Mr. 150. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Oesterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, tr. 1508. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage das Die Neue Welt". Sonntag, den 30. Juni 1895. Der Fall Schröder. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. nur Der Staatsanwalt hatte gegen den Redakteur Anklage wegen Beamtenbeleidigung erhoben, trotzdem ihm nachher Als im preußischen Abgeordnetenhause der Prozeß im Verlauf der Gerichtsverhandlung die Bemerkung Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonne- Mellage zur Verhandlung kam, haben nach einander der entschlüpft ist, was dem Gendarm Münter nachgesagt wurde, Kultusminister und der Justizminister das Verhalten der sei dessen gutes Recht und seine Pflicht gewesen. So weit dient ment auf den Behörden in der ganzen Angelegenheit gegen alle Anfech- dieses Vorkommniß zur Illustrirung der peinlichen Gewissentungen zu vertheidigen gesucht. Ja, Herr Schönstedt hat haftigkeit, mit der jedweder nur entfernt mögliche Verstoß es fogar fertig gebracht, die Anmeldung der Revision durch der Presse zum Anlaß einer Strafverfolgung gemacht wird. die Staatsanwaltschaft wenn nicht zu rechtfertigen denn Aber die weitere Handhabung der Sache durch die Staatser selbst hat sie ja rückgängig gemacht so doch zu ver- anwaltschaft geht doch weit über das Maaß dessen hinaus, Die Weltlage ist so bewegt, daß sie mehr und mehr Umsturzbekämpfung in den Ministersessel geschwemmten Leiter Bengenaussagen, die zu gunsten des Angeklagten lauten, Die Weltlage ist so bewegt, daß sie mehr und mehr theidigen, und ginge es nach diesem auf den Wässern der was wir gewohnt sind. Ein Widerspruch zwischen den Interesse jedes denkenden Menschen in Anspruch unserer Justizverwaltung, so wäre sicher nichts Wesentliches zu und denen des Gendarmen Münter und seines Amtsnehmen muß. Die Umsturzvorlage ist zwar gefallen, allein bessern an den Einrichtungen der Rechtspflege in Preußen und bruders wird, trotz der Ablehnung des Gerichts sich von dem Staatsanwalt sofort der Umsturz von oben wird eifrigst fortgesetzt. noch weniger an ihrem Geist. Und doch ist das, was bei dem Prozeß darauf einzulassen, Namentlich richten die Anstrengungen der reaktionären ellage auch anderen Voltstreifen, nicht nur unseren Ge- zum Anlaß der Verhaftung von drei Zeugen wegen Verdachts sinnungsgenossen so unliebsam aufstieß, die Neigung unserer des Meineides genommen. Sehen wir uns einmal diesen Parteien sich gegen das allgemeine Wahlrecht. Staatsanwaltschaft, den öffentlichen Kritiker öffentlicher Miß- Unterschied zwischen den Aussagen an. Das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterklasse soll politisch stände vor Gericht zu zerren, anstatt dankbar diese Hilfe Der Gendarm Münter giebt ausdrücklich zu, es sei entrechtet werden. Und der Kampf um das allge- zur Bekämpfung etwaiger Uebergriffe und Mißgriffe von möglich gewesen, daß er den Zeugen Schröder durch eine meine Wahlrecht, um die Rechte des Volkes muß vor allem Beamten und Behörden anzunehmen, stets und ständig zu tage Körperbewegung einmal zu Fall gebracht habe, getreten und die sozialdemokratische Presse besonders weiß zum zweiten Mal zu dessen Fall beigetragen zu haben, bes in der Presse geführt werden. Die Presse ist die ein Liedchen, oder besser gesagt, einen ganzen Zyklus von streitet er.( Dabei hatte er in früheren Aussagen überhaupt mächtigste Waffe des Volkes- und diese Waffe zu Klagegefängen darüber zu fingen. bestritten, Schröder berührt zu haben.) Schröder seinerseits stärken, ist Pflicht des Volkes. Toch wenn es auf ein lebendiges Beispiel ankommt behauptet, zweimal durch Münter durch einen Stoß zu Wir fordern die Genossen auf, nach Kräften für die wir brauchen gar nicht einmal zurückzugreifen auf den Fall gebracht worden zu sein. Gummischlauch- Prozeß in Berlin, der nicht die Gummi- Wenn man nun, wie der Gerichtshof und natürlich der Verbreitung des Vorwärts" thätig zu sein. schlauch Männer, sondern die Kritiker ihrer Heldenthaten Staatsanwalt es gethan, die Aussage Münter's für durch Nach Beendigung der Berliner Märztage" auf die Anklagebami und ins Gefängniß gebracht hat, nicht aus richtig annimmt, so liegt dazu in Schröder's oder der werden wir eine in Südamerika spielende Original- auf den Maffen- Breßprozeß gegen die Kritiker der Fuchs- anderen Zeugen Aussage gar kein derartiger Widerspruch Erzählung, die ebenso spannend als belehrend ist, ver- mühler Ordnungsstifterei, ber der zur Verurtheilung der enthalten, der auch nur den Verdacht eines Meineids öffentlichen, und dann mit dem in der Gegenwart Stritifer wegen formaler Beleidigung der Beamten führte, rechtfertigen würde. Denn was Schröder mit seiner Ausnoch ehe die Sache selbst vor dem Landgericht zur Verhand- sage nur als seine persönliche Erfahrung bekunden konnte, spielenden Roman: Der Verrückte" beginnen, welcher lung gebracht worden war. war, daß er zweimal einen Stoß von hinten erhalten habe, die Vernichtung eines hoffnungsvollen Menschenlebens durch Burückzugreifen braucht man nie, um solche Beispiele und beide Male zu Fall gekommen sei. Daß beide Stöße tirchlichen Fanatismus darstellt und ähnliche Zu- anzuführen. Sie werden uns stets neu geliefert. von Münter herrührten, ist eine Wahrscheinlichkeits- Schlußstände beleuchtet, wie sie jüngst durch einen sensationellen über den Prozeß gegen den Redakteur der„ Zeitung deutscher beobachteten Thatsache. Im ersteren Falle ist, wie das Zeugniß In unserer gestrigen Nummer konnten wir einen Bericht folgerung von seiten Schröder's, aber feine Befundung einer Berg- und Hüttenarbeiter" wegen Beamtenbeleidigung mit- Münter's beweist, die Wahrscheinlichkeits Schlußfolgerung theilen, der die unliebsamsten Seiten unserer Rechtspflege, sogar richtig gewesen. Hat sich Schröder im zweiten Falle wie sie bei der Staatsanwaltschaft in dem Prozeß Miellage geirrt, so ist das schlimmstenfalls ein Irrthum, der unter zu tage gefördert wurden, wiederum, nur noch in ver- den vorhandenen Umständen begreiflichen Aufregung, dem stärktem Maße in Erscheinung hat treten lassen. voraufgegangenen Wortwechsel, dem Gedränge, vollständig " Prozeß aufgedeckt worden sind. Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für die Monate Juli- September entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) Redaktion und Expedition des Vorwärts". Feuilleton. [ Nachbruck verboten.] Berliner Märztage. 51 Leider ist nun aber bei der politischen Stellung der begreiflich sein würde. Den Unterschied zwischen der Thats Opfer eines Mißgriffes nicht zu hoffen, daß die öffentliche sachenbekundung und dem Wahrscheinlichkeitsurtheil in der Meinung auch unter nichtsozialdemokratischen Voltskreisen Aussage Schröder's sollte eigentlich jeder denkfähige Mensch ihnen so zu Hilfe kommen wird, wie das mit durchschlagendem machen können, also auch ein Staatsanwalt. Erfolg zu gunsten Wiellage's geschehen ist. Wir wollen Ein Wahrscheinlichkeitsurtheil und wenn es noch so unsererseits wenigstens den Versuch machen, das Volks- irrthümlich ist, dürfte aber nie und nimmermehr zu einer gewissen wachzurufen, damit wir nicht demnächst einen Anklage wegen Meineids die Handhabe bieten. Aehnlich verhält es sich mit den Aussagen der anderen schweren Justizmord erleben, der drei unschuldige Männer auf Jahre in schmachvolle Haft bringt. Zeugen. den Inhalt eines Flugblattes vertieft, das Ferdinand am Morgen mit heraufgebracht hatte. Truppen zurückzuziehen. Dann aber, als er die harten, ob seiner Unschuld höhnisch lächelnden Gesichter der Offiziere jah, als er das fernige Echlagwort des neuernannten Oberst- Eine unerwartete Freude war dem Meister an diesem tommandirenden von Prittwig vernahm, daß es nicht Morgen zu theil geworden: ein paar alte Kriegskameraden preußische Art sei, Kehrt zu machen"- dann fiel es ihm von 1813 hatten ihn besucht, darunter der wackere Prowie Schuppen von den Augen. Und er warf Friedensstab fessor Walther, der bei Leipzig als junger Student an seiner und Friedensbinde fort, und alle Besonnenheit vergessend, Seite gefochten hatte. " " Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. griff er verzweifelt zur Waffe und sprang nothgedrungen" Das hätt'st Du Dir auch nicht träumen lassen, lieber Noch hoffen fie gut zu machen, was sie gefehlt, und hinter die Barrikade, die der Mann des Volkes inzwischen Mathias, daß sie Dich auf Deine alten Tage noch einmal eilig schicken sie ihre Sendboten aus, die dem Volfe ver- errichtet. zum Invaliden machen", meinte der Professor, der dem künden sollen, daß ein Mißverständniß" vorliege und der Schulter an Schulter standen nun der Bürgerschüße einstigen Mitkämpfer die alte Lagerfreundschaft bewahrt König das Beste wolle." Aber schon ist es zu spät zum mit der Büchse, der Student und Akademiker mit dem hatte und zu den wenigen ihm treugebliebenen Kunden geVergleich das einmal getäuschte Volt glaubt ihnen Schläger, der Arbeitsmann mit Spaten und Art, mit Pike hörte. nicht und kehrt in eisigem Schweigen den Sendlingen den und Eisenstange, Schulter an Schulter standen Meister, Ge- Vater Mathias zuckte mit schmerzlichem Lächeln die Rücken. selle und Lehrling, standen der Fabrikant, der Ingenieur, Achseln. Und es hatte sich nicht getäuscht, als es ihnen nicht der Komptoirist und Fabrikarbeiter, stand der Bär, der sich" Ist's denn auch wirklich wahr," fragte er unsicher, glaubte denn während die Sammetseelen mit ihm unter- selbst wiedergefunden, und der andere, der sich niemals ver- was sie jetzt alle erzählen?" Was denn?" handeln, haben die Eisenseelen schon ihre waffenstarrende loren: kein störrischer Esel, wie die Zeichendeuter verMaschine in Bereitschaft gesetzt, ihren Kriegsplan entworfen, meinten, sondern ein Starker, Gewaltiger der erwachende" Na, daß sie... eine andere Drdnung, so zu sagen, Coldaten zur Tapferfeit ermahnt und den Angriff, die Löwe des Volksthums. einführen wollen daß der Bürgersmann auch soll was ,, traditionelle Offensive" vorbereitet. Links die unsicher Das war in diesen zwei Stunden des Rüstens ein mitzureden haben im Staate?" lächelnde, angftverzerrte Miene des Vermittlers, rechts das Hämmern und Stampfen gewesen, ein Schreien und Lärmen, Aber gewiß doch, Du ungläubiger Thomas," versehte haßerfüllte Antlitz des mitleidlosen, jeden Strupel unter ein Wirbeln, Drängen und Eilen- bis endlich die Stille der der Professor lebhaft. Heute Nacht noch haben wir brückenden Gewaltsmenschen so präfentirt sich am Nach- Erwartung in das brodelnde Element kam und nur das dem König den alten Humboldt aufs Schloß geschickt, mittag des Achtzehnten das hippokratische Doppelgesicht des Sturmgeläut unheimlich noch über die Stadt hin gellte. daß er ihm die Wahrheit geige über das, was Noth thut. sterbenden Absolutismus. Brust an Brust, von derselben Mauer umschlossen, standen Sie müssen nachgeben da oben oder sich aufs schlimmste Krieg, Straßentampf, Schlachtgetümmel niemand die Gegner dicht vor einander, desselben Stammes Sproßen, gefaßt machen. Eben jetzt wollen wir nach dem Schloßplay, konnte mehr daran zweifeln, daß sie da waren. Nur einer feindliche Brüder mit dem mordenden Stahl in der Hand, um zu sehen, wie die Dinge liegen." versuchte es noch mit dem Zweifeln, trotz des hastigen im Begriff, den Boden einer neuen Zeitepoche mit Die Zuversicht, mit welcher der Professor gesprochen, Mobilmachens der Volksmacht, und trotz der feldmarsch- ihrem Blute zu düngen. Ueber dem Kampfplatz aber, fonnte ihren Eindruck auf den Meister nicht verfehlen. mäßig ausgerüsteten, kampfbereiten Regimenter am langsam nach Westen entrollend, schwebte am wolfen Wenn schon Leute wie Walther, ein so angesehener Gendarmenmarkt und vor dem Schloffe. Es war der losen Himmel die Frühlingssonne und fandte ihre hell Mann, der bis zu den höchsten" Kreisen hinauf seine Bes tanzende Bär, der immer noch glaubte, daß es seiner Kunst flammenden Strahlenbündel herab über die Gerechten und ziehungen hatte, sich auf die Seite des mißhandelten gelingen werde, den heranbrausenden Orkan mit einem die ungerechten. Volkes stellte, dann lag doch für ihn, den schlichten Mann Fläschchen Salböl zu beschwichtigen. Im ersten Augenblick aus dem Volke, gewiß nichts Unrechtes darin, daß er mit seinen eigenen Kindern, seinen Nachbarn, seinen Klassengenossen sympathisirte. XV. nach der Dragoner- Attacke ganz fassungslos vor Entsetzen, Bater Mathias hatte am Sonnabend um die Mittagswarf er sich zuerst vor den den Machthabern nieder stunde zum ersten Mal auf ein halbes Stündchen das Bett und beschwor sie unter Bitten und Thränen, die verlassen. Mit verbundenem Kopfe saß er am Fenster, in " Kaum waren die Kameraden gegangen, als Frau Giebt der Gendarm Münter jetzt die Möglichkeit zu, durch[ nahme nach der Richtung, Richtung, die Arbeitslosigkeit größer| Manuskripte in die Hand bekommt, die unter Augen eines eine Körperbewegung den Schröder zu Fall gebracht zu haben, als in Wirklichkeit erscheinen zu lassen, und mit einem strebsamen Staatsanwaltes vielleicht keine Gnade finden würden. so spricht das doch in hohem Maße für die Richtigkeit der Aus- wenigstens theilweisen Erfolge desselben rechnen müssen. Die Presse ist das nothwendige und alleinige Mittel des sagen der Entlastungszeugen. Ob die Körperbewegung des Der Eifer, mit dem die sozialdemokratische Presse für die Volkes, um Mißstände und Bedrängnisse an die Oeffentlichkeit Münter in einem Fauftgriff bestand oder sonstwie sich charakteri- Statistit der Arbeitslosigkeit eintritt, ist unter diesem Gesichts- zu bringen und damit den heilsamsten Faktor zu ihrer Beseitigung zu schaffen. Der Prozeß Mellage hat dies wieder in hervorragender firen läßt, das ist eine ganz nebensächliche Thatsache. Auf die punkte nur zu verdächtig." So sehr hat die Wuth ihr jede Besinnung geraubt, daß die Weise zum Bewußtsein gebracht. Eine Rechtsprechung, die Präzisirung seiner Bewegung hätten die Zeugen ficher gar Post" nicht einmal ihre eigenen Geheimnisse zu bewahren vermag. Die Presse zu vergewaltigen sucht, die sich nicht gegen den Mißtein Gewicht gelegt. Man braucht wirklich nur einmal Man sucht niemanden hinter einem Busche, hinter dem man brauch, sondern gegen den Gebrauch der Preßfreiheit richtet, sich einen solchen Vorgang im Geifte zu vergegens nicht selbst gesteckt hat. zerstört in letter Linie die Grundlagen des Volkswohls selbst. wärtigen, um sich klar darüber zu sein, wie schwer, Und wir kennen die Praktiken ihrer Hintermänner! Wer In diesem Falle aber ist neben dem öffentlichen Wohl vor allem wenn nicht unmöglich es ist, alle Einzelbewegungen verstand die Fälschungen beffer als die Stüßen der Gesellschaft das Interesse der gesammten Drucker Deutsch= absolut richtig mit den Augen in Bochum? Wer waren die Männer, die mit dem Brusttone I and durch die Rechtsprechung des Reichsgerichts aufs äußerste beobachten, zu und dann auch mit Worten richtig wiederzugeben. Diese littlicher Entrüstung im Fußangel- Prozeß erklärten, sie hätten nur gefährdet. Es ist hoch an der Beit, daß die Drucker nach Recht und Gewissen eingeschätzt"? Jeder Statistiker weiß ich aufraffen, gemeinsam gegen diesen neuen haarscharfe Unterscheidung zwischen am Kragen packen" es, daß es nichts unzuverlässigeres giebt, als die Einkommen- Exzeß geistigen Scharfsinns Front machen, ehe und ins Genic fassen", mit der der Vorsitzende die Zeugen Statistit der höheren Klassen. Wer sind die Leute, die systematisch er zu weiteren Folgen und zur Nachahmung bedrängt hat, mußte sie nothwendigerweise verwirren. Ohne die Geschäftsgebahrungen der fartellifirten Aktiengesellschaften durch die Gerichte führt. es zu wollen hat er dadurch jedenfalls der Exculpirung des verschleiern? Das sind die Eideshelfer der„ Post"! Und wer Herr von Hammerstein bleibt noch immer in der„ Kreuze Gendarmen Münter Vorschub geleistet. genau wissen will, wie Fälschungen ausgeführt werden zwar Doch wie gesagt: Alles zugegeben, was Münter gesagt, nicht statistischer Erhebungen, wohl aber der Bekundung des Beitung" und die anderen verlassen diefelbe; nach den Redak teuren verlassen nun die Verleger die Gemeinschaft mit so rechtfertigt der Unterschied zwischen seiner und der Aus- Volkswillens bei Wahlen- der begebe sich in die Reviere der bem wackeren Baron. Aus dem langweiligsten Blatte Deutschsage von Schröder, Meyer und Gräf nie und nimmer den Herren Stumm und Hammacher, der suche die Kohlenreviere des lands, dem„ Reichsanzeiger", und zwar aus seinem ödesten Theile, Saargebietes, von Rheinland und Westfalen auf. Wer aber dem Handelsregister, fonnte man in diesen Tagen auswissen will, auf welcher Seite fich die objektive Forschung befindet, der vergleiche nur Mary mit Julius Wolff. Denn nahmsweise auch eine interessante Nachricht herauslesen, nämlich ersterem hat selbst, troß heißen Bemühens Lujo Brentano nicht die, daß die„ Kreuz- Zeitung" aus dem bisherigen Verlag( Neue die kleinste tendenziöse Entstellung nachzuweisen vermocht, den Preußische Zeitung" v. Kröcher) durch Vertrag unter der Firma Neue Preußische Zeitung, Graf Finckenstein" auf den Grafen letteren aber, der auf den Krücken industriellen Großkapitals auf ind von Finckenstein zu Trossin übergeht. Die heutige Nummer den Lehrstuhl einer deutschen Universität hinken wollte, wagte ber Kreuz- Zeitung" zeichnet schon an Stelle des Herrn v. Kröcher tein einziger feiner bürgerlichen Fachgenossen reinzuwaschen, Graf Finkenstein. sehr zum Schmerz der" Post". Der fittliche Pathos steht Euch schlecht, Tante Poft"! Wo bei Euren Hintermännern das bestellt, wenn in ihren inneren Kämpfen ein Hammerstein Sieger Um die konservative Partei ist es wahrlich nicht glänzend Fälschen in eine finnreiche Methode gebracht worden ist, ist es bleibt. Die sich hierin äußernde„ Noth der Landwirthschaft" ist bestellt, wenn in ihren inneren Kämpfen ein Hammerstein Sieger gefährlich, aus Eurem Glashause Steine auf die Sozialdemokratie bleibt. Die fich hierin äußernde" Noth der Landwirthschaft" ist zu werfen, weil die nur Thatsachen tonstatiren will. zuzugestehen. Die Agrarier, die sich vor Herrn v. Hammerstein's Die Thatsachen find Euch fatal, das wissen wir, deshalb Briefsammlung fürchten, verdienen den Beinamen der Nothmüßt Ihr fie Lügen nennen, noch ehe fie fonstatirt find. Die in ihrem Treiben, im Wuchern und Fälschen gestörten Pharifäer riefen noch immer am lautesten das„ kreuziget ihn" gegen den Bringer der Wahrheit. Verdacht des Meineids. Trotzdem hat der Staatsanwalt sie durch den nämlichen Münter auf dem Gerichte verhaften lassen! Noch hat kein Gerichtshof sich seiner Auffassung an geschlossen. Aber hohe Zeit ist es, daß die öffentliche Meinung sich geltend macht, sonst wäre die Gefahr nicht ausgeschlossen, daß die Zahl der Justizmorde um einen neuen Fall vermehrt würde. Die Arbeitslosen- Statistik im Lichte der„ Post". " Politische Lebersicht. Berlin, 29. Juni. leidenden. Wenn irgend etwas die Berechtigung und Nothwendigkeit bestimmter fozialpolitischer Forderungen darthut, so ist es die fittArbeiterwelt wichtigen Sigung gestaltete sich die Freitagssigung Württembergischer Landtag. Zu einer für die gesammte liche Entrüftung, mit der das Organ der Stumm und Konforten der württembergischen Abgeordnetenkammer, in welcher die Andieselben ablehnt. Unser Aufsatz über die Arbeitslosen- Statistik träge der sozialdemokratischen Abgeordneten Kloß und Glaser in Nr. 144 in Verbindung mit der Meldung, daß am 1. Dezember berathen wurden. Vor einigen Tagen brachten wir einen ausim Anschluß an die Volkszählung thatsächlich Erhebungen über führlichen Bericht über den ablehnenden Standpunkt, den die den Umfang der Arbeitslosigkeit vorgenommen werden sollen, haben volkswirthschaftliche Kommission, die über diese Anträge zu bein Der Redaktion der„ Post" blinde Wuth und Bestürzung hervorgerufen. Die feste Basis der Schlotrathen hatte, einnahm und versicherten schon damals, daß bei der Neue Militärvorlagen. Die Friedensschalmeien von jetzigen Zusammensetzung der Kammer, wohl die Kommissionsbaronedas leere Nichts- verschwindet, wenn die thatfächlichen Riel sind verklungen und vom Kriege wird wieder geredet. vorschläge zum Beschluß erhoben werden, was auch thatsächlich einWirkungen der fapitaliftischen Produktionsweise offiziell durch Der französische Kriegsminister hat jede Ermäßigung der getroffen ist, die Volkspartei und das Zentrum triefen immer von Arstatistische Daten tlar gelegt werden. Das leere Faß gab bisher Militärlasten abgelehnt, indem er nur ganz allgemein die beiterfreundlichkeit, wenn es aber gilt, die Worte durch die That zu für Herrn v. Stumm einen so prächtigen Resonanzboden ab und Beweisen, dann friechen sie hinter den Ofen. Die sozialdemo jezt foll er plöglich vor Thatsachen gestellt werden, die feine politische Weltlage kennzeichnen wollend" erklärte: Brusttöne der Ueberzeugung blechern wiederhallen lassen! Das" Jeht, wo jeden Augenblick ein Weltkrieg ausbrechen könne, fratischen Abgeordneten Kloß und Glaser vertheidigten mit Geift ein Satrileg am Allerheiligsten des sakrofantten Kapitals. fei es gefährlicher als je, an den bestehenden Heereseinrichtungen schick und Wärme ihre Anträge, obwohl es ihnen durch den Kommissionsantrag schwer wurde, Anhänger für ihre Sache zu Deshalb muß auch der Regierung bei Zeiten der Standpunkt zu rütteln." flargemacht werden um sie bei der Ungnade König Stumm's zu Da können wir wohl beim Zusammentritte des Reichs- finden. Einige Redner des Zentrums bezeugten wieder durch blindem Gehorsam zurückzuführen. Der sozialpolitische Dilettantis tags als Nachspiel der friedlichen Tischreden des Kaisers falbungsvolle Reden ihre Arbeiterfreundlichkeit, fonnten sich aber mus" gemeint ist natürlich der des Herrn v. Berlepsch, lönnte auf triegerische Parlamentsreden unseres guten Bronsart für die gestellten Anträge nicht begeistern. Nachdem der volksparteiliche Abgeordnete Haußmann und der pensionirte nationalliberale womöglich aus dem schönen statistischen Material am grünften aller von Schellendorff und auf schöne Militärvorlagen gefaßt Reichsgerichtsrath v. Geß ebenfalls für die Arbeiterforderungen Tische formell und theoretisch sehr feine, aber dem Leben durch sein. ihr warmes Herz zur Schau trugen, meldete sich der Minister aus entfremdete Gefeßesparagraphen" herausdestilliren, und„ ehe man es sich versieht, ist dann eine schöne Bescheerung fertig, wie Die Stichwahl in Kolberg Röslin scheint dem Kan- des Innern, v. Bifcheck, zum Wort und führte aus, daß zur Zeit die Ausdehnung der Unfallversicherung auf Handwerk und didaten der freifinnigen Vereinigung, Benoit, den Sieg zu wandte sich gegen die polizeilichen Befugnisse der Gewerbe- Inwegen der Kesselrevision Erhebungen gemacht werden. Man Handelsgewerbe u. a. m." Die Regierung ist gewarnt, nun bringen. Bisher sind gezählt für Benoit( fri. Vg.) 7984, spektoren, da auch die anderen deutschen Staaten von dieser Begehe sie hin und lerne bei Stumm und Baare prat- für v. Gerlach( f.) 6183 Stimmen. Nur noch einige länd- fugniß feinen Gebrauch gemacht haben, gestand aber auch ein, tische Sozialpolitit. Wir hatten recht mit unferer liche Bezirke stehen aus. Dem freisinnigen Kandidaten daß die Gewerbe Inspektoren nicht in der Lage feien, alle tleinen Vermuthung, daß jenen Herren je de Statistik ein Greuel sei. scheinen die sozialdemokratischen Stimmen zugefallen zu Betriebe zu kontrolliren. Der Minister wandte fich ferner gegen Für sie hat die Statistik nur die Rolle von Koulissen Potemtin- sein, denn in den vier städtischen Bezirken des Wahlkreises die Ausdehnung der Inspektion auf die Landwirthschaft und scher Dörfer zu spielen. Die nothleidenden Landwirthe, die der= felben Ansicht sind, haben ihr Ziel schon erreicht, indem sie die erhielt Benoit 4404 und Gerlach blos 1514 Stimmen. Der Ursachen der Subhaftationen glücklich schon aus der Subhastions- Haß gegen die patriarchalischen Brügler" hat in diesem statistit ausgemerzt haben. Die Industrieritter und deren Wahlresultate seinen Ausdruck gefunden. literarische Hausknechte verfolgen das gleiche Biel mit Gifer und Ueber die internationale Währungskonferenz soll Beharrlichkeit und führen Gründe an, die sie hinter ihrem der deutsche Botschafter in Washington sich privatim Man vergegenwärtige fich, wie groß das Interesse der folgendermaßen geäußert haben: Sozialdemokratie ist, die Arbeitslosigkeit möglichst groß erscheinen„ Er glaube nicht, daß Deutschland die Initiative der Be zu lassen, wie wenig wählerisch in der Wahl ihrer Mittel fie iſt, rufung einer internationalen Währungs- Konferenz ergreifen wo es gilt, gegen die Staats- und Gesellschaftsordnung zu hetzen, werde. Die Mehrheit der Bundesstaaten sei dagegen, und er und wie blindlings weite Kreise der Bevölkerung ihren Weisungen glaube, die kaiserliche Regierung werde in der Angelegenheit folgen! Man wird daher sicher mit dem planmäßigen Versuche feinen Schritt thun, bis der Reichstag im November zusammen der Sozialdemokratie, die Ergebnisse der statistischen Auftritt." eigenen Strauche hervorgeholt haben. " 1 meint, das Ganze fei nur ein Versuch, um die Bauern in das radikale Lager zu treiben.( Auch eine Begründung des ablehnenden Standpunkts!) Die Gründung eines Arbeiterfetretariats hält der Herr Minister für durchaus richtig und nüglich, dies solle aber von den Gemeinden oder den Arbeitern felbst ins Leben gerufen werden. Man ist somit zu der Meinung berechtigt, der Herr Minister habe eingesehen, daß der heutige Klaffenstaat nicht mehr dazu fähig ist, auf fozialpolitischem Gebiet eine durchgreifende Maßregel zu schaffen, troßdem derselbe am Schlusse seiner Rede mit Pathos versicherte, die Regierung habe ein volles Verständniß und ein großes Wohlwollen gegen alle Arbeiter, aber unmögliches möge man nicht verlangen. Nachdem noch verschiedene Ab. Wir bezweifeln, daß unsere Bimetallisten der Regierung geordnete ihr Licht leuchten ließen, wurde der Antrag der Kom den beiden älteren Kindern erschien, um der Braut ihres schreien und der Regierung keine Ruhe gönnen, bis sie sich genommen, und haben die Volkspartei und das Zentrum zulehnen gegen die Stimmen der beiden Antragsteller ans Elisabeth Kowalla mit dem kleinen Hans auf dem Arme und so viel Zeit laffen, sie werden wie üblich drängen und mission, die Anträge der Sozialdemokraten Kloß u. Glaſer ab= Bruders den ersten Besuch zu machen. Sie hatte mit der Einberufung der Konferenz blamirt.auf's neue gezeigt, wie es mit ihrer Arbeiterfreundlichkeit bestellt von den Wernicke's in diesen letzten Tagen so viel Liebe Das Duelliren scheint dem Karrièremachen nicht ist. Ebenso abgelehnt wird ein Zentrumsantrag:" Bur erfahren, daß sie, trotz ihrer Schwäche, diesen Besuch, der hinderlich zu sein, meldet doch der„ Reichs- Anzeiger", daß Förderung für Arbeiterbureaus im nächsten Etat eine Grigenz einzubringen." ein schwacher Beweis ihrer Dankbarkeit sein sollte, nicht dem Landrath von Bennigsen die etatsmäßige Stelle des Ein Antrag Saußmann's, die Arbeiterfekretariate in länger aufschieben wollte. Mit Mühe hatte die hübsche Abtheilungschefs für die Finanzverwaltung bei dem kaiser- den Industriebezirken zu fördern", wird angenommen. junge Frau, auf deren bleichen Wangen noch der frische lichen Gouvernement von Deutsch- Dstafrika unter Beilegung Ein Antrag Ecard( Bentrum) wird wird einstimmig an= Schmerz um das verlorene Kind lag, sich durch die in den des Titels als Finanzdirektor verliehen worden ist. genommen, welcher folgenden Wortlaut hat:„ Die Straßen auf und ab wogende Menschenmenge den Weg gebahnt. Sie hatte unterwegs ihren Gatten aufgesucht- Monaten amtliche Differenzen mit dem Chef der Justizver- aatlichen Betrieben anfertigen zu laffen und je mit dem Der Landrath v. Bennigsen hat bekanntlich vor wenigen Staatsregierung wird ersucht, in jeder Etatsperiode eine Statistit über die Arbeiterverhältnisse in den zum ersten Mal seit langer Beit hatte sie ihm wieder waltung in Deutsch Ostafrika durch ein Duell zu erledigen Entwurf des Staatshaushalts dem Landtag mitzutheilen. In das warme Mittagessen nach der Arbeitsstätte bringen gesucht. Herr Kayser, der Chef der Kolonialverwaltung, dieser Statistik soll insbesondere die Dauer der täglichen Arbeitskönnen. Und als er dann, nach beendetem Mahl, den Löffel scheint es für richtig gehalten zu haben, bevor die Sache zeit nach Arbeiterkategorien unter Berücksichtigung der Ueber fortlegte und zum Abschied zärtlich die Kinder küßte vor dem Militärgericht erledigt wurde, den schneidigen stunden und der Nachtarbeit, sowie der Dauer der Sonntagsruhe, da glänzte eine Thräne in ihren Augen, und sie verzieh ihm Landrath avanciren zu lassen. ferner der Höhe des Arbeitslohnes, die Fristen und Tage der alles, alles, was sie durch ihn gelitten. Arbeiter angegeben begin. wieder eingestellten und entlassenen Lohnzahlung. Abschlagszahlung und Abrechnung, die Zahl und das Alter der mit werden." " Hast Du' ne hübsche Frau, Anton," hörte fie, als sie warte". Sie schreibt nach Veröffentlichung des auf den Zum Fall Bading änßert sich jetzt auch die„ Deutsche sich bereits zum Gehen gewandt hatte, einen der Maschinen- dolus eventualis bezüglichen Theiles des Urtheils: bauer zu Kowalla sagen. Das muß' n Glück sein, für so Eine wirthschaftliche Vereinigung, wie sie schon bei der In diefer letzten Schlußforderung, diesem Operiren mit dem ne Frau zu arbeiten!" dolus eventualis, liegt der ganze Fluch unserer heutigen Formal- letzten Reichstagswahl im 14. württembergifchen Reichstags„ Ein Glück!" klang's ihr im Ohr nach ein Glück Jurisprudenz. Was giebt es wohl Bequemeres, was aber wohl Wahlkreis auftrat, soll nun auch in Stuttgart ins Leben gerufen Und warum nicht? Wer weiß, wie sich alles noch wendet!" auch Gefährlicheres, als sich über den nothwendigen Nach- werben. Laut dem Programm sollen sich Männer unter AusKowalla hatte versprochen, daß er sie nach Feierabend weis eines strafbaren Bewußtseins, mit der bequemen schluß jeder Parteipolitik zusammenthun, um die Interessen des in der Petriftraße abholen würde. Zum ersten Male sollte Deduktion hinwegzusetzen, daß der Thäter dieses Bewußt- Mittelstandes zu wahren und zu fördern, und um gemeinsam er wieder ein paar Groschen heimbringen, und diese Aus- sein eventuell gehabt haben müsse. Das Strafgesetzbuch gegen die gewaltthätige Sozialdemokratie vorzugehen. Der selbst spricht auch nicht ein Wort von dem eventuellen Sozialdemokratie fann solche Vereinigung nur erwünscht sein, wir ficht genügte, um einen hellen Lichtstrahl in das düstere Doluz", sein unlängst heimgegangener Schöpfer hätte niemals baben dann nur noch eine„ reaktionäre Masse".Proletarierdasein dieser Armen zu werfen. Elsbeth hatte sich, um dem Verwundeten nicht beschwer moment in fein Werk hineinzubringen. Aber dieses Lustgebilde von Carmaux, ist, wie dies ja leicht vorauszusehen war, vom die Verantwortlichkeit auf sich geladen, ein derartig flüssiges Das Urtheil gegen Calvignac, den ehemaligen Maire lich zu fallen, mit den Kindern zu Lotte und Dora in die bes dolus eventualis ift nichts weiter und sollte nichts weiter Toulouſer Gerichtshof bestätigt worden. Calvignac ist eben schon Küche zurückgezogen. Bald aber war zwischen Bater Mathias fein, als ein flägliches Aushilfsmittel, um den handgreiflichen verurtheilt gewesen, ehe es noch zum Prozeß gekommen war. und den Kleinen durch den offenen Thürspalt hindurch ein Verstoß gegen Wort und Geist des Preßgesetzes zu verdecken. Das hat kein Geringerer als der Präfekt von Tarn Carmaux regelrechter Verkehr angeknüpft und die alte Bekanntschaft Gesezt, der Drucker hätte eine Erkundigungspflicht über den liegt im Tarn- Departement- felber verrathen. Wie die„ Petite aus den„ Zelten" in aller Form erneuert worden. fünftigen Inhalt des von ihm angenommenen Druckauftrages, so République" meldet, hat derselbe nämlich schon lange, ehe der „ Laßt sie ruhig bei mir," meinte Vater Mathias würde das Unterlassen dieser Pflicht doch nach unseren strafrecht Prozeß zur Berhandlung gelangt war, einem Senator gegenüber gutmüthig schmunzelnd," Kinderlachen ist Balsam für' nen lichen und zivilrechtlichen Grundprinzien immer nur eine Fahr geäußert, daß er über den Ausgang des Prozesses nicht im lässigkeit involviren. Für fahrlässige Preßdelikte aber mindesten beunruhigt sei: wir werden 40 Tage Gefängniß, die bestimmt das Preßgesetz ausdrücklich, daß der Drucker von Be- Anwendung der lex Béranger und den Verlust der politischen Zwischen Lotte und Dora war ein förmlicher Rampf strafung dann frei wird, wenn er den verantwortlichen Redakteur Rechte erhalten. Das ist denn auch geschehen. Wenn die Herren um den kleinen Hans ausgebrochen, in dem schließlich die oder Berleger als im Gebiete der strafrechtlichen Gewalt aber glauben, daß damit die ganze Angelegenheit schon beendet lettere den Sieg davontrug. deutscher Gerichte vorhanden nachweist, und daß alle drei der Du eigenen Schaden erfahren werden. Bleib Tu ruhig bei den Töpfen", sagte sie zu Lotte, Verantwortung entzogen sind, wenn sie den Verfasser ebenfalls ei, dann irren sie sich gewaltig, wie sie bies bald zu ihrem indem sie triumphirend mit dem verdugt dreinschauenden nachweisen. Bürschchen nach dem Fenster hüpjte. Nicht wahr, Dickerchen, Du willst nur zu Tante Dora?" Kranten". Elsbeth mußte über den Eifer des jungen Mädchens herzlich lachen so herzlich, wie sie schon lange nicht ge lacht hatte. Sie fragte Lotte nach Hans, den sie bei Wernicke's zu treffen gehofft. ( Fortsetzung folgt.) = Jm vorliegenden Falle war der Verfasser des Artikels Aus Holland. Die wichtigsten Bestimmungen des neuen nachgewiesen, der Redakteur mit angeklagt. Deshalb mußte Wahlrechts Gefeßentwurfs sind nunmehr bekannt. Nach diesem das Reichsgericht ein neues Dolusdelikt begründen, von dem das Entwurfe sind diejenigen männlichen Niederländer wahlberechtigt, Breßgesetz nichts wiffen wollte, da es wohl wußte, daß es die das Alter von 23 Jahren( das ist ein Rückschritt) erreicht praktisch unausführbar wäre, daß jeder Drucker, ja jeder Faktor haben und entweder als Grundbesitzer eine Steuer von mindestens und womöglich jeder Sezer jedes Manuskript lefe, bevor es zum einen Gulden pro Jahr bezahlen, oder eine Wohnung nicht unter Druck gelangt, und daß es geradezu lächerlich ist, dem Sezer einem bestimmten Miethepreise als Miether innehaben. Auch oder Drucker ein Weigerungsrecht einzuräumen, wenn er find Wähler solche Personen, die eine gewiffe Beit lang gegen einen bestimmten Lohn eine Dienststellung bei derselben Person oder Unternehmung gehabt haben, oder eine Pension in gleicher Höhe erhalten. Auch die Sparenden hat man nicht vergessen. Derjenige, der S0 bis 100 Gulden erspart und in Etaaisschuldpapieren oder beim Reichspostamte angelegt hat, wird auch wahlberechtigt und schließlich werden auch diejenigen zur Wahlurne zugelassen, die gewissen Forderungen der Fähigkeit(Bildungszensus) ent- sprechen. Der Entwurj wird voraussichtlich schon im nächsten Monat zur Berathung kommen. Angesichts der bevorstehenden Wahlrechtsausdehnung ist die Haltung der liberalen Partei ergötzlich. Man sieht, wieviel sie von uns Sozialdemokraten gelernt hat. Sie beweist uns, daß wir vorwärts schreiten. In ihrer vor einigen Tagen abgehaltenen allgemeinen Versammlung hat die liberale Partei es in einer Re- solution ausgesprochen,„daß namentlich die soziale Frage Beachtung erheische, damit auch in der Gesetzgebung die Interessen der Arbeil und der Arbeiter voll zur Geltung kommen, jede B e- vorzugung des Kapitals aufhöre und, soweit die Gesetzgebung darauf Einfluß ausübe, die Bertheilung der gesell- schaftlichen Güter gerechter stattfinde." Dieser Gedanke wird in einem Programm ausführlicher ausgearbeitet werden. Es wurde ausdrücklich vom Vorsitzenden betont, daß die liberale Partei durch Annahme dieser Resolution den Standpunkt der Manchester- schule, des laisser faire, laisser passer, verlassen habe und sich an die große Bewegung unserer Zeil, die den ökonomisch Schwachen, entgegenkomme, anschließen wolle. Es ist bemerkenswer'h, daß das Gewissen des liberalen Geldprotzenthums, das so lange geschlafen hat, gerade jetzt plötzlich zu sprechen anfängt.— Das englische Kabinet ist nun gebildet, es ist ein Koalitionskabinet unter konservativer Führung, dem ehe- malige Radikale und gemäßigte Liberale angehören.— Die bimetalllstischen Bestrebungen haben nicht blos in Deutschland Abwehrmaßregeln der an der Erhaltung der Gold- Währung interessirten Kreise hervorgerufen. Auch in England hat sich ein Verein zur Bertheidigung der Gold- Währung gebildet.— Ostasiatisches. Die„Vereinigten Staaten von Europa" sind in die Brüche gegangen— das steht jetzt fest. Das„russisch- chinesische" Anlehen ist so täppisch in Szene gesetzt worden, daß weder die deutsche noch die französische Regierung länger mit Rußland Hand in Hand gehen kann. Und der inzwischen erfolgte Sturz des Ministeriums Rosebery hat die verworrene Situation mit einem Mal geklärt. Tie Japaner werden die Halbinsel Liautung nicht räumen, ehe die chinesische Kriegsentschädigung bezahlt ist, und da das russisch-chinestsche Anlehen nun nicht zu stände kommen kann, so bedeutet das ein Hinausziehen aus un- bestimmte Zeit. Ob, wie gemeldet wird, die deutsche Regierung sich jetzt der englischen angeschlossen hat, wissen wir nicht— möglich ist's— beim Zickzackkurs kann ja keine Zickzack- bewegung verwundern. Leider ist der Schade, der durch den Eintritt in den asiatischen Dreibund dem deutschen Handel zugefügt worden ist, nicht durch eine Plötz- liche Schwenkung im Handumdrehen wieder gut zu machen. Tie Erbitterung über das Vorgehen der deutschen Regierung ist ebenso tief wie allgemein und wenn auch die englische Regierung der unscrigen gnädig die Hand reicht, um ihr ans der ärgsten Patsche zu helfen, so wird sie doch sicherlich nicht so— deutsch fein, ihr die Kastanien aus dem Feuer zu holen und dem englischen Handel entreißen, was er auf Kosten des deutschen ge- Wonnen hat. Solcher Rnivetät ist John Bull unfähig. Der Friede in Ostasien gilt keineswegs als gesichert. Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten der Japaner in Formosa, bebalten sie ihre Truppen auf Kriegsfuß, ja sie setzen ihre Rüstungen fort und zwar augenscheinlich mit Rücksicht auf einen Angriff Rußlands.— Gevtlüks-�ettnitg. „Ter Militarismus" lautet der Leitartikel in Nr. 61 des „Vorwärts" vom 13. März 189S. In ihm sollen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Beleidigungen des Kriegsministers und der Offiziere der Armee enthalten, auch dadurch gegen§ 131 des Strafgesetzbuches verstoßen sein, daß in ihm wissentlich falsche oder entstellte Thatsachen enthalten seien, um eine Staats- einrichtung, nämlich das Heer verächtlich zu machen. Wegen dieser Anklage hatte unser Genosse, der verantwortliche Redakteur Roland, sich gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten. Ten Vorsitz führte Landgerichts- Direktor Brause weiter, Beisitzer waren die Herren Grandtke, v. Kirchbach, Stuben- rauch und Hertzog. Die auf 11 Uhr anberaumte Verhand- lung wurde uni 2 Uhr begonnen. Roland beantragte Vertagung, da der Vertheidiger nicht geladen war. Der Gerichtshof lehnte die Vertagung ab, da der Vertheidiger nicht zu den Akten genieldet war und beschloß sodann: Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der inzwischen telephonisch über die Anberaumung des Termins benachrichtigte Vertheidiger, Rechtsanwalt Heine, erschien noch rechtzeitig genug.um in dieVerhandlungeingreifcnzukönnen. Sobald nunmehr der Vertheidiger Beweisantrnge dafür stellte, daß alle im Artikel behaupteten Thatsachen erweislich wahr sind, wurde die Verhandlung, in deren Vertagung vorher nicht gewilligt war, ausgesetzt. Sodann wurden erst zwei andere Sachen von dem Gericht verhandelt und endlich gegen 2/sS Uhr abend? die einfache Verhandlung, in der kein einziger Zeuge vernommen wurde, gegen den fast völlig erschöpften Genossen Roland zu Ende geführt. Ans der Verhandlung selbst erfahren wir, daß der Gerichtshof sämmtliche Veweisanträge ablehnte und daß der Staatsanwalt ein Jahr Gesängniß unter voller Ausrechterhaltung der An- klage beantragte. Das Gericht erkannte auf sechs Monate Gesängniß wegen Verstoßes gegen§ 131 Str.> G.» B. Das Delikt der Beleidigung wurde nicht für vorliegend erachtet und dieserhalb erfolgte Freisprechung. In den Urtheilsgründen wird aus- gesührt:„Thalsachen" im Sinne des Z 131 R.-St.-G. seien auch Behauptungen über Motive, Ziele und Absichten und innere Vorgänge. Der Artikel enthalte demnach nicht nur Urtheile, wie die Verlheidigung ausgeführt habe, sondern Thatsachen. „Es ist", wurde weiter' wörtlich ausgeführt,„ja eine offen- kundige Thatsache, daß den Sozialdemokraten unsere stehenden Heere, so lange sie treu sind und ihre Pflicht erfüllen, ge- wifsermaßen verhaßt sind, weil der Vollendung ihrer Bestrebungen, die Welt und alles. was besteht. umzukehren entgegen steht. Deshalb wollen die An- geklagten— dies Wort entschlüpfte Herrn Brausewctter statt „Sozialdemokraten"— nicht die stehenden Heere, wie wir sie haben, sondern wollen Milizheere, weil man glaubt, daß darauf das Publikum mehr Einfluß hat und daß sie dann möglicherweise ein Werkzeug der„anderen Partei" werden. Aus diesem Gedanken allein war es dem An- geklagten zu thun: aufzuhetzen die Leute, die Militär sind und es waren, und sie mit den Hecrescinrichlungen un- zufrieden zu machen. In der Urtheilsbegründung werden dann sämmtliche Stellen des Artikels, die eine Verachllichmackiung enthalten sollen, wörtlich angeführt.— weshalb war denn eigentlich während der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen?— und der Vorsitzende, der be- kanntlich ein Soldat war, versucht auszuführen, daß die treffen- den Urtheile jenes Artikels„wissentlich unrichtig aufgestellte That- fachen" seien. Auf Geldstrafe sei nicht erkannt, weil das Ziel des Artikels sei, unser Militär herabzusetzen und den Leuten den Militärstand zu verleiden, und weil zeder stolz sei, Soldat zu sein. Wegen Beleidigung hat nicht bestraft weiden können, weil eine Beziehung aus bestimmte Personen fehle. Durch dies Urlheil ist abermals festgestellt, daß schon heute ohne Umsturzgesetz jede Darlegung grundsätzlich verschiedener Anschauungen als strafbar erachtet und mit enormen Strafen belegt werden kann. Auf das Urtheil werden wir nach seiner Zustellung vielleicht noch ein- gehend zurückkommen. Prozeß Erpel und Genossen. Obgleich eS wegen der lucht eines der Hanptangeklagten, des Schiffers Richard rpel, höchst fraglich schien, ob eine Verhandlung gegen die übrigen Angeklagten würde stattfinden können, machte sich gestern doch ein außergewöhnlicher Zudrang zu den Tribünen des Schwurgerichtssaales beim Landgericht II bemerkbar. Der größte Theil der Einlaß Begehrenden mußte sich wieder entfernen, da die Karten bereits vergriffen waren. Kurz vor 10 Uhr wurden die fünf Angeklagten unter starker Begleitung vorgeführt. Es waren 1. Schiffer Robert Hermann Erpel, geb. 1672 zu Kalkberge-Rüdersdorf, vorbestraft wegen schweren Diebstahls mit einem Jahre Zuchthaus und wegen schwerer Körper- Verletzung mit drei Monaten Gesängniß; 2. der Schiffer Otto Reinhold Erpel, geb. 1864 zu Kalkberge-Rüdersdorf, vor- bestraft wegen schweren Diebstahls mit vier Jahren Zuchthaus; 3. der Schiffer Franz Albert Möser, geb. 1873 zu Rüders- dorf, bestraft wegen schweren Diebstahls mit sechs Monaten Ge- fängniß; 4. der Schlächtermeister Karl Paul Schumann aus Plötzensee und S. der Schlächtermeister Reinhold Paul Schumann aus Plötzensee, beide unbestraft. Robert Erpel ist mittels einer Eisenstange an beiden Händen gefesselt, erst nachdem er auf der Anklagebank Platz genommen, wird er von den Fesseln be- freit. Er gilt als der gefährlichste der Angeschuldigten. Er fcheint stolz daraus zu sein, daß er das Hauptinteresse in Anspruch nimmt, mit dreistem Blick und lächelnder Miene blickt er nach dem gefüllten Zuhörerraum, während er seine Hände emporhält um sie entfesseln zu lasten. Den Vorsitz führt Landgerichtsrath Meier, die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Rohde, die Verlheidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Richard Wolsf, Carstens, Lewin II, Schoenborn und Marcus. Es sind nur wenige Zeugen geladen. Nach Ausloosung der Geschworenen stellt der Vertheidiger des Angeklagten Robert Erpel, Rechts- anwalt Wolff. den Antrag auf Vertagung, da er eine VerHand- lung ohne den flüchtigen Richard Erpel nicht für durchführbar hält. Staatsanwalt Rohde widerspricht diesem Antrage. Es sei fehr fraglich, ob man des flüchtigen Richard Erpel wieder Hab- hast werde, obgleich seine Photographie an alle Behörden des In- und Auslandes geschickt worden fei. Er sei zuletzt in der Gegend von Lübeck gesehen worden. Da er Schiffer sei und da- durch leichter Gelegenheit zum Entkommen finden könne, fei es nicht rathsam, mit der Verhandlung gegen die übrigen Angeklagten zu warten, bis man vielleicht des Richard Erpel habhaft geworden sei. Der Gerichtshof schloß sich diefer Ansicht an und beschloß, zunächst in die Verhandlung einzutreten. Der Anklagebeschluß lautet gegen die beiden Gebrüder Erpel und Möfer auf schweren Diebstahl, räuberischen Ueberfall und vor- sätzlicher Tödtung, um sich der Ergreifung zu entziehen. Der ältere Schumann wird der Anstiftung zu den beiden ersteren Strasthaten, der jüngere Schumann der Anstiftung zum Raub beschuldigt. Die drei Gebrüder Erpel und Möser haben im vorigen Sommer eine Menge schwerer Diebstähle an der Oberspree und in Rüdersdorf und Umgegend begangen. Diese Strasthaten werden Gegenstand einer besonderen Verhand- lung sein. Zunächst wird der räuberische Ueberfall gegen den früheren Oberinspektor Homuth verhandelt. Hoinuth besaß in Plötzensee ein mit drei Häusern bebautes Grundstück. Zu seinen Mielhern gehörte der Postfislus, der Restaurateur Häßlein und der Angeklagte Schlächtermeister Schumann. Am zweiten, oder wenn dieser auf einen Sonntag fiel, am dritten eines jeden Monats begab Homuth sich von seiner in der Langenbcckstraße in Berlin gelegeneu Wohnung nach Plötzensee, um die Miethen einzuziehe». Ilm 3. Dezember v. I. wurde Homuth das Opfer eines frechen Ueber- falls. Die Angeklagten Robert und Otto Erpel, sowie Möser sind geständig, diesen Ueberfall in Geineinschaft mit dem flüchtigen Richard Erpel ausgeführt zu haben. Sie geben übereinstimmend an, daß sie von den beiden Schumanns angestiftet seien. Sie hätten häufig bei Schumann verkehrt und demselben auch manch- mal beim Schlachten geholfen. Der ältere Schumann, der ihnen häufig die Beute aus den früheren Diebstählen abgenommen habe, habe wiederholt darauf hingewiesen, daß man dem alten Herrn leicht das Geld abnehmen könne. Der Plan sei dann häufig besprochen und am Abende des 3. Dezember zur Ausführung gebracht worden. Vorher habe Reinhold Schumann ibnen die Stelle am Uebergange des Königsdamms, etwa die Mitte zwischen dem Zörner'schen Lokal und der Beusselstraße. als die geeignetste bezeichnet, wo der Raub begangen werden könne. Karl Schumann habe gesagt, daß er sich persönlich an dem Ueber- fall betheiligen würde, wenn er nicht befürchten müsse, daß er von Homuth erkannt werden würde. Am Abende des 3. De- zembcr mußte Otto Erpel sich in der neben dem Schumann'schen Laden befindlichen Stube aufhalten. Gegen halb sechs Uhr er- schien Homuth im Laden. Erpel sah, daß Schumann ihm die Miethe aufzählte, Homuth es einstrich und sich wieder entfernte. Nun kam Schumann in die Nebenftube und sagte zu Erpel: „Jetzt geht er zur Post und holt Geld und dann geht er nach Hause. Otto Erpel habe sich nun auch entfernt, er sei draußen mit seinen Brüdern und Möser zusammengetroffen und gemeinsam seien sie dem Homuth gefolgt, als dieser sich aus den Heimweg begab. Ter Ueberfall des alten Mnnnes sei sehr leicht und schnell zu be- werkstelligen gewesen. Richard Erpel habe dem am Boden Liegenden den Geldbeutel ans der Tasche gezogen, während die drei übrigen ihn festhielten. Sic müßten aber von Richard Erpel betrogen worden sein, denn dieser habe ihnen nur je 7 M. als ihren Beuteantheil ausgehändigt. Am Tage daraus seien die vier Augeklagten wieder bei Schumann er- fchienen. Der letztere habe geschimpft, daß sie sich mit fo wenig Geld begnügt hätten, Homuth hätte weit mehr bei sich gehabt. Sie seien zu dumm, ein ander Mal werde er selbst es besser machen. Ter so bezichtigte Schumann erklärte:„Das sind alles Lügen, sie sage» es nur aus Rache." Reinhold Schumann giebt dagegen zu, daß er von dem Ueber- fall gewußt habe. In betreff des schweren Diebstahls bei dem Restaurateur Häßlein wird Schumann von den beiden Erpel und Möser ebenfalls der Anstifung bezichtigt. Als sie ihm einig« goldene Uhren brachten, die von einem Diebstahle herrührten, habe Schumann sie auf die gute Gelegenheit bei seinem Nachbarn täßlein aufmerksam gemacht. Derselbe verwahre in seinem eller größere Vorräthe von Schinken. Speck und Wurst. Am ülbend des 20. Dezember sei der Einbruch von Otto, Robert und Richard Erpel und Möfer in der Weise ausgeführt worden, daß einer ein Fenster des Kellers eindrückte, durch die Oeffnung kroch und die Thür von innen öffnete. Vier Säcke wurden vollgestopft und von den vier Dieben fortgetragen. Schumann habe an- geordnet, daß sie am Rande des Plötzenseer Kanals warten sollten, bis er mit seinem Fuhrwerke dort eintreffe, er würde die gestohlene Maare dann weiter transportiren, welche nach dem Erpet'schen Kahn ge- bracht werden sollte, der am Halle'schen Ufer lag. Schumann wollte die Waare durch Anschneiden und Räuchern unkenntlich machen und sie dann in seinem Geschäft verwerthcn.— Vors.: Nun, Schumann, was sagen Sie bazu? Ist das auch alles er- funden?— Angekl. Schumann: Ja gewiß. Ich will meine beiden Augen verlieren, wenn es nicht erfunden ist.— Vors.: Lassen Sie derartige Redensarten.— Ter sich an diesen Diebstahl schließende traurige Vorgang bei dem der Wächter Ziegler das Leben einbüßte, wird von dem Angeklagten Otto Erpel in folgender Weise geschildert: Um unentdeckr die Beusselstraße zu gewinnen, seien sie, je mit einem Sack beladen, um die Gefangenenanstalt herum durch die Haide gegangen. Beim Austritt aus dem Gehölz seien die beiden Vorangehenden, Robert Erpel und Möser von den ihnen entgegentretenden Beamten, dem Nachtwächter Ziegler und dem Gemeindediener Nitier ge- stellt worden. Die beiden in einer Entfernung von etwa 10 Schritt folgenden Otto und Richard Erpel hatten zuerst nicht gewußt, was sich vor ihnen ereignete. Sie seien wieder nach der Haide zurückgelaufen, nach wenigen Schritten habe Richard Erpel aber zu seinem Bruder Otto gesagt:„Du da vorne hauen sie sich, da müssen wir hin." Als sie gleich darauf mehrere Schüsse fallen hörten, seien sie hinzugeeilt. Sie hätten den Wächter Ziegler im Kampfe mit Robert Erpel ge» funden, beide hätten an der Erde gelegen. Robert habe den Säbel des Wächters festgcpackt gehabt, während der letztere seinen Gegner am Halse gepackt hielt. Ziegler sei bei der Annäherung der hinzukommenden Personen aufgesprungen, er, Otto Erpel, habe sein Messer gezogen und dem Wächter mehrere, vielleicht vier Stiche verfetzt. Robert Erpel habe nicht gestochen- es hatte sich schon früher herausgestellt, daß er sein Messer vergessen hatte. Robert Erpel bestritt, daß diese Darstellung richtig sei. Es sei garnicht zwischen ihm und dem Wächter z» Thätlichkeiten gekommen. Otto und Robert Erpel bewegen sich in betreff des Zusammenstoßes mit den Beamten in so vielen Widersprüchen, daß eine Klarheit darüber, wie sich die einzelnen Vorgänge ab- gespielt haben, nicht zu erzielen ist. Der Angeklagte Möser giebt an, daß er und Robert Erpel, die vorangegangen waren, von den Beamten ergriffen worden seien, als sie den Königsdamm betreten wollten. Er sei mittelst eines Lederriemens an Robert Erpel angekettet und von Ritter davon- geführt worden. Als die Schüsse fielen, habe Robert Erpel sich losgerissen, Ritter habe ihn dann losgelassen und sie seien beide nach der Stelle gelaufen, wo sie Ziegler im Kampfe mit Otto Erpel fanden. Möser will gar nicht mit thät- lich eingegriffen haben, wogegen Otto Erpel lächelnd erklärt: „Gewiß hat er mit gestochen, er hat ja dickt neben mir gestanden." Damit wird die Beweisaufnahme geschlossen. Zeuge Oberinspektor Homuth bekundet: Ich bin 71 Jahre alt. Wie gewöhnlich hatte ich mich am 3. Dezember nach Plötzen- see begeben, um die Miethen aus meinen Häusern einzuziehen. Es mochte gegen G1/» Uhr sein, als ich mich auf den Heimweg begab, nachdem ich noch im Zörner'schen Restaurant ein GlaS Bier getrunken hatte. In der Nähe der Schule in der See- straße holte ich zwei langsam vor mir gehende junge Leute ein. Nach etwa 1S0 Schritt begegneten mir zwei andere junge Leute. Ich achtete nicht aus diese Umstände. Gleich darauf legten sich von hinten zwei Arme fest um meinen Hals, der Mund wurde mir zugehalten und der Oberkörper nach hinten gebogen. Gleichzeitig wurden meine Beine umschlungen und ich wurde verhältnißmäßig sanft zu Boden geworfen. Ich fühlte eine Hand an der rechten Tasche meines Beinkleids, ich versuchte sie zu entfernen und er- reichte dadurch meine Absicht, daß ich die Räuber auf die Ver- muthung brachte, ich berge mein Geld in dieser Tasche. Nach- dem sie niir den Geldbeutel aus der Tasche gezogen, liefen die Räuber davon. Ich hatte meinen Zweck erreicht, die Diebe hatten in dem Geldbeutel nur etwa 120 M. erbeutet, während ich etwa 700 M. in meiner Brusttasche verwahrte. In betreff des Kampfes zwischen den Beamten und den An- geklagten wird der Gemeindediener Ritter vernommen, welcher den Sachverhalt in folgender Weise schilderte: Er habe gegen Mitternacht auf einem Rundgang den Nachtwächter Ziegler am Uebergange des Königsdamms getroffen. Während sie eine kurze Unterhaltung gepflogen, halten sie vier Männer mit je einem Sacke beladen aus der Haide herauskommen sehen. Die An- nähme, daß sie Diebe vor sich hatten, habe nahe gelegen. Sie hätten zwei derselben, Robert Erpel und Möfer, angehalten, während die beiden anderen Personen davongelaufen seien. Der Zeuge hat die beiden Ergriffenen mittels eines Lederriemens an der reckten und linken Hand zusamniengebunden und auf den Wunsch des Ziegler nach der Militärwache im Gefängnisse bringen wollen, während Ziegler erklärte, die beiden flüchtigen Personen mit Hilfe seines Hundes verfolgen zu wollen. Der Zeuge sei mit seinen beiden Gefangenen etwa 100 Schritt entfernt gewesen, als er Revolverschüsse und gleich darauf Hilfe- rufe des Ziegler hörte. Jetzt riß Robert Erpel sich mit einem kräftigen Ruck los und lief nach der Richtung zu, woher die Hilferufe kamen. Ter Zeuge hielt Möser am Arme fest und zog ihn hinter sich her, um seinem Kollegen zur Hilfe eilen zu können. Auf dem Wege dahin mußte er den Möser loslassen, um schneller vorwärts zu kommen. Als er Ziegler erreichte, lag diefer am Boden, Otto und Richard Erpel hätten auf ihm gelegen und fortwährend mit einem Messer auf ihn eingestochen. Auch Robert Erpel, der den Kampfplatz etwas früher erreicht hatte. als der Zeuge, habe sich am Einschlagen aus den am Boden liegende» Ziegler betheiligt, der Zeuge kann aber nicht mit Be- stimmtheit angeben, ob Robert Erpel ebenfalls ein Messer ge- braucht hat. Möser sei dicht hinter dem Zeugen gefolgt und habe auch auf ihn eingeschlagen, als er seinen Säbel zog, um seinen Kollegen von den drei Angreifern zu befreien. Robert Erpel ist von einem der Schüsse, die von dem am Boden liegenden Ziegler abgefeuert wurden, am rechten Oberarm getroffen worden. Während der Zeuge Ritter mit einigen Wunden davongekommen ist, die bald heilten, war Ziegler furchtbar zugerichtet worden. Er war mit Wunden übersät, Kreisphpsikus Dr. Philipps begutachtete, daß der Tod nach wenigen Minuten infolge Ver- blulung eingetreten sei, da die Halsschlagader getroffen worden war. Tie Menge der Wunden spreche dafür, daß mehrere Per- sonen gestochen hätten, bei der Größe des Verstorbenen sei auch anzunehmen, daß derselbe die Messerstiche von den viel kleineren Angeklagten in knieender oder liegender Stellung erhalten habe. — Als Oberinspektor Jüngel dem Zeugen Ritter auftrug, einen Wagen zu beschaffen, um die Leiche des Ziegler fort- bringen zu können, wollte es der Zufall, daß Nitter sich an den Angeklagten Schumann wandte, der nun das Opfer, desscn Tod er indirekt mit verschuldet hatte, aus seinem Wagen de» fördern mußte. Tie Geschworenen hatten 24 Hauptfragen zu beantworten. wozu auf Anregung der Vertheidiger noch einige Nebcnfragen hinzukommen. Es fand hierauf eine einstündige Pause statt. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung stellt der Vertheidiger des Angeklagten Schumann einen neuen Beweisautrag. Der letztere besitze einen Brief von Robert Erpel, worin der letztere von ihm eine Summe von 400 M. verlange unter der An- drohung, daß sie sich sonst vor Gericht sprechen würden. Es solle hieraus bewiesen werden, daß die Gebrüder Erpel den Schumann aus Rache belasteten. Nachdem beide An- geklagte Erpel bestritten haben, von einem solchen Briefe etwas zu wissen, und Schumann erklärt, den Brief nicht mehr zu besitzen und nachdem der Vorsitzende den Vertheidiger auf das Aussichtslose dieses Beweisautrages hingewiesen, wird der Antrag zurückgezogen. Der Staatsanwalt begirnü sein Plaidoyer mit dem Be- merken, daß man in den Angeklagten eine Verbrecherbande vor sich habe, wie sie gefährlicher kaum je die Berliner Gerichte beschäftigt habe. Nach Beleuchtung der zur Anklage stehenden Strasthaten schließt der Staatsanwalt seine Rede indem er der Hoffnung Ausdruck giebt, daß die Beredsamkeit sämmtlichcr fünf Vertheidiger nicht binreichen würde, den Angcllagten mildernde Umstände zu erwirken. «• • Um T'/e Uhr kehrten die Geschworenen aus dem BerathungS- zimmer zurück. Tcr Wahrspruch lautete für Robert und Oito Erpel, sowie für Möser auf schuldig des Straßenraubes und Bandendiebstahls ini Falle Homuth, gegen dieselben An- geklagten auf Bandendiebstahl im Falle Häßlein unter Mit» sührung von Massen, gegen die beiden Schumann's auf Anstiftung zu diesem Verbrechen, doch wurde bei Reinh. Sch. die Erkenniuiß der Slrafbarkcit der Handlung verneint. Robert Erpel und M ös er wurden der k ör perl ich cn M ißhand- lung unter Ausjchluß der Anwendung eines Messers, drchiutder Todesfolge, schuldig befunden. Bei Otto Erpel wurde| Aber auch fonft ift das Urtheil verblüffend fühn. Daß schon zügigkeit des Arbeiters beim Ronditionswechfel und geringe Grhöhung das Verdikt dahin gefällt, daß derselbe, um sich der Er durch das Wehen eines rothen Tüchelchens ein ganzer Zug von des Lohnes, abgelehnt wurden. Am gleichen Tage stellen auch greifung und Festnahme auf frischer That zu Bismarck- Verehrern in Unordnung gerathen würde, hätten die in Ka arden in Böhmen ca. 100 Waschleder Hand entziehen, einen Menschen getödtet habe. Angeklagten mindestens nicht voraussehen können. So etwas schuhmacher wegen Ablehnung einer Forderung nach LohnEs wird ersucht, jeden Zuzug nach Mildernde Umstände wurden in allen Fällen der Verurtheilung liegt einfach außer dem Bereiche der Vermuthung, sofern man erhöhung die Arbeit ein. versagt. Der Staatsanwalt beantragte für Reinhold Schumann nicht annehmen will, Verehrer Bismarc's strafen den Ausspruch den genannten Orten fernzuhalten und die Arbeiterpresse wird Freisprechung, für Karl Schumann 10 Jahre 3ucht ihres Herrn und Meisters unter allen Umständen Lügen: Wir um möglichste Verbreitung des vorstehenden gebeten. Der Vorhaus, für Robert Erpel und Möser je 15 Jahre Zuchthaus, Deutschen fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt. Dem stand des Verbandes der Handschuhmacher Deutschlands. gegen Otto Erpel lebenslängliches Zuchthaus und 10 Jahre ungeachtet baut das Schöffengericht gerade auf der Thatsache, Der Porzellanarbeiterstreik in Schlesien ist in eine obendrein. Außerdem Ehrverlust. Das Urtheil lautete für daß die Bismarck- Verehrer wider jede menschenmögliche Annahme, neue Phase getreten insofern, als der Verband teramischer Reinhold Schumann auf Freisprechung, für Karl Schumann auf lediglich durch das Wehen eines rothen Tuches in Unordnung Bewerte in seiner Generalversammlung in Berlin am sechs Jahre, für Robert Erpel auf 15 Jahre, für Möser auf geriethen, sein Urtheil auf. Kurz, das Urtheil muthet der Logik 21. Juni folgende Beschlüsse gefaßt hat: 15 Jahre und für Otto Erpel auf lebenslängliches Zuchthaus so viel zu, daß wir die Verantwortung dafür mit Vergnügen und sechs Jahre Zuchthaus, Ehrverlust und Polizeiaufsicht. dem Havelberger Schöffengericht überlassen. Reinhold Schumann wurde trotz der Freisprechung nicht entlassen, weil er in die noch schwebende Untersuchung verwickelt ist, um demnächst einer Besserungsanstalt überwiesen zu werden. Parteinachrichten. Ju Nawitsch in Posen war es unseren Parteigenossen nach Tangen Bemühungen gelungen, wieder einen Saal zu einer Voltsversammlung zu bekommen. Trotzdem sofort dem Militär der Besuch des betreffenden Lokals verboten wurde, blieb der Wirth in anerkennenswerther Weise fest. Die Versammlung konnte deshalb abgehalten werden. Sie war sehr zahlreich besucht, auch von Frauen, und nahm den Vortrag des Parteigenossen Bruhns aus Breslau mit lebhaftestem Beifall auf. Ein fozialdemokratischer Wahlverein ist in Lennep an stelle des Sozialdemokratischen Volksbildungsvereins, der sich aufgelöst hat, gegründet worden. Aus der Parteipreffe. Der, 2übeder Boltsbote" kündigt an, daß er als Beitrag zur Geschichte der Partei eine Reihe von Artikeln über die sozialdemokratische Arbeiterbewegung im Freistaat Lübeck veröffentlichen wird. " Personalien aus der Partei. Reichstagsabgeordneter Frohme hat, wie die Schwäbische Tagwacht" meldet, seine Agitationstour durch Süddeutschland wegen plöglicher Erkrankung unterbrechen und nach Hause zurückkehren müssen. Nach einer Erklärung, die er in der Frankfurter Volksstimme" veröffentlichte, leidet er an hochgradiger Jschias. Berichtigung. In der gestrizen Notiz aus Mannheim hat der Druckfehlerteufel die Worte nominirte Kandidaten" in ,, normirte Kandidaten" verbösert. Die westböhmische Sozialdemokratie hielt kürzlich eine Delegirtenkonferenz in Eger ab. Aus dem Bericht darüber ist hervorzuheben, daß unsere Bewegung besonders im Erzgebirge Fortschritte macht. Todtenliste der Partei. In Düsseldorf ist der Vertrauensmann der dortigen zentralorganisirten Maurer, Anton Herod, an den Folgen eines im Berufe erlittenen Unfalls verstorben. Soziale Ueberlicht. 1. Der Verband keramischer Gewerke verpflichtet hiermit seine Mitglieder unter Hinweis auf das Statut§ 3, Absatz 9, Arbeiter der Firma E. Zielsch u. Ko. in Altwasser, so lange der Streit dauert, nicht anzunehmen und im Falle dies schon ge= schehen, dieselben wieder zu entlassen. 2. Der Verband keramischer Gewerbe erklärt, daß er hins Auch ein ,, Sozialpolitiker". Vor kurzem berichteten wir über eine neue Industrie, die der Pfarrer Laurmann in fichtlich der Bedrohung der Arbeitgeber von seiten des Berliner Hall( Württemberg) ins Leben gerufen hat. Ueberall dort Verbandes der Porzellan- und verwandten Arbeiter durchaus werden auf dem Lande die Kinder während ihrer schulfreien auf dem Boden der Erklärung der Porzellanfabriken Königs. Beit mit dem Flechten von Drahtbörsen beschäftigt, zelt, Charlottenbrunn, Sorgau und Stanowi( im Sprechjaal und da bei den Landleuten das baare Geld immer eine Selten- Mr. 25, Seite 667) steht und entsprechende Maßnahmen vorheit ist, so wird jede freie Minute zum Arbeiten benugt; vor bereitet. und nach der Schule müssen die armen Kleinen fleißig ihre 3. Der Verband ernennt eine Kommission, welche im Falle eines Hände rühren, um den Eltern ein paar Pfennige mit zu ver- Streifs in einer Verbandsfabrik als Schiedsgericht zwischen dem dienen, und so gehen sie ihrer Freiheit und ihres Frohsinns ver- Betriebsinhaber und der aus seinem Personal gewählten Arbeiterluftig. Da, wie wir jest erfahren, für die Anfertigung jeder Vertretung fungirt. Hat der Betriebsinhaber nachgewiesen, daß Börse ganze 41/2 Pfennige gezahlt werden, ein Kind aber, der Streit unbegründet ist, dann werden die Nau en der den Verbandsmitgliedern mitgetheilt mit der abzüglich des Schulbesuchs von frühmorgens bis abends Streifenden den daran arbeiten muß, wenn wir ferner in Rechnung ziehen, daß Verpflichtung unter Hinweis auf das Statut§ 3, Abs. 9, Ferner soll die Komsich auch Erwachsene, hauptsächlich Frauen, mit dieser Industrie Streikende nicht in Arbeit zu nehmen. beschäftigen und dabei 12 bis 20 Pfennige täglich ver- mission den Verbandsmitgliedern Maßnahmen empfehlen, welche dienen, so ist klar, daß der Herr Pfarrer Laugmann besser gethan geeignet find, die Arbeiter störenden Einflüssen zu entziehen. Man sieht, die Herren Unternehmer arbeiten mit Hochdruck, hätte, seine geniale Idee nicht zu verwirklichen, wie denn überhaupt von den christlichen Sozialpolitikern in wirthschaftlicher um die Organisation der Porzellanarbeiter zu vernichten. Aber ihr Mühen wird vergeblich sein. Beziehung felten etwas Gescheites gethan wird. Vorläufige Ergebnisse der Berufszählung am 14. Juni. Forst in der Lausitz 24 644 Einwohner. Stuttgart mit den Vororten Ostheim, Berg, Gablenberg und Karlsvorstadt Heslach 151 330 Einwohner. Mannheim 88 388. Frankfurt a. M. 228 035 Einwohner. Gewerkschaftliches. In Königsberg i. Pr. ift der Streit der Rlempner jetzt allgemein. 112 Mann feiern. Nur 1 Streitbrecher ist vors Vom Pionierbataillon arbeiten mehrere Mann als handen. Klempner an einer Kaserne, weitere Mannschaften sollen noch abfommandirt werden. Die ausständigen Arbeiter wollen sich deshalb an den Korpskommandeur und den Kriegsminister um Abstellung dieser Ungehörigkeit wenden. Im Flensburger Maurerftreit ist keine Veränderung eingetreten. Die Bemühungen der Meister, von auswärts Grjah für die Ausständigen zu bekommen, sind vergeblich. So theilt ein bürgerliches Blatt mit, daß am 23. Juni eigentlich 15 fremde Maurergesellen hätten eintreffen müssen, doch sei kein einziger gefommen, da sie in Hamburg von Kollegen über die Situation aufgeklärt worden wären. Es wird nun ersucht, den Zuzug auch fünftig so streng fernzuhalten. Aufruf an die Arbeiter aller Länder! Es ist Euch befannt, daß in Reschiha und Umgebung die Berg: arbeiter seit längerer Zeit im Streit stehen. Der Kampf tobt nach wie vor unerbittlich fort. Man ist auf beiden Seiten fest entschlossen, nicht nachzugeben; die Unternehmer, eine französische Gesellschaft, sind selbst den bescheidensten Forderungen gegenüber taub in ihrer Profitwuth; die Arbeiter, durchdrungen von der Ueberzeugung, daß das Recht auf ihrer Seite, troben dem mächtigen Kapital. Die Barbier und Friseurgehilfen Braunschweigs bes Es herrscht beispiellose Solidarität und Opferwilligkeit; wollen schlossen, dem Gewerkschaftskartell sowie einer einzuberufenden Dem Parteigenossen Friedrich Meyer in Lübeck, der die Arbeiter aber aus diesem ungleichen Kampje als Sieger Volksversammlung die Aufhebung des Boykotts zu dieser Tage aus dem Leben geschieden ist, widmet der Lübecker hervorgehen, so ist es unbedingt nothwendig, daß die Ar- empfehlen, da die Forderung nach 6 M. Minimallohn von faft Voltsbote" einen warmen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen: beiterschaft die im Rampfe ums tägliche Brot stehenden Bergarbeiter, allen Prinzipalen und die übrigen Forderungen zum großen Meyer war einer der wenigen Genossen, die die Bewegung in 1600 an der Zahl, nicht nur moralisch, sondern auch materiell Theil bewilligt seien. Den Boykott fortzuführen habe unter den Lübeck ins Leben riefen. Er ist ihrer Entwickelung auf Schritt aufs thatkräftigste unterstütze, damit diese nicht, gegenwärtigen Verhältnissen für die Organisation feinen Nutzen. und Tritt gefolgt und hat stets seine ganze Kraft im Interesse vom Hunger getrieben, zur Arbeit gezwungen werden um so Braunschweig. Eine in einer öffentlichen Versammlung der Partei eingesetzt. Meyer hatte verschiedene Vertrauens- der Willkür und niederträchtigsten Ausbeutung der profitlüfternen der Barbiere angenommene Resolution hob den seit einem posten innerhalb der Partei inne und hat Die Resolution alle diese Unternehmung aufs neue ausgeliefert zu sein. Beherziget: Vierteljahr andauernden Barbierboykott auf. Aemter auf das Uneigennützigste verwaltet. Als sich die er rasch giebt, giebt doppelt! Unterſtüßungen sind befagt, daß die Forderungen zum größten Theile bewilligt, und Partei in Lübeck eine eigene Druckerei gründete, wählten zu senden an die Verlagsbuchhandlung der Népßava", Buda bei Weiterführung des Boyko its fein weiterer Vortheil mehr zu ihn die Parteigen offen zum Leiter dieses schwierigen Unternehmens, peft VII., Wesselényigaffe Nr. 19 b. Alle Arbeiterblätter des und seiner Umsicht und Pflichttreue ist es in der Hauptsache In- und Auslandes werden ersucht, vorstehenden Aufruf abzuzu verdanken, daß das Unternehmen florirt. Aber nicht nur in drucken. Partei und Freundeskreisen, sondern auch von seinen Gegnern wurde er geachtet und geehrt. Möge der Geist, der unseren Genoffen beseelte, uns allen zum Vorbild dienen! Ehre seinem Andenken! Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der Parteigenoffe Heinrich Peus verläßt am 7. Juli das Gefängniß in Roswig in Anhalt, nachdem er die fechsmonatige Freiheitsstrafe verbüßt haben wird Beleidigung des Dessauer Konsistorialraths Grape und einer preußischen Behörde auferlegt ist. . die ihm wegen erwarten ist. Die Barbiere beabsichtigen, ibre Organisation zu stärken, um dann mit einem allgemeinen Streif hervortreten zu können. In Osterwieck dauert der Streit in der Knabe'schen Lederfärberei unverändert fort. Von den 100 am Streit beheiligten Arbeitern haben nur drei die Arbeit wieder aufgenommen. Die Ausständigen halten also gut zufammen. Sie richten nun an die Arbeiterschaft das Ersuchen, ste auch ferner nach Kräften finanziell zu unterstützen. Sämmtliche Sachsengänger, Männer und Frauen, die auf dem Rittergut Canena bei Halle beschäftigt waren, haben wegen der schlechten Löhne die Arbeit niedergelegt und sind nach ihrer Heimath Schlesien zurückgereift. Von Agenten durch schöne Ber sprechungen nach jenem Gute gelockt, hatten die Arbeiter zuletzt nur noch Affordarbeit, wobei sie 7,50-8 m. wöchentlich vers dienten. W In Leipzig streiken sämmtliche Arbeiter der Bau- und Die Graveure Möbeltischlerei von Kunzmann u. Ko., um die Ab. schaffung der Affordarbeit durchzusehen. werden ersucht, bevor sie in der Metallwaaren Fabrit von Karl eistner, Leipzig Plagwiz, Stellung annehmen, sich an Graveur Hermann Leidner, Vertrauensmann für Leipzig, in Leipzig- Plagwiz, Erdmannstr. 2, II., zu wenden. Aus der genannten Fabrik sind zwei Graveure infolge einer bescheidenen Forderung auf Lohnerhöhung ohne weiteres entlassen worden, obgleich sie in der Branche gut eingerichtet waren. " Die Schmiede und Kesselschmiede werden ersucht, den Zuzug nach Nürnberg streng zu meiden, wo die Arbeiter der Firma Scharrer u. Groß wegen Lohndifferenzen 2c. in Unterhandlung stehen. Näheres in Nr. 27 der Deutschen Metallarbeiter Zeitung". Alle Anfragen sind zu richten an die Verwaltung der Sektion der Schmiede Nürnbergs( Wirthschaft " Bum Jammerthal", Schildgasse 4 in Nürnberg). Der Maurerstreik in Reichenberg i. B. ist zu ungunsten der Arbeiter beendet. Ter Posamenterstreit in Basel hat mit einem Siege der Arbeiter geendet. In Kolomea in Galizien ist der Streit der jüdischen Tischlergehilfen beendet, ohne daß etwas erreicht wurde. Die Kleinmeister traten in den größeren Werkstätten an die Stelle der ausständigen Gesellen. Die Weber in Alcoy in Spanien beschlossen, die Arbeit niederzulegen. An die Zimmerer Berlins und Umgegend. Kameraden! Die Versammlung der Play- Teputirten vom 26. d. M. beschloß, die Sperre bei der Firma Frize u. Peuckert, Rixdorf, aufzuheben, weil die dort in Arbeit geftandenen Kameraden auf die Wiedereinstellung bei der Firma verzichten und ibre Ansprüche gerichtlich geltend machen werden. Leider haben sich auch schon einige Streitbrecher gefunden, die die Arbeit schon aufgenommen haben. Wir empfehlen aber allen die dort noch in Arbeit treten, die größte Vorsicht. Ferner ist auch zu gleicher Zeit die Sperre über die Firma Simon u. Ko., Haidestraße, aufgehoben, da die Firma In Havelberg find, wie schon berichtet worden ist, bei Militärbaracken feine Zimmerer mehr beschäftigt und die die Parteigenossen Timm und Wegner vom Echöffengericht Berhältnisse bei den anderen Arbeiten nun geregelte sind. Sollte wegen groben Unfugs" zu je 6 Wochen Haft und zu den Kosten aber bei etwaiger vorkommender Barackenarbeit die Firma eine des Verfahrens verurtheilt worden, weil sie beim Vorüberziehen andere Taktik einschlagen, so sind sofort die alten Preise zu des zu Ehren Bismarck's veranstalteten Festzugs am 1. April fordern oder ist eventuell die Arbeit niederzulegen. Weiter bemit einem rothen Tuche geweht haben sollen. Die Begründung schloß die Versammlung, die Sammellisten für die Nürnberger des Urtheils ist für unsere heutige Rechtsprechung charakteristisch Kameraden weiter auszugeben, da dort noch immer eine Anzahl der größten Arbeitgeber den geforderten Lohn nicht bewilligt haben. genug, um sie wörtlich hier wiederzugeben. Sie lautet: " Durch die Beweisaufnahme in Verbindung mit den eigenen Die Nürnberger Kameraden haben deshalb noch einen schweren Auslaffungen der Angeklagten ist folgender Sachverhalt erwiesen: Stand und sind dabei völlig mittellos. Es ist um so mehr unsere Am 1. April d. J. veranstaltete die hiesige Bevölkerung zu Ehren Pflicht, für diefelben einzutreten, weil von den übrigen Städten des Fürsten Bismarck einen Umzug mit Fahnen durch die Stadt. Deutschlands nur sehr wenig Unterstützung gefandt worden ist. Als der Festzug in der Mühlengasse vor dem Leibrandt'schen Kameraden, versäumt daher nicht, Euch in den Besitz von SammelEchantlokale vorbeikam, wurden verschiedene Theilnehmer listen zu sehen und tretet rege für die Sammlungen ein. Die auf ein rothes Tuch aufmerksam, welches aus einem der gesammelten Gelder sind sofort an den Unterzeichneten abzuFenster dieses Lokals in auffallender Weise wehte und liefern, gleich viel ob der Betrag groß oder klein ist, denn schnelle von dem am offenen Fenster stehenden Schuhmacher Timm be- Hilfe ift doppelte Hilfe. wegt wurde. Der Angeklagte Timm leugnet zwar entschieden. Der Vertrauensmann der Zimmerer Berlins. Th. Fischer, Danzigerstr. 83. das rothe Tuch absichtlich bewegt zu haben. Er behauptet, daß Von Herrn Brauereibesitzer E. Lehmann wird uns auf dies Tuch vom Angeklagten Wegner an das Fenster geworfen sei, während er selbst bereits am Fenster stand; daß es zufällig die legte Erklärung der Agitationskommission der Brauerei: am Fensterkreuz hängen geblieben, durch die Zugluft bewegt sei Arbeiter mitgetheilt, daß auf direkte Anfrage seitens Lehmann's und dadurch die Aufmerksamkeit der Theilnehmer am Festzuge bei der Agitationskommission nach den Namen der Arbeiter, erregt habe. Er habe das Tuch nur abreißen wollen, doch sei welche angeblich unter Umgebung des Arbeitsnachweises einihm dies nicht gleich gelungen. Erst Frau Leibrandt habe das Tuch gestellt worden sein sollen, sechs Arbeiter benannt worden sind. dann entfernt. Der Angeklagte Wegner seinerseits giebt zu, das Von den Genannten sind aber, laut Ausweis der Bücher, vier in rothe Tuch, das, auf dem Billard liegend, ihn am Spiel gehindert der Zeit vom 1. Juli bis 13. August v. J. eingestellt, während die Er be- Brauerei Lehmann erst unterm 13. Sept. 1894 die Verpflichtung einhabe, an das Fensterkreuz geworfen zu haben. streitet aber irgend eine Absicht, die Theilnehmer am Fest gegangen ist, bei Neueinstellung von Arbeitern sich des Arbeits oder eine zug zu stören oftentative zu nachweifes zu bedienen. Der fünfte Arbeiter ist von Herrn Kundgebung veranstalten, gehabt zu haben. Daß der Angeklagte Wegner aber Lehmann mit dem Ankaufe der Nordstern- Brauerei übernommen nicht ohne Absicht das rothe Tuch dem Timm zugeworfen hat, worden, über die Anstellung des sechsten ist aber in der letzten ergiebt sich aus der von der Zeugin Leibrandt wiedergegebenen Erklärung der Brauerei genügend Auskunft gegeben und hat die Aeußerung deffelben, die er, während Wegner das Zuch Agitationstommission ja selbst erklärt, daß sie diesen Fall Wolff's Telegraphen Bureau. da bei ihrem Angriff nicht im Auge hatte. Herr E. Lehmann wie schön das schwenkte, gethan hat:" Geht doch, weht!" Lingen, 29. Juni. Heute Nachmittag brach unweit von Es war gerade zu dieser Zeit der Feftzug behauptet also, daß die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zu unrecht an dem Leibrandt'schen Lokale vorbeigekommen, und eine erhoben worden und verlangt er, daß man entweder die sein hier der Tamm des Rhein- Ems- Kanals. Las Gelände ist übers Anzahl von den Theilnehmern haben an dem Schwenken des Geschäft schädigenden Angriffe unterläßt, oder aber Thatsachen fluthet. Budapest, 29. Juni. Die Blätter legen der Ernennung rothen Tuches Anstoß genommen, so insbesondere der Zeuge Daase, beibringt. Letterer Wunsch erscheint auch der Redaktion des Pairs große politische Bedeutung bei. Da im der die zweite Hälfte des Zuges vorbeiführte. Letzterer hat Vorwärts" durchaus berechtigt. Haben die Arbeiter Grund sich erblicher des darüber zu beschweren, daß Herr E. Lehmann die feinerzeit über- tommenden Monat abermals vier erbliche Barone ernaint insbesondere bekundet, daß dadurch die Ordnung ist Feftzuges gestört worden und daß mehrere Theil- nommenen Verpflichtungen nicht einhält, so müssen ja Namen werden, vollziehe ich ein gründlicher Umschwung des Stimmhaben. und Daten dafür beigebracht werden können. Liegen aber solche verhältnisses im Oberhause zu gunsten der Regierung. Von unters fund ihren Unwillen Hiernach ist thatsächlich festgestellt, daß die Angeklagten hierfelbft Thatsachen nicht vor, oder find Irrthümer mit untergelaufen, richteter Seite wird mitgetheilt, daß diese Ernennungen nicht im am 1. April d. J. hierselbst groben Unfug verübt haben. Die dann dürfen darauf hin nicht Mittheilungen in die Welt gefeßt direkten Hinblick auf die firchenpolitische Frage erfolgen; es sei Angeklagten waren daher auf Grund des§ 861 Nr. 10 werden, welche geeignet sind, den Betheiligten geschäftliche Nach- jedoch zweifellos, daß diese Ernennungen der Regierung bei den des Straf Gesetz- Buchs zu bestrafen. Mit Rücksicht auf theile zuzufügen. im Herbste bevorstehenden Verhandlungen über die firchens die Gröblichkeit der Ausschreitung und auf die gemeine Ge Zur Beachtung für Handschuhmacher! Den Handschuh- politischen Gesetze im Oberhause zu gute fommen werden. London, 29. Juni. Die zurücktretenden Minister begaben sinnung, die die Angeklagten durch ihre Handlung bethätigt machern der Firma Karl Schott Söhne u. Ko. in Rheydt haben, die darauf gerichtet war, politisch anders Gesinnte zu bei Düsseldorf ist für Nappa und Juchtenleder- Handschuhe ein sich heute Nachmittag nach Windsor, um der Königin ihre Amtsverletzen und in ihrer Festfeier zu stören, erschien eine Strafe Abzug von 88 Pfennigen bei 1 Knopf und 64 Pfennigen bei fiegel auszuhändigen, welche die neuen Minister, die furz nachher von je 6 Wochen angemessen. Die Kosten haben die Angeklagten 2 Knöpfen geboten worden. Die Arbeiter sind nicht gewillt, sich dort eintrafen, unmittelbar darauf in Empfang nahmen. bei dieser schweren Arbeit den Lohn noch kürzen zu lassen. Es London, 29. Juni. Der Naturforscher Professor Thomas nach§ 497 Strafprozeß- Ordnung zu tragen." Also wenn jemand was im vorliegenden Falle noch dazu wird vermuthet, daß dies die Firma vorausgesehen und schon Henry Hurley ist heute gestorben. New- York, 29. Juni. Der Dampfer, Dania" der Hamburgbestritten worden ist ein rothes Tuch während eines Feftzuges Verbindungen angeknüpft hat, um durch Verschreibung Ersatz der von Bismarck- Verehrern schwenkt, so ist das eine grobe Aus- jetzigen Arbeitskräfte zu finden. Alle Handschuhmacher werden Amerikalinie brach am Mittwoch Abend 350 Meilen von Sandyschreitung und nicht anders zu erklären, als daß er eine gemeine deshalb ersucht, Offerten nach Rheydt bei Düsseldorf nicht zu Hook das Hintertheil des Propellerschaftes. Der Dampfer lag Gesinnung habe. Zu einer solchen juristischen Definition haben berücksichtigen. Mit dem 29. Juni legen in Stuttgart, bis zum frühen Morgen still, wo er durch das binzugekommene es unsers Wissen noch nicht einmal die sächsischen Richter ge- Ludwigsburg und Eßlingen ca. 120 Glaceebandschuh- holländische Dampfschiff Werkendam" nach New York bugirt bracht, und die können in dieser Beziehung doch auch etwas leisten. macher die Arbeit nieder, da ihnen die Forderungen: Frei- urde. Hierzu drei Beilngen. nehmer Iaut gegeben Depeschen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW., Beuthfiraße 2. = 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 150. Rommunales. Sonntag, den 30. Juni 1895. 12. Jahrg. Brausewetter im Namen des Königs" gefällt, im Namen Jan". Interessant wäre, zu erfahren, ob der fromme Christ seinen Bet, des Reichs"" bestätigt hat. Aus der Verhandlung vom virtuosen auch einen Lohn zahlt, von dem man als Mensch menschlich Freitag möge das folgende hervorgehoben werden. Das Reichs- leben kann. Vielleicht berichtet einer der Arbeiter, die von ihm Die städtische Kunstkommission hat in ihrer gestrigen Sigung gericht hatte über Schmidt's Revision allein noch zu entscheiden, zu der unnöthigen Tugend des Betens angehalten worden sind, die Projekte zur Ausschmückung des Andreas plages und des Einba alle anderen Breßsünder seit langer Zeit endgiltig abgeurtheilt uns einiges darüber, wie es mit dem Chrisien Dittrich in diesem gangs zum Friedrichshain berathen. Auf dem Andreasplay wird sind und wohl auch so ziemlich alle ihre Strafen" schon ver- figlichen Punkt steht. eine mit reichem Figurenschmuck versehene steinerne Rubebant aufbüßt" haben. Gegen Schmidt ruhte das Verfahren bekanntlich In Friedrichsberg Lichtenberg wird von dortigen Bürs gestellt, welche für etwa 40 Personen Raum bietet. Das Pro- zum Bedauern einer Reihe unfreiwilliger Vorfämpfer für gern zur Zeit eine Agitation um Berleihung des Stadtrechts be jeft, welches die Zustimmung der Kommission gefunden, macht durch unsere Sache, weil er als Mitglied des Reichstages trieben. Am Donnerstag fand eine Versammlung in dieser Aus die Aufstellung von Gruppen spielender Kinder, sowie die Dar- während dessen Tagung immun war. Unter Anklage ſtellung von Menschen, die nach des Tages Last und Mühen Er- geftelt waren die Nummern 15, 16 und 17 des„ Borwärts" gelegenheit statt. holung finden, und die Anbringung von mehreren Wasserbecken dem Angeklagten ver Die politische Polizei ist von einem Arbeitseifer beseelt, Jahre 1894, welche von dem vom einen sehr lebendigen Eindruck. Durch die Anbringung verantwortlich gezeichnet wurden. Die Nr. 15 enthält einen Zeit der immer mehr zur Bewunderung anreizt. Man lefe folgende schiedenartiger dem Zweck der Anlage entsprechender Embleme artikel„ die Polizei gegen die Arbeitslosen", worin nach Auf- Meldung: und durch die Wahl des besten Materials es ist Granit und faffung des Gerichts der unbegründete(!) Vorwurf gegen die Bronze oder Marmor in Aussicht genommen wird das Kunstfet brutal vor werk einen ebenso eleganten als gediegenen Anblick gewähren. Polizei erhoben worden sein soll, sie In Nr. 16 „ Nach Freifahrkarten nach Mariaberg zum„ fanften Bruder Heinrich" wurde am Donnerstag von Beamten der politischen Polizei bei den Händlern in der Friedrichstraße gesucht. Es Ein Händler, welcher Am Eingang zum Friedrichshain wird beabsichtigt, ein steinernes gegangen und habe eine Revolte provozirt. wurde der Artikel„ Ueber die gestrigen Polizeitumulte" handelt sich um Karten in Form von Eisenbahnbillets, auf denen Thor zu errichten, zu dem einige Stufen hinaufführen. Auch inkriminirt. Sogar in ber darin aufgeworfenen Frage, ob höhere der Drucker nicht verzeichnet sein soll. bei diesem Kunstwerk soll auf das ruhe und erholungsbedürftige Beamte den Befehl zu dem bekannten polizeilichen Vorgehen gegen beim Handel mit diesen" Fahrscheinen" betroffen wurde, mußte Publikum Rücksicht genommen werden, indem sich Bänke und die unglücklichen Arbeitslosen gegeben hätten, wurde eine Be- mit zur Polizeiwache, wurde jedoch bald wieder entlaffen. Auf lebung der Szenerie ist ein Springbrunnen geplant, welcher, in infriminirt. Schmidt legte gegen das Urtheil Revision ein Druckers." offene Hallen an das Bauwerk anschließen werden. Zur Beleidigung erblickt. In Nr. 17 endlich war die Sonntagsplauderei den von ihm verkauften Karten befand sich der Name des monumentalem Stil hergestellt, eine hervorragende Zierde der mit der Rüge prozessualer und materieller Rechtsverletzung. Dieser Pflichteifer übertrifft noch einen vor Jahren der wurde mehrfach unzulässige Be- lammfrommen National Zeitung" pafsirten Fall. Anlage bilden wird. be= und erfter Hinsicht In Damals Die Büste des um die Stadt hochverdienten verstorbenen schränkung der Vertheidigung gerügt, so durch die Ver- wurden eines Tages sämmtliche Kneipen von Schuhleuten ab Direktors der Wasserwerke Henry Gill ist in Gips fertig und haftung des Zeugen Ahlfeld, durch die trotz Antrags nicht erfolgte gelaufen, welche das so staatserhaltende Blatt zu konfisziren soll demnächst, in Marmor ausgeführt, an der Hauptstätte seiner Berichtigung des Protokolls und durch das Unterbrechen und die hatten. Der Grund? Aus Versehen war unterlassen worden, Wirksamkeit vor den Wasserwerken am Müggelsee Aufstellung Verkürzung des Fragerechts des Vertheidigers Herzfeld. den Namen des Druckers und Redakteurs unter eine Beilage finden. Die zur Ausschmückung der Vorhalle des Mühlen- Ferner sei nach dem Eröffnungsbeschluß Anklage erhoben wegen zu sehen. Und darum Räuber und Mörder! In diesem, so wie in gebäudes Sit der Sparkasse und Armendirektion Beleidigung des Berliner Polizeipräsidenten und sämmtlicher stimmten Mosaikgemälde find in Arbeit gegeben Polizeibeamten, das Urtheil aber richtet sich nur gegen die Be- dem gestern passirten Mariaberger Fall wäre die heutige Staatsschreiten rüstig vorwärts. Im weiteren Verlauf Verlauf der leidigung der in Aktion getretenen Polizeimannschaft, es fehle und Gesellschaftsordnung wohl kaum um eine Minute früher Berathung wurde beschlossen, beim Magistrat und der Stadt- also der Passus der Freisprechung wegen der anderen Beamten. als nothwendig ihrem vermeidlichen Schicksal verfallen, wenn verordneten- Versammlung die Bewilligung von Ehrenpreisen der Auch wurde Verlegung des zur Anwendung gelangten Straf- man das Gesez mit weniger Eifer und Kraftanstrengung gehand Stadt Berlin für die nächſtjährige internationale Kunstausstellung gesetzes gerügt. Der Reichsanwalt beantragte Berwerfung habt hätte. Aber auch in dem harmlosesten Fall muß der Bezu befürworten. An den Preisen sollen Malerei, Bildhaueret, der Revision.- Das Reichsgericht verwarf die Revision des amtenapparat in allen Registern spielen, damit dem Staat kein Architektur, Kupferstecherei und das Kunstgewerbe betheiligi Angeklagten und zwar aus denselben Gründen wie es die Schaden geschieht und die verlegte Autorität gebührend gerächt werden. Zur Besichtigung einiger zum Ankauf vorgeschlagener Beschwerde des Angeklagten Redakteur Reßler verworfen hatte. werde. So will es der allbeliebte„ Geist", der das Preußenthum Kunstwerke wurde eine Subkommission ernannt. Schmidt spaziert also in einigen Wochen ins Gefängniß und hat beseelt. Tokales. Die Beerdigung der bei dem Tampferunglück auf der Spree am letzten Sonntag ertruntenen Genossen Gustav Sinz nebst Frau und Kind, sowie der Genossin Martha Klinke nebst Tochter findet nicht, wie wir irrthümlich gestern meldeten, nachmittags 4 Uhr, sondern bereits vormittags 10 Uhr von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus statt. Vorwärts", Stellen aus: dort fünf Monate Beit, über preußisch- deutsche Gerechtigkeit Be- Im- Berliner Aquarium erregt gegenwärtig unter den trachtungen anzustellen. Möge das unschäzbare Material, das mit Fischen bevölkerten Seewafferbecken namentlich das eine in der Gummischlauch- Affäre uns in die Hand gegeben, nach durch die Pracht seiner Bewohner die Bewunderung der Besucher. wie vor von den Genossen bei passender Gelegenheit eifrigst zur Eine Schaar fast immer in geschlossener Gesellschaft zusammenhaltender farbenprächtiger Fische durchzieht in eleganten Bes Agitation benutzt werden. " Die Heiligkeit der Ehe bei den Edelsten und Besten. wegungen das Bassin und macht den diesem Fisch beigelegten Die Bolts- Beitung" hebt hervor, daß in Berlin wiederholt Ghe- wissenschaftlichen und volksthümlichen Bezeichnungen Pfauenlipp schließungen erfolgt find, bei denen es seitens der Nupturienten fisch" oder" Pfauenbrasse"( pavo) alle Ehre, denn die gelben, nur darauf abgesehen ist, sich einen vornehmen Namen zu ver- rothen und blauen Flossen, das braune oder grüne, mit rothen An die Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- schaffen, um denselben später in wenig ehrbarer Weise ergiebig aus- und blauen Fleckenreihen und Streifen gezeichnete Schuppenfleid, Wahlkreises! Nachdem am 1. April die Partei- Spedition in nugen zu können. Und dabei spielen dann herunter gekommene Mit- insbesondere die in ihrer Farbenzusammenstellung und ihrem unferem Kreise eingeführt ist, muß es das ernste Bestreben eines glieder aus den Ständen der sogenannten Edelsten des Boltes Farbenschiller an den Pfauenschweif erinnernde Schwanzflosse jeden Parteigenossen sein, die nun ins Leben gerufene Einrichtung eine wenig ruhmvolle Rolle. Dieselben lassen sich eine ent- entzücken den Beschauer mindestens in demselben Grade, wie ein nach besten Kräften zu unterstützen. Es gilt nicht nur den jetzt sprechende hohe Summe von der betreffenden Person, die sie formell dem Menschen zum ersten Male sich zeigender Pfau, und dies bestehenden Abonnentenkreis zu erhalten, sondern ihn nach Kräften heirathen sollen, geben, treten aber thatsächlich in einen wirk hier im Aquarium umsomehr, als eine ganze Schaar solcher zu vergrößern. Vorwärts" heißt unser Zentralorgan und Vor- lichen Ehestand garnicht ein. Das Geschäft wird derart gemacht, Fische, die das Aquarium seiner Adriastation Novigno verdankt, daß der formell angetraute Mann unmittelbar nach der Ehe- vereint ist. wärts" muß unsere Losung sein. Einzeln sind wir machtlos schließung so und so viel bekommt, nachdem er sich verpflichtet Die Kunde eines neuen Brandes im Viktoria Speicher vereint muß mit uns gerechnet werden! Wir machen darauf aufmerksam, daß in unten benannten hat, sofort nach derselben sich wieder aus dem Staube zu machen allarmirte am Freitag Abend einen großen Theil der Berliner Lokalen Listen zur Einzeichnung ausliegen. Außerdem ersuchen und demnächst der angetrauten Frau Veranlassung zu geben, wegen Löschmannschaften. In dem Speicher III, in welchem Möbel, wir die Parteigenoffen, ihren alten Spediteuren rechtzeitig die böswilliger Verlassung seinerseits die Ehefcheidung zu beantragen; Getreide- und Spiritusvorräthe lagern, befindet sich auch der wo er dann, sobald sie erfolgt ist, wiederum die entsprechende ver- Heizraum für sämmtliche Speicher; der von diesem Raum aus Abbestellung zukommen zu lassen. Listen zur Einzeichnung für das Abonnement auf den einbarte Summe erhält. Die betreffende Frau ist damit aber Frau gehende Schornstein läuft an der Haupttreppe empor und endigt " Wahrer Jakob" u. f. w. liegen an folgenden Baronin oder Frau Gräfin geworden und geht dann eben als in einem thurmartigen Aufbau von ca. 8 Meter Höhe, in welchem Für den Osten bei Friz Wilte, solche ihre Wege, die natürlich durch reichere und goldnere Auen sich wiederum Verschläge befinden. Das Holzwert des Thurmes Andreasstr. 26; Wiedemann, Blumenstr. 38; G. Böhl, führen, als es sonst bei gewöhnlichen Sterblichen der Fall ist. war nun vorgestern Abend infolge von Rußentzündung im SchornFrankfurter Allee 74; D. Babel, Frankfurter Allee 90; Erst vor kurzem ist wieder der Fall vorgekommen, daß ein junger stein in Brand gerathen und das Feuer drohte sich dem Treppens W. Lock, Friedrichsberger Straße 11; Rattte, Kraut- Graf in wenigen Jahren derart dreimal geheirathet hat und gange und somit dem ganzen Gebäude mitzutheilen. Um 8 Uhr straße 48; 3 ippfe, Grüner Weg 14; Stabernad, Mühlen- dann dreimal( formell durchaus ordnungsmäßig) geschieden 45 Minuten abends wurde Mittelfeuer gemeldet, und es ers ftraße 49; Ch. Böhl, Rüdersdorferstr. 8; Bredschneider, worden ist, während drei Gräfinnen sich infolge dessen ihrer schienen in kürzester Zeit 8 Löschzüge mit zwei Dampfsprizen. Rüdersdorferstr. 46; Röpnid, Schillingstr. 30 a; Spät, erhöhten Position erfreuen können. Sie sind einander werth, Es wurde aus zwei Schläuchen Wasser gegeben und zwar so Weinstr. 28; H. Bolze, Landsbergerstr. 41; Vogel, Elbingers die edelſten und beften Männer und ihre ihnen nach der energisch, daß das Feuer innerhalb einer Stunde bekämpft war, straße 9; Owczarek, Langestraße 65 und in der Partei- Scheidungsheirath an Rang gleichstehenden Weiber. Und da und die Züge bereits um 10 Uhr abrücken konnten. Wie die Vera Spedition, Fruchtstr. 30. Für Süd- Ost bei: Wilhelm will das arbeitende Volt immer noch nicht einsehen, daß die waltung des Vittoria- Speichers noch mittheilt, wird der Betrieb Erbe, Cuvrystraße 25; Trittelwit, Falckensteinstraße 7; Heiligkeit dieser Ehen nicht anders als durch Umiturzparagraphen keine Einschränkung erfahren. den Angriffen sozialdemokratischer Nörgler geschützt Toltsdorf, Görligerstraße 58; Streit, Naunynstraße 86; vor Schilling, Pücklerstr. 55; Köppen,| Reichenbergerstr. 118; werden kann. Schmidt, Adalbertstr. 16; Bieberstein, Laufizer Platz 2; Ans Spandau wird über die wirthschaftlichen Folgen, Fürstenau, Manteuffelstr. 52; 2ucas, Wrangelstr. 32; welche die großen Arbeiterentlassungen in den Militärwerkstätten Schayer, Reichenbergerstraße 54; Rumpf, Wienerstraße 21; haben, u. a. berichtet: Roll, Waldemarstraße 61; Rachfall, Waldemarstraße 18;" Unter den traurigen Erwerbsverhältnissen, die seit einiger Gröppler, Naunynftr. 65 und in der Partei- Spedition, Reit" in Spandau infolge der großen Arbeiterentlassungen der Lausitzerstr. 2. Militärwerfstätten herrschen, leiden namentlich die Gastwirthe. An die Parteigenoffen des 6. Berliner Reichstags- Früher war dies eines der blühendsten Gewerbe am Ort, da die Wahlkreises! Gemäß dem Beschluß der Parteiversammlungen, Arbeiter lohnende Beschäftigung hatten und etwas draufgehen der dahin geht, den Vertrieb unserer Parteizeitungen und Literatur ließen, besonders die unverheiratheten Leute. Diese sind nun aber in eigene Regie zu übernehmen, werden die Parteigenossen auf bei den Entlassungen zuerst an die Reihe gekommen und haben die gefordert, eifrigst für die Parteispeditionen zu agitiren, einerseits Stadt verlassen. Die verheiratheten Arbeiter aber halten jetzt jeden um der Kinderausbeutung entgegenzutreten und den Frauen Groschen fest, da viele von ihnen auch fürchten müssen, entlassen zu einen angemessenen Lohn zu gewähren, andererseits um die Ber- werden. So stehen denn die vielen Schanklokale, die in der guten billigung des Vorwärts" und eine weitere Verbreitung unserer Zeit wie Pilze aus der Erde schossen, verödet da; eins nach dem Presse und Literatur herbeizuführen. Genossen, welche gewillt andern wird geschlossen, fast täglich tommen Restaurationsfind, den„ Vorwärts" und" Sozialdemokrat" vom 1. Juli utensilien unter den Hammer, und die Lieferanten erleiden große Auch viele andere Geschäftsleute sehen ihrem sicheren von der Parteispedition zu beziehen, werden daher Verlufte. Die Beersucht, das Blatt rechtzeitig bei ihrem bisherigen Spediteur Ruin entgegen, wenn sich die Lage nicht bald bessert. abzubestellen und ihre Adresse eineni der Bartei- völkerung, welche sich seit 1885 verdoppelt hatte, nimmt jetzt infpediteure bald einzusenden, damit in der Weiterbestellung teine folge zahlreichen Fortzugs wieder ab." Störung eintritt. Die Adressen der Spediteure sind: Für Moabit: Die wirthschaftliche Lage wird sich wahrscheinlich nie wieder Hempel, Lübeckerstr. 16, Hof p.; für Wedding und Oranien- in Spandau bessern, da dem Staat bekanntlich daran gelegen burger Vorstadt: Stolzenburg, Wiesenstr. 14, p.; für Geist, seine Arbeiten von billigeren Kräften, wie er sie z. B. in feines Namens zur Polizeiwache transportirt. Personen, welche sundbrunnen: Gaßmann, Grünthalerstr. 67, H. p.; für Rosen- Siegburg findet, herstellen zu lassen. Wiederum ein Beispiel da- die Festungswerke unbefugt betreten, erhalten ein polizeiliches thaler Vorstadt: Rosenthal, Granseerstr. 6, v. Keller; für für, wie der Militarismus, dieses legte Bollwerk gegen Strajmandat. Schönhauser Vorstadt: Mars, Kastanien- Allee 96, part. Auch Umsturz", revolutionirender in sozialer Beziehung wirkt, als findet an diesen Stellen Einzelverkauf des„ Vorwärts" und sämmt hundert Agitationsreden vermöchten. licher Parteiliteratur statt. Des weiteren geben wir bekannt, daß für den Wedding und die Oranienburger Vorstadt die Verkaufsstelle der Spedition Wedding dem Genossen Felix Weinberg, Liesenstraßen- und Chausseestraßen- Ecke, übertragen worden ist. ab " den Ueber geplante Polizeimaßnahmen für den Wassers. verkehr meldet ein Berichterstatter: Es sollen durch Anschläge an den Lagerstellen für Mieth boote Bekanntmachungen erlaffen werden, daß derartige Miethsboote auf der Fahrt an den beiden Uferseiten und nicht mehr in der Mitte des Flußlaufes sich zu halten haben. Die Bootsverleiher werden verantwortlich gemacht, daß Boote nicht mit mehr Personen befeßt werden, als nach der polizeilichen Abnahme des Fahrzeuges gestattet ist. Personen, welche ein Boot miethen, die jedoch auf dem Wasser nicht Bescheid wissen und ihre Unkenntniß durch ungeschicktes Handhaben der Ruder zu erkennen geben, find seitens der Bootsverleiher fofort wieder ans Land zurückzuholen. Die kleinen Dampfboote sollen ebensc.13 der polizeilichen Aufsicht unterstellt, die Refsel und Motoren dieser Boote durch die Behörden des öfteren revidirt und die Befizer solcher Fahrzeuge für alle Vorkommnisse verantwortlich gemacht werden. Die Annehmlichkeiten des Militärstaates hat der Oberst lieutenant a. D. v. Schüß aus Berlin in Spandau fennen gelernt. Der ehemalige Offizier, welcher früher auch beim 4. Garde regiment 3. F. in Spandau gestanden hat, wurde am Donners tag Morgen auf den Festungswällen, die er unbefugt betreten haben sollte, von einem Grenadier des Königin Augusta- Regiments, der auf Posten war, arretirt und behuss Feststellung Für den Bau und Betrieb der Pferdebahnlinie Thurmstraße- Plößensee der Großen Berliner Pferde- Eisens In der Geschützgießerei zu Spandau ist am Mittwoch bahngesellschaft ist nunmehr die ortspolizeiliche Genehmigung ers dieser Woche der Arbeiter Köhn, aus der Plantage 8 dortselbst, theilt worden. plöglich bei der Arbeit umgefallen und sofort verschieden. Köhn Von einem Gerichtsvollzieher wird der Deutschen hatte furz vor seinem Tode unter der Aufsicht des Meisters Der Vertrauensmann. Jäger eine besonders schwere Arbeit in Afford zu verrichten Tageszeitung" folgender Vorfall erzählt: Ich hatte den dienstVom Gummischlauch- Prozeß, jener Brausewetter- Affäre, gehabt. Er lud in Gemeinschaft mit einigen Arbeitsgefährten lichen Auftrag erhalten, einen in der Brunnenstraße wohnhaften die der Sozialdemokratie so manchen begeisterten Mitkämpfer zu Bleistücke im Gewicht von über einen Zeniner vom Stahn auf bankerotten Kaufmann X., der den Termin zur Ableistung des geführt hat, sind dieser Tage wieder einige Reminiszenzen auf einen Karren und hat sich bei dieser Arbeit, die in unbeschreib- Offenbarungseides unentschuldigt versäumt batte, zu verhaften getaucht. Unser Genosse Keßler ist gestern aus der Redakteur: licher Hat verrichtet wurde, nach Ansicht seiner Kollegen über- und dem Richter vorzuführen. Troß mehrmaligen Klopfens an Heimstätte Plößensee entlassen worden, nachdem er die drei anstrengt. Auf die Lohnverhältnisse in diesem Zweige der der Wohnungsthür wurde mir nicht geöffnet, und weil ich Monat Gefängniß, die ihm für seine Kritit der Polizei- Affäre Staatsbetriebe wirft die Mittheilung noch ein bezeichnendes Licht, Flüsterstimmen in der Wohnung hörte, ging ich fort, um einen am Friedrichshain zudiktirt worden, anscheinend ohne schivere das bei einer gleichen Arbeit, welche furze Zeit vorher von Schlosser zu requiriren, der mir gewaltsam Zugang zur Wohnung Schädigung an seiner Gesundheit abgesessen hat. Wir anderen Arbeitern verrichtet worden war, jeder Partner baare verschaffen sollte. Zu meinem Befremden fanden wir bei unserer wünschen unserem alten kampfbeflissenen Genossen, daß er seine 19 Pf. in der Stunde verdient hat. Köhn, der am heutigen Rückkehr die Wohnungsthür nur angelehnt, und in der Küche Kräfte auch ferner in voller Rüftigkeit im Kriege gegen das Sonntag beerdigt wird, hinterläßt eine schwangere Frau mit tauerten vier kleine Kinder, welche unaufhörlich weinten und auf meine Frage: Wo ist Euer Vater?" schluchzend nach der KammerSystem erproben möge, welches die Gummischlauchaffäre ermög- vier unmündigen Kindern im jammervollsten Elend. thür wiesen. Als ich nun in jene Kammer ging, sah ich dort den licht hat. Die christliche Sozialreform versteht ein frommer Grequenden, welchen ich traft meines Amtes verhaften sollte, auf Ablösung vor, heißt es aber. Reßler hat das Gefängniß verlassen, unser Kollege Robert Schmidt, den die Kammer Arbeitgeber" aus dem ff, der in muckerischen Winkelblättern einem elenden Strohpfühl an der Erde liegend als- Leiche. Die Brausewetter als schlimmsten Sünder am härtesten mit fünf Mo- feine Waare anpreift. Jin Sonntagsfreund" empfiehlt dieser Mutter ist zum Arzt gerannt, unser guter Vater aber ist todt!"- so naten getroffen hat, spaziert nächstens hinein in die Rumfutsch- Herr, der Pianofabrikant Dittrich, Französischestr. 9 in Berlin, erzählte mir das älteste Mädchen das vorgegangene mit vibrirender zelle, nachdem das Reichsgericht am Freitag die Revision seine Waare mit folgendem Hinweis:„ Ich forge fiets für reelle Stimme. Selten ist mir mein Amt so schier geworden, wie bei verworfen und damit das Urtheil, welches die Kammer Waare und halte meine Leute zum Beten und Arbeiten der sofort zu vollziehenden Protokolls- Ausfertigung, worin ich die Sterbe-Urkunde des Exequenden verzeichnen mußte. Mittler- lveile war auch die Frau mit dem Arzte zurückgekehrt, und ich erfuhr, daß der Mann einem schweren Lungenleiden erlegen ist. Nachdem ich der verhärmten armen Witlwe einige Geldstücke oe- spendet und diese sich mit thränenerstickter Stimme bedankt hatte, verließ ich tisscrschültert die Stätte des Todes. Gin Sturz aus dem Fenster hat den sechsjährigen Knaben Alfred Blum aus der Mansteinstr. S das Leben gekostet. Der Kleine machte sich am offenen Fenster der im zweiten Stock des Quergebäudes liegenden elterlichen Wohnung zu schaffen. Schließ- lich lehnte er sich hinaus, verlor das Gleichgewicht und fiel auf den Hof hinab. Aerztliche Hilfe, die sofort zur Stelle war, konnte� ihn nicht retten. Man wollte ihn in das Elisabeth- Krankenhaus bringen, er starb jedoch unterwegs an dem Schädel- bruch, den er beim Sturze erlitten hatte. Zwei schwere Einbrecher, die wegen Diebstahls schon mehrfach bestraft sind, hat die Charlottenburger Kriminalpolizei am Donnerstag und Freitag Abend in Berlin festgenommen, den einen in der Wollinerstraße 33, den anderen bei seiner Braut, einer Schneiderin W., in der Schwedlerstraße 33. Es sind die beiden Brüder Felix und Bruno Schreiber, die 22 und 2S Jahre alt sind. Die Braut des einen hat mit den Verbrechen nichts zu thun. Die Einbrecher haben bereits lS Einbrüche als von ihnen verübt eingeräumt; das erbeutete Gut haben sie theils verkauft, theils verpfändet und theils bei einem gewissen Milke in der Stralsunderstr. 45 untergebracht. Es waren in diesem Monate bei dem Kreisphysikus Dr. Klein in Charlotten- bürg Pelzsachen gestohlen worden, die man in Berlin verschärst hatte. Hierdurch ist man den Verbrechern auf die Spur ge- kommen. Als Hehler sind der Trödler Jordan aus der Mulack- straße 14, der Schneider Kurzmann aus der Schwedterstr. 243 und der Händler Rosenthal aus der Veteranenstr. 23 festgenommen worden." Zwei von ihnen hat man wieder auf freien Fuß gesetzt. Tie Spitzbuben haben die gestohlenen Sachen bei den Trödlern auf ihre eigenen Namen abgesetzt. Die Kriminalpolizei hat von Berlin ganze Säcke und Reisekörbe voll Wäsche, Kleider, Betten u. s. ,v. mit nach Charlottenburg genommen. Ein genaues Verzeichniß ist wegen der großen Menge der Sachen noch nicht aufgestellt worden. Von den beiden Brüdern, die sich für Tapeziere und Dekorateure ausgaben, wurde der ältere schon längere Zeit von der Kriminalpolizei gesucht. Bei der Mutter der Einbrecher sind ebenfalls gestohlene Sachen gesunden ivorden und wahrscheinlich werden noch mehr Hehler und Beutestücke an den Tag kommen. Beim Segeln verunglückten dieser Tage zwei Söhne des Justizraths Müller auf dem Neu-Ruppiner See. Der ältere, ein Referendar, fand leider den Tod in den Wellen, während der jüngere, der noch das Gymnasium besucht, gerettet werden konnte. Polizeibericht. Am 28. d. M. morgens wurde im Keller eines Neubaues in der Weberstraße ein anscheinend schwer ver- letzter obdachloser Arbeiter ausgefunden. Er hat, seiner Angabe nach, auf dem Grundstücke nächtigen wollen und ist in der Dunkelheit in den Keller gefallen.— Vormittags gerieth an der Ecke der Cbarlottenstraße und Unter den Linden ein kleiner Knabe unter die Räder einer Droschke und erlitt erhebliche Verletzungen am Kopse und an einem Knie.— Nachmittags fiel ein sechsjähriger Knabe aus der in der Manstein straße im zweiten Stocke belegenen Wohnung seiner Mutter auf den Hof hinaus und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald dar- auf starb.— Auf dem Nordbahnhofe stürzte ein Musiker in der Trunkenheit zu Boden und zog sich eine unbedeutende Verletzung am Kopfe zu.— Abends brach auf dem Grundstücke des Viktoria- Speichers, in der Köpnickerstraße, im Thurme des Mittelgebäudes Feuer aus.— Außerdem fanden noch drei kleine Brände statt. WitterniigSstbersicht vom SS. J»»i ISSS. Stationen. Givinemünde Hamburg. Berlin.. Wiesbaden. München. Wien... Haparanda. Petersburg. Cork... Aberdin.. Paris... � ß's» .S 0 ö I C.s s a c§«§ 759 760 760 764 763 739 751 754 753 759 e zg � c S &£ SW W NO Still NO NNO SO SO SSO Wetter Ülf KS II Üfö � c"re halb bedeckt bedeckt heiter heiter wolkenlos wolkenlos bedeckt heiter halb bedeckt halb bedeckt 18 15 19 22 16 16 16 15 14 19 Wetter-Prognose für Sonntag, SS. Juni 189». Warmes, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit schwachen südwestlichen Winden, etwas Regen und Gewitter- neigung. Berliner Wetterbureau. Geritftks-Jeikun� Herr W. Zachert, Zigarrenfabrikant, Köpenickerstraße 143, theilt uns mit, daß die Geiverbegerichis-Verhandlung, über die wir kürzlich berichteten, auf ihn keinen Bezug habe; es seien zwei Fabrikanten gleichen Namens in Berlin. Tie bekannte Privatklage d«S Kaufmanns Werthheim gegen den Chefredakteur der„Deutschen Tageszeitung" Dr. Strehlke, wurde am Freitag vor der Berusungs- Strafkammer des Landgerichts I verhandelt. In der ersten Instanz war Dr. Strehlke zu 200 M. Geld strafe wegen Beleidigung verurtheilt morden. Hiergegen hatten beide Theile Berufung eingelegt. Diesmal gelang dem Beklagten der Nachweis, daß der Artikel gegen seinen ausdrücklichen Willen und durch eine Eigenmächtigkeil des Metteurs gedruckt ivorden sei. Ter Gerichtshof hielt aber doch eine Fahrlässigkeit für vor liegend, da der Beklagte seinen Willen dem Metteur gegenüber nicht so bestimmt ausgedrückt habe, daß eine irrthümliche Auf- fassung ausgeschlossen war. Das Strafmaß wurde auf 50 M. ermäßigt, drei Viertel der Kosten der Berusungsinstanz wurden dem Kläger, ein Viertel dem Beklagten auferlegt. Ter Fall Castan. Die Strafsacke gegen den Besitzer des Panoptikums, Louis Castan. wegen Verbrechens gegen die Silt- lichkeit beschäftigte gestern fast acht Stunden hindurch die II. Straf- kammer hiesigen Landgerichts I. Ten Vorsitz führte Landgerichts- direktor Brausewetter, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Kux, die Vertheidigung führte R.-A. Dr. C o ß m a n n. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Ter 66 Jahre alte Angeklagte wird beschuldigt, vor etwa 2 Jahren die im Jahre 1881 geborene Tochter des Töpfermeisters H e l- messen im Atelier des Panoptikums zu unzüchtigen Handlungen benutzt zu haben. Der Angeklagte hat diese Beschuldigung entschieden bestritten. Die Strafanzeige ist seitens des Vertreters der Helmcssen erfolgt. Bekanntlich hatte der Vertreter der Staats- anwaltschaft nach den angestellten Ermittelungen die Straf- anzeige zurückgewiesen, darauf erschien ein das Verfahren der Staatsanwaltschaft scharf kritisirender Artikel und auf Weisung des Oberstaatsanwalts wurden neue Ermittelungen angestellt, auf grund deren nun die Anklage erhoben wurde. Das Mädchen, welches eine Mutter nicht mehr besitzt, hatte seinerzeit die von dem Vater erhobenen Beschuldigungen be- stätigl. Gestern widerrief sie nun, dem Vernehmen nach, chre ersten Aussagen in jedem Punkte und bestritt ganz ent- schieden, daß der Angeklagte sie jemals unsittlich berührt habe. Sie wurde von dem Vorsitzenden aufs eindringlichste vermahnt, die Wahrheit zu sagen und sie gab wiederholt die Versicherung ab, daß ihre jetzige Aussage die Wahrheit sei. Sie behauptete, daß sie bei ihrer ersten belastenden Aussage unter dem Drucke ihres Vaters gehandelt habe, der ihr geboten habe so zu handeln, wie er befehle. Das Mädchen soll in der Verhandlung einen sehr guten Eindruck gemacht und den Gerichtshof wiederholt und eindringlich gebeten haben, ihr Schutz gegen den Vater zu gewähren, der gedroht habe, sie todtzuschlagen. Das Mädchen nahm, um jede Begegnung mir ihrem Vater zu vermeiden, während der Ver- Handlung nicht auf der Zeugenbank, sondern auf dem Podium des Richterkollegiums Platz. Der Angeklagte bestritt nochmals auf das entschledenste die Behauptungen der Anklage und be- hauptete, daß er sie lediglich zu Modellzwecken besichtigt, keines- wegs aber sich gegen sie vergangen habe. Er wurde, wie gesagt, darin von dem Mädchen selbst durchaus unter- stützt. Ter als Zeuge vernommene Helmessen bekundet dagegen, daß er zuerst durch einen anonymen Brief von den Vorgängen Kenntniß erhalten habe; seine Tochter habe ihm dann auf sein eindringliches Befragen zugestanden, daß sie von dem Angeklagte» gemißbraucht worden sei. Der Zeuge behauptete auch, daß bei seinen Vorhaltungen, die er dem An- geklagten gemacht, dieser ihm eine Art Geständniß abgelegt habe. Auch dies bestritt der Angeklagte ganz entschieden und blieb dabei, daß er sich nur überzeugt habe, ob sich das Mädchen als Modell zu einer Gruppe eigene und daß er lediglich das gethan habe, was Künstler bei der Prüfung von Modellen thun müssen. Uebrigcns habe das Mädchen damals einen weit älteren Eindruck gemacht, als jetzt. Aus Vorhalten des Vertheidigers Dr. Coßmann erklärt das Mädchen, daß sie sich inzwischen auf Geheiß des Vaters das Kleid habe verkürzen und die Hacken von den Stiefeln habe abschneiden müsse», damit sie junger und kleiner erscheine. Der Vater bestritt diese Behauptungen der Tochter. Unter den Belastungszengen befand sich der Besitzer einer Stehbierhalle. Berg, welcher zugab, daß er mit dem Vater Helmessen behufs weiterer Betreibung der Angelegenheit zum Reichstags-Abgeordneten Bebel gegangen sei. Seitens des Vertheidigers war eine Anzahl von Entlastungs- zeugen geladen worden.— Ter Staatsanwalt Dr. Kux glaubte, der Belastung des Zeugen H e l m e s s e n vollen Glauben schenken zu müssen und beantragte 1>/s Jahre Gefängniß und 2 Jahre Ehrverlust. — Rechtsanwalt Dr. Coßmann beantragte dagegen die Frei- sprechung des Angeklagten, da es unmöglich sei, auf die belastende Aussage eines einzigen Mannes hin, dessen Behauptungen noch dazu von der eigenen Tochter bestritten werden, einen un- bescholtenen, in hohem Alter stehenden Mann zu bestrafen. Der Vertbeidiger bekämpfte die Glaubwürdigkeit des Zeugen Helmessen und stellte event. noch eine Reihe von Beweisanträgen, um zu beweisen, daß der Zeuge bei seiner Aussage in verschiedenen Punkten die Unwahrheit gesagt habe. Der Gerichtshof be- schloß, diesen Beweisanträgen folge zu geben und vertagte zu diesem Zwecke die Verhandlung auf Dienstag Mittag 1 Uhr. Nicht genehmigte Tellersammlunge» in öffentlichen Versammlungen vorzunehmen, ist in Ostpreußen strafbar. In einer öffentlichen Baptistenversammlung, die in einem oft- preußischen Orte stattfand, hatte der Baptist Lorenz eine Teller- sammlung zur Deckung der Unkosten veranstaltet. Ihm wurde daraufhin zur Last gelegt, gegen die Verordnung des Ober- Präsidenten vom 12. April 1877 gefehlt zu haben, wofür man ihn mit einer Strafe bedachte, die außer vom Schöffen- gericht auch vom Landgericht bestätigt wurde. Die Ver- ordnung bestimmt, daß Kollekten von Haus zu Haus der Genehmigung bedürfen, welchen Kollekten gleich« gestellt werden diejenigen, die an öffentlichen Orten zu bestimmten Zwecken veranstaltet werden. Der Verurtheilte legte beim Kamniergericht Revision ein, indem er behauptete, der Oberpräsident sei gar nicht befugt gewesen, eine solche Verord- uung zu erlassen, dieselbe sei uugiltig, um so mehr, als sie mit dem Vereins- und Versammlungsrecht in Widerspruch stehe. Der Oberstaatsanwalt äußerte sich zu gunsten des Revisionsklägers und seiner Ausführungen. Ter Strafsenat des Kammer- gerichts wies dennoch die Revision zurück. Die Oberprasidial- Verordnung für Ostpreußen vom 12. April 1377 bestehe zu recht, denn sie sei erlassen in Ausführung der Instruktion für den Oberpräsidenten vom 31. Dezember 18SZ und finde ihre gesetz- liche rechtliche Stütze im§ 6(ä) des Gesetzes über die Polizei- Verwaltung vom 13. März 1850. Das Versammlungsrecht werde von ihr nicht angetastet. Tie Tellersammlung(Kollekte), welche in Frage komme, sei nun zu dem bestimmten Zwecke der Unkostendeckung des Versammlungs- Unternehmers an einem öffentlrchen Orte im Sinne der Ver- ordnung des Oberpräsidenten veranstaltet worden, ohne daß die Genehmigung nachgesucht und ertheilt war.— Als„ ö f f e n t- l i ch e r Ort" wurde der Raum angesehen, in dem die ö s s e n t- liche Versammlung tagte. Nach diesem Urtheil sind all- Oberpräsidenten im Königreich Preußen berechtigt, dem Beispiele ihres Kollegen in der Provinz Ostpreußen zu folgen, und eine neue Beschränkung des Versammlungsrechts zu veranlaffen. VevtttiMzkes. wir vor: Ueber die Explosion im Kieler Hafen, über die gestern berichteten, liegt folgende telegraphische Meldung Die gestrige Explosion erfolgte in der Strander-Bucht bei Buelk. Nachdem die erste Sprengpatrone ohne Zwischenfall bei der Uebung verankert war und sunktionirl hatte, entzündete sich aus bisher unbekannten Ursachen die zweite Patrone vorzeitig. Zwei Leichen sind bisher geborgen, für die Aussindung der übrigen drei Leichen ist eine Belohnung ausgeschrieben. Ter Zustand der Verwundelen ist den Umständen nach befriedigend. Lieu- tenant Starke hat an beiden Beinen schwere Fleischwunden, der Knochen ist jedoch unverletzt; die Aerzte hoffen, den Lieutenant Starke seedienstfähig zu erhallen. Die Ur.tersuchung über die Ursache der Explosion ist eingeleitet. Neue Fernsprechanlage. Ter Staatssekretär des Reichs- Postamts Dr. v. Siephan genehmigte die Herstellung einer Fern- sprcch-Anlage Braunschweig-Bremen. Zur Revision der Irrenhäuser wird im„Wests. Merk." eine Anekdote erzählt von dem früheren Ober-Präsidenten von Westfalen, v. Vincke. Derselbe nahm auch einmal in einer Provinzial-Jrrenanstalt eine Inspektion vor, und alles prüfen- tirte sich naiürlich in bester Ordnung. Als der Ober-Prästdent aber an die in einem Saal versammelten Kranken auch einige Worte richtete und dieselben in seiner bekannten kardialen Weise als seine„lieben Kinder" anredete, erhob sich plötzlich aus der Mitte der Versammlung eine Stimme und rief:„Ja, heute sind wir die lieben Kinder, aber morgen sind wir wieder Schweine, Hunde und wer weiß, was sonst noch!" Darob natürlich große Verblüffung auf allen Gesichtern, und der Mann wurde bald zum Schweigen gebracht. Als der Oberpräsident hernach aber wieder nach Hause fuhr, meinte er zu seinem Begleiter:„Ob der Mann wohl so ganz toll war bei seinem Zwischenruf, oder ob wir doch einmal ganz unverhofft wiederkommen müssen?" Moderne Papierfabrikation. Die„Berliner Korresp." schreibt: Die Untersuchungen der Königlichen technischen Ver- suchsanstalten haben anläßlich von Klagen der Behörden über die geringe Dauerhaftigkeit des zu Eingaben verwendeten Papiers festgestellt, daß von 35 unauffällig gekauften Papier- proben nur 6_ 17 pCt. als gutes Aktenpapier und demgemäß für eine längere Aufbewahrung in den Akten tauglich be- zeichnet werden können. Rund 29 Papiere— 83 pCt. sind zu dauernder Ausbewahrung in den Akten nicht geeignet. Von diesen 83 pCt. eignen sich 29 pCt. zu Schriftstücken, welche einige Jahre aufbewahrt werden sollen, 54 pCt. dagegen nur zu Schrift- stücken, welche dem täglichen Verkehr dienen. Es empfiehlt sich daher, daß das Publikum beim Einkauf von zu Eingaben be- stimmtem Papier mehr wie bisher darauf achtet, daß ihm nur gutes Papier aus bekannt leistungsfähigen Fabriken verkauft wird. Es empfiehlt sich übrigens auch, das Gerichtsverfahren derart zu beschleunigen, daß kein jahrelanges Aufbewahren der Akten nothwendig erscheint. VvtefKaPten dev Dedakkton. Wir biUn bei jeder Anfrage eine ilhtffre(Zwei Buchstaden oder eine Zahl) anzugeben, unrer der die Arnworl eriheill werden soll. Montag, Dienstag, Donner st ag und Freitag wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und Rath i n Rechtsangelegenheiten ertheilt. Rnonyme Anfragen werden von uns nicht beantwortet. K. W., Magdeburg. Unserem Leitartikel lag, wie aus- drücklich in der Note augeführt, die Broschüre zu gründe: „Glänzendes Elend", von R. Krafft, bayer. Lieutenant a. D. Sie können sie durch die„Vorwärts"-Buchhandlung zum Preise von 1,30 M. portofrei zugesandt erhalten. — M. M. Sobald die Altersrenlnerin bei der Jnvaliditäts- anstall, die ihr die Rente zugesprochen hat, den Antrag stellt, die Reute fortan in Berlin zur Auszahlung gelangen zu lasse», weil die Rentenberechtigte dorthin übersiedelt, wird die Post- anstatt zu Berlin mit der Rentenauszahlung beauftragt.— 3,. Kirchbachstraße. 1. Ja. 2. Es kann Betrug als vorliegend erachtet werden, wenn ein Gegenstand in der Absicht. ihn nicht zu bezahlen, gekaust und dann weiter verkauft wird. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 30. Juni. Deutsches Theater. De ledige Wieg. Studenteleeven. Manus de Snorder. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Neues Theater. Tata- Toto. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. Zopf und Schwert. Montag: Die zärtlichen Verwandten. Alexanderplatz Theater.. Ver botene Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Im Irrenhause. Montag: Diefelbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Miß Helyett. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo Theater. Ein Abenteuer im Harem. Friedr. Wilhelmstädtischer Park. Großer Ult- Abend. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonntag, nachmitt. 3 Uhr: Ultimo. Abends 8 Uhr: Zopf und Schwert. Montag, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Ein Strafrapport. Dienstag, abends 9 Uhr: Zum ersten Male: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muh heirathen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Freitag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Friedrich- Wilhelmstädtischer Concert- Park 24/25 Chausseestraße 24/25. Grosser Ulk- Abend. Humor. Witz. Satire. Bomben Erfolg. Berlin amusirt sich. Burleske Parodie. L. Herzberg und Arth. Fraenkel. Unsere Sterne! Nini Diva. Edi Blum. Hedwig Döring. Willy Agooton. Entree 30 Pt. Mittwoch, den 10. Juli 1895: Grosses Wiener Praterfest. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr, Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Reichshallen. Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree der Nord deutschen Quartettu. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Nen! Der sanfte Heinrich. Der mus Mariaberg. nach Kaufmann's Variété. Königstr., Kolonnaden. Letzte Woche. Humoristischer Abend ber NeumannBliemchen's Leipziger Sänger. Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Der Floh! ( La Puce.) Poffe von Wilh. Wolff. Stürmischer Beifall. Et is zum piepen! National- Theater. Edison's Große Frankfurterstraße 182, Direktion: Max Samst. Achtung! neuestes Wunderwerk mart, Gudel, Laufiber Platz 2, Zahnersatz, auch Theilzahl., wöchentl. Das Kinetoskop Elsasserstr. 12. Im Irrenhause. Elektrisch bewegte, lebendig erDesimal- und Eisspinden, Tafelwagen, scheinende Darstellungen, ausgestellt fowie Milchgeschäfts- Utensilien. Sensations- Schauspiel mit Melodramen Friedrichstr. 65, nahe Mohrenstrasse. in 5 Aften und 8 Bildern von H. B. Geöffnet von früh 1,10 bis 10%/ 2 Uhr Jordan, Kleine Markusstr. 28. Regie: May Samft. abends, tiefes Geheimniß. 3. Bild: Der Rächer Passage- Panopticum. tiefes Geheimniß. 3. Bild: Der Rächer. 1. Bild: Zwei Hallunken. 2. Bild: Ein hauses. 5. Bild: Ein Verräther. 6. Bild: 4. Bild: Die Geheimnisse des Irren Der Plan des Teufels. 7. Bild: Die Tochter des Verbrechers. 8. Bild: Der Giftmord. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Nationaltheater- Garten: Gr. Konzert u. Spezialitäten. Vollständig neues Programm. Aufführung von Operetten und Liederspielen. Kaffenöffnung 3 Uhr. Anfang der Vorstellung 4 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Berliner Aquarium. Ecke der Unter den Linden 68a Schadowstr. Eing. Schadowstr. 14. Heute, Sonntag, Eintrittspreis: 25 Pf. von Reichhaltige Ausstellung Land- und Seethieren, wie Affen, Riesenschlangen, Krokodile, Hai- u. Tintenfische, Quallen etc. ACTIEN- BRAUERED FRIEDRICHSHAIN 59M Aktien- Brauerei Täglich: Nettung aus Feuersgefahr durch die Feuerwehr Zum frischesten Schoppen. Königs- Garten, Leipzigerstr. 186. Täglich von dem tüchtigen Orchester des Berliner Theater, unter Leitung des Musik Direktors Franz Schmitz: Grosses Garten- Concert. Entrée zwanzig Pfennige. Friedrichshain Schönster Garten Berlins. 2000 Sigplähe ( Königsthor). Heute Sonntag: MilitärA. Heyer, Detonom Gresses Neues Club- Haus Konzert. Eintr. 10 Pf. Kinder frei Programm gratis. Allgemeine Ausstellung für Sport, Spiel und Turnen. Berlin, Altes Reichstagsgebäude, Leipzigerstraße 4. Sonntag, den 30. Juni, geöffnet von 10 bis 2 Uhr. Eintritt 50 Pf. mit interessant. Führerbuch. Kinder 25 Pf. Neu! Abtheilung für Erfindungsschuh! W. Noack's Sommer- Theater, Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Jm Saale: Grosser Ball. Die goldene Insel. Operette von Anton Anno. Robert Dill, Liederfänger. Geschwister Morre, Duettisten. Clara Jordan, KostümSoubrette. Rappo- Trio, Equilibristen. Meue Welt. Hafenhaide. Sonntag: Letztes Auftreten ber engagirten Spezialitäten. Gr. Concert. Feuerwerk. Entree 30 Pf., Kinder 5 Pf. Billets vorher 25 Pf. Ball. Castan's Panoptikum. Das Bärenweib. Ein Flug durch die Luft! Bestrafte weibliche Eitelkeit. Volksgarten ( ehem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badßte. 56. Direktion: Max Samst. 72. Kommandantenstrasse 72. Jeden Sonntag: BALL.B Empf. meine 4 Fäle zu Feſtlichkeiten u. Versammlungen gratis. H. Ebert. Sitzenstock's Victoria- Park, Blücherstr. 31. Gneisenaustr. 67. Jeden Sonntag: Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Mittwoch: Kinderfest, Konzert, Gratisverloosung. 1906b Wedding- Kafino Schulstr. 29. Bergen naal war auch während des Sonnabends zu Boykotts frei. 77. 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Allen Freunden und Bekannten die Trauernachricht, daß heute Nacht 1/22 Uhr mein einzig geliebter Mann, der Former 1933b Julius Hahn, nach viertägigen, schweren Leiden im 48. Jahre sanft entschlafen ist. Alle seine Kollegen bitte um rege Theilnahme. Die Beerdigung findet Dienstag Nachm. 2 Uhr vom Sterbehause, Frankfurter Allee 158, aus statt. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Fachverein der in der Lederwaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 1. Juli, abends 82 Uhr: Große Vereins- Versammlung im Lokale von Roll, Adalbertstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Vereins- Angelegen heiten. 3. Verschiedenes. 18976 Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis und die Zahlstelle befinden bei Adhtung! Charlottenburg. Achtung! Zack, Oranienfit. 16( Frintichiplab). Sonntag, den 7. Juli 1895: 54/16 Gr. Familien- Ausflug nach der Jungfernhaide. Von vormittags 9 Uhr ab Sammeln aller Theilnehmer in den schattigen Gärten der Restaurants ,, Zum Wald kater". Zum Hinkeldey", Tegeler Weg( unmittelbar an der Haide). " Ausflug unter Begleitung einer Musikkapelle nach dem Walde event. bis ,, Haselhorst". Veranstaltung von Spielen. Verloosung. Kinderbeluftigungen. Wiedereinkehr in die Restaurants. Von dort aus abends: Gr. Kinder- Fackelzug. Heimmarsch mit Musk. Bairisch Bier à Glas 10 Pf.- Vorzügl. Weißbier. Tanz frei. Die Kaffeeküche ist in beiden Lokalen von 2 Uhr ab geöffnet. Loose à 10 Pf.. Kontrollkarten à 10 Pf. find nur bis Sonnabend in Die Vertrauensleute. den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Sommerhalbjahr Nord- Schule, Müllerstrasse No. 179a. Montag: 1895. Nationalökonomie.( Das Verhalten des Kapitals bei der Werthbildung, der Grad der Ausbeutung der Arbeitstraft.) Dienstag: Volksthümliche Medizin.( Gewerbefrankheiten, Wohnungshygiene.) Mittwoch: Natur- Erkenntniß.( Darwinismus, Schöpfungsperioden und Schöpfungsurfunden.) Donnerstag: Deutsch( Literatur). Freitag: Geschichte( 19. Jahrh., speziell die Revolution des Jahres 1848. Entwicklung des Sozialismus und der politischen Parteien Deutschlands). Sonnabend: Diskutir- Uebungen. Südost- Schule, Waldemarstrasse No. 14. Montag: Volksthümliche Medizin( Bau und Lebenserscheinungen des gesunden und franken Menschen). Dienstag: Nationalökonomie( praktische). Mittwoch: Geschichte( römische Klaffenkämpfe im alten Rom, Zäsarismus, Entstehung des Christenthums). Donneritag: Natur- Erkenntniß( Darwinismus: Natürliche und geschlechtliche Zuchtwahl im Kampfe ums Dasein). Freitag: Deutsch( Literatur). Sonnabend: Diskutir- Nebungen. Freie Kranken- und BeDie Schulräume sind abends von 1/28 Uhr an geöffnet( Sonntags gräbnisskasse der Schuh- 10-12 Uhr), um den Mitgliedern und Gästen Gelegenheit zu geben, in dem außerordentlich reichen Zeitungs-, Zeitschriften- 2c. Material zu studiren. macher u. Berufsgenossen Der Unterricht beginnt um 1/29 Uhr und endet um 1/211 hr. Die Theilnahme am Unterricht steht jedem, auch Nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Berlins( E. H. 27.) Generalversammlung Montag, 15. Juli, abds. 8 Uhr, Louisenstädt. Klubhaus, Annenstr. 16. Tages- Ordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Innere Kassen- Angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. 1903b Der Vorstand. Jeden Montag, abends von 8 bis 10 Uhr werden die Beiträge, sowie Meldungen zur Aufnahme in die Kaffe, im oben genannten Lokal entgegengenommen. Arbeiter- VertreterVerein Berlin. Schloh Weißensee Generalversammlung. Zum Sternecker. Sonntag, den 7. Juli 1895: Großes sozialdemokratisches Volksfest arrangirt von den Parteigenossen des Kreises Niederbarnim unter Mitwirkung mehrerer Arbeiter- Gesangvereine. Dienstag, 2. Juli, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Borstandes Vereinsjahr. im verflossenen Für sämmtliche Lehrsächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer ( Damen und Herren) aufgenommen. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, welchen wissenschaftliche Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld beträgt monatlich für jedes Unterrichtsfach 25 Pf.; für die Diskutir Uebungen wird kein Entgelt erhoben. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Bahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist. Die Zahlstellen sind folgende: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Owzarek, Langestr. 65. H. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Löffler, Stendalerstr. 12. W. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. Die Bibliothek ist allabendlich geöffnet und steht jedem Mitgliede 2. Neuwahl des Gesammt- Vor- zur unentgeltlichen Benuzung zur Verfügung. standes. 3. Verschiedenes. 98/13 63/19 Grosses Konzert, ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Schweizer Garten der Zivil- Berufsmufifer. Brillant Land- und Wasser- Feuerwerk der Kunstfeuerwerker Bock und Massow. Kinder- Fackel polonaise, jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. In den Festfälen: Gr. Ball. Herren, welche am Zanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Raffeeküche ist den ganzen Tag geöffnet. Anfang 8 Uhr morgens. Rasseneröffnung 7 Uhr. Entree 25 Pf., im Vorverkauf 20 Pf. Billets sind in den mit Plakaten. belegten Handlungen zu haben. Um recht rege Betheiligung ersucht 59/11 Das Comité. 100| 17 Zur Kenntnißnahme! Das Verkehrslokal der Lackirer befindet sich vom 1. Juli d. J. ab Alexanderstrasse 11, Am Königsthor. bel Stegemand. 181/18 Täglich: Daselbst jeden Sonntag Vormittag 10-12 Uhr: Morgensprache. Jeden 1. Dienstag im Monat Versammlung b. Wienecke, Alte Jakobstr.83. Turnverein ,, Fichte“. Mit dem 1. Juli tritt unser neuer Arbeitsvermittler Kollege Hoch in Am Dienstag, den 2. Juli, eröffnet Aktion, und hat nunmehr dieser allein nur das Recht, für unsern Arbeits- der Verein eine Damen- Abtheilung nachweis bestimmte Muskaufträge abzuschließen. Alle derartigen Aufträge m der Turnhalle Mariannen- User 19 sind zu richten an: Arbeitsnachweis der Zivil- Berufsmusiker, und seine 3. Lehrlings- Abtheilung in C., Rosenthalerstr. 57, Restaurant Wernau. Die Wahl des Arbeitsvermittlers als Dirigent ist nicht statthaft. Soweit wie nicht direkte Wünsche in betracht kommen, werden zu den Musitaufträgen, wo ein höheres musikalisches Interesse vorwaltet, tüchtige und fachverständige Dirigenten gestellt. Fernsprecher- Anschluss Amt III No. 1296. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. Ausstellung Italien in Berlin. Station Zoologischer Garten. Heute Sonntag, den 30. Juni 1895: 1. Wiederholung der gr. italien. Original- Fest- Aufführungen: Ein Hochzeitsfest zu Portici im Jahre 1848. Großer historischer Festzug mit Musik, Pantomime und Tanz nach den Entwürfen von Dr. Ludwig Abels in Szene gesezt von den töniglichen Tänzern François und Victor Forte, ausgeführt von 200 Personen in stilvollen Originalkostümen. Beginn 10 Uhr abends. Schauplatz die gesammte Ausstellung. Um 11 Uhr: Große Fackelpolonaise. Während des ganzen Tages Auftreten der 22 italienischen Gesangtruppen und Orchester. Besichtigung der italienischen Industrie Ausstellung, des Edison'schen Kinetoskopen, des automatischen Restaurant. Fest- Borstellung des teatro americano. Um 71/2 Uhr abends: Konzert des Symphonie- Orchesters unter Maestro Gialdini. Entree 50 Pf. Möbeltischlerei und Polfferwaaren- Fabrik von A. Schulz, Reichenbergerstr. 5, an der Ritterstrasse. Gegründet 1878. Liefere Wohnungs- Einrichtungen unter Garantie in Uuhbaum Theater. Entrée 30 Pig. Am Friedrichshain. Spezialitäten. Ball. der Turnhalle Boechstraße 20/22. 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( Schluß.) der -ON habt: der Straffenat des Kammergerichts hat im Beamtenwesen mit der vollen Macht des die Einleitung des Verfahrens beschlossen und freien Wortes öffentlich zu bekämpfen, ist bei zwar regelmäßig ganz nach Formular, weil der Angeklagte hin uns ohne Gefahr nicht immer mehr möglich. reichend verdächtig erscheine, ohne auch nur den Gründen der Man muß sich auch selbst wenn man feinerlei Personen Indem zunächst Staatsanwälte in den Straf. Vorinstanz eine fachliche Widerlegung zu theil werden zu laffen. nennt zu ängstlich vorsehen, und auch dies nütt häufig nichts: fenaten der höheren Gerichte( Ober- Landesgerichte Unter diesen Umständen ist es menschlich erklärlich, wenn die incidit in Scyllam, qui vult vitare charybdim.( Der Scylla und Reichsgericht) siyen und dort einen bestimmen. Straftammern es aufgegeben haben, einen un-[ einem sagenhaften ungeheuer] verfällt, wer die Charybdis den Einfluß auch auf die Landgerichte üben, wird fruchtbaren Kampf weiter zu kämpfen, und wenn[ einen Meeresstrudel] vermeiden will.) Ift nicht aber die hier die staatsanwaltliche Auffassung der Recht- deshalb der jetzige Zustand der ist, daß die Gerichte sich Aufdeckung öffentlicher Mißstände innerhalb der heutigen sprechung von selbst geträftigt. Natürlich finden ihres Entscheidungsrechtes über die Antlage fozialen Zustände geradezu als ein Mittel zur Staatserhaltung die früheren Staatsanwälte auch einzelne Richter vor, die dem einfach begeben haben: über die Frage, ob anzusehen? Sollte man nicht jedem Menschen dankbar sein, der Geiste der staatsanwaltlichen Auffassung zuneigen und mit ihnen iemand in Antlagezustand zu versehen ist, die lautere Absicht vorausgesetzt derartiges unternimmt? an einem Strange ziehen. Diese werden gekräftigt und die An entscheidet thatsächlich Staatsanwalt. Ist nicht gerade was Mißstände im Beamtenwesen betrifft hänger freierer Auffassungen geschwächt. Zunächst geschieht dies Dieser Zustand ist für Berlin wesentlich mit auf die in oberster Reihe die Monarchie selbst daran interessirt, daß dadurch, daß Entscheidungen, die in legterem Sinne ergehen, auf Zusammensehung des Straffenats des Kammergerichts zurück das freie Wort hier nicht unterbunden werde durch allerlei Anfechtung der Staatsanwaltschaft in höherer Instanz ab- zu führen. Und so lange hier kein entscheidender Wandel ein Rücksichten auf empfindsame Nerven? Statt dessen thun unsere geändert werden; später dringt der Geist der höheren Instanz tritt, wird alles Resfribiren völlig vergeblich sein. Denn auf Gerichte das Gegentheil: fie schüchtern die öffent das ist eben der staatsvon vornherein in die zu treffenden Entscheidungen ein. Wer der einen Seite die Gerichte zu sorgfältigerer Nachprüfung der liche ritit ein. Sie gehen davon aus, daß, wenn die von den Richtern sich darin unbehaglich fühlt, der sucht aus der Anklagen auffordern und auf der anderen zur Beschwerde über anwaltliche und polizeiliche Geist Straffammer fortzukommen und verstärkt dadurch den Einfluß abgelehnte Anklagen ein Kollegium von ehemaligen Staats- öffentliche Kritik überhaupt unterbleibt, dies weiter fein Schaden Dieses der gegnerischen Strömung. Hiermit ist denn der Birkel glücklich anwälten berufen, das heißt ein Pferd vor den Wagen ist. das heißt ein Pferd vor den Wagen ist.„ Die Deffentlich teit existirt nicht!" geschlossen. Die Anhänger staatsanwaltlicher spannen und ein Viergespann dahinter. geflügelte Wort ist charakteristisch. Der Sprecher desselben mag Auffassungen nähern sich immer mehr dem Wir resumiren uns dahin: Das Vorverfahren und es etwas beschränkter gemeint haben, als es herausgekommen ist. Biel, in den Strafkollegien ganz unter sich die Ermittelungen beherrscht der Staatsan Aber wessen das Herz voll war, dessen ist der Mund über. zu fein. walt so gut wie vollständig. Er entscheidet, gegen wen gegangen. Unsere Gerichte erkennen allerdings die öffentliche Diese Entwickelung wird weiter begünstigt durch den Um- er den Spieß tehren und die Anklage erheben will. Seinen Kritik als etwas vom Geseze Zugelassenes an, aber sie sind stand, daß unter den Beisigern der Strafkollegien, wenigstens in Anklagen wird so gut wie ausnahmslos stattgegeben. Im weit entfernt von dem Gedanken, daß diese den Landgerichten, der tüchtigere und befähigtere Theil des Hauptverfahren dominirt der Staatsanwalt Kritik eine der wichtigsten Funktionen im Richteramtes wenngleich er selbstverständlich nicht ganz fehlt so mit seinem Einfluß und die staatsanwaltliche Auffassung ft a a tlichen und gesellschaftlichen Leben der doch nicht zu stark vertreten ist. Im Gegentheil überwiegend dringt immer mehr und mehr in die Gerichte ein; wo einzelne Neuzeit zu erfüllen berufen ist. Strafen, mehr strafen und noch mehr strafen!" das ist der sind es die minderwertrigen Elemente, welche zu dieser Thätig- Gerichte sich dem widersehen, verhelfen die Gerichte der höheren feit ausgewählt werden. Instanz der staatsanwaltlichen Auffassung zum Siege. Eo ent- Geist, den die Staatsanwälte und die den staatsanwaltschaftMinder befähigte Richter find nun aber naturgemäß dem stehen jene Entscheidungen, namentlich auch des Reich 3- lichen Auffassungen huldigenden Richter aus den Entscheidungen Ei fluß anderer, namentlich dem entschiedenerer Naturen und gerichts, deren Scharfsinn man bewundern und zugleich tief des Reichsgerichts für sich herauslejen. Sie übertragen diesen dem der höheren Gerichte, ja sogar dem Einfluß des staats. beklagen muß. Wäre diese Summe von Scharfsinn dem Ziele Geist leider auch auf die Beurtheilung der Thatfrage, der gegenüber anwaltlichen Antrages in viel höherem Maße unterworfen. Mit diensibar gemacht worden, Volksrecht und Juristenrecht in Har- das Reichsgericht machtlos ist. Daher die Urtheile, bei denen dieser Besetzung der Straffammern findet auch eine andere be- monie zu sehen, welche herrlichen Ergebnisse hätte sie zeitigen man im Publikum staunt, wie ein so geringes Maß von Beflagenswerthe Erscheinung ihre Erklärung, die längst nicht mehr können! Statt deffen sieht man mit tiefstem Schmerze, wie der weisen zur Bejahung der Schuldfrage genügen tonnte: die Geheimniß der Juristen ist, d. i. die große Abhängigkeit vieler höchste Gerichtshof das Talent seiner Mitglieder in der Gr Majestätsbeleidigungen, welche häufig auf die AusStrastammern von der Person ihrer Vorsitzenden. Man bezeichnet sinnung neuer Verfolgungsmomente verbraucht, fagen entlassener Bedienten gefiüßt werden; die Anlagen Beamtenbeleidigung oder Widers die Straffammern nach ihrem Vorsitzenden als die Schulze'sche, wie hierbei das Gebiet des Strafrechts, in welchem die einfachsten, wegen Müller'sche u. s. w. und fann häufig ihre Sprüche vorausfagen, gemeinverständlichen Grundsätze herrschen sollten, zur Domäne standes, bei denen der verlegte Beamte einer nicht weil man die Beisitzer und deren Auffassung zu fennen formalistischer Klügeleien wird und wie der Gedanke, daß die seits und ein unbescholtener Bürger als An. glaubt, sondern ausschließlich nach der Individualität des Vor- Bolksthümlichkeit der Strafrechtsprechung ein nationales Gut ist, getlagter, häufig auch als 3euge, andererseits fizzenden. Die Ursachen dieser Erscheinung, welche eine schwere ganz abseits von dem Kreise der Erwägungen des höchsten Ge- ein ander gegenüberstehen und wo statt eines non liquet lediglich dem Beamten geglaubt Herabsetzung des Ansehens der Gerichtskollegien darstellt, sind richtshofes liegt. zwar nicht ausschließlich auf die Art der Beseßung der Kammern Bekannt ist ferner die Auslegung des§ 131 des Strafgefeß wird; die zahlreichen Fälle, in denen der gute Glaube eines zurückzuführen. Allein ein Moment dabei bildet doch die häufige buchs, nach welchem bestraft wird, wer crdichtete oder entstellte Angeklagten von der Berechtigung seiner Handlungsweise gegen Wiinderwerthigkeit der beisitzenden Richter. Da es nun tüchtigen Thatsachen, wissend, daß sie erdichtet oder entstellt sind, öffentlich die Voltsauffaffung verworfen wird, und denen gegenüber dieRichtern ganz besonders unsympathisch ist, durch Majorifirung behauptet oder verbreitet, um dadurch Staatseinrichtungen oder nicht seltenen Fälle ganz besonders böses Blut machen, in und durch Ueberwiegen des Vorsitzenden zur Einflußlosigkeit in Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen". Man hatte welchen einem exzedirenden Beamten dieser gute den Kollegien verurtheilt zu werden, so sehen wir auch hier ein geglaubt, seinerzeit mit diesem Gesetz eine große Errungenschaft Glaube zuerkannt wird. Den Höhepunkt der Schäden ferneres Moment für das Bestreben dieser Elemente, den Straf- gegenüber dem Haß- und Verachtungsparagraphen des preußischen in der Beweißwürdigung haben wir vor einigen Jahren erlebt, tammern fernzubleiben und damit für die weitere Verdichtung Strafgesetzbuchs darzustellen. Aber das Reichsgericht hat er als unter der Herrschaft des Sozialisten geseges des staatsanwaltlichen Einflusses. fannt, daß auch Motive, Ziele und Absichten zu den„ Thatsachen die Anflagen wege Geheimbündelei vor den Die Ablehnung von Auflagen ist unpraktisch" geworden innerer Natur" gehören, deren Erdichtung und Entstellung eben Berliner Gerichten verhandelt wurden. In diesen ProAuch dieser Mißstand ist von der Justizverwaltung nicht un- falls unter das Gesetz fällt. Was hierunter alles begriffen werden zeffen hat die Staatsanwaltschaft es unternommen, Polizeis bemerkt geblieben. In einer Zirkular- Verf. vom 29. Mai 1884, tann, darüber lese man u. a. in der Rechtsprechung des Reichs- beamte als Belastungszeugen vorzuführen, welche hat der Justizminister den Gerichten bemerklich gemacht, daß eine gerichts in Strafsachen Bd. 4 S. 232, Bd. 8 G. 110, Bb. 9 ihr Zeugniß dahin ablegten, sie hätten in Beschlußfaffung über die Antlage ohne mündlichen Vortrag der S. 675 nach. Wenn wir daraus hervorheben, daß jemand be- ihren Ermittelungen durch Vigilanten fest= Sache eine Gesezwidrigkeit darstelle. Erfolg hat er straft worden ist, der behauptet hat, die Polen- Ausweisungen der gestellt", daß der und der von den Angeklagten an einem damit nicht erzielt. Zwar wird der Mißstand mit ihm von Regierung beruhten auf blindem Haß gegen das Polenthum", bestimmten Geheimbunde theilgenommen habe, aber sie seien vielen Richtern und zwar auch von Strafrichtern als solcher an- so ist dies noch keineswegs der fraffeste Fall. Seitdem noch durch die Amts verschwiegenheit gehindert, mitzutheilen, gesehen. Aber diese Richter erlahmen in ihren Bemühungen ferner der Begriff aufgefommen ist, daß ganze Berufs worauf sich diese Feststellungen" gründeten. Die Gerichte durch die Wahrnehmung, welchem Schicksal Gerichtsbeschlüsse, st ände als solche beleidigt werden können und haben es zugelassen, daß solche Zeugen abgehört wurden die auf Zurückweisung von Anklagen lauten, verfallen. Im feitdem der Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuchs( Wahr- und haben deren Aussagen bei der Urtheils Justizpalast in Moabit pfeifen es die Spazen von den Dächern, nehmung berechtigter Intereffen und ähnliche Fälle") der fällung mit zu grunde gelegt, obwohl eine richtige daß der Staatsanwalt gegen solche Beschlüsse nur Beschwerde an Presse bei Besprechung öffentlicher Mißstände Auffassung von Gefeß und Gerechtigkeit die das Kammergericht einzulegen braucht( was er regelmäßig thut), regelmäßig versagt wird, ist man dahin gelangt, daß ftritte zurückweisung eines solchen UnterDie Zulassung der um ohne weiteres die Abänderung des Beschlusses zu erlangen. die Rede und Preßfreiheit thatsächlich bei uns nehmens geboten hätte. Bei den Berliner Gerichtskollegien sind wiederholt Versuche zu nicht mehr in dem Maße existirt, in welchem sie artigen Beweismaterials hat das Ansehen weiten Kreisen schwer ge= eingehender Prüfung gemacht worden. Sie haben zum theil zu ein unerläßliches Erforderniß nicht nur für der Justiz in gründlich motivirten Beschlüssen über Ablehnung einzelner Individuen und Parteien, sondern geradezu schädigt. Zu solcher Schädigung trägt das polizeiliche Antlagen geführt. Aber die Beschwerden des Staats- für den Staat ist. Es liegen bereits zu viel Schlingen auf Vigilantenthum übrigens nicht nur in politischen Prozessen bei. anwalts hierüber haben immer( oder wenigstens so dem Wege, in denen man sich fangen kann. Nepotismus, Der vor einiger Zeit in Berlin verhandelte große Schaffnerprozeß Sonntagsplauderet. Der alte Goethe ist zwar von den Jüngsten" zum alten Eisen geworfen, aber dann und wann hat er doch einen guten Bers gemacht, z. B. als er einstmalen nach der dritten durchschwärmten Nacht seinem Weltschmerz in den Worten Luft machte: " worden ist! Möge der mildthätige Mantel der Nacht und des seligen Weines es bedecken. " " " Könige und Großherzöge sind unsere Kollegen geworden. Erst dieser Tage brach der Großherzog von Oldenburg eine Recht unartig und unhöflich war das Wetter- von oben. Lanze für die bedrohten Fürsteninteressen. Das ist ein er Und gar erst von unten! Der Herr der Fluthen hat sich fürchter- freuliches Zeichen der Zeit. So erfreulich wie das Loblied, lich gerächt für die Verse, mit denen er geplagt worden ist, das der preußische Justizminister jüngst auf die„ Deffents und mit grausamer Fronie hat er Reichsboten nebst lichkeit des Gerichtsverfahrens" sang, der wir es verdanken, „ Dienern", Preßsklaven, Edelste und Fürstlichkeiten durch daß die Thaten des sanften Heinrich und seiner frommen Brüder Es läßt sich alles besser ertragen, einandergerüttelt, und die Dittatur der Gleichheit enthüllt wurden. Schade nur, daß der Herr Justizminister Als eine Reihe von guten Tagen. proklamirt. Der Wasserkongreß, den die ver- vor jeden sanften Heinrich einen Engel mit flammendem Schwert Ach, die guten Tage, sie sind so schwer zu tragen! sammelten Fürsten auf einem Kriegsschiff abhalten wollten, in Gestalt eines Staatsanwalts hingepflanzt hat, der jeden Und wenn es nun nicht blos drei waren, sondern zehn und ist elend ins Wasser gefallen, und die einzigen Reden, die Angriff auf die Majestät des sanften Heinrich mit einem mehr, wie in Hamburg, Kiel, Bremen und Lübeck, dann gehalten wurden, ergossen sich in das Meer. Vor dritthalb Prozeß und obligater Geld- oder Gefängnißstrafe bedroht. Und fann man sich ungefähr denken, in welcher Verfassung die Jahrtausenden, als der Herr der Fluthen sich ähnlich be- wir haben der sanften Heinriche so viele, und wir wissen Helden und Opfer der großen nationalen Festwoche" sind. nahm, wurde er auf Befehl des Xerres mit Ruthen ge- nicht, wie viel hundert Jahre Gefängniß der Versuch, ver Die zerstreuten Exemplare, die von ihrer Odyssee heim- peitscht. Wir wissen nicht, wie diesmal der Frevel bestraft mittelst des öffentlichen Gerichtsverfahrens zum Sieg des gekehrt sind, erinnern an die siegreichen Griechen, die von worden ist; jedenfalls wird's nicht viel genutzt haben, denn Rechts" zu gelangen, uns Sozialdemokraten schon ge= Troja nach langer Jrrfahrt schiffbrüchig heimkehrten. Nur der Herr der Fluthen ist ein verhärteter Sünder, der gar kostet hat! Wir sind jetzt in der„ todten Session". Ganz ein wesentlicher Unterschied ist: die„ ollen Griechen" wußten feinen Respekt hat vor Autoritäten und Majestäten; und wenigstens, was sie erlebt hatten, und konnten es so bübsch echt sozialdemokratisch mißt er alle Menschen mit einem Berlin" geht aus Berlin; und-merkwürdig, Berlin merkt gar nicht, daß ganz Berlin" fehlt. Ich glaube erzählen, daß heute noch, nach dreitausend Jahren, unsere Maßstabe. Schuljugend es mit Vergnügen liest; unsere modernen Die bösen guten Tage"! Ja, fie sind schwer zu tragen; sogar, wenn ganz Berlin", d. h. das Berlin, welches sich Fest- Germanen jedoch wissen nur sehr wenig zu erzählen. und je mehr gute Tage die Menschen haben, desto schwerer selbst für die Welt" hält: das genießende, herrschende, Sobald sie den Versuch machen, breitet sich plötzlich ein haben sie zu tragen. Und wer immer gute Tage hat, der freie Liebe pflegende, Sekt trinkende Berlin ganz wegEchleier über ihr Gedächtniß und das hat seine sehr ist so recht mühselig und beladen! Die armen Reichen! Und bliebe, hätte Berlin nichts verloren. Letzten Sonntag freinatürlichen Gründe. der arme König Stumm! Wie hat er neulich geseufzt lich, da war auch das wirkliche Berlin aus Berlin Die unglücklichen Glücklichen sind zwar nicht in das und geächzt vor seinen" Arbeitern, als er ihnen die letzte hinausgewandert, hinaus nach Friedrichshagen und hatte als Souverän sein Müggelschloß Land der Lotosesser gerathen, wo jeder Reisende, der von Thronrede vorstotterte. Der edle Hammerschmied, der von es von dem die rothe Fahue herabwehte. der himmlischen Lotosfrucht aß, die Erinnerung verlor, aber den abscheulichen Sozialdemokraten so schnöde verkannt bezogen, fie haben von dem noch himmlischeren Nektar getrunken, der wird! Er soll sich mehr dünken, als seine" Arbeiter! Es war ein herrlicher Tag. Sonnenschein, Rosen- und eigentlich nur für die Götter des Olymp bestimmt ist, und dies- Der„ vierte Stand" ist eine Erfindung der wissenschaft- Lindenduft. Echtes Volkswetter für das Bolt, während mal aus göttlicher Gnade auch den gemeinen Sterblichen lichen" Sozialdemokratie, nein, wahrhaftig, auf Ehre unten in Kiel das Kaiserwetter sich gar schlecht aufgeführt verabreicht ward. Oh! sie war verderblich diese Gnade; der Arbeiter ist ebenso gut ein Mensch wie der König hat. Ich wollte nur, die vorsintfluthlichen Stadtväter, die arme Volk wisse die Natur es wird bei manchem Wochen und Monate dauern, ehe die Stumm. Nur das Hirn ist etwas verschieden. Und das vorgestern meinten, das Folgen überwunden sind und das Hirn wieder normal ist sehr vortheilhaft, denn hätten die Arbeiter des Königs nicht zu schätzen, wären zugegen gewesen; sie hätten Das furchtbare Bootunglück, arbeitet. Einstweilen füllen die Heimgekehrten so gut es geht das gleiche Hirn, so würde das Reich des Königs Stumm etliches lernen können. mit Jagdgeschichten die Lücken in ihrer Erinnerung aus. Längft gefallen sein oder richtiger es wäre nie gegründet das zwei Arbeiterfamilien fast vernichtete, hat in das Andenken dieses unvergeßlichen Festes einen Tropfen bitteren Auch Herr v. Köller, der uns vorgestern auf dem Wege worden. zu seinem Redaktionslokal begegnete, machte ein sehr nach- Nicht blos der König Stumm ist mißvergnügt. Auch Wermuths gegossen. Der Ernst fehlt ja auch sonst niemals, Eine merkwürdige wo Arbeiter vereinigt sind. festliches Gesicht. Ob er wohl erst jetzt in den Berliner andere Könige und Fürstlichkeiten. Zeitungen gelesen hat, welch' umstürzlerische Rede er in Kiel Zeit, die unsere. Nothstand überall. Nothstand auf der zu Ehren der Presse gehalten? Und ob er nicht etwa mit Höhe und in der Tiefe; und auf der Höhe ist die UnzuEchrecken daran dachte, daß das Auge eines Staatsanwalts friedenheit am größten und äußert sich am lautesten. Die die Geheimnisse von Kiel und von Hamburg zu durch Noth lehrt aber nicht blos beten, sondern auch agitiren. bringen bemüht sein könne? Was alles ließe sich dort So sind die hohen Herren unter die Agitatoren gegangen, finden, das gegen Religion, Ordnung und Sitte" verübt auf die sie sonst gar nicht gut zu sprechen waren; und Kaiser, Wir Sozialdemokraten haben die Genugthuung, daß andere Leute sich fortwährend mit uns beschäftigen. Und obgleich diese Beschäftigung zum Zweck hat, uns zu vernichten", so wirkt sie auf unseren Gesundheitszustand doch so ausgezeichnet, daß wir denen, die sich ihr so eifrig gewidmet haben, von Herzen gute Verrichtung wünschen. " V hat ergeben, wie diese Menschen vor der direkten Aufforderung zu hierzu berufene Behörde ist, dem nicht durch Aufstellung festerer und unter anderen die Geschäftspraktiken des Herrn 2. Rumpf, strafbaren Handlungen nicht zurückschrecken. Giner von ihnen hat Normen für die Geschäftsvertheilung entgegentritt. Deutsche Fußbodenfabrik Martinickenfelde, einer eingehenden in der Absicht nachheriger Anzeige einen völlig unbescholtenen Angesichts des vorstehend geschilderten, die Rechtssprechung Kritik unterzogen. Wie mitgetheilt wurde, ist es nicht selten Schaffner durch Bestechung veranlaßt, ihn ohne Billet fahren zu geradezu umflammernden Einflusses darf man die Staatsanwalt üblich, daß die Bodenleger am Bahltage bis abends 10 Uhr auf laffen. Er hat diesen Mann, gegen den nichts vorlag als diese schaft fast als die allmächtige Behörde im Strafverfahren an ihren fauer verdienten Arbeitslohn warten müssen. Die Nacheine einzige That, ins Gefängniß und vermuthlich auch um Amt sehen. Wer den Satz aufstellen wollte: lässigkeit geht soweit, daß für die Arbeiter weder Marken zur und Brot gebracht. Daß gegen diese Art von polizeilichen Vigi" In Preußen wird die Strafrechtspflege von der Altersversorgung eingeklebt werden, noch regelmäßig die An lanten nicht selbst das Strafgeseh angewendet wird und sie als Staatsanwaltschaft geübt, gemildert durch ein Vetorecht meldungen zur Krankenkasse erfolgen. Weiter wurde noch Anstifter angeklagt werden, gehört gleichfalls zu den Räthseln, der Gerichte gegenüber extravaganten Ansprüchen der- gerügt, daß die Deutsche Fußbodenfabrik ihrem Zwischenmeister keine welche die strafrechtliche Sphing dem naiven Volksbewußtsein felben", Bezahlung gewähre, sondern dieses von den Bodenlegern geschehen aufgiebt. der würde zwar rechtlich etwas unrichtiges aussprechen, aber muß, die 5 Pf. pro Quadratmeter von dem winzigen Arbeitslohn Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, wie die Neigung der von den thatsächlichen Verhältniffen nicht allzu weit fich ent- abgeben müssen. Im Anschluß an das Vorstehende wurde gleichzeitig Gerichte zur Bejahung der Schuldfrage der Staatsanwaltschaft fernen. So viel ist sicher: Wächst die Staatsanwaltschaft so auf das Haltlose der Landgerichts- Entscheidung hingewiesen, wowiederum ein Uebergewicht verschafft, dessen man auf den ersten weiter, so wächst sie den Gerichten vollends über den Kopf. Es nach Kolonnenführer, Zwischenmeister 2c. als selbständige UnterAugenblick nicht gewahr wird. Es handelt sich nämlich häufig wird unausbleiblich sein, daß sich schließlich eine Bewegung nehmer zu betrachten sind. Die Angelegenheit soll in der nächsten nicht blos um die Frage, ob A. verurtheilt oder freigesprochen hiergegen erhebt, welche das ganze Institut der Staatsanwalt Versammlung nochmals eingehend besprochen werden. werden soll, sondern vielmehr darum, ob A. oder vielmehr sein schaft über den Haufen wirft. Boden im Volke hat es ohnehin Belastungszeuge B. der Missethäter ift. Ganz besonders sind es nie gehabt. Mit der freien Arztwahl beschäftigte sich am Mittwoch hier wiederum die Differenzen zwischen Publikum und Beamten. Das Haschen nach Popularität an sich ist gewiß etwas, das Abend eine im Röllig schen Lokale tagende Versammlung von A. zeigt an, daß der Schuhmann ihn geschlagen der Rechtspflege fremd bleiben soll. Aber verschieden hiervon ist geladenen Delegirten der Krankenkassen. Zweck der Versammlung habe; der Schuhmann sagt, im Gegentheil, A. das Streben, den Geist der Strafrechtsprechung in war eine Erörterung der Frage: Was ist freie Arztwahl?" habe sich ihm widersetzt. Oder in der Preffe ver- Harmonie zu halten mit dem lebendigen Be An erster Stelle sprach Herr Gutheil, der Delegirte der alten öffentlicht jemand einen Fall von Amtsmißbrauch; der anwußtsein des Voltes. Unsere Judikatur ist jetzt Maschinenbauerkaffe. Er zeigte an dem Beispiele der alten und gegriffene Beamte stellt darauf den Strafantrag wegen Beleidigung. auf dem Wege, diese Sarmonie völlig zu verber neuen Maschinenbauerkaffe( die alte hat freie Arztwahl, die Der Staatsanwalt hat hier die Entscheidung darüber in der lieren. Wir erleben die Fälle immer zahlreicher, in welchen neue, eine Fabritkaffe, Zwangsärzte), daß das Arztsystem den mateHand, wie er den Spieß drehen will. Derjenige, zu dessen die Verurtheilten das Mitleid des Volles erregen und die Richter riellen Stand einer Kaffe nicht merklich beeinflußt. Er empfahl die ungunsten er sich entscheidet, wird der Angeklagte, der andere gescholten werden. Wehe uns, wenn es damit weiter geht! Keine Erneuerung des Vertrages mit dem Vereine der freigewählten wird fein Belastungszeuge. Dieser fommt zum Eide, jener nicht. fozialdemokratische Agitation fann die Abwendung des Volkes Kaffenärzte. Dr. Moll, Vertreter des Vereins der Berliner Bei Gerichtskollegien, welche die Beweise im Sinne der Anklage von der Staatsordnung in dem Maße erreichen, wie eine Rechts- Kaffenärzte, erhob eine Reihe von Klagen gegen die Verwaltung zu würdigen pflegen, ist damit die Sache bereits entschieden. pflege, die das Volk als unverstanden empfindet. Die Erinnerung des Vereins der freigewählten Kassenärzte, dessen Mitglied er ein Das schöne Rechtssprichwort, welches das deutsche Volk an die Bauernkriege mag ein Beweis dafür sein. Und auch des Jahr lang war. Die Zurückweisung dieser Klagen übernahm erfonnen: 3 weier Beugen Mund thut die Wahr- Falles von Fuchs muhl dürfen wir hierbei gedenken. In namens des Vereins der freigewählten Kassenärzte Dr. Mugdan. Fuchsmühl heit tund", hat längst Auszug aus unseren Ge- unserer Zeit wird viel ertragen an Mißständen der Rechtspflege; Beschlossen wurde die Einberufung einer allgemeinen Versamm richtsfälen gehalten, obwohl es als Regel und aber wie lange es so geht, wer weiß es? als Regel und aber wie lange es so geht, wer weiß es? Der jetzige preußische lung der Delegirten von Orts Krankenkassen, in der lediglich nicht als starres Dogma betrachtet mit dem Grundsatz der Just iz minister hat das Heruntergehen des richter- über das Wesen der freien Arztwahl verhandelt werden soll. freien Beweiswürdigung wohl vereinbar ist. So ist bei solchen lichen Ansehens leider öffentlich anerkennen In Köpenick tagte am 25. Juni im Lokale des Herrn Prozessen der vom Staatsanwalt Angeklagte zugleich häufig eben müssen. Golecki( Kaiserhof") eine Versammlung, in der Genosse Millarg dadurch bereits der Verurtheilte. Und der Staatsanwalt einen Vortrag über den Zweck und die Nothwendigkeit des Geentscheidet sich überwiegend zu gunsten der werkschaftskartells hielt und am Ende desselben den Anwesenden Beamten: die Beweise müssen schon hageldick warm ans Herz legte, sich zu organisiren. Dem mit Beifall aufgegen den letteren vorliegen, um das Ein= Der Fachverein der Arbeiter der Firmenschilderbranche genommenem Vortrage folgte eine turze Diskussion. Der Reschreiten nach dieser Richtung zu wenden. hielt am 16. Juni cr. eine außerordentliche Generalversammlung ferent ertheilte in seinem Schlußworte den Anwesenden noch Beamte müffen geschüht werden" ist die Devise, ab. Der Kasfirer Christoff berichtete über den Stand der manchen Rath. Hierauf schritt die Versammlung zur Gründung unter welcher dieses Vorgehen steht. Prozesse zwischen Raffen und die Revisoren über die vorhergegangene Kontrolle. eines Gewerkschaftskartells. Zehn Branchen waren vertreten, Publikum und Beamten führen das muß leider Nach langer und heftiger Debatte wurden die folgenden Kollegen die Tischler, Bimmerer, Heizer, Maschinisten, Töpfer, Glasmacher gesagt werden unter Umständen einen Zustand herbei, in den Vorstand gewählt: Albert Kindleben als erster Vor- und Färber wählten einen Delegirten, die Maurer, Zigarrender von ersterem als bittere Rechtlosigkeit sitzender, Josef Schubert als zweiter Vorsitzender; Franz macher und Metallarbeiter hatten noch keine Stellung dazu ges empfunden wird. So ganz besonders bei Beleidigungen Kryza als Schriftführer; Otto Christoff als Kassirer; nommen. Unter Verschiedenes wurde vom Vorsitzenden bedauert, unter vier Augen. Giebt der Beamte an, der Beleidigte zu sein, Theodor Otte als Stellvertreter des Kassirers und Otto Gott- daß der Beschluß, den die Arbeiterschaft bez. des Scherr'schen fofort erhebt die Staatsanwaltschaft im öffentlichen Intereffe" heim als Beifizer. Hierauf brachte das Vergnügungskomitee Rotals gefaßt hat, nicht gehalten wird, ebenso betreffs des die Anklage, der Beamte schwört als Zeuge und auf seine Dar Gründel's Festfäle in der Brunnenstraße für die Abhaltung des Wendenschlosses bei Grünau, wo der Wirth die Aeußerung gestellung wird geurtheilt. Ist der andere der Beleidigte, so weist Stiftungsfestes in Vorschlag. Dementsprechend wurde beschlossen. braucht hat: diese Bluthunde!!" Wegen eintretender Polizeiihn der Staatsanwalt, da fein öffentliches Interesse vorliegt, regelmäßig auf den Weg der Privatklage. Hier wird der Kläger des Deutschen Metallarbeiter Verbandes eine Mitglieder VerMetallarbeiter. Am 24. Juni hielt die Filiale Nord" stunde wurde die Versammlung geschlossen. zu feinem Eide gelaffen. Der Angeflagte braucht nur zu leugnen, um seine Freisprechung zu erfammlung im Kolberger Salon ab. fammlung im Kolberger Salon ab. Genosse Sassenbach 5 Uhr: Sizung. Nachher Fidelitas. Gäste willkommen. zielen. Der Kläger muß mit Epott und großen Kosten be- sprach über„ Die heilige Inquisition". Die Versammlung dankte laden abziehen. Es begreift sich demnach, daß die Prozeffe dem Referenten für seinen Vortrag durch reichen Beifall. Eine zwischen Publikum und Polizei zu denjenigen gehören, welche Diskussion fand nicht statt. Zum 2. Kassirer wurde Kollege Die Boltsthümlichkeit der Rechtsprechung nicht zu erhöhen Baumbach, zum Revisor Kollege Graumnis, zum Beitragsammler Kollege Wendland, in die Rechtsschutz- Kommission Kollege Kluge, geeignet sind. Wenn aber gar in dem berüchtigten Gummischlauch in die Bibliothek- Kommission Kollege Riebe gewählt. Die übrigen Prozeß die Sozialdemokratie( welche doch ihre Leute fennt Ergänzungswahlen werden bis zur nächsten Bersammlung verund sich auf die Propaganda der That versteht) geglaubt hat, tagt. Es wurde alsdann auf die kombinirte Versammlung am Außerdem wurden ihrer Sache am besten dadurch zu dienen, daß fie die steno 19. Juli bei Gründel aufmerksam gemacht. graphischen Berichte dieses Prozesses ohne jeden Kommentar die Kollegen, welche noch Billets von der Urania zc. abzurechnen in Massen für 15 Pfennig auf den Straßen verkaufte, haben, aufgefordert, bis zum 1. Juli beim Kassirer zu bezahlen, so ist dies eine Erscheinung, die doch den betheiligten Kreisen*) da sonst die Publikation derselben im Vorwärts" sowie in der ernstlich zu denken geben sollte. Statt dessen macht man Metallarbeiter- Zeitung erfolgen müsse. Schluß der Versammlung gerade die Wahrnehmung, daß die Staatsanwaltschaft bestrebt ist, 11 Uhr. thunlichst viel politische Anklagen vor die betreffende Rammer zu bringen**) und daß das Präsidium des Landgerichts, welches die *) Zu diesen rechnen wir in erster Reihe mit das Präsidium des Landgerichts, von welchem man nach diesen Vorkommnissen mit Recht hätte erwarten können, daß es für das nächste Geschäftsjahr über den Vorsitz der betreffenden Straftammer anderweit verfügen würde. 21 = Derlammlungen. = " Eine Branchenversammlung der Parquetbodenleger, einberufen vom deutschen Holzarbeiter- Verband fand am 24. Juni statt. Da der Referent nicht erschienen war, wurde sofort zum dritten Punkt der Tagesordnung, Verschiedenes", übergegangen, geklagten zu halten ist. Der Gebrauch ist der, daß es nach dem Namen des in der Anklageschrift an erster Stelle genannten Angeklagten geht. Bei mehreren Angeklagten hat es also die Staats**) Beim Landgericht I zu Berlin sind die Geschäfte nach anwaltschaft bis zu einem gewissen Grade in der Hand, durch Buchstaben gemäß dem Namen des Angeklagten vertheilt, aber Anordnung der Namen sich die ihr genehme Kammer auszusuchen es ist keine Vorkehrung getroffen, wie es bei mehreren An- und sie macht hiervon Gebrauch. " Literarisches. und Neubildung unserer Schulorganisation. Berlin, Ulrich Kracht, 1895. 50 Pf. Als Am besten befinden wir uns, wenn wir mausetodt geschlagen find. Das ist gegenwärtig wieder einmal der Fall. Der Vater der Sparagnes hat nämlich entdeckt, daß Max Wundtke, Die Schule der Zukunft. Zur Kritit die Kommunistengesellschaft" Ikarien" sich im Staate Joma( Amerika) aufgelöst hat, und daß dadurch die Widersinnigkeit der sozialistischen Lehren" aller Welt ad oculos demonftrirt ist. Vielleicht ist der Vater der Sparagnes uns dankbar, wenn wir ihm die Thatsache enthüllen, daß die Cabet'sche Kolonie, von der Jkarien" nur ein schwacher Ueberrest war, schon lange vor der Geburt der Sparagnes und der internationalen Sozia Idemokratie das Beitliche gesegnet hatte. Daraus folgt, daß unsere Bewegung schon todtgeschlagen war, ehe sie geboren wurde, und daß das, was die bethörte Gegenwart unter Sozialdemokratie versteht, nur ein Blendwerk der Hölle, eine Luftspiegelung, eine optische Täuschung ist. Wozu also die Todtschlägerei? Geselliger Verein Bruderkette. Sonntag, den 30. Junt, nachmittags Nerein deutscher Schuhmacher. Montag, den 1. Juli: Bahlstelle 1 bet nebelin, Langestr. 108: Bahlstelle 2 bei Gründel. Brunnenstr. 188; bei Freygang, Schüßenftr. 18-19. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 10-12 Uhr: Nord- Schule müderftr. 179a: Rettüre( unentgeltlich), Südost- Schule, Waldemarstr. 14 settüre( unentgeltlich). " Montag, abends 7-8% Uhr: Settüre. 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Nationalötonomie. Südost- Schule, Waldemarfi. 14 Boltsthümliche Medizin.( Bau und Lebenserscheinungen des gefunden und franken Menschen.)- Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jederzeit aufgenommen. Lese- und Diskutirklub„ Carl Mare". Montag, abends 9 Uhr, bet Grube, Mariendorferstr. 5. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Montag: Privat- TheaterPrivatgesellschaft, atur" abends 49 Uhr, bet Specht, Markgrafenftr. 83. heatergesellschaft Immer Luftig jeden Sonntag Abends 5 Uhr, bet Ruhl Andree, Chorinei str. 53: Sigung mit Damen. Privat- Theatergesellschaft mi nerva. Alle Montag Busammenkunft Maibach- Ufer 3 bei Schmoct. Privat- Theater- und Bergnügungsverein Morgenstern. Stzung jeden Sonntag 5 Uhr; alle vierzehn Tage Fidelitas im Markthallen- Hestaurant, Wörtherfiraße 45, bei F. Taren. Rauchflub Brüderlichteit Rauchklub feben Montag 9-11 Uhr bei Baurs, Schlesſtſcheſtraße 38. Eldorado alle Montage, abends 8% Uhr, bet Geter, Pallisadenstraße 66. Theater- und Jeben Vergnügungsverein Waldemar. Sonntag Stalizer ftr. 54 bet Sente. Anfang 6% Uhr.- Arbeiter- Stenographie Berrein Eintracht", Unterricht und Üebungsstunde Montag abends 8% Uhr bet Nothes, Buttmannstraße 17. Privat- Theaterverein Freiheitshoffnung. Sigung mit Damen jeden Sonntag um 5 Uhr nachmittags bei Baumann, Lychnerstr. 2-3( Straße XV). Nach ber Sigung Fidelitas. Privat- Theatergesellschaft Minerva. Alle Montag Zusammenkunft MaibachUfer s bei Echmock. Klub Freya. Jeden Sonntag von 5 Uhr nach= mittags an Sigung mit Fidelitas im Saale des Restaurants Stekelhahn, Dresdenerftr. 68. Bergnügungsverein Flora. Jeden Sonntag 4 Uhr Sigung, nachdem Fidelitas im Restaurant Miethe, Mendelssohnftr. 9. fache alles beim alten. Heute werden die meisten von uns durch äußere Umstände, wie: materielle Lage, gesellschaftliche Stellung und sogenannte Lieblingswünsche der Eltern oder auch eigene, irregeleitete Neigung u. f. w., auf einen Platz in der Gesellschaft gehoben und gedrängt, an welchem sie ihre speziellen Fähigkeiten nur wenig verwerthen fönnen, zum eigenen Miß behagen und zum Schaden der Gesammtheit! Eine Schule, die folche Zustände höchstens zu mildern, statt völlig zu beseitigen vermag, fann die Schule der Zukunft nun und nimmer sein. Eingelaufene Druckschriften. ―r. schienen. Aus dem Jnhalt desselben heben wir hervor: Die Syfteme des Wahlrechtis. Von Prof. Dr. Ad. Menzel. Ein Boltsschul- Utas. Von Zur Reform des Patentwesens. Von X. Die Lage der Arbeiter in Rußland. Von L. J. Mostauer Eindrücke. Von Guglielmo Ferrero. Die neue Goethebiographie. Von Dr. Ostar F. Walzel. Pariser Brief. Von Rudolf Lothar. Intimes vom Jntimen Theater". Von Franz Held. Die Woche. Bücher. Revue der Revuen. Versuchung. Bon C. Lauckner. Sterzu ein Politisches Beiblatt" mit folgendem Inhalt: Die Katastrophe Windischgräß- Plener. Von K. Politische Notizen. Von der Gleichheit, Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stutt gart, J. H. W. Diey' Verlag) ist uns soeben die Nr. 13 des 5. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Die Frauenfrage auf dem evangelisch- sozialen Kongreß. Bur Lage der Borzellanaibetterinnen in Altwasser.-8ur Lage der Stettiner Arbeiterinnen. Bon Otto Ohl- Stettin. Die Berliner Frauen- Agitationstommission vor Gericht. Aufruf zum internationalen sozialistischen Arbeiter und Gewertschaftstongreß in London 1896. Californiens Obstfarmerinnen. Feuilleton: Wie Die Näherin( Gedicht). Von Ludwig Anzengruber. der Huber ungläubig ward.( Fortseßung.)- Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Nachrichten. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Poft bezogen( eingetragen in der Reichspost- Beitungsliste für 1895 unter Nr. 2756) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgelb 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Schule der Zukunft" empfiehlt Wundtke statt des heutigen Nebeneinander der höheren und der niederen Schulen das Nacheinander einer dreifachen Schule, die jeder bis zu Ende burchlaufen muß. Eine Grundschule" lehrt, was jeder wissen und können muß, gleichviel welchem Beruf er sich widmen will, und wird von allen Kindern ohne Unterschied des Standes und Vermögens" im 7.- 12. Jahre besucht." Erweiterungsschulen" Von der neuen Wiener Wochenschrift Die Zeit" ift foeben das 38. Seft er lehren, was für die Grundschüler noch zu hoch war, was jeder für seinen Beruf braucht, und was ihn später in seiner Gesellschaftsschicht, als gebildeten Menschen gelten läßt." Es giebt brei Arten„ Erweiterungsschulen". Je nachdem man 1. Arbeiter, Handwerker, fleiner Gewerbetreibender, Kleiner Beamter u. s. w., oder 2. Fabrikbefizer, größerer Gewerbetreibender, höherer Beamter u. s. w., oder 3. hoher Beamter, Künstler, Gelehrter u. s. w. Apropos, ein französischer Nationalökonom, namens werden soll, besucht man die erste, zweite oder dritte bis zum François, hat dieser Tage berechnet, daß in Deutschland ein 15., 16. oder 18. Jahre, welche, das wird von den Gesammtvermögen von 161 Milliarden Franks aufgespeichert Neigungen und Fähigkeiten des Schülers und den Absichten der ist; und, im Geifte der Sparagnes, legt er uns die Frage Eltern, zum theil auch von ihrer materiellen Lage abhängen". Abschluß- oder Fachschulen" endlich führen die Schüler vor: würde diese Summe vertheilt"," wie lange dauerte es, theoretisch und praftisch in ihre Berufe über. Möglichst gebis alles verpulvert wäre?" Ungefähr so lange, als es so ringe Belastung, aber gleichzeitig lückenlose Fortbildung bauern wird. Denn jetzt haben wir ja die Theilerei. fürs Leben soll Hauptsache sein, Ich verzichte auf WiederUebrigens wollen wir uns doch ausrechnen, daß gabe der( zum theil beachtenswerthen) Einzelheiten und 161 Milliarden Geld auf 50 Millionen Menschen ver- verweise hierzu auf die Broschüre selber. Daß dieses Schulsystem theilt" für jeden Kopf 3220 Frants ergeben würde vor dem heutigen erhebliche Vorzüge hat, ist richtig. Es läßt sich was auf die Familie von 5 Köpfen über 16 000 Franks auch nicht leugnen, daß das Prinzip der allmäligen Ueberleitung ausmacht. Wie viele leben in Deutschland, die mit dieser von der einheitlichen Grundschule zur besonderen Fachschule durchaus naturgemäß ist, da eine von Anfang bis zu Ende einSumme nicht besser dran wären als heute bei der alleinheitliche Schule wegen der Verschiedenheit der Begabung und feligmachenden Theilerei" des Kapitalismus? Und wir wegen der Fülle des, jedem nothwendigen, Einzelwissens ein Sozialdemokraten würden gewiß dafür sorgen, daß der Unding ist. Aber die überschwänglichen Hoffnungen für die Reichthum nicht in wenigen Taschen verschwände. Zukunft des Menschengeschlechts, die W. an seine Zukunftsschule Land, Land! rief Columbus, als er nach langer fnüpft, find trügerisch, weil er von einer unmöglichen VorausFahrt die Küfte Amerika's sah. setzung ausgeht. 2. fett voraus, daß die gegenwärtige Land, Land! pustete der Reichsbote Zimmermann, Gesellschaftsordnung in der Hauptsache bestehen bleibt, wenn er auch allerlei von dem sozialen" Charakter des Staates der als er bei den Kieler Festen nach unfreiwilligem, geheimniß zukunft erzählt. Damit finft aber der Werth seiner Zukunftsund qualvollem Seebad von mitleidigen Seelen aufgefischt schule auf ein Minimum herab, selbst wenn sie unter der und, zwar nicht ans Trockne, aber aufs Steinpflaster des Herrschaft des Kapitalismus überhaupt möglich und nicht Quais geschleppt ward, wo er, der geschworene Wasser- vielmehr an dem Widerstand der Besizenden scheitern sollte. W. feind, den das verhaßte Element äußerlich und besonders fordert unentgeltlichkeit der gesammten Ausbildung, weiß aber innerlich so grausam mißhandelt hatte, seine durchweichten nicht zu sagen, wovon der Auszubildende inzwischen leben soll. Kleider schüttelte, und seine antisemitische Rehle von dem Letzten Rest des tückischen unspiritistischen Naß befreite. Und Land, Land! jauchzten gestern erleichtert die Mitglieder der sozialdemokratischen Agrar- Kommission, als fie nach zweitägigem Achtstunden- Tagwert den LandprogrammEntwurf vollendet hatten. Omega. Land! Und aufs Land! Er will, daß nicht der Geldbeutel, allein Neigung und Befähi gung für die Ausbildung maßgebend sei", findet es aber erträglich, daß ein merkwürdiger Widerspruch! auch die materielle Lage" der Eltern über den Beruf des Kindes entscheidet. Natürlich bleibt nichts anderes übrig, wenn man die Grundlagen der tapitalistifchen Gesellschaftsordnung schonungsvoll erhalten will; aber dann bleibt eben auch mit der Ausbildung der Intelligenzen und mit ihrer Verwerthung zum Wohle der Gesellschaft in der Hauptvon der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Die y' Verlag) tft soeben das 39. Heft des 13. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die verregnete Aegir- Infel. Saint- Jufts Utopie. Ein Beitrag zur Be leuchtung der historischen Stellung der Bergpartet. Von Dr. S. B. Kritschewsky. Zwei Abhandlungen über die Entwickelung des Eigenthums. Bon Eduard Bernstein. Bur Entwickelung Rumäniens in der neuesten Bett. Von B. Branisteanu- Roman.( Schluß.) Literarische Rundschau. Notizen: Zur Statistik der Arbeitseinstellungen in Frankreich. Bur Stetgerung der Petroleumpreise.- Feuilleton: Germinie Lacerteur. Bon Edmond und Jules de Goncourt. Einzig autorisirte Uebersehung von Emma Adler.( Fortsetzung.) Geschichte des Sozialismus." Erster Band:„ Die Vorläufer des neueren Sozialismus", redigirt von E. Bernstein und R. Kautsky,( Berlag von J. H. W. Dieß in Stuttgart) find soeben Heft 19 bis 22 zur Ausgabe ge= langt. Wir geben nachstehend ein furzes Inhaltsverzeichniß. = Von Thomas More bis zur franzöfifchen Revolution. Fünfter Abschnitt: Kommunistische und demokratisch sozialistische Strömmungen während der englischen Revolution des 17. Jahrhunderts. Von E. Bernftein. Rapitel VI. Rampf für die Demokratie. Die Reinigung" des Parlaments. Der Boltsvertrag" der Leveller. Kapitel VII. Atheistische und tommunistische Tendenzen in der Leveller- Bewegung. Die wahren" Leveller. Kapitel VIII. Die tommunistische Utopie des Gerard Winstanley. Kapitel IX. Der Aufstand der Leveller in der Armee, Lilburne's weitere Schicksale und Tod. Kapitel X. Würdigung Lilburne's und der Leveller. Die Ausläufer der Bewegung. Die Verschwörungen. Die Chartisten, die Erben der Beveller. Nachtrag: Das Organ der Leveller. Stapitel XI. Die bürgerliche Staatsphilosophie des 17. Jahrhunderts: Hobbe's, Leviathan" und Harrington's Oceana". Stapitel XII. Die Quäfer bis zu John Bellers. 1. Das Aufkommen und die Prinzipien des Quäferthums. 2. James Naylor, der König von Israel. 3. Die ökonomisch- soziale Seite des Quäterthums. 4. Peter Cornelius Plockboy. Alle 14 Tage erscheint eine Lieferung pro 20 Pf. Probehefte sind durch alle Buchhandlungen und Kolporteure zu erhalten. Concert- Park Zur Wolfschlucht" 2682L 1 Victoria- Sale und Garten Schönhauser Yolksgarten Rixdorf, Hermannstraße 48-50. Ausschank der Münchener Brauhaus- Aktien- Gesellschaft zu Berlin. 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Sämmtliche hier folgende Schuh- und Stiefelsorten Fönnen 25-50% unter nachstehenden Preisen verkauft werden, wenn diefelben aus Factis( fogenanntem Kunstleder, welches aus Lederpappe und Gummi zusammengesent ift) im Zuchthause hergestellt sind. Jeder Käufer solcher Waare ist un fein ausgegebenes Geld betrogen. Jedes„ meinee" Schuhwaarenfabrikate ist auf das Beinlichste und Reellite von beftem Material hergestellt, und übernehme ich für die Haltbarkeit volle Garantie. sehr leicht zu sein nicht erfüllen würden. Die mit einem* bezeichneten Artikel sind ausnahmsweise theils mit Factiszuthaten in der Einlage hergestellt, da sie sonst ihren Zwed Diese Artikel sind als solche auch die reellsten und werden nicht anders in den Handel gebracht.- E3 lebt im Publikum die Anschauung, daß jene Einlage, die sich in Schuhwaaren zwischen Sohle und Brandsohle befindet, minderwerthig ist, sobald sie aus Spahn und nicht aus Leder besteht. Diese Ansicht ist eine irrige. Die Spahneinlage ist um mehr als das Vierfache theurer als das Leder, welches man hierfür zu verwenden pflegt. Spahneinlage ist nicht nur leichter, sondern auch in sanitairer Hinsicht mehr zu empfehlen als Leder. Auf die Haltbarkeit übt die Einlage keinen Einfluß aus. Um derartigen Auswüchsen Gemißbraucht wurde meine Coulanz vielfach insofern, als man von mir Entschädigung für fehlerhafte Waaren verlangte, die bei unreeller Concurrenz gekauft worden sind. unreeller Käufer entgegenzutreten, habe ich seit Jahresfrist Entschädigungskarten eingeführt. Jeder Käufer erhält eine solche und hat dieselbe aufzubewahren, denn nur gegen Borzeigung einer Entschädigungskarte werden Reclamationen berücksichtigt. Für auswärtige Käufer genügt die empfangene Rechnung. Schuhe u. Stiefel in elegant. 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Raftingschuhe mit Gummi auf dem Blatt, durch- Nohleder Turnschuhe ohne Abfaz mit 2,10 mt. zügen, genäht, bis 18 cm innerer Länge Spiegel- Mon- Jugftiefel ohne Seitennaht, doppel- genäht mit Absatz und Seitenleder foblig, genagelt, eig. Fabrikat, Sandarb. 7,90 Mr. Bokleber Hausschuhe, ausgeschnitt., genäht 2,90 mt. Dieselben bis 22 em innerer Länge 3,10 Francatur beim Versand obiger Schuhwaaren, ber Rofleber Bugstiefel, a.Rand genäht, Handarb. 7,90. Gemsleber Promenadenschuhe, ausgeschnitten, mit Dieselben bis 26 cm innerer Länge gegen 2,50 Mr. Roßleder- Anabenstiefel zum Schnüren, mit Agraffen, nur Nachnahme Rohlebes Bugstiefel mit Besatz, Knopfverzierung und Schleife und Spizkappe oder vorherige Eins 3,25 Mt. sendung des Betrages geschieht, 3,50 t. genagelt, bis 18%, en ausgeschlossen. 7,90 Mt. Dieselben mit Leberabſag burchlochter Kappe ebenfalls Spiegel- Roßleder- Zugftief., gewaltt, Oberled. aus ein. Dieselben mit Leberabfat, einbällig, durchgenäht, Dieselben bis 22 cm 4,25 Mt. Für Verpackung werden 10 Pfg. berechnet. Um3,75 mit. Diefelben bis 26 cm 5,50 Mt. tausch bereitwilligst gestattet. Auch bin ich zur Stüd, auf Rand genäht( Sandarbeit), eigenes( Chic- Schuhe) Fabrikat 9,25 M. BrauneSegeltuch- Schnürschuhe m.Lederbesah 3,25 Mr. Rofleder- Mädchenstiefel, 3. Knöpfen Rückzahlung des Betrages gern bereit, wenn die 3.25 M. Stiefel im Original- Zustande erhalten sind und der Bergsteiger- Schntiestiefel von Nogleder mit Agraffen, Kalblad- Promenadenjchuhe*, ausgeschnitten 3.25 Mt. 18%, om 9,00 Mr. Dieselben mit Leberabsaz* 4,00 Mr. Dieselben bis 22 em auf Rand genäht 4,25 M. Kunde die Porto- Auslagen trägt; doch tritt lekterer 5,25 Mt. Fall deshalb nicht ein, weil jeder Nachbar, der der Kalbleder- Bugstiefel, auf Rand genäht, Dieselben mit Leberabfaz, einbällig, durchgenäht Diefelben bis 26 em 9,25 Mr.( Chic- Schuhe). 4,50 Mt. Kalbleder- Knopf- u. Agraffenstiefel bis 18 cm 5,00 Mt. Stiefel ansichtig wird, ihrer Billigkeit wegen den Handarbeit 4,25 Mt. 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Das Maß festzustellen, wolle man einen Stab in den Fabrikat mit zwischengelegter Doppelsohle 11,00 Mt. Diefelben mit eleganter Lactappe, 6 hoch im Zuge, Dieselben bis 22 cm 5,90 u. 6,75 M. Gemsleder- Spangenschuhe in gleicher Ausführung getragenen Stiefel einpassen und das Maß in CentiChagrin- Hausschuhe mit Lafche u. Absah 3,90 Mt. auf Rand genäht 3,25 metern angeben, mit der Bemerkung, ob Spann hoch Lafting Bugschuhe m. Ledersohle, Seitenleder u. Kalbleder- Halbschuhe zum Schnüren oder Rnöpfen bis 18 cm 3,75 Mt.loder niedrig. 6,25 Mt. Dieselben bis 22 cm Siehe oben meine Bitte". Lackspite 4,00 Mt.lauch mit Lackblatt Stalblad Salonftiefel mit Glacé- Ginfag, genäht, Handarbeit, D. R. M. S.! Dr. Thomalla, Er hat ein taffetartiges Gewebe aus Bester Umwälzung Inbegriff aller Vollkommenheit in fich vereinigt, den man von einem zur Fußbekleidung Der dirigirender Arzt am Marien- Hospitale zu Hüdes. wagen, hat eine vollständige daß Wolle derartig präparirt, dasselbe den verwendeten Material überhaupt zu erwarten vermag. Der Stoff ift luftdurchlässig und wasserdicht zugleich." Speciell sind die Vorzüge wie folgt zusammenzufassen: bei und im Sommer fühl Fuß bleibt im Winter warm dem stärksten Regenwetter trocken. Beseitigt total Hühneraugen Der Stoff läßt feinen Schweißfuß entstehen und beseitigt vorhandenen Fußschweiß. Uebt bei Druck- und Wundschäden. die und eingewachsene Nägel und verhindert das Entstehen beider Leiden. durch Leder hervorgebracht schnell seine heilende Wirkung aus, ebenso bei Rheumatismus. Gicht. Krampfadern, und verhindert das Entstehen. Ebenso läßt er nicht das Jucken der Füße entstehen und beseitigt es bei Vorhandensein. Ueberschuhe aus Gummi und Leder mit ihren großen Nachtheilen für die Gesundheit find abgeschafft. Im Falle, wo Schweißfüße in Haltbarkeit des präparirten Stoffes ift foine geringere vie die des Leders. Betracht fommen, ist die Saltbarkeit des Stoffes eine weit größere wie die des Lebers, weil vom Fußschweiß das stärkste Leder zerfressen wird und daher reißt. Für Tänzer. Touristen, Radfahrer giebt es feine elegantere, Zu jeder Damen- und prattichere und gesundere Fußbekleidung wie Dr. Thomalla's Universal- Schuhe und Stiefel. Herren- Toilette in paffender Farbe berzustellen. Das lästige Wichsen hört auf, indem das Reinigen mit trockener Bürste bewirkt wird. Kurz, nach jeder Richtung hin wird das Tragen Dr. Thomalla'icher Schuhe und Stiefel zur oblihat. Eine Conservirungsflüssigkeit dient dazu, dem präparirten Tuch seine hervorragenden Eigenschaften zu erhalten; ein einmaliges Bestreichen mit dieser Flüssigkeit mittels Schwammes oder Pinsels genügt für 6 Wochen. • el sis 18 en " dem auf Gebiete der Fußbekleidung hervor gerufen. und anderen Autoritäten auf dem Gebiete ber Medicin herausgegebenen„ Zeitschrift Professor Gusserow ratenpflege" berichtet der Erfinder, daß bei Krampfadern durch das Tragen der Dr. Thomalla' schen Schuhe und Stiefel zunächst an den Beinen eine bedeutende Abnahme von Brallheit der gefüllten Blutgefäße und somit eine gewaltige Besserung und Erleichterung bei derartigen Patienten stattfand. Es heißt dann wörtlich:" In dem Junern der Lederstiefel findet man nach längerem Marsch ac. oft die Temperatur um ca. 2-1 Grad höher als am Bein oberhalb des Stiefels. Es ist daher leicht erklärlich, daß die oberflächlichen Blutgefäße am Fuße bei dieser Temperatur- Erhöhung fich erweitern, die Benen somit mehr Blut vom Fuße abführen als die normalen Unterschenkelvenen aufnehmen und weiter befördern können. Es tommt zu einer Erweiterung des Benenlumens und befinden in der genannten reip. Schlängelung Blutgefäße." Die lärift über die Entstehung und Beseitigung fafter wake und anderer su siden burg Dr. Thomalla's Univerſal Schuhe und Stiefel Eine andere Zeitschrift: Der ärztliche Brattiter" behandelt in ihrem Februarbeft 1894 besonders die Schweinfüße nach Angaben von Dr. Thomalla. Der Unterzeichnete, bem der alleinige Bertrieb dieser Erfindung für Deutschland übertragen, versichert, daß fie durch peinlichste Sorgfalt, welche bei der Fabrikation dieser Fußbefleidung verwendet worden, durch ihre Eleganz auch in der Ausführung, Jedem, der fie fieht, als Augenweide dienen wird. Jeder Schuh bezw. Stiefel ist nur dann echt, wenn er im Innern des Schaftes den Dr. Thomalla'schen Stempel trägt. wie die von mir angefertigten auch meinen Firmenftempel tragen. Die Confervirungsflüssigkeit zu 25 Pf. und ein Paar von Dr. Thomalla empfohlener Sohlen, ebenfalls zu 25 f., werden auf Wunsch jeder Bestellung beigelegt. Binnen Kurzem erscheint eine ausführliche Brochure über Dr. Thomalla's Fußbekleidung, die jedem Interessenten gratis und franco zugestellt wird. Im Decemberheft 1894 der von Professor v. Esmarch, Professor Leyden, d Breisverzeichniß der Dr. Thomalla Herren- Fußbekleidung. Braune Strand- Schnürschuhe hell und dunkel Breisverzeichniß der Dr. Thomalla Damen- Fußbekleidung. Braune Strand: Schnürschuhe hell und dunkel. wit. 8,25. ant. 8,75. Halbschuhe zum Schnüren oder mit Gummizug auf Rand genäht, Handarbeit mit durchlochter Leder- Spigfappe Bugstiefel mit Zwickel- Einsaz ohne jede Vorder- und Seitennaht mit Lederspizkappe auf Nand genäht, Handarbeit Mr. 8,75. Salbicube zum Schnüren oder mit Gummizug, auch zum Knöpfen, auf Rand genäht, Handarbeit, mit Spipkappe Zugftiefel mit Bordernast und Leder- Spigkappe, auf Rand genäht, Handarbeit Diefelben mit Besak Mr. 8.25. Wit. 9,50. wt. 10, Dieselben mit zwischengelegter Doppelsohle Bugfitefel mit Besag u. Leder- Spigrappe, auf Nand genäht, Handarbeit Mr. Dieselben mit zwischengelegter Doppelfohle 11,50. 11, 902. 12, . 10,50. r. Braune Strand- Schnürstiefel hell und dunkel T. 10, Schnürstiefel mit Befag, auf Rand genäht, Handarbeit, mit Leder- Spigkappe Stnopfftiefel mit Befag, auf Rand genäht, und Leder- Spiskappe, Handarbeit. Braune Strand- Knopfftiefel hell und dunkel SUPT. 10, Mt. 11, wt. 11, Branne Strand- Schnürstiefel hell und dunkel 11, Schnürstiefel mit Besak u. Leder- Spigkappe, auf Nand genäht, Handarbeit Dr. Thomalla's Schäfte! Mt. 11, Dieselben mit zwischengelegter Doppelsohle Mr. Jagd- Schaftftiefel, ca. 32 cm hoch, mit Leder- Spigkappe u. aufgelegter Doppelfoyle, auf Rand genäht, Handarbeit 12, Nr. 18, Mt. 22,50. Sämmtliche Herren- Bugstiefel werden ießt ohne Vorder- und Seitennaht hergestellt. Durch Neitstiefel, auch Wasserstiefel mit steifer Stulpe, ca. 50 cm hohem Schaft, auf Rand genäht, Handarbeit, mit aufgelegter Doppeljoble • Fortschritt! dieses Verfahren, als meine eigene Erfindung im D. R.- M.- Sch. angemeldet, hat der ThomallaStiefel noch mehr an Eleganz und Haltbarkeit gewonnen, und das so häufige Auftrennen der Nähte, wie das Durchfickern des Wassers ist nicht mehr möglich, weil keine Naht vorhanden. Herren Halbschuh- Schäfte zum Schnüren oder mit Bug t. 3,75.- Herren- 3ugftiefel- Schäfte mit 3wideleinjak ohne jede Border- oder Seitennaht it. 4,25. Dieselben mit Besat Mt. 4,75. Herren- Schnürstiefel Schäfte mit Befat t. 4,75. Damen Halbschuh- Schäfte zum Schnüren mit Gummizug oder zum Knöpfen it. 3,25. Damen- Zugftiefelschäfte mit Vordernabt und Leder- Spigkappe, 6" hoch, wit. 4,25. Dieselben mit Besas Mt. 4,75. Damen- SchnürstiefelSchäfte mit Besat Wit. 4,25. Damen Knopfftiefelschäfte, ausgenähte Snopflöcher, mit Befag, wr. 5,50. Schuhmachermeistern und Wiederverkäufern gewähre bei Entnahme von mindestens 1 Dud. Paar B 10 pct. Rabatt. Vertreter für obige Artikel in jeder Stadt des Deutschen Reiches gesucht. Anzu großer Nachfrage dieses Artikels wegen, behalte ich mir eine Lieferzeit von 8-10 Tagen vor. P. S. Durch lange Benutzung der Dr. Thomalla'schen Fußbekleidung im naffen, lehmigen, schlammigen Boden wird die Feuchtigkeit gewaltsam durch die Poren gepreßt. Ich kann also Reclamationen, die aus vorgenannten Gründen entstanden,- nicht berücksichtigen. Wer sich der Dr. Thomalla'jchen Stiefel erst einmal bedient hat, wird sie ihrer außerordentlichen Vorzüge wegen nie wieder mit Lederstiefeln vertauschen. Francatur beim Versand obiger Schuhwaaren, der nur gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages geschieht. ausgeschlossen. Für Verpackung werden 10 Pf. berechnet. trägt; doch tritt lekterer Fall deshalb nicht ein, weil jeder Nachbar, der der Stiefel anfichtig wird, ihrer Billigkeit wegen den Preis dankbar zahlt. Sobald jedoch bei der Ausführung des Auftrages eine Unregelmäßigkeit von Seiten meines expedirenden Personals vorgekommen ist, trage ich selbstverständlich sämmtliche Auslagen. Es ist erforderlich, beim Anprobiren eine Decke unterzulegen, damit die Sohle nicht beschmutzt wird. Um das Maß festzustellen, wolle man einen Stab in den getragenen Stiefel einpaffen und das Maß in Centimetern angeben, mit der Bemerkung, ob Spann hoch oder niedrig. Mein Juferat, Cigarren, D Sämmtliche Abtheilungen meines Etablissements find Sonn- und Feiertage während der polizeilicherfeits erlaubten Stunden geöffnet. Herren u. Knaben- Garderobe betreffend, fiche Seite 4, 2. Beiblatt. Versand- Bedingungen! much bereitwillight gehaltet. Such bin ich zur Nidzahlung des Betrages gerk bereit, wenn die Stiefel im Original- Buhande erhalten sind und der Kunde die Porto- Auslagen [ 21605 a Meine Offerte gilt bis zur nächsten Anzeige. 3. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 150. Was find Ansprüche aus dem Arbeitsverhältniß? Sonntag, den 30. Juni 1895. " " 12. Jahrg. verflossenem Chef den Versuch zu machen, von dem letzteren Die Privatklage des Kaufmanns Wertheim gegen den verbrachte Beugnisse wieder zu bekommen bezw. Duplitate Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung", Dr. davon zu beschaffen, und nicht gleich beim zuständigen Amts- Strebite, gelangte gestern vor der Berufungs- Straffammer gericht zu flagen. Es fämen die Gerichtsferien, nachher des Landgerichts I zur Verhandlung. In den Nummern des Die Frage mag manchem absonderlich flingen; nimmt man stehe der obsiegenden Partei noch die Berufung zu, und so genannten Blattes vom 3. Januar d. J. erschien ein Artikel, in boch gewöhnlich an, daß daran gar kein Zweifel sein könne, was fönnte der Kläger lange auf die endgiltige Austragung des welchem den Inhabern der Firma Wertheim schwere Vorwürfe eine Forderung aus dem Arbeitsverhältniß ist und was nicht. Rechtsstreites warten, was nicht in seinem Interesse liege. So in betreff ihres kaufmännischen Geschäftsgebahrens gemacht Doch dem ist nicht so. Das Gewerbegericht hatte die Frage sind die Aussichten eines Arbeiters, den die Nachläßigkeit des wurden." Es wurde mitgetheilt, daß die Firma bei einem Fa während seiner bisherigen Praxis vielfach zu berühren, wozu§ 3 Arbeitgebers um seine Zeugnisse brachte, so sehen aber auch die brikanten 1000 Stück Geldbörsen zum Preise von 1 M. pro Stück des Gewerbegerichts- Gefeßes den Anlaß gab, und hatte es schließ- Aussichten derer aus, die Entschädigungen beanspruchen wollen, bestellt habe. Nach der Lieferung seien Ausstellungen gemacht lich hinsichtlich derselben zu einer konstanten Rechtsprechung ge- weil sie durch direkte Schuld des Arbeitgebers eine und dem Fabrikanten sei der ganze Posten zur Verbracht, die, wie viele wegen Unzuständigkeit abgewiesene Klagen Beit lang mangels ihrer Atteste nicht im stande waren, fügung gestellt worden. Später sei ein Agent zu dem beweisen, sich mit den Anschauungen weiter Arbeiterkreise in Arbeit zu finden. Und das um des angebeteten Wort- Fabrikanten gekommen, welcher demselben 60 Pf. für eine Widerspruch befindet. Der Wortlaut des bereits erwähnten lautes willen! Wie die Dinge nun einmal liegen, Börse geboten habe. Um etwas zu retten, habe der Fabrikant § 3 des Gewerbegerichts- Gesetzes hat es vornehmlich dem Gericht ist der Rath des genannten Vorsißenden nicht ganz unangebracht, einwilligen müssen. Der Agent sei ein Abgesandter der Firma angethan, dessen liebevolle formale Auslegung von den Ar- nur beglaubigte Abschriften dem neuen Brotgeber" Wertheim gewesen, die somit außerordentlich billig in den Besiz beitern noch nicht genügend gewürdigt wird. Der Paragraph anzuvertrauen; ein Rath, dessen praktische Durchführung aller der von ihr bestellten Börsen gekommen sei. Dies Geschäftsbestimmt in seiner Nummer 2, daß die Gewerbegerichte ohne dings nicht jedem möglich sein dürfte. Anders wie bei den gebahren sei als gemein und als eine Gaunerei zu bezeichnen, Rücksicht auf den Werth des Streitgegenstandes zuständig sind Zeugniffen, welche der Arbeiter in das neue Verhältniß mitbringt, als eine gemeingefährliche Handlungsweise, wodurch jedes in Streitigkeiten über die Leistungen und Entschädigungsansprüche liegt die Sache, wenn sich der Arbeitgeber weigert, dem Arbeiter reelle Geschäft zerstört werden müsse. Als der Kaufaus dem Arbeitsverhältniß. Nun find die meisten bei der Lösung des Arbeitsverhältnisses ein Zeugniß auszustellen und mann Wertheim wegen dieses Artikels flagbar wurde, Arbeiter der festen Ueberzeugung, daß Entschädigungs- ihm dadurch sein Fortkommen erschwert. Für die Entscheidung von mußte der Beklagte im Verhandlungstermin einräumen, ansprüche an den früheren Arbeitgeber, die aus widerrechtlicher Schadenersaßansprüchen, die sich hierauf stüßen, erklärt sich das Ges daß er den Beweis der Wahrheit für das in dem Artikel BeZurückhaltung von Arbeitszeugnissen erwachsen, gan 3 selbst werbegericht zuständig; im Einklang damit auch für Ansprüche, hauptete anzutreten nicht im stande sei. Das Gericht verurtheilte verständlich beim Gewerbegericht geltend zu machen seien. Der die ihren Grund in der Ausstellung nicht ordnungsmäßiger ihn damals zu 200 M. Geldstrafe. Hiergegen wurde von beiden äußerst innige Zusammenhang zwischen einer solchen Handlung Atteste haben. Als nicht ordnungsmäßig werden solche Atteste Seiten Berufung eingelegt. Jm gestrigen Termine gelang dem und dem allerdings beendeten Arbeitsverhältniß bestimint sie zu bezeichnet, die trotz des gegentheiligen Verlangens des Arbeiters Beklagten der Nachweis, daß der Artikel gegen seinen dieser Annahme, besonders aber die Thatsache, daß die Zurück auf die Führung ausgedehnt wurden, und solche, die Unwahr ausdrücklichen Willen und durch eine Eigenmächtigkeit haltung der Zeugnisse ja erst infolge des betreffenden Arbeits- beiten enthalten oder auch irgendwie gezeichnet sind, um den des Metteurs Aufnahme gefunden hatte. Der Gerichtsverhältnisses möglich wurde; erhielt doch der Prinzipal nur die Arbeiter den anderen Unternehmern als auffäffig" erkennt hof hielt aber doch eine Fahrlässigkeit für vorliegend, Papiere" aus Gründen eingehändigt, die direkt dem Engagement lich zu machen. Sieht das Gewerbegericht in den zu die darin gefunden wurde, daß der Beklagte seiner Willensentspringen. Er wollte und sollte sich zunächst über die Fähigkeiten, letzt erwähnten Ansprüchen solche aus dem Arbeits- meinung dem Metteur gegenüber nicht in einer so be= die Dauerhaftigkeit" und Führung des Angestellten unterrichten, verhältnisse, so hat es seine vorher vorgetragene An- stimmten Form Ausdruck gegeben, daß eine irrthümliche Aufdann wurde ihm durch die Ueberlassung der Papiere für die ficht bezüglich der Forderungen aus der Einbehaltung schon faffung seitens des letzteren ausgeschlossen war. Das Strafmaß Zeit des Arbeitsverhältnisses eine gewisse Sicherheit" bezüglich vorhandener, und dem betreffenden Unternehmer nur in wurde auf 50 M. ermäßigt, drei Viertel der Kosten der Beder Innehaltung des Arbeitsvertrages geboten. Anders be- Verwahrung gegebener Atteste ausgedehnt auf solche For- rufungsinstanz wurden dem Kläger, ein Viertel dem Beklagten trachtet das Gewerbegericht die Sache, wie schon angedeutet, jetzt derungen, die aus der Einbehaltung der Invalidenkarte, des auferlegt. in ftetiger, gleichmäßiger Uebung. Nach ihm haben derartige Krantenbuchs u. s. w. entstehen, einschließlich derjenigen auf Die Würfel- Automaten, welche seit einiger Zeit in zahlgefeßlich nicht zulässige Handlungen nicht ihre Ursache in dem Herausgabe dieser„ Papiere". Bu beschäftigen hat es sich jedoch reichen Schankwirthschaften aufgestellt sind, haben bereits zu einer verflossenen Vertragsverhältniß, wenn sie dasselbe auch erst mit Streitigkeiten über die Berechnung und Anrechnung der von gerichtlichen Entscheidung geführt. Sie sind derart ermöglicht haben. In einem sogenannten prinzipiellen Urtheil den Arbeitern zu leistenden Beiträge zur Krankenversicherung, eingerichtet, daß nach Einwurf eines Pfennigs und Druck auf wird besonders betont, daß die fraglichen Handlungen was das Gewerbegerichts- Gesetz ausdrücklich bestimmt. einen Hebel fünf unter einem Glassturz liegende Würfel erst nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses begangen ihre Lage verändern. Je nach der Anzahl der wurden. In der Einbehaltung von Zeugnissen wird eine HandAugen" hat der Wirth auf grund einer Gewinnstala Lung gesehen, die mit einer sonstigen, nicht im direkten Zusammenbis zu zehn Zigarren zu verabreichen. Es ist indessen hange mit dem Arbeitsverhältniß stehenden Schädigung des schon ein Glück, für zehn dem Automaten geopferte Pfennige Arbeiters durch den Arbeitgeber auf eine Stufe zu stellen sei, Die Wittwe des Dichters Dr. Müller von der Werra, eine Zigarre zu gewinnen. Wer klug ist, behält deshalb seine 3. B. mit der Vorenthaltung vom Arbeiter geborgten welche in der Albrechtstraße ein Familienpensionat besitzt, stand Pfennige. Aber auch die Wirthe wollen von dem Apparat nicht Geldes, geliehener Werkzeuge 2c. Ganz flar ist natür- gestern mit ihrem Hausknecht Kloneck unter der Anklage der mehr viel wissen, weil sie mit dem Erfinder und Fabrikanten die lich, daß die Arbeiterkategorien, deren Unternehmerschaft Ruppelei vor der dritten Straffammer am Landgericht I. In Einnahme theilen sollen. Wie nun die Zeitung„ Das beim Engagement auf die Vorweisung möglichst günstiger dem Institute der Angeklagten sollte, so behauptete die Anklage, Gasthaus" erfährt, find in Neurode fünf Gastwirthe, welche die Beugnisse großen Werth legt, fehr benachtheiligt sind ein tolles Treiben geherrscht haben. Es sei Herren, die dort Benutzung des in ihren Lokalen aufgestellten Würfelautomaten infolge der gewerbegerichtlichen Praxis. Sie müssen ihr ohne Koffer und sonstiges Gepäck angekommen seien, ohne den Gästen gestattet hatten, zu je drei Mark Geldstrafe eventuell Recht bei den ordentlichen Gerichten suchen, und was das heißt weiteres Unterkunft für die Nacht gewährt worden. Die Wittwe einem Tage Gefängniß verurtheilt worden. Das Gericht hat für einen in Bedrängniß befindlichen Arbeiter, weiß ja jeder- des Dichters wurde vom Rechtsanwalt Albert Träger vertheidigt. angenommen, daß die Kriterien der Veranstaltung einer nicht mann, und braucht hier nicht detaillirt werden. Erst in den Bezüglich der Frau Dr. Müller beantragte der Staatsanwalt genehmigten Lotterie vorhanden sind. Demnach dürften die legten Tagen gab der Vorsitzende einer Kammer einem Hotel- selbst die Freisprechung, gegen Kloneck dagegen 2 Monate Ge- Würfel- Automaten auch in Berlin bald wieder von der Bildfläche kellner den Rath, doch lieber erst in Gemeinschaft mit seinem fängniß. Der Gerichtshof sprach beide Angeklagte frei. verschwinden. " Der Nordostsee- Kanal. IV. Jur Gerichts- Beitung. " den anwendenden Unternehmer nicht den geringsten jedes Fahrzeug beträgt 10 M. Im Winterhalbjahr( 1. Oktober bis wirthschaftlichen Werth, da sich ihm jederzeit neue 1. April) wird die Gebühr um 25 pCt. erhöht. In ihr sind einMenschenleben in größerer Zahl anbieten, als er fie geschlossen die Lootsenkosten auf der Kieler Bucht bis Friedrichs Aus der in der geftrigen Nummer mitgetheilten Tabelle er- verwenden kann. Alle Gefühls- und Humanitätsduselei ort, dagegen nicht die Lootsenkosten auf der Elbe. giebt sich, daß die Zeitersparniß für Dampfer, welche von den ist dieser ehernen Thatsache gegenüber weiter nichts als Dieser Tarif ist entschieden zu hoch, und er ist auch von den holländischen und belgischen Häfen kommen, bei Benutzung des schöne Redensart, die selbst von denjenigen, die sie stets im Interessenten bereits auf das scharfste angegriffen worden. Jeden= Kanals über 22 Stunden ausmacht. Diese Ersparniß erhöht sich Munde führen, nicht in Thaten umgesetzt wird und feien wir falls ist er nicht dazu geeignet, den großen Seeverkehr an den noch etwas für Dünkirchen und London. Echiffe, die von noch gerecht auch nicht umgesetzt werden kann. Die wirthschaft- Kanal heranzuziehen. Man kann es daher wohl annehmen, daß weiter westlich belegenen Häfen durch die Meerenge von Calais lichen Verhältnisse sind eben wichtiger als der Wille des ein er über kurz oder lang herabgesetzt wird. Wie man übrigens oder Dover kommen, haben ungefähr denselben Bortheil. Für zelnen und zwingen diesen unter ihre tyrannische Gewalt, wenn die Begünstigung der großen Schiffe, die darin liegt, daß sie für die britischen Ostseehäfen vermindert sich dieser Gewinn um so er sich auch noch so dagegen sträuben mag. die über 600 refp. 200 hinausgehende Tonnenzahl weniger au mehr, je weiter sie nach Norden liegen; für Leith beträgt er nur Die Bedeutung des Kanals, die in der sozialistischen Gesell- zahlen haben, mit dem so oft hinauspofaunten„ Schutz der noch 31/2 Stunden und für Aberdeen dürfte er auf den Nullpunkt schaft durch die geschilderten Vortheile durchaus gewährleistet Kleinen" in Ginklang bringen will, ist völlig unerfindlich. Nach gesunken sein. Für die deutschen Nordseehäfen dagegen ist er sein würde, würde in der heutigen kapitalistischen Wirthschafts- diesem Tarif hat ein kleines Schiff bis zu 200 Tonnen Lades erheblich größer und wächst immer mehr an, je weiter fie nach ordnung auf ein Nichts zusammenschrumpfen, wenn sich die K o st en fähigkeit für jede Tonne 1 M. an Gebühr und Schlepplohn zu Often liegen; für Hamburg steigt er auf 45 Stunden. Da die der Fahrt durch den Kanal für den einzelnen Unternehmer zahlen; ein größeres Schiff von 600 Tonnen zahlt nur 93 Pf. angegebenen Zahlen den Gewinn bei der Fahrt bis zur Insel nicht billiger stellten, als die des alten Weges. Das ist der ein solches von 1200 Tonnen nur 82 Pf. und ein Koloß von 3000 Mön angeben, so steigt der Gewinn sowohl absolut, als auch im springende Punkt, auf den es heute ganz allein ankommt. Tonnen gar nur 75 Pf. für die Tonne! Nun, wir könnenn von unserem Verhältniß zur Gesammtdauer der Reise, wenn solche Ostsee- Um sich über diesen Punkt klar zu werden, ist es zunächst prinzipiellen Standpunkte aus mit dieser künstlichen Züchtung häsen das Ziel bilden, die westlich von Mön gelegen sind, also nöthig, zu untersuchen, welche Kostenersparniß sich bei des Großbetriebes ganz einverstanden sein. namentlich Rostock, Lübeck und Kiel. Für alle oftwärts von Benutzung des Kanals gegenüber der Benutzung des alten Ueberhaupt ist es hoch interessant zu sehen, wie auch die Mön gelegenen Ostseehäfen( Stettin, Danzig, Elbing, Königsberg, Weges ergeben würden; sodann sind die Mehr Seeschifffahrt dem Zuge der allgemeinen wirthschaftlichen Ent. Memel, Riga, Petersburg, Stockholm u. s. w.) ist der absolute kosten des neuen Weges gegenüber dem gegenüber dem alten festzu- wickelung folgt und immer mehr zum Großbetrieb übergeht. Gewinn der in der Tabelle angegebene; der Gewinn im Ver- stellen. Ueberwiegt der erstere Posten, so wird der Kanal den Nach der seit dem Jahre 1877 ziemlich genauen Statistik des hältniß zur Gesammtfahrzeit sinkt um so mehr, je weiter sie nach großen Verkehr an sich ziehen, und zwar in je höherem Grade, Sundverkehrs durchfuhren in diesem Jahre den Sund 36 580 Often belegen sind. je mehr dieser Poften überwiegt. Stellen sich im Gegentheil Schiffe mit einer Ladefähigkeit von 10 283 133 Registertonnen. Alle diese Zahlen sind für Frachtdampfer berechnet, die für die Mehrkosten höher, so wird es trotz aller sonstigen Die Bahl der Schiffe ist seitdem, von geringen Schwankungen den in betracht kommenden Verkehr weitaus am wichtigsten sind. ideellen Vortheile feinem Menschen einfallen, den Kanal abgesehen, von Jahr zn Jahr gesunken und betrug im Jahre Der Berechnung ist zu grunde gelegt eine Fahrgeschwindigkeit zu benutzen, und der Kanal würde dann außer seinen 1889 nur noch 30 562. Die Zahl der Registertonnen dagegen, von 84 Seemeilen oder 151/2 Kilometern in der Stunde auf Kriegsschiffen nur hin und wieder einmal ein vereinzeltes die diese Schiffe repräsentirten, ist mit gleicher Regelmäßigkeit offener See und die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 5,3 See Fahrzeug auf seinen Gewässern sehen, das ein ganz besonders fortwährend gestiegen und betrug im Jahre 1889: 16 022 069. meilen oder 10 Kilometern auf dem Kanal, unter Berücksichtigung startes materielles Intereffe hat, den Weg möglichst schnell Im Jahre 1877 entfielen hietnach durchschnittlich auf jedes Schiff der durch das Schleusen und das Warten in den Ausweichen zurückzulegen. In diesem Falle hätte also der Kanal unter den 280 Tonnen, im Jahre 1889 dagegen 524 Tonnen! Wahrlich. entstehenden Zeitversäumniß. Für die großen modernen Schnell- heutigen Berhältnissen seinen Zweck vollständig verfehlt. eine rapide Entwickelung, die inzwischen wohl weitere Forts dampfer, die auf hoher See eine weit beträchtlichere Ge- Die Kostenersparniß bei Benutzung des Kanals läßt sich schwer schritte gemacht haben wird. schwindigkeit erreichen, sinkt natürlich der Werth der Kanal- von vornherein berechnen. Sie setzt sich aus einer Reihe von benugung sehr erheblich, da auch sie an das vorgeschriebene Ginzelbeträgen zusammen, von denen die beiden bedeutendsten Maximum der Fahrgeschwindigkeit im Kanal gebunden sind. aus den beiden oben geschilderten Vortheilen des Kanals hervor Für Segelschiffe läßt sich eine ähnliche Berechnung garnicht gehen. Die Zeitersparniß bringt eine Verminderung der aufstellen; sie sind zu sehr von der Stärke und Richtung des Schiffsfrachtkosten mit sich; und zwar berechnet man die täglichen Windes abhängig, der sie oft schnell weiter treibt, oft aber am Kosten eines Dampfers auf 60-80, die eines Segelschiffs auf 20M.für je Vorwärtskommen vollständig hindert. Für sie fällt es sehr er- hundert Registertonnen. Und die Verminderung der Gefahr hat noth- Von dem Sundverkehr kommen für den Nord- Ostsee- Kanal heblich ins Gewicht, daß sie durch den Kanal geschleppt werden, wendigerweise auch eine Verminderung der Versicherungsprämien nicht in betracht: der Verkehr Norwegens mit der Ostsee, der bei dem Uebergang von dem einen Meere ins andere also den für Schiff und Ladung zur Folge. Kleinere Ersparnisse springen Verkehr der Westküste von Schonen mit beiden Meeren, der Ver= Wind ganz außer Berechnung lassen können. Die Regierungs- noch heraus aus dem Fortfall der Gelder, die für das namentlich kehr Schottlands mit der Ostsee und, zum großen Theil wenigstens, vorlage bemaß ihn auf mindestens drei Tage und dürfte damit im Winter häufig erforderliche Anlaufen eines Nothhafens im der Verkehr Dänemarks mit der Nordsee." Sartori schätzt nach eher zu niedrig als zu hoch gegriffen haben. Kattegat und Stagerat zu entrichten sind, aus der Vermeidung diesen Abzügen den Antheil des Sundverkehrs, den der NordIn zweiter Linie beruht die wirthschaftliche Bedeutung des der Lootsenkosten im Sund und aus dem Zinsgewinn, der sich aus Ostsee- Kanal an sich ziehen könnte, auf 70 pet. Wohl verKanals auf der verhältnißmäßigen Gefahrlosigkeit der der schnelleren Lieferung der Ladung ergiebt. Auch das Intereffe standen: tönnte. Dazu gehört aber vor allem eine vernünftige Kanalfahrt. Die Fahrt durch den Sund, das Kattegat und das an einer pünktlicheren und sicheren Lieferung kann hier mit Tarifpolitik, zu der sich unsere Regierung, vorläufig wenigstens, Stagerrak gehört zu den gefährlichsten, die die Seeschifffahrt in betracht gezogen werden. nicht scheint aufschwingen zu können. tennt. Jährlich gehen in diesen Gewässern etwa 200 Fahrzeuge Natürlich können diese Beträge, vorläufig wenigstens, mur Wenn Sartori's Schäzungen zutreffend sind, so könnte sich und eine große Zahl von Menschenleben zu grunde. In den annähernd geschäzt werden. Die Regierungsvorlage berechnete demnach auf dem Kanal schon in nächster Zeit ein Verkehr von Jabren 1858 bis 1885 hat man hier 6316 Strandungen von seiner Zeit alle diese Geldersparnisse zusammengenommen bei jährlich 13 Millionen Registertonnen ergeben. Das wäre ein Lampfern und Segelschiffen gezählt. Der Verlust kann nach Ab- Dampfern durchschnittlich auf 109 Pfennige, bei Segelschiffen durch ungeheurer Verkehr! Die Regierung hat ihren Vorberechnungen zug des Werths der geborgenen Waaren jährlich auf mindestens schnittlich auf 99 Pfennige für die Registertonne(= 2,8 cbm). nur einen Verkehr von 5 Millionen Tonnen zu grunde gelegt, 14 Millionen Mark geschätzt werden. Diese Berechnung muß wohl als vorsichtig bezeichnet werden in der hinreichen sollte, die Unterhaltungs und Erneuerungskosten Demgegenüber ist die Gefahr auf dem Kanal und auf seinen Wirklichkeit dürfte sich die Ersparniß noch etwas höher bemessen. des Kanals zu decken und ein Kapital von 55 Millionen Mark Bugängen, der Kieler Bucht und der Elbemündung, verschwindend. Ihr stehen als Mehrkosten der Kanalfahrt die Kanalgebühr, mit 4 pet. zu verzinsen. Auf eine Verzinsung der übrigen Baus Wenn auch anzunehmen ist, daß bei dem gesteigerten der Schlepplohn und die Lootsenkosten gegenüber. Die Regierungs- kosten in Höhe von 101 Millionen Mark wurde von vornherein Verkehr, namentlich auf der Elbemündung, Uniälle vorlage hatte seinerzeit eine Gebühr von 75 Pf. für die Register verzichtet, da Preußen 50 Millionen à fonds perdu gegeben nicht ganz ausbleiben werden, so ist doch ein gänzlicher Verlust tonne, einschließlich aller Nebenabgaben, in Aussicht genommen. hatte und da man das militärische Interesse des Reichs an dem von Schiffen ausgeschlossen und namentlich die Möglichkeit des Der vereinbarte provisorische Gebührentarif, der ein Jahr lang Ranal auf 51 Millionen schäzte, wofür die Kriegsschiffe jederzeit Verlustes von Menschenleben auf ein Minimum reduzirt. Geltung behält, um dann gefeßlich festgelegt zu werden, stellt freie Durchfahrt haben. Das wäre jedoch in unserem kapitalistischen Zeitalter kein leider höhere Säge auf. Danach beträgt die Kanalgebühr bei Ob der Nordostsee- Kanal für den Weltverkehr das werden Grund für die Unternehmer, den Kanal zu benuten. Auf wirth- beladenen Fahrzeugen je 60 Pf. für die ersten 600 Meter- Register: wird, was er ihm sein könnte, ist heute unmöglich zu sagen. schaftliche Entschließungen haben heutzutage nur solche Beweg: tonnen, je 40 Pf. für die weiteren. Leere Schiffe oder solche mit Jedenfalls ist er ein herrliches Werk menschlicher Arbeit, und gründe eine entscheidende Einwirkung, die sich in baarem Gelde Ballast haben durchweg je 40 Pf. für die Tonne zu zahlen. An wenn die sozialistische Gesellschaft sich etablirt, wird sie ihn gern ausdrücken lassen. Menfchliche Arbeitsträfte sind aber heute Echlepplobn hat jedes Fahrzeug für die ersten 200 Tonnen je 40, als vortreffliches Inventurstück übernehmen und ihn nach Kräften belanntlich wohlfeil nie Brombeeren, und ein Menschenleben hat für die weiteren je 30 Pf, zu entrichten. Die Mindestgebühr für dem Gemeinwohl dienstbar zu machen suchen. Bon gewichtiger Seite wird der Sundverkehr für das Jahr 1895 auf 18%, Millionen Tonnen geschäßt, ein Riesenverkehr, der von keiner anderen Meerenge der Welt erreicht wird und von dem man sich erst eine Vorstellung machen kann, wenn man zur Vergleichung den Suezkanal heranzieht, den jährlich nur 3000 bis 4000 Schiffe befahren. 2 Künstl.Zähne M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1M. Plomben 1,50 M. Rep. sof.Theilz. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Nur zu Werkstatt- Preisen. Möbel Spiegel und Billige und solid gearbeitete Polsterwaaren. Wohnungs- Einrichtungen empfiehlt G. A. Noack, Tischlermstr. Fabrik: Fruchtstr. 31. Verkaufsmagazin: Luifen- Ufer 22, am Oranien- BlaßKataloge franko. Butter! Butter! 2602 Frische Landbutter à Pfd. 70 Pf., Molkereibutter à Pfd. 80 Pf., Tilsiter Käse à Pfd. 30 Pf., Hamburger Fett à Pid. 40 Pf. A. Plewka, Weberstr. 16.[ Aufklärung! NIVERSAL METALL- P & C Schutzmarke. 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Da bis heute noch kein Puhmittel existirt, welches die großen Vorzüge des unsrigen erreicht, so hat dasselbe als einzig zweckentsprechendes Pugmittel im In- und Auslande Eingang und Anklang gefunden; ist auch überall erhältlich, doch bitten wir beim Einfauf, um nicht minderwerthige Waare zu erhalten, genau auf unsere Firma und Schuhmarke achten zu wollen Proben und Preisanftellung frei und unberechnet. Kinderwagen, Kindermöbel Sport-, Leiter-, Kasten- u.Puppenwagen. Grösstes Fabriklager Deutschlands. Anerkannt die elegantesten, bestenu.billigsten nur bei E. Stiassny, Berlin C., Wallstrasse No. 21. 2655L* Wer Stoff-- hat, fertige Anzug 20 M., feinste Zuthaten, faub. Arbeit, 2 Anpr., Paletot 17 M., Hose 3,50 M. Engel, Münzstr. 50/18 Berlin W., Charlottenstraße 63. Teppiche mit kleinen Webefehlern in echt Tournays, Brüssel, Velours, Tapestry und prima Asminker, in allen Größen, verkaufe jetzt auch einzeln bedeutend unter Fabrikpreis J. 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Juli, abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstraße 33: Grosse Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. med. J. Zadek über: ,, Mariaberg". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. 282| 15 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Verein für Stralan, Rummelsburg n. Umg. Dienstag, den 2. Juli, abends 8%, Uhr, mit zur Nachricht, daß das Mitglied Gustav Hinz Ethische Gesellschaft. Versammlung am Sonntag, den 30. Juni d. J., abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Cohn, Beuthstraße 20. Vortrag des Genoffen Paul Jahn über:" Malthus' Bevölkerungstheorie." Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. bei dem Unglück auf der Oberspree am Sonntag, den 23, Juni, mit ertrunken ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Juni, vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus 115/21 statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 288/11 Der Vorstand. Nach dem Vortrage erhalten nur noch Mitglieder neuen Zutritt. Der Vorstand. Gr. öffentliche Versammlung Beutral- Krankenkasse der der in der Damen- u. Kinder- Konfektion Zimmerer. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß das Mitglied der Filiale III, Gustav Hinz, am 23. Juni bei dem Unglück auf der Oberspree ertrunken ist. Die Beerdigung findet heute, Sonn. tag, den 30. Juni, vormittags 10 Uhr, in Wilhelmsberg von der Leichenhalle des evangelischen Friedhofes aus statt. Der Vorstand. bei Franz Gittler, Kietz- Rummelsburg, Neue Prinz Albertstr. 70: Sozialdemokrat. Wahlverein Oeffentliche Versammlung. für den 4. Berliner Reichstags$ Lages Ordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen Heinrich Schulz über, Darwin'sche Wahrheiten und soziale Narrheiten." 2. Diskussion. 53/15 Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersuchteas Der Vorstand. NB. Urania" Billets zum 7. Juli 1 Uhr sind noch zu haben. D. D. " Allgem. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Montag, den 1. Juli, abends 8 Uhr, ** Wahlkreis. Todes Anzeige. = Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zimmerer Gustav Hinz nebst Frau und Kind am Sonntag, den 23. d. M., bei dem Dampferunglück auf der Oberspree den Tod in ben im Lokal des Hrn. Henke( früher Renz), Naunynstr. 27: Wellen gefunden haben. Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Lohnverhältnisse durch Verkürzung der Arbeitszeit und die jeßigen Verhältnisse der Berliner Velvet- Fabrit. Referent: P. Jahn. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Bitte dringend, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen aller Branchen in dieser Versammlung erscheinen, ganz besonders sind noch die Arbeiterinnen und Arbeiter der Velvet Fabrit eingeladen. 70/12 Vertrauensmann O. Schüler, Tresckowstr. 30. Tapezirer. Große öffentliche Versammlung sämmtl. im Tapezier- Gewerbe beschäftigten Personen am Dienstag, den 2. Juli 1895, abends 8, Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstrasse 72. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Waldek Manasse über: Kirchen und Rasernen". 2. Diskussion. 8. Gewerkschaftliches. Kollegen! Erscheint alle Mann für Mann. 1908b J. A.: H. Klatt, Simeonftr. 25. Steinarbeiter Berlins! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. d. M., vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus statt. 281/14 Un zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des 4. Berliner Reichstags Wahlkreises gur Nachricht, daß unser Mitglied Gustav Hinz nebst Frau und Kind am 23. d. M. bei dem Dampfer- Unglück auf der Oberfpree ertrunken sind. Beide waren tüchtige Genossen. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung findet am Sonntag, vorm. 10 Uhr, von der Leichenhalle zu Wilhelmsberg statt, 291/14 Der 4. Berliner Wahlkreis. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine Frau beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ( Bügler, Stepperinnen, Mäntelnäherinnen, Blousen-, oftlimarbeiterinnen, Knaben- Anzug- Arbeiterinnen etc.) am Dienstag, den 2. Juli, abends 8 Uhr, in Kummer's Salon, Rigdorf, Berlinerstraße 136. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann. 2. Diskussion. 8. Berschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 80/10 Die Agitationskommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband. admad Zahlstelle Berlin. Montag, den 1. Juli, abends 8½½ hr, im Lokale Königshof, en Bülowstraße Nr. 37: Bezirks- Bersammlung für den Westen und Südwesten. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Rohrlack über: Das Werkzeug als Kulturträger." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Friedrichsberg und Rummelsburg: Montag, den 1. Juli, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Vowinkel, Rummelsburg. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Wiedemann. 2. DisVerschiedenes. fuffion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 212/13 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Berband. Filiale Berlin- Moabit".. Am Dienstag, 2. Juli, abende 8½ Uhr, im Saale der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 48-49: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen J. Timm über: Klaffentämpfe im Mittelalter". 2. Berichterstattung von der Provinzial- Konferenz der Metallarbeiter Brandenburgs. Berichterstatter: Kollege Hofmann. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verbandsangelegenheiten. Gäste erwünscht! Die Kollegen der Firmen L. Löwe& Co., Siemens& Halske, Borsig, Freund& Co., Petzold& Co., Gebauer, D. Grove und Anhalter Maschinenfabrik werden besonders eingeladen. 49 12 Versammlungen des Vereins deutscher Schuhmacher. " " Montag, den 1. Juli, abends 8½ Uhr: old Bahlstelle bei Nebelin, Langeftr. 108. I bei Gründel, Brunnenstr. 188. III bei Freigang, Schüßenftr. 18/19. Um zahlreichen Besuch bitten Die Ortsverwaltungen. NB. In diesen Versammlungen werden Billets zu der am 11. Auguft stattfindenden Dampferpartie( nach Nedlitz bei Potsdam) ausgegeben. Sonnabend, den 6. Juli 1895, in den Viktoria- Sälen, Riedot Martha Klinke 225/18 Hermannstraße 45: Großes Sommer- Fest der Steinarbeiter Berlins. Konzert Theater Tanz. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Die Kaffeküche ist von 4 Uhr ab geöffnet. Anfang 6 Uhr. Entree 25 Pf. Ende?? Das Comitè. Steinarbeiter Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 4. Juit, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Fritz Zubeil, Lindenstr. 106: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom 7. deutschen Steinarbeiter Kongreß. 2. Wahl eines Agitationstommissions Mitgliedes und 3 Ausschußmittglieber. 3. Gewerkschaftliches. M Die Plagvertreter und Vertrauensleute werden ersucht, es ordentlich befannt zu machen; die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vertrauensmann. 228/6 Grosses Sommer- Fest des Turn- Vereins ,, Fichte" I. M. A. und des Gefangvereins Freie Liedertafel" am Sonnabend, 6. Juli, im Schweizer Garten, am Königsthor am Friedrichshain. Gr. Gartenkonzert, Theater u. Spezialitäten, die Schwester der Frau Hinz, nebst Tochter Frieda, dem Unglück der ertrunken sind. Oberfree ampfen. Hubad 1/18 Achtung! Schmiede Berlins. Achtung! 291/15 Die Beerdigung findet statt am Sonntag, 30. b. W., vorm. 10 Uhr, von der Leichenhalle zu Wilhelmsberg. Der trauernde Gatte. Nachruf! Am Sonntag, den 23. b. M., verunglückte bei der Dampferkatastrophe auf der Oberspree unser Mitglied Mittwoch, den 3. Juli, abends 812 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 38: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Mattutat über: Die Wohlfahrtseinrichtungen der Jnnungen und das Herbergswefen." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um rege Betheiligung bittet Der Einberufer. Am Sonnabend, den 20. Juli, findet in den Festsälen der Brauerei Friedrichshain( früher Lips) unser diesjähriger Sommernachts- Ball Stanislav Kowalski. ftatt. Billets find in obiger Versammlung, bei den Mitgliedern des Vergnügungs Romitees, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen D. O. Wir verlieren in dem Verstorbenen zu haben. ein eifriges Mitglied, das unsere Ideen nach jeder Richtung hin vertrat. Durch sein ruhiges, freundliches 230/13 Achtung! Kürschner. Achtung! Wesen, hat er sich die Freund- 0 000, fchaft aller erworben. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Entwichen plöglich unsern Reih'n Montag, den 1. Juli 1895, abends 8 Uhr: Zwei große öffentliche Versammlungen Du junger Kämpfer im modernen Krieg, aller in der Kürschnerbrauche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Woll'n wir Dir uns're Ehrfurcht weih'n, Als fielst Du für der Freiheit Sieg." Die Mitglieder werden ersucht, am Sonntag, den 30. cr., um 7 Uhr sowie für die Hausindustriellen der Mützenbranche. " Für die Mühenbranche bei Buske, Grenadierstr. 38. präzise auf dem Bootsplak in insbesondere bei der Firma L. Thorner, und wodurch können wir dieselben Tagesordnung: 1. Die miserabelen Arbeitslöhne in der Müßenbranche, Stralau zu sein. aufbessern?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 8 Uhr, von der Zeichenhalle des Köpenicker Kirchhofes aus statt. Berlin, den 29. Juni 1895. Zu dieser Versammlung ist Herr Thornor persönlich eingeladen. 98/16 Für die Pelsbranche in Cohn's Festsälen( Industriegeb.), Beuthftr. 22, I. Tagesordnung: 1. Die Arbeitsverhältnisse in der Pelzbranche und wie stellen wir uns zur Einführung des Vertrauensmänner- Systems?" 2. Dis= sowie dreimaliges Auftreten von Mitgliedern des Turnvereins„ Fichte" Ruderverein Vorwärts". fuffion. 8. Berfchiedenes. in Produktionen ganz neu einstudirter Triks. Im Saale: Großer Sommernachts- Ball. Volksbelustigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Anfang 5 Uhr. 28092 Entree 30 Pf., im Vorverkauf 25 Pf. Die Kommission. 59 Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend die traurige Mittheilung, daß das Mitglied Wilhelm Uszkurat Friedrichshagen.Zum musik 10 mil, ift. Die Beerdigung findet Sonntag am Freitag, morgens 2 Uhr, gestorben Zum musikalischen Emil, Den werthen Besuchern von Friedrichshagen empfehle ich mein Lotal aufs an- Kirchhofe, Dalldorfer Chaussee, aus Nachmittag 5 Uhr vom Neuen Nazarethgelegentlichste. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Emil Zademack. Stirchhofe, Dalldorfer Chauffee, aus statt. Um recht zahlreiche Bethei unentbehrlich für Magenleidende, Kräuterlikör, Spezialität ligung bittet 1868, von Otto Oelschläger, Pferdebahn- Haltestelle 288/12 Demminerstraße. Probefl. 40 Pf.-- 2,75 m. 10 Fl.1 Fl. Rabt. Donakiel Der Vorstand. Hierzu sind ganz besonders die Kollegen und Kolleginnen der Firma B. Citvoen, Hruby, H. Gerson, V. Mannheimer, Gebr. Singer und Kutamwsky eingeladen. Um recht zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. 168/8 Achtung! Schöneberg. Achtung! General- Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins am Montag, den 8. Juli( nicht am 1. Juli), abends 8 Uhr, bei Kessner. Grunewaldstr. 110. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Abrechnung vom Stiftungs3. Vortrag über Arbeiterfeste. feft. Jedes Mitglied muß erscheinen. Buch legitimirt. Restirende Beiträge find zu entrichten. Der Vorstand. Zapfendo Mnerkennungsfreida stegen The Ginftat vor. I Für Berlin Verkauf von 10 Stück Cigarren. Große Preisermäßigung wegen Verlegung meines Geschäfts nach meinem eigenen Hause! Jacques Raphaëli, Berlin die zweit Fabrikant für Cigarren, Fabrikant für Schuhwaaren, Fabrikant für HerrenGarderobe, Fabrikant für Spirituosen. 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Vuelta Havana, Torpedo- Façon, ca. 11%, cm lang, 5%, em Umfang, per 100 Stud Mt. 7,50. Eine Musterfifte obiger 6 Marken zusammen 100 Stüd it. 6,-. feit, wie aus den Preisen hervorgeht, keine Concurrenz. façon Umf. Groß- Regalia Bodfaçon Marke 3( Sumatra), ca. 10% cm lang, ca. 5 em ca. 9% cm lang, 5% em Umf., hochfeine Brasil ber 100 Stück jetzt nur Mk. 7,50. Umf., unfortirt in Papier verpackt, dafür vorzügl. im Einlage und Deli- Decke; diese Mischung em- Meine langjährigen Erfahrungen und mein ganzes Geschmac per 100 Std. Mk. 2,00. pfiehlt sich allein. per 100 Std. Mk. 4,50. Rönnen habe ich bei der Zusammenstellung der Marke 4( Sumatra), ca. 10% em lang, ca. 5 cm Umf. Marke Bajamo, ca. 10 cm lang, ca. 5 cm Unif., lekten 3 Marten aufgeboten und bin nunmehr ber Strazen- Cigarre, nicht belästigend, von durchaus bie Cigarre ist kräftig, enthält durchweg feinste marten sich besselben Beifalls erfreuen werden, wie Alagoas- Felix, Torpedo Façon, ca. 11 cm feften Ueberzeugung, daß auch die lezten beiden vorzüglichem Geschmack, in schlankem Façon, tadel überseeische Tabake und wird den Gaumen des bie Marte Raphaëli III. Lofer Brand per 100 Std. Mk. 2,50. verwöhntesten Qualitätsrauchers befriedigen Marke 5, Frühpromenaden= Cigarre, Regelper 100 Std. Mk. 4,50. façon, ca. 10% em lang, ca. 5% cm Umf., dieselbe in schlankem Façon ca. 10 cm lang, 5 cm Umf. Hervor Marke Termala, ca. 10% cm lang, ca. 5%, cm ragend im Geschmack, fann ich sie Jedem empfehlen, Umf. Eine in ihrer vollendeten Form sowohl wie deffen Beruf es erheischt, viel Cigarren zu rauchen durch ihre föstliche Mischung hergestellte Cigarre aus per 100 Std. M. 3,00. mildvollen und würzigen, edlen überseeischen Marke 7( Sumatra), etwas kleiner im Façon, be- Tabaken, mit ostindischer Decke, deren außer- Nr. 2 per 100 Std. 6,50 Mt.-Nr. 1 per 100 Std. deutend eleganter ausgestattet, in Ginfalllisten ver- ordentlich hervorragende Eigenschaften Jeden 8 Mr. Die Länge dieser 3 Marken ist ca. 15 cm, pact, zu Geschenken geeignet, per 100 Std. M. 3,00. immer mehr intereffiren werden, je länger er fie raucht der Umfang ca. 43 cm. Der passionirteste Mocea- Cigarre, ca. 9 cm lang, 4 cm Umfg., ge per 100 Std. Mk. 5,00. Raucher wird in diesen Cigarren nach jeder NichAußreich zum Kaffee, wirkt belebend, vollwürzige, hochs Neu! Marke Vuelta Abajo, ca. 10%, em tung hin ob er an milde oder Träftige Cigarren per 100 Std. M. 3,50. Tang, ca. 4%, em Umf. ede Cigarre Die Krone aller Havana- gewöhnt ist nicht nur die vollste Befriedigung Marke Manilla- Cigarre, ca. 11 em lang, an Tabafe, der Gipfel föstlichen Aronias und mildesten finden, sondern dieselben als seine unentbehr d. Bembfläche ca. 5%, em Umf. per 100 Std. Mk.3,50. Geschmacks, ist die Cig. mit 12 M. per 100 Stüdlichsten Marken nach einmaligem Versuch be trachten. Der Alleinverkauf für Deutschland Viele Raucher haben eine Abneigung gegen Manilla- nicht zu hoch bezahlt. Durch den vortheilhaften Ein ist mir übertragen. Da ich voraussege, daß Labat, weil der Geschmack desselben seiner Schwere und fauf von über einer halben Million verkaufe ich auch diese Marken bald von der Concurrenz ge Schärfe wegen Augen und Gaumen belästigt. diefelbe mit ver 100 Std. Mk. 6,00. fälscht werden, erkläre ich hiermit, daß jedes Nichts von alledem hat diese Cigarre, abweichend von der echten Manilla ist fie von der außer Hinweis! wie bisher, ca. 12 cm lang, ca. 6½ em Diplomaten Cigarre, voluminöser Kitchen Cigarren dieser Marten mit meinem Firmenstempel versehen wird und daß ich nur ordentlichen Weichheit im Geschmad, der besten Buverlässigkeit im Brande und von köstlichstem Aroma. Umf. Im Aeußeren jowohl, wie auch in der Mischung in diesem Falle für die Vorzüglichkeit eintrete. Insbesondere ist diefe Cigarre auch Statspielern die vornehmste Schöpfung, wird sie jedem Raucher, sei er an milde oder kräftige Cigarre gewöhnt, Gaumen, zu empfehlen, da sie erstlich sehr groß folglich sehr sparsam von außerordentlich zuverlässigem Geruchsinn und Auge auf das höchste befriedigen u. verdient als der Inbegriff einer der vollkommensten Nen, Neu! Havana de Mexiko, ca. 11 cm lang, asiatisches Gewächs, welche von alt raffinirten Brande ift. groß Bock, mild und voll per 100 Stück MK. Jagdsport- Mocca, auch Liebchenper 100 Std. MK. 6,00. Neue Marke General, ca. 10%, em lang, Cigarre genannt( Deli Maatschappy), ca. 9 cm Jang, ca. 4 cm Umf., ist vermöge ihrer wunber Marke Raphaëli III, ca. 11, em lang, ca. 5 cm ca. 5%, em Umfang. Mit dieſer Havana- Cigarre, Importen vorgezogen werden, ca. 10% cm lang, vollen Zabetzusammenstellung von einschineichelnd stem Umfang, per 100 Std. 6 Mk. welche aus einer Zusammenſegung der alleredelsten Aroma und hervorragend bestein Geschmack Bei der Einführung dieser Cigarre im April 1893 Tabate besteht, glaube ich nicht nur den raffinirtesten pr. 100 Std. M. 3,50. fegte ich zwar voraus, daß sie den Beifall der rafft- Raucher zu befriedigen, sondern den unversöhnlichsten 4 B für Jede dieser Marken dient mir als Empfehlungsbrief, und ein einmaliger Versuch genilgi, um nicht mehr von ihnen zu lassen, auch sind sämmtliche Marken trocken zu haben. Echt importirte Cigarren, auch in sanitärer Hinsicht den echten Havana5 cm Umfang per 100 Stüd. ca. 10% cm lang, 5%, cm Umfang per 100 Stild Mt. 5, mr. 6, Herren- u. Knaben- Garderobe Sommer- Saison. Bevor ich den freundlichen Leser mit meinen Preisen vertraut mache, muß ich ihn bitten, meine Grundfäße zu beherzigen, die da sind: Durchaus reelle Waare, reelle Arbeit von ben billigsten bis zu den böchfen nachfolgenden Preisen, die nuantafibar fest und auf jedem Gegenstand deutlich für jeden Stäufer fichtbar ausgezeichnet sind. Der mich besucht, um zu handeln, raubt sich und mir nuplos die Zeit; bagegen ist jeder meiner Verkäufer angewiesen, in zuvorkommendster, höflichfter Weise jeden Besucher mit dem Bager vertraut zu machen. Jeder ist willkommen, auch der Nichtläufer. Was ich in Nachfolgendem den freundlichen Refern empfehlen will, bezieht sich weit mehr auf hervorragend gute Stoffe und faubere, elegante Ausführung, als auf die Billigkeit der offerirten Sagen. Mein Lager gehört zu den größten der Residenz und enthält alles, was Jedermann im pralitichen Leben und in nobelter Gesellschaft verwenden kann. BE Serren- Jaquet- Anzüge, in uns zweireihig au 12,50, 15,-, 17,50, 20,-, 22,-24,- bis Rawngan Jaquet- und Rot- Anzüge, einreihig zu 27,-, 30,-, 382,-, 34 bis 45 Mark. ,-, 38 bis 45 Mark. Bammgarn- Gehrod oder Gesellschafte- Anzüge, zweireihig zu 28,-, 33, Gegnate ends aus schwarzem Croisé mit Seidenfutter, peinlich sauber ausgeführt, 31 25,-, 30 u. 35 Mart. Frühjahr. 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Jede Ueberportheilung ist aus gefchloffen, da ich für Nichtzusagendes den ausgelegten Betrag zurüdzahle, sobald es mir im Originalzustande zurückgebracht wird. Bei Aufträgen von außerhalb wolle man geff. für Kindergarderobe das Alter des Kindes angeben, und ob dasselbe dem Alter entsprechend förperlich mehr oder weniger entwidelt ist. Für Herrengardecobe bitte den Bruft umfang dicht unter dem Arm herumgemessen die halbe Rückenbreite von der Mittelnaht bis zur Mermelnaht gemessen, die äußere Aermellänge und die Schrittlänge der Sose bis zum Beginn des be fages genteffen anzugeben. Alle Angaben bitte nach Centimeterman; auch bitte ich zu bestimmen, ob die Farbe der Stoffe hell, mittel oder dunkel fein foll. Francatur ausgeschlossen. Bersand nur gegen Rachnahme beziv. vorherige Einsendung des Betrages. Sämmtliche Abtheilungen meines Etablissements find Sonn- u. Feiertags während der polizeilicherfeits erlaubten Stunden geöffnet. Mein Inferat Schuhe u. 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