Abendausgabe Nr. 58742.Jahrgang Ausgabe B Nr. 291 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Jernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Sonnabend 12. Dezember 1925 Beriag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68. Lindenstraße 3 Ferusprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Wirtschaftskrise und Angestelltennot. Milderung des Steuerdrucks. Vorständekonferenz der Angestelltenverbände. Offenlegung der Stenerlisten. Zu den Punkten, von deren Erörterung die sozialdemofratische Reichstagsfraktion ihre endgültige Entscheidung zur Der AfA- Bund hatte zu Freitag abend eine große Vorstände-| Angestellten gelenkt. Jetzt ist mit Hereinbrechen der Krise die Si- politischen Situation abhängig gemacht hat, gehört auch die fonferenz der gewerkschaftlichen Angestelltenverbände Deutschlands tuation fatastrophal geworden. Ueber nach dem Bürgersaal des Rathauses einberufen, um sich mit den im Zusammenhang der gegenwärtigen Krise stehenden wirtschaft lichen und sozialpolitischen Fragen zu beschäftigen. Außer den zahlreich erschienenen Organisationsvertretern waren Bertreter des Reichs, der Länder, der Kommune, der sozialdemofra tischen Fraktionen und der Zentrumsfrattion des Stadtparlaments anwesend. In einem ausführlichen Referat behandelte Prof. Dr. Emil Lederer Heidelberg die Ursachen und Behebungsmöglichkeiten der Wirtschaftskrise. Die Hauptursache der deutschen Wirtschaftskrise liegt in dem hehen Preisniveau der deutschen Waren und der dadurch bedingten Unmöglichkeit des Absages im In- und Ausland. Die von den Unternehmern beliebte Argumentation, daß die Berknappung der Betriebsmittel, die hohe Sozialbelastung, die angeblich zu hohen Löhne und die verfürzte Arbeitszeit die Gestehungstoften erhöhen, ist falsch. Das beweist am besten die amerikanische Industrie, die durch hohe Löhne und bis ins Kleinste gehende Rationalisie rung der Produktion den Absah im In- und Auslande ermöglicht. Die deutsche Wirtschaft hat mit der modernen Entwicklung der Weltwirtschaft nicht Schritt gehalten und versucht diesen Mangel durch den Lohnbrud wettzumachen. Eine dauernde Behebung der Wirtschatsstrise und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit fann mur erfolgen durch eine möglichst schnelle Umorganisation der Produktion. Die wichtigste Aufgabe des Staates ist, die Arbeitslosen durch ausreichende Unterstützung über die schwere Beit hinweg zuhelfen und weiterhin alles aufzubieten, um die Wirtschaft zur Rationalisierung der Betriebe zu zwingen und jedem beabsichtigten Lohnbrud durch die behördlichen Organe entgegenzu. treten. Im Anschluß an die überzeugenden Darlegungen des Refe renten beleuchtete der Borsigende des AfA- Bundes, Genosse Aufhäuser, die Auswirkung der Wirtschaftskrise auf die An gestellten, die darunter noch verhältnismäßig schwerer zu leiden haben als die Arbeiter. Die Inflation hatte die Zahl der Bureauangestellten abnorm gesteigert. Die Stabilisierung der Währung und die Einführung arbeitsfpatender Bureaumaschinen hatte einen Patastrophalen Angestelltenabbau zur Folge. Hinzu tam der Abbau von Beamten und Angestellten der Behörden, die den Stellenmarkt der Angestellten noch erheblich belasten. Daß der Abbau der Angestellten nicht nur aus Gründen der Ersparnis erfolgt, geht schon daraus hervor, daß man wohl die unteren, nicht aber die leitenden Angestellten mit hohem Gehalt ab. baut. Die Unternehmer nutzen die Krise aus, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Angestellten zu verschlechtern. Sie sprechen in vielen Fällen nicht die Entlassung aus, sondern beschäftigen ihre Angestellten weiter, wenn sie sich mit Gehaltstürzungen einverstanden erklären. Die Kündigungen und Entlassungen sind zum großen Teil ein Feldzug gegen die tarifliche Regelung der Gehälter und Arbeitsbedingungen. Das wird besonders dadurch bewiesen, daß man rüd100 000 Angestellte sind bereits arbeitslos, zehntausende darunter seit Jahren. Weitere Massenentlassungen von Angestellten sind zum Jahresschluß ausgesprochen worden. Das Elend ist unerträglich, fofortige durchgreifende Hilfe unauffchiebbar. Die gemeinsame Borständekonferenz der gewerkschaftlichen Angestelltenverbände fordert daher die unverzügliche Durchführung folgender Maßnahmen: 1. Aenderung der geltenden Erwerbslofenfürsorge dure a) Erhöhung der Unterstügungssäge um mindestens 50 Broz, b) Einführung einer obligatorischen Kurzarbeiterunterstügung, c) Ausdehnung der Erwerbslosenfürsorge auf alle Angestellten, d) Aufhebung der Bedürftigkeitsprüfung, e) Aufhebung der bestehenden Begrenzung der Bezugszeit, Aufhebung jeglicher Anwartschaftszeit. Arbeitslose, die bisher nicht unterstützt wurden, abgestuft nach der 2. Einmalige Zuwendung an ausgefteuerte fomie langfristig Dauer der Arbeitslosigkeit. 3. Schleunige Verabschiedung des Arbeitslosenversicherungsgejezes unter Einbeziehung aller Angestellten. 4. Benußungszmang des öffentlichen Arbeitsnachweises, Berbot der Chiffre Anzeige für Stellenvermittlung. 5. Erhöhter Kündigungsschutz für die langjährig im Betrieb beschäftigten Angestellten. 6. Beschleunigte Bergebung der Aufträge der Reichsbahn, der Boft und aller Reichs, Staats- und Kommunalbehörden. Förde rung der Bautätigkeit durch restlose Bereitstellung der Hauszins steuer für den Wohnungsbau. Einrichtung von tariflich bezahlten Notstandsarbeiten. Beschäftigung von stellenlosen, insbesondere älteren Angestellten bei der Ausschöpfung der Betriebs- und Berufs zählung, als Buchprüfer bei den Finanzamtern, zur Aufarbeitung von Rückständen bei den Verwaltungsbehörden und den Organen der Sozialversicherung. 7. Verschärfte Kontrolle der Stillegungsanträge unter Heran ziehung von Gewerkschaftsvertretern zu den kontrollierenden Inftanzen. 8. Einbringung eines deutschen Arbeitszeitgefeßes, das den Acht stundentag festlegt, und Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. Den notleidenden arbeitslosen Angestellten fann nur Hilfe gebracht werden, wenn unsere Forderungen erfüllt werden. Sum Rampf dafür ruft die gemeinsame Borständekonferenz alle Gewertfchaften auf. Gegen den Bersuch der Unternehmer, die Laften der Krise durch Lohndruck und Arbeitszeitverlängerung auf die Angestellten abzuwälzen, für die Erfämpfung unserer Forderungen- erhöhte Aktivität! Nach dem Vortrag Aufhäusers schilderte Ridelt, der Borfizende der Deutschen Bühnengenossenschaft, die not. lage der Künstler und forderte die Aufhebung der Bust. barfeitssteuer, die viele Theater und damit die Bühnen. Frage der Offenlegung der Steuerlisten. Diese Forderung taucht nicht zum ersten Male auf. Bereits mehrbei der Steuerreform im Sommer. Die bürgerlichen Barteien fach ist sie von der Sozialdemokratie vertreten worden, zuletzt haben dieses Verlangen damals nicht mehr grundsätzlich abgelehnt. Nur der Augenblick zur Berwirklichung einer so einfchneidenden Maßnahme erschien ihnen noch nicht gekommen. Auch die Reichsregierung hat damals durch den Staatssekretär Dr. Popiz erklären lassen, daß die Steuermoral in Deutschland start gesunten sei. Des halb müsse man, wenn durch die neue Steuerreform teine Hebung der Steuermoral eintrete, die Offenlegung der Steuerliften ernsthaft erwägen. tommen. Obwohl erst wenige Monate feit der letzten SteuerNach unserer Auffassung ist dieser Augenblick jetzt ge= daran, daß die Steuermoral sich nicht gebessert, sondern reform ins Land gegangen find, ist doch kaum ein Zweifel eher noch verschlechtert hat. Der Drud der Wirtschaftsfrise lastet schwer auf vielen Steuerpflichtigen, und der Anreiz, die Steuerlaften selbständig zu senten, ist überaus groß. Der stärkste Anreiz dazu geht aber von der Erwägung gestellt hat als der ehrliche. Die Uebersicht der Reichsaus, daß bisher der unehrliche Steuerzahler sich immer besser regierung über die Rückstände an Besigsteuern ist der beste Beweis dafür. Selbst wenn man annehmen wollte, daß in denjenigen Fällen, in denen die Steuern ordnungsgemäß gestundet worden sind, ein wirtschaftlicher Anlaß vorgelegen hat, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß fast 170 Mil= lionen mart an Besigsteuern rüdständig sind, für die eine Stundung nicht vorliegt. Das ist eine einfache Berweigerung der Steuerleistung und muß erneut die Steuermoral fchmer beeinträchtigen. Wie soll aber das Steuersystem durchgeführt werden, wenn ein Teil der Steuerpflichtigen die ihm gesetzlich auferlegten Lasten nicht trägt? Diese Verweigerung der Steuerleistung hat Deutschland bereits einmal erlebt. Die Sanierung der Reichsfinanzen durch die Erzbergersche Steuerreform ist an dem Widerstand der Besitzenden gescheitert. Der unehrliche Steuerzahler siegte über den ehr die deutsche Wirtschaft an den Rand des Abgrunds brachte lichen. Die Folge war die gemaltige Geldentwertung, die und uns gegenwärtig die Wirtschaftskrise mit ihrem gemaltigen Elend für Millionen Menschen erleben läßt. Wenn das neue Steuersystem wiederum infolge des Widerstandes derjenigen Kreise erschüttert wird, denen die Tragung von Lasten unbequem ist, so wird abermals eine Katastrophe über Deutschland hereinbrechen. fichtslos ältere Angestellte abbaut, die wegen ihrer langen Dienst fünstler zu vernichten droht. Die Annahme einer im Sinne dieler Steuerlasten seien untragbar. Dem Reichstage jahre Anspruch auf höhere tarifliche Bezahlung als die jüngeren Angestellten haben, Die Maßnahmen der Reichsregierung, die die Beschlüsse des Sozialpolitischen Ausschusses des Reichstages zur Linderung der Arbeitslosennot jabotiert, find geradezu eine Herausforderung und Verhöhnung der Er= werbslofen. Sind doch viele Angestellte schon seit dem Ende der Inflation stellungslos und der Not und dem Elend preisgegeben. Benn die Regierung Berzweiflungsausbrüche der Erwerbslosen vermeiden will, muß fie die aufgestellten und durchaus durch führbaren Forderungen der Gewerkschaften und Parlamentsvertreter zur Durchführung bringen. Die Gewerkschaften aber werden fich gegen den Druck der Löhne der noch in Arbeit Stehenden wenden, um die Unternehmer endlich zur Neuorganisierung ihrer Betriebe und damit zur Beheburg der Wirtschaftskrise zu zwingen. Folgende Entschließungen gelangten einstimmig zur Annahme: I. Die freigewertschaftlichen Angestelltenverbände meisen weiter darauf hin, daß die Krise nicht zuletzt eine Folge der von den freien Gemertschaften bekämpften Zoll- und Kartellpolitit der Unternehmer und der von ihnen getragenen Rechtsregierung ist, eine Wirtschaftspolitif, melche die technische Rückständigkeit industrieller Betriebe im höchsten Grade begünstigt. Die Organisationen der Ungestellten wehren sich mit aller Entschiedenheit bagegen, daß man auf der Suche nach Schuldigen die Tarif- und Sozialpolitik der Gewerkschaften für die Krife verantwortlich zu machen sucht. Gerade durch die Erhöhung der Löhne und Gehälter wird vielmehr der Abfaz der massenprodutte gehoben und der größte Aniporn zur technischen und organi fatorischen Verbesserung des Erzeugungs- und Berteilungsapparates gegeben. Die freien Gewerkschaften wenden sich aber dagegen, daß diese Im ftellung auf Kosten der Arbeitnehmer. fchaft erfolgen foll, fie fämpfen nachdrücklichst gegen die sozialreaftionären Maßnahmen der organisierten Unternehmer, die die Rationalisierung dazu ausmuzen, um die Behälter abzubauen und die Betriebsvertretungen und gewerkschaftlichen Vertrauensleute zu maßregeln. Die im Aj- Bund zusammengeschlossenen Verbände sind bereit, alle ihnen zu Bebote stehenden Mittel anzuwenden, um den Gefahren der Arise wirksam zu begegnen. Sie müssen aber von den Angestellten erwarten, daß sie sich restlos in den freien Gemertschaften zusammenschließen, um gemeinsam den schweren Kampf zu führen und damit die Krije zu überwinden." Geit mehr als zwei Jahren hat der AfA- Bund die Aufmertjam Dett ber Regierung auf die fich ständig verschlechternde Lage der II. die Verhandlungen. „ Jsweftija" zur Abrüstungsfrage. Rußland will an der Abrüftungskonferenz teilnehmen. Mostau, 12. Dezember.( WIB.) Zu den Erklärungen des Präsidenten Coolidge in seiner Botschaft an den Kongreß über die Abrüftungsfrage schreibt die 3sweftija": Washington hält die Verträge von Cocarno ohne Abrüffung für ungenügend. Ungeachtet der zweideufigen ungenügenden Erklärungen Coolidges, der seinen Abrüftungsvorschlag mit allerlei Vorbehalten verfieht, und ungeachtet unseres Peffimismus hinsichtlich der Möglichkeit tatsächlicher Abrüftung der europäischen bürgerlichen Staaten begrüßen und unterstüßen wir diesen Borschlag Das Blaft spricht dann seine Befriedigung über das Jujammentreffen jahrelanger Bestrebungen der Sowjetregierung bezüglich der Abrüftung mit den Absichten der Regierung der Vereinigten Staaten aus. Die Sowjetunion lehne ebenso wie die Bereinigten Staaten den Eintritt in den Bölkerbund ab, sie werde aber jeden Borschlag, der auf tatsächliche Abrüftung oder Rüftungsbeschränkung gerichtet sei, unterstützen. Die Abrüstungstonferen3 müffe an einem folchen Orte ftattfinden, der die Teilnahme der Sowjetunion ermögliche. Streifverbot in Italien. Italien das rückständigste Land der Welt. Rom, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die italienische Kammer hat die Grundsätze der faschistischen Arbeitsgefehgebung angenommen. Danach werden Aussper. rungen und Streits verboten. Für jeden trotzdem erfolgten Streif ist eine Strafe von 10 000 bis 100 000 Lire zu zahlen. scheidung endgültig ift. Es wird ein besonderes Schiedsgericht geschaffen, dessen EntDanzigs neuer Oberkommissar. Der Holländer van Hamel Nachfolger Mac Donnells. Genf, 12. Dezember.( BTB.) Der Leiter der Rechtsabteilung des Völkerbundssekretariats, van Hamel, ist vom Rat heute vor mittag in geheimer Sigung zum Oberkommiffar des Bölkerbundes in Danzig ernannt worden. Folgen des Deutschenabbaus. Infelge des plötzlichen Abbaues der deutschen Postbeamten in der Tschechoslowakei sind ins. besondere in Nordböhmen und an der österreichischen Grenze große Störungen im Postverkehr entstanden. So lagern seit 5 Tagen im Bahnhof in Eger 6 Waggons mit unerledigter aus ländischer Boſt Große Teile der Wirtschaft behaupten, die jetzigen liegen verschiedene Anträge vor, die Besitzsteuern weiter herabzufenten. Solche Anträge sind verständlich, weil in der Lat deutsche Steuersystem ganz ungleichmäßig wirft. Den größten Anteil an den Staatslaften tragen die Lohn- und Gehaltsempfänger. Aber auch zahlreiche Selb ständige müssen höhere Leistungen aufbringen, als auf die Dauer von ihnen getragen werden können. Andere dagegen find steuerlich überaus begünstigt. Solange die Steuerlasten überhaupt verhältnismäßig gering waren, wurden folche Unterschiede leicht hingenommen. Gegenwärtig aber, mo selbst nach den Angaben des Staatssekretärs Bopitz 25 bis 30 Broz. des Bolfseinkommens von den öffentlichen Lasten beansprucht werden, sind sie unerträglich. Mehr denn je hängt deshalb die Milderung der Steuerlast von der Gleichmäßigteit ihrer Berteilung ab. Deshalb ist auch das Verlangen nach Offenlegung der Steuerlisten nichts Wirtschaftsfeindliches. Im Gegenteil: diejenigen, die für die Offenlegung der Steuerlisten eintreten, fchüßen damit die Wirtschaft, soweit sie ihre steuerlichen Berpflichtungen voll erfüllt. Auch sollte man meinen, daß sowohl die Organisationen der Unternehmer, als auch die bürgerlichen Parteien mitwirten müßten, wenn es sich darum handelt, die Borauslegungen zu schaffen, durch die allein eine Milderung der Gesamtsteuerlast herbeigeführt werden fann. Wie aber soll diese Gleichmäßigkeit bei der Tragung der Steuerlaften erreicht werden? Durch ordnungsgemäße Beranlagung allein wird das sehr schwierig. Denn gegenüber den großen Steuerpflichtigen und den Konzernen sind die Beranlagungsbehörden meist machtlos. Auch die nachträgliche Kontrolle durch den Buch- und Betriebsprüfungsdienst wird nicht ausreichen, so groß seine Erfolge auch immer sein mögen. Das wirksamste Mittel bleibt die Erziehung zu einer höheren Moral. Sie aber ist nur zu erreichen durch die Beteili gung der Deffentlichkeit an der Berantagung im Wege der Offenlegung der Steuerlisten. Das Interesse der Steuerpflichtigen an der richtigen und ehrlichen Steuerzahlung aller muß gewedt werden. Die Erfenntnis muß Allgemeingut werden, daß unrichtige und zu geringe Steuerzahlung weniger den Fiskus schädigt, als die ehrlichen Steuerzahler. Die Milderung der Steuerlasten für den Einzelnen läßt sich deshalb nur erreichen, wenn das Vorrecht des Steuerge= heimnisses, das zwar ein Sonderrecht der befizenden Klassen ist, an dem aber nur die unehrlichen Steuerzahler lein Interesse haben, beseitigt wird. Reichstag und Wirtschaftskrise. Die heutige Sigung des Reichstags wird um 10 Uhr 20 vom Präsidenten Löbe eröffnet. Der erste Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite und dritte Beratung der deutsch- rußischen Handelsverträge. Abg. v. Freytagh- Coringhoven( Dnat.) bemerkt, daß man aus der Stellung der Deutschnationalen Partei zu dem Rapallo Bertrag leine Schlußfolgerungen für ihre Stellungnahme zu den heutigen Verträgen mit Rußland ziehen dürfe. Seine Partei halte es für notwendig, in ein Freundschaftsverhältnis zum ruffifchen Bolte zu kommen. Die Regierung müsse mehr als bisher für die Auslandsdeutschen sorgen. Die Deutschnationalen würden den Verträgen zustimmen. Abg. Haas( Dem.) erinnert daran, daß nach der damaligen Anficht der Deutschnationalen der Rapallo- Bertrag gegen die deutsche Ehre verstoßen habe. Die heutigen Verträge mit Rußland seien aber nur die Fortsetzung von Rapallo, und nun halten es die Deutschnationalen mit der deutschen Ehre für ver. einbar, für diese Berträge zu stimmen. Das sei eine seltsame politische Logit. Der deutschen Wirtschaft müsse zugerufen werden, fie folle sich von dem Traume freimachen, als ob in Rußland in ab. fehbarer Zeit das Handelsmonopol abgebaut werde. Ohne Zweifel sei beim Abschluß von Verträgen ein staatsfapitalistisch organisierter Staat im Vorteil gegenüber einem Staat, in dem die freie Wirtschaftsweise herrsche. Die vorliegenden Berträge feien gewiß nicht vollkommen, aber unter den gegebenen Verhältnissen sei cben nicht mehr zu erreichen gewesen. Abg. Gräfe( Dvölt.) lehnt die Verträge ab. Abg. Dauch( D. Vp.): Solange in Rußland das Außen handelsmonopol bestehe, habe der deutsche Handel nicht piel zu erwarten. In dieser Beziehung würde sich auch durch die neuen Verträge wenig ändern. Was wir nach Rußland vertaufen wollten, müßten wir erst vorher finanzieren. Die Sicherheit, daß der deutsche Kaufmann sein Geld von Ruß land wieder erhalte, sei nicht gegeben. Solange das Privateigentum in Rußland nicht völlig wieder hergestellt sei, werde sich die Kreditgewährung im engen Rahmen halten müssen. Abg. Dr. Bredt( Wirtsch. Vgg.): Die vorliegenden Verträge unterschieden sich von dem von Rapallo insofern, als die beiden Rontrahenten von verschiedenen Standpunkten ausgegungen feien, mährend das bei Rapollo noch nicht der Fall gewesen wäre. Das mefentliche sei jeßt, daß der Handelsverkehr mit Rußland über. haupt in Gang fomme. Abg. Rauch- München( Bayr. Bp.). wünscht die Einrichtung einer ähnlichen deutschen Stelle in Rußland, wie es die russische Handelsdelegation in Berlin ift. Die Vorlage wird darauf mit großer Mehrheit in zweiter und dritter Beratung angenommen. Das Haus wendet sich dann der Beratung des Berichtes des sozialpolitischen und des Haushaltsausschusses, betreffend Erwerbslosenfürsorge zu. Berichterstatter sind die Abgeordneten Erfing( 3.) und Aufhäuser( Soz.). Die Ausschüsse empfehlen den folgenden Befchluß zur Annahme: „ Die Unterstüßungsfähe in der Erwerbslosenfürsorge werden mit fofortiger Wirkung erhöht: a) für Hauptunterstützungs empfänger um 20 Pro3., b) für unterstützungsberechtigte Familienangehörige um 10 Proz. Die Höchstgrenzen für eine Familienunterstützung werden um 10 Proz. erhöht." Abg. Aufhäuser( Soz.): Wenn heute in der deutchen Wirtschaft die internationale Krise weit schmerer wirft, als in anderen Ländern, so ist das eine Folgeerscheinung dessen, was im Kriege und in der Inflationszeit gefündigt worden ist. Es wird darüber geflagt, daß heute fein Betriebskapital vorhanden sei. Ich erinnere aber an die zahllosen Anregungen und Forderungen, die die Sozialdemokratie zu rechter Zeit gestellt hat, um das Kapital vor der Vernichtung zu bewahren. Wir haben gefordert, daß die Inflationsgewinne erfaßt und für die Wirtschaft nutzbar gemacht werden follten. Wir haben zu rechter Zeit die Schritte aufgezeigt, die zur Beseiti. gung der Inflationen notwendig waren. Aber es waren gerade die Führer der deutschen Industrie, die darauf drängten, daß die Inflationszeit möglichst lange andauere. Heute find die Inflationskonzerne in großer Bahl zusammengebrochen. Nach der Inflationszeit fam die Preispelitit, die zu einer ungeheuren Schwester Meta. Bon Knulp. Starfung der Kartelle führte. Wir müssen heute daran erinnern, wie verhängnisvoll die Kartell politit in bezug auf die Breis. gestaltung gewirkt hat. Die deutschen Kartelle haben ihre Macht nicht dazu benußt, um die Produktion zu steigern, sie sind schuld daran, daß die deutsche Industrie zum großen Teil technisch rückständig geblieben ist. Jahrlang ist nichts geschehen, um zu verhindern, daß gerade die technisch rückständigsten Betriebe die höchsten Profite einstreichen konnten. Es wurde geradezu eine Prämie auf die technische Rüdständigkeit gezahlt. Die Kreditpolitik hat dann das thrige dazu beigetragen, um die technische Rückständig feit zu erhalten. Seif 1923 haben wir eine sozialiffenreine Regierung, jeit 1925 haben wir eine sogenannte Rechtsregierung, in der in Wirklichfeit die Unternehmer regieren. Die wirtschaftliche Krife, in der wir uns heute befinden, ist zum großen Teil das Ergebnis der Wirtschaftspolitik der Rechtsregierung und der hinter ihr stehenden Kreife. Die Krise besteht ja nicht erst seit heute und gestern. Einsichtige Wirtschaftskreise haben ihr Kommen schon längst voraus gesehen. Was hat die Rechtsregierung getan, um der zu erwarten den großen Arbeitslosigkeit zu rechter Zeit vorzubeugen? Sie hat alles unterlassen, sie hat auch nichts getan, um endlich die Arbeitslosenversicherung zu schaffen, nur meil die Unternehmer sie nicht wollten.( Sehr wahr! bei den Soz.) Die Krise ist in der Tat nichts anderes als die Liquidation der von der Rechtsregierung betriebenen Wirt fchaftspolitit. Schon im Juni 1925 war vorauszusehen, welche schwere Krise zu erwarten war. Aber im Juni und im Juli war die ganze Aktivität der Rechtsregierung darauf gerichtet, nicht eine Steigerung der Produktion herbeizuführen, sondern um Deutschland mit einer Schuhzollmauer zu umgeben.( Sehr richtig! bei den Goz.) Diese Wirtschaftspolitik der Rechtsregierung hat nicht nur den industriellen Absag nach dem Auslande unterbunden, sondern auch die Inlandsproduktion und den Inlandsabsatz gehemmt. Da durch ist der Aufstieg der Arbeiterschaft, der allein eine erweiterte Abfagmöglichkeit der deutschen Wirt fchaft verbürgt, unterbunden worden. Es ist kein Zufall, daß Kartell- und Bucherpolitik zeitlich zusammengefallen sind. Dieselben Kreise der Agrarier und der Großindustriellen, die an der Aufrechterhaltung der hohen Preise interessiert waren, haben fich auch für die weiteste Ausdehnung der 3011 politit eingesetzt. mit der Errichtung der Schußzzollmauer wollen sie nicht nur ihr Preisdiftat im Innern aufrechterhalten, sondern auch die ausländische Konturrenz ausschalten.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Umfang und die Art der Entlassungen in Industrie and Handel in der letzten Zeit zeigen, daß nicht nur wirtschaftliche, sondern auch andere, nämlich antifoziale Beweggründe maßgebend waren. Aeltere Angestellte werden entlassen, nur zu dem Zwed, um jüngere Kräfte zu schlechteren Arbeitsbedingungen arbeiten zu lassen. Die Krife wird dazu benutzt, um alles wieder zu vernichten, was die Gewerkschaften bisher errungen hatten. Es wäre sehr nüglich, wenn der Reichstag sich auch einmal darum Es wäre sehr nühlich, wenn der Reichstag sich auch einmal darum bekümmerte, welche Gehälter die Direktoren der großen Gesellschaften beziehen und in welcher Anzahl sie immer noch trotz der Krise beschäftigt werden. Hierbei denkt man allerdings nicht an einen Abbau.( Sehr richtig! bei den Soz.) Wenn man bei den Entlassuigen nur nach den Bedürfnissen der Betriebe gehen würde dann ist es nicht zu verstehen, daß gerade die eingear. beiteten älteren Angestellten und Arbeiter abge, baut werden. Man wirft sie hinaus, um nur dafür billigere und willegere Arbeitskräfte einzustellen. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Diese antifozialen Tendenzen tragen dazu bei, daß die heutige Krise weit über das Maß hinausgeht, das sie eigentlich haben dürfte. Die Unternehmer würden in ihrer antifozialen Ge finnung aber nicht soweit gehen, wenn hinter ihnen nicht die Rechtsregierung stünde.( Sehr wahr! bei den Soz.) Man hat eine Preissenfungsaftion angekündigt, von deren Wirkun gen man allerdings noch nichts gemertt hat. Offenbar ist diese Preissenfungsaktion nur zu dem Zwecke eingeleitet worden, damit die Unternehmer den Lohnforderungen der Arbeiter mit dem Einwand begegnen fönnten, die Aktion der Regierung würde für eine Sentung der Preise sorgen. Der Redner schildert dann die Borgänge bei den Beratungen im sozialpolitischen und im Haus haltungsausschuß. Der sozialpolitische Ausschuß habe die Be ratungen der in der Erwerbslosenfrage vorgelegten Anträge fofort | aufgenommen. Wenn er zehn Tage dazu gebraucht habe, um ihre Lieblinge ab. Und gehen mit frohen Gefichtern davon. Ist es doch so, als wären sie selbst den ganzen Tag mit ihnen zusammen gewesen. Schwester Meta wohnt in der Stube mit den Wänden, die tief. Rrippe. Am Morgen darf Schwester Meta die Säuglinge in ihren blau angestrichen sind. Schwester Meta liegt jung, dunkel, braunäugig und schlank eingehüllt in einer braunen Dede auf einem Schaufelstuhl neben dem warmen weißen Kachelofen und wippt ein wenig auf und ab. Im halbdunklen Zimmer ist nur ihr Gesicht zu erkennen. Eine Gitarre hängt an der einen Wand, dann ein Madonnenbildnis von Dürer an der anderen, ein schmales Brett mit Büchern ist zu sehen und daneben der Gipsabguß eine griechischen Grabstele. Auf dem Tisch stehen zwei Taffen mit faltgewordenem braunen Tee und eine grüne Schale halb voll von Früchten: Feigen, Datteln, Trauben und eine Banane. Schwester Meta ist ein fleiner Schlemmer. Draußen schneit es. Lautlos. Endlos. Es ist völlig dunkel geworden im Zimmer. Dunkel und still. Nur das eilige Tid- Tad einer Uhr und der feine Atem von Schwester Meta ist zu hören. Das ist ihr Sonntag: diese Stube mit den Gegenständen darin und einen Freund, mit dem sie die Stunden teilt. Wir haben uns schon viel erzählt und find jezt still geworden. Wir wollten ein Beilchen warten. Und dann die Lampe anzünden. Um ein Buch zu lesen. Bis Mitternacht werden wir zusammenbleiben. Aber wenn es zwölf schlagt man hört die Uhren im Hause durch die dünnen Bände wird es einen festen Händedrud geben, ein Lächeln, ein " Auf Wiedersehen!" und Schwester Meta entkleidet sich und legt sich in ihr schmales Bett. Fünf Stunden wird sie schlafen, fest und tief schlafen... Bis der Beder schrillt und sie im morgenfühlen Zimmer aufspringt und auch schon das Klopfen hört. Dieses Klopfen! Um Morgen und am Abend flopfen die Mütter an die Tür der Arm nehmen und am Abend muß sie sie den Müttern wiedergeben. Und darum ist der Sonntag für Schwester Meta nur ein Warten auf den anderen Morgen. Der Sonntag ist schön und bunt. Er mag aber vergehen und ist nichts gegen den Augenblick in der Frühe, wenn der Weder ruft, die Mütter an die Türe flopfen und Schwester Meta die Säuglinge auf ihren Arm nimmt. Dann darf sie Mutter sein! Glücklicher als die Mütter, die die Kinder geboren haben und denen sie eine Laft geworden sind. Schwester Meta ist jung, und ihr sind die Kinder eine Hoffnung vielleicht! und alle hat sie so lieb wie das eine, das sie einmal selbst unter dem Herzen tragen wird. Wohnungskultur und Kunsterziehung. Im Gesundheits. haus am Urban sprach der Reichskunst wart Dr. Reds. lob über den Zusammenhang zwischen Wohnungskultur und Kunst erziehung im Bertunterricht, nachdem der Redner das Problem Wohnung und Hausrat" fürzlich im Herrenhaus allgemein behandelt hatte. Redslob wandte sich entschieden gegen alle bewußte Kunsterziehung, die Kunst" zum Lehrfach werden laffe. Hinter aller Wohnkultur und ihrem künstlerischen Ausdrud müsse eine gesunde Lebensauffaffung stehen, wie sie jene hinter uns liegende Beit, die furchtvoll alle Zimmerwände behing, zweifel los nicht besaß. Das neue Wohnbild enthalte zweifellos irgendwie typisch heutige Momente( Taut) und gesunde Reste einer fräftigen Tradition( Ernst Müller). Jeder moderne Wohnkünstler stelle die Forderung nach Ehrlichkeit, praktisch heiße das also nach Materialgerechtheit. Daraus ergebe sich die Forderung, Materialfenntnis und Materialgefühl dem Menschen bereits oder vielmehr gerade im Jugendalter einzuprägen. Wie das möglich ist, bewies in trefflicher durch den Redner, dem reicher Beifall dankte. seine Arbeiten abzuschließen, so liege das an der Berzögerung, die das Kabinett verursacht habe. Die Sozialdemokraten haben eine erhebliche Erhöhung der Unterstützung gefordert. 50 Proz. war das Mindest ma dessen, was notwendig gewesen wäre. Es wäre aber auch notwendig gewesen, durch ein Gefeß den Reichsausgleich zu schaffen, damit nicht an einer Stelle etwas, an anderer Stelle nichts gegeben werde. Es sei bei den Beratungen zur Sprache gebracht worden, daß manche Kreise der Landwirtschaft ihren Verpflichtungen sich entziehen. Der fozialpolitische Ausschuß hat dann 30 Proz. Erhöhung festgesetzt, und das ist von allen Parteien als mindest maß dessen bezeichnet worden, was den Arbeitslosen gegeben werden müßte. Dieser Beschluß ist dann im Haushaltsausjchuß wieder umgeworfen worden. Und zwar nicht auf parlamentarischem Wege, sondern durch den Reichsfanzler Dr. Luther, der in diktatorischer Weise erklärte: ihr fönnt beschließen, was ihr wollt, ich sete meine Unterschrift nicht darunter.( Lebhaftes Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Unter diesem Diktat des Leiters des geschäftsführenden Kabinetts sind die bürgerlichen Parteien umgefallen. Der vorliegende Antrag des Haushaltsausschusses, der die Beschlüsse des sozialpolitischen Ausschusses a blehnt, ist nichts anderes als das Diktat des Herrn Luther.( Hört, hört! bei den Soz.) Es ist gesagt worden, man dürfe mit der Erwerbslosenunter stügung nicht über die Löhne der Arbeiter hinausgehen. Ich möchte das Mitglied des Reichstages sehen, das die vom Sozialpolitischen Ausschuß beschlossenen Unterstügungen als zur Ernährung der Erwerbslofen ausreichend anfieht! Die Unterstützung der Kurzarbeiter hat der Reichskanzler überhaupt abgelehnt.( Hört, hört! bei den Sez.) Auch die einmalige Beihilfe für bereits ausgesteuerte Arbeiter und für die Angestellten, die bisher jeder Unterstützung bar waren, ist abgelehnt worden, troßdem der Sozialpolitische Ausschuß die Gewährung von Beihilfen beschlossen hatte. Diese Beschlüsse sind ohne sachliche Begründung im Haushaltsausschuß niedergestimmt worden, nachdem der Reichskanzler Luther diktatorisch erflärt hatte, er bewillige nichts.( hört, hört! bei den Soz.) Dieses geschäftsführende Kabinett hat es gewagt, denjenigen Arbeitslosen, die bisher keine Unterstügung beziehen, im ganzen 5 Millionen Mart durch die öffentliche Fürsorge anzubieten.( Lebhaftes Hört, hört! bei den Soz.) Das ist die größte Provokation, die den Arbeitslosen zuFür die Arbeitslosen war fein Geld da. Der Reichskanzler hat aber noch niemals erklärt, daß kein Geld für die Ruhrindustriellen, für zweifelhafte Kreditgewährung, für die Fürstenabfindungen da sei. Auch für Herrn Schiele ist genügend Geld da.( Stürmisches: Sehr wahr! bei den Sezialdemokraten. Deutschnationale Fütter frippe..politif.) Benn die Regierung erklärt, daß sie nicht wisse, wie lange fie noch im Amte sei, so hätte sie doch die Parteien fragen tönnen, ob fie die Berantwortung übernehmen wollten. Dann wäre er auch gegenüber der fommenden Regierung gebedt gewesen. Das Entscheidende bei alledem ist nicht, daß kein Geld da ist, sondern wir müssen mit der Tatsache rechnen, daß die geschäftsführende Regierung Luther in Wirklichkeit die geschäftsführende Bollstreckerin des antisozialen Willens der Unternehmer ist.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn heute die Arbeitslosen unruhig werden, glaubt dann diese geschäftsführende Regierung, daß sie sich auch dann noch so start fühlen wird?( Sehr wahr! bei den Sozialdemofraten.) Wenn schon von Verantwortung geredet wird, dann sagen wir: für die Säße, die hier beschlossen werden sollen, übernehmen wir nicht die Verantwortung. Wir werden morgen von neuem den Kampf aufnehmen für die Neuregelung der Erwerbslofenunterstützungen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben im Ausschuß gegen das Diktat von Luther angekämpft. Wir werden jetzt zum Teil unsere Anträge wiederholen, mir merden weiter für eine ausreichende Unterſtügung der Erwerbslosen kämpfen. Wir dürfen aber nicht babei stehen bleiben, wir müssen für eine Entspannung der Krise forgen. Entweder, wir stellen das Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfah her, oder die Krise verschärft sich weiter. Wir sind bereit, für die technische Umstellung der deutschen Wirtschaft zu forgen, um dadurch zu einer Abkürzung der Krife zu kommen. Wir wenden uns aufs schärffte gegen die jetzt in der Krise vorherrschenden antifozialen Tendenzeen, die nur den einen Sinn haben, die Kosten der Rationalisierung auf die Lohn und Gehaltsempfänger abzuwälzen.( Sehr wahr bei den Soz.) Die erste Pflicht ist es, den Opfern der rise ausreichend zu helfen. Darum fämpfen wir unter der Parole: Schluß mit der Reattion, Schluß mit einer Wirtschaftspolitik, die die Hauptschuld an dieser rife trägt. Nur auf diese Weise werden wir dazu beitragen, daß auch diese schwere Krise überwunden wird.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Der nächste Redner ist Abg. Räddel( Komm.). fie fönne fie ohne jene schriftliche Erklärung nicht empfangen. Die in Berlin schon eingetroffenen Mitglieder der amerikanischen Vereinigung teilten daraufhin mit, sie würden das Schreiben zur Be rüdfichtigung empfehlen, trotzdem sie die Kliniken und Institute in Berlin nicht gesehen hätten. Statt die Gelehrten einfach von der Tür zu weisen, wäre es u. E. würdiger und vor allem zweckmäßiger gewesen, wenn die Berliner Fakultät den amerikanischen Medizinern den erbetenen Besuch der Institute gestattet und ihre persönliche Anwesenheit benutzt hätte, um ihnen über den engherzigen Standpunkt einiger ausländischer Gelehrtenorganisationen die Meinung aller verständigen Leute fundzutun. Theaternot und Custbarkeitssteuer. Der Borstand der AfA hat in einer Konferenz am 11. d, M. folgenden Beschluß gefaßt: Die allgemeine Wirtschaftskrise, die auch die deutschen Theater erfaßt hat, droht den Bestand dieser Kulturstätten zu zertrümmern. Dadurch ist auch die Existenz zahlreicher Bühnenfünstler gefährdet. Die Gefahr des Zusammenbruches tünstlerisch und fulturell mertvoller Theater wird hauptsächlich aber durch die untragbare Auflage der Bergnügungs- und Luftbarkeitssteuern" verschärft, die auch im Bergnügungsgewerbe verheerend gemirft hat. Die Gehälter der Bühnenangehörigen einschließlich der Musiker und Artisten sowie des übrigen Theaterpersonals werden infolge dieser Belastung in erschreckender Weise dauernd gekürzt und die Künstler selbst der Existenzlosigkeit zugeführt. Hochwertige kulturelle und künstlerische, für das Bolkswohl nicht zu entbehrende Einrichtungen wie die deutschen Theater müssen von solchen Steuern befreit sein und haben auf weitgehendste Unterstügung des Staates und der Kommunen. vielmehr als voltsbildende und volfserziehende Anstalten Anspruch Auch die der Lebensfreude, der Entspannung und damit der Er. haltung der Arbeitsfreudigkeit des Volkes dienenden, deshalb ebenso unentbehrlichen Unterhaltungsstätten leichteren Charakters, die Pflegeftätten artistischer und zirzensischer Kunst ,, dürfen nicht, wie bisher noch weiter durch erdrosselnde Steuermaßnahmen dem wirtWir fordern daher aus schaftlichen Ruin preisgegeben werden. Die Mütter flopfen an der Türe. Sie bringen ihre Säuglinge. Weise eine Lichtbildervorführung und eine fich anschließende Führung der die Theater- und Bühnenangestellten schwer bedrohenden Lust. Gelehrtenkrieg sechs Jahre nach Friedensschluß. Die medizinische Fakultät der Universität Berlin hat aus Anlaß des geplanten Bebarteitssteuer. In aller Frühe. Denn die Mütter müssen in die Fabrik da müssen die Säuglinge in die Krippe. Die Bäter sind arbeitslos und wollen auch das Kleinste zu Hause nicht verwarten. Sie müssen auf Ar. beitssuche gehen und dann. dann . haben sie die Kinder gar uches einiger Mitglieder einer amerikanischen Gelehrtenvereinigung teglit: Bedermann sein eigener abmrei"( mittags 12 Uhr). Mont. nicht lieb. Es find ihrer schon zu viele. Und die Frau ist schon wieder schwanger. 4 zur Fabrik. mit Denn Mit gewölbtem Leib stehen manche Mütter an der Tür vor der Krippe. Geben der Schwester Meta das Kind und gehen bem Neuen, kommenden unter dem Herzen Die Mütter bringen ihre Kleinsten gern in die Krippe. Schwester Meta ist so gut zu ihnen so mütterlich gut lieb hat sie die fleinen, schreienden Bälger. Benn Schwester Meta die Kleinen in ihre Hände nimmt, dann weinen sie nicht mehr, dann strampeln sie nicht mehr und machen auch nicht die Windeln voll.. direkt Am Abend flopfen die Mütter wieder an der Türe und holen in Deutschland einen Beschluß gefaßt, der sich gegen den Boykott der deutschen medizinischen Gelehrten und der deutschen Sprache auf einigen internationalen" Kongressen richtet. Die Fakultät hat sich darin auf den Standpunft gestellt, daß ein offizieller Verkehr mit wissenschafilichen Bereinigungen von ehemals feindlichen Staaten so lange unmöglich ist, wie der Ausschluß der deutschen Sprache und der deutschen und österreichischen Gelehrten bestehe. Die Fakultät antwortete den amerikanischen Aerzten, sie würde sich freuen, sie zu empfangen, fönne dies aber solange nicht tun, wie noch jene Ausschließung besteht oder nicht wenigstens die Teilnehmer ein Schrift. ftüd unterzeichnet haben, wonach fie die im Jahre 1920 gefaßten Beschlüsse mißbilligen und ihre ganze Straft einjeßen würden, diese rüdgängig zu machen. Trogdem meldeten sich Mitglieder der Bereinigung in Berlin an, worauf ihnen die Fakultät antworten ließ, Erftaufführungen der Woche. Sonnt Leffing.Th.( Junge Bühne, Schloßparftheater mittags 1,12 Ubr): Geburt der Jugend." Staatsoper: Bozzel." Dounerat. Th. i. d. Königgräser fr.: „ Die neuen Herren." Freit. Residenz b.: Die Durchgängerin." Sonrab. Th. d. Bestens;„ Das Spiel um die Liebe." Mont Staats. oper: Pulcinella, Renaissance, Spielzeug Schiller Tb.: Gludspilz." Urania- Borträge. Theater. Mont. bis Sonnt.( 5 u. 9):„ Die eiserne Höriaal. Braut. Mont. bis Eonnt.( 7): Die Leuchte Afiens".Mont.( 8). Dienst.( 6, 8), Donnerst bis Sonnt.( 8): ibuanacu. Sonnab.( 8), Mittw.( 7):„ Goethes Sonnt.( 6): Sibirien". Farbenlehre. Donnerst.( 6), Sonnab.( 6%): Grundlagen der Startstromtechni!". inferricht." linter diesem Titel gibt das Zentralinstitut ein Büchlein heraus, Heimatfundliche Studienfahrten des Zentralinffituts für Erziehung und das zunächst als Beihnachtsgabe für die Teilnehmer selbst gedacht ist. Der Breis beträgt 2,50 M. zuzüglich 10 Bf. Bet Busendung durch die Bot. Ba ftellungen find an die Geschäftsstelle des Zentralinftituts zu richten Kein Geld für die Beamten! Luther will nicht! Die Regelung der Beamtenbesoldung, die nach den Beschlüssen des Haushaltsausschusses erledigt schien, ist heute aufs neue gefährdet. Die Rumpfregierung unter dem entscheidenden Einfluß Dr. Luthers weigert sich, die Beschlüsse des Haushalts ausschusses anzunehmen und behauptet, auch der Reichsrat würde nicht zustimmen. Die Parteien verhandeln gegenwärtig, wie sie dieser neuen Erschwerung gegenüber die Intereffen der Beamten wahr nehmen fönnen. * Unsere Mitteilung über die Erhöhung der Bezüge der Beamten und Kriegsopfer in der Morgenausgabe ist teilweise irrtüm lich aufgefaßt worden. Nach dem Beschluß des Haushalts, ausschusses des Reichstags sollen die Beamten der Gruppen 1 bis 4 50 v. H. und die der Grupepn 5 und 6 30 v. H. des monallichen Grundgehalts einmalig als Zulage für die vier Monate Dezember 1925 bis März 1926 einschließlich erhalten. Bom 1. April 1926 ab sollen dann, die Etatsgenehmigung für 1926 voraus. gesetzt. die Zuschläge zum Grundgehalt für die Gruppen 1 bis 4 von 12% auf 25 v. H. und für die Gruppen 5 und 6 von 12% auf 20 v. 5. erhöht werden. Entsprechendes gilt für die Pensionäre und die Kriegsopfer. Das Schulbeispiel. Wie verlogene Schlagworte entstehen. Der Zwischenfall im Preußischen Landtage, der am Frei tag eine von den Deutschnationalen provozierte peinliche Unterbrechung der Verhandlung hervorrief, ist wert, daß man darauf noch einmal zurückommt, weil er den Anfang einer neuen verlogenen Heze gegen die Sozialdemokratie bedeuten sollte. Am Donnerstag hatte der Ministerpräsident Genosse Braun in seiner Rede unter anderem gesagt: Unsere wichtigste Aufgabe ist es jetzt, Werte zu schaffen und mehr zu arbeiten.( 3urufe rechts.) Ich kann mir nicht helfen; ich höre ihre Forderung„, mehr arbeiten" meist in den Kreisen, wo man am allerwenigften arbeitet. Das macht psychologisch einen ungünftigen Eindrud auf diejenigen Kreise, die überhaupt nur arbeiten." Diese ganz einwandfreie Antwort auf dreifte deutsch nationale Zwischenrufe fälscht nun ein deutschnationaler Abgeordneter dahin um, Braun habe die ganze Bauernschaft als Partei der Nichtstuer" bezeichnet. Als Braun diese Berdrehung seiner Borte als ein Schulbei spiel dafür bezeichnete, wie die Grundlage einer ver= logenen Agitation geschaffen werde, verübten die Deutschnationalen einen Höllenlärm, der den Präsidenten zwang, die Sigung zu unterbrechen. Welchen Zweck die Fälschung hatte, darüber belehrt ganz deutlich die deutschnationale Presse. Sie gibt das Schlagwort aus, das in Zukunft in allen deutschnationalen Reitungen, Flugschriften und Versammlungsreden wieder auftauchen foll: Braun habe die Bauern als Nichtarbeiter, also als faul be zeichnet! Man fennt diese Fälschermethoden aus der Borfriegszeit zur Genüge, jene Sammlung von ebenso.8u sammengefälschten landwirtschaftsfeindlichen Aeußerungen" von Sozialdemokraten, mit dem das Landvolk immer wieder gefüttert wird. Weil man fie fennt, ist es nötig, der neuen Fälschung gleich die Schelle umzuhängen. 800 000 Mark auf den Schienen. Berlorene und wiedergefundene Wertpostsäde. Gerüchte von einem schweren Bostraub im Eisenbahnzuge waren gestern in später Abendstunde in Berlin verbreitet. Wie wir erfahren, handelt es sich um einen Vorfall, der anfangs sehr mysteriös aussah, in legter Stunde aber restlos aufgeflärt werden konnte. tun, sich auch im Winter des Ulap und seiner Aussteller und Weih nachtshändler zu erinnern. Der Eintritt ist bis auf weiteres völlig fostenlos. Das Berliner Sinfonie- Orchester gab auf Veranlassung des Wolfsbildungsamtes Kreuzberg am Freitag abend im„ Orpheum" in der Hasenheide ein Boltskonzert. Beethovens Egmont- Ouvertüre, das Biolinkonzert D- Dur und Tschaikowskys 5. Sinfonie E- Moll wurden zu Gehör gebracht. Unter Ostar Die Postverwaltung benutzt den F- D- 3ug 24, der um 6,15 Uhr Frieds bewährter Stabführung gelang dem gut eingespielten den Lehrter Bahnhof verläßt und um 9,35 Uhr in Orchester die Wiedergabe der musikalischen Meisterwerfe hervor hamburg eintrifft zur Beförderung von Auslands post. ragend gut. Auch Konzertmeister Lambinon als Violin Die Sendungen werden dem Padmeister übergeben. Ein Poft felist war glänzend in Form. Der begeisterte Beifall, den Dirigent, beamter fährt nicht mit, weil also auf der Strede Post weder über- Solist und Orchester fanden, ist ein neuer Beweis dafür, wie richtig nommen noch abgegeben wird. Gestern abend fand man nun eine und notwendig es ist, den funsthungrigen Massen der mindergeraume Zeit, nachdem der Zug durch Nauen durchgebemittelten Bevölkerung gute Mufit zu bieten. Mögen solche Hörer fahren war, dort auf dem äußersten Ende des Bahnsteiges einen weniger fritisch eingestellt sein, begeisterter und dankbarer fann fein Postbeutel, der nur aus diesem Zuge stammen fonnte. Dem Bad Publikum sich zeigen. Je mehr die Liebe zur guten Musik in den meister waren vom Postamt 8 im ganzen 12 Beutel übergeben Massen wächst, um so kleiner wird die Plattform, auf der das Verworden. Der aufgefundene Beutel enthielt verschiedene Päckchen, legergeschäft der leidigen Schlager" gedeiht. die aussahen wie die, in denen sich gewöhnlich Tausendmark. scheine befinden. So sprach man bald von einem Millioneninhalt. Der Beutel wurde zunächst in Nauen abgegeben. Es ergab sich bald, daß er nicht Tausendmarkscheinpädchen, sondern 2ffien der AEG. in Höhe von 800 000 Mart enthielt, außerdem einige Briefe an die City- Bank in New York. Die Kriminalpost. dienststelle und die Eisenbahnüberwachungsstelle, die benachrichtigt wurden, nahmen sofort die Nachforschungen auf. Bostrat Harder benachrichtigte gleich alle Stationen, besonders auch Hamburg. Die Bugbeamten wurden dort bei der Ankunft angehalten, fonnten aber feine Erklärung für das Abhandenkommen des Pafetes geben. Es wurde jedoch festgestellt, daß von den 12 Beuteln nur 10 vorhanden waren.. hier und Nauen von mehreren Beamten mit Spürhunden Bon Berlin aus wurde alsbald die ganze Strede zwischen abgesucht und dabei fand man vor Nauen auch den zweiten Beutel. Beide wurden noch in der Nacht nach Berlin gebracht. Nach den bisherigen Feststellungen fehlt, wie wir soeben er. fahren, in den Beuteln nichts. Das Gerücht von einem Bostraub entstand dadurch, daß man gesehen haben wollte, wie ein junger Mann in Wittenberge den F- D- 3ug verlassen habe und gleich mit einem Gegenzug nach Berlin zurückgefahren sei. Das ist jedoch hält. Die vermeintliche Beobachtung ist darauf zurückzuführen, daß ganz unmöglich, weil der F- D- 3ug auch in Wittenberge gar nicht ein Bostbeamter in Wittenberge einen anderen Zug, der dort hielt, verlassen und den Gegenzug nach Berlin bestiegen hat. Wie die beiden Beutel aus dem Zug herausgekommen sind, bedarf noch der beiden Beutel aus dem Zug herausgekommen sind, bedarf noch der Aufklärung. Der ganze Borfall hat, wie eine letzte Meldung besagt, bereits ihre völlige Aufklärung gefunden. Der Riegel, mit dem die Wagentür verschloffen wird, hatte sich während der Fahrt durch die Erschütterungen gelockert und gelöft, die Türe sich unbemerkt geöffnet und die beiden Säde waren herausgestürzt. Die Unterfuchung ergab, daß von dem Inhalt der Säde nichts fehlt und daß infolgedeffen auf die Beamten teinerlei Verdacht entfällt. Selbstmordverfuch auf Bahnhof Gleisdreieck. " Großer Judenhof 11 einzustürzen. Die herbeigerufene FeuerAltersfchwach. Gestern abend drohte das Dach des Hauses wehr beseitigte durch Abstoßen der lose gewordenen äußeren Teile und durch Stüßen der inneren Teile, Balken usw. die Einsturzgefah:. ftraße 31 wurde heute früh eine noch unbekannte männliche Tödlich verlaufener Berkehrsunfall. Vor dem Hause Turm= Person von einem Autobus der Linie 11 überfahren und auf der Stelle getötet. Die Schuldfrage ist noch nicht geflärt. Todesurteil gegen den Mörder des Grafen Westerholt. Vom Schwurgericht Münster i. W. wurde der Buchdruc maschinenmeister Georg Rehme aus Oldenburg wegen Mordes dauernder Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Die an dem Grafen Westerholt zu Sythen bei Haltern zum Tode und Bluttat, die am 2. Mai 1920 begangen wurde, hatte seinerzeit in ganz Rheinland- Westfalen großes Aufsehen erregt und führte zur Berhaftung einer Reihe von Personen. da zuerst der Verdacht aufgetaucht war, daß der Graf von den Kommunisten, die damals das dortige Gebiet beunruhigten, hinterrücs erschossen worden sei, schließlich wurde aber als Täter der damalige ReichswehrHunfeld beim Wildern überrascht, den Grafen niedergeschossen und foldat Reh me ermittelt. Er hat seinerzeit, mit seinem Genossen beraubt. Hunfeld befand sich bisher auf freiem Fuß. Bei der jeßigen Berhandlung hat sich aber herausgestellt, daß Hunfeld an der Beraubung beteiligt war; er wird sich demnächst vor dem Richter zu verantworten haben. Gewerkschaftsbewegung Weihnachtshilfe des Verkehrsbundes. Die Berliner Bezirksverwaltung des Deutschen Berkehrsbundes hat auch für dieses Jahr beschlossen, den arbeitslosen mitgliedern des Verbandes eine Weihnachtsunterstügung zu bieten. Mehr denn in vergangenen Jahren ist es Ehrenbahnhof Gleisdreied eine Frau in selbstmörderischer Ab- Weihnachtsmarten zu entnehmen und damit die Not der Heute vormittag gegen 10 Uhr sprang auf dem Hochpflicht der noch in Arbeit stehenden Mitglieder, ficht vor einen aus der Richtung Bülowstraße einfahrenden Hoch- Arbeitslosen lindern zu helfen. Wohl ein jeder hat schon einmal die bahnzug. Sie geriet unter den Motorwagen und konnte erst nach Bitternis der Arbeitslosigkeit an sich selbst verspürt und kann mit den langwierigen Bemühungen der inzwischen alarmierten Feuerwehr Arbeitslosen mitfühlen. Wer noch in Arbeit steht, selbst bei unzugeborgen werden. Die Frau wurde sofort in das Elifabeth- Kranten länglichem Lohn, muß sich vergegenwärtigen, mit wieviel weniger haus gebracht, wo eine schwere Gehirnerschütterung fich fem arbeitstofer Rollege befcheiden muß. Alle arbeitenden feſtgeſtellt wurde und das rechte Bein amputiert werden mußte. Kollegen müssen deshalb ihr Scherflein mit dazu beitragen, ihren Sie trug feinerlei Bapiere bei sich. Die Unglückliche ist etwa 25 bis arbeitslosen Kollegen eine fleine Freude zu bereiten. 31 Jahre alt, 1,60 Meter groß, hat braunes Haar und war mit einem braunen Lederhut, einem braunen Stoffmantel, einer Wolljade, einer braunen Seidenbluse und braunen Strümpfen mit braunen Spangenschuhen befleidet. Durch den Vorfall trat eine empfindliche Berkehrsstörung ein. Schweigen ist Gold. Weihnachtsmarkt im Ulap. Im Semmer fennt man den Ulap Wanzentaktik der Roten Fahne" zum Fall König. ganz genau, aber was soll im Winter da los fein? Und doch gibt Unsere Mitteilungen über die Aufdedung eines Rassen. es auch jezt im Ulap- Bergnügungspark in Moabit eine Unmenge ffandals in der KPD. Zentrale und über die wahren fum fommt und dafür sorgt, daß etwas los set. Die ambulanten von Schaustellern und Händlern, die darauf warten, daß das Bubli Gründe der Mandatsniederlegung des bisherigen Reichstagsabge. Händler unter diesem Namen werden sie organisatorisch zuordneten und Parteifaffierers König Dortmund find der sammengefaßt haben ein schweres Leben. König- Dortmund haben ein schweres Leben. Sie sollen auch im Kommunistischen Partei offenbar sehr ungelegen gefommen. Die Winter Pacht, Gewerbe-, Luftbarkeits- und andere Steuern zahlen, Rote Fahne" zieht es daher vor, sich zu dem Fall König totzustellen. Sie sollen ihre Familien und Angestellten unterhalten, und sie leiden Sie ist anscheinend der Auffassung, daß jedes Wort der Erflärung boch auch alle unter der allgemeinen Not, die es dem kleinen Mann das latente und berechtigte Mißtrauen ihrer Anhänger nur steigern perbietet, sich einmal ein paar lustige Stunden zu bereiten. Diese würde. Und gerabe jetzt wird doch eifrig mit Rotmarken" ge Gelo mancherlei und durch die Mannigfaltigkeit des Gebotenen bescheidenen Aussteller und Weihnachtshändler bieten für geringes sammelt. In diesem Falle gilt also der Grundfaz: Schweigen ist wird dafür gesergt, daß auch unter grauem Winterhimmel Laune und Fröhlichkeit aufkommt. Die Bevölkerung von Moabit wird gut Gold. Warum die Preise nicht fallen! Um die mit großem Tamtam eingeleitete Preisfenfungsaftion der Regierung Luther ist es sehr still geworden. Wenn die Regierung dauernd darauf hinweist, daß es ihr gelungen sei, fleine Preis. fenfungen zu erzielen, so ist demgegenüber doch hervorzuheben, daß im Berhältnis zu den Preisen von Anfang des Jahres immer noch Jehr erhebliche Erhöhungen zu verzeichnen sind. | Badware festgestellt wird, nicht durch öffentliche Bekanntmachung an den Pranger gestellt? Warum wird nicht gesetzlich ein Einbeitsgewicht für Bad waren aller Art festgestellt, damit jeder Konsument in der Lage ist, nachzuprüfen, ob er das richtige Gewicht an Badware erhalten hat? Es ist ferner auffallend, daß die minderbemittelte Bevölkerung, die ihre Waren nur in ganz fleinen Mengen zu laufen vermag, für die Teile eines Pfundes Seit Beginn des Jahres ist beim Fleisch 3. Beine Preisverhältnismäßig mehr bezahlen muß als für ein erhöhung um girta 50 Pro 3. eingetreten, und von diesem ganzes Pfund. Es muß möglich sein, die Waren ohne PreisHöhepunkt ist ein Herabgleiten um zirka 10, höchstens aber 15 Broz. auffchläge jo zu falfulieren, daß auch für den tleinsten festzustellen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die Bieh Bruchteil eines Bfundes der Pfundpreis in Anpreise eher gefunten als gestiegen sind. Nun bestand rechnung fommt. Auch hier sind wieder die Konsumenten, im September eine erhebliche Breisspannung zwischen Frisch und besonders die Hausfrauen, nicht frei von Schuld zu sprechen. WähGefrierfleisch. Alles faufte bas billigere Gefrierfleisch, das allmählich rend im Süden Deutschlands es kein Konsument wagen dürfte, im Preis stieg, während die Preise für Frischfleisch fielen. Nunmehr etwa bas halbe fund einer Ware, von der das ganze Pfund stürzte sich das Publikum sofort wieder auf Frischfleisch. Folge: Die 1,35 Mark testet, für 70 statt für 68 Pfennig zu verkaufen, gibt man Breise gingen wieder in die Höhe. Hinzu kam, daß auf dem Bich- fich bei uns, und sehr mit Unrecht nicht gern mit der Pfennig martt nun, wie man fagt, tünstlich herbeigeführte Berrechnerei" ab. Es kommt hier lediglich auf die Käufer und Käufe rinnen an, andere und bessere Zustände zu schaffen. tnappung des Biehauftriebs eintrat und damit eine Steigerung der Bichpreise. Jeht selbstverständlich vor den Beih nachtsfeiertagen, wo auf einen verfärtten Ronsum an Fleisch gerechnet wird, ist an eine Breisfentung für Fleisch nicht zu denken. Aber die Fleischer werden sich mit ihrer Kalkulation infofern irren, als die dauernden Stillegungen von Betrieben und die damit verbundenen erheblichen Entlassungen mit Naturnotwendigkeit zu einer Berringerung des Konjums an Fleißh führen müſſen. Selbstverständlich werden die vielen Arbeitslosen bei den völlig unzureichenden Unterstützungsfäßen gar nicht in der Lage sein, fich felbst in den Feiertagen ein Stück Fleisch leiften zu fönnen. In diesem Zusammenhang möchten wir auch den recht be. achtenswerten und anzuerkennenden Eifer der Preisprüfungsstellen zur Regelung der Berdienstzwischen spanne hervorheben, wenn wir auch der Ansicht zuneigen dürfen, daß wesentliche Ergebnisse durch die Arbeit der Preisprüfungsstellen nicht zu erreichen sind. Hier müssen schon schärfere Mittel angewandt werden. Warum werben die Namen von Geschäften, die megen Unzuverlässigkeit in der Preisgebarung gefchloffen werden, nicht veröffentlicht? Warum werden die Ramen der Bädereien, bei denen Mindergewicht in der Und dann noch ein zweiter Misstand, der beseitigt werden muß. Es gibt unter den Gebrauchsartikeln eine Reihe von sogenannten Markenartikeln, die jeder Kaufmann zu führen genötigt ist. Für diesen Markenartikel werden den Einzelhandelsgeschäften ihre Ber faufspreise von den Herstellern festgesetzt. Wenn nun ein Einzelhandelsgeschäft nach dem löblichen Grundfag: Großer Umfaß bei billigen Breifen unter dem festgesetzten Berkaufspreise feine Ware abgibt, dann wird er fofort von der Fabrikantenfirma mit dem Lieferungsbontott bedroht. Wir möchten aber auch noch einen weiteren praktischen Vorschlag machen, der schon einmal an dieser Stelle gemacht worden ist. Warum fordert man von Zeit zu 3eit nicht die Firmen der Nahrungs- und Genußmittelbranche auf, ihre Preise befanntzugeben und veröffentlicht die Geschäfte, die die billigsten Preise haben, damit der Konsument felber in der Lage ist, Breise zu vergleichen und dort seine Einkäufe vorzunehmen, wo er am billigsten tauft? Das ist für die Konsumenten eine sehr wesent liche Hilfe, und sie gehört mit zu den fleinen Mitteln, die dazu dienen, das Leben erträglich zu machen. Die großen hingegen, höhere Löhne und Gehälter, die die Kauftraft heben und damit jofort die Produktion anregen, fönnen nur durch Gesetzgebung erreicht werden. Die Weihnachtsunterstügung beträgt nach einer Beitragsleistung von 15 bis 60 Wochen 10 M., von 61 bis 180 Wochen 15 M., von mehr als 180 Wochen 20 M. Unterstützungsberechtigt sind alle arbeitslosen Mitglieder, die bis zum Tage der Auszahlung der Unterstützung 15 Wochenbeiträge entrichtet haben und seit dem 1. Dezember d. J. mindestens zwei Wochen nachweisbar arbeitslos find. Anspruch auf die Unterstügung haben ferner die bereits ausgesteuerten und nicht unterstügungsberechtigten arbeitslosen Mitglieder, sofern die vorgenannten Berauslegungen erfüllt sind. Die Auszahlung der Weihnachtsunterstützung erfolgt vom 18. Dezember 1925 ab in der Zeit von 9 bis 2 Uhr im 3immer 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Eingang„ B", prt. ,, Wo bleibt der Bauarbeiterschuh?" wärts" einer Beschwerde des Zentralverbandes der Zimmerer" über Mit dieser Ueberschrift versehen, gaben wir in Nr. 544 des„ Boreine ungenügende Baubude beim Neubau der Firnia H. Streubel in der Amrumer, Ede der Brüsseler Straße, wieder. Betracht kommende Revier von einem aus dem Bauarbeiterstande Die Städtische Baupolizei erflärt nunmehr hierzu, daß das in entnommenen und für den Arbeiterschußdienst auf Privatdienstvertrag besonders eingestellten Arbeiterfchuhmann fentrolliert wird. Diese Prüfung habe ergeben, daß die Baubude den Anforderungen genüge. Eine gleichfalls vom Baupolizeiami Webbing unabhängig hiervon vorgenommene Brüfung hat das gleiche Ergebnis gezeitigt." Es kommt hierbei wohl auf die Auffassung darüber an, was unter einem dicht verschlossenen Raum zu verstehen ist. Der Borschlag des Zimmererverbandes, die betreffende Bau bude photographieren zu lassen, hat offenbar teinen Antlang gefunden. Das wäre zweifellos geeignet gewesen, diesen Streitfall zu flären. Lohnverweigerung and ethischen" Gründen. Bei einer Firma, die sich Allgemeine Licht- und Feuertechnische Gesellschaft" nennt, waren vier Arbeiter beschäftigt. Am WochenGewerbegericht ein. Hier erkannte der Bertreter der Firma an, schluß betamen sie keinen Lohn. Sie flagten ihre Forderung beim daß die von den Klägern erhobene Lohnforderung buch- und rechnungsmäßig richtig sei, aber aus ethischen Gründen verweigere die Firma die Zahlung des Lohnes, denn die Kläger hätten nicht so viel geleistet, als normalerweise von ihnen erwartet werden müsse, doch sei die Firma bereit, ihnen die Hälfte des vereinbarten Lohnes zu zahlen, aber nicht sogleich, sondern erst nach vier Monaten. Die sonderbaren ethischen Gründe" der Beklagten fonnte das Gericht natürlich nicht gelten laffen. Es ging von dem selbstverständlichen Grundsatz aus, daß der vereinbarte Lohn nicht nur und verurteilte die Beklagte zur Zahlung. aus ethischen, sondern auch aus rechtlichen Gründen zu zahlen ist Zur Aussperrung der Hanomag in Hannover. 3m Stande der Aussperrung ist bisher eine Aenderung nicht eingetreten. Die Zahl der Ausgesperrten beträgt insgesamt 3340 einschließlich der zurzeit Kranten. Es waren außerdem 452 Lehrlinge mit beurlaubt, welche mittlerweile jedoch zum größten Teil von der Firma wieder zur Arbeit beordert sind. Die Notstandsarbeiten( Aufrechterhaltung der Licht- und Kraftzentrale, Bumpwerte und dergleichen) werden mit Zuftimmung der Organisations. leitung ausgeführt. Die auswärts beschäftigten Monteure wurden von der Organisationsleitung zurüdgerufen. Das Organisations verhältnis der von der Aussperrung betroffenen Arbeiter ist sehr günstig. Nach dem Geschäftsbericht der Hanomag für das Jahr 1924/25, soweit darüber bis jetzt berichtet wurde, ist der Stand des Werkes nicht so ungünstig, wie es bisher darzustellen versucht wurde, 1 Ueber die Geschäftslage wurde befanni, daß der Umfaß im ver-| auf 3100 und betrug Ende des gleichen Monats bereits 7200. Beflossenen Geschäftsjahr 28 Millionen Mart betrug. In den erften fonders betroffen ist die Metall- und Maschinenindustrie. Auch für fuchen einen Autor. 15. Frühlings Erwachen. Die Komödie: Gesellschaft. 1 fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres( vom 1. Juli an) betrug die technischen und kaufmännischen Angestellten haben sich die Verberselbe 14 Millionen Mart. Im verflossenen Geschäftsjahr wurden hältnisse weiter verschlechtert. Es tommen z. B. in ganz Württemzweds Einführung des Serienbautes von Motorschleppern und Klein- berg bei den Kaufleuten auf eine offene Stelle 45 Bewerber. autos Neuaufwendungen im Betrage von ungefähr 3,5 Millionen Mart gemacht, die durch einen auf mehrere Jahre fest gewährten Auslandskredit finanziert worben sind. Der normale Inlandsbank tredit ist nur ganz mäßig in Anspruch genommen. Das Wer ist nach wie vor völlig unbelastet. In den Mitteilungen der Werksleitung heißt es weiter: Das Wert wurde vor acht Tagen wegen Lohnstreitigkeiten mit der Arbeiterschaft, die zu Teilstreits führten, stillgelegt. An diese Tatsache haben sich die sonderbarsten Gerüchte gefnüpft. Es wird deshalb ausdrücklich festgestellt, daß die wirtschaftliche Lage der Hanomag nicht anders ist als diejenige fämtlicher gleichwertiger Unter nehmungen. " Nach allem lag für das Wert durchaus teine Veran laffung vor, die wesentlichen Berschlechterungen der Löhne und Affordverdienste, wie sie vom Werte geplant sind, durchzuführen. Auf Grund einer Aussprache, welche um Berfolg der am 7. Dezember abgehaltenen Aufsichtsratsfizung zwischen den aus dem Betriebsrat bestellten Aufsichtsratsmitgliedern und der Werksleitung stattgefunden hat, ist jetzt die Möglich feit einer Berhandlung über die vorliegenden Differenzfälie gegeben. Die beiderseitigen Örganisationen haben den Beginn derselben auf Anfang nächster Woche vereinbart. In Baden hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls in bedrohlicher Weise verschärft. Borläufig sind vollerwerblos rund 15 000 Personen. Wo die Möglichkeit zu einer Verhinderung der Arbeitslosigkeit besteht, erflären fich die Kommunalverwaltungen im allgemeinen zur Hilfe bereit. Die Stadt Heidelberg hat z. B. zur Verhinderung der drohenden Stillegung der zu dem Kahn- Konzern gehörenden Heidelberger Firmen Maquet und Schnellpressenfabrit durch die Städtische Sparkasse die Bürgschaft für Kundenwechsel der Firmen in Höhe von 60 000 m.. übernommen. In ähnlicher Weise verfucht man in Heilbronn der Arbeitslosigkeit entgegenzutreten. Das Arbeitsamt Heilbronn hat vorbehaltlich der Genehmigung durch den Gemeinderat den Neckarsulmer Fahrzeugwerfen, bei denen wöchent lich nur noch 24 Stunden gearbeitet wird, einen Kredit von 75 000 m. aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge in Aussicht gestellt. Die Gemeinde Neckarsulm ist bereit, die Bürgschaft hierfür zu übernehmen, um eine vierten Arbeitstag in der Woche zu ermöglichen. Theater der Woche. Arbeitslosigkeit und ihre Bekämpfung in Süddeutschland. 20. Sänfel und Gretel. Klein Jdas Blumen. 21. Buzinella. Renaissance. Stuttgart, 11. Dezember.( Eigener Bericht.) Die Verschlechterung bes Arbeitsmarktes in Württemberg geht seit Anfang November in beschleunigtem Tempo vor sich. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen, die Ende Oktober 1700 betrug, stieg bis Mitte November Vom 13. Dezember bis 21. Dezember 1925. Bollsbühne: 13. bis 15. unb 17., 18., 20. Don Quichotte. 16., 19., 21. Der Kaufmann von Benedia. Staatsoper: 13. Tannhäufer. 14., 19. Bossel. 15. La Traviata, 16. Fidelio. 17. Meisterfinger. 18. Symphonietonaert. Spielzeug. Arolloper: 13., 17. Christelflein. 14. Zafia. 15. Mignon. 16. Flebermaus. 18. Sänfel und Gretel. Alein Idas Blumen. 19. Rigoletto. 20. Boheme. 21. Evangelimann. Staatl. Schauspielhaus: 13., 14., 16., 18. Romeo und Julia. 15., 19. Weihnachtseinläufe. Die Große Ratharina. 17., 20. Beer Gnnt. 21. Fauft I. Schiller- Theater: 13., 16., 18. Rapitän Brasbounds Erben. 14. Jugend. 15. Doppelfelbfimorb. 17. Minna von Barnheim. 1 19. Sungfrau von Drieans. 20. Charlens Tante. 21. Glüdspils. Deutsches Theater: Der Kreidekreis. Rammerspiele: 14. und 16. bis 21. Ged, s Bersonen Leffing- Theater: 13. bis 18. und 20. Der junge Aar. 19:, 21. Rarl XII. Theater in der Königgräger Giraße: 13. bis 15. Heinrich IV. 16. Gespenster, Ab 17. Die neuen Herren. Städtische Oper, Charlottenburg: 13. Margarethe. 14. Götterdämmerung. 15. Iphigenia in Aulis. 16. Don Basquale. 17. Soffmanns Erzählungen. 18. Aida. 19. Solofernes. 20. Die Fledermaus. 21. Tannhäuser. Großes Schauspielhaus: Für dich. Theater des Wesiens: 13. bis 16. Der Orlow. 17. und 18. geid loffen. Ab 19. Das Spiel um die Liebe. Renaiffance Theater: Maria Magdalena. Die Tribüne: Zurüd ai Methusalem. Deutsches Künstler- Theater: Die Terefina. Aomödienhaus: Ropf oder Schrift. Reues Theater am 300: Olin Bolln. Trianon- Theater: Kleine Sklavin. Residenz- Theater: 13. bis 15. Circes Scirat. 16. und 17. gefchloffen. Ab 19. Die Durchgängerin. Theater in der Kommandanten ftraße: Die blonden Mädels.- Romische Oper: Von A bis R. Lustspielhans: Theater Metropol- Theater: No No Nanette. Botafch und Verlmutter. am Schiffbauerdamm: Das verhängnisvolle Beib. Thalia- Theater: Annemarie. Theater am Rollendorfplak: Die grüne Flöte. Theater am Kurfürstendamm: Regen. Kleines Theater: Figuranten. Ballner- Theater: Rolportage. Walhalla Theater: Die Roblants. Rose Theater: Der Glödner von Notre- Dame. Rafine Theater: Der Meisterboger. Herrnfeld Theater: Stall Bevn mit 9. Schloßvark Theater Steglih: 13. Der Herr Senator. 14. bis 21. Der eingebildete Kranke. Theater in der Lühowstrake: Barisiana. Borstellung. Theater im Abmiralspalast: Achtung! Welle 505! Winter garten und Scala: Internationales Barieté. Rachmittasportellungen: Wolfsbühne: 13. Judith. 20. Der Staatl Raufmann von Benedig. Rrolloper: 13., 20. Nathan der Weise. Schauspielhaus: 13., 19., 20. Zwerg Nafe. Schiller- Theater: 13., 18., 20. Rumpelstilachen. Leffing- Theater: 13., 16., 20. Rotkäppchen. Großes Schau spielhaus: 13., 20. Für dich. 16., 19. Funtheinzelmanns Weihnachtsmarkt. Theater des Beftens: 12., 13., 19., 20. Wie Beterden die Wunderblume fand. Refibenz- Theater: 13., 16., 19., 20. Schneewittchen. Theater in der Rommanbantenstraße: 13., 16., 19., 20. Rotfäppchen. Thalia Theater: 13., 16., 19., 20. Sänfel und Greteľ. Rleines Theater: 13., 16., 20. Sänfel und Gretel. Rofe- Theater: 19., 20. Der Froschkönig und der eiserne Heinrich. Schlok. park- Theater Steglig: 19., 20. Schneewittchen. Theater im Admiralspalaft: 13., 20. Achtung! Belle 505! 16., 19. Alle Buppen tanzen. 1 1 Berantwortlich für Bolitik: Ezn Menter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68. 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