Nr. 58842. Jahra. Ausgabe A nr. 300 Bezugsvreis: Bentli 70 Bfennig. monatli 8- Reichsmart soraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia, Saar und Memelgebiet, Defterreich. Litauen. Luremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit Gieb lung und Aleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wifen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: .Sozialdemokrat Berlin' รับ ไตร Sonntagsausgabe Bdsm( 15 Pfennig Vorwärts Berliner Dolksblatt Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille. geile 30 Pfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Biennis ( zuläffia awei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 12 Biennig. Stellengefuche bas erfle Wort 15 Pfennig, tebes weitere Bott 10 Bfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worie Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, LindenAraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 8% Uhr früh bis 5 Uhr nach. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 13. Dezember 1925 Erhöhung der Erwerbslosenbezüge. Nur 20 Prozent. Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge. Der Reichstag faßte gestern Beschluß über die Erhöhung den verhandelt werden soll, aber noch nicht verhandelt wirdan | der Erwerbslojenunterstügung. Der soziale Ausschuß zunehmen. des Reichstags hatte beschlossen, die Säße für die Hauptunterstützten um 30 Prozent zu erhöhen. Der Hauptausschuß hatte nach Einspruch der Regierung die Erhöhung auf 20 Prozent ermäßigt. In der Plenarsihung des Reichstags, beantragten die Sozialdemokraten, den Sazz. für die Hauptunterstützten um 50 Prozent zu erhöhen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Der Reichstag beschloß dann: Die Säge für die Hauptunterstützten werden um 20 Pro 3. die Familienzufchläge um 10 proz die Spitzenbeträge um 10 Pro3. erhöht. Für einmalige Hilfe an Ausgesteuerte und nichtversiche. rungspflichtige Angestellte werden der Wohlfahrtspflege 5 mil. 1lonen überwiesen. Nach der Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags stimmte die sozialdemokratische Frattion den Beschlüssen des Hauptausschusses zu.( Siehe auch Reichstagsbericht.) Der Kampf um eine menschenwürdige Unterstützung der Er. werbslosen ist damit nicht beendet. In dem Vorschlag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion für ein fünftiges Regie: demokratischen Reichstagsfraktion für ein fünftiges Regie: rungsprogramm steht auch die Forderung auf Erhöhung der Erwerbslosenunterstüßung um 50 Broz. Das Berhalten der bür gerlichen Parteien gestern im Reichstag läßt nicht darauf schließen, daß fie bereit seien, den Vorschlag der Sozialdemokraten über Der Stand der Krise. ,, Verhandlungsbereitschaft" feine Verhandlungen! Das Nachrichtenbureau des Bereins Deutscher ZeitungsDerleger meldet: Wie wir aus Keifen des Zentrums und der Demofraten erfahren, ist der Reichstagsabgeordnete Fehrenbach( 3.) heute gebeten worden, die Rolle des Vermittlers zwischen den für die Große Koalition in Betracht kommenden Parteien zu übernehmen und fachliche Beratungen einzuleiten, um eine gemeinsame Plattform zu finden. Erst nach Erreichung einer solchen gemeinsamen Grund lage follte dann die Beauftragung einer Persönlichkeit mit der Rabinettsbildung erfolgen. Wie wir weiter hören, hat der Vorstand der Zentrumsfraktion des Reichstages sich nicht damit einver. standen erklärt, daß der Abg. Fehrenbach eine solche Vermittlerrolle übernimmt. In Kreisen des 3entrums und der Demokraten ift man nach wie vor der Auffassung, daß jetzt nichts übrig bleibt, als jofort eine Persönlichkeit zu beauftragen. Mehrere Kazen gehen um einen heißen Brei. Eine davon ist Herr Luther, der sich für den Zeitpunkt auffparen möchte, wo ein anderer mit der Großen Koalition ge scheitert sein würde. Der andere will aber auch nicht. Und jolange der andere nicht will und nicht tann, bleibt eben Herr Luther mit der Führung der Geschäfte beauftragt.... Die neue Luftfahrtkonferenz. Einladung Deutschlands zum 18. Dezember. Condon, 12. Dezember.( WTB.) Der amtliche englische Funt dienst meldet: Die Botschafterkonferenz beschloß die Bildung eines alliierten Romitees, dem das Luftfahr fomitee sowie politische Bertreter der beteiligten alliierten Botschaften angehören sollen. Dieses Komitee foll die allierten Wünsche zunächst unter sich und jodann mit den deutschen Sachverständigen erörtern. Es wurde ferner bestimmt, daß aro che in diesem Komitee den Vorfiz führen soll, daß eine interne Beratung am 12. Dezember statt. finden wird und daß Deutschland eingeladen werden soll, Vertreter zu Besprechungen am 18. Dezember zu entsenden. In einer der deutschen Regierung übermittelten Note werden die deutschen Sachverständigen zu einer Zusammenfunft mit dem alliierten Komitee auf den 18. Dezember eingelaben. Laroche trat vor der Botschaftertonferenz dafür ein, daß das neugebildete Komitee fich ron der Erwägung feiten laffen solle, daß seine Anempfehlungen fich auf diejenigen Bunfte zu erstceden haben, die 1. von den Alliierten als wesentlich betrachtet werden, 2. für Deutschland annehmbar find und 3. vom Völkerbund nach lebernahme der Luftfahrtkontrolle berücksichtigt werden können. Einheitsvorschlag der Alliierten. Paris, 12. Dezember.( BTB.) Heute nachmittag fand im Außenministerium eine Sigung des Komitees Laroche Dann aber wird die Sozialdemokratie ihren Rampf für die Arbeitslosen in der Opposition führen! Die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit. Eine Konferenz im preußischen Wohlfahrtsminifterium. Am Sonnabend fand im preußischen Ministerium für Bolts wohlfahrt, unter dem Borsiz des Ministers Hirtfiefer, eine Aussprache mit den Ober- und Regierungspräsidenten der Provinzen Rheinland, Bestfalen und Hessen. Rassau statt, in der über die vermehrte Inangriff nah me von Notstandsarbeiten zur Bekämpfung der steigenden Erwerbslosigkeit beraten wurde. Um die Hemmungen, die sich infolge der schlechten Finanzlage arbeiten entgegenstellen, nach Möglichkeit zu beseitigen, wurde eine der meisten Kommunalverbände der Einleitung von Notstands wesentliche Erhöhung der Reichs und Staats. beihilfen über das sonst in Preußen übliche Höchstmaß hinaus und möglichstes Entgegenkommen bei Festsetzung der Zins- und Tilgungsbedingungen für die aus dem Fonds der produttiven Er merbslosenfürsorge zu gewährenden Darlehen in Aussicht gestellt. Der Grundfah einer angemessenen Beteiligung der Träger von Not standsarbeiten an den Baukosten wurde jedoch aufrechterhalten. Zur bauernden Entlastung des notleidenden Industriegebietes ist eine großzügige Umfiedlung erwerbslofer Ar beiterfamilien in aufnahmefähige Bezirke bringend er forderlich. Der Frank fällt weiter. Rekordkurse der Devisen. Paris, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Abwärts. bewegung des Frant hat sich am Sonnabend in scharfem Tempo fortgefeßt. Das Pfund, das zu Anfang der Woche zwischen 124 und 125 notiert wurde, ist am Sonnabend auf 133,15, der Dollar in der gleichen Zeit von 25 auf 27,47 gestiegen. Die Devisen haben damit Retordturse erreicht, die beträchtlich über denen der schweren Krise in den ersten Monaten 1922 ftehen. Die Blätter schreiben je nach ihrer politischen Richtung die Ursache des neuen Frankensturzes teils Spekulationen des Auslandes, teils der Unzulänglichkeit der Finanzreformpläne Loucheurs zu. Das eine ift ebenso unzutreffend wie das andere. Die Wahrheit ist, daß die Kurzsichtigkeit, mit der Kammer und Senat seit Beginn dieses Jahres alle Forderungen auf eine der außerordentlichen Schwere der Finanzlage Frankreichs angemessene Erhöhung der Steuern betämpfen, die Hoffnung auf eine Sanierung in immer weitere Ferne rückt und daß infolgedessen selbst bei den Kleinrentnern und Sparern das Ver trauen in die Währung eine unheilvolle Erschütterung erfahren hat. Verkauf von Staatsgebäuden? Köln, 12. Dezember.( Witb.) Wie der Barijer Korrespondent der„ Kölnischen Zeitung" meldet, will die französische Regierung, um der Staatskaffe Geld zu verschaffen, alle Staatsgebäude, die ent behrlich erscheinen, veräußern. Ein Ausschuß aus Beamten der verschiedenen Ministerien foll eine entsprechende Lifte aufftellen. Es wird u. a. vorgeschlagen, das Innen, Kolonial ober Justiz minifterium ins Balais Royal zu verlegen und so andere Gebäude freizumachen, die unbenutzten Gärten beim alten Hotel Byron, wo fich das Radiummuseum befindet, ebenso die bei der Gobelin manufaktur und endlich die Gärten des Observatoriums zu ver äußern. Die polnische Finanzkrise. Debatten in Sejm und Senat. Barschau, 12. Dezember.( DE.) Im Sejm und im Senat be. tonten alle Redner, daß sich Bolen in einer schweren Not lage befinde. Es wurden teilweise geradezu verzweifelte Maß: nahmen vorgeschlagen. Blombiniti( Nat. Dem.) erilärte brei ministerien für pöllig überflüffig. Dunin( gt. Dem.) beantragte die Aufhebung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten. Das Ministerium für Agrarreform wurde aufs scharffte angegriffen, es verschleudere Staatsgelder, die Landaufteilung werde so kostspielig durchgeführt, daß pro Heftar 600 Bloty often entstanden seien. Byr3ytowiti( fintsbäuerl.) griff die Steuerbeamten an: In jeder Steuerbehörde könne man gegen entsprechende Bestechung Steuerermäßigung erhalten, Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536 Bankonto: Bank der Arbeitez, Angestellten and Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Zwei Krisen. Regierungsbildung und Wirtschaftsnot. Herr Luther ist am 5. Dezember zurüdgetreten. Seit einer Woche ist die Regierungskrise offiziell eröffnet. Einen Monat lang stand der Termin der offiziellen Eröffnung der Regierungskrije fest. Einen Monat lang stand feft, wie die parlamentarische Situation im Augenblick des Rücktritts des Reichskanzlers Luther sein würde. Einen Monat lang war es flar, daß mit diesem Termin eine wichtige Entscheidung von der Deutschen Volkspartei getroffen werden mußte. Man hat nach dem Rüdtritt Luthers auf die Ent fchließung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gewartet. Diese Entschließung liegt vor. Sie bildet eine Grundlage zu Berhandlungen. Die Verhandlungen haben noch nicht begonnen. Der Mann, der sie einleiten und führen foll, wird noch gesucht. Der Reichspräsident hat an Herrn Luther gedacht. Herr Luther hat dagegen Bedenten geäußert. Darauf faßte der Reichspräsident Herrn Fehrenbach als ehrlichen Mittler zwischen den Parteien ins Auge. Damit war die Zentrumsfrattion nicht einverstanden. Der Mann, der die Berhandlungen herbeiführen soll, wird noch gesucht. Das Tempo Ueberstürzung so steht über den Bemühungen zur der Bildung der neuen Regierung ist langsam. Reine Bildung einer neuen Regierung der deutschen Republik geschrieben. Wir haben nervösere Regierungsfrisen erlebt. Wir haben in den letzten Wochen bei anderen Völkern Regierungskrisen gesehen, die Bolt und Politiker in zitternde Erregung versetzt haben. In Frankreich die Krife des Rabinetts Painlevé, in Bolen die Krise des Kabinetts Grabsti. So nervös wie die Franzosen, und vor allem wie die Polen, sind wir nicht. Unsere Parteiführer sizen nicht Tage und Nächte hintereinander beisammen, unsere Frattionen tagen nicht in Bermas nenz. Wer von diesen Ländern aus auf den äußeren Verlauf der deutschen Regierungsfrise blickt, der muß sagen: die Deutschen sind ein methodisches Volk. Krise das schließt Spannung und Berwicklung, Entschluß zu folgenschwerer, verantwortlicher Entscheidung unter dem Zwang drängender Umstände in fich- aber welche methodische Langsamteit, welche Ruhe, ja welche Gemütlichkeit bei den Deutschen! Welche souveräne Berachtung der Zeit! Man muß es zugeben, wenn man auf das Aeußere sieht- wir haben eine gemütliche Regierungstrife. Raif Außerhalb der Sphäre der parlamentarischen Berhandlungen über die Neubildung der Regierung aber geht es bei uns wahrhaftig nicht gemütlich zu. Die arbeitenden Massen des deutschen Volkes erhalten täglich neue und täglich härtere Lektionen darüber, was rise bedeutet, Krise, die die wirtfchaftlichen Existenzgrundlagen des Boltes erschüttert. Das Heer der Erwerbslosen und Kurzarbeiter wächst bedrohlich. Bon. Auguft bis Dezember ist ihre Zahl auf das Dreifache angestiegen. In Berlin hat sich die Zahl der Arbeitsuchenden in der letzten Woche um 18 000 auf 120 000 erhöht. Wieviel soziales Elend hinter diesen Zahlen steht, bedarf der Ausmalung nicht. Der Arbeitslose fann die Zeit nicht souverän verachten. Mit jedem Tage steigt feine Not. Jeder Tag, um den die Krise unnötig verschleppt wird, vergrößert sein Elend. Ein Konkurs jagt den anderen, ein Betrieb nach dem anderen schließt seine Tore. Eine Stillegungsepidemie grassiert, die nicht das Ergebnis produktionstechnischer, auf die Sanierung der Wirtschaft gerichteter Erwägungen ist, fondern der Abschluß eines Brozesses der Verschleuderung und des unsinnigen Wirtschaftens. Die Wirtschaft wird von einer Bertrauenstrife im größten Ausmaß geschüttelt. Reiner traut dem andern, der Zufluß des Kapitals in die produktivsten Erwerbszweige wird durch die Vertrauenstrife unterbunden. Mittlere und kleine Betriebe sind in völliger hilfloser Lage. In auswegloser Situation schreiten sie zur Betriebsstillegung. and Eine gewaltige Rapitalvernichtung findet statt. Die Sünden der Inflationszeit, des Zusammenramschens von Sachwerten rächen sich, die nun verschrottet werden. Die innere Rauftraft fchrumpft zusammen. Ein Symptom: der Handel hat kein Weihnachtsgeschäft. Eine furchtbare Wirtschaftskrise schüttelt das deutsche Bolt. Ein seltsamer Kontrast diese gemütliche Regierungstrise, und diese stürmisch vorwärtsschreitende, Elend, Not, Berbitterung erzeugende Wirtschaftskrise! Die Parteien der Regierung Luther haben die Drohung der Wirtschaftskrise, die seit mehr als zwei Jahren wogegen der Finanzminister lebhaft protestierte. Senator Rotten über Deutschland hing, sehr gemütlich genommen. Sie haben forderte die Berufung eines ausländischen ihre Augen und Ohren allen Warnungen fest verschlossen. zeit weiter getrottet. Sie wußten sehr gut, daß es verdammt ungemütlich werden würde, wenn die Krife losbrechen würde, aber ihr Streben war nicht, Borbereitungen zu treffen für ftatt, in ber die gegenwärtig zwischen Frankreich und Deutschland Finanzberaters, die überhaupt die Borbedingung zur Gewinnung Sie sind im Schlendrian der Mißwirtschaft der Inflations erörterten Luftverkehrsfragen besprochen wurden. Einer Havas. Meldung zufolge haben sich die alliierten Sachverständigen in allen Punkten geeinigt. des Vertrauens des Auslandes fei. Die gleiche Ansicht äußerte der einflußreiche Senator Adelmann( Chrijft. Dem.): Ohne Kontrolle müßte Bolen noch neun Monate auf eine Auslandsanleihe warten, was ganz unmöglich wäre.. 95% bie Zeit der Krise, um sie mit staatlichen Mitteln abkürzen| Heere angehört. Er stand zunächst beim Landsturm- Erjazzbataillon und ihre Härten lindern zu können. Nr. 9, wurde am 7. November 1914 Adjutant des Gefan. Sie haben die Illusion gezüchtet, daß mit Schußzöllen gen enlagers Wittenberg, tam am 22. Juni 1915 an und Abbau der Sozialpolitik die deutsche Wirtschaft trotz der die Front und gehörte bis zu feiner am 30. November 1918 erBeibehaltung ihrer aus der Inflationszeit überlommenen folgenden Entlaffung Frontformationen des Ostens, Njemen- Armee Berfassung vor der Krise bewahrt bleiben fönnte. Sie haben und Armeeabteilung Scholz an. Hiernach mußte bei der Festsetzung den ungesunden Zustand der Wirtschaft hingeschleppt, fie der Pension feine Militärdienstzeit wie folgt berechnet werden: Einhaben die handelspolitischen Aussichten Deutschlands verjährigenjahr gleich 1 Jahr, 2 Uebungen gleich 112 Tage, Kriegszeit fchlechtert. Nun ist die Krise da, und ihr Ausmaß rechtfertigt gleich 4 Jahre 77 Tage. die schlimmsten Befürchtungen. Daß sie so tief greift und das Bolt so hart trifft- das ist das Ergebnis der Politik der Regierung Luther unter deutschnationaler Führung. Die Führer dieser Politif, die angesichts der drohenden Wirtschaftsfrise eine eigennügige Bolitit des ,, nach uns die Sintflut" getrieben haben, haben sich der Verantwortung in der Regierung entzogen, und machen es sich gemütlich in der Opposition in der Hoffnung, Nußen zu ziehen aus der verzweifelten Stim mung, die im furchtbaren Binter der Krise, der Arbeitsfofig feit und des Hungers die Massen ergreifen wird. * Die Massen des Bolles, die die Krife von Arbeit und Berdienst fernhält, werden verdammt ungemütlich werden, wenn die Krise sich verschärft und fortschreitet. Aber wir haben eine gemütliche Regierungstrije in der Zeit der täglich wachsenden Not, in der schwerste Probleme der Lösung harren, die feinen Aufschub verträgt. Ist es die Ruhe und Sicherheit, diefe Probleme sicher und glücklich lösen zu können, die aus dem langsamen Tempo der Verhandlungen über die Neu bildung der deutschen Regieruno spricht? Hinter dem gemütlichen Neußeren des Verlaufs der RegieHinter dem gemütlichen Aeußeren des Verlaufs der Regie: rungsfrise verbirgt sich die Tendenz, troh der Krise nichts auf: zugeben vom Besen jener Politit, die die deutsche Wirtschaft nicht der Sanierung entgegen, sondern nur noch tiefer in die Arise hinein geführt hat, der Mangel an Entschlußkraft, sich von dieser Politit abzuwenden. us der Erschütterung Deutschlands durch die Krise ergeben sich zwingende politische Notwendigkeiten, die der Abt ür zung der Krise, der Milderung ihrer sozialen Auswirkungen dienen müssen. Die Sozialdemokratie bat die Richtungspunkte einer auf Abkürzung und Milderung der Krise zielenden fachlichen Politif aufgezeigt. Auf dem rechten Flügel der Parteien aber, die jetzt über ein Arbeits: programm der fommenden Regierung verhandeln sollen, sind nicht mur fachliche Erwägungen gegenüber der wirtschaftlichen Notlage wirksam, sondern auch parteimäßige Machtansprüche, die sich an den bisherigen Kurs fefiflammern. Hinter dem langfamen, gemütlichen Gang der deutschent Regierungskrise verbirgt sich die Tatsache, daß die Verband Lungen eine Entscheidung darüber bringen müssen, ob mun endlich angesichts der allgemeinen Not das Notwendigste getan werden soll. um die deutsche Bevölkerung vor den schwersten Folgen der Krise zu bewahren und Wege zu einer fünf figen Gesundung der deutschen Wirtschaft zu betreten. Soll die Regierungsfrise mit einer wirklichen Lösung enden, so muß diese Lösung eine entscheidende Wending in der inneren Politik in sich bergen. Diese Entscheidung muß fallen, und fein noch so langfames Tempo der Verhandlungen um die Regierungsbildung fann sie verhindern. Die wirkliche Krife schreitet fort- Anlaß genug, daß die immer noch rückwärts nach der Politif des Rechtsturfes blickenden Parteien die notwendigen politischen Lösungen bejahen. Schieles Pension. Schiele schenkt die Pension den Kriegsblinden. Zur Angelegenheit der Pension des Herrn Schiele mirb jagt amtlich folgende Darstellung gegeben: Minister Schiele hat ein jährig gedient, amei Uebungen von je 56 Tagen in der Reserve geleistet und infolge Mobil. machung vom 15. September 1914 bis 30. November 1918 dem Wie ich den Dolch stieß. Bon Paul Gutmann. Seit Ausbruch der Revolution befinde ich mich in der schwersten Gewissensnot. Es hätte anders fommen tönnen, ganz anders, wenn. Doch ich muß in historischer Reihenfolge erzählen. Nach glorreich verbrachter Zeit als Artillerist und Angehöriger eines tech nischen Trupps fam ich als Dolmetscher zur Postprüfungsstelle nach Döberitz. Die Sache war im Grunde nicht sehr schlimm. Abgesehen davon, daß man im Winter um 5 Uhr morgens aufstehen mußte, um von Berlin aus hinauszufahren, daß in den Zügen sämtliche Fenster scheiben zerbrochen waren, dafür aber die Fleischmaffen eines müft zufanmegeballten Menschenfnäuels, felbst bei 10 Grab Rälie, fanfte Bärme verbreiteten, abgesehen von Büffen, Tritten und Stößen, war die Sache im Vergleich zu den Schrecniffen jenseits der Grenzen noch menschlich. Draußen war man zwar Soldat, aber das Zusammenarbeiten mit Zivilisten, sogar mit Frauen, verlieh dem Kriegertum einen Anstrich ritterlicher Besonderheit. Man stand vor dem Borgesetzten stramm, aber wurde dafür durch ein Lächeln aus Frauenaugen belohnt. Grete Meisel- Heß, du Kämpferin für die Rechte der Frau, Sozialistin und begabte Schriftstellerin, du früh Berstorbene, warst oft zugegen, wenn der Oberst in rauhem Ton an das Kriegsgemäße unserer Tätigkeit gemahnte. Und nach dem wöchentlichen Appell, wo Damen und Kerle gemeinsam antreten mußten, gab es manchmal Gelegenheit zu fröhlicher Unterhaltung. Im September 1918 war der Himmel schwarz bemölft. Die Gefangenen, die bis zum Sommer noch ein bemütiges Wesen zeigten, murben sichtlich fühner und herausfordernd selbstbewußt. Benn ein Deutscher zu ihnen von den Erfolgen sprach, grinsten sie hoch. mütig und widersprachen nicht einmal mehr. Im Oktober per mandelten fich die 3weifel selbst der lautesten Optimisten in ftille Hoffnungslosigkeit. Da erging pier Taeg vor Ausbruch der Revo lution der Ruf zum Truppenappell, an dem alle Uniformierten, auch mir, teilnehmen mußten. Es bereiteten sich ersichtlich außerordentliche Dinge vor. Die begegnet man einer Revolution, das mar offenbar die Frage, die eine hohe Militärbehörde jest zu lösen gedachte. Daß es zu Ende ging, mußte jeder. Belchen historisch bedeutsamen Gewaltstreich plante also mit uns der Oberstleutnant, der mit furcht bar grimmigem Gebaren den Appell eröffnete? In zwei stranim gerichteten Reihen standen wir vor dem Gewaltigen. Bier Jahre unaufhörlichen Mordens, namenloser Qual und Entbehrung waren vorüber. Der Feind stand nahe der deutschen Grenze. Die Rat losigkeit der Führer, die aufgeblasene Hohlheit des Kaisers waren zu furchtbarer Erkenntnis geworden, Draußen grollte der Ruf Derzweifelter Empörung. Etwas ganz unerhörtes sollte offenbar geschehen, da ſelbſt wir halbsoldaten hier mit dem gesamten Lager zum opell gerufen waren. Und nun begab sich das Ungeheure. Feldwebel Maier murde vor die Front gerufen und erhielt den Auftrag, nachzusehen, ob die und den Auf Grund des Gefeßzes vom 4. Juli 1921 war die Zeit vom 15. September 1914 bis 31. Dezember 1914 als in der Heimat 1½fach anzurechnen, d. h. 108 halbe Tage gleich 54 Tage. Die Jahre 1915, 1916, 1917, 1918( Aufenthalt im Kriegsgebiet) waren auf Grund des§ 47 des Reichsbeamtengefeges in Verbindung mit den Militärversorgungsgesetzen Ausführungsverordnungen hierzu doppelt anzurechnen, gleich 4 Jahre. Insgesamt ergaben sich also für die Berechnung der Militärdienstzeit 9 Jahre 243 Tage. Dazu trat die Zivildienstzeit als Minister vom 16. Januar 1923 bis 26. Oftober 1925 gleich 284 Tage, so daß die zur Pension berechtigende Dienstzeit insgesamt 10 Jahre 162 Tage betrug. Diese Festsetzung ist, wie in allen Fällen der Verlegung von Beamten in den Ruhestand, von Amts wegen erfolgt, und zwar erst, nachdem minister Schiele aus dem Amt ausgeschieden war. Er selbst hat die Bensionszahlung weder beantragt noch sonst darauf irgendwelchen Einfluß genommen. Senkung der Lohnsteuer beschlossen. Die steuerfreie Grenze ab 1. Januar auf 100 Mark erhöht. Die steuerfreie Grenze ab 1. Januar anf 100 Mark erhöht. Der Steuerausschuß des Reichstages trat am Sonnabend nach dem Blemum zusammen, um den Gefeßentwurf der Regierung über die Senfung der Lohnsteuer zu verab fchieden. Bereits in den früheren Beratungen hatte die Regierung erklärt, daß sie die weitergehenden Anträge der Parteien im jezigen Augenblic ablehnen müffe, weil sonst die Erhöhung der steuerfreien Grenze nicht rechtzeitig am 1. Januar 1926 in Kraft treten tönne. Außerdem aber machte sie auch finanzielle Bedenken geltend. Angesichts dieser Tatsache wurde von allen Parteien anerkannt, daß man sich im Augenblid mit der Erhöhung der steuerfreien Grenze auf 100 m. monatlich begnügen müsse. Das bedeute aber feinen Berzicht auf die Forderung nach Erhö. hung der Familienermäßigungen und nach der Alenderung des Systems der Lohnsteuer im Sinne einer Bereinfachung. Um jedoch eine Härte auszugleichen, die bei den kinderreichen Familien der mittleren Gruppen durch die Regelung vom August 1925 eingetreten ist, beantragten die Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Boltspartei, die Ermäßigung für das vierte Kind von 50 m. monatlich auf 60 M. und für das fünfte Kind von 50 auf 80 m. monatlich zu erhöhen. Die Regierung erklärte sich mit diesem Antrage einverstanden, weil seine finanzielle Bedeutung nicht sehr erheblich sei. Der Antrag wurde an= Ob die gleiche weitherzige Berechnungsgenommen. weise in allen Fällen gleichmäßig zur Anwendung gelangt, bedürfte noch näherer Feststellung. Ist doch hier eine zwischen Heimat und Etappe verbrachte Kriegszeit im Osten war übrigens schon früher Frieden als im Westen mit rund 8% Jahren auf die Pensionsberechtigung angerechnet worden. Daß das mehr Glüd ist, als man ertragen fann, hat auch die deutschnationale Reichstagsfraktion und nach ihr Herr Schiele selbst eingesehen. Er hat an das Reichsminifterium des Innern folgenden Brief geschrieben: Auf das geft. Schreiben vom 29. Oftober, betr. die Festlegung meiner Ministerpension beehre ich mich, folgendes zu er flären: Ohne jedes Butun von meiner Seite ist mir von Amts wegen ein Ruhegehalt zugebilligt worden. Wenn diese Zuwendung auch der gegenwärtigen Gefeßgebung entspricht und daher für mich einen flagbaren Anspruch darstellt, fo habe ich doch niemals verkannt und bei den verschiedensten Anlässen zum Ausdrud gebracht, daß die Vorschriften des Reichsbeamtengefehes über die Ministerpension nicht mehr zeitgemäß find und einer Aende. rung bedürfen. Ich lege Wert darauf, als pensionierter Miniſter schon jetzt nicht günstiger behandelt zu werden, als dies nach dem zufünftigen Ministerpensionsgesetz der Fall sein würde. In Erwartung eines solchen Gesetzes werde ich deshalb, da ein Berzicht auf das Pensionsrecht staatsrechtlich unwirksam bleibt, die mir zu stehenden Pensionsraten der hiefigen Organisa tion der Kriegsblinden zur Verfügung stellen und dem Bersorgungsamt einen entsprechenden ueberweisungsauftrag zugeben laffen. Wie erinnerlich, hat die Deutsche Zeitung" angefündigt, daß sich die deutschnationale Reichstagsfraktion mit der Bension des Herrn Schiele beschäftigen werde. Nach ihrer Sigung hat dann Herr Schiele seinen Brief geschrieben. Zugleich hat die deutschnationale Reichstagsfraktion beschlossen, im im Reichstag folgenden Antrag einzubringen: Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu er Juchen: 1. eine Dentschrift vorzulegen über Anzahl, Höhe und Verechnungsart der seit der Staatsumwälzung für Reichskanzler und Reichsminister festgesetzten Ruhegehälter. 2. Unverzüglich einen Gesegentwurf vorzulegen, der die Pensionsverhältnisse des Reichskanzlers und der Reichsminister den jezigen Berhält niffen entsprechend regelt. Wenn sich die Deutschnationalen jetzt in der Frage der Ministerpensionen als Reichssparkommissare vorstellen, so sei baran erinnert, daß sie die sozialdemokratische Forderung nach Pensionstürzung für Leute, die neben der Pension noch ein stattliches Einkommen haben, stets mit Leidenschaft bekämpften. Mannschaften vorschriftsmäßig gefleidet seien. Dolmetscher A., der jeden Abend nach dem Dienst seinen Beruf als eleganter Kellner in einem Lugushotel verjah, hatte teine genagelten Stiefel! Professor A., der einzige Sachverständige Deutschlands für tatarische Dialette, trug feine Halsbinder! Die vor dem Oberleutnant, Herrn v. 2., ge heuchelte Wut des Feldwebels über diese verbrecherischen Nachläffigfeiten schäumte endlich über, als er an meine Person geriet. Brust. beutel herzeigen!" Brustbeutel? Jeden Abend löse ich auf dam Borortbahnsteig meine Karte, fahre in Berlin mit der Straßenbahn nach Hause, dann werfe ich meine Uniform beiseite, verdiene in einem gleichgültigen Beruf ein paar Groschen, stehe bisweilen um 40 Gramm Butter oder um fünf Brifetts, gebe ins Kino, um mich zu wärmen; aber noch niemals habe ich zum Zwed der Bezahlung meinen Ueberzieher, meinen Rod, meine Beste, mein Hemb, meine Unterjade aufgefnöpft, um schließlich zu einem Brustbeutel zu gelangen. Ich pflegte mit zivilistischer Schlichtheit mein Borte. monnaie zu ziehen.„ Der Kerl hat tatsächlich keinen Bruftbeutel, Rotieren Sie, schrie der Oberstleutnant, faffungslos vor But. Feldwebel, den Namen! Ich war vernichtet. Der. Krieg war zu nunundneunzigneunzehntel Prozent verloren, die Revolution recte ihr Drachenhaupt, das Bolt schrie vor Hunger und Elend, und ich, der Gefreite G., hatte feinen Brustbeutel! Nachdem das beinahe ebenjo Gräßliche noch festgestellt worden war, baß der Referendar B., der es noch nicht einmal zum Gefreiten gebracht hatte, eine vor. schriftswidrige Bügelfalte trug, ging der Appell zu Ende. Bon Ferne schien ein Dröhnen, wie von erwachender Volkswut, an unser Ohr zu schlagen. Eine unerträgliche Spannung drohte sich jeden Aunen, blid zu entladen. Aber der Oberstleutnant batte offenbar den Mut verloren, sich der wachsenden Sturmflut entgegenzuwerfen. Mein fehlender Brustbeutel hatte die Front von hinten erbolcht! | Ein tommunistischer Antrag, im Januar und Februar 1926 die Lohnsteuer überhaupt nicht zu erheben, das Eriſtenzminimum auf 125 m. monatlich festzusetzen und die Familienermäßigungen auch für die Ehefrau, bas 1. und 2. Rind zu erhöhen, wurde abgelehnt. Seine Annahme hätte den Einspruch der Reichsregierung und des Reichsrats zur Folge gehabt und verhindert, daß die Erhöhung des steuerfreien Einkommens auf 100 Mr. am 1. Januar in Kraft getreten wäre. Da anzunehmen ist, daß das Plenum des Reichstages am fommenden Mittwoch die Beschlüsse des Steuerausschusses e stätigt, so werden ab 1. Januar 1926 monatlich mindestens folgende Beträge steuerfrei bleiben: Rediger Steuerpflichtiger Berheiratet ohne Kinder. mit 1 Kind 2 Kindern 3 4 • 100 m.( bisher 80 M.) 110 90 120 100 糖 140 120 180 160 240 210 Für jedes weitere Rind bleiben weitere je 80 M. monatlich fteuerfrei( bisher 50 M.). Ein Verwaltungsstreit. Die Oberhoheit über die Wafferverkehrsstraßen. Ceipzig. 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Staatsgerichtshof des Deutschen Reiches unter Vorsitz des Reichsgerichtspräsidenten Simons beschäftigte sich am Sonnabend in längerer. Berhandlung mit der Streitfache des Deutschen Reiches, vertreten durch das Reichsverkehrsministerium, gegen die Länder Breußen, Bayern, Sachsen, Baden und Heffen wegen der Reichswasserstraßenverwaltung Durch Artikel 97 der Reichsperfassung ist dem Reiche die Oberhoheit über die Wailer verfehrsstraßen übertragen worden. Zur besseren Durch führung der Berwaltungsarbeiten wollte das Reid) eigene Verwal tungsbeamte einfegen, da bereits schon zwei Drittel aller Beamteu der Länder pom Reiche befoldet würden. Die Länder wollten aus wirtschaftlichen und praktischen Gründen dem Reiche dieses Recht. nicht zugestehen. Die Entscheidung erflärt das Reich für berech tigt, seine verfassungsmäßige Aufgabe zur Unterhaltung der Wasserstraßen durch eigene Behörden zu führen, wenn auch aus der Reichsverfaffung unmittelbar eine Berpflichtung dazu nicht her. geleitet werden fönnt Die Locarno- Berträge find beim Völkerbundssekretariat but die englische Regierung binterlegt worden. Zeigte auch die technische Konstruktion des Blanetariums und die Errichtung des Betonbaues, der dieses Wunderwert deutscher Technik und Wissenschaft aufzunehmen bestimmt ist. Man tann mur von Herzen hoffen, daß die Berliner dem Planetarium, wenn es erst steht, mehr Liebe entgegenbringen, als sie dafür an diesem Bortragsabend zeigten, zu dem etwa drei Dugend Hörer erschienen waren. Ies. Wembley zu verkaufen! Die finanzielle Tragödie Wembleys mündet nun in ein grotestes Satiripiel. Das ganze Ausstellungsgelände mit fämtlichen Palästen der Industrie, des Maschinenbaues und der Künste, mit dem huntertausend Menschen fassenden Stadion, den Theatern, Klubhäusern, Restaurants, Berwaltungsgebäuden und Eisenbahnlinien steht zum Berkauf. Die unvorsichtigen Leute, die die Kosten der Ausstellung zu garantieren wagten, werden pro Bfund Garantie 14 Schilling Zubuße leisten müffen. Pirandellos Jtalienisches Nationaltheater nach Faschiffenart? Quigi Pirandello gibt mit feiner Truppe zurzeit in Barma ein Gaftspiel. Dem Berichterstatter einer dortigen Zeitung hat er feine Bläne tundgegeben: von Mussolini ein großes italienisches Nationaltheater zu erwirten, das in den drei Städten Rom, Mailand und Turin ständig wirken soll, daneben würden aber auch Gastspiele in anderen Städten veranstaltet werden. Der Staat soll jährlich 3 Millionen Lire als Zuschuß zahlen, das werde ausreichen, um eine große und erlesene Künstlertruppe zu bilden, die das italienische Theaterwefen auf eine bisher niemals getannte Höhe bringen werde. Nur bei einheitlicher Leitung, nach dem jezigen politischen Mufter bello erklärt, daß er seine Bläne gefaßt habe unter dem Eindruck, den er in Deutschland vom Theaterwesen bekommen habe. Aber für Italien sei eine Leitung nach dem Muster der faschistischen Regierung noch bei weitem vorzuziehen. Refordzunahme des amerikanischen Radios. Die Einnahmen der Radioindustrie der Vereinigten Staaten werden für das Jahr 1925 auf 500 millionen Dollar geschäßt; das bedeutet eine Der Himmel auf Erden. Mit der Erfindung des Blane. Zunahme von 200 Millionen Dollar gegenüber den Zahlen des tariums hat Dr. Bauersfeld ein neues Weltwunder gelegten Jahres. Die Steigerung innerhalb von 5 Jahren von schaffen. In Jena ist von den Reiß- Werfen das erste tonftruiert Millionen Dollar 1920 bis zu biejer Summe bedeutet einen Reford in der Ausdehnung irgend eines amerikanischen Geschäftsworden, und zahllose größere Stäble haben nun die Erwerbung zweiges. Die Fabriten sollen im Jahre 1925 3 Millionen neue eines Planetariums gleichfalls beschlossen; auch Berlin foll in abfehbarer Zeit ein folches in feinen Mauern bergen. Der Sternen. Drahtlose Anlagen eingerichtet haben, und gabi appui non eier himmel wird sich dann zu jeder Tageszeit über den Besucher oder erneuern, wird mit einem Wert von 150 Millionen Dollar an zelnen Teilen an folche, die sich selbst ihren Radioapparat einrichten wölben, und es wird in feinem Belieben stehen, in welchem Jahr genommen. Die Rabioindustrie beschäftigt nach dem neuesten Be hundert oder Jahrtausend er ihn erleben will. Bis auf zehn richt des Bräsidenten des Berbandes der Radiofabrikanten 300 000 tausende von Jahren voraus oder zurück wird sich des Planetarium Arbeiter in 1200 Fabriten und 40 000 Werkstätten. Von den 584 auf ein Drittel Tag genau einstellen laffen, und in der weiß vorhandenen Sendestationen werben 108 von Erziehungsinſtituten getünchten Kuppel werden die Menschen mit der Ewigkeit spielen betrieben, 47 von Kirchen und 39 von Zeitungen. und ihre Wunder schauen. Der Polarstern verändert sich, neue Sternbilder tauchen auf. was uns heute fast unvorstellbar ist, Dom Ort, an dem man sich befindet, wird man sich an jebe Stelle wird dann greifbar deutlich in Erscheinung treten. Ja, unabhängig der Erde versehen können, und der Berliner wird nach Belieben auch die Sternenpracht des südlichen Himmels über sich aufsteigen fehen. Der Jenaer Astronom Kurt Kisschauer schilderte das in einem Vortrag in der Urania an hand von Lichtbilder, In dem Konzert von Siegfried Wagner am 14. Dezember wird in der elior fingen. Bhilharmonie an Etelle ber behinderten Frau Kemp Kammerlänger Laurits Der Wettbewerb sur Erlangung von Sportprei'en, der vom Kultus minifterium ausgefchrieben wurde, bat 254 Entwürfe eingebracht. Das Preisgericht bat den ersten und greiten Breis zufammergelegt und je sur äljle mit 4500 D. den Bildhauern Kübart und B. E. Schade zugesprochen. Die Konkurrenzarbeiten find Sonntag und Montag zwischen 10 und 8 h bez labei bez Stifte em Berifer Blag gentlich ausgeftent Paul Lobe.| Zu seinem fünfzigste» Geburtstag. Dem sozialdemokratischen Präsidenten des deutschen Reichstags. Genosse Paul L ö b e. werden am kommenden Montag mancherlei Aufmerksamkeit zuteil werden. Er vollendet an diesem 14. Dezember sein fünszigstcs Lebensjahr, und da er als Präsident des Reichs- Parlaments sich unbestrittener Beliebtheit erfreut, da seine sachliche Geschäftsführung und sein verbindliches Wesen gegen sedermonn ihn für dos schwierige Amt geradezu vorherbestimmt zu hoben scheint, so ist es begre flich, daß aus allen Parteilagern dem Präsidenten herzliche Glückwünsche ins Haus fliegen. Die Sozialdemokratie grüßt in L ö b e aber nicht nur den aus- gezeichneten Präsidenten, sondern vor allem den Kampfgenossen, der trog seiner erst fünfzig Jahr« bereits«in Menjchenalter in der Bewegung steht, der kaum der Schule entwachsen, Anschluß an die crganisiene Arbeiterschaft suchre und fand und der seitdem nicht auf- gehört hat, für den kulturellen und sozialen LufsUeg der Arbeiterklasse zu wirken. Als er der Volksschule entwachsen war, ging Paul Löbe in die Lehr« als Schriftsetzer. Als Gehilfe blieb er nicht in seiner Heimatstadt Liegnitz, sondern zog in die Fremde, arbeitete in Mittel- deutschland und Thüringen,.tippelte" durch Oesterreich, Ungarn. Italien und nahm, nach Deutschland zurückgekehrt, wieder.Kunst" am Setzerkasten an. Ansang 1899, eben 23jährig, wurde er in die Redaktion der Breslauer„Polkswacht" berufen, für die er bereits vorher als gelegentlicher Mitarbeiter tätig war. Seit 1902 führte er die politisch« Redaktion des Parteiblatte». Die Breslauer Justiz, die bis in die Kriegsjohre hinein sich als«ine besonders reaktionäre Blüte erwies, hat auch ihn mehrfach in ihr« Fänge genommen. Helle Entrüstung bis weit in die bürgerlichen Kreise hinein löste das Urteil der Ianske-Kammer aus, die Löbe wegen eines Ausruf» zu Wahlrechtsdemonstrationen aus ein volles Jahr ins Gefängnis verbannte. Die Furcht vor dem»roten Sonn- tag", dem ersten Wahlrechtssonntag der preußischen Sozialdemo. kraten(ZI. Januar 1906) war den herrschenden Gewalten damals so in die Glieder gefahren, daß sie die behäbigsten alten Schutzleute mit nagelneuen Polizeirevoloern und den schönsten gelben Leibriemen ausstatteten. Die Justiz mußte da» übrige tun. Und die Jonske- Kammer, vor die Löbe zitiert wurde, war ganz danach angetan, den Erwartungen zu entsprechen. Sie verurteilt« Löbe wegen des Auf- ruf» zu einem Jahre Gefängnis und ordnete seine sofortige Per- Haftung an. Gegen ein« Kaution von 10 000 Mark wurde der Der- urteilte jedoch vorläufig wieder entlassen. Und als am gleichen Abend sein Verteidiger, Genosse Wolfgang Heine, in einer Massenversamm- lung in Breslau über die Klassenjustiz sprach, da bereiteten die Breslauer Genossen dem entlassenen Häftling ein« Demonstration. die den Richtern hätte zeigen können, daß sie mehr zur»Aufreizung zum Slossenhaß" beigetrogen hatten, als der wegen dieses Delikt» von ihnen Verurteilte.... Seit 1899 ist Löbe ununterbrochen Im Redaktionsverband« de« Breelauer Parteiblattes geblieben. Als er 1918 in die Rationalver. sammlung und ddnn in den Reichstag gewählt wurde, brachte ihm die parlamentarische Tätigkeit neu« Ausgaben von größter Bcdeu- tung. Besonder» seine Wahl zum Präsidenten des Reichstags, die seine glänzend« Fähigkeit, zu leiten und zu vermitteln, auch weiteren Kreisen zeigt«, entzog ihn der Redaktionsarbeit. Aber trotzdem ist er noch heut« ständiger Mitarbeiter des schlesischen Parteiorgans und während der kurzen Zeit, in der an seiner Stelle die unmögliche .Exzellenz" Dallrof präsidierte, kehrte er sofort wieder an die Stätte seines langiZhrigen Wirkens zurück. Auch dem»Vorwärts" hat er des öfteren gern gesehen« Beiträge geliefert. Der Sozialdemokratie hat Genosse Paul Löbe das Dlrken seines Leben» gewidmet. In der Partei und im Kampfe für ihre Ideal« ist er gewochsen. Heut« grüßen und beglückwünschen ihn Angehörige aller Parteien und zahlreicher neutralen Vereinigungen, in denen er Mitglied oder Führer ist— wir erinnern nur an den ästerretchilch- deutschen Polkebund, der ihm den Vorsitz übertrug. Aber dl« Sozialdemokratie ganz besonder» spricht ihm zum Fünfzigsten ihre Glückwünsche aus. in die gleichzeitig der Wunsch beschlossen liegt, daß der Bewegung noch viel« Kräfte von gleichem Bildungsdrang, gleicher Kampfeslust und gleicher Waffentreu« erwachsen mögen, wie Paul Löbe sie zu allen Zeiten an den Tag legt«! Soziologie und Marxismus. Ei« Vortrag Max Adlers. Am Sonnabend nachmittag sprach in der Hochschule für Politik Genosse Dr. Max Adler- Wien über das Thema»Soziologie und Marxismus". Di« Sozialistische Ardeitersugend Groß-Berlin, und die Vereinigung sozialdemokratischer Studenten hotten eingeladen und Hundert« hotten dem Ruf« Folge geleistet. Zwischen Soziologie und Marxismus, sührte Adler aus, besteht eine innige theoretische Beziehung. Um dies« Verbindung verstSnd- lich zu machen, gab der Redner zunächst einen historischen Rück- blick, indem er die Entwicklung bis zur Vormachtstellung der Ratur- Wissenschaft auszeigte. Dann fuhr er fort: Früh Hot bereit, die Kritik gegen die Ucbermacht der Naturwissenschaft eingesetzt, und in Schillers Ienenser Antrittsrede einen bedeutenden Niederschlag ge- fanden. Dos Schiller mit„Universal-Geschichte" und Kant mit seiner Philosophie der allgemeinen Geschichte ebenso wie auch Herder erstrebt, ist Ausdruck dafür, daß auf dem Gebiet de» geistig- sozialen Lebens eine eigene wissenschaftlich« Er- k« n n t n i» maßgebend sein muß. Hier beginnt jener große Prozeß, der bi» in die Mitte de» 19. Jahrhunderts führt und in dem die Sozialwissenschaft geboren wird. Zu seinem ersten Ab- schluß kam dieser Prozeß beim Marxismus. Seit Karl Marx hoben wir»in System von theoretischen Be- grisfen und Gedanken, die es ermöglichen, dl« Menge der sozialen Vorgänge theoretisch zu fundamentieren. Die Forschung der Gesell- Ichastswissenschaft muß natürlich parteilos vorgenommen werden. selbstverständlich müssen die Menschen, aber denkend« Menschen, zu den Ergebnissen parteilich Stellung nehmen. Di« marxistische Wissen- schast zeigt auf 1. die b e w e g« n d e»rast in der Gesellschaft, wobei zu betonen ist. daß der Mensch da» Wesen der umwälzenden Praxi,. also..nicht nur Produkt also auch Aenderer ist". 2. die fest- st« h» n d e Art ihrer kausalen Bestimmtheit: 3. dl« Art. wie sich �«ese Kausalität durchsetzt- Alle bisherige Gesellschaft ist gespalten« Gesellschaft: Ist seit jeher eine Gesellschaft der Gegensätze: auch heut« haben wir noch kein Recht, von»neuer Zeit' Z" spreche«-«u, der Gegensäß- lichkest der Klassen aeht heut« der Kampf der«lassen mit Rot- wendigkeit h-roor. Dieser Kamps ist ein Kamps der Idee, der «» stet» war und stet, sein wird, weil er ein K a m p f u m» I d e e. der«» stet» war und stet» sein wird, weil er«in« a m pf um» Recht ist. Hier vereinigen sich die H°'nungen der W°s°ph.e mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Es ist ba, Wesen der fazialwissenschoftlichen Technik, die chaotischen Zustand« der Gegen- wart sür den Dienst an der Gesellschaft zu regeln, und so lst dle Technik der Sozialwissenschaft der Sozialismus, für die nicht nur mst demokratisch-politischen, sondern auch mit allen erzieherischen Möglichkeiten zu arbeiten unser« vornehmste Ausgabe sein»nutz. (Lebhafter Beifall.) Eine lebhafte Dlsknifion beenbele die von GenoKen Dr. Friedlander geleitete Versainniluiig. Immer noch Terror in Rußland. Ein erschütterndes Dokument. Aus dem �uchchause in T o b o l f t(Sibirien) hat die Auslandsdelegation der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands ein erschütterndes Dokument erhalten, das von sämtlichen im Zuchthaus internierten sozialistischen Truppen unterzeichnet ist. Darin heißt es: »Liebe Genossen! Ihr wißt bereits, daß das Konzentrations- lager für politische Gefangene(Sozialisten und Anarchisten) auf den Solowetzki-Inseln im Weißen Meer offiziell aus- gehoben ist. Die bolschewistische Regierung hat sich beeilt, dicje Meldung in der ganzen Welt zu verbreiten. Alle aus Solowetzk fortgeschafften politischen Gefangenen wurden in zwei Gefängnissen interniert: der größte Teil in W e r ch n«- U r a l s k. der andere, elwa 100 Personen— in To- b o l s k. Wir, die Gefangenen im Tobolsker Gefängnis, besitzen vorläufig keine genauen Mitteilungen über die Verhältnisse in Werchne-Uralfk: wir können euch aber berichten, wie die Lage im Tobolsker Gefängnis ist. Man hat uns in dem ehemaligen Katorga- Gesang- n i s in Tobolfk im fernen Sibirien interniert. Selbst in der Zarenzelt wurde mehrfach angeregt, daß die sibirischen Katorga- Gefängnisse in Anbetracht der fonherrichenden schlimmen Verhält- nisse ausgehoben würden. Die bolschewistische Regierung jedoch hat bei der Aufhebung des Solowetzki-Kerkers nichts Besseres zu er- sinnen vermocht, als wieder die Kaiorga-Gefängnisse aus der Zaren- zeit ausleben zu lassen. Alle Gefangenen, die jetzt aus den Solowetzki-Inseln fort- geschafft wurden, waren nicht zu Gefängnishast, sondern Jnter- nierung im Konzentrationslager verurteilt. Wir genossen deshalb trotz der Schwere der allgemeinen Bedingungen innerhalb des Gc- fängnisse» ein« gewisse Bewegungsfreiheit. In Tobolsk jedoch sind wir in ein richtiges Zuchthaus geraten, mit geschlossenen Cinzelzellen, in denen der berüchtigte Unratkübel die Luft verpestet, mit Aussicht» beamten, die speziell für uns aus dem Moskauer Tscheka-Gefängnls hergeschafft worden sind, und die dasselbe strenge Regime wie in dem berüchtigten inneren Gefängnis der Tscheka in Moskau hier eingeführt haben." Der Bericht schildert die furchtbaren sanitären B e r h S l t n i s s e in den Zellen, in denen je 14 bis 17 Per- sonen zusammengepfercht leben müssen. Ein Spital ist im Gefängnis nicht vorhanden: den zahlreichen tranken Ge- fangenen wird fast keine ärztliche Hilfe zuteil. Die Zellen im unteren Stockwert sind feucht und dunkel, trotzdem müssen die kranken Gefangenen in Ihnen leben. Hinzu kommt, daß die Auffichtsbeamten und die Wache, denen ein fanatischer Haß gegen die gefangenen Sozialisten eingeimpft worden ist, nur auf den günstigen Augenblick warten, um mit den Ge- fangenen„abzurechnen". Dann heißt es weiter: Di« Herren Tomfkl sprechen über.Humanität", und die ver- schieden»» Arbeilerdelegokionen an» Deutschland und anderen Län dern lauschen diesen Worten und preisen in ihren Berichten die ballchewistlsch« Freiheit. Aber warum hatte man während de» B«- stehen? des Solowetzli-Lager» keiner einzigen Delegation diesen Kerker gezeigt? Die englische Gewerlschastsdele- gation hatte die Absicht, nach den Solowetzki-Inseln zu reisen, ober man verhindert« diese Reise unter dem Dorwande der Verkehrs- schwierigkesten, obwohl die Schiffahrt auf dem Weißen Meer« zu jener Zeit noch nicht»ingestellt war. Di« Sowjetpresse berichtet, daß ein« deutsch« Arbeiterdelegation da, Gefängnis in Je- katerinburg besucht und mit den politischen Gefangenen ge- sprachen habe. Wir wissen nicht, mit welchen politischen Gefangene» die deutschen Delegierten in Iekaterinburg gesprochen haben, wo kein besonderes Gefängnis für politische Gefangene besteht, Wir fragen ober, weshalb man in eiligster Weise die schmutzigsten Zellen in diesem Keller geweiht und in der Nacht zum 4. August, unmittel- bar vor dem Eintreffen der Delegation, die Genossen Borizenko, Tarnowski und Enukajchwili aus dem Gefängnis nach den Räumen der Tscheka geschafft hat? Wir fragen, weshalb keiner dieser Delegierten die Gefängnisse in Tobolsl und Werchne-Uralsk besucht hat, in denen Hunderte politischer Gefangener interniert sind? Hallen ss« es getan, sa hätten sie erfahren, daß von 126 politischen Gefangenen in Tobolsk nur 21 gerichtlich verurteilt sind, während von 860 ehemaligen Solowetzki-Gefangenen in Werchne-Uralsk nur einer aus Grund eines Gerichtsurteil» interniert ist. Die übrigen sind laut Beschluß der Tscheka gefangengesetzt, und zwar nicht wegen irgendwelcher bestimmter Vergehen, nicht wegen eines bewaffneten Kampfes gegen die bolschewistische Regierung, wie die bolschewistische Presse in Rußland und im Auslande ge- wissenlos lügt, sondern wegen ihrer— zuweilen nur in der Der- gangenheit liegenden— Zugehörigkeit zu sozlaltsti- scheu und anarchistischen Parteien, nur wegen ihrer anderen Art, zu denken und zu fühlen. Nur einer von den 126 Ge- fangenen in Tobolsk ist wegen angeblicher Teilnahm« an dem Auf- stand in Tombow verurteilt.(Die Erschießung wurde ihm durch 10 Jahre Gefängnis erfetzt.) Einer Ist wegen Teilnahme an einer Expropriation verurteill, alle anderen jedoch waren wegen Zuge- hörigteit zu politischen Parteien oder anarchistischen Gruppen, wegen aktiver Parteiarbei t, wegen D e r b r e!- tung von Parteiliteratur angeklagt. Deshalb sind wir in» Gefängnis und Konzentrationslager geworfen. Weder die Gerichtstribunole unter dem Zarismus, nach die bürgerlichen Gerichte in Europa und Amerika, die die Revolutionäre grausam verfolgen, kennen etwas ähnliches. Dos ist das Furchtbar« des bolschewistischen Terrorismus. Alle Sozialisten und Arbeiter der ganzen Welt müssen dieses wissen: In dem»freien" bolsche- wistifchen Rußland, das längst die Periode des Bürgerkrieges über- wunden hat und sich seiner gefestigten Herrschaft rühmt, st e h e n die Sozialisten außerhalb de» Gesetzes. Es gibt dort keinen einzigen Sozialisten oder Anarchisten, der den Behörden be» tonnt und dem Zugriss der Tscheka zugänglich ist. und der nicht irgendwo in einem Konzentrationslager, einem Gefängnis oder einem Berbannungsort'e schmachtet«. So lange dieses.freie" Regime besteht, wird keiner setner Gefangenen die Frcihcll erblicken Dies alles sind Tatsachen— mögen die Lobredner der russischen Freiheit st« widerlegen. Dir teilen euch, Genossen, diese Tatsachen mit, damit ihr wissen sollt, wie heuchlerisch und lügnerisch all« Richen über die Liquidation oder auch nur über die Mitderung des Terrors im bolschewistischen Rußland sind. Damit ihr wissen sollt, daß der Terror in seiner ganzen ursprünglichen Wildheit bei aas herrscht und in letzter Zeit sogar noch heftiger geworden ist. Damit ihr nicht durch die Aus- Hebung de» Solowetzki-Lagers irregeführt werdet und die Tatsache erfahrt, daß es durch das Zuchthaus in Tobolsk ersetzt worden ist. Und damit eure alte Parole, die Parole aller Sozialisten und Anar- chisten, nach wie vor machtvoll und unablässig au» euren Reihe»» ertönt:»Fort mit dem Terror in Sowsetrußland!"(126 Unter- schrlften.) die Genfer Abrüstungskonferenz. Arbeitsprogramm des Vorbereiteaden Ausschusses. Genf. 12. Dezember.(MTB.) Da, in sieben Fragen um- schrieben« Arbeitsprogramm des vorbereitenden Ausschusses für die Abrüstungskonferenz enthält in seinen wesenllichsten Teilen, nämlich in den Fragen 5, 6 und? folgende»: Frage Sa: Nach welchen Grundsätzen wäre n möglich, Verhältnis zahlen für die Abrüstungen auszustellen, die jedem einzelnen Land« übertragen werden könnten, indem besonders berücksichtigt werden: 1. Zahl der Einwohner. 2. Lage der Haupfftädt«, 2. geo- graphische Lage. 4. Art der Seeverbindimgen. S. Dichte und Beschaffenhell des Eisenbahnnetzes, 6. Sicherheit der Grenzen und Entfernung großer und lebenswichtiger Zentren des Landes von den Grenzen, 7. notwendig« Zelträume(die je nach den einzelnen Ländern oerschieden sein können), um die Rüstungen der Friedens- zeit in«ine Kriegsrüstung umzuwandeln und 8. Grad der Sicher. hell, den»m Falle eines Angriffs jedes einzelne Land auf Grund des Völkerbundpattes oder auf Grund besonderer, mit ihm abge- schlossener Abmachungen erholten kann? Frag« öd: Wenn ober die Festsetzung der Herabsetzung der Rüstungen nicht mitgeprüft wird, wie dann die Maßnahmen g«f»rnd«n werden können, dl« geeignet wären, im Falle eine» An- griffe» die rasche Durchführung der gegenseitigen winfchofilichen und militärischen Unterstützungen gemäß Artikel 16 des Völkerbundpattes zu verwirklichen? Frage 6»: Gibt es Mittel, um gewöhnliche und militärifche Flugzeug« zu unterscheiden? Wenn nicht möglich, wie kann man dann den militärischen Wert van gewöhnlichen Flugzeugen bei Festsetzung der Luftstreitkräft« eine» Landes ein- setzen? Frage 66: Ist es möglich und wünschenswert, die Schluß- folgerungen zur Frage 6a auf die Ersatzteile von Flugzeugen und Motoren anzuwenden? Frage 6c: Kann man bei der Einsetzung der Seestrettträft» eines Landes seiner Handelsslott««inen militärischen Wert zuschreiben? Frag« 7 a: Wenn man zugibt, daß die Abrüstung von der Sicherheit abhängt, bi« zu welchem Punkte kann man die regionale Abrüstung als Folge der regionalen Sicherheit ver- wirklichen? Oder muß man zu der Ansichl kommen, daß jeder Ab- rüstungsplan nicht verwirklicht werden kann, solang« diese nicht allgemein ist? Wenn aber die regional« Abrüstung verwirklicht werden kann, kann man dann auf diesem Wege zu einer allgemeinen Abrüstung kommen? Durch die übrigen vier Fragen wird der vordereitende Aus- schuß beauftragt, ei« Definition für die Stärke«ine» Lande» in Kriegszeiten bzw. Friedenzzellen zu geben: ferner sollen Regeln für den Vergleich von Rüstungen zweier Länder in bezug aus Truppenstärke, Dienstzeit, Kriegsmaterial, militärische Ausgaben usw. aufgestellt werden. Schließlich soll der Ausschuß, wenn möglich. eine Methode ausarbeiten, die es erlauben würde, zu beurteilen, ob bestimmte Rüstungen einen rein defensiven Zlveck haben, oder aus Angnffsabsichten hergeleitet werden müssen. Hierzu wurden folgend« Erftönrngen Englands und Frankreichs abgegeben: 1. Lord Robert T e c i l:„Der Ailsschuß zur Vorbereitung der?lbrüsmngskonferenz wird besondere Sorgiali auf die i n i e r- l nationale Kontrolle legen müssen, die eventuell eingerichtet werden soll, um festzustellen, daß die verschiedenen Länder die Rüswngseinschränkungen einhalten, die für sie aufgestellt worden sind. Vielleicht wird e» unmöglich sein,«in« solche knternotw- nale Kontrolle einzurichten und vielleicht werden die einzelnen Länder wie auch jetzt, ihre militärischen Attache» dazu heranziehen müssen. Das wird der vorbereitend« Ausschuß prüfen müssen." 2. Paul-Boncour:„Wenn die Begrenzung der Rüstungen nicht mit einer allgemeinen Kontrolle verbunden wird, so würde sie eine Prämie aui den schlechten Willen be- deuten. Wenn man die Kontroll« aus die sichtbaren Rüstungen in Fricdenezeiten beschränkt, so kann die Kontrolle nur die Truppen betreffen, die in den Kasernen untergebracht sind, urch das Material in den Materialdepots. Wenn man dagegen die wirk- lich« kriegerisch« Stärke eines Landes feststellen will, so wird man zugeben, daß die Kontroll« sich gleichzeitig auf die Herstellung von Kriegsmaterial erstrecken, und daß sie ganz besonders rührig und genau sein»nutz, insbesondere in einer Zeit, wo eine Versöhnung oder«in Schiedsverfahren im Gange ist. wie sie soeben durch die jüngsten Abmachungen, die wertvoll« Sicherungcvcr- sprechen entHallen, genau festgestellt worden sind." Ein Memorandum des spanische« Vertreters E o b j a n spricht von einer internationalen Organisation mit dem Austrag, die lieber- wachung der Rüstungseinschränkungen sicherzustellen und vorbeugende Maßnahmen gegen neue Rüstungen zu treffen. » Der Döllerbundsrat genehmigt« drei von Benefch vorgelegt« Entschließungen über die Vorbereitungen der Abrüstungskonferenz Danach sollen in. dem vorbereitenden Ausschuß 16 endgüllig be» stimmt« Staaten vertreten sein, nämlich sämtliche Rats mit» glieder und außerdem Bulgarien, Finnland, Holland, Polen, Rumänien und Südslawien. Außerdem wird der gegenwärtige Ratspräsident Sclaloja beauftragt. die Regierungen Deusschland». der vereinigten Slaaien»ad Sowjetrußland» zur sosoriigea Teilnahme an den Arbeiten de» vorbereitenden Ausschüsse, einzuladen. Der vorbereitende Ausschuß soll am IS. Februar 1926 in Senf zu- sainmentreten. Einen Tag später sollen, außerdem der ständige be- ratend« Ausschuß für Militärfragen und der vorläufige gemischte Ausschuß, der sich ebenfall» mit militärischen Angelegenheiten seit Iahren besaßt, in Genf zusammentreten, um ein« gleichzeitige und eventuell gemeinsam« Arbeit mit dem vorbereitenden Ausschuß zu ermöglichen. Ebenfall» aus Vorschlag von Benesch beschloß der Rat. die Aufnahm« der Dorarbellen über den an die nächste Völler- bundsversammlung zu erstattenden Bericht über die Auswirkung von regionalen Sonderabkommen über gegenfelllg« Garan- tien auf die Ratetagung im März zu verschieben. Eine vierte von Benesch dem Rat unterbreitet« Entschließung beauftragt die bereit» bestehend« Studienkommisston zur Vorbereitung einer internationalen Konvention über die Kontrolle der privaten Waffen- Herstellung mit der Fortsetzung Ihrer Arbeiten und mit der Ab- sendung eine» Fragebogens an sämtliche Regierungen, der bis zum 1. Juni nächsten Jahre» beamwortet werden soll. Tschiischeri« und Lriand verhandeln zurzeit in Paris lebhast miteinander Die heilige Zslawstadt Vkebiva ist mm auch von den Dohabiten» «aav? erobert worden, wie Mikka schon längst. England ha', dar! einstweilen nix to seggen. Gewerkschaftsbewegung Im Dienste der Erwerbslosen. Die Aktion der Gewerkschaften. Seit dem großen Abbau der Sozialpolitik, der in Deutschland einsetzte, als die Sozialdemokratie als mitbestimmender Faktor aus der Regierung ausschied, fordern die Gewerkschaften, daß die Arbeitslosenfürsorge, die jetzt den Arbeitenden wohl Pflichtbeiträge auferlegt, ohne den Arbeitslosen einen Rechtsanspruch auf Unterstützung zu gewähren, daß diese sonderbare Fürsorge" umgewandelt werde in ein Gesez, das mit dem Recht der Selbstverwaltung auch den Rechtsanspruch auf Unter stügung verbindet. Die Frage ist jetzt wieder brennend geworden. Die Rechts regierung hat das Gefeß, wie alle anderen sozialpolitischen Maßnahmen verschleppt. Nun ist die Krise da. Die Zahl der Erwerbslofen in Deutschland dürfte gegenwärtig mit 1½ Millionen eher zu niedrig eingeschätzt werden. Hunderttausende arbeiten mit verkürzter Arbeitszeit. Ihr Verdienst reicht oft nicht dazu aus, um auch nur die Arbeitszeit. Ihr Verdienst reicht oft nicht dazu aus, um auch nur die unerläßlichsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Hunderttausende leben in der bangen Erwartung, daß auch sie morgen ohne Arbeit und ohne Brot sein werden. Angesichts dieser Verschärfung der wirtschaftlichen Verhältnisse, angesichts der wachsenden Not der Erwerbslosen und der Kurzarbeiter haben die Gewerkschaften, und im Einverständnis mit ihnen die Sozialdemokratische Partei energische Schritte unternommen, damit den Erwerbslosen jetzt schon praktisch geholfen werde, damit ihre traurige Lage erleichtert werde. Sie haben die fofordamit ihre traurige Lage erleichtert werde. Sie haben die so for tige Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung um 50 Broz. der bisherigen Säße, die Ausschaltung der Bedürftig teitstlaufel, die Gewährung einer Sonderunterstügung für die Ausgesteuerten, die Berlängerung der Unterstügungsdauer gefordert. Sie haben weiter gefordert, daß umfangreiche Notstandsarbeiten in Angriff genommen werden und daß eine besondere Zuwendung von Kohlen an die Erwerbslosen gefchehe. Das energische Drängen der Gewerkschaften und der Partei hat, wie unseren Lesern bekannt ist, sowohl im Reichstag wie in der He doe H T Stadtverordnetenversammlung bereits Erfolge gezeitigt. Diefe| dem guten Glauben find, der internationalen GewerkschaftsErfolge sind unbefriedigend. Insbesondere sind die Beschlüsse bewegung einen großen Dienst zu erweisen. Allerdings muß ich des Reichstagsausschusses und die Haltung der Rumpfregierung gestehen, daß meine lleberzeugung von dem guten Glauben der Engländer mit der Tatsache zusammenstößt, daß sie ihre Konferenz mit Luther vollständig ungenügend. Wir erwarten und ver langen, daß es dabei nicht bleibt! Die Gewerkschaften werden sich mit den Russen unmittelbar nach unseren Beratungen in London am 1. Dezember und nach unseren weiteren Beratungen in Amsterdam diesem mageren Ergebnis teineswegs zufrieden geben. am 4. und 5. Dezember gepflogen haben. Wenn es aber der Sie werden weiter darauf dringen, daß den Erwerbslosen die Eri- Fall ist, daß die Engländer mit vollem Bewußtsein sich mit den stenzmöglichkeit gesichert und daß ihnen, soweit das irgend möglich russischen Gewerkschaften verschwägerten, so nehme ich an, daß sich ist, Arbeit verschafft wird. Ganz besonders in der Frage der die Engländer über die notwendige Stellungnahme des Notstandsarbeiten muß vom Reich, von den Ländern und Internationalen Gewerkschaftsbundes im flaren den Gemeinden sofort eine durchgreifende Aktion unternommen sind. Der Internationale Gewerkschaftsbund kann es sich nicht blauf die Dauer gefallen lassen, daß über seinen Kopf hin weg gehandelt wird. werden. Während die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei derart ernstlich bemüht sind, das Los der Erwerbslosen und Kurzarbeiter zu erleichtern und die umsichgreifende Wirtschaftskrise einzudämmen, beschränkt fich die KPD. darauf, mit Hilfe der Erwerbs. Erwerbslosen vor ihren Parteitarren zu spannen, um ihr rampolosen ihre uferlose Demagogie zu treiben. Sie versucht die niertes Ansehen innerhalb der Arbeiterschaft wieder zu heben. Diesem Zweck allein dient die Demonstration, die die KPD heute einberufen hat. Die KPD. will nicht den Erwerbslofen dienen, sondern sich der Erwerbslosen bedienen. Sie will nicht, daß den Erwerbslosen geholfen wird, sondern daß die Erwerbslosen der KPD. helfen. Die Erwerbslosen haben zu allerlegt irgendeine Ursache, der PD. Gefolgschaft zu leisten. Die Kommunisten waren es, die der Rechtsregierung in den Sattel geholfen haben, derselben Rechts: regierung, die das Arbeitslosenversicherungsgesetz verschleppt und jabotiert hat, der Rechtsregierung, deren Trümmer sich heute noch einer durchgreifenden Hilfe für die Erwerbslosen widersetzen. Die Erwerbslosen werden gut daran tun, diese Tatsachen im Gedächtnis zu behalten! ,, Glauben Sie, daß die Entscheidung der Engländer und Russen von wesentlichem Einfluß auf die tontinentale und insbesondere auf die deutsche Arbeiterschaft sein wird?" hat zweifellos zunächst in unserer Gewerkschaft Verwirrung ,, Die Frage möchte ich mit einem flaren„ Nein beantworten. Das Vorgehen der Engländer im Frühjahr und Herbst dieses Jahres hervorgerufen. Es hat den Abwehrkampf gegen die Kommunisten vorübergehend erschwert; aber das alles war nur eine vor übergehende Erscheinung. Die Massen der Arbeiter haben sich fehr schnell züfgefunden. Der Gewerkschaftstongreß von Breslau ist der beste eweis. Ich habe auf diesem Kongreß ausdrücklich erklärt: Das Problem der Einheitsfront fann nicht nach dem Rezept der Engländer gelöst werden. Damit war die Frage entschieden, und über dieses Thema ist nicht mehr gesprochen worden. So glaube ich im Namen von fünf Millionen deutschen Gewerkschaftlern sagen zu können, daß unter diesen niemand ist, der nicht die Gewerkschaftseinheit haben möchte, daß aber die unendliche Mehrheit dieser fünf Millionen deutscher Arbeiter längst erfannt hat, daß eine Einheit mit den fommu nistischen Gewerkschaften, die dem Diktate einer aus. ländischen Partei und einer ausländischen Regierung gehorchen, nicht möglich ist.". Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage. Leipart über die englische Sonderaktion. Mitarbeiter des„ Berliner Tageblattes", der ihn über seine Meinung Der Borsitzende des ADGB., Genoffe Leipari, hat einem betreffs des englisch- russischen Beschlusses befragt hat, u. a. folgendes Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: 2. S. Döscher; Lokales und erflärt: ,, Das Verhalten der alten englischen Gewerkschaftsführer wäre unerklärlich, wenn wir nicht wüßten, daß sie sich nicht um ausländische Borgänge fümmern. Ich glaube, daß die Engländer in srae Berantwortlich für Bolitif: Ernf Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Vaul Ginger u. Co. Berlin SB 68. Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilanen, Blid in die Bücherwelt", ,, Unterhaltung und Biffen" und Aus der Film- Belt. Großer Weihnachts- Berkauf Kleiderstoffe Halbtuch einfarbig für Hauskleider....... Mtr. 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Die anwesende Fürsorgerin nimmt ftets einen Fragebogen auf, in dem auf die Angaben über die wirtschaftliche Lage und die häuslichen Verhältnisse besonderes Ge micht gelegt wird, außerdem wird ein Journal über den ärztlichen Befund geführt. Auf Grund des Untersuchungsergebnisses wird der Zeitpunkt der Geburt geschäßt, und wenn der allgemeine Zustand der Schwangeren oder die häuslichen Verhältnisse es als wünschenswert erscheinen laffen, wird für Aufnahme in ein Entbindungsheim ว จาาา 買價 FHA 25 DAS GESUNDHEITSHAUS Der fast nierhunderttausend Einwohner umfassende Bermal tungsbezir?& reuzberg gehört mit zu den am engsten bebauten Gegenden der Stadt Berlin. Infolgedessen beherbergt er eine gefundheitlich besonders start gefährdete Bevölkerung. Roch dringender als anderswo erscheint daher die Pflicht, das Menschen mögliche in der Gesundheitspflege zu tun, zumal die alten Stadt rermaltungen hier im Gegensatz zu den Bororten sehr viel versäumt haben. Aber es genügt nicht, nur Fürsorgestellen zu unterhalten, fondern die Arbeit des Gesundheitsamtes muß die Durchdringung der cona Resälterung mit hnaienischer Aufklärung zum Riele haben. Der Bezirk Kreuzberg fand furz nach der Inflation eine 3entrale fur alle Furforgeeinrichtungen der sozialen Hygiene und für hygienische Aufflärung in dem städtischen Gebäude am Urban, das Jahrzehnte früher nach den Bestimmungen des Allge meinen Landrechts als 3mangs- oder Straferziehungsheim ge gründet worden war, und später noch verschiedenen anderen Sweden dienen mußte. Der nicht überschöne Bau aus märkischem Badftein liegt in der Mitte des Verwaltungsubezirks, ist also selbst von dessen äußerstem Ende aus in fünfzehn Minuten erreichbar. Durch Zentralisation wird erfahrungsgemäß praktischer und billiger ge arbeitet Für Mutter und Kind. Aller Kinderschuß fängt bei der Mutter an! Oft wurde es er. lebt, daß Mütter. Die bis in die leßten Tage der Schwangerschaft hinein arbeiten müssen, Kinder weit unter dem normalen Gewidt gebären. Auch die Feststellungen, daß Früh- und Totgeburten bei Frauen, die fich nicht schonen fönnen, weit häufiger find als bei Frauen, die vor der Niederkunft genügende Zeit ruhen, lehren die Notwendigkeit, die Kinder schon vor der Geburt durch vernünftige 41] Die Passion. Roman von Clara Biebig. Aber Eva schlich sich fort von Lilli, schlich sich zurück vors Haus, wo die vielen Blumen waren, fniete nieder vor einem Beet und fah einer bunten Blüte tief in das lachende Herz. Wie schön, wie heiter! Sie drückte ihr Gesicht ganz nah heran, fie mußte dicht dabei sein, sonst sah sie nicht genug, sah all die Schönheiten nur wie durch einen Flor. Sie war wie trunten Dor Sonnenglanz ja, und auch vor Glüd. Es war das erstemal in ihrem Leben, daß Eva ganz glücklich war. Sie hatte erst gemeint, sie würde ihren Flid sehr vermissen, der durfte nicht mit hier sein, denn er würde die Beete zerfragen, aber die Mutter schrieb ja, es ginge ihm gut, und der Bater nähme ihn immer mit, menn er ausginge, und dann bellte Flid vor Bergnügen. Das hatte Eva erst einen Stich ge geben: o, das treulose Tier, so rasch hatte er sie vergessen?! Aber dann vergaß sie ihn über den Blumen. Ich liebe diesen Garten," flüsterte sie in die laue Luft. Und sie liebte Frau Lessel Gab es etwas Schöneres als diese schlanke Gestalt, als dieses weiche Gesicht, das Grübchen in den Wangen hatte, wenn es lächelte? Und es lächelte oft; es war so ganz anders als das Geficht der Mutter, das immer abgespannt war und oft verstimmt. Ich liebe dieses Gesicht," fagte Eva bei sich. Laut wagte sie es ja nicht zu sagen, sie blin elte nur von der Seite und fenkte die langen Wimpern, fomie die Dame fie ansah. Aber wenn sie sie nicht ansah, dann hingen ihre Blide mit einer bemundernden Inbrunst an dem schönen Gesicht. D diese Dame, diese liebe Dame, ihre Dame! Und sie zitterte por Glüd, wenn Frau Leffel fie mitnahm auf einen Spaziergang. Wenn dann Lilli vor auflief, bald in diesen Garten nidie, bald an jenem schwagte, und, waren sie erst ganz draußen im richtigen Wald, fauchzend Doraufrannte, dann recte Eva sich und hing sich der Dame an den Arm, so wie sie sich immer bei ihrer Mutter einzuhängen pflegte. Es war Frau Leffel nicht immer angenehm, dieses Einhängen, besonders nicht, wenn ihr Bekannte begegneten. Aber fie fonnte diesen dünnen fleinen Arm doch nicht abschütteln. Das hieße, diefes verschüchterte arme Ding noch gänzlich einschüchtern. Und nun war auf einmal all das Schöne zu Ende. Auch das Träumen davon. Du hast dich sehr erholt, Gott sei Dant," AM URBAN. Pflege der Schwangeren zu schüßen. Immer mehr ist erfreulicher. weise die Ansicht burchbrungen, daß für Mütter in ungünstiger sozialer Lage die Entbindung in einer gutgeleiteten Anstalt der häuslichen Entbindung vorzuziehen ist. Sterben doch in allen Anstalten nur eine von tausend Schwangeren an Kindbettfieber, außer halb der Anstalt drei bis fünf dagegen. Alle Frauen, die zu Hause nicht die nötige Sorgfalt bei der Entbindung finden können, follten auf Anstaltspflege bedacht sein. Der jungen Mutter wird in diesem Falle Schwangerenschuß, Fürsorge für die Entbindung, Für forge für das Wochenbett und Sicherung des Stillens gewährt. Die erfolgte Angliederung der Schwangeren an die Wöchnerinnenfür forge hat sich sehr bewährt. Es ist von großer Bedeutung, daß bie Закосне BA FHA 25 fagte Olga, als Eva nach Hause fam. Aber sie selber sah abgespannter und verstimmter aus denn je, und Eva fühlte es gleich, es war jegt noch weniger gut mit Hans Blechhammer als sonst fo, als ob es nie mehr recht gut würde. Er bum melte zu viel herum im beschäftigungslosen Sommer; in den Biergärten mitzuspielen zum Tanz, dazu war er sich auf ein Biergärten mitzuspielen zum Tanz, dazu war er sich auf ein mal zu gut. Er hätte auch wieder ein Engagement haben fönnen an die See, aber auch das stand ihm nicht an; er war zu bequem geworden. Faul," sagte Olga hart. Und als er agte:„ Na, na," und sie umfassen wollte, entwand sie sich ihm hastig und sagte herb:„ Geh mur!" Dwie traurig war es doch hier zu Hause! Eva hatte es bis jetzt nie gewußt, daß ihre Wohnung- niedriges Barterre nannte sie sich terre nannte fie fich eigentlich eine Kellerwohnung war. Es war erst Ende August, und doch dunkelten die Übende schon so früh in dieser Wohnung. Alle Sonne war draußen im Grunewald geblieben, hier war feine. Auch Flid war nicht mehr. Sie hatten es ihr nicht geschrieben, nun mußten sie es ihr aber doch sagen: Flick, der liebe, fleine, gelbe Flick mar ausgegangen mit seinem Herrn, lustig bellend, und war überfahren worden am Lügomplag. Daran bist du nur schuld," schluchzte Eva. Sie fehrte dem Stiefvater den Rücken. Er entschuldigte sich, es tat ihm ja auch furchtbar leid, er hatte das Tierchen wirklich liebgewonnen, er hatte es noch zurüdreißen wollen im letzten Augenblid, wäre beinahe selber mit überfahren worden vom Auto. Wärst du nur!" schrie sie mild. ,, Aber Eva!" mahnte die Mutter. Du triegst ein neues Hündchen von mir," tröstete er, ihre Ungezogenheit nicht beachtend; er suchte sie zu sich herum zuwenden, ihre zitternde Gestalt an sich zu ziehen. Aber da gellte es durch die Stube mit einer Ueberzeugungsfraft, die die Frau, den Mann so erschütterten, daß fie nichts mehr zu fagen wagten, fein leises Bort: Du, du bift schuld, daß die Mutter unglücklich ist sie hat sich alles ganz anders gedacht du. du bist schuld! hättest du uns lieber allein gelassen, wie schön wäre das jest o mein armer Flid, o meine arme Mutter! Du, du bist schuld!" Das Mädchen schluchzte fassungslos, die Frau schluchzte, der Mann schlich sich stumm aus der Tür. Wer würde für Eva forgen, wenn sie nicht mehr war? Olga fühlte fich plöglich frant. Es hatte sie angeflogen; frant tam fie abends aus dem Geschäft, sie hatte sich faum noch | Sorge getragen. Nach erfolgter Entbindung bekommt die Säug. lingsfürsorgestelte zu tun. Ihre Tätigkeit erftredte fich früher mir auf freiwillig" sich einstellende Mütter und ihre Kinder, wurde allmählich aber immer weiter ausgedehnt. Natürlich find reichliche Wünsche für Verbesserungen vorhanden, vor allem fehlen noch städtische Kindergärten und Krippen. Schulgesundheitspflege. Der größte Borteil der Schulgesundheitspflege ist, daß sie eine wirkliche Gesundheitskontrolle eines bestimmten Bevölkerungsteils in einer Bollständigkeit ermöglicht, wie sie sonst nirgends zustande tommt; sie erfaßt ohne Ausnahme die gesamte Jugend vom jedhiten bis zum vierzehnten Lebensjahr. Der Bezirk Kreuzberg hat über dreißigtcausend schulpflichtige Kinder. Ihre schulärztliche Betreuung erfolgt durch den Stadtschularzt des Bezirks und durch acht nebenamtliche Schulärzte, die von vier Schulfürsorgerinnen unterſtützt werden. Die Tätigkeit in der ärztlichen Sprechstunde ist nur eine beratende, die Durchführung der erteilten Ratschläge, auch wenn sie eine Behandlung erfordern, wird aber genau überwacht. Eine Besonderheit des Kreuzberg- Bezirks ist nun die Schulzahnpflege, weil sie im Gegensatz zu den entsprechenden Einrichtungen anderer Stadtbezirke selbständig ist. Dem Kinde muß die Zahnpflege so selbstverständlich sein wie die Reinlichkeit im all. gemeinen. Die planmäßige Untersuchung und Behandlung erfolgt jährlich einmal unter flaffenweifer Zuführung in die Zahlflinik des Gefundheitshauses; fie beginnt mit der jeweiligen Klasse 7. Es wirbni eine Behandlungskarte für jedes Kind ausgestellt, die einen Be standteil des allgemeinen Schulgesundheitsbogens barstellt und bed das Kind während der ganzen Schulzeit begleitet Alle Kinder werden untersucht, alle Zahnfrankheiten fostenfrei behandelt, außer dem wird Eltern und Kindern ausgiebig Belehrung erteilt. In zweckmäßiger Weise. unterhält die Klinik Beziehungen zu allen fozialhygienischen Einrichtungen des Bezirksamts. Auch hier fann nur durch Zusammenarbeit das Letzte erreicht werden. Kampf aller Krankheit! Es ist die vornehmste Aufgabe eines Gesundheitshauses, gefunde Menschen gefund zu erhalten aber möglichst auch die halbgefunden also das Gros der Menschen. vor dem Krankenbeit zu bewahren. Ebenso wichtig wie die medizinische Behandlung ist hierbei häufig die seelische Beeinflussung, die Warnung und die Raterteilung. Besonders notwendig ist die Anwendung solcher nach Haus schleppen können. Sie wollte noch einen Brief an Frau Lefsel schreiben die gute Dame, die war ihre einzige Hoffnung und dann an Lenchen, die mußte sie noch um Berzeihung bitten, daß sie so hochmütig gewesen war Lenchen, Frau Leffelbeider Gestalten vermischten sich ihr plöglich plößlich und Stefan, ja an Stefan auch, der mußte audy benachrichtigt werden, der mar verpflichtet, der Onkel. Es ging ihr alles durcheinander. Sie schrieb nicht mehr. Das Fieber stieg. Der Arzt ließ sie ins Krankenhaus schaffen. Eva wehrte fich verzweifelt dagegen: fie, sie wollte die Mutter pflegen! Aber Diphteritis" sagte der Arzt. Die ist in diesem Alter besonders gefährlich." Am dritten Tag schon starb Frau Olga Blechhammer, geborene Wilforoski. Sie war nicht mehr oft zum Bewußt ein gekommen, das Fieber war zu hoch. Ihr letter flarer Gedante war: Eva. Meine kleine Eva," lispelte sie unruhig. und die pflegende Schwester, die bei der Sterbenden wachte, nichte mit einem Seufzer dazu. Sie hatte schon viele in Herzensunruhe sterben sehen. Epa trug das schwarze Trauerkleid, das Frau Ella ihr hatte zurechtmachen lassen aus einem Kleid der Mutter. Es war aber noch immer viel zu lang und zu weit, die spärliche Mädchenfigur steckte darin wie in einem Sad. Die Leute drehten sich um nach Eva, wenn sie über die Straße schlich; die ganze Nachbarschaft hatte teilgenommen an diesem trau rigen Fall. Im Kaufladen hielten sich die Frauen länger auf als sonst: daß diese brave, tüchtige Person, die so außerordentlich geschickt war in ihrem Fach, daß die hatte so plöglich dahinmüffen! Und viel zu früh; nur zwei Jahre war sie ver heiratet gewesen. Das arme Kind und der arme Mann! Der Witwer wurde fast noch mehr bedauert als die zurückgebliebene Tochter. Hans Blechhammer war ganz außer sich. Am Grabe feiner Frau hatte er so geschlucht, daß ihn sein Freund Tändeler unter den Arm nehmen mußte, und dann auch den Troftlosen fortführte, der. das Taschentuch sich vors Gesicht brüdend, wie ein halb Ohnmächtiger schwankte. Die ganze Familie Wilkowski war erschienen, Frau Bullmann und die Mädchen der Arbeitsstube, sowohl die aus dem alten Geschäft, wie diejenigen von Olgas neuem Wirkungstreis. Sie hatten zufammengeschossen; die aus der früheren Arbeitsstube legten einen Lorbeerfranz nieder mit bedruckter Schleife:„ Der um= vergessenen Kollegin" die aus dem Kaufhaus begnügten fich mit einem schönen Gewinde von Aſtern und den letzten Rosen des Herbstes. ( Fortsetzung folgt.) relativ jungen Methode in der Fürsorgestelle der Psychopathen und Alkoholifer, die ebenfalls, foweit fie im Kreuzbergbezirt wohnen, im Gesundheitshaus eine Hilfsstelle und eine Stelle der Hilfe gefunden haben. Es muß dankbar anerkannt werden, daß das Jugendamt feit Errichtung der Binchopathenberatungsstelle in jeder Beise ver. jucht, den Anregungen und Borschlägen der ärztlichen Organe ge recht zu werden. Was die Fürsorge für Alkoholtrante anlangt, so ist besonders für die unterstüßende Hilfe des Bundes abftinenter Ar beiter, der Guttempler und der Blaufreuzler zu danken. Die Lungentuberkulose fordert freilich noch mehr Opfer als der Altohol, und hier wiederum mehr unter den sozial ungünstig gestellten Schichten, als unter den Wohlhabenden. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, überflüssig, sie in einem sozialistischen Blatt näher zu erörtern. Die Fürsorgestelle im Gesundheitshaus besteht aus einem Geschäftszimmer, einem großen Wartezimmer und einem großen Untersuchungszimmer. Die Leitung hat ein Arzt; eine Aerztin und drei Fürsorgeschwestern stehen ihm zur Seite. Grundfäßlich wird auch die Familie des Kranten untersucht und befür. forgt. Auf Grund des Untersuchungsergebnisses werden in ge meinsamer Aussprache mit den Fürsorgeichwestern die notwendigen Maßnahmen bestimmt. Eventuell werden die Patienten in einer Heilstätte oder in einem Krankenhaus untergebracht. Ge lingt es nicht, den oder die Kranten aus der Wohnung herauszunehmen, so fetzt die Tätigkeit der Fürsorgeschwester ein, die in der Krantenpflege und in der Sozialmedizin ausgebildet ist; ihre Fort bildung ist durch obligatorische Teilnahme ar Kursen gesichert. Thre wichtigste Aufgabe ist es, die Patienten in ihren Wohnungen aufzuluchen, ihnen hier mit viel Geschick und Tat Rat zu erteilen und von deffen Notwendigkeit und Richtigkeit auch zu überzeugen. Tuber. fulose ist, wenn rechtzeitig erkannt, in vielen Fällen heilbar. seitiger die Behandlung bei dem Erkrankten und die Borbeugungs. maßnahmen bei der Familie einfegen, non desto größerem Erfolg Dasselbe gilt auch für Haut- und Geschlechts franthelfen, deren Fürsorgestelle für den Berwaltungsbezirk Kreuz berg ebenfalls im Gesundheitshaus am Urban untergebracht ist. Behandlung der übertragbaren Krankheiten wird in der Fürsorgestelle selbst vorgenommen, da verordnete Medikamente erfahrungsgemäß häufig falsch angewandt werden. find sie begleitet. Vorbeugen ist besser als heilen. Im nächsten Jahr soll in Düsseldorf eine Gesundheitsausstellung eröffnet werden, die in jeder Hinsicht alle ihre Vorgänger weit über treffen soll, selbst die diesjährige hervorragende Wiener Ausstellung Der Mensch. Aber eine Düsseldorfer Ausstellung kommt den Berlinern nicht zugute, und fermer ist in solcher Ausstellung ihrer Kurz fristigfeit megen nur die Teilerfüllung eines Ideals zu sehen. So liegt der Wert der Ausstellung im Gesundheitsamt am Urban vor allem darin, daß sie eine Dauerausstellung mit wechselndem Inhalt, aber stets mit gleichem Ziel darstellt. Auch in den Abendflunden ist sie geöffnet, so daß fie stets und von jedermann aufgesucht merben fann. Fast täglich sind an den Vormittagen Gemeinde- und höhere Schulen, Fortbildungs, Berkäuferinnenfchulen usw. flassen. meise angemeldet, teils um Kenntnisse an dem Material zu, Dertiefen, teils um sich von einem Arzt in ein besonders inter. essierendes Gebiet einführen zu laffen. Weil aber im Schulzimmer im allgemeinen noch mehr Konzentration beim Zuhören erreicht wer. den fann, wird jetzt eine umfaffende Schulwanderausstellung zu fammengestellt. In der Ausstellung, der ein hübscher Bortragsraum mit Brojektionsmöglichkeiten für Lichtbilder angegliedert ist, fanden jeit ihrer Eröffnung 155 Borträge und Führungen statt; vor allem tommen Schulffaffen. Auch eine Bibliothet wird rege in Anspruch genommen, und der Besuch der erst seit Ende September regelmäßig Dienstags und Freitags stattfindenden Abendvorträge fteigt ständig. Die Bermehrung der Fürsorgestellen im Gesundheitshause und die Verbesserung in ihrer Ausstattung wird in einer Weise durch geführt, daß jede Fürsorgestelle als eine musterhafte tommunale Einrichtung in der sozialen Hygiene angesprochen werden fann. Biel Gutes ist hierbei sicher auf den Einfluß unseres Parteigenossen Bürgermeister Dr. Rahle und auf die Bemühungen der im Gesundheitshaus tätigen Aerzte zurückzuführen. Damit äußerst zwedvolle Arbeit möglich ist, wurde im Verwaltungsbezirt Kreuzberg eine Vereinigung für Sozialhygiene( Geschäftsstelle im Gesundheitshause) gegründet, die durch freiwillige Hilfe der Bevölkerung die Arbeit tatkräftig unterstüßen will. Kann boch Arbeit auf dem Gebiete der Boltsgesundheit nur dann fruchtbringend fein, wenn der Wille zur Gefundheit in jedem einzelnen lebt. Ift die Menschheit so weit, daß jeder sich verantwortungsbewußt an der Arbeit ber hygienischen Boltsaufklärung beteiligt, dann werben eines goldenen Jahres die Krankenhäuser durch die Gesundheitshäufer überflüffig gemacht worden sein. Ein Siebzigjähriger. Genoffe Friz Wilte, genannt der alte Frig feiert heute Jeinen 70. Geburtstag. Man sieht ihm dieses Alter nicht an, wenn er in Reih und Glied mit den jüngeren Kameraben des Reichsbanners marschiert und dessen Banner mit voranträgt. Als Sohn eines aufrechten Achtundvierzigers trieb es ihn bald in die Kämpfe der Zeit. Schen seit 1875 gehörte er als Mitglied dem später von Tessendorf geschlossener Maurer und Steinhauerbund an, auch nahm er als Maurer an den Gründungen und dem Ausbau der Bes rufsorganisationen aktiv teil, was zur Folge hatte, ou er am 21. Juli 1886 aus Berlin ausgewiesen wurde. Um so fräftiger trat er sowohl in Braunschweig Stadt und Land, Kiel und anderen Orten für die Arbeiterbewegung ein. Nach dem Fall des So. zialistengefeges nach Berlin zurüdgefehrt, wurde er, der Not gehorchend, Gastwirt und hat als folcher sowohl der Partei als auch den Arbeiterorganisationen ein Aspirecht verschafft. Frig Wille mar Mitbegründer des Sozialdemokratischen Bereins der Gast- und Schantwirte und der Genossenschaftsbrauerei, deren Aufsichtsrats, mitglied er noch ist. Die Bartei vertrat er verschiedentlich auf den Barteltagen und in der Berliner Stadtverordnetender. fa mmlung, deren Mitglieb er von 1894 bis 1921 war. Bis heute ist er Bezirksverordneter im Bezirk Mitte. Wir wünschen dem überall unermüdlla tätigen alten Rämpen, daß er im Besitz feiner Frische, feines Humors und feiner Kraft bleibt, auf daß fein Wunsch in Erfüllung gehe, dem Schicksal weiter zu trozen". Hermann Schuberts legter Gang. Gestern nachmittag wurde im Krematorium Baum foulenweg die sterbliche Hülle unferes Genossen Schubert ben Flammen übergeben. Biele Freunde des Verstorbenen waren erschienen, um ihm die lehte Ehre zu erweisen. Nachdem das Lied „ Ein Sohn des Boltes will ich sein und bleiben" verflungen war, sprach Genosse Stadtrat Dittmer für den Staats- und Gemeindearbeiterverband. Genosse Bels hielt für die Bartei eine zu Herzen gehende Rede, in der er das vorbildliche Wirken und Streben Hermann Schuberts für die Sache des arbeitenden Bolles schilderte. Tief ergriffen nahm die Traverversammlung Abschieb von diesem Toten, dessen Leben schlichter Dienst am Bolle war. Trauerfeier für Frau Jurjewskaja. Gestern nachmittag um 5 Uhr fand in der Kapelle der ruflichen Kirche in der Nachobst raße in Wilmers dorf die feierliche Totenmesse für Frau Jurjewstaja statt. Schon fange vor Beginn der Feier hatte fich eine zahlreiche Trauer. gemeinde in der fleinen Rapelle eingefunden. Die Generalinten bantur der Staatsoper war durch ben Oberspielleiter Prof Dr. Hoerth vertreten, außerdem waren auch zahlreiche Mitglieder des künstlerischen Bersonals des Staatstheaters neben dem Gatten der Berstorbenen und dem Freundeskreis des Ehepaars Bremer enwesend. Der Metropolit der ruffischen Kirchen, Tihon, hielt eine Traueransprache, in der er das traurige Schicksal der großen! Sängerin schilderte. Obwohl der Selbstmord der Toten von der griechisch- fatholischen Kirche nicht entschuldigt werden könne, so müsse man doch bedenken, daß die Künstlerin frant und von einer Psychose befallen gewesen sei. Der Kirchenchor der russischen Kirche intonierte sodann die Totenmesse, die von dem Metropoliten und den Ministranten zelebriert wurde. Bor der Kirche hatten sich zum Ende der Feier viele russische Almoſenempfänger eingefunden, die von den Mitgliedern der russischen Kolonie mit reichen Spenden bedacht wurden. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Bom Sonntag, den 13. Dez. bis Mittwoch, den 23. Dez. 1925 im Jugendheim, Berlin SW68, Lindenstraße 3: Ein luftiges Gefängnis. Der erpreßte Defraudant. Der fingierte Kassenraub in der Stationskasse des Bahnhofs 300 hat noch mehrere gerichtliche Nachspiele gezeitigt, von denen das erste gestern das Schöffengericht Schöneberg beschäftigt, während ein weiteres Nachspiel in Gestalt eines Meineidsprozesses später vor dem Schwurgericht zur Verhandlung gelangen wird. Wie erinnerlich, hatte der Eisenbahnjekretär Boto Münch bei der Stationsfasse II fortgesetzt Unterschlagungen begangen, die schließlich eine große Höhe erreichten. Um die Unterschlagungen zu verdeden, hatte er die Bücher und Belege am Neujahrstage 1925 ver. brannt und durch Selbstfesselung einen Raubüberfall vor getäuscht. Münch wurde vom Schöffengericht zu 2 Jahren Zuchthaus und längerem Ehrverlust verurteilt. Das Urteil ist inzwischen auch rechtsträftig geworden. Er hatte zunächst Berufung Weihnachtsausstellung ung eingelegt und hoffte damals, burch neue Zeugen einen Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene./ Wanderartifel in reichhaltig. Auswahl zu niedrigft. Preisen./ Musikinstrumente ufw. Der Besuch der Ausstellung ist unentgeltlich! Geöffnet wochentags von 4-9 Uhr und Sonntags von 10-8 Uhr Der„ Schildermaler". schiedenen Stadtvierteln sein Unwesen. Gewöhnlich im Maler Ein geriebener Schwindler treibt seit längerer Zeit in der tittel, zuweilen aber auch ohne ihn, spricht er in Geschäften mit großen Firmenschildern vor, flagt seine Not, in die er durch Arbeitslosigkeit geraten sei und erbietet sich, das Firmenschild billig neu zu streichen. Beauftragt man ihn damit, so er scheint er am nächsten Tage mit einem anderen Manne, nimmt mit ihm das Schild ab und gibt ihm die Weisung, es ab fich an diese Arbeit gemacht hat, geht er selbst wieder weg mit dem zuwaschen und soweit es nötig, abzufratzen. Sobald der Mann Bemerken, daß er an einer anderen Stelle noch die letzte Hand an ein Schild legen müsse. Nach einer Weile kommt er zurück und erbittet von dem Geschäftsinhaber für den Farbeneinfauf einen 15 bis 150 mart erhalten. Die Geschäftsleute ahnen natürlich Borschuß. Je nach der Größe der Schilder hat er bisher nichts Böses, weil ja der Wäscher schon fleißig an der Arbeit ist. Der Maler aber läßt sich nicht wieder sehen. Wenn man nun den Wäscher fragt. so ergibt sich, daß er seinen Auftraggeber gar nicht fennt. Der Schwindler holt sich jedesmal irgend einen Mann vom Arbeitsmartt oder auch von der Straße. Dieser falsche Maler ist etwa 35 Jahre alt, 1,65 Meter groß und hellblond. Er fommt zuweilen plattrafiert, an anderen Stellen dagegen mit einem Schnurrbart. also einem anneflebten Bart. mitteilungen, die geeignet sind, ihn entlich unschädlich zu machen, an Kriminalfekretär Neumann, Dienststelle B. II. 1a im Polizei präfidium. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 13. Dezember. Entlastungsbeweis führen zu können, der ihm aber mißlang. Wie sich jetzt herausstellte, stützte er sich bei seiner Hoffnung auf die Anwerbung falscher 3eugen. In der Ver handlung hatte seine Geliebte Irma F. unter Eid beftritten, daß fie von der Inszenierung des Raubüberfalltrids Kenntnis gehabt habe. Nachdem Münch aber ins Zuchthaus nach Luckau zur Verbüßung seiner Strafe übergeführt worden ist, da hat er ein umfangreiches Geständnis abgelegt, aus dem hervorging, daß sich eine Reihe von merkwürdigen Mitgefangene und ein Gefängnisauffeher dabei Dingen im Gefängnis abgespielt haben und daß einige eine üble Rolle gespielt haben. Es ergab sich weiter, daß Frl. F. in alles eingeweiht war, und einen erheblichen Teil der unterschlagenen Gelder in Verwahrung gehabt hatte. Deshalb ist gegen fie auch Anklage wegen Meineids und Begünstigung erhoben worden, während Münch sich nochmals mit ihr zu sammen wegen An stiftung zum Meineid zu verantworten haben wird. schlagung, Bestechung und vorsätzlicher Gefangenenbefreiung lautete, Die neue Anklage, die auf Erpressung, Diebstahl, Unter richtet sich gegen den Buchdrucker Otto Metterhausen, den Friseurgehilfen Karl Dworagef und den früheren GeJohann Matern. Die beiden ersten Angeklagten, die mehrfängnisauffeher im Stadtoogteigefängnis, den jetzigen Maurer fach vorbestraft sind, befanden sich zusammen mit Münch in der Stadtvogtei. einen Briefwechsel zwischen Münch Bei Ausführungen benußten sie die Gelegenheit, und seiner Braut durchzuführen. Frl. F. übergab ihnen Briefe und Ba tete, in denen sich auch Geld befand. Diese Briefe wurden aber von Dworaget, der den unerlaubten Kasfiberverkehr vermittel hatte, geöffnet. Er machte sich Abschriften der Briefe und behielt sich die in denselben enthaltenen Geldbeträge. Später schickte er dann Wetterhaufen vor, der Münch vorerzählte, daß ein Wachtmeister die Briefe abgefangen habe, aber gegen 3000 Mart Schmeigegeld die Sache unterdrücken wolle. Dadurch er. reichten die beiden Gefangenen, daß ihnen noch weitere erhebliche Beträge ausgehändigt wurden. Dmoratet wurde im September aus dem Gefängnis entlassen und versuchte von Frl. F. durch Bor lage der von ihm gemachten Briefabschriften Geld zu erpressen. Es wurde dann auch verabredet, daß falsche Zeugen für die Berufungsverhandlung beschafft werden sollten. Auch hierfür wurden neue Geldbeträge herausgeschlagen. Eine eigenartige Rolle spielte der dritte Angeklagte Matern, der eines Tages mit der Ausführung des Gefangenen Metterhausen beauftragt wurde. Er fuhr ihn im Auto zur Wohnung des Matern, holte dessen Frau und Tochter ab und sie unternahmen In einem Weinrestaurant zusammen eine neiptour. wurde gefrühstückt und Matern trant mit seinem Gefangenen Brüderschaft. Die Verhandlung endete damit, daß Matern wegen fahrlässiger fahrlässiger Gefangenenbefreiung und Bestechung zu 10 Monaten Gefängnis unter Aberkennung der Befugnis zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf 5 Jahre, Metterhaufen megen Bestechung und Betrugs zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und Dworaget zu 10 Monaten Ges fängnis verurteilt wurden. Weihnachtsmarkt der Künstler. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Goldmark: Langsamer Satz aus Reichert. Klavier). 2. a) Fritz Jürgens: Turmchoral. b) Haydn: dem Violinkonzert( Gerda Reichert. Violine: Herta MackWinterarie aus den Jahreszeiten"( Gustav Polzin. Baß; am Flügel: Karl Schaeffer) 3. Ansprache des Herrn Direktor Pastor D. Thiele vom Ev. Verband für die weibliche Jugend Deutschlands. 4. Händel: Stets ist gerecht des Herrn Gericht. aus Samson( Gustav Polzin. Baß; am Flügel: Karl Schaeffer. 5. Schubert: Andante aus dem Trio op. 100( Herta Mack- Reichert, Klavier: Gerda Reichert. Violine; Heinrich Cramer, Cello). 11.30-12.30 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. Ernst Weiß. 1. Einleitende Worte( Hermann Kasack). 2. Rezitationen aus " Daniel und Männer in der Nacht"( Rahel Sarsara, unter Mitwirkung des Dichters. 220 Uhr nachm: Schachfünk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Mohr:" Die Milchwirtschaft. 3.30 Uhr nachm.: Das Hochzeitskleid der Elfenkönigin und Eine hölzerne Geschichte". Aus dem Buch Funkheinzelmann, der Wanderbursch". von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30-6 Uhr nachm.: Veranstaltung der Jugendarbeitskreise Hilfe. 1. Glazounoff: Variationen( Hans Baer, Klavier). Bor dem Berliner Rathaus stehen einzelne Buden als flägliche 2. a) Franz Werfel: Das Maß der Dinge, b) Franz Werfel: Eine Ueberreste des einst pruntvollen Berliner Weihnachtsmarktes, der alte Frau geht. c) Wilhelm Klemm: Der Bettler, d) Po- Chü- I, in der Zeit des elektrischen Lichts und der Autos von den Warenübersetzt von Albert Ehrenstein: Kummer über den Palast, e) Po- häusern längst abgelöst wurde. Aber trotzdem mag es manchen 9. Thomas: Tirolienne aus der Oper Mignon"( Genia Guszalewicz locken, die Zeitreihen zu durchschreiten, um in der Erinnerung von der Berliner Staatsoper, Sopran: am Flügel: Kapellmeister jene Kindertage zu durchfosten, in denen der Weihnachtsmarkt, Krauß) 4. Ansprache eines Mitgliedes der Jugendarbeitskreise zwar damals schon seiner Glanzzeit entrückt, doch ein alljährlich Hilfe". 5. a) Strauß: Morgen, b) Mendelssohn: Flügel der von neuem mit Sehnsucht erwartetes Erlebnis bedeutete. Und viel Seligen, c) Reger: Wiegenlied( Genia Guszalewicz). 6 Walt Whit- leicht, während das Auge unbefriedigt über den bunten Tand hinman: Die weite Landstraße( Gertrud Eysoldt). 7. Liszt: Rigo- gleitet, fällt der Blick auf ein Platat am Rathause, das letto- Fantasie( Hans Baer, Klavier). 6.50 Uhr abends: Forschungs- ebenfalls einen Weihnachtsmarkt im Innern des reisender Dr. Artur Berger: Als Gast der Eingeborenen auf Samoa. 7.15 Uhr abends: Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht: Gebäudes ankündigt. Aber er soll teine Reminifzenz an , Kriminalistische Streifzüge durch dunkle Winkel". 7.45 Uhr vergangene Beiten sein, sondern die Freie Deutsche abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Philo- Künstlerschaft hat einen wirklichen Weihnachts. sophie. Dr. phil. et med. Max Dessoir: Menschenkenntnis und marit der Gegenwart geschaffen, und wer dem Ruf des Charakterkunde", 8.30 Uhr abends: Heinrich Heine. Es war ein Blafats Folge leistet und ihn aufsucht, wird es nicht zu bereuen Gesanglos war ich Salomo Don Ramiro alter König haben. Die Freie Deutsche Künstlerschaft treibt hier prattische Pfarrhaus Adam der Erste- Ich wollte bei Dir weilenKunstpolitik: denen, die wenn auch noch so wenig Geld für mich mit Liebeswerben Die Begegnung An Inez Nacht( Fränze Roloff. Rezitation). 9-10 Uhr abends: Kammer- das schöne Ueberflüssige haben, ist Gelegenheit gegeben, zu er. musik von Haydn bis Schönberg. 6. Abend. Havemann- Quartett: staunlich billigen Preisen Stoffe und Kleider, Spielzeug und KunstProf. Gustav Havemann, 1. Violine; Georg Kniestädt, 2. Violine: gewerbe, Bücher und Bilder zu erwerben, alles fünstlerisch wertHans Mahlke, Viola; Adolf Steiner, Cello. Mitwirkende: Karl volle Dinge, die in lustigen bunten, tannengeschmückten Buden zur Reitz, 2. Viola. 1. Beethoven: Streichquartett D- Dur, op. 18. Schau gestellt find; den Künstlern aber, die ja gegenwärtig oft mit Nr. 2. Allegro Adagio cantabile Scherzo: Allegro Allegro der bittersten Not ringen müssen, wird durch diese Selbsthilfe menig2. Mozart: Streichquintett C- Dur, Köchstens eine bescheidene Verdienstmöglichkeit geboten. Außer der Ge molto, quasi presto. Verz. Nr. 515. Allegro Menuetto, Allegro Andante Allegro. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, nossenschaft der Freien Deutschen Künstler hat man noch einige Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Film- andere Aussteller herangezogen, deren Produktionen für die breitere dienst 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Masse Bedeutung haben: einige Kunstgewerbehäuser, Königswusterhausen, Sonntag, den 13. Dezember. Hausrat G. m. b. H., die schöne, schlichte Möbel zeigt, den Bücherfreis. So hat der Besucher der Ausstellung, selbst wenn er nur wenige Mark für Weihnachtse nkäufe hier ausgibt, die Gewißheit, für fich und andere wertvolles heimzutragen. Habe Gute 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert Mitwirkende: Edith Bach, Sopran; Edith Fromberg. Violine; Else Broesicke. Bratsche H. Blumenfeld, Cello; Karl Borrmann. Flöte: am Flügel: Klara Bach und Kurt Pergande. 1. Vier kleine Lieder( Edith Bach, Klars Bach). 2. J. 8. Bach: Trio für Klavier G- Dur, vier Sätze ( Edith Fromberg, Karl Borrmann, Kurt Pergande) 8. A. Schubert: Der Hirt auf dem Felsen( mit obligater Flöte), b) Händel: Nachtigallenarie( mit obligater Flöte)( Edith Bach. Karl Borrmann, Klara Bach). 4. Beethoven: Adagio aus dem Klavierquartett S- Dar( Edith Fromberg. Ilse Broesicke. H. Blumenfeld, Kurt Pergande). 5. Wagner: Eineam in trüben Tagen( Lohengrin) ( Edith Bach, Klara Bach). 12 Uhr mittags: Esperanto. Montag, den 14. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 430 Uhr nachm.: Novellen. Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl, von Clemens Brentano. Gesprochen von Sonja Bogs. 5.15-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.30 Uhr abends: Heinz Iudwig: Die Zeit und ihr Film 7-7.35 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Technik. Technische Wochenplauderei( Jng. Joachim Boehmer. 7.25 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Professor Colson). 8 Uhr abends Einführung zu dem Sendespiel Die tanzende Prinzessin" am 16. Dezember. 8.30-10 Uhr abends: Weihnachtliches. 1. a) v. Blon: Weihnachtsouvertüre, b) Ködel: Weihnachtspotpourri( Berl. Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). 2. Wilhelm Raabe: Aus Die Chronik der Sperlingsgasse( Hans Mühlhofer, Rezitation). 3. a) D. L. Schuber: Abend und Weihnacht im Erz gebirge, b) Kleffel: Marsch der Wichtelmännchen( Berliner Funkkapelle). 4. Th. Storm und E. v. Wildenbruch: Weihnachtsgedichte( Hans Mühlhofer). 5. a) Worck: Tongemälde. b) Rose: Humoristische Weihnachtspolka( Berliner Funkkapelle). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. tie Billige Fischfage! Am Montag, Dienstag und Mitt to och bom 14.- 16. Dezember findet ein billiger is verlauf statt. Es kommen zum Verkauf Lebendfrischer Ditfeedorich pro Pfund 30 Pfennig, und prima Goldbarich pro fund 30 Pfennig. Andere Fiiciorten wollen, Sabliau und Seela 3 find reichlich und preiswert am Markte. Die Verkaufsstellen find durch Blafate fenntlich gemacht, und befinden sich in den Markthallen, in den Ladengeschäften und auf den Wochenmärften. Kaninchen- und Pelzmodenschau. Eine roße Kaninchen. Ausstellung vereinigt die besten Tiere ve Büchter der südlichen Berliner Bororte in den Hennigschen Festfalen in Lichter felbe Ost. Alle Rassen sind hier vertreten, von zierlichen Her melintaninchen bis zum Belgischen Riesen". Besonders intereffent iſt eine Berzüchtigung Castorrer, die vor acht oder neun Jahren als Bufallsergebnis in Frankreich entstand. Man treuzte diese Tiere untereinander und erzielte nun eine neue fonftante Raffe, die e'n ganz furzes dices Fell aufweist, ähnlich der veredelten Sealfelle. Doch wird man vorläufig Belzwert hieraus noch nicht im Han el Jeben, da zurzeit diese Tiere noch zu felten und daher der Preis dafür fehr hoch ist, mit etwa dreihundert Mark das fünfzehn bis dreißigfache gewöhnlicher Langohre. Sonst aber zeigt die fehenswerte Ausftellung verarbeitete Kaninchenfelle in allen Ausführungen in natur oder gefärbt als Imitation der kostbarsten Felle. Am Montan, den Linienänderung bei der Straßenbahn. 14. d. M., tritt auf Linie 51 ein neuer zabrolan in Kraft., Tanas berkehren die Banen abends nach Geschäftsschluß anſtatt bis Rosened nur bis Wilmersdorf, Wilhelmsaue. Saturn." Ein seltsamer Berein. praftische Arzt Dr. M., ber sich so rührend um das Schicksal der Tänzerin befümmert hatte, murde nicht vergessen, er fonnte auf die Unkosten der Nacht noch eine Geldstrafe von 100 m. aufschlagen. Arbeiter- Abstinenten.Bund, Drisgruppe Berfin. 14. Desember, ab 6 Uhr, Arbeitsabend, Engelufer 29. Kunstgemeinde Neukölln. Montag, den 14. Dezember, 8 Uhe, im Ronzertfaal der Neuen Welt, Hasenheide, beitere Musik mit dem Berliner Sinfonie orchester. Warfe von Glud, Johann Strauß. Richard Strauß, Rimsty Korfa toff u. a. Cintritt für Mitglieder 50 Bf., Gäste 80 Bf. einschließlich Programm. Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Verbände, Bezirk Tempelhof. Erster toftenTofer Vortrag des Lehrers Witthauer am Montag, den 14. Dezember, 8 Uhr, Schlembach. Tempelhof, Berliner Str. 111: Es werde Licht". JugendEin wenig Licht in das dunkle Treiben des Berliner Nacht lebens brachte eine Verhandlung vor dem großen Schöffen. gericht Charlottenburg. Der Saal des Schwurgerichts vom Die Stadtveroronefenversammlung bat in diefer Woche zwei Landgericht III mußte seinen Raum zur Verfügung stellen, um die Sigungen, eine außerordentliche am Dienstag um 6 Uhr und 21 Angeklagten unterzubringen. Bedauerlich die jungen Tänze die ordentliche am Donnerstag um 3/5 Uhr. Auf der Tagesrinnen, die aus der Not der Zeit heraus zu diesem Erwerb geordnung, die 64 Verhandlungsgegenstände bringt, stebt auch die schritten waren, um dazu bestimmt, mit den Reizen ihrer Körper Berichterstattung aus dem Ausschuß, dem die Notstandsvorlage Stenographiekundigen in den Snitemen Stolze- Schren und Reichsturzfchrift jene Leute zu beluftigen, die auch in der jeßigen Zeit noch Geld für solche Zwecke hatten, sich hinterher aber nicht scheuten, öffent= liches ergernis an diesen Tänzen zu nehmen. Auf die Anzeige eines solchen Gastes erfolgte die Erhebung der Antlage. よ Der ehemalige Inhaber einer Apotheke, den die Inflation um die letzten Ersparnisse gebracht hatte, war Befizer einer größeren Wohnung im Westen. Um ihre Vermögensverhältnisse ein wenig nufzubeffern, beschossen die Eheleute, eines ihrer Zimmer einem Berein„ Saturn" auf eine Zeitungsannonce hin ab und zu zur Verfügung zu stellen. Beide wollen von den Vorgänger, die fich daraufhin in ihrer Wohnung abspielten, nicht das geringste bemerkt haben. Es sei wohl wiederholt laut zugegangen und die Ehefrau habe sich schließlich entschlossen. dem alzu rührigen Verein zu fündigen, aber das plögliche Erscheinen der Krimi nalpolizei wäre ihr zuvorgekommen. Die Rosa, die Lola und die Lotte waren die weiteren Angeklagten, die durch ihre Unangezogenheiten" die Gäste„ angezogen" haben sollten. Alle drei find nicht eigentlich Tänzerinnen, fie haben schon in verschiedenen Berufen gearbeitet und fielen schließlich guten Freunden" in die Hände, die sie auf diese Bahn brachten. Sie bestritten, gänzlich madt getanzt zu haben, wollten mit dünnen Spizenfleidchen, Schlafanzügen oder Schleiern befleidet gewesen sein. Einem der Mädchen hatte sich ein praktischer Arzt Dr. M. genähert und sein Bedauern über ihr Schicksal aus gesprochen Er war derselbe Gast, der dann öffentliches ergernis nahm und die Anzeige erstattete. Diejenigen, die sich nun noch zu verantworten hatten, waren feine Neulinge mehr auf diesem Gebiet. Aus ihnen jetzte sich in der Hauptsache das Betriebs- und Aufsichtspersonal der Nachtveranftaltungen zufammen. Unternehmer, Schlepper, Por: tiers, Musifer, Kellner und Garderobiers gaben ein übersichtliches Bild über die Schar der materiellen In teressenten", die alle so viel Kapital wie möglich aus solchen nächtlichen Veranstaltungen schlagen wollten. Auf jenem fleinen Tisch vor dem Richterpodium, aber, auf dem sonst schwerwiegende Bes weismittel großer Kapitalverbrechen zu liegen pflegen, waren die ftummen Zeugen der nächtlichen Gelage aufmarschiert. Seft: flaschen und Settgläser standen in wirrem Durcheinander und gaben„ beredtes Zeugnis" über die Art und Weise, wie sich auch in der jetzigen schweren Zeit gewisse Menschen über die Sorgen des Alltags hinwegzutäuschen pflegten. Sie trifft die Hauptschuld, denn ohne sie wäre jeglichem Nachtbetrieb der Boden entzogen. Das Gericht war mit dem Staatsanwalt ziemlich einer Meinung. Es ließ hier und da Milde und Berständnis mit einer gewissen Notlage walten und faßte da und dort scharf an, wo doch nichts mehr zu verderben war. überwiesen worden ist. Arbeiter- Kulfur- Kartell und Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Freitag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachmittags 3 Uhr. im Staatlichen Schiller- Theater Der Indsbilz", Sawant von Guftav Ridelt. Breis der Karte 1,20 902., einschließld Kleiderablage und Theaterzettel Sonns abend, den 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertan), bormittags 11 Ubi, im Großen Schauspielbaus: 2. Proletarische Feierstunde. Träume der tetsfaferne". Preis der Einzelfarte 1,20 M. Für die lekten vier Veranstaltungen können noch Abonnements zum Breile von 3,20 m. aus. gegeben werden. Donnerstag, den 31. Dezember, abends 10 Uhr: Silvestermust! in der Stadthalle, Klosterstrake. Eintritt8. preis 60 Bf. Mitwirkende sind die Bläservereinigung des Drmesters der Städtischen Dver und die A- cappella- Bereinigung des Berliner Boltschors, unter Zeitung von Dr. Zander. Garten für alle Veranstaltungen sind in den bekannten Berkaufsstellen zu haben. In der Treptow- Sternwarte finden folgende Darbietunnen statt: Sonn abend. 12. Dez., 5 mnd 8 1hr Bunder der Schönfung"( Film); Sonntag, 13. Dez., 4, 6 und 8 Uhr Wunder der Schöpfung"( Film); Dienstag, 15. Dez.. 8 Uhr Unsere Erde als Planet"( Bortrag mit Lichtbildern von Direktor Dr. Archenhold). Um eine Viertelstunde. Eine Familientragödie. unterricht für Rinder vom 12. Jahre ab Mittwochs 8 Uhr, 2. Gemeindefchule, Tempelhof. Werderstraße: Donnerstags 3 Uhr Schule Königkrake, Mariendorf. Die Freie Arbeiter- Stenog ophen- Bereinigung Groß- Berlin" bietet allen eine gute Bernollkommnung in feinen Fortschrittskursen. Bezirt Often: Jeben Freitag von 148-10 Uhr in der Gemeindeschule Memeler Str. 24. Bezirk Lichtenberg: den Mittwoch von 8-10 Uhr im Jugendheim Doffeftraße. Bezirk Oberschßnewelbe: Jeden Montag von 8-10 Uhr in der Gemeindeschule Reppelinstraße. Bezirk Mariendorf Jeden Donnerstag von 128 bis 10 Uhr im Jugendheim Dorfstraße. Bezirk Neukölln: Jeden Freitag vou 18-210 Uhr in der Gemeindeschule Boddinftr. 52-54. Beginn unserer Anfängerkurse in der Woche vom 11. bis 16. Sanuar. Schriftliche Anfragen bean mortet Balter Riedel, Bankow, Sertofte. 3. Reichsbuns der Ariensbeftädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerbinter. bliebenen. Ortsgruppe Neukölln. Montag, den 14. Desember, 7% Uhr, int Ideal- Kafino, Weichselftr. 8, Hinterbliebenennerfammluna. Arbeiter- radio- lub, e. V. Sendebezirk Berlin. Petersburger Str. 39, aeöffnet von 6-9 Uhr abends. Diensten: Radioklinit und Vorträge. Freitag: Bastelschule. Die Abteilungen des ARK., die in folgenden Bezirken tagen. veranstalten abmechselnd Vortrags-, Lautsprecher und Bastel bende, und tagex regelmäßig 8 Uhr in folgenden Lokalen: bt. Tiergarten. Freitag, Stendale Straße 21; bt. Webbins, Donnerstag, Urechter Str. 29: ht. Brenalance Berg, Donnerstag. Rorenhocener Str. 9: Abt. Friedrichshain. Montag, Warschauer Str. 59: Abt. Kreu- bera I, Dienstag, övenider Str. b: Abt. Arenz bera II, Donnerstan. Adalber'ftr. 21: Abt. Charlottenbure, Dienstag, WieTandstr. 4: bt. Schönebera, Donnerstag. Gebanftr. 53: bt. Renkölln, Freiton. Refer, Ede Bannierstreke: Abt. Lidstenbera. Freitag. Weichfelftr. 12; Abt. Wilmersdorf. Freitaa. Gafteiner, Ede solteinische Straße. D'e Gefäftsfelle ist am Sonntag von 3-6 Uhr nochmi'taas ceöffnet. Arensberg 1: Dienstaa. den 15. Dezember, Bortrea: Detektorempfäncer". Arbeiter- Madie- Klub, e. B. Grupne Friedrichshain: Montan. ben 11. Dezember, 7% Uhr, im Lokal Arndt, Warschauer Str. 59, Bastelabend. Gäste willkommen. Vereinigung für Seul, und Erziehungsfragen. Dienstag, den 15. Dezem ber, 8 Uhr, Im Realarmnafium Oberschöneweide, Bortrag:„ Die Gemeinschafts erziehung und ihre Grenzen". htung Kleingärtner! Dienstag, den 15. Dezember. 7% Uhr, veranstaltet aeländes in der Aula des Helmholt- Reolanmnasiums, Rubenstraße, einen Bortras mit Lichtbildern. Gartenbauoberinspektor Didopp spricht über ,, Rünstdas Bezirksamt in Verbindung mit den Lehraärtnern des Schöneberger SüdBudapest, 12. Dezember.( WTB.) Der pensionierte Gendarmeriewachtmeister Julius Hajdu, der die Kaution eines Oberfellners für sich verwendet hatte und die Folgen einer Strafanzeige fürchtete, faßte mit seiner Frau den Entschluß, gemeinsam mit den Kindern in den Tod zu gehen. Er gab Schüsse aufliche Düngung im Kleingarten". Der Eintritt ift feci. sein fünfjähriges Göhnchen und seine beiden Mädchen im Alter von 10 und 15 Jahren ab und durchschnitt sich dann mit einem Rasiermesser die Kehle. Seine Frau stürzte sich aus der im vierten Stod gelegenen Wohnung in den Hof und war sofort tot. Hajdu starb drei Stunden nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus. Die drei Kinder schweben zwischen Leben und Tod. Die Blut'at ist um so tragischer, als der Fehlbetrag eine Viertelstunde nach der Tat von dem Advokaten Hajdus herbeigeschafft wurde. Die Beweggründe zur Tat gehen aus Briefen hervor, die die Gatten hinterlassen haben. Ueber, a.Angiene" spricht im Rahmen der Humboldt- Sochschule Dr. med. Sans Hnitein Mittmoch 8 Uhr in der Aula Dorotheen str. 12. Theatereinsturz in Amerifa. Jm Theater in Wilmington ( Delaware) brach während einer Vorstellung die Decke der Bühne ein und begrub Schauspieler und Chorfänger unter ihren Trümmern. Zwölf Sänger wurden schwer verletzt. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefäftsteie: Berlin G 14. Sebaftianfte. 37/38 Sof 2 Tr Tiergarten: Ram. Stephan Di., b. 13., abends 8 Uhr, bei krilger, Bollverf. Mitgliedskarten zum Umtausch mitbringen. Das Ehepaar, das die Wohnung hergab, erhielt eine Geldstrafe von 200 und 100 m., non den Tänzerinnen mußten zwei mit je 1 Woche, die andere mit 3 Tagen arenaberg: Abt. 10 Mo., b. 14., abends 7 Uhr, Bers. bet Mendler, DieffenGefängnis büßen. Die Gäste wurden zu geringen GeldStrafen, das Personal zu Gefängnisstrafen von 1 bis 2 Wochen verurteilt. Der Unternehmer aber erhielt wegen verbotenen Ausschanks und Veranstaltung Don Radttanzen 3 Monate Gefängnis. Auch der bachstr. 34. döneberg- Friedenau: Di., b. 15., abends 7 Uhr, Antreten Rolonnenstr. 22-23. Fichte- Realschule. Stealik- Lichterfelbe- Bankwik: Mo., b. 14., abends 8 Uhr, Areisvollverf. im Albrechtshof. Bortrag über Organi fationsfragen. Delegiertenwahl. Ohne Mitgliedsbuch tein Eintritt. Gruppen. flihrer laden ein. Neukölln- Brig: Mo., d. 14., abends 7% Uhr. Mital.- Berf., Neukölln, Bergstr. 151-152. Reinidendorf: Mitgliedstarten spätestens 20. Dezember bei den Untergruppenfeffierern umtauschen. A beitek- Mandolinisten- Bund, Bezirk Berlin. Mit moch den 16. Dezember, 8 Uhr, im Sängerheim, Weddingstr. 9. außerordentliche MitgliederversammIuna. Newahl des Vorstandes. Arbeitnemeinschaft entschiebener Republikaner. Mittwoch, den 16. De zember, 8 Uhr. im Restaurant Simbura, Charlottenstr. 81, öffentliche Sikung des Arbesausschusses. Deutsche Friedensaefellfraft. Ortsnruppe Berlin. Berfommlung Donners tan, den 17. Dezember, 8 Uhr. im Aefanier, Anhaltstr. 11. Pastor France: Weihnachtsbotschaft und nationale Ehre". Friedensfreunde herzlich willtommen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfifelle' ör Berlin.( Nachdr. verb.) Teilweise beiter, Tagestemperatur nur wenia über Null, nachts leichter Froft. Für Dents land. Rm Diten noch vielfach leichte Nieder- schläge, im Weften vielfach beiter, nachts weit verbreiteter, leichter Frost. Ueberraschende Befreiung von Verdauungsstörungen farm man sich in furzer Zeit verschaffen, indem man einen halben Teelöffel Biserirte Magnesia in etwas warmem Wasser sofort nach dem Essen nimmt, oder jedesmal, wenn man Schmerzen fühlt. Tauferde, die es versucht haben, erklären, es gibt nichts Befferes als Biferirte Magnesia für Verdauungsstörungen Megensäure und Dyspepsie. Besorgen Sie sich noch heute eine Flasche aus der Apotheke. Vergessen Sie nicht, Biserirte Magnesia zu verlangen das beste Mittel, um Schmerzen in furzer Zeit zu stillen, mo night, erhalten Sie auf Verlangen Thr Geld zurüď. 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Der Landtag fegte gestern die allgemeine Aussprache zur die nichts von Deutschland wissen wollten, sondern nur an ihrem 3. Lesung des Haushalts fort. Abg. Hellmann( Soz.): alten reaftionären Preußen festhielten. Die Deutschnationalen wollen immer wenigftens um eine Stufe zurück; heute, wo es um Europa geht, erklären fie, fie wollen nur" Deutsche" sein".. Die Deutsch nationalen hängen an der Bergangenheit, die nie wiederkehrt, sie tommen von ihr nicht los. Es wird noch geraume Zeit dauern, bis fie fich überhaup: erst zu ciner brauchbaren Opposition entwickelt haben. In England gibt es auch Konservative, aber die englischen Konservativen haben sich immer bemüht, den neuen Ideen durch rechtzeitige Refermen den Bind aus den Segeln zu nehmen. Unsere Konservativen fennen nichts als den stumpf finnigen Rult des Hergebrachten.( Sehr richtig! links.) Die Debatte hat nicht viel Neues gebracht; fie enthielt entweder gemeinheiten oder Gemeinheiten. Eine ganz bodenlose Gemeinheit war es, mas gestern der deutschnationale Abgeordnete Gauger hier leistete. Er fam auf die Tribüne, nicht um sachlich zu sprechen, fondern um die Morte des Ministerpräsidenten zu verdrehen und sich dann über die verdrehte Rede aufzuregen. Als der Minister präsident die Berbreh ng richtigstellen wollte, wurde er von den Deutschnationalen niedergefchrien. Es ist nun bereits das viertemal, daß einem sozialdemokratischen Redner von den Deutschnationalen das Weiterreden unmöglich gemacht wird. Aber die Herren auf der Rechten sollen sich gefagt sein laffen: unsere Geduld ist jetzt erschöpft; einen weiteren Fall werden wir uns nicht mehr bieten lassen.( Sehr richtig! links.) Bir tennen diese Methoden bereits zur Genüge, jetzt hat sie auch die Bolkspartei erfahren müssen. Als gestern der Abgeordnete v. Campe einige der ehrenvollen" Bezeichnungen zitterte, mit denen jetzt die deutschnationale Presse ihre bisherigen Bundesgenossen beglückt, da konnte mancher von uns ein Lächeln nich interbrüden. Die volksparteilichen Redner haben ia in der letzten Beit beweglich geflogt, daß sich die Deutsche Boltepartei für die Deutschnationalen fast aufgeopfert habe. Wir fönnen das der Deutschärfere Tonart gegen Heilmann geftimmt hat. Zwischenruf und fchen Volkspartei nur bestätigen und hinzufügen: Sie hat ihren Lohn dahin. Oft hat man sich bei uns gefragt, ob es denn nicht beffer wäre, wenn man den Deutschnationalen die gleiche Münze und mit den gleichen Kampfmetheden heimzahle. Wer auf dem Boden der Demokratie steht, der hat die Hoffnung und den Glauben an den Sieg der Vernunft im Volk und fann deshalb dieses Bolt nicht politisch torrumpieren, Der Unterschied zwischen unseren und den Kampfmethoden der Deutschnationalen liegt in dem Unterschied der politischen Moral Die Methoden des politischen Meuchelmordes müssen wir den Rechts robitalen überlassen. Wir haben den Trest, daß diese Methoden auf die Dauer nicht zum Ziele führen. Im übrigen fönnen wir an das Bort Paul Singers denten, der im Reichstag gegenüber den Berleumbungen des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemefratie befonte, Don der Dummheit bekämpft zu werden, ist ehrenvoll, von der Gemeinheit verfolgt zu werden, beneidenswert". Bei uns gibt es jedenfalls feinen Fall Schiele. Bon allen sozial demokratischen. Ministern, die in Preußen seit der Revolution am tiert haben, bezieht nicht ein einziger Benfion.( hört! hört.) Im Hinblick auf die Hohenzollernabfindung möchte ich die Kommunisten darauf hinweisen, daß die Sozialdemokratie eine Boltsabstimmung in dieser Frage unterstützt. Aber für eine Ent eignung wird fich faum eine Mehrheit finden lassen. Wohl aber für tie Ermächtigung der Länder, die Abfindungssumme autonom zuregein. Wir wollen den Weg beschreiten, der om ehesten za praftijden Resultaten führt. Für den Standpuntt des Zentrums, das die Abfindungsfrage als Rechtsfrage betrachtet, haben wir Berständnis, aber mir wollen das Zentrum doch daran erinnern, daß es sich hier nicht um eine Frage des Privatrechts, sondern des Staatsrechts handelt. Das Interesse des Staates fann unmöglich bei der Abfindungsfrage unberüdfichtigt bleiben. Der deutschnationale Abg. v. d. Dit en verlangt, daß Deutsch land sich nach Rußland hin orientieren müsse. Seine Ausführungen maren nicht Realpelitit, sondern ein Spiel seiner politischen Phan taffe, fie erinnerten an seine Reden im Jahre 1917. Damals mar es Herr D. d. Often, ber Bethmann Holweg den Todesstoß gab. Und als Dr. Friedberg in den Kämpfen um bie Reform des Dreitlassenwahlrechts erflärte:„ Die Ehre gebiete es, daß die Kämpfer im Schüßengraben nicht Wähler dritter Klaffe blieben," erwiderte Herr v. d. Often:„ Die Ehre Preußens gebiete es, sich von der schmachvollen Verbindung mit der Demokratie fernzuhalten. Heute erklärt Herr v. d. Often, die deutsche Ehre gebiete es, Deutschland nicht durch die Berbindung mit Locarno zu entchren". Als Freiherr vom Stein seine großen Reformen in Breußen durchführen wollte, da waren es die Vorfahren der Am Schlusse feiner Rede fam Heilmann auch auf den Fall eine Disziplinarverordnung für dieses Gericht, damit endlich der unAdams bei dem Oberverwaltungsgericht zu sprechen; er forderte ständig darüber beschließen, ob sie einen Kollegen zwangsweise erträgliche Zustand aufhöre, daß die Mitglieder dieses Gerichtes selbpensionieren wollen oder nicht. Bei der Schilderung des vielfach grotesten Streits beim Oberverwaltungsgericht macht Abg. v. Richter ( D. Bp.) eine Reihe von zwischenrufen. Heilmann ging auf diese zwischenrufe ein und fam dabei auf die Abstimmung über die Anträge des Barmat- Ausschusses zu sprechen, in der Richter für die Antwort löften einander in immer schärferen Formen ab. Auf den zuruf des Abg. p. Richter, Heilmann sei ja bei der befannten Unterredung der einzige Beuge gewesen und wiffe, was sich zugetragen habe, antwortete Heilmann, Richters zurufe stünden auf dem gleichen Niveau wie feine 3eugenaussage. Diese Bemerkung Heilmanns rief bei der Deutschen Boltspartei einen Entrüftungssturm hervor. Sie verließ den Saal; die Deutschnationalen schlossen sich ihr an. Heilmann der ohnehin am Schluß seiner Rebe angelangt war, schloß mit einer furzen Stizzierung ber Rettungsarbeit für die Wirtschaft und die Republit. Im weiteren Verlauf der Debatte gab dann der Fraktionsführer der Deutschen Boltspartei, von Campe, eine Erklärung ab, worin die Fraktion die beleidigende Aeußerung des Herrn Heilmann" mit aller Schärfe zurückweift und von der sozialdemokratischen Fraktion fordert, von Heilmanns Aeußerung offen abzurüden. Heilmann nahm abermals das Wort. Er betonte, daß er die Wahrheitsliebe des Abg. v. Richter feineswegs angegriffen habe. Seine Aeußerung über das Niveau der Zeugenausfage v. Richters sei unter anderem durch einen Zuruf Richters provoziert worden, der gelautet habe, der Herr Ministerpräsident folle ihm, Heilmann, zu Weihnachten ein Paar rote Unterhosen schenfent. Im übrigen folle Herr von Campe zunächst einmal feine Beleidigung zurücknehmen, mit der er vor einigen Lagen auf den Gesundheitszustand einerts in menig taltvoller Weise angespielt habe. Bei den fachlichen Erörterungen äußern die Abg. Fint( 3.) und Matt- Köln( 3.) Wünsche des besetzten Gebiets. Abg. Teitscheid( 3) bezeichnet, es als bemußte Jrreführung der Bevölkerung, wenn man die gegenwärtige fchwierige Wirtschaftslage und den Steuerdrud als Folgen der Revolution hinstellt. Das große Wirtschaftselend sei vielmehr eine Folge der unglüd feligen Finanzpolitit während des rigges und des Krieges überhaupt. Gelpart werden müffe auf allen Gebieten. Es fei 3. B. nicht gerade gut zu heißen, daß in dieser Zeit der Not die Direttoren der Rentenbant 75 000 mt. Jahresgehalt be fommen.( Sehr richtig! i. 3.) 3u verlangen sei weiterhin, daß die Syndikate nicht die Preisfentungen verbieten, wie es z. B. das Braunkohlensyndikat tue. Ministerpräsident Braun gibt, einer Aufforderung des Abg. Gieseler( Bölt.) entsprechend, Aus funft über Belastungen der Staatskaffe durch Ministerpenfionen und teilt mit, daß aus der früheren Zeit heute noch 12 Herren, die als ehemals tönigliche Minister heute noch leben, vom Staate Pension im Gesamtbetrage von 272 000 m. jährlich beziehen, daß von Ministern, die in der neuen Zeit nach der Umwälzung ins Ministerium berufen sind, zurzeit fünf Pension beziehen, sämtliche ältere Beamte, die auf Grund ihrer früheren Beamten Sonntag, 13. Dezember 1925 Sonntag, 13. werde den Herren, die das Glück oder das Unglüd hatten, in der jezigen bewegten Beit Minister sein zu müssen, das Recht auf Bension nicht absprechen wollen. Von sonstigen Herren, so hebt der Ministerpräsident hervor, die seit der Umwälzung in das Ministerium berufen worden sind, bezieht feiner eine Bension( Hört, hört! links und im Zentrum), so daß ich nicht weiß, wie wir, wie der Abg Giefeler es fordert, auf diesem Gebiet etwas Wesentliches sparen fönnen. Wobei ich bemerken will, daß von den 12 ehemals föniglichen Ministern 8, die früher preußische Staatsminister waren, nachher in den Reichsdienst getreten sind, die Kriegsminister usw., und vom Reich ihre Pension beziehen." Wie man auf diesem Gebiet sparen soll, ist mir nicht recht ersichtlich, um jo meniger, als im Durchschnitt die Amtszeit der Minister, in der Zeit nach der Umwälzung nicht fürzer ist als die. Amtszeit der Herren vorher( hört, hört! links und im Zentrum), daß also das jedenfalls nicht zutrifft. Ich bin jedenfalls bestrebt und merde bestrebt Märchen von dem starten Ministervetbrauch bei uns in Preußen ein ich glaube, ich fann das auch für meine sämtlichen Kollegen im Ministerium erflären den Staat Jolange wie möglich.vor þer ( Heiterfeit.) Pensionslaft für uns zu bewahren. Unterstützen Sie uns darin! hauptung, die Wirtschaftspartei richte mit ihrem Antrage der AufAbg. Ladendorff( Wirtsch. Bog.) wendet sich gegen die Be lösung des preußischen Wohlfahrtsministeriums eine persönliche Spize gegen den Wohlfahrtsminister... Im übrigen müsse er an seinen Festftellungen der Berschwendungen feitens vieler Gemeinden festhalten. Damit schließt die allgemeine Debatte. In der Einzelaussprache zu dem Etat empfiehlt beim Handelshaushali Abg. Rof- Berlin( bnat.), einen Antrag seiner Partei, der die Wahrung der preußischen Eisenbahninteressen fordert. Handelsminister Dr. Schreiber fagt zu, daß die Staatsregierung über die wenigen, Breußen verbliebenen Eisenbahnrechte wachen und nicht zulaffen werde, daß etwa andere Länder mehr Einbahnrechte haben als Preußen.( Beifall.) Abg. Müller- Franken( Wirtsch. Bg.) wendet sich dagegen, daß einige norddeutsche Gebietsteile in der Frage der Sonntags ruhe Ausnahmere chte zugestanden bekommen haben. Handelsminister Schreiber erklärt hierzu, es handle sich dabei um einige Orte, denen schon früher gestattet war, Fischräucherwaren auch an Sonntagen zu verkaufen. hoff( Dnat.), daß seine Fraktion nach wie vor von größtem. MißBeim Ministerium des Innern" erflärt Abg. Steinfrauen gegen den Minister Severing erfüllt sei. Die Beamten politit Severings insbesondere verdiene die schärffte Kritik, weil sie immer darauf ausgehe, die Verwaltung in Breußen sozial demokratisch zu machen. Abg. Frau Dr. Spohr( Dnat.) bittet um größere Fürsorge für die Verdrängten und Optanten, Abg. Müller Franten( Wirtsch. Bg) verlangt schärferes Borgehen gegen den Straßenhandel und Erleichterungen in der Luftbarkeitssteuer. Um 4 Uhr vertagt das Haus die Weiterberatung auf Montag, 12 Uhr. Am Montag wird auch der Fall v. Schillings zue Besprechung gelangen. 1STER Spröde und rote Haut Aufspringen der Hände und des Gesichts, Wundsein und unreinen Teint Dieses bewährte, Saut beleitigt Leokrem pflegemittel erhalten Sie sofort überall, wo Sie die bekannte Chlorodoni 3ahnpaste laufen. M. SCHULMEISTER MSchulmeister Mervens Knaben Kiedad Hochbahnstation Kottbuser Tor Straßen- Anzüge Mk. 49 54.-, 59, 69.-, 75.-, 79.Winter- Ulster Mk. 49.-, 52.-, 62.-, 69, 75-,- 85.Deutsch nationalen, die gegen diefe Reformen Strm liefen. ſtellung diese Bension zu beanspruchen haben.( hört, hört! links und Tanz- Anzüge Smoking- Anzüge Als die Vorfämpfer für Einheit und Freiheit in die Gefängnisse geworfen wurden, ba waren es die Berfahren der Deutschnationalen, im Zentrum.) Der Abg. Gieseler, der auch preußischer Beamter iſt, werde auf seine Pensionsansprüche auch nicht verzichten wollen und Heute von 2-6 Uhr geöffnet ECKE Sebastianstr USTIG IM ALTEN FORMAT IN ALTER QUALITAT Weihnachts 90 199 1 Taghemd it bretter Stickerei oder 1 Schlafdecker mit Kante 6 Wischtücher od. 3 Küchenhandtücher od. 3 m Hemdentuch für Leibwäsche 505 145. oder 2 Bettlaken, guter Wäschestoff, Eleg. Hemdhose Opal mit ValEinsatz od. 2 Frottierhandtücher farbig od 1 Kissenbezug mit Lochstickerei od 1 fert. Kopfkiss. a. 1 Schlafdecke Konte m.Kante 10.9° 1 Ueberlaken Loch tickerei a. Hohlsaum od.. 1 fertiges Unterbett od. 1Diwandecke.a.1 Steppdecker Linonbezüge: 1 Oberbett und 2 Kirgen od. 1 eleganter Prinzeßrock Makobatist mit 50 15. Handstickerei Opal, 3teil. o. Spitzen- Garn. Makobatist od Steppdecke in doppel. seitig od. 1 Ueberlaken, Reinleinen mit Handhohl saum od. 1 fertig gefülltes Oberbett od. 2 Oberbettbezüge intédiger Linon, 130X200 50 19. 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Raedel( Komm.) einen Antrag feiner Fraktion auf fofortige Erhöhung der Erwerbslosenunterstügung um 100 Broz. und Aufhebung der Karenzzeit. Abg. Koch- Düffeldorf( Dnat.) teilt zu der Bemerfung des Abg. Aufhäuser über die Pension des früheren Ministers Schiele mit, der Abg. Schiele habe in einem Brief an die Fraktion erflärt, er wolle nicht besser gestellt werden, als es nach der zu erwartenden gefeßlichen Regelung der Ruhegehälter der Minister allgemein feit gesezt werde. Schiele habe weiter mitgeteilt, daß er seine Minister pension den Kriegsblinden zur Verfügung stelle. Die deutsch nationale Fraktion werde die unverzügliche Vorlegung eines Ge. fegentmuries beantragen, der die Ruhegehälter der Minister den jebigen Verhältnissen entsprechend regelt. Weiter soll eine Dent schrift über die feit der Staatsumwälzung gezahlten Minister- Ruhe gehälter vorgelegt werden. Der Redner tritt für den Ausschuß cnirag ein, der zwar nicht alle Wünsche erfülle, aber doch den Er werbslosen vor Weihnachten eine Beserstellung bringe. Abg. Andre( 3.) bezeichnet eine wesentliche Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung zwar als wünschenswert, aber die mißliche Finanzlage des Reiches und die starke Belastung der Wirt schaft machen es leider unmöglich, über die jetzt vom Ausschuß beantragien Säße hinauszugehen. Die Wirtschaftslage fei zwar ungünstig, aber doch nicht tctastrophal, wie sie von manchen Seiten hingestellt werde. Es sei zu verurteilen, wenn jetzt in einem Rundschreiben von Unternehmer- Syndizi zur planmäßigen Stillegung der Betriebe aufgefordert wird. Die Wirtschaft habe vielmehr die Pflicht, ihre Arbeitskräfte möglichst lange vor der Erwerbslosigkeit zu bewahren. Der Redner mendet sich dann gegen den Abg. Aufhäuser, der die Zollpolitik der Regierung Luther zu unrecht angegriffen habe. Das Zentrum habe der Rollvorlage zugestimmt um der Wirtschaft willen. Abg. Ziegler( Dem.) bedauert das Eingreifen der geschäfts führenden Regierung. Aber man müsse sich doch mit der Tatsache abfinden, daß man entweder sofort die von der Regie rung vorgeschlagene Erhöhung der Unterstützungsfäße annehme, oder warte, bis ein Gefen vorliegt, das diese Frage end. gültig regelt. Jezt handele es sich darum, den Notleidenden jo fort zu helfen, deshalb stimme die Demokratische Fraktion dem Antrag des Haushaltungsausschusses zu. Wenn man der geschäfts führenden Regierung vorwerfe, daß fie diktatorisch in die Berhand lungen eingegriffen habe, so solle man doch dafür sorgen, eine arbeits- und verantwortungsfähige Regierung zu schaffen. Abg. Beier( Wirtsch. Bg.) macht der Regierung zum Vorwurf, daß fie die im Haushalt zur Verfügung stehenden Mittel nicht zur Linderung der Wirtschaftskrise benutzt habe. Es sei jezt schon möglich, den Häuserbau zu fördern und dadurch die Zahl der Er. serbslosen zu verringern. Die Automobilsteuer müsse restlos zum Bau von Streßen verwendet werden. Abg. Schwarzer( Bayer. Vp.) meint, daß für die Hilfe, die Hunderttausende von Arbeitern aus der christlichen Charitas er hielte, die Linke fein Verständnis habe. Es dürfe unter den Ar. beitslosen nicht eine Stimmung erregt werden, als ob es nicht an den Mittein, sondern nur an dem Willen fehlte. Mit der Erregung einer solchen Stimmung diene man auch nicht der Republik. Man maffe zuerst für Dedung sorgen, und es frage ich, ob die zur Verfügung stehenden Mittel allein für die heute zu bewilligenden Unterstügungen ausreichen. Abg. Stöhr( Völk.) mendet fich gegen die Diftator. allüren des Reichskanzlers Dr. Luther in der Frage der Er roc: bslosenunterstügung. Abg. Dißmann( Soz.): aus politik der Regierung Luther dadurch zu rechtfertigen gesucht, daß fie eine Gefundung der Birtfdjaft herbeiführen wollte. Die Folgen dieser Politik sehen wir ja: Auswertungs-, Steuer- und Zollpolitit, und da macht uns Herr André zum Vorwurf, daß wir bei dieser Politik der Regierung Luther u. Co. nicht mitgeholfen haben.( Sehr wahr bei den Soz.) Benn wir uns jetzt über die Frage unterhalten, wie den Millionen von Arbeitslosen und Kurzarbeitern geholfen werden soll, so dürfen wir das eine nicht vergessen, daß es gerade die Unternehmer waren, die erst den Arbeitern eine längere Arbeitszeit aufgezwungen haben und jetzt nicht wissen, wie sie die Arbeiter überhaupt beschäftigen sollen. Wie gering das ist, was ben Arbeitslosen gegeben wird, das geht daraus hervor, daß ein Unterstützungsempfänger über 21 Jahre in der Großstadt Berlin 8 Mart 10 Pf. pro Woche erhält, selbst wenn er 30 Broz. zulage befäme, so wären es erst 10 Mark 50 Pf. Die Hauptmasse der Unterstigungsempfänger befteht aus Ledigen und aus Verheirateten mit 1 oder 2 Kindern. Von dem was die Erwerbslosen erhalten, gehen noch Fahrgelder und Bersicherungsbeiträge ab, so daß fie oft mur etwa 6 bis 7 Mart nach Hause bringen. Es ist unmöglich, daß diese Leute noch länger auf eine angemeffene Erhöhung ihrer Unterstühung warten sollen. Bon einem Zentrumsredner ist gesagt worden, die Kurzarbeiter, die nicht genug verdienten, sollten sich als Arbeitslose einschreiben laffen.( Buruf rechts: Ist das die große Koalition.) Wir werden uns nicht abhalten laffen, das zu sagen, was notwendig ist und Sie( nach rechts) tönnen sich darauf verlassen, daß auch Sie noch die notwendige Antwort auf Ihre Aeußerungen erhalten werden. Das eine aber kann ich schon jezt sagen:" Nachdem Sie( nach rechts) den Karren in den Dred gefahren haben, dürfen Sie nicht glauben, daß wir jetzt den Budel hinhalten werden, um ihn wieder heraus. zuholen.( Sehr richtig bei den S03.) Mit den neuen Unteritügungen soll ein Lediger pro Woche 9 Mart 75 B., ein Arbeitstofer mit 1 kind 13 Mart 2 Bf., mit 2 Kindern 17 Mark 64 Bf. erhalten. Der höchste Sah ist bei 4 Kindern und mehr mit 21 Mart 45 Bf. pro Woche. Glaubt jemand daran, daß sich die Arbeitslosen mit diesen Sägen inmitten dieser langen und furchtbaren Krise nur einigermaßen über Baffer halten fönnen?( Sehr richtig bei den Soz.) Der Redner weist im einzelnen nach, wie gering der Betrag ist, der von den 5 Millionen, die durch die öffentliche Wohlfahrtspflege verteilt werden sollen, auf den einzelnen ift. Außerordentlich groß ist die Noflage der Kurzarbeiter, von denen große Maffen noch mit einem Cohn von 50 bis 60 Pf. nach Hause gehen. Jetzt kommt es darauf an, allen diesen Bolksgenossen zu helfen, die sich in der bittersten Not befinden. Die Millionen von Arbeitslosen und Kurzarbeitern brauchen nicht mehr durch Agitations. reden aufgehetzt zu werden, wie das von einigen Rednern gesagt tourde, sie spüren das Elend am eigenen Leibe. Wir haben jezt noch einmal unfere Anträge gefteilt und wir ersuchen dringend um deren Annahme. Wenn gefragt wird, wcher die Mittel dazu genommen werden sollen, dann jage ich, daß die Mittel immer da waren, wenn es sich um die Ansprüche der Industriellen handelte. Die Ausgaben für die Erhöhung der Unterstügungen sind für Dezember auf 34 Millionen gefchäzt worden. Aber man hat dabei verschwiegen, daß das Geld doch zunächst von den Versicherten selbst aufge bracht wird. Benn sie heute unfere Anträge ablehnen, dann werden die Ereignisse der nächsten Wochen sie doch dazu zmingen, bas zu tun, was fie heute noch nicht tun wollen.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Mit dem Abg. Schüh( Komm.) der nochmals für die fommuWir haben jetzt die Entscheidung darüber zu treffen, ob mir nistischen Anträge eintritt, schließt die Aussprache. den Millionen von Arbeitslosen und Kurzarbeitern eine reichende Unterstügung gewähren wollen oder nicht. Mit Sympathie. erklärungen, mie sie heute von so vielen Rednern abgegeben worden find, ist den Arbeitslosen nicht geholfen. Sie( zu den bürgerlichen Barteien) dürfen sich auch nicht hinter die Regierung Luther perftecken. Die Parteien selbst haben sich jest zu entscheiden, ob sie die Verantwortung übernehmen wollen. Niemand hat heute be streiten können, daß die Unterstügungen ungenügend find, niemand hat auch die große Not unter den Arbeitern be. ftritten. Aber es fehlt an der Konfequenz, die aus dieser Erfennt nis au ziehen ist.( Schr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es handelt sich jetzt erstens um die Erhöhung der Erwerbslosenunter. ftügung, zweitens um die Unterstützung der Kurzarbeiter, drittens um Unterſtügung derjenigen, die noch niemals eine Beihilfe er halten haben, piertens um Bereitstellung ausreichender Mittel für produttive Notstandsarbeiten. Die Zahlen über die Arbeitsfnfigfelt, die vom Reichsarbeitsministerium veröffentlicht werden, zeigen eine Steigerung von Woche zu Woche. In der Abstimmung werden unter Ablehnung der weitergehenden Anfrage der Sozialdemokraten und der Kommuniffen die Ausschußbeschlüsse bestätigt. Abg. Hodh( S03.) gibt zur Abstimmung eine Erflärung ab, wonach die sozialdemokratische Fraktion versucht habe, eine Ber befferung der Unterstügungen der Erwerbslosen und Beihilfen für die Kurzarbeiter zu erreichen. Nachdem ihre Berbefferungsanträge abgelehnt worden jeien, wolle fie für den Antrag des Haushaltsausschusses stimmen, um den Erwerbslosen wenigstens diese geringe Hilfe zu gewähren, obwohl sie nach wie vor die Sätze dieses 2ntrages für ganz unzureichend halfe. Die Zahl der wirklich Arbeitslojen beträgt jeht mindestens 1% Millionen, dazu kommen die Millionen von Kurzarbeitern. Mir wollen die Lage nicht übertreiben, mir dürfen uns aber auch gegenüber diesen Verhältnissen feine Binde vor die Augen legen. Von einigen Rednern ist darauf hingewiefen worden, daß wir auch in früheren Jahren unter der Arbeitslosigkeit gelitten hätten. Aber die gegenwärtige Krife ist viel schwerer einzuschäzen als die Krisen zuvor. Die jetzigen Arbeitslofen und Kurzarbeiter sind durch das Ariegselend gegangen, durch die Jahre der Inflation. Sie haben alle Entbehrungen auf sich genommen, und mun, benor fie ihre Eristenz wieder aufbauen fonnten, werden sie von erneuter Arbeitslosigkeit betroffen. Sie haben jest nichts mehr zuzusehen, und das vermehrt die Not, verschärft das Elend. Dazu kommt noch, daß viele Arbeitslose auf lange Monate hinaus feine Aussicht haben, wieder einen Erwerb zu finden. Wenn der Abg. Roch die Reparationsverpflichtungen für die jekige krije verantwortlich macht, so muß doch darauf hinge. wiesen werden, daß das fluchwürdige Regiment, das erft den Krieg verursacht hat, auch an den Reparationsverpflichtungen schuld ist.( Sehr wahr bei den Soz.) Erst jene Politif hat das heutige Elend heraufbeschworen. In Ihren Reihen( nach rechts) fizzen nicht nur die Borfriegspolitiker, es fizen bei Ihnen auch die Kriegs- und Inflationsgewinnler. Der Abg. André hat die Mitarbeit seiner Partei an der Wirtschafts. feiner Frattion gegen den Ausschußantrag fest, weil dieser nur Abg. Rädel( Romm.) hält an dem ablehnenden Standpunkt eine Berhöhnung der Arbeitslojen bedeute. Gegen 4% ihr vertagt sich das Haus auf Montag nachmittag hr mit der Tagesordnung: Besoldungsaufbefferung der Reichs. beamten, Entlastung des Reichsgerichts. 3 Parteinachrichten Binfendungen für diese Rubrik find. Berlis B. 68. Zindenftrage 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirksjekretariat 2. Sof, 2 Trev. rechts. zu richten Sigung der Abteilungsmieterobleute der SPD. Urban 12-18. Tagesordnung: 1. Bortrag des Stadtrate Se mes- Steglik: Die am Dienstag, den 13. Dezember, abenhs 48 Uhr, im Gefundheitsamt, m Krennenben Fragen der Berliner Wohnungspolitit. 2. Bortran bes Gladi rates Dr. Bejach: Die gefunde Wohnuna". Jm Anfluß an den legten Bore Bahnung statt. e Parteigen offen, auch Richtfunktionäre, find herzlich willireg findet eine Führung der Teilnehmer durch die Ausstellung, Die gefunde fommen. Barteibach legitimiert. * 3. Rreis Behbing. Dienstag, den 15. Dezember, abends pünktlich 7 Uhr, Sihung des erweiterten Areisvorstandes an bekannter Stelle. 5. Rreis Friebrichshain. Dienstag. ben 15. Desember, abends 7 Uhr, in den Andreas- Feftfälen, Andreasftr, 21, Kreismitgliederversamm Ting. Bortvag: Die europäische Rollunion". Referent Dr. Adolf Braun, M. D. R. 3. Areis Frichrichshain. Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, Giguna ber Arbeiterwohlfahrts- und Rinde: funtommiffion bei Rofin, Gubener Straße 19. Mittwoch, den 16. Dezember. abends 64 Uhr, erste Begirlsperfammlung im Rathaus. Eingang Aönigstraße. Ratten beim Ge noffen Fischer am Eingang zu haben. Ihr Weihnachtsgeschenk Kaffee Hag- Dose 19 7. Areis Charlottenburg. Sontag, den 14. Dezember, abends pünktlich 7½ Uhr, wichtige Sigung der Fraktion mit den Bürgerdeputierten in Rathaus, Gikungszimmer 1. die 11. Reis Eaöneberg- Friedenau. Die öffentliche Bersammlung über Sohenzollernabfindung findet nicht am Montag, den 14. Dezember, fontHand dern am Dienstag, den 15. Dezember, in der Uhland- Schule ftatt. zettel und Plakate find von der Spedition Belziger Cir. 27 abzuholen. Die Bezirksführer mitffen unbedingt einlaben. 12. Arels Stenlis, Lankwik. Bichterfelbe. Montaa. den 14. Dezember, abends 8 Uhr, gemeinsame Kreisvorstands und Fraktionssikung an bekannter Stelle. Montag, den 13. A eis Tempelhof, Marienborf, Marienfelde, giftcurade. 14. Desember, abends 7% Uhr. Fraktionsfigung im Rommiffionshikungs fael. Dorilt. 42. 16. Arcis Rövenid. Montag, den 14. Dezember, cbends 74½ Uhr. Mit aliederversammlung im Eleinen Gaal bes Stadttheaters. Thema: Die Arbeiterbewegung und ihre fulturellen Aufgaben". Referent Emil Barth. Gäste fönren eingefilhrt werden. 18. Areis Beißensee. Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, Funktionär fihung im Großen Sigungsfoal. Rathaus. Abends pünktlich 7 Uhr Frak tionsfigung im Pathaus, Rimmer 21. Dienstag, den 13. Dezember, cbends 7% Uhr, Mitgliedernerfammlung in den Boruffia- Sälen Berliner Allee 211-215. Thema: De Arbeiterbewegung und ihre fulturellen Aufgaben". Referent Emil Barth. Gäfte fönnen eluceführt werden. 19. Areis Pantom. Montag, den 14. Dezember, abends 6% Uhr, Frations. M fikung im Rathaus. Simmer 17. mit den Büroerdeputierten. moch, den 16. Desember. abends 7 Uhr. Mitalieherperfammlung im Türkisden Pelt, Breite Str. 14. Thema: Die Arbeiterbewegung und ihre Eulturellen Aufgaben". Referent Emil Barth. Gäste können eingeführt werden. Heute, Sonntag, den 13. Dezember: 77. bt. Schöneberg. Achtung! Borwäris- Besichtigung nicht u 9 Uhr, fondern um 8 Uhr früh Treffen an der Apoftel- Baulaus- Kirche. Morgen, Montag, den 14. Dezember: 32. t. 7 Uhr bei Aromphardt, Grüner Bea 49, Gikung der Zeitungs fommiffion. 85. S. 71 Uhr Funktionärfonferenz und Abrechnung mit den Bezirks führern bei Beter, Schreinerftr. 36. 35. 961. 71 Uhr bei Busch Tilsiter Str. 27, Funktionärskuna. 77. 96. Greberg. 7 Uhr beim Genoffen Alawitter, poftel- Beulus Straße 7. Borstandssitung. Uebermorgen, Dienstag, den 15. Dezember: 3. Abt. Die Jugend hat am Dienstag, den 15. Dezember, ihre Weihnachts feier im Friedrich- Werdersden Gymnasium, Bochumer Straße. Alle Ge noffinnen und Geitoffen, beteiligen fich daran. Anfang abends 7½ Uhr. 22. Abi. 7% Uhr bei Radzan. Brüffeler Str. 43, Funktionärsigung. 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr im Barteilofal midlen, Botsdamer Str. 25, Mitgliederversammlung. Tagesordnung 1. Bortrag: Locarno und Eintritt in den Böterbund". Referent Genoffe Donau. 2. Antrag betr. Berlegung des Bersammlungsabends. Da dies die lekte Parteivevanstaltung in diesem Jahre ist. milfien alle Genoffinnen und Genossen unbedingt cridheinen. * 78. Abt. Edöneberg. Achtung! Die engere Borstandsñkung mit den Bezirks führern findet nicht am Dienstag, den 15. Dezember, fondern erft am Donnerstag, den 17. Dezember, abends 8 Uhr, bei Letilik, Gedanftr. 60, ftatt. Die Abteilung beteiligt sich gefchloffen am Dienstag, den 15. De sember, an der offentlichen Versammlung in der Aula der HohenzollernSchule, Belziger Straße. 133, bt. Seinidendo: i.Oft. Mittwoch, den 16. Dezember, findet in Reiniden. dorf- Oft die Aufführung des Films Unser Sonfumn" in den ginden Lichtspielen, Residenzitr. 124, fiatt. File Jugendliche um 4 Uhr, für Er machfene um 7 und um 9 Uhr. Eintrittspreis für Jugendliche 15 Bf., filr Grmadi fene 30 Bf. Billetts in ben habestellen. Jungfozialisten: Montag, den 14. Dezember, abends 64 Uhr, Arbeitsausschuß figung. Um 6 Uhr Gruppenkonferenz.( Jede Gruppe entsendet zwei Bertreter.) Um 7% Uhr abends Gesamtveranstaltung in der Aula des Gymnasiums. Mittenwalder Str. 87. Genoffin Toni Gender, M. D. 9, fpricht über:" Grundfragen der Wirtschaftspolitit". Gruppe Mitte und SAJ. Rosenthaler Vorstadt. Heute, Sonntag, abends 18 Uhr, im che maligen Landsgemeindehaus, Gophienstr. 23, Sozialistischer Märchenabend. Leitung Walter Ebert. Gruppe Tempelhof- Mariendorf. Die Mitglieder Beteiligen fich an der Gesamtveranstaltung am Montag, den 14. Dezember. Treffpunkt pünktlich abends 7 Uhr Raiferin.Augufta- Straße. Gruppe Reinideudorf. Montag. ben 14. Dezember, abends 71 Uhr, Beteiligung an der Cesamtveranstaltung in der Aula des Gymnasiums, Mittenwalder Straße 37. Der Gruppenabend fällt aus. Boranzeige: Montag, den 21. Tezember, abends 7 Uhr, veranstalten die Jungfozialisten im 20. Kreis Pleinidendorf einen Boletarifen Dichterabend". Bortragen er: Eenoe Studienrat Bornemann. Wir bitten die Jugendgenossen im Kreise, diesen Tag vorzumeefen und fitr rege Beteiligung au forgen. Bereinigung sozialbamatratischer Studenten. Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr im Gozialwiffenschaftlichen Slub, Wilhelmstr. 48, Marristische Arbeitsgemeinschaft über Renners Buch: Die Wirtschaft als Gefamtorozeß und die Sozialisierung. Gäfte willkommen. 11. Preis Schöneberg- Friedenau Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Montag, den 14. Dezember, abeiros 71 Uhr, bei Rofenthal, Ebersftr. 66, wichtige Sigung der Arbeiterwohlfahrt. Die Kommiffionsvorsteher und mitglieder werden gebeten, au erfdeinen, 14. Kreis Reniöin. Azeisansidig für Arbeiterwohlfahrt. Dienstag, den 15. Desember, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Böhmische Etr. 6, Cigung eller Bezirksvorsteher, Wohlfahrtspfleger und pflegerinnen. Bertrag des Genoffen Stadtrat Comeider. Achtung! Um 7 Uhr abends müssen alle Abteilungsleiterinnen zu einer wichtigen Besprechung anwesend sein. Bei Berhinderung unbedingt Vertretung entfenben. Arbeitsgemeinschaft bez Kinderfreunde Berlin- Mitte. Mittwoch, den 16. De sember, pünktlich abends 8 Uhr, im Berliner Rathaus, Eingang Jilden fraße, Bimmer 109, Mitgliederversammlung in Gemeinfchaft mit dem Frauenabend der 7. Abteilung. Thema:„ Weihnachten und wir". Referent: Genoffe Dr. Rurt Löwenftein. Gäfte herzlich willkommen Bereinigung sosialdemokratischer Juristen. Montag, den 14. Desember, abends 7 Uhr, im Reichstagsgebäude, Eaal 25, Eingang Bortal 5, Konferenz über den Entwurf eines Arbeitsgerichtsgefeges. Referent: Geroffe latom. Jufti beamten merbeausschuß. Bollversammlung am Mittwoch, den 16. Dezember, abends 71 Uhr, im Vereinshaus( früher Wollschläger), Landsberger Str. 89, Vortrag des Canossen Salvert über Pie Reform der Justizverwaltung". Alle Interessenten, auch Nichtcamte, find herzlichst willfomunen! Frauenveranstaltungen. 21. Vit. Dienstag, den 13. Dezember, abends 71 Uhr, bei Kroll, Utrechter Straße 21, Bortrag des Cenoffen Lude. 48. Abt. Montag, den 14. Dezeraber, abends 8 Uhr, im Graphischen Bereins haus, Alexandrinenftr. 44, Seiterer Abend. Vortragender: Genosse Theo Maret. 74. bt. Montag, den 14. Dezember, abends pünktlich 8 Uhr, bei Echnorre. Rur die Mitglieder des Romitees. Bezirksausschus für Arbeiterwohlfahrt. Sozialbeamtinnen, KreisTeiter und Helferkonferenz.( 2. Kurjusabend.) Am Dientsag, den 15. Dezember, abends 7½ Uhr, in der Aula des Gymnafiums, Roch ftrafe 12/13, Bortrag: Familien fürforge". Referentin: Eenosfin Dr. Hellinger. M Geschäftliche Mitteilungen. 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Die Deffentlichkeit fordert Schutz gegen die Preistreibereien der Kartelle und ist mit den bisher gebotenen Maßnahmen mit Recht unzufrieden. Das Wenige, was bisher zur Kontrolle der Kartelle geschah, richtet sich nicht gegen die Berbände der Rohstoff- und Halbfabrikaterzeugung, insbesondere der Schwerindustrie, sondern ausschließlich gegen diejenigen der Fertigfabrikanten, die aber auch selbst durch die Preispolitik der Schwerindustrie in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf dem jüngst stattgefundenen, vom Reichsverband der deutschen Industrie ver= anstalteten Kartelltag tamen fast nur die Freunde der Kartelle zum Wort und haben deren Vorteile bei der Regelung des Absatzes gepriesen. Die Schäden der unkontrollierten Kartellpolitik wurden faum hervorgehoben. Die Verbraucher müssen aber dennoch darauf bestehen, daß ihre Interessen durch eine wirksame staatliche Kontrolle geschüßt werden. Die Notwendigkeit gesteigerter Produktion und Ausfuhr, die nur auf dem Wege über den Preisabtau erreicht werden kann, erfordert ebenfalls die Kontrolle der Kartellpreispolitik. Die gegenwärtig bestehende Kartellverordnung und deren jüngste Anwendung durch die Regierung sind unzureichend. Gesetzgebung zur Kartellfontrolle. Es wäre unzmedmäßig und praktisch schwer durchführbar, ein allgemeines Berbot der Kartelle zu erlassen; dagegen muß deren mirtfame Kontrolle gefordert werden. Der wichtigste Versuch zur staatlichen Kontrolle der Kartelle wird gegenwärtig, außer in der Tschechoslowakei, wo der diesbezügliche Gefeßentwurf noch in Borbereitung ist, in Norwegen gemacht, wo der Entwurf bereits veröffentlicht wurde. Der Leitgedanke dieses Entwurfs ist die Kon= trolle der öffentlichen Meinung. Sie soll ermöglicht werden durch den 3mang der Registrierung der Kartelle und durch Lie Erlaubnis zur Einsichtnahme in die Register, die die haupt sächlichsten Bestimmungen des Kartellvertrages enthalten müssen. Ein Preisrat wird ermächtigt, gegen die im einzelnen aufge zählten Mißbräuche der Kartelle einzuschreiten. Dagegen wird ein Berbot der Kartelle auch in Norwegen nicht geplant. Kartelle der Eisen- und Stahlindustrie. Am schwersten fann die Volkswirtschaft durch die Kartelle der Eisen- und Stahlindustrie getroffen werden, da diese nicht nur den legten Verbraucher, sondern auch die weiterver arbeitende Industrie berühren. Diese Industrie ist im Ausland mit Ausnahme der Vereinigten Staaten noch nicht so eng miteinander verbunden wie in Deutschland. Fest gefügte Kartelle der nationalen Produktion nach dem Muster des deutschen Kohlensyndikats, der Rohstahlgemeinschaft und des Kalisyndifats gibt es einstweilen im Ausland noch nicht. Der Mangel dieser Einiichtungen war das Haupthindernis der Errichtung des Lange geplanten internationalen Eisenkartells. Trogdem bestehen in der Eisen- und Stahlindustrie der einzelnen Länder weitrehend Rartelle und Truſtgeminschaften. Auch in England wurden eine große Anzahl von Kartellen gegründet, von denen viele in einer von der Arbeiterpartei jüngst veröffentlichten Untersuchung aufgezählt merden. Das französische Eisenfartell erstreckt sich vorläufig nur auf einige Produkte. In Schweden und Bolen find gegenwärtig Verhandlungen zur Schaffung eines Kartells zur Busammenfassung der ganzen Eisenindustrie im Gange. Wir können hier die in den verschiedenen Ländern bestehenden nationalen Kartelle, die sich auf alle Gebiete der Produktion erftreden und sich besonders auf die Herstellung von Baumaterialien, Textilwaren, Zucker usw. beziehen, im einzelnen nicht schildern. Daß diese Organisationen infolge des überall herrschenden Hochschutzzollsystems in den letzten Jahren mächtig zugenommen haben, ist eine hinlänglich bekannte Zatfache. Internationale Kartelle. Außerordentlich große Fortschritte sind auf dem Gebiet der internationalen Kartellierung verschiedener Produktionszweige zu verzeichnen. Der bereits abgeschlossene Kartellvertrag der deutsch- französisch- belgischen Eisenindustrie fonnte nicht in Kraft treten, weil seine Voraussetzung, das Zustandekommen des deutsch- französischen Handelsvertrages, nicht erfüllt wurde. Be fanntlich hätte die deutsche Schwerindustrie dem Kartellvertrag zu folge eine feste Menge franzöfifchen, belgischen und luxemburgischen Eisens übernehmen und die Hälfte des Eisenzolls den ausländischen Industrien rückvergüten müssen, um sich damit die Monopol stellung auf dem deutschen Markt zu sichern Auch fonnte bisher die Neuerrichtung des vor dem Kriege bestehenden internationalen Schienenfartells noch nicht zustandekommen, weil keine Einigung über die Quoten erzielt wurde. Das zwischen der öst er. reichischen und tschechoslowakischen Eisen industrie bestehende Kartell soll durch Einbeziehung der ungarischen und jugoslawischen Wreke in das Kartell erweitert werden. Die Verhandfind bereits folgende internationale Kartelle ins lungen darüber nehmen einen günstigen Verlauf. Vor einiger Zeit Leben gerufen worden: das Glühlampenfartell unter Führung Deutschlands, über deffen Aufbau und Methoden auf dem Deutschen Kartelltag ein eingehendes Referat gehalten wurde, das Magnefitkartell, das feinen Siz in Desterreich hat, das Diamantenfartell, das über 90 Proz. der Diamanten produktion verfügt und unter englisch- holländischer Leitung steht, und das Kalifartell zwischen der deutschen und französischen Kaliinduſtrie. Lezteres bezog sich anfangs nur auf den Absatz in den Bereinigten Staaten, wurde aber später auch auf andere Absatzgebiete ausgedehnt. Bekanntlich hat die amerikanische Regierung die deutsche Kalianleihe zum Anlaß genommen, durch Beeinflussung der Finanzwelt zur Ablehnung der Anleihe gegen das Kalifartell zu protestieren. In der jüngsten 3eit erfolgten folgende internationale Kartellgründungen: In Skandinavien ist ein Kartell der Holzproduzenten sowohl zur Festsetzung der Produktion wie für die Preisbestimmung zustande gekommen. Durch Beteiligung des englischen Kapitals in der deutschen und holländischen Industrie und durch eine Vereinbarung mit der amerikanischen ist ein internationales Grammophonfartell geschaffen worden. Die Verhandlungen zur Schaffung des internationalen 3inksyndi. fats find im Gange und zielen vor allem auf die Ausschaltung Rußlands vom internationalen Zinkmarkt hin. Der Streit zwischen der belgischen und englischen Zinfindustrie um die Führerrolle im internationalen Kartell steht dem Zustandekommen dieses Kartells bisher hindernd im Wege. Starte Tendenzen zur internationalen Kartellierung zeigen sich in der Schiffahrt, wo in letzter Zeit Berhandlungen zur gemeinsamen Bestimmung des im Verkehr bleibenden Schiffsparts, zur Aufteilung der Linienschiffahrt und zur 2. H. Regelung der Frachtfäße geführt werden. Weltprobleme der Eisenindustrie. Sonntag, 13. Dezember 1925 Ausführungen eine einzige große Klage über die Höhe der deutschen Selbstkosten darstellten, für Deutschland die Möglichkeit einer Selbst. tostensentung nicht als gegeben sieht, während er bet der Besprechung der Weltwirtschaftskrise von 1920-1921 und bei der Erläuterung der Trustorganisationen die Verminderung der Selbstkosten und der Preise in anderen Ländern als größten Borzug und als wichtigstes Heilmittel schilderte. Interessant waren seine Ausführungen über den Preis- und Lohnabbau in der Eisenindustrie der Bereinigten Staaten während der großen Krise von 1921. Hier machte er das Zugeständnis. daß man die Preise auf ein Drittel, die Löhne aber noch nicht anwendung dieser Tatsachen auf die Verhältnisse in Deutschland einmal auf die Hälfte vermindert habe! Die Nuzzunterblieb jedoch. U Verschärfte Zunahme der Arbeitslosigkeit. Nach dem Bericht des Landesarbeitsamts Berlin nimmt die Arbeitslosigkeit immer größere Dimensionen an. Während noch in der Vorwoche die Zunahme der Arbeitslosigkeit rund 10 000 betrug, schnellte sie in dieser Woche um rund 18 000 auf faft 120000 in die Höhe. Von der Steigerung entfielen auf Facharbeiter und Angestellte allein etwa 13000. Ebenfalls ungelernte Arbeiter sowie weibliche und jugendliche Bersonen sind an der Steigerung nicht unwesentlich beteiligt. Der Stand der Jugendlichen mit 3356 Personen ist seit langem nicht erreicht morden. Ein Stillstand in dieser Entwicklung ist bisher noch nicht abzusehen, da noch immer weitere und umfangreichere Betriebseinschränkungen und stillegungen und somit auch Arbeiter- und Angestelltenentlassungen in Aussicht stehen. Als Folgeerscheinung hiervon geht die ohnehin schon mangelnde Kauftraft weiter Verbrauchertreise noch weiter zurüd. Darunter leidet in erster Linie dte Geschäftsmelt. Naturgemäß beschränkt sich unter diesen Umständen der Konsum dieser Berbraucher auf die allernotwendigsten Bedarfsgegenstände. Bei dieser Sachlage ist es auch nicht verwunderlich, daß unter anderem die Konfektion den erwarteten Umfa 3 in der Wintersaison bisher nicht erreicht hat und auch nicht erreichen wird. Durch den Rückgang des Verbrauchs wird wiederum der Geldumlauf als entscheidender Faktor auf dem Wirtschaftsmarkt ganz erheblich ein geschränft und damit zugleich die Kapitalnot verschärft. Um den Geldumlauf zu fördern und somit überhaupt steigende Umsätze zu erzielen, sieht sich die Geschäftswelt genötigt, insbesondere bei nicht unmittelbaren Gebrauchsgegenständen und zum Teil auch hierfür Zahlungserleichterungen zu gewähren. Durch diesen Umstand dürfte noch ein Teil von Entlassungen vermieden und die weitere Belastung des Arbeitsmarkts etwas behindert werden. Trogdem find weitere Auflösungen namentlich solcher Geschäfte, die in der Inflationszeit entstanden sind und der jetzt erforderlichen Bafis entbehren, nicht aufzuhalten. Der Bertreter der Schwerindustrie und deutschnationale Abge ordnete Dr. Reichert sprach am Freitag in der Deutschen Welt mirtschaftlichen Gesellschaft über die Weltprobleme Eisenindustrie. Für Dr. Reichert stellt sich das Hauptproblem allerdings nur so dar, daß die Rentabilität der deutschen Schwer- Es waren 119 991 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingeindustrie, welche ungenügend sei, wiederhergestellt werden müsse. tragen, gegen 101 758 der Borwoche. Darunter befanden sich Als Mittel für die Gesundung des Marktes hielt er in erster 83 269( 68 586) männliche und 36 722( 33 172) weibliche Personen. Linie nicht etwa eine Senkung der Selbstkosten für angängig, ja, im Unterstützung bezogen 44 226( 37 099) männliche und 13 507( 11 096) Gegensatz zu seinen Unternehmerfollegen, glaubte er noch nicht einmeibliche, insgesamt 57 733( 48 195) Personen, davon bei Notstands. mal, daß man jetzt die Löhne senten fönne. Er hofft vielmehr arbeiten beschäftigt 1064( 1343). darauf, daß die französischen Gewerkschaften durch die Forde rung von Goldlöhnen und Goldsteuern ein Ende der Inflation in Frankreich vorbereiten und daß damit der Hauptstörens. fried des Marktes, nämlich das Valuta- Dumping treibende Frank reich ausscheiden werde.( Soll man hierin vielleicht ein Einge ständnis des Fehlers sehen, den die deutsche Industrie während der Inflationszeit gemacht hat, als sie sich unter Reicherts Mit- Führerschaft- der Einführung von Goldlöhnen und Goldsteuern geradezu verzweifelt entgegenstemmte und so aus Profitgier die Währungsgesundung verzögerte?) Die Staats hilfe durch 3ölle habe fast völlig versagt. Deshalb müsse man energisch zur Selbsthilfe schreiten und über einen Ausbau der Synditate und Kartelle hinaus zur Bildung des Eisentrufts tommen, in dem vier der bedeutendsten Firmen mit etwa 40 bis 50 Proz. der deutschen Gesamtproduktion zusammengeschlossen werden sollen. Bon der internationalen Berständigung, etwa im Sinne der europäischen Bollunion, glaubt sich Dr. Reichert nicht viet versprechen zu fönnen. Einer solchen Zollunion steht nach seiner Meinung entgegen, daß die Industrien der beteiligten Länder noch nicht in Kartellen und Syndikaten zusammengeschlossen sind. So lange aber das nicht geschehen sei, fehlen nach seiner Ansicht die Vertragspartner, mit denen die deutsche Industrie den Zusammenschluß vorbereiten könne. Außerdem hält Reichert es für unmöglich, daß man Länder mit stabilisierter und Länder mit inflationierter Währung in einem einzigen Zollverband zusammenfügen fönne. Deshalb glaubt er und man wird sich dieser Meinung wohl anschließen können daß die Zollunion die Stabilifierung der europäischen Währungen zur Vor ausseßung habe. Es muß eigentümlich berühren, daß Dr. Reichert, deffen übrige Dienstag erscheinen die neuen Wohlfahrtsbriefmarken für die Deutsche Nothilfe Der Rüdgang der industriellen Beschäftigung. Der Rüdgang der industriellen Beschäftigung in ganz Deutschland stellt sich nach den Berichten des Reichs. arbeitsblatts" für den November folgendermaßen dar: 3744 Unternehmungen mit 1,52 Millionen Arbeitern und Angestellten berichteten über die Beschäftigung im Oktober und machten gleichzeitig vergleichbare Angaben für den Vormonat. Danach ist die 3 ahl der Beschäftigten in diesen Betrieben vom 15. Oftober bis zum 15. November um etwas über 2 Broz. ver. ringert worden. Im Oktober hatten Betriebe mit schlechtem Geschäftsgang 39 Proz. der Arbeitskräfte angehört, im November stieg dieser Anteil auf 50 Broz., während in Betrieben mit guter Beschäftigung nur noch 19 Proz. gegen 23 Proz. im Oktober tätig waren. Radikale Sanierung bei der Dr. Paul Meyer A.-G. Schon der 2lbschluß für 1924 des befannten Berliner Spezialunternehmens der Feinmechanik und Elektrotechnik, das in seinen beiden Berliner Werfen rund 1500 Mann beschäftigte und als Spezialität Schalt anlagen, Meßinstrumente, Zähler vollständig im eigenen Be trieb herstellt, hatte einen Verlust von mehr als einer halben Million gebracht. Die Erhöhung der Verluste auf 2,11 Millionen, also mehr als das Bierfache und mehr als die Hälfte des Attienkapitals( 3,0 millionen) hat jetzt zu einer radikalen Sanierungsaktion geführt, von der man tie Erhaltung des Berkes erwartet. Nachdem eine neue Leitung an die Stelle der alten getreten ist, die man für die schwierige heutige Lage verantwortlich macht, schlägt der Aufsichtsrat der Generalversammlung folgende Maßnahmen vor: 500 000 M. Vorratsaftien werden einge30 gen, der Rest des Aktienkapitals wird 5: 1 auf 500 000 m. zusammengelegt, das Kapital wird um 3 Millionen auf 3,5 Millionen erhöht. Dadurch wird die Bilanz um 2,5 Millionen Derbeffert, der Verlust auf Kosten der Aktionäre gedeckt und ein leberschuß von 400 000 m. für Abschreibungen auf das Nach Nach 415 Nord- Amerika Süd- Amerika u. Canada. Ham-( Brasilien, Argentiburg- New York ca. nien, Westküste), wöchentl. Abfahrt. Cuba- Mexico, Gemeins.Dienst mit Westindien, Afrika, United Ame Ostasien usw.i.Ver. rican Lines bindg. m. and.Linien Billige Beförderung, vorzügl. Verpflegung Eisenbahnfahrkarten zu Schalterpreisen. Zusam menstellbare Fahrscheinhefte für das In- und Ausland. Schlafwagenplätze, Betikarten f. deutsche und für internationale Schlafwagen. Reisegepäck versicherung ohne Zeltverlust zu günstigen Be dingungen, auch für Übersee. Luftverkehr, Rundflüge, Reklameflüge, Brief- und Paketbeförderung Auskünfte und Drucksachen über Fahrpreise und Beförderungsmöglichkeit durch HAMBURG- AMERIKA LINIE HAMBURG, Alsterdamm 25 un deren Vertreter auf allen größeren Plätzen. 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Neben diefen finanziellen Maßnahmen, die das Unternehmen van absolut untragbaren Zinslaften befreit, treten betriebs organisatorische. Im technischen und kaufmännischen Aufbau hofft man zu bedeutenden Ersparnissen zu fommen, und die Abstoßung unrentabler Fabritationstypen bei gleichzeitigem Ausbau der Serienfabrikation sollen Leistungsfähigkeit und Ertragsfraft nachdrücklich verbessern. Man muß der Dr. Paul Meyer A.-G. laffen, daß sie mit ihrem Vorgehen ein Musterbeispiel gründlicher Sanierung gibt, das die Fehler der Geschäftsleitung dort heilt, mo sie geheilt werden müssen und auch nur geheilt werden können, beim verantwortlichen Kapital, in der radikalen Ausmerzung der Zinsen und Spesen verschlingenden Bumpwirtschaft und in der instematischen Reorganisation der Betriebe. Es wäre nur zu wünschen, daß in allen Fällen, wo die Dinge ähnlich liegen, und diese Fälle sind sehr zahlreich, mit ähnlicher Energie von den Aufsichtsräten( auch den auf den Krediten festfizenden Banken) vorgegangen wird, statt wie gewöhnlich an den Löhnen, Steuern, Böllen herumzudoftern, nach Staatshilfe zu rufen und die Bumpwirtschaft fortzuseßen. Die Blech verarbeitenden Industrien im November. Die Lage der Blech verarbeitenden Industrien hat sich im November im Vergleich zum Bormonat weiter verschlechtert. Die mangelnde Rauftraft der heimischen Bevölkerung sowie die bekannten Schwierigkeiten, denen die deutsche Ausfuhr noch immer ausgefeßt wöchentl. ist, verhinderten eine rationelle Ausnutzung der vorhandenen Beteiligung am Brauerring die frühere Selbständigkeit und triebsanlagen. Neue Stillegungen, Arbeitsstreckungen und Kurzarbeit konnten daher nicht umgangen werden. Infolge der Kapitalknappheit legte sich der Handel weitere Zurückhaltung auf, so daß die in den Herbstmonaten zur Befriedigung des Weih nachtsbedarfs gewöhnlich eintretende Geschäftsbelebung aus blieb. Troz verschiedentlicher Preissenkung konnte die notwendige Ausdehnung des Absatzes nicht erzielt werden. Der 3ahlungs eingang war weiterhin schleppend und zeigte einen erneuten Rückgang der Barzahlung. Das Hofbräuhaus München ist der bestrentierende Betrieb des bayerischen Staates. Die für das Jahr 1926 vorgesehene Ablieferung an die Staatskasse beträgt, wie uns gemeldet wird, 400 000 m., das find 150 000 mehr als im Jahre 1925. Diese Ablieferung entspricht etwa einer Dividende von 10 Proz. Außerdem ist der Betrieb schuldenfrei, d. h. die aufgelaufenen Verpflichtungen sind voll gedeckt durch das kapitalisierte Konto des Hofbräuhaujes bei der Bayerischen Staatsbant. Das Exportgeschäft hat allerdings bei weitem noch nicht den Umfang der Borkriegszeit erreicht, da große Absatz gebiete von ehemals heute zu den valutaschwachen Ländern zählen. Dafür gelang es, den Inlandsmarkt erheblich auszudehnen, vor allem in Norddeutschland. Die Konkurrenz ist jedoch gerade in Norddeutschland sehr scharf, weshalb die Direktion des Hofbräuhauses sich gezwungen fah, zur Berbesserung der Qualität ihrer Biere im laufenden Jahre rund 20 Broz. Auslandsgerste zu laufen, da die bayerische Gerste der letzten Ernten einen großen Wassergehalt( bis zu 30 Broz.) aufwies. Bei der Beratung des Haushalts des Hof bräuhauses im Finanzausschuß des banerischen Landtages murde am Sonnabend scharf kritisiert, daß das Hofbräuhaus durch seine Be. Monats1250 wident. STANDARD Piano direkt Demusin- Piano- Fabrik 50M BATEN M. für ein QUALITATS und 150 M. Anzah ung beginnend aus der M. 890 M. 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Die in lezter Zeit geführten Verhandlungen zum Zwede des Anschlusses an die zwischen der Ica A.-G. Dresden, der ContessaNettel A.-G. Stuttgart und der Optischen Anstalt C. P. Goerz A.-G. Berlin- Behlendorf bestehende Interessengemeinschaft haben zu dem Ergebnis geführt, daß die Ernemannwerte in Dresden dieser Bereinigung beigetreten sind. Zinsverbilligung bei den öffentlichen Geldern. Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat neuerdings einem der Kreditverbilligung dienenden Uebereinfo.rmen sämtlicher Kommunen über die Binsverbilligung öffentlicher Gelder feine Zustimmung erteilt. Danach soll bei Ausleihung verfügbarer Gelder an die Girozentralen und Sparkassen bis auf weiteres tein höherer 3insjay als 7% Proz gefordert werden, wobei die Institute sich verpflichten müssen, diese Gelder im Durchschnitt mit nicht mehr als 1 Broz. Aufschlag weiterzugeben. 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Der deutsche Verband zählt heute mit mehr denn 200 000 Mitgliedern zu den bestorganisierten und stärkstfundierten in Deutschland, ebenso ist er der stärkste in unserer IFdA. ADGB. Weihnachtsunrecht im Berliner Einzelhandel. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns gefchrieben: Dah Weihnachten das Fest der Liebe und gegenseitigen Freude sein soll, merten von allen Arbeitergruppen die Angestellten des Einzelhandels am wenigften, obwohl gerade von ihnen erhöhte Opfer an Arbeitskraft und Leistung verlangt werden. Die Entwicklung der lezten Jahre hat immer deutlicher erwiesen, daß auch der organisierte Einzelhandel in das Lager der Scharfmacher gerückt ist und nicht nur die notwendige soziale Rücksicht auf seine eigenen Angestellten vermissen läßt, sondern es ganz vergessen zu haben scheint, daß auch die große Masse des faufenden Bublifums fich aus Lohn- und Gehaltsempfängern zusammenfeßt, denen es nicht gleich bleiben fann, unter welchen sozialen Verhältnissen die Kollegenschaft im Einzelhandel arbeitet. Benn z. B. ein großes Warenhaus im Berliner Besten allmählich und systematisch die älteren weiblichen Angestellten durch PD. Sonntag, 13. Dezember 1925 Eng ische Gewerkschaften und Internationale. Der Generalrat zu einer außerordentlichen Sigung einerzfen. London, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Generalrat der britischen Gewerkschaften hat für Mittwoch eine außerordentliche Eizung nach London einberufen, in der die Lage erörtert werden fell, die durch die Beigerung der Amsterdamer Gewertschaftsinternationale, mit der russischen Gewerkschaftsinternationale auf der von den britischen Gewerkschaften gewünschten Grundlage zu verhandeln, entstanden ist. London, 12. Dezember( WTB.) Times zufolge richi unter den Mitgliedern des Generalrates der britischen Gemertschaften großes Erstaunen darüber, daß die britischen Mitlichung einer Erklärung zustimmten, die den Charakter eines Maniglieder des englisch- russischen Ausschusses in Berlin der Beröffentfestes habe. Die Berliner Entschließungen würden kritisiert, insbesondere die Behauptung, daß der Beschluß des Rats der Amster nationalen Gewerkschaftsbewegung hindeute. Eine derartige Ertlärung einer Gewerkschaftsorganisation gegen eine andere sei eine nicht geringe Beleidigung und werde von den Führern der Berbände auf dem Kontinent übel genommen werden. Graßmann begrüßt die Konferenz namens bes 20 SP D. Schöneberg- Friedenan damer Internationale auf eine Bartellichkeit der Führer der inter und im Auftrage der Amsterdamer Internationale. Als Nachwirkung des Krieges geht eine schwere Wirtschaftskrise in der Welt um, die jezt besonders start in Deutschland eingesetzt hat. In diesen frampfartigen Zufungen des Wirtschaftstörpers schreiten die internationalen Gewerkschaften trozdem vorwärts. Die Verträge von Locarno follen eine Befriedung Europas auslösen. Bevor aber die Staatsmänner und Wirtschaftler international zusammen famen, sind es die deutschen Gewerfschaften gewesen, die gleich nach dem Kriege den Weg des Friedens befürwortet und beschritten haben. Die AFDA. soll neben der Wahrnehmung der Interessen der Arbeiter öffentlicher Betriebe dem Frieden und der Völkerverständigung dienen. Mels betont, daß er namens der SPD. Deutschlands die Konferenz besonders deshalb begrüßt, weil in der IFdA. die öffentlich- rechtlichen Betriebe und ihre Arbeiter umfaßt werden, die in den Staats- und Gemeindeparlamenten ihre sozialen und wirtschaft lichen Forderungen stellen. Sie sollen sozial wegbereitend und vorbildlich auch für die Privatindustrie sein. Namens des ADB. begrüßt der Vorsitzende Falkenberg die Konferenz. Er erinnert an die Zeit vor 1918, da feine eigene politische Meinung und ebensowenig eine freie, wirtschaftliche Beamten organisation in Deutschland geduldet wurde. Weitere Begrüßungsreden erfolgen durch Dormeyer, namens der Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeamten, fowie de Rohde für das Internationale Arbeitsamt. Nach einigen Gedenkworten Tevenals für den ehemaligen ersten Präsidenten und Mitbegründer der IFdA. Hermann Greu lich erfolgt Eintritt in die Debatte zum schriftlich vorliegender Geschäftsbericht. Auch hier leitet Levenal namens der englischen Delegation die Debatte ein. Er fordert, daß der Achtstundentag in allen Ländern gesetzlich durchgeführt wird, zum mindestens müsse das Washingtoner blommen ratifiziert werden. In England bereitet man noch viel Schwierigkeiten unter Hinweis auf Deutschland.( Dr. Brauns aber berief sich auf England.) Rußland habe zwar Einladungen an unsere englische Dele gation ergehen lassen mit Freifahrtangebot, aber die Dolmetscher wollten die Russen selber stellen. Das mußte abgelehnt werden. Hoffentlich werden nach weiteren brei Jahren fich auch Amerita und Kanaba der 3Fd2 anschließen. Im übrigen anerfennt Zepenal die Arbeit des Gefretärs. Für Belgien äußert sich untroever, der ein burch Ueber fegungsmängel entstandenes Mißverständnis aufklärt und gleichfalls ben Geschäftsbericht gutheißt. # Michaud Paris erläutert die Balutaschwierigkeiten. Er zollt der Arbeit des Sekretärs feine volle Anerkennung. F Beder Deutschland hätte gewünscht. im Interesse der schnelleren Bölferverständigung, daß nach Abschluß des LocarnoBertrages uns größere Erleichterungen gewährt werden. Den Arbeiten und Borschlägen des internationalen Sekretärs stimmt die deutsche Delegation zu Im ausführlichen Schlußwort hält der internationale Sekretär van inte fest, daß einige Irrtümer im Bericht als lleber fegungsfehler anzusprechen sind. Die Berichte der Internationalen Korrespondenz sind infolge nur sechswöchentlichen Erscheinens viel fach veraltet. Hier muß Wandel geschaffen werden. Die Bericht erstattung aus manchen Länder läßt, auch noch viel zu wünschen übrig. Die weitere Entwicklung der Internationale wird indessen diese Mängel beheben. Mufilaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufiker verbandes, Berlin O 27 Andreasstr. 21( stönigstadt 4310, 4048). Gefäitszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr in der Fichle- Realschule, Kolonnenstraße 22/23: Oeffentliche Kundgebung Landtagsabgeordneter Otto Meier spricht über die Not des Boites und die Hohenzollern- Forderungen. Genosse Hardag- London, Mitglied des englischen Parlaments und des Generalrats der englischen Gewertschaften, wird eine Begrüßungsansprache halten. ganz junge Mädchen ersetzt, so wird es das Publikum notwendiger. weise als eine Zumutung betrachten, sich bei seinen Einfäufen von kaum der Schule Entwachsenen beraten zu lassen. Am 30. November hat man mit Wirkung zum 31. Dezember in vielen Häusern kündigungen in großer Zahl ausgesprochen, deren Opfer aus fo genannten„ Sparsamfeits" Gründen gerade ältere, langjährig tätige und erprobte Angestellte geworden sind. Mit welchen gemischten Gefühlen diese Angestellten den Weihnachtsrummel um sich her betrachten, läßt sich besonders dann verstehen, wenn man weiß, daß gerade im Einzelhandel die Beschäftigung sogenannter Doppelexistenzen" gang und gäbe ist. Es liegt uns gewiß fern, grundfäßliche Gegner der Arbeit verheirateter Frauen zu sein. Wir wissen, daß die schlechte Bezahlung oder gar Arbeitslosigkeit des Mannes manche Arbeiter und Ans geftelltenfrau dazu zwingt, im Betriebe tätig zu sein. Aber es muß doch mit ganz anderem und schärferem Maß gemessen werden, wenn wir gerade in den großen Warenhäusern erleben, daß Frauen leitender und gut bezahlter Angestellten und Beamtenfrauen im Betriebe bleiben, deren Männer vor Arbeitslosigkeit geschüßt sind, während gänzlich auf sich gestellte und unverheiratete Angestellte die Arbeit verlieren. Vor dem Weinachtsfest und während der großen Ausverkäufe spielt die Beschäftigung von Aushilfen eine besondere Rolle. Man sollte meinen, daß wenigstens diese vorübergehende Be fchäftigung ben arbeitslosen Angestellten zugute tommt. Aber wer dies glaubt, tennt nicht die unsoziale Braris des Einzelhandels. u hier greift man nämlich zurüd auf ehemalige, nun ver heiratete Angestellte. Ja, man fcheut sich nicht einmal, folche An gestellten zur Aushilfe zu beschäftigen, die in befreundeten oder Rebenbetrieben tätig und dort ihre feste Anstellung haben. Auf genau der gleichen Linie liegt die Offenhaltung der Ge schäfte am sogenannten silbernen und goldenen Sonntag, die auch diesmal wieder, trog der gewichtigen Argumente der freien Gewerf. schaften, vom Polizeipräsidium gestattet ist. Diese Beeinträchtigung der Sonntagsruhe schädigt in startem Maße die Arbeitnehmer, ohne dabei den Betrieben Nußen zu bringen. Denn das noch faufträftige Publikum wartet nicht auf diese Sonntage. Gerade im Berliner Einzelhandel tönnte aber manches anders Achtung, Buchdruder! Die unter dieser Stichmarke in Nr. 585 des„ Borwärts"( Abendblatt) veröffentlichte Notiz betreffend die Buchdruckerei Karl Hansen ist erledigt. Die dort bestandenen Differenzen sind durch Vermittlung der Organisation beigelegt worden. Der Gauvorstand. Große Kundgebung der Bankangestellten. Am Lommenden Mittwoch abend 6 Uhr veranstaltet der Allgemeine Ver. band der Deutschen Bantangestellten im Lehrerpereinshaus( Alexanderpiah), aroker Saal, eine große öffentliche Protestlundgebung der Berliner Bandangestellten mit der Tagesordnung: Wirtschaftskrisis-Beiterer Abbau Reidstarifve: trag". Referenten find die Serren Aufhäuser, M. d. R.. fomic bie Verbandsgeschäftsführer Marg und Emonts. Nach den Referenten werden die Betriebsräte sämtlicer Berliner Großbanken das Wort nehmen. Achtung, SPD..Metallarbeiter Bezirk 12( Friedenau, Gteglis. Lantwik. Seltom). Am Dienstag, den 15. Dezember, abends 5 Uhr, im Lokal von Borgmann, Friedenau, Rheinstr. 40, michtige Bersammlung aller Parteigenoffen. Niemand darf fehlen. Parteiausweis mitbringen. Der Fraktionsvorstand. SBD.- Metalfarbeiter bes 21. Bezirks. Freitag nachmittag 4 Uhr im Sotal Simberg, Oberjd öneweide, Wilhelminenhofftr. 34, 8ufammen funft aller SPD.- Metallarbeiter. Erscheinen müssen die Genossen von Nieder- und Oberschöneweide, Johannisthal, Baumschulen wea, Adlershof und Bildau. Bartei- und Berbandsbuch legitimieren. Der Fraktionsvorstand. SPD.- Balzarbeiter Bezir? Often III. Mit moch abend 7 Uhr im Lokal von Schwarzer, Gabriel Mar- Str. 17, Gisung. Die Betriebsvertrauensleute, Generalversammlunasbelegierte und Randidaten sowie mit uns fnmpathifierende Kollegen find perpflichtet, vollzählig zu er* fcheinen. 3. A.: Der Be bccussaink. Achtung, SPD..Metallarbeiter Beat! 12( Friedenau, Stoglis. Lant mik. Seltom). Am Dienstag, den 15. Dezember, nadm. 5 Uhr, im Lofal von Borgmann, Friedenau, Rheinfir. 40, wichtige Beifammlung aller Barteigenoffen. Niemand darf fehlen. Parteiausweis mitbringen. Der Fraktionsvorstand. Sattler, Tapezierer- und Portefeuilierverband. Bersammlung aller Be triebsräte Montag nachmittag 5 Uhr Oranlenstr. 180. Die Bratis der Betriebsräte und die Gewerffchaften." Bertrauensmänner find ebenfalls beredtigt. Die Ortsverwaltung. Muffinstrumentenarbeiter. Mittwoch nachmittag 5 Uhr im Seidenberger Sof. Reidenberger Str. 147, Funttionärnerfammlung. Tagesordnung: 1 Bas geht in unserer Branche vor? 2. Geschäftliches. Deutscher Beticibungsarbeiterverband, Filiale Berlin. Sebastianftr. 57-38. Serren, Knaben- und Burschenkonfettion: Oeffentliche Bersammlung für alle in diesen Branchen Beschäftigten sowie Ruschneider und Rufchneide: innen am Dienstag abend 7 Uhr in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 81( aroket Gaal). Tagesordnung: Die Reifchlagung des Reid starifes durch die Arbeitgeber. Welche Aufgaben hat die Konfettionsarbeiterschaft au erfüllen? Referen ten Kollegen. Bloog und Billn Lehmann. Die Arbeitgeber haben den Tarif gekündigt! Sie lehnen nicht nur Lohnerhöhungen ab, fondern wollen erhebliche Verschlechterungen eintreten laffen. Ronfettionsarbeiter! Brotestiert gegen dieses Borgehen! Erscheint in Maffen in der Versammlung. Die Filialleitung. Die Vereinigung fozialdemokratischer Juriften wirb nunmehr auch, nachdem die bürgerlichen Juristenvereinigungen sich damit beschäftigt haben, morgen, Montag abend 7½ Uhr im Reidstagsgebäude, Gaal 25, Stelluna zu dem die Frage der 8ulaffung der Anwaltschaft verhandelt werden. Das einleitende Referat hält Genoffe Georg Iatow. Einladungen find noch burch den 1. Borfikenden, Genossen Ernst Ruben, Berlin B. 9. Röthener Strake 17, erhältlich. aussehen, wenn sich die Angestellten mehr auf die Notwendigkeit Entwurf eines Arbeitsgerichtsgelekes, nehmen. Auch wird über freigewertschaftlicher Organisation befinnen wollten und die Arbeitereltern es nicht zuließen, daß ihre Söhne und Töchter der Gewerkschaft fern bleiben. 25 Jahre im Dienste der Stadt Berlin. Sein 25jähriges Dienstjubiläum tonnie unfer Genosse Bern hard Müller, Klempner in der Anstalt Talldorf, vor einigen Tagen begeben. Aus diesem Anlaß wurde bem 58jährigen durch den Direktor der Anstalt ein Aneifennungeichreiben des Magiftrots überreicht und gleichzeitig in einer Aniprache dessen Wirken als Vertreter der Belegschaft geehrt. Genosse Bernhard Müller ist auch ein eifriges Mitglied ieiner Gewerkschaft und der Partei. Auch wir übermitteln ihm unfere herzlichsten Glückwünsche. ( TRIOLIN TRIOLINS LINOLEUM mLammfromm Vogel nur 127 Potsdamer Str. Berlín HH 茶 PREISWERTE SALAMANDER ZU WEIHNACHTEN 1650 Keme MARKE #e Der schöne und dauerhafte Salamander- Schuh ist das willkommenste Weihnachts- Geschenk. Reichhaltiges Lager in den Preislagen: 1250 1450 1 Der Salamander- Gutschein, das passende Weihnachts- Geschenk. SALAMANDER SALA Am Faden unserer Weltanschauung aufgereiht sind die Bücher in unseren Ausstellungen. Sie brauchen bei uns nicht zu sichten und zu faubern. Sie sind sicher, kein Gift und keinen Schund zu finden. 2007 Für die Kleinsten Schulz Sepner Stevens Ein Besuch im Krüger Bilderbücher von 50 Pf. Lustige Geschichten in Wort und Bild 1.75 M. Das lustige A.B.C.Bilderbuch Der Der Widiwondelwald Tiergarten unzerreißbar 3.-M. Die Reise ins Bienenland Hundert Tiergeschichten Von Menschlein, Tierlein Krüger Der Wunsche. bold und Dinglein fart. 1.50 M. geb. 3.80 m. geb. 3.20 m. geb. 3.20 m. geb. 4.50 M. Für die Größeren geb. 2.80 m. 1.20 m. an Dang Gerlach Jungfämpferinnen Ewald Mutter Natur erzählt 3erfaß Die Reise mit dem Lumpensack geb. 2 25 M. Krafft Peter Stoll Bond Bond Bei Fliegen und Funken geb. 5.60 m. geb. 3.50 m. Brand Ellenbrook den Helden Bonsels Lein. 2.80 M. Wir Techniker im Dollarland geb. 2.40 m. der Technik Lein. 3.50 M. geb. 5.60 M. Biene Maja Die Reise nach Island Lein. 4.20 M. Für die Frau geb. 5.60 m. geb. 4,50 M. 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Lein. 5.25 M. Lein. 8.50 M. Lein. 4.50 M. Andersen- Nerö Rinder der Zukunft Lein. 4.-M. Hermann Horn sa sied Der arme Buchbinder Wassermann Laudin und die Seinen Зеф Das törichte Herz Der Kleine Brehm 890 Seiten, 170 Bilder Lein. 8.- M. Für teide Baluschet Großstadt. geschichten Lein. 1.70 m. Wir geben Ihnen hier nur eine kleine Auswahl/ unsere Ausstellungen sind 1000mal reichhaltiger/ Sie finden bei uns gute und billige Bücher in Hülle und Fülle F J. H. W. Diez Nachf. Ständige Buchausstellungen: Berlin SW 68, Lindenstr. 2, und Gesundheitshaus, Am Urban 10/ 11/ Täglich, auch Sonntags geöffnet. Sonntag 13. Dezember 1925 Unterhaltung und Wissen Mein Freund Janikke. Von Ernst Metz. Unter dem Titel Men foliches und Allzumenschlich e s" gibt der Verfasser seine Erinnerungen eines alten Richters heraus( 3. M. Spaeth, Berlag, Berlin). Gie ftammen, wie die hier gebotene Brobe zeigt, von teinem starren Baragraphenknecht, fondern von einem Menschenfreund, der die Gabe des Humors und die Freude an allerlei Menschen. art auch in diesem Beruf gewahrt hat. ,, Tag, Herr Dofter." Ich sah den kleinen Mann in der mondhellen Sommernacht neben mir hergehen. Ich war soeben nach der Feurigstraße in Schöneberg verzogen, in der damals noch die Eierkuchen nur auf einer Seite gebacken wurden, weil nämlich nur erst eine Seite der Straße bebaut war. ,, Sie fennen mir wohl nicht?" Ich fagte:„ Nein." ,, Wissen Sie nicht von neulich in Moabit? Ich hab doch von Sie die drei Wochefen jefriegt." Ich dachte nach. Weswegen denn?" fragte ich. ,, Na, Se wissen doch, wejen die Tannenzweije." Richtig, es war Janikke, Amandus Janikke. Unter der Laterne sah ich ihn jetzt genauer: Hut schäbig, Anzug dito, Gesicht... nein, das war nicht schäbig. Und jetzt erkannte ich es auch wieder an den kreuzvergnügten Augen und dem gewichsten Schnurrbärtchen. ,, Na, wie geht's denn sonst?" fragte ich. Jott, wissen Se, Herr Dofter, bei det Jeschäft ist nich uff'n frünen Zweig zu kommen." Das war nun eigentlich verwunderlich, denn das ganze sogenannte Geschäft des Mannes bestand, wie wir sehen werden, aus lauter grünen und immer wieder aus grünen Zweigen. In Moabit war's. Ich war Borfizender einer Schöffenabteilung geworden und trat eben an der Spize meiner behäbigen Schöffen zur Verhandlung der ersten Sache in den Sizungsfaal. ,, Tag, Herr Dotter." Ich schaute nach der Anklagebant, von WD ein fleines Männchen mich so forsch begrüßte. ,, Angeflagter, Sie sind der ja, wie soll ich sagen, also Sie find der, sozusagen der Grünframhändler" er grinste Janikke?" will." Jamoll, Herr Dofter." ,, Sie heißen mit Vornamen Amandus?" Jawoll, Herr Dofter." ,, Sind dreiundvierzig Jahre alt?" ,, Boll, woll, Herr Dokter." ,, Sie haben an Vorstrafen erhalten..." ,, Stimmt, Herr Dofter," sagte er. ,, Aber Janigte, Sie wissen ja noch gar nicht, was ich sagen Doch, Herr Dofter, schon von Ihren Herrn Borjänger. Et find allemal vierunddreißig. Und immer wejen die jrünen Zweije." Schön, also Angeklagter, Sie werden selbst einsehen, daß Sie ein unverbesserlicher Dieb find, und daß jetzt mal mit einer schweren Strafe durchgegriffen werden muß." Janich, Herr Dokter... Wenn ich Sie mal die Sache erem plizieren soll. Nämlich det is so: Sie wissen, Herr Dokter, et jiebt solche und jiebt so'ne. Nemlich die Järtner, wo die Kränze machen, die zahlen immer det mehrste vor die scheenen Zweije aus die Krone von die Tannenbäumetens. Det is nu aber det Allerschlimmste, wat fo'n Bäumeten passieren fann, det hindert se in de Begatatur, in't leibliche Fortkommen. Und da fagte id nu; , Amandus, sagte id, nur ja feenen nich an de Krone nich tommen.' Ich schneide mich also de Zweijefens immer von die Stelle ab, wo et det Bäumefen am wenigsten an de Jesundheit jeht, wenn't ooch nachher ville weniger Pinke vor jiebt." ,, Na," unterbreche ich den Redefluß,„ Sie scheinen ja eine Seele von Mensch zu sein. Aber wenn Sie meinen, daß wir das alles glauben sollen?" Hier erhebt sich der Amtsanwalt. بات Wofür auch heute noch Geld da 6€ ទី ៩ ៖ und Alles was an abgetatelten Generalen und monarchistischen Beamten unbrauchbar geworden ist, hat durch ihre Pensionen eine wunderschöne Lebensrente ሰ በ ዐ Graf Kanik will der total verarmien Landwirtschaft die vollen Scheuern mit Gold aufwiegen. Ich pflegte noch ein Halbstündchen zu spazieren, bevor ich zu Bett ging. Janigte schloß sich mir an. Wir sprachen über allerlei, worüber man so zu sprechen pflegt. Die besonderen Beziehungen zwischen uns würden natürlich tavaliermäßig mit feiner Gilbe berührt. Bon jetzt an traf ich ihn abends öfters. Wir gingen dann die Feurigstraße entlang bis zum Schwarzen Adler, lauschten eine Zeitlang der Tanzmusik und gingen dann gemächlich nach Haus, ich hochparterre vorn, er vierter Stod Hinterhaus. . Eines Tages erflang es wieder forsch von der Anklagebant:„ Tag, Herr Dokter." Die Sache ging nunmehr wesentlich einfacher; wir waren ja jetzt allerseits im Bilde. ,, Woll, woll, Herr Dokter." Herr Amtsanwalt, was beantragen Sie?" Ich beantrage drei Wochen Haft." longiss Das Beratungszimmer wurde nicht erst bemüht, ein furzes nicht da ist 1: 0 80000 Beilage des Vorwärts tein Wunder, daß dann für den Unterbeamten nie genügend Geld vorhanden ist N Der deutsche Landarbeiter aber muß wandern gehen, damit die„ nationalen" Agrarier billige ausländische Arbeitskräfte holen können. | Brunk schwärmten. Dabei hatte dieser berühmte Weihnachtsmarkt fein anderes Aussehen, als heute irgendein Jahrmarkt in einer Kleinstadt. Neben Buden, die schon einigermaßen ansehnlich aus sahen, gab es andere, die die Aermlichkeit ihres Besizers und Be ganze Primitivität dieser Weihnachtsmarktausstellung deutlich er fennen ließen. Viele der Händler hatten aber nicht einmal eine feste Bude, sie hielten ihre Waren unter freiem Himmel feil, auf mitgebrachten Schubkarren, auf umgestürzten 3obern, Fäffern und Kisten. Zum Teil waren diese Händler Handwerksmeister, die einen kleinen Laden oder eine kleine Werkstatt hatten und sich hier einen Nebenverdienst verschaffen wollten, andere waren Gelegenheitshändler, Männer, Frauen, Jungen und Mädchen, die sich für das Weihnachtsfest ein paar Groschen zu verdienen suchten. ,, Herr Vorsitzender, wir dürfen ihm das glauben. Janißfe lügt inneigen des Vorsitzenden zum Schöffen rechts, ein furzes nach Männern viel umlagert waren stets die Drechsler, die mit Tabatsnämlich nie. Uebrigens haben wir seine Angaben früher wiederholt nachprüfen lassen, es war fo, wie er sagte." ,, Also bitte, Herr Amtsanwalt, stellen Sie Ihre Anträge." Es war ein kleiner gedrungener Mann, der Herr Amtsanwalt, mit freundlich gerötetem Gesicht, altmodisch in Frad und Batermördern, ein früherer Amtmann. Energische Stimme, reichlicher Pathos: Also für Recht erkannt, der Angeklagte wird usw. Drei Straßen noch nicht gestattet, aber zu Hause rauchte doch mancher Wochen Haft..." Es ist ein glattes Geschäft. Bu kaufen gab es so ziemlich alles, was auch in den Läden zir haben war, aber alle Waren hatten eine recht dürftige Ausstattung Also, Sie sind Amandus Janikke, soundso alt, Vater hieß und mußten billig sein. Von der Reichhaltigkeit unserer Kinderso, Mutter so, fünfunddreißigmal vorbestraft, immer wegen Forstspielsachen war damals auf dem Berliner Schloßplaz nech nichts diebstahls. Sie wollen wohl eingestehen, daß Sie wieder usw.?" zu merken. Hauptartikel waren Dreierschäschen", Nußknaker, Waldteufel, Hampelmänner, Radauflöten und Knarren. Größere Tiere, die einige Groschen fosteten, und Schafe mit echter Baumwolle" wurden stark bewundert, und wenn eine Arche Noah" ausgestellt war, zu der einige Dugend Tiere und auch einige Holzmänner ge hörten, so fonnte das Staunen kein Ende finden. Von erwachsenen pfeifen handelten. Zwar war das Tabakrauchen auf den Berliner Bürgersmann und mancher Handwerksgeselle und Arbeiter schon sein Pfeifchen Tabat. Nun waren hier herrliche Pfeifen ausgestellt, und es verlohnte fich schon, einige Augenblicke stehen zu bleiben und diese Drechslerkunstwerke zu bewundern. Da gab es wunderschöne lange Pfeifen, die einen Taler und noch mehr fosteten. folche Pfeife tonnte sich freilich nur ein reicher Mann leisten. Der Einkauf einer Tabatspfeife galt damals noch als eine sehr bedeutungsvolle Handlung, man nahm sich gewiß ein paar Freunde mit, die bei dem Handel mit gutem Rat zur Seite stehen mußten. Biel umbrängt waren auch die Müßenhändler, denn auch der Eintauf einer Müße, die nun die bisherige Sonntagsmütze zur Werktagsmüße degradierte, war eine Angelegenheit, bei der man nicht Doreilig handeln durfte. Wollte ein Ehemann aus den ärmeren Klassen besonders nobel sein, so taufte er auf dem Weihnachtsmarkt für seine Ehefrau ein Paar echt Pariser Filzpantoffeln", und. einem Liebhaber wurde es hoch angerechnet, wenn er zu Weihnachten für die Herzallerliebste einige Meter echtes" Seidenband erstand. Mit einem frischen: Atjöh, Herr Dokter," begibt sich Herr Janizke aus der Anklagebant zu seinen Pflichten in der Unter welt des Gerichtsgebäudes. Als er mich wieder auf meinem Wege zum Briefkasten traf, gab er mir als altem Bekannten die Hand. Noch zweimal hatte ich ihn vor meiner Richterschranke. Das tat unseren abendlichen Spaziergängen absolut gar feinen Abbruch. Er war ein harmloser, mitteilsamer Mensch, der mir gern von seiner Schulzeit erzählte, wo er immer obenan war. Manchmal pfiff er mir auch wunderhübsch vor. Ein wahrer Krebsschaden für die königlichen Reviere, diese Zweigdiebe. Ganze Kulturen gehen dem Verderben entgegen. Mit Zuchthaus und Prügelstrafe müßte gegen das Gefindel einge schritten werden."( Janikke fah ihm liebevoll in das zornwütige Gesicht.) Nichts ist diesen Verbrechern heilig. Geliebten Toten sollen die Kränze dienen, und mit jedem Zweig, den sie abreißen, bringen die Burschen so ein Bäumchen dem Absterben entgegen... Wie er auf die schiefe Bahn gekommen war, sagte er nicht, und die Stimme schwoll ab ,, das Allerdings, der Angeklagte" muß ich ja zugeben usw., usw. Also ich beantrage drei Wochen Haft."( Ich hatte mindestens zweimal Kopf ab' erwartet.) Im Beratungszimmer fagte ich zu meinen Schöffen:„ Na, meine Herren, wenn der Herr Amtsanwalt so brüderlich zu seinem Angeklagten hält, so brauchen wir auch keine Unmenschen zu sein. Alfo es bleibt wohl bei den drei Wochen?" Der eine Schöffe, berühmter Abgeordneter mit noch be. rühmterer weißer Weste, schnarrt:„ Wenn ich das Luder in meinen Schonungen erwischte, dann... na na..." Schöffe( Droschte damaliger zweiter Güte):„ So'n Dajner andere o Benn ich mit meine Fahrtontraventionen vajnigtet fleenet Aas. ver'n Staatsanwalt muß, is der ville efliger." Nach der Sigung Sprach mich der Amtsanwalt an. Ne puzige Krute," meinte er, mit Bezug auf Janizte. Als Forstdieb unheilbar, sonst totanständiger Kerl Was meinen Sie, Herr Assessor, was der jetzt in der Haft für eine Fettlebe hat? Der Raftellan hat mich neulich mal gefragt, ob ich nicht ein bißchen mehr beantragen fönnte? Am liebsten, glaube ich, hätte er den Janigte lebenslänglich. Der macht nämlich unten', allens'. Wenn er jetzt zum Strafantritt hingeführt wird, geben ihm Herr und Frau Kastellan die Hand, die Kinder sagen schon Ontel' zu ihm. Im Winter ist er Kalfaktor( Ofenheizer) und jetzt im Sommer allgemeines Fattotum. Birtlich' ne pußige Krufe." Das also war der Mann, der mich jetzt auf meinem üblichen nächtlichen Gange zum Briefkasten ansprach. ich fragte ihn nicht. Ich habe Janißfe nicht wieder gesehen ich war an ein Gericht meiner weftfälischen Heimat versetzt worden. Ob er noch lebt? Wieviel Vorstrafen er jetzt wohl haben mag? Oder ist er bei dem allgemeinen Umschwung hochgekommen? Die Bäumeken, die er immer so verständnisvoll geschont hat, müssen inzwischen Bauholz geworden sein. Bielleicht ist Janizke ein reicher Mann, der den Wald seinen Wald nach Ankauf des Bestandes abtreibt. Eine An Eßwaren gab es auf dem Weihnachtsmarkt hauptsächlich Alepfel, Pfefferkuchen und das höchste aller Genüsse:„ echt Berliner 3immtbregel". Vor den Pfefferkuchenbuden fanden sich auch stets viele Erwachsene ein, um die Sprüche zu lesen, die mit weißem oder farbigem Zucker aufgegossen waren. Die Pfefferkuchenbäcker begnügten sich nämlich nicht mit frommen Sprüchen und mit Sentenzen von einer gewissen hausbadenen Moral, fie stellten auch Pfefferkuchen aus, deren Aufgüsse auf Vorgänge im öffentlichen Leben anspielten. Schloßplay Berlins vormärzliches Weihnachtstreiben und in der Breiten Straße war eigentlich von einem Wenn man von orientalischen oder ruffischen Großstädten ab sieht, gehörte das vormärzliche Berlin mit zu den großen Städten, in denen am wenigsten verdient wurde. Die große Masse der Berliner Bevölkerung fonnte daher auch das Weihnachtsfest stets nur in einer recht dürftigen Weise fe.ern. Größere Geschenke gab es nur am Hofe, bei den oberen Beamten und im wohlhabenden Bürger tum, im Kleinbürgertum und bei den Arbeitern mußten sich die Kinder mit Geschenken begnügen, die meistens nur einige Dreier ges Der Mittelpunkt des Berliner Weihnachtstreibens foftet hatten. vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mar der Weihnachtsmarkt, der in jedem Jahre auf dem Schloßplatz und in der Breiten Straße abgehalten wurde. Wie bescheiden da mals die Bedürfnisse waren, läßt sich daraus erkennen, daß die Berliner den Weihnachtsmarkt auf dem Schloßplatz als ein halbes Weltwunder ansahen und von dessen Großartigkeit wie von seinem weihnachtlichen Treiben Berlins nur noch vor den Schaufenstern der Konditoren etwas zu spüren. Diese hatten jedes Jahr in ihren Fenstern Ausstellungen, die jung und alt anzogen. Oft begnügten sich die Konditoren mit plastischen Darstellungen irgendeiner Theater- oder Boltsszene, recht oft stellten sie aber auch Darstellun gen aus, die nichts anderes waren als Karikaturen auf bestimmte Ereignisse und Personen, und die Personen sollen manchmal so deutlich dargestellt worden sein, daß sie jedermann erkennen mußte. Weihnachtsbäume wurden damals in Berlin noch nicht viel verkauft. Nur die oberen Kreise schmückten sich einen Baum aus. Die große Masse der Bevölkerung begnügte sich noch mit der Pyramide". Nach dem Jahre 1848 verlor der Berliner Weihnachtsmarkt am Schloßplatz seine Popularität, und schließlich führte er nur noch ein ganz armseliges Leben, bis er ganz einging. A. M. " 1094 Bilderbücher Jugendschriften. ✓ Das Bilderbuch, das angeschaut, mit dem gespielt rperden soll, ist die Domäne des Verlags Jos. Scholz in Mainz. Er bringt auch diesmal Neuheiten, obwohl sein Verlagskatalog schon in die Hunderte geht. Spezialiſtin in lieben, füßen, drolligen Kinderchen ist Lia Doering, der wir Für Buben und Mädels" ( auf Pappe für die Kleinsten, 2 M.),„ Kinder nnd Blumen"( mit Versen von Frida Schanz, 2,75 M.) verdanken. Bekanntschaft mit den Tieren wollen vermitteln: Infere Haustiere" mit Bildern von Adolf Hesse( 1,25 M.) und Die Schule der Tiere", ein fleiner 300logischer Garten, den Eugen Oswald mit sehr charakteristisch gesehenen Tieren in starten Farben tönen bevölfert hat( 2,75 m.). Die Serie der Märchenbilderblicher wird fortgesetzt mit Däumerlings Wanderschaft"( 2 M.). Hermann Stockmann hat das Märchen höchst lebendig und lustig illustriert. Ein hübsches Leporello- Büchlein mit ulfigen Bildchen und Versen sind Die 10 tleinen Negerbuben" von 2. Uzarsfi. An Märchenbüchern ist fein Mangel. Die alten Betann ten werden immer aufs neue gesichtet und gerahmt. Ein guter Gedanke war es von Elsa Dettmann, 20 der schönsten aus ,, Grimms Märchen" mit Scherenschnitten zu zieren.( Carl Bonegen, Wien, 4 M.) Diese phantasieanregende schwarze Kunst, die sie meisterlich beherrscht. paßt zum Märchen ausgezeichnet. Däumlings Weltreisen und Abenteuer, in denen es von Heren und Zauberern nur so wimmelt, erzählt ganz im Stile von Tausend und einer Nacht" 2. 5. Rügenau.( mit Siebenmeilenstiefeln" im gleichen Verlag. 5 M.) Sophie Reinheimer hat ihre Märchen in dem stattlichen Bande Meine Märchenwelt" gesammelt, und der Verlag von Franz Schneider, Berlin, hat ihn aufs reichste mit bunten und farbigen Bildern von Brendel und R. Lange schmücken lassen.( 8 M.) Es ist die richtige Märchen tante darin am Wert, der alles: Sonnenstrahl und Regen, Blumen und Tier, Milchtopf und Nähmaschine zum Märchenstoff wird. Mit der Phantasie des Kindes wird alles vermenschlicht und muß nun erzählen, erzählen... Ein ganz prächtiges Märchenbild ist das munderbare Geißleinbuch" von Ina Seidel.(.. Perthes, Stuttgart und Gotha. 4 M.) Alte Märchen werden neu geformt, indem das Kind sie im Traum noch einmal erlebt und alle feine Lieblingsgestalten vereint. Die Text- und Bollbilder von dem Simpliciffimuszeichner Wilhelm Schulz sind einmal ganz aus dem Geiste des Märchens selbst geboren, volkstümlich, etwas alter tümelnd, in ihrem derben ausdrucksvollen Strich viel zauberfräftiger als alle die geleckten giatten Buntbilder. Unter den bürgerlichen Verlagsanstalten, die die Jugendliteratur besonders pflegen, ist die Union Deutsche Verlagsgesellschaft( Stuttgart) vor allem durch die Herausgabe ihrer Jugendzeitschriften befannt. „ Der gute Kamerad" liegt im 39. Jahrgang vor. Er erscheint wöchentlich und wird zu Weihnachten als fertiger Band ausgegeven. ( Breis 12 M.) mit seinen 832 großen Tertseiten und 800 Abbil dungen bietet er ein reichhaltiges Material, das auf die reisere Jugend des„ gebildeten Hauses" zugeschnitten ist. Ein fesselnder Roman, der in meiner Jugend von Karl May beigesteuert wurde, führt einen Helden durch möglichst viele Abenteuer und Gefahren und vermittelt die Kenntnis fremder Länder und Sitten. Diesinal ist er von Bittor Helling und behandelt den Berlenfischer von Bombay". Daneben laufen kleinere Erzählungen und vor allem gut illustrierte Auffäße aus allen Gebieten der Geschichte, Biographie, Länder- und Bötterkunde, der Naturwissenschaften und Technik. Hier ist das Buch eine Fundgrube mannigfacher Belehrung. Anleitung zu Beschäftigungen, Sprüche, Rätsel und Anekdoten sorgen für die Unterhaltung. Der Lebensfreis des Arbeiterfindes ist natürlich nicht berücksichtigt, aber es wird auch sehr viel Gutes und Anregendes finden. Aehnliche Zwede verfolgt„ Das neue Universum", bas sogleich als Jahrbuch herauskommt( 46. Jahrg., 8 M.). Es pflegt zwar auch die erotische, romantische oder fosmische Er zählung, legt aber vor allem bas Schmergewicht auf die Darstellung D " | Einen Rofegger für die Jugend bringt C. Staadmann, Leipzig, heraus: Die schönsten Geschichten von Peter Ro fegger". Die beiden Bände sind von W. Müller, Rüdersdorf, zwedentsprechend ausgewählt.( Geb. je 3,50 M.) Der erste Band gibt Waldheimats, der zweite Tier- und Abenteuergeschichten. ,, Tiergeschichten" bieten auch zwei Auswahlbände der Deutschen Dichter- Gedächtnisftiftung( je 2 M.). Ausstattung und Papier fönnte besser sein. Es sind Perlen deutscher Tierpoesie darin aufgereiht: Ebner- Eschenbach, Gottfried Keller, Löns, Carl Buffe usw. Unseren klassischen Tierschilderer Brehm führt uns Carl W. Neumann, der Herausgeber des Tierlebens in der ersten Gestalt, als Forschungsreisenden vor. In Steppe und Urwald" find aus seinen Reiseberichten aus Afrifa und Sibirien intereffante Stüde zufammengestellt, die seinen Tierporträts nichts nachgeben. Dem gleichen Berlag ( Geb. mit schönen Bunttafeln 4,50 M.) neuer Erfindungen und Entdeckungen. Besonders reichhaltig sind| immer wieder zum Lachen anreizend( mit prächtigen Scherenschmitten) Verkehrswesen und Industrie, Technik und Flugmejen bedacht. Die und Tiergeschichten" von S. Halden( jeder Band 2,80 M.) wichtigsten und interessantesten Vorgänge auf diesen Gebieten aus Sie sind wie alle Bücher des Verlags gut gebunden, hübsch ausdem ablaufenden Jahre sind in Wort und Bild behandelt. Allerlei gestattet und reich illustriert. Aufgaben zum Kopfzerbrechen und ein besonderer Anhang, der für Rascher u. Co., Zürich, wenden sich neuerdings auch dem die häusliche Werkstatt" und außerdem für den Sport nüßliche Rat Jugendbuch zu. Ihren Beschäftigungs- und Belehrungsbüchern Unter den Experischläge gibt, vervollständigen den Inhalt. lassen sie diesmal Don Quijotes Abenteuer" mit sehr gementier und Beschäftigungsbüchern des Verlags hat das Wert- lungenen Abbildungen von Friz Widmann im Groteskstil und eine buch fürs Haus" von Eberhard Schnegler bereits die gute Auswahl aus„ Tausend und eine Nacht" folgen( geb. 35. Auflage erreicht. Diese Einführung in die Liebhaberhandwerkerei je 4,80 mt.). hat sich vortrefflich bewährt. Sie gibt Anleitung für die Handhabung der Werkzeuge, die Materialbearbeitung, das Entwerfen und Kon struieren und vieles mehr. Es wird gezeigt, wie man Hausgerät repariert und wie man Leitungen legt oder eine Dunkelfammer ein richtet. Eine umfangreiche Sammlung erprobter Kunstgriffe und Rezepte erhöht den Wert des sehr praktischen, für jede Familie empfehlenswerten Buches. Unter den Deutschen Helden fagen" hat die Bearbeitung von Rich. Weitbrecht einen guten Namen( 9,50 M.). Sie geht über die mittelalterliche Ueberlieferung vielfach zurück und sucht die ältere( nach Ansicht des Verfassers mythische) Form zu erschließen. So werden Siegfried, Gudrun, | Wieland, Roland, Parzival und Lohengrin und andere Sagen mit gutem Sprachgeschid erneut. Carl Flemming und C. T. Wistoff A.-G.( Berlin) haben die feit alters im bürgerlichen Hause eingeführten jährlich erscheinenden Bände Herzblättchens 3eitvertreib"( 70. Bd., 6 M.) und das Töchteralbum"( 71. Bd., 7,50 M.) im Verlag. Beide werden jetzt von Josephine Siebe herausgegeben, erscheinen im modernen Gewande, sind aber immer noch damenhaft. Das neuerdings hinzugekommene nabenbuch"( 7,50 m.) ist bereits beim 6. Bande angelangt. Es befleißigt sich einer lebendigen Haltung, erstrebt überall höheres Niveau und sucht auch neue Gebiete zu erschließen. So spricht Adolf Behne vom neuen Bauen"; ( bürgerliche) Jugendbewegung und Sport find vertreten. Paul Ernst, Hermann Heffe und Mar Jungnidel sind unter den Mit arbeitern. Die Saatbücher des Verlags geben wertvolle ältere Erzählungen, nach Bedarf gefürzt, in moderner Aufmachung mit Schwarz- und Buntbildern. Neu find Meinholds unvergeßliche Bernsteinhege", eins der fulturgeschichtlich interessantesten und spannendsten Bücher aus der Zeit der Herenprozesse. Gotthelfs Kurt von koppigen", eine urfräftige Schilderung der Raubritterzeit. Beide Bände( je 4,50 M.) find trefflich illustriert. Flemmings Bücher für jung und alt"( der fartonnierte und mit ederzeichnungen ausgestattete Band zu 1,20 m.) bieten neu eine abenteuerliche Erzählung von Gerstäders Die veriuntene Stadt" und zwei moderne Erzählungen des waderen Georg As mussen:„ Der ewige Jude" und" Die Kreuzspinne", Bilder aus dem Wanderburschenleben und den Einwirkungen der Großstadt auf das umliegende Land. Levy und Müller( Stuttgart) pflegen die Abenteuer- Bücher für die reifere männliche Jugend. Aber sie haben neuen Geist in das ausgefahrene Gleis gebracht. Jof. Jul. Schäh schildert in den anderfahrten in den Bergen"( 7 m.) die Erlebnisse eines Bergsteigers im Hochgebirge in schöner, oft dichterisch gesteigerter Sprache und singt das hohe Lied auf die Größe der Alpen welt( Abbildungen im Tegt und in Kupfertiefbrud auf Tafeln). R. H. Francés„ Silberne Berge"( 7 m.) gibt die Erleb. nisse eines abenteuernden Bergknappen in den Fuggerschen Berg werken in Schwaz wieder, läßt Einblicke in eine Alchimistenwerkstatt tun und erschließt die gewaltige Szenerie des Karwendelgebirges im Rahmen einer höchst spannenden Erzählung, die weit über dem üblichen Durchschnitt steht. Für jüngere Jahrgänge schreibt Jofephine Siebe ihre Kasperlegeschichten, deren neuefter Band afperles Schweizerreife"( 6 M., mit fröhlichen Scheren. fchnitten von Berta Berner). Sie hat einen glücklichen Griff getan, als fie die luftige Person für die Jugendgeschichte entdeckte. In der Serie Lieblingsbücher der Jugend", die für jüngere Kinder be stimmt sind, sind neu erschienen: Die Schildbürger" von Gustav Schwab, bearbeitet von Otto Brandstätter, unverwüstlich und " k. Thiemann, Stuttgart, verdanken wir eine lehr- und unterhaltungsreiche Einführung in Naturbetrachtung: Julius Lerche gibt in seinem Waldhof"( prächtig in schwarz und bunt illustriert von Fritz Lang, geb. 5 M.) frisch Geschautes aus Tier- und Gefühlsvolle, fein beobachtete Tiergeschichten erMenschenleben. zählt Emma Waldenburg: Lisa beim Förster". Befonders jungen Mädchen wird ihre sinnige, liebevolle Art zusagen. ( Berlag Leopold Klog, Gotha, geb. 3,50 m.) „ Die Welt der Kleinen" nennt sich die Kinderbeilage der pfälzischen Parteipreffe. Es liegt jetzt der zweite Jahrgang vor, der auf Veranlassung des Pfälzischen Bildungsausschusses der SRD. auch als Buchausgabe herauskommt( Berlag Gerisch u. Cie. Ludwigshafen. Preis 2 M.). Der stattliche Band enthält auf 200 Großseiten eine Fülle guten Unterhaltungs- und Belehrungsstoffes, gute Bilder in Scherenschnitt und Federzeichnungen beleben den Text. Rätsel- und andere Kurzweileden machen das Blatt den Kindern noch wertvoller. Besonders sind Pfälzer Schrift ſteller herangezogen; dadurch gewinnt die Zeitung einen warm heimatlichen Charakter. Das sie vorzüglich Auszeichnende ist aber die eifrige Mitarbeit der Kinder; Hunderte von ihnen kommen mit ihren Erlebnissen und Eindrücken zu Wort. Das Blatt wird dadurch zum wirklichen Kinderorgan, das sie als das ihre empfinden, woran sie mitſchaffen und durch das sie sich selbst entwideln. Der billige Jahrgang wird auch außerhalb der Pfalz groß und flein Freuden machen. Ueberall aber sollte er als anregendes Borbild dienen: macht ebensolche Beilagen vom Kind für das Kind, gestaltet ebenso die Welt des Kindes, indem ihr von seiner Heimat ausgeht. J. A. Brodhaus, Leipzig, fezt seine beiden Sammlungen ,, te Reisen und Abenteuer" und Reifen und Abenteuer" aufs glücklichste fort. Beide wollen die Lust der Jugend am Abenteuer, am fühnen lleberwinden von Gefahren stillen und zugleich Runde von fremden Ländern und Bölfern verbreiten. Aus dem reichen Schage der an erkannten Reiseberichte schöpfen beide. Die gut ausgestatteten Bände, die instruttive Abbildungen enthalten, tosten geb. 2,50 M. In diesem Jahre sind neu Marco Polos, des ersten europäischen Entdeckers und Erforschers Chinas, klassischer Bericht Am Hofe des Großfhans" und" Der Sturz des 3ntareichs" ( durch Pizarro, nach den Berichten Vegas und Acostas). Auszüge aus neueren Reisewerten sind Prinz Mar zu Wied, unter den Rothäuten" und des argentinischen Generals Mansilla Schilderungen der legten wilden Indianer der Bampa". Beide Bücher von höchster Lebendigkeit und Anschaulich feit, geschrieben von Forschern, die aufs innigste vertraut maren mit ihren Gegenständen. R. H. Döscher. Grünfeld Weihnach Landeshuter Leinenu Landeshut i/ Schl- Köln afh Morgenrock.Gerda aus gut. Wolldansch, In bischofsilla, mittelblau, Jodegrün oder erdbeerfarbig. weit geschnitten; ml: reicher farbiger Wollstickerel. auch im Rockentell schr ... 1975 M Hemdbeinkleid Nr. 304 eus gut. 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Dezember 1925 Aus der Film- Welt Die Filme der Woche. „ Der Weg zur Verdammnis." ( Marmorhaus.) Ein junger Mann, der aus Versehen, in der Betrunkenheit, einen Wechsel fälscht, ein übersehenes Eristenzhen, das in der Ede steht und nach seinen Eltern fucht nebenbei, die Eltern find furcht bar reich, er macht Dollars und fie Liebesabenteuer und beinahe hätte es einen Inzeft gegeben muß diefer arme, junge Mann in den Tod gehen? Die Welt ist im amerikanischen Film fo lächer lich unfompliziert, und ein echter Filmtod löft tadellose dekorative Wirkungen aus. Tanzgirls, Seft und andere sogenannte Lebe männer- Müren, von denen man in der Proving als höchste Offen barung ber Weltstadt träumt, ruinieren im Film tatsächlich einen Menschen. Also, der Aermste stirbt, und über dem Sarge reichen fich die Eltern unter entschiedener Harmoniumbegleitung die verföhnenden Hände. Der Film schließt mit der Ahnung einer aus. gleichenden Filmgerechtigkeit puritanischen Charakters. Der Film als moralische Anstalt berichtet. Warum nicht? Scharf gebügelte Mundfalten, Lebensernft. Kleinfinderbewahranstalt, findliche Aus schmeifung und Harmlosigkeit schließen hier eine männliche Berjonalunion. Det ganze Lärm ist überflüssig, das Thema bis zum Lezten abgedroschen. Legten Endes bleibt aber das Sujet nicht entscheidend, den Hauptatzent festen Regiffeur und Schauspieler. Dech der Regiffeur Ralph Ince ist hier nicht des Stoffes Herr gemorden. Manchmal gibi er enizüdende, impreffionistische Bilder. Sehr schon ein Mädchentopf vor einer verschwimmenden Landschaft, aber die fauftdiden Tränen bedeuten netten, aufrechten Kiilch, zer. stören die Wirkung. Seit Greuze ist dieser feuchte Augenaufschlag beliebt und erledigt. Ralph Ince tamn nicht einzelne, fehr gut ge= gebene Bilder zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfaffen. Der Film zerfällt in Einzelheiten, es frhit die Kompofition. Manchmal fäßt eine geniale Regiebegabung über die Mängel des Manuffripts binmegfehen, doch hier fehlt die große Regie Auch die Schauspieler fiberragen faum den Durchschnitt, außer einem Fräulein Jacqueline Logan, die fich in lächerlichen Uebertreibungen gefällt und ich duro merkwürdige Gesichtsequilibriftit auszeichnet, halten die übrigen Darsteller gutes Niveau. Clive Broot gibt so etwas wie geftraffte Männlichkeit, ins Amerikanische übertragen, und Beile Bennet fpielt cine Ecbebame, wie man fie fich gewöhnlich in Mejeriz vorstellt. Aber niemals follte ein Regiffeur Eifersuchts fzenen und ähnliche Dinge nach einem bewährten Opernschema Stellen. i. 6. Kinder der Freude." ( Ufa- Theater Kurfürstendamm.) Das war ein gelungener amerikanischer Abend! Zuerst fam ein brolliger For- Film Hals- und Beinbruch", der in den Träumen eines Mondsüchtigen alle Launen der amerikanischen Sportphantasie spielen und Automobile wie Lämmer hüpfen, Menschen auf rotierenden Flugzeugen balanzieren und auf rafenden Eisenbahn. zügen mit selbstverständlicher Sicherheit herumturnen läßt. Hier mar das Körperliche dieser Fieberphantasien so start, daß es etwas Seelisches, innerlich Belebtes murde. Auch der Hauptfilm des Abends, Kinder der Freude", war ergöglich; er müßte nur einen anderen als diesen unangebrachten Titel haben, Rinder der Freude find Mitglieder diefer ehrbaren Familie, die durch die unter ihrem Hause entdeckte Petroleumquelle zeich werden und durch den Reichtum aus dem moralischen Gleich gewicht raten, allerdings mur vorübergehend, eigentlich gar nicht In schönen Bildern, mit graziosen und trong Sentimentalität unwurfbringlichen Einzelheiten mirb glaubhaft, mie bem Bater als neugebadenem Mann von Belt feine alternde gütige Frau nicht mehr genügt und er sich eine übrigens reizende teine Freundin gulegt. Sie ist zufällig eine Bensionsfreundin seiner Tochter und führt in tragifomischer Szene Bater und Tochter( diese gleichfalls milieunb) auf Abwegen zusammen. Wie hier, wo Tragit und Rumit fich schneiden und der fittliche Untergang einer Bürgerfamilie greifbar vor dem Zuschauer liegt, bas gute Element in Bater und Tochter fiegt, jener zu feiner guten Frau zu ridlehrt, diese auf einer Hochzeitsreise ins Unreine ihren Freund zur Ehe befehrt, wird in leicht moralisierender aber doch erträglicher Form demonstriert. Die Darstellung des Films ist vorzüglich. Nicht nur Monte Blue, der den schließlich geheilten Mann mit dem schlechten Ruf in altbekannter Liebenswürdigkeit gibt, und die charmante Marie Prevost, bie freilich als Tochter aus an ständigem Haus etwas ordinär wirft, machen den Reiz dieser Arbeit, auch die im Programm leider nicht namentlich aufgeführten Darsteller dürfen nicht unerwähnt bleiben. f. h. c. Volk in Not". ( Schauburg.) Wenn man in den Kriegsjahren Hindenburg ohne Ludendorff nannte, bann gali bas nahezu als strafbar lästerhaftes Unterfangen gegen diefes Zweigeftirn. 1925 fieht mon im Film Hindenburg, ben Befreier Ostpreußens, ohne Ludendorff. Man hat schon oft gemeint, Ludendorff würde beim Film landen, nun bewundert man Hinden burg als Filmstar. Um das zumegen zu bringen, schrieb Marie Luife Droop fie hat in derlei Angelegenheiten Routine das Manuskript. Zu seiner Ausmertung werden filmisch benutzt: Generalfeldmarschall non Hindenburg aus Wochenfchauftreifen, gute Berufsdarsteller als ruffische Offiziere und Schlachtbilder, bei denen Graf Molife und Graf Aberberg als militärische Berater figurierten. Daß auf diese Weise tein einheitlicher Film geschaffen werden fann, liegt auf der Hand. Der Regisseur Wolfgang Neff schmückte das persönliche Erleben nach Möglichkeit aus. Es mirtte namentlich ber ruffische General Samionoff sympathisch. Da es dem Feldherrn von heute ja faft unmöglich ist, den Heldentot zu sterben, legte er nach perlorener Schlacht Hand an fich So rettete dieser alimodische Mann seinem Leben wenigstens einen Zug vom Heldentum. Das brachte Ed. v. Winterstein durch die ganze Anlage seiner Rolle großartig heraus. Der Film führt als Üntertitel„ Ein Helbenlieb non Tannenberg", folglich mehrt er felbft Bazififten und Andersgefinnte, denen der Krieg zu einem fchmeren feelischen Erleben murde, von sich ab. Jedes Ding hat aber feine Gemeinde, bas sah man bei ber Uraufführung. Dennoch, trop Männerchören, wie: hbete an die Macht der Liebe" ujm., tam mancher nicht in die rechte Stimmung, meil die Zahl der Arbeitslosen wächst, der Winter nor der Tür steht und das Boll in Not ist. Praktisch denkenSEIT 1872 -6. Die unberührte Frau. ( Piccadilly.) Biel Liebe, viel hübsche Frauen, Baris im Frühling, Atelierfeste auf Montmartre, Schäfereien im Bankbureau, Berlobungen und Fefte, das ist der Inhalt dieses Films, der zu all dem auch noch eine Handlung hat. Der Banfier Roger Clermont verliebt sich in eine junge, fchöne Stenninpiftin feines Geschäfts, Marcelle, und trägt ihr die Heirat an. Aber das junge Mädchen paßt nicht zu dem alternden Mann, dem es fchon die ersten grauen Haare ausreißen muß. Jugend brängt es zur Jugend. Sie ist seinem Bruder Lucien zu2getan, der ein junger, flotter Künstler ist und sie in das freie Leben der Kunstzigeuner vom Monimarire einführt. Roger wird bald inne, wie die Sachen stehen. Er überzeugt sich, daß niemand gegen die Ratur tann und findet Ersaz in der Mutter der Marcelle, die den Fall flugermeile vorausgesehen hat. Die Gefährtinnen der Marcelle im Bantbureau, eine große Kurtisane, sorgen für weitere weibliche Abwechslung. Männlicherseits werden ein paar ulfige Figuren in Szene gelegt: der Bureauvorsteher, der sich jedesmal mit berliebt, aber immer zu jpai tommt und der Freund Luciens, der fich aus den Frauen gar nichts macht und stets pomabig bleibt. Der Film ist ein reines Amüfierſtüd, an deisen psychologischen Aufbau man feine großen Forderungen ftellen darf. Conft. J. David gibt eine Fülle abwechslungsreicher, hübscher Bilder. Er vergißt nicht, ben schönen Rüden der Colette, die sehr überlegen von Jane de Balzac dar. gestellt wurbe, zu zeigen. Bor allem aber führt er Imogen Roberton als das unberührte Mädchen in allen Situationen vor, die ihr Gelegenheit geben, ihr hübsches Blondföpfchen in mechselndem Aus brud zu zeigen. Sie wird sicher noch Fortschritte in der Darstellung höherer Aufgaben als des schmachtenden Augenauffchlags machen! Sehr gut auch die Tormara( nur zu jung als Mutter!). Harry halm als Vertreter der Jugend und Alf. Blüte herr als reifer Mann bildeten einen schönen Kontrast. Für luftige Unterhaltung sorgten Hans Juntermann und Ulrich Betta c. „ Die zweite Mutter." ( Ufa- Kammerlichtspiele.) and Die zweite Mutter hat den Manuftripiverfasser und Re giffeur Bolten Baeders zum Bater, was ihr( und uns) nicht fehr gut befommen ist. Um eine schöne, aber vom Bech verfolgte Frau wird hier sechs Afte lang gelitten, bis eitel Sonnenschein ihr Dasein verklärt. Betrüblicher ist jedoch und schwerwiegender, daß der diesmal ideentnappe Manuftriptverfaffer auch kein feinfinniger Regiffeur, alfo fein Psychologe ist, für den die oft bewiesene Möglichkeit besteht, Menschliches, Echtes und Tiefes aus dem größten Rigeln aufleuchten zu lassen. In der zweiten Mutter" bleiben die Menschen Manuskript, jeder handelt, wie nur ein mäßiger Literat bie Menschen handeln sieht, jeder spricht hier, wie nur ein mittel mäßiger Romanschreiber fie sprechen hört. In großen Rollen sah man Hans Miesendorf, dem es als Rittergutsbefizer auf einer Biener Reife obliegt, von Mutter 1 über Mutter 1b zu Mutter 2 zu lieben, ferner als fein Töchterchen arg maniriert schon die fleine Lifelotte Krämer, Margarete Lanner als natürlich hochmütige und ungetreue Mutter 1b, fehr begabt schließlich Maria Melchior als Herta, die brave Bankierstochter und später Mutter 2. Herta findet also schließlich zu Lori und ihrem ritterguts. besitzenden Bater, denn das Kind ,, bedarf ihrer", wie's in einem der zahllosen Zwischenterte heißt. Wir aber bedürfen nicht solcher Filme, deren veraltete und vertitschte Geistigkeit auch das bescheidenfte und populärfte Gemüt faum noch wird unterhalten können. ,, Problema tisches" verlangt ja boch fein Mensch. PICCADILLY AM UNTERGRUNDBAHNHOF BISMARCKSTR. DIE UNBERÜHRTE FRAU IMOGEN ROBERTSON TAMARA JANE DE BALZAC HARRY HALM ALF BLUETECHER HANS JUNCKERMANN A 19 REGIE: CONST. J. DAVID DER GROSSE ERFOLG 47 UHR 9 UHR VORVERKAUF 12-2 UHR KASSENEROFFNUNG 6 UHR KARTENVORBESTELLUNGEN: STEINPL. 8604-8605 nützlich Schenken! GRUMACH KÖNIGSTR. ECKE SPANDAUER STR. 3 e. g. Beilage des Vorwärts Amundsens Polarflug 1925." ( Piccadilly- Theater.) Bor einigen Monaten berichtete Amundsen über seinen Bersud). mit dem Flugzeug das Bolziel zu erringen, hier im Großen Schauspielhause. Wer den Mann noch nicht fannte, tonnte ihn hier vpn feiner besten Seite tennen lernen als den tühnen, tatkräftigen Biorier feiner Rasse, der schlicht, ohne große Bortemacherei auf Taten ausgeht. Wie alle diese Berichte von den Strapazen und Gefahren im Polareis war auch der Amundsensche schließlich ermüdend, aber niemand konnte dem unernuidlichen Ringer, der gewissermaßen als Outsider den Südpol bezmungen hat und immer wieder den Kampf um den Nordpol aufnimmt, feine Bewunderung versagen. Jetzt wurde uns der Füm geboten, der bas Bildermaterial zum Vortrag liefert. Freilich, von den Vorgängen, die sich einige Grade vom Endziel abspielten, tausend Kilometer entfernt von der nächsten menschlichen Ansiedlung, auf treibenden Rieseneisschollen, unter denen ein 3700 Meter tiefes Meer liegt, fonnte der Film nicht allzuviel berichten. Die waghalsigen Sechs, die mit den beiden Flugzeugen dort niedergegangen maren, und nur eins wieder flottmachen konnten, hatten einen erbitterten Kampf zu führen, um aus der Eismüfte wieder loszukommen. Immer wieder mußte aufs neue versucht werden, eine Bahn zu glätten mit ganz unzureichenden Hilfsmitteln, immer wieder mußte der Anlauf gewagt merden, bis er Schließlich gelang. In 10 Stunden waren die Sechs von Ringsban auf Spißbergen bis auf einige 100 Kilometer an den Nordpol vorgebrungen und in ebenso furzer Zeit tehrten sie dorthin zurüd. Die Borbereitungen zur Abfahrt von Spizbergen, einige hübsche Intermezzi mit Seehunden in der Polnähe und vor allem der Empfang bei ber Rüdfehr in Spigbergen und der große Triumphzug durch den Hafen und die Straßen von Oslo bis zum Königspalast bilden den Hauptinhalt des Filmes. Man hätte lieber weniger Empfangs. feierlichkeiten und mehr von unterwegs gesehen. Erläuternde Be mertungen zu dem Film machte der deutsche Expeditionsteilnehmer Karl Feucht, der freilich für die Edener- Spende eintrat. Offenbar bält er bas Flugzeug nicht mehr für das geeignete Mittel, um zum Nordpol zu gelangen. „ Die mit Seelen Handel treiben." ( UZ. Friedrichstraße.) D. Jetzt Man tönnte diesem Film den Untertitel geben: Ich warne Barvenus, nach Amerifa zu gehen." Was diefer Barvenu, von dem bekannten Adolphe Menjou tadellos dargestellt, alles erleben muß, ist wirklich etwas happig. Er wird in Gesellschaft eingeladen, aber von allen geschnitten. Selbst von der Frau des Hauses. Das berührt uns etwas verwunderlich, denn in Westeuropa ist die gesellschaftliche Lüge etwas fester veranfert. Da würde wenigstens die Dame des Hauses freundlich tun. Die Tochter des Hauses, die der Barvenu gerne für sich angeln möchte, verlobt sich mit einem reichen Lebejüngling. Ihr Vater hat nämlich inzwischen sehr viel Geld des Barvenus verspekuliert, weshalb die Tochter nicht dem Zuge ihres Herzens folgen darf, sondern muß nach der anleihefähigen Bartie Ausschau halten. Da nun die Würze des amerikanis.hen Films Tempo und Sensation ist, verunglückt der Lebejüngling an seinem Verlobungstage tödlich bei einer Automobiljagerei. tommt der Barvenu als ernstlicher Bewerber in Betracht; wenn er wollte, fönnte er nämlich Papa ins Zuchthaus bringen. Aber es tommt anders. Die ganze Familie reist auf Kosten des Barperui nach Europa. Und da Baris bekanntlich ein Kleines Fischerdörflein ift, findet die Tochter in einem Apachencafé den inzwischen gänzlich heruntergefommenen Mann ihrer Liebe. Daburch wird er gebejfert, und fie fühlt sich veranlaßt, sich mit dem Barnen zu nerlaben. Beinahe hätte er fie auch geheiratet, aber da taucht wieder ber Richtige auf, und meil der Barnenu wahrhaftig liebt und auben ein Gentlemen ist, gibt er seine Braut frei. Diese wird von Claire Windsor mit amerikanischem Charme gespielt, während Mary Carr, die weltberühmte ergreifenbe Mutterbarstellerin, diesmal etné Mutter spielen muß, die ihr Kind verfchachert. George Ardhat band führte die Regie. Er schuf dem großen Publikum eine? sogenannten schönen Film. Alles in allem hat er die bewußte amerikanische Routine, die sich auf die Dauer an sich selbst totrennt. Obwohl der Deutsche sentimental und lyrisch zugleich ist, sollte man die Filmterte nicht ganz auf Kitsch zuschneiden. e. b. Der Stern vom Broadway." ( Mozartjaal.) Diesen Film haben wir schon öfter gefehen, bald spielt er in Baris, bald in London oder sonstwo. Immer ist es eine Tänzerin, die in einen Mann der besseren Gesellschaftsklassen verliebt ist und ihn nicht bekommt, weil gesellschaftliche Vorurteile oder sonstwas dem im Wege stehen. Meist ist aber auch ein Jugendgefährte da, ber es beffer mit der Tänzerin meint und sie nach ihren Enttäuschun gen heimführt. Also diesmal spielt die Geschichte in New York, allmo Rofie Lawrence Tanzstar am Broadman ist und Hugh Thomp fon, der Meister des Bolofpiels, sie nicht zu heiraten wagt, weil seine cornehme Familie bie Person" nicht zulaffen will. Bilder vom Bolofpiel, Szenen aus dem Tanztheater mechseln mit der Vorführung bes bekannten gesellschaftlichen Milieus, in dem sich die oberen Zehn taufend ergehen. Die schöne Rofte, die gern in die große Gefell. fchaft will, fühlt sich gefränft und geht auf Besuch in ihre Heimat, allmo ihre Mutter eine Farm hat und ihr Jugendfreund fie immer noch verehrt. Dann fehrt sie nach New York zurüd, aber nur um ihre Abschiedsvorstellung zu geben: fie will aufs Land für immer. Aber noch einmal gibt fie den Bitten ihres geliebten Hugh nach. Er perspricht ihr fogar die Heirat, die aber zunächst noch geheim bleiben foll Er verschafft ihr auch Zutritt zu einem großen Empfangsabend jeiner Familie, mo sie aber nur als Tänzerin gegen Bezahlung be handelt wird. Nun ist ihr Bruch mit ihm endgültig. Sie will von diefer Brozengesellschaft nichts mehr wissen, und gerade im rechten Augenblid ftellt sich ihr Jugendfreund ein, um beglüdt mit ihr in Die Heimat zurückzukehren. Der Reiz des Films besteht in dem Wechsel des großstädtischen und des ländlichen Lebens, in der nun ichan bald langweiligen Darbietung der Eleganz und der Tanzrevue. Die Hauptrolle spielt May Murray, reizend als Tänzerin, precios als Gesellschaftsdame und auf dem Lande ein Naturfind. Der Regisseur versteht es, aus ihrem Gesicht, das bald strahlend glänzt, bald rom Tränenschimmer verhüllt ist, alle füßen Niedlichkeiten, aber auch stärkeren Ausdruck herausholen. Dieser Frauentyp ist offenbar in Amerika sehr beliebt, und erscheint reichlich geziert und fentimental. Die Amerikaner scheinen auch in der gesellschaftlichen Beurteilung der Tänzerinnen sehr rückständig zu fein: bei uns heiratet feit D. langem die Aristokratie Tänzerinnen. Moderne Pullovers, warme Echt englische Woll/ chals FESTGESCHENKE Woll- Weften,-Jacken Klei FESTGESCHENKE der Sport- Garnituren FESTGESCHENKE Damen- Trikotagen Herren FESTGESCHENK Tu.Kinder- Unterwäche FESTGESCHENK Damen- Herren- u.Kinder Strümpfe, Reifedecken. Nr Sch 11. Blelkristall- Salat, Creme- Schale in effektvollem Tief- chliff, Durchme- ser 18 em M. 17.50. 21 cm M. 20Großer Kuchenteller Durchm 29 cm M. 28.-, 31 cm M. 33.Nr. 50. Rosenthal- Porzellan- Lampe, mit elegantem Seidenschirm, Höhe 40 em Mark 22. 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Regie: BOLTEN B BAECKERS mit May Murray Der Stern vom Broadway und Monte Bige Vortrag des Zum Schneegipfel/ Kapitän Dennert Afrikas Auf der Bühne: Gültini, Billardo, Regie: Carl Heinz Boese 12 Abdulahe Alexanderplatz Sonnabend Das Mirakel der Wölfe Sonntag Friedrichstraße 3,7,9 Täglick, 7, 9 Uhr Sonntags ab 4 War 7, 8 Die mit Seelen mit Adolphe Menjou Claire Windsor Wochentag Handel treiben, Mary Carr Weinbergsweg nabd. 5, 7, 9 Sonntag GroßesSchauspicihaus Für Dich 8% Figuranten CHAREL- REV von kegie: Geyer Trianon- Th. HALLER DHAR Achtung Welle 505 60 BILDER II. Rang v. 2 Parkett v. 4Logen v. 8Kinder- Revue Nur noch 2 Vorstellungen Jeden Mittw u Sonnab. 31, U.: Alle Puppen tanzen. Kleine Preise. 50 Pf., 1.-, 1.50 etc. Jeden Sonntag nachm. 3 Uhr: Die ganze Vorstel ung z ha ben Preisen Central Theater Tägl. 8 Uhr Kleine Sklavin v. Diet enschmidt Re ie: Goldberg Residenz- Th Letzte Varstellungen & Uhr: Circes Heirat Heute 3,( K1. Pr Schneewittchen Thalia- Th. Uhr: Annemarie Heute 8( KL. 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Scherl. Einäscherung: Dienstag, nagmitt 3, Uhr, im Aremat. Baumschulenweg. Deutscher Metallarbeiterverband Am 11. b. m. verftarb unser Mit glieb, der Dreher Paul Hecht Brüsseler Str. 6 118/18 Ehre feinem Anbenien! Deutscher Metallarbeiter- Verband Wagen- u. Karofferiearbeiter! Montag, den 14. Dezember, nadhmittags 4 Uhr, im Sihungfaal des Verbandshause, Cinienstraße 83 85: Funktionärsihung. Tagesordnung: 1. Situations bericht. 2 Disfuffion. Die Konferenz wird pünktlich eröffnet, da der Saal um 5% Uhr geräumt fein mug Achtung! Mechaniter, Opfiter Achtung! Uhrmacher, Eicher un. Gicherinnen Dienstag, den 15. Dezember, vormittags 9 Uhr, im Lotal 5000 Sprech 22 MK Sigleling 15Mk Ader-, Ede Cinlenstraße: Versammlung fämtlicher arbeitslosen Kollegen. Mitgliebsbuch und Arbeitslosenkarte mit einem der obigen Berufe gilt als Ausweis. Mittwoch, den 16. Dezember, abends 61 Uhr, im tleinen Saal ber BharusSäle, Müllerstr. 142: Bezirksversammlung für den 16. Bezirk. Tagesordnung: Bortrag über den Entwurf zum Erwerbslosenfürsorgegefeg" Referent: Rollege Bista. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Klempner Achtung! Mittwoch, ben 16. Dezember, abends TUhr, im Sigungsfaat des Berbaubshauses, Linienfte. 83,45: Die Einässerung findet Mittwoch, Branchenversammlung ben 16. Dezember, nadm. 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt Rege Beteiligung erwartet Die Bezirksleitung des 16. Bezirks. Am 10 Dezember, abends 10 Uhr, entschlief fanft nach furgem, schwerem Beiben meine herzensgute Frau und Mutter geb. Martha Heise, Bukatz. Ju tiefer Trauer Aarl Heise und Sohn. Berlin, Lüderigftr 3. Einäscherung am Dienstag, den 15. Dezember, abends 6, 1hr, im ( 18/5 Rrematorium Gerichtftrage Nachruf Am Mittwoch, den 3 Dezember, ent fchliet ganz unerwartet nad turzem, fchwerem Leiben unser treuer Mitarbeiter und Rollege, der Mechaniker Albert Utke Wir werden ihm ftets ein treues Anbenten bewahren. Das Personal der Aeolian- Co. ( Safenheibe 54) der Klempner. Tagesordnung: 1. Bertrag mit Lichtbildern bes Genoffen Regierungstat Bolbt über: ,, Betriebstechnik und TaylorSyftem". 2. Berbands und Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Rotizkalender für Klempner önnen zum Preise von 1 M bas Stüd in ber Bersammlung in Empfang genommen werden. Weihnachtsunterstützung! Der Ertrag der Beihnachtsjammlung foll an unsere arbeitsloten und invaliden Mitglieber verteilt werden und zwar unter Beachtung folgender Richtlinien: Unterftügung erhalten alle Mitglieber, bie fechs Bochen dem Deutschen Metall arbeiter- Berband angehören und für diese Beit ihre Beiträge boll entrichtet haben, Dorausgesegt, baß fie in der Boche vom 11. bis 18 Dezember 1925 arbeitslos oder Invalide find. Die Auszahlung für die Mitglieder mit dem Anfangsbuchstaben A- K erfolgt am Montag, 21. Desember, L- R Dienstag, 22 S- Z Mittwoch, 23. bon 10 bis 2 Uhr und zwar im Barterresaal, Schalter I, bes Berbandshauses, Linienfte. 83/85. Answeis über die Erwerbslosigkeit unb bei Invaliden über inre Erwerbsunfähigkeit nebit Mitgliedsbuch find bei der Kontrolle Dorzulegen. Dantjagung Invalibe Mitglieber, die ihren Aufenthalt Für die herzliche Teilnahme beim Helm gang meiner lieben unvergeßlichen Frau, in Giechenhäusern aber Armenanstalten unferer guten Mutter, Schwieger- und haben, müffen eine Bescheinigung über ben Großmutter, die uns von Freunden und Aufenthalt in diesen Anstalten und eben Befannten, dex Bartelgenoffinnen unb falls ihr Mitgliedsbuch einsenden oder Genossen der 89. Abteilung Neuföln, den einen ihrer Familienangehörigen beaut Angestellten bes Berkehrsbundes, Ber- tragen, bieje Ausweise vorzulegen. Ohne tretern von Gewertschaften und der Allgenügenden Ausweis erfolgt teine Aus gemeinen Ortstrantentaffe Berlin fomie sablung. son sämtlichen Mitbewohnern unferes Mitglieber, die Krantenunterstützung von Haufes uns bewiefen wurde, fagen wir felten der zuständigen Raffe beziehen, hiermit unseren tiefgefühlten Dant tönnen leider bei dem geringen Betrag Befonders noch banten wir bem Bolts- ber eingegangenen Gelber nicht berlid Feuerbestattungsverein für die Bietät und fichtigt werden. weihevolle Ausführung der Bestattungs Die Ortsverwaltung macht ausbrüdlich feler und defen Redner Herrn Kilner darauf aufmertiam, daß die feftgelegten the ſeine einbrudsusllen und frostreden Termine eingehalten werden müssen uno daß Nahzügler nicht berüidfichtigt werde. Jebe Reflamation ift überflüffig. Die Ortsverwaltung. Morte, die er uns widmete. Senton, 12. Dezember 1985. Albert Uthes web Sitem 89MK Maschinen Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler B. Pianofortearbeiter zu Berlin Bekanntmachung Die in der Ausschußßigung vom 27. RoFlorida- Leder.. 3,75 rember 1925 befchloffene 18 Garungs Rindled. Saffian 7,30 änderung ist vom Oberversicherungsamt Auto- Rindlad. 7.75 Berlin unter dem 5. Dezember 1925 gede, eleg. Einr 18,75 nehmigt worden und tritt mit dem heutigen Besuchstasche do. 8- Tage in Kraft Kofferapparate M. 16. Attentasche Rindl.3,75 Dangch beträgt das Krankengeld die Durch Erwerb zweier Konkurs- Sprech- Schul- Torn. do. 6- Sälfte des Grundlohnes. maschinen- Läger mit 100 000 Sprechma- auch einzeln zu haben schinenteilen sind wir in der Lage, 5000 Ridge Gefchäfte ein! Sprechmaschinen zu noch nie dagewesenen Preisen S. SCHILLER, Berlin, den 13. Dezember 1925. Der Vorstand Fr. Meersbach, Borsigender. 54/11. herzustellen und anzubieten. Leberwar- Fabritate Allgemeine Ortskrankenkasse Riesenauswahl in den besten Tanz- un Konzertapparaten neuester Konstruktion ohne Nebengeräusche in allen Holzarten. 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Unseren Gefangenen wollen wir für unsere Beihnachtsfeier einen Chriftbaum schmüden und vor allem den armen Frauen und ben armen Kindern der Gefangenen eine Weihnachtsipende übermitteln. Das Elend und die Not und das Ringen um die nackte Existenz bei den verlassenen Familien ift oft geradezu furchtbar und in tieffter Seele erschütternd. Bitfe helfen Sie mit an der Linderung folcher Röte! Ihre gütige Mithilfe soll und wird dazu dienen, daß auch in den Hütten der Aermiften zu Weihnachten die Freude Einkehr halte, daß helles Licht von oben traftspendend in verdunkelte Geelen falle. Wir bitten höflichst um Lebensmittel, Kleidungsstüde, Wäsche und Geldgaben. Auch gediegene Bücher für unfere ftart, benuste Gefangenenbücherei find willkommen. Auf Wunsch werden die Gaben bet den gütigen Spendern abgeholt. Gaben nimmt jederzeit entgegen: Die Direktion der Ansialf und der Anftaltspfarter E. Knodt, Berlin 25. Dirdfenstr. 15, Stadtvogtei. 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