rableberd zu erfoheinen, 94. 51. 51. unb 52. Bezirk: Relling, Selcower Straße 11. 64. 65, 66, 67., 77. und 78. Besiri: Günther Schillerpramenabe 11. Bortrag: Das Heidelberger Barteiprogramm Referent: Ernst Ruben. 76. b 68. Bezirk: Suröder, Steinmenstr. 52. 95. Abt. Grieger, Leffingftr. 9. Bortrag: Bürgerliche Rechtsfragen". Referent: Rechtsanwalt Obornifer. 36. t. Die Bablabende fallen in fämtlichen Bezitton aus, 87, bt. Fablabende. 79., 80. bis 92, Bezirk: Rusti, Beinestr. 1. Bortrag: Bürgerliche und sozialistische Republik". Referent: Genoffe Reist. 104, bis 106. Bezirk: Krüger, Emfer Str. 86, Ede Reißestraße. Borirag: Wohnungspolitif". Referent: Stadtrat Fa biunte. Ty 101. bt. Treptow. Einzahlabende: 1. und 2. Bezirk: Stephan, Grästr. 1. 3. bis 5. Bezirk: Dettinger, Stiefholaftr. 33/34. Ausfpranje ilber die poli tifche Lage". Stellungnahme aur Kreisvertreterversammlung. 6 Stück bittere Mandeln 650 g Welzenmehl 6 g gestofenen Zimt Zutaten: 1 Päckchen von Dr. Oet' er's Backpulver, Backin" 3 g gestoßene Gewürznelken 2 g gestoßene Kardamone Päckchen v. Dr. Oetker's Van ilin Zucker Die abgerieb. Schale v. Zitrone Die Mandeln werden geschält, grob gehackt und Zubereitung: mit dem G würz und Vanillin- Zucker unter das Mehl gemischt. In einem Emal letopi erwärmt man den Zucker mit dem Honig so lange, bis der Zucker aufge.öst ist. Die warme Lösung gibt ma über die Mehimischung, de sich in einer chale betinder. mischt alles miteinander und fügt nach dem Abküh en 1 Päckchen Dr. Oetker's Backin" hinzu. Auf einem Kuchenbreit kniet man noch Soviel Mehl hinein, bs der Teig nicht mehr klebt und aus erolit werden kann. Mit einem Glase oder einer Blechform werden Kuchen ausrestochen und auf einem mit Wachs bestrichenen Blech helbraun ge backen. Man nimmt die rionigplätzchen noch warm mit einem Messer vom Blech und bewahrt sie in einer büchse auf, Sehr wohlschreckend und billig. In den Berliner Hausfrauen Vereinen kommt nur Dr. Oetker's Backpulver, Backin" zur Verwendung. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von: Dr. A. Oetker, Bielefeld EMARKE GOLDSTÜCK WEINSRENKEREIEN Stück A Hana REINER WEIN BRAND = friedrich Brellsch WILLY COPIES KAN AMERICAUTO- AUFBAU Americ.- Auto- Aufbau von Mk. 800- an( kleine Wagen) bis zur luxuriösesten Ausführung. Lieferung innerhalb 14 Tagen. Friedrich Brelisch Tel.: Moritzplatz 11 289/90 Berlin$ 6.83,& isenbahnstraße 5 Belt Rück Deutscher Weinbrand Stück Sitöre Arbeiter Sport Arbeitersport und Reichsfarben. Die Illuftrierte Reichsbannerzeitung" nimmt in Nr. 38 zur Flaggenfrage in der Sportbewegung Stellung. Der Aufjag mendet sich besonders gegen die bürgerlichen Sportverbände, die immer noch die alten schwarzweißroten Farben zeigen und damit bewußt gegen die neue deutsche Staatsform demonstrieren. Ueber die Neutralität der Arbeitersportbewegung in der Flaggenfrage macht die Reichsbannerzeitung" folgende Ausführungen: Ergebniffe. Jiu- Jitsu- Rämpfe: Rampfbauer brei Stunden zu 5 Minuten mit 2 Minuten Baufe. Bantamgewicht: Lübke( Zurich) gegen Bolf( SCD.). Sieger: Wolf in 3 Min. 34 Gel Febergewicht: Bägelow( Görlis, fldoftbeutscher Meister) gegen Luns( NO., beutfcher Mieifter). Gieger: Sups in 3 Min. 10 Set. LeichtDeutscher Meister) tad) 15 Min. nnentschieben. gewicht: Mamisa( GB: lia, fübefbeutscher M. Meifter) geaen Rrancsa?( NO., Rinotämpfe: Rampfbauer 10 in. Febergemidt: Droas( Berolina) gegen Schöne( 90.). Sieger: Droas nach Min. 39 Gel. Federgewicht: Clupte(.) gegen Gminffi( RO.). Sieger: Guinfti nach 9 min. 26 Ser. Leichtgewicht: Bienst(.) gegen Stange( ND.). Sieger: Stange nach& Rin. 38 Set. Leichtgewicht: Stoe( Siberias) gegen Richter( ND.). Gieger: Stod nach 7 Min. 14 Gel Seben, einarmia Reisen und aveiarmia Stoßen. Ginormig Reißen: Bagenpuid)( p) 160 Bfo., Bubi mann( 9.) 140 Bfd., Baul( Siegfried) 130 Bfd.. Richter Lichtenberg- Friedrichsfelbe) 130 13. 8weiarmig Stoßen: Buhlmann( R.) 270 Bfb., Basenpusch( NO.) 240 Pfd., Paul( Giegfried) 230 Tfb., Richter( Lichtenbeta- Friedrichsfelbe) 230 fb. Borlampje, Rampfbauer 5 Runden a 3 Minuten. Bantamgewicht: Schwarz ( Golia, fuboftbeutfcher Beairtsineifter) genen Strätez( SD.), Giecer: Sträfer nach Punkten. Febergewicht: Mussalla II.( Görlik, füdostdeutscher Meister) gegen Droichinski( 2rrich) unentschieden. Leichtgewicht: Bein( Cberswalde) gegen Rappel( ND.). Sieger: Rappel nad Buntten. Weitergewicht: Rafch( Gärlig, füdoftdeutscher Meister) gegen Müller( NO.), Berliner Meister. Sieger: Miller nach Buntten. Sumergewicht: Carls( RO.) gegen Lewandowski( NO.), AusRunde wegen Nierenfchlags dis rualifisert. Sieger: Lewandowski. fheidungskampf um die Berfiner Deisterfdait. Is cicb in der britten Aufruf der J. T. Wilmersdorf. Während man so auf bürgerlicher Seite zur reaktionären Richtung neigt, fehen wir auf der anderen Seite, nämlich in dem großen Berband der Arbeitersportler, der sich meist nur aus Sozialisten und Republikanern zusammenfeßt, das ängstliche Berbergen der schwarzrotgoldenen Farben. Aller dings aus anderen Gründen wie bei den bürgerlichen Sportlern. Der Vorwurf, der den Arbeitersportlern gemacht wird, daß sie nicht neutral selen, ist unbegründet. Die Arbeitersportbewegung ift entstanden, weil die Neutralität in der bürgerlichen Sportbewegung nicht geübt worden ist. In der Reaktionsperiode, in der Zeit des Sozialistengefeges und nach seinem Fall war die Berfolgung und Berpönung jedes Sozialdemokraten, jedes Gemertschaftlers, ja jedes Die Arbeitersportsache im Besten Berlins zu fördern, hat sich Konsumvereinsangehörigen, eine ständige Uebung. Es murde gegen die den Arbeiterständen angehörigen Kreise eine Unduldsamkeit an die Freie Turnerschaft Wilmersdorf zur Aufgabe ge. den Tag gelegt, die zu offenem Hinausdrängen und zu Aus- macht. Mit Rücksicht auf die große tulturelle Bedeutung des Turnens schließungen in großer Zahl führte. Benn diese so verächtlich Be- und der Leichtathletik für die Arbeiterschaft, die tagsüber in der Tret. handelten und Mißhandelten sich dann zunächst im Arbeiter- Turner- mühle der Arbeit Kraft und Gesundheit opfert, merden alle eribund und später im Arbeiter- Turn- und Sportbund die Organisation tätigen, befonders aus Wilmersdorf und ben angrenzenden Schufen, die ihnen die Ausübung des Sportes ermöglichte, jo haben Stadtteilen, gebeten, fich dem genannten Berein anzuschließen. die, die diese Entstehung und Entwicklung durch ihr Berhalten ver Gerade im Westen befinden sich noch viele aus dem Arbeiterstande in anlaßt haben, teine Berechtigung, sich darüber zu beflagen. Für bürgerlichen Bereinen, geben hier die Staffage für Kanonenzüchterei den Arbeitersport ist es erffärlich, daß er bie fibelster Art ab und helfen diesen Klubs die Staffen füllen. Die Freie Farben des alten Reiches nicht führte, das ihn so Turnerschaft Wilmersdorf lädt alle Freunde des Arbeitersports in verächtlich behandelt und verfolgt hatte. Heute aber ihr Heim in der Württembergischen Straße ein. Hier fann sich ist es nicht verständlich, wenn die Arbeitersportler bie Reichsfarben jeder von dem herrschenden Geist überzeugen. Turnstunden werden ber Republik nicht zeigen. Hier wie in der bürgerlichen Sportbe abgehalten 1. Männerabteilung: Dienstag und Freitag von megung besteht der Zustand, daß die große Waffe der Mitglieder sich 8 bis 10 Uhr, Gieselerstraße, untere Halle. 2. Männer vor einer fleinen Gruppe von Schreiern beugt und ihnen, wenn abteilung: Dienstag und Freitaa non 8-10 Uhr, Halenfee, auch innerlich widerstrebend, nachgibt. Die Arbeitersportler hätten Joachim- Friedrich- Str., obere Halle. 2. Gemeindeschule, Frauen. alle Beranlaffung, fich offen und frei für die schwarzrot abieitung: Montag von 8-10 Uhr, Giefelerstraße, untere goldenen Farben der Republit einzusetzen, denn Halle, Donnerstag 8-10 Uhr, Halensee, Joachim- Friedrich- Straße, fie sind die wirtlichen Erben der Idee des schwarz. obere Halle. 1. Anabenabteilung: Dienstag und Freitag von rotgolbenen Schöpfers ber deutschen Sportbe. 6-8 Uhr, Koblenzer Straße. 2. Knabenabteilung: Dienstag wegung, des Turnpaters Friedrich Ludwig Jahn. und Freitag von 6-8 Uhr, Halensee, Joachim- Friedrich- Straße, obere Halle. 1. Mädchenabteiluna: Dienstag und Freiten von 6-8 Uhr, Giefelerstraße. 2. Mädchenabteilung: Montag und Donnerstag von 6-8 Uhr, Halensee, Joachim- Friedrich- Straße. Aber auch aus Gründen der Agitation müßten die Arbeiter. fportler fich ganz offen und frei zur schwarzrotgoldenen Farbe be fennen, benn fie wiffen ja, warum und modurch fie getrennt von ben bürgerlichen Sportlern marschieren. Sie fehen tagtäglich, wie die bürgerliche Sportbewegung mit reaktionärer Abficht die schwarzweißrote Fahne schmentt. Sie sollten alles tun, um zu hofumentieren, daß die freiheitlich und fortschrittlich gesinnte Sportbewegung fidh in ihrem Lager befindet. Gerade durch die Entfaltung der Fahne der Republik follten sie äußerlich zum Ausdrud bringen, was sie innerlich von der bürgerlichen Sportbewegung trennt. Ganz falfd, fchwächlich und schädlich ist es, wenn fie den ganz rabifalen tom. munistischen Elementen Rechnung tragen wollten. Hinter den großen Worten verbirgt sich meist hohler Schall. Meift genügt energische, fachliche und eindrudsvolle Aufklärung, um das überschäumende Temperament zu zügeln und nachdentliches Er. fennen herbeizuführen. Der republitanische Sport muß fich die Bahn frei machen für feine schöne Aufgabe: gefunde Körper heranzubilben, in denen ein gefunder und freier Geift für ein freies Bolt fich betätigt." Großkampftag Nord- Oft 0: 6. Einen sehr interessanten und sportlich hoch zu wertenden Großfampftag veranstaltete die Sportliche Vereint. gung Nord Of 06" im Saalbau Friedrichshain. Der riesige Saal war überfüllt. An Kämpfen famen Jiu- Jitsu, Ringen, Heben und Bogen zum Austrag. Görlizer Sportgenossen hatten einer Berliner Einladung Folge geleiftet. Der erste Gongfchlag brachte awei hervorragende Jiu- Jitsu- Kämpfer, Buhlmann(-0.) ais Berteidiger und Angermüller( R.-D.) als Angreifer, in ben Ring, die technisch vollkommene Kämpfe demonftrierten. Kreis. Sportmart Miethfe gab hierzu treffende Erläuterungen. Torführungen zeigten, wie fehr die Jiu- Jitfu- Kampfesart als Selbstverteidigungsmittel selbst schwächlichen Personen in der Gefahr dienlich sein kann. Die Hierauf begannen die eigentlichen Kämpfe, die durchweg sehr flott und fair geführt wurden. Die nachfolgenden Ring? ämpfe fanden großen Beifall. Im Seben, Einarmig- Reißen und 3wei armig- Stoßen traten vier Konfurrenten an. Der Kreismeister im Mittelgewicht Lagenputch( R- D.) stellte Weltrefordversuche im Einarmig- Reißen an, um den Weltreford, der von Reuland( Eit. land) mit 165 Pfund gehalten wird, zu brechen. Er riß 160 Bfund, erreichte damit aber nur den deutschen Reford. Buhlmann( R- 0.), der im Stoßen den Bundesreford mit 290 Pfund zu brüden vers fuchte, tam über 270 Bfund nicht hinaus. Den Schluß des Abends bildeten Borfämpfe. Die Berliner Sportgenossen befanden fich weil im Borteil, was sich auch in den nachfolgenden Ergeb niffen ausdrückt. Es wurde einwandfrei mit guter Beinarbeit ge bort. Wenn die Görliger Sportgenossen weniger gut abschnitten, so mag hieran vielleicht die mangelnde Gelegenheit, mit stärferen und erprobten Gegnern zu fämpfen, fchuld fein. Alles in allem eine gelungene und gut aufgezogene Sportveranstaltung. Reglerheimweihe in Steglitz. Im Bezirk Süden des Freien Reglerbundes" wurde am Sonntag das neue Reglerheim am Stegliger Stadtpart, Bismarditr. 33, in Anwesenheit zahlreicher Sportleiter und Sportfegler der Deffentlichkeit übergeben. Die Feier war mit einem größeren Mannschaftstegein über je 160 Rugeln verbunden. Etma 60 Mannschaften stritten um 3 Botafe Sieger wurden Mariendorf 1919 mit 1104, Sechs alte mit 1104 und Lustige Brüder Weft mit 1098 Holz. Die beften Einzelleistungen erzielten offer( Sportfuft) 564 Holz, Röhler( Luftige Brüder- Weft) und Red( But Holz) 1910- Ruhis borf) mit je 560 Holz Am 19. November brachten amei bekannte Sporttegler des Bezirks Süden, Bault( Sorgenfrei) und Richter ( Freundschaft), in Beisein zahlreicher Sportfreunde einen Propagandafampf über 1000 Stugeln zum Austrag. Trotz des neuen und des. halb etwas widerspenstigen Bahnmaterials im Reglerheim Komald. Steglit gelang es Bauli, die achtbare Holzzahl von 6967 herauszu holen, während sein Gegner um 122 Holz zurückblieb. Der inter effante Rampf währte nur fnopp brei Stunden. Um den Eindenhof- Bokal. Die Sportteglerverbrüberung Südwest( Mitglied des Freien Regierbundes Deutschlands), die etwa 60 Mitglieder aus 6 Sporttegeltlubs umfaßt, brachte am Sonntag im Reglerheim Lindenhof den Ausscheidungstampf um den begehrten Wanderpreis zum Austran. Die beiten Ergebnisse er Rieften: Siegelowski( Lindenhof) mi: 1034, 2ppelt( i.) 1024, Aleemener( orienborf 19) 1021, Haner( i.) 1018, Reumann( Lustige Brüder B.) 1016 und 2ohrte( hohe Rante) 1013 Holz. Die 6 Besten jedes Klubs starten am 13. Dezentber über je 200 Rugeln im Stealerheim Michalski. Aus diesem Endfampf gelangen die 3 Klubbeften endgültig zur Bertung. Wald- und Geländelauf. Cuter burch den Treptower Bark und Blänterwald veranstaltet am 13. De ember der Athletik- Sport- Klub E. B. einen Wald- und Geländelauf. Benn Der Bauf audi als Wettkampf durchgeführt wird. fo for er doch mehr ben Charakter einer wirtungsvollen Bropaganda für ben Arbeitersport tragen. Die Laufftrede beträgt für Männer etwa 5000 Steter und für bie Sugenb 3000 meter. Der Lauf wird als Einzel- unb Mannschaftslauf burchgeführt. vallierenb gewertet werden. Es find Leistungsfiaffen vorgesehen: a) offen für Eine Mannschaft besteht aus 4 Mann, von denen 3 gefchloffen das Riel alle. b) für Anfänger( folche Sportier, bie noch in einem Mittel- oder BangKredenlauf unter ben ersten brei waren), e) fihr Eurener, Gwimmer, Ruberer, Fußballer ufw., d) für Sportler über 30 Sabre, e) Jugend 07/08. Sugend 09/10. Die Frauen und Schiller follen fich bei einer Tuftigen Schnikeljago nente Freunde gewinnen, Welbungen( and für die Sanikeljaod) find Bis Aum 6. Dezember au richten en Sanns Rohn, Berlin ND 55, Marienburger Straße 47. Ein öffentliches Turnen der Kinderabteilungen veranstaltet bie reie Turnerschaft Groß- Berlin am Sonntag, den 13. Dezember, nachmittags von 2 bis 5 Uhr, in der Senti alturnballe Bringenstr. 70. Alle Eltern find hierzu eingeladen. Eintritt frei. Seder Bezitt stellt hierzu vier Droner, die um 2 Uhr anwesend ein müssen. Helff- Sport- Club, R., Berfta. Soden- biellung: Donmezsing, bes 10. Desember, 7% Uhr, Sodenfikung im Eotal von S. Wegener, Frankfurter Dec 286. uz Vervollständigung unferer 3. Mannschaft suchen wir noch Inter effenten, welche in der Gizung als Mitglieder aufgenommen werden fönnen. Freie Rauu- Bereinigung Schweiffierne. Rädfte Mitgliederversammlung am Dienstag, ben S. Dezember, 8 Uhr, in der Sdeal- Klause, Neukölln, Maresch ftraße 14. Gigung der Fußballabteilung jeben Freitag 8 Uhr im Bereinslofal. Jiu- Jitsu- Klub Johannisihal, Zweigabteilung der Evorilichen Bereinigung Storboft( 8.). Jiu- Jitsu- Lehrgänge für Arbeitersportlet des Oftens jeden Dienstag unb Donnerstag von 8-10 Uhr im Lotal von Botha, Johannisthal, Stubenvauchitt. 12-13. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 8. Desember, im Uebungslokal. Berliner Arbeiier- Schachtlub. Choufreunde, die Intereffe baben, eine Abt. Rofenthaler Sor" des Berliner Arbeiter- Schachtlubs au gründen, werden eingeladen, au tittwoch, den 9. Dezember. abends 8 Uhr, nam Gormannftr. 28, Rofal Scheithauet. Die Jugendabteilung orden des Berliner ArbeiterSmachflubs spielt leben Montag von 7-10 Uhr im Lebigenheim, Zimmer 19, Schönstedtstr. 1( Brunnenplat). Jugendliche Edachfreunde find eingeladen. 1. Rreis, 1. Bezitt, 2. Gruppe. Borturneritunde für Männer und Jugend. Frauen und Jungmädchen om 13. Dezember, vormittags 10 Uhr, in Friedrichshagen. Für Männer und Jugend in der Rönig- Friedrich- Schule( Gymnasium). Schulstraße, am Friedhof. Für Frauen und Jungmädden in der Gemeindefurahalle Riratraße. Ede Saarnweberstraße, nachmittags 2 Uhr gemeinsame Sigung im Restaurant Baul Matthes, Fricdriaftr. 121. Mannschaftskampf im Ringen Rorbwelt-- Siegfried 09. Am Dienstag, den 8. Dezember, findet in der Turnhalle Swinglifte. 37 der Serient pf zwischen Rordmeft und Siegfried 09 um bie Rreismeisterschaft des ABD. in der Riaffe A Batt. Der Rempf findet in fieben Riaffen mit Sin- und Retourkampf statt, alfo bierzehn Rämpfe. Anfona 7% Uhr. Freie Turnerschaft Neuköln- Brik. Sonntag, ben 13. Dezember, nachmittags 24 Uhr, öffentliches Turnen der 9. Mädden- und 4. Knabenabteilung in der Tirrnhalle des Gamnasiums Raiser- Friedrich- Strake. Anschließend Beihnachts feier in den Bessage- Festfälen, Becaftraße. Touristenverein Die Naturfreunde( Zentrale Wien), Ortsgruppe Berlin, e. B. Abt. Wedding: Dienstag, den 8. Dezember. im Seim Lütticher Str. 5a, Bortrag über Die Geschichte des Bolfaliedes und Bolfstanzes". Gäfte willtommen. Rreismeisterschaft im Seben des HAB., 4. Rreis, Brandenburg. Am Frei bag, den 11. Dezember, abends 7 Uhr, findet in der Turnhalle der Sportlichen Vereinigung Litenberg- Friedrichsfelde 04, e. B., Bürgerheimfrage. die 1. Borrunde aur Kreismeisterfdiaft 1925/26 ftatt. Es starten: Sportflub Sieg meister 1924/25. Da sich alle vier Mannfdaften in guter Form befinden, ist ein faparfee Rampf zu ermarten und die Mannschaft 2. wird clles baran fegen, um aud in diesem Sohre ihren Titel zu helfen. Außerdent findet noch ein Mannschaftskampf im Ringen flatt. frieb 09, Nordwest II, Zurich 02, Lichtenberg- Friedrichsfelde 04. e. 3., AreisJugendveranstaltungen. Symnaftiffurfus heute 8 Uhr im Jugendheim Lindenfiz. 3. Karten auz 2. Breletarischen Geierfunbeam Gohen, den 26. Dezem bez( 2. Beihnachtsiac), vormittaes 11 Uhr, Träume der Mietskafene", find im Jugendsekretariat aum ermähinten Breife au haben. Eröffnung unferer Weihnechtsansstellung am Sonntag, den 13. Dezember, in Sugendheim Zintenft. 3.( Geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 8 Ubr abends). Heute, Dienstag, den 8. Dezember, abends 7½ Uhr: Sugendbewegung". Sesundbrunnen: Shule Gothenburner Str. 2. Bortrag: Gemeinschaft und Mehbing- Rerb: Schule Müllerftr. 48, Bortrag: Jugendfusforderungen", Schönhauser Berlebt I: Schule 3bfenitz. 17. Bortrag: ,, Das Ronforbat". Brenalanez Perfiabt: Schule Danziger Str. 23. Mit gliederversammlung. Cenefelder Biertel: Saule Eberswalder Etc. 10, Bortrag: Buddhismus". Südwesten: Ingendheim Belle- Miance- Blak 1. Bortop: Proletarische Runft". Schackere 1: Jugendheim Rubens. Ede Schöneberg II: Jugendheim Maison Sauptstraße, Mitgliederversammlung. de santé, Sanptftr. 15, Vortrag: Techni", 2. Zeil. Strelik 1: Jugendheim abrechtfte. 47, Borttas: Sozialistische Feftultur". Reinidendorf- Dit: Seebab, Residensfre. 46, Bortrag: Barum müffen wir in den Gewerkschaften organisiert fein?" Rosenthal: Schule Schillerstrake, Mitgliederversamm Inna. Spauben: Jugendheim Lindenufer 1, Rimmer 5, Boricag: ,, Geguelle Frage". Abteilung Südwesten: Beteiligung an bez Rundgebung der Baziel in bee Steuen Welt. Safenheide. Abrechnung dort. 4 Werbebezirk Areuzbera: Mittwoch. ben 9. Dezember, im Gihungsfaal Dorffftr. 11, abends 7 Uhr. Borführung des Sambutafilms. Ein tritt 30 f. Gorat Hit reae Beteiligung. Berbebegir! Teltowlanal: Sonnabend ben 12. Dezember, 7 Uhr, Filmabend: Der Reichsingendtas in Sambirza" in der Aula ber Reci fhule, Steglia. Alozaitrake. Unfoftenbeitran 40 Bf. Am Sonntag, den 13. Dezember, vormittags 10 Uhr, heft in ber Goethebifone. Riofierfte. 43, Genoffe Feliz edenbach einen Liftbilbervortrag über die Streiche und Erlebnisse son Be'er Sw" na der belonnten Erzählung von Carl Dang. Untoftenbeitrag 20 Bf. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gef& ftstelle: Berlin G. 14. Sebaftian fiz. 37/38. Sof 2 Tr. Ritte, 1. Ramezabfchaft: Mi., b. 9., abenbs 8 Uhr, Mitgl.- Berf. Brenzlauer Berg: Di., b. 8., abends pünkti. 6.15. Danziger Straße. Ram. Storblap: t., d. 11., bei Gadhikli. Gdyinclbeiner Str. 10, Botirag:..Crite Silfe bei Ung! üdsfällen". Charlottenburg: Ran. Wittenberg: Do.. d. 10., abends 7 Uhr, Rollendorf- Rafins, Rieiftfic. 41, Berf. Rehlendorf- Dahlem Bannsee: Mi., b. 9., abends 8 Uhr, im Reinen Saal, Bindenpart, Rehlendorf Mitte, Berliner Straße, Bortrag des Reichstagsaba. Ram. Gustav Schneider: Bocarno unb polttifone Lage". Nachdem Mital.- Berf. Erscheinen Pflicht. Einecführte Gäfte haben zum Vortrag Sutritt. Reuföln- Bria: Di.. d. 8.. abends 6 Uhr, Saalfchus Neue Beit in Bonnetfieibung. Teilnahme ist Vflicht. abends 7 Uhr, in ben Gefellfhaftsräumen, Wilhelmstr. 120, Studienabend: Theofophifche Seferidast, weis Berlin. Mittwod), der 9. Dezember, ,, Der Weg Alte Schülerfdaft". Distuffton. Eintritt frei. Sentralinftitat für Erziehung unb Unterricht, Botsdamer Str. 120. Dr. Karl Binge, Schulinfpeftor in Leffand, Sweden, foricht in schwedischer Sprache am Dienstag, den 15. Dezember, abends 7 Uhr, im Gelben Gaal des Inftituts über Das( chwedische Schulwefen, mit befonderer Berücksichtigung der Bolts Schule". Eintrittstarten find für 50 31. in der Geschäftsstelle des A- ftituts erhältlich. Arbeiterverein für Bionemie und Lebenszeform i. B. B. Bezirk Safefdes Tor: Beratungsstunde file die Bezirksmitglieder jeden Mittwoch ab 18 Uhr abenbs im Bofel non Benoit. Adalberiftr. 4. Dafelbft aud Zeitungsausgabe, Salsababe und Beitragszahlung. Bestr Moabit: waliederversammlung Donnerstag, den 10. Desember, abends 48 Uhr, bei Lent, Stromfte. 28( Rleines Gefellfhaftshaus). Apotheker Vau! Seifez foricht über Die Frau und der Rampf gegen die Paragraphen 218/219". Einiritt nur für Mitglieder und eingeführte Gäfte. Arbeitez- Rabis- Klub, e. B. st. Schöneberg: Donnerstag, den 10. Dezem bet, m 28 Uhr, Bersammlung aller Mitglieber und werftätigen Radiofreunde bei Botros, Gebanfre. 58. Thema: Experementieren mit Erklärung". Gäfte miffommer. Bezirk Kreuzbera, Ortsgrusve Rottbuffer For: Donnerstag, 8 Uhr abends. Reftaurant Bonfchläger, Adalbertstr. 21, Experimentierabend. Säfte willlommen. Wetter für Bren und Umgegend. Zeils toolig, teils heller, feils nebelig. Morgens und abends falt in den Mittagsstundent m'iber. Für Denfschland. 3m Nordmeften weitere Zemperaturzunahme. Auch sonst in ben Zagesitunden etwas milher. GOLD RDATY SABA Deine SABA weiter nur 4Pfg. JACOBY- BOY GARBATE GIN Y SABA Nr. 57S»?ohrga»g 2» VIeastag,«. vezemdrr 1»ZZ Das amerikanifthe Arbeitstempo. Der Generaldirektor des Ciemens-Schuckert-Konzerns, Karl Köttgen, sagt in seinem Buche.Das wirlschastliche Amerika", das er im vorigen Jahre nach einer Studienreise durch die Ver- einigten Staaten schrieb:„Durch längere und intensivere Arbeit können wir leicht 20 Proz.(Mehrproduktion l) herausholen und den Vorkriegszustand wieder erreichen. Was wir durch Organisation und Rationalisierung erreichen können, wird sich nur schrittweise einstellen. Wenn es bald bester werden soll, mästen wir uns entschließen, mehr zu arbeiten." In diesen Sätzen ist das umfaßt, was dieser für Deutschland sicher nicht bedeutungslose Unternehmer in den Vereinigten Staaten an wirtschaftlicher Erkenntnis gewonnen hat. Seine Argumente haben in der gesamten deutschen Unternehmerwell große Aus- Wirkung gehabt, sie werden den Arbeitern noch heute fast alle Tage immer wieder vorgehalten. Deswegen schien es notwendig, die Grundlage jener Argumente hier an Ort und Stelle in Amerika selbständig zu untersuchen und nachzuprüfen. Köttgen baut seine Erkenntnis auf der Tatsache auf, daß Amerikas industrielle Organisation und Rationalisierung aus Deutsch« land nicht ohne weiteres übertragen werden könne— es fehle an gleich umfangreichen Absatzmöglichkeiten und vor allem an Kapital — aber„wenn jeder einzelne erkennt(wie in Amerika!), daß Mehr- arbeit das Primäre ist, von dem jeder Fortschritt ausgeht, werden wir wieder gesunden". So spitzt sich das Problem auf die Frage zu, ob in den Vereinigten Staaien das Arbeitstempo anders ist als in Deutschland und inwiefern es so ist. Vorerst ist die Frage zu erörtern, wie lange der amerika- Nische Arbeiter täglich arbeitet. Köttgen gibt m seinem Buche darüber Zahlen aus dem Jahre 1921! Er meint, sie seien auch heute noch güllig. Die Zahlen umfasten 22 der wichtigsten Indu- strien und geben für 77,5 Proz. der Beschäftigten den Acht» stundentag und weniger an. Aber dabei fehlt das hier riesenhaft ausgedehnte Baugewerbe, da» den freien Sonn- abend— die Dierzig-Stundenwoche— im allgemeinen erreicht hat. Auch sonst ist die Bewegung aus weitere Verkürzung der Arbeits- zeit durchaus nicht zur Ruhe gekommen. So wird sie z. B. jetzt bei den Holzarbeitern, die mit den Zimmerern in einer Organisatton zusammengefaßt sind, diskuttert. Die 48-, 44- und gar 40-Stunden- woche schließt natürlich auch hier nicht aus, daß in einzelnen nicht organisierten Betrieben dieser Berufe und auch sonst unter be> stimmten Voraussetzungen einmal länger gearbeitet wird, aber im ganzen gesehen, ergibt sich, daß der deutsche Arbeiter heute zweifelsohne nicht unwesentlich länger arbeitet als sein amerikanischer Kollege. Ein Vergleich des Arbeitstempos ist sehr schwer. Berechnungen in Beziehung zum Arbeitsquantum werden sehr gern gemacht— Köttgen liebt sie besonders—, aber sie übersehen die unterschiedlichen technischen, organisatorischen und psycholo- gischen Voraussetzungen. In einem guten amerikanischen Betrieb« wird kein gelernter Arbeiter dazu gezwungen, sich sein Material selbst herbeizuholen und das verarbeitete Gut weiter zu befördern, ebenso wenig hat er es nötig, sich um das Funktionieren seiner Maschine zu kümmern, dafür sorgen Spezialisten und Hilfskräfte. Er wird nicht an- geschnauzt und nicht kujoniert. Es gibt keine Instanzen, und es redet ihm niemand in seine Arbeit hinein, der sie nicht versteht oder nur theoretisch beherrscht. Vergleicht man das eigentliche Arbeltstempo, die Anzahl der Ruhepausen während des Arbeitsvorganges, die körperliche Leistung, die Arbeitsbereitschaft während der Arbeitszeit, so ergeben sich sehr beachtliche Resultate. Der amerikanische Maurer. Zimmerer, Bauanschläger oder Putzer— sie arbeiten alle nicht mehr darauf los, als es bei uns üblich ist. Man kann sagen, daß häufig bei uns die köperliche Anstrengung eher größer ist. Der Unterschied liegt darin, daß hier in Amerika alles getan wird, um irgendwelche bei der Arbeit hindernde Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. In der amerikanischen Holzindustrie lernten wir einen ganz modernen Betrieb kennen, in dem die Herstellung von Radio- kästen im Bandsystem— Zerlegung in über 90 Einzelarbeiten— erfolgt. Auch hier bestätigten Arbeiter, die die deutschen Verhält- niste der jüngsten Jahre noch in lebhafter Erinnerung hatten, daß das Arbeitstempo durchaus nicht anders sei, als in großen deutschen Betrieben. Wir kennen da» Tempo in den rheinisch- westfälischen Gießereiabteilungen der großen Konzerne und sahen hier zum Beispiel einen Betrieb, der zu den besten und qualifiziertesten seiner Art— Herstellung von Zahnradgetrieben für Schiffs- Maschinen usw.— gehört. Unser Erstaunen nahm kein Ende: es gab keinerlei Hetzerei. In den großen Unternehmungen der amerikanischen D e k l e t» dungsindustrie� die wir in einer Auswahl ihrer wichtigsten Branchen und Qualitäten kennen lernten, gibt es kein anderes Tempo als in gleichartigen deutschen Unternehmungen. In einer großen Chicagoer Firma, die ständig rund 7000 Menschen mit besterer Herrenkonfektion in großen Werkstötten beschäftigt, herrscht natürlich weitgehendste Zerlegung der Arbeit— 64 Einzelarbeiten zur Herstellung eines Herrenjacketts, aber das gleiche lebhafte Tempo wie hier gibt es w den verwandten Unternehmungen bei uns ebenfalls. Lei Beobachtungen der Erdarbeiten, Straßen, und Schienenreparaturen, bei Hotel- und Rest auran t- bedienung, im Warenhaus, auf den Bahnhöfen— überall ergab sich das gleiche Bild: Das Tempo ist häusig eher ruhiger als in Deutschland. Natürlich gibt es auch in der amerikanischen Industrie be- stimmte technische Einrichtungen, die den dabei beschäftigten Menschen zum Sklaven des Tempos der Maschine machen. Das System der fliehenden Produktion verführt manchmal dazu. Aber die Steinausleser an unseren Kohlentransportbändern, die Arbeite- rinnen an Zigarettenmaschinen, an den Spezftilapparaturen in Schokolade- und Konfektfabriken, in der chemischen Industrie, sie wissen auch ein Lied von der Qual der Maschine zu singen. Eines fällt hier sofort auf, und es bleibt immer im Bewußt- sein, weil sich dafür alle Tage die Beweise neu häufen: es gibt hier keine nervösen Unternehmer. Das mag absurd klingen, aber es ist dennoch so. Haben die Amerikaner andere Nerven als wir? Ich fand noch keinen unhöflichen, weil nervösen Schalterbeamten und noch keinen Abteilungsleiter oder Chef, der „gerade keine Zeit" hatte. Merkwürdig, sie haben alle Zeit, wenn man etwas Vernünftiges will, sie sind alle höflich, sachlich und bereitwillig. Sicher liegt das mit in einer uns beispiellos erschei- nenden öffentlichen Disziplin, in einer bewundernswerten Ein- gliederung des einzelnen. Man ist es eben aus praktischen Gründen. Es ist am praktischsten und— am billigsten, deswegen ist man eben so und nicht ander». Dieses nur praktisch und unter allen Umständen überlegt zu sein hat natürlich auch seine Schattenseiten. Man darf sich nicht verleiten lasten, etwa anzunehmen, daß dieses labile Gleichgewicht der sozialen Gegensätze in Amerika ein göttlich gelungenes Perpetuum mobile sei. das aus sich heraus in alle Ewigkeit glück- liche Ausgeglichenheit erzeuge. Im Gegenteil, dieses Gleichgewicht ist ein bis aufs feinste ausbalanciertes Parallelogramm der sozialen und wirtschaftlichen Kräfte. Einer drängt den anderen, stützt sich auf den anderen, braucht den nächsten, kann ihn weder entbehren noch verdrängen, so erwächst meist wohl mehr aus dem Unter- bewuhtsein. als au» Erkenntnis eine Ausgeglichenheit, die hohe Produktion ermöglicht. Hier in Amerika schenkt kein Unternehmer dem Arbeiter nur einen Cent: er will ober auch nichts geschenkt haben und bekommt nichts geschenkt! Mit dem Arbeitstempo—„der Leistung pro Mann", wie Herr Köttgen und seine Freunde gern sagen— Ist es in Wirklichkeit so, daß es mechanisch ein Problem der Betriebsorganisation, und p s y ch o lo g i s ch ein Problem der Menschenbehandlung ist: beides sind Unternehmeraufgaben. In der unter. schiedlichen Art ihrer Lösung in Deutschland und in Amerika ist ein nicht unerheblicher Teil des Erfolges der amerikanischen Produk- tion zu suchen, und nicht in der in Amerika etwa größeren Aus- beutung des Arbeiters. Da kann sich die unsrige in Deutschland neben der amerikanischen durchaus sehen lasten. Kurt H e i n I g. Um öen hanSell Ueber Daseinsberechtigung und Zukunftsaussichten des Handels sprach am Freitagabend in der„Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesell- schaft' der frühere Staatssekretär Profestor Dr. H i r s ch. Nach seiner Auffassung stehen wir aller Wahrscheinlichkett nach vor g r u n d s ä tz- lichen Aenderungen in der Organisatton des Handels, an einem Wendepunkt zu neuen Entwicklungen. Das grundsätzlich und grundstürzend Neue im wirtschaftlichen Geschehen der letzten Jahre (soweit es den Handel betrifft) sieht Hirsch in einer Art „horizontaler Vertrustung" des Kleinhandels(Detail- Handels), die in den Dereinigten Staaten sich mächtig weiter aus- breitet, die in England soeben machtvoll eindringt, und deren schüch- lerne Anfänge selbst in Deutschland zu verzeichnen sind. Es ist das System der Massensilialen im Detailhandel, von dem uns hier gewist« Tabak- und Kaffeefirmxn einen Vorgeschmack geben, das in Amerika aber mehr und mehr zum herrschenden Organisationsprinzip wird. Nicht die Vereinfachung der Produttion allein, sondern auch die Vereinfachung des Verteilung s- a p p a r a t s: das ist, nach Prof. Hirsch, die große organisatorische Aufgabe für die Wirtschaftsgestalwng der Zukunft. Die zweite Hälfte des Problems, also eben die Vereinfachung der Handelsorganisation, wird gar zu oft und gar zu leicht übersehen— trotzdem die Probleme der„Uebersetzung des Handels" und der„Ueber- teuerung durch den Handel" die Oeffentlichkett in den meisten Ländern jetzt stark beschäftigen. Die„Uebersetzung" im Handelsgewerbe, die immer schnellere Zunahme der in der Der- teilung beschäftigten Menschen, ist zwar in Deutschland in den Zeiten des Warenmangels während Krieg und Inflation besonder» deutlich und kraß in Erscheinung getreten, aber doch nicht nur ein deutsches Problem. So hat z. B. der amerikanische Staatssekretär H o o v e r festgestellt, daß während der letzten 15 Jahre die Zahl der in der Verteilung beschäftigten Menschen achtmal so schnell zugenom- men habe, als die Zahl der in der„Produktion" tätigen! Aehnllche Zahlen liegen nun auch für Deutschland vor! E» ttt an dieser Stelle nicht möglich, den Dortrag H i r s ch s ausführlich zu würdigen. Hier muß es genügen, auf das grund- sätzlich Neue an Erkenntnis hinzuweisen, das aus diesem Dortrag herausleuchtete: Der Handel, der sich bisher der Konzentration vielfach entzogen hat und nur vereinzelt den Weg zum Großbetrieb finden konnte, steht jetzt in einer Umformung seiner Daseinsbedin- gungen. Und diese Umformung vollzieht sich ganz ähnlich wie in der Industriewirtschaft durch die Zusommenballung des Kapitals. Noch immer Konzernüämmerung. Zahlungsschwierigkeiten eines Textilkonzcrns. Wie erst in den ersten Dezembertagen bekannt wurde, hat der Novemberultimo-Termin, der sonst glatt abgelaufen ist, doch ein Opfer gefordert: Der Konzern des Generalkonsuls Dr. Wilhelm, Kaufmann in Dresden ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Gestern fand bereits eine erste Zusammenkunft der Gläubiger, also der Lieferanten dieses Konzerns, in Dresden statt. Auch hier handelt es sich wieder um ein Konzerngebilde aus der Kriegs. undInflationszeit. Den Grundstock des Konzen» bilden vier sächsische Spinnereien(mit rund 60 000 Spindeln). Später wurde die Aktienmehrheit der Firma Bachmann und L a d e w i g �l.-G., Chemnitz, die hauptsachlich Teppichfabri- k a t i o n betreibt, hineinerworben, ferner die Aktienmehrheit eines Hotels(Schloßhotel in Gotha) und endlich gründete der Kaufmann- Konzern im Jahre 1922 ein« Maschinenfabrik(Spara-A.-G. in Dresden). Bis vor kurzem besaß Kaufmann, als Mitglied des Majoritätstonsort tums, einen größeren Aktienposten der Dresdener L i n g n e r- A.-G., die hauptsächlich kosmetische und pharmazeutische Produkte(Odol!) herstellt: dieses Aktienpaket wurde vor einiger Zeit an die gleichfalls zum Majoritätskonsortium gehörende Amster- damer Bankfirma M. Sternberg u. Co. weiterverkauft. Dennoch scheinen die so erworbenen flüssigen Mittel nicht ausgereicht zu haben, um den Konzern aus seinen Zahlungsschwierigkeiten herauszuhelsen: zum Fälligkeitstermin des 1. Dezember fehlten die Gelder, um einige kleinere Verpflichtungen an Lieferanten zu begleichen, die Gläubiger- firmen ließen sich auf weitere Prolongationen nicht ein, und die Steuerbehörde, der diese Verhältnisse bekannt geworden waren, drohte mtt Pfändungen. Die Bankverbindungen de» Kauftnann-Konzerns(Sächsische Staatsbank, Deutsche Bank) haben bisher nicht helfend eingegrisfen. Es scheint also jetzt so, als ob sich auch an diesem bisher reichlich un- organisch zusammengebauten Konzern das Schicksal erfüllen werde, das allen„Sachwertanhäufungen" im Verlauf der Reinigungskrise beschieden sein muß. Die einzelnen Teile des Konzerngebildes, so insbesondere die Bachmann u. Ladewig A.-G. scheinen gesund zu sein— der Konzern als' Ganzes aber hat in diesem Aufbau keine Lebensberechtigung. * Wie auf der Gläubigerversammlung der Kaufmann-Textilwerke mitgeteill wurde, ist die Ueberschuldung des Konzerns durch Kurs- rückgänge von Aktien entstanden, die sich im Besitz der Firma befanden. Schacht über öle Wirtschaftslage. Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach am Montag vor einer von der Handelskammer Stuttgart veranstalteten Versammlung der Wirtschastskreise Württembergs, zu der allerdings die Gewerk- jchajten nicht geladen waren, über die Wirtschaftslage. Nachdem er betont hatte, daß die Wirtschaftskrise von der Kreditseite her allein nicht gelöst werden könne, stellte er der Wirtschaft ein weiteres Ent- zegcnkommen der Reichsbank durch Lockerung der Kreditrationall- ierung in Aussicht, von der er sich vor allem eine günstige psycho- ogische Wirkung auf eine leichtere Kreditbewegung verspricht. Als weitere Maßnohme zur Hilfe der Wirtfchaft empfahl Dr. Schacht die Ausnahm« von Währungskrediten aus dem Devisenbestand der Reichsbant durch die Exporttndustrie über die Golddiskonbank, die höher« Markkredite der Reichsbank an die Jnlandindustrie ermög- liche. Besonders begrüßte er die Tatsache, daß durch den Abschluß des Locarno-Vertrages langfristige Auslandkredite in höherem Maße hereingekommen sind, die ohne eine wesentliche Er- höhung der deutschen Auslandsschuld eine Rückzahlung der kurz- sristigen Auslandanleihen ermögliche und damit wesentlich zur Be- ruhigung der Wirtschaft beigetragen habe. Die Organisation von Industrieschaften, wie in Sachsen und Bayern, befürwortete der Redner, während er sich auf das nachdrücklich st e gegen die Kreditgewährung an die Wirtschast durch den Staat aussprach. Aufs schärfste wandte er sich auch gegen den Fiskalismus der ganzen Landesverwaltung, der den Tod der Wirtschaft bedeute. Er sordert« dann einen Abbau der staatlichen Aufgaben zugunsten der Lebensnotwendigkeiten der Wirt- schaft. Auch gegen die produktive Erwerbelojensürsorge wandte sich der Reichsbankpräsident, da sie das Ende mit Schrecken nur hinaus- schiebe, aber nicht verhindern könne. Er bezeichnete die heutige Situation als eine Sozialisierung auf kaltem Wege und verlangte von der Wirtschaft, daß sie sich aus eigener Kraft helfen müsse, wenn sie nicht dem Tod oder der Sozialisierung verfallen wolle, die er gerade oermieden wissen wolle. Den Weg der Gesundung sieht er über die technische und organisatorische Rationali- sierung der Wirtschaft. Die Absatzkris« sei auch eine Frage der Internationalen Politik. Hier wandte sich Schacht in ähnlicher Weise wie in seiner Karlsruher Red« gegen die Schutzzoll- Politik der europäischen Länder und forderte»in einheitliches europäische» Marktgebiet ohne innere Zollschranken, wie es Amerika darstelle. Ein« Gesundung Europas hält Schacht mx für möglich, wenn es gelingt, zu einer wesentlichen Erhöhung de, europäi- schen Handelsvolumens jyu kommen. Dazu hält er einen hohen Durchschnitt individueller Tüchtigkeit für erforderlich, wie ihn Württemberg zeige, während er die zentralistische Leitung der Wirtschaft von oben her, wie in Rußland, als ökonomische» System ablehnt.— Außenpolitisch bemerkte Schacht mit deutlicher Spitze gegen die Haltung der Regierung Bazille bei der Abstimmung über Locarno, daß ein Riß durch unser Volk gehe, dem man sich im ST "vKälK ist und. bleibt S Augenblid, wo entscheidende Beschlüsse zu faffen feien, manchmal nur dadurch entziehen könne, daß man sich der Abstimmung enthalte. Schacht betonte weiter, daß der Krieg und Versailles die Ber nichtung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Wohlstandes wollten. Die Lösung, die mit dem Dawes- Gutachten eingesetzt habe, wolle aber gerade das Gegenteil, und man müffe sich für eine Politik erklären, die durch Beseitigung der politischen Vorurteile die Boraussetzung für die Fortsetzung einer Politik der Vernunft, wie fie mit dem Dawes- Plan beschritten worden sei, darstelle. Am Schluß feiner Rede erklärte der Reichsbankpräsident, Europa müffe sich darüber flar sein, daß kein einzelnes Land vom Schaden des anderen Borteil haben fönne, sondern daß eine europäische Goli darität gefordert werden müsse, die die Prosperität aller zum Ziele habe. In diesem Sinne wandte er sich gegen allen Pessimismus und forderte zur Arbeit am Aufbau unserer Wirtschaft auf. Die Geschäftsaufsicht der Mühlenkreditvereinigung A.-G. Mühlenkreditvereinigung A.-G., Berlin, wurde in der Mitte des Jahres 1923 unter Beteiligung der Berliner Mühlen und der Großbanken als reine Kreditbeschaffungsstelle für die Getreidemühlen unter ausdrücklicher Untersagung von Eigengeschäften gegründet. Die Gesellschaft ist, wie bisher verlautet, durch Verschulden eines Direktors, außer Order gegangen und hat der Zuckerfabrik Thöringsmerder A.-G., Thöringswerder/ Wriezen, Lombardoorschüsse gewährt. Durch inzwischen beantragte Geschäftsaufsicht der genannten Zuderfabrik ist die Rückführung der Vorschüsse in Frage gestellt, die Mühlenkreditvereinigung A.-G. sieht sich ebenfalls gezwungen, Geschäftsaufsicht zu beantragen. Von gut unterrichtetes Seite wird der Konjunktur- Korrespondenz" mitgeteilt, daß die Verpflichtungen der Mühlenkreditvereinigung nur in Wechselobligos bestehen und daß deren Höhe wesentlich geringer ist, als die heute verlautbarte Bassinensumme der Zuckerfabrit Thöringswerder. In Berliner Börsen- und anderen Fachkreisen wird die Möglichkeit von einer Baffivenschuld der Zuckerfabrit Thöringswerder in Höhe von 10 Millionen Mark zugegeben, von denen/ allein ein erstes Berliner Bantinstitut zu fordern hat. Bei den stark gelockerten Beziehungen des Geldvermittlungsinstituts der Berliner Mühlen, der Mühlenvereinigung A.-G. und ihren Gründern ist die Zukunft des Inftituts ungewiß, zumal die in der Inflation maßgebenden Momente für die Gründung der Kreditvereinigung wesentlich fortge fallen find. Aus dem Kahn- Konzern. Bisher haben die Finanzschwierig teiten des Kahn- Konzerns zur Folge gehabt, daß bei einiger Tochter unternehmungen des Konzerns größere Arbeiterentlafiungen stattgefunden haben. Motiviert wurden dieie Entlassungen damit, daß borerst die Fertigstellung der Halbfabritate erfirebt werben müsse, eine Neufabritation aber nicht stattfinden tönne. Wegen der Wiederflottmachung der Hauptgesellschaft des Stonzerns der Stod Motorpflug A.-G. wird mit dem preußischen Staate atveds Hergabe eines größeren Aredits verhandelt. Der Amsterdamer und Moskauer Internationale Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages des Ausschuffes des JGB., über den wir in der gestrigen Abendausgabe berichteten, leitete Genesse Oudegeest die Besprechung der Russenfrage in. Er wies zunächst auf die Ausschußsizung im Februar hin, die sich bekanntlich unter der Voraussetzung mit einer Konferenz mit den Ruffen einverstanden erklärte, daß sich diese im Prinzip dazu ver stehen, sich dem JGB. anzuschließen. Am 19. Mai traf dann eine Antwort der Russen ein, in der gesagt wird, daß die Statuten des JGB. für die Russen ohne Bedeu tung seien, daß die Russen den Kern des Problems in der Frage der Einheitsfront sehen und im übrigen einer Internationale beizutreten wünschen, die alle auf dem Boden des Klaffentampfes stehenden Organisationen umfaßt. Damit wurde faktisch die Be dingung des Ausschusses abgelehnt. Inzwischen hat sich die Lage nur insofern verändert, als eine Aussprache mit den englischen Kameraden stattfand, wobei diese gegenüber dem JGB. ihre volle Loyalität zum Ausdrud brachten und die Versicherung gaben, daß sie weder an einen Weltfongreß, noch an irgendwelche Beziehungen mit den Minderheitsbewegungen denken. Im übrigen erflärten sie, immer noch auf dem Standpunkt der Notwendigkeit einer Konferenz ohne Vorbedingungen zu stehen. Die Dinge stellen sich deshalb heute so dar, daß die Engländer nichts von einer neuen Internationale wissen und die Russen sich nicht dem JGB. anschließen wollen. Mit anderen Worten: die Lage hat sich nicht ver. ändert. Die Russen, der JGB. und die Engländer beharren auf ihrem Standpunkt und als Richtlinie der höchsten Instanz bleibt die Resolution des Wiener Rongresses zurecht bestehen. Die anschließende, sehr ausführliche Distussion wurde durch eine äußerst instruktive Rede des Vertreters des italienischen Gemertschaftsbundes, Azimonti, eingeleitet, der den Rernpunkt des Problems darin sieht, ob die russischen Organisationen als freie Gewerkschaften betrachtet werden können oder nicht. Sind sie frei, so haben sie teine Ursache, dem JGB. nicht beizutreten; find sie es nicht, so ergeben sich schon in Hinsicht auf die finanzielle Abhängigkeit vom Staat in der Frage der Mitgliederzahl die größten Schwierigteiten, d. h. die Mitgliederzahlen können willkürlich angegeben und damit die Abstimmungen auf Kongreffen entwertet werden. Azimonti gibt zum Schluß der Ansicht Ausdruck, daß unter den gegenwärtigen Umständen weder die faschistischen noch die russischen Gewerkschaften als Bona- fide- Gewerkschaften betrachtet werden können, weshalb auch Jouhaur( Frankreich) weist darauf hin, daß es nicht Aufgabe des Ausschusses sein tönne, die Statuten des im gleichen Sinne möglich, wie mit Amerika oder Merifo; eine feine Zeit mit ihnen verloren werden soll. Hids( England) betont den freundschaftlichen Berlauf der am 1. Dezember abgehaltenen Konferenz des Vorstandes des JGB. mit dem Generalrat des britischen Gewerkschaftsbundes, auf der klar zum Ausdruck fam, daß die Engländer nicht daran denken, sich mit den Minderheitsbewegungen oder mit der Roten Gewerk. fchafts- Internationale irgendwie einzulassen. Wenn die englischen Kameraden trotzdem für eine Besprechung mit den Russen eintreten, fo tun sie es unter anderem deshalb, weil sich der IGB. davor nicht zu fürchten braucht und sich im Vertrauen auf seine gute Sache Besprechungen leisten kann. Die englischen Kameraden glauben an die Ehrlichkeit der Russen und wenn sie in diesem Glauben enttäuscht werden, so werden die Engländer die ersten sein, die solchen falschen Manövern ein Ziel setzen. Hids schlägt zusammen mit Fimmen folgende Resolution vor: " Der Ausschuß des JGB. erklärt sich bereit, mit Bertretern des Zentralrates des Allrussischen Gewerkschaftsbundes zusammenzu fommen behufs einer Aussprache über die Möglichkeit des Anschlusses der russischen Gewerkschaften." Brown( Sekretär des JGB.) schließt sich dieser Auffassung on und unterstreicht die Wichtigkeit der Einhaltung des Wiener Beschlusses, an den fich der Ausschuß angesichts der Ablehnung des von Dubegeeft auf der letzten Ausschußigung in Erwägung gezogenen Abbruchs der Verhandlungen mit den Russen zu halten hat und der ausdrücklich besagt, daß der Kongreß dem Bureau empfiehlt, feine Bestrebungen fortzufeßen, um die Einverleibung der russischen Gewerkschaften herbeizuführen". Brown unterbreitet demnach folgende Resolution: „ Der Ausschuß erklärt sich mit einer Besprechung des Vorstandes des JGB. mit dem Allrussischen Gewerkschaftsbund bereit, behufs Beratung über die Möglichkeit des Anschlusses der russischen Gewerkschaften an den JGB. auf Grund der auf dem Wiener Kongreß angenommenen Resolution." Nachdem noch verschiedene Redner auf die mit den Russen gemachten zweifelhaften Erfahrungen hingewiesen haben, wird in einer namentlichen Abstimmung die Resolution Sten huis' mit 14 gegen 7 Stimmen angenommen, womit dis beiden anderen Resolutionen automatisch ausgeschaltet sind. Gaukonferenz des Verkehrsbundes. Am 5. und 6. Dezember tagte im Gewerkschaftshaus die vierte Gau Gaufonferenz des Deutschen Berkehrsbundes für den Brandenburg. Erschienen waren 300 Delegierte. Der Gauleiter Gebert gab den Geschäftsbericht. Der Gaut zählte 1914 nur 3300 Mitglieder, 1922 aber insgesamt 16 000 Mitglieder. Die Sturm- und Drangperiode der Inflation zeigte jedoch, daß die Bewegung mur in die Breite, nicht aber in die Tiefe ge= gangen war. Viele von den so schnell Gewonnenen hielten der Ergebnis führen sollten, es auch möglich sein wird, die anderen offizielle Ronferenz mit unbegrenzten Zielen steht Schlusse des dritten Bierteljahres 1925 nur noch 5550 betrug. Betriebe des Konzerns wieder in Gang zu sehen. Bevorstehender Zusammenschluß von vier Speditionsfirmen. Die jeßige allgemeine ungünstige Geschäftslage hat dazu geführt, daß auf allen Geschäftsgebieten eine Steigerung der Leistungsfähigkeit unter gleichzeitiger Herabminderung der Gestehungskosten angestrebt werden muß. Namentlich das Verkehrsgewerbe muß diese Maßnahmen treffen. Der hierfür gegebene Weg ist die Vereinigung gleichartiger Betriebe. Die heutige Wirtschaftslage zwingt auch das Speditionsgewerbe im Wege des Zusammenschlusses den Befundungsprozeß einzuleiten und ihn durch einschneidende Erparnismaßnahmen durchzuführen. Von diesen Gedanken geleitet, haben die Firmen Berliner Spediteur- Berein A.-G., Hansa TransportA.-G., Alltans 2.-G. für alle Transporte in Köln, C. J. Jonen Bwe. in Düsseldorf, welche in freundschaftlichen Beziehungen zu einander stehen, mit Zustimmung ihrer Aufsichtsräte beschloffen, der am 30. Dezember d. 3. stattfindenden a. o. G. B. den Zusammenschluß vorzuschlagen. Die Betriebstonzentration in der Brauereiinduftrie Die in dem Geschäftsbericht der rheinisch- westfälischen Brauereien angeführten Bahlen zeigen den mächtigen Fortschritt der Betriebskonzentration in der deutschen Brauindustrie. Die Zahl der Brauereien ist seit 1920 von Jahr zu Jahr geringer geworden und san! von 96 im Jahre 1920/21 auf 78 im Jahre 1924 25. Die Gesamterzeugung ist dagegen im Steigen begriffen. Sie betrug 1920/21 2.2, 1924,20 4,1 Millionen Heftoliter. Dementsprechend entfällt auf eine Brauerei im Durchschnitt eine viel größere Produktenmenge als in den vergangenen Jahren. So famen 1920/21 auf eine Brauerei 23,408, 1924/25 57,029 Dettoliter, alio fast bas gweieinhalbfache. Der Konzentrations prozeß war aber bereits 1920/21 febr' fortgeschritten; die angeführten Zahlen beleuchten daher nur die weitere Entwidlung dieses Prozesses. Husten, Erkältung und Grippe find schnell überwunden bet Gebrand von NYMPHOSAN- SIRUP"! Defferfeft fenne ich nicht mehr, feit ich Rymphofan" gebrauche!" freibt eine gefeierte Gängerin, Erhältlich in: Berlin C: Alexander- Apoth., Aleganderftr. 8; Elefanten- Apoth., Dönhoffplay; Apoth roten Abler, Roßftr 26 28; Gimons Apoth., Spandauer Straße 17; Berlin: Adler- Apoth. am Weddingblag; Brettschneiders Avoth. Dranienburger Str 37; Brunnen- Apoth., Badite. 11; Diana- Apoth, Turmstr. 28; Apoth. eis. Kreuz, Raftantenallee 2; Apoth. getr Adler, Auguftstr. 60; Germania- Apath., Lothringer Str. 50; Bittoria- Lutie- Apoth, Boltate. 44; Berlin D: Fürft- Bismard- Apo h., Wrangelite. 47; Seeges Avoth. Gubener Straße 33; Jungs Apoth. a. fchw. Adler, Neue Rönigfte 50; Berlin S: Apoth am Hermannplak; Sirih- poth., Lindenstr. 74; Berlin B8 Radlaners AronenApoth., Friebrichfie 100; Belttan Avoth, Leipziger Str. 93; Dr. Roswinkels Apoth, Ausfürftenfte 156; tttes Apoth, Botsdamer Str 84a; Berlin- Char lottenburg: peth. am Steistonalerplat; Berlin- Schöneberg: Rathaus- Apoth Berlin- Lichterfelde: Central- Apoth. jedoch nicht in der Kompetenz des Ausschusses, abgefehen davon, daß die nationale der internationalen Einheit vor. angeht und der Bau eines Hauses mit den Fundamenten und nicht mit dem Dach seinen Anfang nehmen muß. Die Ruffen haben ein Anrecht auf Privilegien. Sie werden, wenn sie einmal dem JGB. angehören was wir alle ernsthaft wünschen die gleichen Rechte haben und sie haben deshalb auch die gleichen Pflichten. am Verhältnis zur Vorkriegszeit ist dieser Mitgliederbestand immerhin befriedigend. Die Mitglieder. die trog des Bruderkampfes und der fonftigen Wirren der letzten Jahre der Organisation die Treue gehalten haben, bilden eine feste Stüße des Verbandes. Das gleiche Bild geht auch aus der Zahl der Ortsverwaltungen hervor. Im Jahre 1914 bestanden in Gau 31 Ortsverwaltungen, 1924 infolge der sprunghaften Mitgliederzunahme 77 und im Jahre 1925 noch 59. Wenn diese Zahlen auch nicht voll befriedigen, so ist der Vormarsch In dem gegenüber 1914 unverkennbar. Wetterwinkel der Ost noch best und Westpriegnig ist die Agitation deutend schwieriger als in der Niederlaufig, weil hier noch Werwolf, Stahlhelm und ähnliche Gebilde das Feld behaupten. Doch auch hier geht es, wenn auch langsam, vorwärts. Bezeichnend für den Gau im allgemeinen ist, daß die Orte, in denen der Bruderkampf nicht tobte, an der Spize stehen. Der Redner führte einige frasse Beispiele dafür an, wie durch Streits und Parolenschusterei die Organisation zerschlagen wurde. Er zeigte dann den Stand in den Berufsgruppen auf. Graßmann( Deutschland) schließt sich diesen Ausführungen an und macht speziell darauf aufmerksam, daß die Verleumdungstampagne der Kommunisten auch jetzt noch mit gleicher Schärfe und Gehäffigkeit geführt wird. Hueber( Desterreich) weist auf die Machtlosigkeit der Kommunisten in Desterreich hin und hält es allgemein nicht für nötig, sie ernst zu nehmen. Was zur Diskussion steht, ist nicht eine Gewerkschaftsfrage, sondern ein politisches Problem. Solange dieses nicht gelöst ist, ist der JGB., falls er sich mit den Kommunisten einläßt, lediglich Mittel zum 3wed, d. h. ein politisches Werkzeug im Dienst politischer Kräfte. Die Zeit für die Lösung des großen politischen Problems ist aber noch nicht gekommen. Die Politik der kommunistischen Machthaber in Mostau wird sich ändern müssen, und es besteht tein Zweifel darüber, daß die ernsthaften Elemente in Moskau eines Tages auf die modernen Organisationen im Besten angewiesen sein und sich auch melden werden, wenn sie zu dieser Erfenninis gelangt find. Sobald die russischen Gewerkschaften in der Lage sind, sich für wirklich gewerkschaftliche Forderungen einzusetzen so unter anderem für das Streifrecht, das in Rußland so wenig vorhanden ist wie in Italien so werden sie uns an ihrer Seite finden. Solange dieser Gesundheitsprozeß nicht vollendet ist und die Russen daran festhalten, sich in Europa auf die zweifelhaftesten Elemente zu stützen, d. h. solange sich die Ruffen ihrer Würde nicht bewußt werden, ist jede Konferenz nuglos und überflüssig. Stenhuis( Holland) glaubt, daß man es als eine Berschwendung foftbarer Zeit bezeichnen müsse, wenn die Ausschußsizung mit der Besprechung einer Frage ausgefüllt wird, die bereits durch Refolutionen entschieden ist, an die wir gebunden sind und für deren Abänderung allein der internationale Kongreß zuständig ist. Da den Ruffen die Türen zum 3GB. weit offen ftehen, verfolgen sie mit der von ihnen verlangten Konferenz ohne Bmeifel Nebenabfichten. Wollen sie die Frage einer Weltkonferenz rder das Problem der nationalen Einheit zur Sprache bringen, so ist eine Konferenz wertlos; denn dafür sind im ersten Falle allein internationale Kongresse und im letzten Falle allein die Landeszentralen zuständig. Es hat sich seit der Februarsizung nichts geändert und es kann sich deshalb auch nicht um eine neue Einstellung handeln. Hosenwoche Nach einer längeren Diskussion, die den Vormittag des zweiten Tages ausfüllte, wurden folgende zwei Entschließungen angenommen: „ Die am 5. und 6. Dezember 1925 zu Berlin tagende Gaukonfe renz des Gaues III des Deutschen Verkehrsbundes begrüßt es mit Freuden, daß es endlich zwischen dem Deutschen Berkehrsbund, dem Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, dem Gemeinde und Staatsarbeiterverband, der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten zu einem Kartellvertrag gekommen, in dem der Gedante, Schaffung einer Einheitsorganisation, veranfert ist. Um nun diesen Gedanken weiter zu propagieren, ersucht die Konferenz den Bundesvorstand, bei den fartellierten Verbänden dahin zu wirken, daß einheitliche Durchführungsbestimmungen geschaffen werden, die für das ganze Reich maßgebend sein sollen. Des weiteren wird erhofft, daß in fürzester Frist ähnliche Vereinfen werden, damit die Grenzstreitigkeiten, die sich immer zum barungen mit anderen freigewertjchaftlichen Organisationen geschaf geringste Maß zurückgedrängt werden. Schaden der gesamten Arbeiterbewegung auswirken müssen, auf das ,, Die am 5. und 6. Dezember 1925 zu Berlin tagende Gautonfe renz des Gaues III des Deutschen Verkehrsbundes ersucht den Bundesvorstand, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln bei den maßgebenden Stellen dahin zu wirken, daß die deutsche Regie. rung gedrängt wird, auf dem schnellsten Wege das Washing, toner Abkommen anzuerkennen und durchzuführen. Nach einem Vortrag des Bundesvorstandsmitglieder Riedel über„ Die Bedeutung der Betriebsräte" und der anschließenden Disfussion wurde der neue Gauvorstand gewählt. Beginn Dienstag, den 8. Dezember Herrenhosen as festen gestreiften Stoffes Breeches Homespun und gestreift Buckskin Gestreifte Hosen aus starkem Satin und Zwirnstoffen. Herren- Hosen Gladbacher Satha in verschiedenen Dessins. .. 4.25 Arbeitshosen imitiert englisch Leder .x 5.50 .M. 6.00 .. 7.50 Feldgraue Hosen as Milit patofben Milit\ rstoffes.. Manchester- Breeches oder lauge Hosen in verschiedenen Cheviothosen aus festen Stoffen, grau gestreift Qualitäten und Farben. 9.00 Eisenbahnerhosen schwarz Trikot.. Knabenhosen ans Buckskinstoffen, Gr, 2. Leibchenhosen Homespun, 04. Gestreifte Hosen Kammgarnartige Stoffe in geschmacky. Streifenmustern, M. Breeches Reit- u. Whipkord, braun u grau, je nach Qualität, 15.00, 13.30, 12.00 M. 9.00 Cuthosen aus elegant gestreift. kammgarnart. Stoften, je nach Art, 15, 13,50, M. 12.00 Gestreifte Cheviothosen Marke eisenfest, aus für uns hergestellten 14.00 Cuthosen elegant, ans besseren Stoffen in vornehmen Streifenmustern, 19.00 18,00, M. 16.50 Maßersatz Aachener Fabrikat, vorzüslicher Sitz, elegante Dessins, 30.00, 25.00, M. 22.00 je nach Qualität. je nach Art Kottbusser Stoffen .M. von M. 4.50 an M. 11.50 .14.50, M. 11.00 M 11.00 & D . M. 11.50 M. 0.95 von M. 1.20 Knabenhosen div. einzelne, verschiedene Größen von M. 2.75 Manchester- Schulhosen Größe 46 5.50, Größe 13....... M. 4.50 Manchester- Breeches verschiedene Farben, Größe 7/9..... M. 7.50 Für den Weihnachtstisch! fragen. Wie die für Siege, Santafie- and Sportwesten, Bullove, Herren- und Damenpeize, Belzfchats, HeizWintermäniel Damen, Herren, Jünglinge und Knaben Sport-, Coree- und Chauffeurkleidung, Sii Uusrüstungen Beachten Sie angere Weihnachtsauss eliang] BAER SOHN A.-G.[ Wer sich nicht ereditea will- tidal anere Wild.che Elgene Kle derwerke und Gummimäntelfabrik Berlin, Chausseestraße 29-30 erkälten vienstag S. dezember 1925 -Unterhaltung unö ÄVissen Heilage des vorwärts öewußte Zukunft. Andcchlen dreizehnjähriger Volksschüler. Don E. H. L e t h g e. Wer den Glauben an die Menschheit nicht verlieren will, der besuche dann und wann eine Arbeitsschule und erquicke sich an dem selbsttätigen, schöpferischen Wesen der Jugend. Er stell« fest, wie der jugendliche Mensch seine Kräfte fühlt und anwendet, wie die Erkenntnisse ihm aus den Augen leuchten. Kein lähmender Mecha- nismus. Kein Nürnberger Trichter. Wie in einem Garten keimt, sproßt, blattet und blüht es. Der Menschenfreund fühlt: Hier wächst das neue Geschlecht der bewußten, sinnlich regen und geistig bewegten Menschenbrüder heran. Daß sie auch für die Augenblicke der Andacht ihre eigene Sprache und ihre eigene Gedankenwelt offenbaren, ist mit dem Gedanken der Arbeitsschule eng verbunden. Der jugendliche Mensch, in dem sich die neue Gesellschaft vorbereitet, dors nicht im Gedankenkreise einer absterbeirden Kultur lebendig sein. Er muß in der Erkenntnis seiner Lage hercusstreben aus dieser ihm fcind- seligen Entwicklung und neue Wege ahnen. Wie das möglich ist, sollen die folgenden kleinen Dokumente zeigen. Sie sind in einer Schulgemeinschaft entstanden, wo jeder zur Andacht gleichsam ver- pflichtet ist, und wo das»Andächtig sein" in besonderen Uebungen oerstärkt wird. Wie soll sonst der künftige Mitbürger und Mitstrester zum künstlerischen Genießen kommen, wenn nicht angeregt ist zu> Andacht, d. h. zum Stillescin und zum Lauschen! Einer hat geschrieben(die kleinen Andachten wurden schriftlich dem Führer eingereicht): Neulich hatte ich gerade das Glück, vor einem großen Betriebe zwölf Uhr zu erleben. Es war für mich ein großes Ereignis. Die Sirene schrie. Andere antworteten. Das Fabrikwr wurde geöffnet. Es kamen Arbeiter heraus. Erst wenig. Dann mehr. Auf einmal war die Straße ein Meer von Menschen. Tie Hungrigen sausten in ihr Lokal, um zu essen. Die Jüngeren pfiffen und waren fröhlich. Die Familienväter gingen still ihren Weg. Sie hatten wohl ihr« Sorgen. Vielleicht Kurz- arbeit. Vielleicht Krankheit daheim. Bielleicht Entlassung in Aus» stcht. Nach einer Stunde pfiff es wieder. Da war die Straß« wieder schwarz. Was, Menschen! Und alles Arbeiter, alles Arbeiterl Und ich werde bald mit ihnen schaffen müssen. Und ihr, mein« Kameraden, ihr auch. Wißt ihr, was wir tun müssen? Dir müssen uns zusammenschließen. Jetzt schon. Damit später keiner traurig heimzugehen hat. Aber wie? Einer helfe dem anderen. Und jeder sei gut zum anderen. 'Ein Tierfreund, ein Lub, der gern mst Pferden umgeht und sein halbes Leben auf dem Kutscherbock oerbringt: Ich habe die Tier« so lieb. Ich will euch auch sagen, was das ist. Ich fühle gern ihre Wärme und sehe gern in ihre Augen. Und sse sind immer so still. Ich beobachtete einen Fuhrmann, der hatte keine Liebe zu seinen Pferden. Die Pferd« konnten den schweren Wagen den Berg nicht hinaufziehen. Da schlug der Fuhrmann drauf los. Die armen Tiere! Ich dachte, wenn du jetzt Macht hättest. Ich würde den Fuhrmann vor den Wagen spannen. Dann würde er gewiß kein Tier mehr schlagen. Ein kleiner Techniker, dessen Dater ein eifriger Sänger Ist, ermahnt: Betrachten wir einmal eine Uhr. Belauschen wir sie. Wir hören das frische Tick-tack, Tick-tack. Wird die Uhr immer so ticken? Wir wissen, einmal wird ihr Gang immer schwächer. Bis ihre letzte Stunde geschlagen, hat. Dann steht sie still. So geht es auch dem Menschen. So geht es auch uns. Wenn er jung ist, erlebt er frische Lebenszeit. Dann wird er ein Mann. Schließlich ein Greis. Er wird allmählich immer schwächer. Bis seine letzte Stunde geschlagen hat. Wer das erkennt, wird sein Uhrwerk mst Verstand gebrauchen. Herz und Blut sind die Feder. Unser Aeußeres und unser Wesen sind dos Zifferblatt. Unser Verstand ist der Regulator. Der scheint manchem zu fehlen. Die BeziehungenzurNotur werden oft lebendig in den Andachten: Der Mensch ist wie ein Baum. Au» dem Samenkorn springt der Keim. Der Keim wächst zum Däumchen. Das Bäumchen wird zum Baum. Der Daum steht und trägt Früchte. Eine Zeit lang. Dann altert er, fault und fällt. Aber die Früchte werden neue Bäume. Ist es auch so beim Menschen? Er wächst und fällt wie der Baum. Aber die Früchte? Sind dos die Kinder? Es ist wohl noch mehr. Es sind wohl die Werke des Menschen. Ein Mensch, der keine Werke fertig bringt, stirbt ohne Früchte. Und was für Werke soll er tun? Er soll seinem Mitmenschen dienen und mst Liebe wohlttin. Er soll wie ein Sozialist leben. Oder ein anderer, ein ganz besinnsicher Naturfreund: Es war am Abend. Ich war im Wald. Da waren die Bäume so still. Man konnte seinen Atem hören. Die Bäume waren wie Gestalten. Ich sagte mir leise das Absndlied von Goethe„Ueber allen Gipfeln ist Ruh". Mein Dater stand still und hörte zu. Es war eine schöne Waldandacht. Ein Arbeitsschüler, der sich sehr für Maschinen interessiert und sich an allerlei Erfindungen versucht: Was ist besser? Die Vergangenheit oder die Gegenwart? Vor vierzig Jahren, sagt mein Dater, gab es noch nicht soviel Elend. Was ist daran schuld? Die Maschine. Sie Hot die Menschen zusammengetrieben in den Städten. Die Maschine macht den Menschen stumpfsinnig. Muß das fein? Wenn der Mensch immer an derselben Maschine immer dieselbe Arbeit machen muß, dann muß der Mensch verrückt werden. Die Menschen müßten immer eine andere Arbeit schaffen, bald an der, bald an der Maschine. Das wäre viel besser. Ein kritischer Beobachter kommt zu folgender Bs- trachtuna: Ich stehe an einer Zeitungsbude. Ich wollte einmal die Käufer beobachten. Ein Knabe kommt und kauft den„General- Anzeiger". Eine Dame mit einem Jimmyschirm naht und verlangt den„Uhu". Ein Dicker mit einem Monokel und einem Knotenstvck kauft die„Deutsche Allgemeine". Ein flinkes rundliches Kerlchen mit einen, Betgesicht verlangt die„Rhein-Mainische Dolkszeitung". Jetzt kommt ein Arbeiter. Mit ruhiger Miene greift er zur„Volks- stimme". Ein jeder liest. Welcher von ihnen ist der Wertvollste-für die Gemeinschaft der Menschen? Ich meine der, der die Arbett leistet und sich mit Stolz als Arbeiter fühlt. Wer den wuchtgen Hammer schwingt. Wer im Felde mäht die Aehren. Wer ine Mark der Erde dringt, Weib und Kinder zu ernähren... usw. än diese sekbstgeschsffenen Andachten, von denen nur einige gut Probe dargereicht werden konnten, schließt sich dann jedesmal eine Besprechung, die eine Vertiefung und Erweiterung des Ge- dankens bezweckt. Sinnliches und Ethisches wird zusammengetragen. Eine feine Stille liegt gewöhnlich über solchen Weihostunden, in denen jeder rückhalllos sein Herz öffnet. Der ttef« und letzt« Sinn dieser An- und Aussprachen ist schließlich der, daß ein jeder in seiner Weise in der Arbeitsschule Geltung hat, und in einer eigenen Form, sie mag noch so primitiv sein, Anerkennung findet. Dieser so zur Geltung gelangte kleine Mensch wird Einsicht üben müssen und wird so zum Selbstbewußtsein gelangen. Cr wird dem Leben, das ist die Zuversicht der Arbeitsschule, froh und mutig gegenüberstehen und wird zu seinem Recht gelangen. der Tprann. Von Han» Bauer. „Schwein du," rief der Gesängnisbeamte durch das Gitter- fenster.„Lumpenkerl im, erbärmlicher Strolch: übermorgen früh gibst du deine Abschiedsvorstellung. Wirst guten Zuspruch haben. Der ganze Hof kommt. Der Großsürst selber kommt auch. Hübsches Vergnügen wird das werden, dich Haderlump baumeln zu sehen. Weiht du auch, was deine Henkersmahlzest fein wird? Braten, Kuchen und ein« Pfeife Tabak wirst du denken. Könnte dir Aas wohl passen, dir nochmal den Bauch vollzuschlagen. Dreißig Hintendrauf wirst im morgen nachmittag bekommen. Mst der Oer Dank öes vaterlanüs ist Euch gewiß! Wilhelm: Ja, lieber Kamerad, ich würde vir herzlich gern ein Almosen reichen; aber Du siehst ja. daß ich meine Hände nicht frei habe. Hundepeitsche welche. Ehrsiche Delinquenten bekommen bei uns ihr« Henkersmahlzeit, Hunde wie du, die ihre verlaust« Hand gegen den Großfürsten erhoben haben, kriegen die Knute, daß du's weißt..." Der Gefangen« bsickte den Wärter mst einem merkwürdig bitteren Lächeln an. „Feix du nur, Schwein," brüllte der Beamte.„Das ist schon_ oft dagewesen, ist gar nicht» Neues. Das kann mir nicht impo- nieren. Inwendig ist dir'» ja doch anders zumute. Feix du nur auch morgen noch, wenn der Prosoß dich aufs Brett schnallt. Der lange Wladimir, weißt du. Kennst ihn doch? Der ist doppelt so groß wie du