Nr. 582 42. Jahrg.n Ausgabe A nr. 297 Bezugspreis: 38chentlich 70 Biennia. monaffid 8.- Reichsmart Boraus zablbaz Unter Rreuzband für Deutichland, Danzig Saar- und Memelaebiet, Veſterreich. Litauen. Luremburg 4.50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit Gied Iuna und Kleingarten fomie der Beilage Unterhaltung und Billen und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäalich ameimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: .Sosialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreife: Die ein valtiae Nonpareille geile 80 Bfennia. Reflamezeile 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettaedrudte Wort 25 Bfennig ( aulaffia amei fettgedrudte Worte: lebes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Boris Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft Berlin SW 68, Linden. #rake B, abaegeben werden. Geöffnet Don 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Donnerstag, den 10. Dezember 1925 Der ADGB. zur Wirtschaftskrise. Bereinigung der Wirtschaft Hebung der Kaufkraft/ Zollunion. Der Bundesausschuß des ADGB. hielt am 8. Dezember| finn dieses Beginnens wird durch die gleichzeitige Krise in ben verfeine erfte Sigung nach dem Breslauer Kongreß ab. Er be- fchiedenen Ländern Europas auf anschaulichste illuftriert. Die Geschäftigte fich vor allem mit der jetzigen Wirtschaftswertschaften richten an die Reichsregierung das dringende Berlangen, frise und ihren schweren sozialen Folgeerscheinungen. energisch und führend die Pläne einer Nach einer eingehenden Debatte faßte der Bundesausschuß die Forderungen, die er zur Ueberwindung der Wirtschaftstrise und zur Erleichterung des Schicksals der von ihren Auswirkungen betroffenen Arbeitnehmer zu stellen hat, in folgender einstimmig angenommenen Entschließung zu jammen: Durch die augenblickliche Wirtschaftskrise sind bereits mehr als eine Million Arbeiter völlig aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet und weitere große Massen nur noch teilweise beschäftigt. Die Gewerkschaften haben unablässig und schon zu Zeiten, als die wirtschaftlichen Boraussetzungen günstiger waren, die Bereinigung der Wirtschaft von allen parasitären Gebilden und überflüssigen Kosten gefordert. Das ist leider erfolglos geblieben. Das Unternehmertum hat die Bereinigung der Wirtschaft nur im Abbau der Sozialpolitit, in der Ent laffung von Arbeitnehmern, in einer niedrig haltung der Arbeitslöhne und Verlängerung der Arbeitszeit gesehen. Geblieben sind die überflüssigen Unternehmeregistenzen, die viel zu vielen Direktoren, leitenden Beamten und Aufsichtspersonen, der Leerlauf unge nußter Produktionsmittel, die viel zu hohen anbels. spesen und 3 wischengewinne sowie die unerträglich hohen Geldzinsen. Während auf der einen Seite die Kauftraft der breiten Massen abgedrosselt wurde, unterblieb auf der anderen Seite die notwendige und mögliche Sentung der Preise. Das Mißverhältnis zwifchen Kauftraft und warenpreisen mußte zu einer Absatz- und damit auch zu einer Produktionstrife führen. Aus dieser Erkenntnis geht mit vollkommener Klarheit hervor, daß diese Krise nicht behoben werden fann durch eine weitere Sentung der Löhne und der Kauftraft der noch Arbeitenden, fondern daß dies im Gegenteil unfehlbar zur Berschärfung und Berlängerung der Krise führen müßte. Zur Gesundung der Wirt schaft ist die Hebung der Kauftraft der breifen Masse ein unbedingtes Erfordernis. Nichtsdestoweniger mehren sich die Meldungen, daß Unternehmer die gegenwärtige Notlage dazu ausnützen, unter Androhung der Entlassung willkürlich Lohnkürzungen norzunehmen. Aus fozialen und allgemein volfswirschaftlichen Gründen legt der Bundesausschuß gegen diese Versuche schärfste Berwahrung ein und fordert bei dem gerechten Abwehrkampf alle mögliche Unterstützung der Deffentlichkeit und der Behörden. Der Bundesausschuß verschließt sich nicht der Erkenntnis, daß neben den Fehlern und Berfäumnissen der inneren Wirtschaftsführung frankhafte Erscheinungen in der Weltwirtschaft und besonders der europäischen Wirtschaft die deutsche Wirt schaftstrife verschärfen. Statt durch die Herstellung einer europäischen Wirtschaftseinheit eine wichtige Vorauslegung für die wirtschaftliche Gesundung in allen Ländern zu schaffen, werden um die einzelnen nationalen Wirtschaften Zollmauern errichtet und erhöht. Der Wahnwirtschaftlichen Bereinigung der europäischen Länder zu fördern. Den Opfern der durch eine verfehlte Wirtschaftsführung hervorgerufenen Krise die Lebensmöglichkeit zu sichern und volkswirtschaftliches Gebot. Die bisher vom Reichstagsausschuß be ihre Arbeitskraft zu erhalten, ist ein unbedingtes soziales sowie schlossene Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedfonts: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten and Beamten. Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depositenlaffe Lindenstr. 3. Der Münchener Prozeß. Bon Otto Landsberg. Als die Münchner Bost" den deutschnationalen Professor Coßmann dazu nötigte, gegen ihren leitenden Redakteur Strajantrag wegen Beleidigung zu stellen, habe ich an der 3wedmäßigteit ihres Borgehens, wie ich offen befennen will, gezweifelt. Freilich habe ich damals nicht vorher sehen können, daß zur Entscheidung des Streites ein Richter berufen sein würde, den seine Bescheidenheit nötigt, sich zur widlung für unzuständig zu erklären und dem dann plötzlich Abgabe eines Urteils über den Gang der geschichtlichen Entdie Erleuchtung gekommen ist, die ihn befähigt hat, dieses wirklich unsere Aufgabe, den Herren, die den Zusammenbruch Urteil gleichwohl zu fällen. Aber ich fragte mich: Ist es Deutschlands durch eine unsinnige Politik verschuldet haben, einmal mehr die Gelegenheit zu geben, auf dem Zeugenstande zu erscheinen und andere mit ihren eigenen Sünden zu belasten? Und sprechen nicht alle Erfahrungen dafür, daß jeder deutsche Richter den Arien dieser Zeugen mit Bergnügen lauschen und sich von ihren Klängen betören laffen wird? Ich fürchtete aber offen gestanden auch solche Zeugen, die gegen den Berdacht der Parteilichkeit gefeit sind, die aber nicht über ein genügendes Maß von politischer Erfahrung und Kritik verfügen, um der Gefahr der Bekundung objektiv un richtiger Tatsachen zu entgehen. Erhöhung der Erwerbslofenunterstühung tann den tatsächlichen Bedürfnissen in teiner Weise ge nügen. Neben einer ausreichenden Unterstüßung völlig ArbeitsLofer ist auch Kurzarbeitern eine solche zu gewähren. Ferner find die den Bezug von Unterſtüßung vielfach einschränkenden Be ftimmungen der heute noch bestehenden Regierungsverordnung über Erwerbslosenfürsorge zu ändern bzw. zu beseitigen. Der produk tiven Erwerbslosenfürsorge müssen von Reich und Staat die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Ar beitslosen mit wirtschaftlichen Notstandsarbeiten umfassend zu be schäftigen. Für die Durchführung von Notstandsarbeiten, Vergebung Der Verlauf des Prozesses hat mir Unrecht gegeben. Ge von Arbeitsaufträgen und Arbeitsbeschaffung ist ein enges zu 3war zeigt die Art der Beweiswürdigung des Münchener sammenarbeiten aller Reichsämter, der einzelnen Länder und Be Richters und beweist das Strafmaß, das von einer in meinden notwendig. Um eine flace Rechtsgrundlage der fünftigen anderen politischen Prozessen der jüngsten Zeit nicht gutage Erwerbslofenfürsorge zu schaffen, ist eine beschleunigte Berabschiedung getretenen Härte Zeugnis ablegt, daß meine steptische Bedes Arbeitslosenversicherungsgefehes unerläßlich. urteilung der prozessualen Aussichten des Angeklagten, unseres Genossen Gruber, begründet gewesen ist. Und auch meine Furcht vor wohlwollenden, aber un politischen Män nern auf der Zeugenbant war nicht gegenstandslos. Ich schäße den General Gröner als einen vornehmen, charaktervollen Mann, der sich in schwerer Zeit bewährt hat. Aber ich war, als ich den Bericht über seine Zeugenaussage las, entsegt über die unrichtigkeit der Vorstellungen, zu denen er zweifellos im besten Glauben gelangt ist. Im weiteren Verlauf der Bundesausschußsizung erstattete Splieth Bericht über die bisherigen Beratungen des Sozialpolitischen Ausschusses des ADGB. zum Entwurf des Arbeitslosenversicherungsgefeges. Der Staffelung der Beiträge und der Unterstützungen entsprechend der Verdiensthöhe wurde zugestimmt mit der Maßgabe, daß die Mindestunterstützungsfäße, wie sie der Entwurf vorsieht, erhöht und auch höhere Lohneinkommen, etwa bis zu 60 m. möchentlich, bei der Bemessung der Unterstügung berücksichtigt Ebert, Scheidemann und ich, wir drei Mehr werden. Es wird die Einbeziehung der Kurzarbeiter. unterstüßung verlangt. Der Rechtsanspruch auf die heitssozialdemokraten im Rate der Boltsbeauftragten, hatten Versicherungsleistung muß restlos durchgeführt werden. Hin Dor nichts anderem Angst, als vor dem Austritt der drei fichtlich des Personenkreises, der Pflichtarbeit und der unabhängigen Sozialdemokraten aus der Regierung; denn Streitklausel muß der Entwurf grundlegend umge- wir waren uns darüber klar, daß damit die Gefahr eines staltet werden. Der Kosten- und Gefahrenausgleich der Ber- Krieges unter sozialdemokratischen Arbeitern heraufbeschworen ficherung muß auf einem Beitrag aufgebaut werden, der für worden wäre, der automatisch den Sieg der Gegenrevolution das ganze Reich und für alle Gewerbe einem einheitlichen zur Folge haben mußte. Als auf dem Rätetangreß im Dea Brozentsaz der Löhne entspricht. Der Berwaltungsaufbau zember 1918 Hugo Haase mit aller Macht diejenigen seiner der Versicherung muß so geregelt werden, daß die Beitrags- Parteigenossen bekämpfte, die verblendet genug waren, auf träger- Bersicherte und ihre Arbeitgeber- entscheiden Bruch mit der Mehrheitssozialdemokratie hinzuarbeiten, benden Einfluß auf die Verwaltung und die Geschäfts- hatten wir drei die Empfindung, daß er sich das größte Ver. führung der Versicherung erhalten. Da die Arbeitslosenver- dienſt um die deutsche Arbeiterklaffe erworben habe, und ficherung und der öffentliche Arbeitsnachweis organisch verdantten ihm mit aufrichtiger Freude. Und da sollen wir das bunden sein müssen, ist auch der Arbeitsnachweis dem ent- Biel verfolgt haben, die unabhängigen Sozialdemokraten aus scheidenden Einfluß der Wirtschaft, der Arbeitgeber und Ar- der Regierung zu verdrängen! Gröner hat sich, als er dies beitnehmer, zu unterstellen. bekundete, schwer geirrt, und er ist, wie ich mir bei anderer Gelegenheit darzulegen vorbehalte, nicht bloß in diesem Bunkte von unrichtigen Eindrücken beherrscht. Der Bundesausschus stimmte diesen Ausführungen ein mütig zu. Von der Reichstagsfraktion. auf Beranlaffung der Abgg. Koch( Dem.) und Fehrenbach( 3.) mit der Frage der Möglichkeit der Großen Roalition beschäftigt hatten. Die gestrigen Beratungen der sozialdemokratischen Reichs- Die Fraftion nahm die Berichte entgegen ohne einen Beschluß tagsfraktion berfielen in später Abendstunde der Verzu fassen. tagung. Sie werden heute fortgesetzt werde.. meldet: Besprechungen der Parteiführer. Das Nachrichtenbureau des Vereins deutscher Zeitungsverleger Auf Einladung der Abgg. Koch Wefer( Dem.) und Fehren bach( 3.) traten am Mittwoch im Reichstagsgebäude die Bertreter der für die Große Koalition in Betracht kommenden Parteien zu einer ersten Besprechung zusammen. Außer den Einladenden nahmen an der Sizung noch teil die Abgg. Marg( 3.), Dr. Scholz ( D. Vp.), Müller- Franten( Soz.), Leicht( Bayer. Bp.) und unterhielt man sich nach Drewiß( Wirtsch. B.). Wie wir höre einleitenden Ausführungen der Abgg. Koch und Fehrenbach über die Fragen, die die Große Koalition ermöglichen oder ihr entgegenstehen. Die Fraktionen follen sich nun felbft mit der Frage beschäftigen. Bei den Fraktionen( gemeint find offenbar Zentrum und Demofraten. Red. t. 2.) besteht der Wunsch, daß der Reichspräsident, gleich viel wie jetzt die Berhandlungen über die Große Koalition ausgehen, zunächst eine Persönlichkeit mit der Bildung der Regierung beauftragt, die dann am besten in der Lage sein würde, als gegebener Mittler zwischen den Parteien zu wirken. Nach der Plenarsigung des Reichstag am Mittwoch traten die Fraktionen der Gezialdemokraten, des 3entrums, der Deutschnationalen, der Demofraten und der Bayerifchen Boltspartei zu Sigungen zusammen. In der Gigung ber Zentrumsfraktion berichteten die Abgg. Marr und Fehren bach über die Gigung des Interfrattionellen Ausschusses, der sich In der Fraktionsfihung der Bayerischen Boltspartei erstattete der Borfißende, Abg. Leicht. Bericht über die inter. mit der Regierungsbildung zusammenhängenden Fragen, verhielt fraktionellen Besprechungen. Die Fraktion erörterte eingehend die sich aber zunächst abwartend, um erft die Beschlüsse der übrigen beteiligten Fraktionen fennen zu lernen; sie wird die Boraussetzungen, die sich für die Bayerische Volkspartei an die Bilbung der Regierung fnüpfen, bei den weiteren entscheibenden interfraktionellen Besprechungen geltend machen. Verminderung der Besahungstruppen. Einigung in Paris. Paris, 9. Dezember.( WTB.) Die vorgestern abend abgehaltene Besprechung militärischer Autoritäten hat, wie verlautet, zu einer Einigung über das Ausmaß der Herabfeßung der franzöfifchen Besatzungstruppen geführt. Ere Nouvelle" glaubt mitteilen zu können: Der Chef des Generalstabes, Debenen, und der Befehlshaber der französischen Befagungstruppen, Guillaumat, haben das Ergebnis ihrer Er hebungen über die Möglichkeit der Unterbringung der zurüd gezogenen Truppen in Frankreich bekanntgegeben. Die militäri fchen Autoritäten haben sich dann über die mindestziffer fchen Autoritäten haben sich dann über die Mindest giffer geeinigt, unter die Frankreich bei der Herabfegung der Stärke seiner Besatzungsarmee nicht heruntergehen könne. Diese Ziffer hat der Ministerpräsident und der Kriegsminister angenommen. Unsere Leser tennen die Geschichte von dem Juben aus Hebels Schaßfäftlein, der mit einem Fleischergesellen eine Wette eingegangen ist. Ihr Anlaß ist die Behauptung des Fleischers, daß seine Geschicklichkeit es ihm ermöglichen würde, dem Juden einen Fingernagel abzuschlagen, ohne ihm wehezutun. Der Hieb geht fehl, und der Geiroffene büßt ein Fingerglied ein. Da schreit der arme Teufel:„ Eiwei, ich den er in München erfochten hat, mit demselben Ausruf behab gewonnen." Herr Coßmann darf den Triumph, grüßen. Es bedeutet schon etwas, daß der Nestor der deut schen Geschichtsschreiber, der konservative Professor Hans Delbrüd, Coßmanns geschichtliche Aufsätze als Fälschun= gen bezeichnet hat. Es bedeutet mehr, daß Herr Coßmann felbst unter der Bucht der Beweisaufnahme genötigt gemoefen ist, einen erheblichen Teil seiner Behauptungen zu rüdzunehmen, um derentwillen ihn die Münchner Bost" gebrandmarkt hatte. Wie schwer ihm sein Rückzug geworden ist, zeigt die Tatsache, daß er bis zum fiebenten Ber handlungstage gewartet hat, ehe er jene verblüffende Erflärung abgab, die u. a. eine vollständige Bernichtung des Magdeburger Urteils im Ebert- Brozeß enthält. Zu dem glatten Zugeständnis, daß der Dolchftoß gegen den Rücken der deutschen Front nicht von irgendeiner in der deutschen Arbeiterklasse wurzelnden politischen Richtung, sondern von denen geführt worden ist, die unserem Volk unter Ueberschähung seiner Kräfte und unter Unterschätzung der Kräfte der Feinde die Führung eines Eroberungstrieges zumuteten, hat er sich nicht aufgeschwungen. Er hat es vorgezogen, sich non dem Richter. der ihm wirklich, milde gesprochen, fein Uebelwollen gezeigt hat, bescheinigen zu laffen, daß feine Geschichtsdarstellung teilweise irrig und unrichtig ist. Das ist für den Historifer Coßmann um so bitterer, als zwischen den Zeilen des Urteils zu lesen ist, daß die Irrtümer Coßmanns vermeidbar waren, wenn er die Gewissenhaftigfeit beobachtete, die ihm sein Beruf zur Pflicht machte. Herr Cozmann hat also nach der Auffassung des Gerichts nicht gefälscht, aber er hat sich als urteilslos und als ein Mann erwiesen, der es in einer wissenschaftlichen Charakter in Anspruch nehmenden Darstellung nicht verschmäht hat, unwahre Tatsachen vorzutragen. Hat er diese Feststellung von einer Seite, die für ihn autoritativ ist, lieber vernommen als den Vorwurf der Fälschung aus dem Munde eines durch ihn bis aufs Blut gereisten politischen Gegners? Und eine solche Kennzeichnung mußte dem Manne zustoßen, der das vor nehmste Ziel seines Strebens bisher darin erblickt hat, die Dolchstoßlegende zur Geschichtsquelle zu machen. Herr Coßmann mag diese seine Tätigkeit fortsetzen; Schaden hann thm, der durch das Urteil ebenso erledigt ist, wie die Dolchftoßlüge, daraus nicht mehr erwachsen. Den bedauernswerten Menschen, die ihr armseliges Par teiintereffe besser gewahrt glaubten, wenn sie den Zusammenbruch Deutschlands als das Wert forialistischer Arbeiter hinstellten, als wenn sie die Wahrheit bekundeten. daß die Nieder lage die Folge einer verblendeten unsinnigen Politif gewesen ist, sind die Felle weggeschwommen. Jünger des Herrn Coßmann, die fortan noch im Vertrauen auf seine wissenschaft lichen" Arbeiten die Behauptung aufftellen, daß vaterlandslose Gesellen Deutschland den zum Greifen nahmen Sieg durch höllische Machenschaften entrissen haben, werden der Unehrlich eit nicht erst überführt zu werden brauchen; wir mer den uns jede dahin abzielende Bemühung ersparen fönnen, da sie uns die Coßmann- Jünger abgenommen haben werden. Und das ist die Bedeutung des Münchener Prozesses. Futterkrippe! Schiele bekommt Pension- wofür? Wie die Frankfurter Zeitung" erfährt, ist bei dem Austritt der deutschnationalen Minister aus dem Kabinett Luther auch Herr Schiele in aller Heimlichkeit mit der Pension eines Reichsministers aus dem Amt geschieden. Die Frankfurter Zeitung" bemerkt dazu: " Die Senkung der Lohnsteuer. Der Gesetzentwurf dem Reichstag zugegangen. Dem Reichstag ist der angekündigte Entwurf eines Gesetzes über die Senfung der Lohnsteuer zugegangen. Für Dienst leistungen nach dem 31. Dezember follen jährlich 1200 RM. vom Steuerabzug freibleiben, und zwar 720 M. als Steuerfreier Lohnbetrag, 240 M. zur Abgeltung der Werbungskosten und 240 M. zur Abgeltung der Sonderleistungen. Die Bestimmungen über die Veranlagung der Einkommensteuer für das Kalenderjahr 1926 werden durch entsprechende Erhöhung der abzugsfreien Summen der Senkung der Lohnsteuer angeglichen. Die zu er= wartende Sentung wird nach der Aufkommensberechnung mit 237 Millionen Reichsmart angefeßt, so daß, wie amtlich verlautet, fünftig etwa 1203 Millionen Reichsmart an jährlichem Aufkommen aus der Lohnsteuer gegenüber 1440 Millionen bisher zu erwarten sind. * Die Zentrumsfrattion des Reichstags fragt in einer Interpellation an, ob die Reichsregierung angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage bereit fei, einen Ausschuß aus Sachper ständigen des Reichstags und der Wirtschaft zur Untersuchung der allgemeinen Wirtschaftsnot und deren Ursachen einzuberufen. Reichsregierung und Getreideaufkauf. Stellungnahme des Reichswirtschafts- und des Reichsrats Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des vorläufigen Reihs mirtichaftsrats lehnte gestern mit großer Mehrheit den Gefeß entwurf ab, der die Reichsregierung ermächtigen soll, im Wirtschaftsjahr 1925/26 bis zu 200 000 Tonnen Brot 7 Mitglieder getreide aufzukaufen und zu verwerten. stimmten gegen diesen und gegen jeden Entwurf dieser Art, 14 Mitglieder gegen diefen, aber für einen etwaigen weitergehenden Plan, die Vertreter der Industrie enthielten sich der Stimme. Mit Stimmen mehrheit faßte der Ausschuß eine Entschließung, in der es heißt: „ Der Gedanke, eine Ausgleichs ft e11e zu schaffen, welche die weder dem landwirtschaftlichen Erzeuger noch dem brotper zehrenden Verbraucher dienenden Schwantungen der Getreidepreise ausschalten soll, ist gesund. Die Auffaffung darüber, ob der Entwurf eines Gesetzes zur Sicherung der Getreidebewegung im Wirtschaftsjahr 1925/26 geeignet ist, diesen Zweck zu verfolgen, geht aber selbst bei den Mitgliedern aus der Landwirtschaft auseinander." ift. Die jetzt vom Gericht angeordnete ärztliche Untersuchung hat jet och ergeben, daß seine Zurechnungsfähigteit feinem& weifelunterliegt. Auch ein zweiter Hakenkreuzler wurde auf seinen Geistes zustand untersucht und für zurechnungsfähig erklärt. Am ersten Verhandlungstag redeten sich alle Angeklagte darauf hinaus, daß auf der Flucht auf sie gesdossen worden sei, worauf sie in Notwehr gehandelt hätten. Aber meder bei dem Getöteten noch bet anderen Sozialdemokraten wurden Waffen gefunden. Es werden nicht weniger als 90 Zeugen gehört werden. Die Kontrolle der Kriegsindustrie. Ein Fragebogen des Bölferbundes. Genf, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Völkerbund hat in geheimer Sigung die Abrüstungsfrage weiter beraten. Es verlautet, daß eine Annäherung der englischen und franzöfifchen Auffassung insofern erreicht ist, als die Vorbereitung der Abrüftungskonferenz jetzt als gelungen betrachtet werden kann. Ferner genehmigte der Rat den Berichts- und Fragebogen über die Vorbereitung einer internationalen Konvention für die Kontrolle der versandt werden. Das Schema umfaßt fünf Fragen, hauptsächlich privaten Waffenfabrikation. Diese Bogen sollen an alle Staaten babin, welche gefeßlichen Bestimmungen über die Kontrolle der Waffenfabrikation in den einzelnen Ländern schon bestehen und ob die betreffende Regierung eine solche Konvention abschließen würde. Die Finanzkontrolle Deutschösterreichs. Genf, 9. Dezember.( WTB.) Die Verhandlungen zwischen dem Finanzfomitee und den österreichischen Delegierlen sind beendet. Danach wird die Kontrolle durch den Generalfommissar Zimmer mann ab 1. Januar weitere Erleichterungen erfahren und Ende Juni 1926 aufgehoben werden. Der Verkehr des Bariser Kontrollfomitees der Anleiheftaaten mit der österreichischen Regierung erfolgt von da ab direkt. Die drei Treuhänder für die Verwaltung und Sicherung des Zinsendienstes werden beibehalten. Der finanzielle Berater bei der Desterreichischen Nationalbank wird vom Finanzkomitee des Böllerbundes vor= geschlagen und vom österreichischen Bundespräsidenten ernannt. Die Freigabe weiterer Kredite aus den Restbeständen der Völferbundsanleihe für Desterreich zu probuftiven Zwecken der Landwirtschaft und Industrie wird von Fall zu Fall zwischen der österreichischen Regierung und dem Vorsitzenden des Finanzlomitees, derzeit dem Schweizer Dubois, geregelt. In der Frage der Mög lichkeit der Wiederaufnahme der Finanzkontrolle durch den Wölferbundsrat will man sich mit der Entschließung des öfterreichischen Nationalrats begnügen, der darin von dem Recht des fonderen Fällen während der nächsten zehn Jahre Kenntnis nimmt. Ueber diese Regelung sollen besondere Noten ausgetauscht werden. Normalerweise hat eir Reichsminister Anspruch auf Pension, dem Entwurf zugestimmt, und zwar die Ausfchiffe mit 7 gegen 5 Bölkerbundsrats zur Wiederaufnahme der Finanzkontrole in be wenn er entweder zwei Jahre Minister war oder wenn er nur fürzere Zeit Minister war, vorher aber im Reichs-, Staats- oder Gemeindedienst gestanden hatte und im ganzen( einschließlich seiner Ministertätigkeit) 10 Jahre Beamter gewesen war. Herr Schiefe war nur neun Monate Minister des Innern. Aus den Angaben, die er im Reichstagshandbuch über seinen Lebens gang gemacht hat, ergibt sich nicht, daß er vorher jemals Beamter gewesen sei. 2lls seinen Beruf hat er Rittergutspächter und Fabrikant angegeben. Er ist also offenbar ein vermog. licher Mann. Sein öffentliches Wirfen beschränkte sich auf bie Mitgliedschaft im Kreistage des Kreifes Jericho II und im Reichs tag. Wenn er jetzt mit Ministerpension aus dem Amt geschieden ist, muß man, da er ja mur 9 Monate Minister war, 10 Beamien dienstjahre angerechnet haben. Wie fezen sich diese 10 Dienstjahre zusammen? Wer trägt die Verantwortung für die Belastung der Reichskaffe mit der Benfion des Herrn Schiele? Diese Fragen bedürfen dringend der Beantwortung. Der Reichstag und die ganze Deffentlichkeit mülsen fich von der Regierung immer wieder fagen laffen, daß äußerste Sparfamteit notwendig fei, daß feine Mittel zur Erhöhung der unzulänglichen Beamtenbesoldung und zur Aufbefferung der Erwerbslofenfürsorge in dem gewünschten Maße vorhanden seien. Sie haben einen begründeten Anspruch darauf, zu erfahren, mit welchem Recht und unter weffen Berant. portung trok allebem der frühere Frattionsporfigende der Deutsch nationalen Partei auf Lebenszeit zum gut dotierten Pensionär der Republik gemacht worden ist. Im Gegensatz zum Reichswirtschaftsrat hat der Reichsrat Stimmen, das Plenum in namentlicher Abstimmung mit 34 gegen 28 Stimmen, bei Stimmenhaltung von Niederschlesien, Hamburg und Eldenburg. Dagegen stimmten das Preußische Staatsmini fterium, die Vertreter von Berlin, der Provinzen Sachsen, SchleswigHolstein, Westfalen und der Rheinprovinz, die Staaten Bayern, Baden, Hessen, Braunschweig, Anhalt, Bremen, Lippe, Lübeck. Auf Antrag der Preußischen Regierung wurde in das Protokoll ein Ersuchen der Preußischen Staatsregierung an die Reichsregierung dahin aufgenommen, daß die Reichsregierung der Reichsgetreidestelle folgende Anweisungen geben solle: 1. fich nicht Reichsgetreideftelle folgende Anweisungen geben solle: 1. fich nicht der Form des handelsrechtlichen Lieferungsgeschäftes zu bedienen, 2. die Geschäfte nach solchen Gesichtspunkten abzuschließen, daß eine Steigerung der Roggenpreise möglichst vermieden wird, 3. feine Auslandskäufe vorzunehmen. Der Mödlinger Mord. Prozeß gegen die Hakenkreuzler. Wien, 9. Dezember.( Eivener Drahtbericht.) Vor dem Wiener Echöffengeridt begann am Mittwoch der auf 14 Tage anberaumle Prozeß gegen die Hafenfreuzler, die am 20. Mai in dem Industrie. ort Möling bei Wien einen Ueberfall auf das bortige Arbeiter. viertel unternahmen und dabei den Gemeinderat Genossen Müller erschossen. Angeklagt find 9 Mitglieder des hatenfreuzlerischen Werbund Rheinland" wegen famerer förperlicher Beschädigung mit tödlichem Ausgang, zum Teil auch wegen öffentlicher Gemalt treuzler- Kommandant Roland Steingruber, der bei dem freuzler, Kommandant Roland Steingruber, der bei dem reits 1920 in egen Geistesschwäche entmündigt worden Wir nehmen an, daß die geforderte Anstellung nicht lange Borfall felbft durch eine Kugel der Hafentreugier verlegt murde, be auf sich warten lassen wird. Große Abende. Konzertumschau von Kurt Singer. Ernst Riemann, ein neuer Mann für Berlin. Kombination von Pädagoge und Virtuose. Ein Pianist von unfehlbarer Finger ficherheit. Dicht neben der männlichen Kraft fiegt in ihm die Anmut des Anschlags.. Er spielt tie Brahmsschen Händel- Bariationen phantasievoll, jede einzelne färbend, den Grundton wahrend, stilvoll. Tiefer Ernst im Vortrag, und dennoch weht ein virtuoser Hauch uns an. Riemann dürfte zu den besten lebenden Pianiften zu zählen fein. Franz Ds born gehört zu den Berufenen des Bianistentums. Er bewältigt vieles, alles, Neues und Dagewesenes, mit Schwung, Er bewältigt vieles, alles, Neues und Dagewesenes, mit Schwung, Konzentration wird dem Eifer baldigft raffigem Temperament. folgen müssen. Marguerite Johnson aus Amerifa ist ein draufgängerisches, resolutes Talent am Flügel. Allerdings huscht sie noch über viel Detail hinweg und sucht al fresco zu malen, wozu ihr allerdings die Größe, technisch wie seelisch, fehlt. Ein op. 96 von Walter Niemann hätte nie das grelle Licht der Oeffentlichkeit zu erbliden brauchen. Diese Sonate ist so oberflächlich, so auf Nied Wilhelm Furtwänglers Konzerte wideln sich mit einer jolchen Hurtigkeit ab, daß seine Saison eine halbe Saison vor der unferen beendet fein wird. Er hat es zuwege gebracht, den guten Stamm der Mittwoch- Konzerte um ein Plus von Intelligenz und Mufitantentum zu vermehren. Er hat auch in den Programmen, soweit ihm Macht blieb, die Fühler zu neuem ausgestreckt. Bald wird ihn. Amerika wieder umflammern. Glüdlicheres Amerika, das seine Orchester und Dirigenten so wählen, ehren, bezahlen fann' Unsere Berliner Orchester dagegen leiden not, und die Philharmo nifer sind doch wie man so sagt das beste Orchester der Welt:? Im letzten Konzert also versuchte Furtwängler die Hiller Variationen Mag Regers durch einen herrlichen Bau, durch Temperamentsausbrüche, durch Stufen und Treppen in sich beweglichkeit ohne Tiefgang gestellt, daß ihre Heiterkeit" nur ironisch licher, interessanter zu machen. Es gelang, besonders gegen den gemeint fein fann. Eine Marlittiade, die in der Cancona fogar vorwärts getriebenen Schluß hin. Sonst aber ist das Stüd bei um Schlaflied derer wird, die an Niemanns romantische Begabung aller Gelehrsamteit doch recht trocken, bei aller Kontrapunktif doch glauben. Corny Nera hat schon besser gesungen. Wie fommt es zur Schärfe thres Organs, zum Mangel an glücklicher Aussprache? unbeseelt und sehr, sehr did, mit vollen Baden instrumentiert, viel Wenn unsere Liebe zu ihrer Anmut und Ausdruckskraft afademischer als die flotte, am Schluß stehende Brahmssche akade bestehen bleiben soll, so darf sie diese Liebe nicht in Mißtredit mische Ouvertüre. Hubermann spielte das Brahmssche Geigen tonzert, bas zu Nr. I und zu r. III in gar feiner Beziehung steht, bringen durch den Sang. Unsere Liebe muß ehwid bastehn!" Mart Nr. Lothar begleitete Brohmssche und eigene Lieder mehr als nur so herrlich, wie selten. Er neigte ja lange dazu, Pointen heraus. geschickt. Charlotte Rosen ist eine sympathische Künstlerin, der zupfeffern, geziert und maniriert ins Bublitum hinein zu mufizieren. ein guter Ruf als Ensemblespielerin voraufgeht. Zu größeren Was er aber Montag gab, war fern von aller Bürgerlichkeit, frei vor: Allüren des Stars gespielte, eingegebene, erfüllte Mufit. So Aufgaben fehlt ihr noch mancherlei. Ihr Geigenton will in einem gehäuften Bibrato nicht ede! quellen, ihre Bhrasterungen entbehren ausgeglichen im Ton. so edel und sinnlich, so besonnen und innig.( in Bruchs G- Moll- Konzert) der rechten Logil, und das Virtuose, lockend und virtuos spielt ihm dieses Konzert heute keiner nach. Rhapsodische der Edsäge hat noch feinen überlegenen Schwung. Ein großer Abend! Dieses Bruch- Stüd hat auch im Tempo feine Tradition, an der nicht gerüttelt werden darf. Bei allen Ausstellungen: fein ungefun bes, fein maniriertes Spiel, nur noch nicht aus der jugendlichen Befangenheit heraus groß entwickelt. Bielleicht erreicht es Charlotte Rosen, daß man ihr statt mit menschlicher Sympathie mit kritischer Bufriedenheit begegnet. Erich Kleiber läßt sich durch die großen Berstimmungen der Staatstheater in die beste Mozart- Stimmung bringen. Er mufiziert die kleine Nachtmusik elegant herunter, ohne viel zu deuteln, flar, überklar. Die Stretchinſtrumente wollen allerdings an dieses Wert nicht ihren Edelton hergeben. Sind fie alle miteinander verstimmt? Größte, schönste Zurückhaltung des, Dirigenten auch bei der Beglei tung des nicht sehr bedeutenden Konzerts für Flöte und Harfe ( betreut von Meister Brill und Saad). Kleiber ruht sich bei Mozart aus, wenn er feine Kraft bei Alban Berg in Proben aufgeopfert Spielt auch er schon mit ausländischen, amerikanischen Gedanten? Das scheint für mie lange noch? das Biel aller Prominenten zu sein Nun ja: Die Zugkraft des Dollars ist größer als die des Schillings und der Brandenburgischen Mark. Ostar Frieb zwingt fraft seines Temperaments und Musi fantenfanatismus das Sinfonieorchester zur Hergabe letter Kraft. Da geht er zuweilen über das Biel hinaus. Webers Euryanthe. Ouvertüre wird er in den poetisch langfamen, zart- ausbrudsvollen Partien der Mitte nicht gerecht. Er stürmt los, behandelt gleich gültig, läßt Töne fingen, ohne ihren Zusammenhang aufzuspüren. Am Schluß ganz überzeugend, verwechselt er im übrigen Weber mit Strawinfty. Sollte auch ihm die Geschäftsmisere der Reichshauptstadt die Stimmung verderben? Es wäre bedauerlich, wenn Berlin der Schauplatz des Untergangs werden sollte, statt des Auf baus an einem hochstrebenden Unternehmen. " Eigentum und Christentum. Die Dresdener Schloffer ir nung hatte besd loffen, nur firchlich fonfirmierte Lehrlinge zur Ausbildung anzunehmen. Wegen des peinlichen Aufsehens, ben tiefer christliche" Beschluß allgemein erregte, hieß es dann, es habe sich nur um Richtlinien" gehandelt. Begründet wurden diese Richt linien" damit, daß man Kinder von Angehörigen einer Bartei, die angeblich predice:„ Einentum ift Diebstahl", nicht die Anfertigung von Schlüsseln lehren könne. Die freigeistige Dresdener Beitschrift Der Aufstieg" reibt den Dresdener Sloffermeistern folgende A s Der Aufstieg reibt den Dresdener Schloffermeistern folgende A s. fprüche von Kirchenvätern unter die Nase: Fremdes Gut befizt der, der überflüssiges befitt!"( Kirchenvater Augustin.) Jeder Reiche ist entweder ein Dieb oder eines Diebes Erbe"( der mittelalterliche Kirchenhistoriker Cafarius von Heisterbach), und zum Schluk den Ausspruch des Kirchenvaters Ambrofius:..Die Natur nibt allen Men schen alle Güter gemeinsam, denn Gott hat alle Dinge geschaffen, damit der Genuß für alle gemeinschaftlich sei. Die Natur hat also das Recht der Gemeinschaft erzeugt, und es ist nur die ungerechte Anmaßung, die das Eigentumsrecht erzeugte." Die neue tschechische Regierung. Erneuerung der Koalition. Prag, 9. Dezember.( WIB.) Das neue Kabinett ist gebildet wie folgt: Präsidium Swehla( Agrarier), Aeußeres Dr. Benesch( Nationalfozialist), Inneres Nosef( flerital), Schulwesen Dr. Srbinfo( Agrarier), Justiz Dr. Vischkovsky( Agrarier), Handel Ingenieur Froracet( Nationaldemokrat), Eisenbahn Bechynje( Sozialdemokrat), öffentliche Arbeit Micoch( Gewerbepartei), Landwirt schaft Hodza( Agrarier), Nationalverteidigung Stribrny( Nationala. fozialist), foziale Fürsorge und Unifizierungsministerium Dr. Winter ( Sozialdemokrat), Gesundheitswesen Tucny( Nationalfozialist), Poft Monsignore Schramet( flerifal), Leiter des Ernährungsministeriums Dr. Dolanffy. Alle genannten sind Abgeordnete, nicht aber der Finanzminister Dr. Englisch und Minister für die Slowakei Dr. Josef Kallay. Das Prager Tagblatt", das gut demokratifte und fozial politiime größte deutsche Blatt in der Tichechoslowakei, feierte am 6. d. M. die Vollendung eines 50. Jabrganas mit einer umfangs reichen und gebaltvollen Feitnummer, welche in einer Neibe ge diegener, zum Teil illustrierter Artikel ein eindrucksvolles Bild nicht nur der Entwicklung dieses führenden Blattes der Deuticen in der Tschechoslowakei, sondern auch ein erfreuliches Bengnis bes fulturellen und wirtschaftlichen Hocftandes der ansehnlichen deutschen Minderheit diefes Staates bietet. Bode- Ehrungen. Der preußische Ministerpräsident Braun hat an den Generaldirektor a. D. Bode folgendes Schreiben gerichtet: Euer Exzellenz spreche ich zum 80. Geburtstage meine auf richtigen Glückwünsche aus. Sie begehen ihn inmitten eines für die jüngere Generation noch heute vorbildlichen funstwissenschaftlichen Schaffens und Forschens und umgeben von der Dankbarkeit und Sympathie weiter Kreise des deutschen Bolfes und der übrigen Kulturwelt, denen Sie durch Ihre Arbeiten eine reiche und schöne Welt der Kunst vergangener Epochen wieder erschlossen haben. Möge Ihnen selbst noch ein schöner und heiterer Lebensabend beschieden sein in Ihrem Reiche der Kunst, von der und, wie an Ihnen er - das Wort gilt, daß sie den, der ganz an ihr fichtlich, mit Recht hängt, jung und frisch bis ins höchste Greifenalter erhält." Um dem Kunstgelehrten und Sammler, dem Mitschöpfer der preußischen Museen, zu feinem 80. Geburtstag eine besondere Ehrung zu erweisen, beabsichtigt der preußische Kultusminister Becker namens der Staatsregierung, die Büste Wilhelm Bodes an bevorzugter Stelle im Kaiser- Friedrich. Museum aufstellen zu lassen. Die Bahl des Künstlers, das Material der Büfte und die Art ihrer Aufftellung soll sich nach Bodes eigenen Wünschen richten. Die Klage Schillings'. Die Mitteilungen, wonach Schillings vom find nicht richtig. Die Klage begehrt lediglich die Feststellung, daß preußischen istus einen Schadenerfaß ven 200 000 m. verlangt, bie fristlose Entlaffung unrechtmäßig ist und ihm seine vertraglichen Bezüge weiter noch zustehen. Der Ueber- Don- Juan. Ein Heiratsschwindler allergrößten Stils, den englische Blätter als den Ueber- Don- Juan" bezeichnen, ist jeßt von einem Gericht in Leeds zu 10 Jahren Zuchthaus per. urteilt worden. Der 64jährige George Leafie hat unter Lnzähligen verschiedenen Namen mit etwa 1000 Frauen Beziehungen an. gefnirft und elfmal verheiratet gewesen. Man hat bei ihm 5000 Liebesbriefe beschlagnahmt, die alle von Frauen ſtammen, die ihm ihr Herz und ihren Geldbeutel schenkten und von denen viele in glühenden Worten ihm ihre Neigung ausdrückten. Dieser größte Heiratsic windler und Bigamift, den die englische Kriminal. gefchichte fennt, hat seit 20 Schren systematisch Frauen unter der Vorspiegelung der Heirat ausgebeutet und damit soviel verdient, deß es Jahre gab, in denen er von seinen Opfern Tausende von Pfund bezog. Wenn er auf feine andere Weise etwas herauslocken fonnte, schritt er sogar mit dem Opfer zum Tra altar. Ein Leberegtraft gegen zu hohen Blutdrvd. An der medizinis schen Akademie von Toronte in Kanada, von der bereits die großartige Bekämpfung der Buderfrankheit durch Insulin ausgegangen ist, sind in den letzten sieben Monaten eingehende Versuche ausge führt worden, um einen Ertraft aus der Leber zu gewinnen, mit dem man die Krankheiten des zu hohen Blutdruces erfolgreich befämpfen will. Experimente, die seit dem Januar 1924 an Kaninchen vorgenommen wurden, haben gezeigt, daß gewiffe Extrafte aus der Leber den Blutbrud herabsetzen, und man ist dann dazu übergegangen, diese Erkenntnis auch für den menschlichen Organismus zu verwerten. Das Uvo o- Theater ift in den Befit des Filmbaufes Wilhelm Feindt übergegangen und wo rd nach eingebender Renovierung noch im Laufe dieses Monats als Film- Uraufführungs- Theater eröffnet werden. Ernährungsetat im Reichstag. Sozialdemokratie und Landwirtschaft. Der Reichstag überwies gestern zunächst den Gesetzentwurf über die Senfung der Lohnsteuer dem Steuerausschuß. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung beantragt Abg. Rädel( Komm.) den Beschluß des Sozialpolitischen Ausschusses auf Erhöhung der Erwerbslofenunterstügung um 30 Broz. schon heute zu verhandeln. Dazu erklärt Abg. Aufhäuser( Soz.), daß man heute nicht über einen Teilbeschluß beraten könne, man müsse den ganzen Fragen tomplex behandeln, also auch die Unterstügung der Kurzarbeiter, die Einbeziehung der älteren Angestellten usw. Es ist nicht möglich, heute über einen Teilbeschluß des Ausschusses abzustimmen, der noch nicht einmal die Zustimmung der Kommunisten gefunden hat. Der Gesamtausschuß hat sich bisher noch gar nicht mit den Beschlüssen der Unterausschüsse beschäftigen fönnen. Die Sozialbemotra. tie denkt gar nicht daran, sich mit dem Beschluß des Ausschusses auf 30 prozentige Erhöhung der Unterstügung zufrieden zu geben. Wir sind mit der größten Energie für die schnelle Erledigung dieser Frage eingetreten und haben alle Versuche verhindert, die Erhöhung der Leistungen für die Erwerbslosen zu verschleppen. Das ist auch dem Abg. Rädel Ich bin als Berichterstatter vom Ausschuß bestimmt worden, mir haben aber die Kommmunisten nicht ein Wort davon gesagt, daß sie heute eine De batte darüber führen wollen. Es ist schon deswegen nicht möglich, heute im Hause darüber zu sprechen, weil ja noch nicht einmal die Deckungsanträge, auch nicht die Anträge der Kommunisten beraten worden sind. Wenn man in solcher leichtfertigen Weise vorgeht, wie es die Kommunisten tun, so heißt das nicht, den Er werbslosen helfen, sondern mit der Not der Erwerbslosen eine elende Hege treiben. Das Haus seht nunmehr die 3. Lesung des Haushalts beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft fort. Abg. Schmidt- Köpenick( Soz.) begründet einen sozialdemokratischen Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, 50 000 Mart für die Zwecke der Ausbildung Don landwirtschaftlichen Arbeit nehmern und deren Einführung in das Wesen der Landarbeitsforschung im Rahmen ihrer Gewerkschaften zu verwenden. Der Redner wendet sich gegen die Behauptung, daß die Sozialdemokratie der Landwirtschaft feindlich gesinnt sei. Gerade die Sozialdemokratie verlange, daß der Landwirtschaft mit wirksamen Mitteln geholfen werde, sie wendet sich aber dagegen, daß man mit Schutzöllen und ähnlichen Dingen dem Großgrundbesitz Vorliebe zuwende, und den Kleinbesig wie die Allgemeinheit darüber vernachlässige. Gerade die vorliegenden Anträge zeigen vielfach, daß man erst jetzt die Anregungen und Anträge aufnehme, die die Sozialdemokratie schon früher gestellt habe. Hier beteuern die Deutsch nationalen, daß sie für die deutschen Arbeiter Beschäftigung schaffen wollen, dabei sind es gerade die deutsch nationalen Großgrundbefizer in Pommern und im Osten, die ohne Not aus ländische Arbeiter heranziehen. Es stimmt nicht, daß nur in der Zuckerrübenindustrie ausländische Arbeiter beschäftigt werden, man findet sie auch auf den Gütern des Oftens. Soweit eine Notwendigkeit vorliegt, haben wir immer anerkannt, daß auch aus ländische Arbeiter beschäftigt werden sollen, aber nicht dort, wo genug intändische Arbeiter zu haben sind. Gegenüber den kommunistischen Anträgen, die hier Forderungen aufstellen, die in diesem Reichstag niemals bewilligt werden, erflärt der Redner, daß der Deutsche Landarbeiterverband es als seine Aufgabe betrachte, nicht nur den Landarbeitern, sondern auch den kleinen Landwirten zu helfen, und daß auch die Sozialdemokratie unermüdlich in diefem Sinne tätig ist. Die Zölle haben der Landwirtschaft teine Erleichterung gebracht, im Gegenteil, weite Kreise der Landwirtschaft sind aufs äußerste unzufrieden mit der Politit der Bölle, die ihnen der Landbund aufgedrängt hat. Bisher haben Sie( nach rechts) bie pöllige Wiederherstellung der freien Wirtschaft gefördert. Heute sind Sie aber auf dem besten Wege, alles vom Staate zu verlangen, Sie sprechen immer von der Not der Landwirtschaft, aber Sie pergeffen, daß wir eine allgemeine Wirtschaftsnot haben. Nach dem Plane der Regierung soll die Reichsgetreibestelle 200 000 Tonnen Getreibe auftaufen, um die Preife hoch zu halten. Der Rebner erinnert an die Ausführungen des früheren Deutschnationalen Innenministers Schiele in der Deutschen Tageszeitung" aus dem Jahre 1922, worin der Abbau der Reichsgetreidestelle verlangt wurde. Damals habe man auch im Landbund erflärt:„ Wir haben die Macht, denn wir haben den Roggen." Heute aber wendet man sich an den Staat, heute follen die Steuerzahler dafür sorgen, daß der Landwirtschaft geholfen werde. Solange allerdings auf den pommerschen Gütern noch Roßbach Truppen unterhalten werden, tönnte man fagen: Sorgt erst dafür, daß hier aufgeräumt wird.( Sehr richtig bei den Soz.) % Der Redner erinnert daran, daß die Sozialdemokratische Bartei bel der Beratung der Zollvorlage eingehende Anträge einge bracht und begrüntet hat, durch die der Landwirtschaft geholfen werden sollte. Es sei aber immer so, daß die sozialdemokratischen Anträge erst niedergestimmt, nachher jedoch ven den anderen Par. teien aufgenommen werden. Wäre man damals der Sozialdemo tratie gefolgt, so hätte es nicht so weit tommen fönnen. Mit den Zöllen ist die Not pieler Landwirte gesteigert worden, jetzt soll durch die Maßnahme der Reichsgetreideftelle ein gegriffen werden. Warum liegt dieser Gesezentwurf eigentlich noch nicht vor? Die Sozialdemokrafle wird den Plan, die Reichsgetreideffetle um ein Jahr zu verlängern, ablehnen, denn mit diesem Plan foll weiter nichts erreicht werden, als die Getreidepreise in die Höhe zu treiben. Warum werden im Landwi tschaftsministerium nicht die im Reichs. tag eingebrachten Arträge durch beraten und buraus ein geeigneter Plan zur Förderung de Landwirtschaft durchgearbeitet? Schon mit Rücksicht auf die Konsumenten müssen wir verhindern, daß die Preise für Getreide in die Höhe getrieben werden. Die Sozialdemokratie ist damit einverstanden, den Preis für Getreide zu stabilisieren und ihn dadurch den Schwankungen der Spefulation zu entziehen. Dazu ist aber die Festlegung auf mehrere Jahre hinaus erforderlich und eine Sicherung gegen das Hochtreiben der Preise. Praftsch llegt die Sache ja auch fo, dak der fleine Landwirt fein Getreide fofort nach der Einte vertaufen muß, wenn er fpäter wieder Getreide zukaufen muß. soll er die hohen Preise. zahlen. Wir denken bei unserer Stellungnahme zu diesem Plane der Regierung, durch die Reichsgetreideftelle 200 30 Tonnen Getreide auflaufen zu lassen, nicht an einen einzelnen Berufsitand, sondern an die Allgemeinheit. Der Redner empfiehlt dem Landwirtschafts. minister Graf Kaniz, fich mit der Forderung seines Baters aus dem Jahre 1894/95 vertraut zu machen, aller dings nicht in dem Sinne, daß Mindestpreise, sondern die Preis. grenze nach oben stabilisiert wird. Wir wenden uns ganz entschieden dagegen, daß die Ueberschüsse der Reichsgetreidestelle, die jeßt 60 bis 70 Millionen betragen und die nach einem Beschluß des Reichstags für Siedlungs und meliorationswede verwendet merden sollen, jetzt zur Erhöhung der Getreidepreise aufgebraucht werden sollen. Der Brotpreis sei mit Rücksicht auf die vom Handel verlangte Risikoprämie niemals in demselben Maße gefallen wie die Getreidepreise. Graf Schwerin Löwig wies 1894 95 auf die Spetulotionsgewinne der Handler hin, die sich nach der Höhe der Preisschwank ngen ridteten. Der Redner erklärt, die Sozialdemokraten feien bereit, an der Besserung der Lage der Land. wirtschaft mitzuarbeiten, fie lehnten aber mit aller Entschiedenheit dieses Provisorium ab, Bei einem stabilen Getreidepreis fönne man Wie sehen die Reichsfinanzen aus? Eine nene Denkschrift der Reichsregierung. Auf Verlangen der Sozialdemokraten hat die Reichsregierung am Mittwoch dem Haushaltsausschuß des Reichsiages eine Dentschrift über die Finanzlage des Reiches unterbreitet. Sie enthält wichtige neue Angaben über den gegenwärtigen Stand der Reichsfinanzen, sowie über ihre voraussichtliche Entwicklung. Das umfangreiche Zahlenmaterial ist sehr sorgfältig zusammengestellt und befigt angesichts der Zuspitzung der Wirtschaftslage und der Versuche des Unternehmertums, die Besizsteuern noch weiter abzubauen, gerade im gegenwärtigen Augenblick große Bedeutung. Für heute müffen wir uns damit begnügen, die wichtigsten Angaben aus dieser Denkschrift, soweit sie sich auf die Finanzlage beziehen, rein referierend wiederzugeben. Eine eingehende kritische Stellungnahme behalten wir uns vor. Sie be Die Schlußfolgerung aus diesen Tatsachen wird von der Dentfchrift folgendermaßen gezogen: Es steht fonach für das Etatsjahr 1925 für weitere Aufwendungen nur die Rücklage von 60 Millionen Mark zur Verfügung, über die eine Entscheidung noch nicht getroffen ift. Demgegenüber steht ein noch nicht gedeckter Betrag von 110 Millionen Mark." Die Entwicklung im Jahre 1926 und in den Jahren 1927 bis 1930. Für 1926 wird mit einem Gesamtsteuereinkommen von 6940 Millionen Mark gerechnet, also mit 170 millionen mehr als nach der neuesten Schäzung für 1925 geschägt wird. Der Ausgleich des Haushalts 1926, in dem die Reparationszahlungen 300 Millionen Mark mehr betrogen als 1925, soll durch stärkste Ausgabendrosselung und durch die Einstellung einer aus dem Jahre 1924 stammenden Reserve von 220 Millionen herbeigeführt werden. Die Dentschrift fnüpft an die Tatsache an, daß die Entwicklung der Reichseinnahmen in den ersten sieben Monaten des Etatsjahres das Reich eine Ueberschußwirtschaft treibe. 1925 den Eindruck in der Deffentlichkeit hervorgerufen habe, daß streitet die Richtigkeit dieser Meinung, da die Entwicklung der Einnahmen in den nächsten Monaten nicht gleich günstig sein werde wie bisher, und weil die Ausgaten gerade in dieser Zeit steigen, Infolgedessen enthält die Denkschrift sowohl für den Etat 1925, der vom Reichstag noch nicht verabschiedet worden ist, als auch für den Etat 1926, der noch im Reichsrat beraten wird, Angaben, die von Etat 1926, der noch im Reichsrat beraten wird, Angaben, die von zu dem Verlangen nach wesentlicher Herabsetzung der Ausgaben. den früheren Darstellungen der Regierung abweichen. Der Abschluß für das Jahr 1924. Aus dem Rechnungsjahr 1924 hat fich ein Reinüberschuß Don 496,4 Millionen Mark ergeben. Davon sollen verwendet werden: 150 Millionen zur Bezahlung der einmaligen Aufwertungsansprüche, 220 Millionen als Ersaz für den Nichtverkauf von Vorzugsaktien der Reichsbahn im Jahre 1926, 60 Millionen sind als Sonderrüdlage vorgesehen, der Rest von 66,4 Millionen ist zum Ausgleich des Fehlbetrages für 1926 erforderlich. Die Entwicklung im Jahre 1925. Die Einnahmen aus Steuern für das Rechnungsjahr 1925 und im Zusammenhang die leberweisungen an Länder und Gemeinden find neu geschäßt worden. Nach dieser Schatzung beträgt das Gesamtaufkommen aus Steuern und Abgaben 6770,5 millionen. Das ist gegenüber der bisherigen Schätzung von 6343,8 Millionen ein Mehr von 426,7 Millionen Mart. Hiervon entfallen an mehrüberweisungen an Länder und Gemeinden 323,3 Millionen, so daß das Nettomehraufkommen für das Reich 103,4 millionen beträgt. In diesen Zahlen ist die von der Reichsregierung vorge schlagene Senkung der Lohnsteuer berücksichtigt. Nach dem gegenwärtigen Stand der Beratungen schließt der Haushaltsentwurf für 1925 mit einem ungedeckten Fehlbetrag in Höhe von 174 Millionen ab. Die Denfschrift rechnet mit einer erheblichen Erhöhung dieses Betrages infolge dringender neuer Ausgaben für Entschädigungen an Optanten, Flüchtlinge, Wohnungsbauten, Beteranenbeihilfe usw. Zur Deckung steht außer dem Mehraufkommen von 103,4 Millionen nur noch der Ueberschuß von 66,4 Millionen aus dem Jahre 1924 zur Berfügung. In seiner endgültigen Gestalt wird deshalb der Haushalt für 1925 7636 Millionen Einnahmen und 7796 Millionen Ausgaben enthalten, also einen Behlbetrag von 110 millionen. Die Denkschrift fügt hinzu: Ob die Sonderrädlage von 60 Millionen Mark für den ursprünglich vorgesehenen Zwed( d. h. für Besoldungs. zwede. Die Red.) verfügbar bleibt, hängt von der Entwicklung der Ausgaben für unterstüßende und produttive Erwerbslosenfürforge ab." ernftlich an eine Herabseßung des Brotpreises denten. Es werde auch jezt wieder fo fommen, daß sezialdemokratische Anträge, die bereits vor Jahren eingebracht worden sind, als richtig erkannt und durchgeführt würden,( Lebhafter Beifall bei den Soz.) der Landwirtschaft ist heute wesentlich größer als vor dem Kriege. Reichsernährungsminister Graf kanih: Die 3insbelastung der Landwirtschaft ist heute wesentlich größer als vor dem Kriege. Die bisher erzielten Erleichterungen für die Rückzahlungen der Re dite reichen noch gar nicht aus. Es muß angestrebt werden, die landwirtschaftlichen Berpflicht ngen, die bis zum Frühjhar noch nicht in den Realkredit übergeführt worden sind, bis nach der Ernte zu prolongieren. Die Reichsbant fei bereit, der Landwirtschaft Er. leichterungen zu gewähren. Die Not der Landwirtschaft werde dadurch verschärft, daß der Getreidepreis unter dem Weltmarkt. preise liege, während die Produktionsfoften den Durchschnitt des Auslandes übersteigen. Bahlenmäßig habe die deutsche Landwirtschaft die Aufgabe erfüllt, den Getreidebedarf au decen Es müffe aber verhindert werden, daß sie jetzt zur extensiven Birt schaftsweise übergehe. Zu bedauern fei, daß einzelne Kreislandbünde befchloffen hätten, in diesem Jahre teinen Kunstdünger zu verwenden. Benn die Reichsgetreideftelle wieder neu aufgezegen werden sollte, so werde sie nicht als Instrument zur Preissteigerung tienen. Eine mäßige Steigerung des Getreidepreifes brauche nicht zu einer Brotverteuerung zu führen. Die jeßige Spanne zwischen Getreide und Brotpreis jei zu groß. Das Reichsfinanzminifterium habe bereits alle verfügbaren Mittel der Wirtschaft in furzfristigen Krediten überwiesen. Langfristige Kredite fönnen aus dieser Quelle nicht gewährt werden. Mit Krediten allein sei der deutschen Wirtschaft nicht zu helfen. Eine nachhaltige Besserung der Lage der Landwirtschaft sei in nächster Zeit nicht zu erwarten. Die jeßige Wirtschaftskrise werde noch lange anhalten. Die ganze Wirtschaft bilbe heute eine Notgemeinschaft und Hilfe tönne ihr Darauf wird die weitere Beratung auf Donnerstag 2 Uhr pertagt. Schluß 4% Uhr. nur im ganzen gebracht werden. 03. Etatberatung im Landtag. Die Lohnkürzungen der Knappschaftsinvaliden. Im Landtag wurde gestern zunächst eine sozialdemo. fratische Interpellation über die bei den Knapp fchaftsinvaliden im Ruhrgebiet vorgenommenen Lohn. türzungen beraten. Abg. Offer( Soz.) führte für die Berechtigung der Interpellation schlagende Beweise an. Es gebe Zechen, die den Invaliden monat lidh an 3000 m. zu wenig gezahlt hätten. Den Invaliden seien Reverse vorgelegt worden, auf die legte Lohnerhöhung zu verzichten, sonst würde ihnen gefündigt.( hört, hört! links.) Die Invaliden würden einfach terrorisiert! Ein Lohn von 4 M. für den Bergarbeiter sei geradezu tläglich! Die Vertreter des Zentrums und der Demokraten stimmten mit dem sozialdemokratischen Redner vollkommen darin überein, daß das ein unhaltbarer Zustand ist, dem schleunigst ein Ende gemacht werden müsse. Es sei zu verlangen, daß die Staatsregierung bei ihren Werfen mit gutem Beispiel vorangehe. Auch müßte dafür gesorgt werden, daß die Berggewerbegerichte nicht einseitig entscheiden. Bei Beratung der Snappschaftsnovelle müffe fich die Staatsregierung bei der Reichsregierung dafür einsetzen, daß den Betroffenen eine ausfömmliche Rente gesichert werde. Die Interpellation wurde darauf dem Handelsausschuß über wiesen. Für 1927 bis 1930 gibt die Dentschrift nur die Höhe der Reparationslaften an und beziffert den Mehrbedarf des Reiches bei sonst gleichbleibenden Ausgaben im Jahre 1927 auf 482 Millionen Ein wichtiger Bergleich zwischen 1913 und 1926. Von besonderer Bedeutung ist die Stellungnahme der Denkschrift Mart. Sie erklärt: Bei denjenigen Posten, die den Etat auf der Ausgabenseite am schwersten belaften, nämlich die Ausgaben für die Kriegsbeschädigten, für Heer und Marine, für die Reichsschuld, für Invalidenrenten, für die Schußpolizei werden sich Erspar nisse nicht erzielen lassen. Nach Ausscheidung der Ueberweisungen und aller sonst durchlaufender Posten und nach Abzug der Ausgaben für die Erlangung von Erwerbseinkünften, die 1913 einen Hauptausgabeposten ausmachten, und ebenso nach Abzug der Ausgaben für den Friedensvertrag ergibt ein Bergleich der Ausgaben des Reiches nach der Rechnung für 1913 und nach dem Voranschlag für 1926, daß der eigentliche Etatbedarf nach dem Boranschlag für 1926 um rund 1520 Millionen Mart höher ist als 1913. Gegenüber 1913 ist das Reich mehr belastet durch die Ausgaben für polizeilichen Schuß, durch die Ausgaben, die als unmittelbare Folge des Krieges und der Besetzung anzusprechen find, insbesondere die 1500 Millionen für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, durch die erhöhten Ausgaben für foziale Zwecke, durch die Uebernahme der Wafferstraßen, der Zollund Steuerverwaltung auf das Reich. Dies ergibt eine Mehrbelastung des Reiches um rund 2750 Millionen Mark gegenüber 1913. Dieser Mehrbetrag übertrifft die einzige erhebliche Entlastung gegenüber dem Haushalt von 1913, nämlich die Ersparnisse bei Heer und Marine in Höhe von rund 1325 Millionen Mark und bedeutet darüber hinaus noch eine Mehrbelastung von 1425 Millionen Mart. Vergleicht man diese Summe mit der erwähnten totsächlichen Erhöhung des gesamten Staatsbedarfs um 1520 Millionen und berücksichtigt man die gesunkene Kauffraft des Geldes, so ergibt sich, daß die Möglichkeit einer wesentlichen Ausgabenfenfung nur gering efheint." Diese Auslassung ist von besonderer Bedeutung. Sie widerspricht aufs schärffte den Darstellungen der reaktionären Streife, die ständig behaupten, daß die Republik verschwenderisch wirtschaft Uebersetzt man die unverständliche Amtssprache der Denkschrift in flares Deutsch, so stellt die Regierung hier zum erstenmal die Behauptung auf, daß froß der gefunkenen Kauffraft des Geldes um etwa ein Drittel die Verwaltung des Reiches heute nur ein Mehr von etwa 100 millionen Márt erfordert. Es folgt die dritte Beratung des Etats. Abg. Haas( S03.) peift auf die verzweifelte Wirtschaftslage hin, die die Rechtsregierung dem Reich als Erbe hinterlassen habe. Die Zahl der Arbeitslofen und Kurzarbeiter fei ungeheuer geftiegen. Ihre Unterstügung absolut unzulänglich. Dabei haben jämtliche bürgerlichen Barteten dem sozialdemokratischen Antrage im Reichstage ihre Zustimmung versagt, der diese Säße um 50 Broz statt der vorgesehenen 30 Broz. erhöhen wollte. Wohl aber hat man der Industrie, den Winzern und der Landwirtschaft ungezählte Millionen gegeben. Die kommen den Wintermonate bergen unter solchen Umständen für uns sehr viel Schlimmes. Und in dieser elenden Wirtschaftslage will man den Hohenzollern ein ungeheures Riesengeschent machen und ihnen 200 bis 250 Millionen geben. Ein Schrei der Empörung würde durch Deutschland gehen, wenn diese Absicht gesetzliche Tatsache werde.( Lebhafte Zustimmung links.) Die Sozialdemokraten würden auch den vom preußischen Finanzminister beabsichtigten Ber gleich auf das Entschiedenste bekämpfen. Aus der Preisfentungsaktion sei nichts geworden; die Kartelle diftierten doch die Preise wie sie wollten. Daß dies möglich sei, sei auch eine Schuld der Regierung Luther- Schiele, die nicht gegen die Kartelle vorgehe. Die viel besprochene Not der Landwirtschaft erkläre sich zum großen Teil aus der ungeheuer gefunfenen Kaufkraft der Bevölkerung, die zum Sparen selbst am Notwendigsten zwinge. Die Deutsch nationalen hätten in der Reichsregierung zehn Monate lang nichts anderes als Erfüllungspolitik getrieben und dabei innenpolitisch thr Schäfchen ins trodene gebracht. Als sie aber den Schlußstein unter die von ihnen getriebene Außenpolitit jezen sollten, haben sie sich feitwärts in die Büsche geschlagen. Sache ber deutschpolksparteilichen Koalitionsbrüder würde es sein, sich mit den Deutschnationalen des halb auseinanderzusetzen. Die Sozialdemokraten seien der festen Ueberzeugung, daß die bis jetzt aufgetauchten Rückwirkungen von Locarno nur einen Anfang darstellen. Die Räumung der zweiten und dritten Zone müffe durch Abänderung der bestehenden Bestimmung der ersten baldigft nachfolgen. ( Sehr richtig! links.) Auch die allgemeine Abrüftung muß fommen! ( Höhalfche Zurufe rechts.) Sie zu den Deutschnationalen) hören allerdings nicht gerne vom Frieden und von der Abrüftung; Sie lauern nur wieder auf die schönen bunten Uniformen, die vielen Orden und die militärischen Machtstellen. Dabei gehen Sie selbit gegen Ihren Reichspräsidenten v. Hindenburg vor, der besser überschauen fann, daß man jeht den Weg der Berständigung gehen muß. als der Schaumschläger Ludendorff.( Lebhafter Beifall links.) Abg. Dr. Hek( 3.) stellte unter der Heiterfeit des Hauses ironisch feft, wie„ mutig" es sei, unter den obwalienden Umständen, wie es die Deutschnationalen getan hätten, einen Parteitag mit dem Liebe „ Siegreich woll'n wir Frankreich schlagen" zu schließen, und wandte sich dann heftig gegen die Katholikenheße des Evange lischen Bundes. Die Deutschnationalen und die Völkischen ver fuchten vergeblich diese Art von Unduldsamkeit abzuleugnen. Das Zentrum werde den Kampf gegen die Imparitát weiterführen und wenn es noch so oft von der Rechten fälschlich als Störer des fonfeffionellen Friedens hingestellt werde.( Lebhafter Beifall im Sentrum.) Nach den Ausführungen des Abg. Pied( Komm.) der für feine Fraktion den Etat ablehnt, vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnerstag 12 Uhr. Außerdem kleine Vorlagen. Schluß 5 Uhr 15 Minuten. Gewerkschaftsbewegung Ein Hilferuf vom Rhein und der Ruhr. 450 000 rbeitslose und Kurzarbeiter. Düsseldorf, 9. Dezember.( Eigener Bericht.) Die Bezirksleitungen des ADGB. und des AfA- Bundes von Rheinland und Westfalen- Lippe haben an den Reichskanzler und den preußischen Ministerpräsidenten eine Eingabe gerichtet, in der es u. a. heißt: „ Die Wirtschaftslage im rheinisch- westfälischen Industriegebiet hat sich derart verschlechtert, daß heute eine wirtschaftsfataftrophe mit all thren fürchterlichen Ausmirfungen unmittel bar bevorsteht. Die angrenzenden Wirtschaftsgebiete find hiervon nicht verschont geblieben. In der Rheinprovinz und der Brosing Westfalen ist ein fozialer Tiefſtand der gesamten Arbeiterschaft zu verzeichnen, wie er in diesem Ausmaß noch nicht beobachtet werden konnte. Wirtschaftlich gesehen handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um den Kampf ums nadte Leben von Millionen von Menschen und die Existenz der Wirtschaft an Rhein und Rhur. In teinem Wirtschaftsgebiete Deutschlands hat die Krise zu solchen Auswir I gemidelt werben foll. Das bedeutet ble Stillegung für Relsterbach. Diese Begründung ist u. E. nicht ausreichend und stichhaltig. Die Verwaltung der Bereinigten Glanzstoff- Fabriten hat während des Lohnkonflikts mir nichts dir nichts das Fabrikationsprogramm geändert. Ebenso leicht müßte es ihr sein, das alte Fabrikationsprogramm wiederherzustellen. Das will aber die Verwaltung der programm wiederherzustellen. Das will aber die Verwaltung der Bereinigten Glanzstoff- Fabriken nicht, und sie wird wohl dafür ihre Gründe haben. Wir erlauben uns deshalb folgende Fragen: Soll die Still legung in Kelsterbach etwa auf eine Sabotage des Schiedsspruches hinzielen? Will man die Arbeiterschaft eine Zeitlang auf die Straße und nach setzen, um sie mürbe zu machen? Wenn dem so ist ist es die höchste Lage der Dinge kommt nichts anderes in FrageBeit, daß sich die in Frage kommenden Instanzen einmal mit dieser Art von Stillegungen ganz ründlich beschäftigen. Große Vorstände- Konferenz Arbeiter und Truftbildung in der chemischen Industrie. Genoffe Haupt, Zentralbranchenleiter der chemischen In duftrie, hielt am Montag in einer Branchenversammlung der chemischen Industrie einen lehrreichen Vortrag über: Was sind Kartell- und Trustbildungen". Ausgehend von der Entwicklung der chemischen Industrie schilderte der Redner die Schwierigkeiten und Erfolge, die sich in dieser Industrie gezeigt haben. Volkswirtschaftlich gedacht hat die chemische Industrie vieles geleistet. Hingewiesen sei nur auf die Farben sowie Kunstseideindustrie. Tannenholz wird zu Zellulose verwandelt, woraus dann Kunstseide hergestellt wird, die von Naturfeide nicht zu unterscheiden ist und außerdem zu Dingen verarbeitek wird, zu der Naturseide nicht verwendbar ist. Zur Kartell- und Trust bildung in der chemischen Industrie ist zu sagen, daß erstmalig die Firmen Bayer u Co., Badische Unilinu, Sodafabrik und Agfa- Berlin fich in loſer Form zusammengeschlossen hatten. Dieser Zusammenschluß führte dazu, daß andererseits die Höchster Farbwerte mit Griesheim- Elektron und Weiler ter Mer einen Zusammenschluß herbeiführten. Später wurden dann beide Gruppen zu einer Jnteressengemeinschaft zujammengefaßt. Jeßt wird die Intereffengemeinschaft in eine Aftiengesellschaft, unter Leitung des Dr. Bosch von der Badischen Anilin und Sodafabrik, umgewandelt. Die Stidstoffwerte Oppau Lothringen, außerdem mehrere Kohlengruben gehen damit ebenfalls in die Aktiengesellschaft über. Aehnlich wie im Anilintonzern liegen die Dinge in den Betrieben der Rütgerswerke. Neuerdings gingen tungen geführt, wie hier. Betriebsstillegungen, Kurzarbeit und in der gewertschaftl. Ungestelltenverbände Deutschlands und Leuna sowie die Kupferhütte Duisburg und Chemische Werke neuerer Zeit die Methode der zeitlichen Beurlaubung nach Wochen haben bewirkt, daß gegenwärtig faum noch ein Drittel der Belegschaft tätig ist. als vor Jahresfrist. Die Er werbslofenziffer steigt und steigt. Die Not wächst ins unbeschreibmorgen, Freitag, abends 6 Uhr, im Bürgeriaal des Berliner Rathauses, Königstr., Ede Spandauer Str.: fiche. Die Arbeitgeber tun nichts, um die Not zu mildern. Im Wirtschaftskrise und Angestelltennot". Gegenteil, alle ihre Maßnahmen steigern die Arbeitslosigkeit, verschlimmern die Notlage. Das wirtschaftliche Herz Deutschlands hört auf zu schlagen, menn der Abwärtsbewegung nicht rasch und entschieden Einhalt geboten wird. Die Gemeinden möchten gerne helfen, der Not zu fteuern. Sie find aber dazu nicht in der Lage." Die Eingabe weist dann darauf hin, daß das rheinisch- westfälische Schnellbahnprojeft. Das mehr als 15 000 Personen Arbeit bringen fönnte, eingeschlafen ist, in beiden Provinzen rund eine Viertelmillion Bollerwerbslose bei den Arbeitsnachweisämtern betreut werden. Daneben sind etwa 200 000 ausgesteuert, die feinerlei Erwerbslosenunterstützung beziehen. Wörtlich heißt es weiter: Kommt nicht rasche Hilfe, dann müssen Tausende von Boltsgenossen buchstäblich verhungern. Der Hauptdruck der Arbeitslofig feit liegt auf dem Regierungsbezirk Düsseldorf. Essen hat mit 16 000 Hauptunterstügungsempfängern und 11,6 unterstützten Erwerbslosen auf 100 Krankenkassenmitgliedern die höchste absolute und relative Bahl; Siegburg zählt 13,7, Duisburg 8,18, MülheimRuhr 8,37, Oberhausen 7.9, Hamborn 10. Dinslaken 10,1, Stertrade 9,14, Düsseldorf 5,4. Besonders groß ist die Not unter den Angeftellten, von denen am schwersten betroffen werden die kaufmännischen, Bureau- und Verwaltungsangestellten." Die Eingabe bezeichnet die Beschlüsse des sozialpolitischen Reichstagsausschusses als völlig unzureichend. Ohne feste Eätze könne der Not nicht gesteuert werden. Die sofortige und hinreichende Erhöhung der Unterstüßungsfäße sei unaufschiebbar. Aus Besorgnis über die weitere Entwicklung des Elends warnen die beiden Organisationen die Reichsregierung und die preußische Staatsregierung und fordern namens der 600 000 freigewerkschaft lich organisierten Arbeiter und Angestellten an Ruhr und Rhein fofortige Hilfe. op Betriebsstillegung wegen Lohnkonflikt. Stimmen die ftaatlichen Behörden zu? Man schreibt uns: Die Vereinigten Elberfelder Glanzftoff fabriten haben eire Stillegung ihres Betriebes in Kelsterbach angefündigt. Diese Stillegung hat eine mertwürdige Vorgeschichte, die Würdigung und Beobachtung in welten Kreifen verkient. Die beiter In Kelsterbach tam es- in Frage kommen ungefähr 1100 Ar zu einem Lohntonflitt. Da teine Einigung zu erzielen war, wurde ein Schiedsspruch gefällt, den sowohl die Berwaltung wie die Belegschaft ablehnten. Darauf wurde dieser Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Jetzt aber machten die Bereinigten Glanzftoff- Fabriken bekannt, daß das Produktionsprogramm in Kelsterbach in anderen Fabriten des Konzerns abReferenten: Brof. Dr. Emil Cederer- Heidelberg, Bundesvorsitzender S. Aufhäuser, M. d. R. Ansprachen der Vertreter aller Angestelltenberufe. Die Bauarbeiter zur Behebung der Arbeitslosigkeit. In der vom Baugewerksbund nach den Residenzfestsälen einberufenen überfüllten Bersammlung der erwerbslosen Bauarbeiter. nahmen diese eingehend Stellung zu der immer mehr sich aus breitenden Arbeitslosigkeit. Krause führte aus, daß es Aufgabe des Staates sein muß, den Inlandsmarti zu heben, die Kaufkraft der Massen zu fördern nicht wie die Industriemagnaten durch Niedrighaltung der Löhne die Massen auszubeuten. Durch Inangriffnahme von Bauten, Fortführung der Nord- Süd- und AEG.- Bahn ließen sich eine große Zahl. Arbeitsloser in Berlin unterbringen. Die Verwendung der Hauszinssteuer solle nicht zur Balancierung des Haushaltes im Staat, sondern zur wirklichen Behebung der Wohnungsnot verwendet werden. Die Zahl der Wohnungslosen sei in Berlin im Rerhältnis zum Reich prozentual höher. Aus diesen Gründen müssen für Berlin vom Staat zum Wohnungsbau mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die beste Form der Erwerbslesenfürsorge ist die Beschaffung von Arbeitsgelegen heit. In der lebhaften Aussprache wurden die Ausführungen des Referenten ergänzt. Es wurde darauf hingewiefen, daß bei der Nord- Südbahn täglich noch Leute entlassen werden, daß Feuerwehrleute in ihren Depots mit größeren Umbauten beschäftigt werden. Bei dem Kraftwerk Rummelsburg werden von den mit dieser Arbeit beauftragten Firmen Leute von außerhalb vorzugsweise eingestellt. Es wird höchste Zeit, daß das Bauamt und der Magistrat sich um diese Angelegenheit fümmern. Die liebevolle Behandlung durch die Erwerbslosenfürsorgestellen bei Bauarbeitern, die aus Anlaß des Frostes entlassen wurden, wurde ebenfalls lebhaft erörtert. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: Die am 9. Dezember 1925 in den Residenzfestsälen tagende Bersammlung der im Baugewerksbund organisierten erwerbslofen Bauarbeiter, die eingehend zu dem Erwerbslosenproblem Stellung nahmen, fordert: 1. daß Reich. Staat und Kommunen unverzüglich dafür Sorge tragen, daß die Erwerbslosenunterstützung sofort er höht wird; 2. daß die Bedürftigkeitsklausel beseitigt wird; 3. daß die Kurzarbeiterunterſtügung wieder eingeführt wird; 4. daß Reich, Staat und Kommunen sofort Mittel bereitstellen, daß alle geplanten Arbeiten unverzüglich in Angriff genommen und begonnene Arbeiten fortgeführt werden; 5. das bei Notstandsarbeiten Tariflöhne gezahlt werden; 6. daß alle Mittel, die aus der Hauszinssteuer aufkommen, nur für den Wohnungsbau bereitgestellt werden. lettere eine Fusion mit der Deutſchen Betroleum A.-G. ein. Die Finanzkraft der Konzerne führt dazu, den berechtigten Wünschen der Arbeiter entgegen zu treten. In erster Linie waren wohl wirtschaftliche und finanzielle Gründe maßgebend. Die Aus wirkung auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen wird aber nicht ausbleiben. Deshalb ist es notwendig, die Gewerkschaften weiter auszubauen, damit die Arbeiterschaft der chemischen Industrie sich erträgliche Lohn- und Arbeitsbedingungen sichert. Mit einem Appell an die Versammelten, aus dem Vortrag des Referenten die nötigen Lehren zu ziehen und dafür zu sorgen, daß die indifferenten Arbeiter der chemischen Industrie dem Fabrik. orbeiterverband zugeführt werden, schloß der Gruppenleiter Poch die Bersammlung. Gescheiterte Verhandlungen im Bankgewerbe. Die am Mittwoch mit dem Reichsverband der Bankleitungen in Berlin geführten Verbandlungen zur Verlängerung des Reids tarifvertrages für das deutsche Vantgewerbe baben an feinem Gr gebnis geführt. Der Algemeine Verband der deutschen Banks angestellien wird nunmehr die Jntervention des Reichsarbeitsministeriums anrufen. Die Lohnverhandlungen im Saarbergbau gescheitert. Saarbrüden, 9. Dezember.( Mtb.) Die heutigen Lohnverhand lungen der Gewerkschaften mit der Direktion der Saargruben in Saarbrücken sind geicheitert. Die Digamiationsvertreter haben telegraphisch beim französischen Arbeitsminister de Mongie um Verhandlungen nachgesucht. Notstandsarbeiten in Frankfurt a. M. für 2%, Millionen. Frankfurt a. M., 9. Dezember.( TU.) Mit Rüdicht auf die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes hat der Magistrat von Frant furt a. M. das Programm für die Notstandsarbeiten bekannt gegeben, nach dem die Straßenbauten, Wiederherstellung von Feldgräben, Hafen, Kanal- und Brüdenbauten iofort in Angriff genommen werden können und für die rund 2 Millionen M vorgesehen sind. Teltow, Ortsausichuk bes ADGB. Morgen Freitag, abend 8 Uhr im Lobal Sdmarzer Adler", Teltom, Plenarigung. Berbandsbuch ist als Aus weis mitzubringen. Wetterbericht der Deffentlichen Wetterdienffffelle Berlin. Morgens noch Froit, nur mittags Temperatur etwas über Null Meist bewölft mit ein zelnen Niederschlagen. ür Deutschland. In Nordost- und Mitteldeutschland leichte Niederschläge und Tauweiter. Im Südosten weiterer Froit ( Nachdrud verboten.) Berantwortlich für Politif: Een Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. 8. Döscher; Lofales und Gonftiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; jämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlansanstalt Baul Singer u Co. Pike 3. Perlin 8 68 Sieran 2 Beilagen, Unterhaltung und Biffen und Frauenftimme". ALLEN ABTEILUNGEN GROSSER WEIHNACHTSVERKAUF 良 Sonntag, den 13. u. 20. Dezember von 2-6 Uhr geöffnet srael SPANDAUER STR. 16 BERLINC KÖNIGSTRASSE 11-14 Damenkleidung Morgenrock gutem Flauschstoff.... Damenwäsche Taghemd Trigorform mit Stickerei- Ansatz u. Hohlsaum.. aus 4.90 1.65 Taghemd Trägerform mit 2.50 3.50 Morgenrock aus Flauschst., reich bestickt 6.75 Jumperbluse aus gestreiftem Wollstoff Hauskleid aus 9.75 gestreiftem Waschstoff. 3.90 Servierkleid aus schwarzem Zanella .6.90 Wirkwaren Fußwärmer Trikot, mit warmem Futter, Mittelgr. 0.60 Damen- Beinkleider.90 wollgem., offene Form. 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Die Polizei wäre also überflüssig. wenn jeder Mensch es verstände, fich in den Rahmen der Gemeinschaft einzufügen und wenn diese ihrerseits wiederum die Interessen des einzelnen nicht vergewaltigen dürfte. Die Hemmniffe. wart, immerhin bleibt die Wirtschaft eine ungeheuere Macht, mit der jede andere ernstlich zu rechnen hat. Wie muß sich nun die Polizei als ordnendes Element der Gemeinschaft ihr gegenüber ver halten, besonders, wenn man noch in Rechnung stellt, daß die größte Anzahl von Bergehen wie Unterschlagungen, Diebstähle und Betrügereien tatsächlich aus wirtschatlicher Not entstanden find? Ausgleiche. ein Beispiel aus dem Arbeitsfeld der Bergpolizei. Immer wieder ereignen sich in Bergwerfen Unfälle bei den Förderkörben, den Fahrstühlen, die manchmal bis zu einer Tiefe von 600 Metern die Arbeiter zu ihrer Arbeitsstätte bringen. Diese Unfälle wären zu vermeiden, wenn die Arbeiter zu Fuß in die Tiefe steigen würden, eine Unmöglichkeit, da dann der Auf- und Abstieg die Zeit von einigen Stunden in Anspruch nehmen würde. Die Seile, an denen. bie Förderförbe hängen, müssen das Zehnfache der tatsächlichen Belastung aushalten tönnen und trotzdem ereignen sich Unglücke durch Reißen der Seile, die zu vermeiden wären, wenn die polizeiliche Bestimmung eine 20 oder 100fache Belastung forderte. Aber diese Forderung tönnte die Wirtschaft unmöglich erfüllen, da solche Seile eine vollständige Aenderung der Bermerfsanlagen notwendig machen würden. Die Polizei schließt auch hier deshalb ein Kompromiß, fie tann aus Einsicht in die wirtschaftlichen Notwendigkeiten diese Forderungen, die die Menschenleben absolut schützen würden, nicht stellen. Immer muß die Polizei eine Vergleichsmöglichkeit suchen, eine Stelle, wo Polizei und Wirtschaft sich am nächsten tommen. Reste der Zwangswirtschaft. Die Kriegszeit und die Inflation haben einige Erfahrungen mit Wirtschaft und Allgemeinheit stehen sich als zwei Mächte gegen- der Zwangswirtschaft gezeigt, besonders der Höchstpreis war ein über, von der jede den Anspruch erhebt, allein ihre Intereffen durch äußerst trauriges Kapitel, immer verstand es die Wirtschaft, die zusehen. Die Polizei muß dazwischen vermitteln, fie muß die gemeinnügigen, polizeilichen Berordnungen irgendwie zu umgehen. Rechte beider anerkennen und versuchen die entgegengesetzten Kräfte 3mei Begriffe aus dieser Zeit haben nun noch bis heute ihre Geltung mit einander zu verföhnen, sie muß einen Kompromiß zu schaffen bewahrt: der des unzuverlässigen Handels und der des angemessenen suchen Verkehrsunfälle z. B. tönnten beinahe aus der Welt ge Preises, Begriffe, mit denen heute noch die Polizei arbeitet. Aber schafft werden, wenn alle Fahrzeuge Schritt fahren würden. Die Begriffe ändern sich, und selbst Geseze behalten nicht immer ihre Berkehrspolizei tönnte eine solche Berordnung erlassen, aber die unumstößliche Gültigkeit, die Polizei fann mit ihnen nicht arbeiten Wirtschaft würde dagegen energisch Stellung nehmen, da diese Ber wie ein Chemiter mit seinen stets stimmenden Formeln. Was heißt ordnung den Verkehr restlos unterbinden und damit die Wirtschaft denn unzuverlässiger Händler? Natürlich liegt in manchen Fällen tödlich treffen würde. Auf der einen Seife lebt das Bestreben, die die Sache klar, vielleicht offene, betrügerische Absicht, aber liegt sie Fahrgeschwindigkeit möglichst zu erhöhen, denn in einer Millionen auch z. B. bei einem fleinen Händler klar, der feine Ahnung von stadt wie Berlin ist dies unbedingt notwendig, um den Bewohnern Buchführung hat, und aus bloßer Unfenntnis falsche Bilanzen macht der Vororte Gelegenheit zu bieten, schnell im Zentrum der Stadt und höhere Preise rechnet, nur weil ihm der Ueberblick fehlt? Und sein zu können, auf der anderen Seite steht dagegen die erhöhte Gewas bedeutet denn angemessener Preis? Ein Preis für eine Ware tann bei großem Umfaß und geringen Untosten zu hoch sein, während Ausgleich finden, in diesem Falle die Festlegung der zulässigen er sonst angemessen ist. Geschäfte in der Tauenzienstraße sind teuerer Höchstgeschwindigkeit auf 35 Kilometer, die immerhin eine gewiffe als Läben in Weißenfee oder Mahlsdorf. Um hier eine richtige Schnelligkeit ermöglicht und auch Sicherheit dem Fußgänger garan- Entscheidung zu fällen, muß die Polizei über genaue psychologische tiert. Allerdings stellt dieses Kompromiß feinen der beiden Inter- und wirtschaftliche Kenntnisse verfügen, fie darf nicht schematisch vom effenten restlos zufrieden, Verkehrsunfälle sind dabei nicht ausgegrünen Tisch aus urteilen. Die Polizei steht eben im ständigen schloffen und die Abwicklung des Berkehrs erscheint verzögert. Das Kampfe mit dem Wollen des wirtschaftlichen Menschen, mit seinen felbe Kompromiß muß die Polizei bei der Festjehung der Sonntags- diktatorischen Bestrebungen, doch wenn sie nicht unterliegen will, ruhe finden. Eine abfolute Sonntagsruhe ist vielleicht noch möglich dann muß sie die Seele ihres Gegners fennen. auf dem Lande bei primitiven Verhältnissen, in großen Städten und Industriezentren aber unmöglich, die Wirtschaft hemmt diese Bestrebungen. Allein der Verkehr, Elektrizitäts-, Gas- und Waffer merte erfordern Sonntagsarbeit, und Hochöfen dürfen nicht erlöschen, wenn sie nicht unbrauchbar werden sollen. Die Polizei muß sich der wirtschaftlichen Notwendigkeit beugen, denn die Wirtschaft würde durch einschneidende Maßnahmen auf diesem Gebiete qu grunde gehen oder unabsehbaren Schaden erleiden. Und nun noch Jm allgemeinen überschäzt man das große Berbrechen. Man glaubt gemöhnlich, die Haupttätigkeit der Polizei bestände darin, Morde, Brandstiftungen, Einbrüche oder Diebstähle aufzuklären, d. h. sie sei hauptsächlich vorhanden, um den Kampf mit dem großen Verbrecher aufzunehmen, der sich bewußt der Gesellschaft entgegen stellt. In Wirklichkeit aber, bedeutet dieser Kampf nur ein Zehntel der polizeilichen Tätigkeit, denn, abgesehen von Verbrechen, die ausfährdung des Fußgängers. Die Verkehrspolizei muß hier einen Not oder aus porübergehender Leidenschaft, geboren werden, bleibt das große Verbrechen aus bloßer Neigung zum Verbrechen die Ausnahme. Die Hemmnisse, die sich der staatserhaltenden Tätigkeit der Polizei entgegenstellen, tommen von einer ganz anderen Intereffengruppe: von der Wirtschaft. Versteht man unter Wirtschaft, wie Bolizeivizepräsident Friedensburg vor einiger Zeit bei der Berliner Tagung der höheren Polizeibeamten Preußens in feinem Bortrag Polizei und Wirtschaft" näher ausführte, die Summe der Kräfte der einzelnen zur Betätigung ihres Erwerbssinnes, so erfennt man sofort, daß hier der Polizei ganz andere Schwierigkeiten gegenübertreten als bei der Bekämpfung der Verbrecher. Bor einigen Jahren, während der Inflation, erflärte man öfters, daß die Wirtfchaft überall den ersten Blaz einnehme, Politit, Verwaltung, Wiffenschaft und Kunst hätten sich ihr ohne Widerspruch unterzuordnen. Nur wirtschaftliche Interessen ständen an erster Stelle. Wie übertrieben ein Teil hier zum Ganzen gemacht wurde, zeigt die Gegen 38] Die Passion. lachend der Mann. Roman von Clara Biebig. „ Ungeschicklichkeit! Das wird sich schon machen," fagte Nein, das machte sich nicht. Dlga empfand mit einer sich Nein, das machte sich nicht. Olga empfand mit einer sich täglich erneuernden Unruhe, wie schlecht Evas Augen waren, dieſe licht- haselnußbraunen, von den langen Wimpern wie mit Strahlen umfäumten Sierne. Olga verfenfte oft tief ihren Blick hinein. Das arme Kind, was sollte mit ihm werden, wenn sie einmal nicht mehr war?! Einen Vater hatte sie der fleinen Eva geben wollen, einen Schüßer gegen das Leben, das hart anpact. Daß es damit nichts war, das sah sie bald ein. Ihr Mann war fein böser Stiefvater, er schalt nicht, er war nicht gehässig, er schlug nicht aber er fümmerte fich auch nicht. Er sah Eva faum. Morgens stand er spät auf, sehr spät, Eva war längst zur Schule. Und wenn sie von dort zurückfam, war niemand zu Hause außer dem kleinen gelben Flick, denn die Mutter mußte im Atelier sein und er? Er jagte, er fönnte nicht so lange aufs Essen warten, er äße mit anderen Bekannten in einem Restaurant. Darin hatte er ja recht damit beschwichtigte sich Olga selber-, menn er abends spielen mußte, fonnte er nicht warten, bis sie nach Hause kam und ihm ein Essen tochte. Eva war nun schon alt genug, die hätte freilich zu Mittag etwas bereiten fönnen für ihn und für sich, aber er sagte: ,, Laß man, die verbrennt fich sonst noch die Pfoten. Ich gehe lieber aus. Das, was Olga erfehnt hatte: eine Häuslichkeit für das arme Rind, war nicht da. Dem Mann machte sie feinen Vorwurf daraus; er war eben zu jung. um sich Pflichten aufzuladen, zu denen ihn sein Herz nicht drängte; aber auf ihre Ecele fiel schwer die Erfenntnis, die flare Erkenntnis: fie hätte ihn nicht heiraten follen, nicht heiraten dürfen. Hatte sie ihn denn geheiratet, nur geheiratet Evas wegen? Sie ging hart mit sich ins Gericht. Zu dieser Zeit hatten die Mädchen im Geschäft es nicht fo angenehm wie sonst mit ihrer Direttrice. Sie ftecten die Röpfe zufammen: früher war die Wilkowski immer so nett gewesen, jetzt fonnte sie etlig sein, geradezu ungerecht. Aha, Sie hatte wohl Bech mit ihrem jungen Mann! Olga selber wußte es nicht, wie nervös sie war, ungeduldig und gereizt. Eines Tages weinte das fleine Lehrmädchen bitterlich; es hatte Stecknadeln zureichen follen bei einer Anprobe, und immer dann nicht die Nadef hingehalten, wenn die Direttrice fie beim Absteden brauchte. Das Rostüm wollte sowieso gar nicht fihen. Olgas Hände flogen in einer unbezwinglichen Ungeduld. Sie fuhr das junge Ding mit einem heftigen Passen Sie doch beffer auf, Sie find ja gar nicht zu gebrauchen," unsanft an; fie war auch so unliebenswürdig gegen die Kundin, daß diese nachher beim Chef sich darüber beklagte. Der Mann war einfichtig genug: Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, gnädige Frau, unfere Direttrice ist aber gerade jetzt so überlaftet, sie ist dadurch etwas nervös. Aber es wird nicht wieder darüber zur Rede: Wie können Sie bloß! Sie vergrämen vorkommen, gnädige Frau, ich versichere Sie." Er fegte Olga mir ja die Kundschaft." Da fagte sie hastig, ohne jede lleberlegung:„ Ich bin auch ein Mensch. Ich scheine Ihnen aber jetzt nicht mehr zu passen. Es wäre mir lieb, Sie suchten sich eine neue Kraft. " In die Arbeitsstube war das durchgefidert; es summte da wie in einem Bienenstod. Hatte die Wilkowski ihm den Stuhl vor die Tür gesetzt oder er ihr? Ging fie nun wirklich, nach dem sie so viele Jahre hier tätig gewesen war? Und ließ er fie fo ohne weiteres gehen? Der Chef hatte dann doch versucht, die bewährte Kraft zu halten, Olga hätte auch vielleicht eingelenkt, aber als sie zu Hause davon erzählt hatte, war ihr Mann ganz Feuer und lamme:" Natürlich gehst du. Du wirst ohnehin viel zu schlecht bezahlt." Schlecht bezahlt? Freilich nicht so bezahlt, daß es genügte für das, was sie jetzt gebrauchte. Es war merkwürdig, wieviel jetzt alles foftete! Olga fah mit Schreden, wie das Berdiente zerrann. Früher, als sie noch mit Eva allein war, hatte sie so manches anschaffen können, jetzt war Ende des Monats immer alles weg. Ach, es war gar nicht schön mehr, zu leben! War es denn früher schön gewesen? Sie hatte all die bitter- einsamen Stunden und die Stunden der Kränkungen bei den Wilkowskis vergessen. Mit einer gewissen Sehnsucht dachte sie an die Beit zurück, in der sie mit ihrer Eva allein gelebt hatte. Und diese, zuerst nur leis sich regende Sehnsucht wurde zur starken, unabweisbaren. Und eine Reue wuchs in ihr. Wer hieß sie, diesen jungen lebensluftigen Menschen heiraten, der das was er verdiente, für sich allein verbrauchte, der nichts zum Haushalt beistenerte, der noch das mitverbrauchte, was ihrer Eva, nur ihrer Ena zulam! Nein, er war nicht schlecht, er hatte sich eben nur bequem betten wollen, in einem Haushalt sein Behagen, eine Frau haben wollen, die für ihn mitverdiente. Er lag öfters brach. Es tamen die Wochen außer der Saison, die Monate, in denen er fein ständiges Engagement hatte, nur einmal hier und da zu spielen hatte und bei dem großen Angebot von folchen Musikern, wie hatte und bei dem großen Angebot von folchen Musikern, wie er einer mar, fchlecht bezahlt wurde. Es gab Augenblicke. in denen fie bleich wurde in einer Empfindung, die einer Abneigung glich, wenn er lachend fein Portemonnaie aus schüttelte: Ich habe nichts, gar nichts mehe. Ollichen, gib Doch diese Dinge sind nicht allein rechnerisch zu lösen, immer wird ein Rest bleiben. Die Polizei kann dann nur Erfolg haben, wenn sie als eine Ausdrucksform für den sittlichen Willen des Volkes erscheint, fie muß ein Teil des Volles sein und nicht eine über den Wolken schwebende Behörde, die irgendeiner Machtgruppe Dienste leistet. Wenn heute in Amerita die Polizei den Kampf gegen den mir mal zehn Mart! Ich muß doch' nen Groschen in der Tasche haben." Sie gab ihm, aber sie gab ihm ungern. Und sie hatte kein Vertrauen mehr zu ihm. Vor allem nahm sie es ihm übel, daß er nicht an ihrer Sorge um Eva teilnahm; sie vergaß, daß er von jener großen, geheimen Sorge, die immer wieder in ihr zu brennen anfing, wenn sie des Kindes Kränkeln sah oder sich in schwarzen Samden an dessen Vater fönnen! Getraute sie sich doch nicht einmal, mit sich selber erinnerte, nichts ahnte. Bie hätte sie ihm auch davon sprechen darüber zu sprechen. Sie war feige. Feige schalt sie sich, daß fie Eva nicht zu einem Spezialisten brachte, diesem im Vertrauen ihre Aengste beichtete. Ihre Aengsteach, die waren ja unbegründet! Aber es wäre doch wohl besser, wenn er das Kind eines unglücklichen Vaters ganz genau untersuchte. Sie würde dann ruhiger sein. Aber sie fonnte sich zu dieser Tat nicht aufraffen. Ging es Eva im letzten Jahr denn nicht auch viel besser? Bekam sie nicht fast etwas Blühendes? Sie wurde, wie Lenchen damals prophezeit hatte, hübsch. Lenchen mein Gott, wie lange hatte sie von der nichts mehr gesehen! Einmal war die im Geschäft gewesen, hatte sie sprechen wollen. Der Boy hatte mit einem impertinenten Lächeln gesagt:„ Fräulein, unten ist eine, die nach Ihnen fragt!" Wer ist es denn?" Da hatte er um noch viel mehr gelächelt, die Augen verschmitt zugefniffen, eine Handbewe gung gemacht, die so vielfagend war, daß sie haftig sagte:„ Id) bin nicht zu sprechen ich bin nicht da! Weisen Sie sie unbedingt ab. Ich bin überhaupt nicht mehr hier im Geschäft, hören Sie!" und geschämt hatte sie sich. Ja, es mußte das Fräulein Helene gewesen sein, aufgetatelt, gefärbt, geschminkt, so unverkennbar abgestempelt, daß selbst dieser dumme vier zehnjährige Bengel wußte, woran er mit ihr war. Und die hatte sich gar nicht abweisen lassen wollen, den Jungen aufs füßeste angelächelt, ihm eine Mart in die Hand gedrückt, sie wollte doch gar zu gern das Fräulein Wilkowski einmal sprechen. Aber aus Angst vor der Direttrice war der Boy festgeblieben. Wenn er nur nicht ihre Brivatadresse verraten hatte! Er sagte zwar nein". Eine lange Zeit hatte Olga gezittert: wenn die ihr nun auf den Hals fam?! Aber bis jezi war fie nicht gekommen. Meit, weit lag die Rosmarienstraße und das abgemußte Haus mit der vielbelaufenen Treppe von ihrer Gegend hier, fie brauchte auch nicht zu fürchten, daß man fich begegnete, umd doch ertappte fich Olga jekt oft dabei, daß sie an jene dachte. Was war Lenchen doch für eine gutmütige, warmherzige Berfon gewesen! Und hätte eine Mutter über ihr gewacht, wäre sie nie das geworden, was sie geworden war. In einer Aufwalluna, die iedes Hohmutes plößlich bar war, dachte Olga jetzt an die einstmalige Leidens genoffin bei Frau Lehmann. ( Fortfegung folgt.) Alkohol mit einigem Erfolg führt, so rührt das mur daher, daß die Trockenlegung der Vereinigten Staaten tatsächlich dem Willen großer Boltstreife entsprang. Die Polizei soll ausgleichende Gerechtigkeit üben, soll das Volk vor Ausbeuter aller Art schützen, aber Erfolg wird sie mur haben, wenn sie tatsächlich Ausdruck des Boltswillens ist. Eine Schau des Schaffenden. Die Weihnachtsansstellung des Arbeiter- Kultur- Kartells Alljährlich um die Weihnachtszeit veranstalten die verschiedensten Organisationen und Brivatunternehmungen zahlreiche Ausstellungen, die oft nur rein geschäftlichen Interessen dienen. Sie enthalten neben roenigen brauchbaren und guten Gegenständen viel Tand und wertTofes Zeug. Aus erzieherischen und sozialen Gründen haben eine Reihe von Arbeiterorganisationen eigene Ausstellungen veranstaltet, um wenigstens ihre Mitglieder vor dem findigen Geschäftsgeist zu schüßen, dem es in der Zeit, wenn die Räufer von tritit. lofer, sentimentaler Weihnachtsstimmung erfüllt sind, umso leichter gelingt, flingende Münze einzuheimſen. Seit Jahren hat die Berliner Gewerkschaftskommission Ausstellungen veranstaltet, die den Berliner Arbeitern gute und zwed mäßige Gaben für den Weihnachtstisch boten, hergestellt unter Arbeitsbedingungen, die den organisatorischen Vereinbarungen entsprechen. Was die Gewerkschaften begonnen haben, setzt das Arbeiter Kulturtartell Groß- Berlin in diesem Jahre in erweitertem Umfange fort. Die erste Weihnachtsausstellung des Arbeiter Kulturfartells findet statt in der Zeit vom Freitag, Den 11. bis Mittwoch, den 23. Dezember in sämtlichen Räumen des Gewertschaftshauses, Engelufer 24/25, und ist geöffnet wochentags von 2-8, Sonntag von 10-7. Alles in dieser Schau ist nach Schönheit und Zweckmäßigkeit georbnet. Sie enthält eine Fülle von Kunst- und Gebrauchs tera mit aller Art, darunter Erzeugnisse volkstümlicher Kunst aus Thüringen, Hessen, Bayern und der Mark Brandenburg. Dazu kommen die verschiedensten funstgewerblichen Gegenstände, bestehend aus Schmiede, Drechsler und Flechtarbeiten in den schönsten Formen sowie handgewebte und bedruckte Stoffe in präch. tigen Farben. Besondere Beachtung verdient die Bücherschau In ihr finden die Besucher in bezug auf Text und Illustration mustergültig ausgestattete Bücher für Kinder jeden Alters, ferner eine große Auswahl von Büchern für Jugendliche und Erwachsene. Große Sorgfalt wurde verwandt auf die Auswah! geeigneter und 3 medmäßiger Spielzeuge. Hier werden Erzeugnisse aus den bedeutendsten Werkstätten gezeigt, sodaß den Eltern reichlich Gelegenheit geboten ist, bei der Auswahl die besondere Neigung und Beranlagung ihrer Kinder zu berücksichtigen. Ein besonderer Raum enthält wertvollen fünstlerischen Band. fchmuck für das Arbeiterheim. Dieser Teil der Ausstellung dient dem 3med, den Einzug von wertlosen titschigen Bildern in die Arbeiter. wohnung zu verhindern. Eine Reihe von Künstlern, die bisher in hervorragender Weise für das Proletariat wirften, stellen Ra. dierungen, Lithographien und Zeichnungen aus. Darunter find Arbeiten von Frau Professor Räthe Roll mig, Wilhelm Desterle, Hellmuth Krommer, Holz und Bille. Dem Kampf gegen den Schund dient auch die Ausstellung von porbildlichem Hausrat für die Arbeiterwohnung. Dieser Teil der Ausstellung wird geleitet von der Arbeitsgemeinschaft Wohnung und Hausrat". Diese Gesellschaft zeigt prattische und schöne Zimmereinrichtungen für einfache Ansprüche und will zu gleich den Bert einer planmäßigen Zusammenarbeit von Kunst und Handwerk zur Darstellung bringen. Die Entwürfe der ausgestellten Einrichtungen stammen Bruno Laut, Spannagel, Müller Berchtesgaden u. a. Sie werden ausschließlich in Hand werksbetrieben hergestellt. Es wird damit der Nachweis erbracht, Don fonkurrenzfähigen Preisen zu arbeiten. Die dadurch zu erwartende erfolgt am Sonnabend vom Stadtbahnhof Friedrichstraße um 3,011 nachm., die Rückfahrt am Sonntag von Hirschberg um 6,20, von Oberschreiberhau um 4,53 nachm. und von Krummhübel um 5,10 nachm., Ankunft in Berlin Friedrichstraße um 12,10 abends. Fahr tarten für hin und Rückfahrt werden ausgegeben nach Hirschberg 12,60 m., Oberschreiberhau 14 M., Krummhübel 14,80 m. In Krummhübel und Oberschreiberhau sind Uebernachtungen vorgesehen. Die Quartiere werden bei Ankunft des Sonderzuges auf dem Bahnhof befanntgegeben. Die Kosten für eine leber. nachtung stellen sich auf ungefähr 3 m. einschl. Frühstü d. Gegen Borzeigung von besonderen Berechtigungsfarten wird den Sonderzugteilnehmern ein Mittagessen zum Preise von 1,50 bis 1,75 2. geboten. Führungen unter fachkundiger Leitung werden veranstaltet werden. M. Zur Tragödie der Jurjewskaja. Die Berliner Aufwertungsschuld. Am 15. November lief auf Grund des Aufwertungsgesetzes für die Anleiheschulden des Reiches, der Länder und der Gemeinden der Termin ab, an dem die von den Oberpräsidenten bestimmten Treuhänder für die Warnehmung der Interessen der Gläubiger der Gemeinden das Recht hatten, bei den Aufsichtsbehörden Anträge auf Erhöhung des Tilgungssatzes der Kommunalanleihen und auf Verringerung der Tilgungsdauer der Anleihen zu stellen. Für Berlin hat der beim Oberpräsidenten bestellte Treuhänder darauf verzichtet, eine Erhöhung des Tilgungssatzes zu beantragen. Er hat sich darauf beschränkt, nur eine Herabsehung der Tilgungsdauer von 30 auf 20 Jahre zu beantragen. Der Magistrat und die Finanz- und Steuerdeputation haben auf das Ersuchen des Oberpräsidenten um Rüdäußerung zu diesem Antrag einstimmig( 1) beschlossen, der Verkürzung der Tilgungsdauer von 30 auf 20 Jahre nicht zuzustimmen, da die Stadt Berlin nicht in der Lage sei, die dadurch entstehende jährliche Mehrbelastung zu tragen. Diejer Beschluß erfolgte auf Grund genauer Unterlagen über die noch bestehenden Anleiheverpflichtungen der Stadt Berlin, die Am 31. März meifellos von allgemeinem Interesse sind. 1923, am Tage der Einstellung des normalen Tilgungsdienstes betrug die Schuld der Stadt Berlin in Papiermarkmungen des Aufwertungsgesetzes: 938828579 m. Bon dieser Inhaberanleihen, umgerechnet in Goldmart, nach den Bestim Summe sind in den Jahren 1923, 1924 und 1925 durch Rücklauf in Deutschland und in Amerika bis zum 1. Dezember 1925 getilgt worden 175 618 815 m. Außerdem befinden sich zurzeit im eigenen Befiz der Stadt( bei der Sparkasse, Stiftungen und be Die Feststellungen der Berliner Kriminalpolizei. Die Ermittlungen. der Berliner Kriminalpolizei in der Angelegenheit der verschwundenen Sängerin Jurjewstaja haben nach Mitteilungen des Berliner Polizeipräsidiums folgendes ergeben: Die Ehefrau Zinaida von Bremer, geborene& entin, mit Künstlernamen Jurje wstaja, befand sich nach den Be fundungen mehrerer ihr nahestehender Personen seit einiger Zeit in ihmerer feelischer Bedrückung. Um Ruhe und Erholung zu finden, ist sie im Einverständnis mit ihrem Ehemann am Dienstag, den 1. Dezember d. 3., von Berlin nach der Schweiz abgereist. Durch diese Reise wollte fie zugleich dem Konzert, das am 3. Dezember im Gewandhaus in Leipzig unter ihrer Mitwirtung stattfinden sollte, aus dem Wege gehen, da sie sich infolge ihrer Indisposition den Anforderungen eines Konzerts nicht ge 66 789 356 M., ferner im Besitz der städtischen Gesellschaften wachsen fühlte. Um einen entsprechenden Urlaub von der Staats. 71 463 096 m. Zieht man diese gesamten Beträge von der ursprüngoper zu erwirken, und bei dem Konzert nicht auftreten zu müssen, hat lichen Anleiheschuld ab, so bleibt am 1. Dezember 1925 noch ein Betrag von 625 millionen Goldmart nominell der Ehemann mit ihrem Einverstäbnis auf einem im Often Berlins gelegenen Bostamt ein Lelegramm an Bremer" des übrig, der sich in der Hand des Publikums befindet. Dazu treten 3nbalts aufgegeben, daß die Mutter der Sängerin schwer erkrankt jei Schuldſcheindarlehen im Goldmartwerte ne des Aufwertungsgefeges und diese sofort nach Dorpat tommen solle. Auf Grund dieses der letzten Schuldverpflichtungen sind im Sinne des Aufwertungsgesetzes Staatsoper übermittelten Telegramms, bei dem man den Ursprungs- und 526 Millionen Goldmark Anleiheschulden nicht genau feststeht, Ursprungsmeifellos ausschließlich als Altbesitz zu bewerten. Während bei den ort Berlin in Dorpat umgeändert hat, wurde die Sängerin beurlaubt. wie hoch hierbei der Prozentsaz des Alt- und Neubesizes zu verInzwischen hatte der Ehemann die notwendigen Reisevorbereitungen teilen ist. Würde man den gesamten Betrag als Altbesig einstellen, getroffen. Er selbst brachte seine Frau zum Bahnhof, wo sie einen dann ergäbe sich bei einer Tilgungsdauer Abreise erhielt von Bremer aus Andermatt in der Schweiz einen am nach der Schweiz abgehenden Zug bestieg. Bier Tage nach der 30 Jahren eine jährliche Belastung von 7% Millio3. Dezember abgesandten Brief, in dem die Sängerin den Gatten nen Mart, bei einer Tilgungsdauer von 20 Jahren bittet, er möge ihr verzeihen, wenn sie ihm Kummer bereite, er cine jährliche Belastung von 10 Millionen Mart. möge allgemein verbreiten, daß sie durch Herzschlag verstorben sei. Die Bertürzung der Tilgungsdauer bringt also eine jährliche mehrbelastung von 2% Millionen Mart. Sie werde aus dem Leben scheiden. Diese polizeilichen Zu diesen Verpflichtungen, die natürlich nur aus fteuerFeststellungen sprechen für die Annahme eines Selbstlichen Einnahmen bestritten werden können, tritt nun noch mordes. In Uebereinstimmung mit diesem Berliner Ermittlungs die Verpflichtung, die Einlagen der städtischen Spar. ergebnis hat die Schweizer Polizeibehörde der Berliner Kriminalzurzeit noch nicht ganz genau bestimmen. Die Berechnungen polizei auf Anfrage erklärt, daß das Borliegen eines Bertaffe aufzuwerten. Der Goldwert dieser Einlagen läßt sich brechens ausgeschlossen sei. schwanken zwischen 700 und 850 Millionen Goldmart Ebenso ungenau sind vorläufig noch die Schätzungen über die Beträge, die die Sparkasse schließlich auf Grund der zu ihren Gunsten erfolgenden Aufwertung der von ihr begebenen Hypotheken usw. ihrem Aufwertungsstod wird zuführen können. Im günstigsten die Falle wird die Sparkasse in der Lage sein, eine Aufwertung ihrer Berpflichtungen in Höhe von 5 Broz. vorzunehmen. Für die fehlende Differenz auf 12% Broz. muß dann die Stadt als Garant der Spartaffe einspringen, woraus fich eine weitere erheb liche Belastung der Stadt ergibt. Insgesamt wird man, auf den heutigen Wert umgerechnet, die Anleihebelastung Ein Wohltätigkeitsschwindler. ,, Akademikerhilfe“ und„ Geschäftsschuh*. Ein sicheres Auftreten, persönliche Intelligenz und der übliche Sang zur Großmannsfucht sind die Grundbedingungen, die den geborenen Hochstabler ausmachen. Der ehemalige Bankbeamte 3e ßler, den unglüdliches Familienleben und persönliche Not und Krankheit auf die schiefe Ebene brachten, besitzt diese drei Eigenschaften in einer Bollendung, die erstaunlich ist. Schwere Betrügereien in Lateinheit mit schwerer Urfunden. fälfchung führten ihn vor das Schöffengericht Berlin. mitte. Seine beiden Mitangeklagten R. und Sch. waren willenlose Werkzeuge in der Hand eines Meisters des Betruges". Beßler hatte schon einmal in faft allen größeren Städten DDI der Stadt Berlin mit 250 bis 300 millionen Marf einsetzen tönnen. Diese Summen mögen auf den ersten Augenblid gegenüber dem tatsächlichen Vermögen der Stadt nicht hoch erscheinen. Sie find aber ungeheuer hoch, wenn man die durch die allgemeine Wirtzusammenhängenden zufammenhängenden ungünstigen Finanzausgleich daß bei guter Organisation der Handwerker in der Lage ist, au Deutschlands Gastspiele gegeben und wurde zu zwei Jahren haftsentwidlung, durch die Reparationsbelastungen und den damit Steigerung des Absages ist geeignet, die Freude an der eigenen schwindeleien verurteilt. Für das Rote Kreuz und eine soge. dauernd schwierige Finanzlage berücksichtigt. Es ist deshalb kein Arbeit und am handwerklichen Rönnen zu erhöhen. nannte ungerhilfe reifte er werbend von Ort zu Ort. Aber alle Einnahmen, die diesen Wohltätigkeitsgründungen zugedacht waren, flossen in seine Tasche. Für Berlin hatte er sich nun etwas Neues ausgedacht. Anlaß dazu bot ihm die Studentenhilfe", die einmal wirklich bestand und noch heute unter verändertem Namen fortbesteht. Der Angeklagte gründete eine Akademiter. 2 Die Ausstellung wird nicht nur die Wohnung als solche, sondern auch ihre sinn und geschmackvolle Ausstattung bis zum fleinsten Stüd Hausrat zeigen. Die Leitung der Ausstellung hat Baurat Bruno Taut übernommen. Sie gibt diesem hervorragenden Architekten Gelegenheit, feine Gedanken zur Frage der Haus gestaltung, die er in dem Buch„ Die Frau als Schöpferin niedergeschrieben hat, prattisch zu gestalten. Die Frage der preis- hilfe, der er zur Zeit des Kellnerstreits den Geschäftsschus merten und zeitgemäßen Einrichtung für die Ein- und Zweizimmermohnung soll im Rahmen dieser Ausstellung gelöst werden. Die ausgestellten Möbel und Hausratgegenstände werben verloft. Diese Lotterie ist nicht zu verwechseln mit der sonst allgemein üblichen. Sie ist der Versuch, an die große Masse der Bevölkerung heranzukommen und die fleine Konzession an den Spielbetrieb soll dazu dienen, die mit der Ausstellung verbundenen kulturellen Ziele wirksam zu fördern. Haupt. geminne find: 1. ein vollkommen eingerichtetes Wohnhaus, 1 Mart pro Stüd. 2. sechs beschlagnahmefreie Wohnungen mit allem Hausrat, 3. eine große Anzahl Zimmer und Kücheneinrichtungen, 4. einzelne Möbel usw. Der Preis der Lose beträgt So ist diese Ausstellung des Arbeiter- Kultur- Rartells, mit der fein materieller Gewinn erreicht werden soll, ein wichtiges Stüd Erziehungs- und Kulturarbeit. Die Größe ihres Erfolges hängt ab von der Beachtung, die ihr die Arbeiterschaft Berlins schenkt. B. war Fünfhundert ärztliche Rezepte gefälscht. Unter der Anklage des Kokainhandels und der Urkundenfälschung hatte sich der Kaufmann Siegfried B. vor dem Schöffengericht Mitte zu verantworten. Bei einer Razzia in einer berüchtigten Rotsdiele", in der auch viele Kofainhändler sich ständig aufhalten, wurde auch B. festgenommen, bei dem man eine Menge Rotain fand. Eine Haussuchung förderte ein Patet Rezepte mit dem Vordruck eines praktischen Arztes Dr. F. zutage. früher bei dem Arzt in Behandlung gewesen. Er hatte es geschickt verstanden, Schmerzen vorzutäuschen, so daß der Arzt ihm mehrfach Kotain verordnete. Als B. aber zu häufig mit dem Verlangen nach Rotain tam, schöpfte der Arzt Verdacht und wies den Patienten ab. Dieser wußte sich aber zu helfen. Er entwendete dem Arzt ein Rezeptformular und ließ danach 500 weitere bruden. Dann fälschte er Rezepte auf den Namen dieses Arztes und holte sich aus den Apotheken das gewünschte Kokain. Durch feine Berhaftung ergab sich auch, als man sein Borleben nachforschte, daß B., der in Gladbeck geboren und in früher Jugend nach Amerita gekommen ist, sich dort für die amerikanische Armee hatte anwerben laffen und gegen Deutschland gekämpft hatte. anglieberte. In den verschiedensten Kleidungen, den mannigfachsten Namen und Titeln warb er um Geld und Hilfe für die notleidende akademische Jugend, deren Elend er mit den bewegtesten Worten zu schildern wußte. Einigen wenigen Studenten hatte Zeßler auch wirklich Verpflegung geringes Entgelt durch Restau und tants besorgt. Die in Bedrängnis geratenen Studierenden mußten dabei den von ihm gegründeten Geschäftsschutz" bilden. In der Hauptsache aber tam es dem gewiegten Geschäftsmann" auf die Sammlungen von Geld für seine Akademikerhilfe" an. Der Angeflagte tat in der Verhandlung das Beste, was er tun fonnte, er war geständig. Seine Mithelfer, die ja wirklich nur untergeordnete Rollen spielten, belastete er so wenig wie möglich. Diese erhielten denn auch nur geringfügige Gefängnisstrafen. Aber auch 3eßler selbst. wurden noch einmal milderne Umstände zugebilligt. Urfundenfälschungen wurde auf eine Gefängnisstrafe pon Wegen fortgesetter Betrügereien in Tateinheit mit schweren ein Jahr und sechs Monaten erfannt, die bürgerlichen Ehrenrechte sprach ihm das Gericht auf die Dauer von drei Jahren ab. Ueber eine Million Mart für den Nordpol- Zeppelin bat die Beppelin- Edener Sammlung bieber aus einem Teil von Deutsch land eingenommen, der erst gegen ein Drittel des Reiches beträgt. Bei gleich günstigem Ergebnis im übrigen Reich wird das Sammlungsziel ficher erreicht werden. Das Kuratorium, dem auch Genoffe örfing beizutreten veriprochen hat, fand nach genauer Prüfung die Sammlung und ihre Führung in bester Ordnung. Als Wunder der Schöpfung", der großaftronomische Kulturfilm der Ufa wird am Freitag, 11. Dez., abends 7, Uhr, als 41. Borführung wissenschaftlicher Filme in der Treptow- Sternwarte vom Bildungsaus. ichuz SP D. Treptow Baumschulenweg geboten. zweiter Teil des Programms läuft der prächtige Tridfilm Salif Storch in zwei Aften. Starten zu 60 f. find zu baben in den Spedi tionen Baumschulenweg, Stiefholzstraße, bei Strahl, Treptow, Graekstr. 50, bei Keßler, und an der Abendkasse. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 10. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr nachm.: Konzert. Später ist er dann nach Deutschland desertiert. Er bestritt vor Gericht, einen Kokainhandeln betrieben zu haben und bezeichnete sich als Opfer des Rofainismus. Sein Verteidiger hielt auch einen Beweis für die Handelstätigkeit des Angeklagten nicht für erbracht. Das Schöffengericht fonnte B. nur wegen des unerlaubten Be figes von Rotain und wegen Urkundenfälschung verurteilen. Die Strafe lautete auf vier Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft. B. blieb jedoch wegen des gegen ihn anhängig gemachten Berfahrens wegen Landesverrats weiterhin in Haft. Sonderzug nach dem Riefengebirge. geschaffene Bunder, daß alle Parteivertreter einschließlich der Deutschnationalen nicht den Mut hatten, die Verantwortung für eine beschleunigte Tilgung, d. h. jährlich höhere Belastung der Stadt, zu übernehmen. Die Notstandsaktion der Stadt Berlin. Der Magistrat hat den Stadtverordneten eine dringliche Borlage zugehen lassen, durch die er um Zustimmung zu den von ihm beschlossenen Not standsmaßnahmen ersucht. Jene Beschlüsse, die schon im Vorwärts" Nr. 572 vom 4. Dezember in ihrem vollen Wortlaut mitgeteilt wurden, betreffen hauptsächlich: Kanalisationsarbeiten; die Arbeiten an der Nordsüdbahn; Arbeiten für den Bau der AEG.- Bahn; Notstandsarbeiten im Hochbau; Unterstützung der bedürftigen Erwerbslosen, die feinen Anspruch auf die gesegliche Erwerbslosenfürsorge haben; eine Winterbeihilfe in Rohlen für Bedürftige einschl. Erwerbslose. Ueber die Aufbringung der erforderlichen Mittel fann die Borlage erit bei einem Teil dieser in Aussicht genommenen Maßnahmen eine bestimmte Angabe machen. Für die Unterstützungen kommt die Verstärkung der Wohlfahrtsmittel um monatlich 2½ Millionen Mart( bis Ende März aljo 10 Millionen Mart) in Betracht. den Notstandsarbeiten im Hochbau soll ein verfügbarer Betrag von 1% Millionen Mart sofort freigegeben werden. Zur schleunigen Ausführung der Kanalisationsarbeiten wird vom Arbeitsministerium aus dem Hundertmillionenfonds ein Darlehn von 6 Millionen Mart erwartet. Dem sofort einzuleitenden Bau der AEG.- Bahn find zunächst 2½ Millionen aus der von der Straßenbahn zu leistenden Abgabe für 1925 augedacht. Im übrigen fündigt der Magistrat zur Beschaffung der Mittel eine große Dedungsvorlage an. Zu Dem Kampf gegen die Tuberfulofe ist ein Vortrag gewidmet, den die Sozialbigienische Arbeitsgemeinschaft des Bezirks Steglit am Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, in der Realschule in der Floraftraße in Steglig veranstaltet. Referent ist Professor Dr. Berner. In der Arbeitsgemeinschaft find mit dem Bezirksgesundheitsamt sämtliche privaten Organisationen( auch die Arbeitermobljabrt des Bezirks), die auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge tätig sind, zusammengeschlossen. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Freitag, den 25. Dezember ( 1. Weihnachtsfeiertag): nächste Borstellung im Staatlichen Schiller- Theater. Zur Aufführung gelangt Der Glüdspils", Schwant von Gustav Rickelt. Breis pro Karte einschließlich leiderablage und Theaterzettel 1,20 m. Sonnabend, den 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertag), 2. Proletarische Feierstunde im Großen Schauspielbaus: Träume der Mietstalerne. Breis der Einzelfarte 1,20 M. Für die letten vier Beranstaltungen fönnen noch Das fünfte Abonnements zum Preise von 3,20 m. ausgegeben werden. Buch des Büchertreises" ist erschienen. Die Zahlstellenleiter werden ersucht, die in Frage kommende Anzahl anzufordern und abzuholen. 6.05 Uhr abends: Einführung zu dem Sendespiel„ Oberon" am 11. Dezember. 6.45 Uhr abends: Folgenschwere Explosion auf einer Zeche. Nach einer Meldung Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Dr. aus am mi. W. ereignete sich auf der Zeche Werne ein schwerer Georg Sinner: Technisches Spielzeug". 7.15 Uhr abends: Dr. Unfall. Dort explodierte der große gußeiserne Behälter des Th Tichauer:„ Der Aufbau der Internationalen Arbeiterorgani Destillierapparates und brach auseinander. Das Oberteil stürzte ein sation in Genf 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungs- und begrub drei im Raume befindliche Arbeiter unter sich. kurse). Abteilung Literatur. Theodor Kappstein:" Deutsche Alle drei trugen lebensgefährliche Verlegungen daDichter und Denker"( Hermann Stehr). 8.30 Uhr abends: Der 5. Fortsetzung. Die Katastrophe. Roman als Funkspiel von. Der angerichtete Schaden ist groß. Originalroman für die Funkstunde von H. J. Gramatzki( als Funkspiel bearbeitet). 9 Uhr abends: Orchesterkonzert. Unter Mitwirkung von Jeanette Schwarz, Sopran. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 1. Moszkowsky: Ballettmusik aus Boabdil". 2. a) Tirindelli: Di Te, b) Pergolese: Nina( Jeanette Schwarz). 3. Rubinstein: Suite aus dem„ Bal costume". 4. Tosti: a) Encore, b) Mattinata( Jeanette Schwarz. 5. Drigo: Suite aus dem Ballett Drahtlose Empfangsversuche ferner Stationen( ExperimentalDes millions d'Arlequin". Berliner Funkorchester. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der vortrag Professor Dr. Gustav Leithäuser). Anschließend: Dritte neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30 Heute beginnt der Fahrkartenverkauf für den am Sonnabend, 12. Dezember, nach dem Riefengebirge verkehrenden Sonderzug 4. Klasse bei der Fahrkartenausgabe Friedrichstraße und den MER. Ausgabestellen Potsdamer Bahnhof, Bahn hof Friedrichstraße, Kaufhaus des Westens und Unter den Linden 57/58. Die Abfahrt des Sonderzuges| bis 12 Uhr abends: Tanzmusik. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 10. Dezember, abends 7% Uhr: Norden: Schule Butbuffer Str. 3 Bortrag: August Bebe!".- Schönhauser Borftabt 1: Schule Sbfenstr. 17 Bortrag: Bedeutung der Runenzeichen". Ertner: Jugendheim auf dem Rund der Genoffenschaft, Bortrag:„ Sozia Liftische Erziehung". Johannisthal: Rathaus am Königsplan, Bortrag: Gemeinschaftsleben". Bildungsfurie: Berbebezir? Often: Jugendheim Rigger Str. 103. Werbebezirk Reinickendorf: Jugendheim Tegel, Bahnhofftr. 15. Vonnerstag 10. dezemder l925 Unterhaltung unö A�issen Vellage öes vorwärts Wilhelm öoöe. Eine der markantesten Persönlichkeiten des wilhelminischen Deutschlands und Berlins im besonderen erreicht heute das biblische Alter von 80 Jahren und kann wahrlich von sich sagen, daß ihr Leben köstlich gewesen ist. Nicht gleichmäßig erquickend und befruchtend war Wilhelm Bodes ausgedehnte Tätigkeit. Seine heftige Polemik hat ihm viele Feinde gemacht, innerhalb Deutschlands und über dessen Grenzen hinaus. Aber wenn man sein Leben überschaut, verschwindet dies vor der positiven Arbeit, die er geleistet hat, und die anregend und werteschasfend war wie die weniger anderer geistiger Arbeiter. Denn Bode war nicht etwa nur ein Künstgelehrter trotz der Fülle von Büchern und Aussätzen, die er über mannigfache Gebiete der Kunstwissenschaft ergossen hat, er war auch nicht nur Museums- dircktor von größtem Ausmaß, seit er 1872 in den Dienst der Ber- lincr Museen getreten war. Als solcher freilich kennt ihn die ganze Welt. 1880 wurde er Direktor des Alten Museums, später des Kaiser-Friedrich-Museums, 1903 Generaldirektor aller Berliner Museen, ein Amt, das er 1920 aufgab, um sich seitdem, rüstig wie einer der Jüngsten trotz seines hohen Alters, dem Dienst der Museen und seiner besonderen Schöpfung, des Kaiser-Friedrich-Museums. Vereins, kommissarisch, aber mit unverminderter Frische zu widmen. Diese Tätigkeit, deren fruchtbringendes Wesen einen anderen mehr als erfüllt hätte, war ihm aber nur Grundlage und Sprung- brett für ein weit höher gestecktes Ziel. Bode hat nicht nur in seinen zahlreichen Büchern der Kunstgeschichte neue Bahnen gewiesen und insbesondere die Forschung über italienische Renaissance und über Rembrandt wesentlich bereichert— er ist in erster Linie der Organisator des Berliner Museumswesens, das vorbildlich wurde für Deutschland und für die ganze Welt. Wenn heute die Berliner Mrseen als ein Komplex höchsten Kulturgutes dastehen, der sich neben die viel älteren Sammlungen von Wien, München, Paris, London, Madrid ebenbürtig, bisweilen überragend stellt, so ist das Bodes Lebenswerk. Wenn heute die Privatsammlungen Berlins immer noch, trotz Krieg und Inflation, zu den besten und vornehmsten in der Welt zählen, so ist das Bodes Werk, der die Sammler beroten und organisiert und in den Dienst seiner Museen gestellt hat. Und wenn heute die Berliner Sammlungen die Kunstfreunde aus aller Welt anziehen und in der Reil Popularität gelangt' I I neben dem Derdienst genialer Männer vom Range des unoergeß- �- v selber zu einer groß. artigen Popularität gelangt sind, so ist das in erster Linie sein Wert, lichen Tschudi. Bode hat Mittel und Wege gefunden und die un- geheure Energie besessen, ständig den Staat wie die privaten Kunst- freunde für seine Pläne, seine Bauten, seine Erweiterungen und Ankäufe zu interessieren und das Geld zusammenzubringen, das für so umfassende Kulturtaten nun einmal notwendig ist. Und darum haben wir mit Bedacht und mit Recht betont, daß Bode eine der gewastigsten Persönlichkeiten des wilhelmi. nischen Deutschland war. Unter den heutigen Berhällnissen fände ein« so herrschermäßiae Tätigkeit nicht mehr den Boden zu voller Entfaltung. Bodes Aufstieg ging parallel dem Wirtschaft» lichen und poMischen Aufschwung Deutschlands von 1880 bis 1910. Er war der rechte Mann, die großkapitalistische Konjunktur für die Zwecke leiner Museumspolitik auszunutzen. Er war eine Art In- dustrie-Kapitän des Mi seumswesens, selbstherrlich, großartig im Disponieren, genial im Organisieren aller Kräfte. Und er war der Ree trater dieser ganzen„Gründerperiode", die bis zum Krieg und Kriegsende anhielt und für die feit dem Zusammenbruch kein Raum in Deutschland mehr ist. Der Typ von Museen, wie er ihn vor allem im Kaiser-Friedrich-Museum geschaffen hat. gehört der letzten Vergangenheit an und wird schwerlich jemals wiederkehren. Es war die Sammlung von Kunstwerken vom wissenschaftlichen Stand- Punkt aus, die Kumulation von Kulturgütern aus der ganzen Welt, ohne Beziehung zum Leben des Volkes und der Gegenwart. Heute empfinden wir schon etwas Starres und Unlebendiges in diesem Massenaufgebot. Unser Empfinden geht nicht mehr auf das Wissen- schaslliche, das Kunsthistorische, sondern aus die lebendige Wechsel- Wirkung von Kunstsammlung und Volksempfinden, auf Betonung der lebenden, der revolutionär befreienden Kunstwerte. Und es darf nicht verschwiegen werden, daß Bodes Feindschaft und Polemik sich stets und in wachsendem Maß gegen diese Tendenz zur Gegen- wattskunst gewendet hat. Dr. Paul F. Schmidt. pallino. von Luigi Pirandollo. Als er auf die Welt kam, war auch gleich der Name für ihn fertig. Man nannte ihn Pallino, das Bällchen, denn er war so rund wie ein kleiner Ball. Von dem großen Wurf, es waren sechs Hunde, wurde ihm allein das Leben geschenkt. Er hatte das den inständigen Bitten und dem fürsorglichen Schutz der Jungens zu oerdanken. Denn da der Vater Colombo seiner Hauptleidenschast. der Jagd, nicht mehr nachgehen konnte, wollte er auch keine Hunde mehr im Hause haben, und so verurteilte er die ganze kleine Gesellschaft restlos zum Tode. Sogar die Bespina, ihre Mutter, wurde getötet. Das brave Tier weckte immer wieder in Vater Colombo schmerzlich die Erinnerung an die Freuden der Jagd in jenen Tagen, wo er noch nicht an dem verdammten Rheuma und Gliederreißen litt, das ihn jetzt von mar- gens bis abends wie mit Zangen zwickte. Aber die Jungen gaben sich Mühe, wenigstens einen von den neugeborenen Hunden zu retten und suchten sich den aus, der ihnen am besten gefiel. Heimlich zogen sie ihn unter Bespina hervor und versteckten ihn. Dann bettelten sie dem Dater die Genehmigung ab. ihn leben zu lassen, und nun erst konnten sie sich Zeit nehmen. Pal- lino genauer zu besichtigen. Da sahen sie dann die Bescherung: ihm fehlte der Schwanz! Sie schauten sich alle vier verdutzt in die Augen. Dies schien ihnen Verrat an der Sache. „Ohne Schwanz! Was sollen wir nun machen?" Ihm ein Ersatzstück ankleben.' das ging nicht an. Und es ließ sich nicht auch verhindern, daß der Vater den Fehler gewahr wurde. Immerhin, er bitte nun einmal Gnade walten lassen und Pallino durfte im Ha: se bleiben. Die Zuneigung seiner jugendlichen Lebens- retter aber hatte er sich vollkommen verscherzt, und daran war jener lächerliche Mangel schuld. ».' Pallino wurde von Tag ZU Tag häßlicher. Aber was wußte der harmlose Köter davon! Er war nun einmal ohne Schwanz geboren. Es schien, daß er sich dabei recht wohl fühlte, es schien|o gar, baß er seinen Mangel nicht im geringsten ahnte. So kam er in das Alter, wo er seinen Mutwillen iin Spiel austoben wollte. Wenn ein Kind einen Geburtsfehler hat, etwa lahm oder buckelig ist, und wenn man es denn lachen und spielen sieht, ohne daß ihm sein Unglück irgendwie bewußt ist, so sühtt man sich u..will- kürlich vom Mitleid ergriffen. Bei einem häßlichen Vieh ober spürt man nichts dergleichen, und wenn es hcrumiprmgt und einen da- durch stört, so gibt man ihn, einen Tritt, so, manch, weg mit dir! Pallino tonnte das lange nicht begreifen. Wenn man ihn ärgerlich mit einem Ellenbogenstoß oder einem Pantofselhieb von den Knien stieß oder ihm einen Fußtritt gab, daß er von einem Ende der Küche zum anderen rollte, dann sprang er schnell wieder auf seine Dorderpfoten, spitzte die Ohren, stellte den Kopf schief und be- sah sich angestrengt die Situation. Er winselte nicht und legte keinen Protest ein. Vielmehr schien ihm allmählich die lleberzeugung zu dämmern, daß die Hunde so behandett werden müssen, daß dies eine Bedingung sei, die mit seiner Hundeexistenz unlösbar verknüpft war, und daß es deshalb nicht angebracht sei, sich angegriffen zu fühlen. Ungefähr drei Monate hatte er nötig, um zu begreifen, daß der Herr des Haufe» es nicht liebte, wenn ihm feine Pantoffeln an- geknabbert wurden. Um dieselbe Zeil etwa lernte er auch, wie man den Fußtrstten auszuweichen hatte. Sobald Vater Colombo den Fuß erhob, ließ er die Beute fahren und verkroch sich unter dem Küchenfchrant. Dort war er in Sicherheit. Aber nun erkannte er ein Anderes: nämlich, wie schlecht die Menschen sind. Er hörte, wie Ulan rechnet Koalitlonen aus. .El» Man» von Recht» zum Schutz der Reicheu. Zwei Linke für Locarvo- Geist. Ein Schwarzer, um da» auszugleichen» Mas gegen, SHUch sich erweist. Drei von der Deutschen Volkspartei Und von den Demokraten zwei» vier Fachminister noch dabei!" Dann prüft er. ob es richtig sei. Und fingert wieder htn und her. wird da» für Luther nicht zu schwer? man ihn zärtlich anrief, wie man ihn händereibend einlud, hervor. zukommen: „Komm doch, Pallino! Mein Liebling! Komm doch her, Kerlchcn!" Cr erwartete Liebkosungen, er erwartete Verzeihung—, aber taum hatte man ihn im Nacken, da hageste es Hiebe, daß fast das Fell herunterging. Hm, also so war die Sache? Pallino wurde nun auch allniäh- lich hinterlistig und schlecht. Er begann zu stehlen, zerriß Sachen, wurde unreinlich, ja, schließlich kam er dazu, daß er zuschnappte und biß. Aber das hatte nur zur Folge, daß er zur Tür hinausgeworfen wurde. Niemand nahm sich seiner an. Da wurde er«in Bettler und Landstreicher, der müßig durch die Gegend lungerte. (Au» dem Italienischen übersetzt von Carl Bender.) /lus einem innerafritam'jchen Inferno. Von Prinz Wilhelm von Schwede n.*) Bei Njabtonjo landeten wir. Am tiefen Kratersee von Ruabi- kati führte der Pfad durch dichten Buschwald aufwärts nach der otelle, wo der letzte Ausbruch stattgefunden hatte. Sie liegt zwischen Ruschaio und Kumaza und wird von den Eingeborenen Nzuru genannt. Sic sieht aus wie ein kleines Stückchen des Inferno selbst. Wo vorher Ebene und dichter Urwald waren, liegt nun ein mittelssoher Berg, und von diesem hat sich eine kilometerbreite, ganz kürzlich erhärtete Lavawelle bis an den See herangewälzt und die Mbusibucht teilweise ausgefüllt. Wie eine gewaltige Beule ist die Erde damals, nrn 21. Dezember 1912, geplatzt und hat Ihren peinigen- den Inhalt ausgespien. Phantastisch geformte Laoablöcke sind bunt durcheinandergeworfen worden oder liegen aufeinandergestapell. Alles ist rotbraun oder rußschwarz, steril, leblos. Wie Schneeflocken glänzen hie und da metallische Ablagerungen in all dem Dunkel. Holzstümpse, verkohlt und von einer Lavahülle umgeben, sind an vielen Stellen noch vorhanden, und ein paar trockene, nicht ver- brannte Stämme liegen mittendrin. Wie sie dorthin gelangten. Ist schwer verständlich. Eins oder das andere bleiche, aber unter- nchmungslustige Farnkraut hat nahe am Rande Fuß gesaßt, im übrigen ist die ganze Gegend frei von jedem Pslanzenwuchs. Die Grenze zwischen Tod und Leben ist äußerst scharf gezogen. Die Verheerung brach wie ein gewaltige» Rasiermesser über die Urwald- riefen herein, ließ aber alles, was nicht vor der Schneide lag, mibe- rührt. Der schwarze Erdboden absorbiert die Sonnenstrahlen� wes» halb die Hitze unerträglich ist. Scharfe Spitzen reißen die Schuhe unbarmherzig auf, wen» man sich auf die Lava hinauswagt, und die Sohlen brennen. An verschiedenen Stellen, besonders um den Gipfei, liegt die Asche noch meterhoch, und wir sanken bis zum Knie hinein, als wir, um zu filmen, hinaus wollten. Man bekommt eine unbehagliche Ahnung davon, daß die Erde in grauer Vorzeit, als sie zu erhärten begann, so etwa ausgesehen ') Dem Verlag Brockhans. Leipzig, verdanken wir die Bekannt- schaft mit dein soeben erscheinenden Buch.Unter Zwergen und Gorillas" von Prinz Wilhelm von Schweden kgeb. 9,30 M.j. Das Buch führt in ein auch heute noch wenig bekanntes Gebiet Jnnerairikas. Der ganze Zauber der afrikanischen Steppe, der großartigen Gebirgsnatur und des Urwalds, mit Zwergen und Gorillas, spricht aus dem Buch. Schwarz, leblos, unbewohnbar. Und man ist froh, esig nehmen mußte. haben muß.. U daß man sie nicht gerade damals in Bes. � Neun Jahre sind seit dem Ausbruch bei Nzuru verflossen. Aber noch heute erzählen die Eingeborenen von der furchtbaren Nacht, als olle bösen Geister die Hölle verließen und ihre Strohmatten so schüttelten, daß die Schnitzel über die Erde stoben, und» das Licht so stark war, daß die weißen Männer in Rutschuru, drei Tage- Märsche von hier, in ihren Zauberbüchern lesen konnten, als ob es heller Tag gewesen wäre. Die Heimfahrt von dem irdischen Inferno wird mir immer unvergeßlich sein. Die Kanus hatten wir an die Mündung der Mbusibucht beordert, wo wir sie erst bei Sonnenuntergang fanden, dann folgte eine vierstündige Dootsahrt durch die dunkle Nacht. Um die Mittagszeit hatte es tüchtig geweht, so daß der See noch immer recht hoch ging und das Wasser über den niedrigen Rand der Kanus herelnschlug, als wir abfuhren. Aber nach einer Weile Hörle der Wind auf, und das Wasser beruhigte sich, um schließlich spiegelglatt zu werden. Während der See änsangs wie ein gewaltiger Silber- taler dalag, der das letzte Licht des Tages in sich sammelte, während die schon dunkel gewordenen Berge ringsum drohend Wache hielten, sah man jetzt vom Kiwu nur noch einen schwarzen, gähnenden Hohlraum, der sich in die Unendlichkeit zu erstrecken schien. Die Ufer waren oerschrrckinden, aber die Glühwürmchen, die über ihnen tanzten, zeigten den Weg und dienten uns als freundliche Blinkfeuer. Im Zenit zog der Gürtel des Orion seinen geraden Lichtstrich,'nnd über dem End« des Kanu, hing der Jupiter groß wie ein Mond. Hier und da lachte ein Pavian von seinem Ast herab oder quakt« ein Frosch hohl und dumpf. Schläfrig gluckste das Wasser um den Bug. und die Ruderer paddelten so leise, daß man kaum den gleich- mäßigen Takt der Schläge hörte. Vorn im Boot glühte das unver- metdliche Grasbüschel unter einer kleinen Wolke grauschwarzen Rauches. In gleichen Zwischenräumen bekam es eine Handvoll Wasser über sich, um nicht zu schnell zu brennen. Es war ein eigentümliches Gefühl, so über ein unbekanntes Wasser hinzugleiten in Gesellschaft einiger nackter Wilder, mit denen man nicht einmal reden konnte, denen man aber doch sein Leben anvertraut hotte. Ein Schlag mit einem Ruder auf den Kops, ein Kippen des Kahnes hätte genügt, und kein Mensch hätte später sagen können, wie es zuging, als der weiße Häuptling über Bord fiel und einstmals in der Nacht im tiefen Wasser des Kiwu ertrank. Und doch denkt man bei solchen Gelegenheiten nicht im gerinasten so. Vielmehr bejchlelcht-inen ein wunderliches SIcherheitsgesühl. wenn man auf solche Weise ganz in der Natur aufgeht, sich ihrer urwüchsigen Gesundheit erfreut und die Freuden und Gefahren des primitiven Lebens im blinden und trotzigen Vertrauen auf seinen Glücksstern genießt. Man lernt dann die fatallstische Auffassung der Mohammedaner von Leben und Tod besser verstehen. Allah ist groß_ einstmal» müssen wir alle von hinnen—, was bedeutet es also, ob es heute abend oder morgen früh oder nach fünfzig Jahren geschieht? Man fühlt sich in solcher Stunde so unendlich klein, so einsam und verlassen, aber man hat nichtsdestoweniger die Empfindung, in guter Gesellschaft zu sein. Ewig und unver- änderlich wölbt sich der Raum über unsern Köpfen. Aber die Erde zieht uns an, sie ist für uns doch das nächstliegende. Wenn ich in der Nacht dasitze und über den dunklen Kiwu hinlausche, glaubt mein Ohr große schwere Schläge zu vernehmen. Es ist das Herz Afrikas, was da schlägt. Jetzt wie in vergangenen Jahrtausenden, unberührt von ollem Streben der Zeiten und den eitlen Gedanken der Men- .schen. Da, Herz der Natur, das niemals für lein« Kinder aufhört zu schlagen, auch wenn diese so selten auf es hären. Mit 5,2 Gramm Nohöl 1 Tonne Ladung über eine Seemeile 0,352 km) befördert! In der„Urania" lesen wir: Man feierte kürzlich allenthalben — und mit Recht— das Ivojährige Jubiläum der Eisenbahn. Niemand weiß besier als der Sozialist, daß die Lokomotive nicht nur Vorspann sst für v- und Güterwagen, sondern auch für das Werden der klassenlosen Gesellschaft. Dabei wird oft übersehen, daß der wirtlich erzielte Fortschritt nicht allsin in den Abmessungen der neuesten Schiffs- und Loko- metiv-Ungetüme und in ihren Leistungen liegt, sondern noch viel mehr in dem Aufwand an Brennstoff, womit diese Leistungen er- zielt werden. Hier schlägt sogar gewissermaßen nach dem bekann- ten Worte von Karl Marx die Quantität in die Qualität um. in- dem die modernen Schisse und Lokomotiven gar nicht denkbor wären, wenn sie noch den Kohlenverbrauch der Erst-Aussührungen hätten, da die Mitführung solcher Brennstofsmengen und der ent- sprechenden Kejselanlagen technisch schwer ausführbar und jeden- falls vollkommen unwirtschaftlich wäre. Eine Rekordleistung der Dieselmotoren-Schifsahrt hat neuer- ding» das Motor-Spezialschiff für Erztronsport„Sveciland" der Deutschen Werst A.-G. Hamburg aufzuweisen. Es hat aus seiner Ausreise von Cuxhaven nach Cruz Grande(Chile) und— mit 20 000 Tonnen Erz beladen— aus der Rückreise nach Eparrows Point, U.S.A., bei durchschnittlich 6100 Pferdestärken 133 Gramm Rohöl je tatsächlich geleistet« k'S-Swnde verbraucht, was die in der Ueberschrift angegebene Leistung darstellt. Außerdem ist durch geeignete Lade- und Entladeeinrichtungen eine fast unglaubhafte Zeitersparnis erzielt, so daß das in Ballast zurück'abrende Motor- schiff noch wirtschaftlicher arbeitet als die vorher auf dieser Linle fahrenden Dampfer, die noch unterwegs Stückgut-......rci�nm- lpdungen beförderten._ �. Rechnet man noch die wesentliche Mannschastttrspornis so be- greift man, warum von Jahr zu Jahr der Prozentsag der Motor- schisse unter den Schifssneubauten größer wird. Die soziologische Auswirkung auf die Berufsumbildung der Matrosen ist natürlich ebenfalls einschneidend: der sogenannte Segelschisss-Bollmatrose schwindet mehr und mehr. Auch er wird Häufig genug den Siegeszug der Maschine verfluchen, statt die Ilr- fache'seiner üblen Lage in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung zu erblicken._ 5 landen die Pfahlbauten im Ulasser? Bon einem ganz neuen Gesichtspunkt aus hat in jüngster Zeit Ferd. Keller in der„Erde" die Frage behandelt, ob die Pfahlbau-Wahnstätten in der Schweiz und im südlichen Deutschland einstmals in> Wasser oder auf dem Fest- land gestanden haben. Die letztgenannte Annahme berührt allerdings etwas ungewohnt: doch der Forscher sucht sie auf Grund sehr ein- gehender Unterchchimgen tatsächlich zu beweisen. Zunächst führt er an. daß z. B. die Pfahlbauten der Malaien und der Papua-Neger durchweg auf dem Festland errichtet werden, der Pfahlbau an sich also keineswegs ein Leben auf dem Wasser zur Voraussetzung haben muß. Mit dieser Folgerung im Zusammenhang hat serner die Unter- suchung der klimatischen Verhältnisse, wie sie in der jüngeren Stein- 'eit und Bronzezeit geherrscht haben müssen, sodann die eingehende rusung der Lagerung der Psahlbau-Kulturschichten gleichzeitig mit der Feststellung ihrer Zusammensetzung ergeben, daß die bisher herrschende Annahme der Wasser-Pfahlbauten durchaus nicht stich- ballig ist. Die Untersuchungen Kellers lassen vielmehr ebensogut auch die Folgerung zu, daß in der Steinzeit wie in der Bronzezeit die menschlichen Ansiedlungen, ganz gleich, ob sie aus Pfablbauten be- standen oder ans Bauten, die aus sogenannten Packwerken errichtet waren, auf festem Boden standen, also nicht im Wasser, sondern an den Usern der Gewässer entweder auf nassen Gras- oder Moor- wiesen oder aber auf ganz trockenem Erdreich.___ SONDER- ANGEBOT in Leinen- und Baumwollwaren Taschentücher weiss Batist, mit Hohls., Damen- Tücher gestickter Ecke, St. 30 Pt. 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Die Geschädigten sind in der Regel öffent- liche Körperschaften, die bei der Vergebung von Aufträgen sich einem Preisring gcgenübersehen und die geforderten Preise be� willigen müssen. Selbstverständlich nutzen nun die Unternehmer ihre Monopolstellung aus und bürden durch die Forderung von Ueberpreisen dem Steuerzahler besondere Lasten auf, die als Profit in die Tasche der Fabrikanten fließen. Von vornherein muß es fraglich erscheinen, ob es der Reichs- regierung auch gelingen wird, an diejenigen Preisringe heran- zukommen, in denen die großen Konzerne der Industrie oer- treten sind. Man wird wahrscheinlich— wie immer— die kleinen hängen, die großen Verbrecher aber lausen lassen. Diese Preisringe der Großen arbeiten ja in der Regel in überaus ge- schickter Form. Aeußerlich ist ihre Organisation oft eine der- art lose, daß man sie rechtlich gar nicht fassen kann. Die M a ch tm i t t e l, die sie aber gegen Außenseiter-Firmen und gegen etwa rebellierende Mitglieder des Verbandes anzuwenden vermögen. sind außerordentlich große. Denn um eine lästige Konkurrenz und eine Preisunterbietung sich dauernd vom Halse zu halten, ist den organisierten Fabrikanten für den Augenblick kein Preis zu hoch. Der Deutsche Eisenbml-verband. Tin Beispiel, wie es gemacht wird, liefert die Tätigkeit des Deutschen Eisenbau-.Verbandes, der äußerlich nicht einmal als Kartell austritt, durch die Art der Zusammenarbeit seiner Mitglieder aber sich als ein typisches Verdingungskartell kenn- zeichnet. Ihm gehören die namhaftesten Firmen der deutschen Eisenindustrie an, soweit sie sich mit Bauarbeiten und Baukonstruktion beschäftigen. Erfolgt nun die Ausschreibung eines öffentlichen Auftrags, so wird von vornherein innerhalb des Verbandes beschlossen, welche Firmen ein Angebot zu machen und welchen Preis sie zu fordern haben. Damit steht von vorn- herein auch fest, wer den Auftrag bekommt. Aber auch das billigste Angebot enthält in keinem Falle nur die Produklionskosten und einen angemesienen Gewinn, sondern Zuschläge in stattlicher Höhe für die Verwaltung des Kartells sowohl wie zur Ab- f i n d u n g der ausgefallenen Firmen, die sonst auch für die Aus- führung des Auftrags in Betracht gekommen wären. Nicht nur die ausführende Firma verdiente also, sondern mit ihr alle diejenigen Unternehmungen, die durch ein zu teures Angebot von vorn- herein auf den Auftrag verzichtet haben. Dieses rafsinierte Ausbeutungssystem wird noch gekrönt dadurch, daß die auftragver- gebende Behörde oder Privatperson ihm überhaupt nicht entgehen kann. Wendet sie sich nämlich an eine einzelne Firma, so tellt diese das sofort dem Verband mit, und der b e st i m m t nun, genau wie im Falle der Ausschreibung, ob die Firma den Austrag an- nehmen darf oder nicht. Beispiel« an» der praxi». Man kann die Geschichte und die Taten dies« verband« bis zum Beginn des Jahrhunderts verfolgen. Er trat zuerst aus ol» Verband deutscher Eisenhochbau- und Brückenbau-Fabriken im Jahre 1902, als die Bersiner Stadtbahndrücken umgebaut werden mußten Innerhalb ganz kurzer Zeit wurde nun der Preis, der beim ersten Umbau nur 200 bis 300 M. je Tonne verbrauchten Eisens be- rrug, zunächst aus 300 bis 400 M. gesteigert-, dann aber ging er bis auf' das Vier- und Fünffach« in die Höhe. Die Arbeiten, die bis 1906/07 dauerten, brachten den Baufirmen eine ganz ge- waltige Bereicherung auf Kosten der Steuerzahler. Eine interessante Vorgeschichte hat auch die jetzt wegen Ein- sturzgefahr gesperrte Schloßbrückc in Charlottenburg. Als �>ie Stadt Charlottenburg den Auftrog ausschrieb, stellte sie an seine Ausführung ganz bestimmte Bedingungen. Die Fachleute aber waren schlauer und wollten mehr verdienen. Sie gaben kein Angebot ab, zwangen so die Stadt, die Bedingungen a b z u- ändern, um den geforderten Sonderprofit in die Taschen der be- teiligten Firmen fließen zu lassen. Beim Bau der Kölner Südbrücke über den Rhein wurden so hohe Sondergcwinne in die stark herauf- geschraubten Preise einkalkuliert, daß an die befreundeten Finnen eine Tonncnprämie von 100 M. verteilt werden konnte, insgesmnt etwa 1 Million Mark. Der Verband hatte das Monopol und konnte den Auftraggebern seine Bedingungen diktieren. Zuweilen kam es auch vor, daß private Firmen Opfer dieser Kartellpolitik wurden, wie z. B. die Firma Thyssen im Jahre 1912, als diese eine Eisenlonstruktion ausschrieb und dabei— obendrein an eine ihm be- freundete Firma— den vom Kartell festgesetzten Ueberpreis bezahlen mußte. Selbstverständlich bekamen die übrigen 5 Firmen, an die sich Thysien gewandt hatte, von dem bauausführenden Unternehmen ihre Verzichtpränrie ab.— Bei dem Bau der Hohen- zollern-Brücke in Köln meldeten sich 16 Firmen als Jnter- eisemen, von denen natürlich nur eine verabredungsgemäß den Auf- trag erhielt, und zwar zu einem Preise, der es ihr ermöglichte, aus ihrem überreichen Gewinn an j e d e der 15 Firmen 30 000 Gold- mark Entschädigung zu zahlen! Natürlich nutzte der Verband auch im Krieg sein Monopol weid- sich aus: nach dem Kriege richtete er eine Preisprüfungsstelle ein, von der die Angebote kontrolliert wurden. Seine rigorose Preis- Politik bei Reparationslieferungen hat der deutschen Wirtschaft nachweislich bereits schwer geschadet. Denn ausländische Interessenten konnten nun dafür agitieren, daß die Aufträge nach England und Amerika vergeben werden sollten, weil Deutschland nicht billig genug arbeiten könne! So wurde durch eine kurzsichtige und wucherische Preispolitik die deutsche Wirtschast gegenüber dem Ausland auf das schwerste in Mißkredit ge- bracht. Lehren der karlellpolikik. Diese Art der Kartellpolitik verdient die allerschärfste Zurück- Weisung, weil sie größtenteils auf Kosten der Steue rzahler geht. Dabei nützt sie nicht einmal der Industrie. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die Monopolstellung des deutschen Eisenbaus schwere wirtschaftliche Nachteile nicht nur für den Ber- brmicher und Steuerzahler, sondern auch für die Unter- nehmungen selbst gebracht hat, die— frei von jeder Kon- kurrenz— nicht die notwendigen Arbeiten leisteten, um mit dem Fortschreiten der Technik Schritt zu halten. Das hat sich neuerdings bei der Vergebung öffentlicher Aufträge wiederholt ge- zeigt. Den Schaden von dieser verblendeten Prvfitpolitit trägt also die ganze Volkswirtschaft und zu allererst die Arbeiter- schaff, die ihre Beschäftigung verliert, wenn die Aufträge zu teuer werden oder die Industrie mit den Errungenschaften der Technik am Weltmarkt nicht mitkommt und daher auf manchen Auftrag verzichten muß. Daher sollte da» Parlament gerade den Auswüchsen in dem Verdingungswesen sein besonder« Augenmerk zuwenden— hier werden sich in der Tat produktive Ersparnisse erzielen lasien, während die jetzige Verschwendung den breiten Massen in Form von Steuern aufgehalst wird oder gar aus Kosten der notleidenden Beamtenschaft er- folgt, für die dann kein Geld vorhanden ist. vle ,Lanöba»k' vor öem Konkurs. Die Landbant, ein Unternehmen d« Hugenberg- Konzerns, das sich mit der Parzellierung von Gütern, d. h. mit dem Ankauf größerer Güter und mit ihrer Zerschlagung und dem Weiteroertaus der Parzellen an Siedler befaßt, steht vor dem Zusammenbruch. Die Siedlungstätigkeit d« Unter- nehmen» erfolgt hauptsächlich im Grenzmarkbezirt. Die Schwierigkeiten des Unternehmen» sind einmal aus der all- gemeinen Wirtschaftslage, dann aber auch aus verschiedenen Kreditgeschäften des Vorstandes, die der Aussichtsrat nicht decken zu können glaubt, entstanden. Außerdem hat die Ge- sellschaft erhebliche Balutaschulden noch Holland. Neben Hugenberg, der von dem 60 Millionen Papiermarl detragenden Aktienkapital 35 Millionen Mark besitzt, ist der preußische Staat mit 9 Millionen Mark beteiligt. Er hat dann durch Hergab« billiger Kredite im IiUeresie des Siedlungswesens die Gesellschaft weiter über Wasier geholten, und es sollte nun durch Abtretung eines Teil« d« Aktienbesitz« von Hugenberg an den Staat über die Neuland-A.-G. eine weitere Finanzierung d« Unternehmens durch den preußischen Staat stattfinden. Diese Finanziening glaubte der Staat nach langen schwierigen Verhandlungen aber nur dann übernehmen zu können, wenn ihm das gesamte nicht in seinen Händen befindliche Aktienkapital gratis abgetreten werden würde. Wegen der schwebenden Verhandlungen war die Generalver- fammlung, die vorgestern, Dienstag, stattfinden sollte, schon einmal vertagt worden, auch gestern fand nach nochmaliger Vertagung die Eröffnung der Versammlung vier Stunden später, nachdem sie angesetzt war, statt. Der Generalversammlung wurde die Goldmarkbilanz vorgelegt, die eine Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis 100: 3 vorsieht. Diese Goldmark- eröffnungsbilanz wurde ebenso wie der Abschluß für 1924 zurück- gezogen, da die Verwaltung der Ansicht ist, daß nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem preußischen Staat nichts anderes übrig bleibt als der Konkurs. Es ist be- merkenswert, daß in den Statuten der Gesellschaft der folgende Passus enthatten ist:»Die Tätigkeit der Gesellschaft soll einerseits gemeinnützig und auf die Erhallung und Stärkung staatlicher und völkischer Interessen(I) gerichtet sein, andererseits auf der Voraussetzung ausreichender Rentabilität beruhen." Und eine Ge- sellschaft mit dieser Partei- und rassenpolitischen Tendenz beschwert sich darüber, daß die Preuhenregierung ihr die Hilfe versagt. Wenn hier der Staat durch Kauf der Terrains aus der Konkursmass« im Interesse der Siedler eingreisen soll, müssen derartige Tendenzen und die Personen, die sie vertreten, au» dem Gremium der Gesellschaft verschwinden: es wäre ja noch schöner, wenn die preußische Staatsregierung eine völkische Siedlungspropaganda amt- lich mit Geldern der Steuerzahler unterstützen wollte. Außerdem müsien die geschäftlichen Verhältnis!« d« Unter- nehmens völlig klar fein. Eher ist ein Eingreifen d« Staat« nicht möglich. Statistisches Reichsamt gegen Ernährungsmi nisterium Bekanntlich hat das Reichsernährungsmini st«rium seinem Gesetzentwurf über die Wiederbelebung der Reichsgrtreide- stelle zum Zwecke der Stützung des inländischen Roggenpreis« eine Begründung beigegeben, in der behauptet wird, daß der in- ländische Roggenpreis um 2 M. pro Doppelzentner unter dem Preise für A u s l a n d s g g« n läge. Woher das Reichsernährungsministerium zu dieser Angabe gekommen ist, war schon bisher völlig unklar. Inzwischen zeigt sich jedoch, daß diese Angabe vom Statistischen Reichsamt wohl nicht stammen kann: denn in der Außenhandelsstatiftik für den Monat Oktober nimmt das Statistische Reichsamt für den aus Deutschland a u s g e- führten Roggen einen Preis von 16,60 M. pro Doppel- zentner, für den nach Deutschland eingeführten Roggen einen Preis von 16,25 M. pro Doppel- z e n t n e r an. Es muß sich also bei den Angaben des Reichs- ernährungsministeriums um eigentümlich« Erhebungen handeln, wie sie bei diesem Ministerium auch bei anderen Gelegenheiten, z. B. hinsichtlich des deutschen Reisverbrauches wie hinsichtlich der Be- deutung des deutschen Weinbaues, bereits wiederhall vorgekommen sind. Man sollte eigentlich erwarten, daß wenigstens die Reichs- b«Hörden, selbst etwas mehr Vertrauen und etwas mehr Bereitschaft zur Ausammenarbeit gegenüber dem Statistischen Reichsamt zeigen. Die Stahlwarenindustrie zur Frage der Handelsverträge. In ihrem Bericht für den Monat November klagt die Eisen- und Stahl- warenindustrie über die weitere Derschlechterung d« Geschäfts« ganges, durch die die meisten Betriebe gezwungen werden, Betriebs- einschränkungen und Entlassungen vorzunehmen. Zum deutsch- spanischen Handelsvertrag sogt der Bericht: Das Exportgeschäft steht gleichfalls im Zeichen des wetteren Rückganges. Es macht sich unangenehm bemerkbar, daß die Handelsvertragsver- Handlungen mit den verschiedensten Ländern mtt dem Ziele der Ermäßigung der hohen Zölle nur sehr schleppend weiter- geführt werden und insolgedessen Erleichterungen bei der Einfuhr deutscher Waren in diese Länder- noch immer nicht eingetreten sind. Insbesondere ist im vergangenen Monat viel Klage über den Gang der Dinge in den deutsch-spanischen Verhandlungen über ein Handelsabkommen geführt worden. Die Folgen der Kün- digung d« deutsch-spanischen Handelsabkommens sind in ihrem vollen Umfange noch nicht zu übersehen. Es steht aber fest, daß neben den Verlusten aus der Unmöglichkeit, mit spanischen Finnen Geschäfte zu machen, auch V e r l u st e dadurch entstanden sind, daß nunmehr Industrien anderer Staaten sich in Spanien stärker fe st gesetzt haben. Eine Schiffahrlsanleihe in Amerika. Die Hamburg-Amerika- Linie(Hapag) nimmt in Amerika eine Obligationsanleihe von 6,5 Millionen Dollar, deren Betrag bis auf 10 Millionen Dollar erhöht werden kann, auf. Der Zinssatz der Anleihe beträgt 6H Proz. Der Ertrag der Anleihe soll zur Ergänzung des Schiffs- parks der Hapag dienen. Dorbereilung eine, neuen deulsch-griechlfchen Verlrag». Tie griechische Regierung hat die kürzlich von ihr ausgesprochene Kün- digung deS durch Notenwechsel vom 3. Juli 1924 und vom 15. Mai 1925 abgeschlossenen deutsch-griechischen Handelsabkommens zurück- genommen. Beide Regierungen sind bereit, demnächst inVerhond- lungen über den Abschluß eines endgültigen Handelsvertrags ein- zutreten. Die vorbereitenden Arbeiten sind in beiden Ländern ein« geleitet worden. Präsident Eoolidge zum amerikanischen Farmerprodlem. In einer Ansprache an die Iahreskonferenz de? Vereinigung amerikanischer Farmervertretunge» sagte Präsident Eoolidge, seiner Ueberzeugung nach sei die beste Lösung des Farmer- Problems in Amerika der genossenschaftliche Einkauf und Verkauf unter Beteiligung der Regierung. Das Land- wirtschastsdepartement bereite einen Gesetzentwurf vor, der diese Grundsätze vertrete. Eoolidge wandte sich gegen den Vorschlag, daß die Regierung selbst den An- und Verkauf der landwirtschaftlichen i Produkte übernehmen solle oder von sich aus die Preise festsetzen > solle. von heut© bis einschließlich Donnerstag, den 17. Dezember Reichelts Kaffee„Extrafein" 1/4 Pfd. 70 jetzt SO Pf- Reichelts Kaffee„Hochfein" �4 Pfd. 85 jetzt 75 Pf. Kaffee-Groß- Rösterei Reichelts Kaffee„Exquisit"\U Pfd. I05 jetzt 95 Pf- Reichelts Kaffee„Speziai"\a Pfd. I15 jetzt l05 M. 146 Geschäfte Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 6B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat. 2. Hoi, 2 Trev. rechts, zu richten Bezirksvorstand. Sonnabend, den 12. Dezember, abends 6 Uhr, Sigung im Konferenzzimmer der„ Borwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. * 6. Areis Kreuzberg. Freitag, den 11. Dezember, abends 7 Uhr, Bezirks Derordneten frattion und erweiterter Rreisvorstand gemeinsame Sigung, Bordstr. 11. 7. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 7% Uhr, ermeiterte Areisvorstandssigung im Rimmer 1 11. Rreis Sdöneberg- Friedenau und Westen. Unsere Mitglieder werden ge= beten, fich den Film Unfer Ronfum" am Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, in der Aula der Schule Belaiger, Ede Eisenacher Straße, anaufehen. Eintrittskarten a 30 Bf. in allen Berkaufsstellen der Ronsumgenoffenschaft und an der Abendtaffe erhältlich. 20. Kreis Reinidendorf. Die nächste Sigung des engeren Rreisvorstandes mit ben Abteilungsleitern findet am Dienstag, den 15. Dezember, abends 7 Uhr, im Aleinen Sigungsfaal des Rathauses Bittenau statt. Heute, Donnerstag, den 10. Dezember: 8. bt. Die Genoffen beteiligen fich an der Borführung des Films Unfer Ronfum" in der Aula der Sohenzollern- Schule, Belziger Straße, abends 72 Uhr. 33. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Naglerftr. 3 Mitgliederversammlung. Borfrag: Die Stellung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu den fchwebenden politischen Fragen". Referent Dr. Adolf Braun. Morgen, Freitag, den 11. Dezember: 33. Abt. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Stralauer Tor: 8 Uhr in der Schulaula Ehrenbergstr. 24 Bersammlung. Borirag: ,, Das Rind in der Geschwistergemeinschaft". 62. Abt. Siemensftabt. 7% Uhr bei Gundheim Mitgliederversammlung. Bortrag: Die Rulturaufaqben der Partei". Referent Genoffe Fechner. Das Erscheinen aller Mitalieder mit ihren Frauen ist Pflicht. 101. unb 102. Abt. Treptow Baumschulenweg. Bildungsausschus: 7½ Uhr 41. Borführung wissenschaftlicher Filme in der Treptow- Sternwarte. Brogramm: 1. Wunder der Schöpfung. groker aftronomischer Kulturfilm der Ufa( Welträtsel, Abenteuer im Weltall, Beltuntergang). 2. Ralif Storch( Trickfilm in 2 Atten). Rarten zu 60 Bf. bei Reßler, Graeßftr. 50; Spedition Strahl, Baumschulenweg, Riefholaftvake, und an der Abendkasse. ht. 124a Mahlsdorf- Güb. 8 Uhr im Zobal Diek, Uhlandstr. 18, Mitglieder. perfammlung. Bortrag: Die Auswirkung, der Verträge von Locarno. Referent Ernst Ruben. * Jungsozialisten. Gruppe Friedrichshain: Die Gruppe beteiligt fich an der Beranstaltung der Gruppe Prenzlauer Berg im Jugendheim Danziger Str. 62 Ein StandardStandard- Piano Qualitäts MK. 890.oder zu entsprechend höheren Preisen, Lieferung schon bei Anzahlung 150.and Monatsraten von Mk. 50.- beginnend direkt aus der DEMUSIN- PIANO- FABRIK Berlin O 27, Blumenstr. 70, an der Markusstraße Von 9 bis 7 Uhr geöffnet Fabrik Hof 1 Treppe links Besuchen Sie uns oder verlangen Sie sofort kostenlos Piano- Offerte, Katalog und Zahlungsbedingungen Was schenke ich zu Weihnachten? Blumenseifen Roger& Gallet Parfüms Coty Houbigant Carton 2.80 Fl. 3.Fl. 6.75 Manicurekasten Kristallzerstäuber Rasierspiegel 4.75 7.50 KOPP& JOSEPH Berlin W, Potsdamer Str. 122 Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne 8 Uhr: Der befreite Lessing- Th. Tägl. 8 Uhr GroßesSchauspielhaus Für 8/4 Don Quichotte Der junge Aar Dich Morgen 8 Uhr: Der befreite Don Quichotte Staats- Theater Opernhaus 7: Ligeunerbaron Opernhaus am Königsplatz 7 Uhi: Mignon Schauspielhaus 8 Uhr: Peer Gynt von Rostand- Klabund Sbd u. Sonnt. 4 U. Rotkäppchen Kleine Preise Kleines Th. Heute 8 Uhr. Figuranten von Birabeau Regie: Geyer Schiller Theater Trianon- Th. 8U: Maria Stuart 8 Ubr CHARELL- REVUE 300 Mitwirkende Parkett M. 6.Rang M. 8.2ter Rang M. 1.50 Loge M. 7.3ter Rang 75 Pf. Sonntag nachmittag 3 Uhr unverkürzt zu ermäßigten Preisen Städtische Oper Kleine Sklavin Der Massen- Einkauf Charlottenburg 71 Uhr: v Diet enschmid Re ie: Goldberg Neues Tannhäuser Abonn- Turnus III Theater am Deutsches Theater Täglich 8 10 Uhr. 7 Uhr: Der Kreidekreis von Klabund Olly- Polly Operette von Kollo Erna Nitter Curt Bois Regie: M. Reinhardt Parkettpl.v. 2-12 M Kamerspiele Barnowsky- Bühnen 7 Uhr: Theater in der gestattet mir folgendes billiges Angebot 100 000 Liter Fruchtweine süß, 14%, m. Steuer Heidelbeer- u Apfelwein Fruchtwein, Portweintyp Johannisbe.rwein Stachelbeer- u. Kirschwein Ltr. M. 0.87 . 99 99 " 90 " 99 0.96 1.02 1.68 75000 Liter Südweine unverschnitten, mit Steuer Tarragona süß 17% Malaga 16% . Ltr. M. 1.50 . 99" 1.74 99 99 99 2.07 2.70 99 Samos( Krankenwein) Douro Portwein 20% 35000 Fl. Rot- u.Weißweine Serie 1 mit Steuer nur M. 0.90 :: 20 9 132 1.80 236 Königgrätz.Str. Erstklassige Spirituosen la Ramper Gespenster Jam.- Rum- Versch. ca. 45% von Max Mohr ( Moissi) Freitag 8 Uhr: Die Komödie Heinrich IV. Kurfürstendamm 207 8 Unr Die Tribune Tägi. 8 Uhr: 2. Abend la Ltr. M 2.95 99 99 4.45 99 la Jam.- Rum- Vers( Teerum) ca 55% Die bek. Süßkind- Liköre ca 38% 5.20 4.45 ** Kostproben gratis e Ausschank direkt vom Faß Gesellschaft zur zu Methusalem Likör- Fabrik u. Weingroshandlung v. John Galsworthy Regie: M. Reinhardt Walhalla- Theatr Weinbe gsweg am Rosenth. Tor Tägi. 8 Uhr Komödienhaus Tågl 8 Uhr: Ropf oder Schrift Eduard Süsskind ( Baraden). Gruppe Brenzlauer Berg: Seute, Donnerstag, 7% Uhr, m Jugendheim Danziger Str. 62( Baraden), Bortrag: Napoleon". Referent Genoffe Nietisch. Gruppe Charlottenburg: Seute, Donnerstag, im Jugendheim Rosinenſtr. 4 Vortrag: Der heutige Rapitalismus". Gruppe Schöne berg: Freitag, den 11. Dezember, 8 Uhr, im Jugendheim Hauptstr. 15, Arbeitsgemeinschaftsabend. Ottaphefte nicht vergessen. Gruppe Treptow: Seute, Donnerstag, 7 Uhr, im Sugendheim Elfenstr. 3, Bortrag: ,, Sozialistische und bürgerliche Wohlfahrtspflege". Referent Dr. Fris Schloß. Neukölln I: Heute, Donnerstag, 8 Uhr, im Jugendheim Nogatstr. 11-12. 1. Unfere Gruppenarbeit. 2. Referat des Genossen Alexander Stein über Marseille Locarno. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Reukölln. Freitag, den 11. Dezem ber, 7 Uhr, in der Barade Ganahoferstr. 9 Selferzufammenkunft. Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamten. Freitag, den 11. Desember, 8 Uhr, findet in Saverlands feftsälen, Neue Friedrichstraße, Eingang Rochstraße, eine wichtige Bersammlung ftatt. Tagesordnung: Welche Aufgaben hat der Werbeausschuß der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands?" Bitte um zahlreichen Besuch. Gäste willkommen. Rein Trinkawang. Der Gaal ift geheizt. Arbeiter- Kultur- Kartell Groß- Berlin Weihnachtsausstellung vom Freitag, den 11. bis Mittwoch, den 23. Dezember, in sämtlichen Räumen des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, geöffnet wochentags 2-8 Uhr, Sonntags 10-7 Uhr. Kunst und Gebrauchskeramit Bücher- Wohnung und Hausrat 3medmäßig und schöngestaltete Möbel nach Entwürfen von Bruno Laut, Spannagel, Müller- Berchtesgaden Radierungen, Lithographien und Zeichnungen von Käthe Kollwig, Wilhelm Defterle, Hellmuth Krommer, Karl Holz Freitag, den 11. Dezember, abends 7 Uhr: Eröffnungsfeier unter Mitwirkung des Friedrich Hegar Chors( M. d. A. S. B.) Ansprache Genosse Eschbach Der Besuch der Ausstellung ist unentgeltlich Arbeitersport. Photogemeinschaft im Touristenverein ,, Die Naturfreunde Berlin, Zentrale Wien. Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, im Jugendheim des Oftens, Große Frankfurter Str. 16, Zimmer 5, Entwickeln bei hellem Licht. Gäste, auch photographierende Mitglieder anderer Arbeiterorganisationen, willkommen. Mannschaftslampf im Ringen awilden Deutsche Ciche 1900 und ,, Liber tas" Charlottenburg. Freitag, ben 11. Dezember, abends 8 Uhr, Turnhalle Friedenstr. 17, Serienbampf um die Kreismeisterschaft des AABD. in der A- Rlaffe. SC. Sparta 1911, Sichtenberg. Freitag, den 11. Dezember, 8 Uhr, Eikung bei Quade, Südstr. 71. Gäste wiltommen, Schwimmverein ,, Berwärts" Berlin 1897, t. B., Gruppe Norboft. Bein nachtsfeier am 19. Dezember in der Schulaula Greifenhagener Str. 58. Ein tritt 30 Bf. Arbeiter Sportlartell Charlottenburg. Montag, den 14. Dezember, abends 128 Uhr, Kartelliigung im Wanderheim, Rosinenstraße( Barade). Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefdäftsfeie: Berlin G. 14. Sebaftianstr. 37/38. Sof 2£ 2. Friedrichshain: Do., b. 10., abends 7 Uhr, Dieftelmenerstraße. Kreuz Fr., d. 11., abends 7 Uhr, Mitgl.- Berf., Rönigsbank. berg: Fr., b. 11., abends 7 Uhr. Abteiluma 14, Berf. bei Binziers, Reichen berger Str. 104. Besichtigungslarien ber Ausstellung im Gefundheitshaus Kreuzberg. Am Urban, gelten bis 31. Dezember. Stealik- Lichterfelbe- Bankwig: Do., d. 10., abends 8 Uhr, Gemeindeschule Ringstraße, JugendverfammJung. Bortrag Ramerab Dr. Stabreit. In der Turnhalle Antreten bes Trommlerforps fowie der Funktionäre des Kreifes. Lichtenberg und Unter gruppen: Do., d. 10., abends 7 Uhr, Antreten bei Ramerab Krüger, TüreSchmidtstr. 33. Marsch aut Turnhalle. Zurnzeug mitbringen. Bflichtver anstaltung. Filehner Bandsmannschaft an Berlin. Donnerstag, den 10. Dezember, 8 Uhr, in Soets Bereinshaus, Oranienftr. 36. Gäfte willkommen. Deutsche Landsmannschaft der Brovina Bojen, Groß- Berlin. Bersammlung Donnerstag, den 10. Dezember, 8 Uhr, im Deutschen Wirtshaus, Reukölln, Beraftr. 136-137. Einheitsverband foz. Sandel- und Gewerbetreibender und sonstiger Berufe. Monatsverfammlung am Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, Am Röllnischen Part 2( Solzarbeiterverband). Verband Bollsgesundheit, Ortsverein Berlin. Donnerstag, den 10. Desember, 8 Uhr, Schule Sfflandstr. 9-11( Nähe Jannowisbrüde), spricht Herr Richard Bon über Atem und Ernährung". Am Freitag, den 11. Dezember, 7 Uhr, im Jugendheim Goẞlerftr. 61, fpricht Genoffe Herbert Fiebrandt über ,, Sozialistische Erziehung". Freie Schulgemeinde Berlin- Tiergarten. Elternabend in der Schulaula Bochumer Str. 8, am Donnerstag, den 10. Dezember, abends 7% Uhr. Mit Rudfad und Relt von Aachen bis Afrika." Reisseindrüde und Erlebnisse von Dr. Max Sodann. Unkostenbeitrag 30 Bf. Arbeiter- Rabio- Klub, e. B. Petersburger Str. 39. Freitag, den 11. Des sember, 8 Uhr, Bastelschule. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, den 10. De zember, 8 Uhr, Ropenhagener Str. 9, spricht Funkfreund Riesig über Erfahrungen mit feinem Reifegerät und Borführung. Gäste willkommen. Freie Bereinigung von Sternfreunden, Berlin. Sonnabend, den 12. Dezem ber, abends 8 Uhr, Salenfeer Sütte, Ede Aronprinzendamm( an der Halenseer Eisenbahnbrüde). 1 Bortrag: Rboron: Die Sonne und Sonnenspektrum". 2. Aussprache. Gäste fönnen durch Mitglieder eingeführt werden. Der Herr im Hausanzug Besonders preiswerte Weihnachts- Angebote! ADMIRALS PALAST Residenz- Th. 8 Uhr täglich HALLER REALL Achtung Welle 505 8 Uhr: Circes Heirat Sonnab. u. Sonnt. 34 Uhr( KI. Pr.): Schneewittchen BAEH Th. a. Nollendorfpl Talich 8 Uhr Die Grüne Flöte Regie: Max Reinhardt Matray, Sterna, Solweg, Blum usw. Neues Vorprogramm! Thalia- Th. 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Die Rartellmitglieder tommen eine halbe Stunde früher zusammen. Alle Betriebe müssen vertreten fein am Dienstag, den 22. Dezember cr bandshaus, Rungeftr. 30, Seitenflügel parterre, im Gigungsfaal Tagesordnung: 1. Bericht bes Borstandes. 2 Befchlußfaßung über den vont Bor Jahr 1926. Achtung! Verwaltungsmitglieder! and aufgestellten Boranschlag für das Freitag, den 11. Dezember Sikung der mittleren Ortsverwaltung. 3 Wahl bes Rechnungsausschusses zur Prüfung ber Jahresrechnung 1925. 4. Berschieoenes, 5478 fung ab 1. Dezember 1925 bie Beträge Wir geben weiter bekannt, baß mit Bir Bortrag des Roll Eggert vom ADGB zur Erwerbslosenfürforge 1 Broz des Pünktliches Erscheinen wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Mieten Sie von uns Gasherde Gaskocher In sechs Monaten Brat- u Backöfen Thr Eigentum Auf Wunsch Sonder Prospekt P.Raddats e Berlin W66 Leipzigerstr. 122-123 Grundlohnes, alfo je s für Arbeitgeber und Bersicherte, betragen. 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