Str. 602 42. Jaheg Ausgabe A nr. 307 Bezugsvrets: 285dbentlich 70 Bfennig, menali 8, Reichsmart Boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat Der Borwärts mit ber Gonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gied Jung und Aleingarten sowie ber Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Cozialbemotrat Berlin Morgenausgabe wool and the north sid Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Ronpareille beile 80 Bfennig. Reflamezeile B.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Pfennig ( auläffa amei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erite Bort 15 Bfennig, jedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch. taben zählen für zwei Worie Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenrake 3, abgegeben werden. Geöffnet son 8 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. mad Dienstag, den 22. Dezember 1925 Der Abrüstungskonferenz entgegen. Coolidge zur Teilnahme bereit. Am Donnerstag lief in Berlin, in Moskau und in Washington| die Einladung des Bölferbundsrates an die drei großen Richtmitgliedstaaten des Völkerbundes, Deutschland, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten, ein, Bertreter in den neuen Abrüstungsausschuß des Bölkerbundes zu entsenden. Er werde am 15. Februar in Genf zusammentreten, um das Problem einer Abrüstungstonferenz gründlich zu studieren. Die geschäftsführende Regierung Deutschlands hat es nicht für nötig gefunden, sich auch nur indirekt hierzu zu äußern. Aber selbst, wenn es eine ausgemachte Sache ist, daß Deutschland sich an dieser Konferenz und auch an ihrer Vorbereitung beteiligen wird, wäre es doch zu wünschen gewesen, daß gerade Deutschland sein besonderes Interesse und seine außerordentliche Bereitwilligkeit, die internationale Abrüstung zu fördern, zum Ausdruck gebracht hätte. Andere Regierungen würden in ähnlicher Lage eine solche Befundung ihres internationalen Tatwillens nicht unterlassen oder zumindest, wie es Frankreich vor der letzten Tagung des Völkerbundsrates getan hat, Schritte zur Ausarbeitung deutscher Borschläge angefündigt haben. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostschecktonto: Berlin 37 536 Banktonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Ballstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Sowjetunion und Europa. Tschitscherins Weg über Deutschland. Bum zweitenmal seit zehn Wochen weilt der Leiter der russischen Außenpolitit in Berlin. Er hat sich fünf Wochen in bereitenden Kommission fürchte er, daß sie nur eine Beerdigungs- Frankreich aufgehalten. In der Vorweltkriegszeit hätte tommiffion für die Abrüstung sein werde; der Standpunkt der Re- Europa" machtpolitische Kombinationen an seine Fahrten gegierung fei noch nicht festgelegt. Auch hat Tschitscherin während seines knüpft. Deutschland hätte seinen zweimaligen Aufenthalt in Pariser Aufenthaltes verlauten laffen, daß die Sowjetunion sich an Paris mit Mißtrauen gesehen. Es hätte in jeder franBeratungen auf Schweizer Boden wegen des ungefühnten Mordes zösisch- russischen Besprechung und Abmachung eine gegen sich an Worowski nicht beteiligen fönne. felbst gerichtete Spize gefühlt. Als Großmacht hätte es sich als in die Zange zweier anderer Großmächte genommen empfunden. Jetzt aber führt Tschitscherin nicht Krieg oder Frieden" in seiner Reisetasche mit sich, wie sie einst jener Römer in seiner Toga trug, der Karthago aufsuchte. Gegenüber dem entwaffneten Deutschland sind Rußland und Frankreich zwar militärpolitisch weit überlegene Weltmächte. Dennoch fürchtet in. Deutschland kein vernünftiger Mensch machtpolitische Verschiebungen aus dieser Reise. Deutschland fühlt sich nicht als Buffer, es fühlt sich als Brücke zwischen dem Osten und Westen. Europa steht unter der Wirkung der Berträge von Rapallo und Locarno. Aus den Bereinigten Staaten werden wieder Bedenken wegen des Zusammenhanges der Abrüstungskommission mit dem Völkerbund laut. Das Weiße Haus wagt zunächst überhaupt feine Informationen über die Ansichten des Präsidenten auszugeben. Jetzt jedoch hat Coolidge mit Borah, dem Vorsitzenden der Senatsfommission für auswärtige Angelegenheiten, Fühlung genommen und anscheinend die Bedenken dieses alten Völkerbundsgegners da durch gemildert, daß er ihm vorschlug, die amerikanische Delegation für die Abrüstung selber zu leiten. Jedenfalls läßt eine New Yorker Meldung jetzt erkennen, daß Coolidge den Mut gefunden hat, sich für die Einladung des Bölkerbundes auszusprechen, wenn der Senat zustimme; die allgemeine Stimmung im Lande sei für die Beteiligung; der Senat werde es daher nicht für flug halten, ihr entgegenDie Vorbereitung der Abrüftungskonferenz bedarf umsomehr zuwirken. einer zielbewußten Unterstützung von, deutscher Seite, als es noch Eine Ablehnung der Ronferenzvorbereitung von seiten der Sowjet feineswegs eine ausgemachte Sache ist, daß Rußland und die Ber- union oder von seiten der Vereinigten Staaten würde das faum einigten Staaten an der Februar- Sigung der Vorbereitungstom in Gang gekommene Wert auf das schwerste gefährden. Um so mission teilnehmen werden. Für die Sowjetunion erflärte größer ist die Pflicht aller im Bölkerbund jetzt oder binnen furzem Tschitscherin gestern in Berlin, daß sie eine sofortige Entwaffnungsvereinigten Regierungen, für die Teilnahme dieser beiden Welt fonferenz unterstützen und sich daran beteiligen werde; von der vor- mächte zu wirken. Die Stellung Doumers. Keine Demiffion, aber schwierige Lage. Paris, 21. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die heute morgen in den parlamentarischen Kreisen verbreiteten Gerüchte von der unmittelbar bevorstehenden De mission des neuen Finanzministers Doumer wird von der zuständigen Stelle als jeglicher Begründung entbehrend bezeichnet. Nichtsdestoweniger steht fest, daß Herrn Doumers Sanierungsprogramm in den Kreisen des Kabinetts nach wie vor auf fchärffte Opposition stößt und daß angesichts der Entschlossenheit der Linken, Doumers Projekte aufs nachdrücklichste zu bekämpfen, einstweilen nicht abzusehen ist, wie der neue Finanzminister in der Kammer eine ausreichende Mehrheit finden soll. Die Abstimmung über Syrien. Paris, 21. Dezember.( WTB.) Der Bertauensantrag über die Syrienpolitit der Regierung wurde mit 261 gegen 29 Stimmen bei 254 Stimmenenthaltungen ange nommen. Von den Sozialisten enthielten sich 96, von der demofratisch republikanischen Bereinigung 100 Abgeordnete der Stimme. heit zu einer Ronferenz bemußten. Die Beziehungen der Türkei zu Rußland gründeten sich auf den Moskauer Vertrag und sie würden allmählich noch enger. Der Minister schloß, wie der Bericht des Rorrespondenten sagt, etwas geheimnisvoll mit den Worten: Die Beziehungen werden fortfahren, fich entsprechend den Ereignissen zu entwideln. Die Neuregelung des Steuerabzugs. Herausgabe amtlicher Merkblätter. Am Ostersonntag 1922 während der Konferenz von Germia schlossen die deutsche Republik und die Union der Sowjetrepubliken den Vertrag von Rapallo, in dem sie auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung" ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufnahmen. Die Betanntgabe dieses Vertrages schlug am Konferenzort wie eine Bombe ein. Die Alliierten sahen in der Wiederherstellung normaler Beziehungen diefer beiden Reiche eine bolschewistischteutonische Drohung. So lebendig waren die Erinnerungent an die Niederlage der meißen Interventionsarmee in Südund Nordrußland, so furze Zeit lag der russische Angriff auf Polen zurüd. Man vermeinte schon, einen deutsch- russischen Vormarsch über den Rhein gegen den Frieden von Versailles zu sehen. Deutschland wurde so von den weiteren Erörterungen der Konferenz von den Alliierten ausgeschlossen. Das sollte wie eine Strafe wirken dafür, daß sich Deutschland zum ersten***** mal wieder seit drei Jahren als freier und ebenbürtiger Bertragsgegner gezeigt hatte. Und die Bedeutung des Vertrags von Rapallo für den Wiederaufstieg Deutschlands und für die deutsch- russischen Beziehungen war um so größer, als weder in Rapallo noch im Juli darauf in der Haager Konferenz die Sowjetunion und die Alliierten zu einer Lösung ihrer Gegenjäze tamen. Breit und tief flaffte ein Abgrund zwischen der Privateigentumsideologie der kapitalistischen Welt des Westens und der kommunistischen Heilsidee des Ostens. Die Sowjetunion erkannte die Schulden des 3arentums grundsätzlich nicht an; also galt sie für die Bourgeoisstaaten Europas ebenso grundsäßlich nicht als gesellschaftsfähig. Wer seine Schulden nicht anerkennt, stellt sich außerhalb der Privateigentumsordnung; die Sowjetunion wurde nicht anerkannt. Man fam über zwei Einzelabkommen( Handelsvertrag mit Italien, Urquhart- Bertrag mit England) nicht hinaus. Die sich dann in Europa bald völlig durchsetzende Poincaristische Gewaltpolitik vernichtete die Verständigungsansätze zwischen den Alliierten und Deutschland ebenso gut wie zwischen ihnen und der Sowjetunion. Erst das Jahr 1924 brachte den Sturz reaktionärer Regierungen in England und Frankreich. Es fam die friedliche Reparationsverständigung des Dames- Abkommens mit Deutschland und die Anertens nung der Sowjetunion durch England und Frankreich. Aus dem Reichsfinanzministerium wird mitgeteilt: Durch das Gesetz über die Senkung der Lohnsteuer vom 19. Dezember 1925 ist der Steuerabzug vom Arbeitslohn geändert worden. Die Neuregelung tritt am 1. Januar 1926 in Kraft. Der bisherige steuerfreie Lohnbetrag von 960 RM. jährlich ( 80 RM. monatlich) ist mit Wirkung vom 1. Januar 1926 ab auf 1200 RM. jährlich( 100 RM. monatlich), also um 240 RM. jährlich erhöht worden. Die Erhöhungen verteilen sich wie folgt: Der steuerfreie. Lohnbetrag im engeren Sinne wird von bisher 600 RM. jährlich( 50 RM. monatlich) auf 720 RM. jährlich( 60 RM. monatlich) und die Bauschsäge für Werbungskosten und Sonder leistungen werden von bisher je 180 RM. jährlich( 15 RM. mo natlich) auf je 240 RM. jährlich( 20 RM. monatlich) erhöht. Abd el Krims Friedensfühler. Ein englischer Journalist als Vermittler. Paris, 21. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Sonderterichterstatter des„ Manchester Guardian" in Tanger, Cunning, der, wie berichtet, der französischen Regierung ein neues Friebensangebot Abd el Krims übermitteln soll, ist heute in Paris eingetroffen. Wie die hiesige zuständige Stelle erfährt, wird Cunning nicht als offizieller Beauftragter Abd el Krims anerkannt und deshalb nicht von der französischen Regierung empfangen werden. Doch nimmt man an, daß er eine inoffizielle Aussprache mit autori fünfte und die folgenden minderjährigen Kinder von bisher fam feine Verständigung zustande. Die europäische Politik fierten Persönlichkeiten haben wird. Der Mofulkonflikt. Erklärungen des türkischen Außenministers. London, 21. Dezember.( WTB.) In einem Interview mit dem Korrespondenten des Reuterschen Bureaus in Paris sagte der türkische Außenminister Tewfit Rushdi Bey, er könne feine Erklärung über Mofful abgeben, da die Lage delikat, wenn nicht gar fritisch sei. Er werde der Nationalversammlung in Angora Bericht erstatten und diese werde dann die Entscheidung fällen. Der Minister führte weiter aus: In der Mossulfrage handelt es sich weder für die Türkei noch für Großbritannien um das Petroleum. Wenn es sich um eine wirtschaftliche Frage handeln würde, dann mürde man in 5 Minuten einig werden können. Die Türkei erkennt den Irat nicht als einen Staat an, fondern nur als eine geographische Bezeichnung. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß eine friedliche Regelung doch noch erreichbar sei. Die Türkei haffe den Krieg und tatsächlich sei ein Offensivkrieg durch die türkische Berfaffung verboten. Aber wie jede andere Nation werde die Türkei im Notfalle tun, was die nationale Verteidigung erfordere. Sie halte sich selbst für start genug, ihr nationales Gebiet zu verteidigen. Was seine Besprechungen mit Rußland an gehe, so sei es nur natürlich, so erklärte der Minister, daß die Außenminister der beiden Länder, die benachbart seien, die Gelegen Für die Berücksichtigung des Familienstandes findet wie bisher eine Verbindung des Syſtems der prozentualen Ermäßigungen mit dem der festen Abzüge statt. Bei den festen Ab 8ügen für den Familienſtand find die Säße für die Ehefrau und das erste bis dritte minderjährige Rind unverändert geblieben. Dagegen sind die festen Ermäßigungsfäße für das vierte Kind von bisher 600 RM. jährlich( 50 RM. monat ich) auf 720 m. jährlich( 60 RM. monatlich) und für das je 600 RM. jährlich( 50 RM. monatlich) auf je 960 RM. jährlich ( 80 RM. monatlich) erhöht worden. Die Arbeitgeber müssen sich schon jetzt auf die Aenderungen einrichten, damit sie in der Lage sind, den Steuerbetrag vom 1. Januar 1926 ab richtig zu berechnen. Die Einzelheiten der Neuregelung ergeben sich aus einem Merkblatt, das bei den Finanzämtern demnächst unentgeltlich abgeholt werden kann. Weiter ist, wie schon zum 1. Oktober 1925 so auch dieses Mal eine Steuerabzugsta belle ausgearbeitet worden, aus der der Steuerabzug abgelesen werden kann. Sie wird in den nächsten Tagen fertiggestellt fann ausschließlich durch die Reichsdruckerei, Berlin SW 68, Oranienſtr. 91, bezogen werden. Vorausbestellungen bei der Reichsdruckerei fönnen schon jetzt gemacht werden. Die Preise für die Steuerabzugstabellen sind die gleichen wie bei der bisherigen Steuerabzugstabelle und ergeben sich im einzelnen aus werden und dem Merkblatt. Neue Schlachten bei Peking. Aus Peking wird gemeldet, daß zwischen den Truppen des Generals Feng und denen des Generals Tschang Tso Lin wieder beftige Rämpfe entbrannt sind. Die Verlufte follen auf beiden Seiten sehr hoch sein. Tientsin ift telegraphisch völlig abgeichnitten. gültig auf seine Würde im Hedidas verzichtet. Am Mittwoch Das Ende eines Araberkönigs. König Hussein hat endwird die Stadt Djedda den a babiten übergeben. König Sussein hat das Land bereits verlassen und sich zu seinem Bruder nach Bagdad begeben. in Europa auf. Die Anerkennungen blieben nur Geften der Damit hörte freilich das Hineinwachsen der Sowjetunion Bereitschaft. Ueber die Frage der Borkriegsverschuldung konzentrierte sich zudem mehr und mehr auf die Bereinigung des deutsch- alliierten Verhältnisses. Die Dawes- Politik der Lendoner Konferenz wurde in der Garantiepaktpolitik fortgesetzt. Deutschland hat auf diese Weise die Hoffnungen der Sowjetunion enttäuscht. Je mehr es fuchte, mit anderen Staaten zu einem wahren Frieden der Verständigung zu gelangen, um so mehr sah die Sowjetunion darin eine Wendung gegen sich selbst. In dem gleichen machtpolitischen Denken, in dem noch 1922 die Alliierten im Friedensvertrag von Rapallo die Angriffsallianz gegen sich selbst sahen, witterte die Sowjetunion noch 1925 in der Bereitschaft und dem Abschluß von Locarno ein gegen sie gerichtetes Bündnis. Sie glaubte sich hierzu um so mehr berechtigt, als die Geheimpolitit des vertraulichen Locarnomemorandums Mißtrauen erweckte. Doch wie 1922 so behauptete 1925 Deutschland die Selbständigkeit seiner Politik zwischen der Sowjetunion und den Alliierten. Am Vortag der Konferenz von Locarno wurde der Vertrag von Rapallo in einem Wirtschafts- und Rechtsvertrag bekräftigt. Jetzt sehen die„ Alliierten" hierin teinen Verrat mehr an der europäischen Verständigung. Auch Locarno beruhigen. Die Reichstagsdebatte erst über Locarno die Sowjetunion durfte sich über die Rückwirkungen von und dann der deutsch- russische Vertrag fonnten zwar nicht den deutschen Parteifommunismus, wohl aber das außenpolitische Urteil der russischen Staatslenter beeinflussen. Zudem wett eiferten England und Frankreich, die Sowjetunion von der Friedlichkeit ihrer Absichten zu überzeugen. So fand Tschitscherin über Deutschland den Weg zu einer neuen Berständigung mit Frankreich. Wenige Wochen nach der Paraphierung des Vertragswerks von Locarno und fast gleichzeitig mit seiner Unterzeichnung in London ging zum erstenmal seit dem Weltfrieg der Außenminister der Sowjetunion nach Frankreich. Der Weg von Moskau nach Paris führt nicht nur geographisch, er führt auch politisch über Berlin. Freilich bedeutet Locarno auch für die Sowjetunion nicht mehr als einen neuen Anfang. Sie selbst hält, wie Stalin auf dem kommunistischen Parteifongreß am Sonntag erklärte, grundfäßlich an der Nichtanerkennung der Vorfriegsschulden fest, ist aber bereit, für Frankreich und England Ausnahmen zu machen. So werden im Januar russische Unterhändler ben mühsamen Ausgleich zwischen zwei schwer notleidenden Staatswirtschaften versuchen. Defonomische Nöte trieben die Demofraten Europas zu Konferenzvereinbarungen. Die Notwendigkeiten seiner Wirt schaft treiben auch die Sowjetunion, Anschluß an die wieder organisierte Weltwirtschaft zu suchen. Aus den ökonomischen Tendenzen setzte sich in London und Locarno der Geist der friedlicher Verständigung durch. Für den innerkommunistischen Parteigebrauch suchte Stalin freilich auch am Sonntag die alten Denkschablonen zu verwenden. Der Leiter der russischen Außenpolitit aber hält sich gefliffet.tlich ven den außenpoliti schen Kongreßdebatten in Moskau fern. Er will weder in Rußland seine Machtposition durch Widerspruch, und in Europa seine Politit damit verderben, daß er die Kongreßreden und-resolutionen durch Stillschweigen deckt. Gegen über Europa bedient sich Rußland mehr und mehr der pazifistischen Ideologie. Nicht um der Weltrevolution, um des lieben Friedens willen tut sie jenes und unterläßt dieses. Es erflärt sich mit Wärme für die allgemeine Abrüstung. Es denkt nicht mehr daran, die Beteiligung an Völkerbundsveranstaltungen abzulehnen. Nicht mehr grundsäglich, sondern ous technischen Gründen bleibt die sowjetistische Staatspolitit dem Bunde bis auf weiteres fern. Sie hofft dadurch dem Frieden am besten dienen zu können.... | nie von Tippelskirch gehört, nie vom Fall der Rieler Werft.| Beitrag geliefert. Da die Denkschrift des Reichsarbeitsministeriums nie vom Mirbach- Standal, nie vom Krupp- Prozeß? Das Schweigen der deutschnationalen Bresse und das Berlegenheitsgestammel der Täglichen Rundschau" fie sind beide Beweis dafür, daß man auf der Rechten die Enthüllungen über Holstein als heillose Diskreditierung des heute von rechts noch so hochgepriesenen faiserlichen Systems empfindet. Paulchen kommt doch raus." Die Fememörder ins Gefängnis. . mur die Höhe der Soziallasten angibt, sich jedoch jedes Urteils über die Höhe des Arbeitseinkommens enthält, so hat Genosse Lehmann eigene Schägungen über das Arbeitseinkommen zugrunde gelegt. So schätzt er den Durchschnittslohn des Arbeiters auf 1250 Mart jährlich und nimmt an, daß die Zahl der Lohnempfänger 18 Millionen beträgt. Auf diese Welse kommt er zu einer jährlichen Gesamtlohns umme Don 22,5 milliarden Mart. Da Soziallasten einen Aufwand von 2643 Millionen verursachen, so bedeute dies eine Belastung von 11,74 Proz. des Lohnes. Diese Summe verteile sich gleichmäßig je zur Hälfte auf Arbeiter und Unternehmer. die Diese Schäzungen des Genossen Lehmann dürfen nicht un= midersprochen bleiben, denn die Angaben über die Zahl der Lohnempfänger und die Höhe des Einkommens sind zu niedrig und geben somit ein viel zu ungünstiges Bild von der tatsächlichen Belastung des Lohneinkommens durch Soziallaften. In der im ,, Vorwärts" vom 15. Dezember, Abendausgabe, bereits besprochenen Begründung zu dem„ Gesetzentwurf über die Sentung der Lohnsteuer" sind 3ahlen enthalten, die auf sorgfältigen Berech nungen beruhen, und ein einwandfreies Bild über die Zahl der Lohnempfänger und der Höhe des Lohnes geben. Die Zustände in der Strafanstalt von Landsberg a. b. sind nach dem gescheiterten Befreiungsversuch der berüchtigten Feme mörder Gegenstand der öffentlichen Kritik geworden. Es ist zwar eine eingehende Untersuchung von Amts wegen angefündigt worden; bei dem Trott des Amtsschimmels fann man auf das Er gebnis dieser dringend nötigen Nachforschungen sicher noch einige Bochen warten. Bis jetzt ist folgende formale Erklärung des Amtsgerichtsrats Niek an die Deffentlichkeit gelangt: 3wei Ge fangene ließen sich von einem politischen Gefangenen( Fememörder) überreden, gemeinschaftlich einen Fluchtplan vorzubereiten. Der Ge. fängnisaufseher wurde herbeigerufen und überfallen. Durch seine Danach find in Deutschland 22,3 Millionen Lohn- und Gehalts. Hilferufe wurde ein anderer Gefangener, der Kalfaftordienste ver. empfänger vorhanden. Von ihnen haben 3,3 Millionen ein Lohnrichtete, aufmerksam und alarmierte die übrigen Aufseher. Der Flucht eintommen unter 1200 m. jährlich. Der Durchschnittslohn der verplan fonnte daraufhin verhindert werden. Die in Frage kombleibenden 19 Millionen Lohnempfänger wird mit 2000 m. pro Kopf menden Gefangenen hatten die Absicht, fich in den Befit der Ge- angenommen, so daß hier allein ein Gesamtlohneinkommen von jähr fängnisfchlüffel zu bringen. Dieser Fluchtversuch kommt für jeder lich 38 Milliarden vorliegt. Die Einzelberechnung des Reichs mann, der einigermaßen Einblick in die Verhältnisse des Gefängniffes finanzminifteriums ergibt sogar ein Gesamtlohneinkommen von in Landsberg befißt, nicht überraschend. Seit Wochen und Monaten 38,5 milliarden. Zu diesem Betrage muß das Einkommen wird in der Bevölkerung von Landsberg von dem bevorstehender 3,3 Millionen Lohnempfänger, die ein Einkommen unter 1200 den Ausbruchsversuch gesprochen. Ebenso wie im ersten Mart haben, hinzugerechnet werden. Nimmt man an, daß diese Schmeriner Fememordprozeß die Frau des Oberleutnants Scholer Gruppe einen Durchschnittslohn von 600 m. jährlich hat, so erhöht die Verbindung mit den in Freiheit befindlichen Kameraden des die Verbindung mit den in Freiheit befindlichen Kameraden des sich das Gesamteinkommen um weitere 2 Milliarden auf 40,5 milFememörders aufrechterhielt, ſpielt auch jetzt die Braut des in- liarden Mart. Die Soziallaft in Höhe von 2643 Millionen ergibt haftierten Oberleutnants Schulz eine derartige Rolle. Sie erdann nur 6,52 Proz. der Gesamtlohnfumme. Davon tragen die lärte öffentlich in einem der Küstriner Stahlhelmlotale, daß ihr Arbeiter 3,26 Proz., und die gleiche Summe die Unternehmer. auch diesmal fehlgegangen ist". Durch die Angehörigen des Ober. Lohnempfänger und die Höhe des Lohneinkommens zugrunde, so ist Legt man also die amtlichen Zahlen über die Zahl der So tlafft ein Spalt zwischen der internationalen tommu leutnants Schulz und eine Anzahl von Strafgefangenen, die sich ab- die Caft, die die deutsche Wirtschaft gegenwärtig durch die soziale nistischen Parteiideologie und den diplomatischen Notwendig- fichtlich Eigentumsdelikte zufchulden kommen ließen, um mit ihrem Fürsorge zu tragen hat, nicht höher als im Frieden, wo sie zwischen keiten der national- russischen Politik. Daß dieser Spalt sich 7 und 7½ Broz. betragen hat. Diese Tatsache hervorzuheben, liegt erweitert und Rußland in die europäische Böllergemeinschaft angesichts des großen Feldzuges der Unternehmer gegen die Solangsam aber unaufhaltsam hineinwächst, das ist die Aus giallaften besondere Beranlaffung vor. Erst fürzlich hat der bewirkung der Politik, die in den Worten Rapallo und Locarno tannte Scharfmacher Dr. Solmßen, Geschäftsführer der Dis. ihren Ausdruck findet. tontogesellschaft, im ,, Berliner Börsenturier" Nr. 571 die Belastung der Lohnfumme mit Soziallaften sogar auf 14-17 Proz. angegeben. Das ist, wie die obigen Zahlen zeigen, eine ganz unhaltbare Be= rechnung. Ebenso unzutreffend ist seine Behauptung, daß pro Kopf der deutschen Bevölkerung jährlich 134 m. für Soziallaften aufgewendet werden müßten. Bei einer Bevölkerung von 63 Millionen entfallen bei einer Gesamtlaft von 2643 Millionen auf den Kopf nur 42 Mart. Verlegenes Schweigen. Die Rechtspreffe und der Fall Holstein. Der Fall Holstein egiftiert für die Rechtspresse nicht. Holstein ist tot und tann strafrechtlich nicht belangt werden. Sie ist also nicht einmal gezwungen, mit zwei Zeilen an versteckter Stelle mitzuteilen, daß gegen den damaligen Bortragenden Rat im Auswärtigen Amt Holstein eine Borunter fuchung eingeleitet sei. Sie schweigt über den Fall Holstein - den ungeheuerlichsten Fall von Beamtenforruption, der jemals vorgekommen ist in allen Tonarten. In diesem in allen Tonarten. In diesem Falle gibt es nichts zu bestreiten, nichts abzuleugnen, nichts zu beschönigen. Einer der typischsten Bertreter des taiserlichen Systems ist durch überwältigendes Material, Zeugnisse von feiner eigenen Hand, des fortgesezten Landesverrats und der Korruption überführt. An Stelle der deutschnationalen Bresse hat die Läg. liche Rundschau", das Drgan der Boltspartei, die Ber teidigung des taiserlichen Systems übernommen. Stolz bezeichnet sie als lächerlich, wenn aus dem Fall Holstein auf Korruption im faiserlichen System geschlossen würde. Der Fall Holstein sei ein reiner Ausnahmefall. Eine flägliche Ausrede! War Holstein nicht einer der führenden Politifer des Kaiserreichs? Hat man in der Täglichen Rundschau" Smokinglandschaft. Schwalben schießen durch den Speisesaal des Hotels. Schwarze Schwalben. Unerhört wohlerzogene, nach Wunscherfüllung bren nende Kellner. Frad steht gegen Smofing. Der Frad dient, der Smoking befiehlt. Bull overs blühen in Augen schmerzender Buntheit. Damen in Wintersporthosen egerzieren mit den Beinen. Ein Tourist mit Stoppelbart, scheu an den Fensterplag ge drängt, wo die Zentralheizung nicht mehr hinlechzen tann, bestellt tühn Bier. Die Zigeunerkapelle mischt auf Geigen, Bratschen und 3ymbal: Zuder und Baprita. Eine Sensation flüstert sich von Tisch zu Tisch. Zwei Generaldirektoren werden bleich, der dritte wird frebsrot. Und ein Duzend anderer hochwehlgeborener Smotings schüttelt entrüstet, überwältigt, cus allen Wolfen gefallen die Röpfe. Bierzehn wohlgefüllte Porte feuilles, opferbereite, Toiletten- und Schmuckopfer bereite Brieftaschen zucken indigniert zusammen. In vierzehn adeligen Röpfen rumort die Frage: Soll man sich mit dem Bolf einlassen? Man soll es nicht. Dieses holdselige Fräulein Anna, Sekretärin der Badedirektion, deren Schreiten mehr Musit macht als die ganze Zigeunerkapelle, mit wem betrügt sie all die vierzehn? Und warum hat fie feinen der vierzehn erhört und war zu allen gleich freund. lich? Bolt, Bolf! Wie unergründlich ist deine Geele! Das Geheimnis ist gelöst: die Anna hat ein Verhältnis mit dem Portier! Bird vielleicht noch Frau Portier werden. Und der Frau Bertier in spe wollten wir Kleider kaufen. Also, bitte, sind wir nicht viel zu gut? -WO Sekt!" schreit der bleichere von den Beiden bleichen General direktoren. Und Seft!" respondiert der Krebsrote. Und noch eine kleine Sensation ist in diesem feudalen Speisefaal Frau Rat hat eine 3ofe. Die Zofe darf im großen Speises saal essen. Bersteht sich an einem anderen Tisch. Die Suppe löffelt Frau Rat der Zofe vor; in den demütig hingehaltenen Teller hinein. Löffel um Löffel. Bei jedem Löffel nickt die 3ofe zweimal; einmal nicht fie: bitte, einmal: dante. Sie verdient sich ihre Suppe. Im Schweiße ihrer Wirbelsäule. Heute, o, Triumph einer sozialen Gerechtigkeit, figt die 3ofe am Tisch der Frau Rat. Es ist genau so fein für sie gedeckt. Sie bekommt dasselbe Menü. Nur beim Zwischengericht wird sie übergangen. Aber dafür serviert man ihr zum Braten doppelt soviel Kartoffeln. Und alle in dem großen Speisesaal sehen verklärt nach dem Tisch der wahrhaft gnädigen Frau Rat. Als ob die Sensationen fein Ende nehmen wollten, heute. Der Tourist in der Ede sagt leise:" Bitte, noch ein Bier!" Und weil man so ungezogene Bemerkungen gern überhört, bringt man ihm kein Bier. So lange bringt man ihm fein Bier, bis er auf Baulchen schließlich doch heraustommt, wenn es 3 Führer in Verbindung zu tommen, ist eine regelrechte nach richtenorganisation verwirklicht worden, die einerseits das Ergebnis der Beweisaufnahme zu beeinfluffen versucht und anderer feits die Ausnußung von Gelegenheiten zur Befreiuna der Femeführer im Auge hat. Es ist felbft den weit rechtsstehenden Interfuchunasrichtern aufgefallen, daß die Aussagen der politiſchen Häftlinge mit denen der Zeugen auffallend übereinstim mén. Als Gönner dieser Nachrichtenorganisation in Landsberg a. d. Warthe wird im übrigen ein Herr Lent, ein Gutsbefizer unmeit von Landsbera, benannt. Auf seinen Feldern find seit Jahren eine Anzahl von Eleven beschäftigt, deren Tätigkeit weniger landwirtschaftlicher wie politischer Art zu sein scheint. Seit den Jahren 1923/24 foll diefer nationale" Gutsbefizer der völkischen Feme Unterkunft gewährt haben. Sache der von Berlin entsandten Unter fuchungstommiffion wird es fein müffen, die Verbindung der völti. schen Fememänner in- und außerhalb des Landsberger Gefängniffes und die zu der Braut des Oberleutnants Schulz und zu dem Gutsbesiger Lent führenden Fäden schleunigft nach zuprüfen und abzureißen, damit es der Verhandlungsleitung möglich fein wird, eine einwandfreie Beweisaufnahme geaen den verantmortlichen Führer der schwarzen Reichswehr und seinen blutbefleckten Fememörder Klapproth durchzuführen. Arbeitslohn und Soziallaften. Keine höhere Belastung als im Frieden. Die Dentschrift des Reichsarbeitsministeriums über die Sozial versicherung hat aufs neue zu einer Diskussion über die Höhe der Belastung des Arbeitseinkommens mit Sozial. la ft en geführt. In der Sonntagsausgabe des Vorwärts" hat der Genoffe Hellmut Lehmann dazu einen bemerkenswerten Justizschande. Kritik der Kirche ist Gotteslästerung Begen Gotteslästerung" wurde der verantwortliche Redakteur unseres Plauener Parteiorgans in der Revisionsinstanz zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Die Bolkszeitung für Plauen und das Vogtland" hatte am 20. Oftober 1924 einen Bericht über einen verpufften„ Deutschen Tag" veröffentlicht und sich erlaubt, darin folgende Säge zu bringen: Manche hatten schon am Freitag abend Gala angelegt, so z. B. der Pastor von der Lutherkirche, der schon am Freitag abend in HitlerUniform gesehen worden war. Ein Pastor in Hitler- Uniform? Warum nicht? Das gehört doch zusammen. Den Arbeitern, die sich immer noch nicht entschließen können, aus der mit Verbrecherorganisationen verbündeten Kirche auszutreten, wurde u. a. von der Pauluskirche bewiesen, was tonsequent ist: die Pauluskirche trug schwarzweißroten Flaggenschmud. Pfarrer Schöbla von der Paulusfirche erblickte in diesen Zeilen den Tisch haut und schreit: Bum Donnerwetter, bekomme ich nun| raschend gut fand sich Gustav Magner mit der fomischen Rolle mein Bier eder nicht?" Fünf Minuten ist Leichenstarre im Saal. Dann ruft der eine Generaldirektor: Champagner!" Und zieht den Brokatschuh vom Fuß seiner kleinen Geliebten, füllt ihn mit Champagner und zwingt die Zigeuner, aus dem Schuh zu trinken. Und wirft ihnen einen unsinnig hohen Geldschein hin. Da rasen sie in Mufit. Und in Msik und Geft werden die Sensationen ertränkt: die Frau Rat, an den Biertouristen. Erinnerung an Anna, die Freundin des Portiers, an die Zofe der liebt Der Primas geigt in trunkene Ohren. Schwalbenflüge huschen durch den Speisesaal. Marcell. Eine neue Gilbert- Operette. Eine bessere Idee, als die neue Operette Jean Gilberts,„ Das Spiel um die Liebe", gerade zum Fest herauszubringen, fonnte das Theater des estens gar nicht haben. Das Tertbuch von Schanzer und elisch ist so, daß der ganze Buschauerraum voll Familien figen fann; das ist viel und für die Feiertage wichtig. Es ist trozdem flott und unterhaltsam geschrieben; das ist mehr und vielleicht wichtiger. Der unselige Biener Tanzfongreß" leiht den Stoff. Napoleon ist von Elba entflohen; Heere stellen sich ihm entgegen, es tommt zu blutigen, sehr blutigen Schlachten. Was tut die Diplomatie auf dem Wiener Kongreß? Sie tanzt weiter. Aber zu trübfeligen Betrachtungen und trübseligen Bergleichen bleibt nicht Beit. Der erste Att stellt die Personen vor: den polnischen Baron und seine Tochter, die mit dem ehrgeizigen Arkadius verlobt ist, flüchtiger polnischer Patriot ist, geliebt wird und ihn auch wieder. aber von dem Kapitän der blauen Dragoner, der eigentlich ein sie hat sich im Anfang nur ein bißchen. Im zweiten Aft friegt sie ihn und im dritten darf sie ihn behalten. Daneben liebelt die fesche Erzherzogin Immaculata mit dem portugiesischen Attaché, den sie natürlich ebenfalls friegt( im dritten Att), trotzdem sie ihn eigentlich von Anfang an hat. In die Verbannung zu dem polnischen Grafen, in die sie geschickt wird, geht er mit als schwarzer Mohr, der immer weißer wird, weil ihm die Farbe ausgeht und er es mit Schweinfurter Grün nicht versuchen will, was schließlich zur Entdeckung und, wie bereits gesagt, zum glücklichen Ende führt. Der erste Att spielt in Wien auf einem Ball, der zweite und dritte auf dem polnischen Gut; unabsehbare Möglichkeiten, eine Farbenpracht an Kostümen und Ausstattung zu entfalten, was gut und geschmackvoll besorgt wird. Zu all dem hat alfo Gilbert die und geschmackvoll besorgt wird. Zu all dem hat also Gilbert die Mufit geschrieben. Nicht immer übermäßig originell, aber meloNicht immer übermäßig originell, aber melodienreich und gut inftrumentiert, eine saubere, vornehme Arbeit. Der Schlager daraus, Rüßt euch, Kinder", wird bald populär sein. Musikalisch recht gut ist das Finale des zweiten Attes, gleichzeitig der Höhepunkt der Handlung, die Bermählung der Bolin. Margit Suchy singt sie vortrefflich, spielt sie auch nett und anmutig. Doch läuft ihr darstellerisch Hilde Wörner als etikettenlose Erzher zogin den Rang ab. Die Tenorpartie des polnischen Flüchtlings ist bei Eduard Lichtenstein vortreffiich aufgehoben, leber des alten polnischen Barons ab. Für die übrigen Rollen fetten fi.h vor allem Hilde Pittschau, Friz Kalmann, Robert Scholz und Willi Stettner unter dem Dirigentenstab Franz Schönbaumsfeld mit Erfolg ein, und so wurde es ein ganz vergnüglicher Operettenabend. " Tes. Eine Ceffions für die Sowjetdiplomatie. Ratomsti, der neue Sowjetgefandte in Paris, hatte kürzlich Einladungen zu einem großen Festessen in der Botschaft ergehen lassen, die zur Entfaltung üppiger Bracht den glänzendsten Rahmen bietet. Am Fuße der Einladungsfarten las man in fleinster Perlschrift die Worte: Bitte Frack oder Smoking." Der französische Abgeordnete Theo Bretin, der, ebenfalls eine Einladung erhalten hatte, benutzte die Gelegenheit, um sich über die bürgerlichen Gepfiogenheiten der Bolschewisten luftig zu machen. Er lehnte die Einladung mit der Begründung ab:„ Der Deputierte Bretin, ein wirklicher Arbeiter, besißt weder einen Frad noch einen Smoking und ist deshalb nicht in der Lage, der Einladung des sogenannten Vertreters der russischen Arbeiter und Bauern Felge zu leiften." Diese Meldung wird merkwürdig illustriert durch ein RundSchreiben des Volkskommissariats für Auswärtiges, das den Sowjetpertretungen im Ausland zugegangen ist. Es wird darin auf den ungünstigen Eindrud hingewiesen, den die oft nachlässige Kleidung der Mitglieder der russischen Auslandsvertretungen hervorrufe. Pflicht, auch bei nichtoffiziellen Anlässen ihrer Kleidung größere Das Rundschreiben macht es den sowjetrussischen Diplomaten zur Aufmerksamkeit zuzuwenden, bei offiziellem Auftreten sich jedoch an die Gepflogenheiten des Landes, in dem sie die Sowjetunion vertreten, zu halten und im Frack und 3ylinder usw. zu erscheinen. Schließlich teilt es mit, daß sich das russische Außenkommissariat gegenwärtig mit der Ausarbeitung einer obligatorischen Uniform fur diplomatische Cowjetvertreter befaßt; vor allem sollen diejenigen Sowjetdiplomaten, die Ehrenmitglieder der Roten Armee" sind, das Recht erhalten, bei offiziellen Anlässen Militäruniform zu tragen. " Der Hardörferchor in Nirnberg, ber als einer der beften ge Werte von Ludwig Weber in Berlin zum erstenmal aufführte, wird am 26. in der Boltsbühne, Theater am Bülowplas, bei der Erstaufführung des Kammerspiels Chriftgeburt von Ludwig Weber mitmirten und am 27. in der Alten Garnisontirche ein Konzert mit selteneren Stüden der A- cappella- Literatur geben. mischten Chöre Süddeutschlands ailt und bereits im Vorjahre mit Erfolg Das Deuliche Ehnen- Jahrbuch 1926" ift foeben im Selbstverlag der Deutschen Bühnengenossenschaft( Preis in Ganzleinen 6 W.) erichienen. Das erprobte Nachschlagewert, das bereits 37 Jahrgänge zählt, bringt außer der Rabreschronit, Toten chau, Gedenktagen eine Uebersicht über alle wichtigen Tbeaterverbände, dann als Hauptteil alphabetisch alle deutschen Theater mit ihren Borständen und Mitgliedern. Das Germanische Museum in Nürnberg bat foeben im Selbstverlag erscheinen lassen, das auf 128 Tafeln Abbildungen feiner letzten Neu ein größeres Zajelwert über„ Die Neuerwerbungen der Jahre 1921/24 erwerbungen aus den Gebieten der bildenden Stunst und des Kunitgewer bes enthält. Das Museum selbst erfährt zurzeit einen Ausbau zu seiner Erweiterung, der besonders einen großen Gobelinsaal enthalten wird. eine schwere Beleidigung der evangelisch- lutherischen Kirche, die Staatsanwaltschaft nahin die Rlage auf und das Schöffengericht verurteilte den verantwortlichen Redakteur wegen Gotteslästerung zu sechs Wochen Gefängnis. In der Revisionsinstanz wurde das Urteil auf zwei Wochen Gefängnis herabgemildert. Was die Kritit politischer Ausschreitungen eines evangelischen Geistlichen mit Gotteslästerung zu tun haben soll, ist für den gewöhnlichen Sterblichen taum erfindlich! Das Urteil felber fällt aus dem Rahmen aller Urteile in politischen Prozessen heraus. Die deutsche Justiz sorgt, wo sie nur kann dafür, daß ihre Neigung zu Klassenjustizurteilen nicht zweifelhaft bleiben kann. Einbürgerungsnepp. Kapitel Verwaltungsgebühren. Alte Oesterreicher, die fett Jahrzehnten hier leben und die der Frieden von St. Germain zu Bürgern der Tschechoslowakei ge macht hat, müssen-wenn sie ihre Einbürgerung im Deutschen wenn sie ihre Einbürgerung im Deutschen Reich beantragen sofort eintausend Reichsmart zahlen. Da die Republik zuerst nicht die Zeit und dann vielleicht nicht mehr die notwendige Mehrheit gefunden hat, um die Einbürgerungs hindernisse der Monarchenzeit abzuschaffen, so kann heute noch der Widerspruch irgendeiner deutschen Landesregierung jede Einbürgerung in irgendeinem deutschen Lande verhindern. Wird nun der um 1000 m. erleichterte Tschechoslowat", der oft genug weder tschechisch kann, noch seine Heimats" gemeinde betreten hat, ein gebürgert, so gelten die 1000 m. als Einbürgerungsgebühr. Wird die Einbürgerung aber versagt, so werden 500 m. als Bermal. tungsgebühr eingezogen, die anderen 500 m. werden zurüdgegeben. " Es mag vielleicht sein, daß von materiell schlechtgestellten Tschechoslowaten" weniger verlangt wird als diese 1000 m., die geradezu ein eventuelles Einbürgerungsvorrecht für Reiche bedeuten. Was aber die famosen Berwaltungsgebühren" angeht, so hätte diese Neuschöpfung der Bureaukratie natürlich nur dann eine Berechtigung, wenn die Verwaltungsbeamten im Stüdlohn pro erledigte Atten befoldet würden. Solange die Beamten jedoch aus den Steuern aller Bewohner Deutschlands nicht etwa nur der Inländer bezahlt werden, find diese Verwaltungsgebühren" nichts weiter als ein Egtraprofit des Staates und sonstiger Berwaltungsgebührennehmer( z. B. der maderen Charlotten. burger Wasserwerke) an den wehrlosen Regierten und Berwalteten. Gesetzliche Maßnahmen gegen Ringbildung Aus dem Preisabbau- Gesetz. Der Entwurf eines Gefeßes zur Förderung des Bretsabbaues enthält in Artikel II einen vier Paragraphen umfassenden Entwurf eines Gesetzes über Maßnahmen gegen Ringbildung". Hiernach wird u. a. folgendes bestimmt: Wer bei einer Vergebung von Lieferungen oder Leistungen im Wege einer allgemeinen oder beschränkten Ausschreibung ein Angebot einreicht, ist verpflichtet anzugeben, ob die in dem Angebot aufgeführten Preise und Bedingungen auf Grund einer Berständigung mit einem Dritten gestellt worden oder ob er in sonstiger Beise an der Beschränkung des Wettbewerbs oder in bezug auf diese Bergebung beteiligt ist oder ihr unterliegt. Der Inhalt der Regelung und die daran Beteiligten sind in dem Angebot anzugeben. Wird ein Auftrag auf Grund eines Angebots erteilt, in dem diese Angaben unrichtig oder unvollständig gemacht sind, oder in dem das Borliegen einer Beschränkung verschwiegen ist, so kann der Ausschreibende von dem Vertrage zurücktreten, oder die Herabsetzung der vereinbarten Gegenleistungen bis zu 15 Pro3. verlangen. Wer die oben erwähnten Erklärungen wissentlich unrichtig abgibt, wird mit Geldstrafe oder mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Die gleiche Strafe trifft den, der es unternimmt, einen anderen von der Mitbewerbung bei den oben be zeichneten Ausschreibungen abzuhalten oder ihn in bezug auf eine bestimmte Ausschreibung zu veranlaffen, daß er zugunsten des Angebots eines Dritten ein für den Ausschreibenden un günstigeres Angebot stellt. Wird dem anderen zu diesem Zwecke ein Entgelt angeboten, versprochen oder ge währt, so ist auf Gefängnis zu erkennen. Es fann in dem Urteil angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Verurteilten öffentlich bekannt zu machen ist. Der Entwurf dieses Gesetzes liegt bereits bem Reichsrat und dem Reichswirtschaftsrat vor. Der letztere hat eine Unterkommission zur Beratung des Entwurfs eingefeßt. Eclange diese ihre Ent scheidung noch nicht gefällt hat, wird auch der Reichsrat noch nicht Stellung nehmen. In den nächsten Tagen sollen über diese Angelegenheit Besprechungen zwischen dem Vorsitzenden des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Geheimrat Dr. h. c. Duisberg, und dem Reichskanzler stattfinden. Die Reichsregierung legt, laut" Sonjunttur- Korrespondenz", aus innerpolitischen Gründen Wert auf schnelle Berabschiedung des Gesetzes. Parteitag der KPR. Stalin über die internationale Lage. Mostau, 20. Dezember.( Russ. Tel.- Agentur.) In seinem fünfstündigen, für das Zentralfomitee der kommunistischen Partei Rußlands erstatteten Bericht über die politische Lage führte der General sekretär der Partei, Stalin, auf dem Moskauer( nicht öffent lichen!) Parteitag u. a. aus: Die gegenwärtige vorübergehende Stabilisierung des europäischen Kapitalismus, welcher die Schwierigkeiten der Rachkriegszeit in großem Umfange überwunden hat, ist hauptsächlich um den Preis seiner finanziellen Unterordnung unter Amerika erreicht worden, wohin sich das Zentrum der finanziellen Macht verschoben hat. Der europäische Kapitalismus fucht einen Ausweg in verstärkter Besteuerung und Ausbeutung der Arbeiterschaft sowie durch verstärkte Ausbeutung der Kolonien und sonst abhängigen Länder, wo infolgedessen revolutionäre Bewegungen Boden gewinnen. Darin, und nicht in angeblichen bolschewistischen Umtrieben liegt der Grund der Rolonialtrisen. Bezüglich des Dawes- Blanes erklärte Stalin, Amerifa, welches die Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu steigern beabsichtige, indem es ihm die Sowjetmärtte zur Ausbeutung überlasse, mache die Rechnung ohne den Wirt, denn die Sowjetunion wünsche auch nicht um Deutschlands willen ein Agrarland zu sein, sondern gehe die Wege der industriellen Entwicklung. Nach den bekannten Redewendungen gegen die Locarnoverträge( so faffen wir diesen Teil des Moskauer Berichts fürzer. Red.) betonte Stalin das Heranreifen von Gegenfäßen zwischen den Siegerstaaten, deren ungeheuerliche Rüstungen natürlich nicht dem abgerüsteten Deutschland gelten. Hinter dem Zusammengehen Amerikas und Englands auf der Grundlage aemeinsamer Gegnerschaft gegen den Erlaß der interalliierten Schulden dürfe man den englisch amerikanischen Weltkampf um das Naphth a und das Aufeinanderprallen der englisch- amerikanischen Interessen in China nicht vergessen, wo Ameritas biegsamere Politit auf die brutalen Kolonialmethoden der englischen Diplomatie stoße. Aus den Rei bungsflächen zwischen Frankreich und England, insbesondere Maroffo und Syrien und den amerikanisch- japanischen Gegensägen im Stillen Ozean, zog Stalin den Schluß, daß zwischen den sogenannten Alliierten nicht freundschaftlicher Friede, sondern ein be. waffneter, Kriegsgefahr bergender Friede herrsche, # Enttäuschte Hoffnungen. Zum Stand der Handelsverträge. Der träume erfüllt, die seine Anhänger an ihn fnüpften. Im Gegenteil, ist über den Grundriß des Vertragstertes erzielt worden, noch nicht Der deutsche Zoltarif von August 1925 hat nicht alle die Blüten| eigentlichen Bertragstegt und den Regelungen der Zollfäße. Einigkeit nur wenig von dem erhofften 3ollabbau, der angeblich die jedoch über den tonkreten Inhalt hinsichtlich der Zollsäge. Folge der überhöhen deutschen Zollsäge in ganz Europa fein sollte, prinzipielle Fortschritt, der wesentlich wohl dem Drängen landwirt. durften wir bisher sehen. In die Vorbereitungszeit fiel der Ausbruch schaftlicher Interessen in Frankreich zu danken ist, besteht darin, daß des 3011trieges mit Polen; und wir haben die„ Genug- sich eine Formel gefunden hat, die Deutschland tatsächlich tuung" gehabt, nach diesem Zollfrieg die polnische Währung zu- die Meistbegünstigung gewährt, die Frankreich behauptet, sammenbrechen zu sehen. Heute, wo neue Handelsvertragsverhand- ihm in der üblich gewordenen juristischen Form nicht zugestehen zu lungen schweben, hat Bolen sich nach dem deutschen Rezept, freilich tönnen. Die Garantie der Meistbegünstigung liegt in dem gegenfichtlich der Bollhöhe gab, sich mit einer unerträglich hohen lichteit gibt, etwaige 3ollzugeständnisse an Dritte, die weit über das Vorbild hinaus, das unfere Rechtsmehrheit ihm hin- feitigen Kündigungsrecht, das Deutschland jederzeit die Mŏg3ollmauer umgeben, während gleichzeitig eine Devisengeseß nicht auch ihm zugute tommen und die seine eigene Ausfuhr nach gebung und eine bureaukratische Regulierung des Außenhandels den Frankreich wesentlich zu beeinrächtigen geeignet sind, zunächst für polnischen Mart zu einem so unbeliebten Käufer deutscher Waren sich zu fordern und bei mangelndem Entgegenkommen den Bergemacht hat, daß Handel und Industrie in Deutschland sozusagen trag zu tündigen. Durch dieses Mittel der Kündigung soll auch die ihr Desinteressement am polnischen Martt erflärt haben. Festlegung Frankreichs auf mäßige Bollsäge erreicht werden, Dementsprechend wird man die Aussichten, die sich hier für den Absatz jo daß hier bei Umgehung der formalen Meistbegünstigung doch die deutscher Industrieprodukte bieten, nur sehr gering einschägen fönnen, Aussicht besteht, daß von jezt ab die unterschiedliche Be und wenn nicht die Arbeitnehmer Deutschlands und Polens endlich sich zu einer gemeinsamen Aktion in der Richtung des Freihandlung deutscher Waren bei der Einfuhr nach endlich sich zu einer gemeinsamen Aktion in der Richtung des Frei Frankreich ihr Ende findet. Der Uebergang zur völligen handels zusammenfinden sollten, läßt sich nicht absehen, wie es meistbegünstigung soll stattfinden, sobald die Kammer den neuen hier zu einem Ende des Zollfrieges tommen sollte. französischen 3olltarif verabschiedet hat bzw. 14 Monate nach Infrafttreten des Vertrages. Die Kündigung unter den ge= nannten Bedingungen soll jedoch zunächst stets nur das Zollabtommen, nicht den übrigen Inhalt des Handelsvertrages zum Gegenstand haben. Unzulängliche Regelung mit Spanien und England. Nach der Annahme des Zolltarifes führte uns Unfähigkeit und Nachgiebigkeit gegenüber den Wingerinteressen und denen, die diese Interessen zu vertreten vorgaben, in einen Bollfrieg mit Spanien, den ein Provisorium beendete, dessen Unzulänglichkeit heute wohl auch amtlich nicht mehr in Abrede gestellt wird. Inzwischen tft es zu einem neuen spanischen Angebot gefommen, das angeblich zum mindesten günstiger sein soll, als der provisorische Zustand. Bon deutscher Seite find hierzu Gegenvorschläge überreicht worden, die den Versuch machen, den spanischen Vorschlag für die deutsche Industrie günstiger zu gestalten. Ob in der Weinzollfrage die not wendigen Zugeständnisse gemacht werden, ist leider noch nicht befannt. Immerhin ist es vielleicht doch nicht ganz spurlos an der Reichsregierung vorbeigegangen, daß inzwischen offizielle Ber treter der Industrie und sehr weit rechtsstehende Zeitungen sich den hier vertretenen Standpunkt beinahe völlig zu eigen gemacht haben. tonservative Regierung des Herrn Baldwin unter dem Bruch Nicht viel erfreulicher stehen die Dinge mit England, wo die ihrer Wahlversprechungen Stück für Stüd dem traditionellen Freihandelssystem ein Ende macht und langsam für einen Industriezweig nach dem anderen zum Hochschutzoll übergeht, dessen Handhabung durch die bureaukratische Unerfahrenheit in solchen Dingen in England zu den unangenehmsten Hemmungen des deutschen Ausfuhr geschäfts geführt hat. Verhandlungen, die über diese Dinge in England stattgefunden haben, sind bisher ergebnislos geblieben, und es bleibt dabei, daß Deutschland seine Zölle gegenüber England durch Handelsverträge mit anderen Ländern abbaut, während England feine Zölle an Zahl und Bedeutung ständig ver. mehrt. Nicht viel anders liegen übrigens die Dinge gegenüber Amerita, wo man es auf dem Verwaltungswege noch viel leichter hat, 3ölle zu erhöhen, als dies in England der Fall ist. So ergibt sich das Bild, daß prattisch Deutschland bisher feine handelspolitische Lage nur gegenüber Italien und Belgien merklich hat verbessern können, sie dagegen gegen über Spanien, Polen, England und Amerika fich hat verschlechtern fehen müssen. Die Bedeutung des Pariser Protokolls. Um so größere Bedeutung hat die Meldung, die jetzt durch die Presse gegangen ist, daß in den Pariser Verhandlungen ein Fortschritt erzielt worden ist. Freilich wäre es poreilig, hieraus zu optimistische Schlüsse zu ziehen. Wie die Dinge liegen, handelt es sich um ein prinzipielles" Abkommen. Was also wirklich erreicht worden ist, ist eine Einigung über das Vertrauensschema. Jeder Handelsvertrag besteht fachlich aus zwei Teilen, dem Weder die Zweite Internationale, noch andere, die sich Pazifisten nennten, unterstüßten die wiederholten Borschläge, die von Rußland feit Genua für eine allgemeine Abrüstung gemacht wurden.( Grob unwahr! Red.) Stalin hob die Stabilisierung Sowjetrußlands und feine starke Anziehungskraft auf unterdrückte Völker und die gesamte internationale Arbeiterklasse hervor, welche Rußland gegen jede tapitalistische Einmischung zu verteidigen bereit sei.( In Marseille und in Heidelberg und im Deutschen Reichstag haben unsere Genossen gerufen: Hände weg von Sowjetrußland! Red.) Das friedliche Zusammenleben Rußlands mit den fapitalistischen Ländern fei auf den Wunsch Ameritas zurückzuführen, in Europa, wo feine Milliarden untergebracht sind, einen Krieg zu vermeiden und ferner auf die für den Kapitalismus bestehende Lebensnotwen digkeit, die Sowjetunion der Weltwirtschaft zu erschließen. Dieses Jahr habe zum erstenmal eine wirklich bedeutende Entwicklung des Außenhandels der Sowjetunion gebracht, an welchem besonders Amerika durch den Baumwollerport, Deutschland und England durch den Getreideimport interessiert seien. Die Schuldenfrage wirfe weiterhin hemmend bei der Regelung der Beziehungen zu den westeuropäischen Ländern, welche die aus der Vorkriegszeit und der Kriegszeit stammenden Schulden Rußlands mit 30 Milliarden Rubel berechnen. Wenn man die Entwertung der europäischen Währungen und den auf die Randstaaten entfallenden Schuldenanteil in Betracht ziehe, so blieben immerhin noch 7 Milliarden, denen Rußland mindestens 20 Milliarden an Ersatz forderungen für den durch die militärische Intervention Englands, Frankreichs und Ameritas angerichteten Schaden entgegenstelle. Stalin fuhr fort: Wir fönnen unsere Gesetze über die Annullierung der zaristischen Schulden und über die Nationalisierung der Industrie nicht umstoken. Wir stehen jetzt und in Zukunft auf dem Boden dieser Gesetze. Jedoch sind wir bereit, auf dem Verhandlungswege und auf der Grundlage gegenseitigen Vorteils einige Ausnahmen für England und Frankreich zu machen und die früheren Eigentümer unbeschadet der unbedingten Annullierungen der Kriegsschulden in Wege von Konzeffionen unter für uns annehmbaren Bedingungen zu befriedigen. Stalin schloß den außenpolitischen Teil seines Referats mit den Worten:„ Ein weiterer konfequenter Kampf um die Erhaltung des Friedens, die Bloß stellung der unter pazifistischer Flagge segelnden, den Weltfrieden bedrohenden Borgänge wie Locarno, die Bloßstellung der Organisationen, welche wie der Völkerbund der Unterdrückung schwächerer Völker durch stärkere dienen, die Erweiterung unseres Außenhandels auf der Grundlage fonfequenter Durchführung des Sowjetmonopols, Annäherung an die durch den Weltkrieg am meisten benachteiligten fapitalistischen Länder, Festigung der Freundschaft zu den Bölfern der abhängigen Staaten und der Kolonien sind die Aufgaben der internationalen Politik der Sowjetunion." Wenn also die Verhandlungen am 12. Januar wieder aufgenommen werden, so hat man im wesentlichen nur noch die 3011fäße zu diskutieren. Dies dürfte zu Schwierigkeiten nicht nur der üblichen Art führen; denn diese Verhandlungen sind beträchtlich kompliziert durch die französischen Einfuhrverbote gegen deutsche Rohlen und deutsche Farben, die natürlich für Deutschland unerträglich sind. Eine weitere Komplitation ist dadurch zu befürchten, daß auf franzöfifchen Wunsch die privaten Berhandlungen zwischen den Schwerindustrien sowie den Elektrizitäts- und chemischen In duftrien der beiden Länder wieder aufgenommen werden sollen. Bisher haben diese privaten Verhandlungen nur gestört und nichts genügt; ob es diesmal anders sein wird, muß mehr als fraglich erscheinen. Schließlich tommt als erschwerendes Moment noch die hinzu. franzöfifche Geldentwertung Die vorübergehende Verbesserung des Frankfurses hat gestern ihr Ende erreicht und ist durch einen neuen Rückschlag abgelöst worden. Ob es angesichts diefer ständigen Entwertung möglich sein wird, die Widerstände der deutschen Wirtschaft gegen zu weite Bugeständiffe zu überwinden, muß sehr fraglich erscheinen; die immer häufiger auftauchende Forderung nach Balutazollzuschlägen gegen die französische Einfuhr zeugt nicht von viel gutem Willen. Jedenfalls ist jetzt eine erste Grundlage für die Ver. ständigung gelegt worden, und trotz aller Bedenken war der Abschluß eines Handelsvertrages mit Frankreich noch nie so im Bereich der Möglichkeit wie gerade jetzt. Damit würde das Gesamtresultat der deutschen Handelspolitik fich etwas günstiger gestalten, als es heute aussieht. Daß es höch it e 3eit wird, zeigen die Außenhandelsziffern für den Monat November, die zum ersten Male seit längerer Zeit einen starken Rückgang der deutschen Ausfuhr ausweisen. Der Ge famtwert der deutschen Ausfuhr belief sich nämlich auf nur 791,8 Millionen Mart im reinen Warenverkehr und blieb damit um beinahe 60 Millionen Mart hinter dem Oftoberergebnis zurüd. Gleichzeitig ist allerdings die Einfuhr noch stärker gesunken, so daß die Passivität der Warenbilanz nur noch zirfa 65 Millionen betrug. Das Ausfuhrergebnis muß um so ungünstiger bewertet werden, als wir im November eine recht große Getreideausfuhr hatten, so daß der Ausfuhrrüdgang wesentlich bei den industriellen Fertigwaren eingetreten sein dürfte. Genaueres wird sich wohl aber erst nach Bekanntwerden der ausführlichen Zahlen fagen laffen. Hier zeigt sich jedenfalls eher ein Rückschritt als ein Fortschritt das im ersten Monat, dessen Statistik ganz im Zeichen des neuen | 3olltarifes steht! an und Rumänische Kulturtat. Bandenüberfall auf einen Europäer. Berschiedene deutsche Kulturgesellschaften und Bereine haben den rumänischen Ministerpräsidenten Bratianu einen Protest dagegen gerichtet, daß der Generalsekretär der rumänischen Liga für Menschenrechte und ehemalige Abgeordnete Costa Foru im Klausenburger Bahnhofsgasthaus ven rumä= nischen Hafenkreuzlern schwer mißhandelt werden konnte, und daß das Blatt der rumänischen Regierungspartei, der„ Viitorul" Dom 4. Dezember, Herrn Costa- Foru der„ moralischen Schuftigkeit" bezichtigt und ihm Maßnahmen ankündigt, deren Folgen erfolgreicher als die Geft e von Klausenburg sein werden." Unter der Geste von Klausenburg ist das Attentat zu verstehen. Costa Foru ist der Mann, der die Opfer einer Reihe von Attentaten der Hakenkreuzler Rumäniens als Rechtsbeistand ver teidigt hat. Genoffe Wilhelm Keil tann in diesen Tagen auf eine 25 jährige Zugehörig leit aum württembergiiden Landtag zurüdichauen. Seit 18 Jahren gehört Genosse Keil bereits dem Reichstag an. Der alte Kanih" der Franzosen gestorben. Der durch seine politische Tätigkeit zu Beginn der dritten Republit bekannte Senator Jules Méline ist gestern in Paris im Alter von 87 Jahren gestorben. Seit 1872 Abgeordneter, trat der 1879 zum ersten Male in die Regierung ein. Als Landwirtschaftsminister in den Jahren 1883 bis 1885 verfocht er feine protettionistischen Ideen, die er auch in mehreren Werken niedergelegt hat. 1896-1898 war er Ministerpräsident und blieb bis zu seiner Wahl in den Senat Führer der gemäßigten Republikaner der Kammer. Während des Krieges übernahm Méline im Kabinett Briand erneut das Portefeuille der Landwirtschaft, und noch im vergangenen Jahre nach dem Sturz Boincarés wurde er von dem Präsidenten der Republik, vor der Bildung des Ministeriums Herriot, zur Konsultation herangezogen. Deutsch- französische Wirtschaftskonferenz? Aus einer Mitteilung der Republikanischen Liga geht hervor, daß an der Spize der deutschen Delegation für die angekündigte Wirtschaftskonferenz, die in auffälliger Bescheidenheit bisher die Namen ihrer Mitglieder der öffentlichen Bekanntgabe entzogen hat, der nicht gerade im besten Ruf stehende Kommerzienrat Bredow- Lehrer aus Düsseldorf steht. Nach allem, was bisher darüber bekannt ist, gewinnt man den Eindrud, daß es sich hier um eine privatwirtschaftliche Initiative Lehrers für größere Reparationsbestellungen handelt. Die Meuterei der Ulster- Gren polizei ist beigelegt. Die Meuternden haben das Angebot der Regierung, wonach sie eine Entschädigung von 30000 Pfd. Sterl. erhalten follen, angenommen. Gewerkschaftsbewegung Millioneneinkommen und Hungergehälter. Die Lohnpolifit der Banken. Heute beginnen die Tarifverhandlungen für das Banfgewerbe. Zum Schlichter hat das Reichsarbeitsministerium Staatssekretär a. D. Dr. August Müller ernannt. Die Lohn- und Arbeitsverhältniffe der Bantangestellten, die unter dem rücksichtslosen Vorgehen der Bankleitungen besonders schwer zu leiden haben, bedürfen dringend einer durchgreifenden Neuregelung. St mit blefer Baffung der gefchlichen Bestimmung bem Deufelnenb wollen and ble Unternehmer der Schubinbußrie Me dürfnis des Bedarfs an Badwaren Rechnung getragen, jo glauben Beit der schlechten Konjunktur ausnuten, obwohl gerade in der die Bädermeister aus dem Wortlaut dieser Fassung ein beson- Schuhindustrie weder von einem Rüdgang der Leistung noch von deres Geschäft für sich machen zu sollen und muten den Bädergesellen zu hohen Löhnen gesprochen werden kann. zu, diese Sonntagsarbeit unentgeltlich zu leisten. Sie veröffentlichen in ihrer Tageszeitung vom 19. Dezember, baß an diesem Lage, welcher ein gesetzlicher Bert und Arbeitstag Jei Bezahlung nicht zu leisten sei, da dieser in der entlohnung liege. Diese Anschauung ist grundfalsch und widerspricht den tarif lichen Abmachungen. Durch den Tarif, welcher einen Bochen lohn vorsieht, ist die Lohnregelung für die sechstägige Arbeitswoche und zwar ab Montag bis Sonnabend festgelegt, wie auch de Die Organisationen der Banfangestellten werden drei Haupt- zahlung für Arbeit an gesetzlichen Sonn- und Feiertagen. Diese zahlung für Arbeit an gefeßlichen Sonn- und Feiertagen. Diese forderungen stellen: Stritte Durchführung des Acht- Arbeit an Sonn- und Feiertagen, soweit diese durch Gesez erlaubt stundentages, Uebergang zur Ultimo gehaltszahlung ist, ist mit 1,80 m. pro Stunde zu bezahlen. Dies trifft für diesen ( unter Gewährung einer Uebergangsbeihilfe) und Gehaltsauf- Sonntag, den 27. Dezember, zu. besserung um 20 Broz. Berlangt wird die Rückkehr zur Die Bädergesellen haben also mit Recht die Bezahlung Kauffraft ds Gehalts, wie sie seinerzeit durch das Inflationsabkommen dieser Sonntagsarbeit, soweit diese von den Arbeitgebern verlang sichergestellt worden war. Was damals, allerdings erst nach ver- wird, mit 1,80 m. pro Stunde zu verlangen. Sie dürfen sich von einzelten Streitbewegungen im Reiche, durch freie Uebereinkunft mit der Bekanntmachung der Bäckerinnung nicht irgendwie beeinflussen den Bankleitungen geschaffen werden tonnte, ist auch heute möglich. laffen. Wenn man die Bankleitungen hört, dann haben sie natürlich Deutscher Rahrungs- und Genußmittelarbetterverband. fein Geld für die Aufbesserung der Gehälter. Aber wie liegen denn Bahlstelle Berlin. die Dinge im Bankgewerbe? Eine eigentliche Krise, so scharf, wie fie viele Zweige der Wirtschaft zurzeit durchmachen, haben bie Banten im Grunde genommen überhaupt nicht gehabt. Jedenfalls haben sie sich, soweit sie mit Schwierigkeiten zu fämpfen hatten, im rüdsichtslos durchgeführten Abbau schadlos gehalten. Das Heer der Bankangestellten wurde von 350 000 auf 90 000 Köpfe vermindert. Die Banfleitungen find also fehr wohl in der Lage, heute diefen 90 000 Angestellten die Rauftraft zu geben, die man den 350 000 der Inflationszeit gegeben hat. Der Umfaz der Banten steigt von Quartal zu Quartal. Und die Pleiten? Es gibt deren genug, die für die Banten ein fettes Geschäft waren. Die Banten sorgen schon sehr gewiffenhaft für doppelte und dreifache Sicherheit, wenn fie Kredite geben. Rommt es zum Krach, dann ist die Bant in erster Linie gesichert. Es find ja nicht alle Banten, wie der Barmer Bantverein, mit Leuten wie Stinnes verheiratet. Die Banten haben Gelb; fe haben es jebenfalls für gerabe zu phantastische Gehälter der Direttoren und thres Stabs. Dir Allüren der Inflationszeit sind bei den leitenden Bersönlichkeiten nicht verschwunden. Vor dem Kriege wurden solche Riesengehälter, wie sie heute üblich sind, nicht gezahlt. Jahreseinkommen von einer halben bis zu einer ganzen Million find durchaus nicht etwas Bunderfeltenes. Demgegenüber stehen die Hunger und Elendsgehälter der Bantangestellten Zu den übersetzten Ge Zu den überfesten Gehältern der Bankstäbe tommt dann noch die Uebersetzung des Bantapparates mit oberen Stellen. Es ist hier wie im Staat, wie in der Industrie, wie oben beim Reichsbahnbetrieb ufm.: oben wurde nicht abgebaut, nur unten! Der Abbau unten hat schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirtschaftliche, sondern nur noch wirtschaftspolitische Gründe. Mit der Abbaudrohung will man die Angestellten einfchüchtern und fie für jede Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen gefügig machen. Die Steigerung des Umsatzes zwingt übrigens leht bereits die Banten, mit dem weiteren Abbau halt zu machen. Im neuen Jahr wird das vorhandene Angestelltempersonal taum aus reichen für die Bewältigung der Arbeit. Schon jetzt gehen die Banten in der Provinz, vor allem die genossenschaftlichen Banten, die nicht immer nach der Pfeife der D- Banten tanzen, dazu über, Leute wieder einzustellen. Die Bankleitungen suchen heute junge Kräfte; sie wünschen einen Ersatz des Abbaues aus Arbeitskräften, die Mittelschulbildung hinter fich haben. Bel den jezigen Besoldungsmethoden der Bank. leitungen dürfte dieser Wunsch taum in Erfüllung gehen; denn fein Mensch, der Gymnasialbilbung hinter sich hat, wirb fich darum reißen, das heutzutage sehr bittere Brot eines Banfangestellten zu effen. Wenn die Bankleitungen dem Bantangestelltenheer frisches Blut zuführen wollen, dann müssen fie menschenwürdige Arbeitsund Besoldungsbedingungen schaffen. Erst dann werden sie Arbeits fräfte erhalten, die den Anforderungen des Bantbetriebes gewachsen find. Unentgeltliche Sonntagsarbekt! Ein rechtswidriges Verlangen der Bädermeister. Im allgemeinen ist Arbeit an Sonn- und Feiertagen in Badereien und Konditoreien verboten. Im Gegensatz zu dieser allge mein geltenden Bestimmung tann am Sonntag, den 27. Dezember 1925, dem dritten Feiertage, welcher auf einen Sonntag fällt, gearbeitet werden und die diesbezügliche gefeßliche Bestimmung aus der Berordnung vom 23. November 1918 lautet wie folgt:„ Bon drei unmittelbar aufeinanderfolgenden Sonn- oder Feiertagen gilt der dritte als Werktag." 6666660 o 9999 Unferem Abteilungsleiter Paul Riedel und seiner Frau als Funktionärin die herzlichsten Glüdwünsche zur Silberhochzeit. Die 94. Abt. 9999-666666ee Mieten Sie von uns Staub sauger ORION Dieser ist in 6 Monaten Thr Eigentum P.Raddatz& Co. Berlin W66.Leipzigerstr. 122-123. Unferem lieben Genoffen Rudolf Weber nebst Frau unfere herzlicht. Glüdwünsche zur Silber. hochzeit. Die Genossen d. 47. Abt. d. SPD. 99999 00 66eeeee GEEEEEE 9 Unferem lieben Genoffen Paul Dolz Swinemünder Str. 11, anläßlich feiner 25 jähr. Mitgliedschaft in ber SPD. unsere herzl Glückwünsche. Die Genossen der 6. Abt., Bez. 505. Am Sonnabend, den 19. Dezember, verschied nach kurzem, schwerem Rrantenlager meine Hebe Frau, unsre herzensgute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Selma Rickert geb. Hirsch im Alter von 59 Jahren. Dies zeigt tiefbetrübt an Adolf Rickert nebst Kindern, W 57, Steinmegstr. 36 a. Die Einäscherung erfolgt am Mittwoch, den 23 Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße. Rein Messing mit 60 Seidenschirm 4 flg. Mit 65 Seidenschirm mit Mrk 40 Beleuchtungs körper nus Holz, Metall und Spide Willy Rudolff BERLIN.S.42 Billerftr. 24 Bro- Akatbesatz Mrk. 47,50 Mrk 5.90 Ampeln, Schalen. Rauchtische gestattet. Teilzahlung Die Arbeitslosigkeit im Stuck- und Gipsban. Wie ihr abgeholfen werden könnte. Die Arbeitslosigkeit in unserem Gewerbe ist eine außerordentfich große, sind doch zurzeit 45 Broz. der im Beruf tätigen Kollegen arbeitslos. Diese Arbeitslosigkeit ist aber nicht auf den Frost zurückzuführen, sondern auf den Mangel an Arbett und auf die zurückzuführen, sondern auf den Mangel an Arbeit und auf die Steigerung der Lehrlingszüchterei, die im Gewerbe Platz gegriffen hat. Ist doch festgestellt, daß bei einer Firma, die nur drei Ge find. So sieht es in verschiedenen Betrieben aus. Geht doch ein sellen beschäftigt, auch drei Lehrlinge zur Ausbildung" beschäftigt Unternehmer so weit, Lehrverträge mit den Lehrlingen, die das Rabitspannen erlernen sollen, abzuschließen, wonach diese für die Beit, in der für sie feine Beschäftigung vorhanden ist, aussehen sollen, und zwar auf Kosten der Lehrlinge selbst. Dies ist ein Verstoß gegen die guten Sitten. Die massenhafte Einstellung von Lehrlingen führen die Unternehmer darauf zurüd, daß ein Mangel an Facharbeitern vorhanden sei. Dies trifft nicht zu; denn der Mangel an Facharbeitern war nur eine vorübergehende Erscheinung, die auf den achtwöchigen Streit zurückzuführen ist. Würden die Unternehmer mehr feziales Berständnis aufbringen, wäre es nicht notwendig, den Beruf mit Lehrlingen zu belasten, die, wenn sie ausge lernt haben, die Arbeitsnachweisbant drücken. Es wäre am Blage, daß fich die Handwertstummer mit der Angelegenheit beschäftigt. Um die Arbeitslosigkeit einzudämmen, wenden wir uns an die staatlichen Behörden mit dem Ersuchen, die Stuckateur- und Rabizarbeiten auf dem Museumsbau( Museumsinsel) u. a. in Angriff zu nehmen. Die Vorausseßungen dazu find gegeben. In der Annahme, daß die Behörden dafür sorgen, daß die Arbeiten in Angriff genommen werden, möchten wir, damit auch wirklich die Arbeitslosen Arbeit erhalten, daß der betreffende Unternehmer bei Bergebung der Arbeiten verpflichtet wird, für diese Arbeiten mur Arbeitslose einzustellen. Baugewerksbund, Fachgruppe Stud- und Gipsbant. Bum Reichsbahnkonflikt. Bom Einheitsverband der Eisenbahner wird uns mitgeteilt: Troz aller Bemühungen der Eisenbahnerorganisationen war es dem Reichsarbeitsministerium nicht möglich, einen Schlichter zu finden, der die von den Organisationen geforderten Schlichtungsberhandlungen noch vor den Weihnachtsfeiertagen durchführen konnte. Die Drganisationen haben sich davon überzeugt, daß das Arbeitsministerium für die Verzögerung ein Verschulden nicht trifft. Es bleibt also bei dem bereits genannten Termin; die Verband lungen finden am 29. Dezember statt unter dem Vorfiz des Staatssekretärs a. D. Rüblin, der bereits die Vorverbandlungen in der Lohnbewegung geführt hat. Die Reichsbahngesellschaft wird, wie wir hören, dem Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums auf Ernennung Dr. Rüblins zum Schlichter zustimmen. Tarifkündigung in der Schuhinduftrie. Die Unternehmer der Schuhindustrie haben auf ihrer legten Tagung beschlossen, den Reichstarifvertrag für die Schuhindustrie, der am 28. Februar abläuft, am 31. Dezember zu fündigen. Der Unternehmerverband will eine Reihe von Aenderungsanträgen vorlegen. Der Schuhmacherverband wird, sobald diese Aenderungsanträge vorliegen, eine Beiratssigung ein berufen. Der Beschluß der Schuhindustriellen, die sonst nicht zu den ausgesprochenen Scharfmachern gehören, wirft etwas überraschend. Rein Preisabbau: Lohnabban. Drohender Lohnkampf in der schlesischen Metallindustrie. Breslau, 21. Dezember.( WTB.) Der Verband schlesischer Metallindustrieller Breslau, sowie der Verband der Metallindustriellen Niederschlesiens haben den am Bertrag beteiligten Arbeiterorganifationen die bestehenden Lohnabkommen zum Ende des Jahres gekündigt. Der Breslauer Arbeitgeberverband verlangt, daß die fefte Zulage von 15 Prozent für den Zeitlohnarbeiter in eine Kann Zulage(!) umgewandelt wird. Das bedeutet bestimmt für einen großen Teil gelernter Arbeiter über 24 Jahre eine Herab fetzung des Stundenlohnes von 68 Pfennig auf 59 Pfennig. Des weiteren verlangt man herabsehung sämtlicher Akkordpreise um 10 Prozent. Der Verband der Metallindustriellen Niederschlesiens forderte Herabseßung des Affordjazes von 59 Pf. auf 55 Bf. und ebenfalls Umwandlung der festen Zulage für Lohnarbeiter in eine bewegliche". Bezüglich des Arbeitszeitabkommens wünscht man Abbau des Ueberstundenzuschlages für die eventuell geleistete 10. Stunde von 25 Broz. auf 15 Broz. Eine Konferenz Don Bertretern der Organisationen und der in den Betrieben beschäftigten Arbeiter nahm Stellung zu den Forderungen der Arbeitgeber und lehnte ein mütig jede Berschlechterung ab. Abkommen im Buchdruckgewerbe. Berlin, 21. Dezember.( WTB.) Die in Berlin versammelte Gauvorsteherkonferenz des Deutschen Buchdruderper eins E. B. teilt mit, daß fie beschlossen hat, sich dem Schiedsspruch des Zentralschlichtungsamtes zu unterwerfen. Mit den beteiligten troffen worden, in dem einerseits gemäß dem Schiedsspruch die BeiArbeitnehmerverbänden ist daraufhin ein Lohnabkommen ge behaltung des bisherigen Spizenlohnes von 48 m. bis zum 28. Februar festgesetzt, andererseits in Ergänzung des Schiedsspruches vereinbart wird, daß eine stillschweigende Berlängerung des Lohnabkommens um 2 Monate eintritt, falls das Abkommen nicht 3 Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Schiedsspruch im rheinischen Braunkohlenrevier. Rheinland fällte in der Arbeitszeitfrage im rheinischen BraunkohlenKöln, 21. Dezember.( WTB.) Der ständige Schlichter für das revier den Schiedsspruch, nach dem die jetzige Regelung der Arbeitszeit vom 1. Januar 1926 an auf 9 Monate weiter gilt. Die erftmalige Ründigung ist am 1. zum 30. September 1926 möglich, bon da an monatlich. baan m Die franzöfifche Inflationszange. Saarbrüden, 21. Dezember.( WTB.) Die Lohnverhandlungen im Saarbergbau, die gestern in Paris unter Leitung des Arbeitsministers de Monzie stattfanden, haben zu keinem Ergebnis geführt. Das Arbeitsministerium bat eine Erhöhung der Grundlöhne um 15 Proz. ab 1. Januar 1926, d. h. von 1,50 Frank für die Hauer und von 0,90 Frant für die Arbeiter der unteren Gruppen, borgeschlagen. Morgen werden die Organisationen zu diesem als unzureichend bezeichneten Angebot in Saarbrüden Stellung nehmen. Die Arbeitslosenversicherung in Dänemark. Kopenhagen, 19. Dezember.( Eigener Bericht.) Der dänische Sozialminister Borgbjerg hat dem dänischen Reichstag einen Gesegentwurf vorgelegt, der die Erhöhung der Arbeitsto jenunterstüßung durch dirette Erhöhung des staatlichen Beitrags an die Arbeitslosentassen( von 35 auf 45 Broz.) sowie durch Erleichterung einiger Bestimmungen zur Erlangung von Arbeitslosigkeitsunterstügung erstrebt. Der Borschlag, dessen Durchführung eine Mehrausgabe von 3½ Millionen verursachen würde, fand im Folkething starten Widerstand. Besonders die Rechte, aber auch die Radikalen verlangten vor der Berabschiedung des Gesetzes die Bekanntgabe des versprochenen Wirtschaftsprogramms. Graphisches Gewerbe. Der Kämpfer" Rr. 19 ift erschienen und von heute frith 8 Uhr im Graphischen Bereinshaus( Henning), Aleranbrinenfte. 44, abauholen. Wir bitten unsere Funktionäre in den Be trieben, filr Abholung Gorge au tragen. Der Berbeausichuk. CBD. Bolzarbeiter ber öftlichen Bororte! Beute nachmittag von 4-6 Uhr Abholung des Rämpfer" bei Seipfe, Scharnweber-, Ede Kronprinzenstraße. Berantwortlich für Bolitik: Ern Reuter; Birtschaft: Artur Caternus: Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: 2. S. Doscher: Lotales und Sonstiges: Frik Ratstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlas 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret Berlin SW 68 Lindenstraße 3. unb Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wifen". Aber Kind, bei dieser Kälte im offenen Fenster? Ach Tante, Rudi hat wieder das ganze Zimmer verqualmt und ich kann den Geruch wirklich nicht vertragen. Soll's nicht am Tabak liegen? Du welẞt, Onkel raucht auch stark, aber nur Klepenkerl und ich muß sagen, den Geruch habe ich sogar gern. Das Beste Ist, Du kaufst Deinem Mann zu Weihnachten einige Pakete Kiepenkerl oder Madastra und wenn's langt, noch eine OriginalOldenkott- Pfeife, dann ist Euch beiden geholfen. MARKE GOLDSTÜC WEINBRENNEREIEN Stuck A. Hana REINER WEINBRAND Boldſtück Deutscher Weinbrand Stück Ritöre Feurig süßer Stärkungswe SANTA LUCIA In Feinkosthandlungen und Apotheken Engres: J. F. Rauch Aktien- Ges., Berlin N 4 zu erzielen, führt zur intensiveren Temüsekulwr. Da ist es notfir lich ärgerlich, wenn die Gänsefamilie die ihr gesetzten Schranker durchbricht und sich nicht nur am Gemüse gütlich tut, sondern auit Nr. sos ♦ 42.�ahrgaag 1. Seilage ües vorwärts dieastag, 22. dezembee W25 Karpfen. Gans. f)a\t— für die leere Börse der großen Mehr- zahl unserer Volksgenossen ist es leider unmöglich, ein solches leckeres Tier im ganzen zu erstehen: nur hier und da legt einer seine letzten Festgroschen in ausgeschlachtetem Gänsefleisch an. Weit entfernt sind wir von jenen Tagen, da König Heinrich IV. von Frankreich in jedem Suppentopf ein Sonntagshuhn zu erblicken hoffte; das.Agrarisch ist Trumpf* unserer Regierungsweisheit hat solche Delikatessen für die große Masse fast restlos unmöglich gemacht. Das nützlichste Tier. Der großen Nützlichkeit der Gans steht ihre.llnnühheit* gegen- über. Sie beknabbert und beschädigt alles, was sie mit ihrem langen Hals erreichen kann. Bäume, Sträucher, Nutz- und Zier- pflanzen. Zäune, Gartentüren usw., so daß der kleine Agrarier, der Laubenkolonist zumal, schwer zu tun hat, um sich dieses Interesses für ihre Umgebung zu erwehren. Und sie„einspunnen*— das geht nur, wenn man sie schon groß kauft und sie rasch fett machen will, ober fürs Aufziehen braucht die Gans, wie jedes Tier, ge- nügende Bewegungsfreiheit, hinsichtlich der Ausnuhungsmögllch- keit fleh« die Gans aber wirklich unerreicht da, und die praktische Hausfrau weiß schon, was sie tut. wenn sie schweren Herzens das aufgesparte Geld zum Einkauf einer 1l) bis 15 Pfund schweren Gans verwendet. Da find die Federn und vor ollem das Schmalz, das an Feinheit jede andere„Fettigkeit* übertrifft: aus dem Kopf, Magen, Füßen usw. wird das Gänseklein bereitet, und die Leber gibt gebraten eine Ertradelikatesse. Der Rumpf selbst, den man nun noch mit Aepfeln oder einer Farce füllen kann, straft doch, wenn er einigermaßen gerundet ist, das alte Witzwort Lügen: Die Gans ist ein schlechter Vogel— für einen zuviel, für zwei zu wenig. Allerdings teilt die Gans mit den anderen eßbaren Vögeln die Eigenschaft, daß sie mit zunehmendem Alker weniger schmackbaft, ja so zäh werden kann, daß alle Kochkünste versagen. Die im Frühjahr aus dem Ei gekrochene (B-uis ist, wenn November herannaht, in die zweite Hälfte ihres ersten Lebensjahres getreten und erlangt damit die Anwartschaft, eine wahre Zierde der Tafel zu werden. Die weichere Gurgel und der hellere Schnabel geben der taufenden Hausfrau die Gewißheit, ein junges Tier zu erstehen. Später sind solche Zeichen nicht mehr vorhanden. Die wahre Delikatesse ist übrigens nicht die künstlich geinästete, sondern die zarte, aus der Weide und im Stall wohl- genährte junge Gans. Jreuöen und£e£den öes Züchters. Der Bauer hat es mit seinem Federvieh leicht. Er wohnt im Dorfe, desseg Anaer den Gänsen Weidegang und dessen Tümpel die nötige Badegelegenheit gibt: ist dos Getreide eingefahren, geht's auf die Stoppel hinaus: so in Licht und Lust gebadet, chr Futter suchend und das auf dem Hof erhaltene durch Fettansatz quittierend, wachsen die Tiere zu gesunden und stattlichen Exemplaren an, die die gehabte Mühe reichlich lohnen. Anders der Siedler, der meist auf einem Ausbau wohnt, bedeutend weniger Land hat als ein richtiger Bauer, und dessen Acker von Nachbargrundstücken umgeben ist, die zu betreten zum mindesten nicht gern gesehen wird. Also muß die Aufzucht aus einem verhältnismäßig kleinen Raum erfolgen, und die Notwendigkeit, von der kleineren Fläche größtmöglichen Ertrag sondern auch noch unverzehrt gelassene Pflanzen zerdrückt. Andererseits ist die Beobachtung einer heranwachsenden Zucht von Gänsen eine Quelle vieler Freuden. Schon die Art, wie die Gänsemutter das Nest bereitet, ist höchst possierlich: unaufhörlich geht ihr Hals und Kopf nach links und rechts, jedesmal Halme der Streu aufnehmend und sie zu einem dauerhaften Nest verarbeitend. Nach vier Wochen sind die Schalen durchbrochen und bald geht's ins Freie, wo die Sonne den zarten Flaum liebkost. Jetzt tritt auch der Ganter in seine Vaterrechte: er hält Wache, daß kein Unberufener sich der Brut nähere. Ueberhaupt ist mancher Ganter so nützlich wie ein Hof- Hund: er geht jedem Fremden fliegefreudtg und beihtustig entgegen. springt ihnen womöglich auf die Schulter und läßt auf alle Fälle, wenn er abgewehrt wird, ein so lautes Geschnatter ertönen, daß dem seitwärts arbeitenden Hofbesitzer die Ankunft eines Besuchers nicht zweifelhaft bleiben kann. Bekannt ist, daß man sehr oft Hennen zum Ausbrüten der Gänseeler nimmt, da nicht jede eier- legende Gans sich zum Brutgeschäft bequemt. Vorsicht ist beim Ankauf der Gänseeier zum Bebrüten notwendig: sehr oft erhält man Eier von Gänsen aus einer Herde, die keinen Ganter aufweist. Da sitzt dann das arm« Huhn geduldig seine vier Wochen ab(bei den eigenen Kindern dauert es nur drei Wochen)— und wenn man dann nachsieht, stößt man auf drei oder vier verdorbene Eier. Ver- loren« Liebesmüh!— weshalb vielfach gerade der Siedler auf den Mageroiehmärkten der Großstadt, auf den Monatsmärkten der Kleinstadt oder von dem herumziehenden Händler im frühen Herbst die„Stoppelgänse* kauft, die er dann durch nahrhafte und schnell wirkende Kost, Hafer, Mohrrüben usw., mästet. Die ganze Arbeit der Aufzucht fällt fort: im Herbst können die Tiere auch nicht mehr soviel Schaden anrichten wie im Sommer, und der Ausfall an Dünger ist. da der Gänseduna wenig Wert hat. nicht zu rechnen. Die Gefahr, durch den Kauf fremder Tiere eine Geslügelkrantheit einzuschleppen, liegt glücklicherweise nur selten vor: man muß die neuen Tiere zunächst absondern und beobachten. die Hans in Hesthichte und Mpstik. Im alten Aegypten war die Gans ein heiliger, dem Gott der Zeit Seb geweihter Vogel: das Gänseei war das Sinnbild des Welteies und wurde deshalb nicht verzehrt. Di« Griechen weihten sie der Persephone, der Herrscherin der Unterwelt, die Römer der Juno— bekannt ist, daß die heiligen Gänse aus dem Kapital durch ihr Geschnatter Rom beim Einsall der Gallier unter Brennus ge- rettet haben sollen. In Deutschland wurde die Gans als Wasser- vogel unter dem Schutze des Gewittergottes Thor verehrt. Wemi der Wasservogel gestorben sei, werde das goldene Ei gefunden, d. h. Sonne von neuem wieder höher steigen. Nachdem Thor durch den heiligen Martin abgelöst worden war, ist die Bezeichnung Martins- vogel für die schlachtreife Gans gebräuchlich geworden. Hinsichtlich der Verwendung für den Haushalt ist ein Schwanken zwischen Ei und Fleisch in der Wertschätzung zu bemerken. Bei den Griechen ist die Gans und nicht das Huhn die Eierlieserantin, falls man den Fabeln de» Aesop Glauben schenken will. Im allgemeinen aber ist die Tatsache, daß«ine Gans nur etwa 20 bis 30 Eier legt, dafür bestimmend gewesen, diese Eier für die Fortpflanzung zu benutzen, und noch heute wird sich nur eine verhältnismäßig geringe Zahl von Menschen rühmen dürfen, ein oder mehrere Gänseeier verzehrt zu haben. Viele Leute glauben zudem, daß ein gekochtes Gänseei „nicht schmeckt*— daher stammt auch die Sitte, Gänseeier meist in Form von Rührei zu oerzehren. Seit der Zeit, da die Römer zu „schwelgen* begannen, ist das Gänsefleisch hoch bewertet worden: Plinius berichtet, daß große Herden von der heutigen belgischen Küste, wo der germanische Stamm der Moriner saß, nach Rom ge- bracht wurden. Als später das Christentum die Fastenspeisen schuf, haben spitzfindige Theologen einer Gänseart, der im Norden Europas heimischen Ringelgan», die natürliche Entstehung abgesprochen und ihr einen mystischen Ursprung aus faulendem Holze mit einem Iugendzustand als Entenmuschel zugewiesen. Demgemäß fiel die Ringelgans nicht unter die während der Fasten verbotenen Speisen. Erst energische kirchliche Verbote machten dieser Komödie in der Küche der Klerikalen ein Ende. » Kehren wir wieder zu unserer.Weihnachtsgans* zurück— mit Wehmut wird des Menschen Herz der schweren Sorgen ge- denken, die auf dem weitaus größten Teil des Volkes lasten. An sich sollte ausreichende und gute Ernährung selbstverständlich sein. Dazu gehört auch, daß zuweilen eine Gans neben anderen guten Dingen auf den Tisch kommt. Die Armseligkeit, die bei uns herrscht, wird auch dadurch gekennzeichnet, daß solche Dinge für das Volk selbst zu Festzeiten schon fast zu Delikatessen geworden sind und ihr Erwerb durch Verzicht auf andere Güter des Lebens erkauft werden muß.__ Ein tödlicher Unfall ereignete sich gestern nachmittag im Elektrizitätswerk Charlohtenburg. Au« bisher noch ungeklärter Ursache fiel dem Arbeiter Theodor Bier mann aus der Oderberger Straße 21 ein schwerer Balken in« Genick. Der Verunglückte brach bewußtlos zusammen und wurde von dem inzwischen herbeigeholten Rettungswagen des Städtischen RettungSamteS nach dem Krankenhaus Moabit transportiert. Bereits auk bem Transport nach dem Krankenhaus trat infolge der schweren Verletzungen der Tod ein. i-. Die Passion. Roman von Clara vieblg. La kam sie eines frühen Morgen, als der Betrieb noch nicht im Gange war, in den Raum, wo die großen Kästen standen, in die die schmutzige Wäsche getan wurde. Da saß Schwester Johanna auf dem einzigen Schemel, hatte das Ge- ficht tief niedergebeugt auf die hochgestemmten Knie, die Hände um die Knie geschlungen: es war so, als hielte sie sich selber fest. Es war ein erbärmlicher Anblick. „Schwester Johanna!* Eva schrie auf vor Schreck. Und dann kniete sie vor der Zusammengebrochenen nieder, schlang ihre dünnen Aermchen um deren zuckenden Leid und versuchte ihr ins Gesicht zu sehen:„O, liebe Schwester, sag mir doch, was dir fehlt!" Sie sagte auf einmal„du", sie ließ in ihrer Bestürzung ganz den schuldigen Respekt außer acht; die war ja auch unglücklich, Genossinnen in einem traurigen Schicksal, welcher Art das auch fein mag. nennen sich„du".„Kann ich dir helfen?" Die Gefragte schüttelte verneinend den Kopf, aber als Evas Hände sie liebkosend streichelten, sie ängstlich aufzurichten versuchten, da flüsterte sie:„Mein gutes Evchen!" Und dann weinte sie laut ihr Unglück heraus:„Er denkt nicht daran, mich zu heiraten. Er gibt mich auf. Gestern abend bekam ich seinen Brief— ach, den hatte ich schon lange efürchtet! Aber gezweifelt habe ich immer noch— noch ge- offt. Run ist's aus. Er wird sich mit der Tochter vom Chef verloben. Er schreibt, es tut ihm leid, aber er kann nicht anders, er ist unvermögend, es dauert zu lange, bis er ge- nügend verdient. Jetzt macht er Karriere. Aber ich— aber ich?!* Sie richtete sich auf, schlug mit beiden Fäusten vor die Stirn, und dann rannte sie in dem engen Gelaß umher, stieß hier und dort an, krallte mit den Händen die nackten Wände: es mar, als wolle sie an denen hinauf.„Die ganze Nacht bin ich so gewandert. Ich halt's nicht mehr aus, ich kann nicht mehr hier bleiben, ich muß fort, ich will chn nicht wiedersehen! Am besten, ich bringe mich um." „O Schwester Johanna. Schwester Johanna!"— wim- mernd hing sich Eva an die ganz ihrem Schmerz sich Hin- gebende—„dos wirft du doch nicht tun?! Umbringen, wie schrecklich, o wie schrecklich!* Die Zähne schlugen ihr aufein- ander vor Entsetze».„Du bringst dich nicht um— ich halte dich fest. Umbringen, das ist zu schrecklich!" Ihre schwachen Arme hielten fest mit aller Kraft, deren sie fähig waren. glicht umbringen, nicht umbringen!* „Nein, nein." Nun war es die Schwester, die Eva streichelte, sie zu beruhigen versuchte. Draußen rief eine Stimme:„Wo ist Schwester Johanna? Schwester Johanna, Sie werden gewünscht!" Schwester Johanna strich sich mit beiden Händen den Scheitel glatt, rückte die Haube gerade und rief:„Ja, gleich!" Sic ging, sie nickte noch Eva zu:„Schweige!" Eva blieb in einem Wirrwarr verstörter Gefühle zurück. Was war das, was war das? Umbringen deshalb? Des- a l b? Was war das für ein Gefühl, was die Schwester ohanna zu dem jungen Doktor hinriß, überhaupt eine Frau zu einem Mann? War das so stark, daß es sie alles andere vergessen ließ? Umbringen? Die Schwester Johanna hatte noch eine Mutter, die sie mit dem, was sie hier verdiente, er» nähren mußte. Und daran dachte die gar nicht? Das mußte doch etwas sehr Mächtiges fein, was sie alles so vergessen ließ, so mächtig wie ein Sturm, der Bäume wegfegt und Häuser umreißt.— Schwester Johanna verließ zum 1. November die Charits. Die Kranken im Saal III der inneren Station waren un- glücklich darüber: nun bekamen sie statt der freundlichen jungen Schwester die alte mufflige, die einen Anflug von Schnurrbart hatte und mit ihren breiten Schultern und dem energischen Tritt genau so war wie ein Mann. Nun, da Schwester Johanna ging, war Eva glücklich, daß auch sie das Haus verlassen konnte, in dem sie so lange gewesen war, daß sie heimisch darin geworden. Sie schied mit Tränen von ihrer lieben Schwester Johanna, die nun erst einmal nach Hause zu ihrer Mutter ging. Und sie schied mit Tränen von der Charit�. „Wir werden sie nun wohl wieder nehmen müssen," sagte Tante Ella und seufzte. Und auch der Onkel seufzte.„Ja?" fragte sie; sie hatte immer noch gehofft, er wüßte vielleicht einen anderen Ausweg, aber er wußte keinen. So kam dann Eva wieder zu den Wilkomskis zurück. Das mußte man sagen, sie hatte manches gelernt in der CharitH. Zum Beispiel Schlösser putzen konnte keiner so gut wie sie: sie hatte darin Uebung, in der Charit� hatte sie immer an allen Türen des Ganges die Schlösier geputzt. Frau Ella meinte aber nach sechs Wochen, als Eva nicht, wie sie ge- fürchtet hatte, wieder krank geworden war:„Wir könnten sie doch eigentlich Grete» geben. Der Kleine schreit so viel, das Kindermädchen hat schon wieder gekündigt. Das wäre ein ganz netter Posten für die Eva." „Aber hört mal." sagte Albert, der gerade Mgegen war, „das ist doch hart für die Eva� Da bleibt ja kein Kinder- Mädchen, weil sie nachts keinen Schlaf kriegen. Der Schwager verlangt noch dazu, daß sie das Unglückswurm immer herum- tragen." „Na, wenn er doch so schreit. Das arme Kind!" Frau Ella sagte es vorwurfsvoll: ihr Großmutterherz war bc- kümmert. So ein hübsches Kerlchen, äußerlich eigentlich ein reizendes Kerlchen, aber trotz seiner anderthalb Jahre gab er noch kein Zeichen erwachenden Verstandes von sich. Er hörte wohl, er sah auch— das war alles ausprobiert, man hatte schon genug Aerzte konsultiert— aber er war sehr zurück. Das war nun das Kind, dessentwegen Grete so viel aus- gehalten hatte! Das geboren wurde neun Monate nachdem es das erstemal schief gegangen war: Franzensbad und Elster hatten daran nichts ändern können. Mit einem bösen Blick sah Frau Wilkowski ihren Schwiegersohn an: das hätte sie ahnen sollen, nie hätte er ihre Grete gekriegt! Die trug er nun zwar auf Händen, schaffte ihr schöne Kleider genug, alles� was sie sich nur wünschte— aber konnte man glücklich sein, wenn man so ein Kind hatte? Nur gut, daß Grete dos nicht so sah: noch fand sie ihren Jungen ganz reizend. Frau Ella hütete sich wohl, sie über ihn aufzuklären. „Ist er nicht süß?" sagte Grete zu Eva, als sie die ins Kinderzimmer führte, und wies auf den Knaben, der in seinem weißen, himmelblau gezierten Bettchen lag und die großen leeren Äugen starr geradeaus gerichtet hielt, ohne nur mit einer Bewegung des Mündchens das Lächeln der Mutter zu erwidern.„Er ist so brav." rühmte die junge Frau,„er ist immer zufrieden, gar nicht so quengelig wie andere Kinder, die jede Minute was wollen. Nur nachts ist er öfter ein bißchen unruhig." Das sagte sie ein wenig kleinlaut und blickte von der Seite Eva an: würde ihr die auch so davon- laufen, wie die anderen Kindermädchen immer davongelaufen waren? So leicht doch wohl nicht. Und den Arm um die viel dürftigere Gestalt als ihre eigene es war, legend, sagte sie herzlich:„Du sollst es gut bei uns haben. Eva. Früher war ich manchmal gar nicht nett zu dir, aucb nicht nett gegen deine Mutter, aber wenn man erst älter wird und verheiratet ist, dann sieht man manches ganz anders an." Sie lächelte, nahm den Knaben, der durch nichts eine Teilnahme zeigte, aus dem Bettchen und legte ihn Eva in den Arm:„Da hast du ihn. Mein Mann hat gern, daß Felix herumgetragen wird, wenn er schreit. Er hat nämlich immer Angst, das Kind könnte sich sonst blau schreien, womöglich Krämpfe be- kommen. Aber du hast es ja bequem, dein Bett kommt hier ins Zimmer." (Fortsetzung folgt.) Das leuchtende Berlin. Wandert man in diesen Borweihnachtsabenden durch die Stra Ben der Riesenstadt, so erdrückt in der Geschäftsgegend die Fülle des Lichts. Ein Raufhaus fucht das andere in der Anwendung Lockender Lichtreklame zu übertreffen. Aber so rot oder grün oder gelb auch die Flammen der Glühbirnen in die Abenddunkelheit schreien, sie wirken doch nur als Ausschnitt immitten einer Lichter konkurrenz. Sie erdrücken den Wanderer, sie überwältigen nicht. Berlin muß man an diesen Abenden aus der Luft betrachten. Geht auf den Kreuzberg: auch wenn das Gitter zum Denkmal ver schlossen ist, fönnt ihr noch einen Blid auf das Häusermeer mit feinen schimmernden Straßen tun! Aber auch das ist nur ein schwacher Abglanz dessen, was wirklich ist. Wir hatten gestern Ge legenheit, auf Einladung der Juntersgesellschaft eine Luftfahrt im Dunkeln über die Riesenstadt mitzuerleben. Es war ein Erlebnis! Am hellen Sommertag, wo jeder Baum und See sich abzeichnet, wo Häuser und Straßen, wie aus Spielzeugschachteln aufgestellt, vor dem Blick aus der Höhe kleiner und fleiner werden, bietet die Fahrt über der quirlenden, ewig unruhigen Großstadt schon einzigartig tiefe Eindrücke. Aber sie verblassen vor dem, was die Fahrt im nächtlichen Dunkel bietet, wenn dort unten in der Tiefe sich die endLosen Straßen, das bei aller Wirrnis doch wohlgeordnete System Don Gassen und Winkeln, von Plätzen und Parts, von Heerstraßen und Bahnanlagen in abendlicher Beleuchtung zeigt. Bom dunklen Tempelhofer Feld geht die Fahrt hinweg über Tempelhof, Neukölln und die Innenstadt, über die Linden und das Brandenburger Tor, den Potsdamer Plaz und einen Teil des Westens. Aus dem Fenster des Luftautos blickt man auf blendende Lichterreihen in allen Farben. Wie feurige Schlangen winden sich die großen Bertehrswege durch die umgebende Enge, bis fie fich im Enblofen verlieren. Bunte Lichtreklamen auf Dächern und Firsten der großen Geschäftshäuser unterstreichen das Gewimmel von elektrischen und Gaslaternen und die deutlich sich abhebenden Signallichterwege der Eisenbahnen. Wie zum Fest geschmückt sieht die Stadt in dieser Abendbeleuchtung aus, wenn man sie von oben her betrachtet. Und doch ist sie nur das Alltagsgewand der Millionenstadt, die in ihrer unabsehbaren Ausdehnung mit den Mengen haftender und drängender Menschen um den Bestand ihrer Wirtschaft ringt. Und während die drei Motoren der Juntersmaschine in der Dunkelheit rattern, glaubt man aus der Tiefe dort unten den stampfenden Rhythmus der raftlos arbeitenden Großstadt, des ewig verfästerten Berlin zu hören. Der Prozeß Bothmer. Die Maßnahmen des Herrn v. Bothmer. Im weiteren Verlauf des Prozesses Bothmer bestritt der Zeuge Rarl Bandura, daß seine Frau soviel Bonbons gestohlen haben fonne, daß fie fie verlaufen fonnte. Der Zeuge wehrte sich gegen die Behauptung, daß er und seine Frau gestohlen haben sollen. Arbeiterin Frau Fehling, eine Schwester der Frau Bandura, gab zu, daß sie für ihr Kind öfter Bonbons aus der Fabrit mitgenommen habe. Die Schwestern haben eine große Aehnlichkeit, die der Frau Bandura beinahe gefährlich geworden wäre. Die Arbei terin Frl. Firschfeld mußte zugeben, daß fie fich beim Bonbondieb stahl geirrt habe. Die Krankenschwester Hieronyma, Berlin, bat die Frau des Präfidenten Ried in ihren letzten Tagen gepflegt. Bors: Auf dem Sterbebett foll Frau Ried einen Brief verfaßt mo um ein Darlehen gebeten haben. Sie sollen dabei mit unter fchrieben haben. Beugin: Bedaure sehr, davon weiß ich nichts. Nie mals hat die Krante einen solchen Brief dittiert. Sowohl der Schreibfachverständige Kohlmeyer, Berlin, als auch Kriminaltommiffar Dr. Schneidert und ein dritter Sachverständiger glauben, daß die Briefe an die fatholischen Geistlichen von der Gräfin geschrieben seien. Dr. Sinn, Neubabelsberg, gab fein Gutachten dahin ab, daß die Angetlagte phantaftil peranlagt ist. Eine Persönlichkeit mit psychologischem Einschlag, der bei der Strafzumessung zu berücksichtigen sei. Der§ 51 tomme nicht in Frage, ebenso nicht Kleptomanie. Kreismedizinalrat Dr. Geisler, Potsdam, trat diesem Gutachten bei, in bezug auf die angebliche Schwangerschaft der Gräfin äußerte sich der Sachver ständige dahin, daß eine Schwangerschaft nicht vorliege Der Erste Staatsanwalt nahm seine Berufung, die fich nur auf das Strafmaß beschränkte, zurück. Heute beginnen die Plädoyers Der Berteidiger und in der Nacht ist das Urteil zu erwarten. Die Angeffagte wurde weinend in ihre 3elle gebracht. Nach Schluß der gestrigen Nachmittagsfizung im Brozeß Bothmer mußte die Angeflagte den Gerichtsvollzieher in der Zelle empfangen, und zwar überbrachte der Beamte eine vollstrecbare for berung über 300 art. Sie tam von einem Potsdamer Raufmann; die Pfändung verlief fruchtlos. Graf Bothmer hat die Schulden seiner Frau in der Chefcheidungsklage auf 6800 Mart angesetzt. wir laufchen ren Stebern, Ihren Borten, as bab auch an ihrem Reigenspiel zu erfreuen. Durch das Frühlingsfeft der Meinen mit all der Anmut und der Herzensluft in Sang, Wort und Reigen geht aber auch die rauhe Birklichkeit und legt leise Wehmut um das Spiel, ob sie in der Enge der Höfe von blumigen Wiesen träumen echter und rechter Hofpoesie aufflingen lassen. Ueber alle Enge und oder das Lied von den kleinen Leuten, den waderen Handwerkern in Sorge aber hinweg führt Freude den Menschen in die Unendlichkeit des Weltalls er muß nur erst seine Macht erkennen, um als wiffender Kämpfer ringendes Volt auf Bege beglückenden Frühlings zu leiten, der nur ein Gleichnis für das Menschenrecht der Freiheit ist. In jubelnder Siegeszuversicht verklingt das Lied von der Frühlingsluft, inmitten der Nacht strömt aus Seele und Sang Erden tag, dessen Leuchten für immer dem Volte gehört. Arbeiter- Kultur- Kartell Groß- Berlin Und wieder Amtsvergehen... Wegen ganz geringer Beträge. Diesmal ist es ein Geldbriefträger B. vom Bostami S. 68, über 30 Jahre im Amt, ein Familienvater, dessen selbst erfreut sich des besten Rufes, seine Vorgesetzten tennen ihn als erwachsene Kinder sich in guten Berufsverhältnissen befinden. Er tüchtigen Beamten. Dann hat B. eines Tages in seinen Dienstgeldern ein Manto von 100 Mart, das er zunächst selbst deckt. Und ... Beträge von 1,60 bis 2 oder 3 mart damit fing es an waren die ersten Berfehlungen. Nun muß das Schöffengericht Berlin- Mitte gegen den alten Beamten wegen Urfunden. fälschung und Unterschlagung im Amte in pier Fällen gegen ihn verhandeln. B. ift seit einem Monat in Untersuchungshaft. Wer den Ange flagten in seiner einfachen Bescheidenheit, in ruhigen fachlichen Worten seine Berfehlungen eingestehen hört, der muß im ersten Moment vor einem Rätsel stehen Wie durfte es möglich sein, daß dieser Weihnachtsausstellung er alte, erfahrene Beamte, bem ficher jeber, der ihn kannte, aus vom Freitag, den 11. bis Mittwoch, den 23. Dezember, in sämtlichen Räumen des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, sind geöffnet wochentags 2-8 Uhr, Sonntags 10-7 Uhr. Runft und Gebrauchskeramik Bücher Wohnung und Hausrat 48medmäßig und schöngestaltete Möbel nach Entwürfen von Bruno Tant, Spannagel, Müller- Berchtesgaden Radierungen, Lithographien und Zeichnungen von Käthe Kollmiş, Wilhelm Defterle, Hellmuth Krommer, Starl Hol -Der Besuch der Ausstellung ist unentgeltlich Wie im Mittelalter. Drei Räuber verhaftet. Auf der Landstraße zwischen meg om und Pyrit wurde am 5. dieses Monats abends gegen 6 Uhr der Biehhändler Emil Rogge aus Pyrit überfallen, beraubt und durch mehrere Schüsse so schwer verlegt, daß er am nächsten Tage im Krantenhaus starb. Rogge fuhr mit dem Fleischermeister Eduard Ebert auf einem einspännigen Schlitten von Megor nach Pyrit zu. An einer Wegefreuzung lauerten drei Männer dem Schlitten auf und gingen vor ihm her. Als sich der Schlitten nach leberwindung einer Höhe in Trab fetzen wollte, fielen zwei der Männer dem Pferd in die Zügel. Rogge sprang ab und schlug den Wegelagerern mit der Beitsche ins Gesicht. Diese eröffneten ein Feuer aus Schnelladepistolen und gaben etwa 15 Schüsse ab. Kogge brach tödlich getroffen zusammen. Das Gespann ging durch. Ebert lief nach Megom zurüd und alarmierte die Einwohnerschaft. Die Berfolgung blieb jedoch ohne Ergebnis. Rogge wurde seiner Uhr und Barschaft beraubt. Die Verbrecher ließen auf der eiligen Flucht mehrere Sachen zurück. So gelang es festzustellen, daß die Berbrecher drei polnische Schnitter waren namens Albert Spied, 3ieslinsti und Posnaczfy. Der Leiter des Landeskriminalamts Berlin, Regierungsdirektor Dr. Weiß, entfandte den Leiter des Raubdezernats, Kriminalfommissar Berne burg mit dem Assistenten Lohrengel an den Tatort, während von der Landestriminalstelle Stettin Kriminalfommissar Bluhm und Kriminalfefretär Jöds die Ermittelungen aufnahmen. Diese wurden in Verbindung mit der Landjägerei der Kreise Soldin und Byrik ganz systematisch betrieben. Mit Bolizeihunden wurden die beiden Kreise von Süden her vollständig abgesucht. Der Erfolg war der, daß am vergangenen Sonnabend an der Südgrenze des Männer aufgespürt Kreises Pyriz drei verdächtige wurden, die eiligst in den Wald hinein verschwanden. Die Landjägerei durchforschte den Wald und stellte die Berdächtigen. Nach einer fleinen Schießerei, bei ber niemand verlegt wurde, ergaben sich die brei. Es waren die gesuchten Räuber, die noch mehr auf dem Kerbholz haben. Spied und Biesfinski find 3uchthäusler, die aus der Anstalt in Brandenburg entsprungen waren. Wie bereits festgestellt wurde, machten fie am 3. November einen Ueberfall auf den Oberamtmann Duglisch im Rufener Walde bei Schönfließ. Sie gaben etwa 20 Schüsse ab. Der Kutscher schlug auf die Pferde ein, bis eines von einer Rugel getroffen zu Boden stürzte. Der OberRäuber fießen es aber zu einem zweiten Angriff nicht fommen. amtmann und der Rutscher zogen dann auch ihre Waffen, die 2m 7. November hatten sie es auf einen Borschnitter Gohlte in Alt- Deetz abgesehen, der Lohngelder abholte. Gohlte konnte jedoch gewarnt werden. Bereits am 17. Oftober hatte die Bande den Rechnungsführer Birchow bei Sallentin in derselben Weise auf der Landstraße erschossen und beraubt, wie fie auch die anderen Neberfälle verübt hatte. Der lehte Ausweg. Ein dreifter Raubüberfall murde in der Wohnung des Armen Pflegers Bitten ad in der Hochstraße 43 verübt. In demselben Hause hat der 23 Jahre alte Hausdiener Paul Kurzhals im Hintergebäude eine Schlafstelle inne. Da er vermutete, daß Witte Bekanntlich hat Regierungsrat. Bothmer gegen feine Gattin nad meist größere Summen im Hause habe, so plante er einen die Scheidungsklage eingereicht und eine einstweilige Verfügung leberfall auf dessen Kasse und beobachtete genau das Kommen und beantragt, wonach seiner Frau untersagt werden soll, nach ihrer Gehen des Mannes. Als Frau Wittenad allein in der Wohnung eventuellen Freilassung die gemeinschaftliche Wohnung, Marfgrafen war, glaubte er den günstigen Augenblid ausnüßen zu Straße 12 in Potsdam, zu betreten. Frau v. Bothmer wird nun in müssen. Er flingelte und erhielt als angeblich ,, Unterstütungsin eine äußerst peinliche Lage verseht, wenn diesem Antrag statt- bedürftiger" sofort Einlaß. Als er der Frau gegenüberstand, gegeben werden sollte. Der Antragsteller begründet seinen Antrag 60g er einen Strid aus der Tasche, warf sich auf die Erschrockene Damit, daß das Berhalten seiner Frau in fittlicher und moralischer und versuchte sie zu tnebeln. Das mißlang. Frau Mittenad Beziehung ihn dazu zwinge. Ihm fönnte nicht zugemutet werden, fezte sich fräftig zur Wehr und rief laut um Hilfe. Ohne sein Ziel erreicht zu haben, ergriff Kurzhals eilig die Flucht und lief nach mit seiner Frau einen gemeinschaftlichen Haushalt bis seiner Schlafstelle hinüber. Hausbewohner hatten inzwischen Schutz gültigen Scheidung zu führen. polizei alarmiert und diese erlangte Zutritt zu dem Schlafraum des Räubers. Schon auf dem Flur verspürten die Wartenden einen durchdringenden Gasgeruch. Als man die Tür mit Gewalt öffnete, schoß sich Kurzhals eine Rugel in die Brust. Als Polizeigefangener wurde er in das Staatstrantenhaus gebracht. Eine ganz alltägliche Geschichte. zur endVor der Straffammer stand als Angeklagter ein mehrfach vorbestrafter Mann. Er hatte es unterlassen, sich ein Obdach zu beforgen. Im Juli wurde er aus dem Gefängnis entlassen und hat feitdem als Gelegenheitsarbeiter jede Möglichkeit des Geldverdienens benugt. Er leidet an offener Tuberkulose. Diese Krankheit und sein schlechtes. Einkommen verhindern, daß er eine ständige Wohnung finden fann. Im Asyl findet er eine Zeitlang Unterkunft. Regel mäßig zahlte er feine 30 Pfennige für die Beherbungsfosten. Da murde er am 22. Dezember in einer Destille festgenommen. Es wurde festgestellt, daß er o bdachlos war und sich auch um ein Obdach nicht bemüht habe. 3war hatte er bei seiner Tante um Unterfunft gebeten. Sie aber hatte ihn seiner Krankheit wegen nicht aufnehmen können, und andere Familien hätten es ebenso gut nicht verantworten fönnen, einem mit offener Tuberkulose behafteten Fremden in ihrer Wohnung Unterfunft zu gewähren. Warum also folite er fich weiter um ein Obdach bemühen? Trotzdem wurde er in der ersten Instanz zu sechs Wochen Haft verurteilt, und die zweite Instanz bestätigte dieses Urteil. Der alte Sag: hr laßt den Armen schuldig werden, dann übergebt ihr ihn der Bein", hat noch immer seine Berechtigung. Träume der Mietskaserne. In der zweiten proletarischen Feierstunde, die am zweiten Weihnachtsfeiertag im Großen Schauspielhaus stattfindet, tommt das Sprechwert von Franz Rothenfelder Träume der Miets taserne zur Aufführung. Es umfaßt nicht eine Handlung im engen Sie, wie man es vom dramatischen Bühnenwerk verlangt, sondern ist eher eine revueartiges Spiel für den Sprechchor. Träger der Handlung ist die Masse, das Volk und damit auch jeder seiner einzelnen Angehörigen. Ehe das Spiel beginnt, bereitet uns Musit von Frühling und von der Stadt der Arbeitsmenschen auf das Spiel por. Nach ihrem Berstummen legt ein Prolog dar, wie wir in Binternot und in festlichen Kreise der Wintersonnenwende die Sehn jucht nach Frühling und Freiheit empfinden. Kinder fommen und Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 22. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.45 Uhr abends: Literarische Stunde. Neue Romane". Anker Larsen: Frank Thieß: Tod von Falern" Martha und Maria". Paul Vetterli: Wolf, die Geschichte eines Hundes". Karl Hans Strobl: Das Geheimnis der blauen Schwerter". 7.15-8.10 Uhr abends:" Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.15 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.50 Uhr abends: Abteilung Philosophie. Dr. phil. et med. Max Dessoir:„ Menschenkenntnis und Charakterkunde". 8.30 Uhr abends: Der Roman als Funkspiel. 7. Fortsetzung. Die Katastrophe, Originalroman für die Funkstunde von H. J. Gramatzki( als Funkspiel bearbeitet). 9-10 Uhr abends: Wie die Alten sungen. 1. Teicke: Unterm Doppeladler, Marsch( Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). 2. a) Lincke: Berliner Luft. Serenade, b) Ob du mich liebst ( Marcel Noë, von der Berliner Staatsoper, Tenor). 3. Lincke: Glühwürmchenidyll( Berl. Funkkapelle). 4. a) Abt: Gute Nacht, du mein herziges Kind, b) Lincke; Es war einmal( Marcel Noë). Wie die Jungen zwitschern... 5. Byron Gay: Fate, Foxtrott ( Berliner Funkkapelle). 6. Dickens: Du meines Lebens Sonnenschein( Marcel Noë). 7. Blaue Sommernacht, aus der Revue Von scher( Madonna( Marcel Noë). 9. R. Fall: Was machst du, Hans, A- Z( Berliner Funkkapelle). 8. a) Burke: Sonnenschein, b) KatOnostep( Berliner Funkkapelle). 10.30 Uhr abends: Winke für Funkbastler( Manfred v. Ardenne). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetter dienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst, " der Berlegenheit geholfen hätte, sich um so lächerlich niedrige Summen in so große Gefahr bringen fonnte? Ist es denn wirklich nicht befannt, wie schwer das Gesetz selbst das kleinste Bergehenim Amte ahndet? Hat B. niemals von den traurigen Konsequenzen gehört, die schon mancher seiner Kollegen aus der Tat eines unüberlegten Handelns ziehen mußte. Selbst bei Zubilligung mildernster Umstände ist in jedem Falle eine Mindest strafe von drei Monaten Gefängnis verwirkt. Auf Urkundenfälschung im Amte steht im allgemeinen 3 u ch thaus, bekanntlich nicht unter einem Jahr. Bei der Zumessung der Strafe ist und sollte vielleicht noch viel mehr der Beweggrund zu einer Tat von ausschlaggebenster Bedeutung sein. Selbst wenn man der Post als öffentliche Behörde, die ein Allgemeingut zu schüßen hat, das Recht unnachfichtiger Strenge gegen ungetreue Beamte im Prinzip nicht streitig machen will, so ist doch auf der anderen Seite das rein Menschliche niemals von der Hand zu meifen. Enthebung des Amtes, Verlust der Pension und feine Aussicht mehr auf eine ähnliche Anstellung find gewiß harte Strafen, die aber als Folgeerscheinungen nicht zu vermeiden wären. Kommen nun hierzu noch langwierige Gefängnisstrafen, die sehr oft jede Möglichkeit zu einem anderen anständigen Beruf überhaupt abschneiden, so tann man sich bei einmaligen Verfehlungen selbst nach dieser Richtung hin des Gedankens nicht erwehren, daß hier zu hart gestraft wird. Sehr leicht läßt sich in solchen Fällen feststellen, daß von sogenannten verbreche rischen Neigungen teine Rede sein tann, es sind oft rein pfychologische Momente, für die es faum eine Erflärung gibt, die aber auch ebenso oft ihre Erledigung ebenso schnell finden, wie sie aufzutreten pflegen. Jedenfalls hat der Geldbriefträger B., der 30 Jahre seinen Dienst einwandfrei verrichtete, aus feiner unüberlegten Handlungsweise folgende Konsequenzen zu tragen. Seine Anstellung und die damit verbundenen Vorteile hat er für immer verloren, er hat einen Monat im Unterfuchungsgefängnis gefeffen und wegen der strafbaren Handlungen 7 Monate Gefängnis, von denen der eine schon verbüßte Monat abgerechnet wird, erhalten. Für den Rest ist ihm Bewährungsfrist auf 3 Jahre bewilligt worden. Der Weihnachtsmann im Sportpalaft. Im Rafino des Berliner Sportpalastes wurde eine fleine Weihnachtsfeier, an der fich etwa 100 bedürftige Berfonen des zuständigen Bezirks eingefunden hatten, veranstaltet. Die Sportpalaft Attien Gesellschaft hatte die Waisen mit ihren Pflegeeltern, ferner Sozialrentner und Striegsbeschädigte eingeladen. An einer langen Tafel saßen die Gäste und ließen fich das Gereichte Kaffee und Kuchenmunden. Bei der Bescherung erhielt ein jeder eine eihnachtstüte, die Gßwaren und andere nügliche Dinge barg. Ein Rund gang burch den Balast, in dem fich gerade auf dem Eise ein bunt bewegtes Bild bot, befchloß die Feier. Beim Abschied fonnte die Baftgeberin, die durch ihren Direktor Königsberger vertreten war, herzlichen Dank entgegennehmen. Wiederkehr des Polizeioberst Heimannsberg. Der Kommandeur der Redlingbaufener Schußpolizei, Oberst Heimannsberg, tommt nach Berlin. als Vertreter des Berliner Kommandeurs der Schutzpolizei wieber Eine schwere Explosionskatastrophe. Saarbrüden, 21 Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In dem fleinen Dertchen Freimengen, dicht an der Saargrenze, ereignete ich am Montag mittag ein schweres Explosionsunglüd. In dem Orte liegen die beiden Dynamitlager der franzöfifchen Grube Merlenbach. Das Kleinere Dynamitdepot flog in die Luft mit einem Gesamtinhalt von 500 Rilogramm Dynamit. In dem Orte selbst und dem benachbarten Merlenbach wurden sämtliche Fenster beschädigt und die Dächer von den Häusern gehoben. St ver alten Kirche von Merlenbach wurden die handgemalten Fenster vollkommen zerstört. Ebenso flog das Dach der Schule herab und Derlegte 25 Schulkinder mehr oder weniger schwer. Beim Depot selbst wurden etwa 30 Männer mehr oder weniger schwer verlegt. Tote find bis jetzt nicht zu beklagen. Der entstandene Schaden beläuft sich auf 10 bis 12 Millionen französische Franken. Der Hauptanteil entfällt auf die Sauerstoffabrit Freimengen, deren Maschinen sämtlich zerstört wurden. Die Ursache des Unglücks ist bis jetzt nicht festgestellt. Die Fernsprechverbindungen find unterbrochen. Reffung Schiffbrüchiger. Die Rettungsstation Neufuhren ( Dftpreußen) der Deutschen Gefellichaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 20. Dezember von dem deutschen Motor tutter, Biting", Kapitän Schneider, gestrandet im Hafen von Neufuhren, mit Ladung von Libau nach Danzig bestimmt, vier Personen durch Raketenapparat der Station gerettet. " Schiffszufammenstoß auf der Unterelbe. Der mit Schwefelfies beladene, nach Rotterdam ausgegangene griechische Dampfer , Elefterias R. Benifelos" ist von dem aus Bremerhaven auffommenden japanischen Dampfer Dafar Maru bei Glüdstadt gerammt und so schwer beschädigt worden, daß er in ledem Zustand auf Grund gesezt werden mußte. Der japanische Dampfer war bei dem Zusammenstoß etwa drei Meter tief in das Innere des griechischen Dampfers eingedrungen, und da ein fofortiges Absaden des Schiffes befürchtet wurde, wurde die griechische Mannschaft an Bord des Japaners gebracht, der am Bug beschädigt worden ist. Bestlüfte von Gotland ist infolge schwerer Schneestürme der deutsche Strandung eines deutschen Dampfers in der Offfee. An der Dampfer Poseidon" aus Königsberg gestrandet. Die Lage des Dampfers ist sehr kritisch. An Bord befindet sich noch die ganze aus 17 Köpfen bestehende BesayungWelterbericht der öffentlichen Wetterdienfiffelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Mild, etwas Regen, zeitweilig aufbeiternd. Für Deutschland: In ganz Deutschland Zoitbestand des Tauwetters. Weit verbreitete Regenfälle. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Der Männerchor Sarmonie", Charlottenbura, veranstaltet am 1. Weih wirken. Anfang 4 Uhr. Alle Freunde des Gefanges sind eingeladen. nachtsfeiertag auf dem Spandauer Bad eine Weihnachtsfeier. Der über 100 Mitglieder starte Jugendchor wird hier zum ersten Male gefanglich mit Der Verein der Wittstoder( Priegniger) zu Berlin veranstaltet Sonnabend, 26. Desember, im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147, eine Weihnachts feier mit Rinderbescherung. Alle Wittstoder Groß- Berlins find zu dieser Feier willkommen. dlenstag 22. vezemder 1925 Unterhaltung unÜ AAissen SeNage öes vorwärts Sozialistisihe Lehr- unö Wanöerjahre. von Louis Cohn. VI. Der wanderjahre Abschluß. Di« Stadt München tonnte ich nur oberflächlich, von füd- b«n)erischen Verhältnissen hatte ich unklare Vorstellungen. Wie an- genehm war es daher, daß mich Jgnaz Auer persönlich den Mülichener Vertrauensmännern vorstellt« und mir wertvolle Winke erteilt«. Der Antisemitismus war damals noch in Südbayern latent: in dem Sammelnomen„Preuße' kam wohl in erster Linie die Ab- Neigung gegen norddeutsches Wesen, aber auch ein Stückchen Antt- semitismus sinnsällig zum Ausdruck. Im übrigen war ich darauf gefaßt, größeren Widerständen gegen meine Ausgab«, die Münchener Presseverhältniss« in Ordnung zu bringen, begegnen zu müssen. Sie waren arg zerfahren. Der Drucker hatte 16 000 Mark zu fordern, das Defizit der„Münchener Post' war trotz größter Einschränkungen chronisch geworden. So sehr auch die in die Pressekommission ge- wählten Genossen sich bemühten— es war ihnen unmöglich, einge- wurzelte Mißbräuche auszuroden. Aus dieser Emsicht hatten sie den Parteivorstand ersucht, einen geeigneten Genossen nach München zu schicken und die Press« aus einer gesunden Basis neu aufzubauen. Die führenden Genossen in der Pressekommission und im sozial- demokrattschen„Wahlverein' boten mir einen starken RückHall. Ohne ihn wäre es mir nicht möglich gewesen, den hauptsächlich von den Kolporteuren ausgehenden Widerstand niederzuringen. Dies« Kolporteure hotten eigentlich die„Münchener Post' in der Hand. Sie allein kannten die Abonnenten, sie nahmen die Abonnements- gelber in Empfang und lieferten davon so viel ab. als sie für ange- bracht hielten. Bei der kleinen Auflag« des Blattes war der Rück- stand an Abonnementsgeldern bedeutend. Mit begreiflicher End rüstung begegneten die Kolporteure meiner ersten Kampfhandlung, nämlich der Ankündigung: Kein Geld, keine Zeitung. Aber es ge» lang doch, sie allmählich zurückzudrängen, bis sie noch der im Jahre 1902 erfolgten Gründung einer eigenen Druckerei überhaupt vom Schauplatz verschwanden. Politisch« und wirtschaftliche Rückständigkeit hatten in Bayer» Neinbürgerlich« Anschauungen tonserviert, auch bei einem Teil der Parteigenossen. Der Srundzug des süddayerifchen Wesens bildet« das Streben nach einer behaglichen Gemütlichkeit— besonder» im Wirtshaus— noch einem guten billigen Bier«nd möglichster Kernhaltung von Elementen, die jene. Streben stören oder gar de- («itigcn wollten...Mei Ruah will i hom'— die altbayerisch« Lebensmaxime kam vor dreißig Iahren augenfälliger zur Gellung als heut«, wo die Bevölkerung immer mehr von fremden Elementen durchsetzt wird. Wie fast oll« aus Norddeutschland Zugewa irderten, besaß auch ich eine Vortiebe für süddeutsches Wesen; für die im Gegensatz zum Norden freieren Umgangsformen, aus denen ober- flächlich« Beobachter Schlüsse auf ein« demokratisch« Gesinnung des Volkes zogen. In Wirklichkett bestand da» Demokratisch« nur in den Sitten und in der Abneigung gegen alles st raffe Komman- diertwerde.» von oben. Auch die Wurzeln eines nicht unberechtigten Partikularisnm» entsprangen dieser Einstellung und fanden Nahrung in den polttischen Vorgängen und den Einflüssen der Zeutrumspartel und der katholische» Geist- lichkeit. Voll mar gab sich groß« Müh«, mir dt« Vorzüge der SS» dayern in» hellste Licht zu stellen; damit ich die Bayern, ihr« demokratisch« Einstellung wie ihr« Geeignetheit. Eoziokdemokraten zu «erden, erkennen sollte, nahm er mich des öfteren zu seinen Der- sammlungen auf dem Land« mit. Lollmar war bekanntlich«in vorzüglicher Redner und besonders verstand er die Kunst, sich den Ge- danken;: äugen und der Ausdrucksweise der ländlichen Bevölkerung anzupassen. Er trat Ihnen sozusagen menschlich näher als er sie «itten in einer Rede mit dem vertraulichen D u und Ihr an- sprach. In einer Wahlversammlung in Tölz erreichte die Be- geisterung für ihn einen besonders hohen Grad. Sein« Ausführun- gen unterbrachen die Bauern mit häuiigen und lebhaften Zwischen- rufen wie„Recht hastl. Wahr is Girgl!"(Georg), und am Schlüsse feiner Rede warfen sie ihre Hüte mit kräftigen Iuchzern in die f>e. Als der anwesende Pfarrer Lollmars Angriff« auf die ttrumspartei widerlegen wollte, schütteten die Bauern ihren wahr- inlich lang« angesammellen Groll gegen ihren Eeelcnsorger in so stischen Zwischenrufen au», daß er entrüstet und beschämt die Versammlung verlassen mußt«. Nun«a, sagen Sie zu unseren Bauern? Fragte mich Lollmar später. Ich antwortete: Hoffentlich zeigen sie sich bei der in einigen Tagen stattfindenden Wahl ebenso gesinnungstiichtig wie heute. Leider war das nicht der Fall: denn der Zuwach» an Ettmmen war ganz unbedeutend. Bor der Einwirkung der Frauen und der Geistlichen oerflog die bäuer- Nche Begeisterung in nichts. Ihre Begeisterung gründete stch aus v o l l m a r s Persönlichkett, aber nicht auf die Anerkenmmg des Cin undankbarer Köter. üi) .Mein braver fchwarzweißroker Spitz. Der liebe Onkel Sireiemana Rietet de« wärmsten Regieruugsfitz Und— ei. da» wird ein Mahl, potz Blitz! Die kSstlichstea Leckerbissen dir an.' .verflucht noch matt Ist da« ein Biest! E» schnappt nach mir! 0 wie gemein, So schlecht und undankbar zu feint' — Za. Gustav Stresemann, du stehst: Solch Vieh zu streicheln, bringt nicht» eint sozialdemokratischen Programm», vollmar kanzelte die„Groß. kopfetn' und.Sewappetten' gehörig ab und das gefiel de» Lauern. Auch E i s n e r erlag Im Oktober/Rooember ISIS der gleichen Selbst- täuschung wie Vollmar. Sich in diese» Milien einzuleben, bedurft««» mehrerer Jahre. viel« der sührenden Genossen erleichterteu mir dl« Einführung in die Außenstehenden oft schwerverständlichen Seltsamkeiten einer Pe- riode, in der die Klassengegensätze durch eine allseitige Ge- müllichkett und«in unentwickeltes politisches Bewußtsein verwischt waren. Biel hatte ich dem braven Vater Birk und den als Redakteuren wirkenden Ed. S ch m I d— dem späteren ersten Bürger- meister— und Ernst Strauß zu verdanken, während ich an den eigentlichen politischen Redakteur Colver, einen ehemaligen Theologen, keinen rechten Anschluß fand. Wie sich die Drnge in München dank der eifrigen Mitarbest der Partei und der Gewerkschaften bis zum Januar 1918, wo ich aus meiner Stellung ausschied, weiter entwickelten, ernsprech wohl dem Aufschwung der Parteigeschäfte in anderen Landesteilen. Zum Abschluß meiner Erinnerungen und zur Kennzeichnung der Mentalität der MittelNossen in Südbayern vor dreißig Jahren will ich noch am Schlüsse einiger Vorgänge gedenken. Sic besitzen zwar einen anekdotenhaften Anstrich, aber sie beruhen auf Wahrheit und sind daher geeignet, die Kulturpertod« einer bestimmten Zeit zn illustrieren. DeroppositionelleHammel. Unterm Ausnahmegesetz hatten sich die Münchener Genossen in .Öeseoereinen' zusammengeschlossen. In dem in der Borstadt Schwa- bing bestehenden Leserverein hielt ich bald nach meiner Ankunft einen Vortrag über irgendein naturwissenschaftliches Thema. Die Ver- sammlung fand in dem Nebenzimmer einer Wirtschaft statt. Ich war gerade im besten Zuge, als plötzlich die Türe zum allgemeinen Gast- zimmer hefttg ausgestoßen wurde und ein fetter Hammel von seltener Größe eintrat, und sich gemächlich auf seinem Hinterteil an der Wand gevade mir gegenüber niederlieh. War ich schon über diesen seit- samen Zuwachs der Versammlung erstaunt, so noch mehr, als aus meine Frage, ob das Tier nicht herausgeschafft werden sollt«, der Borsitzende lakonisch bemerkte,„er kann hierbleiben, es ist nicht dos erstemal.' In der Tat hörte der Hammel mit größter Aufmerksam- keit meine Ausführungen an. Das sollte sich jedoch bald ändern, als in der anschließenden Debatte ein Redner mich über die Existenz von E i s s l ö h e n und ihre Lebensbedingungen interpellierte, wobei er seine lungenkräftigen Ausführungen mit heftigen Armbewegungen begleitete. Mögen nun diese Gestikulationen oder die laute Stimme des Redners den in früheren Versammlungen gewonnenen parlamen- tarischen Vorstellungen des Hammels nicht entsprochen haben— kurzum, plötzlich stieß er den Redner so kräftig in den unteren Teil des Rückens, daß der Eisslohinteressent der Länge long den Fußbode:, ziert«. Es bedurfte teils sanfter Ermahnungen des Wirtes, teils energischer Fußtritte der Versammelten, um den Vierfüßler aus dem Lokal zu schaffen. Dieser Vorgang veranlaßt« mich später, den Wirt über die Motive des Besuches seines Hammels und seines Angriffes auszufragen.»O mei,' erwiderte er gelassen,„er ist halt b s u f f a.' Die Bierspenden der Gäste hatten den Hammel degene- riert und ihn abwechselnd in den Zustand des Rausches oder des Katers versetzt. Aber trotzdem er schon„bsuffa' war, animierte mich der Wirt, ihm noch eine Halbe zu spendieren, die er dann in einem Zuge aussoff. Da» rottarierte Tischtuch. Ort: Rosenheim. Auf dem Podium des vollgefüllten Bersamm- lungslokoles sitzt Grillenberger an einem mit einer gewöhn- llchen Wirtshausdecke versehenen Tische. Ihm gegenüber aus dem Podium der überwachende Beamte an einem ungedeckten Tische. Der Vorsitzende erteilt Grillenberger das Wort cder vielmehr will es ihm erteilen, als der Beamte sich erhebt, um gegen den Beginn der Versammlung zu protestieren, weil ihm als Vertreter der Staats- behörde zugemutet wird, an einem ungedeckten Tische zu sitzen, während der Referent sich eines rotkarierten Tischtuches erfreuen dars. Solche Bevorzugung des Referenten könne nicht gestattet werden. Es setzte darauf eine Debatte zwischen Grillenberger und dem überwachenden Beamten ein, der unser Genasse einen humo- ristischen Beigeschmack zu geben verstand, für den die Versammelten volles Verständnis besaßen. Inzwischen wurde die Kellnerin beauf- tragt, eine zweite rotkarierte Decke für den Tisch des Beamten zu beschossen. Sie stürzte auch hinaus, kam ober nicht wieder. Die Versammlung wurde unruhig. Rufe:„Anfangen',„Lächerlich' und noch schärfere Ausrufe des Unwillens durchschwirrten den Raum. Um die Versammlung zu ermöglichen und die Ungeduld auf keine längere Probe zu stellen, nahm Grillenberger kurz entschlossen die Decke von seinem Tisch, rollte sie zusammen und warf sie dem überwachenden Beamten mit den ironischen Worten zu:„Da ha ms Ihr a D e ck n!' Worauf in die Tagesordnung eingetreten werden durfte. *.L Der Leser wird aus diesen leicht oermehrbaren Episoden schon gefolgert hoben, wie anders die Taktik in Südbayern beschaffen sein mußte, mn die Bewegung auf die jetzige fiöhe zu bringen. In Uebereinstimmung mit dem leitenden Redakteur der„Münchener Post', Adols Müller— jetzt deutscher Gesandter in Bern—, war auch für mich der Gesichtspunkt maßgebend, das Parteiorgan aus eine sichere materielle Grundlage zu stellen, damit von München ans auch eine Kräftigung der Sozialdemokratie erreicht wer- den könne. Mit der Unterstützung der Genossen in Augsburg und Regensburg gelang es mir, die dort schwer kämpfenden Parteiorgane auszubauen und ihre Weiterentwicklung zu sichern. So darf ich ohne Ueberhebung aussprechen, daß meine Lehr- und Wanderjahre zu einer praktischen Betätigung führten, die nicht ohne Nutzen fü-' die Entwicklung der Partei in Südbaycrn war. Mögen auch nach rechts und links seit der Revolution Zwoige und Aeste von dem kräftigen Stamm der Partei abgefallen sein— die Ueberzeugung, daß er neue und kräftigere ansetzen wird, ist mir am Ende nieines Lebens zur Gewißheit geworden. Um so mehr, als ich sehe, daß die sozialistische Bewegung neben' ihrer theoretischen Ver- ankerung eine konstruktiv-praktischc Vorarbeit leistet, die bewußt auf die Schassung einer besseren Gesellschaftsordnung zielt, und die nicht, wie zu meiner Zeit, so oft von den, gesteckten Wege abirren muß. SerWeihnachtstag des kleinen Tobias sl Don Jgnat Herrmann. Der Prinzipal sah hin und sein Gesicht, das bisher im Geschäft den Kundschaften gegenüber lächelnd, gefällig-freundlich war, wurde plötzlich eisigkalt. Seine Mundwinkel zuckten und die Augen sprühten Blitze. Unwillkürlich wich Tobias vor diesem unheilver- kündendem Anblick zurück und durch diese Bewegung warf der Un- glücksrabe zu all' dem»och zwei vollgefüllte Flaschen herunter, die aus einer langen Bank standen. Dieses neuerliche und kleinere Mißgeschick gab seinem Schicksal den Ausschlag. „Lotterbube!' schrie Herr Karos.«So wirf sie alle herunter »nd zerschlag sie. Scheusall' Gewöhnlich pflegten die Prinzipale.Schurke' und»Spitz- bube' zu schimpfen, doch Herr Karas hatte einen gewählteren Wort- lMit, Er war einige Male im Theater gewesen und fand an den Th..M<.rHülhen Gefallen. Lotterbube. Lumpenhund,— ja, manch- nml ckrie er sogar Mörder! Und als im Gewölbe sein lärmender Schrei verhallt war, sprang Herr Koros aleich einem Raubtier direkt in die süße Pfütze hin- ein so dass er mit dem Schuh die großen Flaschenscherben auf Splitter»ermalmte: in der süßen Lache aber rutschte er aus und es war ein' rei»->s Wunder, daß er nicht hinstürzte. Dadurch geriet er aber«rlt in Wut. und jetzt packte er den kleinen Schuldtragendcn mit der Linken bei der Krawatte und beim Hemdkragen, so daß dem Knaben fast der Atem oerging, und sein/ Rechte hagelle auf den Rücken, LI Genick und den Kops des Schuldigen hernieder. „Hast du denn Klauen aus Holz Schuft? So etwas zu den Feiertagen? Steh, ich denn den Punsch? Oder pump ich ihn aus dem Kanal?'„»..- ,.,-v rc Nach den ersten Schlägen wurde Tobias wie blöde. Cr muckste nicht einmal, in der Meinung, daß es m,t em paar Hieben ab- laufen werde; er kannte bereits den Prinzipal und mußte, daß hn der geringste Widerstand, ja. ein bloßer Ausschrei nur reizen und in größere Wut versetze» konnte. Plötzlich aber nef er wahrend des Hin- und Hergebeultwerdens verzweifelt aus: � „Jesus Maria, Herr Prinzipal--.-- T....,. Ohne an die Gefahr zu denken, daß'hm cm weiterer Hieb des Prinzipals die Finger zermalmen würde, grifs er mit der lmken Hand zum Ohr. um es zu schützen. � � v Es war der letzt« Hieb. Nicht infolge des Ausschrcis, sondern durch den Anblick des mit Blut überströmten Gesichtes des Knaben. hielt der Prinzipal mne. Ein großer, mtt einem gravierten Stein versehener Siegelring zierte den Zeigefinger des Herrn Karas. Mit diesem Ring verletzte er den Knaben— in diesem Augenblicke wußte der Prinzipal nicht wo— und der Anblick des hervorstürzenden Blutes brachte ihn wieder zur Besinnung. Seine rechte Hand sank herab und seine Linke ließ den Knaben los. Tobias taumelte zu Boden, wobei er die Hand an die Schläfe und das Ohr drückte. Das Blut quoll zwischen den Fingern hin- durch, ergoß sich über den Handrücken und floß ihm den Aermel hinein. »Daß du mir nicht mehr vor die Augen kommst, Mißgeburt!' schrie noch der Prinzipal.»Derschwind«, damit ich dich nicht sehe.' Aber dies schrie er schon eher heraus, um sein Gewissen zu übertönen, denn trotz all seines Jähzorns und seiner plötzlich cnt- flammbaren Wut ertrug er nicht den Anblick von Blut. Er sah, daß der Hieb eine Berletzung hervorgerufen hatte und dies wollte er selbst nicht. Und so schrie er die letzten Worte heraus, um im Rechte zu bleiben und nicht durch jern Verstummen einzugestehen, daß er zu rasch gewesen war. Und da er nicht wußte, auf welche Weise er diese Szene beenden sollte und da er auch beschämt war, weil sein grausames Handeln vom Laden aus durch die Kundschaften beobachtet' wurde, so bückte er sich, begann die Scherben aus der Lache aufzulesen, sie in die Ecke zu werfen und dabei brummte er vor sich hin: „Ein solcher Schaden, du mein Jesus, ausgerechnet am Weih- nachtstage, wenn so viel Menschen auf Bedienung warten— fünf Maß russischen Punsches— dummer Bub— eine Woche lang mußte er für die jungen Frauchen und Köchinnen gebraut werden— und jetzt liegt er hier am Boden.' Und er Hub an, mit der Handfläch« die Pfütze zusammenzu- kratzen, als ob er das Getränk noch retten könne, und erst als er mit dem Handballen an einen Scherben anstieß und etwas wie einen Nadelstich oerspürte, ließ er von seiner Beschäftigung ab, rich- tete sich, purpurrot im Gesichte, auf und ging ins Geschäft zurück, wobei er beständig laut weiterschimpfte und doch voller Verlegen- heit war, denn die mitleidigen Bücke der Käufer bewiesen ihm un- trüglich, daß die Teilnahme der Leute nicht auf seiner Seite war, obgleich er einen solchen Schaden erlitten hatte, sondern bei dem malträtierten Knaben. Jetzt aber hätte sich Herr Florian Karas mit Wonne selber ge- ohrfeigt— und recht tüchtig geohrseigt— aus Verdruß darüber, daß er sich so hinreißen ließ, und init Vergnügen hätte er zu all dem Schaden noch einen Fünfer geopfert, wenn es ungeschehen geblieben wäre. Aber es war zu spät. Er wog ab und goß voll, er schüttete ein. bediente und strich Geld ein, aber er wagte es nicht, seine Blicke zu der Menge vor dem Pulte streifen zu lassen und dankte bloß mit heiserer Stimme. Erst dann atmete er wieder auf, als alle Zeugen dieses Auftrittes den Laden verlassen hatten und sich das Geschäft mit neuen Kund- schaften füllte. Aber um keinen Preis der Welt wäre er ins Magazin gegangen, um dort nur ja nicht mit dem verletzten Tobias zusammenzutreffen. Der unglückselige Tobias stahl sich davon, um den Blicken der Neugierige» im Laden zu entgehen, und erst nach einer geraumen Weile, als sich die Kundschasten im Laden abgelöst hatten und kein einziger Zeuge seiner Schuld und seiner erhaltenen Rüge dort an- wesend war. näherte er sich dem Lavoir, neben welchem ein schmutziges Handtuch hing, wusch sich ein wenig das Gesicht, trocknete es mit dem schmutzigen Fetzen ab. und verkroch sich dann wieder in den tiefsten Winkel, wo Säcke voll Reis und Kaffee fast bis zur Decke hinauf geschichtet lagen. Wahrhaftig, er mochte dem Prinzipal jetzt nicht vor d>« Augen tteten. Er dachte daran, wie ihm in der Früh zu Mut« war. als er sich des Vaterhauses weit droben im Gebirge erinnerte, wie wohl die Mutter das Abendmahl für den Ehristabend vorbereiten würdt. Und heute zum ersten Male wird er nicht daheim im Kreise der Familie sitzen, heute wird er zum ersten Male bei fremden Leuten sein. Aber schließlich konnte man da nichts gegen machen. Er war sich dessen seit langem bewußt und vielleicht wird er schon niemals mehr am Christabend mit den Eltern und Geschwistern bei- sammen weilen. Wie aber wohl der Mutter zumute sein möchte, wenn sie ihn so sehen würde, was Ihm widerfahren und was ihm beschert worden war! Dieser Gedanke entlockte ihm heiße und bittere Tränen. Ein unsagbares Herzleid durchschauerte ihn und aus se'ner Kehle entwand sich ein unaufhaltsames Schluchzen. Die Wunde am Kopf blutete neuerlich und Tobias spürte den wurmen Blutstrom. Cr griff nach dem Taschentuch, wand es sich um den Kopf und dann, sich selbst nicht mehr darüber bewußt, was er begann, kletterte er an den Säcken empor, höher und immer hoher, bis er sich fast bei der Decke befand. Ach, wie war es hier doch angenehm und warm! Die Gas- flammen brannten hier seit dem frühen Morgen und wärmten den oberen Raum aus. Welch ein Behagen nach dem Hcrumstrabanzen in dem kalten Geschäft! Nicht einmal Im Bett droben in der Kammer ist's für gewöhnlich so warm wie hier oben. (Fortsetzung folgt) TELE FUN KEN Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne 7% Uhr: Hamlet Morgen 8 Uhr: Der Kaufmann von Venedig Staats- Theater Opernhaus 8 Uhr: Wozzek Opernbaus am Königsplatz 8 Uhr: Der fliegende Holländer. Schauspielhaus Lessing- Th. Heute 8 Uhr Karl XII. von Strindberg Regie: Hartung Kleines Th. Heute 8 Uhr Figuranten von Birabeau Regie: Geyer 8 Uhr: Candida Trianon- Th. Schiller- Theater 8 U.: Der Glückspilz Tägl. 8 Uhr Städtische Oper Kleine Sklavin Charlottenburg Heute Michael Bohnen als Gast 8 Uhr: Holofernes Abonn- Turnus I. Deutsches Theater 7% Uhr: Der Kreidekreis von Klabund v. Dietzenschmidt Regie: Goldberg Großes Schauspielhaus Für Dich CHARETEREVUE Regie: M. Reinhardt TÄGLICH 84 Kammerspiele 8 Uhr: Central Theater 7 Uhr: Premiere Sechs Personen Der Fremde suchen einen Autor von Pirandello Regie: Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Max Reinhardt Die große Revue- Posse: Die Komödie Kurfürstendamm 207 8 Uhr Gesellschaft von Galsworthy Regie: M. Reinhardt ADMIRALS PALAST 8 Uhr täglich: ALLER REM Achtung Welle 505 60 BILDER IL Rang v. Parkett v. Logen v. Kinder- Revue Letzte Vorstellung Mittwoch 3%, U. Alle Puppen tanzen. Kleine Preise. 50 PL., 1.-, 1.50 etc. An allen drei Weihnachtsfeiertagen nachm. 3 Uhr: Die ganze Vorstellung sa halben Prelsen Berliner Theater Mittwoch 7 Uhr: Premiere! Messalinette No no Nanette 1. u. 2 Feiertag nchm. 3% U. KI. Pr. Thure Hoheit die Tänzerin Residenz- Th 8 Uhr: Die Durchgängerin Lustsp. v. L Fulda 1. und 2. Feiertag 3 U. KI Preise: Jugendfreunde 3.Feiert. 3, KI.Pr. Schneewittchen Thalia- Th. 8 Uhr: Annemarie 1. und. 2. Feiertag 3 U, KI. Preise: Annemarie 3.Feiert 3 KI.Pr. Hänsel u. Gretel Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Die blond. Mädels 1. und 2. Feiertag 31 U. Kl. Preise: Die blonden Mädels 3.Feiert. 31 Kl.Pr Rotkäppchen TELEFUNKEN RUNDFUNK APPARATE UND RÖHREN VERBÜRGEN HÖCHSTLEISTUNG Achten Sie auf den Telefunken- Stern DIE SCHAU ZWEIER WELTEN! ZURÜCK AUS SÜDAMERIKA! ERSTES GASTSPIEL IN BERLIN ZIRKUS SARRASANI IN DER NEUEN AUTO- HALLE AM KAISERDAMM BAB 25. DEZEMBER: ATELIER TRIAS Wenig getragene Ravaliergarderobe Möbelfpeicher. Neue und gebrauchte Don Millionären, Aerzten, Anwälten. Möbel. Teilzahlung ohne Aufschlag Fabelhaft billige Breise. Empfehle Lükomstraße 95. Geöffnet bis 7. Taillenmäntel, Baletots, Frads, Smo- Wenn Sie Wert auf gute und billige tings, Gehrodanzüge, Sofen. Sport Möbel legen, Lommen Sie zu uns: Gebpelze. Gelegenheitsfäufe in neuer Schlafzimmer Fortuna", goldbirte ge Garderobe. Beitefter Weg lohnend. thaler Blag. Lothringerstrake 56, 1 Treppe, Rosen- flammt, Schrank airta 2 Meter, mit Fafsonglas, echtem Marmor, prima Drellauflagen, Stühle mit Seidenpolster, Monatsanzüge von Ravalieren, Geh. nur 1450 Mart. Berliner Möbelhaus, rodanzüge, Fradanzilge( auch leihweise), Mori Sirfchowik, Güdoften, Stalther neue Jadettanage, Winterpaletots per ftraße 25, Hochbahn Rottbuser For. tauft fpottbillig Alexanderstraße 28a, Weihnachtsangebote, Klubtische 25, hochparterre. . Nähtische 35, Klavierfeffel 15, Bücher ftänder 18, Krippen 12, Dielengarni Wenig getragene, auch neue Winter- turen, Korbmöbel, Etageren, Noten paletots, Taillenmäntel, Rodpaletots, Ständer, Notenbänke, Bücherschränke, Winterulfter, Smokinganalige, Jackett Bertilos 35, Bettstellen 38. Wer Ma analine, Gehrodanzige, radangilae ver Mahagoni hagoni Ankleideschränke, tauft fpottbillia, Burfgenanzülae, Bur- englische Bettstellen, Nachttische, Wasch ichenpaletots, Bauchpaletots, Salpern, fommoden, aud) Gatin, findet alles Rofenthalerstraße 4, erfte Etage. 24/18 billig im Möbelhaus Kamerling, Ka Teilzahlung. Bequeme An- und Ab- stanienallee. 56. 35 Nähe Banrifcherplas. aahlung. Herren- und Damengarde Reellen Kredit gewähren wir Ihnen robe. Mar Friedeberg. Billowstraße 24, bei Anschaffung gut gearbeiteter Speise am Sochbahnhof. zimmer, Serrenzimmer, Schlafzimmer, Gelegenheitstauf. Moderne Belajaden Rüchen, Einzelmöbel in Nußbaum, Eiche, herrliche Robelaidel- Belajaden Mahagoni, Teppiche, Portieren, Decken, 95.- Neramurmeljaden 125,-, Bela Gardinen. Läuferstoffe, Dekorationen, mäntel 155.-, Opossumfelle 3.- Bela äßige Breife! Günstigste Teilzahlung. garnituren 15.- Herrenkragen 18.-, Moabiter Kreditbaus, Turmstraße 81, prachtvolle Wolfsalegen 10.-, Bela- eine Treppe. reparaturen schnell, qut, billig. Kleine Volsterkeller. 5 Prozent Weihnachts. Teilzahlungen. Badenfchestraße 10 II, ermäßiguna. Riefenlager bildschöner, unübertreffbarer Chaifelongues, Raften Ulster, Anzüge, Riefenauswahl, wirl- ruhebetten, Auflegematragen, Sofas, lich billige Breife. Rodpaletot 50.-, neuefte Spiralmatragen, Krautstraße 2, Modeanzug 35.- Sportanzüge 28.50. Gabriel- Mag- Straße 4. Bindel, Invalidenstraße 20( Stettiner Serrenzimmer, Leichte Teilzahlung, Bahnhof Speifezimmer, Schlafzimmer, Stitchen, Weihnachtsangebot auf Kredit! Riefer Antleibefchränke, Tifche, Flurgarderoben, angebot modernster Damen garderoben, Sofas, Umbauten, Bettstellen, Klein. Kleine Serrengarderoben hemben, Gardinen, Steppbeden, Strid. ahlung. Möbel- Grok. Groke frant meften, Mäsche AU Ladenpreifen, furter Straße 141, Raftanienalee 108. Kleinfte Ratenzahlungen. Bel Bar zahlung ausnahmsweise 15 Prozent Rabatt. Kredithaus Lühow, Lugom Straße 86 I, nahe Potsdamerftcake. DIE WEIHNACHTSFREUDE DER BERLINER obroben aller Art, fomie Ober- möbel. Große Auswahl. Ricine Saten VOLKSTÜMLICHE PREISE DIE SCHAU DER 10000! Komische 81A Oper Dir.: James Klein 8 GrößteRevue der Welt Von ADIS Z bis Parkett 6.- M. Preise 2. bis 12- M. ( Logen 15.-M.) Vorverkauf ununterbr. geöffnet Reichshallen- Theater Allabendl. 8 Uhr Sonntag nachm. 3 Ubr Steffiner Sänger Weihnachts- Programm! An allen 3 Feiertagen Nachmittags- Vorst. zu halb. Preisen mit vollem Abend- Programm Donhoff- Brett'l Das gr. WeihnachtsHumor/ Tanz/ Stimmung/ Popul. Preise Varieté- Programm! Th. a. Hollendorfpi. Rose- Theater Geschlossen! 6 Uhr: Mittwoch Premiere Der Froschkönig u. Die offizielle Frau Operette von d. eiserne Heinrich Deutsches BERLINER SCHAU G. M. B. H. Neues Theater am Zoo Der Massen- Einkauf Weihnachts- Spielplan: An allen nachm, u. nachts 3 Feiertagen: 24: Abds. 28 Guido Thielscher in Abschieds- Gastspiel d. berühmt. Neger- RevueTruppe Chocolate Kiddies Orchester: Sam Wooding . Musikinstrumente Ein Viano kaufen Sie äußerst preis mert und folib bei bequemer Zahlungs Bettenverkauf! Neue Betten 17.50! 22.501 27.50! Brachtvolle 80.- 37.501 meife in der Fabrikniederlage der größ ten Blanofabrit Europas. Bisher wurden 42.- 1 Einzelftilde! Reine Lombard über 145 000 Instrumente verkauft. Cin mare. Bettwäsche! Gardinen! Jul. arcker Beweis der Beliebtheit ber Rim decen! Belamaren! foottbillig. Leih mermann- Instrumente. Potsdamerstr. 27. baus. Brunnenstraße 47. Bianes preismert. Alaptermacher Senfationeller Riefen- Weihnachtsver Lint. Brunnenstraße 35. Zauf! Staunenerregend! Belamäntel 150. Belajaden 65.- 1 Silbermölfe Steinmeyerpiano( Mitgelton), Sar breißig! Rreusfühle fünfzehn! Monats monium 150,- Salonflügel, Rahlungs. garderobe! Brachtteppiche 24,-! Feber. erleichterung ohne 8insberechnung, ver betten Stand 38.- 1 Steppbeden! fauft billigft Steinmener- Bianofabrit, Dimandeden! Gardinenlager!( Reine Oranienftraße 166, III Steinmeyerflügel, Harmonium 150, Rahlungs, ( Flügelton), ( Norbring). erleichterung ohne Rinsberechnung, per süß, 14%, m. Steuer fauft billigft Steinmener- Pianofabrit, Gardinen. Feitangebote: Rünstler Oranienstraße 166, III. Heldelbeer- u. Apfelwein Ltr. M. 0.87 gardine Englischtün Etamine 2,95, 5,25. Fruchtwein, Portweintyp 0.96 Madrasgardine echtfarbig 3.95, 8.23. Johannisbeerwein gestattet mir folgendes billiges Angebot 100 000 Liter Fruchtweine 90 1.02 Stachelbeer- u. Kirschwein " " 99 75000 Liter Südweine Berfanware.) Teilzahlung. Brandleih Berkaufshaus, Schönhauser Allee 115 Ronzertpiano Pianos, Flügel, Qualitätsware, mehrRiefenlager, äußerst Salbſtores Etamine Englischtül 1,95, fad prämiiert. Ge. 1.98 4.95. Bettdecken Englischtig 3,95, 7.75. preiswert, Rahlungserleichterung. Gardinen 0,35; Doppelbreite 0,78. Di brüder Zimmermann, Botsdamerstr. 27.* wandeden 9,75 aufwärts. Tischdecken, Bianos, Qualitätsware aus eigener Steppdecken, Linoleum, Meffingstangen, Fabrit, Flügel, Harmoniums, große enorm billig. Rein Raben. Erfparte Auswahl in ieber Breislage. Rahlungs. Ltr. M. 1.50 Badenmiete The Borteil. Gardinen erleichterung. Mar Adam, Inhaber 1.74 verfand Weinbergsweg 7. Otto Woltersdorf. Münaftraße 16. nahe Damenmäntel. Billiger Weihnachts- leranderplan. perkauf. Aliffat u. Ca., Mäntelfabrik, ftrake, 2. Sof, Fabrikgebäude. unverschnitten, mit Steuer Tarragona süß 17% Malaga 16% Samos( Krankenwein) Douro Portwein 20% 2.07 2.70 99 ( Parkett... 1-2. König d. Jazzband. 35000 FL. Rot- u.Weißweine Brunnenstraße 181, nahe Invaliden- und gebraucht. Große Auswahl. Ga. Der wahre Jakob 3-4 Preise 45 Orchester- Faut. 5 Mk. Mitwirk. 6 Tage! Vorverkauf täglich vorm. 10%-1% Serie 1 mit Steuer nur M. 0.90 2 1.32 1.80 2.36 9 Klaviere, erftklassige Ausführung. Neu rantiefchein. Bianohaus, Königgräger Getragene Serrengarderobe, tabellos strake 81. Sahlungserleichterungen. erhalten, Gelegenheitsfäufe in Belz- Weihnachtsvertant. Frenophon, ber waren, aroße Auswahl, billige Breife. neue, erprobte Sprechapparat, bireft ab Reine Lombardware. Leibhaus Spiegel, Fabrit ohne feden 8wischenhandel bei Chauffeeftraße cana geringer Anzahlung und lleinsten Tiſchapparate von 25 Mart Wenig getragene, teils auf Geide ge- Raten. Ltr. M. 2.95 arbeitete, erstklaffige Jadettanzüge, Frad an. Jeder Apparat trägt unfere Wabril. 4.45 analige, Emotinganaüge, Gehrodanzilge, marte, dreijährige Garantie. Ein Blat 20 Stilde, 25 Mark. 5.20 Cutawans, Winterpaletots, außerdem tenfortiment, Sport Palast Erstklassige Spirituosen fe ftraße 7. Sport- Palast Europas größte Malion- Biobahn Geöffnet von 10 U. morgens bis 12 Uhr abends Eintritt inkl. Eislauf M. 1 9 Uhr Kunstlaufen 10.30 Uhr Eisballett WINT INTE 12 BRIEN la Aquavit, 35% la Jam.- Rum- Versch. ca.45% la Jam.- Rum- Vers( Teerum) ca 55% Die bek. Süßkind- Liköre ca. 38% Kostproben gratis Ausschank direkt vom 99 99 4.45 bochelegante neue Garderobe zu staunend Jeder Käufer erhält ein Weihnachts billigen Breifen. Gelegenheitstäufe in gefchent im Werte von 10 Mart. Aus. Sportpelaen, Gehrelsen, Belamänteln, ftellungsräume nur in der Fabrit Freier Belaiacten, Füchsen aller Art auffallend u. Co., Liefenftraße 3, Ede Chauffecbillig im Leibhaus Lowidi, Brinzen- ftrake, Sof parterre. Faße 105, eine Treppe. Likör- Fabrik u. Weingroßhandlung Eduard Süsskind Hauptgeschäft: Brunnenstr. 42-43 Sarmonium mit eingebautem Spiel Berleih hocheleganter Gefellschafts- apparat, auch ohne Notentenntnisse Anzüge. Ronzertpiano Leihhaus Lowidi, Prinzen- pielbar, ( Milgelton), ftraße 105. Salonflügel ab Fabrik, Rahlungserleich. Wenig getragene hochfeine Anallae, billigft Oranienstraße 166 III. terung ohne Breisaufschlag, verkauft Baletots, Fradanzüge, Smokinganzüge, Sochelegante neue Garderobe eigener 2,25 Mart zahlen Gie wöchentlich für Anfertigung, befte Makstoffe, feinster unfere erfttlaffiae Sprechmaschine mit Makerfak. Sportpelae, Gehpelze. Baube, echt Eiche, Refonanatonführung, Brachtexemplare, Gealmäntel, Jaden, prima Laufwerk, folidefte Ausführung. Klang, unübertroffene Verkaufsstellen meiner Fabrikate: Füchse aller Art auffehenerregend billig. wundervoller Reine Lombardware. Leihhaus Lemto- Preiswürdigkeit, altbewährtes MarkenGrößte Blattenauswahl. Mufithaus Wilsnacker Etage. Wenig getragene Analge, Winter- Hohenzollerntorso 1( Ede Belle- Alliance Steglitz: Schloßstr. 121 Strake). paletots, Gefellichaftsanaige, torpulente Fiauren, ftaunend billig. Naß, früher Neukölln: Berliner Str. 13 Muladstraße: jekt nur Gormannstraße Berlin 0: Koppenstr. 87 25/26 und Mariannenstraße 26. Theat. d. Westens Robeer Winterberg Kunstl.- Theater Ein Weihnachts- Programmabit: Waker Str. 25, Ecke Birkenstr, boite, erthe Crone. Firma auten. Brunnenstraße Nur Border- fabrikat, bei angemessener Anzahlung. Das große Operettenhaus Tägl. 8 Uhr: Spiel Das die Liebe Operette von Gilbert Sitze schon ab 1 Mark Musik v.W. Bromme 8 U. Theater i. d. Herrnfeld im Intimen Theat. Lützowst.112 An allen drei Weihnachtstagen: Barnowsky- Bühnen Königgrätz.Str. 8 Uhr: Die neuen Herren 25,26,27.nchm.3 Kleine Preise Wie es euch gefällt. Die Tribune 8 Uhr: 1. Abend Zurück zu Methusalem Bülowstr. 6 Tiglich& Verlorene Mädchen Mittwoch 7, Uhr Y Stall Levy mit Weihnachtsglocken 1925 Turfkomödie Nachm. 4 Uhr: Zum 1. Male: Die tote Tante 25..26.21.nchm.34 v. Anton Herrnfeld Knecht Rupprecht Zurück zu Methusalem 8 Uhr: SCALA Circus Busch Täglich 7, Ubr Internat. Der große exot. Tierzug Varietés Debr.- Progr. An allen 3 Feiertagen 2 Vorstellungen 3.30 zu ermäßigten Preisen. Heiligabend geschlossen. Manege- Wasser- Schaustück Der Graf yon Monte Christo Morgen 3 Uhr Mittw. nchm zum 1. Male: 1. Teil. 18 Uhr: Diaghilew's russisches Ballett Th.a. Kurfürstendamm 8 Uhr Regen Th.a. Schiffbanerdamm 7% Uhr: Premiere: Der fröhliche Weinberg Lustspielhaus Heute geschlossen! Wallner- Theater 8 Uhr: Kolportage Homödienhaus Casino Theater 8 Uhr Kopf oder Schrift Mittwoch 7, Uhr: Zum 1 Male: Der dreizehnte Stubl 25,26,27 chm 3 Kleine Preise Täglich 8 Uhr: Die tolle Posse Der Meisterboxer Der Gipfel des Humors! u. das neue Progr. Kopf oder Schrift. Inferieren Klein- Gottholds Walhalla- Theater Weihnachtsfahrt zu Robins. Crusoe trotz halb. Pr. noch 1 Kind fr. Benutz, Sie d. Vorverk.f.d.Festvorst Weinbergsweg am Rosenth. Tor An allen drei Feiertagen abends 8 U: Die Koblanks Nachm. 4 Uhr: Schneewittchen bringt ERFOLG. a für Groß und Klein! Ha Rauchen gestattet Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 16077 Tägi, 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( zu halben Preisen); Weihnachts- Spielplan! An allen 3 Feiertagen Nachmittags- Vorstellung zu halben Preisen mit vollem Abend- Programm Adolf Hoffmann Achtung! Heute Eröffnung Berlin SO: Grünaner Str. 15 Berlin N: Mollerstr. 144 Verkäufe Kaufgesuche Seilzahlung. Gardinen, Stores, Bett Rahngebiffe, Gilberfachen. Sinn, Blet, beden, Steppbeden. Dimandeden, Tep. Quedfilber, Goldschmelze Christionat, piche und Möbel jeder Art, geringe An Köpenickerstraße 39( Adalbertstraße). zahlung, bequeme Abzahlung. Möbel. haus Buifenstadt, Röpenider Str. 77/78 Ede Brückenstraße. Möbel Fahrräder fauft Linienstraße 19 Verschiedenes Gerberei. Neukölln, Brinz- Sandiern Batentmatragen, Auflegematragen, Me tallbetten, Chaiselongues. Walter, Star. traße 37/38. garderftraße achtzehnt. baut Gleifer, Alexanderplah. Aleranber Gediegene Möbel, mert ben Gah!-Vermietungen Episoden und Emil Salbarth 6. m. b. 5. Atiebrich: zake 42 Zwischenrufe aus der Parlaments- und Ministerzeit. Breis 1 Mart. Borto 5 Pfennig. Vorräfig in allen BorwärtsAusgabestellen. Gegr. 1891. tepp- u. Daunen- Decken am preiswertesten, beftes Fabritat Fabri Bernhard Strohmandel, Berlin Wallstr. 72( Untergrundbahn Jnijelbrüde), Filiale: Spittelmartt, Ede Seybelste, und Westen, Nitolsburger Platz 2, Ede Traufenauftr. Reparat. jed. Art. Illustr. Breiskatalog gratis. Ph. Brand& Co. 50 Wohnungen Tausche 3 Rimmer, Rüche gegen 1 oder 2 Rimmer, Küche. Friedrichstraße 54, Dorn IV. Arbeitsmarkt Stellengesuche Naumann- Rähmaschinen für Hausge brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re alle Snfteme G. S. Blüschlofas ftrake 55a. Merkur 6268. Kleiderfpinden, Wäschefpinden 35, Reikzeuge( Richter- Bräzision). Sicher Spiegelspind mit Spiegel 40 Rüchen Ausziehtische 25heits- Goldfüllfederhalter. Bureaubebarfs einrichtung 35.-. Schreibtisch 50, haus Lindner. Neukölln. Raifer Sellin, Gartenstraße 26. Friedrich- Straße 36/37. Bindhorst Möbeltischlerei, Brunnen. Teppich- Reschte verlauft fpottbillige ftraße 162, verfauft bireft an Brivate Teppiche. Brüden, Bettporlagen, Diman Möbel. Grokläger in Sveifeaimmern beden ufm. Teilzahlung gestattet. Serrenaimmern Schlafzimmern. Rüchen Reutöln. Raifer- friedrich- Straße 5. Qualitätsarbeit Einzelmöbeln. aller Teppiche, Dimandeden, Sifchbeaten. billiaft Befuch unbedinat Tohnenb Bettporleger, Läuferftoffe, prachtvolle Teilzahlung. Möbel feder Art. Ge fucht einen Auswahl, extra billige Gelegenheiten. ringe Anzabluna, bequeme Abzahlung. Fildier, Botsdamerstraße 109 Möbelhaus Luisenstadt. Röpenider ftraße 77/78, Ede Brüdenstraße. der neben befter allgemeiner ärztlicher Bor Bekleidungsstücke Wasche usw. Aus der Fülle unserer ftändigen Rauf- bildung gute Erfahrung in der Raffen gelegenheiten: Serrenzimmer Beltruf", bragis befigt und Interesse für sozial- hygie Bollwesten 6,50. Seidenfchals 1.25, reichgefchnikte Bibliothet, etwa 2,50 Menische Aufgaben hat. Seidentafats 8.50, Winterschlilpfer 2.25. ter breit, fchwerer Diplomat mit eng Die Besoldung erfolgt nach Gruppe XII Gärtlein. Invalidenftr. 152. lifchen Aussitaen, Lomplett mit Tisch R.BO Dienstjahre lönnen entl att Zeilzahlung, monatlich 20 Mart, lie- und Nindlederftühlen 610 Mart. Bet gerechnet werden. fevt elegante Herrengarderobe nach Mak liner Möbelhaus, Moris Sirfchowik. Bewerbungen mit Lebenslauf und Tomporowski, Schneidermeister, Drei- Sildoften, Stalikerstraße 25, Sochbahr sonstigen Nachweisen unter F. 22 an bie bundftraße 47, Nähe Belle- Alliance- Str. Rottbusier Tor. Sauptegpedition des Borwärts". 54/16 Weingroßhandlung gegr. 1896 Berlin SW 68, Lindenstraße 3( V) im Hause des Vorwärtsgebäudes. Dönhoff 1200-1201 Eine größere 1chlesische Krantentasse Vertrauensarzt empfehlen als besonders preiswert: Vino Santo, feiner spanischer Rotwein mit Burgunder Art M. 1,- die Flasche ohne Glas und ohne Steuer Preisliste zu Diensten Nr. 602 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Rationalisierung der Wirtschaft. Wie die Unternehmer sie auffassen. Der Reichsverband der deutschen Industrie hat Borschläge zur Verbesserung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland gemacht. An alle Kreise der Bevölkerung, Erzeuger und Verbraucher, Arbeiter und Unternehmer, an die Regierungen, die Parlamente und die Stadtverwaltungen. Der Zweck der Vorschläge wäre erfüllt, so sagt die Denkschrift, wenn sie die Unterlage für ein Wirtschaftsprogramm bilden fönnten, das von allen Kreifen gebilligt wird. Im kapitalistischen System muß man schon von vornherein Zweifel daran haben, ob Vorschläge überhaupt möglich find, die von allen Kreisen gebilligt werden können. Sollte es möglich sein, müßte wahrscheinlich das System vorher beseitigt sein. Wer Borschläge macht, tann sie nur als Interessent machen, der für jeine Interessen fämpft. Wenn der Reichsverband der Industrie Vorschläge macht, und gar in einer Zeit der Krise, wird man in die Eignung der Borschläge für ein allen Interessen dienendes Wirtschaftsprogramm berechtigte Zweifel sehen dürfen. Aber es könnte ja sein, daß der Reichsverband jeine eigenen Interessen dem Gesamtwohl zu opfern bereit wäre. Will er ein allgemeines Wirtschaftsprogramm, so wäre das ja die Borauslegung. Die Gerechtigkeit verlangt daher, daß man die Vorschläge und ihre Begründung prüft. Programmteil beschäftigen, der für die Gebiete der Gütererzeugung Wir wollen uns heute nur mit dem scheinbar positiven und Güterverteilung Borschläge zur Rationalisierung, Konzentration, zu den Kartellen und zum Handel macht. Der erste Teil des Programms muß nämlich aus Gründen der Gerechtigkeit, weil er ohne jede Gegenleistung nur Opfer von anderen verlangt, die einseitig die Bilanz der Unternehmer verbessern sollen, abgelehnt werden. Rationalisierung der Betriebe. M Dieser zweite, scheinbar positive Teil des Programms fieft sich allerdings ganz nett. Besonders in der Begründung, weniger noch im Programm felbst. Aber er liest sich nur zu nett. Er tönnte nämlich, statt in dem Wirtschaftsprogramm zur Lösung einer hoch fritischen Situation der Bolkswirtschaft, wo es um Tab und Leben geht, ebensogut in einem Lehrbuch für Handelshochschüler stehen. Unter Rationalisierung versteht der Reichsverband die ,, vermunftgemäße Anwendung aller technischen und organisatorischen Mittel, um die Ergiebigkeit der menschlichen Arbeit möglichst zu steigern. Das ist eine ganz hübsche Definition für gemütliche Friedenszeiten, nicht aber für heute. Heute muß die Rationalisierung der Betriebe einen ganz fontreten 3wed erfüllen. Die Begründung des Vorschlags weiß es auch schon etwas beffer. Da wird gesagt, daß jede Rationalisierung der Betriebe Geld fostet. Das Geld fehlt nämlich und hier liegt der Schwerpunkt. Wenn der Vorschlag ernst gemeint ist, muß auch die Möglichkeit der Geldbeschaffung nachgewiesen werden. Darüber aber schweigt die Denkschrift, bis auf jene Buntte, wo fie Steuerermäßigung und Ausnahmetarife, also Staatsopfer, Lohnfenfung und Berringerung der Soziallaften, also Arbeiteropfer verlangt. Gewiß, Rationalisierung der Betriebe ist notwendig. Noch notwendiger ist aber, daß man dem erforderlichen Auslandskapital in den eigenen Bilanzen auch den Blatz einräumt, den es für feine Zinsforderungen mit Recht beansprucht. Dieser Blag fann aber nur freigemacht werden, wenn man die eigenen Gewinnansprüche durch eine entsprechende Kapitalzusammenlegung herab. drückt. Gewiß soll die Industrie im Gesamtinteresse die Verzinjung ihres Kapitals fordern. Das Problem der Krise ist ja aber, daß die Rentabilität fehlt. Kann sie durch Rationalisierung geschaffen werden, so hat die Industrie die Kosten der RationaliRationalisierung vorschlagen, und fierung zu tragen. fordern, sich aber um die Aufzeigung der Wege zur Kapitalbeschaffung und vor allem um die eigenen Opfer zur Kapitalbeschaffung drücken, macht den Vorschlag und die Forderung wertlos. Daß es das ,, Bestreben aller an der Gütererzeugung Beteiligten sein muß,„ bie Erzeugung zu verbessern und zu verbilligen", daß jeder einzelne selbst danach streben soll, ein Maximum zu leisten, das sind in der heutigen Lage der deutschen Volkswirtschaft, wo das Brivattapital für die bisherigen Fehler der eigenen Birt fchaftsführung mit Substanzopfern einzustehen hätte, Worte und nichts als Worte. Schlimmer fogar; in einem Brogramm zur Lösung der Krise, das bas Wirtschaftsprogramm der Allgemeinheit werden soll, find fie eine Täuschung und Irreführung der Allgemeinheit. Konzentration der Industrie. Dasselbe gilt für die Vorschläge zur Förderung der Konzen tration in der Industrie. Es ist eine Banalität, daß jede Dienstag, 22. Dezember 1925 wenig beseitigen tönnen, wie sie die überhöhten Geminn ansprüche nicht befriedigen, die überhöhten Preise nicht auf die Dauer realisieren tönnen, die die Ursache des Auftragsmangels und der Unterbeschäftigung sind. Ein mißlungener Befähigungsnachweis. K- r. Um die Maschinenarbeit in der Glasindustrie. Ein Jahrzehnt vor dem Kriege machte eine Erfindung des Amerikaners Owens von fich reden, die eine Revolution in der Herstellung von Glasflaschen bedeutete. Nachdem die Erfindung vom Europäischen Flaschenverband geprüft und als einzige derzeit brauchbare Flaschenmaschine erkannt worden war, schloß diefes internationale Syndikat im Jahre 1907 mit dem Cr. die Bereinigten Staaten, Kanada, Merito, Japan und China) alle finder einen Vertrag, durch den dieser sich verpflichtete, dem Syndi fat für einen sehr großen Teil der Erde( ausgenommen waren mur So wie der Reichsverband der Industrie durch Rationalisierung Spezialisierung und Verbesserung der Produktion, jede Vereinfachung Borschläge sind aus jener engstirnigen Phrase von der Not der der Wirtschaft die Krise lösen mill, läßt sie sich nicht lösen. Seine der Abfazwerbung, soweit sie durch betriebliche Konzentration ge- Wirtschaft" geboren, die das Fehlen einer willkürlich hoch schehen kann, gefördert werden soll. Diese Art der Konzentration besorgt der Konkurrenzfampf des fapitalistischen Systems Krankheiten der Volkswirtschaft halten muß. Benn der gewünschten Dividende immer für die Wurzel aller von selbst. Die heutige Krise führt dazu in sehr verschärftem Maße. Reichsverband der Industrie mit seinem Rationalisierungsprogramm Das Konzentrationsproblem der heutigen Krife besteht ja geradezu den Befähigungsnachweis zur Führung in der heutigen Krise er darin, daß die Konzentration in unrationeller Weise bringen wollte, so ist ihm dieser Nachweis mißlungen. Die Er überspannt wird. Schon jede Konzentration, die in gefahrungen schrecken. So wird auch die deutsche Deffentlichkeit gut wöhnlichen Krisennöten aufgezwungen wird, foftet schwere Opfer. daran tun, die Rationalisierungsvorschläge des Reichsverbandes als Die heutige Konzentration aber tostet doppelt schwere und dazu vielfach höchst unrationelle Opfer. In den meisten Fällen ist fie nämlich das zu nehmen, was fie find: einseitige Intereffenten. die einfache Rehrseite jener fehlerhaften Wirtschaftsführung, die seit einmal dem Dauerinteresse des Privatfapitals, geschweige der Gewünsche, aus der persönlichen Not des Tages geboren, die nicht 2 Jahren in Deutschland im Schwange war. Die massenhaften zu samtheit dienen können. fammenbrüche und Stillegungen, die schon erfolgt sind und noch erfolgen werden und finanzielle, die die Möglichkeit zur industriellen Konzentration erst abgeben, find nämlich sehr vielfach gar nicht die Folge mangelnder Nachfrage, sondern troz vorhandener Aufträge die Folge der Unfähigkeit, die erforderlichen 2öhne zu zahlen. Die Unfähigkeit zur Lohnzahlung aber ist die Folge jenes riesenhaften Stügungsfumpfes, den die Industriellen untereinander mit Hilfe des Staates und der Banten durch Verschleppung der Zahlungen und durch eine ausgesprochene viel weniger um die Förderung der Konzentration überhaupt, Wechselinflation angerichtet haben. Die Frage geht heute sondern um die Schaffung der Borauslegungen zu einer ratio. nellen Konzentration. Diese Voraussetzungen aber find noch lange nicht geschaffen oder angeregt, wenn der Reichsverband platenisch unverbindlich das Ziel aufstellt, den in der Gegenwart notwendig gewordenen Einsprumpfungsprozeß in organische Bahnen zu lenten". Hier ist Pfeifen, nicht Mundspizen nötig. Die Ursachen des Stüzungsfumpfes müssen heute beseitigt werden; alle Kongen trationen aber, die erfolgen, weil dieser Sumpf sich weiter frißt, verändern mur die Symptome, beseitigen aber nicht die Krantbeit selbst. Diese Ursachen aber find die über die beim heutigen Abjag möglichen Gewinnmöglichteiten hinausgesteigerten Gewinnansprüche, die infolgedessen überhöhten Preise, der mur wegen diefer Ueberpreise zu tnappe Inlands- und Auslandsmarkt, mit der Folge, daß die Betriebsmittel immer gerin= ger, die Beschäftigung immer fleiner, die Aussichten für die Rentabilität immer schlechter merden. Wie hier gebessert werden tann, hätte der Reichsverband fagen müssen, wenn seine Borschläge ein allgemeines Wirtschaftsprogramm werden sollen. Darüber aber hat er wohlweislich geschwiegen. Denn die Kosten hätten seine Mitglieder zu bezahlen. Die Kartelle. echte abzutreten, die er besaß oder erlangen würde ,, in be. zug auf die schon gemachten Erfindungen oder in Zukunft zu machenden Erfindungen, die ihrem Gegenstand nach mit dem, was Gegenstand der erwähnten Batente ist, in Zusammenhang stehen, also auf die Herstellung von Glaswaren und derselben dienende Maschinen, Defen, Apparate und Formen sich beziehen". Der Europäische Flaschenverband bezahlte dafür 12 Millionen Mart Die erste Flaschenmaschine auf dem europäischen Festland wurde 1908 im Betrieb der Gerresheimer Glashüttenwerfe in Düsseldorf aufgestellt. Ende 1913 maren im Bereich des Flaschen. verbandes bereits mehr als 20 dieser Maschinen im Betrieb mit einer Jahresleistung von 150 Millionen Stück. Zweitausend Arbeiter maren dadurch überzählig" gemorden. Der Krieg hat den Europäischen Flaschenverband zeitweilig ge. löst. Inzwischen schritt die Technik in den Vereinigten Staaten, von denen die wichtigsten europäischen Glasproduktonsländer viele Jahre getrennt waren, auch in der Glasindustrie fort. Ein zweiter Erfinder, ein Amerikaner namens Libbey, trug zu diesen Fortschritten wesentlich bei. Die Interessen der beiden Erfinder wurden im amerikanischen Owens- Konzern zusammengefaßt. Nach dem Kriege erwarb von diesem die Schottsche Glashütte in Jena gewiffe Rechte, die ihr die Inbetriebnahme von Maschinen zur Herstellung Don Glasröhren ermöglichten. Stimmes, der sich für die Neuerungen dieser Industrie interessierte, fam etwas zu spät, um für Deutich land ein Monopol erhalten zu tönnen. Er errichtete troßdem aufin Grund seiner in Amerika erworbenen Rechte an den erwähnten Er. findungen im Jahre 1924 in Essen die Aktiengesellschaft Glas. fätzen eingerichtete Fabrit für Röhrenglas. Aber sein Versuch, diesen werte Ruhr und schuf damit eine nach ganz modernen Grund3meig der deutschen Glasindustrie durch organisatorische Maßnahmen und unter dem Druck seiner damals noch nicht verblichenen Macht zu monopolisieren, mißlang. Nach dem Stinnes- Krach sollten die Glaswerte Ruhr verkauft werden. Verhandlungen darüber mit den Gerresheimer Glashüttenwerfen haben sich zerschlagen. Die Vera nicht abgeschlossen, soweit die spärlichen Nachrichten über die Liquidation des Stinnes- Banterottes erkennen lassen. Das Bitterfte in dem pofitiven Teil des Programms aber ist, was der Reichsverband der Industrie zu den Kartellen sagt. Beffer gesagt, es ist das jämmerliche Eingeständnis feiner absoluten Gebundenheit an die Lagesinteressen feiner Mitglieder; der Beweis dafür, daß es sich nur um demagogische Rabulistit handeln ihre Brust schlagen. Befunde und verantwortliche Kartelltätigkeit", fann, wenn Industriellenverbände im Namen der Allgemeinheit an das ist die Bedingung, unter der der Reichsverband Kartelle für unentbehrlich hält. Darunter versteht er eine Tätigkeit der Kartelle, die für Ordnung in Erzeugung und Absak" sorgt und die Produktivität fördert. Meint der Reichsverband mit Produktivi tät eine Rentabilität des Unternehmerfapitals, die nur billigst möglichen Preisen erzielt wird? Bersteht er unter Kar handlungen mit der Osram Gesellschaft in Berlin find nach " mit tellen mit gesunder und verantwortlicher Tätigkeit nur die 300 Kartelle, die der Konkurrenzfampf der Friedenszeit ermöglicht hat, oder auch jene 2500 Kartelle, die im Gefolge der hohen Konjunktur des Krieges und der Inflation, vielfach nur als Instrument zur Aus balancierung der Geldentwertung in den Preisen, erzeugt hat? Wenn er es meint, hat er es zu sagen. Nicht aber hat er fich grundsäglich gegen die Auflösung von Kartellen auszusprechen, wie er es tut. Er darf auch nicht wiederum platonisch- unverbindlich aussprechen, daß die Preispolitit der Kartelle fich nicht nach den Kosten leistungsschmacher Mitglieder richten dürfe. Ein Kartell hat für seine Mitglieder mir Sinn, wenn die Gestehungskosten der Leistungsschwächsten die Kartell preise bestimmen. Sind diese Preise aber nicht mehr zu erzielen, bann sprengen die Leistungsstarken das Kartell, die die Aufträge auch billiger hereinholen können. Heute aber ist selbst den Leistungs. start sten in Deutschland fein Kartellpreis hoch genug, um auf eine ausreichende Rentabilität zu tommen. Aber nicht wegen der Kartelle, sondern troß der Kartelle, die den Mangel an Aufträgen, die Unterbeschäftigung der Industrie ebenso # Die beabsichtigte Monopolisierung der maschinenmäßigen Glasherstellung durch den Europäischen Flaschenverband ist auf diese Weise miß glüdt. Inzwischen hat eine belgische Tochterfirma bes amerikanischen Owens- Konzerns fürzlich die Einrichtung einer beut. ſchen Libben- Owens- Gesellschaft für maschinelle Glasherstellung in Angriff genommen. Das Wert soll in Verbindung mit der im Befig belgischer Kapitalisten befindlichen Zeche Dahlbusch bei Gelientirchen erstehen und Flachglas herstellen. Diese Gründung hat den als erstes internationales Syndikat neuerrichteten Europäischen Berband der Flaschenfabriken veranlaßt, sich um seine Rechte aus dem Bertrag von 1907 zu bemühen, indem er bei dem zuständigen amerikanischen Gericht Klage erheben ließ gegen den OwensKonzern und die Erben der Herren Owens und Libben wegen Ber legung von Bertragsrechten. Man fann auf den Ausgang diefes Prozesses gespannt sein, der unter Umständen eine vollständige Um schichtung in der maschinellen Glasherstellung in Europa herbeizu führen wird. LetzUNSERE STRUMPFABTEILUNG bietet Ihnen zum Salamander- Schuh den passenden Strumpf In reicher Auswahl zu günstigen Preisen. SALAMANDER- SCHUHPFLEGEMITTEL machen das Leder geschmeidig und erhalten dem Salamander- Schuh Glanz und Schönheit. SALAMANDER MARKE WANDER atbuod est spolis@ Arbeiterwort Betriebssportvereine. Neben Staat und Kommunen erscheinen neuerdings auch die großen Betriebe als Förderer der Leibesübungen. Industriewerke legen Sportpläge an, richten Sportabteilungen ein und stellen eine gutbezahlte Straft an, die die Leitung des gesamten Sportbetriebes in die Hand nehmen soll. Borstand ein Antrag auf Erhebung eines Ertabeitrages von 100 Kronen pro Mitglied zur Schaffung eines Bundeshauses überwiesen. Sie find einander wert! Unser Bericht vom Rathenower reistag hat es der Roten Fahne" angetan. Sie ist böse darüber, daß wir den Berg Fichte Refolutionen und Anträge, mit denen der Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen." Gewiß werden in der Auflösung begriffene Streistag zugedeckt wurde, nicht bet viele darin eine Großzügigkeit und Weitherzigkeit der Unternehmer öffentlicht baben, sondern fritisch dazu Stellung nabmen. Ber erblicken. Große Betriebe( dazu zählen auch Warenhäuser, die Arbeit und die Taftit der Kommunisten in der Sportbewegung Bureaus) find bis zu einem gewiffen Grade geeignet, eine Pflege- tennt und richtig einschägt, wird uns recht geben, wenn wir die stätte der Leibesübungen zu werden. Je nach der Art Anträge als fommunistische Bellenarbeit, im Auf. oder Entspannungsgymnastit eingefeßt werden und zwar inner. Das Bolichemisten organ unterschlägt seinen Lesern aber auch im holb der Arbeitszeit. Wenn man an die oft recht dumpfen, zweiten Artifel über den Kreistag die finanziellen Recke 8, nterarmbbahnhof Ritenberger Biak. Beginn 7 Uhr. Cinlok 6 Ubr. Abendtaffe findet nicht flatt. Rarten find vorher au entnehmen. Touristenverein Die Naturfrennbe"( Rentrale Wien), Ortsgruppe Berlin, e. B. Abt. Bedding: Dienstag, 22. Diezember, 18 Uhr, im Heim Lütticher Straße 48, gemeinsame Beihnachtsfeier mit der Kindergruppe. Gäste milltommen. Abt. Friebenaus Dienstag, 22. Dezember, im Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Belpredung der Weihnachts und Silvesterfahrt. Sigung bes Geschäftsführenden Ausschuffes des Kartellverbandes Mittwoch, 30. Dezember, 7 Uhr, Biologiezimmer, Schule Steinstr. 31-34. 23. Achtung! Märtifde Weihnachtsfahrt am 25. Dezember auf Stiern burch den Fläming. Treffpunkt 18 Uhr morgens Anhalter Bahnhof. Fahrpreis 4,50 9, Athletik- Sport- Club, e. B., Berlin. Sodenabteilung: Dienstag, 22. Dezem ber, 8 Uhr, Sodenfituna bei Nitschke, Bittoria- Garten, Treptow. Borher 811fammenüben der an den Aufführungen der Sodenabteilung aur Weihnachtsfeier beteiligten Sportaenoffen. Schläger und Turnschuhe nicht vergessen! Bogen Eberswalbe- Berlin. Der SC. Siegfried 09 wartet am 2. Weihnachtsfeiertag, 7 Uhr, im Moabiter Gefellschaftshaus, Wiclefftr. 24, mit einem ganz Borallaliden Sportprogramm auf. Im Bozen steht ein Städtebampf Eberswalde aegen Berlin auf dem Brogramm. Außerdem Ringen um die Kreismeisterschaft und Briftunasheben. Eintritt 1 9. 66. Sparta 1911, Lichtenberg. Weihnachtsfeier am 2. Weihnachtsfeiertag im Bereinslotal Quade, Lichtenberg, Lüdstr. 71. Berliner Schwimmverein Freiheit 1907, e. B. Weihnachtsfeier für die Rinderabteilung Dienstag, 22. Dezember, 7 Uhr, Schulaula Rastanienallee 82. Eltern der Rinder unferes Vereins sowie Gäste eingeladen. der Beschäftigung müßten Ausgleichs und rhythmische Uebungen trage ber Barteizentrale ausgeführt, bezeichnen. Parteinachrichten Kehrt die Vergangenheit wieder? wenig hygienischen Arbeitsfäle, von den geradezu gesundheitsschäder fehlungen der Fite Mitglieder Mertner und lichen Glasbläsereien, chemischen Fabrifen und Bergwerfen abge och anläßlich des Kreisfeftes Spandau 1924. Wer fich mit sehen, in den Fabriten, Kaufhäusern, Bureaus denkt, muß ohne solchen Beuten identifiziert, ist nicht besser als sie selber. weiteres zugegeben werden, daß eine solche Unterbrechung im Einer. lei ber Betriebe sehr angenehm sein fann. Der verhängnisvolle fonfervative Gedante, gesteigertes Rontrollsystem, verlängerte Ar- Das Reichswehrministerium hat auf Grund der§§ 36 und 37 beitszeit, niedrige Löhne, bedeutet teinesfalls eine Erdes Wehrgejeges neben einigen fich zum Rechtsradikalismus be höhung der Produktion, ja noch nicht einmal in jedem fennenden Berbänden und den republikanischen Organisationen auch Salle Steigerung der Profitrate. In Amerita hat man den Wert die 3entraltommiffion für Arbeitersport und der Leibesübungen während der Arbeit längst ertannt. Die Arbeit Rörperpflege" und somit alle zur 3R. gehörenden Berbände, wird dort mit Leichtigkeit und einem gewissen Frohsinn verrichtet. also auch den Arbeiter- Turn- und Sportbund, als politisch Go mißmutige, verbitterte Gesichter, wie man fie aus begreif- erklärt und alle der Reichswehr gehörenden Gebäude und Pläge lichen Gründen in unseren Arbeitsstätten oft genug sieht, be- den Vereinen entzogen. Besonders hart wirft sich diese Maßnahme ggenen dem Besucher dort taum. für den Gau Sachsen des Touristenvereins Naturfreunde" Würde die Pflege der Leibesübungen in der eben gefenn- aus, der auf der ehemaligen Festung Königstein vier ehemalige zeichneten Weise von unseren Industriellen durchgeführt, so tönnte Pulverhäuser mit großen Kosten zu Unterkunfts- und Ferienhausern das von der Arbeitnehmerschaft( gemeint sind nicht nur Arbeiter, eingerichtet hat. Diese zu nichts anderem brauchbaren Gebäude fondern auch Angestellte, Beamte in Kaufhäusern, Bureaus) nur bemüssen Ende dieses Jahres geräumt werden, nur weil der Verein als grüßt werden. Aber wie ist es? Die von den Betrieben unter erheblichen Roften angelegten Sportplätze stehen den Arbeitenden nur nach der Arbeitszeit zur Verfügung, allerdings unentgeltlich cber gegen einen geringen Beitrag. Abgesehen von den wenigen Arbeitern, die in der Nähe der Fabrit wohnen und daher den Betriebssportplag oder Sportraum leicht erreichen können, tommt für die meisten diese Annehmlichkeit gar nicht in Betracht, ihrer entTegenen Wohnung wegen. Für Sie liegt die Uebungsstätte der schon in großer Bahl bestehenden Turn. und Sportvereine weit bequemer. Es wäre doch daher viel richtiger, wenn die Industriellen die Gelder den bestehenden Verbänden zukommen ließen. In Frage fämen allerdings hauptsächlich die Arbeiter- Turn- und Sportvereine, meil sie ja die meisten Arbeltermitglieder haben. So wie es ist, darf man es den Arbeitnehmern, insbesondere den Arbeitersportlern nicht verdenken, wenn sie den Bertsportvereinen recht mißtrauisch gegenüberstehen. Sehen sie doch in den Betriebssportvereinen fich elmas gans anderes ausmirten als rein fachliches Interesse on den Leibesübungen. Der bentende, politis und gewer? fhaftlich organi fierte Arbeiter, Beamte und Angestellte meiß, wohin er gehört, wenn er Belbesübungen treiben mill Er wird die Intereffen feiner Klaffe nicht opfern, um dafür geringe Bergünstigungen einzutauschen. Darum, falange die Betriebssportvereine nicht in dem angedeuteten Cinne aufgezogen werden, gibt es nur eine Parole: Hinein in tie Arbeiter- Turn- und Sportverbände! Alfons Schoene Wintersport! Besucht die Ferienheime im Winter! politisch angesehen wird. Bei solcher Bestimmung des Begriffes politisch" wird man vielleicht auch noch dazu fommen, die Säug linge als politische Besen zu bezeichnen, weil sie Nahrung brauchen und die Versorgung des Boltes mit Nahrungsmitteln nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Angelegenheit fein tann. Diese Art, mit Arbeitersportvereinen umzuspringen, ist einfach ein Standal. Sie macht dem Regime des Demokraten Geßler alle Ghre. Weffurnen im 4. Bezirk. Geräteturner, um im friedlichen Wettkampf für die Sache des Am letzten Sonntag trafen sich in Schöneberg ein Teil der besten unft turnens zu werben. Es wurden folgenbe Resultate erzielt: Mannschaftskampf: 1. FTGB. Norden 2 mit 283 Buntten, 2. Fichte 9 mit 278,5 B., 8. Fichte 9( 1. Jugend) mit 269 B., 4. Fichte 10 mit 265.. 5. ( 3. Sugend) mit 249 B., 6. Fichte 2( 1. Jugend) mit 248,5 B., 7. Treuenbrieken ( ugend) mit 246.5 B., 8. Richte 9( 2. Sugend) mit 238 B., 9. Sellom mit 229 5 B., 10. Schöneberg( Jugenb) mit 127 D. Einzelwetturnen, Männer: 1. Baul Schmidt( Fichte 9) mit 105,5 Buntten, 2, Blent( Fichte 2) mit 103.. 2. Rekler( Fichte 3) mit 103 B., 3. Goldbach( Fichte 9) mit 101,5 B., 4. Bohl mann( Fichte 3) mit 100 B., 5. Kapito( fiche 9) mit 97,5 B., 6. B. Senne bera( Wilmersdorf) mit 96 B., 7. E. Senneberg( Wilmersdorf) mit 955 B., 8. Nebler( Wilmersdorf) mit 91,5 B., 9. Dick( Fichte 4) mit 91 B., 10. Schilling ( GBorben) mit 90 B., 11. Seifert( Fichte 9) mit 86 B., 12. Faufmann ( Fichte) mit 73 B., 15. Fabilo( Schönebera) mit 63,5 B. ( Treuenbrieken) mit 82 B., 18. Söhe( Wilmersdorf) mit 81.5 B.. 14. Rörnige Fußbalreiultate vom 20. Dezember. Der Frost, der in der Nacht zum Sonntag einfegte, mate faft alle Bläge spielunfähig. Nur ein fleiner Teil der Spiele fonnte ausgetragen werden. Im Often und Südwesten fielen alle Spiele aus. Jm Norden schlug Nordiska ficher mit 4: 0 die Bernauer. Adler 08 gab feinem Drtsrivalen Turnverein Bankow mit 4: 1 bas Nachieben. Mit 5: 0 schlugen die Tegeler ihren Gegner Staaten. Spandau 03 fiegte nur inapp 2: 1 über Siemensstadt. SB. Sparta, Berlin, Mittwoch, 23. Desember, Waldlauftraining im Frieb Der Wintersport, befonders das Stilaufen, findet von Jahr zu Jahr in der arbeitenden Bevölkerung mehr Anhänger. Leider find es im Flachlande meist nur wenige Tage im Jahre, wo 8 Uhr in der Turnhalle Charlottenburg, Spreeft. 29( Ede Ballstraße), Mann Mannschaftsringen Berolina( Renkän) gegen 2tberias 96. Sente abend bie Ausübung bes Wintersports möglich ist. So mancher möchte fchaftstämpfe im Ringen um die Kreismeisterschaften bes D. Wintertage auf den Wintersportplägen Thüringens perleben, wenn richshain, Treffen 7 Uhr Schule Bökowite. 40. Gäfte millfommen. 26. De nur der Geldbeutel feine Rolle spielte. Und doch ist es heute großen sember Sandball, Sparta- Reutön. Treffen 14 Uhr Bhf. Raiser- friebrid Teilen der Arbeiterschaft möglich, Wintersport im herrlichen Stake. Sonntag, 27. Dezember, 8½ Uhr, Winterfonnenwendfeier in Gadowa ( Waldschänke). Bflichtgefchent mitbringen. Thüringer Walde zu treiben. Die Ferienheimgenossen. Jiu- Jitsu- Bereinigung Johannisthal. 2. Weihnachtsfeiertag. abends 6 Uhr, Ichaft Naturfreunde Thüringen in Jena hat ein Netz Stammvereinigung Nord- Oft Mannschaftstampf im Jin- Jitsu. Im Bartrestaurant Bota, Johannisthal, Stubenrauchstr. 12. gemeinfam mit der von schönen Ferien und Wanderheimen in den herr- Sanssouci, Niederfchönhausen, Weihnachtsfeier und Fahnenweihe. Anfana 6 Uhr. Urbeiter Turn- und Sportverein Pankow. Am 25. Dezember im 2otal lichsten Gegenten des Thüringer Waldes und dem Vogtlande ge Sportprogramm. schaffen, mo neben billiger Unterkunft und Beföftigung auch 1 Beihnachtsfeiertag aroke Beihnachtsfeier in den Spichernfälen, Spichern. Freie Turnerfchaft Schöneberg, jekt Wreie Sportvereinigung Schöneberg. Selbstbetöftigung möglich ist. Als schönftes Seim für den Wintersport inft des Stufenhaus am Ablersberg Allgemeine Ortsfrankenfaffe Berlin- Weißensee im Thüringer Wald bei Suhl in 800 Meter Söhe zu betrachten. In 40 Simmern mb geräumiger Jugendherberge finden gegen 120 Berfonen bequem Unterkunft. Das Gelände, ausgedehnte Biefen, ift bem von Oberhof ebenbürtig. Bahn mittwoch, 30. Dezember 1925, abbs. flation ift Schmiedefeld oder Suhl. Bon ersterer 4 Stunden, von lekterer Uhr, findet zu Berlin- Weihensee. 2 Stunden dorthin. Das ganze Jahr geöffnet. Anschrift: Ferienheim Stuten Matonplay. im Berliner Sof", eine haus, Post Schmiedefelb, Accis Schleufingen. Finsterbacher Birschhaus, Wander heim bei Tambach- Diethara. 750 Meter Söhe. Serrliches Gelände. Rennsteig Ordentliche Ausschußsihung wanderungen. Sur Sonntags geöffnet. Anmeldungen an Wilhelm Rother. mit folgender Tagesordnung ftatt: Erfurt. Alte Frikfir. 15. Jn Friedrichroba, nebit Oberhof der größte Winterfportplan Thüringens, hat bie ferienheimae noffenfchaft ein großes Seim er 1. Bericht des Vorstandes durch den Bormorben. In unmittelbarer Nähe der Robel- und Bobbahn wird auch der Nicht figenden über den Stand der Kaffe 2. Wahl portler auf feine Rechnung kommen. Prächtiges Wintersportgelände. Ganz der Rechnungsprüfer für das Jahr 1925 jährig geöffnet. Gegen 100 Betten. Anfchrift: Ferienheimgenoffenschaft Nahrt( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Ben freunde Thüringen. Friedrichenda( Thür.), Grund 3/5. Bei Saalfeld, auf halber ratung und Beschlußfaffung über den BorSäbe der Gartenfuppen, ist im Laufe des Jahres ein neues Seim, bas Steiger, anfchlag flir 1926 4 Stoffenangelegenbous, entstanden. Für Wintersport ideales Gelände. Schöne Unterkunft in heiten. 5. Wiffenfchaftlicher Vortrag über 60 Betten. Bon Station Saalfeld% Stunde. Nur Sonntags geöffnet. Berufs- und Gewerbetzantheiten. fchrift: Arthur Bauer, Saalfeld a. b. Saale, Rainwea 14. Das Giebshaus bei 8um Eintritt berechtigt find nur die mit Summelshain( Thür.) eignet sich fehr schön aum Binteraufenthalt, Richt einer Legitimation versehenen Ausichuk unmittelbar, fo boch in nächfter Nähe, am Fuße der Leuchtenburg ufw. Ichönes mitglieder 54/15 Winterfoortgelände. Bahnstation Rabla oder Reustadt a. b. Orla. Bon ersterer Der Borstand. Brühmüller, Borfikenber Stunde, non lekterer 2 Stunden entfernt. Nur Sonntags geöffnet. Anmelbungen an die Geschäftsstelle in Jena. Im fächsischen Erzgebirge haben wir Das Ferienheim Mulbenhaus in Rautenfrana. Söhe 700 Meter. Das Gelände Der ganzen Umgebung iit prächtig für den Winterfport. In nächster Nähe gräkte Sprungfdianae Deutschlands. Unterkunft für 80 Berfonen. Das ganze Sehr geöffnet. Auersberg. Fichtelberg, Aschbera alles über 1000 meter bod. Anschrift: Ferienheim Muldenhaus in Rautentrans( Boatt.). Während der Weihnamtsfeiertage finden auf dem Stutenhaus, Steigerhaus unb Mulbenhaus unentgeltliche Gtiturfe ftatt. Die spor bende Bevölkerung ist herzlich willkommen. Die sonst nur Sonntags offenen Seime finb von den Weihnachtsfeiertagen bis Neujahr ftandia aeöffnet. Die Gefchäftsstelle in Jena, Gewerlidaftshaus, ift zur weiteren Auskunft gern bereit. n Bundestag der tschechischen Arbeiterturner. Bor kurzem fand im Stadthaus zu Prag der 8. Bundestag des tfchechischen Arbeiter Turnbundes statt. Er war befchickt von 508 Delegierten. Als Gäste waren anwesend; Gellert vom deutschen Arbeiter- Turn- und Sportbund, der gleichzeitig den Internationalen Verband für Arbeitersport und Körperkultur vertrat, Bontemps- Baris, der die Grüße der französischen Genossen überbrachte und Podcapta, der im Auftrage unserer Auffiger Freunde erschienen war. Ferner waren vertreten: die Naturfreunde, Radfahrer, die Arbeiterjugend, die Sozialdemo fratische Partei u. a. m. Die attiven Sportler und Sportlerinnen überbrachten die Grüße durch eine über 10 Kilometer gelaufene Stafette. Der Tagung voraus gingen Konferenzen der Borturner, der Erzieher und verschiedener Ausschüsse. Die Berichte des Vorstandes fanden Zustimmung, ebenfalls die Referate über die Einstellung des Bundes gegen den Kleritalismus und gegen die von der Regierung geplante Einführung der militärischen Erziehung ber Jugendlichen durch die Arbeiterturnvereine. Mit großem Beifall entgegengenommen wurde der Borschlag, im Jahre 1927 in Prag eine nationale Olympiabe ab. zubalten, zu deren Finanzierung schon jegt ein Garantiefonds von 5 Kronen pro Mitglied eingehoben werden soll. Ferner wurde dem Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22. Kgst. 3861 Stein der Weifen Die ideale Nagelpflege uberall erhältlich KOPP& JOSEPH BERLIN W. ECERA deka Sinfenbungen für diese Rubrik find Berlin 68. 6. Sindenitraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bestrfsjekretariat 2. Sof. 2 Tren. rects. au richten & Areis Bebbing. Der Rurfus über Außenpoliti", Referent Genosse Schwara. findet am 22.. 29. Januar, am 5., 9., 12., 26. Februar in der 245. Gemeindefchule. Bant, Ede Wiefenfioahe. Rimmer 8, part., abends 7% Uhr ftatt. Näheres folat. Heute, Dienstag, den 22. Dezember: 8. Wb. 6 Uhr Beihnachtsfeier für unfere Alten bei Seiler, Steinmekte. 29. 17. Wbt. Die Bezirksführer werden erfucht, die Marten beim Raffierer Höhne umgehend abaurechnen. Die noch bei einigen Bezirksführern in Sänden befindlichen Sommellisten müffen unbedingt auridgegeben werden. 47. bt. 7 Uhr beim Abteilungsleiter Gigung des Borstandes und der Be airfsführer. Abredimuna der Weihnachtsfeier. 1. bt. Reuföln. 7 Uhr im Botal Lüddede, Rarlsgartenftr. 12, Gihung des Borstandes und der Bezirksführer. Erscheinen aller Genoffen ist Bflicht. Jeber Bezirk muk vertreten fein. Morgen, Mittwoch, den 23. Dezember: 2. st. Der Rablabend fällt aus. Die Genoffen treffen fich am Sonntag. ben 27. Dezember, im Gaal 1 bes Gewerkschaftshaufes zur Weihnachts feier. Die Bezirksführer werden ersucht, bierau einzuladen. 28. bt. 6 Uhr beim Genoffen Büttner, Schwedter Str. 23. Weihnachtsfeier, verbunden mit Rinderbescherung. Wir erwarten rege Beteiligung. 29. Abt. 8 Uhr im Altersheim Danziger Str. 62 Weihnachtsfeier. Die GeRoffinnen und Genoffen werden gebeten, mit ihren Rindern zu erscheinen. 36, Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Eintrittskarten à 30 BF. aut unfever am 1. Januar in Schmidts Gefellschaftshaus ftattfindenden Weihnachtsfeier find bei ben Bezirksführern sowie in den Rahlabenden zu haben. Spenden für die Bescherung an den Abteilungsleiter, Genossen Klein, Rorndorfer Str. 47. erbeten. 81. st. Friebenau. Weihnachtsfeier des Rreifes Schöneberg- friedenau abends 6 Uhr in der Schloßbrauerei Schöneberg, Sauptstr. 122-124. Den Rindern find die Ausweise mitzugeben. 22. bt. Stenlik. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde: Bon 4-6 Uhr Treffen im Seim Albrechtstr. 47. Montag nach Schulanfana. Kinderfreunde Neulögin. Bieberbeginn des Spiel- und Tanaturfus am erfien Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 8. t. Am 19. Desember verftarb im 59. Jahre nach furaer Krankheit unfere Genoffin Getma Ridert. Steinmenftr. 36. Die Einäfcherung findet am Mittwoch, den 23. Dezember, nadmittags 4 Uhr, im Krematorium Bilmersdorf statt. Biz ermarien rege Beteiliguna. 15. bt. Am Mittwoch, den 16. Dezember, verstarb unfer Genoffe Mar Madai. Butbuffer Str. 55. Die Einäfcherung findet am Mittwoch, den Die 25. Desember, nadmittans 1 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße statt. Genoffinnen und Genoffen treffen fich arr Beteiligung mitions 12 Uhr bei Obialo. Stralfunder Str. 11. 32. bt. Am 17. Desember verfbarb im Arankenhaus unser Genoffe Bau I Stelaer. Die Beerbiauna hai bereits flattgefunden. Bir bewahren ihm ein ehrenbes Anbenken. 81. bt. Fricbenan. Unfer fieber Genoffe Baul Büttnet. Redaktions fefretär bes Borwärts". Raiferallee 79, ift verstorben. Die Trauerfeier het am Mittwoch. ben 23. Desembez. nachmittags 5% Uhr, im Krematorium Bilmersdorf hatt. 82. bt. Steglik. Unfer Genoffe Suao Trentler ift am Serafchlag threnbes Anbenten bewahren. perftorben. Die Beerdigune bat icon flattgefunden. Wir werden ihm ein Jugendveranstaltungen. Starken en ermäkigten Breifen find an haben file 2. Weihnachtsfeiertag ine Großen Schauspielbaus nume der Mietstaferne"; Donnerstag, den 31. De sember, Stadthalle. Alofterftpake, Silvestermufit: Sonntag, ben 17. Januar, grafer Saat ber Bhilharmonie. Internationale Boltstänge". Heute, Dienstag, den 22. Dezember, abends 7% Uhr: Sefunbbrunnen: Schule Gothenburger Str. 2. Bortrag: Gefchichte der freien Gemertfchaften Safenheibe: Badeanstalt Bärwaldstr. 64, Bortrag: ,, Das Weihnachtsfeft in Banbel ber Reiten". Buchbola: Binterfonneuwendfeier. Weihnachtsfeiern: Rorbent: Sugendheim Danziger Str. 62, Rorbring: Jugendheim Danziger Str. 23. Rimmer 3. Brenzlauer Borstadt: Jugendheim Danziger Straße 23. Balenfee: Schule Joachim- friedrich- Str. 35. Schöneberg I: Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße.-Schöneberg II: Jugendheim Haupttrake 15. Reutils I: Sugendheim Beraftr. 29. Renfalls V: Jugendheim Schierfeftr. 44. Deutschlands größte Kolonialwaren Einkaufsgenossenschaft empfiehlt zum Weihnachtsfest: guler guter 1/1 Fl. 1.80 RM .. 1/1 Fl. 1.10 RM . Edeka Kraftrotwein 1923 er Montagne Twel 1922 er Schloß Wintringer Bowleswein 1/1 Fl. 1.05 RM Hawai- Ananas Qualitat........ 1/1 Dose 2.40 RM Edeka Halb u. Halb 1/1 FL 4.00, 1/2 Fl. 2.20 RM Edeka Kümmel.... 1/1 Fl. 5.25, 1/2 Fl. 2.75 RM Extra . Preise einschließlich Steuer ohne Glas Erhältlich in den durch obiges Zeichen kenntlich gemachten 1200 Geschäften Groß- Berlins Teppichere recll.preiswert... Seit über 40 Jahren nur Oranienstr. 158 Emil Lefèvre G. m. b. H., Berlin S. Unsere Auswahl und Preise werden Sie überraschen!! Eine Anzahl Teppiche, Diwan- und Tischdecken mit Fehlern!