Nr. 580+ 42. Jahrg.sió mag Ausgabe A r. 296 Bezugsvreis: 93Bdhentlich 70 Bfennig. monatli 3, Reidsmart voraus zahlbar. Unter Rreuaband für Deutichland, Danzia. Saar- und Memelaebiet, Desterreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit Sieb. luna und Aleingarten fomie dez Beilage Unterhaltung und Wiffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe aslions so in mundatis Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die ein valtiae Nonpareille Beile 30 Bfennte. Reflamezeile 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas feitaebrudte Bort 25 Blennte ( auläffia zwei fettgedruckte Worte. jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellenaefuche bas erfte Wort 15 Bfennia. tedes weitere Bort 10 Biennig. Borte über 15 Buchftaben zählen flir amel Borie Arbeitsmarkt Reile 60 Brennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Biennia. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauvigefchäft. Berlin SW 68. 2inden #trake 3, abgegeben werden. Geöffnet Bon 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297, Mittwoch, den 9. Dezember 1925 Riesenkundgebung der Beamten. Zehntausende auf dem Gendarmenmarkt.- Entschlossenheit und Disziplin! Zu einer machtvollen Rundgebung gestaltete sich die Brotestversammlung der Beamten der unteren Besoldungs gruppen auf dem Gendarmenmarkt. Der riesige Plaz war hon lange vor 8 Uhr von einer unübersehbaren Menschenmenge gefüllt. Immer neue Züge rüdien im Fadelschein aus den verschiedenen Stadtteilen geschlossen heran und füllten bald auch die Zugangsstraßen. Biele Plakate mit Infchriften: Wir fordern Einlösung des Berprechens der Regierung!", Den Hohen Rollern alles, den Beamten nichts!", Reiner Pfennig den Fürsten, entschädigungslose Enteigning der gesamten Beligungen und Barvermögen, Bereit stellung der Millionen für die ausgebeute ten und hungernden Maffen!", gaben in unverkenn barer Deutlichkeit von der Erbitterung ber sich in tiefster Not an befindlichen unteren Beamten Schulter standen die Kollegen der Post, Bolizei, Eisenbahn, Schulter standen die Kollegen der Post, Polizei, Eisenbahn, Berufsfeuerwehr und der Justiz, um gemeinsam gegen die unerhörte Besoldungspolitik der Reichsregierung Sturm zu laufen. Gegen 49 Uhr er ein schmetternder Trom petenitoh als Reichen des Beginns der Reden, die alsbald von verschiedenen Stellen über den Platz hafften. Bon den Freitreppen und erhöhten Blägen, fomie von Improvisierten Rednertribünen sprach eine große Anzahl der Organisationsvertreter zu der dichtgestauten, in bemerkensmerter Disziplin ausharrenden Menge. Oft von zustimmenden Burufen unterbrochen, führten die Redner der einheitlich aufmarschierten Beamtenorganisationen etwa folgendes aus: Wir stehen hier in bitterer Kälte, um der Deffentlichkeit zu zeigen, wie groß unfere und unserer Familien Not ist. Seit über einem Jahr hat man uns feine nennenswerte Gehaltserhöhung gewährt und uns somit an den Rand der Ber zweiflung getrieben. Während in unferen Familien Not und Elend Einzug gehalten haben, schickt man sich an, den davon. gejagten und weggelaufenen Fürften millionengeschente zu machen. Es ist eine Schande, von den Beamten im Intereffe der Allgemeinheit Pilichterfüllung bis zum Berhungern zu verlangen, während eine kleine Volksschicht im Schlemmerleben beinahe erſtidt. Bir wenden uns an das gesamte deutsche Bolt und das Parlament, schleunigst Abhilfe zu schaffen. Wenn das Parlament die Stimmen der um ihre Existenz fämpfenden Beamten Unehrliches Spiel. ,, Tägliche Rundschau" und Große Koalition. Gestern tagte bis 7 Uhr abends der sozialdemokratische Parteiausschuß; er faßte feine Beschlüsse, da die Entscheidung über die Frage der Regierungsbildung der Reichstagsfrattion vorbehalten bleibt. Aber schon um 4 Uhr nachmittags wußte die Tägliche Rundschau", das Berliner Organ der Wolfspartei, zu berichten, daß der Parteiausschuß daran sei, Forderungen zu stellen, auf die die bürgerlichen Parteien nicht eingehen fönnten. Die Tägliche Rundschau" hat während der ganzen Zeit, in der die Preffe des Zentrums und der Demokraten für die Croße Koalition eintrat, erflärt, daß für die Volkspartei nur eine Regierung der bürgerlichen Mitte, also eine Regierung ohne Sorialdemokraten, in Betracht tomme. Jekt hat fie aber die Stirn, megen der sozialdemokratischen Forderungen - über die sie sich entrüftet, ohne sie zu kennen, und die sie gar nicht fennen fann weil sie noch gar nicht auf gestellt sind!- folgendes zu schreiben: „ Das Zentrum und die Demokraten, die mit nimmermüdem Eifer für die Große Koalition eingetreten sind, werden auch weiter. hin reichlich Gelegenheit haben, sich mit der Sozialdemotratie wegen der Art und Weise, in der sie den Koalitionsgedanken, zu sabetieren für gut be findet, auseinanderzusetzen." Dieser plumpe Eifer, mit dem die„ Tägliche Rundschau" die Berantwortung für das von ihr gewünschte Scheitern der Großen Koalition der Sozialdemokratie zuschieben möchte, beweist jedem objektiv Urteilenden, in welchem Maße das Mißtrauen, das in sozialdemokratischen Kreisen der Boltspertel entgegengebracht wird, berechtigt ist. Aber nun höre man, welcher Art die Forderungen find, über die fich das rolfsnarteifiche Blatt fo fehr entrüftet: Im einzelnen wird gemeldet, daß sozialdemokratischerseits die Einbeziehung der Kurzarbeiter und der Beur laubten in die Erwerbslosenfürsorge verlangt mer. ben soll, ferner eine wesentliche Erhöhung des Beitrags. fages für die Erwerbslofen fürforge, die Ausführng von Rotstandsarbeiten aller Art, die Fortlegung nicht hören sollte, trägt es die Berantwortung, wenn es in den nächsten Tagen zu Berzweiflungsausbrüchen in der Beamtenschaft tommt. Die Beamten erwarten gespannt die Entscheidung des Reichstages in der Frage der Beamtenbesoldung. mögen fich die Parlamentsvertreter ihrer hohen Berantwortung bewußt sein. Das Barometer zeigt auf Sturm! Einmütig fand folgende Entschließung die Zustimmung der Demonstranten: Die am& Dezember in Berlin auf dem Gendarmenmarkt zu vielen Taufenden demonstrierenden Beamten der unteren Befoldungsgruppen richten in ihrer verzweifelten Notlage an Regierung und Volksvertretung in letzter Stunde noch einmal den dringenden Ruf, daß wirksame und sozialgerechte fammenbruch der unteren Beamtenschaft und unermeßlicher Schaden Silfe fofort erfolgen muß, wenn nicht der völlige Zufür das Boltsganze entstehen foll." Als die Redner geendet hatten, formierten sich die faft endlosen Züge, um in muſtergültiger Disziplin abzurücken. Seit langer Zeit hat keine so gewaltige Rundgebung, die so einmütig und störungslos verlief, stattgefunden. Sie hat die Berliner Beamtenschaft, die sich in größter Not befindet, in einer vorbildlichen Solidaritätstunt gebung gezeigt. Regierung und Reichstag aber mögen daraus, bevor es zu spät ist, die Stonsequenzen ziehen und es nicht zum Aeußersten kommen laffen. en Kein Geld für Arbeitslose und Beamte! Während die Massen der Beamten aufmarschirten, um ihre Notlage in der Deffentlichkeit zu befunden, hatte der Reichskanzler des Rumpfkabinetts eine Besprechung mit Abgeordneten, um sie über die Absichten der Restregierung hinsichtlich der Erwerbslosenfürsorge zu informieren. Nach Dr. Luthers Mitteilungen will die Regierung für Erwerbslose nur einen 3uschlag Don 20 Prozent( statt der vom Sozialen Ausschuß des Reichstags beschlossenen 30 Prozent) bewilligen. Bei der Gelegenheit tamen auch die Beamten wünsche zur Sprache. Dr. Luther erklärte, die in De miffion befindliche Regierung fönne über eine finanziell jo meit reichende Frage wie diese teine Borchläge machen. Das würde die Befugnisse eines Ge schäftsministeriums überschreiten, und außerdem sei schäftsministeriums überschreiten, und außerdem sei für solche Mehrausgaben teine Deckung vorhanden! großer Kanalbauten, der Bau neuer Eisenbahnlinien, Wohnungsbauten, ein weiterer Preisabbau usw. usw." Wenn die Meinung der„ Täglichen Rundschau" die Meis mung der Volkspartei ist, dann ist die Große Roali tion heute schon erledigt. Denn mit einer Partei, die der Not der Arbeiter und Angestellten so fühllos gegenüber steht, daß fie derartige Forderungen von vornherein verwirft, fann es für die Sozialdemokratie feine Gemeinschaft geben. Dann fann die Sozialdemokratie das, was zugunsten des elendesten und unglücklichsten Teils des deutschen Volkes geschehen muß, nicht in Gemeinschaft mit dieser Partei, sondern nur im Rampfe gegen sie durchsetzen. Fraktionskrise der Labourparty. Macdonald wird vermitteln. Condon, 8. Dezember.( M.) Die Labourfrattion Der fammelte sich zur Neuwahl des Präsidiums heute vormittag unter dem Borsik Clones im Unterhause. Es fonnte aber fein BeSchluß gefaßt werden, da eine Reihe von Abgeordneten unter der führung Wheatins erklärt haben, sie würden die Wahl in das Bräfibium ablehnen, bis die Bartei eine schärfere Stellungnahme gegen die tonservative Re gierung und entschiedenes Borgehen in der Arbeitslosen. frage befchloffen haben. In der Diskussion fonnte trog einiger versöhnlicher Reden eine Einigung nicht erzielt werden. Die Ber Jammlung wurde auf Dienstag vertagt. Dann wird voraussichtlich Macdonald, der heute abwesend war, versuchen, die Spaltung der Partei(?) zu verhüten. Obstruktion im Unterhause? London, 8. Dezember.( BTB.) Die Barlamentsfraktion der Arbeiterpartei erörterte heute eine Entschließung Lansbury, wonach der Haupteinpeitscher der Arbeiterpartei eine Ber handlungen mit der Regierung über parlamentarische Gschäfte führen soll, also die Arbeiterpartei den bisher üblichen Berkehr mit den fonfervatiren Einpeitschern einstellen soll. Die Entschließung befagt, daß die Regierungsgefdäfte auf diele Weife ständig aufgehalten werden sollen, bis die Arbeitslosigkett in einer für die Arbeiterpartei annehmbaren Weise behandelt wird. Nach einer Blättermeldung wird dieser Vorschlag von 30 bis 40 Barteimitgliedern unterstüt Cine Abstimmung murbe nicht vorgenommen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedtonto: Berlin 37 536- Bankfonto: Bank der Arbeiter, Angeftenten und Beamten, Wallstr. 65; Distonto- Gesellschaft. Depofitenkaffe Sinbenste. S. Eine Wendung der Orientpolitik. England und Frankreich in Vorderasien. Bon Dr. Artasches Abeghian. Es hat eigentlich nie, nicht einmal während des Weltfrieges, in der orientalischen Frage eine„ Alliance cordiale" zwischen den Alliierten gegeben. Schon 1915/16 trat mehr als einmal die Uneinigkeit der Berbündeten hinfichtlich der Teilung der ottomanischen Erbschaft" zutage. Die von den Bolschemisten veröffentlichten Geheimatten des russischen Außenministeriums werfen ein helles Licht auf die alliierte Orientpolitit jener 3eit. B Das fogen. Sytes Picot- Geheimabkommen Dom Februar 1916 zwischen England und Frankreich be zweckte, die Grenzen der beiderseitigen Interessengebiete festzusetzen und die bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen. Durch dieses Abkommen wurden Syrien, Cilicien und Nordmesopotamien einschließlich des Mossulgebietes als französische Einflußsphären anerkannt. Aber kaum mar der Weltkrieg zu Ende, als die alte Rivalität der Berbündeten das inzwischen bolfchemisierte Rußland aus der Beteiligung wieder zutage trat. Sie wurde noch verschärft dadurch, das an der türkischen Beute ausschied. Die französisch- englischen durch die Besetzung sowohl Syriens als auch des Moffulgebietes Beziehungen wurden um so verwidelter, als die Engländer Die Franzosen vor vollendete Tatsachen gestellt hatten. Die Engländer schienen auch feineswegs gewilt zu sein, diese mit Waffengewalt eroberten Gebiete der französischen Einfluß sphäre ihrem Rivalen zu überlassen. Deshalb war auch Clemenceau heftig angegriffen worden, weil er 1918 den englischen Marschall Allenby allein, also ohne einen franzöfischen Bariner in Syrien hatte einziehen lassen. Schließlich verständigten sich dennoch wenn auch mur scheinbar bię rivalisierenden Berbündeten, nachdem von Frankreich wichtige Konzessionen an England gemacht worden maren. Frankreich erhielt zwar in San Remo( 1920) das Brotektorat über das eigentliche Snrien, aber nur unter der Bedingung, daß es sowohl das naphthareiche Moffulgebiet als auch die früheren syrischen Landesteile, Balästina und Transjordanien als britische Schußgebiete anerkannte. England hat auch seitdem nicht aufgehört, in Syrien eigene Bläne zu verfolgen. Schon ein Blick auf bie politische Starte ma- ht die Bedeutung Syriens für das britische Weltreich flar. Die englische Diplomatie hat sich immer bemüht, um jeden Preis Befizungen Großbritanniens hineinragt, zu beseitigen. Die den französischen Keil Syrien, der in die vorderasiatischen Episode Faissal König von Syrien" 1919/ 1920-, die großarabischen Pläne Englands in ihrem Anfangsstadium und die fortwährend inszenierten 3wischenfälle in Syrien find nur Etappen auf dem Wege zum Endziel gewesen. Aber auch Frankreich hat nicht gezögert, Gegenmaßnahmen zu treffen. Der französisch- türkische Angoravertrag vom Oktober 1921 umb die Räumung Ciciliens 1922 waren als solche gedacht. Die bald danach folgende militärische Niederlage Griechenlands und die diplomatische Niederlage Englands von seiten der Türkei war nicht zum mindesten die Folge dieser Rivalität. Auch wegen der legten Ereigniffe in Syrien gibt die französische Bresse England die ganze Schuid. Aber auch in einem Teile der englischen Presse wird dieselbe Meinung vertreten. Es wäre trotzdem verfehlt, zu glauben, England beabsichtige bereits, seine Hand auf Syrien zu legen. Die britische Diplomatie hatte sich in den letzten Monaten in Syrien die Aufgabe vorgenommen, Frankreich in eine mög lichst schwierige Lage zu bringen und damit seine Unterſtügung in der Mossulfrage zu erzwingen. Zuerst in Syrien Unruhen anzuftiften, dann aber zu deren Unterdrückung Frankreich Beistand zu versprechen, damit es auch feinerseits in der Mojjulfrage den englischen Standpunkt unterstüße, das ist die Politik Amerys" fo faßte vor furzem das oppofitionelle Organ Daily News" die syrische und Mossuipolitik ber britischen Regierung zusammen. In der Tat hat die englische Orientpolitt einen Erfolg gehabt. Er besteht in dem Abtommen mit Frant reich, das der neue franzöfliche Oberfommissar Henry de Jouvenel vor seiner Reise nach Syrien in London abschloß. Dieses Abkommen bedeutet zugleich auch eine Wendung in der bisherigen englisch- französischen Beutif im Orient. 3mar ift der volle Tert des neuen Bertrages noch unbekannt, feine Aufgabe aber ist tlar: Nichteinmischung in die gegenseitigen Angelegenheiten, dafür gegenseitige Unterstügung. Der englische offizielle Bericht besagt: nunmehr dürfen die( syrischen) Aufständischen nicht mehr in Palästina Zuflucht finden. Diefem Sag hat die Dally News" mit vollem Recht hinzugefügt:„ Das heißt also, daß sie wirklich bis jetzt in Balästina Buflucht fanden, daß auch England mittelbar die Aufständischen unterstütztet" Nichts anderes will auch der„ Times Bericht besagen: Der Oberkommissar Palästinas, Lord Blumer, hat schon den Belagerungszustand in den( syrischen) Grenzgebieten erklärt. Außerdem hat die englische Regierung dem militä rischen Oberbefehlshaber Transjordaniens befohlen, das Borrüden der Drusen zu hindern." Aber die französisch- englische Verständigung hat augenscheinlich nicht nur die negative Aufgabe der Nichteinmischung, sondern auch positive Biele. Es scheint nämlich vor gesehen zu sein, die vorderasiatischen Mandatsgebiete: Jrat, Syrien, Palästina und Transjordanien einer gemeinfamen Berwaltung zu unterstellen oder wenigstens dort ein enges Zusammengehen zu schaffen. Diese englisch- franzö fche Solidarität soll nicht nur durch diplomatische, sondern auch durch militärische Maßnahmen verwirklicht werden. Nachdem nun die zufünftige Zusammenarbeit durch das Londoner Abtommen gesichert war, erflärte auch die französische Regierung wiederholt und ausdrücklich, und zwar nicht nur den Syrern, sondern auch den französischen Lintskreisen gegenüber, die die Räumung Syriens verlangten, daß Frankreich durchaus nicht daran denke, auf seine syrischen Gebiete zu verzichten. De Jouvenels feste Haltung gegenüber den Führern der syrischen Freiheitsorganisationen in Kairo, wo er sich auf feiner Reise nach Syrien aufhielt, hat ihren Grund in dem eben getroffenen Abkommen. Dem Londoner Vertrag wird aber noch eine viel größere Tragweite beigemessen. Es wird z. B. davon gesprochen, daß das Londoner Abkommen auch eine engere Zusammenarbeit mit den Balkan staaten vorgesehen und damit sich auch die Aufgabe gestellt habe, eine gemeinsame Front gegen die Türkei und Moskau herzustellen. Was nun die Türkei, oder, richtiger gesagt, die Mossulfrage betrifft, bildet sie zweifellos den zweiten Edstein des Londoner Vertrages. Durch feine Zusammenarbeit" in Syrien hat eben England die Unterstützung Frankreichs in der bevorstehenden Lösung des Mossulproblems erfauft. Bekanntlich lautet der Beschluß des Haager Gerichtshofes dahin, daß der zu fällende Entscheid des Bölferbundsrates einstimmig sein soll, um auch obligatorisch fein zu fönnen. Hier hat also England die allseitige Unter ftüßung Frankreichs am notwendigsten. In dieser Hinsicht sind auch die neuesten Ausführungen der franzöfifchen Breffe namentlich bezüglich der Moffulfrage sehr bezeichnend. Symptomatisch sind ganz be sonders die Aeußerungen des„ Temps"( 23. November 1925), der bekanntlich immer türtenfreundlich gewesen ist. Es heißt dert:„ Sollte die Türkei den Bölferbundsspruch ablehnen, so gibt es einen Konflikt, der angesichts der bekannten Vorbereitungen der Türkei schwer sein würde.... Man fennt den Einfluß Moskaus, der den Widerstand der Türkei stärkt. England hat sicherlich feine Neigung, sich in einen Kriegsfonilift einzulassen, fann aber dazu gezwungen sein, wenn fein Prestige auf dem Spiele steht.... Es wäre sehr gefährlich, den Türken, die durch ihre leichten diplomatischen Siege, die durch die Uneinigkeit der Mächte möglich wurden, berauscht sind, die Möglichkeit zu geben, ihre Kraft zu zeigen, denn die Wirkung würde sich gegen den europäischen Einfluß wenden und in allen mohammedanischen Ländern fühlbar fein." Zusammenfassend ist die Wendung der französisch- englischen Orientpolitif eine Tatsache. Die alliierte Breffe will auch davon Kenntnis haben, daß die Grundzüge des Londener Abkommens schon in Locarno besprochen sein sollen. Man spricht auch von einem„ Locarnogeiſte" der Orientpolitik der Willierten. Daß aber diese letztere sich keine andere Aufgabe, als ein gemeinsames Vorgehen gegen die Syrer und die anderen arabischen Bölker gestellt hat, liegt außer jebem 3meifel. Der alte Imperialismus ist es eben, der in dieser neuen Politit" die Bälter und die Länder des Orients zum Objeft der Unterdrückung und der Ausbeutung macht Darin sind sowohl die alliierten als auch die femalistisch- boliche mistischen Imperialisten einander völlig gleich. Denn weder haben die ersteren in Syrien oder im Jrat, noch die anderen. im Mossulgebiet von Rechts wegen etwas zu suchen. Ja Koblenz haben am Dienstag früb bie Besprechungen der Bertreier der deutschen Regierung mit der Rheinlandkommission über die weitere Amnestierung im belegten Gebiet begonnen. Die Rüdlehr des neuen Reichstommiffars aus Madrid wird am Montag erwartet. Das Märchen fährt Untergrund. Bon Erna Büsing Gedrängt voll ist der Wagen der Untergrundbahn. Jeder Fahrgaft fühlt in fich einen Expansionsdrang, der, Gedanten in Berte ausgedrückt, sich ungefähr so äußert:„ Ich möchte wenigstens auf einem Fuße sicher stehen." An jeder Haltestelle dasselbe Bild. Drei steigen aus, fünf steigen ein. Reiner findet mehr Scheltworte, aller Unwille ist zerstampft zu unterdrücktem 3orn. Die Pökelheringe haben es besser, mutmaßt ein jeder.. Plötzlich ertönt fragend ein Stimmchen. In Güte wird ihm Antwort, und dann erzählt eine Mutter. Ein Märchen, vom gequäl. ten Peterchen, dem hämische Menschen viel Böses taten, das selbst aber immer gut blieb und dem es darum auch gut erging. Im Himmel?" fragt das Kind." Nein, schon hinieden auf Erden," ant mortet die Mutter. Sie erzählt, wie gut es schließlich das Peterchen hatte. Und das Märchen zieht seine Kreise. Landtagsbeschlüsse und keine Folgen. Tr. Thiele noch immer Gerichtsfachverständiger! Gegen die Kriegsschuldlüge. Ein englischer Aufruf. Aus Berhandlungsberichten über das Verfahren gegen den Mährend die deutschnationale Demagogie den amtlichen bett Justizoberfekretär Huster und Genossen tonnte man entnehmen, schen Widerruf der Kriegsschuldlüge, vielmehr seine Wiederholung daß der Medizinalrat Dr. Thiele bei dieser Gelegenheit zum zur Unzeit immer wieder forderte, ging die wirksame Arerstenmal wieder im Gerichtssaal als Sachverständiger fun- beit der wissenschaftlichen Erforschung der Kriegsgierte. Diese Nachricht muß um so stärkeres Befremden erwecken, urfachen ihren Beg weiter. Das Attenwerk des deutschen Ause als bereits im Mai mitgeteilt wurde, daß gegen Dr. Thiele ein wärtigen Amts über die große Politik" der europäischen Kabinette Disziplinarverfahren eröffnet worden sei. Der Untersuchungsaus nähert sich seinem Abschluß. In England ist ebenfalls die Veröffent Schuß des Preußischen Landtags in Sachen Höfle hat befanntlichung von Vortriegsaften in Angriff genommen; auch in Franklich seitdem in seinen Beschlüssen über die Tätigkeit des ehemaligen reich geht man an die Vorbereitung der Aftenveröffentlichung heran. Aus der jahrelangen Arbeit an der Aufhellung der KriegsMoabiter Lazarettarztes Feststellungen getroffen, die diesen Mann im Staatsdienst einfach unmöglich machen. Das Plenum des schuldfrage hat sich im Auslande mehr und mehr die Ueberzeugung verbreitet. daß die Versailler Kriegsschuldthefen sich nicht Landtages hat sich diese Beschlüsse zu eigen gemacht. aufrechterhalten lassen. Im Vertrauen auf diese Entwicklung außerhalb Deutschlands hat im letzten Jahre die verständige Boltsmehrheit in Deutschland auf eigene Rundgebungen verzichtet. Aber diese 3urüdhaltung der deutschen Deffentlichkeit hat sich ge lohnt. Je weniger in Deutschland gelärmt wird, um so lauter er. schallen im Ausland die Stimmen, die aus ihrer wissenschaftlichen Ueberzeugung heraus eine Korrektur des im Bertrag von Versailles gesprochenen Urteils fordern. Bisher hat man weder über das Ergebnis des Disziplinarver fahrens noch über sonstige Maßnahmen der zuständigen Behörden auf Grund der Landtagsbeschlüsse etwas gehört. Dagegen taucht nun der Name Dr. Thieles plöglich wieder auf, indem der schwer bloßgestellte Gerichtsarzt abermals als Sachverständiger Gutachten abgibt. Das flingt geradezu wie eine Berhöhnung des preußischen Parlaments. Unter diesen Umständen muß die Frage aufgeworfen werden, was denn überhaupt auf Grund der Landtagsbeschlüffe gegen die sonstigen durch die Höfle- Untersuchung schwer tompromit tierten Persönlichkeiten geschehen ist. Was hat das Justizminifterium gegen die Herren Linde, Pelzer und Duden von der Staatsanwaltschaft I veranlaßt? Ist irgendetwas gegenüber dem Medizinal rat Dr. Stormer geschehen, gegen den sich die Feststellungen des Ausschusses ebenfalls, wenn auch in milderer Form, als gegen Dr. Thiele, richteten? Das einzige, was auf diesem Gebiet geschehen zu sein scheint, ist ein Wechsel in der Leitung der Straf. anstalt von Moabit, ba fürzlich, dem Amtlichen Breußischen anstalt von Moabit, da fürzlich, dem Amtlichen Breußischen Pressedienst zufolge ein neuer Oberstrafanstaltsdirektor an Stelle des tompromittierten Herrn Bully ernannt wurde. Jedenfalls erscheint nach dem Wiederauftreten Dr. Thieles im Gerichtsfaal eine amtliche Beantwortung der hier aufgeworfenen Fragen dringend geboten. „ Schluß mit der SPD.!" Prof. Nelfons Kriegsruf von Göttingen bis Shanghai. Nun hat der Nelson- Bund, nachdem ihm der Bartei. vorstand das Handwerk in der Partei gelegt hat, fich eine Ranone getauft und sich selbständig gemacht. Unter dem Namen Inter. nationaler Sozialistischer Kampfbund" hat er sich als Bartei etabliert und einen Aufruf erlassen, der in dem Schrei gipfelt. etabliert und einen Aufruf erlassen, der in dem Schrei gipfelt. Schluß mit der SPD. 1" Die Demokratie wird programmatisch als das Geschäftsgeheimnis aufgedeckt, auf das sich die Bongen herrschaft in der Bartei ebenso gründet wie die Herrschaft der Bourgeoisie in der bürgerlichen Republik", als die" Narrenbühne, auf der ber liftigfte oder täuflichste Schwäßer dem rechtliebenden und nur auf feine gute Sache bauenden Charakter den Rang abläuft. Wer heute noch bei der SPD. bleibt, wo die Unmöglich. feit der Erneuerung der Partei durch die Erfahrung bewiesen ist, der ist mit verantwortlich für die verräterische Bolitit tiefer Bartel. Der billigt es, daß in Marseille nichts Ernstliches gegen den Krieg unternommen wurde, der billigt es, daß die SPD. den bürgerlichen Friedensschwindel von Locarno mitmacht, der billigt es ufm. usw. Als sozusagen Berantwortliche dieses Aufrufs zeichnen: August Bolte, Hannover, Billi Eichler, Göttingen, Zeto Zorboff, Bulgarien und Siluan Bei, Shanghai. Was wir Herrn Siluan Wei getan haben, daß er durchaus mit uns Schluß machen will, wissen wir nicht. Mlar scheint uns nur zu sein, daß es fich um eine ziemlich närrische Angelegenheit handelt. Die wenigen Sozialisten, die bisher glaubten, den Nelson- Bund ernst nehmen zu dürfen, werden heute ihren Irrtum bedauern und mit uns zufrieden sein, daß dem Treiben dieser Erneuerer" innerhalb der Partei ein Ende bereitet morden ist. Neben der erzählenden Mutter figt eine Dame von auffällig fettem Körperzustand. Sie träumt von der Weihnachtsgans im eigenen Bratofen. Und die Dame schläft fest und tief, weil das Sattsein den Schlaf als gesteigerte Berdauungsmöglichkeit gebraucht. Das Märchen aber schließt seinen tönenden Kreis. Biele der enggepreßten Menschen machen einen Separatfrieden mit ber unwirschen Umgebung, fie träumen in sich hinein, denn schließlich fährt ja auch nicht jeden Tag das Märchen Untergrund. Soeben veröffentlichen geistige Arbeiter Englands einen Aufruf über die Revision der Kriegsschuldartikel von Ber failles. Sie schließen sich dem Vorgehen der französischen Intellek tuellen an: ,, Tief bewegt durch das von über hundert hervorragenden fran zösischen Männern und Frauen unterzeichnete und in der„ Ere Nou velle vom 9. Juli 1925 veröffentlichte Manifest, erklären wir, die unterzeichneten britischen Untertanen, uns in herzlicher Ueberein. Stimmung mit dem, wofür es eintritt, nämlich daß der Vertrag on Bersailles in zwei Bunften abgeändert werden muß. Diese Punkte beziehen sich auf Artikel 231, der den Ursprung des Krieges einfach auf den Angriff Deutschlands und seiner Berbündeten" zurückführt, und Artifel 227-230, bie fich gegen Ber gehen gegen internationale Moralität und Heiligkeit von Berträgen" oder die Berlegung der Gefeße und Bräuche des Krieges" richten. Wir sind der Ansicht, daß diese Artikel mit Gewalt einer gefchlagenen Nation unter den furchtbarsten Drohungen auf. erlegt wurden. Die Geistesverfassung, die die allierten und affoziierten Mächte damit zum Ausdrud brachten, ist jetzt zum größten Teil verschwunden. Wir sind der Ansicht, daß die Urtitel offenkundig ungerecht find und ein ernstes Hindernis für internationales Einvernehmen bilden. Daher fordern wir die Re gierung bringend auf, entweder diese Artitel ohne weiteren Verzug abzu ändern oder, wenn sich eine Abänderung des Vertrages als ein zu fangwieriges und umständliches Berfahren erweisen sollte, ausdrücklich ihre Absicht zu befunden, diese Bestimmungen unberücksichtigt zu laffen." Unter den zahlreichen Persönlichkeiten, die diese Eingabe unterzeichnet haben, befinden sich Profefforen der Universitäten Cambridge, Orford, Manchester, Birmingham, Boles, Leeds, London und Liverpool, sowie die Schriftsteller Arnold Bennett, Bernard Shaw, Wells, Cangill und Margareth Wintringham, ferner der Bischof von Birmingham, Margareth Bonds. field, Brailsford, Lord Courtney, Lady Gladstone, Gooch, Bischof Gore, Sir Charles Hobhouse, Profeffor Reynes, der Bischof von Manchester, Profeffor Gilbert Murray. von der englischen Regierung die Raba verluge dementiert mor Bor wenigen Tagen erft, mährend der Londoner Konferenz, ist den. Nun fordern in England führende Köpfe des geistigen Lebens die Dementierung auch der Kriegsschuldlüge Gesetzentwurf über Aerztekammern. Das Brenfiffe Staat. ministerium bat dem Staatsrat ben Entwurf eines Gefeßes Fer die Aerztetammern und einen Herstekammerausichus nec it Begründung mit der Bitte um beichleunigte gutachtliche Aeußerurg zugeben laffen. Ferner wurde dem Staatsrat der Entwurf eines Gefeßes über die Abänderung des Gesetzes betr. die ärztlichen Ehrengerichte überfandt. Der neue franzöfifche Boffchafter für Washington. Havas be ftätigt die Ernennung des Senators Berenger zum französischen Botschafter in Washington. Welchen Bosten der bisherige Botschafter Daeschner erhält, ist noch unbestimmt. Für die Unabhängigfelt journalistischer Krifit. Zu dem seit Monaten bauernden Streit zwischen der Augsburger Breffe und den Augsburger Rinobefizern hat die Reichsarbeitsgemeinschaft der Deut Ichen Breffe folgende Entschließung gefaßt:„ Die Reichsarbeitsgemein schaft der Deutschen Preffe, in der die deutschen Redakteure und Beitungsverleger zufammengefaßt find, erhebt in Interesse der Un abhängigkeit journalistischer Kritik und damit im Interesse des An= sehens und der Würde der deutschen Presse entschiedensten Einspruch gegen das Vorgehen der Augsburger Rinobefizer, die durch herbei. führung wirtschaftlicher Nachteile, durch Inferatenboykott Einfluß auf den redaktionellen Teil gewinnen wollen, ein Berfahren, das geeignet ist, die freie Meinungsäußerung der Breffe im Dienst der Deffentlichkeit zu gefährden. Die Reichsarbeitsgemeinschaft der Deutschen Bresse stellt sich rüdhaltslas an die Seite der Augsburger Beitungen in diesem ihnen aufgezwungenen Kampfe und sichert ihnen jebe Unterstügung gegen Bersuche von Intereffentengruppen zu, burch finanziellen Druck auf die Berläge die redaktionelle Freiheit der Presse zu fnebeln. Von der Sabbatruhe zum Achtstundentag. Brof. Reiner Müller gibt in feinen historisch- geographischen Studien zur Gewerbehygiene, die er in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift veröffentlicht, einen interessanten Ueberblick über die Arbeitsdauer. Im Altertum hatten die Arbeiter, die meist Stlapen bestimmten Tagen zeigen fich früh. So melden schon babylonische waren, feine begrenzte Arbeitszeit, aber die Anfänge einer Ruhe an Keilschriften, daß in jedem Monat der 7., 14., 21. und 28. Tag als Der 60. Geburtstag des finnischen Komponiffen Sibelius wurde unheilbringend und damit für jegliche Arbeit ungeeignet galt. Diese in Finnland am Dienstag feftlich begangen. Es fanden an 20 Kon. Anschauung wird von den arbeitenden Klaffen gewiß nicht als Aber zerte statt, bei denen Werte bes Komponisten zur Aufführung ge glaube verspottet worden sein. Der sogenannten mosaischen Gesez- langten. Der finnische Reichstag beschloß, die Staatspension auf gebung gebührt das Verdienst, ausgehend von diefen verbotenen 100 000 Mart jährlich zu erhöhen. Dem Komponisten wurde ferner Tagen die Sabbatruhe an fiebenten Tag jeder Woche gefeßlich eine durch nationale Substription aufgebrachte größere Geldfumme festgelegt zu haben, und diese Ruhe wurde ausdrüdlich nicht nur Weltbedeutung aber erhielt dieses Ausruhen an einem Wochentag für die Freien, sondern auch für Stlaven und Fremde bestimmt. erst durch die Feier der chriftlichen Sonntage, die mit der Einführung des Christentums unter Raiser Konstantin durch ein römisches Reichsgesetz vom 7. März 321 für die ganze Christenheit festgelegt wurde. Freilich hat sich diese Bestimmung niemals vollständig durch überreicht. jähriger Arbeit ist es amerikanischen Archäologen gelungen, einige Die Stadt der gefiederten Schlange. Nach angeftrengter wet fieberten Schlange, der Brennpunkt der alten geheimnisvollen und von den Wundern aufzudecken, die Chich'n Iza, die Stadt der ge berühmten Majalulher birgt. Uuf Grund eines Uebereinkommens mit der merikanischen Regierung übernahm das Carnegie- Institut in Da ist das junge Ding mit 40 Mart Monatseinfommen, von dem es 35 Mark der Mutter Koftgeld geben muß. Für die 5 Mart fleidet sich das Mädchen. Fahrgeld braucht es nicht, da das Geschäft feiner Wohnung nahe ist. Das Mädchen ist geschicht, macht alles selbst, und da es sehr sparsam ist, fann es sich alle vier Monate einen Beugreft faufen. Wenn doch nur nicht die ewigen Schuhreparaturen wären! Das Mädel pugt sich so gerne, denn es sicht alle Menschen, die so viel hergeben, machen Karriere. Wenn man Geschmack hat, verschönt man sich leicht, mit ein paar Metern Band, mit einem Stückchen Spize. Und in dem großen Geschäft verkauft unendlich viele die Erforschung bes in grape und schwere Silberfpige, dünne Goldspize, gleich einer Filigranarbeit, Es mußte daher der möchentliche Ausruhetag in ben letzten Jahr und begann 1924 mit den Ausgrabungen. Die volle Bedeutung leuchtenden Chiffonsamt und hauchfeinen Schwan als Befag für dehnten, wenigstens für geschäftliche Betriebe, in fast allen christlichen der bisher gemachten Entdeckungen läßt sich noch nicht ermessen. Staaten von neuem geregelt werden. Erweitert worden ist die Ballkleider. Täglich steht es an einem funterbunten Restelager. Sonntagsruhe zuerst in England durch die Einführung eines freien Feft steht, daß auf der Halbinsel Ducatan an der Karibischen See Oft kommt ein Verlangen in seinen Sinn und ein fast unwillkürliches Samstagsnachmittags, des sogenannten Beet End. In Frankreich vor Tausenden von Jahren und lange vor Columbus eine Kultur Zusammentrampfen in seine Finger. Aber nein, es mill gut bleiben, wurde diese Einrichtung nachgeahmt, und auch bei uns bürgert sie von einer Höhe bestanden hat, deren sich die alten Aegypter faum es will der Mutter teine Schande machen, und gewollt gläubig hört fich allmählich ein. In Rordamerifa wurde ber Samstagnachmittag hätten zu schämen brauchen. bas kleine Mädchen auf die Belohnungsmoral bes Märleins. zuerst in Kalifornien und Ohio als gefeßliche Freizeit eingeführt. Auch an das Ohr eines raffgierigen Kaufmanns bringen die Borte des Märchens. Langfam verwandelt sich die Rechenmaschine in einen Menschen. Er findet ein paar Augenblicke Zeit für sich. Die Worte der schlichten Frau sind ihm auf einmal mehr wert als das fluge Geplauder wiffender Aufsichtsratsmitglieder. Er erinnert sich seiner Kindheit, wo auch seine Gedanken noch traumwandelnd Fortschritt im Cuffpostdienst. Im englischen Luftpoftdienst wird durch die Zeit gingen. Dann bentt er an die Mutter. Ach, wie fegt eine neuerung erprobt, die dem mißftand abhelfen soll, daß lange ist es her, daß die ihm Märchen erzählte. Da fällt ihm ein, nur die großen, mit Flughäfen versehenen Städte des Borteils der Totensonntag hat ihr Grab mal wieder teinen Kranz bekommen. Zu Luftpoftbeförderung teilhaftig werden. Auf einer Reihe von Linien Beihnachten will er daran denken. Noch heute will er dem alten bestimmten Postsäcke während des Flugs abgeworfen. Die dafür be werden demnächst an den einzelnen überflogenen Orten die für sie Joseph, dem abgebauten Hausbiener den Auftrag geben, Weihnach- timmten Stellen werden auf der Erde besonders gekennzeichnet. ten rauszufahren. Er selbst hat keine Zeit, und der alte Joseph, na, Die Postsäcke selbst find mit einem Fallschirm versehen, der dafür ber macht für 50 Pf. ja gern den weiten Weg. forgt, daß die Sendungen heil landen. Im Orient beginnt sich diese Arbeitsbegrenzung erst allmählich bahn zubrechen. Ein Beispiel dafür ift Japan, wo 1911 burch das Ar. beiterschulgesetz eine Arbeitsdauer von mehr als 14 Stunden ver. boten wurde. Seit 1922 ist dann dort die 9½stündige Höchstzeit gefeßlich festgesetzt. Eine Ausstellung schwedischer Kunst wird, toie Svenska Dagbladet mitteilt, im Frühjahr bes tommenden Sabres in Berlin, Hamburg und Lübeď veranstaltet. Die initiative dazu ift von den Direktøren der KunftDie Ausstellung soll schwedische Kunst von Ernst Josephson bis zu den Modernsten umfaſſen. mufeen ausgegangen. Richord Riemerfchmid in München hat einen Ruf nach Köln erhalten um dort das Kunsterziehungswesen neu zu organisieren. fchaften it bie Schaffung eines Börterbuses der pfälzischen Mundarten in Piazides Wörterbuch. Bon ber bayerischen Akademie ber Biffen. Angriff genommen worden. Was die Elläffer, was die Schweizer schon langit baben, das hien nun auch die Pfälzer erhalten, nämlich ein Wörter buch, torin sämtliche Wörter der pfälzer Mundarten und möglichst alle Nebensarten enthalten find. einen Kredit son 1,1 Millionen Bfund zur Dedung des Fehlbetrages ber Der Fehltrag ber Wembley- Wusstellung. Die englische Regierung bat Wembley- Ausstellung im Barlament angefordert. Rückgabe des deutschen Eigentums. Ergebnis der Verhandlungen mit Amerika. Gleichzeitig mit der Beröffentlichung der Rongreßbotschaft Coolidges, die uns in allgemeinen Worten von Berhandlungen über die Rückgabe des im Kriege beschlagnahmten deutschen Eigentums spricht, wird von deutscher Seite eine amtliche Darstellung über die in den letzten Monaten geführten Berhandlungen veröffentlicht. Die deutschen Eigentümer ihres in den Bereinigten Staaten beschlagnahmten Bermögens erftreben seit langem die Frei gabe ihres Eigentums. Der den Krieg zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten formell abschließende Vertrag von Berlin jedoch beließ den Bereinigten Staaten das Recht, die Schaden erfagforderungen der amerikanischen Staats. angehörigen aus dem beschlagnahmten deutschen Eigentum abzudecken. Diesen Gegensch der beiden Interessentengruppen hat man zu überbrüden versucht. Es handelte sich dabei also nicht um eine zwischenstaatliche", sondern um eine zwischengruppliche Verständigung privater Natur. Es ist jetzt ein Plan des Vergleichs zuftende gekommen, der sowohl vom amerikanischen Kabinett wie auch von der deutschen Regierung für eine annehmbare Lösung des Freigabeproblems gehalten wird. Die amerikanischen Ansprüche Privater übersteigen nicht den Betrag von 180 Millionen Dollar. Das beschlagnahmte deutsche Eigentum beträgt etwa 150 millionen Dollar in bar( d. h. in Gold oder in Stüden der Freiheitsanleihe) und etwa 80 bis 100 mil. lionen Dollar in nicht realisierbaren Werten. Für den Ausgleich zwischen den beiden Interessentengruppen werden die gesamten, von Deutschland an die Bereinigten Staaten zu leistenden Dames. 3ahlungen herangezonen. Auf ihrer Grundlage sollen bie Bereinigten Staaten in Höhe von 250 Millionen Dollar Wert. papiere ausgeben, die in spätestens 25 Jahren rüdzahlbar sind, ausgeloft und von den Bereinigten Staaten garantiert werden. Durch diese Einschaltung der Dawes- Zahlungen sollen die deut. schen Eigentümer ihr Bermögen mit der Makgabe zurüd. erhalten, daß fie bis zu 150 millionen Dollar in Bonds erhalten. Die a meritanischen Gläubiger ihrer feits erhalten 50 Millionen Dollar in bar und 100 millionen in Bonds. Die Aufgabe ist mun, daß die deutschen Intereffenten sich in den nächsten Monaten auf diesen Plan einigen. Geschicht bas, so wird die endgültige Beschlußfaffung des amerikanischen Kongreffes hierüber möglich. Die Annahme diefes Planes durch den amerikanischen Kongreß würde, in den Worten der amtlichen deutschen Darstellung, der tapitalarmen deutschen Wirtschaft eine nicht hoch genug einzuschäßende Belebung zuteil werden laffen." Amerika wünscht Abrüstung. Eine Botschaft des Präsidenten Coolidge. Washington, 8. Dezember.( WTB.) In seiner Jahresbotschaft an den Kongreß führt Präsident Coolidge u. a. aus: Hinsichtlich unferer auswärtigen Beziehungen ruht unsere Politit lediglich auf der Grundlage des Friedens, des guten Willens und guter Dienste. Im Berkehr mit anderen Nationen suchten wir auf dem Wege der Verhandlungen und im Austausch der Meinungen als vernünftige Leute ein gegenseitiges befferes Berstehen zu fördern. Das Ergeb. nis war, och allmählich die Auseinandersetzungen aufhörten und daß ich Fort mit dem Monarchistenspuk! Eine Massenversammlung in der„ Neuen Welt". Während gestern Behntausende von Beamten auf dem Gen darmenmarkt gegen die Finanz- und Steuerpolitik der zusammengebrochenen Rechtsregierung protestierten, veranstaltete die Sozial. demokratische Partei in der Neuen Welt" in der Hasenheide eine Kundgebung gegen die ehemaligen Monarchen und die monar chistischen Verbände, die nicht weniger machtvoll verlief. Der Saal mar schon vor Beginn der Veranstaltung bis auf den letzten Platz gefüllt, fo daß Tausende an der Bersammlung vom Borraum aus teilnehmen mußten. Die Spannung und die Erregung, mit denen die Zuhörer den Ausführungen der Rebner folgten, zeigten, welche Erbitterung die Haltung der ehemaligen Fürsten und das Berhalten der Gerichte zu ihren zum Teil unerfüllbaren Forderungen hervor. gerufen hat. Sie zeigten aber auch, daß die breite Masse des Bolles nicht bereit ist, sich den republikanischen Boltsstaat von irgendeiner Seite zerschlagen zu lassen. Während Gen. Saenger München einen Ueberblick über das Ziel und die Entwicklung der rechtsradi. falen Berbände gab und nachwies, daß alle Bühlereien der letzten Jahre das Fundament der Republit nicht zu erschüttern vermochten, beleuchtete Gen. Scheidemann den schamlosen Raubzug der ehemaligen Fürsten, die das Bolt in der Stunde des Zusammenbruchs im Stich gelassen haben und es jetzt, in der Zeit schlimmster Berarmung, auch noch aussaugen wollen. In zwet Refolu. tionen, die einmütige Annahme fanden, sprach die Versammlung den Willen aus, gegen diese Berberber des Bolles und der Republik mit unveränderter Energie anzufämpfen. Als erster Redner nahm das Wort: Genoffe Alwin Saenger- München Der Zusammenbruch der drei größten Kaiserreiche Europas im november 1918 ließ mit elementarer Gewalt ertennen, daß es ein vergebliches Bemühen ist, dauernd gegen den Gedanten der Demotratte anzufämpfen. Heute, me sich die neue Staats form immer mehr tonjolidiert zeigt, versucht die Reaktion, versuchen die Faschisten ihre Mörderhand gegen den neuen Staat zu er heben. Bon Italien ausgehend, schickt sich diese Bewegung auch in Deutschland an, sich auszubreiten, indem sie alle Landsknechtsnaturen unter ihre Fahne zu sammeln sucht. Der Faschismus bedeutet in Deutschland ein legter Galvanisierungsversuch an dem zusammen. gebrochenen Militarismus, er bedeutet den Krieg im Frieden, er ist die Romantik der Wurzellosgewordenen. Noch vor einem Jahre hatten wir in Deutschland 73 rechtsputschistische Organisationen und Berbände, die zu dem Zweck gegründet waren, durch militärisch aufgezogene Minierarbeit ihre außen- und innenpolitischen Biele zu erreichen. Eine forrupte Juff, des Unternehmertum und die mehr als eigentümliche politische Leitung der Reichswehr waren die Grund lagen, auf denen fich der Faschismus entwickeln fonnte. Bayern ging in Deutschland veran in dem Bestreben, den aus patriotischen Motiven" operierenden Faschisten eine Freistatt zu ge währen. In Bayern durfte ungestört unser Barteieigentum ver. nichtet werden, von bayerischen Beamten tonnte den Erzberger. mördern ein fyl angeboten werden, in Bayern verkehrt der Hochperräter Erhardt mit hohen und höchsten Regierungsstellen, ja ber bayerische Justizminister pflegt persönlichen Umgang mit biefem stedbrieflich verfolgten Berbrecher, ohne daß er den Sted. brief zur Ausführung bringen läßt Bahlreich sind die Bettel briefe, die die Faschistenleitung an die deutschen Unternehmer ge schrieben hat. Nicht geringe Beträge haben unsere notleidenden schrieben hat. Nicht geringe Beträge haben unsere notleidenden Industriellen diefen staatsfeindlichen Organisationen gegeben. Die polifische Leitung der Reichswehr hat es den Faschisten leicht gemacht, fich unter dem Geßlerhut in Ministerium zu beugen. Wir erlebten die Bildung der[ chwarzen Reichswehr, aus beren Reihen bie ememörder hervorgingen. So sehen mir, daß der deutsche Faschismus durch die Unterstügung der öffentlichen und privaten Machthaber großgezüchtet wurde. Was aber ist das Wesen des Faschismus? In wenigen Worten ist das gesagt: der falte, berechnende und berechnete Mord, das ist Gedanke und Tätigkeit der Puffchisten. Die Berleumdung und Beschimpfung aller Richtfaschisten, vor allem aber derjenigen, bie das deutsche Volt aus der schweren Zeit heraus. bringen wollen, erftredt sich heute schon bis auf den Reichspräfi benten. Vielleicht erleben wir noch, daß auch Hindenburg ein marristischer Voltsverräter genannt wird von denselben Leuten, die ihn als„ Retter" wählten. In den faschistischen Zeitungen ist er fchon nicht mehr fähig, deutsche Ehre und Deutschlands Zukunft zu be wahren", er bedeutet schon eine„ Gefahr für den nationalen Willen". ( Verständnisvoller Beifall.) zwischen Amerika und der übrigen Welt eine feftere Freundschaft als je zubor bifbete. Unfer Beispiel war nicht ohne Einfluß auf die anderen Bölfer. Auf diese Weile murde in dem schwierigen Reparations, problem ein Ausgleich zuftande gebracht. Dies war der zweite Schritt auf dem Wege zum Frieden in Europa; es war dies auch zugleich die Wegbereitung für die in der Konferenz von Locarno abgeschloffenen Uebereintommen. Wenn diese Abfommen ratifiglert sein werden, wird der dritte Schritt zum Frieden getan sein. Wenn biese Ablommen auch noch nicht aus fich selbst heraus die wirt. schaftliche Wiederherstellung, die für den Fortschritt in Europa notwendig ist, ergeben, so vermindern sie doch durch eine Er höhung der Friedensgarantien tie Notwendigkeit großer Rüstun. gen. Wenn die jetzt für militärische Swede aufgewandten Kräfte produttiven Zweden zugeführt werden, fo wird der wirt fche ftliche Fortschritt in meitem Maße einen Antrieb erhalten. Die Abkommen von Locarno wurden von den unmittelbar intereffierten europäischen Mächten abgefchloffen, ohne daß sich Amerifa formel beteiligte, obwohl ich am 3. Juli in meiner Ansprache in Maffachu fetts öffentlich für den Abschluß dieser Abkommen eingetreten bin. Wir haben uns ständig von einer Einmischung ferngehalten, außer in den Fällen, in denen man unsere Hilfe erbat und in denen wir den Eindrud hatten, daß diese Hilfe in wirffcmer Beise gegeben werden könne. Dies war z. B. bei der Regelung der Reparationsfrage und bei der Konferenz von London der Fall. Die Locarno Abkommen stellten einen Erfolg dieser Politik dar, die wir ständig verfolgt haben und die angerommen wurde, damit die europäischen Bölfer thre eigenen politischen Brobleme ohne Eingreifen Ameritas nehmigung erteilt. fo würde es als flug erscheinen, an jeder die Beordnen. Diefer Anfang fcheint darzutun, daß diefe Politik geschränkung der Rüftungen betreffenden Konferenz tellzu fund ift. Es ist außerordentlich erfreulich, einen solchen Fort- nehmen, die auf Grund von Bedingungen zufammentritt, bie schritt festzustellen, der vielversprechend ist, es ist erfreulich, feftzu einen erfolgreichen Abschluß versprechen. stellen, daß er sich zu einem Segen für die Welt entwickelt. Benn bie Abkommen von Locarno endgültig angenommen fein werden, werden Friedensgarantien geschaffen sein, die in einigen Teilen Europas das zurzeit vorwiegend geltende Vertrauen auf Macht weit weniger notwendig erscheinen laffen. Das natürliche Storrelat zu diefen Berträgen follten nun neue internationale Berträge über eine Begrenzung der Rüftun gen sein. Auf diesem Gebiete begannen die Arbeiten in erfolg reicher Weise mit der Washingtoner Konferenz. Damals wurde hinsichtlich der Abrüftung zu Lande nichts vereinbart, da euro. päische Mächte Einwendungen machten. Die Stärte unseres ftehenden Heeres ift auf rund 118 000 ann herabgelegt worden. Das ist für ein 115- Millionen- Bolt die etwa erforderliche Bolize starfe. Unsere Landmacht bedroht niemanden, sie ist vielmehr ein Schuh für jedermann. Die Frage der Abrüstung zu Lande ist daher prattisch eine vornehmlich europäische Frage, so daß Amerita mit befonberem Dante jede Attion aufnehmen würde, die die europäischen Länder unternehmen würden, um ihre milltärischen Streitkräfte zu vermindern. Dies stimmt überein mit unferer Bolitit, uns nicht in europäische Angelegenheiten einzumischen, es sei denn, daß die europäischen Mächte nicht in der Lage sind, zu einem Einvernehmen zu gelangen, und unsere Unterstügung nach suchen. Benn die europäischen Mächte aber zu einer Einigung aus sich heraus kommen, so ist das für uns besonders begrüßenswert und solche Uebereinkommen werden sicherlich unsere Sympathie finden. Es erscheint klar, daß die Herabfehung der Landstreiffcäfte noch mehr als die der Seeftreitkräfte für die Welt von hervorragender Bedeutung in der jehlgen Zeit ist. Auf die in dieser Richtung erfolgenden Anstrengungen blicken wir mit Befriedigung, billigen und ermutigen fie. Benn die Frage der Abrüstung zu Lande geregelt werden kann, fo werden wir um so eher eine weitere Einschränkung der Rüftungen zur See in Erwägung ziehen fönnen, in welcher Beziehung Amerifa ja ftets feine Bereitwilligkeit zur Einberufung einer entsprechenden Ronferenz zu ertennen gegeben hat. Benn der Rongreß feine GeDer Faschismus ist aufgebaut auf Mord, Gewalt, Berleumdung. Es ist tlar, daß eine Bewegung, die eine solche moralische Grundlage hat, auch in der Einschätzung der gegenseitigen Persönlichkeiten nicht fein ist. Die Uebertreibung des faschistischen Gebantens hat zur Die allgemeine Polifit Ameritas fritt für die Abrüffung ein. Amerika sollte nicht zögern, jeden praktischen Blan anzunehmen, der als vernünftig und erfolgversprechend betrachtet werden tann. Ame rila wird aber von jeder Konferenz fernbleiben, die in ihren Aus maßen oder in ihrer Zusammenlegung sich als höchstwahrscheinlich mertlos erweisen würde. Französisches Dumping. Zum Wiederbeginn der Pariser Verhandlungen. Paris, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Pariser Zeitungsmeldungen über die Wiederaufnahme der deutsch- französischen Handelsvertragsverhandlungen Anfang dieser Woche entsprechen nicht ganz den Tatsachen. Die deutsche Rüdäußerung auf den Mitte Oftober überreichten französischen Entwurf eines Handelsvertrages ist bereits vor einiger Zeit erfolgt; darauf hat das französische Handelsministerium bisher nicht geantwortet. Erft jetzt hat die französische Regierung offiziell mitgeteilt, baß fie auf Grund der jüngsten deutschen Ausführungen bereit sei, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Es ist anzunehmen, daß nun die deutsche Delegation in den nächsten Tagen hier eintrifft. Während im Verlauf dieses schriftlichen Meinungsaustausches eine sehr wesentliche Annäherung der beiderseitigen Auffaffungen zustandegekommen zu sein scheint, tft die Situation neuer dings durch die scharfe Abwärtsbewegung des Frants, die franzo fische Exportindustrien zu einem regelrechten Baluta Dumping auf den ausländischen Märkten ausnuten, nicht unbeträchlich kompli ziert worden. Die Exportprämie, die der franzöfifchen In duftrie die Differenz zwischen den rasch ansteigenben Devilen und den dahinter in weitem Abstande zurückbleibenden eigenen Ge. stehungskosten sichert, hat diese in die Lage gefeßt, wie in anderen Ländern so auch in Deutschland die dortige Industrie erfolg. reich zu unterbieten und ihr einen Teil des inneren Abfagmarties ftreitig zu machen. Das gilt insbesondere von ber französischen | Gründung von Sonderorganisationen geführt, die sich befämpfen, daß es seine Art hat. Wenn Hitler in seinem Organ schon seine Gesinnungsgenossen von gestern als politische Leichenfledderer und parfümierte Laufejungen bezeichnet, so ist das das Ende des Faschismus in Deutschland. Aber aus diesem schmählichen Ende einer politischen Bewegung ragt unberührt und un geschwächt die republikanische Grundlage des Staa fes, unseres Deutschlands. Das Wert der Festigung der Repu blit ist unser Zukunftswert, wir Sozialisten haben die Linie beftimmt, auf der die Entwicklung fortschreitet. Gestern noch das heute das Werden eines neuen Sterben der monarchistischen Welt Staates, einer neuen Welt!( Langanhaltender stürmischer Beifall.) Genosse Scheidemann ( prach dann, mit Händeklatschen begrüßt, über des Boltes Not und die Forderung der Hohenzollern. Er betonte, daß im Augenblick zwar nicht die große allgemeine Not der Nation, wohl aber die Mot des fleinen Mannes, der Erwerbslosen, der Ara better, Angestellten und Beamten behoben werden könnte. Wir wissen, daß die Wirtschaft eine große Kreditnot drückt, wir wissen ober auch, daß den Erwerbslosen das Wasser an der Kehle steht. Am schlechtesten und miserabelsten aber geht es unseren wiedergekommenen Fürsten. Unjere davongelaufenen und Landesväter verstehen es meisterhaft, ihre maßlos gesteigerten Forderungen geltend zu machen. 700 000 morgen Band, 103 Nuggrundstücke, 80 Schlösser und Parts und für den früheren Kron prinzen die Landschaft Dels, forderte man bescheidenerweise. Selbst bem Dolfsparteilichen Finanzminister Richter ging das zu weit, aber bis heute ist noch fein Abschluß da. Mit dem jährlichen Ertrag solcher Massenländereien ließen sich 38 000 3nvaliden versorgen.( Sört, hört! und Bewegung.) Unter dem stürmischen Beifall der Bersammlung fertigte der Redner einige Swischenrufer ab, die die früheren Boffsbeauftragten dafür verantwortlich machten, daß die Fürstenabfindung nicht früher schon erledigt wurde. Diese wahnsinnigen Forderungen wären nicht erhoben worden, wenn Justiz und Regierungen nicht in so offensichtlicher Weise auf feiten der Hohenzollern stehen würden. Bu fordern ist, daß durch ein Reichsgesetz den Länderparlamenten die Regelung der Angelegenheit übertragen wird. Sollten aber die. Barlamente persagen, so ist die Zeit gefommen, wo mit anderen Mitteln, evtl. auch mit einer Boltsabstimmung entschieden werden muß. Es ist dem Bolte nicht zu verdenken, wenn es in einer Beit schwersten wirtschaftlichen Niederganges und größter Arbeitslosig teit die Stimme machtvoller denn je erhebt gegen die niederträchti gen Ausplünderungsabsichten der Hohenzollern. Hier soll in geradezu unverschämter Weise ein Raubzug auf das Staatsvermögen, auf die Taschen der Steuerzahler gemacht werden. Dieselben Leute, die Deutschland und das Bolt durch ihr irrsinniges Auftreten ins Unglüd stürzten, die Schätze über Schäße errafften, die sich für ihr Müßiggängertum höchste Do. tationen zahlen ließen, dieselben Fürsten und Landespäter" wollen jetzt Millionen über Millionen aus dem armen Deutschland er preffen. Gegen solche Ausplünderung gilt es nicht nur zu proteftieren, sondern in gefchloffener Front in der Sozialbemokratischen Partei anzufämpfen. Wenn die Versammlung sich in dieser Richtung auswirkt, so wird in der Zukunft ben Landesvätern und ihren Helfershelfern das Handwert gelegt sein.( Stürmischer Beifall.) Mit der Annahme folgender Entschließung fand die impofante Bersammlung ihren Abschluß: I. Die faschistische Bewegung in Deutschland ist ber usbrud Gebieten. Die politischen brutalfter Reaktion auf allen meuchelmorde zeigen, wie groß und gefährlich diese Bewegung ift. Die Fememorde laffen erfennen, mit welchem Fanatismus die faschistische Bewegung ihre Ziele verfolgt und was der Arbeiter. schaft bei einem Siege der Reatiion bevorstände. Einer einigen Arbeiterschaft gegenüber wäre der Faschismus zur Ohnmacht verdammt. Deshalb werden alle Arbeiter aufgefordert, sich der SPD. anzuschließen. II. Die dreisten Forderungen ber Fürstenhäuser müssen um so mehr Zorn und Erbitterung hervorrufen, je größer die Not wird, die nicht zuletzt durch die Fürsten, besonders die Hohenzollern über das deutsche Bolt heraufbeschworen worden ist. Die Bersammlung richtet die Aufforderung an die republikanische Bevölterung, alle Kräfte zufammeln, damit die unverschäm ten Forderungen der Hohenzollern und ihrer ehemaligen Standes genoffen gebührend abgewiesen werden tönnen. Eifenindustrie, die heute ganz Süddeutschland mit ihren Produkten überschwemmt und zahlreiche deutsche Werte zu nicht unwesentlichen Betriebseinschränkungen gezwungen hat. Während in Deutschland heute die Eisenpreise ähnlich wie in Amerifa und England etwa 25 Broz. über den Preisen der Bora friegszeit liegen, produziert Frankreich infolge der weit unter bem Niveau dieser Länder zurückbleibenden Arbeitslöhne etwa 20 Pro 3. billiger als im Jahre 1913. Die englische Regierung tft neuerdings bazu übergegangen, die eigene Induftrie gegen die Unter bietung von franzöfifcher Seite durch Einführung besonderer Balutazuschläge auf die 3ölle sicherzustellen, und es scheint, baß auch in Deutschland ähnliche Absichten bestehen. Jedenfalls zeigt sich schon jetzt, daß es außerordentlich schwierig sein wird, zu einem Ausgleich der beiderseitigen Zolltarife zu gelangen, solange die französische Währung nicht stabil fiert ist und ein neues Abwärtsgleiten des Franks die deutsche Produktion einer Gefahr eines französischen Dumpings ausfeßt. Proteststurm gegen den Vorwärts'. Oder: Wie Parolen der Roten Fahne" befolgt werden. In der vergangenen Woche hatten wir befanntlich eine kleine Meinungsverschiedenheit mit der Roten Fahne" über die taktisch beste Art, die Frage der Fürstenvermögen zu behandeln. Die Fahne schloß daraus, daß der Borwärts" den Fürsten ( mit oder ohne Provision) einige hundert Millionen Mark zuschanzen molle, und rief die Arbeiter zum Sturm. Sie wurden aufgefordert, in 3ufchriften an den Vorwärts" ihre Entrüftung fundzutun., Das war am Sonnabend, ben 5. Dezember. Heute, Mittwoch, den 9. Dezember, nach vier Tagen, glauben wir die Zahl der Arbetter endgültig feststellen zu können, die dem Ruf der„ Fahne" gefolgt find. Sie beträgt genau 1( einer). Der Berfaffer, der dem schlechten Stil nach ein Redakteur der Fahne" sein tönnie, nennt sich, tüller" und gibt teine Adreſſe an So werden Parolen ber Fahne" befolgt! Gewerkschaftsbewegung Schneeballspiel mit Arbeitslosen. nommen wird." Lehrling zu anderen Dienstleistungen in Anspruch geEs ist wohl für jeden, auch für den Nichtfachmann fiar, daß die fachmännische Ausbildung nicht durch Botengänge gefördert werden fann und daß Stempel, und Ablegearbeiten wohl zu den Die Zeiten schwerer Wirtschaftsfrisen scheinen gewissen faufmännischen Arbeiten gerechnet werden müssen, aber nicht auss Firmen", deren Spezialität die Ausnügung der Not schließlich die kaufmännischen Arbeiten ausmachen. Zur Entschuldis Der Arbeitslofen ist, just am günstigsten zu ihren Fischzügen. gung anders kann man nicht sagen, führt man immer wieder den Bebauerlicherweise gehen sogar noch Partet und Gewert Sag an Als wir jung waren, mußten wir das auch machen." Die Arbeitgeber verteidigen sich auch damit, daß fie fagen, fie schaftsgenoffen auf die Fallen in den Inseratenplantagen wollen fein Personal für die Konfurrenz großziehen. Die Ausrede ber bürgerlichen Bresse ein. Sie suchen geradezu nach jolden ist natürlich unsinnig. Ganz abgesehen davon, daß diese Ausrede ist natürlich unfinnig. Ganz abgesehen davon, daß diese Ausrede Schwindelinseraten, die von den„ edlen Wohltätern" der Menschaus hunnanen Gründen eigentümlich berührt. Einem jungen heit aufgegeben werden, und flagen hinterher über ihren Reinfall Menschen, der heute meistens noch auf eine abgeschlossene höhere auf diese Schwindelanzeigen Diese sind meist so vorsich Schulbildung zurückblicken muß, burch Botenarbeiten um die Entg" abgefaßt, daß den betreffenden Zeitungen nicht einmal nach widlungsjahre zu bringen, ist nicht nur unmenschtich, sondern auch semiesen werden kann, daß sie sich bewußt in den Dienst der dunk- dumm. Denn es liegt auch im Interesse der Arbeitgeber, den Lehr der Rentenempfänger, die unbeschäftigte Heimarbeiterin, greifen nach jedem Strohhalm. Allein fie müssen sich von vorn herein fagen, daß all die menschenfreundlichen Zeitgenossen, bie wirklich Arbeiten mit monatlich 100 bis 600 Mart zu vergeben heben, nicht erft Arbeitskräfte durch Inserate dazu suchen müssen. Ele fichen Dumme. Ein Rentenempfänger der RVA., der durch Not gezwungen ist, fich nach schriftlicher Heimarbeit umzusehen, fand in der Morgen post" Anzeigen wie die folgenden: 99 Selfe lohnende fchriftliche Heimarbeit." Arbeit vom Shreibtisch aus." " Cin Cebula Berlag", Berlin- Weißensee, fchickt ben Bewerbern, eine Spezial- Anleitung zu gutem Verdienst durch Buchersandgeschäft Wer nicht selber ein solches Buchverfand. geldhäft trop unferes günstigen Angebots" errichten kann, darf für Das ist bie Propaganbaabteilung diefes Berlags tätig sein. finberleicht. Sie geben in Tageszeitungen, Wochen- und Monatsschriften für uns Inierate auf, in denen Bücher angeboten werden. Hinter dem Ort jehes von Ihnen aufgegebenen Inse rats befindet sich Ihre Kenn- Nummer. Bon sämtlichen einachenden Beträgen von Bestellungen mit Ihrer Kenn- Nummer erhalten Sie 30 Broa gutgeschrieben.... Die Terte teilen wir Ihnen mit. Sollten Sie innerhalb vier der Inferate und Namen der Beitungen, in denen Sie inferieren Mochen Ihre Infertionsfoften durch die 30 Broz. noch nicht von zurüd haben, steht Ihnen jederzeit frei, von dem aesamten Angebot zurü@ zutreten und erhalten Sie in diesem Falle von uns ben fehlenden Differenzbetrag lofort har ausgezahlt( womit dann jeder weitere Anspruch Ihrerseits erlischt) " Der Verlag Eigene Scholle". Matiste u. Lorenz Jena Löbstedt, treibt das gleiche Geschäft, jedoch- in feiner Reflame melt großzügiget. Der Weißenfeer Verlag" scheint es ihm nur abgegudt zu haben. Die„ Scholle" gratuliert dem neuen Runden, haß er das Glid gehabt habe, einer derienigen zu fein, ber die 25. Offerte gemacht hat. Denn jeder 25. Offerte wird ein Goldfüllfederhalter nicht unter 4 Marf beigelegt, der aber auch gegen eine Brieftasche umgetauscht werden kann. Das heißt, das Glückskind muß erft die Schrift Beruf und Rebenermerb" be Steffen, Softempunft 3,50 m.( Bahlfarte ist beigefügt), um diese Brümie" oftenlos beigelegt zu bekommen. „ Sie haben es bei uns mit einem großen Verlagsunternehmen A fun und wir werden Ihnen auch noch weitere Vertretungen übertragen und Ihnen ein Rweingefchäft für neue Schriften einrichten. Alles Nähere im Heft ,, Beruf und Nebenerwerb". Neben den Inferaten fann der Glückliche noch Prospekte ver fchiden, 100 Stück für 4,50., dazu 1000 Geschäftstuverts für 5 Mart. enn auf 100 verfchickte Brofpefte( Ausgabe und Porto 6,50 Mart) nur fünf Bestellungen eingehen, find schon 31 Mart verdient. Bei einer dritten berartigen Offerte. die ein 2. Dan Reme. habe, Berlin Wilmersdorf, Tharandter Straße, macht, der seine Breise für die Beschaffung von Neben und Haupterwerb von 2 Mart auf 1,50 Mert herabgesetzt hat( ist dies etwa fein Preisabbau?), ist nicht recht ersichtlich, wie der Berdienst Don 30 bis 60 m. wöchentlich nach Jnangriffnahme der schriftlichen Heimarbeit erzielt werden soll. eugierige werden gewarnt"- fagte Jagom. Geht nicht auf solche Anzeigen ein, besonders dann nicht, wenn fie unter Chiffre erfgeinen! Ausbeutung statt Ausbildung. Jm faufmännischen Lehrlingswefen. In früheren Zeiten wetteiferten die Firmen darin, sich einen Stab hochwertigen Berfonals heranzubilden. Weitsichtig hatten die Staufleute erkannt, daß ein fachkundiger Nachwuchs für die Bedeuhung der Firmen ausschlaggebend ist. Sie wußten, daß die tüchtigsten Angestellten immer die sein werden, die von ihrer Firma selbst herangezogen sind und die das ganze Unternehmen während ihrer Lehrzeit genau tennengelernt haben. Recht interessant ist es, wie heute das Lehrlingswesen gehandhabt wird. Ein grelles Schlaglicht auf die Berantwortungslosigkeit vieler Unternehmer wirft die Tatsache, daß heute die Hauptbeschäftigung der Lehrlinge oft nur aufbu: fchenarbeit ist. Da find dauernd wichtige Gänge", die von ihnen ausgeführt werden müffen. Die Poſt mehrmals täglich zu holen, Einschreibebriefe sind fortzubringen, Sigaretten, Theaterbilletts, Fahrtarten und Zeitungen müssen für den hohen Chef besorgt werden, Briefe sind auszutragen, und nicht an legter Stelle stehen die vielen Gänge im Hause. Die Zeit, die dem Lehrling dann noch bleibt, wird zu sogenannten faufmännischen Arbeiten verwandt. Solche sind in der Hauptsache Abtegen, Stempeln, Sortieren und, wenn es hoch fommt, automatische Schreibarbeiten. Bird der Lehrling aber in faufmännischen Arbeiten unterwielen, dann wird er in eine Abteilung gesteckt und dort mährend bes größten Teils feiner Lehre beschäftigt. Das patriarchalische Verhältnis, das früher zwischen dem Lehiherrn und feinem Lehrling bestand und das dem Arbeitgeber beinahe unbe grenzte Rechte gab, ist heute vollständig verschwunden. Ulebrig geblieben ist nur das Bestreben, den jungen Mann in der Lehre fomeit wie möglich auszunuzen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber die bestätigen nur die Regel Wie steht es nun mit der juristischen Seite ber Frage? Da möchten wir auf folgende Stelle in den Lehrlingsbestimmungen hinmeisen:„ Kaufmännischen Lehrlingen gegenüber ist es Pflicht des Lehrherrn, dafür zu sorgen. daß der Lehrling in den bei dem Betriebe vorkommenden faufmännischen Arbeiten unterwiesen wird. Sachgemäße Ausbildung des Lehrlings soweit wie nur Irgend möglich muß vom Arbeitgeber gefordert werden. Die Aus bildung darf auf keinen Fall dadurch beeinträchtigt werden, daß der HALPAUS ATELIER N 146 SA | treten fann. Große Unternehmen, besonders solche, die technisches Bersonal heranbilden, haben zwar bereits Lehrlingsschulen einge richtet, die zum Teil ganz Hervorragendes leisten. Natürlich fann nicht verlangt werden, daß ausschließlich derartige Spezialschulen gegründet werden Aber der Lehrling niüßte zum mindesten vom Unternehmer zur Weiterbildung, im geeigneten Falle, wie es auch im Lehrvertrag der Handelskammer bestimmt ist, aber nicht durch, geführt wird, zum Besuch einer Fortbildungsschule ange. halten werden. Bei der Erörterung dieser Fragen soll zum Schluß noch darauf hingewiesen werden, daß die Lehrlingsausbildung nicht nur ein pädagooisches Problem ist, sondern daß es auch eines der wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Probleme für den moralischen und geistigen Aufbau Deutschlands und für die Geltung des deutschen Handels und der Industrie im Auslande ift. Es ist dringend geboten, daß endlich mit diesen Mißständen aufgeräumt wird. R. 2. Ein Revierbeamter, der nicht an seinem Plah ist. Wird der Handelsminister einschreiten? Durch Beschluß des preußischen Landtags haben die Mitglieder der Grubensicherheitskommission das Recht erhalten, bei erhöhter ficherheitskommiffion eine Grube zu befahren. Wie in der Bragis Unfallgefahr im Einvernehmen mit dem Borsigenden der Gruben dieses Recht oft gehandhabt wird, zeigt folgender Borfall: Der Betriebsrat der Sosniga grube in Oberstlefien wandte sich an den Abaeordneten Genossen Franz, um die Erlaubnis zur Befahrung bestimmter Felder der genannten Grube zu erwirfen. Franz gab das Ersuchen an das Oberbergomt weiter, mit der Bitte, das Erforderliche zu veranlassen. Daraufhin begab sich Ober. bergrat Dams nach Sosnika und befuhr zusammen mit dem zuständigen Bergrevierbeamten, Bergrat Drotschmann, dem Betriebsrat unb der Grubenverwaltung die Gruben, allerdings nicht die vom Betriebsrat zur Befahrung vorgeschlagenen Felder. Bei dieser Gelegenheit machte Dams, abwohl er feinen Auftrag hatte und die Angelegenheit noch nicht dienstlich entschieden war, von dem Verlangen des Betriebsrats Mitteilung. Der zuständige Bergreolerbeamte, Bergrat Drotschmann, erklärte dabei unter be leidigenden Ausdrücken gegen den Genossen Franz, daß des Verlangen des Betriebsrats eine Denun ziation der Grubenverwaltung und seiner( Drotschmanns) Berson darstelle und ersuchte die Bertreter der Grubenverwaltung, sofort einen Antrag auf Amtsenthebung des Betriebsrats zu stellen! Der preußische Handelsminister wird mit dem Bergrat Drotsch mann, dem verantwortlichen Bergrevierbeamten und Borsigen. den des Arbeits- und Berggewerbegerichts, menen diefes unerhörten, pflichtwidrigen Berhaltens ins Gericht gehen müffen. Verschärfung der Arbeitsmarktlage Ja Ostpreußen. Königsberg, 8. Dezember.( Mtb.) Nach dem Bericht des Landesarbeitsamtes ist die Zahl der Arbeitsuchenden in der Brovinz Ostpreußen bis zum 2. Dezember auf insgesamt etwa 27 000( im Borjahre 12 000) gestiegen. Auch die Zahl der unterstügten Erwerbs losen meist eine erhebliche Zunahme auf und wird auf fast 15 000 beziffert, das ist annähernd dreimal soviel wie zur gleichen Zeit des Borjahres. end Jn Köln. Köln, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In der verfloffenen Woche ist die Zahl der Arbeitsuchenden in Köln wiederum erheblich gestiegen. Sie beträgt gegenwärtig rund 28 000. Aus der Kölner Metall- und Heimindustrie werden weitere Betriebseinschränkungen Metall- und Heimindustrie werden weitere Betriebseinschränkungen und Stillegungen gemeldet. Wenn die Verschlechterung des Arbeitsmarktes sich in dem bisherigen Tempo fortfeht, dürfte Köln zu Beginn des neuen Jahres eine Arbeitslosenziffer von über 50.000 haben. 3n Oftoberschlesien. 11 Orten um 3 bis 4 bw. 5 Pf., an 9 Drten um 4 Bis 5 bzw. 6 Pf. und an 10 Orten um 5 bis 6 bzw. 7 Pf. pro Stunde erhöht worden. Es blieb aber nach wie vor die bebauerliche Tatsache be stehen, daß ein erheblicher Teil der Reichsarbeiter überhaupt nichts erhielt. Die an den einzelnen Orten neu fefigelegten Löhne, ent fprechen übrigens noch lange nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Die Regierung verweist zu ihrer Entschuldig ng mit Borliebe immer auf die Verhältnisse in der Metallindustrie; dabei ist unter den etwa 20 000 bei den Reichsverwaltungen und-betrieben beschäftigten Arbeitern- Poft, Eisenbahn und Wasserstraßen ausgenomDie Reichs nur ein geringer Bruchteil Metallarbeiter. arbeiter find ihrem Beruf nach hauptsächlich Schuhmacher, Schnei der, Steinbruder, Budbruder, Buchbinder, Metallarbeiter und Tischler. Die Löhne der Reichsarbeiter führen zu Gleichgültigkeit und zur Abnahme der Arbeitsfreudigkeit. Das Reichsfinanzminiſterium wird eines Tages noch dahinter kommen, daß die Reichsverwaltun gen und-betriebe, wenn sich erst einmal eine gewisse Parallele zwischen Lohndrid und ſinfender Arbeitsfreudigkeit eingestellt hat, auf die Dauer bestimmt mehr verlieren als gewinnen. men Bilder vom Laude. In die standalösen Zustände, die heute noch auf dem Landa bestehen, leuchten die nachstehenden, dem Deutschen Land. arbeiterverband aus Schlesien zugeleiteten Vorfälle hinein. 1. Der Gutsbefizer letscher, dessen Frau das Gut Sa. lisch, Kreis Glogau, geerbt hat, fündigte am 1. Oftober neun Familien mit 22 Arbeitsfräften, angeblich wegen Ausbau ter maschinellen Anlagen. Es waren Leute, die 28, 19, 10, 8 und 6 Jahre dort beschäftigt wurden und sich etwas selbstbewußt eins stellten. Später suchte sich der noble Herr Gutsbefizer hinter die zurückgebliebenen Leute zu verstecken, von denen er behauptete, daß fie als deutschnational gefinnte Menschen" es nicht verantworten fonnten, mit 2uständern zusammen zu arbeiten. Hierüber zur Rede gestellt, erklärte der Gutsbesizer, daß er sich nur durch den polnischen Namen der Entlaffenen, nicht aber durch die Tate fache leiten lafe, daß fie cls Reichsdeutsche in Bosen ge. boren wurden. Etwa 10 Tage später beantragte Herr Fletscher beim Borprüfungsausschuß die Genehmigung zur auch mit Unterstügung des Vorsitzenden gegen die Stimmen der Beschäftigung von 15 Ausländern. Sie wurden ihm Arbeitnehmer bewilligt. 2. Der Gutsbefizer B. in Kreibelwig, Kreis Glogau, ver prügelte einen 60 Jahre alten Arbeiter, der schon 30 Jahre auf dem Gut tätig war. Die Folge mar: Der Mann erhängte sich. 3. Auf dem Gute des Grafen von Sh. in Seppau, Kreis Glogau, wurde das sechs Jahre alte Kind eines Arbeiters, das während der Abwesenheit der Eltern auf einem Sandhaufen spielte, von dem Eleven derartig mit dem Stod gefchlagen, daß es blutunterlaufene Stellen hatte. Der Bater des Rindes wurde, als er den Krügelhelden zur Rede stellte, entlassen. 4. Auf dem Gut des Grafen R. in Druse, Kreis Glogcu, murden die Kinder, die nicht mit den Eltern zur Arbeit gehen fonnten, schon wiederholt in den Keller eingesperrt 5. In Brost au, Kreis Glogau, wurde ein 60jähriger Arbeiter von einem Gutsbeamten, der Stahlhelmmann und Leutnant a. D. ist, so ftarf verprügelt, daß er acht Tage im Rrantenhaus liegen mußte. Nach der Entlassung aus dem Krentenhause erfolgte die sofortige Entlaffung aus der Arbeitsftelle. Der Gutsbefizer, der gleichzeitig Amtsvorsteher ift, weigerte sich, dem Arbeiter ein Armen atteft auszustellen, weil er genau wukte, daß er unorganistert ift. Im Frühjahr wurde der gleiche Arbeiter schon einmal von mei Stahlhelmleuten verprügelt Bei dem Gebefizer ols Amisvor fieher wurde Anzeige erstattet mit dem Erfolg, daß sie überhaupt nicht meitergeleitet wurde. ます " 6. Ueber einen Infvektor, der in Gufik, Kreis Glogau, tätia ist, wird berichtet: Früh morgens, wenn der Herr Inspektor die Leute bestellt, ift er fchon sehr oft angetrunken, dann hört men Ausdrücke wie: Du Odse", Du Bulle", faule Bande", Schert Euch zum Teufel", Ich mill Euch gar nicht leben", Bfui!". Den Arbeitern spuckt er dabei ins Geficht. Ohne Hofs gonger wird niemand eingestellt. Diese werden dann geschlagen und angespuckt, von der Arbeit weagejagt usw. Einem Arbeiter fagte er, wenn die Arbeit vorbei sein wird, fönnen Sie sich zum Teufel scheren; der Arbeiter wollte bold aehen, befam aber die a.. piere nicht. Auch der Landrat des Kreises Glogau stand ihm nicht zur Seite: er müffe dort meiterarbeiten. Das ist nur ein fleiner Teil des Materials, das sich im Befite des Deutschen Landarbeiterverbandes befindet. Es veranschaulicht mit aller Deutlichkeit das Elend, dem heute noch das arbeitende Bolt auf dem Lande ausgeliefert ist. Es scheint fo, als wenn wir in der deutschen Republit noch recht viele Ortschaften hohen, die von den Ereignisfen der Reit völlig unberührt geblieben sind und in benen es Leute gibt, die da glauben, man fönnte eine vor hundert Jahren übliche Behandlungsweise auch jetzt noch pflegen. Braucht man fich danr noch über die Flucht aus der Landwirt. schaft zu wundern? Auf diele Frage sollten einmal die zuftändigen Regierungsstellen eine Antwort geben. Breslau,& Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeits- f lofenziffer in Oftoberfchlesien wird jegt von Bolen felbst auf 64 000 angegeben, von denen aber nur rund 40 000 Erwerbslofenunterftüßung erhalten, während der Rest in der gegenwärtig falten Jahreszeit geradezu der Berzweiflung preisgegeben ist. Unter den Arbeitslosen befinden sich nicht zulek auch deutsche Arbeiter und Angestellte, vor allem aus der Metallindustrie, die durch den polnischen Handelstrieg brotlos geworben find. Massendemonstration Erwerbsloser in Kiel. Berschlechterter, aber verbindlicher Schiedsspruch. Breslau, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Reichs. arbeitsminister hat den Schiedsspruch des niederschlesischen Schlichters für den Bergbau des Waldenburger Bezirks erheblich verschlechtert, indem er nur eine durchschnittliche Lohnerhöhung von etwa 15 Pf. für die Schicht bewilligte. Arbeitnehmer wie Arbeitgeber haben diesen Schiedsspruch abgelehnt, der aber jetzt für verbindlih höhung wird sein, daß sich die soziale Unruhe in diesem Bezirt erflärt worden ist. Die Folge diefer völlig ungenügenden Lohnerfurchtbarer Not noch steigern wird. Alel, 8. Dezember.( TU.) Nachdem bereits gestern eine Abordnung von Arbeitslosen versucht hatte, in Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister einzutreten, wurde heute in der Mittagsftunde eine Massendemonstration veranstaltet. Der Oberbürgermeister empfing darauf die Vertreter der Demonstration. Da bereits in Ausschüssen der städtischen Kollegien über eine Unterstügung für die Erwerbslosen verhandelt wurde, ist es zu bezweifeln, ob die heutigen Gemeinfame Mitgliederversammlung der Fadgruppen Baugewerbe, Architet'en Besprechungen zu einem Ergebnis führen werden. Wo bleibt die Nachprüfung der Reichsarbeiterlöhne? Die am Tarifvertrag für die Reichsarbeiter beteiligten Organilationen sprachen am Dienstag im Reichsfinanzministerium vor, um für die Reichsarbeiter noch vor Weihnachten mindestens die Bewilli gung einer Abfindungssumme zu erreichen. Der vor einigen Wochen von den Reichsarbeitern angenommene Schiedsspruch verpflichtete bekanntlich das Reichsfinanzministerium, in eine Nach prüfung der verschiedenen Lohnzahlen einzutreten. An etwa 70 Orten ist der Lehn für die einzelnen Lohngruppen um 1 bis 2 bzw. 3 f., an IM ALTEN FORMAT HALPAUS ZUM ALTEN PREIS 4 Bunb ber tenischen Angestellten und Beamten, Ortsverwaltung Berlin. und Gleinmektechnifer am Donnerstag abend 7 Uhr im Lotal Sur alten Geheimratskneipe". Berlin SB., Jerufalemer Str. 8( Nähe Dönhoffplak). Berantwortlich für Bolitit: Ern Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. 23ler; Lofales und Conftiges: Frig Karstadt: Angriger: Th. Glede; fämilich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlaa G. m b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlaasanitait Paul Singer Go Perlin RS 9indenstraße 3. Siers 2 Beilagen unb..Unterhaltung und Wiffen. Muſitaufträge übergibt man nur em Nachweis des Deutsch. Mufiterverbandes, Berlin O 27. Andreasftr. 21( Sönig tabt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch IN ALTER QUALITAT Nr. 5$0 ♦ 42.�ahrgaüg 1. Seilage öes vorwärts Mittwoch, 4. Dezember 1425 Die Stäötisthen Werke als Allgemeingut. Die Verliner Städtischen Werke versorgen einen großen Teil des Berliner Stadtgebietes mit elektrischem Strom, Gas und Wasser. Langjährige Pachtverträge sichern Ihnen das freie Verfügungsrecht über die Sachwerte und verpflichten sie andererseits zur sachgemäßen Erbaltung der Weite und zu ihrem zeitgemäßen Ausbau. Nach moternen kaufmännischen Grundsäßen werden die Werke, die uns mit den lebensnotwendigsten Stoffen und Kräften versorgen, von Gesellschaften verwaltet, deren einziger Aktionär die Stadt Berlin ist. Die Verwaltung üer werke. Magistrat und Sladtverordnelenversanimlung find im Aussichks- rat vertreten, dem außerdem noch einige führende Industrielle als Fachleute angehören. Die städtischen Krperschasten haben also ent- scheidenden Einfluß aus die Verwaltung der Werke, die dadurch praktisch allen anderen Einflüsien entzogen werden Das Allgemein- interesse, Wirtschaftlichkeit und Praxis allem sind ausschlaggebend bei der Verwaltung wie auch beim Ausbau der Werke; keinerlei privatwirtschastliche Jnteresien können bei irgendwelchen Maß- nahmen mitsprechen. Die Stadt Berlin, eine Riesenzelle im Staats- körper, wird durch ungeheure Nest« mit den wichtigsten Kräften versorgt, und diese Neße, wie auch die gewaltigen Quellen der Kräfte, stehen letzten Endes unter der Aufsicht der Stadt selbst und der Bevölkerung, die ihre Vertretung mit allgemeinem, geheimem, gleichem und unmittelbarem Wahlrecht wählt. Diese Art der Der- wallung hat sich bewährt in der kurzen Zeit ihres Bestehens. Bewährt vor allem in wirtschaftlicher Beziehung: denn die Werke erhellten sich selbst und, was für den Verbraucher das Wichtigste und Greifbare ist, sie liesern billig. Liegt doch der Durchschnittspreis für elektrischen Strom seit Inkrafttreten des ermäßigten Tarifes von!ö Ps. pro Kilowattstunde nicht über dem Preis des letzten Dorkriegsjahres; und das können wir leider nur zugunsten sehr, sehr weniger anderer Güter des täglichen Bedarfes anführen. Aber nicht nur die Verwaltung nach kaufmännischen Gesichtspunkten und die möglichst billige Versorgung liegt im Interesse der Stadt, sondern auch die Vergrößerung des Abnehmerkreises überhaupt. Diese Aufgabe ist zum Teil«ine kaufmännische: denn eine Ver- größerung der Fabrikatton ermöglicht meist eine Verbilligung oder eine größere Rentabilität des Unternehmens. Zum anderen Teil ist sie aber eine kulluvelle. Es gibt wohl kaum noch ein Haus im Groß- Berliner Stadtgebiet, dem kein Leitungswasser zugesührt wird, aber leider noch manche Hausstände ohne Gaszufuhr und ungeheuer viele ohne Versorgung mit elektrischem eichtslrom. Vor allem die Elektrisierung der großstädtischen Beleuchtung, der Anschluß auch der kleinsten Haushaltungen ist eine Notwendigkeit. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Forderung manchmal mit rein taufmän- nischen Gesichtspunkten in Konflikt geraten kann, z. B. in der Frage der Kostenhöhe der Hausonschlüsse: und nur eine Derwalwng. die von den städtischen Körperschaften beeinflußt ist, wird letzten Endes hier den richtigen Weg finden. vas versagen See privatwirtsthafi. Daß auch in der modernen Großstadt zeitweilig die Wasierver- sorgung gefährdet werden kann, haben wir im letzten Sommer während der abnormen Hitzeperiode gesehen. Gerade die Versorgung init ausreichenden Mengen hygienisch einwandsreien Wassers ist die erste Bedingung für die Gesundheit der Bevölkerung, sicher ebenso bedeutend wie die Versorgung mft gesunden Wohnungen. Wenn aus diesem Gebiet nur mit Mühe und Not größter Schaden ver- mieden worden ist, so lug das zum Teil im rechtjeiligen Einspringen der Städtischen Wasserwerke, während das privatwirtschastlich ver- waltete Werk seinen Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung nicht nachgekommen ist. Es ist zu hoffen, daß bald alle Berliner Wasserwerke unter einer städtischen Verwaltung vereinigt sind, so daß in Zukunft nicht wieder einzelne Stadtteile benachteiligt sind. Dasselbe gilt auch für die Gas- und Elektrizitätswerke, bei denen sich infolge der teilweisen Prioatoerwaltung auch die verschiedene Tarisierung unangenehm bemerkbar macht. Gas vnü Elektrizität. Gas und elektrisch« Kraft sind eigentstch Konkurrenten, besonders auf den Gebieten der Beleuchtung und industriellen Be- Heizung. Dieser Konkurrenzkamps hat in Berlin ausgehört, seitdem die hauptsächlichsten Gas- und Elektrizttätswerke unter städtischem Einfluß stehen. Hierdurch hat sich eine selbsttätige Abgrenzung der Arbeitsgebiete ergeben, wodurch große Kosten für ReName gelpart werden. Die Hauptarbeitsfelder des gasförmigen Brennstoffes sind der Kochbetrieb im Haushall und die industrielle Gasfeuerstätte, und diese Arbeitsfelder werden pon den Städtischen Gaswerken durch zähe Propaganda langsam erobert. Im häuslichen Kochbetrieb siegt der einfache, saubere Gasofen allmählich über den unwirtschaft- lichen Kohlenherd. Für die Industrie ist die Gasheizung in vielen Fällen das ideale Heizmittel, vor allem wegen ihrer guten Regulier- barkeit, die bei der Kohlefeuerung nicht annähernd so fein ist. Dann wegen ihrer Sauberkeit, die z. B. in der Textilindustrie, in Groß- plättereien usw. ausschlaggebend sein kann: außerdem fällt jegliche Lagerung des Brcnnstosses sort und damit die Festlegung großer Kapitalien. Der Wirkungsgrad der Gasfeuerung ist wesentlich höher als der der Kohlefeuerung. Dagegen ist bei allen industriellen Gasosenapsagen die Anbringung außerordentlicher Sicherheit»- Vorrichtungen unerläßlich. In der steten Zusammenarbeit mit den In Frage kommenden Industrien(Gasherde, industrielle Oefen, Gas- badeöfen usw.) erobert sich die Verwaltung der Gaswerke diese beiden Gebiete, ohne die Konkurrenz der Städtischen Clektrizitäts- werke fürchten zu müsien. Diese erkenn em hier die Neberlegenheit des Gases als Betriebs- stofs an: denn die Ofen- und Heizungsindustrie hat bis heute noch nicht die Gerire geschaflen, die eine wirtschaftliche elektrische Be- Heizung und Erwärmung gestatten. Dafür ist das große Gebiet der Beleuchtung in den letzten Jahren stetig vom Gas- zum elektrischen Betrieb übergegangen, und die Gaswerk« kämpfen nicht um den verlorenen Posten. Der elektrische Strom ist das zeitgemäße Be- leuchtungsmittel, einfach in der Bedienung, gleichmäßig, verflC."� mäßig ungefährlich und dabei billig. Je mehr ein Haushall an Strom verbraucht, um so billiger stellt sich dieser relativ: denn die Grundgebühr bleibt dieselbe und verteilt sich über die größere Zahl der Kilowattstunden. Diese Berechnungsweise ist sozial, um so mehr als die Grundgebühren steigen mit der Größe des Zählers und somit des Haushaltes. Es ist doch wirklich nicht teuer, wenn man in einem kleinen Haushalt für nmd 200 Brennstunden im Monat so viel zahlt, daß die Stunde elektrischer Beleuchtung nur zirka 1 Pf. kostet! Der Kraftverbrauch für Beleuchtung, nicht der für industrielle Zwecke und den Betrieb elektrischer Bahnen, stellt daher auch das Hauptgeschäft der Elektrizitätswerke Berlin dar, und vom Haus» verbrauch erwarten die Werke vor allem den Antrieb zu immer weiterer Entwicklung. Sie propagieren nicht nur die elektrische Beleuchtung, sondern auch die Verwendung elektrischer Hausmaschinea wie Staubsauger, Kältemaschinen, Plätteisen, Ventilatoren, Heiz» kissen usw. Der niedrige Preis des Stromes ist natürlich das beste Propagandamittel— der Kraststrom kostet dasselbe wie der Licht- ström— und seit der Herabsetzung des Kilowottstundenpreise« von 18 auf 16 Pf. im Herbst vorigen Jahres werden täglich Zlw l is 400 neue Anschlüsse beantragt. Heute sind noch nicht ein Drittel der Sooooo Berliner Haushaltungen an das Stromnetz angesä.i ssft n. aber in ihre Berechnungen schließen die Werke eine neue voraus« sichtiche jährliche Zunahme des Gesamtverbrauches von 25 Proz.«in. Bei dieser großen Entwicklung reichen die bisherigen Stromnellen — ein Drittel erzeugten im Jahre 1924 durchschnittlich die Berliner Wert« selber, zwei Drittel liefert das Golpaer Werk als Fern- ström— kaum noch aus. und der vor kurzem von der Stadt be- willigte und finanzierte Bau des Großkraftwerkes in Rummelsburg soll beschleunigt ausgeführt werden. Rummelsburg allein soll 210 909 Kilowatt erzeugen, mehr als der Spitzenverbrauch Berlins im vergangenen Winter ausmachte, und dies Werk soll Berlin etwas frei machen vom teuren und nicht immer zuverlässigen Fern- ström. Nach den neuesten wärmewirtschastlichen und elettrotech- nischen Erkenntnisien soll die« Werk gebaut werden, das die in 271 Die Passion. Roman von Clara Viebig. Ob sie denn noch nicht gingen? Es war doch schon abends spät. Die Zeit wurde Eva unendlich lang: sie quälte sich nur noch so hin. Gott sei Dank, nun brachen sie auf!— „Endlich," sagte Hans Blechhammer und streckte beide Arm? nach seiner Frau aus. Olga wies mit dem Blick nach Eva hin. sie fühlte sich geniert. Aber Eva sah nicht, sie hockte auf einem Stuhl, schaute starr in einen Winkel und suchte zu erkennen, was da eigentlich war. Nichts, gar nichts: eine grausame Leere. In ihren Schläfen stach es, und dann war ihr Kopf auf einmal auch leer, ihr ganzer Körper leer, nur ihr Herz war noch da und pochte in rasenden Schlägen. Aber setzt war auch das nicht mehr da, es flog fort. Sie stieß einen angstvoll zitternden Seufzer aus. „Eva, was ist dir? Um Gottes willen, wie siehst du aus?" Schon war Olga bei ihr, hatte die Arme des Mannes von«ich gestreift, preßte den bleichen Kopf des Mädchens an sich. Der Ehemann stieß ein ärgerliches„Schon wieder die alten Zicken" aus, aber dann bekam er es doch auch mit der Angst. Wie eine Sterbende sah Eva aus, ihr Blick abwesend, erlcschen. Nach einem heftigen Zucken, das den ganzen Körper in Mitleidenschaft zog, lag sie nun am Boden, starr und steif, rührte kein Glied mehr. Wenn man ihr den Arm hob, blieb er so, wie man ihn gehoben hatte, unbeweglich in der gleichen Haltung. Was war das?! Er half Eva auf ihr Bett tragen; mit Mühe nur konnte Olga den starren Körper entkleiden. „Wärmflasche! Heiße Tücher! Mach kochendes Waffer, schnell!" Und er rannte nach der Küche, steckte den Gaskocher an, hantierte klappernd mit Kesseln und Töpfen. Die Hände flogen ihm. So ein Hochzeitsabend, verflucht noch mal. so ein Hoch- zeitsabend! Er war erschrocken, er war wütend: wütend auf Eva. wütend auf Olga, am wütendsten aber auf sich. Wer hieß ihn auch, eine Frau heiraten, die so ein krankes Mädel hatte, denn daß mit Eva etwas nicht stimmte, das war ja ganj klar. Hätte er doch nur auf seinen Freund Tändeler gehört! Der war älter und erfahrener. Der hatte gesagt: ..Sie ist ja recht nett, und ne nette Wirtschaft hat sie auch, aber davon kannst du auch s o gut haben. Du brauchst nicht gleich zu heiraten!" Er hatte sich solches Gerede verbeten: was der sich wohl dachte: anders war Olga doch nicht au haben. Und sie war gut und tüchtig, und wenn sie auch älter war, man wurde ja auch älter mit jedem Tag, und der Eva würde er schon den Platz anweisen, auf den sie gehörte. Aber nun war aus einmal die Eva wieder die, um die sich alles drehte, und er konnte hier draußen in der Küche stehen und die Be- dienung machen. Es war ein ärgersicher Hochzeitsabend, noch ärgersicher die Hochzeitsnacht. Jminer wieder streckte der junge Ehe- mann, der sich niedergelegt hatte, den Kopf durch den leise geöffneten Spalt der Schlafkammertür:„Kommst du nun bald? So komm doch endlich!" Aber Olga kam nicht. Sie bsieb drinnen im Zimmer. Da saß sie am Bett ihres Kindes und hielt seine Hand. Die spanische Wand war beiseite geschoben, Platz mußte sein, Raum, Luft für Eva. Die hatte die starren Äugen, über die ihr die Mutter schützend die Hand gelegt, noch nicht bewegt: nun fühlte Olga, wie die langbewimperten Lider sich wie die Flügel eines Schmetterlings hoben und senkten. Und nun öffneten sich auch die bleichen, im Krampfansall fest zusammen- gepreßten Lippen... „Mutter?" flüsterten sie fragend. „Ich bin hier. Ich bleibe bei dir." Eva hatte schwach gelächelt, jetzt schsief sie. Aber Olga saß wachend. Was war mit Eva? Was waren das alles für seltsame Zustände? Warum fehlte ihr bald dies, bald das? Die Augen der Frau starrten weit aufgerissen, angstvoll fragend in die Dämmerbeleuchtung des Zimmers. Und dann sahen sie weiter und weiter. Sie durchbohrten Zimmer und Hauswände, Wochen, Monate, Jahre sahen sie zurück; alte Zeiten. Vergessenes rollte sich auf, lebendig werden, vor ihr. Sie sah sich wieder im Sprechzimmer des jungen Arztes, in der Augenklinik der Charit�, das Kind an ihrer Hand— ach, Eoas Augen! Und der Arzt fragte:„War der Dater gesund?" Und vorher beim langen Warten im Wortezimmer hatte eine Frau mit ihr gesprochen.„Ein Gesundheitsattest müßte jeder Mann beibringen, der ein Mädchen heiroten will. Ein Ge- sundheitsattest— hernach sonst die Kinder?!" Sie hatte das damals gar nicht so richtig verstanden. Und der Ohrenarzt hatte sie auch gefragt. Olga seufzte tief und zittrig auf, o, jetzt erinnerte sie sich plötzlich ganz genau:„War der Dater gesund? Sind Sie selber gesund?" Ja, ja, sie selber war ganz gesund aber———„Paralyse" sagte da plötzlich eine Stimme. Woher kam die? Es war niemand im Zimmer, und- doch wurde diese Stimme laut. Wie eine Irre fuhr die Ueberwachte auf, sie sah entfetzt um sich: wer hatte das gesprochen? Eine alte, durch den Kummer verwirrte, Unglück» liche Frau, eine Mutter, die den unglücklichen Sohn nicht be» suchen durfte, den Sohn in der Anstalt. Olga sprang auf, sie konnte nicht still sitzen bleiben mehr, sie rang die Hände empor, und dann riß sie sie wieder ausein- ander und streckte sie abwehrend vor sich: sie wollte nichts mehr sehen. Auch Lenchen nicht sehen, die sich plötzlich heran- drängte, das Fräulein Helene mit dem gemalten Gesicht und dem rosa Bett mit Spitzenvorhang und atlasner Steppdecke. Nicht die Spuren der Tritte, der Männertritte sehen auf einer viel belaufenden Trepp«. Olga saß ihre ganze Hochzeitsnacht wach am Bett ihres Kindes und weinte. Der junge Ehemann hatte es aufgegeben, den Kopf durch den Türspalt zu stecken, ungeduldig zu fragen:„Kommst du?" Jetzt schlief er. Stunde um Stunde, Gedanke um Gedanke, Träne um Träne— Olga dachte jetzt nicht an den Mann, dessen Frau sie heute werden sollte, er war ihr augenblicklich so fern. Sie dachte auch nicht mehr weiter an Manfred Berndt. Sie dachte jetzt nur an dies Kind hier, an ihre arme kleine Eva, um die sie schon viel gelitten hatte, um die sie noch leiden würde. Die allein liebte sie, zu der gehörte sie, und die gehörte zu ihr. Nichts würde sie von Eva trennen ' er Tod. — nur der 14 Eva würde nun bald aus der Schule kommen, sie ging jetzt ins vierzehnte Jahr. Sie war eins gute Schülerin. Sie schrieb eine saubere Handschrift, sagte buosch auf, hatte nie vergessen, etwas zu lernen, war in den Stunden still und gehorsam, und in allen Unterrichtsfäcl:ern ein aufmerksame Zuhörerin. Fräulein Mefaß lobte sie lehr. Sich, wenn sie doch auch Lehrerin werden könnte! Eva önschte sich das brennend. Auch Olga wünschte das, aber Eva laß ja noch immer in der vordersten Bant. Ihr Gel,, versag!«!, sowie sie weiter ab war. Wie sollte sie da untarrirfuen! .Laß sie doch Putzmacherin lernen!" jag'?'-ans Blech- Hammer.„Das ist weiter nicht anstreng« nd ui d ein ganz netter Beruf." Wie konnte er nur so etwas sagen,■ w» doch, daß Cvas Augen so schwach waren! Wenn jic en Nadel einfädeln wollte, legte sie den Kopf ganz au' c> rechte Seite, mußte das linke Auge übermäßig anstre vnfb fuhr doch noch immer mit dem Faden am Nadelöhr vorbei Die Mutter sagte:.Las geht doch nicht." '/Fortsetzung fola4) elektrische Kraft umzuwandelnde Wärmemenge zu 50 roz. beffer ausmußt als das erst zehn Jahre alte Golpaer Bert. Das Wert Rummelsburg soll sofort nach der Fertigstellung in 1½ Jahren für die doppelte Erzeugung ausgebaut werden und stellt doch nur einen Teil der Ausbaupläne der Berliner Städtischen Elektrizitätswerte dar. Allein die geplante Elektrifierung der Berliner Stadt- und Ringbahn würde eine große Bermehrung des Stromverbrauches bedeuten, wird doch von der Berliner Straßenbahn heute schon rund ein Achtel des gesamten Stromes benötigt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß eine wesentliche Durchbrechung des Achtstundentages auf die Berliner Stromversorgung tatastrophal wirken müßte. Der Höhepunkt des täg lichen Stromverbrauches trifft zusammen mit dem Einschalten der Haus- und Straßenbeleuchtung, im Winter also zwischen 4 und 5 Uhr. Zu dieser Zeit ist der größte Teil der Berliner Industrie bereits abgeschaltet. Eine Berlängerung der Arbeitszeit über diesen Zeitpunkt hinaus würde die Spißenbelastung derartig erhöhen, daß die Werke ihr heute voraussichtlich nicht gewachsen wären. Die Hohenzollern- Abfindung. Wie Berlin geschädigt wird. Die hohe Bonne", des Königs Residenz zu sein, ist von Berlin niemals ganz gefühlt" worden. Die Sache hatte, wie wir Da der alle missen, einen sehr bitteren Beigeschmad. König in seiner Residenz bei allen möglichen und unmöglichen Dingen mitzureden und oft allein zu entscheiden hatte, so wurde die Entmidlung der Stadt auf vielen Gebieten recht fühlbar gehemmt. Man bente nur an das Verkehrswesen, dessen Rückständigkeit den selbstherrlichen Eingriffen des Trägers der Krone zu danken ist. Inzwischen sind wir die Hohenzollern glücklich losgeworden, aber noch bei ihrer Abfindung muß Berlin in besonderem Maße dafür büßen, baß es einmal Königsresidenz war. Gegen die Schädigung Berlins durch die Hohenzollernabfindung. hat in der Stadtverordnetenversammlung die fozialdemokratische Frattion folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht: Der Amtliche Preußische Pressedienst verbreitet die Nachricht, daß den Hohenzollern neben vielen Millionen Goldmart große Ländereien als Abfindung im Wege des Bergleichs gegeben werden sollen. Diese riesenhafte Abfindung bedeutet nicht nur eine fchmere Schädigung hunderttausender in bitterer Not befindlicher Berliner Einwohner, sondern sie nimmt ihnen auch notwendige Erholungsstätten. Die Stadtverordnetenversammlung protestiert daher aufs schärffte gegen die beabsichtigte schwere Schädigung der Berliner Bürgerschaft und erfudy: gleichzeitig den Magistrat, bei den zuständigen Reichs- und Land sstellen zweds Erlasses eines die Abfindung regelnden Reichsgefeges, melches den Interessen des verarmten deutschen Volkes Rechnung trägt, vorstellig zu werden." Die falsche Gräfin. ... und der„ höfliche" Angeklagte. .plass der Republik." Schluß mit dem Königsplah" verlangt die jo3ialdemoSie beantragt: fratische Stadtverordnetenfrattion. Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Die Verfammlung ersucht den Magistrat, die notwendigen Schritte zu tun, um den Königsplah in Plah der Republik" umzubenennen. Die Brückensperrung in Charlottenburg. Durch die Sperrung der Schloßbrüde in Charlottenburg wird besonders der Arbeiterverkehr nach Siemensstadt in lästigſter Weise erschwert. Abhilfe forbert ein in der Stadtper ordnetenversammlung eingebrachter gemeinsamer Dring lichkeitsantrag der Kommunisten und der Sozial demokraten, der vorschlägt: „ Um die Verkehrsschwierigkeiten anläßlich der Sperrung der Charlottenburger Schloßbrücke für die Siemens- Arbeiterschaft wirksam zu beheben, wird folgendes beschloffen: a) daß die Straßenbahnbetriebs- G. m.b. 5. bis zur Fertigstellung der Schloßbrüde in Charlottenburg, welche zurzeit für den Fahrverkehr gesperrt ist, einen Pendelverkehr bis zur Schloßbrücke einrichtet; b) von der Hardenbergstraße bis zur Marchstraße wird sofort ein Rotgleis gelegt; c) gleichzeitig wird ein Notgleis im Laufe der Spree und Eömmeringstraße bis zur Kaiserin- Augusta- Allee angelegt; d) den Fahrgästen, welche umsteigen und auch den Bendelverkehr benutzen, darf kein neues Fahrgeld abverlangt werden." Neues Umformerwerk der Hochbahn. Die Hochbahngesellschaft hat ein neues elettrisches Unterwerf in der Luckenwalder Straße neben dem Bahnhof Gleisdreied erbaut, das gestern von den Vertretern des Polizeipräsidiums und der Reichsbahndirektion landespolizeilich abgenommen wurde. Das neue Wert soll dazu dienen, die Leistungsfähigkeit der Krafterzeugungsstätten erheblich zu verstärken, entsprechend den sich dauernd steigernden Ansprüchen des Betriebes. Im Berlauf der legten Jahre mußte der Wagenumlauf auf den Linien der Hochbahngesellschaft, insbesondere infolge des Uebergangsverkehrs mit der Nordsüdbahn, schon erheblich vermehrt werden; eine weitere Verstärkung wird nach Betriebseröffnung der im Bau befindlichen Strecken, nämlich der Verlängerung der Nordsüdbahn nach Neu fölln und Tempelhof und der Linie vom Gleisdreied nach dem Wittenbergplag eintreten, auf der dann direkte Züge vom Osten über den Nollendorfplatz sowohl nach Schöneberg als auch nach dem Kurfürstendamm und umgekehrt verkehren werden. Bisher verforgte die Hochbahngesellschaft ihre eigenen Linien aus ihren beiden Kraftwerken an der Unterspree und in der Trebbiner Straße. Jekt wird die gesamte Stromerzeugung in dem Unterspreewert zentrali siert werden, und an die Stelle der bisherigen Anlagen in der Trebbiner Straße tritt das neue Umformerwerf. Tilgung der Rüttgers- Anleihe der Gaswerke. Ende 1923 hatten die städtischen Gaswerte, die damals gerade in eine Gesellschaft umgewandelt waren, durch Bermittlung der Rüttgers- Berfe gegen Abschluß eines zehnjährigen Lieferungsver: trages eine Dollaranleihe aufgenommen, deren nominelle Höhe auf 8 Millionen Mart beschränkt war. Es wurden aber nur rund 2,5 millionen Marf gegeben, wofür eine entsprechende Grundschuld auf verschiedene Gaswerte eingetragen werden mußte. Jetzt teilt der Magiftrat in einer Vorlage der Stadtverordnetenversammlung mit, das etwa 2 Millionen Mart dieser Dollaranleihe zurüdgekauft worden sind und daß für den noch ausstehenden Differenzbetrag nur Banfficherheit gegeben wurde. Darauf hin ist die Grundschuld auf den Gaswerten völlig hypothefarischen Belastung frei sind. Leider gibt die Borlage feine Auskunft darüber, ob mit der Löschung dieser Grundschuld und der Tilgung des Anleihebetrages auch ein Ablauf des Lieferungsvertrages erfolgt ist, dessen Abschluß bei den derzeitigen Stadtverordneten als außerordentlich Berhandlungen von den Stadtverordneten als außerordentlich drückend empfunden wurde. Die falsche Gräfin und der höfliche" Ungetlagte standen vor ganz verschiedenen Gerichten angeklagt. Haben Beide nichts mit einander zu tun. Aber die Gräfin ist ebensowenig echt, wie der Angeklagte höflich ist. Sie spielt im Anfang der Verhandlung ,, berrüdi", nennt Richter und Sachverständige Lump" und Strolch", er muß wohl mal etwas vom Götz von Berlichingen gehört haben, denn mit dessen bekannter, unzweideutiger Aufgelöscht worden, so daß die Städtischen Berke jetzt von jeder forderung an den Kaiser" quittieri er dem Gericht gegenüber eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Folge: Noch einen Monat dazu. Also im Punkte des Benehmens vor Gericht haben sie doch etwas gemeinsam, die falsche Gräfin" und der höfliche Angeklagte". Anni Sanned ist den Gerichten als talentierte Hochstaplerin gut bekannt. Das Schöffengericht Schöneberg hat sich diesmal nur noch mit einer verhältnismäßig harmlofen Sache zu beschäftigen. Bersuchter Betrug. Eine Bant, die betrogen werden sollte, hatte rechtzeitig die gefälschte Unterschrift erkannt und die Festnahme der Angeklagten veranlaßt. Wie immer hatte sich die Sanned auf raffinierte Art Kenntnis von Kundinnen der Bank verschafft, von deren Guthaben fie dann durch Fälschung der Unterschrift ziemlich hohe Summen abzuheben fuchte. Der Sachverständige hält die Angeflagte wohl für geistig minderwertig aber nicht unverantwortlich im Sinne des § 51. Dieses Gutachten des Dr. Hirsch vom Untersuchungsgefängnis hatte die Angeklagte tief empört. Sie richtete ihre ganze But gegen Dr. H.„ Der immer so liebenswürdige Medizinal= rat Dr. Thiele habe diesem Lumpen von jezigen Sachver ständigen weichen müssen. Dr. Hirsch ist ja immer nur auf seiten des Gerichts." Der Vorsitzende mußte schließlich den schimpfenden Wortschwall der Angeklagten dämmen, was ihm nur schwer gelang. Das Urteil fiel trobem milde aus und lautete wegen versuchten Betruges auf einen Monat Gefängnis. Anni Sanned, die Gräfin", aber schimpfte weiter, schimpfte so lange, bis man sie schon lange nicht mehr sah... In der zweiten Sache vor dem Schöffengericht Berlin. Mitte standen vier Angeklagte. Drei von ihnen, der Bäcker Joseph Graß, der Arbeiter Stefan Grundkomsti und der Arbeiter Ernst Kupfch wegen Einbruch diebstahls im Rückfall. Der besonders höfliche" Kurt Brosowski wegen Hehlerei. Auch sie waren teine ,, Anfänger" mehr in ihrem Fach. Troz aller Versuche, furze Zeit ehrlich zu arbeiten, schien ihnen ihr altes Gewerbe" doch lohnender zu sein. Ihre legten Straftaten, bei denen ihnen 3 Fahrräder und Segtilwaren im Werte von 4000 Mart in die Hände fielen, famen jezt zur Berhandlung. Alle drei machten nicht viel Umstände, fie maren geständig. Jeder von ihnen erhielt 2 Jahre und 3 Monate Zuchthaus zudiktiert, außerdem Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. Mit Brosomsti verfuhr das Gericht bedeutend milder, er erhielt wegen der Hehlerei nur 3 Monate Gefängnis. Allem Anschein nach mußte ihn das ärgern, er hielt sich seinen Kollegen" gegenüber nicht für„ boll" genommen und wurde auf die eingangs erwähnte Art„ klassisch". Seine Achtung vor den Mitangeklagten stieg denn auch um 1 Monat Gefängnis wegen Unge bühr vor Gericht. Die Ellah- Cothringische Boltsbühne in Berlin. Diese Bühne dient der Pflege des mundartlichen Genres, wobei sie sich trog der Liebe für die Sitten und Sprache des Landes frei hält von jeg licher nationalistisch revanchelüfternen Tendenz. So hat denn auch das am Goni. ag nachmittag im Komödienhaus aufgeführte Luftfpiel von dem efannten elsässischen Dialettdichter Stostopf: In's Ropfe s Apothef", seinen besonderen Reiz in dem mit allerlei franz" chen Brocken gespickten Elsässer- Dütsch. Der Landapotheker Rop hat die Marotte, feine impulsiven Entschlüsse auf Postkarten von ich zu geben, die er vorsichtshalber nicht abschickt. Er sammelt jedoch diese Karten, um von der Post das unverbrauchte Porto wieder herauszubekommen. Mit den Erträg niffen mehrerer Jahre schickt er fein Fattotum Schampetiß, den Général", zur Post. Der Maulheld Schampetiß hat wieder einen feiner großen feuchten Tage der Erinnerung an die Schlacht von Magenta und steckt die Karten in den Briefkasten. Für die Abfender ergeben sich daraus die tollsten Verlegenheiten, deren sie sich fchließlich nur noch durch ihr selbsterfundenes Schlafmittel zu er= wehren wissen. Das ftige Stückchen, eine ergögliche Spießbürgeret, murde unter Leitung von Prof. Alfred Pellon recht flott ge Ipielt. Das Publikum tam aus dem Lachen nicht heraus. Anonyme Briefe. Eine Telephonistin, Fräulein M., die sieben Jahre im Staatsdienst tätig ist, hatte sich vor dem Schöffengericht Schöneberg unter der Anklage der Amtsanmaßung, nötigung, schweren Urkundenfälschung und Beleidigung zu verantworten. Sie hatte in ihrer beruflichen Tätigkeit häufig für einen Rauf mann. geschäftliche Gespräche zu vermitteln. Durch eine Unterhaltung der beiden kam es zwischen ihnen zu einem Rendezvous. Die Zusammenfünfte wiederholten sich so oft, daß die Telephonistin sich als die Braut des Kaufmanns betrachtete. Dieser jedoch hatte gar teine Luft, fie zu heiraten und zog sich daher zurüd. Nach einem Jahre etwa sette eine Flut von anonymen Zuschriften ein, die den Kaufmann, der mit einer Wirtschafterin zusammenlebte, be leidigten. Unter diesen Zuschriften befand sich auch ein mit der Schreibmaschine geschriebener Brief, der Schneider, Kriminaltommissar unterzeichnet war. Die Angeklagte wurde ver. dächtigt, diese Briefe geschrieben zu haben. Trozdem der Schreibfachverständige erklärte, daß gewiffe Schriftzüge der anonymen Briefe mit der Schrift der Angeklagten übereinstimmen, beantragten sowohl der Verteidiger als der Staatsanwalt Freisprechuna, da sich derartige Uebereinstimmungen in vielen fremden Handschriften ebenfalls finden. Das Schöffengericht folgte diesen Ausführungen und sprach die Angeklagte frei. Die Gönnt den Erwerbslosen das Brot! fozialdemokratische Stadtverordneten fraktion hat einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der dem althergebrachten Unfug ein Ende machen will, Bauarbeiten auf Feuerwachen durch Feuerwehrleute ausführen zu lassen. Der Antrag lautet: Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 9. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Jugendbühne( Unterhaltungsstunde). Die Funkprinzessin erzählt:„ Der kleine Junge und sein Pferd", von Georg Ruseler. Die Funkprinzessin: Elisabeth von Elka 4.30 bis 6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.45 Uhr abends: Schriftsteller Georg Bamberger: Vom alten Berliner Weihnachtsmarkt". 7.15 Uhr abends: General Schlee- Pascha: Die Mossulfrage und der Petroleumkrieg in Vorderasien". 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Rechtswissenschaft. Oberregierungsrat Dr. Ludwig Laß:„ Einführung in die soziale Gesetzgebung". 8.30 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Schauspiel Spielzeit 1925/26. Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 7. Veranstaltung. Im weißen Rößl".. Lustspiel in drei Aufzügen von O Blumenthal und G. Kadelburg Personen: Josepha Vogelhuber, Wirtin zum weißen Röẞl: Elvira Bach; Leopold Brandmeyer, Zahlkellner: Viktor Schwaneke; Wilhelm Giesecke. Fabrikant: Erwin Kopp: Ottilie, seine Tochter: Eva Hollberg; Charlotte, seine Schwester: Lucie Euler: Walter Hinzelmann, Privatgelehrter: Richard Wirth; Klärchen seine Tochter: Tony Rupprecht; Dr. Otto Siedler, Rechtsanwalt: Alfred Braun; Artur Sülzheimer; Loidl, Bettler; Resie, seine Nichte; Assessor Bernbach; Emmy, seine Frau; Rätin Schmidt; Melanie Schmidt; Forstrat Kracher; ein Hochtourist; ein Reisender; Kathl, Briefbotin; Franz, Kellner; ein Piccolo; Mirzl, Stubenmädchen; Mali, Köchin; Martin. Hausknecht; ein Dampferkapitän; ein Bootsmann; Sepp, Gebirgsführer; Bäuerin; Bauernknabe; vier Portiers. Ort der Handlung: Das Salzkammergut. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. „ Die Stadtverordnetenversammlung beschließt: Der Magistrat wird ersucht, unverzüglich Anweisung an die Dienststellen der Feuermachen ergehen zu lassen, daß Arbeiten, die nicht zum Beruf der Feuerwehrleute gehören, wie Bauarbeiten, sofort eingestellt und infolge der großen Erwerbslosigkeit von Erwerbs lofen ausgeführt werden." Kommunisten verschenken Steuern. Wie sie sich bei den Bürgerlichen beliebt machen! In der gestrigen Sitzung der städtischen Finanz- und Steuerdeputation wurde u. a. über die Erhebung der sogenannten Nachtbesteuerung bei Ueberschreitung der Polizei. stunde in der Silvesternacht verhandelt. Die Deutschnationalen beantragten, von einer Erhebung dieser Steuer abzusehen. Diesem Antrag verhalfen zum Siege die Kommunisten. Sie find offenbar der Meinung, daß die Stadt für die Unterſtüßung der Erwerbslosen kein Geld nötig habe und daß man den Leuten, die sich in der Silvesternacht amüsieren wollen, kein Geld für die Erwerbslofen abfnöpfen darf. Sie verschenkten damit die runde nette Summe von 100 000 Mart. Mit dieser Art von Steuerpolitik werden die Kommunisten sich zwar bei den bürgerlichen Parteien sehr beliebt machen, aber taum auf Verſtändnis bei den Kreisen stoßen, die jetzt nicht mit Unrecht von der Stadt Unterſtügung und Hilfe erwarten. Kampf dem Schund! Im Bezirk Friedrichshain wurde am Sonntag bie Jugendschriften und Buchausstellung des Bezirksamts in der Schulaula Petersburger Straße 4 eröffnet. Sie ist in gemeinschaftlicher Arbeit zwischen Jugendamt, Lehrerschaft, Schreibwarenhändler und Jugendbewegung entstanden und soll der Bekämpfung des Schundes in Literatur und Spielzeug dienen. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt das gute Buch in vortrefflicher Auswahl nach Altersklassen geordnet. Für Kinder bietet die Spielzeugausstellung gutes und billiges Material. Die Ausstellung ist auch weiterhin täglich von 5 bis 9 Uhr geöffnet, am nächsten Sonntag von 2 bis 9 Uhr. Geltungsdauer der Sonntagsrüdfahrkarten zu Weihnachten. Für Reisen während der Feiertage gelten die Sonntagerüdfabrfarten diesmal, da in dieiem Jabre der 27. Dezember auf einen Sonntag fällt, vom 23. Dezember 12 hr mittags bis zum 27. Dezember einschließlich. Ein eigenes Amtsblatt des Polizeipräsidiums. Bom 1. Januar 1926 ab wird vom Polizeipräsidium Berlin ein Amtsblatt unter der Bezeichnung ,, Amtsblatt für den Landespolizeibezirt Berlin" herausgegeben, das jeden Sonnabend erscheint und zum gesetzlichen Publikationsorgan für den genannten Bezirk bestimmt ist. Dieses Amtsblatt dient auch zur Beröffentlichung der Bekanntmachungen des Oberpräsidenten, des Bezirksausschusses, der Gerichtsbehörden usw. Neben dem Amtsblatt wird vom gleichen Zeitpunkt ab ein Deffentlicher Anzeiger" herausgegeben, der insbesondere für gerichtliche Bekanntmachungen bestimmt ist. Das Landeswohlfahrts- und Jugendamt der Stadt Berlin teilt folgendes mit: Seit vielen Jahren besteht die Sitte, daß Einwohner Berlins, anstatt sich beim Jahreswechsel in der üblichen Weise ihren Freunden und Bekannten durch Karten zu empfehlen, einen Geldbetrag zur Verwendung an bedürftige Personen zur Verfügung stellen. Da die Not in den Wintermonaten sich stets erheblich steigert, ist bringend zu wünschen, daß auch beim diesGitte folgend, zur Linderung der Not eine, wenn auch noch so fleine Gabe spenden. Einzahlungen fönnen geleistet werden auf das Postiched tonto nr. 22 der Stadthaupttaffe Berlin oder unmittelbar bei dieser im Rathaus, König. Straße, Bimmer 1, unter der Bezeichnung;" Depositen tonto, Spendenkonto des Landeswohlfahrts und Jugendamtes, Abteilung allgemeine Wohlfahrt". Name und Stand der Geschenkgeber werden ohne Angabe des eingezahlten Betrages im Gemeindeblatt der Stadt Berlin befanntgemacht. Arbeiter- Wintersport- Jufereffengemeinschaft Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 10. d. M., 71, Uhr. Sportplab Fichte, Baumschulenweg. Wichtige Tagesordnung. Alle Wintersportgeräte sind zweds Aufnahme in die Wintersportgeräte- Versicherung mitzubringen. An jedem Wochentage mit Schnee Trainingsbetrieb und praktischer Kursus in Wilhelmshagen. Abfabrt 6 und 7 Uhr Stralau- Rummelsburg. Sonntags üben und Springerfurs in Groß- Besten, Abiabrt 6, Uhr Görliger Bahnhof( Sonntags. Die Trodenfurs- Teilnehmer müssen zu den praktischen Rüdfahrkarte). Uebungen erscheinen. Eine alpenländische Winterschau veranstaltet der Defterreichisch. Deutsche Wolfsbund gemeinsam mit anderen Berbänden in der haus. Die Schau wird den Be uchern vor Augen fübren, was die Beit vom 17. bis 20. Januar nächsten Jahres im Berliner Künstler. Wintersportpläge des deutschen Alpengebietes zu bieten haben. Die Ausstellung so auch den verschiedenen Sportarten des Winters gewidmet fein. Alle Auskünfte durch den Desterreichisch Deutschen Volksbund E. B., Berlin NW. 40, Schloß Bellevue. B Teutschland im internationalen Fremdenverkehr. Das Zentralfomitee für Internationalen ou rismus, das fürzlich in Paris tagte, beschäftiate fich u. a mit der Frage, unter welchen Bedingungen Deutschland zu der Diganifation dieses Vereins aur Hebung des internationalen Fremdens verfehrs zugelassen werden sollte. Die Schweiz erklärte sich ohne weiteres für die Zulassung, während Belgien geltend machte, daß Deutschland er st Mitglied des Völterbundes sein müsse, und Frankreich eine bermittelnde Stellung einnahm. Vei der Abstimmung waren 15 Delegierte für und 7 gegen die Zulassung Deutschlands, die damit angenommen wurde. Die Leitung des Zentrifomitees wurbe darauf beauftragt, zur Ausführung des Beschlusses mit den deutschen Behörden, Reisebureaus, Automobilklubs usw. in Verbindung zu treten. Die 24- Stundenzeit im Eisenbahnfahrplan Rahlreiche ausländische Bahnen sind bereits zur Anwendung der 24- Stundenzeit im Eiien bahnberlehr übergegangen. Auch in Deutschland sind Bestreburgen mit dem gleichen 8wed im Gange, die von den Verkehrsvereinen und Verbänden sowie von den Handelskammern befonders unter stüßt werden. Jest bat der Verkehrsverein Mann beim wohl zum ersten Male in Deutschland einen Fabrplan unter An wendung der 24- Stundenzeit in feinem einen Reisebandbuch " Mannheim im Fernverkehr, Winter 1925/26" herausgebracht. 70 Kühe verbrannt. Nach einer Meldung aus Hadersleben brach auf der Tomäne Diuistier Großfeuer aus, durch das der anze Biehbestand, darunter 70 ühe, und die gefamte Ernte vernichtet wurde. Die Dodanlagen von Hull durch Feuer zerstört. Nach einer Meldung aus London sind die Tods von Hull durch Feuer zerstört worben. Der Staden ist sehr bedeutend Die Schiffe im Hafen mußten fich raich entfernen, desgleid en die Eisenbahnzüge, da die Gefahr bestand, daß das Fener auf sie übergriff. Wenn eine Fran Ihr Haar kurz schneiden laßt ohne Erlaubnis oder gar gegen den Willen des Gatten; ist dies ein Scheidungsgrund? Wer uns diese Frage in höchftens 25 Worten auf einer Poftkarte beantwortet, erhält ein Originalpaket Elida- Haarpflege und ein Stück Elida- Idealseife zu 20 gr. vollkommen koftenlos zugesandt. Auch wer sich für die Beantwortung unserer Frage nicht interessiert, sollte Elida- Haarpflege verwenden. Dieses sodafreie Luxusshampoo ift für 30 Pfg. in 30,000 Geschäften zu haben. Parfümerie Elida A.- 6. Leipzig- Wahren, Abtig, C. 3 Mittwoch 9. VeZember I92S Unterhaltung unö Wissen Seilage ües vorwärts Sozialististhe Lehr- und Wanöermhre. Von Louis Cohn. IV. L« i p z i z. Ich wurde o!s dienstuntauglich erklärt, nicht etwa wegen meines Gesundheitszustandes, sondern weil der Bedarf an Einjährigen reichlich überdeckt war. Ich wollt« daher bald wieder nach New Uork zurückkehren, gab ober endlich dem Drängen meiner Eltern nach, in Leipzig zu bleiben und in dos väterliche Geschäft einzutreten. Bei meinem eiligen Absckstede von New Jork hatte mir Sorge ein Gruppenbild feiner Familie eingehändigt, das ich dem ihm befreun- deten Liebknecht übergeben sollte. Gleich in den ersten Tagen meines Leipziger Aufenthalts wanderte ich in Liebknechts Wohnung in der Braustraße. Liebknecht und Bebel aber hatten bereits die ihnen im Hochverratsprozesse zudiktiert« zweijährig« Festungshaft in Hubertusburg angetreten. Ich traf also nur Liebknechts zweite Frau Natalie in der Wohnung an: sie zeigte sich sehr erfreut über das Bild. An diesen ersten Besuch knüpfte sich ein reger Berkehr mir der Familie Liebknecht. Natalie Liebknecht, damals vielleicht«ine Frau inmitten der dreißiger Jahre, hauste in der kleinen Wohnung in der Braustraße und sorgte hausfraulich für die zwei Töchter aus ihres Mennes erster Ehe und ihre eigenen zwei Söhne Karl und Theodor. Der erster« mochte ihr viel zu schassen. Karl, ein unbändiger und eigensinniger Bursche, warf sich auf die Erde und schrie aus Leibeskräften, wenn er nicht sofort seinen Willen bekam. Theodor, ruhiger und lenksamer, wurde sehr oft von seinem Bruder mit fortgerissen, wchon in den ersten Wochen meines Verkehrs mit Natalie Liebknecht vertrat ich die Stelle des abwesenden Vaters, indem ich den Buben ein wenig gebrannte Asche verabreichte, wenn die Mutter ihrer nicht�mehr Herr werden konnte. Dies« Prozedur war freilich nicht im Sinne der Frau Natalie: denn sie war auf- gewachsen in dem um Ludwig Büchner in Darmstadt gruppierten Kreise, desien pädagogische Grundsätze die Prügelstrafe als Erziehungsmittel vollständig ausschlössen. Frag Natalie war eine Frau von großer Intelligenz und Charakterfestigkeit und ihr leb- Höfles Temperament wie auch ihr Aeußeres hatten sich in jeder Hinsicht auf ihren Sohn Karl übertragen, wie war die Tochter des Darmstädter Rechtsanwalts Reh einst Mitglied des Frankfurter Parlaments. Marx niochte einmal die boshafte Bemerkung, es sei aus ihm später ein Hase geworden. Meine Besuche bei Frau Natalie mußte ich vor meinen Eltern verheimlichen. Um das zu begreifen, mutz ich mit einigen Worten der Leipziger Klassengegensätze gedenken, die übrigens mit denen in den meisten anderen Städten übereinstimmten. Die Sozialdemokratie war in Leipzig noch sehr schwach: der größte Teil der Arbeiterschaft war indifferent, ein anderer Teil direkter Gegner der Partei. Dazu kam. daß die einstige liberal« Mentalität der Bürger der materiellen Zielstrebigkeit der aufkommenden Bourgeoisie halte weichen müssen. Sie ging in Begeisterung für Bismarck auf, und der Zudrang zum Nationalliberalismus war aroß. Konnte es da wunder nehmen, wenn in den Kreisen der damaligen Bourgeoisie der größte Abscheu gegen die sozialdemokratische Bewegung herrschte? Sozialdemokraten wurden von chr als Räuber, V e r- brecher, Auswurf der Menschheit angesehen. Keinen größeren Schmerz hätte ich meinen, in solchen Anschauungen lebenden alten Eltern antun können, als mich öffentlich als Sozialdemokrat zu betätigen. Zwar machte ich ihnen gegenüber kein Hehl aus meiner Gesinnung, aber dagegen hatten sie auch gar nichts einzuwenden: nur eine öffentliche Bekundung dieser Gesinnung hätten sie auch aus geschäftlichen Gründen für eme schwere Schädigung und Kränkung ihres Ansehens betrachtet. Bei Frau Natalie lernt« ich auch Ad. Hepner und Wilhelm Blas kennen, mit dem mich Jahrzehnte lang sreundlchastliche Beziehungen verbanden. Ebenso wurde ich auch dort mit Frau Bebel bekannt, einer sympathischen und liebenswürdigen Persönlichkeit, an der ich in späteren Jahren besonders die immer gleichbleibende Einfachheit bewunderte. Ihr Wesen entsprach durchaus dem Bilde, das chr Mann in seinem Buche„Aus meinem Leben" später von ihr entwarf. Der verkehr mit diesen zwei vortresflichen Frauen entschädigte mich dafür, daß ich die nähere Bekanntschaft ihrer Männer erst nach den, Ablauf ihrer zweijährigen Haft machen konnte. Der Mittelpunkt partcigenössischer Zusammenkünfte bildete damals der Arbeiterbildungsverein und für einen kleineren Kreis der Thüringer Hof in der Burgstraße. Bürgerlich« Demokraten wie Prof. Roßmäßler und D o l g e hatten den Bildungsverein gegründet. Mit Erstarkung der sozialistischen Be- wegung in Leipzig zogen sie sich zurück und Bebel blieb bis zum Antritt seiner Hast in Hubertusburg Vorsitzender des Vereins. War ich bei meinem Eintritt in die Internationale in New Park in das Kreuzfeuer zwischen Bakunikten und Marxisten geraten, so empfing mich in Leipzig das heftige Kampfgetös« zwischen den E i s e.1 a ch e r n und L a s s a l I e a n e r n. Die letzteren waren zwar nicht in Massen vorhanden, aber sie versuchten durch Versammlungen ihre Werbunastraft im Kampfe gegen die Sozialdemokratie zu erhöhen. Ihr Führer war der etwas sentimentalisch und apostelhaft angehauchte Schneider Röthing, ein ganz lieber Mensch, mit dem ich zufällig bekannt wurde. Der enge Kreis der Sozialisten aus bürgersichen Kreisen er- leichterte die Anknüpfung persönlicher Beziehungen und freund- schastlichen Verkehrs. In dem im„Schützenhause" jeden Sonnabend abend versammelter Schrift st ellerklub. einer zwanglosen Vereinigung verschiedenartiger Element«, erschien ich regelmäßig und erhielt dort viele Anregungen. Besonders durch den Prof. Heinrich Wuttke, das..Reichswiesel" des Frankfurter Parlamentes und Verfasser des bekannten Buches:„Die deutschen �eit- schriften und die Entstehung der öfsentl'chen Meinung".— 3" ihm hatte er erstmalig auf die noch in ihren Ansängen steckend« Preßkorruption hingewiesen. Wuttke, eine Gnomengestalt mit lang herabfallenden Haaren, war der Typus eines deutschen Professors der alten Zeit:«in höchst geistreicher Mensch mit bedeutender Rednergabe, aber sonst mit Absonderlich. ketten aller Art behaftet. So trug er Sommer und Winter in seinem House in Reudnitz einen langen Pelz, selbst wenn er in seinem schönen Garten schriftstellerisch arbeitete. Obgleich Nicktraucher, letze er seinen Besuchern vorzügsiche Importen vor. Mir legte er einmal dar. daß der Tabatgcnuh nicht im Selbstrauchen, sondern im Ein- saugen des Tabakaromas bestände. Daher mußte sein Diener ihm nach dem Mittagessen eine seiner Importen vorrauchen. An L a s s a l l« tadelte er, daß er seinen Zigarren nicht das ihnen gebührende Lob erteilt hätte. Wuttke hatte, obgleich er dem Sozialismus fremd gegenüber stand, sich gleich bei dem Auftreten Lassalles zu ihm öffentlich bekannt. In diesem Schriststellerkwb lernte ich auch den alten T r a m e r, einst Redakteur der Robert Blumschen„Sächsischen Vater- landsblätter" und dessen Sobn Ricard als Dichter, unter dem Namen Rudolf Lavant in bester Erinnerung, kennen. Uns verband bald eine innige Freundschaft. Lavant war als Prokurist eines großen Leipziger Importhouses gezwungen, sich aus ähnlichen Gründen wie ich der öffentlichen Betätigung als Sozialdemokrat zu enthalten. In selbstlosester Weise stellte er seine Fähigkeiten in den Dienst der Arbeiterbewegung und der Partei. Seine zahllosen, durchweg formvollendeten Beiträge in der Leipziger Parteipresse, dem„Wahren Jacob" und anderswo übten eine bedeutende Wirkung aus. Lavant erfreute sich einer fabelhaften Produktivität. Dos Dichten war ihm geradezu Lebensbedürfnis. Ein« besonder« Wirkung brachte sein an ein freches Wort Puttkamers an- knüpfendes Gedicht:„Die Flinte schießt, der Säbel haut" hervor. Die Bekanntschaft mst Liebknecht und Bebel erlangt« ich durch die Teilnahm« an einem der sonntäglichen Besuch« ihrer Frauen in Hubertusburg. Don dem Entzug ihrer persön- liehen Freiheit abgesehen, erfreuten sie sich dort eines guten Wohl- befindens. Insbesondere trug der Aufenthalt in Hubertusburg wesentlich zur Kräftigung der angegriffenen Gesundheit Bebels bei. Dies« Besuche dienten auch dazu, die Manuskripte für den„Volks- Nur nicht verwöhnen! Ihr lerntet die Bedürfnislosigkeit Als Dienst am Vaterland in groher Zeit. Die Zeit ist viel zu ernst für ZNagenfragen. SoU'n wir die kosten für die Fürsten tragen? Durch 7lot zur Monarchie! Durch Nacht zum Licht! Da» Hungern ist die erste Bürgerpflicht! staat" nach Leipzig zu befördern. Da die von den Gefangenen an ihre Familien gerichteten Briefe nicht der Durchsicht der Verwaltung unterlagen, so enthielten auch sie unter Verkleidung in familiär« Mitteilungen genügend Material für die Schriftleitung. Ueberhaupt zeichnete sich der Strafvollzug für politische Verbrecher in jener Zeit in Sachsen vor dem später angewendeten Systeme sehr vorteilhaft aus. Die„Politischen" hatten in Leipzig zweimal wöchentlich Aus- gang in die Stadt— der formelle Vorwand dazu bildete immer, „ein Bad zu nehmen"—, unter diskreter Begleitung eines Gerichts- dieners. Der wurde in einer Wirtschaft seßhaft gemacht und blieb da solange, bis ihn der Gefangene von dort wieder abholte, was oft sehr spät abends erfolgte. Nachdem Liebknecht und Bebel der deutschen Freiheit wieder- gegeben waren, verkehrte ich mit ersterem und seiner Familie noch häufiger als früher. In Liebknecht verbanden sich mit tiefer wissenschaftlicher Bildung und besonderen literarischen Talenten ein fast kindliches Gemüt und eine begeisterte Liebe zur Natur. Unsere häufigsten Spaziergänge, an denen auch bisweilen die Familie Bebel teilnahn, richteten sich nach Connewitz. Um den Menschen Liebknecht richtig zu werten, mußt« man außerhalb seiner politischen Tätigkeit mit ihm verkehren: dann traten die liebenswürdigen Seiten seines Wesens, die Anspruchslosigkeit, die künstlerische Aufnahme- sähigkeit und die Ehrlichkeit des„Alten" erst in das hellste Licht. Wieviel Belehru ig und zugleich Genuß boten mir seine Exkurs«>n historisch«, politische und naturwissenschaftliche Gebietel Jedenfalls ergänzten sich die auf verschiedenartigen Cntwick- lungsstufen emporgestiegenen Dioskuren Liebknecht und Bebel trotz öfteren heftigen Auseinanderprallens aufs glücklichste. War doch beiden die unerschütterliche Ueberzeupung eigen von der De- stimmung der Arbeiterklasse, die Menschheit durch Ueberwindung des Kapitalismus einer höheren Kultur zuzuführen. Aber über das Tempo gingen die Ansichten manchmal sehr weit auseinander. Und merkwürdig: der sonst in taktischen und organisatorischen Dingen so nüchtern denkende Bebel überholte den impulsiven Lieb- knecht meistens in der Einschätzung des kürzeren Termins der Verwirklichung des Zukunftsstaats. Als ich mich während des Sozialistengesetzes anfangs der achtziger Jahre an der von dein Leipziger Buchhändler Findel eingeleiteten demokratischen Le- wegung beteiligte, um ein Ventil gegen die Unterdrückung der Partei zu benutzen, wollte ich Bebel zu einem Zusammengehen bei der Landtagswohl mit dieser aä Koc geschaffenen Demokratie bestimmen. Aber da kam ich schön an! Noch sehe ich Bebel vor inir wie er im Zimmer hin und her rennend und in seinen langen Haaren wüh'end mich von der Nutzlosigkeit eines solchen gemein- schastlichen Vorgehens zu überzeugen suchte.„Sehen Sie denn nicht ein," fuhr er mich an,„daß in längstens 15 Jakren, jedenfalls noch vor dem Ablauf dieses Jahrhunderts der Zukunftsstaat Totsache sein wird? Wozu brauchen wir da noch solche Kompromisse ein- zugehen?"_ Der Fllrk am Telephon. Nach einer Meldung aus Hongkong bat die dortige Telephongesellschaft ihre Kundschaft benachrichtigt, daß sie gezwungen sei, die Verträge mit allen denjenigen Teilnehmern �zu lösen, die mehr als dreimal ertappt würden, daß sie ihre Anschlüsse zu Flirts mit den Telephondamen benutzen. Immerhin, dreimal... Jugendliteratur der parteiverläge. An die Spitze der in diesem Jahre neu erschienenen Jugend- literatur gehört dos bei I. H. W. Dietz herausgegebene Büchlein des Bremer Lehrers Carl D a n tz„Peter Stall", ein Kinder- leben, von ihm selbst erzählt, mit Zeichnungen von Max Graeser. Das Lehen eines, nein vieler, Proletarierjungen in der Hafenstadt zieht an einem vorüber, psychologisch sein nachgefühst und trotz aller sozialen Tragik mit einem warmen Humor gesehen. Dieses Buch kann man wieder und wieder lesen, abschnittweise, im Zu- sammenhang, es verliert nichts von seinem ursprünglichen Reiz. Ein Buch für Alte und Junge, das von der Ideenwelt des Soziali»- inus und dem stillen heroischen Kampf des Arbeiters erfüllt ist. Auch die Ausstattung des Buches sst originell und geschmackvoll. Im gleichen Verlag erschienen noch zwei Märchenbücher„Die Reise mit dem Lumpensack" von Julius Zerfaß und„Der Wünschebold" von Hilde Krüger, beide Bücher wieder von Max Graeser illustriert. Di« Märchen des Dichters Zerfaß schöpfen mitunter auch aus sozialen Quellen, sie sind zum größten Teil mit liebenswürdiger Phantasie gewoben, bunt und leicht, wie man das vom Märchen verlangt, leider fühlt man öfters zu sehr den be- lehrenden Ton des Erwachsenen. Es ist erstaunlich, daß die Welt der Großstadt noch nicht mehr Märchen hervorbrachte, die aus der Phantasie ihrer Kinder—„Peter Stall" ist ein Kronzeuge dieses reichen Innenlebens— erstehen. Die hübschen Märchen von Hilde Kruger treffen den Märchenton noch mehr, aber sie erzählen gar zu viel vom Himmel, Engeln und der Jungfrau Mario, je selbst sentimentale Wcihnachtsteufel treten auf. Diese himmlische Welt ist schon so überreich und wundervoll besungen worden, daß für einen verspäteten und schwachen Nachklang keine Notwendigkeit vorlag. Das ist keine Unduldsamkeit, doch die irdische Welt selbst mit Märchen bunt gestalteter Sehnsucht zu erfüllen, sollte wohl näher liegen. Im Verlag der Fränkischen Verlagsanstalt, Nürnberg, erschienen A. M. deIongs„Dickerle und Bohnenstange auf der Weltreise" in zwei Folgen, übersetzt von Georg Gärtner. Die reizpoll ausgestatteten Büchlein— leider ist das Format verschieden — tragen aus jeder Seite eine bunte Zeichnung von G. von Racm?- donck. Die Abenteuer der beiden Jungen, die als Ausreißer auf dem Schiff ihrer Bäter eine Weltreise machen, werden sicherlich jedes Iungenherz erfreuen. Es sind harmlos heitere, mitunter burlesk« Geschichten, die bis ins Unendliche fortgesetzt werden können. Der erste Band zeigt Ihre Abenteuer beim und nach dem Ausreißen, der zweite bringt„kalten Aufschnitt", das heißt tollen Lügensalat, die der Bootsmann van seinem gezähmten Haifisch erzählt.___ Bruno S ch ö n l a n k. wo alles stiegt... Australien hat den ungeheuren Dorteil erkannt, der seinen dünn- bevölkerten Staaten durch die Flugkunst erwächst, und in keinem anderen Land« stiftet das Flugzeug so viel Segen wie hier, wo die Ansiedler zum großen Teil viele Hunderte von Kilometern von der nächsten Eisenbahn entfernt wohnen. Das Eisenbahnwesen der sechs austlalischen Staaten liegt noch sehr im argen und berührt Haupt- sächlich die Küsten. Da die verschiedenen Gesellschaften ihre Sonder. einrichtungen haben, so ist das Reisen mst diesen Bahnlinien eine Keste von Aufenthollen und Unannehmlichkeiten. Es gibt nur eine einzige Linie von Fremantle im Westen nach Adelaide, Melbourne und Sydney, die durch den Kontinent führt: ober man muß be- ständig umsteigen, und weite Teile des Landes werden dadurch nickst erschlossen. Im übrigen gibt es nur kurze Strecken, die sich von den Küstenstädten in den Urwald hineinwagen und sehr rasch ein End« finden. In einem großen Teil des Landes aber wohnen weithin verstreut einzelne Siedler, die von der Welt so gut wie abgeschlossen sind, und eine Nomadenbevölkerung von Eingeborenen, die auf der niedrigsten Stufe der Kultur stehen und sich mähselig von Vögeln, Wild, sogar von Schlangen und Eidechsen ernähren. Unter solchen Umständen wird das Flugzeug als eine wahre Erlösung begrüßt, und so kommt es. wie Percival Phillips nach einer Reise"durch Australien berichtet, daß dort„olles fliegt". Besonders wichtig ist dos Flugzeug ftir die Aerzte. Ungeheure Gebiete werden dort von einem einzigen Arzt oersorgt, so z. L. das ganze„nördliche Territorium" von Dr. Iohnes in Darwin, der telegraphisch Patienten über«ine Entfernung von 2000 Kilometer behandell. Die Hilfesuchenden müssen in manchen Fällen an die 100 Kilometer bis zum nächsten Telegraphenamt reisen: dann müssen sie den Arzt verständigen, und dieser gibt ihnen nun von dem Post- gebäude in Darwin aus seine telegraphischen Anweisungen. Di« Rezepte werden dann von einer medizinischen Station ausgeführt. von denen 200 über das Gebiet verteilt sind. Andere Teile des Innern sind aber überhaupt für einen Arzt telcgraphisch nicht erreichbar: es gibt dort keine Schulen und keinen Gottesdienst.„Das Flugzeug schafft nun«ine wunderbare Veränderung im Leben dieser Hinterwäldler," schreibt der Verfasser.„Aerzte und Zahnärzte machen Krankenbesuche durch die Luft. Lehrer stiegen von Schule zu Schule. Ein Luftpostdienst ist vielfach eingerichtet, der nicht nur Briesichaften und Pakete, sondern auch Passagiere befördert. Sogar die Religion wird durch fliegende Missionare den einsamen Be- wohnern nahegebracht. Zwar ist der regelmäßige Verkehr erst in den Ansängen, aber der Lustdienst dehnt sich beständig aus und wird immer mehr verbessert. Ein regelmäßiger Verkehr besteht bereits zwischen Perth und Derby auf einer Strecke von 2000 Kilometer. Es ist der längste Lustverkchrsweg der Welt. Die Kinder erhallen«ine systematische Erziehung durch Lehrer, die an bestimmten Tagen der Wache die Jugend eines Bezirks zu Stunden vereinigen, zu denen sie angeflogen kommen. Die australische Inländmission Hot da» Innere des Kontinents in Gebiete von je 400 Ouodratfjion-eter g'- teilt, die mit dem Flugzeug besucht werden. Deutsche Goldfische. Die Goldfärbung, die d er-."w da in der Tierwelt auftritt, ist eine Vorstufe zur Weißsucht, dem sog. Allünis- mus. Bei dieser Goldsärbung sind die Forbstosfträger mit einem gelbgefärbten Stoff gefüllt, der der Decke des Tieres eine goldige ,carve verleiht. Am bekanntesten ist uns diese Goldfärbung bei den Fischen, wo sie verhältnismäßig hä: fig auftritt. Die allbeliebten Goldfische, die bei uns so viel geHallen werden, sind meistens Gold- korauschen und stammen aus China. Neben der Kärousche neigt besonders der Karpfen zur Goldfärbung, und auch der Goldtarpjen wird im fernen Osten gezüchtet, wo er den Namen Hi-goi, d. h. Feuerkorpfen führt. Nun sind aber durchaus nicht alle Goldfisch« bei uns chinesischer oder japanischer Herkunst, sondern es gibt auch, wie Karl Kroneker in der Leipziger„Illustrierten Zeitung" aus- führt, blaß goldgelb gefärbte Karpfen und Karauschen, die in unseren heimatlichen Gewässern vorkommen. Die Goldkara sche bildet in ihren Züchtungen eine große Anzahl von Spielarten aus, die unter den verschiedensten Namen, wie Schleierschwanz, Teleskopsisch usw., in den Handel kommen. Diese Zuchtprodukte stammen aber durch- weg aus dem fernen Osten und dürfen daher nicht zu den deutschen Goldfischen gerechnet werden. Man trifft in heimischen Freiland- gewässern die Goldschleie, die in Böhmen und Schlesien in eigenen Teichen gezogen i nd hauptsächlich zur Besetzung von Gartenbassins verwendet wird: sie stammt von der Grünschleic her. Eine ander« goldgelbe Form stammt von dem Aland und ist unter der Bezeich- r.ung Goldorse allen Freunden der Aquarien bekannt: sie wird in großer Zahl bei Dintelsbühl in Bayern gezogen. Goldgelb gefärbte deutsche Fische sind außerdem von den verschiedensten Arten, wie Flußbarsch, Aal, Wels, Flunder und Quappe freilebend festgestellt worden. Kobekol Kobekol der Schnupfenföter, suchtTheater, Lichtspiele usw. Theat. d. Westens Margit Suchy u Ed. Lichtenstein als Gast Tägl. 8-11 Uhr: ( über 50 mal) Der Orlow Plätze schon abf Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätz.Str. 8 Uhr: Heinrich IV. ( Moissi) Donnerstag 8U: Gespenster Die Tribüne Tägl. 8 Uhr: Zurück zu Methusalem 2. Abend Komödienhaus Tágl 8 Uhr: Volksbühne Lessing- Th. GroffesSchauspielhaus Kopf oder Schrift 8 Uhr: Tägl. 8 Uhr Der Kaufmann Der junge Aar von Venedig Morgen 8 Uhr: Der befreite Don Quichotte von Rostand- Klabund Sbd u. Sonnt. 4 U. Rotkäppchen Kleine Preise Staats- Theater Kleines Th. Opernhaus 8 Unr Die verkaufte Braut Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Rigoletto Schauspielhaus 8U.: Romeo u. Julia Schiller Theater Heute 8 Uhr Figuranten von Birabeau kegie: Geyer Mittw nachm.4U. Hänseln.Gretel Kleine Preise! 8 U: Kapitän Brass Trianon- Th. bounds Bekehrung Tägl. 8 Uhr Städtische Oper Kleine Sklavin Charlottenburg 7% Uhr: v. Dietzenschmidr Regie: Goldberg Margarete Rose- Theater Abonn.- Turnus III Deutsches Theater 7½ Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Regie: M. Reinhardı Kammerspiele 7 Uhr: Ramper von Max Mohr Die Komödie Kurfürstendamm 207 8 Unr Gesellschaft v. John Galsworthy Regie: M. Reinhardt ADMIRALS PALAST 8 Uhr täglich: HALLER REVE Achtung Welle 505 60 BILDER IL Rang v. Parkett v. Logen v. 8.Kinder- Revue Jeden Mittwoch u.Sonnab, 34, U.: Alle Puppen tanzen. Kleine Preise. 50 PL., 1.-, 1.50 etc. Jeden Sonntag nachm. 3 Uhr: Die ganze Vorstellung zu haben Preisen Central Theater 8 Uhr Trieschübel Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Die große Revue- Passe: NO NO NANETTE Residenz- Th # Uhr: Circes Heirat Heute 3( KI Pr. Sc neewittchen Thalia- Th. Uhr Annemarie Heu e 3% IKL Pr.) HSлsel u Gretel Theater in der Kommandantenst MärchenVarstellungen bs Freitag Ki Pr täglich 26 Uhr: Rotkäppchen Voranzeige Sod. 7, Premiere Die blond. Mädels 81 Uhr: Der Clockner von Notre Dame 84 Für Dich CHARELL- REVUE 300 Mitwirkende Parkett M. 6.Rang M. 8.2ter Rang M. 1.50 Loge M. 7.3ter Rang 75 Pt. Sonntag nachmittag 3 Uhr unverkürzt zu ermäßigten Preisen 12 WIND CORTEN Weihnachts- Programm für Groß und Klein! SCALA Sonnt. nachm. 31/2 Uhr 8 Uhr: Internat. halbe Preise Rauchen gestattet Varicié Berliner Tik- Trio Neues am Theater o Täglich 8 10 Uhr. Olly- Polly Pola Negri in Das verbotene Paradies mit Adolphe Menjou u. Rod La Rocque. Nach dem Schauspiel: ,, Die Zarin" v. Biro und Lengyel Regie: Ernst Lubitsch Manuskript: Christine Johnston und Hanns Kräly. Der große Paramount- Film der Ufa Wochentags: 5, 7, 9 Uhr/ Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr Vorverkauf ab 11 Uhr ununterbr. Theater i. d. Ufa Palast am Zoo Lützowst.112 Reichsnallen- Theater Allabendl. 8 Uhr Sonntag nachm. 3 Uhr Tägi,& Uhr Operette von Kollo Parisiana- Vorst.: Erna Nitter Curt Bois Parkettpl.v. 2-12 M Bine Brautnacht Ein starkes Stück Nur Erwachsene haben Zutritt! Mittw. nachm. 4 U: Dornröschen Theater in der Künstl.- Theater Klosterstraße 43 8 Uhr: Gastspiel Tägl. 348 Uhr: Deutsches Gastspiel Xaver Terofal Fritzi Massary: Die Teresina Th. a. Kurfürstendamm 72 Uhr Gastspiel des Deutsch. Theaters Regen Th.a. Schiffbauerdamm 8 Unr: Das verhängnisvolle Welb 8 Uhr: Lustspielhaus Potasth& Perlmutter II. Teil Almenrausch und Edelweis mit d Schlierseer Bauerntheater Walhalla- Theater Weinbergsweg am Rosenth. Tor Tägl. 8 Uhr: Stettiner Sänger Neu:, Der Bubikopf Burleske von Meysel Nachm. halbe Praise, volles Programm. Dönhoff Brett'l: Das so beliebte Familien- Varieté! Gr. Progr.! Kleine Preise! Circus Busch Heute, Mittwoch, 3 Uhre Sonder Jugend Vorstellung mit Kinderbelustigungen und Vertellung von Geschenken Das ungekürzte Abend- Programm mit allen neuen Attraktionen Die Koblanks. zum Wintermärchen Park. von 50 Pf. an. Mittwoch nchm 4U. Hänsel und Gretel Herrnfeld Potasch& Parlmutter b. Film im Intimen Theat. Bülowstr. 6 Täglich 8 U. Wallner Theater Neukölln, Lahnstr. 74/751 Kolportage Preis 12 Pf. nuc 50fg CM อา ร Stall Levy mit Turikomödie v. Anton Herrnfeld Schluß ein Weihnachtsspiel für alt u. jung trotz halber Preise 40Pf., 75Pf., 1 M., 1,25, 1,50, 2 M. usw. noch ein Kind frei! Täglich 7, Uhr: Internationale Circus- Artisten Uhr: Manege- Wasser- Schaustück Der Graf von Monte Christo Überall erhältlich. 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Hollendorfplnferate im hier in Berlin fremd und ohne Täplich 8 Uhr. Die Grüne Flöte Regie: Max Reinhardt Matray, Sterna, Solweg, Blum usw. denes Vorprogramm! Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Die tolle Posse Der Meisterboxer Der Gipfel des Humors! u. das neue Progr. METROPOL VARIETU 8 Uhr: Das große urkomische Weihnachtsprogramm intritt 1, 2 u. 3 M Frische, junge Fett( 1.10 Gänse 1.20 9 bis 14 Pfd. schwer. nur erstklassige deutsche Ware. Wegner, Berlin 50. Mariann nstr. 34. Vorwärts Anhang ist, in Bersammlungen, Theater und auf Spaziergängen begleiten? Offerten unter Z. 51 an fichern Erfolg! bie Expedit. bes Borwärts" erbeten Schwerhörige! Die neuesten und besten Hörapparate und Hörrohre der Firmen Siemens& Halske A.-G., Deutsche AkustikGesellschaft und G. A. Schulze werden in einer Eintritt Weihnachts- Ausstellung frei Fasanenstr. 49, Gartenh. pt. Eintritt frei! ( am Untergrundbahnhof Hohenzollernpl) am 12. Dezember und am 13. 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Die Einrichtung der Geschäftsaufsicht hat sich bekanntlich nicht bewährt. Sie gab vielen Firmen, die in ernstliche Schwierigkeiten geraten waren, die Möglichkeit, ihre endgültige Auflösung im Wege des Konturses noch mpnatelang hinauszuzögern. Das bedeutete naturgemäß, daß die Gläu biger folcher Firmen, die sich unter Geschäftsaufsicht begeben hatten, lange Zeit in Unsicherheit darüber blieben, welchen Teil ihrer Forde rungen fie zurüderhalten würden. Durch die Neuregelung soll eine Beschleunigung des Verfahrens erreicht werden, mit der Wirkung, daß schnell klare Verhältnisse entstehen und daß die Baren- und Vermögensbestände der zahlungsunfähig gewordenen Betriebe ohne Berzögerung in andere Hände übergehen können mit der Wirkung, daß ein reichlicheres und dringenderes Angebot an Sachwerten nun auch zu einer Serablegung der Preise führt. In Zukunft wird eine zahlungsunfähige Firma, soweit sie noch nicht als tontursreif anzusehen ist, nur noch das Recht haben, ein gerichtliches Bergleichsverfahren zwischen fich und ihren Gläubigern herbeizuführen. Während bisher zu einem solchen Vergleich die Einstimmigkeit aller Gläubiger erforderlich war, ergibt fich nach dem Gefeßentwurf, soweit er bisher bekannt ist, die Mög lichkeit, einen gerichtlichen Vergleich auch dann durchzuführen, wenn einzelne Gläubiger widersprechen. Damit foll ver. mieden werden, daß einzelne Gläubiger eine allzu große Macht erhalten, die sie zur Ausschlachtung der Schuldner- Firmen gebrauchen tönnten. Zu dem Beschluß soll eine qualifizierte Mehr heit der Gläubiger erforderlich sein. Der Bergleich muß in der hältnismäßig turzer Zeit in der Regel binnen 6 oder 8 Wochen -zustandekommen. Gelingt es bem gerichtlichen Bergleichsver fahren nicht, einen Bergleichsbeschluß zustande zu bringen, so tritt dann sofort der Konfurs ein, ohne daß noch ein besonderer Antrag hierzu erforderlich wäre. " schriftliche Erklärung der Mehrheit der an dem Verfahren beteiligten Gläubiger, die zugleich drei Biertel der Gesamtsumme der von dem Vergleich betroffenen Forderungen darstellen müssen, daß sie mit der Eröffnung eines Vergleichsverfahrens einverstanden sind" usw. Das Gericht fann, um eine Entscheidung über den Antrag herbeizuführen, Gericht fann, um eine Entscheidung über den Antrag herbeizuführen, die zuständige Vertretung des Handels, Handwerks, der Landwirt die zuständige Vertretung des Handels, Handwerks, der Landwirt fchaft usw. anhören. Die Entscheidung muß aber spätestens in drei Wochen nach dem Eingang des Antrages getroffen werden. Eine Ablehnung des Antrages ist aus verschiedenen Gründen, z. B. wegen Mangels an Masse, wenn der Offenbarungseid geleistet ist, wenn ein Berfahren wegen betrügerischen Bankrotts, Glücksspiels usw. schwebt, möglich. Wird dem Antrage stattgegeben, so ist ein Termin zur Berhandlung über den Bergleichsvorschlag zu bestimmen. Der Schuldner darf während der Dauer des Berfahrens(§ 24) fein Eintommen nur insoweit für sich verbrauchen, als es zu einer bescheidenen Lebensführung für sich und seine Familie unerläßlich ist". Bei Lebensführung für sich und seine Familie unerläßlich ist. Bei Eröffnung des Verfahrens fann das Gericht, widerruflich, eine Vertrauensperson, für die durch die Gläubiger Borschläge zu machen find, bestellen. Erscheint diese Bestellung entbehrlich, fo fann das Gericht darauf verzichten. Die Bertrauenspersonen tönnen (§ 32)„ von dem Schuldner die Erstattung ihrer angemessenen baren Auslagen und die Zahlung einer angemessenen Bergütung ver. langen. In dem Verhandlungstermin selbst wird über den vom Schuldner zu erbringenden Bergleichsvorschlag beraten. Auf Verlangen eines am Berfahren beteiligten Gläubigers hat der Schuldner im Bergleichstermin den Offenbarungseid dahin zu leisten, daß er sein Vermögen so sorgfältig angegeben habe, als er dazu imstande sei und er insbesondere teine Schulden verschmiegen und teine erdichteten Forderungen aufgestellt habe(§ 46). Der Schuldner hat persönlich zu erscheinen. Eine Vertretung ist nur in besonderen Fällen zulässig. Am Abschluß eines Vergleichs ist erforderlich, daß erstens die Mehrzahl der an dem Verfahren beteiligten Gläubiger dem Bergleich zustimmt und zweitens die Gesamt. höhe der Forderungen der zustimmenden Gläubiger wenigstens 75 Bro&. der Forderungen der an dem Verfahren beteiligten Gläubiger beträgt. Die Mehrheiten berechnen sich nach Der Verden im Vergleichstermin anerkannten Forderungen. Der Gefeßentwurf wird wahrscheinlich schon bald dem Reichsgleichstermin tann auf Antrag von 75 Broz. der erschienenen tag zugehen, der dann zu prüfen hat, ob das neue Berfahren, das Gläubiger vertagt werden, wenn zu erwarten ist, daß der neue die Stellung des Gläubigers stärkt und einen Druck auf die Lage Termin zu einem Vergleich führen wird. Der neue Termin ist als. des Schuldners bedeutet, eine ausreichende Sicherheit dafür bietet, bald zu bestimmen und darf nicht über zwei Wochen hinaus anberaumt werden. Eine nochmalige Bertagung ist aber unzulässig daß sich die erwünschte Wirtschaftsbereinigung" mit feiner Hilfe schnell und wirksam genug durchsetzt, ohne daß damit(§ 51). Stommt es zu einem Bergleich, so bedarf dieser der gerichtlichen Bestätigung. Der Bergleich fann verworfen werden, allzu große Härten und eine Rechtsunsicherheit entstehen. und zwar, wenn das Bergleichsverfahren nachträglich unzulässig wird oder sich herausstellt, daß eine Eröffnung durch das Gericht abgelehnt hätte werden müssen. Für eine Verwerfung des Vergleichs genügt auch die Feststellung, daß der Vergleich unlauter ist und bem gemeinsamen Interesse der beteiligten Gläubiger widerspricht" (§ 53). Wird der Bergleich verworfen, so ist zugleich, auch wenn ein Antrag nicht gestellt worden ist, zu entscheiden, ob das Konturs. Einzelheiten des Entwurfs. Aus dem Entwurf, der gestern veröffentlicht worden ist, find folgende Einzelheiten hervorzuheben: Der Schuldner fann, wenn er zahlungsunfähig geworden ist oder wenn Ueberschuldung vorliegt, bei dem zuständigen Gericht die Eröffnung eines gerichtlichen Bergleichsperverfahren zu eröffnen ist. fahrens beantragen. Damit wird jedes andere Abkommen des Schuldners oder anderer Personen mit einzelnen Gläubigern, durch welches diese bevorzugt werden, nichtig. Dem Antrage find beizu fügen die Adressen der Gläubiger, eine Vermögensaufstellung, bie Nochmals: Reichslandbund und Weinbau. Er Wir hatten schon vor acht Tagen Gelegenheit, auf die ver. logene Propaganda des Reichslandbundes in der Weinbaufrage hinzuweisen. Der Reichslandbund antwortet in der letzten Ausgabe seines Bundesorgans auf unsere Aus. führungen. Noch immer wagt es der Reichslandbund nicht, seinen Lesern unsere Auffassung über den deutschen Beinbau im 3u. fammenhange vorzulegen. Er wagt es nicht, seinen Lesern zu fagen, daß der Rückgang des Weinbaues in erster Linie zurückzuführen ist auf die Ronkurrenz anderer alto. holischer Getränke( Bier, Branntwein, Litöre usw.). sagt seinen Lesern nicht, daß die Berlegung des Weinbaues in füblichere Gebiete eine internationale Erscheinung ist. Er verschweigt seinen Lefern, wohin die Winzer gefommen find, die an den jetzt wüsten früheren Weinbergen an der Ahr, am Main, am Rhein, am Nedar, an der Tauber ein bauten. Kurz, nach wie vor enthält er den Winzern die Wahrheit vor. Im Gegenteil, er behauptet, er habe den wichtigsten Teil unferes ersten Artikels über den Weinbau abgedruckt, während er in Wahrheit nur etwa ein Biertel gebracht hat und während dieses Viertel nichts über diejenigen Dinge enthielt, die für die Beurteilung der Lage des deutschen Weinbaues von Wichtigkeit sind. In unserem ersten Auffah hieß es:... benn der größte Teil des deutschen Weinbaues ist lebensunfähig, und das Problem des deutschen Weinbaues liegt im Grunde darin, wie man ihn am ersten und am besten liquidieren, seinen Werttätigen gründlich und nach haltig helfen tann." Aus diesem Sah ergab sich flar, daß wir nicht behaupteten, daß der gesamte deutsche Weinbau lebens unfähig sei, sondern daß es nur ein Teil sei. Wenn das nicht noch einmal ausdrücklich betont war, so deshalb, weil wir nicht mit den tolmudgeschulten Dialektikern des Reichslandbundes" als Lefern rechneten, sondern mit Menschen, die die Notlage der deutschen Beinbauern verstehen und ihr abhelfen wollen. Eben dies aber will der Reichslandbund nicht; sondern für ihn ist die Notlage des deutschen Weinbaues nur ein a gitatorischer Borwand, wie seine neuen perlegenen Ausführungen nur zu deutlich zeigen, in benen er es wiederum nicht magt, unsere Ausführungen wieder zugeben. Beim Zurückgreifen auf unseren ersten Auffaz läßt er jezt den Vorfah, in dem davon die Rede ist, daß der größte Teil des deutschen Beinbaues lebensunfähig jei, fort und fonftruiert so einen Unterschied mit unserer zweiten Aeußerung, nach der es darauf antäme, denjenigen Teil des deutschen Weinbaues, der nicht in der Lage ift, Qualitätsweine zu produzieren, zu liquidieren. Sachlich haben wir beide Male genau dasselbe gefordert und haben das mit Recht getan. Denn wir haben uns flargemacht, daß die Winzer heute, wie die Dinge nun einmal liegen, aus dem Weinbau Die kluge Hausfrau nimmt nur das echte Wie die Regierung betont, soll die Neuregelung bald erfolgen. Der Entwurf ist dem Reichsrat bereits zugeleitet worden. Der Entmurf sieht aber für die Abwicklung der schwebenden Geschäftsauffichten entsprechende Fristen vor. in die Fabrit wandern und auch weiter wandern werden, wenn man ihnen nicht Siedelungsmöglichkeiten eröffnet. Der Reichslandbund enthält aber weiter seinen Lesern auch offenfundige Tatsachen vor. Er behauptet jetzt ernsthaft, daß die im deutsch- spanischen Handelsvertrage feinerzeit zugestandenen 3ollermäßigungen ein Absinten des Weinpreises in Deutschland bedingt hätten. Er verschweigt seinen Lesern, daß von einem solchen Absinten, soweit sich dies ftatistisch übersehen läßt, teine Rede sein fann. Er verschweigt, daß bei einem Bollfag von 80 m. pro Doppel. zentner, das sind mehr als 90 m. pro hektoliter, der Wert des ettoliters niemals auch nur die Höhe dieses 3ollsages erreicht hat. Er verschweigt weiter, daß nach Ausweis der amtlichen Statistik der Hektoliter Weinmost bei der Ernte des Jahres 1923 einen Wert von 53,50 M., bei der Ernte des Jahres 1924 einen Wert von 52,45 m., also nur ganz geringfügig weniger Wert hatte, obgleich die Ernte des Jahres 1923 bei den alten Sollfäßen, die Ernte des Jahres 1924 bei den Sägen spiegeln feineswegs irgendwie die eingetretene Bollermäßigung wider des spanischen Vertrages so bewertet wurde; d. h. also, die Preise Budem liegen diese Preise beinahe genau auf der gleichen Höhe wie der Durchschnittspreis der Jahre 1911 bis 1913. Benn schließlich der Reichslandbund behauptet, daß die Sozialdemokratie angesichts der Notlage der Landwirtschaft nicht das Recht habe, einer aufbauenden Siedelungs. politit das Wort zu reden, so weiß der Reichslandbund so gut wie wir, daß die gegenwärtigen Preise für Milchprodukte sowohl wie für Schweine dem bäuerlichen Betriebe ein verhältnismäßig besseres Austommen als anderen Zweigen der Landwirtschaft sichern, und es bedarf wohl teines besonderen Hinweises darauf, daß das Bauer in Not" des Reichslandbundes nicht für diejenigen Kleinbetriebe gelten kann ,, die auf der Grundlage der tierischen Bro. buftion aufgebaut find. Zudem übertreibt der Riechslandbund, wie üblich, die Zahl derjenigen Familien, die für die Umsiedlung wirklich in Frage fämen. " P Die Zahl der landwirtschaftlichen Weinbaubetriebe in Deutsch land beträgt höchftens 180 000, und von diesen ist wiederum für einen Teil der Weinbau nur eine nicht besonders wichtige Neben fultur. In einem anderen Teil dieser Betriebe dürfte bereits heute industrieller Nebenerwerb der Familienangehörigen zur Grundlage des Familieneinkommens geworden sein. Aber diese fachlichen Erwägungen spielen gar keine Rolle. Der Winzer ist für den Reichslandbund eben fein Gegenstand fürsorgender Politit, sondern nur ein Agitationsobjekt. Neue Schwierigkeiten für die spanischen Vertragsverhandlungen. Bekanntlich hat der Reichstag einen Antrag der Winzer, daß die Zölle für spanische Weine nicht unter die Säße des deutsch italienischen Vertrages ermäßigt werden dürften, dem handelspoliMittwoch, 9. Dezember 1925 tischen Ausschuß überwiesen. Dieser hat jetzt mit schwacher Mehrheit sich auf den Boden dieser Forderungen gestellt. Aus Kreisen der Exporteure wird nun mitgeteilt, daß beim Festhalten an diesen Farderungen die ernste Gefahr besteht, daß die bisher ganz günstig verlaufenen Verhandlungen mit Spanien erneut in Frage gestellt werden. Man verweist darauf, daß seinerzeit nach Abschluß des bald darauf gefündigten deutsch- spanischen Handelsvertrages den Winzern zahlreiche Vorteile, gewissermaßen als Ausgleich, bewilligt wurden, wie z. B. Erlaß der Weinsteuer und Zuckersteuer, Kreditbeihilfen, Beihilfen zur Schädlingsbekämpfung usw. Nach Meinung fachmännischer Seite wird der Wert dieser Vorteile ungefähr dem Werte der deutschen Weinproduktion eines ganzen Jahres gleichkommen. Es wäre nur recht und billig, wenn jetzt die Winzer fich zu einem Entgegenkommen bereit zeigten, da durch ein erneutes Scheitern der Handelsvertragsverhandlungen mit Spanien der deutschen Gesamtwirtschaft erneut großer Schaden entstehen würde. Die Bilanz der Reichspost. Die Deutsche Reichspost legt soeben den Geschäftsbericht für das wirtschaftsjahr 1924 vor. Aus dem sehr eingehenden Jahresbericht ist die Gestaltung der Einnahmen und Ausgaben besonders interessant, wobei ein zahlenmäßiger Vergleich mit 1923 infolge des MWährungsverfalls nicht möglich ist: Einnahmen. 1. Boftwesen, Postgebühren. fonstige Einnahmen ( einschl. Bostichedverkehr) 2. Telegraphie( einschl. Funkwesen) 3. Fernsprechwesen • Gesamteinnahmen Ausgaben. % d. Gefamteinn. Mill M. • 726,6 181,1 907,7 54,9 98,0 5,9 648,3 39,2 1 654,0 Mia. M. % d. Gefamtausg. 862,5 54,4 570.5 36,0 152,2 9,6 Gesamtausgaben Abschluß: 1585,2 1654,0 1 585,2 68.8 A. Fortbauernde Ausgaben 1. Beriönliche Ausgaben 2. Sächliche Ausgaben B. Einmalige Ausgaben Gesamteinnahmen. • Gesamtausgaben( fortdauernde und einmalige) mithin Ueberschuß Am Schlusse des Berichtsjahres betrug der Stand der Rücklage 82,7 Mill. Mart. Der wirklich erzielte Gesamtüberschuß überschreitet den veranlagten Ueberschuß von 29,2 Mill. Mart um 39,6 mill. Mart. Dabei sind vor der Feststellung des Ueberschusses u. a. Abschreibungen in Höhe von 108 Millionen und Rücklagen in Höhe von 83 Millionen abgebucht worden; außerdem wurden dem Betriebsmittelfonds 40 Mill. Mart zugeführt, ferner wurde an Bayern und Württemberg eine Entschädigung von 50 Mill. Mark gezahlt. In dem Ausblick wird zum Schluß gesagt, daß der Rückschluß von der günstigen Entwicklung 1924 auf das Jahr 1925 noch nicht berechtigt sei. Die Reichspost wird bestrebt sein, ohne wesentliche Hemmungen ihre Wirtschafts- und Berkehrspolitik den Bedürfnissen der allgemeinen Bolts- und Weltwirtschaft schnell und nachweislich anzupassen. Abbruch der Eisentruftverhandlungen. Bon beteiligter Seite wird der Ronjunttur- Korrespondenz" über den Stand der Verhandlungen über die Bildung eines deutschen Eisentruftes folgendes mitgeteilt: Am Sonnabend, den 5. Dezember, wurde in Düsseldorf weiter verhandelt. Man war allgemein der Meinung, daß, nachdem die Besprechungen der letzten Wochen keinerlei pofitives Ergebnis gezeitigt hatten, fie nunmehr in dieser Sigung endlich zu Beschlüssen tommen würden. Wie immer, war auch hier die Quotenfrage scharf umstritten. Zuletzt wurden von einem der vier beteiligten Konzerne noch Forderungen aufgestellt, die für die übrigen Interessenten unannehmbar waren. Aber auch die Personenfrage scheint hier im Vordergrund gestanden zu haben, und es scheint, daß sich die Lage bei der Sonnabendverhandlung deshalb etwas zugespitzt hat. Man hat dagegen in weiten Kreisen die Ueberzeugung gewonnen, daß es zweckmäßig ist, die Verwandlungen vorläufig einmal abzubrechen, als in dem augenblicklichen Stadium weiter zu verhandeln. Ob man in dieser Sache noch im laufenden Jahre einmal zusammenkommen wird, scheint fraglich, jedoch soll die Fühlungnahme der Interessenten untereinander weiter bestehen bleiben. Industrielle Beschäftigung und fommunale Auslandsanleihen. In der Generalversammlung der Bamag- Meguin A.-G., deren Geschäftsbericht und Bilanz von uns schon besprochen ist, wurden von der Verwaltung über die Aussichten folgende Ausführungen gemacht: Diejenigen Werke des Unternehmens, die an den Steinkohlenbergbau und an die Hüttenindustrie gebunden sind, leiden unter dem Mangel an Aufträgen. Die wenigen Aufträge, die hereintommen, stammen aus den Gegenden westlich des Rheins und aus dem Auslande.( Merkwürdigerweise hat die Verwaltung über die beabsichtigte Stillegung des Buzzbacher Wertes feine Mitteilungen gemacht. Die Red.) Die Abteilungen, die sich mit der Herstellung von Triebwerken befassen, also in erster Linie die Dessauer Fabriten, haben ebenfalls über einen geringeren Eingang von Aufträgen zu flagen, doch ist das Abflauen in diesem Jahre nicht größer als in anderen Jahren zur Herbst- und Winterzeit. Günstig ist ber Geschäftsgang bei den Werken, die sich mit der Anlage von Kom munalwerten, mit Gas- und Wasserwerken beschäftigen. Hier liegen Projekte erheblichen Umfanges vor. Schwierigkeiten macht Wirtschaft, aber auch von amtlicher Seite Front gemacht wird. die Finanzierung, da gegen die Anleihen der Kommunen von der Dabei sei es erwiesen, daß die Anlagen, die die Gesellschaft für die Kommunen gebaut habe, stets produttiv gewesen seien. Sehr erheblich ist die Befferung in der chemischen Industrie. Projekte größeren Umfanges, die aus dem Auslande vorliegen, gewährleisten diesen Abteilungen Beschäftigungsmöglichkeit. Ratifizierung des deutsch- fchweizerischen 3allabtommens. Der Schweizer Bundesrat hat das vorläufige gollabkommen mit dem Deutschen Reiche ratifiziert. PALMIN mit dem Namenszug:. Dr Rilind auf jeder Packung! Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Rreis Tiergarten. Seute, Mittwoch, den 9. Dezember, nadimittags 5½ Uhr, Bezirksversammlung, Bochumer Sir. 18. 13. Kreis Tempelhof. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, Fral tionsfigung im Rommiffionszimmer, Tempelhof. Dorfstraße. 14. Rreis Neukölln. Donnerstag, den 10. Dezember, im Barteibureau, RedarStraße, Sigung der Abteilungsobleute der Elternbeiräte. 17. Rreis Lichtenberg. Bildungsausschuß: Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, in ber Bibliothek Weichfelftr. 28, Gigung. 13. t. 7 14. 261. 7 21. bt. 7 28. 6t. 7 31. bt. 7 Heute, Mittwoch, den 9. Dezember: Uhr im Artushof, Berleberger Str. 29, Mitgliederversammlung. Uhr Rahlabende in ben befannten Lotalen. Uhr Rabbabende in den bekannten Lokalen. Uhr Sahlabend in den bekannten Bezirkslokalen. Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Bortrag: Die politische Lage". Referent Regierungsrat Gaertig. 43. Abt. 7 Uhr Rablabend in ben bekannten 2okalen. ww Der - Ane 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr in der Gemeindeschule. Rahlabend. Borstand und die Funktionäre tagen bereits um 7 Uhr ebenda, Genoffen und Genoffinnen müssen unbedingt erscheinen. Renton. 91. bt. 7% Uhr Rahlabende: 20., 21., 39. Beairt bei Röfter, Rarls. gartenftr. 4; 40. und 50. Beairt bei Lüddede, Karlsgartenstr. 12: 38., 41., 49. Bezirk bei Mischke, Münchener Str. 23: 87., 42., 48. Beairt bei Stah. mann, Münchener. Ede Reuterstraße. Diefen Monat müffen Rahlabende fbattfinden, ba uns ein Gaal nicht anz Berfüauna teht. Erscheinen aller 95, Abt. Die Beihnachtsfpenden Genoffinnen und Genoffen ist nicht. für die Rindber ber arbeitslofen Genoffen müssen unbedingt heute, Mitte modi, den 9. Dezember, abgerechnet werden, 98. bt. 7½ Uhr bei Teich, Rnefebecftr. 135, Rahlabend. 99. Abt. Brik- Budow. Infolge der Kreisveranstaltungen und Groß- Berliner Berfammlungen findet der Rablabend in diefer Woche für unfere Abteilung nicht statt. Dafür Rahlabend am Mittwoch, den 16. Dezember. 7% Uhr. Abt. 140a Wittenau. Der Rahlabend fällt aus und finbet bafür am Mittwoch, ben 16. Dezember, statt. 33. bt. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 7 Uhr, in der Schulaula Naglerstr. 3, Mitaliederversammlung. Bortrag: Die Stellung der fozialdemokratischen Reichstagsfraktion au den schwebenben politischen Fragen". Referent Dr. Adolf Braun, M. d. R. Bollzähliges Erscheinen ift dringend erforderlich. 121. Abt. Rarlshorst. Mittwoch den 9. Dezember, abends 8 Uhr, im Fürftenhaus, Trestowallee 93. Bortrag Locarno und RegierungsPrife". Referent Genoffe Breitscheid. M. d. M. Zahlreiches Er. fcheinen zu der öffentlichen Bersammlung erbeten. Der Gaal ift aut geheizt. Frauenveranstaltung: 110. t. Grünau. Infolge, Erfrankung unferer Leiterin findet unfer Frauen abend am Freitag, den 11. Dezember, nicht statt. Die Genoffinnen werden ersucht, am Mittwoch, den 9. Dezember, unferen Rahlabend au befuchen. Bereinigung fozialdemokratischer Stubenten. Am Donnerstag, ben 10. De sember, abends 8 Uhr, im Sozialwissenschaftlichen Klub, Wilhelmstr. 48, 3 r., fpricht Genoffe Bern Mener, Direktor der Arbeiterbant, Berlin, über das Thema„ Arbeiferbanken in Deutschland und Amerika". Gäste, auch nicht Studierende, find herzlichst eingeladen. Seinrich- Lersch- Abend. Seute, Mittwoch, den 9. Dezember, lieft Seinrich Lersch in der Aula der 1. Gemeindefchule Reinickendorf- Oft. Lindauer Straße, aus feinen Dichtungen. Der gefamte Erlös des Cinlaßkarten Abends dient der Unterstükuna des tranten Dichters. find an der Abendkasse erhältlich. Die Bartei- und Jugenhoenoffen, Eauch anderer Kreise, werden gebeten, diefe Beranstaltung au befuchen. Beginn 8 Uhr. Eintritt 50 Bf. Jungfozialisten, Gruppe Reinickendorf. Sunofozialisten, Gruppe Reinidenbort. Mittwoch. ben 9. Dezember, 8 h, Gemeindefchule Lindauer Straße. Beteiligung am Heinrich- Lersch- Abenb. Gämt. liche Mitolieber müffen erfcheinen, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Berlin- Mitte. Donnerstag. ben 10. Dezember, abends 8 Uhr vünktlich, lieft Genoffe Seinrich Schula im Kreis der Funktionäre im Seim Blumenftr. 77 ans feinen Märchenbüchern vor. Interefferte Genoffen find hera'ichst eingeladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 16. Abt. Unfer Genoffe Friedrich John, Neue Sochite. 29, ift vet. ftorben, Einäfcherung am Mittwoch, den 9. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Rrematorium Gerichtftroke. Wir erwarten rege Beteiliguna, 91. Abt. Neufönn. Am 25. November verstarb nach schmerem Leiden unfer langjähriger Genoffe frit Siewert, Mainzer Str. 36. Die Einäfcherung ist schon erfolgt. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Frauengruppe bes Bereins felbständiger Handwerker jüdischen Glaubens an Berlin. Donnerstag, ben 10. Dezember, abends 7½ Uhr, im Sikungsfaal des Berwaltungsgebäudes der Jüdischen Gemeinde, Rofenftr. 2-4, Bortrag von Frau Rabbiner Dr. E. Eichelbacher: Die Jahrtausendfeier der Rheinlande". Gäfte herzlich willkommen. Eintritt unentgeltlich. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfracen, Berlin- Treptow. Freltaa. den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im Reichenfaal der 6. Treptower GemeindeIchule, Bildenbruchstr. 53, 3 Tr., fpricht Lily Dröscher, Leiterin des BestalozziFröbel- Sauses, über Erziehungsziele für die weibliche Jugend". Eintritt frei. Mieten Sie von uns Staub sauger ORION Dieser ist in 6 Monaten Thr Eigentum Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsletter! Seute Abrechnung. Barten zur 2. Proletarischen Feierstunde am Sonnabend, ben 26. Dezem ber( 2 Beihnachtstag), normittags 11 Uhr, Träume der Mietstaferne", find im Jugendfefretariat aum ermäßigten Breise zu haben. Eröffnung unserer Beihnachtsausstellung am Sonntag, den 13. Dezember, im Jugendheim Lindenstr. 3.( Geöffnet. von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends). Heute, Mittwoch, den 9. Dezember: Selmbolkplak: Schule Eberswalder Str. 10, Mitgliederversammlung. Webbing: Schule Ruheplas, Ede Antonftrake, Bortrag: Was sollen wir Tefen?" Rofenthaler Borstabt: Schule Gipsstr. 23a, Aler.- MerIn- Abend. → Often( Petersburger Biertel): Jugendheim Ebertnftr. 12, Vortrag: Erlebnisse aus Rußland. Giboffen( Reichenberger Biertel): Jugendheim Reichenberger Westen: Rinderhort Straße 66, Bortrag: Reifeeinbrüde aus Schweden". Dennewigstr. 23. Bortrag: Was ift Sozialismus?" Lankwik: Gemeindeschule Niedersa öneweide: Schule Berliner Str. 31, Schulstrake, Seine- Abend. Ausforache: Arbeiterdichtung in der Entwidlung der Gesellschaft". berg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22. Bortrag:. Was wir wollen". ber- Narb: Jugendheim Vartaue 10. Seguelle Frage". EFFFFFFFFFFFFEREDET Lichten Bichten Werbebezirk Arenabera. Seute, Mittwoch, den 9. Dezember, im Gigungs faal Borditr. 11, abends 7 Uhr. Vorführung des Samburgfilms. Ein tritt 30 Bf. Gorgt für rege Beteiligung. Bildungsfurfe. Berbebezirk Reus: Der Rurfus fällt aus. Fortfehung nächsten Mittwoch. Geschäftliche Mitteilungen. Am Sonnabenb, ben 12. und Sonntag, den 13. Dezember, findet in ben Räumen des Vereins der Schwerhörigen Sephata". Fasanenstr. 49, nahe am Untergrundbahnhof Sohenzollernplak, eine Ausstellung der neuesten elektrischen Hörapparate und Hörrohre und Borführung von Bielhörer- und Radioappara en File Schwerhörige ftatt. Die Ausstellung ist am Sonnabend von 12 bis 2 Uhr und 3 bis 6 Uhr und am Sonntag von 10 bis 2 Uhr und 3 bis 6 Uhr geöffnet. Eintritt für jebermann frei. Wefter für Beef'n und Umgegend. Berlin anfangs noch ziemlich Für better, am Tage milder, später langfame Burahme der Bewölkung. Deutschland. In Weft- und Mitteldeutschland milder, im Diten noch roit. 1926 Die AEG hat einen sehr schmerzlichen Verlust erlitten. Aus einem an Arbeit und Erfolgen außergewöhnlich reichen Leben ist unser lieber Freund und Kollege Professor Dr. phil. Dr.- Ing. h. c. Georg Klingenberg Geheimer Baurat nach kurzer Krankheit verschieden. Als Ingenieur und Mensch gleich bedeutend, wird er, tief betrauert von uns, in der Geschichte der Deutschen Elektrotechnik, die ihm viel verdankt, fortleben. evaden Aufsichtsrat und Vorstand in derate Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft Von der Höhe erfolgreichen Schaffens riẞ jäher Tod unser langjähriges Vorstandsmitglied, Herrn Professor Dr. phil. Dr.- Ing. h. c. Georg Klingenberg Geheimer Baurat Als vorbildlicher unermüdlicher Führer und selbstloser Berater wird er in jedem von uns fortleben. Berlin, den 7. Dezember 1925. Die Prokuristen und Oberbeamten der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft Am 7. De ember, früh 5 Uhr, ent fchlief fanft ganz unerwartet an einem Serzletben meine inniggeliebte Frau unfere treujorgende gute Mutter, Schwieger- und Großmutter Anna Utheẞ im Alter von 50 Jahren. 1490b Dies zeigen on im tie ften Schmerz: Albert Uthen. Als Kinder: Albert, El e. Alfred, Bruno Friz Nicklen. Schwiegerlohn Luife Utheß geb. Brod mann, Schwiegertochter. Um ftille Teilnahme bittenb Reutölln, den 8. Dezember 1925, Lenauftr. 18 Die Einäfcherung findet am Freitag, ben 11. b. W na mittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt T Am 6. De., früh 7%, Uhr, entfchitet anft nach langem fchweren Leiden meine herzenegute Frau und Mutter Margarete Staarb Henke In the er Trauer: Willy Staar u Sohn Lichtenberg. Emanuelftr. 6 Elnä cherung am Donne stag, den PRaddatz& Co Berlin W66 Leipzigerstr. 122-123 KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 12 Pigen, welche für dia Fettgedrucktes Wort 25 Pf. zulässig 2 fettgedruckte Norte).- Stellen yesuch das 1 Wert( feltgedruckt 15 Pedes waitere War 10 P Worte mit mehi als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Nummer bestimmt sind, müssen bis spätestens 4/2 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts. Lindenstraße 3. abgegeben werden. Dieselbe stwochentags von morgens 32 Uhr bis nachm. 5 Uhr ununterbrochen redffnet. Verkäufe Teppich Schrager verlauft aegen be quemite Teilzahlung Teppiche. Brüden. 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