MenSausgabe — c—»W ii m\ i■■ ii— a—B Nr. 585 ♦ 42. Jahrgang �osgabe k Nr. 290 B-z�gskrdiuMlng«»»Ild DizeigeiWreif« bnt in bet Warzen lulszab« anzegcben HeOottion;»». M, Cinbcafttaft« S 3«tnfpce4ct: VSahoft 292— 291 Xcl.-lUt«ff«:So}iaIbeiao(tat Bcriia P. �r- Derlinev VoMsblatt (�10 Pfennig) Zreitag 11« dezember 1�25 Berraq und«nzetgenabteilun«: »gdh. Berlin S®. 6«. Clnbcnftrab«» JcrafptMbct: vdnhsfs 292— 2S2 sw Zentralorgan der Sozialdemokratlfcben Partei Deutfcblands Das Echo unserer Joröerungen. Stimmen der Presse. Die Berhandlungsvorschläge der sozialdemokratischen S�eichstaasfraktion haben bei den bürgerlichen Parteien keine Ueberraschung hervorgerufen. Die..Tägliche Rund- schau", das Organ der Volkspartei, gibt das Programm kommentarlos wieder. Die demokratische Presse beschränkt sich auf die Feststellung, daß der Weg zu weiteren Verhand- lungen in nichts verbaut sei. Die„Germania" widmet dem Programm einen längeren Kommentar, der von der Ab- ficht getragen ist. die chetzoersuche der Deutschnationalen kühl abzuweisen. Sie schreibt: .Der Versuch der Sozialdemokratie, Richtlinien für«in solches Programm aufzustellen, kann daher keinem Bedenken begegnen. Die Form, in die die sozialdemokratischen Wünsche gekleidet sind, bietet keinen Anlaß zur Beanstandung. Die einzelnen Punkt« selber be> dürfen selbstredend einer eingehenden Erörterung und Prüfung. Im ganzen läßt sich sagen, daß man über die sozialdemokratischen Punkte reden kann, womit selbstverständlich noch kein endgültiges Urteil über die einzelnen Verhandlungegegen- stände gefällt sein soll. Ueber eine Reihe der Anregungen wird sich leicht eine Einigung erzielen lassen, ander« werden weniger reibungslos zu erledigen sein. Es Ist natürlich, daß die wirtschaftlichen Fragen im Vordergrund stehen. Ein Teil der sozialdemokratischen Punkte verlangt in der Tat eine baldige gesetzliche Regelung. Teilweise sind die Vorverhandlungen dazu schon eingeleitet: so haben über die Erwerbslosenfrage gestern zwischen den Parteien eingehende Erörtelungen stattgesunden und man kann auch schon eine gewisie Annäherung feststellen. Eine Einigung... tonnte gestern noch nicht erziell werden. Aber eine Verständigung muß erfolgen, wenn dl« Erwerbslosen selbst nicht schwer geschädigt werden sollen. Wie in diesem Punkte, so wird auch bei den übrigen sozialdemokratischen Anregungen die finanzielle Seite sorgsam geprüft werden müssen." Die„Germania" kündigt ihrerseits an, daß für das Zentrum ein Nachgeben in seinen schulpolitischen Programmpunkten nicht in Betracht komme. Di«.Frankfurter Leitung" gibt im Leitartikel ihres heutigen Abendblattes zur Regierungskrise zunächst ihrer Freud« darüber Ausdruck, daß die Sozialdemokraten jcht ihre Siele für die nächste Regierungsperiode an die Spitze der Per- Handlungen gestellt haben. Eis seien dabei mit einer aner» kennenswertenMäßigung vorgegangen. Man könne im ganzen sagen, daß die Formulierung der sozialdemotra- tischen Fraktion eine durchaus akzeptable Di«> k u s s i o n s g r u n d l a g e für die Schaffung einer ehr- lichen Regierungskoalition bildet. So sei der sozialdemo- kratische Vorsthlag im ganzen als ein durchaus positiver Schritt zu einem positiven Ergebnis zu werten, und nun wird sich zu zeigen haben, ob dieses positive Ergebnis gelingt oder an wem es scheitert. Die Presse der Deutschnationalen jedoch bemüht sich, den Mittelparteien vorzureden, daß die Vorschläge der Sozialdemokraten„unannehmbar" und„unerfüllbar" seien und sie unter ein„kaudinisches Joch" beugen wollen. Die Deutschnationalen fühlen sehr gut. daß der Zweck der sozial� demokratischen Dorschläge entschlossene Abkehr von dem poli- tischen Kurs der Deutschnationalen ist. So schreibt die .Freuz-Zeitung": hinter den Forderungen verbergen sich die innerpolüischen Ab- sichten der Sozialdemokratie. Sie klingen selb st ver stand- l i ch, sind aber nur gegen rechts gerichtet Jind bezwecken Uebertragung des System» Severing auf da« Reich." Selbstverständlich sind die Forderungen gegen die bis» herige egoistische Politik der Deutschnationalen gerichtet, die schuld an der Verschärfung der Krise trägt. Die Deutschnatio» nalen wollen ihre Politik gegen das Volk fortsetzen. Deshalb findet die„Deutsche Zeitung" die sozialdemokratischen Punkte„zum Teil unerfüllbar"— vor allem aber„u n a n» nehm bar". Ln dem Versuch, den Mittelparteien zuzu» reden, daß sie unannehmbar seien, siegt die Absicht, sie beim Rechtskurs zu halten. Am lautesten gebärdet sich die„Deutsche Tageszeitung": .Diese sozialdemokratischen Forderungen zeigen fast in jedem Punkte, daß die Sozialdemokratie mcht nur«in« völlig« Unterwerfung der staatsbürgerlichen Parteien unter den M a ch t w i l l e n und das Agitationsbedürfnis der Sozialisten verlangt, sondern auch jeglichen Verantwortlichkeits- gefühls gegenüber den wirtschaftlichen Schwierigkeiten entbehrt, die gerade setzt da» deutsche Voll in seinem Lebensnerv bedrohen." Jnsl. sondere entrüstet sie sich über die Forderung der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens und die Führung der Handelspolitik mit dem Ziel der Förderung des industriellen Exports. Natürlich: Abbau der Sozialpolitik und Unterordnung der Handelspolitik unter agrarische Großbesitz. interessen waren entscheidende Programmpunkte des Rechts- kurses. Sie schließt: Jhiry. dies« sozialdemokratischen Forderungen im ganzen nehmen sich geradezu wieeinHohn gegenüber den Criordernisscn der Lage und gegenüber den Empfindungen Per Parteien aus, die die Sozialdemokratie unter dieses kapdinifche? 0 ch zwingen möchte. ,3?-vir hinzufügen tonnen, herrscht dies« Ausfassung in weit« st in p, Lamento rischen Kreisen de» staat» bürget- Lager».' Die Deutschnationalen möchten die Bevormundung der Mittelparteien, die sie in der Blutezeit des Rechtskurses geübt haben, auch jetzt forffetzen. Das Echo, das aus ihrer Presse kommt, unterstreicht die Notwendigkeit der sozialdemokra- tischen Forderungen. die Stellung üer Volkspartei. Im Reichstag erzählte man, die Bolkspartei wolle erklären, sie betrachte zwar das von der Sozialdemokratie ausgestellte Programm al« eine Erschwerung, wolle sich aber Verhandlungen darüber nicht entziehen. Der Reichspräsident empfing heute den Vorsitzenden der Reichs- tagsfraktion der Volkspartei, Dr. Scholz. Weiter« Empfänge von Parteiführern sind vorgesehen. Christen öer Tot! Nein, erbärmliche BolkSbetrüger! Die ganze deutschnationale Presse fällt wie auf Kommando über die Forderungen her. die die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion jetzt, bei den Verhandlungen über die Äegierungs- bildung, zugunsten der nolleidenden Massen des arbeitenden Volkes erhoben hat. Da ist es nicht uninteressant, sich einer Rede zu erinnern, die der deutschnationale Reichstagsabge- ordnete Koch- Elberfeld auf dem letzten deutschnationalen Parteitag in Berlin gehalten hat. Herr Koch führte damals aus: Als Partei können wir uns nicht für einen bestimmten Stand einsetzen. Aber wir müssen dafür sorgen, daß der Kamps zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht zu einer Zerreißung der Volksschichten wird. Beim Lohn- und Arbeitszeit- Problem, bei den sozialen Problemen überhaupt, handell es sich nicht nur um wirtschaftlich« Fragen, sondern um mehr. Der Mensch ist doch an seiner Arbeitstrast gebunden mit seiner Persönlichkeit. Dadurch wird diese wirtschaftliche Frag« ein« soziale und kulturelle Frage, die nicht mtt dem Rechenstift in der Hand gelöst werden kann. Auch da» Gefühl, das Herz muß dabei sein. Es find Menschen, unser« Brüder und S ch w e st« r n, um die es sich handelt, und die jetzt in bitterster Rot leben. Di« Allerärmsten sind die Arbeitslosen, die hoffnungslos täglich von einer Arbeftsstätte zur anderen vergeblich pilgern und die im Höchstsalle ein« Wochen- nntersiühnng von 21 Mark beziehen können. Wer da» Elend dieser Allerärmsten ansieht, der wird e« ver- stehen, wie diese Menschen«» empfinden, wenn man von der unglaublichen höhe der Arbeits- losenunterstützung redet wir müssen schleunigst zv einer gesetzlichen Reuregelung der Arbeilsloscnunlerstühung kommen; dos sind wir auch den Millionen schuldig, die täglich und stiindllch sich darum sorgen, wann auch sse von dem furchtbaren Schicksal der Arbeitslosigkeit betroffen werden. Als gute Ehristen, die wir doch in unserer Partei sein sollen, müssen wir unser Brot mit den Hungerndenteilen. Die Wirtschaft ist sicherlich ein wichtiges Machtinstrument im Staate. Aber im Mittelpunkt darf nicht dos Materielle stehen, sondern die Persönlichkeit, der Mensch, den wir als Menschen und Christen richtio werten müssen. Ich richte an die Parteifreunde die Mahnung: Seid nicht nur kalteRechner.sondernseidMenschen, dtegernden Menschen helfen, seid Christen der Tat! Der Bericht oerzeichnet nach diesen Worten lebhaften Bei» fall. Jetzt aber, wo die Sozialdemokratie ihr« Forderungen zugunsten der Allerärmsten anmeldet, Forderungen, denen jeder„Christ der Tat" mit Begeisterung zustimmen müßte, antwortet die deutschnationale Presse darauf mit einem wahren Wutgeheul. Man sieht daraus, daß der sogenannte„deutschnationale Arbeiterbund", den Herr Koch vertritt, mir«in« Anstalt für den Gimpelfang ist. Wo es sich um das Parteigeschäft der Deutschnatio nalen handell, hat das„Christentum de? Tat" da» Maul zu holten. die Senkung öer Lohnsteuer. Entscheidung im Esteuerauöschuh am Sonnabend. Der Steuerausschuß dt» Reichstages nahm am Freitag den Bericht de» Unterausschusse» entgegen, der die Anträge der Parteien zur Lohnsteuer vorzuberaten hatte. Danach hat die Regierung erklärt, daß sie gegenwärtig nur zu dem Gesetz- entwurs Stellung nehmen könne, den sie selbst eingereicht habe. Di« Stellungnahm« zu den weitergehenden Anträgen der Partelen müsse der neuen verantwortlichen Regierung vorbehalten bleiben. Wenn die neue Regelung der Lohnsteuer zum 1. Januar 1S26 in Kraft treten solle, müsse die Eiftscheidung des Reichstage» wegen der zahlreichen Feiertage in der zweiten Hälfte de, De-ember spätestens am 15. Dezember erfolgen. Staatssekretär Popitz wiederholt« diese Erklärung und bat um Erledigung der Vorlage im Steuerausschuß möglichst noch am Sonnabend. Der Ausschuß beschloß, am Sonnabend nach dem Plenum«in« Sitzung abzuhalten und den Gesetzentwurs der Regierung zur Lohn- steuer endgültig zu erledigen. Mit Rücksicht auf die gleichzeitig im HaukhLlt»au«ichuß stattfindend« Debatte üper die Erhöhung der Ermerbolosenunterstützung und deren finanziell« Zlu-wirkungen de- schloß er die Vertag, mg. damit die Mitglieder de« Sleuevousschusses daran teilnehmen können. SO Prozent! Die Erwerbslose» brauchen sie!— Tie Finanzen können sie tragen! Die Reichsregierung bezeichnet als äußerstes Entgegen- kommen bei der Neufestsetzung der Erwerbslosenunterstützungs- sähe eine Erhöhung um 20 Proz. für die Haupwnterstützungs- empfänger. um 10 Proz. für die Familienzuschläge und um 6 Proz. für die Spitzenbeträge. Demgegenüber sei noch«in- mal mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß selbst eine Erhöhung um 30 Proz. ganz unzulänglich bleibt. Wir haben berells den Nachweis erbracht, daß selbst bei einer Er- höhung um 30 Proz. bei weitem nicht das von Kuczynski er- errechnte Existenzminimum erreicht wird: wir haben weiter nachgewiesen, daß die Unterstützungssätze in Eng- l a n d, die berells seit Anfang vorigen Jahres gezahlt werden. auch dann nach wesentlich höher bleiben, wenn die Unter- stützungssätze in Deutschland um 30 Proz. erhöht werden. Die Reichsregierung versucht ihr Verhalten mit dem Hin- weis zu begründen, daß die erforderlichen Summen nicht durch Beiträge aufgebracht werden können. Diese Behauptung hält einer ernsthaften Prüfung nicht stand. Angesichts der schweren Krise wird es notwendig sein, eine gerechte Lastenverteilung über das ganze Reich durch Eniführung eines e i n h e i t- lichen Reichsbeitrages für die Erwerbslosenfürsorge vorzunehmen. Der gegenwärtige Zustand ist ganz unhaltbar. Das bestehende Durcheinander an Veitragssestsetzungen spottet jeder Beschreibung. Lassen wir die Tatsachen sprechen. Nach dem zuletzt bekannten Stande beträgt der Beitragssatz in Bayern und Baden I.S. in Thüringen. Hamburg, Bremen 1 Proz., in Mecklenburg-Schwerin und Oldenburg im Durch- schnitt ebenfalls 1 Profc, in Sachsen, Anhalt und Schaumburg- Lippe 0,5 Proz., in Württemberg im Durchschnitt ebenfalls 0.5 Proz., in Braunschweig 0,5 bis 2 Proz., in Mecklenburg- Strelitz 0 bis 3 Proz., in Wolbeck 0,5 bis 1 Proz. und in Lübeck 0 Proz. Preußen hat ab 1. Dezember den Höchstsatz auf 1,75 Proz. festgesetzt. Der komplizierte Gefahrenausgleich in Preußen mit den Provinzialausgleichskassen und der Landesausgleichskasse ermöglicht es dennoch, daß öffentliche Arbeitsnachweise überhaupt keinen örtlichen Beitrag erheben. Hat die Prov.nzialausgleichstasse von ihrem Recht auf Er- Hebung eines Bettrages in Höhe von H Proz. keinen oder ge- ringeren Gebrauch gemacht, so fft die Folge, daß trotz einer gewalligen Arbeitslosigkeit in Preußen in diesen Bezirken wir ein Leurag von Mi bis � Proz. erhoben wird. Dieses un- sinnige System wird durch die Erfahrungen der Gegenwart als undurchführbar erwiesen. Deshalb hat der Berwaltungs- ausfchuß des Landesarbeitsamts Preußen gestern beschlossen, dajj mit Wirkung vom 1. Januar sin einheitlicher Beitrag von 2M Proz. für Preußen zu erheben ist. Die hier aufgezeigten Mißstände in der Beitragserhebung können mit einem Schlage beseitigt werden, wenn der Reichs- orbeitsminifter von feinen Befugnissen entsprechenden Ge- brauch macht. Nach ß 8S Abs. 3 der Verordnung über Er- werbslosenfürsorge kannnämlichderReichsarbeits- minister mit Zustimmungdes Reichsrats und nach Benehmen mit dem V Arbeitsvermittlung die Gesamtaufwand«, deri mg « n t st« h t, b e m e s s« n. Es ist höchste Zeit. einer einheitlichen Reichsgefahrengemeinschast zu beschreiten. Wenn man von einem beitragspflichtigen Personenkreis von 13 Millionen ausgeht und bei emer Beitragserhebung von 3 Proz. mit einem Bertrage von 4,50 M. pro Kopf und Monat rechnet, so würde das eine Gefamteinnahms von 53,5 Mil- lionen Mark pro Monat bedeuten. Diese vorsichtig errechnete Einnahme ließe sich wesentlich sie i g e r n. wenn die durch den Reichsarbeitsminister von den Beiträgen befreiten Personen- gruppen wieder zur Beitragsleistung herangezogen würden und weiterhin der Reichsarbeitsminister von seiner Befugnis nach§ 34 Abs. 4 der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge Gebrauch machen würde und Arbeitnehmer, deren Einkommen über die Grenze der Krankenversicherung hinausgeht, zu Pflichtbeiträgen heranziehen würde. In diesem Falle würde der Personenkreis sich um viele Millionen vermehren. Man braucht ja nur daran zu denken, daß krankenoersicherungs- p'Iichtig rund 20 Millionen sind. Dazu kommen dann noch die Hunderttausende von Angestellten, deren Einkommen die Krankenversichsrungsgrenze übersteigt. Es wäre also unter Ausnützung dieser Möglichkeiten schon heute durchführbar, den Kreis der B e i t r o g g sp f l ich ti g e n und Unter- stützungsberechtigten wesentlich zu erwei- t e r n. Die Heranziehung der Beitragsbefreiten ist aber auch deshalb«ine unabweisbar« Notwendigkeit, well sie anspruchs- berechtigt nach wie vor bleiben und nur von der Beitrags- lelstung entbunden sind. Wie hoch beläuft sich gegenüber diesen Einnahmemöglich- ketten die voraussichtliche Mehrbelastung? Im Oktober belief sich die Zahl der Hauptunterftützungsempfänger auf rund 300 000. Die Ausgaben für dies« Hauptunterstützungs- empfänger einschließlich der FamilienzuMäge. Krankenversicherungsbeiträge. Umschulung»- und Arbeiisausrüstungs- kosten sowie der notwendigen Verwaltungskosten der öffent- lichen Arbeitsnachweise betrugen rund 18,5 Millionen Mark. Die Zahl der Hauptunterftützungsempfänger belief sich am 15. November auf rund 471 000. Unter Zugrundelegung von 600 000 Hauptunterstützungsempfängern, die der Reichs- arbeitzmimster Brauns als dem gegenwärtigen Stande«itt- ftzrechenh bezeichnet, würden sich die Gesamtausgaben auf > etwa 35 Millionen belausen, weil dl« Berwallungskoften der erwaltungsrat für Beiträge nach dem anzenReichsgebiet öchst« Zeit, diesen Weg zu Danach wird den Reichsarbeitern, die vier Jahre im Schüßengraben zugebracht haben, diefe Zeit nicht angerechnet, wenn sie eine Dienstprämie für 25 Dienstjahre im Betrage von 100( einhundert) Mart beanspruchen. Dem Neunmonatsminister aber werden sogar Friedensdienstzeiten als Gemeiner( Einjähriger) und Reserveübungen angerechnet, die Kriegszeit in der Etappe jogar doppelt! Man tann verstehen, warum die deutschnationale Presse so verlegen schweigt! Sozialdemokratie gegen Mietesteigerung. Ein Antrag im Reichstag. Arbeitsnachweife, Umschulungsfosten, Reisetoften usw. nicht im| Schieles, bes Finanzministers v. Schlieben, erinnert, in † zuschließen und dann die gesamte Finanzlage zu erörtern, gu ber fio bereits in der Vormittagssigung die Staatssetretäre Dr. Bopit gleichen Umfange wachsen. Eine Erhöhung der Unterstützung der es dem Sinne nach heißt: und Fischer vom Reichsfinanzministerium ausführlich geäußert um 50 Proz. würde also die Gesamtkosten auf rund 53 Millionen Den Reichsarbeitern wird nach 25jähriger ununterhatten. Mart pro Monat anwachsen lassen, so daß die Kosten durch brochener Dienstzeit wieder, wie in der Borkriegszeit, eine DienstGegen Mittag ist gleichzeitig das Reichsłabinett wieder 311 eine Beitragserhebung von 3 Proz. gedeckt wären. Das Bild prämie in Höhe von 100 Mark gezahlt. In dieser Berfügung fammengetreten, um zu der durch den Sozialen Ausschuß geschaffe wird noch wesentlich günstiger, wenn die bezeichneten Ber- ist besonders darauf hingewiesen, daß die Kriegsdienstzeit nicht annen neuen Sachlage Stellung zu nehmen und sich am Nachmittag fonenkreise ebenfalls in die Erwerbslosenfürsorge einbezogen rechnungsfähig ist, da sie nicht in einem privatrechtlichen Arbeitswiederum an den Beratungen des Haushaltsausschusses zu beteiligen. werden. Schließlich ist aber auch noch darauf hinzuweisen, verhältnis zurückgelegt ist. daß im Reichshaushalt für 1924 insgesamt 280 Millionen M. für unterstützende und produftive Erwerbslosenfürsorge vorgesehen waren, davon 170 Millionen für unterstützende Erwerbslosenfürsorge. Von dem letzteren Betrag ist faft nichts gebraucht worden, da die gesamten Lasten durch Bei träge aufgebracht wurden. Was den Erwerbslosen 1924 vorenthalten wurde, ist, man fann es schon so nennen, den Ruhrindustriellen in Form der Ruhrentschädigung ausgezahlt worden. Der Reichshaushaltsplan für 1925 fieht an unterstützender und produktiver Erwerbslosenfürsorge 110 Millionen Mark vor. Bon der unterstützenden ErwerbsIosenfürsorge in Höhe von 40 Millionen Mart ist bisher ebenfalls faft nichts gebraucht worden, da auch 1925 alle Lasten durch Beiträge bisher aufgebracht worden sind. Mit allem Nachdruck muß deshalb darauf hingewiesen werden, daß auch das Reich sich seiner Pflichten gegenüber den Erwerbslosen zu erinnern hat. Daß das Reich die Mittel hat, hat Gen. Keil heute morgen hier nachgewiesen. Auch in diesem Zusammenhange sei daran erinnert, daß der englische Staat für fein großes Heer von Erwerbslosen mehr aufwendet, als er feinen Arbeitern an Beitragslasten zumutet. Deshalb fann gar teine Rede von einer finanziellen Unmöglichkeit sein, wir glauben nielmehr den Nachweis dafür geliefert zu haben, daß die von uns geforderte Erhöhung der Unterstützungssäge um 50 Broz. und eine einmalige Sonderunterstützung fehr wohl zu fragen ift. Die peinliche Pension. Schiele von seinen eigenen Leuten verleugnet. In der Deutschen Zeitung" finden wir eine reichlich dunkle Notiz über die seltsame Pensionierung des deutsch nationalen Neunmonatsministers Schiele. Es wird dort gefagt: Die Verschleppung foll fortdauern. Erwerbslosenunterstüßung vor dem Haushaltsausschuß. Bei dem Zusammentritt des Reichshaushaltsausschuffes verlangte Genosse hoch, daß die Ermerbslofen fürsorge mit auf die Tagesordnung gesetzt und als vordringlich behandelt werde. Im Anschluß daran sollte die Beamtenfrage ihre Erledigung finden. 5ergt( Dnatl.) bestand darauf, daß über die Beamtenbesoldung verhandelt und die Erwerbslosenfürsorge zurüdgestellt werde. Der Ausschuß entschied im Sinne des sozialdemokratischen Antrages. Aufhäuser gab zunächst als Berichterstatter von den gestrigen Beschlüffen des Sozialen Ausschusses Kenntnis, beren Dedung zum größten Teil aus den Beiträgen erfolgen tönne, während Der Reichsarbeitsminister vertrat auch im Haushaltsausschuß nochmals das gestern vom Reichskanzler Luther vorge schlagene Kompromiß, wonach die Unterstüßung für die Hauptunterftüßungsempfänger nur um 20 Broz, für die Familienangehöri gen um je 10 Broz. und für die Spigenbeträge um 6 Proz. erhöht werden solle. Er wiederholte, daß die geschäftsführende Regierung die Verantwortung für weitergehende finanzielle Leistungen des Reichs zu übernehmen nicht in der Lage sei. Die Pressestelle der Deutschnationalen Bolts Ablehnung einer ausreichenden Erwerbslosenunterſtügung eine partei verbreitet eine längere Erklärung, in der sie zu den Angriffen der Linkspresse wegen der Pension des Reichsministers a. D. Schiele Stellung nimmt und mit ausführlichem Material darlegt, daß die getroffene Regelung durch gesetzliche Vorschriften einwandfrei begründet ist. Insbesondere wird erklärt, daß der Versuch, hieraus der deutschnationalen Fraktion oder Herrn Schiele persön lich etwas anhängen zu wollen, sich hiernach von selbst richte. Dazu bemerkt die Deutsche Zeitung":" Daß die Errechnung der Bension für den Herrn Reichsinnenminister a. D. Schiele allen gefeßlichen Bestimmungen entspricht und daß Herr Schiele persönlich nichts mit ihr zu schaffen gehabt hat, erscheint uns selbstverständlich. Die Angelegenheit kann aber noch von ganz anderer Seite betrachtet werden, und wir nehmen an, daß das demnächst in der deutschnationalen Reichstagsfraktion geschehen wird. Bis das Ergebnis dieser von uns erwarteten Beratung vorliegt, wollen wir uns einer eigenen Stellungnahme enthalten." Kennzeichnend ist, daß die in der Deutschen Zeitung" erwähnte Erklärung der deutschnationalen Bressestelle in feinem der offiziellen Parteiblätter der Schielepartei veröffentlicht wird. Augenscheinlich erscheint selbst ihnen die Dienstzeit berechnung" so ungeheuerlich, daß sie lieber schweigen, als ein Wort der Verteidigung für die Pensionsleistung an einen Mann wagen, der gerade neun Monate lang Beamter" im Sinne des Gesetzes gewesen ist. Dieses Schweigen ist beredter, als viele Worte. " jahres" und der verschiedenen Reserveübungen auf ein BenDie Anrechnung des„ Einjährig- Freiwilligen- Dienstfionsdienstalter als Minister erscheint in einem noch trafferen Lichte, wenn man sich an die vor kurzem ergangene Berfügung des deutschnationalen Ministerkollegen Interview mit einem Krösus. Bon Hans Bauer. Der Berichterstatter einer Berliner Zeitung ist bei Henry Ford gewefen und hat sich bemüht, den reichsten Mann der Welt, den Beherrscher von Hunderttausenden von Menschen, zu interviewen. Er hat gefragt, was man üblicherweise fragen wird, wenn man als Journalist vor einer industriellen Weltberühmtheit steht. Er hat nach Fords Ansicht über die europäischen Probleme gefragt und erwartete Kommentare zum Bölkerbund, zu Locarno, zu den Komplexen der Schuldenregulierungen zu hören. Aber Henry Ford erflärte, daß die europäischen Fragen ihn einen Schmarren fümmerten, daß er überhaupt keine Meinung über sie habe, nicht einmal wüßte, wer gegenwärtig Reichspräsident in Deutschland sei und über Deutschland allein dies Eine fagen könne, daß, wie überall in der Welt, so auch hier die Juden die Fuchtel schwängen. Die katholische Kirche sei in Judenhänden, die Gewerkschaften feien es, Stinnes und der Kaiser seien es gewesen. Es ist ein Unterschied, ob irgendein aus Gram über die niebrigen Tageseinnahmen völkisch gewordener Befizer eines Käseladens in ruhiger Lage auf die Juden schimpft. oder ob Henry Ford es tut. Was da so an Hakenkreuztern herumläuft und den Anschein ermedt, fundierte Renninisse über Raffeprobleme zu befizen, das belit fich zumeist nur seine Arbeitsscheu oder seine enttäuschten geschäftlichen Hoffnungen vom Herzen. Bei Henry Ford ist das anders. Er hat auch gar nicht gegen die Juben gebelfert, er ist vielmehr sehr guter Laune gewesen, hat übers ganze Geficht gelächelt und erklärt, daß er vom moralischen Standpunkt aus gar nichts gegen die Juden einzuwenden hätte, aber es sei nun einmal so, daß sie den Christen das Geld wegnahmen. Um eine Erläuterung hat er sich des weiteren nicht bemüht. Er hat fie ja schließlich nicht nötig gehabt. Das mag dem antisemitischen Kleinvieh überlassen bleiben, mit antisemitischen Berlogenheiten die wahren Gründe ihrer Judengegnerschaft zu bemänteln. Dem Henry Ford ist es zu glauben, daß er seine ehrliche Ueberzeugung aus gesprochen hat. Er ist so reich und so unabhängig, daß er sich die Ehrlichleit ruhig erlauben darf. Auch die Verbitterung dürfte nicht der Grund seines Antisemitismus sein. Welchen Anlaß hätte er, der das Judentum auf dessen angeblichem Gebiete, Geld machen zu fönnen, jo überlegen geschlagen hat, ihm seine Geschäftstüchtigkeit zu neiden! Gewiß, Ford hat gesagt, was er denkt, und er denft über Ratholizismus, Bölferbund, Locarno, Locarno, Europa, internationale Schuldenregulierungen nur dies Cine: O diese Juden! Henry Ford ist ein ungebildeter Mensch. Seine Juden verdächtigung ist das Ergebnis jeiner Interesselosigkeit am Welt geschehen, seines Verzichts auf die Durchdenkung anderer als privater geschäftlicher Probleme. Wenn Fords Meinungen diejenigen eines armen Schluders wären, so würde man sagen: Welch ein Einfaltspinfel! Und man würde die Debatte mit diesem ignoranten Schwäßer beenden. Ford ist der größte Industrielle der Walt, und deshalb hat er ein Recht darauf, daß der Unsirn, den er redet, in bie Zeitung tommt. Aber wir werden uns darüber klar sein müssen, daß hoyles Gewäſch, wenn es ein kröfus redet, mer Rückschule cuf pige Qualität des öne und feine, anf dielenige hes Come Genosse Aufhäuser betonte einleitend, daß auch für die geschäftsführende Regierung, die nun die Verabschiedung der Erwerbslosenfürsorge seit 10 Tagen unaufhörlich verzögert, in der wesentlich größere Berantwortung gegeben sei als in der Bereitstellung der notwendigen Reichsmittel. Im übrigen hätten es ja die Rechtsparteien in der Hand, im Reichstag eine Mehrheit für die Sanktionierung der Beschlüsse des Sozialen Ausschusses zu schaffen und damit sowohl der jetzigen wie der kommenden Regierung volle Deckung zu verschaffen. Er wandte sich weiter gegen die von der Regierung vorgelegten Berechmungen, in denen wahrscheinlich nicht ohne Absicht das Beitragsauftommen der Bewilligung der höheren Unterstützungssäge zu erschweren. Die Erwerbslosenfürsorge zu niedrig angenommen werde, um so die Bertagung der gesamten Kurzarbeiterunterstügung sei für die Sozialdemokratie unannehmbar. Die von dem Sozialen Ausschuß beschlossene einmalige Unterstügung für die Ausgesteuerten und für die nichtversicherungspflichtigen Angehörigen sei eine unerläßliche soziale Vorausseßung, um überhaupt über die derzeitige Wirtschaftsfrise hinwegzukommen. Nach der Haltung der Regierung Luther müßte man zweifeln, ob fie überhaupt die auch vorhandenen Reichsmittel für Erwerbsfenfürsorge zur Verfügung stellen wolle. Er erinnerte daran, daß jich die bürgerliche Reichsregierung 1924 nicht gefcheut habe, die bamals für die Erwerbslosenfürsorge im Etat ausgeworfenen Reids. mittel fast restlos anderen Sweden, darunter auch der Unterstützung der Ruhrindustriellen, zuzuführen. Effer( 3.) stellte sich hinsichtlich der Höhe der laufenden Unter ftügungssäge auf den Boden der Beschlüsse des Sezialen Aus fchuffes, lehnte aber die einmalige Beihilfe ab. Den gleichen Stand punkt vertraten die Deutschnationalen, während die Deutsche fchließung empfahl. Die Demofraten ſtellten sich gleichfalls Bolkspartei für die einmalige Beihilfe an die Angestellten eine Entauf den Boden der Beschlüsse des Sozialen Ausschusses mit Einschluß der einmaligen Beihilfe. Gegen Mittag wurde geschäftsordnungsgemäß beschlossen, am Nachmittag die Beratung über die Beamtenbesoldung anzuläßt. Henry Ford ist ein Beweis dafür, mit wie wenig Intelligenz die Welt nicht nur regiert, sendern auch ausgebeutet werden kann. Der Herrscher über Leben und Tod von Hunderttausenden von Arbeitern ist eine geistige Null. Seine glanzende Begabung fürs Geld verdienen vermag an dieser Feststellung nichts zu ändern und nur dies Eine zu bewirken: daß er seine Einfältigkeiten mit der zu friedenen Selbstsicherheit des schwerreichen Mannes entwideln fann, dem die Meinung des Unvermögenderen das Einzige auf der Welt ist, das ihm gestohlen werden kann, ohne daß er sich darüber ereifert. Die Rechtsregierung hat bei der Steuerreform alle Kraft darauf verwendet, die Länder zu zwingen, bis zum 1. April 1926 bie polle Friedens miete einzuführen. Das ist ihr auch gelungen. Das Gesetz über den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden sieht vor, daß am 1. April 1926 die Mieten in allen Ländern 100 Proz. der Friedensmiete erreicht haben müssen. Unter dem Einfluß dieser Bestimmung und der Kürzung der übrigen Steuereinnahmen der Länder und Gemeinden haben auch in den legten Monaten die Länder die Mieten erheblich erhöht. In einer ganzen Reihe von Ländern bewegen sie sich deshalb jetzt zwischen 50 und 100 Broz. der Friedensmiete. In Preußen besteht aber bisher ein Satz von 82 Pro 3., in Sachsen und Ham burg von 85 Proz. In diesen Ländern müßte also in den nächsten Monaten eine sehr erhebliche Steigerung der Mieten eintreten, wenn die gesetzliche Vorschrift des Reiches durchgeführt werden soll. Das begegnet aber gerade im gegenwärtigen Augenblid sehr erheblichen Schwierigteiten. Als die Zwangsvorschrift über die Friedensmiete im Sommer beschlossen wurde, gingen die bürgerlichen Parteien von der Annahme aus, die wirtschaftliche Entwicklung werde sich bessern und die Erhöhung der Mieten sich leicht durchführen lassen. Inzwischen aber hat die Wirtschaftsfrise einen riesigen Umfang angenommen. Millionen Erwerbslose haben nicht einmal die Mittel, die bisherige Miete zu zahlen. Auch den Lohn- und Gehaltsempfängern bürdet jede Erhöhung der Miete eine ihmer tragbare Laft auf. Das gleiche gilt vom Mittelstand und den Gewerbetreibenden, von denen viele eine derartige Last überhaupt nicht tragen fönnen. Daß eine Mieteerhöhung Erhöhungen der Löhne und Gehälter und der Preise nach sich zieht, liegt ebenfalls sehr nahe. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion hot beshalb den Antrag gestellt, die zwangsvorschrift über die Erreichung der Friedensmiete am 1. April 1926 aufzuheben und durch die Bestimmung zu ersetzen, daß bis zum 1. April 1927 die Mieten den Friedensstand nicht übersteigen dürfen. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrags ist vorgesehen, daß der Termin zur Erreichung der Friedensmiete vom 1. April 1926 auf den 1. April 1927 verschoben wird. Revision der Luftfahrtklauseln? Eine Sitzung der Botschafterkonferenz. fchaftertonferenz, die sich am Donnerstag mit der Frage Paris, 11. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Bot. der deutschen und französischen Luftschiffahrt beschäftigt hat, befagt ein Kommuniqué, daß die Botschafter aus technischen Er wägungen und im Sinne von Locarno beschlossen hätten, eine Note an das Deutsche Reich zu richten, die Bedingungen formuliert, unter denen eine Konferenz deutscher und alliierter Sachverständiger zufammentreten könne, um eine Revision der augenblicklich geltenden Bestimmungen zu beraten. Sizung der Botschafterfonferenz, die sich mit den Luftfahrtsfragen Paris, 11. Dezember.( BTB.) Matin" berichtet zur gestrigen beschäftigte, die Konferenz habe die 9 Bestimmungen gepti, die bisher für die deutsche Luftschiffahrt galten, und zwar mit der Absicht, diese Bestimmungen, was die Berfehrsflugzeuge anbetrifft, zu mildern. Die Botschaftertonferenz werde außerdem die Frage studieren, unter welcher Form die Kontrolle der zivilen und der militärischen Luftfahrt in Deutschland durchgeführt werden solle. Schließlich werde die Interalliierte Kommission von dieser Aufgabe entlastet und diese Kontrolle gemäß dem Bersailler Bertrage durch den Bölterbund ausgeübt werden. | Futterquelle zurück, so beginnt sie im Stod einen Tanz, der andere Bienen mit zum Ausflug veranlaßt. Bei besonders reicher Tracht streckt sie ihr Duftorgan aus und so wird dieses Parfümfläschchen der Biene ihren Stodgenossen zum Wegweiser. Bei schlechten Zeiten werden nur Kundschafter ausgeschickt und die ganze übrige Gesellschaft figt untätig im Stod. Das fommt oft vor und die Bezeichnung Bienenfleiß" bedürfte von Rechts wegen einer Korreftur. Der turze Vortrag des Dr. v. Frisch gab allen Zuhörern sehr viel, zumal man Beuge aller von ihm gemachten Experimente murde. e. b. Jugendpreis deutscher Erzähler. Dem Verbande deut. fer Erzähler ist von der Deutschen Buchgemein. Heinrich Schulz las aus seinen Büchern für oder über Kinder chaft G. m. b. 5. Berlin ein jährlich wiederkehrender Preis von in dem Kindergarten der Kinderfreunde" in der Blumen10 000 m. als Jugendpreis deutscher Erzähler" gestiftet worden, straße. In einem Raum, der sonst vom Trippeln der Kinderfüße den der Verband im Einverständnis und unter Mitwirkung des und von dünnem und doch, ach, oft so lärmendem Kindergeplapper Breußischen Kultusministeriums, nach freiem Ermessen einer hier wiederhallt, saßen nun Erwachsene. Um einen hohen Tisch auf für gewählten Kommission, unter allen Umständen und ungeteilt niedrigen Stühlen, während an der Band niedrige Bänkchen standen, für den jeweilig besten bisher unveröffentlichten Roman junger Erauf Brettern darüber in Reih und Glied weiß emaillierte Milchzähler zu vergeben hat. Das Werk muß in der deutschen Sprache töpfchen mit Nummern, Zahnbürsten steckten davor in besonderen abgefaßt sein. Der Autor darf zur Zeit der Einreichung das Haltern, ebenfalls numeriert, und darüber zog sich eine bunte, 35. Lebensjahr nicht vollendet haben. Das durch den Preis aus luftige Bogelbordüre die Wand entlang. Aber es wäre falsch, zu gezeichnete Berk wird von der Deutschen Buchgemeinschaft in einer fagen, daß zwei Welten nun in diesem Raum vereint gewesen wären. garantierten Erstauflage von 10 000 Exemplaren verlegt, wofür das Denn er war weihnachtlich geschmüdt mit bunten Papierfetten und Honorar zugleich mit dem Preise sofort zahlbar ist. Das Preis. Tannenzweigen, und auf dem Tisch lag eine Fülle von Kinder richterfollegium fezt sich zusammen aus den Herren: Georg Engel, büchern ist da die Schuhnummer 28 oder 38 nicht ein rein Vorsitzender; Geh. Regierungsrat Professor Dr. Waehold für das äußerlicher Unterschied? Mit seinen Märchen, bie bisweilen von Preußische Kultusministerium; Dr. Hans Martin Elster; Ostar faft Anderſenſcher Einfühlungskraft zeugen, fand Genosse Schulz Loerfe; Universitätsprofeffor Dr. Julius Petersen; Jakob Schaffner; so begeisterte und andächtige Zuhörer, wie nur in irgendeiner Alters- Hermann Stehr. Die Manuskripte find anonym, mit einem stufe. Und dann die lustigen Geschichten von dem fleinen Mensch- Rennwort versehen, bis jeweils zum 15. März an bas Bureau des lein Jan Kietindiewelt, oder„ Aus meinen vier Pfählen!" Genau Verbandes Deutscher Erzähler, Berlin 50, Nürnberger Str. 9/10, wie die Kleinen konnten diesmal die Großen gar nicht genug triegen; einzusenden. Das Kennwort sowie Name und Anschrift des Ver allerdings sind diese Bücher ja auch mehr für Erwachsene bestimmt, faffers find in einem geschlossenen Umschlag dem Notar Dr. Wenzel ebenso wie das feine und fluge Wertchen:„ Die Mutter als Er- Goldbaum, Berlin 66, Wilhelmstr. 52, mitzuteilen. zieherin". Hier klingt dem Leser nie trockene Theorie entgegen, Breiserteilung erfolgt am 2. Ottober 1926. Alle weiteren Bebarn liebevoll erlebte Braris eines Menschen, der sich nicht her- dingungen sind vom Bureau des Verbandes Deutscher Erzähler abläßt zu den Kindern, sondern der ehrlich mit ihnen Kind sein kann und der den Erwachsenen dann Freund wird. Ist das nicht ent schones und oft neidvoll erstrebtes Ziel der Eltern, besonders der Mutter? Und sicher wird gar manche gern Heinrich Schulz zum Führer in Erziehungsfragen wählen! Tes. Die Sprache der Bienen ist das eigenartige Forschungsgebiet des Prof. Dr. K. v. Frisch, der mit ungeheurem Fleiß, unterftüßt durch eine feine Beobachtungsgabe, die verschiedensten Versuche unternahm. Diese hatten glänzende Ergebnisse und sie wurden die Grundlage zu einer ganzen Bienen- Psychologie. Der Forscher dressierte, wie er in seinem in der Urania gehaltenen, durch Lichtbilder und tinematographische Vorführungen ausgebauten Vortrag mitteilte, die Bienen zuerst auf Farbe. Das ergab als Schlußauswertung aller Ergebnisse, daß die Bienen scharlachrot mit schwarz verwechseln und ihre Unterscheidung der Farbennuancen nicht eine so scharfe ist, wie bei den Menschen. Die auf Duft dressierten Bienen bewiesen, daß ihre Riechschärfe nicht so fabelhaft entwickelt ist, wie man es allgemein annahm. Eine Bienennale übertrifft nämlich den Geruchsfinn eines normalen Menschen nicht. Die Bienen verständi gen sich durch Tänze. Kehrt eine Biene von einer aufgespürten einzufordern. Die erste Das Parteiarchiv. Für die Herausgabe einer größeren biographischen Arbeit ist von Wichtigkeit, Näheres über einen internationalen sozialistischen Studententongreß zu erfahren, der im Jahre 1891 in Brüssel getagt haben soll. Damit in Verbindung wird eine Schrift gesucht, die fich betitelt: nichtamtliche Protokoll des im Jahre 1891 abgehaltenen Internationalen Arbeiterlongresses" zu Brüssel( Berlin 1892 bei D. Harnisch. Berlin W.) Mitteilungen hierüber beam. Einsendung erbittet gegen Erstattung der Uns foften das Parteiarchiv, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 IV. Die Parteis blätter werden um Abdrud gebeten. Bol'sbühne. Im Theater am Bülowplak findet am 16., nachm. 3 Uhr, die Erstausführung des Märchenspiels Jung Sieg fried" von Heinrich Römer statt. B Die Tänzerin Stefy refers tanzt am 16. und 17. Dezember, 8 Uhr, im Künstlerhaus anläßlich der Jahressau für törpera flege Die nächsten Tanzabende finden am Sonntag, den 31. Januar, 8 Ubi, im armenta Saal( Veranstaltung der Gemeinnützigen Bereinigung zur Pflege beutscher Kunst) und am 12. februar, 8 11hr, im Theateriaal bes 1. Kriegervereinsbaufes( Beranstaltung der Stadt Berlin) statt. Musikalische Leitung: Dr. Feliz Günther. Der Prozeß Grütte- Lehder. Hinter den Kuliffen der völkischen Meuchelmörder. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts III begann heute unter dem Vorsiz des Landgerichtsdirektors Bomme der Pro zeß gegen den Kaufmann Grütte Lehder, der im Jahre 1923 im Legeler Ferst einen gewissen Heinz Dammers ermor. dete. Beide gehörten der deutschvöltischen Freiheitsbewegung an. Die Sachlage ist folgende: Als im März des Jahres 1923 von dem Innenminister Seve ring das Bestehen der deutschvöllischen Freiheitspartei verboten wurde, herrschte in den Kreisen ihrer Anhänger die größte Aufregung. Aber alle Angriffe gegen den Minister, auch von den radikalen Führern der Deutschnationalen, mußten schließlich verstummen, da sehr bestimmte Mitteilungen von einem geplanten Affentat gegen Severing B in die Deffentlichkeit gelangt waren. Innerhalb der völkischen Frei heitspartei hatte sich eine Abteilung gebildet, die sich die Ermordung des Ministers zum Ziel gesetzt hatte. Die Leitung dieser Mordabteilung übernahm ein angeblicher Oberleutnant Müller, der aber in Wirklichkeit Heinz Dammers hieß. Er gehörte zu jenen gewiffenlosen Glücksjägern, die die Zeit der damaligen politischen Hochspannung nur zu ihrem eigenen Vorteil ausnußten. Ihm fonnte ein lebhafter Briefwechsel mit Führern der Rechts organisationen und den Rathenau Mördern nach gewiesen werden. In den Kreisen seiner Partei geriet er in den Berdacht der Spigelei, da er das zur Ausführung seiner Pläne erhaltene Geld verjubelte und ohne Auftrag in Bommern Gruppen Bulle den damals 18jährigen Grütte- Lehder mit der Beobachtung des Dammers. Grütte- Lehder fnüpfte ein Freundschaftsverhältnis mit Dammers an und erscheß ihn, als er sich von der Schuld Dammers überzeugt zu haben glaubte, im Tegeler Forst mit drei Revolverschüssen. Der Mörder soll die Leiche vollkommen aus geplündert und einige Sachen des Toten verkauft haben. Moch nach der Mordiat erhielt Grütte- Lehder von seiner Partei einen neuen Ausweis, fogar ein persönliches Empfehlungsfchreiben von Wulle, in dem ihm bestätigt wurde, daß er im Auftrage der Deutschvölkischen Freiheitspartei Vorpommern zu organisieren habe. Das Polizeipräsidium wurde einige Zeit darauf durch Gesinnungsgenossen Grütte- Lehders von dem Morde unterrichtet. Grüttes Lehder murde verhaftet und legte ein effenes Geständnis ab. Da aber die Polizei trog eifriger Bemühungen damals die Leiche nicht finden fonnte, und der Mörder furze Zeit darauf sein Geständnis miderrief, wurde er wieder entlassen. Grütte- Lehder floh darauf nach Ungarn. Als im Mai 1924 die Leiche des Dammers im Tegeler Forst gefunden wurde, beantragte die Reichsregierung die huslieferung des Mörders. Die ungarische Regierung fam dem Erfuchen nicht nach mit der Begründung, es handele sich um ein rein politisches Berbrechen. Daraufhin stellte die deutsche Re gierung den Antrag auf Auslieferung wegen Raubmordes, die auch im Sommer 1925 erfolgte. Der Angeklagte führte heute bei seiner Bernehmung aus, er habe Dammers in Verdacht gehabt, politische Dokumente den Komi munisten zu verkaufen. Ich habe darauf Oberstleutnant Ahlemann aufgesucht und den Auftrag erhalten, nachzuforschen, ob Dammers wirklich ein Spizel sei. Dammers verfügte über gefährliche Papiere, die mir aus meinem Zimmer gestohlen waren und war damit am Tage darauf mit mir nach Berlin gefahren. Er wollte bei der völkischen Freiheitspartei erreichen, daß ihm ein Die Abgeordneten Bantunternehmen übertragen würde. mertten aber, daß es sich um ein Schwindelunternehmen handelte. Bei den Verhandlungen mit den Abgeordneten war Dammers von einem Dr. Heinz begleitet. Auch ich war bei der Besprechung dabei. Als aus dem Bankgeschäft nichts murde, nannten sich Heinz und Dammers auf der Straße gegenseitig Hochstapler. Ich hatte fortwährend Besprechungen mit Dammers, der im Hotel Offfee" mohnte, und ging auch zum Abgeordneten Wulle und schilderte ihm die fehr pretare Lage, die dadurch entstanden war, daß Dammers in den Besitz der wichtigen Papiere gekommen fei. Der Abgeordnete Wulle war fehr erregt und zog den Abgeordneten kube hinzu. Nachdem auch dieser informiert war, war er auch sehr erregt, und die Abgeordneten äußerten sich in einem Sinne, daß ich annehmen mußte, daß der Tod des Dammers den Abgeordneten nur willfommen sei. Nach der Tat fiel mir ein, daß Dammers seine Roffer teils auf dem Bahnhof, teils in dem Hotel Ostsee hatte, und daß die Tat entdeckt merden würde, wenn die Koffer dortblieben. Ich hatte auch das Gefühl, daß in den Koffern Dokumente sein fönnten. Daher fuhr ich zunächst nach Uedermünde und hatte dort Besprechungen mit Rofenberg, Eggesin, Fischbein, 3eifs, mänfe und anderen, die auch der Meinung waren, daß die Koffer abgeholt werden müssen. Diese Herren, die angefehene Stellungen haben, haben nichts dagegen einzuwenden gehabt, daß die Koffer abgeholt werden und haben mir 30 Billionen zur Rüdreise gegeben. Ich habe die Roffer zusammen mit Schröder abgeholt, ein Koffer blieb nur noch zurück. Auch aus dem Hotel Ostsee befam ich das Gepäck heraus, da ich von früher her eine Bescheinigung von Dammers hatte. Die Koffer brachte ich zu Bredefom nach Hermsdorf. Am nächsten Tage war dieser sehr aufgeregt und sagte, die Koffer Jeien in der Nacht gestohlen worden. Es fam noch Böttcher dazu, und ich hatte den Eindrud, daß er fie gestohlen hatte. Tauwetter. Die große Schneeschmelze hat eingesetzt, und es kann bald taum noch ein Zweifel bestehen, daß man mit einem Kahn in Berlin ganz gut vormärts fäme. Autos und Straßenbahn minden sich durch die aufschäumenden Fluten. Nur der Fußgänger hüpft mutlos in den Morästen der Bürgersteige umher, zweifelnd, wie er das jenseitige Ufer erreiche. Man fönnte es ja mit Schwimmen verund daran hat der Magistrat vermutlich auch gedacht, als suchen er die Schneeberge in Erwartung des Tauwetters anmutig auf den Bürgersteigen aufschichten ließ. Aber die Jahreszeit ist zum Schwimmen doch zu fühl. Immerhin kann man ein Schlammbad nicht vermeiden, von dem man, vom Kopf bis zum Fuß schmutzverfrustet heimkehrt. Besonders wer nach Geschäftsschluß die schlechtbeleuchteten Straßen durchschreiten muß, foſtet" alle Annehmlichkeiten eines Schlammbades. Selbft die städtischen und staatlichen Gebäude haben den auf ihr Gebiet gefallenen Schnee großzügig der- Allgemeinheit überlassen, und als am Mittwoch abend unter dem Einfluß des Regens Glatteis entstand, bot zum Beispiel der Bürgersteig am Charlottenburger Amtsgericht die schönste Schlittschuhbahn, während die Besizer der Privathäuser rücksichtslos Schlittschuhbahn, während die Besiger der Privathäuser rüdsichtslos die Glätte durch Kies und Asche stumpften. Jetzt entwickelt sich am Amtsgericht wie vor der Musikhochschule und dem Ber. liner Polizeipräsidium um nur einige Gebäude zu nennen- ein wunderschöner, tiefer Moraft ,. den nun, von den guten Beispielen der Behörden endlich bekehrt, auch die Hauseigentümer zu befämpfen nicht mehr für notwendig erachten. Gibt es in Berlin feine Besen? Gibt es etwa keine Arbeitslosen, die einen Verdienst brauchen können? Berlin im Schneematsch. Zur Frage der Schneebeseitigung wird uns geschrieben: Der aus dem letzten größeren Schneefall zurüdgebliebene Straßenschlamm ist leider immer noch nicht beseitigt. Man sehe sich mal die Nebenstraßen an und überzeuge fich, in welchem geradezu grauenhaften Zustand sie sich befinden. Während im Stadtinnern faum noch etwas von dem Schmuz zu fehen ist, lagert der Dred in den abseits gelegenen Straßen buch stäblich bergehoch. Ist es da zu verwundern, wenn gerade in den Proletariervierteln am meisten über den Magistrat geschimpft wird? Sind denn die Steuergroschen dieser Bewohner weniger wert als die der Bewohner des Stadtinnern? Muß das sein, daß die Broletarier den ganzen Schmutz mit in die Wohnungen nehmen müssen? Wie geschieht denn in Berlin eigentlich die Beseitigung der Schneemaffen? Zuerst fahren die Salzwagen der Straßenbahn die Schienen entlang, aber zwischen den Geleisen bleibt der Schnee liegen. Dann kommen Fuhrwerke und schieben den Schnee wieder in die Geleise. Kann denn nicht Vorsorge getroffen werden, daß der Schnee sogleich vom Mitteldamm aus beseitigt wird? Danach folgt die Straßenreinigung mit Schneepflügen, die Wellen von Schnee bilden, und Fuhrwerte und Bassanten fneten diese Bellen duro. Warum werden nicht die Straßenkreuzungen und llebergänge einigermaßen gereinigt? Nun zu den Bürgersteigen! Die Portiers tragen und fegen, aber jeder, der vom Damm fommt, stampft den Dred auf dem Bürgersteig ab. Es ist sehr leicht, zu sagen: Bürgersteige reinhalten! Sorge doch der Magistrat dafür, daß auch der Straßendamm gereinigt ist. Der Hinweis auf die Kosten ist hier durchaus nicht am Blaze. Also: Magistrat geh' du voran, damit die Portierfrau folgen fann! Die Polizei im heutigen Staat. etwas finden. Wie die Kriegsinduftrie an dem Strieg, so find letzten Endes auch die Geldschrankfabriten an dem Einbruch interessiert. Interessant waren die Sicherungen durch den„ Revolutions: chlüssel", der das ganze Schloß in Unordnung bringt und den Gegenrevolutionsschlüssel", der wo anders aufbewahrt, die fünstliche Unordnung wieder beheben kann. Der heilige Geldschrant ist so um ein Stückchen Geschichte reicher geworden. Es ist schwer, nicht eine blutige Satire zu schreiben, denn hier manifestiert sich das feinste ausgeflügelte Denfen zum Schuße der Banzerschränie mit einem Klassen oder Kaffengefühl, das sich der Revolution ver schließt und der Gegenrevolution öffnet. Jedenfalls sollen Schränke mit diesen Schlüffeln sehr begehrt sein, vor allem da, wo es kriselt. Die Meineidsaffäre des Dr. med. Soch. Bor dem Schwurgericht III wurde gestern von neuem die Meineidsaffäre des praktischen Arztes Dr. Roch aufgerollt. Dr. Koch war, wie erinnerlich, vom Schwurgericht wegen Anstiftung zum Meineide zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die von ihm zum Meineide angestiftete Frau Güloff hatte ein Jahr einen Monat Zuchthaus und Ehrverlust erhalten.. Die Meineide waren in einem Zivilprozeß geleistet worden. Dr. Koch betrieb in der Kaiserallee ein Berschönerungsinstitut, in welchem Damen fich Schönheitsfehler beseitigen ließen. So hatte. er auch eine Dame aus Hamburg von dem läftigen Doppelfinn bcfreit, war aber hinterher wegen der Bezahlung in Differenzen geraten, und es fam zu einem Zivilprozeß, in dem Frau Güloff mahrheitswidrige Angaben machte, die dann den Gegenstand des Meineidsverfahrens gegen sie und Dr. Koch bildeten. Während das Reichsgericht die Revision des Dr. Koch verwarf, so daß dieser jetzt Reichsgericht die Revision des Dr. Koch verwarf, so daß dieser jetzt rechtsfräftig verurteilt ist, hob es auf die Beschwerde von Rechts anwalt Dr. Georg Löwenthal das Urteil gegen Frau Güloff auf und verwies den Fall zur nochmaligen Nachprüfung an dasselbe Schwurgericht. Das Reichsgericht bemängelte, daß das Schmur gericht Frau Güloff nicht den Strafmilderungsgrund zugebilligt habe, denn sie hätte sich bei Angabe der Wahrheit selbst der Begünstigung des Dr. Koch bezichtigt. Infolgedessen galt die neue Verhandlung auch nur der Bildung einer anderen Strafe und fonnte schnell zu Ende geführt werden. Das Gericht unterstrich nochmals ganz besonders, daß Frau Güloff ein Opfer des Dr. Roch gewesen sei und setzte nunmehr die Strafe auf acht Monate Gefängnis feft, wofür sie volle Bewährungsfrist erhielt. Auch von einer Ehrenftrafe wurde munmehr abgesehen. Zwei tödliche Verkehrsunfälle. Bor dem Hause Raiserin- Augufta- Allee 34 in Charlottenburg murde gestern abend der 33jährige Kaufmann Rudolf Duisberg, Prager Straße 26 in Wilmersdorf wohnhaft, von einem Wagen der Straßenbahnlinie 55 überfahren und auf der Stelle getötet. Die Schuldfrage ist nicht geklärt. Der 72 Jahre alte Karl Gutsche aus der Christiania- Straße 125 wurde gestern abend vor dem Hause Strelizer Straße 68 von einem Lastkraftmagen von hinten angefahren und ebenfalls sofort getötet. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Die Schuldfrage ist auch in diesem Falle nicht geflärt. H Bertagung des Bothmer- Prozesses. Seit etwa 10 Tagen findet vor dem Schöffengericht in Lucenwalde ein politischer Beleidigungsprozeß statt. Angeflagt ist der Volkswirt Munnete, den Landrat Dr. Luthmer Jüter bog udenwalde beleidigt zu haben. Die Anflage vertritt der Erste Staatsanwalt Gerlach, der auch den Bothmer- Prozeß am Montag haben sollte. Da der Prozeß in Luckenwalde erst am Dienstag zu Ende geht, wird der Bothmer- Prozeß auf Mittwoch, 16. Dezember, 9 Uhr, vertagt. Laichentuch mit Hohliaum ohne Zeichen, ein Blatt der Morgenpoft" vom 18. November und braunes Backpapier eingefælagen war. Das Gesicht war mit einer pergamentartigen Maffe überlebt, unter der das Kind erstidt fein muß. Die fleine Leiche wurde nach dem Charlottenburger Schauhaufe gebracht. bahnen findet am Sonnabend, den 12. Dezember, statt. Die Die Verkehrszählung auf den Stadt, Ring- und BororfNeisenden werden, je nachdem sie im refiz von Monatsfarten, Wochenfarten oder Einzelfarten find, beim Antritt der Fabrt mit Besonderen 8ähltarten versehen, die beim Verlassen des Im Berein junger Kaufleute von Berlin" sprach gestern abend im Hause der deutschen Ingenieure, Friedrich- Ebertstraße, BolizeiBizepräsident Dr. Friedensburg über„ Die Polizei im heutigen Ein Kindesmord beschäftigt die Kriminalpolizei in Charlottemad Staat." Die außerordentlich flaren und flugen Ausführungen gipfelten burg. Auf dem Flur des Hauses chillerstr. 71 fand man ungefähr in folgenbem: Die Polizei war früher alte when, aip ten gestern, Donnerstagmorgen, um 7½ Uhr die geiche eines Bublitum fremò war. Der preußische Schuhmann mit der Bidel- neugeborenen Knaben, die in weiße Leinwand, eins haube galt als Inbegriff der Polizei. Heute ist die Polizei das Organ des Boltes felbft geworden, das Werkzeug des Boliswillens, der ausführende Arm der Bevölkerung. Der alte Staat war neben dem Bolte eine selbständige Macht, die sich von Monarchen ableitete, unabhängig vom Bolke. Der alte Polizeileutnant schrieb fgl. Polizeileutnant auf seine Visitenkarte. Heute hat die Polizei nur Eristenzberechtigung aus dem Willen des Boltes felbft; sie darf nie zum Selbstzmed werden. Mit dem Wandel des Staates hat sich eben auch die Polizei gewandelt. Der Polizeibeamte wird heute belehrt, er sei nicht der Feind, sondern der Freund, Berater und vor allem der Helfer des Publikums; die neue Polizei steht näher dem Publikum, als es Früher bildete sich der Staat früher der alte Schutzman tat. etwas darauf ein, daß die Polizei völlig unabhängig Dom Bublikum sei; das ist falsch, denn der Nimbus tann leicht verloren gehen, und der Verbrecher muß wissen, daß hinter der Polizei der Boltswille steht. Auch in den äußeren Formen der Polizei ist eine grundlegende Wandlung ein getreten. Die dauernden Butsche haben die Polizei veranlaßt, neue Einrichtungen zu schaffen. Deutschland braucht heute eine Polizei, die auch großen, organisierten Bewegungen die Stirn bieten tann. Des halb existiert heute die Schußpolizei, die entstanden ist aus den Bedürfnissen der Gegenwart. Früher fam der Polizei das Militär zu Hilfe, heute fällt diese Hilfe fort. Die verstreute fleine Reichswehr ist nicht in der Lage, einem großoreihnachtslieder sowie einige Chöre aus dem Dratorium„ Elias" bon Vor einer Loucheur- Krise. Die Linke gegen feine Stenerentwürfe. Paris, 11. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Finanz- ganisierten Aufstand entgegen zu treten, was man in München gesehen hat. Der Staat braucht also, um sich zu sichern, fommission der Kammer, die am Donnerstag befchloffen hat, ein unbedingt zuverlässiges Machtmittel, und dies muß die Schutzheute zunächst£ on cheur anzuhören, wird es nach dem„ Quotidien" polizei sein. voraussichtlich ablehnen, in eine Diskussion über die von dem Finanzminiffer eingebrachten Gefeßentre- fe einzutreten. Coucheur werde dadurch wahrscheinlich gezwungen werden, feine Demiffion zu geben. Um feine Nachfolgerschaft bewirbt sich bereits der ehemalige Kammerpräsident Raoul Péret, den geffern die Gruppe der radikalen Linten zu ihrem Borsitzenden gewählt hat. Nach der gleichen Quelle follen die Fraffionen der radikalen und radikalfozialen Partei sich gestern nach eingehender Diskussion sehr entschieden gegen die Coucheurschen Borlagen ausgesprochen und befchloffen haben, ein eigenes programm auf der Basis der auf dem Kongreß in Marseille angenommenen Richtlinien aufznStellen. Der braunschweigische Finanzminiffer v. Grone ist von seinem Amt zurückgetreten. Er hatte sich fürzlich einer Blinddarmoperation unterziehen müffen, die es ihm unmöglich machte, feinen Posten in absehbarer Zeit wieder zu übernehmen. Tatsächlich find auch die Braunschweiger Finanzen während der Amtstätigkeit dieses deutschnationalen Ministers derartig erkrankt, daß fie nur schwer wieder gefunden können. Die irische Grenzregelung ratifiziert. Das irische Parlament hat gestern in zweiter Lesung das Grenzabkommen mit illſter mit 75 gegen 20 Stimmen angenommen. Der König von England hat das Abkommen ebenfalls ratifiziert. Die nationalistischen Rumänische Universitätshafenfrenzler. Studenten der Bukarester Universität haben gestern in den juristischen Auditorien eine antisemitische Demonstration Die jüdischen Studenten wurden aufgefordert, das Auditorium zu verlassen; als sie die Forderung zurüdwiesen, wurden sie von den Nationalisten verprügelt und aus dem Auditorium verdrängt. Die jüdischen Studenten der medi. zinischen Fakultät und der Technischen Akademie waren überhaupt night erschienen. Auf den andern Fakultäten wurden die Borlefungen abgefagt. Antisemitische ,, Nibelungen" in einer städtischen Schule. Anscheinend unter der betrüblichen Einmirtung der letzten grimmigen Kälte erließ ein fagenhaftes völkisches Grüppchen, das fich nach stolzer Männerarti belungenring" nennt, an Bilmersdorfer Plakatfäulen folgenden ulfigen Aufruf: Donnerstag, 10. Dezember 1925, 8 Uhr abends, Aula der Goetheschule, Bilmersdorf, Westfälische Straße, Ede Eisenzahnstraße, Deutschlands Sendung" Ajudas Untergang". Deutsch germanische Männer, Frauen, Jungfrauen erscheint zahlreich. Es geht um unser Leben! Der Schmied des Nibelungenrings". Juden ist der Zutritt streng verboten. Abgesehen davon, daß der germanische Humor des ehrenwerten Schmieds" sehr vermickert ist, und daß die entfesselten Regelflübler aus Botans Tiergarten ihr Germanenauge der Ankündigung nach ausschließlich auf Frauen und Jungfrauen werfen, durch welchen Mißgrifftommt diese obsture antisemitische Hetzgesellschaft in die Aula der Goetheschule? Geit wann ist es üblich, daß Schulaulen einem zweifelhaften politischen Böbel zur Berfügung stehen? Der Revolutionsschlüffel". Der Kanipf zwischen Geldschrantfabrikanten und Geldschrank cinbredjern gehört für den Unbeteiligten zu den interessantesten Kapiteln der Kriminalistik. Er ist aber auch technisches Problem. Die Frage lautet für die Hersteller moderner Panzerschränke: Wie mache ich den Geldschrank diebes sicher." Mit welchen Mitteln die Technik zur Lösung dieser Frage arbeitet, zeigte eine Borführung bei der Firmo C. Ade in Reinidendorf, der Bertreter der Breije und der Kriminalpolizei beiwohnten. Nachdem den Besuchern das Werden ihrer Geldschränke gezeigt worden war, schloß sich ein zweistündiges Geldschränketnabbern" an. Die neuesten Systeme widerstehen auch dem Schneidebrenner, banf besonderer Panzerplatten, mie lange, dann mird der ingeniöse Geist der Einbrecher auch hier. Bahnsteiges auf dem Aussteigebahnhof abzugeben find. Mit der Bäblung soll festgestellt werden, ob die betrieblichen Maßnahmen mit den Anforderungen des Verkehre in den einzelnen Tagesstunden im Einklang, stében. Um zuverlässige Unterlagen bierfür zu erhalten, wird das Publikum gebeten, fich ber fleinen Mitarbeit durch Entgegennahme, Aufbewahrung und Wiedergabe der Zählfarten willig au unterziehen und etwa eintreterte ge ringe Beraögerungen an den Sperren der Bahnhöfe mit großem Verkehr in Kauf zu nehmen. Weihnachtskonzert der Schutzpolizei. Das diesjährige Weihnachtslonzert des Gemischten Chors der Schußbolizei Berlin E. B. findet am Sonnabend, den 12. Dezember, in den Kammerialen, Zeltomer Str. 1-4. statt. Es gelangen zur Auffübrung Chöre und Coli aus dem Weihnachtsoratorium von Job. Seb. Bach, Haydns G- Dur- Sinfonie( mit dem Bautenschlag), alte Mendelssohn- Bartholdh mit Drchefterbegleitung. Eintrittskarten an der Abendkasse. Für Kinder des geiftig arbeitenden Mittelstandes veranstaltet die Ge noffenschaft Deutsche Boltserholungsbeime", Berlin G. 2, Pofftraße 10/11, Merfur 418, in ihren Erholungsheimen Elgersburg und Friedrichroda i. Thür. 27. Dezember, Rüdreise 6. Zanuar, verbunden mit einem Besuch von Weimar. billige Ferienfahrten zu fröhlichem Wintersport und zur Erholung. Abreise Berloren. Der Finder einer auf dem Alexanderplat am Donnerstag, ben 3. Dezember, morgens, berlorenen Brieftasche, die über 200 M. Mündel gelber und Bapiere enthielt, wird gebeten, fie gegant Belohnung abzugeben bei Otto Moris, Zelterstr. 15. Explosion in einem amerikanischen Bergwerk. 61 Bergleute getötet. Auf der Overton- Jeche, 12 Meilen füdlich von Birmingham im Staate Alabama, hat sich eine furchtbare Schlagwelter. explosion ereignet, bei der 61 Bergleute getötet wurden. Aus den bisher vorliegenden Nachrichten ergibt sich folgendes: Das Unglück hatte sich bald nach dem Beginn der Tagesschicht ereignet. Die Grube besteht aus fieben Stollen, beren unterster in einer Tiefe von etwa 1000 Metern liegt. Die unverlegt gebliebenen Arbeiter befanden sich im obersten Stollen. Die durch die Explosion angerichteten Verwüstungen und die Gasentwidiung behinderten die Rettungsarbeiten start. Die Ursache der Explosion ist noch nicht aufgeklärt. Die Grube war mit den üblichen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet. An dem Eingang der Grube spielten sich erschütternde Szenen ab, als viele der herbeigeeilten Frauen und Kinder die Leichen ihrer Angehörigen erkannten. Während eine erste Meldung von 40 Toten sprach, steht nach den letzten Meldungen leider fest, daß 61 Bergleute ums Leben gekommen sind. Die 3oh! der schwerverletzten beträgt 5. 15 Bergleute sind mit dem L davongekommen. Groß- Berliner Parteinachrichten. pa. Bot. Szig. Budew. Gommabend, 12. Dezember, ohenbs& Uhr, kans Figung im Bebrerzimmer ber 1. Gemeinbefajule, Chauffeeftr. Wirtschaft Der internationale Sprengstofftrust. ländische Interessenten ist nicht durch Aufgabe der Selbständigkeit oder| danten. Wir lönnen so schloß Profeffor Flechtheim in dieser durch Einräumung irgendwelchen Einflusses erfauft. Die aus. also neben dem Wiederaufwachen alter freundschaftlicher Gefühle in ländische Gruppe erwirbt im ganzen 20 Broz. des. Gesamt- erster Reihe auch eine Anerkennung unserer technischen Leistungen tapitals, also nicht einmal die Minoritätsrechte. Sie sehen. hat feinen Anspruch erhoben auf Siz und Stimme im Aufsichtsrat, noch sonst irgendwelche mitverwaltungs- oder Kontrollrechte. Bor Zur Durchführung der Kapitalerhöhung um 7,5 auf 36,66 Mil- allem bleiben die Borzugsaftien unverändert bestehen. Auf der antonen Mart hatte die Köln Rottweil A.-G. eine außer deren Seite ist es selbstverständlich bei aller Sympathie fein reiner ordentliche Generalversammlung einberufen, auf der für die Ver- Freundschaftsdienst, sondern das Ergebnis faufmännischer Ueber: waltung des Unternehmens Professor tech theim folgende Auslegung, wenn die englisch- amerikanische Gruppe die Aftien zu einer führungen über den internationalen Sprengstofftrust Beit, als der Kurs sich zwischen 70 und 80 Proz. bewegte, zu Pari machte: 4 übernahm. Das erste Halbjahr 1925 ist bei Köln- Rottweil und auch im ganzen Nachdem durch den Krieg die Beziehungen des Unternehmens Konzern befriedigend und vielfach besser als 1924 verlaufen zu ihren englischen und amerikanischen Geschäftsfreunden verloren und ließ ein für heutige Berhältnisse erfreuliches Jahresergebnis ergegangen waren, nachdem die Köln- Rottweil A.-G. außerdem ihre warten. Das zweite Halbjahr hat dann aber recht heftige Rüd. Kriegsprobuftion gewaltig vergrößert hatte, war sie durch den Ausschläge auf einigen Gebieten gebracht. Neben den allgemeinen Rala gang des Krieges zu einer vollfommenen Umstellung gezwungen. mitäten, wie Steuerbrud, machen sich in einigen Artikeln immer mehr Auf dem Gebiete der Sprengstoffe entspann sich am Beltmarkt ein Abfazichwierigteiten fühlbar, hauptsächlich hervorgerufen außerordentlich starter Wettbewerb. Durch Abmachungen mit burch die Kreditnot unserer Abnehmer und die begreifliche Scheu vor den früheren englisch- amerikanischen Geschäftsfreunden, der englischen Insolvenzen. Dazu tritt verschärfend eine für uns durchweg fehr Robel- Gruppe und der amerikanischen Du Pont fuchte man iegt ungünstige Entwidlung der 3ollgefeggebung. einmal eine Regelung des Absages von Sprengstoffen und Während für die Artifel des Konzerns dem zum Teil viel billiger einen weitgehenden Austausch von technischen Ver produzierenden Auslande die Tore bei durchaus ungenügenden Zoll fahren und Erfahrungen herbeizuführen. Dazu ist eine fägen weit geöffnet worden sind, schließt sich das Ausland durch gegenseitige Beteiligung der einzelnen Gesellschaften vorgesehen. Die Hochschutzölle immer mehr und mehr ab. Vor allem verhängnis Rapitalerhöhung der Röln- Rottweil A.-G. bient dem gleichen 3med poll war für den Konzern der geradezu prohibitive 3oll Englands und darüber hinaus der Beschaffung neuer Betriebsmittel auf Kunstseide und Kunstseidenartikel. Die Berwaltung fieht den einzigen Ausweg aus diefer allgemeinen Notlage der deutschen Wirtschaft auf die Dauer nur in technischer Arbeit, die zur Verbesserung und zur Berbilligung der Pro= dukte führt. In dieser Hinsicht sind im verflossenen Jahr in dem Konzern nicht nur auf dem Gebiete der Kunstseide, sondern auch auf anderen, wie vor allem in Zelluloid und Kunststoffen weiterhin gute Fortschritte gemacht worden. Gerade diesen ist nicht zum wenigsten die Verständigung mit der englisch- amerikanischen Gruppe zu verDie Gesellschaft hat im Kriege ihre liquiden Mittel immer roieber in Neubauten steden müssen und nach dem Kriege in die notwendigen Umbauten für die von uns neu aufgenommenen Artikel. Wenn auch die Inanspruchnahme von furzfristigen Krediten durch den Konzern nicht eben übertrieben hoch war, so ist es natürlich doch ein erfreulicher Erfolg, daß der Konzern durch Zuführung von neuem Aftientapital eine größere finanzielle Bewegungs. freiheit erlangt hat. Die Abgabe diefer Beteiligung an ausEine Weihnachts- Freuder Jedermann in bekannten guten Qualitäten unsere Die politische und soziale Rolle der amerikanischen Genoffengegebenen Schrift„ Europäische Volkswirtschaft" behandelt Prof. schaftsbanken. In der von der Frankfurter Zeitung" jüngst herausLouis de Broudère aus Brüssel in einem lehrreichen Auffay die Entwicklung des Genossenschaftswesens und erwähnt dabei auch die Rolle der Genossenschaftsbanken. Es ist von Interesse, diesen Ausführungen zu entnehmen, daß die Genossenschaftsbanken einen vielfältigen Einfluß auszuüben vermögen. In den Vereinigten Staaten haben sie manchem Streit zum Siege verholfen, indem sie Betriebe finanzierten, welche die Forderungen der Arbeiter anbontottiert wurden. Sie haben auch einen recht bemerkenswerten genommen haben und infolgedessen von den kapitalistischen Banken Eingriff in die Außenpolitik gemacht, indem sie eine Anleihe der meritanischen Regierung, die mit Unterstügung der Gewert schaften an die Macht tam und von den amerikanischen Börsen magnaten bontottiert wurde, finanzierten. Sanierung der größten englischen Flugzeugfabrik. Der infolge schlechter Rentabilitätsverhältnisse im Zusammenhang mit der Nachfriegsdepression bei den Biders- Werfen zur Untersuchung der finans ziellen Lage der Gesellschaft eingesetzte Ausschuß hat tiefeinschnei bende Borschläge zur Umgestaltung des Unternehmens gemacht. Die Kommission empfiehlt eine Abschreibung vom Kapital in der Höhe von 12% Millionen Pfund Sterlind vorzunehmen, und alle unrentablen Zweiunternehmen aufzulösen. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Birtschaft: Artur Eaternus; Sewertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Doscher; totales und Gonftiges: Fris Karstadt; Anzeigen: h. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret Sieran 1 Beilage. und Berlagsanstalt Baul Ginaer u. Co. Berlin S. 68, Lindenitraže 3. billigen Angebote! 35.- Anzüge 110,- 98,- 85,- 72.- 65,- 54.- 48.82. 69. moderne Winter- Muster, gute Ausführung 115. 98. 59.- 48.mit und ohne Borte 135.- 118,- 98.- 85.Winter- Ulster Dunkle Paletots 195.- 93 85.- 74,- 62.- 55 42.- Smoking-.. Tanzanzüge Knaben- Anzüge und Mäntel 950 35.- 28.- 21.- 16.50 14.50 schwarz u. marengo, 2 reihig u. 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Die Eisenbahner- Verhandlungen vertagt. Die für heute Freitag angefeßten Eisenbahnerverhandlungen find auf Montag vertagt worden, da die Vorbereitungsarbeiten noch nicht völlig abgeschlossen werden konnten. Freitag, 11. Dezember 1925 genommenen Statistik sehr gut. Erfreulich ist, daß der Achtstundenta g faft überall eingehalten worden ist. Die Zahl der Kollegen, die mehr als 48 Stunden in der Woche arbeiten, ist gering. Allenthalben versuchen die Prinzipale Verschlechtenehmern ein sehr gespanntes Berhältnis besteht. Obwohl die gegen rungen durchzusehen, so daß zwischen Organisation und Unterverkannt werden darf, muß dennoch alle Kraft auf die Erhaltung und Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen werden. angewendet Die Bildungs bestrebungen erstreckten sich auch auf die Abhaltung von Be. Nach der Inflationszeit mußte die triebsräteturfen. Bibliothet den 3eitverhältnissen entsprechend ausgestattet werden. Diese Büchersammlung ist jegt vorbildlich. In einem unbedeutenden schlesischen Orte, in Borzenzine bei nicht länger mehr vorenthalten werden. Dazu ist nur notwendig, wärtige Wirtschaftstrije und der Mangel an Zahlungsmitteln nicht Trachenberg 1865 geboren, vollendet der Vorsitzende des Deutschen Berkehrsbundes, Oswald Schumann, am heutigen Tage sein 60. Lebensjahr. Mit fümmericher Dorfschulbildung ausgerüstet, lernte unser Jubilar sofort nach seiner Schulentlassung die Härten des Kampfes um ein proletarisches Dasein tennen. Nach Jahren, die er als Arbeiter in Ziegeleien und an der Eisenbahn in seiner engeren Heimat Schlesien zubrachte, wandte er sich nach Berlin. Im Jahre 1885 wurde er Mitglied in dem damaligen Verein Berliner Hausdiener, und 1893 murde er zusammen mit bem 1923 verstorbenen Hans Dreher in die Agitationskommission der Handelshilfsarbeiter gewählt, um sich hier die ersten Sporen für seine spätere Führerlaufbahn zu erwerben. In dem gleichen Jahre übertrug ihm auch die Berliner Parteiorganisation Drei Jahre später das Ehrenamt eines Bertrauensmannes. war Schumann die Seele jener Altenburger Weihnachtstagung, die den Grundstein legte zu der heute so einflußreichen und machtvollen Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiterorgani fation, dem„ Deutschen Verkehrsbund". -V 1896 Das Werden und Wachsen dieser Organisation, die Geschichte ihrer Kämpfe und Siege sind untrennbar mit dem Namen Oswald Schumann verknüpft, der seit ihrer Gründung bis zur Stunde mit hervorragendem Geschid und vorbildlicher Tatfraft als ihr erster Borsitzender wirkt. Wenn die Kriegszeit und all die schweren Stürme, die nachdem über die deutschen Gewerkschaften hinwegbrausten, das innere Gefüge des Deutschen Verkehrsbundes nicht zu erschüttern vermochten, so ist das nicht zum Geringsten das Berdienst des heute Sechzigjährigen. Was Oswald Schumann in den lezten 28 Jahren als Organisator und Agitator für Jeine Berufskollegenschaft, für die eigene Organisation und darüber hinaus für die Gesamtbewegung geleistet hat, das läßt sich nicht in wenigen Sätzen zusammenfaffen. Seine starken Führereigenschaften, die sich in überzeugender Klarheit des von ihm gesprochenen und geschriebenen Wortes aus prägen, feine Unbeirrbarkeit, fein ftets froher und mitreißender Optimismus und sein nie erlahmendes, fraftvolles Wollen, mit unbedingter Hingabe an die Sache verbunden, gewannen Dewald Schumann ungezählte Sympathien. Der von der großen Deffentlich feit zwar weniger bemerkten, aber darum gewiß nicht weniger mich tigen Arbeit, die Schumann in den verschiedenen Ausschüssen des dem er ununterbrochen seit 1912 Deutschen Reichstages als Abgeordneter angehört. leistete, verdanten speziell seine Berufskollegen manchen bedeutsamen gefeggeberischen Erfolg. Die KPD. auf dem„ Vormarsch". In Jena wie in Berlin ausgespielt. Die Zahl der Arbeitslosen ist bisher im Buchdruckgewerbe gegenüber anderen Berufen erfreulicherweise gering. Braun brachte zum Ausdruck, daß alle diese Umstände eine Bestätigung für die richtige Taftit des Verbands- und Gauvorstandes seien. Bor allem wandte sich der Redner unter lebhaftem Beifall gegen die RomIn der gestern stattgefundenen Generalversammlung des gewertschaftszerstörende Tätigkeit der Deutschen Metallarbeiterverbandes Jena wurde die Wahl der Ortsmanisten. verwaltung und Ortsausschußdelegierten vorgenommen. Von 594 abgegebenen Stimmen erhielt die Liste der Richtung Amsterdam 392 Stimmen. Die Opposition"( APD.) erhielt 200 Stimmen. Die Verwaltung wurde im vorigen Jahre zurüderobert und war bis dahin eine Hochburg der APD. Streitbrecher für die Pianobranche! Bom Deutschen Holzarbeiterverband wird uns mitgeteilt: In den Mechanitfabriten von Ernst Jakob A.-G., Mariannenplay, und auth, Schlesische Straße 18, stehen die Belegichaften wegen ohnabzüge im Streit. Beide Firmen bemühen sich. Streitbreder anzuwerben, denen hohe Verdienste" garantiert werden. Die Firma Fauth hat einige Elemente als Angestellte engagiert, die sich nicht schämen, das schofle Handwert eines Rausreisers auszuüben. Wir bitten alle Arbeiter, diefe Betriebe zu meiden, da diese vom Holzarbeiterverband gesperrt find. Die Drtsverwaltung. Waffers und Elektrizitätswerke gegen Tarifverträge. Schleffler gab in seinem Rassenbericht ein Bild von der günstigen Entwicklung der Finanzen. Gegenüber dem Borjahre hat sich das Vermögen der Organisation ungefähr verdoppelt. Es betragt jegt etwa 450 000 m. Damit ist jedoch der Vorfriegsstand bei weitem nicht erreicht. Der vom Gauvorstand vorgeschlage nen Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung wurde zugestimmt, desgleichen den Remunerationen für die Schriftführer und den Vorsitzenden des Schiedsgerichts. Zum Weihnachtsfest wird den Arbeitslosen und Invaliden wieder eine besondere Unterstügung gewährt. Dem Bil. dungsverband werden auf Beschluß der Bersammlung 1500 Mart zugewiesen. Der Bauvorst and wurde schließlich gegen 3 Stimmen wiedergewählt, ebenso die einzelnen Kommissionen. Ueber die kommunistischen Anträge auf Abänderung des Statuts ging man zur Lagesordnung über. Der nächste Berbandstag findet im Juni 1926 in Berlin statt. Dazu sind bereits alle Vorbereitungen getroffen. Den Gauvorstand wurde Vollmacht erteilt für die Feier des 60jährigen Bestehens der Organisation, die sich aus den Kleinsten Anfängen zu einem stolzen Gebilde entwickelt hat. Alles in allem bildete die ruhig verlaufene Versammlung einen Auftakt zur Geschlossenheit im neuen Jahre. Die Konjunkturpolitit. Erfurt, 11. Dezember.( WTB.) Die Firma Eduard Lingel, Die Charlottenburger Wasserwerke und die dem Konzern der Märkischen Elektrizitätswerte angeschlossenen privaten Elektrizitätsmerte hatten den bis zum 1. Oftober gültigen Tarifvertrag mit den Angestellten gekündigt und Berhandlungen über den Abschluß eines neuen Bertrages glatt abgelehnt. Sie übten statt dessen auf ihre Angestellten einen mehr oder minder starken Druck aus, um sie zu Schulfabrik A.-G., Erfurt, hat ihrer gesamten Belegschaft geveranlaffen, Einzelarbeitsverträgen durch Unterzeichnung von Reündigt. Die Verwaltung teilt dazu mit, sie habe sich zu der persen zuzustimmen. Es wurde deshalb von den am bisherigen Ründigung entfchloffen, da sie die in der Hochkonjunktur feftTarifvertrag beteiligten Organisationen der Schlichtungsaus. sei. Die Firma erklärt fich jedoch bereit, die Belegschaft weiter zu chuß Groß- Berlin angerufen, der am Mittwoch tagte. Durch das gefehten Löhne nicht weiter zu zahlen in der Lage provozierende und beleidigende Auftreten des Bertreters ber märkischen Elektrizitätswerte, beschäftigen, wenn die Arbeiterschaft damit einverstanden wäre, die in Gemeinschaft mit der geschäftlichen Betriebsver Dr. Grieß, fah sich der Schlichtungsausschußvorsigende ge- tretung zu vereinbarenden neuen Löhne anzunehmen. zwungen, die Berhandlungen aufzuheben. Auch seine Berufsinternationale besitzt in Schumann einen ihrer beften Kameraden und Förderer. Von 1904 bis Kriegs. ende war er Mitglied des Zentralrates der Internationalen Transportarbeiter Federation, die damals in Berlin domizilierte. Und erst kürzlich hat der Sechzigjährige eine beschwerliche Reise beendet, um als Delegationsführer der von den deutschen Gewerkschaften nach Amerika entsandten Studienfommiffion eine Annäherung der america ft zurückzuführen sei. Der Abschluß von Einzelarbeits tanischen Gewerkschaftsbewegung an die große Amfterdamer Ge wertschaftsinternationale herbeizuführen und speziell die Beziehungen zu den deutschen Gewerkschaften inniger und fester gestalten zu helfen. Noch viele Jahre weiteren erfolgreichen Wirfens in ungebroche ner förperlicher Rüftigkeit und geistiger Frische ist unser Wunsch zu Schumanns sechzigster Geburtstagsfeier. Eine günstige Arbeitsgelegenheit. Darf der Staat jeht Arbeiten liegen laffen? Die Berliner Museumsneubauten im Zentrum der Stadt liegen unbegreiflicherweise brach. Die Fertigstellung dieser Arbeiten wurden hunderten von arbeitslosen Bau arbeitern und sonstigen gelernten und ungelernten Arbeitern reichlich Arbeitsgelegenheit bieten. Die Bauten find bereits verglast. In den gewaltig großen Innenfälen sollen antite Baumerte im Original aufgestellt werden. Außerdem aber sind noch so große Arbeiten anderer Art bei den Museumsneubauten auszuführen, die auf Jahre hinaus reichlich Arbeitsgelegenheit bieten. Es ist unverständlich, weshalb bis jegt noch teine Anstalten dazu getroffen sind, diese Arbeiten in Angriff zu nehmen. Will der preußische Finanzminister hier eine übel angebrachte Sparsamkeitspolitif betreiben? Irgendwann müssen ja die begonnenen Arbeiten einmal fertiggestellt werden. Soll ihre Her ftellung auf eine Beit verschoben werden, in der die Bautonjunktur einlegt? Das Allgemeininteresse erfordert hier, daß aus der Not der Arbeitslosigkeit eine Tugend gemacht wird. Die nötigen Arbeitsträfte stehen reichlich zur Verfügung und die er Ueber dieses Ergebnis der Schlichtungsverhandlungen berichtete ange vom 3d. in einer Afa- Mitgliederversammlung am Mittwoch in Haverlands Festsälen. Er legte den Verlammelten klar, daß das brüste Auftreten der Unternehmer nicht zuletzt auf das mangelnde Organisationsverhältnis und die eingetretene Teilnahmslosigkeit der Angestellten. Derträgen, burch die den Angestellten meist Gehaltserhöhungen zugesprochen werden, sei nur ein 2odmittel der Unternehmer, bie ihnen verhaßten Gewerkschaften von der Regelung der Gehaltsund Arbeitsbedingungen auszuschalten. Dies ist nicht nur das Ziel biefer Unternehmergruppe, fondern des gesamten Unternehmertums. Die Angestellten müssen das Falschspiel der Unter. nehmer, das ihnen im Augenblic vielleicht einen materiellen Borteil bringt, durchschauen und ihnen zu begegnen suchen. Sonst müßten sie zu spät erfennen, daß sie die Geschädigten und rechtlos Gemordenen find. Sämtliche Diskussionsredner vertraten die Auffassung, daß die Organ fationen zumindest versuchen müssen, Wertstarife abzuschließen, um über diesen Weg wieder zu einem Tarifvertrag zu fommen. Sie verpflichteten sich weiter, trotz der schweren Wirtschaftskrise und des damit verbunde nen Angestelltenabbaues, unter den Angestellten neue Mitglie. der zu werben, damit den jetzt so brutal auftretenden Unternehmern die Gewerkschaftsmoral entgegengestellt werden kann. Generalversammlung der Buchdrucker. Die Berliner Buchdrucker hielten Donnerstag abend im Krieger vereinshaus ihre erste Generalversammlung nach den fürzlich erfolgten Neuwahlen der Delegierten und Bezirksvorstände ab. Dem vom Gauvorsitzenden Braun erstatteten Geschäfts bericht ist zu entnehmen: Das Jahr 1925 war ein Jahr bes Auf stiegs und der Erfolge. Der Mitgliederbest and hatte fich am 1. Dezember b. 3. auf annähernd 14 000 erhöht. Der Lohn konnte im Laufe des Jahres den veränderten wirtschaftlichen Verhältniffen einigermaßen angepaßt werden. Die sprunghafte Betteuerung aller Lebensmittel und Bedarfsartikel in der letzten Seit machte jedoch die Kündigung des Lohnabkommens notwendig. In der nächsten Woche finden neue Lohnverhand( ungen statt und im Anschluß daran eine Gauvorsteher. tonferenz Das Organisationsverhältnis ist nach der auf Achtung, Buchdrucker! Vor Annahme einer Rondition bei der Firma Karl Hansen, Chauffeestraße 59, ist es erforderlich, Erfundigung auf dem Gaubureau, Engelufer 24/25, einzuziehen. Die Firma hat einem Teil des Personals zweds Lohnabbau gekündigt. Der Gauvorstand. Achtung, SPD.- Metallarbeiter Bezirk 12( Friedenau, Stealth. Bank. mik, Teltom). Am Dienstag, den 15. Dezember, abends 5 Uhr, im Lokal von Borgmann, Friedenau, Rheinstr. 40, wichtige Berfammlung aller Barteigenoffen. Niemand darf fehlen. Barteiausweis mit d bringen. Der Fraktionsvorstand. Geschäftliche Mitteilungen. Das feit 1886 beftehende, beftbekannte Ronfektionshaus J. Baer, Bad ftraße 26, Ede Brinzenallee, hierfelbft bietet eine große Auswahl in fertiger Serren, Jünglings-, Rnaben fomie Sport und Berufsfleibung zu äußerft billigen Breifen in nur guter Qualitätsware. 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