Str. 592 42. Jabrg. Ausgabe A nr. 302 Bezugdvreis: benifi 70 Blennia. touchi 8, Reichsmart sozus sahlbar. Unter Rrenaband für Deutschland, Danzia. Saar- und Memelaebiet. Defterreich. Litauen. Zuremburg 4.50 Reichsmart. für bas übrige Ausland 5.50 Reichsmart oto Mondt. Der Bormärts mit ber Gonnteas beilage Bolt unb Reit mit Cieb fung und Rleingarten fowie bez Beilage Unterhaltung und Billen and Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich ameimal, Sonntags unb Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Gozialbemetrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die eiz velties Ronparelle eeile 30 Bfennia.. Reflamezeile 8. Reichsmart. Kleine Anzeigen bas tettaebzudte Wort 25 Biennis ( auläffa amei fettaedrudte Wortet. lebes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengefuche bas erite Wort 15 Bfennig, febes weitere Wort 10 Biennia. Borte über 15 Aadh faben aählen Hiz awet orie Arbeitsmarkt Refle 60 fennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia Enseigen für die nächte Summe milen bis 4 Uhr nachmittags t Sauptgeschäft Berlin SB 68. Linbens Krake 3, abaegeben werden. Geäffnet Jon 8% Uhr früb bis 5 Uhr nada. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Mittwoch, den 16. Dezember 1925 Loucheur zurückgetreten. Briand läßt ihn fallen. Paris, 15. Dezember. Finanzminiffer Coudeur ist zurüc-| getreten, nachdem der Finanzausschuß der Kammer feinen geftrigen Beschluß hinsichtlich der Behandlung der Coucheurschen Sanierungspläne nochmals bestätigt hat. Heberaus schnell ift der Stern Zoucheurs verblaßt. Die Nachricht feines Rüdiritts, taum 14 Tage nach seiner Er nennung zum Finanzminister, wirft nahezu erheiternd, menn man bedenkt, mit welchem Selbstbemußtsein dieser ehrgeizige und zweifellos auch begabte Politiker, der aus den führenden Kreisen der Industrie stammt, das von ihm so heiß ersehnte Amt übernommen hat. Bereits bei früheren Rabineitsbildungen waren ihm Ministerposten angeboten worden, doch hatte er stets diese Anträge mit der Begründung abgelehnt, daß er nur das Finanzministerium übernehmen wolle. Nun hatte er mit Hilfe seines Freundes Briand feinen Willen endlich durchgesetzt, aber nach faum zwei Wochen mußte ihm Briand den Rüdiritt nahelegen! Dabei hat Loucheur zunächst pissive Resistenz geübt und versucht, das Gesamtkabinett zur Solidarität mit ihm zu zwingen, wodurch die Gefahr einer neuen allgemeinen Regierungsfrise atut wurde. Unter diesen Umständen griff Briand zu einem etwas brutalen Mittel und verhandelte geradezu demonstrativ im Laufe des Nachmittags mit einigen Persönlichkeiten, die als Nachfolger Loucheurs in Frage famen. Deutlicher fonnte man Loucheur den Bink zum Rüdtritt nicht geben. Daher die in den Abend Stunden nollzogene Demiffion. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichealants: Berlin 37 536 Banffoxts: Sant ber Arbeiter, Angeftentes unb Beamten, Baltz. 65; Diskonto- Gefelldiaft, Depofitentafe Bindenftt.&. Klarheit! Die Regierungsfrage vor der Entscheidung. Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm geffern abend von dem Programmentwurf des Herrn Dr. Koch Zwischenfall, als ein Abgeordneter dem neuen Finanzminister Kenntnis und hörte den Bericht ihrer Vertreter über die Berdie Berfolgung privatwirtschaftlicher Inter bei den Berhandlungen, die für den heutigen Bormittag on handlungen vom Nachmittag. Sie beauftragte ihre Vertreter. effen vormarf. Loucheur antwortete, indem er die Bergesetzt sind, auf eine flare und eindeutige Formu ficherung gab, daß er nicht nur seine sämtlichen Aufsichtslierung bestimmter Bumkte zu bringen, die bereits tu dem ratspoften niedergelegt, sondern sogar auf seine sämtlichen Kriegsgewinne feinerzeit freiwillig verzichtet hätte. Er berief fozialdemokratischen Programmentwurf in unmißverständ fich dabei auf das Zeugnis des früheren Finanzministers licher Form zur Darstellung gebracht worden sind. Man darf Marial. Darüber befragt, erklärte jedoch Marsal, ihm sei annehmen, daß sich mit den Verhandlungen dieses Tages nichts davon bekannt, vielmehr besige er nur ein einziges das Schicksal der Großen Koalition entscheiden wird. Schreiben von Loucheur an ihn, in welchem Loucheur ihn als den Finanzminister um Herabsehung bzm. Stundung feiner Kriegsgewinnsteuern ersuchte. Diefer peinliche Widerspruch fonnte bisher nicht aufgeklärt werden.... Darüber hinaus war die ganze Haltung Loucheurs in der letzten Zeit geeignet, das stärkste Mißtrauen hervor zurufen. Hatte er doch im wesentlichen zu dem Sturze Painlevés beigetragen, indem er in der Kammer die felt samsten Manöver ausführte. Dazu gehörte u. a. die Ein bringung eines Gefeßentwurfes, der eine weitgehende Kapital abgabe vorfah, und dies unmittelbar nachdem die Sozialisten im Interesse der Wiederherstellung der Einigung im Links fartell und um Painlevé vor dem Sturz zu retten, ihren eigenen Entwurf zurückgezogen hatten! Raum war aber Loucheur nach dem Sturz Painlevés Finanzminister geworden, da dachte er an alles cher, denn an eine Kapitalabgabe. Bielmehr moren feine Maßnahmen derart. daß in manchen fran zöfifchen Kreifert der Berdacht laut wurde, er betreibe plan Die Gründe der Feindseligkeit der Mehrheit des Finanzmäßig ben Sturz des Frank und führe damit im Intereffe ausschusses gegen Loucheur, die in der zweimaligen Ablehnung feiner, Steuerpläne mit 3meidrittelmehrheit ihren Ausdrud gefunden hat, sind im wesentlichen persönlicher Natur. Bereits am Tage, an dem sich Briand nach seiner Rückkehr aus London der Kammer vorstellte, gab es einen heftigen Produktive Erwerbslosenhilfe. Beschleunigte Inangriffnahme der Notstandsarbeiten. Der preußische Wohlfahrtsminister hat in einem Erlaß gur Linderung des Erwerbslosenelends an die ihm unterstellten Behörden folgendes angeordnet: S einer ihm nicht fernstehenden Finanzclique einen Börsen coup aus. Wie dem auch sei, das eine steht fest, daß der Frant in den legten Tagen immer tiefer gejunten ist und daß bei einem Berbleiben Loucheurs im Amte die weitere Entwicklung gar nicht abzusehen war. Effen, 15. Dezember.( BTB.)' Eine von demokratischer Seite verbreitete Mitteilung spricht von einem grundfäßlichen Einverständnis", das gestern erzielt worden sei, aber auch von Klarstellungen", die von den einzelnen Fraktionen verlangt werden fönnen. Um folhe Klarstellungen wird es sich heute auch für die sozialdemn fratische Fratiion handeln. Bas aber das„ grundfäßliche Einverständnis" betrifft, so fönnen wir nur immer wieder auf das Verhalten der volts parteilichen Breffe hin weisen, das von einem solchen Einverständnis nicht das allergeringste erkennen läßt. Refapitulieren wir: Schon vor ihrem Bekanntwerden, jo sogar schon vor ihrer Abfaffung wurden die fozialdemokrati schen Borschläge von der volksparteilichen Breffe für unan nehmbar erklärt. Nach ihrem Bekanntwerden rict fie, nad dem Wort„ Hannemann, geh du voran", dem Zentrum und den Demotraten zur Ablehnung. Am Sonntag nannte die Kölnische Zeitung die Große Koalition einen Wechselbalg", ber schleunigst fortgeräumt werden müffe, meil er einer per nünftigen" Regierungsbildung im Bege stehe. lind noch am Dienstag bezeichnete fie es als fehr fraglich, ob sich ein ge meinfames Aftionsprogramm für die Deutsche Bolfspartei und die Sozialdemokratie finden laffen wird". Zu diesen Aeußerungen der voltsparteilichen Breffe, die, Jomeit wir fehen, von Köln bis Berlin ganz einheitlich sind, gesellen sich andere Borzeichen wenig günstiger Art. Bas foll man z. B. dazu sagen, wenn Herr Sten del, ein Bro Die Reparationslieferungen. minenter der preußischen Bollspartei, im Landtag die Deutsch- franzöfifche Verhandlungen auf dem toten Punkt. fchärfften persönlichen Angriffe gegen Herrn Koch richtet zur felben Stunde, mo diefer mit den Bolts Das rheinisch- mestfälische Rohlensyndikat teilt mit: die deutsch- französischen Berparteilern im Reich über die Bildung einer gemeinsamen Re handlungen über die Reparationslieferungen gierung unter seiner Kanzlerschaft verhandelt! maren in der vergangenen Woche soweit fortgeschritten, daß man ihren balbigen Abschluß erwarten fonnte. In den wenigen noch offenen Fragen glaubte man sich nach dem Gang der bisherigen Berhandlungen ohne größere Schwierigkeiten einigen zu fönnen. Infolgedessen waren denn auch in der Presse bereits Meldungen über den günstigen Abschluß erschienen. Dem raschen Anwachsen der Erwerbslofenziffern steht eine nur ungenügende Bermehrung der Arbeitsgelegenheit bei Rotftands arbeiten gegenüber. Die kommunalverwaltungen werben daher ersucht, mehr als bisher zur beschleunigten In ang: iffnahme neuer Rotstandsarbeiten zu schreiten. Um angesichts der finanziellen Notlage einer Reihe von Kommunainerwaltungen die Durchführungen von Rotstandsarbeiten zu er In letzter Stunde trat aber eine Bendung ein, die Ber. leichtern, erklärt sich der Minister damit einverstanden, wenn für handlungen, welche die Vertreter des Kohlensyndikats mit den frandiejenigen Arbeiten, bei denen anrechnungsfähige Erwerbslose aus zösischen Regierungsstellen führten, wurden ausdrücklich auf die folchen Gemeinden beschäftigt werden, in denen die Zahl der Haupt praftische Regelung der in Frage kommenden technischen unterstüßungsempfänger mindestens 2 Broz der Einwohnerzahl er Fragen beschränkt, während Einvernehmen darüber bestand, baß reicht, die Förderung mit Wirfung vom 15. Dezember ab über die alle Erörterungen über Borbehalte grundsäglicher Natur einem bisherige Höchst grenze, bas Dreieinhalbfache der Ermerbs Meinungsaustausch zwischen den beiden Regierungen vorbehalten Lofenunterstügung, hinaus bis zum Fünffachen aus bleiben sollten. Im Gegenfat hierzu murde in den legten Berhand gedehnt wird. Selbstverständlich darf die Förderung der Not- lungen den Bertretern des Kohlensyndicats eine Fassung der vom standsarbeiten nicht das unerläßliche Maß übersteigen. Ferner weift Kohlensyndikat einzugehenden Verpflichtungen vor. der Minister darauf hin, daß nach§ 12 der Bestimmungen über gelegt, melche eine Bestimmung grundsäglicher Art von öffentliche Rotstandsarbeiten die Grundförderung in der Regel nur erheblicher Tragweite enthielt. Getreu dem Standpunkt, den fie das Einfache der ersparten Erwerbslosenunterstügung betragen darf während der ganzen Berhandlungen eingenommen hatten, lehnten und nur in Ausnahmefällen bei Zuschüssen das Eineinhalbfache und die Bertreter bes kohlensynditats es ab, ein Ab. bei Darlehen das 3meieinhalbfache erreichen darf. tommen zu unterzeichnen, welches der Lösung einer grundfäßlichen Frage norgriff und dadurch den Charafter bes geplanten Abkommens in einer wesentlichen, vom Kohlenfonditat nicht annehmbaren Weise veränderte. Wenn also in der franzöfifchen Breffe Mitteilungen erschienen sind, welche den Einbrud erweden müssen, daß das Rohlensyndikat nachträglich Bedingungen abgelehnt habe, die es vorher geneigt gewefen fei, anzuerkennen, so ist diese Behauptung unrichtig. Stoewer unter Geschäftsaufsicht. Steffin, 15. Dezember.( BTB.) Die Stoewer Berte Zentralisierungsbestrebungen im Ruhrgebiet. Bodhum, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Ein Teil der Rommunen des unter der Arbeitskrise leidenden rheinisch- west fälischen Ruhrgebietes wird demnächst die Initiative zur Bildung einer entraistelle für produttive Erwerbslosen. fürsorge zum Zweck einheitlicher Organisation der Ausführung ron Rotstandsarbeiten ergreifen. Eine Reihe von Stadtverwaltungen im rheinisch- westfälischen Industriebezirt hat bereits in Berlin Bor fchläge unterbreitet, die darauf hinzielen, daß Retch oder Staat zu ben bisherigen Beträgen für die Erwerbslosenunterstützung und für die Säße der ausgesteuerten Erwerbslosen den Städten einen 3u.-G. vorm. Gebr. Stoewer( Auto- Stoewer) haben heute bie Ge fuß von 23 bis 30 Bro3. gewähren. Mit diesen Summen fönnte faft mit einem Schlage die unproduttive Erwerbslosenfürsorge in eine probuftive umgewandelt werden. Auf diese Weife würde tie Ausführung einer Reihe dringender öffentlicher Arbeiten, wie die Eisenbahn und Straßenbauprojekte, möglich. Die Bildung der Zentralstelle für Notstandsarbeiten soll dem Ber. bandspräsidenten bes Siedlungsverbandes für den Ruhrkohlenbezirk übertragen werden. Die Berhandlungen innerhalb der in Frage tommenden Stadtperwaltungen werden in den nächsten Tagen ein. geleitet. häftsaufsicht beantragt. Der Status des Unternehmens ist jedoch, wie die Firma mitteilt, durchaus attiv. Die genannte Maßnahme ist durch die allgemeine Wirtschaftslage notwendig geworden, die die Beschaffung des notwendigen Betriebstapitals, cr fchwert, während andererseits die Außenstände bes Werkes nicht einzutreiben sind. Auch der Mattino, bas in Neapel erscheinende größte nicht faschistische Blatt Süd taliens, mußte jegt eingehen, nachdem ihm die faschistischen Behörden das Leben unmöglich machten. Sein Her ausgeber, die Brüder Scarfoglio wurden vor wenigen Lagen Genoffe Bechynje, der neue tichechische Eisenbahnminifter, ift megen einer Lappalie zu stehen Monaten Gefängnis gum Stellvertreter des Ministerpräsidenten ernannt. Derurteilt. Man fann es der sozialdemokratischen Fraffion mahr haftig nicht verdenken, wenn sie fich diesem Partner gegen über mit aller möglichen Borsicht mappnet. Darum die Notwendigkeit weiterer Stlarstellungen. Die Sozialdemokratie hat ein Recht, flipp und klar zu erfahren, wie sich die anderen Barteien, besonders die Volkspartei, zu ihren Forderungen ftellen. Auch diejenigen, ja gerade diejenigen, die das Zu ftandekommen der Großen Koalition ersehnen, müssen boch einsehen, daß ein Bündnis, wenn es Bestand haben foll, nicht auf 3weidentigkeiten und gewollten Untlarheiten errichtet werden darf. Es ist sehr richtig bemerkt worden, daß ein solches Bündnis auf gegenseitigem Bertrauen beruhen muß. Mer vor den Tatsachen nicht die Augen verschließt, der muß er kennen, daß ein solches Vertrauen zwischen der Bollspartei und der Sozialdemokratie nicht vorhanden ist. Darum ver langt die Boltspartei genau zu missen, ob mir zu unferen Borschlägen stehen. darum verlangen wir genau zu wiffen, wie sich die Bolkspartei zu ihnen stellt. Wir haben auf unsere Frage an die Bolkspartei bisher feine andere Antwort erhalten als die ablehnenbe ihrer Presse. Was aber die Frage der volkspartei lichen Breffe an uns betrifft, so fönnen wir allerdings erklären, daß wir zu unseren Borschlägen stehen, und wir dürfen das nicht nur in unserem Namen aussprechen, sondern auch in dem unserer Reichstagsfrattion Wir hoffen, daß der heutige Tag. endlich volle Klarheit bringen wird. Bon unserer Seite hat fie nie gefehlt. Die Sozialdemokratie hat ihr Aktionsprogramm aufgestellt und fie hat feinen Zweifel daran gelaffen, daß fie die Bedenken nicht ihre als makvoll anerkannten Borschläge von allen gegen die geplante Koalition nicht überwinden fann, wenn Seiten in offener, jeben 3wetfel ausschließenber Weise angenommen werden Anhänger im Lande nicht, und darum glauben sie auch nicht An diese Annahme unserer Borschläge glauben unsere an das Zustandekommen der Großen Koalition. Sie haben aber den berechtigten Wunsch, daß das Halbbunkel der ver traulichen Besprechungen, endlich dem vollen Licht weiche, das nicht lange fehlen darf, wenn der Gedante der Demotratie nicht Schaden leiden soll. Der Programmentwurf, den Herr Dr. Roch gestern in der Besprechung der Parteiführer vorlegte, foll als„ ftreng vertroulich behandelt merden. Das hindert aber die ver Die Richtlinien, die der Abg. Noch heute den Parteiführern vor. legte, sollen im Wertlaut erst veröffentlicht werden, wenn ihre end gültige Formulierung feststeht. Schon jezt fönnen wir mitteilen, daß sie außenpolitisch darauf hinzielen, eine Lebendigmachung des Locarno Geist es zu erreichen, und daß der Hoffnung Ausdruf gegeben wird, daß die Befeßung möglichst bald beseitigt wird. Beiter wird betont, daß ein Zusammenarbeiten der europäischen Länder notwendig ist, und daß eine Weltwirtschaftstonferenz geeignet sei, hier fördernd zu wirken. 3 schiedenen Rorrespondenzbureaus nicht, Auszüge aus ihm zu vereinigung, Herr von 3engen, ist ber Deffentlichkeit noch die veröffentlichen. Eine dieser Meldungen, lautet: Mitteilung schuldig, daß die Vereinigung der Arbeitgeberverbände die im Berlag des Herrn Erdmann erschienenen Broschüren Ar. beiterschaft und Erfüllungspolitit"( von socius") und was der Arbeiter über das Washingtoner Ab. tommen und den Achtstunbentag nicht erfährt"( pen Albert) weder angeregt, noch beeinflußt, noch planmäßig vertrieben hat. Die eidesstattliche Erklärung des Herrn von Zengen, daß er auf die Redaktion dieser Broschüren teinerlei Einfluß genommen habe, würde es dann erst gestatten, sich der kritischen Behandlung anderer Broschüren zu widmen. Dabei fann jetzt schon berichtigend bemerkt werden, daß es sich nicht um jungsozialistische Schriften handelt, da die Verfasser der weiteren Schriften nur irr. tümlicherweise als Jungfozialisten angesehen wurdne. Was die innenpolitischen Feststellungen betrifft, so wird hervor. gehoben, daß der 301ltarif fein Selbstzmed sei, sondern ein Instrument, um eine möglichst greße Ausdehnung des deutschen Handels in der Welt zu erreichen. Ferner wird die Frage der Sieblung angeschnitten, die mehr als bisher gefördert werden müsse, besonders um den Inlandsmarkt zu ftärten. Es wird die Notwendigkeit betont, daß die Wirtschaft rationalisiert wird. Um bei diesen Bemühungen zu einer höheren Wirtschaftlichkeit zu kommen, wird ein enges Zusammenarbeiten zwischen der Wirtschaft selber und der Reichsregierung sowie den Regierungen der Länder gefordert, damit fie fich gegenseitig in die Hand arbeiten. 2. Herr von Borsig bestätigt fernerhin, daß einem Führer des christlich nationalen" Landarbeiterverban. des es handelt sich dabei um die Person des deutschnationalen Retchstagsabgeordneten Behrens pen der Bereinigung ein finanzielles Darlehn gewährt worden sei. Ich fann ein schaltend bementen, daß diefes Darlehen, wenigstens formell, in der Mitte der vergangenen Woche- also einige Tage nach dem Artifel in der Frankfurter Zeitung" vom 6. b. M.! zurückgezahlt wor. ben ist!! Bisher gehörte die finanzielle Unterstützung von Gemert. Es wird weiter die Einfeßung eines Sachverständigenausschusses schaften, die doch die sozialpolitische Kampforganisation des Gegners zur Prüfung der Steuergefeße verlangt. Eine Reihe von find, nicht zum Aufgabenbereich der Vereinigung Forderungen werden auf fozialpolitischem Gebiete gestellt. Die Be- Deutscher Arbeitgeberverbände, und Herr von Borsig sprechungen mit dem Arbeitsminister haben hier bereits eine Grund behauptet, dieses angebliche Darlehen sei einer gewerkschaftlichen lage gegeben. Im Arbeitsministerium liegt bereits ein Gelegentwurf Drganisation gegeben worden. Hier haben nun zunächst die vor, der alle Arbeitszeitfragen z jammenfaßt.( Kinderschutz, Schuß Führer der christlichen Gewerkschaften das Wert, deren Organ, der ber Frauenarbeit. Sonntagsarbeit usw.) Hinsichtlich der Ratifi Deutsche, selbst den recht trüben politischen Hinter tation des Washingtoner blommens wird gesagt, grund dieses angeblich fozialpolitischen Darlehns angezeigt hat. daß sie gleitzeitig mit Frankreich, Belgien und England erfelgen Die chriftlichen Gewerkschaften haben bisher, genau so wie die frei. follte, damit eine gemiffe Gegenseitigkeit der hauptsächlichsten Sn- heitlich- nationale und die freigewerkschaftliche Richtung, auf ihre duftrieländer gewährleistet wird. materielle und persönliche Unabhängigfeit vom Arbeitgeber tum entscheidenden Wert gelegt. Die Verteidigung des Herrn von tum entscheidenden Wert gelegt. Die Berteidigung des Herrn von Borsig fönnte sie in ein trübes Licht rücken, sie werden sich aber, davon bin ich überzeugt, zu wehren wissen. Daß sich der Entwurf des Herrn Koch auf solche wohl mollende Allgemeinheiten beschränkt, möchten wir nicht annehmen. So wie sie ist, fann aber die Veröffentlichung für den Wunsch der Sozialdemokratie nach, Riarstellungen nur als weitere Rechtfertigung dienen. Zu den heutigen Berhandlungen, die um 10 Uhr vormittags beginnen, wird übrigens gemeldet, daß sich an ihnen auch die wirtschaftspartei zu beteiligen wünscht. Die Bayerische Boltspartei hatte schon an den gestrigen teilgenommen. Die Arbeitgeberkorruption. Borsigs Erzählungen. Der demokratische Reichstagsabgeordnete Lemmer Der öffentlichte in der, Franti. Zeitung" feine Antwort auf die Entgegnung des Herrn v. Borsig die wir gestern bereits wiedergegeben haben. Auch er stellt die auffallende Tatsache fest, daß Herr v. Borsig sich persönlich äußert, während die Derantwortliche Geschäftsführung der Ber einigung deutscher Arbeitgeberverbände schweigt. Sie hat guten Grund dazu. Zur Sache selbst erklärt Lemmer folgendes: 1. Herr von Borsig bestätigt, daß die Bereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände die sozialpolitische Kampforganisation der Arbeitgeber, Berlagsgesellschaften, die der Arbeiterbewegung naheftehen, finanziell unterstüt hat und die literarischen Erzeugnisse derselben durch die eigene Organisation als fozialistische Literatur pertrieben hat. Das wäre nur eine faltvolle Umschreibung meiner Antiage von planmäßiger Korruption". Der sozialdemokratische Parteivorstand hatte schon eine richtige Auffaffung von der Geschäftspraris des Berlegers Carl Erdmann, dessen intime geschäftliche und persönliche Beziehungen zu den Arbeitgeberverbänden die Parteileitung veran lakten, ihn im Interesse der politischen Sauberteit öffentlich und energisch abzuschütteln Zur weiteren klärung bedarf die Antwort des Herrn von Borsig noch einer Ergänzung. Der Propagandachef ber Arbeitgeber Spaziergang im Schnee. Bon Hardy Worm Du gehst durch winterliche Straßen. Wenn du an den Tiergarten fommft, bleibst du überrascht und tiefglücklich stehen. Nur noch unflar hörst du das dumpfe Rollen der Wagen. Du siehst feine Häufer mehr und feine Automobile. Nur Schnee und Bäume. Und wenn du dann tiefer in den Barf schreitest por bir liegt eine weiße Fläche, die noch tein Fuß beschmußte- fühlst du dich einsam und dennoch glücklich. Auf den Bänken liegt did ber Schnee. Du ballst ihn in der Hand und wirfst ihn gegen die Zweige. Und dann beginnt ein Singen, die Zweige erzittern und schütten Schnee über dich aus. Du läßt ihn langsam auf deiner Haut zerrinnen und mit einem Male überkommt dich die tolle Luft, laut in den winterlichen Bart zu rufen, dich in die Schneeberge zu werfen, ganz unterzutauchen in der Kälte, die alles ungesunde und Krante wegfrißt. Aber du bift viel zu wohlerzogen und zu alt, um deinem Innern die Er. füllung zu geben. Du schreitest fittfam den reingefegten Fußgänger. pfad entlang und bemertft nur mit fröhlicher Berwunderung, daß ba ein Schild steht, das das Betreten der Rasenfläche bei hoher Strafe verbietet. Du gehst also weiter und tommit an einen fleinen See. Der See ist zugefroren und blant und spiegelglatt. Du möchteft gern darüber hinwegrutschen, aber du traust dich nicht. Schließlich hat auch der Bart ein Ende. Du siehst burch eine Lichtung und nimmst schon ein Haus wahr. Ein Haus, das sich eine weiße Budelmüße aufgefeßt hat und mit vielen blanten Augen in bie Welt blidt. Du siehst dich noch einmal um. Du bestaunft noch einmal den See, der ganz zufammengeschrumpft ist und wie ein Spudfled aussieht, du bestaunft noch einmal die Warnungstafel, die sich ausnimmt wie ein Preiszettel, den ein geschäftstüchtiger Mann in die Schneelandschaft geftedt hat. Und mit einem Male wirst du an die Welt da draußen erinnert. Du benfit daran, daß bleiche junge Mädchen in einem Bureau hocken und langweilige Zahlen in Bücher frigeln. Du denkst daran, daß Männer in riesigen Fabrifräumen stehen, umdröhnt vom Rauschen der Maschinen. Sie sehen das Sie fehen das alles nicht, was du jetzt gesehen hast. Nicht den Bart, nicht den See. Nicht diese Winterlandfchaft, die einen so namentos glüdlich machen tann. Und da wirst du sehr traurig. Du gehst langsam vorwärts, wirft zur Seite gestoßen und beschimpft und merfft, daß du wieder auf der Straße stehst, umgeben von Menschen, die feine Zeit haben und sich tas Leben verbittern. Du siehst Herren und Damen im Belz. Sie tragen viele Kleine Batete und sind sehr lustig. Du siehst eine arme alte Frau, die eine Starre vor sich herschiebt. Du siehst einen fleinen verfrorenen Jungen, der sich ein Weihnachtslieb pfeift. Schließlich bemerfst du, daß du naffe Füße bekommen haft. Du wartest auf die Bahn. Aber sie fommt nicht. Nachher stehst du Im übrigen ist die Formulierung im Antwortschreiben des Herrn von Borfig recht wenig eindeutig. Von der Unterstüßung direkt oder indirett spielt hierbet teine Rolle eines Fememör. ders sei feine Rede". O, doch, hierven ist allermärts die Rede! Vielleicht veranlaßt Herr v. Borsig Herrn v. Bengen, auch hierzu fich efdesstattlich zu erklären, dann erst wird man weiter sehen fönnen, was zur restlosen Klärung noch übrig zu tun ist. 3. Herr D. Borsig hat es unterlaffen, die Affaffung zurüdzu weisen, daß man innerhalb der Vereinigung der Arbeitgeberverbände felbft über die Bragis ihrer jüngsten Politif recht geteilter Meinung sei. Diese Auffassung müßte noch ad ab surdum geführt werden, und zwar nur dadurch, daß man alle Mitarbeiter der Bereinigung veranlaßte, in aller Deffentlichkeit eine bereln gende Erklärung abzugeben, daß man alle Maßnahmen der Geschäftsführung der Bereinigung verantwortlich zu deden bereit fel. Herr v. Borsig ist also einmal ganz gründlich auf seine Beraler hereingefallen. Die Tatsache, daß man in der Arbeitgebervereinigung den 3wed des Darlehns an ben deutschnationalen Abgeordneten Behrens schon seit Monaten gefannt hat, ohne daß das Darlehn deswegen zurückgefordert worden wäre, wird selbst Herr Hauptmann a. D. v. 3 e ngen nicht bestreiten wollen. Was uns besonders interessiert, ist der Umstand, daß Herr v. Borsig tatsächlich erklärt hat, die Herausgabe der Schriftenreihe des Firn" und ähnlicher Bücher fei von der Arbeitgeberpereinigung finanziert worden ein: Erilärung, die man bisher forgfältig zu umgehen persucht hat. Nach diesem Eingeständnis sollte man im Arbeitgeberlager doch nicht mehr mit tleinlichen Mogeleien ben Sachverhalt zu vertuschen suchen! Uebrigens wird die Schriftenreihe desirn" nicht von Herrn Karl Erdmann, dem der Arbeitgebervereinigung etwas tostspieligen Berater und Agenten des Berlags, herausgegeben, sondern vielmehr von dem„ Berlag der Neuen Gesellschaft", einer gerichtlich bis her nicht eingetragenen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, zwischen Menschen, die lieblos sind, die einander die Ellbogen in die Seite stoßen. Du hörst, daß die Lebensmittelpreise wieder gestiegen sind und die Regierung unfähig ist. Wenn du zu Hause eintrittst und den Steuermahnzettel auf dem Tische liegen siehst, hast du dein winterliches Erlebnis schon längst vergessen. www Die befehrie Sünderin und das Wunderkind. Helga Ror. mann, feit ihrem wenig verheißungsvollen Debut vor zwei Jahren auf Berliner Bodien nicht mehr gelehen, tanzte im Blüthner SaaL Ueberraschte und erfreute durch den vornehmen, ernst fünstlerischen Gang ihrer Entwidlung. Der Pappfrosch ist verfchwunden und Brüden werden nur geschlagen, wo sie vonnöten find. Enthaltsamfeit von allem Unwesentlichen, allem Aeußerlichen, allem treibung schädlich werden. Die befehrie Sünderin ist scheint mir Spielerischen. Bravo. Aber ein löbliches Prinzip fann durch Ueberzu streng geworden. Zu astetisch. Hat etwas von ber Haltung der Schrent( auch äußerlich in der mütterlich schützenden, behütenden Beugung bes Oberförpers.) Aber bei der Schrenk fühlt man unter ber starren Lava den gefesselten Feuerberg. Bei der Normann möchte man ihn vermuten, fühlt ihn aber nicht. Daher dringt sie nicht bis schütternd, nicht hinreißend, nicht berzbewegend. Selbst, wo sie bie ins Innerste der Seele. Korreft, nobel, sympathisch, aber nicht erBügel etwas foderer läßt, bleibt die letzte Wirkung aus( zweiter Lanz nach nordischen Motiven). Rhythmische Bewegungsfolgen werden nicht fonsequent durchgeführt, werden plöglich fprunghaft abgebrochen. Ausdrudsstarte abstratte Schmunge werden von banalen naturalistischen Gesten ernüchternd durchsetzt( Mysterium): Dittatur des Intelletts? Mangel an Temperament? Jedenfalls ist das höchste Ziel noch nicht erreicht. Aber der Weg zu ihm ist betreten. Bir dürfen hoffen hinter ber Albert Baumeister, ein Angestellter des Internationalen Arbeitsamts, steht. Daneben laufen die Ber öffentlichungen der von Lemmer erwähnten Deutschen irtschaftspolitischen Gesellschaft", deren Name der Deckmantel für die Aufklärungstätigkeit des Herrn Erdmann ist. Eine Untersuchung der Parteiinstanzen gegen diese beiden Persönlichkeiten ist bekanntlich seit längerer Zeit im Gange. Der bayerische Held. Partikularist, Legitimist und Legalist mit Vorbehalt. München, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der baŋe rische Ministerpräsident Dr. Held nahm am Dienstag das Bort in der politischen Aussprache zum bayerischen Etat, wobei er sich in scharfer Weise zu dem Zentralismus der Reichsverwaltung und der Reichsgefehgebung aussprach, der das Eigenleben der Länder vollständig aushöhle. In diesem Zusammenhang sprach er sich auch gegen den Reichstanzlerfanbibaten Roch aus wegen seiner befannten Denkschrift über den deutschen Einheits. staat. Die fozialdemokratische Interpellation über Umtriebe afti. viftischer Butschmonarchisten beantwor: ie der Ministerpräsident in einer vollständig unzulänglichen Weise. Er bestritt, daß irgend etmas Ungesetzliches vorgekommen sei. Der Kronprinz Rupp. redt halte nach wie vor an feinem Borte fest: Dyniaftische Interessen berühren mich nicht, sondern die Wohlfahrt des ganzen Bolles ist für mich entscheidend."(!!) Dr. Held erklärte auf sozial demokratische Zurufe, schließlich habe doch das bayerische Bolt darüber zu entscheiden, welche Staatsform es wünsche.( Also auch im Widerspruch zur Verfassung des Reichs! Red.) Dr. Held bekannte sich felbft als Legitimist, aber gleichzeitig fet er auch Legalist, meshalb er die Gefeße, folange fie befstünden, achte und schüße. Gegen den sozialdemokratischen Angriff nahm er die früheren Ministerpräsiedenten Stahr und von Knilling in Schutz. Er schloß mit der Aufforderung an die Opposition, doch endlich die Kritik an der Bergangenheit einzustellen. Im Laufe seiner Rede erflärte der Ministerpräsident zu dem von der Regierung weiterhin aufrechterhaltenen Redeverbot Hitlers, daß Hitler es selbst in der Hand habe, das Redeverbot aufzuheben. Er brauche nur ein flares, eindeutiges Bekenntnis abzulegen, daß er nicht mehr der Hitler von 1923[ ei. Das Einspruchsrecht des Reichstags. Eine Entscheidung des Rechtsausschusses. Der Rechtsausschuß des Reichstags verhandelte über die Auslegung des Artitels 72 Sat 1 der Reichsverfassung. Dieser Satz lautet: Die Verkündung eines Reichsgefeges ist um zwei Monate auszusehen, wenn es ein Drittel des Reichs tags Derlangt. Die Frage drehte sich darum, ob unter diesem Drittel die Zahl fämtlicher Reichstagsmitglieder, durch drei geteilt, zu ver stehen ist, oder ob der Say so auszulegen ist, daß schon ein Drittel der anwesenden Mitglieder des Reichstags die Auslegung der Berfündung eines Reichsgefeges verlangen fann. zu dem Schluß, daß die letztere Auffassung die dem Sinne des Gesezes entsprechende sei. Man fam Vorbereitung der Abrüstungskonferenz. Teutschland, Rußland, Amerika eingeladen. WTB. meldet: Wie wir hören, ist die Enlotung des Vorgenden des Völkerbundsrates an die deutiche Regierung zur Teilnahme an der am 15. Gebinar 1026 beginnenden Sitzung der Kommission zur Vorbereitung der Abiüftunge: onferenz in Berlin eingegangen. Wie verlautet, find entsprechende Einladungen auch an Rußland und die Bereinigten Staaten ergangen. Die parlamentarische Seffion der Arbeiterpartel h'elt heute thre Jahresversammlung ab, in deren Berlauf das Bureau er neuert murde. Zum Borsitzenden murde Macdonald, zum wiedergewählt. Darauf wurde eine Entschließung angenommar, in Bizepräsidenten Innes und zum Einpeitscher Henderson ber die Führer aufgefordert werden, einen vollständigen Blan zur wirksamen Betämpfung der Regierungspol tit auszuarbeiten und besonders die Maßnahmen gegen die Arbeitslosentrise zu prüfen. rersitäten toch gemachsen. Jedenfalls ist man in China bestrebt, gründlich mit der Vergangenheit aufzuräumen. Die beinahe einige Jahrtausende alte Prüfungsordnung und die fonfuzianische Staatsphilofophie find gefallen und anderes mehr. Ganz wie in Japan hat tragen, bis man sie nicht mehr braucht. Dem Christentum werden man fremden Lehrmeistern die Einführung von Reformen übercuch feine Schwierigkeiten mehr in den Weg gelegt. Ob die Ein. führung einer neuen Religion ein Glück für das chinesische Boll ist, wird von manchen europäischen Gelehrten bestritten. Die Urteile gehen da sehr auseinander. Jedenfalls haben wir unter den China. fennern manche, die es beflagen, daß man in China anfängt, dem Buddhismus und dem Konfuzianismus den Rüden zu fehren. Bers ständige Missionare benten daran, in China ein Christentum zu Ichren, das sich eng an das chinesische Denken, Fühlen und Empfinden anpassen soll. folgenbe wahre Geschichte veröffentlicht: Ein Arzt befand sich im Nadie Mädchen als Zugflere. Die Bramba" hat vor furzem vergangenen Sommer auf einer Inspektionsreise im Innern Ruß lands. Er fam in ein weit entlegenes Dorf, wo die Leute gewiffer maßen noch im Urzustand leben, so daß er geradezu fürchtete, bie Leute würden ihn ermorden, da sie thin gegenüber bas größte Mißtrauen befundeten. Nachts wurde er durch ein unheimliches Gesumme aus dem Schlaf geweckt. Als er aus dem Bett sprang und in bie zwar fein Bedenten zerstreute. ihn aber in um so größeres Er. größter Angst zum Fenster eilte, sch er im Mondschein eine Szene, ftaunen verfekte. Auf dem Plat waren etwa ein Dußend splitternadte Mäbdjen versammelt. Ein alter, würdig aussehender Bauer Kinder, seid ehrlich, sonst ist das ganze Dorf verloren. Nur wer redete ihnen zu, wopon der Arzt nur folgenben Sah hören fonnie: wirklich unschuldig ist, tann mitmachen. Nach dieser Bilie ent fernten sich auch einige Mädchen mit traurigen Mienen und zogen fich an. Die anderen murden in einen Pflug eingespannt. merfwürdige Prozession begab sich unter den längen eines eigen. artigen Chorliedes zum Dorftor. Wie der Arzt am nächsten Tag herausbrachte, handelte es sich um eine eigenartige, aus grauefter Borzeit stammende Sitte. Um das Dorf vor einer Seuche zu schüber, muß es dreimal umgepflügt werden, wobei der Pflug von nadie, unschuldigen Mädchen gezogen werden muß. Den Anlaß zu dieser Beremonie gab lediglich die Anwesenheit des Arztes, da bie De fe Arzt hielt es für geraten, so schnell wie möglich seine Sachen zu bewohner überzeugt waren, er habe eine Seuche mitgebradt. Der paden und, solange er noch heil war, das Dorf zu verlassen Tanzende Wunderfinder find für jeben Gefchmadvollen eine peinliche Angelegenheit. Albern, wenn sie Allüren der Erwachsenen nachahmen, abstoßend, wenn sie findliche Naivität fofettierend mimen müssen. Die zehnjährige Münchnerin Helma Pfeiffer, die ich im lindworth Scharwenta Saal fah, hat na türüche Anmut und verfügt über eine Technit, um die sie manche Primaballerina beneiden fönnte. Ließe man file rationell arbeiten ihr. Jetzt wird sie gezwungen, schmachvollen Raubbau mit ihren und ungestört sich entwickeln, so würde vielleicht eine Künstlerin aus Gaben zu treiben. 3m Drill geht die etwa vorhandene Eigenart zum Teufel und ber dauernde Zwang zur Effetthascherei erstickt Don pornherein jebe Regung einer redlichen fünstlerischen Gesinnung. Wenn fein Bunder geschieht, ist das Bunderkind für die Stunft Aufführung von Don Pasquale" ausnahmsweise um 7, Uhr beginnt. verloren. Man sollte dieje Art von Kinderarbeit" gesetzlich ver. J. S. bieten. Wie jeht in China gelernt wird. Daß in China fegt eifrig gelernt wird, unterliegt feinem Zweifel. Die Reformanhänger, die schon in den legten Zeiten der Mandschuraiser hervortraten, haben sich bunch gelebt: ganz ähnlich wie in Japan arbeitet der Chinese auf allen barüber in dem eben erschienenen Erdbüchlein" für 1926: Wenn Arbeitsfeldern nach fremdem Borbild. Prof. Dr. Herzberg schreibt man es anfänglich vorzog, in Japan zu lernen, so ist die Zahl der chinesischen Studenten an europäischen und amerikanischen UniDie Die Infenbang der Stäblichen Oper welst barauf hin, bak bie heutige Das Philharmonl'che Dichefler veranstaltet am 18., abends 8 Uhr, ta Berliner erste Cor unt r eltung von Dr. uri Singer ber Singala demie eint stabtisches Boltstonzert Ter bat feine Mitwirkung zugesagt. Der Borverlauf findet ſtatt: bet. Wert beim. in ber Berliner Gewerkschaftskommiffion, Engelaire 15, im Zigarren geidät von Borsch und abends an ber Stasse. Stasseneröffnung 7 litr. Gintritt 40 Pfennig. Programm 10 Biennig. 23. Januar 1926, im Sportbalafi statt. Eine Kostümberatungsstelle „ Das Goufferfest ber Schule Reimann findet am Sonnabend, ben ist durch den Festausschuß eingerichtet worden. Erregte Landtagssihung. Stendel gegen Koch- Die Koalitionsparteien demonstrieren gegen Wulle. Im weiteren Berlauf der geftrigen 2andtagsfikung richtete der Abg. Stendel( D. Bp.) scharfe Angriffe gegen den demokratischen Reichstagsabgeordneten Roch, der im Wahlfälschungsprozeß des Oldenburger Lehrers Simers Berteidiger gewefen fei und später einen Artikel über den Fall peröffentlicht habe. Er habe die politische Einstellung der Richter und das hohe Strafmaß tritifiert. Zu dem Sachverhalt sei zu bemerken, daß für Jarres genau so viel Stimmen zu wenig gezählt worden seien, wie für Hellpach zu viel Als man den Angeklagten nach der Haus fuchung fragie, was er zu diesem Befund zu sagen habe, sagte er nicht: 3ch bestreite das." sondern er sagte:„ Borläufig will ich es nicht zugeben." Als der Staatsanwalt Berufung wegen des Strafmaßes eingelegt hat, sind von seiten der Verteidigung Verhandlungen angeknüpft worden mit dem Anerbieten, die Berufung der Verteidigung zurückzuziehen, falls die Berufung der Staatsanwaltschaft zurüdgezogen werde. Daraus ergibt sich, daß der Angeklagte bereit gewesen ist, bie Strafe an zutreten. Wir menden uns dagegen, daß bei dieser Sachlage Minister Koch so schwere Berunglimpfungen der Justiz fich hat zuschulden kommen laffen. Das Urteil ist noch nicht rechtsfräftig. Die Justizbehörde muß dazu Stellung nehmen. Auch in späteren Fällen follte sie die Deffentlichkeit rechtzeitig aufklären. Abg. Falt( Dem.) wirft die Frage auf, ob es vom Abg. Stendel sehr flug gewesen sei, gerabe jest, wo die Berhand. lungen über die Große Roalition schweben( Lachen rechts), den Minister Koch in dieser Weise anzugreifen. Dieser war als Verteidiger in dem Prozeß tätig und war aufs tieffte erschüttert über die von ihm nicht erwartete Berurteilung. Er sah darin ein Fehlurteil, ein Urteil, das einen nach seiner Auffassung ehren. haften und unschuldigen Mann zu Unrecht der Ehre und der Freiheit beraubte. Ich bewundere den Mut des Herrn Stendel, daß er als Landgerichtsdireffor in fo eingehender Weise über ein schwebendes Verfahren spricht, obgleich er selbst bekannt hat, die Uften nicht zu fennen. Herr Koch hat sehr wohl das Recht, wenn er Verteidiger ist, für den Anneflaaten, dem nach seiner Anlicht Unrecht geschehen ift, in die Deffentlichkeit zu flüchten. Ich weiß nicht, ob er in seinem Artikel allgemeine Angriffe gegen das Richtertum gerichtet hat; das würde auch ich nicht billigen. Abg. Stendel( D. Bp.) gab barauf die Erflärung ab, er be. zweifle, daß feine Ausführungen gegen den Minister Koch die Arbeiten an der Großen Koalition( Lachen rechts) stören tönnten. Er habe es als Pflicht eines Richters angefehen, gegen die schweren Berunglimpfungen des Ministers in dem Tageblatt" Artitel Stellung zu nehmen.( Lebhafter Beifall b. d. D. Bp.) Wenn er das nicht bereits bei der zweiten Lesung getan hätte, fo fel es darauf zurüc zuführen, daß ihm das Material noch nicht zur Verfügung ge standen habe. Dann tommt es, als Abg. Wulle,( Bölt.) den Saal betritt, zu einem heftigen Tumult Abg. Lewerenk- Crefeld( Soz.) erklärt, es bewege sich im Saal immer noch ein Mann, der unter startem Berdacht stehe, an einem Mord mitbeteiligt zu sein. Er will es auch wagen, noch von der Tribüne dieses Hauses herab zu sprechen. Abg. Wulle( Bölf.) betrat darauf die Tribüne. Sofort verlassen die Sozialdemokraten gefchloffen den Saal. Die Ausführungen Bulles gingen in dem großen von den Kommunisten veranstalteten Lärm unter, der schließlich, ba ihn der Bizepräsident nicht zu be haben vermochte, zu einer Unterbrechung ber Sigung auf 5 Minuten führte. Magere Hilfe für die Beamten. Der Reichstag beschließt 30 M. Weihnachtsunterstützung. Der Reichstag lehnte gestern zunächst eine Reihe von Ge fuchen um die Genehmigung von Strafverfahren gegen Abgeordnete nach dem Vorschlag des Geschäftsordnungsausschusses ab. In anderen Fällen wird die Einstellung des Berfahrens beschlossen. Das Haus feßt dann die Beratung der Besoldungsauf befferung für Beamte fort. Abg. Groß( 3.): Die Regierung hat versagt, noch vor wenigen Wochen hätte man ohne die jeßigen Schwierigkeiten eine Regelung finden können. Statt den Beamten immer Bersprechun gen zu machen, hätte man erflären sollen, die Beamten erhaiten nichts, dann hätten sie wenigstens gewußt, woran sie sind. Für das Unannehmbar der Regierung in bezug auf ben Antrag des Haushaltsausschusses fehlen alle fachlichen Abg. Steinkopf( Soz.) Gründe. wendet sich gegen die Behauptung des Abg. Moraht( D. Bp.), feine Partei habe mehr soziales Verständnis für die Beamten gezeigt als bie Sozialdemokraten. Wenn er sich auf einen von ihm im Ausschuß eingebrachten Antrag vom Juli berufe, wonach 25 Millionen für die Beamten bereitgestellt werden sollen, so gehe aus den Berichten über die Ausschußverhandlungen hervor, daß damals auf Anregung des Abg. Ersing( 3.) eine Berständigung zwischen den Barteien erzielt worden ist. In seiner befannten Geschäftstüchtigkeit hat dann Herr Morath fofort einen Antrag daraus formuliert und darunter seinen Namen gefeßt. Für eine solche Meihode haben wir aller. bings fein Verständnis. Das soziale Gefühl der Rechts. parteien zeigt sich auch jetzt bei ihrem Antrag, auch den höheren Beamtengruppen Unterstügungen zu gewähren. Wir wissen ganz genau, daß auch unter den Gruppen 7 bis 9 Not stände bestehen. Aber auf Grund der Finanzlage mußlen mir uns darauf beschränken, den Gruppen 1 bis 6 möglichst schnell Hilfe zu leisten. Wenn Herr Morath gestern außerdem behauptet hat, daß eine Deputation von Beamten von dem damaligen Reichstanzler Bauer nicht empfangen worden sei, so ist dazu festzustellen, daß Herr Bauer gar nicht zu Hause war, er also die Deputation gar nicht Schreiben niedergelegt. Man muß doch auch einen Unterschied empfangen fonnte. Sie hat denn auch ihre Wünsche in einem machen zwischen den damaligen Berhältnissen und denen von heute. Man muß endlich aufhören, die Inflationszeit und die heutige Zeit miteinander zu vergleichen. Wenn ich in derselben Weise operieren der schlimmsten 3eit der 3nflation unter der Reichs wollte wie Herr Morath, so fönnte ich darauf hinweisen, daß in tanzlerschaft Stresemann die Beamten mit einigen Gold pfennigen nach Hause gegangen find. Man fann nur bie Bor riegszeit und die heutige Lage miteinander vergleichen, wenn man ein richtiges Bild gewinnen will. Wir gehen von der Auffaffung aus, daß angesichts der finanziellen Bechältnisse eine Berständigung gesucht werden kann, aber wenn Sie allen Beamten, auch den höheren Gruppen, helfen wollen, dann sage ich: Nur zu! Dann aber muß auch den Arbeitslosen geholfen werden. Nach Bledereröffnung der Sigung teilte Bizepräsident Garnich mit, er werde die fchärften geldhäftsordnungsmäßigen Mittel bel Wiederholung des Lärmes ergreifen. Nach der Geschäftsordnung habe Abg. Mulle das Recht, das zu fagen, mas er zu sagen habe. Als Abg. Wulle( Volf.) wiederum bie Tribüne betritt, wird er von der Linten abermals mit stürmischen Zurufen: Meucheldhaft hat fein Berständnis dafür, daß auf der einen Seite riesige mörder. Mörder! ufm. empfangen. Darauf verlassen die Demokraten, das Zentrum, Sozialdemokra fen und Kommunisten unter lebhaften Pfui!-Rufen den Saal. Abg. Wulle( Bölk.) führt dann u. a. aus: Es habe sich erwiesen, daß Oberleutnant Müller ein Defraudant größten Stils gewesen ist. Wenn Grütte Leder erklärt, ich hätte die Tat angedeutet und mein Einverständnis mit ihr befundet, dann brauche ich wohl nur zu sagen, daß Sie uns nicht für so fau dämlich halten müssen. Erst nach Monaten haben wir von dem Morde erfahren. Alle gegen uns gerichteten Behauptungen find erftunten und erlogen. Bedauerlich ist es, daß man mich nicht als Beugen geladen hat; außerdem wurde der Prozeß über ein Jahr perfchleppt. Das Haus geht darauf über zur Beratung des Haushalts für Dollswohlfahrt. Frau Kunert( Soz.) berichtet über die Ausschußberatungen zu dem Antrage über Wochenhilfe und Mutterschaftshilfe, während Frau Abg. Ege( Soz.) ben Bericht über den Antrag erstattet, der sich mit der Erwerbsarbeit der( chwangeren Frauen und Mädchen beschäftigt. Bohlfahrtsminister Hirtfiefer weist in Beantwortung einer Gro. Ben Anfrage darauf hin, daß für Siedlungszwede in den vergangenen Jahren vom Staate ben Fürsorgegesellschaften genügende Mengen staatliches Fest holz zu mäßigen Breifen nachgewiesen feien. Aba. Jahert( Soz.) feßt sich im Sinne eines Antrages feiner Partei für die Arbeitslofen und Kurzarbeiter in der mittelschlesischen Textilindustrie ein. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Herrn averrenz ist zu erwidern, daß feine Partei die Beamtenschaft so enitäuscht hat wie die feinige. Die Deutschnationalen haben das Blaue vom Himmel herab versprochen, aber nichts getan. In den 10 Monaten, in denen die Deutsch nationalen in der Regierung faßen, ist nichts für die Beamten geschehen außer neuen Steuern und Böllen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichstanzler hat felbst zugegeben, daß die Auswirkungen des Antrags des Haushaltsausschusses für dieses Jahr durchaus tragbar feien. Ich verstehe deshalb nicht, weshalb er sich gegen diesen Antrag mendet, das nächste Jahr fommt doch zunächst nicht in Frage. Man wird es verstehen, menn im Zusammenhang damit bie 2bfindung der Fürfen behandelt mird. Die Beanuen Gummen ausgezahlt merden sollen, während für fie nichts da fei. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Man hat ja auch für bie Bensionierung des Herrn Schiele Geld genug gehabt. Jegt verschenkt er seine Pension, aber er hatte Doch die Abficht, fie anzunehmen, und wenn wir nach deutschnationaler Art reben wollten, fönnten wir fagen, er wollte an der Futterkrippe fitzen bleiben. Er ist doch bei seinem Abgang gefragt worden, wie lange er im Beamtenverhältnis gestanden hat, und er hat dabei feine Einjährigenzeit und die in der Etappe verbrachte Striegszeit angegeben. Wenn es ihm ernft mit feinem Berzicht auf die Benfion gewesen wäre, so hätte er ihn schon damals aussprechen müffen, erst auf den Drudder Deffentlichkeit ist er bazu gefommen. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir verlangen, daß den Elsenbahnbeamten genau dasselbe gegeben wird, was jeht die Reichsbeamten erhalten sollen. Wenn auf die schlechte Finanzlage der Eisenbahn verwiesen wird, so brauchte man ja nur die 25 millionen zu nehmen, aus denen die Zulagen bezahlt werden, die von den Beamten als Korruptionszulagen bezeichnet werden. Man fönnte dazu auch noch die großen 3ulagen ber hohen Beamten nehmen, dann würde für alle Beamten der Eisenbahn das Notwendige da jein. Es ist geradezu ein Standal, baß man dem Bräsidenten der Reichsbahn zu feinen außerordentlich hohen Bezügen nicht nur freie Wohnung, freie Beheizung, freie Be. leuchtung usw. gewährt, sondern daß man ihm darüber hinaus auch noch alle ficinsten Bedürfnisse bezahlt und ihm jogar die Blüh birnen liefert. Wir stehen zu dem Antrag des Ausschusses besonders auch beshalb, weil er für bie riegsbeschädigten günstiger niften ihren Antrag wieder eingebracht haben, nachdem sie im Staatsminiftet als der Antrag Leicht. Es ist bebauerlich, baß bie Kommu Ausschuß erflärt haben, fie moliten für beffen Antrag ftimmen. Sie hätten boch ieht ein solches Agitationsmanöver unterfalien sollen. Bum Schluß ertläre ich: Wenn die Beamten auch jetzt nichts befommen, danu trägt die Berantwortung einzig und allein das Rumpffabinelt des Herrn Dr. Cuther.( Leb. Nach weiteren Ausführungen des Abg. Ladendorff( Wirtschaftl. Bergg.) erfolgen die Abstimmungen. Annahme findet eine Entschließung, wonach das Staatsministe rium auf die Reichsregierung einmirten foll, eine Revision der Oft grenze herbeizuführen zu verfuchen und ein Antrag, daß zum 3wede der Abgeltung von Butschschäden in Oberschlesien besondere Richtlinien herausgegeben werden follen, in denen die sozialen Ge sichtspunkte zu berücksichtigen sind. Abgelehnt werden tommunistische Anträge, das Abkommen von Locarno dem deutschen Bolte selbst zur Entscheidung zu unterbreiten, sowie die Forderungen der Hohenzollern dem Bolts. entfcheib zu unterwerfen, und alle weiteren Zuwendungen an die Hohenzollern einzustellen. Für diesen Antrag stimmen außer den Kommunisten auch die Sozialdemokraten. In namentlicher Abstim mung wird mit 229 gegen 155 Stimmen ein deutschnationaler Antrag abgelehnt, der bei der Pressestelle der preußischen Staatsregierung einen etatsmäßigen Regierungsratspoften streichen will Angenommen wird in namentlicher Abfilmmung mit 210 gegen 180 Stimmen der Ausschußantrag, der die Außertrafffehung der Prelstreibereiverordnung der Ablehnung empfiehlt. Einstimmige Annahme findet ein Antrag, ber um Ermäßigung der Lustbarkeitssteuer für Rinotheater ersucht. Im weiteren Berlaufe der Abstimmungen wurde der Antrag auf Außertraftlegung der Buchergejeze und Preistreiberei. verordnung abgelehnt. Annahme fand der Antrag, in weitem Maße Begnadigungen für Einzelhändler, Handwerter, Gewerbe. treibende und Landwirte eintreten zu laffen, die wegen Breistreiberei perurteilt sind. Gegen die Kommunisten wurde auch dem Entschließungsantrag zugestimmt, mit Rücklicht auf die ständig wachsende Not breitefter Boltsschichten ein fofortiges Verbot aller öffentlichen Rarnevalveranstaltungen für diesen Winter zu verfügen. Für die landwirtschaftlichen Kredit und sonstigen Intereffen fett fich ein deutschnationaler Entschließungsantrag ein, der gleichfalls die hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Mit weiteren Ausführungen der Abgg. Lude( Wirtschaftl. Ber.), Dauer( Baver. Bp.), Dietrich- Franken( Bölt.) und Tiedt( Komm.) ichließt die Aussprache. Bustimmung des Hauses fand. Annahme fand auch ein voltspartellicher Antrag auf Errichtung einer pädagogischen Akademie auf fimulfaner Grundlage in Frankfurt a. 21L Der Antrag, die fristlose Entlassung des Intendanten v. Schillings zurüdzuziehen und eine baldige Lösung des entstandenen Konflifts herbeizuführen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 227 gegen 150 Stimmen bei fünf Stimmenenthaltungen abgelehnt. Für den Antrag stimmten außer der Deutschen Bolkspartei die Deutschnationalen, die Bölkischen, die Wirtschaftliche Bereinigung und einige Zentrumsmitglieder. Das Haus unterbricht hierauf die weiteren Abstimmungen zum Haushalt und nahm zunächst die zweite Beratung ber Novelle zum Grundvermögenssteuergesetz in Angriff. Abg. Waentiq( S03.) berichtet über die Ausschußberatungen. Abg. Kaufhold( Dnail.) weist den Vorwurf zurüd, bet der Be wertung des landwirtschaftlichen Grundbefizes werde ber Großwertung des landwirtschaftlichen Grundbesizes werde ber Großgrundbesig gefchont. Abg. Roeingh( 3.) und v. Wangenheim( Wirtschaftl. Bgg.) wün. fchen gerechtere Unterlagen für die Bewertung. Bor den Abstimmungen nimmt noch einmal das Bor. Reichskanzler Dr. Luther: Es sei die Pflicht der Regierung, noch einmal auf die Stonsequenzen der hier vorgelegten Anträge hinzuweisen. Der geschäfts. führenden Regierung fet es nicht möglich, den Ausschußantrag zur Durchführung zu bringen, der in sich eine Dauerregelung der Frage berge. Damit würde sie der nächsten Regierung vorgreifen. Wir alle haben den dringenden Wunsch, daß die Not der Beamten, besonders in den unteren Gruppen, gemiidert werde, ebenso wie den Kriegsopfern geholfen werden müsse. Aber eine Regelung nach sozialen Gefichtspunkten erfolge nicht durch den Beschluß des Ausa schusses, sondern viel besser durch den Antrag Leicht. Nach diesem Antrage fönne man nach den vorhandenen Mitteln dort am besten helfen, wo die meiste Not sei, nach diesem Antrag und einem Zusatzantrag, dem die Regierung zustimmt, follen erhalten 30 Mart jeder Familienvorstand, 10 Mart die Frau und 5 Mark jedes Kind. Es ist damit die Sicherheit geschaffen, daß die Unterstüßungen an die richtigen Stellen geleitet werden. Nur dieser soziale Gesichts punkt sei für die Regierung bestimmend. Die Regierung müsse sich auf das entschiedenste gegen jede Dauerregelung wenden, die durch den Antrag des Ausschusses eingeleitet werden mürbe. Man finne der kommenden Regierung nicht por greifen, man fönne eine solche Dauerregelung jetzt nicht eine leiten, da fic, wie er mitteilen fönne, schon in Borbereitung sei. Man stelle ernste Erwägungen darüber an, die Zahl der Klaffen zu vermehren.( Hört, hört! links.) Auf diese Weise würde man auch die einzelnen Berhältnisse bei den unteren Gruppen beffer berücksichtigen fönnen, die Bermehrung der Klassen würde also besonders den unteren Beamtengruppen zugute fommen. Die Regierung will gerade deswegen einer Neuregelung der Be amtenbesoldung nicht vorgreifen, weil dadurch die parlamentarische Tätigkeit beeinträchtigt werden würde. Mit Arbeiterfragen doch der Regelung durch den Tarifvertrag unterstehen, dork fönnen die Beamtenfragen auch nicht vermengt werden, da diese müssen die Angelegenheiten der Arbeiter geregelt werden. Reichstanzler bittet, auch die Anträge, die die Gruppen über VI hinaus berücksichtigen wollen, abzulehnen, da das Reich, dafür aufzubringen.( Särm bei den Komm.) Der Kanzler verlieft die Länder und die Gemeinden nicht in der Lage seien, die Mittel Bunft hingewiesen wird. Eine neue Belastung der Länder würde ein Schreiben der preußischen Regierung, in dem gerade auf diesen auch den Finanzausgleich gefährden, den wir im vorigen Sommer mit so großer Mühe geschaffen haben.( Es entsteht bei den nächsten Der Reichs Ausführungen des Reichskanzlers großer Lärm.) tangler ersucht schließlich noch einmal, den Antrag Leicht anzu nehmen, und er welst barauf hin, daß man auch darauf Rücksicht nehmen müsse, daß der Reichsrat den Beschlüssen des Reichs tages zuftimmen könne.( Beifall rechts, Pfuirufe lints.) Die Abstimmungen. Es folgen bie Abstimmungen. Nachdem ein Vertreter des Zentrums erklärt hat, daß seine Graftion für den Antrag Leicht stimmen werde, wird mit einer Mehrheit von den Demo. fraten bis zu den Deutschnationalen beschlossen, über den Regie. rungsantrag 2eicht zunächst abzustimmen, also den Beschluß des Haushaltsausschuffes in den Hintergrund zu drängen. Nachdem fo die Rumpfregierung Luther mit Hilfe der bürgerlichen Parteien gefiegt hatte, gibt Abg. Steintopf( S03) für die Sozialdemo tratie die Erflärung ab, daß nunmehr auch seine Frattion fich gezwungen sehe, für den Antrag Beicht zu ftimmen, ba sonst die Gefahr bestehe, daß bie Beamten überhaupt nichts mehr erhalten. Der Antrag der Rechtsparteien, auch bte höheren Gruppen zu berüdsichtigen, mird abgelehnt. Cin Antrag, die Unterstühungen für Frauen statt mit 25 mit 40 Mart zu bemeffen wird angenommen. Annahme findet auch ber Antrag Frid( Bält.), die Reichsregie rung zu ersuchen, mit Rücksicht auf die Notlage der Beamten, die infolge Scheiterns ber Breissenfungsaftion der Regierung fich ins Inerträgliche gefteigert hat, unverzüglich eine neue um. fassende auf der Grundlage eines ausreichenden Existenzminimums der unteren Beamtengruppen aufgebaute Beamtenbesoldungsordnung dem Reichstag vorzulegen. Dafür stim men 209 2bgeordnete von der Linfen, dagegen 138 von der Rechten. Der Antrag Leicht wird nunmehr mit großer Mehrheit angenommen. Der deutschnationale Antrag auf Borlage einer Denkschrift über bie Benfionsbezüge der früheren Reichsminister vorzulegen, wird abgelehnt, dagegen wird mit Mehrheit folgendem sozialdemo fratischen Antrag zugestimmt: Der Reichstag wolle beschließen, dem Reichstag alsbald eine Dentschrift mit einer erschöpfenden namentlichen Uebersicht über die zurzeit laufenden Benfionen und Wartegelder sämtlicher Reichstanzler, Reichsminister, Staatssetretäre und Generäle aller Grade außer Dienst und im einstweiligen Ruhestand vorzulegen. Aus der Uebersicht sind insbesondere die Höhe der Pensionen und Wartegelder, die Berechnung und Art der zugrunde gelegten Dienstzeiten sowie Höhe und Art sonstiger dem Benfions- oder Wartegeldberechtigten aus Reichs, Staats oder anderen öffentlichen Mitteln zustehenden Bezüge genau ersichtlich zu machen. Diefer Beschluß des Reichstags erregt lebhafte Heiterfeit, da dadurch der demagogische Zweck des deutschnationalen Antrags in lein Gegenteil verkehrt worden ist. Darauf wurde in zmelier und dritter Lesung der Gefehentwurf zur Entlastung des Reichsgerichts, der sozialdemokratische Antrag auf Abänderung der Strafprozeßordnung und der Gesetz entwurf über die Gebühren der Zeugen und Sachverständigen angenommen. Das Haus vertagt sich nunmehr um 5% Uhr auf. Mittwoch nachmittag 2 Uhr mit der Tagesordnung: Senfung der Cohnsteuer, Rest der heutigen Togesordnung, Petitionen Finanzminister Dr. Höpfer- Afholl: Das Reichsbewertungsgefeß werde taum vor Ablauf eines Jahres tommen. Es folle daher bis dahin in Preußen der bisherige Zustand gelten. Der deutsch. nationale Aenderungsantrag auf verschiedene Bergünstigungen für bie Steuerpflichtigen sei unanehmbar, da bei feiner n der Grundvermögenssteuer statt 200 millionen nur 80 bis 100 Millionen herausfämen. Abg. Stolf( Romm.) wünscht Befreiung der landwirtschaftlichen und sonstigen Kleinbetriebe von der Grundvermögenssteuer. Damit schließt die Besprechung der Vorlage in zweiter Lefung. In der Abstimmung wird u. a. ein Antrag angenommen, wonach der Termin für die Geltungsbauer des Gesetzes auf den 30. September 1926 bestimmt wird. Die Befreiung neubebauter Grundstücke von der Steuer wird von drei auf zehn Jahre erhöht. Siedlungsunternehmungen sollen auf 5 Jahre von dieser Caatssteuer befreit werden. Abweichende Bertfestseßungen durch befondere Gemeindeverordnungen sollen zu fäffig sein. Mit diesen Menberungen wird der Vorlage in zweiter Lesung zugestimmt. Das Haus vertagt darauf die Fortsetzung der dritten Etatsberatung auf Mittwoch 12 Uhr. Gewerkschaftsbewegung Die Eisenbahner fordern nun Schlichtungsverfahren. Die vertragschließenden Organisationen der Eisenbahner haben am Dienstag in einer gemeinsamen Sigung befchloffen, fich mit einer Eingabe an den Reichsarbeitsminister zu wenden. Er soll erfucht werden, einen Schlichter zu bestellen und damit ein Schlichtungsverfahren einzuleiten. * Die Reichsbahngesellschaft teilt über den Berlauf der Lohnver. handlungen mit, fie habe sich bereit erklärt, die Arbeiterföhne dort, wo sie unter den Industrielöhnen stehen, diesen anzugleichen, um Mißverhältnisse aus der Welt zu schaffen. Unrichtig sei die gestern verbreitete Meldung, die Reichsbahngesellschaft hätte er. flärt, die Arbeiter fönnten zufrieden sein, wenn ihre Löhne nicht heruntergesezt werden. Bir fönnen es den Eisenbahnerorganisationen überlaffen, die Bereitwilligkeit der Reichsbahngesellschaft, Mißverhältnisse aus der Welt zu schaffea", zu kommentieren. Arbeitslosenver'ammlung der Bekleidungsarbeiter. Die Filialleitung Berlin hatte zum Freitag, dem 11. Dezember, bie arbeitslosen Mitglieder zu einer Bersammlung geladen, die in den Berfammlungsräumen des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes ftatifand. Der Bevollmächtigte, Genosse Lehmann, wies bei Brojiming darauf hin, warum die Bersammlung einberufen morden fei und daß weitere stattfinden werden. Genosse ride sprach bann über: Warum ist die Arbeitslosigkeit so groß? Woher fommt die Not der Arbeitnehmer?" Die Anwesenden zollten den Airs. führungen des Redners reichen Beifail. Lehmann mies unter Berschiedenes auf die Rechte gegenüber unferer Organisation hin und ersuchte die arbeitslosen Kollegen, diese zu beachten, aber auch ihre Pflichten. Des weiteren wünschte Rufe, daß das Verbandsorgan einen Gesamtabbrud des Arbeits. Irfenrerficherungsgefezes bringen möge und daß in der nächsten Berfamundung in unserem Kreise eine Aussprache darüber statt finden soll. Drei Wochen„ Ferien". Die Deutfen Straftfahrzeuge in Epandau Hafelhorft geben Bekannt, daß fie die Arbeit vorübergehend, und zwar für drei Wochen. vom 19. Dezember bis 11. januar, forporativ ausiegen gu lafen aezwungen find. Durch diese Maßnahme werden ins gefamt 8500 Arbeitnehmer betroffen, von denen 2700 im Ber waltungsbezir! Spandau wohnen. Sie werden inzwischen auf die Erwerbsloienfürsorge verwiefen *** Ein Erfolg der Amsterdamer Richtung. Den Bethelfern tenn man mur fagen, baß fle genau wie alle anderen Arbeitnehmer fich ihrer Gemertschaft anschließen müssen, menn fie ihre Intereffen wirfiam vertreten mollen. Ihre Klagen finden feinen Widerhall, solange fie ihnen nicht als gefchloffene Gruppe den nötigen Nachdrud geben tönnen. Um das Arbeitsgerichtsgeset. In der Sigung, die bie Bereinigung fezialbemotra. fisher Juristen am Montag im Reichstagsgebä be abhielt, stand das Arbeitsgerichtsgefez auf der Tagesordnung. Genosse Georg Flatom, ber bas Referat hielt, gab anschließend an einen Ueber blid über die Entwicklung zum Arbeitsgerichtsgesetz und seinen Aufbau eine Darstellung der vorläufig denkbaren Auswirkungen des Gesezes. Die pielumstrittene Frage der Zulassung der Anwalt. Ichaft schon in der ersten Instanz behandelte er besonders ausführ lich. Er selbst stand auf dem Standpunit, daß die Zulassungserlaubnis wünschensmert fei und betonte, daß die augenblickliche Fassung des Gesezes, nach der zwar nicht Anwaltvertreter von Einzelpersonen, wohl aber von Organisationen zugelassen werden, außerdem die Deu tungsmöglichkeit biete, daß ein Anwalt, der für eine geringe Jahresfumme nebenamtlich in den Dienst einer Organisation tritt, nur eben zu dem 3med der gerichtlichen Bertretung der Mitglieder, demnach zur Vertretung befugt sei. Damit würde dann doch eine Um. gehung eines eventuellen Anwaltsverbots erreicht. Die Diskussion, die sich sehr lebhaft entwickelte, befaßte sich bes fenders mit drei Bunften: ob das Arbeitsgerichtsgefch überhaupt eine Berbefferung für die Rechtsprechung bedeute, wie weit die 3uständigteit der Arbeitsgerichte zu gehen habe und wie die Anwaltsfrage zu regeln fei. Gerade aus Kreisen der Rechtsanwälte würde darauf hingewiesen, daß die Berknüpfung des Berwaltungsrechis, in das alle Arbeitsgerichte ja eigentlich fallen, mit der Gerichtsbarkeit vielleicht eine nicht zu unterschäzende Gefahr bebeute, da die Berdrängung, der Rechtsgründe durch juristischen Formalismus einem Abbau der Arbeiterschußgefeße gleich fame. Allerdings glaubten optimistischere Genossen, daß gerade die neuen Arbeitsgerichte zu einer Auffrischung der Gerichtsbarkeit führen würden. Genoffe Noer pel vertrat ben Standpunkt, daß die Uebernahme der Rechtsprechung durch ordentliche Richter wünschens mert sei, daß aber die Vertreter der Parteien mindestens in erster Instanz nicht freie Rechtsanwälte fein dürften, denen bei ihrer augenblicklichen Vorbildung doch die Beherrschung der Materie fehlen muz. Ueberhaupt wurde die Anwaltfrage weit weniger vom prin zipiellen Standpunkt diskutiert, fondera es wurde mehr eine Aus. fprache darüber geführt, ob die Zulassung heute bereits zwed mäßig wäre. Schadenersatzklage australischer Arbeiterführer. London, 15. Dezember.( Eẞ.) Die australischen Arbeiter. führer Walsh und Johanson haben gegen den australischen Premierminister Schadenerfaßtlage in Höhe von je 20 000 Bfund eingereicht. Bekanntlich hatte der Premierminister die Arbeiterführer verhaften lassen, um sie wegen ihrer Aufforderung an die Seeleute zum Streit zu deportieren. Der australische Gerichtshof hatte aber ihre Freilaffung angeordnet. ( Schlußbericht.) abgabe in afgemeinen nach bere Anzahl ber Delegierten erfolat, auf die die einzelnen Länder Anspruch haben. Auf Antrag von vier Ländern mit zusammen mindestens 50 000 Mitgliedern muß nach der Mitgliederzahl abgestimmt werden. Der bisherige erste Borsigende bes holländischen Verbandes, Dan Hinte, soll auch weiterhin ehrenamtlich als Internationaler Sefretár fungieren. Es wurde hierzu noch beschlossen, daß bie Frage eines angestellten Gefretärs voch nicht auf diesem Kongreß entschieden werden soll, da sie noch nicht spruchreif lei. die eingehendsten Beratungen über diese Frage, und ersucht den nächsten Kongreß darüber zu berichten. Die Delegationstosten für den geschäftsführenden Aus. schuß und Borítand trägt die Kasse der Federation, während die Delegationsfosten für die internationalen Kongresse die einzelnen Länder zu tragen haben. Bei den Abstimmungen in den Vorstands. fühungen hat jedes Mitglied eine Stimme. Diese Sizungen finden einmal jährlich statt. Auf Antrag von mindestens vier Ländern oder, wenn der gefchäftsführende Ausschuß es für notwendig erachtet, muß eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen werden. Siz der Internationale bleibt Amsterdam. Der genaue Name lauter in Zukunft: Internationale Federation des Berfonals öffentlicher Dienste und Betriebe." Hierauf gibt Müntner Deutschland einen ausführlichen Bericht über feine Ameritareise unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Staats- und Gemeindebetrieben. Alsdann nimmt der Borsitzende Teven an das Wort. Er betont dabei, daß trop der Uerfegungsschwierigkeiten ein flotter Berlauf der Konferenz gewährleistet worden sei durch die eifrigen Bemühungen und durch das Einverständins aller Delegierten in den Debatten. Er hofft, daß die Arbeiten des Kongresses in allen Ländern entsprechend gewürdigt und daß die neu geschaffenen Statuten eine gute Unterlage für die internationale Arbeit der Zukunft bilden werden. Müntner Deutschland betont im Schlußwort u. a., daß die Deutschen in den letzten Jahren wiederholt die Freundschaft des Auslandes in ausgiebigem Maße in Anspruch genommen haben. Es fei eine Freude und Genugtung für uns, diesmal die Ausländer als Gast bei uns zu haben. Freilich müsse eine internationale Konferenz vom Geist des Kompromisses der verschiedenen Strömungen erfaßt sein. Im Prinzip und in den Hauptlinien gleichen wir uns, wenn auch Jaurès darin recht hatte, daß die Eigenartigkeiten der Länder nicht nur berechtigt, sondern auch be gründet find. Eine Anzahl neuer Länder haben sich der Inter nationale angegliedert. In diesem Sinne mögen mir weiter arbeiten und versuchen, auch die anderen Nationen zu verstehen. Der Rongreß tann als vorbildlich für den tameradschaftlichen und brüderlichen Sinn aller Teilnehmer angesehen werden. Möge er auch dahin richtung und zielmeifend für alle späteren Rongresse fein. Nach Schluß des Rongresses gibt andan( England) einen Interview Artikel des„ Borwärts" bekannt, morin behauptet wird, daß Leipart aus Anlaß der Berhandlungen der Engländer mit der russischen Delegation in Berlin sich geäußert habe, daß diese fich die Engländer nicht um internationale Fragen fümmern.*) Hiergegen wendet sich Handay in einer längeren Erflärung. Er betont dabei, daß die Engländer nur etwaige Mißverständnisse be. feitigen und Vermittler sein wollen zwischen der Amsterdamer Inter nationcle und den Ruffen. Sollten diese Verhandlungen aber nicht zum Ziele führen, fo merden, wie Haydan erklärt, die englischen Gewerkschaften selbstverständlich bei der Amsterdamer Internationale bleiben. Man müsse eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen. Darum müsse man Proteft erheben, wenn man die englischen Gewerkschaften so darstelle, als wenn sie nichts verständen... Sie machen ihre Arbeit vielleicht anders und sprechen eine andere Sprache Aber man fann sehr wohl verstehen, daß sie das Wohl Zu unserem Bericht über die Bersammlung der Eisendreher am Sonntag wird uns ergänzend mitgeteilt: Die Rote Fahne" mertet das Ergebnis der Bersammlung als ein Befenntnis für Sowjetrußland Die Berliner Dreher hätten sich gegen die Internationale Gemeindearbeiterkonferenz. Berhandlungen unerklärlich wären, wenn wir nicht wüßten, daß Menichewiti" gewandt. Davon fann feine Rede sein. Der Sorreferent Enderle mußte zugeben, was selbst bie Rote Fahne" midermillig eingestehen muß, daß das Refe. rat des Genossen Abramowitsch durchaus fachlich war und die von ihm angegebenen stat stischen Ziffern richtig sind. Enderle tonnte den Ausführungen des Referenten nichts entgegenstellen, so daß die kritischen Zuhörer von seinen Ausführungen wenig befriedigt waren. Seine Entgegnung bestand in der Hauptsache aus einem Bericht über seine Rußlandreise 1922/23, für den die Berfammlung, tein besonderes Intereffe befundete. Dem Genaffen bramowitsch war es unter diesen Umständen leicht, in seinem Schlußwort die schiefen Darstellungen Enderles richtig zu fhellen. Da hierbei einige Tatsachen über die russischen Berhältnisse festgestellt wurden, und zwar an Hend von Angaben aus der Brawda, wurde allerdings ein Teil der Versammlungsteil nehmer unruhig. Der Lärm, den sie bei Schluß der Bersammlung machten, fann als Gegenbeweis gegen die Feststellungen des Refe renten nicht gewertet werden. Leider fam die am Tage vorher Dorbereitete längliche Resolution badurch nicht zur Abstimmung. Bar also die Meinung der Versammlungsteilnehmer deshalb auch nicht meßbar, fo war doch die Bersammlung ein unbestrittener mo. ralischer Erfolg der Amsterdamer Richtung. Die Pofthelfer wollen nicht übersehen werden. Ein Pofthelfer schreibt uns: So sehr wir die Forderungen der Beamten anerkennen, möchten wir doch fragen: Wie steht es mit uns? Sollen wir auch diesmal wieder das Nachsehen haben? 3m vorigen Jahre betamen die Beamten einen einmaligen Zuschuß und auch die Ueberstunden während der Weihnachts und Neujahrs zeit wurden ihnen bezahlt. Wir Aushelfer aber bekamen für die gleiche Mehrarbeit nichts. Warum wurden wir so stiefmütterlich behandelt? Es scheint jo, als ob die Postverwaltung den Standpuntt einnimmt, die Helfer müssen zufrieden sein, daß sie überhaupt beschäftigt werden. Wem es nicht paßf, der tann ja gehen; es gibt Arbeitslose genug. Oldenkoff Rees " Kiepenkerl/ Feiner Shag Tabak Madastra Feinste Übersee- Qualit der leichte würzige Rauchtabak / Madastra/ Der dritte und legte Tag ber 7. Internationalen Konferenz der IFdA. wurde eingeleitet mit einer Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Berndt namens des Bezirksamts Berlin- Schöne berg. Er betonte darin, daß es dem Bezirksamt eine angenehme Nachricht und die Ehre gewesen sei, den Magistrats Sigungsfaal für die Internationale Konferenz der Arbeiter öffentlicher Dienste und Betriebe zur Berfügung zu stellen. Freilich werde jede deutsche Stadt diese Bereinigung herzlich willkommen heißen; denn fie wolle ja nicht nur die Intereffen ihrer Mitglieder wahrnehmen, fendern auch Mittler und Bertrauensperson sein zwischen den Arbeitern öffentlicher Betriebe und deren Bermaltungen. Wie er aus der Praxis wiffe, fet die deutsche Organisation im besonderen diefer Aufgabe stets gerecht geworden. Sie habe nicht nur zur Bei legung von Differenzen beigetragen, sondern auch thr möglichstes getan, um in den öffentlichen Betrieben einen Hochstand an Leistungsfähigkeit und Gebiegenheit der Arbeit erreichen zu helfen. Der Vorfizende Tepenan bant im Namen des Kongresses für die freundlichen Worte. Alsdann wird in die Erörterung über die neue Statuten. Borlage der FDA. eingetreten. Der Vorstand hat eine besondere Borlage unterbreitet. Wir geben nachstehend die wichtigsten Be ftimmungen wieder, wie sie aus den Erörterungen und Beschlüffen der IFdA. hervorgehen. Der Borstand besteht in Zukunft aus je einem Bertreter jedes angeschloffenen Landes. Länder mit mehr als 100 000 Mit gliedern fönnen zwei Vertreter entfenden. Die Sigungen diefes Borstandes sollen mindestens einmal im Jahre stattfinden. Aus den Reihen des Vorstandes wird ein gefchäftsführender Ausschuß von fünf Personen gewählt, dem auch der Internationale Sekretär angehört, der bereits durch die Konferenz gewählt wurde. Die Wahl fiel wieder einstimmig auf den bisherigen Sefretär van Hinte Holland. Die Beiträge werden auf 5 Cents holländischer Währung ( 8 Pf.) erhöht. Im Artifel 18 wird festgesetzt, daß die Stimmen. Krüllschnitt Kiepenkerl Die Marke des Sportsmans sorgfältigste Mischung rein überseeischer Rohtabake reell. preiswert... Teppichere Selfüber 40 Jahren Eur Oranienstr. 158 Le ber internationalen Arbeiterflaffe mollen. Mit dem Gefang der Internationale, gleichzeitig in acht Sprachen, endet die gut und eindrucksvoll verlaufene Tagung. *) Anmerkung der Redaktion: Die betreffende Stelle, die der Borwärts" aus dem BL. zitierte, lautet: Das Berhalten der alten englischen Gewerffchaftsführer wäre erflärlich, wenn wir nicht wüßten, daß fie fich nicht um ausländische Borgänge fümmern. Dieser Sah aber bedeutet lediglich die Ergänzung eines vorher. gehenden Gates von Reipart folgenden Wortlauts: Ich habe in London am 1. Dezember den Engländern ere flärt, daß die Bertreter der russischen Gewerkschaften in England eine ganz andere Sprache reden als in Deutschland. Die Engländer haben in ihrer Untenntnis der fontinentalen Berhält. niffe den Warnungen nicht Gehör geschenkt."( Berliner Tageblatt nr. 588). Daß die Egländer sich nicht um internatio nale Fragen fümmern, hat der Genosse Leipart nicht be. hauptet. Berantwortlich für Boliti?: Eran Reuter: Birtimaft: Artur Caterans: Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Dilcher; Lofales und Sonstiges: Frik Rarftabt; narigen: Th. Glade; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlae G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet unb Berlaasanstalt Toul Cinaer u Co. Perlin EM 62 Lindenftrake& Sieran 2 Beilagen und..Unterhaltung und Billen. Rein Messing mit 60 Seidenschirm 4 ilg. Mrk. Mit 65 Seidenschirm mit Bro- katbesafz Beleuchtungs körper nus Holz, Metall und Sride 40 Willy Rudolff BERLIN.S.42 Rillerftr. 24 Mrk. 47,50 Mrk 5.90 Ampeln.Schalen. Rauchtische Bezirksverband Berlin SPD. Unferem Schriftführer, Genossen Karl Blaifert Stallschreiberite 47 za felnem 60. Geburtstage bie herzlichsten Glückwünsche Die 3. Abteilung 39900666Eese Emil Lefèvre G. m. b. H., Berlin S. Unsere Auswahl und Preise werden Sie überraschen!! gestattet. Teilzahlung Ulgemeine Ortstrantentasse für Berlin- Lichterfelte Bekanntmachung Für die Wahl des Bo ftandes find auf gültigen Wahlvorschlägen nur soviel Be werber benannt worden, wie u wählen finb. Gemäß§ 9 der Wahlordnung gelten dieselben daher als gewäh.t. Es sind dies: Arbeitgeber Torftandsmitglieder: 1 Ficher, Sans. Bildhauer, Bln. Lightes felbe. Curtiusstr. 4. 2. Prof Dr. Hirsch, Wilhelm Bin- Lichter felde, Drafeftr 64a, 3. Dr. Dietrich, Willibald, Bln Lichterfelde Stubenzauchftr. 1. Als Erfagmänner pelten die in ber Bifte unter 9r 49, beginnend mit d m Ramen neiber, Nidard, aufgeführten Berfonen. Arbeitnehmer- Vorstandsmitglieder: 1. Michel, Georg, Bin- Lichterfelde, Raifer ftraße 18, Deutscher Metallarbeiter- Verband Brandenburger, Karl, Bin.- Lichterfelbe, 2 Hindenburgdamm 77a, 3 Wagen- a. Karofferiearbeiter! Bennig.lbert, Bin. Lichterfelde, Os bor er Str 20, Bente, Mittwoch, den 16. Dezember 4 Gens, Albert, Berlin, Marlenburger abends 7 Uhr, im„ Rojenihaler Straße 22, itraße 8, Hoi", Rosenthaler Straße 11 12: 3. Ronrab, Otto, Bln Lichterfelbe, Schmidt Funktionärsihung. Sahn, Auguft, Bin.- Lichterfelbe, Steinftraße 6. agesordnung: 1. Bericht von unferer Berhandlung vor dem Schlichtungsgifte unter Rr. 7 bis 18, beginnend mit Als Erfagmanner gelten ble in bez ausichuß. 2. Distuffion bem Namen Ullrich, Friedrich, auf. geführten Verionen Alle Betriebe misfen vertreten fela Die aur ben 6. Jannar 1926 angefehte Achtung! Mutogenfchweißer Achtung! Bahl ber Borftandsmitglieder findet daber Die Branchenvertranensmänner- nicht ftatt fonferenz fällt in die em Monat aus Die Ortsverwaltung. indi or f Eine Anzahl Teppiche, Diwan- und Tischdecken mit Fehlern! Ischias Einsprüche gegen die Wah! find inner halb zwei Bechen nach der Beranntmachung des Wahlerget niffes bei dem Bersicherungs amt erlin, Berm Bez 12. Steglig, oder HUN., Gebeim Raffenvorstand einzureichen. und Bein, wear Berlin- Lichterfelbe, 15 Dezembe: 1925. ärzil. festgestellt Der Vorstand: 54/13 in 15 Tagen sinc. Saneberg, Borf. M. Kopp, Schriftf drwere Fälle beseitigt worden. Usantastbare Heilerfelg estätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Chaiselonguebeden 9.- wunderbare invalidenstraße 106. 9-11. 1- Senatag 10-12. Jacobs Banbbebänge 5,-. Tappelallee 12 Nr. 5W ♦ 4S.?ahrgasg 1« Seilage ües vorwärts Mittwoch, 16. Dezember 7925 Demagogie im Rathaus. Knüppel-Kuuze und seinesgleichen werben um Beamte, Angestellte und Arbeiter. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hatte gestern über mehrex« Anträge zu beschließen, die die Be- amten, Angestellten und Arbeiter angingen. Daß Knüppel-Kunze sich diesen Bevöllerungsgruppen anzubiedern sucht, ist man bei dem deutschsozialen Maulaufreißer gewöhnt. Er holte sich ober diesmal eine gehörige Abfuhr, die unser Genosse Fla tau ihm besorgte. Das war in der Debatte über die Frage der Vorschüsse und der Teuerungszulagen. Aehnlich erging es dem Deutschnationalen S p r i n g s e l d bei einem von ihm begründeten Antrag über den Abbau der Angestellten. Ihm hielt Genosse Flatau vor. daß wenige Monate vorher die Deutsch- nationalen durch Ablehnung eines sozialdemokratischen Antrages sich als keineswegs angestelltensreundlich erwiesen hätten. Gestern er- lebte man schließlich das Schauspiel, daß dem deutschnationalen Antrag, weil er durch einen von der sozialdemokratischen Fraktion beantragten Zusatz verbessert worden war, die Deutschnationalen selber die Unterstützung oersagten. Er wurde mit unserem Zusatz gegen die Stimmen der Deutsch- nationalen angenommen. » .üie gestern abgehaltene Sitzung der Stadtverordneten wurde vom Dorsteher Genossen haß mit einem Nachruf für den plötzlich verstorbenen Bürgermeister des Bezirks Äreuzberg, Genossen Dr. Kahle, eröffnet. Genosse Dr. Kahle ist nur Z9 Jahre alt geworden. Er hat es als Sohn eine« brandenburgischen Lehrers bis zum Bürgermeister gebracht. Vom Beginn des Bestehens Groß-Berlins ab hat er sich im Bezirk Kreuz- berg die allgemeine Achtung erworben. Alle, die mit ihm privat oder dienstlich zu tun hallen, stimmen darin überein, daß der Verstorbene mit großem Fleiß und uneigennützig seines Amtes waltete. Die Stadt Berlin wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Tagesordnung sieht die Beratung und Beschlußfassung über eine große Anzahl vorliegender Vorlagen und Anträge vor. Die Vorschriften über die Benutzung von Dienstwohnun- oen durch städtische Beamte will der Magistrat so ändern, daß für die Nachteile bei der Benutzung der Dienstwohnungen generell ein Nachlaß von 23 Proz. gewährt wird. Unsere Fraltion beantragte dazu, daß in außergewöhnlichen, vom Magistrat festzustellenden Fällen der Nachlaß b"" m auf die an B e a m t< Fällen der Nachlaß bis zu 33 Proz. erhöht werden soll. In bczug auf die an Beamte, Angestellt« und Arbeiter zu ge- währenden Borschüsse beantragte der Ausschuß, die Nicht- linien dafür in Einklang mit denjenigen in Reich und Staat zu bringen. Die Versammlung schloß sich beiden Ausschußanträgen an. Bei der Beratung einer Anzahl Aillräge, die Teuerungszulagea für die Arbeiter. Angestellten und Beamten fordern, entledigte sich der Gtadtv. Kunze einer seiner üblichen „Redens Noch längeren Ausführungen eines kommunistischen Redners sagte Genosse Flatau den beiden Vorrednern, daß es leicht fei. sich bei den Beamten beliebt zu machen, während man die So- zialdemokraten als beamtenfeindlich dezeichnet. Die vorliegenden Anträge seien im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen gar nicht durchführbar. Die Versammlung hat schon mehrfach, u. a. mit dem Antrag auf Aufhebung der Besaldungssperre, die Er- sahrung machen müssen, daß die gefaßten Beschlüsse einfach ver- pusften. Inzwischen haben aber Staatsrat und Reichstag Beschlüsse gefaßt, die es auch den städtischen BeHorden ermöglichen werden, ihren Arbeitnehmern Aufbesserungen zu gewähren. Dem Kunze sagte Genosse Flatau, daß er ein schamloser, widerliche? Demagoge sei.(Ordnungsruf des Lorstehers.)— Annahme fand eine Entschließung des vorberotenden Ausschusses, der es für notwendig erklärt, daß allen städtischen Arbeitnehmern, deren Ein- kommen eine Existenzmöglichkeit nicht bietet, eine Ausgleichs- teuerungszulage gegeben wird. Der Magistrat wird ersucht, bei der Staats« und Reichsregierung auf eine notwendige C r- b öhung der Beamtenbesoldung zu dringen.— Die Deutschnationalen hatten in einem Dringlichkellsantrag um schleunige Maßnahmen zum Schutze gegen den Abbau der älteren Angestellten crsuchr. Springseld. ein Vertreter des Deutschnütionalen stand- lungsgehilfenverbandes, begründete ihn. Für unsere Genossen brachte Flatau folgenden Zusatzantrag ein: „Wir beantragen einzufügen nach dem Wort„Angestellten" die Worte„und gegen die Entlassungen der älteren Arbeiter". Hinzugefügt soll werden: Bei diesen Verhandlungen des Magistrats mit den oberbehördlichen Stellen zum Zweck der Veranlassung solcher Maß- nahmen soll vor allem erreicht werden, daß alle über 40 Jahre alten arbeitslosen Angestellten und Arbeiter, die länger als ein halbes Jahr ohne Erwerbslosenunter st ützung ge- blieben sind, aus Reichsmitteln eine einmalige stilse erhalten im Sinne der dem Reichstag vorliegenden Anträge. Weiter soll, um insbesondere der außerordentlich großen Er- werbslosigkeit und Not der Angestellten zu steuern, der Abbau für Angestellte innerhalb der städtischen Verwaltung eingestellt werden, nachdem im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften das Maß des Abbaues der Angestellten nicht nur erreicht, sondern so- gar überschritten i st. Dem deutschnationalen Redner sagte Genosse Flakau, daß es für ihn doch schwer sein müsse, zwischen seiner Ange st eilten- seele und den d e u t sch n at I o n a l e n Parteivor- s ch r i f t e n hindurchzufinden(Zuruf Springfeld:„Das ist gar nicht so schwer!) Flatau: Dann wundere ich mich gar nicht, wenn Sie sich eines Tages vom Angestelltenver- treter zum Unternehmersyndikus entwickelt haben. Die veutschnakionalen haben bisher alle Möglichkeiten unbenutzt verstreichen lassen. wo den städtischen Angestellten wirklich zu helfen war. Wenn sie heute mit derartigen Anträgen kommen, so tun sie es nur ihrer Parteiagitation zuliebe. Die ganze Zwiespältigkeit des deutschnatio- nalen standlungsgehilfenoerbandes hat sich kürzlich im Reichstage gezeigt, wo bei drei Parteien Vertreter dieses Verbandes zu finden sind, so daß deutschnationale, volksparteiliche und sogar deutsch- völkische Anträge zu Angestelltensragen vorllegen. linser Redner be- gründete dann noch kurz den Zusatzantrag der Sozialdemokraten. Am Schluß riet er Herrn Springfeld, im Stadtparlament nicht allgemein gültig« Dersammlungsreden zu halten, sondern sich in Zukunft davon zu überzeugen, daß in den Stadtverordneten- Versammlungen konkrete Maßnahmen vorgeschlagen werden müßten. Der Demokrat Sommer und Letz von der KPD. sagten die Unterstützung für den sozialdemokratischen Antrag zu. Die Deutsch- nationalen versuchten am Schluß der Debatte, die Angegelegenheit zu verschleppen» indem sie Ausschußberatung beantragten, die aber abgelehnt wurde. Bei der nun folgenden Abstimmung wurde der erste und der letzte Absatz unseres Antrages einstimmig ange- n o m m e n. Der mittlere Absatz wurde bezeichnenderweise gegen die Stimmen der Deutschnationalen angenommen. In der Gesamtabstimmung über den deutschnationalen Antrag und den Zusatzantrag unserer Genossen wurden beide Anträge ange- n o m m e n. Die deutschnational« Fraktion, einschließlich des Herrn „Angestelltcnvertrcters" S p r i n g f e l d haben es also fertig be- kommen, gegen ihren eigenen Antrag zu stimmen. Cröbebenstimmung. Ansturm auf die Weihnachts-Tonderzüge. Die Reichsbohndirektion hat bekanntlich zur Bedienung des Wintersportverkehrs eine Anzahl Sonderzüge eingelegt, für die Rück- fahrtkarten mit zweimonatlicher Gültigkeit ausgegeben werden und die den Vorzug 3Z'/»prozentiger Preisermäßigung haben. Der Fahr- kartenverkauf hat nach den Bahnhofsankündigungen am 15. be- gönnen. Die Nachfrage scheint wider Erwarten ungewöhnlich stark zu sein. Wenigstens ist der Sonderzug nach dem Riesen- aebirge, der am 23. Dezember vom Görlitzer Bahnhos abgehen soll, schon jetzt völliaausverkauft. Ein zweiter Sonderzug dorthin geht erst nach Weihnachten. Würde es sich nicht lohnen, für die sicher noch vorhandenen zahlreichen Interessenten einen weiteren, evtl. mehrere Sondcrzüge sowohl ins Riesengebirge als auch nach anderen Orten einzulegen, wo die Nachfrage es angebracht erscheinen läßt? Das großzügige Spiel mit Zahlen haben wir ja vor zwei Iahren gelernt. Jene» Fieber der Nullen, das alles Gegebene m schlüpfrige Illusion, in Milliardenschemen verwandelte, macht die Menschen irgendwie gefühllos. 120 000 Arbeitslose zählt der soziale Erdbebcnseismograph Berlins. Es ist eine große, düstere Zahl, aber die würgende Not ist dem deutschen Volk so trüber Alltag ge- worden, daß es den entsetzlichen Sinn dieser Ziffern nur noch fast äußerlich begreift. Greifen wir aus der Fülle des Elends ein Einzelschicksal heraus. Da ist einer von 120 000. Ein Metalldreher, Mitte 40, mit Frau und drei Kindern, die in die Schule gehen. Dieser Mann ist seit sechs Wochen arbeitslos. Betriebsstillegung. Der Unternehmer zuckte die Achseln und sagte gelassen:„Was wollen Sie? Einen unrentablen Betrieb kann man doch nicht aufrechterhalten. Ich setze zu. Es tut mir immerhin leid. Aber ich bin Geschäftsmann!" Er war in Wirklichkeit gar nicht so höflich und gesprächig. Er machte mürrisch die Fabriktore zu. Der Metalldreher lag auf der Straße. Ein paar Bettelpfennige Arbeitslosenunterstützung erhält er. Und zu Hause eine Frau und drei Kinder. Wenn nun eins krank wird oder er selbst...! Es ist eine Tragödie von morden- der Wucht. Eine Tragödie der Arbeit, hervorgerufen durch beispiel- lose soziale Pslichtvergessenheit der Prositler. Aber es ist eine von 120 000 Tragödien, lind morgen können es 130 000 sein! Eine Lawine geht zu Tal und sie wächst unaufhörlich.— Uebermorgen können es 140 000 sein.„Vickant consules!"„Mögen die Verantwortlichen sich darum bekümmern." Jedoch bekümmern, ehe es zu spät ist!_ Eine ElenüsftatiM. 12 000 Krüppel— 500 000 m. Kosten. Das Statistische Amt der Stadt Berlin veröfsentlicht eine Ilcbersicht über die Krüppelfürsorge der Stadt Berlin im Jahre 1024. Danach werden von den Berliner Jugendämtern im Berichtsjahr allein 3239 Krüppelfälle der Krüppelfürsorge neu unterstellt. Davon waren 3191= 60,9 Proz. in schulpflichtigem Alter; noch nicht schulpflichtig waren 1153(22 Proz.) und über das Schulalter hinaus 893(17 Proz.). Demgegenüber schieden 1714 Fälle aus, so daß sich der Bestand um 3323(42,9 Proz.) erhöbt«. Bemerkenswert ist, daß die weiblichen Krüppel über- wiegen; es kamen auf 100 männliche 120 weibliche Krüppel, bei denen im schulpflichtigen Alter sogar auf je 100 bis 130. Ueber Sitz und Ursachen der Verkrüppclungen sind für 1924 keine Auf- Zeichnungen gemacht, wohl aber für die nrnd 1600 Fälle im ersten Viereteljahr 1923 untersuchten und der Fürsorge überwiesenen Per- sonen. Bei diesen waren die hauptsächlichsten Verbildungen solche des Rumpfes: auf diese entfielen 41,2, auf solche der unterer? Gliedmaßen 23,6 Proz. Die Ursachen dieser überaus traurigen Fessstellungen waren in der Hauptsache Rachitis mit 41,2 Proz., dann Muskellähmung mit 26 Proz. und Tuberkulose mit 9 Proz. Drei Viertel aller Fälle gehen also aus diese drei Ursachen zurück. Was die Gemeinde»ach Maßgabe der vorhandenen Mittel tun konnte, ist wohl geschehen. Der ambulanten Behandlung wurden 2238(42,6 Proz.) überwiesen. Bei 11,6 Proz. wurden Kunstglicder oder orthopädische Apparate beschafft, bei dem Rest gelangten Anstaltsbehandlung, Genesungsheime. Landaufenthalt zur An- Wendung. Ueber den Erfolg der Fürsorge' wird berichtet: Bei der Hälfte(34.8 Proz.) der aus der Fürsorge entlassenen Krüppel C r f o l g m e h r b o t. 239 Fälle wurden den Wohlfahrtsämtern überwiesen. Die Gesamtzahl der am Jahresschluß 1924 in Krüppel- fürsorge besindlichen Personen betrug 11 733. Die Kosten beliefen sich ausschließlich der Berwaltnngskosten, aus 314 343 M. Welche Summe von Elend spricht aus diesen Zahlen, schon wenn wir es nur rein körperlich empfinden. Die von den Aerzten festgestellten Ursachen Rachitis, Tuberkulose usw. beruhen alle auf einer gemeinsamen Quelle: der Not. Schwächliche oder kranke Eltern, Unterernährung, ungesunde Wohnungen usw. Diese Quellen menschlichen Elendes völlig zu verstopfen, muß Ausgabe einer sozialgerichteten Gesellschaft sein. -tlis Die Passion. Roman von Clara viebig. Als Fräulein Helene fortging, gab sie Eva ihre Adresse. Sie wohnte nicht mehr in der Rosmarinstraßc, in der Woh- nung, die Eva kannte. Ach, das rosa Bett— sie lachte schallend, als Eva das erwähnte— das war längst versetzt. Zu dem langte es jetzt nicht mehr.„Ja, manjs eben nich mehr so'n frischer Appel," sagte sie mit einem Seufzer,„aber es geht schon noch so so. Sie wobnte jetzt die Friedrich- stratze weiter hinunter, bei der Chausseestraße, in der kleinen Pallisadenstraße Nummer Zweihunderlundfünfundzwanzig. Ein weiter Weg. Aber sie würde Eva das Fahrgeld wieder- geben, die sollte sie nur besuchen kommen, recht oft. Nur nicht morgens vor Zwölfe und nicht abends nach Achte. Und dann wollten sie mal zusammen Ollychcns Grab besuchen, schöne Blumen drauf pflanzen im Frühling und die begießen mit ihren Tränen. Mit vielen Küssen und Umarmungen schieden sie, Eva wurde fast zerdrückt von der Freundin der Mutter. Sie fühlte es wie einen Trost, daß sie nun doch eine Seele hatte, die ganz so empfand, wie sie empfand. Aber zum Besuch bei der Freundin der Mutter kam sie nicht. Frau Ella Wilkowsti sitt es nicht, daß Eva ausging. Das fehlte noch, daß die das Herumtreiben lernte, die war ohne- hin schon ein wenig verwildert durch das immer sich Allein- überlassensein: aber das hatte die arme Olga eben nicht anders einrichten können. Sie war der Derstorbenen, ihrer armen Schwägerin, verpflichtet, Cvas Erziehung tn die Hand zu nehmen. Und sie tat das energisch. Was Eva nie gekannt hatte, eine ihr bis auf die Minute vorgeschriebene Tätigkeit, das lernte sie jetzt: früher hatte sie etwas getan, wenn es ihr gerade paßte und es ihr einfiel: nun köm'test du aufräumen oder vielleicht auch einmal''eine Strümpfe stopfen. Jetzt ordnete die Tante vom frühen Morgen an:„Wenn Onkel weg ist um Acht, dann geht's Jos mit dem Reinemachen. Wenn du damit fertig bist und ich vom Einholen wiederkomme, dann schälst du die Kartoffeln und putzst das Gemüse. Das Kochen besorge ich. Aber um Drei mußt du mit dem Abwasch fertig fein, und dann werd' ich dir schon jagen, was du noch zu tun hast." Eva weinte abends w ihr Kissen, aber tagsüber biß sie die Zähne zusammen. Die Tante sollte ihr nicht noch einmal sagen, wie damals im Anfang:„Die arme Olga hat dir viel zu viel nachgesehen: ich bin außer mir, wie schlampig du bist. Du kannst Gott danken, daß du bei mir jetzt was lernst." Und Eva lernte wirklich etwas. Ihr Ehrgeiz, sich von dieser Frau, die von ihrer Mutter gar nicht geliebt worden war, nicht tadeln zu lassen, erwachte. Wenn �ie nur nicht immer so inüde, so entsetzlich müde gewesen wäre! Eine solche Müdig- keit war oft über ihr, daß sie sich aus der Eimcrbank beim Herd niedersetzen mußte, den schweren Kopf in die Hände stützen und wie unter einer Zentnerlast seufzen. Wenn die Tante in die Küche kam, sprang sie schnell auf, machte sich am Herd zu schaffen: aber sie hörte die nicht immer kommen. Denn ihr Gehör war schlecht. „Schläfst du am hellichten Tag?" sagt« Frau Ella. Und zu ihrem Mann sagte sie:„Die Eva ist leider träge." „Sie ist ja noch ein halbes Kind," meinte Wilkowsti zur Entschuldigung. Aber das ließ feine Frau nicht gelten.„Mit Fünfzehn ist man kein Kind mehr, da hätt'st du mal sehen sollen, was ich geleistet habe in dem Alter. Eigentlich ist es'n Glückjür die Eva, daß die arme Olga tot ist, so kann doch noch was aus ihr werden." Eva beklagte sich nicht beim Onkel, daß sie nicht aus- gehen durste, der hätte ja doch nichts daran ändern können. Sie klagte überhaupt nicht; sie sagte nur zuweilen, wenn sie ganz allein in der Wohnung war. so laut, daß es von den Wänden widerhallte:«Ich habe Sehnsucht. Ich habe solche Sehnsucht!" Nach dem Stiefvater gewiß nicht, von dem war der Abschied kühl gewesen, auch nicht nach den vertrauten Möbeln, die verkauft worden waren, und von deren geringem Erlös die Tante ihr praktische Wäsche angeschafft hatte, und derbe Schuhe, und das übrige als Notgroschen zurückgelegt. Nicht einmal nach dem kleinen gelben Flick, ihrem einst so munteren Spielgefährten, sehnte sie sich, aber nach der Mutter, und nach den Ferientagen bei Frau Lesse! im Grunewald. Ach, waren die schön gewesen! Wie ein goldener Traum schwebten sie in ihrer Erinnerung und wurden, je länger sie von ihnen entfernt war, desto goldener. Nur einmal noch da herumgehen in der Sonne, so warm beschienen, besessenen von dem goldenen Himmelsgesicht und dem schönen Gesicht der freundlichen Dame! Es durchfuhr Eva wie ein Schreck— wer Freude nicht gewohnt ist, dem kommt sie erst wie ein Schreck—. als der Onkel eines Tages sagte:„Ich habe einen Brief von der Dame aus dem Grunewald bekommen. Sie erkundigt sich nach dir. Du sollst sie nächsten Sonntag besuchen. Die lädt dich ein schon zum Essen." Eva blinzelte nach der Tante hin: die würde sich ärgern, wenn sie ietzt sagte, daß die schöne reiche Frau Lessel die beste Freundin von ihrer Mutter gewesen war. Als sie dort zu Besuch gewesen, zwei Sommermonate, war sie da auch gehalten worden wie die eigene Tochter, genau wie Lilly. Frau Ella sagte darauf, daß sie gar nicht dafür wäre, solche Beziehungen wieder aufzunehmen, die brachten Eva nur aus ihrer Sphäre. Aber Irma, die das Gespräch mit anhörte, schlug sich auf Evas Seite: zu dumm, wenn man sie da nicht hingehen ließe, sie konnte da vielleicht doch später als Hauemädchen ankommen. Das leuchtete Frau Wilkowsti ern. Und auch der Onkel war sehr dafür, er schrieb für Eva«ine dankende Zusage. Sonst waren die Sonntage die best« Tag» im Wil- komskischen Haus für Eva, denn dann kam Vetter Albert zu den Eltern zu Tisch. Der war nett, schon immer nett zu ihr gewesen, als sis noch ein ganz kleines Mädchen war. Er brachte ihr Romane zum Lesen mit, machte ihr die Tür auf, wenn sie mit dem Tablett voll Geschirr hinein oder hinaus wollte, sah sie überhaupt manches Mal so an, daß sie ganz genau wußte, der weiß, was du hier ausstehst, und es tut ihm leid. Trotzdem tonnte sie diesen Sonntag nicht erwarten. Sie zitterte darauf. Die Nacht vorher könnte sie gar nicht schlafen; gut, daß sie nicht wie früher, als Kind, drinnen bei Irma schlief, daß sie ihr Bett in der Küche hatte, dort, von niemandem gehört, such rastlos werfen konnte. Eine sehn- suchtsvolle Ungeduld ließ sie allstündlich auf den Schlag einer fernen Turmuhr horchen. Sonst war es ihr schrecklich, wenn die Uhr Sechs meldete und sie aufstehen mußte, aber heute fuhr sie geschwind aus dem Bett, wie aufgeschnellt: der Sonn- tag, ihr Sonntag fing jetzt an! Die Spatzen schirpten am Frühlingsmorgen, draußen würden schon Amseln singen, auf dem grünenden Rasen herumhüpscn: in den kleinen Beeten würden Sckneeglockcn und Krokus blühen, und Frau Lessel, ihre liebe schöne Frau Lessel, mit dem Gesicht, das so rund war wie eine Sonne und so wärmespendend, würde unter der Tür stehen:„Willkommen, kleine Eva!" Eva zitterte so, als sie sich zum Ausgang fertig machte, daß die Tante ihr die Zopfe flechten mußte, sie in schwerem Kranz um den kleinen Kopf legen. Frau Ella schalt dabei: wie konnte man sich bloß so aufregen! Und dann ermahnte sie:„Benimm dich. Erzähl' auch, damit die Dame nicht denkt, du hast es nicht gut bei uns." .......(Fortsetzung sofoL) Der verwandelte Jehndollarschein. Ein zerstreuter Oberinspektor. Profefforen pflegen oft nicht nur sehr gelehrt, sondern auch fehr zerstreut zu sein. Die Studenten und die Wizbücher wissen manche amüsante Geschichte darüber zu erzählen. Daß aber solche sprichwörtliche Zerfahrenheit" auch auf den Stab der Beamten einer Universität überspringt, ist ebenso neu wie gefährlich. Jedenfalls mußte der Oberinspektor Sch. der Berliner alma mater eine Unordnung auf seinem Schreibtisch mit einer Anflage wegen Amtsunterschlagung büßen, die das Schöffengericht Berlin Mitte in einer ziemlich ausgedehnten Verhandlung beJchäftigte. ย Die Sache war so. Einem persischen Studenten, der hier in Berlin studiert hatte, war die Bestätigung seiner Doktorwürde abhanden gekommen. Aus seiner Heimat bat er nun in einem Schreiben, dem er eine Zehndollarnote beifügte, um eine neue Ausfertigung des Diploms. Brief mit Inhalt trafen mohlerhalten auf dem Schreibtisch des Herrn Obersekretärs im Geschäftszimmer der Universität ein. Als man aber an die Erledigung des Besuches gehen wollte, war die Dollarnote verschwunden. Die böse Fama, diesmal in Gestalt des Attenhefters R., behauptet nun, der Angeklagte Sch. hätte sie ganz einfach unterschlagen. Zuerst behielt R. diefes Geheimnis für sich. Als er aber Grund zur Unzufriedenheit mit seinem Vorgesetzten zu haben glaubte, war es mit der Rücksichtnahme aus. Folge: Verdächtigung und Anklage des Verwaltungsober inspettors. Kurze Zeit darauf, es geschehen noch Zeichen und Wunder tauchte plötzlich die Behndollarnote wieder aufdem Schreibtisch auf. Alles recht unangenehme Erscheinungen für einen Angeklagten. Aber Sch. wußte alle Bebenten zu zerstreuen, denn nicht er, sondern eine gewisse Unordnung auf seinem Schreibtisch habe an allem schuld. Seiner Erinnerung nach sei die zehndollarnote nur eine Eindollarnote gewesen. Durch die ungenügende Befestigung mit einer einfachen Klammer säre der Geldschein durch andere Papiere abgestreift worden and fei so verloren gegangen. Als dann nach ungefähr acht Wochen ein Zehndollarschein auf der Fläche des Schreibtisches erschien, habe Sch. diesen mit der Angelegenheit des persischen Briefes gar nicht mehr in Zusammenhang gebracht, sondern das Geld als Fund- der Oberinspektor stand auch dem Fundbureau vor zurüdbehalten. Eine Unterschlagung beftritt der Angeklagte ganz entschieden. Staatsanwälte sind an und für sich sehr mißtrautsch. Und so wies auch der Bertreter der Anflage in diesem Falle die Behauptungen des Sch. mit ziemlich scharfen Worten zurück. An der Schuld des Angeklagten bestehe nicht der geringste 3weifel. Da es sich aber um einen noch umbescholtenen Menschen handelte, sei eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten ausreichend. Das Gericht war anderer Meinung. Es hielt nicht für einwandsfrei widerlegt, ob der Zehndollarschein nicht wirklich ein Eindollarschein war, ob dieser nicht wirklich verschwunden, jener plöglich gefunden sei. Der Verwaltungsoberinspektor Sch. wurde freigesprochen. burch Berlins Straßen zum Birfus Busch zog. Und es war eine, Demonstration von ftoischer Ruhe und doch unerhörter Lebendigkeit. Ob Autos und Fuhrwerke um die Ecke bogen, ob Kinderscharen diese nach Zentraleuropa verfekten Globetrotter der unberührten Natur mit wildem Geschrei begrüßten, sie bewahrten immer denselben läffigen, denselben halbverachtenden Gleichmut. Woran man sich ein Beispiel nehmen könnte. Wenn man eben das dicke Fell eines Elefanten hätte. Bürgermeister Kahle fomponiert sind, besser zur Uebertragung. Man darf im Rundfunt nie vergessen, daß Opern nicht nur musikalische Kunstwerte, sondern auch mimische sind. Gerade die romantische Oper legt einen Hauptatzent auf die darstellerische Durchdringung des Stoffes. Ein anderes Moment kommt hinzu.„ Der Freischüß",„ Tannhäuser" und vielleicht ,, La Traviata" sind doch bekannter im großen Publi fum als„ Oberon". Und trotzdem erhielt man durch die Ueber. tragung ein flares Bild der immerhin verwirrten Borgänge. Seidler Winkler leitete die Aufführung. Am besten flangen wiederum die Holzbläser und die tiefen Streicher in der Ouvertüre. Von den Darstellern stand in erster Reihe Emmy Bettendorf als Regia, auch Karl Jöfen als hüon. Der Oberon Eugen Transtys zeigte einen Tenor, der für die Uebertragung sehr gut geeignet erschien. Wittings Scherasmin tam nicht zur vollen Gestern abend erreichte uns die traurige Nachricht, daß ein schweres Herzleiden den Genossen Martin Kahle mitten aus feinem reichen Arbeitsgebiet, in das ihn die Partei als Bürger- Wirkung, da diese Partie hauptsächlich mimiſch orientiert iſt. meister des Bezirks Kreuzberg stellte, hinweggerafft hat. Kaum 39 Jahre alt ist Kahle geworden Und doch liegt ein Leben voll erfolgreicher Arbeit hinter ihm Sein besonderes Streben, sich stets unerschrocken mit den sozialen Problemen der Gegenwart auseinanderzusetzen, hat ihm Freunde wie Gegner verschafft, Gegner in den Reihen derer, die die sozialen Nöte nicht sehen wollen. Kein schlechtes Reichen für den Verstorbenen, daß er zu denen gehörte, die im Gegensatz zu dem eigentlichen Sinn des Abbaugesetzes dem Abbau zum Opfer fallen sollte. Es ist auch fein schlechtes Zeichen für ihn, daß die Aufsichtsbehörde es folange ablehnte, zu dem Abbau Stellung zu nehmen, bis die Bezirksversammlung Kreuzberg einen geeigneteren Bürgermeister vorschlagen fonnte. So blieb Kahle an der Spitze des Bezirks, den er bei der Schaffung von Groß- Berlin an leitender Stelle aufbauen half. Mit feinem Kunstverständnis und mit flarer Erkenntnis der Kunstliebe und des Bildungshungers gerade der ärmeren Bevölkerung hat er sich dieser Bestrebungen mit besonderer Liebe angenommen. Doch waren es die sozialen Nöte der Bevölkerung an erster Stelle, deren er sich annahm. Und wenn nur weil sein Amt ihm teine anderen Möglichkeiten gestattete im aufklärenden und vorbeugenden Sinne. So schuf er das Gefundheitshaus am Urban", eine Stätte hygienischer Volksbelehrung, die von bleibendem Wert ist. So flärte er neuerdings erst wieder durch eine größere Ausstellung die Bevölkerung auf über Wohnungsnot und ihre Folgen, um die weitesten Kreise auf diese Fragen aufmerksam zu machen. Plötzlicher Tod des Genera'arztes von Tobold. Der Unterausschuß des Gutachterausschusses für das öffentliche Krankenbauswefen hatte zu einer Besichtigung im Berliner Anschaffun samt am 15. Dezember, vormittags, eingeladen. Zu Beginn dieser Ves fichtigung beriched plötzlich infolge heriflags der Generalarzt von Tobold. Der Verstorbene, der ein quter Kenner der gesamten im Krankenhausbetriebe erforderlichen Gebrauchsgegenstände war, war als Sachverständiger von dem Ausschuß hinzugezogen worden. Einbrüche in Bel warengeschäfte häufen sich. Schwarze Tage für die Teigwarenhändler. Die erfo'greident Bei einem Pelzhändler in der Friedrichstraße wurden in der vergangenen Nacht 500 Std Elektrifielle, 150 Oposium, 69 Richie und 41 bes fonders gute Versianerfelle im Werte von inegeiammt 21.000 2. gestohlen In der gleichen Nacht wurden in einem Belzgeid äit in der Be brenstraße Felle im Werte von 18 000 m. gestohlen. Schüht die Gasmesser vor dem Erfr'eren. Die Berliner Städtische Gaswerke Att Gef macht die Gasverbraucher darauf aufmertiam, daß die nassen Gasmesser bei Frostgefahr gegen Rälte geschützt werden müssen, damit die regelrechte Be nußung des Gases nicht behindert wird. Alle in falten Räumen ftebenden naffen Gasmeffer find daber durch Einbüllen in Stroh, wollene Lappen und dergleichen gegen Erfrieren zu schüßen Auch die Fenster der Räume, in denen nasie Gasmesser stehen, müssen während der Frostzeit geicbloffen gebalten werden. Selbstmordversuch eines ruifischen Kuriers. Gestern nachmittag Wir verlieren an dem Verstorbenen einen Mann, der uns viel gegen 6 Uhr schoß sich in einer Wohnung Greifswalder Str. 51 der gegeben hat und die Nachricht von seinem Tode trifft uns besonders 41 Jahre alte bei der Ruffischen Sowjet- Handelsvertretung in der hart, weil er uns noch mehr geben sollte. Weihnachtsfreude für die Kleinrentner. Robelbahnen mitten in der Stadt. In weihnachtliche Stimmuna brachte am Montagabend das Wohlfabrtsamt des Bezirks Friedrichshain feine Kleinrentner. Mit froben Gefichtern eilten die alten Männer und Franen nach der Aula des Andreas Realgymnasiums in der Korpen Raubüberfall auf eine achtundsiebzigjährige Frau. straße, wo befondere Genisie ihrer warteten. Alte, fröbliche Er. In der Weichselstr. 4 in Neukölln betreibt die achtundsiebzig. innerungen wurden durch heitere Volkslieder von der Konzertjährige Frau Martha Geppert mit ihrem Ehemann ein Milch- fängerin Frau Agnes Schulz- Lichterfelde in geschickter Weise gewedt. geschäft. Am Dienstag abend gegen 6 Uhr betrat eine Frau das In abwechilun sreicher Fülle zogen Gefang und Rezitation, Brahms und Mendelssohn, Wilhelm Busch und Glaßbrenner an den Obren Geschäft, um sich von der in dem Milchgeschäft allein tätigen Frau der fefträglich gestimmten Zuhörer vorüber. Herr Walter Lichterfeld Geppert einige Backwaren aushändigen zu lassen. Wenige Augen erfreute durch bellamatorische Darbietungen. Die Slavierbegleitung blide darauf famen nach den Aussagen der Frau Geppert& met bon Fräulein Anita Kahn war ichmiegfam und paffenb. Lebbafter junge Burschen in den Laden, die sich nunmehr mit der turz Beifall bewies, daß Wohlfahrtsamt und Künstler sich durch diese norher eingetretenen Frau zusammen auf die Ladeninhaberin Stunden die Herzen der alten Zeuthen erobert haben. stürzten, diese zu Boden schlugen, ihr den Mund zuhielten, so daß fie nicht schreien tonnte, und sie dann in ein hinter dem Laden gelegenes Zimmer schleppten. Hier knebelten sie die Frau, in dem sie ihr ein Taschentuch in den Mund schoben. Einer der Täter hielt nun bei der Frau Bache, mährend die anderen sich an die Ausplünderung der Ladentasse machten, wobei den Räubern 170 m. in die Hände fielen. Nachdem sie dann tie Labentür verriegelt hatten, verließen sie den Laden. In der fiebenten Stunde fehrte der Ehemann der Ladeninhaberin zurück und fand feine Frau gefeffelt und gefnebelt vor. Er benach richtigte sofort die Neuköllner Kriminalpolizei. Frau Geppert fonte vorläufig noch feine genaue Beschreibung der Täter machen. Es ist bisher auch tein Beuge ermittelt worden, der die Personen hat in den Laden hineingehen oder herauskommen sehen. Auf fällig ist es auch, daß ein sehr scharfer Schäferhund, der ohne einen Maulforb in dem Laden war, von den Tätern angebunden werden fonnte. Ein falscher Arzt und ein falscher Kinderfrennd. Ein falscher Arzt trieb seit längerer Zeit sein Unwesen, bis es jezt endlich gelang, ihn unschädlich zu machen. Er erschien in Familien, von denen er ausgefundschaftet hatte, daß sie junge Töchter besaßen, immer zu der Zeit, wenn der Mann nicht zu Hause war, stellte sich als„ Dr. von Berg" oder„ Ban der Berg" vor und erklärte, daß er beauftragt sei, die Mädchen auf ihren Gesund heitszustand zu unterfuchen. Seine Auftraggeber sollten bald eine Krantentaffe, bald die Fürsorgestellen, eine Wohl. fahrtsstelle oder dergleichen sein. Die Mütter, die nichts Böses abnten, ließen den vermeintlichen Arzt gewähren und erfuhren erst spätet, wenn sie sich bei den angegebenen Stellen erfundigten, daß es sich um einen Schwindler handelte, der die„ Untersuchungen“ nur zu unsauberen Zweden angestellt hatte. Der Betreffende wurde jetzt endlich als ein Hausbefizer Lange aus Lichtenberg ermittelt und festgenommen. Nicht weniger schändlich ist das Treiben eines Kinderfreundes". Ein fleiner Mann von 35-40 Jahren, der stets eine schwarze Tasche an einem Riemen über der Schulter trägt, fommt mit einem schwarzen Rad angefahren und bittet fleine Kinder, es ihm auf dem Hausflur einen Augenblick zu halten. Er geht dann zunächst weiter, fommt aber bald zurück, vergeht sich jetzt an den Kindern und verschwindet hierauf mit dem Rade. Mitteilungen zu feiner Ergreifung an Kriminalfommiffar Johannes Müller im 3immer 330a des Polizeipräsidiums. Menagerie auf der Straße. Die Menagerie des Zirtus Straßburger macht dem Zirkus Busch Bisite. In dumpfen Güterwagen tommen die Tiere an, von der glutenden Farbe der Heimat find den Eroten wohl nur noch Schwache Erinnerungen geblieben. Es ist ein winterliches Pflaster, das sie jetzt betreten, die 24 Ballblutpferde, Ostpreußen, Engländer, Schottland- Ponys, die 9 schwer tapfenden Elefanten, an der Tête Jonny, der Frontfämpfer". Die drei indischen Zebus, die immer so feltsam mit den Köpfen wadein, der Wasserbüffel, die vier Lamas mit den sprichwörtlich sanften Augen, der Guanaco, der so pußig wie fein Name zu fein scheint und die zwölf sibirischen Kamele. Emp fänge find im allgemeinen wärmer und freundlicher. Ein vereister, Schneeverwehter Boden ist, zumal für Unbeschuhte, fein Terrain, das herzliche Empfindungen weden fann. Es war ein merkwürdiger Transport, der sich gestern vormittag über das Gelände des Anhalter Güterbahnhofes in die Möckernstraße bewegte. Schon in der engen, fuhrwertbelebten Berbindungsgaffe, die in die Königgräger Straße führt, passierte das erste Malheur. Den gehöderten fibirischen Samelen fam anscheinend alles zu spanisch vor. Sie fingen plöglich an merkwürdig und angstvoll zu tanzen. Noch etwas war zu beobachten: die entsekte Schen der vorüberkommenden Lastpferde. Die lässig fraftvolle Ruhe der Elefanten bringt sie aus dem Konzept. Die Hinterbeine tniden ein, Schaum tritt vor den Mund, in jähem Ruck biegt sich der zitternde Körper zur Seite dem Bürgersteig zu. Das ist ein Problem. Tritt die zivilifierte Degeneration dem heraus. gelockten und nervenstarken Urwald entgegen? Und besteht fie fo bie Feuerprobe? Es war ein Hallo, als dieser seltsame Pilgerzug ( nlo) nove Die Bemühungen, gesunden, fräftigenden und nicht gefährlichen Sport auch den Kleinen zugänglich zu machen, haben dazu geführt, mitten in Berlin eine Anzahl Rodelbahnen anzulegen, auf denen sich Kleine und auch Große nach Herzensluft aus. tollen fönnen. Das fröhliche Winterbild, das vor noch wenigen Tagen Pläge und Straßen, Partanlagen und Wälder belebte und zum Tummelplatz der Jugend machte, ist nach der kurzen Tauwetterperiode wiedergelehrt. Wird an sich schon jeder noch so fleine Hügel, jede Anhöhe zum-Rodeln ausgenutzt, so sind nichtsdestoweniger die großen Rodelbahnen zahlreich besucht. Eine der schönsten und bekanntesten Bahnen ist die auf dem Kreuzberg nach der Dreibundstraße zu. Ein Schlitten nach dem andern faust in eilender Fahrt hinunter. Manchmal hocken drei, vier Jungen auf einem Schlitten und mit Jubelgeschrei geht es über die etwa 200 Meter lange Strede hinab. Eine gute halbe Stunde entfernt im im Tempelhofer Volfspart ist auch eine Rodelbahn entstanden, um die die Jugend des Südwestens und Tempelhofs beneidet werden tann. Die Bahn ist mustergültig angelegt. In einem Bogen geht es auch hier mit ziemlichem Gefälle hinab Bei ge nügender Schneedecke wird diese Bahn sofort wieder in Betrieb genommen werden und nachmittags von 2-10 Uhr fann sich die Jugend dort tummeln. Auf der etwa 150 Meter langen Rodel bahn im Humboldthain im Norden Berlins wurde gestern schon tüchtig gerodelt. Hier lient die Bahn dicht bei der Himmelfahrtskirche und ein etwa 6-7 Meter hoher Hügel muß das Gefälle liefern über die lange Bahn hinab. Im Schillerpart, in den Reh- und Leutnantsbergen herrscht das gleiche fröhliche Treiben. Die Jugend lacht und tobt sich aus und jeder wünscht, daß diese Herrlichkeit noch recht lange dauert, weil es doch demnächst ferien gibt. Der Stadt Berlin und den Bezirksämtern muß man Dant wissen, daß sie auch in dieser Weise für die Jugend sorgen. ,, Oberon" im Rundfunk. Eine merkwürdige Angelegenheit:„ Oberon im Rundfunt". Diese Oper, deren Reiz in der rein visuellen Seite besteht. Immer hin, man fann sagen, daß der Versuch des Rundfunks doch gelungen ist. Cornelis Bronsgeeft, der Bearbeiter des Tertes, legte viele Bilder zusammen, strich Szenen, die den dramatischen Ablauf hemmten, das Ganze blieb durchaus diskutierbar. Sicherlich eignen sich Opern, die nicht soviel Berwandlungen beanspruchen, wie der Oberon", die vor allem durch Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 16. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 Uhr nachm.: Sendespiele Abteilung Jugendbühne Leitung: Alfred Braun, Spielzeit 1923/26. 4. Veranstaltung, Firlefanz Märchenspiel in drei Akten mit Vor- und Nachspiel von Egon Straßburger und Albrecht Brandt Musik von Camillo Hildebrand. 6.30 Uhr abends: Redakteur Fritz Badicke: Berliner Straßennamen und ihre Bedeutung". 6.55 Uhr abends: Dr. Max Winckel: Ernährung mit unsichtbaren Stoffen". 7.20 Uhr abends: HansBredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Rechtswissenschaft Geb. Oberregierungsrat Dr. Ludwig Laß: Einführung in die soziale Gesetzgebung 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Operette. Leitung Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 19.5/ 26. 17. Veranstaltung. Die tanzende Prinzessin", Operette in drei Teilen. Musik von Walter Kollo. Dir.: Bruno Seidler- Winkler. Baron von Kottow: Hars Sternberg; Rita, seine Tochter: Erny Jolan: Graf Robert von Rohna, Erlaucht: Artur Hell: Graf Egon von Rohna. sein Vetter: Franz Baumann; Knox. Direktor dés Lunapalastes: Alfred Läutner; Lissy, Ritas Zofe: Angela Sax; Johann, Diener bei Kettow: Karl Platen; von Strehlen, Attaché: Boy im Lunapalast: Hanna Crampe; Kaja, dessen Tochter: GerJosef Pelz von Felinau: Kellner im Lunapalast: Artur Große; trud Zwicki. Die beiden ersten Teile spielen in der Großstadt, der dritte in einem norwegischen Fjord. Zeit: Gegenwart. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterund Filmdienst. 2ndenstraße beichäftigte Kurier Georg Rubidi eine Kugel in den Kopf. R. wurde in schwer verletztem Zustande durch einen Wagen des Städtischen Rettungsamtes nach dem Krankenhaus am Friedrichshain transportiert, wo er boffnungslos daniederliegt. Der Grund zur Tat ist bisher noch unbekannt. Scala. Die guten Artisten müssen dünn gefät sein. Im Dezemberprogramm der Scala sieht man wieder eine ganze Reihe alter Bekannter, so die Aler Piccard Comp. in einer Nummer: Die Einbrecher von New Port", beschwingt, lustig, grotest; Ristori, Dame und Virlinkünstler: Ruis und Artig' hohe Echule auf dem Rade; 3 wei Tefeos, akrobatische Plastif; neun Allisons in altbekannten ifarischen Spielen; Therese Renz auf schönen Vollblutschulpferden. 3mei Rosellos zeigen einen ausgezeichneten Balanceatt auf der Bambusleiter. Sie find fast ebenbürtig der Japanerfamilie Akebonos, die mit ſpielerischer Leichtigkeit, ererbt aus jahrhundertlanger Gewöhnung- alles zeigt, was faft unerreichbar scheint, Akrobatik, die sich in einem Menschenalter nicht bezwingen läßt. Zu erwähnen wäre noch O'Hanlon und 3amboni, südafrikanische Grotesttänzer mit entsprechendem Jazzband, und der vorzügliche Jongleur Felovis, der sich reizend hilflos gibt. 20 Der Meisterborer non Schwarz und Mathern, der jetzt allabendlich im Rasinotheater aufgeführt wird, gehört sicher auch zu den Meisterschwänken, denn das luftige Spießerproblem, wie man seine Frau hintergeht( nicht um o nein, nur rm sih einmal unkontrolliert fattessen zu dürfen), dieses Problem fand hier in einer verzwickten Handlung eine töftliche Lösung. In Hans Berg als bogendem Marmeladenfabrikanten, Margarete Schaup als seiner ftolzen Gattin, in Bittor Lizet als spindeldürrem fol. sächsischen Kanzleirat und Frida Waller als temperamentvolle, italienische Operettendiva hatte man neben anderen Darsteller gefunden, tie Lachstürme en fesselten. Gen nnt sei noch Ernst Walter: ein Kabarettist, der im bunten Teil des Abends mit feltenem Sinn für das Birksame und Aktuelle, ohne geschmacklos zu werden, Ueberdurchschnittliches gab. Ein dankbares Publifum tam auf seine - in diesem Theater geringen Kosten. Märchenaufführung im Rose- Theater. Am Sonnabend nech mittag brachte das Rose- Theater zum erstenmal das Märchen„ Der Froschtönig und der efferne Heinrich" zur Aufführung Durch fomische Intermezzis und Liedereinshaltungen der Komponist ist der Freiburger Lieder und Opernkomponist ist die an sich etwas dünne Handlung des Grimm F. Schilling schen Märchens belebt worden. Vor allem aber hat es die Bearbeiterin verstanden, die Vorgänge naiv zu schildern und nicht mit der Geste des Erwachsenen. Orchester und Darstellung taten ihr Bestes, dem Werk zur Wirkung zu verhelfen. Das Kabarett der Komiter im Balmenhaus am Kurfürstendamm will feine Stätte für die Uebereleganten, die Nichtstuer der Gegend sein. Diese Gesellschaft hängt sich sowieso an die Schöße der Reaktion; ist monarchistisch aus Bornehmheit" und unterstügt feine Stätte, in denen man dem einstigen Großen" ans Leder geht. Und bas tut man im Kabarett der Komiter nach Noten. Da ift Rope. der conferiert, da ist Willi Prager und vor allem Hans Reimann, der noch immer die Feinheiten des sächsischen Dialekts mit Humor verfolgt. Da ist die föstliche oberbayerische Miniatur der Mizzi Brossel und die Tänzerin Hilde Engel. Weiter beineren die So miter jetzt ein Märchen im Schnee", ein Intermezzo von Kurt Robitschef. Stedengebliebener Bug, unfreiwilliger Aufenthalt auf einer fleinen Station, Familien- und Gefellshoftsitnil mit er. freulicher Lösung wie auch das ganze Gerede, Gefinge, Getanze hier auf der Bühne eine erfreuliche Lösung finde " Aushebung einer Hamburger Großfalschmünzerwerkstatt Der Hamburger Kriminalpolizei ist es im Ju fammenwirken mit der Kölner Kriminalpolizei, die einen Hamburger Kaufmann bei der Ausgabe eines falschen 10- Renienmart- Sd; eines festnahm, gelungen, eine groß angelegte Hamburger Falschmünzerwerkstatt, die vermutlich schon seit Jahren arbeitet, aufzubeden In einem hinter der Erikaſtraße auf freiem veld ge. legenen Schuppen wurde zahlreiches Beweismaterial beschlagnahmt, u. a. Breffen, gravierte Bintplatten, Photographien, fertige und halbfertige Scheine. Ein Hamburger Ingenieur wurde als Wittäter in Haft genommen. Fünf Mädchen durch kohlenegydgas geföfet Im Magda. Ienen stift in Deutsch vissa, einem Breslauer Voroit, erfrankten durch Ausfirömen von Kohlenorydgas neun dort unters gebrachte weibliche Böglinge, von denen fünf uch fofort an estester Wiederbelebunge versuche mit Sauerstoffapparate nicht wieder ins geben zurüdaerufen werden konnten. Von den übrigen vier baben drei die Krantheitéericheinungen überwunden, während eine sich noch im Krantenbaufe befindet. Berhaftung eines polnischen ehemaligen Finanzministers. Der frühere polnische Finanzminister und langjährige Direktor der Postsparkasse Hubert Linde wurde auf Grund der von der Staatsanwaltschaft gegen ihn geführten Untersuchung in Haft genommen. Linde hat sich als Leiter der Bostipartaffe verschiedene grobe Mißbräuche zum Schaden des Staates zuschulden kommen lassen. Mittwoch 16. Dezember 1925 Unterhaltung und Wissen Spur im Schnee. Ueberfam dich nicht ein 3ittern, als du den Fuß ins Schneeweiß setztest, den Fuß, der dich in Sümpfe trug? Darist du neue Pfade bahnen mit weinerglühten müden Augen und taumelnd truntnen Schritten? Wagtest du mit heifrem Lallen die andachtstiefe Ruhe der Natur, das Klingen in kristallner Luft zu stören? Uebertam dich nicht ein Bangen, daß in dem reinen weiß des Schnees Deine Spuren haften bleiben? Hans Heinrich Strätner. Klose. Bon Werner Richter. Sohn eines Bahnwärters in fandiger Ebene, hatte Klose an der Gebundenheit des Militärlebens, an der weisen Führung, die es, eigener Entscheidung enthebeno, bei allen Stauungen und Bermid. lungen des schwierigen Weltgeschehens verbürgte, derart Gefallen gefunden, daß er nich erfüllter Dienstpflicht sich leicht entschloß, Soldat zu bleiben. Er galt für verläßlich und nüchtern, wenn auch mit der auf Ererzierplägen erforderlichen Stimmschärfe und Herzensstarre nicht hinlänglich begabt, weshalb er zumeist in Kanzleien beschäftigt wurde. Auf starffnochiger Gestalt hoch getragen, murde sein Geficht mit etwas platter Nase allmählich stubenblaß, während unabläffiges Eigen seinen Magen spizbogig nach vorn hob. Sobald ihm zum fornblumenblauen Rod die Treffenpracht des Feldwebels verliehen mar, führte er die anspruchsloje, aber landläufig hübsche Tochter eines Gerbermeisters vor den fegnenden Garnisonprediger, womit er ein wenig Geld gewann. Sein ältestes Rind war ein Mädchen, das er Elsa nannte, mährend sein zwei Jahre später geborener Sohn nach dem gleichaltrigen Prinzen den Namen Aribert erhielt. Das Leben Klojes umgrenzte ganz schlicht nur der Soldaten. dienst. Alles Jrdische und Himmlische war ihm durchsichtiger Aufbau von Befehl und Gehorsam. Befehle zu empfangen und auszu führen mar ihm selbstverständlich; er tat es überzeugt und ohne Spur Don Heuchelei, genau wie Sonnenblumen dem mächtigen Gestirne folgen. Bis zur Aufzehrung seines Selbst verrichtete er die Schreibgeschäfte der Kompanie und ruhte nicht, ehe er nicht seine Pflicht abends hinter fich liegen fah, wie den blutgetränkten Sattel eines ab. getriebenen Tragetiers. Nicht anders als höchster Berehrung würdig mußte ihm, wer immer zu befehlen hatte, erscheinen: aus rund aufplagenden Augen schoß er Ehrfurcht den Offizieren entgegen, und je fnarrender und rudweiser zu ihm gesprochen, ein je erbitterteres Gesicht ihm gezeigt wurde, um so leidenschaftlicher drängte er sich zur Hingabe. Selbstverständlich fonnte es troßdem vorkommen, wenn gewisse Anordnungen ihm widerstrebten namentlich, wenn er am Biertisch mit Kameraden faß, daß er gleich ihnen in schmähenden Reden gegen Bergesezte sich erging; aber er tat es immer ohne Ernst, stets nur aus Schüchternheit und wiederholte ihre Sprüche nicht anders als Eingelerntes aus den Kriegsartikeln oder dem Gesangbuch Im Tiefsten weihevoll blieb unabänderlich seine Bewunderung für die bewußte Nachlässigkeit, mit der Offiziere fich bewegten, für die gemessene Andeutung ihres Grußes, für die eble Unnahbarkeit ihrer Frauen und Pferde, ja, für den glänzenden Lad ihrer Gefährte, zwischen deren hohen, wirbelnden Rädern unwirsche Forterrier her. Dorbellten. Als sein Hauptmann zum Generalstab verfegt war, fandte er Klofe einen Brief, worin er ihm auftrug, seiner Frau beim Umzuge behilflich zu sein. Hingerissen von soviel Leutseligkeit, puzte Klose eine Nacht an seiner buntesten Uniform, quälte im Morgengrauen den Friseur aus dem Bett, um darauf von der Baronin mit flüch tigem Kopfniden auf eine blaue Küchenschürze und einen Staubwedel Derwiesen zu merden, mit dem Anfinnen, Jagdtrophäen ihres Mannes zu verpacken. Als er dann, von Drosseln umflötet, vor der anmutigen Freitreppe der weißen Billa stand, mit engem, prachtvoll strahlendem Kragen aus der Schürze ragend, in bebenden Händen mächtige Hirschgeweihe, das von Sorgfamkeit glühende Gesicht in ungeheure Risten tauchend, da fiel es ihm auf, daß der Schlachter Kugelmeier, der, ein trüb glozendes Kalb hinter sich im Käfig, vorbeikutschierte, ihn maßlos anlachte. Das Borfommnis beschäftigte ihn noch jahre= lang, ohne daß es ihm verständlicher geworden wäre. Kurz vor seinem vierzigsten Geburtstag wurde Klose Inspektor am Lazarett einer fleinen Gebirgsstadt, die ein Jägerregiment als Garnison hatte. In dieses Amt spannte er sich restlos ein, und die Furcht, die Kreide etwa zum Beschreiben der Tafeln an den Krankenbetten tönne plößlich ausgehen, vermochte ihn nachts zu weden und zu stundenlangem, geisterhaftem Wandern durch Keller und Ge. wölbe zu treiben. Im ganzen glaubte er nun seinen ferneren Berlauf gesichert und in wohltuend regelmäßigen Kurven emporgeschraubt Bur fanften Abendglut umfriedeten Pensionärdaseins. Unversehens jedoch machte Aribert immer beunruhigender auf sich aufmerksam. Daß er als Vierjähriger schon, zum Krämer gefidt, drohte, in das Sauerkrautfaß zu spuden, wenn er nicht Bonbons als Zugabe befäme, mochte hingehen. Aber da die Klagen der Lehrer über feine Anteillosigkeit am Unterricht, die der Mit schüler über seine unbändige Angriffsluft und Tüde sich ständig häuften, mußte der Bater schließlich zustimmen, ihn unter der Bedingung von der Schule zu nehmen, daß er das Einjährigenzeugnis empfinge. Aribert faß nun tagsüber im gotisch düstern Erdgeschoß des Rathauses vor grünglimmenden Lampenschirmen, Rechnungen des Schlachthofes abzufchreiben beauftragt. Meist jedoch starrte er dem brummenden Flug fetter Fliegen nach, entnahm aus unbewachten Ueberziehern Frühstücksbrole. leugnete mit Ingrimm, daß es nicht tie seinen wären und warf mit umfangreichen, rötlichen Händen Bapierfnäuel in den Racen der Stenotypiftin. Dies dauerte, bis eines Frühlingstages am Gasthaus Bum Frosch vor der Stadt ein Zirkus erstand. Da schloß Aribert opfer bereite Freundschaft mit einem schnauzbärtigen Feuerfreffer, den er maßlos bewunderte und mich nicht von einem schminkebunt glafierten Mädchen, das, glitzerig angetan und abwechselnd himbeer. rot und schwülftig violett beleuchtet, auf dem Seile tanzte. Mit dem Zirkus verschwand auch er aus der Stadt, nicht ohne eine Kassette, in der der Stadtrendant sein Wechselgeld bewahrte. Kurz nachdem Klose unter Hergabe von Ersparnissen den Schaden gedeckt hatte, schrieb ihm Aribert aus Hamburg. ein Artist, dessen Arbeiten an fünfzehn Meter hoher Leiter beispiellos fei, habe ihn nichtsdestominder um den Rest seiner Barschaft betrogen; nun erbitte er Reisegeld zur Heimtehr. Er tam, in weitem, fafrangelbem Mantel, heftig glänzenden Lackbeulen vorn an den Schuhen, einen großen Schlips tropischer Farbe unter bleichem Geficht, auf dem weinerlich trogiges Lächeln festgefroren schien. Die Mutter mußte fidh an Kloses ausholenden Arm flammern, damit er ihm nicht das steife Hütchen vom Ropfe schlug. Es gelang noch einmal, Aribert im Kontor einer Zigarrenfabrit unterzubringen, nachdem der Bürgermeister, der ihn um temnen Breis im Rathaus wiedersehen wollte, für ihn gesprochen hatte.. Unterbessen stopfte nun die Mutter seine rosaroten und grünen Strümpfe, die er, leichtfertigen Mädchen der Stadt nachlaufend, zer schabte. Dem Bater hingegen wurde das gefeßlose Schweifen Ariberts mit jedem Tage unverständlicher; oft betrachtete er ihn bei Tische finster und völlig wortlos, während seir Bart, dem er in bescheidener Andeutung ähnliche Form gegeben hatte, wie der Landesherr bem feinen, hilflos angemidert zitterte. ( Fortsetzung folgt.) Eine Erklärung der Deutschnationalen. 408 40 PROGRAMM der D.N.V.P 03 Kampf gegen das AbKommen von washington! Kampf gegen die Arbeitslosenversicherung' Gegen die Gehaltserhof ung der unteren Beamten! Arbeitszeitverlänge rung' Lohnabbau' جسام Wir sind gern bereit, aus unserer Oppofifionsstellung heraus in bestimmten innerpolitischen Fragen pofitive Mitzu leisten!" arbeit Schwarz- Rot- Gold. Eine literarische Reminiszenz. Beilage des Vorwärts wieder zu Schwarz- Rot- Gold gelangen. Noch jetzt flaggt man ge legentlich in Defterreich schwarzrotgold. Die deutschen Idealfarben sind noch nicht ganz erloschen. Die Politit schafft zuweilen neue Farbenzusammenstellungen; es fönnte sein, daß sie ihrerseits auch einmal durch alte Farbenzusammenstellungen bestimmt würde. Wollte man diese den Bildern Rembrandts entnehmen, so würde ländischen Kampfe von deutschem Blute feucht wird; und wenn ein es eine echt deutsche Politif sein. Wenn die deutsche Erde im vater deutscher Sonnenstrahl das Haupt des sterbenden Kriegers verklärt, dann glänzt es schwarzrotgold!" Ein Prophet, ein Seher: wenn auch in vielem von tragischer Täuschung in Ziel und Beg! Der dies aber schrieb, war im übrigen in feinem Buch schrankenloser Anhänger Bismards und begeisterter Antisemit, alldeutsch und völfisch, wie er noch heute als Muster dieser Richtung dienen könnte. Aber wenn er im Individualismus Zeit zugleich doch auch Bescheidenheit, Einsamkeit, Ruhe und die und Aristokratismus das Heil fah, so pries er als Heilmittel für die Kunst. Und die Schlußworte seines Wertes lauten: " Christus und die Pharisäer, Persönlichkeit und Schule, Kunst und Wissenschaft werden sich im deutschen Geistesleben miteinander zu meffen haben; der Streit muß ein durchaus ehrlicher sein; und das deutsche Volt wird über dessen Ausgang richten. Sein Wort entscheidet!" Ein ehrlicher Streit und eine Entscheidung des Volkes mer Don uns will sie nicht auch? Und nicht auch über Schwarz- Rot- Gold? M. Gr. Die Entstehung des„ guten Tons". Erst die Frau hat in die Gesellschaft des Mittelalters bas Gefühl für feinere Sitte und anständiges Benehmen gebracht. Nachdem in den Stürmen der Völkerwanderung die hohe Kultur des Altertums untergegangen war, rissen mit den neuen Eroberern rauhe Sitten in den Verkehrston ein, und die Geselligkeit, die sich im frühen Mittelalter entwidelte, war eine, die nur von Männern geübt wurde. Wie nun ganz langfam zartere Züge in diesem rauhen und rohen Bild der frühmittelalterlichen Kultur auftauchen, wie allmählich ein Geist der Beherrschung und der Rücksichtnahme die ganze Gesellschaft durchbringt, das stellt Mar von Boehn anschaulich dar in dem soeben bei F. Brudmann in München erscheinenden letzten Bande seines großen Wertes„ Die Mode", der Menschen und Moden im Mittelalter vom Untergang der alten Welt bis zur Renaissance" behandelt und damit die Darstellung in lückenloser Folge bis zur Gegenwart Dollendet. Die Geselligkeit entfaltete sich natürlich an der Tafel beim Gelage, und zunächst waren es nur Männer, die sich zu gemeinsamem Essen zufammentaten, während die Frauen in der strengen Abgeschlossenheit ihres Frauengemaches blieben. Erst saß jeder an einem Tisch für fich; dann setzte man sich zu mehreren zusammen; schließlich famen die langen Tafeln auf, bei denen immer nur eine Seite mit Gästen besetzt war und die andere für das Bedienen frei blieb. Da es megen der Frage des Vorranges, am obersten Ende des Tisches zu figen, zu Streitigkeiten tam, löfte der fagenhafte König Arthur das Problem durch seine berühmte Tafelrunde, bei der alle Pläge gleich waren, und um diesen runden Tisch, der die Menschen enger und harmonischer miteinander vereinte erblühte zuerst die schöne Blume des guten Tons. Damals fing man an, auch die Damen an den runden Tisch zu laden; man bildete bunte Reihe, die aber noch Mit- Wolfram von Eschenbach als etwas ganz neues ziemlich ironij behandelt. Das Erscheinen des schöneren Geschlechts bei Tische Det änderte sofort die ganze Tonart und Stimmung. Die Herren mußten fich Zwang und Mäßigung auferlegen, und so murde das gemeinsame Speisen zu einer Schule der Sitten für beide Geschlechter, von der fich das herschreibt, was wir heute unter guten Manieren verstehen. Die ersten Anweisungen zur Erlangung eines feinen Benehmens, die " Tischzuchten", beziehen sich auf die vornehme Art des Essens. Da man damals noch meist mit den Fingern aß, so waren strenge Regeln besonders notwendig. Daher wird befohlen, man müsse sich vor dem Effen die Hände waschen, nur mit drei Fingern zulangen und die anderen wegfpreizen, fich vor dem Trinken den Mund wischen. Thomasin von Birtläre empfiehlt den Damen Mäßigkeit; sie sollten nicht zuviel auf einmal in den Mund nehmen und ihren Tischgenoen immer die besten Biffen heraussuchen. Aber diese Regeln des Anstandes bei Tisch scheinen nicht von allen befolgt worden zu sein, denn sie werden immer wieder eingeschärft. fich auch nur literarhistorisch des Rembrandt- Deutschen" noch er Es ist gewiß schwer zu sagen, wie viele der jüngeren Generation innern. Bir Aelteren wissen aus eigenem Erlebnis, welch epochales Aufsehen das Buch„ Rembrandt als Erzieher" Anfang der 90er Jahre machte. Es erlebte mehr als hundert Auflagen, wurde in alle Sprachen übersetzt und beherrschte jahrelang die öffentliche Disfuffion. Ueberladen mit Biffen, scharf und flar in der Form, war es in der Sache eine einseitige Konstruktion, um Kunst und Politit, Wissenschaft und Technik, Volk und Individuum in Rembrandt zur Synthese zu bringen. Ein Kapitel dieses auch heute noch anregenden Buches, soviel man vielfach fachlich von dem Werk sonst abrüden muß, hat heute einen merkwürdig aktuellen Cha retter; vielleicht auch erzieherische Wirkung. Denn gerade der= jenige, der auch dies Kapitel von der geschichtlichen, nationalen und künstlerischen Herrlichkeit des Schwarz- Rot- Gold, ja auch Schwarz- Rot- Gelb(!) schrieb, war ein Mann, der den Bölkischen sonst unendlich nahe stand. als Dies vorausgefchickt, laffe man jetzt das Kapitel in Rembrandt Erzieher" über Schwarz- Rot- Gold auf sich wirken." Es lautet: Aus Blut und Gold ist die Morgenröte in ihrer verheißungs. vollen Schönheit gemischt: auch eine Morgenröte des deutschen Geistes, wenn sie wieder bevorsteht, fann nur aus diesem Element gemischt sein. Aurora musis Amica. Die Farbe des Eisens, welche alle Bölfer befriedet und das deutsche Bolt befreite, ist schwarz; schwarz ist auch die Farbe der Erde, welche der Bauer pflügt und welcher der vaterländische Künstler seine besten Kräfte verdankt; fügt man dies dunkelste aller Elemente zu jenen beiden anderen, zu Blut und Gold: so hat man die Farben des einstigen idealen Deutschlands Schwarz, Rot, Gold. Benn es irgendeine Farbenzusammenstellung gibt, die vornehmer ist als Echwarz und Gold, so ist es Rot und Gold; und wenn es irgend eine Farbenzusammenstellung gibt, die vornehmer ist als beide, jo ist es Schwarz- Rot- Gold. Rubens hat die letztere zuweilen mit bewunderungswürdigem Effekt angebracht; so in dem Bilde des bethlehemitischen Kindermordes zu München und in seinem be tannten Liebesgarten" Die Farbengebung der Rembrandtschen Bilder bewegt sich sogar vorzugsweise in diesem Dreiflang; wiewohl großen viämischen Virtuosen der Fall ist. Zu den schwarzen und in gedämpfterer und darum auch vornehmerer Weise, als es bei dem gold gen Tönen, welche im wesentlichen die Rembrandtsche Balette beherrschen. gefellt sich häufig als ein dritter entscheidender Faktor das dunkle Blutrot. Rembrandt malte schwarzrotgold. Und es ist vom malerisch ethischen Gesichtspunkte aus bezeichnend, daß zwischen dem dunklen und hellen Element, zwischen der tiefschwarzen Finsternis und dem goldigen Lichtreflex, aus welchen fich fast jedes Gemälde zusammensett, jenem blutroten Farbenton oft die Bermittlerrolle zufällt. Blut bindet. Dieser Maler ist ein Dichter; feine Bilder sind Volkslieder; sie sind im Boltston gehalten; und fogar in den Farben des Bolts. Man fehrt stets zu feiner alten Liebe zurüd. Deutschlands außere politische Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen; es fönnte recht mohl sein und muß fogar in gewiffer Hinsicht sein, daß einer irgendwie eintretenden Erweiterung seiner außeren Machtbefugnisse ein abermaliger Wechsel seiner Nationalfarben folgt. Sie haben sich von Schwarz- Weiß zu Schwarz- Weiß Rot verwandelt; möglicherweise verwandeln fie fich noch ein mal wieder zu Schwarz- Rot- Gold. Was wächst, ändert sich. Wenn man die bloß geftige Rassengemeinschaft in Betracht zieht, welche das jetzige Deutschland mit Desterreich verbindet, und der felben irgendeinen nationalen Farbenausdrud geben wollte, fo bürfte sich eine Herübernahme des österreichischen Gelb in die deutsche Flagge am besten empfehlen. Auch auf diesem Wege würde man Im Anschluß an diese Verhaltungsmaßregeln beim Effen entsteht nun ein ganzes Gefeßbuch von Anstandsregein, das Herren und Damen genau vorschrieb, was sie zu tun und zu lassen hätten, um nicht„ bäurisch", sondern höfisch" zu erscheinen. Die Hochblüte des Rittertums bringt eine allgemeine Durchbildung des guten Tons, für den besonders die Franzosen vorbildlich waren. Am meisten besorgt war man um das Benehmen der Damen, die den Herren mit gutem Beispiel vorangehen sollten. Sie mußten die Augen niederschlagen, sich nicht umsehen, durften einen Mann weder an fchauen noch anreden, die Arme beim Gehen nicht bewegen, beim Sigen die Beine nicht übereinanderslagen usw. Betrat ein Herr das Zimmer, in dem sich Damen befanden, so sollten diese aufstehen. um ihn zu begrüßen. Die Mode verlangte auch, daß Vornehme ich mit Küffen bewillkommneten. Der Gaft tüßt die Dame des Hauses und alle, die ihr ebenbürtig sind, in Deutschland auf Mund und ange, in Frankreich außerdem noch auf Kinn und Hals. Die Herren legten zum Gruß die Hend an die Kopfbedeckung und stichen fie soweit zurück, daß die Stirn frei wurde: nur die niedrigsten Stände entblößten das Haupt. Beim Gehen sollte die Frau fl- ine Schritte machen, der Mann dagegen so stolz auftreten„ wie ein Kranich". Eine gewisse Ziererei aehört zum auten Ton. Die feine Sitte war eben noch nicht dem Menschen in Fleisch und Blut übergegangen; man betonte fie absichtlich, und durch solches„ Bieren" unterschied sich der Gebildete, der höfifch Erzogene, vom gemeinen Böbel. Die Herren, die an eine polternde und unmäßige Fröhlichfeit bei ihren Festen gewöhnt gewesen waren. mußten fich schr zusammennehmen, um in der Gegenwart der Damen, die jetzt an Haltung zu bewahren. Der„ oute Ton" bildete fich hauptsächlich on allen gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnahmen, die vorgeschrichene den Höfen aus, unter denen in Deutschland der des Landgrafen Feiten und Turnieren vilente man stiffere( afollichaftsiniele, von von Thüringen auf der Wartburg hervorragte. Neben rauschenden denen das Schach besonders fittigend auf die Gemüter wirfte. Seif wann wird die Zitrone tuffiviert? Da man in den ä¹teren römischen Berichten die Bitrone nirgends erwähnt findet und auch Plinius feine bestimmten Angaben darüber gibt, ist es nicht leicht, mit Sicherheit anzugeben feit wann die Ritrone als Nugpflanze tultiviert wird. Als ziemlich wahrscheinlich tann indes angenommen werden, daß unter dem in den Schriften von Plinius, ermähnten medischen" oder„ assyrischen Apfel", von dem er erzählt, daß er zum Schmud der Häufer verwendet wurde. die Zitrone zu verstehen ift. Diese Annahme wird noch dadurch bestätigt, daß neuerdings ein Forscher auf der Nachbitbung eines antifen Wandgemäldes eine Pflanze dargestellt fand, die wir ohne Zweifel als Zitrone erkennen müssen. Zu Blinius Beiten, d. b. im ersten christlichen Jahrhundert, fcheint man die Zitronenbäumchen also tatsächlich mir zum Schmuck der Häufer verwendet zu haben Sie wurden zu diesem Pwed ver mutlich schon in Kübel gepflanzt, ebenso wie es auch heute noch geschieht. Die Verwendung der Zitrone in der Küche ist jedenfalls noch späteren Datums. Der Beginn der Zitronenkultur in Italien ist also verhältnismäßig spät und teinesfalls vor das erste Joh hundert nach Chr. zu sehen. GROSSER WEIHNACHTS- VERKAUF PRAKTISCHE GESCHENK- ARTIKEL Bleikristall Kaffeeserie Charlotte" Serviettenhalter........... 750 Mattgoldband Kaffeekannen PORZELLAN Kaffeeserie ,, Martha" Weingarnitur mit Goldstreifen 310 bis 435 Küchengarnituren 22 teilig, Delft- oder Holland- Bilder 1950 Kaffeekannen 200 250 425 325 425 Teekannen. 90pr. bis 150 Tafelservice Kaffeeservice Milchtöpfe Likörflaschen.......... 975 Teekannen... Weinflaschen........... 2250 Milchkannen....... 90Pf. Traubenspüler. 1550 Zuckerdosen 190 215 Kuchenteller 18 cm.. 75Pf. Likörgläser grüner Fuss.... 40Pt. Butterglocken für 4, Pfund. 400 Bierbecher geschliffen...... 28Pf. Tassen.... Waschgarnituren 5 tellig, gold..... Nickelwaren Kaffeeservicem.Tablett 11501750 Krümelschaufeln mit Bürste, Messing vern. 325 400 450 Teemaschinen........ 1250 1500 Teegläser mit Glas 45, 55, 95Pt. Brotkörbe Messing vernick, 225285 mit bunter Steinguteinlage.... Schalen vernickelt, ***** mit Glaseinsatz...... 375 550 625 Schalen versilbert 425 600 875 Zuckerkörbchen.... 175225325 Aufschnittplatten Messing vern., init Glaseinlage Cabarets Messing vern., mit Bügel. 725 975 3 tlg. 4tlg. 13501850 75Pf. 125 1350 Stahlwaren Essbestecke gebeizt.. Paar 95Pt. Essbestecke Ebenholz, Paar 145 Essbestecke vern., Paar 55Pt.110 Geflügelscheren..... 275425550 Nussknacker 20,40,65 Pr.bis 650 Wärmer für Tee- u. Kaffeekannen, Messing vernickelt. 2853.50 Wassereimer mit Deckel, dek. 550 Wassereimer mit Deckel und Messingbügel.. Kinder- Garnituren Emaille, dekoriert... 775 190 265 schmales Blauband, mit Goldlinie 58 teilig 77 teilig Kantenmaster 77 tellig 5 teilig, 9tellig, 16 teilig, für 2 Pers. für 6 Pers. für 12 Pers. 9500 14500 9500 275 590 1950 Weinrömer graviert....... Weinrömer 952. geschliffen, Vorschledene Farben 195 Wirtschaftsartikel 950 1150 1750 400 575 625 Wandkaffeemühlenia.Mahlwerk575 Zinkwannen Brotschneidemaschinen.. 575 mit Holzboden Gewichtswagen mr5 kg 850 975 Wringmaschinen.... 1950 2050 mit Steinguteinlage...... 1050 Waschtöpfe Gasplätten Garater 2Platten, 1Erbitzer 975 Brotbüchsen ............ 350 425 750 950 Brotkörbe 65, 95Pt. Zober mit Holzboden 90011501650 Kakesdosen...... 85Pt. 145 250 Spiritusplätten Christbaumständer 1101451754.50 Steppdecken gel. Farbseft.Satin 19 Diwandecken Gobelingewebe Schnittgrösse 160/210 Handarbeit, bis ****** ,, Gerda" 265 Rotweingläser............. 60PL 95P. Portweingläser Zuckerdosen...... 90PL bis 150 Likörgläser. Kuchenteller 19 cm......... 68Pt Bowlengläser. Butterglocken, Pfand....... 195 Tassen.. ..55Pt. 48PL .75Pf. .68Pt. Weinrömer grüner Fuss 48Pf. Waschgarnituren 90 5 teilig, bunt... 550 67 87 Holzwaren stol Lampen Quirlgarnituren.... 290 350 425 Speisezimmerkronen elektrisch Tabletts.... 165 225 5ammig, mit 60- cm- Seidenschirm 6500 Aermelbretter..... Elektrische Zuglampen Holzstoffwannen..625 67 950 Herrenzimmerkronen Küchen85Pt. mit 60- cm- Seidenschirm elektrisch, 3flammig Elektrische whren mit Steingut- 575 mit graner blockschlampen gehäuse.... Bürstenwaren 4750 4950 850 Elektr. Nachttischlampen 575 mit grüner Glocke Elektrische Plätten mit Schnur und Stecker.... Rosshaarbesen....... 190 265 750 975 Rosshaarhandfeger.... 125 175 Elektrische Kocher..... 850 900 Teppichkehrmasch. 1050 1200 Elektr.Kaffeemaschinen Bürstengarnituren250400600 bis 1500 komplett, mit Schnur n. Stecker 2bettig, solide 1950 75 50 pers.gemust. 2950 Etamin- Halbstores mit Einsätzen.. Gobelingewebe 1950 Persia- Teppiche 27 Reisedecken ca. 125/150 13 getigert 1575 Tischdecken Gobelingewebe, 1175 Tüll- Bettdecken alle 850 Madrasgarnitur hellgrandig, 8teilig.... 125/1751575 45 Kissengarnituren for 30 Schlafdecken gra 165 235 35 kamelhaarfarbig.... Garnitur 495 Portierengarniturrein Messing, 150cm 35 Kapok- und Daunenkissen für Korbmöbel.Sitz und Lehne Ruhebetten 4500 6500 solide Verarbeitung, mit Rollen Schlafstühle in verschiedenen Ausführungen... von 900 Mieten Sie von uns BadeEinrichtungen diese sind in 6 Monaten Jhr Eigentum Auf Wunsch Sonder- Prospekt. P.Raddatz& Co Berlin W66. Leipzigerstr.122-123. Verkäufe Reikzeuge( Richter- Bräzision), Gicher heits- Goldfüllfederhalter. Bureaubedarfs haus Lindner, Neukölln, Raifer Friedrich- Straße 36/37. Weihnachts- Nähmaschinen, auch ner fentbare, ohne Anzahlung. RatenzahTung ab Februar. Münter. Oranienftraße 167. Naumann- Nähmaschinen für Sausge brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re paratur- Werkstatt flir alle Enfteme Emil Salbarth, G. m. b. S., Friedrich ftrake 55a. Merkur 6268. Teppich- Schrager verkauft gegen be quemite Teilzahlung Teppiche, Briiden, Diwanbecken, Madrasgardinen, Stores, Bettdecken, Steppdecken, Bettvorlagen, Läuferstoffe. Elfäffer Straße fechs, am Rosenthaler Plak. Bekleidungsstücke. Wäsche usw Wenig getragene Ravaliergarderobe Don Millionären, Aerzten, Anwälten. Fabelhaft billige Breife. Empfehle Taillenmäntel, Baletots, Frads, Smotings, Gehrodanzüge, Sofen. SportGehpelae. Gelegenheitsläufe in neuer Garderobe. Weitester Weg lohnenb. Lothringerftraße 56, 1 Treppe, Rofenthaler Plak. Zeilzahlung, monatlich 20 Mart, lie fert elegante Serrengarderobe nach Maß Tomporomsti. Schneidermeister, Drei hundstraße 47, Nähe Belle- Alliance- Str. Wenig getragene hochfeine Anzüge, Baletots, Fradanaüge, Smolinganzüge, Sochelegante neue Garberobe eigener Anfertigung, beste Makftoffe. feinfter Makerfah. Sportpelze, Gehpelse. Brachtexemplare, Cealmäntel, Jaden, Früchte aller Art auffebenertegenb billig. Reine Lombardmore. Seihhaus Semin mih. Brunnenstraße 5. Nur Border haus. erfte tage. Firma adten. Garbinen. Weftangebote: Rünffler gardine Englifchill Etamine 2.95, 5,25. Madrasgardine echtfarbig 3.95, 8.25. Salbftores Etamine English 1,85. 4.95. Bettbedan Englifchtü 8.85, 7,75. Garbinen 0,35: Doppelbreite 0.78. Di wandeden 9,75 aufwärts. Sif eden, Steppbeden. Binoleum, Meffingitangen, enorm billig. Rein Laben. Ersparte Babenmiete Ihr Vorteil. Gardinen perfand Weinbergsweg 7. Fradverleih- Institut, Friedrich freake 122-128, gegenüber firake. 315 H E 1/2 6 nur 50 Pfg. 95 kompl. MA N Rahma isd Kinderzeitung Der kleine Co.co MARGARINE buttergleich C.M. TOP oder Lachzeitung Fips" gratis. Keine teure Butter mehr! Rahma her! in verschiedenen Formen und Grössen, in grosser Auswahl Graue Halbdaunen besonders füllkräftig, doppelt gereinigt....... Pfund Hulleibeschränke 110.-, englifche Bett ftellen 48.- Biulchfofas, Einzelmöbel. Rahlungserleichterung. Stein, nur An Plamerstraße 20. Batentmatragen, Auflegematragen. Mie. tallbetten, Chaiselongues. Balter, Star garberitrake achtzehn. • Zeilzahlung, Fulant, Möbel- Mifch. Teilzahlung. billig. Möbel- Misch. Teilzahlung, reell, Möbel- Milch, Große Frankfurter ftraße 45/46. Flügel, Vianos, gebraucht. 875,- an Sarmoniums. Rabenstein, Münafte. 10. Bianos, preiswert. Teilzahlung. Ga rantie für Qualität. Bermietung. Bahrt, Sauptstraße 1, Ede Grunewaldstraße. Bianos, prächtige Instrumente, be queme Rahlweife. Sachter, Oranien burgerstrake 42. Weihnachtsverlauf. Frenophon, ber neue, erprobte Sprechapparat, direkt ab Fabrit ohne jeden zwischenhandel bei gans geringer Anzahlung und fleinsten Raten. Lifchapparate 25 Mart Gelegenheit. Kleiderschrank 18. an. Jeder Apparat trän fere Fabrit Bertilo 15.- Bafchtoilette 15.-, rant marte, breijährige Garantic. Ein Blat furter Schreibtisch 25 Mart, Sofa 15.tenfortiment, 20 Stüde, 25 Mark. Rüchen 24.-. Möbelhaus Gottlieb, Seber Räufer erhält ein Weihnachts Rügenerftraße breizehn. gefchent im Werte von 10 Mart. Aus ftellungsräume nur in der Fabrif Freier Ronkurrenzlos! Neuer fournierter u. Co., Liesenstraße 3, Ede Chauffeebreitüriger Antleibefchrant, 150 breit, ftraße, Sof parterre. mit Spiegel, 105,-. Neue fournierte Bettstellen mit Batentboden, breiteilige Ronzertpiano, Steinmeyerpiano( li Auflage, 55,- Reue fournierte Nacht gelton), ab abrit. Rahlungserleichte tifche mit Marmorplatte 15,- Nuß- ung ohne Breisauffchlaa. Salonflilael, baum- Waschtoilette, meißer Marmor, Harmonium, billigft. Oranienftr. 166 III.* 72.- Rußbaum- Umbau 38,- Umbau 100- Anzahlung. Qualtätspianos. Blüfchfofa 45,- Säulenbüfett 75,-. Bringenstraße 52. Diplomat 48,-. Neue fomplette Rüchen, 102 breit, mure 88,- Schlafzimmer, 150 breit, weißer Marmor, Drell. auflagen, mit Kristall- Facette- Spiegel, nur 325,- Echt eichene Chaimmer mit Kaufgesuche Rinnmetalle. Chriftionat, Röpenider 6 Sederstühlen 845,-. Serrenzimmer, ftraße 89( Adalbertitraße). 150 breit, 365- 1 Riefenauswahl in Fahrräder lauft 2inienftrake 19 Einzelmöbeln, Renaissance- Möbeln, tompletten Einrichtungen, modernen Rüchen. Blanbleibe. Höchftbeleihung. 2ange. Möbelhaus Gottlieb, Rügenerstraße 13, Morikplak. Afchingerhaus. Bahnhof Gesundbrunnen, Lieferung innerhalb Groß- Berlins frei Haus. Elegante Schlafzimmer und Speife Verschiedenes simmer, Einzelmöbel fabelhaft billig ab Bertrauensvolle Auskunft Frauen, Fabrit gegen Teilzahlung. 92. 65, Mädchen. Langjährige Erfahrung( äratSaulfteaße 85 m. Reukölln, Delbrüidi). Wolff, Wienerftraße 20. Bor tal II, 2 Treppen, Görliger Bahnhof. ftraße 56/57. Moderne Kleiberstoffe. Seiben, ut ter- und Herrenstoffe in feinen Mengen. Engrospreise für Händler und Schneide rinnen. Woliker u. Co., Romman bantenstraße 1, Laben( Dönhoffvlak). Die Stelle des hiesigen Stadtfyndikus Weihnachtsangebote. Speifezimmer ift gum 1. April 1926 neu zu befeßen. Die Btea" 500, Speisezimmer Strefa" 550, Wahl erfolgt aut 12 Jahre. Gehalt nach Speifeaimmer Bechi" 625, Speife Gruppe 13. Geeignete Bewerber, welche zimmer Niti 450, Speifezimmer die zweite juristische Staatsprüfung ab ,, Moa" 490. Einzelne Büfetts, Rre gelegt haben müffen, wollen ihre Gesuche denzen, Leberstühle, Ausziehtische, bil unter Belligung von 8eugniffen bis zum lig. Möbelhaus Kamerling, Rastanien. 10. Januar 1926 dem Unterzeichneten ein fenden. Persönliche Borstellungen find aller 56. einstweilen nicht erwünscht. . Shle Möbel Fabririager, Friedrich ftraße 7. Schweres Herrenzimmer, reich gefchnitt. 1,60 breit, Eiche, Diplo. mat mit gestochener Blattfante, fchwerer, runder isch, 2 Rindlederftühle unb Armlehnfeffel. tomplett aebeiat, nur 895 Sonntag geöffnet. 3ble Möbel Fabriklager, Friedrich ftraße 7, Osnabrüd, ben 14. Dezember 1925. Th. Schweigmann Bürgervorsteher- Bortführer. Bum sofortigen Antritt Obermonteur Speifezimmer, 1,60, Cide fir Be- und Entwäffernngen gesucht. mit Mahagoni, Bilfett mit Facette elbung bei Elbe& Ludwig G. m. b. H.. aläfern, handgefchnitte Rukbaum- Mafe Berlin- Steglitz, Telfow- kanalfir. 2, rung. 295-. Sonntag geöffnet. Donnerstag, den 17 Dez, abbs. v. 4-6 Uhr. Musikinstrumente Selbständige Schlauchmacher Ein Biaup foufen Sie bei bequemer Schlauchmacherhelfer, SchlauchRahlungsmeife in der Fabritniederlage Der grösten Vianofabriten Europas Ge brilber Simmermann, Botsdamerit. 27. Klaptermachet Bianss preiswert. Sinf Brunnenstraße 33. KLEINE ANZEIGEN Oranienburger- Leibhaus Rofenthaler Tor. Linien-| Wolwesten 6,50, Seidenschats 1,25, Möbel in der Gesamtauflage ftraße 203/204. Ede Rofenthalerstraße, Seidenfafats 3.50, Winterschlüpfer 2.23. des Vorwäris" sind Auf Abschlung. Herrengarderobe, nur 1 Treppc. verkauft Wolfsaiegen Gärtlein. Invalidenfte. 152. Teilzahlung. Möbel feber Art. Gebesonders wirksem Damengarderobe, Gummimäntel, Gar 12, Brachiexemplare, üdfe 15.-, Getragene Herrengarderobe, tadellos ringe Anzahlung, bequeme Abschlung. und trotzdem binen, Stores Bettwäsche, Inlette, Stuntstragen, Gilberwölfe, Belaiaden erhalten, Gelegenheitsfäufe in Belz Möbelhaus Luisenstadt, Röpenider Steppbeden, Möbel. Richen, Rorb. 65. Velamäntel, Sportpelae, Serren waren, aroße Auswahl. billige Breife. itraße 77/78, Ede Brüdenstraße. öbel. Wilhelm Peters Nachf., Neu- garderobe. Damenmäntel, staunend bil Reine Lombardware. Lethhaus Spiegel, Metalbetten mit Auflagen 23.-. Lölln, Friedelstraße 32. fig. Reine Lombardware. Chauffeestraße 7. Gonntags geöffnet. Bappelallee 12; Bankow, Schmidtstr. 1.1 schr billig! spritzer und Gummimischer sofort gesucht. Berliner Maschinen- Treibrlemen- Fabrik Adolph Schwartz& Co. Berlin N 39, Müllerstr. 17: a/ 172 Gefchäftsführer 1. Rraft, für größere Beilagsbruderet in Dortmund fofort gesucht. Bewerber müssen kaufmännisch und technisch gleich hochqualifiziert und langjährige Er. fahrung im Fach befigen fomie Mitglied der SPD. fein. Wohnung nur in Ringtaufd) möglich. Offerten mit Gehaltsangabe unter E. 22 bis zum 24 Dezember an die Haupterp. d.„ Borwärts" erbeten. Nr. 592 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Führer oder Verführer der Wirtschaft? Zum Abschluß des Phönix- Konzerns. In der Kriegs- und Inflationszeit war es feine Kunft als Wirtschaftsführer zu glänzen. Seit die Währung stabil ist, haben die Herren der Industrie Gelegenheit betommen, sich als Führer der Wirtschaft zu erweijen. Den Bankrott des großen Stinnes fonnte man noch als Ausnahme gelten lassen. Seitdem aber hat sich im Lager des Unternehmertums Niederlage an Niederlage gereiht. Selbst eine ausgesprochene Unternehmerregierung, die blind durch tämpfte, was die Führer der Wirtschaft für den Wiederaufbau" Deutschlands verlangten, fonnte den Bankrott nicht verhindern. Milliardenkredite des Auslands, Hunderte von Millionen des Staates, muglos verpulvert, Arbeitszeitverlängerung, Schutzölle find der Weg zu der schweren Krise und der Millionenarbeitslosigkeit, die heute Deutschland beherrscht. Die Wirtschaftsführer wollen natürlich ihr Versagen nicht eingestehen. Aber die Geschäftsberichte und Bilanzen, so sehr sie frisiert werden, enthüllen fie. Dafür ist die Bilanz des Phönig- Konzerns ein treffliches Beispiel. Inflationspolitik nach der Stabilisierung. Der Phönig- Konzern ist der schwerste unter den deutschen Montanriefen. Sowohl seinem Kapital nach( 205 Millionen Bollund 95 Millionen Berwertungsaftien) als feinen Beteiligungsziffern rach: Kohlensydikat 9,52 Millionen Tonnen, Rohstahlgemeinschaft 1,66 Millionen Tonnen, Röhrenverband 14,20 Proz. Am 1. Januar 1925 beschäftigte er über 50000 Arbeiter und Angestellte ( 47 323 und 3614). Er hat mehr als die anderen reinen Montanfonzerne im letzten Jahr die Deffentlichkeit beschäftigt, die der Arbeiterklasse aufs schmerzlichste durch die Grubentatastrophe am 31. Oftober d. I. auf der Zeche Holland, bei der 18 Bergleute zugrunde gingen; die der Kapitalisten durch befondere Phönig Spezialitäten: wie er als Großattionär die Reiher stieg werft finanziell versaden ließ, aber Geld genug hatte, um 80 Broz. des Stahlmert van der 3ypen und vom Norddeutschen Lloyd für 20 Millionen die Hälfte der Emscher Lippe- Ruge( zufammen mit Krupp) zu erwerben, und durch seine Verwertungsattien, die mit 150 Millionen genau so viel betrugen, wie das eigentliche Aftienfapital der Goldbilanz Man durfte auf den Bhönig- Abschluß für 1924/25 gespannt sein. Nach Klöckner, Hoesch, Köln- Neuessen, van der 3ypen war er einer der legten, auf die es zur Abrundung des durchaus nicht ungünstigen Bildes der schweren Ruhrmontanbilanzen antam. Zum anderen fonnte man gespannt fein, wie die Bilanz eines Montanriefen aussieht, der zum Unterschied von seinen Kollegen die Expansionspolitit nicht cingestellt, sondern auch nach der Inflation Iuftig fortge setzt hat, wenn er sich auch über die technisch der Montanindustrie gezogenen Grenzen nicht mehr hinausbegab. Ju viel" Kapital- Bersager der Kartelle. 1010 101 natibibenist Mittwoch, 16. Dezember 1925 Mart zu fordern haben. Unter diesen Umständen ist ein Vergleich ausgeschlossen, so daß der 3 usammenbruch unvermeidlich ist. Undurchsichtige Bilanz der Adler u. Oppenheimer A.-G., Berlin. Die Bilanzen der größten deutschen Gerberei, der Adler u. Oppenheimer A.-G., Berlin, haben feinen guten Ruf. Unter den Aktionären dieser Gesellschaft bestand bis Mitte dieses Jahres eine Hauptursache sein, weshalb die Phönigbilanz schlechter aus Opposition( das Berliner Tageblatt" deutet an, daß sie mit Vorsieht als andere Montanbilanzen. Was die Bilanz dazu sagt. = teilen zum Schweigen gebracht sein könnte), die für die Aufstellung der Goldbilanz eine fast fiebenmal so hohe Bewertung der Fabrikanlagen, Beteiligungen und Wertpapiere verlangte, als sie von dem einnahmen von 63,3 Millionen erfennbar, von denen auf Hand- muß es dahingestellt sein lassen, wie weit tatsächlich die Bilanzziffern In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Roh Aufsichtsrat und der Verwaltung für gut befunden wurde. Man lungsunfosten, Steuer- und Sozial, lasten" 33,7 Millionen entfallen. nach unten frisiert waren und wie weit, was auch behauptet worden An 3insen mußte die sehr beträchtliche Summe von 6,28 Millio- ist, Gewinne so oder so versteckt und verschoben wurden Jedenfalls nen ausgeworfen werden( die Bantschulden sind in den sechs hat die Verwaltung sich für den neuen Geschäftsbericht nicht um jene Monaten feit der Januarzwischenbilanz- abzüglich der Banfgut Klarheit bemüht, die die Bermutung der Bilanzverfchleierung aus haben Don 50,8 auf 60,9 millionen gestiegen); eine unproduf- fchließt. Der Bruttowarengewinn ist auffallend tive Laft, die ein besseres Zusammenhalten der Mittel für den Be- niedrig angefest, mit nur 4,21 Millionen Mark. Bedeutend trieb und der Verzicht auf Ausdehnung zweifellos erspart hätte. niedriger als im Vorjahr, wo er( in Goldmark) mit 6,85 Millionen Das Betriebsergebnis an fich fann nämlich nicht schlecht gewesen ausgewiesen war. So läßt sich für die Beurteilung der Geschäftslage Millionen über Betrieb vorweg neuinvestiert, und auf die der Reingewinn, der nur mit 317 078 Mart angegeben wird, stimmt, sein. Vorausgefeßt, daß die Angaben richtig sind, wurden 22,49 und des Geschäftsergebnisses faum etwas gewinnen. Wie weit daher gegenüber der Goldbilanz nur um 6 Millionen auf 201,8 Millionen ist nicht zu ersehen. Der Geschäftsbericht spricht von guter Be erhöhten Hüttenwerte und Zechenanlagen wurden 16,62 Millionen schäftigung. Er sagt auch, daß die Lohngerbung( hauptsächlich Abschreibungen verbucht. Außerdem wurde für zweifelhafte für die Almi Amsterdamer Ledermatschapij ganz eingestellt Forderungen eine Reserve von 3,0 Millionen abgestellt. Demnach ist werden fonnte. Wenn die Häutepreise auch starf geschwankt haben die Bilanz außerordentlich angespannt: 96,0 Millionen( im Vorjahre mögen, für Leder bestand im allgemeinen eine gute Konjunktur, und 98,26 Millionen) turzfälligen Berpflichtungen stehen leistungsfähig ist Adler u. Oppenheimer mindestens ebenso wie seine nur 50,9( 63,8) Millionen flüssige Mittel und Forderungen fleineren Konkurrenten, die höhere Gewinne ausweisen. Verschuldet gegenüber, so daß die gesamten Vorräte mit 45,2 Millionen zum ist die Firma auch nicht. Bant- und Wechselschulden sind sogar um Ausgleich herangezogen werden müssen. Fällig werden auch bald die 50 Broz. niedriger als in der Goldbilanz. Ebenso sind die Reserven Restkaufgelder für die Zeche Emscher Lippe mit 13 Millionen, für für Ausfälle bei Forderungen um 1,05 Millionen auf 2,20 Millionen die aus der Bilanz( außer den ja einzuziehenden Verwertungsaftien) erhöht. Es gewinnt also. den Anschein, als ob tatsächlich an der überhaupt teine Deckung ersichtlich ist. Zu einer glatten Fortführung Bilanz beträchtlich gedoftert worden wäre. Ein Interesse daran liegt der Geschäfte ist der Phönigkonzern also auf das Kommen einer be ja schließlich aus vielen Gründen vor. Natürlich fönnen auch Ver. fonders guten Konjunktur angewiesen, womit aber lufte vorliegen, über die sich die Firma ausschweigen will und die zunächst faum zu rechnen ist, oder auf die Wiederabstoßung eines sie in der Bilanz untergebracht und vom Betriebsgewinn vorweg abTeils der neuerworbenen Beteiligungen, was auf eine Liquidation der getragen hat. Wie dem aber auch sei, die Bilanz der größten deutAusdehnungspolitik und schließlich auf den Zusammenbruch der bisschen Aktiengerberei, die mit 15 Millionen Kapital arbeitet, fordert herigen Geschäftspolitik hinaustäme. Daß angesichts dieser Lage der zur schärfften Kritik heraus, und die Verwaltung hat sie nur sich selbst Gewinn von 1,21 Millionen Marf nicht verteilt wird, versteht sich zu verdanken. Auch die Belegschaften, nicht nur die Aktio eigentlich von selbst. näre, haben ein Interesse an Klarheit; denn es ist selbstverständlich, daß die Behauptungen der Geschäftsleitung des größten Lederproduzenten auf die Arbeitsbedingungen der Belegschaften der Lederindustrie nicht ohne Einfluß bleiben.bibaw " Terra- Film A.-G. Im Gegensatz zur Ilse hat die Terra Film 2.-G. offenbar versucht, statt teure Bankkredite in Anspruch zu nehmen, mit ihren eigenen Mitteln auszukommen. Sie hat nach der per 30. Juni 1925 abgeschlossenen Bilanz nicht nur keine Bankschulden, sondern sogar ein Bankguthaben, dessen Höhe des= wegen nicht ersichtlich ist, weil es mit den Barbeständen zu einem Posten von 264 647 Mart vereinigt ist. Jedenfalls sind auch ihre laufenden Berbindlichkeiten nicht sehr hoch( 2tzepte 74 337 Marf). Das Zinsenkonto ist in der Gewinn- und Berlustrechnung mit nur 31 472 Mart ausgewiesen. Darin sind noch die Zinsen für die langfristigen Darlehen und für die Hypotheken enthalten. Die Gesellhaft hat im abgelaufenen Jahre einen Reingewinn von nehmigte die Bilanz und die Umwandlung von 5000 Mark 53 639 Mart erzielt, aus dem eine fünfprozentige Divi. dende zur Ausschüttung gelanat. Die Generalversammluna ge= mehrstimmiger Vorzugsaftien in nicht bevorrechtigte von ihr her gestellten und vertriebenen deutschen Filme geschäftlich ein gutes Er. gebnis gehabt. An dem Geschäft mit ausländischen Filmen ist die Gesellschaft sehr wenig interessiert. also die Unternehmer attien. Wie die Berwaltung mitteilte, haben die Stamm Nicht aufs Maul, sondern in die Bücher sehen! Aus dem Ganzen ergibt sich für den Phöniglonzern ein bedeutend ungünstigeres Bild als für seine Kokurrenten an der Ruhr. Wie man es aber von den Wirtschaftsführern" gewohnt ist, die den Mund um so größer gegen andere und besonders den Staat aufreißen, je unfähiger sie für die Leitung ihrer eigenen Geschäfte sind, macht auch der Vorstand des Phönir neben den hohen" Löhnen und dem Achtſtundentag an den Hochöfen und Kokereien die fozialen Last e n" und vor allem die Steuerlaften für den Miß erfolg verantwortlich. Von der eigenen Mißwirtschaft ist teine Rede. Der Fall liegt bei Phönig besonders wider wärtig. Der Phönig rechnet 15. Millionen Steuern auf, obwohl ein außerordentlich großer Teil dieser Steuern, vor allem die Um jag Der Geschäftsbericht ist( fein gutes Zeichen!) ziemlich schweig wieder vereinnahmt wurde. Dann stellt er sich als seine steuer mit ihren damals noch 1½ Proz. betragenden Sätzen, fam, wo er über allgemein Bekanntes oder Selbstverständliches hin- Berantwortung fühlender Wirtschaftsleiter" hin und fragt sich mit ausgeben fönnte. Nicht einmal die Zahl der Beschäftigten Ende Juni, dem Schluß des Geschäftsjahres, wird angegeben, was gerade Gorge, wie lange noch die Regierung bei Phönig sehr wichtig gewesen wäre, bei dem es von Nachrichten regierung Luther- Stresemann. D. Red. ihr verhängnisvolles über augenblickliche und dauernde Stillegungen, Einschränkungen, Experiment einer Ueberlastung der Industrie durch Steuern, foziale Entlassungen und Beurlaubungen immer nur so hagelte. Für die Laften und Lohnpolitik fortseßen will"... Das ist der Höhe Produktions ziffern( Kohle 5,57 Millionen Tonnen, Kofs 1,56 punft unwahrhaftiger Demagogie, öffentlicher Irrefüh Millionen Tonnen, Rohstahl 1,37 Millionen Tonnen rung und sozialer Berhebung. Wenn der Phönigkonzern fate, Bleche, Draht, Röhren fehlen) werden nur die Vergleichszahlen ungünstig dasteht und bald noch schlechter daftehen sollte, so verdankt für 1913/14 angegeben, die bei der starken Umgliederung und Auser es niemanden als seiner eigenen Geschäftsführung. Das dehnung seitdem natürlich wertlos find. Immerhin liegen jämtliche Produktionsziffern für 1924/25 unter denen für 1913/14, was die beweist seine Bilanz. Die Leute des Phönig, die sich als Führer der Berechtigung der Berdoppelung des Attientapitals Wirtschaft aufspielen, haben tein Recht, der Deffentlichkeit und dem feitdem( 205 gegen 106 Millionen; die 95 Millionen Verwertungs- Staate Zensuren zu erteilen. Sie mögen erst einmal prüfen, ob die aftien sollen endlich eingezogen werden) absolut verneint. Auch Erfolge ihrer Geschäftsführung die Gehälter rechtfertigen, die Montanriesen sind eben nicht mehr wert. als sie abseßen und aus ihnen bewilligt sind. Die Bilanz verneint das. Das Ausland hat dem Absatz an Dividende erwirtschaften fönnen. Für den Phönig es für den Phönig auch verneint, als sich der Phönig um eine Aus. steht es daher heute schon fest, daß er bei Fortdauer der ungünstigen landsanleihe bemühte. Es hat seinen Leitern nicht aufs Maul, Konjunktur unbedingt an eine 3usammenlegung feines sondern in die Bücher gesehen. Es wäre höchste Zeit, daß auch Kapitals wird glauben müssen. Der Geschäftsbericht ist auch Staat und Arbeiterschaft den Herren Wirtschaftsführern weniger aufs feineswegs optimistisch. Resigniert betont er die nur für deutsche Maul und mehr in die Bücher und Bilanzen sehen. Die Werte sind Unternehmer enttäuschende Erkenntnis, daß auch Kartelle und Syndi fate nicht in der Lage sind, dort Bedarf und Nachfrage hervorzu- 3u groß, die Hunderttausende von Menschenleben, die ihnen anvertraut sind, zu fostbar, als daß sie ohne genügende Kontrolle eine rufen, wo diese nun einmal fehlen. Hohe Preise machen es eben wirklich nicht. Die Ausdehnungspolitit des Phönig und Mißwirtschaft treiben können, wie sie Bilanz und Geschäftsbericht die überhöhten Gewinnansprüche dürften denn auch die des Phönig enthalten. Halbfabri Der größte englische Zeitungstrust. Auf der Generalversammlung des Daily Mail Trust Ltd. in London gab der Vorsitzende eine sehr anschauliche Schilderung der Geschichte diefes größten englischen Zeitungstonzerns, der haupt sächlich durch die geschickte Benutzung des Borjenmarktes und umsichtige Finanztransaffionen zusammengebracht worden ist. Der Trust ist am 27. September 1922 gegründet worden und übernahm die Anteile des verstorbenen Lord Northcliffe an der Associated Newspapers Ltd. Diese Gesellschaft besitzt außer vielen anderen Organen die Daily Mail, die Evening News und die Weekly Dispatch, brei der verbreitetsten englifchen Beitungen. Der Webernahmepreis dieser 400 000 Anteile be= trug 1,6 Millionen Pfund oder etwas mehr als der damalige BörsenZu diesem Zwed hatte die Trustgesellschaft 1,6 Millionen Pfund siebenprozentige hypothetarobligationen aus. gegeben. Anfang 1923 erwarb nun die Gesellschaft 49 Proz. der Anteile der London Expreß Newspaper Ltd. und etwas später das gesamte Kapital der Sulton u. Co. Ltd. Um diese Trans aftion zu finanzieren, legte der Trust eine neue siebenprozentige Hypothekar anleihe von 8 Millionen Pfund auf, aus dessen Ertrag die erste Anleihe von 1,6 Millionen Pfund getilgt und die Anteile der Firma Hulton angetauft wurden. Durch diesen Erwerb befam der Truft gleichzeitig 49 Proz. der London Evening Standard Comp. Ltd., welche die gleichnamige Zeitung heraus gibt, in die Hand. Die Firma Hulton wurde dann liquidiert und ihr Besitz zum Teil veräußert. Die hieraus erzielten Gewinne wurden zum Rücklauf der Hypothetenobligationen verwendet, von denen sich nach einem Jahr nur noch 4 Millionen Bfund im Umlauf befanden, die in der jezigen Bilanz nunmehr ebenfalls als zurüderworben ausgewiesen werden. Zu den geschilderten Transaktionen war der Trust aber außerdem noch gezwungen, K- t. Das Der deutsch- italienische Handelsvertrag in Kraft. Fer Auss tausch der Ratififationeurfunden über den deutsch- italienischen Handelsvertrag fand am Dienstag in Rom statt; der Vertrag ist infolgedessen seit 16. d. M. in Kraft. Aus der Partei. mart, ist nun 30 Jabre, Kampfesjahre, alt geworden. Tie Grazer Der Grazer Arbeiterwille", unser Partei- Tagblatt für die Steier Parteigenoffen feierten dieses Jubiläum in einem internen Feit, bei dem der Gründer und erste Schreiber und Verwalter des Blattes, Genoffe Paul Refel, den Vorfis führte und der langjährige Chef. redakteur, Genosse Dr. Michael Schacherl, aus der Geititte der Zeitung berichtete, die jetzt Genosse Robinion leitet. Am folgenden Abend bildete das Jubiläum des Arbenterblattes die Tagesordnung einer Massenversammlung und Genosse Dr. Otto Bauer referierte. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 冬 Gefchäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Webbing. Jugendabteilung Mi., d. 16., 7.30 Uhr, Ledigenheim Schönstedtstr. 1, fleiner Gaal, rechter Aufgana, V. Brenzlauer Bera. Do., d. 17., nachm. 12,30 Uhr, Antreten zur Beerdigung des Ram. Behrmann, Eingang zum Jüdischen Friedhof. Weißensee. Lothringer Straße. Ablershof. Do., b. 17., 8 Uhr, Mital.- Berf. im Ratsteller. Bankschulden in Höhe von 872 000 Pfund aufzunehmen. Gläu biger sind in diesem Falle die eigene Bankverbindung und zwei Großaktionäre des Trusts. Diese Schulden sollen wahrscheinlich in Form einer Kapitalserhöhung fonfolidiert werden. Geschäft hat fich bisher gelohnt. Der Reingewinn im ab. gelaufenen Geschäftsjahr beträgt rund 158000 Bfund, von denen 110 000 Pfund zur Tilgung der Hypothefarobligationen verwendet werden. Von den Tochtergesellschaften erzielte die Associated News. papers Ltd. in diesem Jahre einen Reingewinn von 917 046 Pfund, aus dem 40 Pro3. Dividende gezahlt werden. Der Trust selbst bandelt. 3. Das Teftament ift gültig, wenn es in der gefeklich vorgeschriebe darf vertragsgemäß vor Tilgung des Obligationstapitals auf die Stammattien teine Dividende ausschütten. Wie Bilanzen gemacht" werden. Ein ansehnliches Beispiel dafür, was alles bei der geltenden Bilanzpraris möglich ist, wurde soeben bei der Abwicklung der Ge schäftsaufsicht der Fahrzeugfabrit A.-G., Düsseldorf ( Fadag), geliefert. Dieses Unternehmen ist mitte November unter Geschäftsaufsicht gestellt worden. Der damals vorliegende Status hat aber nach Prüfung durch Dr. Trestcher als Aufsichtsperson eine derartige Berschlechterung erfahren, daß Dr. Treftcher nach der legten Gläubigerversammlung sich veranlaßt gesehen hat, dem Amtsgericht mitzuteilen, daß die Grundlage für eine Geschäftsaufsicht nicht mehr vorhanden sei. Wie leichtfertig der erste Status aufgestellt wurde, geht daraus hervor, daß die Immobilien damals mit 870 000 m. zu Buche standen und in der neuen Bilanz auf 20 000 m., die Außenstände standen damals mit 888 000 m. zu Buche, sie sind jet auf 7000 M. gesunken. Die gesamten Afriven betragen 257 038 m., wogegen sie damals mit 3,53 Millionen Mart aufgeführt wurden. Unter Absezung der be vorrechtigten Forderungen von 226 959 m. bleiben für die nicht be. vorrechtigten Gläubiger nur 30 078 m., wogegen fie fast 1 Million Briefkasten der Redaktion. Ingeborg 5000. 1. Die Wartezeit ist noch nicht erfüllt. 2. Der Ehemann muß hinzugezogen werden, wenn es fich a. B. um Löschung von Snpotheken nen Form errichtet worden ist. 4. Das Enkelkind fönnen Sie als Eiben einTeken. E. 200. Eine Entziehung der Rente tritt nicht ein. J. R. 4. 1. Der Bormund ist der acfekliche Bertre'er des Mündels, während der Pfleger nur für bestimmte einzelne Angelegenheiten oder einen bestimmten Kreis von Gefäften in Frage tommt. 2. Sowohl die Mutter als auch der Chemann. A. S. 89. Borläufig brauchen Sie nichts zu unternehmen. Eichstädt. Ja. Schuldner Klage beim Am saericht erheben, da es fich um ein GefälligkeitsEs muß aber Bedürftigkeit vorliegen. A. 9. 136. Sie müssen gegen Ihren barlehen handelt. Auf ein solches finden die Aufwertungsvorschriften feine Anwendung. Fordern Sie die volle Auswertung etwa 170 RM. Gericht kann aber auch einen anderen Betrag feftfeßen. Das Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfiffelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Fortbestand des Frostes, teils heiter, feils mollig, vereinzelt leichte Schneefalle. Wetter für Deutja land: Im Noiden mäßiger bis starter, im Süden leichter Kroft. Wesentliche Echnejälle nur in Ostpreußen und zum Zeile. auch in Süddeutschland. Spröde und rote Haut Aufspringen der Hände und des Gesichts, Windsein und unreinen Teint Dieses bewährte Hautbeseitigt Leokrem pflegemittel erhalten Sie fofort überall, wo Sie die bekannte Chlorodont 3ahnpaste taufen. Sie haben Recht neue Kaffee Hag- Dose die aus feinstem Künstler- Porzellan mit Handvergoldung ist das beste Weihnachtsgeschenk. Jede Dose ist mit dem bekannten coffeinfreien Kaffee gefüllt und bei Ihrem Kaffee HagLieferanten zu haben. Preis M. 650 Parteinachrichten Ginfendungen für diese Rubrik find Berlis B. 68. Lindenitraße 3. Morgen, Donnerstag, den 17. Dezember: für Groß- Berlin The Staune ber Weihnachtskommiffion beim Abteilungsletter flets an das Beztristefretariat 2. Sof, 2 Eren. rects. ar richten &. Rreis Friebrichshain. Die Fraktion trifft fich heute, Mittwoch. 6 2hr sünftlich Bürgerfaal und muk vollständig vertreten fein. 7. Recis Charlottenburg. Sigung des Beamtenwerbeausichuffes am Donners tag, 17. Dezember, 8 Uhr, bei Bogel. Spreeftr. 8. 9. Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, 17. Dezember, 8 Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bei Rroihs, Solfteinische Str. 60. Wegen der äußerit mitigen Tagesordnuna Erscheinen Bflicht. Erbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Berlin- Mitte. Mittwoch, 16. Desember, pünktlich 8 Uhr. im Berliner Rathaus. Rimmer 109, Mitgliederversamm Luna. verbunden mit Buchausstelluna und verlauf. Thema des Abends: Weihnachten und wir". Referent: Genoffe Löwenftein. Gäste herlich willkommen. Heute, Mittwoch, den 16. Dezember: Bortrag: 138. 61. germsborf. 8 Uhr bei Böttcher Mitgliederversammlung. Groß- Berlin". Referent: Bilhelm Reimann. Alle Genoffinnen und Ge noflen müffen unbedingt erscheinen. 148 Abt. Bittenau. 8 Uhr Rahlabend bei Richard Schulze, am Bahnhof. Sawames. 8 Uhr im Eisenbahnhotel Mitalieberperfammlung. Thema:..Der Abfindungsvergleichsvorschlag mit ben Sahenzollern und die rechtliche Be deutung einer reichsaefeklichen Regelung". Referent: Gen. Otto Meier. M. b. 2. SCOTTS EMULSION für unsere Jugend! Scott's Emulsion wirkt blutreinigend, fördert die Entwickelung und kräftigt den Knochenbou. Bel zurückgebliebenen und schwächlichen Kindern ist sie unentbehrlich u.dient als Ergänzung der täglichen Nahrung. Man hüte sich vor Nachahmungen, da diese off anstelle des Originals empfohlen werden. Scott's Emulsion ist in allen Apotheken und Drogerien zu haben. DEPOTS Admiral- Apotheke, SO 26, Admiralstr. 31 Apotheke z. Bär. O 27, Grüner Wee 94 Greifswalder- Apotheke, NO 55, Grei swalder Str.47 Victoria- Apotheke, SW 48, Friedrichstr. 19 Drogerie Blechstein, O 31, Zorndorfer Str. 8 Drogerie Frikell, O17. Breslauer Str. 20 Droger e Gors, Pankow, Breite Str. 40 Hohenlohe- Drogerie, O 1, Hoher lohestr. 2 Drogerie Kanzler, NS, Mulierstr. 152 Bere- Drogerie, Neukölln. Bergstr. 7 Stern- Drogerie, Neukölln, Bergstr. 81a Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Herrnfeld Barsky8 Uhr Lessing- Th. Tägl. 8 Uhr Der junge Aar von Rostand- Klabund An Donnersta Liliputaner- Gastspiel Schneewittcien Kleines Th. Heute Uhr Figuranten von Birabeau kegie: Geyer Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr 38. 6. 7% Uhr Bom Freitag, 18. Dezember, ab tönnen die Bezirksführer Ausweisaettel für die zu befderenben Rinder in Empfang nehmen. 128./130. Abt. Pankow. 7½ Uhr Sikuna bes Borstandes mit den Abteilungs und Gruppenführern bei Meier, Türkisches Relt, Breite Straße. Beibnachtsliften find unbedingt abzurechnen. Röntgental- Repernid. 8 Uhr bei Bafener Rahlabend. Erscheinen aller Genofen und Genofsinnen ist Pflicht. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 22. Abt. Achtung! Die Einäfcherung des verstorbenen Genoffen Hecht findet nicht um 2½ Uhr, sondern erft nachmittags um 3½ Uhr im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungstaffierer! Seute Abrechnung der Beitragsmarken. Bezirksvorstandsfigung morgen, Donnerstag, 7½ Uhr. Heute, Mittwoch, den 16. Dezember, abends 7½ Uhr: Webbing: Schule Ruheplak Ede Antonstrake. Bortrag: Die politische Bage". Selmholkplak: Schule Eberswalder Str. 10. Bortrag: Aus dem Jugendleben Karl Marr. Friedrichshain: Jugendheim Dieſtelmenerftr. 6/7. Vortrag: Was bedeutet uns Beihnachten?" Often B.-B. Jugendheim Grosses Schauspielhaus Für Tier C.& Bertag: Die feruelle rage" 2. Bell- Often B.: Sugenbbeim Rigoer Giz. 108. Bortrag: Warum Weihnachtsfeier?" Güdost R.- B.: Sucenbheim Reichenberger Str. 66. Vortrag: Wandern und Schauen im Winter" Rieberidinemeibe: Gaule Berliner Git. 31. Bortvog: Der Sinn des Lebens" 1 Teil. Raulsdorf: Schule Adolfftr. 25. Bortrag: Riekfche". Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22. Bortrag: Was wir wollen Ren- Lichtenberg: Sugendheim Bring Albert- Str. 44. Vortrag: Die Bedeutung des Beihnad tsfestes im proletarifden Rreife". Buisenstadt: Schule Stallschreiberftr. 54. Bortrag: Bürgerliche Jugendbewegung". bt. Stofenthaler Borftabt: Schule Gipsftr. 28a. Gafirischer Abend. Referent: Genoffe Ruttner, M. b. 2. Alle Gruppen des Werbebezirks finb eingelaben. Bildungskursus. Berbebesiz! Mentale: Rinderleiehalle Nogatstr. 15. Mufifaufträge Th.d. Westens Circus Reichshailen- Theater Zum 75 letzten Male BUSch . 8 Uhr: Der Orlow sbd Uraufführ Dich Spiel.d.Liebe CHARELEDEVUE Regie: Blk Charell 300 Mitwirkende Parkett M.5.Rang M. 3. 2. Rang M. 2.50. Loge M. 7.3. Rang 75 Pl. Operettev.Gilbert Plätze schon abl Th. a. Nollendorfpl. Tägi 8 Uhr Die Grüne Flöte Regie: Max Reinhardt Matray, Sterna, Solweg, Blum usw. teses Verprogramm Kleine Sklavin Sonntag nachm Casino- Theater v Diet enschmid Re ie Goldberg ADMIRALS PALAST 8 Uhr täglich 3Uhr unverkürzt zu erm, Preisen Täglich 8 Uhr Die tolle Posse Der Walhalla- Theater Meisterboxer Weinbergsweg am Rosenth. Tor Tägl. 8 Uhr: Die Koblanks Park. von 50 Pf. an. Mittwoch nchm 4U Schneewittchen HALLER REA Achtung Welle 505 im Intimen Theat. Höniggrätz.Str. Der Kaufmann Bülowstr 6 Tigh 80. von Venedig Stall Levy mit Morgen 8 Uhr: Der befreite Don Quichoite Staats- Theater Opernhaus Turfkomödie Anton Herrnfeld Theater L. d. Lützowst.112 Tagt. 8 Unr Parisiana8 Uhr Gespenster Donnerstag 7 U. Zum 1. Male. D. neuen Herren Die Tribine 3 Uhr: 1. Abend Zurück zu Methusalem & Uhr. Fidelio Vorstellung: Komödienhaus Opernhaus Eine Brautnacht! am Königsplatz Ein starkes Stück Mittw., Sonnabd. .Sonnt.nchm 3U. die letzten 3x e Wintermärchen" Heute Mittwoch sowie Sonnabend 3 Uhr trotz halber Preise noch 1 Kind frei! Kinderbelustigung. Pony- u.Kamelreiten Tagl, 7%, Uhr Circus- Attraktionen Der Graf von Monte Christo Philharmonie 8 Uhr: Beethoven- Abd. des Philharm. Orch Der Gipfel des Humors Dirig.: Otte Marienbare u. das neue Progr. Eroica- Sinf., Ouv ETROPO M& VARIETE L 8 Uhr: Das große urkomische Resid uz- Th WeihnachtsHeute.Donnerst abends geschloss Heute 3%( KI Pr) 60 Schneewittchen BILDER II. Rang. Parkett. Logen v.& Kinder- Revue Nur noch 2 Vorstellungen Minwech Sonnah. 3, U: Alle Puppen lanes Kleine Pr.ise. 58 PL, 1.-, 1.50 etc. Jeden Sonntag nacbm 3 Uhr: Die ganze Verstel ung sa ha ben Preisen Voranzeige! Freitag 7 Uhr Zum 1. Male: Die Durchgängerin Lustsp. v. L Fu da Thalia- Th. Uhr Annemarie 8 Heute 3( KL. Pr. Hänsel u Gretel Theater in der Kommandantenst 8 Unr: Die blond. Made's Heute 3 KL. Pr Rotkäppchen Central Theater Noues 28. Trieschübel Uhr Metropol- Th am Theater o Hur noch 3 VorTäglich 8 Uhr: stellungen! Tägi 8 Uhr: Die große Revue- Passe: Täglich 8 10 Uhr: 7 Fledermaus Nur Erwachsene Kopf oder Schrift Schauspielhaus 8 U.: Romeo u. Julia Schiller Theater 8 U: Kapi in Brass bounds Bekehrung Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Don Pasquale Abonn- Turnus IV. Deutsches Theater 7 Uhr. Der Kreidekreis von Klabund Regie: M. Reinhardı Kammerspiele 8 Uhr. Sechs Personen Suchen einen Autor von Pirandello Regie: Max Reinhardt Die Komödie Kurfürstendamm 207 & Unr haben Zutritt! Rouf oder Schritt NO NO NANETTE O 1 Der Berliner Milieufilm! Der Das Fräulein vom Spittelmarkt Gebensroman einer Stenotypistin matt 6anni Reinwald Grnst Rückert Gesellschaft URAUFFÜHRUNG von Galsworthy Regie: M. Reinhardt Rose- Theater 8 Uhr Der Glöckner von Notre Dame SCALA 5 Uhr Internat. Varieté morgen 7,25 Uhr in den Richard Oswald- Licht p'elen Charlottenburg, Kantstr. 163 4.00 Täglich: 5.40 7.25 910 Uhr Sonntags: 5.40 725 9.10 Uhr Im Belprogramm: Preisrätselfilm mut Preisverteilung ..Wer kennt Berlin" National- Film A.-G., Berlin SW. 48. Olly- Polly Operette von Kollo IL Parkettpl.v. 2-12 M Deutsches Künstl.- Theater Tägi 48 Uhr: Die Teresina Th. a. Kurfürstendamm 7% Uhr Gastspiel des Deutsch. Theaters Regen Th.a. Schiffbauerdamm 8 Unr: Das verhängnisvolle Weib Lustspielhaus 8 Uhr. Patasch& Perlmutter II. Teil Patasch& Perlmutter b. Film Wallner- Theater Tägl 8 Uhr: Kolportage programm intritt 1, 2 u 3 M Leonore III KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße Elite- Sänger Kottbuser Str 6- Tel ipl 18077 Tägi. 8 Unr, sach Sonntag nachm 3 Uhr zu halben Preisen): Weihnachts- Spielplan! Weihnachtswald und Försterhaus". APOTHEKE⭑ APO 12,50 Kobakoi 91 Heute noch preis- 1 wert! Allabandl. 8 Uhr Sonntag nach 3 Uhr Frische, junge FettStettiner Sänger WeihnachtsProgramm! Nachmittags halbe Preise evo les Abend- Programm Donhoff- Brett Das so beliebte Pamilien Variete Humor, Tanz, Stimmung! K1. Preise! WINTO ORIEN Ein Weihnachts- Program für Groß und Klein! Sonnt. nachm. 3 Uhr halbe Preise Rauchen gestattet HUNDE Katzen, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tierärztliche Poliklinik Chausseestraße 93 neuen Krie ervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr Korbmöbel eigener Herstellung in gesiegenen Aus führungen kaufen Sie bet gr. Auswahl vorteilhaft u. bi lig im Spezial- KorbmUbelhaus Edmund Voß Neukölin, Berliner Str. 14, Nahe Hermannplatz Tel Neukölln 2254. Zahlungserleichterung. Eir Walzertraum EIN FILM NACH HANS MOLLER UND DER GLEICHNAMIGEN OSCAR STRAUS'SCHEN OPERETTE MANUSKRIPT: ROBERT LIEBMANN U- NORBERT FALK Regie: Ludwig Berger IN DEN HAUPTROLLEN: MADY CHRISTIANS XENIA DESNI WILLY FRITSCH Uraufführung Freitag den 18 Dezember 1925 Ufa Palast amotoo wöchentl. STANDARD für ein QUALITATS VORVERKAUF AB 11 UHR UNUNTERBROCHEN TEL. BEST. NOLL: 62-1397-5280.5281 CC Gänse 20 1.30 10 bis 16 Pid., in nur erstklassiger übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027, Andicasitr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Conntags 10 bis 2 Ubr. Auf Wunsch Vertreterbefuch Am 12. Dezember früh 4Uhr, veriturb an Herz chwäche im fast vollendeten 72 Lebensjahre meine. liebe Fran unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter 138 ganz besond. scho- Marie Erhardt, Gorges. Wegner, Berlin SO. ner, deutscher Ware Mariann nstr. 34. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme im Namen der Hinterbliebenea an Peter Erhardt. Die Einäscherung erfolgt am Inferieren Donnerstag, den 17. Desember, nach bringt ERFOLG. mittags 4 Uhr. im Krematorium: Wilmersdorf Berliner Straße Weihnachtsgeschenke inallen grosse Abteilungen Auswahl P.RADDATZ L Leipzigerstrasse 122/123 a Gegr. 1891. tepps u. Daunen Decken am peismerteten. Bestes Fabricat Fari. Bernhard Strohmandel, Berlin Wallite. 22( Untergrundbahn Jnjelbrüde) Filiale: Spittelmartt, Ede Seydelitr, und Westen, ifolsburger Blaz 2, Ede Trauteuauftr Reparat fed. Art. Zlluftr Breistatalog gratis ING SINGER Eine Ginger SINGE SINGER Das nützlichfte Weihnachtsgeschenk -->> Ginger Nähmaschinen Aktiengesellschaft, Berlin W. 8, Leipziger Str. 92 Singer- Läden in allen Stadtteilen Der Schnupfenkobold Nislbum. Gcht schrecklich mit den Lenten um. Er nicst und singt in cinem fort: Der Schnupfen ist mein Lieblingssport! Die komplette Kobekol- Schnuptenkur koster nur Ptk. 1.75 are padung und ist in den Apotheken erhältlich. Bestimunt: Simons- Apotheke, Spandauer Str. 17; Adler- Apotheke, Reinickendorfer Str. 1: Elefanten- Apotheks, Leipziger Str. 74; Fürst- Sismarck- Apotheke, Oppelner Str. 38; Harges Apotheke, Gub ser Str. 33; Apotheke zum eisernen Kreuz, Kastanienallas 2; Wittes- Apothe e, Potsdamer Str 84a: Apotheke am Barmannplatz, Hermannplatz 9; Stardi- Apothek, Nouto In Ganghoferstr. 1 Kod& Bedier, Comm- Ges., Derlin SO. Skalitzerstr. 108 Piano direkt Demusin- Piano- Fabrik 50M. Monatsund 150- M. An ah ung herinnend aus der 890 M. EINHEITS- KASSA- GRUND- PREIS 890 M. 5 JAHRE schriftliche FABRIK- Garantic Berlin 0 27, Blumenstraße 70 a. d. Markussirohe. Verkauf in der Fabrik 9-7 onntag geö tnet RATEN Besuchen Sie uns oder verlangen Se kostenlos Piano" Katalog:: Preisliste Zahlungsbedingungen.