Menöavsgabe Nr. 5$3 ♦ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 2S4 vizuStdedinguirgen Mtd Sn�igeiuntil» sina in btr SRücsenoufgohe oaaeacbcn ile&alltoa: SA M. Clabmficab« 3 Sevmiptetbet: VSuhosf 292->297 Z«U-1U(*ff<:Soj>alB«aoltral Bctlia Devlinrv Volksvlatt (lO Pffemig Donnerstag 10, Dezember 1 H25 Stria« u»b«nzetgeusbteilunS: — Iglesias war 1849 geboren— nicht mehr persönlich erscheinen. Er sandte aber ein Begrüßunazschreibeu. das unter lebhaftem Beifall des Kongresses verlesen wurde. Der Brief gewinnt heute gewissermaßen als Abschiedsbrief eines treuen Kameraden neue Bedeutung. Wir aeben ihn deshalb in seinem Wortlaut wieder: � Empfanget die herzlichsten und brüderlichen Grüße eines alten Soldaten des Sozialismus, der wegen seines hohen Alter- und feiner Krankheit der h-iligen Sache des Sozialismus nur mehr bescheidene Dienste leisten kann, der ober trotzdem mit größter Aufmerksamkeit und hoher Freud« die dauernden Fortschritt« des Sozialismus verfolgt. Was wird die Welt der Bourgeoisie in wemgen Jahrzehnten sein? Ein Gespenst, von dem der siegreiche SoziaLsmu« die Well sicher und unwiderruflich befrell haben wird. Ihr alle— ich bin davon überzeugt—, die Ihr die besten Der- treter des Sozialismus seid, Ihr werdet mit all Eurem Dissen, mit all Eurer Hingebung und all Eurer Arbeitsfähigkeit im Dienste unserer Sache arbeiten und uns so der Stund« näherbringen, da die Menschheit die Ketten brechen wird, die sie bedrücken. Es leb« der internationale Sozialismus!" In der sozialistischen Arbeiterbewegung aller Länder wird der Name Pablo Iglesias' als der eines aufrechten Bor- kämpfe rs des Sozialismus und der Internationale im treuen Gedächtnis bleiben. Srientpolitit im Völkerbünde. TaS Ringen um Mosiul: die Türkei bleibt heut« fern. Genf. 10. Dezember.(WTB) Auf der Tagesordnung der heutigen öffentlichen Dormittagssitzung des Böllerbundsrates stehen an erster Stelle die Beschwerden wegen der Grenzverletzung der Türtei im Irak. Ge- ne-cu Leidener berichtete dem Rat über da» Ergebnis seiner Unter- suchungen, die er in den letzten Monaten an der Brüsseler Linie anstellte. Vor Eintritt in die Tagesordnung oerlas der Dolmetscher«inen von dem türkischen Außenminister Tewfik Ruchdi B e y unterzeichneten Brief, worin dieser unter Aufrecht- erhaltung der türkischen Auffassung, daß der Rat keine endgültige Entscheidung fällen könne, und unter A n- fechtung der Abstimmung des Dölkerbundsrotes bei der Annahme des Haager Gutachtens, das entsprechend Artikel 3 des Bölterbundspaktes einstimmig hätte angenommen werden müsten. fein Bedauern ausspricht, der gestern abend an die türkische Delegation ergangenen Einladung zur Teilnahm« an der heutigen Bormittagssitzung nicht folgen zu können. Der Vorsitzende Seialoja erklärte darauf, daß der Völkerbunds- rat trotzdem den Bericht des Generals Leidener entgegen- nehmen könne, worauf Leidener sofort mit der Verlesung seine« Berichts begann, der im wesenllicheii die Beschwerden der englischen Regierung wegen der Grenzverletzung durch die Türkei und wegen Vertreibung der dortigen Bevölkerung b e- st ä t i g t. Der Rat nahm d« b a t t« l o s von dem Bericht Kennt- n i s und trat dann in den Rest der Tagesordnung der heutigen Vor- mittagssitzung ein Vis jetzt keine Abrüsiungseinladung a» Teutschland. Eine Einladung an Deutschland, an den vorarbeiten der Ab- rüftungskonfcrenz teilzunehmen, ist noch nicht erfolgt. Es ist zwar richtig, daß die vorbereitende Kommission dem Völlerbundsrat vorschlug, die NichtMitglieder des Völlerbunde» — Deutschland, Ruhland und die Vereinigten Staaten— in der Änkunft hinzuzuziehen. Bis jetzt aber hat der Rat weder iiber diesen noch über andere Vorschläge der Dorbereitungs- kommission verhandelt. Erst wenn der Rat sich über sie schlüsiig geworden ist, kann die Einladung an Deutschland erfolgen. Wege zur Steuerermäßigung. Sparpolitik als Deckmantel reaktionärer'Absichten. Es gibt keine volkstümlichere Forderung als die nach der Ermäßigung der Steuern. Von allen Kreisen des Volkes wird die gegenwärtige Steuerlast als überaus drückend empfunden. Bei allen ist deshalb der Wunsch vorhanden, die Steuerlast zu senken. Eine besondere Rolle bei diesen Forde- rungen spiest die Tatsache, daß das Reich im Jahre 1924 einen eichärtichen Ueberschuß erzielte, daß im«rstsn Halbjahr 1925 die Steuern wiederum höhere Erträge brachten als ange- nommen wurde, und daß angeblich in den Ländern und Gemeinden immer noch verschwenderisch gewirtschostet lverde. Die große Parole des Tages lautet deshalb: Sparen! Dieses Ziel hat sogar zur Bildung besonderer Körper- schaften geführt, die Weg« zur Sparpolitit weisen wollen und die Hindernisie zu beseitigen trachten, die dabei von der Bureaukratie und dem Parlament drohen. Eine solche Körper- schaft ist das„KuratoriumfürSpar-undBerein- fochungsmaßnahmen", dem neben führenden bürger- lichen Politikern und Wirtscha'tlern auch höhere Beamte an- gehören. Man hätte keine Veranlassung, sich mit diesem Kuratorium zu beschäftigen, dessen Tendenzen durch seinen Leiter, den Führer des Reichsblocks, Herrn L ö b e l l, deutlich angezeigt werden, wenn nicht seine erste Veröffentlichung zwingende Veranlassung gebe. Zumal diese Veröffentlichung mit Mitteln, deren Herkunft öffentlich nicht bekannt ist, in allen Kreisen stark verbreitet wird. „Wege zur Steuerermäßigung", so betitelt der Privat- dozent Dr. Friedrich Raab diese erste Schrift, zu der der Staatsminister a. D. S a e m i s ch ein Vorwort geschrieben hat. Die hohen Erwartungen, die der Titel der Schrift erweckt, wer- den in keiner Weise erfüllt. Ihr sachlicher InHall ist überaus dürstig, die tatsächlichen Angaben zum größten Teil falsch oder abwegig. Das Ganze erscheint daher als ein V e r s u ch d« r Unternehmer, unter dem Schlagwort der Sparpolitik nicht nur eine nochmalige Ermäßigung der Besitz- st e u e r n durchzusetzen, sondern auch noch weiteren Einfluß auf die Gestaltung der Staatstätigkeit zu erlangen. Um ia kennzeichnender istdieInhaltslosigkeitderSchrist. Denn der Verfasser, der sich meistens auf andere Schriften be- zieht, weiß zur eigentlichen Sparpolitik nichts anderes vor- zuschlagen als eine Erwesterung der Befugnisse des Spar- tommissars! Es ist daher wenig rühmlich für Herrn Saemisch, daß er für diese einseitige und oberflächliche Ar- beit ein Vorwort geschrieben hat, in dem er den„unpartei- sschen Boden objektiver Würdigung und Schlußfolgerung" des Berfassers rühmt. Wie wenig objektiv und unparteiisch die Darstellung ist, sei an einigen Beispielen kurz erläutert. Der Verfasser unter- sucht zunächst die Frag«, warum gespart werden muß. Die Notwendigkeit sparsamen Wirtschaftens der öffent- lichen Körverschaften wird zweifellos von allen Politikern und Wirtschaftleni unbedingt anerkannt. Jedermann weiß, daß Deutschland in seiner gegenwärtigen Lage keinerlei Ausgaben machen darf, die volkswirtschaftlich unberechtgt oder unzweckmäßig sind. Meinungsverschiedenheiten aber wird es jedoch Sets darüber geben. anwelcherStelle und i n w e l ch e in m fa n g man sparen kann und m u ß. Für die Unternehmer freilich ist das kein Problem. Sie erklären einfach, man dürfe keine höheren Steuern erhaben als im Frieden, denn die deutsche Wirtschaft könne sie nicht tragen. Deshalb müßten die sozialen Aufwendungen abgebaut werden und auch die übrigen Ausgaben des Reickis, d«r Länder und der Gemeinden so gekürzt werden, daß sie nicht über den Friedensstond hinausragen. Daß das zwar leicht gesagt, aber schwer getan ist, scheint aber selbst unser hervor- ragender Privatdozent zu erkennen. Ebenso eifrig wie ein Unternchmersyndikus alias Meissinger betont er Mar'in- entwegt: Abbau der Ausgaben. Aber wie dos in dem Mil- liardenausmaß geschehen soll, das seine hohen Austraggeber verlangen, bleibt sein Busengeheimnis. Aber auch sonst hat sich Raab alle abgegriffenen Unter- nehinerargumente kritiklos zu«igen gemacht. Als p r i v o r wirtschaftlichen Grund für das Sparen-acht er geltend, die Wirtschast könne ohne Minderung her Steuerlasten nicht mehr bestehen. Prüfen wir dieses Argument, so ist zu- nächst sestzustellen. daß Herr Raab überhaupt nicht erwähnt, daß die Steuerlosten des Großbesitzes von 1324 auf 1925 um mindestens ein Drittel, teilweise sogar darüber hinaus bereits ermäßigt sind. Bei Erwähnung des Steuerüberschusses des Jahres 1324 wird ferner verschwiegen, dag er zum allergrößten Teil aus den Massen st euer n erzielt wurde, mährend die Besitzsteuern nur geringe Mehrbeträge lieferten. Schließlich wird erwähnt, daß eine Umstoge bei Aktiengesellschaften er- geben habe,„daß die Belastung der einzelnen Unternehmungen mst Steuern vielfach selbst die ungünstigste Vermutung noch übersteigt". Zahle n m äßige Beweise werden ober für diese Behauptung n i ch t geliefert, können wohl auch kaum geliefert werden, da überall zwar die abgewälzte Umsatzsteuer mitgerechnet wurde, die Höhe des Umsatzes und des Gesamt- gewinns aber verschwiegen wird. Und das nennt man„Ob- jettivität". Den volkswirtschaftlichen Grund für eine Sparpolitit sieht Raab in der Verwendung eines ,zu erheb- lichen Anteils des Ertrages des Volkseinkommens für öffent- liche Zwecke. Cr behauptet, daß die Belastung der Wirtschaft für öffentliche Zwecke auf das B i e r f a ch e gestiegen sei, und zwar von 11 Proz. auf 43 Proz. Das ist natürlich blanker Unsinn. Ernsthafte Menschen hüten sich vor solchen gewissen- 051 lofen Uebertreibungen. So hat zum Beispiel erft vor einigen Tagen Staatssekretär Dr. Po pig die Belastung des Bolts einkommens mit Steuern und ähnlichen Lasten auf etwa 25 bis 30 Proz. angegeben, d. h. auf wenig mehr als in England, wo ebenfalls der Satz von 25 Proz. erreicht wird. Das ist nicht das Bierfache, fondern nur das Doppelte des Friedens. Es würde zu weit führen; alle Fehler von Raab aufzuzählen. Es sei aber doch darauf hingewiesen, daß ein fo objettiver" Herr, wie der Privatdozent Dr. Raab, den Unterschied zwischen dem Werte einer Mart im Jahre 1913 und im Jahre 1924 nicht zu tennen scheint. Er weiß anscheinend auch nicht, daß das Reichsfinanzministerium allein bas Einfommen aus Lohnarbeit gegenwärtig auf rund 40 Milliarden Mark jährlich berechnet, daß das gesamte Boltseinkommen somit mindestens 45 mil liarden beträgt und nicht 27, wie er angibt. Es scheint ihm auch ganz entgangen zu sein, daß die öffentlichen Lasten gegenwärtig in Deutschland höher sein müssen als 1913, da wir doch inzwischen einen Krieg verloren haben, hohe Reparationslasten zahlen und Millionen Kriegsopfer unterhalten müssen. Die wenigen Beispiele genügen zu dem Urteil, daß die Schrift von Raab, die erste Arbeit des Kuratoriums für Spar- und Vereinfachungsmaßnahmen", Bege wandelt, die sich von denen der reaktionärsten und urteilslofesten Kreise der Großindustrie und der Großagrarier nicht im geringsten unterscheiden. Die Budgets von Reich, Ländern und Kom munen müssen von einer gepangerten Faust so zusammengestrichen werden, bis sie dem Stande von 1913 wenigstens annähernd wieder entsprechen". Das rief fürzlich ein Führer der Landwirtschaft aus, und so wünschen es aud die ,, objektiven Sparpolitifer". duands!! nobil Er be= Bir in England haben nicht erst auf den Kommunistenprozeß 1 Hauptsache fet legt, daß man vorwärts tomme. Er beantrage, bie gewartet, um dies zu erkennen. Es war die Berrüdtheit im Haushalt vorgesehene, Sonderrüdlage für Besoldungsder Dritten Internationale, die die heutige Re- zwecke von 60 Millionen noch vor Weihnachten an die Beamten in gierung Englands in den Sattel hob und den Bor Form einer einmaligen Wirtschaftsbeihilfe zu verteilen. marich des britischen Proletariats empfindlich zweifele, ob die Erhöhung der Grundgehälter vor Weihnachten hemmte. Mit dieser Angelegenheit verglichen, ist der Kommu-| möglich sei, obgleich dies wünschenswert wäre. Von den Demonnistenprozeß ein reines Kinderspiel. Aber die Dritte Internationale ftrationen der Beamten habe er eine sehr geringe Meinung, ist der Meinung, daß fie die Sache des Kommunismus gefördert fie feien eine unerfreuliche Erscheinung. Abg. Steintopff( S03.) habe, indem sie die Arbeiterpartei schädigte und Mac. weist an verschiedenen Beispielen nach, daß die Zahlenangaben der donald schwächte. Wahrscheinlich beglückwünschte sie sich dazu, daß Denkschrift irreführend seien. Wenn öffentlich verkündet werde, daß es ihr gelungen war, den Mißerfolg der letzten Wahlen in England der gesamte Besoldungsaufwand des Reiches 8,2 Milliarden aus herbeigeführt zu haben. Aber sie fann sich zu den Folgeerscheinun- mache, so müsse man hinzufügen, daß hierin sämtliche Beamten, gen faum beglückwünschen: daß sie die Kommunisten in den Kerker Angestellten und Arbeiter des Reichs, der Länder und Gebringt, nachdem sie sie aus der Labour Party vertrieb. Auch die meinden einbegriffen sind. Auch müffe man darauf hinweisen, Tatsache tann sie nicht als Erfolg buchen, daß sie die ungeschmälerte daß die Post angestellten nicht nur ihre Besoldung erarbeiten, Autorität Macdonalds herstellte und ihn von seinen unbequemften fondern auch noch große lleberschüsse erzielt hätten. Das set in noch stärkerem Maße bei den Eisenbahnern der Fall. Kritifern befreite Auch andere Behörden ständen auf eigenen Füßen, so daß eine Belastung der Steuerzahler nicht in Frage fäme. Die diplomatischen Angelegenheiten in fremden Ländern werben durch Rußlands amtliche Bertreter bei ben auswärtigen Mächten, durch fähige Männer geführt, ihre Leistungen werden aber durch die Bossenreißer der halboffiziellen Dritten Internationale vernichtet, die in dem Wahne lebt, daß sie ein tdeales Parlament und eine Weltföderation darstellt, wie sie etwa Tennyson vorschwebten. Sie glaubt auch, daß sich in ihr Marg und Engels vertörpern, und mit Berufung auf sie verkündet sie Dog. men der Unfehlbarteit und Allwissenheit, hinter denen die fatholischen Dogmen über die Unfehlbarkeit des römischen Bapstes weit zurücstehen, und die nur mit dem Allwiffen des Gottes der orthodoxen Kirche vergleichbar find. Beherrscht von diesen Illufionen, die die ganze Welt außerhalb Rußlands als die befannten Symptome der Größenwahn benannten Geistestrantheit betrachtet, erteilt die Dritte Internationale in den verschiedenen Ländern lächerliche Befehle an junge, harmlose Leute, die genug unerfahren sind, um ihre Anfprüche als berechtigt zu betrachten, und verteilt russisches Geld in der ganzen Welt, um sinnlose Mißgriffe herbeizuführen. Wenn das schon für England gilt, was sollen wir erst in Deutschland fagen, mo die Liste der finnlosen Mißgriffe und ihrer verderblichen Folgen doch noch ganz unDas Problem, an das niemand heran wolle, sei folgendes: Ist man der Anficht, daß durch den Finanzausgleich zwischen Reich und Ländern diese ihre finanzielle Selbständigkeit wieder erhalten haben, so müßte das Reich erklären, daß es für die Besoldung der Beamten usw. der Länder und Gemeinden nicht mehr auftommen fönne. Verneine man die Frage, so bleibt nichts anderes übrig, als das Finanzgebahren und die Besoldungsfrage der Länder und Gemeinden ein für allemal beim Reich zu zentra fifieren. de Die einmalige Zulage sei unsympathisch, weil sie nur im Augenblid helfe und den Reichstag in furzer Zeit erneut vor die Besoldungsfrage stellen werde. Entschließe man sich aber für die einmalige Zulage, fo fei es selbstverständlich, daß die Arbeiter und Angeftellten des Reiches, der Länder usw. ebenfalls an ihr teilnehmen müßten. Er empfehle dringend, da ein Druck auf die geschäftsführende Regierung nicht möglich sei, zu einer Verständigung unter den Parteien zu tommen und alles umstrittene auszuschalten. Die Debatte wird alsdann abgebrochen. Fort feßung morgen früh 10 Uhr. Es ist anzunehmen, daß morgen nach mittag ein Unterausschuß zusammentritt, um zu versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Der Aeltestenausschuß Erwerbslosenfürsorge und die Frage der Steuer. ermäßigung noch vor Weihnachten zu verabschieden. Gewiß brauchen wir eine Steuerermäßigung. Bahllose ehrliche Steuerzahler sind überlastet. Aber nicht weil die Ge famisteuerlasten zu hoch sind, sondern weil sie zu ungleich verteilt sind. Noch immer ist das Steuersystem nicht ab gestellt auf die wirkliche Leistungsfähigkeit, noch immer ist die Kontrolle gering, und die Möglichkeit, die Lasten nach eigenem Ermessen zu senten, um so größer, je geringer die fittliche und moralische Pflicht empfunden wird, die Lasten des verlorenen Krieges gemeinsam zu tragen. Der erste und vergleichlich größer ist als in irgendeinem anderen Lande! dides Reichstages hat beschlossen, die Besoldungsfrage, die befte Weg zur Steuerermäßigung ist deshalb die Offen legung der Steuerliften. Dadurch würde die Hinter ziehung befämpft, die Steuererträge gesteigert und die Lasten für alle erträglicher gemacht. Das aber ist es, was uns in pmuddnadss terris( hos Rod madi ensmenog Die Not der Beamten. Die Verhandlungen im Haushaltsausschuß des Reichstags In der heute fortgesetzten Beratung erflärt Abg. Neu. dem Maße wirklicher Leistungsfähigkeit. Dann werden sie bauer( Romm.), daß die Denkschrift der Regierung beweise, daß auch für alle tragbar gemacht werden fönnen. sanspritets Geld vorhanden war, auch wenn Schlieben erflärt hat, fein Geld zu haben. Er wende fich gegen die Berkoppelung 191 oder Besoldungsfrage mit der Erwerbslosenfrage und der Steuerermäßigung. Das Ergebnis der deutschnationalen 30 Steuerpolitif set, daß das Reich nunmehr 100 Millionen mehr an Reparationen Lasten tragen müsse. Abg. Bender( Soz.) ftellt fest, daß durch die Denkschrift der Regierung in der Deffentlichkeit falsche Auffassungen hervorgerufen werden. Wenn die Denkschrift sage, daß der Postbeamie im Durchschnitt 3052 m. Jahresgehalt habe, fo fei das eine Irreführung. Die breiten Maffen der Beamten der unteren Gruppen tommen bei weitem nicht an diese Summe heran. An die Diätare, die noch weniger erhielten, habe niemand gedacht. Ebenso stehe es mit den Durchschmittszahlen für die Arbeiter. Bernard Shaw an Sinowjew u. Co. Kiritit der 3. Internationale. Bernard Shaw, der große sozialistische Dichter Englands, hat den Kommunistenführern, die wegen ihrer Desertions propaganda in der britischen Armee zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, während des Verfahrens in jeder Weise bei gestanden. Jetzt sieht er sich genötigt, auch die andere Seite ber Angelegenheit aufzuzeigen, indem er im New Leader" u. a. folgende Worte an die Moskauer Adresse richtet: Die verurteilten Kommunisten bezogen die Ratschläge und ihre Meisheit aus Mostau und erhielten auch das Geld aus Mos fau Die Ratschläge waren einfach verrüdt. Sie zwangen die Labour Party, im Parlament die Kommunisten zu verleugnen und beraubten sie dadurch der mächtigen Stüße der offiziellen Opposition im Haufe der Gemeinen. Die Regierung stürzte fich sofort auf die hilflose Beute mit dem Erfolg, daß die tommunistischen Führer jetzt für ein Jahr im Gefängnis find. Die Ratschläge und Weifungen aus Moskau führten dieses Ergebnis herbei; sie fonnten auch fein anderes Ergebnis haben. Da dieses Ergebnis unnüß und verderblich war, nenne ich die Weifungen aus Mostau verrüdt., Theater in der Kleinstadt. Ostdeutsches Landestheater in Ludenwalde. Die Kleber Regierung. B Rein Rättritt der thüringischen Re er 3. Gestern hat der Thüringische Landtag mit großer Mehrheit der Regierung des volksparteilichen Abgeordneten Leuthäuser seine Mißbilligung über das Verhalten Thüringens im Reichsrat anläßlich der Abstimmung über die Locarno gefeße ausgesprochen. Jeder Mensch müßte annehmen, daß die thüringische Regierung, wenn sie nur etwas auf fich hielte, aus dieser Mißbilligung ihrer Abstimmung die Konsequenzen ziehen und ihren Rüdtritt erklären wird. Nichts von alledem scheint der Fall zu sein. Die thüringische Regierung hat offenbar die Absicht, nach wie vor ihr Land weiter zu beglücken. Dabei ist die gestrige Abstimmung mit ihrem für die Regierung so peinlich blamablen Ausgang ein Zufalls ergebnis. Es trifelt schon lange im Ordnungslande. Die Böl fischen unter der Führung des Herrn Dr. Dinter haben deutlich genug ihre Mißbilligung über den Regierungskurs ausgedrüdt. Sie Im Gegensatz zur Dentschrift fet das Realeinkommen haben die Forderung gestellt, daß Dr. Dinter zum Staatsrat ber Beamten erheblich gejunten. Die jetzige schwierige Lage, in gewählt werden möge, was ungefähr dasselbe ist, als wenn der auf den Reichstag so viel neue und berechtigte Forderungen nüppel- Kunze an der Spitze seiner 6 Mann von der Berliner einstürmen, sei dadura heraufbeschworen worden, daß die Rechts| Stadtverordnetenversammlung in den Magistrat gewählt werden regierung und ihre Barieien den günstigen Zeitpunkt im Frühwürde. Ob dieser Forderung großes Entfeßen in den Reihen jahr dieses Jahres verpaßt und die bescheidenen Forderungen des Landbundes und der Deutschen Bolfspartei; das Entfeßen ist der Sozialdemokraten abgelehnt haben. Die gegebenen Darlehen um so größer und um so verständlicher, als von der Gnade des Herrn haben die Not der Beamten noch vermehrt, indem fie der Ber Dr. Dinter auf die Dauer die Lebensfähigkeit der thüringischen Ordschuldung Borschub leifteten nungsregierung abhängt. Die Kleberregierung wird feine rechte Freude mehr erleben. So oder fo, fie wird perschwinden. of müffen! noood id Abg. Lawerenz( Dnafl.) betonte, daß sich die Deutschnatio. finalen in ihrer Sorge für die Beamten nicht übertreffen ließen. Die Die Aufgabe, den Meinen theaterlosen Städten gute Theateraufführungen zu vermitteln, ist nicht leicht gelöst. Es hat sich in den lezten Jahren gezeigt, daß von Privatunternehmern zusammen gestellte, herumreifende Truppen immer Schmieren waren oder doch beim beften Millen bes Direktors mit der Zeit dazu herabfanten. So hat sich in den fleinen Orten der Zustand herausgebildet, daß bie Leute, die das Geld dazu haben, in die nächste größere Stabi ins Theater fahren, aber für die Minderbemittelten müssen dann folche minderwertigen Borstellungen gut gemug fein. Die Boltsbühnenbewegung, die im Laufe der legten Zeit immer mehr auch die Kleinstädte ergriffen hat, hat die Möglichkeit geschaffen, diefe Mißstände zu ändern. Geftüßt auf die Theatergemeinden der einzelnen Orte wird es möglich, das wirtschaftliche Risiko des Privat unternehmers auszuschalten und fünstlerisch einwandfreie Leistungen zu bringen. Für eine große Zahl der theaterlosen Städte hat der Berband ber beutfchen Boltsbühnenvereine Wandertheater geschaffen. tan barf die Schwierigkeiten, mit benen folche Truppen zu tämpfen haben, nicht unterschätzen. Die Schauspieler müffen heute in stüftrin auf einer fchlechten Bühne fpielen, müfen morgen schon in Finster walde fein, im Hotel oder gar auf der Eisenbahnfahrt wird geprobt, und so geht es den Winter hindurch von Stadt zu Stadt. Die Schauspieler werben schon allein förperlich start beansprucht. Es miffen junge, begeisterte Künstler sein, die mit solchen Truppen reifen. Dadurch find jeder Wanderbühne fünstlerische Grenzen gesezt. Das neue englische Kinderschutzgesetz. Im englischen Parlament ist der Entwurf zur Erweiterung und Ergänzung des Kinderschutzgefeßes( children act) vom Jahre 1908 eingebracht worden. Es ist selbstverständlich, daß wie in allen Rulturstaaten auch in England der Sache der Jugendlichen als einer der wichtigsten der Nation ernsteste Beachtung zuteil wird, die Herauffezung des Schutzes bei Pflegefindern und sonstigen zu In der Hauptsache handelt es sich bei der Gesetzesergänzung um überwachenden Söglingen bis zum 16. Jahre, ferner um das Heirats serbat für Mädchen bis zum 18. Lebensjahr, und schließlich um die Feftfeßung der Strafrechtlichen zurechnungsfähigkeit von 7 auf 10 Jahre. Ferner sollen die Delikte gegen die Sicherheits-, Gesund heits- und Sittlichkeitsgefährdung Jugendlicher strenger geahndet werden. Die mit Strafen gegen Erwachsene belegten Delikte bei Gefährdung Jugendlicher follen empfindlichste Wirkung erlangen. Die Berschickung von Kindern ins Ausland zum 3mede öffentlichen Auftretens und dergleichen foll ebenfalls strenge bestraft werden. Eine besondere Gefeßesschußmaßnahme wird jungen Mädchen gegen ble Berführung zur Brostitution zuteil werden, die zum Teil bereits besteht, legt aber eine ausführliche Erweiterung erfahren wird. Mitoholverabreichung an Jugendliche unter 10 Jahren wird nicht anders als durch Gefängnisstrafe zu büßen fein. In maßgebenden Kreifen ist bie Frage aufgeworfen worden, ab jugendliche Berbrecher nicht aus bem Strafregister gestrichen werben tönnten. Es würbe dann ein in der Kindheit vom Wege abgeirrter und gebesserter Menfe nicht geitlebens als vorbestraft gelten. Soweit in England! In Deutschland ist fürzlich ein neues Jugendgefängnis in Hanöverfand eröffnet worden. Daß der Be darf zum Bau einer solchen Anstalt vorhanden ist, zeigt den traurigen Stand der Jugendfürsorge. Borbeugen wäre beffer als hellen. Borbeugen heißt in diesem Falle: schüßen und vorsorgen! A. L. Arnold Zweig feßte fich in einem Autorenabend der Buchhand. der Gegenwart auseinander. Er legte das Betenninis ab, daß er es für bie natürlichste Aufgabe des Dichters halte, seine Gegenwart Unbegreiflichem ist, die Stoff bieten müßte zu den gewaltigſten zu erfaffen. Eine Gegenwart, die ja gerade jezt voll pon unerhörtem, Schöpfungen, zu Schöpfungen, die noch ihres Geborenwerdens Man hatte fürzlich Gelegenheit, eine Borstellung eines Wander theaters des Boltsbühnenverbandes, des Ostdeutschen Landes theaters in Ludenwalde zu sehen. Gespielt wurde Bahnmeifter Tob, ein Drama von Boßdorf, das in einer Ueber tragung aus dem Blattbeutschen ins Hochdeutsche gegeben wurde. Das Stüd, das in etwas finohafter Art schildert, wie ein Bahn wärter von seiner bösartigen Frau zu Mord und in den Tod gelung 3. M. Spaeth in der Berliner Sezeffion dichterisch mit trieben wird, wirtt im Hochdeutschen mit seinen fünf Aufzügen noch breiter als in feiner ursprünglichen Gestalt. Drei Atte würden genügen. In einer plattdeutschen Aufführung würde vielleicht das piele Klöhnen" nicht so stören; aber das Stüd ist bei dieser Be trachtung nicht die Hauptsache. Die Aufführung, die für die Theater gemeinde Luckenwalde gegeben wurde, war anständig. Hugo Gauharren. Doch zeigte 8weig mit Bruchftüden aus jeiner Novelle Hamm, der zugleich Spielleiter war, gab einen Bahnwärter, der an vielen Stellen erschütternde Momente hatte. Seine Frau, die von Sela Gruel gespielt wurde, ist vielleicht für die Rolle noch zu jung, ihr Haß wirft etwas gemacht. Der Dnfel, ein Baldwärter, ber in dem Stüd als gutes Gewissen wirft, war mit warmen, herz lichen Lonen alter Eberhardt. Als flatschsüchtige, fupple rische Butterfrau wirfte Margarete Barowita burchaus echt. Man sah also, abgesehen von Kleinigkeiten, eine recht gute Aufführung. Nach den Bemerkungen im Eingang wird man ermelsen fönnen, was falch ein Wandertheater für die Kulturarbeit gerade der Arbeiterschaft in den Kleinstädten bedeutet, die sonst mit Schmiere und Edhundtino zufrieden fein muß. 8.& 136 33030 es zu unerhört neuen oder starten Formulierungen fommt. Biel echter ist das rührende, durchaus nicht gegenwartsbewußte Antwort gestammel des Mörders, der die Tänzerin tötete, weil er sich von ihr frennen sollte, und der sich nun selbst vergiftet. Ueberhaupt ist die pinchologische Bergliederung des Einzelnen, die Aufdeckung seiner Seelenregungen noch immer Zweigs eigenstes Gebiet. Und die Ge stalten feiner Novelle, mur bedingt als Binche der Gegenwart deutbar, zeugen son vornehmster, wenn auch begrenzter Kunst. Tes. Siegfried Wagner über die Sendung von Bayreuth. Im Verein Berliner Preffe sprach am Mittwoch abend Siegfried Wagner über„ Die deutsche Sendung von Bayreuth. Zu Beginn seiner Ausführungen teilte er mit, daß für das nächste Jahr eine Baufe eingelegt werde, während der die Vorbereitungen getroffen würden, um den Tannhäuser so herauszubringen, wie es der Tradition auch aus dem Auslande verstärkt eingesetzt habe, fchließe das letzte von Bayreuth entspreche. Troß des guten Befuches, der namentlich Jahr geschäftlich mit einem kleinen Minus ab. Nach der Erörterung bes Problems, ob die Festspielbühne auch anderen Werken als benen Richard Wagners geöffnet werden fönne, eine Möglichkeit, die der Bertragende aus örtlichen fünftlerischen Gründen verneinte, unterstrich er, daß von Bayreuth in Zukunft alle politischen Tagesftrömungen ferngehalten werden sollen, um die Nationalbühne als ein Eigentum des gesamten beutschen Boltes zu erhalten und zu fördern. de bid 19 Die Kalfer- Wilhelm- Gesellschaft hafte gum 8. zu ihrer ordent lichen Mitgliederversammlung gelaben. Ihr ging am 7. eine Gizung bes Senats voraus. Der Bräfident der Gesellschaft, v. Sarnad, teilte mit, daß tron ber schlechten wirtschaftlichen Lage, dank der Unterstützung von Reich und Staat und von privater Seite, es ges fungen fei, die 25 Institute der Gesellschaft annähernd auf ihrer wissenschaftlichen Höhe zu erhalten. Im Anschluß an die Mitglieder. Dersammlung hielt Prof. Dr. Ronen aus Bonn einen Vortrag über das Thema: Entwidlung und Aufgaben des Systems der Bellenlängen normalen". Am Abend fand in den Gesellschaft gehörenden Vogelwarte Rofitten, einen neuaufgeRäumen der Kaiser- Wilhelm- Gesellschaft ein Bierabend statt, bei dem nommenen Film zeigte. 750 ben 13. Desember im Theater am Bülowplag beginnt þünlich Die 11. Tanzmafiee der Bolfsbühne am fommenden Sonntag, 11, Ubr. Mitwirkende: aralb reubbera von der Berliner Staatsoper, Kurt Joos vom St ditheater Münter und Julian " Tont und Anna", daß er gewillt ist, nach seinen Kräften seine For. Igo vom Staatstheater Gera. Ginlaßtarten 1 Mart derung zu erfüllen, wenn auch an sich schon die Form der Novelle hier Ocenzen fett. Zudem liebt Arnold Zweig viel zu sehr die Grafisvorstellung der rolfsbühne für die Arbeitslofen. Der Vorstand liliengarten Filigrans. Seine Betrachtung der himmelstrebenden der Volksbühne beichiog, Anfang Januar eine Nachmittagsvorstellung im Gotit des Straßburger Münsters, meisterhaft treh nicht ganz unterSeine Betrachtung der himmelstrebenden Zheater am Bülowplaß den Arbeitslosen unentgeltlich zur Verfügung zu drückter Neigung zur Geistreichelei, ist der beste Beweis dafür. ftellen. Die Ausgabe der Karten wird durch die Gewerkschaften erfolgen. Gegenwart läßt sich im Ausschnitt aber höchstens für die harten Umrisse des Holzschnitts prägen, wenn sie ihr eigenstes Wesen zeigen foll. Daß 3weig nicht die Fähigkeit befigt, sie fp zu paden, zeigt die Berteidigungsrede, die der Berteidiger des Mörders der schönen Tänzerin Anna hält. Hier versucht zweig in großen Linien die dunklen Zusammenhänge der Gegenwart zu zeigen, ohne aber das Die Aufführung der Grünen Flöte am 12. im Theater am Rollendorfplat Flöte und des Feuerreiter am gleichen Tage in Theater am Rollendorf muk ausnahmsweise um 7%, br beginnen, da das Nachtfest der„ Grünex plag um 10 lbr anfängt. Im Rahmen dieses Ballfestes findet eine Nacht. voritellung unter Mitwirkung erster Kräfte wie: Claire Bauroff, Illa Grüning, rude Beffenberg, Maria Solveg. Katta Sterna, Cuit Deutſch, Gnst Matray, Huber: v. Megerint, der Maler Conny und Krehan usta. sta... Der Prozentpolitiker tzugenberg. Steuergelder für Privatspekulatiou? Der bekannt« deutschnationale Kommerzienrat H u g e n- b e r g, Mitbesitzer des„Lokal-Anzeiger" und der Telegraphen» Union, hat mit einem seiner geschäftlichen Unternehmungen, der„Landbank" Fiasko erlitten. Wir haben über die Generaloersammlung, die gestern stattgefunden hat. bereits im Wirtschaftsteil unseres Morgenttattes berichtet. Di« .Landbank" st ehtvordemKonturs, weil ihr Leiter nach dem eigonen Zeugnis des Herrn Hugenberg betrügerische Kreditgeschäste gemacht hat; er hat auf Grund von Effekten, die ihm garnicht gehörten, Darlehen für Landankäufe aufge- nommen und dabei 70(1 000 bis 800 000 M. verloren. In Erwartung von Staatskrediten, die der.Landbank" zugesagt sein sollen, hat man dann bei der Seehandlung neue Gelder aufgenommeu. Jetzt ist das Unternehmen an seinen verfehlten Spekulationen zusammengebrochen. Selbstoxr» ständlich soll der Preußische Staat einspringen und die Gesellschaft sanieren. Dabei wurde dem Staat« zugemutet, Aktien der„Landbank" zu einem Kurs zu übernehmen, den die Seehandlung im vorigen Jahre für ein Aktienpaket derselben Gesellschaft angelegt hatte. Daß inzwischen fast alle Börsenkurse katastrophal gesunken sind, ist für Herrn Hugen- berg nebensächlich wenn es sich darum handelt, eine unter seiner eigenen Führung herbeigeführte Pleite mit Mitteln der Steuerzahler aus der Welt zu schaffen. Die ganze Angelegenheit wäre nicht einer großen öffent» lichen Diskussion wert, wenn nicht Herr Hugenberg selbst die ihm dienstbaren Presseorgan« dazu ausnutzen würde, um gegen die preußische Regierung eine der Form wie dem Inhalt nach gerädezu widerliche Propaganda zu entfalten. Herr Hugenberg veröffentlicht durch die ihm nahestehende Telegraphen-Union den Wortlaut seiner Rede auf der gestrigen Generalversammlung unter dem Titel:„Ein politischer Kon- kurs". Selbstverständlich ist der„Lokal-Anzeiger" dem Herrn Hugenberg ein williger Helfer und lügt den ganzen Vor- gang darauf hinaus, als wollt« Preußen die Ostmarksiedlung i m S t i ch l a f s e n. Die Angaben, die Herr Hugenberg selbst in seiner Red« gemacht hat, widersprechen dieser un- finnigen Behauptung, denn der verkrachte Aussichtsratsvor- sitzende erklärt, daß Preußen bereit gewesen sei, die „Landbank" zu übernehmen, wenn der Staat entsprechend seiner Geldleistung auch das Aktienkapital und den ausschließlichen Einfluß auf die Besetzung des Bor- st a n d e s und Aufsichtsrats erhalten hätte. Herr Hugenberg drehte natürlich den Spieß um, verlangte, daß man der nach ihren Satzungen völkisch eingestellten„Landbonk" das Geld geben, die preußischen Siedlungsbehörden aber abbauen solle. Jeder vernünftig Denkende wird sich über eine derartige Anmaßung wundern. Aber Herr Hugen- berg beschränkt sich offenbar nicht mehr darauf, theoretisch in seinem„Lokal-Anzeiger" für eine Wirtschaftsdittatur einzutreten, sondern er glaubt, für sein« Unternehmungen so- gar schon über die öffentlichen Steuergelder verfügen zu können, ohne daß ihm selbst ein« Regierung etwas reinzu- reden hat. Man sieht, wie sehr manchen Reaktionären der Kamm schon geschwollen ist. Dabei handelt es sich für Herrn Hugen- berg mehr um eine Prestigefrage als um vi« Beseitigung per- sönlicher Verluste, denn Herr Hugenberg selbst betont der Oeffenllichkeit gegenüber, daß seine Privatbank, die„Ost- dank" auch nichteineneinzigen Pfennig für das Geschäft geopfert habe und keine einzige Aktie der „Landbank" besitze. Man sieht, Herr Hugenberg ist nicht ganz so dumm, wie er den preußischen Staat machen will. Persön- lich ist er schlau genug, sich von Geschäften eines Unternehmens fernzuhalten, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er ist, wenn dabei die Gefahr von Verlusten droht. Der Staat aber kann blechen. Denn das sind ja nur die Gelder der Steuerzahler. Erlaubt sich der Preußische Staat aber, selbst Land anzukaufen, so erhält er von Herrn Hugenberg eine Strafpredigt. Worum es Herrn Hugenberg geht, ist etwas ganz anderes. Er hat durch den Zusammenbruch seiner Bank das Recht verloren, sich als RetterderOstmark aufzuspielen. Das ist natürlich höchst ärgerlich. Durchaus donkbar aber ist es, daß gegen ihn als Aufsichtsratvorsitzenden von den geschädigten Gläubigern der Bank noch Regreßansprüche geltend gemacht werden. Selbst, wenn das jedoch nicht der Fall sein sollte, würde der R u s der deutschnationalen Finanzgröße natürlich sehr darunter leiden, wenn das ganze Unternehmen in Konkurs geht, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er ist. Das ist für Herrn Hugenberg eine höchst peinsiche Situation. Menschlich kann man sie bis zu einem gewissen Grade sogar verstehen, wenn man den maßlosen Ehrgeiz des Herrn Hugenberg kennt. Aber das kann doch nicht dar- über hinwegtäuschen, daß hier wieder einmal die ö f s e n t- lich« Moral in dem Dienst einer Geschäftspolitik gestellt werden soll, bei der die Prozente oes Herrn Hugen- berg oder seiner volitischen Freunde auf dem Spiele stehen. Erinnert sei nur daran, daß der Fall„Landbank" in vielen Dingen eme frappante Aehnlichkeit mit dem Fall der Preußischen Landesvfandbriefanstalt hat. Man kann es durchaus verstehen, wenn die preußische Regie- ning keine Lust hat, die privote Siedlungsbant mit iffent- lichen Geldern wieder stott zu machen, ohne sie ganz in ihre Hand zu bekommen. Wenn Herr Hugenberg in den Spuren des Herrn Nehnng wandelt, so ist das seine Sache. Daß aber für die Derluste fernes Unternehmens Staatsgelder de- reitgestellt werden, die zur� Unterstützung der Erwerbslosen besser oerwandt werden wurden, dagegen ist schärfster Ein» spruch am Platze._ Heamtenabbau als Tschechksierungsmittel. Entrüstung in Deutschböhmen. Prag. 10. Dezember.(Dom Dertreter de, 3BTB.) Die Entlassung von 2000 deutschen Postbeamten und-An. gestellten in den deutschen Gebieten des Staates hat in der deutschen Bevölkerung ungeheure(Entrüstung hervorgerufen. Ab- gesehen von der furchtbaren Not. welcher die Entlrftenen und ihre Familien ausgesetzt sind, und der Unmenschlichkeit, die in dieser im härtesten Winter vor Weihnachten erfolgten Entlalsung zum Ausdruck kommt, sieht die deutle Bevölkerung in diesen Em- lassungen einen weiteren Schritt zur Tschechisierung der deutschen Gebiete, da die Entlassenen durch Tschechen ersetzt werden. Der Postverkehr wickelt sich in zahlreichen Orten nur mit den größten Schwierigkeiten ab. Sn zahlreichen deutschen Versammlungen wird dagegen Protest erhoben, daß man den Abbau der Staolsbeamten und-angestellten lediglich aus Koste« der Deutsche» durchführt, Zurcht vor öer Geffentlichteit. vorder- und Hinterperron der Straßenbahn sind überfüllt. Der Führer kann kaum die Arme bewegen, und nur durch schlangenhoste Gliederverrenkung ist es dem Schasfner möglich, das Abfahrtszeichen zu geben. Man steht auf den Füßen des anderen, brennt Umem Rachbarn mit der Zigarette ein Loch in den Aermel und verkürzt sich auf derart angenehme Weise die Fahrt. Doch im Innern des'Wag ms herrschen Freiheit und Bewegungsmöglichkeit. Die Sitzplätze sind besetzt, und nur am Eingang vor der ersten Bank haben sich einige Eroberernaturen dreist aufgestellt und bilden stillvergnügt eine kom- pakte Masse. Der Schaffner bittet, fleht, lockt und droht. Nichts hilft. Am Eingang steht bewegungslos die Menschenmauer Nie- mand will etwas hören. Man starrt wie hypnotisiert einen Punkt an, kümmert sich um nichts weiter m der Well und versucht, sich vor sich selbst zu rechtfertigen. Man muß ja doch bald aussteigen, warum soll man sich durch die Menschenmasse drängen, gleichgültig, auch wenn man noch eine Stunde zu fahren hat. Im Stillen überlegt man, wieviel Schritte nötig sind, um den Wagen zu durchschreiten, und womit sich die Sitzenden gerade beschäftigen, und wo man sich selber aufstellen könnte. Bestimmt wird man sich ungeschickt be« nehmen, stolpern und sich lächerlich machen, und alle werden einen ironisch ansehen. Außerdem ist die Lust draußen besser, auch wenn man sich in der Kälte einen Schnupfen holt. Wäre man doch gleich, aus eigenem Willen, in den Wagen gegangen! Aber letzt? Nein! Dr» Max Adler-Wie« spricht am Sonnabend, dem 12. d. Mls.. nachm. 5 Uhr in der Aula der hoch- schule für Politik, Schinkelplatz, über Soziologie und Marxismus Eintritt frei. Freie Aussprache. Sozialistische Ardeilersugeud Groß- Berlin. Vereinigung sozialdemokratischer Studenten. Man denkt nicht daran, sich öffentlicher Kritik auszusetzen, man bleibt stehen, wo man steht, bis ein kühner Abenteurer in das Innere de» Wagens vordringt. Man atmet erleichtert auf und folgt bsfreit diesem geborenen Pfadfinder._ Zum SelbstmorS der Sängeria Jurjewstaja. Die Deiche der Vermißten noch nicht geborgen. In der Affäre der Iurjewskaja scheint nunmehr endgültig fest- zustehen, daß die Sängerin Selbstmord begangen hat. Bei der Bergungsaktion wurden in den Wassern der Reuß weitere Stoss- und Kleiderrefte gefunden, die einwandfrei als der unglücklichen Künstlerin gehörig identifiziert werden konnten. Das Motiv des Selbstmordes steht noch nicht fest. Man ist hier auf Vermutungen zweifelhaftester Art angewiesen. Don einigen Seiten wird behauptet, daß die Iurjewskaja in einem mrrphinistischen An- fall die unselige Tat begangen habe. Anderersetts wird dagegen an- geführt, daß die I. nie Morphinistin gewesen sei. Weiterhin lies das Gerücht von einer unheilbaren Krankhett, auch sollen angeblich eheliche Zwistigtkiten bei der Affäre mitsprechen. Das sind jedoch Kombinationen ohne sichere Grundloge. Eine nicht ganz einwand- frei« Rolle scheint der Gatt« der vermißten. Herr o. Bremer, im Ansangsstadium der Sache gespielt zu haben. Fest steht jedensalls/ daß das mysteriös« Telegramm, das die Sängrin angeb- lich nach Dorpat an dos Krankenlager der sterbenden Mutter rief, von ihm selbst in Berlin aufaeyeben wurde. Bremer begründete bei seiner Vernehmung im Polizeipräsidium seine Hand- lung damit, daß er seiner Gattin den dringend notwendigen Er- holungsurlaub nach der Schweiz hat ermöglichen wollen. Dies de- darf noch näherer Nachprüfung Bei den Bergungsarbeiten wurde, wie aus Andermatt gemeldet wird, ein Mann der Rettungsgesell- schaft durch niedergehenden Steinschlag getroffen und schwer verletzt. Die Kälte und das überaus gesährlich« Terrain der Absturzstelle machen die Bemühungen zur Bergung der Leiche überaus schwierig. Die Sowjet-Gesandischatt teilt zu den Mitteilungen über die angeb- liche Erschießung des Schwagers der Sängerin durch die Bolsche- wicki mit, daß diese Behauptung falsch sei. Der Sewjet-Gesandt- schaft sei hiervon nicht dos mindeste bekannt. Berlin siegen die Eckener-Tpende. Ein städtischer Ausschuß befchästtgte sich heute mit der Vorlage de, Magistrats, wonach an die Eckener-Spende von der Stadt 30 000 TO. gezahlt werden sollen. In der Beratung wurde in sehr ausführlicher Besprechung der»au des Zeppelin-Lustschisfs einerseits und die Zeppelin-Eckener-Spende andererseits behandell. Es wurde hervor- gehoben, daß die A r t, w i« das Geld gesammelt und der dazu auf- gezogene Derwaltungsapparat zu teuer fei. Bemängelt wurde lüe nationalistische Propaganda, die von dem Ausschuß der Eckener-Spende getrieben wird. Unter anderem wurde darauf aufmerksam gemacht, daß bei einer Postkartenserie, die in den Schulen verteilt wurde, aus der«inen Postkarte der bekannte Spruch steht: Exoriore aliqois nostris ex ossibus nUor(Möge aus unseren Gebeinen«in Rächer erstehen). Die Linksparteien vertraten die Ansicht, daß man 30 000 M. den Semeindeschulen für hilfsbedürftige Kinder zur Verfügung stellen sollte. Auch die Rechtsparteien vertraten die Ausfassung, daß die P e r w a l t u n g s t« st e n für die Eckener-Spende zu hoch seien. E» wurde darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn i» Volksinteresse«ine Sammlung durchgeführt werden solle, man die Sammlung so organisieren müsse, wie sie vor Iahren bei der Zeppelin-Spcnde durchgeführt wurde. Dadurch war die Gewähr gegebc» daß alle» gesammelte Geld seinem ur- sprünglichen Zweck auch dienstbar gemacht wurde. Der Ausschuß lehnte mit Mehrheit die Maglstraisvorlage ab. Gegen die Ma- glstratsvorlage stimmten Sozialdemokraten, Kommu» nisten und Demokioten. Märchenvögel. ..Ruckediguh, ruckediguh, Blut ist im Schuh'— vielleicht er- inner« sich die Tauben heute noch daran, daß sie in der Märchenzeit dem schonen Aschenputtel zu ihrem Recht verholfen Hadem Denn woher sollten sie sonst so stolz sein? Damals suchten sie doch sogar die Erbsen au» der Asche und bekamen nur die schlechten zum Lohn. Aber wenn man heut« in einer Toubenausstellung dies« schnee- weißen und zartfarbig gezeichneten Tier« sieht, die kokett wie ein« zum Ball geputzte Dame auf und ab stolzieren und sich bewundern lassen, so ist es unmöglich, sich vorzustellen, daß sie jemals in einem Aschennaps herumpicken könnten. Sie werden es seit jener Zeit wohl auch nicht mehr tun. Und die Menschen belohnen, wie Immer. historische Berdienste, und verlangen von den Tauben heute weiter nicht», als daß sie immer schön-r werden. Wenn sie dann schließlich so vollendet und vornehm sind, daß sie fast keinen Schnabel mehr bekommen und ihr« Jungen elendiglich verhungern lassen müßten, so gibt man ihnen sogar Ammen In den Dienst.— Man könnte ein Gleichnis daraus machen: aber die Nutzanwendung würde nicht ganz stimmen. Denn wer feine Tauben nicht mehr erhatten kann oder will, der bekommt noch Geld dazu vom Abnehmer. Außerdem stnd hie? selbst die edelsten Rossen genießbar. Wer allerdings ein richtiger Taubenliebhaber ist, will von solchen ketzerischen Gedanken nichts hören. Er spricht nur mit der vor- zückten Stimme eines fanatischen Sammlers von seinem Tierbestand, von den„schnittigen Gestalten" der Berliner Langen, Wiener Gestorchten, Stargarder Schwanenhälse, Dänischen Tiger und wie die Toubcnrassen sonst noch heißen. Und stolz recken sich die Schön- heitsbrieftauben vor dem Besucher, der bewundernd die Ausstellung m der Bockbrauerei in der Fidkcinstraße durchschreitet, und ver- leugnen mit hochmütigem Gurren ihre Aschennapsoerwandtschaft. Streu- und ReinignngSpflicht bei Glatteis. Das plötzlich eingetretene Tauwetter birgt die große Gefahr in sich, daß sich nach einem in der Nacht immerhin möglichen gelinden Frost am Morgen die Straßendämme und Bürgersteige in spiegelnde Glatteisslächen oerwandelt haben. Bereits in den ersten Schnee- und Eistagen ereigneten sich, wie erinnerlich, Massenstürze, dieaufdieungenügendeReinigungderBüroersteige zurückzuführen waren. Besondere Beachtung oerdient darum noch einmal die Verordnung des Polizeipräsidenten vom 4. März 1925 über die Straßenreinigung. Danach sind die Straßenanlleqer im gesamten Gebiet von Groß-Berlin zur Schneebeseitigung und Bestreuung der Bürgersteige bei Winterglätte oerpflichtet. Diese Berpslichtung ist in folgender Weise zu erfüllen: Die Bürger- steige müssen von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr frei von Schnee und Eis gehalten und von 7 Uhr morgens bis S Uhr abends mit Sand, Asche oder anderen abstumpfenden Stoffen deiartig bestreut sein, daß der Entstehung gefahrdrcchender Glätte vollständig vor- gebeugt wird. Die Hydranten müssen von Schnee und Eis frei- gehalten werden. Die Polizeireviere stnd angewiesen, aus strenge Beobachtung dieser Borschristen zu sehen und sämtliche Anlieger zur Erfüllung ihrer Pflichten anzuhalten. Im Falle wiederholter Unter- lassung oder böswilliger Weigerung tritt unnachsichtig Bestrafung «in. So notwendig und gut diese Polizeioerordnung ist, so wenig ist sie befolgt worden. Gerade die Bewohner der Pororte, die als„Groß-Berliner" die gleichen Rechte wie die Bewohner der Stadt verlangen, wissen ein Lied von der mangelhaften Schnee- befeitigung zu singen. Man sieht auf den Bürgelsteigen der Vor- orte überall dicke Krusten verhärteten Schnees. Deshalb müssen jetzt und für die Folge die ausübenden Pottzetorgane. in diesem Falle' die patrouillierenden Dien st st reifen, mehr als bisher darauf achten, daß die Borschriften eingehätten werden. Das Publi- kum sollte sich nicht scheuen, den Straßenbeamten entsprechende Mit- teilung zu machen. Das weitere wird dann schon erfolgen. Letzten Endes geht ein Außerachtlassen der polizeilichen Vorschriften immer wieder auf Kosten der Mitmenschen. GerichtSpersone« und Publikum im Bothmer-Prozeh. Der Borsitzende des am Montag, den 14. Dezember, beginnen. den Bothmer-Prozesses, Landgerichtsdirektor Dr. Hellwig, hat folgende Anordnungen für den Prozeß getroffen: In dem Berhanolungsraum, der voriges Mal für das Publikum freigegeben war. dürfen nur Richter, Staats- anwälte, Assessoren und Referendare Platz nehmen. Diese müssen sich vorher in eine Liste eintragen und erhalten nur so eine Ausweiskart«. Familienangehörige dürfen nicht mitgebracht werden. Für die Presse werden nur 20 Plätze reserviert, und das Publikum darf nur im Zuhörerraum Platz nehmen. Lokomotiventgleisung auf dem Potsdamer Ningbahnhof. Infolge vorzeitlger Umstellung der Gleissperre im Maschinen- wechselgleis entgleiste heute früh 0,40 Uhr auf den, Potsdamer Ringbahnhof in Berlin die Maschine, die den Zug 1751 über nehmen sollte. Das Einfahrgleis von Westend war bis etwa 11 Uhr vormittags gesperrt. Die Reisenden auf Richtung Westend mußten in Echöneberg umsteigen. Ein Veteran der Arbelterbewegung. Genosse Albert Nessel, Göbenstr. 14, ist nach langem schweren Leiden, kaum 60 Jahre alt, von uns geschieden. Sein arbeitsreiches Leben stellte er m den Dienst der Partei. 34 Jahre wirkte er ohne Unterbrechung als Funktionär, treu dem Gedanken, der in der Jugend sein Herz und Hirn entflammte. Niemals wankelmütig, auch nicht in schwerster Zeit, gab er dadurch seiner Umgebung«inen Halt und war ein Beispiel treuer Pslichtersüllung in der Kleinarbeit für die Partei. Ein besonnener Kämpfer, der nie nach außen hervortrat, ist jetzt still geworden. Seine Einäscherung wird noch besonders angezeigt. Aendervng der Straßenbahnlinie 50. Die Linie 56 wird vom 14. Dezember dieses Jahres ab vom Händelplatz über die Strecke Gelieustraße, Schutzenstraße, Birkbuschstrahe, Kullgkshof, Bahnhof Steglitz,«lbrechtstraße, Schloßstraße umgeleitet. Fdr die lt»terssllhavg»koss« der Zuleroat»»ii'en Vr6s!eii-L«g« ver- anstaltet das K«bereit der Kemtter,.Nuistlrsteiidamm t93/lSt