Nr. 611 42. Jaheg. Ausgabe A nr. 312 Bezugspreis: 238dentlich 70 Pfennig, moname B. Reichsmart soraus sahlbar. Unter Arensband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Sitauen, Zuremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sieb. lung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. acile 80 Pfennig. Reklamezeile 5,- Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedrudte Wort 25 Bfennis ( auläffia awei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, tedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch Raben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen file Abonnenten Beile 40 fennia. Anzeigen für bie nächste Rummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, SinbenBrake 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 29. Dezember 1925 Briand mit Doumer solidarisch. Er will die opponierenden Kartellminister gehen lassen. Paris, 28. Dezember.( EP.) Nach der Kammerfihung gab Ministerpräsident Briand den Journalisten Erklärungen ab, die die latente Ministertrise in einem neuen Lichte erfcheinen laffen. Er sagte: Man spricht in diesem Augenblic viel von einer Miniftertrije im Zusammenhang mit den Finanzprojetten. Augenscheinlich ftellen die Pläne des Finanzministers Doumer nicht den gesamten ministerrat zufrieden. Aber ich will nicht alle acht Tage den Finanzminister wechseln. Wenn die Minifter uns nicht folgen wollen, d. h. Doumer und mir, so müßte ich sie mit dem größten Bedauern scheiden fehen. Ich werde aber trotzdem alle Anstrengungen machen, um sie zu halten. Ich glaube, daß man zu einer Ausföhnung gelangen kann. Ich habe zu oft Gelegenheit gehabt, von der Regierungsgewalt zu scheiden, um nicht jetzt für mich das Recht in Anspruch nehmen zu können, zu bleiben. Briand über Locarno. hältnissen durch die britische Regierung nicht ratifigfert mer den würde. Man war also gezwungen, die Lösung der Sicherheits frage auf einem anderen Wege zu suchen. In diesem Augenblick verschob die deutsche Regierung durch ihre Jnifiafive vom 9. Jebruar 1925 die Frage auf ein anderes Gebiet. Der deutsche Borschlag hatte unleugbare Vorteile, aber er barg auch gewisse Gefahren in sich. Aber die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland durch ein System von Garantien und gegenseitigen Verpflichtungen vorzubereiten und dadurch die Zusammenarbeit der beiden Länder, ohne die es vergeblich ist, die friedliche Wiederaufrichtung Europas zu werden, daß die Unterzeichnung des Garantiepattes von einer Aberhoffen, begegnete gewissen Schwierigkeiten. Es mußte vermieden änderung der Bestimmungen der Verträge abhängig gemacht wurde und daß durch allgemeine Formeln die Möglichkeit des Krieges in einem Maße ausgeschaltet würde, wie es nach menschlichem Ermessen überhaupt möglich ist. Wir fonnten nicht Gefahr laufen, daß Deutschland, obgleich es die Aufgabe eines Teils unserer Handlungsfreiheit forderte, die feinige behielt und sich weigerte, in den Völkerbund einzutreten. Schließlich fonnten wir nicht zulassen, daß durch die Reihe der Abkommen, die uns angeboten wurden, wir gezwungen wurden, uns von unserem polnischen und Locarno abgeschlossenen Verträge bezeugen, daß diese von der französischen Regierung befürchteten Schwierigkeiten bei Beginn der Berhandlungen ausgeschaltet werden konnten. In dieser Hinsicht ist es nur gerecht, den Paris, 28. Dezember.( EP.) In der Kammer wurde heute der Gefeßentwurf über die Locarnoverträge eingebracht, in deffen Be= gründung Ministerpräsident Briand ausführte: Trotz der Bemühungen der Unterhändler hat der Friedensvertrag feine tat- tschechischen Verbündeten zu trennen. Die Elemente der in sächlich wirksamen Garantien, teine Lösung des Problems der nationalen Minderheiten gebracht. Die auf 15 Jahre beschränkte Belegung der Rheinlande war nicht als eine Sicherheitsgarantie, sondern als eine Garantie für die Ausführung der gesamten Vertragsbestimmungen aufgefaßt worden. Wenn mir andererseits von den Bereinigten Staaten und Großbritannien die Unterzeichnung der Garantieverträge verlangt hätten, so wäre das eine von dem Inkrafttreten des anderen Bertrages abhängig gewesen. Die in Frankreich seit dem Jahre 1920 aufeinanderfolgenden Regierungen suchten daher das bisher fehlende System durch ein neues Syftem der Sicherheit Geift der vertrauensvollen und loyalen Zusammenarbeit anzuerkennen, den Wunsch zu einer Berständigung, der alle Unterhändler beseelte und die ständige Unterstügung, die wir bei unseren Verbündeten gefunden haben. Dem Gefeßentwurf folgte dann die Aufzählung der einzelnen, bereits bekannten Dokumente. Der Ministerpräsident schloß: Die Regierung hat die feste Hoffnung, daß diese Schriftstücke Ihre Zuftimmung finden werden. Wenn Sie Ihre Zustimmung erteilen, geben Sie den Willen Frankreichs zu erkennen, zu ersehen, aber ihre Bemühungen stießen bei unseren Berbündeten auf geistige Gewohnheiten und politische Traditionen. Je mehr die Zeit fortschritt, um so schwieriger war es überdies, unsere Be an der allgemeinen Aussöhnung mitzuarbeiten. fürchtungen der öffentlichen Meinung verständlich zu machen, deren Aufmerksamkeit anderen Broblemen zugewandt war, die den wachsen Sie werden auch dadurch den Wunsch bekunden, der unser Land be den Schwierigkeiten der Nachkriegszeit begegnen mußten. Der Re- feelt, endlich eine kodifizierung verwirklicht zu sehen, die es ihm gierung Herriot tommt das Verdienst zu, eine Lösung der Pro- ermöglicht, bleme in anderer Richtung gesucht zu haben. Am 2. Oftober 1924 wurde durch das Genfer Protofo Il die Annahme der jetzt berühmt gewordenen Formel Schiedsgerichtsbarkeit Sicher heit Abrüstung" zum erstenmal erörtert. Frankreich bleibt dieser Formel treu, aber durch seine Großzügigkeit überraschte das Genfer Protokoll die Deffentlichkeit und verlegte die Tradition in vielen Ländern. Als in England das Kabinett Macdonald durch das Kabinett Baldwin abgelöst wurde, mußte man zu der Ueber zeugung gelangen, daß das Protokoll unter den gegebenen VerAn das Auswärtige Amt! Oeffentliche Anfrage. Die Tägliche Rundschau" hat auf Grund besonderer Wissenschaft, die sie zu haben vorgibt, die unwahre Meldung der Hugenberg- Bresse von einem Schritt der Sozialdemokratie bei dem Völkerbundsekretariat in Genf, entgegen der Wahrheit ,,, bestätigt". Die gesamte Rechtspresse nimmt infolgedessen ihre Heiz- und Lügentampagne von neuem auf und beruft sich jetzt auf das Auswärtige Amt, zum Teil auf Herrn Stresemann persönlich, da er oder sein Amt durch die Tägliche Rundschau" aus ihrem amtlichen Wissen heraus gesprochen hätten. Wir richten daher an das Auswärtige Amt die Fragen: 1. Was ist dem Auswärtigen Amt von dem angeblichen Schritt der Sozialdemokratischen Partei beim Böllerbundfetretariat bekannt? 2. Welche Informationen hat das Auswärtige Amt über diesen angeblichen Schritt an die Presse gegeben? Da die„ Tägliche Rundschau" neuerdings zugibt, daß feine offiziellen Parteischritte" unternommen worden sind, aber behaupet ,,, daß von namhaften parteipolitischen Persönlichkeiten Anträge oder Vorschläge an das Generalsekretariat in Genf gerichtet worden sind, fragen wir: 3. Welche„ namhafte parteipolitische Persönlichkeit" der Sozialdemokratischen Bartei hat Anträge oder Vorschläge an das Generalsekretariat in Genf gerichtet"? Das Auswärtige Amt wird auf diese Fragen flare Antworten geben müssen, wenn es sich von dem Berdacht befreien will, daß ihm angehörende Beamte durch Verbreitung unwahrer Nachrichten eine schmutzige Intrige gegen die Sozial demokratische Partei inszeniert haben, mit dem politischen Ziel, die Bertretung Deutschlands in Genf für Personen zu refervieren, die der Rechten genehm find. mit Deutschland freundnachbarliche Beziehungen zu unterhalten und eine Zusammenarbeit, die die wichtigste Borbedingung für das Bestehen Europas ist. Diese Zusammenarbeit ist un möglich, wenn nicht das Gefühl der Animosität und das Mißtrauen verschwinden, das bereits zu lange die Beziehungen der europäischen Bölter gestört hat. Die Verträge haben eben diefes Ziel, das Vertrauen zwischen den Unterzeichnern wieder herzustellen. Handelsvertragsverhandlungen. Mit der Tschechoslowakei und Ungarn. Seit längerer Zeit sind Bemühungen im Gange, an Stelle des deutsch- tschechoslowakischen Handelsabkommens vom Sommer 1920 einen richtigen Handelsvertrag zu setzen. Die Berhandlungen hierüber wurden zunächst in Erwartung des neuen deutschen Bolltarifs ausgefeßt. Sie sollten auf tschechischen Wunsch bereits mehrfach im Spätherbst dieses Jahres begonnen werden, was aber durch das Fehlen wichtiger Materialien verhindert wurde. Wie der Reichsdienst der deutschen Bresse von tschechischer Seite erfährt, ist der Beginn mündlicher Besprechungen in Berlin nunmehr für die nächste Zeit- man spricht von Februar ober März in Aussicht genommen. Auch das Handelsabkommen mit Ungarn- aufgebaut auf dem Prinzip der Meistbegünstigung ohne Tarifvertrag- dürfte im tommenden Jahr in einen langfristigen handelsvertrag umgewandelt werden. Auch hier steht die Aufnahme der Berhandlungen bereits im ersten Viertel des Jahres 1926 bevor. Britische Mosul- Stimmungsmache. London, 28. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der amtliche britische Funkdienst meldet: Der britische Ministerpräsident hat von dem Bremierminister des Irat ein Telegramm erhalten, in welchem dieser erklärt, daß die Bölkerbundsentscheidung unter der gesamten Bevölkerung des Irat eine große herzliche Freude ausgelöst habe. Sie sage der britischen Regierung Dank für ihre Bemühun. gen, um die Lebensinteressen des Volkes zu wahren. * lischen Ministerpräsidenten kann nicht als einwandfreie und maßDas Telegramm des Premierministers des Irat" an den enggeben de Meinungsäußerung der Bevölkerung des Irat betrachtet werden. Die Verwaltung des Irat ist in englischen Händen und damit ist auch der Ministerpräsident von der englischen Regierung abhängig. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bolichedtents: Berlin 37 580- Bauftonto: Bank der Arbeiter, Angestellten and Beamten, Beltz. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Schutz der Arbeitslosen. Die Aufgaben der künftigen Arbeitslosenversicherung. Zu den allerwichtigsten Aufgaben des Reichstages bei feltem Wiederzufammentritt gehört die Verabschiedung des Gefeßentwurfes über die Arbeitslofenversicherung. as an materiellem Schutzrecht dieses Gesetz vorzusehen hat, ist im Grunde genommen durch die Reichsverfassung vorausbestimmt. Im zweiten Absatz des Artikels 163 der Reichsverfaffung heißt es, daß jedem Deutschen die Möglichkeit gegeben werden soll, durch wirtschaftliche Arbeit seinen Unterhalt zu erwerben. Soweit ihm angemessene Arbeitsgelegenheit nicht nachgewiesen werden kann, wird für seinen notwendigen Unterhalt gesorgt. Weder die gegenwärtige Regelung des Arbeitslosenschutzes durch die Verordmmg über Erwerbslosenfürsorge vom 16. Februar 1924 noch der vorliegende Gesezentwurf über die Arbeitslosenversicherung entsprechen den Vorschriften der Reichsverfassung. Damit den Arbeitslosen, entsprechend den Absichten der Verfassung, ausreichende Hilfe zuteil wird, ist es zunächst erforderlich, die gegenwärtige Verordmung über die Erwerbslosenfürsorge entsprechend den An= trägen der sozialdemokratischen Reichs= tagsfrattion auszugestalten. ein Ausführungsgesetz zum Artikel 163 der Reichsverfassung. Das fünftige Gesetz über die Arbeitslosenversicherung ist Es mag in diesem Zusammenhang dahingestellt bleiben, ob der Artikel 163 im Sinne einer Versicherung oder einer Fürsorge auszulegen ist. Unzweideutig sichert tie Verfassung jedem Deutschen zu, daß für seinen notwendigen Unterhalt gesorgt wird, soweit ihm angemessene Arbeitsgelegenheit nicht nachgewiesen werden kann. Dreierlei ist damit zweifelsfrei flargestellt: der Personenkreis, der Eintritt des Unterstützungsfalles und der Umfang der Unterstügung. Der vorliegende Gesezentwurf wird diesen Erfordernissen nicht gerecht. Der versicherungspflichtige Per= fonentreis wird in unzulässiger Weise eingeschränkt, da für den Fall der Arbeitslosigkeit nur versichert ist, wer auf Grund der Reichsversicherungsordnung oder des Reichsknappschaftsgefeges für den Fall der Krankheit pflichtversichert ist. Damit sind alle Angestellten, deren Jahreseinfommen 2700 m. übersteigt, von der Pflichtversicherung ausgenommen. Diese Vorschrift ist um so unverständlicher, da allgemein anerkannt wird, daß auch diese Angestellten in starkem Maße von der Arbeitslosigkeit betroffen, werden und die Reichsregierung erst neuerdings Maßnahmen angekündigt hat, die alle Angestellten bis zu einem Jahreseinkommen von 6000 m. in die Erwerbs. losenfürsorge als Pflichtversicherte einbeziehen sollen. Doch das ist nicht der einzige Mangel. Der Gesezentwurf erklärt eine Reihe von Beschäftigungen in der Land- und Forstwirtschaft, in der Binnen- und Küstenfischerei für versicherungsfrei, er befreit ferner von der Versicherung das ländliche Gesinde und die Lehrlinge mit einem schriftlichen Lehrvertrag von mindestens zweijähriger Dauer. Diese Beschränkung des Personenfreises ist um so unverständlicher, da sie einem umfassenden Risikoausgleich entgegenwirkt. In die Versicherung sind also, entsprechend dem Grundsatze der Reichsverfassung, alle Arbeiter und Angestellten einzubeziehen. Nach dem Gesezentwurf hat Anspruch auf Arbeitslosenwer arbeitsfähig, arbeitswillig, unterstützung, aber unfreiwillig arbeitslos ist. Der Anspruch kann jedoch bei Erfüllung dieser Voraussetzung nur dann geltend gemacht werden, wenn der Arbeitslose in den letzten 12 Monaten während 26 Wochen in einer versicherungspflich tigen Beschäftigung gestanden hat. Der Anspruch auf Arbeitslafenunterstüßung ist erschöpft, wenn innerhalb der letzten 12 Monate Arbeitslosenunterstützung für insgesamt 26 Wochen bereits gewährt ist. Bei besonders günstigem Arbeitsmarkt kann die Höchstdauer der Arbeitslosenunterstüßung bis auf 13 Wochen herabgesetzt und bei besonders ungünstigem Arbeitsmarkt über 26 Wochen hinaus ausgedehnt werden. Die hier an den Eintritt des Unterstüßungsfalles gefmüpften Voraussetzungen entsprechen ebenfall nicht den Vorschriften der Reichsverfassung. Die Reichsverfassung erklärt den Unterstützungsanspruch ohne Zeitbeschränkung für ge= geben, sobald angemessene Arbeitsgelegenheit nicht nachge= wiesen werden fann. Der Arbeitslose wird von der Reichsperfassung als schuldloses Opfer des kapitalistischen Wirtschaftsfystems angesehen, für dessen notwendigen Unterhalt der Staat zu sorgen hat. Die Vorschriften des Gesetzentwurfs bedürfen also auch in diesem Punkte eines Ausbaues im Sinne und Geiste der Reichsverfassung. Für die Bemessung der Arbeitslosenunterstützung sieht der Gesezentwurf folgende 5 Lohnklassen mit einem festen Einheitslohn vor, der für die Errechnung des Unterstügungsbetrages maßgebend ist: Klasse I Wochenlohn bis zu 10 M., Klasse II von mehr als 10-20. Selafie III 20-30 Klaffe IV Klasse V 80-40 W 40 W . Einheitslohn 10. 15 25 35 Nach dem Arbeitsentgelt, das in den letzten brei Monaten vor der Arbeitslosmeldung bezogen wurde, richtet sich die Zugehörigkeit des Arbeitslosen zu der einzelnen Lohnklasse. Der für diese Lohnklasse in Frage tommende Einheitslohn wird bei der Bemessung der Unterstügung zugrunde gelegt. Die Hauptunterstügung soll 40 Broz. des Einheitslohnes betragen. As Familienzuschlag werden für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen 5 Broz. des Einheitslohnes gewährt. Einschließlich der Familienzuschläge darf die Arbeitslosen unterstügung jedoch in keinem Falle 65 Proz. des Einheitslohnes übersteigen. Nach diesen Berechnungsgrundfäßen er gäbe sich als wöchentliche Hauptunterstügung in der Klasse I 4 M., Klasse II 6 M., Klaffe III 10 M., Klaffe IV 14 M., Klasse V 16 M. Dazu kommen dann noch bei ben Berheirateten die Familienzuschläge. Es fann feinem 38weifel unterliegen, daß die hier vorge sehenen Unterstützungsbeträge ganz unzureichend find. Bereits die gegenwärtigen Unterstützungsjäße in der Erwerbslosen fürsorge sind teilweise höher. Man vergleiche mit den hier vorgesehenen Unterstügungssätzen die englischen Unterstützungsfäße. Diese betragen pro Woche: für Männer über 18 Jahre 18 Schilling, für Frauen über 18 Jahre 15 Schilling. Dazu tommen bei Berheirateten für die Freu eines arbeitsunfähigen Mannes 5 und für jedes unterhaltsbedürftige Kind 2 Schilling. Daraus ergibt sich, daß in England jeder männliche Arbeitslose über 18 Jahre mehr an Unterstützung befommt, wie der deutsche Gefeßentwurf in der höchsten Klasse als Unterstügungen vorsieht. Man kann auch in diesem Falle unmöglich davon sprechen, daß die Verfassungsvorschrift erfüllt ist, wonach für den notwendigen Unterhalt des Arbeitslosen gesorgt ist. Deshalb muß zur Errechnung des Mindestbetrages an Arbeitslosenunterstützung ein höherer Einheitslohn gewählt werden. Ebenso ist der Prozentsaz des Einheitslohnes, der als Hauptunterstützung gilt, zu erhöhen. Mit der vorstehenden Kritie sind die Mängel des Gesetz entwurfes Beineswegs erschöpft. Unvereinbar mit einer Arbeitslosenversicherung ist die Borschrift, daß für Arbeitslose unter 21 Jahren und für langfristig Arbeitsloje die Unterfügung von einer Arbeitsleistung abhängig zu machen ist, foweit dazu Gelegenheit besteht. Die Erfahrungen mit der Bflichtarbeit in der Erwerbslosenfürsorge haben doch eindringlich gezeigt, daß diese zu einer fünstlichen Berschärfung der Arbeitslosigkeit beiträgt. Es ist aber auch eine grotesfe Berzerrung des Grundgedankens jeglicher Sozialversicherung, die den Rechtsanspruch auf Versicherungsleistung aus der Beitragszahlung ableitet, diese Versicherungsleistung von einer weiteren Gegenleistung in Form von Pflichtarbeit abhängig zu machen. Erst bezahlt also der Bersicherte Beiträge, erwirbt auf Grund dieser Beitragsleistung Rechtsensprüche, deren Erfüllung jedoch von Pflichtarbeit abhängig gemacht werden kann. Auch dem Verfasser des Gefeßentwurfs müßte es doch eigentlich als ein Widersinn erscheinen, die Unterstügung in bestimmten Fällen von einer Arbeitsleistung abhängig machen zu wollen, weil die Arbeitslosigkeit doch nur eine Folge davon ist, daß angemessene Arbeitsgelegenheit überhaupt nicht nachgewiesen werden kann. Die Vorschriften des Entwurfs, wonach die Arbeitslosen unterstützung ganz oder teilweise auf solche Arbeitslose beschränkt werden kann, die hilfsbedürftig im Sinne der Borschriften über die öffentliche Fürsorge sind, wenn das Reich Darlehen zugunsten der Arbeitslosenversicherung gegeben hat, widersprechen ebenfalls dem Grundgebanten einer Arbeits lofenversicherung und müssen deshalb beseitigt werden. Auch die Regelung der Unterstützung bei Ausstand oder Aussperrung bedarf einer gründlichen Verbesserung. Vor allen Dingen fehlt aber auch im vorliegenden Entwurf die Einführung einer obligatorischen Kurzarbeiterunterstügung. So zeigt sich, daß die baldige Beratung und Verabschiedung der sozialdemokratischen Anträge zur Aenderung der Erwerbs. lojenfürsorge wichtigste Vorarbeit auch für die fünftige Ar. beitslosenversicherung darstellt. Schmetterling im Winter. Bon Lola Landau. An einem froftbarten Dezembertag brach plöglich in meinem Zimmer der Sommer aus. Mit schillernden Augen und betäuben bem Gurren wirbelte er vor gefrorenen Fenstern den Juni auf. Ein Schmetterling, der sich in der Riße eines Geffels verpuppt hatte, saufte mit irren und entzückten Flügelschlägen mitten in die rote Senne meiner Lampe hinein. Die tünstliche Hiße des Raumes hatte ihn vor der Zeit austriechen laffen und ihn zu einem verfrüh ten Leben gewedt. Im Möbelstoff verborgen, wie eine Motte, hatte er unversehens die tausend Schuppen feiner Flügeldeden zum leuchtenden Fächer ausgefpreizt, mit dem er die Luft so leise bewegte, als führe ein laver Wind von einer Wiese mitten durch das Zimmer. Es war fein seltener Schmetterling; aber er gligerte in ben gold flaren Farben des Juni über und über, die Sonne des vorigen Sommers war in seinem Leib eingebrannt und alle Dinge im Raum erschienen dagegen fahl und tot, vom Alter gebleicht. In zadigen, unficher taumelnden Flügen jagte der Schmetter fing durch das Zimmer. Die ersten Budungen des Lebens peitschten ihn in ungestümer Freude durch die Luft, ohne daß er raftete. Welche Luft, mitten in das rote Licht hineinzurafen, das feine Sonne war. Denn unter einer wirklichen Sonne hatte er nie geflattert. Bom Himmelslicht wußte er nichts, und die fünftliche Welt, in die er eintauchte, umflammerte ihn mit unentrimmbarer Wirklichkeit, als gäbe es feine andere. Und doch allmählich, als er immer wieder von dem glühenden reten Feuerball der Lampe abstürzte, begann sein Flug ratloser und verwirrter zu werden. Halb betäubt umfreiste er die entsetzliche Lockung. Als er einmal verfengt zu Boden geschlagen wurde, fuhr er in einem leisen, traurigen Schleichen dicht über den Teppich hin. Dann ließ er sich auf eine Teppichblume nieber. Seine Flügelbeden mit den großen goldbraunen Augen hoben und fenften sich in wil dem Zittern und Blinzeln, Seine Fühler, die in die Blume hinein friechen wollten, glitten ab. Das Rätselhafte, wonach er sich so Das Rätselhafte, wonach er sich so Jehnte, ohne es zu tennen, fand er nirgends: die streichelnden Ge rüche, den Nektar tief in den Kelchen, die Wolfe der Hige zwischen Himmel und Erde und das unendlich sanfte flingende Licht. Der Schmetterling flog zuckend von der Blume aufwärts, einen Augenblick saß er auf der Spitze des gelben Schrankes wie auf einem verzerrten Baum; dann streifte er die Tapete, auf der er lange unbeweglich und leblos verharrte, von der grellen Farbe hypnotisch eingeschläfert. Endlich riß er sich los, flatterte höher, und in der leichten Gardine verfing er sich flügelschlagend in einem furchtbaren Neg. Erschöpft fiel er abwärts, um wieder in den roten Kreisen ber Ampel, im Wahnsinn einer ewigen Runde fich selber zu Tobe zu heben. Ich löschte die Lampe, um bem unglücklichen Geschöpf die Ruhe miederzugeben. Aber im Dunkeln und noch spät in der Nacht hörte Der Ritter der Schutzöllner. Wiffenschaft und Intereffenten. Wir haben uns in der Zeit des Kampfes um die Novelle zum Zollgefeß mehrfach mit den Publikationen des Berliner Privatdozenten Dr. Kurt Ritter beschäftigt. Während alle namhaften Nationalökonomen sich gegen die agrarischen 3ollpläne wandten, hat Ritter der Agrarzollpolitik das wissenschaftliche" Rüstzeug geliefert. Auf dem Titel seiner Schriften bezeichnete er sich nur als Dozent, verschwieg aber, daß er zugleich Beamber der Preußischen Haupt landwirtschaftstammer ist Die Bereinigung der Sozial- und Birt fchaftswissenschaftlichen Hochschullehrer hat auf ihrer Generalversammlung in Jena aus Anlaß des Falles Ritter folgende Entschließung gefaßt: 1. Die wissenschaftliche Erforschung der volks- und weltmissenfchaftlichen Zusammenhänge auf den deutschen Hochschulen ist mehr als je zuvor eine nationale Lebensnotwendigkeit. Die Mitwirkung fozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Hochschullehrer in der wirt fchafts- und sozialpolitischen Bragis ist nicht nur im Intereffe dieser Praxis, sondern auch des wissenschaftlichen Fort schrittes gelegen. Don 2. Mit dieser Aufgabe ist aber die Abhängigkeit des Hochschullehrers wirtschaftlichen Inter effenten und Intereffenverbänden mögen fie öffentlich oder privatrechtlich organisiert fein nicht vereinbar. Sie ist geeignet, das Bertrauen in die Objektivität der Forschungsarbeit zu erschüttern. -O Das Zusammenarbeiten mit Bertretern der sozialen und wirtschaftlichen Pragis fann günftige Ergebnisse nur dann erzielen, wenn es in voller Unabhängigteit, bei ausreichender Bertraut heit auch mit den rechtlichen privatwirtschaftlichen und technischen Seiten der Fragen und entsprechender Entlastung von lehramtlichen Berpflichtungen erfolgt. Angesichts der Berarmung großer Teile des gebildeten Mittelstandes und der damit verbundenen Gefahr, in unerwünschte Abhängigkeit zu geraten, liegt es im öffentlichen Interesse, tüchtigen jungen Dozenten der Wirtschaftswissenschaften in dieser ihrer Eigen schaft Einkünfte zuzuwenden, die sie vom Zwange zur Uebernahme von Interessenvertretungen und ähnlich gearteten Stellungen befreien. Die Standesehre verlangt von allen Hochschuldozenten, daß fie bei allen Beröffentlichungen, die das Intereffengebiet einer ihnen auftraggebenden interessierten Stelle berühren, ihr Berhältnis zu dieser Stelle fenntlich machen. Sollten dahingehende Verbote ergehen, so dürfen fie als der Standes. ehre widersprechende Zumutung nicht befolgt werden. 3. Die Bereinigung begrüßt die bei der Umgestaltung des Reichswirtschaftsrates bestehenden Absichten, der Wirtschaftswissen fchafts eine größere Geltung einzuräumen; fie wird fich für deren volle Auswirkung einsetzen. Sie befürwortet, ihr ein Vorschlags recht zu verleihen, da es im Reichswirtschaftsrat nicht darauf antommt, eigene Intereffen der Hochschullehrerschaft zu vertreten, son dern der der Wirtschaftswissenschaft angemessenen Einfluß zu sichern. Die obige Entschließung wird hierdurch bekanntgegeben. Riel, im Dezember 1925. Dr. Studen, Schriftführer. Dr. Harms, Borsitzender. Die Entschließung ist heute von besonderem Interesse, da durch den begründeten Vorwurf der Korrumpierung von Wissenschaft und öffentlicher Meinung gegen die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände die Aufmerksamkeit auf die bei manchen Stellen allzu leichtfertig gehandhabte Bermengung von Wissenschaft und Intereffenvertretung gelenkt worden ist. Zum Fell Hoefle. Vergleich zwischen der Witwe und dem Preußischen Staat Wie der Reichsdienst der Deutschen Bresse erfährt, ist am 7. Dezember zwischen der Witwe des verstorbenen Reichsminifters Hoefle und dem preußischen Fistus ein Bergleich ich unaufhörlich das Wispern der suchenden Flügel gegen die Wände wie die leise schauerliche Sprache der Berzweiflung. So war in meinem Zimmer mitten im Dezember der Sommer ausgebrochen und mußte sterben. Ronnte ich ihn nicht erretten? Deffnete ich dem Gauleinden die Fenster, verfiel er dem Tode durch Frost. Ließ ich ihn aber im Gefängnis des Zimmers, verdorrte et unter der giftigen, falschen Sonne, bei den höhnischen Blumen des Teppichs. Bu früh war der Schmetterling in das Leben hinein geraten, so wie Menschen in ein falsches Zeitalter hineingeboren werden, in dessen Luft sie mit vergiftetem Herzen, immer nach der Sehnsucht ihres wirklichen Lebens, umherirren. Am nächsten Morgen sah ich den Schmetterling im gläsernen Lüfter des Kronleuchters flattern, mitten zwischen den regenbogenfarbigen Brismen, die gleich riesigen Tautropfen hinabriefelten. Dort hing er wie in einem verzauberten, zu Glas erstarrten Regen, nach dessen erfrischendem Duft er sich vielleicht sehnte. Müde des Spiels, tödlich ermattet, troch er geben Mittag, als die talte Sonne des Wintertages gegen die Fenster prallte, an den Scheiben hoch. Er froch, der schwebende Schmetterling, troch, wieder zur Raupe geworden, in die Kindheit seines Daseins verwandelt. Die Flügel eingefaltet, schlug er mit dem winzigen schwarzen Kopf gegen die Scheiben, als wollte er sich zerschmettern. Den leichteren Tod für ihn wählend, öffnete ich mit einem Rud das Fenster. Erlöst entwich ber Schmetterling. Der Sommer ftob hinaus. Mein Zimmer hatte fich plöglich verdunkelt. Theologenschwund. Nach dem foeben erschienenen firchlichen Jahrbuch für die deutschen evangelischen Landeskirchen von 1925( Seite 123 ff.) nimmt die Zahl der Theologiestudierenden felt bem Krieg start und stetig ab. Während im Sommersemester 1914 noch 4263 junge Leute auf Deutschlands hohen Schulen evangelische Theologie studierten, fant diese Zahl im Sommersemester 1920 auf 3549 herunter und ver fleinerte fich jedes Jahr weiter: 3342, 2990, 2541, 2045, um schließ lich im Wintersemester 1924/25 die Zahl 1835 zu ereichen. Der Pfarrermangel", schreibt das Jahrbuch, steht mun unmittelbar vor der Tür". Aber nicht bloß die evangelisech Kirche hat über den Rückgang bes theologischen Nachwuchfes zu flagen, auch die fatholische Kirche stellt ,, die bedauerliche Tatsache fest, daß die Zahl der Theologie studierenden in Deutschland in der legten Zeit stetig abgenommen hat". So ist zu lesen in dem Kirchlichen Handbuch für das fatho. lische Deutschland, 12. Band, für 1924 und 1925", bas im Sommer 1925 erschienen ist. Zum Beweis dafür sind die Zahlen der Patholischen Theologiestudierenden für die Jahre 1920 bis 1923 mitgeteilt; für 1924 und 1925 find fie noch nicht ermittelt. Sie lauten: 3443, 3423, 3161, 2898. Daß die Zahl fogar bis unter 3000 gefunten ist, ift jebenfalls ein bedenkliches Zeichen. Wenn man freilich die Lage der evangelischen Kirche zum Vergleich heranzieht", fährt der Ber faffer, Hermann A. Krose S. 3. in Bonn, triumphierend fort, fteht es mit dem theologischen Rachwuchs in den tatholischen Dözesen noch unterzeichnet worden. Angesichts der Feststellungen des preußischen Untersuchungsausschusses und der Rolle, die das Gefängnispersonal bei dem Hinscheiden Dr. Hoefles gespielt hat, ist Frau Dr. Hoefle für ihre eigene Person eine lebenslängliche jährliche Renie von 3000 mart zugesprochen worden. Diese Rente erlischt im Für die drei Falle einer Wiederheirat der Frau Dr. Hoefle. minderjährigen Kinder erhält Frau Dr. Hoefle außerdem durch den unterzeichneten Vergleich eine Jahresrente von 600 Mart für jedes der Kinder, die bis zum 18. Lebensjahre ausgezahlt werden soll. Im Namen der Erben des verstorbenen Reichsministers ist der Vergleich von Frau Dr. Hoefle und Herrn Generaldirektor Hermles als threm Beistand unterzeichnet worden. Ein neues Arbeiterheim. Ferienerholungsheim Friedrichroda. Friedrichroda, 28. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Durch die viel erörterte Entscheidung des Reichsgerichts, die ja der Anlaß zur Fürstenabfindungsdebatte geworden ist, wurde das der Ferienheimgenossenschaft vom Lande Thüringen auf 20 Jahre verpachtete Schloß Reinhardtsbrunn dem Gothaer Herzog neben unzähligem Geld und Gut zugesprochen. Die Ferienheimgenossenschaft mußte daher, um ihren guten Ruf aufrecht zu erhalten, in derselben herrlichen Waldgegend ein neues heim für ihre Anhänger, ausschließlich freigemertschaftliche Arbeitnehmer, fuchen. Das ist ihr unter großen Opfern glänzend gelungen. Die neuen Gebäude in Friedrichroba bieten 120 Personen bei jeder Bequemlichkeit Raum für Sommer- und Winterfrische. Weihnachten übergab der Borsitzende der Ferienheimgenossenschaft das Heim den zahlreichen aus Mitteldeutschland, Sachsen, Thüringen und Hessen erschienenen Genossen. Der Arbeitergesangverein Friedrichroda gab dem Fest eine schöne Bethe. Mit dem zu Eigentum erworbenen Besitz hat sich die Arbeiterbewegung ein neues, schönes Denkmal gesetzt. Das Unrecht an Wandt. Ein belgischer Zenge über den Landesverrat. Aehnlich wie im Fall Fechenbach stellt sich jetzt im Fall des Journalisten Heinrich Bandt, der wegen Landesverrats" zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, heraus, daß gar nichts verraten werden fonnte, weil die in Betracht kommenden Aften bereits bekannt waren. So erflärte foeben der belgische Schriftsteller Bullus dem Brüsseler Vertreter der Frankfurter Beitung" gegenüber, daß seine entsprechenden Beröffent lichungen schon vorher in dem ersten von ihm publizierten Schwarzbuch Ende Juli 1920 erschienen find, bevor sich Wandt das Dokument Debeuckelsere aus dem Reichsarchiv verfchafft haben soll. Bullus erflärte fich gegenüber dem Bertreter der Frankfurter Zeitung" bereit, auf Ersuchen des deutschen Juftizministers vor einem belgischen Richter die Unschuld Wandts eidlich zu bezeugen. Wann wird das Reichsgericht, das wie die meisten deutschen Gerichte von der Landesverratsmanie befallen ist, auf ble Stimme des Gewissens und der Gerechtigkeit hören? Wird es jetzt endlich die erforderlichen Schritte tun, um über den Fall Bandt restlose Klar heit zu schaffen, oder soll das Fehlurteil des Reichsgerichts be stehen bleiben? Sechs Jahre Buchthaus für die angebliche MitSo drakonisch teilung von Dingen, die bereits bekannt waren! fann die deutsche Justiz rechtsprechen, dieselbe Justiz, die rechtsstehende Berbrecher, Leute wie Kapitän Ehrhardt mit Sammet pfötchen anfaßt. Am Verfaffungstage 1925 Batte Raufmann Sonapp, als er angegriffen tourde, ben Frontbannmann Dölle getötet. Da die Boruntersuchung ergab, daß es sich um einen Ali ber Notmehr handelte, ist das Verfahren gegen Schnapp jetzt eingestellt woorden. Zentrumstagung am 10. Januar. Die schon angekündigte gemeinsame Sigung der Zentrumsparteileitung und der beiden Frattionen von Reichstag und Preußischen Landtag ist nunmehr auf den 10. Januar einberufen worden. Die Tagung soll die Frage der Regierungsbildung besprechen und der Zentrumsforderung nach der Großen Koalition Rachorud geben. | günstig. Deren Zahl fant ja bis unter 2000 herunter, während mindestens 4000 Studierende der evangelischen Theologie erforderlich find, um den Nachwuchs zu sichern. Auch die fatholische Kirche muß eine Durchschnittszahl von 3500 bis 4000 Theologiestudierenden als erforderlich ansehen, und deshalb reicht die gegenwärtige Zahl noch nicht einmal hin, den Abgang zu ersezen". Besuch ab. Es gastiert gegenwärtig im Deutschen KünstlerDas ruffische Ballett Diaghilew ftattet uns jetzt alljährlich feinen theater. Brachte an den ersten Abenden drei Novitäten. Zunächst einen Einafter, der den unmotivierten Titel„ Die Rehe" führt, und durch schönfarbige Bühnenbilder( nach Entwürfen der Marie Laurencin) und ein persönlich stilvolles Solo der Remtschinova erfreute. In den fünf Bildern der Matrofen" glänzte neben Der Remtschinova die fabelhafte Technik der gelenf und knochenlofen Gummimänner Woizitopfty, Slawinsty und ifar. ,, Der Puppenladen" hieß die Novität des zweiten Abends. nüsse: eine Tarantella, eine Mazurka, ein Cancan. In den Szenen Gine Groteste im Kostüm der 1860er Jahre. Höhepunkt der Gemoderner Tanzoramen wird tiefstes ernstes oder feinstes heiteres Seelenerleben durch rhythmische Körperbewegung gestaltet. Im Ballett geben geift- und reizlose Schwanthandlungen den Barwand zur Probuftion afrobatischer Künste. Troß großen redlichen Mühe. aufwands und technisch ftaunenswerter Leistungen bleibt alles auf dem Niveau flacher Amüsierkunft. Die Ueberreste der zaristischen Hofbühne versuchen das alte Ballett zu retten, indem fie fein äußeres Bild modernisieren. Pariser Expressionisten schaffen Dekorationen und Kostüme, Pas und Rhythmen neuester Gesellschaftstänge merden. in die Balletsprünge verflochten. Aber der Tote wird nicht lebendig. Der Verwefungsgeruch nimmt zu. Je mehr wir uns in die neue Tanzkunst einleben, desto fataler empfinden wir die Ausdrucksarmut dieser Soli, die nur verblüffen, die choreographische Phantasiefofigkeit und mangelnde Afturatesse dieser Ensembletänze, die nur das Auge blenden, die Sinne betäuben wollen. Das Ballett ist nicht zu retten. Aber vielleicht tönnen Einzelbestandteile seiner Technik für den modernen Tanz fruchtbar gemacht werden und hier zu be J. S. lebender Ausgestaltung mitwirken. Vielleicht. Herweghs Lebensreffer. In dem oberbabischen Ort Karsan( Amt Baldshut) wurde am 13. Dezember der einundneunzigjährige Lud wig Bannwarth zu Grabe getragen. Mit seiner Person war die Erinnerung an eine Episode aus der großen Freiheitsbewegung der achtundvierziger Jahre verknüpft. Nach dem unglücklichen Gefechte der Herweghfchen Legion gegen die Württemberger bei Doffen bach floh Herwegh mit seiner Frau nach Karfan zu und traf auf dem Getreidefelde zu verbergen, und ihnen später Unterschlupf in feinem Felde einen Bauern, der den beiden Flüchtlingen riet, sich in seinem Hause gewährte und sie dann mit seinem Holzfuhrwert über die Rheinfelder Brücke schaffte, obwohl diese von einer halben Kompagnie Württemberger bewacht wurde. Der Verstorbene war der Sohn jenes Bauern und war feinem Vater bei der Lebensreitung des Freiheitskämpfers und feiner Frau behilflich gewesen. Meffalinette von heute an um 8 Uhr; die Silvestervorstellung beginni Jm Berliner Theater beginnen die Aufführungen der Bromme- Dbereite um 7% Uhr. Wann wird Friede mit Polen? Soll der Handelskrieg ewig danern? Bereinigt sind die Staaten von Europa erst in der ziemfich allgemeinen Wirtschaftsnot. In der steckt Deutschland zu tief drin, als daß man noch näher zu sagen brauchte, wie. Jedenfalls fönnte man meinen, daß wir auch die Wiederherstellung der deutschen Warenausfuhr nach Polen und damit die Beschäftigung einer großen Zahl Arbeiter und Angestellten um so mehr brauchen, als die Kauffraft in Deutschland to start gejunten ist und diese Ausfuhr normalerweise 500 Millionen Goldmark im Jahre und 6 Proz. der deutschen Gesamtausfuhr beträgt. Erwerbslosenproblem und Notstandsarbeiten. Vorschläge der preußischen Regierung. Am 4. Januar findet zwischen Reich und Ländern eine| arbeitsministeriums, von welchem seit dem April dieses Jahres nu Beratung statt, in der in erster Linie das Problem der Finan verhältnismäßig geringe Beträge für Notstandsarbeiten verwendet gierung der Rotstandsarbeiten zur Beschäftigung der wurden, ist das Finanzierungsproblem noch nicht gedierung der Rotstandsarbeiten zur Beschäftigung der löst. Es muß auch die Leistungsfähigteit der Länder, Erwerbslosen geklärt werden soll. die bekanntlich verpflichtet sind, die gleichen Beträge wie das Reich Bis zur Elunde verfügen die Länder noch über Mittel, um die zur Verfügung zu stellen, in Betracht gezogen werden. Erfreulicher. totstandsarbeiten in Gang zu bringen oder weiterzuführen. So weise hat der preußische Finanzminister den wichtigen Vorschlägen haben in Breußen z. B. die Regierungspräsidenten gegenwärtig noch des Wohlfahrtsministeriums auf 3insermäßigung für die Nun wird der Einwand erhoben, daß Polen jetzt in einer feine neuen Beträge angefordert, und die Gemeinden, die sich viel Darlehen, auf Milderung bei der Rückerstattung der Kredite und auf Währungstrije stehe, der an sich zwar stabilisierte polnische fach an die Zentralstellen wenden, tun deshalb gut daran, zur Fi Erhöhung des Gesamtbeihilfefonds zugestimmt. Wie der SozZloty( sprich: Slotty, übersezt: Gulden) start entwertet sei nanzierung der Notstandsarbeiten sich zunächst mit den Regierungs Pressedienst" erfährt, ist damit zu rechnen, daß das Reichs. und bei seiner andauernden Unfestigkeit eine sichere Bezahlung präsidenten in Berbindung zu sehen. Die preußischen Refinanzministerium den preußischen Vorschlägen seine Zudeutscher Lieferungen nicht sein fönne, es also feinen wedgierungspräsidenten haben zur Förderung der Rotstands stummung nicht versagen wird, wenn auch bis jetzt noch feine offizielle hätte, Ausfuhr nach Polen zu treiben. Aber unser polnischer arbeiten je de nur mögliche Bewegungsfreiheit Inner Erklärung des Reiches vorliegt. Unverständlich bleibt dann aber die Genoffe Abgeordneter Dr. Hermann Diamand, Mitglied halb der Provinzen kann ein Ausgleich der zur Verfügung stehenden Meldung, daß das Reichsarbeitsminifterium bei der Besprechung der der Handelsvertragsabordnung, hat in der deutschen Bresse, mittel stattfinden, damit überall dort, wo die Arbeitslosigkeit plög. Cänder am 4. Januar mit bestimmten Vorschlägen über die Zins besonders auch im„, Borwärts", zur Umgehung dieser Schwie fich und heftig einsetzt, fofort Hilfe gebracht werden kann. Auch sollen erleichterung und dergleichen hervortreten werde. Bis jetzt ist über rigkeit den Weg gewiesen. Er hat vorgeschlagen, daß die die wandernden Erwerbslosen nach Möglichkeit auf dem den fonkreten Inhalt solcher Borschläge der Reichsregierung nichts zu deutschen Lieferungen nicht vom polnischen Empfänger bar Lande beim Straßenbau, bei Meliorationsarbeiten usw. Arbeit ermitteln geweien; eigenartigerweise ist auch den zuständigen Stellen bezahlt werden, sondern daß ein Berrechnungssystem deutscher finden, damit sie nicht in die Großstädte strömen. Zur Entlastung in den Ländern nichts davon bekannt. Ausfuhrwaren gegen nach Deutschland eingeführte polnische der Städte vom Drud des Arbeitslosenelends will man besonders an Produkte angewendet werde, so daß ein Balutarifilo nicht der Peripherie der Industriezentren und auf dem Lande Notstands entstehe. Bolen führt meist Landwirtschaftserzeugnisse aus, arbeiten in größerem Umfange vornehmen. die beim jezigen niedrigen Zlotystand wahrscheinlich billiger fommen würden, als Nahrungsmittel, Bieh, Holz usw. jetzt bei uns tosten. Ein Handelsvertrag müßte ja gegenseitige Bollermäßigungen bringen, und so fönnten diese polnischen Produkte ebensowenig mit der ganzen Schwere der deutschen Rampfzölle belastet werden, als die deutsche Industrieausfuhr unter einem Handelsvertrag die polnischen Handelskriegstaren tragen müßte. Nun gehen die Verhandlungen mit Polen schon viele Monate, ohne fichtlich vom Fled zu tommen während die sehr schwierigen Berhandlungen mit Frankreich im Dezember überraschend schnell zu einer Bereinbarung geführt werden fonnten. Soviel wir wissen, haben die Polen den Vorschlag gemacht, da man doch nicht über alle Positionen sich gleichzeitig verständigen könne, zunächst die vorwegzunehmen, über die eine Einigung fchon möglich erscheine und darüber ein Provisorium abzuschließen; das Weitere werde dann schon kommen. Diesen recht einleuchtenden Vorschlag haben jedoch, wie wir zu wiffen glauben, die deutschen Unterhändler ihr Führer ist der gewesene taiserliche Staatssekretär Lewaldabgelehnt: letthin haben sie den Bolen mitgeteilt, daß sie die deutsche Vorschlagsliste( über den ganzen Handelsvertrag) a m 25. Januar vorlegen werden. Das ist einmal wieder eine ziemliche Verzögerung, und dann: Beratungen über die ganze Positionenreihe können, bei einigem ,, guten" Willen, auch ein Jahr dauern! Hat Deutschland in der jetzigen schweren Absatztrise die Wiederge irgendein wirtschaftliches Interesse, die Wiederge winnung des polnischen Marktes hinauszuschieben und dabei noch zu risfieren, daß immer weiter andere Industriestaaten etwa das fapitalfräftigere England oder das Dumping treibende Inflationsfrankreich als Lieferanten in Polen an feine Stelle treten? - Jedenfalls scheint die scharfe Berurteilung des deutschen Borgehens bei handelsvertragsverhandlungen in dem be fannten, umfangreichen Wirtschaftsprogramm der sozialdemo fratischen Reichstagsfraktion uns ganz ausnehmend auch auf die Lewald- Kommission zu passen und ihr Vorgehen oder das ihrer Auftraggeber- fcheint uns eine starke Begründung für das Verlangen unseres Wirtschaftsprogramms nach gründlicher Aenderung dieser Methoden zu sein. Sowohl in der Kritik wie in der Forderung ftimmt mit unserer Fraktion ein führender bürgerlicher Wirtschaftspolitiker, Professor Julius Wolf, überein; das geht aus seinem Weih nachtsartikel in der Boffischen Zeitung" flar hervor, und es find gerade die oben besprochenen Methoden gegen Polen, die er besonders heranzieht und deren zerstörende Wirkungen für den deutschen Often, vor allem für Breslau, wie für das Deutschtum in Bolen er nachweist. Sollen furafichtige Diplomaten, deren hauptsächlichstes Motiv die Schadenfreude an der schlechten Lage anderer Staaten zu sein scheint, noch mehr verderben dürfen? " Gegen die Fürstenabfindung. Ein Beschluß der Kaffeler Stadtverordneten. Die Bossische Zeitung" verbreitet folgende Meldung des„ Demotratifchen Zeitungsdienstes" aus Kaffel: " Die großen Laften des wirtschaftlichen Niederganges treffen heute zum größten Teil die Gemeinden, denen nach Be schneidung ihrer finanziellen Selbständigkeit die Sorgen der Wohlfahrtspflege hauptsächlich auferlegt find. Die Ge Die Gemeinden haben daher allen Anlaß, sich bei dem Reich und den Ländern zu melden und zu verlangen, daß alle verfügbaren Pittet zur Linberung der Arbeitslosigkeit verwandt werden. Die Stadt Tre Stadt Staffel ist im Begriffe, auf diesem Wege voranzugehen. Nachdem in einer wuchtigen Rundgebung des Reichsbanners in Rafel eine Entschließung an den Magistrat gefaßt worden war, in der dieser ersucht wurde, bei den zuständigen Stellen zu verlangen, daß fein Pfennig für die Fürsten ausgegeben wird, solange noch m Deutschland jemand hungert, brachten die drei republikani ichen Parteien diese Entschließung auch vor die Stadtver ordnetenversammlung, die sie sich mit Hilfe der kommuniftischen Stimmen zu eigen machte. Die Entschließung lautet: Die Stadtverordnetenverfammlung betrachtet es angesichts der erfchredenden Arbeitslosigkeit und der Not von zehntausenden EinAngesichts der im Laufe des Monats Januar einfegenden Steigerung der Massenarbeitslosigkeit muß jedoch über die Not behelfe für den Augenblid hinaus in der Frage der Finanzierung großer und umfassender Notstandsarbeiten schleunigst Klar heit geschaffen werden. Mit der Bereitstellung des 100. Millionen Fonds aus dem ordentlichen Etat des Reichs. Korfanty spielt Separatist. Oberschlesische Manöver sollen ihm aufhelfen. Breslau, 27. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der polnische Abgeordnete Rorfanty, der von der letzten polnischen Regierung feiner verschiedenen staatlichen Aufsichtsratsämter entlegt worden ist und in Warschau jetzt sowohl links wie rechts allen Boden verloren hat, bemüht sich zur Stärkung seines persönlichen Ansehens um eine Wiederbelebung seiner alten oberschleji fchen Agitation. Er stellt diese Agitation jetzt ausschließlich gegen Warschau ein und mußte sich in den letzten Tagen sowohl von der polnischen Rechtspresse wie von den polnischen Sozialisten fagen lassen, daß er als ausgesprochener Partitularist und Roslösungspolitiker auftrete. Die deutsche öffentliche Meinung muß davor gewarnt werden, diese Korfantnsche Agitation gegen Warschau allzu ernst zu nehmen und darin etwa ein Zeichen wirklicher Loslösungsbestrebungen zu sehen. Der Zweck der neuen Rampagne ist zweifellos mir eine persönliche Machtstärkung Kor fantys, der damit den verlorenen Boden in Warschau wieder er obern mill. Weitere Sanierung Deutschösterreichs. Pläne der Regierung. Frankfurt a. M., 28. Dezember.( Mtb.) Wie der Frankfurter Beitung" aus Bien berichtet wird, will die öfterreichische Regierung der staatsfinanziellen Sanierungsaktion des Bölkerbundes, die sie als beendet ansieht, jetzt den Versuch einer wirtschaftlichen Sanie rung folgen lassen und bereitet, besonders durch die steirischen Christlichsozialen dazu gedrängt, ein großes Wirtschaftsprogramm vor, dessen Richtlinien bereits einen Ministerrat beschäftigt haben. Die Industrie soll durch Exporterleichterungen, Beschaffung billiger Betriebsmittel und einschneidende Aenderungen in der bisherigen Steuer- und Sozial politit( 1) gefördert werden. Der Intensivierung der Landwirtschaft soll ein besonderes Zentralpfandbriefinstitut bienen. Der Handelsminister wird auf Anregung der wiener Handelskammer im Januar eine wirtschaftsenquete einberufen, deren Programm im Einvernehmen mit den maß gebenden wirtschaftlichen Körperschaften festgesetzt werden soll. Da hiermit eine zweite Etappe des Wiederaufbaues Desterreichs beginnt, erinnern die großdeutschen„ Wiener Neuesten Nachrichten daran, daß die derzeitige Roalition zwischen den Christlichsozialen und der Großdeutschen Bolkspartei in der Hauptsache nur zur Durchführung des Genfer Sanierungswertes abgeschlossen wurde. Die Stellung der Großdeutschen Volkspartei zu dem neuen Wirtschaftsprogramm werde davon bestimmt werden, ob fich dieses Programm in den Rahmen des Anschluß programmes einfüge. Hoffentlich gibt es bei der Beratung am 4. Januar nicht erst große Differenzen und lange Diskussionen über die Vorschläge Preußens und die des Reiches; das Zweckmäßigste wäre, menn Reich und Länder den Forderungen der preußischen Regierung zustimmen würden, damit sofort im Anschluß an die Beratung vom 4. Januar die notwendigen Erlasse der Länder an die nachgeordneten Stellen weitergehen fönnen. Wenn feine Schwierigteilen entstehen, wird bis zum Wiederzusammentritt der Parlamente die Regelung der Finanzierung der Rotstandsarbeiten wirksam werden. Deutschösterreich hat längst nicht einmal die im St. Ger mainer Frieden festgesetzte Heeresstärke von 30 000 Mann. Da nämlich die Wehrmänner wie auch die Erfahmannschaft bei den Erneuerungen gut republikanisch und demokratisch, zum großen Teil auch sozialistisch sind, spart der christlichsoziale Wehrminister und verringert die Wehrmacht immer mehr. Letthin erst hat ein Großdeutscher im Nationalrat geflagt, daß die lieben Nachbarn, besonders die Italiener, die Grenze sehr häufig verlegen, ohne daß dagegen was geschieht, weil eben kein Militär da ist. Aber seit einiger Zeit hehen die Reaktionäre bei der Entente gegen den Republika. nischen Schuhbund, der als eine geheime Armee den Nachbarstaaten zum Schred hingemalt wird. Sollte man sich in Paris wirklich auf diesen Monarchisten- und Hakenkreuzlerschwindel eingelassen haben? Ein Kranz auf Somoghys Grab. Bon Crispien und Ellenbogen niedergelegt. Budapest, 28. Dezember.( Eigener Drabibericht.) Im Namen aller ausländischen Delegierten, die am Parteitag der ungarischen Sozialdemokratie teilnehmen, haben am Sonntag CrispienBerlin und Dr. Ellenbogen Wien einen Kranz auf dem Grabe des ermordeten Genoffen Somogby niedergelegt. Auf der Schleife des Kranzes stehen in madjarischer Sprache die Worte Dem toten Märtyrer die ausländischen Sozialisten". Die Polizei hatte von dem Befuche des Grabes feine Keuntnis, so daß die Rieberlegung des Kranzes ohne Störung vor sich ging. Briand und Marokko. Uebereinstimmung mit Spanien erstrebt. Paris, 28. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der franzöfifche Ministerpräsident Briand hat am Montag den Generalresidenten bon Marollo Steeg empfangen und mit ihm eine längere Unterhaltung über die Lage in Marokko gehabt. Bei diefer Gelegenheit bat Briand dem Generalrefidenten das Schreiben des Abgesandten Abd el Krims Cunning zur Kenntnis gebracht. Das französische Außenministerium beabsichtigt, in einem Stommuniqué seine Stellung nahme in Hebereinstimmung mit der spanischen Regierung befanntzugeben. Westarp auf Laverrenz' Spuren. Warum die Agrarier der Kreuzzeitung" helfen sollen. Zu unserer in der Montagabendausgabe unter der Ueberschrift: Kreuzzeitungsnöte" veröffentlichten Meldung, in der das Bettelschreiben der Dorpommerschen Adligen erwähnt wurde, wird uns von unterrichteter Seite geschrieben: Seinerzeit haben die Christlichsozialen und Großdeutschen den allerdings start in den Privatbesitz eingreifenden sozialdemokratischen Sanierungsvorschlägen den Berkauf des Restes von Freiheit und Selbstbestimmung des Staates gegen Die Kreuzzeitung" befindet sich wirklich in einer argen die teure Bölkerbundanleihe und bitter schwere Finanzkontrolle Notlage. Die politischen Leiter des Unternehmens hatten vor vorgezogen. Das große Wert von Genf hat zwar die Währung Monaten beschlossen, das Blatt technisch und redaktionell erheblich stabilisiert, jedoch die Wirtschaftsnot eher noch vergrößert, auszubauen und suchten zu diesem Zwed Kapital. Mit Hilje gewiß aber nicht beseitigt." Exporterleichterungen", nämlich gewiß aber nicht beseitigt." Exporterleichterungen", nämlich Bollermäßigungen der anderen Nachfolgestaaten für deutsch einiger fonfervativer Großagrarier und vor allem eines schwebideutschschen österreichische Wareneinfuhr das hat schon Benesch emphen Gönners glaubten sie, die für den Ausbau des Blattes not. fohlen, als die Anschlußbewegung auf dem Boden der Notwendige Million zu erhalten. Nachträglich stellte sich aber heraus, wieder hell aufflammte. Aber die Staaten der kleinen Entente daß gerade die schwedischen Gelder, auf denen der ganze Plan betaten nichts dergleichen, Bolen fogar das Gegenteil, als seine Finanzen zu wanten begannen. An Exportprämien aus eigenen Mitteln wird aber die arme Alpenrepublik schwerlich denken können. Der Staatshaushalt scheint auch größere Steuerermäßigungen nicht zu gestatten. So dürfte nur die angekündigte o zi a I, reform" nach rückwärts übrig bleiben und der wird schon die Sozialdemokratie zu begegnen wissen. Die Ankündigung Kredithilfe für ruhte, nicht aufzutreiben waren. Inzwischen hatte aber der Verlag der Kreuzzeitung", lies Graf Westarp, das Grundstüd und die Einrichtung der Stollberg- Druckerei getauft, in der die vergrößerte preises war bereits bezahlt, als Termin für das Erscheinen der aus. Streuzzeitung" hergestellt werden sollte. Die erste Rate des Kaufgebauten Struzzeitung" in der Stollberg- Druckerei war der 1. Dr. tober in Aussicht genommen, ja, es wurden jogar bereits fertige Brobenummern täglich gedruckt als der vermeintliche Deutschen Städtetage, der Breußischen Staatsregierung, beim offenbar ein Erfolg des Agrarprogramms, das der sozialdemo- Schwedentrösus total verjagte. Alle darauf folgenden Bemühungen, zu werden, daß alle verfügbaren Mittel für die Linderung ber Not det Erwerbslosen und Arbeitsunfähigen den Gemeinden zur Berfügung gestellt werden. Alle anderen Ansprüche müffen demgegenüber zurüdireten. Insbesondere wird der Magistrat ersucht, bei den erwähnten Stellen mit größter Beschleunigung zu beantragen, daß die Frage einer Inzwischen hat die sozialdemokratisch fanierte Stadt Abfindung der ehemaligen Fürstenhäuser so lange aus. gefegt wird, als noch ein deutscher Mann, Frau oder Kind hungern. Nach der deutschen Reichsverfaffung ist es ein Grundien abermals ein neues Wasserkraftwerk in den Alpen errecht jedes Deutschen, daß für seinen notwendigen Unterhalt gesorgt öffnet und um täglich 23 000 meitere Kilowatt mehr ist der wird. Der Magistrat der Stadt Raffel wird gebeten, bei den ver- Wiener Kohlenverbrauch, der aus Polen und der Tschecho, antwortlichen Stellen auf die Erfüllung dieses verfassungsmäßigen slowakei gedeckt wird, vermindert! Anspruchs hinzuweisen." fratifche Parteitag im Novemberanfang beschlossen und das auf dem Lande zündend eingeschlagen zu haben scheint. Dies und die allgemeine Protestbewegung der Mieter gegen den Abbau des Mieterschutzes läßt die zwei bürgerlichen Barteileitungen sehr forgenvoll den Neuwahlen entgegensehen, die vielleicht schon das fommende Jahr bringen wird. Noch nicht genug abgerüstet! der vergrößerten Kreuzzeifung" wurde nicht nur hinausgeschoben, fondern es stellte sich sehr bald heraus, das Graf Westarp und sondern es stellte sich sehr bald heraus, daß Graf Westarp und feine Leute nicht einmal in der Lage waren, bie weite Rate in Höhe von 60 000 bis 80 000 Mart an dem vertragsmäßig vereinbarten Termin, näm= Druckerei antwortete mit einer klage, und es hat bereits sogar Stadtlich dem 1. Dezember, zu bezahlen. Die Stollbergein Termin stattgefunden. Das für die ausgebaute Kreuzzeitung" bereits engagierte faufmännische Personal mußte gekündigt werden, setzte sich jedoch dagegen zur Wehr mit dem Erfolg, dağ die Kündigungen zum größten Teil wieder zurüdgenommen wurden. Wie sich die Dinge weiter entwickeln werden, hängt natürlich lediglich Davon ab, ab es den Rittern für Gott, König und Baterland gefingt, bas infolge der Treulosigkeit ihres schwedischen Mäzens fehlende Rapital nachträglich zusammenzuschnorren. Dieser von demokratischer Seite formulierten Entschließung hat Paris, 28. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Botschafter. ber zur starten Hälfte aus Rechtsstehenden zusammengefeßzte Ma. giftrat in wesentlichen zugestimmt. Wir sind neugierig, ob fonferenz hat der österreichischen Regierung mitgeteilt, daß nach im banach in der Berliner Stadtverordnetenversammlung der bereits Durchführung der noch rückständigen Abrüstung s vorliegende sozialdemokratische Antrag auch von finte- bürgerlichermaßnahmen die Militärfontrolle dem Bölferbund übergeben ] werden soll. Seite unterstützt werden wird, Die Deutschnationalen scheinen an dem einen Fall Nationalpoft" Laverrenz nicht genug zu haben. Gewerkschaftsbewegung Die Einheit der Gewerkschaftsbewegung. Ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Amfterdam, 28. Dezember.( Eigener Bericht.) Der englische Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Genosse Brown, hat sich zu einem Vertreter des Amsterdamer„ Telegraaf" über das Verhältnis der Amsterdamer Internationale zu den Russen geäußert. Er bezeichnet es als einen Irrtum, das Bestreben der Engländer nach einer nicht an Bedingungen geknüpften Konferenz der Russen mit der Leitung des IGB als im Widerspruch stehend zu der Entschließung des Wiener Gewerkschaftskongresses zu betrachten. Die Leitung des JGB. wisse, daß die Bertreter der englischen Gewerkschaften auf Grund der Beschlüsse des Kongresses von Scarborough mit den Russen überlegen würden, auf welche Weise fünftig im Interesse der internationalen Gewerkschaftsbewegung gehandelt werden müsse. Es stehe fest, daß die Gewerkschaftszentralen von Unity ift George Hids, Führer des englischen Maurerver| pitän bes Seglers eine Seeamtsverhandlung statt. Es bandes. Diese Organisation trat unter Führung von Hicks aus dem Bauarbeiterverband aus, weil nach Hicks Meinung die Maurer bei dem letzten Bauarbeiterkampf nicht gut genug abgeschnitten hätten. Ein derartiger Bruch der Organisationseinheit wäre in Deutschland undenkbar. Diese Leute wollen anderen die Einheit predigen! Und wie sieht es sonst in den englischen Gewerkschaften aus? Ihre unendliche Zersplitterung in fleine und kleinste Organisationen ist ein trauriges Kapitel, das auf dem Festlande längst abgeschlossen iſt. Wir denken nicht daran, den englischen Gewerkschaften dar über Lehren erteilen zu wollen. Wenn sie aber nur einen Bruchteil der Energie, mit der sie die Einheit auf dem Festlande herstellen wollen, dazu verwenden würden, die Einheit im eigenen Lande herzustellen, dann stände es um die Einheit der Gewertfchaften erheblich besser. Norwegen, Finnland, Japan und Megito mur auf den Augenblick Arbeiter Kultur- Kartell Groß- Berlin warten, wo die Einigkeit der russischen Gewerkschaften verwirklicht ist, um sich dann der neuen Internationale anzuschließen. Anders sei die Lage gegenüber den Vereinigten Staaten. Die Bolitik des amerikanischen Gewerkschaftsbundes sei so, daß bei einem Anschluß der Russen an die Amsterdamer Internationale dieser auf absehbare Zeit fernbleiben werde. Die Gewerkschaften Australiens und Neuseelands hätten für Anfang 1926 eine Gewerkschaftskonfe renz in Honolulu angefeßt, mo das ganze Problem erörtert werden soll. Wir geben auch dieses Interview wieder, das Benoffe Brown einem bürgerlichen Blatt zu geben für nötig hielt. Nicht so deutlich mie das Interview von Citrine, aber deutlich genug für jeden, der zwischen den Zeilen zu lesen versteht, sagt auch Brown, daß es sich nicht um den Anschluß der russischen Gewerkschaften an den IGB. handelt, sondern um die Gründung einer neuen Internationale, der alle der sogenannten Roten Gewerkschaftsinternationale angeschlossenen Splitterorganisationen gleichfalls angehören sollen, nachdem sie mit den Amsterdamer Gemertschaften der verschiedenen Länder wieder ihre Berschmelzung" vollzogen haben. Es ist peinlich, mit erfahrenen, von den besten Absichten be seelten Gewerkschaftlern, wie unsere englischen Genoffen, sich aus einandersetzen und ihnen sagen zu müssen, daß fie fich an eine Aufgabe herangewagt haben, der fie in teiner Weise gemachsen sind. Wenn man unseren englischen Kameraden glauben dürfte, dann ist das Problem folgendes: Auf dem Festlande ist es in der Gewerkschaftsbewegung zur Spaltung gefommen vielleicht durch die Schuld der Amsterdamer, vielleicht der Moskauer, jedenfalls bedeutet diese Spaltung eine Schwächung. Auch da, wo die Gemerkschaften nach außen nicht gespalten seien, herrsche nach innen ein so tiefer 3wiespalt, daß die Aktionskraft lahmgelegt sei. Die englischen Genossen fühlen sich zu ihrem großen Leidwesen gleich Hamlet dazu berufen, die aus den Fugen gekommene Gemertschaftsbewegung wieder einzurenfen. Sie übersehen aber eine wesentliche Tatsache, nämlich die wirkliche Ursache der Spaltung und der Differenzen in der Taktik. Neben der Gewerkschaftsbewegung, vielfach älter als diese, gibt es eine politische Arbeiterbewegung, die bis zum Ausbruch des Weltkrieges auf dem Festlande eine geschlossene ſozialistische war. Dann tam in Rußland der Bolschewismus zur Herrschaft. Die Bolschemisten begnügten sich feineswegs, Rußland nach ihren Methoden zu regieren, allenfalls durch ihr Beispiel die fozialistischen Parteien der anderen Länder zu beeinflussen. Mit beispielloser Schärfe, mit Anwendung von Mitteln, die in der Arbeiterbewegung bislang unbekannt waren, wurden die Arbeiterparteien der anderen Länder bekämpft und die Gründung von fommunistischen Konturrenzparteien, die von der Moskauer Zenrale vollständig abhängig sind, betrieben. Dieser Kampf und diese Spaltung wurden ausgedehnt auf die Gewerkschaften. Aber selbst wenn die russischen Bolschewisten nicht ihre Rote Gewerkschaftsinternationale gegründet und die Spaltung in anderen Ländern betrieben hätten, würden die Differenzen innerhalb der Gemertschaften mit dem Augenblid unausbleiblich geworden sein, als die sozialistischen Parteien auf Betreiben Mostaus ge spalten wurden. Und solange die politische Spaltung besteht, wird sie auch ihre Rüdwirtung auf die Gewerkschaftsbewegung ausüben. Deshalb ist jeder Versuch, die gewert. schaftliche Einheitsfront" herzustellen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln und am verkehrten Ende, solange die politische Spaltung fortdauert. Unsere englischen Genossen erheben wohl den Anspruch, Schiedsrichter zu sein, haben aber leider noch nicht begriffen, daß es sich in Wirklichkeit nicht um ein gewertschaftliches, sondern um ein politisches Problem handelt. Die englischen Genossen weisen mit Selbstzufriedenheit darauf hin, daß es bei ihnen teine Spaltung gäbe. Bir wünschen ihnen, daß die Differenzen nicht größer sein mögen, als z. B. in Deutschland. Auf dem Breslauer Gewerkschaftstongreß zum Beispiel gab es insgesamt drei tommunistische Delegierte; in Scarborough waren es wohl mindestens zwanzigmal so viel Eines der Mitglieder des englisch- russischen Komitees und Herausgeber der Trade Union Donnerstag, den 31. Dezember 1925, abends 10 Uhr, in der Stadthalle( Stadthaus Klosterstraße) Silvestermusik Mitwirkende: Bläserchor des Orchesters der Städtischen Oper, die A- cappella- Bereinigung des Berliner Bolfschors unter Leitung von Dr. Ernst Zander. Eintrittspreis 60 Pfennig. Der Konflikt in den Karosseriebetrieben. Bergleichsvorschlag der Unternehmer. Gestern waren vor dem Schlichter für Groß- Berlin die Ber= bindlichkeitsverhandlungen über den Schiedsspruch vom 16. Dezember, der von den Arbeitern angenommen, von den Unternehmern aber abgelehnt worden war. Der Schiedsspruch lehnt bekanntlich den einseitig von den Unternehmern festgesetzten Abbau des Tariflohnes von 1,05 m. auf 0,85 M. und der Akkordbasis von 1 M. auf 80 Pf. ab und läßt das bisherige Lohnabkommen mit vierwöchiger Kündigung bestehen. Die Unternehmer erklärten auch bei den Verbindlichkeitsverhandlungen wieder, daß es durch den im Interesse der Arbeiter liegenden Schiedsspruch unmöglich sei, die schlechte Geschäftslage in der Automobilindustrie zu beheben. Nach ungefähr fünfftündigen Verhandlungen machten die Unternehmervertreter folgendes letztes Angebot: " Der Tariffpigenlohn beträgt vom Tage der Arbeitsaufnahme ab 0,95 M., Atfordbafis 0,90 m. Der§ 8 des Tarifvertrages( Regelung der Affordarbeit vom 13. März 1925) gilt für die Dauer dieser Lohnvereinbarung. Die Löhne der übrigen Gruppen bleiber im bisherigen Verhältnis. Die Kündigungsfrist der Lohnabkommen beträgt vier Wochen, zum Schluß einer Lohnmoche. Der Tariflohn gilt vom Tage der Arbeitsaufnahme ab. Die Einstellung erfolgt nach Maßgabe der Beschäftigung. Maßregelungen finden nicht statt. Eine Einstellung bisher nicht beschäftigter Arbeiter findet bis zum 16. Februar nicht statt, sofern bisher beschäftigte Arbeiter noch arbeitslos find. Das Aussehen der Arbeit gilt nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses. Erklärungsfrist bis zum 31. Dezember 1925 vormittags 10 Uhr." Eine Funktionärversammlung, in der Hentschel Dom Metallarbeiterverband den Bericht von den Verhandlungen gab, nahm gestern zu dem Angebot der Unternehmer Stellung und beschloß nach eingehender Diskussion, das Angebot der UnterMittwoch zur nehmer einer Vollversammlung am Entscheidung vorzulegen. A18 Wächter zu klein. Ein Wächter, der 3% Jahre bei der Wachgesellschaft für Berlin und Nachbarorte in Stellung war, während dieser Zeit seine Arbeit einwandfrei verrichtet und keine Gelegenheit zu Beanstandungen gegeben hatte, follte nach Meinung der Direktion zum Wachdienst nicht mehr geeignet sein, weil er zu klein ist. Der Kunde, dessen Grundstück der Mann bisher bewachte, hatte das Abonnement bei der Wachgesellschaft aufgegeben. Der Wächter war also freigeworden und erwartete selbstverständlich, die Gesellschaft würde ihn an einer anderen Stelle beschäftigen. Statt deffen erhielt er seine Entlassung mit der Begründung, einen so fleinen und unansehnlichen Mann könne man einem anderen Kunden nicht zuweisen, denn diese wollten große Männer als Wächter haben. Der Entlaffene flagte beim Gewerbegericht mit dem Erfolg, daß die Gesellschaft verurteilt wurde, den Kläger weiterzubeschäftigen oder ihm eine Entschädigung von 400 m. zu zahlen, denn die förperliche Kleinheit und Unansehnlichkeit des Klägers fönne, nachdem er sich 3½ Jahre einwandfrei geführt habe, nicht als Entlassungsgrund geltend gemacht werden. Der Gesellschaft, die 85 Mann beschäftigt, werde es bei gutem Willen möglich sein, dem Rläger eine geeignete Arbeit zuzuweisen. Die Seemannsordnung. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Im Mai 1923 war ber Schiffsjunge Ludwig Ottway vom Segler Margarethe" der Hamburger Reederei Ernst Simon verschwunden. Im August 1923 fand gegen den Steuermann und den ka. war nämlich bekannt geworden, daß der Steuermann den Schiffsjungen fortgesett roh mißhandelt hatte, so daß die Bermutung nahe lag, er habe ihn durch diese Behandlung zum Selbstmord getrieben. Der Kapitän hatte gegen die Mißhandlungen nichts unternommen. Merkwürdigerweise vernahm das Seeamt nur den Kapitän und den Steuermann und fällte darauf einen Spruch, daß an dem Tode des Ottway ein Verschulden der Schiffsleitung nicht festzustellen sei. Nach mehr denn zwei Jahren fand jetzt gegen den Kapitän vor einem Hamburger Gericht ein Verfahren wegen Körperverlegung statt. Diesmal lautete das Urteil auf 200 Mart Geldstrafe wegen einfacher Körperverlegung. Diesem Borfall kommt deshalb besondere Bedeutung zu, weil er wieder einmal dartut, wie dringend eine Aenderung der immer noch bestehenden mittelalterlich anmutenden Seemannsordnung ist, die für viele Tragödien auf deutschen Schiffen teine Sühne schafft. Um den Schiedsspruch im rheinischen Braunkohlenbergban. Köln, 27. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Arbeitgeberberband des rheinischen Braunkohlenreviers hat, nachdem die Eewerkschaften den Schiedsspruch über die Arbeitszeit abgelehnt haben, bei dem Reichsarbeitsministerium nunmehr die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches beantragt. Der Spruch sieht den neunstündigen Arbeitstag, der bisher in der rheinischen Braunkohlenindustrie gegolten hat, bis zum 1. September 1926 vor. Der Schwarzwälder- Uhren- Schiedsspruch abgelehnt. Freiburg, 28. Dezember.( WTB.) Der vom Schlichtungsaus Schuß Donaueschingen am 22. Dezember in dem Lohnstreit der Uhrenindustrie gefällte Schiedsspruch, der mit Wirkung von 4. Januar 1926 ab eine Herabsetzung des tariflichen Spizenlohnes von 68 auf 65 Pfennige und auch eine Ermäßigung der Stundenlöhne und der Affordsäge vorsah, wurde vom Verband der Uhrenindustrie a b= gelehnt. Den gleichen Beschluß faßten die am Kollettivabkommen für die Uhrenindustrie beteiligten Gewertschaftsverbände, die am geftrigen Sonntag nach Villingen eine erweiterte Konferenz einberufen hatten. In dem Ablehnungsbeschluß dieser Konferenz wird die lleberzeugung ausgedrückt, daß vom wirtschaftlichen Standpunft aus feine Ursache gegeben sei, mit einem Abbau der Löhne zu beginnen. Die heutige Wirtschaftslage würde es bei gutem Willen dem Unternehmer ermöglichen, die seitherigen Löhne weiterzuzahlen. Die Lohnftreitigkeiten im amerikanischen Bergban. Arbeitgeber des Anthrazitfohlenbergbaus wurde vorgeschlagen, daß New York, 27. Dezember.( WTB.) In einer Konferenz der die ausständigen Bergleute des Anthrazitkohlenbergbaus die Arbeit auf Grund des alten Lohntarifes bis zu weiteren Lohnverhandlungen wieder aufnehmen sollen. Die Vertreter der Bergleute werden in einer am 29. Dezember in New York stattfindenden Konferenz mit den Arbeitgebern auf diesen Vorschlag antworten. Achtung, Buchdruder und Buchdruckereihilfsarbeiter! Konditionsangeboten von der Firma Spieler u. Co.( Hespico), Dresdener Str. 50/51, find unbedingt vorher Erkundigungen bei den Vorständen einzuziehen. Die Firma hat das bestehende Lohnverhältnis zum 31. Dezember gekündigt mit der Maßgabe, daß ab 1. Januar 1926 das tarifliche Minimum gilt. Das Personal lehnte dies ab und wurde darauf gekündigt. der Zeit vom 1. bis 15. Dezember von 16 599 auf 31 559 gestiegen. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in Thüringen ist in Die Zahl der Zuschlagsempfänger stieg in der gleichen Zeit von 20 718 auf 43 025. Achtung, Metallarbeiter 2. Bezirk( Often)! Mittwoch nachm. 5 Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19, wichtige Berfammlung aller SPD.- Metallarbeiter. Jeder muß erscheinen. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, SVD.- Fleischer! Mittwoch abend 7½ Uhr bei Nöring, Neue Friedrichstr. 1, fehr wichtige Versammlung aller SPD.- Ger Erscheinen aller Genoffen ift Pflicht. 8utritt nur gegen Barteiausweis. Der Fraktionsvorstand. Aus der Partei. Die„ Bücherwarte". en. Auf Grund zahlreicher Anfragen teilen wir mit, daß die neue Zeitschrift Die Bücherwarte"( nebst Arbeiterbildung"), die wird, am besten beim zuständigen Bostamt oder beim Briefträger abonniert wird. Die Zeitschrift ift auf Seite 35 der Hauptzeitungspoftlifte für 1926 eingetragen. Der Abonnementspreis für das Vierteljahr beträgt im Postbezug 1,50 M. Einzelhefte zum Preiſe von 75 Pf. find in der Buchhandlung J. H. W. Diez, Lindenstr. 2, erhältlich. Polnischer Parteifag. Die sozialistische Partei Bolens( PPS.) hält vom 81. Des ember bis 8. Januar ihren Barteitag in Warschau ab, auf dem die deutsche Sozialdemokratie durch den Genossen Otto Bels bertreten sein wird. Berantwortlich für Bolitik: Cru Reuter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Discher; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Siezan 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". PERI RASIER CREME Eine Umwälzung auf dem Gebiet der Rasiermittel" Peri- Rastercrème" ist eine Rasierseife in Crèmeform, die durch den wunderbar sahnigen Schaum, den man im Augenblick erhält, die Eigenschaft besitzt, auch den widerspenstigsten Bart bis in die Haarwurzeln hinein weit schneller als mit Seife so vollkommen weich zu machen, daß das Rasieren schnell, bequem und angenehm vonstatten geht. Sie ist milder als iedes andere Rasiermittel. Kein Brennen und Spannen der Haut nach dem Rasieren. Einreiben mit den Fingern ist zwecklos. Es ist gleichgültig, ob kaltes oder warmes, hartes oder weiches Wasser benutzt wird." 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Weihnachten ist vorüber, viele über- eilte Verlobungen find geschloffen worden, der Magen einiger ver- stimmt, der der meisten leer wie immer. Teils hat man sich gelang- weilt und nicht gewußt, was man mit seiner Zeit anfangen sollte, tells gibt man vor, sich vergnügt zu haben. Die Unglücklichen, die fern von der Heimat, allein, Weihnachten verbringen mußten, sind froh, daß sie die Zeit aufrichtiger Sentimentalität überstanden haben. Alles scheint sich wieder den gewohnten Bahnen zu nähern. Die Sonntagsanzüge Höngen in den Schränken. Was ist vom Weih- nachtsfest übrig gebleben? Die struppigen Säume. Die meisten Weihnachtsbäume haben bereits ihr feierliches Aussehen verloren. Der Tannenbaum bleibt eben nur im Walde ein Symbol der Beständigkeit, im Zimmer besinnt er sich auf feine Fähigkeit, Nadeln zu verlieren, Teppiche werden deshalb aus seiner Nähe entfernt. Die Lichte sind abgebrannt, die Leuchter mit dicken Stearinklecksen verziert, einige Lamettaketten zerrissen, und der sonstige Baumbehang befindet sich in einem stark defekten Zustand. Ein Weihnachtsbaum am iNeujahrstage wirkt wie eine Karikatur aus seine einstige Herrlichkeit. Wenn zufällig ein Familienmitglied in den ersten Januartagen Geburtstag hat, wird der Baum bis zu diesem Tage sorgfältig aufbewahrt, um noch einmal im Glanz der Kerzen zu erscheinen, inzwischen hat er auch die letzten Nadeln ver- loren Dann wird er geplündert, wobei noch eine Anzahl Glas- kugeln zerschlagen werden. Mg» ist wehmütig und versinkt in Reflexion. Was wird am nächsten Weihnachten sein? Nein, Weih- nachten war diesmal nicht gerade reichlich, aber wird es noch schlimmer, kommen? Der Baumschmuck kommt auf den Boden, mit ihm die wehmütigen Lebensbetrachtungen, und der Weihnachtsbaum wird zerhackt, einige Lamettafädcn hängen noch an ihm. Und wenn er verbrannt worden ist, ist Weihnachten für lange Zeit aus dem Ge- dächtnis gestrichen, denn auch die letzten Pfefferkuchen sind den Weg alles Irdischen gegangen, und die Geschenke bedeuten bereits eine Eelbstverständlichkett, man hat von ihnen Besitz ergriffen, sie hoben den Reiz der Neuheit verloren, sie sind gewissermaßen dem Alltag eingeordnet worden. Nur ein paar Dinge, die man tatsächlich nicht gebrauchen kann, stoßen sich noch im Räume und warten darauf, weiter verschenkt zu werden, und ein alter, klitschiger Kuchen steht in der Speisenkammer, umgeben von ein paar unwahrscheinlich harten Süßigkeiten. Das Leben nimmt seinen gewohnten Gang. Weihnachten ist vergessen. ?a den Gesch ästen. Auch hier beginnen gleich nach Weihnachten die AufrSumungs- arbeiten. Was ist hier übrig geblieben? In schlechten Iahren so gut wie alles. Wer hatte heute Geld, um große Weihnachtseinkäufe tätigen zu können? Weihnachten hat vielen den letzten Rest von Hoffnungen genommen. Große Warenlager sind zum Teil große Warenlager geblieben. Pelze und teure Toiletten stehen genau so da wie vor Weihnachten, trotzdem sich nach in letzter Stunde der Umsatz erhöhte. Und jetzt beginnt die stille Zeit, als ob es vorher eine Zeit des großen Umsatzes gegeben hätte. Man macht nun Inventur nnd knüpst seine letzten hossnungen an einen Ausverkauf mit sagenannten„spottbilligen" Preisen. Aus den Schaufenstern der Konfitürengeschäfte verschwinden Pfefferkuchen und Marzipane, Schokolade und Konfekts werden wieder in ihre alten Rechte ein- gesetzt. Den Baumschmuck entfernt man stillschweigend, und auch die Weihnachtslichte haben lange genug das Interesse des Betrachters in den Fenstern der Drogerien in Anspruch genommen. Alles ge- hört nun zu den erledigten Tatsachen, um die sich kein Mensch weiter kümmert. Und was geschieht eigentlich mit dem Uebrig- gebliebenen in den Lebensmittelgeschäften? Baumschmuck und Wachs- kerzen kann man verwahren, auch um ein Jahr sind sie noch zu vor- wenden, ober ausgeschlachtete Gänse, gespickte Hasen oder ähnliche Dinge verderben schnell. Waren in diesem Jahr überhaupt viele Menschen in der Lage, sich eine Gans als Weihnachtsbraten anzu- schaffen? Was mag mit den übriggebliebenen ausgeschlachteten Gänsen geschehen? Ob sie bis Neujahr verwahrt werden? Aber schließlich werden sie vom langen Lagern doch nicht bester. Und wenn sie auch dann noch nicht oerkauft worden sind, trotzdem man die Haussepreise vollständig vergesten hat, dann werden die Gänsebrüste In Svickbrüste verwandelt. Aus den anderen Teilen wird das Fett ausgelosten und— wenn es sich nicht mehr zum Genuß eignet— zur Seifenfabritation verwandt, und die Knochen und das andere Fleisch bekommen die Hunde als nachträgliches Weihnachts- geschenk. Die Not wächst ständig, und die Arbeitslosigkeit hat eine Ausdehnung gewonnen, die aus früheren Zeiten unbekannt ist. ilnS öle Menschen. Was bedeuten im Gnind« die Wcihnachtsfeiertage? In katho- tischen Gebirgsdörfern geht man noch mit der brennenden Kerze zur Weihnachtsmesse, in der Weihnachtsnacht, die Glocken läuten, das Mysterium wird zuist Erlebnis. Aber in der Stadt? Einige Leute fühlen die Verpflichtung, in die Kirche zu gehen, doch für die meisten, die keine Pose lieben, wird Weihnachten zu einer Familien- angelegenheit, die manchmal sehr langweilige Formen annimmt. Was bleibt übrig? Vielleicht eine Opcrnaufführung, ein neues Kleid, irgendein Gegenstand, den man sich gewünscht hat und den man sich ebenso gut selber hätte kaufen können. Man hat feststellen können, daß man sich mit seinen Verwandten eigentlich wenig zu sagen hat, aber man hat mit schöner Aufrichtigkeit Sentimentalität getrieben. Der Weihnachtsbaum hat gebrannt, alles ist sehr schön gewesen, und doch bleibt eine schale Empfindung übrig. Weihnachten ist lediglich das Fest der Vorfreude, nicht allein für die Kinder, sondern für alle. Jedes Jahr vollzieht sich dasselbe. Man hofft aus eine Enipsindungsmöglichkeit, die ausbleibt. Aendert Weih- nachten irgend etwas an den Menschen, an den Verhältnissen? Nichts! Man hat auf sein Gehalt Vorschuß genommen, der sich in Luft auflöste. Merkwürdig, was man alles zusammenkaust, wo das Geld überhaupt bleibt. Ja, es bleibt in den Vorbereitungen zum Weihnachtsfest, aber worin diese bestehen, weiß niemand. Alles ist so geblieben, wie es war. Nach mehrtägiger Unterbrechung steht man den alten Tatsachen gegenüber. Die Geschäfte wert eu noch schlechter, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, das Januargehalt ist vorschußweise fast verbraucht. Nichts ist übrig geblieben, kein materieller noch geistiger Gewinn! Was ist Weihnachten für die Besitzenden? Nicht eliimol eine Abwechslung, aber den anderen, kommt gerade Weihnachten die Armut, das Gebundensein.an un- durchbrechbare Schranken am deutlichsten zum Bewußtsein. Für sie ist die Zeit der Freude die Zeit, in der sie ihre Entbehrungen am tiefsten empfinden, sie ahnen Paradiese, die ihnen verschlossen bleiben. -i- Au» der Vorfreude wird Enttäuschung. Was übrig bleibt, ilt ein nicht eingestandener Katzenjanimer. Das Leben geht weiter, und jeden Weihnachten wiederholt sich dasselbe Spiel. Saison- nnd Inventurousverkäuse. Die Zentrale zur Be kämpfung unlauteren Wettbewerbs E. B., Berlin-Schöneberg, macht darauf ausinerkjam, daß nach der Verordnung des Poli'zeipräsi- denten vom 16. Dezember 1924 Saison- und Jnventurausverkäuse nur in der Zeit vom 2. Januar bis 13. Februar einschließlich und innerhalb dieser Zeit nur auf die ununrerbrochene Dauer von zwei Wochen abgehalten werden dürfen. Der Beginn des Aus- Verkaufs ist am Geschästslokal deutlich erkennbar zu machen. Nach dem Wettbewerbsgesetz sind diese Ausverkäufe als solche zu bezeichnen, d. h. es muß deutlich erkennbar sein, daß es sich um einen Saison- bzw. Inventurausverkauf handelt. Bloße Bezeich- »ungcn wie„Ausverkauf" oder„Räumungsverkauf" genügen nich». 52] Die Passion. Roman von Clara Viebig. Sie.fuhr lange Stunden, der Zug war ein Bummelzug-, jetzt hatten sie in Angermünde gehalten, und nun fuhren sie weiter in plattes Land hinein. Dörfer zeigten sich mit Kirch- türmen, mit noch toten Aeckern: überall hielten sie an. Der Tag neigte sich schon, Eva war ganz zerschüttelt und hungrig, dann war sie endlich angelangt. Aber niemand war da, um sie abzuholen. Hatte die Gemeindeschwester sie denn nicht angekündigt? Der Stationsbeamte, den Kragen bis an die Ohren aufgeschlagen, stand in hohen Stiefeln im aufgeweichten Schmutz. Er wies ihr den Weg. Es sollte nicht weit sein zum Diakonissenheim, zehn Minuten vielleicht: sie ging eine halbe Stunde bis zum Dorf. Die Leute sagten ihr Bescheid, aber ihr Berliner Ohr verstand das Platt nicht recht. Im heißen Sommer mochte es hier ganz schön und freundlich sein— da waren auch grsße Bäume— aber jetzt war es kalt hier, huh, so kaltl Der herb riechende starke Wind durchpustete ihr Jäckchen, schaukelte ihren Pappkarton und riß ihr fast den Strohhut vom Kopf. Das Diakonissenhaus lag ziemsich weit hinter dem Dorf: eine hohe Hecke, ein verwilderter Garten trennten es von der Fahrstraße. Ein Bauernhaus, wie alle anderen, an denen Eva vorübergekommen war: es war vielleicht größer, aber nicht so freundlich. Schon blinkte Lämpchenschein hinter gardinenlosen Fenstern, als sie anpochte: im Dunkeln konnte sie keine Klingel finden. Schwester Maria und Schwester Martha hatten Eva noch gar nicht erwartet: ein bestimmtes Datum war ihnen nicht angegeben worden.' Aber der neue Ankömmling konnte ja bei der alten Mutter Ben>ch schlafen, es war sowieso gut. wenn bei der nachts jemand war. Als Eva im Bett lag und versuchte, endlich warm zu werden, hörte sich röchelnd schnarchen und dann, als das Schnarchen plötzlich, wie abge- rissen aufhörte, eine zitterige uralte Stimme Bibelsprüche plärren, untermengt mit Liederversen geistlicher und weit- licher Art. Die Stimme kam wie aus einem hohlen Topf, es hörte sich unheimlich an. Aha, das war die Mutter Benfch! �Eva hatte die nicht geseben: als die Schwester sie über die Schwelle schob, hatte sie nur bemerkt, daß noch ein Bett in der Ecke stand, darinnen etwas lag, aber ein Kopf war nicht zu sehen gewesen, der steckte unter der Decke. Nun hustete die Alte eine Weile, dann schnarchte sie wieder, dann plärrte sie wieder. Sobald der erste Tages- schein durchs gardincnlofe Fenster fiel, fang sie mit dünner Stimme, aber durchdringend wie Hahnenschrei, ein Morgenlied. So vertrieb sich Mutter Bensch die Nächte: weil sie über- dies als arme Häuslerin die Zeit ihres Lebens in Taglohn gegangen war, meinte, vier Uhr sei höchste Zeit, das Tage- werk zu beginnen, fing sie immer früh an. Sie trieb Eva aus dem Bett:„Upstahn, upstahn!" Und die hätte so gern noch länger geschlafen. Wenn sie aber nicht hörte oder tat, als ob sie nicht hörte— sie hatte es bald weg, sich wie eine im tiefsten Schlaf Liegende zu stellen— dann nahm Mutter Bensch den Krückstock, der an ihrem Bett lehnte, und schmiß ihn mit Gewalt nach dem anderen Bett hin. Dann mußte Eva ihr das Gesicht waschen und die runzligen Hände: für weiteres Waschen war die Bauernfrau nicht: als Eva ihr einmal auf Geheiß von Schwester Martha ein frisches Henid anziehen wollte und eine andere Bettjacke statt der, die sie seit Wochen trug, erhub sie ein klägliches Geschrei: nun kriegte sie wieder das böse Reißen, das sie noch krümmer zog: frische Wäsche war ungesund. Ein Geruch ging aus von dem Bett in der Ecke, wie in einem dunstigen Ziegenstall. Wenn die Bensch ihre dürre Hand mit den hochgeschwollenen blauen Adern nach der Schlasgenossin ausstreckte, daß die ihr einmal helfen sollte, sich aufzurichten, dann hielt Eva schon den Atem an. Sie war nicht heikel, das hatte sie sich längst abgewöhnen müssen, aber nun kämpfte sie mit Uebelkeit. Es war schrecklich, mit der Alten in der kleinen Stube zu schlafen, aber sonst war die ganz gut. Niemand im Hause bekam Zucker zum Zichorienkaffee, das wäre ein unerhörter Luxus gewesen: aber die Bensch bekam Sonntags immer ein Tütchen mit ein paar Würfeln darin. Bon denen biß sie dann mit ihren, trotz ihrer vierundachtzig, und trotzdem sie wohl nie geputzt worden waren, noch guten Zähnen kleine Stückchen ob, nahm ein Stückchen in den Mund und trank ein Schlückchen Kaffee dazu. Das war der einzige Genuß, den sie noch im Leben hatte, und den wollte sie nun mit Eva teilen. Sie nahm eines der abgebissenen Stückchen und steckte es Eva in den Mund. Die wandte sich dann zwar schnell ab, spuckte wieder aus, aber es ekelte sie doch. Wenn die Zlltc ihr Gott weiß was Gutes gegeben hätte, Eva hätte es nicht essen können, obgleich sie hungrig war, oft sehr hungrig. Es war knapp im Haus. Das Diakonissenheim war arm, sollte hier beijpringen und da beispringen und hatte selber so gut wie nichts. Es sollte sich aus sich selber erhalten durch die Beträge, die für einige Pensionäre gezahlt wurden. und durch die mildtätigen Gaben, die ihm zuflössen. Aber die flössen nicht, der Bauer ist nicht mildtätig. Schwester Mario mußte viel schöne Reden machen, bis sie einem Hofbesitzer etwas abzwackte: einen Zentner Kartoffeln, einen Sack Korn, Rüben oder eine kleine Fuhre Holz. Als"einmal ein Sock Erbsen, in die dem Bauer die Maden gekommen waren, dem Heim überliefert wurde, war der Jubel groß: Erbsensuppe. dicke Erbsensuppe, anstatt nur immer Rüben und Kartoffeln durcheinander gekocht. Evas Magen sträubte sich, sie konnte diese Kost nicht vertragen. „Iß, Eva," sagte streng Schwester Martha. Sie war die Küchen- und Haushaltschwester, sie scheuerte wie eine Magd. während Schwester Maria den Dienst nach außen versah und nebenbei für das geistige Wohl der ihr im Dorf oder im Heim Anvertrauten sorgte.„Iß!" Schwester Martha konnte es durchaus nicht vertragen, wenn an der guten Gottesgabe, wie sie sagte, gemäkelt wurde. Und Eva mäkelte beständig. Das heißt, sie sagte nichts, aber sie legte, während die anderen tapfer aßen, gleich den Löffel hin. Jeder Löffel voll war ihr schon zu viel, ein Knäuel stieg aus ihrer Brust auf und quoll ihr in die Kehle. Aber aus Angst vor der Schwester nahm sie den Löffel wieder auf, würgte sich das Essen hinunter, bis sie draußen aus- schütten mußte, als sollte das Innerste heraus. War es ein Wunder, daß Eva mager wurde, viel magerer, als sie hierher gekommen war? Aber sie hätte um alles in der Welt nichts davon an den Vetter geschrieben: sie schrieb an ihn:„Ich werde frisch und rund." Und an Frau Lesse! hätte sie es auch nicht geschrieben. Die hatte sie doch hierher geschickt, die würde sie für undankbar halten, wenn sie gleich anfangs klagte. Und Tante Ella gönnte sie nicht den Triumph. Machte es die starke, noch immer nicht früh- lingsmäßige rauhe Luft, daß sie stets so etwas wie ein Hunger- gefühl mit sich herumtrug, etwas, was sie ganz aushöhlte innerlich? Die anderen im Haus hatten alle rote Backen, die beiden Schwestern, die fünfzehn Kinder, die von ihren Müttern, ehe die auf Arbeit gingen, morgens hergebracht wurden: selbst die drei alten Männer, die nebst der Bensch hier ihre Tage beschließen sollten, hatten ein gutes Aussehen. (Fortsetzung folgt.) Ein gestörtes Weihnachtsfest. Bedauerliche Ausschreitungen von Arbeitersportlern. Bon der Wassersportabteilung des Reid) 5 banners„ Schwarz- Rot- Gold" wird uns folgender Vorgang mitgeteilt, der auf die Einstellung gewisser Mitglieder des Arbeiter- Turn- und Sportbundes dem Reichsbanner gegenüber ein bezeichnendes Licht wirft: Die genannte Abteilung des Reichsbanners hatte ihre Mitglieder zu einer Weihnachtsfeier nach dem„ Deutschen Hof" ge= laden. Im Nebensaale war der Ruderverein Freiheit" versammelt. Dem Obmann des Vergnügungsausschusses der Wassersportabteilung war bereits am frühen Abend von Mitgliedern und Gästen des Rudervereins Freiheit" mitgeteilt worden, daß einige Mitglieder von Freiheit" einen Zusammenstoß mit den Reichsbannerleuten provozieren wollten. Diese Mitteilung murde der Geschäftsleitung des Hauses sofort weitergegeben, da die Reichsbannermitglieder sich ihr Fest nicht stören lassen wollten. Nach einiger Zeit trat der angekündigte Standal denn auch ein. Einige Mitglieder des Rudervereins Freiheit" stellten sich vor dem Eingang zum Reichsbannersaal auf, begannen laut zu singen und einzelne Mitglieder anzurempeln. Die Geschäftsleitung des Lokals mar ständig bemüht, den Eingang des Saales freizuhalten, was zunächst auch gelang, zumal das Reichsbanner und einige besonnene Mitglieder von Freiheit" sich redliche Mühe gaben, Zusammenstöße zu vermeiden. Als die fortgefeßten Rufe, wie SchwarzRot Mostrich"," Mostrich jungens" und ähnliche nicht beachtet wurden, gingen die Freiheit" Mitglieder gegen die Damen des Reichsbanners aggressiv vor. Als sich zwei Damen einen faum glaublichen Buruf verbaten, schlugen die Freiheit Leute auf die Damen ein und beschimpften fie mit den gemeinsten, hier nicht wiederzugebenden Redensarten. Nunmehr kam es zu dem gewollten Zusammenstoß, der leider auch in Tätlichkeiten ausartete. Erst das herbeigerufene Ueberfallfommando trennte die streitenden Parteien. Die Hauptschreier hatten allerdings das Weite gesucht, doch fonnten noch einige der beteiligten Freiheit"-Mitglieder namentlich festgestellt werden. " Man kann den Ruderverein Freiheit" unmöglich für diese Borgänge verantwortlich machen. Sie sind vielmehr Ausschreitun gen einiger feiner Mitglieder, die aber um so weniger zu entschuldigen sind, als das Bestreben, eine Verständigung zwischen dem Arbeiter- Turn- und Sportbund und dem Reichsbanner herbeizuführen, durch solche Vorgänge immer wieder hintangehalten merden. Schon aus diesem Grunde sollte die Leitung von Freiheit" und die verständigen Mitglieder, die doch sicher in der Mehrzahl find, darauf hinwirken, daß aggressiv veranlagte Sportgenossen zurechtgewiesen werden. Sie schädigen nicht nur sich selbst und den Berein, sondern auch die gemeinsame Sache. Zwei Frauen und ein Mann. Der Gläubiger bringt es an den Tag. Für den Kaufmann Otto F. hatte ein Irrtum" recht böse Folgen. Well er durch eine Aeußerung seines ehemaligen Rechts anwalts in dem Glauben war, seine erste Ehe sei geschieden, nahm er sich unbesorgt als„ Lediger" eine neue Lebensfameradin. Jetzt mußte er sich unter der schweren Anklage der Bigamie vor Schöffengericht Berlin- Mitte verantworten. dem Wie so oft im Leben, spielte auch hier der Zufall die Rolle eines unerwünschten Detektivs. F., ein Mann noch in den besten Jahren, fühlte sich angesichts der beiden als Zeuginnen erschienenen Ehegattinnen recht wenig wohl. Von den beiden Damen aber molite teine die illegitime, jede mit Recht die gesetzlich angetraute Frau sein. Das Gericht mußte also schon durch eine möglichst gründliche Beweisaufnahme etwas Klarheit in dieser Angelegen heit zu schaffen suchen. F. hatte längere Zeit mit der ersten Frau, die ihm im Alter etwas voraus war, ganz zufrieden gelebt. Später stellten sich aber dod) unüberbrückbare Gegenfäße zwischen den Ehegatten ein, die auf feiten des Mannes zu der Absicht führten, sich scheiden zu lassen. Er betraute einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen. Kurze Zeit darauf brach der Krieg aus, der auch den Angeklagten als tüchtigen Soldaten an der Front sah. Während eines Urlaubs führte der erste Weg des unglücklichen Ehemanns zu seinem Anwalt. Dieser, der in der Zwischenzeit leider verstorben ist, sollte F. wörtlich gesagt haben: Noch ein Termin und Sie sind wieder ein freier Mann!" Um diejen„ einen Termin" hatte sich F. nun weiter gar nicht gefümmert, sondern betrachtete sich bereits als gesetzlich geschieden. Im Jahre 1917 aus dem Heeresdienst entlassen, kam der Angeklagte nach Torgau und lernte hier ein nettes, junges Mädchen kennen und lieben. Im Gefühl seiner Freiheit beschloß er eine neue Ehe einzugehen, erzählte dem Standesbeamten etwas von „ vollkommen ledig" und war kurze Zeit darauf wieder" verheiratet. Nun hätte sich wahrscheinlich kein Mensch um F. und seine junge Frau gefümmert, wenn nicht eines Tages die rächende Nemesis in Gestalt eines alten Gläubigers, der unglückseligerweise die erste Frau des Angeklagten fannte, auf der Bildfläche erschienen märe. Ihm fam diese Frau F, die ihn, der nur eine geringe Summe einfaffieren wollte, noch sehr schnippisch behandelte, doch recht verändert vor. Er erzählte sein Erlebnis der eigenen Frau, die nun nichts anderes zu tun hatte, als zur richtigen Frau F." zu fahren. Unausbleibliche Folge: Großes Er staunen. Die erste Ehe war noch gar nicht geschieden. Es gab also 3 wei Frauen ein und desselben Mannes. Der Angeklagte fonnte den wahren Sachverhalt denn wohl auch faum leugnen. Die beiden medizinischen Sachverständigen hatten F. eingehend untersucht, sie hielten es nicht für ausgeschlossen, daß der nervenfranke Mann, der im Felde verschüttet war, tatsächlich in einer Art Bergessenheit gehandelt habe. Auf jeden Fall empfahlen sie dem Gericht, F. auf seinen Geist es zustand in einer öffentlichen Irrenanstalt untersuchen zu lassen. Diesem Antrag wurde denn auch stattgeneben. Das Schicksal der beiden Frau F. und ihres vergeßlichen Ehemannes blieb also noch unentschieden. Für dieses Mal durften alle drei den Gerichtssaal unbehindert verlassen. Mit Leuchtgas....! Auch in der Nacht vom Sonntag zum Montag und am Montag selbst haben wieder mehrere Bersonen Selbstmord verübt oder es versucht. So machte der 55 Jahre alte Tischler Ernst Teich feinem Leben ein Ende, indem er sich in seiner Wohnung in der Türfenstraße 16 mit Leuchtgas vergiftete. Das Motiv der Tat fonnte bisher noch nicht ermittelt werden. Am Montag früh gegen 5,15 hat sich der 52 Jahre alte Schlosser Emil Klett in der Küche seiner Wohnung in der Reuchlinstraße 6 in Charlottenburg mit Gas vergiftet. Samariter der Feuerwehr stellten vergeb. lich Wiederbelebungsversuche bei ihm an. Gegen 6 Uhr früh fand man das achtzehnjährige Hausmädchen. Margarethe Kaulfuß in der mit Gas angefüllten Küche ihrer Herrschaft am Hohenzollernhamm tot auf. Liebeskummer hat die Unglüdliche in den Tod getrieben. Morgens versuchten sich in der Wohnung der Frau Augufte K. in Schöneberg der 20 Jahre alte dort wohnhafte Walter E. und das 18 Jahre alte Hausmädchen Gertrud F. JUH aus der Hamburger Straße mit Leuchtgas zu vergiften. Beide| fonnten noch ins Leben zurückgerufen werden. Während E. in das Schöneberger Krarfenhaus geschafft werden mußte, wurde seine Beliebte auf ihren besonderen Wunsch in die Wohnung ihrer Tante in der Sedanstraße gebracht. Auch hier vildete Liebeskummer das Motiv zu der Tat. Die 68 Jahre alte Witwe Emma Sch. fuchte sich vormittags in ihrer Wohnung in der Annenstraße das Leben zu nehmen, indem sie sich mit Leuchtgas zu vergiften suchte. Sie konnte ins Leben zurückgerufen werden und wurde in das Urbanfrankenhaus gebracht. Wirtschaftliche Sorgen hatten die Unglückliche zu diesem Verzweiflungsschritt getrieben. Der Eisenbahndammrutsch bei Frankfurt a. d. O. Sperrung für Fernverkehr mindestens& Tage. Der Dammrutsch zwischen den Stationen Pilgram und Rosen garten der Strecke Frankfurt a. d. D.- Berlin hat sich tatsächlich als so bedeutend herausgestellt, daß der durchgehende Verkehr auf der gesperrten Strecke voraussichtlich erst, wenn auch vorläufig nur eingleifig, in 8 bis 10 Tagen wird wieder aufgenommen werden können. Diei zuständige Reichsbahndirektion Osten in Frankfurt a. d. O. hat sofort umfassende Maßnahmen zur Aufrechterhal= tung der Verbindung von Berlin mit Schlesien und der mittleren Ostmark getroffen. Die Schnellzüge sowie die Personenzüge des Fernverkehrs zwischen Berlin und Frankfurt a. d. D. werden zunächst, wie bereits mitgeteilt, weiter über Küstrin- Rietz umgeleitet. Zur Bedienung des Nahverkehrs der Orte an der Strecke BerlinFrankfurt a. d. D. mit beiden Städten ist an der Unfallstelle il m= steigeverfehr unter Schaffung von Notbahnsteigen, treppen und wegen eingerichtet worden. Immerhin wird man mit einer Berspätung von durchschnittlich einer Stunde in beiden Richtungen zu rechnen haben. Der Güterverkehr über die gesperrte Strede, der in der Hauptsache der Versorgung Berlins mit Steintohle aus Oberschlesien und mit Lebensmitteln aus Schlesien und der mittleren Ostmark dient, wird über Kottbus-- Niederschöne meide- Johannisthal und über Küstrin umgeleitet. Stockungen und Berzögerungen in der Versorgung Berlins mit Steinkohlen und Lebensmitteln sind in keinem Falle zu befürchten. Die Ursache der Rutschung ist insbesondere auf die durchlässigen lockeren Sande mit undurchlässigen fetten Tonmergeln und Kalfen zurückzuführen, welche an dieser Stelle in mehrfach wechsellagernden tiefen Schichten auftreten. Zur Behebung der Rutschumgen, die schon seit dem Jahre 1911 in fleinerem und größerem Umfange beobachtet wurden, sind umfangreiche Arbeiten im Einvernehmen mit der Geologischen Landesanstalt ausgeführt worden. Einer Gefähdung der Eisenbahnzüge ist durch dauernde Beob achtung vorgebeugt. Großer Dachstuhlbrand in der Frankfurter Allee. Am Montag abend wurde die Berliner Feuerwehr von mehreren Seiten nach der Frankfurter Allee alarmiert, wo der Dachstuhl eines Hauses in solcher Ausdehnung brannte, daß unverzüg lich mit mehreren Schlauchleitungen fräftig gelöscht werden mußte. Dadurch gelang es, eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Die Entstehung war gestern abend nicht mehr festzustellen. Freireligiöse Gemeinde. Am 1. Januar, vormittags 11 1hr, Bappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. A. Rosenberg: Die Jungfrau Maria. Harmonium, Intermezzo aus Tiefland"( d'Albert.) Gäste willkommen. Die Bibliothef der Arbeiterbildungsschule ist heute, Dienstag, ben 29. Dezember, bon 26 bis 7 Uhr geöffnet. Am Donnerstag, den 31. d. M., bleibt die Bibliothek geschlossen. Das Hochwasser in Westdeutschland. Das Maintal vom Hochwasser bedroht die Mainschiffahrt eingestellt. Der Main ist infolge der starten Niederschläge der letzten Tage so start gestiegen, daß Hochwasserdienst eröffnet werden mußte. Bei Bischberg( Oberfranken) ist der Fluß um 1,30 Meter von 80 Zentimeter auf 2,10 Meter gestiegen. Bei Schweinfurt von 2,10 Meter auf 2,52 Meter. Miltenberg meldet einen Wasserstand von 3,27 Meter gegenüber 2,70 Meter gestern, Hanau 3,40 Meter gegenüber 3,15 Meter. Frankfurt hatte Montag vormittag 9 Uhr einen Wasserstand von 2,96 Meter gegenüber 2,50 Meter. Der höchftschiffbare Wasserstand von 3,10 Meter dürfte aller Wahrfechinlichkeit noch heute erreicht werden. In seinem Unterlaufe ist der Fluß bis jetzt noch nicht über die Ufer getreten, während vom Oberlauf bereits stellenweise Ueberschwemmungen zu verzeichnen find. Von den Nebenflüssen führen Kinzig und Nidda bereits sehr starkes Hochwasser. Die Kinzig hat bei Wirtheim einen Wasserstand von 3,18 Meter erreicht und ist meilenweit über die Ufer getreten. Auch die Nidda ist weit über die Ufer getreten, und in den tiefer gelegenen Ortschaften ist das Wasser bereits in die Keller eingedrungen. Die Nebenflüsse der Nidda, wie Nidder und Wetter, führen ebenfalls starkes Hochwasser. Selbst fleine Bäche, die im Sommer fast masserlos find, gleichen reißenden Strömen. Der in den überfluteten Tälern an den Winterfaaten angerichtete Schaden ist ganz erheblich. Wie aus Frankfurt am Main gemeldet wird, ist infolge Hochwassers die Schiffahrt auf dem Main eingestellt worden. Der Rhein steigt weiter. Nach amtlichen Nachrichten aus Koblenz steigt der Rhein und seine Nebenflüsse fortgesezt. Am Montag um 12 Uhr mittags stand die Lahn bei Wetzlar 4,10 meter über dem Begel. Bei Trier steigt die Mosel stündlich um 4 3entimeter, der Rhein bei Koblenz um 9 Zentimeter stündlich. Am bedrohlichsten ist das Dienstag, den 29. Dezember. Das Rundfunkprogramm. Literarische Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr nachm.: Konzert. 6.45 Uhr abends: Stunde. Und noch einmal Romane". Paul Gurk:„ Ekkehardt" Brehmer:„ Odyssee in Oldstadt" Heinrich Federer: Regina Lob" Norbert Pfretzschmer: Peter Rießer, der Wildmeister von Hinzerrieẞ" Rudolf Haas: Leuchtende Gipfel". 7.15 bis 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.15 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). Geh. Oberregierungsrat Dr. Ludwig Lab:„ Einführung in die 7.50 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Rechtswissenschaft. soziale Gesetzgebung". 8.30 Uhr abends: Der Roman als Funkspiel. 8. Fortsetzung. Die Katastrophe". Originalroman für die Funkstunde" von H. J. Gramatzki( als Funkspiel bearbeitet). VII. Abend. Blas- Kammermusik. Prof. Emil Prill, Flöte; Gott9-10 Uhr abends: Kammermusik von Haydn bis Schönberg. fried Schreiber, Oboe; Leonhard Kohl, Klarinette; Louis Scheiwein, Fagott; und Professor Paul Rembt, Horn, von der Berliner Staatsoper. Rudolf Schmidt, Klavier; Hans Mahlke, Viola Adolf Steiner, Cello. 1. Fr. Danzi( 1763-1826): Quintett G- Moll für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Allegro Andante Menuett Allegro. 2. Mozart: Adagio und Rondo ( K. V. 617) für Flöte, Oboe, Viola, Cello und Klavier. 3. Mozart: Quintett Es- Dur( K. V. 452) für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Largo Allegro moderato Larghetto Allenachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theatergretto. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesund Filmdienst. C Stetgen der Rebenflüffe. Nach Melbungen cars Strengnads ist die Stadt Kirn vollständig überschwemmt. Auch in Kreuznach selbst mußten in den tiefer gelegenen Stadtteilen die Keller geräumt werden. Die Mosel steigt mit rajender Schnelligkeit, Hochwasser in Bayern. München, 28. Dezember.( WTB.) Die Landesstelle für Gea wässerfunde teilt mit: Die Regenfälle der letzten Tage haben im Zusammenhang mit Temperaturanstieg den Schnee zum Schmelzen uns insbesondere Iller und obere Donau zum Ansteigen bis auf fleines Hochwasser gebracht. Mittleres Hochwasser wird aus Wörnih und Rott gemeldet. Auch die nordbayerischen Gewässer find heute infolge der innerhalb der letzten 24 Stunden verstärkt aufgetretenen Regenfälle in Verbindung mit Schneeabgang auf dem Fichtelgebirge und Frautenwald in ihren oberen Läufen im Anstieg auf mittleres Hochwasser. Aehnlich liegen die Verhältnisse für die nördlichen Donauzuflüsse und die Gewässer der schwäbischbayerischen Hochebene. Da weitere Regenfälle zu erwarten sind, dauert die Hochwassergefahr an. Opfer des Schießunfugs. Der 22 Jahre alte landwirtschaftliche Hilfsarbeiter Hamsch aus Steindörfel bei Hochkirch meilte, wie aus Baugen berichtet mird, bei dem Gutsbesitzer Pötschke in Kubschütz zu Besuch und ließ sich von einem seit drei Jahren dort beschäftigten Knecht einen geladenen Revolver zeigen. Dabei entlud sich die Waffe. Die Kugel drang dem Hamsch in die Brust und zerriß die Lungenschlagader, so daß der Tod durch Verbluten eintrat. In der Nacht zum 26. Dezember gegen zwei Uhr geriet der 21 Jahre alte Student Erich Leicher aus Erlangen vor einem Hause der Lömenichstraße mit dem dort mohnhaften verheirateten 38 Jahre alten Werkmeister Andreas Efart in einen Wortwechsel. Teicher war aus der Richtung dieses Hauses mit einem Schneeball geworfen worden und stellte Efart, in der Meinung, daß dieser geworfen hatte, deswegen zur Rede. Efart bestritt dies. Es fam zu einem furzen Wortwechsel, der in Tätlichkeiten ausartete, in deren Berlauf Teicher einen Revolver 30g und Efart durch einen Schuß in das Herz auf der Stelle tötete. Als er sah, was er angerichtet hatte, brachte er sich eine lebensgefährliche Schußwunde in den Kopf bei, die später zu seinem Tode führte. Hochwasser in Ungarn und Verhängung des Standrechts. Das Hochwasser der drei Körös- Flüsse verursachte im Komitat Befes große Schäden. Es sind etwa 80000 30 ch Aderland überschwemmt. Die Gefahr ist besonders in der Gemeinde Veszhö groß, mo sämtliche arbeitsfähigen Männer zu Rettungsarbeiten beordert wurden. Dazu bringt WTB. aus Budapest folgende Meldung: Da in den durch das Hochwasser bedrohten Gebieten der Komitate Betes und Bihar Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit begangen worden sind, wurde über diese Gebiete das Standrecht verhängt. Parteinachrichten Sinsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, 2indenftraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts. zu richten. 8. Kreis Spandau. Mittwoch, 30. Dezember, 76 Uhr, im Turmzimmer des Neuen Ratstellers allgemeine Funktionärverfamming. Tagesordnung: ,, Der Aufbau der städtischen Wohlfahrtseinrichtungen auf Grund der neuen gefeßlichen Bestimmungen unter besonderer Berücksichtigung der Bera hältnisse in der Stadtgemeinde Berlin". Referentin: Stadtverordnete Minna Todenhagen. Alle Bartei, Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre fowie alle Mitglieder, die in der Wohlfahrtspflege tätig sind, müssen ezfcheinen. Der Kreisvorstand. h 12. Streis Stealin, Lantwik, Lichterfelbe. Mittwoch, 30. Dezember, 8 Fraktions- und Kreisvorstandssikuna im Rathaus Cteglis, Simmer 2. 14. Streis Reutöän. Engere Kreisvorstandssikung am Mittwoch, 30. Dezember, 7% Uhr, im Barteibureau. 18. Kreis Weißenfee. Mittwoch, 30. Dezember, 7% Uhr, im Rathaus, Simmer 21, Frattionsfihung. 22. Abt. Am 10. Januar. vormittags 11 Uhr, findet eine Besichtigung der Arbeiterwohlfahrtsausstellung in der Frauenhoferstraße. ftatt. Anmeldungen fönnen schon jekt beim Genossen Schmidt norgenommen werden. Der Bea fuch ist tostenlos. Näheres im Borwärts". 31. Abt. Donnerstag, 31. Dezember, 9 Uhr, große Silveflerfeier mit Theater vorstellung bei Goldschmidt, Etolpische Str. 36. Gäfte heralich willkommen. Heute, Dienstag, den 29. Dezember: 41. 6t. 6 Uhr in der Bockbrauerei, Fidicinftr. 2. Weihnachtsfeier mit Rinher belcherung. Karten zu 30 Bf. am Eingang erhältlich. 46. bt. Die Stanierer werden aebeten, heute. Dienstag, ab 7 Uhr mit dent Genoffen Urban, Görliner Str. 87, abдurechnen. 82. Abt. Steglik. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Nachmittags von 4-6 Uhr Treffen im Heim, Albrechtitr. 47. 116. bt. Literberg. Die Gruppenführer werden ersucht, beim Genoffen Scheibenhuber, Rene Bahnhofftr. 1, v. V, umgehend abzuredynen. Material ist mitzubringen. Neues Material wird ausgegeben. Morgen, Mittwoch, den 30. Dezember: 57. Abt. Charlottenburg. Thunad, Wielandstr. 4. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Berlin- Mitte. Sum Jahresanfang fabren mir gemeinsam mit unseren roken Mädels und Jungen nach der finer Bahnhof nachmittags 3,28 Uhr, für Stadhaigler 6.15 Uhr. Rüdfehr em Jugendherberge Klein Köris. Abfahrt: Donnerstag, 31. Dezember, vom Gör1. Januar, abends 6,31 Uhr. Nähere Auskunft erteilen die einzelnen GruppenBon 5-8 Uhr wichtige Flugblätter abholen von Teiter. Jugendveranstaltungen. Rarten zum Silvester- Konzert find im Jugendsekretariat zu haben. Heute, Dienstag, den 29. Dezember, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2. Vortrag: Entstehung von Familie und Staat". Steglik 1: Jugendheim Abrechtstr. 47. Aussprache: Rückblick und Ausblick". Rosenthal: Schule Schillerstraße. Weihnachtsfeier. * Weften: Mittwoch, 30. Dezember, Rinderhort Dennewigstraße. Beginn der Arbeitsgemeinschaft. Heidelberger Programm mitbringen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin S. 14, Gebaftianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Weißensee: Mittwoch, den 20. 12., abends 8 Uhr, Grüner Baum, Uebungsabend. Borstandsmitglieder erscheinen Stunde früher. Donnerstag, den 31 12., abends 9 Uhr, gemütliches Beisammensein mit Familie. Grüner Baum, Berliner Allee 204. Köpenick: Donnerstag, den 31. 12. 8 Uhr ab Sylvefterfeier im Stadttheater Röpenick, veranstaltet vom Tambourkorps. Spielmannszug Treptow: Mittwod). ben 30. 12. 20., 7 Uhr abends Busammenkunft Spielleute ist Pflicht. bei Borgmann( Baumschulenweg). Wichtige Beschlußfassung. Erscheinen aller Berliner Arbeiter Schachflub. Mittwoch, 30. Dezember, 8 Uhr, General versammlung bei Ewald, Efalizer Straße 126. Deutsche Bandsmannschaft der Proving Posen, Groß- Berlin. Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung Mittwoch, 30. Dezember, 6 Uhr, im Deutschen Wirtshaus, Neukölln, Beraftr. 136/137. Landsleute und Gäfte find herzlichst eingeladen. Der Bund der Kriegsdienstregner veranfialtet Somabend. 2. Januar, 7½ Uhr, im Muschelfaal des Rheingold", Boisdamer Str. 3, einen Be grüßungsabend für die in Berlin anwesenden Vertreter der Internationale Der Kriegsdienstgegner. Es werden Ansprachen halten: Fenner Brodwan, Mitglied des englischen Parlaments, ferner Bentreier aus Frankreich, England. Deutschland, Tschechoslowakei, Solland, Schweben, Desterreich. Anhänger und Freunde der Friedensbewegung willkommen. Unkostenbeitrag 50 Bf. Milb, meist bemöllt mit Regenfällen. Wefferbericht der öffentlichen Welferdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Für Deutschland. Ditmärts fort schreitende neue Regenfälle, überall mild. DER SILVESTERTRUMPE ZIGARREN ERHALTUCH IN ZIGARRENGESCHÄFTEN. ZIGARRENFARIKE PAUL JUAL FOR FEINRAUCHERS BERLIN PANKOW JUHE SEIT 1869 Dienstag 29. Dezember 1925 Unterhaltung und Wissen Das doppelte Gesicht. Schnitzel aus dem Film des Lebens. Bon Hanns Schmiedel, Heidelberg. lleber den Rathausplatz schlubbert ein armselig Weiblein, das winzige Körblein schlenkernd. Von Zeit zu Zeit schöpft es Atem, feucht in die Winterluft fleine Wolken hinaus und hetzt weiter.. Ihre Schuhe sind Ruinen, die letzte Naht löst sich auf. Es ist virtuos, wie die Alte in diesen Fragmenten von Schuhen sich fest flammert.... Eben steigt drüben eine Stiläuferin den Berg hinan, in warmem Wams, rosigen Gesichts, die Augen von Lebensfreude trunken. die Alte sieht ihre Schuhe, weiß Gott, Prachtstücke, feine starte Schnüre, glänzend weiches Leder, derbe Sohlen. Wenn man die hätte, brauchte man nicht an den Ecken zu stehen und zu teuchen, da fräße der Teufel Huften nicht an den Lungen herum, jeden Winter... Ein Büblein ftapft mader im Schnee, zieht einen selbstgezimmerten Schlitten, obendrauf liegt ein Sad mit Kohlen. Bei ihnen ist die Kohlenfuhre nicht Mode. Da mind gewuchert mit den letzten Briketts. Man heizt, wie man die Suppe salzt, ganz vorsichtig und geizig. Er verschnauft. Da wird eben ein Autoschlag geöffnet, der Chauffeur schiebt dem dicken Herrn, dessen hochroter Kopf aus den Belzen wie ein Wintermond aufsteigt, einen Fußsad unter.. Das Büblein muß lachen, wie die dide Qualle eingemummelt wird, dann aber tommen ihm doch die Tränen, wie mollig warm der's wohl zu Hause haben muß. Ein Trupp Studenten tommt, geräuschvoll mit den Stöcken flappernd, das alte Tor hindurch. Sie fommen vom Fechten, dem unausrottbaren Brauch, der ihres Standes und Mutes ewiges Zeichen scheint.. ... Ein scheu sich an die Wand duckender Mann mit vergrämtem Gesicht ist ganz in Gedanken verloren. Nirgends etwas zu verdienen, die paar Groschen Unterstügung zu menig zum Leben, zu viel zum Sterben... Bleibt wohl eins, und wenn die letzte Menschenmürde darüber zugrunde geht: fechten! Bon Tür zu Tür... cin anderes Fechten" als das jener Jungen da drüben, die in den Tag hinein rattern, um ruhigen Bürgern ihr Extradasein zu bemeifen ... In einer elenden Winkelgasse ist eine Stube, darin fieben Menschen in Feuchte, Dunft und Krankheitsherden vegetieren, jeit Monaten. Es gibt teine Wohnungen! Wirtlich nicht?! In einem neuerbauten Landhaus hat man sieben Räume zusammengenommen, alles Mobiliar hinausgeräumt, um einen einzigen Riesenraum zum Tanzboden frei zu bekommen... Wärme, Blütenduft atmen daraus... Der fleine Schlosserlehrling hält die Zigarette in den arbeitsschweren Händen und pafft gierig fleine Rauchringel in die Luft. Der einzige Lurus dieses kleinen Mannes. Sein Gesicht ist blaß, aut Hause focht Schmalhans. Es sind noch mehr Mäuler da, die noch nicht verdienen.. er fährt schnell ins Magazin mit der Elet trischen, genießt die fleine Zigarette wie ein Fürst.. so ein bißchen Männlichkeit und Freiheit, so ein bißchen Erhebung über die Misere strahlt aus ihm Neben ihm qualmt ein Diftinguierter, man mertt am Riesenformat, daß es eine Bremer ist, die Leibbinde progt... Und ausgerechnet dieser Herr läßt einige Phrasen los von der verderbten Jugend, die ihre letzten Groschen verpasse.. redet von der verfeuchten Jugend... eine Grimasse läuft übers Gesicht des Kleinen, cinen einzigen Blid wagt er herüber und drin steht: Mensch, Satter, Verhätschelter, Hochwohlgeborener, was weißt du von meinem Glend?!.. Die Kinder des Herrn Direktors haben Keuchhusten bekommen. Rasch entschlossen läßt man die Gouvernante mit ihnen nach Thüringen in die Winterfrische fahren. Dort wird die Sache eine Frage von wenigen Tagen sein. sie sehen andere Bilder, wandern, lachen, find gesund. Und sie brauchen nicht zu sehen, mie die armen, vom Krampfhusten geplagten Proletarierkinder drunten auf den Gassen die Bläue sich in die verzerrten Gesichter husten und wie sie sich famariterhaft von hinten die schmerzenden Bäuchlein halten lassen, das eine vo!!: andern... Dort steht der Alte mit der Pfeife. Schaffen geht nimmer. Sein Sohn ist Elektrotechniker. Blendender Kopf gewesen, daß die Lehrer begeistert waren und meinten, dem fönne die Schule nichts mehr fein, der gehöre in ganz große Umgebung. Wolte aufs Technifum. Woher aber nehmen? Bielleicht ist der stolze Studio da drüber sein zukünftiger Chef... es ist eben ein Unterschied, ob man in einem einfachen Holztasten ausschlüpft oder aus dem Pruntbett eines Großagrarierheims stammt. Jeder hat die Nummer seiner Zelle um den Hals. Glücksfache! Ja, wenn es einen Aufstieg gäbe, ohne Ansehen der Person. Wenn der Staat Mittel hätte, große Köpfe zu fördern als wertvollstes Nationalvermögen, wenn alle die anderen ein Herz hätten. wenn ein Gewissen sich regte, wenn es durch alle Seelen führe wie heißes Gebet, ja, dann... dann. Dann gäbe es das andere Gesicht nicht, dann gäbe es fein doppeltes Gesicht des Lebens... dann gäbe es ein einziges, und das trüge die Züge jenes Genius, der einst in der Armeleuttrippe zur Welt fam und die große soziale Predigt hielt... der ginge durch que Welt .. und alle wären Brüder und Schwestern... und das Leben wäre eine heilige Sache, fein Fluch für Ausgestoßene solange das doppelte Geficht leuchtet, ist kein Friede... Hochdeutsch und Plattdütsch. Die plattdeutsche Sprache führt ihren Namen davon, daß sie auf dem platten Lande im Norden Deutschlands gesprochen wird. Aus dieser rein äußerlichen Bezeichnung erklärt sich auch die Benennung der hochdeutschen Sprache, denn sie wird dort gesprochen, mo Berge sind. Die übertragene Bedeutung der Wertbestimmung, die man gern in platt und hoch hineinlegt, hat also bei der Benennung nicht mitgewirkt. Bis zu Luthers Bibelübersehung liefen beide Sprachen in gleicher Bollfraft nebeneinander her. In niederdeutschen Landen war das Blattdeutsch die öffentliche Sprache sowohl in Rede als in Schrift. Von Luther ab wurde es anders. Die plattdeutsche Sprache ging nicht nur in ihrem Schrifttum zurück, sondern wurde in ihren hinfort noch erschienenen Dichtwerken start Dom Hochdeutschen in ihrer Wortgebung beeinflußt. Manchen plattdeutschen Mann, der die kernige Einfachheit seiner Muttersprache schätzt und liebt, ärgerte das. Er macht seinem Aerger dadurch Luft, daß er sich über hochdeutsch sprechende Eingeborene lustig macht, indem er ihnen nachsagt, daß sie geel( gelb) snacken. Reuter bezeichnet dies immer noch plattdeutsch klingende Hochdeutsch mit messingsch", womit die Mecklenburger wohl andeuten wollen, daß es ein minderwertiges Gemengsel ist, das dann arg mehr auffällt, menn es unmittelbar aus stehenden Redensarten übersetzt ist. Weil in Holstein von geel snacken" spricht. nun Messing gelb aussieht, erklärt sich hieraus leicht, warum man Obgleich dem plattdeutschen Wesen jede Hinterlist fernliegt, so mill es sich jedoch auch nicht nehmen lassen, der hochdeutschen Sprache heimlicherweise einen Stoß zu versetzen. Dies tut das Plattdeutsche Seelischer Verfall. Beilage des Vorwärts bestimmten Blutflüssigkeit gedeihen fönnen, in einer anderen Flüffigkeit werden die Blutkörperchen zusammengeballt, dadurch zerstört und werden so giftig für den Körper. Diese Bluteigentümlichkeit des Menschen, zu einer dieser Blutgruppen zu gehören, ist den Menschen erbeigentümlich, ebenso wie andere Eigentümlichkeiten. z. B. helle oder dunkle Haut oder Hautfarbe, Kurzrumpfigkeit, Langgliedrigkeit Langrumpfigfeit, Kurzgliedrigkeit, runder Schädel, schmaler Schädel, langes Gesicht, furzes Gesicht und ähnliche körperliche und auch vor allen Dingen seelische Eigenschaften. Da mum jeder Mensch von zwei Eltern abstammt, beide Eltern aber doch ganz verschiedenen Blutfamilien angehören können, ist es verständlich, daß selbst das Blut von sogenannten Blutsverwandten feindlich aufeinander einwirken und so Bluttransfusionen von Eltern auf Kinder, von Kindern auf Eltern manchmal nachteilig wirken fönnen. Es ist nun der modernen medizinischen Forschung gelungen, durch verhältnismäßig einfache Verfahren eindeutig die Blutgruppen eines Menschen zu bestimmen, und dadurch ist es möglich, jedem Kranken das Blut zu geben, das ihm nicht nachteilig, sondern vorteilhaft ist. So fann die Gruppe A plus B Blut von allen Gruppen empfangen, die Gruppe A von Gruppe A und C, Gruppe B Don Gruppe B und C, und die Gruppe C nur von Menschen der eigenen Blutgruppe. Umgekehrt ausgedrückt kann also die Gruppe A plus B mur Menschen der eigenen Blutgruppe geben, die Gruppe A fann A plus B und A, die Gruppe B fann A plus B und B und die Gruppe C tamm allen Gruppen Blut spenden. In Amerika und England werden auf Grund dieser Erkenntnisse in neuerer Zeit Bluttransfusionen sehr reichlich ausgeführt. Bei Blutarmen, besonders nach großen Blutverlusten( Berlegung, Geburt, Operation), dann bei Blutkranken, besonders nach Sepsis( Blutvergiftung), ferner bei allgemeiner Cacherie, bei Krebskranten usw. fann man durch eine rechtzeitige Blutabgabe geradezu Wunder wirken. Man hat sichere Todeskandidaten unter dem Einfluß einer Bluttransfusion wie durch ein Wunder sich erholen sehen. Es ist gelungen, Menschen, die bis auf ein Zehntel ihrer Blutmenge leer geblutet waren, allmählich einfach durch Bluttransfusionen wieder auf die normale Blutmenge zu bringen. Es werden Blutmengen von 5 bis 750 Gramm auf einmal gegeben, und man hat so in mehrfach wiederholten Transfufionen franken Menschen schon 5 bis 6 Liter Blut gegeben, mehr als der normale Mensch eigentlich an Blut in den Abern hat. In England, besonders auch in Amerika, ist dieser neue Zweig der Medizin ganz allgemein zur Anwendung gekommen, z. B. zog jeder amerikanische Soldat mit einer Blutgruppenbestimmung ins Feld. In seinem Soldbuch war seine Blutgruppe bezeichnet, so daß ohne jeden Zeitverlust im Bedarfsfalle das nötige Blut gegeben werden fonnte. Ein Mangel an Spendern besteht dort drüben taum. In den Krankenhäusern und bei den Aerzten liegen Listen auf, in denen fich Menschen, die ihr Blut für derartige Fälle, ohne Ansehen der Berson zur Verfügung stellen, eingetragen haben. Für den Spender felbst ist die Blutabgabe in teiner Weise mit Nachteilen verbunden, im Gegenteil, die Blutentnahme wirkt als Reiz zur vermehrten neuen Blutbildung. Selbst Blutarme fönnen unbedenklich fleinere Mengen von Blut hergeben, ausgenommen sind Tuberkulose oder sonst mit ansteckenden Krankheiten Behaftete, sowohl mit Rücksicht auf fich selbst als auch mit Rücksicht auf den Empfänger. Die Blutentziehung, der Aderlaß, wurde früher in der gesamten Medizin sehr geübt, ist auch in neuerer Zeit schon in Deutschland wieder sehr das Weihnachtsgeschäft war mäßig, das deutsche Chlorose der jungen Mädchen, dann als Entlastung bei vielen Berin Aufnahme gekommen als Reiz bei Blutarmut, namentlich Gemüt hat früher mehr abgeworfen." giftungszuständen und besonders Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Leberfrankheiten, Magengeschwüren und vielen anderen Stoffwechselfrankheiten. Rüsch IJA! dadurch, daß es durch die Berliner Sprache, die ein eng verbundenes Gemisch des Blatt- und Hochdeutschen ist und durch ihre Breffe eine gewisse Allmacht ausübt, störend auf die Modi des Hochdeutschen wirft. Es unterliegt feinem Zweifel, daß diese so erfolgreiche Behand lungsmethode, die in Deutschland, wenn auch noch selten, geübt wird, bei uns Allgemeingut des Heilschages werden wird, und so fehen wir unter einer naturwissenschaftlichen Erkenntnis die alten Wehe dafür dem plattdeutschen Wort, wenn es unter die Herr Begriffe der Blutsverwandtschaft, Blutsgemeinschaft, Blutsbrüder schaft der hochdeutschen Zunge gerät. Von Base würde das männschaft, des Blutvergießens für einen anderen eine neue höhere Be deutschen mit einem hinten, nicht vorn, im Munde entstehenden liche Wort Baas heißen. Baas( Obermann, Chef) wird im Platt- deutung gewinnen. langen offenen o ausgesprochen. Da dieser Buchstabe dem Hochdeutschen fehlt, spricht es Baas einfach wie Boß aus. Aus dem lautmalende hissen hezen macht es das lächerliche heißen, als ob das turze plattdeutsche i jemals zu ei werden könnte. Aus wahrschun fabrizierte es wahrschauen, als ob jedes u zu au werden müßte, wie man Haus für Hus sagt. Wahrschun bedeutet: jemand scheu machen, damit er sich wahre. Diese beiden Wörter führt die amtliche hochdeutsche Seemannssprache und somit auch Duden auf. = Die hochdeutsche Sprache liebt Bildungen wie wahrschun nicht, menn man nicht Hohnlachen und Hohnsprechen dazu rechnen will. Hohnlachen heißt auf plattdeutsch grieflachen= femand zum Kummer lachen, vgl. das englische grief. Das sind ganz prächtige anschauliche Wörter, und aus diesem Grunde liebt sie der niederdeutsche Mund. Das französische reculer läßt sich genau nur mit dem plattdeutschen rücarsen wiedergeben. He grallögt= er sieht mit grellen Augen er ist betrunken; he is sipfölft= er ist bis zum Schlucken voll vom = er horchter lugt und öhrt usw. lippen(= schlürfen); he lufohrt= Bum Schluffe möchte ich noch die beiden berühmten Wörter flöhnen oder flönen und tünen erklären. Tünen fommt von Tun, englisch town, hochdeutsch Zaun, denn town ist ein umzäunter Ort. Lünen heißt also: einen Zaun ziehen, was eine sehr langwierige Arbeit ist, besonders wenn das Grundstück groß ist und man oft von daherkommenden Bekannten durch Unterhaltung von der Arbeit abgehalten wird. Die Buchgelehrten scheinen flönen von Kloon, Klun Knäuel abzuleiten. Möglich wäre es; von Kloon müßte es jedoch floinen und von Klun flünen heißen. Bis man die Knäuel fertig gewickelt hat, dauert es auch eine ganze Weile, namentlich, Rindes heißen auf plattdeutsch Klön. Haben nun die Rinder infolge wenn man das Garn erst dazu spinnen muß. Die Klauen eines einer Verletzung oder der Maul- und Klauenseuche die Klauen verloren, so dauert es eine lange Beit, bis sie ihre Klön wiederbekommen. Dieser meiner Erklärung möchte ich aus lautlichen Gründen den Vorzug geben. Klönen enthält nicht immer einen tadelnden Sinn, sondern fann auch eine träge gemütliche Unterhaltung bezeichnen, während tünen immer: Unsinn reden bedeutet. Ernst Wrede. Blutsbrüderschaft einst und jetzt. Blut ist ein ganz besonderer Saft. Blutsverwandtschaft, Bluts. gemeinschaft, Blutrache, Blutsbrüderschaft deuten die im Boltsempfinden tief wurzelnde Verbindung seelisch- ethisch- förperlich organischer Beziehungen an. Sein Blut für andere zu opfern, zu ver gießen, ist ehrwürdige alte Sitte. Und auch praktisch hatte die Medizin immer wieder versucht, bei Blutverlusten, Blutarmut, Blutverderbnis und Bluterkrankungen den Leidenden gesundes Blut zu geben. Man hatte den Menschen Tierblut, besonders aber gesundes Menschenblut, in die Adern eingesprigt. Die Erfolge waren aber häufig schlechte, der Blutempfänger bekam nach der sogenannten Bluttransfusion Krankheitserscheinungen mit dem Charakter einer Bergiftung, die gar nicht selten tödlich verliefen. Die moderne biologische Forschung hat uns nun gezeigt, moher es tommt, daß in manchen Fällen solche Bluttransfusionen gut vertragen und Wunder für den Kranken wirtten, während sie in anderen Fällen so ungünstig verliefen. Die gesamte Menschheit gehört vier Blutgruppen an, die man als Gruppe A, Gruppe A plus B, Gruppe B und Gruppe C bezeichnet. Blutflüssigkeit( Serum) und die in dieser Blutflüssigkeit schwimmenden Körperchen stehen nämlich in einer lebendigen Gemeinschaft zueinander, indem diese Blutkörperchen mur in einer ganz Auf der Arbeiterolympiade in Frankfurt a. M. im Jahre 1925 find beispielsweise nahezu 1000 Blutgruppenbestimmungen aufgenommen worden, und auch in Berlin hat man gerade in Kulturgemeinschaften des arbeitenden Volkes, besonders in den Körperbildungsgruppen des Genossen Adolf Koch, ebenfalls schon ungefähr 1000 Blutgruppenbestimmungen ausgeführt. Auch die Blutforschung imd Ronstitutionsforschung gewinnt durch die Erkenntnis über Blutgruppenbestimmung. Nächst der Bea deutung für Bluttransfufionen scheint die Blutgruppenforschung befähigt, uns manche Aufschlüsse über Immunität( Widerstands. ( Waterschaftsnachweis) und auf anderen Gebieten zu geben. fähigkeit gegen ansteckende Krankheiten), Familienzugehörigkeit Dr. Graaz Sowas kommt vor.... Groteske von Hans Wesemann. Der Nigger John Hotnut liegt auf dem vollgespuckten Fußboden einer Kneipe der 42. Avenue in New York und ist voll des Wirtin mit Tassen und Schüsseln. Ein lendenlahmes Orchestrion füßen Brennspiritus. Hinter dem Schanktisch rasselt die massive quieft verschüchtert„ Home, sweet home" und zwei irgendwie ergrimmte Gentlemen schlagen sich im Tafte auf die Denterſtirnen. Give it to him, Jimmy, down with him", spendet die sachverständige Kundschaft ihr Urteil. Hip, hip, hurra! " John Hotnut schläft; durch sein armes dummes Negerhirn fauft in diesem Augenblick das ganze große laute furchtbare abends toben 100 000 Girenen. Auf eisernen Hängebrücken rasen New York. In Hoboken freischen die Dampffräne, mittags und die Overgrounds mit gelben, grünen, roten, weißen Lichtern, fünf Aeroplane spuden Rauchsignale an den Himmel:„ Only Watermans Stockwerfe tief unter dem Broadway flirrt, zischt, faucht die„ Tube", Bennican." Krach, Bumm, fallen Dampfhämmer auf das Straßenpflaster. Megaphone brüllen aus 125 Stockwerfen des Woolworthbuilding ihr Buuuuh", aber unbefümmert näselt der Methodistenprediger an der Straßenecke und durch das Hupen der 555 555 Autos hindurch klingt die fleine Flöte des Italiano mit dem Apfelsinenwagen So- le- mi". " Ein ungeheurer, mahnsinniger, freischend dudelnder Afford Bu- bä- bu" steigt herauf und sprengt Johns dicken Schädel. Jetzt geht es los! Ein Ürmaldaffe bläft auf einer Posaune, ein Wolkenfrazer tobt mit steinernen Backen auf dem Megaphon; Sarah aber, Johns angetrautes und unwiderrufliches Cheweib, schlägt mit einer leeren Heringstonne auf John los: Damned nigger, Du für 5 Dollar Brennspiritus saufen ich nicht einmal Möbelpolitur friegen, o, Du Wollkopf Bum, Bum, Bum immer im Taft auf Johns leiderfahrenen Schädel. Die Thefe ächzt voll Mitgefühl. Aufspringt John: Save my foul o, lady- be good" und rettet sich vor der infernalischen Musite in ihm selbst" auf die Street." D lady be good brüllend. Ein Policeman erlöst ihn mit dem Gummifnüppel von allen Weiterungen und befördert ihn zur Station aber nicht, ohne dah der berühmte Jazzbanddirigent Jeremias Emptybottle vorher schnell nech das famose Motiv und den Taft aufgefangen und mitgenommen hat. 50 Sarophone, 30 Ruhgloden, 330 zersprungene Nachttöpfe, eine Dampffäge und 25 rostige Kartoffelreibeisen werden morgen schon den neuesten Shimmy D, Lady be good" dem verzückten Publikum auf beiden Globen entsprechend zu Gemüte führen Wer aber meint um John Hotnut. 2 R Wegen Inventur- Arbeiten werden unsere Geschäfte morgen Mittwoch, 30. Dez., erst nachm. 3% Uhr geöffnet. JANDORF Belle Alliance- Straße Große Frankfurter Str. Brunnenstraße Kottbusser Dam In Wilmersdorfer Straße Wegen Inventur- Arbeiten wird das Kaufhaus morgen Mittwoch, 30. Dez., erst nachm. 3% Uhr geöffnet. Berlin W 50, Tauentzienstr. 21-24 EKAUFHAUSE EWESTENS La Deve DAS HAUS DER QUALITATSWAREN! Achtung! Mitglieder tung! Gediegene Möbel, mert den Sak! Deutscher Metallarbeiter- Verband Berband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Verein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer der gemeinen Dristranten- baut Gieffet, Alexanderbich. MegamberMittwoch, den 30. Dezember. nachmittags 5 Uhr, im Zimmer 28 des Berbandshauses, Linienftr. 83 85: 2 Bertrauensmännertonferenz Filiale Groß- Berlin Gas- und Wafferbranche. Mittwoch, den 30. Dezember 1925, abends 7 Uhr, in Böters Festfälen, Weberffr. 31 Vollversammlung Mittwoch, 30. Dezember, abends 6 Uhr im Gewertschaftshaus( Saal 4): General- Verfammlung Tagesordnung: Möbelspeicher. offenen ur bie in diefem Berzeichnis traße, 162, verlauft birett an Brivate Jahnärzte und Zahndürfen von unseren Mitgliedern auf Serrenzimmern. Schlafzimmern, Küchen, werden. allerfasse Berlin- Norden! Neue und gebrauchte Teilzahlung ohne Aufschlag. Mit dem 1. Januar 1926 erscheint ein Möbel. neues Verzeichnis der bei unserer Raffe Lükowstraße 95. Geöffnet bis 7. 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Fennstr. 1, v 4 Tr. Die Einäicherung findet am Mittwoch. 30 Dez, nachm 52 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. statt.[ 1529 b Rranzspenden dankend verbeten. Allen Parteigenossen und Betannten, die meinem lieben Mann und guten Bater die letzte Ehre erwiesen haben, agen wir unseren tiefgefühlten Dant. In tiefer Trauer Martha Fritsch und Hinterbliebenen. 1528 Herren- Ulster mit Rüdenfalten und Gurt, bunkel gemustert Ulster aus haltbaren Flauschstoffen, moderne Formen und Farben. Baletots ein- und zwetreihig, aus marengo- Cheviot mit Gamttragen Ulster aus gebiegenen Stoffen, Erfaz für Maß in modernster Berarbeitung 29.38.44.68.Gesellschaftskleidung Original Tiroler Trachten Baer Sohn A.- 6. Eigene Kleiderwerke und Gummimäntelfabrik Berlin N, nur Chausseestr. 29-30 Statt Karten! Am Mittwoch, den 23. Dezember, perstarb nach langem. schwerem Leiden meine liebe Frau und herzensgute Mutter Wilhelmine Schulz geb Gutfeld im Alter von 69 Jahren. Berlin NO. 55, Marienburger Str. 16. August chulz and Sohn Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 30. Dezember, abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstr ſtatt Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres auten Baters Karl Bernecker fagen wir allen daran Beteiligten unferen herzlichsten Dank 1/14 Anna Bernecker u. Minder. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sow. Berufsg. Deutschl. Geschäftss.elle Groß- Berlin Am 21. Dezember verunglückte tödlich im Elektrizitätswert Charlottenburg unser langjähriger Kollege Theodor Biermann Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung erfolgt am Mitt woch, den 30. Dezember, vorm. 9 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 170/18 Ueber Nacht ird jung und alt, von der läftigen und unangenehmen 54/17 Verkäufe Schlafzimmer Teppiche, Diwandeden, Tischdecken, Bettvorleger, Läuferstoffe, prachtvolle Auswahl, extra billige Gelegenheiten. Esha" 550 Schlafzimmer Besa" 450.- Schlafzimmer Maga" 750.-, Fischer. 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Bewerber muß sich im sozialistischen Schrifttum mie auf dem Gebiet der Kunft austennen, organisatorische Befähigung haben und die Redaktion des ,, Kulturwillen" übernehmen tönnen. Anstellung nach den Gägen des Vereins Arbeiterpreffe Antritt fo rasch als möglich. Bewerbungen mit Lebenslauf und Angabe bisheriger Tätigkeit in der Arbeiterbewegung an das Arbeiter- Bildungsinstitut Leipzig, Braustraße 17, fofort, spätestens aber bis 9. Januar zu Händen bes 2. Borsigenden Felix Ilgner. Der Umschlag ist mit Aufschrift ,, Bewerbung" zu versehen. 172/ 5* Nr. 611+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sind Gewerkschaften Kartelle? Legenden zerstören ist ein öffentliches Verdienst. Legenden sind ungefährlich, wenn sie Privatsache oder im Bereich der Phantasie bleiben. Sie müssen zerstört werden, wenn sie von der öffentlichen Meinung Besitz ezgreifen und auf die Politik der Regierenden Einfluß zu nehmen drohen. Eine solche Legende ist die Behauptung, daß die Gewerkschaften der Arbeitnehmer Kartelle seien. Der Ursprung dieser Behauptung ist bekannt. Sie entstammt nicht der Wissenschaft. Aehnlich wie die Behauptung, daß LohnArbeitergenossenschaften bekämpft, die um die Tief haltung der Barenpreise tämpfen, so wäre das sinnlos gewesen. Den Unternehmerfortellen, die die Warenpreise hochhalten, die Gemerkschaften gegenüberzustellen, die den Preis" der Arbeitskraft hochhalten, ist also eine fachliche llnmöglichkeit. " 1 Dazu kommt ein Drittes. In den Kartellen kämpft der Privatunternehmer um einen möglichst hohen Bruttoertrag. In den Arbeitgeberverbänden kämpft er um möglichst niedrige Selbstkosten, um die Differenz zwischen Selbstfosten und Bruttoertrag, feine Rente, möglichst zu steigern. Die Gewerkschaften tämpfen Dienstag, 29. Dezember 1925 Das Wohlwollen, mit dem die amerikanische Hochfinanz und die amerikanische Regierung den europäischen Wiederaufbau be trachten, ist nach diesem Bericht nur allzu verständlich. War der europäische Kriegswahnsinn für Amerika ein gutes, ist der Wiederaufbau ein noch besseres Geschäft. Und von so entscheidender Amerika, das sich offiziell fernhält, bedeuten sie nur die BerBedeutung Völkerbund und Locarno für Europa sind, für ringerung der geschäftlichen Risiten. Rentenbank und Amerikakredit. Die Verwaltung der deutschen Rentenbant Kreditanstalt teilt mit, daß sie den Bressenachrichten über die Bedingungen einer weiteren Amerikaanleihe völlig fernsteht. Die erhöhungen auch bei stabiler Währung die Wirkung einer Währungs- Arbeiter, Angestellte der westlichen Vororte! Angaben eilen den Tatsachen weit voraus und brüden lediglich inflation nach sich ziehen, ist sie ein Berlegenheitsprodukt der deutschen Unternehmer, die damit den Kampf der Regierung Luther gegen die Ueberkartellierung der Industrie und gegen die Borwegnahme der Zollteuerung durch Preiserhöhung auf ein totes Cleise zu schieben versuchten. Die Legende, daß auch Gewerkschaften Kartelle seien, die durch Vereinbarungen den Preis der Ware Arbeit zu steigern versuchen, sollte außerdem für die Absicht des Lohndrucks fruchtbar gemacht werden, und zwar in doppelter Richtung. Einmal die Aussichten des systematischen Lohndruds der Arbeitgeberverbände zu verbessern durch den Ausschluß verbindlicher Tarifverträge für ganze Gewerbe und Bezirke und durch Förderung von Lohnvereinbarungen zwischen Einzelunternehmen Einzel belegschaft. Sodann durch Einspannen der staatlichen Schlichtungsstellen für die Zwecke des Lohnabbaues direkt. Die Luthersche Preissenfungsaktion und der Kampf gegen die Ueberfartellierung waren dafür der geeignete psychologische Moment. und Der von unserem Genossen Martin Berger geschaffene Film * Freies Bolt läuft ab 1. Januar bis 7. Januar in dem " Germania- Palast", Charlottenbg., Wilmersdorfer Str. Der Film Freies Bolt wird von den Monarchisten and Nationalisten auf das schwerste bekämpft. Sie haben als Gegenflüd einen Film„ Bismard" herausgebracht, der den Kinobefachern die„ Herrlichkeiten des alten monarchiffisch- militärischen Obrigkeitsstaates veranschaulichen soll. Es ist die Pflicht aller republikanischen Männer und Frauen, unserem Film Freies Bolf" die Wege ebaen zu helfen, indem durch Maßenbefuch der Reaffion gezeigt wird: auch in den kinotheatern hält der republitauisch- pazififtische Gedanke seinen Einzug". überhaupt nicht gegen die Höhe des Bruttoertrags, den der Unternehmer aus dem Verkauf der Produkte erzielt, sondern um einen steigenden Anteil an diesem Bruttoertrag, d. h. um die Verwandlung eines möglichst großen Teils des Waren gewinns in Löhne. Höhere Löhne bedeuten also nicht höhere Preise der Waren, sondern eine niedrigere Rente des Rapitals. Untertelle einander vollständig verschiedene voltswirtschaftliche Funktion: Karerhöhen die Warenpreise und hindern mit der Schwachung der Konkurrenz die freie Preisbildung, Gemertschaften steigern vorübergehend die Selbstkosten und fördern mit der Berstärkung der Ronkurrenz die freie Preisbildung Endlich: nur als Selbstfoften- und Gewinnfaktor des Unternehmers ist die Arbeit eine Ware wie jede andere". Aber schon für die Realisierung des Geminns des Privatunternehmers ist sie feine Ware mehr, ebensowenig wie die Löhne nur mehr Selbstkosten find. Wie die Träger der Arbeitskraft Verbraucher und Käufer der Warenprodukte, so sind die Löhne die Absazbasis und die Grundlage für Brutto- und Reinertrag der Unternehmer. Nur für die Selbstfostenrechnung des Unternehmers also, für sein privattapitalistisches Interesse an der Rapitalrente, tann die Arbeit als Ware, der Lohn als Warenpreis, die Gewerkschaft als Preisfartell gelten. In der Bolkswirtschaft ist die Arbeit als Ware, der Lohn als ihr Preis, die Gewerkschaft als Kartell der Arbeitsverfäufer eine Legende. Daß die Legende auf die Politit der Regierenden Einfluß zu nehmen vermag, haben die Altennotizen des Dr. Meißinnehmerfartelle und Arbeitergewerkschaften haben also eine vonger von der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände bewiesen. Daß sie zum Bestandteil öffentlicher Meinungsbildung zu werden droht, beweist der Bericht der Essener Handelstammer, die nach dem Schwergewicht der von ihr vertretenen Wirtschaftsinteressen als die wichtigste und einflußreichste Deutsch land's angesehen werden muß. In ihrem Jahresbericht schreibt sie: „ Der größte Fehler bei der staatlichen Wirtschaftspolitit mar, daß die Arbeit obgleich Ware wie jede andere hinsichtlich der Preisbildung nach nicht zu billigen den Gesichtspunkten behandelt wurde. Mit der Bekämpfung der Kartelle... sollten Monopole gebrochen werden. Unlogisch war es jedenfalls, ein Monopol der Arbeit zu schaffen. Dieses Monopol wurde aber nicht nur durch die arbeitsrechtliche Gesetzgebung ermöglicht, sondern noch durch die staatliche Schlichtungspolitik, die dem Grundsatz der freien Preisbildung widerspricht, gesteigert Handelskammern sind staatliche Einrichtungen industrieller Selbstverwaltung. Sie sind nicht Privatunternehmungen von Industriellen zur Wahrnehmung und Förderung privatkapitalistischer Interessen. Sie sind vor allem fein einfaches Anhängsel der Unternehmer- und Arbeitgeberverbände. Die Maßstäbe ihrer Kritik dürfen nicht privat fapitalistische, sondern müssen gesamt. wirtschaftliche sein. Das hat zur Folge, daß sie das Lohnproblem in ihren Rundgebungen nicht privat, sondern volkswirtschaftlich zu beurteilen haben. Gegen diesen Grundsatz hat die Essener Handelskammer aufs schwerste verstoßen. Die Essener Handelstammer spricht von einem Monopol der Arbeit, das durch das Arbeitsrecht ermöglicht und durch die Schlichtungspolitif gesteigert wurde. Indem fie aus der gesetzlichen Bertragsfähigkeit der Gewerkschaften und der staatlichen Schlich tungstätigkeit auf ein Monopol der Arbeit schließt, führt sie sich Denn die gesetzliche Anerkennung der selbst ad absurdum. Gewerkschaften und die staatliche Schlichtungstätigkeit ist kein Brivileg zugunsten der Gewerkschaften, denn beide hatten die An. erfennung und die Gleichberechtigung der Arbeltgeber verbände zur Voraussetzung. Wenn von einem Monopol der Arbeit die Rede sein könnte, müßte ebenso ein Monopol des Kapitals festgestellt werden. Das aber ist ein Widerspruch gegen den Begriff des Monopols". Wenn die Kartelle der Unternehmer bekämpft würden, so dürfte die Regierung mit den Kartellen der Arbeiter, das sind die Gewerkschaften, zum Mindesten teine Ausnahme machen. Das ist die zweite These. Diese These ist falsch, weil die Gegenspieler der Gewerkschaften in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung nicht die Warenpreiskartelle der Unternehmer, sondern die Arbeitgeberverbände sind. Die Gegenspieler der Unternehmer fartelle aber sind die Konsum- und Produktiv genossenschaften. Sollte der Kampf gegen die Preisfartelle der Unternehmer auf die Gewerkschaften der Arbeiter übertragen merden, die die Löhne zu steigern suchen, so müßte er notwendig auch auf die Arbeitgeberverbände ausgedehnt werden, die die Löhne zu fenten suchen. Das wäre aber überflüssig gewesen. Hätte die Regierung aber aus Gerechtigkeitsgründen neben den Unternehmerfartellen, die die Preise hoch halten, auch die Indem die Essener Handelskammer diefe Legende als Waffe politischer Kritit aufgreift und gebraucht, degrabiert sie sich zum Werkzeug einseitiger Profit- und Unternehmerinteressen. Da fie als staatliche Einrichtung in der Deffentlichkeit für diese Legende wirkt und ihr Einfluß auf die Politit der Regierenden zu verschaffen sucht, ist die Zerstörung der Legende eine öffentliche Notwendigkeit und ein öffentliches Berdienst. Konjunkfurtaumel in Amerika. Wünsche aus, die in interessierten Kreisen für eine zweite Amerikaanleihe bestehen. Ernsthafte Verhandlungen mit ausländischen Geldgebern über eine zweite Anleihe haben noch nicht begonnen. Ob sie bereits im Januar stattfinden und zu Ende geführt werden, steht noch nicht fest. Alle Mitteilungen über die Bedingungen und den Zeitpunkt der Auflage der Anleihe sind verfrüht. Die Revision des russischen Außenhandelsplanes. Der stellvertretende Handelsvertreter der UDSSR. in Berlin und Leiter der faufmännischen Abteilung, A mramow, ist soeben von einer dienstlichen Reise nach Moskau zurückgekehrt und erstattete im Rat der Handelsvertretung einen ausführlichen Bericht über die Veränderungen des Import- und Exportprogrammes der Union, die vom Handelstommiffariat in Mostau infolge der befannten Schwierigkeiten der Getreidekampagne beschlossen worden sind. Wie der EDD. erfährt, ist die Revision des Außenhandelsplanes bereits vollzogen und der revidierte Plan dem Rate für Arbeit und Verteidigung zur Genehmigung vorgelegt worden. Im neuen Plan ist die notwendige Einschränkung der Getreideausfuhr vorgesehen, auch die Ausfuhrziffern anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse wurden auf Grund der neuesten Erfahrungen torrigiert. Einer gründlichen Revision wurde das Einfuhrprogramm unterzogen. solcher Artikel, die für die Arbeit und den Ausbau der russischen Die Einfuhr Industrie und die Intensivierung der Landwirtschaft bestimmt sind, soll nicht beschränkt werden. Dagegen wird die Einfuhr von Be darfsartikeln wesentlich eingeschränkt. Diese Einschränkungsmaßnahmen sind vorläufig für das zweite Quartal des laufenden Birtschaftsjahres, also für die Monate Januar, Februar und März geplant. Sollte teine Aenderung der Konjunktur auf dem Getreide Wirtschaftsjahres das Außenhandelsprogramm abändern müssen. meltmartt eintreten, so wird man auch für das zweite Halbjahr des Balzwert Hennigsdorf A.-B., Hennigsdorf( AEG.- Konzern), hat, Die mangelnden Aufträge der Reichsbahn. Das Stahl- und mie mitgeteilt wird, die für Bahnbedarf in Betracht kommenden Abteilungen stillgelegt, infolge der ausbleibenden Bestellungen der Reichsbahn. Auch für die anderen Spezialitäten ist die Konjunttur nicht günstig. Die Kapazität des Werkes tann nicht ausgenutzt werden, so daß man mit Einschränkungen arbeiten muß. Deutsche Bant stellt der Ufa den Generaldirektor. Wir haben seinerzeit mehrfach die durchaus nicht rosige Geschäftslage der Ufa besprochen, des größten vertikalen Filmunternehmens Europas. Sie hat für 1924 6 Broz. Dividende verteilt und gleichzeitig einen ameri fanischen Kredit über 15 Millionen Marf aufgenommen. Die offen bare Renommierdividende und der Amerikakredit sollten die Grundlage einer Sanierung sein. Jetzt wird gemeldet, daß Herr F. Bausbod, bisher Direttor der Württembergischen Bereins= bant in Stuttgart, zum Generaldirektor der Ufa ernannt worden ist. Die Meldung wirft auf die Vorgänge in der Ufa ein der Deutschen Bant. Die Ufa schuldet der Deutschen Bank deutliches Licht. Die Württembergische Vereinsbant ist Filiale nach der Bilanz annähernd 12, nach anderen Mitteilungen 19 Millto ihrer Forderungen( neben mehreren Aufsichtsratsfigen) nunmehr die nen Mart. Danach hat also die Deutsche Bant zur Sicherstellung volle Leitung des Ufa- Konzerns übernommen. Der Vorgang ist für die Art, wie Großbanten heute zur Sicherung ihrer Forderungen vorgehen, überaus charakteristisc). Die Gründung der Autobant erft im Laufe des Januar. Die endgültige Konstituierung des projektierten Auto- FinanzierungsInstituts ift, wie die Ronjunttur- Korrespondenz von bestunterrichteter Seite erfährt, frühestens im Laufe der nächsten Woche zu erwarten; die an der Berliner Börse fursierenden Gerüchte hierüber entbehren dementsprechend jeder Begründung. Der Name des Inftituts steht noch nicht fest, doch dürfte zmeifellos der Titel Auto= bant A.-G. gewählt werden. Hinsichtlich der Einzelheiten hat sich bisher nichts geändert. Das Aktienkapital wird auf 10 Millionen Reichsmart bemessen, doch zunächst mit 25 Broz. eingezahlt. Das Jahr 1925, das für die früheren Inflationständer Mittel europas, besonders Deutschland, zum schmersten Krisenjahr seit der Borkriegszeit geworden ist, war für die Vereinigten Staaten ein Rekordjahr glänzender Konjunktur. Wenn auch die Stimmen nicht fehlen, bie Amerika einen schweren Sturz aus der Ueberfonjunktur 21/22 poraussagen, dymelgt das tapitalistische Amerifa Bericht, der dem„ Daily Telegraph" aus New York zugegangen iſt: hemmungslos in jeinem Glüd. Ein Bild davon gibt nachfolgender Nach Ansicht der maßgebenden Persönlichkeiten der Geschäftsund Bantwelt hat Amerita das glänzendfte Jahr in der Geschichte hinter sich. Man betone, daß Europa sich über die Rückwirkung der günstigen Geschäftsbedingungen freuen werde, an denen es einen ständig wachsenden Anteil haben merde. In diesem Zu sammenhange werde dargelegt, daß die amerikanische Einfuhr für die ersten drei Quartale größer war als die eines vollen Jahres während der letzten sechs Jahre. Die amerifanische Ausfuhr werde wahrscheinlich jeden Reford, außer den während der Kriegszeit aufgestellten, brechen. Die Banfiers bezeichneten es als bemerkenswert, daß die Amerikaner sich so schnell und vertrauensvoll entschlossen hätten, europäische Anleihen zu zeichnen. Die umfangreiche amerikanische Kapitals anlage in Europa spreche für das gesteigerte Vertrauen und das bessere Berhältnis, welches zwischen dem amerikanischen Volke und den Völkern des europäischen Kontinents herrsche. Amerika Fusion in der amerikanischen Delindustrie. Die Standard Dil habe sich offiziell nicht an Locarno beteiligt. Es werde aber die Company von Ralifornien und die Pacific Oil Company werden Ansicht ausgesprochen, daß die Dollars, die den fremden miteinander verschmolzen werden, sobald die Attionäre ihre Zu Industrien gegeben würden, um ihnen den Wiederaufbau zu erstimmung dazu gegeben haben. Das Gesamtkapital der Gesellschaft möglichen, wesentlich zum Erfolge der Locarnofonferenz bei beläuft sich auf 450 Millionen Dollar. Das sind über 1,8 milliarden getragen hätten.* Mart. vom 28. April 1923, das am 31. Dezember 1925 abläuft, ist durch Das deutsch- portugiesische vorläufige Handelsübereinkommen Notenwechsel zwischen der Bortugiesischen Regierung und der Deutschen Gesandtschaft in Lissabon bis zum 31. März 1926 verlängert worden. ZUM NEUEN JAHRE. NEUE SALAMANDER Der gediegene und schöne Salamander- Schuh ist der würdige Begleiter ins neue Jahr Reiche Auswahl in den Preislagen: 12.5° 14.50 1650 MARKE SALA AMANDE SALAMANDER Arbeitersport. Arbeiterwintersport in Schreiberhan. In den Sport- und Arbeiterkreisen ist noch in Erinnerung die Freude darüber, daß zur Arbeiterolympiade auch zum erstenmal in der Arbeiter- Turn- und Sportbewegung wintersportliche Wettkämpfe veranstaltet wurden und zwar in dem besonders für Norddeutsche günstigen und beliebten Schreiberhau im Riefengebirge. Die damaligen Beranstaltungen waren nicht nur Wettkämpfe, sondern noch weit mehr Brepagandataten für den Wintersport überhaupt. Es tann tein Zweifel darüber bestehen, daß es eine der vielen Aufgaben in der Arbeiterbewegung ist, den so gefunden Wintersport bei der breiten Masse unserer Genossinnen und Genossen populär zu machen. Wie herrlich ist es, in sausender Fahrt auf den natürlichen Rodelbahnen von den Bauden nach dem Schreiberhauer Tal zu gelangen. Oder in den verschneiten Wäldern und Bergen auf den Schneeschuhen dahingleitend fich an der Natur zu ergötzen. Um das Interesse an diesem fchönen Wintersport zu fördern, veranstaltet der Schreiberhauer Verein des Arbeiter- Turn- und Sportbundes am 6. und 7. Februar 1926 ein Bezirks- Winter= sportfest offen für den 14. Kreis in Schreiberhau. Das Sportfest sieht vor für die verschiedensten Altersklassen: Rodelwettfahrten, Langläufe und Springen, in der Form, wie es die temmenden Bundesmeisterschafts- Wettkampfspiele erfordern. Der Festbeitrag und das Startgeld find mit 30 bis 60 Pf. äußerst niedrig gehalten. Ebenso find für Uebernachten im Privatquartier bei vorheriger Beftellung und Bezahlung pro Nacht 80 Pt. festgesetzt. Wettkampfteilnehmer oder Besucher müssen sich bis spätestens zum 10. Januar 1926 anmelden beim Genossen Herbert Pflug, Schreiberhau im Riefengebirge, Fernsprecher 212. Das seit längerer Zeit bestehende ftaltung gut durchgeführt werden tann. gfteberu des„ SC.Siegfried 09" als interne Angelegenhelt aus getragen. Der Europameister Willi Paul, dessen schärffter stonfurrent im Heben sein Klubgenosse Blume ist, vollbrachte eine Glanzleistung. Nachdem er 140 Pfund einarmig riß und 260 Pfund beidarmig stieß, gelang es ihm trog der körperlichen Anstrengung, in den nachfolgenden Ringtämpfen Spandau- Berlin seinen Gegner in beiden Gängen nach verhältnismäßig furzer Zeit auf die Schulter zu legen. Eine ebenfalls gute Leistung vollbrachte der erst 18 Jahre alte und selbst nur 106 Pfund schwere masinid, indem er 110 Pfund riß und 170 Pfund stieß. Die Ringkämpfe wurden flott geführt und fanden wiederholt brausenden Beifall. Alles in allem eine gut gelungene Veranstaltung. Ergebnisse: Bogen: Eberswalde( GC. Eiche) negen Berlin( Siegfried 09). Bantam: Stroll( Eiche) gegen Nieger( Giegfrieb): Sieger: Kroll nach Bunkten. Federgewicht: Schola( Eiche) genen Ueberfdeer( Siegfried); Gieger: Schols durch Abbruch 2. Runde. Federgewicht: Beik II( Ciche) gegen Liebig( Siegfried): unentschieden. Leichtgewicht: Bichmann( Eiche) gegen Winkler( Siegfried); Sieger: Winkler durch Abbruch 3. Runde. Leichtgewicht: Splett ftröm( Eiche) gegen Rfchaller( Siegfried): Sieger: 8idhaller burch Abbruch. Leistungsheben ( Mitglieder des GC. Siegfried 09): R. Blume( 140-260 Bfd.,. Paul 140-230 Pfund, M. Paul 130-240 Pfd., F. Buffe 125-230 Bfb., A. Steinbor 105-190 FD., afinid 110-170 Pfd., M. Rurbet 125-200 Pfd. Ringen: Spandau( KraftSportverein Spandau) gegen Berlin( GC. Gienfried 09) um die Kreismeisterfchaft des Arbeiter- Athleten- Bundes, IV. Areis. 1. Miegengewicht: SarnowskiRugner. 2. Bantamgewicht: Rienast- Brandenburg. 3. Febergewicht: WeißSchulze. 4. Leichtgewicht: Stolpe- Willi Buffe. 5. Leicht- Mittelgewicht: NastPaul Buffe. 6. Schwer- Mittelgewicht: Wulfow- Willi Paul. 7. Schwergewicht: False Bohm. 1. Gang: 1.: Giener Sukner nach 10 Get. 2.: Sieger Rienant nach 3,45 Min. 3.: Unentschieben. 4.: Siener Willi Buffe nach 4,55 Min. 5.: Unentschieden. 6.: Gieger Willi Paul nach 5,17 Min. 7.: Sieger Bohm nach 9,35 Min. 2. Gang: 1.: Sieger Garnowski nach 6,45 Min. 2.: Sieger Brandenburg nach 1,20 Min. 3.: Sieger Beiß nach 3,07 Min. 4.: Sieger B. Buffe nach 2,38 Min. 5.: Unentschieden. 6.: Sieger W. Baul nach 5,30 Min. 7.: Gieger Bohm nach 35 Get. Bunttwertung: 19: 9 für GC. Siegfried 09. Jiu- Jiffu- Kampfabend„ Johannisthat". gute Winterwetter in Schreiberhau läßt erwarten, daß diese Beran- threm Kampfabend am 2. Feiertag ein übervolles Haus. Im Großkampftag Siegfried 09. P 2 immer bei den Beranstaltungen des SC. Siegfried 09" wies ver große Saal in der Wiclefstraße am 2. Weihnachtsfeiertag eine beängstigende Fülle auf. Das Programm war sehr reichhaltig und wies Boren, Leistungsheben und Ringen auf. Die Bortämpfe wurden sehr fair mit guter Allgemeintechnik ausgetragen. Eine Berliner Mannschaft kämpfte gegen die besten Borer aus Eberswalde. Eins muß gesagt werden: Die Kämpfe follten weniger higig geführt werden, dafür ruhiger und besser plazieren. Es soll nichts gegen die Qualitäten der einzelnen Boger, die durchweg gute Anlagen zeigten, gesagt werden, aber das Tempo war manchmal zu bedenklich. Berlin war diesmal fiegreich, und die Eberswalder Sportgenossen werden versuchen, später die NiederLage wettzumachen. Erwähnt sei noch der Eberswalder Feder gewichter Scholz, der mit geradezu verblüffender Ruhe und Treff ficherheit den hizigen lleberscheer( Siegfried) in der zweiten Runde zur Aufgabe zwang. Das Leistungsheben wurde von MitTheater, Lichtspiele usw. Admiralspalast Volksbühne Lessing- Th. 8 Uhr: Der befreite Heute 8 Uhr Don Quichotic Karl XII. 3: Jung Siegfried Morgen 8 Uhr Judith Staats- Theater Opernhaus 72: La Traviata Opernhaus am Königsplatz 6: Die Meister singer Schauspielhaus 8 Uhr: Peer Gynt Schiller Theater Uhr HALLER Achtung Welle 505 von Strindberg Regie: Hartung Silvester- Premiere Maiermax Musik v. H Hirsch Kleines Th. 8 Uhr: Figuranten von Birabeau Glässner, Salfnor Regie: Geyer 8 U: Kapitän Brass- Trianon- Th. bounds Bekehrung 8 Uhr: Städtische Oper Kleine Sklavin v. Dietzenschmidt Charlottenburg Reie: Goldberg 7% Uhr: Carmen Abonn.- Turnus II. Deutsches Theater 7 Uhr: Zum ersten Male Das Käthchen Großes Schauspielhaus U Dich V. Heilbronn CHARELL- REVUE von Kleist Regie: Eugen Klöpfer Kammerspiele Geschlossen 60 BILDER II. Rang Y. Parkett v.& Logen Y. 8.Jeden Sonntag nachm.& Uhr: Die ganze Vorsteliung xa halben Preisen Silvester Nach der Vorstellung Gr. Ball in all. Räumen des Theaters Central Theater 8. Der Fremde Uhr: Berliner Theater U ,: Messalinette TAGLICH Musik v. W. Bromme Die Silvesterund Stirnemann( belde Ubtellung D.) eine erafte Borführung Don Jiu- Jitsu als Selbstwehr. Berliner Arbeiter- Schachtlub. Am Sonntag, den 20. Dezember, fand in Lichtenrade ein Mannschaftswettkampf des 12. Bezirks gegen den 13. Bezirk statt, der an 10 Brettern ausgetragen wurde. Hiesultat: 5: 5. Die Abteilung Lichtenrade spielt jeden Dennerstag bei Bartel, Kaiser- Wilhelm- Str. 10; Abteilung Tempelhof- Mariendorf jeben Dienstag bei Henning, Manteuffelstraße, Ecke Friedrich- Wilhelm- Straße; Abteilung Steglitz- Friedenau jeden Dienstag bei Richter, Feldstr. 8; Abteilung Lichterfelde- Lantwizz jeden Dienstag bei Kattum, Bäteftr. 7. In allen Abteilungen fostenloser Unterricht für Anfänger. Ein interfcaffioneller Sportausschuß beim Reichstag. Der Präfident des Reichsausschusses für Leibesübungen, Staatssekretär a. D. Lewald, hat beim Reichstag die Schaffung eines interfraktionellen Ausschusses für die Förderung von Leibesübungen angeregt. Die sozialdemetratische Reichstagsfraktion hat daraufhin dem Präsidenten des Reichstages mitgeteilt, daß sie der Einsetzung eines solchen Ausschusses zustimme und als ihren Vertreter den Abgeordneten Sch red benenne. Sie hat diese Zustimmung aber von der Bedingung abhängig gemacht, daß, falls Herr Dr. Lewald als Bertreter des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen zu diefen Sizungen hinzugezogen werde, als Bertreter der Bentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege" der Generalsekretär Friz Bildung ebenfalls gleichberechtigter Bertreter sein müsse. Franzöfifche Fußballer in Köln. Unter Führung des sozialistischen Abgeordneten Auran, des Bürgermeisters der Bariser Berorigemeinde Bantin, weilte am ersten Weihnachtsfeiertag eine französische FußballmannIchaft des Seinebezirls in Köln, um zum erstenmal wieder im friedlichen Wettbewerb mit den deutschen Sportgenossen die Kräfte zu meffen. Die französischen Sportfreunde fanden in Köln einen ungemein herzlichen Empfang, piele Tausende jubelten ihnen bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof zu. Auch die von den Kölner Arbeitersportlern veranstaltete offizielle Begrüßungsfeier trug überaus herzlichen Charatter. Der Sportkampf, den die Fran30sen, die seit 3 Jahren die französische Meisterschaft verteidigen, gegen den westdeutschen Fußballmeister der Arbeitersportler austrugen, endete mit einem Erfolg von 7: 3 für die deutsche Mannfchaft. Die Jiu Jitsu Bgg. Johannisthar hatte auf Mannschaftstampf im Jiu- Jitsu zwischen Johannisthal" und Nord. Oft III fonnte die junge Zweigabteilung die Stamm- Mannschaft mit 7: 5 Bunften schlagen Drei Begegnungen verliefen unentfchieden, nämlich im Fliegengewicht zwischen Jofiel( Joh.) und Schumacher( ND.); im Leichtgewicht zwischen Dobroschelsti( Joh.) und Rechenbach( NO.), sowie im Mittelgewicht zwischen Briebe ( ND.) und Schellhase( Joh.). Im Bantamgewicht tennte Günther ( NO.) und Schellhase( Joh.). Im Bantamgewicht tennte Günther ( Joh.) nach 6:10 Minuten über Kortmann( ND.) durch Armdreher triumphieren, ebenso überraschenderweise im Federgewicht Biefte ( Joh.) in 2:20 Minuten über Finninger( ND.) durch Kopfschere. Einzig und allein Redlich( NO.) erzielte für die 3. Stamm- Mannschaft über Rüger( Joh.) in 2 Minuten durch Armhebel einen Erfolg. In den übrigen Rämpfen trennten sich im Halbschwergewicht Busse ( NO.) und Bartel( Abteilung Weißensee) nach 15 Minuten unentschieden. Das Treffen wat von sämtlichen Begegnungen das bewegteste und an interessanten Momenten am reichsten. Im Mittelgewicht warf 3 epfe( Joh.) nach 2:10 Minuten Fendrich( NO.) Freie Schwimmer Charlottenburg 04, Gruppe Charlottenburg. 3. Januar, nadm. 3 Uhr, Generalversammlung der Gruppe Charlottenburg bei durch Halsschere. Die Rämpfe waren sämtlich auf 3 Runden zu Geelia, Ritch. Ede Grünstraße. Wer seine Beiträge nicht bis zum 31. De5 Minuten angesetzt. Zur Einleitung zeigten die Techniker Wolf Zur Einleitung zeigten die Techniker Wolfsember entrichtet hat, bat fein Stimmrecht. Ohne Mitgliedsbuch kein Rutritt. Circus Der 10000 in der Neuen Autohalle am Kalserdamm Riesenweihnachtsprogramm in 30 Teilen darunter Direktoren Gebrüder Blumenfeld mit ihren Freiheitsdressuren Direktor Carl Cossmy mit seinen Raubtiergruppen Direktor Cari Reinsch mit seinen Schulpferden Erik Jan Hannssen mit seinem Wunder„ Omirkron" Nur bis zum 10. Januar. 8 Uhr abends. Kleine Preise. M. 6,70 bis M. 5.-. Vorverkauf: Alle Wertheimkassen und Neue Automobilhalle( Tel. Westend 5758) Jeden Mittwoch u. Sonnabend nehm. 4 Uhr: Riesenweihnaditsprogramm zu halben Preisen; außerdem hat jeder Erwachsene ein Kind frei. Residenz- Th. Barnowsky- Bühnen 8 Uhr: Königgrätz.Str. 8 Uhr: verstellung Die Durchgängerin Die neuen Herren wegen vorbereitung beginnt 7, Uhr zu Lysistrata Preise nicht erhöht. Walhalla- Theater Die Komödie Weinbergsweg am Rosenth. Tor Kurfürstendamm 207 8 Uhr Gesellschaft von Galsworthy Tägl. 8 Uhr: Die Koblanks Mittwoch nachmittag 4 Uhr: Lustsp. v. L Fulda Mittwoch 3 Uhr Kleine Preise Schneewittchen Thalia- Th. 8 Uhr: Annemarie Wiederauftreten Lotte Neumann Rotkäppchen Mittwoch 3% Uhr Kleine Preise Donnerstag 7 Uhr Zum 1. Male: Finen Jux will er sich machen Die Tribüne 8 Uhr: Die tote Tante Komödienhaus 8 Uhr: Der dreizehnte Stuhl Reichshallen- Theater Allabendlich& Uhr Sonntag nachm. 3 Uhr: Stettiner Sänger Am 31. 12.: Großes Sylvester- Ulk- Programm! Am 1. 1. 26: NachmittagVorstellung! Nachm.: Halbe Preise, volles AbendProgramm! Am 31. 12: Gr. SylDonhoff- Brett'l vester- Ulk- Vorstellg. Tanz! Großes Falkner- Orchester! Die ganze Nacht! Regie: M. Reinhard Metropol- Theater Hänsel u. Gretel Inferieren Berliner Ulk- Trio Deutsches Künstl.- Theater Tägl. 8 Uhr Diaghilew's russisches Ballett Th. a. Kurfürstendamm Tägl. 8 Uhr Regen Th.a. Schiffbauerdamm Tägi 8 Uhr: Theater in der die gr. Revueposse Kommandantenst. bringt ERFOLG: Neukölln. Tägl. 8 No no Nanctie APOLO 8 Uhr: Die blond. Mädels Mittwoch 32 Uhr Kleine Preise Rotkäppchen THEATER Th. a. Nollendorfpl. Friedrichstr 218. Der frübliche Weinberg Untergrundhhf. Kochstraße Lustspielhaus Tägi. 8 Uhr Der blaue Togel Wallner- Theater Täglich 8 Uhr: Kolportage SCALA 8 Uhr. Internat. Der neue Lichtspiel- Palast Tägl 7 Uhr Die offizielle Frau Operette von Der gros.Erios Robert Winterberg Cilly Feindi Rose- Theater persönlich mit ihrem Schul8 Uhr Wenn der Flieder blüht pferd„ Nestor Circus und im Film: Die Zirkusprinzessin und das Varietéprogramm 3 Varieté Täglich& Vorstell 437 9 Uhr Kleine Preise v. 3 M. Vorverkauf v. 11-1 Uhr Busch Täglich 7 Uhr: Exotische Tierschau Das lustige Circ- Progr. Nur noch kurze Zeit: Der Graf von Monte Christo Lahnstr. 74/75 Freie Turnerschaft Neukölln- Briks, Mufiftorps. Freitag, 1, Januar, Familienpartie mit Mufit. Abfahrt 1 Uhr Bahnhof Neukölln. Friedrichshagen- Rahnsborf- Mühle, Restaurant Rahnsdorfer Waldschlößchen. Gemütliches Beisammen fein, Tana. Freunde des Musikkorps find herzlichst eingeladen. Sonntag, NYsrael GEGR, 1815 BERLIN C KÖNIGSTRASSE SPANDAUERSTRASSE ★ Der Inventur wegen bleibt das Kaufhaus Mittwoch, 30. Dezember geschlossen * Der Inventur- Ausverkauf beginnt Sonnabend, den 2. Januar Neues Theater am Zoo Abds. 28 nachm. u. nachts 14: 11: Abschieds- Gastspiel d. berühmt Neger- RevueTruppe Chocolate Galdo Thielscher Kiddies in Orchester: Der wahre Jakob Sam Wooding ( Parkett... 1-2 Mk. König d. Jazzband. Park.- Fant. 3-4 Mk. 48 3 nur Orchester- Faut. 5 Mk. Mitwirk. Tage! Vorverkauf tägl. vorm. 10-12 Uhr 12 WINTERTEN 1 Gastspiel Otto Reutter im Rahmen des großen Dezember- Spielplans TO Rauchen gestattet 5000 Sprech 22 MK 15ME 89MK Maschinen Kofferapparate M. 16.-. Komische 8% Oper Dir.: James Klein 84 GrößteRevue der Welt Von A Z bis& e Parkett 6.- M. Preise 2. bis 12.- M. ( Logen 15.- M.) Vorverkauf ununterbr. geöffnet Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl 16077 Tagl. 8 Uhr, auch Sonntag nachm 3 Uhr( zu halben Preisen): Weihnachts- Spielplan! 8 U. Theater i. d. Lützowst.112 Herrnfeld Verlorene Mädchen Ein neuer Herrnfeld Berliner Volksstück im Intim. Th. 8 Uhr mit Gesang u. Tanz Familie Schmock Mittw, nachm. 4 U.: Dornröschen Milieu- Komödie aus Berlin Wi 3 Akt. Casino- Theater Theat. d. Westens Täglich 8 Uhr: Das große Operettenhaus Tägl. 8 Uhr: as Spiel Das u. die Liebe Die tolle Posse Der Meisterboxer Operette von Gi.bert Der Gipfel des Humors! Sitze schon ab 1 Mark Th. in d. Klosterstr. 8 Uhr: Schwebende Jungfrau Singakademie, 8 Uhr Sonnand., 2 und Sonntag, 3 Jan.: Marcell SALZER Populäre Preise 3, 2, 1 Mk. mit Steuer Bote& Bock, Wertheim u. durch Teleph. Lichterf 3596 u. das neue Progr. Philharmonie 8 Uhr: Haydn- MozartBeethoven- Abd, d. Philharmon.Orch. Dirig. Prof. Julius Prüwer 9. Sint- Haydn, Sinf. D- DurMozart, 7. Sinfonie- Beethoven. Traueripenden jeder Art lietert preiswert Paul Golletz, vormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. 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