Mr. 149. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonnto gs- Beilage Die Neue Welt". Sonnabend, den 29. Juni 1895. Das Lied vom braven Hammerschmied. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. wie weiland jener Kurfürst von Hessen, der die Revolutionsjahre einfach aus der Geschichte herausstreichen zu können vermeinte. Den Klassenkampf, den Gegensatz zwischen ausgebeuteten Arbeitern und arbeitausbeutenden Kapitalisten Hoch klingt das Lied vom braven Mann, wie Drgelton hält er für eine freie Erfindung teuflischer Hezer und und Glockenklang- eine herzinnige Freude bereitet es proklamirt dafür seine und seiner liebevoll bevaterten Arjedem fühlenden Menschen, es anstimmen zu hören, be- beiter Zugehörigkeit zu dem alten ehrenhaften Stande der sonders, wenn der lobpreisende Sänger sothaner braver Hammerschmiede". Für unseren Hammerschmied haben nun Mann in eigener Person ist. Kizelt doch Eigenlob, wie aber Worte häufig einen ganz anderen Sinn als für andere ein wohlbewährtes Sprichwort sagt, gar lieblich die Nasen Menschen. Da lesen wir:" Selbst ist der Mann" ist der gleich citel Ambraduft und Myrrhen. Grundsatz jedes tüchtigen Arbeiters, mit dem er auch seinem Arbeitgeber gegenüber am weitesten kommt...." Böllig einverstanden! " Die Weltlage ist so bewegt, daß sie mehr und mehr Das Interesse jedes denkenden Menschen in Anspruch Bum alten ehrenhaften Stande der Hammerschmiede" nehmen muß. Die Umsturzvorlage ist zwar gefallen, allein hat sich unser braver Mann stets und allerorten mit Stolz bekannt", Freiherr von Stumm- Halberg ist sein Name und Verlaßt euch nicht auf Unternehmer und Bureaukraten! der Umsturz von oben wird eifrigst fortgesetzt. Die„ Saar- und Blies- Zeitung" stellt ihn, indem sie sein Aber wie kommt König Stumm zu dieser Einsicht? Ja, Namentlich richten die Anstrengungen der reaktionären eigenstimmiges Loblied durch den Druck weiter verbreitet, das meinen Hochdieselben eben ganz anders, denn weiter Parteien sich gegen das allgemeine Wahlrecht. uns vor als bewährten Arbeiterfreund", und die muß es lesen wir:.... während sein Zusammenschließen zu Das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterklasse soll politisch ia wissen, denn sie ist zugleich amtliches Kreisblatt für Kampforganisationen, welche früher oder später immer unter den Kreis Ottweiler" und somit von amitswegen lauterster die Botmäßigkeit fremder Agitatoren gelangen, feine Selb= entrechtet werden. Und der Kampf um das allge- Wahrheit beslissen. ständigkeit vernichtet..." Na, da haben wir die Offenmeine Wahlrecht, um die Rechte des Volkes muß vor allem in der Presse geführt werden. Die Presse ist die mächtigste Waffe des Volkes- und diese Waffe zu stärken, ist Pflicht des Volkes. " " 1 die Wie haben wir doch so wenig bisher unseren braven barung: Die organisationslosen Hüttenarbeiter im Königs Hammerschmied von Neunkirchen gekannt! Da sieht man, reich Stumm, die keine Wirthschaft, keinen Kaufladen bePann. Feierlich erklärt uns der brave Hammerschmied, daß Zeitung lesen, die ihm nicht nach dem Schnabel redet, bie wie üble Nachrede selbst das lauterste Menschenbild entstellen suchen dürfen, den ihr Brotherr geboykottet hat, keine er sich vor Gott verantwortlich fühle, das praktische nicht Mucks sagen dürfen ohne dürfen ohne obrigkeitliche GeWir fordern die Genossen auf, nach Kräften für die Christenthum zu bethätigen, und doch hat die böse Welt nehmigung, das sind freie, selbständige Männer Verbreitung des Vorwärts" thätig zu sein. Mitglieder feinen Anstand genommen, überall herumzuerzählen, besagter und großer Kampforganisationen, Nach Beendigung der Berliner Märztage" Hammerschmied und praktischer Christ habe noch vor kurzem gleichberechtigt im Kampfe um die Arbeitsbedingungen werden wir eine in Südamerika spielende Original- einem alten bebrillten Professor auf dem Duellwege mit dem den Unternehmern gegenüber treten, die Mitglieder des Schießprügel den Garaus machen wollen, weil derselbe seine Bundes britischer Bergleute" z. B., sind unselbständig und Erzählung, die ebenso spannend als belehrend ist, ver- sozialpolitischen Leistungen unliebsam fritifirt hatte. Da unfrei. Das Beispiel ist übrigens nicht willkürlich gewählt öffentlichen, und dann mit dem in der Gegenwart nun eines bewährten Arbeiterfreundes, alten Hammer- von uns. Herr v. Stumm hat die Güte selbst darauf hinspielenden Roman:„ Der Verrückte" beginnen, welcher schmiedes und praktischen Christen ein solcher ebenso lächer- zuweisen mit den Worten: Die englischen Gewerkvereine, die Vernichtung eines hoffnungsvollen Menschenlebens durch licher wie feiger Mordplan ganz und gar unwürdig wäre, welche uns von den falschen Propheten stets als Muster tirchlichen Fanatismus darstellt und ähnliche Zu- sondern nur allerhand Hanswürften zuzutrauen wäre, die vorgeführt werden, liefern dafür den besten Beweis." den schneidigen Lieutenantston im bürgerlichen Leben zu Da erscheint allerdings der Einwurf berechtigt: Spricht stände beleuchtet, wie sie jüngst durch einen sensationellen fopiren suchen, damit ein Strahl der militaristischen da aus des edlen Freiherrn Munde wirklich nur noch die Prozeß aufgedeckt worden sind. Gnadensonne auch auf ihren geölten Ehrenscheitel falle, so platte Unwissenheit und Unfähigkeit, allbekannte Beitmuß die ganze Geschichte vom Duell Wagner- Stumm er- erscheinungen zu verstehen, oder haben wir es da mit einem zwar unsagbar plumpen, aber doch böswilligen Versuch zu funden sein nichts als eitel Wind und Fabelei. Und es freut uns von Herzen, das hier einmal auf thun, den Neunkirchener Arbeitern ein für ein U vorgrund des selbsteigenen Leumunds- Zeugnisses unseres zumachen? braven christlichen Hammerschmieds ein für allemal feststellen zu können. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für die Monate Juli- September entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) Redaktion und Expedition des„ Vorwärts". ge Di Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Berliner Märztage. 50 " Und weiter wird mancher unserer Leser fragen: Wozu in aller Welt befaßt ihr euch des längeren und breiteren mit den Kapriolen dieses seichten Burschen? Haben wir nicht bessere Dinge zu thun in dieser ernsten Zeit? Was der brave Hammerschmied sonst noch an sozialpolitischer Weisheit zu tage gefördert hat, erreicht leider nicht ganz die schwindelfreie Höhe seines duftenden Eigenlobes. Nein, das ist ja gerade ein Zeichen dieser ernsten Zeit, Da weiß er leider nichts Neues zu erzählen. Als echter daß unter unseren Gegnern ein solcher seichter Bursche eine Vertreter eines ancien régime, der Verfallsära des Kapi- führende Rolle spielen kann, daß seine sozialpolitischen talismus, hat er nichts gelernt, aber auch rein gar nichts. Kapriolen als Aussprüche überwältigender Weisheit gläubig Er trägt noch immer mit Stolz seinen Zopf zur Schau, hingenommen werden von dem rathlosen Haufen, der sich Und nachdem die jubelnde Bourgeoisie ihre tauben des Unrechts, ein gellender Aufruf zum Kampfe für die Nüsse in Empfang genommen, da brachte das Volk von beleidigte Ehre des Volkes. Berlin seine eine und einzige Forderung zum Ausdruck: Und von Straße zu Straße, von Viertel zu Viertel feine Forderung sozialer Hilfe oder politischer Rechte, pflanzt er sich fort mit der Schnelle des Windes, und sondern eine billige, rein formale Forderung des Augen- dumpfes Sturmgeläut tönet grell in den lachenden Frühblicks, die einfach seine beleidigte Menschenwürde erheischte ling hinein, und aus dreihunderttausend Kehlen schallt es die kurze, lakonische Forderung: Militär fort!" wie Antlage und Urtheil zugleich:" Verrath! Berrath! Militär fort!" scholl es alsbald durch die ganze, nach Bu den Waffen!" zehntausenden zählende Menge. Auch die jubelnden Bürger Und siehe, die Schwachen und Wehrlosen werden plötzlich besannen sich, daß sie ursprünglich die Zurückziehung des zu reisigen Helden. Das geschärfte Auge sieht sich auf einMilitärs und die Bürgerbewaffnung verlangt hatten, und mal rings von Waffen umgeben, nach denen die Faust kurz ermuthigt durch die Erfolge, die sie eben erst so leichten entschlossen greift, um die Brust vor dem Feinde zu schützen. Kaufes errungen zu haben meinten, stimmten fie in Zur Wehr und Waffe wird, was den Zwecken friedlicher den donnernden Ruf des Volkes ein-- in den Ruf: Arbeit sonst diente- Aerte und Spaten, Stackete und Militär fort!" Balken, die Eisenstangen an den Thoren und die Schwengel an den Straßenbrunnen. Wer Flinten und Säbel hat, giebt sie willig hin, die Schwertfeger räumen ihre Läden aus, die Waffensammler opfern ihre theuer bezahlten HelleDie barden, Damaszenerklingen und Ritterschwerter. Wachen und Posten vor den öffentlichen Gebäuden sind im Nu überwältigt nur die Waffen gilt's ihnen zu nehmen, sie selbst läßt man laufen. Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. Waren sie denn blind, diese jauchzenden Bürger, sahen fie nicht die blizenden Bajonnete der Garderegimenter da drinnen im Schloßhof und die blinkenden Helme der Dragoner an der Stechbahn, und die drohenden, von Haß und Verachtung zeugenden Gesichter all der Soldaten und Offiziere, die diese schweifwedelnde Bürgerfanaille am liebsten mit Fußtritten regalirt und angespien hätten? Man hatte nichts, aber auch gar nichts bewilligt, so Und siehe, schon schwenken die Dragoner an der StechLange diese geschlossenen Massen bis an die Zähne bewaffneter bahn, als ob sie abrücken und die gerechte Forderung des Männer einer wehrlosen Menschenmenge gegenüberstanden, Volkes erfüllen wollten, und ein lautes Bravo! aus tausend die in vollem Vertrauen gekommen war, um mit ihrem Rehlen begleitet ihren Rückzug. König über die neue Lage der Dinge zu verhandeln. " Doch nein was ist das? was ist das? ,, Vertrauen gegen Vertrauen!" das war die natür- Mit einer plötzlichen Wendung machen sie Front und in liche Folgerung, die der schlichte Verstand des einfachen scharfem Galopp, mit geschwungenem Säbel, jagen die Reiter Voltes stellen mußte. Wenn es schon selbst bei der Neu- des Königs hinein in die dichtgedrängte Menge, die soeben gestaltung der Dinge übergangen war, wenn diese satten mit hellem Jauchzen den Morgenschein der neuen Freiheit Existenzen bei ihrem Handel mit den Machthabern im begrüßt hat. Inzwischen reißt die Jugend, Knaben und Mädchen, das Straßenpflaster auf, und in Körben werden die Steine emporgeschleppt auf die Dächer, die Dächer selbst aber abSchlosse nicht mit einem Wort der Hungernden da draußen Und fast im gleichen Moment rücken aus den Portalen gedeckt und die Dachziegeln in hohen Schichten als Gein den Vorstädten, der arbeitslosen, darbenden, durch Krant- des Schlosses die Franz- Grenadiere hervor und mit ge- schoffe aufgestapelt. Ganz Berlin ist nur noch ein einziges heit und Entbehrungen dezimirten Proletarier, gedacht hatten, fälltem Bajonnet und wirbelndem Trommelschlag schwenken gewaltiges Arsenal, in dem mit fiebernder Gile ein befo verlangte der gerade Sinn des Volkes wenigstens nach fie links nach der Kurfürsten- Brücke und im Sturmschritt leidigtes Bolt sich rüstet, um das ihm angethane Unrecht der gesunden, reinen Luft der Wahrheit, nach Ehrlichkeit geht's vorwärts, den Fliehenden nach, bis dicht vor die mit mannhafter Kühnheit von sich abzuwehren. und Offenheit, diesen alterprobten sittlichen Schätzen, die es Brücke. Nicht fragen diese Menschen nach den Chancen des zu jeder Zeit hochgehalten. Und während zugleich Schweizer Scharfschüßen mit Sieges, nicht ziehen sie Vergleiche zwischen den Waffen der gespannten Büchsen an der rechten Schloßseite zum Fluß- Gegner und den eignen, die vielfach nicht besser sind als Sie wissen und ufer schleichen, springen zwei Mann auf Kommando vor die Waffen der Wilden des Urwaldes. die Front der Grenadiere und feuern zwei Schüsse ab über fühlen nur das eine: daß sie nicht anders handeln die Köpfe der Menge. fönnen, als sie handeln, und daß sie werth wären, an Ein einziger wilder Schrei dringt hinauf zu den gespieen zu wenden, wenn sie anders handelten. Sie wissen Fenstern des Schlosses kein Schrei des Entsezens, der und fühlen, daß sie schuldlos find an dem, was geschehen, Angst und des Schreckens, sondern ein Schrei nach Sühne was geschieht, und was geschehen wird, daß all das Blut, Was standen diese Regimenter noch in den Straßen herum, nachdem doch der König mehr bewilligt hatte, als verlangt worden", nachdem er die eine Hand auf sein Herz gelegt und die andere zum Himmel erhoben hatte"? Wohlan benn, fort mit ihnen, mit diesen Infanteristen und Kavalleristen -oder sollten sie etwa ein fünftes Massakre, ein fünftes blutiges Resseltreiben auf das Bolt im Sinne haben? an die Erhaltung des Bestehenden klammert. Unser Brom. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen: der[ werden soll, konnten wir nicht erfahren. Jm Kanton Bern braver Hammerschmied ist sich seiner Bedeutung auch Entwurf der Bestimmungen für die diesjährige Volkszählung, hat die fonservative Partei das Initiativbegehren in der Formu wohlbewußt. Gelegentlich Gelegentlich einer Polemik gegen die der Entwurf eines Vertheilungsplans für den durch das Gesetz vom lirung der sozialdemokratischen Partei angenommen. Danach christlich- sozialen Geistlichen und Politiker, die ihn seiner 23. v. M. zur Verfügung gestellten Betrag zu Beihilfen an be- sollen der Kantonsrath, die Regierung und das Obergericht dürftige ehemalige Kriegstheilnehmer, die Vorlage, betreffend die proportional gewählt werden. Das Initiativbegehren bringt für eigenen Auffassung nach geradezu als einen Schurken hin- einstweilige Zulassung von Abweichungen von der Anlage B zur die Kantonsverfassung vier neue Artikel, deren nähere Ausführung gestellt haben" erklärte er mit Genugthuung, daß seine be- Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands bei der Be- der Gesetzgebung vorbehalten bleibt. fannten sozialpolitischen Kapuzinaden bei Berathung des förderung von Kesselrückständen von der Lederleim- Fabrikation 2c., Das Proportional- Wahlsystem marschirt. Es besteht bereits in Umsturzgesetzes sowie der Entwurf von Bestimmungen über die Beschäftigung den Kantonen Genf, Neuenburg, Tessin, Zug, Solothurn und in bei meinen politischen Freunden, bei meinen angesehensten von Arbeiterinnen in Meiereien 2c. Endlich wurde über eine der Stadt Bern. Berufsgenossen und bei dem größten Staatsmanne des Jahr- größere Zahl von Eingaben und über den dem Kaiser zu unterhunderts, dessen Verdienste um das Arbeiterwohl über jeden breitenden Vorschlag wegen Besetzung einer Rathsstelle beim Zweifel erhaben sind, volle Billigung gefunden haben. Auch Reichsgericht Beschluß gefaßt. aus Kreisen der Arbeiter, von evangelischen Geistlichen und von Professoren ist mir lebhafte Zustimmung zu theil geworden." Heute hielten die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für Handel und Verkehr und für Justizwesen eine Sigung. Glauben wir gern! Vom„ Heros des Jahrhunderts" Rückgang oder Stillstand der Sozialdemokratie tonftatirt haben wir nie etwas anderes erwartet, er ist an sozial- das Organ der freisinnigen Volkspartei, die Berliner politischem Verständniß eine eben selche Pygmäe wie der Neun- Zeitung". Der Humor stirbt doch nicht aus. Ein Trost in dieser firchener Hammerschmied. Aber beide sind die Wortführer trüben Zeit! dieser dekadenten Pygmäengesellschaft des Kapitalismus. Und da erhalten allerdings die Worte eine programmatische Bedeutung, in denen König Stumm sein Klagelied über das Scheitern der Umsturzvorlage ausklingen läßt: Es muß sich jetzt herausstellen, ob es nicht möglich ist, im Wege der Selbsthilfe der bürgerlichen Gesellschaft und im Wege von Verwaltungsmaßregeln der regierenden Kreise der Gefahr weit wirksamer zu begegnen, als dies durch das immer nur mangelhafte Umsturzgesetz der Fall hätte sein können." Wer Ohren hat zu hören und Augen zu sehen, wer die Praxis unserer Verwaltungsbehörden und Gerichte letter Zeit beobachtet, der weiß, daß dieses Stumm'sche Aktionsprogramm bereits in bester Durchführung ist. Und da lohnt es sich allerdings stets für uns, den Worten dieses an und für sich überaus seichten Burschen Beachtung zu schenken. Politische Leberlicht. Berlin, 28. Juni. Der grobe Unfug, wie der Boykott nun vom Reichsgericht charakterisirt wird, macht Schule. Das Kölner Oberlandesgericht hat dieser Tage in gleicher Weise wie das Reichsgericht gegen eine Boykottkommission entschieden. räthe Sieffert und Wilhelmi haben sich gestern nach Desterreich Jus Jnnungsland wurde nun doch gereift. Die Geheim zum Studium der Zwangsinnung und des Befähigungsnachweises begeben. Was von dieser Reise zu halten ist, wissen unsere Lefer aus dem Leitartikel unserer letzten Nummer. Als schrieben wir noch 1789. Die Tintenkuli des Herrn Stumm ärgern sich über unsere Abfertigung der letzten Redeleistung ihres Herrn und Gebieters. Sie schreiben in der heutigen „ Poſt": pidität übertroffen, auch die Geistlichkeit als„ Stand" in dem Die Gehässigkeit dieser Glosse wird noch durch die Infiobigen Sinne zu statuiren als schrieben wir noch 1789. Jm übrigen ist die Bemerkung des Vorwärts" ein neuer Beweis dafür, wie in seinem Lager jede wirklich wohlmeinende Behandlung der Arbeiter aufgefaßt wird." " system, der schweizerische Major Gortsch, beffen berüchtigtes Der Kronzeuge unserer Militaristen gegen das Milizdessen Pamphlet wiederholt von uns besprochen ward, beschäftigte gestern den eidgenössischen Nationalrath. Der Vorsteher des Militärdepartements, Oberst Frey, erklärte, er weise im Namen des Bundesrathes die Behauptung, die Schweizer Armee sei wegen mangelnder Disziplin nicht feldtüchtig, als eine verwegene Aussage mit Entrüstung zurück.( Beifallrufen.) Das Militärdepartement werde auf die Vervollkommnung der Disziplin alle Sorgfalt verwenden. auf die Fachkreise des Auslandes habe die Broschüre keinen Eindruck gemacht." Letzteres ist falsch. Von den„ Fachkreisen des Auslandes" ist im Gegentheil das Pamphlet auf das ausgiebigste zur Berdächtigung des Milizsystems fruttifizirt" worden. ein Die Dienerschaft schweige! Wie man uns aus Paris unterm 24. Juni schreibt, hat sich bei dem am Samstag in Reims stattgehabten Empfange des Ackerbauministers Gadaud Zwischenfall ereignet, der viel von sich sprechen macht. Die Generalräthe Arnould und Wiet, sowie Gemeinderath Delobeau, waren nämlich als Delegation der Wähler des widerrechtlich ins Militär eingereihten und in der Kaserne zurückbehaltenen sozia listischen Abgeordneten Mirman erschienen, um gegen diesen Att Wir kommen wendete sich Wiet an den Minister- Sie zu bitten, die Aufmerksamkeit des Herrn Kriegszu protestiren. ministers darauf lenken zu wollen, daß unsere Stadt unrechtlich ihres Vertreters in der Kammer beraubt worden ist. Im Namen der Wähler protestiren wir gegen diese Verlegung des allgemeinen Stimmrechts und hoffen, daß Sie uns Ihre Unterstützung leihen Herr Stunam hat von Ständen gesprochen, er hat die auf und durch Ihre Intervention gerne dazu beitragen werden, dieser die gesellschaftliche Scheidung der Feudalzeit anzuwendenden offenbaren Ungerechtigkeit ein Ende zu machen." Der Minister Termini gebraucht, er ist um mehr als ein Jahrhundert hinter entblödete sich nicht, darauf zu antworten, daß die Mitglieder unserer Zeit zurück. Wir wenden den Ausdruck" Stand",„ vierter des Konvents an der Spiße der Freiwilligen marschrten Stand" niemals an, wir sprechen stets richtig von„ Klaffen". und daß es eine Ehre sei, dem Vaterlande als Soldat, zu dienen, Also auch diesmal haben die Vertheidiger des Königs von Neun- und sonst dergleichen hohltönende Phrasen anzubringen. Anstatt firchen statt auf uns auf ihren„ Brodgeber" geschlagen. Herr der erhofften zustimmenden Verneigung mußte er sich aber auch Stumm muß sich über das schlechte können und Wissen seiner gefallen lassen, daß ihm Generalrath Arnould, trotz der Abwehr Leute mit dem alten Sprüchwort trösten: Wie der Herr so der ihn sprechen zu laſſen, erwiderte:" Sie haben, Herr Miniſter, gesagt, daß das allgemeine Stimmrecht souverän ist, und ein Abgeordneter der Marne wird fern von uns zurückgehalten. Das Der Wiener Zuckersteuerkonferenz zwischen Defterreich vorige Ministerium hat den Stimmzettel der Wähler von Reims und Deutschland über die Zuckerausfuhrprämien sollen eventuell zerrissen und das jetzige Ministerium diese Verlegung gutgeheißen. Verhandlungen mit Frankreich, Belgien und Holland nachfolgen. Im Namen der Reimser Bevölkerung protestiren wir alle gegen Die Konferenz betrifft nicht blos die Ausfuhrprämie, sondern diesen Willkürakt". Darob natürlich große Entrüstung unter den auch die staatliche Kontingentirung der Jahreserzeugung im Ein- den Minister umgebenden Bedientenseelen, denen er denn auch vernehmen beider Staaten, um eine Ueberproduktion abzuwehren. verdientermaßen zurief:" Die Dienerschaft schweige!" worauf er Nach der österreichischen Wochenschrift des Zentralvereins für dann allerdings vom Präfekten als Oberbedienten am Arm gefaßt Gegen Tendenzgesetze sprach sich bei dem Stiftungsfeste Rübenzuckerindustrie ist dabei bisher aber nicht einmal die be- und hinausgeführt wurde. Das Wort:„ Die Dienerschaft schweige!" Der Münchener Universität der Rektor Bechmann, ein hervorstimmte Absicht ausgesprochen, daß die Prämien herabgesetzt wird aber bleiben. werden müssen. ragender Jurist, aus. Er sagte: Der Großherzog von Oldenburg gegen die Sozialdemokratie. Aus Kiel telegraphirte der Großherzog von Oldenburg an die Theilnehmer des oldenburger Bundeskriegsfest einen längeren Festgruß, dem wir die folgende Stelle entnehmen: Der leidenschaftliche Parteigeist, der Materialismus, der sich jetzt überall zeigt und die Interessen der einzelnen Personen oder Berufsgruppen in den Vordergrund stellt und den Blick für das Wohl des Ganzen nicht mehr zu würdigen versteht, sind eine ernste Gefahr für unsere Zukunft. Die Bestrebungen der Umsturzpartei, welche Religion und Staat vernichten will, werden durch solche Berirrung gefördert. Dem Bunde der Landwirthe mag der falte Wasserstrahl schaden, der Entwickelung der Sozialdemokratie werden päpstliche Bannflüche ebensowenig gehemmt wie durch Reden deutscher Bundesfürsten. Möge dem deutschen Volke niemals die geistige und fittliche Kraft fehlen, jede Tendenzgesetzgebung, die neben einem ausgesprochenen Zweck auch einen unausgesprochenen verfolgen soll, in ihrem Reim zu ersticken. über die Tara, Der Bundesrath hat gestern eine Sigung abgehalten, über die wir schon berichtet hatten. Außer den mitgetheilten BeSchlüffen hat der Bundesrath die Zustimmung ertheilt: den Entwürfen von Gesezen für Elsaß- Lothringen über die Spartassen, über die Abänderung des Grundeigenthum 2c. Gesetzes und über die Abänderung des Grundbuchgefehes nach den von dem Landesausschuß dazu gefaßten Beschlüssen, dem Ausschußantrag, betreffend Ergänzung der Bestimmungen dem Ausschußantrag, betreffend den Entwurf eines 3ollregulativs für den Nord- Ostsee Kanal dem Ausschußantrag, betreffend Aenderung des amtlichen und des statistischen Waarenverzeichnisses, der Vorlage, betreffend die auf den Eisenbahnen Deutschlands ausschließlich Bayerns vorhandenen Abweichungen von der Umgrenzung des lichten Raums, der Vorlage, betreffend die Ergänzung und Abänderung der Bestimmungen der Anlage B zur Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in bezug auf die Beförderung von welches fließen wird, nicht auf ihr Haupt kommen kann, sondern auf das Haupt der anderen. Und dieses erhebende Bewußtsein, dieses befreiende Gefühl giebt ihnen Riesenkräfte und feurigen Wagemuth, und menu die doppelte, die fünffache Feindesmacht gegen sie stände- fie würden nicht einen Moment zaudern, sondern mit verdoppelter, verfünffachter Wucht sich ins Kampfgetümmel stürzen, um die erheischte Sühne zu erstreiten oder zu sterben. Diener. Die Finanzkommiffion der württembergischen Abgeordneten fammer beantragte einstimmig 120 000 m. zur Unterstützung des Verbandes der landwirthschaftlichen Genossen schaften und Molkereien unter der Voraussetzung zu seinen Gläubigern zu stande kommt ohne weitere Prozesse. Für bewilligen, daß eine Vergleichung zwischen dem Verband und die Wasserbeschädigten im Oberamt Balingen beantragt die Finanzkommission die Forderung von 400 000 M. ebenfalls zu genehmigen. Die Kongovorlagen mit ihrer fiarken Belastung des bel gischen Volkes haben trotz des heftigen Protestes unserer Fraktion die Zustimmung der belgischen Repräsentantenkammer und des Senats gefunden. Die Auflösung des englischen Unterhauses ist auf den 10. Juli festgesetzt. Die Crispiner entfalten zwar eine fieberhafte Thätigkeit, um sich und ihren Hauptmann zu retten, allein selbst die eifrighten fangen an zu verzweifeln. Der römische Korrespondent der Bossischen Zeitung" z. B. schimpft zwar nach wie vor rohrpazenmäßig auf den Verleumder" Cavallotti und den loben, aber er giebt doch schon fleinlaut zu: genug kann Proportionalwahlen in der Schweiz. Die liberale Partei im Kanton Luzern hat im Kantonsrath die Einvorgestrigen Beschluß der Kammer- Majorität nicht führung der proportionalen Wahlen für den Kantonsrath, den Verfassungsrath, den Gemeinderath und das Bezirksgericht beanEs ist eine andere Frage, ob Crispi wohl daran thut, den tragt. Auch im Kanton Freiburg wollen die Liberalen die Initiative für die Volkswahl der Regierung und die pro- unerhört ehrenrührigen Anklagen nur mit Nichtachtung zu be portionale Wahl aller Behörden ergreifen. Die Regierung des gegnen." Das riecht schon so etwas nach der Stimmung des Kantons Wallis hat einen Antrag auf Ein Rattenvolks, wenn es daran denkt, das sinkende Schiff zu verführung des Proportional Wahlsystems in ablehnen dem lassen. Cavallotti läßt nicht los. Er geht zum Staatsanwalt, da Sinne beantwortet; sie wolle ihrerseits ebenfalls die Vertretung der Minderheitsparteien in den Behörden gesetzlich geregelt Crispi sich hartnäckig sträubt. Er schreibt an das Blatt, welches wissen, aber ohne das Proportionalsystem. Wie das gemacht auch die Anklagefchrift veröffentlichte:„ daß er nicht unter dem Verdachte bleiben könne, aus politischer Gehässigkeit in der Fahrt angehalten und umgestürzt, Schilderhäuser und verleumdet zu haben. Er versicherte in der Kammer auf seine Ehre als Mensch und Abgeordneter, den SchuldBrunnenverkleidungen herbeigeschleppt, Balken, Bretter, beweis gegen Crispi in Händen zu haben. Da die Riften, Fässer übereinander geschichtet, die Zwischenräume Kammermehrheit seine Anklage zurückwies, so werde er sie in mit Erde und Steinen, mit Schutt und Asche ausgefüllt. begründeter Form vor dem Staatsanwalte wieder. und alles das geht mit einer Schnelligkeit, einer Sicherheit holen. Er wisse nicht, ob die Gerichtsbehörde seine Anklage und einem Sachverständniß vor sich, als ob das Volk von annehmen werde; wenn nicht, so werde man gegen ihn die Berlin in Straßenkämpfen alt geworden oder doch seit Anklage wegen Verleumdung eines Staatsbeamten zu erheben verpflichtet sein, und da Jahren auf sie vorbereitet worden wäre. Es waren Männer der Arbeit, die Männer mit den werde er durch Zeugen und Urkunden Herrn Crispi In fliegender Haft werden die Vorbereitungen zum rauhen, schaffen gewohnten Händen, die diese Schuhwerke ſeiner schnöden That überführen oder ser zu grunde gehen." Entscheidungstampfe getroffen. Nach kurzen Minuten nur errichteten es war die Arbeit selbst, die sich Das Bolt nimmt mehr und mehr Partei für Cavallotti. zählt die Frift, die dem Volke gegeben: im nächsten plöglich, aus ihrer stillen Emfigkeit aufgescheucht, von den Moment schon können die Kugeln der Gegner durch die gütererzeugenden Werken des Friedens zu dem harten GeStraßen pfeifen und das Pflaster mit schuldlosem Blute schäft des Krieges gewandt hatte. färben. Aus den Armen der Gattin reißt sich gewaltsam Und als sie, in kaum zwei Stunden, ihre Aufgabe geder Gatte, der Jüngling von der Seite der Eltern, der löst und das Terrain des Kampfes bis weit über die StadtGeschwister, der Braut tausende und abertausende herz- mauer hinaus mit tausend Barrikaden verschanzt hatten, zerreißender Dramen spielen sich ab in einer einzigen Stunde als die Gewehrschüßen im Vordertreffen an den SchießAus den Oberstöcken der Vorderhäuser und den düsteren scharten und in den Fenstern der Nachbarhäuser, die KeulenHintergebänden, aus kalten Dachstuben und dumpfen Kellern, und Stangenträger, die Stein- und Ziegelschleuderer auf Cuba macht den Spaniern von Tag zu Tag mehr Sorgen. aus staubigen Werkstätten und russigen Fabriken strömen den Dächern ihre Aufstellung beendet hatten, da stiegen fie herbei, so wie sie stehen und gehen, um sich einzureihen die Fahnen des Volkes, roth oder schwarz- roth- golden, Aus Madrid liegt heute die folgende Depesche vor: Ministerpräsident Canovas del Castillo theilte im Ministerin die streitbaren Bataillone des Berliner Volkes. Wer empor auf den Barrikaden und verkündeten den Gegnern, rathe eine Depesche des Marschalls Martinez Campos mit, welche Offizier, wer Soldat sein soll niemand weiß es, doch daß das Volk von Berlin bereit sei, sie zu empfangen. befagt, daß eine Verstärkung von 14 000 Mann nöthig sei, um der nächste Augenblick schon hat es im natürlichen Wettstreit Markerschütternd gellte von den Kirchthürmen der auf Cuba nach der Regenzeit die Offensive zu ergreifen. der Kräfte entschieden, und kein Ehrgeiziger murrt gegen Stadt das Sturmgeläut der metallenen Zungen, die sonst Ostasiatisches. Die„ Times" melden aus Hongkong: Die diese Entscheidung. Oberstkommandirender aber ist der große, das Volk zur Predigt in die Gotteshäuser gerufen hatten. gemeinsame, jede Brust beherrschende Gedanke: daß es gilt, Wie die heulende Stimme des Todtengerichts schallte der Japaner ziehen Kriegsschiffe vor Makung zusammen; sie bereiten einen Angriff auf die Schwarzflaggen vor. Der chinesische die Sache urewig verbrieften Menschenrechtes gegen Ver- Glockenklang wieder in den Ohren der Männer, die durch General verlangte wiederholt die Zurückziehung der britischen gewaltigung und Unbill zu schirmen. ihr gewaltthätiges Eingreifen die jähe Spaltung herbei- Streitkräfte. Als die chinesischen Kanonen gegen die Fremden= Aufgedrungen ist dieser Kampf dem Volke- ein Kamp geführt hatten. Starr vor Schreck und Erstaunen, sahen ansiedelung gerichtet wurden, machten die britischen Kriegsschiffe der Vertheidigung, der Defensive. D, sie wissen nur zu sie das Unerwartete geschehen: sahen sie ein Volt, das in gefechtstlar und drohten mit Gegenmaßnahmen, der chinesische gut, diese Hunderttausende, daß der Gegner nicht zögern ihren Augen bisher nur verächtliches Gefindel und ehrloses Kommandeur zog sodann seinen Befehl zurück. Hierauf wird, anzugreifen: sie kennen gleichsam instinktiv diese Pack gewesen war, kühn und muthig für seine Mannesehre landeten die Engländer 200 Matrosen und Marinesoldaten mit ,, traditionelle" preußische Neigung zur Offensive. Und darum eintreten. Nicht ihre Lanzen und Säbel, nicht Bajonnete fünf Kanonen. Die Zugänge zu der Fremdenniederlassung sind gilt es nicht nur, die Brust des einzelnen mit Wehr und noch Kolben, nicht Granaten und nicht Kartätschen konnten verbarrikadirt. Waffen zu schützen, sondern Deckung zu schaffen für das es abhalten von diesem Eintreten, gerüstet und gewappnet es Seit drei Tagen finden Kundgebungen zu seinen Ehren und gegen Crispi statt, und es ist, da die Polizei die Sache zu unterdrücken sucht, schon zu zahlreichen Verhaftungen gekommen. Die Lage wird gefährlich nicht für den Verbrecher Crispi, der nichts zu verlieren hat, aber für König Umberto, der seine Sache auf den Crispi gestellt hat. Der Putsch in Macedouten scheint zu Ende zu sein. Die Ruhe soll nach übereinstimmenden Meldungen wieder herthe soll nach übereinstimmenden Meldungen wieder her= gestellt sein. SUFO große Ganze, das friedliche Berlin in eine widerstandsfähige stand ez da, bereit, für die edelſten Güter der Menschheit Habt Vertrauen in die Justiz sein Herzblut zu opfern. Festung zu verwandeln. Im Handumdrehen ist diese Aufgabe vom strategischen Und gebannt von diesem gewaltigen Schauspiel, ließen Geiste der Massen gelöst: wie aus dem Erdboden hervor sie den Arm mit der todtbringenden Waffe einen Augenblick wachsen die Bollwerke des Straßenkrieges, die Barritaden.[ finten, und heftiger pochte das Herz ihnen im Busen, als Die Thore der Stadtmauer werden verschlossen und ver- ob es sich aufbäumte gegen die blutige Logik der Gewalt rammelt, die Häuser in Vertheidigungswerke verwandelt, that. Mit bleichen Gesichtern steckten die Zeichendeuter die die Straßen von Ecke zu Ecke mit rasch entstehenden Schutz- Röpfe zusammen und sprachen:„ Es ist nicht der Esel, nein, werken versperrt. Nichts ist zu gut und nichts zu schlecht, neines ist etwas anderes, etwas Trotziges und Starkes, um zur Herstellung dieser Schuhwerke zu dienen. Omnibusse das uns da gegenübersteht." und Lastwagen, Equipagen und Droschten werden mitten ( Fortsetzung folgt.) In Essen ist am 27. ds. Mts. ein Beleidigungsprozeß zur Verhandlung und Aburtheilung gelangt, der wegen seines That bestandes sowohl, als noch mehr wegen der Nebenumstände, die ihn während der Verhandlung begleiteten, das größte Aufsehen erregen dürfte. Heute, wo die nun übliche Führung politischer Prozesse, die Fülle der seltsamen und dem Rechtsbewußtsein des Boltes widersprechenden Gerichtsurtheile, sowie das Verhalten der Staatsanwaltschaft bei vielfachen Gelegenheiten selbst der bürgerlichen Presse Material zu einer ständigen Erörterung unserer strafprozessualen Mißstände geliefert haben, heute tüvfte namentlich der Verlauf der Essener Strafgerichts- Verhandlnng als ein außerordentlich werlhvoller Beilrag zur 5irir>k der modernen Justizpflege zu betrachten sei». Aus diesem Grunde haben wir uns verpflichtet gesehen, den von der �Rheinisch Westfälischen Arbeiterzeitung" entnommenen Bericht über die Verhandlung vollständig mit den aufklärenden Be- tnerkungen, die unser Parteiblatt bringt, hier wiederzugeben. Ter Bericht lautet: E s s e n. 27. Juni 1S9S. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts setzte heute die cm 11. Juni vertagte Verhandlung gegen den ehemaligen verant- wortlichen Redakteur der„Zeitung deutscher Berg- und Hütten- arbeiter", Joh. Margraf fort. Es handelt sich um die angebliche Beleidigung des Gendarms Münter zu Herne durch einen Bericht über eine Versammlung des Gewerksvereins christ- licher Bergleute in Baukau, in welcher gesagt worden war,„ein baumlanger Gendarm habe den Verbands- Vorsitzenden L. S ch r ö d e r zu Boden geworfen und, nach dem er sich halb erhoben, abermals niedergestoßen." Die vorige Verhandlung, in der Gendarm Münter und der Polizcikommifsar Brockmeier aus Herne als Belastungszeugen, Verbandsvorsitzender Schröder- Dortmund, Verbandskassirer Meyer-Bochum und der Bergmann Graef-Herne als Ent- lastungszeugen auftraten, wurde vertagt, weil die Aussagen der drei letzteren denen des Gendarms Münter— Kommissar Brock- meier hatte seine erste bestimmte Aussage abgeschwächt— strikte gegenüberstanden. Der Staatsanwalt beantragte darauf die Ver- Haftung der drei Entlastungszeugen wegen dringenden Ver- dachls des wissentlichen Meineids, der Gerichtshof lehnte jedoch den Antrag ab und beschloß behufs weiterer Auf- klärung die Sache zu vertagen und neue Zeugen zu laden. Zu der heutigen Verhandlung sind sowohl seitens der Staats- anwaltschaft als auch seitens des Angeklagten mehrere Zeugen- ladungen ergangen. Erster Zeuge ist heute Gendarm Münter. Von seiner ersten Erklärung, Schröder sei aus A n g st(?!) gefallen, erwähnt er deute nichts mehr. Er giebt, wie auch zuletzt in der vorigen Ver- Handlung, die Möglichkeit zu, daß er durch eine Körperbewegung Schröder zu Falle gebracht habe; jedoch nur das erste Mal, nicht beim zweiten Male. Aber auch im ersten Falle habe er nicht die aust gebraucht. Einen Antrag des Vcrtheidigers Rechtsanwalt iemeyer, diese Älussage zu Protokolliren, bezeichnet der Vor- sitzende als unzulässig, da nur der Staatsanwalt zum Zweck einer Strafverfolgung einen solchen Antrag zu stellen berechtigt sei. Der Verlheidiger widerspricht. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab. Der folgende Zeuge, Polizeikommissar Brock- meier, vom Vorsitzenden vor einem Meineide ver- warnt, erklärt, daß er nicht bestimmt bekunden könne, ob der erste Fall Schröder's nicht durch Münter verschuldet sei, da er die linke Seite des Münter nicht habe sehen können. So habe er auch voriges Mal ausgesagt, ein Zeitungs- bericht habe es irrig wiedergegeben.(In der vorigen Ver- Handlung sagte der Zeuge zuerst: Daß Münter den Schröder angeiaßt und hinausgebracht habe, ist eine Unwahrheit des Berichts. Seine spätere Aussage lautete: Selbst wenn das erste Mal Münter den Schröder niedergeworfen hätte, so hätte ich es nicht sehen können. Mit dieser letzteren Aussoge deckt sich seine heutige. Der Vertheidiger beantragt wiederum die Protokollirnng des Zeugnisses, die gesetzlich geschehen müsse, sobald es aus diese Aussage„ankommt". Der Gerichtshof entscheidet, daß es aus die Aussage nicht ankomme und lehnt den Antrag ab. Zeuge Kassirer Joh. Meyer wiederholt seine vorige Zeugen- aussage, nach welcher Münter den Schröder zweimal in> Nacken gepackt und niedergeworfen hat. Zeuge Münter: Ich k o n st a- t i r e(!), daß der Mann von seinem Platz aus das gar nicht sehen konnte. Vors.: Zeigen Sie(Meyer) uns mal, in welcher Höhe Schröder wieder stand, als er zum zweiten Mal niedergeworfen wurde! Zeuge Meyer demonstrirt die Höhe. Es ist etwa �-Höhe. Ter Staatsanwalt meint, daß der lange Gendarm Münter sich dann habe tüchtig bücken müssen, um Schröder noch- mals im Nacken zu packen; ein Experiment ergiebt jedoch, daß Münter ohne Bücken den zu erhobenen Schröder im Nacken faßt. Vertheidiger N i e m e y e r zum Zeugen:„Ist es wahr, daß Ihnen der Wirth Sichtermann aus Einrede Münter's die Aufnahme einer Lokalskizze verwehrt hat? Zeuge Meyer: Ja. das ist so. Vors.: Das gehört wohl nicht hierher. Die Zeugen Münter und Brockmeier lachen. Die Zeugen Graf und L. Schröder wiederholen eben- falls ihre frühere, mit derjenigen Meycr's übereinstimmende Aus- sage. Während der Aussage Schröder's müssen Graf und Meyer abtreten, Münter und Brockmeyer dagegen bleiben. Der Staats- anwalt bemerkt zu der Aussage Schröder's: Aber Sie konnten doch nicht sehen, daß der hinter Ihnen stehende Münter Sie packte. Zeuge: Aber fühlen im Nacken. Ter Zeuge Brust, vielgenannt durch die Versammlungen des christlichen Gewerkvercins, hat auch in der Baukauer Ver- sanimlung den Vorsitz geführt. Er unterscheidet sich in seiner Erscheinung nicht vom Durchschnitt sozialdemokratischer Arbeiter, bekundet aber nur eine»nittelmäßlge Intelligenz. Er beginnt: „Die Vorgänge vor der Versammlung ließen mich veranlassen, daß der Einberufer der Versammlung nicht die geeignete Person war, um den Vorsitz zu führen. Deshalb führte ich ihn." Die weitere Aussage ist klarer und im Ausdruck besser, jedoch hat Zeuge von den fraglichen Vorgängen nichts gesehen. Tie Anklagezeugen Helmen und Z w i e n e r t vermögen nichts auszusagen, da sie garnicht in der Versammlung waren. Da die Zeugen als Vertheidigungszeugen bezeichnet werden, protestirt der Vertheidiger gegen die irrlhümliche Behauptung. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird das Zeugniß des bisher noch nicht vernommene» Gendarms Müller angehört. Vors.: Haben Sie gesehen, daß Münter den Schröder gepackt hat? Zeuge: Nein. Vors.: Kann es aber doch möglich sein? Zeuge: Ja, das kann möglich sein. Aber nicht bei dem zweiten Fall Schröder's. Vors.: Wo stand Schröder, als er zum ersten Male siel? Zeuge: Auf dem Podium. Vors.: Er fiel also vom Podium? Zeuge: Ja. Ter Zeuge erklärt, daß er es habe sehen müssen, wenn Münter den Schröder bei bezw. vor dessen zweiten Fall gestoßen hätte. Vertheidiger: Ich ersuche, die Aussage des Zeugen zu protokolliren. Er behauptet, daß der zweite Stoß nicht geschehen ist. seine anderen Aussage» verrathen aber, daß er die Vorgänge gar nicht beobachtet hat. Vors.: Der Zeuge hat nur bekundet, daß er nichts wahrgenommen hat, er hat sich nur negativ aus- gedrückt. Verth.: Ich würde sofort mehrere Zeugen aus dem Zuhörerraum laden können, die bestätigen, daß der Zeuge die Sache bestimmt in Abrede gestellt hat. Vors.: Wir können doch keine Verhandlung über die Verhandlung aufnehmen; sonst würde sich die Sache wohl vierzehn Tage lang ausdehnen. Verth,(zum Zeugen): Hätten Sie den ersten Stoß sehen müssen? Zeuge: Das weiß ich nicht. (Die Differenz zwischen dem Vorsitzenden und dem Vertheidiger können wir aufklären. Der Zeuge halle geantwortet:„Ja, das mußte ich sehen, aber..." Hier unterbrach der Vorsitzende. Ter Zeuge schien das Hinderniß angebe» zu wollen, wegen dessen er den Vorgang doch nicht sehen konnte. Seine Wendung war gleich- bedeutend mit:„Ich hätte es sehe» müssen, wenn.. Tie auf „aber" folgenden unvollständigen Worte sind uns nicht im Gedächt- niß haften geblieben; man behält ja sehr schwer Worte, denen man keinen Sinn abgewinnen kann.) Zeuge Bergmann Kerkhoff, Mitglied des christlichen Ge- werkvereins, war Kassirer in der Versammlung. Er erzählt, Schröder habe kein Entree„erhoben"(soll heißen bezahlt) und nach seiner Hinausweisung zurückverlangt. Münter habe den Schröder am Arm gefaßt und zu ihm gesagt: Nun seien Sie so freundlich und gehen hinaus! An der Kasse sei Schröder von Münter nicht angefaßt; wäre dies geschehen, so hätte Zeuge es sehen muffen. Vors.: Haben Sie Zeuge etwa mit dem Gendarm Münter über das, was Sie gesehen haben und nun hier aussagen wollen, gesprochen? Darin läge ja nichts Unerlaubtes. Zeuge: Ich habe mich mehrmals mit dem Gendarm Münter unterhalten, aber nicht über diese Sache. Wohl habe ich mit dem Neben- kassirer darüber gesprochen. Der Zeuge hat den zweiten Fall Schröder's nicht bemerkt. Stellung bezw. Lage Schröder's kann er nicht angeben. Zeuge Gemüsehändler K e u n e r t war zweiter Kassirer. Er sagt aus. Schröder habe„sich überschlagen" und sei dadurch zu Fall gekommen. Ter Gendarm Münter habe zu Schröder gesagt: „Mach', daß Du rauskommst", ihn aber nicht angefaßt. Schröder habe a u s dem Podium gestanden, sei also vom Podium hinunter- gefallen. Diese Bekundung widerspricht derjenigen des Münter. Auf Vorhalten des Vorsitzenden giebt Zeuge sodann aber zu:„Es kann auch sein, daß er um das Podium gestolpert ist." Den zweiten Fall Schröder's hat Zeuge nicht gesehen; er erklärt, daß er ihn hätte sehen müssen, wenn er passtrt sei. Die Zeugen Bär, Kolk und Munka, welche nach Münter's Aussage dicht dabei standen, hat der Zeuge nicht gesehen; ebensowenig hat er Gräf gesehen. Zeuge Kolk: Münter habe den Schröder kolossal laut an- geschrieen; da ist Schröder natürlich hingesallen. Schröder habe ohne Zweifel mit dem Fuß am Podium angestoßen und sei da- durch gefallen. Wenn Schröder von Münter gestoßen worden wäre, hätte Zeuge dies unbedingt sehen müssen. Mindestens hätte er dann sehen müssen, daß Münter sich gebückt habe. Schröder habe sich nicht vollständig erhoben, sondern sei in ge- bückter Stellung hinausgegangen. Zeuge Schneidermeister Bär: Münter habe Schröder nicht angefaßt, er habe dies sonst sehen müssen. Ten zweiten Fall Schröder's hat Zeuge nicht wahrgenommen. Schröder habe„sich selbst hingeschmissen". Zeuge Munka hat Schröder nicht fallen, sondern nur liegen sehe». Den zweiten Fall Schröder's hat er nicht gesehen; er hätte ihn unbedingt sehen müssen, wenn Schröder wirklich zweimal ge- fallen wäre. Der Staatsanwalt bemerkt, daß die letzten Zeugen wahrscheinlich deshalb von einem einzigen Fall redeten, weil Schröder sich inzwischen nicht vollständig erhob, sie hätten also den Vorgang als einen einheitlichen angesehen. Zeuge S i ch t e r m a n n, der Wirth des Lokals, weiß zur Sache nichts zu bekunden. Zeuge Bergmann R ü s e n b e r g sagt aus, Münter'und Schröder seien„gemächlich" zusammen bis zur Kasse gegangen. An der Kasse habe Münter den Schröder nicht mehr berührt. Den zweiten Fall Schröder's hat der Zeuge nicht gesehen. Jedenfalls habe Münter mit der Hand keinen Stoß gegen Schröter geführt. Zeuge H a s b a ch: Schröder sei gestürzt; ob v o m Podium oder neben dem Podium, weiß Zeuge nicht. Den zweiten Fall hat er nicht bemerkt; er hätte ihn unbedingt sehen müssen. Zeuge Hagem eier: Schröder ist nur einmal, von selbst, gefallen, einen zweiten Fall hätte ich, wenn er passtrt wäre, sehen müssen. Zeuge Schuhmacher S ch e i d i n g: Schröder sei nur einmal gefallen, und zwar ohne daß die Hand Münter's ihn be- rührt habe. Der Raum sei frei gewesen, so daß er die Vorgänge genau beobachtet habe. Schröder habe sich nur halb erhoben und sei gebückt hinausgegangen. Zeuge Schuhmachernieister Paul: Schröder ist umgefallen und zwar ein einziges Mal. Vors.: Hätten Sie ein solches Stoßen sehen müssen? Ter Zeuge antwortet hieraus zuerst mit nein, alsdann mit ja. Zeuge Bergmann Bär m a n n: Der Gendarm sei sehr energisch aufgetreten und habe dicht hinter Schröder gestanden; da sei Schröder gefalle». Zeuge nimmt an, daß dies durch einen Stoß Münter's geschehen sei. Zeuge Bergmann Thiel: Münter hat den Schröder zwei- mal hingeworfen. Vors.: Wo hat er ihn denn gepackt? Zeuge: Hinten, am Kragen. Vors.: Zeuge, ich warne Sie ernsthaft vor einem Meineid. Wollen Sie aufrecht halten, daß Münter den Kragen des Schröder erfaßt hat? Das hat bisher noch kein Zeuge behauptet. Zeuge: Ich iveiß nicht, ob er den Kragen erfaßt hat. Er nahm Schröder am Nacken. Vors.: Das ist ganz etwas an- deres als Ihre erste Aussage.(Wir halten diese Ansicht des Herrn Vorsitzenden für irrig. Der Zeuge hat zuerst nicht das Kleidungs- stück gemeint, sondern die Stelle am Körper, wo der Kragen sitzt. Ein Bergmann hat gewöhnlich keine so korrekte Ausdrucksweise. Red.) Der Vorsitzende warnt den Zeugen abermals dringend und fragt; Wollen Sie nun wirklich ausrecht erhalten, daß Münter den Schröder zweimal im Nacken gepackt und zweimal hingeworfen hat? Sagen Sie das unter Eid aus? Zeuge(bestürzt, nach einem kleinen Zögern):„Ja, ich glaube, dies mir aller Be- st i m mt h ei t sagen zu können, aber da will ich doch nicht beschwören, daß es gerade so geschehen ist." Vors.: So, nun stellt sich heraus, daß Sie das, was Sie zuerst ausgesagt haben, doch gar nicht wissen. Wir werden Ihre Aussage proto- k o l l i r e n. Die Protokollirung erfolgt, das Protokoll wird später ver- lesen. Die Protokollirung war aber ungenau, indem der oben gesperrt gedruckte Satz fehlte, der unseres Erachlens doch für die Beurtheilung der Glaubwürdigkeit des Zeugen wesentlich ist. Zeuge Limburger: Münter hat den Schröder zweimal, am Nacken und am Rücken gepackt und hingeworsen.— Vors.: Mit beiden Händen? In der Beantwortung dieser Frage wider- spricht sich der Zeuge. Münter habe bei der Prozedur geschrien: „Raus mit Dich!" Die Aussage dieses Zeugen wird gleichfalls protokoll'rt. Der Zeuge Polizeikommissar Brockmeier tritt vor und theilt mit, der vorhin genannte Zeuge habe sich bei der Polizei geweigert, anläßlich der Anzeige Schröder's gegen Münter eine Aussage zu machen. Er habe dies damit begründet, er müsse doch mit den Leuten(den sozialdemokratischen Bergarbeitern) leben und Freund fein. Zeuge Bergmann Eckert hat ein direktes Anpacken des Münter nicht gesehen. Von dem zweiten Stoße weiß er auch nichts. Zeuge Bergmann Beckmann: Münter hat den Schröder hingeschmissen. Er faßte ihn am Kragen. Auf Vorhalten des Vorsitzenden wird Zeuge in dieser Angabe unsicher.(Uns schien, daß auch er nur die Körpergegend gemeint hatte. D. Red.) Hinter Münter her ging Brockmeier. Vors.: Das ist bisher von keinem Zeugen behauptet worden und ist auch gar nicht möglich. Brock- meier stand ja an der Thür. Der Zeuge bleibt jedoch bei seiner Bekundung. Vors.: Nicht wahr, Zeuge Brockmeier, Sie standen an der Thür? Zeuge Brockmeier: Ich war überhaupt erst kurz vorher zur Thür hereingekommen, dann.... Vors.: Also Sie waren an der Thür. Zeuge Beckmann, Sie bekunden offen- bar die Unwahrheit.(Der Vorsitzende war hier im Jrrthum. Der Polizeikommissar befand sich nach seiner eigenen Bekundung einige Schritte hinler Münter und hätte dies gewiß auch selbst ausgesagt, wenn er den Satz hätte vollenden können.) Zeuge Bergmann L u ck i n g: Münter hatte den Schröder schon vorher mehrmals an der Schulter gefaßt. Er faßte ihn dann am Genick, so daß er fiel. Darauf hob er ihn auf und warf ihn zum zweiten Male hin. Schröder fiel auf den Kopf. Vors.: Das ist alles unwahr. Zeuge läßt nun nach und nach seine sämmtlicken Behauptungen fallen; er hat nicht gesehen, daß Schröder angepackt wurde, Schröder ist nur„mit dem Kopfe nach unten" gefallen u. s. w. Auf seine Widersprüche auf- merksam gemacht, antwortet er stets:„Ich kann doch nicht anders sagen". Seine schließlich protokollirte Aussage ist einfach inhaltslos. Auf die Vernehmung weiterer Zeugen verzichten sowohl Staatsanwalt wie Vertheidigung. Der Staatsanwalt hält den Wahrheitsbeweis für mißlungen, die den Aussagen der Polizeibeamten entgegen- stehenden Aussagen für unwahr. Der Zeuge Münter sei um so glaubwürdiger, als er mit dem ihm Nachgesagten durchaus nichts Unerlaubtes gethan, sondern nur nach seinen Instruktionen gehandelt haben würde. Nur in der Darstellung, daß er damit seine Befugniß überschritten habe, liege das Beleidigende. Der» selbe habe also gar keinen Grund, etwas Unwahres auszusagen. Er beantrage sechs Wochen Gefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Niemeyer, erklärte, sich auf eine Prüfung der Glaubwürdigkeit dieser oder jener Zeugen- gruppe einzulassen habe er keinen Grund, da er es nur init Margraf zu thun habe. Derselbe habe sich nach bestem Gewissen erkundigt. Schröder's zweifelloser guter Glaube, der selbst durch eine etwaige objektive Unrichtigkeit in seiner Aus- sage nicht beeinträchtigt werde, kommen auch Margraf zu gute. Die Presse könne unmöglich die Richtigkeit der ihr zugehenden Meldungen so prüfen, wie ein Gericht, das Zeugen eidlich ver- nimmt. Wolle man der Presse das Recht verwehren, Artikel von öffentlichem Interesse zu bringen, deren Inhalt sie mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln geprüft habe, s o schasse man besser die Presse ganz ab! Eines habe der Staatsanwalt ihm, dem Vertheidiger, zu Dank gesagt: daß das dem Münter Nachgesagte durchaus erlaubt gewesen. Dann habe Margraf dem Münter nur etwas vorgeworfen, was gut und sein Recht sei; habe ihn also nicht beleidigt. Sollte aber der Gerichtshof entgegengesetzt dem Herrn Staatsanwalt in der Nachrede eine Beleidigung erblicken, so be- antrage er unter Berücksichtigung des guten Glaubens eventuell eine kleine Geldstrafe. Staatsanwalt: Ich bin mißverstanden worden, viel- leicht durch eigene Schuld. Der Gendarm war berechtigt, Schröder mit Gewalt zu entfernen. Der Artikel wirst ihm aber Mißhand» lung vor. Darin liegt die Beleidigung. Vertheidiger: Der Herr Staatsanwalt hatte vorher mit dürren Worten erklärt, das dem Münter Nachgesagte wäre dessen gutes Recht und sogar Pflicht gewesen. Danach war ich zu meinem Urtheil berechtigt. Der Gerichtshof tritt alsdann zur Berathung ab.— Während derselben entspinnt sich zwischen den Journalisten eine Unter« Haltung. Der Schreiber dieses bemerkt u. a., daß der Gendarm Münter wohl seine Beamtenautorität gegen niemanden anwenden könne, ohne dabei handgreiflich zu werden. Er begleitet ja jeden Satz, auch vor Gericht, mit beträchtlichen und heftigen Körperbewegungen, indem er sich abwechselnd hoch aufrichtet und bückt. Man möge doch einmal das Experiment mit ihm machen! Das Experiment sollte später wirklich gemacht werden! — Der Gerichtshof fand den Angeklagten schuldig. Die Beweis- aufnähme habe dargethan, daß die inkriminirte Behauptung un- wahr sei. Den Zeugen Münter und Brockmeyer sowie den Zeugen aus dem christlichen Gewerkverein sei voller Glauben beizumessen. Danach habe M ün t e r den Schröder nicht angepackt. Betreff des ersten Falles sei immerhin ein Irr- t h u m erklärlich. Mit Rücksicht auf die Preßvorstrafen und die Pflicht der Prüfung einerseits, den durch die Zeugen Schröder und Gen. geweckten guten Glauben andererseits sei eine zehntägige Gefängnißrafe für angemeffen er- achtet worden. (Wir gestatten uns, so schreibt unser Bruderorgan zum Schluß, zu dem Urthcile folgende Bemerkungen! Die vernommenen Zeugen aus dem christlichen Gewerkverein haben sämmtlich die Vorgänge höchst mangelhaft beobachtet. Sie haben den zweiten Fall Schröder's nicht wahrgenommen, den auch Münter und Brock meier genau so wie Schröder, Meyer und Gen. schildern, nur daß sie den Stoß des Münter verneinen. Das hat das Urlheil ganz übersehen. Der Herr Staatsanwalt sagt, die Zeugen redeten von einem einzigen Fallen Schröder's, weil derselbe sich inzwischen nicht ganz erhoben habe. Aber die Zeugen bezeichnen nicht blos den Vorgang anders, sondern stellen die Vorgänge selbst anders, bezw. mangelhaft dar. Sicher hat niemand von diesen Zeugen eine Aussage wider besseres Wissen gemacht. Aber wer so wenig beobachtet hat, dessen Aussage: „Er ist nicht gestoßen worden", hat unseres Trachtens auch wenig Gewicht. Die Polizeibeamten aber hatten ja die Möglich» kcit zugegeben, wenigstens für den ersten Fall, betreffs dessen das Urtheil bestimmt einen„Jrrthum" von Schröder und Genossen behauptet. Uebrigens ist es uns sehr begreiflich, daß andere Zeugen das Hinwerfen Schröder's nicht sahen. Die Aufmerksam- keit wurde wohl erst durch das Daliegen Schröder's hervor- gerufen, das Hinwerfen dagegen beachteten nur diejenigen Zeugen, die dem Gendarm Münter eine solche Absicht zutrauten. Warum vollends Schröder's eigene Aussage unglaubwürdig sein soll, ist uns vollkoinmesi unverständlich.) Der Staatsanwalt beantragt nunmehr diejenigen Zeugen, die der Gerichtshof des Meineids für verdächtig hält, sofort zu verhaften. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab. Gesetz- lich sei nicht die Verhaftung, sondern die vorläufige Festnahme im Falle dringenden Meineidsverdachts angeordnet. Aber auch wenn man diesen Unterschied außer acht lassen wolle, so liege zu dem Verdachte des Meineids kein genügender Grund vor. Staatsanwalt:„Dann ordne ich hiermit die Fest- nah mevonSchröder, Meyer und Gräf wegen drin- genden Verdachts des wissentlichen Meineids an. Gendarmen, verhaften Sie diese Leute!" Schröder tritt mit ruhiger Miene vor, um sich verhaften zu lassen. Gendarm Münter tritt vor. Obwohl Schröder sich so- fort stellt und im Gerichtssaal doch kein Entweichen möglich ist, packt Gendarm Münter den Schröder und sagt mit schmunzeln- dem Gesicht:„ S i e s i n d m e i n A r r e st a n t!" Der Gerichts- hos war schon im Abtreten und sah diese Szene nicht mehr. Habt Vertrauen zu der Justizpflcge, namentlich, wenn sie vom Staatsanwalt, wie im obigen Fall, mit einem Eiser geübt wird, der alle Welt in Erstaunen setzt. VcrrkeiNkrcklrilhkett. Agrarkommission. Die Kommission hat gestern, am 23. Juni, ihre Berathungen abgeschlossen und sich über einen Programm-Entwurf geeinigt, der von einer aus den Parteigenossen Bebel, David, Liebknecht und Quarck bestehenden Redaktionskommission redigirt und noch im Laufe des kommenden Monats vom Parteivorstand unter der Tagesordnung des Breslauer Kongresses veröffentlicht werden wird. Der diesjährige Parteitag der Sozialdemokratie von Schleswig-Holstein, Lauenburg, des Fürsten- thums Lübeck und Hamburgs wird am 1. September in Elmshorn abgehalten. Einer der Hauptpunkte der Berathung wird die Lage der„Schleswig- Holsteinschen Volkszeitung" sein. Firmeninhaber und Preßkommission trugen sich mit dem Ge- danken, den Abonnementspreis zu erhöhen, stießen dabei aber auf sehr scharfe Opposition, so daß sie von der Durchjührung ihrer Absicht abstanden. Personalien ans der Partei. Die Erkrankung de? Ge» Nossen v. Volkmar ist zum Glück nicht so bedenklich, als es nach den Berichten einiger Zeitungen erscheinen könnte. Wie uns mitgetheilt wird, ist seine vollständige Genesung binnen 4 bis 5 Wochen zu erwarten, so daß er am Parteitag und an der end- giltigen Feststellung des Agrarprogramms wird theil nehmen können. Leipziger Orts-Krankenkasse. In einer Versammlung am Mittwoch wurde die Debatte über die bekannten Vorgänge im Vorstand fortgesetzt. Man faßte dann eine Resolution. worin das Verhalten der Mehrheit der Arbeiter-Vorstands« Mitglieder entschieden verurlheilt wird. Weiter wurde, mit allen gegen 3 Stimmen, ein Antrag angenommen, wonach sämmtliche auch bei dieser Anklage den Staatsanwalt, indem er Winarsky Arbeiter- Vorstandsmitglieder ihr Amt freiwillig niederlegen mit der Begründung freisprach, der Hinweis auf Belgien sei sollen, um Gelegenheit zu einer Neuwahl zu geben. Von der offenbar eine Anspielung auf den Massenstreik und dieser könne Veranstaltung einer öffentlichen Versammlung wurde vorderhand nicht als ungefeßlich bezeichnet werden. Durch die beiden Urtheile abgesehen. Be kt sei, daß die Versammlung am Mittwoch, wird der Eifer der jetzt in jeder Kleinigkeit eine Aufreizung zur wie die erste,.ne Versammlung von Arbeitervertretern zur Gewalt findenden schwarz- gelben Staatsanwälte hoffentlich etwas Generalversammlung der Orts- Krankenkasse war. abgekühlt werden. Zum Landfriedensbruch fordert die ultramontane Germania" indirekt auf, indem sie über eine Agitationstour, die unsere tölnischen Parteigenossen in die Eifel unternehmen wollen, folgende Bemerkung macht: Schwerlich werden die rothen Helden jedoch von ihrer Exkursion wohl etwas mehr mitbringen, als eine tüchtige Tracht Prügel von träftigen Eifeler Bauernfäuften." " " Soziale Lebericht. Bierhaus; Südosten, Waldemarstr. 61 bei Roll; Westen, Blumen thalstraße 5 bei Behrend; Moabit, Thurmstr. 84 bei Holzbächer. Kollegen, entzieht Euch nicht dieser Aufgabe, die Vertrauensmänner in ihren Bemühungen zu unterstützen. Sammelt eifrig für den Generalfonds, damit wir unsere Arbeitsbrüder, die sich im Lohnkampf befinden, reichlich unterstützen tönnen. Zu gleicher Zeit sei schon jetzt darauf aufmerksam ge macht, daß am Sonntag, den 7. Juli, vormittags 10 Uhr, zwei große öffentliche Versammlungen der Berliner Maurer stattfinden. Näheres wird noch bekannt gegeben. Die Vertrauensmänner. J. A.: Frizz Kater. A # Der Porzellanarbeiter- Streik in Altwasser haben sich weiter angeschlossen die Arbeiter der Fabriken in Sorgau und Sophienau. Beendet ist der Streit in der Sutfabrik von 2. Brud in Dresden. Es sind bessere Arbeitsbedingungen und Unterlassung von Maßregelungen zugesichert worden. Schlägerstreik in Fürth. Die Rommission der Schläger giebt bekannt, daß die Chancen für die Streikenden sehr günstig stehen, da der größere Theil der Kaufleute sich bereit erklärte, die Forderungen der Meister wie der Gehilfen zu bewilligen. Möglicherweise tönne man nächste Woche vom allgemeinen Streit zum partiellen übergehen. In Mannheim siegten bei den Stadtverordneten- Ergänzungswahlen die Nationalliberalen. Das von unserem Genossen Fenz bis zu dessen Abreise nach Stuttgart innegehabte Mandat ging verloren. Da die drei Kandidaten der Nationalliberalen Ueber den Verband deutscher kaufmännischer Vereine, aber nur mit 36, 41 und 48 Stimmen siegten, während unser, der jüngst in Mainz seinen Kongreß abhielt, hatten wir, wie Die Agitationskommission der Brauerei- Arbeiter kann für die 2. Klasse aufgestellte Kandidat Traub 33; zwei, von auch andere Parteiblätter, berichtet, weil es sich um durch die am 27. d. M. erfolgte Antwort des Herrn E. Lehmann anderer Seite normirte Kandidaten 9 und 28 Stimmen erhielten, eine Organisation handelt, deren Stellung zur Sozial-( Brauereibefizer, Belforterstr. 4) ihre Erklärung vom 25. d. M. So ist weder der Sieg für die Nationalliberalen, noch die Nieder- politit ihrer bedeutenden Mitgliederzahl halber nicht ohne( Nr. 145 des Vorwärts") nicht zurückziehen, da die Antwort lage für uns von irgendwelcher Bedeutung. öffentliches Interesse ist, möge die Stellung selbst sein, wie sie des Herrn E. Lehmann mit der Wahrheit im Widerspruch steht. Auf dem 3. unterfränkischen Parteitage, dessen bereits wolle. Der Vorstand des Hamburger Handlungsgehilfen- Vereins Nicht um den in der Antwort betonten Biersieder, sondern um in einer besondern Angelegenheit furz erwähnt worden ist, waren richt über den Kongreß geeignet sei, die Parteigenossen über die der organisirten Brauerei Arbeiter handelt es sich. Vorwärts" meint nun in einer Zuschrift an uns, daß der Be- das systematisch betriebene umgehen des Arbeitsnachweises In die Orte Würzburg, Heidingsfeld, Höchberg, Rimpar, Bell, hat binnen furzer Zeit Herr Lehmann Unterdürrbach, Versbach, Schweinfurt, Eltmann, Dittelbrunn, kaufmännischen Organisationsbestrebungen irre zu führen. Ob- sechs Fällen Hambach, Bergrheinfeld, Kigingen und Albertshofen durch zu aleich das nicht zutrifft, denn erstens weiß jedes Kind, daß eine seine Arbeitskräfte nachweislich, anderweitig, also ohne Arbeitsnachweises entnommen. Daß die fammen 34 Delegirte vertreten. Aus dem finanziellen Bericht Organisation, der auch 20 797 Prinzipale als Mitglieder Benutzung des ergab sich, daß die Zentralleitung Unterfrankens im ver- angehören, keine„ auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung" Kommission der Brauereiarbeiter gegen ein derartiges Vorgehen flossenen Geschäftsjahre 1058,72 Mark einnahm und bei stehende Handlungsgehilfen- Organisation sein kann, zweitens hat Front machen muß, namentlich zu einer Zeit, wo noch ca. 75 837,96 Mart Ausgaben 220,76 Mart baar in Kasse behielt. Die der Vorwärts" auch eine von dem Hamburger Handlungsgehilfen- durch den Boykott brotlos gewordene Arbeiter( Brauer, Vertrauensmänner berichteten, daß unsere Partei an manchen verein veröffentlichte Kritik der Beschlüsse des Kongresses gebracht Böttcher und Hilfsarbeiter) in Brot und Stellung zu bringen Orten erfreuliche Fortschritte machi, im ganzen bleibt aber noch trotz alledem wollen wir aber nicht verfehlen, aus der Zuschrift sind, werden wohl alle organisirten Arbeiter begreifen. Im viel zu thun übrig. Dertel aus Nürnberg, der an Stelle der des Hamburger Handlungsgehilfenvereins noch das zu veröffent- übrigen ist diese Sache für uns im Vorwärts" erledigt, da die am Sonntag, den 30. d. M., bei Nieft, Weberstr. 17 stattfindende früher als Referenten in Aussicht genommenen Reichstags- Ab. lichen, worauf die Verfasser besonderen Werth legen: geordneten Schippel und Frohme sprach, sette in seinem Vortrag Der Verband deutscher kaufmännischer Vereine beobachtet öffentliche Brauereiarbeiter Versammlung, wozu Herr Lehmann den großen Werth der Gewerkschaften auseinander. Einstimmig eine der modernen Arbeiterbewegung durchaus feindliche Haltung, eingeladen ist, diese Angelegenheit entscheiden wird. erklärte sich der Parteitag mit Dertel's Ausführungen einver er sieht in der Bekämpfung der Umsturzbestrebungen", die ja Kommission der Brauereiarbeiter Berlins und standen. Den vorgelegten Entwurf eines Organisations statuts auch unter den kaufmännischen Proletariern um sich greifen, eine der Umgegend. ließ der Parteitag fallen; dafür setzte er ein brei seiner Hauptaufgaben. Dies ist auch sehr erklärlich, da die dem gliedriges Agitations Komitee für Unterfranken ein, das Verbande angehörenden 20 797 Prinzipale infolge ihrer wirthschaft in Würzburg domizilirt. Bei Fragen von einschneidender lichen Uebermacht natürlich die Führung darin haben, wie denn Bedeutung hat es sich vornehmlich durch Parteigenossen aus auch thatsächlich die Leitung des Verbandes sowohl als auch Schweinfurt, Kigingen und Heidingsfeld zu ergänzen. Das der ihm angehörenden größeren kaufmännischen Vereine faft Die Maler und Lackirer Leipzigs stehen vor einer Bes Agitationskomitee führt zugleich die Aufsicht über die Presse. durchweg aus Prinzipalen besteht. Des weiteren ist zu bewegung um Wiedererringung des 1889 er Lohnes unter BerBeschlossen wurde weiter, daß Würzburg bis 10, Schweinfurt merken, daß dem größten Verbandsverein, dem Hamburger fürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden und ersuchen deshalb die bis 5, Kigingen bis 3, alle übrigen Orte bis zu 2 Delegirte auf Kommisverein von 1858, der von den auf dem Verbandstag Berufsgenossen, den Zuzug nach Leipzig bis auf weiteres streng die Parteitage senden können. Mit der Leitung und Geschäfts- vertretenen ca. 90 Stimmen allein 15 abzugeben berechtigt ist, eine zu unterlassen. führung der Unterfränkischen Voltstribüne" erklärte sich der ganze Reihe Handelskammern als Mitglieder angehören, ferner viele Parteitag einstimmig einverstanden; ferner erklärte er, daß, wer große Firmen, von denen wir nur beispielsweise das Kali dieses Partei- Organ nicht hält und für dessen Weiterverbreitung Syndikat in Leopoldshall erwähnen wollen, in welchem bekanntnicht nach Kräften eintritt, fein Recht habe, auf die Bezeichnung lich auch der preußische Staat fitt. Da auch die hessische, Parteigenoffe" Anspruch zu machen. Das Ersuchen der Frank wie die preußische Regierung ihre Theilnahme In Nürnberg hat der Holzindustriellen Verband den furter, den Wahlkreis Aschaffenburg mit in Bearbeitung zu wohl ungefähr denken, welche Sorte„ Sozialreform" dort be- von sämmtlichen Plätzen seiner Mitglieder angedroht, wenn sie furter, den Wahlkreis Aschaffenburg mit in Bearbeitung zu an dem Verbandstage zugesagt hatten, so fann man sich streifenden Arbeitern der Eyßer'schen Fabrik die Aussperrung nehmen, wurde wegen mangels an Mitteln und Kräften abgelehnt. trieben worden ist. Sie soll, das muß klar und bündig aus nicht bis gestern( Freitag) die Arbeit bei Eyßer wieder aufgesprochen werden, ein Mittel sein zur Bekämpfung der Sozial- genommen hätten. In der richtigen Erkenntniß, daß diese demokratie! Von den verschiedensten Seiten, noch jetzt von der Peitschentaktik allein unmöglich verfange, hat der Holzindustriellen. Köln. 3tg.", ist es ja zugestanden worden, daß die Anstrengungen der Verband gnädigst 25 pet. Lohnaufschlag für Ueberstunden bes wenigen flaffenbewußten Handlungsgehilfen, ihre Kollegen zur willigt. Die Ausständigen werden jedoch, nach einer Mittheilung Erkenntniß ihrer erbärmlichen Lage zu erwecken, mehr und mehr der Fränt. Tagespost", auf der Forderung halbstündiger Vervon Erfolg begleitet werden. Da ist es denn natürlich noth- türzung des Arbeitstages beharren. Zuzug von Holzarbeitern wendig, daß den Handlungsgehilfen schleunigst das nach Nürnberg ist deshalb aufs strengste zu vermeiden. Zuckerbrot der kaiserlichen Sozialreform hingehalten wird. Es ist ein interessantes Merkmal für die geistige Bedürfniß- Wir danken aber für die Wohlthaten", welche uns von Tofigkeit der Ultramontanen, daß ein so unintelligent geschriebenes unseren Ausbeutern unter dem Segen der diversen Regierungen Blatt wie die„ Germania" Hauptorgan ihrer Partei sein kann. gnädigst gewährt werden. Wir haben uns an den or= Aus Oesterreich. In Wien siegten bei der Wahl zum ganisirten Arbeitern ein Beispiel genommen und gelernt, Gehilfenausschuß, zur Krankenkasse und zur Genossenschafts- daß nicht von der Harmonie, sondern nur vom Klaſſenkampf versammlung der Einspänner- Gehilfen( Droschtenkutscher) etwas für uns zu erwarten ist, d. h. daß wir nicht mit der Ein Buchdruckertag für Galizien und die Buko. sämmtliche Kandidaten der Sozialdemokratie. Sie wurden zum Prinzipalität, sondern gegen dieselbe zu kämpfen haben." größten Theil einstimmig gewählt. Gegenkandidaten waren Das übrige der Zuschrift enthält die Kritik der Kongreß- wina wird nächstens in Lemberg abgehalten werden. Wie Christlich- Soziale, d. h. schwarz- gelbe Antisemiten. beschlüsse, die wir in Nr. 143 des Vorwärts" vom 22. Juni Ognisko"( Der Herd), das neugegründete Fachblatt der polnischen unter der Rubrik" Soziales" schon" veröffentlicht haben. Der Buchdrucker Lembergs, meldet, ist Zweck des Buchdruckertages, Hamburger Handlungsgehilfen- Verein Vorwärts" ersucht nun den Anschluß der Buchdrucker Galiziens und der Bukowina an die Parteiblätter, die unsern Bericht über den Kongreß brachten, die österreichische Buchdrucker- Organiſation herbeizuführen. vorstehend wiedergegebene Ausführungen und die Kritik der Der Streik im Wiener Emailwerk ist zu gunsten der Rongreßbeschlüsse ebenfalls abzudrucken. Arbeiter beendet. Die Werkleitung erfüllte das Begehren der Eingestellt wegen Verjährung wurde von der Straf Tammer in Frankfurt a. M. das Verfahren, das gegen den übertrifft, veröffentlicht der hannoversche Volkswille". Sie belaffen. Eine Arbeitsordnung, die so ziemlich alles dagewesene Ausständigen, einen als Denunziant bekannten Arbeiter zu ents Reichstagsabgeordneten Wilhelm Schmidt als Redakteur trifft die Buchdruckerei und Buchbinderei von Der Bäckerstreik in Budapest ist nun thatsächlich beendet, der Boltsstimme", wegen angeblicher Beleidigung des Bürger- willy Hahn in Hannover und lautet in§ 2: Ent- und zwar zu gunsten der Arbeiter. In einer Busammenkunft meisters in Fechenheim anhängig war. Am 24, November v. J. laffung aus dem Geschäft geschieht zu jeder Zeit, und es von Delegirten der Meister und der Gehilfen wurde ein Ver war nämlich die Eröffnung des Hauptverfahrens beschlossen; findet eine beiderseitige Kündigung des Arbeitsverhältnisses gleich abgeschlossen, bei dem der größte Theil der Gehilfeneine weitere richterliche Handlung wegen Vernehmung fand am nicht statt, vielmehr fann dasselbe von beiden Theilen zu jeder forderungen berücksichtigt ist. Der Ausstand hat zwölf Tage ge 25. November statt. Seitdem geschah nichts bis zum 28. Mai, 3eit gelöst werden. Bleibt indessen ein Arbeiter ohne dauert. wo der Termin zum Hauptverfahren festgesezt wurde. Es war weiteres, resp. ohne Entlassung erbeten und erhalten zu haben, dies also drei Tage nach der Verjährung für Preßvergehen. Der Maurerstreik in Meran in Tirol ist nach bürgerweg, so verliert er als theilweisen Ersatz des durch die Störung licher Quelle beendet. Der Gewerbe- Inspektor vermittelte. Den In Eschwege sollten die Parteigenossen Ra ab und des Betriebes erwachsenen Schadens den Anspruch auf den noch Maurern soll eine halbe Stunde am Nachmittag freigegeben Heißner nach Ansicht der Polizei und dann auch des Schöffen- rückständigen Lohn, jedoch nicht über den Betrag des durchschnitt: worden sein, worauf die Mehrzahl die Arbeit wieder aufgerichts die furhessische Sabbathordnung vom Jahre 1801 dadurch lichen Wochenlohnes hinaus."§ 8 ist nicht weniger schön: ve: legt haben, daß sie bei der letzten Reichstagswahl an einem„ Ebenfalls sind sämmtliche in einem Betriebe beschäftigten Ar- genommen hätte. Sonntag Flugblätter verbreitet hatten, obwohl das außer der beiter gemeinschaftlich für Beschädigung des Gebäudes, Bergarbeiterstreik in Reschiza. Um zu verhindern, daß Kirchzeit geschehen war. Das Urtheil, das auf je 10 M. Strafe der Fenster, Maschinen, des Inventars 2c. haftbar, wenn der die Bergleute in Szekul mit den Kameraden in Reschiza zusammenlautete, ist jedoch vom Landgericht Kassel aufgehoben worden. Thäter sich nicht meldet oder nicht gemeldet wird. Auch kommen, um sich mit ihnen zu berathen, ist Szeful vollständig Beide Genossen wurden fostenlos freigesprochen." wie der für abhanden gekommene Gegenstände haben sämmtliche von Gendarmerie und Militär blockirt. Es darf Jm Breßprozeß gegen den Redakteur Gärtner von im Betriebe beschäftigten Arbeiter aufzukommen, falls der Nepszava" geschrieben wurde tein Mensch weder hinaus noch der, Fränkischen Tagespost", wobei es sich bekanntlich Schuldige sich nicht meldet oder nicht gemeldet wird." herein, auf allen Straßen, ja selbst auf dem hohen Berge, von wo u. a. um eine Besprechung des Fuchsmühl- Prozesses handelte, be Weiter schreibt dieses Monstrum von Arbeitsordnung vor, aus man ganz Szeful übersehen kann, find Gendarmerieposten aufrief sich die Vertheidigung darauf, daß die Münchener daß für Ueberzeitarbeit bis zu einer halben Stunde nichts bezahlt gestellt, die auf solche Art bequem die Menschen mit ihren Blicken bis Post" und die Oberfränkische Volkszeitung" den wird, daß aber dem Arbeiter bei etwaigem Zuspätkommen für in ihre Wohnungen verfolgen können, weshalb die Leute sich nicht einmal inkriminirten Artikel unbeanstandet gebracht hätten. Nach tele- jede angefangenen 10 Minuten 10 Pf. vom Lohn abgezogen getrauen, vor das Hausthor zu sehen, geschweige, daß sie es phonischer Anfrage in München gab der Staatsanwalt die werden. Was mit den Strafgeldern wird, steht nicht in der wagen würden, einen Spaziergang zu unternehmen. In Reschiza Richtigkeit deffen zu, theilte jedoch zugleich mit, daß die Arbeitsordnung. Es ist selbstverständlich, daß die Firma Willy hauft die Gendarmerie wie in Feindesland. Wer sich von der Münchener Staatsanwaltschaft das Versäumte nachholen werde. Hahn auf dem Holzwege ist, wenn sie meint, ihre Arbeiter seien rbeiterbevölkerung auf der Straße sehen läßt, wird geprügelt Zu dieser Mittheilung der Allgem. 3tg." bemerkt die Münch. verpflichtet, sich um diese Arbeitsordnung zu fümmern. Ihre nicht Frauen noch Kinder bleiben davon verschont. Kurz es ist Poft":" Demnach soll der Tanz um den groben" Unfugs Strasbestimmungen sind ungefeßlich und folglich werthlos, gleich im Namen der„ Ordnung" eine Schandwirthschaft etablirt, die Paragraphen hier noch einmal beginnen. Das wäre ja aller viel ob sie von den Arbeitern unterschrieben worden sind oder nicht. an asiatische Verhältnisse gemahnt. Trozdem erreicht die mit liebst. Doch gestatten wir uns anzuführen, daß wir in der dem Unternehmerthum verbündete Polizei ihren Zweck nicht: Fuchsmühl- Affäre wegen" globen Unfugs" schon einmal Bravo, Jungens! Aus 3inna bei Jüterbogt wird uns der Streit dauert fort. Die Delegation der Bergarbeiter, die in vermöbelt wurden. Des" ferneren sei auch mitgetheilt, berichtet: Der hiesige Gutsbesizer ist ein großer Freund der Budapest beim Minister vorstellig werden sollte, ist noch nicht der fragliche Artikel in der Münchener Post" Kinderarbeit: zum Ausziehen des Unkrauts auf seinen großen heimgekehrt, weil sie, um nicht von der Polizei abgefangen zu am 4. Januar erschien und am 4. Juli nach dem Preßgesetz ver- Kartoffelfeldern, von denen der Morgen ca. 300 M. Reingewinn werden, Umwege eingeschlagen hat. jährt ist. Sollte die hiesige Staatsanwaltschaft das Versäumte" bringen soll, hatte er Schulkinder für die schulfreien Nachmittage also wirklich nachholen und in letter Stunde eingreifen wollen, angenommen. Als Lohn für eine 7stündige Arbeitszeit mit so müßte sie sich sehr beeilen. Blögliche Gile wäre um so fonder- 1/ 2 stündiger Unterbrechung waren 20 Pf. festgesetzt. Unsere gebildet. Er zählt bereits 70 Mitglieder. barer, als die hohen Behörden seit einem halben Jahre Zeit ge- Jungen obwohl ihnen in der Schule gerade sehr viel von Die Kohlenlader in Ferrol in Spanien stehen im Streit, habt haben, in dieser Sache das nöthige zu thun. Warten wir Genügsamkeit und Zufriedenheit vorerzählt wird legten, als um eine Lohnerhöhung zu erlangen. die Sache ab." Der Vorfall zeigt jedenfalls, daß es nicht an der Preis für die beschwerliche Thätigkeit bekannt wurde, eingebracht ist, sich zur Entlastung eines sozialdemokratischen Blattes auf andere Blätter unserer Partei zu berufen, sofern man sich nicht vergewiffert hat, daß leztere wegen Verjährung nicht mehr verfolgt werden können. Ein neues politisches Arbeiter Wigblatt, und awar eines in polnischer Sprache, wird dieser Tage in Przemysl in Galizien herausgegeben werden. daß Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " " stimmig die Arbeit nieder. Gewerkschaftliches. " " Ein Handlanger- Verein hat sich in Biel in der Schweiz Depelchen. Privat Telegramm des Vorwärts". Leipzig, 28. Juni. Das Reichsgericht verwarf die " -3wei beachtenswerthe Urtheile liegen aus Wien vor. Der Parteigenosse Repa hatte eine Versammlung Achtung Maurer! Laut Beschluß der öffentlichen Ver- Revision des Reichstags- Abgeordneten Robert Schmidt mit einem Hoch auf die internationale revolutionäre Sozial sammlung der Maurer Berlins, vom 19. d. Mts., soll von jedem demokratie geschloffen. Der Staatsanwalt meinte, er habe da- Neubau oder Umbau ein Kollege beauftragt werden, oder, wenn gegen das am 9. Mai 1894 gesprochene Urtheil der Brausewetterdurch zur Gewalt aufgereizt. Der Erkenntnißsenat des Land- dies nicht geschieht, eigenmächtig die Vertretung übernehmen, um tammer im Gummischlauchprozesse betreffend die Nr. 15, 16 und gerichts erkannte jedoch auf Freisprechung, weil wie die an die Vertrauensmänner über die Zustände, wie sie in unserem 17 des Vorwärts" vom Jahre 1894. Für begründet wurde Arbeiterzeitung" meldet- Ripa als schlichter Mensch nur Gewerbe herrschen, Bericht zu erstatten. Kollegen, wir werden dasjenige wiederholte, was er oft gehört hat, und weil von in nächster Zeit mehrere Versammlungen einberufen mit der die Revision nur insoweit erachtet, als das Gericht die Kostenpflicht einem Angehörigen der Sozialdemokratie Tagesordnung: Erhöhung des Lohnes refp. Verkürzung der des Angeklagten zu weit ausgedehnt habe. In der Sache selbst nicht zu erwarten ist, daß er zu Gesezwidrigkeiten im Arbeitszeit. Dazu gehört aber eine Uebersicht über die Lohn- wurde erkannt, daß der Angeklagte die Kosten der ersten Instanz infriminirten Sinne auffordert. Vor demselben vernünftigen und Arbeitsverhältnisse, welche uns die Kollegen übermitteln nur insoweit zu tragen habe, als sie durch das Verfahren gegen Gericht hatte sich der Genosse Winar 3ty zu verantworten, müffen. Wir wollen mit den Beweisen in den Händen die öffent- ihn selbst entstanden sind. weil er in einer Rede über den Achtstundentag auf liche Meinung anrufen, alle Schäden und Mißstände aufdecken. die belgischen Arbeiter hingewiesen hingewiesen hatte, die gezeigt Wir ermahnen nun dringend alle Kollegen, die Beschlüsse der Wolff's Telegraphen- Bureau. hätten, wie man sein Recht erkämpft. Er hatte hierbei den Versammlungen zu halten und in der Weise ihre Schuldigkeit zu Paris, 28. Juni. In der heutigen Sigung der HeeresMassenstreit im Auge. Der Staatsanwalt dagegen behauptete, thun, daß sie am Sonntag Morgen in den hier angegebenen tommission sprach sich der Kriegsminister gegen die zweijährige daß der Hinweis auf die belgischen Arbeiter einer Aufforderung Frühsprachen erscheinen und dort dem anwesenden Vertrauens- Dienstzeit aus, weil man bei einer solchen nicht wie Deutschzum Straßenkampfe gleichkomme. Die stereotype Berantwortung mann den Bericht übergeben. Frühsprachen finden jeden Sonn- land ausreichende Effektivbestände haben würde und weil dieder betreffenden Angeklagten, daß sie den Massenstreit im Sinne tag früh von 9 Uhr in folgenden Lokalen statt: Often, Rüders selbe die Bildung von Artillerie- und Kavallerie Radres ver hätten, sei eine leere Ausrede. Der Gerichtshof desavouirte aber dorferstraße 8 bei Böhl; Norden, Swinemünderstr. 20, Geig's hindern würde. G Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Wag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 149. Sonnabend, den 29. Juni 1895. 12. Jahrg. Die Staatsanwaltschaft in der waltungsbeamte iſt, daß er nämlich überall den Regierungs- Regierung herbeizuführen; es dient vielmehr politiſch betrachtet preußischen Jufti. gemacht nicht blos in derjenigen Art, in der dies jeder Ver- Wechsel der Staatsanwälte beim Wechsel der Intentionen der Anordnungen zu folgen hat, sondern in der denkbar schärfsten nur dazu, solche Staatsanwälte zu entfernen, welche die Form, wie sie nur den politischen Beamten gegenüber( Ober- Eigenschaft, den Wechsel anständig mitzumachen, nicht besitzen. Wir haben bereits gestern furze Auszüge aus dem unter präsidenten, Regierungspräsidenten, Landräthen 2c.) gielt: er Hieraus erhellt, daß die Staatsanwaltschaft recht eigentlich die einem Pseudonym erschienenen Artikel der" Preußischen genießt auch fein Gehalt nur nach dem Willen der jeweiligen Karriere für dasjenige Menschenmaterial bildet, welches en tout Jahrbücher" über den Einfluß der Staatsanwaltschaft in Regierung. Mißliebigkeit bei dieser kann ihn um sein Amt cas ministeriell ist. Es sind dies die Leute, deren Typus Wolbringen. Während man aber das Prinzip, daß die Staats- zogen uns kürzlich so schön in der Person jenes Generals a. D. der preußischen Justiz unseren Lesern mitgetheilt, im nach- anwälte politische Beamte der jeweiligen Regie vorgeführt hat, der zu fonservativ ist, um in einem geselligen stehenden veröffentlichen wir weitere Auszüge aus demselben. rung sind, auf das schärffte betonte, hat man andererseits ihre Verein ein die„ Vossische Zeitung" lesendes Mitglied zu dulden In den Verhandlungen der Umsturzkommission war es macht fülle in der Justiz andauernderweitert.- und offen hinzufügt, er gehe partout mit der Regierung; wenn eine stehende Redensart der Freunde der Vorlage: man So ist die Staatsanwaltschaft zu einem Institut geworden, diese sozialdemokratisch würde, sei er es auch. Niemand aber wird behaupten können, daß das hier heran. müsse Vertrauen zu den Richtern haben, diese werden die dessen Wirkungskreis weit über den Rahmen der Erhebung und rechte Auslegung schon finden. So verstanden, wie diese Vertretung der Anklage hinausgeht. Das Vorverfahren hat sie gebildete Material zugleich das geeignete für die Befeßung der Richterämter ist. Leider findet indessen schon seit Jahrzehnten, Aeußerung wirklich gemeint war, enthält sie die denkbar fast ganz in der Hand. Auch innerhalb der Voruntersuchung ist der Untersuchungs- in erhöhtem Maße aber seit der Justizorganisation von 1879 ein schwerste Beleidigung unseres Richterstandes. Die Herren richter gerade in den wesentlichsten und wichtigsten Akten durch so zahlreicher Eintritt von Staatsanwälten in trauten nämlich den Richtern zu, daß sie das Gesez tendenziös Abhängigkeit von dem Einverständniß der Staatsanwaltschaft die höheren Richterstellen statt, daß dieser Zustand in der Weise anwenden werden, daß sie beim Sozial- außerordentlich beschränkt. Nur in Hastsachen existiren einige jetzt bereits die ernste sten Besorgnisse für die volle demokraten strafbar finden, was bei den Angehörigen der Beschränkungen für die Staatsanwaltschaft, deren sie sich jetzt in unabhängigkeit unserer Strafrechtspflege bietet. anderen Parteien straflos bleiben werde. Reformversuchen bei der Gesetzgebung zu erwehren versucht. Ein türzlich erschienenes verdienstvolles Büchlein) giebt die Glücklicherweise ist die Umsturzvorlage abgelehnt Kein untundiger Mensch, der einen preußischen Gerichtssaal Möglichkeit, die Laufbahn der Richter in Preußen eingehender worden und kann so die Probe nicht darauf gemacht betritt, kann ahnen, wo hier der öffentliche Ankläger sitzt. Denn zu verfolgen. Wir können mit Hilfe desselben folgende Daten werden, ob das„ Vertrauen" des Herrn Enneccerus gerecht- nimmt, fann man doch nicht glauben. Diese Aeußerlichkeit ist, daß der Kläger mit dem Richter an demselben Tische Platz zusammenstellen: Ober- Landesgerichts- Präsidenten giebt es in Preußen 13. Bon fertigt war oder nicht. Im schroffen Gegensatz zu der zur wie überhaupt im menschlichen Leben die Aeußerlichkeiten, von ihnen ist einer bereits in höherem Dienstalter bei der Aumerion Schau gestellten Vertrauensseligkeit der nationalliberalen nicht geringem Belang. Sie begünstigt auch ein vertrau von 1866 übernommen, dessen frühere Thätigkeit nicht ersichtlich und konservativen Herren stand die bei der gleichen Ge- liches Plaudern zwischen Richtern und Staats- ist. Von den übrigen 12 find 4, also ein volles Drittel, früher Legenheit gefallene Aeußerung des Herrn Justizministers, anwalt namentlich vor Beginn der Sigung und in den Staatsanwälte gewesen, der eine allerdings nur kurze Zeit, die wonach das richterliche Ansehen im Sinken begriffen sei. Pausen. Kürzlich hat in Berlin ein Angeklagter den Gerichts- anderen aber 18, 11 und 15 Jahre lang. Unter den SenatsDiese Aeußerung hat Aufsehen, in weiten Kreisen er- vorsitzenden abgelehnt, weil diefer unmittelbar vor der Verhand- präsidenten der Ober- Landesgerichte( 40 an der Zahl) sind regt, nicht weniger Aufsehen erregt aber der Artikel der lung im Gerichtssaal mit dem Staatsanwalt über die abzuurtheilende Sache gesprochen und seine Meinung geäußert habe. Preußischen Jahrbücher", welcher wohl geeignet ist, zu er mir fönnen uns voll in die Seele des Angeklagten versehen, der flären, wie so es kommt, daß das richterliche Ansehen danach glaubt, nicht mehr einem ganz unparteiischen Richter finkt. Der Leiter der genannten Zeitschrift ist bekanntlich gegenüber zu stehen.-tonservativ und allen staatsfeindlichen Bestrebungen Feind, wenn er trotzdem den Artikel zum Abdruck brachte, so wird er seine Gründe dafür haben. Man kann gespannt darauf sein, ob keiner der berufenen Vertreter der Justiz zur Feder greifen wird, um Antwort zu geben. Geschieht dies, so werden wir nicht verfehlen, auch davon Notiz zu nehmen. Für jetzt aber geben wir dem Kritiker das Wort. Derselbe schreibt: wiederum 5, deren ältere Karriere in den neuen Provinzen liegt und sich nicht verfolgen läßt. Von den verbleibenden 35 find 9, also ein volles Viertel, frühere Staatsanwälte. Unter diesen sind auch hier nur zwei, bei denen die Staatsanwalts- Thätigkeit sich auf 2-3 Jahre in jüngerem Lebensalter beschränkt hat. Die anderen 7 hatten bei ihrem Eintritt in das Amt als Senatspräsident eine staatsanwaltliche Thätigkeit von 25, 15, 23, 7, 14, 24, 21 Jahren hinter sich. Schon die Existenz eines streng politischen Instituts( wie es die Staatsanwaltschaft ist) innerhalb der Justiz, von dem man weiß, daß es immer die Ansichten der jeweiligen Regierung zum Ausdruck bringt, wirkt auf schwächere Naturen- und deren Landgerichts- Präsidentenstellen waren zur Zeit der Herausgabe des Terminkalenders von 1895 im ganzen 92 besetzt. Unter giebt es auch unter den Richtern- indirekt beeinflussend. Aber die Praxis der Justizverwaltung hat die Richtung ge- den Inhabern sind wiederum 4, deren Laufbahn aus dem oben nommen, sehr häufig Staatsanwälte in die Richterämter zu be- angegebenen Grunde nicht voll erhellt; es bleiben 88. Davon rufen und namentlich die höheren Richterämter aus der Staats- waren früher Staatsanwälte gewesen 19, also zwischen 1/5 und anwaltschaft zu ergänzen, und hierin liegt eine der gefährlichsten 1/4 und zwar je ein Präsident 3 und 5 Jahre lang, je zwei Präs Die Erörterung der in der verflossenen Reichstagsfession vor- Seiten dieses Instituts. Denn Staatsanwälte, die fidenten 7 und 8 Jahre lang, 8 Präsidenten zwischen 10-20 Jahren, gelegten fogenannten Umsturzvorlage in öffentlichen Reden und dieses Amt längere Zeit verwaltet haben, 4 Präsidenten zwischen 20-30 Jahren und 1 Präsident 34 Jahre Schriften hat, wie sich leider nicht verkennen läßt, ein weit haben die Eigenschaften regelmäßig verloren, lang. Dabei giebt es in Preußen neben 4272 Richtern nur verbreitetes Mißtrauen gegen die Strafrecht- bie an einen Richter zu stellen sind. Jemand, dessen 326 Staatsanwälte, sodaß also die Staatsanwaltschaft an sich sprechung zu tage gefördert. Amtsthätigkeit darauf zugeschnitten war, der Regierung gefällig noch nicht 1/14 der höheren Justizbeamten stellt. Hätten wir eine Strafrechtsprechung freien und volksthüm zu sein und deren politische Ziele auch in rechtlich Unter den Landgerichts- Direttoren und Ober- Landesgerichtslichen Geistes, würde namentlich in unseren Gerichten der Gesichts- 3 weifelhaften Sachen zur Durchführung 3u Räthen die Zahl der früheren Staatsanwälte in gleicher Weise punkt, daß mannhafte Bertheidigung öffentlicher Mißstände ein bringen, fann sich, selbst wenn er den redlichsten Willen dazu zu ermitteln, davon haben wir abgesehen. Auf die Mitglieder ehrenhaftes Thun ist, welches die höchste Begünstigung verdient, mitbringt, nicht über Nacht in die Sphäre hineinversehen, in der des Reichsgerichts erstreckt sich das erwähnte Werk leider nicht. immer zu dem ihm gebührenden Recht gekommen sein gegenüber der Richter leben soll, von welchem Unabhängigkeit nach Jeder, der die Ernennnngen in der Justiz verfolgt, weiß aber, der Klügelei, ob ein ehrenhaft handelnder Mensch sich irgendwo oben in gleichem Maße wie nach unten verlangt wird. Dazu daß auch in diesen Stellen das Element der früheren Staatsin einem Ausdruck vergriffen hat wer weiß, ob die Umsturz- tommt, daß, wie die Verhältnisse bei uns liegen, unsere politischen anwälte zahlreich vertreten ist. vorlage( wenn sie freilich dann überhaupt eingebracht worden Beamten nicht etwa aus den überzeugten Parteimännern der je Die vorstehenden Zahlen bringen zum Ausdruck, ein wie wäre) nicht ein anderes Schicksal erfahren hätte!? weilig herrschenden Richtung entnommen werden, sondern daß es großer Prozentsaz der Präsidenten und Senats. Staats Aber im umgekehrten Verhältniß zu seiner Popularität steht vielmehr umgekehrt zu den Aufgaben der politischen Beamten präsidenten der Gerichte frühere die Verhätschelung, die das Institut( der Staatsanwaltschaft) bei gerechnet wird, sich jeder der wechselnden politischen Richtungen anwälte sind. Sie sind in ihr jetziges Amt theils direkt den Regierungen gefunden hat. Sofort mit der Einführung der dienstbar zu machen. Wären unsere Staatsanwälte ausgesprochene aus der Staatsanwaltschaft, theils allerdings mittels Sindurch Staatsanwaltschaft hat die Justizverwaltung die Macht erkannt, Konservative oder Liberale, Kulturkämpfer oder Ultramontane, gehens durch andere Richterämter berufen worden. Betrachten welche eine in den Organismus der Justiz eingefügte und dabei Manchestermänner oder Sozialpolitiker, die mit der Regierung wir daneben( an der Hand des preußischen Justiz- Ministerialvöllig von der Verwaltung abhängige Behörde ihr auf die Hand- gehen, so lange die Ueberzeugung der Regierung die ihrige ist blattes) die Zahl derjenigen Staatsanwälte, welche ohne jedes habung der Justiz selbst gewährt. Sie hat die Entwickelung und ihren Abschied nehmen oder ihre Zurdispositionsstellung Zwischenstadium direkt vom Posten des Staatsanwalts in ein dieses Instituts dahin geleitet, daß die Abhängigkeit der erhalten, sobald der Wind sich oben dreht, so wäre preußisches höheres Richteramt befördert worden sind, für die Staatsanwaltschaft von der Regierung immer das Amt immerhin eine Schule des politischen Charakters und letzten zehn Jahre( 1885-1894), so gewinnen wir folgendes Er schärfer ausgebildet und dabei deren Ein- es würde zugleich einen scharf martirten Abstand vom Richteramt gebniß. Es sind berufen worden: greifen in den Organismus der Justiz immer erhalten. Aber so ist die Handhabung nicht: der Staatsanwalt umfassender und wirksamer gestaltet wurde. bleibt vielmehr unter jedem Regime. Das Mittel der Zur-*) Wilhelm Meyer. Dienstalter und Laufbahn der Richter Der Staatsanwalt ist danach von der Regierung abhängig dispositionsstellung wird keineswegs dazu gebraucht, um einen und Staatsanwälte in Preußen. Berlin( Carl Heymann) 1894. dem Der Nordostsee- Kanal.") " III. Zweitens sind die militärischen Interessen für die Größen- andererseits eben wegen des riesigen Umweges nur in sehr verhältnisse des Kanals bestimmend gewefen. Sollte er einen geringem Umfange bestanden. Das dürfte jetzt anders strategischen Werth haben, so mußte er in solcher Größe angelegt werden. Der neue Verkehrsweg, der für die genannten Pläge Der Festestrubel ist verrauscht; nun ist es Zeit über die werden, daß ihn die größten Kriegsschiffe ohne Gefahr mit nicht eine so außerordentlich große Wegabkürzung und Verminderung Bedeutung des Nordostsee- Kanals zu sprechen. zu geringer Geschwindigkeit passiren konnten. Dadurch wurde er der wirthschaftlichen Entfernung im Gefolge hat, wird hier die Unsere Leser werden damit einverstanden sein, daß wir den aber auch für die größten Handelsschiffe befahrbar. Ohne Entstehung eines Seehandels nach sich ziehen. Raiser Wilhelm Kanal" schon jetzt in das Meer der die strategische Rücksichtnahme hätte es sehr leicht eintreten So bedeutend wie für diese ganz in der Nähe der KanalVergessenheit versenten, dem er schließlich doch anheim fallen tönnen, daß um sehr erheblich an Rosten zu enden gelegenen Orte ist die Wegabkürzung für die weiter abmuß und auch ferner vom Nordostsee- Kanal" reden. sparen, auf die Benutzung des Kanals durch die größten gelegenen Bläge natürlich nicht. Um für diese Weg- und Zeite Wenn wir jetzt die Bedeutung des Nordostsee- Kanals be- Schiffe verzichtet und dem Kanal fleinere Dimensionenen gegeben ersparniß bei Benutzung des Nordostsee- Kanals übersichtlich darzuleuchten wollen, so haben wir natürlich nicht seinen jezigen un hätte. Dadurch würde er aber nicht nur den heutigen nicht voll stellen, empfiehlt es sich, den im Jahre 1885 von der Regierung fertigen Zustand im Auge, in deffen Gefolge immer genügt haben, sondern seine Bedeutung wäre im Laufe der Zeit dem Reichstage zugegangenen Motiven zur Begründung der wieder größere und kleinere Unfälle sich ereignen und unaufhaltsam gesunken, da, wie wir später zeigen werden, auch Kanalvorlage zu folgen. Hier wird nicht der Vortheil für jeden deutschen Namen im Auslande ebensoviel größere in der Seeschifffahrt die Entwicklung des Großbetriebes und die Ostseehafen besonders angegeben, sondern die gange Ostseeund kleinere Blamagen bereiten. Es ist ja für unsere Zustände alten kleinen Seefahrzeuge mehr und mehr durch die modernen schifffahrt ist hier zusammengefaßt, weil alle Schiffe, die nach ganz bezeichnend, daß das rechtzeitige Stattfinden der Millionen- Riesentolosse verdrängt werden. östlich von Rügen gelegenen Häfen gehen, einen bestimmten Punkt festlichkeiten für wichtiger erachtet wurde, als die volle Durch- Drittens haben die militärischen Rücksichten bestimmend auf passiren müssen, der zwischen Torp auf Schweden und der Halbführung und das tadellose Funktioniren des Kanals. Wir denken die Entscheidung einer Frage eingewirkt, die auch von unserem insel Wittow auf Rügen sich etwas östlich von der kleinen Insel Mön hier vielmehr an den Kanal im fertigen Zustand, der nun wohl prinzipiellen Standpunkte aus von hervorragendster Bedeutung befindet, und zwar sowohl, wenn sie den Nord- Ostsee- Kanal be= hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. ift. Bis zu dem Zeitpunkte, in dem den maßgebenden Regierungs- nußen, als auch, wenn sie um Kap Stagen herumgehen. Da es Wie bereits erwähnt, verdankt der Kanal vorzugsweise freisen die strategische Wichtigkeit des Kanals aufging, hatte in der Nordsee einen solchen gemeinschaftlichen Schnittpunkt nicht militärischen Erwägungen seine Entstehung, und daher steht auch niemand an eine staatliche Durchführung des großen Werkes giebt, so werden in der folgenden Tabelle die Fahrten von den die militärische Bedeutung des Kanals in erster Linie. Sie besteht gedacht. Man hatte vielmehr die ausgesprochene oder unausge- einzelnen Nordseehäfen nach dem gemeinschaftlichen Schnittpunkte vornehmlich darin, daß sie eine neue Operationsbasis für die sprochene Absicht, zur Erbauung des Kanals eine dividendenschluckende bei Mön ins Auge gefaßt und die Wegelängen und Fahrzeiten deutschen Flotten der Nordsee und Ostsee schafft und eine Aktiengesellschaft nach Art der Panama- Gesellschaft zu gründen". eines Dampfers verglichen, je nachdem er den Nord- Ostsee- Kanal schnelle Bereinigung beider Flotten in dem einen oder anderen Wir wollen damit nicht etwa andeuten, daß bei dieser Gelegen- benutzt oder den alten Weg um Kap Stagen nimmt: Meere ermöglicht; beträgt doch der Weg zwischen unseren beiden heit bei uns ebensolche erbaulichen Dinge vorgekommen wären Kriegshäfen Kiel und Wilhelmshaven bei Benutzung des Nord- oder hätten vorkommen können, wie die Panama- Gesellschaft sie Ostsee- Kanals nur 55 Seemeilen, bei der Fahrt um Rap Skagen in so herzerfrischender Weise gezeitigt hat, obwohl das durchaus dagegen 650 Seemeilen, also das zwölffache des neuen Weges. nicht ausgeschlossen gewesen wäre; jedenfalls aber würde das Weg nach der Ostsee Sodann besteht die militärische Bedeutung des Kanals darin, reine privatfapitalistische Interesse bei der Durchführung des daß die deutsche Kriegsleitung von den Entschließungen Däne- Werkes in erster Stelle zum Schaden des Gemeinwohls marks vollständig unabhängig wird, das namentlich, seitdem es entscheidend gewesen sein, und die Profitwuth hätte wahre feine Hauptstadt Kopenhagen start befestigt hat, wohl im stande Drgien gefeiert. Erst als die Herren Geheimräthe sich überzeugt ist, einer Flotte den Weg von der Nordsee zur Ostsee zu verlegen. hatten, daß ein den militärischen Interessen in ausgiebiger Uns interessirt natürlich die militärische Bedeutung des Weise genügender Kanal von dem Privatkapital unmöglich oder Kanals viel weniger als die wirthschaftliche, und nur doch nur unter den größten Schwierigkeiten hergestellt werden der letzteren wegen haben wir seinerzeit den Bau gutgeheißen, tonnte, wurde der Gedante, den Bau des Kanals privater Initiative ja sogar erstrebt. Dennoch ist es hier unmöglich, jene zu zu überlassen, endgiltig verworfen und der Entschluß staatlicher ignoriren; denn gerade die militärischen Erwägungen waren es, Durchführung gefaßt. Es läßt sich also nicht leugnen, daß hier der denen der Kanal nicht nur seine Entstehung, sondern auch Militarismus gutes gewirkt hat, eine Thatsache, die sich leider von feine Gestalt und seine sonstigen Verhältnisse verdankt. nur zu selten fonstatiren läßt. Jedenfalls haben die militärischen Interessen in dreifacher Hinicht entschieden günstig auf die Gestaltung des Kanals ein gewirkt. Hierbei ist zunächst die schleunige Jnangriffnahme und schnelle Durchführung der Kanalarbeiten hervorzuheben. Wären allein die wirthschaftlichen Interessen maßgebend gewesen, so hätte der Ranal über furz oder lang wohl auch kommen müssen; aber es wäre sicherlich noch manches Jahr dahingegangen, ehe man aus dem Stadium der Erwägungen in das Stadium der Ausführung getreten wäre. *) Siehe Nr. 189 und 140 bes Vorwärts". Die wirthschaftliche Bedeutung des Kanals, mit der wir es hier vornehmlich zu thun haben, liegt in zwei Richtungen: zunächst in der Verkürzung der Fahrt, und dann in der größeren Sicherheit der Fahrt. Was die Verkürzung der Fahrt anbetrifft, so haben wir bereits zwei Zahlen angegeben, die die Entfernung zwischen Kiel und Wilhelmshaven betrafen. Hier betrug die Ersparniß 11/12 des Weges, ein ganz gewaltiger Vortheil, der, wie schon erwähnt, in erster Linie den Kriegsschiffen zu gute kommt. Ein Seehandelsverkehr hat bisher zwischen den Seehandelsplätzen, die ganz in der Nähe der Kanalmündungen liegen, also namentlich zwischen Hamburg und Altona einerseits und Lübeck und Kiel bis zum Schnittpunkte bei Mön. Bei Bei Gewinn bei Benutzung der Fahrt um der Benutzung des Kanals Stagen des Kanals Weg Fahr Weg Fahr länge länge See zeit zeit in in See= in See- in meilen meilen Stund. meilen Stund. Stund. Newcastle. 221 33,39 646 78,30 425 44,91 272 39,58 595 72,12 323 32,54 346 48,55 629 76,24 283 27,69 450 61,15 687 83,27 237 22,12 479 64,67 716 86,78 237 22,12 540 72,06 777 94,18 237 22,12 561 74,61 800 96,96 239 22,35 591 78,24 830 100,60 239 22,36 536 84,91 717 86,90 181 15,32 571 75,82 692 83,88 121 8,06 591 78,24 698 84,60 107 6,36 646 84,91 730 84 88,48 3,57 " " " " " " " Hamburg. Bremerhaven. Emden. Amsterdam Rotterdam Antwerpen Dünfirchen London # Hull. " Hartlepool " " Leith. ( Schluß folgt.) " " " Ober- Landesgerichtsräthen Landgerichts- Direttoren • • 9 14 5 " " " zu Senatspräsidenten der Ober- Landesgerichte 2 Staatsanwälte.| Krüger, Köpenickerstraße, für Adlershof H. Reichert, Hacken- bericht der Sektion 12 der Fuhrwerts- Berufsgenossenschaft, welchen Landgerichts- Präsidenten bergerstraße 2, P. Vetter, Feldherrnstraße, G. Schulze, Ge- deren Organ, das„ Deutsche Verkehrsgewerbe" veröffentlicht, und nossenschaftsstraße 6. Es ist Pflicht der Parteigenossen, mit in dem es u. a. heißt: Das Anwachsen der Zahl der Rentenempfänger ist zum Eifer sich der Agitation für unser Unternehmen hinzugeben und im ganzen 30 Staatsanwälte. dafür zu sorgen, daß statt der arbeiterfeindlichen Blätter in theil" auf leichtsinniges und gleichgiltiges Hantiren, oft auch Auf die Gründe für diese Art der Aemterbesetzung wollen jedem Proletarierhause die Parteipresse Verbreitung finde. Der unvorschriftsmäßiges Verhalten oder gar Unbotmäßigkeit im Betriebe, zum theil auch auf das vorherrschend gewordene Be wir hier nicht ausführlicher eingehen. Nur soviel sei bemerkt, Vertrauensmann. streben zurückzuführen, selbst die geringste, die Erwerbsfähigkeit daß, wenn von einzelnen Seiten von einem„ Austausch der Die Parteigenossen von Johannisthal- Niederschönweide Kräfte" zwischen Staatsanwaltschaft und Richterthum gesprochen und Umgegend werden auf den Parteiversammlungs- Beschluß indessen absolut nicht beschränkende Verlegung zu einer möglichst ergiebigen und dauernden Einnahmequelle zu machen. Die Vere wird, hiervon im Ernst keine Rede sein kann. Denn den aufmerksam gemacht, wonach der Vertrieb unserer Presse und legten werden hierin unterstützt beziehungsweise bestärkt durch die 30 Staatsanwälten, welche in höhere Richterämter berufen sind, Literatur in eigene Regie genommen werden soll. viel zu milde gesetzliche Bestimmung, daß nur nachgewiesene Abstehen während des ganzen Dezenniums zwei Richter gegenüber, Pflicht eines jeden Genossen, eifrigst im Sinne fichtlichkeit der Verlegung den Rentenanspruch verwirken läßt, die in höhere Aemter der Staatsanwaltschaft berufen sind, und Sieses Beschlusses zu wirken und dafür zu sorgen, sowie durch die Kostenlosigkeit der Beschwerde- Instanzen in allen von diesen beiden Fällen ist der eine ein leerer Schein; er be- daß in unseren Orten der„ Vorwärts", das" Volksblatt", der sowie durch die Kostenlosigkeit der Beschwerde- Instanzen in allen trifft einen Staatsanwalt, welcher nach 23 jähriger Amtirung" Wahre Jakob" 2c. die Verbreitung finden, welche ihnen der man ihnen bei der Behandlung ihrer Ansprüche entgegenzubringen Fällen und durch das offenbar ganz besondere Wohlwollen, das als solcher im Jahre 1887 Landgerichts- Präsident geworden und Bedeutung unserer Ortschaften entsprechend zukommt. Partei- bestrebt ist. Wirklich unverschuldet Verletzte giebt es verhältnißsich dann im Jahre 1890 wiederum der Staatsanwaltschaft zu- genossen, welche gewillt sind, diese Blätter sowie sonstige Partei gewendet hat; in Wahrheit bleibt also nur ein Fall bestehen. literatur von der Parteispedition zu beziehen, werden ersucht, mäßig nur wenig und das sind nebenbei noch die bescheidensten Wir bekämpfen diese Berufungen( von der ihr Blatt rechtzeitig bei ihrem bisherigen in ihrem ganzen Verhalten." Das ist deutlich! Die Herren Unternehmer wollen nicht? Anwaltschaft in Richterstellen), weil wir fie als ge- Spediteur abzubestellen und ihre Adressen in die weniger als die Unfallentschädigungspflicht bei Vers fährlich für den Geist der Rechtsprechung an Abonnementslisten eintragen zu lassen oder sie dem Unterschulden der Arbeiter", das heißt bei fahrlässiger oder sehen. Es ist bereits oben dargelegt, wie wenig die Erzeichneten zuzusenden. Abonnementslisten liegen aus in Niederschuldhafter Herbeiführung eines Unfalles von sich ab: ziehung in der staatsanwaltlichen Organi- fchönweide bei Karl Weber, Barbiergeschäft, Berlinerstr. 22, und zuwälzen. Die vereinigten Baugewerks- Berufsgenossenschaften fich richterliche Gharatter- bei Streder, Restaurateur, in Johannisthal im Lotal von Senft haben bereits einen dahingehenden Antrag an das Reichsamt des Eigenschaften zu entwickeln geeignet ist. Der in leben, in Oberschönweide in Haberland's Lokal. Der Staatsanwaltschaft herrschende Geist aber hat in den letzten zwei trauensmann: Otto John, Johannisthal, Friedrichstr. 19, Innern gerichtet und auch der Verein deutscher Eisen- und StahlIndustrieller hat sich kürzlich in diesem Sinne ausgesprochen. Jahrzehnten noch eine wesentliche Schwenkung vollzogen. Früher hat 2 Treppen. Daß das Unfallversicherungs- Gesetz bei einer etwaigen man die politische Seite der staatsanwaltlichen Aufgaben nur in der Verfolgung politischer Gegner gesehen. Wo unpolitische Bergehen in Ein Zustand, dessen Krähwinkel sich schämen würde, Aenderung seiner jetzigen Bestimmungen nach der Richtung der Frage standen, tam eine bestimmte Richtung von oben nicht besteht in bezug auf die Landungsverhältnisse an den Wünsche der Unternehmer hin für die Arbeiter völlig werthlos weiter zur Geltung. Jetzt ist das anders. Seit etwa zwanzig Waffer, welches geduldig die Hauptstadt des unvergleichlichen wird, ist klar, denn dann würde in den meisten Fällen bei UnJahren( wir möchten den Anfang dieser Bewegung bereits in Preußenlandes durchfließt. Wer schon einmal eine Vergnügungs- fällen ein Verschulden der Arbeiter herauskonstruirt werden. Die Strafgesetz- Novelle von 1876 verlegen) sieht man in den fahrt auf einem Privatdampfer als Festleiter durchgefoftet hat, Was die Unternehmer Fahrlässigkeit und Leichtsinn nennen und oberen Regionen auch außerhalb der politischen Sphäre die Aus- tann davon erzählen, welche Hindernisse oft zu überwinden find, was die Arbeiter zwingt, in vielen Fällen, wie die Unternehmer dehnung des Gebietes des Strafbaren als eines der Mittel im um vom Lande auf den Dampfer und von der Wasserfahrt lagen, nicht einmal von den vorhandenen Schuhvorrichtungen Rampf für Ordnung und Sitte" an." Je mehr gestraft wird, wieder auf festen Boden zu kommen. An anderen Orten ist es Gebrauch zu machen, ist nichts anderes als die kapitalistische um so mehr Ordnung ist im Lande"!" heißt es. Die Lösung Sitte, daß Kommunalverwaltung und Strompolizei eine Ausbeutung, die die Arbeiter zu übermenschlicher LeistungsDieser Aufgabe wird in erster Reihe von der Staatsanwaltschaft ihrer vornehmsten Aufgaben darin sehen, gute Landungs- fähigkeit anspannt. Muthwillig wird wahrlich kein Arbeiter verlangt und diese hat sich ihr mit außerordentlicher Energie brücken zu errichten und zu überwachen. In Berlin sind seine Gesundheit oder sein Leben aufs Spiel sezen auf die Ausunterzogen. Sie sieht es als ihre Aufgabe an, einer thunlichst öffentliche Landungsbrücken überhaupt unbekannt. Wer die Absicht hin, einige lumpige Mark Unfallrente zu erhalten. Dieser auszudehnenden Anwendung der Strafgeseze das Wort zu reden. ficht hat, auf einem unserer Spreedampfer zu fahren, muß sich Maulwurfsarbeit der Unternehmer haben die Arbeiter ganz ent Dies ist der Geist, in welchem die in das Richteramt eintreten- zunächst durch einen am Wasser belegenen Restaurationsgarten schieden entgegenzutreten. Bedarf es doch erst einer Vereinbarung den Staatsanwälte zu arbeiten bisher gewohnt sind. Gerade aber hindurch zwängen. Unser Brausewetter. Eine vom Landgerichts- Direktor auf diesem Gebiete vollzieht sich der Anprall mit der Bolts- zwischen Dampfschiffsgesellschaft und Restaurateur, um dem Pu- Brausewetter öffentlich ausgesprochene Ansicht über die Bedeutung auffassung am schärfften. Daß nun dieser Geist, den die ein- blikum den Verkehr mit dem Dampfschiff überhaupt möglich zu der Vertheidigung wird jetzt lebhaft besprochen. Jin Prozeß tretenden Staatsanwälte mitbringen, immer mehr der Geist der machen. Es geht noch an, wenn der Inhaber des Lokals nur plato- gegen die Angehörigen der falschen Erzherzogin von Desterreichrichterlichen Kollegien wird, dazu wirkt eine Reihe solcher be- nisch auf den Durst der seinen Garten paffirenden Fahrgäste Este fam es bekanntlich zwischen Staatsanwalt und Vertheidigung günstigender Momente mit. Diejenigen Staatsanwälte, welche in rechnet und diese durch die Reihen der aufwartenden Kellner Spieß zu verschiedenen Repliken und Dupliken. Landgerichts- Direktor Das Richteramt berufen werden, treten nämlich vorzugsweise in ruthen laufen läßt. Andere Wirthe sind pfiffiger, sie fordern Brausewetter erklärte deshalb:" Ich habe immer Angst, die Kollegien für Straffachen( Straffenate, Straffammern) ein. einfach ein„ Entree" dafür, daß man, um zum Schiff zu gelangen, wenn der Staatsanwalt repligirt, denn ich weiß ganz Ihre bisherige Wirksamkeit legt ihnen meistens den Wunsch einer durch ihren Garten hindurch geht. Einen solchen Fall fonnten Fortsetzung der triminalistischen Thätigkeit nahe, und sie werden wir fürzlich von der Haltestelle der Dampfergesellschaft Stern in genau, daß ich dann die ganze Vertheidigung noch einmal anhören muß. Ich will der Vertheidigung nicht Dort muß man an Sonntagen 10 Pf. as von den Präsidien der Gerichte( denen die Geschäftsvertheilung Haffelwerder melden. Wort verkürzen, aber ich meine doch, die obliegt) für solche Thätigkeit als besonders geeignet angesehen. zahlen, um vom Schiff aus durch den Garten hindurch zu gehen, langen Ausführungen haben feinen Zweck; denn wir urtheilen Der Gedanke, daß das Umgekehrte der Fall sein könnte, daß und natürlich den gleichen Betrag entrichten, wenn man die nachher doch ganz unabhängig und ohne uns durch die nämlich gegen den Eintritt eines bisherigen Staatsanwalts in Rückfahrt antreten will. Vertheidigungsreden beeinflussen zu lassen". das Strafrichteramt gerade eine Kontra- Indikation gegeben ist, Bedeutend schwieriger und kostspieliger gestaltet sich die Das war so offen gesprochen, daß die beisihenden Richter fast ist in den Präsidien entweder überhaupt noch nicht aufgetaucht Sache jedoch, wenn eine geschlossene Gesellschaft erschroden den Vorsitzenden anblickten. Rechtsanwalt oder wenigstens kaum irgendwo durchgedrungen. eine Dampferpartie macht. Was soll man z. B. von folgender Dr. Coßmann, an welchen die Worte gerichtet waren, suchte der " Quittung" sagen, die am 22. Juni dieses Jahres von dem Sache eine gemüthliche Wendung zu geben und meinte lachend: Restaurateur Herold, Berlin SO., Brückenstr. 6c., ausgestellt Das wollen wir doch nicht hoffen; wir geben uns doch gerade worden ist: alle Mühe, die schwierige Sache aufzuklären." ( Schluß folgt.) Tokales: Den Parteigenossen von Berlin und der Umgegend zur Nachricht, daß die nächste 2otal! iste am 13. Juli erscheint. Aufnahmen und Richtigstellungen müssen bis spätestens am 13. Juli bei dem Unterzeichneten eingereicht sein. Folgende Birthe haben sich durch unterschrift verpflichtet, ihre Lotalitäten unter Den bekannten Bedingungen herzugeben: R. Hirte, Elisabethkirchstraße 14, Berlin; Maue's Variété- Theater, Rixdorf, Herr mannstraße 18; Jwert, Hohen- Neuendorf a. d. Nordbahn; F. Magnus, Straußberg, Wilhelmstraße; Herrmann's Forst: haus, Eichwalde b. Schmöckwik. Folgende Lokale sind nicht zu haben resp. gesperrt: Kertuschte, Cöslinerstraße; Jahnke, Grünau, Friedrichstr. 3a; Günther, Mariendorf, Chauffeestraße 16. J. A. der Lokalkommission: Carl Scholz, Wrangelstr. 32. " Behn Mark für das Durchbringen von Bier durch meinen Restaurationsgarten am 22. Juni 1895 von der Hamburg- Berliner Jalousiefabrik erhalten zu haben, bescheinigt hiermit Paul Herold." der man Land doch Wie so mancher Ausspruch des namentlich durch den Gummi schlauchprozeß zur Berühmtheit gewordenen Herrn Brausewetter selbst in juristischen Kreisen Aufsehen erregt hat, so werden auch Soll man lachen oder fluchen über eine derartig kühne An- diese Worte lebhaft besprochen. Namentlich bringt man mit der wendung der Ausbeutungskunst. Eine Gesellschaft will eine Ver- Aeußerung des Herrn Landgerichtsdirektors einen Ausspruch gnügungsfahrt machen und muß, um das für die Partie bestimmte des preußischen Justizministers in passende Verbindung, im der Alexianer- Debatte bei Gelegenheit der Bier auf den Dampfer zu schaffen, dem Mann, dessen Garten den Herr Schönstedt, tage gefallen ist. zu passiren fie gezwungen ist, ein Lösegeld zahlen, welches viel gewiß nicht revolutionärer Tendenzen auf juristischem Ge leicht die Hälfte des Werthes der Waare überhaupt ausmacht. biete zeihen wird, äußerte sich wie folgt:" Aus Erfahrung Da sind, wenn man den geschichtlichen Ueberlieferungen trauen darf, unsere alten Strauchritter eigentlich noch ganz bescheidene bestätige ich, daß es zuweilen sehr praktisch ist, den Vertheidigern weiten Spielraum zu lassen, weil die Verhandlung dadurch Jungen zu nennen. Erwähnt sei noch von dieser Lustpartie, daß abgekürzt wird." Der Zug der Zeit spricht dafür, daß trog die Theilnehmer in der Zahl von etwa 120 Personen, um nach alledem vorläufig nicht die Ansicht des Justizministers, sondern der Rückfahrt landen zu können, über die Zäune des Herold'schen die des Herrn Brausewetter in maßgebenden Kreisen Geltung bes Gartens klettern mußten, weil in der frühen Morgenstunde kein halten wird. Mensch aufzutreiben war, der die Gartenthür aufgeschlossen hätte. Wir sind gespannt, wie lange noch die Behörden solchen beſchämenden Zuständen gegenüber die Hände in den Schoß legen werden. An die Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags Zur Schiffskatastrophe vom legten Sonntag weiß zu den Wahlkreises! Nachdem am 1. April die Partei- Spedition in unferem Kreise eingeführt ist, muß es das ernste Bestreben eines vielen einander widersprechenden Meldungen ein Berichterstatter noch folgendes mitzutheilen: Der Dampfer Kaiser Friedrich" jeden Parteigenoffen sein, die nun ins Leben gerufene Einrichtung nach besten Kräften zu unterstützen. Es gilt nicht nur den jetzt Gegen die Sicherheitsvorrichtungen an Fahrstühlen, batte Theilnehmer des sozialdemokratischen Volksfestes in bestehenden Abonnentenkreis zu erhalten, sondern ihn nach Kräften welche neuerdings polizeilich vorgeschrieben sind, wird jetzt die Friedrichshagen abgeholt und fuhr in einer Tour bis Café Alfen. In bürgerlichen Blättern Das Fahrzeug wurde von einem anderen Dampfer nicht überzu vergrößern. Vorwärts" heißt unser Zentralorgan und Vor- kapitalistische Presse aufgeboten. holt, wohl aber fuhr es an anderen Sterndampfern vorbei. wärts" muß unsere Losung sein. Einzeln sind wir machtlos lefen wir: vereint muß mit uns gerechnet werden! Bolizeiliche Fahrstuhlkontrollen finden gegenwärtig in den Gegen 1/212 Uhr nachts erreichte der Kaiser Friedrich" die Wir machen darauf aufmerksam, daß in unten benannten mit solchen Einrichtungen versehenen Betrieben statt. Es war Unfallstelle, vor ihm fuhr ein anderer Dampfer, der infolge der Lokalen Liften zur Einzeichnung ausliegen. Außerdem ersuchen den Betriebsunternehmern vor längerer Zeit aufgegeben Dunkelheit mit Sicherheit auf seinen Namen nicht refognoszirt fonute und hinter dem unbekannten Dampfer wir die Parteigenoffen, ihren alten Spediteuren rechtzeitig die worden, gewisse Sicherheitsvorrichtungen bei den Fahrstuhl- werden etwa 150 Meter der Entfernung Kyffhäuſer", Einrichtungen anzubringen, Abbestellung zukommen zu lassen. Liften zur Einzeichnung für das Abonnement auf den selbstthätigen Fangvorrichtung auch einen selbstthätigen Berdem wieder ein von dem letzteren Fahrzeug in der Nähe der Wahrer Jakob" u. f: w. liegen an folgenden schluß der Zugangsstelle zum Fahrstuhl, dergestalt, daß eine Kuhnheim'schen Fabrit überholter Sterndampfer folgte. Genau Für den Osten bei Fritz Wilke, Hebelvorrichtung in dem Moment, wo der Fahrstuhl sich in so war die Reihenfolge der Schiffe und aus dieser ergiebt sich Andreasstr. 26; Wiedemann, Blumenstr. 38; G. Böhl, Bewegung setzt, die vor der Fahrstuhl- Deffnung anzubringenden auch mit Sicherheit, wen eigentlich die Schuld an dem Unfall Frankfurter Allee 74; D. Babel, Frankfurter Allee 90; Thüren felbstthätig schließt. Schon gegen die Fangvorrichtung trifft. Denn dicht an der Unfallstelle fuhr ein ganz fleiner Bedenken vielfach find Dampfer, der nur der Mar" gewesen sein kann, vor den W. Lock, Friedrichsberger Straße 11; Rattte, Kraut waren ftraße 48; 3 ippfe, Grüner Weg 14; Stabernad, Mühlen sie jetzt überall angebracht. Gegen die selbstthätige Ab- Kaiser Friedrich"; das fleine Boot treuzte direkt das Fahr straße 49; Ch. Böhl, Rüdersdorferstr. 8; Bredschneider, sperrung der Fahrstuhlzugänge haben sich nun aber zahl- wasser und fuhr dicht am Vordersteven des Dampfers vorbei nach Es wird verschiedentlich beklagt, dem linken Spree- Ufer hinüber. Das kleine Boot war weder an den Rüdersdorferstr. 46; Röpnic, Schillingstr. 30 a; Spät, reiche Bedenken erhoben. Vorwärts" Stellen aus: so namentlich erhoben neben worden, doch einer mit " " Weinstr. 28; H. Bolze, Landsbergerstr. 41; Bogel, Elbinger: daß das jedesmalige Deffnen der Schutthüren eine bei an- Vergnügungsdampfer angefahren, noch war es von diesem gestreift ftraße 9; Owczarek, Langestraße 65 und in der Partei- dauerndem Fahrstuhlbetriebe höchst zeitraubende und für die Be- worden. Man war an Bord des Kaiser Friedrich" über die Spedition, Fruchtstr. 30. Für Süd- Ost bei: Wilhelm förderung mancher Gegenstände, so z. B. im heißen Zustande zu unglaublich leichtfinnige Manipulation der fleinen Nußschale, Erbe, Cuvrystraße 25; Trittelwit, Faldensteinstraße 7; verbrauchender Fabrikate, sehr störende und hindernde Einrichtung die sicher der Max" gewesen ist, sehr erregt. Die Paffagiere Tolksdorf, Görligerstraße 58; Streit, Naunynstraße 86; ist. Bei dem Polizeipräsidium sind deswegen zahlreiche Vor- diskutirten unter einander, der Kapitän schimpfte, umsomebe, als Schilling, Pücklerstr. 55; Röppen, Reichenbergerfir. 118; ftellungen um Aufhebung dieser letterwähnten Anordnung ein- bald darauf ein Aufschret, der von Frauenzimmern ausgestoßen Schmidt, Adalbertstr. 16; Bieberstein, Laufizer Platz 2 gegangen, jedoch ohne Erfolg. Voraussichtlich werden die Inter- wurde, vernommen wurde. Ueber die Katastrophe selbst weiß Fürstenau, Manteuffelstr. 52; Lucas, Wrangelstr. 32; effenten fich wegen Aufhebung der betreffenden Verordnung an unser Gewährsmamn nichts zu berichten, da der Spreelauf an jener Stelle eine scharfe Biegung macht, die Passagiere des Schayer, Reichenbergerstraße 54; Rumpf, Wienerstraße 21; die Ministerial- Instanz wenden. Roll, Waldemarstraße 61; Rachfall, Waldemarstraße 18; Die Klage über die höchst zeitraubende Einrichtung" ist Kaiser Friedrich" also nicht mehr den Unfall selbst beobachten Gröppler, Naunynftr. 65 und in der Partei Spedition, baarer Unsinn. Eine furze Beobachtung des Arbeitens an Fahr fonnten. Soviel aber steht fest, daß der Max" die Gefahr, in Lausitzerstr. 2. stühlen mit Sicherheitsvorrichtung lehrt schon, daß die Zeitdauer, welche er sich begab, muthwillig heraufbeschworen hat. welche das Deffnen und Schließen der Einrichtung beansprucht, Die Leiche des Fräulein Kowalski ist vorgestern in der Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahl eine äußerst minimale ist, und daß es schon ein sehr sensibles Nähe der Unfallstelle aus der Spree gefischt worden, und so be vereins für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis zur Kapitalistenherz sein muß, welches diese neue, seinen Ausbeutungs- findet sich nur noch die ertrunkene Frau Klincke in den Fluthen. Nachricht, daß am nächsten Sonntag, den 30. Juni, ein Familien- gelüften angelegte Feffel als drückend empfindet. Es flößt daher wohl Die sechs am Montag refp. Mittwoch gefundenen Leichen sind ausflug nach Beelighof, Lokal des Herrn Ulrich, Station auch weniger die Furcht vor dem Verlust einiger Minuten, am vorgestrigen Tage eingefargt und nach der Halle überführt Wannsee, stattfindet. Treffpunkt vormittags 11 Uhr; Abfahrt welche sich tagsüber ergeben tönnten, als die Scheu vor den paar worden. vom Potsdamer( Wannsee-) Bahnhof. Der Vorstand. hundert Mart, die eine solche Sicherheitsvorrichtung immerhin Von der Brandstätte in der Köpnickerstraße. Der Die Parteigenossen von Reinickendorf veranstalten am fostet, unseren Unternehmern den Wagemuth ein, sich um AufSonntag, den 30. Juni, im Marienbad, Gesundbrunnen, ein hebung der zum Schuße der Arbeiter getroffenen Verordnung zweite Geldschrank der Firma Lewy u. Strich ift Donnerstag bis an die Ministerial- Instanz zu wenden. Was liegt den unter den Trümmern der Brandstätte des Viktoria- Speichers ge Boltsfest, deffen Ueberschuß der Parteikasse zu gute kommen soll. Berrschaften auch daran, wenn im Jahr einigen Dugend Arbeitern funden worden. Dieser Geldschrank hat der riesigen Hiße nicht Um zahlreiche Betheiligung ersucht der Vertrauensmann. die Glieder zerschmettert werden? Menschliches Ausbeutungs- Stand gehalten, die Decke hat sich von der Hinterwand des Den Parteigenoffen von Pankow und Nieder- Schönhausen material ist jeden Tag in Hülle und Fülle zu haben; wozu soll Schrankes losgelöst, die Naht der rechten Flügelthür ist gespalten, zur Nachricht, daß die gesammte Parteiliteratur durch den in der man da sein Geld für unprofitable Sicherheitsvorrichtungen die 3ementeinlage geborsten, die Schlösser total verdorben. Der Legten Parteiversammlung vom 27. d. M. gewählten Spediteur wegwerfen? Inhalt des Schrantes ist vernichtet. An der Landungsstelle Bilz verbreitet werden soll. Wir ersuchen die Parteigenossen Maulwurfsarbeit. Das„ arbeiterfreundliche" Unternehmer- der Spree am Speicher werden jetzt die hineingefallenen Trümmer nochmals um rege Agitation für Presse und Broschürenliteratur thum ist emfig an der Arbeit, die deutsche Sozialreform" nach maffen mittels Baggermaschinen gehoben; an der Ruine selbst und bitten alle, die noch nicht ihr Abonnement aufgegeben haben, Kräften zu untergraben und die wenigen Vortheile, welche die find ca. 50 Mann mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt, welche dieses nach Abbestellung bei dem bisherigen Spediteur sofort zu sozialen Gefeße der Arbeiterschaft gewähren, zu beeinträchtigen. derfelben bleibt die Brandwache zur Beobachtung der noch immer noch etwa drei Wochen andauern werden. Bis zur Beendigung bewerkstelligen. J. A.: Der Obmann, Otto Rißmann. Gegenwärtig wird voll Eifer Stimmung für eine Beschränkung glimmenden Trümmermassen stationirt. Die Parteigenossen von Adlershof und Glienecke der Unfall- Entschädigungspflicht der Unternehmer zu machen geUm echte Pocken handelt es sich, wie nunmehr festgestellt werden darauf hingewiesen, daß der Vertrieb unserer Presse und sucht und die berufsgenossenschaftlichen Fachorgane entrüften sich Literatur seit dem 1. Juni durch die Partei bewirkt wird. Be- gegenwärtig über die viel zu milden Bestimmungen des Unfall- ist, sowohl bei der Frau Dr. Rosenberg als auch bei ihrem stellungen auf den Vorwärts", das„ Volksblatt", den„ Wahren versicherungs- Gesetzes. Die in Unternehmerkreisen herrschende Sohne, dem Kandidaten der Medizin Bruno Rosenberg, die vors Jakob" 2c. nehmen entgegen für Glienecke Schuhmacher Stimmung spiegelt fich recht deutlich wieder in dem Verwaltungs- gestern zur Beobachtung in die Roch'schen Baracken gebracht " worden waren. Mutter und Sohn liegen in den Baracken 7a und 7 b, ihr Befinden ist verhnllnißmäßig gut. Prähistorischer Fnud. Auf dem in der Bergstraße in Rixddrs belegenen Gelände des Kiesgrubenbesitzers F. W. Körner ist dein„Rixd. Tagebl." zufolge kürzlich ein vorgeschichtlicher Menscheuschädel aufgefunden worden. Die Direktion des Museums für Völkerkunde in Berlin hat sich nach gehöriger Prüfung den Schädel für die Sammlungen des Instituts erbeten. Die eigen- tbümlich flache Zahnbildung des vorzüglich erhaltenen Schädels läßt darauf schließen, daß sein Inhaber sich ausschließlich von Vegetabilien ernährt hat. In Altona nahm am Donnerstag nach langer lebhafter Debatte das Sladtverordncten-Kollegium den kürzlich abgelehnten, neuerdings wieder eingebrachten Antrag auf Einführung des elektrischen Straßenbahnbetriebes in Altona an. Zigeunerblut. Seit acht Tage» war der dreizehnjährige Schüler Otto Simon, der bei dem Arbeiter Neugebauer in der Möckernstraße wohnt, verschwunden. Simon war von Frau Neugebauer mit 6 M. KS Pf. weggeschickt worden, damit er in der Mauerstraße einen Krankenkassenbeitrag bezahle und von einem Bäcker beim Anhalter Bahnhof ein Brot kaufe. Ter Junge that aber weder das eine noch das andere, sondern ging mit dem Geld aus Reisen. Ain Donnerstag nun erhielt Herr Neugebauer durch eine Post« karte die Nachricht, daß sein hoffnungsvoller Pflegebefohlener bei Parchim, im Kreise Magdeburg, von einem Gendarm aU gegriffen und nach Genthin gebracht worden ist. Eine ähnliche Reise hat der kleine Abenteurer, dessen Eltern vor zwei Jahren nach Amerika ausgewandert sind, schon früher einmal gemacht. Damals wurde er jedoch schon nach drei Tagen angehallen. Gelandet wurde am Donnerstag Vormittag die Leiche eines etwa llöjährigen Mannes, welcher alsbald als der seit etwa acht Tagen verschwunden gewesene Tischler Naumann rekognoszirt wurde.— Im Forst bei Bernau wurde vorgestern die Leiche eines Mannes gefunden; es liegt auch hier wahrscheinlich Selbst- word vor. Der Todte ist etwa 30 Jahre alt. Weil ihn seine Frau nicht mehr ausnehmen wollte, hat der 3t jährige Maler Karl Dechert aus der Fürbringerstr. 22 einen Selbstmordversuch verübt. Dechert sprang Freitag, früh gegen 1 Uhr, kopfüber in die Spree, um sich das Leben zu nehmen, wurde jedoch gerettet und auf Veranlassung des ersten Polizeireviers mit einer Droschke in ein Kraukenhaus gebracht. Wegen schwerer Sittlichkcitsvergehen, begangen an Mädchen unter neun Jahren, ist am Donnerstag ganz früh morgens der Verwalter des Hauses Nr. 43 in der Fehrbelliner- straße, namens Krackow, verhastet worden. Im Eisenbahnzuge plötzlich gestorben ist am Donnerstag Nachmittag der 40 jährige Bautechniker Johannes Steinfeldt aus der Brandcnburgstraße 10. Steinfeldt, der im Frühjahr an der Influenza gelitten hat, befand sich seit einiger Zeit auf Sommer- wohnung in Buckow in der märkischen Schweiz, wo er seine Gesundheit ganz wiederherzustellen hoffte. Seine Familie weilte vorläufig noch in Berlin. Als er. um diese zu besuchen am Donnerstag Nachmittag nach Berlin kommen wollte, ereilte ihn unterwegs plötzlich der Tod. Da die Todesursache nicht festgestellt werden konnte, so mußte behufs deren Ermittelung die Leiche in das Obduktionshaus gebracht werden. Vermuthttch hängt der Todesfall noch mit der überstandenen Influenza zusammen. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und drei Kinder, einen Knaben von S und zwei Mädchen im Alter von 7 und 2 Jahren. Arbeitslosigkeit und Roth haben einen braven Arbeiter, den 33 Jahre alten Maler Adolf Otto, in den Tod getrieben. Seil langem ohne Subsistenzinittel, ging er am Dienstag Morgen in den Thiergarten und brachte sich dort mit einem Revolver eine tövtlich wirkende Wunde bei. Otto, der unverheirathet war, galt unter seinen Bekannten und Berufsgenossen als braver und pflichttreuer Mensch, dessen tragifches. i» unserer herrlichen Welt- Ordnung begründetes Schicksal allgemeine Theilnahnie erregt. Polizeibericht. Am 27. d. M. abends sprang an der Fischerbrücke ein Mann in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, in die Spree. Er wurde jedoch noch rechtzeitig aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht.— In der Nacht zum 23. d. M. wurde an der Ecke der Koppen- und Großen Frank- furterstraße ein Schuhmacher durch einen Thorwagen überfahren und am Unterschenkel erheblich verletzt.— Im Laufe des Tages fanden zwei unbedeutende Feuer statt. Witterungsiibersicht vom 28. Juni l89Z. Wetter-Prognose für Sonnabend, 2». Juni 18SZ. Ziemlich warmes Wetter mit veränderlicher Bewölkung, etwas Regen und schwachen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Tlzenkov. Die Niederländische Schauspielgesellschaft im Deutschen Theater führte am Donnerstag Abend ein interessantes Experiment aus. Gerhart Hauptmann's„Einsame Menschen", jenes in seiner psychologischen Entwickelung ebenso meisterhafte wie im technischen Ausbau bedenkliche Drama wurde gegeben. Man muß es den niederländischen Gästen nach- rühmen, daß sich auch an diesem eigenartigen Stück ihr tüchtiges Können vollauf bewährte. Vermißte man natürlich auch die Feinheiten, die der Dichter durch Anwendung der Tialektsprache in das Werk hineingelegt hat, so wurden dafür doch die Charaktere in einer zum großen Theil rühmenswerthen Darstellung verkörpert. Prächtig in seiner würdigen Bigotterie war das alte Vockerat'sche Ehepaar, welchcs>von Herrn v. Westerhoven und Frau Klen gegeben wurde; kernig charakterisirt war auch der alte Pfarrer Colli» von Herrn v. d. Horst. Eine frappirende Auffaffung bekundete auch Fräulein v. d. Horst von ihrer Rolle als Frau Käte; ist ein Tadel an- gebracht, so wäre er darüber auszusprechen, daß die Künstlerin »n ihre, vom Dichter passiv gezeichnete Rolle eine Größe und Herzensinnigkeit hineinlegte, die fast mehr aus der wegen ihrer„Unbedeutendheit" gramerfüllten Gattin machte, als vom Autor beabsichtigt worden. Farbloser waren der Johannes des Herrn Chrispyn und die Anna Mahr des Fräulein Apel. Ließ elfterer das Publikum ziemlich im Unklaren über die Ursachen der Zerrissenheit seiner Scele und seines Unbefriedigtseins, so war in der Studentin weit weniger das lebenserfahrene, denkende, als das vom Gefühl über- mannte Weib wiedergegeben. Aber selbst diese Mängel traten in »iuer Decenz zu tage, die den Eindruck des Ganzen nur in gering« fügigcm Maße zu beeinträchtigen vermochte. Erwähnt sei noch die Leistung des Herrn Apel, der den durch die fatale Wucht der Thatsachen an seiner Gottähnlichkeit irre werdenden Cyniker Braun in Maske und Spiel lebenswahr und ohne poffenhafte Aufdringlichkeil gab. Nicht ganz auf der Höhe war die Regie. Etwas weniger Italien in Berlin, als man es im Deutschen Theater am Gestade des Müggelsees er- schauen konnte, wäre wünschenswerth gewesen.— Erwähnen wollen wir die merkwürdige Thatsache, daß das Drama in Amsterdam einige 70 Aufführungen erlebt hat; � was sagt unser blasirtes Premiörenpublikum mit seiner erklärlichen Ab- neigung gegen Stücke, bei denen man denken muß, zu dieser Erscheinung? GerWtks-Bcttmig. Eewcrbegericht. Der Zigarrenfabrikant Zachert hatte eine Wickelmacherin entlassen, weil diese„zu spät gekommen" war. Gegen die Lohn- entschädigungsllage der Frau erhob er den Einwand, er habe ihr wiederholt zu erkennen gegeben, daß ihm das Späterkommen nicht passe; trotzdem sei sie am Entlassungstage wieder zu spät gekommen. Beklagter mußte auf Befragen zugeben, daß die Ar- beiter in ihrer Beschäftigung durch das längere Ausbleiben der Klägerin nicht aufgehalten wurden, sondern daß der Vorrath fertiger Wickel ein genügender war. Auf die Frage nach dem Beginn der Arbeitszeit antwortete er. es sei„regulär", daß um 8 Uhr angefangen werde, gesagt habe er der Klägerin nicht, um 8 Uhr beginne die Arbeitszeil. Z. wurde v e r u r t h e i l t. Das Ge- richt war übereinstimmend der Ansicht, daß für den Begriff der Unpünkllichkcit oder des unbefugten Verlaffens der Arbeit die Angabe einer bestimmten Stunde nöthig wäre, welche im Gegensatz dazu die Pünktlichkeit fixirt. Soweit nicht mit dürren Worten gesagt sei, um so und soviel Uhr beginnt die Arbeits- zeit, könne auch eine Verspätung oder ein unbefugtes Verlassen der Arbeit nicht festgestellt werden. Im übrigen habe es nicht an Wickeln gefehlt. EinLeichenbegäugttisi— eine Versammlung unter freiem Himmel. Die Rede, welche der Genosse Vogtherr am Grabe des verstorbenen Parteigenossen Kohlhardt hielt, hatte zur Folge, daß ihm ein Strafbefehl über 50 M. zugestellt wurde, womit das Vergehen, in einer nicht polizeilich genehmigten„Ver- sammlung unter freiem Himmel" als Redner aufgetreten zu sein, gesühnt werde» sollte. In der Verhandlung vor dem Schöffen- gericht wurde eine Strafe von 20 M. festgesetzt. Beide Parteien, Staatsanwalt und Angeklagter legten Berufung dagegen ein. so daß die Sache nunmehr der K. Kammer gestern nochmals zur Berathung vorlag. Reichstags-Abgeordneter Vogtherr wandte ein, daß das Begräbniß von K. durchaus in hergebrachter Form vor sich gegangen sei; er habe im Laufe der letzten Jahre mindestens ein Dutzend Fälle erlebt, wo die Beerdigung einer bekannten Persönlichkeit denselben Charakter getragen habe. Eine politische Demonstration, wie der Vorderrichler angenommen, sei nicht be- zweckt worden, nicht im Auftrage seiner Partei habe er dort eine Ansprache gehalten, sondern ans das Ersuchen der Familie des Verstorbenen hin. Die freie Gemeinde, deren Mitglied Kohl- Hardt war, habe keine fest angestellten Sprecher, darum konnte es nicht auffallen, daß ein anderes Mitglied der Gemeinde einige Worte am Sarge des Entschlafenen gesprochen habe. Die Polizei habe sich am Tage vorher beim Friedhofs- wärter über Art und Umfang der Leichenfeier er- kundigt und danach ihre Anordnungen getroffen. Der Kriminal- schutzmann Boge, der als Zeuge geladen war, hat nichts von der„Rede" gehört, er will etwas Auffälliges darin erblickt haben, daß einzelne Theilnehmer der Leichenfeier rothe Kravalten resp. rothe Schleifen getragen haben. Auf weiteres Befragen konstatirt der Zeuge: Obwohl der Friedhof sehr gefüllt war, sei alles in größter Ruhe und Ordnung ver- laufen.— Dem Staatsanwalt lag viel daran, zu be- weisen, daß diese Leichenbegängnisse, wie sie in der proletarischen Welt üblich sind, etwas sehr Ungewöhnliches seien. Wie kommen die Hunderte dazu, dem Sarge eines Mannes zu folgen, den sie doch persönlich nicht näher kennen, wenn damit keine Demonstration beabsichtigt werden sollte? Der Staatsanwalt war der Meinung, daß V. mit der Wendung, die Anwesenden sollten in dem Geiste wirke». in dem ttohlhardt gelebt und in dem er seine Kinder erzogen habe, politische Propa- ganda treibe. Er beantragte 50 M. Geldstrafe. In ausführlicher Weise begründete Rechtsanwalt Heine seinen Antrag auf Freisprechung des Angeklagten. Er wies an Beispielen nach, daß die Gewohnheiten der verschiedenen Religionsgemcinschasten sehr erheblich von einander abweichen. Tie freireligiöse Gemeinde halte lediglich an ihrer Gewohnheit fest, wenn sie ihre Tobten in der geschilderten Weise begrabe. Tie Zahl der Theilnehmer sei schließlich ganz neben- sächlich; dadurch werde der Charakter einer Ver- sammlung nicht gegeben. Ter Verlheidiger legt nun klar, aus welchem Grunde sich gerade zu diesem Leichenzuge eine ziemliche Anzahl von Theilnchmern eingefunden hatte. Lokale Gebräuche wären nicht verletzt. Daß Laien An- sprachen halten, sei nicht wunderbar; damit befand man sich im Einverständniß mit dem Gesetzgeber; auch die Rede selbst sei durchaus so gehalten, wie sie dem Rahmen des§ 10 des Vereinsgesetzes entspreche. Wenn aufgefordert wurde, im Sinne des Entschlafenen zu wirken, so konnte das den obwaltenden Um- ständen nach nur auf das religiöse Leben, die sittliche An- schauung bezug haben. Die Berufung des Angeklagten hatte Erfolg. Er wurde freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auferlegt. Es sei kein Beweis erbracht, so verkündete der Vorsitzende in der Urtheilsbegründung, daß man diese Leichenfeier als Ver- sammlung im Sinne des Gesetzes halten könne. In früheren Entscheiden fei festgestellt, daß der Maßstab für den Charakter einer Begräbuißfeier als Versammlung der sei, daß über die Zwecke der Leichenfeier hinaus- gegangen werde. Im vorliegenden Falle treffe das nicht zu. Eine politische Demonstration könne der Gerichtshof in einem Leichenbegängniß, an dem viele Menschen theilnehmen, nicht ohne weiteres erblicken, ebenso wenig fei die Ansprache als eine poli- tische aufzufassen. Da die Ordnung in keiner Weise verletzt sei, erscheine Freisprechung angemessen. Ter erste Preffprozest gegen den„Sozialistischen Akademiker" hat dem verantwortlichen Redakteur Sassen- dach zwei Monate Gefängniß«ingetragen. In der Nr. 6 war ein Artikel, betitelt:„Zum 18. März" erschienen, den die Anklaaebehörde zum Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung machte. Am gestrigen Freitag fand vor dem Landgericht, Kammer VII, unter Vorsitz des Landgerichts« Direktors Voigt, die Verhandlung statt. Auf Befragen be- merkte der Angeklagte, daß er mit dem in Frage stehenden Artikel nicht ganz einverstanden sei, er mißbillige einiges darin. Da die Zeit zu kurz war, um Ersatz zu schaffen, habe er den Artikel, nachdem er ihn auf der Reise flüchtig durchgelesen, in Druck gegeben; der Verfasser sei ein Student. Tie Beweis- ührung des Staatsanwalts, der nach Verlesung des Artikels das Wort ergriff, gipfelte darin, daß derselbe an mehreren Stellen die Kriterien des angezogenen§ 130 enthalte. Das jugendliche Alter des Verfassers komme darin deutlich zum Ausdruck. Trotzdem hält der Staatsanwalt den Artikel für sehr gefährlich, weil er für die jungen Leute, die Studenten berechnet war. Er verherrliche die körperlichen Kämpfe von 1843 sc. und gebe den„Anreiz", diese gewaltsame Revolution fortzusetzen seitens des„sogenannten"(!) Proletariats gegen die besitzende Klasse. Es sviirde darin ziemlich offenherzig aufgefordert, die bestehende Ordnung gewaltsam zu stürzen; nebenbei sei die gesammle Justiz darin aufs schwerste beleidigt. Gegen die Verunglimpfung des Rechtsbewußtseins, des sichersten Bollwerkes de? e-taaleS. empfehle sich eine exemplarische Strafe, die auf 4 Monte fest- zusetzen sei.— Der Vertheidiger Rechtsanwalt F r e u d e n t h a 1 plädirte für Freisprechung. Unter einem anderen als unter dem Ministerium Köller, meinte er, wäre wohl kaum Anklage erhoben. Daß der Umsturz nur bildlich gemeint sei, ergebe sich u. a. daraus, daß von einem„Sturm" gesprochen werde, der im März 1890 den Fürsten Bismarck von seinem Platze fegte, man könne doch unmöglich Herrn v. Lucanus als Mann des gewaltsamen Umsturzes hinstellen. Mit dem Worte Revolution meine der Verfasser zweifellos eine geistige Strömung. Nach kurzer Berathung verkündet der Vor- sitzende nachfolgendes Urtheil: Der Hinweis auf die revolutionären Kämpfe in den Jahren 1343 und 1871 lasse die Absicht des Ver- sassers erkennen, verschiedene Klassen der Bevölkerung gegen einander aufzureizen. Der Gerichtshof halte eine Strafe von zwei Monaten für angemessen; außerdem sei die Vernichtung der vorfindlichen Exemplare, der Platten und Formen auszusprechen. Daß das„Schmuhmachen" der Schneider als eine Unter« schlagung angesehen wird, lehrte eine Verhandlung, welche gestern vor dem Schöffengericht stattfand. Der Schneidermeister H. wandte sich im verflossenen Herbst an die Firma Baer Sohn um Arbeit. Er erhielt zunächst Stoff geliefert, aus dem er 19 Beinkleider herzustellen hatte. Dieser Auftrag wurde zur Zufriedenheit aus geführt. H. erhielt nun Stoff zu LS Beinkleidern. Als er diese ablieferte, zeigte es sich, daß sie nicht die vorschriftsmäßige Weite hatten und deshalb entwerthet waren. Der Meister erklärte auf Vorhalt, daß er den gesammten Stoff ver- schnitten habe. Man glaubte ihm nicht. Einer der Angestellten der Firma mußte sich zu H. begeben und sich ein Beinkleid nach Moaß bestellen. Der Meister ging in die Falle, unter den Stoffen, die er dem Besteller vorlegte, befand sich auch solcher, den er von der Firma geliefert erhalten hatte und„erspart" haben mußte. Er wurde wegen Unterschlagung angeklagt. Im Termin vertrat er den Standpunkt, daß einem uralten Brauch zufolge der Stoffrest, der durch geschicktes Zu- schneiden erübrigt werde, immer Eigenthum des Schneiders werde. Es könnten tausend Schneider aus Berlin geladen werden, übereinstimmend würden sie dies bekunden. Der Chef der Firma Baer Sohn habe ganz übertriebene Forderungen an ihn gestellt und da er hierauf nicht eingegangen sei, sei die An- zeige wider ihn erfolgt. Durch die Beweisaufnahme wurde fest- gestellt, daß dem Angeklagten ausdrücklich zur Bedingung gemacht worden war, die Ueberbleibsel zurückzuliefern. Der Gerichts- hos war mit dem Staatsanwalt der Ansicht, daß ein vielleicht üblicher Mißbrauch den Angeklagten nicht entlasten könne.„Selbstverständlich" habe ein Schneider alle Ueberbleibsel von dem ihm anvertrauten Stoffe zurückzuliefern. Bei der bis- herigen Unbeschollenheit des Angeklagten seien ihm aber mildernde Umstände zugebilligt und sei nur aus eine Geldstrase von 30 Mk. erkannt worden. Aus Hamburg wird berichtet: In der Fortsetzung des Prozesses gegen die Banknotenfälscher Thies und Genossen wurde das Zeugenverhör beendet. Die Angeklagten erklärten sich des ihnen zur Last gelegten Verbrechens in den Hauptpunkten für nicht schuldig. Der Staatsanwalt beantragte das Schuldig gegen Thies und Cronemeyer wegen Münzverbrechens, gegen Neftler wegen versuchter Verausgabung falscher Banknoten, Weber wegen der unterlassenen Anzeige bezüglich Thies und Cronemeyer, da- gegen das Nichtschuldig hinsichtlich des Angeklagten Gentsch. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagten Thies und Cronemeyer zu je 8 Jahren, Nestler zu 4, Dechow zu 3 Jahren Zuchthaus und Weber zu 4 Monaten Gefängniß; die Strafe des letzteren wurde als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet. Der Angeklagte Gentsch, der 11 Monate unschuldig in Untersuchungs- Haft gesessen hat, wurde freigesprochen und aus der Hast ent- lassen. Der Autrag des Veriheidigers, Gentsch das Reisegeld nach seiner Heimath Leipzig zu erstalten, wurde jedoch vom Gericht abgelehnt, da das gesetzlich nicht zulässig sei. DersÄtNtnlungen: Im Fachverein aller i« der chirurgische» Prauche Beschäftigten sprach am 13. Juni Herr Dr. Weyl in einem sehr belehrenden Vortrag über die Heilung der Tuberkulose. Nach einer kurzen Diskussion über den Vortrag bewilligt die Versammlung den Streikenden in Püttlingen eine Unterstützung von SO M. Den Rest der Tagesordnung bildeten einige interne Vereinsangelegenheilen. Für die Mechaniker, Optiker, Büchsen- und In- strumeutenmacher tagte am 20. Juni eine Versammlung, die vom Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter einberufen war. Nach einem recht beifällig aufgenommenen Vortrage des Genossen N ä t h e r gelangte die Wahl eines Bei« sitzers für den Vorstand zur Erledigung. Das Amt wurde dem Mitgliede G ö t s ch übertragen. Bei der Besprechung der Werk- statl-Angelegenheiten wird besonders über die Verhältnisse bei der Firma Bergemann u. Ko. Beschwerde geführt. Mit den Zu- ständen in dieser Fabrik wird sich die nächste öffentliche Ver« sammlung befassen. Tie Freie Vereinigung der Kansleute hielt am 20. Juni eine Vereinsverjemmlung ab, in der Genosse Ad. Hofsmann über das Thema„Gesetz und Recht" sprach. An der Diskussion be- lheiligten sich die Mitglieder Albert Kohn, Blum, Herzberg, Simonsohn und Teichmann, die sich im Sinne des Referenten äußerten. Teichmann forderte zum Schluß die Mitglieder auf, recht eifrig für die Agitation zur Erlangung der Gewerbegerichte einzutreten. Der Verband der Buchbinder hatte in seiner Mitglieder- Versammlung am 20. Juni einen recht interessanten Vortrag des Herrn Dr. Wurm über die Erhaltung der Sehkraft auf die Tagesordnung gesetzt. Nach einer recht regen Fragebeantwortung. die sich dem Referat anschloß, gelangte die Abrechnung von der Sammlung für den Maifonds zur Verlesung. Die Einnahme betrug 262,37 M.; davon sind SO M. an die Arbeitslosen ver- ausgabt. Die Abrechnung von dem Vergnügen, das am 27. April stattfand, weist eine Einnahme von 121,S0 M. und eine Ausgabe von 72,40 M. auf, mithin einen Ueberschuß von 49,10 M. Zu dem am 15. Juli stattfindenden Sominersest sind die BilletS ausgegeben. Eine Anfrage des Mitgliedes Schmidt über die Artikel der„Buchbinder-Zeitung" soll als erster Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gestellt werden. Die Bibliothek ist des Mittwochs von 7— 3Vs Uhr und Sonnabends von 6—9 Uhr geöffnet. Vom Vorstand wird noch auf das Organ„Solidarität" hingewiesen und zum regen Abonnement aufgefordert. Tie Konsumvereine alö Kampsmittel deS Proletariats. Hebet dieses Thema sprach am 22. Juni Herr Cleinbart im Fachvercin der Musikinstrumenten-Arbeiter. Der Vortragende sührte etwa folgendes aus: Zwei Kampfmittel, die politische und wirthschaftliche Bewegung besitze die Arbeiterklasse. Die Be- deutung der politischen Bewegung sei unbestreitbar. Den wirth- schaftlichen Kampf führen die Arbeiter 1. als Produzenten, und 2. als Konsumenten. Die Bewegung der Arbeiter als Produzenten äußert sich als organisirter Widerstand gegen das Unternehmer- thum, serner in der Aufhebung des Instituts der Arbeiigcber durch Gründungen von Produkliv-Genossenschaften. In der Eigen- chast als Konsumenten stehe den Arbeiters: der Boykott zur Verfügung, und können sie die Organisirung des Konsums durch die Gründung von Konsusngenosseuschasten betreiben, die eine Auf- Hebung der das Volk ausbeutenden Zwischenhändler zur Folge haben würden. Redner setzte nun des rveileien auseinander, wie aussichtslos die Streils bei schlechtem Geschäslsgange seien. Die Vermischttes: Produktivgenossenschaften befänden sich in der Lage eines fleinen Ueber die Lage des Töpferstreifs erstattete das Mitglied Unternehmers und seien dem Großkapital gegenüber nicht kon der Kommission Thieme namens der Kommission in der am Turrenzfähig, wenn ihnen nicht ein organisirter Kreis von 27. Juni stattgehabten Versammlung der Töpfer Bericht. Nach Explosion im Kieler Hafen. Auf einer Pinasse des Konsumenten zur Seite stehe. Der Boykott schädige einzelne diefem waren bis zum 27. d. M. als Streifende 510 Kollegen Panzers„ Kurfürst Friedrich Wilhelm", welche bei Friedrichsort Unternehmer, anderen bringe er Vortheile, den Arbeitern nur eingetragen.( Von diesen sind verheirathet 335, unverheirathet 175.) eine Uebung im Minenlegen vornahm, erfolgte am Freitag eine mittelbaren Nutzen. Das Beispiel Englands zeige den Arbeitern, In Berlin haben 49 die Arbeit wieder aufgenommen bezw. haben Explosion, durch welche mehrere Personen ge= was fie vermögen, wenn sie den Konsum organisiren. Eine durch die Kommission Arbeit erhalten, während 1 durch die tödtet und mehrere verwundet wurden. Zuverlässige Gefahr für die politische Bewegung bestehe in Deutschland nicht, Kommission nach außerhalb Arbeit erhalten hat. 8 sind frei Einzelheiten fehlen noch. Die im Hafen liegenden Kriegsschiffe, wenn dies auch in England der Fall sei. In der Diskussion willig nach außerhalb abgereift, so daß mithin noch 452 Kollegen auch die Amerikaner, haben ihre Flagge halbstock gesetzt. stimmte der Anarchist Wiese den Ausführungen des Referenten mit 444 Kindern zu unterstützen blieben. Von diesen 452 Kollegen Ueber den furchtbaren Vorfall berichtet uns eine Privats bei, nur nicht in bezug auf die Stellung, welche der Vortragende haben 330 länger als 1 Woche, 122 weniger als 1 Woche gestreift. Depesche aus Kiel das folgende: gegenüber der politischen Bewegung eingenommen hatte. Bon Bu den 24 Unternehmern, welche durch Namensunterschrift die einem Mitglied, welches diesen Gründungen nicht ganz un gestellten Forderungen anerkannt haben, sind noch weitere 13 Eine Dampferpinasse vom Panzerschiffe„ Kurfürst Friedrich Sympathisch gegenüber steht, wurde hervorgehoben, daß hier die hinzugekommen, die Bewegung hat also einen Fortschritt zu ver- Wilhelm" fuhr am Freitag Mittag mit 20 Mann aus dem Gefahr vorhanden sei, die Arbeiterbewegung ins Kleinbürgerthum zeichnen. Eine Anzahl Unternehmer weigert sich nach Hafen, um bis Mitternacht Minensprengungen vorzunehmen. hinüber zu leiten. wie vor, ihre Unterschrift zu geben, weil sie den Lohnwerden. Zu einer öffentlichen Versammlung der Sohgerber tarif bisher bezahlt haben und auch fernerhin bezahlen Das Schiff hatte einen Zentner Sprengpatronen an Bord, welche und Lederzurichter, die am 22. Juni tagte, sprach Genosse der Obermeister der Töpfer- Innung, Herr Grothausen. Die hinter dem Schornstein stehende Menschen blieben unverlegt; Unter diesen befindet sich auch erwiesenermaßen aus noch unaufgeklärter Ursache unterwegs explodirten. Zehn Nät her über die wirthschaftliche und politische Lage. In der Diskussion wurde beklagt, daß noch immer eine so große Bahl Rommission empfahl nach reiflicher Ueberlegung, bei diesen Unter- getödtet sind Seekadett Wahlen, Torpeder Neumann sowie die nehmern von der Unterschrift abzusehen. Wie Thieme weiter der im Beruf thätigen Kollegen der Organisation fern bleiben. Nach einem kurzen Bericht des Vertreters bei dem Gewerbegericht mittheilte, hat auch die Innung eine Versammlung abgehalten. Matrosen Buhmann, Elster und Fischbeck; die Leichen von wurde die Neuwahl der Agitationskommission vollzogen und Zwei Vertretern der Kommission sei der Zutritt verweigert Neumann, Elster und Fischbeck konnten noch nicht aufgefunden hierauf die Versammlung geschlossen. worden. Die Kommission unterbreitete der Versammlung eine werden. Schwer verletzt sind Lieutenant Starte und Heizer Resolution, welche auch auf die Unterstüßungsfrage bezug nimmt Schulz, leicht verlegt Maschinenmaat Gloyser und der Heizer und stellte dieselbe zur Debatte. Eine Bezirksversammlung des Holzarbeiter Verbandes tagte am 23. Juni im Lokal des Herrn Lange, Stromstraße 28. Nach einem Vortrag des Genossen Sassenbach über das Freimaurerthum gelangten einige Ersagwahlen für die Verwaltung zur Erledigung. Das Amt eines Beisigers wurde dem Mitgliede Winter und das Amt des Schriftführers dem Mitgliede Lemberg übertragen. alles forreft vor sich gegangen. Betait. Die Resolution lautet:„ Die Versammlung möge beschließen: 1. Es wird Abstand unsererseits von der Unterschrift von den Wolff's Bureau berichtet noch aus Kiel: Das gemeldete jenigen Unternehmern genommen, welche bis heute ununterbrochen Schiffsunglück ereignete sich um 3 Uhr in der Strander Bucht. Das nach dem Lohntarife vom Jahre 1886/91 bezahlt haben und auch Explodiren der Sprengpatrone erfolgte infolge vorzeitiger Entfernerhin zahlen werden. Von denjenigen Unternehmern aber, zündung an Bord der Pinasse, von welcher das Vorderdeck fortgeriffen welche von dem Lohntarif bisher Abzüge gemacht haben, denselben wurde. Die Pinasse wurde vom Dampfer, Steinmann", nachdem Die Musikinstrumentenarbeiter nahmen in der Versamm- also nicht bezahlen, verlangen wir auf das entschiedenste die Aerzte von S. M. S.„ Stein“ und„ Moltke" und von Friedrichsort fung vom Montag Abend den Bericht und die Abrechnung der schriftliche Erklärung, daß sie den Tarif von 1886/91 bis zum an Bord gegangen waren, nach dem in der Wyker Bucht liegenden Lohnkommission entgegen. 31. Dezember 1896 bezahlen wollen, und verlassen uns nicht auf Panzer Kurfürst Friedrich Wilhelm" geschleppt. Die Todten Die Einnahme von 14 152,19 M. beren Ehrenwort, weil dasselbe in vielen Fällen nicht gehalten und Verwundeten wurden vom Dampfer" Steinmann" nach der setzt sich aus folgenden Posten zusammen: Listensammlungen wurde. Die Kollegen verpflichten sich insgesammt, energischer Akademiebrücke gebracht und von hier aus nach der Leichenhalle 9821,48 Mart. Von Gewerkschaften 2627,91 M., Darlehen benn bisher für diese unsere Forderung einzutreten und die bezw. ins Lazareth geschafft. 1375 M., Tellersammlungen 177,80 M. und Ueberschuß Kommission in jeder Hinsicht zu unterstützen, indem jeder von der Matinee 150 M. Es wurden an 101 Kollegen Streifende die Kontrolle mit vollziehen hilft. Gleichzeitig erDer antisemitische Abg. Zimmermann hatte bekanntlich 12 488,65 M. Streifunterstützung ausgezahlt; die einzelnen warten die Versammelten, daß jeder arbeitende Kollege dem Ver- einen Dresdener Rentner als„ Diener" zur Seite bei den KanalBeträge schwanken zwischen 8 und 345 M. Die Gesammt ausgabe beträgt 13 910,11 M.; der Bestand in der Kaffe gegen- fammlungsbeschluſſe, 10 pCt. ſeines Arbeitsverdienstes zur Unter- genügend aufgepaßt haben. Denn wie in der„ Berliner Preffe" feierlichkeiten. Der Diener muß aber auf seinen Herrn nicht wärtig 242,08 M. Von den Darlehen sind 475 M. zurück füßung der Streifenden an die Kommission abzuführen, nach erzählt wird, verfehlte nach dem Gartenfest der Marine am gezahlt, so daß noch die Summe von 900 M. zu decken ift. gemäß die streifenden Kollegen auch genügend unterſtüßen unaufgeklärter Ursache Abend Donnerstag gezahlt, so daß noch die damit lettere im der Abgeordnete Zimmermann aus 72 Listen stehen noch aus. Eine spezialisirte Abrechnung soll im den zur Pinasse führenden Steg fann. 2. Die Unterstützungsfrage wird folgendermaßen Inseratentheil des„ Vorwärts" noch gegeben werden. schäfte vortrefflich geführt habe; trotz der großen Arbeit ist bis Sonnabend, den 23. d. Mts., für jeden Wochentag völlig durchnäßt, aber glücklicherweise ganz heil, zogen wir ihn Die Revisoren tonstatirten, daß die Lohnkommission die Ge- geregelt: Für die ersten sechs Streiftage hat niemand und fiel ins Meer." Nur den scharfen Augen der Matrosen war es in der regendurchpeitschten Nacht zu verdanken, Unterstüßung zu beanspruchen. Für die übrigen Tage daß man sofort entdeckte, wo er ins Wasser gefallen war. 3war einstimmig ertheilt; dem Kassirer Roch wurde als Ent- 2,50 m., außerdem für jedes Kind 1 M. pro Woche. 3. Die an Bord, wo für Zimmermann ein Martyrium begann, das selbst schädigung für seine viele Mühe eine Gratifikation von Versammlung erwartet von denjenigen Kollegen, welche sich bis- den ärgsten seiner Feinde mit Mitleid für den Volksboten erfüllen 20 M. zugebilligt. Es wurde bei der Diskussion über diesen her von der Organisation fern gehalten haben, daß sie sich nun Punkt von mehreren Rednern monirt, daß selbst große Gewerk- endlich derselben anschließen, indem es Thatsache ist, daß die mußte. Auf dem stockfinster gewordenen Meer hatte die Pinasse schaften, die über bedeutende Mittel verfügen,„ leihweise" Gelder organisirten Kollegen meiſtentheils die Opfer zu bringen haben, die" Columbia" glücklich erreicht hatte." Erst um 1½ Uhr den Weg verfehlt und irrte nun fast drei Stunden umher, bis sie zu dem Lohnkampfe für die Musikinstrumenten- Arbeiter bewilligt welche derartige Kämpfe für unser Recht erfordern. Der Berichterstattung und der Vorlage der Resolution schloß 11 Uhr von der Marine Akademie abgefahren war. Während nachts erreichte die Pinaffe die„ Columbia", nachdem sie um haben, man erblickte darin einen Mangel an Solidaritäts- sich eine sehr eingehende Debatte an. In welcher Weise die gefühl umsomehr, als die genannte Branche jederzeit und Herr anderen Gewerkschaften helfend beigesprungen ist. Rüdiger eigenen Berufsgenossen den Streifenden in den Rücken fallen, zimmermann litt, nachdem er genügend Salzwasser geschluckt, motivirte das Verhalten damit, daß man der Meinung gewesen sei, die Musikinstrumentenarbeiter seien im stande annehmer David arbeiten, welcher zwei Bauten ausführt, und müther sich nichts träumen lassen. mittheilte. Es handelt sich um Arbeiter, die bei dem Unter- an jenem brennenden Durst, von dem selbst die boshaftesten Ge gesichts ihrer früher schon bewiesenen Leistungsfähigkeit für zwar einen in Charlottenburg und einen in der Putbuserstraße. Amts Dentsch. In einem Zivilprozeß, der bei dem Die Streifenden felber zu forgen.- An die Stelle der Lohn Auf Wunsch der auf dem Bau in Charlottenburg Beschäf- Erfurter Amtsgericht anhängig war, erhielt der Beklagte, tommission wurde eine dreigliederige Liquidationstommiffion gewählt, welche die ausstehenden Listen einziehen soll. An den Be- tigten hat Herr David seine Unterschrift gegeben. Die Töpfer Destillateur G. N. in Halle, ein Urtheil zugestellt, worin folgende richt des Delegirten der Gewerkschaftskommission schloß sich eine auf dem Bau in der Putbuserstraße, die gleichzeitig zum großen Stelle vorkommt: Eine wirkliche Naturalübergabe der Bullen Debatte, in welcher die Thätigkeit dieser Institution tritisirt Theile Mitglieder des Gesangvereins" Deutsche Linde" find, in den Gewahrsam des D. hat jedoch nicht stattgefunden, vielDebatte, in welcher die Thätigkeit dieser Institution tritifit wurde. Schließlich wurde Fischer als Delegirter neu gewählt, folgten indeffen nicht diesem Beiſpiele. Sie bildeten vielmehr mehr haben die Parteien nur in Gegenwart ber Beugen derselbe versteht gleichzeitig die Funktionen des Vertrauens- unter dem Protektorate des Herrn Kotzebreck eine Genossenschaft und Thiere übereinstimmend erklärt u. f. w." und arbeiten nun zu jedem Preise unter dem Tarife! Auch Aus Furcht vor Wahnsinn hat in Wien die Gattin andere Fälle wurden mitgetheilt, aus denen zu ersehen war, daß des Stabsarztes Dr. Rammel, Frau Karoline Rammel, fich und Der Verband der Möbelpolirer( Bahlstelle Südost) be- es vielfach die Arbeiter selber sind, welche die Unterschrift der ihr zehnjähriges Töchterchen mit Cyankali vergiftet. schäftigte sich am 24. Juni in einer nur schwach besuchten Ver- Unternehmer hintertreiben. Bedenten erregte mehrfach der erste fammlung mit der Besprechung mehrerer Vereinsangelegenheiten, Baffus der Resolution, welcher die Verzichtleistung auf die In Laibach werden seit dem 10. d. M. tagtäglich in einem die zumeist interne Angelegenheiten betrafen. Wie den Mit Namensunterschrift einzelner Unternehmer ausspricht. Dem Hause zu St. Veit zahlreiche, oft 20 und mehr Erdstöße ver gliedern bekannt gegeben wurde, befinden sich die Stuhlpolirer gegenüber wurde hervorgehoben, daß man sich nur in einem spürt; am 23. d. M. wurde eine stärkere Erschütterung, begleitet bei der Firma Neumann in Dresden im Streit. Bei dem über- Abwehrstreit befinde und lediglich diejenigen Unternehmer treffen von intensivem, mehrere Stunden anhaltenden Schwefelgeruche aus geringen Verdienst, der pro Woche zwischen 12-14 M. wolle, welche sich dem Beschlusse der Innung gefügt und Abzüge mit wahrnehmbarer Rauchentwickelung beobachtet. schwankt, haben sich die Arbeiter gezwungen gefehen, behufs Auf- von dem Tarif haben eintreten lassen. Bei der vollzogenen Ab- Aus Bukarest wird berichtet: In der Strafanstalt Mars besserung ihres Lohnes in den Streit einzutreten. Es wird desstimmung über die Resolution wurde mit großer Majorität gineni brach eine Revolte aus. Das Militär machte von der halb dringend vor Zuzug gewarnt. der Absatz I abgelehnt. Absatz II und III wurden fast Waffe Gebrauch; einige Sträflinge wurden verwundet. Der Allgemeine deutsche Tapezirerverein hielt am einstimmig angenommen. An die Kollegenschaft wird die Montag, den 24. Juni, seine regelmäßige Mitgliederversammlung Kommission fich demnächst mit einem Flugblatte, an die übrigen Fromme Schafe in Extase. Aus Ferrol wird berichtet: ab, in welcher Genoffe Kempf in einem lehrreichen Vortrage Bauarbeiter mit einem Aufrufe zur moralischen Unterstüßung In dem Dorfe San Mateo tam es gelegentlich des Kirchweihe über das Thema:„ Die Presse und die Arbeiter" sprach. An der wenden. Den Kommissionsmitgliedern wurde seitens der Ver- festes in dem Augenblick, als die Prozession die Kirche verlassen Diskussion betheiligten sich die Kollegen Aubert und Friedmeier. sammlung als Besoldung der tarifmäßige Lohn zugebilligt mit wollte, zu einer blutigen Schlägerei, wobei die Streitenden von Unter Vereinsangelegenheiten giebt Friedmeier bekannt, daß die Ausschluß der ersten sechs Tage der Dauer des Streits. Thieme Revolvern und Stöcken Gebrauch machten. Den Grund zu der Sammelliften für die Töpfer von ihm verausgabt werden. Er rügte sehr ernstlich, daß unter vielen Vorwänden arbeitende Schlägerei hatte ein Streit darüber gegeben, wer das Bild des bittet die Mitglieder, recht rege die Sammlungen zu unterftüßen. Kollegen sich von der Abführung der 10 pCt. des Wochen- Schutzpatrons des Dorfes tragen folle. Vierzig Personen, Engel macht noch auf das am 20. Juli stattfindende Sommerfest verdienstes drücken. darunter der Pfarrer des Dorjes und ein anderer Priester, mannes. Kollegen stattfindet. wird recht drastisch durch einen Fall illustrirt, den Thieme der Krankenkasse aufmerksam, welches zu gunsten der ausgesteuerten Friedrichsberg. Der hiesige Arbeiter- Bildungsverein hielt wurden verwundet. am 18. Juni eine Versammlung ab, in der Genosse Jahn in Das italienische Panzerschiff ,, Sardegna", welches in Der Fachverein der Lederarbeiter nahm in seiner letzten einem beifällig aufgenommenen Vortrag über die Malthus'sche der Ostsee auf Grund gerathen war, ist, wie aus Korsoer gemeldet Generalversammlung den Bericht des Vorstandes entgegen. Nach Theorie sprach. Von einer Diskussion mußte der vorgerüdten wird, am Freitag früh 8 Uhr, nachdem das Wasser geftiegen und den Mittheilungen über die Fortschritte des Vereins ist zu ent- Beit halber Abstand genommen werden. Am Schluß wurde be- Kanonen sowie eine große Menge Rohlen gelöscht waren, wieder nehmen, daß die Agitation unter den Hausindustriellen und in fannt gegeben, daß die nächste Versammlung am 16. Juli statt- flott geworden. Das Schiff hat keine Beschädigung erlitten und seht wahrscheinlich Sonnabend seine Reise fort. den Werkstuben recht gute Resultate gezeitigt hat. Der hierauf findet. vom Kassirer verlesene Bericht weist an Einnahmen 250,70 M. Weißensee. Hier sprach am 24. Juni in einer Versamm Feuersbrunst in San Francisco. Am Donnerstag und an Ausgaben 224,15 M. auf. Sodann wird die Wahl des lung des Arbeitervereins der Genosse Schulz über unser Schul- Abend brach in dem Geschäftsviertel des südlichen Stadttheils Borstandes vollzogen, die folgendes Resultat ergab Schulz, wesen. In der Diskussion über den Vortrag gelangten von den von San Francisco eine Feuersbrunft aus. Durch den herrs Borsigender; Weide, Kassirer; Voigt, Schriftführer. Vom Vor- Mitgliedern Dähnert, Jablonsky, Baer, Krugler und Rieß die schenden Sturm wurden die Flammen rasch über zahlreiche ftand wird beantragt, den Beitrag auf 30 Pf. herabzusetzen. Dem Schulverhältnisse am Drt zur eingehenden Besprechung. Der Fabriten, Waarenhäuser, Ställe und Wirthschaftsgebäude aus stimmt die Versammlung zu. Zum Schluß wird bekannt gegeben, Borsitzende giebt sodann bekannt, daß der Besuch der Urania am gebreitet, welche zerstört wurden. Hundert Familien der ärmeren daß die nächste Versammlung am 1. Juli bei Roll, Adalbert: 4. August stattfindet und die Billets zur Ausgabe gelangt sind. Klassen sind obdachlos. Eine Frau wurde getödtet und mehrere straße 21, stattfindet. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Außerdem sind dem Verein vom Pächter des Seebades Billets Perfonen verlegt. Der entstandene Schaden wird auf 2 000 000 Bad, Dranienstr. 16. à 10 Pf. zur Verfügung gestellt, die in den mit Plakaten be- Dollars geschätzt.) legten Geschäften zu haben sind. Zum Schluß bittet Genosse Gerstenberger, daß diejenigen, welche sich der Vorgänge in der Versammlung am 15. September erinnern, ihm ihre Adresse übermitteln mögen. unter Briefkaffen der Redaktion. In der öffentlichen Versammlung der Zinkgießer und Stürzer, welche am Dienstag tagte, erfiattete zum ersten Punkt der Tagesordnung Rollege Schulz Bericht als Delegirter über Wir biten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Bahl) die Gewerkschaftskommission, indem er die Vorkommnisse bezw. ang ugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Streits der verschiedenen Gewerkschaften einer näheren Betrach Rigdorf. In Wirsing's Lokal, nefebecftr. 118, fand am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag tung unterzog. Im übrigen bedauert er die in der legten Zeit 26. Juni eine öffentliche Parteiversammlung statt, zu der Frau wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und eingetretene Lässigkeit der Kollegen, die anscheinend ihre früheren Kähler- Hamburg das Referat übernommen hatte, um klar Rath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. Lohnforderungen ganz vergessen haben; während bei einiger zu legen, welche Aufgaben den Arbeitern und Arbeiterinnen in Marienburgerstraße G. W. Sprechen Sie auf der Energie schon in diesem Jahre alles errungen sein fonnte. Gürtler ihrem Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erwachsen. Redaktion vor. erwähnt noch, daß die Abrechnung mit der Gewerkschaftskommission Nach eingehender Beleuchtung der Mängel und Schäden der G. F. Die in den Berliner Märztagen" geschilderten Ers beshalb so spät erfolgte, weil die Listen unregelmäßig eingingen. heutigen Gesellschaftsordnung denen besonders die eignisse entsprechen genau der Wahrheit; und auch unter den Bolt mer erstattet namens der Agitationskommission Bericht. Proletarierfrauen und Mädchen zu leiden haben, schlußfolgerte Personen befinden sich mehrere, die, freilich unter anderem Derselbe ergiebt eine Einnahme von 60,95 M.; Ausgabe 27,80 M., fie die Forderung der Gleichberechtigung des weiblichen mit dem Namen, der Geschichte angehören und von Geschichtskundigen bleibt Bestand 33,15 M. Als Delegirter für die Gewerkschafts- männlichen Geschlecht. Leider fehle den meisten Frauen der leicht erkannt werden. tommission wird Reich gewählt. Eine längere und eingehende Einblick in die sozialen Verhältnisse. Um sich diese zu ver- A. S. 101. Falls Sie im April darüber einig geworden Diskussion entspann sich über die angestrebte Lohnerhöhung und schaffen, empfiehlt Rednerin den Frauen Anschluß an die Or- waren, daß der Miether zum 1. Juli vom Vertrage entbunden Beseitigung der Affordarbeit und endete durch einstimmige ganisation ihres Berufs und fleißige Lektüre sozialistischer Schriften. sein sollte, so liegt ein Grund zur Aufhebung des Bertrages zum Annahme einer Resolution dahingehend, daß alle diejenigen Die Frauenfrage sei mit der sozialen Frage eng verbunden, könne 1. Januar vor. Wurde nur angefragt, ob Sie den betreffenden Kollegen, welche gleichviel ob auf Lohn oder Akkord einen nur gleichzeitig mit dieser gelöst werden. Darum hätten die vom Vertrag entbinden wollen und Sie haben nicht bejahend Mindestlohn von 30 M. oder 15 pet. Zuschlag pro Woche zu Frauen des Proletariats mit ihren Männer und Brüdern ge- geantwortet, fo liegt keine Kündigung vor. Beträgt der Mieth verlangen haben. Bei etwaiger Ablehnung dieser Forderung ist meinsam Schulter an Schulter zu kämpfen und dahin zu arbeiten, zins des mündlichen Vertrages über 150 M., so ist er ohne fofort der Agitationstommission Mittheilung zu machen, um die daß die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ver- Kündigung mit Ablauf eines Jahres beendet. A. B. 100. weiteren Schritte zur Durchführung der Forderungen zu verschwinde und daß die Produktionsmittel Eigenthum der Gesammt Erzeugt jemand uneheliche Kinder, so muß er für anlassen. heit werden; dann gebe es auch für sie Freiheit und Brot! so viel Kinder Alimente zahlen, als er erzeugt hat. Die in der Konfektionsbranche beschäftigten Schneider An der Diskussion des mit lebhaftem Beifall begleiteten Vortrags und Schneiderinnen( Lokalorganisation) hielten am 24. Juni betheiligten sich Schlosser Sie gerist und Klavierarbeiter Bo= eine nur mäßig besuchte Versammlung ab, in der Frau Glockom tany im Sinne der Referentin, hierbei besonders die Lauheit Die Beerdigung der ertrunkenen Genoffen Gustav Hinz über die Forderung der Betriebswerkstätten sprach. In der der Rixdorfer Arbeiterschaft gegenüber der Gewerkschaftsbewe nebst Frau und Kind und der Frau Martha Klinke findet Distusfion äußerten fich sämmtliche Redner zustimmend zu der gung scharf fritifirend.- Zum Schluß wurde die Abrechnung Forderung, betreffend die Einrichtung von Betriebswerkstätten, von der Maifeier verlesen. Die Einnahmen betrugen 387,80 m., Sonntag, den 30. b. M., von der Leichenhalle zu Wilhelmsberg um 4 Uhr nachmittags statt. und gelangte sodann eine Resolution zur Annahme, die im Sinne die Ausgaben 267,48 M.; mithin blieb ein Ueberschuß von des Referats gehalten war. 120,32 M. Dem Komitee ivurde Decharge ertheilt. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthfizaße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 149. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 82. Sigung vom 28. Juni 1895, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel. b. Köller das Wort dem " Sonnabend, den 29. Inni 1895. 12. Jahrg. 13 232 feineswegs um eine Extrasteuer und besonders harte Belastung.| nur auf 1/3 der in betracht kommenden Fälle, d. h. auf 10 068 413 Von den 22 Millionen Grundsteuer, die auf das platte Land Mart von 29 Millionen ursprünglich ausgezahlter Entschädigungen. entfallen, kommen allein 17 Millionen auf dieselben Gutsbezirke, Einen sicheren Schluß auf das gesammte Ergebniß kann man die nach dem Gesetz nur 36 v. H. ihrer bisherigen Grundsteuer also aus diesen Zahlen noch nicht ziehen. Das ist eben das als Rente fortzuzahlen haben, während ihnen die übrigen 64 pCt. schwierige, daß wir hier durch diesen Antrag eine Entscheidung erlassen sind. Der Antheil an der Grundsteuer, der durch die treffen sollen über eine noch in ihren Wirkungen gänzlich dunkle Vor Eintritt in die Tagesordnung ertheilt Präsident Steuergesetzgebung den Gutsbezirken der östlichen Provinzen Materie.( Hört! links.) Das Drittel der hier in betracht kom überwiesen, geschenkt ist, beträgt aber 7 Millionen. Der menden Pflichtigen hat nur etwa 43,3 pCt. zurückgezahlt. Wenn Abg. Freiherrn v. Heereman: In der vorgestrigen Erlaß für ein einziges Jahr reicht also schon aus, man Kategorien macht nach der Höhe der zurückzuerstattenden GeldSigung, während ich das Präsidium führte, ist von einem Herrn um diese ganzen Entschädigungskapitalien 311 zahlen. beiträge, so haben zurückzuzahlen: a) Unter 50 M. Abgeordneten bezüglich zweier deutscher Bundesstaaten eine Be- Für Schleswig- Holstein ist mir eins nicht klar. Die ganze Pflichtige im ganzen 202 874 m., pro Kopf 15,3 M.( hört! links.) zeichnung gebraucht, welche an sich parlamentarisch unzulässig Summe für Schleswig- Holstein berechnet sich auf 2 300 000 m. b) von 50 bis 100 M. 1909 Pflichtige- 134 419 M.- pro ist. Ich habe dieselbe nicht gehört bei der Unruhe des Hauses Der Großherzog von Oldenburg hat für seine Fideikommiß- Kopf 70,4 M.( Hört! hört! rechts. Abg. Rickert: Na, was und habe davon erst später Kunde erhalten; hätte ich sie gehört, besitzungen in Schleswig- Holstein 900 000 m. erhalten. Ist diese ist denn groß?) c) Von 100 bis 250.- 1650 Pflichtige so würde ich sofort Remedur haben eintreten lassen. Summe darin oder nicht darin?( Ruf: Nein!) Ich habe sie 256 461 m. pro Kopf 155,5 M.( Hört! rechts.) d) Von 250 bis Abg. v. Kardorff: Bei der Auseinandersetzung der Noth- auch nicht eingerechnet. In Schleswig- Holstein find jährlich an 500 m. 687 Pflichtige- 241,70 m. pro Kopf 351,8 M. wendigkeit einer reichsgefeßlichen Regelung unseres Jrren Grundsteuer 2800 000 m. und an Gebäudesteuer 2 Millionen e) von 500 bis 1000 m. 387 Pflichtige 265 321 M., auf wesens ist mir im Eifer des Gefechts ein Ausdruck überwiesen worden. An Rückzahlung steht aber nur etwa eine den Kopf 685,6 M. f) Ueber 1000 M. 659 Pflichtige entschlüpft fleine Raubstaaten wie Weimar und Reuß". Million oder etwas mehr in Frage, also eine Rentenlast von jährlich 3 260 073 M.,( Hört! hört! links.) auf den Kopf Das ist sicherlich parlamentarisch unzulässig. Jeder von Ihnen 40-50 000 m., während etwa 5 Millionen vom Staat überwiesen sind. 4947,1 Mart.( Sört! hört! links.) Die Kategorie unter 50 Mart weiß, daß mir hierbei aber eine beleidigende Absicht fern gelegen Die Entlastung liegt vorzugsweise in den landwirthschaftlichen umfaßt hiernach mehr als 3weidrittel aller Pflichtigen.( Hört! hat. Ich bin gern bereit, den Ausdruck zurückzunehmen. Gegenden, namentlich in den oftelbischen Provinzen; und dazu hört! rechts.) Sie haben aber nur zurückzuerstatten 11/20 des Abg. von Eynern( zur Geschäftsordnung): Bei der Be- will man jetzt noch einen besonderen Vortheil. Warten Sie doch Gesammtbetrages.( Hört! hört! links.) Die Gruppe über bentung, die diese scherzhafte Bemerkung des Abg. von Kardorff erst wenigstens die Statistik über die Wirkung der Steuergesetze 1000 Mart, 1/30 aller Pflichtigen, bringt dagegen auf Dreiviertel gefunden hat, halte ich es für richtig, daß durch das Präsidium ab, die erst am 1. April d. J. in kraft getreten sind. Ohne diefe des Gesammtbetrages.( Hört! hört! links.) Diejenigen, welche festgestellt wird, ob Herr von Kardorff mit seiner Bezeichnung Statistit soll man sich hüten, solch ein Gesetz ins Blaue hinein 61,6 M. zurückzuerstatten haben, haben jährlich eine Rente von Reuß jüngere, oder Reuß ältere Linie gemeint hat.( Große zu machen. Die Statistit wird später bestätigen, was der Abg. etwa 2 Mart zu zahlen. In Schleswig- Holstein wird es nach Heiterkeit) Pleß in der ersten Berathung sagte, daß es mit der meinen Feststellungen im ganzen etwa 8000 Rückzahlungspflichtige Präs. v. Köller: Herr Abgeordneter, das war feine Be- politischen Ehrenhaftigkeit nicht zu vereinbaren geben; die ursprünglich ausgezahlte Summe betrug rund mertung zur Geschäftsordnung.( Heiterkeit.) sei, ein solches Gefeß zu machen. Für die Reform 2/2 Millionen, die jeßt wieder zurückzuzahlende empfangene EntDer erste Gegenstand der Tagesordnung ist der Bericht der des Irrenwesens bewilligt der Finanzminister nur 8000 m., schädigung beträgt etwa 2 Millionen. Es wird also wahrs Geschäftsordnungs- Kommission über die Frage, ob der Abgeordnete und diese seine Freigebigkeit erregte allgemeine Heiterkeit. Er scheinlich das Verhältniß der jetzt zur Rückzahlung Verpflichteten bisherige Landgerichtsrath Kolisch durch Aenderung seiner Amts: hat sicherlich nur das knappfte bewilligt, um wegen der Finanz- zu den damals zum Empfang einer Entschädigung Berechtigten bezeichnung in Amtsgerichtsrath" und Versehung vom Land- lage sparsam zu sein. Bei der Etempelsteuer haben wir über in Schleswig sich etwas ungünstiger gestalten, als im ganzen gericht zu Lissa" an das Amtsgericht daselbst sein Mandat ver- einige Positionen gestritten, damit nicht eine Mindereinnahme Durchschnitt der Monarchie. Man hat darauf hingewiesen, daß loren habe. Die Kommission schlägt vor, zu erklären, daß er das herauskomme, und hier soll der Staat ohne weiteres auf eine in Schleswig- Holstein eine Unsumme von Prozessen entstehen Mandat dadurch nicht verloren habe, und das Haus schließt sich Jahresrente für 60 Jahre von 400 000 m. verzichten. Die ver- würde. Die Schleswig- Holsteiner pflegen im ganzen ihre Rechte diesem Vorschlage an. schiedenen Ressorts torrespondiren eifrig mit dem Finanzminister sehr scharf zu vertreten( Sehr richtig! links), es haben aber 4000 Darauf wird ohne Debatte in dritter Berathung der Geseh- über die Statsaufstellung, ob z. B. zwei Dugend Richter Pflichtige, ohne irgend einen Prozeß zu erheben, die gesetzliche entwurf betreffend Aufhebung des Abschnittes 1 des mehr in den Etat gebracht werden können, die vielleicht Frist verstreichen lassen, und es haben überhaupt von Anhanges zu der revidirten Apothekerordnung 150 000 m. foften, und hier verzichtet man auf 400 000 m. den 8000 nur 16 den Rechtsweg betreten.( Hört, hört!) Dom 11. Oktober 1801 erledigt. Der Finanzminister war sehr tapfer in der Verfolgung seiner Das liegt zum theil daran, daß wir von vornherein entschlossen Ebenso wird in dritter Berathung der Gesetzentwurf be- Steuerprojekte, möge er dieselbe Tapferkeit in der Vertheidigung waren, namentlich wo es sich um fleinere Beträge handelte, es treffend die Erbschaftssteuer ohne wesentliche Debatte des fistalischen Interesses überall erweisen gegenüber einzelnen gar nicht zum Prozeß kommen lassen und in vielen Fragen angenommen, nachdem ein Antrag des Abg. Frhrn. v. Heereman, Koterien von Sonderinteressen, die sich herandrängen und die geradezu contra fiscum entschieden haben. Den finanziell be= in dem die Befreiung von der Steuer enthaltenden Passus, in Staatskasse für sich zu plündern suchen.( Lachen rechts.) Ein drängten fleineren Städten haben wir die zurückzuzahlenden Bei welchem unter anderem öffentliche Waisenhäuser" aufgeführt Minister hat hier einmal gesagt, man müsse sich alle Gesetze träge erlassen oder sie herabgesetzt. Wir glaubten damals im find, dieses Wort„ öffentliche" zu streichen, abgelehnt worden war. daraufhin ansehen, wie sie auf die Sozialdemokratie wirken. Sinne des Gesetzes und der Gesetzgeber zu handeln. Es ist auch Es folgt die zweite Berathung des Gefeßentwurfes betreffend Im Herrenhause hat der Hausminister v. Wedel- Piesdorff ge- nicht richtig, daß in Schleswig- Holstein die Entschädigung infolge bie Aufhebung der§§ 18-27 des Gefeßes wegen fagt: Wenn die Rückzahlungspflicht nicht konstatirt wird, wird seinerzeit meist des Erlasses eines Kanons Aufhebung direkter Staatssteuern vom 14. Juli das eine fortwährende Unzufriedenheit erregen, man wird nicht in baarem Gelde erfolgt sei. Ich will haben e a 1898, welche die Rückzahlung der Grundsteuer- Entschädigungs- sagen: Seht, die Junker durchläufig auf die Sache nicht weil ich weiter eingehen, fapitalten vorschreiben. Dieser Gesezentwurf ist vom Herren- gesezt, daß sie die Grundsteuer Entschädigung noch weiter hören möchte; ich habe heute bisher nichts hause( Antrag von Bethmann- Hollweg) an das Abgeordneten- in der Tasche behalten. Das wird ein gehört, was ich nicht schon bei der ersten Berathung des Gesetzes haus gelangt. In Verbindung damit steht ein gleichlautender fruchtbares Agitationsmittel über ein Menschen- felbst gehört hätte. Antrag der Abgg. Jürgensen und Genossen. alter hinaus sein." Und Freiherr v. Solemacher sprach in dem- Abg. Sattler( natl.): Das letztere wollte ich auch sagen. Abg. Jürgensen( natl.) beantragt, zur Beschleunigung der selben Sinn und fügte hinzu: Geben Sie unsern Gegnern Wo wirkliche Härten vorlagen, hat die Regierung Milde walten Beschlußfassung den Gesezentwurf des Herrenhauses der Diskussion diese Waffe nicht." In den lezten Jahren ist viel lassen. Mit recht hat der Abg. Richter darauf hingewiesen, daß zu grunde zu legen. geschehen, um der Sozialdemokratie einen die von den kleinen Besizern zurückzuerstattenden Summen äußerst Das Haus ist damit einverstanden. fruchtbaren Boden zu schaffen. Eine leckere Mahlzeit minimal sind. Auch die Zahlen des Finanzministers laufen darauf hin Abg. Richter( frf. Bp.): Obgleich es in Fragen des Grund- als diese könnte der Sozialdemokratie nicht aufgetischt werden. aus, daß 659 große Besitzer über 3 Millionen geschenkt erhalten sollen. eigenthums und der Grundsteuer, welche nur entfernt mit dem Mit den nothwendigen Ausgaben für die Medi- Sollten draußen im Lande solche Zahlen agitatorisch verwerthet Nothstand der Landwirthschaft in Verbindung gebracht werden zinalreform, für die Gesundheit des Voltes werden, so würde ich dies nur begreiflich finden. Ich persönlich tönnen, jede Mühe des Widerstandes umsonst zu sein pflegt, so wird geknausert und hier scheut man sich würde die Berechtigung einer solchen Agitation will ich es doch versuchen, diesen Gesetzentwurf zu bekämpfen, nicht, zehn Millionen aus der Staatsanerkennen. Mein Rechtsgefühl ist damals schon dahin obwohl die Kommission mit 9 gegen 4 Stimmen seine Annahme tasse den besigenden Klassen in den Schoß gegangen, daß es absolut unzulässig sei den empfiehlt. Es ist noch nicht vorgekommen, daß bei einer Finanz- zu werfen, den Großgrundbesizern, die es am größeren Besizern diese Summen zu erlassen. lage wie der jetzigen man verlangt, daß 10 Millionen Mart wenigsten nöthig haben.( Beifall links.) oder eine jährliche Rente von 400 000. den be- Abg. von Tobeneck( f.): Ich bin nicht im stande, etwas fizenden Klassen bezw. den Großgrundbesitzern in den Neues nach den eingehenden Verhandlungen vorzubringen, aber Schooß geworfen werden.( Lebhafter Widerspruch rechts.) das hat Herr Richter auch nicht vermocht.( Sehr richtig! rechts.) Ich werde das Märchen, als ob an der Die Gegner befinden sich immer in dem wunderbaren Irrthum, daß Sache vorwiegend die tleinen Besizer be diese Grundsteuerentschädigung gezahlt worden sei für neu auf theiligt sind, zerstreuen. Ich bedauere, daß in den erlegte Grundsteuer. Das ist absolut falsch verstanden. Die Beparlamentarischen Körperschaften die in der Städte- Ordnung freiungen in bezug auf die Grundsteuer wurden 1861 aufgegeben, vorgesehene Bestimmung nicht vorhanden ist, wonach diejenigen, die bisherigen Spezialrechte und Privilegien einzelner Arten der Frage, ob die Grundsteuer- Entschädigung zurückgezahlt werden deren Privatinteresse im Widerspruch steht mit dem allgemeinen von Grundbesitz wurden aufgehoben und hierfür wurde solle oder nicht, für mich und einen Theil meiner Freunde ent Interesse, sich der Abstimmung zu enthalten haben. Von den ihnen eine Entschädigung gezahlt. Dadurch treten sie mit den fcheidend sei für unsere Stellung zur Steuergesetzgebung. Wenn 51 Antragstellern im Herrenhause Herrenhause haben anderen Steuerzahlern in gleiches Recht. Es ist eine Fiktion des man jetzt bestreiten will, daß hier ein Kompromiß vorlag, so mehr als bie Hälfte ein startes persönliches Abg. Richter, wenn er von 10 Millionen spricht, die dem Grund- fann man sich da nur um Worte, nicht um die Sache streiten. Privat Interesse an diesem Antrage ge besitz geschenkt werden sollen. Die Petitionen zu diesem Gesetz Ich habe die Rechtsanschauung, daß durch diesen Antrag das habt; nach der von der Regierung 1892-93 vor rühren meistentheils von den kleinen Grundbesitzern her. Die Rechtsgefühl des Volkes auf das schärffte verlegt wird. Ich sehe gelegten Statistit entfallen von ben Grundsteuer Ent- ungeheure Summe von 10 Millionen kann ich nicht für so groß darin eine ungerechtfertigte Bereicherung vorzugsweise der großen Schädigungs- Kapitalien, die gezahlt worden sind, 22 Millionen artig halten, wie oft spielen wir nur so mit den Millionen! Befizer, die es nicht nöthig haben, auf Rosten der allgemeinen auf das platte Land der östlichen Provinzen, nämlich von Ost Der Staat wird diese Summe nur stückweise in Renten einziehen, Staatstaffe. Schon die eine Thatsache, daß auf die Fideitommißund Westpreußen, Pommern, Brandenburg und noch für Sachsen. und sehr viele Prozesse werden sich anschließen. Von einem güter allein 2 800 000 n. entfallen, spricht für sich. Ich bitte Von diesen 22 Millionen fallen 17 Millionen Kompromiß bei den Steuergesezen fann gar nicht die Rede sein. Sie dringend, von der Annahme des Gesetzes auf die Gutsbezirke.( Hört, hört! links.) Sind denn Nehmen Sie das Gesetz an, Sie werden sich den Dank des Abstand zu nehmen. die Inhaber der Gutsbezirke Kleinbauern und Kleingutsbesizer? Waterlandes verdienen.( Beifall rechts.) Abg. Hansen( ft.): Es handelt sich nicht um eine wider( Unruhe und Zwischenrufe rechts.) Doch nur ganz ausnahms- Abg. von Huene( 3): Ich kann mich dem letzten Wunsche rechtliche Bereicherung einiger Großgrundbesitzer, sondern weise. Das sind also 77 vom Hundert. Der Groß des Vorredners nicht anschließen. Mit recht hat der Abgeordnete um ein Wiedergutmachen eines begangenen Unrechts. und Sattler find fiskalischer als der grundbesig ist bei der Summe, die hier in Frage kommt, Richter darauf hingewiesen, wie man im Herrenhause dieses Herren Richter felbst, der wiederholt stärker noch vertreten, als bei den ursprünglichen Entschädigungs- Gesetz als ein Agitationsmittel bezeichnet hätte, welches überall Finanzminister hat, zugegeben Kapitalien, weil die Aenderungen im Besitz nicht so hin fruchtbar wirken müsse für die Sozialdemokratie. Den daß juristisch diese Rückforderung schwer zu begründen ist. verhältnißmäßig zahlreich find, wie beim fleinen Grund- Anfang dieser Agitation haben Sie heute schon beim Abg. Richter Giner der angesehendsten Rechtslehrer Deutschlands, der Prof. besig. Bei der Rückzahlung derjenigen, welche damals gehört.( Heiterkeit.) Für die Zurückzahlung sind so milde Dernburg, hat neulich im Herrenhause mit dürren Worten gediese Entschädigungskapitalien empfangen haben, fommen in Formen gewährt, daß man von einem Druck gar nicht sprechen sagt, ich erblicke in der Rückforderung eine Verlegung des erster Linie die Fideikommißbefizer in Frage, sie tann. Ich bitte dringend, das Gesetz abzulehnen. materiellen Rechts.( Hört! rechts.) ( Hört! rechts.) Als seinerzeit die Ents haben damals 2 844 366 M. erhalten, sie würden also jezt mehr Abg. Christophersen( ft.): Vielleicht hat es einigen Werth, schädigung für die Aufhebung der Grundsteuer gezahlt wurde, als 1/4 von den 10 Millionen zurückzuzahlen haben. Sind dies wenn ich als fleiner Grundbesizer meine Auffassung in dieser wurde definitives Recht geschaffen, und es ist deshalb unbillig, auch kleine Leute? Wenn überhaupt 10 Millionen zur Rück- viel erörterten Angelegenheit mittheile. Die anderweite Regelung zu verlangen, daß die Empfänger der Entschädigung sie wieder zahlung kommen, so entfallen 6-7 Millionen allein auf die der Grundsteuer hatte den Zweck, alle Liegenschaften thunlichst herausgeben sollen. Redner beleuchtet darauf die schwierige Inhaber von Gutsbezirken in den 6 östlichen Provinzen. Die gleichmäßig zu besteuern, gleichviel, ob sie früher frei waren oder Lage der kleinen Grundbesitzer und weist darauf hin, daß in seiner Petitionen der fleinen Besizer, auf die man hin nicht. Den Besitzern der freien Grundstücke wurde durch das Heimath einzelne Gemeinden durch die Rückforderung sehr erweist, sind erst gekommen, nachdem die großen voran Gesetz eine Entschädigung gewährt und damit eine Gleichstellung heblich belastet werden würden. Der Abg. Richter hat in der ihm gegangen find.( Widerspruch rechts, Rufe: Rufe: Umgekehrt!) herbeigeführt. Gine etwaige Revision der Grundsteuer müßte eigenthümlichen geschmackvollen Weise gesagt, ich hätte für Jest hört man, auch von autoritativer Seite, die Parole, der ohne Stücksicht auf die früheren Verhältnisse vorgenommen werden, Schleswig- Holstein ein Trinkgeld verlangt. Die" Freis. 3tg." richtige Parlamentarismus und der richtige und auch bei einer Erhöhung hätte kein Anspruch auf Mehr hat diese Behauptung wiederholt. Die letztere ist eine Lüge. Ich Patriotismus müsse sich darin bekunden, entschädigung erhoben werden können. Aber auch ebenso wenig nehme zur Ehre des Abg. Richter an, daß er meine Rede nicht möglichst für seinen privaten Vortheil auf fann eine Rückzahlung verlangt werden, wenn eine Last statt- gehört oder nicht richtig gelesen hat, sonst würde ich einen AusKosten der Allgemeinheit zu sorgen. Herr v. Beth- findet. Wie würde sich die Sache nun gestalten, wenn der Staat druck brauchen, der parlamentarisch nicht zulässig ist.( Sehr mann- Hollweg hat eine Statistik aufgemacht, bei der er sich ge auf die Grundsteuer zurückgreifen müßte? Anstatt von un- richtig! rechts.) Ich habe nur gesagt, daß die Schleswig- Holsteiner hütet hat zu sagen, daß der Großgrundbesiß ziffernmäßig mit gerechtfertigter Bereicherung zu sprechen, erwächst den Inhabern an ihrem guten Recht festhalten und daß sie mit zur Gründung Summen interessirt ist, die mehr als hundertfach das früherer freier Grundstücke ein finanzieller Nachtheil. Man hat des Deutschen Reiches beigetragen haben. Deckt sich das mit Intereffe der fleinen Besitzer übersteigt. Nach seiner behauptet, das Rechtsbewußtsein werde verlegt, wenn die Rück- dem, was der Abg. Richter gesagt hat? Ich finde es unerhört, Statistik find betheiligt im Kreise Ober. Barnim 684 zahlung nicht gefordert werde, das Gegentheil ist richtig. Der wie jemand so etwas behaupten kann. Der Abg. Nichter besorgt Tleine Grundbesitzer.( Hört! hört! rechts.) find einfache Mann fann nicht begreifen, daß die für ein Privileg damit die Geschäfte des Vorwärts". Ich bitte Sie, tros des nur interessivt mit 22 700., d. h. jeder mit 30 m. bezahlte Entschädigung zurückgefordert wird. Gewiß kann diese Widerspruchs jener Herren unseren Antrag anzunehmen.( Beifall und ein paar Pfennigen, während 19 Großgrundbesizer Sache zu einem Agitationsmittel gebraucht werden. Das kann rechts.) mit 204 000 m., d. h. jeder mit mehr als 10 000 m. intereffirt aber die Steuerreform als solche auch. Man könnte sagen: Abg. Nickert( frs. Vg.): Ich dachte, der Vorredner würde nach ist. Eagen Sie( rechts) jezt auch hört, hört? Zieht man die Warum ist man bei 4 pet. stehen geblieben? Man hätte den den Ziffern des Finanzministers etwas zurückhaltender sein, da man anderen Provinzen in betracht, so sind die Kleinbefizer mit Reicheren 8 pCt. abnehmen müssen. Viel schlimmer ist die Ver- danach doch nicht mehr mit dem Bruder Bauer kommen kann. 1C0 M. und die Großbefizer mit 9000 m. betheiligt; nun soll wirrung des Rechtsgefühls und die Verbitterung, die durch die Diese Zahlen sind doch verdrießlich für die Freunde der Vorlage. aber der Kleinbefizer garnicht etwa das Kapital zurückzahlen, Rückzahlung erzeugt wird. Bei dieser Sachlage ist es geboten, Nicht nur in freisinnigen, sondern auch in sehr gemäßigten sondern es wird ihm in Form einer vierprozentigen Amortis die betreffende Bestimmung je schneller je lieber aufzuheben. Streifen hat man diesen Verhandlungen mit Besorgniß entgegens gesehen. Nicht Herr Richter hat die Agitation angefangen, schon fationsrente für sechzig Jahre auferlegt, so daß er jährlich 4 M.( Lebhafter Beifall rechts.) zurückzuzahlen hat; im Kreise Ober- Barnim beträgt diese Rente Finanzminister Miquel: Die vom Finanzministerium an- vorher schrieb die Kölnische Zeitung" über das Verhalten der nur eine Mark und einige Pfennige. Es handelt sich auch gestellten Ermittelungen und Feststellungen beziehen sich im ganzen Mehrheit des Hauses: Wir beflagen einen solchen Beschluß ins = Es ist ein Irrthum, wenn man sagt, diese Entschädigungen seien gezahlt zur Entschädigung für Privilegien. Die Stellungnahme zur Frage der Grundsteuerentschädigung war entscheidend für einen großen Theil meiner Freunde bei der Berathung des Gesetzes über die Aufhebung der Grundsteuer. Dieses Gesetz wurde angenommen gegen die Stimmen des Zentrums und der Freifinnigen, lediglich von den Ronservativen, Freifonservativen und den Nationalliberalen. Ich habe schon damals deutlich und scharf erklärt, daß die Erledigung Die Interesse des Ansehens der Volksvertretung, er würde bedeuten, I mit 126 gegen 109 Stimmen angenommen. Zwei Ab- das auf ein Gesetz vom Jahre 1838 fich ftüßende Verbot einer daß die Mehrheit, wenn sie einen finanziellen Nußen für sich er- geordnete, von Köller und von Erffa, enthalten sich der Ab- Versammlung des Holzarbeiter Verbandes während der Kirch wartet, nach dem Sprichwort handelt, daß, wer das Kreuz hat, ftimmung. Für den Gesetzentwurf stimmen die Konservativen, zeit und das andere die erfolgte Auflösung einer Boltsversamm sich damit segnet. Das ist seitens der Gesetzgebung das bedenk die Freifonservativen mit Ausnahme der Abgg. Lucius- Erfurt, lung als zu recht bestehend hinstellt.( Gelächter.) Zur Kritik lichste Rütteln an der Staatsordnung und eine himmelschreiende Weyerbusch und von Voß, und des freikonservativen Hospitanten dieser Erkenntnisse erbat sich Schubert das Wort; während Ungerechtigkeit, die schwere Gefahren nach sich ziehen wird, eine Kröner. Gegen denselben stimmen geschlossen die Freifinnigen, dessen machte der überwachende Polizeikommissar den Vorsitzenden Verletzung des Grundfages: justitia est fundamentum regnorum. Die Polen, ferner die meisten Nationalliberalen, sowie das Zentrum auf das Herannahen der Polizeistunde aufmerksam und löste, Ich wünsche nur, daß Herr Sattler aus diesen seinen Erfahrungen mit wenigen Ausnahmen. als Schubert dennoch sprechen wollte, die Versammlung punkt mit den Herren da drüben eine Lehre für die Zukunft zieht. Es folgt die zweite Berathung des Gefeßentwurfs, betreffend 11 Uhr auf. Diese setzen sich jetzt rücksichtslos über das vor zwei Jahren ab- das Pfandrecht an Privateisenbahnen und Kleinbahnen und die geschlossene Kompromiß hinweg. Sollte der Staat später wieder Zwangsvollstreckung in dieselben. Das ganze Gesetz wird ohne auf die Grundsteuer zurückgreifen, so werde ich, obwohl ich erhebliche Debatte angenommen. damals die Entschädigungspflicht nicht anerkannt habe, mit Rückficht auf die bestehenden Thatsachen eine Entschädigung gewähren. 1881 fagte der hochkonservative Herr v. Meyer- Arnswalde, die Aufhebung der Grundsteuer ſei ohne Regulirung der EntschädigungsAbg. Jürgensen( natl.): Ich habe den Antrag gestellt, weil wir in der Bestimmung des Gesetzes vom 14. Juli 1893 ein großes Unrecht gesehen haben. Nach einem Antrage des Abg. Kirsch wird das Inkrafttreten des Gesetzes auf den 1. Oktober 1895 festgesetzt. Schluß 44 Uhr. Nächste Sigung Montag 11 Uhr. ( Eisenbahn- Berstaatlichung, Pfandrecht an Kleinbahnen, Berpflegungsstationen). Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. Juni, vormittags 8% Uhr, der Gemeinde. Um 10% Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Ertenne dich selbst.. Samariter- Kurfus. Sonntag, den 30. Juni, nachmittags 3 Uhr: Aus flug mit Uebung bei Rummel in Rummelsburg, Röpnicker Chaussee. Montag, den 1. Jult, abends 8 Uhr, bet Boltz, Alte Jakobftr. 75. Bortrag und Nebungsfiunde unter Bettung des Herrn Dr. Chriſteller. Rosen thalerstr. 38: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: Die Grundfäße Gauverein Berliner Bildhauer. Siehe Annonce Sonntag. Vergnügungsverein Italia. Sonntag, den 30. d. M., abends 6 Uhr, Restaurant Roland, Elsasserstr. 26. Fidelitas. Gäste willkommen. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 80. Juni, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20. Vortrag des Genoffen Paul Jahn über: Malthus' Bevölkerungs theorie. Gäfte, Damen und Herren, willkommen. Die Bibliothet befindet von 9-10 Uhr. der Ehe. Referent Herr Maſſatſch.) Bei allen Unterrichtsfächern werden Damen und Herren jederzeit aufgenommen, 1 1 34 Otto Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Bajewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelſtr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9-11 Uhr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein sermannftr. 48, Gde Herrfurthfiraße, bet Heidaus Esmeralda, Königsbergerstr. 5 bei Rastowsty.- Grüne Eiche, Nirdorf, 2yrania, Lands: berger Allee 156 bet Goebel.- Sanges: Echo, Naunynftr. 86, bet Rubeil. männerchor, Prinzen- Alice 10 bei Bergmann -Glückzu, Pasewalterstr. 3 bei Neumann. Gesundbrunner Männer- Gefang= verein Siebertranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Wolfsgarten, Bergstr. 6. Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, Wintel's Salon. Frisch auf I, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 69 bet bam.- Sängerluft, udenwalde, Beeligerſtr. 84 bets 10 Schulze. Männer- Gesangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 bet seichniß. Hand in Hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 bet GEmil Heinecke. Männer- Gesangverein Immergrün, Tegel, Spans bauerfir. 16 bei G. Rentner.- Doabit, Savelbergerfir. 81.- Freie Gänger, Schmargendorf, Wirthshaus Friedrich. Hand in hand I, Admiralstr. 88 bet župauer. Gesangverein Frisch auf II", Schönwalde in der Mark. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend ane Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend find zu richten Sonnabend: an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Theaterverein essing, Raupach sir. 6, Restaurant Felsengrotte( jeden 2. und 4. Sonnabend). Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein ich te( Mitgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. riebenſtr. 37. 3. Männer- Abth. Boechstr. 21. 2. Lehrlings- Abth. Staligerstr. 55-56. Gemischter Chor Gleichheit, Abends 9 Uhr, Emdenerstraße, Restaurateur Schirmer. Bühnenverband Normanta, Sonnabend im Monat Sigung bet G. Leichniß, jeden letzten hung abends 9 Uhr bei sinte, Puttbuferstr. 24. Nach der Sitzung: Königsbergerstraße Nr. 28. Privat Theater Gesellschaft Schiller, Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Ackerstraße 17 bet Manfras. Privattheater- Gesellschaft Toni, Sonnabend 9% Uhr bet Buleger, Spine Theaterverein Lustige Brüder II, Sizung jeden münderstraße 144. Sonnabend Abends 9 Uhr, bei Reichelt, Hafenhaide Nr. 46/47. Abends 9 Uhr, Theatergesellschaft Immer Lustig, Sigung bet Ruhl, Chorinerstr. 58. Bergnügungsflub Dftend, Sigung Abends Geselliger Arbeiters 15. und jeben Rauchflub 9 Uhr bet Sommer, Grünstraße 21. pflicht undenkbar, und fein anderer als Fürst Bismarck erklärte, die Einführung der Grundsteuer in den sechziger Jahren sei eine Ungerechtigkeit gewesen, aber die Aufhebung der Grund- und Gebäudesteuer ohne Regulirung der Entschädigungspflicht wäre eine neue und größere Üngerechtigkeit. Und Fürst Bismarck ist In Schöneberg fand am 27. Juni eine öffentliche Volts- sich bei Gärtner, Moltenstraße 12( am Moltenmartt), geöffnet Sonnabends doch für Sie( rechts) Autorität. Heute ist der agrarische versammlung statt, in der zunächst Genosse Georg Wagner Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, den 29. Junt, abends 7 bis Fanatismus so weit gediehen, daß er nicht die paar Monate einen Vortrag hielt über das Thema:„ Ist die Bedürfnißlosigkeit 8 Uhr: settüre. 8-10% ühr: Diskutirübungen. Unentgeltlich. Nordschule, Müllerstr. 179a.( Thema: Reform und Revolution. Referent Herr Steinbarth. warten kann, bis die Regierung eine geordnete Statistit eine Tugend?" Selbstverständlich verneinte Redner diese Frage. Süd- Ost- Schule, Waldemarfir. 14.( Thema: Religiöser und fittlicher Charatter vorlegen kann. Kaltlächelnd beseitigen Sie das vor zwei Er legte seinen Ausführungen die Steuereinschätzungen vom Jahren geschlossene Kompromiß, weil die Majorität einen Jahre 1893 zu grunde, veranschaulichte seinen aufmerksamen BuNutzen davon hat. Ich hoffe, daß die, welche einen hörern den hierbei zu tage tretenden Kontrast zwischen den aus persönlichen Vortheil haben, sich der Abstimmung mühelosem Erwerb sich bildenden großen Kapitalien einzelner enthalten. Wenn irgend eine Abstimmung, so muß diese eine Unternehmer bezw. Aktiengesellschaften einerseits und den selbst namentliche fein; ich wollte den Antrag darauf stellen, habe aber zur niedersten Lebenshaltung nicht hinreichenden Einkommen un leider feine Unterstüßung gefunden, weder bei den National gezählter Arbeiterfamilien. Redner fnüpfte bieran eine treffende liberalen noch beim Zentrum. Ich werde aber den Antrag doch Kritik unserer sozialen Zustände, um schließlich zum Anschluß stellen, sei es auch nur, um zu konstatiren, daß die Majoritäts- an die politische wie gewerkschaftliche Organisation zu ermuntern. parteien eine namentliche Abstimmung perhorresziren. Zu meiner In der Diskussion sprach Genosse Tilgner im zustimmenden Freude haben einige hervorragende Konservative mir die Unter- Sinne. Hierauf erhielt Genosse Schubert das Wort zur fügung des Antrags zugefagt, natürlich unter der Voraussetzung, Berichterstattung über seine Thätigkeit als Gewerbegerichts- Beifißer. daß ich möglichst furz spreche, weil sie teine lange Debatte Tief bedauerlich fand Redner das schon viel besprochene Urtheil wollen. Ich löse dieses Versprechen ein( Heiterkeit), bitte aber, des Landgerichts, welches nach seiner Meinung nur auf vollmeinen Antrag auf namentliche Abstimmung zu unterstützen. ständige Unkenntniß der Verhältnisse im Baugewerbe beruhe. ( Beifall links.) Durch ein derartiges Urtheil würde das Rechtsbewußtsein im Bolte erschüttert, denn den bekannten, schon oft gegeißelten betrügerischen Manipulationen vieler Bauunternehmer würde hierdurch Thür und Thor geöffnet.( zurufe.) Als Abg. Ehlers( frf. Vg.): Eine Frage von dieser Bedeutung ein großer Uebelstand werde auch allgemein der darf man nicht ausschließlich vom Standpunkt des Interesses Wechsel der drei Vorsitzenden beim Gewerbegericht empfunden. behandeln. In der Kommission ist offen gesagt worden, daß Weiter rügte Redner, daß die Vorsitzenden meist auf der Staat 9 bis 10 Millionen hierfür ausgebe, komme überhaupt feiten der Arbeitgeber stehen, andererseits wollte er aber auch nicht in betracht gegenüber der Erbitterung über das Gesetz von nicht verhehlen, daß die Arbeitnehmer häufig selbst schuld seien, 1898 gerade in solchen Kreisen, welche zu den 8uwenn ein nach ihrer Meinung ungerechtes Urtheil gefällt werde. verlässigsten Stüßen des Staates gehören. Ich Schließlich betonte der Redner, daß die Arbeitnehmer- Beisiger weiß nicht, ob die, welche zurückzahlen sollen, diese die Gesetze zumeist besser kennen, als ihre Unternehmer- Kollegen, zuverlässigen Stützen des Staates sind oder nur die, von denen einer so naiv war, sein Nichterscheinen im Termin welche darüber erbittert sind, daß sie zurückzahlen sollen. Es mit einer Hühnerjagd zu entschuldigen und seinen Bruder als Scheint, als ob nur die Verbitterten darunter zu verstehen sind. Vertreter zu senden. Der Vorsitzende nahm ihn dafür allerDer Patriotismus, der davor Halt macht, wenn er etwas bezahlt, dings in eine Geldstrafe, den Beisitzern sei indeß bekannt, daß er ist nicht weit her. Natürlich hat der Antrag bei denen, welche die Strafe bisher noch nicht bezahlt habe. Von einem anderen 9 Uhr im Restaurant Rudolf, Krautstraße 6. Verein Proletaria, Sonnabend nach Dem 1. zurückzahlen sollen, eine große Sympathie, aber in unserer Beisitzer wurde konstatirt, daß durch das öftere Nichterscheinen Politik wird schon viel zu viel vom Interessenstandpunkt ge- oder Buspätkommen eines oder des anderen Arbeitgeber- Beisitzers Blaue Wolfe II, Sizung jeden Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer handelt. Wir dürfen die Gefahr nicht unterschäßen, die aus dem der Gemeinde bedeutende Unkosten erwachsen, mit denen die ge- Weinstraße 22.- Rauchklub Dornröschen, jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, bei F. Krüger, Fennstraße 5. Rauchtlub Unverzagt, Abends Mißtrauen entsteht, das sich dadurch die Gesetzgebung ringen Geldstrafen dafür in gar keinem richtigen Verhältniß 9 Uhr bet Bogel, Lebuferstr. 13. Rauchklub Märtisch kraut, im Volke zuziehen würde. Schon weil wir das Ansehen stehen. Ferner wurde Genossen Beschwerde Eisenbahnstr. 7 bei Engelhardt. Etattlub Blaue Blouse, jeden Stattlub Revolution, Sigung des Parlaments gegen das Vordringen der Interessenvertretung geführt, daß seine Klage gegen die Baufirma Held Connabend bei Wuttke, Graudenzerstr. 2. Statllub schüßen müssen, bitte ich Sie, die Vorlage abzulehnen. jeden Sonnabend 9 Uhr bei Hauptmann, Wienerstraße 1-6 und Franke mit anderen Klagen gegen dieselbe Firma Brüderlichkeit, Sonnabend von 9-11 Uhr Sigung bet Wittwe Lehn, Abg. Fischer( t.) spricht sich für die Vorlage aus. ohne seinen Willen verschmolzen wurde. Hierdurch stieg etralsunderstr. 19.- Vergnügungsverein Alpenveilchen, jeden Sonn, Die Distussion wird hierauf geschlossen. Persönlich be- das Klage- Objekt auf über 100 M., und die Firma erhielt Ge- abend 10 Uhr Gigung bei Ruppin, Blumenstr. 49.- Tambourverein Ru flegenheit, gegen das sie verurtheilende Erkenntniß Berufung beim Sonnabend, abends 9 Uhr, beim Restaurateur Godtte, Infelfir. 1. beiter Bitherflub Frohsinn abends 8 Uhr im Restaurant Retch, Blumens Abg. Nichter: Der Abg. Hansen hat sich auf meine gute Landgericht I. einzulegen. Diese war von Erfolg und er verlor straße 32. Vergnügungsverein Brudertette, Sigung abends 9 Uhr bet Erziehung berufen. Obwohl mein Wahlkreis an dieser Frage die ihm vom Berliner Gewerbegericht zuerkannten 50 M. Lohn Barts, Gleditschstr. 23. Gäste willkommen. intereffirt ist, würde es mir weder meine politische noch meine sittliche entschädigung. Nach Erledigung dieses Punktes der Tages- Wernau, Rosenthalerstr. 67 jeden Sonnabend 9 Uhr. Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lördag Erziehung gestatten, als Anwalt für diese Bettelei hier aufzuordnung gab die Vertrauensperson des Ortes, Genosse Massow, Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. treten.( Rufe: Pfui! und Zur Ordnung! rechts.) bekannt, daß ein gewisser Dräger feit langem der Partei Geld Präsident v. Köller: Herr Abg. Richter, ich rufe Sie zur fchulde und weil er feine Anstalten treffe, diese auch nur ratenOrdnung! Den Ausdruck Bettelei" fann ich als parlamentarisch weise abzuzahlen, deshalb nicht mehr als Parteigenoffe zu be= nicht gelten lassen. trachten sei. Vom Genossen Köster wurden noch zwei Erkennt In namentlicher Abstimmung wird darauf der Gesetzentwurf nisse des Ober- Berwaltungsgerichts verlesen, von denen das eine merkt Für denJuhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Gonnabend, den 29. Juni. Dentsches Theater. De ledige Wieg. ( Die ledige Wiege.) Berliner Thenter. Madame SansGêne. Neues Theater. Zata- Toto. Schiller- Thenter. Die Hochzeitsreise. Flattersucht. Alexanderplatz- Theater. botene Liebe. Ver National Theater. Im Jrrenhause. Theater Unter den Linden. Miß Helyett. Apollo Theater. Ein Abenteuer im Harem. Friedr.- Wilhelmstädtischer Park. Ausverkauft!!! Nini Diva. Urania Allgemeine Ausstellung für Sport, Spiel und Turnen. Berlin, Altes Reichstagsgebäude, Leipzigerstraße 4. Sonnabend, den 29. Juni, geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends. Eintritt 50 Pf. mit intereffantem Führerbuch. Kinder 25 Pf. Von 6 Uhr an: Konzert. Neu! Abtheilung für Erfindungsschutz! Volksgarten ( ehem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badftr. 56. Direktion: Max Samst. Sonnabend, 29. Juni, sowie täglich: Gr. Konzert und TheaterVorstellung, Spezialitäten I. Ranges. Zum 1. Male: Charley's Tante, Posse in 1 Art von Hugo Buffe. Anstalt für volksthümliche Auftreten des Berl. Original- Komikers Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Wilhelm Fröbel und Franz Becke. Chansonetten, Soubretten, Liedersänger, Luftgymnastik 2c. Täglich: Familien- Ball. Raffenöffnung 5 Uhr. Anfang des Konzerts 6 Uhr. Entree 20 Pfg. Passe- partouts haben Giltigkeit. Mittwoch, den 3. Juli: Gr. KinderReichshallen. Freudenfest Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Sumoristische Soiree der deutschen QuartettNorddeu u. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Neu! Der sanfte Heinrich. Der mus Mariaberg. nach Schwihbad- Apparat, fompl., vert. Mischke, Holzmarktstr. 37, H. Keller. Gebe den prachtvollen Weimann'schen Volksgarten an Vereine wochentags unentgeltlich ab. W. Noack's Sommer- Theater, Brunnenstr. 16. Täglich: Concert, Theateru. Spezialitäten- Vorstellung. Die goldene Jufel. Insel. Ausstattungs- Operette v. Anton Arno. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag Jm Saale: Grosser Ball. einem | Monats, Abends 1 ArSchachklub Springer" bet Deutscher sozialdemokratischer Leseklub in Paris. fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. Nue St. Sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der a Ite, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Schiller- Theater. National- Theater. Friedrich- Wilhelmstädtischer ( Wallner Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Flattersucht. Die Hochzeitsreise. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Sonntag, nachmitt. 3 Ubr: Utime. Im Irrenhause. Abends 8 Uhr: Zopf und Schwert. Passage- Panopticum. 2 Täglich: Rettung aus Sensations- Schauspiel mit Melodramen in 5 Aften und 8 Bildern von H. B. Regie: Mar Samst. 1. Bild: Zwei Hallunken. 2. Bild: Ein tiefes Geheimniß. 3. Bild: Der Rächer. 4. Bild: Die Geheimnisse des Frrenhauses. 5. Bild: Ein Verräther. 6. Bild: Der Plan des Teufels. 7. Bild: Die Tochter des Verbrechers. 8. Bild: Der Giftmord. Feuersgefahr Morgen: Dieselbe Borstellung. durch die Feuerwehr Kaufmann's Variété. Königstr., Kolonnaden. Letzte Woche. Humoristischer Abend der NeumannBliemchen's Leipziger Sänger. Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Der Floh! ( La Puce.) Posse von Wilh. Wolff. Stürmischer Beifall. Et is zum piepen! E Herm. Ramlow's Weiss- n. Bairisch- Bierlokal. Zwei neu renovirte Regelbahnen. 135 Schönhauser Nationaltheater- Gartent Großes Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Alle 5 Barrisons. Ein Modell. Fernand's Ehekontrakt. Kaffenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Entree 20 Pf. Refervirter Platz 40 Pf. Victoria- Brauerei Lühowßraße 111-112 Täglich außer Sonnabends Garten resp. Saal: Soiree der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. und Familienbillets für 3 Personen giltig 1 M. ( siehe Plakate). Großes Humor- Programm. Rohtabak empfiehlt zu billigsten Preisen[ 2694L* BrunnenConcert- Park 24/25 Chauffeestraße 24/25. Grosser Ulk- Abend. Humor. Witz. Satire. Bomben Erfolg. Berlin amusirt sich. Burleske Parodie. L. Herzberg und Arth. Fraenkel. Unsere Sterne! Nini Diva. Edi Blum. Hedwig Döring. Willy Agooton. Entree 30 Pf. Mittwoch, den 10. Juli 1895: Grosses Wiener Praterfest. Castan's Panoptikum. Das Bärenweib. Ein Flug durch die Luft! Bestrafte weibliche Eitelkeit. Trok Aufschlag aller Baumwoll- Artikel verkaufe noch zu alten Preifen Big. Moiré, Kattuu, meter 20 gute Qualität, Zweis. Taillenfutter- 40 Züchen, Meter 45, 87% 30 und Mtr. 30, 25 u. Hemdentuch, gute Qualität 20 Ganz Dowlas meter 37 schweren u. s. w. u. f. w. u. s. w. Carl Schloss Waarenhaus ,, Süd- Ost" 22 Wiener- Straße 22, Bereinszimmer.135. E. Schwarz, Strasse 194. Grünauerftr. 1, am Görlizer Bahnhof. Ausstellung Italien in Berlin. Station Zoologischer Garten. Heute Sonnabend, den 29. Juni 1895: Beginn der grossen italienischen Original- Fest- Aufführungen: 1. Ein Hochzeitsfest zu Vortici im Jahre 1848. Großer historischer Festzug mit Musik, Pantomime und Tanz nach den Entwürfen von Dr. Ludwig Abels in Szene gesezt von den föniglichen Tänzern François und Victor Forte, ausgeführt von 200 Personen in stilvollen Originalkostümen. Beginn 10 Uhr abends. Schauplatz die gesammte Ausstellung. Um 11 Uhr: Große Fackelpolonaise. Ball in der Festhalle, wobei 2 Orchester konzertiren. Schluss 2 Uhr nachts. Entree I M. Schweizer Garten Am Königsthor. Täglich: Theater. Entrée 30 Pfg. Am Friedrichshain. Spezialitäten. Ball. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Soziald. Wahlvereins f. den 6. Berl. Reichstags- Wahltr. zur Nachricht, daß unser Mitglied Stanislav Kowalski, Zuschneider, am Sonntag, den 23. d. M., bei dem Dampferunglück auf der Oberspree nebst seiner Mutter und Schwester den Tod in den Wellen gefunden haben. Die Bestattung der Todten findet am Sonntag, den 30. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle auf dem evangelischen Kirchhof in Köpenick statt. Ein ehrendes Andenken ist dem stets eifrigen Mitgliede gesichert. Eine zahlreiche Betheiligung von seiten der Mitglieder an dem Leichenbegängniß ist erwünscht. 303/21 Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. Achtung! Große Achtung! Oeffentliche Versammlung der Stereotypeure, Galvanoplastiker u. Buchdruckerei- Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend am Sonntag, 30. Juni, vormittags 10% Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße Nr. 37. Tages Ordnung: 1. Das Verhalten des Stereotypeurs Herrn A. Marnitz( Buchdruckerei von Hempel u. Co.) den dortigen Stereotypeuren und Hilfsarbeitern gegenüber. Neferent Herr H. Jahns. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. 401 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen sämmtlicher in Buchdruckereien beschäftigten Arbeiter wird dringend gebeten. Die Geschäftsleitung der Firma Hempel u. Co., sowie der Stereotypeur Herr A. Marniß sind brieflich zu dieser Versammlung eingeladen. Carl Bielefeldt, Jahnstraße 8. 98/12 Sonntag, den 30. Juni, nachmittags präz. 2 Uhr: Große öffentliche Versammlung der Böttcher u. Brauereiarbeiter in Nieft's großem Saale, Weberstraße Nr. 17. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Robert Schmidt über: Unsere Mittel im Kampf ums Dasein". 2. Der Arbeitsnachweis der Ringbrauereien. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, weil um 5 Uhr Die Beerdigung unseres so früh vers der Saal wieder vergeben ist. Es ist Pflicht eines jeden, der Wichtigkeit storbenen Mitgliedes halber zu erscheinen. St. Kowalski findet am Sonntag, den 30. Juni, nachmittags 3 Uhr, auf dem Kirchhof in Köpenick statt. Die Mitglieder werden gebeten, den Bug 1.9 Friedrichstraße oder 1.21 Die Agitationskommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Berlin.) Volksbelustigungen aller Art. Für die Wochentage ist das Etablissement Schlesischer Bahnhof bis Spindlersfeld Friedrichsberg und Rummelsburg: Montag, be abends mit Vorstellung und Tanz an Vereine zu vergeben. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Platz. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Regie: N. Hintsche. Garten- Concert von der 24 Mann starken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors W. Carloné." Kaffeeküche 3 bis 5 hr.- Entree 20 Pf. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. Sonntag, Juni Sternecker. Schloss Weissensee. den 30. Ja 1895: Großes internationales Wettschwimmen, Wettschwimmen, arrangirt vom Schwimmverein ,, Neptun", Weißensee. 16 Konkurrenzen. E Gr. Monstre- Konzert und Schlachtmusik ausgef. von der Kapelle der ehem. 1. Garde- Dragoner. Musikdirektor Sebastian. Grosses Front- und Parade- Feuerwerk, abgebrannt von den Pyrotechnikern Herren Bock und Massow. Ferner: Das brillante See- Theater, Gondel- Korso, elektrische Bahn. Dampferfahrten auf dem prachtvollen See 2c. Volksbeluftigungen. Entree 30 Bf., im Vorverkauf 25 Pf. Anfang 4 Uhr. Jg. Barth. zu benutzen. 63/18 Der Vorstand. Vowinkel, Rummelsburg. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Wiedemann. 2. Dis Allen Freunden und Bekannten die fussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Berbandsangelegenheiten und Um zahlreiches Erscheinen ersucht traurige Nuchricht, daß mein lieber, Die Ortsverwaltung. guter Mann, der Händler Carl Kyburg, Verschiedenes. 212/13 1867b am 27. Juni, früh 34 Uhr, am Herzschlage sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet Metallarbeiter! Die hinterbliebene Wittwe A. Kyburg. Am Montag, den 1. Juli, abends 8 Uhr, in Meyer's Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Festsälen, Müllerstraße Nr. 7: Trauerhause, Schulſtr. 45, aus, ftatt. Oeffentliche Verlammlung. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Vereins der Bimmerer Berlins und Umgegend hiermit zur Nachricht, daß das Mitglied Gustav Hinz bei dem Unglück auf der Oberspree am Sonntag, den 28. Juni, mit extrunken ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus flatt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 288/11 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten hierdurch 27. Tages- Ordnung: Die Zustände in den Werkstätten der Aktien- Gesellschaft S. Bergmann n. Co., Fennstr. 21. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Besonders eingeladen find die Kollegen der Aktien- Gesellschaft S. Bergmann& Co., sowie der Firmen Arndt und Fabian. 68/13 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N. Anflamerstr. 44. Platin- Abfälle fauft zu höchsten| Achtung! Preisen Achtung! 18835 Arnswalder! Friedeberger! Platinschmelze Linke, Berlin, Chausseestr. 49-50. Wo kaufen Sie eine gute Cigarre? Das Lotal ist noch an einigen Wochentagen unter den toulanteften abends 9 Uhr, mein lieber Mann, unser Bei Binneböse, Lausitzer Platzi Bedingungen an Vereine zu vergeben. 15 Achtung! Bahnersatz, auch Theilzahl., wöchentl. 1 Mart, ckel, Laufizer Platz 2, Elsasserstr. 12. Billigste Schuhwaaren aller Art im Einzelverkauf zu streng reellen Engros- Preisen namentlich für Leser des Vorwärts". Rosenthal, Landsbergerstr. 76 I. Reell und billig 1891b 2802L guter Vater, Schwieger- und Großvater, Ein Vereinszimmer mit Piano, der Eisendreher Ratiborstr. 16. Dominik Stombierck, marktstr. 73 IV. rechts. 27982* Bazarwaare, empfiehlt[ 2535L* Schuhe und Stiefel, Frdl. möbl. Schlafft. zu verm. Holz- in seinem 75. Jahre, nach langen Leiden größte Auswahl, billigste Preise, teine 1885b entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 43/4 Ubt, vom W. Engel, Schuhmachermeister, Königsbergerstraße 13. Kinderwagen 1879b Todes- Anzeige. Schlafstelle für 2 H. od. D. Brunnen- St. Hedwigs- Krankenhause aus, statt. Straße 6, am Rosenth. Thor, Querg. 1 Tr. Schwabe. Schlafst. Admiralftr. 35 v. IV. b. Elgner. Frol. Schlafft., sep., Herrn od. junges fauft man in der Norddeutschen Schuh- bei Hecht. Mädchen, Manteuffelstr. 115 v. 2 r. 1880b fabrik von W. Hitschke, gegründet 1872, Staligerstr. 13, Ecke Admiralstraße, Schlafstelle zu vermiethen bei Krüger, am Kottbuser Thor. 1887* Krautsstr. 9 v. III., sep. Ging. 1878b Achtung! Kein Laden. Möbl. Schlafft. zu verm. Keimling, Kontroll- Schuhmarke. 1882b Prinzenstr. 18, H. III. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Zabate. Rippentabat 2 Pfd. 70 Pig. S. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. 2323 L* Schuh u. Stiefel mit Kontrollmarke. Empfehle mein Schuh- und StiefelGeschäft. [ 1462L Louis Zaake, Frdl. möbl. Schlafft. für 1 H., sep. Eing., Naunynstr. 90 v. 2 Tr. bei Mann. Freundl. Schlafstelle, sep. Eing., sof. zu vermiethen bei Bahl, Staligerstr. 9, Seitenflügel 3 Treppen. 1864b Freundl. Schlafstelle zum 1. Juni zu verm. Naunynstr. 90, vorn 3 Trpp. I. Freundl. Schlafstelle b. Keil, Ritterstraße 15. 579 Möbl. Zimmer für 2 Herren bei 1826b Küstriner Plazz Nr. 8. Schneider, Prinzenstr. 56. Gold- und Silberwaaren. A. Barnick, Grüner Weg 112, part. 1. Eig. Repar.- Wertstatt f. Uhren, Goldund Silberwaaren. Vier Mark often 2 RabinetMöbl. Schlafft. f. Hrn. Alexandrinenstraße 41, Hof 2 Tr. bei Frau Krüger. Freundl. Schlafstelle sofort zu verm. Laufiberstr. 43, Hof 3 Tr. L. 18616 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Maun, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Gastwirth 1869b Gustav Opatz, am 27. d. Mts., nachts 13/4 Uhr, nach sehr kurzem Krankenlager sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Wittwe Marie Opatz, geb. Rost, nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Juni, präzise 11/2 Uhr, vom städtischen Krankenhaus am Friedrichshain aus nach dem Neuen Louisen- Kirchhofe( Hermannstraße) ſtatt. Sie geht los, die Badezeit! Volks- Badeanstalt billig u. gut, auch geg. Theilzahlg. v. Sonnabend, den 29. Juni, abends 81/2 Uhr, im Lokal von Wilke, Andreasstr. 26: Große öffentl. Versammlung ehhaften Arbeiter aus dem Wahlaller in Berlin beschäftigten und kreise Friedeberg- Arnswalde. Tagesordnung: 1. Wie agitiren wir am besten in unserer Heimath für die SozialdemoIn anbetracht der großen Bedeutung dieser Versammlung ist das Erscheinen aller nothwendig. Der Einberufer. R. Schiente, Driesen. 1878b 1 M. wöchentl. Alte Verband der Möbelpolirer. Wagen nehme in Zahlung. Kataloge Nächsten Montag, abends 8 Uhr, in gratis. Bazar Rixdorf, Herrmannstr. 188: Baby, Landsbergerstraße 70, am Alexanderplat. Destillation mit Nebenräumen u. gr. Vereinszimmer ( ca. 60 Perf.), gutgehend, an Parteigenossen zu vert. Swinemünderstr. 45. Empfehle allen Freunden u. Genossen mein Schuh- u. Stiefel- Lager. 26669* G. Kördel, Forsterstr. 5. Versammlung Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches.. 2. Verschiedenes. 208/21 Der Vorstand. Arbeitsmarkt. Achtung, Tischler! Die Kollegen der Werkstatt von Wagenknecht, Rummelsburg, Cigarren Gigaretten, baben wegen bedeutender Lohnabzüge gediegenes, eigenes Fabrikat, unüber trefflich an Reellität und Güte. Hermann Wicht, 26962*] Dresdenerstraße 16. Hosen! Hosen! Rixdorf, Canner Chaussee. Der Unterzeichnete empfiehlt den geund 12 Visitbilder Gitschinerstr. 51 ist eine freundliche ehrten Einwohnern von Rirdorf und billig Pfandleihe Stalizerstr. 18. bei Böhme, Lindenstr. 43, Schlafstelle zu verm. Zu erfragen im Umgegend seine renovirte Badeanstalt gegenüber der Zimmerstraße. Kleiderladen. bassin. Man kann billig abonniren, gr. Destillation, Vereinsz., 2 Kegelbahnen, 1859b nommen. 18586 für Herren und Damen mit Schwimm- Köpnicer Wasch- u. Plättaustalt von R. Laurich, Charlottenstr. 21, Möbl. Zimmer m. Piano bei Grau- auch werden Schwimmschüler ange- empfiehlt sich den geehrten Herrschaften für Parteigenossen passend, sehr billig baum, Kochstr. 10. zu vert. Königsbergerstr. 28.[ 50/16 Möbl. 2fenstr. Borderstube( sep. Ging.) schattigen Garten. Vier Kegelbahnen, Eisspinden, mal- und als Schlafstelle für Herrn bei Boche, Schießbude, Kraftmeſſer und Schaukel Dranienstr. 153, a. Moritplay.[ 18726 jowie Milchgeschäfts- Utensilien. Jordan, Kleine Markusste. 28. Dresdenerstr.18v.3 Trp. 1. möbl. Stube am Dranien- plak nach vorn f. 25. sep.Eg. Tafelwagen, Wo speisen Sie? Bartelstr. 1a, a. d. Linienstraße. Suppe, Gemüse, Braten 35 Pf.[ 1876b Ein gangbares Schankgeschäft mit Bahlstelle wegen Uebernahme eines größeren billig verkäuflich. Zu erfragen Reichenbergerstr. 37 part. Hacker.[ 1888b steben zur Verfügung. Jeden Sonntag im Garten: Große Spezialitätenund Theater- Vorstellung von renommirten Künstlern. Möbl. Schlafft. 3. v. Wäsche, Naunyne Jm Saale: Großer Ball. straße 64, 4 Tr. 18716 Auch fönnen Familien Kaffee kochen. Mein Lokal steht den geehrten Innungen sowie den Vereinen unentgeltlich zur Verfügung. Hochachtungsvoll A. Stolzenburg. 1 od. 2 Genossen find. frdl. Schlafft. bei Rüdebusch, Wallstr. 34, Hof I. II. Möbl. Schlafft.( sep. Eing.) b. Stahl, Angermünderstr. 5, v. 2 Tr. r.[ 18766 2560L die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. Die Orts- Verwaltung 212/11 des deutschen Holzarbeiter- Verbandes Karton- Arbeiterinnen finden fortwährende gute Beschäftigung bei[ 18276 M. Wolff, Neue Friedrichstr. 48. Geübte Dessinstepper, welche in mechanischen Steppdeckenfabriken in Deutschland bereits thätig waren, werden per sofort zu engagiren gesucht. Offert. von Haus- und Leibwäsche zu folgenden find an die Expedition dieses Blattes unt. ,, Tüchtig und flink Nr. 78" zu richten. Handtücher, Servietten, Taschentücher lande werden gesucht: Für eine lithogr. Anstalt im Aus. 1868* Preisen: Bett und Leibwäsche à Stück 10 Bf., 2804b 4 Stück 10 Pf. Carl Schindler Chausseestr. 55 Empfehle alten Gumpfehle, Str.- Flasche 1M. + Nordhäuser ein Chromo- Lithograph, ein Steindrucker( Maschinist), beide tüchtig und selbständig in ihren Arbeiten. Reflektanten, die im Blechbruck bereits gearbeitet, haben den Vorzug. Meldungen am 1. und 2. Juli von 8-10 Uhr morges, im Savoy5 FI. 4,80 M. Hotel beim Portier. Liköre, Cognac, Rum, Ungarwein etc. Vergolderinnen verl. Barnimstr. 2. Arbeiter Parteigenossent, Martin Klein, Uhrmacher, 25 Neue Hech Strasse 25 nur Hüte mit Kontrollmarke. Herren Hüte 2,-, 2,50, 3,- u. s. w. ff. Haarhüte von 5,- an. Cylinderhüte von 4,- bis 12,- Knaben: Lager aller Arten Uhren. Hüte von 1,-an. Betrug ausgeschlossen, da ich nach- Reparaturen zu foliden Preisen. weislich nur Hüte mit Marke führe. 2, Otto Gerholdt, Dresdenerstraße 2!! Teppiche!! Größtes Lager in Damen- u. Herrenschirmen. Große Berliner Schneider- Akademie. Berlin C., Rothes Schloss nur No. 1. Größte und besuchteste Fachschule; alleiniger Unterricht nach der unübertreffbaren und allgemein als beste anerkannten Methode praktische Ausbildung in der Herren-, Damen- und Wäscheschneiderei. Eine große Partie Teppiche mit kleinen Farbenfehlern in Germania, Brüssel und Plüsch zu spottbilligen Preisen. Größe 138X200 cm= 3,-, 5,-, 8,50 M. 170X250= 5,75,11,50, 13,50 " " 200X300= 8,50,13,-, 17, Kuhn. Wirkliche Garantie für gediegene theovettſche und besonders Portièren in reiner molle, das Stück Rostenfreier Stellennachweis. Prospekte gratis.. Empfehlenswerth: Steppdeken wolle, 160x200 cm, Lehrbücher für Herren- und Damenschneiderei. Man beachte genau unsere Firma und Hausnummer: nur No. 1. Die Direktion. Streng reelle Bedienung. M.Schulmeister Schneidermeister, Dresdener- Strasse 4, Kottbuser Thor, empfiehlt zu außergewöhnlich billigen Preisen nachstehende Jaquet- Anzüge Spezialartikel: in gedieg. wollenen Zwirnstoffen, 1- u. 2 reihig in glatten Diagonal, KammJaquet- Anzüge garn, Satin. u. Cheviot- Stoffen, 1- u. 2 reihig modernster Farben in Satin- u. Jaquet- Anzüge englischen Cheviot- Stoffen, eleg. Ausführung Rod- Anzüge is guten, wollenen, schwarz. Kammig. Rod- Anzüge u. Satin- Stoffen, moderner Façons modernster Farben, elegante SchnittFaçons. Gehrod- Anzüge Ramgarn- Stoffen, 2reihig. feinen Satin-, Tuch- und Paletots . echtfarbig in Satin und Diagonal i.hochf. Kammg.- u. Cheviot- Stoffen Sackfaçons, ohne Naht Beinkleider in dauerhaft., wollenen Stoffen, versch. Farben, Rammgarn und Cheviot Beinkleider in engl. Stoffen und engl. Façons Beinkleider in echt farbigen Waschstoffen Hausjoppen, Lüfter- und Cachemir- Jaquetts von m. 16-24 20-35 " " 22-36 " " " " 25-38 30-42 30-45 15-30 " " " " 20-35 " " 18-27 " " 5-10 •" " 6-14 # " •" " == 2-5 1-6 Knabenpaletots, Knabenanzüge leidfamer Façons" in großer Schulanzüge in Waschstoffen, echtfarbig in Joppen und Jaquettfaçon Schulanzüge in Cheviot-, Velour- und dauerhaften Zwirn. Stoffen, 1 und 2 reihig 2-5 Bestellungen nach Maass von englischen, französischen und deutschen Stoffen werden in eigener Werkstatt unter meiner persönlichen Leitung gut und billig ausgeführt. Begründung des Geschäfts 1878. Carl Mampe Berlin N Halb und Halb Ueberall zu haben! Mampemik Pomeranzen Likörmischung Feinste Champagnerflasche Mark1,25 Carl Mampe Berlin, Veteranensfr.24 Krause& Sachs, Berlin, Krausenstr.74 Günstiger Gelegenheitskauf für Händler und Wiederverkäufer aus einer Hamburger Konkursmasse. 730 Mille Sumatra mit gemischter Einlage à 20 M. pr. Mille 2,00 m. in allen Farben, reine das Stück 5,50 M. Otto Büchler, Berlin C., Königstr. 26, Klosterstr. Ecke Versand- Abtheilung D. Möbel- Kaufgelegenheit. Zum Umzug passendste Gelegenheit für Brautleute, Hotels u. Wiederverkäufer. In meinem größten Möbelspeicher, Neue Königstr. 59, vorn I., sollen sofort zirka 150 Wohnungseinrichtungen, verliehen gewesene u. neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise vertauft werden, Durch sehr große Gelegenheitseinkäufe zu fabelhaft billigen Preisen ist es mir möglich, schon ganze Wohnungs- Einrichtungen für 90, 150, 300 M. zu liefern, ebenfalls hochfeine Wirthschaften zu 1000 bis 5000 M., alfo billiger wie jede Kon furrenz. Theilzahlung gestattet. Be amten ohne Anzahlung, ohne große Preiserhöhung. Kleiderspind 15, Rommode 9, Küchenfpind 12, Stühle 2 Mark, neues Nußb.- Kleiderspind 30, Muschelspind 35 M., Bettstellen mit Matragen, Reilkissen 18, Sophas 15 M., SäulenKleiderspind, hochelegant 56, Trumeaux mit Säulen 60 M., Cylinderbureaux, Hans Baake, Berlin S., City- Passage. In meinem Kommissions- Verlage erschien: romme From Brüder Neue Verse, gehauen und gestochen vom [ 27992 sanften Bruder Heinrich. 32 Seiten mit Illustrationen ord. 10 Pf. Ueberall zu haben! Künstl.Zähne. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Rep. sof.Theilz. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Kaufen Sie nur echte Branntweine, alten Nordhäuser, Cognak, Rum, Arrak. 0. J. Engelke, Neue Jacobstr. 26. Kleinverkauf von 10 Pf. ab. Achtung! Uhren, Goldwaaren, Alfenide A. Strassburger Nachf. 49, Brunnenstrasse 49. Reparaturwerkstatt im Hause, daher schnell und billigst. 27172* Spiegel u. Polsterwaaren. Reelle Waare in Nußbaum u. Mahagoni. Küchenmöbel. Möbel, Franz Tutzauer, Bickerstr. 14. Spree- Havel SW., Dampfschifffahrts- Gesellschaft Stern" Zu dem am Sonntag, den 30. Juni, in Friedrichshagen stattfindenden 116 Herrenschreibtische, Damenschreibtische, Waldfest fahren unsere Dampfer ab Jannowitzbrücke( nicht Café Schreibfefretäre 30, Plüschgarnituren 60, Alsen) von des morgens 7 Uhr bis vormittags 10 Uhr. Rückfahrt ab neue 100 Mart. Paneelsophas, Chaise Müggelschloss 11 Uhr abends der erste Dampfer. Tongue, Salongarnituren, Portieren, 2796L* Die Direktion. Steppdecken, Tischdecken, Gardinen, Fahrpreis pro Person 30 Pf. Kinder 15 Pf. Fenster 5 Mart. Empfehle allen Herr Hin- und Rückfahrtscheine werden nicht ausgegeben. schaften vor Einkauf von Möbeln mein entschieden größtes Möbellager zu befichtigen. Gekaufte Möbel fönnen sechs Monate fostenfrei auf meinen Aufbewahrungs- Speichern lagern, werden durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt. C. Froelich's Gesellschafts- Säle u. Garten, Schönhauser Allee 161. Jeden Sonntag, Dienstag u. Sonnabend: Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Konzert. Mittwoch: Kinderfest. 1870b Faber, Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal Herm. Faber, 9 Lützowstr. 4( gegenüber Viktoria- Brauerei). Restaurant ,, Zur Sängerhalle", Friedrichshagen, Friedrigiraje 38, Bum bevorstehenden Waldfelt ( 2 Min. von der Bahn). 2774L* empfehle gute Speisen und Getränke zu billigen Preisen. Billet- Verkauf. Nante Hoffmann( früher Berlin, Ecke Mariannenplatz u. Waldemarstraße.) Paul Spindler, Wilhelmstraße Nr. 67, Friedrichshagen. rechts die Linden- Allee entlang, Mart. Berndt's Würstelstube empfiehlt den Genossen sein Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal, Garten empfiehlt nach wie vor allen Freunden und Bekannten seinen vorzüglichen Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Jeden Sonnabend von 6 Uhr ab: ff. Eisbeine. Für gute Biere ist selbst. und Kegelbahn. 28012 Restaurant Zum Zeuthener See". Station Zeuthen( Görliger Bahn). Vorzüglicher Ausflugsort für Landpartien, größere Gesellschaften, Oranien- u. Alexandrinenstraßen- Ecke. Vereine 2c.- Angenehmer Aufenthalt an Wald und Wasser.- Tanzsaal Billards Kegelbahnen- Kaffeeküche. Große Anlegebrücke für verständlich bestens Sorge getragen. Um Inhaber: Ernst Küntzel. zahlreichen Besuch bittet Martin Berndt, Boltz' Sommergarten Dampfer und Segelboote.- NB. Zu erreichen per Bahn, Waffer und Chauſſee. Alte Jakobstr. 75. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung. Bei ungünstiger Witterung i. Part.Saal. Für Saison 1895/96 Säle zu Festlichkeiten u. Versammlungen. Schmöckwit Scholandt's Gesellschaftshaus. Gr. Säle. Herrlich. Garten am Wasser. Vorz. Bier. Gute Speisen u. Getränke. Karls- Garten, reptow. R. Hohlwein's Karlsgartenstraße a. d. Hafenhaide ( Aufgang Wißmann- u. Hermannstraße), ! direkt am Walde gelegen! Angenehmer schatt. Aufenthalt. VolksKeglerſälöjchen, 1. Station für Fußpartien 2c., Gr. Weiße 20 Pf. Köpnicker Landstraße. Lagerbier à Seid. 10 Pf. Gr.Garten. Kegelbahnen Grünau, R. Liedtke's Restaurant, Wilhelm- und Friedrichstrassen- Ecke. beluftigungen aller Art, als: Karoussel: Gr. schatt. Garten, Kaffeeküche, 2 verd. Kegelbahnen, Ausspannung. Zivile Preise fahren, 12 Schaukeln, 3 Wippen, Esels u. Pony- Reiten u.-Fahren, Kaffeeküche, 900 " 820 560 mit seiden Sumatra mit fein gemischter Ginl. ,, 25 Band do. init rein amerik. Einl. Regalia ,, 30 80. gebündelt do und kleinere Posten Handarbeiten und Habanas sehr billig. " " " " 3 Regelb., groß. Tanz u. große Verloos. " " " do. Trabukas 33 " " " Jede Uhr Ce 2754L* u repariren und reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mk. 50 Pfg.( außer Bruch), fleine Reparaturen billiger. Großes Lager neuer und gebrauchter Uhren, getragene Uhren von 5 M. an. Neue silberne Cylinder- Remontoirs, 6 Steine, von 12 M. an, do. 10 Steine, von 16 M. an, goldene Damen- Remontoirs, 14- Karat Gold v. 24 M. an. Gold- und Silber waaren in gr. Auswahl zu Fabrikpreisen von Schinken, Speck, Wurst, Eiern 2c. Hierzu ladet ergebenst ein R. Seyer. W. Gründel's 2627L* Jeden Sonntag: Tanz. Bereinen und Gesellschaften bei Ausflügen bestens empfohlen. Reinhold Liedtke. Lokal v. Ecke Breitestr., mit unmittelbar am Grunewald, mit schattigem Garten. Familien- Kaffeeküche. 200 Personen fassend und Vereinszimmer zu Bühne Sonntag: Wirthshaus Schmargendorf, Warnemünderſtr. 6 Fest- Säle Jeden: Gr. Ball. Bersammlungen und Feſtlichkeiten. M. Schulze. Restaurant Sanssouci, Schmargendorf Brunnenſtr. 188 ( 150-500 Personen), Vereinszimmer, Garten, franz. Billard. Einige Tage sind noch frei. Raffeeküche E. Rothert& Stolz, Geschäft: Andreasstr. 62. täglich von 3 Uhr ab geöffnet. 5466L* Uhrmacher. W Chausseestr. 78 Erdbeer- Bowle Pfirsich- Bowle Louis Ehrenberg frisch, ausgezeichnet à Flasche 60 Pf. intl., 10 FI. Mt. 5,50. Johannisbeerwein, herb, Fl. 60 Pf. Desertwein, füß, Fl. 75 Pf. Stachelbeerwein, ganz vorzüglich, Flasche M. 1, Echt Stonsdorfer Tikör, à 2tr. 1,20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10,-, 50 Str. 47/2, 100 Str. 90, Echten alten Nordhäuser Strfl. Mt.1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Berliner Getreide- Kümmel Strfl. Mt. 1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Himbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, vorzüglich, Strfl. 1.30. Medizin. Ungarwein, beste Qualität, à Literflasche Mt. 2,10. Empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin. 6a, Belle- Allianceplay 6a, Eugen Neumann& Co., 81, Neue Friedrichſtr. 81, Oranienftr. 8, Genthinerstr. 29. Potsdam, Waisenstr. 27. Am Molkenmarkt No. 7 ( früher Annenstr. 16) empf. Freunden u. Bekannten sein Weiss- u. Bairisch- Bierlokal. Das Groß- Restaurant zum egler- Schlösschen Segler Schmöckwitz entspricht wegen seiner großen Räumlichkeiten den weitgehendsten Anforderungen, daher Vereinen, Gesellschaften, Fabriken zu Ausflügen besonders zu empfehlen. Th. Hahne. Ruhlaerstr. 20/21( neben dem Schützenhaus), direkt am Wald, mit großem schattigen Naturgarten und angrenzender Wiese als Spielplay. Vorzügliche Speisen und Getränke zu zivilen Preisen; große Kaffeeküche, 2 gute Kegelbahnen, Volksbeluftigungen aller Art. 400 Personen fassender Parquetsaal zu Versammlungen und Festlichkeiten. unter Leitung des Tanzlehrers Hrn. Goldschmidt Sonntags: Gr. Ball,( Mitglied des Tanslehrervereins„ Solidarität"). Um regen Besuch bittet Alfred Malitz( früher Berlin, Annenstraße 37) Beelitzhof, Wannsee. Haensel's Restaurant. von den Stationen Schlachtensee und Wannsee in 20 Minuten zu erreichen, empfiehlt sich Vereinen und Gesellschaften bei Ausflügen und Landpartien. Großer schattiger Garten direkt am Walde gelegen. Ausschank der Brauerei Pichelsdorf. Vorzügliche Küche. 2 Kegelbahnen. Kaffeeküche. Großer Tanzsaal. [ 26581* Beluftigungen aller Art. Stallungen für 100 Pferde. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2.